Nr. 301. Bbonncmcnts-Bfdingungcn: Mwiincmcnts- Preis vränumcrandoi Wiertcljährl. S,Z0 Mk., monatl. l.IV Mk, wöchentlich W Pfg. frei ins Haus. einzelne lRutmner 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1.10 Marl pro Monat. euigetragcn in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband Illr Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für b*i übrige Ausland S Marl pro Monat. Poftabonncmcnts nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Bumänien, Schweden und die Schweij. Crldldlit tüalld) auBcr montags. Vevlinev Volksblalt. 39. Jahrg. vie snsertionz-Lebllhr velrägt für die sechsgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum m Pfg.. für politische und gcwerlschaftlichc Bereins- tmd Vcrfaninitungs-Anzcigen R Pfg. „Uleine Hnzcxgcn", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig Lsettgediiickte Worte), jedes weitere Wort>0 Pfg. Stellengesuche und Schlnfstellenan- zeiaen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über löBuch- tlabcn zählen für zwei Worte. Anjerale für die nächste Nummer müffcn bis ki Uhr nachniitlags in der Expedition uhgegcben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: „Soziaintoionrat ßtrlli" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlande. Redaktion: SRI. 68, Lindehstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. l.98S. Expedition: 8Äl. 68, Lindenstrasse 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Der Friede und das Schwert. Höhnisch lacht der Klang der Weihnachtsglockeu in die ge° witterschwüle Stille, die auf Europa lastet. Im St. James- Palast in London sitzen die Abgesandten der Baltanstaaten, in deren Händen heute das Schicksal von Millionen ruht. Wird der Friede zustande kommen? Wird der Krieg von neuem beginnen? In atemloser Spannung lauscht Europa auf das Wort, das iiber sein nächstes Schicksal entscheiden soll', denn hebt das furchtbare Ringen von neuem an, dann sind alle Furien losgelassen, dann steht die Welt in Flainnten. Was dann zur blutigen Entscheidung käme, das wären gerade die Fragen, an deren Austragung Rußland, England, Oester- reich und Italien das stärkste Interesse haben, der Besitz Konstantinopels und der Zugang der Serben zur Adria; ein allgemeiner Krieg wäre dann fast unausbleiblich, und was das bedeuten würde, das vermag heute die kühnste Phantasie nicht abzuschätzen, die Einbildungskraft erlahnit vor dieser Fülle des Entsetzens. Und in diesem Augenblick, mitten in dieser lastenden Stille, die jeden Augenblick in den wütendsten Orkan über- zugehen droht, erschallen abermals wie jedes Jahr zum Christfest die frommen Lieder vom Frieden auf Erden, und von allen Kanzeln tönt das Gebet um Frieden von denselben Lippen, die bereit sind, morgen den Sieg hcrabzuflehcn auf die Waffen des zur Massenschlächtcrei ausziehenden Heeres, wie sie gestern gehetzt haben zu militärischer Begeisterung für den Krieg für Thron und Altar, für Gott, König und Vaterland. Waren es doch gerade die Pfaffen, die in Italien am lautesten nach dem Blut der Araber und Türken in Tripolis schrien, und wieder sind es die Pfaffen und ihre Presse, die in Oesterreich die schamlosesten Lügen verbreiten, um den beschränkten Spießbürger, der ihnen trotz aller nach- gewiesenen Betrügereien noch immer glaubt, zu sinnloser Wut gegen Serbien aufzustacheln. Und da sollen wir den Kündern der Lehre Jesu, die vor Entsetzen bei dem Gedanken schaudern, daß die rote Internationale die heiligen Räume eines wirk- lichen Münsters durch ihre Friedensdemonstration entweihte, es glauben, wenn sie in diesem wie in jedem Jahre an dem bestinimten Tage wieder beginnen den Frieden zu preisen? Aber die Pfaffen der Kirche werden nicht die einzigen sein, die heute niit heuchlerischem Augenaufschlag den Frieden verherrlichen. Wie schön kleidet doch der Friedensinantcl den Zcitungsschmock, der das ganze Jahr gegen die Hochverräte- rische rote Rotte tobt, die dem geliebten Vaterland die not- wendige Rüstung versagt, die das Militärbudget verweigert. Wie weich wird doch dem guten Bürger die Stimmung in Herz und Gedärmen, wenn er am Weihnachtsmorgen in feinem Lcibblatt von den Schönheiten des ewigen Friedens liest, um den sich der jeweilige Landesvater im letztvergange- nen Jahr natürlich wieder unsterbliche Verdienste erworben. Und an diesem Tage, wo die Rührung den Geldsack ergreift, als hätt' er Lieb im Leibe, da öffnen auch die großen Blätter den„Friedensfreunden" weit ihre Spalten: wenigstens ein- mal im Jahre dürfen sie sich hier ausleben, indem sie die Herrscher preisen, denen es bisher gelungen, ihren Völkern den Frieden zu erhalten, oder die, wenn sie radikal sind, sich zu der Behauptung aufschwingen, der Friede der Welt wäre verbürgt, wenn die Diplomatcnposten nicht mehr mit bor- nierten Junkern, sondern mit versierten Handlungsreisendcn besetzt würden. Betrachtet man diese ganze traurige Gesellschaft von Heuchlern und von Narren, man wäre versucht, daran zu ver- zweifeln, daß es in der bürgerlichen Welt überhaupt noch ehr- liche Friedensfreunde gibt. Und doch schreckt auch der fried- jiche Kleinbürger zurück vor den namenlosen Greueln eines modernen Krieges, auch er stöhnt unter der Last der Steuern, die auch ihm das Wettrüsten auferlegte. Aber er wagt nicht und darf nicht wagen, die Konsequenzen zu ziehen: denn er es' abhängig von jenen Gewalten, die den Krieg oder doch wenigstens das Wettrüsten wollen, die danach verlangen, an dem Wcltbrand ihr Süppchen zu kochen. Und sie fühlen diese Abhängigkeit, aber sie wollen sich sie nicht eingestehen. Sie find heute meist nur mehr die Agenten der großen Kapital- mächte oder leben doch von deren Gnade. Sie wissen, daß eine Handbewegung ihrer Zwingherren hinreicht, sie zu ver- Nichten. Wie sollen sie da den Mut aufbringen zum Kampf wider deren Wunsch und Willen? So befolgen sie die Taktik her Schwachen und Feigen, sie heulen mit den Wölfen und fiod) lauter als diese. Wer diese unsicheren, schwankenden Existenzen sind auch pm der Verwaltung, von der Bureaukratie abhängig, die sie nicht nur schikanieren oder begünstigen kann, die vor allem die Arbeiter niederhält, von deren Ausbeutung sie leben, und zu deren Unterdrückung sie sich selbst zu schwach fühlen. Wie könnten sie da wagen, sich gegen die Regierung aufzulehnen, wenn sie auch wissen, daß deren Politik ihnen das Mark aus den Knochen saugt? Der Krieg auf dem Balkan war ein Krieg des jugcnd- lichen Kapitalismus dieser Länder. Er entsprach allerdings aüch dem Willen der kleinbürgerlichen und kleinbäuerlichen Massen, denn das Volk erwartete von ihm die Befreiung aus unhaltbaren Zuständen. Aber diese Zustände waren nicht nur der türkischen Zwangshcrrschaft zu danken, sie waren zurückzuführen auf die dhnastische Politik der Balkan-Fürsten überhaupt und auf die imperialistischen Gelüste der Großmächte, deren gefügige Diener und Agenten jene Fürsten stets waren, die die Selbständigkeit und das Gedeihen ihrer Länder jederzeit um ihres eigenen Vorteils willen verrieten. Um die wirtschaftlichen Forderungen des Bauern und des Bürgers auf dem Balkan zu verwirklichen, da- zu war aber nicht ein Krieg notwendig, der das Land verwüstet und die Menschen mordet, der ungeheure Reichtümer vernichtet und die wirtschaftliche EntWickelung um Jahrzehnte zurück- wirft: hätten sich die Balkanvölker zu einer Republik ver- einigt und ihre Fürsten dorthin gejagt, wohin sie gehören, sie hätten sich wirtschaftlich und politisch unabhängig stellen, sie hätten ihre Wirtschaft und ihr nationales Leben unge- hemmt und rasch entwickeln können, sie hätten alles erreicht, was sie jetzt vom Kriegsglück vergeblich erhoffen. Denn dieser Frieden wird aus dem Balkan noch immer kein einheitliches Wirtschaftsgebiet mackien, er wird aber die Stellung der Dynastien in den' verbündeten Staaten festigen und so ihren gegenseitigen Intrigen noch erhöhte Bedeutung verleihen, und so werden die Großmächte neuerdings Gelegenheit erhalten, die Staaten gegen einander auszuspielen und die Fürsten gegen die Völker: die Rüstungen aber, deren Gewicht diese noch kapitalistisch unentwickelten Länder völlig nieder- drückt, werden noch weiter gesteigert werden. Schon erstickt das siegreiche Japan unter der furchtbaren Last der Rüstungen, die ihm sein Sieg auferlegt, die Bevölkerung ver- kommt in Elend und Not, während die Brutalität der Re- gierung erstarkt und jeden Keim demokratischer Bewegung erstickt. Wird das Schicksal der Balkanstaatcn ein besseres sein? Was haben die blutigen Siege den Balkanvölkern Gutes gebracht, was ihnen die friedliche Republik nicht in viel reicherem Maße und ohne alle die blutigen Opfer zuer- teilt hätte? Wir Sozialisten von heute teilen nicht mehr die Illusionen vieler Demokraten von 1848, die von der republikanischen Staatsform unmittelbar auch die Erfüllung der sozialen Forderungen der arbeitenden Volksklasscn erwarteten. Aber sollte sich in unseren Reihen wirklich jemand gefunden haben, der enttäuscht nun glaubte, die Staatsform sei überhaupt gleichgültig, dessen Augen mußten jetzt durch den Balkankrieg geöffnet werden. Vergegenwärtigt man sich,>vie das Schick- sal dieser hoffnungsreichen Länder sich gestaltet hätte, wenn es ihnen gelungen wäre, sich von allen ihren Fürsten zu bc- freien und sich zu einer Föderativ-Republik zusammen zu schließen, wie es das Programm unserer Genossen verlangt, dann kann man auch ermessen, wie ganz anders die Geschichte Europas verlaufen wäre, wenn das deutsche Bürgertum nicht schon vor 60 Jahren zu feige gewesen wäre, um sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, wenn die nationale Einigung Teutschlands durch die Errichtung einer bürgerlichen'Republik und nicht durch dynastische 5triege verwirklicht worden wäre, die Deutsch-Oesterrcich vom Reiche losrissen und dafür das halbfranzösifche Lothringen zum Reiche schlugen und damit Europa in zwei feindliche waffenstarrende Heerlager spalteten. Natürlich wären auch dann nicht alle Gegensätze beseitigt gewesen: auch dann hätte sich der kapitalistische Imperialismus entwickelt und die Bourgeoisien der einzelnen Staaten gewappnet gegeneinander geführt: aber die bürgcr- lichen Gegensätze und Kämpfe wären wenigstens nicht noch durch dynastische Zwistigkeiten und Intrigen verschärft und verfälscht worden, und vor allem wäre die innere Politik des Deutschen Reiches ganz andere Bahnen gewandelt. Aber wer von unseren bürgerlichen Friedensfreunden und Harmonieapostelu wagt es. diese Konsequenzen zu ziehen? Sic katzbuckeln vor dem„Friedenszaren", dessen Hände von dem Blut seines eigenen Volkes triefen: sie rufen Hosiannah über die Könige und Fürsten und über die„königlichen Kauf- leute", deren Handel die Völker und Staaten durch friedliche Bande verknüpft. Im St. Jamcs-Palast in London sitzen die Botschafter beisammen, die Vertreter der Großmächte, deren Politik ge- leitet wird von jenen Fürsten und königlichen Kaufleuten. und sie beraten, was jene andere Konferenz der Balkandele- gierten beschließen darf. Und hier, in dieser Konferenz der Großmächte, treten sie hervor, die kapitalistischen Gegensätze und die dynastischen, und mit höflichen Worten zückt jeder von den Teilnehmern sein Schwert, und dessen Länge be- stimmt das Recht. Das Wohl der Balkanvölkcr, das Blut, mit dem sie die Schlachtfelder gedüngt haben, was kümmert das die Diplomaten? Sie sind zu Vertretern der Bourgeoisien und der Potentaten ihrer Länder bestellt, und ihre Stimme hat so viel Gewicht als Bajonette und Kanonen hinter ihnen stehen. Und doch ist es bis heute nicht zum Kriege zwischen diesen Mächten gekommen, so oft auch die Entscheidung schon auf des Messers Schneide schien. Noch jedesmal schreckten sie im letzten Augenblick doch noch vor der blutigen Entscheidung zurück. Schiller hat den Frieden als lieblichen Knaben gesehen: er lagert auf sonnigem Nasen, um ihn grasen die hüpfenden Lämmer, und Murmeln des Baches wiegt ihn in sanften Schlummer. Entspräche der Friede auch heute noch diesem idyllischen Bilde, die wilden 51riegsfurien hätten ihn längst schon zerrissen, und über seine Leiche hinweg tobte der rasende Kriegsrcigen. Aber heute ist der Friede in sichererer Hut. Nicht die Schalmeientöne bürgerlicher Friedens- schwärmer schützen ihn, nicht das sanfte Geblök klerikaler Schafe, ihn schirmt die wuchtige Faust des Arbeitsricscn, des Proletariats, das sich drohend jedem entgegenstellt, der es wagen will, seinen Schützling anzugreifen, und das Wohl weiß, daß, wer den Frieden will, nicht davor zurückschrecken darf, ihn zu erkämpfen. Und das Proletariat ist sich dabei auch bewußt, daß es nicht nur für fein eigenes Interesse ficht, fondern zugleich fiir das der Zukunft der Menschheit. Das Proletariat wird schließlich siegen, ob auf blutiger Walstatt, ob in friedlichem Vertrag: aber fiir die Menschheit und ihre heiligsten Güter ist es nicht gleichgültig, ob ein Krieg die Arbeit von Jahr- zehnten vernichtet und uns in ein Zeitalter der Wildheit, der Verticrung zurückwirft. Wir scheuen nicht den Kampf, und eben deshalb erklären wir den Krieg der Bestialität des Krieges. Wir wollen das Wenige, was der Kapitalismus uns an Kultur gebracht, was wir mit blutigem Schlveiß errungen, nicht verwüsten lassen, wir wollen es erhalten für den Sozia- lismus, der erst aus diesen dürftigen Keimen reiche Saat sprießen lassen wird. Die bürgerliche Welt verlacht uns, sie erklärt den Sozialismus für ein Phantasiegebilde, für eineil Spuk: sie glaubt nicht an ihn, nicht an sein Kommen. Aber wer hinaushorcht in die brütende Stille, die heute über der Welt lastet, der hört von ferne seinen wuchtenden Tritt, und wer sich nicht völlig blenden läßt vom Licht des Alltags, der sieht den Schatten, der ihm vorausgeht. Und auch die, die nicht an ihn und an sein Nahen glauben wollen, auch sie er- blicken diesen Schatten, und sie zittern vor ihm, vor der sozialen Revolution. Dieser unheimliche, ungreifbave Schatten, der tiefer und dichter wird, so wie die Kriegsfackel auflodert, er ist es, der das Herz derer erschaudern, ihre Hand erlahmen läßt, die kalten Blutes die Millionen zur Schlackt- baut senden würden..Wir strecken ihm vertrauensvoll die Hände entgegen, dem leuchtenden Gott, der in der einen Hand das Schwert hält, in der anderen den Balsam für das Herz der Zertretenen. Die Mächtigen der Erde wenden sich ab, sie wollen ihn nicht sehen, aber sie erzittern vor seinem Schatten: denn sie wissen, daß eine furchtbare, erbarmungslole Hand den erfaßt und vernichtet, der auf dem blutgetränkten Pfad des Krieges strauchelt, und diese Angst ist es, die ihren Fuß zaudern läßt, diesen Pfad zu betreten. Wir aber blicken ihm freudig entgegen, der die Pforten sprengt, durch die wir ein- ziehen werden in das Reich des wirklichen Friedens. Doch noch sind wir nicht so weit, heute ist der Friede be- droht von allen Seiten, er ist angewiesen auf unseren bc- waffneten Schutz. Und wie einst der Nazarcncr. dessen Ge- burtstag die Frommen heute feiern, seinen Zeitgenossen, so ruft heute das Proletariat der bürgerlichen Welt die Worte zu: .„I ch b i n u i ch t g e k 0 m in e n, c u ch d e n F r i e d c n zii.bri«gctu sondern das Schwer t." Die priedcnsverbandlungcD. So schwer die Bedingungen auch sind, die die Sieger der Türkei gestellt haben, daß sie überhaupt formuliert worden sind, markiert schon einen gewissen Fortschritt. Es bedeutet nämlich doch, den wirklichen Beginn der Friedensverhandlungen und trotz aller Vorbehalte, die man noch machen muß. wächst die Wahrscheinlichkeit, daß die Friedensverhandlungen schließlich zum Abschluß führen werden. Was die Verbündeten fordern, bedeutet freilich, daß die Türkei in Europa nur gerade so viel behält, daß sie die Dardanellcnwacht noch weiter halten kann. Aber auch diese nur gegen Rußland, nicht aber gegen den Balkanbund, der ein weites Küstengebiet am Marmaramcer inne hätte und so von der Seeseite her stets Konstantinopcl bedrohen könnte. Daß die Türkei diese Bedingungen nicht akzeptieren will, daß die türkische Regierung, die in solchen Verzicht willigte, der Gefahr einer neuen Militärrevolution entgegensteuerte, ist klar; freilich auch, daß der Rest europäischen Besitzes, den die Türkei noch retten kann, für das Reich keine Quelle der Kraft mehr sein kann, sondern nur ein Angriffspunkt für feindliche Nachbarn. Die nächsten Wochen werden so ausgefüllt werden von einenr hartnäckigen Feilschen und Schachern, bis unter dem Druck der Großmächte schließlich schlecht und recht ein Kom- proniiß geschlossen wird. Ein Kompromiß, das die momentane Kriegsgefahr beseitigt, aber ohne auch die„orientalische Frage" endgültig zu lösen. Die neuen Kräfte, die in diesem Kriege wirksam geworden, sind noch lange nicht im Gleich- gewicht und die Türkei wird in ihrer verstümmelten Form erst recht der Krisenherd bleiben, von dem große Er- schüttcrungen ausgehen werden. Die Wünsche Bulgariens. Sofia, 24. Dezember. In der S o b r a n j e führte Minister- Präsident G e s ch o w aus, der Regierung werde ihre Verantwortung durch die rührende Einmütigkeit und die patriotische Begeisterung des Volkes erleichtert. Leider hätten die Friedensdelegierten ihre eigentlichen Arbeiten noch nicht begonnen. Es sei unzulässig, jetzt die Verproviantierung der belagerten Plätze vorzuschlagen. Da Bulgarien Grund zu der Annahme habe, daß der Friede von den Großmächten aufrichtig gewünscht wird, könne es. wenn der Feind den Frieden unmöglich mache, ebenso sehr auf frische Kräfte der Verbündeten, wie auf die Sympathie mächtiger internationaler Faktoren rechnen. Die Ergebnisse beivicsen die Nichtigkeit der Gerüchte, daß der Balkanbund erschüttert sei. Der Friede werde Bulgarien zum einzigen Nach- barn der Türkei machen. Es liege im Interesse der Türkei, den unnützen Krieg mit dem künftigen Nachbar einzustellen und so raich wie möglich einen dauernden Frieden abzuschließen. Die Sobranje möge überzeugt sein, daß die Regierung alles tun werde, um den Frieden abzuschließen, der unter un- geheueren Opfern Bulgariens erwirkt wird. Nach dem Ministerpräsidenten ergriffen nacheinander die Führer aller Parteien das Wort und billigten rückhaltlos die Politik der Regierung. Die Redner drückten die Hoffnung aus, daß die Friedensverhandlungen in London zum Abschluß eines der großen Opfer des Landes würdigen Friedens führen werden, wobei sie ihren Optimismus auf die Unmöglichkeit einer türkischen Offensive, die unausbleibliche Kapitulation der belagerten Plätze und auf die Ratschläge stützten, welche die Mächte nicht ermangeln würden, der Türkei zu erteilen. Wenn jedoch der Frieden nicht abgeschlossen werde, würden die politischen Par- teien, wie die Redner ausführten, auch weiterhin der Regierung ihre Unterstützung zur Fortführung des Krieges ge- währen. Sie verlangten, daß der Besitz alles dessen, was die bulgarischen Waffen eroberten, von der Diplomatie des Landes ge- schützt werde, und daß, wenn die Regierung Konzessionen mache, diese gering seien. Die Diplomatie Bulgariens werde, wenn sie so handele, Europa einen Dienst erweisen, das dann keine Kom- plikationen auf dem Balkan mehr zu fürchten haben werde. Die Redner erklärten dann, sie müßten, ohne die Be- stimmungen des Abkommens zu kennen, welches die Mit- glieder des Balkanbundes verbindet, empfehlen, daß die Teilung der eroberten Gebiete auf der Basis des Nation alitäten Prinzips geschehe und im Verhältnis zu der Zahl der Truppen und zu den Verlusten, die jeder einzelne der Verbündeten erlitten habe. Die bulgarische Nation verlange für sich, daß M a z e d o n i e n in seinen Grenzen ohne Ausschluß von Saloniki ungeteilt bleibe. Unter dieser Bedingung allein würden die Allierten ihren Bund aufrechterhalten, festigen und von jeder ausländischen Bevormundung freihalten können. Sämtliche Reden wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Forderungen des Balkanbundes. Paris, 24. Dezember. Der Londoner Sonderberichterstatter dcS„Rtatin" meldet, die Balkanvertreter hätten ihm auf die Frage, welche Friedensbedingungen sie den Türken außer den territorialen Bedingungen noch stellen würden, geantwortet: Wir werden außer einer Kriegs- entschädig» ng auch noch die Abschaffung gewisser Ver- träge und den Abschluß eines Handelsvertrages mit Meistbegünstigungsklausel verlangen. In türkischen Kreisen erklärt man, die Bedingungen der Balkanverbündeten seien durchaus unannehmbar. Die türkischen Delegierten werden wahrscheinlich Gegen- Vorschläge machen, vielleicht auf der Grundlage des Ver- träges von San Stefano, durch den der Türkei ein großer Teil Thraziens mit A d r i a n o p e l und ein Teil Mazedoniens mit Saloniki belassen worden war. Die Kämpfe bei Jamna. Athen, 24. Dezember. Aus Kastoria wird der„Agence d'Athenes" gemeldet: Die Türken räumten Koritza und verschanzten sich im Defilü von Kiari unter Artilleriedeckung. Sie wurden von einem Teil der griechischen Armee verfolgt und nach längerem Kampf gezwungen, sich in der Richtung nach LiaSkovcki zurückzuziehen. Die Griechen setzten die Verfolgung fort. ller neue Kurs in Württemberg. Der..Staatsanzeiger für Württemberg" veröffentlicht an der Spitze seiner Sonnabentmummer vom 21. Dezember ein königliches Dekret: „Seine Kgl. Majestät haben vermöge allerhöchster Entschlie- ßung vom 21. Dezember den Staatsmini st erdcsJnnern Dr. v P is ch e k seinem Ansuchen entsprechend unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ausgezeichneten Dienste in den bleibenden Ruhestand allergnädigst versetzt, den Staatsmin'ster des Kirche�«ßi Schulspeseps C- v'leischhguor zuiy| Skaatslninistcr des Anncrn und den Präsidenten des Ev. Kon- sistoriums Dr. v. Habermaas zum Staatsministcr des Kirchen- und Schulwesens in Gnaden ernannt." Damit hat sich die Voraussage der sozialdemokratischen Presse Stuttgarts erfüllt. Der Rücktritt Pischeks 24 Sunden nach Fest- stellung des Wahlergebnisses der Praporzwahl zum Landtag ist das Siegel unter der Konkurserklärung der volksparteilich-national- liberalen Politik in Württemberg in den letzten 17 Jahren, die „allerhöchste" Anerkennung des Wahlsieges der Rechten. Nur daß der Rücktritt Pischeks so schnell erfolgen würde, hat niemand er- wartet. Am allerwenigsten die Sieger selbst. Ihnen geht Pischek zu früh. Unter den gegebenen Verhältnissen ist der Rücktritt Pischeks nur zu begrüßen. Aussprechen, was ist! Und der Abschied dieses Mannes von seinem Amt in diesem Augenblick sagt jedem, was kommen wird. Er kennzeichnet die durch die Wahlen in Württem- berg geschaffene Lage besser als die scharffinnigsten Zeitungs- und Zeitschriftenartikcl diverser Konjekturalpolitiker, die einen„Groß- block in Württemberg" nach badischom Muster erstehen sahen. Herr v. Pischek glaubt nicht daran. Er geht. Pischek war kein volksparteilicher Minister, nicht einmal den rechtsstehenden Liberalen kann man ihn zurechnen. Eher noch den Konservativen alten Schlages. Er war aber zweifellos der fähigste Kopf im Ministerium, zu intelligent um die wirtschaftlichen und politischen Kräfte im Volk vollständig zu ignorieren zu sehr Cha- rakter als wechselnden Herren und Ueberzeugungen sich leicht an- passen zu können. Er hatte ein Amt, aber auch eine Meinung. Darum geht er. Der Sozialdemokratie stand Pischek nichts weniger als freund- lich gegenüber. Er verschmähte es aber, sie nach borufiischen Re- zepten zu bekämpfen. Durch scheinbare Zugeständnisse und nichtige Höflichkeiten suchte er die Partei in ihrem Wachstum aufzuhalten, ihre Aktion zu lähmen. Doch konnte auch er nicht verhindern, daß jene Elemente immer mehr die Oberhand gewannen, die die sanfte Methode der Sozialistenbekämpfung durch brutale Gewalt ersetzen wollen. Die Neubildung des Ministeriums ist ein hörbarer„Ruck nach rechts". Das ist gut so, denn dem Zentrum und dem Bauernbund wird so unmöglich gemacht, unter dem Deckmantel eines liberal scheinenden Ministeriums reaktionäre Geschäfte zu machen. Das württembergische Volk weiß nunmehr, woran es ist. Wer es trotz- dem noch nicht begriffen hat, den dürfte auch die vom Volkspartei- lichen Organ als sicher angenommene Wahl eines„schwarzen" Land- tagspräsidenten aus seiner Träumerei kaum wecken. Das Zentrum mit 26 Mandaten ist die stärkste Fraktion der Zweiten Kammer. Ihm folgt sein Schützling, der Bauernbund, mit 26 Mandaten. Die Hälfte der 92 Sitze ist im Besitz der Rechten. Die Volkspartei als drittstärkste verfügt noch über 19 Mandate. Die Sozialdemokratie hat trotz starker Stimmenzunahme ihre Mandat- zahl nur von 16 auf 17 steigern können. Die einst so mächtigen Nationalliberalen sind auf 19 Mann zusammengeschmolzen. Der geschlossenen Rechten steht nur die Sozialdemokratie als entschiedene Gegnerin gegenüber. Wohl verkündet das Volkspartei- liche Organ,„Der Beobachter": die Volkspartei würde tapfer mittun. Worte und Taten dieser Partei sind bekanntlich zweier- l e i. Die letzten 17 Jahre volksparteilicher Politik lassen eine energische Betätigung für die fundamentalen Forderungen des bürgerlich- demokratischen Programms vermissen. Das Hand- buch für sozialdemokratische Wähler zur Landtagswahl 1912 liest sich wie eine einzige Anklageschrift gegen die Volkspartei. Eine öde Opportunitätspolitik war alles, wozu sie sich aufschwingen konnte. Von dieser Partei noch männliche Opposition zu erwarten, heißt Feigen vom Dornstrauch pflücken wollen. Warten wir ab, ob auch heutzutage noch Zeichen und Wunder geschehen. Eine Partei wie die Sozialdemokratie kann aber ihre Taktik nicht auf den Wunder» glauben politischer Phantasten aufbauen. Und der„Liberalismus"? „Stets willig, ihrer..Regierungsfähigkeit", dieser Achse ihrer „Realpolitik", auch die hinterste Ueberzeugung zum Opfer zu brin- gen, zu jedem Gesinnungsmord im Dienste des ReichSlakeicntums bereit, fielen sie— immer das Auge auf das Ministerportefeuille geheftet— von Kompromiß zu Kompromiß, von Fiasko zu Fiasko, tiefer und tiefer, bis sie, auf den Gegensatz zu Rom reduziert, der Fristung ihres pseudaliberalcn Daseins nichts mehr zu bieten hatten als den allein übrig gebliebenen„Kulturkampf", d. h. die absolute Negation ihres Prinzips. Und das alles immer unter der Maske höchster politischer Einsicht und regierungsfähiger Staatsmännerei. Die traurigen Hampelmänner, stets am anderen Ende ihrer Absicht anlangend, nun ist auch ihr letztes Stück Brot schimmelig geworden." So zeichnete bereits vor 39 Jahren der Führer der württem- bergischen Volkspartei, der alte Demokrat und freiheitliche Dichter Ludwig Pfau, den Liberalismus. Mit solch„traurigen Hampel- männern" einen„Block der Linken" gegen Regierung und Rechte bilden zu wollen, kann auch nur die kühnste Phantasie erträumen. Herr RcgierungSdirektor Dr. Hiöber, der Führer der nationallibe» ralen Zehnmännerfaktion, im männermordenden Kampf mit seinem vorgesetzten Minister und mit der Rechten?! Nein, es bleibt dabei: Die Sozialdemokratie steht in threm Kampf gegen die siegreiche Neaftion allein. ** * Das Mandatergcbnis der Landesproporzwahl am Mitt- woch, den 18. Dezember, haben wir bereits mitgeteilt. Es bleibt uns noch übrig, die Wahlziffern nachzutragen. Dabei ist zu be- achten, daß jeder Wähler im nördlichen Kreis 9. im südlichen Kreis 8 Stimmen hatte. Die Sozialdemokratie steigerte ihre Stimmenzahl von 733 7ö1 im Jahre 1997 auf 823 729 im Jahre 1912; die Volkspartei ging von 769 942 auf 617 997, also um rund 159999 zurück; die Nationalliberalen brachten es auf 389723 gegen 355 799 im Jahre 1997; der Bauernbund hat gleichfalls einen Verlust zu buchen: von 539 321 auf 495 779; das Zentrum einen solchen von 879 988 auf 849 113. Gewonnen haben also nur Sozialdemo- kratie und Nationalliberale. Trotz erheblicher Steigerung der Wählerzahl ging die Gesamt zahl der Stimmen von 3 264 892 im Jahr« 1997 auf 8 167 248 im Jahre 1912 zurück. In Prozenten der abgegebenen Stimmen entfielen auf die Sozialdemokratie 25,9 Proz..(1997: 22,7 Proz.), Volkspartei 19.6(23,6) Proz.. Ratio- nalliberale 12,1(19,9) Proz., Konservative 15,6(16,2) Proz.. Jen- trum 26,8(26,6) Proz. Anscheinend hat also die Proporzwahl der Sozialdemokratie das günstigste Ergebnis gebracht. Befriedigen kann es aber auf keinen Fall, sind doch nur knapp 97 999 sozialdemokratische Wähler zur Urne geschritten gegenüber 119 496 bei der Hauptwahl am 16. November d. I. Das ist ein Verlust von rund 28 999 Wählern. Gewiß hat sich die Wahlmüdigkeit bei den anderen Parteien in noch schärferer Weise bemerkbar gemacht. Für sozialdemokratische Wähler ist das jedoch keine Entschuldigung. Einen Grund der Wahlflauheit— neben der allgemeinen Wahlmüdigkeit nach den zahlreichen Mahlgängen und scharfen Kämpfen— haben wir bereits früher angedeutet: die Auswahl der Kandidaten, die als Brüs- kicrung eines großen, wenn nicht des größten TeilcsdcrPartcigenosscnWürttembergS empfunden wurde. Ueber andere Ursachen wird man siK in den Partciorgani- sätisLktl zM aussprechen.' politifcbc deberRcbt Berlin, den 24. Dezember 1912. Aus dem prenffischen Etat für ISIS»- veröffentlicht die„Nordd. Allg. Ztg." einige Borbemerkungen. Sie zeigen, daß eS um die preußischen Finanzen lehr gut steht, dank der enormen Ueberschüsse, die aus den Staatsbetrieben, vor allem dem Eisenbahnbetrieb hcrauSgewirlschaftet werden. Von den Eisenbahn- reinüberschüssen dürfen nach einem Beschluß des Hauses einstweilen „nur" 2,19 Proz. des statistischen Anlagekapitals, das sind weit über' 299 Millionen Mark, für beliebige Slaatszwecke verwendet werden, der Rest des Ueberfcbusses wandert in den Ausgleichsfonds. Diesem konnlcir 1919 71 Millionen, 1911 gar 149—159 Millionen zugeführt werden und 1912 wird der dem Au-gleichSsonds zufallende Betrag gleichfalls den Ansatz von 57 Millionen wohl um das Mehrfache übersteigen. Für das Jahr 1913 ist er denn auch im Etat von vorn- herein erheblich höher, nämlich auf 93,4 Millionen angesetzt worden, sicher noch immer erheblich zu niedrig. Alles in allem dürfte die dem Ausgleichsfonds in den vier Jahren 1919—1913 zufließende Summe nicht allzuviel hinter einer halben Milliarde zurück- bleiben I Kein Wunder, daß angesichts eines solch blühenden Standes der Eisenbahnfinanzen auf die gesamten Staatsfinanzen tressliche sind und der Etat in Einnahme nnd Ausgabe mit 4 595 933 827 M. ab- schließt, ohne einer Anleihe zu benöligen. Um so unverantwortlicher ist es, daß die Regierung in den Etat nicht die erforderlichen Mittel eingestellt hat, um der durch die chronisch gewordene Teuerung verursachten Notlage der Be- amten und Staatsarbeiter zu begegnen. Denn wenn das offiziöse Organ mitteilt, daß der Etat für 1913 eine Verstärkung des Unterstützungsfonds für die Beamten um— 3 Millionen vorsehe, so ist das der Riesenarmee der Beamten gegenüber eine geradezu lächerliche Summe I Inwieweit- die erhöhten Zu- Wendungen für die A l t p e n s i o u ä r e und deren Witwen und Waisen— für die Beamten kommt ein Mehr von 2 264 999, für die Lehrer und Lehrerinnen ein Plus von 364 999 M. in Frage— ausreichen, mutz näherer Nachprüfung vorbehalten bleiben. An neuen Anleihekrediten für die Eisenbahnen werden 291 Millionen gefordert, offenbar zur Einlösung der vom Eisen- bahnminister bei der Wagenmangeldebatte gegebenen Versprechungen. Ferner 25 Millionen zur— Bekämpfung der F l e i s cki n o t. Davon sollen 12 Millionen zur Kultivierung der ostfriesischen staatS- eigenen Moore, 3 Millionen zu Meliorationsdarlehen, insbesondere für Drainierungen auf Domänen, und 19 Millionen zur Uebernahme von Stammanteilcn bei gemeinnützigen Siedelungsgesell- f ch a f t e n Verwendung finden. Daß dadurch die Fleischnot wirklich bekämpft werden könnte, wird sich kein Einsichtiger ein- bilden>_ Nationalliberale Harmonie. Die leitenden großen„Staatsmänner" der national- liberalen Partei sind gar sonderbare Käuze. Daß ihnen in der gestern von uns mitgeteilten Entgegnung des„Geschäfts- führenden Ausschusses" der nationalliberalen Partei Pommerns Mandatsschmcrzen, Parteilichkeit und die Trübung ihres poli- tischen Blicks durch persönliche Beziehungen vorgeworfen werden, geniert sie recht wenig; dagegen hat sie der Satz stark verschnupft:„Die schwerste Stunde der nationalliberalen Partei hat geschlagen; tiefgehende sachliche Gegensätze drängen zur Entscheidung"— denn das Dekorum muß auf alle Fälle gewahrt werden. Die„Nationtilliberale Korrespondenz", das offizielle Organ der Gesamtpartei erklärt deshalb feierlichst: „Wir sind ermächtigt, demgegenüber festzustellen, daß von tiefen sachlichen Gegensätzen, die auf eine Entscheidung hindrängen, der Parleileilung und weiten Kreisen der Partei nicht das mindeste bekannt ist. Die jeder Grundlage entbehrende Be- haupmng der pommerschen Parteileitung, die nur geeignet ist. Beunruhigung in die nationalliberale Partei hineinzutragen und unseren Gegnern von rechts und links Vorschub zu leisten, bedeutet daher eine neue schwere Schädigung der Interessen der nalionalliberalen Partei, besonders auch im Hinblick auf die be- vorstehenden preußische» Landtagswahlen.' Also ernste Gegensätze gibt es in der nationalliberalen Partei nicht; denn der Parteileitung ist nichts davon bekannt: eine recht niedliche Begründung, die diese wundersame Partei- lcitung in ihrer ganzen reinen Herzenseinfalt zeigt. Vielleicht nehmen sich die leitenden Größen des Nationalliberalismus zu ihrer gefälligen Information die Nr. 601 der rechtsnational- liberalen vom Geiste Friedbergs und Fuhrmanns befruchteten „Hamburger Nachrichten" vor. Dort heißt es in einem„Die Unstimmigkeiten im nationalliberalen Lager" überschriebenen Artikel: „Wo hat denn Herr Bassermann eigentlich noch die Grundlagen für seine Führerschaft, wenn er sie jetzt auch bei den Linksliberalen innner mehr einbüßt? Der rechte Flügel seiner Partei ist bekanntlich innerlich schon läng st mit ihm fertig und zögert lediglich auS taktischen Gründen, die Führerfrage vor aller Oefsentlichkeit aufzurollen. Die Nationaltiberalen werden aber über kurz oder lang um die Entscheidung doch nicht herumlommen, denn von ihr hängt die gesunde Entwickelung der Partei ab. Wie weit muß die innere Konfusion unter den Nationalliberalen, wie stark der Druck des linken Flügels auf die besonnenen Elemente schon geworden sein, daß diese sich über- baupt auf ein Kompromiß bei der Wahl des Rcichstagspräsidiuins eingelassen habe».... Eigentlich hätten wir es von den, sich der großen Traditionen ihrer Partei noch bewußten Rcchtsnationalliberalen erwartet, daß sie von sich aus mit ruhiger Energie eine reinliche Scheidung herbeiführen und das Tischt lich zwischen sich und den Linksliberalen zerschneiden würden. Jetzt scheint eS, als ob das, was sie selbst ans begreiflichen taktischen Gründen immer wieder hinausgezögert baben, von dem linken Flügel der Nationalliberalen durchgesetzt werden wird." Offen wird die Scheidung vom linken Flügel der national- liberalen Partei verlangt— doch Gegensätze gibt es nicht; denn in den offiziellen Akten der Parteileitung steht davon nichts._ Friedensfest und Kriegshetze. „Friede auf Erden!" Diese alte Verheißung dcS LukaS-Evan- geliums wird jetzt von allen Kanzeln herab verkündet, und die konservativen Zeitungen bringen nach Hammersteinschem Schema fabrizierte Leitartikel, in denen Jesus als holder Friedenssürst gefeiert und allerlei sentimtale Phrasen über die Segnungen dcS Friedens aneinander gereiht werden. Das hindert jedoch dieselben Blätter nicht, auf der vorausgehenden oder nachfolgenden Seite die Greuelszenen auf den Schlachtfeldern des Balkan zu verHerr- lichen und der Regierung den schönen Rat zu erteilen, sich mit der deutschen Heeresmacht an der Völkerschlächtcrei zu beteiligen. So heißt es beispielsweise in einem Artikel der..Ostpreußischen Zeitg.". die zugleich offizielles Organ der ostprcuhischcn, auf Bollskosten unterhaltenen Junkcrsippe und amtliches Anzeigenblatt ist: „ES ist eine böse Eigenart des Germanen, sich Drohungen seiner Feinde solange gefallen zu lassen, bis diese dreist genug geworben sind und zuschlagen. Und so auch jetzt wieder. Ist eS nicht besser, diesen einigen balbmobilen Zustand für absehbare Zeiten dadurch zu beseitigen, datz daö viel zu viele Ducken endlich einmal unterbleibt und die Autorität auch bei uns einmal frei- rvillig zur Geltung kommt! Es gibt noch heute Völker, bei denen der Tod für das Vaterland der ehrenvollste ist, und wenn auch Deutschland heute noch zu dieser alten Germanentradition hält, warum dann dieser ewige Diplomatcn-Eiertanz... Wir tun uns immer so viel darauf zugute, ein mächtiges und starkes Volk zu sein, das sich vor niemandem fürchtet. Wenn es aber Taten zu zeigen gilt, dann schläft der Geist des großen triedrich, und wir verlegen uns aufs Feilschen und Handeln... tatt an zukünftige Expansionen und an Stär- kungdes Vaterlandes zu denken, statt zu rechnen, wie- viel Feindesland zur Arrondierung unserer Grenzen nötig sei, schaut die bleiche Furcht aus allen Ecken, und alles geht nur dar- auf aus, zu retten, was zu retten ist. Eine große Schuld an dieser Denkungsart trägt der Gesetzwebe stuhl in Berlin, der sein möglichstes tut, um verantwortungsvolle Menschen zu Nürnberger Puppen zu stempeln. Ein Deutscher von heute kann ganz ohne Pflichtgefühl auskommen... Und dieser Zustand ist der beste Nährboden für den schnellen Nachwuchs der roten Partei und deren Blüten, jenen vatcrlandslosen Gesellen, die im Auslande das Vaterland verraten und dann ungestraft die Sessel des ReichStagshauscs mit ihrer Anwesenheit— schmücken dürfen. Wie würde ein frischer, freier Krieg hier auf- räumen, von den Hundertzehn im Reichstage würden nicht mehr viel übrig bleiben.. Die Gründe, welche die politischen Hintermänner des Blattes zu ihrer frivolen Kriegshetze bestimmen, werden hier deutlich ver- raten. Die Herren rechnen auf eine„Expansion" des Vaterlandes, bei der für sie reichliche Profite abfallen; sodann aber hoffen sie, daß das arbeitende Volk durch den blutigen Aderlaß gründlich ge- schwächt wird, die sozialdemokratische Partei ihre heutige Stärke verliert, und in dem wilden Kriegestaumel dann jene reaktionäre Revision des Reichstagswahlrcchts vorgenommen werden kann, nach der die Epigonen der Strauchritter seit Jahrzehnten lechzen. Zwar würde ein solcher Aderlaß wahrscheinlich Hunderttausende das Leben kosten; aber was macht dasl Die„Kanaille" ist doch überhaupt nur auf der Welt, um Mehrwert zu erzeugen und sich für die mate- riellen Interessen der„Edelsten der Nation" abschlachten zu lassen. Eine minderwertige Beweisführnng. Unter diesem Titel polemisiert die„Konservative Korre- spondenz" gegen unseren Sonntagsartikel„Der Luftmilita- rismus". Ueber unsere Darlegung, daß die enormen Ausgaben für den Luftmilitarismus nicht einmal der technischen Ent- Wickelung in einem Maße zugute kämen, wie das bei wesentlich geringeren Staatssubventionen der Fall wäre, die in v e r- nünftiger Weise in den Dienst der Flugtechnik gestellt wurden, geht die konservative Klischeefabrik mit folgender Redensart zur Tagesordnung über: „Auch hier mangelt ihm(dem„Vorwärts" nämlich) jegliches Verständnis dafür, in welch hervorragendem Maße alles, was der Vorbereitung zum Kriege jemals gedient hat, gleichzeitig Technik und Wissenschaft befruchtet und damit im besten Sinne kulturfördernd gewirkt hat." Das ist in der Tat eine Beweisführung, für die die Zensur„minderwertig" noch allzu höflich ist. Und mit solchem Geschwätz wagt die„K. K." in einem Augenblick zu kommen, wo die dem„Deutschen Luftfahrer-Verband" angehörenden, lediglichvondenmilitärischenLiefe- rungen lebenden großen Flugzeugfirmen den Beschluß gefaßt haben, zu künftigen öffentlichen Flugveranstaltungen nur Maschinen zuzulassen, die von den zum D. L.-V. gehörenden Firmen stammen> � Selbst' die bürgerliche Spork- Presse muß zugestehen, daß dieser neueste Vorstoß gegen den freien Wettbewerb lediglich im geschäftlichen, nimmer- mehr aber im Interesse der technischen Fortentwickelung des Flugwesens liegen könne. Daß solche Beschlüsse aber über- Haupt möglich sind, erklärt sich nur aus der ganzen Pro- tektionswirtschaft, die im Flugzeugbau, wie auch im Lenk- ballonbau herrscht. Wäre die Flugtechnik gezwungen und - drängte sie der Staat bei seiner Subvention dahin, m e t h od i s ch und unaufhörlich auf Verbesse- rungen und Vervollkommnungen der Kon- struktion zu sinnen, so wären wir wahrscheinlich heute schon weiter. Statt dessen verlegen sich die großen anerkannten Firmen einfach auf die bequemere Massenpro» d u k t i o n für den Militarismus, und die neugegründeten Unternehmungen kopieren einfach schlecht und recht die alten, bewährten Typen, um möglichst rasch gleichfalls an den staatlichen Lieferungen beteiligt zu werden. Bei diesem System, das in Frankreich und England ebenso herrscht, wie in Deutschland, ist es kein Wunder, daß die Flugmaschinen heute im Grunde noch genau dieselben sind, wie vor drei Jahren.— Vollends eine minderwertige Beweisführung ist es aber, wenn die„K. K." meint, gerade die über Arbeitsmangel klagende Arbeiterschaft könne sich nun darüber freuen, daß 700 000 arbeitskräftige Menschen der produktiven Arbeit ent- zogen und auf Staatskosten durchgefüttert würden. Dann wäre es also noch besser, wir hätten statt der 700 000 eine Million oder anderthalb Millionen uniformierter Nichtsver- diener! Es ist dieselbe Logik, die auch die Verschwendung der Besitzenden preist, weil diese Verschwendung ja den Habe- nichtsen Verdienst zukommen ließe. Als ob die Sozialdemo- kratie nicht gerade eine Gesellschaft erstrebte, wo es nicht der Prasserei der Reichen und nicht des erzwungenen Müssig- ganges vieler Hunderttausender bedarf, um dem Proletariat auch nur die kümmerlichste Existenz zu sichern! Wenn nicht durck das kapitalistische Ausbeutungssystem die Arbeitslosig- keit künstlich hervorgerufen würde, sondern wenn alle ehrlich arbeiteten, und für ihre Arbeit auch ihren ehrlichen Lohn er- hielten, dann brauchte es weder den Luxus der oberen Hunderttausende noch Soldaten zu geben: dafür wäre aber auch das soziale Elend in jeder Gestalt geschwunden! Jeder denkende Arbeiter vermag das zu begreifen und selbst konservative Preßkulis würden das zu kapieren vermögen, wenn sie nur d ü r f ten!_ Der Wahkausfall in Stolp-Laucnburg. Aus dem pommerschen Wahlkreise Stolp-Lauenburg, in dem gestern die Reichstagsersatzwahl stattfand, liegen noch immer keine vollständigen Nachrichten über den Ausfall der Wahl vor. Als vor- läufiges amtlickies Wahlergebnis wird aus Stolp gemeldet: Bei der Reickstagsersatzwahl im Wahlkreise Stolp-Lauen- Hurg wurden insgesamt 24 453 gültige Stimmen abgegeben. Da- von entnelen auf Rittergutsbesitzer v. Boehn-Deutsch-Buckow(k.) 15 241, Vereinsdirektor Schwuchow-Steglitz(Fortschr. Vp.) 6464, Parteisekretär Sickseldt-Tanzig(Soz.) 2383. Buchdruckereibesitzer Czyzewski-Danzig(Pole) 330 Stimmen. Zersplittert waren 29 Stimmen. Vier Wahlbezirke stehen noch aus. Die Wahl v. Boehus ist gesichert. Im Januar d. I. wurden in diesem Wahlkreise 28 335 Stim- men abgegeben. Davon fielen 15 405 Stimmen auf den konserva- tiven, 8707 auf den fortschrittlichen, 2781 auf den sozialdemokra- tischen, 078 auf den nationalliberalen und 451 auf den polnischen Kandidaten. Demnach haben die sozialdemokratische und die kon- die Fortschrittliche Volkspartci mehr als 2200 Stimmen verloren hat. die fortschrittliche Volkspartei mehr als 2200 Stimmen verloren hat. In Wirklichkeit dürfte der Verlust sogar noch um ungefähr 800 Stimmen größer sein, denn der weitaus größte Teil der im Januar abgegebenen 978 nationalliberalen Stimmen ist diesmal dem fort- schrittlichen Kandidaten zugefallen. Hat der sozialdemokratische Kandidat, Genosse Sickfeldt, auch keine neuen Stimmen gewonnen, sondern wahrscheinlich an 300 Stimmen eingebüßt, so kann doch keineswegs das Wahlresultat als ungünstig für unsere Partei bezeichnet werden. Denn ein Teil der früheren sozialdemokratischen Wähler ist inzwischen abgc- wandert, ein anderer Teil ist wegen des Weihnachtsgeschäfts außer- halb seines Wohnortes beschäftigt. Dazu kommt, daß der ganze amtliche Wahlapparat mit Hochdruck arbeitete und im ganzen Kreise der Sozialdemokratie keine Säle zur Abhaltung von Vcrsamm- lungen zur Verfügung standen._ Amtliches Ergebnis der Wahl in Reutz ä. L. Bei der ReichStagsersatzwahl im Wahlkreis Reutz ä. L. am 19. d. M. wurden insgesamt 14 717 gültige Stimmen abgegeben. Davon erhielten Kaufmann Cohen-Frankfurt a. M.(Soz.) 7874 Stimmen, Syndikus Dr. Stresemann-Dresden(natl.) 5304 und Amtsgerichtsral Lattmann-Schmalkalden(deulschsozial) 1539 Stimmen, Cohen(Soz.) ist also gewählt._ Reichsverband und Kreistag. Die öffentlich-rechtlichen Verbände der Selbstverwaltung sollen bekanntlich dem sogenannten allgemeinen Wohl dienen. Dieser Grundsatz wird jedoch stark gefährdet, wenn das Beispiel des Kreistages für den Kreis Stolzenau(Provinz Hannover) Nachahmung findet. Die Vertretung dieses Kreises beschloß nämlich in ihrer jüngsten Sitzung auf Antrag des Kreisausschusses, dem Reichsverband gegen die Sozialdemokratie mit einem Jahresbeiträge von 10 Mark beizutreten. Die Tatsache, daß nicht ein einziger Kreistagsabgeordneter gegen diesen Beschluß stimmte, der eine ganz ungerechtfertigte Unter- stützung einseitiger politischer Bcstrebungew aus den Steuermitteln der Allgemeinheit bedeutet, ist außerordentlich bemerkenswert und kennzeichnend für den Niedergang der politischen Sitten des Bürgertums. Dem Reichsverband selbst ist natürlich der Beitritt solcher Korporationen sehr erwünscht— erstens wegen der Reputation und dann wegen der 10 Mark, denn um seine Kasse ist es nicht gerade günstig bestellt._ Ich bin der Bürgermeister! Und man betrügt mich nicht. Bin Weist'borns größtes Licht. Eine lustige Historie wird aus dem Oertchen Weißenborn im Kreise Eschwege berichtet. Nach Schluß des Reichstages hielt eS die Parteileitung in Eschwege für angezeigt, den Abgeordneten des Kreises, den Genossen Thöne, in öffentlicher Versammlung seinen Wählern Bericht erstatten zu lassen. Doch solche Absicht fand nicht die Billigung des weisen Ortsoberhauptes, des Weißenborner Bür- germeisters, denn er sandte dem Anmelder der Versammlung, dem Genossen Pappenhcim, folgenden wundersamen obrigkeitlichen Bescheid: „R. H. an Herrn...... Bezugnehmend zur Abhaltung einer öffentlichen Versamm- lung in dem Lokale des Gastwirts Dietzel, kann ich die Genehmi- gung nicht erteilen. Ich kann nicht verfügen über Dietzel sein Lokal und aus wessen Gründen sollen Versammlungen abgehalten werden. Ich erachte es für Zwecklos wo noch nicht ein Jahr verflossen wo die Hetzereien mit Gewalt betrieben wurden und haben sie nicht ihr Ziel erreicht wonach sie strebten. Ich bin bestrebt meine politische Gemeinde in ruhigen und friedlichen Bestrebungen zu bemühen suchen, und nicht Gezwank auszuüben. Weitzenborn den 18. Dezember 1912. (gez.) Bürgermeisteramt. Seinen Zweck hat das ehrsame Bürgermeisterlein von Weißen- born, das sich über seine Befugnisse und seine obrigkeitliche Be» deutung recht komische Vorstellungen zu machen scheint, natürlich nicht erreicht. Wenn auch das Gestirn von Weißenborn jeden „Gezwank" haßt, so wird doch die angesetzte Versammlung statt- finden, denn auf die sofort erhobene Beschwerde hat der Landrat in Eschwcge das ungesetzliche Verhalten des Herrn Bürgermeisters korrigiert._ Oeftemicb-CIngaMi. Der Kampf gegen den ungarischen Wahlgesetzentwurf. Budapest, 24. Dezember.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Die Leitung der sozialdemokratischen Partei begann soeben mit einer Aktion gegen das Wahlrechts- gesetz. Die Partei beschloß, gegen den reaktionären Entwurf chnen energischen Kampf einzuleiten. Die heutige Nummer des Parteiblattes bringt eine Proklamation der Partei- leitung, die in 1 Million Exemplaren in allen Sprachen ver- faßt im ganzen Lande verteilt wird. Das Volk soll in Ver- sammlungen darüber aufgeklärt werden, daß die Arbeiter vom Wahlrecht ausgeschlossen werden und keinen einzigen Abgeordneten durchbringen können. Wenn schon wegen der Verzögerung der Reform ein Generalstreik ge- macht worden ist, so muß unbedingt jetzt mit derselben Waffe gekämpft werden. Wird die Reform Gesetz, dann werden sich ie Arbeiter bei den Wahlen passiv verhalten und keine Kandi- baten aufstellen. Die Arbeiter protestieren besonders gegen die Festsetzung der Altersgrenze auf 30 Jahre und gegen die Bestimmung, daß eine fünfjährige Arbeitszeit bei demselben Unternehmer für den Arbeiter nötig ist, um wählen zu können. Die Regierungsblätter versuchen die Arbeiter zu beschwichtigen und rechnen aus, daß bei Einteilung der Be- zirke die Arbeiter mit ihren guten Organisationen 20 Bezirke erobern könnten: sie heben hervor, daß die Bestimmung, daß das Wahlrecht in den Städten geheim ist, günstig für die Arbeiter sei. Schweiz. Die Sozialdemokratie in der Bundesversammlung. Bern, 21. Dezember.(Eig. Ber.) Nach dreiwöchiger Dauer ist die Wintersession der Bundesversammlung wieder geschlossen worden. Die Sozialdemokraten bekämpften bei der Beratung des Budgets pro 1913, das 98?L Millionen Frank Einnahmen und 103,15 Millionen Frank Ausgaben vorsieht, d i e h o h e n Militär. ausgaben von 44% Millionen Frank, welche die Hälfte der Einnahmen beanspruchen. Unsere Fraktion beantragte die Herabsetzung der Militärausgaben auf 40 Mil- lionen Frank; gleichzeitig wurde auch die Ab- fchaffung der Militärgerichtsbarkeit im Frieden gefordert. Im Zusammenhang mit dem Abrüstungsantrag stand der Antrag auf Herabsetzung der Zolleinnahmen von 82>4 auf 30Mil lionen Frankim Budget pro 1013, die der Vertreter unserer Fraktion,'Genosse Mül le r-Bern, mit der Not- wendigkeit der Reduktion der Zölle auf Lebensmittel begründete. wozu ihm das Zollgcfetz die Kompetenz gibt. Zuvor hatten unsere unersättlichen Agrarier die Debatte über die b e s s e r e G e- treideversorgungder Schweiz als willkommene Gelegen- Zeit benutzt zur Aufstellung der Forderung nach einem Getreide- zoll von 2 Frank, wahrend heule nur eine sogenannte..stati- stische Gebühr" von 30 Cent pro Doppelzentner erhoben wird. Tie neueste agrarische Forderung wurde indes von bürgerlicher Seite selbst zurückgewiesen. Unser Genosse N a i n e- Chaux-de-Fonds bekämpfte den Posten von 25 000 Frank für die Fremden Polizei und brachte dabei die polizeiliche Ueberwachung eines Lehrers in Chaux-de-Fonds zur Sprache, was Bundesrat Müller'bestritt mit dem Hinzu- fügen, daß die Eidgenossenschaft keine bezahlten Spitzel unterhalte. Greulich brachte demgegenüber wieder in Erinnerung, daß cr und Genosse Land in Zürich die Rechnungen des dortigen Polizei- Hauptmanns an die Bundesanwaltschaft in Händen gehabt haben und daß die Wirtschaft wohl auch heute noch betrieben werde. Nicht bestritten wurde die Feststellung des Genossen G r a b e r- Chaux- de-Fonds, daß die Polizei in Neuenbürg den Genossen Jaures-Pari« durch Drohung mit der Ausweisung daran hinderte, in einer Vejpi sammlung über Militärfragen zu sprechen. Die kompakte bürgcr- liche Majorität bewilligte natürlich trotzdem den Kredit für die Frcmdenpolizei. In der Schlußabstimmung wurde da SBudgetmitallen gegen die 16 sozialdemokratischen Stimmen a n- genommen. Eine überraschend schnelle Erledigung fand die Vorlage be- treffend die Errichtung eines Bundesamts für soziale Versicherung. Nach einer kurzen Generaldebatte fand sie ohne Spezialdebatte mit allen gegen eine Stimme Annahme. Bemerkenswert ist der große Ueberschuß des eidgenöss i. sche n Alkoholmonopols mit 8Va Millionen Frank bei 15% Millionen Frank Gesamteinnahmen. Vom Ueberschuß werden 6 441 766,50 Frank an die Kantone verteilt. Energischer als bisher foll die Elektrifizierung der Bundesbahnen betrieben werden, für die rund Ys Million Pferdckräfte zur Verfügung stehen, während heute die Schweiz jähr» lich 25— 30 Millionen Frank für Kohlen an das Ausland zahlt. Die Einführung des elektrischen Betriebes würde 500 Millionen Frank für den Bau der Kraftwerke und die Leitung sowie 250 Millionen Frank für den Gesamtbedarf an Rollmaterial erfordern. Dagegen würden anderseits alljährlich viele Millionen an Betriebskosten cr- spart werden. Unsere Genossen Seidel und Pf lüg er traten für den staatlichen Bau und Betrieb der Kraftwerke ein, wofür sich auch Bundesrat Perrier als der Chef des 'Eisenbahndepartements erklärte. Unser Genosse Grimm beantragte die Errichtung einer Staatsdruckerei, da der Bund jährlich für 2H Millionen Frank Drucksachen zu vergehen hat. Mit allem Ernst geht es nun hinter den Gotthardvertrag mit Deutschland und Italien, dessen Slblehnung Eingaben mit 121 000 Unterschriften verlangen. Auf den Antrag unseres Ge- nossen Müller erhalten die Abgeordneten sämtliche bezüglichen Akten zugestellt. frankreick. Rückgratfeste Lehrer. Paris, 24. Dezember. Der Verwaltungsrat des Lehrer- syndikatsdeSDepartementsBouche-du-Rhone hat sich trotz des Urteils deS Marseiller Zuchtpolizeigerichis, durch das seine Auflösung verfügt und über seine Mitglieder eine Geldbuße verhängt wird,-v o n n e u e m k o n st i t u i e r t. Die Staatsanwalt» schaft-hat infolgedessen eine neue Untersuchung gegen das Lehrer- syndilat angeordnet. Die Sorge um die Heeresstärke. Paris, 24. Dezember. Der von der Regierung zur Bekämpfung der Entvölkerung eingesetzte Ausschuß nahm einen Beschluß- antrag an,.wonach die zum Militärdienst für untauglich befundenen Leute von ihrem 22. bis 34. Lebensjahre alljährlich oder alle zwei Jahre von einer militärärztlichen Kommission untersucht und im Eignungsfalle als Reservisten eingestellt werden sollen. Dadurch würde die Armee an 350 000 Mann gewinnen und die durch die Ab» nahm« der Geburten verursachte Lücke ausgefüllt werden. Italien. Die Amnestie. Rom, 22. Dezember.(Eig. Ber.) Recht spät hat sich die Re» gierung entschlossen, endlich die vom organisierten Proletariat in dem letzten Jahre so oft geforderte Amnestie zu gewähren. Die Amnestie, die die Einstellung der etwa schwebenden Verfahren und das Ende der Strafthaft nach sich zieht, unter Austilgung aller Folgen der Verurteilung, bezieht sich auf all die Verbrechen, die die italienische Rechtsprechung in dem politischen Kampf den Gegnern unserer Gesellschaftsordnung zur Last zu legen pflegt, so auf die Apologie von Verbrechen, die Aufreizung zum Klasscnhaß, die Bil- dung verbrecherischer Vereinigungen, auf Verächtlichmachung deS Heeres und andere antimilitaristische Kundgebungen. Amnestiert werden auch die Prctzvergchen sowie der Widerstand gegen die Staatsgewalt. Bcamtenbcleidigungen und Körperverletzungen und alle Exzesse bei Massenunruhen, soweit sie dem Verwundeten nicht eine Krankheit von mehr als 10 Tagen eintrugen. Die Amnestie kommt oen meisten Opfern der im Anschluß an den Krieg sich geltend machenden Reaktion nicht mehr zugute, weil die Mehrzahl der im Anschluß an den Septemberstreik von 1911 gegen das libysche Unternehmen Verurteilten heule ihre Strafe schon abgebüßt haben. Strcikvergchcn sowie die im Anschluß an die Geltendmachung der Gemeindercchte begangenen Uebcrgriffe sind diesmal nicht eingeschlossen. Es fehlt auch noch immer die Amnestie für die von den Kriegsgerichten in Libyen wegen gering- fügigcr Disziplinarvergehen verurteilten Soldaten, von denen viele 10 Jahre und darüber abzubüßen haben. Rianche im Anschluß an die Choleraepidcmie des Vorjahres vorgekommenen Masscnunruhcn werden durch das Dekret in ihren strafrechtlichen Folgen aufgehoben, ebenso die süditalienischcn Kundgebungen gegen die Gcmeindevcr- Wallungen, deren gerichtliches Nachspiel sich meist als ein Akt schäm- loser Klassenrache kennzeichnet. ES steht zu hoffen, daß die Amnestie gerade jetzt erfolgt, um in der Zeit des„Friedens auf Erden" einigen Opfern des Klassen- Hasses die Freiheit wiederzugeben, und daß sie nicht vielmehr einen Kunstgriff darstellt, um die Gemüter zu beruhigen und sie will- fährig zu machen, neues Waffengeraffel zu ertragen. Bfien. Das Attentat auf den Vizekönig von Indien.- Delhi, 24. Dezember. Insgesamt sind 13 Personen durch die gestern auf den Bizekönig von Indien geworfene Bombe verletzt worden, darunter eine Frau, die sich in dem Hause befand, aus dem die Bombe geworfen wurde. Das Abendbulletin über den Gesundheitszustand Lord Havdinges stellt einen befriedigenden Fortschritt zum besseren fest. In den Wunden wurden metallische Fremdkörper gefunden, die von dem Rückensitz des Elephanten herrühvent lapan. Attentat auf den Fürsten Aamagata. Tokio, 24. Dezember. Heute ist gegen den Fürsten Damagata, den Organisator der japanischen Armee, Gcncralfcldmarschall und ehemaligen Ministerpräsidenten, ein Anschlag verübt wordrn Ter Fürst blich unverletzt. Der Täter nahm sich i>ai Lchen» GcwerhlcbaftUcbes. Büßes 6lend! Unter keinem Weihnachtöbaum ivird Honigkuchen, Marzipan oder sonstiges Zuckerwerk fehlen. Von Jahr zn Jahr wird auch in Arbeiterkreisen immer mehr und mehr davon verbraucht. Was in früheren Zeiten als Delikatesse nur den Bessersituierten zugänglich war, ist heute zum Genuß- und Bedarfsartikel der breiten Masse getvorden. In den letzten Jahrzehnten ist nun in diesem Beruf eine gewaltige Industrie entstanden, große Fabriken beschäftigen Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen. Die gelernten Arbeiter dieses Berufes aber träumen immer noch von der früheren handwerksmäßigen Zeit und finden so nicht den Weg zu ihrer Organisation. Die Arbeite- rinnen stehen ihnen nun als Konkurrenten gegenüber und ver- drängen sie immer mehr und mehr. Diese Verhältnisse zeitigten Löhne, welche man als menschenwürdig nicht mehr bezeichnen kann. Ist es doch selbst in Berlin keine Seltenheit, daß gelernte Arbeiter, selbst verheiratete, noch Wochenlöhne von 21—�3 M. erhalten. Bei den Arbeiterinnen gehen die Löhne bis auf 6 M. pro Woche zurück. Eine der größten Fabriken beschäftigt Hunderte von jugendlichen Arbeiterinnen, welche alle vierzehn Tage in ihrer Lohntüte nicht viel mehr als ein Zehnmarkstück finden. Nach außen aber machen alle diese Fabriken mit so- genannten Wohlfahrtseinrichtungen eine Riesenreklame. Der Arbeiter oder die Arbeiterinnen, welche irgend welchen Vorteil davon gehabt haben, sind freilich mit der Laterne zu suchen. Mit allen Mitteln suchen die Fabrikanten zn verhindern, daß ihre Arbeiter sich organisieren, denn dann würden solche Löhne nicht mehr möglich sein. Spitzel und Angeber werden gezüchtet. Man scheut sich nicht, solchen Elementen, welche ihre Kollegen in den Versammlungen bespitzeln oder Angaben darüber machen, wer der Organisation angehört, Geldprämien anzubieten. Die Maßregelungsivut der Fabrikanten feiert wahre Orgien. Alle diese Maßnahmen können es aber nicht hindern, daß auch hier die Organisation sich immer mehr ausbreitet und die Verhältnisse drängen dahin, daß der Kampf gegen diese verlotterte Wirtschaft auf der ganzen Linie aus- brechen muß. Dabei haben große Teile dieser Arbeiterkategorien den Weg zur Organisation noch nicht gefunden, selbst Fa- milienangehörige unserer Parteigenossen nicht! Unter diesen Umständen ist es Aufgabe unserer Partei- und Gewerkschafts- genossen, überall, Ivo sie Gelegenheit haben, auf die Arbeiter und Arbeiterinnen dieses Berufs einzuwirken, daß sie auch dieser gewerkschaftlichen Pflicht nachkommen. Der Verband der Bäcker und Konditoren Ivird auf Wunsch diese Arbeiter und Arbeiterinnen auch in ihren Wohnungen aufsuchen lassen, um sie daselbst für die Organisation zu ge- Winnen. Die Adresse seines Berliner Bezirksleiters ist Engel- ufer 14. Denke also in der Weihnachtszeit ein jeder daran, daß es auch in diesem Beruf möglich wird, zeitgemäße Arbeits- bedingnngen zu erkämpfen!_ Berlin und Umgegend. Spitzel in Privatbetriebe». Vor einiger Zeit berichtete der Transportarbeiterverband im „Vorwärts", daß die Firma Johannes Gerold einen Privat- detektiv Fritz P e r s e k e, Schwerinstr. 10 wohnhaft, in ihrem Betriebe als Lagerarbeiter beschäftige. Die Anstellung dieser Art von„besonders nützlichen Elementen" scheint in der Privatiudustrie Mode zu werden. Wohlgemerkt! Es handelt sich dabei nicht um jene charakterlosen Aucharbeiter, die sich bei ihren Porgesetzten durch Zuträgereien anzuschmarotzen suchen, sondern um die Einstellung wirklicher Detektive, bei denen die Arbeilstätigkeifi nur als Porwand für ihre Anwesenheit gilt. Merkwürdigerweise geht die An- stellung solcher Leute fast immer parallel mit dem Versuch, Gelbe im Betrieb zu züchten. Auch bei der Firma Hirschhorn, Lampen-, Kochapparate- und Heizöfenfabrik in der Köpenicker Straße, ist das der Fall. Dort mußte vor einiger Zeit die Arbeiter- schast in einer Betriebsversammlung die Entlarvung eines solchen Spitzels vornehmen. Ein Vertreter des Metallarveiterverbandes verlas folgenden Brief, den ein gewiffer Franz Berg an die Direktion des Betriebes gerichtet hat: Werter Herr Direktor! Wenn ich heute an Sie schreibe, so geschieht es nur, um Ihnen mitzuteilen, daß ich manches Wissenswerte erfahren habe. Die Sachen sind viel zu heikel, um darüber zu schreiben, denn manches ist mir noch heute unglaublich mitzuteilen, ob in Wochen oder Monaten, das ist gleich. Zum Teil kann ich Ihnen meine Behauptungen beweisen, für den Rest kann ich auf Wunsch Be- weise erbringen. Ich kann Ihne n auch die Leute b e- zeichnen, von denen organisatorisch die Pro- paganda ausgeht. Ich kann Ihnen erklären, wie Gegen- stände und Waren aus der Fabrik entwendet werden. Ich habe, ohne meine Gewährsleute zu nennen, positive Beweise von an- gesehenen Arbeitern. Das Verhältnis der weiblichen zu den männlichen Arbeitern, speziell zu manchen Meistern, ist unmoralisch durch und durch. Ich spreche hier von Ausnahmen. Ich habe vieles erfahren, glaube aber, daß es noch nicht der vierte Teil ist. Da ich meine Arbeit bisher ernst und in erster Linie erledigte, so konnte �ich meine Ermittelungen nur nebenbei und vorsichtig machen. Ich werde mein Material niederschreiben und Ihnen, sobald Sie meinen Vortrag entgegennehmen wollen, die Sache mündlich mit- teilen. Für meine glaubwürdigen Ausführungen bürgen meine Be- weise, dann erstklassige Zeugnisse er st er Detek- t i V e. Bemerken will i ch noch, daß ich durch Empfeh- lung des Herrn Polizeirat Litz manch großen auswärtigen Auftrag übernahm und aus- führte. Da ich zu jener Zeit mit Erfolg Honorare manchmal über 600 M. im Monat verdiente, so wäre die Frage berechtigt, wes- halb ich nach Verlust meines Vermögens nicht wieder zu meinem alten Beruf zurückgekehrt bin.— Tie Antwort ist, das; ich ver- heiratet bin, nicht im Jahre 10 Monate in Deutschland und Ausland unterwegs sein mag, dann wurde ich bei Bremerhaven am Ende meiner Detektivtätigkeit nicht unerheblich angeschossen. Nur im äußersten Notfall greife ich darauf zurück. Wenn meine Mitteilungen mal für Sie von Interesse sind, dann erbitte ich Bescheid. Mit ergebenster Hochachtung! gez.: Franz Berg. . In diesem Brief rühmt sich der Spitzel der Direktion gegen- über, daß er in dem Betriebe sehr gute Verbindung habe, mit den ältesten Arbeitern verkehre und der Direktion somit die besten Be- richte geben könne. Der Mensch war auch, wenn er mit den Ar- beitern zusammenkam, sehr freigebig; man muß annehmen, daß die Direktion ihm diese Ausgaben nicht nur zurückerstattete, sondern darüber hinaus gegen Bezahlung alle Berichte dieses Spitzels ent- gegennahm. Derselbe Franz Berg hat beim Streik in der Gelb- Metallindustrie die Firma schon einmal durch seine Arbeitswilligen- dienste unterstützt. Er war dann einige Jahre fort, während wel- chcr Zeit er im Dienste der Polizei stand. Nach der erfolgten Entlarvung wurde von feiten der Vereinigung der Berliner Metall- ivarenfabrikanten telephonisch beim Deutschen Metallarbeiterverband der Wunsch ausgesprochen, wegen dieser Spitzelgeschichte eine Sitzung �KerantwTRedakt.: Alfred WielePP, Neukölln. Inseratenteil verantiv. im Bureau des Ilnternehmerverbandes abzuhalten. Ter Metallarbeiterverband lehnte das ab. Der Spitzel sei entlarvt, und die Arbeiter des Betriebes seien vor diesem Menschen gewarnt. Tarauf wurde dem Deutschen Metallarbeiterverband mitgeteilt, daß der Mensch von der Firma entlassen sei, weil er„seine Befugnisse über- schritten" habe. Er habe von der Firma nur den Austrag erhalten, eventuelle Diebstähle zu beobachten. Nachdem der Metallarbeiter- verband diese Stütze der Firma Hirschhorn entlarvt hat, wird sie also fallen gelassen. Vielleicht taucht Herr Franz Berg jetzt ander- wärts als biederer Arbeiter und Auchkollege wieder auf, um die Leute festzustellen,„von denen organisatorisch die Propaganda ausgeht"._____ Zur Tarifbcwcgung im Holzgcwerbc. Dem Arbeitgeberschutzverband der Holzindustriellen gefällt es nicht, daß seine Kampfesvorbereitungen öffentlich be- sprachen werden. In der letzten Nummer seiner„Fachzeitung" wird der„Vorwärts" bös angefaucht, weil er in seinem Artikel in der Nummer L94 vom vorigen Dienstag die vom Schutzverhand- an seine Mitglieder gerichtete Mahnung zur Einschränkung der Betriebe als eine Vorbereitung zur großen Aussperrung gedeutet hat. Mit gut gespielter Entrüstung schreibt die„Jach- zeitung": „Wir bestreiten ihm ldem„Vorwärts") dazu jegliches Recht, und wir können daraus Anspruch machen, daß man unsere Aus- lassungen für dasjenige nimmt, was sie besagen." Die„Fachzeitung" hätte sich diese Entrüstung sparen können, wenn sie ihr„dringendes Wort zur Mahnung" noch einmal nach- gelesen hätte. Gleich im ersten Absatz heißt es da: „Krieg oder Frieden— das ist die Losung; nicht nur aus politischem Gebiet da draußen, auch bei uns da- heim im wirtschaftlichen Getriebe vermag niemand zu sagen, ob friedliche Verständigung das Feld behaupten, ob Kampf es geben wird." An einer anderen Stelle des Artikels wird ausgeführt:„Falls es, sei es um den Orient da draußen, sei es— anderswo zu weit ausholendem Kriege kommt..." Das genügt wohl zum Beweise dafür, daß wir die Mahnung der„Fachzeitung" richtig gedeutet haben, als wir sie als eine Vorbereitung zur großen Aus- sperrung ansahen. Bei dieser Gelegenheit sei übrigens auch erwähnt, daß laut offizieller Ankündigung in der gleichen Nummer der..Fachzeitung", die an ihrer Spitze das erwähnte dringende Mahnwort enthält, die T i s ch l e r i n n u n g e n in Neukölln, Charlotten- bürg und Steglitz bereits beschlossen haben und die B e r- l i n e r Tischlerinnung im Begriff steht, sich korporativ dem Arbeitgeber schutzverband für das deutsche Holzgewerbe anzuschließen. Das sind jedenfalls auch An- zeichen dafür, daß die Unternehmer im Holzgolverbe von den fried- lichsten Absichten beseelt sind. Wer aber noch daran zweifeln wollte, wird durch den Schlußpassus der Ankündigung eines Besseren be- lehrt. Da wird einigen achtzig namentlich aufgeführten Firmen eröffnet,„daß ihre Einzelverträge mit dem Deutschen Holzarbeiterverband mit dem lö. Februar 1913 erlöschen und nicht mehr erneuert werden dürfen, da sie keinerlei Rechtsverbindlichkeit besitzen würden". Wo der Jnnungsvorstand, gezeichnet C. R a h a r d t, das Recht hernimmt, Verträge, die nach ihrem Wortlaut ein Jahr weiter- laufen, sofern sie nicht gekündigt wurden, einfach als er- loschen zu erklären, ist nicht recht erfindlich, wir hoffen aber, daß die Berliner Tischlerinnung noch Gelegenheit nehmen wird, die Oeffentlichkeit über die Rechtsgrundsätze zu unterrichten, von denen sie sich leiten läßt.— Fassen wir aber alle bisher bekannt gewordenen Tatsachen zusammen, dann kann es keinem Zweifel unterliegen, daß der Arbeitgeberschutzverband für das deutsche Holz- gewerbe umfassende Vorbereitungen für eine große Aussperrung trifft, wenn er es auch für zweckmäßig hält, diese offenkundige Tatsache der Oeffentlichkeit gegenüber zu leugnen. Deutscher Bauarbeiterverband. Aus der Wahl der Delegier- ten zum Verbandstag sind als gewählt hervorgegangen: von der Sektion der Gips- und Zementbranche die Kollegen Gohlke und Haese; von der Sektion der Putzer der Kollege Lein nie; von der Sektion der Isolierer der Kollege Hinze; von der Sektion der Fliesenleger der Kollege Stege mann; von der Sektion der Baubilfsarbeiter die Kollegen Schilling, F a l k e n b e r g, Heidemann und R ö s er; von der Sektion der Maurer die Kol- legen Winzler, Thöns, Lehmann und Hanke. Der Vorstand des Deutschen Bauarbeiterverbandes, Zweigverein Berlin. Im Cafe Humboldt, B a d st r a ß e 6 4, wo bisher Anerkennung der Organisation und des Arbeitsnachweises bestand, hat der In- haber Dabbert ohne jeden Grund, nur um den ohnehin geringen Tariflohn zu sparen, die organisierten Gehilfen ausgeschaltet und Gelbe dafür eingestellt. Verhandlungen ist dieser Herr nicht zu- gängig. Der Betrieb ist für organisierte Gehilfen bis auf weiteres gesperrt. � Verband der Gastwirtsgehilfen, Zweigverein der Cafeangestellten. Achtung, Gummiarbeiter! Entgegen den im� Umlaufe befindlichen Gerüchten über den Betrieb Metzeler u. Co., Mühlenstraße, bemerken wir, daß die Firma resp. deren Asbestabteilung nach wie vor für jeden organisierten Gummiarbeiter gesperrt ist. / Verband der Fabrikarbeiter. Herr Kolonialwarenhändler Schrab, Neukölln, Weisestraße Ecke Ockerstraße, teilt uns zu der Notiz vom Sonntag„Zum Boykott der Halberstädter Würstchen usw." mit, daß er keine Würstchen der Firma Christian Förster führe und auch nie solche geführt habe. Fröhliche Weihnachten!„Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!" So dachte der Aufsichtsrat von der Deutschen Bierbrauerei in Pichelsdorf, indem er fünf Böttchern und einem Teil der Brauereihandwerker, Tischlern, Zimmerern. Maurexn, Malern usw., die Kündigung zum 31. Dezember 1912 zustellte. Angeblich sind die Löhne der Böttcher und Handwerker zu hoch und die Dividenden für den Aufsiehtsrat zu gering. In Zukunft sollen die Böttcherreparaturarbeiten sowie Arbeiten für die Handwerker außerhalb der Brauerei vergeben werden. Unter den Gekündigten befinden sich Personen, die ununterbrochen achteinhalb Jahr im Betriebe angestellt sind und solche, die ein Alter von 60 Jahren überschritten haben. » DcurlcKes Reich. Die Bewegung der Saarbergleute. Am Montag fanden Verhandlungen zwischen dem Reichstags- abgeordneten Basser mann, in dessen Begleitung sich der Vor- sitzende des Nationalen Vereins Prof. Herwig befand, mit dem Leiter der fiskalischen Berggruben Geheimrat Fuchs statt über eine Beilegung des drohenden Bergarbeiterstreiks im Saarrevier. Die Gewerkschaftsführer hatten den Professor Herwig offiziell um seine Vermittelung ersucht. Geheimrat Fuchs zeigte sich ent- gegenkommend, indem er erklärte, daß er eine ausführliche Er- läuternng zu den strittigen Paragraphen an die Gesamtbelegschaft gelangen lassen werde, die jede mißverständliche Auslegung und Anwendung der neuen Bestimmungen ausschließe und die auch bei Rechtsstreitigkeiten am Berggelverbegericht berücksichtigt werden müssen. Bei der zugesicherten loyalen Handhabung der gesamten Arbeitsordnung soll es außerdem verbleiben. Zur Lohnfrage er- klärte darauf der Vorsitzende, daß die Löhne im Oktober und No- vember gegen das Vierteljahr vorher bereits um IS Pf. pro Schicht gestiegen seien. Soweit sich nun übersehen lasse, entwickelten sich die Verhältnisse günstig, so daß seine Voraussetzung, eine weiter- gehende Lohnsteigerung werde eintreten, für die nächste Zeit als IldGlocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u, Perlagsanjtalt erfüllt anzusehen ist. Unter der weiteren Voraussetzung, daß die Bergleute selbst Störungen und Streiks vermeiden und die Leistun- gen hochhalten, sei sein Versprechen, eine Lohnerhöhung eintreten zu lassen, bindend. Eine Antwort der Belegschaft auf diese AuS- kunft des Präsidenten der Saarbrücker Bergwerksdirektion kann erst nach dem Feste erfolgen. Wie sie ausfallen wird, ist nicht voraus- zu sehen. Die Leitung der Christen tat bisher außerordentlich radikal.„Was auch die Bergverwaltung sagt, schreibt oder drucken läßt, ist. für Euch völlig gleichgültig. Ter Beschluß ist gefaßt." So verkündet ein Flugblatt des christlichen Gewerkvereins. Die Er- bitterung unter den Bergleuten ist auch derart gewachsen, daß, wenn nicht bis zum 2. Januar die Forderungen der Saarbevg- arbeitet in der Hauptsache erfüllt sind, der Streik seinen Anfang nehmen muß. Die Fördermaschinisten sind allerdings gegen den Streik. In Saarbrücken hielt der Verband der Fördermaschinisten eine Ver- sammlung ab. Es wurde beschlossen, die Arbeit nicht einzustellen, da bei einem Streit im Saargebiet die Sozialdemokraten die Lachenden seien. Tie„Deutsche Bergwerkszeitung", ein UnterneHmerorgan, rechnet auf Unterhandlungen durch die Regierung. Sie sagt: „Nachdem Staatssekretär Delbrück vor kurzem erst im Reichstage die Ansicht ausgesprochen hat, daß das Fortbestehen der christlichen Gewerkschaften zu wünschen sei, wird die Regierung nicht umhin können, mit dem Gewerlverein zu verhandeln." Das Unternehmer- organ erkennt an, daß die Löhne des Saarbergmannes ungenügend seien, es bertröstet aber die Bergarbeiter auf die Hilfe durch das Parlament und warnt sie, etlvas zu unternehmen, ehe ihre Be- schwerden im Parlament gründlich geprüft und durchgesprochen sind. — Geprüft und durchgesprochen wurden die Beschwerden des Saar- bergmannes im Parlament schon oft genug, ohne daß ihm je ge- Holsen wurde, so daß selbst den christlichen Führern der Glaube an die Hilfe des Parlaments schwand. Sagte doch Hüskes, der frühere christliche Generalissimus an der Saar:„Wer glaubt, daß der preußische Landtag etwas für die Bergarbeiter tut, ist unheilbar verrückt." Bütteldienst. „Lästig gefallen"— wie der polizeitechnische Ausdruck für Aus- länder in Preußen-DcUtschland lautet, wenn sie sich wider den kapitalistischen Herrenstandpunkt aufbäumen— war dadurch der aus Liebau in Oesterreich geborene, 28 Jahre alte Weber Her- mann Walter in Duisburg, daß er sich an einem Streik beteiligte. Der Mann war nicht etwa agitatorisch hervorgetreten. Lediglich seine Beteiligung an der Vertretung der Arbeitersache hatte genügt, um ihn �als„lästigen Ausländer" noch monatelang nach Beendigung des Streits zn verfolgen. Und wie prompt die Behörde arbeiten konnte! Am 2. Juni er. begann der Streik und schon vom 3. Juni datiert der Ausweisungsbefehl! Daß die Ordre den Verfolgten erst jetzt erreicht hat, ist darauf zurückzuführen, daß Walter auf die Weiterarbeit bei der bestreikten Firma Gebr. Schulz in Duisburg verzichtete und Duisburg den Rücken gekehrt hatte. Er war nach einigen anderweitigen vergeblichen Bemühungen in Hannover-Linden seßhaft geworden, hatte dort eine ihm zusagende Arbeit gefunden und fühlte sich dort erheblich wohler, als in Duisburg. Plötzlich nun, 8 Tage bor dem christlichen „Friedensfeste", trifft ihn der Bannstrahl der Ausweisung, wonach er innerhalb 8 Tagen das preußische Staatsgebiet zu verlassen hat! — Ein Opfer kapitalistischer Rachsucht mehr. Llcht Woche» unschuldig in Untersuchungshaft. Tie Finna Bestehorn in Aschersleben suchte den Kampf der Papierwarenarbeiter dadurch abzuwürgen, daß sie den Streikenden und Ausgesperrten sowie den Vertretern des Blichbinderverbandes einen ganzen Rattenkönig von Anklagen und Prozessen auf den Hals hetzte. Ja, selbst am Streik völlig Unbeteiligte suchte sie inS Gefängnis zu bringen. Das gelang zwar nicht in dem gewünschten Maße, aber eins ihrer Opfer, der Buchbinder G r o h, hat acht Wochen lang unschuldig im Gefängnis sitzen müssen, weil er an- geblich an den Bezirksleiter des Buchbinderverbandes K o r n a ck e r fünf bis sechs Adressen von Kunden der Firma gegeben und damit „unlauteren Wettbewerb" getrieben haben sollte. Unlauterer Wett- bewerb, daß Gott erbarm'! Steht doch auf den meisten Ver- Packungsartikeln groß und breit die Firma der Kunden verzeichnet, und es ist doch wahrlich kein Geheimnis, wo diese Verpackungen angefertigt werden. Aber die Firma Bestehorn huldigt der Abschreckungstheorie. Die Streikenden und ihre„Helfershelfer" sollten eingeschüchtert werden, und man kann gerade nicht sagen, daß Polizeibehörden und Justiz dieser Absicht der Firma hindernd in den Weg traten. Am 29. Oktober wurde der Buchbinder G r o h auf das Aschers- lebener Polizeiamt geladen und sofort verhaftet. Wegen Kon- klusionSgefahr und weil G r o h Ausländer sei, wurde der von seinem Verteidiger gestellte Antrag auf Haftentlassung abgewiesen und dem Verteidiger nicht gestattet, mit G r o h ohne Aufsicht eine Aussprache zu führen. G r o h saß erst in Aschersleben und seit mehreren Wochen in Halberstadt im Gefängnis. Am 28. Dezem- ber sollte nur vor dem dortigen Landgericht die Verhandlung gegen Groh stattfinden. Nach dem Urteil erfahrener Juristen hätte diese mit einer Freisprechung G r o h s enden müssen. Das wäre nicht nur eine Blamage für die Firma B c st c h o r n gewesen, auch die Justiz hätte sich dadurch wahrlich nicht mit Ruhm bedeckt. Ilm dem vorzubeugen, verfielen die Herren Kommissions- räte B e st e h o r n auf den früher angewandten Trick, sich als „Bahnbrecher auf dem Gebiete der werktätigen sozialen Reform- arbeit" anpreisen zu lassen. Am 19. Dezember ließ nämlich der Prokurist der Firma einen Kollegen G r o h s ins Kontor rufen und erklärte ihm, daß die Herren" B e st e h o r n den Strasantrag gegen Groh zurückgezogen hätten; sie ließen dazu noch folgendes sagen:„Wir haben aus den bisherigen Verhandlungen ersehen, daß Ihr Kollege Groh der Verführte ist, und da die Firmeninhaber nicht wünschen, daß Grohs Familie darunter leidet, die die bevor- stehenden Festtage ohne ihren Hausvater verleben müßte, die Firmeninhaber aber das Vergehen Grohs durch die Untersuchungs- Haft für vollständig verbüßt erachten, so hätten sie den Strafantrag zurückgezogen." Groh gab in einem Briefe an den Buchbinderverband der Meinung Ausdruck, daß es ihm im Interesse der Sache lieber ge- wesen wäre, wenn es zur gerichtlichen Verhandlung gekommen wäre. Am 20. Dezember hat die Staatsanwaltschaft des Land- gerichts Halberstadt die Haftentlassung Grohs ausgesprochen und der Firma Bestehorn die Rücknahmekosten des Verfahrens ein- schließlich der Haftkosten auferlegt. Damit dürfte die Sache aber noch nicht endgültig erledigt sein, denn Groh wird wahrscheinlich S ch a d e n e r s a tz von der Firma verlangen, die Unterstützung des Buchbinderverbandes, der selbstverständlich dafür gesorgt hat. daß Grohs Familie während seiner Haft keine Not zu leiden hatte. wird ihm dabei sicher sein._ Beigelegte Differenzen in einem bayerischen Bergwerk. Der preußische Fiskus hat den Bergarbeitern der Staatsgruben verschlechterte Arbeitsordnungen aufoktroyiert und läßt es eher auf einen Streik ankommen, als daß er sein Unrecht einsieht und die Verschlechterungen zurückzieht. Nicht so auf der bayerischen Staats» grübe in St. Ingbert, auf dek etwa 2000 Arbeiter beschäftigt werden. Auch dort wurde versucht, die Arbeitsordnung zu verschlechtern. Auf den Protest des Arbeiterausschusses hin erschien Herr Oberbergrat Ziegelmayer ans München, verhandelte mit dem ArbeiterauSjchuß, und die Folge der Aussprache war, daß nicht nur die Ver- schlechterlingen fielen, sondern auch kleine Verbesserungen in die Arbeitsordnung hineinkamen._______ Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 5 Beilagen u.llnterhaltungsbl. „friede auf Brden"! �Stille Nacht, heilige Nacht Am Balkan modern viele Tausend Leichen; Von Aas gesättigt dichte Rabenschwärme steigen. And in Baracken stöhnen Schwerverletzte, Die Kreuz und Äalbmond aufeinander hetzte. Gar viele, deren Dorf und Äeim verbrannten, Den Tod in schneebedeckten Bergen fanden. Anschuld'ge Kinder starben wimmernd auf den Wegen; Den schreckensstummen Eltern grinst die Not entgegen. Noch steh'n bereit des Krieges wilde Äorden, Beim ersten Wink zu würgen und zu morden. And trotz der Not, der Leichen und der Plagen Äört man auch heute wieder dumm-verlogen sagen: „Christus der Netter ist da!" „Ven Mnscken ein(öohlgefaUen"! „Vom Himmel hoch, da komm' ich her, Ich bring' euch gute, neue Mär Tief unten in der Erde Schoß, Da bricht der Bergmann die Kohle los. Da— donnerndes Krachen, Flammenschein And gift'ge Wetter schachtaus, schachtein!— Zersetzte, verbrannte Menschen zu Haus' Fördert der Fahrstuhl zu Tage herauf.— Nun hundert Kindern der Ehristbaum fehlt, An Vaters Bahr' nur das Totenlicht schwelt. In der Kirche sitzt heute der Bergaktionär And singt das Lied von der guten Mär: (Das Jahr war gut und brachte was ein) „Deß soll euer Freud und Wonne sein!" MeiKnacKten in der)Vatur. Alle Naturreligionen der Erde, soweit sie im geistigen Leben von Völkern wurzeln, die in der gemäßigten Zone heimisch sind, heben die Zeit vor und um die Jahreswende als hochbedenlsam hervor, Auch der unS am nächsten stehende Raturglaube unserer Vorfahren verlegt seine„heiligen zwölf Nächte" gerade in die Zeit zwischen Weihnacht und Dreikönig i er hielt die Zeit des Dezembers überhaupt für wichtig für das Naturleben des Jahres, so daß es ein leichtes ivar, ihm bei der Umgestaltung zum christlichen Glauben mir den Begriffen des Adventes, des WeihnachtssesteS und der sich daran schließenden Festtage zu befreunden, Mit sicherem Instinkt hat die Volksseele herausgefunden, daß in dem ihr so liebverlrauten deutschen Wald die Weihnachtszeit nicht ohne Be- deulung ist, daß sich vielmehr im Leben des Baumes und aller aus- dauernden Pflanzen um diese Zeit etwas vollzieht, das nicht weniger wichtig ist als die anderen großen Abschnitte deS Pflanzenlebens: die Blütezeit, die Ausbildung der Früchte oder der Laubwechsel. Es blieb erst einer der Natur enisrenideten Kunstdichtung vor- behalten, den Reim vom Sterben der Natur im Winter zu erfinden, und eine Stubengelehrsamkeit gab ihrcir Segen dazu, wenn sie selbst lange Zeil an einen Winterschlaf der Bäume, an eine UN- bedingte Ruhe des Pflaiizenlebens während der Wintermonate glaubte. Wohl hielt der Volksbrauch das uralle Wissen lebendig durch die Sitte, im Advent„Frühlings"- oder wie sie jetzt heißen„Barbara- zweige" in der Stube zu pflegen, weil sie, in richtiger Weise ge- schnitten und gepflegt, gewöhnlich gerade zwischen Weihnachten und Neujahr aufzublühen pflegen. Vorher ist es auch mit der besten Wartung nicht möglich, ans den Kirfchzwcigen, die zu dieser sinnigen Sitte gewöhnlich verwendet werden, Blüten herauszulocken, und schon dieser Umstand hätte dem Naturforscher frühzeitig einen Wink geben müssen, daß der Kalender in irgendeinem Zusammenhang mit der Pflanze stehe. So wie auch die Sitte der„Babarazweige" dem Vollsforscher besagt, daß Weihnachten für unser Volk ursprünglich und vornehmlich den Sinn einer Jahreswende im Naturleben hat und von der Vorfreude auf den Frühling erfüllt ist. Trotzdem ist es erst eine Entderkung unserer Zeit, daß auch das Leben des Baumes jenem gcivissen Rhythmus unterworfen sei, der sich in der ganzen Natur ausspricht und den Menschen zur Aufstellung des Kalenders und llnterscheidung der Zeitabschnitte geführt hat, Das Leben eines Waldbaumes ist keineswegs so unbedingt von dem Witterungswechsel abhängig ivie man gemeinhin glaubt. Dies ergibt sich schon cuiZ der Tatsache, daß in der ersten Novembcrhülfre alle Laubbäume entlaubt dastehen, ob nun das Jahr verging wie alle anderen, oder ein ausnahmsweise schöner Herbst sommerliche Verhältnisse bis zum November schuf. Noch deutlicher sieht man daS gleiche, ivenn Bäume unserer Zone in südliches Klima verpflanz twerden. Wohl hat man Fälle beobachtet, daß sie dann sofort immergrün wurden, aber die Regel ist doch, daß sie auch in der neuen Heünat wenigstens anfänglich, wenn auch ohne Grund, ihr Laub abwerfen. Lange vor dem Laubfall aber hat der Baum für die Blätter des kommenden Jahres gesorgt, und auch wenn wir ihn im„Winter- schlaf" versunken wähnen, erfolgt in ihm eine Reihe von chemischen Wandlungen und Wachstumsvorgängen verwickcllster, wenn auch verborgener Natur. Sie spielen sich im Stamm, in dcit Zweigen und in den Knospen ab, Man unterscheidet danach Fett- und Stärlebäume im heimischen Walde, je nachdem diese den überschüssigen Nahrungsvorrat in Gestalt von Köriichen nach Art der Kartoffelstärke oder in Form von Fettropfen im Stamme als eine Art Zehrpfennig ablagern, aus dem im Frühling die größeren Ansprüche des Haushalts befriedigt werden. Ein Teil dieser Reservestoffe wird allerdings bereits im Spätherbst verbraucht zur vollständigen Ausgestaltung der Blatt- knospen und Blütenanlagen, die bis ins kleinste durchgebildet, freilich winzig und farblos unlsr der braunen und zum Schutz gegen Kälte und Feuchtigkeit lackierten Knofpenhülle der Auferstehung ciugegenharren, Der Bauin steht ohne Blätter, ohne Wachstum und nach außen sichtbare Veränderung im herbstlichen Garten und vor Nässe triefenden Wald wie leblos da und arbeitet dennoch rastlos, in manchem sogar intensiver als im Lenz, Bis zu einem bestimmten Termin aber ist er fertig. Und den feiern die Menschen von jeher— allerdings auf ihre Weise, durch den Aberglauben der AndrcnSnncht und durch die Gebräuche der Adventzeit. l Auch der Wald harrt um diese Zeit einem neuen Ereignis ent- gegen und die stillen, trüben Tage des Adventes, die im ganzen Kreislauf des Jahres den düstersten und unangenehmsten Abschnitt darstellen, bedeuten auch für ihn Ruhe, Wenigstens soweit wir ihn heute mit Vergrößerungsglas und Laboratorinmsapparaten er- forschen können. In Wirklichkeit geht auch jetzt etwas in ihm vor: in seinen Knospen erfolgt eine Wandlung, die— wir eben derzeit noch nicht beschreiben können, Sie ist noch durchaus problematisch, Denn' der Ausdruck: innere Wandlung, den man dafür anwendet, ist doch nur beschreibend und völlig nichtssagend. Wir erkennen diese innere Wandlung»nr in ihren Ergebnissen, Vor der Adventruhe sind die Knospen gestaltlich zwar vollendet, aber noch nicht zum Wachstum und Aufblühen befähigt: nach der Ruhe- zeit, seltsamerweise gerade um Weihnachten, sind sie äußerlich zwar vollkommen dieselben, aber, wenn sie jetzt unter günstige äußere Verhältnisse, also wenn die Barbarazweige in die Stubenwärme und Licht kommen, ist für sie die Frühlingslage gegeben; die Knospen schwellen, die Blüten öffnen sich und zaubern ein wenig Lenzes- stimmung in die iveihnachtliche Stube, Sie sind ein reizendes Symbol, daß der starre Winterbann nunmehr gebrochen ist. Weih- nachten ist für die Natur wirklich eine Wendezeit und es liegt tiefer, weil natürlicher Sinn darin, daß wir unmittelbar nach Weihnachten das neue Jahr beginnen lassen. Mag auch jetzt erst so richtig der Winter einsetzen mit Frost und seiner schwersten Schneelast, mag es wenigstens in unseren Breiten auch noch fast ein Dritteljahr danern, bevor die Bäume und Sträuchcr sich frühlingsmäßig kleiden, die Möglichkeit dazu haben sie nach Weihnachren jederzeit, und kommt einmal ein vorzeitig früher und übermäßig milder Lenz, dann hat es die staunende Menschheit schon oft erlebt, daß Obstbäume im Januar blühten, der Hartriegel mit seinen gelben Blütenkugeln gleich nach Neujahr den Waldrand schmückte, in dessen Grund sogar in normalen Jahren, noch mitten im Schnee die Frühlingsboten der Kränterwclt sprießen, weil mich für sie wie für die ganze lebende Natur Weihnachten der Wende- Punkt war, an dem sie das alte Jahr damit beschlossen, daß sie für das neue alles vorbereitet hatten. H. Falkenfel». Der f)aräau2fprmger. Von Martin Ander's enNexö. Wer kennt nicht die Geschichte von dem Pardauzspringer, der keinen rechten Degrisf von dem Gesetz der Schwere hatte und l>e- ständig in etwas hinaus mußte, das nicht tragfähig war? Er war ein fröhlicher, sorgloser Vurfch und hat wahrscheinlich gar kein Gefühl für sein eigenes Gewicht gehabt; vielleicht hat dieser Mangel dazu beigetragen, daß er Schieferdecker wurde; jedenfalls aber war er schuld daran, daß der Mann so oft vom Dach hrnunterfiel! Merk. würdigerweise kam er sast immer gut davon, und man könnte ver- sucht sein z>rl glauben, daß das Gesetz der Schwere für seine Person außer Kraft gesetzt war. Seine Taten als Erwachsener kennt, wie gesagt, ein jeder. Aber hier sollt ihr«ine Episode aus seiner Kindheit hören, die zeigt, daß cr schon damals hohle Knochen hatte wie die Vögel und es ihm darum nicht in den Kopf hinein wollte, daß die Luft nicht zu tragen vermochte. Seine Mutter war in jungen Jahren Witwe geworden. Der Knabe war noch nicht auf der Welt, als der Vater, der Maurer- bandlanger war, auf das Ende einer Wippe trat, hinunterfiel und sich den Tod holte. Na, sie vergeudete keine Zeit damit, sich die Augen aus dem Kopfe zu heulen, sondern packte resolut zu, erledigte in aller Geschwindigkeit ihr Kindbett und machte sich dann daran, Treppen auszuwischen— und was sonst vorkam. Stets traf man sie bis Wer beide Ellbogen in der Arbeit mit den Fäusten. Der aleine Albert wurde gewartet, so gut es ging— Nahrung sst nun et-nmal wichtiger als Pflege. Im übrigen liebte sie ihr Würmchen, das dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten war— das konnte jeder sehen, der dem Vater bloß einmal auf der Treppe begegnet war. Es war nicht überflüssig, dabei zu verweilen, hier in der Mietsl ascrn«, wo jeder Neuankommende sofort fragte:„Wie bist kriegen Sie für den Jungen, Frau Olfen?" Wie viel ste für den Jungen kriegte!— Nein, sie war auf an- ständige Art zu ihm gekommen, und eS konnte nichts nützen, daß sie aufs'Rathaus rannle und versuchte, sich eine Unterstützung für den Kleinen zu holen. Sie mußte ihn schön selber versorgen! Solauge er noch lag, war das nicht schwer. Jeden Morgen in der Frühe wurde r'r in einen Wäschekorb gesteckt, und Frau Olsen lief mit ihm nach d>er Kinderbewahranstalt. Sie lief auch den übri- gen Teil des Tages,' und nach Feierabend war sie eine der vielen Frauen, die finnlos durch die Straßen der Hauptstadt rennen— nach Hanse zum Kindchen. Man behauptet, daß Kinder auf dem Lande von Geburt an obenauf sind; aber kein Kind in der Welt lernt so früh, sich selber zu helfen, wie ein. Kopenhagener Gassenkind. Hier in der Stadt lcisst man manchen kleinen Kerl, der für sich sorgt, sobald er kriechen kann, und der das Dasein fest anpacken muß ,n einem Alter, wo die andern— Glücklicheren— noch unbekümmert mit Puppen und Zinnsoldaten spielen. Albert war erst zwei Jahre, als er eS satt bekam, Zuschauer zu sein, und ansing, die Sacke selber in die Hand zu nehmen. Seine Spezialität war, sich auf die Erde plumpsen zu lassen, aus der Wiege oder von dem S�uhl hinab, auf den man ihn gesetzt hatte. Bis aus weiteres fiel«r immer auf den Kopf; und wenn seine Mutter ihn am Abend-Vi holte, war seine kleine Birne weich und geschwollen. In der Kinderbewahranstalt war man seiner gvünd- lich überdrüssig; eines schonen TageS würde cr natürlich so un- glücklich fallen, daß«S sein Tod war— und so.das ganze Geschäft ruinieren. Drum mußte die Mutler ihn zn Haufe in der Stube behalten und sich ihre Stellen in der Nähe suchen, damit sie von Zeit zu Zeit mal nach ihm sehen konnte; im übrigen mutzte fie sich helfen, so gut es ging. Wenn sie nur für ein paar Stunden fort war, dann ließ es sich machen, daß sie ihn ans Bett oder an einen Stuhl festband; aber der Henker mochte wissen wie: das Bürschchen machte sich für nichts und wieder nichts los, und die Bescherung war fertig. ES hätte wirklich nichts genutzt, wenn der liebe Gott den achtstündigen Arbeitstag verlangt hätte, um alle die grauen Haare zu zählen, die die Mutter deS Jungen wegen auf dem Kopfe hatte. Ein richtiges kleines Wunder war er. und man wußte nie, woran man mit tHiN war— genau wie beim Vater. Heiligabend blieb Fram Olsen zu Haus. Sie hatte die ganze Woche über gehörig geschafft, so konnte sie heute daheim bleiben und nach dem Eigenen schauen. Da war genug zu tun. jedes Stück in dem kleinen Nest sollte zu den Feiertagen nachgesehen werden, der Junge sollte in eine Balge mit Lauge gesteckt werden, es sollte Schweinebraten mit Notkohl geben, und auch einen Weihnachtsbaum im Blumentops wollte Frau Olsen ausputzen. Aller Augenblicke kamen die Nachbarfrauen gerannt und bettelten um eine Hand- rcichung, fast der ganze Vormittag verging mit Aufwaschen von Treppen und Netiraden für die anderen. Frau Olfen wollte diesen Verdienst auch noch mitnehmen, setzte das Kerlchen auf den Treppen- absatz und scheuerte ihren Weg die Stufen hinab in einem Brei von grüner Seife und Saud— platschnaß und glücklich über den Kleinen, der da oben stand und wie ein betrunkener Mann am Ge- länder hin und her schwankte. Sie unterhielt ihn währenddessen, und er plauderte zurück, freudetrunken darüber, daß er der Mutter so nahe war. Und jeden Augenblick mußte sie Zetermordlo schreien, damit er nicht herunterstürzte, ihr in die Arme. Dann kamen die Frauen gelaufen und brachten ihm ein bißchen Wcihnachts- Näscherei; aber sobald cr das vertilgt hatte, war er wieder da— der verflixte Strick!— und tappte und taumelte über das Ge- länder hin. „Das'hat er von Vätern", sagten die Frauen schmeichelnd— „er wird gewiß auch mal Schieferdecker wenden, gebt acht!" Heut waren sie so zuckersüß, weil'» Heiligabend war und sie Hilfe brauchten. Erst um die Mittagszeit war Frau Olsen fertig und konnte an den eigenen Haushalt denken. Sie entledigte sich der nassen Lumpen und setzte den Jungen auf einen Stuhl ans Fenster, während sie schnell hinunterlief, um Bohnen und Milch für ein Tähchen Kaffee zu holen, bevor man von frischem an die Arbeit ging. Die Sache war außerdem die: sie schuldete der Nachbarin ein Matz Kaffeebohnen vom Tage vorher; und das war ihr heute schon einmal unter die Nase gerieben worden. Sie lief, so flink sie konnte. Aber als sie vor die Haustür kam, da lag der Kleine wirklich unten auf dem Trottoir— sie wäre beinahe über ihn gefallen.„O, nun ists also doch geschehen l" rief sie, sammelte den Klumpen in ihren Rock auf und lief sofort mit ihm zum Doktor. Denn was machte sie sich wohl daraus, daß die Frauen auf der Straße ihren roten Unterrock sehen konnten! Der Doktor gaffte den Kleinen ein Weilchen an und sagte dann:„Wie hoch wohnen Sie?" „Im zweiten Stock," erwiderte Frau Olsen, wie'S wahr war. „Machen Sie, daß Sie nach Hause kommen und danken Sie dem lieben Gott auf den Arsten.— Und ein andermal seien Sie nicht wieder so gedankenlos!" „Wieviel kostets?" fragte Frau Olsen und knickste kaum— denn sie war nicht schlecht erbost über seine Grobheiten. „Für diesmal können Sie mit dem Schreck davonkommen." Nun kauft« Frau Olsen gleich Kaffeebohnen und Milch ein, und sie und das Bübchen leisteten sich ein Täßchen Kaffee, das sie auf diese Bescherung hin wohl gebrauchen konnten. Nachdem das er- ledigt war, setzte sie den Jungen für einen Augenblick ans Fenster- brctt, während sie zur Nachbarin hineinhuschte, um ihr das Maß Bohnen zu bringen. Denn Frau Rasmussen war ein alteS Weib, dem man nicht gern lange etwas schuldig blieb. „WaS ist da für'e Ballade auf der Straße?" sagte Frau Rasmussen plötzlich, als sie noch ein bißchen zusammenstanden und sckuvatzten. Frau Olsen stürzte in ihre Wohnung, um nachzusehen, und da stand das Fenster offen und das Kind war weg— das ver- flirte Balg! Obwohl sie fest davon überzeugt war, daß sie den untersten Haken geschlossen hatte.— Unten auf dem Trottoir lag er und rutschte umher, mitten zwischen einer ungeheuren Menschen- menge, Mter der auch ein Schutzmann war. Als Frau Olsen— zusammen mit dem Schutzmann>— den Fungen zum zweitenmal heranschleppte, wurde der Doktor wütend und erklärte, solche Rabenmütter müßten für einige Zeit ins Zucht- haus gesperrt werden. Frau Olsen war nicht die Frau dazu, sich so anfahren zu lassen; das Leben hatte sie gelehrt, gleiches mit gleichem zu vergelten. Aber erst wollte sie ihren Jungen behandelt sehen, bevor sie daran ging, dem Doktor ihre Meinung zu sagen. Bei der Untersuchung slellte es sich jedoch heraus, daß der Kleine sich bloß den Allerwertesten ein bißchen gestoßen hatte. Und das kam wiederum daher, weil er so gut imstande war— der Doktor sagte cs selbst. Das stimmte sie milder. „Er bat bald Ucbung im Hinunterfallen," meinte der Arzt dann.„Sie können ihn austreten lassen, Fraul" Und der Schutz- mann grinst«. Aber da nahm Frau Olsen denn doch das Blatt vom Mund. „Ja, der Herr Doktor ist ja allerdings ein studierter Mann," sagte sie spöttisch,„und Gott bewahre die anderen Menschen davor, in der Scheuerschürz« herumlaufen zu müssen. Man hat bloß sein Treppenaufwischen und sein Kleines und sonst saure Arbeit vom Morgen bis zum Abend. Aber seine Zeitung liest man doch, und Augen zu sehen hat man auch. Und selbst wenn der Herr Doktor kein Auge dafür hat, so weiß man doch, daß das hier vererbt ist." Und dann erzählte sie die Geschichte von dem Vater, der vom Gerüst hiuuntcrfiel und gleich tot war, als sie noch den Jungen unterm Herzen trug. „Dummes Zeug!" sagte der Doktor bloß.„Sie mit Ihrer Ver- erbung! Nein, gehen Sie nach Hause und geben Sie ordentlich acht aus den Jungen, dann fällt er sicher nicht auS dem Fenster." Und Frau Olsen ging bitter gekränkt mit ihrem Gnom nach Haus. Sie setzte ihn auf den Stuhl neben dem Fenstersims und gab ihm sein Spielzeug, schloß sorgfältig auch den obersten Haken und ging dann zu Frau Rasmussen hinein, um ihr das Ganze zu be- richten. Es sollte kein Geheimnis bleiben, daß Frau Olsen dem Arzt des Stadtviertels zu den Weihnachtsfeicrtagcn einmal ordent- lich Bescheid gesagt hatte.—„Kommen Sie mit rüber, dann sollen Sie sehen, wie rot und verschwollen Bübchens vier Buchstaben sind!" sagte sie schließlich und öffnete die Tür zu ihrer Wohnung. Die beiden Frauen stießen ein Gebrüll aus, der Junge stand oben in dem Fensterrahmen und war im Begriff, die obere Haspe loszumachen. „Wollen Sie mir nun sagen, was eine arme Mutter anstellen sollt" rief Frau Olsen verzweifelt und schüttelte ihren Jungen. „Ich hatt ihn so nett auf diese Sette gesetzt, damit er die Kinder auf dem Hof spielen scheu konnte, und da klettert er mir— Gott straf mich— hinauf und hebt selbst den Saken ab, ein dreijähriger Bengel! Das Fenster zubinden? Das könnte gerade was nützen bei so einem durchtriebenen Herrchen. Er wäre imstande, mir noch obendrein die Scheiben zu zerschlagen, der Lustschifferl Aber man hat'S ja immer gesagt. Man kann nicht wissen, was auS so einem Burschen noch mal werden soll. Ein arger Strick ist cr schon! Ach ja, es hat sein Gutes und hat sein Schlimmes, Mutter zu sein!" Alexis Garrel» Der Name ideS französischen Forschers Carrel isk im vorigen Jahre auch in Deutschland weiteren Kreisen bekannt geworden. Earrel war zu den Amerikanern in die Schule gegangen und sorgte nun durch Vorträge in Europa dafür, daß seine meisterhaften Untersuchungen bei den Vertretern der Wissenschast und auch sonst die ihnen gebührende Beobachtung fanden. Man lernt in Amerika allerlei. Nun wird die Aufmerksamkeit der Oestentlichkeit wiederum auf Carrel gelenkt, nachdem ihm der diesjährige Nobelpreis für Medizin zuerkannt worden ist. Carrels Arbeiten, die alle im Rockefellerinstitut in New Aork ausgeführt worden sind, sind von praktischem und theoretischem Interesse. Carrel hat als erster Methoden ausgearbeitet, die es gestatten, sichere Nähte an Blutgefäßen anzulegen. Auf den Unter- suchungen von Carrel fußend, sind dann in der Chirurgie'der Mut- gefäße weitere wichtige Untersuchungen unternommen worden, an denen eine ganz« Reihe tüchtiger Chirurgen und Pathologen, namentlich in Deutschland, mitgeavbeitet haben. Heute ist man sogar in der Lage. Blutgefäße zu flicken. So kann man Stücke, die man auS der Wand einer Schlagader herausgeschnitten hat, in eine andere Schlagader, aus der man ein entsprechendes Wand- stück hcrausgefchuitten hat, so sicher einnähen, daß die geflickte Schlagader wie früher ihre Dienste tut. Die Gefäßnaht mit nach- folgender guter EinHeilung des überpflanzten Stückes gelingt zu- weilen auch dann, wenn man das Stück einer anderen Tierart entnimmt. Diese Versuche Haiben insofern ihre große Bedeutung, als sie der Chirurgie eine ganze Menge neuer Möglichkeiten für ihr prak- tiicheö Hanocln bei Verletzungen von Mutgefäßen weisen. Mögen bisher diese Methoden nur noch einem engeren Kreise besonders tüchtiger Meister in der Chirurgie zugänglich sein— sie versprechen in Zukunft für die Praxis eine ganze Menge. Das wird uuS um so ersichtlicher, wenn wir die weitere Entwickelung verfolgen, die die Chirurgie der Blutgefäße nach den ersten Versuchen von Carrel im Laboratorium der Forscher eingeschlagen hat. Zunächst zeigten Enderlen und Borst, daß«S gelingt, Defekte In Arterien lSchlagadern) auch durch Waichstücke aus Venen(Blut. ädern) zu ersetzen, obgleich die Wand der Venen viel dünner ist als die der Arterien. Tie dünnwandigeren Venenstücke, die in das Arterienrohr eingenäht sind, haben jetzt einen viel höheren Druck auszustehen als an ihrem früheren Platze in den Venen. Denn der Druck in den Arterien ist viel größer als in den Venen. Halten sie aber den für sie ungewohnten Druck zu Anfang auS, so passen sie sich ihm allmählich au: die erhöhte Inanspruchnahme des ver« pflanzten Venenstücks führt zu feiner Verdickung, und da? ver- pflanzte Stück nähert sich in feinem Aussehen allmählich der dickeren Arterienwand. Mit diesen wichtigen Befunden von Endcrlen und Borst, daß man schadhafte Rrterienwandungen durch Stücke aus Venen flicken kann, ist der Chirurgie der Blutgefäße infofern manch« neue Möglichkeit gewiesen, als man von der großen Anzahl der Venen im Organismus die eine oder andere im Notfall gut ent- behren und sie ohne Schaden für den Organismus zum Flicken der Schlagadern hergebe» kann. Carrel ist nun noch viel weiter gegangen. Er schnitt einem Hunde und einer Katze ein Stück aus der Aorta, dem großen Blut- gefäße des Körpers, her-niS und ersetzte den so entstandenen Defekt durch«inen Flick, den er aus dem Bauchfell(dem Peritoneum) des Tieres genommen batte. Das Bauchfell, daS die Innenwand des Bauches und die Gedärme auskleidet, ist eine ganz dünne Haut, die aus einer lockeren Bindegewebslage besteht und von einer Schicht ganz flacher Epitelzellen ausgekleidet ist. Die Tiere, denen das größte Blutgefäß, von dem sämtliche Arterien des Körpers ihren Ausgang nehmen und in dem gleich nach dem Herzen der stärkste Druck im ganzen Kreislaufsystem herrscht, auf diese Weise geflickt war. lebten noch volle fünf resp. zweiundzwanzig Monate. Die fremdartigen und dünnen Flicke waren aber in die Arterienwand nicht nur gut eingeheilt, fondern es zeigte sich auch bei'der Unter- suchung nach dem Tode der Tiere wieder dasselbe, w«S wir bei der Verpflanzung von Benenstücken in die Arterienwände schon be- öbachtet hatten: die Flicke hatten sich an die neuen Bedingungen angepaßt. Sie hatten, wie sich Carrel ausgedrückt hat, eine „Mimikry" durchgemacht. Die Bindegewebszellen der Bauchfellfetzen hatten sich in Muskelzellen umgewandelt— die BindegcwcbSzcllen und die MuSkelzellen der Arterienwäude sind einander nahe ver- .wandt, wie uns das die Keimesgeschichte(Embryologie) lehrt. Dann arbeitete Carrel eine einfache Methode aus, um Arterien- stücke, die aus dem Körper herausgeschnitten find, längere Zeit hin- durch im Eisschrank aufzubewahren— auch mit Rücksicht auf die Probleme, die bei der praktischen Verwertung all der Befunde, die im Laboratorium gemacht wurden, an die Chirurgie herantreten iönnten. Von größtem Interesse sind schließlich Versuche, die Carrel im vorigen Jahre mitgeteilt hat. Wir müssen erwägen, daß es in der Praxis nicht immer möglich wäre, für die schadhafte Stelle einer Arterie ein entsprechendes Stück einer anderen Arterie oder einer Vene oder eines anderen in Betracht kommenden Körper- teils(wie z. B. des Bauchfells) von demselben Individuum zn gewinnen. Ebenso, daß die Ucberpflanzung von Gefäßstückcn von einer Tierart auf die andere oder auch nur von einem Individuum auf das andere niemals so gute Chancen bietet, wie die Heber» Pflanzung von Stücken, die demselben Individuum entnommen sind. Carrel hat nun hier wieder ganz neue Wege im„Aus- bessern" von schadhaften Blutgefäßen eingeschlagen. Er schnitt einem Hund ein Stück der Bauckxiorta lder großen Bauchschlagader) heraus und befestigte in der Schlagader ein entsprechend großes Glasrohr, dessen Innenwand cr mit einer Paraffinschicht über- zogen hatte, um die Gerinnung des Blutes, wie sie bei Berührung mit dem Glas eintreten würde, zu verhindern. Der Hund lebte sechs Tage. Bei der Sektion des Tieres zeigte es sich, daß an der Innenwand der Glasröhre, von den beiden freien Enden der Glas- röhre ausgehend, eine Neubildung der Blutgefäßwand, wenn auch nur die der Jnnenschichten derselben, bald vollendet wäre, wenn sich das Glasrohr durch heftige Bewegungen des Versuchstieres nicht verschoben hätte. In einem zweiten Versuche nähte Carrel an die Stelle eines herausgeschnittenen Arterienstücks ein Gummirohr in die Aorta ein. Dieser Hund lebte ganze 15 Monate. Als cr ge- tötet wurde, fand Carrel die große Arterie des Hundes wieder verwachsen. Es hatten sich von den freien Enden der angeschnitte- neu Arterie aus neue normale Jnnenschichten, wie sie die Arterien- wände besitzen, im Verlaufe des ganzen Gummirohres gebildet. Zweifellos werden alle diese Versuche von Carrel dazu bei» tragen, daß die Gefäßchirurgie in der Zukunft einen großen Auf- schwung nehmen wird. Andere Arbeiten von Carrel haben in jüngster Zeit auf einem Gebiete bahnbrechend gewirkt, auf dem auch für die Biologie über- Haupt eine ganze Menge zu holen ist. Das sind die Untersuchungen Carrels über die Gewebskultur. Diese Untersuchungen, die Carrel mit feinen Mitarbeitern Burrows und Ruth ausgeführt hat, knüpfen an die ausgezeichneten Arbeiten des amerikanischen Zoo- logen Harisson an. Harisson schnitt Froschlarven, die noch kein ausgebildetes Nervensystem besaßen, kleine Stückchen aus der An- läge des Rückenmarkes heraus und brachte sie in Froschlymphe. Die kleinen Stückchen der Rückenmarksanlage wurden sozusagen in der Froschlymphe gezüchtet, und Harisson konnte unter dem Mikro- skope die Weiterentwickelung der herausgeschnittenen Stückchen be« obachten. So konnte er unter dem Mikroskop das Anwachsen der Nervenfasern aus den jungen Nervenzellen direkt fehen. Carrel hat nun mit Hilfe der Methode von Harisson die verschiedensten Körpergewebe außerhalb des Organismus gezüchtet. Zunächst züchtete er Nervengewebe, Muskelgewebe und Hautstückchen von Hühnerembrhonen in Blutflüssigkeit. Dann Bindegewebe, Knorpel, Knochenmark, Haut, Bauchfell, Milz, Niere, Schilddrüse, Eierstock und Lymphdrüsen von Hunden und Katzen und anderen Tieren in Blutflüssigkeit. Er fand, daß nach wenigen bis 43 Stunden— das ist für die einzelnen GewebSformen verschieden— ein Wachstum der Gewebe beginnt: die Zellen beginnen sich zu teilen, zu vermehren. Die Gewebsstücke nehmen an Umfang zu. Sie leben und wachsen außerhalb des Organismus, weil ihnen die Nähr- stoffe des Blutes, in denen sie gehalten werden, zur Verfügung stehen. Das Wachstum kann 3 bis L5 Tage anhalten. Ein Stückchen Milz war durch Zellenvcrmehrung in 2? Stunden um das 40fache des ursprünglichen Umfanges gewachsenl ES ist hier dasselbe wie bei den Bakterien, die sich ungeheuer lebhaft vermehren, wenn ihnen in der Kultur alle nötigen Nährstoffe zur Verfügung ge- stellt werden. Die Methode von Harisson, die Carrel weiter ausgearbeitet hat, gibt uns die Möglichkeit, die verschiedenen Bedingungen, von denen das Leben und das Wachstum der Zellen abhängig ist, zu studieren. Es wird vielleicht die Zellphysiologie, die im Laufe der letzten zwanzig Jahre durch die ausgedehnten Untersuchungen von Verwarn an einzelligen Lebewesen eine so mächtige Ausgestaltung erfahren hat, durch die Untersuchungen Carrels über Züchtung von Geweben außerhalb deS Organismus sehr gefördert werden. Allerdings muß gesagt werden, daß hier noch alles in den ersten Anfängen steckt. Carrel hatte seine Untersuchungen über GewebSzüchtung mit Rücksicht auf Probleme der praktischen Chirurgie unternommen. Er sagte sich, man brauche eine Methode, die eS gestattete, die Lebensbedingungen der Zellen und Gewebe zu untersuchen, um dann eventuell später einmal— in krankhaften Prozessen oder bei HeilungSvorgängen zum Nutzen des Patienten in das Zelleben eingreifen zu können. So hat Carrel den Versuch gemacht, die Narbenbildung, wie sie bei der Wundheilung stattfindet, außerhalb des Körpers an herausgeschnittenen Hautwunden direkt zu be- obachten. Oder er hat Stückchen von bösartigen Geschwülsten(den sogenannten Sarkomen) in Blutflüssigkeit gezüchtet und ihr Ver- halten in verschiedener Beziehung untersucht. Carrel hat mit Recht hervorgehoben, daß erst die Erkenntnis der Bedingungen, von denen z. B. die Wundheilung oder das Wachstum der bösartigen Geschwülste(zu ihnen gehört ja auch der Krebs) abhängen, uns die Möglichkeit geben werden, zu rationellen Mitteln in der Krankenbehandlung zu greifen. Nun ist ja die Möglichkeit, daß wir cs bald soweit bringen werden, eine Vernarbung von Haut- wunden durch geeignete ärztliche Eingriffe innerhalb weniger Stunden erzielen oder die Heilung eine» Knochenbruchs inner- halb einiger Tage veranlassen zu können, noch lange nicht in unsere Nähe gerückt. Aber im Prinzip sind diese überschwänglichen Hoff- nungen Carrels doch nicht unberechtigt. Und es ist gerade das große Verdienst Carrels, in großzügigster Weise gezeigt zu haben, welche methodischen Wege für den Siegeszug der modernen Medizin mit in Betracht kommen._ A. L i p s ch ü tz. Die Schneerose. Eine der merkwürdigsten Blumen unserer Flora ist die Sckineerose oder Christblume, die ihren Namen � daher hat, daß sie zur Winterszeit, wenn alle anderen Blumen draußen in Feld und Wald längst verschlvunden sind, blüht und selbst aus ncfem Schnee heraus ihre schönen, weißen Blüienköpschen emporstreckt. Weil sie zur Zeit der Wintersonnenwende blüht, hieß sie früher all- gemein Wendeivurz, während ihr wissenschaftlicher Name Schwarze Nieswurz(Hellsdorus uigsr) ist. Nieswurz heißt sie ihrer Wurzel wegen, die, in pulverisierter Form in die Nase gebracht, sehr heftiges Niesen erzeugt; diese Eigenschaft wird auch industriell in großem Um- fange ausgenutzt tn der Schnupftabakfabrikation; der Hauptbestandteil des in der ganzen Welt bekannten Schneeberger Schnupftabaks ist die Wurzel der Nieswurz. Es kann nicht wundernehmen, daß eine zu so ungewöhnlicher Zeit blühende Pflanze schon seit jeher die Ansmerk- samkeit der Menschen in hohem Grade erregt hat. und ebenso selbst- verständlich ist eS, daß dieser geheimnisvollen Pflanze auch ganz besondere Kräfte innewohnen mußten. Die zur heiligen Christzeit blühende Pflanze mutzte auch selbst heilig sein, und bei der furcht- barsten Geißel der Menschheit früherer Zeiten, bei der Pest, konnte nur die Christrose Hilfe bringen. Man machte den Pestkranken Einschnitte in die Haut und steckte Stückchen von der Wurzel der Schneerosen in die Wunden, dadurch sollte die böse Krankhe« vertrieben werde». Dann hatte die Pflanze auch die Kraft, die bösen Geister und Kobolde zu vertreiben, und wer ein S-ückchen ihrer Wurzel bei sich trug, war vor mancherlei Ungemach bewahrt. Weil die Schneerose nicht in allen Gegenden unseres Baterlande« vor- kommt, wurden die Berichte übet ihre Blütezeit vielfach als Märchen angesehen, was einen alten Botaniker veranloßte, bei der Be- schreibung der Pflanze in seinem Pflanzenbuch besonder» hinzu- zusetzen:„Christwurtz hat seinen Stamen darum, daß seine Blüte, die grüen ist auf Christnacht sich auftuet und blühet, welches ich auch selbst wahrgenommen und gesehen, mag für ein gespott haben wer da will." Wenn wir heute im Winter in einem Garten oder am Waldrande auf die weißen Blüten treffen, betrachten wir immer noch mit Staunen und Jnteresie dies kleine Naturwunder, da« uns den ersten Ausblick aus den kommenden, blühenden Krüh- ling eröffnet. Arbeiter-Bildungsschule Berlin. Grenadierstraße 37, Hof geradezu, I Treppe. Lehrplan für das I. Quartal 1913.. Sonntag: Xationalöbonoraie.(Bank-, Börsen- und Verkehrswesen). Das Wesen und die Entwickolungstendenzen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung.— Die Akkumulation, Zentralisation und Konzentration des Kapitals.— Das Finanzkapital— Die Banken.— Begriff und Geschichte der Börse.— Ihre kapitalistische Notwendigkeit, ihre Einteilung und Organisation.— Die börsenmäßigen Handelsgeschäfte, die Börsen-Termingeschäfte.— Der Weltverkehr. Vortragender: Max Grunwald. Sonntag: Rednerschale(mit mündlichen und schriftlichen Hebungen). Der Ausdruck in Wort und Schrift.— Die Technik und Disposition der Rede und des schriftlichen Berichts.— Hilfsmittel der öffentlichen Tätigkeit: die Registratur� die Handbibliothek, das Vereins- und Versammlungswesen, die Geschäftsordnung und anderes.— Praktische Hebungen über bestimmte Fragen aktueller Wirtschaftspolitik. Vortragender; Max Grunwald. Montag: EinttihrnnE in den tvissenschuf fliehen SozialiHiuns(Tl. Teil. Fortsetzung des im vorigen Quartal abgehaltenen Kursus). Die Forderungen des Sozialismus.— Stellung des Sozialismus zu den Verfassungsfragen.— Desgleichen zum Militärwesen.— Sozialismus und Frauenfrage.— Erklärung der Religion zur Privatsache.— Sozialismus und Schule.— Sozialistische Steuerpolitik. Vortragender: Julian Borchardt. Der Inhalt des ersten Teils wird zu Anfang kurz wiederholt, so daß sich auch neue Hörer beteiligen können. Dienstag: Fortschrittskarsns Im Gewerkschafts- wesen.(II. Teil.) Vortragender: Emil Dittmer. Dieser Kursus findet im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, vom 2 Treppen rechts, Zimmer 27(Transportarbeiter-Verband), statt. Mitglieder, die gewillt sind, an diesem Kursus teilzunehmen, müssen mindestens ein Jahr Mitglied der Schule sein und einen Kursus im Gewerkschafts wesen besucht haben. Meldungen sind bis zum 8. Januar 1913 an den Vorsitzenden H. Lammt, Lichtenberg, Rittergutstr. 25 I, einzureichen. Dienstag: IVatnrerkoiintnis. Das Leben auf der Erde.— Grundlage und Aeußerungen des Lebens.— Tier und Pflanze.— Die Abhängigkeit der Lebewesen von den Einwirkungen der Umwelt— Die Entwickelungs- geschichte und ihre Hilfswissenschaften.— Darwinismus und Slarxismus. Vortragende: KBte Dunoker. Mittwoch: Geschichte.(Preußische Geschichte und Verfassung.) Entstehung und Wesen des preußischen Staates.— Fürsten und Junker.— Preußen im Beginne des 19. Jahrhunderts. Jena und die Befreiungskriege.— Die Zeit der Reaktion.— Die revolutionäre Bewegung in der vormärzlichen Zeit.— Die Revolution von 1848.— Die Konterrevolution. Die Entstehung der preußischen Verfassung.— Die Zeit der Reaktion. — Reichsverfassung und preußische Verfassung.— Preußische Verwaltung und preußische Politik.— Der K n ue Preußen. Vortragender; Konrad HBnisoh. Freitag: Gewcrkschaftswesen.(Sozialpolitik der Gewerkschaften.) 1. Zur Einführung: Was Ist Sozialpolitik? Die sozialpolitischen Aufgaben von Staat und Gemeinde.— 2. Sozialpolitik der deutschen Gewerkschaften.— 3. Erwerbslosen- Unterstützung.— 4. und 5. Arbeitsnachweis und Stellen- vermittlergesetz.— 6. und 7. Lohnkampf und Tarifverträge.— 8. Gewerkschaftlich- genossenschaftliche Volksfürsorge.— fampf um das 9. Gewerkschaften und Genossenschaft.— 10. Das Ko recht. litions- Vortragender: Emil Dittmer. Sonnabend: Geschichte der dcntschen Sozialdemokratie(1). 1. Das Einigungsprogramm und seine Kritik.— Die organisatorischen Fortschritte.— 2. Die Attentatshetze.— Das Sozialistengesetz und die Zertrüramerungsarbeit der Polizei.— Die Gründung des„Sozialdemokrat".— 3. Die Auseinandersetzung mit Most und Hassolmann.— 4. Wahlerfolge.— Sozial- reformatorische Lockversnche.— 6. Ein letzter Unterdrückungs- versuoh: Streikerlaß, Expatriierungsvorlage— 6. Ende des Sozialistengesetzes.— Rückblick auf die zwölf Jahre unterm Ausrahmerecht.— Die Wahl 1890.— 7. Taktische Differenzen in der Ausnahmegesetzzeit.— Die Bewegung der„Jungen".— 8. Die Erneuerung der Organisation und des Programms.— Stellung der Partei zu den Genossenschaften und Gewerkschaften.— 9. Die neue Internationale.— Der Siegeszug der Partei in den neunziger Jahren.— Der Revisionismus und die daraus erwachsenen Streitfragen.— 10. Die deutsche Sozialdemokratie in den letzten zwölf Jahren. Vortragender: Emil Eichhorn. 6/17* UntcrrlcIilisbeKlnn: Sonntag, den 12. Januar, vormittags 9 Uhr: Nationalökonomie; 11'/, Uhr: Rednerschule. Montap, den 13. Januar; Einführung in den wissenschaftlichen Sozialismus. Dienstag, den 14. Januar: Naturorkenntnis. Dienstag, den 14. Januar: Fortschrittskursus im Gewerkschaftswesen; im Gewerkschaftshans, Zimmer 27. Mittwoch, den 16. Januar: Geschichte. Freitag, den 17. Januar; Gewerkschaftswesen. Sonnabend, den 18. Januar: Geschichte der deutschen Sozialdemokratie(H. Teil). Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende rosp. Sonntagvormittage. Abends Beginn pünktlich 8'/, l'lir, Ende 10 Uhr. Sonntag vormittags Beginn O U'lir resp. ll'/t Uhr; Schluß lO'/j resp. 1'/, Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an den Unterrichtsahenden von 7'li—H'l, Uhr, SonntaEW von lO'/a bis 11'/, Ehr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterriohtsgeld für jedes Fach pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahrae neuer Mitglieder und Schüler erfolgt bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Orenadler- Ktrußc 37, Hof geradesin 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottrr. Schulx, Adnuralstr. 40a; Real, Barnim- stroßo 42; Vogel, Lortzingstr. 37; vv Kaczorowakl, RavemS- atraßo 6; Horben, Engelufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann LiCicnniö, Elchtenbcrg-Berlln. Rittergutstr. 25 I, Geld- seinUmgen an den Kassierer H. KUnlgt*, Berlin S. 59, Hasen- Verwaltung Berlin. Folgende Zahlstellen sind verlegt worden: Zahlstelle 78 von Neukölln, Weserstr. 153, nach Wilden- bruchstraste 86, bei Rau. Zahlstelle 8S von Neukölln, Pannierstr. 54, nach Pannier- strafte IS, bei Hartmann. Einsetzer! Sonntag, de» 29. Dezember, vorm. pünktlich 16 Uhr, im Gelverkschaftshans, Engelufer 15, Saal 3: Sranchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Kominission. 2. Bericht über die Vertragsverbandlungen. 3. Neuwahl der Kommission und der Delegierten zur Generaloersammlung. Sämtliche zur Kommission und als Delegierte vorgeschlagenen Kollegen müssen anwesend sein. - Mitgliedsbuch legitimiert.———— Maschinenarbeiter! Sonntag, den 29. Dezember, vormittags 19 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Außerordentliche beide 56, zu richten. vor Vorstand. Sraneben- Versammlung. Tagesordnung: l. Wie sind unsere ArbestsverHältnisse besser zu ge- stalten? 2. Branchenangelegenheiten. MB. Wegen der Wichligkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Die arbeitslosen Kollegen sind besonders aus diese Versammlung aus- mertsam gemacht. Bodenleger! Freitag, den 27. Dezember, vormittags 19 Uhr, im Gelvertfchaftshaus, Engelufer 16, Saal 3: IW Versammlung Tagesordnung: 1. Wie verbessern wir unsere wirtschaftliche Lage? Referent: Kollege Schlomminger. 2. D:sfiission. äW* Auch NichtMitglieder find zu dieser Versammlung eingeladen."WW Meibnaeklsvergniigen Freitag» den 2/. verember ,y,2(z. Meibn»chtstelert»g) im grollen Saal der stleuen Gleit, Rafcnheide ioS—«4. HHtwirhendcj frau Hnni Sander(VortragshünftUrin), frl. stlaria f o r« b c u(Operetten fängerin), frl. Eleonore Rangabl und Erich Oernedorff(Duette und Lieder), Rein rieh SehrSder, Rein 2 Sander, künftlerifehe Leitung: Rot- opernlanger Eugen Moitt. sHulth: ßerl. Sinfonie- Srchefter(Dirigent Maximilian fifeber). Eröffnung 5 Uhr. Eintrittsharte 50 pf. Hnfang sVa Uhr. stiach der UZ>,11 bei zwei Orcheftcm Vorstellung: Uail bis 6 Uhr. Rauchen bis zur Beendigung der Vorstellung nicht gestattet. 92/11_ Das Komitee. Musikinstrumenten-Meiler freitag, den 27. Dezember 1912(dritter CCUihnaehtsfeicrtag), im Gewcrhfchaftsbaus, Engelufer 15, im grollen Saal und den JScbenfälen: Großes ORcifmachtsvergnugcn »usgef. v. JVeuen Berliner Conhönstler-Orchester rVOIIZrVl 1 Dirigent �ranz Rollfelder. dcn Konzertauffübrungen s'CiiflZ* Eröffnung 4 Uhr. Hnfang 5 Uhr. Im unteren Saal(3) beginnt d. Canz um 6 Uhr. Von 8 Uhr an im Saal 5 für die Kinder s KarpCflC-CbcatCI*. Billette inklusive Canz a 50 Pfennig. Billett« sind zu Haben bei den Vertrauensleuten der Betriebe und in soigenden ZaHistellen: Bieberstein, Adalbertstr 59; Merkmann, Große Frank- surier Str. 16; Lerche, Gleimstr. 70; Groß, Neulölln, Mänchener Str. 53. 93/2___ Die Branchen leitung. Zentralverband der Zimmerer. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Freitag, den 27. d. M., abends 8 Uhr, in Moerners Festsälen, Koppenstr. 29: 2ahlite»en-vesiamm!ung. Tagesordnung: Stellungnahmr zur 29. Generalversammlung des Verbandes und Wahl der Delegierte». tHtr Pünktliches Erscheinen der Delegierten"VN IW WM- und Fnnktlonürc Ist Pflicht."gW"9(3 253/3 Der Vorstand. Zeitungs AusgabesteUen und Inseraten-Aunalsme. Eeiitr,»»: Albert Höhnisch, Ackersir. 174, am Koppenplatz. L. IVnhlkrels, W.: Gust, Schmidt, Kirchbachsir. 14, hochparlerre. , S. und SW.: Hermann Werner, Gneisenaustr. 72. S. H'nblkrels: St. Fritz, Prinzenstr. 31, Hos rechts pari. 4. Wnbikreis: Oft e n: Robert W e n g e lS, Gr. Franksurterstr. 120. — Richard H a ck e l b u s ch, Petersburgerplatz 4(Laden). 4. Wahlkreis. Süd 0 st e n: Vau! Böhm, Lausitzervlatz 14/15. 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Lmmanuelkirchstr. 12(Hos). 14. Wahlkreis(Moabit): Solomon Joseph, Salzwedelerstr. 8. Wedding: I. H ö n i i ch, Nazarelhfirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Wilhelm B a 11 m a n 11, Rheinsbergerstr. 67, Laden. GcKnndbrnnnen: F i i ch e r, Basiianstr. 6, Laden. ttohtinhanser Vorstadt: Karl Mars, Greisenhagener Str. 27. itdierKhof: Karl Schwarzlose, Bismarckstr. 50. Alt-Glienicke: Wilhelm Dürre, KöpenickerUr. 0. Itaiiinschniemveg: H. Hornig, Marienihalerstr. 13, I, Bcrnan, Rüntgental, Zepernick, Schünow, Schün* brück und Buch: Heinrich B r 0 s e, Mühlensir. 5, Laden. Bohnsdorf, Ealkcnbcrg und Eaikcnhorst: Paul G e n s ch, Bobiisdori. GenossenschaslSHauS.ParadieS". Chnrlottenbnrg: ffluftar Scharnberg, Seienheimerftraße 1 Elchwalde, SchniUckwitx: OSkarMahle, Siubenrauchfir. 99. Erkner, h'ea-Elttaa: Ernst H 0 s s m a n n, Friedrichshagener Ebaussee. Ercdcrsdort-Petershagen, Eggersdorf: E. H ö s e I b a r l h, PeierStzagen. Eriedenan. Steglitz, Südende, Grc-V- lilehterfelde, I.ankwitz: H.® e r 11 f c e, Alsenstr. 5 in Sieglitz. Eriedriclishagcn, Flchtenan, Rahnsdorf, Schttnelchc, lil.-SücliUiiebeck: Ernst W e r k m a n n, Köpenicker Straße 13, Grüuan: Franz Klein. Friedrichstr. 10, Johannisthal, Rudow: Max Gonschur, Parlstr. S. Rarlshorst: Richard Kiiier, Rödelitr. 9, II. Rönigs- W»stcrlianscn, Wildau: Friedrich Baumann, Bahnbosstr. 13. 11 üpcnick: Emil W i ß I e r, Kietzerstr. 6, Laden. Uiicntenberg, Erledrlciisfcide, Hohcnschünhanscn: Duo S e i l e I, Wartenbergstraße 1(Laden). Slahlsdorf. Kanlsdorf, Rtesdorl: P, Hetzberg, Kauls« dors, Ferdiiiandslraße 17. ltlariennorf: August Leip, Cbausseestr. 295. Hos. ülaricnfeldc: Eniil W e i n e r t, Berliner Str. 114 IL Nenenhagen, Roppegarten: Gustav L e y, Wolterstraße. Mankvlln: M. H e 1 n r i ch, Neckarjtr. 2, im Laden; Neulölln. Britz: Rohr, Siegsriedstraße 28/29. Bkleder-Echnie: Karl Freitag. hieder-Schüaeweldc: Wilhelm Unruh, Brllckenstr. 10, II. S owawes: Wilhelm I a v P e, Friedrichstr, 7, Ohcr-Schüneweide: Alfred Bader, Wilhelmlnenhosstr. 17, II. Pankow, h'iederschünhansen, Mordend, Erz.-Bnch- holz, Blankenburg: 3t iß mann, Miihienstr. 30. Reinickendorf- Ost, Wilheliusrnb und Hchttnholz: P. G u r s ch, Provinzslr. 56, Laden. Rnnmieish nrg, Doxhagen, Stralau: A. N 0 s e n l r a n z, Ali» Bor.dagen 56. Sehenkendorf b. KönigS-WusterHausen: Chr. H a N i s ch k e, Dors« strag« 10. Schüneherg: Wilhelm Bäumler, Martin Luiherstr. 69, Im Laden. Spandan, honnendanm», Staaken, Seegefeld und Ealkenhagen: K ö p p e 11. Breitestr. 64. Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Waidmannslast, Mernisdorf, Hohen• lüenendorf, Birkenwerder, Freie Sclioile u. Reinickendorf- West: Paul Kienajl, Borsigwalde, stiäuichstraße 10. Teltow: Wilhelm Bonow, Teltow, Berliner Slr. IS. Tenipeihof: JoH. Krohn, Borussiastr. 62. Treptow: Nob. Gramenz. Kieshoizstraße 412, Laden. W eillensee, Heinersdorf: K. Fuhrmann, Sedanslr. 105, pari. W ilinersdort, Uulensee, Scbiuargcndorf: Paul Schubert, Wiheimsaue 27. Zeuthen, Siersdorf: Ernst H ü t t i g. Zeuthen, Miersdorfer Str. 14. S ämIIiche Parleilileratur sowie alle wtssenlchaillichen Werke werden geltesert, Kosentkaler Nok stosentiistei' Sir. 11/12. Sich. Otto Schilling. 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Januar, nachmittags 2 Uhr. b) Ein Kursus von 9— 8 Ehr nachm. jeden Dienstag und Freitag, SO Stunden— H. 13,50. Beginn: 6. Januar, nachmittags 6 Uhr. c) Ein Abendknrsas von 8'/-— ZO'/z Ehr jeden Montag und Mittwoch, 30 Standen— H. 10,00. Beginn: Montag, den 6, Januar, abends S'/a Uhr. 4. Vorbereltnngsknrsns mit engl. Korrespondenz für Anfänger. Jeden Donnerstag abends von S'/a— lO'/a Uhr, 16 Stunden— H. 6,00. Beginn; 9. Jan, 1913, abends S'/a Uhr. 5. Sonntagskursus für Anfänger von 13—3 Ehr mittags, lO Standen nur H. 6,00. Beginn: Sonntag, den 5. Januar, mittags 12 Uhr. 6. Sonntagsknrsns für Vorgeschrittene von 3 bis 6 Ehr nachmittags, 16 Stunden nur ZK. 6,00. Beginn: Sonntag, den 5. Januar, nachm. 3 Uhr. AHM»» punftbcxtraHte Kiilfie ÄS? 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Januar 1913, nachm. 2 Uhr. 2. Ein Kursus für Vorgeschrittene, von 6—8 Ehrl nachm. 30 Stunden— ZI. 13.50. Jeden Montag und j Donnerstag. Beginn: 6. Januar 1913, nachm. 6 Uhr. 3. Abendkursus für Vorgeschrittene von S'/j— lO'/j| Ehr. 30 Stunden— ZI 10,00. Jeden Dienstag und Freitag, Beginn: 7. Januar 1913, abends S'/j Uhr. Die Themen, welche in jedem Kursus behandelt werden, sind j folgende: Eine Einführung.— Grüße und Wendungen des tag- i liehen Lobens.— Von der Wiege bis zum Grabe.— Die Kunst zu sprechen.— Englisches und französisches Familienleben.— Kauf und Verkauf.— Kapital und Arbeit.— Die Moden.— Zu Hause und in Gesollschaft.— Eine Londoner und Pariser Reise. — Quer durch London und Paris.— Geld. Gewicht, Maße.— Eine Weltreise.— Oeffentliche Anlagen in London und Paris.— Sport und Spiel.— Londoner und Pariser Theater.— Die Sehenswürdigkeiten von London und Paris.— Hygiene, Anatomisches und Physiologisches.— Physiognomische Beobachtungen.— Gedächtniskunst.— Das Leben auf dem Lande.— Von Tieren und Pflanzen.— Geschäftsleben und Briefwechsel.— Liebe, Heirat, Scheidung.— Weihnachten und Neujahr. Bei* Verkauf der Kursnskarten beginnt am 27. Dezember in Dir. Källstrüms Bnrean, Bcnthstr. 6 am Spittclmarkt bis 4. Januar 1913 täglich von lO Ehr vorm. biA lO Ehr abends. Kursuskarten werden auch zu Anfang eines jeden Kursus im Unterrichtssaal an der Kasse verkauft, so 1 lange noch Plätze frei sind. Bei Zahlung per Postanweisung 1 worden Kursuskarten zugeschickt. Eimelkarten a I M. gültig! für eine zweistündige Probelektion sind zu Anfang eines jeden| Kursus an der Kasse zu haben. 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Wir hoffen, daß die Bestimmung keine wesentliche praktische Bedeu- tung erlangen wird. Wo sozialdemokratische Wähler sind, sollten sie— und wenn es auch nur zwei sind— auch sozial- demokratische W a h l m ä n n-e r, gegebenenfalls sich selb st, auf- stellen. Die„Hartungsche" nimmt es aber schon übel, daß, wo es nicht gelingt, sozialdemokratische Wahlmänner aufzustellen, unsere Genossen für bürgerliche Wahlmänncr nur stimmen sollen, falls die Abgeordnetcnkandidaten, für welche jene bürgerlichen Kandidaten stimmen wollen, sich bis spätestens fünf Tage vor den Urwahlcn wenigstens verpflichten, sich zur Wahlrechtsfrage derart zu ver- halten, wie sie es nach dem Programm der„Fortschritt- lichen Bolkspartei" tun müssen. Man sollte meinen, daß dieser Vorschlag der„Hartungschen" sympathisch sein würde. Aber weit gefehlt— das Fortschrittsblatt meint, diese Bestimmung sei„undurchführbar", weil in vielen Wahlkreisen die Aufstellung der Kandidaten erst durch die Wahlmänneroersainmlung, also nach den Urtvahlen, erfolgt. Ei— dann mögen diejenigen Parteien, welche aus unsere Stimmen Wert legen, eben ihre Kandidaten durch ihre Parteiorganisationen vor den Urwahlen ausstellen! Anderen- falls beweisen sie eben, daß sie von Sozialdemokraten keine Stim- mcn haben wollen." „Bolksblatt"— Bochum: „Die Resolution der Landeskommission für unsere Beteiligung an den Landtagswahlen ist mit einer Formel eingeleitet worden, gegen die wir grundsätzlich Einspruch erheben. „Da die Parlamentswahlcn für die Sozialdemokratie in erster Linie der Entfaltung der Agitation zur Aufklärung der Massen dienen, so sind die Parteigenossen verpflichtet...." Diese Begründung unserer Wahlbeteiligung, die obendrein durch die Wahl des Wortes Parlamentswahlen auch aus die Reichstagswahlcn bezogen werden kann, ist ein Rückfall in Auffassungen, die tatsächlich hinter uns liegen, eine Konzession an eine kleine Gruppe, die auf das Handeln der Partei glücklicherweise nicht den geringsten Einfluß hat. Es erscheint merkwürdig, daß die Landeskommission trotz des recht- zeitig erhobenen Einspruches an dieser geradezu antiparla- m e» t a r i s ch e n Formel festhalten konnte. Selbstverständlich braucht dabei die Agitation unter den Massen zur Aufklärung, nämlich zur s o z i a l i st i s ch e n Ausklärung, was wir dann schon auch noch ausgesprochen haben möchten, nicht zu kurz zu kommen und sie soll nicht zu kurz kommen. Aber sie ist nicht die Hauptsache dabei, weil wir sie auch bei anderer Ge- legcnheit treiben können. Wenn wir wählen, dann ist eben das Wählen und die Agitation für den Zweck des Wählens die Hauptsache. Es mutz sogar entschieden Einspruch dagegen erhoben werden, daß aus dem Wege über einen Landesparteitag, der die Taktik für eine einzelne Landtagswahl festzustellen hat, Grundsätze für unsere Beteiligung an den Parlamentswahlen eingeführt werden sollen, die die ganze Partei festlegen und«inen Rückfall in eine seit Jahrzehnten überwundene Auffassung darstellen." „Nicderrheinische Arbeiter-Zeitung" in Duisburg: „Wir können schon jetzt sagen, daß uns die Entscheidung zu- sagt, denn sie stellt den wichtigsten Grundsatz unserer gesamten Wahltaktik: Ausklärungsarbeit und Feststellung kleines feuilleton. Zwei deutsche Maler. Man darf sie deutsch heißen diese Heiden. K a l ck r c u t h und Hagem ei st er, weil sie niemals von sich selber sagten, noch je beweisen wollten: daß sie es seien. Sie haben einfach und gerecht ihr Leben lang die Natur, wie sie sie sahen und liebten, abgemalt. Und da sie nun einmal in Deutschland wohnten u>ii> dessen Bäume, Wiesen und Menschen um sich hatten, und weil sie selber zwischen den Alpen und der Nordsee gewachsen waren, so wurden ihre Bilder durch die Macht des Selbstverständ- lichen: deutsch. Das zeigt sich am besieg, wenn man beide, Kalck- reuth wie Hagemeister, mit den Franzosen vergleicht, von denen sie lernten. Hagemeister kommt, wie Charles Schuch, sein früh verstorbener Malgenosse, von Courbet. Kalckreuth ließ sich von den Pariser Impressionisten, von Manet und Monet, aber auch von Renoir, befruchten. Solche Abhängigkeit ist deutlich-, daß aber trotz- dem die Bilder dieser beiden Deutschen mit anmutiger Zwang- losigkeit ihre unverkennbare Eigenart waren, beweist, wie gesund uns naiv die Naturfreudigleit beider ist. Kalckreuth(dessen letzte Arbeiten bei Paul Cassirer zu sehen sind) hat mehr das Temperament deS gemächlichen Wanderers, der vor einem Hügel lieber still steht, als daß er ihn flink überwindet. Hagemeister(den wir bei Schulte tresfen) ist dem Blute nach ein Jäger; er pürscht durch die Dämmerung des Waldes und beschlcicht das Reh. Kalck- reuth trägt an alter Kultur; Hagemeister ist ein Naturbursche. Der Graf sieht mit ein wenig müden Augen, aber liebevoll, wie ein Pfleger schöner Tinge und ein Freund guter Menschlichkeit. Er hat ein Bild seiner Frau gemalt, das mit zagender Keuschheit das Wesen dieser Mutter darlegt. Hagemeister ist mehr neugierig; er lüftet gern den Schleier, er biegt das Schilf auseinander und sreut sich an der hellgrünen Ueberraschung und an dem Gequak der springenden Frösche. Kalckreuth gibt seinen Bildern ein gc- nügcndes Maß von Festigkeit; zuweilen, wenn er sich zu dem Motiv zwingen muß, wirkt solche Korrektheit fast verquält. Hagemeister geniert sich V�r nicht grüne Tupfen gegen die Luft zu setzen und die Struktur des zu den Blättern gehörenden Geästes harmlos fortzulassen. Kalckreuth ist mehr Verstand. Hagemeister mehr In- stinkt. Das zeigt sich auch daran- wie beide das Meer gemalt haben. Kalckreuth sah es wohl immer als eine schwer fluisige, stch kaum regende Masse. Hagemeister aber erraffte die schäumenden Wellen im Augenblick, da sie sich überschlagen. R. Br. Künstlerschicksal. Wohl in keinem anderen Lande ist so häufig das Leben der großen Künstler ein langer Leidensweg gewesen wie in England. Von Shelley und Kcats bis zu Wilde und Beards- ley hat das britische Publikum sich mit Konsequenz von den großen Originalschöpfern abgewendet, und im 20. Jahrhundert scheint eS nicht viel anders zu werden. In einem interessanten Aufsatz der „Eurrent Literature" wird darauf hingewiesen, daß dos praktische England innerhalb weniger Jahre zwei bedeutenden Dichter» nicht die Möglichkeit zum Leben gewährte, so daß sie im freiwilligen Tode Rettung vor ihrer Verzweiflung und Not suchen niußtcg. Nach dem tragischen Selbstmord des hochbegabten Poeten Davidson hat sich der LLjährigc Richard Middleton in Brüssel das Leben genommen. Und eise fro-zifche Ironie will es. dgß den dggtn- unserer tatsächlichen Macht, in den Vordergrund." „Auf die Eisner-Bern st einschen Anregungen ist die preußische Landeskommission, die in Uebereinstimmung mit dem Parteivorstand handelt, nicht eingegangen; mit Recht! Denn was sollte uns bewegen, unsere Kraft den beiden liberalen Parteien — man denke nur an die Sorte Nationalliberaler, die die Scharf macher Beumer, Hirsch usw. ihrer parlamentarischen Vertretung würdig erachtet,— ohne Gegenleistung bedingungslos zur Vev fügung zu stellen?... Der Eisner-Bernsteinsche Vorschlag ist die ton. sequente Fortbildung des Nur-Parlamentarismus, eben deswegen wird er von den Organisationen fast überall rundweg abgelehnt. Wenn darauf hingewiesen wird, daß die Resolution, würde sie zum Beschluß erhoben, wieder eine unglückliche Festlegung der Parteipolitik bedeute, die Folgen wie die der Resolution von Jena nach sich ziehen müßte, so ist darauf zu erwidern, daß der nachträg- lich erkannte Fehler der Jenaer Resolution in der bedingungslosen Verschreibung an die Fortschrittliche Volkspartei bestand. Das enthält diese Resolution nicht, da sie ausdrücklich jede besondere Be- vorzugung dieser Partei vor anderen, wie sie aus der besonderen Wahlkonstellation eines Bezirks entspringen kann, der Genehmigung durch die Zentralisierung unterstellt, also in der Schwebe läßt. Aus diesem Grunde äußern sich auch die Organe der Fortschrittler sehr enttäuscht über die Resolution und hoffen, daß der Parteitag sie noch in wesentlichen Punkten ändert. Diese Hoffnung ist sehr un- angebracht. Wenn etwas an der Resolution geändert wird, so höchstens in deö Richtung, wie sie jüngst der Beschluß der Halleschen Parteiorganisation forderte, der alle Konsequenzen der ffentlichen Wahl in Anwendung zu bringen empfiehlt." I. B. in der„Bremer Bürger-Zeitung": Nun haben wir oft dargelegt, sagens in unserem Programm, lehrens auf unseren Schulen, daß„diese gesellschaftliche Umwälzung nur das Werk der Arbeiterklasse sein kann". Kein überlegener Verstand der„großen Männer", keine diplomatische Geschicklichkeit der Führer kann da genügen oder die Tätigkeit der Massen ersetzen, die Arbeiterklasse mutz es selbst tun. Sie wird durch ihren Klassenkampf die Entwickelung immer weiter treiben bis dahin, wo die Enteignung des Kapitals und in deren Gefolge dann die Sozialisierung der Gesellschaft eintritt. Um aber diesen Klassenkampf zu führen, um ihn so zu führen, daß er das erstrebte Ziel erreicht, ist die planmäßige Zusammenfassung der Proletarier- massen notwendig, ihre Organisation..... Proletarier müssen unsere Ziele und Bestrebungen, müssen die wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge unserer Klassen- gesellschaft kennen lernen, dann kommen sie zu uns. Das ist der Weg, auf dem die Sozialdemokratie aus einem winzigen Häuflein zu ihrer heutigen Macht emporgewachsen ist; es ist der Weg, auf dem sie weiter wachsen wird. Und deshalb legen wir ein so entscheidendes Gewicht auf Agitation und Organisation.„Diesen Kanipf der Arbeiterklasse zu einem bewußten und einheitlichen zu gestalten und ihm sein naturnot- wendiges Ziel zu weisen, das ist die Aufgabe der sozialdemokra- tischen Partei"— so heißt es im Erfurter Programm. Und dieser Aufgabe wollen wir auch bei der preußischen Land- tagswahl treu bleiben. So sonderbar das auch dem„Ber- liner Tageblatt" klingen mag, so sehr es ihm mit dem Hurraschreien der Kriegervereine vergleichbar erscheint, es bleibt doch wahr, daß auch bei der preußischen Landtagswahl die Agitation und die Stärkung der Organisation uns das wichtigste ist," Eue der parte!* Der sächsische Landtagsschluß. Wir lesen in der„Leipziger Volkszeitung": Ueber den sächsischen Landtagsschluß hatte Wolffs Bureau fol« gende Meldung in die Welt gesandt: „Beide Kammern beschlossen ihre Sitzung mit einem Hoch auf König und Vaterland. In der Zweiten Kämmer hatten sich auch die lozialdemokratischen Abgeordneten von ihren Plätzen er- hoben." . Nach unseren Informationen ist die Wölfische Meldung falsch. Von unseren Genossen waren zunächst die im Saale, die drin bleiben mußten, nämlich die Mitglieder des Präsidiums sind, sodann noch drei bis vier unserer Genossen, die sich jedoch an der monarchischen gegangenen Künstlern, die sich ihr täglich Brot nicht erwerben konnten, die Nachwelt in reichem Maße Ruhm und Erfolg zuteil werden läßt, daß die Verleger mit den nachgelassenen Schriften ein Vermögen verdienen. Während Middleton bei Lebzeiten keinen Verleger für seine Werke finden konnte, werden die beiden nun- mehr erschienenen Werke, der Versband„Gedichte und Lieder", und die glänzende Novcllensammlung„Das Gespensterschiff und andere Geschichten" außerordentlich viel gekaust. Der Name des jungen Middleton ist heut von der Aureole des Genies umleuchtet und ein Weltruhm winkt ihm, der als Lebender auch nicht die be- scheidenste Anerkennung erringen sollte.„Ein Shatterton des 20. Jahrhunderts" nennt man ihn und ruft damit die Erinnerung wach an jene Tragödie des t8. Jahrhunderts, in der ein kaum dem Knabenalter entwachsenes Genie buchstäblich zu Tode hungerte. „Wenn ich 3000 M. im Jahre gehabt hätte, hätte ich große Werke schreiben können", so schrieb Middleton kurz vor seinem Selbst- morde. Die 3000 M. fehlten und der englische Staat hätte sie ihm kaum geben können, auch wenn man seine Bedeutung geahnt hätte, denn das Budget dieser reichsten Nation, das sie zur Unterstützung für bedürftige Dichter, Schriftsteller und Künstler ausgeworfen bat, umfaßt die lächerlich geringe Summe von 30 000 Schilling. Das ist die Pension, die Älbion einem früheren Minister bewilligt. Theater. Deutsches Theater:„Der blaue Vogel", ein Märchenspiel von Maeterlinck. Musik von Humperdinck. Der„blaue Vogel" ist ein rechtes Weihnachtsstück: ein bunt- behängter Baum mit einem ganzen Berg von glitzernden Ueber- raschungen darunter, und oben von den Zweigen strahlt ein Heller Kerzenschein. Einfalt und beziehungsreiche Tiefe lösen sich ab. Daß freilich dies Werk, in dem der Autor Heterogenstes in launen- hastem Kreuz und Quer zusammenwürfelt, aus der Bühne zu so starkem Klingen gebracht werden konnte, dazu bedurste es einer die Umrißlinien ausfüllenden Phantasie, einer Kraft wie Rein- Hardt. Mit einem Feingefühle sondergleichen hatte er da jede Wirkungsmöglichkeit hervorgeholt. Die Inszenierung des lustigen Traumgebildes, das bei aller Liebenswürdigkeit auf dichterischen Wert kaum Anspruch machen kann, stellt sich seinen bewundertsten Regieleistungen ebenbürtig zur Seite. Ihm und seinen Regie- schauspielern gebührt an dem Erfolg der Löwenanteil. In Wien war das Stück so gut wie ohne Resonanz geblieben. Ins Häuschen eines armen Holzhauers, der seinen beiden Kinderchen zu Weihnachten nichts bescheren kann, schlüpft eine Zauberin, die dem kleinen Tyltyl(Lia Rose n) ein Hütchen mit einem großen Zauberdiamanten schenkt. Wer ihn besitzt, der sieht und hört die wunderbarsten Dinge. So ausgerüstet, sollen er und Mytyl, das Schwesterchen, den blauen Vogel, der das Glück bringt, suchen. Ringsum wird es geheimnisvoll lebendig: das Feuer, ein rotbewamster. aufgeregter Bursch schlägt Purzelbäume; aus dem Kasten kommt ein vergnügter Fettwanst lD i e g e l m a n n) heran- getänzelt als das Brot; holdselig süße Worte lispelnd macht der Zucker(Biensfeldt) vor ihnen höfliche Verbeugungen. Die Milch erscheint als weißgekleidetes, uuschuldsvollcs Mädchen, das Wasser als träncuselig scutimcutale Dame(Fräulein Termin). Tylo, der Hund, und Tylette, das zierlich schmeichlerische Kätzchen, die leiMickjea Bivaleu--- dieler VW PMr A ras id. jeac VW Demonstration nicht beteiligten. Der bei weitem größte Teil der Fraktion halte den Saal verlassen. Immerhin wäre zu wünschen, daß die Fraktion einheitlich vorginge und der bürgerliche» Presse jeden Anlaß zu Bemerkungen entzöge. Line verunglückte Verteidigung. In einer Korrespondenz des„Vorwärts" Nr. 294 über die Gemeindewahl in Stuttgart wird mitgeteilt: „Ein Teil der Parteigenossen— so fast sämtliche Beamte des Hauptbureaus der Metallarbeiter— enthielt sich(bei der wenige Tage zuvor stattgefundenen Landtagswahl in Stuttgart) jeder Wahlarbeit, weil ihr die Mehrheit der Kandidaten nicht patzte." Diese Tatsachenfeststellung suchen die Genossen K. M«.s s a t s ch, Otto Steinmayer und Ernst M a r.t e r st e i g, Beamte im Hauptbureau des Deutschen Metallarbeitcrvcrbandes in Stuttgart, in einer Zuschrift an den„Vorwärts" in Nr. 297 teils zu er- schüttern, teils, soweit das unmöglich ist, mildernde Umstände dafür geltend zu machen. Ein Teil der Beamten habe die Teilnahme an der Wahlarbeit abgelehnt, weil sie erst am Wahltage selbst nach Stuttgart zurückkehren konnten, ein anderer Teil,„weil sie in Stuttgart in den letzten Jahren systematisch von jeder mitbestimmen- den und mitberatenden Parteiarbeit ausgeschlossen werden, in der Presse und in Versammlungen in der ekelhaftesten Weise ange» rempelt wurden und ihnen die Möglichkeit zur Abwehr nirgend? gegeben war." Weiter wird von den Unterzeichnern der Zuschrift behauptet, daß sie zu keinem Referat zugelassen, hingegen andere Partei- genossen des„linken Flügels" sichtbar vorgeschoben würden. Zum Schluß wird geltend gemacht, daß ein Teil der Beamten außerhalb Stuttgarts wohnt und dort mit führenden und Ehrenämtern in der Partei betraut sei„und ständig für die Partei arbeitet". Dieser Verteidigunas- und Vertuschungsversuch zwingt zur Feststellung der nackten Tatsachen. Einige Tage vor der Landtagswahl ersuchte das Parteisekre- tariat des 1. Württ. Wahlkreises die Beamten des HauptburcauS des Metallarbeiterverbandes, am Wahltage bei der Führung der Wählerlisten behilflich zu sein, damit der Schleppcrdienst ordnungs- gemäß funktioniere. Die vom 2. Vorsitzenden des Metallarbeiter- Verbandes, Genossen Reichel, seitherigen Abgeordneten Stuttgarts, telephonisch erteilte und schriftlich fixierte Antwort lauiete sinn- gemäß: „Er habe bei seinen Kollegen im Bureau eine Umfrage ver- anstaltet, wer sich am Wahltag zum Führen der Wählerliste usw. zur Verfügung stellen wolle. Alle mit Ausnahme e i n c s An- gestellten, der erst aus Hamburg hergezogen sei, hätten abge- lehnt. Sie stellten sich am Wahltag deshalb nicht zur Ver- fügung, weil anläßlich der Urwahl der Kandidaten Ouertreibe- reicn stattgefunden-hätten, so daß die bisherigen Abgeordneten (unter ihnen Genosse Reichel selbst! D. B.) nicht wieder aufgestellt worden seien, und weil gegen die Angestellten des Metallarbeiter- Verbandes seit Jahren eine systematische Hetze betrieben würde, besonders im Bezirk Westen." So die Antwort des Genossen Reichel. Sie besagt rund und nett, daß im schwersten Kampfe mit den bürgerlichen Gegnern a l l e Beamte des Hauptburcaus mit Ausnahme eines einzigen die Mit- arbeit in der Partei verweigern. Die vom Genossen Reichel erwähnte„Quertreiberei" zur Ur- wähl der Kandidaten besteht darin, daß einige Tage vor der Ur- abstimmung an alle jene Parteigenossen Stuttgarts, die als„rcvi- sionistisch""angesehen werden, eine vervielfältigte Zuschrift erging folgenden Inhalts: Zur Urabstimmung. Am Freitag und Samstag findet die Urabstimmung für die Aufstellung der Kandidaten zur Landtagswahl in Stuttgart statt. Wir empfehlen den Parteigenossen, folgenden 6 Kandidaten ihre Stimme zu geben: B. Heymann, seitheriger Abgeordneter, Dr. Lindemann, seitheriger Abgeordneter. G. Reichel, seitheriger Abgeordneter, W. Baitinger, Gcmeinderat in Cannstatt,>. O. Hosenthien, Geschäftsführer in Untcrtürkhcim, G. Sämann, BürgerauSschußmitglicd in Stuttgart. Gertrud E y s o l d t mit köstlichem Humor verkörpert, schließen sich der Gesellschaft an. Der ganze Trupp zieht auf die Wanderung. Die Königin der Nacht, sowie das Reich des Waldes wird auf- gesucht. Dann geht die Zauberfahrt zum Friedhof, in das Land der Erinnerungen, wo die Großeltern und die gestorbenen Ge- schwister ruhen. Aus weißgrauem Schnecnebel löst sich das Bild einer niedrig am Abhang hingeschmicgten Hütte. Großväterchen und Großmüttcrchen bieten den Enkeln herzliches Willkommen. Wenn die Lebenden sich ihrer erinnern, dann wachen sie aus ihrem Schlaf zu fröhlichem Behagen auf. Aus der Tür strömt lustiges Gewimmel: alle die eingesargten Brüder und Schwestern. Es wird gelacht, gespielt, getollt, und der Jubel erreicht den Höhe- Punkt, als Großmutter den Tisch zum Mahle deckt. Ein Glanz ganz eigener Stimmung lag auf dieser Szene. Noch tiefer vielleicht ergriffen die Visionen in dem„Schloß der Freude", ivohin das Licht(Mary Dietrich) die Kinder-eitet. Nach komtsch-groteskem, die Vergnügungen gefräßiger Genutzsucht schilderndem Posscnspiel bekommt das Paar die wahren, die großen Freuden zu schauen: den Frohsinn blühend gesunder Kinder, und hinter ihnen die guten Genien geläutert reiner Menschlichkeit. Aus deren Kreise löst sich eine hohe Frau, die in verklärter Schönheit die Züge von Tyltyls Mutter trägt. Eine allegorische Apotheose der Mutterliebe, die in dem seelenvollen Spiele Else Heims zu rührend-lebendiger Na» türlichkeit emporwuchs. Sinnvoll klingt das Märchen aus. Die Kinder glauben beim Erwachen steif und fest, daß ihre Träume Wirklichkeit gewesen. Ihr Erleben läßt sie noch freundlicher wie sonst sein. Der blaue Vogel, der das Glück bedeutet und den die Kinder in der Ferne suchten, das ist die Hcrzensfreundlichkeit, die gerne spendet. Die das Stück umrahmende, von Humperdinck komponierte Musik gefiel sehr. ät. Goethes„Fan st" auf dem französischen Thea- t c r. Die Goethcsche Dichtung, in ihrer Gounobscheit Verballhornung die eigentliche Nationalopcr der Franzosen, war bisher auf der französischen Schauspielbühne noch nicht aufgeführt worden. Die bedeutsame Entwickelung des Bourgcoistheatcrs in der Richtung zur Ausstattungs- und Ballett-Pantomime hat nun auch das Unternehmen gezeitigt, das A n t o i n e im„Odeon" mit Hilfe eines herzhaften Ucbcrsctzers, Umdichtcrs und Streichers, Herrn Emile V e de l. eines musikalischen und etlicher artistischen und technischen Mitarbeiter bewerkstelligt hat. Antoine-Vedels „Faust" hat drei Teile, dafür dauert er nur, trotz ausgedehnter musikalischer Einlagen von Liszt, Berlioz, Beethoven, Schumann und Florian Schmitt, nur vier Stunden. Das Hauptgerüst hat der erste Teil, namentlich die Gretchen-Tragödie, hergegeben, dem Bau ist ein aus den Helena-Szenen herausgesetzter Giebel und als Kuppel die himmlische Verklärung aufgestülpt. Das Ganze ist grotesk wie eine Zinspagode, aber wie eine solche unstreitig„mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet", wozu ja auch stimmungs- volle Stilechtheit im einzelnen gehört. An klugen Einfällen ist die Jnszenierungs- und Regiekunst Antoines nicht arm. Das Be- mühen, den„Faust" als Gesamliunstwerk zu verwirkliche», läuft aber hier aus eine neue Unternehmung„Micdings wackerer Söhne" hinaus, als moderne internationale Gründerfirma das bürgerliche Tliegter ül einen iZroßheirM für ZMressionen zu verwandeln� Niemand versäume, für starke Beteiligung zu agitieren. Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Der auf diesem Zirkular genannte Genosse O. Hosenthien ist Geschäftsführer und l. Vorsitzender des Mctallarbeiterverbandcs Stuttgart. Das Bekanntwerden des Zirkulars veranlagte die Herausgabe eines ähnlichen Zirkulars von radikaler Seite. In der Ilrwahl gelangte nur Genosse Dr. Lindemann zum Zug. Die anderen auf obigem Zirkular genannten Genossen bliebe»— zum Teil sehr erheblich— in der Minderheit. Am Tage vor der Wahl gelangten nicht nur die bekannten ge- fälschten Stimmzettel gegen die von den Parteigenossen mit den höchsten Stimmenzahlen gewählten Kandidaten Westmeyer, Skinnel und Manz in Stuttgart zur Verbreitung, auch das Urteil des Schöffengerichts vom 2 8. Februar gegen den Genossen Westmeycr im Beleidigungsprozest des Metallarbeiterbeamten S k a l s k y contra Westmeyer wurde ausgerechnet an diesem Tage, den 15. November, in der Parleipresse und in bürgerlichen Blättern publiziert. Skalsky hat, wie be- kannt. in einer Parteiversammlung einen Arbeiter aus nichtiger Ursache gcohrfeigt. Wegen Veröffentlichung des Vcrsammlungs- beschlusses gegen Skalsky, der auf Äusschlus; lautete, hatte Skalsky den Redakteur Westmchcr verklagt und auch erreicht, dast letzterer zu 30 M. Geldstraw verurteilt wurde. Außerdem ivar Skalsky die Publikationserlaubnis zugesprochen worden,»ie dieser v Monate später, einen Tag vor der Wahs, derart ausnützte. Die Behauptung, die Angestellten des t'-!etallarbeiterverbandcs würden schon seit Jahren zu keinem Referat zugelassen, wogegen andere Parteigenossen des sogenannten„linken Flügels" sichtbar vorgeschoben würden, ist u n w a h r. Die Bestimmung der Refe- reuten für�die Bezirksversammlungen steht nicht der Parteileitung oder dem Sekretariat, sondern den Parteigenossen der Bezirke s e I be r zu. Das Sekretariat ist nur Vermittlungsstelle. So- weit Veranstaltungen der P a r te i l e i t u n g in Betracht kommen, sind Mewllarbcitcrbeanite nach Möglichkeit berücksichtigt worden. Auf Veranlassung des Vorsitzenden der Partei sprach auf der grossen Demonstration neben den Parteirednern auch Genosse Eggert, Beamter des Mctallarbcitcrverbandes. Am Abend vor der Proporz- Wahl sprach inPcm grössten Lokale in Stuttgart Genosse Reichel, 2. Vorsitzender des Metallarbeiterverbandes. Richtig ist hingegen, dass von revisionistischer Seite in einer offiziellen Bekanntmachung des Kreisvorstandeö des Heilbronncr Wahlkreises der ganze Kreis dem Genossen Westmeyer„gesperrt", d. h. den Genossen untersagt wurde. Westmeyer als Versammlungs- rcdncr zu engagieren. Die Behauptung, auswärts wohnende Beamte des Metall- arbciterverbandes seien an ihrem Wohnort mit führenden und Ehrenämtern in der Partei betraut, sie„arbeiteten ständig für diePärtc i", ist dahin richtig zu stellen, dass die Beamten die Arrangeure der hinter dem Rücken des Äreisporstandes ver- anstalteten Konferenzen einer Anzahl Vereinsvorsitzender sind, aus denen beschlossen wurde, die statutengemässe Beitrags- Zahlung an den Kreis ver ein einzustellen, weil ihnen ein mit mehr als Dreiviertelmajorität gefatzter General- versammlungsbeschluss nicht passte. Jene Ortsvercine haben denn auch die Beitragszahlung seit drei Monaten eingestellt. Die„Arbeit" dieser Beamten auf dem Hauptburcau des Äetallarbeiterverbandes „für die Partei" besteht in der Zertrümmerung der Par° teiorganisation. _ Fr. Westmeyer. 'Jugendbewegung. Die Justiz gegen die Arbeiterjugend. Die Jugendivehr darf mir Schiessprügel und Revolver bewaffnet durch, die Wälder stampfen, Schonungen zertreten und Tiere zu Tode Hetzen. Wenn, abei� der Hainburger I u g e n d b u n d als Höhe- Punkt.und.Abschluss einer Wanderung in einer Schlucht beim Berg- pgvillon vor seinen Mitgliedern von erste» Hamburger Künstlern nild unter Leitung des OberrcgisseurS vom Thalia-Theater die R ü t l i s z e n e aus Schillers„Wilhelm Teil" aufführen lässt, so veranstaltet er„eine öffentliche politische Versammlung". Dsescs Verbrechens sollte sich der Genosse B i r ck h o l z, der Sekretär dcö Hamburger BildungSwesenS, schuldig gemacht haben. Virckholtz wurde auch noch als„Leiter eines öffentlichen Aufzuges" angesehen. Der Handlungsgehilfe Lang galt ebenfalls als Leiter. Birckholtz erhielt einen Strasbefehl von 00 M., Lang von 20 M. lieber den Einspruch verhandelte das Harburger Schöffengericht, das zur Freisprechung kam, weil weder eine öffentliche Versammlung, noch ein Aufzug vorläge.— Hiergegen hatte der Staatsanwalt Be- rusmig eingelegt und die Sache kam vor der Strafkammer in Stade zu nochmaliger Verhandlung. Nach der Darstellung der Angeklagten fuhr der Jugendbund mit 1000 Mitgliedern in vier Dampfern nach Moorburg. Von dort unternahmen die Abteilungen eine Wanderung durch die Heide. Abends trafen sie sich beim Bergpavillon. Bei Fackelbeleuchiimg war die Aufführung der würdige Abschluss einer genuss- reichen Wanderung. Wie der Regisseur als Zeuge aus- sagte, wollten die Schauspieler nur vor den Jugendlichen spielen, um sich an deren Begeisterung zu ersreuen.' Auch wollte er besonders erprobe», wie Schillers Worte in der freien Natur auf die Zuhörer einwirkten. Nach dem Spiel gingen die Jugendlichen in vier Abteilungen, die durch Fähnchen bezeichnet wurden, zu den Dampfern nach Moorburg. Die Eiliteilung war notwendig, weil die entfernt Wohnenden zuerst fahren, die Samariter gleickmässig verteilt werden mussten. Auch sollte ein Gedränge aus der Dampser- brücke verhütet werden. Dem Gendarmeriewachtmeister, der von Egestorf gekommeu war, wurde berichtet, dass Leute mit Fackeln in der Heide wären. Da an einem Platz laut gesprochen wurde, ser horte die Worte„frei wollen wir sein") nahm er an. dass dort eine öffentliche politische Versamnilung abgehalten würde. Deshalb notierte er sich den Leiter. Da er beim Abmarsch Stockungen be- fürchtete, ritt er mit. Auf der Harburger Chaussee entstand dann auch eine Verkehrsstockung. In dem Augenblick, als xin Automobil kam, wurde die ganze Strasse versperrt. Der Staatsanwalt beantragte für Birckholtz 50 M. Geldstrafe und für Lang eine solche von 10 M. In seinem Plädoyer beantragte der Rechtsanwalt Dr. Löwenwald- Hamburg im Falle einer Ver- urteilung neue Zeugenladungen: den Leiter des Deutschen Jugend» bnndes, Freiherrn v. d. Goltz, dann Dr. Marz, Cordes und Frohböse. Diese sollen bezeugen, dass die Deutschen Fugendabteilungen überall ungehindert öffentliche Ver- anstaltungen treffen können, ferner besonders, dass sich aus Wanderungen ein Gewohnheitsrecht herausgebildet hat, im Freien beim Lagern kleine Veranstaltungen zu treffen, Volkstänze auf- zuführen usw. Genosse Birckholtz hob hervor, dass der Zweck der ganzen Veranstaltungen des JugendbundeS der ist, die jungen Leute ans den Kneipen herauszuholen. Nach längerer Beratung wird das Schöffengerichtsurteil ab« geändert. Wegen Vergehen gegen das Vereinsgesetz als Leiter eines öffentlichen Aufzuges, den anzumelden er verpflichtet war, wurde Birckholz zu einer Geldstrafe von dreissig Mari verurteilt, im übrigen aber freigespochen. Der Mitangeklagte».Lang wurde frei- gesprochen, weil er nur im Auftrage des Birckholtz handelte. Bei Beurteilung des Aufzuges käme es gar nicht darauf an, ob di«s«r die Straße gänzlich oder nur halb versperrte. In Bayern wie in Preußen. Gegen die freie Jugendbewegung scheint in Nordbahern jetzt alles zusammenstehen zu wollen..Erst vor kurzem hat der Bürgermeister von Bayreuth, der Führer der bayerischen Kammerliberalen, Herr Dr. C a s s e l m a n n. einen Schlag gegen dmS dortige Jugendheim verübt, indem er dem Vorsitzenden des Jugendausschusses eine an die Oberlehrer gerichtete Anweisung der Echulbehörde übermittelte, wonach den Schülern und Schülerinnen verboten ist, im Jugendheim zusammenzukommen, dort Vorträge anzuhören, zu lesen, zu spielen oder Sonntags Ausflüge zu machen. Fw: Zuwiderhandlungen wird strenge Bestrafung angedroht. Uni das fadenscheinige Verbot nur einigermaßen begründen zu können, muhte erst ein Verein erfunden werden, der gar nicht besteht, um sich dann auf die Bestimmung zu stützen, dass den Fortbildungs- schülern die Zugehörigkeit zu Vereinen verboten ist. � Das erste Mertmal eines Vereins ist nun, dass Statuten bestehen, Beiträge erhoben werden usw. Von dem allem ist aber hier keine Rede. Herr Dr. Casselmann wird arg in Verlegenheit kommen, wenn er seine Drohung ausführen will, denn sie ist ganz und gar uugesetz- lich. Es geht weder ihn noch die Schulbehörde etwas an, wenn Schüler unter Leitung und Aufsicht erwachsener Personen sich weiterbilden, oder Vergnügen oder Sonntags Ausflüge machen wollen. In die Reihen der Kämpen gegen die freie Jugendbewegung ist auch die Nürnberger Eisenbahndirektion eingetreten. Den Angehörigen der Wchrkoaftvereine, Pfadfinderkorps und ähn- licher bürgerlicher Gründungen, die den Zweck haben, die Jugend mit Hurrastimmung zu erfüllen, wird bei Ausflügen und dergleichen erhebliche Fahrpreisermäßigung gewährt, die nun auch von der Leitung des Nürnberger Jugendausschusses erbeten wurde. Tie Eingabe wurde jedoch von der Direktion mit der kurzen Begrün- dung abgelehnt, daß die freie Jugendbewegung keiner der im Tarif vorgesehenen Organisationen angehöre. In den Wchrkrastvercinen usw. sind vorwiegend Kinder sogenannter besserer Leute, diese dürfen auf der Eisenbahn billiger fahren, doch die Arbeiterkinder müssen, wenn sie in die freie Natur hinaus wollen, den vollen Fahr- preis zahlen. Solche Dinge gehören ja jetzt in Bayern zum System; man täuscht sich aber gewaltig, wenn man glaubt, dadurch die freie Jugendbewegung hemmen zu können. )Zu9 aller Sielt. friede auf Sräen. Sin böfes Rcldentuiri, wenn gegen Menfch Der fflenfcb zu felde zieht. Sr dürftet nicht )Sach feinem Blute, daa er nicht trinken kann; Sr will fein fieifch nicht«ffen; aber ihn Zcrhau'n, zerhacken will er, töten ihn!— Mus Rache? laicht aus Rache; denn er kennt Den andern nicht und liebet ihn vielleicht. Huch nicht fein Vaterland zu retten zog Sr fernen Landes her. Ein jVIachtgebot Rat ihn hierher geführet; roher Sinn, Die Raubfucbt, Sucht nach böb'rcr Sklaverei. Von Wein und Branntwein glühend, febießt er, fticht Und baut und mordet— weiß nicht, wen? Warum? wozu? bis beide Re'.den dann, Verbannt ins Schloß der Nnbarmherzigkeit» Sin Krankenhaus, mit andern Rundcrten Daliegen ächzend, und fobald den Krieg ISot und Runger endet, alle dann Hls HIörder-Krüppcl durch die Straßen ztebn Und betteln. Heb fie mordeten um Sold! Gedungene Relden aus Cradition. ___ JoH.©ottfr. Herder. Der Dank des Vaterlandes. Der„Augsburger Abendztg." wird von„durchaus Vertrauens- würdiger Seite" aus Neubeuern sOberbayernj geschrieben: „Hier wohnt ein schon Vbjähriger verdienter und ehrenhafter Kriegsveteran von 66 und 70/71 in bitlerster Armut. Er Ivar früher Malermeister und Schulhausmeister und hat im ver- gqngenen Jahre bei einem Bankkrach den letzten Heller seines in 46jäbriger Tätigkeit ersparten Kapitals von 9700 M. eingebüßt. Nun fast arbeitsunfähig, muß der aus gutein Hause stammende, mit den allerbesten Führiingszeiigiüsseii versehene Veteran einen Gemeindedienst versehen, dem er physisch nickit mehr gewachsen ist— und der ihm monatlich 8,60 M. einträgt. Dies und seine V e t e r a n e n- beihilse von monatlich 10 M. sind sein gesamtes Einkommen. Davon kann er und seine auch schon 68jährige Frau nicht leben, obwohl der gute Alte seit einem Jahr keinen Tropfen Bier mehr trinkt und seit dem herben Geldverlust kein Fleisch mehr ins Haus gekommen ist. Dazu haben die alten Leutchen eine kränkliche Tochter, die als Näherin ihr Brot verdient. In letzter Zeit inusste der Arme seine Habseligkeiten veräussern, um nicbi hungern zu müssen. Ausserdem ist er fast taub. Wir sind überzeugt, daß der in Ehren ergraute, bescheidene Mann lieber in den Tod geht, ehe er sich im Armenhaus von der Armenpflege aushalten läßt. Er ist so ehrlich, dass er jahrelang für eine Bezahlung von jährlich 50 M. bar und freies Wohnzimmer den gesamten Schulhausmcisterdienst versah und von den bescheidenen Zinsen seines gehabten kleinen Kapitals lebte. Es ist e i n e N o t zum Erbarmen, dieses bejammernswerte Schicksal eines ver- dienten Veteranen. Helfen Sie uns dem biederen Alten eine kleine Weihnachtsfreude bereiten." Ein schönes Weihnachtsbild: der alte Veteran, der mit bei- getragen hat zu Deutschlands Ruhm und Ehr, hungernd in seiner dürftigen Stube. Der Dank des Vaterlandes! Wcthnachtsmärchen für grotze Kinder. Was die katholische Geistlichkeit ihren getreuen Schäfchen alles erzählen kann, zeigt eine Rede des Pfarrers W e n k e r aus H o r st bei Gelsenkircheu in einer Volksversammlung in Horst. Der Pfarrer sprach über die Zulassung der Jesuiten und wies, wie die„Horster Zeitung", ein Zentrumsblatt, schreibt, auf mehrere geschichtliche Vorgänge, namentlich in den Freiheitskriegen, hin und zeigte, wie die Katholiken stets' ihre Pflicht für das Vaterland an erster Stelle getan hätten. Der große Feldmarschall Blücher habe einst nach der Schlacht bei Leipzig den katholischen Soldaten seiner Armee, etwa die Hälfte von 60 000 Mann, freigestellt. in die Heimat zurückzukehren, sie-aber gleichzeitig ermähnt, ihm noch einmal beizustehen. Da sei ein alter, gebräunter Wcstsale vorgetreten und habe-gesagt:„Fcldmarschall, wir bleiben Ihnen treu", und die ganze katholische Mannschaft hätte in die Worte eingestimmt, so daß c s- g e r a d e Blücher möglich war, den welschen Feind auf allen Punkten zurückzutreiben und das Bater lanid zu be- freien. Wenn heute ein Blücher im Bundesrat wäre, so hätte er jedenfalls sich gegen die Maßnahmen gewandt, die jetzt gegen die Jesuiten und mit ihnen gegen alle Katholiken angewendet würden. Nach dieser Probe scheint es ja mit den historischen Kenntnissen des Pfarrers mangelhaft bestellt zu sein. Dafür beherrscht er aber die Grundsätze der Jünger Ignatius v. Loyolas offenbar meisterlich. Soll doch bei ihnen der Lehrsatz gelten: Der Zweck heiligt die Mittel.__ Zwei Totschläger in Uniform freigesprochen. Einen wahrhaft empörenden Wahrspruch haben dieser Tage die T u r i n e r Geschwornen gefällt. Am 13. November v. I. kamen die Soldaten Michelotti und Verna in ein Turiner Kaffeehaus und fingen an. über den Krieg zu schwadronieren, was ihnen um so näher lag. als beide am nächsten Tage auf den Kriegs- schauplatz abreise» sollten. Ein Anarchist mit Namen C a p e l l o widersprach ihrer Verherrlichung des Krieges, bezeichnete diesen als Barbarei und sagte„ es sei e i n Verbrechen, e i n f r i e d« licheS Volk a nziigreifen. Die Diskussion wurde so lebhaft, daß-" der Wirt die drei ersuchte,«S Lokal zu verlassen. Draußen gab (all dies ging aus dem Zeugenverhör hervor) einer der Soldaten dem Anarchisten eine Ohrfeige. Dieser, der unbewaffnet war. warf auf den Angreifer ein Glas, das er in der Tasche trug. Darauf fielen die beiden uniformierten Rohlinge über Capello her und stießen mit dem Bajonett auf ihn ein. Er lag bereits am Boden, als die Bestien ihm weitere Stiche beibrachten. Als dem Ver» Ivundeteii Hilfe gebracht wurde, machten sich die heldenmütigen Verherr« licher des Krieges aus dem Staube. Der Schwerverwundete wurde aus die Sanitätswache gebracht, weigerte sich aber, sich untersuchen zu lassen, sondern schleppte sich mit seinen letzten Kräften nach Hanse. Ohne irgend jemand ein Wort über den Vorgang zu sagen, legte sich der Verwundete stoisch zum Sterben nieder, und hat. ohne zu klagen, in dem von einem andern Arbeiter mitbewohnten Zimmer zwei Nächte und einen Tag gelegen, hat um nichts anderes gebeten als um Wasser zum Trinken, hat seine Totschläger nicht denunziert und ist am Morgen des 15. tot aufgefunden worden. Die Todesursache war Bauchselleiitzündung durch Austritt des DarminholtS in die Bauchhöhle infolge der Darmverletzungen durcki Bojoneitstiche. Der Mann hat also fürchterliche Todesqualen gelitten. Die feigen Totschläger waren inzwischen schon nach Tripolis gesandt worden. Dort hielien sie sich natürlich nach den im Vaterland gemachten Vorstudien»sehr wacker". Später kam durch Zeugenaussagen ihre Schuld an den Tag. Sie kamen vor die Assisen: einer der Schufte gestand, der andere leugnete. Der Staatsanwalt beantragte, mit Rücksicht auf die»patriotischen Beweggründe" des Totschlags mildernde Umstände: die Geschworenen sprachen beide fr eil Das sind die moralischen Früchte des Krieges: Beugung des Rechts und völlige Verrohung des Gefühls I »Tichtergrüfte für stille Winkel." DaS neueste Heft der„Papier-Zeitung" enthält folgende An» zeige: HochoriginellI Poetisches Toilettenpapier. Für das Weihnachts- und NeujahrSgeschäft ein grosser Artikel l Dichtergrüsse. Eine Zitatensa mmlung für st ille Winkel. Der Umicblag zu einem solchen Päckchen trägt die Aufschrist: „Honzc seit qui mal y penso".(Ein Schuft, der schlecht darüber denkt.) Das Umschlagblatt ist bedruckt mit einer»Widmung" von — Goethe: Flieh I Auf! Hinaus... l Und dies geheimnisvolle Buch Von Nostradamus eigllrer Hand, Ist dir es nicht Geleit genug!»Faust' I. Endlich mal ein Beweis, dass die Deutschen ein Boll der Dichter und Denker sind._ Tödlicher Fliegerabsturz. Der englische Flieger Edward Petre, der am Dienstag von Brookland bei London nach Edinburgh zu fliegen gedachte, geriet in einen Sturm, durch den sein Apparat herabgeschleudert wurde, so dass der Flieger tödliche Verletzungen davontrug, denen er bald erlag._ Ter verkannte Aeropla«. Das modernste Luftfahrzeug unserer Zeit ist von Abergläubischen oder Naiven, die unvorbereitet ihre Bekanntschaft mit ihm machien, schon oft verkannt und für alles mögliche gehalten worden. Aber das Neiteste in dieser Beziehung ist dieser Tage in der sächsischen Stadt Weissenfels geleistet worden.„Von der Ferne", so er« zählt man dort,„hörte nian einen Aeroplan heransurren. Was Beine hatte, eilte auf den Marktplatz, auf dem sich bald einige hundert Menschen angesammelt halten. Die Menge starrte erwartungsvoll nach oben, kein Laut als das Surren der Propeller ist zu hören. Da kommt atemlos ein kleiner Junge herangestürzt und brüllt ans Leibeskräften:„Mutter, Mutler, komm' schnell zu Hause und mach' die Türen zu; der Klapper storch kommt; wir kriegen sonst schon wieder eens." Das wäre in der Tat ein bisschen zu viel geweseu, denn zu Hause in der Wiege lag ein erst zwei Monate altes Baby."__ Kleine Notizen. Die Typhusepidemie in Hanau. Die Typhusepidemie im ersten Bataillon des 3. Eisenbahnregimcnts hat abermals zwei Opfer gefordert. In der vergangenen Nacht starben zwei Pioniere, die noch als Rekruten dienten. Die Zahl der Schwerkranken beziffert sich heute noch immer auf zehn; im übrigen ist der Krankenstand der gleiche wie gestern. Man hegt die Befürchtung, daß die Ept- danic noch weitere Opfer fordern wird. Schreckenstat einer Stiefmutter. In Budapest hat die Frau eines Postbeamten wegen Familienzwistigkeitcn ihrer 1.7jährigen Stieftochter mit einem Rasiermesser die Kehle durch» schnitten und sich dann selbst auf die gleiche Weise ge« tötet. Ausbreitung der Pest in Japan. Aus Japan wird gemeldet. daß dort die Pest ausgebrochen ist. Zwischen dem 4. und 17. Dezember waren 3 08 Pestcrkrankuiigen zu verzeichnen. von denen 2 8 3 tödlich verlaufen sind. Zur Grubcnkatastrophe in Japan. Nach einer neueren Mel- dung soll das furchtbare Unglück aus der Grube Ubari noch mehr Opfer gefordert haben, als man erst glaubte. Im ganzen sind 2 45 Bergleute getötet und verletzt worden. Da der Stollen eingestürzt ist, besteht wenig Hoffnung, die Ver- schütteten zu bergen. Brandkatastrophc in London. In der Kopenhagen Street in London R. brach Dienstag morgen Großfeuer aus, das den Tod von vier Personen herbeiführte. Eine Familie, bestehend aus Mann, Farn und zwei Kindern, die sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen- konnte, verbrannte. Vier Personen wurden durch Brandwunden stark verletzt. Ein drittes Kind der Familie konnte mit großer Mühe von der Feuerwehr gerettet werden. Marktbericht von Berlin am 23. Dezember liHL, nach Ermittelungen des königl. Polizeiprästdiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 19,70 bis 19,80, mittel 19,50—19,60, geringe 19,30—19,40. Roggen, gute Sorte 17,18—17,20, mittel 17,14—17,16, geringe 17,10—17.12(ab Bahn). Fultter« gcrsle, gule Sorte 17,90—18.50, mittel l7, 30— 17,80, geringe 16,70—17,20. Haler, gute Sorte 18,80—20,40, mittel 17,10—18,70(srci Wagen und ab Bahn). M a r k t h a l l e n p r e i j e. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00— 50,00. Speiiebohnen. weisse, 36,00— 60,00. Linien 35,00— 60,00. Karlofseln(Kleinhdl.) 5,00— 8,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70—2.40. Rindfleisch. Bauchfleisch 1.50—1,80.»Schweinefleisch 1,60—2.20. Kalbfleisch 1.40— 2,40. Hammelfleisch 1,50— 2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,80— 7,20. 1 Kilogramm Karplen 1,20—2,40. Aale 1,60— 3,20. Zander 1.40-3.60. Hechle 1,40—2,60. Barsche 1,00—2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stück Krebse 3,00—24,00. Witterungsiiberslcht vom 24. Dezember 1912. «tattonen ES r Vetter a II«tatwnen 52 LZ S S a I: s- - e| etss ä» -rll P1* 5 7 -5 i-o Js6 fss Z Swinemde. 763SW 3bedeckt 5 Haparanda 757 NW 2wolkenl— 18 amburg 763-5 4 wolkig 7 Petersburg 751WNW 3 bedeckt 8 erlin 76b s 2 molkig 2 Seilly 757® 6bedeckt 11 Franls. a.M 76ß Slill Nebel—0 Aberdeen 752SW 1 bedeckl 4 München>77l!SW Lwolkü,—2 Paris 767 SM Halbbd. 7 Wien! 769W BSettorPrognose für Mittwoch, den 2ö. Dezember 1913. Mild und zeitweise heiler, aber veränderlich mit etwas Regen und ziemlich lebhästen jüdwestlicheii Winden Berliner Wetterdur«»«. ßZ sZ Vetter ü* «d to «k % Unterem Abteilungssührer. bem@cnof(cu Artur Wieloch zu seinem Wiegenfeste die herz. lichilen Glückwünsche. 3831 Die Funktionäre der 39. Abtlg, IV Kreis und Teschke. g y» M/ «v llie Kollegen der Amtnoniakiabrik? T Nieder-Schöneweide. 173i* f. €■€€€€€#» Unserm lieben Genossen Frliz Gliesche und seiner Gemahlin der Genossin 21A Martha Gliesche die herzlichsten Glückwünsche zur silbernen Hochzeit. Die Funktionäre der 19. Abteilung des 9. Wahlkreises. ie| J sK E-HtzHESSHStztzEGEHH�«»• & Unserem lieben Genossen und langjährigen Bezirkssührer CirlivKvIiv A nebst seiner lieben Gemahlin zu der am 27. Dezember 1912 R � stattfindenden Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche.« G Tie Genossen und Genossinnen deS SÄla. Bezirks ts. des 6. Wahlkreises. 27a M Todes-Anzeigen WW ZliiizIlieimiki'stiMi'VMei'eiii k. iL 6. ßerl. Reichstagswahlkreis. Am Sonntag, den 22. d. M., verstarb unser Genosse, der Maurer Roberl Peisker Schivelbeiner Str. 47, Bezirk SSa Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 26. Dezember, nachmittags 3'/, Ubr, von der Halle des HedwigS-KirchhoseS inWelgen- see, Wörthstrafie, aus statt. 3lm Sonnlag, den 22. d. Mts., verstarb unsere Genossin LmmA PrieSrieb Weibenburger Str. 57, Bez. 518. Ehre ihrem Andenken. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Dezember er., nachmittags 2'/, Uhr, von der Halle des städtischen Friedhoses in Friedrichs- selde aus statt. 3lm Montag, den 23. d. Mts., verstarb nnserGenosse, der Schlosser Ricliard Franke Schivelbeiner Str. 45, Bezirk 559. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Dezember, nachm. 3 Uhr. von der Halle des Freireligiösen Friedhoses, Pappel-Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Her Vorstnnd. Deutseber Transporlarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung Groll-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Industrie- arbeiter Richard Franke am 23. d. Mts. im Alter von 66 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. d. Mts., nach- mittags 3 Uhr. von der Leichen- halle des Freireligiösen Frtedhoss, Pappelallee, aus statt. lim rege Beteiligung ersucht 69/15, Di« Bozirksverwaltung. Deutscher Bauarbeiterverhand. Znelgvereln Berlin. Am 22. Dezent der starb unser Mitglied, der Maurer Roderl Peisker (Bezirk Norden I). Ehre iciuem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 26. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle der Hedwigs-Gemeinde in Scisjcnjec, WörttMage, aus statt. 148/5 Der Borstand. Verband der Sattler u.Porte!euilJer crisverwaltuug Berlin. 3t m Sonntag, den 22. Dezember, verstarb unser langjähriges Mit« glied Reinhold Ludewig (Werkstatt Collani) an der Lungen- und Kehllopstuberkulose. Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet am 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr, aus dem Rummelsburger Ge- meinde-Friedhof in der Rummels- burger Strafie statt. 158/11 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Baters sagen wir allen Teilnehmern unseren herzlichsten Dank. Ww. Krüger 17926 nebst Kindern. Zentralverband der Töpfer u. Berufsgenossen Deutschi. Filiale Groll-Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnis, dab am Dienstag, den 24. De- zember, der Kollege Roberl Brliekner (Bezirk Weißensee) im Atter von 49 Jahren an Gehirnerweichung verstorben ist. �SHre feinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. Dezember, nach- mittags 3 Uhr. von der Leichen- Halle des Weifienseer Gemeinde- Friedhoses, Weitzensee, Rölcke- straße, aus statt. Uni rege Beteiligung ersucht 193/16 Ter Borstond. I Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der Drechsler und Berulsgenossen --(®. H. 86, Hamburg).= Berivaltuugsstelle Berlin A. Den Mitgliedern hierdurch zur Nachricht, dag unser Mitglied Wilhelm Kähiiz am 21, Dezeiiiber verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. Dezember, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des Part- Kirchhofes in Gr.-Lichterselde-West aus statt. Ble Orlsvcrw nllunji. ßeuischer Bauarbeiterverhand. lÄweljjverelii Berlin. Am 21. Dezember starb unser langjähriges Mitglied, der Maurer Germann Fdlich (Bezirk Südost). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet ain Fre/tag. den 27. Dezember, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des .stentrat-Friedhoses in Friedrichs- selde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 148/4 Der Vorstand. Ilm Sonntag, d. 22. Dezember, mittags 12 Uhr, verschied taust nach schwerem Leiden meine innig geliebte Frau, unsere gute Mutter und Grogmutter Vilbelmille Vultt geb. Grotho im Alter von 65 Jahren. Dies zeigt tiefbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen Karl Wulff. Neu-Lichtenberg, 24. Dez. 1912. Wilhelmstr. 87. Die Beerdigung findet Donners- tag, den 26. Dezember(2. Weih- nachtsseiertag), nachm, 3'/. Ilbr, von der Halle des Lichtenberger Friedhoses in Marzahn aus statt. Ilbsahrt vom Bahnhos Lichten- berg- Friedrichsseide(Wriezener Bahnsteig) 3� Uhr. 56A Für die überaus zahlreichen Be- weise herzlicher Teilnahme anläsjlich des Hinscheidens meines geliebten Mannes und guten Vaters i»nrl Bunse sagen wir hierdurch allen Beteiligten unteni tiefgefühlten Dank. 1779B Witwe Johanna Busse nebst Sohn. Danksagung. Für die schönen Kranzspenden und die herzliche Teilnahme bei der Beerdi- gung meines unvergeßlichen Mannes und guten Vaters, des Werkmeisters Albert Aneh sagen wir allen Verwandten und Bekannten, den Angestellten der Städtischen Straßenbahn und den Angestellten der Firma Siemens u. Halste unseren innigsten Dank. 1778b Bertha Auch und Sohn. Haben Sie blolt9 ich futigt davon Anzug od. P*l0iot noch Mass, schick, dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Labandi Neue Promenade 8, JI.(Stadtb. Bors.) •J «Kl/W Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines Mannes und Onkels 63A NnrI Wnraler sagen wir allen Verwandten und Bekannten, sowie dem 4. Wahlkreis, Görlitzer Viertel, unseren besten Dank. Witwe Minna Wurzler. Passendes Weihnachtsgeschenk! Aus der Liquidattonsmasfe Olivenbanin& Schwarz, Duche HI tosten für An- üge, Paletots, Ulster usw. zu äuficrst billigen Preisen zu erwerben. �' Geschäftszeit 9-5.» engros. 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Herrn. Proeil, Nonnendamra. Friedrich Probst, Andreaastr. 51 Bäckerei„Nordstern" Ind.: Gust. Müller Filialen i. verschied. Stadtteilen Relnh. Assmus, Gerichtstr. 10. Gustav Bersug, Weidenweg 80. A. Dlepow, Tauroggenerstr. 12. Haeberleln, Trept., Graetx-Boachestr Prinz Handjerjestr.2Nkl.G. Wolff. Klahn,H.,Nklln.Kai8ir-Frieilrifh8t.236 HlieS8llECk-DrflO.,Herm"nn1.t,119. KriningtAdler-jSrogerie. Ktnlentr.?. P. Lehrke.KolibuserDsKmg 1-82,FirfilB Alfr. Harsch. Culmstr. 37. Rathaus-Drogerie.XHIn.n.asa.lr. 24. ' 57 G. PrsnzeL Frinzenstr. 103 Hoffmann Fr Schlnssnnss. Liobaucrgtr. 22. Hugo Schultz, Müllerstr. 166 äTI Hyg.Gummiw., Photogr.-Artikel. ÜcklckMlO.f-Tho�er Werder-Drogerie, BrlitBeil.weril. 5» Zobel, Georg, N, Ackerstr 50 �BeerillB--AB»t., Sarpm.) BredlowEber5W»ldersi.i6Woriber«l.25 Otto Büttner, KtnköllD.RlDgbabsil. 33. HFirfhflf Müs.,BohenzolIernp).U > IISUIKI Bscbowa. Bild. KitnktibtDi. M fBiHS Franklurter-Ällee 170 HanIsdi,Weillu«M?ranilaiietrriin.t'.M Biekel, Fn, Gr. Hnmburgerst, 37 Gust. Nobert, Potsdoxnerstr. 115a H. Petermeier, Strelitzerstr. 8. P eter-Schley, Wllb., Znatnenlr. 11. ...„.------- iin KeeL 2SI W. llilis!l.y.n.?n°s�?.'l' C Berufskieldung D Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. RoterLaden,Schöneh..üanptatr. 1 08 ( Bierbrauereien, Blcrh. II. Akt.-Brauer.Potedam Elg.liiederl. Berlin SW, Temoelhofer Ufer. 15 Brudtabarg a. H.,Wilk.lmsdorf«ril.ll(i Spez. Potad. Stangenbier Rnnfft Keichenberger8tr.l7e »1 Ulli H Mnlralslr. 38 u.l9a Bicliard Keinke aS. 5.. Arthur Roemer, Kottb. Damm 101 Walter Rohr, Anklamerstr. 26. Max Sander, Dunkerstr. 28. Otto Schmidt, Adalbertstr. 27. Helnr. Schubert Boxh. Chauss. 5/6 Slkorskl.Wf'�niee.HeiDeridorfmtr.ll R. Schade P-ilias-St.O Fil.Ou.NO Paul Sorge, Proskauerstr. 21 Rieh. Schenk mä«. A. Schreier, Urbanstr. 61. H. Spillmann,' Grüner Weg IIS. Gnatar Tanplta, Prinzen-Allee 61. Carl Tennert, Sohlealscheatr. 19. F. Tledemann, Boih.-R., Kaatatr 47. T.iHknn Filialen in allen Stadt- luroan teilen. 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Diese Kassen leisten Zahlungen für den Sparer, ziehen Gelder für ihn ein, kurz verioalten die Gelder deS Sparers wie die Banken. Die gesamten Kontokorrenteinlagcn belieien sich auf 29 Millionen gegen 18 Millionen im Jahre 1919. Die Zahlen über die Anlage der Sparkasscnbestände zeigen das gleiche Bild wie in den Vorjahren. Mehr als die Hälfte der Kapitalien werden in Hypotheken angelegt, 41 Proz. in städtischen und 29 Proz. in ländlichen Hypotheken. In Wertpapieren, meist Staalspapieren, wurden 23 Proz. festgelegt. Gegen das Jahr 1919 ist dieser Anteil um ein geringes gesunken. Absolut haben selbst- verständlich auch die Bestände an Wertpapieren zugenommen. Den relativen Rückgang verursachte zum Teil der Kursverlust der Staats- Papiere; die Wertpapiere dürfen nicht zum Ankaufspreis, sondern nur zum'Kurswerte in die Bilanz eingetragen werden. Die An- lagen bei öffentlichen Instituten beanspruchten schließlich 12 Proz. der Gesaniibcstände. Die Zinsübcrschüsse betrugen im Berichtsjahre 93 Millionen, von denen 22 Millionen für Verwaltungskosten aufgewendet wurden. Soziales- Hungerlöhne. Welch' erbärmlich niedrigen Löhne gezahlt werden, zeigte der letzte Verhandlungstermin vor der ersten Kammer des Berliner Kanfmannsgerichts. Dort klagte eine Filialleiterin gegen den Inhaber eines Hcrrcnnrtikcl-Goschäfts, Brucks, rtpf Zahlung rück- ständigen Gehalts. Die Verhandlung ergab, daß die Klägerin, die nicht nur sämtliche kaufmännischen, sondern auch die gewerblichen Arbeiten in der Filiale zu verrichten hatte, als verheiratete Frau ein MonalSgohalt von sage und schreibe: dreißig Mark bezog, wozu dann noch die Benutzung einer kleinen Stube nebst Küche trat. Aber auch dies„Riescngehalk" erhielt sie nicht regelmäßig, sondern mußte cs zgtcMciie heraushole!!. Auch die Arbeit deL Detoricrcns, die rhre Vertrauensstellung war sogar eine so vielseitige, daß der Chef auf den Namen ihres Mannes einen Posten Hosenträger bei einer Fabrik bestellte und sie hernach— nicht bezahlte. Die Folge davon war, daß die M.'schen Eheleute verklagt wurden und der Gerichts- Vollzieher in ihr Haus kam wegen einer Schuld, die sie gar nicht eingegangen waren. Und das alles für 39 M. Monatsgehalt! Leider kam es statt Erhöhung des Gehalts um das Doppelte (in Gcmäßheit Z 138 Abs. 2 und§ 612 des Bürgerlichen Gesetz- buchs) zu einem Vergleich. Die Parteien verglichen sid�in Höhe von 26 M. Der Beklagte, der Inhaber von drei Filialen ist, wollte diesen Betrag erst nach dem Ersten zahlen. Auf Vorhalt des Vor- sitzenden entschloß er sich, die 26 M. noch vor dem Weihnachtsfcstc zu zahlen._ � Weitere Knebelung der ausländischen Saisonarbeiter. Obwohl auf den ausländischen ländlichen Saisonarbeitern schon der Legitimationskarkenzwang schwer genug lastet, wollen die Junker ihre weitere Knebelung. Der ostpreußische landwirtschaft- liche Zcntralvcrein will die Seßhaftmachung dieser Arbeiter; sie sollen auch im Winter hierbleiben, damit die Agrarier mit ihnen Jahreskontraktc abschließen und sie so dauernd in Fesseln schlagen können. In der westpreußischen Landwirtschaftskammer ist man »och einen Schritt weitergegangen. Rittergutsbesitzer Kühler-Blo- naken hat hier über die Sicherung der Arbeitgeber gegen den Ver- tragsbruch der ländlichen Arbeiter berichtet und bedauert, daß man bei uns den Saisonarbeiter als freien Arbeiter behandle, so daß man ihn bei Kontraktbruch ircht bestrafen, sondern höchstens aus- lvciscn kann. Die Verhältnisse würden immer unerträglicher. Alle Bcschivcrdcn an die Behörden seien erfolglos, höchstens werde einem geraten, man solle die Leute besser behandeln. Von der Regierung müßten Beamte angestellt werden, die alle 14 Tage die einschlägigen Verhältnisse kontrollierten, da die Amtsvorstchcr versagten. Auch müßte eine Bestrafung derjenigen BesiRer erfolgen, die kontrakt- brüchige Arbeiter beschäftigen. Hauptsächlich handele es sich dabei um Kleingrundbesitzer. Obcrpräsident v. Jagow machte den Amtsvorstchcrn den Vor- Wurf, daß sie bei offenkundigen Kontraktbrüchen nicht immer zu- griffen, oftmals vielleicht mit Rücksicht auf ihre ländlichen Berufs- genossen. Was die Bestrafung der Arbeitgeber, die kontraktbrüchige Arbeiter beschäftige», anlange, so habe die Regierung das gewollt, man habe ihr aber den betreffenden Gesetzentwurf vor die Füße gc- worscn. Tie Landwirte solle» Stimmung für ein derartiges Gesetz machen, dann schützten sie sich selbst, Also der Herr Oberpräsidcnt macht nicht nur die Amtsvor- stehcr scharf, dainit sie mit dem nötigen Eifer die Jagd aus die unglücklichen Ausländer veranstalten, er fordert auch die Junker zur Propaganda für ein neues Kontraktbruchgesetz auf. Bei der Landtagswahlbcweguug im nächsten Jahre sollte darauf mit be- sonderem Nachdruck hingewiesen werden. Bolksschulelend. Es gibt ein Land, das sich rühmt, als Kulturträger in der Welt voranzustchen. In diesem Lande führen die Säbelraßlcr das große Wort. Sie fühlen sich als Kulturpionicre. Und dieses Land, Deutschland genannt, gibt nach seinem letzte» Reichsetat fast 2999 Mill. Mark für militärische Zwecke aus. Da ist naturgemäß für Volksschulen nicht viel Geld üvrig. Im größte» Staate dieses Landes, in Preußen, wird über die Hälfte aller Volksschüler in un- vollkominenen Schulen— ausgebildet. Zu diesem Resultat kommt man nämlich, wenn als untere Grenze deS Erforderlichen die sechs- stufige Schule angenommen wird. Nach einer Zusammenstellung der„Statistischen Korrespondenz" wurden im Jahre 1911 von den insgesamt 6 559 592 Volksschulkiiidern nur 3 124 695, gleich 47,63 Prozent, in sechs-, sieben- und achtstufigen Schulen unterrichtet. Von den übrigen 3 435 441 Aolksschüleru kante» nur 829 833, gleich 12,65 Proz., auf vier- und fünfstufige Schulen. 2 695.66(1 Kinder, gleich 39,72 Proz., bekamen ihr Wissen in drei-, zwei- und ein- stufigen Schulen eingetrichtert. Man kann daher sagen, daß 52,37 Proz. aller Volksschulkindcr aus einen unzureichenden Unter- richt angewiesen sind. Solches Bild liefern die allgemeinen Durch- schnittszahlen. Viel ungünstiger noch wird das Bild, wenn man die Schulen in den ländlichen Ortschaften für sich allein betrachtet. In diesen wurden von je 166 Kindern unterrichtet: in einstufigen Schulen.. 16,17 „ zweistufigen„.. 24,94 „ dreistufigen„.. 21,39 „ vierstufigen„.. 9,53 „ sünfstufigen„.. 7,22 „ feckiSstiisigeu„.. 7,31 „ siebeustusigcii„.. 12,58 „ achtstufigen„.. 6,86 Danach ergibt sich, daß in den ländlichen Ortschaften nur 20,75 Proz. der Kinder in Schnlen unterrichtet wurden, die den Minimalanforderungen entsprachen. Weit über die Hälfte der Kinder<62,59 Proz.) müssen sich mit drei-, zwei- rcsp. einstufigen Schulen begnügen. Am allerschlimmsten find die Verhältnisse in den kleineren Gemeinde». Die Statistik für 1911 hat mit Rücksicht auf die Bestimmungen deS Lehrerbesoldungsgesetzes die Schulvcr- bändc unterschieden: a) in solche mit sieben und weniger Schul- stellen, b) in solche mit 3 bis 25 Stellen und c) in solche mit mehr a!S 25 Stellen. In der Gruppe a wurden nicht weniger als 78,67 Proz. aller zugehörigen Kinder in drei-, zwei- und einstufigen Schulen untergebracht. Auf die einstufigen Schulen entfallen 29,54 Proz., auf die ein- und zweistufigen zusammen 52,25 Proz. In dieser Größenklasse genießen von insgesamt 138 599 Kindern nur 4,97 Proz. den Vorzug, den Unterricht in einer sechs-, sieben- oder achtstufigen Schule zu erhalten. Zwar macht sich im Ver- gleich mit den Vorjahren eine Besserung bemerkbar, aber die auf- geführten Ergebnisse sind doch tief beschämend und eines Kultur- landcs durchaus unwürdig. Millionäre wachsen wie Pilze aus der Erde, in wenigen Händen ballen sich Reichtümer zusammen, das Volk mutz dem Moloch Militarismus opfern, cS wird aus- gepreßt wie eine Zitrone, aber für die Volksschule ist kein Geld da. Das ist dcutsch-prcußische Kultur. führen, d. h. die Arbeitslosenversicherung ohne längeres Harren auf den Staat zu errichten. Ter Magistrat warf zwar die Summe neuerdings ans, doch abermals mit der Bedingung, daß der Staat den gleichen Zuschuß leistet. Damit ist die Sache wieder auf dem toten Punkt angelangt. Bei diesem anmutige» Frage- und Antwortspiel erreichen die Ar- bcitslosen nichts, aber es gefällt den freisinnigen Stadtvälerm weil sie dabei eine schöne Ausrede dafüt finden, nichts tun zu müssen. Schubvorschriftcn— mit Ausnahmen. Der Betrieb in Zinkhütten und ZinkerzrSstereien ist außer- ordentlich gesundheitsschädlich. Unterm 13. Dezember 1912 hat der Bundesrat nun auf Grund des§ 20 der Gewerbeordnung neue Vor- schritten erlassen, die gcfahrcnvorbcugend wirken sollen. Sic regeln in der Hauptsache die Bctricbscinrichtungcn und den technischen Ar» bcitsprozeß nach hygienischen Gesichtspunkten. Die Verhinderung von Staubentwickelung und die Entfernung von Staub, ferner gute Ventilation, sowie Besorgung reinen Trinkwassers sind dabei die Hauptpunkte. Schließlich wird vorgeschrieben, daß die den Testil- lationsröhrcn entweichenden Gase, Dämpfe usw. unmittelbar an der Austrittspforte abgefangen und ins Freie geleitet werden. Räum- aschc darf nicht mehr im Hüttenraum gezogen werden; sie ist durch unterirdische Kanäle zu entfernen. Verboten ist die Beschäftigung jugendlicher und weiblicher Personen in allen Destillationsbctrieben sowie bei dem Fortschcksfen der Räuinasche und dem Zubringen von Material an die Oese».— Aber— schon aber— Jugendliche zwischen Iß bis 18 Jahren dürfen in den Testillationsbetrieben beschäs- tigt werden, wenn ein Arzt bescheinigt, daß der körperlichen Eni- Wickelung der Jugendlichen dadurch kein Schaden drohe. Welcher Arzt könnte mit gutem Gewissen die Gefahr von Schädigungen leugnen? Und doch werden sehr viele Erlaubnisscheine ausgestellt werden.— Weiter fordern die Vorschriften das Vorhandensein von Wasch-, Bade- und Ankleideräumc, getrennt von einem Spciseraum. Ein von der Verwaltungsbehörde bestimmter Arzt soll den Gesund- hcitszustand der Arbeiter überivachcu. lieber dessen Befunde müssen Register geführt werden. Nahrungsinittel dürfen in die Arbeits- räume eingebracht werden; die Einnahme von Mahlzeiten ist nur im Spciseraum statthaft, der wieder nur nach vorheriger Reinigung der Hände und des Gesichts betreten werden darf. Tie Vorschriften würden eine Verbesserung darstellen, wenn, ja wenn nicht auch hier wieder die berühmten Ausnahmen der Reform das Beste zu nehmen drohten. Tie neuen Vorschriften sollen am 1. Januar 1913 Ncchtswirksaiutcit erlangen. Tie höhere Verwal- tungsbchörde kann jedoch gestatten, daß dort, wo bisher Arbeite- rinnen beschäftigt wurden, deren Weiterbeschäftigung bis zum 1. Januar 1929 ausgedehnt werde. Und was die technischen Vor- schriftcn über das Abfangen der Räuinasche anlangt, können Aus- nahmen sogar bis 1922 erfolgen. Ein guter Teil der Vorschriften wird für viele Betriebe anders nichts bedeuten, als bedrucktes Papier. In der Sozialpolitik überstürzt man sich nicht, mit dem Gesundheitsschutz der gewerblichen Arbeiter; die Rücksicht auf das Kapital gebietet Rücksichtslosigkeit gegenüber den Proletariern» Tic Arbeitslosenversicherung in Nürnberg abermals gescheitert. In den vier Jahren, seitdem im Nürnberger Rathaus die Sozialdemokraten eingezogen sind, haben diese sich fortgesetzt bemüht, die Einführung der Arbeitslosenversicherung durchzusetzen. Es war auch schon einmal ein Ortsstatut ausgearbeitet, das eine auf dem Genter und Berner System aufgebaute Versicherung vorsah; als es aber zur entscheidenden Beratung kam, wurde die Einführung der Arbeitslosenversicherung überhaupt abgelehnt. Im vorigen Jahre gelang es endlich unseren Genossen, daß für diesen Zweck in den Etat 39 990 M. eingesetzt wurden, doch knüpfte die freisinnige Mehrheit an den Beschluß die Bedingung, daß der Staat die gleiche Summe als Zuschuß leiste. Nachdem der Landtag crllärte, die Gemeinden müßten vorangehen, damit inan erkennen könne, ivelche Summen notwawig sind, wurde der Antrag wieder eingezogen. Bei den EtatbcratuMcn für 1913 beantragten unsere Genosse», die 30 006 SS) wieder einZuschcn ußi» aiid) Weyi Zweck wirft ich zuzu- Spuk. In der christlich firmierten Presse wird forigcsetzt die zwangs- tveise Erziehung zur Frömmigkeit als bestes Mittel zur Steigerung der Geburten enrpfohleu. Die katholischen Organe reklamieren dabei für den Katholizismus den Vorzug. Das ist ein großer Humbug. Der Grad der Kirchengläubigkeit spielt eine weniger große Rolle als die höhere oder niedere Kultur. Die höchsten Geburtenziffern findet man bei den kulturell rückständigsten Völkern.. In Deutschland fft übrigens die Geburtenhäufigkeit größer als wie im katholischen Belgien. Sie steht bei uns nicht weit hinter der im katholischen Oesterreich und Italien zurück. Und im katholischen Frankreich ist der Gedanke, die Zahl der Geburten zu. beschränken, am erfolg- reichsten unter der klerikalen Herrschaft in die Tat umgesetzt worden. Tic nachfolgende Uebcrsicht der Lebendgeburten pro 1990 Einwohner beweist das. Es ergeben sich folgende Ziffern: 1871/80 1909 Rückgang Deutschland.... 39,1 31,0 8.1 Belgien..... 32,3 24,9 7,4 Frankreich..... 25,4 19,6 5,8 Oesterreich..... 39,0 33,6 5.4 Italien...... 36,9 32,4 4,6 Wenn nun Deutschland auch mit der größten Geburtenveruiinde- rung in der Statistik erscheint, dann kann man doch nicht für die katholischen Länder ein besonders günstigeres Resultat herausfinden, wenn man der Ansicht sein sollte, daß die größte Geburtenhäufigkeit das erstrebenswerteste Ziel sei. Der Pfaffe als Förderer der Frucht- barkcit ist ein Spuk, den im» bannen muh. Wo er herrscht, ver» armt das Land sind die KiHpcrstcrblichkeit steht in höchster Blüte. Aus solche Kultur soll man verzichten, anstatt dessen Bedingungen! für die Geburt gesunder Kinder und deren Heranwachsen zu g«» sundcn, lebensfrohen, sclbsibewußtcii Menschen schassen. fim der frauenbewe�ung. Mutterschaft. M u t t e r s eb a f t. Ein Sammelwerk für die Probleme des Weibes als Mutter. Herausgegeben in Verbindung mit zweiuud- fünfzig Mitarbeitern von Adele Schreiber., X X I V, 822 Seiten Groß-Ottav, mit 371 Abbildungen, Preis 26 M., gebunden 25 M. Verlag Albert Langen, München.) Mutterschaft— ein Profile m. Für naive instinktiv empfindende Geschlechter bildete die Mutterschaft kein Problem. Welche Fülle von Fragen stürmt aber heute ein auf den, der die Mutterschaft als Jndividualerlcbnis und Sozialsunktion begreifen will. Eine Klärung und Lösung dieser Fragen ist unmöglich ohne die Untersilchliiig, wann und warum die Mutterschaft ein Problem werden tonnte und mußte. Nicht gc- nügt die Antwort Adele Schreibers(im Vorwort des Sammel» lvcrkes), daß uns Menschen des 29. Jahrhunderts der Trieb innc- wohne, zu ergründen, zu zergliedern und aufzudecken. Auch den Menschen früherer Zeiten eignete dieser Trieb; nur fanden sie Genüge in religiösem Schauen und Anbeten, toeil es für sie gar nichts zu zergliedern gab. Erst der moderne Großkapitalismus, der die gchciligsten(natürlichen und traditionellen) Werte zerstörte, hat für das Mutter ivcrden und-sein Gefahren physiologischer und seelischer Art geschaffen, die die Frage nach dem Zweck und der besten Erfüllung der Mutterschaft aufdrängen. Nur wer diesen engen Zusammenhang zwischen allgemeiner sozialer Entwickelung und der Franc»-»ud Muttersürsorge nicht aus deil Augen ver- liert, wird vor falschen Fragestellungen bewahrt. Die Probleme der Frau und der Ehe sind nicht zu lösen, che das Problem der Arbeits- und Besitzperteilung gelöst. Daher müht sich die in dem Boden sozialer Erkenntnis fest wurzelnde proletarische Frauenbewegung nicht üm eine theoretische Lösung der Ehereform ab, sondern um die praktische Durchführung der Arbeitsreform. Lily Braun irrt, wenn sie von einer neuen allgemeinen Fraucnbclvegnng träumt, die bürgerliche und proletarische Frauen vereinen wird, und Adele Schreiber irrt, ivcnu für sie in der Mutterschaft die Ströme der bürgerlichen und der proletarischen Frauenbeivegung zusammen- ftictzciij Eine Einigung aus die«eigcnllichen und tiefsten Fragen öer neuen Frauenbewegung" kann für die Prok�taricrin erst dann cinlrcten, wenn das ihr wichtigere und das objektiv umfassendere Arbcitsproblein gelöst ist. Eine große Zahl von Aufsäßen aus dem vorliegenden Sammel- Werk„Mutterschaft" köuncn als Belege für unsere Auffassung dienen. Sie sprechen von den Nöten, die heute die Besitzlosen an materiellen und kulturellen Gütern durch die Mutterschaft erleiden müssen. 'Allerdings sind es keine neuen Erkenntnisse und Daten, die in dem Buche mitgeteilt werden. Der Mangel aller Sammelwerke macht sich auch bei dem vor- liegenden deutlich bemerkbar. Die Kürze des dem einzelnen Ver- fosser zur Verfügung stehenden Raumes erlaubt keine eingehende Erörterung seines Teilproblems.(Professor Josef Kohler handelt f.. B. das�Theum:„Die Mutter im Rechte der Völker" auf einem Dutzend Seiten ab.) Die Behandlung ähnlicher Fragen von der- schiedenen Mitarbeitern führt zu vielfachen Wiederholungen der gleichen Tatsachen. Dafür klafft dann die Beurteilung derselben Daten um so mehr auseinander. Die einzelnen Aufsätze sollten die Gesamtheit des Problems „Mutterschaft" umspannen. Eine Kritik ihrer Ansichten im ein- zclnen ist natürlich an dieser Stelle unmöglich. Wir müssen uns darauf beschränken, kurz den Inhalt des GcsamtwerkeS zu skizzieren. Eine Reihe von Artikeln beschäftigt sich mit der Phhsiologie, Psycho- logie und Pathologie der Murlerschaft. Sozialhistorische Fragen werde» in Aufsätzen über Mutter in Sitte, Brauch und im Recht der Völker skizziert. Müller-Lyer gibt einen Auszug seiner Sozio- logie der Ehe. Der sexuellen Erziehung sind weitere Aufsätze ge- widmet; die von Hedwig Bleuler-Waser ragen durch feinsinnige Bemerkungen hervor. Der größte Teil des Werkes ist Aufsätzen über die Gefährdung der Mutterschaft durch die Erwcrbsarbcit und die bisherigen caritativcn, privaten und gesetzlichen Sclmtz- und Hilfsmaßnahmen gewidmet, lieber die gesetzliche Stellung der Mutter in den einzelnen Ländern unterrichten Beiträge von Mit- arbcitcrn aus den meisten Kulturstaaten. Weitere Aufsätze ver- suchen Entwickelungstendcnzcn neuer Ehe- flnd Moralformcn zu zeichnen. Professor Silbergleit berichtet über die- Mutterschafts- siatistik. Skizzen über die Mutter in der Religion, bildenden Kunst, Karikatur und Dichtung bilden den Beschluß des Werkes. Das ganze Werk hat den Wert einer Sammlung von Zeit- schriftcnaufsätzen. Diese Art von Büchcrproduktion ist ja jetzt sehr beliebt. Sie ist gleich bequem für Autoren und Leser. Aber mehr als Bequemlichkeit kommt dem Werke auch an Wert nicht zu. Als einem Nachschlagewerk wird man gelegentlich dazu greifen. Der Verlag hat es noch dadurch geschmackvoller zu gestalten gesucht, daß er es mit einer Unzahl von guten Abbildungen versehen hat. Im Zusammenhang zum Text stehen diese Reproduktionen nur bei den Aufsätzen über Sitte und Gebrauch in der Mutterschaft. Gericbts- Leitung. Ein mißlungener Vorstoß gegen das Bcreinsgcsetz. Anläßlich der letzten Maifeier fand im Kampmeierschen Saal in Herne ein Konzert mit Gesangsvorträgen statt. Als die Polizei zur Ucbcrwachung erschien, forderte Genosse Bendlcr sie zur Lösung einer Karte oder zum Verlassen dcö Saales auf. Es erfolgte ein Strafmandat. Das Schöffengericht Herne erkannte indes auf Frei- sprechung. Der Amtsanwalt legte Berufung ein. Er versuchte, das Recht der Anwesenheit der Beamten mit folgender wunderlichen De- duktion zu begründen:„Nach den bisherigen Auslegungen werde eine vereinigte Personenmchrhcit, welche auf gemeinsamen bewußten Zwecken beruhe, als Versammlung erachtet. Die Maifeier sei in der Hauptsache die Kundgebung einer Parteis die auf Abänderung der sozialen Zustände abzielt. Die Teilnehmer bekunden damit ihre Zugehörigkeit zur Partei. Die Veranstaltungen an sich seien nur Mittel zum Zweck." Das Landgericht Bochum erkannte indes gleichfalls auf Frei- sprechung. Zum Begriff der Versammlung, hieß es in den Grün- den, reicht das Zusammenwirken einer Anzahl Personen zu be- stimmten Zwecken nicht aus, sondern es müßten auch wirklich poli- tische Angelegenheiten erörtert, beraten und besprochen worden sein. Hat die Polizei wirklich leine besseren Aufgaben, als Jagd auf Konzerte für Arbeiter zu machen? Ucvertretung des Kinderschuiigesetzes. Die Inhaberin einer der Klnnahmeftlialen der chemischen Wasch- uiid Ncinigungsanstalt Engelhardt zu Berlin war wegen Uebertrctung des Kinderschutzgesetzes bestraft worden, weil sie bei Beschäftigung eines Knaben mit dem Austragen an die Kunden die Vorschriften des Gesetzes nicht beachtet hatte, die Beschäftigung vor Vollendung des 12. Lebensjahres und ohne Arbeitskarte ver- bieten. Herr Koch, der alleinige Inhaber der Firma, wurde zu- gleich wegen Ucbertretung des Kinderschutzgesetzes in Verbindung mit§ 151 der Gewerbeordnung verurteilt. Das Landgericht nahm an, daß er neben der Filialinhaberin gemäß 8 151 der Gewerbe- ordnung strafrechtlich hafte, weil er es an der ihm möglichen Kon- trolle und Aufsicht habe fehlen lassen. Allerdings habe er Aus- züge der Kinderschutzvorschriften angefertigt und sie bei seinen Filialinhaberinncn zirkulieren lassen: Er habe sich aber nicht weiter um die von den'FilialinhaberiMen beschäftigten Persönlich- leiten gekümmert. Das hätte er aber ftin müssen. Zum mindesten hätte er prüfen müssen, ob die Filialinhaberinnen die Vorschriften, die er bei ihnen zirkulieren ließ, auch verständen. Er hätte auch kontrollieren müssen, ob sie sie befolgten. Das wäre ihm. wenn es auch über 30 Filialen in Groß-Berlin seien, bis zu einem gewissen Grade möglich gewesen. Da er außer der Zirkulation der Bestim- mungen nichts nach dieser Richtung unternommen habe, so hafte er nach Z 151 der Gewerbeordnung mit. Das Kammergericht als Nevisionsinstanz verwarf dieser Tage die Revision des Herrn Koch�_ Zur Reform des Jrrenrechts. Der Zahntechniker Bagcnda führte in den Jahren 1906 bis 1908 einen'Ehescheidungsprozeß, in welchem sich beide Teile des Ehebruchs beschuldigten. In diesem Prozeß wurde der Ehemann in weitere Streitigkeiten mit den an dem Prozeß beteiligten Personen ver- wickelt, die ihn dazu zwangen, zahlreiche Eingaben an die Gerichts- und Verwaltungsbehörden zu richten. Eine dieser Eingaben landte der Erste Staatsanwalt beim Landgericht I im November 1010 mit folgendem Anschreiben an den Polizeipräsidenten in Berlin:„Zur Ermittelung, ob Bagenda nicht den Eindruck eines geisteskranken Menschen macht und Gründe vorhanden sind, die seine Entmundi- aung im öffentlichen Interesse liegend erscheinen lassen. Sind Um- stände vorhanden, die für Gemeingefährlichkeit sprechen? Nach den vorliegenden Alien hat er sich durch zahlreiche Eingaben bei den Behörden lästig gemacht. Hebt er seinen Beruf als Zahntechniker aus, sind in dieser Beziehung Klagen über ihn laut geworden?"— Am 17. November wuvde B. von einem Schutzmann von seiner Ar- dcitsstätte weggeholt und zur Polizeiwache sistiert. Er wurde dann trotz seines Widerspruchs längere Zeit auf der Polizeiwache behalten, bis der zuständige Kreisarzt Dr. Lindemann erschien. Nach kurzer Unterredung erklärte der Kreisarzt Bagenda für gemeingefährlich acisteskrank und feine Untexbringuna in eine Irrenanstalt für not- wendig. In dem Attest führte der Kreisarzt aus:„Auf Grund der Alten und der Untersuchung erachte ich, daß Johann Bagenda an Boeinträchtigungsidcen leidet und ein Querulant ärgster Art ist, r-a derselbe mit feinen unklaren und oft beleidigenden Schreiben fort- dauernd die bockstten Behörden belästigt und— wie die heutige Unter- suchung ergab— auch künftig belästigen würde. Ich erachte deshalb, daß er wegen mit Wahnideen und Beeinträchtigungsideen ver- bundener Geistesstörung, die als gemeingefährlich zu erklären ist chSchwachichu� ejncx JrxengMalt Äermejew Verden muß. Sm dieses Aticst hin wurde B. noch am selben Tage nach der Irren- anstalt Herzberge überführt. Im Anschluß hieran stellte die zu- ständige Staatsanwaltschaft, um eine gerichtliche Bestätigung der polizeilichen Maßnahme zu erlangen, den Antrag auf Entmündigung des B.— Nach Anhörung des Oberarztes Dr. Otto-Hcrzberge und des Medizinalrates Dr. Stoermcr, welche B. für quernlantenwahn- sinnig erklärten, wurde von dem Amtsgericht Berlin-Mitte im Scp- tciiibcr v. I. die Entmündigling ausgesprochen. Der Bruder, die Tochter und andere Verwandte, sowie der Inhaber des zahntcchni- schen Instituts, bei dem B. bis zu seiner Jniernierung beschäftigt war, stellten mehrfach Anträge auf Entlassung, die sämtlich ohne weiteres abgelehnt wurden. Nachdem sich B. zieiiilkb 2 Jahre in der Irrenanstalt befunden Halle, erhob Rechtsanwalt Dr. Ehrcnfried für Bagenda beim Bc- zirksausschuß die Klage auf Aufhebung der polizeilichen Verfügung. In der Klage wurde geltend gemacht, der Kläger sei in feinem Fach gewandt und zuverläsfig, die Schuld an dem Zerwürfnis sei der Ehefrau beizumessen. Ferner seien auch die Begriffe„gemein- gefährlich" und„geisteskrank im sozialem Sinne" Rechtsbegriffe. Die Anwendung dieser Rechtsbegriffe sei nicht Sache der Aerztc, deren Ermessen auf körperliche Eigenschaften und das mit diesen im Zusammenhang stehende Seelenleben beschränkt fei.— Nach Einforderung der Entmündigungsakten hob der Bezirksausschuß die polizeiliche Verfügung auf. Das Urteil beruht auf der Erwägung, daß der von den Aerzten angenoickmene Ouerulanlcnwahnsinn keinen Jntcrnicrungsgrund darstelle. Eine„Gemeingefährlichkeit" liege nicht überall schon da vor, wo irgendwelche Störungen der öffent- lichen Ordnung zu befürchten seien. Dieser Begriff setzt vielmehr voraus,'daß durch die Entlassung eines im Verdacht der Geisteskrank- hcit stehenden Menschen Leben und Gesundheit von Personen ge- fährdet sein müßten. Letzteres sei aber bei B. nach keiner Richtung hin anzunehmen.— Die Koste» des gesamten Verfahrens wurden dem.Polizeipräsidenten zu Berlin auferlegt. Mit Rücksicht aus dieses inzwischen rechtskräftig gewordene Urteil wurde B. am 16. Dezember d. I. nach 25monatiger Jnter- nierung aus der Irrenanstalt entlassen und hat seine Berufstätigkeit zur vollsten Zufriedenheit seines Arbeitgebers wieder aufgenommen. Der Fall lehrt, daß das bestehende geheime schriftliche Kreis- arztshstem bei der Reform des Jnternierungsweseiis unbedingt be- scitigt und durch ein öffentliches mündliches Gerichtsverfahren unter Mitwirkung von Laien ersetzt werden muß. Die Leichtigkeit, mit der von manchen Aerzten Gemeingefährlichkeit angenommen wird, ist geradezu gemeingefährlich'. Wir«rinnern an jenen Fall aus dem Jahre 1898, in dem der Potizeiarzt.gemeingefährliche Verrücktheit" angenommen hatte— weil der Mann sich über ihm widerfahrene Pvlizeimißhandlungen bei Idem Polizeilcutnant beschwert hatte, Bon der Weihnachtsstimmung schien eine Gerichtsverhandlung erfüllt zu sein, welche gestern bor der 1. Strafkammer des Landgerichts I stattfand. Aus der Unter- suchungshaft wurde'der schon mehrfach vorbestrafte Händler Herr- mann Adolph vorgeführt, der beschuldigt wurde, unter Mitwirkung eines'Unermittelt gebliebenen Sdniljungen einen Handwagen gestohlen haben. Zwischen dem Angeklagten, der schon wiederholt im Gefängnis und in der Irrenanstalt gesessen hatte, und dem Vorsitzenden entwickelte sich folgender Dialog. Vorsitzender: Na, geben Sie zu, mit dem Jungen zusammen den Diebstahl verübt zu haben? Angeklagter: Nee, hoher Herr Gerichtshof, det stimmt nich! Wenn ick schon mal den Entschluß jesaßt habe, een Ding zu drehen, denn mach ick det allecnc, dazu brauch ick doch keenen Jungen nich. Vorsitzender: Na, sind Sie denn nichichuldig? oder wollen Sie wieder sagen,'daß Sie geisteskrank sind? Angeklagter: So janz richtig bin ick ja nich aber mit den 8 61 will ick nischt mehr zu dhun haben, denn wäre ick ja ruhig in de Anstalt jebliebcn. Schuldig bin ick ja, aber sehn se doch mal zu,'det sei een biscken niedriger machen. Ick bin ja schon alt, wenn denn det Asthma kommt, denn is es ja sowieso zappen dufter mit mir. Machen set man recht billig, et iS ja bald Weihnachten un mir können fe ja doch mal ne klcene Freude be» reiten! Das Bricht entsprach auch dieser„Weihnachtsbitte" und er- kannte auf 9 Monate Gefängnis, die aber durch die erlitten« Unter- suchungshaft als verbüßt erachtet wurden. Mit freudestrahlendem Gesicht machte der Angeklagte dann einen linkischen Kratzfuß und ließ sich wieder in die Zelle zurückführen, die er nun bald verlassen konnte, nachdem er noch dem Gerichtshof freundlich nickend„Fröh- liche Weihnachten" gewünscht hatte. ManSfelder Bramtenwirtschaft. Der Redakteur Theodor Wagner hatte in der„Bergarbeiter- zeitung" vom 2i. September 1911 einen Artikel:„Mansfelder Beamtenwirtschaft" veröffentlicht. Durch ihn fühlten sich vier namentlich genannte Steiger beleidigt und klagten. Es wurde ihnen vorgeworfen, Arbeiter auf Kosten der Mansfelder Gewerkschaft für sich im eigenen Interesse verwandt und Materialien sich angeeignet zu haben. Wagner wurde von den Eislebener Gerichten in einem Falle freigesprochen, da ihm§ 193 zugute kam. In einem anderen Falle erfolgte Verurteilung. Jetzt nun klagten die Steiger Göttc und Vechtel zu Hettstedt gegen Wagner. Das Hettstcdter Schöffen- gericht verhängte wohl 200 M. Strafe, die Eislebener Strafkammer sprach jedoch jetzt Wagnvr frei, weil ihm der Wahrheitsbeweis völlig geglückt war._ Ei» Kindcrschänber im Priesterrock stand»n der Person des Pfarrers Johann Späth von Herrnsdorf vor 'der Bamberger Strafkammer unter der Anklage, sich wiederholt gegen§8 174 und 176 des Reichsstrafgesetzbuches vergangen zu haben. Die Straftaten hat der 58 Jahre alte Angeklagte an sonn- tagsschulpflichtigen Mädchen verübt, die bei ihm die Christenlehre be- suchten und im Pfarrhof beschäftigt wurden. Er gab die ihm zur Last gelegten Handlungen ohne weiteres zu, erklärte sich aber selbst für unzurechnungsfähig: es sei ihm nicht zum Bewußtsein ge- kommen, daß er etwas Strafbares'beging. Ehe er im August ver- haftet wurde, machte er den Versuch, in einem Kloster an der holländischen Grenze zu verschwinden, er wurde jedoch nicht aufge- nommen. Die Gutachten der Sachverständigen gingen auseinander. Nach dem einen ist er seit Jahren derart schwachsinnig, daß er nicht mehr fähig ist, Versuchungen zu widerstehen, die anderen erklärten zwar ethische Defekts für vorhanden, doch sei bei dem�Angeklagten me fteie Willensbestimmung nicht ausgeschlossen. Es mag sein, daß der Mann nicht normal ist. Dafür sprachen auch viele absonderliche Gewohnheiten, die seit längerer Zeit an ihm beobachtet wurden. Tann aber ist es höchst verwunderlich, daß ein Schwachsinniger und Unzurechnungsfähiger so viele Jahre als Geistlicher und noch dazu als Jugendcrzieher amtieren konnte. Das Gericht bejahte die Zu- rechnungSfähigkeit des Angeklagten und verurteilte ihn zu acht Monaten Gefängnis.___ eingegangene Dnichrcbnftcn. Universal-Bibliothek. 5481/82. Harem. Bilder oii? dem für- tischen Frauenleben. Von Demetra Baka.— 5483. Die ZlHnengalerie. Lustlpiel von L. W. Stein und L. Heller.— 5484 Prinzeß Bniiiniclche». Von T. v. Dorn.— 5485. Der Bürger als Gdelinanii. Luiilpiel von Molisre.— 5487/88. Schatten des Schlachtfeldes. Roman von S. Jensen.— 5489/90. Eine Untersuchung über den menschlichen Berftaud. Von D. Humc. Einzeln, geh. 20 Pf. PH. Reclam. Leipzig. Voltsgesundheit und Bodenreform. Von Prof. Dr. H. ftrast. 50 Pf..Bodenresorm', Berlin, Lesfingstr. ll. Heimat Welt. Dichtungen von Alfons Pehold. Karl Henckel ge- widmet.(Seb. 1,20 Kr. Verlag der Wiener VoltSbuchhandlung, Wien VI. Deutsche Rundschau für Geographie. Heft 4. Herausgegeben von Pros. Dr. H. Hassinacr. A. Hartlebens Verlag in Wien. Jährlich 12 Hefte zu 1.15 M Winterture». Von Dr. W. Hotz. 50 Pf.— Finkenmühler Jahr- buch 1913. 50 Pf.— Licht, Lust und Wasicr und deren Wirkung aus de» menschlichen Körper. Von Dr. W. Hotz. 50 Pi.„Gesundes Leben". Mellenbach i. Th.- Tie Beseitigung ausländischer Ehehindernisse in llngariu Von Dr. E. Gerö. 1 Kr. Selbstverlag in Budapest VII., Räkoci-ut 63. Jndustriebcamteil-Dascheiibnch 1913. 1,50 M. Jndustricbeamten» Verlag. Berlin. Zinna Pawlowa. Zum Gastspiel der Tänzerin. 2 M. B. Casstrer, Berlin._ WasserstandS-Nachrichtc» der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetlerbureaa ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.') Unterpegel.•) schwaches Treibeis. ßnefkaften der Expedition. Patienlen in Beelitz, Buch und anderen Heilstätten. Dlelenlgen unserer Abonnenten, die noch während des ganze» nächsten Monats in der Hcilstäite bleiben, wollen uns wegen der Ueveiweisung von Frei- cxe.nplaren iosori ihre Adresse einsenden, da bei verspäleier Bestellung dte ersten Nummern»es neue» Monats von der Post nicht geliefert weiden. Alle Adresse» müsse» jeden Monat neu eingeiandt werden, Berliner Landpachtgenossenschaft. Eingetragene Gcnosseuschafr mit beschränkter Haft. .Alillvi». Hllanx am 30. Jnnl 1918. Pasulva. Konto: Geichäslsuntosten.. Mitgliederguthaben. Rcjervesonds...... Aus neue Rechnung übernommen..... 2821,05 580,— 53,— 62,85 Konto: Pacht...... 2932,'iS „ Kaution..... 350.— Einichreibcgcld... 13,50 Zinsen..... 7,50 Kasscnbestaiid....., 203,65 3506)90 3506,90 Mitgliederbestand 58. Eingetreten 27. Ausgi schieden keiner. Hast» suirune der Mitglieder 1160 M, llei- Voi'nlantl. Berliner I,amipacht|£eiio»tien«>chaft. Eingetragene Eenossenschast mit beschränkter Hast. (8.'Bottiche t. van Hooren, XNirKelX Michel-Vertrieb Tel.: 1610. fiCUkÖllD, KNtstbtckjK. W. Winterpreise bis 28. Februar 1913: Salonbriketts pr. 1000 Stück, Riesentormat 7", M. 8.90. Industrie-Halbstein-Briketts.... m. 0.85 pro i Zentner Oberschiesische Steinkohlen Nuß n. m. 1.65..-.. 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Walter), Badstr. 16: Satirisch-Ketterer übend unter Leitung dos Herrn Max Eaurence, Ober- Regisieur vom Trianon-Theatcr, sowie unter Mitwirkung allererster b'räfte. Nach der rat«i n w Herren, welche daran teilnehmen, Vorstellung: zahlen 50 Pf. nach. ErölTnung O Uhr. X Anfang 7 Uhr. X Eintritt 40 Pf. Billetts für Mitglieder sind zu haben bei: Hoffmann, Swinemünder Straße 47; Henckel, Stralsunder Str. 17; Schade, Kösliner Straße 9; Bär, Badstr. 44; und Pose, Koloniestr. 15. 235/1* Das Komitee. Zirkus Busch. An all. 3 Weihnachtsfeiertagen: 2|r.CaIa-FestTorsteIliiiiien2 Nachm. 31/, Uhr, abds. 71/> Uhr. Nachm. zahl. Kinder unter 10 Jahr. auf allen Sitzplätzen die Hälfte. In beiden Vorstellungen: Der Aeroplan im Zirkus. Tbe 3 Stewarts. Der kleine indische CmüiinO Däumling nöllldUII. 99 Abends 7'/, Uhr: Sevilla" Sahary-Djeli La„Mystörieuse". 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Feiertag(25.'u. 26. Dezember) Der Weihnachtssclmiaus beim Sheriff Weibnachten im Wilden Westen. Zin Abenteuer in der Eisenbahn. Humoreske.— Im Puppenreich. �Humoristisches Weihnachtsbild.— Die Musik kommt. Tonbil.d Der Lohn für seine gute Tat. Lebensbild aus dem Amerikanischen. — Oesterreichcische Artillerie in Bosnien. Aktnello Manöver- Auf- n ahmen— Ueberrasohungan des Meeres. Humoreske. |j�- Xeue Wochenftbersicht.-Wll Am 27. Dezember(3. Feiertag) und tolgende Tage: Heues Programm. Charlottenbnrg, Katscp-Friedricbstr. 34. GroBea« Festball i 2. und Z. Feiertay: ij in beiden Sälen.— Anfang 4 Uhr. j Wirtsbaus in mn Stadtbahnbögen (Bahnh. Börse) Spamlauer Brücke(Bahnh. Börse) FriiliMtilck-, Hittag-«». AbentlflNeh zu zivilen Frei»ie».— Answrlumk» r�clclitssiyei- Klerc. WäitCr Seyriüö!.rüher feichshallen, jetzt noch KAnzarthaus„zum Hofjäger'1. 1 ."Sf ÄIÄ rÄ yraehbälen des ßsfeus! t Fi antsurter'Allee 151/52 InH. 0. Granz. Frankfurter Allee 151)52 j| M"" te'Ä'Ä" Gv. Rüustler-Jionzert.!W! Attraktion genannt die o Kanonen. Anfau, 4 lUiv.! �Am� Feiertag schneidige Bass,» im weißen �vaale: �« R T?«» Z IL-- mufif-- i Llnsanq 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. D Avis! Am 31. Dezember; Großer SilTesfer-Ball..> "'* Ansang 8 Uhr. Um 12 Uhr: Grosse Festpolonäse. � Reiehhultige Tlittags- and Abendkarte. Am 31, Oezbi.: Gr, Silvesfsr-Feier im Resfaurant,»> Bitte um rechtzeitige Bestellung der Tische.» die am Büfett entgegeugenomnien»vird.— � iAck! ' w VW» V WM WWW'srvr'zrmrt- rxw&'fjw e» VR vttMlvprtMer JteJaJtcuc; Wred üSieiM« SieiiMu. Lüx üeik Snieratenteit vergnllv.; Th.Gl»ckr.BeUl«. Krück».iLertas: BorwärlH ivuchdruckerei u. Äerlagvanjlait$aiil»uigtzr"U. uo., AerUn SM Hr. 301. 29. ZMgang. Die Säligüngsiterbüchkeit in Gliarlottcnburg im Sommer 1011. I», auftrage des Charlottenburger Magistrats ist eine Schrift unter obigem Titel erschienen, in der herdorgehoben wird, daß in den besonders heißen Sommermonaten 1911 Charlottenburg von allen deutschen Großstädten die niedrigste Säug- l i n g s st e r b l i ch k e i t gehabt hat und es tvird dann geschildert, welchen Maßnahmen und Umständen in Charlottenburg dieser günstige Stand zu verdanlen war. Das frühzeitige Hinsterben der neugeborenen Kinder hat der- schiedeue Ursachen. Bald nach seiner Geburt ist ein Kind recht wenig widerstandsfähig und geht leicht durch schädliche Einwirkungen zu- gründe. Aber seine Widerstandsfähigkeit wächst von Tag zu Tag, von Monat zu Monat. Die Gefährdung seines Lebens nimmt daher von seiner Geburt an in diesem Verhältnis ab. Solcher Gefährdungen gibt eS verschiedene. Zunächst unrichtige Ernährung. Die einzig richtige Ernährung eines Kindes ist von seiner Geburt an die Muttermilch, überhaupt Frauenmilch, die auch nicht durch die beste Kuh- oder Ziegenmilch, geschweige denn durch Kindermehl oder andere Surrogate ohne Schaden für das Kind ersetzt werden kann. Es gelingt wohl manchmal, ein Neugeborenes unter sonst günstigen Verhältnissen und bei großer Sorgfalt auch mit Kuh- oder Ziegenmilch aufzuziehen, aber ein solches Kind bleibt meist zeitlebens schwächlich. Eine kräftige Entwickelung des heran- wachsenden Menschen erfordert die mütterliche Brust, und zwar nicht nur für einige Wochen, sondern möglichst über ein Jahr hinaus, wenn sie auch in der letzten Zeit durch eine passende Neben- kost ergänzt werden kann. Die eigentümliche Wirkung der menschlichen Milch besteht darin, daß sie Schutz- stoffe gegen bestimmte menschliche Krankheiten enthält, die in der Kuhmilch und den anderen Milcharten nur in geringen Mengen enthalten sind. Allerdings sind diese Schutzstoffe auch in der Frauenmilch in verschiedener Menge vorhanden. In der Milch einer gesunden kräftige« Mutter mehr als in der einer schwächlichen und kränklichen. Aus diesem Grunde ist in Charlottenburg eine Vorernährung unbemittelter Schwangeren eingerichtet, in der diese einige Wochen vor ihrer Niederkunft, sowie nach dieser etwa noch sechs Wochen ein kräfttges Mittagessen erhalten, damit auch sie ihren Kindern eine gesunde Muttermilch bieten können. Sehr gefährlich ist Säuglinge» auch die s ch w ü l e H i tz e d e r S o m in e r in o n a t e Juli, August und September, die namentlich in wenig durchlüfteten von Menschen überfüllten Wohnungen im vierten und dritten Stockwerk drückend ist, zumal wenn diese Räume gleichzeitig als Koch- und Arbeitsräume benutzt werden. Hier werden dann auch vorher gesunde Kinder von einer Hitzestauung betroffen, der selbst kräftige Brustkinder erliegen können. So teilt Professor Dr. Bendix Seite 31 der Magistratsschrift folgendes Beispiel mit: „Charlotte M.. geb. 4. Juli 1911, Brustkind, erkrankte am 27. Juli ganz plötzlich in der Nacht an Krämpfen. Temperatur 43,1 Grad(!), Stuhl häufig, dünn. Wohnung 4 Treppen hoch gelegen, schätzungs- weise mindestens eine Temperatur von 39 Grad Celsius. 28. Juli Aufnahme in die Klinik, Temperatur 39,9, Kind benommen, Stuhl wässerig, gelb, schleimig, Urin leicht trübe, sauer, Eiweiß in Spuren, Gewicht 4939 Gramm. Diagnose: Hitzeschlag. Behandlung: nackt liegen lassen, kühle Körperwaschnngen, AbkühlungSbad. 29. Juli: Temperatur 37,9, Urin ohne Eiweiß. 31. Juli: geheilt ent lassen". Bei nicht au der Brust genährten Kinder sind in solchem Falle die Erkrankungen noch heftiger, der Körper verliert infolge der unrichtigen Ernährung völlig das Vermögen der Wärmeregulierung und die Kinder erliegen oft in großer Zahl den Folgen solcher Hitzestanungen. Daher ist die Säuglingssterblichkeit in den drei Sommermonaten oft größer, als in den neun übrigen Monaten zu- sammen. Diese durch unrichtige Ernährung und die Hitze der Sommer- monate entstehende Gefährdung des Lebens der Neugeborenen hat die Stadt Charlottenburg sich bemüht, durch die Errichtung von S ä u g l i n g S f ü r s o r g e st e l l e n zu verhüten, und Charlotten- bürg ist jetzt die Großstadt, die d i e n i e d r i g st e n Ziffern für die S o m m e r st e r b l i ch k e i t der Säuglinge in Deutschland zeigt. weil die Steigerung der Säuglings- fterblichleit 1911 gegenüber 1919 in Charlottenburg am gc- geringsten war. Es kamen nämlich in den Sommermonaten 1911 auf 199 Lebendgeborene nur 17,8 Sterbefälle vor, während in dem nächst niedrigste Sommersänglingssterblichkeit zeigenden Frankfurt a. M. in dieser Zeit 19,4 solcher Sterbefälle auf 190 Lebendgeborene vorkamen. Das ist immer ein lobenswerter Wettstreit. Auch ist Charlottenburg die deutsche Großstadt, die durch ihre h y g i e n i s ch e n M a ß n a h m e u den größten Prozentsatz der Säuglinge, nämlich 69.5 Prozent in die Gesundheitspflege dieser sechs Säuglingsfüriorgestellen herangezogen hat. In diesen bemühen sich erfahiene Kinderärzte und bewährte Pflegeschwestern den Müttern — verheirateten wie unverheirateten— das Verständstis für eine rationelle Behandlungsiveise der Kinder zur Erhaltung ihrer Ge- sundhcit, zur Vermeidung von Erlrankungen und in Erkraukungs- fällen ihnen die nötige Hilfe zur Beseitigung und Anleitung zur Ver- hütung solcher beizubringen und ihnen in jeder Weise nach Kräften beizustehen, und die Säuglingssürsorgestellen haben damit in den sechs Jahren ihres Bestehens die besten Erfolge und allgemeine Aiierkcnnufig gehabt. Allerdings haben sie auch viele Erkrankungen nicht verhüten können, weil sie keine Macht über die 1911 besonders starke Sommerhitze hatten i aber sie haben durch ihr Eingreifen doch eine große Anzahl Todesfälle verhüten lönneir und dadurch zu einer bedeutenden Verminderung der Sommerfterblichkeit beigetragen. Sie haben damit auch in den sechs Jahren ihres Bestehens einen wachsenden Anklang und Einfluß bei der Bevölkerniig gefunden, haben oft die Durchführung des Selbststillens erreicht oder ein zu frühes Absetzen der Kinder vo» der Brust verhütet, auch manchem armen Kinde. daS vo» seiner Mutter nicht genügend Milch bekommen konnte, doch die natürliche Nahrung dadurch verschafft, daß sie andere stillende Mütter vcranlaßten, jolchen 51indcrn von ihrem Ueberflujse abzugeben. Leider war die längere Befolgung der ärztlichen Ratschläge der Fürsorgestellen unehelichen Müttern in den letzten Monaten des ersten Lebensjahres ihres Kindes oft nicht mehr möglich, weil ihnen die m a t e r i e l l e n M i t t e l zu ihrer Durchführung fehlten. Ge- hören sie doch in ihrer große» Mehrzahl zu den ärmsten Schichten der Bevölkerung. 95,94 Proz. von ihnen haben noch nicht ein Ein- kommen von 999 M. im Jahre. 49 Proz. mußten aus diesem Grunde von vornherein trotz des Anratens der Fürsorgestellen vom Selbststillen absehen— von den ehelichen Müttern war dies nur bei 20 Proz. der Fall—; andere waren schon nach kurzer Zeit aus 4. Keillige to Jatiiiütlä" Mim MMM. Mittmch, 35. Dezember l9l3. 1 diesem Grunde gezwungen, das Selbststillen, wenn auch ungern, �wieder einzustellen, weil sie zum Erwerb des nötigen Lebensunter- Haltes ihre gewerbliche Arbeit, meist Fabrikarbeit, wieder aufnehmen mußten. Denn die Krankenunterstützung für Wöchnerinnen dauert selten länger als 6 Monate, und andere Hilfseinrichtungen versagen dann auch meist. Während daher nach der Tabelle IX der Magistratsschrift am 1. Dezember 1919 88,65 Prozent der ehelichen Mütter ihr Kind aus Veranlassung der Fürsorgestellen selbst stille» konnten und von diesen dies noch 16,63 Proz. über 3 Monate fortsetzen konnten, war dies am 1. Dezember 1911 nur 22,51 Prozent der unehelichen Mütter möglich und nach drei Monaten von diesen nur noch 8,81 Prozent!»lso zu beiden Terminen konnte von den unehelichen Müttern nur der halbe Anteil als von den ehelichen Müttern selbst stillen. Dafür starben aber auch nach der Tabelle IV von den Säuglingen der ehelichen Mütter auf 199 Lebendgeborene berechnet 1998 1999 1919 1911 11,97 19.65 19,16 12,25 dagegen von den Säuglingen der unehelichen Mütter 1998 1999 1919 1911 24,54 29,27 22,77 24,31 also etwa doppelt so viel uncheliche Kinder als eheliche. Wie das die Magiftratsschrist„eine hohe Stillhäufigkeit' nennen kann, bleibt un- berständlich. Denn gerade hieraus kann man wohl den Schluß ziehen, daß wenn von den unehelichen Kindern auch ein so großer Anteil von den Müttern hätte gestillt werden können, wie von den ehelichen, auch die Sterblichkeit der unehelichen Kinder nicht größer gewesen wäre. Gerade hier wäre ein tatkräftiges Eingreifen nötig und würde von gutem Erfolg sein; denn dann würden die Ratschläge der Fürsorgestellen besser befolgt werden können. Die anderwärts mit Erfolg durchgeführte und auch hier angeregte Errichtung von S t i l l st u b e n würde wohl dazu beilragen; aber die maßgebenden Fabrikbesitzer in Charlottenburg, die sonst so groß tun mit ihren Wohlfahrtscinrichiungen. lehnten die Errichtung solcher Stillstuben kurz ab, weil kein Bedürfnis dafür vorhanden sei. Wir haben schon oben auf den ungünstigen Einfluß hingewiesen, den überfüllte und daher meist auch unsaubere und ungesunde W o h n u n g e n auf die Gesundheit der darin Wohnenden und in erster Linie auf die Gesundheit der Sänglinge ausüben, die sie am meisten bedrohen. Die Magistratsschrift muß auch zugeben, daß in Städten oder Stadtanteilen mit ostener Bauweise die Sommersterblich- keit nicht die Höhe erreicht, wie in Straßen mit„fünfgeichössigen MietSkaserneil" Es wird auch angegeben, daß das neu errichtete WohiiungSaint 1919 556 Wohnungen mit 4119 Bewohnern als übervölkert bezeichnen mußte, in denen also 7,4 Personen auf je drei Wohnungsräume kamen, auch wenn man Küchen, Kammern und ähnliche Räumlichkeiten als Wohnungsräume rechnen wollte. Die Magistratsschrift bemerkt hierzu:„Wieviel Kinder im ersten Lebensjahre in solchen Behausungen damals und bei der letzten Volkszählung wohnten, wurde leider nicht ermittelt." Um so mehr ist es auch zu bedauern, daß in Charlottenburg noch in den letzten Jahren ganze lange Straßen in geschlossener Bauweise mit fast aus- schließlich fünfgeschössigen Mietskasernen und ebensolchen mit dem Rücken gegeneinanderstoßenden Seitenflügeln, die also nur unvoll- ständig zu lüften sind, errichtet werden konnten. Wir erinnern nur an die lange Kaiserin-Angusta-Allee, die Tauroggenerstraße, die neue Christstraße usw. So möge man wenigstens jetzt das Wohnungs- amt beaustragen, daß eS solchen engen, schlecht durchlüftbarcn Wohiiungen, wenn sie auch nur für Arbeiter bestimmt sind, be- sonders ihr Augenmerk schenkt. Man darf sich nicht damit zufrieden geben, daß man 1911 den niedrigsten Stand der Säuglings- sommersterblichkeit erreicht hatte. Andere Länder sind uns da doch noch bedeutend vor. Man denke an Finnland mit einer Säuglings- sterblichkeit von 11,2 Proz., Dänemark mit einer von 19,8 Proz., Schweden mit 7,7 Proz. und Norwegen mit 6.7 Proz. Möge unser deutsches Vaterland in diesem Kulturwettstreit im nächsten Jahr noch eine Stufe weiter kommen I Partei- �Zngelegenbeiten. Dritter Wahlkreis. Mittwoch, den 25. Dezember(1. Weihnachtsfeiertags, im Gewerkschastshaus, Engelufer 15: K o n z e r t a b e n d. Mitwirkende: Berliner Siiifonie-Orchester fDirigent: Maximilian Fischer). Opcrnsängerin Frl. Margarete Meysel. Herr Direktor Karl Fridau sRezitalioiis. Herr Walter Keller sBaritons. Herr Pistonvirtuos R. Reumeyer. Herr Konzertmeister H. Mahlke sVioline). Eintrittskarte 59 Pf. Anfang abends 6>/z Uhr. Vierter Wahlkreis. Zu den Aufführungen in Kellers Feflsälen, Koppcnstraße 29, sind die Billetts zum zweiten Feiertag vergriffen. Billetts zum ersten und dritten Feiertag zu dem Lustspiel„Weh dem. der lügt" sind noch zn.haben bei Hoffmann, Königsberger Str. 28, Welzer, Koppenstr. 62, Engel. Oppelner Str. 47. Sechster Wahlkreis. Wir machen unsere Mitglieder nochmals auf folgende heute(1. Feiertag) abends 7 Uhr stattfindertde Veranstaltungen aufmerksam: I m Moabiter Gefellschaftshaus: Unter- >h a l t u n g s a b e n d bestehend in Konzert, Rezitationen und Gesang. Billetts ä 49 Pf. sind für Mitglieder zu haben bei Max Richter, Wiclefstr. 2-4. In'den Pbarussäle n, Müller Straße 142: W e i h il a ch t s- fei er unter Mitwirkung des Theaterensembles Georg Elzholz und des Berliner Konzertorchestcrs R. Klettke. Billetts ä 59 Pf. sind für Mitglieder zu haben bei August Doye, Müllerstr. 38a. Im K a st a n i e n w ä l d ch e n( Jnh. Walter), Baidstr. 16: Satirisch» heiterer Abend unter Leitung des Herrn Max Laurence. Billetts ä 49 Pf. sind für Mitglieder zu haben bei Hoffmann, Swine, nünder Straße 47, Henkel, Stralsunder Straße 17, Schade, Köslincr Straße 9, Bär, Badstr. 44, Pose, Koloniestr. 15.— Nach allen Veranstaltungen: Tanz. Neukölln. Die Bibliothek des Wahlvereins bleibt vom 24. De- zember bis 2. Januar geschloffen. Die Bibliothekkommijsion. KönigS-Wustcrhaiisen. Für alle drei Bezirke findet am Sonntag. den 29. Dezember, nachmittags 2'/.� Uhr, im Lokale der Witwe Weelhom die Mitgliederveisammlung statt. Tagesordnung: Stellungnahme zur LandtagSwahl. Kassenberichte. Perschledenes. Borsigwalde- Wittenau. Am 29. Dezember, nachmittags 2 Uhr, findet in den Borsigwatder Festsälen eine Märchenvorstellung statt. Nachdem: Gemütliches Beisammensein, Eintritt frei. Der Vorstand des WahlvereinS. Oder-Schöneweidc. Der Wahlverein veranstaltet seine diessährige Weihnachtsfeier am 25. Dezember, abends V}8 Uhr, im Wilhelminen- hof in FormeineS„Heiteren Abends". Als Mitwirkende sind Fräulein Marianne Geyer, Sängerin zur Laute und Herr Direktor Boehm als Rezitator gewonnen worden. Ter konzerltiche Teil wird von Mitgliedern des v. Vlouschen Orchesters ausgeführt. Für die Kinder ist im Nebenraum, sofern Räum zur Verfügung stehen, eine Märchenvorlesung geplant. Die Bezirksleitung. LerUner I�ackricdten. „Tippelklubö" im Winter. � Für Naturfreunde gibt es keinen Winterschlaf. Shticrt erscheint die Natur in jeder Phase ihres ewig gleich sich bleibenden Laufes wunderlich. Wie schön singt Ulis dieses Jneinanderleben der Naturmächte der Dichter: Zu Eis erstarrt ist des Sommers P räch st Schönheit hat uns der Winter gebracht, Herrlich ist auch des Winters Sang, Lustig tönt uns des Eises Klang. Die Rachtigall kehrt bald zurück Mit Frühlingsglanz und Somincrglück.-•. So wandert unsere Jugend, so weit sie schon den Jung- born der Natur erkannt hat, auch im Winter lveit hinaus ins Freie, genau wie in den wärmeren Jahreszeiten. Sie be- schränkt sich nicht auf Eissport, unternimmt meilenlange Fusi- Wanderungen durch den schneeglitzernden, zu Eis erstarrten Taimenwald. Besonders die mit Berliner Witz„Tippelklubs" getauften Vereinigungen junger und älterer Naturfein- schmcckcr pflegen dieses nicht genug zu empfehlende Gesund- heitsgebict. Wie sich in der lebenreckenden Waldluft Herz und Lunge weiten! Wie das Auge leuchtet, der ganze Mensch elastisch wird! Tausendfach Zinsen trägt dieser Wandersport, und wo die„Tippler" sich sehen lassen in ihrer originellen .und doch jedem Firlefanz abholden Aufmachung, schlagen sie geringschätziges Lächeln der Stubenhocker bald mit ihrer sprühenden Lustigkeit und Lebensfreude aus dem Felde. Zuin richtigen Tippelklub gehört auch die richtige, nicht kostspielige Ausrüstung: ein einfaches, dauerhaftes, warmhaltendes Lodenkostüm, Feldspaten und ein Stück Zelt, Rucksack, Koch- gcschirr und die unvermeidliche Gitarre, vom Volksmunde „Wimmerholz" oder„Klampfe" benanifet-, endlich ein Kodak, um die schönsten Eindrücke der Wanderfahrt im Bilde fi'flzu- halten. Das Herz muß eineiil im Leibe lachen, wenn man diese vorwiegend den schaffenden Ständen angehörigen jungen Leute in sieghaftem Frohmut mit Musik und Gesang über die winterliche Landstraße ziehen sieht oder sie in der geheimnisvollen Stille des beschneiten Märchenwaldes bc- lauscht. Und bei aller tollenden Ausgelassenheit benehmen sich die Tippelklubs, von unrühmlichen Ausnahmen abgesehen, recht manierlich. Einen wundervollen Eindruck macht es, wenn sie in diesen Weihnachtstagen in den Wald ziehen, eine zur Sicherheit möglichst freistehende Tanne mit Lichten und Weihnachtsschmuck bestecken, aus jubelnder junger Brust ihre Lieder erschallen lassen und sich eins fühlen mit dem Märchen» zauber der Winternatur. Sie schenkt ihnen, wie Altmeister Goethe sagt, den„Mut, sich in die Welt zu wagen, der Erde Weh, der Erde Glück zu tragen". Das ist tausendmal besser und würdiger als die nioderne Pfadfinderei, die vor lauter patriotischer Spielerei den deutschen Wald nur als Neben- ding betrachten, seine Schönheiten gar nicht auskosten kann. Die echten„Wandervögel" sind mit Leib und Seele bei All- muttcr Natur. Sic gehen in ihr auf allezeit und werden an ihrer Brust, was wir im heutigen Leben so sehr nötig brauchen,... prächtige, leistungsfähige, gefühlswarme und doch starkgeistige Menschen._ Weihnachtsfeiern fanden gestern wie alljährlich in den verschiedenen öffentlichen Anstalten statt. Bescherungen wurden teils gestern, teils schon am Montag in den Krankenhäusern, im Obdach, in Siechen- Häusern, Erziehungsanstalten, Irrenanstalten und in den Wärmehallen vorgenommen. Auch unser Waisenhaus hatte der Waisenkinder gedacht, der kleinen wie der großen, die sich im Dienst befinden. In den Gefängnissen beschränkte sich die Weihnachtsfeier auf Absingen von Weihnachtsliedcrn durch einen Gesangschor und einer in den Gesjingniskapellen gehaltenen Predigt. Von den Weihnachtsfeiern in den Herbergen sei bc- sonders die alljährlich im G e w e r k s ch a f t s h a u s e ver- anstaltete hervorgehoben. Für alle am Heiligabend in der Herberge des Gewerkschaftshauscs einkehrende, sich auf der Reise und auf der Suche nach Arbeit befindlichen Handwerks- gesellen wird an diesem Abend der Tisch gedeckt. Die Ver- waltnng des Gewerkschaftshauses versucht, den Einkehrenden die gerade am Weihnachtsftzst doppelt cmpfnndeiie Bitterkeit' der Sorge nach Brot zu nehmen durch echte Beweise der Soli- darität. Wie ein Vater unter seinen Kindern waltet hier seit Jahren unser Genosse S a s s e n b a ch, der den Wandernden die Treue zur Arbeiterorganisation empfiehlt unter dem Hin- weis, daß nur die Organisation es ist, die dem Arbeiter auch auf der Reise beisteht und ihn kampffähig erhält, Der„Klasscnarzt". Bei Aerzten, die nicht gerade zu den vielforderndcn Berühmt- heilen gehören, findet sich in den Wartezimmern«in Publikum zu- sammen, das der Zahlungsfähigere naseriimpfend als ein„ge- mischtes" zu bezeichnen Pflegt. Tab mag solchen Aerzten schon manchen sich für„mehr" haltenden Kunden-, dem's nicht„nobel" genug zuging, für immer verscheucht haben, worüber wohl selten ein davon betroffener Arzt eine ungetrübte Freude empfinden wird. Ein ,,g c m i s ch t e s" Publikum sieht man besonders beiden Kassenärzten, die ja fast ausnahmslos neben ihrer Kassenpraxis noch eine ausgedehnte Privatpraxis treiben. Manche Kassenärzte haben- allerdings die Einrichtung getroffen,-daß sie für ihre Kassenpatienten besondere Sprechstunden abhalten. Aus welchen Gründen und in welcher Absicht sie das tun, muß dahingestellt bleiben-, weil dies für jeden Einzelfall erst nach Prüfung beurtei-lt werden könnte, Aber eine Wirkung dieses- Verfahrens ist die, daß sich dabei unter den- Patienten ganz von selber eine gewisse„Ent- Mischung", eine Art Klassenscheidung vollzieh� die den „nobleren" Patienten nicht unerwünscht sein wird. lieber ein anderes Verfahren, das dieselbe Wirkung hat und daneben zu einer Bc-einträchtigung der Kassenpatienten sühreu kann, wird uns aus der Praxis eines auf dem'Gesundbrunuen wohnen» den Arztes berichtet. Ein Dr. Strohe hat in seiner Wohnung Badstrahe 38/39 zwei Wartezimmer eingerichtet, die jedes durch«inen besonderen Eingang erreicht werden und auch jedes einen besonderen Zugang zum Sprechzimmer haben. Wenn du als Neuling von der Badstraße her die Treppe hinaufsteigst und an Herrn Dr. Strohes- Tür klingelst, mustert dich das öffnende Mädchen. Erscheint deine Qualität zweifelhaft, so wirst du gefragt: „Privat oder—" 1«K a s sc!" fällst du dem Mädchen ins Wort. „Ach. bitte Hintes herum!"„Hinten herum!?"„Jawohl, Ja ist ifll ÄarlcMiMri M MÄllv xsÄ Wd is&il Jim Sifi Gic!" Du steigst die Treppe hinunter, trittst wieder hinauZ auf die Wadstraße, gehst um das Eckhaus herum in die Travemünder Straße llincin und gelangst auf besonderer Treppe in Dr. Strohe» Warte- ßimmcr für Kassenpatienten. So nobel wie in dem vorderen, für Privatpatienten bestimmten Wartezimmer ficht es hier hinten nicht aus. Den müßig großen Raum füllen die Patienten, die ganze Ausstattung ist mehr als bescheiden, die zum Teil schon alters- schwachen Stühle reichen für die Wartenden nicht aus, fo daß manche auf bereitstehenden Feldstühlchen hocken müssen. Das Beste in diesem Wartezimmer für Kassenpatienten ist ein Wandschmuck, der fol- gendcn Spruch zeigt:„Wirf dein Leid auf Gott beherzt, trau dem Arzt, auch wenn es schmerztl" Den Arzt selber, den du gott- gläubigen Gemütes dich anvertrauen sollst, kriegst du nicht inimer so bald zu sehen. Ter Mann hat in der.Regel viel zu tun, und er kann auch nie ganz sicher wissen, wer von Rechts wegen an der Reihe wäre, vorgelassen zu werden. Vielleicht läßt er ahnungslos einen eben erst gekommenen Privatpatienten aus dem vorderen Warte- zimmer durch die Vordertür seines Sprechzimmers zu sich herein, während im Hinteren Wartezimmer ein Dutzend Kassenpatienten auf den Moment harren, wo für sie sich die Hintertür des Sprech- ziiitmers öffnen soll. Uns wird gesagt, daß Kassenpatienten bei Dr. Strohe zuweilen ganz außerordentlich lange lh a b e n warren müssen. Wir besprechen diese Zustände öffentlich, weil wir im Anschluß daran allen in Frage kommenden Kassenpatienten den Rat geben wollen, nötigenfalls Beschwerde an ihren Kassenvorstand zu richten. Es ist dringend zu wünschen, daß die Vorstände der betreffenden Kassen darüber belehrt werden, w i e d i e K a s s e n m i t g l i e d c r die Atängel der Verweisung in ein besonderes Wartezimmer empfinden. Den Kassenvorständen selber empfehlen wir, einmal unangemeldet Herrn Dr. Strohes Warte- zimmer für Kassenpatienten während der Sprechstunde zu besuchen. Sie fällten aufs entschiedenste protestieren gegen die Einrichtung eines für Kassenpatienten bestimmten besonderen Wartezimmers, die zur Klassenscheidung führt und den Kassenarzt zum„Klassenarzt" macht."• Die Steucrprojckte des Magistrats werden von der„Kreuzzcitung" verspottet. Das Agrarier- blatt spricht von„freisinnigen Gcnusimittelverteurern als eine nicht zu unterschätzende Erscheinung in der Zeitgeschichte". Selbst der„Freisinnigen Zeitung", welche die Politik des Rat- Hausfreisinns mit allein Drum und Dran stets verteidigte, kommen Zweifel. Sie schreibt in ihrer Nummer vom 21. Dezember: „Zweifel ergeben sich aber über die Frage, ob diese Sätze tatsächlich dem bisher von den Berliner Brauereien aufgebrachten Braumalzsteuerzuschlag entsprechen oder ob nicht der Magistrat den Versuch macht, bei der Umwandlung der Steuer in eine Fabrikatsteuer einen erheblich höheren Ertrag aus der Steuer herauszuschlagen. Vorerst stehen sick< in dieser Beziehung die Angaben der Interessenten und des Stadtkämmcrers diametral gegenüber. Nach der erstcren bedeutet die Steuerreform eine bedeutende Mehrbelastung des Gewerbes. Treffen diese Angaben zu, so loürdcn loir uns einer solchen städtischen Steuerpolitik entschieden widersetzen. Das Brausteuergewerbe und der mit ihm zunächst interessierte Gastwirtestand haben noch immer unter den Nachwirkungen der Brausteuergesetzgebung des Reichs von 1906 und der famosen Finanzreform von 1999 empfindlich zu leiden. Wie weit bei der neuen städtischen Steuer eine Abwälzung von einem zum andern und gar auf den Konsum möglich ist, steht dahin. Es würde ei» großer wirtschaftlicher Fehler sein, wollte die Stadt um der für sie verhältnismäßig gering- fügigen Beträge willen neue schwere Kämpfe in den beteiligten Kreisen provozieren. Nach dem berühmten Muster des Reiches würde wahrscheinlich das Ende vom Liede sein, daß wieder die kleineren und kapitalschwächercn Brauereien am härtesten ge- troffen würden." Die im letzten Satz ausgesprochene Ansicht, daß die kleine- ren und kapitalschwächeren Brauereien am härtesten getroffen würden, hat nur eine bedingte Berechtigung. Die Brauereien würden versuchen, die Steuern abzutvälzen. Zunächst würde man den Gastwirten die Steuer aufztthalsen versuchen. Diese sind aber bei der heutigen starken Belastung des Gastwirts- gewerbes gar nicht in der Lage, noch neue Lasten übernehmen zu können und müssen den Konsumenten belasten. Die Kon- sumenten aber averden sich gleichfalls gegen neue Belastungen wehren. Eine liberal sein wollende Stadtverwaltung kann eine solche Steuer nicht beschließen, will sie sich nicht des letzten Restes von Zutrauen aus ihren eigenen Reihen be- rauben. Gegen Biersteuern reden und stinimen, wenn das Reich solche verlangt und Biersteuern einführen, wenn es sich um die Kommune handelt, wäre eine Politik, die kaum jemand begreifen könnte._ Die Post an Weihnachten. Die Post hat für die beiden Weihnachtstage folgende besondere Vorkehrungen getroffen. Am 25. Dezember werden die Ausgabeschalter für Pakete wie an Werktagen offen gehalten. An diesem Tage findet auch eine einmalige Geldbestellung im Orte statt. Pakete werden an beiden Feiertagen bestellt. Der Bürgermeister von Tempelhof, Herr Mutzehl, ist in der vergangenen Nacht einem Herzschlage erlegen. Herv Mußehl ist beim Erwerb des Tcmpelhofer Feldes in besonderer Weise ösfent- lich hervorgetreten. Die schweren Unglücksfälle, welche sich letzte Woche am Bahnhof Gleisdreieck ereigneten,, haben die Aufmerksamkeit vieler Leser auf diesen Bau gerichtet. Folgend« Zuschrift ist deshalb von Interesse: Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht ein Unfall cnt- steht. Erst vor einiger Zeit riß ein Drahtseil in dem Augenblick, als ein Zug die Halle verlassen hatte; eine Minute früher und der Kran wäre auf den Wagen gefallen, was vielleicht zu einer größeren Katastrophe geführt hätte. Schuld an diesen Zuständen ist das stark vcr- breitete Antreibersystem, welches die Arbeiter zu den waghalsigsten Experimenten verleitet. Nur um Brot zu behalten und oben gut angeschrieben zu stehen, wird mit einer Außerachtlassung der Sicherheit für Leben und Gesundheit gearbeitet. Das Werk Gustavsburg ist eine Zweigniederlassung der Miaschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, bekannt als Brutstätte der gelben Vereine, dem größten Industriellen und schwerreichen Frhrn. v. Kramcr-Klett gehörig. Aber auch bei den anderen dort beschäf. tigten Firmen sind die Verhältnisse nicht viel besser, selbst bei der Bauleitung der Hochbahn liegt vieles im argen, auch hier ist das Motto: Nach oben bücke«, nach unten drücken. Das„Sofort ent- lassen" ist das geflügelte Wort; bei der geringsten Sache hört man es. Wer sich weigert, Ueberstunden zu machen, also Tarifbruch zu begehen, wird entlassen. Nachts werden oft Arbeiten ausgeführt, die gern am Tage gemacht werden könnten, wenn man die Jnter- essen der Arbeiter nur ein klein wenig achten wollte.„Vor Weih- nachten wird keiner entlassen, wir wollen den Familienvätern die Festfreude nicht verderben." erklärte der Baumeister den Polieren. und prompt erfolgte einige Tage später die Abkehr einiger Dutzend Arbeiter. Die Anwandlung etwas sozialen Empfindens war schnell vorübergegangen. Sonst hieß es:„Kunst bringt Gunst", jetzt ist es umgekehrt; NU! wer sich in Gunst zu setzen versteht, behält Kunst, d. h. Arbeit. Dis hygienischen Verhältnisse spotten aller Beschrci- bung. In dumpfen, licht- und luftlosen Buden sind hier die Ar- bciter zusammengepfercht. Die einfachsten Vorschriften des Tarif- Vertrages finden keine Berücksichtigung. Für die dort beschäftigten zirka 399 Personen ist ein Abort mit 4 Sitzen vorhanden(oftmals aber in welcher Verfassung?), der naturgemäß den ganzen Tag belagert ist. Da kümmert sich von den vielen Bauführern und Polieren nicht einer darum. Von einer Kontrolle durch die Bau- Polizei hat man noch nichts bemerkt. Es wäre dringend Wünschens- wert, wenn durch die Organisation bessere Verhältnisse geschaffen würden. Solange aber Mitglieder von gelben und lokalistischen Vereinen da ihr Wesen treiben, ist eine Besserung nicht abzusehen. Ter Laudgerichtsdirektor Dr. Lieber tritt am 1. Januar an das Zivilgericht über. Die 3. Strafkammer, der Dr. Lieber vorsaß, war als„Lieberkammcr" weit bekannt, weil man ihr nachrühmte, daß sie ganz exorbitante Strafen verhängte. Dr. Lieber leitete auch den bekannten Moabiter Prozeß, der mit einem Fiasko der Berliner Polizei endete. Durch einen Sprung aus dem vierten Stock hat sich die 59 Jahre alte Ehefrau Luise des Gärtners Hohmann aus der Fehrbclliner Straße 4ö in einem Anfalle von Geistesgestörtheit das Leben gen-zmuien. Die Bedauernswerte war schon seit längerer Zeit so schwer nervenkrank, daß man sie ständig bewachen mußte. Sie litt besonders unter der Einbildung, daß sie ihrem Manne zur Last falle und deshalb nicht länger leben könne. Als ihr Mann und die beiden erwachsenen Kinder gestern früh um 4 Uhr fest schliefen, stand sie heimlich auf, verließ leise die Wohnung und sprang aus dem Flurfcnstcr der Bodentreppe auf den Hof hinab, Ivo sie tot liegen blieb. Trotz ihrer Vorsicht war ihr Mann im letzten Augenblick noch erwacht. Er sprang aus dem Bett, eilte der Kranken nach, sah gerade noch, wie sie, nur mit dem Nachthemd bekleidet, das Fenster aufriß und versuchte, sie zu retten. In demselben Augenblick je- doch, als er nach ihr griff, sprang sie in die Tiefe. Zwei reisende Kautionsschwindlcr, die auch Berlin eine Zeit- lang unsicher machten, wurden jetzt von der Kriminalpolizei in Elberfeld erwischt und hinter Schloß und Riegel gebracht. Beide sind Berliner, ein 39 Jahre alter Klempner Karl Jahnsch, der in der Thaerstraße, und ein 59 Jahre alter Friseur Hugo Schneider, der in der Heidenfeldstraße wohnte. Die Schwindler reisten im ganzen Reich umher, legten sich den gutklingenden Namen von Steuden bei und gaben sich für Vertreter einer hannoverschen Automatenfabrik aus. Wo sie sich gerade aufhielten, da gaben sie durch Zeitungsanzeigen bekannt, daß sie für ihre Fabrik Kassierer suchten, aber nur Leute mit Bürgschaft gebrauchen könnten. Ueber- all meldeten sich dann auch Bewerber, denen sie unter allerhand Vorspiegelungen und Versprechungen ihre Ersparnisse abnahmen. In Elberfeld stand gerade wieder ein Mann im Begriff, ihnen 299 M. zu opfern, als sie ergriffen und entlarvt wurden. Die Ver- hafteten haben bis jetzt eingeräumt, in Berlin, Stargard, Witten- berg, Frankfurt a. O., Erfurt, Liegnitz, Kottbus, Eulenburg, Halle a. S.. Halbe'rstadt, Hamm i. W., Bielefeld, Kassel und Koburg der- artige Gaunereien verübt zu haben. Damit ist aber die Liste wahr- scheinlich noch nicht erschöpft. Nach den Ermittelungen ist das Paar auch nicht bloß unter dem Namen von Steuden, sondern in den verschiedensten Städten auch unter anderen Namen aufgetreten. Jahnsch versuchte, sich bei der Verhaftung durch Selbstmord seiner Bestrafung zu entziehen, wurde aber im letzten Augenblick daran gehindert. Mit dem Automobil arbeiteten Weihnachtsdiebe in der ver- gangcnen Nacht am Wedding. Sie hatten es daraus abgesehen, Bralgänse für die Festtage billig„einzukaufen", um sie am Heilig- abend noch an den Mann zu bringen. Der Wildprct. und Gc- flügelhändlcr Gutert aus der Torfstr. 23 betreibt dort in zwei ncbencinanderlicgenden Läden sein Geschäft. Gestern in frühester Morgenstunde sah ein Wächter, wie mehrere Männer von dem nächsten Halteplatz eine Kraftdroschke nach dem Geschäft heran- riefen, dann hineingingen, eine große Menge Gänse herausholten, in den Wagen packten und mit der Ladung davonfuhren. Er nahm erst an, daß Angestellte des Geschäfts schon so früh auf dem Wege nach der Markthalle wären, merkte sich aber vorsichtshalber doch die Droschkennummer, weckte den Geschäftsinhaber und erfuhr nun, daß Diebe den Laden aufgekantelt und die Gänse gestohlen hatten. Jetzt erkundigte er sich auf dem Halteplatz nach dem Führer der Nummer, suchte diesen dann in seiner Wohnung auf und erfuhr von ihm, wohin er die Männer mit den Gänsen gefahren hatte. Dorthin, nach der Martin-Opitzstr. 1l, führte er dann die Kriminal- Polizei, die nun bei einer Durchsuchung des Hauses bei dem Pfört- »er ein paar Gänse und in eineif leerstehenden Wohnung die übrigen fand. Alk: Gänse wurden beschlagnahmt und dem Be- stohlenen wieder zugestellt. Die Diebe sind noch nicht ermittelt. Ei» eigenartiger Straßenunfall hat sich am Montagmittag in der Müllerstraße ereignet. Der Goldschmied Friedrich Bolle hatte einen Automobilomnibus der Linie 2 zur Nachhausefahrt benutzt und wollte in der Nähe der Seestratze vom Verdeck, aus dem er Platz genommen hatte, sich nach dem Wageninnern begeben. Da- bei übersah er. daß in unmittelbarer Nähe ein Turmwagen der Straßenbahn stand. Ehe B. das Verdeck verlassen hatte, fuhr der Autoomnibus dicht an dem Turmwagen vorbei und der Gold- schmied stieß mit solcher Wucht gegen die Plattform des Turm- Wagens, daß er kopfüber vom Autoomnibus herabstürzte. Der Ver- unglückte, der blutüberströmt und besinnungslos auf dem Straßen- Pflaster liegen blieb, wurde nach dem nahen Paul-Gerhardt-Strft gebracht, wo eine schwere Gehirnerschütterung, eine klaffende Wunde am Hinterkopf sowie eine Quetschung der rechten Schulter festgestellt wurde. Paris und die Königsschlösser von Versailles in der Urania. Man geht mit seltsamen Empfindungen zu diesem Vortrage, wie. um Seltsames zu durchleben, Großes zu schauen. Denn Paris. dies Herz Frankreichs, ist auch das Serz Europas— der Zivili- sation. Und an und für sich das reife Kunstwerk, das ein glücklich veranlagtes Volk unter einem gütigen und milden�Himmelsstrich geschaffen hat. Wie ein Garten streckt sich die Stadt zwischen Hügeln. Breite, mit Bäumen bepflanzte Avenue» verbinden die großen Parks und bieten märchenhafte Durchblicke in das rhbth- misch wogende Ricsenterraiu mit seinen Prunkschlössern, Villen und Schatzkammern, die die wahnsinnige Verschwendungssucht fran- zösischer Thron- und Geldmagnaten hier erstehen ließen. Die kühnste Phantasie zerrinnt im Angesicht der Königsschlösser von Versailles! Und so märchenhaft wunderbar das alles anmutet— hier versteht man die Empörung des Volkes, das 1789 die Bastille mitsamt dem sybaritischen Königs- und Adclsgezüchte zu Boden riß! In farbigen Lichtbildern, panoramischen und kinematogra- phischen Vorführungen rauscht dies Paris von ehemals und heute am Auge vorüber. Der Text von Professor Schwahn. gesprochen von Herrn Oskar Wagner, erklärt nach Möglichkeit, was erklären- der Worte bedarf. Freilich— manchmal klingt das wie Bädccker- Weisheit. Nicht, weil die Pariser Kleinbürgerinnen und Arbeiter- frauen keine Kinder hatten, wurden sie Revolutionäre, sondern weil sie mit ihren Kindern und Männern furchtbare Hungersnot erlitten. Bessere ökonomische Einsicht hat— das sollte Herrn Schwahn nicht unbekannt sein!— längst mit den Ammenmärchen unwissender„Historiker" aufgeräumt! Die kinematographischen Bilder von den Volksküchen der Hallen scheinen doch mehr zu lach- lustiger Unterhaltung wöhlhabiger Zuschauer hergerichtet zu sein— als daß solche Elendsschau erschüttern sollte. Humor ließe sich besser bei anderen Gelegenheiten zeigen. Indes— man nimmt doch gewaltige Eindxückc mit von diesem Paris, das ein Kunstwerk ist, und ziefit magere Vergleiche mit Spxecbabel, das erst ver- spricht, ein Kunstwerk zu werden— vorausgesetzt, daß es jemals gus dem Volke heraus hierzu geschaffen wird, Im Abmiralspalast ist ein neues Gisballeit einstudiert und gerade noch zu Weihnachten fertig geworden. In dem neuen Schaustück soll der„Flirt in St. Moritz" nach der Friedrich- straße verpflanzt werden. Wer sich das kostspielige Vergnügen einer Winterfahrt nach St. Moritz nicht leisten kann, bekommt hier ein kleines Bild von den Freuden und dem Glanz in dem von der Hautevolee besuchten Wiutcrkurort. In einem recht geschmackvollen Rahmen wird der Wintersport vorgeführt. Vor allem sind es die Herren Feist und Jainczick und die Damen Dalleruch und die kleine Eharlotte, die sich auf ihre» Schlittschuhen als bewundernswerte Eis- läüfkünstlerinnen produzieren. Natürlich fehlt auch eine Liebes- geschichle nicht. Besonderes Interesse erregt ein Bobsleighrcnnen unter vier Klubs. Auch Anhänger des Skijöringssportcs erscheinen auf der Bahn und zeigen, welche große Geschicklichkeit dieser Sport erfordert. Ter zweite Teil führt uns in einen Tanzsaal auf dem Eise, in dem die prächtigsten von Einödshofcr verfaßten Walzer in der glänzendsten Weise von den beiden Kunstläuferpaaren in Gesell- schaftstoilette vorgeführt werden. Ten Höhepunkt bildet aber ein Japanisches Fest, das mit eigenartigen Tanzpartien und das Auge blendenden Kostümen kaum wieder erreicht werden dürfte. Die Direktion des Admiralspalastes und die Arrangeure haben mit dem neuen Eisballett für Berlin in der Tat eine anerkennenswerte Leistung vollbracht. Auf der Treptow-Sternwartc spricht am 2. Weihnachtsfeiertag, Donnerstag, den 26. Dezeniber, nachmittags 5 Uhr, Direktor Dr. F. S. Archenhold über:„Das Werden und Vergehen der Welte n" unter Vorführung zahlreicher Licht- und Drehbilder, sowie kincmatographischcr Aufnahmen. Am 3. Weilmachtsfeier- tag, Freitag, den 27. Dezember, werden nachmittags 3 Uhr und ä Uhr im großen Hörsaal der Treptow-Sternwarte kinematogra- phische Vorstellungen von der Zentrale für wissenschaftliche und Schul-Kinematographie veranstaltet, und zwar lautet das Pro- gramm:„Der Rhein von der Quelle bis zur M ü n» dun g." Diese Vorführungen, welche aus drei Teilen bestehen, werden durch einen Vortrag erläutert. Der Eintrittspreis für letztere Vorstellungen beträgt 23 Pf., für Schüler 15 Pf. In Freien Stunden. Der Verlag Buchhandlung Vorwärts bittet uns mitzuteilen, daß Heft 1 des neuen Jahrgangs der Zeit- schrift In Freien Stunden den Abonnenten Sonnabend, den 4. Januar 1913, geliefert wird. Fußballspiele der Arbeiterturn- und Sportvereine. Am 23. De- zember, 1. Feiertag, findet in Weißensee, Falkenberger Straße 132, bei Mietke, ein Propaganda-Fußballspiel zweier kombinierter Mannschaften der Arbeitertnrn- und Sportvereine Groß-Aerlins gegen Arbeiter-Athtetcnbund Kreis 4 Berlin statt. Das Spiel ver- folgt erneut den Zweck, den Arbeitern in den Vereinen des Deut- schen Fußballbundes(gehört dem Jungdeutschlandbunde an) zu zeigen, daß Fußball auch von Arbeitersportvereinen betrieben wird. Es gibt leinen Grund, der die Zugehörigkeit eines modern denken- den Arbeiters zu einem Verein des D. F. B. rechtfertigen könnte. Versuchen doch die Verbandsleitungen in letzter Zeit, ihre Mit- glieder, die zu 89 Proz. aus Arbeitern bestehen, zur Teilnahme an der mit allein hurrapatriotischen Klimbim verbundenen Stadionein- weihung zu bewegen. Das Spiel beginnt 2)4 Uhr, und es wird zur Deckung der Un- kosten ein Eintrittsgeld von 19 Pf. erhoben. Kellerbrand im Börsenhof. Gestern mittag kurz nach 12 Uhr kam in der Jndustriestätte„Börsenhof" in der Neuen Friedrich- straße 43 ein gefährlicher Kellerbrand zum Ausbruch. In den Kellereien unter dem zweiten Quergebäude befindet sich ein um- fangreiches Lager der Bürstenwaren-Engroshandlung von Hans Scgall. In diesem Lagerkeller entstand das Feuer aus bisher nicht ermittelte Weise, und es wurde erst bemerkt, als dicker Rauch in den Hof drang. Bei Ankunft der Feuerwehr war der Brand schon sehr weit vorgeschritten und die beiden hinteren Höfe des Grund- stücks waren in undurchdringlichen Qualm gehüllt. Infolge der enormen Rauchentwickelung mutzte auch ein Rauchschutzapparat in Benutzung genominen werden. Die Löscharbeit war sehr zeit- raubend, da in dem Keller eine Unmenge Bürstenwaren, Scheuer- tücher, Fußabtreter und Holzwaren aufgestapelt lagen, die zum größten Teil schon vom Feuer ergriffeu waren. Die vollständige iiblöschung und die Aufraumungsarbeitcn dauerten noch mehrere Stunden. Verschwunden. Am 14. Dezember, abends zwischen 11 und 12 Uhr, wurde in Charlottenburg am Wilhelmplatz der Kohlen- arbeiter Otto Schmidt, Röntgenstr. 2 wohnhast, wegen lauten Singens zur Polizeiwache nach der Königin-Elisabethstraße gebracht und nach Feststellung seiner Personalien entlassen. Seit dieser Zeit ist der Schmidt spurlos verschwunden und alle Nachforschungen waren bisher vergebens. Schmidt war mit einem Englischleder- anzug bekleidet und trug in einem Sack ein lebendes Kaninchen bei sich. Alle Personen, die irgendwelche Angaben über den Ver- bleib machen könnten, werden um Angabe ihrer Adresse gebeten. Besonders wird um die Adresse des Mannes gebeten, welcher am Sonnabend, den 14. Dezember, gegen 12 Uhr auf der Polizeiwache war und meldete, daß ein Mann im Wasser um Hilfe gerufen habe. Zeugen gesucht. Personen, welche über den Eiscnbahnunfall aus Bahnhos Eichkamp am Sonnabend,.den 21. Dezember, abends 8 Uhr, Angaben machen tonnen, werden höflichst gebeten, im Jnter- esse des Schwerverletzten ihre Adressen im Bureau des Herrn Justiz- rat Neuscld. Berlin W., Potsdamer Straße 29, abzugeben. Vorort- l�aekrickten. Neukölln. Die Kommission für. Maßnahmen gegen� die Lebensmittel* teuerung hat in Verfolg der in. der letzten Stadtverordnetenver- sammlung gefaßten Beschlüsse folgende Regelung getroffen: Die den Verkauf von russischem Fleisch betreibenden Schlächtermeister sollen in einem besonderen Schreiben auf die in der Praxis hervor- getretenen Uebelstände aufmerksam gemacht und auf die Befolgung der für den Verkauf gestellten Bedingungen, namentlich bezüglich der getrennten Lagerung des Fleisches hingewiesen werden. Auch sollen die Schlächtermeister um Aeußeruug ersucht werden, wer von ihnen bereit ist, nur russisches Fleisch zu ver- kaufen. Zur besseren Keunzeichnuiig des russischen Fleisches soll dasselbe noch mit einem städtischen Stempel abgestcm- p c l t werde». Zur besseren regelmäßigen Kontrolle des Verkaufs werden drei Kommissionen gebildet, die je aus einem Stadtverord- ncten, einem Tierarzt und einem Schlächtermeister bestehen. Die Bildung der Bezirke wird dem Dezernenten überlassen. Die Kom- Missionen sollen Anweisung über die Art der Kontrolle usw. erhalten und regelmäßig Bericht erstatten. Durch entsprechende Bekannt- machung sollen Schlächtermeister geworben werden, die gewillt sind. auf eigene Kosten Läden zu mieten und in denselben nur russisches Fleisch zu verkaufen. Charlottenburg. Elternverein für freie Erziehung. Auf vielseitigen Wunsch findet Sonntag, den 12. Januar 1913, im Volkshaus, Rosinenstr. 3 (großer Saal), unsere Märchcnaufführung nochmals statt. Zur Aufführung gelangt:„Der Märchenbrunnen" oder„Lügenmäulchen und Wahrheitsmündchen". Märchenspiel in 2 Akten(3 Bilder) mit Gesang und Reigen von Bcrthold Schröder. Aufgeführt von 33 Kindern der Mitglieder. Nach der Ausführung gemütliches Bei- sammensein. Eintritt für Erwachsene 39 Pf., für Kinder 19 Pf- Saalöffuung 3 Uhr, Anfang 4 Uhr. Offene Kasse findet nicht statt. Billetts sind zu haben bei Liermanu, Kaiserin-Augusta-Allee 91, Friese, Neue Christsir. 7, Grätz, Spreestr. 39, Konjumniederlage Wallstr. 23, VorwärtSexpedition Sesenheimer Sir. 1 und im Volks- Haus, Rüsinenstr. 3(Stehbierhalle). Am 27. Dezember, nachmittags 3K Uhr, findet im Volkshaus, Rosinenstr. 3, ein von SV Kindern aufgeführtes Märchenspiel mit Gesang. Tanz und Reigen:„Der Stiefkinder Weihnachtstraum" statt. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 30 Pf., für Kinder tv Pf. Billetts sind bei Leupotd. Krummestr. 7, Lcupold, Cauer- ftrasie 29, Hinze, Kaiscr-Fricdrich-Str. 72, und im Volkshaus zu haben. Lankwitz. Märchenabend. Am Neujahrstage, nachmittags von 3— 6 Uhr. finden bei Schulz, Mühlenftr. 2t. Märchenerzählungen mit Vorführung von Lichtbildern statt. Rczitatorin: Frl. Maria Schipfniann. Eintritt für Kinder und Erwachsene 19 Pf. Zahl- reichen Besuch erwartet Der Äildungsausschus}. Olier-Schöueweide. Ein Zusammenstoß zweier Straßeubahnwagen, bei dem sechs Personen verletzt wurden, hat sich vorgestern morgen an der Ecke der Wilhelminenhof- und Edisonstrahe zugetragen. Dort stiehen zwei Stratzenbahnwagcn der Berliner Ostbahn mit so groher Gc- walt zusammen, dah der Vorderperron des von Friedrichsfelde kommenden Waggons vollständig zertrümmert wurde, während an dem anderen Wagen mehrere Scheiben zersplitterten. Bei dem Zusammenstos; wurden sechs Personen verletzt. Sämtliche Ver- letzungen toaren glücklicherweise leichter Natur, so daß die Ver- unglücktcn, nachdem sie von einem in der Nähe wohnenden Arzte die erste Hilfe erhalten hatten, sich nach ihren Wohnungen begeben konnten. Tic Untersuchung über die Ursache�dcL Zusammenstoßes hat ergeben, daß der Führer des von Nicder-Schöneweide kommen- den Wagens rechtzeitig gebremst hat, doch ist der Wagen infolge der Glätte über die an jener Stelle befindliche Weiche hinweg- gerutscht, wodurch eben der Zusammenstoß herbeigeführt wurde. Allen denjeiiigc», welche aus Anlaß der Versainmlung am 27. November ihren Austritt aus der Landeskirche beim kgl. Amts- gericht in Köpenick anzeigten, zur Nachricht, daß empfohlen wird, am 28. Dezember, vormitiags 10 Uhr, von, Lokal von Rodenbusch, Wilhelminenhofstraße. Ecke Rathenaustraße, aus gemeinschaftlich nach Köpenick zu fahren. Vergesse keiner daS ihm vom Amtsgericht zu- geschickte schreiben als Legitimation. Die Bezirksleitung. Friedrichsfelde. Wie den Arbeitern das nisfische Fleisch verekelt wird i Bei der Einführung des Verkaufs von russischem Fleisch forderten die sozial- demokratischen Vertreter den Verkauf von russischem Fleisch räumlich getrennt von dem hiesigen Fleisch erfolgen zu lassen. Begründet wurde diese Forderung damit, daß die Schlächterineister sich sonst leicht verleiten lassen könnten, minderwertiges hiesiges Fleisch als russisches abzusetzen. En, der Gemeindevertretung angehörender Schlächtermeister erklärte ein solches Vorgehen für unmöglich, die Majorität stimmte diesen, fachmännischen Urteil zu und beschloß. Sonderverkaufsstätte» abzulehnen. ES ist ein offenes Geheimnis, daß Hausfrauen oft aus falscher Scham davon absehen russisches Fleisch zu fordern, weil Bekannte im Laden find. Auch aus diesem Grunde sind Sondcrverkaufsstätten notwendig. Daß aber auch die Möglichkeit der Verwechselung schlechten hiesigen mit ruisischem Fleisch vorhanden ist, beweist folgende Zuschrift eines unserer Gemeindevertretcr: Der Schlächtermeister Gölte im Ortsteil Karlshorst hatte turnusmäßig de» Verkauf des russischen Fleisches in der Woche vom 16. bis 23. Dezember. Am 16. Dezember abends gegen 6 Uhr kam Herr Götte mit dem russischen Fleisch von der Verkaufszentrale aus den Viehhof. Um 7 Uhr ließ sich ein Arbeiter von diesem ganz frisch angefahrenen russischein Rindfleisch holen. Das verkaufte Fleisch war jedoch völlig ungenießbar. Aus Veranlassung eines sozialdemokralischen Gemeindevertreters wurde daS„irische Fleisch" sofort polizeiärztlich»mierslicht und daraufhin eine Revision der Verkausslokaliiälen bei Herrn Gölte vorgenommen. Hierbei wurden noch größere Stücke hiesigen verdorbenen Fleisches beschlagnahmt, das zwischen russischem Fleisch lag. Diese Angelegen- heit wird höchstwahrscheinlich ein gerichtliches Nachspiel haben. Wird der Gemeindevorstand aus dem Vorfall nunmehr eine Lehre ziehen? Weihensee. Wieder einmal ein Sozialdemokrat im sozialistenreinen Nieder- barnimer Kreistag. Bei der letzten Abgcordnetenwahl zum Nieder- barnimer Kreistag wurde u. a. auch Genosse Schlemminger mit 16 von 27 abgegebenen Stimmen als Vertreter gewählt. Der Vertreter der alten Fraktion, Herr Könitz, fiel glatt unter den Tisch und als Zeichen der Verärgerung kam bei dem nächsten Wühl- gang ein Stimmzettel zum Vorschein, der den geistreichen Namen „Kaspar Duckmäuser" enthielt. Gewählt wurden außer unserem Genossen Bürgermeister Dr. W o c l ck mit 27 Stimmen, Schöffe Mewes mit 20 Stimmen, Schöffe Rothe mit 25 Stimmen, die Eemeindeverordneten K och l e r mit 18 Stimmen und Springer mit 21 Stimmen. Fichtenau. Die hiesigen Schulverhältnisse haben nicht nur in der Presse Weiteste Beachiung und Verurteilung gesunden, sondern unsere Notiz hat auw den Teil des Bürgertums, der sich bisher wenig oder gar nickit um die Vollsichule geliin, inert hat, gezwungen, dem Stiefkmd der Gemeinde mehr Äufnierliamkeil zu schenken. Die Schulsrage ist jetzt der Miiwlpuiikt des Jmmsses der Einwohnerschaft geworden; allgemein wird baldige Abhil'e dieses unwürdigen Znsiandes verlangt. Luch die Gcmenideverlretnng wird sich i» ihrer nächsten Sitzung mit der VollS'chulc beichöfligcn müssen. In der ElkennintS, daß auch der geplame Ausbau der hiesigen Sckmle»nr Slückwerk ist und nicht befriedigen kann, haben unsere Genossen der Gemeindevertretung folgenden Antrag zur Beschlußsassnug linierbreitet: erstens» in zeniraler Lage der Gcnieinde eine Vollsschnle zu errichten, die zuerst Raum für vier Klaffen einhält und crweilcrungsfähig ist; zweilens, von dem Ausbau der Fichienauer Schule Abstand zu nehmen; driliens. in den bisherige» Schulen sKlein-Schönebeck und Fichtenau) den Kindern der unteren Jahrgänge, in der neuzuerbauenden Schule den Kindern der obere» Jahrgänge Uiilerkunft zu bieten; viertens. eine Gemeiiide-Tumhalle zu errichte». Der Antrag war in dieser Form nolwendig. um de» Einwenden bezüglich Verwendung der alten Schulhäuier von vornherein die Spitze abzubrechen und doch schon jetzt die Erreichung einer siebenllaisigen Schule zu ermöglichen, die zwar zuerst noch zersiückelt, später aber zu einer einzigen moderne» Volksschule ausgestaltet werden kann. Bis dahin ist es allerdings notwendig, geeignete Unterrichtsräume niietSweife zu beschaffen.__ Mahlsdorf an der Ostbahn. Eine reichhaltige Tagesordnung hatte die Genieindebertreluiig in ihrer letzten Sitzung zu erledigen. Die im Frühjahr von der Ver- tretung beschlossene Geschäftsordnung hatte nicht die Zustimmung des KreiSauSschusteS erhalten, angeblich, weil dieselbe der Gemeinde- Vertretung größere Rechte gewährte als ihr durch die Landgenieiude- ordnung zustehen. ES wurde pun in der letzten Sitzung eine Kominissioil gewählt, der auch der Genosse A. Schmidt angehörte, welche eine neue Geschäftsoronung auszuarbeiten hat. Mit 7 gegen 5 Stimmen wurde alsdann beschlossen, die Grundwertsteuer für un- bebaute Grundstücke an gepflasterter Straße um 50 Proz. zu erhöhen; jetzt dient der größte Teil der Grundstücke an diesen Straßen nur der Spekulation, vielleicht wird durch die Erhöhung der Steuer zur schnelleren Bebauung derselben geschritten. Der Antrag auf Abänderung der Umsatz- und Wertzuwachssteuerordnung wurde von der Hausbesitzermehrheit abgelehnt, trotzdem vom Gemeinde- Vorsteher vom Genossen Schmidt darauf hingewiesen wurde, daß durch die Ablehnung die Gemeinde Schaden erleide. Nachdem der Gemeindevorsteher mit einigen Herren konferiert hatte, wurde der Antrag am Schluß der Sitzung noch einmal eingebracht, und nun- mehr stimmten ein Teil der Herren, die erst dagegen waren, für den Antrag. Auf die Frage unserer Genossen, welche Gründe jetzt für den Stimmungsumschwulig maßgebend gewesen seien, antwortete ein Vertreter der ersten Klasse, anscheinend um dem Gemeinde- Vorsteher eine Gefälligkeit zu erweisen. Auch im hiesigen Orte hat sich ein sogenannter Jugendausschuß, bestehend aus dem Gemeinde- Vorsteher, dem Pastor, Rektor usw. gebildet, welcher sich die Er- ziehung der Jugend zum Hurrapatriotismus zur Aufgabe gestellt hat; um das zu verwirklichen, verlangte derselbe von der Gemeinde 600 M. als erste Beihilfe. Unsere Ge- Nossen wandten sich ganz entschieden dagegen, für solche Zwecke Gelder der Gemeinde zu bewilligen; sie empfahlen den Herren, die Kosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Nachdem auch einige bürgerlickie Vertreter erklärt hatten, daß jeder der Herren vom Komitee ciiie» Blauen stiften möge, wurde der Antrag mit 7 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Des weileren wurde beschlossen, zwecks Ver- breitcrung des Bürgecsteiges nördlich der Bahn das nötige Gelände vom EiienbabnfiskuS zwangsweise zu enteignen.— In geheimer Sitzung erfuhren die Gehälter der Geineindebeamten und Arbeiter eine kleine Ausbesserung; der Lohn für Gemeindearbeiter soll vom 1. April 1313 betragen bei der Einstellung 3,50, steigend bis 4,50 M. pro Tag. Die Ortszulagen der Lehrer wurden von 450 M. auf 600 M. erhöht._ Wcihnachtsvcranstaltungen. Neukölln. Heute am I. Feiertag, nachmittags 2 Uhr, sind et in Bartsch» Fcstlälen eine Kindervorstellung statt. Zur Aufführung gelangt: „Schneewltichen und die sieben Zwerge". Billetts für Kinder 10 Ps., sür Erwachsene 30 Ps. Abends 7 Uhr ebendaselbst Familienabend, bestehend in Konzert, Theater(„CharleyS Tante") und Tanz. Entree 40 Pf. An, 2. Feiertag im Neuköllner Theater, Bergstraße 147, Theater- Vorstellung:„Berlin, wie eS weint und lacht". Bolksitück mit Gesang von Berg u. Kaiisch. Musik von A. Conrad!. Billeit inkl Garderobe«0 Ps. BilletiS sind noch zu haben im Restaurant Th. Gemmecker, Kaiser-Friedrich- Straße 2:12/233: Restaura, t Pseisscr, Hermannstr. 49; Restaurant Meier Aachs. Richter, Prinz-Handjerh-Str. 3; Restaurant Karl Richter, Weiseswaxe, Ecke Mahlower Straße. � Der Bildungsausschuß. Der Elternverein sür Sport und Wandern veranstaltet am Freitag, de» 27. Dezember(3. Feiertags, abends 6 Uhr, bei Petri, Knesebeckstr. 113, eine Weihnachlsseier, bestehend in Gesang, Tanz und turnerischen Aus- sührungcn. Eililriitskarten a 20 Pf. sind bei Pfeiffer. ZIellaurant, Hermann- stvaße 49; Restaurant Th. Gemmecker. Kaiser-Friedrich-Straße 232/233, und Petri, Knesebeckstr. 113. ebenso bei den Mitgliedern zu haben. Charlottenburg. DaS WeihnachtSsest der Arbeiterjugend Charlotten- burgS findet am Freitag, den 27. Dezember, abends 8'/, Uhr, im„Volks- bause", Rosinenstr. 3. statt. Musikalische und rezitatorische Aufführungen. (Rezitator: Dr. Dunker.) Die Arbeiterschast Charlottenburgs wird ersucht, sür einen recht regen Besuch dieser Veranstaltung zu agitieren. Der Ein- tritt ist srei. Zeutlien-Mierödorf. Der hiesige Wahlverein veranstallet heute elne Weibnachtsbescherung sür Kinder, verbunden mit Theatcraufführunge», Rezliationen usw., im Lokale„Zur Dorsaue", Inhaber Lindemann. Einlaßin ric» sind in der Vorwärtsausgabestelle sowie bei de» Gcuoffcii Rob. Behling und Paul Feiertag zu haben. Beginn pünktlich 7 Uhr. Während der Borstellung bleiben die Saallüren geschlossen. Lankwitz Die Freie Turnerschast Lankwitz veranstaltet heute am t. Wcihnachtsscierlage einen Unterhallungsabend, bestehend in Konzert, turnerischen Aufführungen und Vorträgen; anschließend Tanzkränzchen. Ansang 7 Uhr. Röntgrntal, Zepernick, Buch. DaS WethnachtSvergnügen des ArbeilergesangoerelnS„Frisch voran", Röntgental. finde» heute im Lokal des Herrn Marx um 7 Uhr abends statt und besteht in Konzert. Gesang und Thratervorslellung. Da der Verein bei Partei- und GcwerkschastSveran» staltungen stets tätig war, bittet er um einen gute» Zuspruch. Jugendveranstaltungeu. Stralau. Am Sonnabend, den 28. Dezember, hält die Arbeiterjugend von Stralau und des Stralauer Viertels im Lokal Sleiiücke, Alt-Stralau 5, ihre diesjährige Weihliachtsjeier ab. Um recht rege Teilnahme der Eltern sowie der Jugendsreuiide wird ersucht. Eintritt frei. Bnefhaften der Redahtion. XU lurlfttlckie Sprechstunde findet Linden st raffe 69, vorn vier Treppe» — F a p r ft u p l—, wocheningüch von»Mi bis 7M, Ulli abends, Sonnabend», von»Mi bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Vricitafteu beftimmlea Aufrage ist ein Buchstade und eine Zahl ai» Mertzcnheu beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ettcilt. Anfrage», denen leine AboiincmeniSquiitung beigefügt tft, leiden nicht beanNooriet. Eilige Fragen trage man in der Epuchftuiide vor. Hertha 100. 1. Soweit ersichtlich, nein. 2. Verjährung liegt nicht vor. 3. Richten Sie unter Darffellmig des Sachverhalts einen Antrag an das Amisgeächt Deutsch-Krone, Abteilung sür Nachlansachen.— F. W. 52. Sie können ohne Gefahr daS Geld bei der Spartaffe belaffeii.— H. B 36. Der privallchristliche Schuldschein reicht als Bewersnistlcl aus.— 77. 46. G. Die Auffassung des K. ist zutreffend.— E. Z. 36. Ja.— 0.®. 20 Der Täler, eventuell auch der Lehrer, dem die Aussichispflicht olilajj, sosern aus den Umständen eine Verletzung der Sluffichtspsticht zu folgern ist. Ihr Brief läßt davon nichts erkennen.— F. W. 865 511. 1. Die Frau kann intervenieren. 2. Ja.— B. 40. 73. Die Kündigung ist rechtzeitig er- solg4— P. 7. I. Leider ja. sofcrii daS Mädchen daS Fenster geschloffen, aber den Riegel nicht vorgcmachl hat. 2. Falls unbegründet, ist die Klage beim Amtsgericht zulässig.— 40. M. 323. 1. und 3. Ja. 2. Nein. — P. H. 79. Ja.— 91. K. 13. Die Kirchensteuer, zu der Sie letztmalig veranlagt sind, müssen Sie noch bezahlen.— K. Ri. Die Beiträge für daS laufende Versicherungsjahr find Sie verpflichtet, zu bezahlen.— 91. B. Nein. R.(5. 106. 1. Nach dem Grundlohn, der aus dem Kaffenstatiit ersichtlich Ist. 2. Es müssen mindestens zwei Drittel des Grundlohnes gewährt werden. Bon Beginn der 5. Kranlheilswoche ab. 3. Nach§ 573 Reichs- vei sicherungsordnung.— Chlg. 4111. Winden Sie sich an die Vereinigung sür Wohliäligfeiisbestrebuiigen in Charlottenburg. GeschästSstellc Berliner Straße 137(Cäciiienbausi, Sprechzeit Montag, Dienstag, Donnerstag und Frestag 12—3 Uhr. 2. Das kann geschehen.— E. R. 12. Zur Sicherheil der Einlage Ihrer Frau können ihr WirtschastSgegensiände, sowie auch Ge- schästsinventar übereignet werden. Der Vertrag kann privatschriftlich oder auch zu notariellem Protokoll geschtosien werden. Die Jnanspruch- nähme elne? Juristen empfiehlt sich, bamit der Verkrag die gehörige Form bekommt. Die Kosten beim Notar würden etwa 20 M. behagen. — I. W. R. Anonyme Anfragen werden nicht beantwortet.— B. R. 26. Sie können die Sachen versteigern lassen, nachdem Sie vorher die Erben der Schuldnerin— Ehemann und Kind— unter Seeung einer Frist zur Einlösung ausgcsordcri haben. Die Versteigerung erfolgt durch einen Gc- richisvollzicher, den Sie von der Verleilungsstcllc des Amtsgerichis zu» gewiesen erhalten.— L. P. 200. Rem.— 91. 41. 28. 1 und 2. Ja. Die«otcuei pslicht erlischt erst mit Ende dieses Kalenderjahres.— E. P. 115. 1. bis 4. Die Ehe wäre nichtig, außerdem tönnen die Beteiligten bestrast werden. 5. Nein.— P. P. 7. Sie könne» aus Rückzahlung dcS Kauf« Preises klagen. sallS sich Ihre Bchaupiungen beweisen lassen.— O. 11. 11- I. Bei der Reichstagswahl sind Sie wahlberechtigt. 2. und 3. Um daS Landtags- und Stadlvcrordncienwahlrecht zu haben, müssen Sie die preußische Staatsangehörigkeit erwerben. Beschaffen Sie sich von Ihrer Hciniaibehölde cincii Ausweis über Ihre bayerische Staatsangehörigkeit und stellen Sie alsdann bei dem Polizeipräsidium einen Antrag aus Ausnahme in den preußischen Staatsverband. Die bayerische Staalszuzehörigkeit können Sie beibehalten. 4. Um von der ZaHlungSpslicht befreit zu sein, müssen Sie vor Abiaus eines Jahres von dem Zeitpunkt ab gerechnet, wo Sie Kenntnis von der Geburt des Kindes erhallen haben, durch Klage beim Landgericht, die von einem Anwalt erhoben sein muß, die Ehelichkeit deS KindeS anfechten. Vorher müssen Sie beim Amtsgericht die Bestellung eines Pflegers sür daS Kind beantragen. Eine Scheidungsklage wegen Ehebruchs erscheint anssichtsvoll. Auch die Scheidungsklage muß durch einen Anwalt beim Landgericht erhoben sein, nachdem Sie vorher beim Amtsgericht das Sühneverfahren beantragt haben. 5. Jh>e bayerische Staalsangehörigkett hindert nicht, daß Ihnen das Armenrecht bewilligt wird, Das Armcnaltcst müssen Sie beim Armenvorsteher Ihres Bezirks bc- antragen. Falls Ihre Ehejrau ebenfalls das Armenrecht bewilligt und einen Anwalt beigeordnet bekommt, wäre sie nur Ihrem Anwait sür den Fall des Unterliegens kostenerslattungspflichtlg. 6. Die Bewilligung des Ärmenrechts beseitigt nicht das Wablrechi. 7. DaS mit Rcchtskraslattest vcrsebene Scheidungsurtell sowie die Geburtsurkunde. Falls Sie rechts- rheinischer Bayer sind und die preußische Staatsangehörigkeit noch nicht erworben haben, noch ein Ehesähigkeitszeugnis.— O. M. 43. Nein. — K. H. 15. 1. Die Gefahr des Verlustes besteht nicht. 2. Das ist nicht zulässig. 2. Die Eheschließung kann nur an einem Orte siatisinden, an dem ein Test deS Brautpaares seinen Wohnsitz bat. In Zivilprozessen nein, es ergeht dann aber Versäpmnisurleil.— M. 91. 26. Falls das bäufig vorkommt und bewiesen werden kann, erscheint eine Klage aus Vertrags- lösung durchführbar. Sie müssen aber vorher unter Fristsetzung den Eigentümer um Abhilfe ersuchen.— W. W. Nein — B. 9. Ihre Fragen sind so allgemein gehalten, daß sie sich im Brics« kästen nicht beantworten lassen. Wir stellen anheim, m die Sprechstunde zu kommen.— P. 90. 175. 1. und 2. Ja. Es muß aber der Verfall vor« hütet werden.— 40. H. 100. Die Stadt wäre nur dann dastbar, wenn etwa Mängel an den Gerätschaften vorhanden waren und dadurch der Unfall verursacht ist. Vielleicht wird Ihnen eine Enlschadigung aus Äilligkctts« gründen gewährt. Richten Sie ein Gesuch an den Magistrat.— P. S. 77. 1. Nur sür die Zeit bis einschließlich Dezember 1912. Jbre Frau soll reklamieren, soweit das Quartal Januar bis März 1913 in Frage kommt. 2, und 3 Ja.— O. P. 100. 1. In der Regel sind stalutarische Bc- stimmungen vorhanden, die maßgebend sind* In dem hier genannten Falle unseres Erachiens nein. 2. Wenn nicht besondere Verein- barungen vorliegen, besteht der Anspruch.— E. St. 25. Nein. 91. K. 123. Volles Gehalt bis zur Dauer von 6 Wochen.— K. L. 20. Wiederholen Sie Ihre Anfrage.— 91. B. 100. Verjährung liegt nicht vor. Ihr Mann hastet nicht. Falls Sie den Termin nicht wahrnehmen, ergebt Versäumnislirteil.— S. R. 27. 1. Ist uns nicht bekannt. 2. Ja. — F. D. Die Frage läßt sich nur nach Enisichtnabme in die Gebühren- rechnung beantworlen.— B. 100. Nein.— E. S. 32. 1. DaS halten wir sür unzulässig. 2. Ja, bei dem aussichlsührenden Richter des betreffenden Amtsgerichts. 3. Wenn jetzt die Anmeldung ersolgt, kann die Austritts» erklärung erst im kommenden Jabre abgeben werden, so daß sür ein weiteres Kalenderjahr die Sieuerpflicht� beuände.— K. Sch. 25. Die Erklärung kann Ihr Mann bei dem Standesamt, wo die erste Ehe ge» schlössen worden ist, abgegeben. Kosten entstehen nicht.— 40. M. I. Der Wirt ist verpflichtet, für die letzten beiden Jahre nachzukleben, und zwar auslchließlich aus eigenen Mitteln. 2. Ja. Die Rechte leben aber wieder auf, wenn einschließlich der Beiiragswochen sür die unier 1 erwähnten beiden Jahre insgesamt 200 Beitragsmarken geklebt sind. 3. Die Klebepflicht hat allerdings der Wirt. Es ist aber zur Vermeidung von Schaden ratsam, daß der Arbeitnehmer sich darum kümmert. Stellen Sie jedenfalls beim Polizeirevier oder beim VersicherungSamt den Antrag, daß nachgellebt wird. — 101 Wt. Uns fehlt die Zeil zur Nachprüfung.— Jüterbog. Die Antwort trifft zu. An Stelle des geisteskranken Friedrich Wilhelms IV.— Bez. 480. Nein.— Z. 110. Nur der Arzt kann hier Auskünster sein. — 91. H. 92. Vielleicht hat ein Münzenhändler Bedarf, dort erfahren Sie auch den Preis.— H. M. 1899. Bund für Mutterschutz, Wilmers« darf, Trautenaustr. 20, IL. Jawohl.— P. 33. Richten Sie an die Ver» sicherungsanstalt einen Antrag auf Ausstellung von Duplikaten.— E. F. 59. Jbre Ansprüche sind erloschen. Sie haben, soweit ersichtlich, das Recht der Weiterversicherung. Die alten Rechte leben wieder aus, wenn Sie mindestens 200 Beilragswochen geleistet haben. Sie müssen aber noch in diesem Jahre sich eine Karte beschaffen und mindestens eine Beitrags» marke in diesem Jahre entwerten.— 91. M. 28. 1. u. 2. Die Kirchen» steuer richtet sich nach dem Einkommensteuersatz. Wenn Sie die rechtzeitige Reklamation gegen die Veranlagung zur Staatseinkommensteuer versäumt haben, so ist die Reklamation gegen die Kirchensteuer nutzlos. — 100. R. Die Frage läßt sich nur beantworten, wenn wir von der Strajtat Kenntnis erhalten.— L. 75. Die Personen werden alljährlich seitens des Magistrats in eine Urliste aufgenommen, und zwar sämtliche Personen, bei denen nicht gesetzliche Hindernisse entgegenstehen. Zur Aus» zählung dieser Hindernisse reicht der Raum des Briefkastens nicht aus. Aus dieser Urliste wählt der beim Amtsgericht eingesetzte Ausschuß unter Vorsitz des Amtsrichters die erforderliche Zahl der Schöffen und HUsSschöffen. 2. u. 3. Nein.— P. B. 161. 1. 70 Ps. pro Tag. 2. 10 Ps. pro Tag. — 40eselowskt O. Bis 7 Uhr an den letzten vier Sonntagen vor Weih- nachten mit der Einschränkung, daß, wenn die Sonntagsarbeiten länger als drei Stunden dauern, die Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntage 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntage mindestens von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abend« oder in jeder Woche während der zweiten Hälstc eines Arbeitstages, spätestens von 1 Uhr nachmittag« ab, von jeder Arbeit sreizulnsie» sind.— Ungarischer Staatsaugehöriger. Die Scheidmig erscheint nicht möglich.— R. 5. Nein. Es müßte beim Patentamle ein besonderer Antrag gestellt werden.— O. R. Nein. — H. H. II. Nein.— P. Zt. N. 1000. 1. Die Frage läßt sich ohne Kenntnis des Betriebes de« Arbeitgebers nicht beantworten. 2. Die Kürzung war nur für die beiden letzten Lohnzahlungsperioden— fall« Sie Wochen- lohn erhalten haben, für die letzten beiden Wochen— zulässig» 3. Polizei- Präsidium. 4. Nur soweit Ihr Lohn 28,85 M. Pro Woche übersteigt. 5. Fall« ein Verzicht vorliegt sür die zurückliegende Zeit, nein. 6. Wegen, der Ali» mente, die länger als'/, Jahr vor Klageerhebung sällig geworden find, nur der 28,85 M. ivocheiitlich überstetgende Belrag, sonst, fall« Sie der Frau Unterhalt zu gewähren haben, nur der etwa 25 M. pro Woche übersteigende Betrag. 7. und 9. Nein. 8. Bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres, falls die Kinder nach dem 31. Dezember 1899 geboren sind, andernsalls bis zur Vollendung des 14. LebenSfahres.— G. 18. Die Adresse ist: Glas» bläser-Genoffenschast für das Meininger Oberland, G. m. b. H., Lauscha S.-M. — Steglitz 11. Ja, aber nur zur Hälfte Ihre« Anteil«.— E. D. 25» Für das Kalenderjahr 1912 ja.— R. 37. Leider ist nach Lage der Sache es unmöglich, sowohl im Kostensestsetzungsversahren, als auch auf dem Wege der Zivilklage Schadenersatz zu verlangen.— C. 8. 30. ES ist ein besonderer Antrag an das Polizeipräsidium notwendig, vorher müssen Sie sich von der Heimatbehörde ein StaatszugehörtgkeitSzengniS besorge::. Der Antrag kann schriftlich oder eventuell auch mündlich aus Ihrem Polizei» revlcr gestellt werden. Die Zeit reicht noch au«.— Rente 99. 1. u. 2. Leider nicht. Ein neuer Antrag hat erst Aussicht aus Ersolg, wenn eine Verschlimmerung de« Zustande« eintreten sollte.— E. N. 1669. In der Sache läßt sich nicht« mehr tun.— E. N. 2909. Besprechen Sie die Sache mit Ihrem Anwalt.— Trudchen 52. 1. Ja, sosern der Vollstreckung-;»- beseht erteilt ist. 2. In 30 lausenden Jahren. Die VerjähnmgSsrtst wnd durch jede Vollstreckungshandlung unterbrochen und läuft von dem Zeit» Punkt der Unterbrechung neu. 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Rudolph Dorst Aktiengeseli- .... schaft, Düsseldorf, Aktien u. Oblig. Albrechtsbahn. Gold- und Silber-Prioritäten .»od 4% Anleihe von 1890 Allgäner Baumwoll-Spinnerei u. Weberei Blaichach, vorm. Heinr. Gyr, Aktien Allgemeine Deutsche Kleinbahn- Gesellschaft, Aktiengesellschaft, Aktien und Obligationen Allgemeine Elcktricitäts-Geselischaft, Aktien do. 4% Ohiigationen do. 4)4% Anleihe von 1908, Serie VI do. 4)4%„„ 1911, VII Mgemeine Gas-Actien-Geseilscbaft zu Magdeburg, 4% Anleihe Mfe Lokal- und Strassenbabn-OeseUsch» Aktien, 4««od iX% Anleihe* i Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft für See-, Fluss- und Landtransport, Dresden, Aktien „Allianz", Versicberungs-Actien-Gesellscb., Aktien Altonaer 3)4% Stadt- Anleihe von 1887 u. 1889 Aluminium- Industrie- Actien-Geseiisch., Neu hausen (Schweiz), Aktien Anatoiische Eisenbahn- Gesellschaft, Aktien 5% Ohl. I. Ser. u. 3% Oblig. II. 8er. (Ergänzungsnetz), soweit nicht konvertiert In U!4% Oblig., gekündigt per I Oktober 1910 do. 4)4% Obligationen Serie I und II do. do. Serie III Anhalt-Dessanische Landesbank, Aktien Anhaltische Kohlenwerke, Aktien do. 4% und 4)4% Teilschnldverschrefbnngen Anilin-Fabrik. Treptow(s.: Act.-Ges. für Anilin- fahr, etc.) Anklamer 4% Kreis-Anleihe von 1901 Aplerbecker Hütte Briigmann, Weyland 4 Co. Aktiengesellschaft, 4)4% Anleihe(jetzige Firma: Westfälische Eisen- und Drahtwerke Aktiengesellschaft) Arenberg'scho Actien-Ges. für Bergbau- n. Hütten- betrieb, Aktien und 4% Teilschnidverschreib. Argentine Railway, Guarantees Rescission Bonds Argentinische 4)4% innere Gold-Anleihe von 1888 do. 4)4% äussere Gold-Anleihe von 1888 do. 4% äussere Anleihe von 1897, do. 4% Anleihe vom 10. Febr. 1900(Entrc Rios Conv.-Anl.) Argentinische b% innere Goldanleihe von 1907 do. 5% innere Goldanieihe von 1909 do. 5% innere Goidanleihe von 1910 Asbest- und Gummiwerke Alfred Calmon, Acl.- Ges., 4% Vorrechtsanleihe Aschaffenburger Papierfabrik(siehe: Act.-Ges. für Maschinenpapierfahr. etc.) Ascherslebener Maschinenbau- Aktiengesellschaft (vormals W. Schmidt 4 Co.), Aktien nnd 4%% Oblig. Augshurger 3Vil% Stadt-Anleihe von 1889 do. 4% Stadt-Anieihe von 1907 Azow-Don Commerzbank St. Petersburg, Aktien Bäcker-Kunstmühle, München, Anteilscheine Bad Tölz, 3)4% öemeinde-Aniehen Baden-Baden 3)4% Stadtanleihe von 1905 Badiseho Actien-Gesellschaft für Rheinschiffahrt und Seetransport, 4)4% Obligationen Badische Anilin- und Soda-Fabrik in Lndwlgshafen a. Rh., Aktien 4K% Obligationen Serie S do. 4%% Obligationen Serie A Badische Lokal-Eisenbahnen, Aktien n. 4)4% Obligationen Badische 3K% Staatsani, von 1900, 1902 und 1904 do. 4% Staats-Anleihe von 1901 do. 3y4% Staats-Anleihe von 1907 do. 4% Staats-Anleihe von 1908 do.- 4% Staats-Anleihe von 1909 do. 4% Staats-Anleihe von 1911 do. 4% Staats-Anleihe von 1912 Badische Staatsanleihen von 1859/61, 1862/64, 1867 (Prära. Anl.), 1875, 1878, 1879, 1880, 1886, 1892/1894, 1896(nur bei unserer Frankfurter Niederlassung zahlbar) Bagdadbahn- Anleihen(siehe Türkische etc.) Bagdadbahn-Aktien(siehe Soci�tö Imperiale etc.) Bannindustrie Aktiengesellschaft Hannover, Aktien Baltimore& Ohio R. R.-Co., Certifikate über Stammaktien(ausgestellt auf den Namen der Dentschen Bank) do. 4K% Three Year Gold Coupon Secnred Notes Bamberger 3)4% Stadt- Anleihe von 1887 nnd 1888 do. 4% und 3)4%i Stadt-Anleihe von 1900 Banca Commerciale Italiana, Aktien Eanco Central Mexicano. Aktien Banco Mercantil dem Paraguay, Aktien Bank für Bauten in Dresden, Aktien nnd Obligat. Bank für elektrische Unternehmungen, Zürich, Aktien nnd 4)�% Oblig. do. 4% Obligationen Bank für Oriental. Eisenbahnen, Aktien do. 4)4%, Anleihe von 1907 Banque Beige de Chemins de Fer, Aktien und SK% Obligationen Banque Centrale Anversoise, Aktien Banque d'Ontremer, Brüssel, Aktien Barmbecker Brauerei, 4)4% Vorrechfsanleihe Barmer 4% Stadt-Anleihe von 1899(XL Ausgabe) do. 4% Stadt-Anleihe von 1908 do. 3]4%l Stadt-Anieihe von 1904(XII. Ausg.) do. 4% Stadt-Anleihe von 1907(Ausgabe 1909) Baroper Walzwerk, Aktien-Gcseilschaft, Aktien und 4)4% Obligationen Bau- und Spar-Verein ion Exsenbahnbedlensteten e. G- m. b. H., Wiihelmsburg, Schnidversehr. Baumwollspinnerei Germania zu Epe(Westf.), Aktien und 4K% Obligationen von 1909 Baumwollspinnerei Gronau, Aktien u. 4% Hyp.-Anl. Baumwollspinnerei und Weberei Lampertsmühle vorm. G. F. Grohö-Henrich, Aktien Bavaria-Brauerei Hamburg, Aktien und 4)4% Vor- rechts-Anleibe Bayerische Bierbrauerei-Ges. vorm. H. ßohwartz, Speyer, Aktien und Prior.-Oblig. Bayerische Bierbrauerei Lichtenfels, Aktien und Obligationen Bayerische Bodenkredit-Anstalt, Aktien b. Pfandbriefe Bayerische Elektricitäts-Werke, Aktien Bayerische Handelshank, Aktien, 4% und Zyi% Pfandbriefe Bayer. Hypotheken- n. Wechselhank, Pfandbriefe Bayerische Staatsanleihen(einschl. Grundrenten n. Landeskultur-Rentenschuld) Beyerisehe Vereinshank, Aktien Beämten-Wirtschafts-Verein zu Berün-Sohöneberg, 5% Anteilscheine Bedburger Wollindustrie, Aktien u. 4%% Oblig. J. P. Bemberg, Aetien Gesellschaft, Aktien Benrather Maschinenfabrik, Akt.-Ges.(jetzige Firma; Deutsche Maschinenfabrik Akt.-Ges. Duisburg), 4)4% Anleihe Bercherbrauerei, Akt.-Ges. in Breisach L B., Aktien J. B. Brentzen, G. m. b. H., 4)4% Oblig. Carl Berg Act.-Ges., Aktien Bergbau-Actien-Geseilschaft Massen, Obligationen Berghan- u. Hütten-Aktiengesellschaft„Friedrichs- hütte" Herdorf, Aktien Bergbau- u. Schiffahrts-Actien-Ges. Kanneng! esser, 4)4% Teilschuidverschr. Bergedorf- Geesthachter Eisenbahn- Gesellschaft, Aktien und 5% Obligationen Julias Berger Tiefbau-AktiengeseUscliaft, Aktien Bergisch Markische Bank, Aktien Bergisch-Märkische Industrie-Gesellschaft, Aktien Bergmann Electrieitäts-Werke Act.-Ges., Aktien do. 4)4% Teilschuldverschreibnngen Bergschioss-Brauerei. Actien-Gesellschaft, Aktien Bergwerksgesellschaft Zentrum zu Wattenscheid, 4% Teilschnldverschreibungen(jetzt; Rheinische Stahlwerke) Bergwerksgesellschaft Vereinigter Bonifacins bei Gelsenkirchen, 4% Anleihen Berlin-Anhaltische Maschinenbau- Aetien- Gesellschaft, Aktien Befiin-Guhener Hntfabrik Aktiengesellschaft vorm. A. Cohn, Aktien do. 45�% Hypoth.-Anleihe Berlin-Neuroder Kunstanstalten, Act.-Ges., Aktien Berliner Aptien-Gesellschaft für Eisengiesserei nnd Maschinenfabrikation(früher J. C, Freund 4 Co.), Aktien Berliner Bangenossenschaft, G. m. h. H., 4% Ohl. Berliner Elektricitäts-Werke, Aktien n. Vorz.-Akt. du. 4% Anl. von 1893, 4% konvertierte Anleihe von 1899 u. 4)4% Anl. von 1901 do. 4% Anleihe von 1906 do. 4)4% Anleihe von 1908 do. 4)4% Anleihe von 1911 Berliner Handels-Oesellschaft, Kommandit-Antellseh. (nur bei unserer Frankfurier Niederlassung zahlbar) Berliner Hotelgesellschaft, Aktien n. 4)4% Ohl. von 1890 Berliner Hypothekenhank A.-G., Pfandbriefe Berliner Lehrer-Verein, 4% Schuldverscheibnngen Berliner Pfandbrief-Amt, Pfandbriefe Berliner Stadt-Anleihen Berliner Stadtmission(siehe Verein für Berlin-»- Stadtmission) Berliner Stadtsynode, 4% Anleihe von 1900 Berliner Terrain- n. Bau-Aktiengesellschaft, Aktien do. do. 6% Obligationen Betriebsgesellschaft der Orientalischen Bahnen, Akt. (siehe: Compagnie L Exploitation etc.) Bielefelder Maschinen-Fabrik vorm. Dürkopp 4 Co., Aktien Bleichertsche Braunkohlen werke, Neukirchen- Wyhra, Aktien-Gesellschaft, Aktien Bleistift-Fabrik vormals Johann Paber, A.-G., Nürnberg, Aktien Bochumer Bierbrauerei Moritz Scbarpenseel, Act.- Gfts., 4)4% Ohiigationen Bochnmer 3)4% Stadt-Anieihe von 1902(Ser. 1) und 3)4% Stadt-Anieihe von 1905 Bochumer Verein für Bergbau nnd Gnssstahlfahrl- kation, Aktien do, 4)4% Hypothekar-Anleihe Böcker& Co., JSchalke. 49-% Obligationen v. 1010 Boeddinghans. Reimann& Co. Aktiengeaellscha ft, Aktien Böhmische Nordbahn-ßeseilsch., 3)4% Prioritäten Böhmische Unionhank, Aktien Böhmisches Braubaas, Aktiengesellschaft, Aktien Bonner 3)4% Stadtanleihe von 1905 A. Borsig, 4)4% Anleihe Bosniscb-Herregowinischc 4% Landesani, von 1895 do. 4K%Ei3enbahn-Landes-Änl. von 1902 do. do. von 1898 Brandenbnrgische 3)4% und 4% Provinzlal-Anleihe (siehe unter Provinzial) Brauerei Kaltenhausen, Aktien und 4)4% Oblig. Brauerei Panlshöhe vorm. A. Spitta, Aktien Brauhaus Nürnberg, Aktien Braunkohlengewerkschaft Breunsdorf. 6% Oblig. Braunkohlen- u. Briket-Industrie Akt.-Ges, Aktien do. 4)4% Oblig von 1901 1908 nnd*1911 Brannkobleij- n. Briketwerke Roddergrnbe A.-G., Aktien Braunschweiger Privatbank A.-G. vornjals Ludwig Peters Nachfolger, Aktien Brannschweigischo Bank n. Credit-Anstalt, Aktien Braunschweigische Actien-Gesellschaft für Jute- n. Flachs-Industrie, Aktien Braunschweig.-Hannov. Hypothekenbank, Aktien do. do. do. Pfandbriefe Bremer Baumwollbörse. 4% Hypoth.-Anl. Bremer Oelfabrik, Aktien und i)4% Anleihe Bremer 3)4% Staats-Anlcihe von 1893 do. 3%, Staats-Anleihe von 1896 do. 3K% Staats-Anleihen von 1898 und 1995 do. 4% Staats-Anleibe von 1908 Bremer Tauwerk-Fabrik vorm. C. H. Michelsen, Aktien, 4% Hypoth.-Anleihe von 1903 Bremer Wollkämmerei, Aktien do. 4% Anleihe von 1891 Aktie Mtge. Bremer Wollwäscherei, Aktien und 4% Hypoth.- Anleihe von 1894 Breslauer Spritfabrik Aktiengesellschaft, Breslauer Stadt-Anleihen British Mannesmann Tube Co., Ltd» L Dcbcntu res Brown, Boveri 4 de. Aktlenges. ZU Mannheim, 4)4% Anleihe Buea rester 4)4% Stadt-Anleihe von 1896 do. von 1898 Buderus'sche Eisenwerke, 4% Hypothekar-Anleihe do. do. Aktien Buenos- Aires 4)4%, Stadt Anleihe von 1888 do. b% Stadt-Anieihe von 1908 do. 5% do. von 1909 Buenos Aires Provinz- Anleihe(siebe: Provinz Buenos Aires etc.) Bngsir-Gesellschaft Union, Bremen, Aktien Bulgarische steuerfreie 6% Staats-Gold-Anl. v. 1902 do. 4)4% Anleihe von 1907 Burg h. Magdeburg, 4% Stadt-Anleihe von 1900, Bürgerliches Brauhaus, Herne, 4)4% Oblig. Bürstenfabrik Pensherger& Co., Act.-Ges., Aktien Caja de Pröstamos para Obras de Irrigac!6 y Fomento de la Agricultnra(Darlehnskasse für Bewässerungsanlagen und allgemeine landwirtschaftliche Zwecke), 4)4% von der Mexica- nischen Regierung garantierte steuerfreie Gold- Obligationen Casa Grande Zackerplantagen Aktiengesellschaft, Aktien und 3% Anleihe Cassa de! Dcposite e Prestili— Sezione autonoma di Crcdito comunale e provincialq, 3%% Ohl. (konvertierte Römische 4% Goldanleihe) Casseler Federstahl(siehe; Act.-Ges. für Federstahl etc.) Casseler 3)4% Stadt-Anleihe, Ser. I von 1902 Central-Aktieu-Gesellaehaft für Tauerei u. Schleppschiffahrt, Oblig. Central-Hypothekenhank Ungarischer Spareassen. 4)4% Pfandbriefe, 4% Pfandbriefe, 4)4% und 4% Kommunal-Obligationen Charlottenburger Baugenossenschaft, E. G. m. b. H» 4% Obligationen Charlottenburger Stadt-Anleihen Chemische Fabrik Griesheim-Electron, Aktien Chemische Fabrik zu Heinrichsball, Aktien n. Ohl. Chemnitzer Bankverein, Aktien Chemnitzer Werkzeugmasch.-Fabrik(renn. Job. Zimmermann), Aktien Chersoner Agrarbank-Pfandbriefe Chilenische 4)4% Gold-Anleihe von 1889 Chilenische 3%, Gold-Bonds von 1905 Chilenische 4)4% Goldanleihe von 1906 Chilenische 5% steuerfreie Staatsanleihe von 1911 do. do. von 1911 II. Serie Chinesische 5% Gold-Anleihe v. 1896 und 4)4% Gold-Anleihe von 1898 Chinesiche 5% Gold-Anleihe von 1905 Chinesische Hukuang b% Staatseisenbahn-Anleihe von 1911 Chinesische Tientsin— Pakow b% Staatselsenhahn. Anleihe Chinesische Tientsin— Pakow b% Staatselsenhahn- Ergänzungs-Anleibe von 1910 Coburg-Gothaische Creditgeseilschaft, Aktien Coburg, Städtische Sparkasse, 4% Sparkassenscheine Cöthener 3)4% Stadt-Anleihen Cölner Gas- u. Elektr.-Ges.(siehe: Act.-Ges. f. Gas n. Electr. etc.) Cölner Stadtanleihen(siehe K) Commerzbank in Lübeck, Aktien Comnagnie d'Exploitation des Chemins ie Fer Orientanx, Sociötö Anonyme Ottomane, Aktien Compagnie des Eaux de Skutar! et Kadi-Keni Con- stantinopel, Aktien und 5% Anleihe Companhia Ferro Carrii do Jardim Botanloo Rio de Janeiro. b% Forty year First Mortgage Bonds Compania Barcelonesa de Electricidad, Aktien Combania Nacional de Caminhos de Ferro, 4)4% Obligationen Compania Rurai Bremen Actiengeseiischaft in Bremen, 6% hypoth. Anleihe von 1909 Compania Seviliana de Electricidad, Aktien Compania Vizcaina de Electricidad en Bilbao, ÄtL Contmentale Rhederei Act.-Ges.. Aktien Continentale Vcrsicherangs-Gesellschsft, Mannheim, Aktien Continentale Wasserwer&s-Gesellschaffi, Aktion und 4)4% Obligationen Oraiova, 6% Stadtanleihe von 1906 Crödit Foncier Egypticn, 4% Pfandbrief« Crefelder Eisenbahn, Aktien Crefelder 3)4% Stadtanleihen von 1882 nnd 1901 (III. Ausgabe), do. 4% Stadtanleihe von.1907, 1. Ausgabe, do. 4% do. von 1909 Cnbanische b% steuerfreie Goldanleihe von 1904 do. 4)4%, do. do. von 1909 Dänische 3% amortisable Staatsanleihe von 1897 do. 3)4% Staats-Anleihen von 1900 und 1901 Daimler-Motoren-Gesellschaft, Aktien Dampfschieppschiffahrts-Ges. ver. Elbe- und Saale- Schiffer(jetzt Vereinigte Elbeschiffahrts-Oesell- Schäften), 4% Teilsehuldversehreibungen Danziger Electrische Strassenbahn A.-G-, Aktien und 4% Obligationen Danziger Privat-Äctien-Bank, Aktien Danziger 4% Stadt- Anleihe v. 1909, Ausgabe 1911 Darlehns- und Sterbekasse des Leipziger Aerztever- bandes, B% Obligationen Darmstädter 4% Stadtanleihe von 1907 Denver and Rio Grande Railroad Company, First �iBonds. jjenver ana kio tirande Kai and Refnnding Mortgage DeeoSfe�M" � � 1 I Deutsche Bank Die Deutsche Bank ist an den laut besonderen Anzeigen anzugebenden Stellen Zahlstelle für die zahlbaren Zins- oder Gewinnanteil-Scheine sowie ev. für die rückzahlbaren Stücke folgender Werte: Aktien, „Hansa" Bessiner Wa�gonWsrik 6. m. h. H.t Obl. Deutsch-Asiatische Bank, Aktien Deutsch-Australische Dampfschiffs-Gcs, Aktien do. 4% Vorrechts- Anleihe Deutsch-Böhmische Kohlen- und Brikett-Werke Aktiengesellschaft, Aktien do. iA% Anleihe Deutsch-Französische Cognacbrennerei und Wein- Sprit-Raffinerie vorm. Gebr. Macholl, Actienge- sellschaft, Aktien Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hutten- Akt.-Ges., Aktien do. iA% Obligationen von 1901 do. 4 M% konvert. Oblig. von 1902 do. i'A% Obligationen von 1908 Deutsch-Oesterreiehische Mannesmamu-öhren-Werke (siehe: Mannesm annröhren- W erk e) Dentseh-Ostafrikanische Gesellschaft, Anteile Deutsch-Ueberseeische Elektricitäts-Ges.. Aktien do. b% Tcilschuldverschreib. IL, III., IV., V. und VI. Deutsch-Wilmersdorfer 4% Gemeinde-Anleihe do. 4% Stadt-Anleihe von 1910 Deutsche Babcock u. Wilcox Dampfkessel-Werke, Aet-Ges., Aktien Deutsche Bank, Aktien Deutsche Continental- Gas- Gesellschaft, iA% Anleihen von 1884 und 1892 do. 4% Anleihen von 1898 und 1905 Deutsche Dampfschiffahrts-Gesellschaft Aktien do. 496 Anleihen von 1889, 1893 und 1902 Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft, Aktien Deutsche Gasbahn G. ra. b. H., VA% Oblig. Deutsche Grundcreditbank, Gotha, Aktien, Prämien- Pfandbriefe und Pfandbriefe Deutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft der Südsee-Inseln zu Hamburg, Aktien und Genuas- scheine Deutsche Hypothekenbank. Meiningen, Aktien do. 436 u. 3K96 Pfandbr. u. i% Präm.-Pfand- briefe Deutsche Jute-Spinnerei nnd Weberei, Meissen, Aktien und Part.-Obligationen Deutsche Kabelwerke. Actien-Gesellschaft. Aktien do. V)A% Hypothekar-Anleihe von 1900 Deutsche Kaliwerke(siehe: Aktlenges. Deutsche Kaliwerke etc.) Deutsche Kolonial-GeseHschaft für Südwest-Afrika, Aktien Deutsche Lebensversichernngs-Bank„Arminia" A.-G., München, Aktien Deutsche Maschinenfabrik A.-G., Duisburg, Aktien Deutsche Kationalbank Kommandit-Gesellschaft auf Aktien, Aktien Deutsche Orient-Handels- und Industrie-Gesellschaft m. b. H., 4% Obl. Deutsche Petrolenm-Aktien-Gesellschaft, Aktien Deutsche Pfandbriefanstalt in Posen, 4% Pfandbriefe Serie I Deutsche 396 Reichs- Anleihen (nur bei unseren Zweigniederlassungen in Brüssel und London zahlbar) Deutsche Rück- n. Mitversichernngs-Gesellschaft, Aktien Deutsche Spiegelglas-Actien-Ges., Aktien Deutsche Ueberseeische Bank, Aktien Deutsche Vereinshank, Frankfurt a. M., Aktien Deutsche Waggon-Leihanstalt, Actiengesellschaft, Aktien do. 596 Teilschnldverschreibungen Deutsche Werkzeugmaschinen- Fabrik vormals Sondermann& Stier, Aktien, Vorzugsaktien. Gcnpasscheine u. 496 Teilschuldverschreibungen Deutscher Lloyd, Transport-Versicherungs-A.-G. Berlin, Aktien Deutschland. Lebens-Vers.-Acf.-Ges.. Aktien Didier Chamottefabrik(siehe: Stettiner Chamottc- fäbrik etc.) F. Dippe Maschinenfabrik Schladen i. Harz, Akt. Donnersmarekbütte, Oberschlesische Eisen- und Kohlenwerke, Aktiengesellschaft. Aktien Dortmunder VA% Stadt-Anleihen, Em. 1895(II. Ab- teilnng), Em. 1896(III. Abteilung), 3)6% Stadt- Anl. von 1898(II. Abteilung) und oA% Stadtanleihe von 1903(II. Abteilung) do. 4% Stadtanleihe von 1907 Dortmunder Union-Brauerei Act.-Ges., Aktien Drammen 496 Stadt- Anleihe von 1903 Dresdner Fnhrwesengesellschaft Aktien u. Obl. Dresdner Immobilien-Verkchrsbank Aktiengesellschaft Dresden, Aktien Dresdner Milchvcrsorgungs- Anstalt Altstädter Dampf-Molkerei, e. G. m. b. IL, iA% Teilschnldverschreibungen Dresdner Presshefen- und Kornspiritus-Fabrxk (sonst J. L. Bramsch), Aktien nnd Oblig. Dresdner 496 Stadt-Anleihe von 1900, abgest. ZA% Anleihe von 1900, 3% 96 Stadt-Anleihen von 1893 und 1905, 496 Anleihe von 1008 Dresdner Theater- Verein, 3% Teilschuldvcrschr. Dresdner Transport- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft vorm. G. Thamm, Aktien Dürkopp Maschinenfabrik(siehe: Bielefelder Ma- schmenfabr. etc.) Düsseldorfer Eisen- u. Draht-Industrie, Düsseldorf- Oberbilk, Aktien Düsseldorfer Eisenbahnbedarf vorm. Carl Weyer & Co., Aktien Düsseldorfer Röhren-Industrie, Aktien do. 4% 96 Tcilschuldvcrschreibungon Düsseldorfer 3%% Stadt-Anleihen von 1900 und 496 Stadt-Anleihe von 1899 do. 49� Sladt-Anleihe von 1900 1876 und do. do. do. 4% do. 496 do. 496 do. 4% do. 496 do. 496, do. do. do. do. do. do. do. do. do. 1903 LT.) do.(K.) do. 1905(L.1 do. 1905(M.) do. 1907(N.) do. 1908(O.) do. 1909(P.) do. 1910 fQ.) Düsseldnrf-Ratinger Röhrenkesselfabrik vorm. Dürr & Co., Aktien. Duisburger Eisen- und Stahlwerke(jetzt Rheinische Stahlwerke), 4% Obligationen Duisburger Maschinenban-Actien-Gcsellschaft, vormals Bechern& Keetmann(jetzige Firma; Deutsche IWaschinenfabrik A.- C.), iA% hypoth. Teilscjiuldverschreibnngen Duisburger ZA% Stadt- Anl. v. 1882. 83. 89 und 96 Duisburger 4% Stadt-Anleihe von 1899, 3%% Stadt- Anleihe von 1902(I., II. u. III: Abteilung). 4% Stadt-Anleihe von 1907 iL u. TL Abteilung) do. 4% Stadt-Anleihe von 1909(I. u. II. Abteilung") Dux-Bodenbacher Eisenbahn-Prior.- Aktien und Stammaktien, 5% Silber-Prioritäten von 1869, 596 Silber-Prior, von 1871, 5% Gold-Prior, von 1874, 4% Silber-Prior, von 1891, 496 Gold- Prior. von 1891 do. 3% Prioritäten von 1893 Dyckerhoff& Widmann, Aktiengesellschaft zu Biebrich, iA% Anleihe Cgestofff Maschinen(siehe: Hannov. Maschinenbau etc.)„,. Eidgenössische 3% Eisenbahnrente v. 1890 Eisenacher Kammgarnspinnerei, 4)6% Anl. v. 1900 (jetzige Firma: Norddeutsche Wollkäm- merei u. Kammgarnspinnerei) Eisenbahnsignal-Bauanstalt Max Judel& Co., Akt.- Ges., Aktien..„ Eisenhüttenwerk Marienbütte bei Kotzenau Aktien- Gesellsehaft(vormals Schhttgen k Haase), Eisenhüttenwerk Thale Actiengesellschaft, Aktien Elberfeld« Farbenfabriken(tu Earbeatetmlum ctoj Elberfelder 496 Stadt- Anleihe v. 1899 und IL, III. und IV. Abteilung_ do. 4% Stadtanleihe von 1908, I. Abt. do. 496„ II. Abt.. Ausgabe 1910 Elbinger 3)696 Stadt-Anleihe von 1903 do. 4%.. von 1907 do. 496 ,. von 1909 Elblagerhaus, Aktiengesellschaft in Dresden, Aktien Elbschlossbrauerei Nienstedten, 4)6% Vorrechts-Anl. Eiectrieitäts- Actien- Gesellschaft vorm. W. Lab- meyer& Co., Frankfurt a. M., Aktien u. Oblig. Elcktricitäts-Lieferungs-Gesellschaft, Aktien u. 4)696 Teilsehuldverschreibungen Electricitätswerke Betriebs- Actien- Gesellschaft Riesa, Aktien und 4)696 Obligationen Elektrische Licht- und Kraftanlagen, Actien-Gesellschaft, Akt. u. 4)6% Teilschnldverschreibungen Elektrische Strassenbahn Barmen-Elberfeld, Aktien u. 496 Anleihe Elektrische Strassenbahn. Breslau, 496 Obligationen Elektrische Strassenbahn Valparaiso, Aktiengesellschaft, Aktien Electro-chemischc Werke, G. m. b. IL, 4)6% Anl. Electro-Treuhand Aktien-Gesellschaft, Hamburg, 4)6% Anleihe von 1912 J. Elsbach& Co. Aktiengesellschaft, Aktien Emaillir- und Stanzwerke vormals Gebr. Ullrich, Maikammer(Rheinpfalz), Aktien u.*4)6% Emder 4% Stadt-Anleihe(Ausgaben 1908, 1909, 1910 und 1912, Buchstaben H. u. J.) Empresa Electrica de Guatemala, Aktien Emschergenosseuschaft Essen(Ruhr), 4% Anleihen von 1910 und 1911 Erdmannsdorfer Actien-Gesellsch. für Flachsgam- Maschinen-Spinnerei und Weberei, Aktien und 4% Hypoth.-Anleihe Erfurter 4% Stadt-Anleihe v. 1893, III. Abteilung u. 4% Stadt-Anleihe von 1901, I. u. II. Abteilung Heinrich Ernemann, Actien-Ges. für Camera-Fabrikation in Dresden, Aktien Erste peutscho Heidekultur Akt.-Ges., Aktien Erzgcbirgische Dynamitfabrik Aktienges., Aktien Erzherzog Albrechtsbahn Prioritäten(siehe: Albrechtsbabn) Essener Bankverein, Aktien Essener Bergwerks-Verein„König Wilhelm", Aktien, 4% und 4)6% Obligationen Essener Crcdit-Anstalt, Aktien Essener 3)6% Stadt-Anleihe IV. Em. v. 1879, 3)6% Stadt-Anleihe v. 1898 X. Em., 4% Stadt-An- leihe v. 1901 XI. Em.. Abtig. I u. 3)6% Stadt- Anl. v. 1901, Abtlg. IL. do. 4% Stadtanleihen von 1907 XII. Em. und 1909 XIII. Em. Essener Steinkohlenbergwerke, Aktiengesellschaft, Aktien und 4% Oblig. Ettlinger Stadt-Obligationen von 1904 Fabrik photographisch. Apparate a. Akt. vorm. R. Hüttig& Sohn, 4% Obligationen(jetzige Firma: lea, Aktiengesellschaft, Dresden) Fahr, Gebrüder, Akt.-Ges. in Pirmasens, Aktien Falkensteiner Gardinenweberei u. Bleicherei, Aktien do. Obligationen Farbenfabriken vormals Friedr. Bayer k Co., Aktien do. 4)6% Anleihe Em. 1909 Färb- und Gerbstoffwerke Paul Gulden k Co. Actien-Gesellschaft. Aktien Farbwerke vorm. Meister Lucius& Brüning, Aktien do. 4% konvertierte Schuldverschreibungen Farge-Vegesackar Eisend., Aktien und 4% Anleihe Finnländische 3% Staats- Anleihe von 1908 und 3)6% Staats-Anleihcn von 1901 und 1903 Flenaburger 3% 96 Stadt-Anleihe von 1896(III. Ausgabe) La Fondiaria-Incendio Compagnia Itahana di Assicurazioni, Aktien La Fondiaria Compagnia Italiana di Assicurazioni sulla Vita, Aktien Forstmann k Huffmann, Werden, 4)6% Anleihe Fortuna, Ailgememe Versicherungs- Actien-Ges., Akt. Frankfurter Allgemeine Versicheruqgs- Aktien- Gesellschaft, Aktien Frankfurter Asbestwerke, Act.-Gesellschaft(vorm. Louis Wertheim). Aktien und Obligationen Frankfurter Gütereisenbabn-Ges., Breslau, Aktien Frankfurter Lebc-ns-Versicherungs-Actien-GcsoU- schaft, Aktion Frankona Rück- nnd Mitvcrsichernngs-Aktien- Gesellschaft, Aktien Freiburg!. Breisgau, 3)6% Stadt-Anleihe v. 1898, 4% Stadt-Anleihe von 1900 und 1907 „Freimaurer-Institut" zu Dresden-Striesen. 4% Obl. J. Frerichs& Co. Act.-Ges.(Osterholz-Scharmbeck), Vorzugs-Aktien u. 4)6% Obligationen Freund Maschinenfabrik(s.; Berliner Act.-Ges. etc.) R. Frister. Akt.-Ges.. Aktien Frister k Rossniaim(s.: Actien-Ges. vorm. Fr.& R. Fürstl. Schwarzburg-Rudolstädter 3)6% und 4% Rentenbriefe, 3)6% und 4% Landeskredit- kassen-Obligationen Fürstl. Schwarzenberg'sohe 4% Hypothekar-Anl. Calizische Actien-Hypotheken-Bank, Pfandbriefe Galizischer Boden-Crcdit-Verein, Pfandbriefe Gallzische 4% Propinations-Anleihc Gasmotoren-Fabrik Deutz, Aktien Gebhard k Co., Aktiengesellschaft, Aktien Gelsenkirchcner Bergwerk-Actien-Gesellschaft, Akt. do. 4% Teilscbuldverschreibungen Gclsenkirchenor Wasserwerk(s.: Wasserwerk etc.) Gcorgs-Maricn Bergwerks- u. Hütten-Verein, Stamm-Aktien und Vorrechts-Aktien do. 4% Hypothekar-Anleihe v. 1903, 4)6% Hypothekar-Anleihe v. 1902 u. 4)6% Anleihe von 1907.(Piosbcrg-Anlcihe') Geraer Jntc-Spinnerei u. Weberei in Triebes, Aktien do. 496 Obligationen Germania Maschinenbau(s.: Schiff- u. Masch, etc.) Germanischer Lloyd. Aktien Ges. f. d. Bau d. kleinasiatischen Bahnen, Aktien Gesellschaft der Russisch- Französischen Gummi-, Guttapercha- und Telegraphen-Werke„Pro- wodnik", Riga, Aktien._ Gesellschaft f. eleclrlsche Beleuchtung V. Jahre 1886 in St. Petersburg. Aktien und Vorzugsaktien Gesellschaft für elektrische Hoch- nnd Untergrund� bahnen, Berlin. Aktien do. 4% u. 3)6% Teilschuldversehrcibungcn Gesellschaft für Glasindustrie in Augsburg. Aktien u. 4% Anleihe Geseilsohaft für Linde's Eismaschinen in Wiesbaden, Aktie i Gesellschaft für Teej-, erwertung mit beschränkter Haftung, 4)6% Teüschuldverschrcibungon Gewerkschaft des Braunkohlenbergwerks Brühl, 5% Anleihe do. des Steinkohlenbergwerks Adler, 596 Oblig. do. des Steinkohlenbergwerks Eintracht Tiefbau, 436% Teilschnldverschreibungen do. des Steinkohlenbergwerks Gottfried Wilhelm, Essen-Runr, 4)6% Obligationen do. des Stcinkohlen-Bergwerkr.„Graf Schwerin", 4% Anlerlte v. 1903 u. 4)6% Anleihe v. 1910 do. des Steinkohlenbergwerks..Langenbrahm", 4)6% Anleihe von 1901(II. Em.) do. des Steinkehlen- Bergwerks„Lothringen", 4)6% und 4)6% Gnindschuldhriefc do. ver. Constantin der Grosse, 4% Hypothekar- Anleihe do. der Zeche Borussia. 4)696 Anleihe do. der Zeche Dahlhauser Tiefbau. 4% Anleihe do. der Zeche Ewald, 4% u 4)6% Teilsehuldverschreibungen do. Alexandershall. 5% Anleihe von 1911 do. Amölie zu Mülhausen im Elsass, 4)6% Teil- ichuldverschreibungen Gewerkschaft Arenberg. 4)6% Teilschuldversehr. do. Auguslus I von 1911, 4)6% Obligationen do. Beisselsgrube. 4)6% Obligationen do.„Brassert" 4)6% Schuldverschreibungen do. Carl Alexander. 4)6% Obligationen do. Johann Deiraelsberg, 4)6% Oblig. von 1909 do. Deutscher Kaiser, 4% Hypoth.-Anleihe do. Dorstfeld, 4% Hypothekar- Anleihe von 1903 do. do. 4)6% Teilscbuldverschreib. v. 1909 do. Emsoher-Lippe, Essen-Ruhr, 4)6% Oblig. do. Johannes Erbstolin, 4)6% Oblig. do. Friedrich der Grosse, 4% Anl. V. 1904 do. do. 4)6% Anleihe v. 1909 do.„Frisch Glück". Hannover, 5% Anleihe do. Fürst Leopold zu Hervest- Dorsten, 4)6% hypoth. Anleihe von 1911 do. General Blumentbai, 4% Teilschuldversehr. do. Glückauf. Sondershaiisen, 4)6% Teilsehuldverschreibungen von 1909 do.„Glückauf Berka" zu Soudershausen, 4)6% Teilschuldverschreibungen do.„Glückauf Ost" zu Sondershausen, 4)6% Teil- Schuldverschreibungen do. Graf Moltke, 4% Teilscbuldversehr. do. Grillo. Funke& Co.. 4)6% Obligationen do. Hedwigsburg. 4)6% Obligationen von 1907 do. Heldbnrg, 5% Teilschuldverschreibungen do. der Zeche„Hercules", 4% Obligationen do. do. 4)6% Anleihe von 1905 do. Hohenzollern, 4)6% Anleihe do. der Zeche Holland, 4% Teilschuldversehr. do. Hugo, 5% Obligationen do. Johannasball. 5% Teilschuldversehr. do. König Ludwig, 4% Teilschuldverschreibungen von 1905 do. do. 4)6% Teilschuldversehr. Emission 1910 do. Marie, 5% Obligationen do. Marie Luise, 5% Obligationen do. Mont Cenis. 4% Hypothekar-Anleihen do. do. 5% Hypothekar-Anleihe do. Neuhof, 5% Obligationen do. Regiscr Kohlenwerke, 5% n. 6% Teilschuld- versetreibnngen do. Roddergrube. 4)6% Obligationen von 1907 do. Sachsen-Weimar, Schuldverschreibungen von 1908 und 1910 do. Siegfried I, 5% Obligationen do. Zeche ver. Pörtingssiepen, 4)6% Oblig. (jetzt: Essener Steinkohlenbergwerke) do. Tremonia, Obligationen do. Unser Fritz. 4)6% Obligationen do. Vereinigte Ville, 4)6% Anleihe do. Victor, 4)6% Anleihe von 1908 do. Victoria-Lünen, 4)6% Oblig. von 1910 do. Volkenroda, 5% Oblig. do. Wilhelma, Braunkohlenwerk n. Briketfabrik, 5% Obligationen do. Wilhelmshall, 4)6% Obligationen do. Wintershai!. 4)6% Teilschuldversehr. Jobs. Girmes& Co., Oedt(Rheinland), Aktiengesellschaft. Aktien Mi-Glädbich 4% Stadtanleihe von 1911 Gnescner 3)6% Stadt-Anleihe von 1904 do. 4% Stadtanleihe von 1906 A. Götz& Company, Lim., Aktien Gebrüder Goedhart Aktiengesellschaft. Aktien Gothaer Privatbank(siehe: Privatbank etc.) Gothaer 4% Staatsschuldverschreibungen Gothaische Landescreditanstalt, 3)6% und 4% Obligationen do. 4% Obligationen von 1906(Ausgabe 1908) Gotbenburger 3)6% Stadt-Anleihe von 1886 Gotthardbahn-Gesellschaft in Linuidation, Aktien do. 3)6% Obligationen von 1895 Grängcsbcrg-Oxelösund(s.f Trafikaktiebolaget etc.) I. Grazer AktienbrauereL vorm. Franz Schreiner & Söhne, Aktien Greizer 3)6% Stadt-Anleihe von 1887 Grosscnhainer Webstuhl- und Maschinenfabrik- Act.-Ges.. Aktien Grossherzoglich Hessische 3)6% Staats-Anl. v. 1893 do. 3)6% Anleihe von 1899 u. 3% Anleihe von 1904(Serie VIII) Grundrenten- und Hypotheken-Anstalt der Stadt Dresden. 4% Pfandbriefe, 3%% Pfandbriefe u. 4% Grundrentenbriefe Grundstückscrwerbsgesellsi haft m. b. H., 5% Oblig. Groschwitz Textilwerjte Aktienges., 4)6% Anleihe Guatemala 4% äussere Anleihe Gubener 4% Stadt-Anleihe u. 3)6% Stadt-Anleihe von 1897(III. Ausg.) Gutchoffnungshüttc. Actienverein tur Bergbau und Hüttenbetrieb, Aktien Johannes Haag, Maschinen- und Röhren-Fabrik, Act.-Ges., Augsburg, Aktien und 4% Hypotheken- Anleihe. Hugo Hasse Akt.-Ges., Leipzig, Aktien Hafengescllschaft Haidar-Pascha, Aktien und 5% Gold-Anleihe Hagener Gussstahlwerke, Aktien und Vorzugsaktien Halberstadt Blankenburger Eisenbahn, Aktien, 8)6%- und 4% Prioritäts-Obligationen Halberstädter 3)6% Stadt-Anleihen von 1882, 1891 und 1902(I. Abtlg.) Hamburg-Amcrikanisohe Packetfahrt Actien- Ges., Aktien do. 4)-% Prioritäten IV. Em. Hamburger Hvpcthekenbank, Aktien do. 4% und 3)6% Pfandbriefe Hamburger 3% Staats-Anleihe von 1880 do. do. von 1897 do! 3)6% amort.' Staats-Anl. von 1887 u. 1891 do. 4% Staats-Anleihe von 1900 do. 4% Staats- Anleihe von 1907 do. 4% Staats-Anleihe von 1908 do. 4% Staats-Anleihe von 1909. II. Ausgabe do. 4% Staats-Anleihe von 19J1 Carl Hamel, Aktiengesellschaft, Schönau, Aktien Hamelner 3)6% Stadt-Anldhe von 1898 Hamm i. West/., 3)6% Stadt-Anleihe von 1904 F. H. Hammersen Äctien-Gcsellsch., Osnabrück, Aktien und konvert. 4)6% Hypothekar-Anleihen von 1901 und 1904 Hannoversche Bank, Aktien Hannoversche Bndencredit-Bank. Aktien u. Pfandbr. llannov. Maschinenbau- Actien-Ges. vorm. Georg Egestorf f, Aktien,. Hannoversche S%. 3)6% u. 4% Provipial- Anleihen Hannovcrsch-Munden, 4% Staat- Anleihe v. 190*- Ilansa Dampfschiffsges.(s.: Deutsche Dampfsch. etc.) Hanseatische Plantagen-Ges. Guatemala-Hamburg, 5% Yorrechts-Auleihe Harburg a. d. Elbe. 2X% Stadt-Anleihe von 1903 Harburg-Wiener Gummifahriken(siehe:\ ereinigte Gummiw. etc.) Harburger Eisen- u. Broncewerke A.-G., Aktien Harkortschc Bergwerke und Chemische Fabriken, Aktien Harkort Brückenbau Csiehe: Act.-Ges. f. Eisen etc.) Harpener Bergbau-Actien-Gesellschaft, Aktien und Obligationen, do. vorm. Gewerkschaft Courl. Obligationen Harzer Bankverein, Act.-Ges., Aktien Hasper Eisen- und Stahlwerke, Akt. u. 4/6% Obl. Hassfurt er 81er Stadt-Anleihe do. 86er District.-Anlcihe C. Heckmann Aktiengesellschaft Duisburg, Aktien und 4)6% Anleihe Heidelberger 3)6% Stadt-Anleihe von 1894 u. 1897 do. 4% Stadt-Anleihe von 1901 Helvetia Conservcnfabrik, Aktien und Obligationen Herbrand Waggonfabrik(s.: Waggonfabrik A.-G. etc.) Herne 3)6% Stadt- Anleihe von 1903 „Herne" Vereinigung von Hibernia-Aktionären G. m. h. H., 4% und 4)6% Oblig Herzoglich Sächsische Landrentenbank Coburg. 4% Teilsehuldverschreibungen Ausgabe I, II, III Hessische Staatsanleihen(siehe: Grossherzogl. Hessische etc.) Hessische Landeshypothekenbank, Pfandbriale nnd Commual-Oblig. Gebr. Heyi& Co., Akticn-Gcscllschaft. Aktien Heymann& Schmidt Luxuspapierfabrik Aktiengesellschaft, Aktien Hildesheimer Bank. Aktien Hirsch, Kupfer- und Messingwerke, Aktien-Gesellschaft, Aktien und 4)6% Obligationen Höchster Farbwerke(s.: Farbwerke vorm. Meister etc.) Härder Bergwerks- n. Hütten-Verein, 4% Oblig. Hochofenwerk Lübeck,, Aktien und 4)6% Obligationen Hoffmanns Stärkefabriken, Act.-Gesellsch., Aktien Hohenlohe Werke, Aktiengesellschaft, Aktien do. do. 4)6% Anleihe Hotelbetriebs-Aktiengesellsehaft(Conrad Uhl's Hotel Bristol-Central-Hotel), Aktien und Vorzugs- Aktien Howaldtswerke, Actiengesellschaft, Aktien und Vorzugs-Aktien Hubertus Braunkohlen Aktiengesellschaft, Brüggen (Erft), Aktien Humboldtmühle A.-G. Aktien Hüstener Gewerkschaft Aktiengesellschaft, Axtisa u. 4% Obligationen Hüttig& Sohn(siehe: loa, Aktiengesellschaft, Dresden) lea, Aktiengesellschaft, Dresden, Aktien und Obligationen(früher; Fabrik photographische;r Apparate vorm. R. Hüttig& Sohn und Emil Wünsche, A.-G. fü; photographische Industrie in Reick b. Dresden) Internationaler Lloyd, Aktien Italienische 3%% und 3)6% Rente Italienische 3)6% amortisable Rente von 1908 do. 3% do.„ 1910 Italienische 3% Eisenbahn-Oblig.(v. Staate gar.). Mittelmeerbahn-Netz.— Adriatisches Netz.— Sicilianisches Netz Italienische Meridionalbahn(s.: Süd-Italienische etc.) Italienische Mittelmeerbahn, 4% steuerfreie Anleihe von 1901 Italienische Nationalbank, konvertierte 3%% Pfandbriefe(früher 4% und 4)6% Pfandbriefe) Iwangorod-Dombrowa-Eisenbahn, 4)6% gar. Obligationen I Serie und II. Serie Japanische 4)6% Sterling-Anleihe v. 1905(II. Serie) do. 4% Anleihe von 1905 Georg A. Jasmatzi, Aktiengesellschaft, Dresden, \ orzugs- Aktien und Aktien Jenaer 4% Stadtanleihe von 1910 The Jewish Colonial Trust(Jüdische Colonialbank) Ltd., Aktien Jüdische Gemeinde zu Berlin, 3)6% Anl. von 1902 Jütländische 3)6% Pfandbriefe II.— V. Serie des Creditvereius Viborg. 3% Pfandbr. V. Serie, 3)6% Pfandbriefe der conv. V. Serie, 4% Pfandbriefe V. Serie und 4)6% Pfandbriefe VI. Serie Jute-Spinnerei und Weberei. Cassel, Aktien Jura-Simplon-Bahn, 3)6% Obligationen Kaiser Franz-Jos.-Bahn, 4% Silber-Prior, v. 1884 Kaiserhof(siehe: Berliner Hotelges. etc.) Kaiserin Elisabethbahn, 4% Gold-Prior,(steuerfreie und steuerpflichtige) Kaliwerk Ludwigshall Aktiengesellschaft, Wölk- vamshansen, 5% Schuldverschreibungen Kaliwerke Fricdrichshall Aktiengesellschaft, Aktie« und 5% Oblig. Kaliwerke Niedersachsen, 5% Obligationen Kammgarnspinnerei Kaiserslautern, Aktien Kammgarnspinnerei Stöhr& Co., Aktien-Gesellschaft, Aktien und Obligationen Kanalisationsverband der Stadtgemeinde Deutsch- Wilmersdorf. der Landgemeinden Schmargendorf und Zchlgndorf sowie der Stadtgemeinde Teltow, 4% Anleihe Karlsruher 3% Stadt-Anleihe von 1897, 3)6% abgestempelte Stadt-Anleihe v. 1900, 3)6% Stadt- Anleihe von 1903 n. 4% Stadtanleihe von 1907 Kattowitzer Actiengesellschaft für Bergbau und Eisentiüttenbefrieb; Aktien Kattowitzer Bankverein Aktiengesellschaft. Aktien Kieler 3)6% Stadt-Anleihen v. 1873, 1881, 1889 u. 1901 Kiewer 4)6% und 5% Stadt-Obligationen Kirchner& Co., Actien-Gesellschaft, Aktien nnd 4)6% Obligationen Kissinger 3)6% Stadt-Anleihen von 1886 nnd 1888 Klosterbrauerei Röderhof. Aktien Koch. Nähniaschincnfabrik(siehe: Nähmaschinen- Fabrik etc.) Köhlmann, Stärkezucker(siehe: Stärke-Zuckerfabrik etc.) Köln-Kottweiler Pulverf.(siehe: Vereinigte Köln etc.) Kölner Stadtanleihen Königsberg!. Pr., Stadt-Anleihen Königsberger VereinsUank, Aktien Königsberger Walzmühle, Actienges., Aktien und Obligationen Königsberger Zcllstofffabrik Actiengesellschaft, Aktien „Königsborn", Aktiengesellschaft lür Bergbau. Salinen- i nd Soolbad-Betricb, Aktien und 4% Obligationen von 1906 König Wilhelm Bergwerk(siehe: Essener Bergwerks etc.) Konsnni-Vcrein Leipzig-Plagwitz und Umgegend 4)6% Obligationen vor 1900 do. 4)6% Obligationen von 1900 Kopenhagener Grundbes. Kreditvcr.(siehe: Kreditverein etc.) Kostheimer Cellnlose und Papierfabrik Aktiengesellschaft, Aktien Kownoer Act.-Ges. der Metallfabriken vorm. Gebr. Schmidt, Aktien und Obligationen Kraftübertragungswerke Rheinfeldcn, Aktien _�do. 4)6% Teiischiildverschreibungen wraeasta Leinen- Industrie(siehe; Act.-Ges. für Schlesiscbe etc.) Kreditverein von Grundbesitzern in Kopenhagen und Umgegend. 4% Obligationen Serie III, 3)6% Oblig. Serie IV u. 4)6% Oblig. Serie V „Kronprinz" Actien-Ges. für Metallindustrie, Aktien Kronprinz Rudolf-Bahn. 4% Silber-Prioritäten und 4% Gold-Prioritäten(Salzkammergut-Bahn) Krotoschiner 4% Stadt-Anleihe I. Ausgabe KruppVhe 4% Anleihe von 1893 do. 4% Anleihe von 1808 F. Küpperbusch& Söhne. Actien-Ges., Aktien Kunstanstalt vorm Etzold k Kissling, Leltelshain, Act.-Ges., Aktion Kunstdruck- und Verlagsanstalt Wezcl& Naumann A.-G., Aktien und Obligationen Kupferwerke Deutschland, Aktien Kur- und Neumärkische Ritterschaftliche 3%, 3)6% und 4% Kommunal-Obligationen Lanoaster West Gold Mining Company, Limited, 6% Schuldverschreibungen Landeskrcditkasse Cassel. 3)6% Schuldverschreib. Serie 19 und.21, 4% SohuldverschreiD. Serie 20 u. 22 Landschaft der Provinz Sachsen, 3%, 3)6% nnd 4% Pfandbriefe do. 4% Pfandbriefe des ehemaligen landschaftlichen Kreditverhandes der Provinz Sachsen Landschaftlicher Creditvcrband für die Provinz Schleswig-Holstein. Pfandbriefe Landwirtschaftlicher Creditvcreiil im Königreich Sachsen. Pfandbriefe und Creditbriefe Lehrervereinshaus Hamburg G. m. b. H., 4)6% Schuldverschreibungen Leipziger Elektrische Strassenbahn, Aktie« do. Obligationen Leipziger Hypothekenbank, Aktien, Pfandbriefe Deutsche Bank Die Deutsche Bank ist an den laut besonderen Anzeigen anzugebenden Stellen Zahlstelle für.die zahlbaren Zins- oder Gewinnanteil-Scheine sowie ev. für die rückzahlbaren Stücke folgender Werte: Leipziger Malzfabrik, Schkeuditz, Aktien n. Oblig. Leipziger Stadtanleihen Lemberg- Czeruowitzer Eisenb., Aktien, Genuss- Aktien Liegnitzer VAVn Stadt-Anleihe von 1892 do. 4% Stadt-Anleihe Ton 1910' Lindenbrauerei Unna, vorm. Rasche& Beckmann, Aktien Löbauer Bank. Aktien..„ Lokomotivfabrik Krauss& Co., Äctien-Gesellsch., Aktien und 4% Obligationen Lombarden-Obligat. fsiehe: Südbahn-Gcsellschaft) Lothringer Hüttenverein Aumetz-Friede, Aktien Lüwenbrauerci Akt.-Ges.. Hohenschönhausen, Aktien und iyl% Anleihe Löwenbrauerei(Louis Sinnerl, Freiburg, Aktien Ludwig Loewe& Co.. 4% Tcilschuldverschreibungen Ludwigshafen Stadtanleihe von 1896 Lübecker 3K% Staats-Änleihen von 1899 und 1904 do. i% Staats-Anleihe von 1906 do. 4% Staats- Anleihe' von 1912 Lübeck-Buchener Eisenbahn, Aktien do. 1%% Anleihe von 1902 Lüdenscheider Metallwerke Akt.-Ges. vormals Jul. Fischer& Basse. Aktien und 4hz% Oblig. Lüneburger Wachsbleiche J. Börstling, Aktien, Vorzugsaktien Lugauer Kammgarnspinnerei, Aktien Macedonische Eisenbahn(Salonik-Monastir), Aktien, Vorzugsaktien u. 3% Gold-Obligationen Magdeburger VA% Stadt- Anleihen von 1875. 1876, 1880. 1886 und 1891(Abt. I-Vl und i% Stadt- Anleihe, V. Abteilung do. Stadtanleih' von 1906 do. o%% Stadtanleihe von 1902 Abt. II do. i% Stadtanleihe von 1902 Abt. III Magdeburger Bankverein, Aktien Magdeburger Bau- und Credifc-Bank, Aktien und m'/n Oblig. 11.-18. Abteilung... Magdeburger Gas-Ges.(siehe: Allgern. Gas-A.:G. etc.) Mahn& Ohlerich Bierbrauerei, Act.-Ges., Aktien u. 4% Teilschuldvcrschr. Mklmö\Y*% Stadt-Anleihe von 1001 Mannesraannröhren-Werkc, Aktien do. 4Yi% Teilschuldverscbreibungen Mannheimer 4% Stadt-Anleihe von 1901, 3%% Stadt- Anleihen von 1904 u. 190o, 4% Stadt- anleihen von 1906, 1907 u. 1908 Mannheimer Versicherungsgesellschaft, Aktien Märkische Maschinenbau-Anstalt Ludwig Stuckenholz A.-G., Wetter-Ruhr, 4H% Anleihe (jetzige Finna; Deutsche Maschlnon- fabrik A. C., Duisburg) Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg, Act.- Ges. Aktien und 4M% Hypothekar-Anleihe von 1908 Maschinenfabrik Baum A.-G., Aktien do. 4K% Hypoth.-Anleihe Jiaschinenfabrik Bruchsal, Actien-Gesellschaft vorm. Schnabel& Henning, Aktien„, Maschinenfabrik Buckau, Act.-Ges. zu Magdeburg, Aktien. Vorzugs-Aktien und Obligationen, Maschinenfabrik Germania, vorm. J.•— ochwaloe & Sohn, Chemnitz, Aktien„. ,, Maschinenfabrik Thyssen& Co. Akfiengesellschaft, Mülheim-Ruhr, IM% hypotb. Anleihe Maschinenfabrik A.Vcntzki Aktiengesellschaft, Aktien Mathildenhütte, Act.-Ges. für Bergbau und Hulten- betrieb, Aktien. Voizngs-Aktien und 5% Oblig. E. Mattbes•& Weber. Act.-Ges., Dnisbnrg. Aktien Mechanische Bindfadenfabrik, Immenstadt, Aktien Mechanische Möbelfabrik, Küppersbusch& Co., G. m. b. II.. h% Teilschuldverscbreibungen Mechaidsche Weberei, Zittau, Aktien Mecklenburgische V/.% Anleihe von 1843 do. y/i% konsolid. Anleihe von 1886 ■ do 3!4% konsolid. Auleüie von. 1890 und 1894 do. o'A% Anleihe von 1901 Mecklenburgische Gewerkschaft Fried rieh Franz, Obligationen,,..., ,,, Mecklenburgische Hypotheken- und Wechselhank, Aktien do. Pfandbnele„ ,T ,,, ,,.. Mecklenb. Ritterschaftl. Crcdit-Vcrein, Pfandbriefe Mecklenburgische Spar- Bank, Aktien Meerane i. Sa., 495 Stadt-Anleihe von 1900(Ser. I) Meggener Walzwerk(siebe: Actien-Gesellschaft etc.) Meierei C. Bolle A.-G., 4J495. Obligationen Meininger Hypothekenbank(siehe: Deutsche Hypotheken etc.)..... Meridionaux-Obl.(siehe: Süd-Italienische etc.) Mersina, Tarsus& Adana Railway Co., Aktien und Vorzugs-Aktien do. 495 Obligat Ionen Metropol-Tlieater Aktiengesellschaft, Aktien Mexikanische Darlclinskasso für Bewässerungsanlagen und allgemeine landwirtschaftliche Zwecke, 4)595 Gold-Ohlig.(siehe: Caja de Prdstamos etc.) Mexikanische stcucrfreio 595 kons, äussere Anleihe von 1899 Mexikanische 495 steuerfreie Goldanleihe von 1901 Mexico Tramways Company, 595 konsoi. Gold-Bonds Dr. Paul Meyer Aktiengesellschaft. Aktien „Midgard" Deutsche Seevcrkehrs-Act.-Ges.. Nordenham. Aktien und 4)595 Oblig. Mindener 495 Stadtanleiho von 1909 Missouri Paciiic Railway Company, vierzigjährige 495 Goldanlelbe von 1905 Missouri, Kansas& Texas First and Refunding Mortgage 4 95 Gold-Bonds. Mitteldeutsche Bodenkredit-Anstalt Greiz, Aktien, Pfandbriefe und Grundrentenbriefe MitleldenfschePrivat-Bank, Aktiengesellschaft, Aktien MiltelrbeiuisclK; Bank. Aktien Moselhütte Aktien-Ges., 4)5 95 Anleihe(ubergegangen auf die Kombacher Hüttenwerke) Moskauer Tramway, Obligationen.... Motor. Actiengcsellschaft für angewandte Elcctncitat, Aktien Mühle Rüningen A.-G., Aktien Mülheim a. Rh., 4% und 3)525 Stadt-Anleihen Mülheim(Ruhr). 495 Sfadtanleihe von 1911 Münchener Brauhaus, Aktien Münchencr Bückversicherungs-Gesellsehaft, Aktien Münohener 3�95 Stadt-Anleihen von 1886, 1887. 1888, 1890,--3891 1807, 1899. 495 Stadt- Anleihen von 1892, 1900. 1901(I. n. Ii. Ein.) Miinchcner 3)5 Stadt-Anleihen von 1903 u. 1904 (In, 415 Stadt-Anleihen von 1906 n. 1907 do. 4 95 Sladt- Anleihen ven 1908, 1909, 1910, 1911 und*19*.2 Münsterische 3)595 Stadt-Anleihe von 189. Nähmaschinen-Fabrik und Eisengiesserei, Aet.-Ges. vorm. H Koch& Co., Aktien. Nassauisohe Landesbank, Wiesbaden, O/,,, 3/5/5, 3)5 95 u. 4 95 Schuld vcrschreibungen National-Bank of Sonth Africa Limited, Aktien Neapeler unifizieiO* Rente Neapeler ge- Prämien-Bons Neue Gas-Actien-Ges(Nolle). 495 Obligationen (abgestempelt auf die Firma: Actien-Cescll- schalt für Gas und Electpicität) Neue Senftenberger Kohlenwcrke A.-G, Aktien und 4)595 Obligationen Nicdcrlausitzer Koblenwerkc, Aktien u. 4)595 Anleiben von 1906 u. 1912 Niederlausitzer Bank. Aktiengesellschaft. Aktien Tbc Nobel Dvnamite Trust Co. Ltd., Aktien Norddeutsche Credil-Anstalt, Königsberg i. Pr., Akt. Norddeutsche Handelsbank A.-G., Aktien Norddeutscher Lloyd Aktien do. 495 Anleihen von 1883. 1885, 1894, 4)595 Anleihe von 1901 und 4 95 Anleihe von 1902 do. 4)595 Anleihe von 1908 Morddeutsche Tricotweberei vormals Leonhard Sprick& Co., Aktiengesellschaft, Aktien Nordhäuser Kaliwerke Akt.-Ges., Aktien u. 5% Oblig. Nord. Actienbank f. Handel u. Industrie, Heising- fors, Aktien do. 495 Pfandbriefe Ser. I u. II do. 4)595 Pfandbriefe von 1911 Nordstern Steinkohlenbergwerk(siehe: Aktiengesellschaft etc.) Northern Pacific Railway 495 Prior Lien Goldbonds und 395 General Lien Goldbonds Nürnberger Lebensversicherungs-Bank, Aktien Nürnberger 395,- 2)595 und 495 Stadt-Anleiben Oberbayerische Kreisgemeinde 4% Obligationen von 1901, 3)5% Obligationen von 1904 und 4% Obligationen von 1911 Oberiausitzer Zuckerfabrik, Aktiengesellschaft, Lübau, Aktien, Oberrheinische Eisenbahn- Gesellschaft, Aktiengesellschaft, 495 Teilschuldverschr. von 1911 Oberschlesischer Credit-Vercin, Aktien Oberschlesische Eisenbahn- Bedarfs- Aktien■ Gesellschaft, Aktien do. 4% Obligationen do. 4)5% Obligationen Oberschlesische Kokswerke und chemische Fabriken, Aktien Oelsnitzer Bergbaugewerkschaft. 4 95 konv. Oblig. Oesterreichische Boden-Credit-Anstalt, 6% Staats- Domänen-Pfandbriefe Oesterreichische 495 Goldrentc Oesterreichische Länderbank. Aktien Oesterreich. Nordwcstbahn, 5% Prior. Litt. A u. B und Emission 1874(Gold-Anleihe) Oesterreich. Nordwest'oahn, auf 3)595 abgest. Prior. Litt. A n. B, auf 3)5% abgest. Prioritäten der Emission 1874(Gold-Anleihe) und 3)5% Prior.- Anleihen von 1903, Litt. A, B und C Oesterreichische Nordwest-Dampfschiffahrts-Gesell- schaft, 4)5% Oblig. Oesterreichische steuerfreie 4% Staats-Renten- Anleihc von 1901, 1010, 1911 und 1912 Oesterr.-Ungar. Staatsbahn 3% Oblig.(März/Sept.), 3% Mark-Anleihe von 1895, 4% Mark-Anleihe von 1882/83 Oesterr. Versicherungs-Ges.„Donau", Aktien Offenbach a. M.. 3)5% Stadtanleihe von 1905 Offenhurger 3)595 Stadt-Anleihe von 1905 Oldenburgische 3% Staats-Anleihe von 1896 Oldenburgischc 4% Staats-Anleihe von 1909 do. do. von 1912 Oldenburgische Spar- und Leih-Bank, Aktien Oppelner Stadt-Anleihe Optische Anstalt C. P. Goerz Aktiengesellschaft, Aktien und 4)5% Anleihe Oregon Railroad and Navigation 4% Consolidated Mortgage Gold-Bonds Orenstein& Koppel— Arthur Koppel, Aktien- Gesellschaft, Aktien do. 4)5% Anleihe Osnabrücker Bank. Aktien Ostrowiecer Hochöfen(siehe: Aktien- Gesellschaft Ostrowiecer etc.) Ostafrikanische Eisenbahngesellschaft. 3% Anteile Otavi Minen und Eisenbahn- Gesellschaft, Aktien, Genussscheine Ottomanische Anleihen(siebe: Türkische etc.) Peipers& Co., Aktien-Ges. für Walzenguss in SicgGD, Aktien St. Petersburger 4)5% Stadt-Anleihe von 1902 do. 5% do. von 1908 Petersburger Beleuchtungsges.(siehe: Ges. f. elektr. Beicucht. etc.) Petzoid& Aulhorn Act.-Ges., Aktien Pfälzische Bank, Aktien Pfälzische Eisenbahn-Anleihen, 4% u. 3)595 Obligationen• Pfälzische Hypothekenbank, Aktien, Pfandbr. und Kommunal-Obligationen „Phönix", Aktiengesellschaft für Bergbau u. Hüttenbetrieb, Aktien do. 4)5% Anleihe Julius Pintsch Akt.-Ges., Aktien und 4)5% Obligationen Pirmasens. 4% Stadtani. v. 1894, 3)5% Stadlanleihe von 1904 do. 4% Stadtanlcihc von 1909 und 1911 Plauener Bank Aktiengesellschaft, Aktien Poramcrsche Provinzial- Anleihen\ Posener 3%, 3)5% und 4% Provinzial-Anleiheseheine Posencr 4 95 Stadt-Anleihe von 1900, 3)5% Stadt- Anleihe v. 1903, 4% Stadt-Anl. v. 1905 u. 1908 Potsdamer Credit-Bank Aktien Prag-Dnxcr Eisenbahn 5% 11. 3% Gold-Prioritäten, Stammaktien 11. Prioritäts-Aktien Moritz Prcscher Nachflg., Act.-Ges, Deutsch b. L., Aktien Press- und Walzwerks A.-G., Düsseldorf- Rcishoiz, 4)5% Obligationen Pretoria Hypotheek Maatschappij, 495 Pfandbriefe, Serie Ca.(No. 1—10 000) Preussische 395 konsolidierte Anleihen (nur bei unseren Zweigniederlassungen in Brüssel und London zahlbar) Preussische Bodeu-Credit-Actien-Bank, Aktien und Pfandbriefe Preussische Hypotheken Actien-Bank, Aktien, Pfandbriefe und Kommunal Obligationen Preussische National-Versicherungs-Ges., Aktien Preussische Rück versieherungs- Aktien-Gesellschaft, Akt.-Ges.. Berlin. Aktien Prinrcss Estale and Gold Mining Company Lirailed, 6% Sehuldverschrcibnngen Privatbank zu Gotha, Akt, 495 u. 3)5% Anlchcns- scbeinc Provinz Buenos Ayres, 3%, von 1912 ab ZV- Ii Goldanlelbe Provinzialverband de, Pruiinz Brandenburg, 3)5% und 4% Anleihescheine Puebla Tramwav Light and Power Co., 5% 80 jährige First Mortgage Gold-Bonds Pulsnitzer Stadtanleiher. Rauchwaaren-Zurichtcrei und Färberei. Akt.- Ges., vorm. Louis Walters Na"liroIgcr, Markranstädt, Aktien Reichclt Mctallschraubcn Act.-Ges., Aktien licis- und Hand eis- Act ien Ges. in Bremen, Aktien Kenischeider 3)5% konvertierte Stadt-Anleibc v. 1900 Restaurant- und Hotel- Gesellschaft in Hamburg, Aktien Rheinische Akticngeseliseliaft für Braunkohlenbergbau und Brikelfahrikation in Köln, Aktien und 4)5% Obligationen Rheinische CharaoUc- und Dinas-Werkc, Aktien und 5% Tcilseliuldvcrsclircibungon Jlheinischc Creditliank. Aktien Rheinische Hypolhckenbänk, Aktien, Pfandbriefe und Kommunai-Obligationen Rheinische Metallwaarcn- u. Masohinenfabrik. Aktien. Vorzugs- Aktien, Gewinnanteilscheine und 4 95 Oblig. I. u. II. Em. Rheinische Stahlwerke. Aktien Rheinisch- Westfälisches Elektrizitätswerk Aktien- Gesellschaft, Aktien, 4% und 4)5% abgest. Obligat inueii Rbeinisch-Wcstfälische Kalkwerke. Aktien und 4)5% Obligationen Rheinis-h-Westfäiischer Lloyd. Trausport- Versiebe- rungs-Actien-Gesellschaff. Aktien Rheinisch- West f. Rüekvcrsicherungs- Act.- Gesellschaft. Aktien Rbeinprovinz-Xmeiheschcine Moritz Ribbert, A.-G., Aktien u. 4)595 Anleihe J. D. Riedel Aktiengesellschaft, Aktien und Vorzugs- Aktien 595 Rigaer Stadtanleihe Rio de Janeiro Tramway, Light and Power Company, Ltd., Aktien, First Mortgage 30jährige 5% Bonds, 5% Gold-Bonds u. 5% 50jähr. Mortgage- Bonds Röchlingsche Eisen- und Stahlwerke G. m. b. H., Völklingen a. d. Saar. 4)5% Schiildverschr. Rock Island Arkansas and Louisiana Railroad Company, 4)5% First Mortgage Gold-Bonds � Rbmbacher Hüttenwerke, Aktien und 4)5% Obligationen Ross& Co.. Bierbrauerei-Aktienges., 4)5% Hypoth.- Anleihe Rostocker Bank, Aktien Rostocker Brauerei(siehe Mahn& Ohlerich) Rostocker 3)5% Stadt- Anleihe von 1903 Rudoistädter 3)595 Stadt-Anleihe von 1888 Rumänische 495 äussere Gold-Anleihe von 1889 Russische Bank für auswärtigen Handel, Aktien Rückversicherungs-Gesellschaft„Enropa", Aktien Rütgerswerke Aktiengesellschaft, Aktien und 4)5% Anleihe Saalfelder 3)5% Stadt-Anleihe von 1889 Sächsische Bodencreditanstalt, Aktien und Pfandbr. Sächsische Broncewaaren-Fabrik, Würzen, Aktien Sächsische Electricitäts- Lieferungs- Gesellschaft, A.-G. zu Oberinngwitz(Königreich Sachsen), 4)5% Anleihe Sächsische Gussstahl fahrik in Döhlen, Aktien und Genussscneine Sächsische Industriebahnen-Gesellschaft, Aktiengesellschaft, Vorzugs-Aktien, Stamm-Aktien und 4% Teilschuldverscbreibungen Sächsische Kammgarnspinnerei zu Harthau, Aktien Sächsische Ofen- und Chamottewaren-Fabrik, vorm. Ernst Teicherf, Aktien Sächsische Rückversicherungs-Gesellschaft, Aktien Sächsische Staats-Anleihen und Renten Sächsische Websfnhlfabrik Chemnitz. Aktien Sangerhäuser Actien-Mascninenfabrik und Eisengiesserei vorm., Hönning& Rabe. Aktien' Schalker Gruben(siehe: Act.-Ges. Schalker etc.) Schantnng-Eisenbahn-Gesellschaft, Aktien und Genussscheine Ernst Schiess Werkzeugmaschinen fahrik Aktien-Ge- Seilschaft, Aktien Schiff- und Maschinenbau Actien-Gesellschaft Germania, 4% Obligationen Schlegelbrauerel A.-G., 4)5% Oblig. Schiesisehe Actieu-Ges. für Bierbrauerei und Malzfabrikation, Aktien und 4% Teilschuldverscbreibungen Schlcsischer Bankverein, Anteile Schiesisehe Boden-Credit-Actien-Bank, Aktien, Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen Schiesisehe Elektricitäts- und Gas-Aktien-Gesell- sohaft, Aktien und 4)5% Teilschuldverschreibungen Schiesisehe Textiiwerke Methner& Frahne, Aktiengesellschaft zu Landeshut i. Sehl., Aktien Dr. C. Schleussner Act.-Ges., Frankfurt a. M. Aktien Emil Schiiiolder Spinnerei A.-G., RJieydt, Aktien Schnellpressenfabrik Frankentbai, Albert& Co., A.-G., Aktien- do. 495 Obligationen* H. Schomburg& Söhne, Aktiengeseliscbaff, Marga- rethenhütte, Aktien 4% Schöneberger Stadtanleihe von 1907 Abt. I n. II do. von 1909./ do.„ 1904 III Abt. Schönheider Bürstenfabrik Actien- Ges., vorm. F. L. Lenk,- Aktien Schubert& Salzcr Maschinenfabrik Actien-Ges., Aktien und Obligationen 5 Schnltheiss' Braooroi Actien-Gesellschaft, Aktien u. 4% Part.-Obfigationen v. 1886 u. 1892 Gustav Schulz& Co., Akt.-Ges. für chemische Industrie. 5% Oblig.( SchwedisoKo 3)5% Anleihe von 1899 Schwedische Keiclis-Hypothekcnbank, 4 95 Pfandbriefe von 1878 Schweizerische Bundesbahnen, 4% Anleihen der Vereinigten Schweizerbabnen I. u. IL Hypothek 4% Schweizerische Bundesbahn-Rente vom Dez. 1900 Schweizcrikcbe Bundesbalm-Anleihen von 1899, 1902, 1903 und*19!2 Schweizer Centraibahn, Obligationen Schweizerisehe Kreditanstalt, Aktien Schweizerische Nordostbahn, Obligationen Schweriner 3)5% Stadt-Anleihe von 1897 Sektkellerei Frankfurt a. M. Äct.-Ges. vorm. Gebr. Feist k Se., Aktien Seidel& Naumann(siehe; Actienges. vorm. Seidel etc.) Sibirische Handelsbank, Aktien Sicgener Akt.-Ges. für Eisciikonstru)ctioii, Brückenbau und Verzinkerei, Geisweid, Aktien Sicgener Bank für Händel und Gewerbe, Aktien Siegen- Solinger Gussstahl- Actien- Verein in Solingen. Aktien und 5%. Obligationen Siemens Glasindustrie(siehe;.Xküengescllschatt für Glasindustrie) Sicmens-Schuckertwerke, 4)5% Oblig. Siemens& Halske Actien- Gesellschaft, Aktien p. konv. 4% Oblig. v. 1900 do. 4% Oblig. v. 1898 do. 4)5% Oblig. v. 1912 Smyrna Teppicbfabrik(siehe: Vereinigte Smyrna etc.) Sodetätsbrauerel Waldschiosschen, Dresden, Aktien und Obligationen Socictä Generale Immobiliare, 4 95 Obligationen von. 1906 SocietO Imperiale Ottomane du Chcmin de Fer de Bagdad. Attien SociOtO Metallurgiquc Dnieproviennc du Midi de la Russie. St. Petersburg. Aktien und 3% Oblig. C. F. Solbrig Söhne Akliengesellschaft, Chemnitz, Aktien und 4)5% Anleihe Solinger Kleinbahn Aktiengesellschaft, Solingen, 4)5% Anleihe Sosnowicer Röhrenwalzwerke(siehe: Actien-Gesell- sebaft der Sosnowicer etc.) South West Africa Company Limited, Aktien Spanische 4% äussere Rente, 4% inners Rente und 5% amert. Anleihe Speichere! und Speditions-Act.-Ges., Riesa, Aktien und 4% konverlierre Oblig. Spinn& Sohn(siehe; Actienges. f. Fabrikation etc.) Sprcc-Havcl Danipfsehifffabrts-Gesellschaft„Stern". Aktion Sprick. Tricotweberei(s.: Norddeutsche Tricotweberei cte.) St. Louis& San Francisco General Lien 15/20jährigo 5% Goldbonds Staatliehe Kreditanstalt des Herzogtums Oldenburg, 3)5% und 4% Ohl. Stahlwerk Oeking Akliengeseilschaft, Akijcn Stahlwerke Rieh. Lindeuberg Aktiengesellschaft, 4)595 Anleihe Stärke-Zuckerfabrik-Actiengcsellschaft vorm. C. A. Köhlmann& Co., Aktien Stcaua Romana Aktiengesellschaft für Petroleum- Industrie, Aktien do.' 5% Schuldverschr. von 1905, 5% Schuld- versehr. Serie II v. 1006 und Serie III v. 1908 Steffens& Nocüe Akt.-Ges. in Berlin, Aktien do. 4)5% Ohlig.aLionen Steingutfabrik. Actien-Gescilsch.. Sörnewitz-Meissen, Aktien und 4)5% Obligationen Steinkohlen-Bergwerk„Hercules", Essen(siehe Gewerkschaft etc.) Steinkohlengewerkscbaft Castelleigo, Valentin. Leithold u. Maria Anna, ö% Oblig. v. 1699 u. 1902 Stcndaler 4% Stadt-Anleihe von 1901 do. Stendaier 4% Stadt-Anleihe von 1908 Stettiner Chamottefabrik, Act.-Ges., vorm. Didier, Aktien Stettiner Electricitäts- Werke Actiengesellseluf� Aktien Stettiner Odecwetke, Actiengesellschaft für Schiff- u. Maschinenbau, Aktien dp..4)5% Obligationen Stettiner Rückvcrsichurungs-Act.-Ges., Aktien Stettiner Stadt-Anleihen Stettiner Strassen- Eisenbahn- Gesellschaft, Aktien, Vorzugsaktien und 4% Teilschnldversolir. R. Stock& Co., Spiralbohrer-,' Werkzeug- und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft, Aktien Stockholmer 4% Hypotheken-Pfandbriefe v. ,1885 Stoiberger Zinkhütten(siehe: Act.-Ges. f. Berg. bau etc.) Straisunder Spielkartenfabrik(siehe Vereinigte Stralsunder etc.) Strassburger Strassenbahn-Gesellschaft, 3)5% Obligationen' v. 1899 Strassen-Eisenbabn-Gesellschaft in Braunschweig, Aktien und 4% Prior.-Obligationen, Stuttgarter 4% Stadtanleihe von 1906 K. K. priv. Südbahn-Gesellschaft Wien, Obligationen Süddeutsche Bodcncrcditbank Müncben, Pfandbriefe Süd-Italienisehe Eisenbahn(Mcridionali), Aktien, Genuss-Aktien und 3% Obligationen Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn, 4% Anleihe von 1892. Panl Süss Act. Ges. für Ltixuspapierfabrikatio% Mügeln, Aktien und Obligationen. Tafel-Salin n. Spiegelglasfabrifcen Akt.-Ges., FürtH Aktien/ Ernst Teichert, G. m. b. H.. Meissen, 4)5% Anleihe Teisnacber Papierfabrik,"Act.-Ges., Aktien und 4)5 95 Prioritäten Terrain-Aktiengesllschaft Holzbausenpark, Aktien Terrain-Gesellschaft Neu-Westend, Act.-Ges., Akt. Thale(siehe: Eisenhüttenwerk etc.) F. Thörl's Vereinigte Harburger Oelfabriken, Aktiengesellschaft, Aktien Thorner 4% Stadt-Anleihe von 1901* do. 4% Stadt-Anleihe von 1906 Thüringische Glas- und Instrumenten-Fabrik, Alt, Eberhardt& Jäger, Aktien-Gesellschaft, Aktien Thüringische Nadel- und Stahlwaaren-Fabrik Wölfl, Knippenberg& Co., Aktien Thyssen& Co., 4% Teilsehuldverschreibungen Gustav Toelle, Papierfabrik in Wildenfels, 5% Ohl. Trafikaktiebolaget Grängesberg- Oxelösund, 4)5% Anleihe 4 Transatlant. Güter-Vcrsicherungs-Ges., Aktien Tränkner& Würker Nachfolger Aktiengesellschaft Leipzig, Aktien und 4)5% Oblig. von 1906 Trondjhem, Nordre, Amls-Kommnne, 4% Anleihe s Tüll- und Gardinen-Weberei Akt.-Ges. in Plauen- Haselbrunn, Aktien Türkenlose Türkische 4% Anleihe von 1894 do. 4% Zoll- Anleihe von 1902 do. 4% Administrations-Anleibe von 1903 do. 495 konv. unifizierte Anleihe von 1903/06 do.. 4% Anleihe von 1905(Tcdjhisat-Askerie-« Em. Deutsche Bank) Türkische 4% Bagdad-Eisenbahn-Anleihe I. Serie do. 4% do. II. Serie Türkisch-Französische 4% Anleihe von 1901/05 Türkische 495 Anleihe von 1908 do. 4% Anleihe von 1909 do. 4% ZoU-Anleibc von 1911 Ungarische Localeiscnbahn, Aktienges., Budape»! 4% und 4)5% Obligationen Serie I do. 4% Obligationen Serie II u". III do. 4)5% do. Serie IV Union, Allgemeine. Versicberungs-Actien-Gesell- schaft, Aktien Union Internationale, Compagnie d'Assuganoes. Ant- Vferpen, Aktien Unions-Brauerei Schülcin& Co. Akt.-Ges., Aktien „Urania" Act.-Ges für Kranken-, Unfall- u. Lebena- verrieherung, Aktien Üsambara-Kaffecbau-Gcsellschaft, 6% Obligationen Varziner Papierfabrik. Aktien Vaterländischer Bau verein zu Berlin, e. G. m. b. H-, 4% Schuldverschreibungen Verband der Aerzte Deutschlands, 5% Oblig.. Verein Chemischer Fabriken, Mannheim,' Aktien Verein Chemischer Fabriken, Zeitz, Aktien Verein für Berliner Stadtmissiou, 4)5% Obligationen Vereinigte Berlin- Frankfurter Guramiwaren-Fa- briken, Aktien und 4)5% Obligationen Vereinigte Bugsir- u. Frachlschiffabrt-Ges., Aktien und 4)5% Vorrechts- Anleihe Vereinigte Charaottefabriken G. m. b. H.(vorm. C. Kulmiz) Saarau, 4)5% Oblm. Vereinigte Chemische Werke, Aktien-Gesellschaft zu Cliarlottenburg, Aktien Vereinigte Elbesehiffahrts-Gesellschaften Aktienges., Aktien do. 495 Oblig. und 4)5% Oblig. von 1906(siehe Danipfschleppschiffahrts-Ges. etc.) Vereinigte Eschebachteche Werke. Actien-Gesellschaft Dresden, Aktien, Genuss-Scheine u. Oblig. Vereinigte Fabriken cnglisclier Sicherheitszünder, .. Draht- und Kabelwerke, Aktien Vereinigte Fränkische Schuhfabriken, vorm. Max Brust, vorm. B. Berneis Nürnberg, Aktien do. 4% Prior.-Anleihe Vereinigte Gerüst-Bau- und-Leib-Anstalten, Aktie« Vereinigte Glanzstoff-Fabriken A.-G., Aktien Vereinigte Cummiwaaren-Fabriken Harburg-Wien,' Aktien Vereinigte Hanfschlauch- u. Gummiwaren-Fabriken zu Gotha. Aktiengesellschaft, 4)5% Obligat.. Vereinigte Köln-Roftweiler Pulverfabriken, Aktien Vereinigte Pechelbronner Oeibergwerke G. m. b. IL. 5% Anleihe Vereinigte Pinsel-Fabriken. Aktien Vereinigte Schweizerbalinen, Obligationen Vereinigte Smyrna-Teppich-Fabriken, Aktien do. 4)5% Anleihe Vereinigte Straisunder Spielkarten-Fabriken, Akt. Verein. Thüringer Metallwaren-Fabriken A.-G., Akt Vereinigte Ultramarinfabriken(vorm. Leverkus, Zeitner& Consorfen), Köln, 4)5% und 4% Obligationen und Aktien Vereinsbank Nürnberg, Aktien und Boden-Credit- Pfandbriefe) Vereinsbierbrauerei zu Leipzig, Aktien und Obligationen Versuchs- n. Lehranstalt für Brauereien, 5% Obligationen. Victoria-Brauerei. Actien-Gesellsch., Bochum, Aktien do. 4)595 Obligationen Victoria Falls and Transvaal Power Company Limited, 5% Teilschuldverschreibungen Serie B und C „Vism-gis" Heringsfischerei(A.-G) Bremen, Aktien Vogtländische Creditanstait, Aktien Vogtländisehes Electricitätswerk Aktiengesellschaft Trieb(Vogtland), Aktien Voigt& Häffner. Aofien-Ges., Aktien do. 4)5 95 Obligationen von 1906 und*1912 Voigtländer& Sohn Aktiengesellschaft, Aktien Vorarlberger Eisenb., 4% Silber-Prior, von 1884 Waggonfabrik Actien-Ges. vorm. P. Herbrand (i Co.. Aktien Warschauer Disconto-Bank, Aktien Warschauer SladBAnleihe von 1903 Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier, Aktien Wayss& Freytag A.-G., Aktien Weidencr 3)595 Stadt-Anleihe Weimarische Stadt-Anleihen Weisseritztalsperrengenossenschaft in Hainsberg, 4% Anleihe Les Petits-Fils de Fois de Wendel& die., Hayingen (Lothringen), 4)5% Teilsehuldverschreibungen Deutsche Bank Die Deutsche Bank ist an den laut besonderen Anzeigen anzugebenden Stellen Zahlstelle für die zahlbaren Zins- oder Gewinnanteil-Scheine sowie ev. für die rückzahlbaren Stücke folgender Werte: Ladwie Wessel, l'.-G. Kr Porzellan- nnd Steingut- FaDrikation, Aktien und% Obligationen Wesselmann-Bohrer-Compagnic Actien-Gos., Aktien Westafrikanische Pflanzungs-Ges. Bibnndi, Vor- zugs-Aktien und Aktien Westdeutsche Bodenkreditanstalt, Köln a. Eh., Aktien, i% und% Pfandbriefe Westdeutsche Jutespinnorej u. Weberei in Beuel bei Bonn a. Eh., Aktien und 4% Oblig. Westdeutsche Terrain- und Baubank Aktiengesellschaft, Aktien Westdeutsche Versichernngs-Actien-Bank, Aktien und Gentissscheine Westf.- Anhalt. Sprengstoff- Actien- Gesellschaft, Aktien do. Obligationen Westf. Kupfer- und Messingwerke Ä.-G. vorm. Casp, Noell, Aktien und i% Obligationen Westfälische Provinzial-Anleihescheine Westpreussische landschaftliche Pfandbriefe Westpreussische 3K% Prov.-Oblig., 5. Ausgabe do. 4% Prov.-Oblig., 7. Ausgabe Wicking'sche Portland-Cement- und Wasserkalkwerke Recklinghausen, Aktien Wicküler-Küpper-Brauerei, Aktien Wien- Pottendorf- Wiener- N eust ädter Eisenbahn- Aktien und h% Prioritäten Wiener Bank-Verein, Aktien Wiener 4% Stadt-Anleihe von 1898 do. 4% Stadt-Investitions-Anleiho von 1902 Wiesbadener i.% Stadtanleihe von 1903, Buchst. E IV. Serie Wiesbadener i% Stadtanl. v. 1908, Buchst. F. I. Serie Wormser S'A% Stadtanleihe von 1905 do. i% Stadtanleihe von 1909 Lit.£. P. Wulf Akt.-Ges zu Werl, Aktien und iA% Oblig. E. Wunderlich& Comp. Aktiengesellschaft Altwasser, Aktien Emil Wünsche, Act.-Ges. für photographische Industrie in Reick b. Dresden, 4% Obligationen (jetzige Firma: ica. Aktiengesellschaft, Dresden) Württembergische 3A% Staats-Anleihen aas den Jahren 1881, 1882/83, 1884/85, 1885, 1887, 1888, 1889, 1891, 1893, 1894, 1895, 1900, 1903, 3% Staats-Anleihe von 1896, 4% Staatsanleihen von 1907, 1908, 1909 nnd»1912 Württembergische SA% Staats-Anle&e vea 1875, 1879, 1880, 1905 Württembergische Bank- Anstalt, vorm als Pflanm & Com Aktien Württembergische Vereinsbank, Aktien do. 4% und 3A% Obligationen Zuckerfabrik Frankenthal, Aktien Zuckerfabrik Fröbein, Aktien Zuckerfabrik Nauen, Aktien Züricher 3M% Stadt- Anleihen von 1889, 1894 und 1898 u. 4% Anleihen v. 1900, 1901. 1906, ISOS. 1909 nnd'1911 Unsere Brüsseler Filiale Ist Zahlstelle für nachstehende Werte: A'.-G. für Bergbau. Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg und in Westfalen, Aktien Anatolisehe Eisenbahn-Ges., iÄ% Oblig. Serie I u. II Angin Belgian India Rubber and Exploration Co. Abir, Aktien Antwerpscho Maatschappy voor den dienst van Bunrtspoorwegen, Aktien Banque Hypothecairc Transatlantiquo Antwerpen, Obligationen Braunkoniengrube Mlnes, Comte Fürstenberg, Frechen bei Cöln, Aktien und Vorzugsaktien do. 4A% Obligationen Brügge 2A% Stadtanleiho von 1897 Carrieres do porphyre de St. Raphael, i'AX Ohlig, do. Aktien Cbarbonnages de Bernissart, Aktien do. i% u. iA% Oblig. Cbarbonnages des Ouatres Jean, Aktien Cbarbonnages de U Haye, Aktien Cbarbonnages de Herve-Wergifosse, i% Oblig. do. Aktien Chemins de fer Cantonaox Lnxemboargeois. Aktien Compagnio Continentale du Pögamold. Aktien Compagnie des Eaux de Skntari et Kadi-Keui, Aktien nnd Obligationen Compagnie des Installations Maritimes de Bruges, Sociötö Anonyme, iA% Oblig. BERLIN, Im Dezember ISN Compagnie Industrielle du Levant, 5% Oblig. do. Aktien nnd Prior.-Aktien Companhia Ferro Carrii do Jardim Botanico Rio de Janeiro, Obligationen Compania Barcclonesa de Electricidad, Aktien Compania Sevillana de Electricidad, Aktien Cr6dit Foncier de Stockholm, 4% Obligat, von 1904 Crödit Foncier Sud Airiericain, Aktien Crödit Foncier de Gothembonrg, i% Oblig. Crödit Foncier Mexicain Söries J. M. P., 6 5g Oblig. nnd Bütten- Bergwerks- Electricitäts- Gesellschaft, Dentsch-Lnxembnrgische Akt.-Ges., Aktien Deutsch- Ucbersoeische Aktien Deutsche Bank, Aktien Deutsche S% Reichsanleihen Deutsche Deberseeisohe Bank, Aktien Eglise St. Joseph i Anvers, Oblig. Entrcprisc de Constrnction de Fonrs 4 Coke et d Usines Mötallurgiques, Aktien Farbenfabriken vormals Friedr. Bayer& Co. Elberfeld, Aktien Iwangorod-Dombrowa Eisenbahn, 4A% gar. Obligationen, I. und II. Serie Ixelles 3% Stadtanieihe von 1880 Lütticher. 2% Stadtanieihe von 1897 do. von 1905 Maison Beer, Aktien Oesterreichische Boden- Credit- Anstalt, 5% Staats- Domänen-Pfandbriefe Outils St. Löonard. Aktien J. P. Piedboenf& Co., Röhrenwerke, Aktien Preussische 3% consoiidicrte Anleihen Predni ts Chiraiqnes de Schoonaerde, Aktien Rio de Janeiro Tramwar, Light and Power Company Ltd., b% First Mortgago, 30 jährige Bonds, 5% Gold-Bonds und b% 50jährige Mortgage- Bonds do. Aktien Rjäsan Uralsk Bisenbahn. 4% Oblig. von 1804 Rumänische 4% amort. Renten von 1896 u. 1898 Russische grosse Eisenbahn-Oes., S% Oblig. v. 1881 Schaerbeek 2% Stadtanleihe von 1897 Sociötö Anonyme Beige des Tramways de Moscou 2e röseau Oblig. do. Aktien Sociötö anonyme des Carriöres de porphyre Tacquenier, Aktien do. 5% Oblig' Sociötö anonyme d'Ougröe Mari haye, Oblig. do. Aktien Sociötö Anonyme ponr l'exploitation du Pctrole Nafta, Aktien Sociötd Civile Cercle Cafholique d' Anvers, Aktien Sociötö d'Electricitö des Galeries St Hnbert, Aktien u. Vorzugs-Aktien Sociötö Lorraine des Hanta Foorneanx et Forges Aumetz-la-Paix. Aktien Sociötö Metallurgien i Dniöprovienne du Midi de ia Russie, Aktien do. 5% Oblig. Sociötö Mötallurgiqnc de Sambre et Moselle, Mon- tigny, Aktien Und Vorzugs-Aktien do. 4A% Oblig. do. 4A% Oblig. Stockholmer 3A% Stadtanleihen von 1887 n. 1905 Stoomweg Maatschappy Antwerpen Zoom Tholen, Aktien Stoomweg Maatschappy Antwerpen Zoom Tholen, Oblig. Terrcs et Domaines de Ia Patagonie, Oblig. Leonhard Tietz Aktiengesellschaft, Aktien Türkische 4% Bagdad-Eisenbahn- Anleihe, II. Serie do. 4% Zoll-Anleihe von 1911 Usines de Fabrikations de Tube» et Potgee de Sosnowice, Aktien Warschan-Wiener Eisenbahn, Aktien do. Genussscheine' do. 3% und 4% Obligationen(alle Serien nnd Jahrgänge) Wladikawkas Eisenbahn. 4% Anleihe v. 1894 Deutsche Bank. -ch»'Jt-♦ arefle#V:V;- ;.%•■■■■Illlilllii 133� ••*•• M vM ab M v•,.» *• 7■» Slieder neu eingetroffen! Alle Schlager aus„Filmzauber" und die in den letzten Tagen ausverkauften Nummern. Caruso, tiempel u. andere Neuaufnahmen! Silvester platten! SW Verlangen Sie Verzelehnisse über die 50 besten Platten. Uireksenstr. 20 aKxSÄ Weiomeisterstr. 2. diausseestr. 92. Gr. Frankfuner Str. IM. Neilköllns Hermannplatz 6 u. Bergstr. 4(Ecke Ziethenstr.) Meine Filialen sind am 2. Feiertag von 12 bis 2 Uhr geöffnet! Dr.Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, Äpiatz 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. 2— 4 Neujahrskarten! Bekannt billigste Bezugsquelle für Händler und Wiederverkäufer. Witzkarten 100 St. 30, 40 u.£0 Pf.— Geprfigte Goldjahrcttzahl- Postkarten 1018 100. St. 60 Pf.— Höchsianzkarten m.Gotd, Sortim.X) 100 Lt. 2.50. 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