Nr. 2. Abonnements- Bedingungen: 0 90bonnements Preis bränumerando: " Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bof Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 30. Jahrg. Die Infertions Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Kolonel zcile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewertschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgebrudte Sort 20 fg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin".. Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1983. Der Evangelische Bund und die Orthodoxen. Joe's Freitag, den 3. Januar 1913. " T " " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morisplatz, Nr. 1984. irrtumsvolle Form des christlichen Glaubens ist uns der Kampf gegen den ausgesprochenen Unglauben, der in der Gegenwart fein Paktieren, Verwischen oder Verschleiern, feine bloße Politik des Lavierens und daher auch keinen„ ebangelischen Bund" mehr erträgt." " " servativer Führung einen Konkurrenzbund gegründet, den Deutsch evangelischen Volksbund", der seine Hauptaufgabe nicht mehr in der Bekämpfung. Des Ultramontanismus, sondern des 11glaubens", das heißt der firchlich liberalen Richtungen, erblidt. Für diesen agrarkonservativen Troß aller frommen Phrasen ist flar ersichtlich, was die Volfsbund wird jetzt von den Orthodoxen mit aller Straft Positiven" dieser Gattung, dem Evangelischen Bund vorDer Zusammenschluß der Agrarkonservativen, einst die agitiert. So veröffentlicht eine lange Reihe Pastoren, werfen und was sie wollen. Ihnen gilt es als eine Ver schärfsten Verfechter der orthodor- evangelischen Interessen und Superintendenten, Kirchenräte, Professoren, Schulleiter, Ritter fündigung des Bundes, daß er nicht unbedingt in des immer mehr unter die Fuchtel der römischen Kurie ge- gutsbesizer, Offiziere usw. ein Flugblatt, betitelt, In allen Fällen die konservative und christlichratenen katholischen Zentrums zu einer reaktionären Partei- Sachen des Evangelischen Bundes", das den soziale Partei unterstützt, sondern hin und wieder toalition treibt aus sich heraus gar seltsame Blüten. Das fonservativen Blättern in Massen beigelegt und in dem offen mit dem Nationalliberalismus geliebäugelt hat, und daß er gegenseitige Baftieren und Verhandeln erfordert naturgemäß zum Austritt aus dem Evangelischen Bund aufgefordert wird. ferner den Stampf gegen die römische Machtpolitik für wicheine gewisse Rücksichtnahme auf die verschiedenen religiösen Da dieses Flugblatt einen höchst interessanten Einblick in die tiger hält, als den Stampf gegen die firchlich- liberale Richtung Anschauungen. Suchen die Konservativen die Hilfe und Ünter- religiöse und politische Gedankenwelt der orthodoxen Kreise im eigenen Lager. Nach den wirren Begriffen dieser Gattung stügung des Zentrums bei der Durchführung ihrer Macht- bietet, wollen wir einige der markantesten Stellen wieder der Positiven" ist solches Verhalten völlig unevangelisch. pläne, so können sie nicht dieses selbe Zentrum dadurch fort- geben: Das richtige Verständnis des Evangeliums erfordert vielmehr, gesezt vor den Kopf stoßen, daß sie die Absichten und Auch die Stellung des Bundes zu den daß sich der evangelische Christ" unbedingt und für alle Forderungen der katholischen Kirche, d. H. des Vatikans und politischen Parteien muß schwere Bedenken Fälle in den Dienst der tonservativen Parteien stellt, und daß des von ihm abhängigen deutschen Episkopats, bekämpfen. erweden. Gewiß darf er auch auf politische Stellungnahme er ferner den Kampf gegen den sogenannten firchlichen Tatsächlich hat sich denn auch bei den beiden Partnern eine da, wo die Wahrung evangelischer Interessen im öffentlichen Leben Liberalismus energisch und rücksichtslos, gegen den Ultragewisse Tolerierung und Respektierung der gegenseitigen in Frage kommt, nicht verzichten, ebenso ivenig aber sich von einer montanismus aber milde und sanft, innerhalb der religiösen Anschauungen eingestellt. Am wenigsten nachgiebig besonderen politischen Partei in Beschlag nehmen lassen bezw. den durch die evangelische Ethit gezogenen erweist sich das Zentrum. Nicht nur deshalb, weil es sich als Eindruck erwecken, als ob er ihre Sonderinteressen anderen Schranken" führt. die stärkere, mächtigere Partei fühlt, ohne deren Unterstügung Parteien gegenüber zu den seinigen mache. Leider hat der Bund Besser als durch dieses von so vielen Größen der evandie Konservativen trog ihrer Beherrschung des preußischen diese selbstverständliche Neutralitätslinie vielfach nicht innegehalten. gelischen Orthodorie unterschriebene Flugblatt kann der Beweis Verwaltungsapparates sofort politisch mattgefeßt wären, Er hat offenkundig mehrfach die liberalen Parteien gegen die fon- gar nicht geführt werden, daß diese Orthodorie in ihrer Mehrsondern auch, weil die die Zentrumsleitung beaufsichtigende servativen und christlich- sozialen unterstüt; er hat in den heit nichts anderes ist als eine Hilfstruppe der Konfatholische Hierarchie, die einen ganz anderen Machtfaktor Fällen, in welchen die politische Tattit zuge- serbatiben, eine Art geistlicher Staatspolizei, die sich darstellt als das protestantische Pastorentum, die Zentrums- legentlichen Bündnissen mit dem Zentrum führte, selbst die schöne Aufgabe vindiziert, durch ihre Einwirkung größen biel fester an der Standare hat. Mag sehr ungleiche Maßstäbe angewandt, indem er auf religiöse Gemüter jede Auflehnung gegen die politische δας Zentrum sich immerhin als interfonfessionelle dasselbe erhalten bei den rechtsstehenden Herrschaft niederzuhalten. Weil es heute im Interesse dieser Partei hinstellen und seine politische Unabhängigkeit Parteien verurteilte, bei den liberalen duldete; Herrschaft liegt, daß die konservativ- klerikale Freundschaft nicht bon Nom betonen, so hat es doch bisher noch gegen keine der er hat neuerdings sogar darauf verzichtet, sich bei den liberalen durch religiöse Gegensäge zerstört wird, deshalb soll der alte römischen Enzyflifen, Verfügungen, Befehle und Erklärungen sich Parteien über ihre Stellung zur Aufhebung des Jesuitengefeges zu traditionelle Kampf der Gescheitelten gegen die Geschorenen aufzulehnen gewagt, so wenig auch diese manchmal in seine informieren und noch in manchen anderen Fällen eine Sinneigung gedämpft und hübsch ethisch" geführt werden. Für den jeweilige Politik paßten. Höchstenfalls hat die Zentrumspresse, zu bestimmten politischen Parteigruppen an den Tag gelegt, die Kampf gegen den liberalen Unglauben. ist natürlich solche um den Widerspruch auf evangelischer Seite abzufchwächen, in gegenwärtiger Zeitlage doppelt auffallend genannt werden muß. Ethit" überflüssig. fich zu schlauen, den wichtigsten Teil der päpstlichen Stund- Wenn folche Beschwerden gegenwärtig bon seiten des Bundes Die Herren Orthodoxen lieben es, obgleich sie zumeist für gebungen geschickt verschleiernden Interpretationen verstanden. mit dem Vorwurfe beantwortet werden, man wolle ihn zu einem hohe Gehälter und einen gutbesetzten Tisch ein sehr aus Ganz anders die evangelische Orthodorie. Durch das Staats- einseitigen Richtungsvereine" machen, so protestieren vir gegen geprägtes Verständnis haben, über die Erstickung des Glaubensfirchentum forrumpiert und völlig abhängig von den staat- diese Unterstellung, nicht minder aber auch gegen den jetzt offen- idealismus durch den Materialismus, unter dem sie gewöhnlich lichen Behörden, das heißt der diese Behörden bildenden fundigen Versuch, einer Richtung im Bunde Raum zu gewähren, lediglich die Freß- und Genußsucht verstehen, zu jammern. tonservativen Bureaukratie, fühlt der größte Teil der orthodox- für die das Evangelium, wie es Jesus gebracht und die Apostel Hier aber erweisen sie sich sogar bereit, zugunsten der mateevangelischen Geistlichen sich als ein Stand von Staatsdienern, bezeugt haben, nicht mehr egiſtiert. Wir bedauern es auf das riellen Interessen der Agrartonservativen denn um die dessen spezielle Aufgabe es ist, die sogenannte staatliche tiefste, daß der Bund in dem großen Kampfe gegen die immer be- Aufrechterhaltung der heutigen Wirtschaftspolitik und der. Autorität und Zucht zu verteidigen, die staatliche Ordnung drohlicher anschwellende Macht antichristlicher Weltanschauung, Machtstellung der Konservativen handelt es sich in letter Linie als gottgewollte heilige Weltordnung hinzustellen und den eines von jeglicher göttlichen wie menschlichen Autorität sich los- auf den seit Jahrhunderten betriebenen heiligen" Stampf gegen Massen die Unterwerfung unter diese Ordnung als Gewissen- fagenden Freidenfertums, wie eines das kirchliche Bekenntnis Roms Anmaßung" zu verzichten oder ihn wenigstens entpflicht zu predigen. Sturz, die Herren haben gewissermaßen leugnenden glaubenszerfetzenden Subjektivismus fast völlig versagt. sprechend den konservativen Bedürfnissen zu temperieren. Und bas Amt eines geistlichen Staatsgendarmen übernommen, der Wir protestieren dagegen, daß er die Tatsache des in Gottes Wort wenn dann selbst den Einfältigen im Geiste diese ethischen das Interesse seiner Auftraggeber, der konservativen Ver- gebundenen und dadurch erst freien Gewissens oft genug zurü d- Qualitäten unserer Drthodorie in die Nase stinken und sie sich waltungsbureaukratie, zu wahren hat. Beherrscht die römische stellt gegenüber einer rein subjettiven, will von diesen Parteihütern des reinen Evangeliums verächtlich Sturie und der Episkopat das Zentrum, so umgekehrt die fürlichen Gewissensfreiheit und dadurch dem firch- abwenden, dann lamentieren diese ideal" veranlagten Herren tonservative Partei die orthodoxe evangelische Geistlichkeit. lichen Anarchismus und einer unevangelischen Emanzipation Waffen gar noch über die ethische Verderbnis unserer Zeit.. Deshalb brauchen die konserbativen Parteileiter auch nicht in die Hand gibt. jene fortwährende zarte Rücksicht auf ihre evangelische Geistlichkeit zu nehmen, wie die Zentrumsführer auf den katholischen Klerus. Daraus erflärt sich, daß die größeren konservativen Blätter sich in den letzten Jahren eines zunehmenden Entgegentommens gegen die römische Kirchenpolitif befleißigt haben und daß speziell die Dertelsche ,, Deutsche Tageszeitung", der natürlich aus wirtschaftspolitischen Gründen ganz besonders an der Aufrechterhaltung des tonservativ- klerikalen Bündnisses liegt, sich ein solches prächtiges Verständnis für flerikale Forderungen angeeignet hat, daß manche ihrer Nummern den Eindruck machen, als präpariere sich das Blatt auf den llebergang in das ultramontane Lager. In diesem Bestreben, den Gegensatz zwischen den evangelischen und katholischen Anschauungen im Interesse ihrer politischen Machtgelüfte abzuschleifen, stoßen die konservativen Parteiführer aber auf den Widerstand eines Teils der liberalen Pastoren und des„ Evangelischen Bundes", der vor einem Vierteljahrhundert. zur sogenannten Wahrung der evangelischen Interessen gegenüber dem Katholizismus oder, genauer gefagt, zur Bekämpfung der Lehre und Ansprüche Roms gegründet worden ist. Um alle ,, evangelischen Kräfte" gegen Rom zu sammeln, nahm der Bund auch Anhänger der liberal- evangelischen Richtungen auf. Er hat sogar, obgleich er offiziell den Monismus bekämpft, jahrelang den Pfarrer Traub geduldet und nichts dagegen getan, daß dieser noch im Jahre 1911 dem Drtsausschuß für die Hauptversammlung des Bundes in Dortmund als Mitglied angehörte. Das hat von vornherein manche orthodoren Pastoren und , Positiven", die sich in ihrem Glauben und Streben dem katholischen Alerus weit näher verwandt fühlen als den Kirchlich- Liberalen und Monisten, zu Gegnern des Evangelischen Bundes gemacht und diese Gegnerschaft hat sich natürlich in den letzten Jahren durch die inneren Stämpfe im evangelischen Lager noch beträchtlich verstärkt. Dennoch wagte man zunächst nicht öffentlich gegen den Bund vorzugehen. Nachdem aber das Berhältnis der Konservativen zu dem Zentrum sich seit den Reichstagswahlen im Januar vorigen Jahres immer zärtlicher gestaltet hatte und das Zentrum an der antiElerifalen Agitation des Evangelischen Bundes immer mehr auszusehen fand. haben endlich die Orthodoren unter ton noch was " Wir sind der Ueberzeugung, daß der notwendige Geisteskampf zwischen den Prinzipien Roms und denen der Reformation weder die Bereitwilligkeit, mit friedfertigen katholischen Mitbürgern in Frieden zu leben, die Anerkennung dessen ausschließt, beiden Konfessionen an christlichem Wahrheitsbesig gemeinsam und von beiden gegen die Feinde alles christlichen Glaubens und aller christlichen Sittlichkeit gemeinsam zu ber teidigen ist. Deshalb protestieren wir auch gegen eine be denkliche Art der Kampfesführung, wie sie in den Kreisen eines dem Bunde nabestehenden freisinnigen Protestantismus gegen die katholische Kirche geübt wird und in dem Sage gipfelt: Lieber rot als schwarz." Volksbetrüger oder Idioten. Aus Saarbrücken wird uns geschrieben: I. ,, Wer behauptet, daß der letzte Bergarbeiterstreit nach gewerkschaftlichen Grundsägen geleitet wurde, ist entweder ein kompletter Voltsbetrüger oder ein gewerkschaftlicher Idiot." Giesberts auf dem Gewerkvereinss fongreß in Dresden 1912 über den März streit im Ruhrgebiet. Wegen der leidenschaftlichen Proteste der plöglich ihre Pappenheimer erkennenden Bergmannsdelegierten konnte die am Sonntag, den 29. Dezember, in Saarbrücken zuEndlich legen wir entschiedenste Verwahrung ein gegen die sammengetretene Revierkonferenz des christlichen GewerkBraris, alle evangelisch- gläubigen Christen, die gewiffenshalber vereins" zu feinem Resultat kommen. Zwar verbreitete ein der Führung des Bundes nicht folgen fönnen oder ihm gegenüber Blatt die Mitteilung, eine gegen den Streitbeginn am die Freiheit der Stritit in Anspruch nehmen, als verfappte Röm- 2. Januar gerichtete Resolution sei schon angenommen. linge und Bundesgenossen des Ultramontanismus und der Jesuiten Aber diese Nachricht ist nur eine ultramontane 2üge. zu verdächtigen. Wir fühlen uns frei von jeder unevangelischen Die Gewerkvereinsführer sahen sich außerstande, am SonnSympathie für römisches Wefen und wissen auch, daß der Kampf tag ihren Willen durchzusehen. Stürmisch wurden die sturmgegen alte Irrtümer und neue Machtansprüche Stoms in der erprobten", berühmten Stämpfer"( so lassen sich die Gewerkevangelischen Stirche nie ruhen darf. Aber wir verlangen für diesen vereinsgeneräle von ihrer„ Saarpost" feiern) unterbrochen von Kampf auf dem firchlichen Gebiete festes Wurzeln im vollen den erregten Bergarbeiterbelegierten. Bis in die letzten Tage Evangelium, auf dem außertirchlichen scharfe Unterscheidung hinein hatte man den Zweifelnden versichert, die Behauptung, zwischen den Prinzipien der Reformation und denen des modernen es wäre dem Gewerkverein nicht ernst mit dem Streitbeschluß, Unglaubens, in jedem Falle Innehaltung der durch die evangelische sei eine sozialdemokratische Verleumdung!" Und nun hörten Ethit gezogenen Schranken. Und wir sind der festen Zuversicht, die bestürzten Arbeiter aus dem Munde der„ sturmerprobten, daß für diefen wirklich evangelischen" Kampf gegen Rom, in dem berühmten Stämpfer" selbst, daß die angebliche sozialdemo wir uns von niemand an Bereitwilligkeit und Eifer übertreffen fratische Verleumdung" die volle Wahrheit sei! In Lassen werden, die gläubige evangelische Gemeinde fich das dem Versammlungssaal sind wohl noch nie solche leiden. geeignete Organ( etwa in dem fräftg aufstrebenden Deutsch schaftlichen Entrüstungausbrüche gehört worden. Dutzende von evangelischen Boltsbunde" oder einer ähnlichen Vereinigung) ohne Delegierten meldeten sich höchst erregt zum Protest; schon Schwierigkeit wird schoffen können, sobald nur erst das Rez zer- nachdem einige gesprochen, merkten die Gewerkvereinsführer, rissen ist, in dem heute der Liberalismus unter daß sie unter solchen Umständen nicht zu dem gesteckten Ziel: der Firma des Kampfes gegen den Ultra- Einseifen, Dummreden der Arbeiter. montanismus“ und„ kleritalismus" einen bertreter, tommen würden. Ueber 30 Redner waren großen Teil der deutsch evangelischen Christen noch eingezeichnet, noch immer meldeten sich neue. Nur den an fich gefesselt und sich zu Diensten hält. Noch Rednern für Aufrechterhaltung des Streitbeschlusses wurde wichtiger aber freilich als der Stampf gegen irgendwelche noch so stürmisch zugestimmt. Da vertagten die berühmten, sturm19 " T erprobten Kämpfer" die Versammlung auf Montag früh 10 Uhr und setzten sich zu einem geheimen Kriegsrat zu� sammen. Die Creme der M.-Gladbacher Gewerkvereinsführer nahm daran teil, der„schlaue Diplomat" Adam Steger- Wald, der unvergleichliche,.»herrliche Sohn von(ptrsehlen" Johann G i e s b e r ts, die beiden„sturmerprobten" I m- busche, der„imponierende, energische Gewerkvereins- führer" Johann Effert und wie sie sich alle nennen lassen, diese edlen Früchtchen der M.-Gladbacher Jesuiten-Hochschule. Sie berieten insgeheim, wie sie die Bewegung trotz des heftigen Widerstandes der Arbeiter abmurksen könnten. Die„schlauen Opportunisten" klügelten denn auch ein jesuitisches Verfahren aus, mit dessen Hilfe am Montag zur größten Verblüffung der Arbeiter� Vertreter eine Mehrheit von 250 gegen 100— für einen „Waffenstillstand"„festgestellt" wurde. Stegerwald war der„Fest- steller". Als die„Feststellung" geschehen, war einen Moment lang alles still, dann aber brach ein Wutsturm sondergleichen losl Schreiend forderten die Delegierten einen anderen Abstimmnngsmodns, weil der geübte die Meinung der Versammlung nicht zum richtigen Ausdruck bringe und viele Delegierten die langatmige„Erklärung des Waffen- stillstandes" nicht verstanden hatten. Mit eiserner Stirn wiesen die Gewerkvereinsgeneräle das Begehren der Arbeiterdelegierten ab.„Wie e i n F e l S in der Brandung stand die Zentralleitu n g", schildert die„Köl- nische Volkszeitung" begeistert diese Szene. Sie erzählt aber nicht, daß dann Ausbrüche der Wut, der Empörung, der Verzweiflung folgten, die den unvergleichlichen Gewerkvereinsgenerälen, wenn sie empfunden haben, was sie angerichtet, die unausbleibliche Ver- g e l t u n g ahnen lassen konnten. Ergraute Knappen weinten wie die Kinder! In leidenschaftlicher Erregung drängten zahlreiche Delegierte zu dem Platz, wo ihre„Führer" sich zusammengedrängt hatten. „Lumpen!",„Sp itzbubenl",„A r b e i t e r v e r r ä t er!", „Heraus mit Euch Verrätern!"— so heulte es durch den Saal. Männer, die im Verein als die rührigsten Agitatoren für den„Christlichen Gewerkverein" bekannt sind, Zahlstellenvorsitzende, Arbeiterausschußmitglieder und Sicherheitsmänner erklärten sofort ihren Aus- tritt aus denl Verein, andere meldeten sogleich ganze Zahlstellen ab.„Wir zahlen keinen Pfennig mehr für Euch!"„Keinen Mann werdet Ihr behalten!"„Nun ist die Geschichte aus!" Solche und viel derbere Zurufe be- kamen die unvergleichlichen Gewerkvereinsgeneräle aus der sie umtobenden Brandung zu hören. In fürchlerlicher Aufregung ging die Delegiertenversammlung auseinander. „Bei einem zrini Schluß auf die Einigkeit im Geiverkvercin ausgebrachten Hoch blieb ein Teil der Versammlung sitzen", schreibt verschämt selbst die„Köln. Volksztg.". Damit läßt sie mehr von dem beispiellos tumultuari- schen Verlauf dieser denkwürdigen Abmurksungskonferenz ahnen, wie den Machern lieb sein dürfte. Als die von den Gewerkvereinsstrategen vorgeschlagene zwölfgliedrige„Ueber- wachungskommission" ssie soll beobachten, ob die„Ver- sprechungen" erfüllt werden, andernfalls soll„ein neuer Kampf entbrennen") gewählt werden sollte, weigerte sich ein großer Teil der Delegierten,„diese Komödie auch noch" mitzumachen. Die„lieber- wachungskommission" konnte also nicht vervollständigt werden. Im Revier finden die Nachspiele statt. Aus den Berg- ni an«Sorten laufen soeben Nachrichten ein, wonach die Arbeiter ungeheuer aufgeregt sind und ihrer Wut gegen die„stürm- erprobten Führer" mit Worten Ausdruck geben, die wir hier nicht iviedergeben 1 ö n n e n. Die unvergleichlichen Staatsmännchen S t e g e r- w a l d und Giesberts dürfen mit dem Bewußt- sein heimfahren. daß sie im Saargebiet statt des„stolzen Gewerkvereins" einen schwelenden Trilmmerhaufen zurücklassen.„Dieser Ausgang ist erfreulich", schreibt die„Kölnische Volkszeitung" in ihrem Artikel zum Ruhme der neuen„gewerkschaftlichen Verdienste" ihrer Lieblinge. Woher die Wut der sonst so geduldigen Saarberaleute gegen ihre„Führer"? Weil diese em frevelhaftes Spiel mit den gutgläubigen Leuten gespielt haben! Bis zum letzten Tage hat man sie, wenn andere an dem Ernst des Streikbeschlusses vom 15. Dezember zweifelten, in Versammlungen und in dem Publikationsorgan der M.-Gladbacher, der„Saarpost", be- lehrt: wer an dem ernsten Willen.des Gewerkvereins- Vorstandes zweifle, den Streikbeschluß, sollten keine bindenden Zusicherungen kommen, durchzuführen, der sei ein Verleumder einer ehrlichen Arbeiterorganisation." Es ist selbstverständlich, daß eine Arbeiterorganisation, wenn sie vor, und noch mehr, wenn sie schon in einem Kampfe steht, die Lauen durch kräftige Agitationsmittel aufpeitschen, dem Gegner durch mutiges Auf- treten imponieren mutz. Von diesem Gesichtspunkte aus wäre die von dem M.-Gladbacher Gewerkvereinssekretär S t e g e r am 16. Dezember in Püttlingen gehaltene Rede zu bewerten. Er sagte nach der„Saarpost" vom 17. Dezember u. a.: „Schwarze Gedanken seien nicht am Platze. Die Konjunktur sei geradezu brillant. Fast alle Verhältnisse seien für die Saar- bergleule so günstig, wie man sie sich nur wünschen könne. Nur die Einigkeit sei erforderlich. Sei diese da. dann komme alles andere von selbst, dafür würde der Gewerkverein schon sorgen. Man solle sich ein Muster nehmen an dem Verhalten der 35g Delegierten auf der Revierkonferenz des Gewerkvereins. Wenn auch ein Teil der Delegierten dieAnstcht vertreten hätte, sofort in denAuSstand zutreten. so seien sie schließlich doch bereit gewesen, dem Ausstande eine Kün- digung vorangehen zu lassen. Sie haben ein erhebendes Bild von Einigkeit und Mut gegeben. Einstimmig und mit brausendem Beifalle habe man beschlossen, am Mittwoch, den 18. d. M.. durck die ArbeiierauSschüsse die Kündigung einreichen zu lassen. Jetzt habt Ihr zu entscheiden, ob Ihr gewillt sei�, diesen Beschluß in die Tat umzusetzen, ob Ihr mit dem gefaßten Beschluß, am L. Januar in den Streik zu treten, einverstanden seid und ob Ihr den Arbeiterausschuß damit beauftragen wollt, für Ench die Kündigung einzureichen. Ein gewaltiges, stark widerhallendes „Jawohl" war die Antwort auf diese Frage. Dann fuhr der Redner fort: Ihr ruft:„Jawohl". Seid Ihr Euch der Bedeutung deZ ernsten Schrittes, den Ihr zu tun gedenket, auch voll und ganz bewußt? Wiederum eiu ebenso starkes„Jawohl" war die Antwort. ES handelt sich um das Glück Eures Standes, das Glück Eurer Familien, Eurer Frauen und Kinder, also das Liebste, was Ihr auf Gottes Erde habt. Aber ich sehe es Euch an, Ihr wollt keine Verräter werden, Ihr wollt kämpfen auch den setzten Kampf, den man Euch aufgezwungen hat, Ihr wollt mit Recht höhere Löhne, damit Ihr Euch und Sure Familie« ernähre» und freie Männer bleibra köuat. Nun. gut; dann nehmt sogleich die Resolutton, die wir Euch vorschlagen, einstimmig an. tretet am 2. Januar wie ein Mann in de» Ausstand und sorgt dafür. daß der letzte Kamerad sich dem Gewerkverein anschließt. Verlasse keiner unorganisiert den Saal. Der Gewerkverein zahlt auch jedem Kameraden, der Ihm in dieser Bewegung und vor Ausbruch des Abwehrstreiks beitritt, Streikunterstützung.(Starkes Brava.) Sorgt für Einigkeit und Disziplin, dann wird der Sieg Euer sein. (Stürmisches, langanhaltendes Bravo, wie es nur aus begeisterten Herzen kommen kann, und wie es der große Kaiseriaal wohl kaum je hörte, folgte den tiefen Eindruck machenden Ausführungen.) Aus diesem Bericht des M.-Gladbacher Organs geht hervor, daß Gewerkvereinssekretär und Zentralvor- standsmitglied S� e g e r die Bergleute ausdrücklich mit Berufung auf ihre Ehre verpflichtet hat, am 2. Januar in den Ausstand zu treten. Das ist in den 11 Tagen vor dem 29. Dezember in Hunderten von Versammlungen geschehen, wo die Gewerkvereinsgeneräle Effert, Jmbusch, Kuhsten, Rürup, Fiege, Steger usw. als Refe- reuten auftraten. Unsere Anzweifelung der Kampfesabsichten wurde stets mit den stärksten Ausdrücken(„Verleumdung" usw.) zurückgewiesen. Schon vor Weihnachten hatten die Zentrumsabgeordneten Kotzmann, Jnibnsch, Glattfalter und der unerhört berühmte Generalsekretär Abg. Behrens stundenlange Konferenzen mit dem Minister in Berlin: am 23. Dezember konferierte der Abg. B a s s e r m a n n mit der Bergwerksdirektion in Saarbrücken und noch am selben Tage, spätestens am 21. wurden die„neuen Zugeständnisse" bekannt, die am 29. zum Abmurksen der Bewegung herhalten mußten. Und noch am 28. Dezember verbreitete die ultramontane „Essener Volkszeitung" folgendes Telegramm: „Ick. Saarbrücken, 27. Dezember 1812.(Telegr.) Die gestern im Revier abgehaltenen 20 Belegichaits-Versammlungen hatten überall guten Besuch aufzuweisen. Bon einem Abflauen der Streikstimmung war in diesen Bersammlnngen noch wenig zu spüren. Der Gewerkveretn christlicher Bergarbeiter, wenn er jetzt von dem Streit zurücktreten sollte, würde schlecht dabei abschneiden. Freie Gewerkschaften und Berliner Fachabteiler haben die Anficht ver- breitet, als fei es der christlichen Gewerkschaft nicht Ernst mit einem Streik. Der Gewerkschaftsführer Abg. Jmbusch protestierte gegen eine solche Berdächtigung ausdrücklich und betonte, durch sein bisheriges Berhaltea sei wohl bewiesen, daß es mit der Bewegung Ernst sei." Also noch am 26. Dezember, nachdem die„neuen Zu- geständnisse" den Gewerkvereinsführern tagelang bekannt waren, traten sie in 29 Versammlungen vor die gutgläubigen Saarbergleute hin, feuerten sie an, am 2. Januar in den Ausstand zu treten und speziell der Ab- geordnete Jmbusch, von dem obiges Telegramm höchst- wahrscheinlich stammt,„protestierte" noch gegen die„Ver- dächtigung", dem Gewerkvercinsvorstand sei es mit seiner Agitation für den Streik nicht ernst gemeint l Und es waren doch schon die Rollen verteilt für den Schlußakt der Tragi- komödie am 29. Dezember. Wer selber schon ähnliche Situationen wie die. in der sich die Gewerkvereinsfilhrer seit An- fang Dezember befanden, als Gewerkschaftsleitcr mitgemachl hat, weiß, daß es öfter nicht angängig ist, vor der Tagung einer entscheidenden Konferenz den eventuellen Abbruch einer Bewegung öffentlich zu erörtern. Aber es ist nicht zu rechtfertigen, wenn man, wie die„christliche" Gewerkvereins- leitung im Saargebiet, schon die feste Absicht hat, es nicht zum äußersten kommen zu lassen, doch noch die Anhänger in dem Glauben erhält, mit den radikalen Kampsansagen gegen den Unternehmer sei es auch der Organisationsleitnng ernst. vk Balkankrifc. Ein Fortschritt in den Friedensverhandlungen. London. 1. Januar. Die F r i e d e n s k o n f e r e n z hat sich heute nach einer Sitzung von 4 Stunden Dauer auf Freitag nachmittag vertagt. Man glaubt, daß ein erheblicher Fortschritt erzielt worden ist.' Nach einer offiziellen Mitteilung hat die Konferenz über gewisse Punkte eine Einigung erzielt; die Besprechung gewisser anderer ist auf Freitag vertagt worden. Das Reutersche Bureau erfährt, daß die Delegierten der Balkanstaaten in der Zwischenzeit über diese letzten Punkte ver- handeln»Verden. Der Verlauf der Konferenz. London, 1. Januar. Im ersten Teil der heutigen Sitzung führte der griechische Ministerpräsident Venizelos den Vorsitz. Die Verhandlungen wurden dadurch eingeleitet, daß Reschid Pascha die türkischenGegenvorschläge verlas und sie darauf schriftlich unterbreitete. Sie lauten: Die Türkei tritt alles Gebiet westlich des Wilajets Adrianopel ab. 2. Albanien wird autonom. Die Bestimmung seiner Grenzen und seiner politischen Verfassung wird den Groß- mächten überlassen. Diesen: Punkte stimmten die Verbündeten zu. 3. Hinsichtlich des Mlajets Adrianopel schlagt die Türkei vor, mit Bulgarien wegen der Feststellung der türkisch- bulgarischen Grenze allein zu verhandeln. Auf deir dritten Punkt der türkischen Vorschläge er- widerten die Verbündeten, daß alle Verhandlungen mit den Verbündeten zusammen geführt werden müßten. Die Türken erklärten sich dann damit einverstanden, daß die Verhandlungen so geführt würden. 1. Hinsichtlich Kretas wiesen die türkische« Vorschläge darauf hin, daß es sich empfehlen würde, bevor man eine Entscheidung treffe, die Mächte um ihre Meinung zu befragen, da die Insel den Mächten ins Depot gegeben worden sei. Die Verbündeten antworteten, daß sie sich selbst an die Mächte wenden würden. Jetzt verlangten sie, daß die Türkei alle Rechte aufgebe, die sie in Kreta besitze. 5. Bezüglich der ägäischen Inseln erklärten die Türken, daß diese zu Kleinasien gehörten; folglich könnten sie keine einzige von ihnen abtreten. Die Verbündeten er- widerten, daß sie auf der Abtretung der Inseln bestehen müßten. Im Verlaufe der Debatte über Adrianopel sagten die Vertreter der Balkanstaaten, daß die türkischen Mittei- lungen über die Feststellung der Grenze zu unbestimmt seien, und ersuchten die Türken, in der nächsten Sitzung eine Landkarte vorzulegen, welche die vorgeschlagene Grenzlinie zeigen solle. Reschid Pascha erklärte dann, er würde weitere Instruktionen von Konstantinopel erhalten. Die türkischen Vorschläge. London, 2. Januar. Die fünf Punkte der türkischen Vorschläge. die gestern vorgelegt wurden, bilden ein einziges untrennbares Ganz«. Was die GebietSabtretun- gen betrifft, besagen die türkischen Borsdpge, daß die Türkei bereit sei, alleS okkupierte Gebiet westlich vom Wilajel A d r i a n o p e l an die Verbündeten abzutreten. Die Antwort auf diesen Vorschlag hatte folgenden Wortlaut: Die Verbündeten nehmen Kenntnis von der Abtretung der Gebiete, die westlich vom Wilajet Adrianopel gelegen sind, unter ver be» stimmten Bedingung, daß diese Abtretung nicht nur auf die olku- pierien, sondern auch auf die Gebiete sich bezieht, die noch nicht vollständig okkupiert sind.._ Versöhnlichere Stimmung. London, 1. Januar.(Meldung des Reutersche« Bureaus.) Die heutige Sitzung der Friedenskonferenz war im allge- meinen dadurch gekennzeichnet, daß die Sprache der otto» manischen Delegierten viel versöhnlicher war. Zu den Forderungen betreffend die ägäischen Inseln sagten die Türken, die Türkei sei bereit, mit den Großmächten über jene Fragen zu verhandeln, die auf sie Bezug hätten. Als die Balkandelegierten fragten, was die Türken mit diesen Fragen meinten, antworteten die Türken, sie bezögen sich auf die R c- formen, die dort eingeführt werden sollten. In den Kreisen der Balkandelegierten hat dies den Eindruck erweckt, daß diese sogenannten Reformen eine Art Autonomie für jene Inseln bedeuten dürften, obgleich ein Kompromiß nicht unwahrscheinlich ist, und zwar in dem Sinne, daß einige Inseln an Griechenland abgetreten werden könnten, während der Rest türkisch bleiben solle. In den Kreisen der Balkan- Vertreter gab man der Zufriedenheit mit den Ergeb- nissen der heutigen Sitzung Ausdruck. Eine Aeusierung des bulgarischen Vertreters. London, 2. Januar. Ein Vertreter des Reutersche« Bu- reaus hatte eine Unterredung mit Dr. Danew, der erklärte, daß sich die Lage gestern nicht so sehr ge- bessert habe, wie einige Personen anscheinend glauben. Wir erwarten, sagte er, morgen in der Sitzung die neue Kart e bezüglich Adria nopels. Wenn wir finden, daß diese Karte nicht den Bedingungen der Verbündeten entspricht, so werden die Verhandlungen abgebrochen wer- den. Wir werden auch auf den die I n s e l n betreffenden Bc- dingungen bestehen bleiben. Zusammentritt cler Botfcbaftcr. London, 2. Januar. Die R e u n i o n der Botschafter hat heute nachmittag im Auswärtigen Amt unter dem Vorsitz von Sir Edward Grey ihre Sitzungen wieder aus- genommen. Zur albanischen Frage. Wien, 2. Januar.(Meldung des Wiener K. K. Telegr.-Korresp.- Bureaus.) Die Nachricht� daß über die Frage der Abgrenzung Albaniens zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien Verhandlungen schweben und erst nach ihrer Beendigung die Bot- schafter daran gehen, sich mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen, entbehrt, wie von informierter Stelle versichert wird, der Begrün- dung. Oesterreich-Ungarn und Italien sind von Anfang an über alle Albanien betreffenden Fragen einig gewesen. Wohl findet ein intimer Meinungsaustausch über alle Fragen zwischen den Drei» bundmächien, also auch Mischen Oesterreich-Ungarn und Italien unausgesetzt statt, allein alle daran geknüpften speziellen Kombi- »ationen lverden für hinsällig bezeichnet und sind nur in die. Reihe der Versuche zu rangieren, Meinungsverschiedenheiten, zwischen den Dreibundmächten als bestehend zu fingieren. Ebenso unzutreffend ist die Nachricht von Verhandlungen zwischen Oesterreich- Ungarn und Rußland, die sich auf militärische Bor- lehrungen der beiden Staaten beziehen sollen. Rumänien und Bulgarien. Bukarest, 1. Januar. Gestern ist hier die amtliche Mit- teilung der bulgarischen Regierung eingetroffen, daß P r ä s i» denk Danew Vollmacht babe, mit dem rumänischen Gesandten in London, Mischu, über die zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen zu verhandeln und diese zum A b s ch l u ß zu bringen. Damit ist die Angelegenheit in jene Phase getreten, die von Rumänien bereits nach Einstellung der Feindseligkeiten gewünscht worden ist. Die Verpflegung Adrianopcls. Sofia, 2. Januar. Die Bulgarische Telegraphenagentnr meldet. daß die Nachricht, die türkische Regierung sei ermächtigt worden. Lebensmittel nach Adrianopel zu senden, erfunden sei. Auf das Ersuchen Nazim Paschas seien lediglich einige Kisten des Roten Kreuzes mit Heilmitteln auf einem bulgarischen Eisen- bahnwagen und unter der Obhut eines bulgarischen Arzte» aus Bachtscheköj nach Adrianopel durchgelassen worden. Der serbisch-italienische Zwischenfall. Rom, 1. Januar. Die Agenzia Stefani meldet aus Belgrad: Der italienische Geschäftsträger hat bei der serbischen Regierung wegen der Haltung des serbischen Kommandanten von Durazzo gegenüber dem italienischen Dampfer„(5 aprer a" Beschwerde erhoben. Ministerpräsident Pasitsch erwiderte: Er habe unverzüglich Nachrichten hierüber eingefordert und behalte sich seine Antwort bis zu deren Eintreffen vor. Kämpfe vor Skutari. Konstantinopel, 2. Januar. Die Blätter melden einen neuen Erfolg der Türken vor Skutari. Die Montenegriner wnr. den danach unter großen Verlustenzurückgeworfen und ließen zwei Geschütze in den Händen der Türken. 308 Montenegriner wurden zu Gefangenen gemacht. Auf türkischer Seite wurden drei Mann getötet und 45 verwundet. politircbc deberllckt. Berlin, den 2. Zanuar 1313. Keine Erbschaftssteuer. Am 1. Januar werden in Berlin die Finanzminister der Einzel- staaten eine Konferenz abhalten. Nach einer Meldung, die an- scheinend von unterri-bteter Stelle ausgeht, wird dieser Konferenz der Entwurf einer Erbschaftssteuer nicht borgelegt werden; das preußische Siaatsministerium hat sich vielmehr für eine Vermögens« zuwachssteuer entschieden, und man rechnet damit, daß sich hierfür eine große Mehrheit im Bundesrat ergeben wird. Der Reichslanzler clbst wird die Verhandlungen leiten. Oktavio Freiherr v. Zedlitz und Neukirch spricht hierüber in der „Post" sein« Genugtuung auS: „Vernünftigerweise kann nur«in« solche Form der Besitz- steuer gewählt werden, für welche man im Reichstage mit einer Mehrheit aus den bürgerlichen Parteien rechnen kann und nicht auf die Mitwirkung der Sozialdemokraten angewiesen ist. Für .«ine Vermögenszuwachssteuer können aber recht füglich sowohl die Liberalen wie die Rechtsparteien stimmen. Ihre Durchführung würde in Preußen, wo bereits mit einer Ergänzung eine nach dem Vermögen bemessene Steuer besteht, leine erheblichen Schwie, rigkeiten verursachen/' Wer nicht nur Sic ge'planle Erbschaftssteuer ist dem Freiherrn b. Zedlitz ein Dorn im Auge, sondern auch die„unglückliche Wert zuwachssteuer"» die nach seiner Ansicht wieder beseitigt werden müsse Es ist ja das alte Lied, das hier wieder angestimmt wird: Keine Steuern, die die Junker bedrücken könnten! Mit Gott und König für die Junker! DaS ist die Quintessenz eines überaus frommen, königstreuen und patriotischen Artikels, mit dem Herr Oertel in dem Agrarier- blatt das neue Jahr eingeläutet hat.. Herr Oertel lvar, bevor er kommandierender General der Presse wurde, höherer Schulmeister, und so beginnt er denn seine theosophisch-manarchisch. patriotische Fesibetrachtung mit einer Lesefrucht seiner Philologenzeit. Ab jove principium! Mit Gott den Anfang! hatten schon die ollen Römer gesagt. Das aber war natürlich nur eine inhaltsleere Redensart oder bestenfalls eine vage Ahnung. dieser in geistiger Finsternis irrenden Heiden. Den richtigen Glauben kriegten eigentlich erst die Preußen, und hätte Preußen 1813 nicht der Fahnenspruch„Mit Gott" vorangeleuchtet, so wäre ihm damals am Ende die Fürsten befreiung(die schließlich als Frucht des so begeistert sür die deutsche Freiheit und Einheit geführten Krieges übrig blieb!) nicht gelungen Mit Gott ist aber erst der Auftakt. Das zweite Glied ist ein» zufügen und dann heißt der Satz: Mit Gott für den König Denn:„Das deutsche Volk ist für die Königstreue geboren. Die ÄönigStreue ist ein Teil seines Wesens, seiner Art.' So etwas bringt der ehemalige Philologe frisch, fromm, fr— öhlich zu Papier trotzdem er ganz genau weiß, daß die germanischen„Altvordern' eigentlich nur einen Kriegsführer mit recht begrenzten Vollmachten wählten und als freie Männer— weit entfernt davon, in Demut und Ehrfurcht zu ersterben— ihren Kopf gar hoch trugen. Und daß im ganzen Mittelalter das Streben des Hochadels gerade darauf ge richtet war. die Königswürde zum Schattentum herabzudrücken und die Macht des fürstlichen Landesherrn auf Kosten des deutschen Kaisers immer weiter auszudehnen, ist ihm sicher ebensogut bekannt. Nicht minder, daß daS preußische Königtum gerade auS dieser höchst antimonarchischen Nebellion der preußischen Landesfürsten hervor gegangen ist. Aber solch historische Skrupel behelligen einen Oertel verteufelt wenig: er befiehlt einfach, daß das deutsche Volk zur Königstreue geboren sei und daß vornehmlich das zum größten Teil zusammeneroberte und annektierte„preußische Volk" nichts sei ohne die Königstreue. Um das schöne Sprüchlein aber tönend zu runden, kriegt es noch fein drittes Glied und heißt nun:«Mit Gott für König und Vater- land'.„Vaterlandslosigkeit ist nach deutscher Auffassung immer das größte Elend und die schlimmste Schande gewesen.'„Immer sagt Herr Oertel, der GeschichtSkenner. Dabei ist ihm sicherlich kein Geheimnis, wie gerade auch brandenburgische Kurfürsten die deutsche Kaiserwürde gegen Gold und sonstige Vorteile an den König von Frankreich zu verschachern versuchten! Aber Herr Oertel versteht unter Baterland zudem etwas ganz Besonderes. Nicht das V o l k, fein Wohl und Wehe, seine Ideale und seine Sehnsüchte, sein Wollen und Streben ist ihm daS deutsche Vaterland, sondern der enge Kreis und die armselige Interessen- und Geistessphäre des preußischen Konservatismus, des agrarischen Junkertums I Schließt doch sein pathelischer Silvester-Hymnus gar prosaisch mit der Llusforderung zU einer junkerfreundlichen Abstimmung bei den Laiidragswahlen 1S13 I So lautet denn sein religiös-patriolisches Sprüchlein dem Sinne nach nicht„Mit Gott für König und Vater land', sondern„Mit Gott und König für die Junker."- .Wenn.Herr Oertel in Wahrheit an seine, eigenen Phrasen glaubte, würde er kein so fanalischer Gegner eines wirklich freien und gleichen Wahlrechts für das preußische Volk sein. Seine Be- geisterung für das elendeste aller Wahlsysteme straft sein geschwollenes Pathos jämmerlich Lügen I_ Der Bierundneunzigste. Im Amte sterbende Minister sind in Deutschland Verhältnis- mäßig selten. Der eigentliche Ministerverbrauch hat seine Ursache in der kündigungslose» Anstellung der Neichslenker durch Wilhelm II. Deutschlands dritter Kaiser hat mit Kiderlen-Waechter den vierundneunzigsten Minister ernannt. Jetzt kommt der Fünf- nndneunzigste daran. Wie wir schon sagten, liegt der starke Minisrerverbrauch der deutschen Regierung im wesentlichen an rasch wechselnden höfischen Bedürfnissen. Wilhelm II. feiert demnächst sein Löjährigcs Regierungsjubiläum, bis dahin kann gut und gern mit hundert Ministern gerechnet werden, die verbraucht wurden. Das ist pro Jahr vier stück. Die Dienstmädchen, oder richtiger, die Köchinnen der deutschen Steuer- und Reichspolitik scheinen wirk- lich nicht allzuviel zu taugen. Unter Bethmann Hollweg ist Kiderlen-Waechter der elfte Minister, der sein Amt verläßt. Kiderlen-Waechter und auch der Kultusminister Holle schieden durch Tod aus. Bon wegen der Homogenität" flogen Kriegsminister von Einem, Kolonialsekretär Dernburg. Kolonialsekretär von Lindequist, Minister des Innern von Moltke, Landwirtschaftsminister von Arnim, Finanzminister von Rheinbaben. Minister des Auswärtigen von Schoen, Justiz- minister Nieberding und Reichsschatzsekretär Mermuth. Boshafte Zungen behaupten, daß Bethmann Hollweg sich fest vorgenommen hat, als Hundertster zu fliegen. Neue Forderungen der preußischen Eisenbahnverwaltung. Große Verkehrsstörungen waren in den letzten Monaten infolge Mangels an Eisenbahnmaterial in den Bergwerködistrikten Rhein- land-WestfalenS zu verzeichnen. Diese Störungen will die Eisenbahn- venvaltung dadurch beseitigen, daß six jn einem Nachtragsetat SO Mill. M. verlangt zur Fahrzengverinehrung und zur Herstellung von über 3 Kilometer weiterer Rangier-, Ueberholungs-, Lade- und Ailsstellungsgleisen in jenen Direktionsbezirten, in welchen sich die Schwierigkeiten in der Abwickelung deS Verkehrs ergeben haben. Vom Selbstverwaltnngsrecht der Gemeinden. In Schwarzburg-Rudolstadt wird gewählten Schultheißen oder deren Stellvertretern, die sich zur Sozialdemokratie bekennen, von den Behörden resp. von der Regierung konsequent die Bestätigung versagt. Das war s-bon vor niebrrren Jahren der gag, als man den Landtagsabgeordneten Genofien Frötscher in Könitz nicht be- stätigte. Jetzt hat sich wieder in Gräfinau ein ähnlicher Fall abgespielt. Dort wurde vom Gemeinderat der Glasbläser Hermann Müller, der ebenfalls Gcmeinderatsmitglied ist. als Cchultheißen'Stellvertreter gewählt. Bald nach der Wahl er- schien ein Gendarm bei Möller, um bei diesem anzufragen, ob er Sozialdemokrat sei. was Möller bestätigte. Hierauf eröffnete der Land- rat denr Ortsschulzen und dem Gemeinderat, daß Möller nicht be- siätigt werden könne, da er Sozialdemokrat sei Der in seiner Mebrheit aus Genofien zusammengesetzte Gemeinderat ließ sich aber nicht einschüchtern und wählte Möller einstimmig zum zweitenmal. Ein dem Gemeinderat angehörender Liberaler, der als Stellvertreter verpflichtet werden sollte, zeigte Rückgrat und lehnte ab. Da also die Behörde beim Gemeinderat ein völlige« Fiasko gemacht hatte, griff die Regierung ein und ernannte kurzerhand den Glasermeister Waaner als Stellvertreter. Dies geschah, obwohl das Gesetz vorschreibt, daß nur ein Gemeinderalsmitglted in Frage kommen kann. Eine Beschwerde an das Ministerium wegen dieser offensichtlichen Verletzung des SelbstverwaltuiigSreckts wurde natürlich abschlägig beschiedcn, da die Regierung den Standpunkt vertritt, daß»hr Vorgehen zlilSssig sei. Die GemeiaderatSmitglieder wollen sich nunmehr an den Land« tag wenden und, wenn auch dort die Regierung keine Nachgiebigkeit zeigen sollte, auf ihr Amt alS Gemeindevertreter verzichten. Herr Major Schinzinger. Von Freiburg in Baden bis Danzig in Westpreußen ist zwar ein weiter Weg; der Herr Major a. D. Schinzinger, Mit- glied de« ZentralausschufieS des berühmten Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie, zweiter Vorsitzender dieses Verbandes in Baden und gewesener Vertreter der Kanonenfirma Krupp, hat ihn jedoch mit freundlicher Unterstützung des Danziger Polizeipräsidiums doch zu finden gewußt. Im vergangenen Herbst ging eine etwa 20 Zeilen lange Notiz durch einen großen Teil der deutschen Presse, die sich mit Herrn Major a. D. Schinzinger belchäfligte, In einer Klage zwischen dem freisinnigen LandtagSabgeordneien Hiuck und dem bündlerischen Redakteur Füller war Schinzinger, der bei der letzten Reichstagswahl als konservativer Kandidat fungierte, als Zeuge geladen. Während seiner Vernehmung genügte es ihm nicht, daß er als Herr angeredet wurde; er forderte von dem Rechts- anwalt Traub wiederholt, daß dieser ihn Herr Major nenne. Schließ- lich griff der Vorsitzende ein und stellte fest, daß selbst für gewesene Majore vor Gericht die Anrede Herr geniige. Die betreffende Notiz kritisierte dieses kuriose Verhallen des Herrn Majors und zog ge wisse Vergleiche mit den damals vielgenannten Offizieren Kammler und Vielinghof. Herr Schinzinger klagte, aber nicht gegen alle Zeitungen, die jene Notiz gebracht hatten; sein Zorn richtete sich allein gegen die Danziger„Bolkswacht"! Das Danziger Polizei- Präsidium hatte nämlich im Einverständnis mit der Staats anwaltschaft die Notiz an die Militärbehörde geschickt, weil angeblich darin der gesamte Offiziersstand beleidigt würde, Die Militärbehörde winkte aber ab. Und so ersuchte das Polizeipräsidium den Herrn Schinzinger. Straf- antrag wegen Beleidigung zu st eilen. DaS geschah und sofort eröffnete die Staatsanwallschaft, im öffentlichen Interesse natürlich, das Verfahren. Deshalb mußte sich der verantwortliche Redakteur der„VolkSwacht", Genosse Hermann Lorenz am 31. Dezember vor der Straikammer in Danzig verantworten. Zeugen waren nicht geladen. Schinzinger, der als Nebenkläger zu gelassen war, ließ sich durch einen Rechtsanwalt vertreten. Dieser behauptete, daß Schinzinger keine Kenntnis davon habe, daß die ihn kritisierende Notiz durch die ganze Presse gelaufen sei, obwohl er sich lebhaft im politischen Leben betätige. Schinzinger sei in mehreren leitenden Stellungen im Reichsverbande gegen die Sozialdemokratie tätig und habe auch als Vertreter Krupps bäufiger Differenzen mit der Sozialdemokratie gehabt. Daher sollte ihm wohl ein? ausgewischt werden. Genosse Lorenz erklärte, daß er bisher nicht das Vergnügen hatte, von der schätzenS- werten Existenz des Herrn Schinzinger, Major a. D., etwas anderes als sein ungewöhnliches Auflreren vor Gericht zu wissen. Speziell seien ibm seine Würden im Reichsverbande gegen die Sozialdemo- demokratie unbekannt geblieben. Mit der Notiz wollte er nur rügen, daß Offiziere sich vor Gericht mehr dünken, als andere Sterbliche. Auch habe er keine Gleichstellung des Schinzinger mit den am Rybnicker Prozeß beteiligten Offizieren Kämmler und Bietinghof beabsichtigt. Der Staatsanwalt hielt den gesamten Offiziers- stand und mit ihm Major a. D. Schinzinger für beleidigt und forderte IM) Mark Geldstrafe. Der Berniter des Nebenklägers hob besonders hervor, daß Schinzinger vor Gericht auf die Nennung ieineS Titels deshalb besonderen Wert legen mußte, weil ihn die Gegner im Wahlkampf konsequent nur als Herr angeredet hätten. Da« Gericht sprach zur Begründung deS auf 50 Mark Geldstrafe oder zehn Tage Gefängnis lautenden Urteils aus. daß der Angeklagte gewiß berechtigt gewesen sei. daS Auftreten Schinzinger« vor Gericht zu kritisieren; beleidigend sei jedoch der Ausdruck„Dünkel'. Ebenso beleidigend sei die Herbeiziehung der Osfiziere Bietinghof und Kammler. r Spamm. BoSheitspolitik der Äonservativell. �. Madrid, 2. Januar.„Gpoca" veröffentlicht einen von dem Führer der Konservativen M a u r a an die ehemaligen Präsidenten des Senats und der Kammer Azcarraga und Dato gerichteten Brief, in dem er sich darüber beklagt, daß der König es unterlassen habe, vor der Lösung der Kabinettskrise ihn zu befragen. Ferner erklärte er, daß die durch die'unheilvolle Verwal tung der Liberalen hervorgerufene finanzielle Unordnung und das Wohlwollen der Regierung sür die Republikaner eine große.Gefahr sür die Monarchie bildeten. Fast sämtliche konservative Deputierten haben auf ihr Mandat verzichtet, ebenso zahlreiche Senatoren. Die konservativen Vize- Präsidenten der Kammer und des Senats haben ihr Amt nieder- gelegt. Der Ministerrat hat über die durch die Demissionen ge- schaffene Lage beraten, die von den Ministern für sehr ernst an- gesehen wird.' Ministerpräsident Graf Romanones erklärte, der Entschluß MauraS verursache ihm mehr Bedauern als Ueber- raschung. Er werde sein möglichstes tun, um ihn von seinem.Eni- schlutz abzubringen England Ei« konservative» Blatt über LedenSmittelzölle. Loudon, 30. Dezember.(Ejg. Ber.) Herr Bonar Law. der Führer der englischen konservativen Partei, die die Wieder- einfuhrung des Schutzzolles auf ihr Banner geschrieben hat, hat vor kurzem versucht, seiner Partei aus dem durch die Unpopularität der vorgeschlagenen Lebensmittelzölle ge- schaffenon Dilemma zu helfen, indem er erklärte, der Vor- schlag aus Einführung von LebenSmittelzöllen müsse von den Kolonien kommen. Diese Zumutung ist von den englischen Kolonien entschieden zurückgewiesen worden. Charakteristisch für die Auffassung der Kolonisten find die Ausführungen des konservativen Blattes„The Sidney Herald". Dieses australische Blatt schreibt: „Soweit Australien in Frage kommt, sind wir vollkommen davon überzeugt, daß die Leute, die die reichen Gaben der Natur unter unserem sonnigen Himmel einheimsen, nicht wünschen, daß die Millionen in Großbritannien, die weniger als 20 Schilling die Woche verdienen, ihretwegen ein Opfer bringen. Wir haben nie verlangt und wünschen auch nicht, daß Frauen und Kinder, die unter fast hoffnungslosen Ver- Hältnissen in den Spelunken Londons. Manchesters und Lider- Pools leben, für. ihr Brot und ihre Kleidung mehr bezahlen sollen, damit es uns auf Kosten ihrer Verarmung wohl ergehe; auch können wir keine Hoffnung geben, daß unsere Märkte in Zukunft den britischen Fabrikaten mehr geöffnet werden als bisher. Wir streben danach, die Waren, die wir gebrauchen, selbst zu fabrizieren, und während wir den kleinen Vorzug, den wir jetzt dem britischen Handel gewähren(die meisten von uns möchten, daß er größer wäre), freiwillig bieten und während wir ein Schutzzollsystem haben, wird dieses, offen gestanden, dazu benutzt werden, eher australische als englische Fabrikate zu begünstigen. Ueberdtes glauben wir nicht, daß die Reichs- einheit von künstlichen Mitteln dieser Art abhängt. Herr Bonar Law würde gut tun. selbst noch in dieser späten Stunde seine Fähigkeiten und Kräfte in vorteilhaftere Bahnen zu lenken." Clniia. Die Regtlung der Anleihe. Peking, 1. Januar. DäS hier getroffene Präliminarabkommen setzt verschiedene Punkte der geplanten SechSmächteanleih« von SS Rillionen Pfund Sterling fest. Di? Anleihe wird durch die Salzsteuer geficherl iih5 ist auf 40 Ja�re abgeschlossen; die Tilgung deginnt 1920. China wird 6 Proz. unter dem Verkaufspreis der Obligationen erhallen. Das Rechnungsdepartement. das kürzlich errichtet worden ist. wird die Kontrolle über die Verwendung der Anleihesumme ausübe», wobei als Ratgeber der Deutsche Romp. der früher von einer Gruppe für eine solche Ueberwachung ernannt worden war und der jetzt in den chinesischen Staatsdienst tritt, heran- gezogen werden soll. Die Entschädigungsansprüche der Ausländer. Peking, 2. Januar.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) In der Frage dcrEntschädigungderAusländerfürVer- luste während der Revolution, welche kürzlich das Haupt- Hindernis bei den Anleiheverhandlungen bildete, da Rußland und Frankreich auf Bezahlung ihrer Staatsangehörigen aus der küuf- tigen Anleihe bestanden, hat China sich im Prinzip für ein Ab- kommen erklärt, wonach die sechs Mächte sich verpflichtcw, nicht aus eine sofortige Zahlung zu dringen. Eine gemischte Kommission soll später die Beträge der Entschädigungen festsetzen. Die Mittel sür ihre Bezahlung werden wahrscheinlich aus einer Ergänzuugsanlcihe genommen werden. Es hat den Anschein, daß Rußland 800 000 Tacls beansprucht. Dieses Arrangement unterliegt jedoch noch der j&c- nchmigung der in Frage kommenden Regierungen. Kämpfe zwischen Tibetanern und Chinesen. London, 2. Januar. Das Reutersche Bureau melde! auS Tscheng tu: 300 Soldaten sind bei Hsiangtscheng durch Tibetaner bei einein nächtlichen Angriff getötet worden. Die Chinesen sollen auch 6 Maschinengewehre verloren hoben. Amtlich wird als Grund für diese Niederlage angegeben, daß die Soldaten, weil sie daS Vertrauen in die genaue Landeskenntnis ihrer Befehlshaber per- loren hatten, den Gehorsam verweigerten, und daß die Tihejancr diese Gelegenheit benutzten, um sie anzugreifen, Amerika. Die Zunahme der sozialistischen Stimme» l» dt« Bereinigten Staaten. Wir haben da? vorläufige Resultat der Stimmenzählung von der nordamerikanischen Präsidentenwahl früher schon mitgeteilt und dabei auf die Verdoppelung der sozialistischen Stimmen seit 1008 hingewiesen. Jetzt liegt daS amtliche Resultat vor. Danach schneidet di« Sozialdemokratie noch besser ab, als bisher angenommen. Die Stimmenzahl stieg von 423 969 auf 898119. Das bedeutet in den vier Jahren eine Zunahme von 474 150 Stimmen. Alle anderen Parteien haben Stimmenverluste aufzuweisen und zwar die Demo- traten rund 106 000, die Republikaner über 69 000. Dabei ist zu berücksichtigen, daß infolge der Gewährung deS Frauenstimmrechts in Kalifornien und Washington und.infolge der Zulassung zweier neuen Staaten Arizona und Neu-Mexiko diesmal IIS 666 Stimmen mehr abgegeben wurden als 1908. Die Zunahme der sozialistischen Stimmen erstreckt sich hauptsächlich auf folgende Staaten: ES erhielt der Kandidat der sozialistischen Partei DebS in: Kalifornien Kolorado Illinois Indiana Iowa Kansas Kentucky . Michigan Minnesota Missouri 1912 79 201 16 418 81273 36 931 1S9l4 26 307 11647 23211 27 S0S 28466 1908 28 6S9 7 960 24 711 13 476 8 287 12 420 4185 .1 1 527 14 094 15 431 Montana Nebraska New Uork Ohio Oklahoma 1912 10855 10219 63 381 89 930 42 262 Pennshlvanien 80916 Texas 25 742 Washington 40 134 West-Virginia 15 336 1908 6 865 8 624 88 451 83 795 21779 33 913 7 870 14177 8 679 Hiiö der Partei« Gtmcindewahlerf-lgc. Die jetzt beendeten Gemein deauSschußwahken km bremischen Landgebtet haben für unsere Partei einen günstigen Ausgang genommen. Bon den 15 bremischen Land» gemeinden sind nur noch drei sozialistenrein. Jn 12 Gemeinde» haben wir jetzt 53 Vertreter, was seit den letzten Wahlen vor drei Jahren eme Zunahme von 15 Mandaten bedeutet. Da« Klassen« Wahlsystem, daS die Arbeiter noch in„Eigentümer"(kleines Haus) und„Mieter' spaltet, für die Mieter die Staatsangehörigkeit fordert und sür die Eigentümer nicht, macht es schwer, Mandate zu erobern. Trotzdem haben sich unsere Genossen brav geschlagen.— Im Bremischen Kreistag hat die Sozialdemokrat� von zehn Sitzen der zweiten Klasse sieben inne. pollreiUcbes, Omcbtllcbcs tiftv. Streikbrecherlieferungsvertrage und Urheberrecht. Der Streikbrecheragent Adolf H e ß b e r g- Blankenese hatte den Redakteur de»„Hallescheu Volksblattes'. Genossen oenen, wegen des Abdrucks der Heßbergschen Streikbrecher- lieferungSverträge angezeigt und auch bei der Staatsanwaltschaft die Klageerhebung wegen Verletzung des Urheberrechts erreicht. Die Swastammer in Halle kam seinerzeit jedoch zur Freisprechung. In- die schriftliche Urteilsbegründung erschienen, die zwischen nun�W>>MH�W�W�> einige für die Presse wichtige Feststellungen über den Begriff Schriftwerk im Sinne dies Urheberrechts enthält. Der wesentlichste Absatz der Begründung lautet: „Dem Angeklagten ist zur Last gelegt, durch die Wiedergabe der Verträge gegen die Vorschriften der 1, 11, 16, 38 deS Reichsgesetzes vom 19. Januar 1901 betreffend daS Urheberrecht an Werken der Literatur und der Tonkunst verstoßen zu haben, da diese Ver» träge nach den von dem Kaufmann Heßberg verfaßten und regel» mäßig in seinem Betriebe benutzten Formularen abgeschlossen seien. Heßberg hat auf Grund deS§ 45 des zitierten Gesetzes Strafantrag gestellt. Der Angeklagte, der bestreitet, daß Heßberg Verfasser der VertragSsor mulare sei. hat zugegeben, daß er als Redakteur des„VolkSblattS" den Abdruck des oben wiedergegebcnen Artikels veranlaßt habe. Er behauptet, daß. ihm von der Gewerkschaft, mit der da».Volksblatt' zusammen- arbeite. der übrige Teil de» Artikels und zum Einrücken in diesen je ein Exemplar der beiden Verträge, die Heß- berg anläßlich deS. Hafenarbeiter streik« in Halle a. S. mit der Reederei der Saaleschiffer und dem für diese Firmen an- geworbenen Arbeitswilligen abgeschlossen, übersandt worden seien und daß er die Veröffentlichung im guten Glauben vorgenommen habe. Räch seiner unwiderlegten Behauptung hat also der Angeklagte nicht Formulare zu Verträgen veröffentlicht, sondern die Urkunden über die von Heßberg und anderen tatsächlich ab- geschlossenen Verträge. Vertragsurkunden find aber keineSchriftwerkeimStnne des§1 cit. Gesetzes. Jedenfalls konnte bei dieser Sachlage der Angeklagte, wie er getan. annehmen, daß eine etwaige ausschließliche Befugnis des Urhebers zur Vervielfältigung und gewerbsmäßigen Verbreitung des fraglichen Schriftstücke» nicht mehr bestehen. Der Angeklagte war daher freizusprechen.' Gegen das Urteil ist übrigens Revision angemeldet, so daß das Reichsgericht sich ebenfalls zu der Frage äußern muß. Die Revision ist nur von dem Nebenkläger Heßberg eingelegt. Die Staatsanwalt» schast hat sich mit dem Freispruch abgefunden und daher ist wohl zu erwarten, daß auch das Reichsgericht nicht anders entscheidet. Gewerkschaftliches. ,, Gewerkschaften kann das platte Land ⚫ auf keinen Fall brauchen". Die Kreuz- Zeitung", das preußische Junkerblatt, begrüßt den christlichen Landarbeiterverband, der mit Beginn dieses Jahres feine Tätigkeit entfalten wird, wie folgt: Gewerkschaftsbewegung bleibt Gewerkschaftsbewegung. Und wenn die christlichen Gewerkschaften auch vom Klassenkampfe sich fernhalten, so find sie gleichwohl und müssen ihrer ganzen Verfaffung nach es fein Kampforganisationen, Organisationen, die die Arbeiterschaft in einen bewußten und sich allmählich verschärfenden Gegensatz zu den Arbeitgebern bringen. Bei aller ihrer grundsäglichen Gegnerschaft wider die Sozialdemiofratie fechten mit ihnen die christlichen Gewerkschaften doch die meisten Arbeitsfämpfe gemeinsam aus. Auf dem platten Lande aber ist zu befürchten, daß sie, statt der sozialdemokratischen Gewerkschaft gegenüber einen Damm zu bilden, ihr zum Eindringen in die Dörfer verhelfen wird. Es ist deshalb zu wünschen, daß das platte Land von jeglichem Verfuch, die Arbeiterschaft gewerkschaftlich zu organisieren, verschont werden möchte. Gewerkschaftliche Ideen gehören nicht auf die friedlichen Dörfer. Die schaffen nur unfrieden. Gemeinsam müssen die ländlichen Arbeitgeber und Arbeiter organisiert werden, denn sie gehören zusammen. Und wer ein wahrer Freund des platten Landes ist, der muß diese gemeinfame Organisation fördern. Gewerkschaften kann das platte Land auf keinen Fall brauchen." So werden die staatserhaltenden" christlichen Gewert schaften von dem preußischen Junkerblatt mit Fußtritten regaliert, wenn sie das Interesse der Junker gefährden. Man sollte meinen, die Arbeiter zögen daraus die Konsequenzen und würden den Kampf gegen die Junkerfippe grundfäßlich aufnehmen, indem sie sich den freien Gewerkschaften anschlössen. Berlin und Umgegend. Der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe schreibt uns: Ihre Veröffentlichung über die" Tarifverhandlungen im Baugewerbe"( Nr. 304 vom 31. d. M.) enthält einen Drudfehler. In Ber fleingebrudten Erklärung der Arbeitgeber muß es in der 10. Beile lauten: ein schließlich des Vertragsmusters." Achtung, Herrenmaßschneider! Infolge ausgebrochener Diffe renzen haben bei der Firma G. Benedict, Königgräßer Straße 9, unsere Kollegen die Arbeit niedergelegt und verhängen wir über die genannte Firma die Sperre. Verband der Schneider. Die Ortsverwaltung. Deutfches Reich. Die Aussperrung der Dachdecker der Firma Bierkant in Stralsund ist aufgehoben und sämtliche Ausgesperrte sind wieder eingestellt worden. Streifbruch und Arbeiterverrat durch streifende und aus gesperrte chriftlich organisierte Arbeiter. ftreitter Unternehmer für einen gelieferten Arbeitswilligen zu zahlen hat. Bei der Finanztüchtigkeit" der Führer der„ Christen dürfte dies schließlich gar nicht so unwahrscheinlich sein. Hus der Frauenbewegung. Da aber auch an anderen Orten Deutschlands Metallarbeiter Erwerbstätige Frauen im In- und Auslande. im Kampfe stehen, möchten wir allerorts ersuchen, ein wachjames Die folgende Aufstellung gibt ein Bild, in welchem Maße in Auge zu haben, weniger auf die seit langem bekannten Streif- den nachbenannten Staaten Frauen nach den letzten Zählungen übers brechertruppen, die von Hamburg und Berlin durch die Witwe haupt erwerbstätig waren und wie groß ihr prozentualer Anteil an Müller und Herrn Hinge geliefert werden, sondern vielmehr auf der Gesamtzahl der weiblichen Bevölkerung ist. die streikenden und ausgesperrten christlichen Metallarbeiter von Menden, die dort um besseren Lohn und Koalitionsfreiheit tämpfen und die von ihren Führern als Streitbrecher in die Welt geschickt werden, um ehrlich kämpfenden Arbeitern in den Rücken zu fallen! Die Tarifbewegung der Münchener Brauereiarbeiter beendigt. Zählungsjahr Erwerbstätige Frauen jahr überhaupt Prozent Deutschland 1907 9 492 88145,5 Desterreich 1900 5 684.984 51,5 Ungarn 1900 2 885 235 45,1 Rußland 1897 5 276 112 24,9 Italien 1901 5.284 064 50,1 0 Schweiz. 1900 1 556 577 46,9 1906 4 693 412 53,3 1900 1 351 792 39,9 1900 948 229 45,9 1900 433 548 37,8 1901 352 947 44,9 1900 551 021 38,4 1900 277 613 39,5 1901 5 309 900 44,0 Frankreich Spanien Belgien Niederlande Dänemark Schweden Norwegen Großbritannien Ber. Staaten von Amerika. 1900 5 329 802 38,4 Nach dreiwöchentlichen Verhandlungen wurde am Dienstag durch Schiedsspruch des Einigungsamtes die Tarifbewegung der Brauereiarbeiter und-Arbeiterinnen Münchens beendet. Die Arbeiterschaft erzielte zunächst die Erfüllung von drei prinzipiellen Forderungen, nämlich die Verkürzung der Arbeitszeit um täglich eine Viertelstunde, die Beseitigung bezw. Bezahlung der Sonntagsarbeit und die Umwandlung der Stundenlöhne in Wochenlöhne für das Hilfs- und Tagelöhnerpersonal. Außerdem wurden Verbesserungen in bezug auf das Stallpersonal durch Gewährung von Extrajourgeldern erzielt. Den Münchener Brauereibaronen mußten diese Bugeständnisse geradezu abgetrost werden. Durch den SchiedsDie Vergleichbarkeit der Zahlen wird allerdings etwas gestört spruch, der am Dienstag nachts 11 Uhr gefällt wurde, wurde aus burch die verschiedene Zeit und Form der Erhebung überhaupt. Die gesprochen, daß die Präsenzzeit für die Biersteder um eine weitere halbe Stunde verkürzt wird, der Schichtwechsel innerhalb 24 Stun- verhältnismäßig fleine Biffer von erwerbstätigen Frauen in Rußden nicht länger als 12 Stunden betragen darf, daß das Hof- und land erklärt sich daher, daß in Rußland die erwerbstätigen FamilienTaglöhnerpersonal nach einem Jahre drei Tage, nach dreijähriger angehörigen nicht mitgezählt wurden. Aber die Zahlen lassen ununterbrochener Beschäftigung eine Woche Urlaub bekommt. Bis extennen, daß der Kapitalismus überall die Frauen in die Erwerbsher beffere Lohn- und Gristenzbedingungen dürfen nicht verschlech fron zwingt. Deutschland zeigt die absolut größte Zahl arbeitender tert werden. Den Maschinisten und Heizern wurde eine Mittags. Frauen, nämlich 9, Millionen. Am nächsten tommt Frankreich mit pause von 1½ Stunden zugebilligt, die sie entgegen den seitherigen über 7 Millionen. Allerdings wurden in diesen beiden Staaten Bestimmungen außerhalb des Arbeitsraumes zubringen können. Die Berufszählungen 1906 und 1907 vorgenommen, also 6 und Durch den Schiedsspruch wurden die Wochenlöhne der unteren 7 Jahre später als in den meisten anderen Staaten, die zu der Zeit Den traurigen Sparten und der Arbeiterinnen um eine weitere Mart erhöht und auch gewiß größere Zahlen aufzuweisen hätten. der Sonntagsstalljourdienst mit einer Ertraentschädigung von 3 M. Vorzug, den höchsten Brozentiaz erwerbstätiger Frauen zu haben, honoriert. Die Vertragsdauer ist auf 4 Jahre festgesezt. Da die genießt Frankreich. Dort gibt es 53,3 Prozent, für Lohn arbeitende beiden Parteien bereits vor Eintritt in die Verhandlungen er Frauen, also find über die Hälfte der Frauen überhaupt dort ers flärten, daß sie sich dem Schiedsspruch unterwerfen, ist die Brauerei- werbstätig. Deutschland steht mit seinen 45,5 Prozent auch noch Die nächste Berufszählung wird erst die arbeiterbewegung in München nunmehr beendigt. Der Abschluß mit an erster Stelle. der Bewegung bedeutet für die Brauereiarbeiter und-Arbeite- Prozentzahl noch höher schrauben, denn die Zahl der erwerbstätigen rinnen Münchens einen vollen Erfolg. Frauen nimmt im.Verhältnis schneller zu als die Zahl der Frauen überhaupt. Ausland. Der Streit der Londoner Tarameterführer. Unehelichkeit und Angestelltenversicherung. Bersammlungen Veranstaltungen. Die jest geltende Offenbarungspflicht etwa vorhandener unehe licher Kinder in den Aufnahmefarten weiblicher Angestellter hat London, 1. Januar 1913.( Eig. Ber.) Wie vorauszusehen war, sind die Londoner Tarameterführer, sowohl in der Deffentlichkeit wie in den Kreisen der weiblichen Anheute 5000 an der Zahl, in den Ausstand getreten. Der Kampf gestellten lebhafte Beunruhigung erregt. Demgegenüber hat jetzt der dreht sich um die Forderung der dem Verbande der Tarameters Deutiche Bund für Mutterschuß, Ortsgruppe Berlin, eine Petition an befizer angeschlossenen Gesellschaften, den Kutschern in Zukunft den Bundesrat gerichtet, in der er eine Abänderung dieser Beanstatt der bisher üblichen 8 Pence( 68 Pf.) für die Gallone ſtimmung dahin fordert, daß diese Angabe nur der VersicherungsBenzin( etwa 4% Liter) einen Schilling und einen Bennh( 1,10 M.), behörde selbst zu machen sein solle, um das Interesse der unehelichen alio 5 Pence mehr abzuverlangen. Nach dem bestehenden Bertrage Kinder zu wahren, daß fie aber auf den Versicherungskarten weghaben die Gesellschaften zwar ein Recht dazu, den Bertaufspreis zufallen habe, um sonst unausbleiblich scheinende schwere wirtschaft Preissteigerung der lebten Zeit macht die Durchführung des VerDer Petition haben sich eine große Reihe von Organisationen Es gibt in der deutschen Arbeiterbewegung leider immer noch des Benzins nach den Marktpreisen zu erhöhen, aber die enorme liche und moralische Schäden der Angestellten zu vermeiden. Fälle zu verzeichnen, wo die aussichtsvollsten Kämpfe erschwert trages prattisch unmöglich. In England wird der Preis des angeschlossen. werden, oder wo ein Erfolg eines solchen Kampfes überhaupt in Benzins von einer großen Gesellschaft, der Anglo- American Oil Frage gestellt wird, dadurch, daß sich gewiffenlose Subjekte oder in Company( hinter der der Standard Oil Trust stedt) festgesetzt; der differente Arbeiter, sei es mit oder ohne Absicht, dazu hergeben, Sandel ist ein Monopol, das aus dem Konsumenten den letzten Ueber Masten der Segualität"( Wie wir vor uns burch Streifbruch im Kampfe stehende Arbeiter zu schädigen. Daß eller herausschindet. In den letzten Wochen haben mancherlei aber Arbeiter, die selbst im Streit stehen, die felbft ausgesperrt Berhandlungen zwischen dem Verbande der Zarameterführer und Bersteden spielen) spricht Dr. med. Wilhelm Stefel- Wien im Bund worden sind, von ihrer Organisationsleitung aus veranlagt werdem der Tarametergesellschaften stattgefunden, die aber zu feinem für Mutterschutz am Montag, den 6. Januar, abends 8 1hr, im Architektenhaus. den, an anderen Orten Streifbrecher zu machen, dürfte bisher mohl Ergebnis geführt haben. Die Arbeiter sagten: Die Frage ist nicht, zum ersten Male vorgekommen sein und das Kapitel des Streit- daß wir den Preis nicht bezahlen wollen, sondern daß wir den bruchs hat damit nicht nur eine neue Ergänzung erfahren, son- Preis wirklich nicht bezahlen tönnen. Die Arbeitgeber bestanden dern mit unauslöschbarer Schmach und Schande hat sich zugleich jedoch auf ihr Pfund Fleisch. Im Durchschnitt nimmt eine Londiejenige Organisation bedeckt, die diese Sache inszenierte, nämlich: boner Tarameterdroschte am Tage 21 Schilling ein. Davon bleider christliche Metallarbeiterverband. ben dem Führer 5 Schilling und 3 Pence( 25 Proz.) plus durchEin sozialdemokratischer Stadtverordnetenvorsteher. schnittlich 10 Bence für Ertragebühren( für Gepäd und für einen britten und vierten Fahrgast), die er seit dem legten Streit ganz Frankfurt a. M., 2. Januar.( Privattelegramm des einsteckt. Aus dieser Nettoeinnahme von 6 Schilling und 1 Penny Vorwärts".) Jm Stadtparlament wurde Genosse soll er mun in Zukunft 3 Schilling und 3 Bence für die täglich ver- Graef als zweiter Vorsitzender gewählt. Die Nationalbrauchten drei Gallonen Benzin und 9 Pence für verschiedene Stationsgebühren und Kleidungsstüde bezahlen. Ge bliebe ihm liberalen, die Mittelständler und 8 Fortschrittler stinimten mithin mur ein Tagelohn von 2 Schilling und 1 Benny( 2,12 m.); gegen ihn. er müßte sich also fein Leben fast ganz durch Trinkgelder verdienen. Schon jetzt nähren sich die Londoner Tarameterführer infolge der großen Konkurrenz recht fümmerlich und es ist ganz ausgeschlossen, daß sie bei einem Verlust von mehr als einem Drittel ihres festen Einkommens existieren können. " Letzte Nachrichten. Fortgang des Kolonialkrieges in Tripolis. Rom, 2. Januar. Die Agenzia Stefani" meldet aus Benghasi: Die Beduinen von Zeiana beschossen heute eine vorgerüdte Stellung in dem nördlichen Sektor an der Küste. Sic wurden von zwei Rompagnien erhthräischer Schützen, Truppen des 68. Infanterie- Regiments und einer Abteilung eingeborener Truppen zerstreut. Die Feinde erlitten große Verluste. Ein Italiener und fünf erythräische Soldaten wurden getötet, dreizehn verwundet. Ein Kriegsschiff bombardierte später die Rüfte von Zeiana. Der Verwaltungsstelle Stuttgart des Deutschen Metallarbeiter verbandes wurde am 28. Dezember brieflich mitgeteilt, daß zirka zwei Dugend Arbeiter als Streitbrecher kommen und in den zur zeit in Stuttgart bestreitten Betrieben anfangen werden. Es wurde dann noch ergänzend mitgeteilt, daß es sich um christlich organisierte Leute handeln dürfte, die in Menden im Streit stehen oder ausaesperrt sind. Man wollte der Nachricht erit feinen Glauben jhenten und telephonierte vorsorglich erst bei der Bezirksleitung des christlichen" Verbandes, bei dem Bezirksleiter Gengler, an. Der Solidaritätserklärung der Balkandelegierten. erklärte, nichts davon zu wissen, daß Leute von ihnen in bestreitten London, 2. Januar.( W. T. B.) Erkundigungen, die das Betrieben anfangen wollten. Als man ihm näher auf den Bela rückte, gab dieser Arbeitervertreter an:" Er müffe erst einmal Reutersche Bureau unter den nichtbulgarischen Balkandelegierien Erfundigungen einziehen, ob die Arbeiter der in Frage kommenden Die Abstimmung über die Frage, ob die Arbeiter die Forderung einzog, ergaben die übereinstimmende Bestätigung des von Danem Werke( Sanitaria und Wagner u. Keller in Ludwigsburg) auch der Arbeitgeber anerkennen sollten oder nicht, ergab folgendes Re- eingenommenen Standpunkts. Die Delegierten erklärten, von einen Kampf führen, der berechtigt sei!!!" Dabei ist einzuschalten, fultat: Gegen die Forderung 4695, für die Forderung 177. Der einem speziell serbisch- griechisch- montenegrinischen oder speziell buldaß die Streits in Ludwigsburg fast bis zum Tipfelchen auf dem i stampf richtet sich nur gegen die großen verbündeten Gesellschaften, garischen Standpunkt fönne nicht geredet werden, sie seien all c aus den gleichen Ursachen entstanden sind, wie die in Menden, die gegen 5000 Tarameter befizen. Die kleinen Befizer mit etwa durchaus eins in der festen Entschlossenheit, ihre Forderungen und eingehend in der örtlichen Preffe und der Metallarbeiter- 1000 Droschten haben keine Preissteigerung des Benzins vorge- durchzusehen. Wenn die Türken sich weigern sollten, hinsichtlich Zeitung" besprochen sind, daß Christen dabei gar nicht in Frage nommen. Ihre Tarameter sowie die der 2000 Führer, die ihre Adrianopels nachzugeben, werden sie die Konferenz verlassen. fommen. Und da will sich dieser Herr Gengler erst informieren". eigenen Wagen befizen, werden weiter arbeiten und einen gewissen Adrianopels nachzugeben, werden sie die Konferenz verlassen. Doch das Unglüd schreitet schnell. Ganz zufällig wurde gleich Teil ihrer Einnahmen an die Streittasse abführen. Die großen darauf der erbärmlichste Arbeiterverrat aufgedeckt, der bis jetzt Londoner Tarametergesellschaften find teine finanziell gesunden wohl vorgekommen ist. Es fuhren nämlich vorerst 10 Mann der Unternehmungen. Sie sind samt und sonders überkapitalisiert und Christen aus dem Rheinland nach Stuttgart. In Mannheim erivarten nun von ihren Arbeitern, daß diese Dividende für Kapipassierte einem derselben das Malheur, seine Kollegen zu ver- talien verdienen sollen, die schon längst verloren sind und die man lieren; er fuhr allein nach Stuttgart und wurde auf die Frage schon längst in den Schornstein hätte schreiben sollen. nach dem Bureau seines Verbandes zufällig auf das Bureau des Deutschen Metallarbeiterverbandes gewiefen. Dort gab nun der Mann, der verheiratet ist und einen ganz guten Eindruck machte, folgendes an: In Menden wäre ihnen von ihrer Organisation aus mitgeteilt worden, daß in Stuttgart Arbeit wäre. Dort würde noch schönes Geld verdient, die Verhältnisse wären auch sonst gut und Streit wäre dort teiner; sie sollten also nur hinfahren. Auf Ein fürsorglicher Gemeindevorsteher. Grund dessen wäre er mit seinen Kollegen hergefahren und morgen ( Dienstag, den 31. Dezember) sollten sie anfangen. Wo er spiveit Der Gemeindevorsteher in Biefau in Thüringen hat war, geriet er in die tödlichste Verlegenheit, denn er sah auf einmal gegen einige jugendliche Glasarbeiter folgende Strafverfügung erdas Plakat, auf dem vor Arbeitsaufnahme in der Sanitaria" ge- laffen: warnt war, da dort Streit sei, und gerade die„ Sanitaria" war die Firma, bei der er und seine Kollegen in Arbeit treten sollen. Der Mann versprach ja nun, seine Kollegen aufzusuchen und sie von der Arbeitsaufnahme abzuhalten; ob er es macht oder ob er von den Christenführern gezwungen wird, Streitbrecher zu nachen, wird sich rasch herausstellen. Festgestellt ist aber, daß der Bezirksleiter Gengler( diesen Namen sollen sich die Arbeiter merfen) bormittags erklärt, daß ihm nichts bekannt sei, daß in der Sanitaria" gestreift verde, daß ihm nichts bekannt sei, daß Leute bon Menden dort anfangen sollen usw., und daß kaum zwei Stunden später die Leute von Menden selbst kommen und Gengler suchen, um sich die Arbeit in der Sanitaria" zuweisen zu lassen. Es ist ferner noch mit Sicherheit anzunehmen, daß die Sache ein schon lange vorbereiteter Streich war. Sagte doch schon vor Wochen ber Direktor der bestreitten Firma:„ Wartet nur einige Wochen, dann bekomme ich Leute genug und brauche Such( die eigenen früheren Arbeiter) nicht mehr." Jugendbewegung. Es ist gegen Sie zur Anzeige gekommen, daß Sie dem Glasarbeiterverband angehören und am 19. November 1912 vom hiesigen Schulvorsteher aufgefordert worden sind. Ihre Abmeldung beglaubigt binnen 8 Tagen beizubringen. Letzteres ist aber bis heute noch nicht geschehen. Uebertretung gegen§ 18b des Ortsgefeßes d. G. P. betr. Fortbildungsschule vom 4./5. 1908. Beweismittel: Eigenes Geständnis. Es wird daher geg.n Sie eine Geldstrafe von 10 M. Hiermit festgelegt, welche binnen 14 Tagen an die hiesige Gemeindekasse zu bezahlen ist. Sollten Sie sich durch diese Strafverfügung be schwert finden, so steht Ihnen binnen 2 Wochen von der Eröffnung an Berufung an das Streisschulamt zu, die bei dem Gemeindevorstand oder beim Streisschulamt in Saalfeld einzulegen ist. Stellen Sie diesen Antrag binnen einer Woche nicht, so wird diese Strafberfügung vollftredbar. Biefau, den 22. Dezember 1912. Der Gemeindevorstand. Otto Kühnert. Der christliche Metallarbeiterverband, auf dessen Veranlassung Der gute Gemeindevorsteher denkt so die Jugend vor den verdiefe Leute aus Menden nach Stuttgart tamen, hat aber mit dieser flirten freien Verbänden zu bewahren. Daß es so etwas wie ein Handlungsweise das Recht verwirkt, sich noch eine Organisation Vereinsgesetz gibt, das für gewerkschaftliche Mitglieder feine Alterszu nennen, die für die Interessen der Arbeiter eintritt. Er kann grenze fennt, braucht natürlich der löbliche Gemeindevorstand nicht firmieren Vereinigung zur Lieferung von Streitbrechern und zu wissen. In der Berufungsinstanz wird ihm das plausibel geArbeitswilligen, Rosten und Spesen frei", denn die Beiträge der macht werden. Uebrigens soll das Ortsgefes, auf Grund dessen die eigenen Mitglieder dürften verwendet werden, um die Mitglieder Verfügung erfolgte, gar nicht mehr zu Recht bestehen. als Streitbrecher abzuschuben", es sei denn, daß er wie die Hinze. tonjorten einen Tarif hat, in dem festgelegt ist, wieviel ein beEchte Magyaren. Budapest, 2. Januar. Zwischen dem Präsidenten des Abgeord netenhauses Grafen Tisza und dem oppositionellen Abgeordneten Grafen Michael Karolyi fand heute ein Säbelduell unter schweren Bedingungen statt. Es wurden 32 Gänge gefochten. Das Duell dauerte eine Stunde. Karolyi erhielt mehrere Rigwunden, Tisza einen flachen Sieb auf die Hand. Die Gegner schieden unberföhnt. Ruchlose Horden. Saloniki, 2. Januar.( W. T. B.) Aus Jenidjewardar wird gemeldet, daß Bulgarenbanden wieder beginnen, von den Bauern jener Gegend Geld zu erpressen. Diese Banden, deren Verfolgung von den griechischen Behörden angeordnet worden ist, trachten wie früher, sich in den Sumpfgegenden von Jenidje zu ver Eine starte aus Basen bestehende Bande soll die Ortschaft bergen. Reichan in hrazien niedergebrannt und dort die christlichen Einwohner niebergemeßelt haben. Eifersuchtsdrama. Reichenberg i. Böhmen, 2. Januar.( W. T. B.) In einem hiesigen Hotel wurde heute der Finanzbeamte Franz Bang von seiner jungen Frau, welche getrennt von ihrem Manne in Leipzig lebte und die auf Besuch gekommen war, betäubt und erwürgt. Hierauf erdroffelte die Frau ihren fünfjährigen Knaben und erhängte sich am Fensterkreuz. Berantw. Rebatt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.: Eh.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nr. 2. 30. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Zur Lage der Kleinbauern und land. wirtschaftlichen Arbeiter. IV. Beschäftigung jugendlicher, weiblicher und arbeitsschwacher Personen. Rechtsprechung. Fälle zu unrecht" erhoben waren. Nach den Berichten sehen wir 3. B., daß in Baden". 11 Westpreußen" Hessen- Nassau" Oberpfalz" 11 Unterfrenfen" " Bfals" Westfalen" Provinz Sachfen" „ Ober- Elsaß". zugunsten der Genossenschaft 1058 Berufungen 1837 zugunsten der Verlegten sur 205 335 0 " 1384 " 254 " . 633 17 183 " 272 72 " P 874 123 " • 1404 " 211 " " 248 13 17 1116 90 entschieden wurden. " Ueber die so wichtige Frage: Beschäftigung jugendlicher Arbeiter usw. an gefährlichen Maschinen, da schweigen sich die meisten Berichte ganz aus. Nur einzelne Berichte aus Bayern haben den Mut, der Wahrheit die Ehre zu geben und melden, wie z. B. Schwaben und Neuburg":" Die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter an Maschinen führte auch heuer wieder zu bedauerlichen Un,, Brandenburg" bringt z. B. nachfolgende Aufstellung über ihre fällen. Entschädigungsansprüche von verunfallten Personen über Erfolge: Von den 1988 insgesamt durch Entscheidung erledigten 65 Jahre wurden im Berichtsjahre 165(= 9,3 Proz. aller An- Streitfachen( Berufungen und Anträgen a+ b) find also entsprüche) erhoben; diese verteilen sich in der Hauptsache auf Fallen schieden: aus der Höhe und auf ebenem Boden, sowie auf Unfälle bei dem Fuhrwertsbetrieb und der Tierhallung." nen Maschinen erlitten." Wiederholt wurden Kinder und altersschwache Personen an zugunsten der Berufsgenossenschaft 1911 1910 1909 1908 1907 Freitag, 3. Januar 1913. Zweite Generalversammlung des Verbandes der fand-, Wald- und Weinbergsarbeiter. Berlin, den 30. Dezember 1912. Jufolge eines Versehens ist der Bericht vom dritten Verhand Tungstage in unserem Blatte nicht erschienen. Wir lassen ihn hier noch folgen: Ja cinem Referat über: ,, Unsere nächsten Aufgaben" gibt der Verbandsvorsitzende Georg Schmidt aus den bei der Agitation und Organisation gemachten Erfahrungen präzise An weisungen, wie die so schwierige Agitation und Organisation unier den Landarbeitern mit Erfolg betrieben, und in welcher Art Verfammlungen für die Mitglieder interessant gestaltet werden fönnen. Für die Oeffentlichkeit ist von Interesse, daß Schmidt erklärt, sich gegen einen Artikel der Sozialistischen Monatshefte" wenden zu müssen; wenn die Generalversammlung darüber mit Stillschweigen hinwegginge, fönnte es sonst den Anschein haben, als Der technische Aufsichtsbeamte von Oberfranken" berichtet:„ Die 80,89 Proz. 81,43 Prog. 83,41 Proz. 80,72 Pro3. 75,81 Proz. ob sie gegen den Artikel nichts einzuwenden hätte. Wenn der Berfasser des Artikels, Arthur Schulz, die Konferenz im Abgeord= Beschäftigung jugendlicher Arbeiter an gefährlichen Maschinen oder zugunsten der Rentennetenhause als eine Zusammenkunft ländlicher Organisationen ans mit besonders gefahrbringenden Arbeiten wurde auch in diesem fucher 19,11 Broz. 18,57 Prog. 16,59 Proz. 19,28 Proz. 24,19 Proz. spreche, so sei schon dagegen Einspruch zu erheben. Auch scheine er Jahre von mir mehrfach beobachtet; in allen diesen Fällen wurden " Schlesien" spendet dem Reichs- Versicherungsamt folgendes der irrtümlichen Auffassung zu huldigen, daß der Landarbeiterauf meine Anordnung hin sofort erwachsene Arbeiter an ihren Rob:„ Der erfreuliche Rückgang der neu bewilligten Renten gegen verband erst eine Folge der Unternehmerorganisation in der LandPlatz gestellt. Leider haben wieder mehrere Kinder unter 12 Jah- über den früheren Jahren beruht zum Teil auf der in neuerer wirtschaft war. Der Rat aber, den Schulz gibt, daß der Verband ren schwere Berlehungen an nicht mit Schuhvorrichtungen verfehe- Zeit strenger gewordenen Rechtsprechung, nach welcher geringfügige nämlich jede zollgegnerische Agitation einstellen solle, müsse vom Unfallfolgen( unter 10 Prozent der Erwerbsfähigkeit) überhaupt Verband abgelehnt werden, noch mehr aber der weitere Vorschlag In ähnlicher Weise klagt die Pfalz"." Westfalen" berichtet: nicht entschädigt werden und durchweg dem Moment der Gewöh- Schulz', das Naturallohnsystem nicht zu verwerfen.( Lebhafte Maschinen und anderen gefährlichen Arbeitsstellen zur Arbeits- ung, besonders bei Hand- und Fingerberlegungen, mehr Bedeu- Zustimmung.) Wenn Schulz einmal nähere Einsicht in die Rechtstung als früher beigemessen wird." schutzsachen des Verbandes crhielte, würde er sofort erkennen, daß leistung verwendet. Gegen diesen Mißstand ist infolge der Leutenot schwer anzufämpfen. In vielen Fällen sind die SchutzvorrichAusführlich werden in mehreren Berichten, so in dem von die Naturalentlohnung nur dazu dient, den Landarbeiter um seinen tungen, trotzdem sie vorhanden waren und sich in recht brauchbarem" Oberfranien"," Rheinland"," Niederbayern" und anderen Be- schwer verdienten Lohn zu prellen. In der Diskussion zeigt der Gauleiter KeiditschZustande befanden, bei der Arbeit nicht benutzt worden, wenn dieses mitgeteilt, die durch unwahre Angaben widerrechtlich eine Unfall- München an einem Beispiel, wie aus Landarbeiterkreisen heraus auch in allen Fällen bestritten wurde. Aus der Beschaffenheit der rente sich zu„ erschleichen" suchten. In mehreren der angeführten spontan eine Bewegung gegen die Naturalentlohnung aufstieg. In Schutzvorrichtungen, namentlich dem anhaftenden Staube und den Fälle darf billig bezweifelt werden, ob in der Tat„ Betrug" vorlag. einem Bezirk in Bayern, in dem der Verband noch nicht Eingang Spinngeweben, konnte aber mit Sicherheit festgestellt werden, daß Sicher zu Unrecht ist der arme Rentenempfänger verurteilt, über gefunden hat, wandten die Dienstboten sich gegen die Naturaldie Vorrichtungen feit Wochen, sogar Monaten nicht benutzt worden frohlodend Hessen- Nassau" alfo berichtet: entlohnung, weil bei der Steuereinschäßung ihnen die Kost viel zu Der Redner verweist ferner hoch in Anrechnung gebracht wurde. darauf, daß die staatlichen Forstarbeiter nicht auf Verbesserung ihrer Löhne durch die Landtage allein hoffen können, sie müßten selbst das Ihrige dazu tun, durch Lohneingaben der Arbeiter feien Lohnerhöhungen schon erreicht worden. Der Ausschußvorsitzende Nimmerfall- München bemerkt u. a., daß durch die neuen Steuergeseße in Bayern viele Ungerechtigkeiten geschaffen würden. Ein Hirtenjunge mit monatlich 1,50 M. Barlohn soll 4-5 m. jähr lich Steuern zahlen, dagegen verlangte ein Bauer, der 5-6 Leute beschäftigt und 36 Stück Vieh im Stall hat, von ihm eine Anweisung, wie er sich von der einen Mark jährlicher Steuer befreien könnte. Gauleiter Hille Magdeburg verweist u. a. darauf, daß es ein Irrtum sei, wenn die Landarbeiter glauben, sie dürften teine Lohnforderungen stellen. Das können sie, sie dürfen dabei nur feine Arbeitseinstellung androhen. Vor allem aber dürften fie nicht ohne Wissen eines Verbandsvertreters Forderungen eins reichen, oder etwa gar die Arbeit einstellen. Ferner müßte dabei die allzugroße Hengstlichkeit unter den Landarbeitern bekämpft werden, es müsse auch jeder selbst seinen Mann stellen.- Gin Redner wünscht, daß bei dem starken Eindringen der Frauenarbeit in der Landwirtschaft der Organisierung der Frauen große Aufmerksamkeit zugewendet werde. Sonst werden in der sehr aus giebigen Diskussion, die sich bis spät in den Nachmittag hinein erftredt und an der sich außer vielen Delegierten die Gau- und Bezirksleiter besonders beteiligen, die in der Agitation gemachten Erfahrungen ausgetauscht und daraus Richtlinien für die zukünftige Agitation gezogen. Im Schlußwort sagt Schmidt zu, daß der Verbandsvorstand den vielfach gemachten Anregungen nachkommen und sie bei der Agitation berücksichtigen wird. den waren." Auch im Berichte Meiningen" heißt es:" Bedauerlich ist und bleibt es, daß der Bedienung der Maschinen vielfach nicht die genügende Sorgfalt gewidmet wird und dazu entweder Kinder oder alte, stark arbeitsbeschränkte Personen verwendet werden." ,, Niederbayern" flagt:„ Die Verwendung jugendlicher und nicht selten weiblicher Arbeiter mit lofen Kleidern an gefährlichen Maschinen oder mit besonders gefahrbringenden Arbeiten wurden auch im Berichtsjahre öfter wahrgenommen."" Ein großer Teil der Unfälle ist, abgesehen von der Richtbeachtung der Unfallverhütungsvorschriften, auf die höchst beklagenswerte Lässigkeit der Betriebsunternehmer und Arbeiter, auf die infolge der herrschen. den Dienstbotennot allzugroße Verwendung von jungen und ungeübten Arbeitern zurüdzuführen; dagegen konnten Unfälle infolge Alkoholmißbrauchs nicht festgestellt werden." Fast alle Berichte erklären, daß gegen die fäumigen Unterneh mer mit strengen Strafen" vorgegangen wurde, damit endlich Ordnung geschaffen werden könne. Nur der Bericht„ Hessen- Nassau" ist chrlich genug, auch die Höhe der schredlichen Strafen zu melden, die Unternehmer gegeneinander verhängen. Es heißt im Berichte: Die Höhe der erkannten Strafen bewegt sich in der Mehr zahl aller Fälle, und zwar bei 438 Fällen im Jahre 1910 und bei 1802 Fällen des Jahres 1911 zwischen 1 und 5 M. Nach einer fürzlich erlassenen Verfügung des Landeshauptmanns follen die Strafen in Zukunft im allgemeinen den Betrag von 3 M. nicht überfleigen."!! Biel weniger Glüd als die gewerblichen Arbeiter haben die landwirtschaftlichen Arbeiter und Kleinbauern mit ihren Berufungen an den Schiedsgerichten, von den Endurteilen am Reichsverficherungsamt oder diversen Landes- Versicherungsämtern ganz zu schweigen. Ihre Unkenntnis der Gefeße bringt den Berufsgenossenschaften ohnedies schon Millionen ein, seltener wird eine Berufung gemacht, nur ausnahmsweise findet ein Landarzt den Mut, gegen das Gutachten seines Borgefeßten", des Kreisarztes, usw. aufzutreten. Und die Verlegten, welche trotzdem eine Berufung riskieren. müssen zu ihrem Schreden später erfahren, daß die allermeisten " Kleines Feuilleton. " „ Ein Rentenempfänger, der sich gelegentlich einer Nachuntersuchung beim Streisarzt 0,80 m. für entgangenen Arbeitsberdienst hatte auszahlen lassen, obwohl ihm von seinem Arbeit geber ein Lohnabzug nicht gemacht war, ist vom Schöffengericht wegen Betruges zu einer Geldstrafe von 3 M. oder 1 Tag Gefängnis verurteilt." Borsigender dieser noblen" Berufsgenossenschaft, die einen armen Teufel zur Strafanzeige bringt, weil er fich ganze 80 Pf. betrüglich erschlichen" habe, ist der nationalliberale Abgeordnete Schröder- Caffel. Der Mann ist überdies zu Unrecht verurteilt. Hatte er etwa eine wahrheitswidrige Angabe dahin gemacht, ihm fei Arbeitslohn abgezogen, so ist das gewiß nicht zu billigen. Aber ein Betrüger im Sinne des Strafgesehbuches war der Mann nicht. Von der Berufsgenossenschaft muß angenommen werden, ihr war bekannt, daß der Arbeiter nach§ 616 B. G. B. und nach§ 2 des Lohnbeschlagnahmegefeßes ein Recht gegen den Arbeitgeber auf Bahlung des Lohnes für die Zeit der Nachkontrolle hatte, und daß er nicht rechtsgültig auf dieses Recht verzichten konnte. Von dem Vorspiegeln oder Verschweigen einer für die Berufsgenossenschaft erheblichen Tatsache konnte also nicht die Rede sein. Lag schon aus diesem Grunde fein strafrechtlicher Betrug vor, so auch nicht aus dem. daß der Arbeiter mit guten Gründen annehmen durfte, er habe, auch wenn ihm voller Lohn gezahlt ist, ein Recht auf die 80 Pf. für die Nachfontrolle. Die Frage, ob ihm ebenso wie Beugen ein folches Recht zusteht, auch wenn der volle Arbeitslohn ihm gezahlt ist, ist eine offene. Die preußische Oberrechnungstammer und selbst der preußische Justizminister( Justiz- Ministerialblatt 1902, Nr. 27) sowie bedeutende Juristen neigen der Bejahung der Frage zu. Wird so scharf und rücksichtslos gegen Rentenberechtigte vorgegangen, die vermeinlid, ein paar Pfennige erschleichen wieviel Hunderte Jahre von Gefängnis müßten, wenn mit gleichem Maß gemessen wird, gegen die Personen verhängt werden, die durch Ren- schaft mit den Gauleitern einen ganz neuen Statutenentwurf austenquetschereien, Dirigieren der Nachfontrollen" und" Revisionen" in cinem für die Unfallverlegten ungünstigen Sinn die Nechte der Unfallverletzten beeinträchtigen oder zu beeinträchtigen suchen! " Es folgt die Beratung des Statuts3. Dazu referiert Sille Magdeburg, der bemerkt, daß die Erfahrungen mit dem bisherigen Statut den Verbandsvorstand veranlaßter, in Gemeinzuarbeiten und vorzulegen. Viele Ortsgruppen haben ebenfalls Anträge gestellt, die sich überwiegend mit den Unterstüßungseinrichtungen beschäftigen. Der Wunsch nach höheren Unterstüßungen in Mülhausen i. E. bei Aufführung der Kienzlichen Oper. Der bem§ 2 und 3 mit der Einschränkung, daß sie ihren Hut nicht ab. Ruhreigen", die die französische Revolution zum Hintergrund zunehmen haben. Der drakonische Erlaß des Präsidenten erregt in hat, eine Strophe der Marseillaise, die in dem Text vor- Beting große Aufregung, ist er doch nur einer unter anderen, die Zola im eigenen Licht. Einen außerordentlich interessanten Ein- fommt, durch eine Strophe der Revolutionshymne von Méhul die gesamte Kleidung und deren Schnitt regulieren und als Tradht damit ja die französische die französische National zu offiziellen Gelegenheiten je nach dem Anlaß Gehräse, Smokings blick in die Ziele und Grundfäße, die Zola sich bei Beginn feiner ersetzt werden, ciner hymne auch nicht in fchriftstellerischen Tätigkeit selbst feste, gewähren eine Reihe von des städtischen Theaters der oberelfäffischen Fabrikstadt gefungen der Strophe auf Bühne und Zylinder europäischen Vorbildes als Gesez vorschreiben. Notizen und Aufzeichnungen, die bisher unbekannt geblieben waren So führen die fog. Reformatoren neue göpfe ein im Lande des und jetzt von M. Berteval in der„ Vie" veröffentlicht werden. Sie werdel Natürlich wird offiziös versichert, der Komponist( 1) habe die Zopfes, in dem man den Zopf- abgeschafft hat. finden sich in einem der ersten Manuskripte Zolas, und wie Abänderung selbst gewünscht". Warum nicht, wenn ihm zuvor be genau und zäh sie in feinem späteren Schaffen befolgt und ver- deutet wurde, daß die Erlaubnis zur Aufführung davon abhängig Notizen. wirklicht wurden, ist ein lehrreicher Beitrag für das Wesen und die gemacht wird?... In ähnlicher Weise wurde vor furzem in Monsieur Bonaparte" die Straßburg in einem Stüde harte unerbittliche Willenstraft Zolas. Er notiert zunächst als Marseillaise verboten, und ebenso ist schon wiederholt das Auftreten rolle auf, an der sie ihre hohe Ausdrudskunst aufs neue bewährte. - Die Pawlo to a trat am Mittwoch in einer neuen TanzFingerzeige: Auf den Stil achten. Mehr Beiwörter. Immer Wärme und Leidenschaft. Dann aber wendet er sich sozialen und französischer Militäruniformen auf der Bühne untersagt worden. Die In dem Märchenspiel Die sieben Töchter des Geisterfönigs" ver wissenschaftlichen Ideen zu und schreibt:„ Meine große Sache und Auf- Bolizei bergigt in ihrem Germanisationseifer dabei, daß solche förperte fie eine Stristallquelle. Die Bewegungen des Fließens und wissenschaftlichen Ideen zu und schreibt:„ Meine große Sache und Aufgabe ist, vollkommen Naturalist zu sein, ausschließlich Physiologe. Statt plumpen Eingriffe direkt aufstachelnd wirken. Und das ist jedenfalls Versiegens der Quelle gestaltete fie anmutig aus als eine Dar stellerin, die nicht bloß die Beine, sondern den ganzen Körper und Brinzipien zu haben( Königtum oder Katholizismus) werde ich Ge- eine nügliche Wirkung. fetze haben( die Vererbung, die Entität), vor allem aber eine Edisons sprechender Kinematograph. Dem„ Daily Telegraph" bor allem auch den Gesichtsausdrud ihren Zweden dienstbar macht. philofophische Tendenz aufnehmen, nicht um sie auszubreiten, wird aus New York berichtet: Das Neujahrsgeschent, das Amerika Jar Regiffeur Fotin hatte diesmal auch für ein stimmungsim Gegensatz zu fondern um meinen Büchern eine Folge zu geben. Am besten wäre der Welt bietet, ist der sprechende Kinematograph, ein Kinemato- bolleres Milieu gesorgt, als dieses Gastspiel die ich nie nötig haben werde, mich zu erklären." Ein anderer einer echten suggestiven Macht, die zum Lachen bringt und zu intendant der fgl. Bühnen Georg v. Hülsen beging am 1. Januar vielleicht der Materialismus, will fagen der Glaube an Sträfte, über graph, der nicht mechanisch oder automatisch spricht, sondern mit dem voraufgegangenen russischen Ballett fie fonst zeigt. Der Stillstand der tgl. Bühnen. Der General. Zettel trägt unter der Ueberschrift unterschiede zwischen Tränen rührt. Jeder, der der ersten Borstellung der jüngsten Ent bas Jubiläum einer zehnjährigen Tätigkeit in Berlin. Er hielt bei Balzac und mir" die Notiz:" Ich will nicht wie Balzac eine deckung Edisons, des„ Kinetophons" beigewohnt hat, versichert, daß diefer Gelegenheit vor versammelter Mannschaft eine blumenreiche Entscheidung über die menschlichen Angelegenheiten treffen, will fie die vollkommenste Illusion des menschlichen Wortes gebe. Man Nede, worin er u. a. sagte:„ Mensch sein, heißt ein Stämpfer sein. nicht Philofoph fein, nicht Politiker und nicht Moralist. Ich werde wird fortan im Sinematographen- Theater der mich damit bescheiden, Gelehrter zu sein, und mich damit begnügen, ganger Aufführung und für den Künstler gilt dies wahrlich in doppeltem Sinne, weil Operetten und Opern beiwohnen Fönnen: die das zu schildern, was ich sehe und auf der Suche nach der inneren Täuschung wird vollständig fein. wir immer Werdende sind sein müssen, weil der Stillstand bei Edison meint, daß bald die Ursache finde. Im übrigen keine Schlußfolgerungen." besten Künstler der Welt vor dem linetophonischen Apparat spielen uns nicht nur den Rückschritt, nein den langsamen künstlerischen Tod Dann aber entwirft er ein Programm feiner Arbeitstechnik, die und singen werden. Er hat an feiner Maschine vier Jahre hintereinander bedeutet." so genau befolgt worden ist, daß das Programm zugleich als eine gearbeitet und für seine Studien die Bühnen fast aller Theater New auf zu: Sie mögen ihre Hofswede erfüllen, aber fünstlerisch stehen Die gewählte Charakterisierung trifft für die Igl. Bühnen vollCharakterisierung feines ganzen Schaffens gelten fann. Er nimmt orks benugt; der sprechende Kinematograph hat hier, ohne daß sich vor:" Den Roman in großen logisch konstruierten Kapiteln jemand eine Ahnung davon hatte, in den legten Monaten die Musit fie feit langem still, besonders das Schauspiel. Es fehlt nicht ant zu schreiben: d. b., daß selbst die Folge der Kapitel eine Idee von der besten Orchester und die Stimmen der besten Stünstler der tüchtigen Sträften, aber die Bureaukratie und die Rücksicht auf den den Phasen des Buches gibt. Jedes Kapitel, jede Maffe foll wie amerikanischen Metropole registriert. eine besondere straft wirken, die der Lösung zustrebt. Einen Stoff Hauptsache um einen Apparat, der auf dem Schirm die kinematoEs handelt sich in der of erstickt alles frische Leben. Die Borbesprechung eines Dramas und das in wenigen großen Bildern sehen, in einigen großen graphischen Films wiedergibt, und um einem hinter dem Schirm urheberrecht. In der Zeitschrift" Die Schaubühne" war Kapiteln( 12 ober 14); anstatt die einzelnen Szenen zu ſehr befindlichen zweiten Apparat, der mit dem Kinematographen in Ver- Sudermanns neues Drama„ Der gute Ruf", der in der nächsten wie auch mit Ausdehnung beobachten. An Stelle der fortlaufenden Orchestermusit so exaft vorführt, daß Rede und Gefang mit den diefe vorzeitige Kritit ungünstig ausgefallen ist, ließ Suderman die zu multiplizieren, eine beschränkte Anzahl auswählen und gründlich bindung steht und das gesprochene und gesungene Bort sowie jede Woche zum ersten Male aufgeführt wird, bereits einer Borbesprechung auf Grund des Manuffrips unterzogen worden. Analyie Balzacs 12 oder 15 mächtige Maffen aufstellen, in denen tinematographischen Darstellungen genau übereinstimmt. dann die Analyse Schritt um Schritt vorgenommen werden kann, Zeitschrift beschlagnahmen und gegen ihren Herausgeber und den aber stets von oben. Heute gelingt allen Leuten die Analyse der Wie China europäisiert wird. Juanichikai, der Präsident der Verfasser des Artikels Strafantrag stellen. Die§§ 11 und 39 des Einzelheiten; dagegen muß man wirken durch die kraftvolle Ston- hinesischen Republit, hat nun, um einem längst gefühlten Bedürfnis Urheberrechts geben ja bie Handhabe dazu. Aber wenn die Autoren struktion der Massen, der Kapitel; burds die Logit, durch die Stoß- abzuhelfen, in einem amtlichen Dekret dem Bolte Chinas mitgeteilt, das Recht haben sollen, das Publikum durch ihre Reklamenotizen Kraft dieser Kapitel, die einander folgen müssen wie übereinander- neuen Zeremoniells lauten:§ 1. Zum Gruße wird der Hut gewie es fortan einander zu grüßen hat. Die Bestimmungen des zu beeinflussen, muß die Kritik auch ihrerseits zu Worte kommen können. liegende Blöcke, von denen der eine sich in den anderen einbeißt; lüftet und der Oberkörper vorgebeugt.§ 2. Während der großen geht am Sonnabend Shaw 3 komödie - Theaterchronit. Im Neuen Volts- Theater durch den Atem der Leidenschaft, der alles belebt und von einem Helden", die ja im Ende des Werkes bis zum anderen durchgeht." offiziellen Zeremonien wird der Hut abgenommen und sich dreimal Zeitalter des Balkanfrieges direkt aktuell ist, in Szene. Das verbeugt.§ 3. Bei gesellschaftlichen Beranstaltungen erfolgt die Deutsche Theater plant die Aufführung von Shakespeares Der Unfug der Zenfur in Elsaß- Lothringen. Die Verschandelung Verbeugung mur einmal.§ 4. Auf der Straße lüftet man den Hut," Macbeth" mit Albert Baffermann als" Macbeth": der darstellenden Kunst und der historischen Wahrheit aus Angst vor ohne sich zu verbeugen.§ 5. Diefem Erlaß unterstehen nicht Offi- Die Humboldt Akademie und die Freie Hoch dem französischen Erbfeind" übt die Polizei in Eljak- Lothriugen als ziere, Soldaten und Mitglieder der Polizei, für die eine befondere f cute gaben ihr neues Vorlesungsverzeichnis für das erste LehrTheaterzenfurbehörde fortgefegt mit unheimlichem Eifer. So mußte Grußform vorgesehen ist.§ 6. Der Gruß der Frauen unterliegt vierteljahr 1913 heraus. " Da fct nur bei einer allgemeinen Erhofimig der Beiträge zu erfüllen, diese aber sei nicht angängig. Der Entwurf sieht eine vierte, höhere Klasse vor, die 1 M. Monatsbeitrag verlangt: die untere Klasse mit monatlich M Pf. soll auf 40 Pf. erhöht werden, aber nur für weibliche Mitglieder zugänglich sein. lGotha will diese Klasse auch für Jugendliche.) Die 2. und N. BeitragSllasse soll mit t>0 und L0 Pf. bestehen bleiben. Auch sind entsprechende Wochenbeiträge zulässig, die der Referent sehr befürwortet. Rechtsschutz soll erst nach sechsmonatiger Mitgliedschaft gewährt werden. Bei der niedrigen Beitragsleistung könne der Verband nicht schon nach drei- monatiger Mitgliedschaft Rechtsschutz gewähren, was oft sehr kost- spielige Prozesse bedeutet. Das Krankengeld soll nur in der niedrigsten Klasse etwas erhöht und in der vierten Klasse ent- sprechend dem Beitrag eingeführt werden. Die Ausgaben für diese Unterstützungszwecke sind bisher stark gestiegen. Maßregelungs- Unterstützung und Sterbegeld werden wie bisher gezahlt. Auch die Ausgaben für Sterbegelder stiegen rapid.— Der Verbandsvorstand soll durch einen Beirat erweitert werden. Redner empfiehlt die Annahme des Statutenentwurfs. Nach dein Referat Hilles werden die Verhandlungen vertagt.__ Hua Induftrie und FtandeL Freigabe der Äolslenförderung. Vom 1. Januar d. I. ab hat das Rheinisch-Westfälische Köhlen- fhndikat die gesamte Kohlenförderung freigegeben. Bereits seit Oktober v. I. war die Beschränkung der Beteiligungsquoten fort- gefallen. Jetzt steht die Höhe der Förderung überhaupt im Belieben der Shndikatswerke. i Vom 1. Januar d. I. ab treten zugleich die neuen Beteili- g u n g s z i f f e r n in Kraft. Am meisten ist die Gesamtbeteiligung erhöht worden für Koks(uin 1,080 Millionen Tonnen). In Kohlen hat die Betciligungsziffcr nur um 200 000 Tonnen zugenommen. Für Briketts ist die Erhöhung gering. Infolge mehrerer F u s i o- neu im verflossenen Jahre sind die Beteiligungsziffern einiger Werke wesentlich erhöht worden. So nahm die Zeche„Konstantin der Grosse" die Zechen„Deutschland" und„Eintracht-Tiefbau", die Zeche„Lothringen" die„Mark" auf. Die Zahl der SZn.dikatsmit- gliedcr ist damit von 64 auf 6t gesunkem Konkurse im Jahre 1912. Die Anzahl der eröffneten Konkurse betrug im Dezember 4912 nach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift„Die Bank" 763, während im Dezember 1011 nur 713 Konkurse eröffnet wurden. Die Jahreszifser für 1012 streift, hauptsächlich infolge der letzten Monate, mit 0202 Konkursen fast die abnorm hohe Ziffer von 0372 Konkursen des Krisenjahres 1903. Im Jahre 1911 sind nur 8631 Konkurse eröffnet worden. Der Balkankrieg hat eine erhöhte Zahl von Opfern gefordert. Russisches Holz für deutsche Papierfabriken. Die„Noivoje Wremja" veröffentlicht eine Statistik, wonach Russland gegenwärtig mehr als die Hälfte des Holzbedarfes der deutschen Papierfabriken deckt. In den letzten zehn Jahren ist der Holzpreis unter dieser Nachfrage um 100 Proz. gestiegen. Schwedische Elektrizität für Dänemark. Die Südschwedischen Kraftwerke planen die Abgabe von Elektrizität an Dänemark durch Legung von Leitungen auf dem Grunde des Meeres. Die Kosten für die Ueherlragnng werden auf 630 009 Kronen vergnschlagt, Sozialea. Entschädigung bei„Aussetzen". Vor der Kammer II des Gewerbegerichts klagte Frl. M. auf Zahlung von 28,22 M. als Lohn für die Dauer von 14 Tagen. Die Klägerin war vom 1. Oktober bis 10. November als Garniererin im Putzgeschäft von Gertrud Alexander beschäftigt. An Gehalt bezog sie nwnatlich 122 M. Die Kündigungsfrist war eine vier- zehntägige. Wie die Klägerin in der Verhandlung angab, hat sie am 10. November ihre Stellung zum 24. November gekündigt. Die Beklagte habe die Kündigung nicht angenommen, sie aber auch nicht weiter beschäftigt. Von der Betlagte» wurde die kosten- Pflichtige Abweisung der Klage beantragt. Am Sonnabend, den 0. November, habe sie der Klägerin gesagt, sie müßte vorläufig ausseben. Diese habe nichts dagegen eingewendet, sondern erst anr nächsten Tage gesagt, sie könne nicht aussetzen. Auch habe sie dabei gekündigt. Die Klägerin behauptete, bereits am Sonnabend gesagt zu haben, sie müsse sich erst überlege», ob sie aussetze. Am folgenden Tage habe sie gesagt, sie könne nicht aussetzen, sondern verlange Beschäftigung für die Dauer der vierzehntägigen Kündigungsfrist. Trotzdem sie sich innerhalb der 14 Tage stets zur Verfügung gc- stellt habe, sei sie nicht beschäftigt worden.— Eine als Zeugin ver- nommene Putzmacherin bestätigte die Angaben der Klägerin in vollem Umfange. Darauf wurde die Beklagte verurteilt, an die Klägerin 23,22 M. zu zahlen. Diese habe sich mit dem Aussetzen nicht ein- verstanden erklärt und hatte somit Anspruch auf Zahlung während der 14 Tage. Bei dieser Gelegenheit sei wiederholt betont, dah der Arbeit- geber kein Recht hat, vom Arbeiter zu verlangen, er solle aussetzen, ohne Zahlung des Lohnes zu erhalten. Oft nehmen leider Gerichte an, wenn der Arbeiter der Forderung auszusetzen nicht wider- spricht, sei sein Einverständnis damit ausgedrückt, dass er keine Zahlung erhalte. Diese Praxis des Gerichts ist eine falsche; aber es ist mit Rücksicht darauf, daß sie stattfindet, dem Arbeiter zu raten, ausdrücklich zu entgegnen, mit einer Aussetzung sei er nur einverstanden, wenn der Lohn wciterbezahlt werde. Die erwähnte Praxis ist eine falsche. Denn der Arbeiter hat nach Z 2 des Lohn- beschlagnahmegesetzeS kein Recht auf den ihm zukommenden Lohn vord me Fälligkeitstage zu verzichten. Diese Vorschrift ist zum Schutz des Arbeiters gegeben. Ein solcher Verzicht wäre nach dem ß 2 des Lohnbeschlagnahmegesetzes ungültig. Die erwähnte Praxis ist aber auch deshalb falsch, weil ein Verzicht auf Lohn nicht daraus zu folgern ist, dass der Arbeiter zu dem Vorschlag auszusetzen schweigt. Es hätte also im vorstehenden Fall ohne weitere Beweis- aufnähme Verurteilung erfolgen müssen. Indessen zeigt dieser Fall, wie weit verbreitet die irrige Praxis und wie ratsam es ist. ausdrücklich zu erklären, dass für die Zeit des vorgeschlagenen Aus- setzend Lohn zu zahlen ist._ Von der Hilflosrnrenle. Das Gesetz macht bekanntlich einen Unterschied zwischen völliger Erwerbsunfähigkeit und völliger Hilflosigkeit. Beim Vorliegen völliger Erwerbsunfähigkeit wird die Vollrente gewährt, welche nur 66� Proz. des Jahresarbeitsverdienstes beträgt. Die Hilflosen. renke kann bis zu 100 Proz. des Jahresarbeitsperdienstes steigen. Hilflos ist, wer ohne fremde Wartung und Pflege nicht bestehen kann. In einem Falle trat nun insofern eine gewisse Besserung gegenüber dem Zustand bei Bewilligung der Hilflosenrente ein, als der Verletzte nicht mehr in liegender Stellung zu verharren brauchte, sondern mit Hilfe eines Selbstfahrers sich in sitzender Stellung fortbewegen konnte. Die Berufsgcnossenschaft setzte dem Betreffenden hierauf die Rente herab, wurde jedoch vom Reichs- versichcrungsnmt zur Weiterzahlung derselben in der bisherigen Höhe verurteilt- Aus der Begründung heben wir hervor: „Das Gutachten des Kreisarztes bietet keinen Anhaltspunkt für die Annahme, daß die durch ein Rückenmarksleidcn bedingte Lähmung der Beine und der Bauchmuskeln zurückgegangen ist. Die Möglichkeit des Klägers, mit Hilfe des Selbstfahrers eine Auf- sicktstätigkeit auszuüben, darf nicht überschätzt werden. Er wirb. Jlg die Konjtruktioil eines lolcheg ZelbstfahrerS in fecr Siegel pur für gute. /Letie Wege berechnet ist, Im wesentlichen an die Land- strasse gebunden, zur Befahrung von Feldwegen, geschweige denn von Aeckern und Wiesen aber nicht imstande sein. ES ist auch nicht ersichtlich, dass der Kläger jetzt fremde Hilfe erheblich weniger nötig hat, als früher. Speisen und Getränke konnte er. da Arme und Hände unversehrt sind, auch früher, als er noch bettlägerig war, ohne fremde Unterstützung gemessen. Aus diesem Grunde konnte er schon vordem den Oberkörper allein bekleiden. In dem- selben Masse, in dem er aber vordem auf fremde Hilfe angewiesen war, bedarf er derselben in der Hauptsache auch jetzt noch, so bei der Kotentleerung, beim Urinieren, beim Bekleiden der Beine und Füsse mit Hosen, Strümpfen und Schuhen, beim Aufsuchen und Verlassen des Betts und des Fahrstuhls, wobei er hinein- und her- ausgehoben werden mutz. Wenn nach alledem trotz einer geringen Besserung im Zu- stände des Verletzten dieser auch jetzt noch als hilflos im Sinne des Gesetzes anzusehen ist/ so mutz ihm die bisherige Rente auch ferner- hin belassen werden."(Aktenzeichen la 23281/11.) Zum Wohnungsclend der Gärtnergehilfen. Die„Allgemeine Deutsche Gärtnerzeitung" bringt eine Be- schreibung und photographische Abbildung eines Logis von Gärtner- gehilfen in der Handclsgärtnerri Josef Kohout in Nikolassee bei Berlin. Die Gehilfen wohnen im Gewächshaus in geradezu entsetzlicher Weise. Muffige Luft strömt dem Eintretenden aus dem Gewächs- Haus entgegen. Am Ende des Gewächshauses befindet sich eine Feldbettstelle mit lumpenartigen Decken bedeckt, früher befand sich dort die Stellage. Als vor einiger Zeit der Schuppen, in dem die Gehilfen wohnten, abbrannte, brach man in dieser Gewächshaus- bude ein Stück Stellage ab und plazierte dort ein Bett hin. Das ist der Wohn- und Sck)lafraum der Gehilfe». Das Kopfende des Bettes reicht an die Querwand des Sattelhauses, während das Fuss- ende an die Stellage stößt. Die Seitenwand besteht aus alten Bau- bretter», deren mehrere noch da» Zeichen H. A. G.(Heimstätten- Aktiengesellschaft) tragen. Vielfache Ritzen von 1 bis 2 Fingerbreite sind vorhanden. Damit die Kälte nickst zu sehr eindringen kann. hat man von aussen Laub gegen gepackt, das man mit den Fingern in den Jnnenraum ziehen kann. Natürlich herrscht Zugluft. Die armen Beivohner dieser Höhle werden den Husten nicht mehr los. Das Bett steht auf dem nackten Erdboden, der vollständig naß ist. Ein Unterbett gibt es nicht. Als Bettuch dient eine ausgediente Diwandecke, als Oberbett sind 2 Steppdecken mit grossen Löchern vorhanden. In diesem Bett von ungefähr 72 Zentimeter Breite schlafen 2 Menschen im Alter von 18 bis 20 Jahre. In demselben Gewächshaus, in dem diese jungen Menschenkinder kampieren, be- finden sich verfaulte Pflanzen und werden«in halbes Dutzend stramme Karnickel gemästet. In demselben Raum strömt auch eine Tonne mit Jauche ihren Gestank aus Wie kann die Behörde einen derartigen gesundheitsgefährlichen Raum als Wohn- und Schlafraum zulassen? Deutsche Gärtner- gehilfen hat Herr Kohout nicht erhalten. Zwei arme Tschechen hausen in dem Raum. Sie erhalten das fürstliche Monatsgehalt von 20 bis 3V M., neben freier„Station". Wie die Wohnung be- schaffen ist. haben wir oben geschildert. Der andere Teil der Sta- tum— das Essen— ist so knapp bemessen, dass die armen Leute noch von ihrem kargen Lohn zulegen müssen, um wenigstens leben zu können. Nikolassee ist»ine Billenkolonie. Ist der Polizeibehörde, dem Amtsvorsteher und dem Landrat bekannt, dass solch, die Gesundheit und Sittlichkeit aufs ärgste gefährdende Loch jungen Leuten als Logis gegeben wird.?, Weshalb schreitet sie nicht«in?, Reichstheatergesrll und Bühnengenossenschaft. AuS dem Bureau der Bühnengenossenschaft wird unS ge- schrieben: Der Schwerpunkt des Gesetzes liegt für die Genossenschaft in der Kündigung»- und in der Toilettenfrage. Im Mittelpunkt der Kündigungsparagraphen steht der 18, der in der Fassung des Entwurfs folge:wermassen lautet:„Wird eine Kündigungsfrist ver- einbart, so mutz sie für beide Teile gleich sein." Nach Ansicht der Genossenschaft inuss dieser Paragraph eine Fassung erhalten, der die Parität des Kündigungsrechts unzweifelhaft zur Geltung bringt. Aus demselben Grunde werden die Vertreter der Genossenschaft mit aller Energie darauf bestehen, dass auch bei mehrjährigen Ver- trägen beiden Teilen das Kündigungsrecht zusteht und nicht ein- seitig dem Unternehmer verbleibt, wie der 8 23 es will. Die Ge- nossenschaft folgt da Forderungen, die neuerdings wieder aus allen Kreisen der Bühnenangestellten an sie ergangen sind. Es kann auch vom Standpunkt der Genossenschaft nicht dem Verlangen zu- gestimmt werden, dass Bühnenangeftellte mit mehrjährigen Ver- trägen in der zwischen den Spielzeiten liegenden Zeit n ihrer Tätigkeit beschränkt werden dürfen, sofern sie in dieser Zeit vom Unternehmer nicht entschädigt werden. In der Toilettenfrage steht die Genossenschaft auf den« Stand- Punkt, daß der Bühnenunternehmer de» Mitgliedern alle Klei- dungsstücke zu liefern hat, mit Ausnahme derjenigen, die ausschlietz. lich zum persönlichen Privatgebrauch des Mitgliedes dienen. Die Fassung des Regierungsentwurfs erscheint hier zu unklar und kann leicht zu Mihdeutunge» führen. Ferner wünscht die Genossenschast auch die Volontärfrage im Gesetz berücksichtigt zu finden. Sie schlägt vor, dass Volontäre an Tlieatern nur angenommen werden dürfe», wenn das darstellende Personal in allen Fächern voll besetzt ist. Ferner wird die Bühnen- genossenschaft die Forderung erheben, dass in Zukunft auch die von dem konzessionierten Unternehmer in Aussicht genommenen Stell- Vertreter denselben gesetzlichen Vorschriften genügen müssen wie die Konzessionäre selbst. Als ein äusserst wichtiger Punkt gilt der Genossenschaft die Beseitigung der Vorprobentage, die bisher nur teilweise oder gar nicht bezahlt worden sind. Die Bühnengenossenschaft vertritt hier die Ansicht, dass die Verpflichtung zur vollen Gehaltszahlung für den Unternehmer mit dem Anfang der Tätigkeit dcS engagierten Mitgliedes einsetzt._ Ein Polizeispitzel als Portier. Der Handlungsgehilfe Willi Janotta. Schöneberg. Maxstrahe. ersucht uns um Feststellung, dass er mit dem Polizeiagenten Willi Janotta, Christinenstrasse 32, über dessen Prozeß vor dem Ge- Werbegericht wir am Mittwoch berichteten, nicht identisch ist, Wir kommen diesem begreiflichen Wunsch hiermit nach, Geridns-Leitung. Rechtshilfe tu ReichStagSwahlfacheu. Die„Deutsche Juristen-Zeitung" teilt einen Beschluß beb Kaminergerichts vom 3. August 1912 über die Frage mit, ob ein Aintsgericht dem Ersuchen des Reichstags um Zeugen- Vernehmung in Wahlsachen stattzugeben habe. Aus Anlaß der Prüfung der Wahl des Abgeordneten Kaempf hatte der Reichstag bekanntlich beschlossen, mehrere Personen als Zeugen vernehmen zu lassen. Im Auftrage des Oberpräsidenten ersuchte der Berliner Magistrat das Amtsgericht B e r l i n- M i t t e um diese Vernehmung. Dies lehnte das Ersuchen ab, weil ihm nicht ersichtlich sei. auf welche Rechts- norm das Ersuchen sich stütze. Auf Beschwerde des Magistrats wies das Kammergericht aus folgenden Gründen zur Vernehmung an: Die in Artikel 27 der Reichsverfassung begründete Legitimation des Reichstags. die Legitimation seiner Mitglieder zu prüfen und darüber entscheiden, schließt notwendig das Recht in sich, die erforder- lichen Ermittelungen zu veranstalten und die gerichtliche Ver- nehmung von Zeugen anzuordnen. Daß die Gerichte dem durch Vermittelung der zuständigen Verwaltungsbehörden an sie gerichteten Ersuchen um Vernehmung zu entsprechen haben, ergibt für Preußen der noch geltende§ 38 der Verordnung voin 2. Januar 1819._ Eine nette Pflanze. Ein gemeingefährlicher Erpresser, durch dessen Tätigkeit zahlreiche ältere vermögende Damen in Berlin-Westen in Angst versetzt wor- den waren, wurde gestern auf längere Zeit unschädlich gemacht. Au» der Untersuchungshaft wurde der 21jährige Handlungsgehilfe Willi Kölble vorgeführt, um sich wegen wiederholter Erpressung zu veraukivorten. Der Angeklagte sollte den Lehrerberuf einschlagen. Er verübte jedoch auf dem Seminar allerlei Dummheiten, so daß er es vorzog. eines Tage» spurlos zu verschwinden, d« er mit einer zwangsweiseir Entfernung zu rechnen hatte. Er kam dann nach Berlin. Anfangs vorigen Jahres faßte er den Plan, sich durch ganz systematisch ein- gefädelte Erpressungsversuche in den Besitz von grösseren Geld- betrügen zu setzen. Er suchte sich aus dem Adressbuch die Namen mehrerer am Kurfürstendamm wohnhafter Damen heraus, an die er nacheinander Drohbriefe richtete. So erhielt u. a. eine am Kur- fürstendamm wohnhafte vermögende Dame einen Brief, in welchem sie aufgefordert wurde, binnen 7 Stunden an ein Postamt den Betrag von 200 Mark zu sende». In diesem Briese wurde mit- geteilt, dass sich unter dem Namen„Ter schwarze Ring" ein über ganz Deutschland verbreiteter Geheimbund gebildet habe, der es sich zur Aufgabe gemacht habe, reiche,- Leuten den Uebcrsluss abzu- nehmen, um damit arme, vom Schicksal verfolgte Menschen glücklich zu machen. Weiter wurde gesagt, sie soll« sich gar nicht erst an die Polizei wenden, da diese dem Geheimbund gegenüber machtlos sei. Ein« Rentiere Sch. am Kurfürstendamm erhielt einen ähnlichen Erpresserbrief, in welchem ihr unter Hinweis auf das Lichtenrader Bombenattentat angedroht wurde, dass auch sie das Augenlicht ver- liereu würde, wenn sie die Polizei benachrichtigen würde. In einem an eine Privatier« R. gerichteten Brief drohte der Erpresser, daß an eine Reihe von Damen der Gesellschaft Schmäh- briefe mit Enthüllungen aus den Fainilienverhältnissen der Empfängerin berichtet würden, wenn sie nicht 200 M. zahle. Die sämtlichen Briefe wurden der Kriminalpolizei eingereicht. Von dieser wurde ein sehr umfangreicher und mühsamer Ueber- »vachungsdienst auf einer Reihe von Postämtern eingerichtet. Da der Angeklagte, der offenbar mehrere Mitwisser haben mutzte, mit dem nur denkbarsten Raffinement vorging, waren längere Zeit hin- durch alle Bemühungen ergebnislos. Erst als eines Tages von einem Fabrikbesitzer H. und dessen Geschäftsführer W. mehrere Er- prefferbriefe der Polizei übersandt wurden, gelang es endlich, dem dreisten Erpresser auf die Spur zu kommen. Der Fabrikbesitzer H. erhielt eines Tages einen Brief, in welchem ihm mitgeteilt wurde, daß er von Mitgliedern des„schwarzen Ringes" seit Wochen beob- achtet worden sei. Hierbei sei festgestellt worden, dass er junge Burschen verschleppe und sie bewußtlos mache. Wenn er nicht sofort 1000 M. an den„schwarzen Ring" zahle, werde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet werden. Von H. wurde dieser wie auch ein zweiter Erpresserbrief unbeantwortet gelassen. Erst später ergab es sich, dass der Angeklagte den H. mit seinem Geschäftsführer W. verwechselt hatte. Als dieser eines Nachts das Schönebergcr Ufer entlang ging, trat ihm plötzlich W Angeklagte mit tief in das Gesicht gedrücktem Hut und hechle, chlagenem Rockkragen entgegen und überreichte ihin, ohne ein Wort zu sagen, einen Brief. Im nächsten Augenblick war er spurlos verschwunden, ehe W. sich von seiner Verblüftung erholt hatte. In dem Briefe wurde er beschuldigt, sich gegen den§ 175 vergangen zu haben, und zwar wurden ihm genau Ort und Datum angegeben. Der Angeklagte ging in seiner Frechheit sogar.soweit, unter den angeführten Zeugen seinen eigenen Namen mit voller Advesse anzugeben. Als Kriminal- kommissar Dr. Kopp diesen Brief erhielt, kam er �fort auf die Vermutung, daß der Angeklagte der Verfasser sämtli�er Erpresserbriefe sei. Als er ihm dies auf den Kopf zusagte, legte Kölble ein Geständnis ab. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr und 9 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 2 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehr- vertust, da es sich um einen gemeingefährlichen Erpresser handele, vor dem die Menschheit auf möglichst lange Zeit geschützt werden müsse.—_ Ei» gefährlicher Arbeitgeber. I» schamloser Weise hat der Dtepper Paul Nitsche seine Stel- lung als Arbeitgeber einer jungen Arbeiterin gegenüber ausgenutzt. Nitsche stand gestern unter der Anklage der wiederholten Beleidigung und Sittlichkeitsvergehens vor der 4. Strafkammer des Land- gerichts I. Der Angeklagte betreibt eine Steppanstalt, in welcher auch ein vierzehnjähriges Mädchen beschäftigt war. Der Angeklagte hat sich nicht gescheut, diesem Mädchen oft Gemeinheiten geschlecht- licher Natur zu erzählen; er ging auch noch weiter und berührte den Körper des Mädchens wiederholt in ganz schamloser Weise, DaS Gericht verurteilte den Angeklagten zu i Jahr Gefängnis, Hus aller Älelt. 450 000 Mark unterschlagen. Gewaltige Unterschleife sind bei der Bankfirma Gebrüder Lübbecke u. Co. in Braunschweig entdeckt worden. Die Unterschlagungen, die den Betrag von 420 000 M. erreichen, sind von einem seit vielen Jahren bei dem Bankhause angestellten Buch- Halter Adolf Auerbach verübt worden, der mit einem Komplicen. dem Kaufmann Alexander Weber, flüchtig geworden ist. Die Unterschlagungen sind im Dezember 1910 begonnen worden, und zwar durch Fälschung von Depots und AnerkennungL- chreiben. Die beiden Flüchtlinge haben die Effekten bei anderen Braunschweiger Banken lombardiert. DaS Bankhaus Lübbecke hat diese verpfändeten Effekten eingelöst und die noch vorhandene Differenz voll gedeckt, so dass irgend eine Schädigung der Kundschaft des Bankhauses in keiner Weise eintritt. Auerbach ist von dem Kaufmann Alexander Weber zu diesen Unter- schlagungen angestiftet worden. Sowohl hinter Auerbach als auch hinter Weber sind Steckbriefe erlassen worden, da Weber anscheinend von den Unterschlagungen Auerbachs den größten Vor- teil erzielt hat. Die Gtaatsanwallschaft hat umfassende Massnahmen zur Vorfolgung der Flüchtlinge getroffen. Der Kaufmann Alexander Weber war früher Angestellter des Bankhauses Gebrüder Lübbecke und ist vor etwa 6 Jahren plötzlich entlassen worden, angeblich weil er damals unerlaubte Spekulationen auf eigene Rechnung getrieben hat. Weber ist«ine in Braunschweig stadibekannte Persönlichkeit und zurzeit Inhaber der Firma Webers Rasenbleiche und Geschäfts- ührer der Dauerwäschefabrik„Everclean". Braunschweig-Rüningen. Ein Weg deS Todes. ES ist bekannt, dass die amerikanischen Eisenbahnen in der Zahl der Opfer von Unglücksfällen. Zusammenstößen und Entgleisungen alle anderen Bahnsysteme der Welt übertreffen. Weniger bekannt aber ist eS, daß die weitaus größte Zahl von Todesfällen im amerikanischen Bahnwesen auf eine eigenartige amerikanische Gc- wohnheit zurückzuführen sind: auf die Borliebe des Amerikaner». die Eisenbahnlinie als Weg zu benutzen. Das gilt besonders im Westen, wo die Straßenverhältnisse noch viel zu wünschen übrig lassen und wo die Wanderer und die Landbevölkerung Kleine Notizen. 44 C. D. Das ist so in allgemeinen nicht zu sagen.den Schienenstrang als die bequemste und beste Straße benutzen. Die 1912 betrug die Bevölkerung der Stadt Hamburg an diesem Tage| Blak 8 an. Leute rechnen natürlich damit, daß sie auf ihrer Fußwanderung 986 804, die der eingemeindeten Ortschaften 20 944, so daß die Stadt 3. B. 1863. Nicht für den Briefkasten geeignet. Strematorium in der 2. K. N. 3. Der angezogene Parteitagsbeschluß fordert zivischen einem Gleis das Herannahen eines Zuges stets beizeiten feit 1. Januar mindestens 1007 748 Seelen zählt. Das Areal Gerichtstraße. alle Bartelgenoffen auf, den Schnaps zu meiden. M. G., Brit. Wenn hören werden, so daß sie dann sich durch einen Schritt zur Seite der Stadt stieg durch die Eingemeindung von 7697,46 Hektar auf Sie nicht bei einem guten Mufiter Entgegenkommen finden, fragen Sie vielleicht einmal bei den Lehrern der Hochschule in der Fasanenstr. 1 an. leicht in Sicherheit bringen fönnen. Daß aber diese Hoffnung oft 12 354,81 Hektar. 23. B. 39. 1. und 2. Aus der Zivilliste des Königs. 3. und 4. Die trügerisch ist, zeigt eine düstere Statistik, die in den„ Engineering den Chargen zustehenden Bezüge bei wirklicher Dienstleistung. An die News" veröffentlicht wird. Da zeigt sich, daß im vergangenen Jahre durch Eisenbahnunfälle 299 Passagiere und 2928 Bahnbeamte getötet toiiät hen bei Driesen in der Mark wurden in der Silvesternacht nicht. 2. Unverständlich. Kinooperateure sind dem Metallarbeiterverband Zwei Menschenleben um 200 Mart. Auf dem Gute Salz- Stiftungsdeputation des Magistrats, Boststr. 16. Mündlich oder schriftlich. E. 3., Briz. Auf so dumme Toilettenfunststüde verstehen wir uns wurden. In der gleichen Zeit aber erreichte die Zahl der sogenannten der 70 Jahre alte Befizer Wernide und seine Frau er angeschlossen. G.. 34. 1. Bei regelmäßiger Geburt 7,50 bis 30 M. Stredenwanderer, der Leute, die auf den Schienen einherwanderten, mordet und beraubt. Die Frau gab bei Entdeckung der 2. Verein für Hauspflege. Meldungen in der Zentrale, Ziegelstr. 10 oder und dabei vom Tode ereilt wurden, die furchtbare Bahl von graufen Tat noch Lebenszeichen von sich. Dem Mörder fielen etwa bei Herrn Rektor Kalischer, Kleine Frankfurter Str. 6. N. A. 89. Arbeitersekretariat F. in Schl. Berlin, 6438 Menschen. Nur dieser Todesfälle ereigneten fich an 200 M. in die Hände. Der Tat verdächtig ist ein früherer Knecht Annoncieren Sie selbst. Stronenſtr. 8/9. W. K. 27. Sie geben die Reihenfolge richtig an. Bahnübergängen; alle übrigen Todesfälle waren, wie das Net des Gutsbesitzers. Jorter Fachblatt ausführt, lediglich zurüdzuführen auf die schlimme Die Typhusepidemie in Hanau beim Eisenbahn- Regiment Nr. 3 R. 2. 30. 1. Nicht die Stadt, aber in der Poliklinik Ziegelstr. 19, Montag, amerikanische Gewohnheit, den Schienenweg als Landstraße zu be- hat ein neuntes Opfer gefordert. Der Pionier Stettner Dienstag, Donnerstag und Freitag von 3-4 hr. 2. Taschen zu. aus Dreisbach( Kreis Siegen) ist gestorben. Die Zahl der Erungen." frankten beträgt zurzeit 192, darunter find a cht schwertrant. Ein frohes nenes Jahr wünscht Blutige Silvester. In der Silvesternacht wurde in Hamborn allen werten Gästen der 15 Jahre alte Bergmann Fraus durch Rebolberschüsse Aus Rom wird uns geschrieben: Dem Buchstaben des Gefeges, getötet. Es liegt fahrlässige Tölung vor. In dem benachbarten der so viele Opfer heischt, ist dieser Tage ein Mailänder Postbeamter Schmidthorst wurde der Bergmann Klintet bei einer Silvesterhingeschlachtet worden, obwohl es den Richtern selbst seiner jammerte. feier durch mehrere Messerstiche getötet. Der Täter Der Mann, der die Staffe unter sich hatte, tam durch schwere Krant- wurde verhaftet. heit in der Familie in dringende Geldnot. Er wußte, daß er binnen Die Cholera in Konstantinopel. Der furchtbare Würger Cholera furzem eine größere Geldsumme, die man ihm schuldete, eintassieren fordert in Konstantinopel täglich neue Opfer. Gestern find dreiwürde. Da aber die Krankheit dringend Ausgaben forderte, unter- und zwanzig Cholera fälle vorgekommen, wovon einer schlug er Gelder und änderte die Eintragungen. Im ganzen waren tötlich verlief. Die Gesamtzahl der Erkrankungen beträgt bisher es 1424 2ire, die er nach wenigen Wochen zurüderstatten 2342, die der Todesfälle 1140. fonnte. Ein Biedermann zeigte den längst wieder gutgemachten Schaden in einem anonymen Brief der Postbehörde an. Der un glückliche Beamte verlor seine Stellung und wurde noch zu elf Monaten Gefängnis verurteilt, dem Minimum, das das Strafrecht zuläßt. Berteidigt wurde er von dem früheren Unterstaatssekretär im Bostministerium, dem Abgeordneten Ronchetti. Erbarmungsloses Recht. Hamburg Millionenstadt. Am 1. Januar 1918 trat nach Anordnung des Hamburger Senats das Gesetz über den Anschluß einer Bahl von Landgemeinden an das Stadtgebiet Hamburg in Kraft. Nunmehr hat die Stadt Hamburg die erste Million an Bewohnern überschritten. Nach der letzten Personenaufnahme vom 1. November Ein Triumph der Technik. Einer offiziellen Meldung aus Washington aufolge ist es gelungen, eine drahtlose Depesce dirett vom Eiffelturm nach der Station Arlinpton in Amerila zu befördern. Es bedeutet dieses einen neuen Reford, denn die Entfernung zwischen der französischen und der amerikanischen Station beträgt etwa 7000 Kilometer. Briefkaften der Redaktion. Akazienstr. 2. Allgemeine für Karl Bandowsky, Orts- Krankenkasse Allen Freunden und Bekannten Berlin- Tempelhof wünscht ein frohes nenes Jahr Fritz Klatt und Frau, Schankwirt, Stralsunder Str. 61. Frohes Neujahr wünscht allen seinen Gästen u. Genossen Hoch Georg Haase, trake 31. Gin Profit Neujahr ruft seinen Freunden und Gästen zu Gustav Müller, Thüringer Str. 5. Ein fröhliches Neujahr wünscht all. Freunden u. Gäften Ecke Falkstraße. R. B. 55. Im Bureau des Reichstages ober durch einen abgeordneten: Frdr.Lohde, Neukölln, SteinmetzH. W. 103. Die Adressen der 23 Gestüte fönnen Sie eventuell hier einsehen. A. S. 1000. Fragen Sie bei der Gesellschaft Leipziger sucht einen mit der Arbeiterverfiche rungsgeseggebung und Korrespondenz durchaus vertrauten tüchtigen 266/2 Kaffenbeamten. Besoldungssag nach Tarif. 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Verlag: Vorwärta Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. Buzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes. Nr. 2. 3V. Jahrgang. 2. KtilM des.FmSrls" Knlim Ualksdlslt. M«S,Z.Ia»i»uISIZ. Spantlsus AsIS unä cker?e»eckverbsnS. Die Waldschutzbestrebungen deS ZlveckberbandeS Grost-Berlin stoßen nicht nur beim Forstfi-ZkuS, sondern auch bei Gemeinden auf manche Widerstände. Auch Geineinden denken, wenn sie noch Waldungen besitzen, nicht immer an die Notwendigkeit, sie als Quelle der BolkSgel'undheit zu bewahren. Auch sie werden durch Profit in barem Gelde, der ihnen winkt, nur zu leicht dazu verleitet, ihre Wäld-r an den Meistb'�eiideü loszusSlagen. Spandau ist die erste'-Bemeinde, mit d-r der Zweckverband jetzl ein Ab- kommen über die vorläufige Sicherstellung von Teilen ihres Stadtwaldes schließen soll. Die Frage war„brennend" geworden, nachdem die Stadt Spandau die an der Havel gelegenen Ru st wiesen von etwa 203/4 Hektar erworben hatte, um sie samt einem abschließenden, etwa 20l> Hektar umfass enden Gelände als Spandauer Waldbesitz zu verkaufen. Als kauflustiger trat ein Baumeister Hemel(Friedenau) auf, der das Ganze für etwa 9>/z Millionen Mark erwerben wollte, um es für Industrie- zwecke auszunutzen. Die von Spandau hier geplante Uferstraße an der Havel sollle nicht mitverkaust werden, aber von dem Unter- nehmer mitbenutzt werden dürfen. Das Havelgelände steht unter dem Schutz einer Polizeiverordnung und eines Ortsstatuts gegen Verunstaltung. Der Bezirksausschuß, dem das An- gebot zur generellen Genehmigung vorgelegt wurde, hatte Bedenken im Hinblick auf die Notwendigkeit dieses Schutzes sowie der Erhaltung deS Waldbestandes in der Nähe von Städten. Er dachte aber an das Geschäft, das der Forstfiskus mit seinen Waldverkäufen zu machen hofft, und meinte, Spandau brauche es nicht schlechter zu haben als der Fiskus. In ihrem Ge- schäft wollte der Bezirksausschuß die Stadt Spandau nicht stören, wenn nicht sicher sei. daß auch der Forstfiskus seinen angrenzenden Waldbesitz(die Papenberge) schone, und wenn nicht der Verband die Stadt ebenso entschädige, wie er in gleichen Fällen den Fiskus ent- schädigen werde., Der Ausschuß des Zweckverbandes hat, was Spanhau da plant, zu verhüten gesucht. Wegen der Höhe des mit dem Unter- nehmer vereinbarten Preises schien es dem Verbandsausschuß unmöglich. daß der Verband selber kaufte. Nach Verhandlungen mit Spandau ist ein vom Ausschuß gebilligtes Kompromiß zustande gekommen, das jetzt der Vollversammlung des Zweckverbandes für ihre am 6. Januar stattfindende Sitzung zur Beschlußfassung vor- gelegt wird. Durch das beantragte Abkommen mit Spandau soll nicht der Berkauf des Geländes und der Ber- Wertung zu Jndu striezwecken verhindert, aber eine Sicher st ellung anderer Teile des Spandauer Waldbesitzes gewährt werden. Das wird angesehen als Ent- fchädigung für die Nachteile, die von der Entstehung eines Fabrik- Viertels auf dem an den Unternehmer zu verkaufenden Havel- gelände erwartet werden, als Gegenwert für die Verschandelung des LandschastsbildeS der Havel und für die Verpestung der gegenüber- liegenden Tegeler Forst, einer wichtigen Luflqnelle für die Be- völkerung von Berlin-Nord. Um diese von dem Fabrikviertel drohenden Schädigungen abzuschwächen, soll Spandau dem Unter- nebmer noch einige Bedingungen auferlegen, die in dem Abkommen festgesetzt sind. Das zu verkaufende Gelände soll an der Havel- feite etwas eingeschränkt werden, auch wäre im allgemeinen nur die Verwendung von Elektrizität zuzulassen und die Einrichtung übelrieckiender Betriebe zu untersagen. Wenn der Verband unter diesen Umständen den Handel zwischen Spandau und dem Unter- nehmer nickt weiter stören und diesen an der Einrichtung eines Fabrikviertels nicht durch selbständige Festlegung von Bebauungs- Plänen oder durch Schaffung von Freiflächen hindern will, so will Spandau— vorausgesetzt, daß zu den neuen Bedingungen das Geschäft dem Unternehmer noch zusagt— dem Verband auf SOJahre die Erhaltung eines Dauerwaldes von 750 Hektar(3000 Morgen) garantieren. Dieses Waldgelände soll in den SV Jahren weder behaut noch verkaust werden, sondern forst- und jagdwirtschaftlich weiterbenutzt werden. Spandau verpflichtet sich,„soweit diese Benutzungsart eS gestattet, den Verkehr der Bevölkerung aus diesem Gelände, wie bisher, zu dulden." Die Vorlage des VerbandsausschusseS hebt hervor, daß durch das Abkommen zwar weder der Verband noch Spandau volle Be- friedigung ihrer Wünsche finden, aber ein Ausgleich der Interessen beider Teile herbeigeführt werde. Zu entscheiden hat nun die Bollversammlung des Verbandes. Partei- Angelegenheiten. Vierter Kreis(it. Abteilung). Heute abend SV, Uhr findet im Lokal„Süd-Ost", Waldemarstraße 75, eine Veriammlung statt. Referent: Genosse Franke. Diskussion. Landtagswahlkreis Beeskow-Storkow-Teltow-Berlin-Wil- merSdorf. Am Sonntag. 5� 5. Januar, findet von den bekannten�vtellen aus eine allgemeine Flugblattverbreitung statt. Rege Beteiligung aller Genossen ist dringend erforderlich. Das Wahlkomitee. Königs-Wusterhausen. Am Somttag, den S. Januar, früh 8 Uhr. ru allen drei Bezirken Flugblattverbreitung. Die Genossen treffen sich hierzu in ihren Bezirlslolalen. Lerlmer I�ackricdten. Silvestertrubel i« Berlin. Silvesternacht! Ein kalter Frosthauch hat das Regen- Wetter abgelöst, und vom dunklen Winterhiinmel blicken die Sterne hell und freundlich auf die brausende Weltstadt herab. Die Geschäfte haben längst geschlossen, die Restaurants und öffeutlichun Lokale sehen gerüstet dem kommenden Trubel ent- gegen. Sie haben fast durchweg schon die Plätze im voraus vergeben, auf daß kein Unberufener ohne Eintrittskarte (a Person 1.S0 SR. und darüber hinaus) sie passiere. Die Bor rtzüge"bringen die Menschen zu Hunderten ins Zentrum der Stadt. desgleichen die elektrischen Straßenbahnen und Oninibilsse, die wie eine ewige Kette hmtereinum-er Herrasseln. Ein dumpfes Surren und Summen erfüllt die Straßen und Plätze, zu einer unabsehbaren Menge vereint, walzt sich der Strom der Ankömmlinge frohsinn- heischend der Friedrichstadt zu. -„''j rluc�i. von keckem Mutwillen und toller Ausgelassenheit, recht sittsam und manierlich schreiten! Mannlein und Weiblem einher. Aus allen Stadtgegenden sind Schntzlente zusammengezogen, die einzeln und in Trupps � sich nach dem Kulminationspunkt des Berliner Silvesterlebens 1 begeben. Unter den Augen von Jagows Garde kann sich nunmehr der Jahreswechsel vollziehen. Doch kein störendes Ereignis tritt ein, überall nur friedlich- frohe Gesichter und wie ein riesiges harmloses Faultier schiebt sich wurmartig zu beiden Seiten der Friedrichstraße eine enggekeilte Menschen- menge. Bon Radaustimmung keine Spur, denn noch schlummern wohlgebändigt die Geister der Essenzen unter Stanniolverschluß in langhalsigen Flaschen. Doch es dauert nicht mehr lange, da erscheint der erste Verächter Jagowscher Silvestenikase, wonach Silvesterulk überhaupt nicht ins Großstadt- leben hineinpasse. Der Mann hat sich eine Kehrichischippe über den Rücken gehängt und schlendert unbekümmert an Schutzleuten und Passanten vorüber. Ihm folgt ein anderer, der einen Panamahut und weiße Hosen trägt und dann einer, dem ein grün und gelb aufgelaufenes Auge(ans Pappe) das Gesicht verunstaltet. Und nun gibt es der Ueberraschungen kein Ende mehr. Unförmige Nasen, ivilde Perrücken, hohe Papier- zylinder und dergleichen, so jagt der Spuk vorüber. Meist sind es Jugendliche, die sich in den gewagtesten Verkleidungen durch das Gewühl bewegen. Unter den Linden, an der Kreuzung der Friedrichstraße, staut sich in der elften Stunde eine gewaltige Menschenmasse. Die größeren Cafes haben wie ja alljährlich ihre Pforten geschlossen, zum Teil sogar die eisernen Rolljalousien heruntergelassen. Sie verzichten auf eine große Einnahme. um nicht am Ende gar einen noch größeren Verlust verzeichnen zu müssen. Ein Wall von Schutzleuten zieht sich zu beiden Seiten vom Bahnhof Fricdrichstraße bis zur Behren- straße hin. Nickende Pferdeköpfe tauchen über der Menge auf und die üppigen Hinterteile der. Schutzmannsgäule nahen sich zeitweise mit aufdringlicher Vertraulichkeit den Gesichtern der Neugierigen. Pladauz! Da geht der erste Konfettiregen auf «die Köpfe der Menge nieder. Die blaue Uniform eines Schutzniannes ist wie besät und schillert bunt in allen Farben. Papierschlangen fliegen durch die Luft, von Dutzenden von fanden geworfen, schlingen sich um die Hüte der Frauen, um Laternenpfähle und Fuhrwerke und bald flattern von den winterlich-kahlen Bäumen herunter die Papierfäden hundert- weise. Der Nachtwind treibt sein fröhliches Spiel mit ihnen und wenn er mit vollen Backen dazwischenpustet, flattern und zittern sie im bläulichen Lichte der Riesenampeln wie lange bunte Wimpel. Hier und da rottet sich ein Klumpen Menschen zusammen. aus deren Mitte die blanke Spitze eines Schutzmannshelms wie der drohende Zeigefinger der strafenden Nemesis aufragt. Alte Frauen, die sich durch den Verkauf von Papierrosen, Papptrompeten und ähnlichen Juxartikeln ini alten Jahr noch schnell ein paar annselige Groschen verdienen wollen, müssen ihren Kram zusamnienpacken und nach der Polizeiwache folgen. Das neue Jahr wird ihnen eine Ueberraschung bringen in Form eines Strafmandates, dessen Höhe den ver- einnahmten Gewinn sicher uni das Zwanzigfache übersteigen wird. Bittere Worte aus der Menge werden laut, sie prallen ab an der regungslosen Amtsmiene der Polizisten, die sich mit eineni stummen Achselzucken weiter wenden. Die Lokale, die geöffnet smd> insbesondere die kleineren, sind dicht gedrängt mit Menschen und die Inhaber mit ihrem Personal müßten mehr Arme haben und auch mehr Stühle und Tische, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. In einer Kartoffelpufferbäckerei stehen die Gäste, wie die Heringe aufeinander gepreßt, und schlingen gierig die heißen knusperigen Kuchen hinunter. Da, irgendwo knallt ein Schuß. Die Schichniannsgäule bäumen sich und tänzeln unruhig hin und her. Die dampfenden Omnibusgäule heben erschreckt die Köpfe, als ein vieltausend- stimmiger Schrei die Lüste durchbraust: Prosit Neujahr! schallt es von allen Ecken und Enden. Glocken läuten dumpf und schwer, aus den Fenstern jubeln punschfrohe Stimmen, und die Insassen der Droschken und Autos wechseln mit außenstehenden Fremden brüderliche Händedrücke. Ein be- ängstigendes Geschiebe und Gedränge setzt ein, kaum daß es möglich ist, einen Schritt vorwärts zu kommen. In vielen Strömen rauscht der Silvesterlärm dahin, Papptrompeten und andere Radauinstrumentc lärmen um die Wette und suchen sich gegenseitig zu überbieten. Die Friedrich- straße hinab zum Potsdamer und Leipziger Platz pflanzt sich der Ruf: Prosit Neujahr! Aus den Lokalen kommen schwarz- befrackte und hellgekleidete Gestalten mit vollen Punschgläsern und der Fröhlichkeit scheint kein Ende mehr zu sein. Und da- zwischen tauchen Jammergestalten auf, Menschen mit ver- krüppelten Gliedern oder von schrecklichen Krankheiten zer- sressenen Gesichtern und betteln kläglich um ein kleines Almosen. In einem Lokal schleicht sich ein langer blasser Mensch mit finnigem Gesicht und schlotternder dünner Kleidung von Tisch zu Tisch und verschlingt die Reste der Speisen, die andere übriggelassen. Er hat im alten Jahr gehungert, und er wird auch im neuen Jahr hungern. Um ihn herum braust der Silvesterjubel und viele prosten einander zu, denen ein Silberstück oder ein Goldsüchschen so gut wie gar nichts be- deutet. Hier aber nimmt einer mit den Brosamen fürlicb, die vom Tische der Satten fallen, und wie ihm so ergeht es vielen, vielen anderen ebenfalls— in die jauchzende Punschstimmung klingt höhnisch und brutal der Verzweiflungsschrei der Armut. Immer näher rückt der Morgen heran, doch kein Verebben der wogenden Menschenflut ist zu bemerken. Im Gegenteil. es scheinen ihrer immer mehr zu werden. Jene, die in der Häuslichkeit und in Freundeskreisen den Anbruch des neuen Jahres gefeiert haben, strömen nun ebenfalls aus allen Richtungen nach dem wirbelnden Hexenkessel der Friedrichstadt. An den fashionablen Treffpunkten der Lebe- weit fahren ununterbrochen Autos vor, mit kaum zu ent- wirrenden Menschenknäueln bepackt. Ein betrunkener Kavalier stolpert mit einer noch betrunkeneren Gefährtin unter zuvor- kommender Hilfe des Portiers die teppichbelegten Stufen herab dem Auto zu. Der Hut hängt ihr verwegen im Nacken und von den bläulichen Lippen baumelt eine erloschene und geknickte Zigarette. Und während der Herr mit lallender stimme singt:„Ja, das haben die Mädchen so gerne", bugsiert der Portier die Dam- in den Wagen hinein, schieb: oen Herrn hinterher, schlägt die Türe zu und gibt dem Chauffeur die Adresse an. ---lb jeht er mit de Rasenbank unterm Arm" ruft ein kleiner Bäckerjunge hinterher, der schon mit einem Korb voll Backware unterwegs ist. Jetzt tauchen auch bereits die Zeitungsfrauen auf und hinterher rückt die Kolonne der Straßenkehrer. Die Arbeit tritt ihre Herrschaft an und scheucht die letzten Silvesterbummler den heimatlichen Penaten zu. Rüstig greifen die Arme der Straßenmannschaften aus, die Besen fliegen munter über den spiegelnden Asphalt hin und fegen mit Konfetti und Papierschlangen die letzten Reste des vergangenen Jahres hinweg. Die Wirkung des Punschgenusses in ber Silvesternacht hat in zahlreichen Fällen zu recht erheblichen Ausschreitungen geführt; vor allem haben die Elemente, die sonst schon Lust zu Radau ver- spüren, in der Silvesternacht besonderes geleistet. Es kam zu zahl- reichen Schlägereien und die Unfallstationen hatten nicht wenig zu tun. Im ganzen find auf den hiesigen Hilsstoachen und Unsall» stationen sowie auf den nächtlichen Vanitätswachen rtwa siebzig PcrHonen, die bei Exzessen verwundet wurden, ärztlich behandelt worden. Durch den Unfug des Neujahrsschießens auf offener Straße wurden auch einige Verletzungen verursacht. So wurde in der Brunnenstraße ein junges Mädchen, das ahnungslos dahinschrltt, von einem leichtsinnigen Schützen angeschossen und ver- wundet. Weitere Schußverletzungen wurden im Prenzlauer Tor- viertel durch unvorsichtige Neujahrsschützen hervorgerufen. Die erste Omnibusverbindung mit Neu-Tempelhof beabsichtigt die Allgemeine Omnibusgesellschaft am 6. Januar einzurichten. Sie kommt dadurch zustande, daß die Linie 44: Schönhauser Allee— Bcrgmannstraße, über die Belle Alliancestraße und den Hohenzollern- korso nach Neu-Tempelhof verlängert wird. Werktags gehen Wagen von der Schönhauser Allee von 5.58 bis 19.43 Uhr, außerdem einer bis zur Bergmannstraße von 19.58 bis 11.43 nachmittags. Bon der Bergmannstrahe gehen sie von 11.98 bis ö,53 früh, von Neu-Tempel- Hof von 7.92 bis 11.47 Uhr nachmittags. Sonntags Verkehren die Wägen von der Schönhauser Allee von 8.13 bis 19.58 Uhr, bis Bergmannstratze auch von 11.13 bis 11.38 nachmittags, von Neu- Tempelhof von 8.17 bis 12.92 Uhr. Soldaten als Postanshelfer hat die Oberpostdirektion zu Weihnachten und Neujahr zur Bewältigung des WeihnachtL- und Neujahrsverkehrs beschäftigt. Dabei liegen Tausende hiesiger Bürger auf der Straße, die gern bereit gewesen wären, der Post gegen entsprechende Bezahlung Dienste zu leisten. Ucber die Beförderung von Karten und Briefe» am 31. De» zember und am Neujahrstage gehen uns zahlreiche Beschwerden zu, aus denen ersichtlich ist. daß die Post den an sie gestellten An- forderungen in keiner Weise sich gewachsen gezeigt hat. Arbeitskräfte gab eS genug, wenn die Postverwaltung ihrer Pflicht hätte gewissenhaft nachkommen wollen. Neber das Opfer des Polizeirevolvers, den in der Nacht vom 24. zum 26. August an der Ecke der Münz- und Dragonerstraße von einem Schutzmann niedergeschossenen Unbekannten, will jetzt endlich auch die Polizei nicht länger st r c i t c n. Auch sie will nun nicht mehr bezweifeln, daß in dem Erschossenen der neun- zehnjährige Artur Fischer, ein auö der Fürsorgeerziehungsanstalt Strausberg entflohener Sohn eines in Oberschöneweidc wohnenden Ehepaares Fischer, wiedergefunden worden ist. Als Frau Fischer, die schon seit längerer Zeit in jenem Opfer des Poli- zeirevolvers ihren verschwundenen Sohn vermutet hatte, vor jetzt vier Wochen sich Photographien der Leiche zeigen ließ und sogleich den Erschossenen als ihren Sohn bezeichnete, setzte die Polizei ihren Angaben allerlei Zweifel entgegen. Es erschien dann in der Presse eine Notiz, die dreist der Mutter vorwarf, ein Märchen erfunden zu haben, um mit dessen Hilfe sich Vorteile zu verschaffen. Die Polizei wurde von der Mutter, die ihrer Sache sicher war und sie mit Zähigkeit verfocht, immer wieder darauf hin- gewiesen, daß der Erschossene als ihr Sohn anerkannt werden müsse. Merkwürdig langsam verfuhr die Polizei bei der Prüfung eines sehr wichtigen Beweismittels, zweier bei dem Erschossenen gcfu-n- dener Schlüssel, die von Verwandten Artur Fischers als ihr Eigen- tum bezeichnet wurden. Nachdem, wie wir bereits meldeten, eine Verglcichung mit gleichen Schlüsseln, die der Polizei von den Ver- wandten überreicht wurden, Ucbereinstimmung ergeben hatte, ver- ging noch mehr als eine Woche, bis auch an Ort und Stelle die Schlüssel probiert wurden. Am Dienstag wurde im„V o r w ä r t e" festgestellt, daß die Verwandten auf diese Probe noch immer war- tcten. An demselben Tage kam dann, wie wir erfahren, endlich ein Polizeidcamter zu ihnen, um die Schlüssel an den Schlössern zu probieren. Die Schlüssel— paßten! Der Beamte gab sie jetzt der Familie als ihr Eigentum zurück, indem er erklärte, eS könne jetzt nicht mehr bezweifelt werden, daß der erschossene Un, bekannte der verschwundene Artur Fischer war. Spiel und Sport nennt sich- eine Beilage zum Mitteilungsblatt des Turnvereins„Fichte", die als Publikaiionsorgan der Arbeiter- Sporivercilie Groß- Berlins dient und alle 14' Tage dem Mit- teilungöblatt beigelegt wird. Die Arbeiter-Sportbewegnng be» schränkt sich im wesentlichen auf Fußball-, Turnspiel und Wandern. In einem Aufruf an die Turn- und Sportgenossen heißt es u. a.: „Schon drängen sich eure Feinde von allen Seilen heran, um euch durch Politischerklärung, Turnhallenentziehung, Turnverbote und durch die ganze Macht polizeilicher und staatlicher Nadelstich- Politik jeden Betrieb der Leibesübungen unmöglich zu machen. Auf die beabsichtigte» Turnhallenentziehungen könnt ihr nicht besser anlworien, als daß ihr alle die Gebiete übernehmt, die euch von den Turnhallen unabhängig machen. Treibt mehr wie bisher volkstümliches Turnen(Leichtathletik), Fußball, Turnspiel, Wandern usw. - Verlegt den gesamten Turnbetrieb so viel wie möglich ins Freie I Trefft alle Vorkehrungen und benutzt alle AgitationL- mittel, schließt euch in dichter Phalanx zusammen, und dann auf zum Kampf I Ergreift die Offensive, holt euere ArbeitSbrüder aus den Jungdeutschland-Verbänden heraus, wo sie zu Verrätern an ihren eigenen Brüdern werden sollen!" Die Gründung des JungdeutschlaiidbundeS und seine Unter- stützung durch Staat und Behörden bat ein Gutes:.„Sie ist ein Teil voir jener Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft". Sie wird aufklärend, daß Arbeiter dem Jungdeutschland- bund den Rücken kehren müssen und sich um die eigene Fahne scharen. BerzweiflungStat aus unglücklicher Liebe. Den zwölften Glocken» schlag des scheidenden Jahres hat sich ein verzweifelter Mann, der Zahnarzt Dr. Gorodisli in der Tauentzienstraße, erwählt, um seinen Geist aufzngeben. Die Tragik, die das Eheleben dieses HoffnungS- losen untergraben, sein Familienleben zerrüttet und neue Liebes- bände, die fem Herz wieder anknüpfen wollte, zerrissen hatte, um- wob der völlig Entmutigte im lctzlcn Augenblick seines Daseins mit einem stillen Zauber von Romantik. Festlich gekleidet, als ginge es zu eitel Spiel und Tanz, harrte Dr. Gorodiski dem letzten Glocken- schlage des alten Jahres entgegen. Auf seinen Wunsch ertömen im Nebenzimmer durch die Tochter der Pensionsinhaberin die feierlicben Töne deS Händelschen Largos. Und in dem Augenblick, da die Uhr zwölf schlug, krackte der Schuß, durch den der Unglückliche selbst seinen Lebensfaden jäh zerschnitt. Vor dein Selbstmord hat Dr. Gorodisli noch eine Reihr ergreisender Absckiedsbriefe� gesckrieben. Auch der Redaktion des„Tageblatts" sandte er ein Sckreiben, das folgenden Wortlaut Hai:„Um falscken Kommentaren vorzubeugen, will ick Ihnen nur mitteilen, daß mau mir meine Braut gewalisam weggeholt und sie wockenlaiig derart mit Verdächligungen bearbeitet hat, daß sie schließlich alles glaubte. Da man mir jede Gelegenheit nahm, sie zu sprechen und auf- zuklären und ihr die häßliche Meinung über meine Person zu nehmen, so habe ich eben ein Ende gemacht. Hochachtungsvoll Dr. Gorodiski."— Die Braut hält sich zurzeit bei d?m v««l iu Wel auf, während die Mutter des jungen Mädchens infolge des Konflikts ümerhalb'der Familie derart erkrankt ist, daß sie in ein Sanatorium gebracht werden musite. Es wird angenommen, daß der lange Aufenthalt in den Tropen auf den Gemütszustand des Verstorbenen ungünstig eingewirkt hat.. Tic Verweigerung der Aufnahme eines schwerkranken Kindes >M Kinderkrankenhause, über die wir kürzlich berichteten, hatte den Magistrat veranlaßt, uns eine Darstellung der Direktion des genannten Krankenhauses zuzusenden, obwohl in erster Linie hierfür die„Deutsche Tageszeitung" in Betracht kaui, der wir die. Schilde- t rnist entuomuien hatten. Wie ivir aus der„Tisch. Tageeztg." ersehen, ist ihr eine solche'Darstellung nicht zugegangen. Sie kommt auf Grund unserer Verofsentlichung auf de» Fall zurück und macht, entgegen der magistratliche» Darlegung, folgende Feststellungen, die Unsere, sofort geäußerten Zweifel nur bestätigen: „In Wicklichkeil hatte der Arzt in Südende bor der Fahrt stach dein Krankenhause das Kind als. schwerkrank bezeichnet Ebenso äußerte sich ein namhafter Spczialarzt in Stettin, als die Gltern mit dem kranken Kinde nach sechsstündiger Automobil- fahrt abends gegen II) Uhr dort ankamen. Welcher Wert der Untersuchung in Berlin und der Aeußerung: von einem schtver- kranken Kinde hätte keine Rede sein können, überhaupt beizulegen ist. erhellt aus der unglaubliche n, im Bericht v e r- s'st» ie He u e n.Ta t f a che, daß das erkrankte Kind im Kranken- Wagen auf der Straße untersucht worden ist. Des weiteren wird tu dem sogenannten Bericht dabo» gesprochen, daß Eltern und Großeltern sich in günstigen VermögensverhAtnissen befänden, so daß eine Isolierung des kranken Kindes durchaus möglich gewesen sei. Demgegenüber steht die. Tatsache, daß der Großvater in seinem nicht großen Landhaus«, noch einige Verwandte mit Kindern zu Besuch hatte, so daß eine Absonderung des kraulen Kindes nicht möglich gewesen wäre. Tie Eltern tonnten—- wie man meinen tollte— überhaupt nicht in Beträcht kommen, weil sie unterwegs Ware». Was haben übrigens derartige unsachliche Annahmen mit Krankenbehandlung zu tun? Ebenso die Ausrede, daß Eltern und Großeltern, außerhalb Berlins wohnen? Eine öffentliche Krankenanstalt muß in ernsten Fällen, besonders in der ersten Not, unter allen Umständen offen sein, ohne daß zuerst der poki- zeiliche Meldezettel oder die Steuercinschätzung geprüft wird. In diesem Falle ist dabei zu beachten, daß der Großvater des kranken Kint'es seit ,40 Jahren in Berlin ein Bankgeschäft betreibt, drei Viertel seiner Einkommestsieuek und die Gewerbesteuer t. Klasse, in Berlin zahlt und noch niemals irgend eine-kommunale Gegen-' leistung erhakten oder beansprucht hat. Selbstverständlich hätte er auch für die Krankenhausbehandlung zahlen müssen, wie er an den Verband für erste Hilfe— man lese: erste Hilfe— über 350 Mark für Krantenautmobil u. a. zahlen mußte, ohne Hilfe zu finden. Das Vorkommnis gibt auch sonst zur Kritik noch mehrfach Anlaß; allein wir wollen davon absehen, weil wenig Hoffnung auf Aendexung besteht. Unser Leser schließt seinen Brief mit den Worten: Allen Freunden, welche die Residenz Berlin besuchen,' diene dieser Fall zur Warnung." Nach diesen Mitteilungen wird die Angelegenheit für die Ver- ivaltung des Kinderkrankcnhäuscs nicht besser.' Wenn es wahr ist, daß das schwerkranke Kind im Krankenwagen auf der Straße unter- sucht worden ist, so dürft« diese Tatsache allein schon geeignet sein, die ärztliche Leitung des Kinderkränkcnhaüses in einem recht un- günstigen Lichte erscheinen zu lassen.. Eine heitere Hachtszeue spielte sich am Montag im Rudolf- Airchow-Krankenhaüse ab. Auf der Station 24' im Saale 123 liegön äußerlich Kranke, und zwar zurzeit meistenteils jüngere Leute. In der neunten Abendstunde dcS genannten TageS, als das elektrische Licht bereits erlositien, kamen einige fidele Patienten auf die mit Beifall begrüßte, aber gegen die Hausordnung verstoßende Idee, die Lichter am WeibnachtSbaum anzustecken. Bald erstrahlte derselbe auch in hellem Glänze und laute Fröhlichkeit gab sich im Saale kund. Kaum eine. Viertelstunde darauf nahte sich, von der zu dieser Zeit ungewohnten Lichtfülle herbeigelockt, behutsam die rächende Nemesis- in Gestalt der Nachtwache. Die Frage, wer den Baum angezündet, blieb unbeantwortet, denn alle hatten die Augen geschlossen und schnarchten mehr oder minder laut. So- gleich wurde der„unerhörte Fall" dem äu jour habenden Arzt gemeldet, und als auch dieser die, Baumfrevler nicht entdecken konnte und nur auf beredtes Schweigen fließ, wollte er in der ersten Zornes- aufwallung sämtliche Palientnn des Saales auf der Stelle entlassen. Schließlich gewann der Arzt dieser Szene die heitere Seite ab und bemerkte zur Nachtwache:„Die Herrschaften scheinen die Dunkelheit nicht gerne zu haben, löschen Sie also die Lichter am Bauin und stellen Sie alle elektischen Flamnien ein.".'.. Bis Mitternacht dauerte die intensive Helle an, wobei natürlich' an Schlaf nicht zu denken war. Bevor die Glühbirnen endgültig erloschen, wurde der Weihnachtsbaum, der am Silvesterabend noch einmal erstrahlen sollte, aus dem Saale entfernt,... Das war die Strafe für die nächtliche.Insubordination". Blutig gerächt hat sich ein Kutscher in Tempelhof an seinem Vorgesetzlen, von dem er sich' ungerecht behandelt glaubte. In dem Steinmetzgeschäft von Niggl u. Hesse, vormals Otto Metzing Nachf. in der Ringbahnstraße zu Tempelhof war bis vor kurzem ein un» verheirateter Kutscher Köhler beschäftigt, der einlassen wurde. Seitdqm hörte man nichts mehr von ihm. Als nun Mittwoch vormittag wn 10 Uhr der Werkmeister Dreher, der mit seiner Familie auf dem Platze wohnt, einen Rundgang machte, um überall nach dem Rechten zu sehen, sprang plötzlich Köhler aus einem Versteck hervor, und feuerte vier Schüsse aus einem Revolver auf ihn ab. Eine Kugel zerschmetterte ihm die Kinnlade, so daß er schwer, wenn auch nicht lebensgefährlich nach der Charitö gebracht werden mußt«. Auf die Hilferufp des Verwundeten ergriff Köhler die Flucht und lief nach Neukölln zu. Als er sah, daß er verfolgt wurde und nicht entrinnen konnte, richtete er in der Nähe der Gemarkungsgrenze an der Ringbahn die Waffe auf sich selbst und erschoß sich. Seine Leiche wurde beschlagnahmt und nach der Halle gebracht. Man «dnmt an, daß Köhler seine Entlassung dem Werkmeister zugeschrieben und sich dafür an ihm rächen wollte. Im D-Zug um 13 000 Mark bestohlen würde ein hiesiger Herr auf der Rückreise von London nach Berlin. Er halte in London geschäftlich zu tun gehabt und dabei 13 250 M. in 10- und 20lPfund- noten eingenommen. Dieses Geld hatte er in einer Brieftasche in die Gesäßtasche seiner Beinkleider gesteckt. Auf der Fahrt hier- her in einem Abteil'2. Klaffe, des D-Zuges besaß er,, wie er sich überzeugt«; in Hannover das Geld noch. Auf der Weiterfahrt schlief er dann im Abteil etwas ein und als er hier bei der Ankunft auf dem Lehrter Bahnhof wieder erwachte;- merkte er, daß! ihm pje Brieftasche mit Inhalt gestohlen worden war. Wer der Fledderer- ist. weiß man noch nicht,-r Stadtbahnfledderer schnitten am Silvesterabend einem Fahrgast aus der Strecke zwischen dem Schlesi- scheu Bahnhof und Bellevue die Hosentasche auf und, stahlen ihm sein Portemonnaie, mit 200 M.. Als der Bestohlene in Bellevue merkte, was geschehen war, waren die Fledderer längst verschwunden. Bon einem bedauerlicheu Unglücksfall wurde am vergangenen Dienstag die- 73 jährige Frau Kopplow ans der Hochstraße 3 bc- troffen. Frau K. wollte am Morgen des 31. Dezember zwischen 7 und Vh Uhr den Abort aufsuchen, der sich neben dem Keller- eingang befindet. Die offenstehende Kellertür verdeckte die Klosett- tür vollständig, so daß die Greisin dadurch irregeleitet, in der Dunkelheit fehltrat und die- nach dem Keller führende Steintreppe hinunterstürzte. Auf die Wehrnfe der Frau eilten Hausbewohner herbei, brockten sie in ihre Wohnung und holten einen Arzt, der feststellte, daß Frau K. beide. Arme gebrochen und eine leickte Kops- Verletzung davongetragen hatte. Frau K. erhielt in ihrer Wohnnüg ärztliche Behandlung.— An derselben Stelle ist vor mehreren Jahren einem Enkel der, Frau Kopplow der gleiche Unfall zugestoßen. d«r allerdings ohne ernste Folgen blieb. Schon damals wurde der Wirt darauf hingewiesen, daß der Zustand an der Treppe einer Aenderung bedürfe. Ein„schwerer" Diebstahl ist in der vergangenen Nacht in der sog.„Oberspree-Kolonie" verübt worden. Unbekannte Diebe stahlen 24 eiserne Kanalisationsschachts- Verschlußdeckel im ungefähren Gewicht von 12 Zentnern. Obwohl die Spitzbuben zur Fortschaffung der Bellte einen großen Wägen benutzt haben müssen, gelang es ihnen,, unbemerkt zu entkommen. Ein schwerer Straßenbahnunfall hat sich am gestrigen Donnerstag- vormittag gegen 8 Uhr ereignet. An der Ecke der Allen Schönhauser und Mulackstraße versuchte der�Kaufmann Meyer Faß unmittelbar, vor einem berannahenden Straßenbahnwagen der Linie 4.7 E das .Gleis zu passieren, wurde jedoch umgestoßen. Er erlitt eine klaffende tiopfwunde und Ouetschnng der Rippen. Nach Anlegung von Not- .verbänden auf der nächsten Unfallstation wurde der Verunglückte nach der Charits gebracht. SUvestcrarbeit der Feuerwehr. Die Feuerwehren von Groß-, Berlin halten in der Silvesternacht und am ersten Tage des neuen Jahres weil über fünfzig Brände zu beseitigen. Ein Großfeuer brach in der P a f s a n e r Straße 29/30 zu Charlottenburg aus und beschäfligie die dortige Feuerwehr fast drei Stunden. ES brannte der Dachstuhl des GartenhonseS i» ganzer Ausdehnung, und ob- gleich mit vier Rohren Wasser gegeben wurde, konnte doch nicht verhindert werden, daß der Dachstuhl größtenteils vernichtet wurde. Die Ursache des FeuerS ist nicht ermittelt. Außer diesem Feuer hatte die Eharloltenburger Wehr noch drei Weihnachts- baumbrände in der Eosanderstr. 3. Pestalozzistr. 0 und in der Schlüterstr. 64 abzulöschen. Die Berliner Feuerwehr wurde zu Silvester im ganzen 28 mal in Anspruch genommen. An 10 Stellen brannten Weihnachtsbäume fWassertorftr. 65, Romintener Str. 26, Wiclefstr. 31, Reichenberger Str. 123. Ebertystr. 42. Ostender Str. 4, Kreuzbergstr. 49, Markusstr. 19, Stendaler Str. 11 und in der Böckhstr- 51). Ferner hatte die Wehr u. a. im Pharma- kologischen Institut der kgl. Universität in der Dorothecn- siraße 28 zu tun, wo in dem Hei'zkeller ein größerer Posten Stern- kohlen in Brand geraten war. Die Ablöschung erfolgte mit einer -Schlauchleitung. Zwei Alarme waren auf groben Unfug am öffent- lichen Feuermelder zurückzuführen fSchreinerstr. 32 und Limburger Straße). Die Täter sind entkommen. Durch vorsätzliche Brandstiftung kam in der Czarnikauer Straße 20 in einer Wohnung Feuer aus. Die Kriminalpolizei wurde hiervon in Kenntnis geletzt und hat eine Untersuchung eingeleitet. Die S cki ö.n e b e r g e r Feuerwehr wurde zu fünf Weihnachtsbaum- bränden gerufen(Küfsteiner Str. 3, Cranachstr. 59, Bismarckstr. 1, Kysshäuserstraße 8 und Kyffhäuserstraße, Ecke Frankenstraße). In Wilmersdorf entstanden drei Weihnachtsbäumbrände und zwar in der Paretzer Straße 15, Mecklenburgische Straße 21/23 und in der Wexstraße 37. Wer ist der Tote? Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 27. Dezember 1912 wurde im FestungSgraben der Zitadelle im Gutsbezirk Spandau die Leiche eines unbekannten etwa fünfzig bis sechzig Jahre alten anscheinend dem Handwerkerstande angehörenden Mannes aufgefunden. Der Tote, der etwa drei Tage im Wasser gelegen hat, ist von kleiner schmächtiger Figur, hat graumeliertes Haar und Bart, starke buschige Augenbrauen, stark beharrte Brust, braune Augen; der linke Unterarmknochen steht hervor. Bekleidet war die Leiche nnt schwarz-grauem Sommerüberzieher, dunklem, zweireihigen Jackettanzug, grauen wollenen Strümpfen, schwarzen Gummizugstiefeln. Die Kleidungsstücke tragen die Firma I. Cohn, Breslau, Schweidnitzer Str. 37. Zweckdienliche Angaben nimmt die Kriminalpolizei in Spandau sowie hier der 11. Kriminalbezirk, Zimmer 409 III, und jedes Polizeirevier zu Nr. 5051 IV. 50. 12 entgegen. Gesunden beim Weihnachtsvergnügen deS Arbeiter-Radfahrer« Vereins„Groß-Berlin" ein Damenporlemonnaie mit Inhalt, ein Trauring. Gegen den Stellenvermittelungsschwindel richtet sich«ine Ber- sammlnng. die der Zentralverband der HandlungS- g e h i l f e n heute Freitag, abends 8l/„ Uhr. im„Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147, veranstaltet. Referent ist der Kollege Bechert auS München. Verloren gegangen ist bei der Silvesterfeier des Wahlvereins für den dritten Kreis im GewerlschaftshauS ein Herrenschirm mit dunkler Holzkrücke. Der Finder wird gebeten, den Schirm abzugeben bei Pohl, Naunynstr. 30. Lerlore» ein Taschenmesser. Die Interessenten wollen sich bei Paul Pippow, Liegnitzer Str. 10, melden. Vorort- f�ackricktem Lichtenberg. Die Bcrhiiltnifse der OrtStrankeukaffeu in Lichtenberg sind noch immer ungeklärt. Anscheinend können sich die Aufsichtsbehörden in dem Wust von Berkügungen und Deklarationen selbst nickt ausfinden. Beide bestehenden Ortskrankenkassen haben noch am 30. Dezember in Rücksicht auf die Situation in außerordentlichen Generalversamm- lungen zu der Frage Stellung genommen und entsprechende An- träge an die Aufsichtsbehörde beschlossen. Die OrtSkrankenkasse Boxhagen-Rummelsburg beantragt das Recht auf Ausgestaltung zur Allgemeinen Orlskraukenkasse nach den Vorschriften der Reichs- versicherungsordnung. Der Geltungsbereich der Kasse soll der frühere Gemeindebezirk Boxhagen-Rummelsburg sein. Zugehörig zurKasse wären alle nach der Reichsversicherungsordnung Versicherten, soweit sie nicht einer Landkrankenkasse, einer knappschaftlichen Krankenkasse, einer besonderen Orlskraukenkasse oder einer Betriebs- resp. JnnungS- iranlenkasse angehören. In einen, weiteren Antrage beansprucht die Kasse eventuell Zulassung als besondere Ortskrankenkasse.— Die OrtSkrankenkasse Lichtenberg beschloß die Einreichung eines Er- gänzungsantragcS betreffend Zulassung als besondere OrtSkranlen- lasse' oder AliSgestoltung zur Allgemeinen OrtSkrankenlasie für den früheren OrtSteil Lichtenberg. Ein schon früher eingereichter Antrag befürwortet die Schaffung einer allgemeinen OrtSkrankenkasse für den Gesamtbezirk Berlin-Lichtenberg. Pankow. Eine Gemeindevertretersitzung am Silvester beschloß die Auf- nähme einer Anleihe in Höhe von 226 000 M. bei der LandeSver- sicherungsanstaU Brandenburg, die zur Deckung von Wasserwcrkbau- losten bestimmt ist.— Weiter wurde einer Abänderung des die dienstlichen, Gehalts-, Pensions- sowie Witwe w- und Waisenversor- gungsvcrhältnisse der Gemeindebeamten regelnden Ortsstatuts zu- gestimmt. Nach§ 15 dieses Statuts konnten bisher die etatmäßig, aber nuf Kündigung angestellten Beamten auf Beschluß eines aus dem Gemeindevorsteher und den Schöffen gebildeten Kollegiums ge- lündigt und entlassen werden. Aus Anlqß des Inkrafttretens der Angestellkenversicherung ist nun dieser Bestimmung die weitere hinzu- gefugt, daß die Kündigung nur beim Lorliegen eines wichtigen Grundes(§ 626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs) erfolgen soll; daß ferner für die Entscheidung über das Vorliegen eines solchen der Rechtsweg ausgeschlossen ist. und daß endlich die Betroffenen inner- halb 14 Tagen beim Kreisausschuß des Kreises Niederbarnim die Nachprüfung des Beschlusses beantragen' können.— Ebenso wurde nach unwesentlicher Debatte einstimmig-beschlossen, vom 6. Januar dieses Jahres ab den Zinsfuß der hiesigen«Sparkasse von bisher i'A auf 35«! Prag, zu erhöhen.— Ter öffentlichen folgte eine geheime Sitzung. Lübars-Waidmannslvst. I« den letzten zwei Gemeiudevertreterfitzungen sollte noch vor Schluß des Jahres Akkordarbeit geleistet werden, und zwar zu gunsten einer Bodengesellschast. Das Eschesche Terra», an,.Steinberg" wollte die Neue Boden- aktiengesellschast bis zum LI. Dezember 1912 käuflich erwerben, wenn die Gemeinde ihren Parzellierungsplan anerkennt und die Befestigung der Straßen zum Teil mit Teerchaussierung, sowie die Regulierung derselben zum Teil mit 6 Meter Dammbreiien und ein- seitiger Berohrung mit Gas- und Wasserröhren zuläßt. Die Genieinbevertretung lehnte dies ab und verlangte den Ausbau der Straßen nach der im Orte bestehenden Straßenbau- Polizeiverordnung. Die nochmaligen Verhandlungen mit der 31. B. A. G. scheiterten vorläufig an diesen Bedingungen. Es konnte deshalb in der Sitzung am 30. Dezember nur beschlossen werden, an der Hauptdurchgangsstraße sPrachtstraße) in einer Bre:>e von 32 Metern mit 9 Meter Mittelpromenade festzuhalten und dieselbe in den Bebauungsplan mit aufzunehmen. Der Gemeindevorsteher teilte mit, daß der Landrat in einem an ihn gerichteten Schreiben auf eine Oberverwaltungsgerichtsentscheidung hinweist, nach der die Veranlagung zur Umsatzsteuer nicht Sache des SteueranSschusieS ist. Er beantragte deshalb daS Wort„Steuerausschuß" in der Umsatzsteuerordnung zu streichen und dafür„Gemeinde- Vorsteher" zu setzen I Dieses wurde gegen die Stimmen unserer Genossen angenontmen. Ferner wurde beschlossen, alle feuer» löl'chpflichtigen Einwohner mit einem Jahresbeitrag von 80 M. bei der Bcandenburgischen Feuerwehr-Unsallkasse zu versichern. Der Streit um den Slaatsbeitrag für die Stelle des ersten Lehrer? an der Schule im Ortsteil Waidmannslust ist noch nicht zu Ende. Dieser Lehrer hat gesetzlich 100 M, jährlich Zuschuß zu fordern. deren Zahlung der Staat verweigert. Die Gemeinde hat bis jetzt 400 M. bezahlt und deswegen das Verwolwngsstreitverfahren ein- geleitet. Das Oberverwaltungsgericht hat sich für unzuständig erklärt und die Gemeinde aus den ordentlichen Rechtsweg verwiesen. Die Gemeindevertretung beschloß demgemäß gegen die Regierung den Klageweg zu beschreiten. NowalveS. Einen Einbruch in die in der Priesterstraße belegene Berkauss» stelle der Konsumgenossenschaft„Hoffnung" verübten Trebe in der Neujahrsriacht. Allem Anschein nach hatten sie es auf die Laden- lasse abgesehen, sie fanden diese jedoch leer. Tie Diebe müssen bereits am Heiligabend im Geschäftslotal, gewesen sein, um sich vorerst zu orientircn; daraus weist nämlich der Umstand hin. daß am zweikcn Feiertag bei Geschäftsbeginn der Schlüssel zur Ladenkasse,'den der Lagerhalter stets an einem bestimmten Platz aufzubewahren pflegte, verschwunden war. Obwohl die sofort benachrichtigte Polizei mit einem Polizeihund am Tatort erschien, war von den Einbrechern bisher nichts zu ermitteln. Einen Rohcitsokt verübten in der Neujahrsnacht gegen 2 Uhr einige unbekannte Männer in der Lindenstraße, indem sie einen Mann nach voraufgegangenem Streite mit solcher Wucht in ein Schaufenster des Müllingschcn Hcrrcnkonfektionsgcschäftcs stießen, daß die große. 7 Millimeter starke Scheibe in Stücke ging und die hökßerne Stellage zerbrochen wurde. Als der durch die elektrische Alarmeinrichtung geweckte Geschäftsinhaber erschien, waren die Rohlinge sowohl wie der Hineingestoßene, der stark blutende Ber- letzungen erlitten haben muß, bereits verschwunden. Merkwürdiger- weise ließ sich trotz des Lärms kein Polizeibcamtcr sehen; Spandau. Der Verlag deS„Spandaucr Tageblatts" ist am 1. Januar an den Verlagsbuchhändler Kurt Gerber in Potsdam, der dort schon zwei Zeitungen her.nisgibr, übergegangen. An dem Unternehmen sind ferner der bisherige Verleger Gustav Schob. Rechtsanwalt Frhr. V. Lyncker und Baurat R. Bender Hierselbst beteiligt. Bis zum 1. Februar wird das Blatt in Potsdam und dann hier in eigener Druckerei hergestellt. Die Konservativen tragen sich, immer noch mit der Hoffnung aus Wiedereroberung deS Hohenzollernwahl- kreises, sie wollen es sich daher etwas kosten lassen, um dem Blättchen. das gegenwärtig nur etwa 400— 500 Abonnenten hat, auf die Beine zu helfen. Ihre Bemühungen dürften indessen vergeblich sein, da die konservativen Ideen unter der hiesigen werktätigen Bevölkerung keine allzu große Begeisterung mehr auszulösen vermögen. Zudem bat sich das Blättchen als ein Hauptkoslgänger de» Reichsverbandes selbst um die Möglichkeit gebracht, in breileren Leserkreisen Eingang zu verschaffen._ Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Petershageu. Am Sonnabend, 4. Januar, abends 6 Uhr, im Lokale von Ernst Madel(stüher Breseke). Diese Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gemelitdeangehlttge«st b«, richtig», ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Eingegangene Drudkrdmfwn. Von der„Neuen Zeit" ist soeben das 14. Heft des 31. Jahrgang» erschienen. Aus dem Inhalt des HesteS beben wir hervor: Zuin Preuhentage. Von Max Ouarck, Frankfurt a. M.— Landflucht, Sehhasl- machung der Landarbeiter und Sozialdemokrate, Von Otto Bramr.— Die Gewerkichasten in der Wirtlchastskrijis. Von Aich, Seidel.— Die Junler als Nutznießer des Dreistasstnwahlrechts. Von Robert Leinert.— Literarische Rundschau i Wilhelmine Mohr, Das sittlich verwahrloste'Mädchen. Bon Therese Schlesinger._ Arbeitertouristenverein„Die Naturfreund«--. Ortsgruppe Berlin. Sonntag, den 3. Januar: Wanderung von Leuenberg durch den Sterne- becker Forst, kleinen und großen Lattsee, Jhlandsee, Strausberg. Absahrt nach Leuenberg vom Wriezener Babnbos, Fruchtstraße. früh ö.S(>. Ardeiter-Wandervrrrin»Berlin--. Wandersabri- am Sonntag, den 5, Januar, nach Groß. Beeren, Sputendors, Ahrensdorf, LudwigSstlde, GenShagen, Groß-Beeren. Abfahrt 6,15 Uhr, Anhalter Bahnhos, Reue Tourenprogramme sür daS nächste Quartal sind zu haben bei Fritz Kruse, Marianuenstr. II, Lese- und Tiskutierklub„Paul Etuger". Sitzung jeden 1. und 3. Freitag ini Monat, abends 3'/, Uhr, im Lokale von Karl Beck. Samariteritraße 17. Nächste Sitzung: Freitag, den 2. Januar, Vortrag, Gäste willkommen. Wahlkreis Ueckermünde-Ufcdom-Wollin. Die Landsmannschast ersucht die Parteigenossen, welche aus dem Wahlkreise gebürtig sind und hier wohnen, sich zu der am Z. Januar, im Lokale yon Rodiigo, Borsigltr. 24. nachmittags 4 Uhr, tagenden Versammlung auS Parteiinteresse einzufinden. Marktbericht von Perlin am Zl. Dezember lvili, nach Srmsttelungcn de« köMgl. PoltzeivräsidtmnS. 100 Kilogranwi W-izen, gute«ort«— bis mittel, geringe—. Roggen, oute Sorte. —,—, mittel— ,—, geringe__(ab Bahn), Mttttergersle. gut? Sorte 17,70-18,30. Milte! 1700-k7.«>.„»«eringe 16,40-16.90, Haser, gute Sorte 18,80—20,40, mittel 17,10— 16,70(srel Wagen und ab �ällarlthalle ii preise, 100 Kilogr, Erbsen, 80,00— 50,00. Speisebohnen, weiße. 38,00— -50,00. „elbe. zum Kochen Linsen 35,00—60.00. Kartosieln(Klembdl) 5,00-8 00 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1.70-2.40. Rindsleijch, Bauchkleilch 1,40—1.80. Schweinefleisch 1,60-2.20. ffialdfleil� 1,40-2,40. frammelfleiW k-50-2'40' Butter 2,40-3,00. 60 Glück Eier 4.80— 7,20. l Kilogramm Karpien t,40— 2,40. Aale l.60—3,20. Zander l. 40-3.60. Hechte 1 4�2 60 Barsche 1.00-2,40. Schleie 1.60-3.20. Bleie 0,80—1,40. 60 Stück Streb!» 3,00— 24.00. Wettervroanos« für Freitag, den Z. Januar 1913.' Ziemlich mild vorwiegend nebelig oder wolfig bei ledhasten slldwest. lichen Winden; t-tn-«rhefiichen Nted-rschtage. Berliner W etterbureau. WasserstandS-N achrichte» Nasserstand M e m e i, Tilsit V-egel. Snlterburg W e i ch! e l, Thorn Oder, Ratibor Krosien „ Frankfurt Warthe, Schrimm LandSberg Netze, Dordamw Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barbh , Magdeburg vasstrs�od Saale, Arochlitz Havel, Spandaus » Rathenow>) Spree. Spremberg'j . BeeSkow veser. Münden , Minden Rhein, MaximManSav » Kaub Köln e ck a r, H-ilbrom» Main, Sanau Mosel, Itter 0+ bedeutet Wuchs.-Fan.»z Unterpegel. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Auf der Reise nach Brafilien verstarb unser Genoffe, der Mechanifer Karl Kumme früher Prenzlauer Allee 53, Begirt 517a. Ehre seinem Andenken. 224/1 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Nachruf. Am 28. Dezember verstarb unser Genoffe, der Tischler Paul Bräutigam Bergstraße Nr. 8. Bezirk 605. Ehre seinem Aubenken! Die Beerdigung findet in Leipzig statt. 224/2 Der Vorstand. Allen Freunden, Bekannten und Parteigenossen die traurige Nach richt, daß meine liebe Frau Berta Taßler geb. Schmidt am Mittwoch, den 1. Januar, nach langem; fchwerem Leiden ge storben ift. Dies zeigt tiefbetrübt an Paul Taßler, Schliemannstraße 11. A Die Beerdigung findet am Sonnabendnachmittag 3, Uhr von der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofes, Nordend, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Am 1. Januar verstarb unfere Genossin, Frau Berta Taßler Schliemannstr. 11, Bezirk 549. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 4. Januar, nachmittag 3 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 224/3 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 6. Beri. Reichstagswahlkreis. Am Montag, den 30. 12. 1912, verstarb unsere Genoffin Auguste Wendt Wilhelmshavener Str. 61, Bez. 715. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. Januar, nach. mittags 3 Uhr, von der Leichen halle bes hetlands- Kirchhofes in Plögensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Heutscher Holzarbeiter- Verband. Bahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege, der Tischler Otto Hegner Warschauer Straße 46, im Alter von 56 Jahren gestorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 3. Januar cr., nach mittags 8 Uhr, von der Halle des G Andreas Kirchhofes in Hohen Schönhausen aus statt. Um rege Beteiligung erfucht 77/2 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Am 2. Januar starb unser Mite glied, der folierer Wilhelm Teichert ( Bezirk Weißensee). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. Januar, nach mittags 3 Uhr, von der Halle Des Gemeinde Friedhofes 9 in Beißensee, Nöldestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 140/2 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, fowie die reichen Strang Spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Robert Bilke inge allen meinen tiefgefühlten Dant, insbesondere Herrn Harndt für die frostreichen Worte am Sarge, dem Transportarbeiterverband und dem Sozialdemokratischen Wahlverein Berlin VI. 19055 Witwe Marta Bilfe.| Gestern verschied plöglich und unerwartet mein langjähriger Schlossermeister, Herr Karl König. 3 bedauere aufrichtig den Heimgang dieses treuen Mitarbeiters, der meinem Hause feit Jahren angehörte, und werde ich sein Andenken stets in Ehren halten! Fa. Eduard Jacobsohn, Landwehrstr. 11/13. Allen Freunden, Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, dur Schloffer 19065 Karl König am 1. Januar plöglich und un erwartet an Schlaganfall verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 3 Uhr, auf dem Zentral- Friedhof in Friedrichsfelde statt. Dies zeigt tiefbetrübt an Die tieftrauernde Gattin. Zentralverband der Maschinisten u. Heizer sowie Berufsg. Deutschl. Verwaltungsstelle Groß- Berlin. Am 1. Januar verstarb unser Mitglied, Sollege Karl König. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 4. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen balle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. 152/1 Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. R. Arb.- RadfahrerVerein„ Voran", Berlin, Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres treuen Freundes und langjährigen Mitgliedes, des Schloffers 19186 Karl König in Kenntnis zu sehen. am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 4. Januar, nachmittags 3 Uhr, auf dem SentralFriedhofe, Friedrichsfelde, Gudrun straße, ftatt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Gemeinsame Ortskrankenkaffe für Mariendorf und Umgegend. Die nach dem 5. Januar 1913 fällig werdenden Staffenbeiträge und Eintrittsgeider, werden nunmehr auch von den Arbeitgebern in Marienborj burch einen Staffierer der Staffe abgeholt. Die freiwilligen Mitglieder haben diese jedoch wie bisher, auf thre Gefahr und Kosten selbst an die Staffe abzuführen. 206/1 Berlin- Mariendorf, den 27. DeJember 1912. Der Vorstand. Aug. Leip, Beumler, Schriftführer. Borsigender. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Rudolf Meffert Dennewigstr. 16, am 30. Dezember an Nervenleiden geftorben ist. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 3. Januar, nachmittags 31/2 Uhr, von der Leichenballe des Luther- Kirchhofes in Lantwit aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Ferner starb unser Mitglied, der Brunnenbauer August Gerbig Schönleinstr. 28, am 28. Dezember. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 3. Januar, nachmittags 24 Uhr, von der Leichenhalle des Heilig- Kreuz- Kirchhofes in Mariendorf, Eisenacher Straße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Ferner starb unser Mitglied, der Mechaniker Wilhelm Kaiser Blumenftr. 84, am 1. Januar an Lungenleiden. Die Beerdigung findet am Sonn abend, den 4. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgen Kirchhofes in der Landsberger Allee aus statt. Nachruf. Ferner den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Walter Heinrich Kopenhagener Str. 10, am 26. Dezember an Gehirnerweichung gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 110/3 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Zeilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Ludwig Straub sage ich biermit allen Beteiligten meinen aufrichtigen Dant. Frau Luise Straub. Arbeiter- RadfahrerBund Solidarität. Ortsgruppe Berlin. Touren am Sonntag, den 5. Januar. 2. Abt.: 1 Uhr: Spandau( Seeburger Str. 26). 3. Abt.: 12 Uhr: Schmetterlings4. Abt:: 1 hr: Schmetterlings luft. horft. 5. t. 8.Abt. 12 Uhr: Glienide an der Nordbahn. 6. Abt.: 1 Uhr: Atopenid. 7. Abt.: 1 Uhr: Wannsee. 10/1 Starts: An den bekannten Stellen. 35 Verkauf nur im Fabrikgebäude! Kein Laden Wenn Sie M Sie sparen Geld! direkt in der Möbelfabrik Möbel H. Walter: Willi Maaß, 35 Brunnenstr. 35 kein Laden Tel.: A. III, 5157 2013 kaufen. Verkauf nur im Fabrikgebäude- eigene Tischlerei und Polsterei. Auf Wunsch Teilzahlung. Kein Kaufzwang! 35 Permanente Musterzimmer- Ausstellung. 35 Neues Jahr Neues Glück! Ziehung unwiderruflich 15. Januar Kösliner Lotterie 4171 Gewinne im Gesamtwerte von Mark 60000 115000 7500 Hauptgewinne 1598 Lose 1 Mark sortiert aus 11 Lose versch. Tans. 10 M. Porto and Liste 25 Pt. extra. H.C. Kröger, Friedrichstr. 1983 a sowie in allez durch Plakate erkennt. Verkaufsstellen. Oeffentliche politische Versammlungen. Die Verhandlungen des preußischen Parteitages finden statt am Montag, den 6. Januar 1913, Dienstag, den 7. Januar 1913, Mittwoch, den 8. Januar 1913, vormittags von 9 Uhr ab und nachmittags von 3 Uhr ab im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 4). Die Mitglieder der Partei und der Gewerkschaften haben gegen Borzeigung ihrer Mitglieds. bücher freien Zutritt. Gaftkarten zum Preise von 50 Bf. für die Halbtagstarte find vor Beginn und während der Berhandlungen im Gewerkschaftshause erhältlich. Die Eintrittstarten zum Empfangskommers in der Neuen Welt" find vergriffen. Eingehende Gefuche können nicht mehr berücksichtigt werden. clipT Der Einberufer: Eugen Ernst, Liefenstr. 16. Hogetti JUNO PF. QUALITÄTS: CIGARETTE Dr. med. Frud. Weils Nährsalz- Bananen- Kakao ist wohlschmedend, äußerst nahrhaft und stopft nicht. Beste Kraftnahrung bei Magen- und Darmtatarrh, bet Schwächezuständen, bei Unterernährung und Nervosität. Angenehmstes Frühstücs. getränk für Gesunde und Kranfe. Batet Pfund 1, M., 5 Batete 4,75 9., 10 Batete 9,- M. Prospelt gratis u. franto. 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Augustins Festsälen, Dranienstr. 103: Allgemeine Versammlung Mitglieder- Versammlung der Kino- Operateure Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Welche Bedeutung hat der 24. Dezember für uns gehabt? 2. Verbands und Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 110/2 Wegen der großen Wichtigkeit der Tagesordnung ist vollzäbliges Erscheinen unbedingt erforderlich. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarheiter- Verhand Verwaltung Berlin. Montag, den 6. Januar, abends 8% Uhr: in den Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 58/59. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Ausschlußanträge, Verschiedenes. Recht zahlreichen Besuch erwartet Die örtliche Verwaltung. Sektion der Staaker. Den Mitgliedern teilen wir hierdurch mit, daß die im , Grundstein" für Sonntag, den 12. Januar d. J., angezeigte Versammlung umständehalber nicht stattfindet. Das Stattfinden der Versammlung wird später ausdrücklich bekanntgemacht. 140/ 1* Die Sektionsleitung. Vertrauensmänner Versammlungen Achtung: Thilosche Chöre Achtung! der Bezirke und Branchen. 77/8 Orchester- Probe Sonntag, d. 5. Januar, Die Versammlungslokale werden am Sonntag bekanntgegeben. Um pünktliches Erscheinen aller Sänger ersucht Freitag, 3. Januar 1913. Anjang 4 Uhr. Urania. Aufs Matterhorn. Anjang 72 Uhr. Kgl. Opernhaus. Das Rheingold. Kgl. Schauspielhaus. hörnte Siegfried. Zod. Der ge Siegfrieds Deutsches. Der blaue Bogel. Kammerspiele. Fiorenza. Zirkus Busch. Gala- Borstellung. Zirkus Albert Schumann. GalaBorstellung. Anfang 8 Ubr. Urania. Paris und die Königs. schlösser von Versailles. Neues Operntheater Nuffisches Ballett. Leffing. Tantris der Narr. Berliner. Filmzauber. ( Kroll). Königgräger Straße. Die fünf Frantjurter. Kurfürsten- Over. Der Kuhreigen. Theater am vormitt. 9 Uhr, Neue Welt. Der Vorstand. Kronenbod Schlossbrauerei Schöneberg Berlin- W Kronenbock 1000 ein schweres, dunkles Dies vorzüglichem Gee schmack und großßer Bas kömmlichkeit, ist in Fla. schen und Siphons, soucia Gebinden überall er hältlich oder nach Telephonischem Anruf Ant Lützow 9122 direkt durch Act. Grs. Schloßbrauerei Schönebergdie Qualität ist hervorragend. Beginn des Ausstoßßes: Freitag, den 3. Januar 1913. | Kunststopferet Große Frantiurter Runitstopferei von Frau Kotosty ftraße 67. 2399 Schlachtensee, Sturstraße 8 III. Theater und Vergnügungen Schiller- Theater 0 Baner Theater. Freitag, abends 8 Uhr: König Lear. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hedda Gabler. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Das Konzert. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Geschwister. Elga. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sonntag, abends 8 Uhr: Wolkenkratzer. Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. Rollendorfplat. Theater in der Königgrätzer Straße Die schöne Helena. Deutscher Metallarbeiter- Verband Ortsverwaltung Berlin. Branche der Schmiede, Kesselschmiede und Schweißer. Sonnabend, den 4. Januar 1913: >>>>> Großer Wiener Maskenball e in Boekers Festsälen, Weberstraße 17, wozu alle Kollegen und Mitglieder einladet Das Komitee. NB. Billetts sind bei den Vertrauensleuten sowie in den mit Plakaten belegten Zahlstellen zu haben. Dentiches Schauspielhaus. Mitur: Die fünf Frankfurter. DOSE THEATED dem Feuer spielen. Gläubiger. Montis Operetten. Der Frauen fresser. Kleines. Professor Bernhardi. Refidenz. Die Frau Präsidentin. Thalia. Puppchen. Schiller O. König Lear. Schiller Charlottenburg. 円 Schmetterlingsschlacht. Friedr. 3 Montis Operetten- Theater ( fr. Neues Theater). Amt Norden 1141. 8 Uhr: Der Frauenfresser. Theater am Nollendorfplatz 5. Abends 8 Uhr. ith.hauspielhaus. Die schöne Helena. Der Baungaft. Luisen. Berlin- Hamburg- New York. Metropol. Chauffeur Metropol. ins Komödienhaus. Die Generalsede. Groß- Berlin. Das Fürstenfind. Trianon. Die Erste Die Beste. Herrnfeld. Die Alpenbrüder. Büsten moral. Casino. Am grünen Strand der Spree. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Reichshallen. Bet Batern. Mofe. Anfang 8 Uhr. Die Sünden der oberen Behntausend. Luftspielhaus. Graf Bepi. Walhalla. Goldener Leichtsinn. Folies Caprice. In Sachen Statenstein. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. Anfang 8, Ubr. Neues Voltsteater. Mutter Landftraße. Anfang 10 Uhr. Admiralsvalast. Gisballett: Flirt in St. Moris. Sternwarte, Invalidenftr. 57-62 Deutsches Schauspielhaus 8 11hr: Mit d. Feuer spielen Gläubiger. www 8 8 Uhr Residenz- Theater. Uhr. Die Frau Präsidentin. ( Madame la Présidente). Schwant i. 3 Att. v. Hennequin u. Beber. Morg. u. folg. T.: Die Frau Präsidentin. Luisen- Theater. Freitagabend 8 Uhr: Berlin- Ham. burg New York. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Premiere: Der Sandmann tommt.( Sinder borstellung.) Große Frankfurter Str. 132. Täglich 8 Uhr: Die Sünden der oberen Zehntausend. Sonnabend 4 Uhr: Aschenbrödel. Sonntag 3 Uhr: Kabale und Liebe. Zirkus Busch. Heute, Freitag, den 3. Januar: Abends 7, Uhr: Größte Sensation des Tages! Mac Norton, der Unersättliche verzehrt jede Menge v. Weichtieren wie Frösche, Fische, Eidechsen, welche er lebend bei sich behält und auf Kommando lebend wieder zu Tage fördert. Mac Norton trinkt jede belieb. Quantität von Flüssigkeiten. sowie die neuen Jan.- Spezialitäten. Toulouse, Balance- Akt. Geschw. Carré, Reitkünstlerinnen. Die große Prunk- Pantomime Sevilla" Avis! Sonntagnachm. 3, Uhr: ,, Unter Gorillas.". Jeder Erwachsene ein Kind unter 10 Jahr. frei auf allen Sitzplätzen. Zirkus Urania Herrnfeld Albert Schumann. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. 4 Uhr: Aufs Matterhorn! Abends 8 Uhr: schlösser von Versailles. Paris und die Königs. Das Verzeichnis der naturwissenschaftl. Hörsaalvorträge im I. Quartal 1913 ist erschienen und Metropol- Theater Chauffeur- ins Metropol! kostenlos erhältlich. Große Sabres rebue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern. Otto Reutter a. G. mit gänzlich neuem Repertoire! Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Voigt- Theater. Gesundbrunnen, Badstr. 58. Freitag, den 3. Januar 1913: Am Abends 8 Uhr: Berlin- Hamburg. Versöhnungsfest. New York. Sonntagnachm. 3 Uhr: Raffles. Abends 8 Uhr: Berlin- HamburgNew York. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. 99 Bei Vater'n". Anfang 8 Ubr. Sonntag nachm. 3 Uhr: ( zu ermäß. Breien) ,, 0 Tanneboom!" Schauspiel in 5 Aften von H. Sylvester. Kaffeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8 Uhr. Apollo 99 Theater Abends ab 8 Uhr! Neues Programm! 8% Uhr: Brüderlein fein". Alt- Wiener Singspiel von Jul. Wilhelm. Musik v. Leo Fall. Mizzi Parla, Jda Ruszka, Erich Deutsch- Haupt v. Joh.- Strauß- Theat. in Wien. „ Clou Mauerstraße 82. 66:: Berliner:: Konzerthaus Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel- Konzert! Theater Sämtliche Herrnfeld- Schlager übertroffen! Wüstenmoral Die Alpenbrüder mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anf. 8 Uhr. Borbert. 11-2( Theater?.) Casino- Theater Heute, Freitag, den 3. Januar, abends 7 Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. Um 9, Uhr: Der unsichtbare Mensch. 4 Bilder aus Indien. Neu: Sensationspièce! Neu! Löwe auf Elefant! Der einzige Löwe, welcher mit einem Elefant zusammenarbeitet, da bekanntlich diese Tiere sonst in tödlicher Feindschaft leben u. es noch keinem Dompteur gelungen ist, diese beid. Tiere in einem Dressurakt zusammen zu bringen. MiB Belloni mit ihren dress. Papageien u. Kakadus. The 5 Lloyds, Wild- West- Akt. Eine Kegelpartie zu Pferde, Erfunden v. Dir. A. Schumann. Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr: Folies Caprice. Die neue Lokalpoffe: Am grünen Strand der Spree! Sonntagnachm. 4 Uhr: Die ver hängnisvolle Karte. Musikc. 1. Garde- Dragoner- Regts., Leiter: Oberm. Baarz Theater Königstadt- Casino. und Zillernthaler und Tegernseer Sänger, Schuhplattler und Jodler! Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. An allen Wochentagen:. Anfang 8 Uhr. Gr. Nachmittags- Konzert bei freiem Eintritt. Arnold Scholz Neue Welt Ede Holzmarkt u. Alleranderstraße. 1 Minute v. Bahnh. Jannowißbrüde Tägl. abds. 18, Sonnt 16 Uhr: Einer Mutter Sohn. und das Vollestüd in 1 Aft groß. Spezialitätenprogramm Jed. 1. u. 16. Programmwechsel. Hasenheide 108-114 Von Sonntag, den 5. Januar, an täglich: in sämtlichen Festsälen, 10 000 Personen fassend: Die Novitäten: In Sachen Katzenstein. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. Trianon- Theater. Die Beste! Täglich abends 8 Uhr: Die Erste Sonntagnachm. 3 Uhr: Der jelige Toupinel. Für den Inhalt der Jnierate abernimmt die Redaktion dem Bublitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Das weltstädtische, großzügige, amüsante Bockbier- Fest in den bayerischen Alpen. Anfang 7 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Alpenzauber Sonntags: Fünf Kapellen. Entree 30 Pf. Sonntags 50 Pf. Baron Muckls urwüchsige Bauernkapelle Madame Sissis Original- Loisachtaler Oberlandler Blasorchester aus Garmisch- Partenkirchen 30 bayerische Madin Die romantische Vergnügungsalm Rutschbahn, Jodelbahn Hippodrom, Wasserfall Alpenglühen, Gletschersturz Wellenbad, Gebirgsstraße Wunderbare www www Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Injeratenteil verantw.; Zh. Glode, Berlin. Drudu, Verlag; Vorwärts Bughoruderet u Ve clagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW Alpen- Dekoration! 1. DamenPrämiierung! Dienstag, den 7. Januar: Keine Fleischnot! Donnerstag, d. 9. Januar: eines Braten ganzen Ochsen! Portion 80 Pfennig.