Nr. 1. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis bränumerando: Bierteljährl. 8,30 R., monall. 1,10 r., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint täglich außer Montags. Yorwärts" Lindanstr. 60. Vorwärts Berliner Volksblatt. 30. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 fg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morinplay, Nr. 1983. Mittwoch, den 1. Januar 1913. Jahreswende- Menschheitswende! Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Die Balkankrise. Die militärische NiederDas alte Jahr geht zu Ende, ohne den Friedensschluß auf dem Balkan gebracht zu haben, und noch bleibt im Ungewissen, ob nicht das neue den Wiederausbruch der FeindWas ist ein Jahr? Eine endlose Spanne Zeit für den Wir kennen den Erdball, wir kennen die Völker. Der Begriff seligkeiten sehen wird. Die türkische Regierung ist durch die Niederlage auch im Innern jeder Autorität entkleidet und einen, eine flüchtig zerronnene Welle für den anderen. Unser der Menschheit ist uns nicht länger ein Mysterium. Wir Niederlage auch im Innern jeder Autorität entkleidet und Empfinden für die Zeit ist ihr einziger Maßstab. Dem Kinde haben auch die Gesetze der Menschheitsentwickelung und des muß fürchten, daß der Friedensschluß mit seinen unvermeidist ein Jahr ein schier endloser Raum, der es vom eigentlichen Menschheitsfortschritts erkannt. Das Studium rückständiger lichen Opfern ihre Todfeinde, die gestürzten Jungtürken, wieder zur Macht emporführen werde. Nichts ist ja beLeben trennt: der Zeit, wo es groß" geworden und frei und Menschenrassen und primitiver Kulturen hat uns die Entmündig. Dem reiferen Alter aber schrumpft das Jahr zu stehung der Uranfänge der Religion enthüllt. Wir wissen, zeichnender für die völlige Teilnahmslosigkeit der türkischen einem immer winzigeren Zeitabschnitt zusammen. Wie lange welche Faktoren und Geschehnisse für den Gang der geschicht- Massen, als dieser schnelle Wechsel in der Stellung Es sind eben kleine Cliquen, noch, und gleich dem Kreislauf des Jahres hat sich auch der lichen Entwickelung bestimmend waren. Wir haben gelernt, die um die Macht ringen und die Entscheidung liegt der türkischen Parteien. enge Kreislauf des Menschenlebens geschlossen! daß der Klassenkampf in seinen verschiedensten historischen Bei der Menschheit im geschichtlichen Sinne ist es um- Formen Inhalt und Triebfraft der Geschichte bildet. Wir nach wie vor bei den Offizieren. gekehrt. Für die Bölker im Kindesalter ist ein Jahr eine wissen, daß das Proletariat aller Länder einen Bruderbund lage aber hat die Offiziere wieder ins jungtürkische Lager gar furze Spanne, ein bedeutungsloser Zeitabschnitt. Denn bildet. Wir kennen die Mittel, um die Menschheit vorwärts zurückgeführt und die Jungtürken suchen durch eine nationawährend die Jahre unaufhörlich dahinrollen, ändert sich zu bringen, alles zu befreien und zu erlösen, was Menschen- listische Agitation, die die Wiederaufnahme des Krieges fordert, ihre neu gewonnene Position zu stärken. Die Regierung selbst wenig am Weltenlauf. antlig trägt! Jahrhunderte verrinnen, und Welt und Dinge behalten Aber weil die technischen Wunderwerke unserer Zeit das sieht unschlüssig und ohnmächtig diesem Treiben zu. Sie ist ihr altes Gesicht. Wie die Großeltern dahinlebten, so leben Rad der Entwickelung so stürmisch vorwärts treiben, weil sich allem Anschein nach zu schwach, um aus eigener Straft den auch die Enkel. Der Begriff der Menschheit existiert noch heute in einem Jahrzehnt an wirtschaftlichen Umwälzungen, Neue die Verhandlungen hinauszuzögern, vielleicht in der Frieden abschließen zu können. Sie sucht also immer aufs nicht. Selbst nicht für die Kulturvölker und Weltreiche des an Entdeckungen, Erfindungen und Erkenntnissen vollzieht, Neue die Verhandlungen hinauszuzögern, vielleicht in der Altertums. Zu flein noch war das Gebiet, das die Erkenntnis was früher nicht in Jahrhunderten, deshalb ist für uns Hoffnung, daß der Fall Adrianopels ihr die Abtretung, auf damals umspannte. Assyrer, Babylonier, Perfer, Aegypter, Kinder dieser neuen Zeit das Jahr so lang geworden, wenn der die Bulgaren zu bestehen scheinen, erleichtern werde, vielleicht auch in der zum Glück wenig wahrscheinlichen ErGriechen waren auf einen kleinen Raum gebannt. Selbst die wir es messen an der Trägheit des politisch- sozialen Fort- vielleicht auch in der zum Glück wenig wahrscheinlichen Erallmächtige Roma herrschte nur über die Küstenländer des schritts. Denn der modernen Menschheit, die von dem Gipfel wartung, daß ein Konflikt zwischen den Großmächten ihr die Mittelmeeres, eines Binnenmeeres. Jenseits der Säulen ihrer Welterkenntnis weit in die Lande der Zukunft, hinein. Sorgen abnehmen werde. des Herkules gähnte für sie das Unbekannte, und von dem fieht, schleppen noch alte Ideologien als Kloz am Fuße. Der Db freilich schon in der heutigen Sigung der Friedenskonferenz Allzulange freilich kann das Spiel nicht fortgesetzt werden. Wunderland Indien war ihr nur schattenhafte Stunde. alte Patriarchalismus einer technisch überwundenen Zeit führt Auch im Mittelalter war es nicht anders. Zwar er einen erbitterten Stampf gegen die Ideale der neuen Zeit. eine Entscheidung fallen, die Balkandelegierten wirklich eine weiterte die Entdeckung Amerikas und des Seeweges nach Gottesgnadentumswahn, Junkeranmaßungen und pfäffische Art Ultimatum an die Türkei stellen werden, um sie zu EntOstindien den geographischen Horizont der Menschheit, zwar Bevormundungssucht stemmen sich dem Fortschritt der Massen gegenkommen zu zwingen, steht noch dahin. Jedenfalls wird schufen diese Entdeckungen jene Weltreiche, in denen die entgegen. Und mit dem alten Feudalismus hat sich das neue es sich aber dann entscheiden müssen, ob die Großmächte Sonne nicht unterging; allein noch immer schlichen die Zeit Herrengeschlecht verbündet, das der moderne Kapitalismus einig genug sind, um eine wirksame Intervention, ohne die und die Entwickelung langsam dahin. Noch im Anfang des auf den Thron erhoben hat. Diese Mächte bilden sich ein, daß die türkische Regierung kaum zum Nachgeben bereit sein wird, ausüben zu können. vorigen Jahrhunderts brauchten die Segler Monate, um eine die Menschheit der neuen Zeit, der Zeit der technischen Ein Appell der Türkei. Strede zurüdzulegen, die ein moderner Schnelldampfer in Bändigung und der wissenschaftlichen Durchdringung der Konstantinopel, 31. Dezember. Die Pforte richtete wenigen Tagen durchmißt. Und in den alten Kulturstaaten Naturgewalten, sich noch immer knechten und gängeln lasse, Eufopas humpelte die Postschnecke mühselig dahin, so daß wie in den versunkenen Perioden menschlichen Dämmerlebens eine Note an die Großmächte, in der sie diese an ihre Erder unternehmungsluftige Reisende wohl gar sein Testament und unwissend scheuer Ehrfurcht vor den unbegriffenen flärung erinnert, daß sie den territorialen Statusquo ohne Rücksicht auf das Ergebnis der Feindseligkeiten aufrechterhalten machte, wenn er von München nach Hamburg gelangen wollte. Daseinsmächten. Noch glaubt man die Völker knuten zu würden. Die Pforte wendet sich dann gegen die für sic Wie hätten damals Handel und Verkehr sich in jenem stürmi- fönnen, noch wagt man es, die Nationen wie vor hundert und unannehmbaren Ansprüche des Balkan schen Rhythmus entwickeln können, der sie heute durchpulst! tausend Jahren zur Bereicherung und zum Ergößen der bundes und ruft gegen sie die Intervention der Und im gleichen Schneckentempo, mit dem man sich damals dünnen herrschenden Schicht gleich Bestien in der Arena Großmächte an. fortbewegte, verbreitete sich auch die Kunde großer Welt- gegeneinander heßen zu können! Der bulgarische Standpunkt. ereignisse. Napoleon I. befand sich bereits tieder in Frankreich, als die Schreck und Hoffnung wedkende Zeitung von hängigkeiten entwachsen. Sie fühlen sich als Kinder ihrer sehung des Krieges wird ernster erwogen werden, Die Möglichkeit der Fort. der Bernichtung der großen Armee auf den Eisfeldern Ruß- Beit, der neuen Zeit. Sie wollen vorwärts, ungeſtüm weiter falls die Türkei nicht in festgesetzter Frist die Hauptpunkte lands Deutschland erreichte. voran auf der Bahn des kulturellen Aufstiegs. Sie wollen der Forderungen des Balkanbundes annimmt. Die VerRevolutionäre Umwälzungen auf wirtschaftlichem Ge- keine Rückfälle in die dumpfe Barbarei der Vergangenheit. pflegung der Truppen vor Tschataldscha ist für lange Zeit gebiete revolutionär in ihrem Tempo und in ihren sozialen Sie wollen die Kulturgüter, die unsere heutige Technik in so sichert, bie Lücken des Feldheeres sind ausgefüllt. Im Falle Wirkungen festen erst ein mit dem Zeitalter der modernen verschwenderischer Fülle hervorzuzaubern vermag, zum Ge- der endgültigen Ablehnung der Türkei Adrianopel abErfindungen, vor allem mit der Erfindung der Dampf- meingut aller machen. Sie wollen Freiheit der Individuen, zutreten, würde die Fortsetzung des Krieges in Bulgarien maschine. Dampfschiff und Eisenbahnen wurden die großen Selbstbestimmung der Völker nach außen und nach innen. populär, der Verzicht auf Adrianopel höchst unpopulär sein. Hebel der modernen Sulturentwidelung, des gewaltigen Und sie fühlen dabei mit brennender Scham, wie tief die Menschheitsfortschritts, in dessen gärenden Anfängen wir gegen- vielgepriesenen Kulturnationen trok alles Errungenen und wärtig leben. Erst seit die Menschheit die gigantische Natur- trot unermeßlicher Zukunftsmöglichkeiten noch in der größten Kraft des Dampfes ins eiserne Joch schirrte, hub jener Massen- Unkultur stecken! verkehr von Gütern und Personen an, der dem Erdball sein Aber die Massen sind demi Geiste der gottgewollten AbSofia, 31. Dezember. Die Botschafterkonferenz und die albanische Frage. London, 31. Dezember. Wie das Reutersche Bureau er fährt, werden sich die Botschafter, die ihre Zusammenfünfte im Auswärtigen Amt am Donnerstag wieder aufAlle Mittel find gegeben, um einen unvergleichlichen nehmen, nicht sofort mit der Frage der Abgrenzung Albaniens neues Gesicht gab und die fernsten Länder in den Strudel Kulturzustand herbeizuführen. Längst keine Prophetie mehr befassen, da dieser Gegenstand, insbesondere der Einschluß der kapitalistischen Weltwirtschaft hineinzog. Wie hätte sich der ist das jauchzende Dichterwort:„ Es wächst hinnieden Brot Stutaris oder eine anders geartete Behandlung dieser Stadt, alte Feudalstaat Japan in ein paar Jahrzehnten in ein genug für alle Menschenkinder, und Rosen und Myrten, wird. Erst wenn die österreichisch ungarische und die italienische zurzeit zwischen den Kabinetten von Wien und Rom beraten modernes kapitalistisches Staatsgebilde verwandeln können Schönheit und Lust." Es könnte freudigste Wahrheit sein, Regierung die Abgrenzungsfragen, die den Gegenstand ihrer ohne Dampfkraft und moderne Technik, ohne die raffinierte- wenn die Menschheit nur erst in unwiderstehlichem Schaffens- Unterhandlungen bilden, abgeschlossen haben, wird die Ansten Künste der modernen Mordtechnik. Und schon beginnt drang das große„ Es werde" sprechen wollte. Ja, wenn die gelegenheit in der Botschafterkonferenz in London zur alldas alte Riesenreich China, dieser Urweltsaurier unter den Menschheit es wollte, so würden sogar die alten furchtbaren gemeinen Beratung gestellt werden. Völkern, sich nach tausendjährigem Schlafe zu recken. Laßt Geißeln der Menschheit, die Seuchen, alle Schrecken verloren Rumänische Militärkredite. erst ein halbes Jahrhundert Eisenbahnen und Maschinen- haben. Der Balkankrieg hat die Cholera und Best wieder Bukarest, 30. Dezember. Die Kammer betvilligte in einer technik die Eingeweide des asiatischen Kolosses durchwühlen mit ihren knöchernen Fingern vernehmlich an die Pforten Nachtfizung die Militärkredite in Höhe von 151 Millionen und Ihr werdet wahre Wunder sozialer und politischer, auch Westeuropas pochen lassen. Wir wissen aber, daß nur das Frant einstimmig und unter lebhaftem Beifall. Der frühere liberale weltpolitischer Entwickelung erleben! soziale Elend, daß Schmuß und Unwissenheit der Wucher- Minister Costines cu hatte vorher im Namen seiner Partei erUnd mit dem Dämon Dampf verbündete sich die Wunder- boden dieser Seuchen sind. Man schaffe hygienische Existenz- flärt, daß die Liberalen die ganze geforderte Summe für die Bewirkung der Elektrizität. Der elektrische Funke trägt mit bedingungen für die Gesamtheit, und Best und Cholera nicht dürfnisse des Heeres und des öffentlichen Unterrichts ohne DisGedankenschnelle jede Nachricht aus fernsten Weltteilen über nur, sondern auch Schwindsucht und andere Menschheits- fussion bewilligen würden. Ozeane und Kontinente hinweg. Bielleicht bringi uns gar plagen werden verschwinden! Einberufung des serbischen Landsturms. schon die nächste Zukunft die Lösung des in seinen Folgen Nicht der uralte Traum vom goldenen Zeitalter, vont Belgrad, 31. Dezember. Auf Verordnung des Kriegsunabsehbaren Problems der Uebertragung unbegrenzter verlorenen Paradies ist es, den wir den Massen borgaukeln": ministers sind die Wehrpflichtigen letzten Aufgebots, die zu elektrischer Straft auf dem Luftwege. es ist das sichere Erbe der organisch emporwachsenden Kultur, Beginn des Krieges nur zu einer Kontrollversammlung einMehr und mehr entschleiern die Hemigloben uns ihre zu dessen Erringung wir die Menschheit um die Jahreswende berufen worden waren, zur Ausübung des Garnisondienstes Geheimnisse. Schon gibt es fast keine terra incognita anfeuern. Und alle, die vom Geiste des Sozialismus je einberufen worden. mehr. Die großen weißen Flecke auf der Landkarte sind ver- einen Hauch verspürt, wissen es: nicht tatenlosem Sehnen schwunden und wie lange noch, so schwebt das Lenkluft- fällt dies Erbe zu die Menschheitswende muß erkämpft Die Bandenuntaten. Konstantinopel, 31. Dezember. Der Präsident des Senats schiff über den eisgegürteten Polen, über den Wüsten Inner- werden von den Trägern und Hütern allen sozialen Fort- und zahlreiche Senatoren haben an douveräne Desterreichafiens und über den Urwäldern und Sümpfen Innerafrikas. schritts, dem klassenbewußten Proletariat! und Italiens Ungarns, lands, Nuß 2 Kritisches zum Militäretat. II. Der Reichstag hat am 23. Februar 1911 eine Rejolution angenommen, die an den Reichskanzler das Ersuchen richtete, dem Reichstag für das kommende Etatsjahr eine Denkschrift über das gesamte Zulagewesen und die Löhnungszuschüsse im Reichsheer vorzulegen und Vorschläge über eine möglichst weitgehende Vereinfachung im Interesse größerer Sparsamkeit und übersichtlicherer Verwaltung zu machen. Dieser Resolution hat auch der Bundes rat zugestimmt, und nun mußte die Heeresverwaltung in den jauren Apfel beißen und einen ziffermäßigen Aufschluß über das System der Zulagen geben. Die gleichzeitig empfohlene Neuregelung soll cine Ersparnis von 1026 566. bringen, aber erst, wenn die jeßigen Bezieher der Zulagen in andere Stellen eingerückt sind. Darüber aber werden meist noch Jahre vergehen, so daß von einer Ersparnis zunächst nichts zu verspüren sein wird. Ueber die Wahlagitation unserer Genossen im Kreise SchwetzNeuenburg wird uns geschrieben: und an den Präsidenten der Französischen Republik Telegramme| Herren sogar sprunghaft vor sich geht. Dafür, daß der Offizier wird wohl vom Wahlkommissar als gewählt proklamiert werden. gerichtet, in denen sie darauf aufmerksam machen, daß ohne jeden Mehraufwand einfach seine Pflicht tut, eine Geldent- Eine andere Frage aber ist, ob der Reichstag die Wahl für gültig Truppen und Banden der Balkanstaaten trotz des schädigung zu gewähren, ist ein Prinzip, mit dem so rasch als mög- erachten kann. Bei den allgemeinen Wahlen im Januar war Waffenstillstandes in den besegten Gebieten Mezeleien lich gebrochen werden muß. Eine Durchsicht des umfang. Saß- Jaworsti gewählt worden, der Wahlkommissar zählte reichen Verzeichnisses ergibt, daß so ziemlich jeder Offizier, ausführen. Sie bitten im Namen der Menschlichkeit, daß der nicht ausschließlich auf dem Kasernenhof Refruten drillt, unter jedoch eine Anzahl gültiger, auf Jaworski abgegebener Stimmen diesen Grausamteiten ein Ende gemacht werde. irgendeinem Titel eine Zulage bezieht. nicht mit und proklamierte Stichwahl. Auch bei der Stichwahl Eine Flucht aus dem Gefängnis. Andere Zulagen muten geradezu fomisch an. Auf der Burg wurde Jaworski gewählt, aber infolge unrechtmäßiger Abrechnung Konstantinopel, 30. Dezember. Der frühere Deputierte Major Hohenzollern, die eine strategische Bedeutung natürlich gar nicht von über 600 auf ihn entfallener Stimmen erhielt v. Halem das hat, befindet sich eine Besatzung in Stärke einer Kampagnie. Der Mandat. Die Wahlprüfungskommission erklärte einstimmig Diombolat, der wegen Teilnahme an einem jungtürkischen Hauptmann bezieht eine Bulage von 720 M., die beiden Leutnants die Wahl des Landrats v. Halem für ungültig, faßte aber über Komplott verhaftet und wegen Tötung eines Offigiers, der ihn ver- eine solche von 432 M. Diese Zulagen fann man selbstredend nicht die nach Art. 27 der Verfassung vom Reichstage zu entscheidenden haften wollte, berurteilt worden war, ist nachts in Begleitung des etwa mit der besonderen Schivierigkeit der Aufgaben begründen, Frage, ob v. Gaß- Jaworski als gewählt zu erachten sei, keinen Ve wachhabenden Offiziers aus dem Gefängnis im Gebäude des die diesen Offizieren zugewiesen sind, deshalb wird sie mit den schluß. Das Plenum befaßte sich noch nicht mit der Wahl. LandKriegsministeriums entwichen. hohen Preisen der Lebensmittel auf der Burg zu v. rechtfertigen versucht. Beim reitenden Feldjägerforps, einer Truppe, rat b. Salem legte nieder; die Regierung beraumte Nachwahl an, die völlig zu Unrecht im Militäretat geführt wird, denn sie dient Es besteht mithin die Möglichkeit, daß noch jetzt auf Grund der dem Auswärtigen Amt zu Kurierzwecken, erhält der Leutnant eine Wahl vom Januar 1912 vom Reichstage, entschieden wird, daß Bulage von 360 M. für besondere Verantwortlichkeit und Mühe- v. Saß- Jaworski zu Recht gewählt, die Wahl des Landrats waltung. Ist eine Festung zur Aufnahme von Festungsstuben- v. Halem deshalb zu kassieren ist. gefangenen( Duellanten usw.) eingerichtet, dann erhält der Platzmajor eine Zulage von 75 M. pro Jahr. Daß Festungsgefangene vorhanden sind, ist kein unbedingtes Grfordernis. Die Bewilligung dieser Zulage ist in das Belieben des Kriegsministers gestellt. Wenn auf einer Festung gebaut wird- und das ist meist der Fall- dann bezieht der Stabsoffizier 75 M. monatlich Bulage, tünftig soll bis Wie schwer es in den Gebieten, in denen sich westpreußischzu 75 W. bewilligt werden. Die Zulagen der Hauptleute und ostelbische Rückständigkeit mit strupelloser nationalistischer Hehe Leutnants steigen bis zu 60 bezt. 45 M, im Monat. verbrüdern, ist, für soziale und politische Aufklärung zu wirken, Selbst die Kriegsgerichtsräte beziehen Zulagen, aus deren zeigt sich wieder bei der Nachiwahl im Wahlkreise Schwetz- Neuennicht gerade besonderer Höhe man schließen kann, daß eine auch nur burg. So viele Hindernisse wie hier dürften sich der Arbeit der einigermaßen erhebliche Arbeit dafür weder gefordert noch geleistet Sozialdemokratie kaum in irgendeinem anderen Wahlkreise entwird. Natürlich geht auch die Militärgeistlichkeit nicht leer aus, gegenstellen. Seit 1903 find denn auch die sozialdemokratischen und die Fürsorge erstreckt sich auch auf die gewiß mit Arbeiten nicht Stimmen kaum gestiegen. Trotzdem wurde auch für diese Ersatzüberlasteten Militär- Küster. Für das Läuten der Glocken in Ulm wahl Genosse Grygo- Danzig wieder als Kandidat aufgestellt. Bei Der Offizier und der Militärbeamte beziehen ihr Einkommen werden monatlich 29,17 M. bezahlt, und zwar sowohl an den pro- der Kürze der Zeit und wegen der in die Wahlvorbereitungen aus den verschiedensten Titeln des Etats. Sie beziehen Gehalt, testantischen als auch den katholischen Küster. Werden Offiziere fallenden Weihnachtstage war die Agitation noch mehr, als ohnehin Wohnungsgeld, Servis, Pferdegeld und Rationen; die Beamten zur Ausbildung in den Generalstab, zur Landesaufnahme oder auf schon durch die besonderen Verhältnisse des Kreises bedingt ist, letzteres nur, soweit sie beritten sind. Dann gibt es noch unt- Schießpläße kommandiert, dann empfangen sie neben ihren sonsti- beschränkt. Trotz der schlechten Erfahrungen, die unsere Genossen tionszulagen, Stellenzulagen, Tischgeld für Leute gen Gebührnissen besondere Ortszulagen. bei der Hauptwahl im Januar gemacht haben, wurde wieder der mants, Ortszulagen, Hilfsarbeiterzulagen, Unter den Löhnungszuschüssen ist eine Rubrik besonders inter- Versuch gewagt, in einer Versammlung zu den Wählern zu Dienstalterszulagen, Ehrenzulagen, Löhnungseffant, fie betrifft die Offiziers- Reitschule in Sanno- sprechen. Die früheren Bersammlungen find von den Polen, die zuschüsse und schließlich noch eine besondere Art von Zuwendun- ber, zu der feudale Offiziere in großer Zahl fommandiert werden. fich nicht genug über Unterdrückung und Unrecht beschweren können, gen, die unter der Bezeichnung Sonstige Bewilligungen" Dort ist das Jagdreiten hinter der Meute eingeführt worden, und in der brutalften Weise gesprengt worden. Nicht viel anders endete zusammengefaßt sind. Die Abteilungschefs vom Bivil im Kriegs- als Sundewärter und Sundedresseure verwendet man der neue Verfuch. Die polnischen Schlachtschizen und Pfaffen be ministerium beziehen eine Funktionszulage von monatlich 75 M. Unteroffiziere und Soldaten, die damit ihrem eigentlichen Dienst arbeiteten die polnischen Proletarier ganz genau so oder vielleicht Diese Zuwendung wird mit den Worten begründet:" Seit 1875 be- teilweise entzogen werden. Die Arbeiten im Saupart werden sogar noch demagogischer, als die deutschen Zentrumsjesuiten die zahlt!" Das nennt die Heeresverwaltung eine Darstellung der ebenfalls von Unteroffizieren und Soldaten verrichtet. Neben katholischen Landarbeiter in den schwärzesten Domänen. Stein historischen Entwickelung dieser Zulage! Wer weiß, aus welcher festen Zulagen beziehen fie für jede Jagd besondere Entschädigun- Mittel der nationalen und speziell der religiösen Verhekung ist momentanen Laune heraus vor fast 40 Jahren diesen Beamten gen, die damit begründet werden, daß diese Arbeiten anstrengend ihnen zu schlecht. Die Sprache der reaktionären polnischen Presse 75 M. Zulage gegeben wurde, und ohne weitere Prüfung der Be- und mit Lebensgefahr verbunden sind. Mit welchem übersteigt alles Maß in der Herabwürdigung der Arbeiterpartei. rechtigung dieser Zuwendung wird sie die ganzen Jahre hindurch Rechte, so muß man fragen, werden hier Soldaten dem eigentlichen Man braucht sich daher nicht zu wundern, wenn sich polnische Arfortbezahlt. Zur fachlichen Begründung dieser Zuwendung weiß Dienst entzogen und als Sundewärter und Hüter des beiter, zu denen in dieser Gegend kein Strahl wirklicher Aufdie Heeresverwaltung auch nicht ein Wort zu sagen. Die Herren, Sauparts verwendet? Noch dazu zu Arbeiten, die mit Lebens- flärung bringt und deren nationales Mißtrauen durch die geniale die diese Zulagen beziehen, haben neben dem Wohnungsgeld bis gefahr verbunden sind. Wenn ein Soldat bei diesem hochfeudalen Ditmartenpolitit aufs äußerste getrieben worden ist, von ihren Aus12 000 M. Gehalt. Die Stabsoffiziere im Kriegsministerium be- Vergnügen zum Krüppel wird, dann erhält er eine lächerlich geringe beutern gegen sich selbst mißbrauchen lassen. ziehen bei 8772 M. Gehalt ebenfalls eine Zulage von 75 M. monat- Rente, zum Sterben zuviel, zum Leben zu wenig, die aber aus den Lich. Hier wird angeführt, daß diese Bulage 1873 gegeben wurde Steuergroschen des Voltes bestritten werden muß. zur Gleichstellung mit den Ministerialräten, die damals eine Gehaltserhöhung von 300 Talern empfangen haben. Zur sachlichen Begründung wird hervorgehoben: „ Der Grund für die erstmalige Bewilligung der Zulage hat auch jetzt noch seine volle Berechtigung; dazu kommt hohe Verantwortlichkeit und Wichtigkeit der Arbeiten bei der obersten Militärbehörde." Mit derart allgemeinen Redewendungen kann man schließlich fede Zulage begründen, und von dieser Schablone hat die Heeresverwaltung auch reichlich Gebrauch gemacht; höchstens wird bei anderen Stellen einmal hinzugefügt, daß der Offizier feine Klei bung stärker abnüße. In Wirklichkeit sind diese Zulagen nicht berechtigt. Der Offizier bezieht die ihm nach seinem Range zu stehenden und vom Hauptmann aufwärts reichlich bemessenen Gebührnisse. Wird er zur Dienstleistung beim Kriegsministerium einberufen, so steigt, wenn er aus einer fleinen Stadt kommt, sein Wohnungsgeld ganz erheblich. Nach dieser Richtung hin tritt also feine Schädigung ein. Seine dienstliche Tätigkeit ist jedenfalls nicht anstrengender als der Dienst beim Truppenteil. Die Einberufung in das Kriegsministerium ist aber ein direkter Vorteil für den Offizier, weil die Beförderung vascher, bei einzelnen Quer durch den Balkankrieg. Die Summe, die für Zulagen aller Art verwendet wird, ist geradezu enorm; die Militärverwaltung ist so sehr gewöhnt, aus Sem Bollen zu schöpfen, daß sie den Sinn für Herbeiführung von Ersparnissen allem Anschein nach fast völlig verloren hat. Mit diesem unglaublichen System endlich einmal zu brechen, ist eine unabweisbare Pflicht, die der Reichstag den Steuerzahlern gegenüber zu erfüllen hat. Politifche Ueberficht. Berlin, den 31. Dezember 1912. Die Reichstagserfahwahl im Wahlkreise SchwetzNeuenburg. Bei der am 30. Dezember vollzogenen Reichstagserfabwahl im Wahlkreise Marienwerder 5 erhielten von den 15 908 abgegebenen gültigen Stimmen Landrat v. Salem( Reichspartei) 8017, b. SaßJaworski( Pole) 7855 und Parteisekretär Grygo( Sozialdemokrat) 33 Stimmen. Zersplittert waren 3, ungültig 25 Stimmen, v. Halem hat fonach die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhalten und Frucht, die bei Ausbruch des Krieges nicht mehr eingebracht werden fonnte. Das Maisstroh fault am Stamm, die Kürbisse zu Tausenden und Tausenden faulen unberührt auf dem Ader; es ist niemand da, um sie heimzubringen. Ein Oesterreicher, der in diesen Tagen in Familienangelegen- In einer fleinen Station steigt ein Rudel leichtverwundeter heiten in das südliche Bulgarien reisen mußte, schildert der Wiener Soldaten ein. Jeder hat sein Teil abbekommen in dem großen Arbeiterzeitung" seine Eindrücke. Er schreibt u. a.: historischen Ringen. Der eine erzählt von Kumanowo, der andere Wer in normalen Zeiten in jene Gegend gelangen will, von Monastir, wo sie achtundvierzig Stunden bis über die Knie im fährt von Wien um 9 Uhr vormittags ab, ist Tags darauf um die Wasser gestanden seien. Einer zeigt mir seinen durchlöcherten Mittagsstunde in Sofia, verläßt Sofia noch am selben Abend und Mantel mit den ausgewaschenen Blutfleden; er hat einen Schuß in trifft am nächsten Tage vormittags in Plaschfowitsche, der End- den Unterschenkel bekommen. Ueber Grausamteiten der Türten station der im Betrieb befindlichen Eisenbahn, am Fuße des Bal- flagt feiner; bloß der junge Generalsohn erzählt von einem ber fangebirges ein. Jebt, in Kriegszeiten, ist das anders. Wenn man wundeten Türken, der im Lazarett in Belgrad der Pflegefchwester abends in Belgrad angekommen ist, hört das Weiterfahren auf. die Brust abgebissen hat und dafür getötet worden sein soll. Die Schnellzüge sind eingestellt; der Fahrplan ist aufgehoben. Irgend So wird es Abend und wird wieder Morgen. Wir treffen in jemand jagt uns, daß am nächsten Morgen gegen 7 Uhr ein Ber- Sofia ein. Der Bahnhof riecht nach Karbol; auf den Fliesen und fonenzug als Militärzug abgehen wird, und in der Tat gibt es nur in den Wartesälen liegen Hunderte von Verwundeten und sonstigen noch diese eine und einzige Fahrgelegenheit, um von Belgrad nach müden Soldaten, die wieder zum Regiment abgehen sollen. Ein Sofia zu gelangen, in vierundzwanzigstündiger Fahrt mit langen Kranfentransportautomobil steht vor dem Bahnhof, um die SchiverAufenthalten selbst in den kleinsten Stationen. Von da nach Plaschfowitsche fährt man wieder fast vierundzwanzig Stunden. Schon nahe vor Belgrad merkt man an allen Ecken und Enden die für chterlichen Umwälzungen, die der Krieg im Mutterland hervorruft. Die Versammlung fand am 29. Dezember, nachmittags, in Schwetz im Burggrafen" statt und war bon annähernd 500 Per sonen besucht. Die Mehrheit bestand aus Nationalpolen, meist Arbeitern und kleinen Leuten, unter der Leitung des Rentiers Stindtmann, der Medizin studiert hat und demnach akademisch" gebildet ist. Der Kandidat, Genosse Grygo- Danzig, eröffnete und leitete die Versammlung. Schon gleich zu Anfang des Referats des Genossen Bartel- Danzig suchten die Polen die Versammlung zu stören. Der Redner mußte mehrfach seine Rede unterbrechen, um die Versammelten durch den Vorsitzenden aur Einsicht mahnen zu lassen. Die geringste Kritik der polnischen Abgeordneten löste schon Unruhe aus. Nach Bartel, der in der Hauptsache die Vorgänge, die zur Neuwahl führten, und die politische Situation behandelte, sprach Grhgo und forderte, daß auch die polnischen Arbeiter sich nicht länger von ihren wirtschaftlichen Gegnern am nationalen Gängelbande führen lassen sollten. Kreisblattes, Büchner. Er vermied Angriffe auf die SozialBur Diskussion sprach zunächst der konservative Verleger des demokratie und beschränkte sich in der Hauptsache darauf, die Wähler zu mahnen, nach dieser Wahl ruhig nach Cause zu gehen, damit nicht wieder Ruhestörungen vortämen. Dann sprach der polnische Sentier Stindtmann, ebenfalls nur kurz. Zuerst schien er sachlich bleiben zu wollen und warb für den polnischen Agrarier bewerkstelligt werden kann. Dieser Eisenbahnunfall regt nieman den mehr auf. Sind doch alle seit vielen Wochen an Tod und Vera derben gewöhnt und resigniert wird alles aufgenommen und er tragen. Als wir auf der Rückreise zwei Tage später an derselben Stelle vorbeikommen, liegt die Lokomotive noch immer, schon halb berrostet, im Fluß. Niemand ist da, sie aufzustellen und hinauf zu befördern. Das gehört mit zum Kriege. Nichts wird ausgebeffert und nichts wird gereinigt. Die Waggons sind alle schon viele Wochen im Betrieb, viele mit gesprungenen Fensterscheiben, abgerissenen Lehnen und schlecht schließenden Türen. Wenn der Krieg, aus sein wird, werden Monate, vielleicht Jahre bergehen, ehe wieder alles nachgeschafft und ausgebessert sein wird. Einzig der Schlafwagen, den wir auf der Rüdreise zwischen Sofia u Belgrad benüßen, ist in Ordnung. Hier haben sich serbische und bulgarische Offiziere, Militärbevollmächtigte und Korrespondenten ein Plätzchen gesichert. Man macht einander Besuche und die auf Urlaub heimfahrenden Krieger haben vieles zu erzählen. Der junge bulgarische Reserveleutnant P., ein in Wien erzogener und gegenwärtig in Paris lebender bulgarischer Untertan, hat den Krieg als Automobilist beim Stabe in Kirttilisse mitgemacht. Er erzählt von den Mühen und Qualen der tapferen bulgarischen Armee, wie sie im aufgeweichten Boden täglich 30 Kilometer Wegstrecke zurückgelegt, wie der Train anfangs nur mühsam 15 Kilometer täglich vorwärtskam, also immer mehr hinter der Front zurückblieb, und wie die armen Soldaten einmal drei Tage lang mit einer Brotration austommen mußten. Fürchterlich haben die Pferde gelitten. Fast alle Pfered der bulgarischen und der serbischen Armee seien gefallen, und da die Kadaver nicht beerdigt wurden, sei das Schlachtfeld mit Pferdeleichen bejät. Die gefallenen christlichen Soldaten wurden in Gräben zu je zehn bis fünfzehn Mann beerdigt. Die türkischen Leichen wur ben aufgestapelt, mit Benzin übergossen und ver= brannt, jeder Soldat des vereinigten Balkanbundes habe eine Blechmarke mit Namen und Wohnort um den Hals hängen; wer fällt, dessen Marke wird eingesammelt und nach Beendigung des Strieges wird erst fein Name veröffentlicht werden. Schauderhaft fei der Anblick der zahllosen herumstreichenden verlassenen Hunde, welche die Kadaver ausscharren und anfressen. Oft und oft sah ich neben einer halbangefressenen Leiche den an Leichengift verreckten Hundekadaver liegen," erzählte Leutnant P. Er zeigt mir ein einem Toten abgenommenes türkische Mausergewehr und einen türkischen Offizierssäbel. Da die Türken anfänglich abgerundete Batronen und später spiße Munition erhielten, der Gewehraufsatz verwundeten ins Hospital zu schaffen, an die hundert Tragbahren stehen in Reih und Glied auf dem Perron und warten auf den nächsten Zug. Man ist doch so weit von der Schlachtfront, und doch dieses graufige Bild, diese handgreifliche Nähe der Kriegsgreuel! Ueber einen weiten Blah zieht eben ein Trupp türkischer GeTroß des schon länger als eine Woche währenden Waffen- fangener; es mögen dreihundert sein, an der Spiße und am Schluß ftillstandes rüden in allen Stationen neue Scharen von Soldaten je awei bulgarische Soldaten. Die Türken sind mager, müde; mit ein, fast ausnahmslos solche, die, leicht verwundet, für einige Tage allen möglichen Kopfbedeckungen und allen unmöglichen Fußbekleiin die Heimat beurlaubt waren. Einige von ihnen haben neue Uni- dungen schleppen sie sich stumm und die Gebäude neugierig betrachformen und find als„ neue Gendarmen" ständig für die eroberten tend durch die Straßen der Stadt. Man beachtet sie kaum und hat Länder ausersehen. Die meisten aber sind arme Teufel, die, eine Mitleid mit ihnen. Neben mir jagt einer: Arme Kerle, sie haben Militärmüße auf dem Kopfe, in ihrer Bauernkleidung mit Opanten doch auch vielleicht Weib und Kind zu Hause." an den Füßen und einem Sad voll armseligen Krams auf dem Am andern Morgen, da wir Sofia verlassen, um uns in das Rücken zu ihrem Regiment stoßen. Neben mir sitt ein älterer Baltangebirge zu begeben, sehen wir im Bahnhof dasselbe Bild Rechtsanwalt aus Belgrad in abgetragener Uniform und einem wie Tags zuvor. Hunderte von Halbgenesenen, die wieder zur Bibilwinterrod. Er ist als Mitglied des Kriegsgerichts einberufen. Front gehen, und Hunderte von Verwundeten, die ankommen. In Mein Gegenüber ist der junge Sohn des serbischen Generals N., der allen Stationen lange Aufenthalte, starter Wechsel von Ein- und als Stabsforrespondent nach Adrianopel reist, wo sein Vater beim Aussteigenden. Jekt erfährt man auch mehr von den Vorgängen Kommando der etiva 50 000 Mann zählenden serbischen Belage- auf dem Kriegsschauplah. Ein Oberleutnant aus Varna, der, von rungstruppen ist. Beide sprechen deutsch, sind höflich und mitteil- einer Shrapnellwunde am Beine geheilt, wieder einrückt und der fam, hilfsbereit und zuvorkommend und zeigen keine Spur von gut deutsch spricht, erzählt, unter welchen Mühen, fast auf dem Haß gegen Oesterreich oder dergleichen.( Niemand in Ser- Bauche rutschend, fie Position um Position nehmen mußten. Die bien haßt Desterreich, mit Ausnahme vielleicht einiger halbreifen Gewehrschüsse der Türken seien nicht gefährlich gewesen, die Gechauvinistischen Staffeehausbesucher in Belgrad.) Während wir von schosse waren sehr spitz und sehr humanisch", wie er sich ausdrüdte. den Kriegsereignissen sprechen, fällt mein Blick durch das Fenster Die Wunden heilten meist schon nach zehn bis elf Tagen. Schwerer aber nicht geändert wurde, hätten sie meistens zu weit geschossen. auf die serdische Landschaft, die wir durchfahren, auf die weit und waren die Shrapnellwunden und er selbst sei mit seinen Leuten Die Granatenschüsse aus den Feldkanonen seien zu kurz gewesen. breit überschwemmten Felder und die traurigen einsamen Dörfer. stundenlang dem fürchterlichen Schrapnellfeuer der Türken vor so daß viele Verwundungen der Bulgaren Kontufionen durch das Etwa alle 200 Meter längs des Bahngleises stehen serbische Adrianopel ausgesetzt gewesen. Nur dadurch, daß sie den Tornister aufgeworfene Erdreich waren. Und die serbischen Offiziere, die von Adrianopel nach Belgrad Landsturmleute mit aufgepflanztem, stumpfem Bajonett, in Feßen auf den Kopf nahmen und sprungweise vorwärts liefen, um sich gehüllte, alternde Männer des dritten Aufgebots. Sie haben fich flach auf den Boden zu werfen, konnten sie dem verheerenden heimkehren, ergänzen die Mitteilungen des Reserveleutnants und Hütten aus Maisstroh gebaut, um vor den rauhen Beschwerniffen Feuer entfommen... zeigen türkische weggeworfene Gürtel mit den bollen Patronendes winterlichen Dienstes ein wenig geschüßt zu sein. Mit ihren Wir sind inzwischen in Gorna Orechowita angekommen und taschen. Jetzt seien die Armeen erschöpft- sagt ein serbischer Obera Opanten stehen fie im Morast. Morast auf allen Feldwegen, Moraft müssen umsteigen. Hier erfahren wir, daß auf der Strede leutnant, bor Adrianopel und in der Tschataldschalinie herrsche in den Straßen der Dörfer, die der Zug durchfährt. Diese serbi Tirnowo- Trebna, die wir jetzt befahren sollen, ein Eisenbahnunfall die Dysenterie und schredlich seien die Mühen des Feldlagers auf schen Dörfer scheinen ausgestorben zu sein; nichts Menschliches ist geschehen sei. Eine Lokomotive samt Tender sei die Böschung hinab dem nassen, durchweichten Boden. Adrianopel sei uneinnehmbar. zu sehen, ab und zu einmal ei auerniveib, das Wäsche zum Trock- in den Fluß gestürzt; und in der Tat, als wir gegen 7 Uhr abends Sobald sich auch nur ein Soldat der Belagerungsarmee zeigt, donnen aufhängt. Die Mö u alle im Kriege und die Kinder an jene Stelle kommen, liegen Lokomotive und Tender, zweimal nern zugleich sämtliche Kanonen und Maschinengewehre aus der müssen die Schiveine arden hüten große Herden von überstürzt, im Flußbett. Da Felsstüde auf dem Geleise liegen, belagerten Festung. Fürchterlich sei die Wirkung der Maschinenan den Hügel pärliche Gras- müssen wir alle umsteigen, was mit Rüdficht auf die vielen Ber- gewehre. Solange die Türken Proviant und Munition haben, ist Feldern ie wundeten beim schwachen Licht einer Fadel nur mit großer Mühe eine Einnahme der Festung nicht möglich.... awei- bis dreily büfdef abrupi jedoch gar nicht zu hoffen. Die Opposition erschien auch am Dienstag nicht im Reichstage. Die Straße bot das gleiche wählen 425 in der ersten Klasse, 3000 in der zweiten und 27 000 in Stordon um das Parlament. Von den rund 31 000 Wahlberechtigten im Fürstentum Lippe Bild wie an früheren Sigungstagen; die Polizei bildete einen der dritten. Infolge der Bestimmung des geänderten Wahlgesetzes, Der Justizminister ist infolge der Unterbreitung der wonach auch Angehörige anderer deutscher Staaten wahlberechtigt Wahlrechtsvorlage aus der Regierungspartei ausgetreten und find, wenn sie seit drei Jahren in Lippe wohnen, mögen sich diese hat sein Amt niedergelegt. Der Ministerpräsident ersuchte Zahlen ein wenig geändert haben. Von den sieben Mandaten der den Justizminister, mit seiner Demission bis zum 15. Januar dritten Klaffe hatten die Liberalen bisher sechs, nur eins war der zu warten. Sozialdemokratie zugefallen. Zwei gingen uns bei den letzten regierungsfreundlicher Abgeordneter, hatte bereits in einem Der Sohn des Justizministers, auch ein Wahlen im Jahre 1908 verloren. Unsere früheren Siege waren Briefe ebenfalls seinen Austritt aus der Regierungsparter aber nicht aus eigener Kraft errungen, sondern darauf zurückzu- angemeldet. Ihm sind weitere fieben Abgeordnete gefolgt; führen, daß der Liberalismus in zwei Lager gespalten war, die sich man gibt sich in oppofitionellen Streifen der Hoffnung hin heftig befehdeten. Die Verhältnisse lagen zudem für uns bisher daß die Regierungspartei in die Brüche geht. insofern ungünstig, als etwa 14 000 lippische Wanderarbeiter Die sozialdemokratische Parteileitung wird noch int Das Staatszeitungs- Projekt des Freiherrn v. Hertling( Biegler) in der Mehrzahl liberal wählten. Erst nach und nach Laufe des Monats Januar einen außerordentlichen Parteiwird immer bunter. Unter der Ueberschrift. Mißbrauch hat sich darin eine Aenderung angebahnt, die auch bei den letzten kongreß nach Budapest einberufen, der darüber beraten soll, der Amtsgewalt" beröffentlicht unser Münchener Reichstagswahlen zum Ausdruc tam, wo wir über 2000 Stimmen wie diesem Gesetz energisch entgegengetreten werden kann Parteiblatt, die Münch. Post", ein neues Aftenstück, das gewannen, die Liberalen aber ebensoviel verloren. Der Wahlkreis und der die Aktionen feststellt, die während der Beratungen deutlich zeigt, mit welchen Mitteln das bayerische Ministerium ist im allgemeinen noch nicht industriell durchsetzt, sonst würden ja des Wahlrechtsgesetzes im Lande vorgenommen werden sollen. sein Blatt in den Kreisen der Behörden und Beamten unter- auch nicht Tausende kräftiger Bewohner in jedem Frühjahr über Eine Million Flugschriften ist bereits in allen Sprachen und zubringen sucht. die Grenze gehen. nach allen Gegenden hin verschickt worden. 6. Gaß- Jaworski. Dann ging er aber gegen den sozialdemokrati- fich für die Sozialdemokratie Ser Kampf darum, d'en Liberalen in schen Kandidaten los. Wer nicht wolle, daß bei uns, wie in Frank- der dritten Klasse Mandate abzunehmen. reich, Kirchen zu Scheunen und Zirkussen eingerichtet würden, der dürfe nicht für die Sozialdemokratie stimmen. Und nun ging ein Höllenspektakel los. Besonders eifrige polnische Freiheitshelden pfiffen auf ihren fürsorglich mitgebrachten Pfeiffen; andere erzeugten solche Mufit mit ihrem Maulwerk. Durch Schreien, Trampeln und anderen Radau machte das verhette polnische Gefolge jede Entgegnung unmöglich. Grygo fonnte Stindtmann in dem Lärm nur noch zurufen, daß er sich einer strupellosen Unwahrhaftigkeit schuldig gemacht habe. Weiter fam er in dem Tumult nicht, denn die Polen gebärdeten sich wie Wahnsinnige. Eine schöne Probe des„ Freiheitskampfes", wie ihn polnische Demagogen führen. " So wird's gemacht. Das Schriftstück hat folgenden Wortlaut: München, den 7. Dezember 1912, Nr. 77983. Kgl. Regierung von Oberbayern, Kammer des Innern. An 1. die t. Polizeidirektion München, 2. das Kommando der Schußmannschaft, 3. die t. Polizeiämter München, 4. die f. Polizeiämter und expon. I. Bezirksamtsaffefforen des Regierungsbezirts, 5. Die unmittelbaren Stadtmagistrate und unmittelbaren Kirchenverwaltungen des Regierungsbezirkes, 6. diet. Landbauämter, Straßen- und Flußbauämter und Kulturbauämter, dann die Sektion für Wildbachverbauung in Rofen heim, 7. die Staatserziehungsanstalt in Wasserburg, 8. die Direktionen der Heil- und Pflegeanstalten Eglfing, Haar und Gabersee, 9. die f. Unterrichtsstiftungsadministration München und die Kapellstiftungsadministration Altötting, 10. die Reftorate der humanistischen Gymnasien und Proghm nafien, Realgymnasien, Oberrealschulen, Realschulen, 11. die Vorstandschaft der Schnitzschulen Berchtesgaden, Bartenkirchen und Oberammergau und der Geigenbauerschule Mittenwald, 12. der Hufbeschlagschule München, 18. die Direktorate der Lehrerbildungsanstalten Freising und Basing, 14. die Inspektionen der Präparandenschulen Landsberg, Rosenheim, 15. das Direktorat der Kreislehrerinnenbildungsanstalt München, 16. die Vorstandschaft der Kreisackerbauschule Landsberg, 17. die Vorstandschaft der landwirtschaftlichen Winterschule, 18. die Direktion der Hebammenschule. Betreff: Baherische Staatszeitung. " Durch§ 1 der t. Vérordnung vom 25. November I. J.( G.- B.BL. S. 1215) ist dieser Zeitung die Eigenschaft eines amtlichen Berfündigungsorgans für den Geschäftsbereich der sämtlichen Zivilstaatsministerien und des Kriegsministeriums beigelegt worden, soweit nicht nach gesetzlichen Vorschriften( vgl. z. B. Art. 11 Bol.St.-G.) gewisse Bekanntmachungen in bestimmten anderen Blättern veröffentlicht werden müssen. Frankreich. Die Liberalen haben im Landtage mit den Konservativen Frieden geschlossen; jedenfalls ist von den Führern beider Parteien in den letzten Jahren öfter einer Arbeitsgemeinschaft das Wort geredet worden, und die gesetzgeberischen Ergebnisse sind denn auch danach. Ueberall nur schwächliche Konzessionen, fast nirgends ein frischer, freiheitlicher Bug! Im übrigen frankt ja der lippische Staat an denselben Uebeln wie all die deutschen Kleinstaaten, die ja samt plinatmaßnahmen getroffen. und sonders nicht leben und nicht sterben können. Der eine klagt am meisten über preußische Aussaugung, der andere über kostund der vierte klagt über all das und noch mehr. In Lippe finden spielige Verwaltung, der dritte über die Last der fürstlichen Würde sich diese Uebel in konzentrierter Form und die notwendige Folge ist, daß die befizenden Klassen die Arbeiter umso stärker aur Steuerleistung heranziehen. Die Sozialdemokratie wird es bei der Agitation nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß man den Arbeitern zwar zumutet, höhere Steuern als anderswo zu zahlen, daß man ihnen aber das gleiche Wahlrecht vorenthält, Maßregelung von Staatsarbeitern. wurden gegen 280 Arbeiter des Arsenals von Lorient, die an Paris, 31. Dezember. Auf Anordnung des Marineministers dem Proteststreit vom 16. Dezember teilgenommen hatten, Disz is Gesinnungsschnüffeleien eines katholischen Gefellenvereins. Italien. Eine Orgie der Phrase. nalisten haben dieser Tage in Rom ihren dritten Kongres aba Rom, 28. Dezember.( Eig. Ber.) Die italienischen Natio gehalten, der noch einmal die innere Leere und Wurzellosigkeit dieser von geschwollenen Phrasen lebenden Bewegung dargetan hat. Bon dem numerischen Unterschied abgesehen, bildet der italienische Nationalismus ein Pendant zum Teutschtum" und seinen„ völfischen" Bestrebungen, mit einem bescheidenen Einschlag der Gefühlswelt der„ echt russischen Leute". Auf dem Kongreß, der von rand 150 Personen, vorwiegend Das Bentrum, das immerwährend die Arbeiter, Sport- und nalismus berufen ist, die Individuation der italienischen Nation Journalisten, beschidt war, erfuhren wir, daß der italienische NatioGeselligkeitsvereine als politische hinstellt, behauptet, die katholischen Vereine hätten mit Bolitit nichts zu tun. Wie unwahr diese Be in der Welt" zu fördern. Um dies Programm zu verwirklichen, hauptung ist, ergibt sich wieder aus einem Schreiben, das der müssen die Nationalisten die nationale Eigenart gegenüber den fatholische Männerverein in Hohenlimburg i. W. denjenigen seiner internationalen Bestrebungen sentimentaler, sozialistischer und Mitglieder zugeschickt hat, die bei der Stadtverordnetenwahl, bei der plutokratischer Art" überall vertreten. Natürlich sind sie antidas Zentrum mit den nationalliberalen Scharfmachern zusammen sozialistisch und antidemokratisch, welche Erklärung den Austritt ging, ihre Stimmen für das sozialdemokratisch- demokratische Kom- von 28 Kongreffisten aus der nationalistischen Vereinigung zur promiß abgaben. In dem Schriftstück, durch das die renitenten Folge hatte. Gegenüber der katholischen Partei betonte man die fatholischen Männervereinsmitglieder aufgefordert werden, sich Souveränität des Staates, aber begreiflicherweise kam der Katholi,, mündlich oder schriftlich bei einem Vorstandsmitglied des Vereins Die alten" Leute. zur zu äußern", wird unter anderem gefragt, ob sich die betreffenden zismus von allen internationalen Gemeinschaften noch am besten Inhaltlich Entschließung der t. Staatsministerien des Innern Wähler durch die Stimmabgabe für den Sozialdemokraten zur weg: schlechter erging es dem Freimaurertum, das seiner Interbeider Abteilungen vom 3. Dezember I. Js. Nr. 2316a 5 wird vom Sozialdemokratie bekennen wollten. Weiter werden sie für den Fall, nalität wegen feierlich desavouiert wurde. 1. Januar 1913 an im Verlag einer, G. m. b. H. Bayerischer daß fie dies durch ihre Abstimmung für den Sozialdemokraten nicht Natürlich gehört zur Individuatiott" die Expansion und zu Staatszeitungsverlag" in München unter dem Titel Bayerische beabsichtigten, gefragt, weshalb fie sozialdemokratisch gewählt haben. dieser ein starkes Heer und eine große Marine. Also: Vermehrung Staatszeitung, St. Bayer. Staatsanzeiger" eine neue Tageszeitung Ein Beweis, wie selbst in Orten, die keineswegs überwiegend des stehenden Heeres, Verlängerung der Dienstzeit und erscheinen. fatholisch sind, das Zentrum bestrebt ist, die katholische Arbeiterschaft Ehre des Kongresses sei es gesagt- Abidjaffung der Begünstigung unter Anwendung aller Mittel vor seinen Parteitarren zu spannen. der Neichen, die der Einjährigendienst derstellt, und stärkere Be steuerung der hohen Einkommen zur Belstreitung neuer Militära ausgaben. Am Krieg wurde getadelt, daß sich die Generäle durch Der 22jährige aus Detmold gebürtige Schuhmacher und humanitäre Rücksichten" hemmen ließen, welche sadistische AufGefreite Friedrich Lenschen, von guter Führung und unbestraft, fassung ganz zum modernen Feuilletonstil des Kongresses pazt. und der 21jährige aus Catlenburg bei Northeim gebürtige Bur Parteibildung fühlte die Bewegung sich noch nicht reif, unge, Die Bayerische Staatszeitung" mu bon den außen Ulan August Wenzel, von unbefriedigender Führung und achtmal achteb eines unverkennbaren Verwesungsgeruchs. Man nahm auch bezeichneten Behörden beziehungsweise Berdisziplinarisch bestraft, beide von der 5. Estabron des Königs- noch ein Votum für ein Nationaldenkmal fir Francesco Crispi an waltungen gehalten werden. Die Kosten des Be- lanen- Regiments( 1. Hannov.) Nr. 13, fühlten fich als„ Dreijährige" und erklärte gegenüber dem Austritt der durch die antidemokratische zugs find auf die für den Bezug von Amts- und im Beginn des laufenden Dienstjahres berufen, gegenüber dem Resolution Verletzten, daß der Nationalismus gegen die DemoTagesblättern bestimmten Etats zu verrechnen.„ erst im zweiten Jahre dienenden" Ulanen Kiel die Der Bezugspreis der Zeitung ist vom Verlag bis auf weiteres rächende Nemesis fratie, aber nicht gegen das Volk sei. Ohne Bolt, fügte man großชิน spielen. Kiel, ein sehr träftiger auf jährlich 12 M. ausschließlich des Bestellgeldes festgesetzt. Der früherer Schlächter, hatte sich nämlich unterfangen", einen mütig hinzu, gäbe es ja keine Nation! Berlag wird darnach trachten, den Bezugspreis später zu er- Gefreiten, der ihn ins Gefäß stieß, zurückzustoßen. Dieser und ein Uebrigens, um auch ernst zu reden, hätte ein wirklicher gesunder mäßigen. anderer noch viel harmloserer Vorfall wurde Kiel von den alten" Nationalismus in Jtalien eine Aufgabe zu erfüllen. Was bedroht Wegen der rechtzeitigen Bestellung der Zeitung bei den Bost- Leuten nicht vergessen. Am 2. November spät abends gingen Lenschen die Eigenart des italienischen Volfes, was seine moralische Würte anstalten sind die erforderlichen Maßnahmen als- und Wenzel in angetrunkenem Zustande nach der Stube, in der Stiel und seine törperlichen Werte mehr als die Fremdenbald zu treffen. lag. Lenschen Lüftete die Bettdecke des Stiel und hielt diesen feft, industrie und die Auswanderung? Die eine durchfeucht Da in der Bayerischen Staatszeitung" vortviegend Bekannt während Wenzel mit einem Rohrstock auf Kiel losschlug, dessen moralisch und die andere törperlich das Land. Nichts ist für Ehr. machungen von besonderer Dringlichkeit oder von mehr vorüber- Beine bald mit blutunterlaufenen Striemen bedeckt waren. Als sich lichkeit in Handel und Wandel verhängnisvoller als gerade die gehender Bedeutung zur Veröffentlichung gelangen, im übrigen aber Stiel schließlich losgeriffen hatte, flüchteten die beiden Attentäter, denen Fremdenindustrie. Und wer die nationale Bilanz der italienischen Die bestehenden Amtsblätter beibehalten werden sollen, so besteht Stiel nachsetzte. Er stellte Lenschen, der sich ins Bett gelegt hatte Auswanderung aufstellen wollte, der darf nicht bei den Hunderten feine Verpflichtung, das Blatt jährlich binden zu lassen und dauernd und schlafend stellte, sofort zur Rede. Einer weiteren Verprügelung Millionen stehen bleiben, die sie ins Land bringt: aufzubewahren. Jedoch müssen jedenfalls immer durch die hierauf von 2. alarmierten Dreijährigen" entging. nur bom laufenden Jahrgang der Beitung fämtliche durch das tätige Solidaritätsgefühl der Zweijährigen". Am andern sich auch die Durchfeuchung mit Syphilis in den Gebirgsdörfern Nummern gesammelt und in losem aber ge. Tage hatte Wenzel noch die Frechheit, den Stiel anläglich eines Wett- Norditaliens an, den immer zerstörender werdenden Alkoholismus, ordnetem Zustande bis zum 1. April des folgen ftreites mit einem bespornten Reitstiefel über den Kopf zu schlagen. er überzeuge sich davon, was in Kalabrien und Sizilien die aus den Jahres aufbewahrt werden. Stiel erlitt hierdurch eine 51 Zentimeter lange bis auf den Knochen Amerika mit den Ersparnissen heimgebrachte Tuberkulose aus einer Nach Bedarf werden die größeren Aemter oder Stadtverwaltungen reichende Stirnwunde, die jedoch gut verheilte und ihm nur einen bisher gesunden Bevölkerung gemacht haben. Hier handelt es sich außer dem einen Exemplar der Zeitung, das unter allen Umständen biertägigen Lazarettaufenthalt einbrachte. gehalten werden muß, noch weitere Stücke für den wirklich um„ nationale Güter", die man schützen sollte. Dienstgebrauch beziehen. Marokko. 11 bon Halder. Die Münch. Post." fügt hinzu: Ein guter Kenner des Verwaltungsrechts versichert uns, daß die hier an die Amtsaus ungesetzlich ist und daß insbesondere keine Gestellen und Städteverwaltungen gestellte Zumutung durch meinde gezwungen werden kann, den Utas zu beachten. Es handle sich um einen schnöden ungefeglichen Art der Regierungsgewalt. Dem Verdienste seine Krone. Aus Anlaß des Neujahrsfestes wurden vom bayerischen Hofe eine große Anzahl von Auszeichnungen verliehen. Es erhielten Ministerpräsident Freiherr von Hertling das Großkreuz des St. Michael- Verdienstordens, den St. Michael- Verdienstorden erster Klasse Kultusminister von Knilling, Finanzminister von Breuning und Verkehrsminister von Seidlein, das Ehrenkreuz des St. MichaelBerdienstordens der Senatspräsident im Reichsversicherungsamt Konrad Hartmann und Kommerzienrat Dr. Ravené in Berlin. " Das Kriegsgericht der 19. Division, das am 3. Dezember beide Angeklagte der gemeinschaftlichen Körperverlegung und Wenzel außerdem einer zweiten gefährlichen Körperverlegung schuldig er fannte, verurteilte den von Wenzel start beeinflußt gewefenen GeStrafe von bier Monaten Gefängnis, indem es beiden freiten Lenschen zu drei Wochen, Wenzel zu der empfindlichen billigte. Die gegen dieses Urteil vom Gerichtsherrn wegen zu Angeflagten bezüglich des ersten Falles mildernde Umstände zu niedriger Strafe und von Wenzel wegen zu hoher Bestrafung er hobene Berufung wurde heute vom Oberkriegsgericht verworfen, das die Entscheidung der Vorinstanz vollinhaltlich bestätigte. " Wir finden die Strafen, ebenso wie der Gerichtsherr", zu milde. Soll dem eingerissenen Brauch der ständigen Mißhandlung der jungen Mannschaften durch die sogenannten„ alten" Leute gesteuert werden, dann muß den eingebildeten Narren, die fich das Recht anmaßen, aus reinem Uebermut die Neueingetretenen zu quälen, ganz energisch auf die Finger geflopft werden. Oefterreich- Ungarn. Menschenjagden. er fehe unternahm eine Razzia in den Duars der aufständischen Bea Mequinez, 31. Dezentber. Die Besatzung der Kasbah Arroub verwundet. Die Benimtir hatten zahlreiche Toke. unternahm eine Stazzia in den Duars der aufständischen Bea nimtir. Ein Kapitän, ein Jäger und fieben Mann wurden verwundet. Die Benimtir hatten zahlreiche Toke. China. Mongolische Rüstungen gegen China. Beling, 31. Dezember.( Meldung der Agence d'Extreme Orient".) Nach den neuesten aus Urga eingetroffenen Nachrichten hat der„ lebende Buddha", der sehr beunruhigt über die neuerdings eingetretene Wendung der Ereignisse ist und ein bewaffnetes Einschreiten Chinas befürchtet, den Schutz Rußlands an gerufen. Nach mehreren Beratungen sind die mongolischen Minister zu folgenden Entschlüssen gekommen, nachdem festgestellt Der Wahlrechtsgesehentwurf in Ungarn. worden ist, daß die gegenwärtig an der Grenze aufgestellten Budapest, 31. Dezember.( Privattelegramm russischen Truppen durchaus genügen. Man beabsichtigt des Vorwärts".) Seinem Versprechen getreu, hat der 1. in Rußland 30 Mitrailleusen, 9, Gebirgsgeschütze und 500 Ge= Ministerpräsident Lukacs Dienstagmittag dem Reichstage wehre zu bestellen, Die bevorstehenden Wahlen in Lippe. 2. 2000 Mann Kavallerie unter dem Kommando russischer Offi das neue Wahlrechtsgesetz vorgelegt. Es entspricht Wort für Wort den Mitteilungen, die das sozialdemokratische Organ ziere auszuheben und Die Sozialdemokratie im lippischen Kleinstaat hat am Sonn- bereits vor vierzehn Tagen veröffentlicht hat. Dem Entwurf 3. bei der Russisch- Asiatischen Bank eine Anleihe von 40 Millionen tag nach Weihnachten mit der Agitation begonnen. Der Wahl- fehlt jede Begründung, er betont einzig und allein, daß eine Rubel aufzunehmen, für die die mongolischen Bergwverte das Untertermin ist zwar noch nicht amtlich bekanntgegeben, aber man nimmt Wahlrechtsreform notwendig ist. Da das alte Gesetz nur pfand bilden sollen und die zur Organisation einer nationalen an, daß die dritte Klasse, in der allein die Sozialdemokratie Mandate einem geringen Teil der männlichen Bevölkerung das Wahl- Armee und zum Bau einer Eisenbahn für militärische Zwecke dienen erlangen kann, am 20. Januar wählen wird. In einer, wohl von recht gibt, war die Regierung gezwungen, das Gesetz auszu- follen. bürgerlicher Seite ausgehenden Veröffentlichung heißt es, daß die dehnen, jedoch nur so weit es die Interessen der herrschenden Linte des alten Landtags eine Mehrheit von einer Stimme gehabt Klassen gestatten. Dann wurde der Reichstag bis zum Gefangennahme eines mongolischen Fürsten. habe, und daß sich der bevorstehende Kampf in der Hauptsache um 20. Januar 1913 bertagt. Das Wahlrechtsgefeß wird sehr Urga, 31. Dezember. Der mongolischen Regierung ist die Metdie Erhaltung dieser Mehrheit drehen werde. Ganz abgesehen das wahrscheinlich bei der Neueröffnung des Reichstages einer dung zugegangen, daß chinesische Truppen den Fürsten des Alas bon, daß die beiden dem alten Landtage angehörenden National- Rommiffion von 21 Abgeordneten zur Beratung überwiesen Schan- Bezirles in der Süd- Mongolei, der dem Hutultu Treue ge liberalen in grundsäßlichen Fragen recht unsichere Kantonisten sind, werden; jedoch sähe es die Regierung sehr gerne, wenn die lobt hatte, ergriffen und nach Kwei- liwa- tschöng( Stutuchoto) gebracht die nur sehr bedingt zur Linken" gerechnet werden dürfen, dreht Opposition an der Beratung teilnehmen würde. Darauf ist haben. Gewerkschaftliches. Betzrekord. Berlin und Umgegend. Deutfches Reich. Husland. dem Da es beverdammenswerten von der Generalfommission der Gewerkschaften den offenen Wurst- und Fleischwaren auch prüfen würden, ob bei jenen Fleischer und geheimen Feinden des Koalitionsrechts scharf entgegen. meistern Tarifverträge abgeschlossen sind, oder ob zum mindesten Auch für die Eisenbahner forderte er das Streifrecht. Geht organisierte Gesellen im Betriebe vorhanden und geduldet werden. Das Jahr 1912 fiellte eine Reihe Rekorde auf. Glana- die Regierung auf die Pläne der Scharfmacher ein, dann wird dieserhalb erst Rüdfrage gehalten werden. Es besteht kein Zweifel eben es harte Kämpfe geben. Unter feinen Umständen werden größten Produktionsziffern rühmen. Der Außenhandel sucht Arbeiter die Grundlage ihrer Organisation, das Koalitions- moralische Unterstützung zuteil werden lassen, es in fürzerer Zeit an Rebendigkeit und Umfang vergeblich seinesgleichen. Die recht preisgeben oder auch nur antasten lassen. Dem Toben gelingt, die Bedrängung der Koalitionsfreiheit durch die Meister Lebensmittelpreise kletterten, wenigstens teilweise, zu schwin- der Scharfmacher stellen sie die Forderung entgegen: Aus- und ihre gelbe Schußtruppe zurückzuweisen. delnder Höhe hinauf. Fast noch übertroffen werden all diese bau, Erweiterung und Sicherung des Koalitionsrechtes! Rekorde von dem in der Hatz gegen das Koalitionsrecht ErAchtung, Former und Gießereiarbeiter! Die Arbeiter der Abreichten. Die Geschichte der Arbeiterbewegung ist reich an teilung Gießerei der Geislinger Maschinenfabrik. G. Angriffen und Verschwörungen gegen das Koalitionsrecht. in Geislingen- Stuttgart haben am Sonnabend, den Achtung, Fleischergesellen! Der Betrieb des Fleischermeisters 28. d. Mts. einstimmig beschlossen, die Kündigung einzu Schon vor 40 Jahren, kurz nach der Gründung des Deutschen Baul Silbrich, Neufölln, Hermannstr. 114, ist wegen wiederholten eichen, um die Einführung zeitgemäßer Lohn- und ArbeitsReiches, servierte die Regierung, scharfmacherischen An- Tarifbruchs gesperrt. Herr Hilbrich, der des öftern auf die Ein- bedingungen zu erzielen. Seit langer Zeit drängt nämlich die weisungen folgend, eine Novelle, die eine Herauffezung des haltung des Tarifs aufmerksam gemacht ist, hat sich nicht um die Direktion dieses Werkes auf die Einführung der Affordarbeit. Die Strafmaßes auf 6 Monate für die durch den 153 der Ge- Bestimmungen gefümmert. Die Arbeitszeit hat an manchen Tagen Arbeiter haben dazu erkärt, daß sie gern bereit sind in Afford zu Strafmaßes auf 6 Monate für die durch den§ 153 der Ge- 16 Stunden betragen. Um dies weiter so machen zu können, ist der arbeiten, wenn die Firma die Vereinbarungen einführt, die zwischen werbeordnung umgrenzten Vergehen vorjah. Mit dem Arbeitsnachweis des Verbandes umgangen. Dem Verbandsvertreter Sem Mit dem Arbeitsnachweis des Verbandes umgangen. Dem Verbandsvertreter dem Verband Württembergischer Metallindustrieller und Sozialistengesetz vom Jahre 1878 erfolgte ein großer Schlag, hat Herr Hilbrich erklärt, er mache, was er wolle; seine Gesellen Deutschen Metallarbeiterverband im Mai d. J. geschaffen wurden. der die äußeren Formen der gewerkschaftlichen Organisationen müßten arbeiten, fo lange er es bestimme. Der Tarif bestehe für Dem tam die Firma nun nicht nur nicht nach, vielfach auseinanderriß. Der Geist der Organisation blieb ihn nicht mehr. Die Firma versucht jetzt ihre Waren an Wiederverkäufer abzu- aus, daß derjenige, der sondern sie erklärte den Arbeitern rund hernatürlich lebendig. Das wurde offenbar, als das Sozialistenam 2. Januar n. J. gesetz gefallen war. Sofort riefen die Scharfmacher wiederum fezzen, da das Publikum in der Umgebung das Geschäft meidet. nicht in Attord arbeiten will, entlassen wird. nach einer Verschärfung des§ 153 der Gewerbeordnung. Ein Zentralverband der Fleischer. Sie werde dann nach Einführung der Akkordarbeit Jahr sollten die Snder wider diesen Paragraphen ins GefängVerordnungen über dieselbe erlassen. Um daß Mag nis geſtedt werden können. Wie früher wurde auch dieser An- Die Dachdecker und Hilfsarbeiter der Firma Viertant in Bertrauensmann der Arbeiter, der seit 22 Jahren im aber ganz voll zu machen, stellte die Firma am 28. Dezember dem schlag durchkreuzt. Bald fam eine Hochkonjunktur der Heße. Stralsund wurden zwei Tage vor Weihnachten auf die Straße Betrieb beschäftigt ist, die Kündigung zu. Die Scharfmacher hatten das Glück, Wilhelm II. für ihre gejezt. Die Ursache dieser Aussperrung ist in folgendem Tat wenige Betriebe in ganz Württemberg geben dürfte, wo die ArbeitsWünsche sich einsetzen zu sehen. Es war im Jahre 1897. n bestand zu suchen: Bei den Verhandlungen, die im Frühjahr mit verhältnisse so rückständig sind wie in der Geislinger MaschinenBielefeld hielt der Kaiser die Aufsehen erregende Rede, in der Firma Zapfe( Inh. E. Vierkant) über den bis zum 31. März fabrit, so ist wohl zu hoffen und zu wünschen, daß das Vorgehen der er„ schwere Strafe" demjenigen androhte, der andere an 1914 abgeschloffenen Tarif gepflogen wurden, wünschte der Unter der Arbeiter weitgehende Unterstützung findet und zuzug streng freiwilliger Arbeit" hindere. Die Scharfmacher jauchzten. nehmer in den Tarif aufzunehmen:„ Akkordarbeit ist zulässig. fern gehalten wird. Der bekannte und verrufene Zentralverband spendierte dem Da aber bisher in Stralsund nicht im Afford gearbeitet wurde, Die Bezirksleitung des Deutschen Metallarbeiterverbandes. damaligen Staatssekretär Grafen v. Posadowsky 12 000. ftritte ab, womit sich auch diese einverstanden erklärte. Nach Anlehnte die Kommission der Arbeiter das Verlangen der Firma weds Vorbereitung eines Zuchthausgeseßentwurfes. Im nahme des Tarifs wurde in einer Mitgliederversammlung beJahre 1899 erblickte dieser das Licht der Welt. Diese Aus- schlossen, Arbeiten im Afford nicht auszuführen, widrigenfalls diegeburt der Bosheit bedrohte Streiffünder mit Zuchthaus- jenigen, welche gegen den Beschluß verstoßen, aus der Organisation Ein Dokument der kapitalistischen Sklaverei. strafen von 3 bis 5 Jahren. Der Reichstag verscharrte den ausgeschlossen werden sollen. Ein Mitglied, das nun entgegen London, 29. Dezember 1912.( Eig. Ber.) In dem Londoner Wechselbalg. Wild aufheulte das Scharfmachertum. Dann diesem Beschluß im Afford arbeitete und auch mit seinen Beiträgen„ Daily Herald" erläßt ein Maschinenbauer einen Aufruf an seine gab es einige Jahre Ruhe. Was die Gesetzgebung versagte, sehr weit im Rüdstande war, wurde von der Filiale Stralsund Stollegen, in dem er auf die sich ständig verschlechternden Arbeitsversuchten die Scharfmacher, leider mit großen Erfolge, durch wegen rückständiger Beiträge und wegen Akkordarbeit aus der Or- verhältnisse hinweist und zur Bildung eines großen Metallganisation ausgeschlossen. Der Unternehmer verlangte nun, die arbeiterverbandes auffordert, der die Stelle der 205 eine schmiegsame Rechtsprechung, auf dem Wege diensteifriger Filiale solle den Ausschluß aufheben, da er sich durch diesen Aus- stehenden Gewerkschaften der Metallindustrie einnehmen soll. Er Verwaltungspraxis, speziell mit den berüchtigt gewordenen schluß in seinem Geschäft geschädigt fühle. Die Arbeiter erklärten, schildert, wie es mit den Maschinenbauern, den„ Aristokraten der Arbeit", Bolizeiverordnungen zu erreichen. Aufgemuntert durch ein daß die Organisation und auch die Filiale Stralsund nicht unter wie sie sich früher gern nennen hörten, immer mehr bergab geberlogenes Terrorismusgefchrei, das die christlichen Gewerk- Aufsicht eines Unternehmers stehe. Der Unternehmer antwortete gangen sei, wie neue Erfindungen ihre Geschicklichkeit immer mehr schaften anstimmten, traten vor 2 Jahren die Scharfmacher mit der Aussperrung und drohte, diese nicht eher aufzuheben, bis ersetzen und wie bald nur noch in der Werkzeugmacherei gelernte wieder mit den Forderungen nach geseglichen Maßnahmen der Beschluß zurückgezogen sei. Die Arbeiter haben nun den Arbeiter nötig sein würden. Wie anders, schreibt er, sei es gegen das Koalitionsrecht hervor. Recht lebendig wurde der Kampf aufgenommen. Es wird ersucht, Zuzug von Dachdeckern doch früher gewesen. Oft habe er von alten Kollegen gehört, wie Meister in den Fabriken Ostlondons bei Arbeitermangel die Sturmlauf gegen das Koalitionsrecht im vergangenen Jahre. und Hilfsarbeitern nach Stralsund fernzuhalten. Die bekannten Moabiter Vorgänge, bei denen die Polizei Lehrbuben ausgeschickt hätten, um Bier zu holen, damit die Maschinenbauer emfiger arbeiteten. Die Züchtung der Gelben im Fleischergewerbe. Im Jahre 1874 habe der StandardOrgien der Ausschreitungen feierte, mußten als Begründung Nicht nur die Unternehmer in der Großindustrie treiben durch nach 38 Jahren betrage er erit 40 Schilling die Woche. Am bes lohn für Londoner Maschinenbauer 38 Schilling betragen; heute für Scharfmacherforderungen gegen die Arbeiter herhalten. Der Zentralverband deutscher Industrieller postulierte den Gründungen von Werkvereinen den Gelben die Mitglieder zu, auch zeichnendsten ist jedoch folgende Stelle des Aufrufs:„ Und, Grundfaz: Zerschmetterung der Gewerkschaften! Die so von meister, bemühen sich in gleicher Art, um dadurch die freigewerk- Arbeitsverhältnisse, die in einer, modernen Motor- oder anderen die Handwerksmeister, und unter ihnen besonders die Fleischer Kollegen, betrachtet einen Augenblick die Fleischer- Sollegen, den Christen und industriellen Scharfmachern inszenierte Heze schaftliche Bewegung in ihrer Entwicklung aufzuhalten. trieb ihre Wellen in das Jahr 1912 hinein. Unter dem Drudschaftliche Im Fleischergewerbe bestehen allerorts noch lokale Vereine der Profit mehrende Systeme treiben den Arbeiter beständig mehr an. Maschinenbaufabrik bestehen. Prämien- und andere schädlichen den planmäßiger Angriffe erreichten sie bald die Höhe sturm- Gehilfen, die neben dem geselligen Verkehr auch zünftlerische Gest es nicht Zeit, daß wir erwachen und uns fragen, wohin gepeitschter Wogen. Bereits im Februar formulierte die bräuche pflegen. Diese Vereine benußen die Meister nun, um sie das alles führen soll. Als ich vor einigen Jahren in einem großen Gesetzgebungsdeputation des sächsischen Landtages Anträge, gegen die gewerkschaftliche Organisation, den Zentralverband der Werke in Westlondon arbeitete, jah ich eine Notiz auf dem die auf eine neue Zuchthausvorlage hinzielten. Die sächsische Fleischer ins Feld zu führen. Von jeher standen diese lokalen Ber Klosett, die mir bedeutete, daß keiner dort länger als fieben Regierung sollte sie im Bundesrat vertreten. Ihr Inhalt eine sehr stark unter dem Einfluß der Innungen, wählen doch die Minuten verweilen und den Ort nur zweimal am Tage benügen war folgender: erbot des Streikpostenstehens, Bestrafung Innungen an vielen Orten Beisizmeister für diese Vereine. Ihr dürfe. Den ganzen Tag befand sich ein Aufseher dort, der danach des Boykotts, Schadenersaßpflicht der Gewerkschaften und Auf- lich den Fleischermeisterverband auf den Gedanken gebracht, die Wit elenden Verhältnisse, die unser Innerstes beleidigen, finden Einfluß in den lokalen Vereinen hat den Innungen und vornehm- ſchen mußte, daß man die Frist nicht überschritt. Dieselben hebung des Koalitionsrechts der Staatsarbeiter sowie der in glieder dieser Vereine zu einer willigen Truppe zu erziehen, die sie sich bei einer wohlbekannten Firma in Acton. Eine Firma in Lanca Gemeindebetrieben und im Verkehrsgewerbe beschäftigten bei Streits und auch gegen die ihnen verhaßte Gesellenorganisation shire, die ich kenne, gestattet nur eine Frist von vier Minuten. Ist Personen. Mit Hinweis auf diese Forderungen plädierte im gebrauchen könnte. Systematisch wird seit einigen Jahren eine solche es nicht unerträglich, daß Arbeitgeber bestimmen, in welcher Landtage ein konservativer Abgeordneter am 26. Februar 1912 Agitation betrieben, die bei der Rückständigkeit der Berufsange- Beit wir unsere Rotdurft verrichten müssen? für ein Arbeitswilligenschutzgesek. Er berief sich dabei auch hörigen immerhin einigen Erfolg zeitigte. Das erstrebenswerte eine halbe Minute zu spät kommt, verliert man einen Vierteltag. auf eine Eingabe des Senats in Hamburg. Das preußische Biel des Fleischermeisterverbandes aber war die Zusammenfassung Ich frage euch, Kollegen, ob es nicht absolut entwürdigend ist, daß Herrenhaus war natürlich auch nicht faul. Am 12. März be- aller Vereine zu einem, über das ganze Reich sich erstreckenden wir uns derartige Verhältnisse gefallen lassen müssen. Wenn wir riet es über einen Antrag Puttkamer, der die Einbringung gelben Bund". Zur Verwirklichung ihrer Idee fanden sie einen uns nicht dazu entschließen, diese Dinge ordentlich zu bekämpfen, von Gesetzesvorlagen gegen das Koalitionsrecht verlangte. nehmergeld betrieb. Und die einzelnen Innungen halfen dort, wo passenden Strohmann, der die Gründung dieses Bundes mit Unter- wird es nur unendlich schlimmer werden." Die konservativen Redner malten das Gespenst einer Re- die lokalen Vereine sich sträubten, mit" sanftem" Drud nach. Die volution an die Wand. Die Gewerkschaften sollten vernichtet, Mittel aus Unternehmerkreisen flossen so reichlich, daß bald cine die Polizeiorgane auf den Straßenkampf eingeübt und mit gelbe Zeitung herausgegeben und ein Agitator mit 3000-4000. den besten Waffen ausgerüstet werden. Im Reichstage Gehalt angestellt werden konnte. Heute hat dieser gelbe Bund bewagten sich die Scharfmacher ebenfalls und wiederholt mit reits drei besoldete Beamte, die die Geschäfte der Unternehmer beAnschlägen gegen das Koalitionsrecht hervor. Und draußen sorgen. An Beitrag erhebt dieser Bund pro Mitglied und Jahr im Lande stimmten die scharfmacherisch gedrillten Chöre immer 2,40 W., die Mitgliederzahl soll nach ihren eigenen Angaben etwas wieder von neuem ihre Heymelodien an. Neben den christ über 5000 betragen. Es ist also leicht auszurechnen, daß die Fleischermeister sich ihre gelbe Schußtruppe etwas kosten lassen. lichen, teilweise auch den Hirsch- Dunckerschen Organisationen beteiligten sich dabei religiöse und sogenannte nationale Ar- die Mühe, die sie ihrem gelben Bund opfern, auch einen Nuzen Die Fleischermeister wollen selbstverständlich für das Geld und beitervereine, gelbe Gewerkschaften, Innungen und sonstige sehen. Vereinigungen der Krauter und Kleingewerbetreibenden, Sie find nun dazu übergegangen, die gelben Gesellen zu einer unmoralischen Günſtlingswirtschaft fommt. Handelskammern, faufmännische Korporationen, der Deutsche Denunzianten zu erziehen. Die Gelben müssen allerwärts die fordert alle Sektionen der Organisation auf, sich zu der Frage zu Handelstag und die ganze Kollektion der Unternehmerver- Adressen der organisierten Gesellen sammeln und den Innungs- äußern und lädt den Generaldirektor der Staatsbahnen ein, über die bände. Sie alle waren geleitet von dem Bestreben, die freien borständen übermitteln, die dann für die Brotlosmachung der Berteilung des Geldes die offiziellen Vertreter des Personals zu beGewerkschaften in ihrer Entwickelung zu stören. Wie sehr organisierten Gesellen Sorge tragen, was bei der starken Unter- fragen, die im Beirat der Staatsbahnen Siz und Stimme haben. nehmerorganisation und bei dem Haß der Fleischermeister gegen Der Anfang Januar in Rom stattfindende Eisenbahnerkongreß wird der Haß ihres Tuns Beweggrund war, zeigte sich besonders den Zentralverband nicht schwer fällt. Ist doch in Frankfurt a. M. sich mit der wichtigen Angelegenheit beschäftigen. bei den Attacken gegen die Organisation der Eisenbahner und bei einem Prozeß gegen den Verbandsbevollmächtigten von einem der Militärarbeiter. In Bayern, wo die Ultramontanen re- Gelben unter Eid ausgesagt worden, daß sie von den Innungen gieren, begann die Haz gegen die Eisenbahner. Aber nicht den Auftrag haben, die Organisierten zu diesem Zweck festzustellen. nur der Süddeutsche Eisenbahnerverband sollte vernichtet Man geht aber in neuerer Zeit noch rigoroser gegen die Zentral werden, der Christen Streben ging dahin, das freie Koalitions- berbändler vor. Die gelben Vereine müssen einfach auf Befehl bei recht für die Staatsarbeiter im ganzen Reiche zu vernichten. weis der Innung auszuschließen und nur gelbe Gefellen, die sich den Innungen beantragen, die Zentralverbändler vom ArbeitsnachIhre unablässigen Heßereien waren von Erfolg gekrönt. durch die gelbe Bundesmitgliedstarte legitimieren tönnen, zu verzeitung" veröffentlicht in der heute erschienenen Nummer im nichtMünchen, 31. Dezember.( W. Z. B.) Die„ Bayerische StaatsDurch einen Erlaß vom 3. August vorigen Jahres internahm mitteln. In Berlin, Frankfurt a. M., Bremen, Leipzig sind der- amtlichen Teil einen längeren Reitartikel über die Aufgaben, die es der Kriegsminister, der Militärarbeiterorganisation das artige Innungsbeschlüsse bereits gefaßt, und in anderen Städten das Blatt sich stellt. Es wird darauf hingewiesen, daß alle größeren Lebenslicht auszublajen. Dieserhalb kam es im Dezember ist man dabei, den Gelben zuliebe auch dort den organisierten Ge- das Blatt sich stellt. Es wird darauf hingewiesen, daß alle größeren zu einer großen Koalitionsrechtsdebatte. Die Sozialdemo- hilfen von jeder Arbeitsvermittlung auszuschließen. Bundesstaaten bereits ein Regierungsorgan besitzen, und die Hofffratie hatte bereits im Februar Anträge auf Sicherung und Wenn man sich vergegenwärtigt, daß die gesamte Arbeits- nung ausgesprochen, daß die vielfach übereilten Beurtei= Erweiterung des Koalitionsrechts im Reichstage eingebracht. Iungen, welche die Staatszeitung noch vor ihrem Erscheinen Wie weit die Regierung davon entfernt ist, solchen Spuren erfahren mußte, einer ruhigeren Betrachtung Platz machen werden, zu folgen, bewies fie klipp und klar in der Debatte über die zeitung ihrer Aufgabe gerecht wird, die darin besteht, die Maßwenn längere Beobachtungen darüber vorliegen, wie die StaatsMilitärarbeiterorganisation. Minister Delbrück verfocht die vorsintflutliche Ansicht, daß es staatsrechtlich ein Koalinahmen und die Politik der Regierung in ruhi= Die organisierten Fleischergesellen sind daher gezwungen, mit tionsrecht überhaupt nicht gäbe. Das durch die Gewerbe- Silfe der Arbeiterschaft, überall Kämpfe zu führen, bei denen neben tont, daß es als Regierungsorgan über den Parteien stehen ger und besonnener Weise zu vertreten. Das Blatt be= ordnung garantierte Recht auf Vereinigungen könne durch der Verbesserung der traurigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse vor tont, daß es als Regierungsorgan über den Parteien stehen Privatverträge ausgeschaltet werden. Das Koalitionsrecht allen auch die Anerkennung des Verbandsarbeitsnachweises ge- wolle, und die Politik der Reichsleitung nach besten Kräften unterhedürfe der reglementierenden Hand, und Staatsnotwendig fordert wird. Nur auf diese Weise läßt sich ein Damm gegen die stützen werde. keiten diftieren das Versagen eines freien Vereinigungsrechtes gelbe Seuche, die rücksichtslos über die Existenzen von Tausenden und des Streifrechts. Wem das nicht passe, könne draußen ehrlicher und charakterfester Arbeiter hinwegflutet, entgegenzusetzen. bleiben; der Eintritt in den Staatsdienst jei ja freiwillig. Das beweift die fortwährende Steigerung ihrer Mitgliederzahl troß Daß die Fleischergesellenorganisation ihre volle Schuldigkeit tut, Der Christliche Behrens übertrumpfte den Minister noch an dieser für sie so ungünstigen Verhältnisse. Unduldsamkeit. Er erklärte, für Staatsarbeiterorganisationen Aber mehr als je sind die Fleischergesellen auf die Unterstüßung Erdstoß verspürt. dürfe man nicht einmal das Prinzip der Neutralität gelten der organisierten Arbeiter angewiesen. Der Fleischerverband verlassen. Ein positiv christlich- nationales Glaubensbekenntnis langt teine materielle Unterstüßung, er hat seine Beiträge so erStreit der Holzarbeiter in Memel. sei erforderlich. Dafür räumte der Minister dem Papste das höht, daß es ihm möglich ist, die Mittel für seine Kämpfe aufzu- Memel, 31. Dezember.( W. T. B.) Da die Tarifverträge in Recht ein, nach seinem Gutdünken die staatsbürgerlichen Rechte bringen. Aber die moralische Unterstützung der gesamten Arbeiter der Memeler Holzindustrie mit dem heutigen Tage abder katholischen Arbeiter zu beschneiden. braucht der Verband unbedingt, wenn er dem Vernichtungskampfe gelaufen waren und die Verhandlungen zwecks Aufstellung der neuen der Fleischermeister und ihrer Gelben wirksam entgegentreten will. vermittlung im Fleischergewerbe sich ausschließlich in Händen der Innungen befindet, kann man auch ermessen, welchen schweren der Gelben und der Innungen ist schon deshalb äußerst verwerflich, Kampf die Fleischerorganisation durchzusehen hat. Das Treiben weil es die Koalitionsfreiheit einfach illusorisch macht. Wenn man Das organisierte Bahnpersonal Italiens gegen das System der Extravergütungen. Kurz vor Weihnachten autorisierte ein königliches Dekret die Verwaltung der Staatsbahnen, die im legten Geschäftsjahr unter den Ausgaben für das Personal verwirklichten Ersparnisse in der Höhe von rund vier Millionen Lire unter dem Personal zu verteilen, unter Ausschluß der höheren Angestellten. Gegen dieses Defret mißbilligt prinzipiell das System der Gratifikationen, bei dem es zu nimmt nun das Zentralkomitee des Syndikais der Eisenbahner Stellung. Es erklärt die dekretierte Art der Verteilung für ungesetzlich und Das Komitee Letzte Nachrichten. Die Bayerische Staatszeitung". Erdbeben in Süddeutschland. Schwäbischen Alb wurde heute abend 6 Uhr 49 Minuten ein leichter Stuttgart, 31. Dezember.( W. T. B.) Hier und auf der Die Abneigung gegen die freien Gewerkschaften ſegte, wie man sieht, das Koalitionsrecht auf den Inder. Mit herz- scher Konsumvereine, Fabrikkantinen und Arbeiterlokale/ tönnten Aber auch die Konsumvereine, die Großeinkaufsgesellschaft deut- Tarife noch nicht zu Ende geführt werden konnten, trat, wie das Memeler Dampfboot" meldet, heute abend in der gesamten erfrischender Deutlichkeit, getragen von dem Wollen der sehr viel zur Unterstübung der von rückständigen Zünstlern be- Memeler Holzindustrie mit Ausnahme von zwei Plätzen, die weiter. Millionenschar klassenbewußter Arbeiter, trat Genosse Bauer drohten Fleischerorganisation tun, wenn sie nur beim Bezug von laufende Tarifverträge haben, eine Betriebseinstellung ein. Berantw. Rebatt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.: b.Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 1. 30. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 1. Januar 1913. Das Wirtschaftsjahr 1912. bot Die lekte Wirtschaftskrise mit den Depressionsjahren 1908| für die kommenden Kämpfe um den Absaz. Die Fertigfabrikat, umfassen, gestalten daher den kleineren Branche und 1909 ist seit 1910 wieder durch eine von Jahr zu Jahr jezige Hochkonjunktur ist zum Teil durch die Anforderungen unternehmungen das Leben reichlich sauer. Um so stärker ansteigende Konjunktur abgelöst worden. Das verflossene hervorgerufen, zum mindeſten aber wesentlich gestützt worden. macht sich die Tendenz zu Fusionen und InteressengemeinJahr 1912 brachte einen Aufschwung von Handel und In- Daneben traten die Bedürfnisse der großen Verkehrsinstitute schaften geltend. Ein klassisches klassisches Beispiel dafür dustrie, der zum Teil den der letzten Konjunkturperiode 1907( Eisenbahnen, Schiffahrt) auf Erweiterung ihrer Anlagen. Sie Ausdehnung der Mannesmann- Röhrenwerke, die sich im Schatten ließ. Dennoch besitzt die jetzige Hochkonjunktur Die Steigerung der Produktion für den weiteren Absatz führte mehrere andere Röhrenwerke und eine große Kohleneinen so andersartigen Charakter, daß bis in die Mitte bei den Unternehmungen selbst zu neuen Betriebserweiterungen, zeche angliederten und zugleich die eigene Eisen- und Stahldieses Jahres hinein an der Eristenz einer Hochkonjunktur die ob sie nun durch Vergrößerung der eigenen Anlagen produktion( Erzberhüttung) vorbereiteten. Das durch die gezweifelt wurde, daß weite Kreise der Industrie an- oder durch Fusionen herbeigeführt wurden neue Kapitals- Banten vertretene Finanzfapital übt in dieser Hinsicht einen geben, auch heute nichts von der Hochkonjunktur zu spüren. erhöhungen nötig machten. Deutsch- Luxemburg, Bochumer großen Einfluß aus. Die Banken gewähren Kredit nur an Während sonst der Glaube an die ungehinderte Fortsetzung Gußstahl, Rheinische Stahlwerke, die Mannesmann- Werke, die Unternehmungen, die ihnen für die Erreichung ihrer Ziele des Absatzes geradezu ein Charakteristikum der Hochkonjunktur zahlreiche Bergwerks- und Hüttenunternehmungen, die geeignet erscheinen. Und da die Konzentration innerhalb des ist, lebte diesmal der Zweifel, daß überhaupt schon eine Hamburg- Amerika- Linie, die Hamburg- Südamerikanische Bankwesens die Macht in den Händen einiger Institute berHochkonjunktur bestände. Im Frühjahr bereits stellte der und die Deutsch Australische Dampfergesellschaft, die einigt, stärken auch die Banken die Konzentration in der Leiter des größten deutschen Finanzinstituts die Prognose, daß Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft, Siemens u. Halske, Industrie. Neben der Kartellierung und Syndizierung der sich die Woge der Konjunktur zu überschlagen scheine. Es Siemens u. Schuckert, Bergmann Aktiengesellschaft, die Unternehmungen fördern sie die Vertruftung einzelner bestand nichts von der begeisterten Stimmung der Hoch- Deutsch- Ueberseeische Elektrizitäts- Gesellschaft, die Elektro- Industrien. In der Elektroindustrie ist dieser Prozeß am Konjunkturzeiten, in denen sonst alle Streise der Industrie bant, Zürich, erhöhten ihr Kapital durch Ausgabe von Aktien weitesten gediehen. Das starte Kapitalbedürfnis man denke voll beschäftigt sind, die Löhne der Arbeiter steigen und oder Schuldverschreibungen. Kaum weniger zahlreich waren nur an den rapiden Fortschritt der Elektrizitätserzeugung und Mangel an Arbeitern eintritt. die Interessengemeinschaften und Fusionen in der Industrie. Verwendung, an die Ueberlandzentralen und die Elektrisierung Bei dem Mangel an Rohstoffen in der Hochkonjunkturperiode von Eisenbahnen hat hier den Elektrotrust in greifbare trat das Bedürfnis nach Angliederung von Unternehmen, die Nähe gerückt. Seit Bergmann im Siemens- Konzern auf Rohmaterialien produzieren, besonders hervor. In den kar- gegangen, ist die weitere Vereinigung der A. E.-G. und des tellierten Industrien tam noch das Bestreben hinzu, durch Siemens- Konzerns nur eine Frage der Zeit. Das verflossene Jahr Fusionen höhere Beteiligungsquoten zu erlangen oder zeigte eine neue Reihe gemeinsamer Unternehmungen beider bei Auflösung des Kartells gerüstet den Konkurrenz- Konzerne. Das Wirtschaftsjahr 1912 ist gekennzeichnet durch einen allgemein wirtschaftlichen Aufschwung in allen großen tapitalistischen Staaten. Das zeigt sich deutlich in der Belebung des Warenumfazes. So wuchs in Millionen Mark Bereinigte Staaten England Deutschland Desterreich- Ungarn Belgien Frankreich Italien • Wareneinfuhr Warenausfuhr 1037 861 997 707 611 608 276 125 184 208 -122 111 360 119 Allein bei den sieben großen Industriestaaten steigerte sich der Außenhandelsverkehr insgesamt um mehr als 6 Milliarden ( gegen etwa 4 Milliarden im Vorjahre). = fampf zu beginnen. Diese Tendenz machte sich um Auf die Konzentration der Banken sei an dieser Stelle so mehr mehr geltend, als in Hochkonjunkturzeiten jedes nur kurz hingewiesen. Bisher bestehende Herrschaftsverhält Kartellmitglied jegliche Produktionseinschränkung als lästige nisse wurden wiederum in einigen Fällen durch Umwandlung Fessel empfindet. So hat der Stahlwerksverband die Syndi- des einen Unternehmens in eine Zweigniederlassung des zierung der B- Produkte ganz aufgegeben. Das Mitteldeutsche größeren Instituts ausgebaut. Der Privatbankierstand geriet Braunkohlensyndikat löfte sich auf; sofort folgte hier die in eine noch prefärere Lage. Die starke Konkurrenz durch die Bildung fleiner Konzerne. Das Rheinisch- Westfälische Zement- Großbanken( hohe Depositenzinsen) macht ihm das gewöhnsyndikat schloß sich nach vorzeitiger Auflösung erst wieder zu- liche Bankgeschäft immer unlohnender. Balkankrieg und sammen, als erhebliche Preisunterbietungen bei einer Sub- Kriegsfurcht trafen ihn am meisten. Die Kursrückgänge Fragt man nun, in welcher Weise sich der Anteil mission den Mitgliedern die„ Gefahr" konkret vor Augen ge- und die Absatzstockung Kleinerer Unternehmungen, denen PrivatDeutschlands gestaltete, so muß hier in erster Linie führt hatten. Auch beim Rheinisch- Westfälischen Kohlen- banten Stredit gewährten, führten mehrfach zu Konkursen( vor die Montanindustrie genannt werden. Die Kohlen- syndikat sind die Aussichten auf Erneuerung feine allem in Schlesien). produktion( in den ersten elf Monaten) stieg von 147 auf besonders guten. Die Interessen der kleinen Zechen und 162 Millionen Tonnen. Der Verbrauch von Stohle nahm um der Hüttenzechen streben zu sehr auseinander; auch die Außen- konjunktur so gut wie ganz ausgeschlossen gewesen. Gewiß, Nur die Arbeiter sind von den Vorteilen der Hochetwa 9 Proz. zu. Trozdem die Versorgung des einheimischen seiter spürten wenig Neigung, wenn nicht der sanfte Druck des die Zahl der Beschäftigten ist größer als im Jahre 1911. Marktes mit ausländischer Kohle noch zurückging, konnte in dem Syndikat im Frühjahr beigetretenen preußischen Fiskus Der Bestand an versicherungspflichtigen Krankenkassenmitgliedern verstärktem Maße Kohle ausgeführt werden. Die Ausfuhr und die drohende Konkurrenz ausländischer Kohle zur Anwuchs von 22 auf 26 Millionen Tonnen. Westfälische Kohlensyndikat konnte diese Situation voll aus- find eben allgemein so reichlich beschäftigt und so mit neuen bei den Arbeitsnachweisen stärker als im Vorjahre. Erst vom Das Rheinisch näherung an das Syndikat gezwungen hätten. Die Werte stieg gegen das Vorjahr. Aber ebenso wuchs auch das Angebot. Von März bis August d. J. war der Andrang von Arbeitsuchenden nügen. Seit dem April bewegte sich der Abfah nahe der Aufträgen bedacht, daß sie erhöhten Profit auch ohne September an suchten weniger Personen Arbeit als in den Beteiligungsziffer, so daß das Syndikat für den Oktober bis Ausschaltung der Konkurrenz zu gewinnen hoffen. Januar 1913 einschließlich jede Beschränkung der Beteiligungs- Nur die Banken sind auch in diesen Zeiten die eifrig zeigen auch jetzt noch ganz erhebliche Arbeitsiofenziffern. Die Herbstmonaten des Jahres 1911. Einzelne Gewerkschaften quoten fortfallen ließ. sten Förderer der Monopolbestrebungen. So mußten die Ganz ähnlich war im verflossenen Jahre die Lage der Bergmann Elektrizitäts- Werte vor dem Siemens- Schuckert- immer größere Verbreitung von Maschinen und von neueren Eiſenindustrie, die als Maßstab für den wirtschaftlichen Auf- Stonzern die Segel streichen. Die mit den beiden großen verflossenen Jahre ungezählte Proletarier aufs Pflaster genoch mehr Arbeitskräfte sparenden Maschinen hat auch im schwung gelten kann. Die Roheifenproduktion in den ersten Elettrokonzernen alliierten deutschen Banten gewährten den 11 Monaten übertraf die der gleichen. Zeit des Vorjahres um Kredit, den das Bergmann- Unternehmen infolge seiner großen die starke Heranziehung von Ausländern in der Landworfen. Der Andrang am Arbeitsmarkt stieg weiter durch 15 Proz. Das tritt auch in den Absatziffern des Rheinisch- Ausdehnung notwendig brauchte, nur um den Preis der wirtschaft und in der Industrie. Trotzdem in diesem Jahre Westfälischen Stahlwerksverbandes zutage. Januar bis No- Unterordnung unter den Siemens- Konzern. Direktor Berliner etwa 100 000 Personen mehr, darunter allerdings viele Ausbember 1912 wurden 5908 Tausend Tonnen der Produkte A von den Siemens- Schuckert- Werken herrscht jezt neben und länder, über Bremen und Hamburg auswanderten, ist von ( Halbzeug, Eisenbahnmaterial, Formeisen) gegen 5350 Tausend über Bergmann in dem Vorstand des Unternehmens. Tonnen im Jahre 1911 abgesetzt. Noch größer wird die Zu dem glänzenden Absatz steht in gewissem Widerspruch früherer Hochkonjunkturperioden einem Arbeitermangel feine Rede. Das wichtigste Zeichen Steigerung bei den B- Produkten( Stabeisen, Bleche, Walzdraht, die Klage der Werke, daß die Preise nicht so sehr be- haben die Löhne nicht mit dem wirtschaftlichen Aufschwung fehlt diesmal. Ebenso Röhren) gewesen sein. Der Absatz erschien den Syndikats- friedigten". Völlig unzutreffend ist dies Urteil für die Rohstoffe. Schritt gehalten. In vielen Industrien stehen sie noch heute mitgliedern trotz völliger Freigabe so gesichert, daß sie bei der„ Das Jahr 1912 kann als eine Periode hoher Rohstoff- niedriger als im Jahre 1907. Und selbst die geringen Ende April vorgenommenen Erneuerung des Syndikatsver- preise angesehen werden" urteilt der Berliner Handelskammer Aufbesserungen vermögen nicht die Verteuerung aller Lebenstrages auf die Syndizierung der B- Produkte verzichteten. bericht mit Recht. Am Metallmarkt erfuhren die Preise mittel aufzuwiegen. Die Sorge um die bloße notdürftige Neben diesen Industrien muß auf die Elektrizitäts- folgende Steigerungen: Eisen um 16 Proz., Blei um 36, industrie hingewiesen werden, die vor einer Fülle von neuen Supfer um 37, Zinn um 21 Proz. Der Stahlwerksverband Existenz hat dafür neue zahlreiche Kräfte auf den Arbeitsmarkt Aufgaben stand, die sie kaum bewältigen konnte. Ueberein- erhöhte seine Preise mehrfach und verkürzte dabei seine Aus- ist gerade in diesem Jahre erheblich gewachsen. Setzt man geworfen. Der Anteil der Frauen unter den Beschäftigten stimmend berichten die Jahresmitteilungen der großen fuhrvergütung. Stabeisen ist seit August 1911 von 95 auf den Bestand der versicherungspflichtigen Mitglieder der KrankenElektrizitätsgesellschaften, daß ihre Betriebe fieberhaft arbeiteten 125 M. und mehr gestiegen. Das Rheinisch- Westfälische tassen vom 1. Januar 1905= 100, so hielt er sich im Nound dennoch nicht der Nachfrage genügen konnten. Bei der Kohlensyndikat erhöhte die Richtpreise um durchschnittlich vember d. J. bei den Männern auf 127, bei den Frauen aber Allg. Elektrizitätsgesellschaft zum Beispiel standen Aufträge eine Mart. Die Vertreter der königl. Bergwerksverwaltungen auf 145. Gegen den November des Vorjahres betrug der und Umsäge zu Beginn des neuen Geschäftsjahres mit haben ein gleiches getan; z. E. sind sie mit ihren Steige- Zuwachs bei Männern nur drei, bei den Frauen dagegen 457 Millionen Mark um 66 Millionen höher als im rungen noch darüber hinausgegangen. In der chemischen sieben Prozent. Die Not zwingt die Frauen zur FabrikJahre 1911. Industrie Deutschlands, die von internationaler Bedeutung ist arbeit. Einzelne große Unternehmungen stellen ganz syste Aehnlich günstige Beschäftigungsziffern wurden bei der und deren Absah sich außerordentlich günstig entwickelte, matisch Frauen ein und entlassen die männlichen Arbeiter, so Maschinenindustrie beobachtet. An dem allgemeinen Auf- fanden ebenfalls umfassende Preissteigerungen statt. Ein schwung hat auch die Textilindustrijie in diesem Jahre teil- gleiches Bild in der Textilindustrie: Wolle ist um 15 Proz., daß hier eine positive Verdrängung der Männer stattfindet. genommen. Die Verluste des Jahres 1911- die von den Baumwolle um 30, Hanf um 14, Rohjute um 20-30 Proz Während die Unternehmer mit Lohnerhöhungen zurückUnternehmern wesentlich übertrieben worden sind waren gestiegen. Häute und Leder stiegen, zum Teil als Folge der hielten, trieben sie die Arbeiter dennoch zu gesteigerter Tätigüberhaupt nur eine Folge von Börsespekulationen in Baum- Viehknappheit, um 30 Proz Diese Preissteigerungen be- feit an. Die großen Unglücksfälle im Bergbau sind die sichtwolle. In diesem Jahre hielten sich die Baumwollpreise hoch, deuten eine erhebliche Gewinnsteigerung der Rohstofffabrikanten. baren Folgen dieses Antreibersystems gewesen. Um so verso daß der frühere billige Einkauf den Tertilfabriken noch zu Bei der Harpener Gesellschaft stieg der Betriebsüberschuß in dammenswerter war das Verhalten der„ Christlichen", die statten tam. Schädigungen brachte nur die gesteigerte Lebens- den ersten drei Quartalen um fast fünf Millionen, bei den Ruhrbergarbeitern im März in den Rücken fielen, als der mittelteuerung, die bei den wenig Bemittelten notwendig zur der Hibernia um mehr als zwei Millionen. Dementsprechend Verband verbefferte Arbeitsbedingungen durchsetzen wollte. Einschränkung der Kleidungseintäufe führt. die Dividenden: Bochumer Gußstahlverein 12% auf 14 Proz., Die allgemeine Teuerung schmälerte nicht nur dem Nur ein Gewerbe wird genannt, das von dem Aufschwung Eisen- und Stahlwerk Hoesch 20 auf 22, Harpener Bergbau Arbeiter die Vorteile der Hochkonjunktur. Sie schwächte die unberührt geblieben sein soll, das Baugewerbe. Allerdings 8 auf 9, Hasper Eisenwerte 10 auf 12, Phönir 15 auf 18, Rauftraft der breiten Massen so erheblich, daß Textil-, Schuh-, sind die Arbeitslosenziffern der Gewerkschaft der Bauarbeiter Rheinische Stahlwerke 8 auf 10, Rombacher Hütte 9 auf 10, Möbel- und Kurzwaren- Industrie geschädigt wurden. Von dem recht hohe. Aber ungünstig war die Lage nur in einzelnen Laurahütte 4 auf 6, Friedrichshütte 7 auf 10. Das gleiche Bedarf weiterer Konsumentenkreise konnte die Hochkonjunktur Städten, in denen eine das Maß der Entwickelung über- gilt von den Bergbaugewerken, deren Ausbeute erheblich keine Anregung oder Unterstüßung erfahren, geschweige denn, schäßende Grund- und Häuserspekulation zu einem Stillstand stieg. Bei einzelnen Werken kam die Gewinnsteigerung daß der Aufschwung überhaupt von der vermehrten Nachfrage der Bauten, zu einer Störung des Baukredites führte. Die nicht in erhöhten Dividenden zum Ausdruc, weil die Mehr- des Konsums verursacht worden wäre. Diese Tatsache Ziegel, Bauholz, Bauträger, Zementindustrien, die die Roh- überschüsse zu stillen Reserven, Erweiterungen usw. verwandt erklärt auch, daß vornehmlich die Schwerindustrie an der Hochstoffe liefern, liegen nicht danieder. wurden, so vornehmlich in der Elektroindustrie. Anderswo konjunktur beteiligt ist. Der Hauptbedarf kommt aus dem Der allgemeine günstige Eindruck von dem Wirtschafts- berbarg man vor der weiteren Deffentlichkeit, besonders Auslande. Daher die gewaltigen Exportsteigerungen Deutschleben des verflossenen Jahres wird bestätigt durch die Außen- vor den Arbeitern, die Gewinne dura) Ausgabe von lands. handelsziffern Deutschlands. Ein- und Ausfuhr stiegen an Gratisattien oder durch Ueberlassung von Aktien zu Man kann nicht an dem Bild der wirtschaftlichen EntBert in den ersten 11 Monaten des Jahres von 16 108 auf günstigen Bezugsbedingungen. Das trifft gerade auch für wickelung Deutschlands vorübergehen, ohne den Einfluß der 17 430 Mill. Mart. Der Einfuhrüberschuß fant von 1439 einzelne Unternehmungen der weiter verarbeitenden Industrie Wirtschaftspolitik zu fennzeichnen. Wenn je ein Jahr auf 1385 Mill. Mark. Der gewaltigen Steigerung des Um-( Maschinen, Waggons, Affumulatoren) zu und widerlegt die den Beweis für die erhebliche Störung der ungehemmten fazes nach, außen entspricht der Verkehr im Inland. Die Behauptung, daß nur die Rohstoffindustrie Vorteil von der Entfaltung von Handel und Industric durch den egrarischen Einnahmen der deutschen Eisenbahnen aus dem Gütertransport Hochkonjunktur hätte. Die Klagen aus der Fertigfabrikat- Hochschutzzoll geben konnte, dann war es das Jahr 1912. stiegen von 1792 auf 1986 Millionen Mart. Der außer industrie sind dadurch zu erklären, daß sie nicht in der Die durch Grenzsperren hervorgerufene Viehknappheit und ordentliche Wagenmangel im Herbst und die gesteigerte gleichen Weise ihren Profit steigern konnte, wie die, Fleischteuerung bewog die Regierung und die bürgerlichen Schiffsbautätigkeit sind die Folge dieser Verkehrsanspannung. meist tartellierte, Schwerindustrie. Immerhin ist zuzugeben, Parteien aber nur zu einer ganz unbedeutenden Erleichterung Dieser Ueberblick über den Gesamtumriß des Wirtschafts- daß die Lage der Verfeinerungsindustrien wesentlich ungünstiger der Vieh- und Fleischeinfuhr, trotzdem die Schädigungen auch baues legt die Frage nahe, welche innere Umgestaltungen der ist als die der Rohstoffproduzenten. Hohe Rohstoffpreise, die Industrie erheblich trafen. Soweit die Regierung nicht Ausbau hervorgerufen hat. Welches sind die Ursachen, welches die durch den Hochschutzzoll versperrte Grenze und teuere den Agrariern verpflichtet ist oder bureaukratisch- fiskalischer die Teilnehmer der Hochkonjunktur? Lebensmittel, die höhere Arbeiterlöhne nötig machen, als sie Schlendrian( Wagenmangel!) zu Störungen im WirtschaftsDie Jahre 1910 und 1911 varen bereits Zeiten einzelne ausländische Staaten gewähren, engen die Verfeine- betriebe führte, erwies sie sich natürlich unserer Hochstarter Betriebserweiterungen der großen Werke. Allgemein rungsindustrien stark ein. Die großen gemischten Betriebe, finanz und Schwerindustrie höchst gefällig. Der Beirüftete man sich in der Montan- und Elektrizitätsindustrie die die Gesamtproduktion, von der Rohstoffgewinnung bis zum tritt des preußischen Bergfistus zum Rheinisch- West Situation. fälischen Kohlensyndikat mit dem ausgesprochenen Zwed, gebiete völlig. Werde auch Deutschland weniger direkt be- herbst durch einen auffällig geringen Zinsfuß einige Tage auch die Außenseiter zum Anschluß zu zwingen, und troffen, so wirkt doch die Stockung im österreichischen Wirt- stand er unter dem der Bank von England den Kredit die Anregung von Vertretern fistalischer Zechen zur Preis- schaftsleben auf Deutschland zurück. In den ersten Monaten erleichterte, mußte ihre Diskontschraube schärfer anziehen. erhöhung von Hausbrandkohlen beleuchten- trok nach- wurde das nicht deutlich. Aber schon in den November- Am Jahresschluß 1912 steht bei sämtlichen Zentralträglicher Korrektur durch den Handelsminister grell diese ausweisen der großen Industrieverbände ist die Tendenz der notenbanken der Zinsfuß um 1 Prozent höher als Ende 1911. Zurückhaltung nachweisbar. Die Gefahr eines europäischen Neue Diskonterhöhungen werden erwartet. Diese Lähmung Gefährlicher für die Hochkonjunktur wurden die kriege- Krieges, zwischen Rußland und Desterreich, dem die deutsche des Kredit- und Zahlungsverkehrs birgt eine schwere Gefahr rischen Verwickelungen des verflossenen Jahres. Regierung und Bourgeoisie sich anzuschließen gewillt sind, für das Fortbestehen der Hochkonjunktur in sich. Das ganze Jahr stand unter dem Zeichen des Mars. In war dafür bestimmender als der Balfantrieg selbst. Die Diese Hemmungen bestehen zum Jahreswechsel unverändert den Wintermonaten wirkte noch die französisch deutsche schlimmsten Wirkungen hatte die Kriegsfurcht für den Geld- fort. Die Arbeiterklasse hat am meisten von ihnen zu Spannung nach und führte zu zu Verschiebungen auf markt. Von geringerer Bedeutung sind dabei die Kurs- fürchten. Jede Betriebseinschränkung. trifft sie am härtesten. dem Geldmarkte. Dazu lähmte der italienisch- türkische stürze, die nur die Expropriation von Privatspekulanten Da auch die Lebensmittelteuerung nicht nachläßt, sind die Krieg in etwas die Unternehmungsluft. Die inneren Um- durch die Großbanken erleichterten. Der Kapitalmarkt geriet Aussichten für die Arbeiterklasse keine günstigen. wälzungen in China boten dem gegenüber eine gewisse erst in eine starke Versteifung, als die kleinen Sparer und so größer sind die Aufgaben der Arbeiterklasse, diese wirtAnregung. Zu einer ernsten Gefahr, die noch heute nicht Rentner und wohl auch in stärferem Maße, als es die bürger- fchaftspolitischen und rein politischen Hemmnisse zu beseitigen, beseitigt ist, wurde aber die Liquidation der europäischen liche Presse zugeben will, Finanzleute und größere Handels- den Kampf gegen den Agrarhochschuzzoll unvermindert fortTürkei, die auch den Zerfall der asiatischen zur Folge haben firmen Bargeld aufspeicherten und damit dem Verkehr ent- zuführen und den Friedenswillen in den eigenen Reihen zu muß. Der Balkankrieg lähmte den Handel mit dem Balkan- zogen. Die Deutsche Reichsbank, die im Sommer und Früh- stärken. S Neue Freie Volksbühne. Mittwoch, den 1 Januar, nachm. 2% Uhr: Deutsches Theater: Benthefilea. Stammerspielhaus: Erdgeist, Nachm. 3 Uhr: Neues Bolts- Theater: Lore, Die Spieler. Der Kammerfänger. Komödienhaus: Der rote Leutnant. Schiller- Theater O.: Hedda Gabler. Schiller- Theater Charl: Die Jüdin von Toledo. Theater in der Königgräger Straße: Hundstage. Metropol- Theater: Tata Zoto. Neues Theater: Der fidele Bauer. Steines Theater: Und das Licht scheint in der Finsternis. Trianon Theater: Der selige Zoupinel. Abends 8 Uhr: # Theater und Vergnügungen Arbeiter- Bildungsschule. Kurfürsten- Oper. Der Kuhreigen. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Theater am Nollendorfplak. Die schöne Helena. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Deutsches Opernhaus. Oberon. Donnerstag: Bar und Zimmermann. Deutsches Schauspielhaus. gutsigende Frad. Der Sonntag, den 5. Januar 1913, abends 7 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58-59: Vortrag des Herrn Dr. med. S. Drucker über: Donnerstag: Dieselbe Borstellung. 6/1 Montis Operetten. Der Frauenfresser. Die Schwindsucht der Arbeiter. ( Mit Lichtbildern.) Eintritt 30 Pf. Garderobe frei. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Nachdem: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Kleines. Professor Bernhardi. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Residenz. Die Frau Präsidentin. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Buppchen. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Schiller O. Schmetterlingsschlacht. Donnerstag: Jm weißen Rökl. Neues Bolts- Theater: Die Doppel- Schiller: Charlottenburg. Heimgängerkomödie. Abends 8 Uhr: Neues Bolts- Theater: Donnerstag: Die Doppelgängerfomödie. Freitag: Mutter Landstraße. abend: Helden. Sonn ( Siche Wochen- Spielplan.) Freie Volksbühne. Mittwoch, den 1. Januar. nachm. 3 Uhr: Deutsches Schauspielhaus. 4. Abteilung ( Gruppe 14-18): Elettra. Lessing Theater. 3. Abteilung ( Gruppe 9-13): Glaube und Heimat g'funden. Donnerstag: Der Wolfenkrazer. Friedr. Wilh. Schauspielhaus. Der Baungast. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. ( Anfang 8 Uhr.) Luisen. Berlin- Hamburg- New York. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Neues Volksteater. Die Doppel gängerfomödie, ( Anfang 8 Uhr.) Metropol. Chauffeur 8: Dieselbe Vorstellung.| Metropol. ins Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Komödienhaus. Die Generalsede. Herrnfeld Theater. 8. Abteilung Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. ( Gruppe 34-36): Eine glüd- Groß- Berlin. Das Fürstenkind, liche Ehe.( Premiere.) Freitag, den 3. Januar, abends 8 Uhr: Deutsches Schauspielhaus. Abend. abteilung( Gruppe 16 III) Gläu biger und Mit dem Feuer [ pfelen. Mittwoch, 1. Januar 1913. Anfang 3 Uhr. Berliner. Große Rosinen. Deutsches Opernhans. Figaros Hochzeit. Kurfürstenoper. Der Freischük. Montis Operetten. Bauer. Der fidele Kleines. Und das Licht scheinet in der Finsternis. Residenz. Francillon. Komödienhaus. Der rote Leutnant. Lustspielhaus. Mein alter Herr. Trianon. Der felige Toupinel. Thalia. Polnische Wirtschaft. Schiller O. Hedda Gabler. Schiller Charlottenburg. I Jüdin von Toledo. Die Friedr. Wilh. Schauspielhaus. Die keusche Susanne. Lutsen. Raffles. Rose. Gewonnene Herzen. Neues Volkstheater. Lore.- Die Spieler. Der Kammerfänger. Metropol. Tata- Toto. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Anfang 3, Uhr. Zirkus Busch. Gala- Borstellung. Zirkus Schumann. Gala- Bor stellung. Anfang 4 Uhr. Urania. Aufs Matterhorn. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. -PY Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Trianon. Die Erste Die Beste. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Herrnfeld. Die Alpenbrüder. Wüstenmoral. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Casino. Am grünen Strand der Spree. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Spezialitäten. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Apollo. Spezialitäten. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Anfang 8% Uhr. Rose. Die Sünden der oberen Behntausend. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Luftspielhaus. Graf Pepi. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Walhalla. Goldener Leichtsinn. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Folies Caprice. In Sachen Kazenstein. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 10 Uhr. Admiralspalast. Eisballett: Flirt in St. Moriz. Donnerstag: Diefelbe Borstellung. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Balner Schiller- Theater 0. Theater. Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: Hedda Gabler. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Donnerstag, abends 8 Uhr: Im weißen Rößl. Freitag, abends 8 Uhr: König Lear. Casino. Unter dem Weihnachts Schiller- Theater Charlottenbaum. Anfang 7 Uhr. Zirkus Busch. Gala- Borstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Zirkus Albert Schumann. Gala Borstellung. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Reichshallen. Bei Batern. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. ( Anfang 8 Uhr.) Kgl. Opernhaus. Iphigenia in Aulis.( Anfang 8 Uhr.) Donnerstag: Königskinder. burg. Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Mittwoch, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wolkenkratzer. Freitag, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. inielhaus. Der große Heute und Sonntag, 5. Januar, Kgl. Donnerstag: Der Austauschleut nant. Deutsches. Der blaue Bogel. Donnerstag: König Heinrich IV. 2. Teil. Anfang 8 Uhr. Urania. Baris und die Stönigs. schlösser von Bersailles. Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Neues Operntheater( Kroll). Ballett. Clou" Mauerstraße 82. 66:: Berliner:: Konzerthaus Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel- Konzert und Gastspiel Musike. Kaiser- Franz- Regiments, Leiter: Oberm. Becker. Musikc. 1. Garde- Dragoner- Regts., Leiter: Oberm. Baarz und Erstes Auftreten der Zillertaler und Tegernseer Sänger, Schuhplattler und Jodler! Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. Passepartouts und Vorzugskarten haben keine Gültigkeit. Brauerei Friedrichshain Am Königstor Heute Neujahr Größte Sehenswürdigkeit Berlins! Schönste Alpenfestdekoration Auf der Alm Der rühmlichst bekannte Festwirt, Seine Korpulenz Seppl Weinzierl aus München 3 hayerische Kapellen. 100 Mitwirkende. Riesen- Gaudi Humoristische Aufführungen Alpenleben Schlager auf Schlager. Anfang 5 Uhr. Entree 50 Pf. Berliner Kindl- Brauerei- Ausschank Hermannstr. 214/18 Neukölln Fernspr.: Neukölln 79. Den verehrl. Vereinen, Gewerkschaften, Korporationen usw. stehen Säle zur Abhaltung von Versammlungen, Konzerten, Festlichkeiten usw. zur Verfügung. 4 Verbands- Kegelbahnen stehen zur Benutzung. Donnerstag Künstler- Konzert bei freiem u. Sonntag: Um geneigten Zuspruch bittet Entree. Hochachtungsvoll Robert Bergner, Oekonom. N. Chausseestr. 110 Germania- Prachtsäle Carl Richter Nenjahr 1913; Große Extra- Soiree m der Paul Mantheys lustigen Sänger. Auserwähltes Programm. Anfang 6, Uhr. Anfang 6%, Uhr. Anschließend: Familienkränzchen. Im weiten Sale Gr. Neujahrs- Ball bei stark besetztem von 5 Uhr ab: Montis Operetten- Theater ( fr. Neues Theater). Amt Norden 1141. 8 Uhr: Der Frauenfresser. Heute nchm. 3Uhr: D. fidele Bauer. Theater am Nollendorfplatz 5. 8 Abends 8 Uhr. 8 Die schöne Helena. Donnerstag: Die schöne Helena. Residenz- Theater. uhr Die Frau Präsidentin. Schwanti. 8 ft. b. Hennequin u. Beber. ( Madame la Présidente). Morg. u. folg. 2.: Die Frau Präsidentin. Am 1. Januar, nachm. 3 Uhr: Francillon. DOSE= THEATED Große Frankfurter Str. 132. Nachmittag 3 Uhr: Gewonnene Herzen. Abends 8 Uhr: Die Sünden der oberen Zehntausend. Urania Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Um 4 Uhr: Aufs Matterhorn! Abends 8 Uhr: Paris und die Königsschlösser von Versailles. Morg 4 Uhr: Aufs Matterhorn! Abds. 8 Uhr: Paris und die Königsschlösser von Versailles. ZOO LOCISCHER GARTEN Heute am Neujahrstage: Eintritt 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Ab nachm. 4 Uhr: Großes Militär- Konzert. Tägl. nachm. 4 Uhr: Militär- Konzert. Morgen: Joh. Strauß. Morgen u. folg. Tage: Die Sünden Volks- Theater der oberen Zehntausend. Neukölln, Hermannitr. 20. Mittwoch, den 1. Januar: Folies Caprice. Das Gesicht am Fenster. Die Novitäten: Detettiotomödie in 8 Bildern von F. Brooke- Warren. Deutsch von S. V. Luk. Anfang 7%, Uhr. In Sachen Katzenstein. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. Casino- Theater Theater Königstadt- Casino. Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr: Am Neujahrstage nachm. 4 Uhr: Unter dem Weihnachtsbaum. Ede Holzmarkt u. Alexanderstraße. 1 Minute v. Bahnh. Jannowißbrüde Zagl. abbs. 1,8, Sonnt 16 Uhr: Einer Mutter Sohn. Volksstück in 1 Aft und bas groß. Spezialitätenprogramm Jed. 1. u. 16.: Programmwechsel. Admiralspalast Heute 2 Vorstellungen 2 nachm. und abends das neue mit durchlagendem Flirt in St. Moritz. Erfolg aufgeführte Eisballett 2. Akt: Soiree 1. Akt: Wintersport in St. Moritz. im Luxushotel. 3. Akt: Japanisches Fest. Die prunkvolle Ausstattung ist eine Sehenswürdigkeit! In den Hauptrollen: Ellen Dallerup, Max Feist, Charlotte, Alfred Jainezik, Herm. Cölpin. Orchester unt. Leitung d. Kompon. Julius Einödshofer. Beginn d. Nachmittags- Vorstell.( zu halben Preisen) um 4%, Uhr. Schluß 7 Uhr. Beginn der Abend- Vorstellung um 9 Uhr. Einlaß ab 7, Uhr. Ab 10% Uhr halbe Preise. Erstklassige Küche. Wein- und Bier- Abteilung. Concordia- Festsäle Andreasstr. 64 Inh. M. Wendt u. A. Schütze Andreasstr. 64 Am 1. Januar 1913( Neujahr): Riesen- Weihnachtsbäume Gr. Militär- Konzert Hoffmanns beliebte Sänger sowie Groß. Ball. Riesen- Weihnachtsbäume Anfang des Konzerts: 6 Uhr. Anfang der Vorstellung: 7 Uhr. Neue Welt Orchester. Arnold Scholz Anfang 8 Uhr. Morgen Donnerstag, L. großes Bockbier- Konzert. Januar: Große Roinen. Excelsior- Lichtspielhaus mit Gesang und Tanz, zu kleinen Preisen. Theater in der Königgrätzer Straße 8 uhr: Die fünf Frankfurter. Deutsches Schauspielhaus 8 Uhr: Der gutfitende Frad. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung Luisen- Theater. Kammerspiele. Mein Freund Teddy. Donnerstag: Maria Magdalene. Leffing. Gabriel Schillings Flucht. Donnerstag: Die Ratten. Berliner. Filmzauber. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Königgräger Straße. Die fünf Frankfurter. Donnerstag: Herodes und Ma riamne.( Anfang 7% Uhr.) Heute nachm. 3 Uhr: Raffles. BerlinHeute abend 8 Uhr: Hamburg New York. Gr. rom. Tomisch. Ausstattungsstüd von Ernst Ritterfeldt. Musik von Georg Runsky. Donnerstagabend 8 Uhr: BerlinHamburg- New York. Freitag, abends 8 Uhr: BerlinHamburg- New York, Neukölln Bergstr. 151-152 Richardstr. 12-13 Passage Prolongiert bis 2. Januar einschl. Die rote Jule Sensations- Sittendrama in 3 Akten. Hasenheide 108/114 Vom 5. Januar an täglich: Bockbierfest in den bayerischen Alpen Wunderbare Alpendekoration Fünf Kapellen 30 bayerische Madl'n Wochentags: Anfang 7 Uhr. Sonntags: Anfang 4 Uhr. Zirkus Albert Schumann. Heute, Mittwoch, 1. Jan.( Neujahr), 2 gr. Fest- Vorstellungen 2 Nachm. 32 u. abends 7, Uhr. In beid. Vorstellung. ohne Kürzung Der unsichtbare Mensch. 4 Bilder aus Indien. Neu: Sensationspièce! Neu! Löwe auf Elefant! Der einzige Löwe, welcher mit einem Elefant zusammenarbeitet, da bekanntlich diese Tiere sonst in tödlicher Feindschaft leben, u. noch keinem Dompteur gelungen ist, diese beid. Tiere in einem Dressurakt zusammen zu bringen. Miß Belloni mit ihren dressierten Papageien. The 5 Lloyds, Wild- West- Akt. Eine Kegelpartie zu Pferde, Erfunden v. Dir. A. Schumann. Nachmittags hat jeder Erwachsene 1 Kind frei auf allen Sitzplätzen. Zirkus Busch. Heute, Mittwoch, 1. Jan.( Neujahr): 2 gr. Gala- Festvorstellungen 2 Uhr. Nachm. 3, u. abends 7 Nachm. hat jeder Erwachsene das Recht, ein angehör. Kind unt. 10 Jahren auf all. Plätzen frei einzuführen, Jedes weitere Kind zahlt auf den Sitzplätzen die Hälfte. In beiden Vorstellungen: Die neuen Januar- Spezialitäten. Toulouse, Balance- Akt. Geschw. Carre, Reitkünstlerinnen. The 3 Stewarts Der Affe im Aeroplan. sow. das ges. große Gala- Progr. Nachmittags 3, Uhr: Die Pantomimen- Burleske ,, Unter Gorillas" in 4 Bildern. Abends 72 Uhr: Die große Prunk- Pantomime ,, Sevilla" in 6 glänzenden Akten. Metropol- Theater Herrnfeld Theater Nachm. 3 Uhr: Tata Toto! Ein Lachprogramm, wie es Abends 8 Uhr. Rauchen gestattet. Zum 100. Male: Chauffeur- ins Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern. Otto Reutter a. G. mit gänzlich neuem Repertoire! keine zweite Bühne der Welt aufzuweisen hat Wüstenmoral Opollo Die Alpenbrüder a Theater Abends ab 8 Uhr! 10 vollst. neue Debuts. 8 Uhr: Unter persönlicher Leitung des Komponisten ..Brüderlein fein". 99 Alt- Wiener Singspiel von Jul. Wilhelm. Musik v. Leo Fall. Mizzi Hauptdarsteller: Parla a. G. vom Raimundtheater Wien. Jda Ruszka a. G. v. k. k. priv. Theater a. d. Wien. Erich DeutschHaupt a. G. vom JohannStrauß- Theater in Wien. WINGSARTEN 65 mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anf. 8 Uhr. Vorbert. 11-2( Theatert.) Passage- Panoptikum Bis inkl. 1. Januar: Volkstage! Jedermann 1 Kind frei. Jedes Kind erhält ein Geschenk! Alles ohne Extra- Entree! 50 WILDE MÄNNER WEIBER KINDER vom Stamme der Igorroten. Leben u. Treiben in den eigens aufgebauten IGORROTEN- Dorfe. Nißles Fest- Säle Sahary- Djeli Dennewitzstraße 13. La, Mystérieuse". Gastspiel Max Linder der weltberühmte Film- Schauspieler in seinem Sketch: Aus Liebe zum Hühneraugenoperateur Max, der Liebhaber: Max Linder sowie die sensationellen Dezember- Attraktionen. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. „ Bei Vater'n". Anfang 7% Uhr. Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Die Erste- Die Beste! Sonntagnachm. 3 Uhr: Der jelige Toupinel. 0000000906069 Vollständig renoviert Heute 1. Neujahrstag: Tanzkränzchen. 18635 C. Niẞle. Voigt- Theater. Gesundbrunnen, Badftr. 58. Mittwoch, den 1. Januar 1913, nachm. 3 Uhr: Krone und Fessel. abends 7 Uhr: Der Müller und sein Kind. Volksdrama in fünf Aufzügen bon E. Raupach. Kaffeneröffnung 10 Uhr. Unf. 3 u. 7 Uhr. Donnerstag, den 2. Januar 1913, Ersatz für die Mittwoch Abonnenten: Himmel auf Erden. Komödie in 3 Akten von Jul. Horst. Kaffeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8 Uhr. Voigt- Theater. Donnerstag, den 2. Januar 1913: Gastspiel in Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 148. Am Versöhnungsfest. Schauspiel in 5 Aften von H. Sylvester. Kaffeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8 Uhr. Blüthner- Saal. Konzert d. Blüthner- Orchest. Dirigent: Br. Weyersberg. Solist.: v. Eweyk, Möbus, Schuetz. Anfang 7, Uhr. Entree 75 Pf. Wirtshaus in den Stadtbahnbögen ( Bahnh. Börse) Spandauer Brücke( Bahnh. Börse) Frühstück-, Mittag- u. Abendtisch Preisen. Ausschank erstklassiger Biere. zu zivilen Traiteur Walter Seyring, früher Reichshallen, jetzt noch Unser vorzügliches Konzerthaus zum Hofjäger". Vollständig renoviert Bock- Bier gelangt ab 4. Januar 1913 in Gebinden u. Flaschen zum Ausstoß. Gabriel& Richter Lagerbier- Brauerei, Berlin- Weißensee. Unserem langjährigen Genossen Julius Schmoll nebst Frau die herzlichsten Glückwünsche zur Silber= hochzeit am 1. Januar 1913 Die Genossen vom Bez. 698. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Den Parteigenossen zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Gastwirt Franz Jaehnke Weisestraße 8( 21. Bezirk) verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Sozialdemokratischer Wahlverein Zentralverband der Hausangestellten Niederbarnim. Bezirk Pankow. Am Montagnachmittag 1/2 Uhr verstarb nach langen, schweren Leiden unser Genosse der Staater Karl Schewe an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. Januar 1913, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des neuen Pankower Kirchhofes, Schönholzer Heide, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Seranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Teilnehmern meinen herzlichsten Dant. Wwe. Anna Graß. 63A " Mittwoch, den 1. Januar, in Steglik Albrechtshof", Albrechtr. 1a: 48/1 Vortrag von Frau Selinger: Unsere Neujahrswünsche. Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Saalöffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher etc. Bureau: Melchiorftr. 28, part. Filiale Berlin. ripr.: Amt Norden, 6708. Fernspr.: Amt Morigplak, 4787. Arbeitsnachweis: Rüderstr. 9. Dienstag, den 7. Januar, abends 8½ Uhr: Sektionsversammlung d. Lackierer im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Jahresbericht und die fernere Gestaltung der Sektion. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Jakobt- Stirchhofes, Hermannstraße, Dr. Simmel Wir erwarten, daß die Mitglieder vollzählig erscheinen. aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 236/1 Der Roritand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Neukölln. Am 28. Dezember verstarb unser Mitglied, der Kollege Franz Jaehnke Weisestr. 8. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 72/1 Die Ortsverwaltung. Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschl. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Adolf Knauer am 26. Dezember verstorben ift. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Januar cr., nachmittags 3 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes in Friedrichs. felde aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Kranzspenden und die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Richard Hehde sage ich allen Verwandten und Befannten, feinen Kollegen der Firma H. F. Edert sowie dem Deutschen Metallarbeiterverband meinen herzlichsten Dank. 389 Wwe. Anna Hehbe, Kochhannstr. 26. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz 10-2.5-7. Sonntags 10-12. 2-4 + Les Den Kollegen zur Kenntnis, daß für diese Versammlung die am 2. Januar ausfällt. 136/1 Die Sektionsleitung. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Westmanns Trauermagazin Branchen- Versammlungen. 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Ein Führer durch das Recht der Staats- und Reichsangehörigkeit. Von H. Beims. Preis 25 Pf. 247/19 Grundbegriffe der Politit, von Straftammer des Königlichen Land gerichts in Effen am 13. April 1912 für Recht erkannt: Der Angeklagte wird wegen öffentlicher Beleidigung der Beamten der Berliner Schut mannschaft zu einer Geldstrafe von 500 fünfhundert Mart, im Nichtbeitreibungsfalle für je 5- fünf Mart zu einem Tage Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Alle Exemplare des Artikels, über. schrieben Freiheit für die Berliner Friedrich Stampfer. Gebunden 3 M. Mörder" in der ersten Beilage der Buchhandlung Vorwärts, straße 69( Laden). LindenWESTMANN Monren trage 37 a Gr.Frankfurterstr. 115. Abteilung I: Plüsch- 6 früher b.M.98 Mark früher Abteilung II: früher bis M. 29 Mark 39 Ulster 8 Mäntel 75 Ulster 22 b.M.229 Mark früher bis M. 74 Mark Neujahr geöffnet 12 bis 2 Inventur! Nar ganz kurze Zeit! Abteilung III: fr.bis Nur ganz kurze Zeit! Abteilung IV: Kostüme 15 Sommer 18 M 54 Mark fr.bis M. 68 Mark fr. bis M.140 Kostüme 28 Konfekt 32 fr. bis M.129 Mark Röcke, Blusen, Pelzkonfekt. z. T.b.z. Viertel ermässigt Nunbera Total- Ausverkauf wegen aufgabe des Detail- Geschäftes! Nr. 60 der in Essen erscheinenden Arbeiterzeitung vom 11. März 1912 sowie die zu seiner Herstellung bes stimmten Platten und Formen sind unbrauchbar zu machen. Der Poli zeipräsident zu Berlin als Vorge fetter der Berliner Schuzmannschaft ist befugt, den entscheidenden Teil des Urteils binnen vier Wochen nach Zustellung einer mit der Rechtskraftbescheinigung versehenen Urteilsaus. fertigung auf Kosten des Angeklagten in der Essener Arbeiterzeitung" und in dem Berliner Borwärts" je einmal belannt zu machen. Das Urteil ist rechtskräftig und vollstreckbar geworden. Essen, den 30. Dezember 1912. Der Erste Staatsanwalt." Abendkurse Berlin: Neanderstraße 3 und Rathenower Str. 3. " Technikum, Bauschule. Kgl. Regier.- Baumeister a. D. 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Eine Kundgebung der griechischen Sozialisten. Aus Athen ging uns von der sozialistischen Partei Griechenlands ein Schreiben zu, das in Uebersetzung lautet: in Europa uns ausgesprochen wurden, versichern wir, daß in Griechen land glücklicherweise ein kleiner Kern einer Arbeiterbewegung vorhanden ist, der sich zusammensetzt aus den wenigen aufgeklärten Arbeitern und der als Programm das nternationale Sozialistische Programm anerkennt; er fann seine Aufgabe nur erfüllen, wenn er sich im Denken und Handeln eins fühlt mit dem internationalen Unser Protest gegen das Verbrechen, das die griechische Re- Proletariat. gierung im Bunde mit den Klerifalen gegen unseren Genossen Der Sekretär. C. Zachos in Volos begehen wollte, hat zum Glück den Erfolg C. Tsaoussoglou. gehabt, daß unser Freund vorläufig das Gefängnis verlassen fonnte, ohne indessen der Anklage enthoben zu sein. Die Re Eine sozialdemokratische Gemeindevertreter- Konferenz gierung hatte befohlen, daß unser Freund durch das Kriegs- für den Agitationsbezirk Breslau fand am Sonntag in Breslau gericht von Kozani( Mazedonien) abgeurteilt werden sollte, und statt. Anwesend waren 56 Gemeindevertreter und Stadtverordnete aus niemand zweifelte daran, daß man ihn zum Tode verurteilen 25 Dörfern und 6 Städten. Außerdem nahmen einige bürgerlichen würde, wobei er durch seine Brüder erschossen worden wäre, die mal wurde über die Armen- und Waisenpflege in den Stadtverordneten und Gemeindevertreter als Gäste daran teil. Diesjetzt zu Tausenden als Opfer der Bourgeoisie zur Schlachtbank ge- Gemeinden und die Rentenquetscherei in Schlesien führt werden. Jetzt soll Zachos in Athen abgeurteilt werden und durch Gen. Neukirch Breslau ein belehrender Vortrag ge wir sind überzeugt, daß er freigesprochen wird. Nichtsdestoweniger halten. In der dem Vortrage folgenden Aussprache kam mit ent find wir bereit, alles Notwendige zu tun, falls etwas unvorher feglicher Deutlichkeit zutage, ivie sehr gerade die Armengesehenes eintreten sollte. In diesem Falle müßten auch Sie uns und Waifenpflege auf dem Lande daniederliegt und wie kräftig die selbstverständlich zu Hilfe kommen. fozialdemokratischen Gemeindevertreter einzugreifen haben, wenn es gilt, die Armen- und Waifenpflege so zu gestalten, daß diese fein Hohn mehr auf die so gepriesene Wildtätigkeit sein soll. weiterer Vortrag behandelte die nächsten Gemeindevertreter wahlen. Auch hier wurden zahlreiche Anregungen für die Gestaltung der Agitation gegeben. Die nächste Konferenz, die im Frühjahr nächsten Jahres stattfindet, soll sich mit dem Thema egebau und Entwässerung" beschäftigen. Die fleine Gruppe aufgeklärter Arbeiter in dieser Stadt, die auch für ihre Freunde in Bolos und Larissa sowie für alle wahr haft aufgeklärten Arbeiter Griechenlands spricht, dankt Ihnen, daß Sie ihr in der notwendigen Aktion zur Befreiung ihres Genossen Unterstügung gebracht haben. Wir benutzen diese Gelegenheit, um gegen die Fälschung zu protestieren, die die Ausbeuter und ihre Zeitungen sowie die Mitglieder der Arbeiterpartei von Athen"( Ergathicon Kentron wurde, gegen uns " = Ein Mittwody, 1. Januar 1913. Westmeyer läßt mich im entscheidenden Teile des Telephon gesprächs sagen: " Sie( die Angestellten des Deutschen Metallarbeiterverbandes) stellten sich am Wahltag deshalb nicht ar Verfügung, weil anläßlich der Urwahl der Kandidaten Quertreibereien stattgefunden hätten, so daß die bisherigen Abgeordneten nicht wiedergewählt worden seien." Die Schlußworte dieses Saßes habe ich überhaupt nicht gea sprochen. Nach meinen Aufzeichnungen habe ich zu diesem Buntt folgendes erklärt: Als Grund wird angegeben die von der Urwahl zur Kandidatenaufstellung in Stuttgart begangenen Quertreibereien gegen die seitherigen Abgeordneten." Es ist mir mit feiner Silbe eingefallen, die Nichtaufstellung der seitherigen Abgeordneten als Grund der Nichtbeteiligung eines Teiles der Angestellten des Deutschen Metallarbeiterberbandes anzugeben und zu vertreten. Wäre die Kandidatenaufstellung ordnungsmäßig ohne jede Beeinflussung erfolgt und würde nicht schon jahrelang eine systematische Heße gegen die Angestellten des Metallarbeiterverbandes ins Werk gesetzt, so würde sich auch keiner der Parteiarbeit in Stuttgart entzogen haben. Wenn man aber fortgesetzt weite Kreise der Partei durch ein einseitiges und gehässiges Parteiregi ment vor den Kopf stößt, so kann man schließlich auch nicht verlangen, daß sich dieselben mit Lust und Liebe an der Barteiarbeit beteiligen. Die Stuttgarter Parteileitung hat sich nicht nur jede Achtung in der Oeffentlichkeit verscherzt, sondern Das innere Parteileben geradezu vergiftet." begangen haben. Diese„ Gelben" effårten bekanntlich in einer Zu den württembergischen Parteiwirren. Der Bartelarbeit zurüdgehen dürften, er det attelen. Richtig In der Zuschrift der Genossen Massats, Steinmeyer und Martersteig heißt es Puntt 1: späteren Stelle. Hier möchten wir nur bemerken, daß wir die finn= Zur Frage der Quertreiberei äußern wir uns an einer gemäße Wiedergabe des Reichelschen Telephonats durch Weſtmeher feineswegs unforrett finder Ben Standpunkt Reichels jedoch, daß sich die Genossen deshalb, fe es auch nur zeitweilig, von weil ihnen Parteivorkomm niffe nicht passen, wir in keiner Weise zu Tagesordnung: der Krieg sei ein Wert der Zivilisation; fie ist, daß sich in Stuttgart und Württemberg die Genossen, die in hatten auch die Kühnheit zu behaupten, daß sie im Namen teibigung" veröffentlichte Erklärung des Genossen West- heftiger Weise betämpft haben. Doch will uns scheinen, daß Ge Gegen die unter dem Titel. Eine verunglüdte Ber- Parteifragen verschiedene Auffassungen vertreten, in bedauerlich aller Arbeiterorganisationen Griechenlands sprächen. 28ir pro- meyer richten sich drei zuschriften, die uns von dem Genossen nose Reichel um so weniger Ursache hat, sich über eine„ Heße" zu testieren daher bon neuem gegen das Vorgehen diefer Reichel- Stuttgart, den Genossen Massatsch, Steinbellagen, da er selbst ja der jetzigen Stuttgarter Parteileitung sogenannten Zivilisierten. Als Sozialisten fönnen wir in meyer und Martersteig( im Auftrag der Angestellten des je de Achtung abspricht, einer Leitung, hinter der zurzeit Uebereinstimmung, mit dem internationalen Proletariat in dem gegen Hauptbureaus des Metallarbeiterverbandes in Stuttgart) und end- doch zweifellos die Mehrheit der tätigen Stuttgarter Genossen steht. wärtigen Kriege, wie in jedem anderen, nur ein erbarmungsloses lich von dem Genossen Brückner Vaihingen zugegangen sind. Schlachten erblicken, das den Interessen unserer Klasse widerspricht Wir haben der bisherigen Polemit Raum gegeben, weil wir der und das jede Zivilisation vernichtet, eine Zivilisation als deren Auffassung sind, daß das Zentralorgan an Barteischäden, die sich Träger sich die Balkanstaaten in pharifäischer Weise bezeichnen. In- infolge des Aufeinanderprallens verschiedener Strömungen in der dem wir ihnen die Maske, die sie vorgebunden hatten, um die Note- herausgebildet haben, nicht achtlos vorübergehen kann, ohne Partei Württembergs leider nicht ohne eine häßliche persönliche Schrecken ihres Verbrechens zu verbergen, vom Gesicht reißen, seine Pflicht, die Genossen über wichtige Vorgänge des inneren richten wir unseren Kampf gegen die verantwortlichen Leiter, getreu Parteilebens nach Möglichkeit zu informieren, in gröblicher Weise der großen Internationale, die nur eine Striegsnotwendigkeit zu verlegen. Da aber andererseits die Information über solche kennt, nämlich den Krieg der Ausgebeuteten gegen die Ausbeuter. Borgänge gewisse Grenzen nicht überschreiten darf und eine AusWir protestieren vor allem gegen die Fortseßung des einandersetzung der zunächst Beteiligten sich nicht ins Uferlose Krieges durch die griechische Bourgeoisie, die immer neue Opfer auswachsen tann, sehen wir uns diesmal genötigt, die Zuſchriften berlangt und überall neue Ratastrophen und Nuinen entstehen läßt, nur zum Teil in wörtlicher Wiedergabe abzudrucken und uns indem sie die Dörfer und Städte des Epirus und Mazedoniens ver- wesentlichen und zur Sache gehörigen Punkte zu beschränken. Um im übrigen auf die Inhaltsangabe der unseres Erachtens wüstet. volle Loyalität zu wahren, haben wir den Genossen Westmeher ersucht, seinerseits auf eine noch malige Antwort zu vera ich ten und sich mit den Bemerkungen zu begnügen, die wir selbst für notwendig und ausreichend erachten. Und da wir nur einen Finger breit von einem europäischen Kriege entfernt sind, dessen Schrecken wir uns nicht auszumalen wagen, da wir vor Augen gehabt haben, was sich in den gegen wärtigen Kämpfen abgespielt hat und noch abspielt, so protestieren wir gegen diesen neuen Massenmord, den unsere Ausbeuter um ihrer Interessen willen vorbereiten. Da wir indes alle unsere Hoffnung allein auf die Stärke der organisierten Arbeiterklasse sezen, so wünschen wir uns für die Zukunft einen dauernden Frieden, der uns gestattet, unser Ziel schneller zu erreichent. In Beantwortung endlich der Wünsche, die von unseren Freunden Kleines feuilleton. Der Wachende. Menfch, der du gehft im abendlichen Dämmer Mit einer tagemüden Seele hin, Du achteft nicht des Schlages meiner Hämmer, Der ich noch tief im harten Werke bin. Du fchmiegt dich in das flaumenfpiel der Betten Wie einer Mutter wohlbehütet Kind, Indes ich feile an dem Stahl der Ketten, Die von der ftarken Zeit gefchmiedet find. Du fchlummerft ein, um deinen Körper faltet Sich feidenweich das dunkle Tuch der Nacht, Es kommt der Traum, und was er dir geftaltet, Dich einem Gott der fabel ähnlich macht. Ich aber wache, feile, hämm're, fchmiede Es klirrt der Dammer und es ächzt der Stein Und finge mir mit diefem hellen Liede Den nahen Morgen meiner Menfchheit ein. Alfons Petold. ,, Um den Kern der Sache, daß fast sämtliche Angestellte im Hauptbureau des Deutschen Metallarbeiterverbandes bei der Landtagswahl sich jeder Parteiarbeit enthalten hätten, drückt sich der Berichterstatter Fr. Westmeher herum, indem er jetzt in das Zitat aus seiner Einsendung in Nr. 294 des Vorwärts" folgende Worte nachträglich einschaltete:( bei der wenige Tage zuvor stattgefundenen Landtagswahl in Stuttgart)". Auf die Tatsache, daß 15 der Angestellten im ganzen Lande wirklich fleißig gearbeitet haben, geht Weſtmeyer mit keinem Worte ein, trotzdem dies auch von Anhängern Westmeyers in der letzten Zeit unumwunden anerkannt werden mußte." Hier wird dem Genossen Westmeher zu Unrecht nachgesagt, daß er zuerst viel weitergehende Vorwürfe gegen die Angestellten des Hauptbureaus des Metallarbeiterverbandes in Stuttgart erhoben habe. Seine Einschaltung in der Erklärung vom 25. Dezember In dem von dem Genossen Reichel ausgehenden Briefe war vielmehr bereits der Sache nach genau in dem gleichen heißt es: Sinne in seiner ersten Notiz vom 17. Dezember enthalten, In einer Eine verunglückte Verteidigung" überschriebenen wo den von Westmeyer am 25. Dezember nochmals zitierten Säßen Erklärung nimmt Westmeher- Stuttgart auch Bezug auf ein von unmittelbar der Sah voranging:" Die Landtagswahl in Stutts mir mit einem Beamten des Parteisekretariats des 1. württem- gart hat auch derartige Erscheinungen gezeitigt." Im sachlichen bergischen Wahlkreises geführten Telephongesprächs. Die Wieder- Busammenhang besagte dieser Satz absolut nichts an... gabe dieses Telephongesprächs, das auch ich mir vor der Abgabe deres, als was Westmeher am 25. Dezember Surch seine Ein schriftlich figiert habe, ist weder erschöpfend noch richtig. schaltung ausdrückte. an gezählt. Auch daß der Februar einst der letzte Monat war, ist heute noch zu erschließen; denn darum werden an seinem Ende die Schaltungen vorgenommen und hat er die Restzahl der Tage, die die normal langen 11 Monate zu 365 bezw. 366 ergänzt. Seltsame Neujahrswünsche. wahr'!" Wie Träume in der Neunealogie durchlauchtigster Personen, Die Publikation durch donn rende Canonen, Vermählung, Allianz, Kabalen, Audienz, Projecte, Blans, Devoir nebst ihrer Consequenz, Vom Aetna, vom Vesub, von Feur und Wasserfluthen, Erdbeben, Wetterschlag, Aushebung zu Retrouten. Von Männern, die der Tod zu früh dahin geraft, Von thee, von Pulvern, Salz und Tropfen, Die neueste Art und Weis Künsten, Industrie, von jeder Wissenschaft, Von Brust und KräuterDie Blattern einzupropfen, Maschinen, die ein Mensch zum Fliegen hat erdacht, Dergleichen lassen wir gewiß nicht aus der Acht."... Theater. ihr mit den klassischen" Sagas" schon in die Weltliteratur eingezogenes startes mythisches Empfinden. Er führt den Kampf, den die einst wohlhabende Witwe Halle und ihr Geliebter, der wegen Schafdiebstahls geächtete Knecht Kari mit den Naturgewalten führen müssen, bis sie, vom Hunger in ihrer verlassenen Berghütte gequält, in die weichen todbringenden Arme des wehenden Schneeturms sinten, mit ergreifender Schlichtheit und Wahrheit durch. Sigurjonsson hat hier mehr als ein isländisches Milieustüd, einen Kulturspiegel gegeben, er ist ein Heimatsdichter, der mit dem Seimatsgefühl Wahrheit verbindet. Er prägt seine Gestalten, ihr soll in seinem ferneren Schaffen auf der deutschen Bühne will Geschehen groß, linear, ohne literarischen Schreibtisch- Ballast. Gr tommen fein, jahrsnacht sich verwirklichen, jo soll auch allen in diesen feierlichen Stunden getanen Wünschen Gewährung von oben winken. So war es denn schon im Mittelalter Brauch, daß in der Nacht des Jahresanfangs Personen beiderlei Geschlechts, unter Verfleidungen und Masken verborgen, nachts in den Gassen umherTiefen, an den Türen anklopften und allerlei Wunschsprüche her. Münchener Theater. Das Residenztheater unter der fagten. Die ältesten solcher uns überlieferten Wünsche, die in der energischen literarischen Führung von Stilian und Regisseur underreichen Nacht ihre besondere magische Bedeutung hatten, Steinrüd darf das Verdienst beanspruchen, dem jungen islänlauten formelhaft und feierlich:" Klopf an, flopf an! Gin selig dischen Dichter Johann Sigurjonsson, der für die stärkste neues Jahr geh Dich an! Alles was Dein Herz begehrt, Das werb dramatische Begabung in seinem weltabgeschiedenen, von starrenDir zu diesem Jahr gewährt." Bald aber schließen sich komische ben Gletschern und zischenden Geysirs bebölterten Eiland gilt, die und groteste Hoffnungen an diese Sprüche, wie auch ausgelaffener erfolgreiche deutsche Uraufführung seines Schauspiels: BergMummenschanz die wichtige Stunde an der Wende zweier Jahre Gyrind und sein 23 eib bereitet zu haben. Der Dichter begleitet. Gin Nürnberger Neujahrswunsch des be- wuchs auf in der isländischen Bergwildnis, und er kennt aus tannten Verfassers vieler Fastnachtsspiele Hans Rosenblüt schließt bem Grunde diese elementaren Menschen, ihre Sitten, ihre Kultur, folgendermaßen: So wünsch ich Dich so lange gefund, Bis eine Linse wiegt hundert Pfund, Und bis ein Mühlstein in Lüften fleugt, und ein Floh ein Fuder Weines zeucht, und bis ein Strebs Baumwoll spinnt, Und man mit Schnee ein Feuer anzünd't; Sie mit ein gut's feligs neu's Jahr, Und hau hin, daß Dich Gott beAehnliche Sprüche haben sich noch heute unter dem Bolt erhalten. So berichtet Reichhardt von einem Neujahrssegen, der Warum beginnt unser Jahr am 1. Januar? Kleine Ursachen, Warum beginnt unser Jahr am 1. Januar? Kleine Ursachen, in den Niederrheingegenden üblich ist:" The follt so lange gesund große Folgen! Ein weltgeschichtlich herzlich bedeutungsloser Auf sein, Bis ein Mühlstein schwmmt übern Rhein, Ihr sollt so lange stand der Spanier gegen die römische Herrschaft im Jahre 154 vor sein, Bis ein Mühlstein schwimmt übern Rhein, Ihr sollt so lange Christus hat die immerhin wichtige Konsequenz nach sich gezogen, Simmel tut schweben, Ihr sollt sie in Glück und Ruhm verbringen, und Jahre in Freude und Friede verleben, Bis ein Böglein in den daß wir heute den 1. Januar als Neujahr betrachten. Der Zu Bis fich der Hahn auf dem Kirchturm in den Himmel tut sammenhang ist dabei der folgende: Unser Monatssystem beruht bekanntlich auf dem römischen, und das altrömische Jahr begann schwingen!" am 1. März und endigte am letzten Februar. Demzufolge traten der Gegend von Bergzabern aufgezeichnet sind:" I wünsch e glückNicht minder originell flingen die Pfälzer Sprüche, die aus auch die Konsuln, die Präsidenten der Republit, die stets auf nur felig's neu's Jahr, e Lebkuche wie e Scheuertor, e Brezel wie lebt. Die Moskauer Gerichtstammer hat sich nicht gescheuf, - Der Kampf gegen einen Toten, der noch ein Jahr gewählt wurden, ihr Amt Anfang März an. Freilich e Ziegeldach, und e Bratwurst bis uf Haggebach." Im bayerisch gegen das große Wert von Tolstoi über die vier Evangelien zeigte dieses Amtsjahr schon früh die Neigung, von dem bürger- böhmischen Waldgebirge gratuliert man sich zu Neujahr mit folgen ein Ausrottungsurteil zu fällen. Dieses Verdikt ist um so una lichen abzuweichen. Der endgültige Bruch zwischen den beiden dem Spruch: wünsch ent a gludselig's neu's Jahr,' s Christ glaublicher, als es sich um ein mehrbändiges Werk handelt, das Systemen erfolgte jedoch erst im Jahre 154. Im Dezember traf tind! liegt in" traustem Haar, An goideren( goldenen) Tisch, Auf sich zu irgend welcher Agitation absolut nicht eignet. Das Gericht nämlich in Rom die Nachricht von einem sehr ernsten Aufstand der an job'n Ed an' brat'nen Fisch. In der Mitt' a Glas Wei', Könnt's Spanier gegen die Fremdherrschaft ein, und man hielt die An- miteinander recht lusti sei, Aw goideren( goldenen) Wag'n, Sönnt's befand sich anfangs in Verlegenheit, als es den Gesezesparagraphen gelegenheit für fo wichtig, daß man sich entschloß, sofort die Konsuln miteinander in Simmi einifahr'n." Der märkische Bauer wünscht ausfindig machen sollte, auf Grund deſſen die Vernichtung des den Mädchen:„ Ich wünsche Jane Mad en Bündete Schnüre, De nicht die Präsidenten des zu Ende gehenden Jahres in Betracht. Teid so järne uppe Müre. Jd wünsche Jane Mad en Kahennäppfen, uge gefaßte Gesetz wegen Gotteslästerung wagte man doch nicht sondern die neu gewählten. Nach der Verfassung durften diese De hädd ören Brudmann imma an Herzen." der Paragraph freilich erst cm 1. März ihre Tätigkeit beginnen. Aber bei der wegen Aufftachelung zum Uebergang aus dem orthodoxen Glauben Größe der Gefahr für die spanische Kolonie änderte der Senat Ein Zeitungsprogramm von 1782. Die Zeitungen haben von zu einer Sette zu Hilfe genommen, obwohl die ganze Sinnlosigkeit diese Bestimmung ab und feste fest, daß von jetzt ab die Konsuln altersher besondere Neujahrswünsche ihren Lesern spendiert. Eber- dieser Begründung augenfällig ist. ihr Amt bereits am 1. Januar anzutreten hätten. Dabei ist es hard Buchner hat in seinem Wert Das Neueste von gestern" aus - Das Recht auf Pseudonymität. Ein Mit dann geblieben. Bald richteten sich nach dem tonfularischen Amts- unseren alten Beitungen auch eine Reihe solcher Neujahrsglüd arbeiter der Stieler Zeitung" hat das Pfeudonym eines Theaterjahr auch die übrigen Behörden, das Geschäftsleben gewöhnte sich wünsche und Grüße zusammengestellt. Einer davon dürfte auch fritikers unseres Kieler Parteiorgans aufgedeckt. Dieses erwidert an diesen Termin, und nach einiger Zeit war das alte bürgerliche heute noch für manche Zeitungen gelten. Es ist ein Neujahrsgruß darauf:" Bis jetzt galt es in der Presse für unzuständig, PseudoNeujahr vom 1. März tatsächlich vergessen. Cäsar hat dann bei der Augsburgischen Extra- Zeitung von 1782, in dem das Blatt nach nhme zu lüften, wenn damit die Absicht verbunden war, cine seiner Kalenderreform natürlich den 1. Januar als Jahresanfang vielem Dank an ein hochberehrtes Publikum um Wohlgewogenheit Berson bloßzustellen oder in ihrer Existenz zu gefährden. Der beibehalten, und auf seinem Kalender beruht der unsrige. auch für das neue Jahr bittet und sein Programm für das neue Mitarbeiter der„ Kieler Zeitung" mußte sich darüber Ilar sein, Notizen. m. Daß das Jahr tatsächlich einmal am 1. März begonnen hat, Jahr entwickelt.„ Wir werden uns dafür noch fernerhin bestreben, daß er das begeht, was anständige Leute eine schmierige Läßt sich noch aus den heutigen Monatsnamen erkennen. Der Mit Unpartheylichkeit in Drud heraus zu geben: Was in der Denunziation nennen." Dezember heißt der Zehnte" Monat, der November der Neunte", ganzen Welt sich neues zugetragen, zu Wasser und zu Land von Da vorläufig eine Steuer auf fromme Wünsche noch nicht einder Oktober der„ Achte" und der September der Siebente". Alle Sieg und Niederlagen. Bon Opern, Ball, Concert, Ginnehmung geführt ist, wollen wir wünschen, daß auch für unsere verehrten biese Monate sind also nicht vom 1. Januar, sondern vom 1. März des Soupec, Von offenen Tafeln wie von jeder Assemblee, Die Ge- Literaturautoritäten in Zukunft diese Forderung verbindlich sei. Punkt 2 der Zuschrift der Genossen Massatsch, Steinmeher der Landwirtschaft revidiert" werden. Und die Gendarmen Aus einem dieser Fälle ist ein überaus schwerer Entschädigungsund Martersteig erklärt, das von Westmeyer wiedergegebene, vor fönnen bekanntlich alles. So berichtet uns Hessen- Nassau", daß fall geworden und zwar handelt es sich um ein sonst gesundes junges der Urwahl der sozialdemokratischen Kandidaten für Stuttgart ver- nur ein Aufsichtsbeamter tätig war." Daneben sind aber auch Mädchen. Die Berufsgenossenschaft wird da für den eingetretenen breitete Zirkular, das zur Wahl speziell der Genossen Reichel, zahlreiche Betriebe auf Veranlassung der Königlichen Landräte Beinverlust in Form dauernder Entschädigung ein nach mensch Hosenthien usw. aufforderte, sei den Angestellten der Me- durch die staatlichen Polizeiorgane( Gendarmen) revidiert worden. lichem Ermessen vermeidbares Unglück wieder gut machen müssen. tallarbeiter erst am ersten Tage der Urwahl, also am Lettere haben nach neuerdings ergangenen Entscheidungen der Die in die Wege geleitete Haftbarmachung des Kurpfuschers 18. Oktober, zu Gesicht gekommen. Vorher aber sei bereits zuständigen preußischen Ministerien diese Revisionen von Amts scheiterte an besonderen Umständen, die hier nicht weiter auszu( nicht nachher, wie Westmeyer behauptete) ein anderes wegen und auf Grund ihrer sicherheitspolizeilichen Aufgaben vor- führen sind." Zirkular verbreitet worden, das die Wahl von West meyer und zunehmen." fcinen engeren Parteifreunden empfohlen habe. Auch„ Reuß i. L." meldet:„ Die Gemeindevorstände haben sich Hier steht Erklärung gegen Erklärung. Welche zu Auskünften und dgl. stets entgegenkommend gezeigt. Die ReDarstellung die richtige ist, wird sich wohl nur durch Untersuchung visionen selbst wurden größtenteils allein ausgeführt. Nur ab und der Instanzen in Stuttgart selbst feststellen lassen. zu beteiligte sich hieran ein Bürgermeister oder ein Gendarmeriewachtmeister zum Zwecke der eigenen Belehrung." Punkt 3 weist darauf hin, daß auch vor der Abgeordnetenwahl selbst jenes Zirkular verbreitet worden sei, das entgegen dem Parteientschluß eine Stimmenhäufung zugunsten von Westmeyer, Manz und Schimmel gefordert habe. Zugleich wird auf eine Westmeter bekannte Geheimkonferenz hingewiesen, deren Ergebnis dies Zirkular gewesen sein soll. Die Angestellten im Hauptbureau des Deutschen Metallarbeiterverbandes hätten mit diesem Zirkular jedenfalls nichts zu tun gehabt. West meyer und Manz haben dies Zirkular öffentlich für eine infame Fälschung, für einen Mißbrauch ihrer Namen erklärt und in Versammlungen und in der Presse auf gefordert, dem Zirkular nicht Folge zu leisten. Was es mit der Geheimkonferenz auf sich hat und wer in Wirklichkeit der Urheber dieses Zirkulars war, wird auch nur durch die Instanzen an Ort und Stelle festzustellen sein. Sehr wünschenswert wäre es allerdings, wenn Genaueres darüber er mittelt werden könnte. Wie übrigens gegen den Parteibeschluß, nicht zu fumulieren, verstoßen wurde, beweist ein auffälliges Inserat, das in der letzten Nummer unseres Stuttgarter Parteiorgans vor dem Wahltag erschien und in auffallendem Druck aufforderte: „ Gebt überall und bei allen Wahlgängen nur den Kandidaten und besonders den seitherigen Abgeordneten der Sozialdemokratie Eure Stimme." Unterzeichnet war dieses Inserat: Der Vorstand der bereinigten Gewerkschaften: J. A.: Hermann Háarer. " ,, Westfalen" teilt mit, daß gar vorher die Revisionen bekanntgemacht wurden. Den Ortspolizeibehörden ist der Zeitpunkt der Revisionen stets einige Wochen vorher zur öffentlichen Bekanntgabe mitgeteilt worden. In allen Fällen wurde ein Polizeibeamter oder Gendarm dem Aufsichtsbeamten, als Begleitperson bereitwilligst zur Verfügung gestellt." Wenn die Berufsgenossenschaft aber nur in 35 Fällen mit insgesamt 3117 M. Kosten das Heilverfahren übernommen hatte, so tann man doch im Ernst nicht solche Höhen Töne anschlagen! Aus Industrie und Bandel. Der Weltverkehr im Jahre 1912. Baumarktes, der Lebensmittelteuerung, Dem Bericht der Handelskammer Hamburgs entnehmen wir folgendes: Der Weltverkehr bot im Jahre 1912 im ganzen ein Bild regen Lebens. Die Ziffern der Gütererzeugung wiesen an vielen Stellen Billig revidiert wurden auch in Schleswig- Holstein" die Be- bemerkenswerte Zunahmen auf, und die Bewältigung der Abtriebe. Der Bericht erklärt:„ Die Ueberwachung der bei der Schles- ladungen stellte an die Transportunternehmungen hohe Anfordewig- Holsteinischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft ver- rungen. sicherten Betriebe auf Befolgung der Unfallverhütungsvorschriften Außergewöhnlich große Ernten in manchen Ländern, wie von erstreckte sich im Jahre 1911 auf 22 Seftionen und erfolgte in Mais in Argentinien, von Getreide und Baumwolle in den Verbisheriger Weise, entweder durch Brandschutzämter bzw. Brand- einigten Staaten, eine starke Produktion von Stapelerzeugnissen des schaufommissionen gelegentlich der Brandschau oder durch Vertrau- südlichen und östlichen Asiens und weiter die zunehmende Nachfrage ensmänner, bzw. durch sonst gebildete Kommissionen, sowie in nach manchen überseeischen Erzeugnissen trugen dazu bei, daß an einzelnen Kreisen durch die Gendarmen."(!) den verschiedensten Stellen des Erdballs ausgedehnte Schiffsräumte Ganz offen bespricht auch der Bericht„ Ostpreußen" die Hilfe zur Ueberführung der Güter von den Erzeugungsländern an die durch Gendarmen, die von den Landräten angewiesen" worden Verbrauchsstätten erforderlich wurden. Die Preise der meisten sind, auf Kosten aller Steuerzahler für die Berufsgenossenschaft überseeischen Erzeugnisse hielten sich dabei auf hohem Stande. Dem tätig zu sein. Im Berichte wird darüber folgendes erwähnt:" Die umfangreichen Warenverkehre nach Europa stand eine im ganzen Zahl der nach den Revisionslisten revidierten Betriebe blieb hinter starte Exporttätigkeit in den europäischen Industriestaaten gegender Zahl der nach dem Unternehmerverzeichnis vorhandenen Be- über. Der Handel gestaltete sich im allgemeinen lebhafter in der triebe in einzelnen Kreisen zunächst erheblich zurück. Die unvoll- ersten Hälfte des Jahres als später, und dementsprechend wurden ständigen Revisionslisten wurden daher durch Vermittelung der in einzelnen Zweigen der Industrie die Lieferfristen im Laufe des Herren Landräte den Gendarmeriewachtmeistern mit dem Ersuchen zweiten Halbjahrs wieder weniger lang. Infolge des belebten zurückgesendet, die übergangenen Betriebe nachträglich noch einer Güteraustausches war die Seeschiffahrt starf beschäftigt, zumal auch Revision zu unterziehen." der Auswandererzustrom aus Rußland und Oesterreich- Ungarn mit Punkt 4 erklärt, daß mit dem Fall Skalskh die übrigen„ Auf Ersuchen der Berufsgenossenschaft sind aber die Gen- der Besserung der wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten Mitarbeiter vom Hauptbureau nicht das geringste zu tun haben". darmeriewachtmeister von den Landräten angewiesen, auf allen ihren wieder mit voller Stärke einsetzte. Die Linienreedereien sahen sich In der Sache Skalsky habe übrigens die Revisionsverhandlung Dienstwegen, soweit sich dazu nur eine Gelegenheit bietet, die land- mit ihrem eigenen Schiffsparte dem Güterandrange vielfach nicht erst am 8. Juli stattgefunden, so daß Skalsky das Urteil des Land- wirtschaftlichen Betriebe auf Durchführung der Unfallverhütungs- mehr gewachsen und trugen durch Charterung fremder Dampfer gerichts erst in der lezten Oftoberwoche( die Vervorschriften zu revidieren und Anzeige zu machen, sobald ein Be- zur Verminderung des in freier Fahrt tätigen Schiffsbestandes nicht öffentlichung des Urteils erfolgte am 16. November) trieb nicht vorschriftsmäßig befunden ist." unwesentlich bei. Auch den Dampfern in freier Fahrt und den zugestellt worden sei:" Die Veröffentlichung des Urteilstenors Auch in Schlesien" revidiert der Gendarm:" Insoweit die Segelschiffen tam unter diesen Umständen die günstige Lage des wurde durch den Anwalt veranlaßt, Skalsky hatte keinen Ein- Nachrevisionen von den technischen Aufsichtsbeamten nicht selbst vor- Frachtenmarktes zugute. Infolge der günstigen Schiffahrtsverhält fluß darauf, an welchem Tage diese Veröffentlichung erfolgen genommen wurden, erfolgten sie durch die Gendarmen, welche seit nisse und der Höhe der Charterfrachten sind inzwischen namentlich follte." dem Jahre 1910 im Einverständnis mit den Herren Regierungs- von Linienreedereien weitere zahlreiche Aufträge auf Neubauten Ein eigenartiger Zufall waltete hier also immerhin! präsidenten und durch Vermittelung der Herren Landräte zur Durch an die Schiffswerften ergangen. Punkt 5 behauptet, bei der Referentenbestellung für Stutt- führung der Unfallverhütungsvorschriften herangezogen werden. Es gart bestimme häufig das Sekretariat, das nach Weſtmeyer nur die geschieht dies in der Weise daß die Gendarmen den technischen Auf- Ueber die allgemeine wirtschaftliche Lage im Jahre 1912 Vermittelungsstelle sein sollte, selbst den Referenten. Und daß fichtsbeamten bei den erstmaligen Betriebsrevisionen begleiten." Genosse Reichel am Abend vor der Landesproporzwahl in Stuttgart Sehr billig stellt sich die Betriebsrevision in„ Pommern". Laut führt der Jahresbericht der Berliner Handelskammer folgendes aus: Das Wirtschaftsjahr 1912 hat die drei vorangehenden Jahre, gesprochen habe, sei nicht dem eigenen Triebe des Sekretariats zu- Bericht wurde im Jahre 1911 für„ Ueberwachung der Betiebe" die die bereits einen stetigen Fortschritt aufgewiesen hatten, auf den zuschreiben. Summe von 132 m. verausgabt. Und wer" revidiert"? Im Bericht meisten Gebieten überholt. Sieht man von dem Baugewerbe und Wir möchten doch darauf hinweisen, daß auch am 16. Oktober, ist zu lesen: also zwei Tage vor der Parteiurwahl der Kan-" In den Kreisen haben umfangreiche Revisionen der landwirt. den mit ihm in näherer Verbindung stehenden Branchen ab, jo didaten für Stuttgart, in einer nach dem Bericht der schaftlichen Maschinen durch die Ortspolizeibehörden stattgefunden. darf man sagen, daß die Aufwärtsbewegung eine all" Schwäbischen Tagwacht" sehr gut besuchten" Parteiversammlung zur Prüfung solcher Verhältnisse, welche besondere Schwierigkeit gemeine war, und daß, wenn trotzdem einzelne Betriebe von die bisherigen Landtagsabgeordneten Fischer und Reichel boten, wurde vom Size der Verwaltung ein Maschinen- Sachver- dem Aufschwunge unberührt blieben, dies auf besondere Umstände Bericht über die Tätigkeit der Fraktion erstatteten. In dieser Ver- ständiger entsandt, der Hauptamtlich bei der Pommerschen Feuer- zurückzuführen ist, die für das Gesamturteil nicht in Betracht kommen. Die Bedeutung der hier festgestellten Tatsache tritt aber sammlung wurde allerdings gegen wenige, oder, wie ein bürgerliches fozietät beschäftigt wird." Blatt meldete: drei Stimmen eine Kritik zum VersammDer Bericht„ Posen" stellt die Betriebsrevisionen durch Gen- erst ins rechte Licht, wenn man bedenkt, daß im letzten Teile des lungsbeschluß erhoben, die die Schwäbische Tagwacht" in Sachen darmen so hin, als ob dies die Landräte gewünscht" hätten und Jahres 1912 die wirtschaftliche Entwicklung eine Reihe von starken Hemmnissen zu überwinden hatte. Zu Schwierigkeiten, die des Königshochs an der Fraktion geübt hatte. diese Tätigkeit auch zum Vorteil" der Staatsbeamten gewesen Wenn aber die Erklärung der Genossen Massatsch, Steinmeyer wäre. Es heißt da:" Die Beziehungen zu den Verwaltungs- und aus den Vorjahren übernommen waren und mit denen man von und Marterſteig die von ihnen behauptete Zurückseßung von An- Polizeibehörden waren gut. Die Gendarmen beteiligten sich, wie pornherein hatte rechnen müssen, wie der ungünstigen Lage des gestellten des Metallarbeiterverbandes bei Parteiversammlungen oben erwähnt, in diesem Jahre zum erstenmale auf Wunsch der andere, die unerwartet auftraten oder doch in der Schärfe, die sie gesellten sich so sehr beklagt, so nimmt sich folgende Stelle ihrer Zuschrift doppelt Herren Landräte regelmäßig an den durch die technischen Aufsichts- zeigten, nicht hatten vorausgesehen werden können. Im letzten feltjam aus: beamten erstmalig vorgenommenen Revisionen und zwar mit wahr- Quartal des Jahres 1912 drängten sich diese Hindernisse zuWenn es wahr sein sollte, daß der Genosse Westmeher im nehmbar günstigen Erfolge." sammen; zu ihnen zählten neben den obengenannten in erster Heilbronner Wahlkreis gesperrt worden ist, so sind doch dafür Die Berufsgenossenschaft für" Reuß ä. 2." ist jetzt auch zu Linie politische Ereignisse und Vorgänge auf dem Kapitalmartt. nicht die Angestellten des Hauptbureaus des Metallarbeiterver- dem häßlichen Modus übergegangen, alljährlich ein genaues Ber- Die Hemmungen, die von ihnen ausgingen, waren ursprünglich bandes verantwortlich zu machen. Aber jedenfalls hat die Tätig- zeichnis der Rentenempfänger mit vollem Namen, nicht imstande, die Entfaltung der wirtschaftlichen Kräfte zum feit Weitmeyers den Heilbronner Genossen so gut gefallen, daß Wohnort und Höhe der Rente zu veröffentlichen. Eigenartig ist es Stocken zu bringen. Erst nach und nach trat zutage, daß der Wirtsie dieselbe nicht als parteistärkend, sondern als parteizerstörend auch, daß jetzt viele Berufsgenossenschaften selbst dazu übergehen, schaftskörper von störenden Einwirkungen nicht frei geblieben war, ansahen und deshalb auf die unschäzbare Mitarbeit Weſtmeyers eigene aftpflichtversicherungen zu errichten, obschon und so schloß das Jahr 1912 mit einer Abschwächung der gealle Berichte über die Saumfeligkeit der Unternehmer bitter klagen, schäftlichen Regsamteit. Was den Heilbronner Genossen recht ist, sollte doch auch, die strenge Bestrafungen verlangen und dann den Schaden aus der Für die Beantwortung der Frage, ob diese Steigerung des Richtigkeit der Darstellung der Genossen Massatsch usw. immer vor- Haftpflichtkasse tulant regulieren. Und denen, die den Kampf gegen Warenumfazes mit Hilfe einer Steigerung der einheimischen Proausgesetzt, dem Stuttgarter Parteisekretariat nicht allzusehr ange- die geplante Volksfürsorge" der Arbeiter predigen, sei gesagt, daß duktion oder auf dem Wege der Zufuhr aus dem Auslande erfreidet werden. Wir würden freilich das Verfahren in beiden ja auch die Agrarier ihre Mitglieder aus den Privatversicherungs- zielt worden sei, liegt zuverlässiges Material vor. Die Menge der Fällen mißlingen! anstalten herausholen. Größer wird die Zahl der Berufsgenossen- Waren, die Deutschland im Jahre 1912 einführte, überſtieg nur Aus der Erklärung des Genossen Brückner- Vaihingen schaften, welche jetzt lebhafte Propaganda für ihre eigenen Haft um 4-5 Proz. die Menge des Vorjahres. In diesem Plus steden geben wir, obwohl dieser Genosse in Westmehers Zuschrift nicht mit pflichtversicherungen machen und die Kleinbauern direkt vornehmlich Posten von Rohstoffen, deren die deutschen Fabrika= Namen genannt wurde, die Erklärung wieder, daß der sozialdemo- auffordern, aus den Privatversicherungsanstalten auszutreten. Da- tionsbetriebe bedurften. In der gleichen Zeit nahm die deutsche kratische Verein Vaihingen gegen den Willen Brüd- bei können die Agrarier nicht genug gegen die„ Volksfürsorge" Ausfuhr um 11 Proz. zu. Obgleich also der deutsche Markt seinen ners den Beschluß gefaßt habe, die Beitragsabführun- der Arbeiter wettern, welche doch auch vor Ausbeutung auf diesem Bezug an ausländischer Ware nur um ein geringes erhöhte, war gen so lange zu verweigern, bis die Parteiinstanzen Gebiete sich schützen wollen. Größeren Unfallschutz verspricht, aber die von der Landesgeneralversammlung geforderte Konferenz für die Ausdehnung der Haftpflichtversicherung sicher nicht, denn die er imstande, ein gesteigertes Quantum von Waren an das Ausland die 1. württembergische Wahlkreisorganisation einberiefe und deren Berufsgenossenschaften mit eigener Versicherung, z. B. Medien- abzugeben. Die Belebtheit des deutschen Warenmarktes hatte dar Beschlüsse bekannt seien. Zuschrift mit, daß unter Brückners Mitwirkung an leitender Stelle hütung, sondern den petuniären Vorteil des Betriebsunternehmers fähigkeit des Weltmarktes in Betracht kam. Weiterhin teilen wir aus Brückners burg- Strelis", heben bei ihrer Propaganda nicht die Unfallver- nach in der Belebtheit der einheimischen Produktion ihren Ursprung, wobei allerdings als günstiges Moment die Aufnahmedie Parteiorganisation innerhalb drei Jahren eine Mitglieder hervor. Nicht der verkrüppelte Knecht des Besizers fordert das steigerung von über 100 Proz. aufzuweisen habe, wie denn auch bei Mitleid der Berufsgenossenschaft heraus, sondern der Umstand, daß Die Spekulation an der Berliner Getreidebörse. den verflossenen Reichs- und Landtagswahlen in Vaihingen ein der arme Unternehmer nicht versichert war, den Schaden selbst namhafter Stimmenerfolg zu verzeichnen gewesen sei. tragen muß. Er soll sich deshalb ja versichern, die geringe Prämie zur Einzwängung der Baissiers konnte gestern nur zum Teil durchs zahlen und weiter sich gegen den Unfallschutz versündigen. Die ber- geführt werden. Es wurde mehr Weizen herangeschafft als zu Wir glauben, daß sowohl die obige Auseinandersetzung, als sicherten Unternehmer sind ja auch sorgloser in der Unfallver- Dedungskäufen per Ultimo nötig war. Infolgedessen sanken die auch die bisherige Diskussion über die württembergischen Verhält- hütung, da sie ja gar kein Risiko mehr zu tragen haben. Deshalb Weizenpreise um 5 M. Die Hausfebestrebungen der Firma Leonsind die Haftpflichtversicherungen von Uebel. hard Neumann wurden so durchkreuzt. Am Roggenmarkt fehlte es nisse gezeigt hat, wie wenig das Parteileben in Stuttgart und Viele Berichte zeigen uns, daß in den meisten Fällen die Bei- hingegen wieder an Lieferungen, so daß die Hauffepartei, die durch Württemberg von parteigenössischem, proletarisch- brüderlichem träge an die Zahler wieder in Form von Unfallrenten zurüd- die Berliner Dampfmühle vertreten wurde, die Situation hätte voll Geiste getragen ist. Wir sehen das nicht Personen aufs Schuld- erstattet werden mußten, denn nach der Statistik ist die Zahl der ausnußen können. Infolge der Angriffe aus Handelskretsen und konto, sondern dem Kampf der verschiedenen Strömungen, bei denen verlegten Kleinbauern und deren Familien- in der Presse„ begnügte" sich die Firma jedoch mit einer Preissteigenatürlich manche Personen in den Vordergrund geschoben werden. angehörige sehr groß. Leider finden wir in den Berichten rung von 1 M. Der Kampf der Ansichten in der Presse und in den Organi- nur die Zahlen über die entschädigten Unfälle. So meldet Baden", Auflösung des Bleisyndikats. sationen ist nach Lage der Dinge unvermeidlich. Wohl aber daß sich die entschädigten Unfälle verteilen nach der Stellung der Verlegten im Betrieb: 1. Betriebsunternehmer und Ehefrauen von Die Verkaufsstelle für gewalzte und gepreßte Bleifabrikate in sollten die persönlichen Vorwürfe mehr als bisher in solchen 2611, 2. Betriebsbeamte 1, 3. Familienmitglieder 445, Köln teilte der Händlerorganisation mit, daß die Erneuerungsberben Hintergrund treten. Das gilt sicherlich für beide 4. Arbeiter 850, zusammen 3907. Schwaben- Neuburg" sagt:" Hier- handlungen ergebnislos verlaufen seien und daß das Syndikat per zu sei bemerkt, daß von den im Berichtsjahre entschädigten 1256 Un- Jahresschluß aufgelöst wird. Inzwischen werden Versuche gemacht, Aber wir wollen doch nicht verhehlen, daß die Angriffe gegen fällen 949= 75,76 Proz. auf Unternehmer und deren Familienange- unter den Hauptfirmen mit Hinzuziehung des Handels einen Zu die radikale Richtung und den Genossen West meyer, die hörige, und 307 24,44 Proz. auf Dienstboten und Arbeiter sammenschluß in irgendeiner Form zustande zu bringen. an Leidenschaftlichkeit und Schärfe der Form nicht gut zu über- treffen." Unterfranken" meldet uns:" Von den entschädigten 1498 Un- Zahlungseinstellung infolge Ultimospekulationen. treffen sind, zu allerleht zu beweisen vermögen, daß gerade unser Der Inhaber einer kleinen Bankfommissionsfirma, der nebenbei Korrespondent Westmeher der schwarze Mann und die Wurzel alles fallverletzten sind an den Entschädigungen beteiligt: 77,77 Broz. Uebels ist, seine Parteigegner dagegen die blütenweißeste Unschuld( Vorjahr 80,01 Broz.) Betriebsunternehmer und deren Familien- den Handel in Losanteilen betreibt, Jelig Naumann, hat seine angehörige, 22,23 Proz.( Vorjahr 19,99 Proz.) Dienstboten und Zahlungen eingestellt und erklärt, daß er seine Ultimodifferenzen sonstige Arbeiter." nicht bezahlen könne. Es soll sich hierbei um eine Summe von leber verspätete Unfallanzeigen wird häufig geklagt. verzichteten." Teile. repräsentieren! * Zur Cage der Kleinbauern und landwirtschaftlichen Arbeiter. III. Aufsicht durch Gendarmen. Schwarze Listen. Haftpflicht versicherung. Verspätung der Unfallanzeigen. = Der Bericht„ Lothringen" erwähnt die Schäden des Kur- 250 000. bis 300 000 M. Handeln, die auf eine größere Anzahl pfuschertums auf dem Lande wie folgt:„ Bei den verhängten Stra- von Börsenfirmen und Maklern entfällt. Naumann hat besonders fen bedarf hier eine Art der Uebertretung der Unfallverhütungs- mit Kanada- und Phönigaktien spekuliert. borschriften besonderer Erwähnung. Es ist dies die Behandlung Neue Fufion im westdeutschen Bankgewerbe. Das Bankhaus durch Kurpfuscher. Sie ist mehreremal Gegenstand der Bestrafung gewesen; in einem Falle ist der Bestrafte selbst Landwirt, Bürger- Albert Hanau in Saarlouis ging an Gebr. Röchling in Saarbrüden meister und Kurpfuscher. Dieser Uebertretungsfall durfte deshalb über, die es für eigene Rechnung fortführen wird. als flagranter Fall um so mehr betrachtet werden, als die Berufs14. Troß der enorm vielen Unglüdsfälle wird bei der Auf- genossenschaft sich in öffentlichem Rundschreiben selbst bereit erklärt ficht gespart. Es werden staatliche Organe an Stelle be- hat, in liberaler Weise in geeigneten Fällen die Kosten der ärztlichen rufsgenossenschaftlicher für die Zwede der Berufsgenossen- Behandlung während der Wartezeit zu übernehmen, wenn die schaft in Bewegung gesetzt. Auch in diesem Berichtsjahre fostenlose allein rationelle spezialistische Anstaltsbehandlung vom find die Herren Landräte wieder sehr entgegenkommend und Verletzten angenommen wird. stellen die Gendarmen für die Revision der Betriebe zur In einem andern Falle ist der Kurpfuscher auch Landwirt und Verfügung, damit auf Spiten aller Steuerzahler einige Betriebe wiederholt rücfällig. Soziales. Die Unfallversicherung tritt in Kraft. Am 1. Januar 1912 trat der Teil der Reichsversicherungsordnung in Kraft, der sich auf die Invalidenversicherung bezieht, heute tritt der die Unfallversicherung betreffende Teil St. A TA in Anwendung; erst am 1. Januar 1914 werden die die Erschwerung des Fortkommens über Gebühr. Auch stehe die Höhe| Stöhnen der jungen Frau in die Tatte des Radetty- Marsches über. Krankenversicherung betreffenden Ausdehnungen praktisch. der Strafe in feinem Verhältnis zu dem Gehalt des Klägers: geht. Das Gericht hat die Grammophonplatte nicht als eine un Von den die Unfallversicherung betreffenden Aenderungen 6900 M. Ferner sei die Zeit von 5 Jahren zu lang. Denn der züchtige Schrift im Sinne des§ 184, 1 angesehen und deshalb die mögen heute zwei hervorgehoben werden, die für eine große Kläger sei ein technischer Angestellter und habe als solcher, um sich Angeflagte freigesprochen. Gegen das Urteil hatte die StaatsReihe von Arbeitern von Erheblichkeit sind. Die eine be- weiter zu bilden und stets auf der Höhe seines Faches zu stehen, anivaltschaft Revision eingelegt mit der Begründung, daß das Vorliegen einer„ unzüchtigen Schrift in der Darstellung" zu Unrecht trifft die Ausdehnung des Kreises der Versicherten, ein Interesse an ständiger praktischer Beschäftigung. Eine je län- verneint worden sei. Denn dieser Begriff sei nicht in seinen engen, die andere die Berechnung der Renten. gere Unterbrechung diese erfahre, um so mehr Schwierigkeiten wür- sondern in seinem weiteren Sinne zu fassen. Denn es komme Ausdehnung des Kreises der Versicher den ihm bei Bewerbungen um andere Posten erwachsen. Schließlich darauf an, daß der Tert unsittlich sei und dieser durch irgendwelche ten. Neu find der Unfallversicherung unterstellt: Apotheken, enthalte der Passus des Konkurrenzverbotes: oder sich an einem Manipulationen, wie hier durch mechanische Apparate, zur geistigen Dekorationsgeschäfte, Badeanstalten, Binnenfischereibetriebe, Konkurrenzgeschäft zu beteiligen", eine Unbilligkeit, denn nach Wahrnehmung des Menschen gebracht werde. Der Reichsanwalt dieser Bestimumng werde die Strafe schon fällig, wenn jemand zum beantragte, unter solchen Ausführungen das Urteil aufzuheben Beispiel von irgend einem. Konkurrenzunternehmen eine Attie und die Sache an die Vorinstanz zurückzuverweisen. Das Reichsgericht verwarf jedoch die Revision als unbegründet, da durch nichts erwürbe. erwiesen sei, daß eine Verbreitung dieses unzüchtigen Tegtes stattgefunden hat. der gesamte Fuhrwerksbetrieb, der gewerbsmäßige Reittier- und Stallhaltungsbetrieb und das Halten von Reittieren ( auch außerhalb gewerblicher Betriebe, Luruspferde). Endlich ist die Versicherung noch auf eine Anzahl von Betrieben ausgedehnt worden, die der Beförderung von Personen oder Gütern oder der Behandlung und Handhabung der Ware dienen. Der Kreis der versicherten Personen ist durch die Hinaufschiebung der Gehaltsgrenze für die Verficherungspflicht der Betriebsbeamten von 3000 W. auf 5000 m. vergrößert. Aerztestatistik. 11 Die Zahl der Aerzte in Deutschland beträgt im Jahre 1912 nach dem von Geheimrat Schwalbe herausgegebenen ReichsMedizinalkalender für Deutschland auf das Jahr 1912" 33 527. Es fommen auf 10 000 Einwohner 5,06 Aerzte. Die Zunahme ist beträchtlich größer als im Vorjahre. Die Entwickelung der Zahl der Aerzte in Deutschland gibt die folgende Zusammenstellung: Zunahme gegen Aerzte auf Zahl der Aerzte das Vorjahr 10 000 Einw. 4,92 1901 1902 27 978 28 860 882 5,00 1903 29 679 819 5,06 1904 30 071 392 5,06 1905 30 655 584 5,08 1906 30 931 276 5,06 1907 31 416 485 5,07 1908 31 640 224 5,04 1909 31 969 329 5,02 32 449 480 5,03 32 835 386 5,02 33 527 692 5,06 1910 1911 ,, Der Fanatismus an der Arbeit". Eine Lehrerin in Straßburg, Fräulein Grek, hatte gegen einen Lehrer wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen Anzeige erstattet. Von da an wurde sie in der fanatischsten Weise vom Pfarrer Beglin verfolgt. Dieser Schulinspektor hatte u. a. geäußert: Was wird nun kommen, der angezeigte Lehrer muß fort und ich bekomme vielleicht einen lobenden Lehrer. Die Heßerei gegen die arme Lehrerin ging so weit, daß schließlich ihr Bruder, der Arzt Dr. Gres, die Flucht in die Oeffentlichkeit ergriff. Er legte in einem Artikel der Straßburger Rundschau" die skandalöse Sache klar. " Nun strengte der Pfarrer Beglin wegen dieses Artikels und wegen eines Briefs, den der Arzt im Interesse seiner Schwester geschrieben hatte, Beleidigungsklage gegen Dr. Greß und gegen den verantwortlichen Redakteur Krisch an. Nach eingehender Beweisaufnahme sprach das Gericht die Angeklagten frei, weil der Wahrheitsbeweis in vollstem Maße geführt war. Berechnung der Renten. Für die gewerblichen Arbeiter und für die Facharbeiter der Landwirtschaft ist die Berechnung des Jahresarbeitsverdienstes eine etwas bessere geworden. Der Jahresarbeitsverdienst soll in der Regel auf mindestens das Dreihundertfache des Arbeitslohnes für den vollen Arbeitstag festgestellt werden. Für die Rentenberechnung wird in Zukunft der Jahresarbeitsverdienst bis zu 1800 m.( bisher 1500 M.) voll angerechnet und der Ueberschuß mit einem Drittel. Das hat zur Folge, daß beispielsweise bei einem wirklichen Verdienste von 2400 M. der Jahresarbeitsverdienst, nach dem die Rente zu berechnen ist, auf 2000 m. festzuseßen ist, nämlich 1800 m. In der Urteilsbegründung führte der Vorsißende u. a. aus, voll und von dem Ueberschuß von 600 M. ein Drittel mit 1912.. daß der Angeklagte Greß den Wahrheitsbeweis geführt habe. Der 200 M. Nach dem früheren Rechte war bei einem wirklichen Die Zahl der Aerztinnen beträgt 151. 1908 waren 55, Geistliche sei in einer Weise, die seines Amtes durchaus unwürdig Verdienste von 2400 M. der anrechnungsfähige Jahres- 1909 69, 1910 102 und 1911 108 Aerztinnen verzeichnet. sei, gegen die Lehrerin vorgegangen und habe sich dabei unlauterer arbeitsverdienst nur 1800 M., nämlich 1500 M. voll und von In Groß- Berlin war während der letzten Jahre die Zu- und unsauberer Mittel bedient. Andererseits habe die Beweisaufdem Ueberschuß von 900 M. ein Drittel mit 300 M. Die neue nahme der Aerztezahl etwas kleiner als die Zunahme der Bevölke- nahme ergeben, daß an der Zeugin Greß kein Makel hafte, und daß Vorschrift hat eine Erhöhung der Renten zur Folge. Die rung, so daß die Verhältniszahl der Aerzte ein wenig zurückging. Vollrente, die bekanntlich zwei Drittel des anrechnungs- 1912 ist auch lettere wieder gestiegen. Die Zahl der Aerzte war in ihre Führung stets eine tadellose gewesen sei. Der Pfarrer sei zu seiner Stellungnahme gekommen, weil die Lehrerin die Verfehlunfähigen Verdienstes beträgt, macht nach den alten Vor- Groß- Berlin: überhaupt auf 10 000 Einw. gen ihres Kollegen, des Lehrers Florence, aufgedeckt habe. Der schriften nur zwei Drittel von 1800 M. 1200 M., nach den Pfarrer hätte die Anzeige gegen Florence weitergeben müssen. Er neuen zwei Drittel von 2000 r.- 13331 M. aus. habe dies aber nicht getan, anscheinend mit Rücksicht darauf, daß ein Sohn des Florence selbst Geistlicher ist und weil er verhindern wollte, daß durch das Bekanntwerden der Verfehlung indirekt das Ansehen des Standes beeinträchtigt werde. Der Pfarrer habe ferner die Lehrerin durch Frl. Florence wie durch einen Detektiv beobachten lassen. Es sei unbegreiflich, wie der Pfarrer den Aussagen dieser hysterischen Zeugin Glauben schenken konnte. Der Brief des Angeklagten Greß enthalte nicht die Absicht der Beleidigung, der dem Treiben gegen diese ein Ende zu machen; er handelte also aus Beklagte sei als Ehrenmann für seine Schwester eingetreten, um dem edlen Gefühl der Geschwisterliebe heraus. Wenn er in der Verteidigung seiner Schwester in der Form etwas zu weit gegangen sei, so könne er deswegen nicht verurteilt werden, denn der Schutz des§ 193 stehe ihm in vollem Umfange zu. Weiter wurde das Verhalten des Geistlichen mit scharfen Worten verurteilt. Die neuen günstigeren Vorschriften über die Berechnung des Jahresarbeitsverdienstes sind auch für Unfälle anzuwenden, die für die erste Rentenfeststellung am 1. Januar 1913 noch nicht rechtskräftig ist. In allen Fällen dieser Art muß also, soweit noch nicht Rechtskraft eingetreten ist, Berufung eingelegt werden, um die Vorteile der günstigeren Vorschriften zu erzielen. Auch wenn das Oberversicherungsamt schon entschieden hat, kann, falls die Nekursfrist noch nicht abgelaufen ist, mit dem Rekurs die Anwendung der neuen Vorschriften erlangt werden. Ein Polizeispiel als Portier. Eigenartige Verhältnisse tamen in der lebten Sißung auf Kammer 6 des Berliner Gewerbegerichts zur Sprache. Der Polizeiagent Willi Janotta, jest Christinenstraße 32, Hof I, wohnhaft, Hlagte gegen eine Hotelbefizerin auf Zahlung von Gehalt, die er als Portier zu beanspruchen habe. Er sei gegen ein Gehalt von 100 M. monatlich als Bortier engagiert worden. Die Beklagte dagegen wendete ein, der Kläger sei ohne Gehalt engagiert und auf die Trinkgelder der Hotelgäste angewiesen gewesen. Zum Engagement habe sie sich nur infolge der Verwendung des Kriminalbeamten Wild und aus Mitleid bewegen lassen. Ihr sei gesagt, Kläger habe in seinem Beruf als Polizeiagent sehr viel Prügel erhalten und sei infolge dessen arbeitslos geworden. Der Kläger behauptet, er fei gerade als bewährter und berühmter Polizeiagent angenommen, er habe im Hotel allerhand gefezwidrige Sachen aufdeden wollen. Dazu sei er aber der rechte Mann gewesen. Er sei die rechte Hand der Kriminalbeamten Nasse und Leonhard. Sein Honorar habe oft bis zu 500 M. monatlich betragen. Vor kurzem sei er erst unter der Maske eines Transportarbeiters als Detektiv bei der Berliner Batetfahrt- Gesellschaft gewesen. Eine besondere Spezialität von ihm sei die Dressur von Polizeihunden auf Menschen. Einer weiteren Darlegung des Beklagten über seine vermeintlichen Vorzüge wehrte der Vorsitzende ab. Die Beklagte gab noch an, sie habe den Kläger deshalb entlassen, weil es jetzt bekannt geworden sei, daß Kläger erst vor kurzem aus dem Zuchthaus entlassen sei. Darüber verschwieg sich Kläger aus. Die Hotelinhaberin bestritt entschieden, daß der Kläger als Polizeispion oder dergl. habe tätig sein sollen; sie traue ihm viel eher zu, daß er einen im Hotel ausgeführten Diebstahl begangen habe. Ein vom Vorsitzenden gemachter Ginigungsvorschlag war er folglos. Es wurde deshalb beschlossen, in dem nächsten Termin den Kriminalbeamten Wild, der den Bolizeiagenten empfohlen hatte, als Zeugen zu vernehmen. Hierbei wird sich ja gleich herausstellen, ob Janotta in der Tat erst vor kurzem aus dem Zuchthaus entTassen ist. 1909 . 3844 1910 3894 1911 3938 1912 4032 11,25 11,10 10,90 11,05 Gerichts- Zeitung. Ein internationaler Hoteldieb. der, wie erinnerlich sein dürfte, nach Verübung einer ganzen Reihe Gegen den internationalen Hoteldieb Alfred Loewh aus Wien, von Diebstählen in den vornehmsten Berliner Hotels verhaftet worden war, hatte gestern die 4. Straffammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Gayer zu verhandeln. Aus der Untersuchungshaft wurde der 1893 in Wien geborene Verkäufer Alfred Loewy vorgeführt. Die Anklage gegen ihn lautete auf versuchten und vollendeten schweren Diebstahl in mehreren Fällen, Bedrohung und versuchte Nötigung. Der Angeklagte ist ein kleiner, schmächtiger Jüngling, in dem man keineswegs den gefährlichen Hoteldieb vermuten konnte, der stets mit der scharfgeladenen Browningpistole bewaffnet herumläuft. Es ergab sich, daß er erst im November 1911 in Wien wegen mehrerer Hoteldiebstähle zu 5 Monaten Kerter und ferner wegen unbefugten Waffentragens bestraft worden ist. Bald nach Verbüßung dieser Strafe tam er nach Berlin, um hier sofort seine gefährliche Tätigkeit fortzusetzen. Am 23. Ottober 1912 schlich er sich in ein offenstehendes Zimmer des Zentralhotels ein und erbrach hier mehrere Koffer, ohne jedoch irgend etwas Wertvolles zu finden. Am 29. Oktober brang er in das Zimmer des Fabrikdirektors Wissmer im KaiserHotel ein, erbrach hier mehrere Koffer und entwendete eine Brillantnadel im Werte von 1200 M., die er an demselben Tage bei der Pfandleiherin Belz für 300 m. verkaufte. Wenige Tage später entwendete er in dem Kontinental- Hotel aus dem Zimmer des Barons von Knobel- Döberib Brillantschmucksachen im Werte von 650 M. Am 7. November gelang ihm in dem Elite- Hotel ein großer Schlag". Er entwendete aus dem Zimmer des Bankdirektors Biermann eine Attentasche mit 2000 M. in Wertpapieren sowie eine Kaffette mit Brillantschmucksachen und losen Brillantsachen im Werte von zirka 5000 m. Als er einen Teil der erbeuteten Juwelen bei einem Pfandleiher in der Friedrichstraße verkaufen wollte, schöpfte dieser Verdacht. Er benachrichtigte die Kriminalpolizei, die einen ihrer auf das Wiedererscheinen des Verdächtigen zu warten. Als Loewy Beamten beauftragte, in einem Nebenzimmer in der Pfandleihe am Nachmittage nochmals erschien, wurde er von dem Beamten fiftiert. Loewy tat erst sehr entrüstet und hatte sogar die Frechheit zu erklären, daß so etwas ja auch nur in dem preußischen Polizeistaat" vorkommen könne. Als der Kriminalbeamte mit dem Angetlagten die Buttkammerstraße passierte, riß sich 2. plößlich los und ergriff mit langen Säßen die Flucht. Als er beim Laufen plöglich eine Browningpistole hervorzog und auf den Beamten anlegte, gab dieser aus seiner Dienstpistole einen Schuß ab, der den Dieb nicht traf, wohl aber einen zufällig des Weges kommenden Passanten. Loewy lief dann in die Hedemannstraße hinein, wo ihm Ein Konsumgenossenschaftsjubiläum in Wien mehrere Straßenpassanten entgegentraten, um ihn aufzuhalten. Er wurde aus Anlaß der zehnjährigen Arbeit des Konsumvereins« Vor- bedrohte auch diese mit der Browningpistole, so daß sie ihn weiter wärts" gefeiert. Er hat heute 39 000 Arbeiterfamilien zu seinen laufen ließen. Schließlich wurde er von einem Verkäufer Richter Vor der Kriminalpolizei Mitgliedern, jette 1902 bis 1912 Waren für 64 Millionen Kronen und einem Diener Hornborstel gestellt. um und vergütete den Mitgliedern 2,7 Millionen Kronen als Divi- gab der Angeklagte an, er habe die dem Bankdirektor Biermann gedende wieder. Er verwaltet 14 Millionen Spareinlagen seiner stohlene Staffette mit den Brillantschmucksachen in der Nähe der Mitglieder, hat eine Hinterbliebenenunterstützung bei einem be- Weidendammerbrücke in die Spree geworfen. Da er bei dieser Anstimmten Mindestkonsum eingeführt und den gemeinnützigen Woh- gabe blieb, beauftragte die Skriminalpolizei den Taucher Goldnungsbau in Angriff genommen. Der Verein hat 67 Filialen, schmidt, an der von dem Angeklagten bezeichneten Stelle den angebeine eigene Schuh- und Modemarenabteilung und eine eigene Selchlich versenkten Brillantschatz zu heben. Die Tauchversuche blieben warenfabrit. Das Brot liefern ihm die Hammerbrotwerke der jedoch erfolglos, trotzdem der auf einem Motorboot der Strompolizei untergebrachte Angeklagte mit Hilfe eines Ziegelsteins genau österreichischen Großeinkaufsgesellschaft. die Stelle bezeichnete, an der er angeblich die Kassette versentt haben wollte. Eine ungültige Ronkurrenzllaufel. Vor Gericht gab der Angeklagte die Diebstähle zu, dagegen bestritt er, die Absicht gehabt zu haben, auf den Beamten und die Infolge von Differenzen war der technische Geschäftsführer Straßenpassanten zu schießen. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie einer Gesellschaft in Hameln ohne Kündigung entlassen worden. er überhaupt zu diesen Diebstählen gekommen sei, erklärte der Seiner durch Klage gegen die Gesellschaft erhobenen Gehaltsforde- Angeklagte, daß er durch einen Artikel des Professors Dr. Reißrung setzte diese eine zwischen ihnen abgemachte Konventionalstrafe Zürich, in welchem auf die leichte Ausführbarkeit derartiger Hotel bon 10 000 M. entgegen, die fällig geworden sei, weil T. in einem diebstähle hingewiesen worden sei, zu den Straftaten verleitet Konkurrenzgeschäft in Sehnde eine Stellung als Geschäftsführer worden sei.- Der Staatsanwalt Assessor Keusch beantragte eine angenommen habe. Die Konkurrenzklausel lautete:" T. verpflichtet Buchthausstrafe von 4 Jahren. Das Gericht ging jedoch noch über sich, nach Auflösung des Vertrages ohne Rücksicht auf die Gründe der diesen Antrag hinaus.. Das Urteil lautete auf 5 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht.. Auflösung innerhalb der nächsten fünf Jahre in einem Umkreise von 250 Kilometern von Hameln in fein Konkurrenzgeschäft in irgend einer Form bei Meidung einer Bertragsstrafe von 10 000 m. einzutreten oder sich daran zu beteiligen." Von der Anklage wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften, Diese Konkurrenzklausel erklärte das Oberlandesgericht Celle Darstellungen" im Sinne des§ 184, 1 St.G.B. hat das Landgericht für gegen die guten Sitten verstoßend und deshalb für nichtig. Gera am 15. Juli die Witwe Emma Horn freigesprochen. Die AnEin Verstoß gegen die guten Sitten liege zunächst deshalb vor, geklagte leitete die Gastwirtschaft ihres Echwiegerjohnes. In dieser weil die Strafe ohne Rücksicht auf die Gründe der Auflösung des befand sich u. a. eir Grammophon mit mehreren Platten. Eine Bertrages in Kraft trete, also auch dann, wenn der Kläger unberech Sie läßt im Marschtatte die Vorgänge in der Brautnacht, welche derselben hatte zum Text„ Die Entstehung des Radetzky- Marsches". tigterweise entlassen sei. Alsdann enthalte die Ausdehnung des Rebetta Lilienstengel mit Aron Veilchenstod miteinander verleben, Umkreises auf die übergroße Entfernung von 250 Stilometern eine vernehmen, bis ichließlich das deutlich erkennbare wollüftige Ein unzüchtiges Grammophon. fb un ments Beitungs- Ausgabestellen und Inseraten- Annahme. Zentrum: Albert a buisch, Ackerftr. 174, am Stoppenplay. 2. Wahlkreis, W.: Guiſt. Schmidt, Kirchbachstr. 14, hochparterre. 3. Wahlkreis: St. Fris. Prinzenstr. 31, Hof rechts part. 4. Wahlkreis: Often: Robert engels, Gr. Frankfurterstr. 120. Richard Hadelbusch, Petersburgerplak 4( Laden). 4. Wahlkreis, Südosten: Baul Böhm, Laufizerplaz 14/15. 5. Wahlkreis: Leo 3ucht, Immanuelfirchstr. 12( of). 6. Wahlkreis( Moabit): Salomon Joseph. Salzwvedelerstr. 8. 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Witte, Max ke Manteuffels. E. Flörecke Schirm. Krewit. Wäsch Bordasch, G. Mila, Kais.- Frd.- St.29 Damaschke, Invalidenstr. 144. W.Wettstädt, Stralsunderstr.12 Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepy, Neukölln. Für den Injeratenteil berantw.; Zh. Glode, Berlin. Drudu. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. Nr. 1. 30. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Zur Parteigefchichte.*) " Literarische Rundfchau. Es ist im lezten Jahrzehnt Sitte geworden, daß diejenigen Parteiorte, in denen der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie abgehalten wird, die Delegierten begrüßt, indem er ihnen eine Festschrift unterbreitet, die die Parteigeschichte dieses Ortes vor ihnen entrollt. Diese Gewohnheit kennt unseres Wissens keine andere Partei: teils, meil keine von ihnen regelmäßig ordentliche Barteitage abhält; teils, weil sie an den Orten, wo sie wirklich tagen, teine oder doch keine zusammenhängende Geschichte ihrer Partei haben. Daß die Sozialdemokratie zu dieser Gepflogenheit ganz wie von selbst gekommen ist, ist ein Beweis ihres wissenschaftlichen Ernstes wie ihrer Kulturkraft. In beiden steht sie allen Parteien weit voran. Von Jahr zu Jahr sind diese Festschriften umfangreicher und inhaltreicher geworden. Es ist mir aber keine bekannt, die sich bereits so stattlich präsentiert wie diejenige, die die Chemnizer Genoffen dem letzten Parteitag darbrachten und die aus der Feder von Ernst Heilmann, des Chefredakteurs der Chemnizer Boltsstimme", stammt. Die darin niedergelegte Leistung ist umso höher einzuschäßen, als dem Verfasser nur ganze drei Monate zur Beschaffung und Bearbeitung des Materials zur Verfügung standen, Heilmann außerdem kein Einheimischer", sondern erst seit 1909 in Chemnik tätig ist. Besondere Schwierigkeiten bot die Bearbeitung auch deshalb, weil das, was man unter„ Chemnizer Arbeiterbewegung" zu verstehen hat, sich bei weitem nicht auf die Großstadt Chemnitz beschränkt, sondern zugleich das ganze Umund Hinterland, bis hinauf an die böhmische Grenze, im ganzen fieben Reichstagswahlkreise, also fast ein Drittel des gesamten Königreichs Sachsen umfaßt. Heilmann hat diese Schwierigkeit dadurch zu bewältigen versucht, daß er die großstädtische Bewegung in den Mittelpunkt seiner Schilderungen stellte, um sie herum aber alle diejenigen charakteristischen und bedeutsamen Vorgänge gruppierte, die als Ausstrahlungen jener die Parteigeschichte der umliegenden Kreise wenigstens in ihren Hauptumrissen stizzieren. Auch die zeitliche Länge der Chemnizer Arbeiterbewegung schuf neue Schwierigkeiten. Das Erzgebirge und Chemnitz ist eine Wiege der deutschen Sozialdemokratie. Solange sie besteht, ist jene Ede Deutschlands an ihr auf das lebhafteste beteiligt. 50 Jahre Zeitgeschichte galt es auf einem immerhin kleinen Raum von 300 Seiten zu bewältigen. Auch das war also keine Kleinigkeit. Dazu tam schließlich die Lüdenhaftigkeit der Dokumente. Das Sozialisten gejez hat auch in dieser Beziehung die allerbeklagenswertesten Wirkungen gehabt. Ein großer Teil unerschlichen Materials gerade aus der Frühzeit der Bewegung ist während seiner Herrschaft aus Furcht vor der Polizei vernichtet worden. So kommt es, daß die erste Periode der Chemnizer Parteigeschichte, von 1864 bis Anfang der siebziger Jahre in Heilmanns Darstellung einen sehr Tüdenhaften, zum Teil geradezu wirren Eindruck macht, machen muz. Achnlich lückenhaft oder besser unvollständig, vielfach nur als Chronik wirkt der letzte Teil des Buchs, der die jüngste Vergangenheit, von etwa 1900 an, schildert. Hier ist nicht sowohl der Mangel, als wohl cher die Ueberfülle an Material die Ursache dazu gewesen. Aber was dazwischen liegt, die Hauptzeit, die Zeit von 1870-1900, hat eine ebenso klare wie geschlossene und erschöpfende Darstellung gefunden. Mittwoch, 1. Jannar 1913. der politischen Grenze zwischen Sachsen und Böhmen gehen. Je Ausspruch von Fichte, Rants philosophischen Nachfolger, stellen: weniger erfolgreich aber die Arbeiterbewegung gewerkschaftlich, desto Kant war die reine Vernunft in einem Menschenkörper". Und in intensiver war fic, namentlich in den ersten Jahrzehnten, politisch der Tat erscheint das unansehnliche Leben dieses preußischen orientiert. Ja, bei dem besonderen Charakter der erzgebirgischen Professors in ganz anderem Lichte, gewinnt Farben und innere Bevölkerung wurden die neuen proletarisch- sozialistischen Ideen Bewegung, wenn wir es lediglich als äußere Hülle für Kants philogeradezu mit religiöser Inbrunst erfaßt und weiter getragen. Dcher sophisches Lebenswerk betrachten. sind gerade im Chemnißer Bezirk auch die Kämpfe zwischen Lassal- Allerdings ist dieser Standpunkt schwer festzuhalten. Wie nahe leanern und Eisenachern, zwischen Haßfeldianern und Schweiße- liegt es doch, das Unbedeutendste und Gleichgültigste zu wichtigem rianern mit besonderer Schärfe ausgetragen worden. Nur Berlin und deutungsvollem zu machen, hinter den Schwächen und reicht in diefer Beziehung noch an Chemnitz heran. An diesem Mensch! a, iten Gründe höherer Vernunft zu suchen. Diesem ausschließlich politischen Charakter der früheren erzgebirgischen Ar- Fehler so vieler Kantianer ist K. Borländer in seiner kürzlich beiterbewegung ändert auch das frühzeitige Vorhandensein zahl- bei Felix Meiner, Leipzig, erschienenen Kant- Biographie(" Immareicher kleiner Arbeiterkonsumvereine nichts. Der Chemnizer Bezirk nuel Kants Leben"; Philos. Bibl. Nr. 126; Pr. 3, M.) mit viel ist bekanntlich auch die Wiege dieser in Deutschland. Schon zwei Geschick aus dem Wege gegangen. Ohne hochtönende Worte, die Jahre nach demjenigen der Pioniere von Rochdale entstand in heutzutage mehr denn je bei solchen Anlässen beliebt sind, schlicht Chemnitz der erste von ihnen. Aber jahrzehntelang hat man sie und einfach gibt er uns viel mehr als eine bloße Lebensbeschreibung im Erzgebirge als reine Hilfsorganisationen des Proletariats, frei des Königsberger Philosophieprofessors. Ein Sittengemälde aus von jeder eigenen eigenartigen wirtschaftlichen Schwerkraft und Be- der friderizianischen Zeit entrollt sich vor unsern Augen. An den deutung, betrachtet und demgemäß benutt: fie waren Broletarier- persönlichen Schicksalen Rants, an seiner langandauernden Zurücksparkassen, nicht direkt für die politische Partei, wie sie es in Belgien sehung durch die damaligen Trott zu Solz, an seiner landesväternoch heute sind, aber doch für den einzelnen politisch kämpfenden lichen Maßregelung durch die Regierung Friedrich Wilhelms II. erkennen wir das Walten des aufgeklärten Despotismus, der die Proletarier. Aufklärung nur so lange duldete, als sie sich mit seinen Ansichten das Leben und und Zielen vertrug. Aber auch die kleine Welt Treiben in dem damaligen Königsberg mit seinen Pietisten und Professoren, seinem proßigen Adel und wohlhabenden Bürgerstand, mit Kants Freunden und Gegnern zieht an uns vorüber in föſtlicher Kleinmalerei. Und im Mittelpunkte vollzieht sich im stillen das große Werk des„ Alzermalmers", der durch seine abstraften Formeln die Geistesirrungen der alten Zeit bis in ihre geheimsten Schlupfwinkel verfolgt. Als eine Gabe für Kantliebhaber benft sich der Verfasser sein Werk. Es wird aber sicherlich einen guten Empfang auch in weiteren Kreisen finden. Die kulturgeschichtliche Bedeutung des Vorländerschen Biographiewerke wird ihm auch solche Leser zuführen, die für die Lehre wie für die Persönlichkeit Kants zwar ein allgemeines, aber kein spezielleres philosophisches Interesse besigen. Aus der ersten Periode der Lassalleanisch- Eisenacher Wirren ist eine Feststellung Heilmanns noch von besonderem Interesse. Er legt dar, daß die Gegensätze zwischen beiden Richtungen, die, wie gesagt, auf dem Boden des Chemnißer Bezirks sich besonders heftig ausgetobt hatten, hier früher beigelegt worden sind, als sich die Einigung der beiden Parteien allgemein und insbesondere offiziell in Gotha vollzog. Heilmann gräbt einen Bericht von Theodor York, des großen Organisatiors der Eisenacher Partei" an den Volksstaat" im Sommer 1871 aus, indem dieser erklärt, daß die Einheit der Arbeiterbewegung in Chemniß nicht erst geschaffen zu werden brauche, sondern bereits Tatsache sei; in Chemnis gebe es teine Eisenacher und keine Lassalleaner, sondern nur noch Sozialdemokraten". Der erste große Aufschwung der Bewegung erfolgte in der Zeit zwischen dem französischen Kriege und der Verhängung des Sozialistengesezes. In seinen beiden Brennpunkten stehen zwei Neben dem Vorländerschen Buche gehört auch der von der Männer, die ihn mit starter Kraft vor allem schaffen halfen: Most Deutschen Bibliothet" in einem Bande( Preis pro Band und Vahlteich. Most hat in den ersten siebziger Jahren in Chem- geb. 1, M.) zu Berlin besorgte Neudruck von drei Schriften der niß den Höhepunkt seiner politischen Bedeutung erklommen. Neben Zeitgenossen Sants: Borowski, Jachmann und Wa= ihn, als Redakteur an seine Stelle, trat schon 1872 Bahlteich. sianski, zu den Neuerscheinungen der biographischen KantEinen stärkeren Gegensatz als den der beiden Naturen," so schreibt literatur. Diese drei Schriften, die sich zum Teil auf verschiedene Heilmann wörtlich, fann man sich kaum vorstellen. Wenn Zeitperioden im Leben Kants beziehen, bilden die wichtigsten Most der große Aufrüttler der Chemnitzer Arbeiter aus faulem Quellen für die Kantbiographie überhaupt. Mit großer Bietät geSchlafe war, so war Vahlteich ihr großer Erzieher Mit Ab- schrieben, geben sie meistens persönlich- intime Eindrücke und Ersicht und Nachdruck beseitigte letterer alle agitatorischen Aeußer- innerungen der Drei wieder, ohne auf kritische Bearbeitung des lichkeiten, mit denen Most unbedenklich gearbeitet hatte. Er Gebotenen irgendeinen Anspruch zu erheben. So haben sie auch verschmähte das atzentuiert Proletarische.. Er war sicherlich vornehmlich einen Quellenwert: die subalterne Einfalt, mit der von allen damaligen Sozialdemokraten am meisten von Illusionen hier das persönliche Leben Kants geschildert wird, kann nur im frei. Ein nüchterner, flarer Kopf, täuschte er sich nicht über die Rahmen der kulturgeschichtlichen Wertung seiner Leistungen überNähe des proletarischen Sieges, sondern sah die Länge und Mühen wunden werden. des Weges voraus... Nicht auf Leidenschaft, sondern auf unter- Als ein Mittel hierzu muß neben dem Werke von Vorländer scheidende Erkenntnis mies er immer wieder die Arbeiter hin." die im Jnsel- Verlage, Leipzig, erschienene, von F. Ohmann Interessant auch ist, wie Heilmann die spätere Wandlung Mosts besorgte und eingeleitete Auswahl von Kants Briefen genannt zum Anarchisten aus der nervösen Zerrüttung des ohnehin leicht werden. Hinter ihrer trockenen Geschäftsmäßigkeit tritt diefelbe Es soll nun nicht die Aufgabe dieser Besprechung sein, das ge- seiner intensiven deutschen Parteitätigkeit hat er weit über 4 in Berson aber nichts. In einer feinsinnigen Einleitung gibt der erregbaren Wannes durch seine Gefängnisstrafen( von 7 Jahren geistige Eigenart Kants hervor, der die Leistung alles war, die schichtliche Material, das dem Heilmannschen Buch zugrunde liegt, Gefängnissen zugebracht!) erklärt. Es ist dieselbe Auffaffung, die Herausgeber eine treffende Charakteristik dieser menschlichen Dokuauf seine Zuverlässigkeit hin zu prüfen, Folgerungen aus ihm in heute noch unter den älteren Genossen der Chemnißer Arbeiterschaft mente. Hat man auch bei dem Durchlesen mancher Briefe den Einder Heilmannschen Darstellung in etwas zu berichtigen oder gar über Most herrscht; noch heute genießt der Most der ersten sieb- druck, daß es besser wäre, dem gelegentlich geäußerten Wunsche neue geschichtliche Einzelheiten und Kleinigkeiten hinzufügen. Für Rants nachzukommen und sie, da sie niemals in der Meinung ge= solche wissenschaftliche Kleinarbeit ist der„ Vorwärts" nicht die rich- ziger Jahre hohe Verehrung unter ihnen. Einen Höhepunkt der Heilmannschen Geschichte bildet die schrieben worden, daß das Publikum sie lesen sollte", gänzlich wegtige Stelle. Vielmehr soll versucht werden, an der Hand des Heil Schilderung der Zeit unter dem Sozialistengesek. Das aller- zulassen, so ist dennoch das Verdienstvolle dieser Auswahl boll anmannschen Buches aus der Parteigeschichte der Chemnizer und erzgebirgischen Arbeiterschaft einige Tatsachen vorzuführen, die auch charakteristischste an ihr ist wohl, wie er den Aufstieg der ganz ent- zuerkennen. Sie wird, wenn nicht direkt unentbehrlich, so doch sehr manchem heutigen Groß- Berliner Parteigenossen von Interesse mutigten, versprengten und verfolgten Chemnißer und erzgebirgi- förderlich für das Verständnis von Kants theoretischer Leistung und schen Arbeiter aus ihrer Entmutigung bis zu neuen Taten heiterster historischer Stellung sein. Die ganze Chemnißer Parteigeschichte ist und bleibt jedem un- oder kühnster Art schildert. Eine starke Ermutigung wurden dabei verständlich, wenn er eine einzige wirtschaftliche Tatsache aus dem für sie die Reichstags- und Landtagswahlen: sie, die geheim waren, Hier ist zunächst die in populärer Absicht verfaßte Darstellung Auge läßt: daß der Bezirk, in dem sie sich abspielt, eine der Hoch- zeigten alsbald, daß auch unter dem Schandgeseh Massen der burgen der Heimarbeit in Deutschland ist. Chemnitz selbst liegt großen Sache treu geblieben waren. Nicht zum wenigsten an dem der Kantschen Welt- und Lebensanschauung zu nennen, die bereits nahe der Niederung, die nach Norden dem Erzgebirge vor- brutalen Ausnahmeverfahren gegen die Sozialdemokratie ge-( Preis 3, M.) im Verlage F. Bruckmann, München, besorgte und von ihm geschaffenen geheimen Wahlrecht ist Bismard mit seinem Dr. Fel. Groß unter dem Titel Kant- Laienbrebier" gelagert ist. Dieses selbst ist sein Hinterland, das Reservoir, von woher die werdende Großstadt seit je den Zustrom ihrer Menschen, scheitert. Schließlich war den Verfolgten schon Mitte der 80er die bereits in zweiter Auflage vorliegt. Der Versuch, Kant selbst ihrer Arbeitskräfte bezog und noch heute bezieht. Das Erzgebirge Jahre das Selbstbewußtsein wieder so stark gewachsen, daß sie es zu dem größeren Leserkreise über alle Fragen seiner Philosophic aber ist die klassische Heimat der Heimarbeit und Heimindustrie: jahrelang fertig gebracht haben, in nächster Nähe von Chemnik, in reden zu lassen, ist im großen ganzen befriedigend ausgefallen. Die Burgstädt, den" Sozialdemokrat" heimlich zu drucken und all- fünf Abschnitte des Breviers: Wissen, Schauen, Glauben, Wirken, noch heute, wenn auch in von Jahr zu Jahr abnehmendem Umfang, wöchentlich über ganz Deutschland zu verbreiten! Endlich gab es Leben enthalten tatsächlich in übersichtlicher Anordnung so viel aus Kants Gedankenwelt, daß der Laie daraus einen gewissen Begriff Stinderarbeit. Kaum anderswo in Deutschland waren und sind noch gar in Chemnitz ganze große Verhöhnungsaktionen gegen, die ge- von Sants Philosophie gewinnen tann. Wehr aber will und fann heute die Löhne so niedrig, wie in den Heimarbeitsbezirken des Erzgebirges. Diese Zustände wirkten stets auch ausschlaggebend auf die Die Zeit nach Aufhebung des Sozialistengesetzes bis etwa 1902, auch eine derartige Zusammenstellung nicht geben. Daß sie hier Großstadt Chemnitz. Auch hier waren und sind die Löhne durch also noch einmal 12 Jahre lang, war im Grunde nur eine Fort- und da eine Lücke aufweist, ist bei der Schwierigkeit eines derartigen schnittlich viel niedriger als in ähnlichen Industriezentren anders- sehung der Kampfmethoden des Sozialistengesetzes durch die Herr- Unternehmens nur zu verständlch. Eine davon sei aber hier gleich wo. Für ein paar Pfennige mehr Lohn, als er im Erzgebirge selbst schenden gegen die erzgebirgisch- Chemnitzer Arbeiterschaft. Was vermerkt: den für den sozialen Standpunkt Kants so charakteristi gezahlt wurde, konnte man tausend und aber tausend Hände von man sich in dieser Zeit gegen sie an Brutalitäten und Vergewalti- schen Ausspruch über Volts bürger und Volksgenossen haben borther bekommen. Die Frauen der nach Chemnitz Hinziehenden gungen geleistet hat, schildert Heilmann ebenfalls ebenso ausführ: wir in der Sammlung nicht finden können. Das Schlußwort", das der Herausgeber dem recht brauchbaren febten auch hier die Heimarbeitstradition ihrer Gebirgsheimat fort. lich wie dramatisch, dem Nachwuchs zur unvergeßlichen Lehre! Erst sein dürften. sitzt sie dort. Heimarbeit aber bedeutet Elendsarbeit, Frauenarbeit, 2. Theoretisches. Die Folge war, daß gewerkschaftliche Organisierung der Massen auch seit 1903 hat sich in dieser Beziehung das Blättchen auch im Erz- Brebier anzuhängen für nötig befunden hat, bedeutet eine arge in Chemnih ſelbſt jahrzehntelang auf die allergrößten Schwierig gebirge zu wenden begonnen. Und heute? Nun, heute weht über Enttäuschung für den Laien, der darin einige Fingerzeige für das feiten, ja auf eherne Unmöglichkeiten stick. Es hat im vorigen allen fieben Reichstagswahltreisen des Chemnißer Bezirks die richtige Verständnis des Gebotenen finden möchte. Anstatt dessen Jahrhundert Jahrzehnte gegeben, wo jeder, der sich als Organi- rote Fahne der Sozialdemokratie, und sie ist so sicher aufgepflanzt, wird er mit der Versicherung vertröstet, daß das große Lebenswerk fierter bemerkbar machte, auf die Straße flog. Lohnbewegungen daß auf absehbare Zeit faum zu erwarten ist, daß man sie her- Immanuel Rants die endgültige philosophisch- kritische Grundlegung waren so gut wie ausgeschlossen; erfolgreiche sind einfach an den unterholen wird. Das Verhältnis aber zwischen dem sozialisti- unserer gesamten reinmenschlich"-germanischen Kultur" sei. Die Fingern aufzuzählen. Den vom Erzgebirge herabgekommenen be- schen Proletariat einerseits und der bürgerlichen herrschenden Klasse verteidigt wird, mögen sich im Sinne moderner Schönrederei ganz scheidenen Heimarbeitern ging es ja auch bei dee vom Unternehmer andererseits ist heute etwa so, daß sie sich wie zwei fremde Welten nett ausnehmen, zu einer wirklichen Verständnis Kants tragen sie festgesetzten Löhnen schon viel besser, als früher oben im Gebirge. gegenüberstehen und immer seltener miteinander in Berührung jedoch herzlich wenig bei. Noch heute aber, wo auch Chemnis und Umgegend endlich eine stolze kommen. Das Proletariat sucht solche Berührung nicht, weil es Gewerkschaftsbewegung hat, sind infolge der Wirkungen der Heim- das nicht nötig hat, das Bürgertum nicht, weil es endlich Furcht arbeit die Lebensverhältnisse der Massen schlechter als anderswo. bekommen hat. Man kann geradezu den Sah formulieren, daß die Löhne steigen mit der Entfernung, in der die Orte zum Zentrum der erzgebir gischen Heimarbeit liegen. Man kann in dieser Beziehung nach Norden richtige Zonen feststellen, deren Grenzen fast parallel zu Paul Göhre. Immanuel Kant, von ihm, über ihn. 1. Biographisches. " Die Lebensgeschichte Immanuel Kants ist schwer zu schreiben. *) Geschichte der Chemnitzer Parteibewegung." Von Ernst Denn er hatte weder Leben noch Geschichte." So Heinrich Heine Heilmann. Chemnitz 1912. Verlag des Sozialdemokratischen in Deutschland". Dieses etwas herbe Urteil, das Heine von Wahlvereins, Dresdener Straße 38. 310 Seiten. Mit vielen Ab- manchem Kantanbeter schweren Tadel eingebracht hat, gewinnt seine bildungen. Preis 3 M. wahre Bedeutung, sobald wir daneben noch einen ebenso bündigen organ auch nur" Der Landarbeiter" heiße, wird der kurze Titel Erfte Generalversammlung des Verbandes der Land-, beschlossen. Der Entwurf des Vorstandes wird unverändert angeWald- und Weinbergsarbeiter. Berlin, den 31. Dezember. Statutenentwurf nommen, wobei der einstimmige Beschluß, die untere Beitragsklasse von 30 auf 40 Pf. zu erhöhen und eine vierte höhere Klaffe einzuführen, besonders hervortritt. In der Diskussion über den Der Vorsitzende Schmidt erläutert auch die in der Dis fussion verschiedentlich geäußerten Wünsche, daß es den Mitgliedern freigestellt bleibe, Wochen- oder Monatsbeiträge zu zahlen; ferner spielt die Frage der Titeländerung des Verbandes eine größere daß nur bei Ziviltlagen eine sechsmonatliche Mitgliedschaft erRolle. Der Vorstand schlägt vor, daß an Stelle des jetzigen langen forderlich ist, dagegen bei Klagen aus dem Strafrecht und aus der Titels einfach, wie auch in Sprachgebrauch üblich, gesagt wird: Arbeiterversicherung der Verband wie bisher sofort Rechtsschutz ge" Deutscher Landarbeiterverband". Besonders die Delegierten, die währt. Der Vorstand werde auch ferner loyal verfahren und er Waldarbeiter sind, wünschen, daß in Rücksicht auf die Agitation wird den Mitgliedern, die noch nicht Anspruch auf Rechtsschutz haben, unter den Waldarbeitern diese im Titel mitbenannt werden sollen. mit Rat beistehen. Der Vorstand wird zur Erläuterung des Unter Hinweis darauf, daß in den Industrieverbänden noch weit Statuts einen Kommentar herausgeben. Die Beschlüsse der General mehr Berufsgruppen vertreten sind und diese doch auch nur die versammlung treten am 1. April 1913 in Kraft. Der VerbandsHauptgruppe im Titel benennen, und daß ferner das Verbands- vorstand hat dazu folgende Uebergangsbestimmungen beschlossen: Ein Führer durch Kants Gedankenwelt bietet sich in dem Immanuel Kant( Teubners Sammlung, Preis geb. 1,25 M.). Der Verfasser beschäftigt sich vorzugsweise mit Kants Erkenntnistheorie, in deren kritischen Würdigung er manches durchaus Originelles und jedenfalls Beachtenswertes leistet. Für den fort= geschrittenen Philosophieliebhaber ist das Werkchen eines der besten, Die überhaupt auf dem weiten Felde der Kantliteratur in letter Zeit erschienen sind. Für den Laien ist es jedoch zu schwierig und faum als Ganzes genießbar. Manches Kapitel aber wird auch ihm Nutzen und Belehrung bringen, auf jeden Fall aber einen Begriff von dem wirklich Großen in Kants Lehre geben. bereits in dritter Auflage vorliegenden Werke von D. Külpe: V. Th. Den Mitgliedern wird bis zum 31. Dezember 1913 Zeit gelassen, aus der Beitragsflasse zu 30 Pf. in die zu 60 Pf. oder in eine höhere Klasse überzutreten. Wer jedoch in der Zeit vom 1. April 1913 bis 30. Juni 1913 den Uebertritt in eine höhere Beitragsklasse vollzieht, der genießt den Vorteil, daß mit dem vollzogenen Uebertritt das Mitglied auch sofort in die höheren Unterstüßungsrechte der höheren Beitragsklasse eintritt. Bei Mitgliedern, die erst nach dem 30. Juni 1913 den Uebertritt vollziehen, fällt dieser Vorteil weg und werden die Beiträge, wie bisher üblich, einfach umgerechnet." Alle übrigen Anträge zum Statut werden abgelehnt oder dem Verbandsvorstand überwiesen. Anträge und wiederholt geäußerte Wünsche, die Verbandszeitung alle 14 Tage erscheinen zu lassen, werden auf Anregung des Redakteurs dahin erledigt, daß dem Verbandsvorstand das Recht erteilt wird, den" Landarbeiter" eventuell vierzehntägig erscheinen zu lassen.- Neue Anträge verlangen die Anstellung wei 1 Eingegangene Druckschriften. terer Gauleiter, einen für Ost- und Westpreußen, einen für behörde beherrscht ist, erhellt aus einer Aeußerung des Schulrats| Begründung des ungefeglichen Gewaltstreiches ist nämlich bis jetzt Nordbayern, einen weiteren für Südwestdeutschland, einen weiteren Kesselring: in den verpönten Zusammenkünften könnte den jungen noch gar nicht erfolgt. Nun wird wenigstens erreicht, daß die für Mitteldeutschland. Auch diese Anträge werden dem Vorstande Arbeitern nahegelegt werden, mehr Lohn zu fordern, dadurch werde Macher des Erlasses Farbe bekennen müssen. überwiesen. die Unzufriedenheit wachgerufen und Zusammenstöße zwischen Unternehmern und Arbeitern gefördert. Der Herr scheint es also als seine Mission zu betrachten, dem Unternehmertum williges und billiges Menschenmaterial zu beschaffen. Nun suchten die Arbeiter einen Sind die fortschrittlichen Volksparteiler Religionsfeinde und neuen Weg, den Bildungstrieb ihrer Kinder zu fördern, durch Errich- Kulturkämpfer? Von D. Muser. 40 Pj. Spannagel u. Todt, Billingen tung eines Jugendheims, ohne Anschluß an irgendwelchen Verein. Da( Baden). fam ein neuer Erlaß, der den Fortbildungsschulpflichtigen das Die Stellung der Frau zum Staat und im Staat. Von D. Muser. 60 G. Braun, Der bisherige Vorstand wird einstimmig wiedergewählt. Nach der Wahl des Beirats wird der Antrag, die nächste Generalversammlung in Stuttgart stattfinden zu lassen, abgelehnt; Berlin soll wieder der Tagungsort sein. Nach einem Schlußwort von Keiditsch wird die Generalversammlung mit einem Hoch auf den Verband geschlossen. Jugendbewegung. Gegen die Vergewaltigung der Arbeiterjugendbewegung in Bayreuth 3 M. Selbstverlag in Weimar. von J. Stammhammer. Bd. 2. 30 M. G. Fischer, Jena. Bibliographie der Sozialpolitik. Bearbeitet und herausgegeben Plan einer rationellen Bekämpfung der Volkstuberkulose. Bon S. Fuchs v. Wolfring. 29 S. F. Leineweber, Leipzig. Sonnenland. Bon J. K. Ratislaw. 64 S. Satulum- Berlag, Jugendheim verschließen will, indem unter Umgehung der Wahrheit Der Beckruf. Monatsschrift für individuelle Kultur. Heft 1. Jährlich die Einrichtung furzweg zu einem Verein gestempelt wird. Die Bersammlung protestierte entrüstet gegen diefen Schlag und wies den Gedanken weit von sich, die Arbeiterjugend schußlos den Verfolgungen der Schul- und Polizeibehörde zu überlassen; sie erklärte den Jugendausschuß in seinem Stampfe gegen Bevormundungs- und protestierte die dortige Arbeiterschaft in einer imposant verlaufenen Unterdrückungspolitit unterstüßen und die Parole:" Jedem fortMassendersammlung. Der liberale Stadtgewaltige Dr. Caffel- bildungsschulpflichtigen Arbeiterkind die Zeitschrift Arbeiterjugend" Berlin S. 14 mann hatte aufpasser geschickt, um etwa erscheinende Jugendliche in die Hand und jeder Fortbildungsschulpflichtige, noch nicht Der Mensch und die Erde. Lieferung 162-166, Herausgegeben abzufangen. Es sprachen die Genoffin Grünberg Nürnberg und 18 Jahre alte Arbeiter in das Jugendheim" zu der ihrigen machen von H. Krämer. Einzell. 60 Pf. Bong u. Co., Berlin W. Redakteur Puchta- Bayreuth. Aus dem Referat des letzteren er zu wollen. fuhr man interessante Einzelheiten über den verbohrten Kampf, der Das Vorgehen gegen die Jugendbewegung hat auch zu Debatten Marktbericht von Berlin am 30. Dezember 1912, nach Ermittelungen feit zwei Jahren gegen die Jugendbewegung geführt wird. Als im Bayreuther Gemeindefollegium geführt. Als man sich des fönigl. Polizeipräsidiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte geringe damals eine Jugendorganisation gegründet wurde, wurde sie von über die Gewährung eines Zuschusses für den evangelischen JugendRoggen, pute Sorte geringe der Polizei zerstört unter Inanspruchnahme der Schulbehörde, die hort unterhielt, wendeten sich die sozialdemokratischen Gemeinde- gute Sorte 17,70-18,30, mittel 17,00-17,60, geringe 16,40-16,90. ( ab Bahn). Futttergerste, bestimmte, daß der Beitritt zu einem Verein oder die Teilnahme bevollmächtigten gegen die Bewilligung mit dem Hinweis, daß die Hafer, gute Sorte 18,80-20,40, mittel 17,10-18,70( frei Bagen und ab an Versammlungen für Fortbildungsschulpflichtige von der Er- Arbeiterjugend mit dem Polizeiknüppel niedergeschlagen werden solle, Bahn). laubnis der Schulbehörde abhängig sei. Daß diese Er- während man hier einem bürgerlichen Verein städtische Gelder, zu Markthallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen laubnis gegenüber der freien Jugendbewegung niemals erteilt denen auch die Arbeiter beisteuern müssen, zuwenden will. Bon 30,00-50,00. Speisebohnen, weiße, 36,00-50,00. Linfen 35,00-60,00. werden würde, war natürlich von vornherein in Aussicht liberaler Seite wurde alles aufgeboten, um eine Besprechung des Kartoffeln( Kleinhdl.) 5,00-8,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule genommen. Den Wirten, die in ihren Lokalen Zusammenfünfte unangenehmen Falles zu verhindern, weil das Kollegium nicht zu stalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. 60 Stüd 1,70-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,40-1,80. Schweinefleisch 1,60-2,20. bulden würden, an denen Jugendliche teilnahmen, wurde mit Kon- ständig sei, doch konnten unsere Genossen wenigstens das erreichen, Gier 4,80-7,20. 1 Kilogramm Starpien 1,40-2,40. Male 1,60-3,20. Banber zeffionsentziehung gedroht. Man verbot den Jugendlichen auch den daß der Magistrat ersucht wird, Auskunft über die Gründe für die 1,40-3,60. Hechte 1,40-2,60. Barsche 1,00-2,40. Schleie 1,60-3,20. Beitritt zu ihren Berufsorganisationen. Von welchem Geist die Schul- Erklärung des Jugendheims als Verein zu geben. Eine eigentliche Bleie 0,80-1,50. 60 Stud Streble 3,00-24.00. bis mittel mittel Bis 20. Januar Inventur- Verkauf zu außerordentlich billigen Preisen Ein großer Posten aus guten u. haltbaren Stoffen gefertigte Sakko- Anzüge, Ulster, Paletots zu den Serienpreisen M. 25.- 28.- 32.- 36.- 39.- 42.- 45.- 48.- 54.- 60.- 68.- 75.- 80.- 85.- 95.jetzt zum Einheitspreise M. 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Januar 1913 ausgegeben und zwar bis zum 3. Januar in meinem Bureau Beuthstr. 6 von 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags; ab 4. an der Kasse der betreffenden Unterrichtssäle. Es finden Kurse statt: Im ,, Künstlerhause", Bellevuestraße 3( am Potsdamer Platz). Englisch: 20,00. M. von 8-10 Uhr abends 50 Stunden Beide Kurse beginnen am 3. Januar 1913 und werden im Parterre Saal links jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag gegeben. Damen und Herren, die daran teilzunehmen wünschen, werden gebeten, schon jetzt Karten zu kaufen, da nur eine kleine Anzahl Plätze frei sind. Kursus im Kasino- Saal, Landsberger Straße 39, am Alexanderplatz. Englisch: jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag abend von 8-10%. 50 Stunden nur M. 15,00. Beginn Mittwoch, 8. Januar, abends 8, Uhr. Kursus im ,, Kino- Saal", Neukölln, Bergstr. 67. Englisch: jeden Montag, Donnerstag und Freitag abend 8-10% 50 Stunden nur M. 15,00. Beginn Freitag, den 10. Januar, abends 8 Uhr. Kursus im ,, Marine- Haus", Brandenburger Ufer 1 ( Jannowitzbrücke). Englisch: 1. Wiederholungskursus für Damen u. Herren, die früher schon Englisch gelernt haben. 50 Stunden- M. 25,00. Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend von 11-1 Uhr vorm. Beginn: Sonnabend, den 4. Januar 1913, vorm. 11 Uhr. 2. Kursus für Anfänger und für diejenigen, die früher nur wenig Englisch gelernt haben. 50 Stunden M. 25,00. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 11-1 Uhr vormittags. Beginn: Montag, den 6. Januar 1913, vorm. 11 Uhr. b) Ein Kursus von 6-8 Uhr nachm. jeden Dienstag und Freitag, 30 Stunden- M. 12,50. Beginn: 6. Januar, nachmittags 6 Uhr. c) Ein Abendkursus von 8%-10%, Uhr jeden Montag und Mittwoch, 30 Stunden M. 10,00. Beginn: Montag, den 6. Januar, abends 8 Uhr. 4. Vorbereitungskursus mit engl. Korrespondenz für Anfänger. Jeden Donnerstag abends von 8-10%, Uhr, 16 Stunden M. 6,00. Beginn: 9. Jan. 1913, abends 8, Uhr. mittags, 16 Stunden nur M. 6,00. Beginn: Sonntag, den 5. Sonntagskursus für Anfänger von 12-2 Uhr 5. Januar, mittags 12 Uhr. 6. Sonntagskursus für Vorgeschrittene von 3 bis 5 Uhr nachmittags, 16 Stunden nur M. 6,00. Beginn: Sonntag, den 5. Januar, nachm. 3 Uhr. 7. Ein Kursus für Briefschreiben, Unterhaltung und engl. Anstandsregeln. Jeden Mittwoch u. Sonnabend M. 12,00. Beginn: 8. Januar, von 3-5 Uhr, 30 Stunden nachmittags 3 Uhr. 8. Engl. Konversationskursus, jeden Montag, Dienstag, Donnerstag u. Freitag v. 4-5%, Uhr, 16 Stunden M. 8,00 oder 0,60 für 1 Stunde. Beginn: 6. Januar, nachm. 4 Uhr. Französisch. 1. Ein Kursus für Vorgeschrittene, von 2-4 Uhr nachm. 30 Stunden- M. 15,00. Jeden Dienstag und Freitag. Beginn: 7. Januar 1913, nachm. 2 Uhr. 2. Ein Kursus für Vorgeschrittene, von 6-8 Uhr nachm. 30 Stunden M. 12,50. Jeden Montag und Donnerstag. Beginn: 6. Januar 1913, nachm. 6 Uhr. 3. Drei verschiedene 30stündige Kurse für Vorgeschrittene, die nur zweimal wöchentlich kommen können. 3. Abendkursus für Vorgeschrittene von 8-10%, a) Ein Kursus von 2-4 Uhr jeden Montág u.Donnerstag, Uhr. 30 Stunden M. 10,00. Jeden Dienstag und Frei30 Stunden- M. 15,00. Beginn: 6. Januar, nachm. 2 Uhr. I tag, Beginn: 7. Januar 1913, abends 82 Uhr. Unserer lieben Kundschaft, Freunden und Gönnern zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche! Kaufhaus Gebr. Preuß MOABIT, Beusselstraße, Ecke Huttenstraße. Allen Freunden und Gästen wünscht ein Frohes Neujahr Max Reppin Bötows Bier- Quelle Reichenberger Str. 96a. cee Allen Freunden und Genossen die beften Wünsche zum Neuen Jahre! Karl Gründel und Frau, Gastwirt, Wörther Str. Nr. 15. Profit Neujahr meinen Gästen, Freunden und Belannten. 18505 Heinrich Kempf, Reglerheim, Berlin- Treptow, Am Treptower Bart 19. Wünschen allen Genossen und Freunden ein gesundes Neues Jabr. Johannes Greth und Frau. Berlin- Nieder- Schönhausen Bismardstraße 37. Allen, meiner werten Rundschaft, Freunden und Bekannten wünsche ein 1878 frohes, gesundes Neues Jahr! Reinhold Schirmer, Wörther Str. 22, Zigarrenhandlung. Weiner werten Kundschaft wünsche ein Fröhliches Neues Jahr! D. Danielsohn, Handlung geräucherter Seefische, Rottbuser Damm 6. Viel Glück zum Neuen Jahr wünscht allen seinen Gästen, Freunden und Bekannten Otto Schreiter, Tempelhof, Gottlieb- Dunkel- Straße 59. Prosit Neujahr allen Manoli Rauchern Beste Glückwünsche zum Neuen Jahre sende hiermit allen meinen Gästen Franz Loeper, Schankwirt, Frankfurter Allee 74. Hotel ,, Moritzplatz" wünschen allen lieben Gästen, Freunden und Genossen von fern und nah ein Fröhliches Prosit Neujahr! Heinrich John und Frau, Berlin S. 42, Luckauer Straße No. 2. 1865b Fröhliches Neujahr wünschen allen Vereinen, Gästen, Schülerinnen und Schülern fowie Eltern Tanzlehrer Restaurant„ Fürstenhof" Richard Heinrich. Stopenider Straße 137 Inhaberin Witwe Q. Zöls. Beginn der neuen Kurse zur zwanzigjährigen Saison am Sonntag, den 5. Januar, nachmittags 3 Uhr. Anmeldungen frühzeitig erbeten. D. D. Allen Gästen und Bekannten wünscht ein Fröhliches Neujahr G. Post und Familie, Prinzen- Allee 44. 8/15 Ein frohes Neues Jahr wünscht allen Parteigenossen und Gästen 18646 Herm. Lehmann, Neukölln, Lellstr. 8. Prosit Neujahr! wünscht allen Gästen, Freunden und Bekannten 1887b Paul Wehner, Restaurateur Wattstr. 3. Meinen werten Kunden, Bekannten und Genossen wünsche ein fröhliches, gesundes Neues Jahr! Ernst Wancke, Hutmacher, Mitglied und Lieferant der Konsum Genossenschaft, Berlin O., Weidenweg 20, nahe der Frankfurter Alce. Allen Freunden und Bekannten wünschen ein fröhliches Neues Jahr! Paul Schwedler. Frau, Wernsdorf, Restaurant zum Oder- Spree- Kanal. 00 Allen Freunden, Gönnern und Bekannten wünscht Goldblondehen Ein frohes Neujahr alkoholfreies Erfrischungsgetränk. Zum Jahreswechsel allen lieben Freunden, Kollegen herzliches Neujahr! und Konsumenten ein Ernst Krüger G.m.b.H., Berlin NO. 18, Höchstestr.28 das Amt If, Berliner No. 9599 umor- Quartett Gg. Treuer Kastanienallee 40 T MARKE GONDOR Warenzeich Wir beglückwünschen unsere verehrten treuen Kunden zum Jahreswechsel und weisen gleichzeitig auf die sensationelle Einkaufs- Gelegenheit hin, die unser Inventur- Ausverkauf bietet. Unser nächstes Sonntags- Inserat wird allgemein interessieren. ab Sonnabend den 4. Januar 21 Verkaufsstellen in Berlin und Umgegend: C, Spittelmarkt 15 N, Müllerstrasse 3 Conrad Tack& Cie. A.-G. E Schuhfabrik - BURG bei Magdeburg SO, Wrangelstrasse 49 C, Rosenthaler Strasse 14 N, Reinickendorfer Str. 23 SW, Friedrichstr. 240-241 Potsdamer Strasse 50 N, Brunnenstrasse nur 37 Charlottenburg: nur WilW, Schillstrasse 16 NW, Turmstrasse 41 NW, Wilsnacker Str. 22 NW, Beusselstrasse 29 N, Friedrichstrasse 127 N, Danziger Strasse 1 O, Andreasstrasse 50 O, Frankfurter Allee 125 SO, Oranienstrasse 2a SO, Oranienstrasse 32 mersdorfer Str. 122-123 Potsdam: Brandenburger Str. 54 Neukölln: Bergstrasse 30-31 Proben and Preislisten kostenfrei. Prosit Neujahr! allen meinen verehrlichen Kunden, Gönnen und Freunden. 18486 Leopold Schmidt, Gastwirt, Landsberger Str. 99, E.Palisadenst. Unserer verehrten Kundschaft zum Neuen Jahr herzlichst. Glückwunsch! Josef Laserich und Frau, Adlershof, Bismarckstr. 48. Meiner werten Kundschaft zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche! Richard Behr, Adlershof, Hoffmannstr. 15. Allen Stumven herzlichen Glückwunsch zum Neuen Jahr! M. Moritz, Adlershof, Sedauftr. 4. Ein fröhliches Neues Jahr wünscht allen Freunden und Genossen Th. Zielke, Milchgeschäft, Mirbachstr. 11. Meiner werten Kundschaft ein fröhliches Neues Jahr wünschend 1875b Hans Hossenfelder, Schlächtermeister, Reinickendorf- Ost, Sommerstr. 48. Frohes Neues Jahr! wünsche allen meinen Gästen, Freunden und Bekannten Fritz Kienitz Rebalerstr.14, E.Simon- Dachstr. Pichelswerder. Allen lieben Bekannten und Freunden wünscht ein gesundes Neujahr und fröhliches Wiedersehen! Der Alte Freund. Viel Glück im neuen Jahr wünscht seinen Gästen, allen Freunden und Bekannten Paul Neumaun, O. 17, Mühlenstraße 49a. Ein glückliches Neues Jahr allen Vereinen u. Gewerkschaften. Karl Ludwig, Treptow. Allen Freunden, Bekannten u. Gönnern wünscht frohes Neujahr! Schütz, Jnhab. der Berolina- Festfäle, Schönhauser Allee 28. Allen Freunden und Bekannten ein fröhliches Neues Jahr. Familie Wilhelm Erbe, Baumschulenweg. allen wert. Fröhliches Neujahr! Genossen Vereinshaus und Max Otto, Markusruh, Gästen Fernspr. Königft. 335, Markusstr. 47. Meinen Parteigenossen, Freunden und Bekannten ein frohes Neues Jahr. August Krause, Baumschulenweg. Allen Freunden u. Genossen wünscht ein 1870b Fröhliches Neujahr! Hermann Kraatz Kochstr. 39. Seiner werten Stundschaft ein fröh18766 liches Neues Jahr wünscht Fritz Neumann, Bädermeister, Reinickendorf- Dit, Sommerstraße 52. Moabiter Bürgersäle, Berlin NW., Beuffelstr. 9. Meinen werten Genossen, Freunden und Bekannten übersende beim Jahresmechsel die besten Glückwünsche. 1803b Georg Sand, Gastwirt. 4.90 Ein frohes Neues Jahr wünscht den werten Stunden und Bekannten 18776 Gustav Dubaschny, Reinickendorf, Provinzstraße 110. Profit Neujahr! meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten. H. Glück, Bäckerei, Wilhelmshavener Str. 51. Meinen werten Vereinen, Gästen, Freunden und Bekannten ein frohes 18745 Neues Jahr. Otto Steuer, Kronprinzengarten, 1874b Frankfurter Chaussee 128. Ein recht glückliches Neues Jahr wünscht dem verehrten Kundenkreise Arendsiches Zahnatelier stets Dres dener Str. 105. Ein gesundes Neues Jahr 3/2 wünscht seinen Freunden, Gästen und 1871b Bekannten Gastwirt, August Dalp, höneberg, Monumentenstraße 31. Meinen verehrten Kunden Jährlichen Umsatz von 3000 OD Prosit Neujahr! xo Emil Preuss Turmstraße 58. dott 18Zentnern Bettfedern 192059291nd Daunen Meinen Parteigenossen und Gästen ein Ein 5260 frohes Neues Jahr Frohes Neues Jahr! Ernst Fischer, Heidelberger Straße 31. wünscht 52622 allen seinen Gästen und Bekannten. Oswald Kimmel, Graetstr. 28. Ein fröhliches Neujahr HOMMO allen Parteigenossen, Vereinen, Freunden und Bekannten wünscht J. Kirschkowski, Gastwirt, Luisenstadt- Kasino, Dranienstraße 180. Bon Prosit Neujahr! allen meinen Gästen, Freunden und Bekannten. 52632 Johannes Koch, Neukölln- Treptow, Elsenstr. 85/86. Ein fröhliches Neujahr! wünscht allen seinen Gästen usw. der Gastwirt Alwin Schmidt, Frankfurter Allee 105 an der Weberwiese. 31 Patzenhofer Ausschank 312 Voigts Krampenburg ( Berliner Alpen sende allen Freunden, Gönnern und werten Gästen einen frohen Neujahrsgruß zu, verbunden mit dem Wunsche: Auf Wiedersehen! Fernsprecher: Amt Köpenid Nr. 227. 18855 Hochachtungsvoll Robert Voigt, früher Berlin ,, Ritter- Säle". Ein fröhliches Neues Jahr! wünsche allen meinen werten Gönnern, Parteigenossen und Freunden 1849b Oskar Wollmach Händereinigungspulver- Fabrik, Kleine Andréas- Str. 15. Tabberts Waldschlößchen Fernspr. Nr. 19. Berlin- Ober- Schöneweide. Allen Parteigenossen, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche! Robert Schulz. Allen unseren lieben Gäften, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche. Oswald Wermuth und Frau ein Schönhauser Allee 118a, Ecke Kopenhagener Str. 1. Bötzow- Ausschank. Ein Profit Neujahr! meinen Genoffen, Freunden u. 52612 Bekannten. Hermann Scholze, Zum Hackepeter, Treptow, Grachstr. 49. Ein fröhliches, gesundes Neujahr wünscht allen seinen werten Gästen und Bekannten 18615 am August Kernchen, Restaurant, Nostizstr. 5. Ludwig Hofmann, Treptower Park 51 ( Ede Karpfenteichstr.). wünscht seinen lieben Gästen, Freunden und Bekannten ein fröhliches Neues Jahr! Allen meinen werten Geschäftsfreunden und Kunden die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel. 3/14 Pollmann, Bandagist, Lothringer Str. 60. Meinen Parteigenossen, Freunden und Gästen ein Frohes Neues Jahr! Nittmann, Graeßstr. 15. 1899b Ein recht frohes Neues Jahr wünscht allen seinen lieben Gästen, Freunden und Bekannten Familie A. Bieberstein, Adalbertstr. 59. €€€€€ 199999999g Allen lieben Bekannten und Gästen wünscht ein recht gefundes und vergnügtes Neujahr und Fröhliches Wiederseh'n! K.Wanzlicks Prachtsäle, Am Treptower Park Nr. 27. Allen meinen Gästen, Freunden, Bekannten und Parteigenoffen wünscht ein herzliches 18885 Profit Neujahr! Allen werten Patienten, Freunden und Bekannten Hermann Schweikardt, frohes Neues Jahr! 18695 Ritterstr. 47. Allen Vereinen und Befannten ein 52562 Max Witte, Zahnkünstler. Fröhliches Neues Jahr! Muskauerstr. 16, Ecke Manteuffelstraße. Zum Jabreswechfel herzlichen Glückwunsch Kellers Festsäle Koppenstr. 29. Meiner werten Kundschaft A. Nusch. herzliche Glückwünsche zum Neuen Jahr. Hermann Kriedemann, Bigarrenfabrikant. Stargarder Str. 74. Meinen werten Gästen und Gönnern wünsche Frohes Neues Jahr! 19 Robert Bergner, Oekonom, Berliner Kindl Brauerei Ausschank, Neukölln, Hermannstr. 214/18. Franz Drogge ( Beylers Gesellschaftshaus), Am Treptower Part Nr. 20. Ein frohes Neues Jahr wünscht feinen werten Kunden 18865 Paul Seidelmann, Bäckermstr., Ober- Schöneweide, Tabbertstr. 35. Profit Neujahr meiner werten Kundschaft. Gleich zeitig vielen Dank für das mir bis jest entgegengebrachte Bertrauen und bitte weiter um geneigten Zuspruch. F. Grieben u. Frau, Bäckerei, Ober- Schöneweide Mathildenftr. 1a. Allen Freunden und Bekannten ein Fröhliches Neujahr! 18895 Paul Deter, Großdestillation, Palisadenstraße 52. Wünschen unserer Kundschaft ein gesundes, frohes Neues Jahr! Bühnemann und Familie, Neukölln. Weisestraße 39. Ein fröhliches Neues Jahr wünscht allen seinen lieben Freun den und Gästen Fritz Drelse u. Frau Ebelingstr. 6, Gastwirt. Ein fröhliches und gesundes Nenes Jahr wünscht allen seinen Stunden und Bekannten 1853b Arnold Wieske Selter: und Limonadenfabrik, Memeler Str. 4. Anfarbelten von Betten und Bettfedern. hat die Erste Bettfedern- Fabrik mit elektrischem Betriebe Gustav Lustig Berlin S 77, Prinzenstrasse 46 u. 47 Die Firma führt nur Bettfedern, Daunen au 55 Pf., 1-, 125, 150, 175, 2.-, 225, u 285, 350, 450, 5.-, 250, 3.-, 350 bis 6.- Mark per Pfund. I 650 bis 9.-M. per Pfd. Fertige Betten, bestehend aus Oberbett, Unterbett, 2 Kissen zu 12-, 15-20-, 2350, 2850, 3250, 39.-, 46.-, 65.-, 63.- bis 120.-m. Bettinlette und andere Bettartikel. Es kann niemand Betten und Bettfedern billiger oder besser liefern als die Firma Gustav Lustig 1. weil die Firma sich nur mit dem Artikel Betten und Bettfedern befasst; 2. well kein zweites Geschäft, das an Private liefert, 3000 Zentner Bettfedern in einem Jahre umsetzt; 3. weil die Firma Gustav Lustig meist von ersten Importeuren, von ersten russischen, österreichischen und inländischen Sammlern und von Geflügel- Mästern kauft und 4. Rohwaren in eigener Bettfedern- Fabrik verarbeitet. Metall- Bettstellen nach der Inventur auf Preislagen von 10 Mark ab 10% Rabatt auf die ohnedies sehr billigen Preise nur gegen Vorzeigung des Inserats. Alle Bettstellen, auf die Anzahlung geleistet wird, können bis 15. April kostenfrei lagern. Vorrat ca. 2000 Bettstellen Echt chinesische( gesetzlich geschützt) Monopoldaunen 3-4 Pfund zum grossen Oberbett Pfund 2.85 M Unstreitig grösstes Bettfedern- und Betten- Spezial- Geschäft Deutschlands Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielebs Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchbruderet u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW Kr. l. 30. Iahrgaug. 4. KcilGe i>ts ,|otiöitl9" Iniinn lollislilntt. Mittmch, 1. Januar 1913. partci-Hiigelegenkeiten. Zweiter Wii"�kreiS(U�Mteilung): Donnerstag, den 2. Januar. abends 8Vz Uhr. Versammlung bei Slugnstin, Oranienstr. 103: 1. Vortrag des Genossen Dr. Grnmach über die Landarbeiterfrage. 2. Diskussion._ berliner IVaebriebtem Das Neujahrswecken. „Freut euch des Lebens.. schallt es heute früh, wenn die Punschteufelchen noch in den Köpfen rumoren, über die Berliner Einzugsstraße vom Brandenburger Tor bis zum grauen Schlotzgemäuer an der Spree. Mancher Hurra- Patriot, der Unter den Linden auf seinen Lorbeeren ausruht, wird sich mit wüstem Schädel im seidenen Bettpfühl um- drehen und fluchen, daß er nicht mal am ersten Jahrestage sich seiner liebgewonnenen Schlafmützigkeit voll erfreuen kann. Das neue Regime, das ja von Höflingen und anderen Schmeichlernaturen, von dem ganzen großen Mitesserklüngel, der hündisch nach dem kleinsten Abglanz der strahlenden Sonne hascht, gerade im neuen Jahre mit allem Brimborium des Byzantinismus verherrlicht werden soll, ohne daß das Volk auch nur mit einer Spur seines Herzens dabei ist, hat gar viele auf Aeußerlichkeit berechnete Sitten eingeführt. Der im Staub sich Wohlfühlcnde lobt und preist den hohen Geist, der, im Prunk auf Volkskosten immer mehr aufgehend, der großstädtischen Millionenbevölkerung, das heißt ein paar hundert Nachtschwärmern und Neugierigen, dieses Militär- gedrillte„Freut euch des Lebens" zum besten gibt. Im Volke finden die Neujahrsschalmeien der Trompeten, Pfeifen und Trommeln nicht den unter der Sdrone geträumten Widerhall, so wenig wie die tönenden Fanfaren von den herrlichen Tagen, auf die das Proletariat unter solcher Herrschaft wohl bis zum jüngsten Gericht ivarten kann. Sie find ein Treppenwitz der Hohcnzollerngeschichte. Ja, wenn man nur wüßte, worüber sich das Volk freuen soll! lieber das unter den Anforderungen des Militarismus und Imperialismus immer größer werdende Volkselend? Ein Hohn auf dieses Elend ist das in die Welt hinausposaunte „Freut euch des Lebens"! Fast könnte man glauben, daß der Neujahrsweckruf nur für jene bestimmt ist, die auf den Höhen thronen und sich daran erinnern sollen, in der Jagd nach Lebensfreude auf Kosten fremder Taschen nicht nach- zulassen. Klingt es nicht genau so auch aus den wimmernden Neujahrsglocken der leeren Kirchen? Heulen sie nicht zum Sammeln um die zerschlissene Fahne der göttlichen Weltordnung mit dem geheimen Grund- akkord, daß es ja doch nur die Glockenschwinger sind, die sich des Lebens erfreuen? Das Volk hört die Glocken läuten, aber es weiß heute auch, wo sie hängen. Das Volk hört von den frcudcverheißenden Trompeten und Pfeifen, ohne mehr dafür übrig zu haben als ein kaltes, geringschätziges Lächeln. Dieselbe Melodie wird einst, unter einer anderen Gesellschaftsordnung, auch das Volk auf der Trommel schlagen. Dann erst soll es nicht nur am Ncujahrstage... nein, das ganze Jahr hindurch wahr und ehrlich weit über die Lande hallen: Freut euch des Lebens...! Die Waldverkaufskonfercuz im Landwirtschaftsministerium hat bisher noch kein positives Ergebnis gezeifigt. Eine Einigung über den Umfang der vom Zweckverband gewünschten Flächen konnte noch nicht erzielt werden und die Staatsregierung wird nun in weiteren Beratungen darüber zu befinden haben, ob und wieweit sie den nüt Nachdruck vertretenen Forderungen des Verbandes Groß-Berlin nachkommen will. Den Vertretern des Zwcckverbandcs wurde jedoch möglichste Be- schleunigung der Angelegenheit versprochen. Ehe jedoch diese Frage und später die der Preisfestsetzung für die einzelnen Flächen endgültig gelöst sein wird, dürfte leider noch geraume Zeit ins Land gehen. Sicher ist bis heute nur, daß der Fiskus zum größten Teile an seinen Forderungen fest- gehalten hat und auch nicht so leicht geneigt erscheint, nach- zugeben. Er will die besten Teile für die Bebauung reservieren und so mit Hilfe des Zweckverbandes noch ein besonderes Geschäft machen. Als ob der Staat nicht in erster Linie die Verpflichtung hätte, für genügend ErholungSmöglichkeiten feiner Steuerzahler zu sorgen._ Der Kampf nm die Auslösungsgebühr. Wenn in Berlin jemand stirbt, welcher der Kirche an» gehört hat und die Angehörigen lassen es sich einfallen, den Toten auf einem anderen Kirchhofe zu beerdigen als auf dem der zuständigen Kirchengemcinde, so stellen die Kirchengemeindcn an die Hinterbliebenen die Anforderung auf Zahlung von AuS- lösungsgebühren. Es werden Gebühren dafür verlangt, daß der Tote nicht auf dem kirchlichen Friedhofe beerdigt worden ist, also Gebühren, für welche die Kirche nicht das Geringste leistet- Diese kirchlichen Grundsätze haben den Charakter der Kirche als Gcldnehmerin in ein recht Helles Licht gerückt und in zahlreichen Fällen dazu geführt. daß Leute der Kirche den Rücken kehrten, die ihr bisher an- hingen. Aber die Kirche besteht auf ihrer Auslösungsgebühr, die sie glaubt, auf Grund einer Hundertjährigen Observanz erheben zu dürfen. In Berlin hat besonders die Kirchengemeinde der Samariterkirche hunderte von Prozessen wegen Zahlung der Auslösungsgebühren geführt und viele Leute aus der Kirche hinausgetrieben. Auch die S i m e o n s- kirche hat sich auf den Prozeßweg begeben, nrie wir einer Notiz in der„Mecklenburger Volkszeitung-- xnt- nehmen. Dort lesen wir in einer Zuschrift aus Warne- münde: »Die Kirche hat einen guten Magen. Teste» wurde auch der «rbeiter H. hier inne, als gegen ihn im April d. I. von der St. simeon-kirchengemeinde in Berlin eine Klage angestrengt wurde wegen 00 M..Auslösungsgebühr". Es handelte sich um folgende«: Ein Sohn war in Berlin, wo er in seinen Wanderjahren als Malergehulfe arbeitete, gestorben. H. lieh die Leiche nach hier über- führen. Dadurch entgingen der St. Simeon- Kirchengemeinde in Berlin die K'rchengcbühren und der Gcineindekirchenrat wollte' sich nun dadurch schadlos halten, daß er. unter Berufung auf allerlei Bestimmungen des preußischen LandrechtS, von H. eine AuS- lösungSgebühr von 60 M. beanspruchte. H. ist ein armer Teufel und konnte nicht zahlen. Jetzt sprang ihm der Gemeindckirchenrat mit der Klage an den HalS. j So eilig hatte es der Gcmeindekirchenrat damit gehabt, daß er nach einem falschen Gericht gerannt war, nämlich nach einem Amtsgericht in Berlin. Auf den von dem Prozeßeevoll- mächligten H.'s, dem Arbeitersekretär Henck. gemachten Ein- wand der Unzuständigkeit verwies das Berliner Gericht die Sache an das Amtsgericht zu Rostock. Hier kämpfte der Gemeinde- kirchenrat durch seine Rechtsanwälte etwa acht Monate lang um den Bisten. Dann— vor einigen Tagen— zog er die Klage zurück. Die Trauben waren ihm offenbar zu sauer geworden.— Die Selbstlosigkeit der Diener GotteS hat der Gemeindekirchenrat der St. Simeonkirchengemeinde in Berlin durch sein Vorgehen gegen den armen Arbeiter H. in Warnemünde in wirklich klassischer Art illustriert." Nur weiter so! Die Kirche leistet mit der Erhebung der Auslösungsgebühren der Kirchenaustrittsbewegung den besten Dienst._ Aus dem Heilgcwerbe wird uns ein Vorkommnis bekannt, das man als„starkes Stück" bezeichnen kann. Der Zigarrenhändler Langberg hatte, wie wir am Sonnabend berichteten, in seinem Laden im Hause Kurfürsten- straße 149 einen Krampfadcrbruch erlitten und dabei so viel Blut verloren, daß er im Zustand völliger Erschöpfung nach der H i l f s- wache in der Steglitzer Straße gebracht werden mutzte. Nachdem er dort die erste Hilfe erhalten hatte, wurde er einer Krankenanstalt zugeführt, noch ehe seine nächsten Angehörigen hier über hatten befragt werden können. Als seine Gattin aus der in Neukölln gelegenen Privatwohnung herbeigerufen worden war, er- fuhr sie, daß man den Schwerkranken nach Schöneberg gebracht und einer privaten Heilanstalt in der Borbergstraße überwiesen hatte. Wir wissen nicht, warum das geschehen war, während doch eine öffentliche Heilanstalt, das Elisabeth-Kranken- Haus in der benachbarten Lützowstraße, sehr viel näher lag. Lang- berg, der am Abend nach 9 Uhr den Krampfaderbruch erlitten hatte und wohl nicht vor 10 Uhr in jener Anstalt Aufnahme ge funden haben dürfte, starb dort am andern Morgen vor 9 Uhr. Die Anstalt präsentierte dann der Witwe eine Kostenrechnung, die in Summa mit 5 9 Mark abschloß und folgende Einzelposten aufwies: Ein Berpflcgungstag 10 M.. Operation 10 M., für Schwestern 11 M., für Arzt 25 M., Depesche und Telephon 3 M. Es soll zugegeben werden, daß jeder, der das Hcilgewerbe betreibt, das unbestreitbare Recht hat,„gepfefferte" Preise zu machen. Auch darüber, daß für den Arzt ein Extrabetrag in Höhe von 25 M. in Rechnung gestellt ist, wollen wir— ungeachtet unserer Verwunde- rung— mal kein Urteil fällen. Wir wollen auch aus dem Zustand des anscheinend sehr primitiven Leichenkellers, in dem die Leiche aufbewahrt wurde,— mehr als den Leichenkeller kriegten die An- gehörigen nicht zu sehen,— nicht auf die sonstigen Einrichtungen dieser Anstalt schließen, die so„noble" Preise macht. Fragen müssen wir aber, warum der Kranke, der zu den kleineren Gewerbe- treibenden gehörte und auf den Arzt der Hilfswache schwerlich den Eindruck eines reichen Mannes gemacht haben wird, einer s o teuren Privatanstalt überwiesen worden ist. Die Annahme liegt nahe, daß auch bei manchem anderen Verunglückten, der etwa dieser Hilfswache zugeführt würde, eine Ueberweisung nach jener Anstalt angeordnet werden könnte. Da scheint es uns sehr nötig, daß aufgeklärt wird, warum im Fall Langbcrg die Hilfswachc den Kranken gerade dorthin übergeführt hat. Zu bedauern ist übrigens, daß die Witwe die Rechnung unverzüglich und widerspruchslos bc zahlt hat. Bei dem einen und dem anderen Posten, der darin steht, hätte sie sich doch einige Erläuterungen ausbitten sollen. Der Voll- ständigkeit wegen wollen wir hinzufügen, daß schließlich die Bc- scheinigung der Todesursache ohne Extragebühr gegeben wurde. Der religiöse Wahnsinn geht wieder um. Seit einiger Zeit werden zahlreichen Personen Briefe ins Haus geschickt, die un zweifelhast erkennen lassen, daß eine religiöse Wahnsinnsepidcmie ausgebrochen ist. Die Briefe enthalten die Aufforderung, die Zu- schriften abzuschreiben und weiter zu senden. Hier ist der Wort- laut eines solchen Schreibens: „Nachstehendes Gebet erhielt ich zugesandt, um es abzu schreiben und weiter zu schicken. Die Kette darf nicht unterbrochen werden. Jeder, der es erhält, soll es weiter abschreiben und neun Tage lang je ein Exemplar ohne Unterschrift senden. Es ist eine Abschrift eines alten Gebets in Jerusalem. Doch wer es nicht abschreibt, kein Glück hat. Wer es aber tut, eine große Freude am neunten Tage erlebt und befreit sein soll von allen Schmerzen. Gebet: O? Herr Jesu, erhalte Deine Güte aller Menschheit und erlöse uns von allem Uebel; Nimm uns alle auf in Dein Himmelreich." Diese Schreiben sind in letzter Zeit in Berlin und vielen Vor- orten versandt worden. Man sieht, daß auch in der Stadt der Intelligenz noch viel Dunkelheit herrscht. Die Pflcgekinder-Bermittlung floriert weiter. Immer wieder findet man m gewissen Zeitung, wie„Lokalanzeiger"...Morgenpost" usw., verlockende Annoncen, durch die Pflcgestelleu für Kinder gesucht werden. Wie oft nicht Angehörige der Kinder, son- der» Vermittlungsbureaus dahinter stecken, das ist den Annoncen schwer anzumerken. Vermittlungsbureaus haben die Gewohnheit, in Annoncen nicht einfach Firma und Adresse zu nennen, sondern um Offerten per Post unter Chiffre zu bitten. In welcher Absicht sie ihr Licht so unter den Scheffel stellen, darüber kann man nur Vermutungen haben. Die Wirkung aber wird meist die sein, daß Leser so einer Annonce meinen, sie gehe von Angehörigen des Kindes aus, die sich nicht öffentlich nennen möchten. Wer sich daraufhin meldet, kann die Ueberraschung erleben, daß ihm ein Vermittlungsburcau antwortet und ihm statt des einen KindeS sogleich eine Kollektion zu beliebiger Auswahl offeriert. In der„M o r g e n p o st" stand letzthin eine Annonce, die eine Pflege für ein einjähriges Mädchen gegen ein Pflegcgeld von 95 M. pro Vierteljahr suchte. Eine Frau, die Lust zur Uebernahme des Kindes hatte, meldete sich unter angegebener Chiffre. Antwort kam von einer„Auskunftei E. H e r in e n a u". die sich erbot, sofort „mehrere bessere Kinder" nachzuweisen, darunter auch das ein- jährige Mädchen mit 95 M. Pjlegegcld pro Vierteljahr. Die Zu- schrift schloß:„Für den"Nachweis sind an mich sofort 5 M. zu zahlen. Auskunsttosten werden nicht verlangt." Sofort 5 Mark!? Die Empfängerin dieser Antwort dachte an verdrieß- liche Erfahrungen, die sie schon mit anderen Bureaus für Pflege- kinder-Vcrmittlung gemacht hatte. Sie behielt die für den Nach- weis„sofort" zu zahlenden 5 Mark in der Tasche. Raub Überfall auf einen Lagerhalter der Konsumgenossenschaft Im Kreuzbergvicrtel wurde Montag abend gegen 8 Uhr auf den Lagerhalter Steinbrecher der Niederlage der K o n s u m g e n o s s e n- s ch a f t Berlin und Umgegend im Hanse Arndlstr. 5 ein Raubüber« fall versucht. Steinbrecher hatte gerade Kasse gemacht und das Geld auf dem Ladentisch neben sich liegen, alS ein junger Mann den Laden betrat und mit einem Hammer auf den Geschäftsführer«in- schlage» wollte. Glücklicherweise löste sich der anscheinend nur locker befestigte Hammer von dem Holzstiel, so daß Steinbrecher nicht ver- letzt wurde. Auf seine Hilferufe eilten aus einer nahen Wirtschaft mehrere Leute herbei, die die Verfolgung des Täters aufnahmen und ihn an der Ecke der Willibald- Alexis-Stratze ergriffen. Auf der Polizeiwache wurde er als der am 11. August 1391 zu Kerkau im Kreise Osterburg geborene Malergehilfe Friedrich Andorf festgestellt, der im Hause Willibald« Alexis-Straße 40 in Schlafstelle wohnte. Bei seiner Vernehmung auf dem Polizeipräsidium wurde festgestellt, daß Andorf einen starken Bindfaden und ein Taschentuch bei sich hatte, um den Geschäfts- führcr zu knebeln. Audorf war seit einiger Zeit beschäftigungslos und stand vor seiner Verlobung. Um die Tat leichter vollführen zu können, ist Audorf vor einigen Wochen Mitglied der Konsum- genossenschaft geworden. Schon am Weihnachtsheiligabend har Audorf vor dem Geschäftslokal patrouilliert, jedenfalls in der Absicht. an diesem Abend den Coup zu vollführen; es wurde aber nichts daraus. Am Montagabend wollte Audorf seinen Plan ausführen, er ging aber fehl. Ans dem Fenster auf den Hof gestürzt hat sich gestern früh der Tischlermeister Bernau aus seiner 4 Treppen hoch belegenen Woh» nung in der Skalitzer Straße 194. B. war sofort tot. Nahrungs- sorgen und lange Krankheit sollen Bernau zu seinem Schritt veran- laßt haben._ Zur Kennzeichnung eines HausagrarierS veröffentlichten wir in Nr. 297 einen Kündigungsbrief, den ein Herr I. E. G ö r z als Eigentümer des Hauses C a d i n e r Straße 21 einem seiner Mieter übersandt hatte. Ueber den- selben Herrn Görz sind uns inzwischen Mitteilungen zugegangen, die diesen Hausagrarier— als solchen hatte er selber sich in dem Kündigungsbrief bezeichnet— noch heller beleuchten. Jenem Mieter, der zur Kur in Beelitz weilte und von dort