Nr. 5. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 r., möchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 30. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedrudie Wort 20 Pfg.( zuläffig 2 fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplak, Mr. 1983. Der Lebensnerv der englischen Arbeiterpartei. Grenzen. Als daher auf Betreiben einer großkapitalistischen richter Dienstag, den 7. Januar 1913. Vom preußischen Parteitag. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Mr. 1984. London, 6. Januar. Die Friedenskonfe renz trat heute nachmittag um vier Uhr wieder zusammen. Die türkischen Delegierten unterbreiteten ihre neuen Vorschläge. Um fünf Uhr war die Situng beendet. Suspension, aber nicht Abbruch. Eine zweite, kurz vor Mitternacht eingegangene Depesche Die Delegierten nahmen nach kurzer Debatte den Vorschlag mit 346 gegen 76 Stimmen an. Die Vorlage wurde von allen scharf kritisiert. Die Mehrheit stellte sich auf den Standpunkt, daß man unter den Umständen nicht mehr erreichen tönnte, daß sich die Regierung nicht sobald bewegen lassen Die Aufhebung des berüchtigten Osborne- Urteils, das den werde, das Osborne- Urteil ganz aus der Welt zu schaffen, Man geht nicht fehl, wenn man diesen neuen Aufschub britischen Gewerkschaften das Recht zur politischen Betätigung und daß es deshalb besser sei, den kleinen positiven Gewinn nahm, stand in den letzten Jahren im Mittelpunkt der Politit sofort einzustecken, als die Vorlage zu verwerfen. Die Redner dem Eingreifen der Mächte zuschreibt; auf der anderen Seite der Labour Party. Die Labour Party ist nicht eine Bartei der Minderheit hingegen wiesen darauf hin, daß die Arbeiter hatten aber auch die Verbündeten keinen Grund, mit ihrem in demselben Sinne wie die sozialdemokratischen Arbeiterpartei im Parlament das Bünglein an der Wage bilde und Ultimatum Ernst zu machen, falls anders die Behauptungen parteien des Festlandes; ihre Finanzen entstammen nicht den die Regierung zwingen könne, eine befriedigende Lösung der der Bulgaren wahr sind, Adrianopel stehe vor dem Fall. Denn Beiträgen der einzelnen politisch geweckten Arbeiter, sondern Frage herbeizuführen. Das würde stimmen, wenn sich die Adrianopel ist ja der umstrittenste Punkt der Verhandlungen sie kommen aus den Gewerkschaftskassen und ihre organisa- parlamentarischen Vertreter in den Wahlkreisen ihrer Sache und sein Fall würde mit einem Schlage die Verhältnisse zu ficher wären. Solange so viele der Arbeiterparteiler im torische und agitatorische Tätigkeit bewegt sich in fehr engen Barlament von den liberalen Wählern abhängig sind, wird ein gunsten der Balkanstaaten verschieben. Die Türkei aber muß Clique das Osborne- Urteil fiel, geriet der ganze politische derartiger Appell zur selbständigen Politit stets taube Dhren finden. aus Gründen der inneren Politik vor der Wiederaufnahme Bau ins Wanten. Einer Gewerkschaft nach der andern wurde Der schlimmste Matel der Dsborne- Bill ist wohl der, daß des Krieges ebenso zurückschrecken, wie sie sich gegen einen gerichtlich untersagt, Beiträge an die Arbeiterpartei abzu- sie zu beständigen Reibereien Anlaß geben muß. Es ist nur allzu ungünstigen Friedensschluß wehrt. Denn die Lage der führen oder sich überhaupt politisch zu betätigen. Es schien, allzu menschlich, wenn sich ein Gewerkschafter, der fortwährend Regierung wird immer prefärer und auch die Disziplin im als sei der Partei der Lebensnerv durchschnitten worden. Ent- die politischen Beiträge zahlt und zusehen muß, wie sich andere Offizierskorps ist in Auflösung begriffen. Haben doch 150 weder mußte sie sich nun entscheiden, sich auf Grundlage drücken, schließlich weigert, die Kosten der politischen Ver- Offiziere fich offen gegen den Oberbefehlshaber gewandt und persönlicher Mitgliedschaft zu organisieren und das hätte tretung seiner Interessen allein aufzubringen. Derartige seine Entfernung verlangt. Unter solchen Umständen aber viel Zeit gekostet- oder sie mußte versuchen, ihre parla- Streitereien kamen jetzt schon vor, als sich nach der Erlassung läßt sich der Krieg mit Aussicht auf Erfolg für die Türkei mentarische Stellung dazu zu benügen, die Aufhebung des richterlicher Einhaltsbefehle gewisse Gewerkschaften entschlossen, kaum wieder aufnehmen. Osborne- Urteils durchzusetzen. Dieser Gedanke war der näher- die politischen Beiträge auf freiwilligem Wege einzutreiben. liegende. Denn hatte es die Arbeiterpartei nicht zustande ge- Ferner gibt die Vorlage den kapitalistischen Elementen, die bracht, das Taff- Vale- Urteil auf legislativem Wege aus der für die legale Knebelung der Gewerkschaftsbewegung bisher Welt zu schaffen? die Organisation und die Finanzen geliefert haben, manches Es zeigte sich jedoch bald, daß man die Situation nicht Schlupfloch, um ihre Minierarbeit fortzusehen. Anfangs mag meldet, daß die Verhandlungen von den Balkanvertretern bis richtig abgeschätzt hatte. Das Taff- Vale- Urteil hatte die ganze der notwendigen Abstimmungen zu einer Wiederbelebung des zu dem Zeitpunkt suspendiert worden sind, in dem die der durch die Vorlage geschaffene neue Rechtszustand infolge Gewerkschaftswelt mächtig aufgeregt und den Parlamentswahlen des Jahres 1906 feinen Stempel aufgedrückt. Selbst politischen Lebens in den Gewerkschaften führen; auf die Türkei zufriedenstellendere Vorschläge als die bisherigen unterdie das Oberhaus beherrschenden Konservativen fanden es Dauer bietet die Osborne- Vorlage jedoch keine Grundlage für breitet haben wird. Das Wichtige ist, daß damit Zeit geratsam, fich angesichts der aufgebrachten Arbeiterschaft seit- eine fräftige, entwickelungsfähige Partei. wonnen ist, daß die Feindseligkeiten nicht sofort wieder aufwärts in die Büsche zu schlagen und die Trades Disputes genommen werden, daß also die Hoffnung auf das ZuBill unbehelligt durchzulassen. Anders stand es mit dem standekommen des Friedens trop der Krise nicht aufOsborne- Urteil. Gewiß waren der aufgeklärte Teil der Argegeben zu werden braucht. beiterschaft und die Gewerkschaftsführer über diesen Unter zahlreicher Beschidung und ebenso zahlreichem TribünenAft der offenen Klassenjustiz sehr ungehalten. Auf besuch begann am Montagmorgen der vierte Parteitag der WahlLondon, 6. Januar. Ueber die heutige Sitzung der der Sheffielder Konferenz bor zwei Jahren fand rechtsheloten. Genoffe Ernst eröffnete die Tagung mit einer Friedenskonferenz erfährt das Reutersche Bureau: Reschid die Entrüstung auch in lauten Protesten Ausdruck; Eröffnungsrede, die nach kurzen launigen Wendungen sofort in den Pafcha unterbreitete folgende neue Vorschläge der Pforte: mehrere Gewerkschaftsführer darunter etliche Friedens bitteren Ernst der ereignisschweren Zeit hineinführte. Wie hätte auch Die Türkei ist bereit, im Norden von Adrianopel einige neue standen auf und schwuren, daß sie das ungerechte die Sozialdemokratie des größten Bundesstaates, des Vierzigmillionen Gebietszugeständnisse zu machen, jedoch mit Ausschluß von Gesez brechen würden, selbst auf die Gefahr hin, ins Ge- staates Preußen, zusammentreten können, ohne mit Abscheu und Adrianopel selbst. 2. Die Türkei begibt sich ihrer Rechte auf fängnis wandern zu müssen. Es braucht jedoch nicht ver- warnender Friedensmahnung des Balkankrieges und des ganzen Kreta unter der Bedingung, daß die Abtretung keiner anheimlicht zu werden, daß die große Masse der Gewerkschaften frivolen Spieles zu gebenken, das die Diplomatie und Bourgeoisie deren Insel von ihr verlangt wird. Die Mitglieder der türin bezug auf das Osborne- Urteil weniger tiefe Empfindungen der großen Staaten mit dem Feuer eines Weltkrieges zu treiben fischen Kommission verließen darauf den Konferenzsaal, wähhegte, was der Regierung natürlich nicht entgehen konnte. wagt: Sofiannah sang man in den Kirchen, und draußen auf dem rend die Delegierten der Balkanverbündeten zurückblieben Man hat eben mit der Tatsache zu rechnen, daß eine große Schlachtfelde türmten sich die Leichen und ächzten die Verwundeten. und nach längerer Beratung zu folgendem Beschluß kamen: Bahl Gewerkschafter in Großbritannien noch Liberale oder Die Menschlichkeit und Friedensliebe aber mußte sich flüchten in den Die Vorschläge der türkischen Delegierten entsprechen nicht Stonservative find, wenn sie nicht gar politsch indifferent sind. Schutz der Gottesleugner"! Nach der Konstituierung des Partei- den von den Verbündeten in der vorhergehenden Sizung Alle diese Elemente, nicht zu vergessen die linksstehenden tages und der Begrüßung des Genossen Sanders als Vertreter der formulierten Forderungen und die Verhandlungen auf der sozialistischen Gewerkschafter, die die Arbeiterpartei als einen britischen Bruderpartei, ergriff Genosse Ernst abermals das Wort, um vorgeschlagenen neuen Grundlagen waren nicht derart, daß sie Schwanz der liberalen Partei bezeichnen und von ihr nichts als Vorsigender den Bericht der preußischen Landeskommission zu zu einer Verständigung führen konnten. Die Delegierten der wissen wollen, bildeten einen kompakten Wall gegen den erstatten. In turzen, scharfen Strichen kennzeichnete er die Tätigkeit Verbündeten sehen sich daher genötigt, die Arbeiten der Konfapitalistischen Ansturm auf die Gewerkschaftskassen, zu dem der Landeskommission während der verflossenen Jahre. Die scham- ferenz zu suspendieren. der Taff- Vale- Entscheid das Signal gab. Aber die Frage der lose Komödie der Wahlrechtsmeuchler bewies, was das preußische Nach der Rückkehr der Türken in den Saal verlas der politischen Aktion der Gewerkschaften, die in der Praxis auf Bolt von den herrschenden Parteien zu erwarten hat. Namentlich Präsident Novakowitsch die Antwort der Verbündeten und die finanzielle Unterstützung der Labour Party hinausläuft, das Bentrum hat sich als die Partei der elendesten Heuchelei und hob die Sigung auf. Die Türken protestierten und erklärten, brachte die trennenden Faktoren wieder an die Oberfläche, Perfidie erwiesen. Aber auch die preußische Regierung, repräsentiert daß der Präsident nicht das Recht habe, die Sizung aufzuwas die Bewegung wenn auch nicht direkt hindern, so doch durch den ehemaligen Kanalrebellen v. Dallwig, war wohl heilfroh, heben. dämpfen mußte. trotz des vom König in feierlicher Stunde gegebenen VerNachdem die formelle Sigung beendet war, wurde den Als daher die Arbeiterpartei ihren Lohn für die Unter- sprechens der ganze Spuf der Wahlrechtskomödie vorüber war. Türken in der darauf folgenden allgemeinen Unterhaltung ftigung der liberalen Regierung verlangte, mußte sie es sich Deshalb wird sich das Volk auf seine eigene Kraft befinnen müssen. erklärt, daß die Verbündeten nicht beabsichtigten, einen Abschon gefallen lassen, daß man ihr die Lea anstatt der ge- Die Herren mögen sich gesagt sein lassen, daß trog alledem und bruch der Verhandlungen herbeizuführen, da aber eine zuwünschten und erwarteten Rahel gab. Im Jahre 1911 nun erst recht die Wahlrechtsfrage nicht von der Tagesordnung ver- friedenstellende Antwort auf die Vorschläge der Verbündeten brachte die Regierung eine Osborne- Borlage ein, die von den schwinden wird. Und sie sollen weiter wissen: wenn die herrschenden vom Freitag nicht eingegangen sei, fuspendierten sie ihre Arbeitern als unzureichend bezeichnet wurde. Eine am Klassen es in unverfrorener Mißachtung des Volkswillens so weiter Arbeiten so lange, bis diese zufriedenstellende Antwort er22. Juni 1911 abgehaltene Konferenz forderte die Arbeiter- treiben, so bleibt dem arbeitenden Wolfe eben gar nichts anderes folgt sei. Im weiteren Verlaufe der nicht formellen Unterhaltung Vorlage nicht drastisch abgeändert werde. Die Regierung zog Nach kurzer unwesentlicher Aussprache folgte der Bericht über erklärte Reschid Pascha, er habe die Abficht gehabt, über die die Bill aus verschiedenen Gründen zurück und brachte sie in die Tätigkeit der Landtagsfraktion durch den Genossen Ströbel Berproviantierung Adrianopels zu sprechen, sei aber der Gedieser Session( 1912/13) wieder ein. Die Komiteeberatung ist Er verwies wegen der Einzelheiten auf das stattliche Bändchen des legenheit beraubt worden, dies zu tun. Es wurde ihm genun beendet und es fragt sich nun, ob die Vorlage der gebrudten Fraktionsberichts, um sich mit einer Kennzeichnung der sagt, daß diese Angelegenheit bereits in einer früheren Sizung Arbeiterschaft annehmbar ist. Die Osborne- Vorlage gibt in Hauptlinien der preußischen Politik zu begnügen. Der Redner schloß besprochen worden sei, in welcher erklärt worden sei, daß die ihrer jetzigen Gestalt den Gewerkschaften unter gewissen Ein- mit der Aufforderung, das geradezu aufreizende Tatsachenmaterial Konferenz nichts mit den Bedingungen des Waffenstillstandes schränkungen das Recht, sich politisch zu betätigen. Vor- ben weitesten Kreisen der preußischen Wahlrechtsheloten bei dem zu tun habe. Hierauf verließen die Türken in etwas erregter her aber muß jede Gewerkschaft eine Abstimmung vor- bevorstehenden Wahlkampf zugänglich machen, den einzig durch Stimmung den Palast. nehmen, bei der die einfache Mehrheit der Stimmenden die Aufrüttelung der breiten Massen zum entschlossensten Stampfe entscheidet, ob sich die Organisation politische Aufgaben fezen die Eroberung des gleichen Wahlrechts für Preußen zu erwarten ist. soll oder nicht. Die für politische Zwecke erhobenen Beiträge Auch an dies Referat schloß sich keine Debatte der beste London, 6. Januar. Wie das Reutersche Bureau heute müssen gesondert verwaltet werden. Mitglieder können sich Beweis, daß zwischen der preußischen Landtagsfraktion und dem früh in den Kreisen der Balkanverbündeten erfahren hat, wird aber der politischen Beitragspflicht entziehen, indem sie ein preußischen Proletariate bis jetzt der innigfte Kontalt bestanden die Lage heute nicht für so fritisch gehalten, wie Formular ausfüllen. Die Gewerkschaften müssen ihre Mit- hat. Den Beschluß der Verhandlungen des ersten Tages fonnte des am Sonnabend. Die Frage des Abbruchs der Verglieder auf dieses Recht aufmerksam machen. Die von dieser halb ein höchst instruktives Referat des Genoffen Georg Schmidt handlungen wird für den Augenblick nicht beschleunigt Beitragsleistung entbundenen Personen dürfen anderweitig bilden, das in vortrefflicher Weise die Lage des preußischen Land- verden. Die Mächte werden, wie man glaubt, bor nicht benachteiligt werden. Es ist flar, daß die Vorlage nicht proletariats darlegte. Der Redner schloß mit dem hoffnungsvollen der Einnahme Adrianopels, die binnen zehn bezweckt, die Gewerkschaften wieder in ihre alten Rechte ein Ausblid auf die beffere Zukunft der preußischen Landheloten: auch Tagen erwartet wird, nicht intervenieren. zusetzen. Es ist überhaupt fraglich, ob diese legalisierte Er- diese Schicht des Proletariats werde fich dem großen Befreiungs. Eine Intervention vor der Einnahme würde eine Verlegung hebung freiwilliger politischer Beiträge der Arbeiterpartei aus tampfe der Arbeiterklasse, anschließen und dem Volte seine Rechte der Neutralität der Türkei gegenüber sein. Die Verihrer prefären Lage helfen wird. Die Leiter der Arbeiter- erobern helfen!- Die Debatte wurde auf Dienstag vertagt. bewegung waren sich ihrer Sache nicht gewiß; drastische Veränderungen waren an der ursprünglichen Vorlage nicht vorgenommen worden. als vertreter auf, gegen die dritte Lesung zu stimmen, wenn die übrig, als der Reaktion seine Kraft zu beweisen! Sollten sie nun gemäß der Resolution Ses Jahres 1911 gegen die dritte Lesung stimmen? Meuer Aufichub. In der Erwartung der Konferenz. bündeten geben vollständig die Möglichkeit politischer Verwicklungen infolge Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zu, und sie halten es ebenso wie die Mächte für gut, neue Verwidelungen zu vermeiden. Es ist also wahrmission und den Missionen der Balkanberbündeten fort abgebauern werden, und daß die Frage betreffend Adrianopel in sehr naher Zeit sich regeln wird. Die mit Spannung erwartete Friedenskonferenz ist scheinlich, daß die Besprechungen zwischen der türkischen Sie beriefen wiederum eine Spezialfonferenz ein, die gestern in London stattfand und der sie vorschlugen, die Vor- vorüber. Die Verhandlungen find offenbar nicht Lage unter Protest als eine Abschlagszahlung anzunehmen. brochen worden. Der Telegraph meldet: Der Standpunkt Rumäniens. Brüssel, 5. Januar. Im Antwerpener Matin" berichtet der aus Bukarest zurückgekehrte belgische Konsul über cine Unterredung mit König Carol. Dieser habe erflärt, daß er trop der starken Gegenströmung im Lande den Frieden erhalten habe. Er hoffe auch dann für Rumänien den Frieden zu retten, wenn die Feindseligkeiten iegt wieder aufgenommen würden. Der König habe der Türkei schon vor Jahren geraten, Kreta an Griechenland abzutreten, aber erfolglos. Die Autonomie Albaniens habe er längst gewünscht, da Rumänien durch das kutowallachische Element daran interessiert sei. Der König habe ferner das gute Einvernehmen betont, daß mit Desterreich- Ungarn während der Balkankrise bestanden habe. Ein Rundschreiben der Pforte. Konstantinopel, 5. Januar. Die Pforte hat ihre Bot schafter beauftragt, den Mächten in einem Rundschreiben zu erklären, daß die Türkei, um ihren Wunsch darzutun, den Frie den zum Abschluß zu bringen, alle möglichen Opfer bringen und auf alles Gebiet westlich von dem Wilajet Adrianopel verzichten wolle; aber sie sei gezwungen, auf den Besiz bon Adrianopel zu bestehen, das für die Verteidigung der Hauptstadt nötig sei. Die Pforte könne die Inseln des Archis pels niemals aufgeben, um aber ihre Friedensliebe zu be. weisen, habe sie auf ihre Rechte auf Kreta verzichtet. Die Pforte hofft, daß die Mächte die Logik ihrer Beweisgründe aner tennen werden. Die kritische Lage der türkischen Regierung. Konstantinopel, 5. Januar. Gerüchte über eine Minister. trise erhalten sich fortgesetzt. Es bestätigt sich, daß ein hervor. ragendes Mitglied des Kabinetts mit den Jungtürfen in Ver handlungen steht. Für den Fall eines endgültigen Einverständniffes würde Mahmud Schewtet Pascha das Kriegsministe rium übernehmen. Die regierungsfreundliche Bresse dementiert in kategorischer Weise die Krisengerichte. Die jungtürkischen Blätter schreiben, daß die Möglichkeit einer Arise noch nicht ge= schwunden sei. Wie verlautet, hat die Regierung ein geheimes Komitee entdeckt, das unter dem früheren Gesandten in Stocholm Scherif Pafcha steht. Das Komitee sollte auf den Sturz des Kabi. netts hinarbeiten, wobei auch Gewaltmittel zur Anwendung tommen sollten. Bisher wurden zwei Individuen verhaftet. Die Verhandlungen mit den Jungtürken. Konstantinopel, 5. Januar. Die feit einigen Tagen verbreite ten Gerüchte über eine Verständigung des Kriegs ministers mit den Jungtürten verdichten sich. Es haben auch schon zusammenkünfte des früheren Ministers Talaat mit dem Kriegsminister stattgefunden, der einigen jungtürkischen Offizieren Kommandostellen anvertraut haben soll. Ueber den Stand der ganzen Befigsteuerfrage veröffentlichte unmittelbar vor Zusammentreten der Ministerkonferenz die Regierung die nachfolgende offiziöse Darlegung, die gleichzeitig den Inhalt der der Konferenz vorliegenden Denkschrift über die Besik steuer andeutet: " recht Die Hochanftändigen. zu Bekanntlich ist unserem Ziegnizer Parteiblatt ein auch von uns veröffentlichtes Streng vertrauliches Rundschreiben" der konservativen Partei in Liegniz- Goldberg- Haynau auf den Tisch Die Denkschrift hat den Bundesregierungen mehrere Wochen geflogen, das eine Liste von rund fiebzig Kaufleuten enthielt mit dem Bemerken, nur bei diesen Geschäftsleuten borgelegen und es ist daher anzunehmen, daß nach den Vor- faufen. Den konservativen Machern im Wahlkreis Liegnig beratungen im Schoße der Bundesregierungen die Konferenz nicht Goldberg- Hahnau war die Veröffentlichung des vertraulichen allzu lang dauern wird, da nur eine Steuer in Frage kommen kann, die den ganzen Besitz zu erfassen imstande ist. So kann Birkulars unangenehm. Sie versuchten daher die Entscheidung nur schwanken zwischen einer Erweiterung der den Unterzeichner von ihren Rodichößen abzuschütteln. Erbschaftssteuer und einer Reichsvermögenssteuer bezio. einer Liegniger Bruderblatt, das der Veröffentlichung des vertraulichen Vermögenszuwachssteuer. Für beide Steuern sind verschiedene Zirkulars hinzufügte, der Unterzeichner Quadt fei zur Zeit der Entwürfe mit Berechnungen ihrer Ertragsfähigkeit ausgearbeitet. Herausgabe der Liste der gesinnungstreuen Geschäftsleute ton. Das finanzielle Ziel ist nicht allzu weit geftedt, nämlich auf fervativer Redakteur und Angestellter der kon einen Jahresertrag von 50 bis 60 Millionen Mart. Auf einen fervativen Partei gewefen, mußte auf Grund des§ 11 solchen Ertrag war auch die im Jahre 1909 abgelehnte Erbanfall des Breßgefeges folgende Berichtigung aufnehmen: Erbanfall- fervativen " Der Redakteur Ernst Quadt ist weder Angestellter der Konservativen Partei im Wahlfreife Liegnig Goldberg Hahnau, noch Mitglied ihres Vorstandes gewefen. Seine Herausgabe eines Verzeichnisses von Geschäftstreibenden ist nicht vom Vorstande des Konservativen Vereins veranlaßt und darf darum nicht als eine offizielle Maßnahme des felben bezeichnet werden." Wie wenig die Berichtigung den Tatsachen entspricht und wie recht unser Liegnizer Parteiblatt hatte, als es den Boykott der nicht konservativen Geschäftsleute als eine offizielle Maßnahme der foniervativen Parteileitung be zeichnete, beweisen folgende Tatsachen: steuer geschäßt worden. Für die Stellungnahme der Finanzminister wird im wesentlichen die Erwägung maßgebend sein, welcher von diesen Steuervorschlägen die meiste Aussicht auf Annahme im Reichstage haben könnte. Nun haben die Führer der Konservativen und des Zentrums noch unlängst auf Befragen der Regierung auf das bestimmteste erklärt, daß sie jede Erbanfallsteuer ablehnen würden. In Regierungskreisen bezweifelt man nicht, daß es den beiden Parteien damit ernst ist und daß sie die Ablehnung nötigenfalls zum Fraktionsbeschluß erheben werden, um eine etwaige erbschaftssteuerfreundliche Minderheit zum Schweigen zu bringen. Gleichwohl wäre im Reichstag auf eine Mehrheit für eine Erweiterung der Erbschaftssteuer zu rechnen, wenn auf die Sozialdemokratie Verlag wäre. Dieses Vertrauen besteht indes in der Regierung nicht. Vielmehr fürchtet man, daß die Sozialdemokratie, anstatt sich mit dem Entwurf zu beIm Juni v. J. stand der Redakteur Quadt vor der Liegniter gnügen und praktische Politik zu treiben, ihn mit unmöglichen Straffammer wegen Beleidigung des fortschrittlichen ReichstagsForderungen belasten und damit für die bürgerlichen Parteien fandidaten für Sagan- Sprottau, Bürgermeister Achilles in Sagan. und die Regierung ungenießbar machen würde. So wendet sich Quadt nahm den Schuh der Wahrung der berechtigten Interessen denn die Hoffnung der Regierung mehr der Vermögenssteuer in für sich in Anspruch, weil er nicht nur Redakteur der konservativen der Form einer Zuwachssteuer zu. Zwar haben sich die Bundes- Beitung in Liegnik, sondern auch Angestellter der dor regierungen wiederholt gegen eine Reichsvermögenssteuer er- tigen konservativen Partei sei. Die Hälfte seines flärt, aber nicht ausdrücklich gegen eine Zuwachssteuer, so daß es den Bundesstaaten unbenommen bliebe, die bestehende oder Gehalts beziehe er von der konservativen Partei des Wahlkreises Liegnitz- Goldberg- Haynau. Da Quadt unter Versagung des noch einzuführende Vermögens- oder Ergänzungssteuer weiter zu erheben. Nur den Zuwachs hätten sie an das Reich abzuführen. Schutzes der berechtigten Interessen zu 100 M. Strafe berurteilt Im Reichsschazamt hält man den Zuwachs für beträchtlich genug, wurde, legte er Revision gegen das Urteil ein mit der ausdrüc um ihn als Ersatz für eine Erbanfallsteuer gelten lassen zu lichen Begründung, daß ihm die Wahrung der berechtigten können. Allerdings würden sich die Bundesregierungen des Interessen zu Unrecht verweigert worden sei, denn die Rechtes begeben, ihre Vermögens- oder Ergänzungssteuer im festgestellte Tatsache, daß er nicht nur Redakteur, sons Interesse ihrer eigenen Finanzen auszugestalten.' dern auch besoldeter Angestellter der konserva. Aus alledem geht hervor, daß die Regierung wohl das Geld tiven Partei und als solcher zu ihrer Vertretung gebraucht und daß sie auch den schwachen Willen hat, den Beim Wahlkreise bestellt und berufen sei, sei vom schlüssen des Reichstags nachzukommen und ein Besitzsteuerprojekt Vorderrichter nicht berücksichtigt worden. Auch das Reichsgericht vorzulegen, jedoch irgendwelche Energie gegenüber den Schwarz- hat in der Revisionsinstanz als wahr unterstellt, daß Quadt Ana Blauen nicht aufzuwenden vermag. Die Bemerkung, daß die Sozialdemokratie versagen könnte, und die Regierung um deswillen gestellter der konservativen Partei sei und von gezwungen sei, auf die Wünsche der Konservativen und des Zen- diefer die Hälfte feines Gehalts bezogen habe. trums Rücksicht zu nehmen, ist nichts weiter als eine faule Ausrede, die verschleiern soll, daß sich die Regierung ihrer Hörigkeitsverhältnisse zu den Schwarz- Blauen wohl bewußt ist. Offiziere gegen die Armeeleitung. Konstantinopel, 6. Januar. Eine von 150 Offizieren unterzeichnete Eingabe an den Großwefir verlangt die AbDer neue Wahlskandal in Schwek. fezung des Generaliffimus Nasim Pascha, Aus Schweb wird uns geschrieben: da er unfähig sei, die Armee zu leiten. In Offizierskreisen Die hatatistischen Reaktionäre strahlen vor Freude, weil bei rumort es zusehends. Man fordert Izzo Bascha, den jeßigen der Schweber Nachwahl am 30. Dezember der freikonservative Generalstabschef, oder Marschall Ibrahim Pascha als Nasims Landrat v. Halem wieder gesiegt" hat. Zahlenmäßig ist das Rachfolger. Scheitern die Londoner Verhandlungen boll- auch nach dem amtlichen Wahlresultat der Fall. Danach erhielt ständig, so darf man einen empfindlichen, vielleicht rebov. Halem 8017, der Pole v. Saß- Jaworsti 7856 und unser GeIntionären Rückschlag auf die türkischen politischen noffe Grygo 33 Stimmen. Der Landrat hat also nur 128 Stimmen Berhältnisse mit Sicherheit voraussetzen. mehr als seine beiden Gegner. Das zeigt schon die Größe des glänzenden nationalen" Sieges. Griechischer Seeerfolg? Athen, 5. Januar. Nach Mitteilungen des Marineministeriums wurde der Angriff der türkischen lich jetzt wieder bei dem von den Polen in der Ostmark gegen die Es ist ja zu verstehen, wenn die Konservativen, die nament deutschen Geschäftsleute verhängten Boykotts nach dem Staatsanwalt schreien, mit allen möglichen Mitteln versuchen, sich aus der für sie peinlichen Angelegenheit nach Art des verfolgten Diebes herauszuwinden; aber es gehört doch immerhin eine recht ansehnliche Portion Frechheit dazu, trok dieser Tatsachen zu behaupten, Quadt wäre weder Angestellter der konservativen Partei in LiegnikGoldberg- Hahnau, noch sei diese für den Boykott der nicht als tonservativ geltenden Geschäftsleute verantwortlich zu machen. Entmeder hat Quadt die Richter der Liegniger Straffammer belogen. oder die konservative Parteileitung in Liegniß- Goldberg- Haynau schwindelt in ihrer Berichtigung. Zu den preußischen Landtagswahlen. zwischen Nationalliberalen und Fortschrittlern für die ganze ProAus Magdeburg wird mitgeteilt, daß jetzt das Wahlabkommen Kriegsschiffe sollen zum Teil erhebliche Beschädi der Hauptsache durch die Benutzung der alten Wählerlisten. Viel gewährleisten sich beide Parteien ihren bisherigen Besitzstand und gungen erlitten und sich nach den Dardanellen zurückgeflüchtet haben. Aus Konstantinopel wird dagegen gemeldet, die türkische Flotte sei unversehrt in die Dardanellen zurückgefehrt. Die Bulgaren in Saloniki. Saloniti, 5. Januar. Heute fand die feierliche Eröffnung der hiesigen Filiale der bulgarischen Nationalbant in Sofia statt. Bis vor kurzem war Saloniki der Sitz des Haupttommandos der bulgarischen Truppen Mazedoniens. Da dieselben Saloniti größtenteils verließen, wurde das Hauptkommando nach Serres verlegt. Der Befehl über die hier verbleibenden bulgarischen Truppen wurde dem Obersten Zschilingwirow übertragen. Die Reformfrage. Kairo, 6. Januar. Eine Versammlung bon Ar= meniern hat beschlossen, Telegramme an die Minister des Aeußern der sechs Großmächte zu richten, in welchen gebeten wird, Europa möchte selbst die Durchführung und Ueberwachung der Reformen in Armenien sicherstellen, da die Versprechungen der Pforte unerfüllt geblieben seien. Konstantinopel, 5. Januar. Dem armenischen Patriarchat sind in den letzten Tagen Berichte über neue von Kurden an Armeniern begangene Missetaten zugegangen. Der Minister des Innern übermittelte den Walis der armenischen Wilajets Instruktionen, wonach Maßnahmen zur Verfolgung der Briganten, zur Sicherung der Ruhe und Herstellung guter Be ziehungen zwischen den Kurden und den Armeniern, sowie zur Schlichtung der Frage der strittigen Grundstücke ergriffen werden follen. Politifche Uebersicht. Berlin, den 6. Januar 1913. Das neue Wahlresultat zeigt, wie meist bei Nachwahlen, bei allen Kandidaten einen Rüdgang der Stimmen. Der Landrat verlor 290, der Pole aber 631 Stimmen. Der nicht besonders in Frage kommende Rüdgang der Sozialdemokratie erklärt sich auffälliger ist der große Unterschied in dem Rückgange zwischen Auch im nördlichen Westfalen, in dem Kreise Minden- Lübbecke und Rätsel ist aber gar leicht zu lösen. Schon acht Tage vor der Wahl abkommen mit den Nationalliberalen ausgesprochen. Die ofte dem freikonservativen und dem polnischen Kandidaten. Dieses Bielefeld- Herford- Halle haben sich die Fortschrittler für ein Wahlerließ nämlich der aus den maßgebenden Honoratioren und Ge- preußischen Nationalliberalen trafen gleichfalls ein Abkommen mit jeheshütern bestehende deutsche Wahldusschuß folgenden Tagesbefehl: Vertraulich. den Fortschrittlern. Angesichts der Erörterungen über ein Näherzusammenrüden Schweß, den 23. Dezember 1912. zwischen Konservativen und Nationalliberalen sind diese Wahlabkom Im Interesse des Deutschtums in den Ostmarten liegt es, men mit den Fortschrittlern ziemlich auffällig, und die Kreuzalles zu tun, um einen Wahlsieg der polnischen Partei im Kreisezeitung" hat recht, wenn sie über das nationalliberale Liebeswerben Schwetz zu bereiteln. Wichtig hierfür ist nicht nur, daß alle Deutschen, welche in den Wahllisten verzeichnet sind, ihr Wahl- um die Konservativen höhnt und spottet. recht ausüben, sondern auch, daß polnische Wähler von der Wahl ferngehalten werden, indem sie für Das oldenburgische Beamten- Besoldungsgesetz, die Zeit der Wahlhandlung nach außerhalb ge- das furz vor den Weihnachtsferien vom Landtag beschlossen wurde, fandt werden, sei es, um für den eigenen Betrieb durch erregte wegen der von der Regierung unbedingt geforderten Anfahren von Holz usw., Abfahren von Getreide usiv. oder auch ebigenabzüge großen Unwillen bei der ledigen Lehrerschaft. aushilfsweise bei anderen tätig zu sein. Wir zweifeln Durch die soeben veröffentlichten Ausführungsbestimmungen zu dem nicht, daß auch in dieser Beziehung ohnehin das mög- neuen Gesetz versucht die Regierung, diesen Unwillen etwas zu be lichste versucht wird. Wir möchten aber empfehlen, schon schwichtigen. Danach haben die Schulvorstände umgehend festzujekt die nötigen Vereinbarungen mit den hierzu stellen, welche Lehrer an den Volksschulen noch unver notwendigen Vertrauenspersonen( Förstern, Gast- heiratet sind. Von den Abzügen verschont bleiben solche Lehrer, die wirten, Getreidehändlern, Gutsherren, Betriebsleitern usiv.), zum Unterhalt dritter Personen, wie Eltern oder Geschwister, beiwelche bei der Fernhaltung der betreffenden zutragen angehalten sind. Ein Zusammenwohnen mit diesen PerWähler durch Spendung von Speisen und fonen ist nicht bedingt, lediglich der Nachweis der Zuwendung an Alkohol behilflich sein und eventuell auch zur Vermeidung folche Verwandte, mögen diese auch anderswo ihren Wohnsiz haben, von Unglüdsfällen, für Ausspannung der Pferde sorgen müßten, genügt. Allerdings unterliegt jeder Einzelfall der Prüfung zu treffen. Einige für solche Fahrten geeignete Leute werden des Oberschultollegiums. Die Schulvorstände werden besonders ersich in jedem Betriebe finden lassen. Wie sehr es aber auf nur sucht, ihre Feststellungen zu beschleunigen, da das Gesetz nicht nur einige Stimmen bei uns ankommt, haben wir bei der Wahl am bereits am 1. Januar in Kraft getreten ist, sondern rückwirkend 12. Januar er. gesehen. auch für das Jahr 1912 Geltung hat. Deutscher Wahlausschuß. Bauernterrorismus. Das ist das glorreiche Fundament des neuen Landratssieges. Will der Landrat für diese Entrechtung der polnischen Arbeiter Die Bauern des bayerischen Oberlandes haben bekannt. nicht verantwortlich gemacht werden, so muß er das Mandat un lich seit dem 1. Januar unter Führung des Zentrums verzüglich niederlegen! Er müßte es unter seiner Würde halten, agitators Eichner- Jasberg über die Stadt München Eine von mehreren tausend auch nur einen Tag lang ein Mandat auszuüben, das durch eine die Milchsperre verhängt. derartige Vergewaltigung der Wahlfreiheit erlangt wurde. Es ist Bauern besuchte Produzentenversammlung hat für das glüdSegen des Die Reichsfinanzen und die Besitzsteuer. jedoch keine Hoffnung vorhanden, daß Landrat von Halem diesem liche Gedeihen dieser Maßregel sogar den Am Sonnabend waren die Finanzminister der deutschen Appell folgt. In Schweb tann nur noch der Reichstag selbst das Simmels erficht. Aber der liebe Herrgott scheint für die Profitgier dieser frommen Zentrumsbauern nicht das richtige Bundesstaaten zu einer Konferenz in Berlin versammelt, um die Wahlrecht schützen. Gerade die neuesten Vorgänge müssen ihn Verständnis zu haben, denn von 80 000 Liter Milch, die die MünBesitzsteuervorlage zu beraten, die die Regierung verpflichtet ist, dazu zwingen, so schnell als möglich den schon im Januar 1912 chener Bevölkerung fäglich fonsumiert, sind am ersten Tage der bis 30. April dieses Jahres dem Reichstag vorzulegen. Die Mel- tatsächlich gewählten Abgeordneten v. Saß- Jaworski als gewählt Milchsperre zirka 50 000 eingetroffen. Auch die städtische Nahrungsmittelfommission war nicht untätig und hat im Algäu und dungen über den Verlauf der Sihung find widersprechende. Nach anzuerkennen. in der Lindauer Gegend große Abschlüsse auf Milchlieferung ge einer Meldung haben sich so weitgehende Meinungsverschiedenheiten macht. Täglich wird diese Milch am Bahnhof an Kleinmilchhändler gezeigt, daß die Finanzminister zu feiner Einigung Aum Selbstkostenpreis abgegeben. Inzwischen hat sich auch der gelangen fonnten. Der Reichstanzler wolle deshalb nun- Wie halbamtlich mitgeteilt wird, ist der faiserliche Bot- wilchhändlerverein Stuttgari erboten, täglich bis zu 10000 mehr versuchen, durch direkte Verhandlungen mit den Regierungen schafter in Rom v. Jagow für den Posten des Staats- Biter Milch zum Selbstkostenpreis nach München zu liefern. Von der Bundesstaaten die Beratungen zu fördern. Offiziös dagegen sekretärs des Auswärtigen Amtes in Aussicht der werftätigen Bevölkerung wird der Milchberbrauch auf das nota wird mitgeteilt, daß es sich bei der Konferenz lediglich um eine genommen. wendigste eingeschränkt und die Bäder sind mit TrodenBorbesprechung der Materie gehandelt habe, irgendwelche Beschlüsse Ueber Herrn v. Jagow läßt sich wenig sagen. Er ist mich so gut versorgt, daß fie auf geraume Zeit frische Milch enta also nicht beabsichtigt und auch nicht gefaßt worden seien. Alles, 1863 geboren. Er war 1900 Gesandtschaftssekretär im Haag. Wengen kondensierte Milch auf Lager. Die Milchsperre behren können. Auch haben die Konsumvereine große was über starke Meinungsverschiedenheiten gemeldet werde, sei wurde 1906 Vortragender Rat im Auswärtigen Amt, 1907 Wengen kondensierte Milch auf Lager. Die Milchsperre darf also von Anfang an als vollständig gescheitert Kombination. Auch sei es durchaus nicht auffällig, daß die fäch Gesandter in Zuremburg und ist seit 1909 Botschafter in Rom. gelten. Der Zentrumsagitator Eichner reist im Auto von Ort fischen Vertreter sich scharf für die Erbschaftssteuer erklärt haben, Große Erfahrung im auswärtigen Dienst kann man ihm also zu Ort, um die Milchbauern zum Aushalten im Kampfe auzu Sachsen habe aus seiner Sympathie für eine Form der Besitzsteuer kaum nachrühmen, aber als Bonner Borusse ist er ein Korps- feuera; noch gestern telegraphierte er an seine Leute:" Salt's aus! nie ein Sehl gemacht. bruder des Kaisers. Der Sieg ist stündlich unser!" In der Münchener Bevölkerung Riderlens Nachfolger, Tacht man darüber, weil man weiß, daß außerhalb des Sperre 1stämme. Eine französische Kolonne vertrieb am 31. Dezember gebietes umfangreiche Milchangebote gemacht wurden, die gar nicht mehr berücksichtigt werden konnten. In ihrer Wut laffen nun die Zentrumsbauern den Terror in einer Weise spielen, wie er bis jetzt noch selten beobachtet wurde. Dem Bürgermeister in Waafirchen wurden über 200 Liter Milch ausgeschütiet, einer Witwe Schaftnach wurde der Wagen umgeworfen. Das gleiche geschah am zweiten Tage auch dem borgenannten Bürgermeister, dann wurden ihm nicht nur die Fenster seiner Anwesens eingeschlagen, sondern auch seine Milchkühlanlage ruiniert. In Darching haben die fanatifierten Bauern die städtische Wasserleitung abgesperrt, damit die Bauern die Milch nicht fühlen können. In der Nähe von Dachau swurden einem Gutsbesiker über Nacht die Euter der jämtlichen Kühe mit Terpentinöl bestrichen, um die Milch wegen ihres starten Geruchs ungenießbar zu machen. Und kein Gendarm, fein Staatsanwalt rührt sich, um diesem Terror Einhalt zu tun, und die Zentrumspresse, die sich bei gewerk schaftlichen Kämpfen über den Terrorismus" der Arbeiterschaft nicht genug entrüsten kann, hat für diese Leistungen kein Wort der Entrüstung. ,, Moraltheologie". Unter den Ordensverleihungen, die diesmal in Bayern aus Anlaß des Neujahrsfestes ergangen find, fällt die Verleihung des Michaelsordens 3. Klasse an den Würzburger Theologieprofessor Franz Adam Göpfert besonders auf. Das Hauptwerk dieses„ GeLehrten" ist seine dreibändige Moraltheologie", ein Buch, für das er von der Kirche bereits vor einigen Jahren mit dem Titel eines päpstlichen Hausprälaten und nunmehr unter der Aera Hertling auch von staatswegen mit einem hohen Orden belohnt worden ist. Eine der köstlichsten Stellen in diesem Werke ist die folgende: " „ Es ist verboten, dem Teufel neugierige Fragen vorzulegen, und es wäre eine schwere Sünde, sich mit dem Satan im Falle einer Besessenheit in ein längeres Gespräch einzulassen; dagegen ist es probabilius, nur lägliche Sünde, ihm nur die eine oder andere neugierige Frage vorzulegen."( 2. Aufl. Bd. I, S. 440.) " Da es doch nur eine„ läßliche" Sünde ist und wir gerne a bissel fündigen, haben wir große Lust, dem Teufel die neugierige Frage vorzulegen, aus welchen Gründen der Herr Hausprälat eine staat liche Auszeichnung erhalten hat, obwohl in demselben Werke die Rechte des Staates von ihm in höchst sonderbarer Weise behandelt werden. So z. B. im 2. Band auf S. 270: Dagegen tann man es nicht als ungerechtes( wenn auch unerlaubtes) Mittel ansehen, wenn jemand, um der Steuer oder dem Zoll zu entgehen, Mangel an Zeit vorschüßt, ernstlich behauptet oder beschwört, er habe nichts Steuerpflichtiges, oder wenn er auf Fragen sagt, man habe nichts zu deklarieren; es liegt auch feine Ungerechtigkeit vor, wenn der Steuerbeamte die fehlende Summe ersetzen müßte; denn das hat er seiner eigenen Nachlässigkeit und Leichtgläubigkeit zuzuschreiben." Die Dekoration eines Universitätsprofessors der Moral, der so etwas lehrt und schreibt, mit einem höheren Orden ist wirklich charakteristisch für die Verhältnisse, die in Bayern heute herrschen. Sozialdemokratische Arbeiterfürsorge. Unter dieser Ueberschrift geht folgende Schwindelnotiz durch bie bürgerliche Presse: ' n Interessant dürfte es aber sein, wie die Sozialdemofratie ihre weltbekannte Arbeiterfürsorge mit dem Verhalten in Einklang bringen kann, das sie gelegentlich des vorjährigen Streits bei der Aktiengesellschaft für Fabritation von Eisen bahnmaterial( vorm. Lüders) in Görlik" anzuwenden beliebte. Dort müssen nämlich die Arbeiter die Streitunter stüßung, die sie während der 16 Wochen, die der Ausstand dauerte, erhalten haben, auf eller und Pfennig zu ridzahlen, d. h. also, die Arbeiter, die zum großen Teile widerwillig und nur unter dem Zivange der roten Freiheitsfahne mitstreiften, haben während der 16 Wochen überhaupt nichts verdient." Auf den Blödsinn, die Sozialdemokratie mit dem Streit in Verbindung zu bringen, brauchen wir nicht einzugehen. Festgestellt fei nur, daß an dem achtzehnwöchigen Streit in Görlit nicht nur die freien. Gewerkschaften, sondern auch Hirsch- Dunderſche Gewerkvereine und eine Anzahl Mitglieder christlicher Gewerkvereine beteiligt waren. Die Behauptung aber, daß die am Streit beteiligten Arbeiter die Streikunterstützung auf Heller und Pfennig zurückzahlen müßten, ist eine Lüge. Die freien Gewerkschaften haben weder in diesem noch in sonst einem Falle von ihren Mit gliedern die Zurüdzahlung auch nur eines Pfennigs Streifunterstüßung verlangt; auch ist niemals freiwillig die Streitunter ftüßung zurüdgezahlt worden, so daß selbst jedes Mißverständnis ausgeschlossen und die Behauptung der Notiz als eine aus den Fingern gesogene Verleumdung der Gewerkschaften gelten muß. Die Arbeiter, die seinerzeit in Görlitz streitten, haben zu der Streitunterstübung des Verbandes noch 3 M. pro Woche Lofalzuschlag bekommen; ferner ist den Streifenden von den freien Gewerkschaften zum Quartalswechsel am 1. Juli und 1. Of tober ein Mietszuschuß von 10 M. gewährt worden. Auch diese beiden Zuschüsse brauchen nicht zurückgezahlt zu werden. Die Verleumdung fennzeichnet sich als solche recht deutlich dadurch, daß fie bisher in der Presse des Görlizer Bezirks nicht zu finden war. Dort tennt man eben die Sachlage. etwa 300 Marokkaner aus der Wüste Karkos bei Mogador, doch signalisierten zivei Militärflieger, die das Tagirdirttal überwachen, drei Tage später, daß die Aufständischen sich dem Lager der Franzosen bis auf zwei Kilometer genähert hätten. Infolge der Unruhen wurde am 30. Dezember in Mogador der Belagerungszustand verhängt, am 2. Januar wurde er jedoch wieder aufgehoben. Portugal. Ministerkrise. Soziales. Gegen Ausbeutung der Mufiferlehrlinge. Der Kapellmeister Henning hatte früher schon in verschiedenen Städten, so auch im Osten der Monarchie und zuletzt in Nauen bei Berlin, Musikunternehmen, die er Fortbildungsanstalten für Militärmusiker nannte. Er hatte auch im Laufe der Zeit von den ver schiedensten Behörden Kunstscheine erhalten. Zur Nauener Zeit ging nun der Allgemeine Musikerverband gegen ihn vor, der das Institut als eines derjenigen ansah, die nur das Musikerproletariat vermehrten. Darauf ließ ihm der Regierungspräsident zu PotsLissabon, 5. Januar. Ministerpräsident Duarte Zeite dam eröffnen, daß er den Kunstschein nicht mehr bekommen würde. hat dem Präsidenten Arriaga die Demiffion des Kabi- Senning wandte sich dann nach Weſtfalen und ſezte ſein Unternetts angeboten, die vom Präsidenten angenommen wurde. nehmen in Hagen fort. Die Polizeiverwaltung von Hagen trat Arriaga hat den Führer der Evolutionspartei Almeida dem Justitut von vornherein mit Mißtrauen entgegen und warnte mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut. davor. Sie sah es als ein gewerbliches Unternehmen an und erAlmeida ist der Führer der konservativen Richtung der ließ an Henning eine polizeiliche Verfügung, wodurch sie auf republikanischen Partei und steht als solcher im scharfen Gegen- Grund des§ 126b der Gewerbeordnung forderte, daß H. die Lehrsatz zu dem Haupt der Demokraten, Costa. Da er über berträge seiner damals bei ihm, neben 10 schon Ausgelernten, befeine ausreichende Majorität in der Kammer verfügt, dürfte schäftigten 15 Lehrlinge einreiche, damit kontrolliert werden fönne, ob sie den Vorschriften der Gewerbeordnung entsprächen. seine Regierung kaum von langem Bestand sein. China. Menternde Soldaten. Henning klagte beim Bezirksausschuß zu Arnsberg und bestritt, dazu verpflichtet zu sein. Er machte geltend, sein Institut diene erstens höheren Kunstinteressen und sei zweitens eine musikalische Tschifu, 6. Januar.( Meldung der„ Petersburger Telegraphen- Unterrichtsanstalt. Der Bezirksausschuß entschied, daß das Unter Agentur".) Infolge von Unregelmäßigkeiten bei der Auszahlung des nehmen als gewerbliches angesehen werden müsse. Von 25 Mit. Soldes fam es hier zu schweren Ausschreitugen der gliedern der Kapelle seien 15 Lehrlinge, und diese Soldaten, die in den Straßen schossen. Es wurden 32 Leute Kapelle führe nicht nur Konzerte aus, sondern spiele auch bei getötet und der General in schwer verwundet. Mehrere Leichenparaden, Schüßenfesten und Bällen von Vereinen. Daraus chinesische Barken wurden geplündert und einige Häuser in Brand beziehe der Kapellmeister seine Einnahmen, also auch aus Veranstaltungen minderer Musik, und nicht etwa aus Unterrichtsgeldern geſtedt. Amerika. von Musikschülern. Abgesehen von den Unterweisungen vorher lernten die Lehrlinge bei diesen, dem Kläger vom Publikum bezahl ten Musiken, also lehrlingsmäßig. Das Institut unterfalle deshalb den Bestimmungen der Gewerbeordnung und die Lehrverträge müßten eingereicht werden. Die Panamakanal- Frage. Washington, 6. Januar. Zwar hat Präsident Taft sich gewillt erklärt, die Frage der Panamatanalzölle einem Schiedsspruch zu unterwerfen, doch wurde heute bekannt, Das Oberverwaltungsgericht wies dieser Tage als lehte Instanz daß er nicht dafür ist, die Frage dem Schiedsgerichtshof im Haag die Klage.'s endgültig ab. Es ging von der prinzipiellen Aufzu überweisen. Wie es heißt, zieht er die Ernennung einer fassung aus, daß ein Institut, das zu einem erheblichen Teile auch Sonderkommission vor, die aus Amerikanern und Eng- die Erzielung von Gewinn durch Veranstaltung von Musik ohne ländern in gleicher Zahl bestehen würde. Taft soll auch privatim tünstlerisches Interesse bezwecke, zum mindesten insofern ein der seiner Ansicht dahin Ausdrud gegeben haben, daß im Haag ganz Reichsgewerbeordnung unterliegendes gewerbliches Unternehmen sei. Europa gegen die Vereinigten Staaten sein Unter Anwendung des Prinzips auf den vorliegenden Fall erachtete würde. Der Umstand, daß ganz Europa an der Zollfrage inter- das Gericht die Einforderung der Lehrverträge durch die Polizei essiert sei, werde auf den Schiedsgerichtshof einen gewaltigen für gerechtfertigt. moralischen Druck ausüben. Aus der Partei. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Ein gerichtliches Nachspiel zum Grubenunglück auf der Zeche Osterfeld. sich am Samstag der Vorsitzende des Steigerverbandes, Werner, Wegen Beleidigung der Reviersteiger von Zeche Osterfeld hatte vor dem Schöffengericht in Bochum zu verantworten. Werner hatte in einem im Bochumer Boltsblatt" veröffentlichten Artikel die Zustände auf jener Beche geschildert, die als dirette oder indirekte Ursache des Unglücks zu betrachten feien: Große Ueberanstrengung der Steiger durch strafweise Doppel- und leberschichten, bei Minderförderung strafweisen Extradienst an der Besebant bei unreiner Kohle, Uebermüdung, ungenügende Kontrolle der Wetter. In diesem Zusammenhang war von modernem Stlaventum gesprochen worden.( Die Gutehoffnungshütte, die Befizerin der Zeche Osterfeld, ist durch ihr rücksichtsloses Vorgehen gegenüber ihren organifierten Hütten- und Grubenbeamten ganz besonders betannt geworden.) Dem Lehrlingsunwesen im Musikergewerbe ließe sich auf dem eingeschlagenen Wege in etwas entgegentreten. Aus der Frauenbewegung. Zur Frage der Arbeitslosenfürsorge hat die Borstandschaft des Bayerischen Städtetages, die Organi sation der unmittelbaren Städte Bayerns, an das Ministeriume eine Eingabe gerichtet, über die das Städtische Nachrichtenamt in Nürnberg einiges mitteilt. Wie die Eingabe betont, besteht in den Kreisen der Vertreter der unmittelbaren Städte völlige Einig wendigste Aufgabe sei, die die Sozialpolitik in ihrer weiteren Entfeit darüber, daß die Arbeitslosenfürsorge die wichtigste und notwidelung zu lösen habe. In erster Linie sei die Arbeitslosigkeit durch Schaffung von Arbeits gelegenheit zu bekämpfen. Dabei dürfe der Staat den Städten seine Mitwirkung nicht versagen. Vielen Arbeitslosen könnte durch Bereitstellung von Winterarbeiten geholfen werden. Da die Verschiebung von Arbeiten auf die Zeiten größerer Arbeitslosigkeit erhebliche Mehrkosten verursache, wolle die Regierung vom Landtag Mittel bereitstellen lassen, aus denen die Mehrkosten in den einzelnen Verwaltungszweigen gedeckt werden können. Daneben müsse aber auch für ein einheitliches Wirtschaftsgebiet, wie es das Deutsche Reich sei, eine Arbeitslosenversicherung geschaffen werden, in welcher Richtung die Re gierung beim Bundesrat die erforderlichen Schritte tun wolle. Während sonst die Zechenverwaltungen bei jeder Gelegenheit Jedenfalls könne es nicht Sache der Gemeinden sein, die Versiche mit ebenso umfangreichen wie trampfhaften Berichtigungen aufzurung allein durchzuführen. Sollte das Reich untätig bleiben, so warten pflegen, waren es diesmal die Steiger, in deren Interesse müsse ein Reichs- oder Landesgesetz erlassen werden, das es den der Artikel in erster Linie geschrieben worden war, die mit einer Gemeinden ermöglicht, freiwillig und unter staatlicher ZuschußBerichtigung aufwarteten. Werner behandelte in einem weiteren leistung Fürsorgeeinrichtungen gegen Arbeitslosigkeit zu schaffen Artikel diese Berichtigungen und hob hervor, daß der Druck auf auf der Grundlage, daß Arbeiter und Unternehmer zwangsweise den Zechen ein so großer sei, daß dadurch die Steiger zu un- und mit Pflichtbeiträgen diesen Einrichtungen beizutreten haben. richtigen Berichtigungen und somit zur Unmoral gezwungen würden. Es ist also immer noch das alte Spiel, nach dem seit Jahren Reich, Darauf flagten 21 Steiger gegen Werner wegen Beleidigung. Staat und Gemeinden das Problem behandeln: Hannemann, geh Staatsanwalt und Gericht hatten ein öffentliches Interesse als von du boran! liegend erachtet. Und siehe da, die vier von der Verteidigung ge= ladenen Steiger sagten nach mancherlei Verlegenheiten aus, daß sie nicht wüßten, wodurch sie sich eigentlich beleidigt fühlten. Zwei fagten, daß sie die Berichtigung bezw. den Strafantrag für nötig gehalten, weil sie sonst in den Berdacht hätten kommen können, daß fie die Zuträger Werners gewesen seien. Der Steiger Schäfer, In ihrem Organ Frauenstimmrecht" versucht Anita Augsder bei dem Unglüd schwer verlegt worden ist, sagte auf die Frage, purg eine Klärung" über die Motive, die für die Aenderung des wer denn die Berichtigung aufgesetzt habe, nach einigem Bögern,§ 3 der Sagungen des Frauenstimmrechtsverbandes maßgebend gedas habe er sozusagen allein gemacht, nachdem sein Bruder ins wesen wären. Anita Augspurg hat auf der Weimarer Beiratssitung Krankenhaus gekommen und ihm gesagt habe, daß er sich„ das" selbst den Antrag gestellt, eine Aenderung dahin herbeizuführen, nicht gefallen lassen dürfe. Alle sagten, daß das strafweise Ver- daß der Verband nicht mehr das allgemeine, gleiche, geheime, fahren von Doppelschichten und an der Lejebant teine Strafe sei, Schäfer sagte jogar, es sei sehr interessant. direkte, aktive und passive Wahlrecht, sondern nur das„ persönlich Damit im Ernstfalle" einmal alles flappt", so wird ums be- Das war selbst dem Vorsitzenden zuviel, der zwar diese Maß- auszuübende, gleiche Wahlrecht für Frauen" erstrebe. Die gcrichtet, besteht für das Infanterieregiment Nr. 93 in Dessau die Vor- nahmen für ganz selbstverständlich hielt, weil sie doch im Interesse plante Aenderung ist für Augspurg notwendig, um dem Grundsah schrift, fämtliche Musketiere müssen das Abendbrot, mit einer des Betriebes lägen, der aber meinte, daß sie doch immerhin als der parteipolitischen Neutralität des Bundes besser Genüge zu Schürze angetan, im Empfang nehmen. Als am 29. Oktober Strafe anzusehen seien. Und auch der Amtsanwalt kam einem leisten. Eine Opposition innerhalb des Verbandes behauptete, vorigen Jahres Abendbrot und Raffee an die Mannschaften verteilt 3eugen, der sich abmühte, glauben zu machen, daß diese ent- die Verfassung des Verbandes enthalte einen inneren Widerspruch, wurde, glaubte der Musketier Brinkmann von der 9. Kompagnie würdigende Behandlung nicht als solche oder als Strafe aufgefaßt sie erkläre auf der einen Seite parteipolitische Neutralität, auf feine Portion auch einmal ohne Schürze in Empfang nehmen zu würde, zu Hilfe, indem er sagte: Na, eine Strafe sei es ja wohl, der anderen stelle sie selbst eine parteipolitische Wahlrechtsfönnen. Als der Unteroffizier diese Buchtlojigleit" erblidte, jagte aber es läge doch im Intereſſe des Unternehmers, der konkurrenzforderung. Dem sei nun dadurch entsprochen, daß die Forderung er Br. weg mit der Aufforderung, ordnungsgemäß mit der Schürze er Br. weg mit der Aufforderung, ordnungsgemäß mit der Schürze fähig bleiben wolle. Bei der Vernehmung eines anderen Zeugen forderung. Dem sei nun dadurch entsprochen, daß die Forderung anzutreten. Br. nahm die Aufforderung aber nicht ernst, er ging über den gleichen Punkt entdeckte der Vorsitzende sogar, daß doch des Reichstagswahlrechts nur dem Wortlaut nach geändert, ihr in die Kantine, holte sich einen Bratisch und lehrte dann zurüd, um auch der pädagogische Wert solcher Maßnahmen beachtet werden Sinn aber in anderem Wortlaut vollinhaltlich erhalten bleibe". allerdings wieder ohne Schürze, seine Semmeln und Kaffee müsse.. Die Oppositionsdamen befunden damit eine höchst merkwürdige in Empfang zu nehmen. Der Unteroffizier erwischte ihn wieder und Einer der Zeugen, der die Sache der Berichtigung und des Auffassung. Steckt in der neuen Fassung des§ 3 wirklich noch die nun hatte das militärische Verbrechen" bereits starke Dimensionen Strafantrages in die Hand genommen, mußte zugeben, daß er alte Forderung des Reichstagswahlrechts, wie soll die bloße Formangenommen. Es folgte eine Auflage wegen Ungehorsam gegen vorher mit einem Vorgesetzten über die Sache gesprochen, daß änderung den gerügten Widerspruch zwischen parteipolitischer Neueinen Befehl in Dienstfachen und Beharrens im Ungebor dieser ihm den Entwurf für die Berichtigung gemacht und daß der tralität und parteipolitischer Forderung auflösen? Wir haben sam vor versammelter Mannschaft. Um dem Gesetz Betriebsinspektor ihm gesagt habe, es sei der Zechenverwaltung zwar genug Mangel an politischem Verständnis, politischer KlarGenüge zu leisten, wurde der Attentäter gegen die Disziplin von angenehm, wenn etwas geschähe. dem Halleschen Kriegsgericht zu der niedright auräffigen rechtlerinnen gefunden, aber für so einfältig tönnen wir die heit, Entschiedenheit und Logit unter den bürgerlichen FrauenOppositionellen" doch nicht halten, daß sie durch eine bloße Na mensänderung dem Einwand parteipolitischer Bindung bcgegnen wollen! Die Frauen, die seit langem auf eine Aenderung Schürzendisziplin. " Strafe von 43 Tagen Gefängnis verurteilt. band austreten sollten, hielt der Vorsitzende für durchaus erklärlich. Auch das Verlangen der Zeche, daß die Steiger aus dem VerIts ein zweiter Zeuge der Frage des Verteidigers, weshalb er aus dem Verband ausgetreten sei, ausweichen wollte, sagte der Vorsitzende zu dem Zeugen, er nehme ohne weiteres an, daß ihm der Logik. Werber für die französische Fremdenlegion. Die Polizei hat gestern fünf Franzosen festgenommen, darunter austritt nahegelegt worden sei. Das gab dem Zeugen den Mut, des§ 3 und auf eine Verständigung mit den beiden( schlesischen eine Frau, die Werber für die Fremdenlegion waren. Die Werber zu sagen:" Wir sind ausgetreten, weil wir mußten!"- Obwohl und westdeutschen) reaktionären Frauenstimmrechtsgruppen drändurchzogen als Seifen- und Barfümeriehändler hausierend Elsaß die Richtigkeit der tatsächlichen Angaben des ersten Artikels im Lothringen und hatten in letzter Zeit ihr Absteigequartier in einer wesentlichen erwiesen worden ist, obwohl insbesondere erwiesen gen, verbinden andere Absichten mit dem angeblich so harmlosen Mezzer Wirtschaft. Sie boten deutschen Wehrpflichtigen 350 Fr. an, und vom Gericht und Amtsanwalt als wahr unterstellt wurde, daß Namenswechsel. Die neue Formel entspricht höchstens den Forde wenn sie sich verpflichteten, mit ihnen nach Frankreich zu fahren und die beregten Maßregeln eine Strafe, daß der Austritt aus dem rungen des allgemeinen, gleichen, aktiven und passiven Wahlrechts; fich den nächsten Werbebureau zu stellen. Verband erzwungen, daß die Berichtigungen mit Hilfe von Zechen- wo bleibt aber das geheime und direkte? Alle Vorwürfe der„ Verbeamten zustandegekommen, hielt das Gericht dennoch eine Beleidi- leumdung" vermögen es nicht hinwegzuleugnen, daß die Aenderung gung für vorliegend. Unter Versagung des Schußes des§ 193 tatsächlich als Verschleierung, Kompromiß und ein Schritt auf ( Werner war in den Berichtigungen angegriffen worden) verurteilte dem Wege zur Reaktion bezeichnet werden muß und auch beab= es Werner nach ganz kurzer Beratung dem Antrage des Amtsanwalts sichtigt worden ist. Gericht den Antrag der Verteidigung auf Ladung des Fahrsteigers gemäß zu 50 M. Geldstrafe. Es mag noch bemerkt werden, daß das und des Betriebsinspektors, die über ihre Mitwirkung an der Berichtigung wie über die Kosten des von einem Rechtsanwalt angefertigten Strafantrages und ferner über die Mitwirkung der Preßzentrale des Zechenverbandes aussagen follten, abgelehnt hat. Gegen das Urteil ist Berufung eingelegt. frankreich. Die Kämpfe in Marokko. Paris, 6. Januar. Zu dem neuerdings in der Gegend von Mogador ausgebrochenen Aufstande der na rokkanischen Stämme mieldet die Agence Savas", daß El Hiba seinen Stellvertreter mit etwa drei bis viertausend Mann zu dem Kaid Anflus entsandt habe. Die Aufständischen lagerten im Gebiet der MestufaAugspurg ihre im Novemberheit des Frauenstimmrechts" gegen Im übrigen konstatieren wir mit Vergnügen, daß Anita den„ Vorwärts" und frühere Witglieder des Verbandes, die den Rückschritt des Verbandes nicht mitmachten, erhobenen Anwürfe trot unserer Aufforderung nicht im mindesten zu beweisen versucht. Auch das ist uns Antwort genug. Gewerkschaftliches. Politik der Zweideutigkeiten. Unternehmerberband erklärt hat, auf der Grundlgae der am 6. No- Pußer der Firma Enziger, vorm. Maschinenfabrik Gebrüder bember gestellten Forderungen zu verhandeln. Gutsmann in Breslau, die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Die Konjunktur im Gewerbe ist eine sehr gute; die Ausstattung moderner Geschäftsräume mit Kacheln hat in Groß- Berlin in den legten Jahren großen Umfang angenommen. Achtung, Töpfer! Gestern, Montag, den 6. Januar, sind die Es ist nun liesenleger Berlins in den Generalstreit getreten. selbstverständlich Pflicht aller unserer Kollegen, jetzt jegliche Ausführung von Fliesenarbeiten zu unterlassen und, soweit sie bis zurzeit Fliesenarbeiten gemacht und die Arbeit noch nicht eingestellt haben, die Arbeit niederzulegen und sich in unserem Streitbureau, Engelufer 15, Zimmer 97, zweds Kontrolle zu melden. Filiale Groß- Berlin. Zentralverband der Töpfer Deutschlands. Klagen des Personals der Großen Berliner Straßenbahn. Ausland. Segerstreik. In etwa 20 Amsterdamer Druckereien ist ein Ausstand der Seher ausgebrochen, die einen neuen Lohntarif fordern. Die Beitungen" De Standaard" und" De Amsterdamer" können nicht erscheinen. Der Ausstand wird sich in einigen Tagen auch auf " Der andere Druckereien ausdehnen. Verfammlungen. Der Liberalismus, der niemals ernsthaft die Reaktion bekämpfte, will gerne als politischer Bannerträger einer Volkspartei gelten. In Wirklichkeit kann bei ihm von einer Wahrnehmung der Volksinteressen gar keine Rede sein. Durch eine Politik der Zweideutigkeiten sucht er sich das Air als Vertreter der verschiedensten Interessengruppen zu geben. Den Bauern gaufelt er vor, er sei der tapferste Streiter für ihre besonderen Klasseninteressen, den Städtern empfiehlt er sich als Vorkämpfer der Konsumenteninteressen, bei den Angestellten und Arbeitern debütiert er wieder als begeisterter Deutscher Bauarbeiterverband, Sektion der Puzer. Die Sozialpolitiker und als Ritter sonder Furcht und Tadel mit dem Schlachtruf: Erweiterung der Volksrechte! Hinter alleerste Mitgliederversammlung im neuen Jahre, die am Sonntagvormittag in den Arminhallen stattfand, wurde stimmungsvoll eindem verbirgt sich die berechnende kapitalistische Ausbeutung. geleitet durch einige Vorträge des Gesangvereins der Puzzer. Der Mit der Politik der Zweideutigkeiten sollen die verschiedenen Fast täglich laufen beim Deutschen Transportarbeiterverband| Vorsitzende Neumann erstattete dann den Jahresbericht des Berufsschichten an den Wagen der gewerblichen Unternehmer Slagen von Angestellten der Großen Berliner Straßenbahn ein. Vorstandes. Er hob hervor, daß alle Befürchtungen auf ein schlechtes und Handelskapitalisten gespannt werden. Besonders ver- Nicht nur über den Kasernenhofton, welchen eine Anzahl von Auf- noch übertroffen worden sind. Mit Ausnahme weniger kurzen dächtig ist die Rolle, die der Liberalismus in der Frage des fichtsbeamten mit Vorliebe anwenden, und über den schweren Dienst, noch übertroffen worden sind. Mit Ausnahme weniger furzer sondern auch über den Druck, den das Bureaupersonal verschiedener Perioden war die Arbeitslosigkeit unter den Berufsangehörigen Koalitionsrechtes spielt. Theoretisch will er es nicht antasten; Bahnhöfe ausübt bei Werbung von Mitgliedern für den gelben sehr groß, besonders in der zweiten Hälfte des Jahres, obgleich im Gegenteil, er schwärmt für eine formale Sicherung des Verein". Es wurde wiederholt berichtet, daß man von Zeit zu viele Buber abreisten, um sich außerhalb Berlins Arbeit zu suchen. Koalitionsrechtes. Ausnahmegeseze gegen die Arbeiter ver- Beit eine sogenannte„ Radikalkur" vornimmt, indem man alle die- Wie der Baumarkt gegenwärtig aussieht, sind die Aussichten für wirft er. Aber er begeistert sich für deren praktische Aus- jenigen Bediensteten in das Bureau bestellt, welche noch nicht Mit- 1913 wieder sehr trüb. Alle Spekulationsarbeit ist sehr zurücknahmebehandlung zum Vorteile der Unternehmer. Vertreter glieder des Direktionsvereins sind, und dann versucht, dieselben gedrängt; wo aber Arbeit vorhanden ist, ergeben sich nicht selten des Liberalismus waren es, die die Handelskammer für ein mit aller Gewalt in diese Mustereinrichtung" hineingupressen. Es Schwierigkeiten wegen der richtigen und pünktlichen Lohnzahlung. sogenanntes Arbeitswilligenschutzgesez mobilisierten. So werden dabei je nach Art der Gesinnung des Betreffenden entweder Neumann führte eine lange Reihe von Fällen an, die ein EinVersprechungen in bezug auf Verbesserung der Lebenslage gemacht, greifen des Verbandes zum Schuße seiner Mitglieder notwendig agiert man als ein Freund des Koalitionsrechtes und sucht oder aber es wird darauf hingewiesen, daß im Falle des Nichtbei- machten; es gelang meistens, die entstandenen Differenzen zuihm doch einen Galgen zu errichten. Dieselbe Taktik verfolgt trittes die Stellung ziemlich unsicher sei und bei Bergehungen, gunsten der Mitglieder zu schlichten. Der Verband entwidelte in nun auch, wie kaum noch verwunderlich erscheint, die Berliner gleichviel welcher Art, ganz andere Strenge angewandt werden der Zeit vom 15. April bis 31. Juli eine außerordentliche Agitation, Handelskammer. In ihrem Jahresbericht für 1912 äußert müffe. Man läßt dann zum Schluß noch die Sterbeunterstützung die gute Früchte trug, indem 300 Neuaufnahmen erzielt wurden. fie sich zur Frage Schutz der Arbeitswilligen" wie folgt: bon 400 M. aufmarschieren. Bedienstete, welche sich besonders " Im Ausschuß des Deutschen Handelstages wurde am gegen derartige Beeinflussungsversuche wehren, werden scharf aufs 17. April 1912 über den Schutz der Arbeitswilligen verhandelt. Korn genommen und die Versuche bei einer passenden Gelegenheit Während Uebereinstimmung darüber bestand, daß ein ausreichen wiederholt, wie bei Zusammenstößen, Dienstversäumnissen, die der Schutz der Arbeitswilligen bei Streits stattfinden müsse, wegen der öfter vorgenommenen Aenderung des Dienstes beim gingen die Meinungen auseinander, ob die Notwendigkeit für Besten vorkommen, bis das Opfer eingefangen ist. Während die den Erlaß neuer gefeßlicher Bestimmungen erwiesen sei oder ob Drahtzieher der Gelben" bei jeder Gelegenheit die Funktionäre dies nicht der Fall wäre. Ueber die in Berlin gemachten Er- der Organisation wegen Agitation denunzieren, treiben sie ihre fahrungen äußerte sich die Kammer dahin, daß es im Interesse Agitation lediglich während des Dienstes. Die Direktion, welche der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer liege, wenn der Schutz der schon recht oft auf diese Art aufmerksam gemacht wurde, unterArbeitswilligen im Falle eines Streits nach jeder Richtung hin nimmt nichts dagegen, sondern selbst im Direktions- oder Vergewährleistet würde. Mißstände haben sich insbesondere bei dem waltungsgebäude werden immer neue Pläne geschmiedet, um die Streifpoftenstehen ergeben; fie rechtfertigen die Forderung, daß Angestellten einzufangen. Selbst die Worte der Direktion, welche gerichtliches wie polizeiliches Einschreiten mit Nachdruck erfolge, besagen, daß auf dienstlichem Wege nicht agitiert werden darf, soweit sich eine Vergewaltigung der Arbeitswilligen in irgend- werden gar nicht oder sehr selten beachtet. Wer hat im Betriebe welcher Form gezeigt hat. Die bestehenden gesetzlichen Vorschriften der Großen Berliner" zu bestimmen? Die Betriebsleitung oder bieten aber eine genügende Handhabe dar; ihre Ergänzung oder die Obergelben"? Verschärfung erscheint deshalb überflüssig." " Berlin und Umgegend. " Die Kinounternehmer und der freie WeihnachtsHeiligabend. Das Resultat der vorgenommenen Hauskontrolle im Oktober, bei der 1230 Kontrollzettel abgegeben wurden, ergab, daß zurzeit 917 Mitglieder in Arbeit standen, 253 arbeitslos waren, 39 frank und 15 in anderen Berufen tätig waren. 6 Kontrollzettel wurden nicht ausgefüllt. Auf den kontrollierten 172 Arbeitsstellen waren 1912 Berufsangehörige beschäftigt. Von den in Arbeit stehenden Kollegen waren 216 im Alter von 35 bis 40 Jahren, 151 zwischen 40 und 45 Jahren, 127 zwischen 50 und 55 Jahren, 105 zwischen 30 und 35 Jahren, 94 zwischen 45 und 50 Jahren, 90 zwischen 55 und 60 Jahren, 63 zwischen 60 und 65 Jahren, 39 zwischen 25 und 30 Jahren, 28 zwischen 65 und 70 Jahren, 7 zwischen 20 und 25 Jahren und 1 über 70 Jahre alt. Im Laufe des Jahres wurden 11 Versammlungen und 12 Vorstandsjibungen abgehalten. Als ein Kuriosum erwähnte Neumann am Schlusse seines Berichts, daß die Polizei in Nikolassee und in Zehlendorf arbeitende Puter mit Strafmandaten über je 1 M. bedachte, weil sie in Räumen tätig waren, to Zugluft herrscht. Aus demselben Grunde wurden auch die Unternehmer bestraft, die zwei Mark bezahlen mußten. Dem Bericht folgte nur eine furze Diskussion. Die Versammlung beschäftigte sich dann mit einigen engeren Verbandsangelegenheiten und Ausschlußanträgen. Letzte Nachrichten. Die Botschafterkonferenz. Lette Hoffnungen. Wir haben die Stellen, worauf es ankommt, im Drud ausgezeichnet. Ausgerechnet in Berlin schärfere polizeiliche Maßnahmen gegen Streifende und Streitposten zu verlangen, Bekanntlich hatten die Unternehmer eine Besprechung betreffs das beweist am allerbesten, daß der Liberalismus der des freien Heiligabends zugesagt. An dieser Sigung hat als einHanseaten" ein Firnis ist, der das wurmstichige Holz kapita- aiger Vertreter der Kinooperateure Wehnert vom Deutschen teilgenommen. Die Herren listischer Klasseninteressenwahrnehmung dedt. Daß die Ber- metallarbeiterberband hinderung des Streitpostenstehens auf Grund der bekannten stellten die Frage, was denn nun eigentlich am 24. Dezember geStraßenpolizeiberordnungen eigentlich ungefeßlich ist, das schehen solle. Die Resolution, die der Vorwärts" veröffentlicht habe, bedeute ein Revolver- auf- die- Brust- setzen. Ueberhaupt stört unsere Liberalen gar nicht. Mit welcher Energie" die fönnten sie gar nicht begreifen, warum die Operateure unter den London, 6. Januar. Die BotschafterversammPolizei sogenannten Arbeitswilligenschutz betreibt, das haben Angestellten ein Ausnahmerecht beanspruchten. Angesichts der Iung unter dem Vorsiz des Staatssekretärs Grey tagte die Moabiter Vorgänge sattsam bewiesen. Troßdem: Der Forderungen der Kinooperateure würden sie gezivungen sein, in heute nachmittag im Auswärtigen Amt. Vor der Sizung Arbeiterfreundlichkeit verzapfende Liberalismus fordert noch Zukunft entsprechende Maßnahmen zu treffen und( im Deutschen hatte der türkische Botschafter mit dem Staatssekretär schärfere Maßnahmen, und hält sich als wackerer Arbeiter- Metallarbeiterverbande) organisierte Operateure nicht eine Besprechung. freund empfohlen! Außer dem Zentrum gibt es feine Partei, mehr einzustellen. Auf jeden Fall würden sie das Recht des..Herrdie in politischer Gaufelei und Heuchelei mit den hanjabiind- im- auſe- ſeins" hochhalten. Bestärkt in diesem Verhalten wurden die Herren durch das eigenartige Gebaren der Freien Vereinilerischen Liberalen rivalisieren könnte. London, 6. Januar.( W. T. B.) Wie das Reutersche Bureau gung", die in jener öffentlichen Versammlung, wo die erwähnte Resolution gefaßt wurde, am radikalsten auftrat und aus deren erfährt, sind die Delegierten der Balkanstaaten der Meinung, daß Mitte die stritte Arbeitsveriveigerung am Heiligabend gefordert die Vertagung der Konferenz über das griechisch- orthodore WeihGegen den Stellenschwindel im Handelsgewerbe wurde, die aber hinterher vollständig versagte. Der Radikalismus nachtsfest hinaus den Türken zu weiterer Ueberlegung hielt nicht lange an. Als die Sizung mit den Unternehmern statt- 8eit geben wird, so daß es ihnen möglich ist, bei der nächsten veranstaltete der Zentralverband der Handlungsgehilfen eine fand, sah sich der Vertreter der im Deutschen Metallarbeiterver- Sigung annehmbare Vorschläge zu machen. Die nächste Sizung öffentliche Versammlung im Reichenberger Hof", in der Bechert bande organisierten Operateure allein auf weiter Flur. findet wahrscheinlich Freitag, vielleicht schon Donnerstag statt; München referierte. Er schilderte die verworrenen Zustände der In einer Versammlung der Kinooperateure vom Sonnabend es ist möglich, daß inzwischen unter den Delegierten der beiden Stellenbermittelung im Handelsgewerbe und ging dann besonders zum Sonntag waren sich sämtliche Redner darin einig, daß verauf den Schwindel der Vakanzenlijten ein. Durch eine Zuſammen fucht werden müffe, einen straffen solidarischen Zusammenschluß Parteien private Verhandlungen gepflogen werden. stellung wertloser Zeitungsausschnitte wurde zunächst den stellen- herbeizuführen und daß als einzige wirksame und ernst zu nehmende losen Handlungsgehilfen durch den Bureauverband Reform in Berufsorganisation nur der Deutsche Metallarbeiter= Essen das Geld abgenommen und zwar mußte man für diese verband in Betracht komme. " Bakanzenlisten" 4 bis 6 M. zahlen. Als diesem Unfug durch das Stellenbermittlergesez einigermaßen gesteuert wurde, berief man nach Frankfurt a. M. eine Konferenz find unterhielt sich darüber, wie das Geschäft nach dem Inkrafttreten des Stellenbermittlergefeßes abend geschlossen hatte. aufrechtzuerhalten sei. Man gründete eine Auskunftei Deutscher Anker und einen kaufmännisch- technischen Hilfsverein. Durch Inserate in den Tageszeitungen suchte man die stellenlosen Handlungsgehilfen anzuloden, was auch in hohem Grade gelang. Geschäftsführer der Münchener Filiale war früher ein Herr Schulze, Die Vereinigung der selbständigen Bildhauer und Stuffateure der dafür 4000 M. Kaution zahlen mußte und dann die ent- hat dem Bauarbeiterverband die Tarife für Stuffateure zum sprechenden Anweisungen für Insertion usw. durch den Geschäfts- 31. März 1913 gekündigt. Ferner hat die Vereinigung der Dach= führer des Hauptgeschäftes Herrn Schäfer in Essen erhielt, wel- deckermeister dem Bauarbeiterverband den Tarif für die Dachdecker mit zwei Kreuzern des dritten Geschwaders sich zur Fahrt nach cher inzwischen wegen Kautionsschwindels verhaftet wurde. Neben zu demselben Termin gekündigt. Die beiden Unternehmerorgani- Biserta gerüstet. Kaum hatte er den Hafen von Toulon berlassen, her wurde gegen besondere Bezahlung in Höhe von 50 M. Unterricht fationen haben in dem Kündigungsschreiben ausgedrückt, daß diese als das Dampfreservoir der Hauptmaschine explodierte, die Feuerin kaufmännischen Wissenschaften erteilt. Welcher Art dieser war, Kündigung auf Beschluß des Unternehmerverbandes Kiel erfolgt wache wurde durch den Dampf furchtbar verbrüht. Acht Tote, kann man daran ermessen, daß Herr Schulze ausgedienter ist. Die Unternehmer erklären in ihrer Buschrift, daß fie eine darunter ein Quartiermeister, drei Ingenieure und vier Heizer Interoffizier war. In ähnlicher Weise arbeitet ein sogenannter Erneuerung der zum 31. März 1913 abgeschlossenen Taifverträge lagen auf dem Boden des Maschinenraumes. Der Kommandant Kaufmännischer Unterstüßungsverein, der 1909 von den Damen einheitlich auf drei Jahre ermöglichen wollen, in der Voraussetzung, des Schiffes befahl, sofort zurückzukehren und ließ vor dem Hospital Walther, 3eise und Christian in Berlin begründet wurde. daß der bestehende Vertrag auf weitere drei Jahre verlängert wird. St. Mandrier Anker werfen, um die Opfer des Unglüds auszuDa das Geschäft hier drei Damen nicht ernährte, ging eine von den Festgestellt kann aber werden, daß die Bewegung gegen die Arbeit am Heiligabend von einem erfreulichen Erfolg getrönt war, indem eine große Anzahl Kinos in diesem Jahre am WeihnachtsDeutfches Reich. Tarifbewegung im Kieler Baugewerbe. Die Kämpfe in Marokko. Mogador, 6. Januar.( W. T. B.) Gestern früh fand auf das Lager unterhalb der Mauern der Stadt ein Angriff statt. Der Feind, der nicht sehr zahlreich war, zog sich nach dreiviertelstündigem Feuer zurüd. General Desperey hat beschlossen, morgen mit den Operationen zur Säuberung der Gegend von Mogador bis zum Umkreise von fünfzehn Kilometern zu beginnen. Furchtbare Explosion auf einem französischen Kriegsschiff. Paris, 6. Januar.( W. T. B.) Der Panzer Massena" hatte Damen nach München, wo sie eine Filiale aufmachte, die sie in- Anwerbung von Drehern und Schlossern unter schwindelhaften schiffen. Er bat durch Funkspruch vom Hafen Toulon Hilfe, von zwischen infolge der Wirksamkeit des Zentralverbandes der Hand- Anpreisungen für die Maschinenfabrik Hameln". Ein Wertmeister wo aus mehrere Schlepper entsandt wurden. lungsgehilfen hat schließen müssen. Es wird dafür gesorgt werden, Klein sucht Schlosser und Dreher für die benannte Firma an" 1 daß auch die Wirksamkeit des Berliner Hauptgeschäftes" bald ein- zuwerben, mit dem Versprechen, daß dort 7 bis 8 M. pro Tag Schiffskollision. gestellt wird. Die stellenlosen Handlungsgehilfen zahlen derartigen in Afford verdient werden könnten.. Da sich der Agent als Wert- Kiel, 6. Januar.( W. T. B.) Heute abend gegen 6 Uhr kolliStellenvermittlern ihre lezten Groschen als„ Vereinsbeiträge" und meister ausgibt, gewinnt er leicht Vertrauen. Die Angeworbenen dierte vor Friedrichsort der Kreuzer Straßburg" mit dem dänidamit ist in der Mehrzahl der Fälle die Sache erledigt. Daß die sollen sich im" Deutschen Haus", dem Logis des Klein, melden. schen Dampfer„ König Christian IX.". Wie verlautet, sollen bei Mitglieder dieses„ Vereins" nichts zu sagen haben, erhellt am Von einem Werkmeister klein ist nun den Hamelner Metall- bem linfall mehrere Berſonen Verlegungen erbesten aus der Bestimmung des Statuts, daß die Kaffe von einer arbeitern nichts bekannt. Vor zirka 6 Wochen hat jedoch ein litten haben. Beide Schiffe befinden sich gegenwärtig auf dem vom Vorstand gewählten Person geführt wird. Die stellenlosen gewisser Klein bei der Firma angefangen, der sich Monteur Wege nach dem Kieler Hafen. Sandlungsgehilfen können nicht entschieden genug vor derartigen nannte und jetzt seit einiger Zeit mit Magazinarbeiten beschäftigt Zu der Kollision awischen dem Kreuzer Straßburg" und dem Unternehmungen gewarnt werden. wird. Dieser ist es, der versucht, Leute unter unwahren Angaben Die Inhaberin bezw. Vorsteherin des kaufmännischen Unter- nach Hameln zu loden. Wie der Mann dazu kommt, solche viel- dänischen Dampfer König Christian IX." wird weiter gemeldet: stüßungsvereins war in der Versammlung anwesend, wagte es aber versprechenden" Angaben zu machen, ist nicht festgestellt, da die Der Kreuzer wurde von dem Dampfer gerammt, so daß die Abnicht, sich gegen die Anklagen des Referenten zu wehren. Firma bestreitet, daß Klein den Auftrag hatte, Leute zu solch teilungen 13 und 14 im Vorderschiffe des Kreuzers voll Wasser hohen Löhnen anzuwerben. 7-8 M., auch in Afford, können schon liefen. Von der Besabung der Straßburg" wurde ein Mann schwer berlebt; zwei Mann erlitten leichte Verlegungen. deswegen nicht verdient werden, weil die Firma gar nicht in Afford Beide Schiffe befinden sich jetzt im Kieler Hafen. Streit im Berliner Fliesenlegergewerbe. arbeiten läßt, sondern Stundenlöhne von 40-50 Pf. zahlt. Wahr Die im Bauarbeiterverband organisierten Fliesenleger forderten ist nur, daß die Firma einigen Leuten wegen nicht genügender von den Unternehmern eine geringe Lohnerhöhung. Statt einer Leistung gefündigt hat. Wie aus Remscheid gemeldet ist, hat Lohnzulage legten die Unternehmer den Arbeitern eine neue Slein unter den von ihm angegebenen verheizungsvollen VerNew York, 6. Januar.( S. B.) Es wird befürchtet, daß der Arbeitsordnung zur Unterschrift vor, die einen ohnabzug bon hältniffen zirka 16 Metallarbeiter angeworben, die aber noch recht- Hilfskreuzer Panther" mit 120 Mann beim fechstägigen Orlan 2 M. enthielt. Die Arbeiter hielten am Sonntag eine Versammlung zeitig durch Vermittelung der Organisation gewarnt werden untergegangen ist, da man seit drei Tagen nichts von ihm gehört ab, die mit 435 gegen 14 Stimmen beschloß, Montag früh die Arbeit konnten. hat. Er ist unterwegs nach Kuba. nicht wieder aufzunehmen. Der Unternehmerverband der Fliesen- Es ist nun nicht ausgeschlossen, daß Klein sein schwindellegergeschäfte Berlins und Umgebung hat eine allgemeine Aus- haftes Manöver anderwärts versucht. Da er es nach eigenem Zufperrung angedroht, für den Fall, daß die Arbeiter die vorgelegte geständnis hauptsächlich auf" Unorganisierte" abgesehen hat, erArbeitsordnung nicht unterschreiben. Die Versammlung beschloß fuchen wir die Kollegen, ein aufmerksames Aug auf solche Vormit 435 gegen 15 Stimmen ohne eine Erhöhung der Stundenlöhne kommnisse zu haben und gegebenenfalls sofort Nachricht nach Hameln auf den Abschluß des Tarifvertrages nicht einzugehen und die ein- gelangen zu lassen. seitig von den Unternehmern herausgegebene Arbeitsordnung nicht Deutscher Metallarbeiterverband. Zahlstelle Hameln. anzuerkennen. Zur Abwehr der verschlechterten Arbeitsbedingungen " Ein Hilfskreuzer verschollen. Eine Sittlichkeitsaffäre. Paris, 6. Januar.( P.-E.) Eine Sittlichkeitsaffäre erregt in St. Etienne großes Aufsehen. Dort verhaftete die Polizei einen gewissen Paul Robert, der beschuldigt wird, unfittliche Handlungen au acht bis fünfzehnjährigen Knaben vorgenommen zu haben. werden die Arbeiter die Arbeit so lange ruhen lassen, bis die neue Wegen Reduzierung der Akkordlohnfäße bis zu 38 Proz. Fünfzehn Knaben sind in die Affäre verwidelt. Weitere VerArbeitsordnung von den Unternehmern zurückgezogen wird und der haben sämtliche Stahlgußformer, Achsbüchsen-, Kernmacher und haftungen sollen bevorstehen. Berantw, Rebatt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u Berlagsanftals Baul Singer& Co., Berlin SW. Bierau 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Ut. 5. BO. Iahrgllttg. 1. Ifilnje te Jptiuirts" Mim WsblM Dienstag, 7. Junm 1913. Vierter Parteitag der Sozialdemokratie Preußens. Berlin, 6. Januar 1913. Erster BerhandlungStag. VormittagSsitzung. Die Verhandlungen finden in dein ,nit roten Fahnen und In- schriften geschmückten Saal des GewerkichaftShauseö statt, der von den an langen Tafeln sitzenden Delegierten vollständig gefüllt ist. Oberhaiv der VorstandStribüne sieht man die Büsten von Marx und Lassalle und rings an den Wänden liest man die Sprüche: „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch l" und„Unser die Welt trotz alledem 1" Nachdem der Arbeitergesangverein„Morgengrauen' die Chöre„O Tag der Bölkerfteiheit" und„Wir sind der Sturm' vor- getragen hat. hält Eugen Ernst-Berlin die EröffnuungSrcde: Im Namen der Partei- leitung PreustenS und der Berliner Genossen heiste ich Sie berglich willkommen. Wir wünschen den Verhandlungen des Parteitages einen in ollen Teilen befriedigenden Verlauf. Die Berliner Parteigenossen haben cS sich aucki angelegen sein lassen, Ihnen Ihre allerdings nur knappe freie Zeit möglichst angenehm zu gestalten. Wir überreichen Ihnen auch ein Buch von Glatzbrcnner, damit Sie den Berliner Witz kennen lernen und den guten Ruf Berlins noch weiter verbreiten, als das ohnehin schon der Fall ist.(Heiterkeit.) Unsere Beratungen fallen in eine politisch e r n st e Zeit. Auf den M a r o k k o r u m nr e l folgte der Tripolisraubzug, und noch rauchten die Trümmer- Haufen von Tripolis, da begann ein n e u e r Ä r i e g, der noch heule die Gefahr des allgemeinen Wcltbrandes in sich trägt. Im Namen der Religion wurden wiederum geradezu entsetzliche Greueltaten verübt. Hosianna lang man in den Kirchen und drausien auf den Schlacht- feldern türmten sich die Leichen und stöhnten und ächzten die Ver- wundeten. Noch wissen wir nicht, ob die Gelahr eines europäischen Krieges abgewandt ist, und schon drohen neue internationale Kon- flikle in Kleinasien und in O st a s i e n. In dieser Zeit des Menschenmordens hat der Gedanke des Völkerfriedens nur eine Zufluchtsstätte: das internationale klasfenbe wußte Proletariat.(Zustimmung.) Der höchste und erhabenste Gedanke der sogenannten Gotteslehre, die allgemeine Menschenliebe und die wahre Menschlichkeit müssen sich flüchten vor ihre» eigenen Anhängern in den Schutz der sogenannten Gottesleugner. Wenn überhaupt jemand inislande ist. die Greuel des Krieges zu bannen, so einzig und allein die Macht des aufgeklärten internationalen Proletariats. Auch im Innern möchte die Raubpolitik des Kapitals unumschränkt herrschen. Immer lauter werden die Stimmen der Scharfmacher nach Ausnahmegesetzen gegen die Ar- beiter. Die Arbeiter sollen sich in den wirtschaftlichen Kämpfen nicht wehren können, sie sollen willenlose Arbeitssklaven sein. Die neue Strafgesetznovelle soll ein Werkzeug für die vollständige Knebelung des Proletariats fein und das ZuchthauSgesetz soll gemeines Recht werden. Von allen Arbeitsschichten sind die Land- arbeit er die rechtlosesten und ausgebeuletften. Sie blicken voller Hoffnung auf uns, weil wir ihnen den Weg zu einer Besserung ihres jammervollen Loses zeigen wollen. In diesem Kampf stehen w-hr allein. Es wäre der verhängnisvollste Irrtum, wenn wir auch nur den Gedanken hegte», von irgend einer Seite Hilfe zu irwarlen. Keine Partei außer der Sozialdemokratie hat in den Parlamenten die Interessen"der A, beiter gewahr). Das Zentrum hat mit seiner Haltung im Streik der Ruhr-Bergleute sein wahres Gesicht gezeigt und die sanften Töne der Opposition der National- liberalen gelegentlich der Reichsfinanzrcform sind längst ver- stumnit. Die nationalliberalen Scharfmacher haben klar erkannt, daß ihre Interessen und ihr Profit bei den Junkern am besten gewahrt werden und so buhlt man bereits wieder um die Freundschaft der Junker. Diese rücksichtslosesten Feinde der Arbcrter fitzen in Preußen und Deutsch- land fester im Sattel denn je. Sie möchten am liebsten noch heute, daß jeder aufgeklärte Arbeiter für vogelfrei erklärt wird und daß der nicht bestraft werde, der sich an ihm vergreist. Demütig folgt die Regierung den Anweisungen dieser Stellen. Und doch sollte die preußische Regierung durch die Geschichte gewarnt sein. Der Unter kleines Feuilleton. Die Nuance. Wißt Ihr denn eigentlich, was eine Nuance ist? Wißt Ihr es. Ihr Normalmenschen mit Euren Normalgesichtern, Normalhirnen und Normalbcmden? Ihr bildet Euch vielleicht ein. daß Ihr eS wüßtet, weil Ihr einmal 8 Jahre französischen Schul- Unterricht hattet. Einige unter Euch, die ihren aus Glanz gewichsten Geist besonders leuchten lasten wollen, werden mir antworten, daß Nuance ein recht albernes Fremdwort sei. das man sehr wohl durch den gutdeutschen.Unterschied' ersetzen könnte. Aber sie würden da- mit nur beweisen, daß sie Barbaren sind, wie das ganze Dutzend- pack mit seiner Dutzendmoral und Dutzendpsyche, der jedes feinere Empfinden abgeht. Wenn es einmal hinaufgehen soll in jene geistigen Regionen des verfeinerten Sinnenlebens, in dem der Mensch erst seine Würde und Hoheit ganz zu erfassen vermag, dann laßt Ihr die Schwingen Eures Geistes herunterhängen wie ein Pudel seinen geklemmten Schwanz. In der„Frankfurter Zeitung' war kürzlich eine echte Nuance zu finden, die ein klares Zeugnis davon ablegt, welch feines Empfinden unsere Unternehmer für die Rangstufe ihrer Angestellten haben. Da lasen wir: „Für unsere Niederlassung m Buenos Aires suchen wir einen S t a t i k e r(Diplomingenieur oder Regierungsbaumeister). Herren, die eine derartige Stellung bei Unternehmern bereits bekleidet und sich durchaus bewährt haben, werden ersucht, usw. Ferner suchen wir, gleichfalls zuin möglichst sosortigen Dienstantritt, für Buenos Aires zwei im Beton- und Eisenbetonbau durchaus erfahrene Bautechniker. Reflektanten werden auf- gefordert, ufw. Habt Ihr etwas gemerkt? Gewiß werdet Ihr sogen, der Statiker(Diplomingenieur oder Regierungsbaumeister) zählt zu den „Herren', die.ersucht' werden, und die beiden Banlechniker sind keine Herren, sondern„Reflektanten', die im Befehlstone„aufge- 'ordert" werden. Ihr schüttelt die Köpfe und sagt nur, daß Euch dies doppelte Maß lächerlich erscheine, denn hier ivie dort wäre eS eine Arbeitskraft, die gesucht wird. Euer blöder Unverstand kommt eben daher, daß Ihr nicht ivißt, was eine Nuance im allgemeinen und die Nuance zwischen einem Bautechniker mit Röllchen und einem rrchliggehenden Regierungsbaumeister mit festen Manschetten im be- sonderen ist. Ich glaube, jeder Versuck, der Ausklärung wäre bei Eurem eingetrockneten Normalhirn vergeblich. Ein Sklavenmarkt in Marrakesch. Die Zeiten, da die Sklaven zu Schiff nach Marokko gebracht wurden und Seeräuber auf un- glückliche Christen Jagd machten, sind zwar längst dahin, aber die Sklaverei existiert immer noch in Marokko, und Marrakesch ist wie vor Hunderten von Jahren der.Hauptmarkt für diesen schändlichen Handel. Zwar hat die französische Regierung den Verkauf von Menschen in allen ihren afrikanischen Gebieten verboten, aber eS fehlt in Marokko nicht an Mcnschen'varc, die öffentlich feilgehalten wird. Einölt solchen Sklavcnmarit beschreibt in einer farbige» Schilderung die in Marokko weilende Doktorin Legey im„Matin". Ein großer, von kleinen Beischlägen umgebener Platz; in der Mitte ein gedeckter Raum, in dem die Ware bei Regen angepriesen wird. gang des preußischen Staates vor hundert Jahren ist zirni großen Teil mitverschuldet worden durch die Feigheit und den Verrat der Adels käste.(Sehr richtig!) Und der Staat wurde nur gerettet durch die Hingabe des gesamten Volkes. Dieses Volk aber wird jetzt systematisch ferngehalten von jeder Mitbestimmung in Preußen. Die Junker sind die Herren. Aber es kann bielleicht die Stunde kommen, wo dieses System der Volksentrechtimg sich bitter rächen wird an den Trägern dieses Systems. Verfassungs- fragen sind keine Rechtsfragen, sondern Machtfragen. Das preußische Volk hat das Recht, wen» es die Macht hat, dem Staate seinen Willen aufzudrücken.(Sehr richtig!) Stahlhart hat das preußische Volk diesen seinen ersten Befreiungskamps zu führen. Die Partei- genossen Preußens werden ihn führen voll Erbitterung über alle ihnen zugefügten Demütigungen und voll Haß gegen die Schmach der Entrechtung. Wir werden die Bauern aufrütteln und ihnen klarmachen: Unser K a in p f ist Euer Kampf! Unsere Verhandlungen werden getragen sein von dem festen, unerschütter- lichen Willen des preußischen Proletariats, die Herrschaft der Reaktion auch in Preußen zu brechen, und von der frohen Siegeszuversicht: Und wenn die Welt voll Teufel wäre— unser die Welt trotz alle- dem I(Stürmischer Beifall.) Der Parteitag ist eröffnet. Zu Vorsitzenden werden gewählt: Ernst- Berlin und G e- wehr- Elberfeld, zu Schriftführern D i ß m a n n- Frankfurt a. M.. Feldman n- Oberlangenbielau, Hofrichter- Köln, H e n t- s ch e l- Berlin, K u n tz e- Stettin und Frau Wurm- Berlin. In die Mandatsprüfungskommission werden gewählt: Bartels- Danzig. G r o g e r- Neukölln, Holzapfel- Magdeburg, Frau Horn- Stettin, Jakobfen- Lockstedt, M a r ch i o n i n i- Königs- berg, S i d o w- Brandenburg, Severing- Bielefeld und S ch r a- der- Hannover. Die TagungSzeit wird von 9—1 und von 3—7 festgesetzt. Zur Tagesordnung liegen die Anträge vor, die Polen- frage und die Jugendpflege in Preußen auf die Tages- ordnung des Parteitags zu setzen. Barcnthin- Berlin IV begründet den Antrag zur Polenfrage: Es ist eine zwingende Notwendigkeit, daß die Aufklärungsarbeit unter der polnischen Bevölkerung mehr als bisher ausgestaltet wird. Die Polenpolitik der preußischen Regierung ist eine AuSraubungS- Politik und das Enteignungsgesetz ist ein Verbrechen. Je rücksichts- loser die GermanisationSpolitik betrieben wird, umsomehr stürzen sich diePolen in denKampf gegen die nationale Unterdrückung. Diepolnischen Pfaffen und die polnischen Agitatoren Hetzen die Bevölkerung gegen die Sozialdemokratie auf und arbeiten mit der faustdicken Luge, daß auch die Sozialdemokratie germanisieren wolle. Für die Sozial- demokratie ist nun die Gewinnung der polnischen Arbeiter das wichtigste und notwendigste. Je ärger und verwerflicher der Hakaiismns beirieben wird, um so leichter lassen sich die polnischen Arbeiter für die nationalen Parteien gewinnen. Deshalb ist es notwendig, daß die Sozialdemokratie mit ihrer Agitation schärfer einsetzt. Der Antrag wird abgelehnt. Obcnuayrr-Essen begründet den Antrag, die Jugendpflege zu behandeln. Die Korruption und das Spitzelwesen, mit denen unsere Jugendbewegung bekämpft lvird, muß hier aufgedeckt werden. In einer Resolution müssen wir diese Korruption brandmarken. Auch dieser Antrag wird abgelehnt. Es bleibt also bei der von der Landeskommiision vorgeschlagenen Tagesordnung. Vorsitzender Ernst begrüßt den Genossen S a u n d e r s als Vertreter her englischen Arbeiterpartei.� SaunderS dankt für die Begrüßung Und überbringt die Grüße der englischen Arbeiter. In seiner Rede, die von Eduard Bern- st ei»übersetzt wird, beglückwünscht er die Sozialdemokraten Deutsch- lands zu ihrem letzten großen. Wahlsieg und zu dem herrlichen Aufbau ihrer Organisationen. Er wünscht dem Parteitag vor allem in dem Bestreben besten Erfolg, das preußische Wahlrecht zu demokratisieren. Auch die Sozialdemokraten Englands kämpften für eine Erweiterung des Wahlrechts und weiter für ein besseres Verstehen zwischen dem englischen und dem deutschen Volk.(Bravo!) Sie suchten das englische Volk zu überzeugen, daß kein Grund zu irgend einer Gegner- schaft zwischen beiden Nationen besteht. Die englischen Sozialisten wissen, daß erst, wenn die Sozialdemokratie in Deutschland die po- litische Macht hat, alle Streitigkeiten zwischen den beiden Nationen verschwinden werden.(Lebhafter Beifall.) Vors. Ernst: Wir bewundern die Tatkraft, mit der die englischen Arbeiter trotz aller Widerwärtigkeiten immer wieder die Fahne des Die Sklavenhändler führen ihre Opfer in Menge herbei. Frauen. Kinder, Jünglinge und reife Männer drängen sich durcheinander in den engen Verschlagen. Sie sind ruhig, denn sie wissen, daß Widerstreben nichts hilft, und das; sie auf jeden Fall verkauft Werden. Langsam füllt sich der Platz mit Kauflustigen. Endlich nahen die Dellals, die Beamten, die den Verkauf leiten. Sie er- öffnen den Sklavenmarkt feierlichst durch ein großes Gebet. Stehend. die Hände geöffnet vor sich-haltend, gleich als ob sie darin das Gc- betbüch hielten, sagen sie mit lauter Stimme die erste Sure des Koran:„Lob Gott, dem Herrn deö Weltalls, dem Gnädigen, dem Mitleidige», dem Herrscher am Tage der Vergeltung.. Nach dieser Zeremonie begibt sich jeder Dellal zu dem Sklavenhaufen, der ihm zum Verkauf übergeben ist. Die Ware wird noch schnell etwas herausgeputzt. Dann rennen die Dellals im Eilschritt um den Platz, die Preise ausschreicnd, gefolgt von den Männern, Frauen und Kindern, die verkauft werden. Will einer einen Handel abschließen, dann hält er die Laufenden an, prüft Zähne, Haare, Fleisch und Glieder des Opfers und beginnt um den Preis zu feil- scheu. Die Preise sind nach Geschlecht, Alter und Fähigkeiten der Sklaven sehr verschieden. Für einen Mann von 24 Jahren, der nichts Besonderes gelernt hat. zahlt man 18 DuroS, d. h. etwa 79 Frank, junge Mädchen von 10 oder 12 Jahren bringen dagegen 120 bis 150 DuroS. Eine Frau, die gut kochen kann, bringt bis zu 500 DziroS. Kleine Kinder sind nichts wert und man inacht mit ihnen keine großen Umstände. Trägt eine Verkaufte ein Kind an der Brust und erklärt der Käufer, daß er die Frau allein haben wolle, dann wird der verzweifelt Schreienden ihr Kleines einfach fortgerissen, und beruhigt sie sich nicht bald, so wird sie mit Stock- schlügen getröstet. Zwar hat der Sklave dem Buchstaben nach das Recht, seinen Weiterverkauf zu fordern, wenn er unmenschlich bc- handelt wird, aber dies Privileg ist nur ein Hohn mehr für die Frauen, die iw Harem eingeschlossen der Grausamket ihrer Herren wehrlos preisgegeben sind. Die Französin erzählt von furchtbaren Züchtigungen, deren Zeugin sie gewesen ist, und ruft in flammenden Worten zur Bekämpfung dieser entsetzlichen Zustände auf. Der Sklavenhandel ist nämlich auch heute noch eine direkte Institution des maroikanischcn Staates, seit Mulai Hassan ist zwar nur der Verkauf von Negern und Negermischlingcn gestattet: der Verkauf jedes einzelnen muß auch durch den Kalifen genehmigt werden, aber dies geschieht immer und ist nur eine Formalität; denn der Sultan erhält, wi'c vom Getreide und von anderen Waren, ein Zwanzigstel dcS Kaufpreises. Theater. D i e Neue Freie Volksbühne hatte(am Sonnabend) den vortrefflichen Einfall, ihren Mitgliedern S h a w S � Komödie „H e l d e n' vorzuführen. I» diesen Zeiten, da Europa in Waffen starrt, da das Gespenst des Weltkrieges mit Mühe und Not gebannt wird und die ganze alte Litanei vom Kriegshelden- tum täglich aktualisiert ist, lvar eS ein doppelter Ge- nuß, von dem Satiriker Shaw das hohle Heldentum zerlrüminert und dein heitersten Spotte preisgegeben zu sehen. Daß diese Persiflage ihren Stoff dem serbisch-bulgarischen Krieg von 1885 entnimmt und bereits 1894 geschrieben ist, nimmt ihrem geistvollen und witzigen Gehalt nichts— mögen auch inzwischen Sozialismus hochhalten. Die Pflege des internationalen Gedankens war bisher stets unsere vornehmste Aufgabe und so spreche ich auch im Namen dieses Kongreffes aus: Wir erwidern die Grüße unserer englischen Arbeitsbrüder herzlich.(Lebhafter Beifall.)_ Der Parteitag tritt in die Tagesordnung ein. Engen Ernst erstattet de» Bericht des Geschäftsführendrn Ausschusses. Den letzten preußischen Parteitag schloß Singer mit dem Hin- weis auf die große Bedeutung, die die preußische Wahl- rechtSfrage nicht nur für Preußen, sondern für ganz Deutsch- land hat. Die Landeskonnntssion hat leine Gelcgenhe« zur Propagierung unserer Wablrechtsforderungen vorübergehen lassen. So wenig politische Einsicht man auch der preußischen Regierung zu- traut, mau hätte es doch wohl nicht für möglich gehalten, daß sie emem politisch, reifen Volke etwas bieten konnte� wie den Entwurf von 1910. Dieser. Entwurf kam einer dreisten Verhöhnung des arbeitenden Volles gleich und es wäre unbegreiflich gewesen, wenn sich gegen dieses Machwerk nicht einmütige Empörung er- hoben hätte. Gewaltige Versammlungen und Demonstrationen haben von der Entrüstung des Volkes über diesen Wechselbalg einer un- fähigen Burcaulratie und einer blinden Volksfeindichaft Zeugnis ab- gelegt. Die Entrüstung wurde noch gesteigert durch den Gang der Verhandlungen im Dreiklassenparlament und im Herrenhaus. Nicht eiu Hauch politischen Fortschritts, sondern nur blinde Volks- feindschast. machten sich breit. Die bürgerlichen Parteien zeigten ihren wahren Charakter und eine Täuschung der Arbeiter ist heute nicht mehr möglich. Das ist der Borteil für uns. Daß die Konservativen nicht für eine Erweiterung der Volksrechte zu haben waren, war selbstverständlich. Aber als die Partei der elendesten Heuchelei und Infamie hat sich das Zentrum gezeigt. Es hat sein Programm in der hinterhältigsten Weise verraten. Trotz des vom König in feierlicher Stunde gegebenen Versprechens war niemand froher als die preußische Regierung, da der ganze Spuk vorüber war. Und als sie später an das Versprechen des Königs erinnert wurde, lehnte sie seine Ausführung durch den Mund des alten Kanalrebellen Dallwitz glatt ab. Es war also nichts mit der Wahl- reforin. Von der Regierung und von den herrschenden Parteien hat das preußische Volk nichts zu erwarten. Deshalb wird sich das arbeitende Volk auf seine eigene Kraft besinnen müssen, wenn es etwas erreichen will. Die herrschenden Klassen mögen es sich gesagt sein lassen: die preußische Wahlrechtsfrage verschwindet nicht mehr!(Lebhaftes Sehr richtig I) Immer wieder werden die Proletarier an die verschloffenenttore pochen und die Wälle der Reaktion bcrennen. Daß preußische Volk ist politisch reif und empfindet den Ausschluß von jedem Mitbestimmungsrecht im Staat als brennende Schmach. Wie groß die Erbitterung ist, zeigte am besten der Vorschlag vieler Parteiorte, die dreiste Provokation der Regierung mit dem politischen Massen st reit zu beantworten. Die Landes- kon, Mission hielt dieses Kampfmittel zurzeit nicht für opportun, ohne aber damit ausdrücken zu wollen, daß sie eine Gegnerin dieses Kampfmittels sei. Treiben die herrschenden Klassen ihren Spott mit dem arbeitenden Volk so weiter, schaltet man auch Wetter das preußische Volk von jeder Mitbestimmung aus, verharren die Herrschenden in ihrer Einsichtslosigkeit und gebieten es die Umstände, dann bleibt dem arbeitenden Volk kein anderes Mittel, als der Reaktion seine Kraft zu zeigen!(Lebhafte Zustimmung.) Das ge- fällt' der.Deutschen Tageszeitung" nicht. Sie fordert die Regierung ciuf,.. ben. B t la� r �erhängen,, weiyr Mexe Demonstrationen nicht aüshörem Das wäre ja so nach dem Herzen der Scharfmacher I Aber die Trauben sind sehr sauer und eim weitere Verböhunng würde. sich tvahricheuiltch das preubische �äji: nicht gefallen lässen.(Sehr tvähri)"....... Zur Belebung der Agitation auf dem flachen Lande haben wir eine Reihe von Flugblättern herausgegeben Der Böden war steinig, aber die Agitation hatte den Erfolg, daß weite Kreise dadurch aufgerüttelt und Anhänger der Partei geworden sind. Wir wollen in dieser Agitation nicht nachlassen, chls auch dem letzten Arbeiter der heiße Zorn über seine Rechtlosigkeit gepackt hat. In allen diesen Aktionen stand die Partei einig und geschlosseir hinter uns.(Bravo!) Wir wollen aber auch hervorheben, daß neben der Parteipresse auch die Presse der freien Gewerk- s ch a f t e n wesentlich zur Aufklärung der Massen über den Wahlrechtskampf beigetragen hat.(Bravo!). die Bulgaren gelernt haben, dieKulturschminke etwas besser aufzutragen. In Wahrheit richten sich Shaws Pscise ja gegen die militärische Lüge überhaupt, gegen den ganzen romantischen Heldenplunder, die Albernheit des Duells, die Nichtigkeiten des Standesbewußtseins. Die„idealen Forderungen", die die Wirklichkeit vergolden sollen, er- weisen sich sin Zusamnienprall mit ihr als elender Flittertand. Der ideale Held und gloriose Sieger entpuppt sich als Narr und Poseur, den ein Zufall vor seinem Untergänge rettete und der im Kriege wie im Leben eine Null ist. Die ideale Liebe aber ist eitel Phrase. Der wahre Held ist der Pralinösoldat, der so gar nichts Helden« Haftes hat. Niemals ist die Heldenlüge so gründlich und wirksam in ihr Nichts aufgelöst worden als durch diesen kühlen Praktiker und Tatsachenmenschen, der seine Menschlichleiten so ruhig eingesteht und den Schwindel der anderen so köstlich entlarvt. Und dieser HotelierL'ohn ist schließlich auch der Sieger im Kampfe um die Frau, die ihrer Illusionen ledig, in ihm den rechten Mann erkennt. In den Nebenfiguren aus der dienenden Klasse hat dann Shaw eine be- ziehungsrciche Parallele zur Haupthandlmig geschaffen, voller satiri- scher Streislichter auf Herrschasten und Dienende. Die von Direktor Licho geleitete Aufführung des Neuen Volks- theaters hatte alles daran gesetzt, Geist, Witz und Satire funkeln zu lassen. Dem possenhasten Element, das Shaw nicht vermeidet, ließ man fröhlichen Lauf. Die Hauptsache lvar, daß die Hauptfigur, der Scbweizersoldat Bluntschli Aurel Nowotny verblüffend gelang, in Maske, Dialekt und der ganzen Auffassung. Bulgarisch echt wirkten Frau Werner-Wagner als talmizivilisierte Dame und Else Bäck als urwüchsiges Stubenmädchen Louka. Die Raina Martha Anger st eins war ganz die schwärmende Heldenanbeterin und Herr Stade! eine so verschmitzte' und strebsame Lakaienseele, wie man sie nur wünschen konnte. Stur der Kriegsheld, der Major Saranoff des Herrn Montua hätte rcnommistischer, schneidiger und aufgeblasener sein dürfen.— r. Notizen. — Gegen das Zensurverfahren, dessen Opfer Hans H h a n sowohl mit seinem Roman„Die Verführten" wie mit der Posse.Schlossermaxe" geworden ist veranstaltet der Schutzverbaud deutscher Schriftsteller Freitagabend 8'/z Uhr im Choraliensaal eine Protestversaminlung. Wolfgang Heine hält das Hauptreferat, eine Diskussion wird sich anschließen. Es soll vor allem die prinzipielle Frage behandelt werden, ob Druckwerke, die angeklagt und freigesprochen wurden, durch eine Konfiskation, die dem Autor nicht zur Kenntnis kam und gegen die cr darum nicht den Rechtsweg beschreiten konnte, trotzdem verboten bleiben dürfen. — Eine deutsche Kunstausstellung 1860— 1800 soll 1914 im Darmstä.dter Schloß stattfinden. Man hofft damit einer sehr vernachlässigten Epochx der deutschen Kunstentwickelung zu ihrem Rechte verhelfen zu können. Gleichzeitig wird auch die Darin- städter Kiinstlcrlolonie ausstellen. — B e k a n» t in ach u n g. Meine Verwandtschaft mit dem neuen Staatssekretär ist ermangelnd jeden persönlichen Interesses der Untertanen. Fragen danach also Frechheit. Bei Wiederholung erfolgt Waffengehranch. Ich warne Neugierige. Jagow. Einem Beschluß der Landeskommission entsprechend haben wir unterbeamten geprellt worden dadurch, daß hundert große Orte zuschwingen. Ueberhaupt zeigt es sich im Abgeordnetenhaus so einen Kommentar zum Kommunalprogramm heraus- in eine niedrigere Gehaltstlaffe verfegt wurden. recht, daß lekten Endes alle bürgerlichen Parteien reaktionär gegeben. Auf dem Gebiet der Wahlstatistik haben wir noch manche( hört! hört!) 67 000 Beamte sind um je 72 M. jährlich geschädigt bis auf die Knochen sind. Das hat sich auch bei der Lücken, die wir beim nächsten Male auszufüllen hoffen. Unsere worden. Die mittleren und höheren Beamten wurden davon bei Stellungnahme der Freisinnigen zu der Schaffung des einzige Einnahmequelle ist die deutsche Parteikasse. Da diese glück weitem nicht in so hohem Maße betroffen. Wir Sozialdemokraten Jugendforruptionsfonds gezeigt. Auch bei der Wahllicherweise nicht so leicht versiegt, haben wir keine Angst, je in Not verlangen, daß entsprechend den Sägen für die mittleren und rechtsfrage zeigte sich die Unzuverlässigkeit des Freisinns. zu geraten.( Heiterfeit.) höheren Beamten der Wohnungsgeldzuschuß für Unterbeamte im Er erklärte wiederholt, daß er sich mit der geheimen und direkten Wahl Durchschnitt auf wenigstens 360 M. gebracht werden soll. Aber das zufrieden geben wolle. Neben all' den wackeren Streitern, die der Tod mitten aus der Arbeit für die Partei herausgerissen hat, bat die Landeskommission den schmerzlichen Verlust folgender Mitglieder zu beklagen( die Delegierten erheben sich von den Plätzen): Heinrich Slingen hagen, Paul Singer, Hermann Borgmann, Hermann Stolpe, Leo Liepmann und August Rieger. Wir werden ihr Andenken in Ehren halten. Bericht der Landtagsfraktion. Berichterstatter Ströbel- Berlin: der Einkommen bi3 1500 M. ist natürlich eine von den berühmten unerfüllbaren" sozialdemo Angesichts dieser Zustände im Abgeordnetenhause ergibt es sich fratischen Forderungen, durch die die Begehrlichkeit der Unterbeamten von selbst, daß es zu Zusammenstößen zwischen den Sozialdemo aufgestachelt werden soll. fraten und den Junkern kommen muß. Wir sollen den schlechten Auch der staatliche Bergwerksbetrieb soll möglichst Ton in das hohe Saus getragen haben! Dieser Vorwurf ist unhohe Ueberschüsse bringen. Die Bergverwaltung wird von den berechtigt. Gleich zu Anfang hat Herr v. Pappenheim sich Vertretern der großen Parteien auch angegriffen, weil angeblich die herausgenommen, einem sozialdemokratischen Redner zuzurufen: Mein Bericht ist so furz, weil auch nicht eine Zeile der Kritit Ueberschüsse nicht hoch genug sind. Konservative und freikonservative" Dieser Bengel!"( Lebhafte Pfui!- Rufe.) Das ist eine Flegelei über ihn geschrieben worden ist. Wir freuen uns über diese günstige Redner haben dafür ein Sinken der Arbeitsleistung, d. h. die ohne gleichen. Und als es fich um die Polenenteignung Aufnahme. Wenn das Sprichwort, daß die Frauen die besten sind, autheit der staatlichen Bergarbeiter, verantwortlich handelte, da schleuderten die Polen und das Zentrum der Regierung von denen man am wenigsten spricht, auch auf die Parteileitungen gemacht. Auch ein nationalliberaler Redner spann diesen Faden geradezu Salven von Pfuis und unparlamentarischen Auszutrifft, so muß die preußische Parteileitung eine geradezu ideale sein. weiter. Vergeblich wies der Zentrumsabgeordnete Brust darauf drücken entgegen, wie wir es gar nicht fertig bringen können, weil ( Heiterfeit.) hin, daß andere Ursachen für die grringeren Ueberschüsse in Frage wir ja mur sechs Mann sind.( Heiterkeit.) Wir wollen ja gar nicht Der Kampf um das Wahlrecht und die Gestaltung des fommen und auch der Regierungsvertreter mußte die Bergarbeiter die braven Kinder sein, wir wollen nur, daß die anderen Parteien Wahlkampfes bilden den Hauptpunkt unserer Verhandlungen. In der gegen die Vorwürfe der Scharfmacher in Schuh nehmen. Aber da es verstehen, wenn sich auch bei uns einmal die Empörung Luft Frage des Wahlrechts haben wir bis jetzt feinen direkten Erfolg ge- burch wurde das Geheul der Scharfmacher nicht zum Ver- macht. Dann hat man sich über unsere langen Reden entrüstet. habt. Wir haben noch fein freies Wahlrecht für Preußen errungen, stummen gebracht. Fa wurde eine Unterkommission ein- Aber auch die bürgerlichen Abgeordneten halten lange Reden über aber wir waren uns der Schwierigkeiten von Anfang an bewußt. gelegt, um die Bergverhältnisse gründlich zu untersuchen. Dinge, die ihnen wichtig erscheinen. Was uns anlangt, so muß auch Preußen ist die stärkste Festung der Reaktion. Hier Als ihr Berichterstatter fungierte einer der schlimmsten an die Willkür erinnert werden, die man uns gegenüber übt. Wir herrscht, verbündet mit den Schlotbaronen und schwarzen Volks- Scharfmacher, der Abgeordnete Hirsch- Essen, und er verriet wissen nie, ob wir überhaupt zu Worte kommen. Dann stellt man berrätern, der ostelbische Junker fast unumschränkt. Der preußische das eigentliche Motiv dieses ganzen Vorgehens. Es war nur uns wieder einmal an die erste Stelle, um uns besser vermöbeln Liberalismus aber ist verwässerter und kraftloser darauf abgesehen, daß der Staat möglichst viel aus den Arbeitern zu fönnen und schneidet unserem zweiten Redner das Wort ab. als anderwärts. Bon ihm ist ernstliche Hilfe nicht zu erwarten. herauspressen solle, damit ja nicht die privaten Bergherren ge- Herr v. Arnim- Züsedom hat Schlußanträge auf Vorrat Wenn er aber sich aufraffen will zu mannhaftem zwungen würden, ihren Arbeitern höhere Existenzmittel zu gewähren. gestellt für den Fall, daß ein Sozialdemokrat sich meldet. Die MehrKampf, so wird er in uns Bundesgenossen finden. Es konnte dem Abg. Hirsch nachgewiesen werden, daß die Kohlen- heit ist sogar zu einer Verschlechterung der Geschäfts. Wie sich aber auch die politischen Zustände in Preußen gestalten, gewinnung pro Kopf der Belegschaft zugenommen hat, und ordnung übergegangen. Den ersten Anlaß dazu gab das Pfui, wie sich auch die liberalen Parteien zur Erfämpfung alter liberaler auch der Regierungsvertreter unterstrich diese Ausführungen. Ver- mit dem wir den Ministerpräsidenten bei der Wahlrechtsvorlage beForderungen stellen werden, wir haben die Gewißheit, daß der geblich. Der konservative Führer v. Pappenheim erflärte, man grüßten. Dieses Pfui hat der Stimmung der VolksStampf fiegreich für uns ausgehen muß, weil auf unserer Seite sei in der Arbeiterpolitik wohl doch zu weit gegangen. Es wurde massen entsprochen und war deshalb ganz in der Ordnung. das Recht und die Staatsnotwendigkeit stehen, soll das preußische schließlich auch eine Resolution angenommen, daß Staatsbetriebe Aus einem dann folgenden ganz belanglosen Zwischenfall wurde Staatsleben nicht schweren Erschütterungen ausgesetzt sein, aber feine andere Aufgabe hätten als Privatbetriebe, und daß die fis- eine Staatsattion gemacht und man floß vor Entrüstung über. auch, weil dieser Freiheitskampf getragen wird von der hingebenden talischen Betriebe weder Wohltätigkeitsanstalten für die Arbeiter, Weil der Pappenheimsche Zwischenruf dieser Bengel" im Treue und der leidenschaftlichen Begeisterung der großen Massen. noch Versorgungsanstalten für die Beamten seien, und daß die ganze Brotokoll festgehalten war und weil die Festhaltung dieser Das ist die sicherste Gewähr unseres endgültigen Sieges,( Lebhafter Aufgabe für die fiskalischen Betriebe darin bestehe, zu möglichst legel ihnen unangenehm war, Beifall.) billigen Gestehungskosten möglichst viel Rohrufe nicht mehr zu protokollieren. Ferner Zur Diskussion liegen Wortmeldungen nicht vor. Als stoffe zu gewinnen und sie möglichst wohlfeil abzusetzen. Das wurde der bekannte austnechtsparagraph beschlossen. einziger Antrag ist folgender Antrag Beims- Magdeburg ein- war ein Schlag in das Gesicht jeder Sozialpolitif. Wilhelm II. Trotzdem ihn der nationalliberale Landgerichtsdirektor Boisly bes gegangen: war es ja, der einmal sagte, daß Staatsbetriebe Muster- fämpft hat, ist Genosse Borchardt dennoch verurteilt worden. " Der preußische Parteitag beauftragt die Landeskommission, betriebe sein sollen. Hier aber erklärten die Dreiklassenmänner Dieje Berurteilung beweist die Richtigkeit des Treitschkeschen Sazzes, durch die Kreisorganisationen bei der bevorstehenden Landtags- das Gegenteil. Wie weit die Empörung über dieses System ge- daß alle Rechtsfragen letzten Endes politische Fragen sind. wahl die sozialdemokratischen Urwählerstimmen in drei Wähler- stiegen ist, hat der Verzweiflungsaft der christlichen Der Hinauswurf Borchardts war von uns nicht provoziert, sondern klassen und die Wahlmännerstimmen bei der Abgeordnetenwahl Bergarbeiter im Saarrevier bewiesen, der nur durch die ist der Hypernervosität des Präsidenten v. Erffa und der Aufselbständig zu zählen. Zu dem Zwecke hat die Landeskommission Perfidie der Führer abgemurkst wurde.( Zustimmung.) hegung durch den Abg. b. Pappenheim zuzuschreiben. Wegen den Kreisorganisationen das Zählmmaterial zur Verfügung zu Die Statistit beweist weiter, daß Preußen von allen Bundes- einer Rappalie wurde der Polizeileutnant gerufen, und das Parla stellen." staaten seine Forstarbeiter auch am schlechtesten be- ment wurde der Schauplag trauriger Szenen. Aber nicht Auf Vorschlag von Ernst wird der Antrag, dessen ein- zahlt. Es ist wieder charakteristisch für die Arbeiterfeindlichkeit wir sind die Leidtragenden, sondern die Herren, die den Hausknechtsgehende Beratung in einer so großen Versammlung nicht angebracht des 3entrums, daß wieder ein Zentrumsredner ein Loblied auf paragraphen geschaffen haben. sei, dem Geschäftsführenden Ausschuß überwiesen. die Sozialpolitik der Regierung für diese Arbeiterkategorie an- Sie sehen, die Tätigkeit der Sozialdemokraten im Abgeordneten Damit ist der erste Punkt der Tagesordnung erledigt. stimmte. Ohne desabouiert zu werden, hat dieser Redner den Fiskus hause besteht nicht im Radaumachen und im Inszenieren von Des Der zweite Punkt lautet: aufgemuntert, ja teine gewerkschaftliche Organisation unter den Forst- monstrationen. An dieser falschen Auffassung ist die falsche Berichtarbeitern zu dulden. Dasselbe geschieht in Bayern, wo das Zentrum erstattung der bürgerlichen Presse schuld, die nur über sensationelle ein Vorgehen der Regierung gegen die Forstarbeiterorganisation er- Sahen berichtet, die ernsten Debatten aber mit ein paar Zeilen zwungen hat.( Hört! hört!) abtut. Wenn im bevorstehenden Wahlkampfe unter den Massen verDie Zusammensetzung des preußischen Etats bildet ein Spiegel- Fiskalische Plusmacherei und Steuerpolitik gehören in Preußen breitet wird, was unsere Redner im Landtag vorgebracht haben, so Die Haupts bild der preußischen Bolitik überhaupt. Die Betriebsüberschüsse sind unlöslich zusammen. Als die notwendigen Mittel für eine Erhöhung wird es an Munition und Agitationsstoff nicht fehlen. ebenso hoch wie sämtliche direkten Steuern zusammen und der Beamtenbesoldung nicht vorhanden waren, mußten die Dreifache ist, daß unsere Tätigkeit zum Bewußtsein der Massen man wacht ängstlich darüber, daß die Plusmacherquetsche flassenmänner wohl oder übel Zuschläge zu den direkten Steuern gelangt, und die Einwirkung auf die Massen wird schließlich in den Staatsbetrieben so energisch wie möglich beschließen. Diese Zuschläge sollten ursprünglich nur ein Provi- auch das einzige Mittel sein, um die Wahlrechtsbewegung zu gehandhabt werde. Man weiß: je höher die Betriebsüberschüsse, iorium sein, und 1912 tam die Regierung mit ihrer Steuer- fördern. Die Stoßfraft der proletarischen Kämpferarmee muß Sefto niedriger die direkten Steuern. Die Stüße der preußischen reform. Diese Reform war ganz unlänglich, denn sie ent- so unwiderstehlich werden, daß auch die preußische 3 wingStaatsfinanzen bildet der Eisenbahnbetrieb. Aus seinen Ueber- hielt weder unteren eine Steuerbefreiung für die Ein- burg zusammenbricht.( Stürmischer Beifall.) schüssen sind in den letzten vier Jahren zirka 230 Millionen für all- fommensstufen, noch eine Steigerung der Progression für In der Diskussion spricht gemeine Staatszwecke verwendet worden. Von 1899 bis 1911 find die großen und größten Einkommen. Unser Antrag auf Darf- Breslau der Fraktion für die mühevolle Tätigkeit vollsten insgesamt 7549 Millionen Mart- Ueberschüsse gemacht worden, Steuerbefreiung während die Eisenbahnschuld nur 750 Millionen betrug. wurde abgelehnt, ebenso der Antrag, wenigstens die Steuer- Dank und Anerkennung aus.( Bustimmung.) Unsere Anerkennung so lückenlos, daß wir nur den Wunsch nach ebensolcher Fort 1910 hat nun das Abgeordnetenhaus beschlossen, daß fünftig stufe von 900 bis 1050 M. steuerfrei zu lassen.( Hört! hört!) Das nur 2,10 Prozent des Anlagefapitals für allgemeine Staatszwede für wurde in der Kommission eine Besteuerung der konsum- legung dieser Tätigkeit haben. Wir schicken unsere Vertreter in die verwendet werden sollen, der Rest soll an einen Ausgleichs- vereine beschlossen und die Auskunftpflicht der Arbeit. Parlamente, damit sie die Interessen der Arbeiter wahrs fonds abgeführt werden. Dieser Ausgleichsfonds wird 1913 über geber für das Einkommen ihrer Arbeiter und Angestellten wurde nehmen, und nicht dazu, daß sie aus den Parlamenten herauseine halbe Milliarde betragen. Er ist nun aber nicht etwa nur ein auf die Einkommen bis über 3000 M. ausgedehnt. Wir beantragten müssen wir rächen, möge es noch solange dauern. Ueberall wo Reservefonds für die Eisenbahnfinanzen, sondern für die gesamten grundsäßlich, dieses skandalöse Unrecht für die Angestellten überStaatsfinanzen. Er wird sogar noch weiter anwachsen, weil die Haupt zu beseitigen. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Die das Volk zu entscheiden hat, fliegen die Junker aus den Parlamenten hinaus. Jeder unserer sechs Landtagsabgeordneten vertritt Ausgaben für ordentliche Neuanlagen den Betriebseinnahmen ent- Kommission beschloß weiter, daß fünftig ein Abbau der 1909 be- 100 000 Wähler und muß entsprechend refpektiert werden. nommen werden und weil für außerordentliche Neuanlagen der Weg schlossenen Steuerzuschläge erfolgen soll. Dagegen wäre nichts einder Anleihe beschritten wird. Der Zweck dieses Verfahrens ist ja zuwenden, wenn sich der Abbau auf die unteren Einkommen er- müssen uns jetzt darüber schlüssig werden, wie wir möglichst viele sehr durchsichtig. Je größer die Summe ist, die im Ausgleichsfonds strecken würde, aber davon ist nicht die Nede. Die Befißenden von den Hinauswerfern unserer Genossen aus dem Parlament hinaus. für die Alimentierung des Staates zur Verfügung steht, desto entlasten fich immer mehr, während für die Befiz- werfen können.( Beifall.) Die Diskussion schließt. weniger dirette Steuern brauchen die befizenden Selassen zu lojen die Steuerschraube immer mehr angezogen Es folgt die Beratung einiger Anträge, zunächst des Antrags zahlen. An Steuerbefreiungen für die unteren Stufen ist in Preußen wird. Daher kommt es, daß für Kulturaufgaben in Preußen fein Breslau auf Abgabe von Broschüren zur Landtagswahl zum Selbstnicht zu denken, auch nicht daran, daß der Ausgleichsfonds für Geld vorhanden ist. Kulturzwecke flüssig gemacht wird. Deshalb kann es uns ganz gleich In Ditelbien bestehen noch die bekannten Schulpaläste mit fostenpreise. Der Antrag wird dem Geschäftsführenden Ausschuß sein, ob das bisherige System beibehalten wird oder nicht. Erst ihrer außerordentlichen Klassendurchschnittsfrequenz. Es existieren in Ein Antrag Berlin IV, der eine reichlichere Versorgung wenn der Ausgleichsfonds für kulturelle, sozialpolitische und Schul- Preußen noch über 7000 überfüllte Schulen mit 14 Million Kindern. der Landbevölkerung mit Agitationsmaterial durch die Verwandten zwecke in Angriff genommen wird, würden auch wir dafür sein, daß Aber was fümmert das die herrschenden Klassen. Die dümmsten in der Stadt anstrebt, wird von Neuanlagen aus Anleihen genommen werden. Arbeiter bilden ja für sie die besten Ausbeutungsobjekte. Der ReWide- Berlin IV unter Hinweis auf die Bedeutung der LandDas Sparsystem der preußischen Eisenbahnverwaltung hat auch ligionsunterricht wird für den wichtigsten Teil des Unterrichts erklärt, den in den letzten Jahren so viel beklagten Wagenmangel ver- und selbst ein freisinniger Rektor hat sich damit einverstanden agitation begründet. Schreck- Bielefeld erblickt in dem Antrag eine Kritik der Bezirksursacht. Die Wagenvermehrung hat mit der wirtschaftlichen Ent- erklärt. Dafür wandte sich Rektor Ernst um so schärfer gegen die vorstände und der Landesorganisation, als ob diese nicht genug wickelung nicht Schritt gehalten. Durch den Wagenmangel Bremer Richtung. Sogar die Fortbildungsschulen sollen ja ver find ganze Industrien geschädigt worden und unter den eintretenden pfafft werden. Und als der Handelsminister Sydow, sonst ein getan hätten. Betriebsstockungen haben vor allem die Bergarbeiter zu leiden. außerordentlich reaktionärer Herr, unumwunden erklärte, daß von Die Schuld an dieser plusmacherischen Mißwirtschaft haben die der Einführung des Religionsunterrichts in den Fortbildungsschulen bürgerlichen Parteien, die immer darauf dringen, daß möglichst hohe teine Nede sein könne, drohten die Konservativen mit der AnFortbildungsschulen das Ueberschüsse aus den Eisenbahnen herausgewirtschaftet werden. gliederung der Deshalb ist die Entrüstung der bürgerlichen Parteien über den Kultusministerium, weil man sich vom Kultusminister ein Wagenmangel auch sehr komisch. Vielleicht haben bei der dies- größeres Entgegenkommen versprach. Alle diese Vorgänge beweisen, Landeskommission, aber wenn selbst, so wäre das noch kein Grund, jährigen Strife auch die Balkanhändel eine Rolle geipielt. wie sehr man in Preußen bemüht ist, das Schulwesen noch weiter 63 sollen viele Wagen für eine Mobilma chung zu verschlechtern. Aber wie soll man sich wundern über eine zurückgehalten worden sein. Also schon die bloße Kriegs- Verständnislosigkeit bei den reaktionären Parteien, wenn selbst der gefahr hat eine schwere Schädigung proletarischer Interessen im Freifinn kein Verständnis für die Notwendigkeit einer EinheitsGefolge gehabt. Was würde erst eintreten, wenn ein Krieg selbst schule hat. ausbrechen würde! Daher müssen wir erst recht alle Kräfte Zum Wesen des Abgeordnetenhauses gehören die Kultur aufbieten, um einen frivolen Krieg schon im Seime zu er- fampfpautereien. Beim Modernisteneid schlugen die Nationalsticken. Unter der forcierten Pluswirtschaft leiden aber namentlich liberalen gar gewaltig die Kulturkampfpaute und taten so, als sei die auch die jämmerlich bezahlten Eisenbahnarbeiter. Nach den ganze deutsche Kultur durch den Modernisteneid bedroht. Wir haben Ein Antrag Rathenow, der die Landeskommission Ausführungen des Ministers selbst haben 56 Proz. der Eisenbahn- diesen läppischen Froschmäusekrieg bespöttelt, denn gerade die arbeiter ein Einkommen unter 1200 M. und nur 15 Proz. ver- Nationalliberalen haben die Volksschule der Kirche ausge- auffordert, die Ungerechtigkeit des geltenden Steuersystems dienen über 1500 M.( Hört! hört!) Die Pribatindustrie zahlt viel- liefert. Wenn man wirklich etwas tun will, muß man Schule agitatorisch mehr auszunüßen, wird ohne Debatte angenommen. fach schon mehr. Die Eisenbahnverwaltung zeigt sich auch als Hand- und Kirche trennen. Aber die Volksschule soll auch weiter der Ver- Ein Antrag Berlin VI, das Landesstatut entsprechend dem Parteistatut der Gesamtpartei dahin zu ändern, daß die Wahl der Tangerin der Agrar- und Industriebarone. Sie stellt möglichst feine pfaffung ausgeliefert bleiben. Landarbeiter ein, um die Arbeiternot auf dem Lande nicht zu ver- Das Justizministerium gab Gelegenheit zu einer ein- Delegierten nach Maßgabe der Mitgliederzahl auf Grund der abgemehren. Dafür werden Ausländer eingestellt, und die Guts- gehenden Kritik unserer Klassenjustiz. Natürlich waren Konservative, führten Beiträge stattfinden soll( bis 1500 Mitglieder ein Delegierter, befizer können ihre Landarbeiter mit billigen Löhnen abspeisen. Nationalliberale und Zentrum des Lobes voll für unsere Justiz. Wes bis 3000 31vei, bis 6000 drei, bis 12 000 vier, bis 18 000 fünf und Wenn eine Lohnerhöhung eintreten foll, erkundigt sich die Eisenbahn- Geistes Kind unser Justizminister ist, bewies sein Urteil über den für jede weiteren 6000 Mitglieder ein weiterer Delegierter) wird verwaltung nicht bei den Arbeitern nach ihren Bedürfnissen, sondern seönigsberger Schandsäulenprozeß. Und aus Anlaß von Henschel- Berlin VI begründet und vom Parteitag anEr bestimmt auch, daß dort, wo mehrere Delebei den fapitalistischen Organisationen.( hört! hört!) des Moabiter Krawallprozesses hat er sich für eine Beschränkung der genommen. Auch die unteren und mittleren Eisenbahn- Beweisaufnahme durch eine Aenderung der Strafprozeßordnung gierte zu wählen sind, möglichst eine Genossin unter ihnen sein soll. beamten sind schlecht gestellt. Die letzte Erhöhung ihrer Gehälter ausgesprochen. Auf der anderen Seite hatte er kein Wort der Zurüd- Ein Antrag Rathenow wünscht Einrichtung einer bedeutet nichts gegenüber der folossalen Steigerung aller Preise für weisung, als die Herren 3 edlig und Konsorten durch Beschimpfung kommunalen Auskunftsstelle für die in den GemeindeLebensmittel. Deshalb müssen die Eisenbahnbeamten mindestens der Moabiter Arbeiterschaft und Belobigung der Moabiter Polizei- vertretungen tätigen Genossen, ein Antrag Teltow Beeskow eine Teuerungszulage bekommen, um die Berteuerungsmaß- taten indirekt den Wahrspruch des Moabiter Gerichts auf das wünscht dasselbe und mit der Einrichtung der Auskunftsstelle die nahmen der Regierung weit zu machen. Wie wenig aber die Eisen- schärfste angriffen. Zu diesem Justizminister past trefflich preußische Parteileitung zu betrauen. bahn trotz der enormen Ueberschüsse daran denkt, berechtigten der Polizeiminister von Dallwig. Auch für ihn Nachdem Schmidt Rathenow den Antrag kurz begründet hat, Forderungen ihrer Angestellten Rechnung zu tragen, beweist die Tat- existierten die Feststellungen des Gerichts über die Bor spricht in Moabit nicht, und nach feiner jache, daß nach dem Etat für 1913 an Teuerungszulagen für die gänge Behauptung Groger- Teltow- Beeskowo für den Antrag seines Kreises. Er gesamte Beamtenschaft die Riesensumme von drei Millionen hat sich die Polizei in Moabit tadellos gehalten, hebt die Rechtsunsicherheit auf dem Gebiete der ländlichen VerDas ist den Hunderttausenden von Unter- fogar der Mörder des Arbeiters Herrmann. Dafür waltung hervor. Es wäre vielleicht möglich, die geplante Auskunftsvorgesehen ist. beamten gegenüber ein empörend lächerlicher Betrag. Als schob er der Sozialdemokratie die Schuld in die Schuhe. Man sieht, ftelle an die Kommunale Bragis" anzugliedern, die Organisation 1tur bei der Beamtenbesoldung cine so die Minister dürfen sich dem Volte gegenüber im Abgeordnetenhause könnte aber auch anders geschehen. geringe Bulage gewährt wurde, wurde ihnen eine Erhöhung ihres alles herausnehmen. Selbst der Freisinn vermag es nicht, sich Die beiden Anträge werden der Landeskommiffion Wohnungsgeldzuschusses versprochen. Um diese Erhöhung find die gegen solche Scharfmachereien zu einem energischen Protest auf überwiesen. den Unterbeamten an als Material überwiesen. Wir Wicke- Berlin: Das liegt uns ganz fern. Bei dem Mangel unabhängiger Leute auf dem Lande ist unser Antrag notwendig. Stößen- Bromberg: Der Antrag ist überflüssig, was er will, ift bereits zum allergrößten Teil durchgeführt. Heiden- Frankfurt a. M.: Der Antrag enthält keine Kritik der ihn abzulehnen.( Sehr wahr!) Da er etwas Gutes will, fönnen wir ihn annehmen, selbst wenn er wirklich überflüssig sein sollte. Wels- Berlin beantragt Ueberweisung des Antrages an die Landeskommission. Der Gedanke der Einwirkung der städtischen Genoffen auf ihre ländlichen Verwandten ist so gut, daß er sicher überall mit aller Straft durchgeführt wird. Aber eine organisatorische Verpflichtung dazu zu schaffen, geht zu weit. Der Antrag wird der Landeskommission überwiesen. 0 die " Ein Antrag Berlin IV will Doppeltandidaturen Arbeit mit Gespann oder mit der Hand zu leisten. Barentlohnung( hört! Hört!) Sie Sie muß auch im Hause bei der Wäsche zum Reichs- und Landtag für unzulässig erklären. war selten, im Gegenteil mußten oft die Bauern für die überlieferten helfen und dergleichen mehr. Wilhelm II. sprach in Königs Boetsch- Berlin begründet den Antrag unter Hinweis auf die Mehrdienstleistungen Geld bezahlen. Auch heute noch herrscht ja auf dem berg einmal über die Frauen, die in die Familie gehören. Wenn geringe Stärke der Landtagsfraktion, die sich bei dem geltenden Lande ein wahres Untertänigkeitsverhältnis. Stein er einmal auf seinen vielen Gütern in Preußen Nachschau halten Wahlrecht in allernächster Zeit kaum wesentlich erhöhen dürfte. und Hardenberg mußten das Hörigkeitsverhältnis auf dem Lande be- würde, könnte er vielleicht sehen, wie wenig die Landarbeiterfrau ( Dho!) Es kommt daher auf jeden der Genossen so viel Arbeit, feitigen, als nach Jena das Volk sich auf dem Schlachtfeld für den in der Familie tätig sein kann.( Sehr wahr!) Landwirtschaftsdaß keiner entbehrt werden kann. Ruhm und die Ehre Preußens einsehen sollte. Die Junker hatten minister v. Schorlemer meint, die Arbeiterfrauen verstünden Harndt- Berlin III schließt sich dem Vorredner an. Der von bei allem Widerstreben doch ein Interesse daran, daß ihnen die nicht zu kochen. Wenn sie aber bis 12 Uhr arbeiten und um 1 Uhr Bebel in Chemnitz als notwendig erklärte Zusammenhang mit der Fürsorge" für die Untertanen abgenommen wurde, die darin be- wieder da sein müssen, dann ist vielleicht der Minister so freundlich, Reichstagsfraktion läßt sich auch auf andere Weise herbeiführen. stand, daß sie bei Feuersgefahr für die Leute eintreten, unter Um- den Landarbeiterfrauen ein Kochrezept zu geben, wie sie in diefer Wir haben auch keinen Grund, Preußen oder dem Reich Diäten zu ständen Häuser reparieren mußten usw. Jm Großherzogtum furzen Zeit ein schmackhaftes Essen fochen können.( Sehr schenken, denn fobiel ich unterrichtet bin, bekommt ein Abgeordneter Warschau und im Königreich Westfalen war die Untertänigkeit der gut!) Die Verträge enthalten ganz detaillierte Bestimmungen nur an einer Stelle Diäten.( Widerspruch.) In Sachsen hat Bauern schon beseitigt, und die Junker mußten daher auch eine darüber, wie weit der Landarbeiter seine Familienmitglieder, man die Doppelmandate ohne nachteilige Folgen abgeschafft. Das Abwanderung befürchten. Die§§ 227 und 228 des All- feine Hilfsarbeiter heranzuziehen hat und wieviel Vieh die muß auch in Preußen möglich sein. Ich habe auch mehrmals im gemeinen Landrechts gestatten ja auch noch die körperliche Büchtigung Arbeiter halten dürfen. Die Agrarier wollen nicht, daß die Lands Abgeordnetenhause bemerkt, daß unsere Genossen nicht vollzählig des Gefindes. Die Gesundheit sollte dabei nicht geschädigt werden, arbeiter ihr Vieh sorgfältig pflegen. Sie fürchten, daß davon ihre da waren, so auch bei der Affäre Borchardt. Unsere Abgeordneten der Gebrauch einer ledernen Peitsche war erlaubt, nur über die Arbeitskraft erlahmt und daß sie sich nicht mehr uneingeschränkt müssen bei den Sitzungen, soweit es möglich ist, dabei sein. Hat Bahl der zulässigen Hiebe fagte das Gesetz nichts. In dem Edikt ausbeuten lassen. Deshalb ist der Hinweis von Artur Schulz ein Landtagsmitglied ein Reichstagsmandat, so wird es die eine vom 9. Oktober 1807 heißt es: Nach dem Martinitage, also nach dem auf das steigende Interesse der Landarbeiter an der Viehhaltung Arbeit natürlich etwas zurüdliegen lassen müssen. 11. November 1810 gibt es in Preußen nur noch freie Leute. falsch. Stahl- Spandau bittet unter Hinweis auf das Argument Bebels Das klingt heute wie ein Hohn!( Sehr wahr!) Nur die Frondienste Nach einem Vertrag aus Köthen in Anhalt kann wegen Widerin Chemnitz, den Antrag abzulehnen, umſomehr, als gerade der der Bauern blieben bestehen, die sogenannten Verbindlichkeiten, die feglichkeit sofortige Entlassung erfolgen, wenn ein Knecht ohne Erlaubnis Spandauer Wahlkreis hiervon betroffen würde. dem Befreiten vermöge des Besizes oder besonderen Vertrages obliegen. fremde Personen bei sich aufnimmt oder den Gutsherren den Eintritt Darf- Breslau spricht gegen den Antrag. Daß alle Parteien Aber die Versprechungen des Regulierungsedifts von 1811 wurden in die Wohnung verweigert. In manchen Verträgen wird sozial Doppelmandate haben, beweist, daß fie notwendig sein müssen. Die nach den Befreiungsfriegen nicht gehalten, und durch die Deklaration de moi ratische Gesinnung oder das Lesen einer Diätenfrage darf uns nicht beeinflussen. Unsere Abgeordneten sind vom 29. Mai 1816 wurde den Bauern das genommen, was ihnen vor fozialdemokratischen Zeitung als Entlassungs doch keine Schulkinder, daß sie von Anfang bis Ende der Sigung dem Kriege versprochen war. Die große Masse der kleinen Befizer grund bestimmt. Manche Amtsvorsteher verbieten gerichtlichen dasigen müßten. wurde von der Befreiung ausgenommen, das Land wurde ihnen Austrag von Differenzen, und der Amtsvorsteher Köster, Domäne Heiden- Frankfurt a. M. lehut den Antrag ab und betont den fortgenommen und auch die spannfähigen Bauern mußten den Staldungen bei Hannover, sagt in seinem Vertrage:„ Etwa entgegenWert der Kenntnis der Reichstagsverhandlungen für Landtagsmit Junkern eine Entschädigung dafür zahlen, daß die Gebäude ihr stehende Vorschriften der Geseze bleiben außer Acht".( Hört! hört!) glieder und umgekehrt. Ich nenne nur Ulrich und Vollmar, um die Eigentum wurden. Selbst der fonservative Schriftsteller v. d. Golz Mit den Gesindeordnungen, deren es in Preußen 19 Bedeutung zu kennzeichnen, die in süddeutschen Landtagen Reichstags- fagte, daß die herrschende Klasse in Preußen den Arbeitern gegen gibt, haben die Junker die alte Leibeigenschaft wieder eingesetzt. Die mitglieder genießen. über nichts getan hat. Obwohl 1850 wieder eine neue Ver- Gesindeordnung des Herzogtums Lauenburg feiert jest ihr Beus- Brandenburg: Es kann in einem Einzelfall gut sein, ein ordnung zugunsten der Landarbeiter erlassen wurde, hat man ihnen 180 jähriges Jubiläum.( Hört! hört und Heiterfeit.) Doppelmandat zu vermeiden; man kann das dem einzelnen über- erst 50 Jahre später das Versprochene gegeben, nachdem die Bauern Da sind als Strafen noch das Karrenschieben und der Schandpfahl Lassen, der das Doppelmandat erhalten soll. Aber vor einer zu besiglosen Landarbeitern geworden waren. Wieweit die herrschende enthalten. Die Junker lassen an den Gesindeordnungen nicht rütteln, generellen Regelung ist zu warnen, sonst kommt noch jemand auf Klasse jetzt ihre Versprechungen erfüllt hat, will ich dem Parteitag denn fie fürchten, daß dann ein freiheitliches Arbeiterrecht zu Sen Gedanken, daß auch ein Redakteur, der doch auch ein Mandat vorführen. stande käme. Aehnlich rückständig ist die Rechtsprechung für der Partei hat, nicht Abgeordneter sein könne. Bei aller Bedeutung Nach der Berufsstatistit von 1907 tvaren in der preußischen die Landarbeiter auf dem Gebiete des Zivilprozesses. der Sache können wir doch auch nicht von der Persönlichkeit absehen. Landwirtschaft 5876841 Personen beschäftigt, darunter 1357 590 Selb- Die Entlassung eines Arbeiters, der an einem gefeßlichen Ströbel- Berlin: Doppelmandate sind nicht nur manchmal ein ständige, 71 389 Angestellte und 4 447 862 Arbeiter. Diese Statistik Feiertag die Wagen nicht reinigen wollte, wurde für gerechtfertigt notwendiges Uebel, sondern sogar manchmal ein Vorteil. Gerade ist aber zugunsten der Agrarier gefärbt, wie sich aus einer 1905 von erklärt. Vielfach wird jogar noch der Nachschuß für gerechtfertigt für Preußen ist es außeraußerordentlich wichtig, daß durch eine der Landwirtschaftskammer für Brandenburg veranstalteten und erklärt: das ist die Zurückbehaltung eines Lohnteils, den der Arbeiter solche Personalunion die Genossen im Landtag sehr genau darüber ebenfalls durch die unteren Verwaltungsbehörden aufgenommenen als Weihnachtsgeschent befommt.( Hört! hört!) Die Vororientiert sind, was in der Reichstagsfraktion vorgeht, und daß um Statistik der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte der Provinz deutlich ergibt, schrift des Bürgerlichen Gefeßzbuches über die Kündigungsfrist für gekehrt die Reichstagsfraktion aus erster Hand Informationen erhält wobei allein in der Provinz Brandenburg 164 492 Arbeitsfräfte mehr Wohnungen wird außer Kraft gesetzt, weil der Arbeitgeber doch über die preußische Politik.( Sehr richtig!) Einem Vorredner gezählt wurden. Es wurden nämlich im Interesse der Agrarier alle für neue Arbeiter Dienstwohnungen haben müsse! Und als muß ich bemerken, daß es eine Strafe und schließlich Familienangehörigen als Mitarbeiter gezählt, selbst wenn sie nur einige ob das alles noch nicht genügte, um die Arbeiter Berurteilung zum Irrenhaus wäre, wenn Tage im Jahre bei der Ernte beschäftigt waren. Die Reichsstatistit ans Land zu fesseln, will man die Strafgesete zu die Landtagsabgeordneten immer in der Sigung anwesend ergab 1907 gegen 1895 eine Zunahme der landwirtschaftlichen ungunsten der Landarbeiter erweitern und das fein müßten.( Heiterkeit.) Es kann doch unmöglich ein Ab- Arbeiter um 1'655 677, welches bei dem Rückgang der landwirtschaft- Kontraktbruchgesez noch verschärfen, das selbst 1854 nur mit 151 geordneter auf allen Gebieten sachkundig sein. Wenn ich lichen Bevölkerung im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung um so gegen 118 Stimmen angenommen wurde.§ 3 bestraft die Vers die Reden der anderen Abgeordneten anhöre, wenn es auffallendere Mehr lediglich auf die Mitzählung der mitarbeitenden abredung oder Aufforderung dazu unter Landarbeitern mit Ge Parteigenossen sind, läßt sich das noch ertragen!( Lebhafte Heiter Familienangehörigen entfällt. In Wirklichkeit hat die Zahl der fängnis bis zu einem Jahre.( Hört! hört!) Allerdings hat diesen teit) so kann ich doch nicht alle Ausführungen mit der gleichen Lohnarbeiter in der Landwirtschaft trotz der zunehmenden intensiven Paragraphen noch kein Staatsanwalt angewendet. Deshalb reden Aufmerksamkeit verfolgen. Das halten die Nerven nicht aus, und Bewirtschaftung um rund 335 000 abgenommen. Wenn die wir gar nicht darüber, sondern werden gegebenenfalls handeln. deshalb ist das Reichstagssystem der Anwesenheitsgelder unsinnig Agrarier diese Statistik anführen, um zu zeigen, welch enormer( Sehr wahr 1) Und die preußische Regierung, die es wagen würde, und verwerflich. Das notwendige vorbereitende Studium der Ab- Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt, so haben sie bei diese Bestimmung anzuwenden, die sie 1866 schon aufheben geordneten ist im Landtage lange nicht so gut möglich, wie z. B. auf der Abnahme der Lohnarbeiter um 335 000 gar feinen Anlaß dazu. wollte, wird es nicht nur mit den organisierten Bandarbeitern, Der Redaktion oder daheim, denn im Landtag wird man unausgesett Eine genaue Statistik über das Einkommen der Landarbeiter sondern mit den Millioneft der Arbeiter übergestört, so bei jeder noch so gleichgültigen und auch bei relativ gibt es nicht, alle diese Statistiken sind zugunsten der Arbeit- haupt zu tun haben.( Lebhafte Zustimmung.) Wenn schwacher Besetzung des Hauses in ihrem Ergebnis von vornherein geber, der Junker, aufgenommen. In der Provinz Sachsen, auch der Austurm sozialdemokratischen Massen jenen feststehenden Abstimmung. Wenn der Abgeordnete nicht im Sigungs- wo das Geldlohnsystem am meisten verbreitet ist, wurde dieses Gesetzentwurf des Ministers v. Hammerstein zu Fall gebracht hat, saale anwesend ist, so kann er deshalb doch im Haufe sein und muß Einkommen im Durchschnitt geschägt 1843 auf 321 M., 1873 auf der Arbeitgeber bestrafen wollte, die kontraktbrüchige Arbeiter aufnicht in der Restauration sitzen.( Heiterkeit.) 662 M. und 1891 auf 991 M. Eine oberflächliche Erhebung unseres nehmen, so haben die Junker doch auf dem Verwaltungswege die Christange- Eisleben wendet sich im Intereffe des Wahlkreises Landarbeiterverbandes hat für 1911 955 M. ergeben. Selbstverständlich Verordnungen über die Legitimation der fremden Arbeiter erlangt. Mansfeld gegen den Antrag. Unser Neichstagskandidat Adolf Hoff- baben die Agrarier ein Interesse daran, die Lohnarbeitsverhältnisse Es steht fest, daß der privaten Arbeiterzentrale behördliche Befug mann hat sich das vollste Vertrauen der sonst schwer zugänglichen möglichst günstig hinzustellen. Ein Gutsbesizer Fuß aus der nisse gegeben sind. In dem Bericht dieser Zentrale von 1910 wird Bergarbeiter erworben. Die fächsischen Verhältnisse treffen in Provinz Posen hat das Einkommen einer Landarbeiter mitgeteilt, daß die Zentrale von der Regierung Abhilfe gegen nicht Berlin nicht zu, wo bei der Nähe von Reichstag und Landtag familie auf 2807 Mart veranschlagt.( hört! hört! und genügende Prüfung der Bescheinigungen durch die Polizeibebörden Doppelmandatare in kurzer Zeit dort sein können, wo sie gebraucht Lachen.) Demnach müßte ein Landarbeiter in der Provinz Sachfen verlangt hat und daß zum Zweck der Erleichterung der polizei oder in Schleswig- Holstein 4000 m. verdienen. Solche Schwindel- lichen Kontrolle der Arbeiter die der Zentrale unterstellten Darauf tritt die Mittagspause ein. angaben werden von der Agrarier- und Landratspresse natürlich Aemter den Landräten und Polizeiverwaltungen über die gern weiter verbreitet. Die Antworten von Landarbeiterversamm Anzahl der für ihren Kreis legitimierten Arbeiter und die Namen lungen auf solche Berechnungen waren nicht sehr schmeichelhaft für der Arbeitgeber allwöchentlich formularmäßige Mitteilungen gemacht Die Diskussion über die Doppelkandidaturen die Agrarier. Die immer mehr verkürzten Deputate machen gar wird. Diese Einrichtung habe sich sehr bewährt, da die Polizeiwird fortgesetzt. nicht so viel aus, daß die Landarbeiter besser gestellt wären, als verwaltungen hierdurch von den Anmeldungen durch die Arbeitgeber Leinert Hannover: Der letzte preußische Parteitag 1910 Industriearbeiter. Die Agrarier rechnen das, was der Landarbeiter unabhängiger werden und eine bessere Kontrolle über die fremden hat auf Antrag Teltow- Beeskows beschlossen, daß Doppelniandate noch nach Schluß seiner langen Arbeitszeit für eigenen Bedarf er- Arbeiter führen können.( Lebhaftes hört! hört!) Dieses Spielnach Möglichkeit zu Lermeiden seien.. Am besten wäre es, mit der arbeitet, als erhöhten Lohn. Alle Verträge verbieten den wesen der Arbeiterzentrale unter behördlichem Schuz Ablehnung des Antrages Berlin IV die Aufhebung des Beschlusses Verkauf vom Deputat und erklären die Feldfrüchte als Eigentum gibt die Möglichkeit, daß ein Arbeiter, der sich an emem Streit bcvon 1910 zu verbinden, um die Bahn völlig frei zu machen. des Arbeitgebers, wenn der Arbeiter seine Vertragspflicht nicht voll teiligt hat, sofort bekannt wird und ausgewiesen werden kann. Wenn ein Abgeordneter im Sitzungssaal nicht anwesend ist, so hat erfüllt. Also ergibt sich, daß nur der reine Lohn, nicht aber plus In dem Bericht, der übrigens im Buchhandel nicht zu erhalten er vielleicht gerade etwas zu tun( Buruf: oder er ist von der Deputat als Einkommen des Landarbeiters berechnet werden kann. ist, wird weiter verlangt, daß Deutschland sich mit Rußland und Polizei hinausgeschafft worden!"- Heiterkeit), kann also sehr Von einer geregelten Arbeitszeit oder gar Sonn- Desterreich- Ungarn zu gemeinsamer Abwehr gegen die wohl im Hause anwesend sein. In Konsequenz des An- tagsruhe ist in der Landwirtschaft fast keine Rede. Die Sozial- Auswanderung nach Amerika, die besonders in Galizien trages Berlin IV dürfen Abgeordnete auch nicht Stadtverordnete demokraten wissen ganz gut, daß es naturnotwendige Arbeiten in der und Rußland sehr stark ist, zusammentun sollen. Es wird verlangt, sein. Die Genossen in den Wahlkreisen müssen selbst entscheiden, Landwirtschaft gibt, die auch Sonntags geleistet werden müssen, und sie daß gegen die Auswanderungspropaganda genau so vorgegangen ob sie jemanden kandidieren wollen, der bereits ein anderes fordern keineswegs den Achtstundentag für die Landwirtschaft. Ueber- werde, wie gegen den Warenschmuggel, wobei der Mensch in unMandat inne hat. Ein genereller Ausschluß würde aber die aus traurig ist die Mitarbeit der Frauen und Kinder verschämtester Weise als die edelste ware bezeichnet wird.( LebGenossen in der Wahl der Kandidaten zu sehr beschränken. und die Stellung der sogenannten Hofgänger oder Scharwerker. haftes Hört! hört!) ( Beifall.) Die Agrarier betrachten die Mitarbeit von Frauen und Kindern als Schließlich verliest der Redner ein Schriftstück der Zentrale an Bochsch- Berlin: Selbstverständlich hat unser Antrag teine per- felbstverständlich, und manche Verträge halten die Leibeigenschaft einen Fabritbesiger worin ihm der Aufenthalt dreier kontraktfönliche Spitze, und er hat auch mit der Diätenfrage nichts zu tun. aufrecht und erkennen die Freizügigkeit nicht an. Da dürfen die brüchig gewordener Arbeiter bekannt gegeben wird, damit er ihre Die Bemerfung von Peus, daß man sich im Parlament kon- Kinder der Arbeiter ohne Erlaubnis der Herrschaft nicht anderswo Ausweisung beantragen kann. Für dieses Wirken der Zentrale zentrieren müsse, ist ein Argument für unseren Antrag. Und wenn Arbeit annehmen.( Hört! hört!) Geht der Arbeiter nicht darauf ein, müssen wir die preußische Regierung verantwortlich machen. Ströbel jagt, wer ständig im preußischen Abgeordnetenhause so verliert er ganz einfach seine Stellung. Der Zwang, daß der Nun sollte man annehmen, daß die veralteten Strafbestimmungen fist, wird stumpfsinnig,( Heiterkeit Zuruf: Zuruf: im Reichstag Arbeiter noch Hofgänger oder Scharwerker zu stellen hat, hat die nur noch auf dem Papier stehen. Aber das ist nicht der Fall. Weil erst recht!) so darf man aus Gründen der Humanität unseren Ab- Landflucht in Ostelbien außerordentlich verstärkt, denn der Arbeiter ein Arbeiter nebenbei in seiner Familie etwas zu tun hatte, wurde geordneten nicht gleich zwei Mandate zumuten.( Heiterfeit.) Die bekommt heute keine fräftigen Scharwerfer mehr für 60 Př. Lohn. er von der Polizei mit 15 M. bestraft. Auf der Insel Rügen Abgeordneten können sich über die Vorgänge in anderen Parlamenten Vernünftige Agrarier sehen das ein. Ein besonders trübes Bild sind kam ein Arbeiter mittags in der Sonnenhithe nach Hause und führte ebenso wie wir aus den Berichten unterrichten. Der sächsische Bes die Vertragsbestimmungen über Ungehorsam, die Pferde schnell an das Gesindehaus, um Mittag essen zu können. werden. Nachmittagssigung. 1 schluß hatte seine guten Gründe. Sehen Sie doch nach Bayern! Widerspenstigkeit und Unbotmäßigkeit. Die Agrarier Der Bauer aber verlangte, er solle erst die Pferde tränken, worauf Wenu im Winter der bayerische Landtag sigt, sind die Bayern im nehmen sich da Grenzenloses heraus. Der städtische Arbeiter hält der Arbeiter antwortete, daß er erst essen müsse, weil ihm sonst Reichstage nicht zu finden. Bebel wollte nur vermeiden, solche Bestimmungen für unmöglich, wie z. B. daß er keine fremde die anderen alles weg essen. Er wurde mit 6 w. bestraft, daß der Gesamtparteitag einer Beschluß fasse, der sich gegen einige Personen in seine Behausung aufnehmen darf und daß Schwanger- weil er zuerst an sich und dann erst an die Pferde gedacht ganz alte bewährte Parteigenossen richtet, die von Anfang an schaft ein Entlassungsgrund sei! hat.( Hört! hört!) Das Gericht Eberswalde hat entschieden, Barlamentarier waren, und deren Rat, selbst wenn sie nur selten Die Wohnungs- und gesundheitlichen Verhält- daß Lohnherabjegung kein Grund zum kontrattbruch sei tommen, die Fraktion nicht entbehren möchte. Jezt kommt ja nur nisse sind so schlecht, daß sie nur dadurch einigermaßen aus- und verhängte dafür eine Strafe von 15 Mart. Dazu kommen ein Genosse in Frage, der durch großen Eifer und durch seine per- geglichen werden, daß die Landarbeiter bei ihrer Tätigkeit mehr immer noch die Kosten, die oft das Doppelte ausmachen. Auch sönlichen Verhältnisse in der Lage ist, beide Mandate auszuüben. frische Luft genießen, als die Industriearbeiter. Die Wohnungs- fchlechte Behandlung wird nicht als Grund zum Verlassen des Wären aber Leinert und Hoffmann in den Reichstag gewählt, so polizeiverordnungen machen stets für die Landwirtschaft Ausnahmen, Dienstes angesehen. Beschwerden dagegen sind erfolglos, denn die wäre der Mißstand deutlicher geworden. Nehmen Sie unseren An- fo daß für eine Person zwei Quadratmeter Bodenraum und 7,5 Kubik- Amtsvorsteher sind ja die Kneipfumpane der Guts. trag an. meter Luftraum genügen. Selbst in dem amtlichen Wert der preußischen befizer.( Sehr richtig!) Nirgends mehr als bei dem Verhältnis Stab- Potsdam: Ist denn die Partei irgendwie zu Schaden ge- Medizinalabteilung über das Gesundheitswesen müssen viele zwischen der unteren Verwaltungsbehörde in Breußen und den Gutskommen, daß dieser Antrag gestellt wird? Die Tätigkeit unseres ländliche Arbeiterwohnungen als schlecht zugegeben werden. befizern gilt das Sprichwort, daß eine Krähe der andern die Augen Abgeordneten, der Doppelmandatar ist, liegt doch nur im Interesse Der Redner bringt dafür reiches Material vor. Professor Jakob nicht aushackt.( Lebhafte Zustimmung.) So benutzen die Be der Partei. Der Beschluß von 1910 gibt genügenden Spielraum. berichtet, daß in einem Hannoverschen Kreise 48,3 Proz. der besuchten hörden in Preußen ihre Macht, um den Gutsbesitzern Die Gegnerschaft gegen Doppelmandate stammt aus der Zeit Ende 3250 Häuser nicht den geringsten Anforderungen der Hygiene ent- billige Arbeitskräfte zu verschaffen, und wehe dem Arbeiter, der 80er und Anfang der 90er Jahre, wo gewisse hervorragende sprechen. In mehreren Häusern wohnten vier bis acht der niemand hinter sich hat, der ihm hilft. Helfen können Parteigenossen in mehreren Streisen aufgestellt und mitunter doppelt Menschen zusammen mit Nindvieh, Hühnern usw. ihm nur die Sozialdemokratie und die freien gewählt wurden. Sie haben doch selbst beim parlamentarischen( hört! hört!) Es wäre sehr zu empfehlen, wenn man zur Gewerkschaften durch die Arbeitersekretariate. Bericht keinerlei Stritif wegen irgend welcher Unterlassungen geübt. Jubiläumsfeier des Befreiungskrieges von 1813 hundert ostelbische Der neu gegründete Landarbeiterverband versucht alles, um hier Ueberlassen Sie den mündigen Wählern selbst die Entscheidung in Landarbeiterwohnungen wahllos herausgreifen und im Lustgarten zu Hilfe zu leisten. Für Tätlichkeiten kann das Gesinde keine Genugjedem Fall! Berlin aufstellen würde als Repräsentanten der preußischen Herrlich- tuung fordern. Ein Knecht in Strojanke, der von seinem Der Antrag Berlin IV wird abgelehnt. Der von Leinert feit.( Sehr gut!) Arbeitgeber verprügelt und vom Hofe gejagt wurde, angeregten Aufhebung der Beschlusses von 1910 wird widersprochen. Der Redner bespricht dann eingehend die Deputatverträge, unter erhielt fünf Mart Strafe, weil er mit dem erlassen der Es bleibt also dabei." denen welche sind( Gutsbesitzer Corff auf Wolkenberg), die die Arbeiter Arbeitsstätte Kontraktbruch begangen hatte.( Hört! hört!) Der Parteitag beschließt, jetzt den Bunkt IV zu behandeln: verpflichten, das nichtverbrauchte Deputat in erster Linie der Bei der Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuches haben die Die Landarbeiterfrage in Preußen. Herrschaft gegen den Tagespreis zum Kauf an Sozialdemokraten beantragt, die Gesindeordnungen aufzuheben und zubieten. Die Viehhaltung wird aufs äußerste beschränkt. vor allem das Recht auf förperliche Züchtigung. Das ist zum Teil Referent Georg Schmidt- Berlin: Ein westpreußischer Vertrag bestimmt, daß die Arbeitszeit im geschehen. Aber es sind keine Strasbestimmungen für züchtigende Unter allen Berufsgruppen Deutschlands geht es der Landwirt- Sommer um 4 Uhr früh, im Winter um 15 Uhr beginnt. Ein Ende Arbeitgeber vorgesehen, und es gibt heute noch Gerichte, die das Ichaft am besten. Die Zollprofite der Agrarier gehen in die der Arbeitszeit ist nicht vorgesehen. Verkauf von Heu oder Stroh ist Büchtigungsrecht anerkennen. Bezeichnend ist, daß auch die Freis hunderte Millionen, aber die Landarbeiter haben bis jetzt nichts verboten, der Dung gehört der Herrschaft. Die Stellung von sinnigen dem Antrage der Sozialdemokraten nicht gefolgt sind. davon profitiert. Blicken wir zurück auf die Entwickelung der Frau und Tochter zur Mitarbeit, zum Dreschen usw. wird ausdrück- Daraus mögen die Landarbeiter ersehen, daß nur die Sozialdemo preußischen Agrarverhältnisse: Vor hundert Jahren waren die lich festgesetzt. Ferner muß die Frau auf Verlangen die herrschaft- fraten ihre wirklichen Freunde find. Weiter werden die Landarbeiter Bauern noch verpflichtet, für den Besitz von Land dem Gutsbesiger lichen Kühe melken helfen, wofür 5 fennig bezahlt werden. auf Grund des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung ge knechtet und geknebelt. Durch ein solches Vorgehen wird die Landflucht immer größer. Es kann zahlenmäßig bewiesen werden. daß die Landbevölkerung gerade da die ländlichen Gefilde der- lassen hat, wo der Großgrundbesitz vorherrscht. Die Politik der Junker führt zur Entvölkerung des Landes. Nun sehen wir uns einmal den preußischen Staat als Arbeitgeber an. Er zieht aus den Forste» einen ganz erheblichen Nutzen. Aber gerade die Unfälle unter den Forstarbeiteru sind sehr zahlreich und die Unterstützung Unfallverletzter Forstarbeiter sind äußerst niedrig. Die Löhne der Staatsarbeiter in den Forsten sind jammervoll. Der preußische Staat wäre sehr wohl in der Lage, den armen Landarbeitern einen höheren Lohn zu zahle». Denselben Terrorismus wie gegen die Eiscnbahnarbeiter, wendet der Staat gegen die Forstarbeiter an. Man will verhüten, daß der neue Landarbeiterverband unter den Waldarbeitern Terrain gewinnt, Nun hat uns Artur Schulz geraten, wir sollten den Kampf gegen die Zölle und den Naturallohn einstellen. Wir haben beides a b g e- lehnt.(Bravo!) Unsere Agitation gegen die Zölle entspringt grundsätzlichen Erwägungen und was den Naturallohn anlangt, so wissen wir, daß er nicht von heute auf morgen beseitigt werden kann. Früher mag er ja berechtigt gewesen sei», aber heute ist die Zeit gekommen, wo auch in der Landwirtschaft der Lohn in Bar gezahlt loird. Der Naturallohn dient nur dazu, den Landarbeiter an die Scholle zu fesseln.(Sehr richtig I) Es ist nicht richtig, daß sich auf dem flachen Lande nicht genügend Arbeitskräfte für die Partei finden. Es gibt Tausende von Parteigenossen auf dem Lande, die ihre volle Schuldigkeit tun.(Zustimmung.) Also, Berliner Parteigenossen, stellt es nicht immer so hin, als ob die Genossen auf dem Lande nicht fähig wären, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Wir bekämpfen jede Ausnahmebestimmung zuungunsten der Landarbeiter und verlangen auf allen Gebieten mindestens die Gleichberechtigung mit den gewerblichen Arbeitern. Es ist eine Lüge der Gegner, wenn sie sagen, die Landarbeiter wollte» von den Sozialdemokraten nichts wissen. Jede sozialdemokratische Ver- sammlung aus dem Lande beweist das Gegenteil.(Sehr wahr!) Wir wollen das Interesse der Landarbeiter auch für die kommunalen Fragen erwecken. Wenn Sie mit uns zusanwien alles aufbieten, um das elende Los der armen Landarbeiter zu verbessern, dann leisten Sie eine Arbeit, die des Schweißes der Edlen wert ist. (Stürmischer Beifall.) Zur Debatte steht die Resolution der Landes- k o m m i s f i o n: Die Landarbeiter sind die auSgeveutetsten und unterdrücktestcn Proletarier Preußens. Durch Gesindeordnungen, das Ausnahme- gesetz von 18S4 und zahlreiche Polizeiverordnungen geknebelt, durch Gewährung von Wohnung und Naturalien als überwiegenden Teil des Arbeitseinkommens in ein unwürdiges Abhängigkeils- Verhältnis zu den, Arbeitgeber gebracht, ist der preußische Land- arbciter mit Frau und Kind der zügellosen Ausbeutung durch die Junker und Großbauern preisgegeben. Die reaktionären preußischen Gesetze und Verwaltungspraktiken schließen ihn von der Mit- bestinimung in der Verwaltung des Gutsbezirks und der Land- genieinde völlig aus und stempeln ihn auch gesellschaftlich zu einem Menschen niederen RechtS, zu einem Staatsbürger zweiler Klasse. Diese traurige Lage der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter ist der stärkste Ansporn zu der durch die industrielle Eutwickelung und den sonach stetig steigenden Arbeiterbedars der Industrie ge- förderte» Landflucht, die der Landwirtschaft die leistungsfähigsten Arbeitskräfte entzieht und bereits zu einer bedenklichen Entvölkerung der ländlichen Gebiete Ostelbiens geführt hat. Als Ersatz werden jährlich Hunderttausende ausländische Arbeiter herangezogen, die durch einen ungesetzliche» Legitimationskartenzwang zu wehrlosen Sklaven der ländlichen Ausbeuter gemacht werden. Diesen Zuständen, die unser Wirtschaftsleben unheilvoll be- einflussen, kann nur erfolgreich entgegengewirkt werden durch die Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Landarbeiter, a der sich indes die Agrarier trotz der vielen Hundert Millionen, die ihnen infolge der Zölle, sowie der Grenzsperr- und Liebesgaben- Politik zufließen, mit aller Macht widersetzen. Die Landarbeiter müssen daher, gleich ihren Klassengenossen in der Industrie, selbst sich ei» menschenwürdiges Dasein erkämpfen. Deshalb fordert der preußische Parteitag: Volle Koalitionsfreiheit für die Landarbeiter. Beseitigung aller Ausnahmegesetze und Gesindeordnungen und reichsgesetzliche Regelung des Landarbeiterrechts, Entscheidung über Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis durch Schiedsgerichte nach Art der Gewerbegerichte unter Mitwirkung der Arbeiter als Richter. Wirksame gesetzliche Schutzvorschriften für alle in den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, insbesondere Verbot der Erwerbsarbeit für Kinder unter 14 Jahren. Schutz der Jugendlichen. Gesetzliche Beschränkung der täglichen Arbeits- zeit. Ausreichender Wöchnerinnenschutz und Verbot aller Sonntags- arbeiten, die nicht durch die Natur des landwirtschaftlichen Be- triebes unbedingt erforderlich find. In bezug auf die Arbeiterversicherung mindestens Gleich- stellung mit den Arbeitern in der Industrie, insbesondere Fortfall der Landkrankenkassen und Versicherung'auch der ländlichen Ar- bester in Ortskraukenkassen. Auf dem Gebiete des Wohnungswesens Errichtung gesunder Arbeiterwohnungen durch den Staat oder durch staatlich unter- stützte und kontrollierte Institution unter Fortfall aller Maß- nahmen, die den Landarbeiter in der freien Verwendung seiner Arbeitskraft beschränken oder ihn wirtschaftlich oder politisch ab- hängig machen. Die Beseitigung aller Ungerechtigkeiten, unter denen besonders die Landarbeitcrschafl zu leiden hat. ist nur möglich, wenn in Preußen das Drciklassenmahlrecht beseitigt und das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht eingeführt wird. Die Parteigenossen werden aufgefordert, jede Gelegenheit, besonders die bevorstebeuden Landtagswahlen, zu benutzen, um die Landbevölkerung über den Sozialismus aufzuklären und sie auf die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen und politischen Organi- sation hinzuweisen. In der Diskussion dankt Linde-KönigSberg für die wertvollen Auregungen des Referenten. Seine Forderungen unterschreiben wir geiviß alle.' Aber zunächst gilt es einnial, die bestehenden krassesten Mißstände möglichst schnell zu beseitigen. Dazu gehört, daß die Geivcrbeordnung auch auf die Schar- werker und die Jnstleute ausgedehnt werden. In Weftpreußen haben wir auch noch den Z i e h s ch c i n, der jeder gesetzlichen Grundlage entbehrt. Es besteht eine geheime Abmachung unter den Gutsbesitzern, nur Arbciter einzustellen, die einen solchen Ziehschein des letzten Arbeitgebers haben. Die Amlövorsteher kennen die Gesetze nicht und ivollen sie vielfach auch nicht kennen, und sie werden trotzdem von den Landräten und den Gerichten in Schutz genommen, wenn wegen Widersetzlichkeiten Strafantrag gestellt wird. Merkwürdigeriveise glaubt man in diesen Fällen immer den Beschuldigten mehr, als eS sonst in Preußen der Fall ist. Es ist Pflicht unserer Landtags- fraktion, jede Gelegenheit zu ergreisen, um Abhilfe der bestehenden Mißstände auf dem Lande zu verlangen.(Bravo I) Pens- Brandenburg: Es handelt sich hier um eine der wichtig- sten Fragen für die Partei. Nachdem wir die Industriearbeiter zum größten Teil gewonnen haben, ist nun die Zeit gekommen, sich wieder einmal mit der A g r a r f r a g e zu beschäftigen. Seit fast zwanzig Jahren sind wir an diesem wichtigen Problem vorbeigegangen. Die Begründung des LandarbeiterveroandeS ist eine hocherfreuliche Sache. Es ist mir unbegreiflich, wie mau Schutzzölle verlangen kann, so lange es in Deutschland Bodenrentner gibt, mit anderen Worten so lange jeder Zoll die Bodenrente steigert. Es muß alles getan werden, um die Boden- rente herunterzudrücken, nicht zu erhöhen. Aber so lange es Landbesitzer gibt, die das Land nicht bebauen, sondern nur aus- beuten, so lange kann von Zöllen keine Rede sein. Sonst wäre die Zollfrage für uns diskutabel. Wichtig ist auch die Frage der Bode nbe st euer ung. Einen größeren Bodenbesitz können wir nur denen zugestehen, die ihre Oualifikanon dadurch erbringen. daß sie aus dem Boden durch eigenen Betrieb eine höhere Produktion herauSwirtschaften können. Dann solle» sie aber auch einen größeren Teil an die Gesamtheit in Form von Steuern abführen. Ob auf dem Lande der größere oder kleinere Betrieb die bessere Betriebsform ist, ist eine rein technische Frage. Politische Gesichtspunkte haben da nichts dreinzureden. Wenn für das Land mehr politische Freiheiten erobert sein werden, so wird auch der antikollektivistische Bauernschädel überwunden werden. Bon 75 Dörfern meines Wahlkreises habe ich in 45 über- Haupt noch n i ch t r e d e n können. Es ist für Deutschland beschämend, daß die Sozialdemokratie außerhalb der Städte so wenig Versammlungen abhalten kann. Auch unsere Gegner sollten soviel Schamgefühl haben.(Na, Na-Rufe.) Ich weiß, daß ich da etwas zuviel verlange. In dieser Beziehung ist Preußen ein Vorder- rujjlaitd.(Bravo!) V V.. Die weitere Debatte wird auf Dienstag vertagt. Holzapfcl-Magdeburg erstattet den Bericht der Mandats- prllfungskoinmission. Anwesend sind 354 Genossen.(23g Delegierte. IS Mitglieder der Landeskommission, 26 Sieichstagsabgeordnete, 6 Landtagsabgeordnete, 11 Parleivorstandsmitglieder, 1 Vertreter der„Vorwärts"-Nedaklion, ein bestellter Referent und 1 Gast). Sämtliche Mandate, init Ausnahme eines Kieler Mandats, dessen Inhaber neben der statutenmäßig zulässigen Zahl von Dele- sierten zu«JnforinationSzwecken" zum Parteitag geschickt ist, werden ür gültig erklärt. Der Kieler Genosse hat nach Ansicht der Mandats- Prüfungskommission den Verhandlungen als Gast in dem für Gäste reservierten Raum beizuwohnen. Am Abend veranstalteten die Berliner Genossen zu Ehren der Delegierten einen F e st k o m m e r s. Schluß 6 Uhr. /Iiis aller Älelt. Verhaftung zweier Deutschen i» Algier. Wie aus Oran gemeldet wird, sind dort die deutschen Staats« angehörigen Wilhelm Krieger. 22 Jahre alt, und Adolf Rienner, 24 Jahre alt, die aus Nizza gekommen waren und sich seit einigen Tagen in Oran aufhielten, unter dem Verdacht verhaftet worden, die Desertion von Fremden- legionären, besonders des Soldaten Lett vom 2. Fremden« regiment, veranlaßt und begünstigt zu haben. Eine Haussuchung führte zur Entdeckung einer Uniform der Fremdenlegion, einer umfangreichen in deutscher Sprache gehaltenen Korrespondenz sowie mehrerer militärischer Gegenstände. Der objektive Schulgewaltige. Wir lesen in unserem Mainzer Parteiblatt: In hiesigen Lehrerkreisen wird ein Vorfall viel belocht, der sich an einer höheren Lehranstalt zugetragen hat und mancherlei zu denken gibt. Der Direktor dieser Anstalt, der auch Unterricht in der obersten Klasse er- teilt,. soll bei der Beurteilung seiner Schüler nicht nur lediglich deren tatsächliche Leistungen, sondern menschlich, allzu menschlich. manchmal auch seine persönlichen Sympathien und Antipathien mitsprechen lassen, wodurch manchmal den Schülern nicht verständliche oder nicht objektiv erscheinende Noten und Zen- suren zutage treten. Ein Schüler, Sohn eines Professors, glaubte auch bessere Noten zu verdienen und klagte seinem Vater sein Leid. Dieser beschloß, die Probe aufs Exempel zu machen und fertigte den nächsten deutschen Aufsatz seines Sohnes unter Zuhilfenahme seiner ganzen Professorenweisheii v o n A bis Z selbst an. R-suliat: ein glatter Fünfer! In Schüler- und Lebrerkreiien wird nun viel über die tragikomische Frage gestritten, ob an diesem Re- sultat nun der Direktor oder der Prösessor die Schuld trägt. Kleine Notizen. Ein schlagfertiger Regimentskommandeur. Der Oberst und Negimeutskoinmandeur Emil Henigst vom 22 Infanterieregiment in Zweibrücken versetzte Sonntagmittag auf der Straße dem Journ alisten Lotb. nachdem er sich über dessen Identität erkundigt halte, einen Schlag. Den Anlaß dazu soll ein Presse- artikel gegeben haben. Der Angegriffene hat Strasantrag gestellt. Ein Unverbesserlicher. Wegen Herstellung falscher Zwei-. Ein- und i/g-Markstücke wurde ein Insasse des Hamburger Werk- und Armenhauses verhaftet, der seine freie Zeit im Logierhause benutzte, um Falsifikate mit den einfachsten Mitteln herzustellen, die er bei Straßenhändlern und in kleinen Geschästen absetzte. Der Verhastete, der linksseitig gelähmt ist. hat bereits wegen Falsch- münzerei 21 Jahre im Zuchthau sc verbüßt. Noch ein Gcldmacher. Bei einer infolge einer anonymen An- zeige in der Werkstatt des Tischlers Ludwig in LangenölS vor- genommene» Hausinchung wurde im Keller eine Kiste mit Falschmünzerwerkzeugen und einem Päckchen mit hundert falsche it Hundertmarkscheinen gefunden. Ludwig wurde verhastet und i» das Gefängnis in Görlitz ein- geliefert. Er ist der Bruder des vor Monatsfrist wegen Herstellung falscher Hundertmarkicheine verurteilten Gefangenenaufsehers Ludwig aus Görlitz. Die Typhuscpidcmie in Hanau hat wieder ein Todesopfer ge- fordert. Am Sonntagvormittag starb im Lazarett der Pionier Sembach aus Jebsheim im Elsaß. Die Zahl der Kranken beträgt jetzt 178, mithin ist seit gestern ein Rückgang zu verzeichnen. WasserftandS-Nachetchteir der Landesanstalt.für Gewällerkunde. mitgeteilt vom Berlwer Wetterbureau Wasserstand Saale, Grochlitz Havel. Spandaus , Rathenow') Spree, Svremberg') , BeeSlow Weser, Münden , Minden Rhein. MaximllianSau . Kaub Köln Neckar, Heilbronn Main, Hanau Mosel. Trier >)+ bedeutet Wuchs,—Fall.') Unterpegel. REEK& CLOPPENBURG Qertraudtenstraße 25-26-27 0 BERLIN 0 Roßstraße l-la-2 Nur bis Montag, den 20. Januar Inventur- Verkauf zu vorteilhaften, niedrigen Preisen- Zum Verkauf kommen fast nur tadellose Restbestände in besseren Qualitäten, welche billig verkauft werden! Besonderes Angebot in Knaben- und Jnnglings-Anzägen in besserer Ansrnstnng. Herren-Sakko- Anznge, Paletots und Ulster in modernen Farben und neuester Machart, anßerordentlieh preiswert. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielevv, Neukölln. Zur deo Lnjeratentelt vergutK.: Ttz. Glocke« Beriin. Druck u. Vertag: PortvartH Kuchoruckere» u. Ve ctagSanftatt Paul Singer u. Eo., LeriinSW. Nr. 5. 30. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Dienstag, 7. Januar 1913. Partei- Angelegenheiten. Dritter Kreis. 1. Abteilung. Für die Bezirke 139-141 und 151/152 findet ein gemeinschaftlicher Zahlabend im Märkischen Hof", Admiralstr. 18c, statt. Vortrag des Genoffen Oskar Jensch. eine Eingabe Bezug, die am Sonnabend vom Verband der Gast- Der Jagowsche Schießerlaß hätte am Sonnabendabend bald und Schankwirte für Berlin und die Provinz Brandenburg, vom wieder ein Menschenleben gekostet. An diesem Abend wollten SchutzVerband der freien Gast- und Schankwirte, den Gastwirteinnungen leute in der Stralauer Allee gelegentlich eines Auflaufs eine befizer an die Berliner Stadtverordnetenversammlung gerichtet Groß- Berlins und den Verbänden der Saalbesiber und Kaffeehaus Sistierung vornehmen. Dort hatten mehrere besser gekleidete Leute worden ist. Es heißt da:„ Nach einer erneuten Zusammenkunft eine Frau belästigt, und die Schußleute wollten anstatt die Bes der Vertreter des Braugewerbes mit den Vertretern der unter- lästiger die Belästigte feststellen. Ein Arbeiter, der die Beamten auf 9. Abteilung. Der gemeinsame Zahlabend für die Bezirke 243 zeichneten gastwirtschaftlichen Körperschaften sind wir zu der Ueber- diesen Umstand aufmerksam machte, sollte nun ebenfalls festgestellt bis 248 findet im Gewerkschaftshaus, Saal I, statt. Vortrag des zeugung gekommen, daß die Brauereien nicht gewillt sind, die neue werden. Das verbat er sich, kam aber dadurch mit den Beamten Genoffen Stadtv. Sassenbach über Schundliteratur. Steuer zu tagen. Infolge der erdrückenden Lasten der neuen in Wortwechsel, weil dieselben sich auf nichts einließen. Dabei kam Charlottenburg. Der Bahlabend der siebenten Gruppe findet Reichssteuergesetzgebung sind die Gastwirte nicht mehr in der Lage, es auch zu einem Hin und Her, bis plötzlich ein Beamter zurücktrat, nur bei Thunat, Wielandstr. 4, der sechsten und zweiten Gruppe im irgend welche neuen Lasten zu übernehmen. Sind schon infolge den Revolver hervorzog und einen Schuß, abgab, der den Arbeiter Volkshaus, Rosinenstr. 3, statt. der Reichsfinanzreform vom Jahre 1909 Tausende Berliner Gast im Gesicht streifte. Der Angeschoffene wurde auf der Rettungswache Wilmersdorf- Halensee. Der 3., 4. und 5. Bezirk Halten gemein wirtschaften zugrunde gegangen, so zeigen die Erscheinungen des verbunden und dann nach Feststellung seiner Personalien entlassen. jam ihren zahla bend am Mittwoch bei Gröschte, Kaiserallee 209, Jahreswechsels, daß wiederum zahlreiche Wirtschaften ihre Pforten verbunden und dann nach Feststellung seiner Personalien entlassen. ab. Genosse Kuttner spricht über die preußischen Landtagswahlen. geschlossen haben. Es erscheint unter diesen Umständen die neue Es ist ein Glück, daß die Kugel fehlgegangen ist, sonst wäre wieder Steglit. Am Freitag, den 10. Januar, findet im Albrechtshof Vorlage wiederum geeignet, viele Wirtschaften dem Ruin entgegen ein Menschenleben zu beklagen. Durch den Jagowschen Schießerlaß eine öffentliche Wählerversammlung statt, in welcher auch der zuführen. Die unterzeichneten Verbände legen daher gegen die wird die Sicherheit für Gesundheit und Leben der Bürger aufs Kandidat, der Genosse Adolf Hofer zu seinen Wählern sprechen Vorlage entschieden Verwahrung ein und ersuchen die Stadtver- ärgste bedroht. Der Vorfall zeigt wieder, daß bei der geringsten Kandidat, der Genosse Adolf Hofer zu seinen Wählern sprechen ordnetenversammlung, die Vorlage rundweg abzulehnen." In einer Gelegenheit von der Schußwaffe Gebrauch gemacht wird, und es ist Am Donnerstag, den 9. Januar, abends 7 Uhr, von allen Be- eiten Eingabe wenden sich die Verbände auch gegen die geplante auf das entschiedenste zu fordern, daß der Erlaß endlich aufgehoben zirken aus: Handzettelverteilung. wird. lokalen aus statt. Luftbarkeitssteuer. wird. Am Mittwoch, den 8. Januar, finden laut Beschluß der letzten Drei Stadtverordnetenjubilaren wurden gestern im Festsaale Beim Bau der Untergrundbahn verunglückt ist gestern mittag der Mitgliederversammlung die Abteilungsversammlungen statt. 1. Abteilung: Schellbase, 2. Abteilung: Heizmann, 3. Abteilung: Albrechts- des Rathauses künstlerisch ausgeführte Adressen überreicht aus An- 34 Jahre alte Arbeiter Hermann Schiele aus der Lindenstr. 58 zu teilung: Schellbase, 2. Abteilung: Heizmann, 3. Abteilung: Albrechts- laß der 25jährigen Tätigkeit der Herren Michelet, Cassel und Bau- Niederschönhausen. Schiele, der mit Bauarbeiten der Hoch- und hof, 4. Abteilung: Dahl( Südende). In diesen Versammlungen werden Vorträge über" Monarchie und Republik" gehalten. Eine reichung der Adressen in der Wohnung der Jubilare. Weil aber einem ungefähr 50 Kilo schweren Eisenstück, das als er sich unten rat Kyllmann als Stadtverordnete. Sonst geschieht die Ueber- Untergrundbahn in der Schönhauser Allee beschäftigt war, wurde von rege Beteiligung wird erwartet. drei Mitglieder zugleich das Jubiläum begehen konnten, wurde die leberreichung gemeinschaftlich vorgenommen, zu der sich die befand oben löfte und ihm auf den Hinterkopf fiel, so schwer verletzt. Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung daß er eine Gehirnerschütterung erlitt. Man brachte ihn mit einer zahlreich eingefunden hatten. Vom Oberbürgermeister und den Droschke nach der Hilfswache in der Gaudystraße und von dort nach Vertretern der einzelnen Fraktionen wurden die Jubilare in Anlegung eines Notverbandes nach der Charité. längerer Rede beglückwünscht. Auch die sozialdemokratische Fraktion Schwierigkeiten im Teßmerschen Adressenverlag. Die Schwierig war vertreten und ließ durch ihren Vorsitzenden Glückwünsche aus- feiten bestehen in richtigen Zahlungsschwierigkeiten. Die Firma sprechen, unter ausdrücklicher Betonung der Verschiedenheit der konnte ihren Schreibern weder am Sonnabend noch am Montag politischen und wirtschaftlichen Auffassung, die schon oft zur Aus- den fälligen Wochenlohn auszahlen, erklärte sich jedoch bereit, am habe und die uns nötigen werde, auch in Zukunft die Klingen Anzahl der Schreiber hörte Montagvormittag fofort auf und eroft kreuzen zu müssen. Nichtsdestoweniger wollten auch unsere hielt ihren Wochenlohn ausgezahlt. Genossen die Wirksamkeit der Jubilare für die Stadtgemeinde gern anerkennen, wie dies ja auch von Gegnerseite unserem verstorbenen Genossen Singer gegenüber bei dessen 25jährigem Jubiläum geschehen ist. Friedenau. Am Mittwoch, 7 Uhr abends, vor dem Zahlabend, findet eine wichtige Flugblattverbreitung von den bekannten BezirksTempelhof. Am Mittwoch, den 8. d. M., fallen die Einzelzablabende aus. Dafür findet am felben Tage ein gemeinsamer Bahlabend im„ Wilhelmsgarten", Berliner Str. 9, statt, in welchem unter anderem die Gemeindevertreterwahl zur Beratung steht. Treptow- Baumschulenweg. Heute Dienstag, abends 8 Uhr: am Bahnhof Treptow. Referent: Reichstagsabgeordneter Genosse Friz Zubeil. Ansprache des Kandidaten Gutsbefizer Genosse Adolf Hofer. Guten Besuch erwartet Das Wahlkomitee. Brit- Buckow. Heute Dienstag, 7. Januar, abends 8 Uhr, findet im Lokal von Radday, Chausseestr. 59, eine öffentliche Versammlung statt, in welcher der Landtagskandidat Genosse Hofer das Referat halten wird. Genossen forgt für guten Besuch der Versammlung. erhalten: Berlin C. 2, 4. Januar 18. Moltenmarkt 1. Das Opfer des Polizeirevolvers. Endlich hat nun das Polizei. präsidium Berlin sich entschlossen, in einer amtlichen Gr klärung sich darüber zu äußern, wer der Unbekannte" war, der in der Nacht vom 24. z um 25. August 1912 an der Ecke Bürgerbund nennt sich eine Organisationsgründung, die der Münz- und der Dragonerstraße von dem SchutzAdlershof. Morgen, Mittwoch, den 8. Januar, abends 8%, Uhr, am Sonnabend vor sich gegangen ist. Der sogenannte Bürger- mann Gabbert niedergeschossen wurde. Frau Emilie Fischer, wohn im Lokale von Kaul, Bismardstr. 16: Generalversammlung des bund will auf dem Gebiete der Kommunalpolitik Groß- haft in Oberschöneweide, Laufenerstraße 3, die Anfang Dezember Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Die Berlins„ bahnbrechend" wirken. Er will nach Versicherung in den ihr vorgelegten Photographien die Leiche ihres verschwundenen bevorstehende Landtagswahl. Referent: Genosse Mag Groger. 3. Aufstellung der Wahlmänner. 4. Bericht des Vorstandes und der feiner Gründer die Wahrung der Selbstverwaltung der Groß- Sohnes wiedererkannt und das damals sofort der Polizei mitgeteilt Funktionäre. 5. Parteiangelegenheiten.- Bablabend und Bahl- Berliner Gemeinde, die Beratung gemeinsamer Sommunal hatte, hat jetzt folgende, vom 4. Januar 1918 datierte Buschrift morgen fallen in diesem Monat aus. Beiträge werden in der Ver- angelegenheiten dieser Gemeinden, die Schaffung einer Aussammlung von 8 bis 9 Uhr entgegengenommen. funftsstelle für Gemeindefragen unter Ausschluß der Erörterung Johannisthal. Die am 8. Januar fällige Mitgliederversammlung allgemeinpolitischer und religiöser Angelegenheiten. Wie ernst des Wahlvereins findet umständehalber erst am Mittwoch, den es den Machern damit ist, beweist der Punkt 4 der Aufgaben15. Januar, statt. liste, nach der vorgesehen ist, die Abwehr sozialdemokratischer Bestrebungen in den Groß- Berliner Gemeinwesen". Die Leute spotten ihrer selbst und wissen nicht wie: Für wirkliche Selbstverwaltung ist in erster Linie die Sozialdemokratie eingetreten. Wir glauben nicht, daß das sonderbare Gebilde besonderes leisten wird. Unsere Gegner in den Gemeinden bekämpfen uns so wie so, weil unsere Genossen es sind, denen die Wahrung des Algemeininteresses am Herzen liegt, und sie werden sich im Kampfe gegen die Privatinteressen der heutigen Mehrheiten der Klassenparlamente nicht irre machen lassen. Alt- Glienicke. Zahlabend sowie Lefeabend fallen im Januar aus, dafür findet am Sonnabend, den 18., die Generalversammlung bes Wahlvereins statt. Weißenfee. Heute abend pünktlich 8 Uhr findet bei Beufert, Berliner Allee 251, der letzte Vortrag des Genossen störsten über: Die Rechte aus dem gewerblichen Arbeitsvertrag" statt. Die Beteiligten wollen vollzählig zur Stelle sein. Rudow. Am Donnerstag, den 12. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Lofal von Wedler: Vierteljahresversammlung des Wahlvereins. Es ist eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen. " In den Vorstand des nunmehr zu Recht bestehenden Bohnsdorf. Umständehalber findet die Mitgliederversammlung Bürgerbundes wählte man Herrn Leidig und zwar zum ersten anstatt am Mittwoch, den 8. Januar, erst am 22. Januar statt. Vorsitzenden. Sein Stellvertreter wurde Kommerzienrat Friedrichshagen. Mittwoch, den 8. Januar 1913, abends 8 Uhr, Bute- Berlin, das Amt des Schriftführers erhielt Dr. bei Lerche, Friedrichstr. 112: Gemeinschaftlicher Bahlabend. 1. Bortrag des Herrn W. Wolter über Neuter. 2. Mit Tänzler- Friedenau und das des Schatzmeisters Kommerzienrat Fischer Neukölln. teilungen. Schenkendorf bei Königs- Wusterhausen. Am Donnerstag, den 9. Januar, abends 8 Uhr: Deffentliche Versammlung bei Otto Bätsch. Das Referat hat Genosse Sofer übernommen. Am Mittwoch, den 8. Januar, abends 7 lhr: Flugblattverbreitung von bekannter Stelle aus. = Nach Aeußerungen, die in der Gründungsversammlung fielen, zu schließen, will man auch der Propaganda für Herbeiführung einer modernen Wohnungspolitik den Kampf ansagen. Die nächste Möbelmesse am 300( Ausstellung von WohnungsKgs.- Wusterhausen u. Umg. Am Donnerstag, den 9. Januar, einrichtungen), als deren alleinige Veranstalterin die Tischlerabends 7%, Uhr, findet im Lokale der Ww. Wedhorn, eine öffentliche innung zu Berlin zeichnet, findet von 22. Februar bis 11. März Versammlung statt, in der der sozialdemokratische Kandidat Genosse 1913 in der Ausstellungshalle am 800 zu Berlin statt. Sofer( Gutsbesizer) seine Kandidatenrede halten wird. Hierzu bindung mit der Möbelmeffe veranstaltet die Tischlerinnung zu In Verfindet am Mittwoch, den 8. Januar, abends 7 Uhr, in den einzelnen Berlin eine Ausstellung von Gesellerstücken. Orten von den bekannten Stellen die Handzettelverbreitung statt. Möbelmesse nebst Ausstellung von Gesellenstücken ist auch dieses Der Eintritt zur Auch sei darauf hingewiesen, daß am Mittwoch der Zahlabend abge- Mal frei. halten wird. Botsdam. Die Wahlvereinsversammlung findet am Mittwochabend 8 Uhr im Lokal Glaser in der Kaiser- Wilhelm- Straße statt. Unter anderem wird Bericht über die legte Streisgeneralversammlung ingBornim erstattet werden. Berliner Nachrichten. Ein Notschrei der Veteranen. Der Polizeipräsident. Polizeibezirksamt Berlin- Mitte. Tageb. Nr. 4923. II. B. 12. Durch die auf Ihre Anzeige bom 7. Dezember 1912 ans gestellten Ermittelungen ist nunmehr zweifelsfrei festgestellt, daß der in der Nacht zum 25. August 1912 in der Münzstraße er= schossene Mann mit Ihrem Sohne, dem Fürsorgezögling Arthur Fischer, 2. Juni 93 in Cöpenick geboren, identisch ist. Die Berichtigung der Personenstandsregister wird durch das Leichen schauhaus zu Berlin veranlaßt werden, wo Sie auch event!. weitere Nachfrage halten wollen. Die Akten über den Fall werden der Königlichen Staatsanwaltschaft I Berlin zum Aftenzeichen 39 1 Nr. 396 12 übersandt. J. A.: Walter, Krimnalkommissar. Daß die Polizei sich merkwürdig lange besonnen hat, ehe sie die ihr mitgeteilten Beweismittel hinreichend prüfte, ist im Vorwärts" bereits hervorgehoben worden. Die Ausprobierung der bei dem Erschossenen gefundenen Schlüssel, die von Verwandten Arthur Fischers als die ihrigen bezeichnet worden waren, wurde von einem Bolizeibeamten an Ort und Stelle erst ausgeführt, nachdem der Vorwärts" auf diese Langsamkeit hingewiesen hatte. nach dem Verbleib der Lei che ihres erschossenen Sohnes angestellt. Die Mutter des Erschossenen hat inzwischen Nachforschungen Von der Polizei wurde sie an die Leichensammelstelle Berlins ge= wiesen, doch erhielt sie hier noch am 4. Januar von der Frau des Inspektors die Auskunft, sie dürfe nichts sagen, weil die Leiche noch nicht refognosziert sei. Am 4. Januar verlangte die Mutter auf dem Polizeipräsidium auch, daß die an diesem Tage immer noch aushängenden Photographien ihres Sohnes endlich zurückgezogen wurden. ein noch unbekannter, ungefähr 35 bis 40 Jahre alter Mann. Ein Erstarrt aufgefunden wurde gestern früh in Lichtenberg furter Allee 180 in halbfißender Stellung hilflos in einer Gde Schuhmann, der den Mann gegen 5 Uhr vor dem Hause Franktauern sah, nahm sich seiner an und stellte dabei fest, daß die Eine Lehrerstochter als Erpresserin. Eine überraschende Auf- Glieder des Kranken erstarrt waren. Er hob ihn in eine Droschke tlärung fanden Erpressungen, die seit einiger Zeit in Berlin und und fuhr mit ihm nach dem Krankenhaus am Friedrichshain. Vororten berübt und versucht wurden. Nettoren, Lehrer, ehemalige Sier fonnte der Arzt aber nur noch seinen Tod feststellen. Der Bürgermeister und Hausbesitzer erhielten Briefe, in denen sie unglückliche war unterwegs verstorben. Wahrscheinlich ist der Un aller möglichen Vergehen und sogar Verbrechen beschuldigt wurden. bekannte, dessen Leiche nach dem Schauhause gebracht wurde, erMan drohte ihnen, alles an die Oeffentlichkeit bringen zu wollen, fooren, als er sich dort zum Schlaf niederließ oder von einem wenn sie nicht eine bestimmte Summe auf einem bezeichneten Unwohlfein befallen, ohnmächtig zusammenbrach. Postamt für den Briefschreiber unter einer angegebenen Chiffre Mit ihren vier Kindern bewußtlos aufgefunden wurde am Sonns niederlegen sollten. Während einige Empfänger sich um die tag die Frau des Glasermeisters Weinberg, Eberthstr. 21. Es stellte Sendungen gar nicht weiter fümmerten, schlugen andere den sich heraus, daß Frau W. in einem Nervenanfall die Gashähne der Eine Versammlung der Kriegsveteranen von 1848, 1864, 1866 und richtigeren Weg ein und übergaben sie der Polizei. Kriminal Schlafzimmer geöffnet hatte, um mit den Kindern in den Tod zu 1870 und 71, die sehr zahlreich besucht war, tagte Sonntag vormittag beamte beobachteten nun das angegebene Postamt. Längere Zeit gehen. Herbeigeholte Aerzte riefen die Bewußtlosen ins Leben im Lehrervereinshaus. Der Vorsitzende Dätert gab bekannt, daß ereignete sich nichts. Endlich erschien eine Dame, um Briefe mit zurück. die am 10. November vorigen Jahres beschlossene Petition zu der bezeichneten Chiffreadresse abzuholen. Es waren Briefe vergunsten der Veteranenunterstüßung an den Landtag und Reichs- schiedener Art mit demselben Zeichen da. Die einen stammten nach Maschinenfchloffer Otto Zeller aus der Mittenwalder Straße 16 Arbeits- und Mittellosigkeit haben Sen 27 Jahre alten tag abgegangen sei. Der Landtag habe sich für unzuständig erklärt, den Aufdrucken von Briefmarkenhändlern. Man glaubte nun zu in den Tod getrieben. In seiner Verzweiflung erhängte er sich im Reichstage sei die Petition am 11. Dezember an die Abge- nächst, daß die Dame Briefmartensammlerin sei, und daß der in der vergangenen Nacht in seiner Schlafftube. ordneten verteilt worden. In privater Rücksprache hätten Abge- Expreffer zufällig auch ihre Chiffreadresse gewählt habe. An einem ordnete aller Parteien den Veteranen ihre Unterstützung zugesichert. Beweise, daß sie die Erpresserbriefe geschrieben habe, fehlte es Zu der Familientragödie in der Lychener Straße, über die wir Es sei zu hoffen, daß die Forderungen der Petition, wenn also, obwohl sie auch die Antworten mitnahm. Man' dachte um am Sonnabend berichteten, werden wir gebeten mitzuteilen, daß auch nicht im vollen Umfange diesmal erfüllt werden. In der so mehr an einen Irrtum, als man ermittelte, daß die Dame Schülick, der sich hinreißen ließ, auf seine von ihm getrennt lebende Eingabe, die hierauf zur Verlesung gelangte, wird die Gewährung die 29 Jahre alte Tochter eines verstorbenen Schullehrers aus Frau zu schießen, die Frau nicht mißhandelt habe. Die Ehe zwischen der Kriegsinvalidenrente an alle Kriegsteilnehmer gefordert, die einem Berliner Borort war. Zur Vorsicht suchten Beamte sie beiden Leuten fei von Anfang an recht unglücklich gewesen. darauf Anspruch erheben. Ferner wird verlangt, daß die Ver- aber doch in ihrer Behausung auf und überraschten sie dabei, als Gründe familiärer Natur hätten zu dem Bruche geführt. Schulic teilung des Ehrensoldes von 10 W. monatlich ohne Rücksicht auf sie gerade die Eingänge auf die Exprefferbriefe wieder beantwortete. fei sonst ein ruhiger, fleißiger Arbeiter gewesen. die Parteistellung, die Gebrechlichkeit und Bedürftigkeit des Vete- Jetzt war fein Zweifel mehr und die Briefschreiberin wurde verranen vorgenommen werde. Das bisherige Siebungssystem züchte haftet. Wie viele Briefe sie außer an die Leute, die Anzeige übt hat am Sonnabendabend der Dragoner Busch von der zweiten Selbstmord eines Soldaten. In der Kaserne Selbstmord ben nur Heuchler und Simulanten. Eine erhebliche Belastung des machten, noch geschrieben hat und wie viele Opfer ihr ins Garn Meiches werde schon deshalb nicht eintreten, weil die Zahl der gegangen sind, um Scherereien zu vermeiden, bedarf noch der Eskadron des 1. Dragoner- Regiments. Der lebensmüde Soldat Veteranen mit jedem Jahre geringer werde. Die Aeltesten der weiteren Untersuchung. Jut Interesse der Ermittelungen wäre es schoß sich mit seinent Dienstgewehr eine Kugel in den Kopf, die Veteranen zählten über 90 Jahre, das Durchschnittsalter fei gut, wenn alle Briefempfänger sich bei der Kriminalpolizei meldeten. feinen sofortigen Tod herbeiführte. Was ihn zu diesem Schritt 70 Jahre. In der sehr lebhaften Debatte wurde betont, daß die veranlaßt hat, ließ sich nicht feststellen. Die Leiche wurde nach dem Beteranen für keinen Fall auf die öffentliche Wohltätigkeit Freikarten für Flußbadeanstalten. Die Deputation für das Garnisonlazarett in Tempelhof gebracht. angewiesen jein sollen. Sie hätten ihr Gut und Blut für das städtische Turn- und Badewesen hat in ihrer Leßten Sigung Vaterland eingesetzt, und damit den Anspruch erworben, in ihren beschlossen, außer den Gemeindefchülern auch den Pflichtfort- Drei unbekannte Leichen, zwei weibliche und eine männliche, alten Tagen vor Not geschützt zu werden. Von dem berüchtigten bildungsschülern sowie ebenfalls vom 1. April d. J. ab den Pflicht- wurden am Sonnabend an verschiedenen Stellen aufgefunden. Aus Stornblumentage hätte bis jest nonch kein Veteran einen Pfennig fortbildungsschülerinnen Freifarten für die städtischen Flußbade- der Havel gelandet wurde bei Grunewald die Leiche eines ungefähr erhalten. Eine Reihe ähnlicher Unternehmen benute das Veteranen- anstalten zu gewähren. Für die Voltsbadeanstalten soll ihnen die 20-25 Jahre alten Mädchens. Die Tote, die nach der Halle in elend, um im Trüben zu fischen. Die Veteranenvereine in ganz felbe Ermäßigung wie den Gemeindeschülern für Benutzung der Schildhorn gebracht wurde, ist 1,65 Meter groß und hat dunkelDeutschland wurden aufgefordert, sich dem Vorgehen ihrer Berliner Brause- und Schwimmbäder bewilligt werden. Es werden also die blondes Haar. An der Oberlippe hat sie eine Schnittwunde. Bea Kameraden anzuschließen. Pflichtfortbildungsschüler und Schülerinnen in Zukunft für ein fleidet war sie mit einer hellblauen Bluse mit dunklen Streifen, Brausebad nur 5 Bf. und für ein Schwimmbad nur 20 Pf. zu einem dunkelblauen Rod, einem dunkelgrauen Ulster, schwarzen zahlen haben. Auch das Honorar für den Schwimmunterricht soll Strümpfen, braunen Schnürstiefeln, braunen Glacéhandschuhen für sie auf die Hälfte 2,50 M. herabgesetzt werden. Diese und einem blauen Gürtel. Außerdem trug sie goldene Ohrringe Beschlüsse bedürfen noch der Zustimmung der Gemeindebehörden, mit blauen Steinen und einen Verlobungsring, der W. R. 12. 5. 18 Die Gastwirte gegen die Steuerpläne des Magistrats. Auf den am Freitag zwischen den Berliner Brauereien und Gastwirten in der Biersteuerfrage ausgebrochenen Konflikt nimmt . " gezeichnet war. Ihr Taschentuch war. gezeichnet. Erhängt die dem Minderbemittelten gelegentlich zugute fommen fönnen, zu 1 noch einige Redner für die Erhöhung des Zuschlages gefprochen, aufgefunden wurde in Tegel, im Jagen 64, ein ebenfalls ungefähr begeifern. Die Fiktion ist eben, daß in dieser vornehmen" Ge- wurde eine Resolution gegen zwei Stimmen angenommen, in 20-25 Jahres altes Mädchen. Die Unbekannte ist auch etwa meinde fich von Rechts wegen überhaupt keine Proletarier auf welcher die Versammelten einer Erhöhung der Grundwertsteuer 1,65 Meter groß und schlank, hat dunkelblondes Haar, ein läng- halten dürfen. und eventuell auch des Steuerzuschlages das Wort reden. liches Gesicht und hellbraune Augen und trug eine blaue, seidene übrigen verpflichten sich die Versammelten, im umfangreichsten Maße für unsere Ideen zu wirken. Genosse Schmidt gab noch bekannt, daß in der letzten Gemeindes Bluse mit Spisentragen, ein dunkles Tuchkostüm, einen dunklen Charlottenburg. Filzhut und schwarze Schnürschuhe und Strümpfe. Ihre Wäsche Potsdam. Im ist H. C. gezeichnet. In einer schwarzen Ledertasche hatte sie Eine Bermehrung der Zahl der befoldeten Magistratsmitglieder vertretersizung eine Sommission gewählt worden sei, die die Bor din Portemonnaie mit 1,07 M. Außerdem trug sie eine goldene um einen Stadtrat beantragt der Magistrat bei den Stadtverord- arbeiten für einen zwischen den Orten Mahlsdorf, Biesdorf und Uhrfette mit Medaillon und eine Halskette mit einem daran- neten. Die infolge der großstädtischen Entwickelung der Stadt Kaulsdorf zu gründenden Zweckverband in die Wege leiten solle. hängenden Kinderbildnie. Die Leiche wurde nach der Halle in Charlottenburg eingetretene Vermehrung der Geschäfte der Schul- Da aber die genannten Orte vielfach Verträge von verschieden Plößensee gebracht. In den Weißensee gesprungen und ertrunken verwaltung hat eine starke Ueberlastung des Stadtschulrats langer Dauer mit anderen Orten betr. Lieferung von Wasser, Gas, ist am Sonnabendnachmittag ein etwa 50 Jahre alter unbekannter mit sich gebracht. Die außerordentliche Zunahme der Geschäfte gab Abnahme der Kanalisationsabwässer usw. abgeschlossen haben, so Mann, dessen Leiche bald darauf gelandet wurde. Der Tote ist bereits Anfang 1912 den Anlaß zur Abtrennung der Angelegen- fei die Ausführung dieses Projettes noch in weite Ferne gerüdt. etwa 1,70 Meter groß und schlank, hat graues Haar und Spitbart, heiten des Fortbildungsschulwesens und der Kunstgewerbe- und Genosse Arnold machte bekannt, daß am Sonntag, den 5. Januar, ein hageres Gesicht und blaue Augen und trug einen graugestreiften Handwerkerschule vom Dezernat des Stadtschulrats und zur Ueber eine von bürgerlicher Seite einberufene Versammlung in Götes Ulster, einen schwarzen Jackettanzug und schwarze Stiefel. Sein tragung an einen unbesoldeten Stadtrat. Auch der Besuch der Fort- Berggarten sich mit demselben Thema befassen werde; er forderte Trauring war C. H. 1136 gezeichnet. bildungs- und Fachschulen hat sich nun im letzten Jahrzehnt sehr die Genossen auf, sich zahlreich daran zu beteiligen und im Sinne start entwickelt, und eine den Anforderungen der heutigen Zeit ent- der Resolution zu wirken. Radrennen im 300. Sonntag, 5. Januar. An der sprechende Neuordnung der Fach- und Fortbildungsschulen hat sich Stätte, wo vom 8.- 14. Januar das sechste Berliner Sechstage- als dringend notwendig erwiesen. Es handelt sich vor allem um Rennen vor sich gehen soll, fand am Sonntagabend die Einweihung den Ausbau von vier gesonderten Lehranstalten: einer Pflichtfortder neuerbauten Stennbahn durch einige Rennen statt, die zum Teil bildungs- und Gewerbeschule, einer Kunstgewerbe- und Handwerker- Abladeplages in der Großen Fischerstraße lag ein Kahn des SchiffsVor der Abfahrt tödlich verunglückt. Am Bollwerk des städtischen ganz gute Besetzungen aufwiesen und ein zahlreiches Publikum her- schule, einer Handelsschule und einer Fortbildungsschule für Ar- eigners Hermann Nölte aus Garz a. H., der bereits gelöscht war Beigelockt hatten. Die Hauptnummern des Abends bildeten ein beiter. Alle diese Anstalten sollen in eigenen Gebäuden auf den und am Sonnabend die Heimfahrt antreten sollte. internationales Match zwischen Arend, Grenda, Hoffmann und Stol, fürzlich erworbenen Zimmermannschen Grundstücken am Spreebord in der siebenten Morgenstunde, die Anker zu lichten und setzte die N. bemühte sich das in drei Läufen gefahren wurde, und ein Stundenrennen. Das errichtet werden. Da die Durchführung dieser umfangreichen Pläne Winde in Bewegung. Auf dem feuchten Werded glitt er aus und Match gewann Stol, der in zwei Läufen Erster wurde, vor die Kräfte eines ehrenamtlichen Magistratsmitgliedes über Gebühr die durch das Gewicht der Anker rotierende Kurbel schlug ihm mit Grenda, der im ersten Lauf gestürzt war und im zweiten Lauf den in Anspruch nehmen würde und es wünschenswert ist, den Stadt- solcher Wucht gegen den Kopf, daß er am Kopf schwere Verlegungen ersten Blaz befette. Hoffmann und Arend kamen nicht in Betracht. schulrat noch weiter zu entlasten, sollen dem neuen Stadtrat neben erlitt. Man schaffte N. ins städtische Krankenhaus, wo er jedoch Stundenrennen. 200, 100, 50, 30 und 20 Mark. der selbständigen und verantwortlichen Leitung des Fortbildungs- unter den Händen der Aerzte verstarb. 1. A. Saldow, 39,700 Kilometer; 2. W. Techmer, 1½ Länge; und Fachschulwesens auch noch einige jetzt zum Dezernat des Stadt8. Rudel, 1 Stunde zurück; 4. Finn, Länge; 5. Kudela. schulrats gehörende Geschäfte übertragen werden., 16 Fahrer stellten sich dem Starter und wird in flottem Tempo ge- Der städtische Arbeitsnachweis Charlottenburg hat am 1. Jafahren. Verschiedene Prämien zu 10 M. sorgen dafür, daß zahl- nuar seine Frauenabteilung Osten nach der Augsburger werksneubau bittet uns der Vertreter der Firma Franke u. Bergholz, Zu unserer Meldung über den Giebelwandeinsturz am Wassers reiche Spurtrunden das Rennen beleben. Doch zum eigentlichen Straße 13( Ede Bayreuther Straße) verlegt. Die neuen Räume die als Generalunternehmerin bei dem Bau fungiert, mitzuteilen, Kampf tommt ea vorläufig noch nicht. Miquel, ein aussichtsreicher Fahrer, kommt wegen Raddefekts find bedeutend größer als die bisherigen, wodurch es in Zukunft daß der Oberbau des Maschinenhauses von dem durch Gemeindeaus dem Rennen. Auch sonst lichten sich die Reihen möglich sein wird, neben der Vermittelung von Dienstpersonal, befchluß bestimmten Unternehmer Heinrich Dauth, Architekt und und nach Wasch- und Reinemachfrauen, Plätterinnen, Näherinnen usw. auch Maurermeister in Hohen- Neuendorf ausgeführt wurde. der halben Stunde sind nur noch 10 Mann im Felde. Nach der 35. Minute unternehmen Saldow und Techmer einen energischen sowie von kaufmännischen Angestellten in größerem Umfang als die Vermittelung von höherem Erziehungs- und Wirtschaftspersonal, Spandau. Borstoß und durch geschickte Ablösung gelingt es ihnen nach kurzer bisher zu betreiben. Die Vermittelung für diese Berufe wird Jagd eine Runde zu erobern. Nettelbeck versucht allein, diesem Beis in den Vormittagsstunden von 9-12 Uhr in eigens für diesen Fehrbelliner Tor Ein Unglücksfall ereignete sich vorgestern nachmittag vor dem spiel zu folgen, doch ohne Erfolg. Er bemüht sich bis zum Schluß Zweck zur Verfügung stehenden Räumen stattfinden. Ein neunjähriger Knabe fam aus einem Hause Am der Schönwalder Allee und wollte nach der andern Seite der Straße, für Tempo zu sorgen und erntet lebhaften Beifall, kann es jedoch 1. Januar wurde der Abteilung Often eine Lehrstellenvermittelung wo auf dem freien Gelände Kinder spielten. Er ließ den gerade nicht verhindern, daß in der Schlußrunde Rudel, Finn und Kudela fowie eine Berufsberatungsstelle für Frauen und Mädchen ange- vom Stadtpart her kommenden Straßenbahnwagen vorbei und wollte vor ihm enden. Saldow und Techmer fämpfen allein um den ersten gliedert. Platz und siegt Saldow sicher vor seinem Gegner. weihungspreis mit vier Vorläufen und einem Hoffnungslauf Neukölln. Der Ein wird von Hoffmann vor Finn, Rudel, Techmer und Schrage gewonnen. Hohen Neuendorf. Bernau. dicht hinter ihm die Gleise überschreiten. Er hatte aber nicht bemerkt, daß vom Zehrbelliner Tor her ein Wagen sich genähert hatte. Von diesem wurde er erfaßt, zu Boden gerissen und überfahren. Der Bildungsausschuß veranstaltet am Donnerstag, den Der Wagen hielt sofort, als der Wagenführer das Unglück wahrge Jm Troftfahren siegt Schwab vor Stechun, 9. Januar, abends 8 Uhr, in Bartschs Festsälen, Hermannstr. 49, nommen hatte. Durch den Feuermelder der Oberförsterei wurde die b. Nazmer und Ganzevoort. einen Rezitationsabend. Vortragender ist Herr Ludwig Hardt, der Feuerwehr alarmiert, die den Wagen anhob; man fand den Knaben Im Metropoltheater hat die Direktion in die neue Rebue teils aus eigenen Werten, sowie auch aus solchen anderer modernen in schrecklich zerstückeltem Zustand tot vor. Die Körperteile wurden ein Gastspiel von Otto Reutter eingeschoben, der vor dem Dichter rezitieren wird. Billetts à 20 Pf. find am morgigen Zahl- alsdann geborgen. Der verunglückte Knabe heißt Fensch und befand Bublifum einen Sad voll wißiger Couplets ausschüttet. Wahre abend sowie an folgenden Stellen zu haben: Restaurant Pfeiffer, sich in Pflege bei dem Pföriner eines Landhauses an der SchönLachfalven entfesseln die politisch- fatirischen Sachen, in denen er Hermannstr. 49; Gemmeder, Kaiser- Friedrichstr. 232/33; Meier, walder Allee. sich an die Verspottung des Reichstanzlers heranwagt, wie auch Nachf. Richter, Prinz- Handjerhstr. 3; Karl Richter, Mahlower die übrigen Spottverse auf das so große Berlin. Seine Sorge, Straße 7/8, Ede Weisestraße; Parteispeditionen: Nedarstr. 3, Siegdaß er hier im Metropol vielleicht nicht gefallen, und daß er friedstraße 28. Ein langjähriger braver Genoffe, der Putzer Albert Adamid dann sein Bündel schnüren könnte, dürfte wohl unbegründet sein. Köpenick. in Schönow, ist der Organisation am Sonnabend durch den Tod Von einem schweren Verlust ist eine arme Frau mit fünf Heinen franken Kindern( ihr Mann befindet sich in der Nerven- für Fabrikarbeiter und Fabritarbeiterinnen lehnte mit großer Mehr- der Partei zu stellen, war Adamick auf dem Boſten. Für ſeine Die außerordentliche Generalversammlung der Unterstützungskasse entrissen worden. Immer, wenn es galt, feine Kraft in den Dienst heilstätte Beelik) betroffen worden. Als dieselbe am Freitag, den heit den zum zweiten Mal vorliegenden Antrag auf Zulaffung als Pflichttreue werden die Genossen dem Verstorbenen ein ehrendes An3. cr., ihre Unterſtüßung von 16,25 M. in Empfang genommen besondere Drtskrankenkasse ab. Die Vertreter der Arbeitnehmer denken bewahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. Jahatte, benutzte sie die Straßenbahn Nr. 45 und fuhr von der stimmten geschlossen gegen das Fortbestehen der Kasse und somit für nuar, nachmittags 3%, Uhr, in Schönow statt. Die Genofsinnen und Adalbertbrüde nach Pantow. Als sie nach Hause fam, war ihr die Verschmelzung der beiden bestehenden Ortskrantenkaffen. Von Genossen werden ersucht, nach Möglichkeit dem Toten das letzte GePortemonnaie mit Inhalt verschwunden. Dasselbe kann nach An- den Arbeitgebern wurde alles versucht, um für den Bulaffungsleit zu geben. ficht der Frau nur in der Straßenbahn verloren gegangen fein. antrag eine Mehrheit zu erlangen, wie ja auch die Versammlung Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe unverzüglich an Frau eigens zu diesem Zwed auf Betreiben der Arbeitgeber einberufen Wende, Pankow, Gottschalfstr. 6, vorn III, abzugeben. wurde. Vergebens. Ab 1. Januar 1914 wird eine einheitliche Orts frankenkasse für Köpenid bestehen. Zu wünschen ist, daß die Arbeits geber in der Tat immer so warm für die Interessen der Versicherten eintreten, wie sie es bei dieser Gelegenheit wiederholt in Worten bersicherten. Vorort- Nachrichten. Kaulsdorf. Nehmt Einsicht in die Landtagswählerliste! Zur Landtagswahl im Streise Beeskow- StorfotoTeltow Berlin- Wilmersdorf liegen die Wählerlisten am 8., 9. und 10. Januar zur Einsicht öffentlich aus. Pflicht jedes Wahlberechtigten ist es, sich zu vergewissern, ob sein Name auch in der Liste vermerft ist. Wer nicht in Steglitz. Von 8-3 und 5-7 Uhr abends im Hause Schloßftr. 36, 2 Treppen, Zimmer 34. Ferner fann in allen 13 Bezirkslokalen die Einfichtnahme in die Wählerliste erfolgen. Treptow- Baumschulenweg. Im Rathaus Neue Krug- Allce 1-3, Zimmer 1, von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags. Für diejenigen, die verhindert sind, baben sich zur Einficht in die Liste folgende Genossen bereit erflärt: Ringeltaube, Graeßftr. 1; Mittmann, raekſtr. 15; Scholze, Gregstr. 49; Haufer, rachitr. 68; Gollicz, Kiefholzftr. 19; Gramenz, Stiefholzstr. 412; Graupe, Stiefholzftr. 35; Kunze, Elſenſtr. 106; Meyer, Am Treptower Bart, Ede Buderſtraße; Hofmann, Am Treptower Bart, Ede Starpfenteichstraße; Erbe, Baumschulenstr. 14; Müller, Baumschulenstr. 14; Krause, Marienthalerstr. 26; Boche, Baume schulenstr 67; Stienaft, Baumschulenstr. 7; Haufschild, Kiefholzftr. 180; Gülle, Marientbalerstr 2. Mit der Finanz- und Steuerpolitit in unserer Gemeinde der Liste steht, darf nicht wählen. Die Wählerlisten liegen in beschäftigte sich eine außerordentliche Mitgliederversammlung nachstehenden Orten wie folgt aus: des Wahlvereins. Gemeindevertreter Genosse Schmidt gab zunächst einen Ueberblick des Standes der Finanzen, woraus hervorgeht, daß bei Feststellung des Etats für 1913 eta 28 000 M. gegen den vorjährigen Etat mehr einzustellen sind, darunter für Amts- und Gemeindeverwaltung 7000 M. In dieser Summe ist das Gehalt für einen eventuell anzustellenden besoldeten Gemeindevorsteher mit einbegriffen. Für die Schulverwaltung sind durch Anſtellung von neuen Lehrkräften 15 000 M. notwendig. Da die Gemeinde über besondere Ginnahmequellen nicht verfügt, so muß zur Deckung der Mehrausgaben nach neuen Steuern Umschau gehalten werden. In erster Linie käme eine Erhöhung der Grundwertsteuer in Frage, und zwar soll von unserem Genossen in der Gemeindevertretung beantragt werden, für unbebaute Grundstücke 5 M. pro Mille( bisher 2,40 M.) und für bebaute Grundstücke 3 M.( bisher 2,40 M.) zu erheben. Das würde eine Mehreinnahme von ungefähr 30 000 M. ergeben. Es ist jedoch zu befürchten, daß die aus Bauern zusammengesette Mehrheit in der Gemeindevertretung diesen Vor- Köpenick. Im Rathaus Zimmer 28, bon morgens 8 bis mittags 1 ubr schlag in der angegebenen Höhe ablehnen wird. Weiter ist auch vom und nachmittags von 3-6 Uhr. Für diejenigen, die verhindert sind, die Genossen Schmidt die Erhöhung des Zuschlages zur Staatsein- Lifte selbst einzusehen, haben die Genoffen in den einzelnen Bezirken, in tommensteuer um 10 Broz. auf 130 Proz. in Anregung gebracht, denen Plakate ausgehängt sind, die Einsichtnahme übernommen. damit notwendige soziale und hygienische Forderungen nicht immer Zur Einsichtnahme in die Liste versehe sich jeder mit mit der einfachen Motivierung abgelehnt werden können, daß kein Legitimation, als solche gilt der Steuerzettel. Geld vorhanden ist. Einsichtnahme haben sich bereit erklärt die Genossen Restaurateure Gobin, Johannisthal. Im Gemeindebureau, Rathaus, von 8-3 Uhr. Zur Roonstr. 2; Senftleben, Friedrichstr. 49; Trautmann, Waldstr. 6; Artner, Kaiser- Wilhelmstraße; Hoffmann, Barbiergeschäft, Kaiser- Wilhelmstr. 12; Steuer, Berkaufsstelle der Konsumgenossenschaft. Bürgertum kontra Gänsebraten. Den altbewährten Ruf, in sozialpolitischen Dingen um drei Jahrzehnte hinter anderen Gemeinden zurückzubleiben, sucht Wilmersdorf mit peinlicher Gewissenhaftigkeit aufrechtzuerhalten. Diese Rückständigkeit äußert sich selbst in Kleinigkeiten. Als die Stadtverordnetenversammlung sich vor zwei Jahren zur Gründung einer Seefischhandlung unter städtischer Aufsicht aufschwang, erhob fich ein mörderisches Geschrei, weil in der Fischhalle auch Räucherwaren ausgeboten wurden. Am 1. November 1911, also vor 14. Monaten, faßte die Stadtverordnetenversammlung nach langen Teuerungsdebatten, bei denen nichts herauskam, den Beschluß, am Ort eine Volksküche zu gründen. Die Ausführung dieses Beschlusses wurde dem Magistrat aber unmöglich gemacht. Gigene Räume konnte die Stadtgemeinde nicht zur Verfügung stellen, die Abgunst der Hausbefizer ließ es trotz der vielen leerstehenden Läden aber nicht zu, daß der Magistrat zu einem Mietslotal fam; feiner der Herren wollte zu dem gemeinnüßigen Zwed sein Haus entweihen lassen. Von der Gründung einer städtischen Einrichtung nahm der Magistrat dann Abstand; er übertrug der Berliner Bolts Kaffee- und Speisehallengesellschaft die Einrichtung einer Speise halle in Wilmersdorf, und dem glücklichen Umstand, daß der Befizer eines Hauses in der Lauenburger Straße zugleich dem Vorstand der erwähnten Gesellschaft angehört, ist es zuzuschreiben, daß wenigstens dieser Einrichtung eine Unterkunftsstätte dargeboten wurde. Bei der Eröffnung des Unternehmens am 6. Ot Hierauf hielt der Stadtverordnete Genosse Düwell einen Vortober wurden die üblichen Reden gehalten. Ein Vorstandsmitglied trag über: Finanz- und Steuerpolitik in Stadt und Gemeinde". der Gesellschaft, der frühere gothaische Staatsminister v. Sentig, In turzen Worten führte er der Versammlung vor Augen, mit fagte dem Sinne nach, daß die Einrichtung der Halle als bürger- welchen Schwierigkeiten unsere Vertreter in Stadt und Gemeinde zu kämpfen haben, um ihren Forderungen Geltung zu verschaffen. liches Restaurant nicht allein den Armen und Glenden, sondern Am rüdständigsten zeigten sich stets die Besitzenden, wenn in sozialer auch anderen Bevölkerungsschichten Gelegenheit zur leiblichen Er- Hinsicht etwas geleistet werden soll. Sie hätten nur das eine Interquidung darbieten sollte. Die Speisehalle erfreut sich denn auch effe, den Nutzungswert ihres Besizes zu erhöhen. Pflicht der GeMarktpreise von Berlin am 4. Jaunar 1913, nach Ermittelungen eines zahlreichen Besuches, und man erhält für ein verhältnis meinden sei es, zu den Lasten in erster Linie die tragfähigen des fönigl. Polizeipräsidiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 19,72 mäßig geringes Geld gute und auch abwechselungsreiche Kost. Aber Schultern heranzuziehen. Das ließe sich wohl durch Besteuerung 16,98-17,00, mittel 16,94–1696, geringe 16,90-16,92( ab Bahn). Futterbis 19,80, mittel 19,56-19,64. geringe 19,40-19,48. Roggen, gute Sorte gerade dieser Umstand fügte es, daß die konservative Bürgerschaft des Grund und Bodens durchführen. Die Besitzenden aber ver- gerfte, gute Sorte 17,40-18,00, mittel 16,70-17,30, geringe 16,00-16,60. gegen eine Einrichtung, der sie von Anfang an nicht grün war, zu ständen es ausgezeichnet, diese Baften wieder auf die niedere Be Safer, gute Sorte 18,80-20,20, mittel 17,30-18,70( frei Wagen und ab rebellieren begann. Der Speisezettel bot nicht nur Erbsensuppe, völkerung abzuwälzen. Die gerechteste Verteilung der Lasten bleibe Bahn). daher die Erhöhung des Zuschlages zur Staatseintommensteuer. Marttballenpreise 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen sondern zuweilen auch Kotelette mit Spargel, ja sogar Gänse- Bon Wichtigkeit sei, daß die Amtstätigkeit des jeßigen Gemeinde- 30,00-50,00. Speiſebohnen, weiße, 36,00-50,00. Linien 35,00-60,00. braten; beide Delikatessen wurden für 40 Pf. die Portion verab- vorstehers zum 1. April d. J. abläuft. Die Mehrheit der Bauern Startoffeln( Kleinbdl.) 5.00-8.001 Ailogramm Simblife on der Steule folgt. Die Entrüstung hierüber kam dieser Tage im konservativen sowie auch andere Vertreter trügen sich mit dem Gedanken, aus stalbfleisch 1,40-2,40. Gammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. 60 Stüd 1,70-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,40-1,80. Lokalblatt zum Ausdruck. Auch etliche Stadtverordnete fanden die Sparsamkeitsrücksichten wiederum einen unbefoldeten Borsteher zu Eier 4,80-7.20. I Kilogramm Starpten 1,40-2,40. Aale 1,60-3,20. Bander erwähnten Speisen kommentwidrig. Es wurde über„ Auswüchse" wählen. Diese Sparsamkeit sei jedoch eine verkehrte. Von großem 1,40-3,60. Bariche 1,00-2,40. Hechte 1,40-2,60. gejammert, über" falsche Sozialpolitit", über" Vernichtung des Wert wäre die Anstellung eines besolbeten Vorstehers. Die dadurch Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Streble 4,00-24.00. Mittelstandes und der Kleingewerbetreibenden", die ohnedies viel entstehenden Unkosten würden reichlich ausgeglichen durch die gründ schlechter gestellt feien als die Arbeiter und die nun zum Konkurs lichere Erledigung der Gemeindeangelegenheiten. Das seien die getrieben würden. Endlich gab der Umstand, daß in der Speise, Forderungen, die unser Vertreter zunächst durchzuführen versuchen halle zweizehntel Liter Bier für 5 Pf. verschänkt werden, dem müßte. Lotalblatt die Courage ein, bon Saufereien etliches zu fabeln. Die Speisehallengesellschaft wehrte sich, fie feste auseinander, daß schon die Hausordnung, die nur einen halbstündigen Aufenthalt in dem Lokal zuläßt, Saufgelage unmöglich macht, und daß überhaupt der Trinkzwang ausgeschlossen sei. Aber das nüßte nichts. Dit solchen Argumenten, wie es in der Zuschrift der Speisehallen gesellschaft geschieht, soll man uns nicht kommen," hieß es. der Sihungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Wilmersdorf. Mittwoch, den 8. Januar, abends 6 Uhr, in der Aula Bittoria- Luiſenſchule, Uhlandstraße. Spandau. Am Donnerstag, den 9. Januar, im Rathause. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Diefe Sigungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be Stationen Schweinefleisch 1,60-2,20. Schlete 1,60-3,20. Witterungsübersicht vom 6. Januar 1913. In der nun einsehenden Diskussion wandten sich besonders die Genoffen Simpel und Reeß gegen eine Erhöhung des Zuschlages. Es würde dadurch die ohnehin mäßige Entwidelung des Ortes noch mehr hintangehalten. Wohnungsmieten und Steuern seien in Saulsdorf höher als in vielen anderen Orten. Selbst in Grund- Swinembe. 770 Hamburg 768w befizertreifen trete man aus diesen Gründen für Erhöhung der Berlin 7705 Grundwertsteuer ein und lehne die Erhöhung des Zuschlages entranti. a.M 772 Sta schieden ab. Durch die Erhöhung der Grundwertsteuer würden in München 776 D Auch im übrigen Groß- Berlin unterhält die erwähnte Gesell- erster Linie die Bauern getroffen, die ihre als Aderland versteuerten Bien Ländereien zu Spekulationszweden liegen lassen, um sie im geschaft Speisehallen. Dort denkt kein Mensch daran, gegen das eigneten Moment zu hohen Preisen loszuschlagen. Diese könnten Unternehmen Sturm zu laufen. Nur in Wilmersdorf hält das bei einer erhöhten Grundwertsteuer auch die Basten nicht leicht Bürgertum strenge darauf, selbst relativ harmlose Einrichtungen, wieder abwälzen, da sie keine Mieten steigern können. Nachdem " Better Stattonen 3 heiter 1 Haparanda 754 2 bedeckt 2 beiter Regen 2wolfen!-8 35edeckt 0 5 Betersburg 76923 0 Scilly Better Temp. n. G. 50009007~ 2 Rebel 2 bededt 8 1 Aberdeen Baris 762 758 SGD 768 55 4wolfig 1 Negen 1wolfen! 776| SO Wetterprognose für Dienstag, den 7. Januar 1913. Mild, jedoch vorherrschend wollig, bei mäßigen südlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Betterbureau €€€€€€€:# 999999 Unferem alten Rämpen Wilhelm Siering zu seinem 70. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche! Die Genossen d. 19. Gruppe d. Soz. Wahlvereins Weißensee. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Petersburger Viertel. Bez. 365 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Arbeiter Gustav Schill ( Mirbachstr. 60) geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 21/01 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für Niederbarnim. Bezirk Schönow. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser werter Genoffe Albert Adamick am Sonnabend, den 4. Januar 1913, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. b. Mts., nachmittags 3 Uhr, in Schönow statt. 1955b Die Bezirksleitung. Deutscher Metallarbeiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Karl Tabor Veuffelstraße, am 4. d. Mts. an Rüdenfellvereiterung gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 9. Januar, nachmittags 3/2 Uhr, von der Leichenballe des Sebastian- Stirchhofes in Reinidenta, Berliner Straße, aus statt Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Gustay Reißner Wiesenstr 1, am 4. d. Mt.. an Herzleide verstorben ist. am Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Januar, nach. mittags 32 Uhr, von der Leichen halle des St. Pauls- Kirchhofs in der Seestraße aus statt. Ehre ihrem Andenken! Nege Beteiligung erwartet 110/8 Die Ortsverwaltung. Verband der Burea uangestellten Deutschlands. Ortsgruppe Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur gefälligen Nachricht, daß unser Stollege Willi Klappenbach ( Rechtsanwaltsangestellter) am 4. Januar d. J. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Friedensgemeinde in NiederschönhausenNordend. Die Ortsverwaltung. Verhand d.Gemeinde- u. Staatsarb. Filiale Groß- Berlin. Unseren Diitgliedern zur Nachricht, daß der pensionierte Stollege Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maurer Franz Domcke Schöneweider Straße 22( 10. Bes zirt) verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Neutöllner Gemeinde- Friedhofs, Mariendorfer Weg, aus statt. Ferner verstarb unser Mitglied, der Drechsler Friedrich Schultz Mahlowerstraße 5( 22. Bezirk). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, nachmittag 3, 11hr, von der Leichenhalle des Neuföllner Gemeinde- Friedhofs, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Voritand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Drechsler Friedrich Schultz Neukölln, Mahlower Str. 5, im Alter von 38 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 7. Januar, nach mittags 3, 1hr, von der Halle des Neuköllner Gemeindefriedhofes am Mariendorfer Weg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 77/6 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Wilhelm Ebert am 4. b. Mts. im Alter von 64 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 7. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes der AndreasGemeinde in Wilhelmsberg aus statt. 61/3 Die Bezirksverwaltung. Am 2. Januar starb nach furzem Krantenlager im 52. Lebensjahre unser lieber Kollege, der Schriftfeter 19505 Andreas Romeiky. Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Matthias Stirchhofes, Marienhöhe.Südende aus statt. Ein ehrendes Andenken werden ihm stets bewahren Die Verbandskollegen der Firma August Scherl. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Emilie Fiebig geb. Weber 3. Januar nach kurzem Leiden gestorben ist. am Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus. 63 Kirchhofes aus statt. Josef Flebig, Büdlerstr. 7. Nachruf. 1951b Am 4. Januar früh 7 Uhr entriß uns der Tod unseren lieben Chef, den Brauereibefizer Herrn Robert Hinz Ernst Weber. welcher früher im Betriebe des städtischen saswertes, Danziger Straße beschäftigt war, berstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. am Die Bestattung findet Dienstag, den 7. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes aus statt. Die Ortsverwaltung. 33/1 Ehre seinem Andenken! Das Personal der Brauerei Luisenstadt. Innigsten Dank für die vielen Be weite herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes, unseres Baters. 382 Johanna Knauer nebst Kindern. Dielen Sprechapparat verfenden wir koftenlos Danksagung. Für die Beweise herzlicher Zeilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und guten Bruders, des Mechanikers 19576 Wilhelm Kaiser fagen wir allen seinen Freunden fowie allen Bekannten, besonders den Kollegen des Verstorbenen der Firma Kensberg& Ulbrich sowie dem Bersonal und der Firma Karl Lippmann unseren herzlichsten Dant. Familie Georg Kaiser. Danksagung. Für die überaus zablzeichen Beweise herzlicher Teilnahme und herrlichen Kranz penden bei der Beerdigung meines lieben so jäh dahin: geschiedenen Mannes und guten Vaters, des Metallarbeiters Ernst Kurz fagen wir allen Verwandten und Befannten, insbesondere dem Deutschen Metallarbeiter- Verband, dem sozialdemokratischen Wahlverein( Bez. 13), der Firma, den Beamten u. Stollegen 5 Tage zur Probe nebst 20 ausgewählten Stücken auf 10 doppelseitigen 29 cm großen Pathé- Platten. Pathé- Platten werden ohne jeden Nadelwechsel mit einem unveränderlichen, polierten Saphirstift gespielt, der die Platte nicht zerstört. Pathé- Platten sind deshalb bei ihrem niedrigen Preise von nur 3.30 Mark pro Doppelplatte( 2 Stücke) Für die Pathé- Platten nicht nur die besten, sondern auch die billigsten Platten. singen die größten international bekannten Künstler, und so ist unsere Sendung der befte Erfatz für Oper, Theater, Varieté, Konzert Der Preis unseres herrlichen Luxus- Apparates in echt Eiche mit der neuen großen Pathé Konzert- Schalldose, die alle bisherigen Schalldosen weit in den Schatten stellt, beträgt nur 60 Mark. Dieser Preis ist ebenso billig wie bar und nur durch unseren ungeheuer großen Verkauf möglich. Behalten Sie unsere Sendung, so haben Sie für Apparat und Platten monatlich nur 3 Mark, bei Nichtgefallen nur die ganz minimalen Transportspesen zu zahlen. Schreiben Sie uns alfo noch heute Ihre Adresse und verlangen Sie unsere Probesendung.- Postkarte genügt. ETTU Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, des Zimmerers August Obel, Bial& Freund, Breslau II Postfach 120/388 Freunden ganz luxuriöser Apparate empfehlen wir unser Salon- Pathéphon aus Mahagoni zum Preise von 120 Mark. Dazu liefern wir 20 Stücke auf 10 Pathé- Riesenplatten à 4.50 Mark. Monatsrate 6 Mark. Zusendung erfolgt wie oben ebenfalls 5 Tage zur Probe. Illustr. Preisliste über andere SprechViolinen, Celli, Mandolinen, then gratis! apparate, sowie über Guitarren, selbstspielende Musikwerke Deutscher Metallarbeiter- Verband 3 Verwaltungsstelle Berlin. fagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten, insbesondere Herrn Knüpfer vom Zentralverband der Zimmerer Deutschlands sowie den Genoffen bom Wahlverein NiederBarnim, Bezirk Lichtenberg, unseren herzlichsten Dant. Witwe Anna Obel nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Kranzspenden und zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau Berta Taßler fage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie den Genossen des sechsten Wahlkreises, Bezirk 549, meinen herzlichsten Dant Paul Taßler. Ordentliche 32a des Werks Gustavsburg, den Stollegen General- Versammlung der guten Hoffnungsbütte, sowie denen, welche dem Verstorbenen die der lezte Ehre erwiesen haben, herzlichen Kranken- u. Begräbniskaffe Dant. 51A Anna Kurz nebst Kindern. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Karl König sage ich allen Verwandten, Freunden, den Herren Chefs und Mitarbeitern dem der Firma Ed. I cobsohn, Zentralverband der Heizer und Mia schinisten, dem Arbeiter- RadfahrerBund Freiheit", 1. Bezirk Berlin, insbesondere den Mitgliedern der A.-R.-V. Voran" und" Frohsinn" sowie Herrn Melle für die trostreichen Worte an der Bahre meinen herzlich sten Dank. 1956b Auguste König geb. Thomas. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme beil meines der Seifenfieder und Berufsgenossen zu Berlin am Sonntag, den 2. Februar 1913, vormittags 10 Uhr, in Wollschlägers Festfälen, Landsberger Str. 87. Zagesordnung: Jahresbericht, Bericht der Revisoren, Wahl des Vorstandes, Verschiedenes. Quittungsbuch legitimiert. Um pünktlichen und zahlreichen Besuch bittet 281/5 Der Vorstand. J. A.: Karl Geisler. Kranzspenden fowie fämtliche . C. 54, Linienftr. 83-85. Verwaltung: Kaffierer: Arbeitsnachweis: Telephon: Amt Norden 1987. Amt Norden 185. Amt Norden 1239, 9714. Donnerstag, den 9. Januar 1913, abends 8 Uhr: Branchen- Verfammlung der autogenischen Schweißer im Lokal von A. Hoffmann, Dragonerstr. 15. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen A. Muschid über:" Das Koalitionsrecht in Gefahr." schiedenes. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten und Vers Kollegen! Da in dieser Versammlung besonders auch über die Lohns verhältnisse unserer Branche gesprochen werden soll, ist es Pflicht eines jeden Kollegen, für einen guten Besuch derselben Sorge zu tragen. Achtung! Bauanfchläger! Achtung! Donnerstag, den 9. Januar 1913, abends 8 Uhr: Monatsversammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal L Tagesordnung: 4. Branchens 1. Jahresbericht der Branchenkommiffion und Bericht über den Branchenfonds. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Kommission. angelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet CARMEN SYLVA 110/7 Die Ortsverwaltung. Carmen Sylva Cigaretten Beste Qualitäten Berlin SO. 16, Rannes, unferes guten Waters, fage Blumenarrangements H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. ich allen Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dank. iefert schnell und billig Paul 19A Gross, Lindenstr. 69, Tel. Mpl. 7203. Witwe Anna Eberhardt, Weißensee. Würzburger Hühneraugenmittel Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. 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Die MaienDentsches Schauspielhaus 72 116r: 8. 1. Male: Der gute Ruf. Residenz- Theater. 8 Uhr. tönigin. Barbier von Bagbab. Die Frau Präsidentin. Kgl. Schauspielhaus. Der Aus tausch Leutnant. Deutsches. 1. Teil. König Heinrich IV. Leffing. Rosmersholm. Deutsches Schauspielhaus. Der gute Ruf. Zirkus Busch. Gala- Borstellung. 3irfus Albert Schumann. GalaBorstellung. Anfang 8 Ubr. Itrania. Paris und die Königsschlösser von Versailles. Kammerspiele. Mein Freund Teddy. Nenes Operntheater Russisches Ballett. Berliner. Filmzauber. Söniggräter Straße. Franijurter. ( Kroll). Die fünf Kurfürsten- Oper. Der Kuhreigen. ant Nollendorfplatz. Theater Die schöne Helena. ( Madame la Présidente). Schwank i. 3 Akt. v. Hennequin u. Veber. Morgen und folgende Tage: Die Frau Präsidentin. Theater am Nollendorfplatz 5. An allen Tagen der Woche: Abends 8 Uhr. Die schöne Helena. Luisen- Theater. Dienstagabend 8 Uhr: Berlin: Hamburg New York. Gr. rom. tomisch. Ausstattungsstüd von Ernst Ritterfeldt. Musik von Georg Runsky. Mittwoch u. folgende Lage: BerlinHamburg: New York. Teutsches Opernhaus. Oberon. DOSE THEATED Montis Operetten. Der Frauenfresser. Kleines. Professor Bernhardi. Residenz. Die Frau Präsidentin. Thalia. Puppchen. Schiller O. Im weißen Rößl. Schiller- Charlottenburg. Wolfenfraßer. Luisen. Berlin- Hamburg- New York. Chauffeur Metropol. ins Metropol. Komödienhaus. Die Generalsede. Große Frankfurter Str. 132. Der große Unbekannte. Stom. i. 4 Att. v. Kurt Matull. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Die Sünden der oberen Zehntausend. Metropol- Theater Groß- Berlin. Das Fürstenkind. Chauffeur- ins Metropol! Trianon. Die Erste Die Beste. Noje. Der große Unbekannte. Herrnfeld. Die Alpenbrüder. Wüstenmoral. Casino. Am grünen Strand der Spree. Apollo. Brüderlein fein. Speziali täten. Neichshallen. Bosco. Anfang 8 Uhr. Friedr. Wilh. Schauspielhaus. Der Baungast. Lustspielhaus. Majolita. Walhalla. Goldener Leichtsinn. Folies Caprice. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. Anfang 8, Uhr. Neues Volkstheater. Stramer. Anfang 10 Uhr. Michael Admiralspalast. Eisballett: Flirt in St. Morig. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Schiller- Theater 0.amer Theater. Dienstag, abends 8 Uhr: Im weißen Rößl. Wittwoch, abends 8 Uhr: Die Geschwister. Elga. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Wolkenkratzer. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wolkenkratzer. Montis Operetten- Theater Große Jahresrebue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern. Otto Reutter a. G. mit gänzlich neuem Repertoire! Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Arbeiter- Bildungsschule Sonntag, den 26. Januar 1913 Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. Theater in der Königgrätzer Straße 8 ur: Die fünf Frankfurter. Zirkus 22. Stiftungs- Fest Albert Schumann. in Kellers Neue Philharmonie, Köpenickerstr.96/ 97 MITWIRKENDE: Das Schillertheater- Quartett: Prof. Florian Zajíc( 1.Violine) Frau Gertrud Steiner- Rothstein( 2. Violine):: Herr Hans Hasse( Bratsche):: Prof. Heinr. Grünfeld( Cello):: Frl. Elsa Dankewitz( Gesang) Prof. Oskar Schubert ( Klarinette):: Herr A. Schaper( Fagott): Herr Otto Rembt( Horn):: Herr Albert Conrad( Bass) Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Nachdem: BALL. Eintrittskarten à 75 Pf. sind in den Zahlstellen und in der Schule, Grenadierstrasse 37, zu haben. An der Kasse 1 Mark. Neue Welt Arnold Scholz 6/ 2* Hasenheide 108/114 Heute, Dienstag, den 7. Januar 1913: Bockbier- Fest in den bayrischen Alpen Prämiierung der pollo längsten Schoß- Taille( oder Bluse) Theater Abends ab 8 Uhr! Das grandiose Programm. 8 Uhr: Ein heispielloser Erfolg! ,, Brüderlein fein". Alt- Wiener Singspiel von Jul. Wilhelm. Musik v. Leo Fall. Drei bare Geldpreise: 50, 30, 20 Mark. Anmeldungen nur bis 10 Uhr abends an der Kasse. Anfang 7 Uhr 30 bayrische Madl'n 5 Kapellen Entree 30 Pf. Voranzeige! Donnerstag, den 9. Januar 1913: Keine Fleischnot! Braten eines ganzen Ochsen! 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Eine sofortige energische Bekämpfung jedes Katarrhes, mag er nun milde oder in der schweren Form der Influenza auftreten, ist deshalb unbedingt geboten. Sie geschieht durch Behandlung der ertranften Schleimhäute mit desinfizierenden und lösenden Mitteln awed's Abtötung und leichter Sie ist aber auch während dieser Zeit eine gehandlung muß sich aber bis in die Tiefen der Entfernung der Batterienwucherungen. Diese Befährliche Einbruchspforte für die Auftedung durch Diphtheritis, Lungenentzündung und Tuberkulose, und es ist ziemlich sicher, daß die große Mehrzahl aller Tuberkulose- Erkrankungen ihren Anfang wäh rend folcher Katarrhe nahmen. Da die feinen Verästelungen der Luftröhren in den Lungen, die Bronchien, sich immer wieder mit Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, ungen erstrecken, denn gerade da ist die Gefahr am größten. Man hat deshalb schon längst Sprayapparate konstruiert, durch welche desinfizierende und lösende Flüssigkeiten zerstäubt und eingeatmet werden. nicht fein genug, die Hauptmenge der Flüssigkeit gelangte nur bis in den Mund, ein ganz geringer Bruchteil auch in den Kehlkopf, die Verzweigungen der Luftröhre erreichten sie nie. Das gelingt nur durch Tancrés Inhalator, aus welchem die Flüssigkeit nicht in Tröpfchen mit naffem, schwerem Dampf vermischt, austritt, sondern in Form eines feinen, nicht näffenden, gasartigen Rebels, der bis in die feinsten Verzweigungen der Luftröhre und in die engsten Fältelungen der Nasenschleimhaut gelangt. So fein ist die Verteilung, daß man diesen Nebel, wenn man ihn eingeatmet hat, wie Bigarrenraud wieder ausstoßen kann, was bei den alten Inhalationssystemen ausgeschlossen ist. Dadurch erklären fich die schnellen, bisher bei Katarrhen der Luftwege ganz ungewohnten Erfolge, Juhalator aufzunehmen und ihren Patienten zu berwelche zahlreiche Aerzte beranlaßten, Tancrés ordnen. Troß der lurzen Zeit, feit welcher Tancrés Inhalator im Handel ist, liegen bereits über 6000 Anerkennungsschreiben von Aerzten und Patienten bor, davon find 5418 burch bereidigten Bücher Diefe Berstäubung war aber bisher bei weitem revisor und polizeilich beglaubigt. Neuöun. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Bushbruderei u. H.Pfau, Bandagist Bertin Direksenstraße 20 C., zwischen Bahnhof Alleganderplaz und Bolizeipräsidium.-Amt Kst. 3208. Für Damen Frauen- Bedienung. Lieferant für alle Krankenkassen. Große Firma bergibt auf Teilzahlung! Ohne Anzahlung! Reine Staffierer! Teppiche, Portieren, Gardinen, Stores und alle Arten Deden. Offerte erbeten unter K. 100* Vorwärts" spedition, Aderstr. 174. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. 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Als Marquardt die Anweisung, eine wirtschaftlichen Benutzung der 3000 Morgen Dauerwald den Be Flasche mehr in Rechnung zu stellen, erhalten hatte, fragte er: fuchern manche Beschränkung auferlegt werden müsse, hielt Verbands- o bleibe ich denn?", worauf Frau Mandel entgegenete: direktor Steiniger für selbstverständlich. D = " 1 " " Sigung vom 6. Januar 1918. In namentlicher Abstimmung wurde die leberweisung an einen Schreiben Sie zwei Flaschen mehr auf." Der Kellner befolgte die Die Vollversammlung des Zweckverbandes Groß- Berlin hatte Ausschuß mit 57 Stimmen gegen 35 beschlosseit. Die Ver- Anweisung der Wirtin. Er schrieb mit doppelter Kreide, hat aber gestern Beschluß zu fassen über den ihr vom Verbandsausschuß vor- treter für Berlin, Charlottenburg, Schöneberg stimmten größtenteils für sich keinen Vorteil von der betrügerischen Handlungsweise ge gelegten Entwurf eines Abkommens mit der Stadt mit" ja". Spandaus drei Vertreter sagten selbstverständlich" nein", habt. Denn der Gast bezahlte die Rechnung später am Büfett. Spandau, durch das gegen die vorläufige Sicherstellung aber auch in den übrigen Gemeinden fanden sich nicht weniger In einem anderen Falle hat Herr Mandel einen Gast, ber eines Teiles des Spandauer Stadtwaldes eine Gegner der Ausschußüberweisung. Die sozialdemokrati zunächst Bier bestellt hatte, dadurch zum Sekttrinken animiert, daß Verschandelung des habeIufers eingetauscht werden soll. fchen Vertreter im Zwedverband stimmten sämtlich mit„ ja". Ueber das beantragte Abkommen sowie über das damit in Ver- Dem Ausschuß gehören an: aus Berlin: Bürgermeister Neide, er ihn zu einer Flasche Hausmarke", das ist ein mindertvertiger bindung stehende Verschandelungsprojekt wurde in mehrstündiger Stadtrat Marggraff, Stadtbaurat Hoffmann, die Stadtverordneten Schaumivein, einlud. Dem Kellner Haugwis erteilte Herr Mandel Debatte gestritten. now, Goldschmidt, Sonnenfeld, Körte, Rosenow, Heimann, die Weisung:„ Wenn der Gast noch mehr Sekt bestellt, so habe ich Spandau will festhalten an der Absicht, die am Havelufer ge- Stadthagen; aus Charlottenburg: Bürgermeister Maier, Stadt- noch eine halbe Flasche, die wird mit Selterwasser vollgefüllt und - Der Gast bestellte eine Flasche. Die Sekttaufe Tegenen Rustwiesen" samt angrenzenden Ländereien einem verordneter Kaufmann; aus Schöneberg: Oberbürgermeister Dominicus, dann serviert." Unternehmer zu verkaufen, der das Ganze zu Industriezwecken vera aus Neukölln: Bürgermeister Weinreich, Stadtverordneter Silber- wurde am Büfett vorgenommen, aber der Kellner hatte Bedenken, wenden will. Der Zweckverband soll sich damit begnügen, daß 3000 stein; ferner Stuhr Bankow, Barthold Oberschöneweide, Stiller- dem Gast den mit Selterwasser verfälschten Sekt vorzusehen. Erst Morgen des Stadtwaldes für die nächsten 50 Jahre vor der Aus- Friedrichshagen, Stölze Spandau, Langerhans Köpenid, Buhrow als der Gast wiederholt den bestellten Seft verlangt hatte, servierte schlachtung zu Bauland bewahrt bleiben und die erholungsuchende Stegliz, Schulz- Lichterfelde, Heiniz- Wilmersdorf, Roeder- Lichtenberg. ein anderer Kellner, der von der Fälschung nichts wußte, den ge Bevölkerung Groß- Berlins darin wie bisher geduldet" wird. Aus den übrigen Punkten der Tagesordnung feien nur noch die tauften Schaumivein. Die angeblichen Vorzüge dieses Abkommens wurden von dem Verhandlungen über die Frage der Gültigkeit der Wahl Dern Ferner gab der Zeuge Haugwik an, Herr Mandel habe ihm ersten Redner, dem Stadtverordneten Heimann Berlin, sehr burgs erwähnt. Dernburg ist als Vertreter für Schöneberg in entschieden bezweifelt. Die sozialdemokratischen Ver- die Verbandsversammlung gewählt worden, er wohnt aber in Kolonie Vorwürfe gemacht, weil er einem Gast, der eine größere Zeche in Sett gemacht hatte, nur die besten Sorten verabfolgt habe. Haugtreter im Zweckverband, deren Sprecher er war, beantragten, Grunewald. den Entwurf einem Sonderausschuß zu überweisen, andernfalls Die Wahlprüfungstommission, über deren Beratung wiß habe aber Herrn Mandel beruhigt mit dem Hinweis, es sei ihn fofort abzulehnen. Genosse Heimann führte etwa aus: Wir der Bürgermeister Maier Charlottenburg berichtete, empfahl, nicht nur Mumm", sondern auch Supferberg Gold" und Hause haben hier eine Angelegenheit von weittragenden Konsequenzen zu diese Wahl für ungültig zu erklären, weil nach den Vorschriften marke" serviert, aber alles als" Mumm" berechnet worden. Es entscheiden. Es handelt sich um die Frage, ob mit unserer Zu- des Gesetzes der von einer Gemeinde zu wählende Vertreter in soll dies nach Angabe der Zeugen keineswegs der einzige Fall stimmung eine der schönsten Uferpartien in Berlins der Gemeinde wohnen müsse. Umgebung vernichtet werden soll. Das hieße, einen der Stadtrat Licht- Schöneberg bestritt das. Der Wortlaut der dieser Art, sondern die übliche Praxis im Café Abazzia" fein, wichtigsten Verbandszivecke vereiteln. Der Entwurf des Abkommens Gesetzesvorschrift sei dahin aufzufassen, daß der Vertreter in einer daß bei Sektgelagen, wenn die Geister bereits umnebelt find, billige hat alle Eigenschaften nicht eines Kompromisses, sondern eines beteiligten", d. h. in irgend einer am Verband beteiligten Ge- Schaumweinsorten, vor allem die Hausmarke", deren Preis 6 M. Löwenvertrages", bei dem aller Vorteil auf seiten Spandaus ist. meinde wohnen müsse. Hier habe der Verband einmal Gelegenheit, beträgt, als Mumm" untergeschoben und mit 20 M. berechnet wird. Der Kläger Mandel und sein Vertreter Rechtsanwalt Baum Die Stadt Spandau, die wie ein gewandter Kaufmann reichlich über die Gemeindegrenzen hinwegzusehen und sich nicht als ein Gevorgeschlagen hat, wird noch mit sich reden lassen müssen. In bilde zu betrachten, in dem jeder nur die lokalen Interessen seiner garten bestritten lebhaft jede Beteiligung Mandels an den bes dem Abkommen sind die Bestimmungen zum Schuße des Landschafts- engeren Gemeinde vertrete. trügerischen Manipulationen. Herr Mandel wollte alles auf die bildes nicht weitgehend genug und in ihrer Fassung nicht hin Für diese Auslegung sprachen auch Stadtv. Dove- Berlin, Kellner schieben. Die Zeugen bezeichnete er als unglaubwürdig. reichend flar. Spandaus für 50 Jahre zugefagter Verzicht auf Stadtrat Preuß- Berlin, Stadtv. Stadthagen- Berlin. Herr Denn sie seien ja von ihm entlassene Kellner. Als der Vorsitzende Bebauung der 3000 Morgen des Stadtwaldes ist gar feine Stonzeffion Breuß warnte, in gemeindepartikularistischem Sinne zu entscheiden. an den Zweckverband, da ohnedies in den nächsten 50 Jahren nicht Genoffe Stadthagen sah einen frassen Widerspruch darin, daß ganz richtig bemerkte, es sei doch nicht anzunehmen, daß entlassene an Bebauung zu denken wäre. Dieses Gebiet muß unbedingt die zum Verband gehörenden Gemeinden in der Auswahl ihrer Ver- Kellner sich solche Geschichten aus den Fingern saugen und sie vor und uneingeschränkt der erholungsuchenden Betreter auf sich selber beschränkt sein sollten, während sie doch über Gericht beschwören, da glaubte Herr Mandel, er könne einen bevölkerung freigegeben werden, nicht nur wie das die Angelegenheiten des gesamten Verbandes zu beschließen sonderen Trumpf mit der Angabe ausspielen, gegen den Zeugen Abkommen fagt so weit, wie die forst- und jagdwirtschaftliche haben. Dernburgs Wahl fei für gültig zu erklären. Haugwik schwebe ein Betrugsverfahren. Hierauf stellte RechtsBenutzung eine Duldung zuläßt. Dem Verband wird zugemutet, dem Stadtv. 3obel- Schöneberg, der gleichfalls für Gültigkeit anwalt Heine fest, daß der Kläger Mandel den jetzigen Angeklagten benachbarten Havelufer die landschaftliche Schönheit nehmen und die eintrat, provozierte durch eine Bemerkung über„ politische" Motive Eufiquelle beeinträchtigen zu lassen. Dabei soll er für 50 Jahre auf den Stadtverordneten Cassel- Berlin, mit einem Strafeel zu ant- Jesse, nachdem diese Angelegenheit ins Rollen gekommen war, fein Recht, Bebauungspläne und Baufluchtlinien für dieses Gebiet worten. Herr Cassel meinte, daß er und die Seinen sich solche An- wegen Betruges angezeigt hat. Jesse hat sich zu seiner Entlastung festzusehen, verzichten. Er soll also feine Tätigkeit mit ſpielungen verbitten müßten. Zur Sache erklärte er es für un- auf das Zeugnis von Haugwih berufen, und nun hat Mandel zivei einer Preisgabe seiner Verbandsrechte beginnen. zweifelhaft, daß der zu wählende Vertreter in der Gemeinde wohnen Tage vor diesem Prozeß auch den Zeugen Haugwik wegen Betrugs Daß diefes Abkommen im Verbandsausschuß eine Mehrheit gefunden müsse. angezeigt. Es sei das die bekannte Methode, um einen vor Gericht hat, erklärt sich nur aus Erwägungen, etwa wie diese:" Ich tue dir Nachdem ein Schlußantrag angenommen worden war, ergab die auftretenden Zeugen dadurch zu diskreditieren, daß man sagen nichts, dafür tust du mir nichts. Soll diese Strömung auch für namentliche Abstimmung für den Antrag der Wahlprüfungsfommission fönne, gegen ihn schwebe ein Betrugsverfahren. die Verbandsversammlung maßgebend sein, dann schließen wir auf ungültigkeitserklärung eine Mehrheit von 55 Stimmen doch lieber heute als morgen den Verband, denn gegen 19. dann müßte seine Tätigkeit ganz unfruchtbar sein. Für meine Schließlich wurde der Versammlung noch zur Kenntnisnahme Freunde habe ich schon früher erklärt, daß wir den Verband als ein eine Petition gegen Walderhaltung mitgeteilt. Die GeSurchaus fehlerhaftes Gebilde ansehen, aber versuchen wollen, seine meinde Johannisthal wünscht, daß sie nicht durch die am Arbeit möglichst fruchtbringend zu gestalten. Dieses Abkommen zu Bahnhof Nieder- Schöneweide beabsichtigte Erhaltung von Dauerwald Wegen einer Zeugnisverweigerung wurde gestern der Reändern, falls es nicht besser sofort abgelehnt wird, wollen wir in in ihrer Ausdehnungsmöglichkeit beschränkt werde. આ મ dakteur der Deutschen Montagszeitung". Walter Steinthal, von einem Ausschuß versuchen. Spandau hat die„ Rustwiesen" teuer der 145. Abteilung des Schöffengerichts Berlin- Mitte in eine Geldgetauft und tommt in eine schwierige Lage, wenn es nicht durch Strafe bon 50 M. genommen. Herr St. war als Zeuge in einer Verlauf den Kaufpreis wieder bereinbringt. Man könnte der Stadt Privatklage vorgeladen worden, die der Dramaturg und Schrifta Spandau den Kaufpreis zurückerstatten. Sie soll auch nicht gehindert steller Dr. Herbert Hirschberg gegen den verantwortlichen Redaks werden, den neuen Großschiffahrtsweg der Havel zur Förderung ihrer Industrie auszunuzen. Das kann aber unter Schonung des Die von der amerikanischen Regierung auf Grund des Anti- teur der Großen Glode" angeftrengt hatte. Der Beuge follte darüber vernommen werden, daß der Kläger seinerzeit einmal der Havelufers erreicht werden, wenn z. B. das landeinwärtsgelegene trustgesetzes beschlagnahmten Staffeevorräte des Kaffeetruftes in New D. M.- 3." über den Erfolg einer in Schwerin angefekten Bre Havelufers erreicht werden, wenn z. B. das landeinwärtsgelegene York sollten nach dem Uebereinkommen zwischen den Vereinigten miere, den Beifall, den der Berfasser errungen usw., berichtet habe, " Teufelsbruch" zu einem Hafen ausgebaut wird. Im Ausschuß muß auch endlich mal Klarheit über das Geschäft erreicht werden, Staaten und Brasilien nach und nach" verkauft werden. Wie wenig während die Premiere tatsächlich erst 8 Tage später stattgefunden diese Bekämpfung des Kaffeetrusts ernst gemeint ist, geht aus das Spandau mit dem Unternehmer abschließen will. Der Termin des Abschlusses ist bis Ende 1913 hinausgeschoben worden, bis da- ciner telegraphischen Meldung aus Rio de Janeiro hervor:„ Die habe. Der Zeuge erklärte aber, er halte es nicht für statthaft, daß hin werden auch die Verhandlungen mit dem Fiskus über die von Nachrichten über angebliche Zwangsvorräte an Balorisationstaffee er als Chefredakteur einer Zeitung über den Privatkläger, der zur Die nächste fritischen Zeit von ihm als Feuilletonredakteur angestellt gewefen ihm herzugebenden Waldungen soweit gediehen sein, daß sie als in den Vereinigten Staaten werden hier dementiert. Grundlage für das Abkommen mit Spandan dienen können. Alles Sigung des Valorisationskomitees in London werde zeigen, daß in sei, das von ihm verlangte Zeugnis ablege, es sei denn, daß ihn spricht dafür, die Angelegenheit nicht schon jetzt endgültig zum Ab in den vergangenen Jahren. Die Verkäufe würden ohne irgend binde. Da letzteres nicht der Fall war und der Zenge den abs diesem Jahre keine bedeutenderen Verkäufe stattfinden werden, als der Vertreter des nicht anwesenden Privatklägers von der nach seiner Meinung ihm obliegenden Pflicht zur Verschwiegenheit ents schluß zu bringen. Wird die Ueberweisung an einen Ausschuß in normaler Weise vorgenommen lehnenden Standpunkt beibehielt, verhängte der Gerichtshof über nicht beschlossen, so müßten wir gegen die Vorlage ftimmen. welche Ueberstürzung und werden." Wir wenigstens wollen nicht die sein, die die Tätigkeit des Verbandes mit der Annahme dieses Abkommens beginnen. Es scheint fast, als ob das Valorisationskomitee selbst be- ihn eine Ordnungsstrafe von 50 M. Die Sache selbst wurde zwecks weiterer Beweiserhebung vertagt. unruhigende" Nachrichten verbreitet habe, um sie nachher dementieren zu können und dadurch die Kaffeespekulation anzuregen. Das gleiche Telegraphenbureau meldet nämlich aus Rio de Janeiro, daß die brasilianische Regierung feineswegs der Firma Sielden Anweisungen auf den Verkauf von Balorisationstaffee gegeben habe. Hus Induftrie und Bandel. Kaffeevalorisation. Gerichts- Zeitung. Betrügerische Manipulationen im Café Abazzia" Das Gericht erkannte, daß der Wahrheitsbeweis in vollem Umfange erbracht worden sei und sprach den Angeklagten frei. Strafe wegen Zeugnisverweigerung. Flegelei eines Arztes. Ein Vorgang auf einem Straßenbahnwagen hat gegen den Dr. med. Egon Hartung zu Neukölln eine Anklage wegen Beleidi gung und Körperverlegung zur Folge gehabt, die gestern vor der 133. Abteilung des Amtsgerichts Berlin- Mitte zur Verhandlung tam. Als Nebentläger trat für den Schaffner Mehley der Rechtsa anwalt Dr. Barnau auf. Die Ueberweisung an einen Ausschuß wurde auch von Vertretern weftlicher Vororte beantragt. Staatssekretär a. D. Dernburg. Bertreter für Schöneberg, führte als Mitantragsteller aus, daß die Vorlage, die als eriter Aft pofitiver Tätigkeit des Zwed verbandes eine außerordentliche Bedeutung habe, noch nicht reif 1: fofortiger Beschlußfassung sei. Noch kenne niemand den Vertrag zwischen Spandau und dem Unternehmer, er sei auch noch gar nicht rechtsgiltig abgeschlossen und doch solle der Verband danach seine Beschlüsse fassen. Bedenken müsse es erregen, daß die Bevölkerung Nach der Beweisaufnahme sah das Schöffengericht folgenden in dem zu erhaltenden Wald nur wie bisher geduldet" werden solle. kamen gestern vor Gericht zur Sprache. Das„ Café Avazzia" in Tatbestand als erwiesen an: In der Nacht zum 23. Oktober zwischen Der Verband weiche mit diesem Abkommen seiner Aufgabe aus und überlasse die Lösung den Enkeln. Es handle Charlottenburg am Knie bildete im vergangenen Sommer den 12 und 1 Uhr stieg der Angeklagte am Potsdamer Platz auf den vom Nebenkläger bedienten Straßenbahnivagen und fragte den fich für Spandau um eine Geldfrage, für Groß- Schauplatz eines Konflikts zwischen dem Wirt des Lokals, Herrn Schaffner, ob noch ein Wagen der Linie Nr. 7 gehe. Der Schaffner Berlin aber um eine Lebensfrage. Unter tunlichster Mandel, und den dort beschäftigt gewefenen organisierten Kellnern. erklärte darauf, daß er es für möglich halte, aber nicht genau Berücksichtigung der Spandauer Intereffen müsse im Ausschuß eine Diese hatten kleine Verbesserungen im Arbeitsverhältnis ge- fagen könne, da er es nicht wisse. Dr. S. ließ sich darauf einen andere Lösung gesucht werden, für die die Verhandlungen mit dem fordert, die ihnen auch von Herrn Mandel versprochen wurden. Fahrschein geben und sagte dann zu dem Schaffner:" Wenn ich Fistus die Grundlage bilden müßten. Als aber die zugesagten Verbesserungen in Kraft treten sollten, einen Ochfen frage, der weiß besser Bescheid!" Der Schaffner ber Zur Berteidigung der Vorlage ergriff Verbandsdirektor Steiba wurde der Vertrauensmann der Organisation( Verein der bat fich energisch solche Ausdrücke und forderte den Angeklagten niger das Wort. Es fer unmöglich, bis zum Abschluß der Verhandlungen mit dem Fiskus zu warten. Spandau wolle ja seinen Caféangestellten) Knall und Fall entlassen, angeblich weil er einen schließlich auf, vom Wagen abzusteigen. Dr. H. weigerte sich aber Wald fiberhaupt nicht an den Zweckverband verkaufen, sondern nur Gast um zehn Pfennige betrogen haben soll. Die Entlassung gab und verlangte zunächst seinen Groschen zurück. Das auf dem auf 50jährige Sicherstellung eingehen. Ob ein Schutz des Ufers dem Vorsitzenden des Vereins der Gaféangestellten Gelegenheit, Sinterperron stehende Publikum nahm dann Partei für den bor Bershandelung überhaupt zu erreichen fei, das fei troz mit Herrn Mandel zu verhandeln. Bei dieser Unterredung hielt Schaffner und machte ihn auf einen in der Nähe sichtbaren Schuß mann aufmerksam. Dieser kam auch auf den Anruf des Schaffners Ortsitatut und Polizeiverordnung zu bezweifeln. Der Polizei der Vereinsvorsitzende Herrn Mandel vor, daß Betrügereien der herbei und forderte den Angeklagten auf, abzusteigen. Nun äußerte gewaltige für Spandau sei ja der Spandauer Oberbürgermeister. Gäste des Café Abazzia" nichts Seltenes seien; jedoch würden der Angeklagte: Wegen eines solchen Knechts muß man hier abNachdem auch Stadiv. Körte- Berlin die Bedenken gegen die die Gäste nicht durch die Kellner, sondern auf Veranlassung des steigen!" Als er dann abstieg, soll er, wie von Beugen bekundet Vorlage nochmals hervorgehoben hatte, erhob sich der Oberbürger- Herrn Mondel oder seiner Frau übervorteilt. Als Gewährsmann wurde, den Schaffner aweimal mit der Faust ins Gesic geschlagen meister tölt-- Spandau un stimmte ein Stugelieb darüber an, für einen verartigen Fall nannte der Vereinsvorsitzende den früher haben. Er wollte dann fortlaufen, wurde jedoch von Aſphaltdaß die von ihm geleitete Gemeinde, fehr gegen arbeitern und dem Schußmann gestellt. ihren Willen, mit in den 8 wedverband hinein im Café Abazzia" beschäftigt gewesenen Kellner Jesse. genommen worden sei und jetzt als erste einen Anlaß zum Streit bilden müffe. Spandau müsse das Ufer verkaufen, anderenfalls erleide es großen Schaden. Seit April 1912 warte es bereits auf eine Entscheidung des Bezirksausschusses, da dürfe nicht noch durch leberweisung an einen Sonderausschuß des gweckverbandes eine neue Berzögerung herbeigeführt werden. Uebrigens trage er Bedenten, dem Sonderausschuß den von Spandau mit dem Unternehmer vereinbarten Vertrag vorzulegen. " Herr Mandel ging darauf mit einer Beleidigungsklage gegen Jeffe vor, die gestern beim Schöffengericht Berlin- Mitte verhandelt wurde. Der durch Rechtsanwalt Wolfgang Heine vertretene Angeklagte führte den Wahrheitsbeweis. Dieser gelang vollkommen. Die Bekundungen der Zeugen ergaben folgendes Bild von den im Betriebe des„ Café Abazzia" herrschenden Geschäftspraktiken. Dies der Vorgang, wie ihn troh mehrfacher Einwendungen des Angeklagten der Gerichtshof im allgemeinen für festgestellt er achtete. Rechtsanivalt Dr. Barnau betonte noch, daß Dr. H. im Anschluß an diesen Borgang eine Eingabe an die Direktion der Straßenbahngesellschaft gerichtet und darin den Schaffner des dienstwidrigen Verhaltens beschuldigt und mit beleidigenden Ausdrücken bedacht habe. Der Staatsanwalt beantragte wegen der Gäste, von denen man annimmt, daß sie zum Sekttrinken Beleidigung 100 m. und wegen der Mißhandlung 150 M. GeldIm weiteren Verlauf der Debatte sprachen noch ein paar andere animiert werden können, bezeichnet man im Café Abazzia" als strafe. Das Gericht erkannte auf eine Gesamtstrafe von 150 M. Freunde des Projektes. Nathan- Nowawes, Vertreter für Streis Settfreier". Von den Kellnern wird erwartet, daß sie die" Sekt- und sprach dem Nebenkläger die Publikationsbefugnis zu. Bei der Teltow, wies auf die schwierigen Steuerverhältnisse Spandaus hin. freier" auch wirklich zum möglichst ausgiebigen Konsum von Sett Verkündung des Urteils erklärte der Vorsitzende: Das Gericht könne Stadtverordneter Bender- Spandau legte dar, welche Bedeutung veranlassen. Wenn der Kopf eines solchen Getttrinkers nicht mehr nicht begreifen, wie ein akademisch gebildeter Mann und Arzt sich das Projekt für den Aufschwung Spandaus habe. Lichterfelde behauptete, daß Spandau mit Freigabe der 3000 Morgen men, wie sie in bestimmten Einzelfällen von den Zeugen dargelegt Schulz ganz flar ist, dann werden auch woh! Manipulationen vorgenom in so unglaublicher Weise benehmen konnte. Wald ein Entgegenkommen beweise. wurden. In einem Falle handelt es sich um eine gefälschte Rech- Aus der Frauenbewegung. Stadtbaurat Hoffmann- Berlin warnte, das Landschaftsbild der Havel zu vernichten. Der Verbandsvorsitzende Oberbürgermeisterung. Ein Gast hatte bei einem Sefigelage eine Zeche von etwa Bermuth- Berlin sah in der unentgeltlichen Freigabe der 300 M. gemacht. Als der Kellner Marquardt die Rechnung aus3000 Morgen einen beachtenswerten Borteil und riet, die Entschei- schreiben wollte, sagte Frau Mandel zu ihm, er folle eine Flasche Steglis. Donnerstag, den 9. Januar, 8½ Uhr, bei Herzmann, bung nicht weiter hinauszuschieben. Stadtverordneter auf unterschieben, das heißt, dem Gast eine Flasche mehr berechnen Floraftr. 2. Leseabende. 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