Nr. 6. Abonnements- Bedingungen: M Abonnements Preis bränumerando; Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags mummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 30. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amit Morikplatz, Nr. 1983. Tm Ungewiffen. Mittwoch, den 8. Januar 1913. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. D servativen und Klerikalen die Nationalliberalen wieder in Freifinn eine Politik liberaler Ermannung treiben und statt sich von ihre Dienstbarkeit gebracht, dann werden die Junker, die dem der Reaktion umgarnen zu lassen, ein ehrliches, auf reelle Gegenseitigfünften Reichskanzler schon lange gram find, sich wohl nach feit gegründetes Wahlabkommen eingehen wolle, so werde ihn die einem geeigneteren Geschäftsführer umsehen. Schon haben Sozialdemokratie nicht zurückstoßen. Nur müsse der Freifinn endlich Heute tritt der Reichstag zusammen und bald wird sie ja die Zentrumsmannen mit ihrer Kriegserklärung voran- den naiven Glauben aufgeben, daß die Sozialdemokratie sich eines sich zeigen müssen, wie dieses merkwürdige Gebilde, das geschickt. Der Jesuitenrummel, den das Zentrum in den seifen und sich ihre Unterstützung ohne entsprechende liberale Gegendie Januarwahlen erzeugt haben, sich weiter entwickeln wird. Barlamentsferien im Volke so gerne inszeniert hätte, ist frei- leistung ablisten lasse. In längerer Darlegung der von der LandesEigentlich müßte man glauben, daß dieser Reichstag für eine lich sehr harmlos verlaufen. Aber innerhalb des Parlaments fommission vorgeschlagenen Resolution zeigte dann Hirsch, wie diese.Rehalbwegs geschickte Regierung ein recht bequemes Instrument kann das Zentrum dem Kanzler noch recht unangenehm folution zwar in gebotener Schärfe genau die Bedingungen des eventuellen sein müßte. Und selbst Herr v. Bethmann Hollweg hat es ja werden und es wird ihm unangenehm werden, sobald die Gegenseitigkeitsabkommens umgrenze, zugleich aber auch hinreichenden glücklich zustande gebracht, sich die anbefohlenen Heer- und Junker wieder einmal die Stunde für einen Kanzlersturz ge- Spielraum für eine sinngemäße und zweckentsprechende Handhabung Marinevorlagen von der Gesamtheit der bürgerlichen Parteien kommen erachten. eines das ganze Land umfassenden und alle Kompensationsmöglich apportieren zu lassen. Aber mehr als zu diesem Kunststück Uns Sozialdemokraten fönnen freilich diese Treibereien feiten berücksichtigenden Wahlabkommens gewähre. scheint es nicht recht zu langen. Dem Entwurfe des völlig kalt lassen. Der Abmarsch der Nationalliberalen nach In der Debatte zeigte sich, daß fein einziger Redner für Petroleummonopols, mit dem sich nun bald rechts wäre eine willkommene klärung und das den bekannten Vorschlag Eisners, den Liberalismus, und zwar auch die Kommission beschäftigen wird, lag ja ein ganz Ende der Lebenslüge vom Liberalismus der Nationalliberalen den Nationalliberalismus, bereits bei den Urwahlen, unter Verzicht vernünftiger Gedanke zugrunde. Aber die Regierung hat in nur nüßlich. Die alte Kartellmehrheit aber ist uns heute, auf Aufstellung eigener Wahlmänner, zu unterſtüßen, zu haben war. der Ausführung den Gedanken so verpfuscht, daß sie selbst wo 110 Sozialdemokraten, hinter denen ein Dritteil des Wohl aber vertrat eine Anzahl von Diskussionsrednern, in erster von vornherein sich zu allen möglichen Aenderungen bereit deutschen Volkes steht, im Reichstag fißen, nicht mehr sehr Linie Eduard Bernstein, Klühs Magdeburg und erklären mußte. In der Kommission wird es sich nun zeigen gefährlich. Und eine weltpolitische Lage, die so kritisch ist, Dr. Landsberg, den Standpunkt, daß man dem armen müssen, ob das sorgsam gehütete Geheimnis der Regierung daß die Kriegsbereitschaft nicht mehr aufhört, ist zudem sehr Liberalismus doch nicht zuviel der Konsequenz und Mannhaftigkeit wirklich eine Bürgschaft des Erfolges ist. Die Regierung wird wenig dazu angetan, etwaige Gewaltgelüfte der Junker und zumuten dürfe, sondern daß man, mit Rücksicht auf die jetzt endlich ihren bis zuletzt zurückgehaltenen Trumpf aus Scharfmacher zu befriedigen; ein Mißbrauch der parlamenta Mangelhaftigkeit seiner Organisation und der Unzuverlässigkeit spielen und den Nachweis führen müssen, daß eine Versorgung rischen Gewalt durch Parteien, hinter denen nur eine Minori- feiner, Wähler, von der Bedingung der striften Gegenseitigkeit des deutschen Marktes mit billigem Petroleum auch ohne tät der Wähler steht, würde sehr bald an der Macht unserer mancherlei ablassen und ihm weit über seine Gegenleistung hinaus und gegen den Willen des amerikanischen Trusts möglich ist. Organisationen zerschellen. Bugeständnisse machen möge. So forderte der von diesen Genossen Ohne diesen Nachweis kann wohl keine Partei die Ver- So darf man also von dieser Reichstagssession, wenn befürwortete Antrag Magdeburg, daß mit Zustimmung der Landesantwortung für diesen Gesetzentwurf auf sich nehmen. nichts anderes, so die Beendigung der Unsicherheit der fommission dem Freisinn in den Wahlkreisen, wo die SozialdemoNoch Heitler aber als die Frage des Petroleummonopols politischen Situation erwarten, die durch die Scheinoppo- tratie selbst keine Aussicht auf Mandatsgewinnung habe, schon bei ist die Frage der berühmten Besitsteuer. Gegen die fition des Zentrums und den Scheinliberalismus der Natio- den Urwahlen sofort unterstüßung gewährt werden könne. Finanzreform des, schwarzblauen Blocks! das war ja die nalliberalen bedingt ist, und dies muß zugute kommen jener Begründet wurde diese Forderung mit seltsam- berstiegenen Hoffnungen Wahlparole der liberalen Parteien gewesen. Der Reichstag Partei, die mit unbeugsamer Entschlossenheit und Zielsicher über die Bedeutung einer Verstärkung des Liberalismus im Dreihat nun am 21. Mai des vorigen Jahres mit den Stimmen heit die Interessen der arbeitenden Klassen dieses Reiches ver- tlassenhause und allerlei Jllusionen über den politischen Charakter der Liberalen und der Sozialdemokraten eine Resolution an- tritt. Die Etatberatung wird die gewünschte Gelegenheit sozialer Gruppen. genommen, die die Vorlage der abgelehnten Erbschafts- geben, die sozialistische Kritik an dem herrschenden System in Diesem Versuch, unter allerlei Manövern Bresche steuer bis zum 1. April 1913 fordert. Die Nationalliberalen ausreichendem Maße zu üben. in das von der Landeskommission und dem Reaber haben vorsorglich schon damals den fünftigen Umferenten empfohlene Prinzip des felbständigen fall vorbereitet, und mit dem Zentrum zusammen eine andere Wahlvorgehens der Sozialdemokratie bei den Ur Resolution angenommen, die ganz allgemein eine Besitzsteuer wahlen und der stritten Gegenseitigkeit zu legen, verlangt. Erst nach deren Einführung, aber spätestens am traten namentlich die Genossen Gewehr, Lebekow, 1. Oftober 1916, soll die vom Reichstag im Jahre 1909 beIn Kreisen der Schlächtermeister zirkuliert das Gerücht, Borchardt, Dißmann und Ströbel energisch entgegen. schlossene Herabsetzung der Zuckersteuer in Straft treten. Ganz die Regierung sei soweit von den Agrariern breitgeschlagen, alle diese Redner betonten mit Entschiedenheit, daß das selbständige abgesehen von dem Standal, den die nun zum dritten Mal daß sie die den Städten gewährten Zollvergünstigungen für Vorgehen der Partei bis zu den Wahlmännerwahlen die erste Vorwiederholte Hinausschiebung der Zuckersteuerfrage bedeutet, war russisches Fleisch zurücknehmen wolle. Auch Magistrats- bedingung einer wirksamen Klaffenkampfpropaganda sei. Nicht damit der Regierung freie Hand gegeben, sich irgendeine mitglieder und freisinnige Stadtverordnete von Berlin minder entschieden legten sie dar, daß es törichte Illusion ist, eine Steuer auszusuchen, vorausgesetzt, daß man diese nur irgendwie hätten den Schlächtermeistern zugesichert, deren Wünsche zu benennenswerte Reform von einer Verstärkung der bürgerlichen als Besitzsteuer ansprechen kann. Herr von Bethmann hätte nicht rücksichtigen und gegen die städtischen Einrichtungen, die er- Broletariate unter dem Zwang des proletarischen Wahlrechtssturmes Linken zu erwarten. Die Flickreform, die aber die Reaktion dem der Mann der gottgewollten Abhängigkeiten sein müssen, wenn er diese Gelegenheit nicht benüßt hätte, um sich dem Diktat der hebliche Kosten und Schwierigkeiten verursachten, zu stimmen, so wie so als mindeste Abschlagszahlung gewähren müsse, falle nicht Konservativen und des Zentrums zu fügen. Trotz aller so daß der Verfauf des billigeren ausbesser und nicht schlechter aus, ob zwei oder drei Dugend Liberale offiziösen Vertuschungsmanöver steht denn auch jetzt bereits fest, Iändischen 1. April mehr im Landtage seien oder nicht. Das gleiche Wahlrecht daß die Erbschaftssteuer von der Regierung eingestellt würde. Die Gerüchte haben haben einen werde erst eine schlagfräftige und kampfbereite nicht eingebracht werden wird, obwohl nahezu eine reellen Hintergrund. Die Arbeiterklasse wird auf der Sozialdemokratie erobern und diese Kampfesarmee Zweidrittelmajorität der deutschen Wähler bei der Januarwahl Hut sein müssen, Damit der vom Freisinn offenbar durch prinzipiell sozialistische Anfklärung formieren zu helfen, fei der fich für diese Steuer ausgesprochen hat. Die Regierung geht aus Rücksicht auf die bevorstehenden Landtagswahlen geplante auptzweck des bevorstehenden Wahlkampfes! vielmehr darauf aus, eine Steuer zu schaffen, die den Konser- Feldzug zur Verteuerung des Fleisches zunichte werde. Auf den Am Mittwoch geht die Debatte weiter. vativen und dem Zentrum genehm ist, und die andererseits Oberbürgermeister Wermuth hatten recht viele die Hoffnung den Besitzenden so wenig unangenehm ist, daß auch die Nationalliberalen mit Begeisterung dafür sein können. Das gesezt, daß er trotz aller Schwierigkeiten den Bestrebungen der wird der Sinn der kommenden Vermögenszuwachssteuer" Fleischagrarier entgegentreten werde. Man sieht jetzt, der Obersein, die so zugleich der Sammelpolitik Bethmann Hollwegs bürgermeister kann oder will den freisinnigen Fleischagrariern dienen soll. nicht Widerstand leisten. Der Mittelstand und die ArbeiterNun wären die Absichten der Regierung verflucht gleich- Klasse muß also schleunigst in eindrucksvollen Versammlungen gültig, wenn nicht die Nationalliberalen so völlig ihrer Ansicht Ausdruck geben. unzuverlässige Batrone wären. Die Sozialdemokratie hat nie Am Sonntag werden von der Sozialdemokratie ein Aussicht auf den Friedensschluß eher verbessert als vereinen Zweifel darüber gelassen, daß sie zu einer wirt- berufene Versammlungen stattfinden, um dieser Verteuerung schlechtert. Einmal scheinen die Großmächte, deren Vertreter lichen Finanzreform durchaus bereit ist. Sie des Fleisches entgegenzutreten, die sich freifinnig nennende in London allerdings auch nicht gerade sehr rasche Arbeit will die schlimmsten Auswüchse des schwarzblauen Steuerraubs Magistrats und der Stadtverordneten- leisten, nunmehr doch mit etwas größerem Nachdruck auf die beseitigen, sie will die drückendsten indirekten Steuern aufheben Mitglieder des " Städtische Fleischverteurer. Fleisches mit dem Die Debatte über die Wahltaktik. Die Unterbrechung der Friedensverhandlungen. Die Unterbrechung der Friedensverhandlungen hat die und sie durch ausreichende Besitzsteuern, in erster Linie durch eine versammlung unter Führung des Oberbürgermeisters Wermuth Unterhandelnden einwirken zu wollen. Sodann aber kommt Erbschaftssteuer ersetzen. Eine solche Finanzreform durch zugunsten reicher Schlächtermeister planen. Die hochagrarische diesen Bemühungen vielleicht schon in nächster Zeit eine neue zuführen, haben auch die liberalen Parteien, im Regierung Hand in Hand mit dem Freisinn unter Führung Tatsache zu Hilfe, der bevorstehende Fall von Wahlkampfe versprochen. Sie werden sich jetzt entscheiden des von ihm gefürten Oberbürgermeisters das ist das Adrianopel, über dessen Uebergabe anscheinend bereits müssen, ob sie ob sie dies Versprechen halten wollen, ob Resultat freisinnigen Maulheldentums! So endet der Stampf unterhandelt wird. Tritt dieses von den Bulgaren mit großer endlich das Verbrechen, das die frühere schwarzblaue des Kommunalfreisinns gegen den schwarzblauen Block! Bestimmtheit angefündigte Ereignis wirklich ein, dann dürste Mehrheit am deutschen Volke begangen hat, wenigstens damit auch die bisherige Unnachgiebigkeit der Türkei ein Ende zu einem Teil gutgemacht werden oder ob der finden. faubere Plan der Regierung und der Schwarzblauen gelingen Adrianopel vor der Uebergabe? und eine belanglose direkte Steuer gemacht werden soll, Sofia, 7. Januar. Auf Verlangen des Kommandanten deren spärliche Erträgnisse rasch von den unersättlichen Be- In einem mehr als zweistündigen, trefflich disponierten Referate von Adrianopel treten heute bulgarische und türkische dürfnissen Molochs aufgezehrt würden. Wirkliche Besitzsteuern legte in der Dienstagstagung des preußischen Parteitags der Sozial- Kommissare zu einer Besprechung zusammen. Man zur Erleichterung der Steuerlaft der Armen oder eine Schein- demokratie Genosse Hirsch die Grundlinien dar, die die Partei bei nimmt an, daß es sich um die Kapitulation vou steuer zur Täuschung der Massen, das ist also die Frage. den bevorstehenden Landtagswahlen einzuhalten habe. Natürlich Adrianopel handelt. Wie die Entscheidung ausfallen wird, darüber haben wir stellte der Redner die Frage des Wahlrechts, diesen Angelpunkt der allerdings kaum einen Zweifel. Ein Blick auf den Zustand ganzen Preußenpolitik, dabei in den Vordergrund. Aber nicht um der nationalliberalen Partei zeigt es. Immer stärker wird schönen Jllusionen nachzujagen und sich gleich gewissen Anregern der Einfluß derjenigen, die diese Partei zum Anschluß an die nun blindlings für eine bedingungslose Unterstützung des unterschieds- ich after wird heute nachmittag im Auswärtigen Amt zufonservativ- flerifale Gruppe bewegen wollen. Und der Ver- losen Liberalismus" zu begeistern, sondern um mit erfrischendem sammentreten, um über die Lage zu beraten, die durch die tretertag der Nationalliberalen, der Anfang Februar statt Tatsachenfinn die politische Situation in Preußen so zu schildern, Suspension der Friedensverhandlungen auf finden wird, dürfte den Beweis liefern, daß jene Elemente der wie sie faktisch liegt. Nachdem er das abstoßende Charakter- unbestimmte Zeit geschaffen ist. Partei auch für die Politik der Reichstagsfraktion die be- bild der Konservativen und Ultramontanen gezeichnet, ent- Wie das Reutersche Bureau erfährt, erwarten die Botstimmenden sind, die auf die Wiederherstellung des einstigen warf er mit wenig schmeichelhaften, aber dafür um so schafter von ihren Regierungen jetzt Instruktionen Bismarckfartells hinarbeiten. porträtähnlicheren Zügen ein Konterfei der Nationalliberalen. Und als Antwort auf eine Reihe von Vorschlägen, die sie nach der Die Botschafterkonferenz. London, 7. Januar., Die Versammlung der BotHerrn von Bethmanns Sehnsucht wäre ja dann erfüllt, von diesem politischen Zwilling der freifonservativen Partei erwarte Sigung am Sonnabend im Auswärtigen Amt nach den verfeine Sammelpolitik hätte ihr Ziel erreicht. Ob Herr von man einen Borstoß für eine wirklich auch nur halbwegs akzeptable schiedenen Hauptstädten sandten. In dieser Sizung wurde Bethmann Hollweg persönlich daran noch seine Freude haben Wahlreform? Aber auch dem Freifinn ließ der Redner eine an- erörtert, welcher Sturs von den Mächten einzuschlagen sei, um würde, ist freilich eine andere Frage. Haben erst die Kon- gemessene, nicht zu gelinde Kritik angedeihen. Immerhin: wenn der eine Verständigung zwischen den Kriegführenden zu fördern. Die Vermittlungsaktion. Paris, 7. Januar.(P.-C.) Ter..Temps" erklärt, in der Lage zu sein, trotz des strikten Geheimnisses, das über die VerHand- lungen der Botschafterkonferenz bewahrt wird, genauere Angaben über die Arbeiten der Konferenz, die am Nachmittag zusammen- trat, machen zu tonnen. Das Blatt will erfahren haben, daß seit langem über die Adrianopcler Frage Einigkeit unter den Großmächten besteht. Dies kam am IS. Dezember 1912 besonders zum Ausdruck, als die Repräsentanten der Großmächte in Konstantinopel an diesem Tage einzeln der Pforte den freund- schaftlichen Rat erteilten, Nachgiebigkeit an den Tag zu legen. Einige Tage später, im Laufe der Weihnachtswoche, unter- nahm die russische Regierung außerdem noch in Konstan- tinopel einen weitergehenden Schritt in dieser Richtung, indem sie bedeutend energischere Vorstellungen bei Noradunghian und Kiamil Pascha erhob. Rußland erklärte sogar, daß es fürchte, bei einer eventuellen Wiederaufnahme der Feindseligkeiten nicht mehr neutral bleiben zu können. Da aber die russische Regie- rung in ihrem Vorgehen von den übrigen Mächten nicht unterstützt wurde, so blieben damals ihre Bemühungen ergebnislos, obwohl die Mächte zur gleichen Zeit abermals in freundschaftlicher Form ge- haltene Vorstellungen erhoben. Auf der Basis dieser gemeinschaft- lichen Vorschläge nun unterbreitete der englische Staatssekretär des Aeußern, Sir Edward Grey, am vergangenen Sonnabend den Botschaftern in London einen Vorschlag, einen gemeinsamen Schritt bei der Pforte zu unternehmen. Dieser sollte, wie der � englische Minister des Aeußern erklärte, schriftlich nieder- gelegt werden. Das diesbezügliche Dokument sollte sechs Para- graphen umfassen, nämlich die Adrianopeler Frage, die Jnselfrage und die Kretafrage, jede einzelne'in zwei Paragraphen behandelt. Als Kompensation für die Zugeständnisse der türkischen Regierung in territorialer Hinsicht sollte ihr weitgehendste finanzielle Hilfe zugesichert werden. In dem Augenblick nun, wo Sir Edward Grey diesen Vorschlag den Botschaftern unterbreitete, erhielt die Londoner französische Botschaft ein Telegramm der französischen Regierung, in dem Ministerpräsident P o i n c a r e ein dem Sinne nach dem englischen Vorschlag ähnlichen Entwurf der Botschafterkonferenz unter- breitete. Wenn auch, wie bereits betont, der englische und fran- zösische Vorschlag dem Sinne nach einander ähneln, so sind beide doch in Form und Inhalt ziemlich verschieden. Darüber nun, wie diese beiden Vorschläge am besten zu einem Ganzen vereinigt werden können, wird in der heutigen Botschafterkonferenz beraten werden.» Die Unterbrechung der Friedensverhandlungen. London, 7. Januar. Die„Time s" vergleicht die S u s p e n- sion der Friedensverhandlungen mit der üblichen Pause in einem orientalischen Handelsgeschäft. Ter Augenblick sei natürlich delikat und nicht frei von Gefahren. Aber wenn die Lage auch ihr Risiko habe, so habe sie auch ihre Vorteile, und sicher wären alle Unterhändler bitter enttäuscht, wenn diese Vorteile verloren gehen sollten. Das Blatt betont, daß die Verhandlungen nicht abgebrochen sind oder als abgebrochen zu be- trachten seien. Der Ausdruck Suspension sei nach sorgfältiger Ueberlegung gewählt worden, um nicht die Mächte vor den Kopf zu stoßen. Zugleich aber wollten die Delegierten offenbar nicht heimkehren, ohne einen befriedigenden Friedens- a b s ch l u ß mitzubringen. Was die A e�j ä i s ch e n Inseln betrifft, so hält die„Times" ein Kompromiß für tunlich, um so mehr, als die Griechen und Türken wüßten, daß die letzte Entscheidung h«i den Großmächten liegt. Dagegen hält die„Times" einen durch- aus abweisenden Beschluß der Türkei über Adrianopel für verhängnisvoll, da ein Aufschub iws Friedensschlusses das größte Unheil in Armenien, Arabien und ande- reu Teilen Asiens herbeiführen könnte. Der Standpunkt der Balkanstaaten. London, 6. Januar. Wie das Reutersche Buocau erfährt, hätten die verbündeten Balkanstaaten die Verhandlungen mit Rücksicht auf die unbefriedigende Antwort auf die Vorschläge ihrer Delegierten unzweifelhaft abgebrochen, wenn nicht während der letzten zwei Tage die Großmächte ihren Rat gegeben halten. Unter diesen Umständen haben jedoch die Verbündeten den Türken Z'eit gegeben, die Lage zu überlegen und ihre Stellung darzulegen. Einer der griechischen Delegierten erklärte, die Verhandlungen seien nicht abge- krochen und die Delegiertelt hätten nicht die Absicht, London sofort zu verlassen. Inzwischen, erklärte der Delegierte weiter,»verden, wie wir glauben, die Großmächte Kenntnis von dem Geschehenen nehmen, und wenn sie beschließen, irgendwelche Schritte zu unternehmen, so loerden wir es bald erfahren. Der nächste Schritt für die Türken wird sein, eine neue Sitzung einzuberufen, wenn sie etwas mitzuteilen haben. Inzwischen können die Großmächte über eine Aktion Beschluß gefaßt haben, oder Adrianopel kann ge- fallen sein. Wenn die Türkei irgend vernünftige Vor- schlage einbringt, so sind wir bereit, sie zu erörtern. Aber ihre gegenwärtigen Vorschläge sind vom Standpunkt der Verbündeten so weit entfernt, daß sie mit ihm unVerein- bar sind. In den türkischen Kreisen ist nichts darüber be- kannt, wie sich die Lage jetzt entwickeln wird. Aber man ist der Anschauung, daß die Verbündeten absichtlich die Vertagung der Konferenz herbeigeführt haben in der Hoffnung, daß Adrianopel inzwischen kapitulieren werde. Dieses Vorgehen wird in den türkischen Kreisen mit großem Unwillen ange- sehen. Der Wortlaut der türkischen Antwort. London, 6. Januar. Der Tert der schriftlichen Note, die in der heutigen Sitzung der Konferenz von R e s ch i d Pascha unterbreitet worden ist, lautet folgendermaßen: In der Note, die uns die Delegierten der verbündeten Staaten im Laufe der vorigen Sitzung vorgelegt haben, haben sie die An- ficht ausgedrückt, wir hätten die Ergebnisse des Krieges nicht in Rechnung gezogen. Wir müssen darauf hinweisen, daß wir in die bedeutenden territorialen Konzessionen, abgesehen von zwei Punk- tcn, eingewilligt haben. Wir haben sämtliche Forderungen der verbündeten Staaten zugestanden. Dadurch, daß die Verbündeten verlangten, in der Klausel, durch die wir die westlich vom Wilajet Adrianopel besetzten Gebietsteile abtraten, den Ausdruck„besetzt" durch den Ausdruck„gelegen" zu ersetzen, haben sie selbst aner- kannt, daß ein Teil des G-bsets, dessen Abtretung sie verlangen, sich augenblicklich nicht in ihren Händen befinden. Im Geiste weiten Entgegenkommens haben wir uns auch dieser Forderung gefügt. Für alle diese Zugeständnisse haben uns die Verbündeten kein einziges gemacht. Wenn wir die Abtretung Adrianopels verweigern, so geschieht das unter anderem deshalb, weil sie vom Gesichtspunk»- der Sicherheit Konstantinopels und der Dar- dancllen aus ein Ding der Unmöglichkeit ist. Außerdem müssen wir sagen, daß wir mit der festen Absicht hierhergekommen sind, einen dauerhaften Frieden zu schließen unter Bedingungen, die geeignet find, freundschaftliche Beziehungen zu sichern und beiden Partejev nutzbrjogevjle Handelsbeziehungen zu erleichtern, Mir sind' auch heute noch bereit, über die Grenzlinie zwischen der Türkei und Bulgarien zu diskutieren, aber diese Grenze mutz Adrianopcl auf türkischem Gebiet belassen. Um einen neuen Beweis von unserem versöhnlichen Geiste zu geben, willigen wir ein, uns unserer Rechte auf Kreta zu begeben, wohl verstanden unter der Bedingung, daß dann von den Verbündeten die Abtretung keiner weiteren Insel im Acgäischcn Meer verlangt wird. Wenn die Verbündeten trotz dieser ungeheuren Opfer dadurch, daß sie jeden Gedanken an Zugeständnisse abweisen, die Verhandlungen ab- brechen wollen, so wird alle Verantwortung für die Folgen dieses Abbruchs auf sie fallen. Sollte diese Möglichkeit eintreten, dann erklären wir hiermit alle Zugeständnisse, die wir bis zum heutigen Tage gemacht haben, für null und nichtig. Eiue Anfrage im Unterhaus. London, 7. Januar. Unterhaus. Ter Liberale King fragte, ob die Mächte über den Kurs eines gemeinsamen Vorgehens für den Fall, daß die Friedenskonferenz zu keinem Uebereinkommen gelangen sollte, beratschlagt und sich geeinigt hätten. Der Staatssekretär des Auswärtigen, Grey, erwiderte, die Großmächte hätten selbstverständlich dieser Frage ihre Auf merk- samkeit geschenkt, doch könne er keine ihre Ansichten oder ihren Entschluß betreffenden Erklärungen veröffentlichen, es sei denn mit ihrer gemeinsamen Zustimmung. Wenn diese Bedingung er- füllt wäre, würde er bemüht sein, dem Hause sobald als möglich Aufklärung zu geben. Hnmmfcbe CtHmn. Aus Konstantinopel schreibt uns Gen. P a r V u S: Noch sind die Probleme der europäischen Türkei nicht von der Tagesordnung verschwunden und schon drängen sich die Fragen der asiatischen Türkei heran. An die Stelle Mazedoniens tritt Armenien. Die Prozeduren sind dieselben— innere Unruhen, äußere Drangsa- lierungen—, nur scheint es, daß eS diesmyl in einem beschleunigten Tempo gehen soll. Wenn Rußland nicht gleich zur Annexion schreitet, so bereitet es jedenfalls zielbewußt die Annexion vor, und die tölpelhafte Politik der türkischen Regierung leistet der zarischen Diplomatie Vorschubdienste. Die Armenier befinden sich in großen Aengsten und noch größerer Verwirrung. Sie fürchten ihre Feinde, die kurdische» Feudalen, deren Uebcrmut von Tag zu Tag steigt; sie fürchten noch mehr ihre�Be- schützer, die russischen Diplomaten, und sie haben kein Vertrauen zu der türkischen Regierung, die in Konstantinopel sie mit Versprechungen überhäuft, im Lande selbst aber, im östlichen Anatolien den kurdischen Feudalen schmeichelt und ihnen freie Hand läßt. Die Regierung hat eine Reformkommission für das östliche Anatolien geschaffen, die ein scheinbar sehr radikales Reform- Programm ausarbeitet. Aber schon die Art, wie die Reformkommission eingesetzt wurde, hat die Armenier befremdet. Statt sich an die vor- handene gewählte politische Vertretung der arnxenischen Nation zu wenden, hat die Regierung nach ihrem eigenen Belieben einzelne Armenier geladen und aus ihnen nebst einigen anderen Persönlichkeiten die Reformkommission gebildet. Diese absichtliche Umgehung der Volks- Vertretung erweckt den Eindruck, als wenn das Ganze nur darauf be- rechnet wäre, Europa blauen Dunst vorzumachen. Auch entbehrt offenbar die Reformaktion einer festen Grundlage; sie kann ebenso leicht umgestoßen werden, wie sie geschaffen worden ist. Vor allem aber sei die dringende praktische Frage, deren Lösung nach der Meinung der Armenier den administrativen Fragen vorangehen müsse, um die es sich handle, recht einfach, aber gerade hier versage die Regierung. Die Armenier verlangen, daß man ihnen erlaube. Feld- und Dorfwachen anzustellen, um Leben und Eigentum gegen die kurdischen Ueberfälle zu schützen. Die Negierung möge den Dorf- bewohnern die nötige Anzahl Gewehre geben. Nun widersetzt sich zwar die Negierung dem keineswegs prinzipiell, aber in der Praxis verteilt sie die Gewehre gerade an die Kurden, währenddem sie den Armeniern nur ab und zu einige Gewehre gibt. Mehr noch, wenn die Armenier sich auf eigene Kosten Gewehre anschaffen, so werden diese von der Regierung eingezogen. �Denn die Regierung betrachtet die Kurden, weil sie Muselmanen sind, als das staatSerhaltende Element. Trotz der bösen Erfahrung, die man soeben mit den ja ebenfalls muselmanischen Albanern ge- macht hat, geht man im östlichen Anatolien der gleichen Illusion nach. Darum also sucht die türkische Regierung sich mit den kurdischen Feudalen auf freundschaftlichen Fuß zu stellen. Andererseits aber glaubt sie gerade durch den kurdischen Schrecken die Armenier unterwürfig machen zu können. Unter dem Hamidschen Regime hieß es:„Folgt ihr nicht, dann lassen wir euch von den Kurden massakrieren"— jetzt wurden bloß die Worte geändert und eS heißt nunmehr:„Laßt ihr uns im Stiche, statt unsere Autorität zu fördern, so können wir euch nicht mehr schützen, und dann kommen die Kurden über euch." So wird nach wie vor mit dem Gespenst des allgemeinen Massakers operiert, mit dem Erfolg, daß täglich Mord- brennereien stattfinden. Während am grünen Tisch papierne Reformprojekte ausgearbeitet werden, ernennt die Regierung die Familienangehörigen der kurdischen Feudalen zu Walis, entläßt aus dem Gefängnis die berüchtigsten kurdischen Strauchritter, und die kurdischen Walis veranstalten freund- schaftliche Zechgelage mit den kurdischen Banditen. Da sich die Ueberfälle mehren, so setzen sich die armenischen Bauern zur Wehr. Es vergeht kaum ein Tag mehr ohne Zusammen- stütze zwischen Armeniern und Kurden. DaS erleichtert offenbar das Werk der russischen Agitation unter den Armeniern. Daß die armenischen Massen sich mit Freuden von Rußland annektieren lassen würden, wird mir von allen Seiten versichert. Anders freilich ist die Gesinnung der armenischen politi- schen Parteien. Aus zwei Gründen besonders wäre, nach deren Meinung, die Angliederung an Rußland für die armenische Nation verhängnisvoll: einmal weil sie dann die jetzt bestehende nationale Vertretung einbüßen würde, sodann weil die zarische Regierung zum Zwecke der Russifizierung russische Bauern auf armenischem Land ansiedeln und. wie das schon jetzt in dem russischen Armenien geschieht, die annenische Bevölkerung zu verdrängen suchen würde. Damit stimmt auch überein, daß die russische Regierung weniger die Armenier, als die Kurden zu erregen sucht. Die kurdische» Feudalen werde» in einer geradezu unverschämt offenen Weise von den russischen Gesandtschaften und Konsulaten gefördert, sie stehen auch meistens direkt im russischen Solde. Nun sehe man. wie sich diese politischen Methoden ineinander verstricken! Wir wissen, daß die türkische Regierung mit den kurdischen Feudalen sich gut zu stellen sucht; wenn sie aber sich energisch gegen die Kurden stellen wollte, dann würde sie auf die Tatsache stoßen. daß die Kurden von Rußland gestützt werden; sie muß also auch aus diesem Grund gut Freund mit den Kurden sein; so wird der llebermut der letzteren von beiden Seiten gesteigert; kommt es dann aber zu Armeniermetzcleien, so wird sich Rußland zum Be- chützer der bedrängten Armenier aufwerfen I Die russische chauvinistische Presse, allen voran die„Novoje Wremja", erklärt jetzt offen den Armeniern:„Laßt es nur soweit kommen, daß ihr massakriert werdet, dann treten wir als eure Be- schützer auf, und ihr werdet frei!" In Wirklichkeit braucht die zarische Diplomatie daS armenische Massaker nicht bloß, um sich einmischen zu dürfen, sondern sie hat überhaupt nichts dagegen, wenn die armenische Bevölkerung dezimiert wird. Sie ist gar nicht darauf erpicht, noch eine Million oder mehr Armenier an die Armenier des Kaukasus anzugliedern. Sie will nicht das armenische Volk, sie will das armenische Land. �enttlim und kaiserlicher Statthalter. Das Zentrum in Elsaß-Lothringcn, das in letzter Zeit aller- Hand Grund zur Unzufriedenheit mit der Regierung, mit dem Parlament und— nicht in letzter Reihe durch das täppische Unge- schick seiner Führung— mit sich selbst hat, macht eine Krisis durch, die für die am 14. Januar beginnende neue parlamentarische Session in Elsaß-Lothringen mancherlei Ueberraschung verspricht. Schon während der wochenlangen Kommissionsberatungen über die Bcsoldungsreform, mit denen Hand in Hand alle paar Tage Fraktionssitzungen des Zentrums gingen, die nur zum Teil durch diese Materie selbst veranlaßt sein konnten, war zu erkennen, daß in der reichsländischen Zentrumsküche allerlei zusammengebraut wird, was mit wachsenden Schwierigkeiten verbunden ist. Mit welcher sachlich ganz unerklärlichen Gereiztheit die Zentrumsführer dabei an die Dinge herantreten, zeigte sich drastisch an einer der letzten Sitzungen der Kommission für die Besoldungsreform, als der Abgeordnete H a u ß bei der Frage der Geistlichengehälter Plötz- lich gegen die Regierung losbrach mit Ausdrücken, wie: die Katholitcnseienesendlichmüde.stetsalsParias behandelt zu werden; das Zentrum werde aus der Haltung der Regierung seine Konsequenzen ziehen usw. Warum? Weil die Regierung, wie sie mit vollem Rechte sofort feststellen konnte, vor zwei Jahren im Landesausschuß einer Regelung der Geistlichengehälter zugestimmt hatte, die die Gehälter der katholischen Geistlichkeit allerdings, wie dies seit mehr als hundert Jahren in Frankreich und Elsaß-Lothringen Brauch ist, niedriger ansetzte, als die staatlichen Bezüge der(der- heirateten) protestantischen und israelitischen Geistlichen— einer Regelung aber, die zwischen den parlamentarischen Führern des Zentrums und der Liberalen, den Wetterle und Wolf, so verein- bart worden war, weil das Zentrum Gewicht darauf legte, die von den liberalen Kompromißlern um diesen Preis zugestandene Ab- schaffung der bis 1919 auch in Elsaß-Lothringen für die Protc- stanten und Israeliten neben der Kirchensteuer bestandenen gcsetz- lichen Regelung des Kirchenaustritts durchzusetzen. Die Regierung sanktionirte also nur, was die parlamentarische Vertretung des Zentrums im Jahr« 1919 mit den Liberalen selber vereinbart hatte, die seit einem Jahrhundert bestehende Ungleichheit der Geist- lichengehälter— unk» das soll nun auf einmal ihr Mordsvcrbrcchen sein! Noch deutlicher war der Einblick in die Zentrumspsyche, den ein anderer, noch etwas jüngerer und unreiferer Stürmer an der Spitze der Zentrumskolonne bei derselben Gelegenheit gestattete, indem er ohne erkennbaren Zusammenhang dem Staatssekretär Zorn v. Bulach, der als routinierter Höfling dafür recht dank- bar war, plötzlich das Wort vom„protestantischen Kaiser- t u m" ins Gesicht warf. Der Sohn des Kammerherrn Napoleons III. an der Spitze des Ministeriums Wilhelms II. in Elsaß-Lothringen fühlte sofort, daß diese Verschiebung des Kampf- tcrrains nur zur Festigung der Position der hartbedrängten reichs- ländischen Regierung in Berlin beitragen könne, und er kanzelte den voreiligen klerikalen Zwischenrufer alsbald mit behaglicher Derbheit ab, indem er ganz richtig sagte: Es wäre manches katho- lische Land froh, wenn es einen solchen Herrscher häkte, wie Wil- Helm II. In der Tat, der Protege und Geschichtsschreiber der Hohenzollern, Professor Dr. Martin Spahn an der Kaiser- Wilhelms-Universität in Straßburg, hat es mehr als einmal an» gedeutet: Wilhelm II. ist in mancher Beziehung auch der Zen- trumskaiser. Die Lektion hat jedoch nicht viel gehofcn: das rabiat ge- wordene Zentrum im Laude der wiedergewonnenen Brüder rennt weiter auf der betretenen Bahn, es hat sich die höchsten, um nicht zu sagen„allerhöchsten" Ziele gesteckt, und da es nicht das Ober- Haupt des Deutschen Reiches unmittelbar in seine Dressur nehmen kann, so ist es wenigstens der kaiserliche Statthalter, der Herr Graf v. Wedel, der jetzt„biegen oder brechen" soll. Darüber läßt eine Veröffentlichung in der„Kölnischen Volks- zeitung", die zum Neujahrstage erschien, und die Haltung der reichsländischen Zentrumspresse seit diesem Tage keinen Zweifel. In diesen Neujahrsbetrachtungen aus Elsaß-Lothringcn, die von einem„langjährigen Beobachter der immer zerfahrener werdenden Verhältnisse in Elsaß-Lothringen" herrühren und denen gegenüber die Redaktion des Kölner Zentrumsblattes nur die kleine Ver- Wahrung einlegt, daß sie sich nicht„jede einzelne Wendung" zu eigen machen wolle, wird mit der bisherigen Taktik der Zentrums- presse und der Zentrumspartei in Elsaß-Lothringen gebrochen. die neben dem Staatssekretär Freiherrn Zorn v. Bulach und dem Präsidenten des kaiserlichen Öberschulrates Dr. Albrecht in erster Reihe den Unterstaatssckretär für das Innere, den Polizeiminister Mandel, zum Gegenstand der Angriffe machte. Im Gegenteil. dem„fcdersichcren und gesetzeskundigen Bureaukraten" Mandel. der„mit seinen kräftigen Gesichtszügen und Bewegungen der An- blick eines waschechten Böotiers bietet, der ums Leben gern für einen Athener gelten möchte." wird auf einmal bescheinigt, daß er im Grunde„w e i t h a r m l o s e r" sei, als man bisher annahm. wenn man ihn„für alle minderhaltbarcn Leistungen der über- und untergeordnete» Verwaltungs- und Polizeiorgane verant- wortlich gemacht" habe. Ebenso wird von dem Schloß- Hauptmann der Hohkönigsburg. dem Staatssekretär Zorn v. Bulach, gesagt, daß er„ohne wirklichen Einfluß" sei und„nur die ganz Naiven oder Uneingeweihten über seine Bedeutung als Faktor der reichsländischen Regierung täuscht". Um so strenger geht man auf einmal mit dem bis. her kaum beachteten und jedenfalls stets mit aller schuldigen monarchischen Ehrfurcht be- handelten kaiserlichen Statthalter selbst, dem Grafen von Wedel ins Gericht. Er ist jetzt plötzlich „nicht nur verfassungsmäßig, sondern auch faktisch das leitende und verantwortliche Haupt der Straßburger Regierung". Er sei„eigen- willig", und es sei in Straßburg„eines der offensten von den vielen Geheimnissen, daß Graf Wedel stark in Randbemerkungen (nach berühmten Mustern) und Bleistiftdircktiven ist. die sehr, sehr ins Detail gehen und, wie die Fama behauptet, von den naci-' geordneten Exzellenzen und Nichtcxzellenzen unter heiligen Schauern der Subordination befolgt werden". Die öffentliche Mei- nung mache den Statthalter„mit wachsender Sicherheit und steigen- der Entschiedenheit für alles vcranttvortlich, jvas geschehen ist und ivas geschieht, seit er in Straßburg warm geworden ist und am Born der Weisheit eines Georg Wolf getrunken hat"; aber— vor dem Parlament hätten unlogischerweise der Staatssekretär und die Abteilungschefs die Veralikwortung zu tragen. Man könnte angesichts dieser plöfliche» Erleuchtung, die die Zentrumsprcsse im ganzen Reichslande sich schmunzelnd zu eigen macht und die der Abgeordnete Wetterle in seinem„Nouvellisie" mit persönlichen Pointen gegen den Statthalter spickt, indem er gegen die„elende Verfassung" donnert, die Zentrumsleitung fragen, warum sie nicht dieselben Konsequenzen im Reiche zieht, wo doch. seitdem WiHelm II, sei« ejjjeaer Ksuzler gepMZM ißt i» Die ganzen die gleichen Zustände bei der Regierung herrschen, wie sie schrieben hat, in denen die Volkspartei mehr Stimmen auf sich ver- Aussagen der Zeugen so ungünstig für ihn, daß das Gericht, das jest so laut in Elsaß- Lothringen beklagt werden? Wo war das einigte als die Nationalliberalen. Ein Teil dieser Kreise ging unter dem Vorsitz des Landgerichtspräsidenten Pannier tagte, zu Zentrum, als die Sozialdemokratie im Reiche dem persönlichen infolge dieser weitsichtigen" Taktik den Liberalen überhaupt ver- einem Schuldspruch fam. Meißner wurde zu einem Jahr Zuchthaus Regiment durch Abänderung der Verfassung zu Leibe wollte?... loren. Der Bauernbund war der lachende Erbe. Bei dieser und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Diese Frage aufwerfen, heißt den eigentlichen Zweck der ganzen Situation ist es begreiflich, daß sich im voltsparteilichen Lager Südwestafrikanische Diamantenabgaben. Zentrumskampagne gegen den Statthalter in Elsaß- Lothringen lebhafter Unwille wegen des Abkommens bemerkbar machte. Die enthüllen. Dieser Zweck ist kein sachlicher im demokratischen Sinne, vorsichtigen und in diesem Punkte etwas lichtscheuen Führer haben Durch kaiserliche Berordnung vom 30. Dezember ist die Umwie man sich den Anschein gibt, er ist ein persönlicher, im besten alles versucht, um eine öffentliche Kritik zu verhindern. Ganz ist wandlung der bisherigen füdwestafrikanischen Diamantenabgaben in Falle ein parteipolitischer. Der Statthalter ist dem Zentrum auf es nicht gelungen. Ein Redner übte unter lebhaftem Beifall eine die von den Förderern gewünschte Abgabe vom Reingewinn mit einmal im Wege, weil man glaubt, herausbekommen zu haben, daß scharfe, durch reiches Zahlenmaterial wohlgefügte Kritik an dem Rüdwirkung vom 1. Januar 1912 ab eingeführt worden. Betriebskosten. Der Betrag, welchen die Förderer sein persönlicher Wille hinter den Schwierigkeiten ſteckt, denen die Abkommen. Er bemerkte Konrad Haußmann gegenüber sarkastisch, Steuer beträgt 100 der Betriebseinnahme, vermindert um 70/100 Zentrumsansprüche vor und hinter den Kulissen( bei Besetzung der daß man einen Stimmenverlust von 150 000( jeder Wähler hatte im als Ersatz für die bis zur Verleihung des Abbaurechts Beamtenstellen usw.) regierungsseitig begegnen. Der Statthalter Durchschnitt 8% Stimme) nicht wohl mit einem naffen Sommer gemachten Aufwendungen den Betriebskosten zuschlagen dürfen, soll durch gehäufte und verschärfte Preßangriffe und Parlaments- erklären könne. Um den starken Eindruck dieser Kritik zu zer- beläuft sich auf 2,50 M. für jedes Gramm der in den Südfeldern attacken zum Entgegenkommen gegenüber dem Zentrum oder zum stören, arbeitete Haußmann mit seiner ganzen advokatischen Rheto- und 10 m. für jedes Gramm der in den Nordfeldern gewonnenen Gehen gezwungen werden. Daher vor Beginn der neuen Parla rit. Er erreichte denn auch, daß seine Resolution gegen wenige Diamanten. Die Förderer dürfen 10 Prozent Zinsen aus dem jementssession dieser Wink mit dem Zaunpfahl in der Kölnischen Stimmen angenommen wurde. weils nicht abgeschriebenen Werte der dem Abbaubetrieb dienenden Gegenstände den Betriebskosten hinzurechnen. Damit ist den von Volkszeitung", die sich vor dem Throne schließlich dadurch zu falden Förderern geäußerten Wünschen im vollem Umfange Rechnung vieren sucht, daß sie von dem in seiner Mehrheit klerikalen Straßgetragen worden. Die zur Ausführung der Verordnung erforderlichen burger Parlament als von einer„ maßlos sich gebärdenden, vielfach Vorschriften werden demnächst erlassen werden. und zwar in allen Parteigruppen demagogisch wirkenden und wirken wollenden Volksvertretung"(!) spricht. Die Sozialdemokratie befindet sich bei diesem Streite der Ver treter zweier herrschenden Klassen um die Macht in der Lage des lachenden Dritten, sie darf bei der gegenwärtigen und der noch bevorstehenden Auseinanderseßung an das Wort von dem Rabbi und dem Mönch erinnern, welche alle beide st..... Und sollte der Konflikt zur was allerdings wenig wahrscheinlich ist Auflösung des jungen elsaß- lothringischen Landtages führen, so darf man erwarten, daß die Wählerschaft bei den Neuwahlen aus den Vorgängen die gleiche Lehre ziehen und dem Rabbi und dem Mönch andere Leute vorziehen wird, die das in Elsaß- Lothringen bei der Regierung wie beim Zentrum soviel wie irgend sonst zu kurz tommende Interesse der arbeitenden Klassen über die parlamenta rische Intrige stellen. An der erforderlichen Aufklärung über dieses Ränkespiel und seine Beweggründe soll's nicht fehlen. Politische Ueberlicht. Damit war die Tagesordnung erschöpft. Mit einer geschwollenen Schlußrede des Landtagsabgeordneten Scheef fand die Versammlung ihr Ende. Landtag Bersahwahl in Greiffenberg- Rammin. Bei der heutigen Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Greiffenberg- Kammin für den verstorbenen Abgeordneten v. Normann wurde der konservative Standidat, Rechtsanwalt Justizrat GrundmannTreptow a. d. Rega mit 230 Stimmen gewählt. Zollerhöhungen. beſtinformierter Stelle: Die Landeszeitung für beide Mecklenburg" erfährt von Die vom Reichsamt des Innern aufgenommenen Vorbereitungen für die neuen Handelsverträge bringen eine rund fünfprozentige Erhöhung der Bollsäte. werden. Abgesehen davon, daß bereits einige derjenigen Fragen, die der genannten Kommission zur Begutachtung vorgelegt sind, Gegenstand gefeggeberischer Vorlagen geworden sind, wie die Hinterlegungsordnung und einige fleinere Gefeßentwürfe, so liegt eine ganze Reihe von Gutachten dieser Kommission über wichtige Fragen der Organisation der Behörde, der Schul- und Kommunal aufsicht, des Instanzen- und Rechtsmittelzuges vor. Sie werden ficher die Unterlage für eine Reihe wichtiger Gesetzesvorlagen für den Landtag werden. Wenn dies zurzeit noch nicht geschehen ist, so ist der wichtigste Grund dafür ausschließlich in der großen Fülle gesetzgeberischer Arbeiten zu suchen, die dem Landtage in diefer legten Tagung der Legislaturperiode ohnehin schon obliegen." frankreich. Die Präsidentenwahl. Paris, 7. Januar. Im heutigen Ministerrat im Elysée unterzeichnete Präsident Fallières einen Erlaß, durch den das Parlament für den 17. Januar als Nationalversammlung zur Wahl des Präsidenten der Republik nach Versailles einberufen wird. Portugal. Die Ministerkrise. Paris, 7. Januar. Aus Lissabon wird gemeldet, daß es Antonio José d'Almeida gelungen sei, ein Ministerium zu bilden. Sein Programm sei: Disziplin in der Armee, Toleranz im bürgerlichen Leben und Verbesserung der finanziellen und wirtschaftlichen Lage. England. Eine Anfrage über Persien. Soziales. Boltsversicherung Nummer fünf. Wahlkompromiß zwischen Nationalliberalen und Freifinnigen in Elberfeld- Barmen. Am Montagabend hielten die Nationalliberalen sowohl wie die Freisinnigen in Elberfeld und Barmen je zwei Versammlungen ab, in denen sie sich über das Wahlkompromiß bei den kommenden Berlin, den 7. Januar 1913. preußischen Landtagswahlen verständigten. Beschlossen wurde die London, 7. Januar. Im Unterhaus fragte der Liberale Landesversammlung der Fortschrittlichen Volkspartei Aufstellung gemeinsamer Kandidaten; von den beiden Elberfeld- Morrell, ob noch immer Verhandlungen stcttfänden, um Württembergs. Barmer Mandaten soll eins den Nationalliberalen und eins den Persien eine Anleihe zu gewähren, die es instand sehen würde, In der Stuttgarter Liederhalle hielten am Montag die Freisinnigen zufallen. Jede Partei trägt die Hälfte der Wahlkosten. Die Ordnung im Lande wiederherzustellen, und ob Aussicht vor schwäbischen Volksparteiler ihre übliche Dreikönigsparade ab. Die Den bisherigen Abgeordneten soll die Kandidatur wieder angeboten handen sei, durch Einberufung des Medschlis die Ver fassung wiederherzustellen. Veranstaltung stand deutlich unter dem Eindruck des abgeschlossenen Grey erwiderte, es sei univahrscheinlich, daß die FinanzLandtagswahlkampfes. Der Schmerz über die Wahlniederlage der Reformen, von denen man nichts merkt. Leute bei dem Fehlen einer starken und stabilen Regierung in Volkspartei klang aus allen Referaten heraus. Der Landesvor= Die auf dem sozialdemokratischen Preußentag ausgesprochene Persien Geld leihen würden. Die Aufmerksamkeit der Regiefizzende Schmid meinte zwar mit Bezug auf das liberale Wahl- Vermutung, daß die Immediatkommission zur Vorbereitung der Ber- rungen Englands und Rußlands sei deshalb auf die Bildung einer abkommen, daß es im allgemeinen gut, teilweise sogar tadellos waltungsreform positive Ergebnisse nicht geliefert habe, hat eine amt- folchen Regierung gerichtet. Bis dies Ziel erreicht sei, tönne er funktioniert habe. Doch gehen, wie sich später zeigte, innerhalb liche Stelle in Bewegung gesetzt, um zu versichern, daß diese Ver- über die zweite Frage nichts Definitives sagen. der Volkspartei die Ansichten darüber recht weit auseinander. Daß mutung unzutreffend sei. Es wird erklärt: diese Meinungsverschiedenheiten nicht noch schärfer hervortraten, ist lediglich auf den Umstand zurückzuführen, daß die volksparteiliche Landesversammlung keine Stätte einer sachlichen, underblümten Kritit, sondern eine auf Massenwirkung berechnete Schaustellung ist. Was der Kassierer in seinem sogenannten Rechenschaftsbericht zur Kenntnis der Versammlung brachte, war nicht danach angetan, bei den geschlagenen Truppen neue Begeisterung zu erwecken. Eine etwas dankbarere Aufgabe hatte der neugebadene Landtagsabgeordneté Fischer- Heilbronn. Dieser Schüler und Anbeter Naumanns bemüht sich lebhaft, es seinem Meister gleichzutun. Wie dieser versteht er es, wenn auch weniger elegant, über die Realitäten des Lebens hinwegzugleiten. Es war zwar nicht richtig, aber immerhin originell, als Fischer die Wahlnieder- Die Immediatkommission arbeitet seit Jahr und Tag und alles, lage der Volkspartei aus dem Umstand zu erklären versuchte, daß was bis jetzt zustande gekommen ist, ist eine Regelung der Hinter bisher in der volksparteilichen Fraktion kein Berufspolitiker faß. legungsordnung. Der ganze Kompleg der Landratsherrschaft ist Da mit dem Eintritt Fischers diesem Uebelstand glücklicherweise noch völlig unberührt geblieben. Gerade auf diesem Gebiet hätte behoben ist, darf die Volkspartei wieder getrost in die Zukunft die Kommission mit ihren Reformvorschlägen eingreifen müssen; hier sehen; gegen Wahlniederlagen ist sie nun gefeit. Zugleich verlangte jedoch hat sie bisher vollkommen verjagt. Deshalb wird die auf dem Fischer, daß fünftig eine lebhaftere Agitation unter der Jugend, Breußentag ausgesprochene Vermutung durch die amtliche Erwide- schaften und damit für die Folge auch für die politische Sozialden Arbeitern und unter den Frauen getrieben werde. An- rung in keiner Weise entfräftet. schließend an diese Ausführungen Fischers brachte der evangelische Arbeitersekretär Varnholt- Ulm eine Resolution ein, in der die Gründung des Reichsvereins liberaler Arbeiter und Angestellter" begrüßt wird und die Mitglieder der Fortschrittlichen Volkspartei im ganzen Lande aufgefordert werden, die neue Bewegung tatkräftig zu unterstützen. In der Resolution wird besonders hervorgehoben, daß der Reichsverein die Angestellten und Arbeiter abseits des einseitigen Klassenkampfes zur gemeinsamen Kulturarbeit sammeln und vereinen wolle. Diese Resolution wurde debattelos angenommen. Reichstagsabgeordneter Liefching machte über die Reichspolitik sehr breite Ausführungen, ohne jedoch einen bemerkenswerten Gedanken zu zeitigen. Konrad Haußmann referierte über den neuen Landtag und die Landespolitik. Folgende Resolution gibt die Quintessenz seiner Ausführungen: " Die Volkspartei Württembergs beauftragt die Fraktion, im Landtag für die bisherige Politit, die Württemberg gestärkt hat, mit aller Entschlossenheit einzutreten, alle staatlichen und wirtschaftlichen Verbesserungen und Fortschritte mit oder gegen die Regierung anzustreben und mit den anderen Parteien auf der Linken die diesem Zweck dienenden Beziehungen aufrecht zu erhalten. Alle wollen sie nun ihr Töpfchen mit an das wärmende Feuer stellen, welches die Gewerkschaften und die Genossenschaften für die Arbeiter angezündet haben. Die Katholiken und ihr Zentrum haben jetzt herausgefunden, daß die Volksfürsorge"" bei der bekannten Disziplin und Opferwilligkeit der freiorganisierten Arbeiter eine Gefahr für den Nachwuchs der christlichen Gewerkschaften ist. In der Germania" fann man das folgendermaßen lesen: Tritt dieses geplante neue Unternehmen in Kraft, so ist aber bei der bekannten Disziplin und Opferwilligkeit der betreffenden Gewerkschaftskreise die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, daß auch diese Einrichtung ein weiteres Glied in der Kette derjenigen an und für sich gut und harmlos erscheinenden Gründungen bilden hemmen und die zahlreichen, noch keiner Organisation angehörigen wird, die sogleich bezwecken, die christliche Arbeiterbewegung zu Arbeiter durch diese Gründung zunächst für die freien Gewerk demokratie zu gewinnen. Durch die Gründung derartiger Filialen ( Konsumbereine mit Volksversicherung) wird man aber auch, wenn Parteitag der elsaßz- lothringischen Zentrumspartei. wir nicht scharf die Augen offen halten, leicht in rein katholischen Hinter verschlossenen Türen versammelten sich am Dienstag in und in rein ländlichen Orten Fuß faffen, und damit ist dann aber Straßburg die Klerikalen Elsaß- Lothringens, um ihre General- der Umsturzpartei der Weg in diese, ihr bis dahin verschlossen ge= bersammlung abzuhalten, auf deren Ausfall man sehr gespannt sein bliebenen Gegenden nicht nur geebnet, sondern auch unserer Arfonnte. Mit fühnen Worten zog man auf dem Parteitag gegen die beiterbewegung der natürliche Nachwuchs entzogen. Hier liegt elfaz- lothringische Regierung, die sich nicht ganz als Hörige des also geradezu ein Lebensinteresse unserer katholischen Arbeiter Angst vor Berlin und in der Angst vor der alldeutschen Hezze und Zentrums betrachtet fühlte. Das Regierungssystem, das sich in der vor. Darum beizeiten Vorsicht und Vorsorge getroffen." dem evangelischen Volksempfinden äußere, müsse von der Partei in allen Instanzen zurückgewiesen werden. Trotz der Niederlage der Bentrümler in der Budgettommiffion in der Frage der Erhöhung der Geistlichengehälter werde man entgegen allen Beeinflussungsversuchen standhaft bleiben. Auf dem Parteitag wurde ferner noch beschlossen, ein Parteifelretariat für Elsaß- Lothringen zu schaffen, dem im ersten Jahre von der Organisation 5000 M. zugestellt werden sollen. Empfohlen wird durch diesen warnenden Nachtwächter die 1895 für die Mitglieder der im Deutschen Reich bestehenden katholischen Vereine gegründete Zentralsterbekasse Leo" in Köln, Komödienstraße( Komödienstraße ist kein Wig. D. R.). Sehen wir uns nun einmal die verschiedenen Volksversiches rungen genauer an: Nummer 1. Die übliche Volksversicherung der privatkapitaliftischen Versicherungsgesellschaften ist meistenteils eine Lebensbersicherung mit wöchentlicher Prämienzahlung. Sie wurde durch bie privatkapitalistischen Versicherungsgesellschaften eingeführt und bedeutet für diese ein äußerst lukratives Geschäft. Von 1907 bis 1911 sind jährlich rund eine Million solcher Volksversicherungen über fleine Beträge neu abgeschlossen worden. Die so jedes Jahr neu erzielte Versicherungssumme erreicht einen durchschnittlichen Betrag von 225 Millionen Mark. Es handelt sich hier also unt eine ungeheuerlich große Kapitalanlage der Armen. Die Profite daraus fließen den Aktionären der Versicherungs- Aktiengesellschaften zu. Nummer 2. Die Deutsche Volksversicherungs- A.- G., die erst bor furzem gegründet wurde, ist eine neue Auflage der eben geschilderten kleinen Lebensversicherung. Die Mehrzahl der deut schen Versicherungsgesellschaften hat dies Unternehmen gemeinsam gegründet, um gegen die Gefahr" einer wirklichen Volksversiche rung geschützt zu sein. Die Deutsche Volksversicherungs- A- G: hat jahraus, jahrein aus der Volksversicherung flossen, zu sichern, weiter hat sie feinen Sinn. Nummer 3. Die öffentlich- rechtliche Lebensversicherung wird Ein anhaltinischer Landtagsabgeordneter wegen Verleitung zum Meineide verurteilt. Montagvormittag erschien vor der Strafkammer des Dessauer Landgerichts der konservative Landtagsabgeordnete Oberamtmann Meißner aus Joniz, der bereits vor einigen Monaten wegen Betruges zu 500 m. Geldstrafe verurteilt wurde, um sich wegen Sie beauftragt die Parteileitung, die Organisation in allen Verleitung zum Meineide zu verantworten. Der Landwirt Bogt in Bezirken, auch in den gegnerischen, sofort weiter auszubauen Jonis wurde Januar 1910 der Pachtnachfolger des Herrn Meißner und eine planmäßige Aufklärungsarbeit in Wort und Schrift auf dem v. Raumerschen Gute in Jonik. Ende Februar 1910 fragte durchzuführen. Die Landesversammlung verpflichtet jeden ein- Vogt den Meißner, ob er eine Hagelversicherung für das v. Rauzelnen, sich zur Mitarbeit an dieser demokratischen Arbeit zur merſche Gut bei der Kölner Versicherung abschließen solle, oder ob Verfügung zu stellen." Meißner noch für das kommende Jahr versichert habe, wozu Meißner In seinem Referat kam Haußmann auch auf die Wahlnieder- bertragsmäßig verpflichtet war. Meißner erwiderte: Versichern lage feiner Bartei zu sprechen. Um sie zu erklären, führte er alle Sie man selbst gegen Hagelschaden, ich habe keine Versicherung den Zweck und die Aufgabe, die privatkapitalistischen Gewinne, die möglichen Gründe ins Feld. Neben dem Wachstum der wirtschaft- mehr." Hierauf schloß Vogt eine Versicherung gegen Hagelschaden lichen Interessengruppen war es besonders der naßtalte Sommer ab. Nach der Zahlung der Versicherungsprämie im Mai 1910 machte Meißner gegenüber Bogt folgende Bemerkung:" Ich habe mich be= des letzten Jahres, dem Haußmann die Hauptschuld an dem für züglich der Hagelversicherung geirrt, ich bin noch auf ein Jahr die Volkspartei so ungünstigen Wahlausfall zuschrieb. Den Haupt- gegenüber meiner Versicherung verpflichtet. Ist es Ihnen nicht grund, nämlich die fortschreitende Induſtrialiſierung und die da- möglich, daß Sie Ihre Versicherung rückgängig machen?" Vogt erdurch bedingte Verschärfung der Klassengegenfäße, hatte Hauß- widerte darauf:" Das tut mir leid, ich habe meine Versicherung abgeschlossen; aber ich will versuchen, daß ich von ihr loskomme." Was er anführte, mag ja den Wahlausfall in dieser oder Vogt machte auch den Versuch, aber die Kölner Versicherung wies jener Richtung beeinflußt haben. Aber all diese Gründe, die ihn ab. Zeuge des letzteren Gesprächs zwischen Meißner und Vogt übrigens sehr oft selbst erst wieder die Wirkung bestimmter wirt- war der bei Meißner beschäftigte Weidauer. Im Juli 1910 hat nun schaftlicher Veränderungen find, bermögen die Tatsache nicht zu er- eibauer flipp und klar aufforderte, in einem Zivilprozeß, den Meißner an Weidauer zwei Briefe geschrieben, in denen er den flären, daß und warum der württembergische Liberalismus seit Meißner gegen Vogt angestrengt hatte, zu behaupten, daß Vogt zwei Jahrzehnten den Krebsgang geht. Die künftige parteipoli- bei dem obenerwähnten Gespräch gesagt hätte:" Ich bin an eine tische Entwidelung Württembergs wird den liberalen Führern Versicherung noch nicht fest gebunden, ich bin bereit, Ihre Sagelzeigen, daß der Niedergang des Liberalismus nicht nur durch versicherung zu übernehmen." taktische Fehler und organisatorische Mängel verursacht wird. Infolge der energischen Ermahnungen des Richters in dem Das liberale Wahlabkommen findet auch heute noch in Sauß- Bivilprozeß gab Weidauer, als er seine Aussage unter Eid machte, mann einen Fürsprecher. Es mag sein, daß Haußmann recht hat, der Wahrheit die Ehre, obwohl er schon bei einer früheren Verwenn er sagt, ohne das Abkommen wäre es den liberalen Parteien nehmung nach dem Wunsche Meißners das Gegenteil ausgesagt hatte. Die Folge davon war, daß Meißner den Zivilprozeß verlor noch schlimmer ergangen. Andererseits ist aber richtig, daß die und gegen ihn ein Verfahren wegen Berleitung zum Meineid ein Bollspartei den Nationalliberalen eine Anzahl Wahlkreise ver- geleitet wurde. In der Verhandlung vom Montag lauteten die mann kaum beachtet. vom Verband der öffentlich- rechtlichen Lebensversicherungsanstalten betrieben.. Es handelt sich hier um einen Verband, der aus Gruppen besteht, die von provinzialen Landschaften und anderen reaktionären und agrarischen Körperschaften gestützt werden. Das Geld der kleinen Lebensversicherung, insbesondere der Industriestädte, hat dabei die Aufgabe, auf das Land hinaus zu fließen und dort zur ländlichen Entschuldung mitzuhelfen! Auf diese Art der Volfsversicherung wären beinahe die Hirsch- Dunderschen Gewert schaften reingefallen. " Nummer 4. Die Sterbekaffe Leo" hat den Zweck, die Zentrumsschäfchen auch auf dem Gebiete der Lebensversicherung zu sammenzuhalten. Dies geht schon daraus hervor, wie lebhaft fie gegenüber der gewerkschaftlich- genossenschaftlichen Volksfürsorge" in Erinnerung gebracht wird. Nummer 5 oder richtiger Nummer 1! Die Bolfsfürsorge A. G. ist die einzige wirkliche Volksversicherung. Denn sie gewährt den versicherten Arbeitern jeden Vorteil, wird durch die von den Arbeitern gewählten Vertreter berwaltet und fennt keinen Unternehmerprofit. Deswegen wird jedem vernünftigen Arbeiter klar fein, worin der Unterschied zwischen der„ Boltsfürsorge" und den anderen Arbeiterfreunden besteht. Gewerkschaftliches. Chriftliche Arbeitswilligendienste. Bon der Organisation wird freilich die Sachlage völlig anders Jattiv mitgewirft und sogar bemüht sein soll, einen gelben Verein dargestellt. Danach versuchte die Firma, in der Bodenmacherei mit zu gründen. Anscheinend finden die Reeder bei dem Maschiniſtenneu eingestellten Arbeitern tarifwidrige Sonderabmachungen zu verein Entgegenkommen, obgleich sie bisher den Verein und seine treffen. Als die Neueingestellten nach erfolgter Aufklärung von technischen Schiffsoffiziere" als Luft behandelt haben und dessen Die Speichereiarbeiter der Rolandmühle in Bremen sollten diesen Vereinbarungen zurücktraten, wurden sie entlassen. Auch die Betitionen in den Papierkorb wandern ließen. Der Verein macht nach Anordnung der Direktion nach Beendigung ihrer Tages- in dieser Frage verhandelnden Vertrauensleute wurden gemaßregelt. bekannt, daß seine Forderungen" bewilligt sind, obgleich er schicht noch 8-10 Stunden arbeiten, um die Silos leer zu migbilligte, hat die Firma sich nicht gefügt. Die Bodenmacher Da nur ein halbes Dußend solcher Arbeitswilligen in Frage kommen, Einem Schiedsspruch der Schlichtungskommission, der diese Entlassung nie welche gestellt hat, und gibt seinen Mitgliedern frei, zu fahren. machen. Sie erklärten sich dazu bereit, trotz der übermensch- haben nun die Arbeit nicht wegen der sündigung eines Kollegen ist ihre Bereiiwilligkeit ziemlich wirkungslos. lichen Anforderung, wenn für die Zeit ein entsprechender niedergelegt, sondern sie verlangten die Anerkennung des Schiedsspruchs. Alle Machinationen der Reeder werden scheitern an der musterLohnzuschlag bezahlt werde. Das lehnte die Direktion ab Als diese verweigert wurde, legten sie am 12. Oktober die Arbeit haften Einigkeit des Maschinenpersonals und ihrer starken Organis und machte durch Anschlag bekannt, daß jeder entlassen werde, nieder. Herr Späthe hat daraufhin auch diejenigen Arbeiter fation. Ob nun die Reeder ihr Unrecht fortseßen und vergrößern, der die verlangte Arbeitsleistung nicht ausführe. Um 6 Uhr anderer Abteilungen entlassen, die sich weigerten, die Arbeit der wird die Zukunft lehren; die Mannschaft ist entschlossen, den ihr abends machten die Arbeiter, 36 Mann, einmütig Feierabend; streikenden Bodenmacher fortzusetzen. So vermehrte er die Zahl der aufgezwungenen Kampf fortzusetzen. Alle Einigungsverhand Ausgesperrt find insgesamt etwa 1400 Mann, davon entfallen zur selbe Zeit erhielten sie aber auch ihre Entlassung. Bei Beteiligten von ursprünglich 16 auf 23. der sofort vom Brauerei- und Mühlenarbeiter- Verband ein- lungen sind an dem Verhalten der Firma gescheitert. Der Kampf auf das Maschinenpersonal zirka 500, die übrigen sind Deckpersonal. gilt der Erhaltung des Tarifvertrages und der Anerkennung der Schon heute machen sich die gewaltigen schädlichen Wirkungen der geleiteten Verhandlung wurden die Differenzen zugunsten der Organisation. Deswegen ist es Pflicht, namentlich der Berliner Aussperrung auf weite Bevölkerungskreise geltend, was sich bei Arbeiter geregelt und dabei noch die Abschaffung der Akkord- Klavierarbeiter, den Betrieb der Firma Späthe in Gera so lange langer Dauer der Aussperrung ins Ungemessene steigern wird. arbeit durchgesetzt; die Entlassenen wurden wieder eingestellt. 31 meiden, bis diese ihr tarifwidriges Verhalten aufgiebt. Die Hafenpolizei legt sich für die gute Sache" ins Zeug, indem Bei der Verhandlung erfuhr aber der Vertreter der Arbeiter von der Direktion, daß inzwischen der christ sie den Ausgesperrten das Betreten der Fischereihäfen verbietet. liche Arbeiterjetretär Hartwig persönlich in der Rolandmühle gewesen sei und 15 bis 18 brauchbare Arbeiter angeboten hätte. So versuchen christliche Arbeiterführer die berechtigten Ansprüche der Arbeiter durch Arbeitswilligenlieferung zu hintertreiben. Berlin und Umgegend. Die gelbe Seuche in den Siemenswerken. Unter dem Schuße der Siemensdirektion werden alle möglichen Vereinchen gebildet: Musikverein, Gesangverein, Feuerwehrverein, Schüzengilde und der gelbe Verein. Alle haben bisher allerdings nur unter hohem Protektorat" existieren können. Diese Vereinsmeierei soll die Arbeiterschaft über ihre mißliche Lage hintvegtäuschen, und es gibt leider Arbeiter und Arbeiterinnen, die infolge ihrer Indifferenz sich durch solche Mäßchyn einfangen lassen. Aber das immerwährende Bestreben der Werkleitungen, die Affordpreise zu drücken, Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse hintanzuhalten, wird auch Licht bringen in diese Köpfe und ihre Besizer einreihen in die freiorganisierte Arbeiterschaft. Rusland. Besohlaustalt, Veteranenstr. 25, hat jezt den Minimallohntarif unterAchtung, Schuhmacher! Der Schuhmachermeister Mar Marunde, schriftlich anerkannt. Die englischen Maschinenbauer und ihr Vorstand. Tarifgegnerische Schuhmachermeister sind: NO. Starl Glienife, Verkaufsgeschäft, Große Frankfurter Str. 72 und Matalişki, London, 6. Januar 1913.( Eig. Ber.) Verschiedene und Koppenstraße 19. SO. Volkmann, Görlizer Ufer 28. sich widersprechende Schilderungen eines einzigartigen und AufN. E. Bansemer, Antlamer Str. 40 und Jakob Brand, sehen erregenden Vorfalles machen augenblicklich die Runde in der Transvaalstr. 45, Ecke Müllerstraße, zweites Geschäft Genter Str. 6. englischen Presse. Es handelt sich um die Absetzung und gewaltsame Diese Schuhmachermeister weigern sich beharrlich, unsere ge- Vertreibung des Erekutivkomitees der großen Gewerkschaft der rechten auch von der Innung anerkannten Forderungen zu erfüllen. Waschinenbauer. Die Gewerkschaft unterhält einen ständigen EreWir bitten dieses zu beachten. Zahlstellen befinden sich in Lichten- kutivausschuß, der in London sitt. Ueber diesem Ausschuß steht die berg, Pfarrstr. 32, im Lokal von Bürgel; in Neukölln, Zietenstr. 67, Delegiertenversammlung, der das Recht zusteht, neue Statuten zu im Lokal von Kopplow. Zentralverband der Schuhmacher. Ortsverwaltung Berlin. mitglieder gesperrt: Brüdner, Wilhelm- Stolze- Str. 16; Karp, Achtung, Friseurgehilfen! Wegen Tarifbruch für VerbandsSchreinerstr. 52; Puff, Löwestr. 28; Beil, Gubener Straße 9; roll, Veteranenftr. 8. Verband der Friseurgehilfen. Deutsches Reich. Zur Aussperrung in der Mendener Metallindustrie. Der Regierungspräsident von Arnsberg war bereit, dem Wie raffiniert find doch die Statuten des gelben Vereins ab- telegraphischen Ersuchen des christlichen Bezirksleiters nachzukommen gefaßt! Mitglied des Vereins kann sein, wer keiner Organisation und zwischen der Firma Schmöle u. Co. und den Ausgesperrten und angehört, die auch in außerhalb der Firma stehenden Betrieben be- Streifenden zu verhandeln. Es ist jedoch nicht dazu gekommen, da schäftigte Personen umfaßt. Auch darf keine dieser Organisationen die Firma Schmöle u. Co. von Verhandlungen nichts wissen wollte. in irgend einer Form unterstützt werden. Jeder, der in den gelben Verein hineingepreßt wird, verliert auf diese Weise sein Koalitionsrecht. Er muß" dann Beiträge zahlen, da der Beitrag durch das Lohnbureau vom Lohn einbehalten wird. Kommt er dann in die Verlegenheit, Unterstüßungsansprüche zu erheben, so hat er gemeinhin das Bech, aus dem Dienst der Firma" ausscheiden zu müssen. Er hat dann keinerlei Ansprüche an den gelben Verein. Jm§ 3 des Statutes heißt es ausdrücklich: Die Mitgliedschaft erlischt: 1b mit der Aufhebung des Arbeitsverhältnisses mit dem Werke, in welchem das Mitglied beschäftigt ist. Weiter steht darin: Mit dem Aufhören der Mitgliedschaft erlischt jeglicher Anspruch an den Verein. Rückzahlung von Mitgliedbeiträgen findet nicht statt. Das find die Vorteile, die der gelbe Verein der Arbeiterschaft bietet. Bei der Einstellung wird der Arbeiter resp. die Arbeiterin gezwungen, den gelben Nachweis zu benutzen und 50 Pf. zu zahlen. Dann wird er durch Angestellte der Firma Siemens veranlaßt, den Aufnahmeschein für den gelben Verein zu unterschreiben, auf dem bermerkt steht: Ferner erkläre ich, daß ich keiner anderen Arbeiter organisation angehöre. Jeder Arbeiter muß sich die Arbeit bei der Firma Siemens für 50 Pf. erkaufen. Dafür wird ihm dann das staatlich gewährleistete Koalitionsrecht geraubt. Man preßt ihm vom Lohn den Beitrag ab. Wird er durch Willtür der Betriebsleitung entlassen, so erlischt jeder Anspruch an den Verein. Sein Geld hat der Arbeiter eingebüßt, ohne irgend welche Ansprüche zu haben. Aussperrung der Fischdampfermannschaften an der Unterweser. Cin beschließen. Von diesem Rechte machte die Versammlung fürzlich Gebrauch. Sie änderte die Statuten in einigen Punkten ab. So reduzierte sie die Zahl der Vorstandsmitglieder und veränderte die der Statutenveränderung einer Neuwahl unterziehen. Der VorArt der Wahl dieser Beamten. Auch mußte sich der Vorstand nach stand weigerte sich darauf, die Statutenveränderungen anzuerkennen, appellierte an die Mitglieder und erhielt bei sehr schwacher Beteiligung der Mitglieder an der Abstimmung eine Mehrheit. Darauf rief er letzten Monat die Delegiertenversammlung wieder und verlangte von ihr, daß sie ihre früheren Beschlüsse wieder rüdgängig machen sollte. Die Versammlung weigerte sich, dies zu tun und suspendierte den Vorstand vom Amte, da er gegen die Statuten gehandelt habe und die Anerkennung des Verbandes als einer staatlich anerkannten Krankenkasse gefährdet haben soll. Der Nun griffen die Kuratoren der Vorstand ging jedoch nicht. Maschinenbauer ein. Am 1. Januar drangen sie mit einer Anzahl Londoner Mitglieder in das Verwaltungsgebäude der Gewerkschaft cin, entfernten die Vorstandsmitglieder mit Gewalt und setzten eine interimistische Verwaltung ein. Die Delegiertenversammlung beAm 10. Dezember 1912 hat der Unternehmerverband der schloß in ihrer lebten Sißung, eine Urabstimmung vornehmen zu deutschen Hochseefischerei( Siz Geestemünde) eine Aussperrung des lassen, durch die das Schicksal des alten Erekutivausschusses entMaschinenpersonals unter Tarifbruch vorgenommen. Sobald ein schieden werden soll. Der Vorfall hat natürlich großes Aufsehen Dampfer von der Fangreise im Hafen angekommen war, erhielt die erregt und das Stillschweigen, mit dem man das unangenehme Bejagung ihre Kündigung. Geplant war, nur an den Maschinisten Ereignis hat vertuschen wollen, hat nur dazu gedient, die Greine Aussperrungsprobe vorzunehmen. Da aber naturgemäß ohne findungsgabe der Neuigkeitsfabrikanten anzuregen. diese kein Dampfer in See gehen kann, so wurde schließlich auch den übrigen Mannschaften gekündigt. Das geschah offensichtlich unter der Vorausseßung, daß schon die Androhung einer Aussperrung oder die ersten Proben genügen würden, um die Maschi nisten dem Willen der Reeder gefügig zu machen. Da die Kalfulation fehlschlug, waren die Unternehmer schließlich gezwungen, auch den übrigen Mannschaften zu tündigen, um die Weiterzahlung der Gagen für diese sparen zu können. Die ganze Aussperrung war ganz zweifellos nur zu dem Zweck inszeniert, um den am 12. Nobember nach kurzem Streit und wiederholten Verhandlungen mit dem Zentralverband der Maschinisten und Heizer abgeschlossenen Tarifvertrag los zu werden. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Letzte Nachrichten. Noch ein sozialdemokratischer Stadtverordnetenvorsteher. Kiel, 7. Januar.( Privattelegramm des Vorwärts".) In der heutigen Stadtverordnetenfizung wurde der Genosse Rindfleisch zum stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Auch die bürgerlichen Stadtverordneten stimmten geschlossen für Rindfleisch, nachdem vorher bei der Wahl des ersten Vorstehers die Sozialdemokraten geschlossen für den bürgerlichen Kandidaten gestimmt hatten. Bei der nun folgenden Besetzung der Kommissionen wurde so verfahren, daß die bürgerlichen und sozialdemokratischen Stadtverordneten in möglichst gleicher Zahl in den KommisStadtverordneten in möglichst gleicher Zahl in den Kommisfionen vertreten sind. Bei der Wahl eines Mitgliedes in die Kommission für höheres Schulwesen wurde mit 23 gegen 21 bürgerliche Stimmen der Genosse Adler gewählt. Man darf indes neugierig sein, wie die Regierung sich in der Bestätigungsfrage verhalten wird. Hangen und Bangen. Kurz nach der ausgesprochenen Kündigung wurde den Maschinisten freigestellt, weiter zir fahren, dochy wurde ihnen der Austritt aus dem Verband zur Bedingung gemacht. Die Maschinisten, die au 90 Proz. im Zentralverband der Maschinisten und Heizer organi fiert sind, lehnten diese Zumutung rundweg ab und der Verband verhängte die Sperre über die Fischdampfer der Unterweser. Dieses bei Siemens übliche Verfahren verstößt ohne Zweifel Jest liegt eine gewaltige Flotte von Fischdampfern in den drei gegen die guten Sitten. Die Firma Siemens verdient jährlich Fischereihäfen still, bisher 143 von 168. Auch von den noch auf Millionen an Staatsaufträgen, die aus den Taschen der Steuer- See befindlichen Schiffen wird der größte Teil nach dem Einlaufen zahler und zum nicht geringsten Teil aus denen der Arbeiter bezahlt angetaut werden. Die Wirkungen der Aussperrung machen sich werden. Und eine solche Firma mißachtet so Recht und Gesez. Aufbereits in weiten Kreisen der Bevölkerung geltend, ist doch die halbe gabe unserer Vertreter in den Parlamenten und der Arbeiterpresse Einwohnerschaft von Geestemünde auf den Seefischereibetrieb anwird es sein, bei jeder sich bietenden Gelegenheit anläßlich der er- gewiesen, ganz abgesehen davon, daß der ärmeren Volksklasse ein fundenen Terrorismusgeschichten darauf hinzuweisen, wo der Terro- wichtiges Nahrungsmittel verteuert und entzogen wird. Der Unmut der Interessentenkreise ist bereits sehr groß, wesrismus wirklich geübt wird! halb die Reeder versuchen, die Schuld auf den Zentralverband der Maschinisten und Heizer abzuwälzen. Der Unternehmerverband Die Bewegung der Fliesenleger und Hilfsarbeiter. behauptet in der bürgerlichen Presse und in Druckbriefen, daß der Der im Jahre 1910 für das Berliner Fliesenlegergewerbe ab- Zentralverband den Tarif nicht einhält und daß die Aussperrung geschlossene Tarifvertrag lief mit dem Ende des Jahres 1912 ab. infolgedessen berechtigt ist. Der Zentralverband hat nunmehr den London, 7. Januar.( W. T. B.) 3um Stillstand der FriedensIn dem Willen, den Tarifvertrag auf der alten Grundlage mit Sergang der Dinge der Oeffentlichkeit unterbreitet, zunächst dereinigen redaktionellen Aenderungen wieder zustande zu bringen, gestalt, daß in drei öffentlichen Versammlungen, die vom 3. bis verhandlungen erfährt das Reuterſche Bureau, daß seit gestern unterbreiteten die Arbeiter am 6. November vorigen Jahres der 5. Januar 1913 in den drei Hafenorten Geestemünde, Bremerhaven teine weitere Entwidelung eingetreten ist und nach Unternehmerorganisation für das Fliesengewerbe ihre Forderungen und Nordenham stattfanden, die Angelegenheit einer öffentlichen dem jetzt in den türkischen Kreisen herrschenden Eindruck die mit dem Wunsche, diese möge einer den wirtschaftlichen Verhält- Besprechung und Kritik unterzogen wurde. Das Referat in den türkischen Delegierten London wahrscheinlich nissen entsprechenden Lohnerhöhung zustimmen. Die Verhandlungen drei Versammlungen hatte der Vorsitzende des Zentralverbandes am 10. Dezember 1912 scheiterten jedoch an dem Widerstande der der Maschinisten und Heizer übernommen. Die Bevölkerung und berlassen werden, wenn keine Mittel gefunden werden, die Unternehmer gegen irgendeine Lohnerhöhung. Noch vor Ablauf vor allen Dingen die Interessenten, Fischhändler, Kapitäne und gegenwärtige Schwierigkeit auszugleichen. Die Mitglieder der des alten Vertrages unterbreiteten die Unternehmer hierauf den Fischereikohlenarbeiter usw., waren start vertreten, so daß die Ver- Mission haben sich heute nachmittag zu einer Besprechung in der einzelnen Fliesenlegern und Hilfsarbeitern eine Arbeitsordnung sammlung in Geestemünde von etwa 1800, die in Bremerhaven von türkischen Botschaft versammelt. zur Unterschrift, welche gegenüber dem alten Vertrage grundlegende 1000 und die in Nordenham von 400 Personen besucht war. Die Verschlechterungen aufwies. Darauf befaßte sich eine gemeinsame Reeder, sowie die Hafeninspektionen waren zu den Versammlungen Mitgliederversammlung aller drei am Vertrage partizipierenden brieflich eingeladen; die Reeder blieben aber unter nichtigen VorOrganisationen( Freie Vereinigung, Deutscher Bauarbeiterverband wänden fern und zwar, wie bürgerliche Zeitungen berichten, weil London, 7. Januar.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau erund Christlicher Bauarbeiterverband) mit dem Vorgehen der Unter- der Berliner Referent die Ereignisse seit dem 9. Dezember 1912 fährt: Die Besprechungen zwischen Rumänien und Bulgarien über nehmerorganisation. Dort wurde dann ohne Diskussion folgende nur aus Berichten und nicht aus persönlicher Anschauung" fennt. Die Grenzberichtigung machen keine Fortschritte. Minister Jonescu Resolution mit 435 gegen 15 Stimmen angenommen: In den letzten Versammlungen wurde an Hand von Akten- wird heute eine weitere Besprechung mit Dr. Danew haben, die, Die gemeinsame Mitgliederversammlung der Fliesenleger- stücken und weiterem Beweismaterial feſtgeſtellt, daß nicht die Ar- wie man hofft, die Angelegenheit vorwärts bringen wird. Gegenorganisationen Berlins und Umgegend erklärt sich mit dem Verbeiterorganisation, sondern der Unternehmerverband für Hochseehalten ihrer Kommission bei den Verhandlungen am 10. De- fischerei Tarifbruch begangen habe und die Aussperrung ein Aft wärtig herrscht in den bulgarischen Kreisen einige Abneigung, über zember 1912 einverstanden und steht nach wie vor auf dem Stand- der Willkür sei. Der Unternehmerverband habe vom Vorstande des diese Frage zu verhandeln und die Meinung überwiegt, daß ein bulpunkt, daß ohne Erhöhung der Stundenlöhne an den Abschluß Zentralverbandes verlangt, daß dieser seine Mitglieder veranlassen garischer Spezialgesandter ernannt werden sollte, um mit der rueines Tarifvertrages nicht zu denken ist. Die Versammlung er- solle, bei jeder Ausmusterung nach wie vor die Heuerbureaus zu mänischen Regierung über diesen Gegenstand zu diskutieren. Die flärt, unter feinen Umständen einseitig von den benußen und dort die Seefahrtsbücher abzugeben. Der Zentral- Rumänen scheinen das Fortschreiten der Verhandlungen mit BulUnternehmern herausgegebene Arbeitsord= verband lehnte dieses Ansinnen rundweg ab, weil die Maschinisten garien über die Grenzfrage nicht allzu hoffnungsvoll zu beurteilen. nungen anzuerkennen. Zur Abwehr verschlechterter laut Tarifvertrag nicht mehr verpflichtet waren, die Heuerstellen Arbeitsbedingungen sehen sich die Versammelten gezwungen, die Arbeit überall solange ruhen zu lassen, bis die zu benutzen. Der betreffende Passus im Tarifvertrag lautet: Die Einstellung und Entlassung der Maschinisten soll in selben von den Unternehmern zurückgezogen sind und der Ver- der Regel durch die Reedereien erfolgen." band der Fliesengeschäfte sich bereiterklärt, auf der Grundlage Ein Mißverständnis über Sinn und Auslegung dieses Paffus unserer ihnen am 6. November 1912 zugestellten Forderungen zu ist ganz ausgeschlossen. Das Verhandlungsprotokoll, das vom Synverhandeln. Geschlossen, wie die Versammelten in die Abwehr difus des Unternehmerverbandes abgefaßt und unterzeichnet ist, eintreten, fann die Arbeit auch nur durch gemeinsamen Beschluß sagt darüber wörtlich: wieder aufgenommen werden. Dieser Beschluß ist von den Fliesenlegern und Hilfsarbeitern Gs haben sich bisher in vollem Umfange durchgeführt worden. 451 Fliesenleger und 146 Hilfsarbeiter zur Streitkontrolle gemeldet. Alle etwa jetzt noch arbeitenden Fliesenleger oder Fliesenlegerhilfsarbeiter find als Arbeitswillige" tätig. Ueber das Heuerwesen werden Klagen vorgebracht. Die Einstellung der Maschinisten soll daher durch die Reedereien erfolgen." Also ein eklatanter Beweis, daß ein Vertrags- und Treuebruch der Fischdampferreeder vorliegt. Die bulgarisch- rumänischen Differenzen. Bestätigtes Todesurteil. Leipzig, 7. Januar.( W. T. B.) Das Reichsgericht verwarf die Revision des Handlungsgehilfen Roman Pietru. fchewski, der vom Schwurgericht beim Landgericht II in Berlin am 26. November vorigen Jahres wegen Raubmordes, begangen am 12. September an dem Privatmann Fuß in Schöneberg, zum Tode verurteilt wurde. Entdeckung zweier Morde. Köln, 7. Januar.( W. T. B.) Auf der Bahnstrecke MülheimSchlebusch ist die Leiche einer 45jährigen Arbeiterfrau mit abgetrenntem Kopfe gefunden worden. Die Polizei entdeckte in der Nähe auf einem Felde eine große Blutlache. Anscheinend liegt mord vor. Es wird angenommen, daß der Täter die Leiche auf das Bahngleis geschleppt hat, um die Spur zu verwischen. Die Versammlungen gingen mit den Reedern scharf ins Gericht. In Bremerhaven wurde eine von Vertretern des GewertDie Pianinofabrik Wilhelm Späthe in Gera läßt uns eine zu schaftskartells eingebrachte Resolution einstimmig angenommen, schrift zugehen, in der behauptet wird, daß es unwahr sei, daß ihre die den Tarifbruch der Reeder verurteilt und den Ausgesperrten Arbeiter sich im Ausstande befänden, wie in einer Notiz des Holz- ihre Sympathie ausspricht. Die Reeder lassen alle Minen springen Kiel, 7. Januar.( W. T. B.) An der Lebensauer Hochbrüde arbeiterverbandes in Nummer 302 des„ Bortvärts" vom 28. De- und machen krampfhafte Anstrengungen, um sich weiß zu waschen. zember mitgeteilt wurde. Angeblich hätten nur 15 Mann aus der In ihrer Not wenden sie sich nun an den Maschinistenverein zu wurde heute mittag ein 17jähriger junger Mann mit zertrümBodenmacherei die Arbeit wegen Kündigung eines Bodenabpuzers Geestemünde, Mitglied des. Verbandes der technischen Schiffsoffi- mertem Schädel tot aufgefunden. Die Leiche war im Sande ververlassen, dessen Arbeit durch Inbetriebjegung einer neuen Maschine ziere, und versuchen dessen Mitglieder zum Fahren zu bewegen, scharrt. Es liegt unzweifelhaft Mord vor. Ein Polizeihund verAuffällig ist dabei, daß auch ein föniglicher Hafeninspektor hierbei folgte die Spur des Täters bis zu einer Arbeiterbarade bei Knoop. erfezt wurde. Berantw, Rebatt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Enterhaltungsbl Nr. 6. 30. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittw, 8. Januar 1913. Vierter Parteitag der Sozialdemokratie Preußens. Berlin, 7. Januar 1913. Zweiter Verhandlungstag. Vormittagssigung. Referent Georg Schmidt stimmung, daß es nicht zwingende Pflicht der Krankenkassen ist, den das jetzt durch eine Rindvichversicherung geschehen. Auch die Raiff Wöchnerinnen Hebamme und Arzt zur Verfügung zu stellen, haben eisenkassen bringen die Kleinbauern in Abhängigkeit; wenn sie uns allein in Ostpreußen 127 000 Frauen ohne Hebamme und Arzt ent- ihre Stuben zu Versammlungen geben, fündigt man ihnen die binden müssen.( Hört! hört!) Als ich jüngst im Wahlkampf in Darlehen. Auch die famose Landarbeitersparkasse des Freiherrn Greiz dies bekannt gab, sagte der nationalliberale Agitator Jakobs: v. Wangenheim, wo die Arbeiter bei Fortzug um ihre ErEs geht auch so.( Lebhaftes Hört! hört!) Infolge dieser länd- sparnisse kommen sollen, verdient alle Aufmerksamkeit. Wir haben lichen Zustände ist die Kindersterblichkeit auf dem Lande für 16 ländliche Wahlfreise erst einen Parteisekretär und bitten piel größer als in den Städten. Die Kinderarbeit auf dem Lande um einen zweiten. Hoffentlich erfüllt der Parteivorstand diesen ist immer noch uneingeschränkt. Der Bundesrat hat zwar über ihren Wunsch. Umfang eine Erhebung angeorduet, aber das seit 7 Jahren vorliegende Die Rednerliste ist erschöpft. Ergebnis ist für Preußen heute noch nicht bekannt gegeben! In Die Debatte über die Landarbeiterfrage wird fort- Bayern waren 100 500 Kinder in der Landwirtschaft und 45 992 gefeßt. in häuslichen Diensten beschäftigt, darunter viele unter acht Jahren. berichtigt in seinem Schlußwort zunächst, daß der gestern erScheibe- Bochum wendet sich gegen eine Verquidung dieser Frage wie arg müssen die Zustände in Preußen sein, wenn man sie ge- wähnte Agrarier Köster in Keldingen, Provinz Hannover, nicht mit der hohen Politik und der Agrarfrage. Viel wichtiger ist für heim halt! Durch die Erwerbsarbeit leiden die Kinder nicht nur Amtsvorsteher, sondern Gutsvorsteher sei. In die Resolution bitte uns, wie wir die hunderttausende ostelbischer Landarbeiter, die in in fittlicher Beziehung Schaden, sie bleiben auch in der körperlichen ich einzufügen, daß wir auch von der Gemeinde die Errichtung den Bergwerken und Hütten des Westens arbeiten, der Dr Entwickelung zurück. Hunderte werden durch Unfälle verlegt, wofür gesunder Arbeiterwohnungen verlangen. Auf die Erörterungen ganisation zuführen können. Die Landarbeiter des sie Bettelrenten erhalten, die Konservative, Nationalliberale und über die Agrarfrage fann ich nicht eingehen, denn das ist Ostens meinen, daß im Westen alles im Gold schwimme. Bentrum auch noch überhaupt streichen wollten; endlich zeigen die Schul- Sache des deutschen Parteitages. Die gedruckten Sie fommen mit einem Taschentuch voll Betten und einer prüfungen von Hütekindern, daß diese Kinder auch geistig zurückbleiben. Entrechtungsverträge sind zuerst Anfangs der 90er Jahre von dem Zigarrentiste voll Möbel hin und sind nur reich an Kindern. Alle Pädagogik versagt gegenüber einer Geistesverfassung, die man Rechtsanwalt Suchsland in Halle für den Bund der Landwirte aus. Diefe armen Arbeiter werden in die Kasernen geschafft, müssen sich mit dem Goetheschen Wort bezeichnen könnte:" Und Marmorbilder gearbeitet worden. Damals sollten die Strafgelder noch in die noch Herd und Ofen kaufen und sechs Wochen ohne Lohn leben. stehn und sehn mich an; was hat man dir, du armes Kind, getan?" Armentasse fließen, jest fließen sie in die Taschen der Guts So kommen sie aus der Sklaverei der Junker in die der Gruben- Wir fordern die Ausdehnung des Kinderschutzes auch beswegen, weil befizer. Die Sozialdemokratie hat feineswegs ein Intereſſe magnaten. Ein Drittel der westlichen Grubenarbeiter stammt aus wir den hohen pädagogischen Wert der Arbeit zu schäßen wissen. daran, die Landflucht der Landarbeiter zu fördern. Wir wollen im Ostelbien und ist dem Klerikalismus verfallen. Der Landarbeiter- Deswegen fort mit der Erwerbsarbeit, her mit der Arbeitsschule Interesse der Landwirtschaft, daß die tüchtigen Arbeitskräfte auf verband sollte auch im Westen energisch arbeiten. Durch die( Lebhaftes Bravo!) Wir fordern, daß ein wenig Sonne dem Lande verbleiben. Das liegt auch in unserem Interesse, christliche Landarbeiterorganisation ſezt sich das Zentrum mit seinen in das Dunkel des Lebens der Kinder gebracht werde. denn es find ja immer die tüchtigsten Arbeiter, die sich fonservativen Bundesgenossen in Gegensatz. Um so mehr müssen Je mehr Schutz und Fürsorge die Landarbeiter genießen, um so eher organisieren. Das mag nach der agrarischen Seite hin als wir Aufklärungsarbeit leisten.( Beifall.) werden wir sie zu Mitgliedern des großen Befreiungskampfes der offizielle Erklärung gelten wir werden auch mit dem Jesuiten aus Darf- Breslau: Dant unserer Arbeit gehört ein großer Teil der Arbeiterklasse gewinnen. Unsere Agitation muß die Landarbeiter auf- evangelischem Lager, dem Abg. Behrens, fertig werden, den man Landarbeiter nicht mehr zu denen, von denen Lassalle fagte, fie rütteln zum Bewußtsein ihrer Klassenlage, dann wird auch für sie an die Spize des neugegründeten christlichen Konkurrenzlandarbeiter wissen noch nicht, daß es ihnen schlecht geht. Es handelt sich nur der Sozialismus das Evangelium der Befreiung aus geistiger Rück- berbandes gestellt hat. Um der Bekämpfung der freien Gewerknoch um die Mittel, ihre Lage zu bessern. Die wachsende Zahl ständigkeit, politischer Senechtschaft und wirtschaftlicher Ausbeutung schaften willen werden die Junker auch die christliche Landarbeiter unserer ländlichen Gemeindevertreter beweist den Erfolg unserer werden.( Lebhafter Beifall.) gewerkschaft unterſtügen. Gegenüber Darf bemerke ich, daß Agitation. Unsere Amateurphotographen sollten in die Dörfer Heiden- Frankfurt a. M.: Jn Westdeutschland werden im Winter Photographien doch kein Bild der Wahrheit geben können. hinausgehen, unt die Arbeiterwohnungen und die viele Bauarbeiter als Waldarbeiter beschäftigt, und da haben Da kann ein Dunghaufen romantisch aussehen, und den ganzen Schlösser, die Ställe und Hundhütten als Gegenstüde abzu- fie unter denselben Verhältnissen zu leiden, wie die Landarbeiter. Schmutz und das Ungeziefer kann man nicht mitphotographieren. bilden. Anschauungsunterricht ist überhaupt notwendig. So Die ganze preußische Gesetzgebung ist auf den Gutsbezirk zu- Sandwerker. Gher überzeugt man doch einen Großgrundbefizer Die kleinen Bauern sind ebenso reaktionär wie die kleinen fann man die Zusammensetzung des Reichstages mit ver- geschnitten, gilt aber auch für den Westen und für größere Rombon den Zielen des Sozialismus, als einen solchen Eigentums schiedenfarbigen Papieren weit besser darstellen als mit Bahlen. Da munen. Auch die Reichsgesetzgebung betr. die landwirtschaftlichen fanatiker. Die Gutsbesitzer wissen selbst, daß sie mit den aus56 Prog. der Besizer weniger als 2 Hektar Land haben und der Arbeitsverhältnisse ist ganz in Abhängigkeit geraten von den preußischen Borteil der Zölle selbst nach dem Geständnis des Deutschen Junkern., Gegen den Willen der Regierung haben die Junker mit dem ländischen Arbeitern nicht so gut wegkommen wie mit den Inländern. Bauernbundes erst bei 5 Heftar anfangen anfangen soll, Hofer stimme ich im ganzen zu. Der freifinnige Wahlerfolg fann Zentrum die von Katzenstein erwähnte Bestimmung der ReichsHaben wir erst die Landarbeiter und diese 56 Proz. der Zwerg- fatorische Arbeit liegen in den Nachwirkungen jahrhundertelanger der freisinnigen Abstimmung der Handwerker. In den winzigen uns die Zollfrage auf dem Lande gar keine Schwierigkeiten machen. versicherungsordnung durchgesetzt. Schwierigkeiten für unsere organi- auf dem Lande kommt nicht, wie Artur Schulz schrieb, von einem Nachlassen des Terrorismus der Großgrundbesizer, sondern von befizer, dann können wir den Neft den Junkern schenken. Uebrigens Bersklavung der Landarbeiter. Diese psychologische Struktur zu be- der freisinnigen Abstimmung der Handwerker. In den winzigen ist das Wesen der Zölle am besten an den Zöllen auf Stolonialwaren feitigen, ist eine unserer schwierigsten Aufgaben. Da über die Er- Wahlbezirken können die Landarbeiter nicht sozialdemokratisch allgemein " Die bevorstehenden Landtagswahlen und der Wahlrechtskampf in Preußen. Hierzu liegen folgende Resolution der Landeskommission und folgende Anträge vor: und Industrieprodukten darzustellen.- Ganze Kolonnen Galizier richtung von Landfrankenkassen das Oberversicherungsamt nach An- Behauptung nicht mehr zutrifft, wählen. Dr. Kaup hat festgestellt, daß heute auch die werden wegen gemeinsamer Arbeitseinstellung mit Gefängnis hörung des Versicherungsamtes zu entscheiden hat, müssen unsere Behauptung nicht mehr zutrifft, daß das Land bessere Refruten stelle.( Hört! hört!) Der Referent bebestraft, und auch eine Frau wurde verurteilt, die die anderen Genossen in diesen Aemtern die Errichtung von Landkrankenkassen spricht dann noch die hurrapatriotischen und flerifalen angestiftet hatte, an einem Montag zu Hause zu bleiben und Wäsche möglichst verhindern, auch bei der Festsetzung der Löhne durch diese zu waschen und dem Inspektor am Dienstag als Grund die Ein- Behörden können unsere Genossen die standalöse zu niedrige Fest- Jugendfang bestrebungen auf dem Lande und die sobehaltung von 10 Pf. des vereinbarten Lohnes anzugeben! Einem jungen fegung beseitigen helfen.( Beifall.) nannten Wohlfahrtseinrichtungen; der Massenanlauf von Ver Mädchen, dem die Dreschmaschine beide Beine abgequetscht hatte, wurde Boetsch Berlin IV: Die Junker beginnen, neben der Beitsche Sammlungsplägen würde mehr kosten, als er wert ist. In rüddie Unfallrente von 14 M. auf 10 M. herabgesezt, weil das auch das Buderbrot der Wohlfahrtspflege" anzuwenden. Da wird ſtändigen Gegenden dürfen die Leute nicht erst von dem Ueber. Mädchen sich an den Verlust der Unterschenkel ge- allerdings schon die Stiftung einer Badewanne für eine ganze Reihe achenden gesehen werden. Viel besser sind kleine Bewöhnt habe und solche Mädchen mit kleinen Renten und der von Dörfern oder eines Verbandskastens oder die Anstellung einer prechungen. Alles das gehört überhaupt nicht vor die Deffentartigen fleinen Fehlern gesuchte Heiratsobjekte feien. Strantenpflegerin für mehrere Dörfer mächtig hervorgehoben. Man lichkeit.( Zustimmung.) Durch die Anträge Katzensteins würde die Resolution zu lang und geriete in die Agrarfrage hinein. ( Hört! hört!) Ein reichsverbändlerischer Gutsbesizer läßt seine Ar- stellt den Landarbeitern auch Lesestoff zur Verfügung, zum Beispiel Resolution zu lang und geriete in die Agrarfrage hinein. Wo foll das Geld für fobiele Sekretäre herkommen? Die Landarbeiterurteile schlafen. Als da ein Mädchen entbinden mußte, lag fie ta gelang freund"," Himmelan"," Eisernes Kreuz" usw. Aber aus den hier mehrmals vor Gericht geholt wurde, nimmt sich dann mehr in Acht. beiter zwar nach Nationen, aber nicht nach Geschlechtern getrennt Sonntagsblätter,„ Kleiner Missionsfreund"," Berliner Missions- das Geld für soviele Sekretäre herkommen? Die Landarbeiterurteile der Gerichte müssen mehr bekannt werden. Ein Gutsbesizer, der ohne Hebamme, erst als ein Sozialdemokrat die Sache in und da erscheinenden Betrachtungen der Großgrundbesitzer über die unsere Landagitation soll nicht geräuschvoll sein, sie soll mit den mehrmals vor Gericht geholt wurde, nimmt sich dann mehr in Acht. die Presse brachte, wurde eine Hebamme geholt. Zwei Tage darauf Möglichkeit einer Einschränkung der Landflucht ergibt sich doch Bandarbeitern in ihrer Sprache reden, und es müßte mit dem Teufel war die Mutter mit dem neugeborenen Kinde ausgewiesen und immer wieder, daß nach Ansicht der Gutsbesitzer die d ümm ften zugehen, wenn wir dann nicht weiter vorwärts kommen.( Lebhafter über die Grenze gebracht. Die Schilderung derartiger Zustände ist Arbeiter die besten sind. Die ganzen Wohlfahrtseinrichtungen Beifall.) die beste Agitation.( Beifall.) find schließlich aus Furcht vor der Sozialdemokratie geschaffen. Die Statenstein schildert die empörenden Zustände in Hinterpommern, Bandarbeiter werden unter unserer Aufklärung aber auch einsehen, wird abgelehnt. Seine weiteren Anträge werden angenommen, Der Antrag Kazenstein betr. Enteignung des Großgrundbesizes Kreis Neustettin. Auf einigen Gütern hat man die Kartoffeln er daß das Zuckerbrot sie nur von der Arbeiterbewegung fernhalten ebenso, und zwar einstimmig, die Resolution der frieren lassen, weil die Arbeiter weggezogen waren. Dabei gehören soll.( Beifall.) diese schlechten Wohnungen dem föniglichen Hause.( hört! hört!) Raßenstein: Da auf dem Lande fast nur Versammlungen andeskommission mit der vom Referenten beantragten Vielleicht lassen sich die Landarbeiter dort einmal einen Betfaal mit unter freiem Himmel möglich sind, sollten wir unter der Ergänzung, daß auch von den Gemeinden der Bau von ArbeiterKadiner Kacheln einrichten, dann würde sie ihr Gutsherr vielleicht Hand möglichst überall abgelegene Flächen für lange Zeit pachten, wohnungen gefördert wird. besuchen und sich überzeugen, wie dort für die Arbeiter bis ins was nicht viel fosten würde. Auch Sekretariate müßten wir auf Es folgt der Punkt: späte Alter gesorgt ist.( Sehr gut!) 1890 verlangte der Kaiser dem Lande einrichten und unsere Sekretäre müssen an den verschiedenen eine beffere Unfallverhütung in der Landwirtschaft, und in Wochentagen in einem bestimmten Dorfe regelmäßig zu sprechen sein. Ich den 20 Jahren darauf hat sich die Zahl der tödlichen beantrage, mit den Genossen Horn und Hofer, der Resolution die Unfälle auf dem Lande verdoppelt.( Hört! hört!) Das ist Forderung hinzuzufügen, daß eine Beaufsichtigung der Arbeitsdie Antwort der Agrarier. Schamlos ist die Bestimmung der Reichs- verhältnisse, Wohnungen und Verpflegung der Landarbeiter durch bersicherungsordnung, die dem Reichsversicherungsamt verbietet, an unabhängige, unter Mitwirkung der Arbeiter selbst bestellte Beamte Stelle der landwirtschaftlichen Genossenschaften Unfallverhütungs- und eine durchgreifende Unfallverhütung geschaffen werden soll. borschriften zu erlassen und technische Aufsichtsbeamte anzustellen. Weiter beantragen wir, volle Gleichberechtigung der Landarbeiter in Der Jahresarbeitsverdienst wird konsequent viel zu niedrig angefeßt. Gemeinde- und Kommunalverbänden, Abschaffung der Gutsbezirke Das ist ein ständiger Betrug und Diebstahl an den und Ersetzung der Amtsvorsteher durch freigewählte Landbürgermeister Landarbeitern. Der Redner schildert dann die Mißhandlungen zu verlangen. Es fehlt aber in der Resolution auch noch unser Endder Arbeitertinder durch die Gutsbesitzer und die Verwahr ziel, die Enteignung der Großgrundbefizer, damit die Landarbeiter losung durch das Zusammenwohnen mit dem erwachsenen Personal Genossenschaften den enteigneten Besitz bewirtschaften können. und durch den Schnapsgenuß, wobei der Parteitag lebhafte Ent- Wir beantragen also auch, die Forderung der Enteignung des landrüstung ausdrückt. wirtschaftlichen Großbesizes behufs Schaffung einer freien und wohlGreiner Aschersleben: Auch in der Provinz Sachsen habenden Arbeiterbevölkerung und der vollen Koalitionsfreiheit für werden Gefeße einseitig zuungunsten der Landarbeiter gehandhabt. die Landarbeiter zu erheben. Die gebrüdtesten Arbeiterschichten sind In den Verträgen wird vielfach die Gewährung der Natural- die letzten und stärksten Stützen des heutigen Systems. Brechen Leiftungen vom ganzjährigen Ausharren im Dienst abhängig ge- diese Stützen, dann fällt das ganze System zusammen.( Beifall.) macht! Einem 16jährigen Bichfutterer passierte es, daß ein Kalb Peus- Brandenburg polemisiert gegen Hofer, der ihn mißverein Bein brach. Der Arbeitgeber ließ das Kalb schlachten, ver- standen habe. Gewiß gibt es auch beim Kleingrundbesitz eine Grundwendete es für sich, machte aber den Arbeiter mit dem Gesamtlohn rente. Wenn der Kleingrundbefizer auch gern mit Vorteil verkauft, für den vollen Wert des Kalbes verantwortlich! Bei Entlassung so übersieht er, daß er dadurch seinem Nachfolger eine höhere der Arbeiter gibt es feine Sündigungsfrist, wollen fie aber fündigen, Binfenlaft auferlegt und seine Berufskollegen mitbelasten hilft. dann sagt man ihnen, daß sie sich auf ein ganzes Jahr verpflichtet mit meinen Ausführungen wollte ich Artur Schulz entgegentreten hätten. Die Landtagsfraktion hat die dankbare Aufgabe, dafür, zu und sagen, daß von göйen erst geredet werden kann, wenn die forgen, daß diefer Rechtlosigkeit abgeholfen wird.( Bravo!) Grundrente restlos der Gesamtheit zufällt, fet es, Hofer- Pleinlaufen: Wenn Peus gestern sagte, daß heute zwar daß Grund und Boden ihr gehört, sei es, daß durch eine entdie Landwirtschaftszölle die Grundrente erhöhen, daß sich aber sprechende Besteuerung die erhöhte Grundrente fortgenommen wird. später, wenn es nur noch landwirtschaftliche Sleinbetriebe gäbe, Mit dem genossenschaftlichen Landwirtschaftsbetrieb werden wir an darüber reden lassen werde, so gerät er in einen Widerspruch. fangs ebenso bittere Erfahrungen machen wie früher in den Städten Brächten diese Zölle den Kleinbefizern Vorteile, so müßten wir sie mit den Konsumvereinen, denn die Rentabilität eines genoffenschaftheute schon um der Millionen Kleinbefizer willen beschließen, lichen Landwirtschaftsbetriebes hängt vor allem von der wirtschaftfelbst auf die Gefahr hin, daß auch die 18 000 Großgrund- lichen und politischen Reife der Landbewohner ab, die von unserer befizer Vorteile davon hätten. Aber durch die Verteuerung Landarbeiterorganisation herbeigeführt werden muß. Wir müssen Bedarfsartikel schaden die Zölle auch den auf dem Lande soviel Parteisekretäre bekommen, als es Pfaffen gibt. Kleingrundbesigern. Wenn der Großbetrieb heute daran( Heiterkeit.) Unsere Gegner haben ihre Interessenvertreter aller frankt, daß die Landarbeiter fein Interesse am Betrieb haben und der außerdem noch in den Lehrern, Landräten und Gendarmen. Geben Kleinbetrieb daran, daß er nicht die Vorteile der landwirtschaftlichen wir unseren Soldaten auf dem Lande die nötigen Offiziere und wir Maschinen anwenden tann, so wollen wir die Vorteile beider Be- werden neben der städtischen auch eine ländliche Armee bekommen. triebsarbeiten mit einander verbinden und ihre Nachteile ausschalten.( Beifall.) ( Beifall.) Wenn aus dem Großbetrieb der heute nicht mehr Zubeil- Berlin: Auf die Hauptfrage, wie wir mehr als bisher arbeitende Besitzer ausscheidet und die Landarbeiter genossen- das Bertrauen der Landarbeiter gewinnen können, ist uns Schmidt schaftlich diesen Großbetrieb bewirtschaften, dann haben die Antwort schuldig geblieben. Heute geht noch sehr oft das kaum wir auf der einen Seite den Vorteil des Großbetriebes mit Errungene wieder verloren.( Sehr wahr!) Die weitgehende feiner Maschinenanwendung und auf der anderen Seite haben die Familienunterstützung des Kriegervereinsbundes auf dem Lande, auch Arbeiter selbst wieder ein eigenes Interesse an dem Betrieb. an Nichtmitglieder, muß uns zu denken geben. Die Frage der für Das ist der richtige Weg für den Landarbeiterverband und nicht das die Landarbeiter aufzuwendenden Mittel darf keine Rolle spielen. Rezept von Schulz, nämlich daß darauf hinzuarbeiten sei, daß die Wir müssen überall Auskunftsstellen für die LandLandarbeiter Bauern werden. Die preußischen Domänen sollen arbeiter einrichten und ihre Interessen vor Gericht vertreten. nicht zu Kleinwirtschaften zerstückelt, sondern zu Musterwirt. Das ist zunächst das wichtigste, der Genossenschaftsbetrieb ist zufchaften gemacht werden, auf denen die Arbeiter zu Selbstwirt- funftsmufit.( Sehr richtig!) Die Versammlungen allein machen fchaftern erzogen werden, was die beste Vorbereitung für den es nicht, denn das gesprochene Wort verfliegt. Mehr Mittel genossenschaftlichen Betrieb in der Landwirtschaft wäre. So können für dauernde Arbeit! Nehmen Sie den Antrag Katzenstein an. wir das einzig richtige Ziel, den genossenschaftlichen( Beifall.) Großbetrieb in der Landwirtschaft erreichen.( Beifall.) Marchionini- Königsberg: So wie man vor einigen Jahren in Frau Ziek bespricht den Mangel jeglichen Arbeiterinnen Ostpreußen für den Winter die Hausweberei und sonstige Heimarbeit and Kinderschußes in der Landwirtschaft. Dank der Be- einführen wollte, um die Landarbeiter ans Land zu feifeln, so soll " „ Da die Parlamentswahlen für die Sozialdemokratie in erster Linie der Entfaltung der Agitation zur Aufklärung der Maffen dienen, so sind die Parteigenossen verpflichtet, sich auch in Preußen überall an den Landtagswahlen zu beteiligen. Für die Wahl gelten folgende Grundsäße: A. Für die Urwahlen. 1. Wo es gelingt und sei es auch nur in einem Drte eines Landtagswahlkreises sozialdemokratische Wahlmänner aufzustellen, müssen sich die Genossen an den Urwahlen in allen drei Wählerklassen beteiligen; sie dürfen in diesem Falle nur für die sozialdemokratischen Wahlmänner stimmen. 2. Wo sozialdemokratische Wahlmänner nicht aufgestellt werden fönnen, sind die Genossen nur mit Genehmigung des Geschäftsführenden Ausschusses der Landeskommission berechtigt, für bürgerliche Wahlmänner zu stimmen, vorausgesezt, daß deren Abgeord netentandidaten spätestens fünf Tage vor den Urwahlen schriftlich zu Händen des sozialdemokratischen Wahlkomitees erklärt haben, daß sie für den Fall ihrer Wahl in jeder Session im Abgeordnetenhause die Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen sowie eine Neueinteilung der Wahlkreise auf Grund der Ergebnisse der letzten Volkszählung beantragen oder für solche Anträge stimmen werden, wenn sie von anderer Seite gestellt werden. 3. Für Stichwahlen zwischen bürgerlichen Wahlmännerkandidaten gelten folgende Regeln: a) In Landtagswahlkreisen, in denen nur ein Abgeordneter zu wählen ist, unterstüßen die Parteigenossen bürgerliche Wahlmännerkandidaten nur unter der Voraussetzung der Ziffer 2 und mit Genehmigung des Geschäftsführenden Ausschusses. b) in Landtagswahlkreisen, in denen mehr als ein Abgeordneter zu wählen ist, unterstüßen die Parteigenossen die Wahlmännerkandidaten derjenigen bürgerlichen Parteien, deren Wahlkomitee sich verpflichtet, der Sozialdemokratie ein Mandat abzutreten, vorausgefeßt, daß der zur Stichwahl stehende Wahlmann vor der Wahl schriftlich eine Erklärung abgegeben hat, daß er bereit und unabhängig genug ist, bei den Abgeordnetenwahlen für einen sozialdemokratischen Kandidaten zu stimmen. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen ist Stimmenthaltung zu üben. B. Für die Abgeordnetenwahlen. 1. Bei der Abgeordnetenwahl müssen die sozialdemokratischen Wahlmänner im ersten Wahlgang für die fozialdemokratischen Kandidaten stimmen, so weit nicht unter Ziffer 2 und 3 Aus nahmen zugelassen sind. 2. Gibt die Sozialdemokratie in Landtagswahlkreisen mit mehr als einem Abgeordneten bei der Stichwahl den Ausschlag, so hat sie die Abtretung eines Mandates zu fordern. Wird diese Forderung bewilligt, so stimmen die fozialdemokratischen Wahlmänner schon im ersten Wahlgange außer für einen sozialdemokratischen Kandidaten für die Kandidaten der betreffenden bürgerlichen Parteien. Wird diese Forderung nicht bewilligt, so stimmen die sozialdemokratischen Wahlmänner im ersten Wahlgange nur für ihre Kandidaten und enthalten sich bei der Stichwahl der Stimme. 8. Mit Genehmigung der Landeskommission können die sozialdemokratischen Wablmänner schon im ersten Wahlgange für bürgerliche Kandidaten stimmen, falls als Gegenleistung m bestimmten anderen Wahlkreisen bürgerliche Wahlmänner schon im ersten Wahlgange für sozialdemokratische Kandidaten stimmen. 4. Finden in Landtagswahlkreisen mit einem Abgeordneten Stichwahlen zwischen bürgerlichen Parteien statt, so dürfen die sozialdemokratischen Wahlmänncr nur unter der Voraussetzung von A Ziffer 2 mit Genehmigung des Geschäftsfllhrenden Ausschusses der preußischen Landeskommission für einen bürgerlichen Kandi baten stiminen. Die Anträge lauten: K ö n i g s b e r g i. Pr.: 1. Für die Landtagswahlen bildet der Parteivorstand gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Ausschuß der Landeskommission das Zentralkomitee. 2. Die Parteigenossen haben sich, wo es nur irgend möglich ist, mit sozialdemokratischen Wahlmännern an den Urwahlen zu beteiligen. Wo sozial- demokratische Wahlmänner nicht aufgestellt werden können, sind die Parteigenossen, doch nur mit Genehmigung des Zentralkomitees, berechtigt, für bürgerliche Wahlmänner zu stimmen, vorausgesetzt, daß deren Abgeordnetenkandidat schriftlich erklärt, er werde für den Fall seiner Wahl in jeder Session im Abgeordnetenhause die llebertrogung des Reichstagswahlrechts auf Preußen, sowie eine Neneinteilung der Wahlkreise auf Grund der Ergebnisse der letzten Volkszählung beantragen oder für solche von anderer Seite ge- stellten Antrage stimmen, und er werde gegen jeden Antrag auf Verschlechterung des bestehenden Wahlrechts stimmen, insbesondere gegen jedes Mehrstimnienrecht, gegen Bildung der Wählerabteilung aus mehreren Urivahlbezirken und gegen Erhöhung der für die UrWahlbezirke zulässigen Seelenzahl. Magdeburg: Der preußische Parteitag bestätigt die Beschlüsse der Parteitage von 1007 und ISIO, wonach die Parteigenossen verpflichtet sind, den Kampf gegen das erbärmlichste aller Wahlsysteme mit allen dem organisierten Proletariat zu Gebote stehenden und zweckentsprechenden Mitteln zu führen. Als eins der nächsten und wichtigsten Mittel zu diesem Zweck erachtet der Parteitag eine riesige Wahlbeteiligung bei den bevorstehenden Landtagswahlen. Er macht deshalb den Parteigenossen zur Pflicht, schon jetzt alle Vorbereitungen zu treffen, um eine gründlich veränderte Zusammensetzung des Dreiklassenhauses in der Richtung einer Wahlrechtsreform zu ermöglichen. In erster Linie gilt es, besonders in den Großstädten und In- dustriebezirken, durch die größtmögliche Zahl sozialdemokratischer Wahlmänner die Wahl sozialdemokratischer Abgeordneter zu er- wirken. Um jedoch das nächste Ziel, die Beseitigung oder wesent- liche Schwächung der wahlrechtsfeindlichen Mehrheit zu erreichen, wird die Landesparteileitung ermächtigt, schon für die Urwahlen geeignete Maßnahmen zu treffen, um in solchen Kreisen, sn denen die Sozialdemokratie Aussicht auf eigenen Mandatserfolg nicht hat, die Verteitiger der Dreiklaffcnschmach unter allen Umständen und mit allen Mitteln zu stürzen. Für die Abgcordnetcnwahl gilt dieselbe Richtlinie. Die gewählten sozialdemokratischen Wahlmänner haben sich unbedingt an der Abgeordnetenwahl zu beteiligen und auf jeden Fall das Gewicht unserer Wahlmannsmandate gegen ausgesprochene Ver- fechter des Dreiklassenwahlrechts zur Geltung zu bringen. Die taktisch notwendigen Entscheidungen trifft die Wahlkreisorgani- sation im Einverständnis mit der Landesparteileitung. In der Erkenntnis, daß alle, die in der Wahlrechtsreform nach wie vor die dringende Aufgabe der Gegenwart sehen, im nächsten Wahlkampf an die Seite der Sozialdemokratie treten müssen, fordert der Parteitag die Parteigenossen auf, alle Kraft zu dem Zweck einzusetzen, um als wichtigstes Ziel dieses Wahlkampfes die Beseitigung der Dreiklassenmehrheit zu erreichen. Berlin II: Bei Nachwahlen zum preußischen Landtage haben Kreise, in denen keine Aussicht auf Erfolg ist, das Recht, in Verbindung mit dem Bezirksvorstande selbständig zu entscheiden, ob sie sich an der Wahl beteiligen oder nicht. Breslau: 1. Der Parteitag wolle beschließen, daß bei der Landtagswahl für die Fortschrittler nur Dienste gegen Gegen- leistung zu leisten sind. 2. Der Parteitag möge unter keinen Umständen da? Zentrum als das kleinere Uebel betrachten, möge auch die Situation liegen wie sie wolle. Nordhausen: 1. Der Parteivorstand soll keine zentralen Abmachungen mit einer bürgerlichen Partei abschließen, die generell die sozialdemokratischen Wahlvereine verpflichten, für bürgerliche Kandidaten zu stimmen. 2. Ueberall dort, wo die Freisinnigen mit den nationalliberalen Pluralwahlrechtsfreunden und Koalitionsrechtsgegnern GelegenheitS- bündniffe abgeschlossen haben, soll den Freisinnigen keine sozial- demokratische Stimme zufallen. Referent Landtagsabgeordneter Hirsch-Berlin: Der Zeitpunkt der Wahlen ist noch ganz unbestimmt; die einen wollen sie vor dem Regierungsjubiläum Wilhelms II. abgeschlossen sehen, die anderen möchten sie hinasschieben, weil ihnen der Zug nach links noch zu stark erscheint. Jedenfalls müssen wir gerüstet sein. Die Regierung denkt gar nicht daran, noch vor den Wahlen eine Wahlrechtsvorlage einzubringen, nicht einmal an ein Notgesetz, das wenigstens für diesmal die geheime Wahl vorschreibt, ihr ist das Königsversprechen von 1908 durch die Bethmannsche Wahlrechtsvorlage erfüllt. Für alle diejenigen, die ein wirklich freies Wahlrecht für Preußen erstreben, kann es also nur eine Wahl- parole geben: Gegen die offenen und verkappten Anhänger des Dreiklassenwahlsystems l Die einfache Unterscheidung der preußischen politischen Parteien in Wahlrechtsfreunde.und Wahlrechtsfeinde ist nicht möglich. Es sind vielmehr vier Gruppen zu unterscheiden: erstens die K o n s e r- v a t i v e n und ihr Anhang, die zwar innerlich selbst von der Un- geheuerlichkeit des Dreiklassensystems überzeugt sind, aber um ihres guten Geschäfts willen keine Aenderung wollen. Die Frei- konservativen wollen an der Wurzel des Dreiklassensystems nicht rütteln lassen.und verstehen unter einer Reform«ine solche, die die Sozialdemokraten überhaupt dauernd vom Landtag ausschließt. Die Nationalliberalen unterscheiden sich nicht wesentlich davon. Am 27. Mai 1910 erklärte Abgeord- neter Friedberg, daß sie grundsätzlich nur in der d, retten und geheimen Wahl eine befriedigende Lösung erblicken, daß sie aber trotzdem zu einer Verständigung bereit seien, wenn man ihnen gewisse Konzessionen mache. Dann würden schließlich auch ihre Be- denken gegen die indirekte Wahl, wenn auch nicht völlig beseitigt, so doch einigermaßen abgeschwächt werden. Uebrigens bedeutet die direkte Wahl auf dem Boden des Dreiklassenwahlsystems durchaus nicht immer einen Fortschritt. Wir fordern sie, aber doch nicht in Verbindung mit der Dreiklassenwahl. Wenn jede Klasse ihre be- sondere Abgeordneten wählt, wäre die direkte Wahl ein Fortschritt. Aber das wollen die Nationalliberalen gar nicht. Wir haben dann weiter die Gruppen derer, die das Dreiklaffen- Wahlrecht zwar beseitigen, aber an seine Stelle ein Plural- Wahlrecht setzen wollen, weiter die theoretischen An- Hänger des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahl- rechts, und endlich die wirklichen Anhänger dieses Wahl- rechts. Die Reform von 1910 sah die direkte Wahl vor, ihre Be- gründung fällte ein geradezu vernichtendes Urteil über das System der indirekten Wahl, aber was die Regierung an ihre Stelle setzen wollte, war schwerlich eine Verbesserung. Die Abgeordneten sollten zwar von den stimmberechtigten Wählern des Wahlbezirks gewählt werden, aber durch den Modus der Ermittelung des Wahlergebnisses wäre der Wille der Wähler in das direkte Gegenteil verkehrt und der Wert der direkten Wahl überhaupt aufgehoben worden. Ein Beispiel: wir hätten zwei Parteien, Sozialdemokraten und Konservative. Der Sozialdemokrat bekommt in der ersten Ab- teiluna 200 Stimmen, in der zweiten 1000 und in der dntten 15 000, zusammen 16 200 Stimmen. Der Konservative bekommt in der ersten Abteilung 800, in der zweiten Abteilung 3000 Stimmen und in der dritten Abteilung gar keine Stimme, also zusammen 3800 Stimmen. Nach der Bethmann Hollwegschen Wahlrechtsvorlage wäre dann nicht der Sozialdemokrat mit seinen 16 200, sondern der Konservative mit seinen 3800 Stimmen gewählt. Das nannte Bethmann Hollweg die Ersetzung der indirekten durch die direkte Wahl. An dem Ergebnis der preußischen Wahlen wäre dadurch nichts geändert worden und wir brauchen uns für eine solche Er- setzung der indirekten durch die direkte Wahl wirklich nicht besonders zu erwärmen.(Sehr richtig 1) Ohne Beseitigung der Klasseneinteilung kann solche Maßnahme nur den Anschein erwecke», als ob die Wähler etwas zu sagen hätten, während sie in Wirklichkeit nach wie vor rechtlos sind.(Zustimmung.) Die National- liberalen aber sind sogar bereit, diese bescheidene Forderung der direkten Wahl preiszugeben, wenn sie dafür größere Rechte für die Großindustrie des Westens erkaufen können. Auch in bezug auf die geheime Abstimmung sind die Nationalliberalen durchaus nicht sattelfest. In der.National-Zeitung" warf erst vor wenigen Tagen der Jungliberale Dr. P ö n s g e n den Altnational- liberalen vor, daß gerade ihre Führer bei der Abstimmung über die von den Nationalliberalen beantragte geheime und direkte Wahl im Abgeordnetenhause gefehlt haben.(Hörtl hörtl) Von den 64 nationalliberalen Abgeordneten fehlten bei dieser Abstimmung nicht weniger als 18(Hört! hört I), und das waren durchaus nicht nur die Scharfmacher des Westens. Ich begreife daher nicht, wie man sich der Hoffnung hingeben kann, daß die National- liberalen ernst hafte Anhänger der direkten und ge- Heimen Wahl seien. Die Nationalliberalen sind nur vorsichtiger und schlauer als die Konservativen und erklären ihre Wahlrechtsfeindschaft nicht so offen. Einzig und allein von geschäftlichen Gesichtspunkten läßt sich bei der Wahliechtssrage das Zentrum leiten. Es fordert zwar programmatisch die Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen, hat aber von jeher diese Programmforderung selbst m i t Füßen getreten. Mit vollem Recht hat man sich entrüstet über den niederträchtigen Verrat, den das Zentrum im Jahre 1910 bei der Behandlung der Wahlrechtsfrage im Landtage geübt hat. indem eS bei der entscheidenden Abstimmung ebenso wie die National- liberalen seine Mannen abkommandierte. In der Tat gibt eS kein Wort, das scharf genug ist. um das heuchlerische Gebaren des Zentrums zu brandmarken.(Sehr richtig!) Aber man tut dem Zentrum sehr unrecht, wenn man es so hinstellt, als hätte es sich 1910 jämmerlicher benommen, als in früheren Jahren. (Sehr richtig!) Die Zentrumstaktik von 1910 ist nur die Wieder- holung desselben Spiels, das das Zentrum bereits 1392 getrieben hat, als es in der Stille der Kommissionsverhondlungen mit den Konservativen ein Kompromiß abschloß, und den Kon- servativen im Interesse der ostelbischen Großgrundbesitzer das Zu- geständnis machte, daß die steuerfreien Wähler, die sogenannlen „Dreimarkmänner", immer auf die dritte Klasse beschränkt werden, und daß die Grund- und Gebäudesteuer voll angerechnei werden soll. Dafür machten die Konservativen dem Zentrum das sugeständnis. daß bei der Klassenbildung Beträge über 000 Mark nicht angerechnet werden sollen. Dieses letzte Zu- geständnis wurde aber vom Herrenhaus abgelehnt, und es blieben nur die vom Zentrum den Konservativen zugestandenen Wahlrechts- Verschlechterungen. Die Forderung des Zentrums auf Nichtanrechnung der Beträge über 2000 M. war natürlich nicht von dem Bestreben dittiert, daS preußische Wahlrecht seines plutokratischen Charatters zu entkleiden, sondern es kam dem Zentrum darauf an, mit Hilfe dieser Bestimmung einen größeren Einfluß auf die zweite Wählerklasse im Rheinland zu gewinnen und so die Nationalliberalen aus ihren Bezirken im Rheinland zu verdrängen. Genau daS war auch das Bestreben des Zentrums im Fahre 1910, wo es die von den Nationalliberalen verlangte Dnttelung über die Gemeinden auch nur darum bekämpfte, weil sonst die Nationalliberalen das Rhein- land erobert hätten. Ich komme nun zu der vierten Gruppe der Parteien, das sind die Fortschrittler, die die Uebertragung des Reichstags- Wahlrechts auf Preußen und eine gerechtere Wahlkreiseinteilung fordern, und die Sozialdemokraten, die darüber hinaus das all- gemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für alle Staats- ürger über 20 Jahre ohne Unterschied des Geschlechts verlangen. Ich will hier unumwunden zugeben, daß die Fortschrittler in den letzten Jahren in der Wahlrechtsfrage eine entschlossenere Haltung gezeigt haben, als in früheren Jahren, und daß sie bei der Behandlung der Wahlrechtsvorlage im Jahre 1910 ihren Mann gestanden haben. Aber darüber darf man nicht vergessen, daß sie noch 1904 zusammen mit den National- liberalen den bekannten Antrag eingebracht haben, der nicht einmal die geheime Abstimmung forderte, sondern sogar durch die Forderung der Beseitigung der Drittelung in den Gemeinden darauf hinaus- gelaufen wäre, die Sozialdemokratie dauernd vom Abgeordnetenhause fernzuhalten. Man darf auch nicht vergessen, wie der Abg. F i s ch b e ck selbst in der bekannten Er- llärung des Fürsten Bülow vom 10. Januar 1908, die doch eine strenge Absage an jede wirkliche Wahlreform bedeutete, noch etwas Erfreuliches erblickte.(Hört I hört!> Die Freisinnigen waren doch damals in der Blockzeit sehr bescheiden, und in ihrer Freude darüber, daß Bülow überhaupt sich zu einem fortschritilichen Initiativantrag äußerte, vergaßen sie ganz zuzuhören, was ihr geliebter Bülow zur Wahlrechtsfrage zu sagen hatte. Zweifellos ist die entschlossenere Haltung der Fortschrittler in den letzten Jahren nicht auf ihre eigene Initiative zurückzuführen, sondern darauf, daß Sozialdemokraten im Abgeordnetenhause anwesend sind, und auf einen gewissen Selbsterhaltungstrieb der Fortschrittler, weil sie sich sagten, wenn sie sich weiter so zaghaft und lau ver- halten, dann werde die von der Sozialdemokratie angefachte Wahl- rechtSbewegung auch über die Fortschrittler hinweggehen. Diese historische Reminiszenz war notwendig zum Verständnis der Taktik, die wir bei den bevorstehenden Wahlen einzuschlagen haben. Ich muß zunächst einige Worte zu dem bekannten Vorschlag von E i S n e r sagen, wir sollten mit Ausnahme der wenigen Kreise, wo wir eigene Mandate erlangen können, schon bei den Urwahlen jedem Mann unsere Stimme geben, der nicht blau und nicht schwärzt st. Dieser Vorschlag ist ja erfreulicherweise von unserer gesamten Parteipresse fast einmütig verurteilt worden. Ich gebe zu, daß EiSner von der besten Absicht beseelt ist, aber seinem Vorschlag selbst kann ich nicht zustimmen. Ich gehe auf ihn ein, einmal deshalb, weil B e r n st e i n einen ähn- lichen Vorschlag gemacht hat, und zweitens, weil täglich in der Presse der Linken und vereinzelt auch in der Parieipresse behauptet wird, wenn wir nicht die Taktik von EiSner einschlagen, dann wäre an eine Schwächung der Reaktion nicht zu denken. Bernstein schlägt vor, wir sollten mit Ausnahme gewisser Kreise die Linksliberalen gegen die Parteien der Rechten ohne Rücksicht auf Gegen- seitigkeit unter st ützen. Also selbständiges Vorgehen nur dort, wo wir 1908 gesiegt haben oder wo das Verhältnis annähernd dasselbe ist, wie 1908 in Breslau. Im übrigen aber überall Unterstützung der Links- liberalen und zwar ohne Rücksicht auf GegenscittgkeitSdienste. Das heißt also, daß wir in ganz Preußen in fast allen Kreisen ohne Rücksicht auf Gegenseitigkeit die Linksliberalen unterstützen sollen. (Bernstein: Erst in der Stichwahl!) Ihr Vorschlag weicht in dieser Beziehung von EiSner ab, der diese Unterstützung schon für die Urwahlen verlangt hat. Demgegenüber vertrete ich die von der Landeskommission vorgeschlagene Resalution. die ver« langt, daß wir zunächst überall, wo wir überbaupt sozial- demokratische Wahlmänner ausstellen können, energisch schon bei den Urwahlen vorzugehen haben und zwar durch Stimm- abgäbe für sozialdemokratische Wahlmänner. Wer behauptet, daß wir mit einer solchen Taktik des Stimmenzählens auf einen ernsthaften Kampf gegen die Reaktion verzichteten, übersieht, daß das Zählen der unter der öffentlichen Stimmenabgabe ohne Furcht vor Boykott oder Terrorismus abgegebenen sozialdemolra- ttschen Stimmen seine große Bedeutung hat.(Sehr richtig I) Je schlüssiger wir ziffernmäßig nachweisen können, daß Hundert- tausende— vielleicht werden es diesmal eine Million— allen Gefahren zum Trotz für den Sozialdemokraten eintreten, desto bester können wir der Regierung zeigen, wie das Volk denkt und welch himmelweiter Unterschied besteht zwischen dem Willen des Volkes und den Anschauungen der herrschenden Klassen.(Beifall.) Eine solche Stimmenzählung kann nicht ohne Einfluß auf das schließliche Schicksal der Wahlrechtsreform in Preußen bleiben. Gewiß ist die Beteiligung unter dem Dreiklassenwablsystem auch heute noch lächerlich gering. Aber sehen wir nicht die gleiche Erscheinung auch bei Stadt- verordnetenwahlen mit öffentlicher Stimmabgabe? Tausende bleiben eben fern, weil sie den Terrorismus der Behörden oder der bürgerlichen Parteien fürchten und in den Großstädten fürchten sogar noch manche Arbeiter eine Maß- regelung wegen ihrer Stimmabgabe. Gerade diese schwache Wahlbeteiligung ist ein Beweis für die Notwendigkeit unserer Auf- klärungsarbeit und diese Arbeit können wir am besten leisten, wenn wir unsere Anhänger auffordern, für sozialdemokratische Wahlmänner zu stimmen. Der Vorwurf einer Stärkung der Reaktion trifft uns nicht, sondern fällt auf die Fortschrittler zurück. Wenn die Fortschrittler nicht den Sozialdemokraten, sondern den Reaktionär wählen, so stärken nicht wir, sondern sie die Reaktion.(Zu- stinimung.) Falsche Stichwahlen sind für die Fortschrinler solche Stichwahlen, bei denen sie selbst ausfallen.(Heiterkeit.) Aber sie können wirklich nicht von uns verlangen, daß wir als die stärkste Partei auf die Aufstellung von Kandidaten verzichten, nur damit die Freisinnigen in die Stichwahl kommen. Man hat dann die Parole ausgegeben: möglichst starke Ver« schicbung des Mandatsbesitzes der Parteien von der konservativ- klerikalen Verbrüderung zur bürgerlichen Linken. Gewiß ist eine koniervattv-klerikale Mehrheit sehr schädlich, aber ist eine konservativ- nationalliberale Mehrheit denn etwa besser?(Sehr gut!) Man be- ruft sich aus die Haltung der Nationalliberalen zur Lex Recke im Jahre 1897. Gewiß ließ sich der Hamburger Parteitag, der die Beteiligung an den Landtagswahlen beschloß, von den Verhand- lungen über die Lex Recke leiren. Aber die Hamburger Resolution, die unter dem frischen Eindruck der Verhandlungen des Abgeordneten- Hauses abgefaßt worden ist, verwirst ausdrücklich jedes Bündnis mit einer anderen Partei. Die National- liberalen haben nämlich nicht aus Gründen der Gerechtig- keit gegen die Lex Recke gestimmt, sondern weil sie sich auch gegen s i e s e l b st hätte richten können. Hätte es sich nur um ein Aus- nahmegesetz gegen die Sozialdemokratie gehandelt, die Ratio, al liberalen hätten dafür gestimmt. Mit dein Verbot der Minderjährigen an politischen Vereinen und Versammlungen waren die Nationalliberaleu ausdrücklich einverstanden. Wenn sie später, nach- dem die Lex Recke zu einem Ausnahmegesetz gegen die Sozial. demokratie gestempelt war. trotzdem ausnahmSwoise einmal fest blieben, so nur, weil sie die Lex Recke nur als eine Halde Maßregel ansahen. Das hat der»ationalliberale Fraklions- redner Schmieding damals ausdrücklich ausgesprochen. So also sehen unsere nationallrberalen Freunde aus, so treten sie für Volks- rechte ein!(Sehr gut!) Die Nationalliberalen ließen sich also nur von taktischen Gründen leiten, im Grunde ihres Herzens sind sie nach wie vor für die Einschränkung des Vereins- und Versammlungsrechts, vor allem des Koalitionsrechtes. Ich erinnere nur daran, wie sie nach Arbeitswilligen schütz im Reichstag und Landtag schreien, und wie sie es durchaus gebilligt haben, als die Regierung bei dem letzten Bergarbeilerstreik Militär gegen die Streikenden aufgeboten hat. Schon darum wäre es ein taktischer Fehler, wenn wir die Nationalliberalen im Abgeordneten- hause verstärken wollten. Einen Unterschied zwischen den Nationalliberalen des Westens und des Ostens können wir in diesen Fragen nicht machen. Wegen solcher prinzipi»llen Fragen gibt eS keinen Unterschied zwischen ihnen. Denken Sie doch auch an die jetzigen Auseinandersetzungen im nationalliberalen Lager. Man will den Führer Bas serin ann doch nicht deshalb stürzen, weil er zu weit rechts, sondern weil er z u w e i t l i n k s st e h t. Ich weiß mich fern von jeder Vorliebe für das Zentrum, aber in bezug auf Ausnahmegetetze gegen Arbeiter haben wir vom Zentrum weniger zu befürchten, als von den Nationalliberalen. Ich empfehle damit gewiß nicht, daß wir für das Zentrum stimmen sollen, ich sage damit nur, es macht für uns und für den Gang der preußischen Encwickeliing keinen Unterschied ob wir eine blauschwarze oder eine konservativ-nationalliberale Mehrheit haben. Ob es überhaupt möglich ist, durch die von Eisner und Bernstein empfohlene Taktik die blauschtoarze Mehrheit des Landtages zu beseitigen, will ich dabei ganz uneröriert lassen. Wir müßten dazu den Blauschwarzen 92 Mandate abnehmen, und ich möchte den sehen, der das bei dem Dreiklasscnwahlsystem ohne die Garantie einer Gegenleistung von den Liberalen für möglich hält. Auf die liberale Mehrheit des Landtags während der Konflikts- zeit darf man sich nicht berufen. Damals logen die Berhältniffe ganz anders. Damals stand nur die eine Frage:»Regierungs- Wille oder Volk-?wille" auf der Tagesordnung, und bis in die höchsten Kreise hinein sympathisierte man mit den An- schauungen des Volkes. Heute verbietet man den schlechtest bezahlten Beamten, sozialdemokratisch zu wählen. Glaubt man da wirkltch. daß es durch eine stärkere Wahlbeteiligung möglich ist, die schwarzblaue Mehrheit durch eine freisinnig- sozialdemokratische zu ersetze»? Das wird auch in der„Fränkischen Tagespost" bezweifelt. Sie sagt zutresiend: Selbst wenn die Geiamtparlei um des großen Ziele« ivillen sich zu einer Selbslopferung zwingen wollte. so wäre damit keineswegs eine Mehrheit der Linken gesichert; bor allem aber: diese Linke wäre ja in Wirklichkeit keine Linke..(Sehr wahr!) Man darf nicht übersehen, daß sich in diesem Liberalismus die preußischen National- liberalen befinden müßten. Dre aber unterscheiden sich in ihrer übergroßen Mehrheit kauni anders als durch ihren Namen von den freikonservaliven Scharsmachern.(Sehr richtig I) Die Nationalliberalen sind ja auch in der wichligen Frage des B o l k s s ch u l w e s e n s nicht so zuverlässig daß wir für sie eintreten könnten. Sie haben 1904 mit den koniervoriven Parteien ei»en Kompromißantrag eingebracht der die Grundlage des reaktionären VolksschulunterhattunqsaesetzeS von 1906 gebildet bat. Das Zentrum lachte sich ins Fäustchen. Werl ihm die natioiralliberalen Gegner die Vervfaffung der Volksschule besorgten.(Lebhaftes Sehr rulnia!> Bei den Debatten übe� die Steuerreform hat sich keine Partei mehr als Sach- Walter der kapalistischen Jntereiien aufgespielt, als dre National« liberalen. Nach alledem kann es für uns kein Eintreten für die Nationalliberalen geben, vor allem kein Eintreten ohne Gegenleistung.� Der nnzrge Fall, wo »ach unserer Resolution die Wabl eines Nattonallrberalen durch uns möglich ist. wäre der wo in Kreisen mit mehreren Abgeordneten die Nationalliberalen' uns-inen Abgeordneten ein- räumen würden Aber ich glaube, daß dreser Fall em theoretischer hl-iben und in der Praxi« kaum Geltung erlangen wird lSehr wahr!) Wer behauptet, daß die Nationalliberalen durch uns« Eintreten für sie plötzlich zu einer freiheitliche" Pol'ttk veranlaßt wurden(H-tterkert). der verkennt völlig die Faktoren, durch di- das Verhalten der politi- scheu Parteien beeinflußt wird.(Sehr richtig I> Wir sollten unsere Hoffnung auf die Nationalliberalen endgültig begraben. Ich bin darauf etwas ausführlicher eingegongen. um endlich einmal mit der Anschauung zu brechen, als ob wir im Interesse der Schaffung eines freiheitlichen Wahlrechts gezwungen sind, für die Kandidaten der büraerlichen Linken, emschließlich der Nationalliberalen. auch ohne jede Gegenleistung zu stimmen. Wegen der Mittagspause unterbricht der Redner sein Referat. Nachmittagssitzung. Nach der Mittagspause setzt Referent Landtagsabg. Hirsch-Berlin seine Ausführungen fort: Mit den Fortschrittlern können wir 4.. WO>• n<»»*■»— r_________ tL SlßCC tdj t l e r in der Wahlrechtsfrage ein gut Stück zusammengehen. Aber ich auch hier: Nicht Unterstützung d e r Fo�rtschrrt schlechthin ohne Gegen! er st una. Wenn Bernstein in den»Sozialistischen Monatsheften" sagt, daß diese Parole daraus barnim. " " 2 hinausliefe, auch noch den letzten Freisinnigen des Landtages durch| Kreis stattfindet und uns in einem anderen Kreis von bürgerlichen| Genossen erreichen wollen. Ich glaube, wir würden bei der ganzen einen Konservativen zu ersetzen, so trifft das doch nur dann zu, Parteien Hilfe zugesichert wird. Hier bedarf es der Zustimmung Haltung der Freisinnigen höchstens erreichen, daß ein paar frei wenn die Fortschrittler je de Gegenleistung ablehnen oder der Landeskommission. Die erste dieser Ausnahmen wird unter der finnige Mandate mehr herauskommen( Sehr richtig!), und gar in Streifen mit mehreren Abgeordneten den Konservativen den Vor- Voraussetzung fortschrittlicher Gegenleistung eintreten in Breslau, dafür soll die Partei das Recht ihrer Erstgeburt verkaufen zug geben vor der Teilung der Mandate mit uns. Das ist in Teltow Teltow Beestow, Nieder- und Oberbarnim, West- und ihre Selbständigkeit aufgeben? ( Sehr wahr!) Troßdem Beeston 1903 und 1908 geschehen, obwohl die Fortschrittler wußten, ha velland, Brandenburg, 8auch Belzig und dürfen wir den Freifinnigen nicht den Gefallen tun, uns auf daß sie durch ihre Taktik uns zur Stimmenthaltung einigen anderen Kreisen. Es wird nicht viele Kreise teine Verhandlungen einzulassen. Die Landeskommission hat uns in zwingen und dadurch die beiden konservativen Mandate sichern. geben, 100 wir bei ziemlich gleich starten Konservativen ihrer Resolution gute Richtlinien gegeben, ich habe aber Bedenken Noch schlimmer war das Wahlbündnis der Fortschrittler mit den und Fortschrittlern auf Grund weniger sozialdemokratischer gegen Ziffer 2 unter a, wo es heißt, daß man unter Umständen Konservativen in dem dreimännigen Kreise Ober- und Nieder- Wahlmannsmandate die Abtretung eines Mandats berlangen. Wenn gleich für bürgerliche Wahlmannskandidaten stimmen kann, wo uns da die Fortschrittler anderswo einen Abgeordneten bewilligen, unsere Bartei leine Kandidaten aufgestellt hat. Das könnte bloß Die Fortschrittliche Volkspartei hat sich über ihre Taktik bei den werden wir nicht so unvernünftig sein, unbedingt die Abtretung zu Konfusion in die einzelnen Wahlkreise tragen, und deshalb bin ich kommenden Wahlen offiziell noch nicht geäußert. Vielleicht absicht fordern. Aber nehmen wir mit Bernstein an, daß dies in 10 oder für die Streichung dieses Absages. Wenn man aber meiner lich, vielleicht wartet sie erst ab, was wir beschließen, vielleicht 20 Kreisen eintreten könnte. Warum sollte da das Wahlkomitee nicht Anregung nicht folgen will, so warne ich wenigstens davor, die Neglaubt sie, daß wir sie ohne Gegenleistung überall unterstüßen sagen: Wir verlangen einen oder den anderen Kreis für uns zur solution noch weiter zu verwässern im Sinne der verschiedenen werden. Wenn die im„ Tag" geäußerte Ansicht des volksparteilichen Unterstützung eurer Kandidaten in den übrigen Kreisen.( Sehr richtig!) Anträge, die hier gestellt sind. Noch wichtiger als alle Taktik aber Abgeordneten Dr. Schepp siegt, daß der Kampf in gleicher Weise nach Uebrigens haben wir auch 1908, abweichend von dem damaligen ist die Organisation!( Beifall.) rechts und links zu führen und ein Bündnis mit der Sozial Parteitagsbeschluß, in Herford Halle Bielefeld, obwohl uns fein Levetow- Stettin betont das geringe Vertrauen zu den Liberalen, demokratie schon wegen der Deffentlichkeit der Stimmabgabe aus Mandat eingeräumt war, doch unsere Wahlmänner für den Freisinn die längst Fühlung nach rechts genommen haben. Die freifinnige geschlossen ist, dann wird sich die Reaktion ins Fäustchen lachen abkommandiert, um den Lizentiaten Mumm zu Fall zu bringen. Provinzpresse beweist, wie vorsichtig wir sein müssen, um so mehr, fönnen. Die Kreuzzeitung" schrieb, daß durch ein Gegenseitigkeits- An der Forderung der Abtretung eines Mandats müssen wir uns als die Fortschrittler vielfach feste Bündnisse mit den bündnis die Fortschrittler unsere Vasallen würden. Nein, wir bedingt festhalten. Hier heißt es: Hand wird nur von Hand ge- Nationalliberalen geschlossen haben. Das Bündnis bei den würden ebensowenig die ihrigen, es handelt sich um ein an waschen! Wir haben keine Veranlassung, den Freisinnigen die Reichstagswahlen war richtig, aber bei dem Landtagswahlsystem fehlt ständiges ehrliches Abkommen, bei dem feine Partei Kastanien aus dem Feuer zu holen, wenn sie es ablehnen, uns uns die erforderliche Kontrolle. Gerade im Ansehen der Partei scheint fich auch nur das allergeringste vergibt. Lehnen aber die Fort- Mandate abzutreten. mir eine einheitliche Marschroute, also wenn schon eine, dann eine schrittler auch diesmal wieder unsere Forderung ab, dann Der Referent bespricht nun die Abänderungsanträge. Daß der zentrale Abmachung mit einer bürgerlichen Partei erforderlich. Unsere wird man ihnen den Vorwurf nicht ersparen können, daß sie Parteivorstand mit dem geschäftsführenden Ausschuß das Zentral- ganze rebolutionäre Energie muß in dem Wahlrechtsgenau so, wie 1903 und 1908 auch 1913 die Reaktion gestärkt wahlkomitee bilden soll, ist selbstverständlich. Der zweite Absatz des kampf zusammengefaßt werden und die Sorge, ob wir uns dabei haben und dann haben sie fein Recht mehr, sich als Gegner der Antrags Königsberg ist zurückgezogen und dafür beantragt nach irgend einer Seite etwas vergeben können, ist nebensächlich. Reaktion in Preußen zu bezeichnen. Eisner meint in der Chem- worden, von den zu unterstützenden Kandidaten das Versprechen Wenn wir uns in dem langsamen schweren Kampf nach einem niger Voltsstimme" bom 4. d. M., daß sein Vorschlag nur die finn- zu fordern, gegen jede Wahlrechtsverschlechterung, insbesondere Mehr passenden Bundesgenossen umsehen, so bleiben wir doch eingedenk, gemäße Anwendung von Parteitagsbeschlüssen( Billigung des Stich stimmenrecht, Bildung der Wählerabteilungen aus mehreren Urwahl- daß die Befreiung der Arbeiterklasse nur das Werk der Arbeiter selbst wahlabkommens bei den Reichstagswahlen) auf die Landtagswahlen bezirken und Vergrößerung dieser Bezirke zu stimmen. Das ist nicht sein kann. So wie die englische Parlamentsarmee 1645 den Sieg bedeutet. Zwischen seinem Vorschlag und dem Stichwahlabkommen erforderlich. Mit so unsicheren Kantonisten würden unsere Genossen über die Scharen Karls II. davontrug, so werden auch wir, wenn aber ist doch ein himmelweiter Unterschied, denn jener schon nicht paktieren.( Sehr richtig!) Das im Antrag Magdeburg wir fonsequent weiter wirken, die Zwingburg des Dreiklaffenwahlbezieht sich auf die Urwahlen und dieses beruhte auf der Gegen verlangte Zusammengehen mit bürgerlichen Parteien schon bei systems stürmen.( Beifall.) leistung. So wollte die Parteitagsmehrheit ihren Beschluß den Urwahlen bitte ich abzulehnen, denn es darf auch Haberland- Düsseldorf: Die Resolution ist so flar und deutlich, nicht ausgelegt haben.( Sehr richtig!) Die anders gearteten Ver- tein Anhänger der Pluralschmach gewählt werden. Den zweiten daß sie unverändert angenommen werden sollte. Die vorgesehene hältnisse unter dem Dreiklassenwahlrecht sind in der Resolution vollauf Absatz des Antrags VII über das Zentrum bitte ich abzu- Genehmigung der Landeskommission wird auch solche Verschieden berücksichtigt. Gegen ihre Betonung der Benutzung der Wahlen in erster lehnen, damit es nicht so aussieht, als würde bei den Stichwahlen artigkeiten der Taktik, wie sie Gewehr befürchtet, verhindern. Der Linie zur Agitation ziehen verschiedene Parteiblätter, vor allem das unbedingt der Gegner des Zentrums unterstützt. Der Antrag Nord- Antrag Magdeburg will ein unzulässiges Entgegen Bochumer Boltsblatt" zu gelde, weil das ein Rückfall in die Hausen würde die Bewegungsfreiheit des Parteivorstandes zu sehr tommen gegen bürgerliche Parteien. Mit Ausnahme eines fleinen antiparlamentarische Beit sei. Ich finde diesen Einwand einschränken, ich bitte ihn abzulehnen, denn aus der Verärgerung Häufleins Freifinniger laffen uns die Liberalen in allen wichtigen merkwürdig in einem Augenblic, wo uns eine Resolution die Richt- von der letzten Reichstagswahl her darf man nicht der ganzen Partei Fragen im Stich. Abg. Schiffer hat sich erst vorige Woche in schnur gibt, wie möglichst viel Mandate errungen werden sollen. die Hände binden. Düsseldorf für ein Pluralwahlrecht ausgesprochen. Führen wir den Wir unterschätzen den Parlamentarismus nicht, überschäzen ihn Unsere Resolution schreibt uns eine verständige Taktik vor und Wahlkampf energisch und bauen wir unsere Organisationen aus, aber auch nicht und dürfen die Massen nicht glauben lassen, ruft den Fortschrittlern unzweideutig zu: Ohne Gegenleistung dann werden wir der Dreiklassen zwingburg einen bedeutenden Stoß daß die Dreiklassenschmach auf parlamentarischem Wege allein feine Hilfe! Das muß unser oberster Grundfaz sein und versetzen.( Bravo!) überwunden werden kann.( Lebhaftes Sehr richtig!) Auch durch bleiben. Daß die Fortschrittler nicht genug unabhängige Männer Eduard Bernstein: Unsere Differenzen beginnen erst bei der die von uns vorgeschlagene Tattit allein werden wir das gleiche haben, ist eine faule Ausrede. Mögen sie doch nicht immer nur Be- Frage, wie wir die Reaktion zurückdrängen können. Die Resolution Wahlrecht nicht erreichen.( Hört! hört!) Das ist doch ganz amte und Lehrer aufstellen. Schließlich können wir ihnen gleicht einem Mann, der aus einer Büchse mit einem Schuß nach flar, daß selbst, wenn die Fortschrittler den von uns empfohlenen unabhängige Männer genug zur Verfügung stellen.( Seiterkeit und zwei Scheiben schießen will und das Zentrum natürlich nicht trifft. Weg einschlagen, die Anhänger des gleichen Wahlrechts im Landtage Zustimmung.) Wenn es den Fortschrittlern ernst ist mit dem Kampf Wir schließen eine Tür fest zu und versuchen nachher durch das zwar vermehrt werden können, aber immer in der minder gegen die Reaktion, dann mögen sie auf ihrem Parteitage in Berlin Schlüsselloch durchzukriechen. Eisners Vorschläge sind einheitlich heit bleiben werden.( Sehr richtig!) Wir waren uns immer einig, in einigen Tagen entsprechende Beschlüsse fassen. Der Erfolg liegt und einfach. Er hält nach der großartigen Stimmenzählung bei den daß da neben parlamentarischen Mitteln auch außer parlamen wesentlich beim liberalen Bürgertum.( Zustimmung.) Die Drei- Reichstagswahlen eine Wiederholung nicht für nötig und will eine tarische in Anwendung kommen müssen. Die Aufklärung der Klassenschmach kann nicht im Handumdrehen überwunden werden. möglichst starke Veränderung des Abgeordnetenhauses. Ich Massen ist keineswegs ein bloßes Schlagwort. Wir haben auch in Die Massen sind aufgerüttelt, manches isf erreicht, 1903 das neue ziehe einem Kuhhandel eine von uns allein bestimmte Tattit Preußen hierzu noch ungeheure Arbeit zu verrichten. Lesen Sie nur Wahlreglement und 1906 die Vermehrung der Zahl der Zahl der vor, und das von Eisner vorgeschlagene Vorgehen erscheint mir in Dr. Quards Artikel in der Neuen Zeit" nach, wie wenig Abgeordneten, die Berlegung einiger großen Wahlkreise wirkungsvoll, zweckmäßig und würdig. Aber wie die Dinge in der Stimmen wir noch 1908 in den ländlichen Industriebezirken und die Einführung der Fristwahl. Hätten wir die Partei einmal liegen, müssen wir zunächst überall für unsere oder zum Beispiel in der Stadt Gelsenkirchen erhalten Wahlrechtsvorlagen von 1906 bis 1910 bekommen, wenn wir eigenen Wahlmänner stimmen. Wir können aber die National haben. Da tritt die agitatorische Bedeutung unserer Wahl nichts getan hätten, um gegen das Dreillassenwahlsystem anzulämpfen? Liberalen mit großer Auswahl in unsere Taktik einbeziehen. beteiligung, besonders bei öffentlicher Stimmenabgabe besonders Man darf nicht sagen, daß wir noch nichts erreicht haben. Der( Adolf Hoffmann: Das wird keine große Auswahl sein! HeiterDie hervor. Uebrigens hat auf der Landeskonferenz von 1903 gegen die Stein ist im Rollen. Wir haben dafür zu sorgen, daß feit.) Halten wir uns doch nicht nur an Schlagworte. gleiche Erflärung noch niemand Einspruch erhoben, die doch nur die nicht eher Ruhe eintritt, als bis unser Biel er- Nationalliberalen sind nicht nur die Partei der Schlotjunker, Genossen in den Kreisen, wo ein Sieg ausgeschloffen ist, zur Er- reicht ist. Wir wissen, daß die Beseitigung der Junterherrschaft sondern großenteils auch die der Intellektuellen.( Widerfüllung ihrer Pflicht aneifern will. in Preußen die Vorbedingung für ein freies Deutschland ist. Wir spruch.) Unbesehen wollen wir sie nicht in den Kauf nehmen. Nach unserem Vorschlag beteiligen wir uns allgemein felb wollen aber nicht an die Stelle der Junterherrschaft die der Schlot( Hoffmann: Besehen nehmen wir wir sie erst recht nicht! ständig an den Urwahlen. Nur dort, wo sozialdemokratische junker setzen. Wir wollen, daß entschlossene Wahlrechtsfämpfer aus Stürmische Heiterkeit.) Es gibt höchstens zwei Dußend Wahlkreise, Wahlmänner nicht aufgestellt werden können, dürfen die Genossen der Hochburg des Junkertums in immer höherem Maße das Volk wo wir mit Hilfe der Freisinnigen einen Abgeordneten durchsetzen mit Genehmigung der Landeskommission für bürgerliche Kandidaten über seine Rechtlosigkeit aufflären. In diesem Gedanten tönnen. Für die überwiegende Bahl der Wahlkreise würden wir stimmen, wenn deren Abgeordnetenkandidaten spätestens fünf Tage werden wir den Wahlkampf ohne übertriebene Hoffnungen im Zeichen durch die Forderung der Gegenseitigkeit nur unnügerweise Schwierig vor den Urwahlen unserem Wahlkomitee schriftlich erklärt haben, des Wahlrechtskampfs führen, in der ehrlichen Absicht und festen feiten schaffen. Wir wissen doch, daß die Volkspartei nicht so straff daß sie in jeder Session im Abgeordnetenhause die Ueber- Entschlossenheit, die sozialdemokratischen Mandate zu vermehren, diszipliniert ist, wie unfere. Beschränken wir also die Forderung tragung des Reichstagswahlrechts auf Breußen aber auch dem liberalen Bürgertum, soweit es wirklich auf dem auf eine Reihe bestimmter Wahlkreise, die die Landeskommission ausfowie eine Neueinteilung der Wahltreise bean- Boden des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts sucht, geben wir aber im übrigen die Parole aus: Auf der ganzen tragetine 92 oder dafür stimmen werden, wenn sie von anderer steht und durch die Tat den Beweis dafür erbringt, zu größerer Linie ohne Gegenseitigkeitsfrage für die entschiedenen Gegner der Seite beantragt werden. Macht im Dreillaffenparlament zu verhelfen.( Stürmischer Beifall.) Konservativen! Wir tun das nur uns zuliebe mit Uhlands Worten: Nun will Arons, der übrigens ganz fälschlich mit Bernstein Alle vorliegenden Anträge werden als genügend unter Ich tat's aus Haß der Städte, und nicht um Euren Dant!" und Eisner zusammengeworfen wird, daß unter allen Umständen st ützt betrachtet und stehen mit zur Durch Resolutionen ändern wir die Freisinuigen ebenso wenig, wie die Abstimmung für nichtsozialdemokratische Wahlmannskandidaten man Stahl erhält, wenn man Zinn stark hämmert. Die Tattit im ersten Wahlgange bei den Urwahlen verboten wird, weil der bayerischen Sozialdemokratie hat bereits ändernd Feldmann- Langenbielau: Ende der achtziger Jahre fchrieb die auf die Tattit der bayerischen Liberalen eingewirkt. Die Schwierig wir überall, wo wir wähler haben, auch Wahlmannskandidaten haben. Das stimmt aber nicht. In der Praxis wird diese Be- Berliner Volkstribüne", es sei Zeit, daß der preußische Landtag feit liegt darin, daß die Volkspartei in viel zu wenig Wahlkreisen stimmung nicht von großer Bedeutung sein. Immerhin darf diese berfaule. Seitdem haben wir aber nichts davon gemerkt, daß er bisher ernsthaft in den Kampf gegangen ist. Das wird besser, wenn Ausnahme niemals zur Regel werden. Die Chemnißer verfault. Im Gegenteil, wir renuen immer noch gegen diese Veste an, wir eine entsprechende Barole ausgeben. Wir müssen die Stappen Boltsstimme" und das„ Berliner Tageblatt"( Heiter- ohne einen nennenswerten Erfolg erzielt zu haben. Die kleine Aendes des Kampfes so günstig wie möglich für uns gestalten, dadurch daß feit) meinen, daß verspätete Bündnisse von sehr geringer Bedeutung rung in seiner Zusammenſegung haben wir nur erreicht durch eine wir die Macht da, wo wir sie nicht für uns selbst verwenden können, find. Von einer Dezimierung der Linksparteien durch unfer enderung in unserer Taktik, dadurch, daß wir eine positive bazu gebrauchen, die schwersten Wunden denen zu schlagen, die für selbständiges Vorgehen bei den Urwahlen, wie sie das Ber- Beteiligung an den Landtagswahlen befchloffen hatten. Wir das Klassenwahlrecht eintreten. liner Tageblatt" voraussagt, könnte nur tönnen nicht auf einmal das Dreiklassenwahlsystem aus den gesprochen werden, Cohn Görlig tritt für eine energische Propagierung des Auswenn die Fortschrittler durchwegs die reaktionären Wahlmanns- Angeln heben, sondern müssen es allmählich zu bewältigen fuchen. tritts aus der Landeskirche ein. Die Agitation darf aber Kandidaten für das fleinere Hebel als die Sozialdemokraten Um dies Biel zu erreichen, müssen wir die Resolution der Magde- nicht mit der von Freireligiösen, Freidenkern usw. verwechselt werden halten, nicht aber, wenn sie sich zu Gelegenleistungen an burger Genossen annehmen, die uns bei der Beteiligung an den tönnen, ebenso wenig, wie unser Schnapsboykott identisch ist mit der uns entschließen; dann würde der Wahlkampf die Linksparteien fo- preußischen Landtagswahlen die Möglichkeit gibt, die Situation io Agitation der Abstinenten. Das freieste Wahlrecht steht den Preußen gar wesentlich stärken. Leider hofft man in fortschrittlichen Streifen auszunuzen, wie sie in den einzelnen Wahlkreisen liegt. Wir können schon vom 14. Jahre an zu. Machen wir Gebrauch davon gegen die immer noch, daß wir auch ohne Gegenleistungen oder gar wenn 8. B. in Schlesien ganz gut in drei Wahlkreisen das Bünglein Stirche, die die Sozialdemokratie bekämpft, und die Regierung wird fortschrittliche Urwähler in der Stichwahl unsere Wahlmänner zu an der Wage bilden, aber wenn wir strikte nach der Resolution der unsere Stampfesentschloffenheit merken.( Beifall.) Auch würde dann Falle bringen, wir unsere Wahlmänner angunsten der Fortschrittler Landeskommission verfahren wollen, ist das unmöglich. Es ist nicht die Frage des Religionszwanges der Dissidentenkinder ein anderes abtommandieren werden. Wir müssen den Fortschrittlern fagen, daß unter allen Umständen gut, von vornherein die Richtschnur genau Geficht gewinnen. das eine trügerife Hoffnung ist.( Lebhaftes Sehr festzulegen. Wir in Schlesien tönnen im Kreise Waldenburg- Abg. Borchardt: Eisner und das Berliner Tageblatt" stimmen richtig!) Wenn es den Fortschrittlern mit der Bekämpfung der Reichenbach den Freiherrn v. 8edlis nur dann beseitigen, wenn merkwürdig überein, wenn sie die Stimmenzählung bei der Reaktion ernst ist, dann mögen fie ihre Kandidaten so zeitig auf wir von vornherein die Liberalen unterstügen. Landtagswahl für überflüssig halten. Wenn sich alle Hoffnungen stellen, daß sie diese Erklärung abgeben tönnen. Müssen wir streng nach der Resolution der Landeskommission ver- Eisners, Bernsteins und der Magdeburger Genossen erfüllen, " Diskussion. Wenn Arons in den" Soz. Monatsh." eine Abänderung der fahren, so ist es einfach unmöglich. Wenn wir in den genannten so erhalten wir ein Abgeordnetenhaus, wo statt einiger Resolution dahin berlangt, daß in einmännigen Wahlfreifen nicht Streisen und in Hirschberg- Schönau, Liegnig, Goldberg- Haynau das Konservativer Liberale ins Abgeordnetenhaus kommen, denen ( unter den entsprechenden Voraussetzungen) die bürgerlichen Wahl- Bünglein an der Wage bilden, dann werden die Freifinnigen um so Bedlig gefagt hat: hat: Sie verlangen ja das Reichstagsmännerkandidaten", sondern nur Wahlmännerkandidaten der bürger- eher geneigt sein, uns in Breslau und Görlig einen Ab- wahlrecht nur deshalb, weil sie wissen, daß es nicht angenommen lichen Linken" zu unterstügen sind, so müssen wir auch andere als geordneten zuzugestehen. In Anbetracht dieser Umstände ist es not wird." Denken Sie an die Wahlrechtsverfchlechterungen durch freiLinkskandidaten unterſtügen, wenn sie die in Biffer 2 verlangte Erwendig, ein gewisses Entgegenkommen zu beweisen. Deshalb bitte sinnige Gemeindeverwaltungen und an das bloß dekorative Gerede flärung abgeben. Ich würde ja dem Zentrumskandidaten seine ich nochmals, die Magdeburger Resolution anzunehmen.( Bravo!) der Freifinnigen im Landtag. Das gleiche Wahlrecht werden wir Versprechungen nicht glauben, auch wenn er sie mir schwarz Gewehr- Elberfeld: Neben der Erörterung über die Taktik sollte mur bekommen, wenn wir den Reaktionären genug Angst einflößen. auf weiß bringt. Hoffmann: Dann erst recht nicht auch die Frage des Wahlrechtstampfes selbst in der Diskussion nicht Das aber können wir nur durch Machtvergrößerung und AgitationsWir haben ja erfahren, daß die auf ihre Erklärungen hin von uns zu kurz kommen. Ich empfehle, daß wir unseren Wahlkampf offiziell steigerung, aber nicht durch diplomatische Techtelmechtel gewählten Zentrumsabgeordneten sich am alle richlimmsten beginnen mit einer Wahlrechtsdemonstration. Als Anlaß erreichen. Wir wollen bei der Landtagswahl, wie bei jeder anderen, betragen haben.( Lebhafte Zustimmung.) Trotzdem müssen wir dem bazu könnten wir die von unseren Gegnern in diesem Jahre ge- unsere Anhänger festigen und neue gewinnen. Das ist der UnterWahlfomitee etwas freie Hand lassen. 8b jagt, daß in mehr- plante hundertjährige Preußenfeier und das Jubiläum Wilhelms II. fchied zwischen Agitieren und Stimmenzählen und deshalb ist die männigen Kreisen die Wahlmännerfandidaten derjenigen bürgerlichen ausnutzen. Diese beiden Dinge wollen unsere Gegner benutzen, um Agitation für uns die Hauptsache.( Lebhafter Beifall.) Parteien unterstützt werden sollen, deren Wahlkomitee sich verpflichtet, das Bolt aufzuputschen gegen uns und den Furor teutonicus auf- Klühs- Magdeburg: Das war ein sehr gründlicher Beweis dafür, uns ein Mandat abzutreten und schriftlich erklärt, daß der flammen zu lassen. Daher wollen wir diese Peitsche ergreifen und das daß zwei mal zwei vier ist. Wie aber wenden wir unsere Macht zur Stichwahl stehende Wahlmann sich schriftlich bereit und mit nach unserem Gegner schlagen. Wir haben eine Fülle von Ma- nupbringend für das Proletariat an? Sirf hat Telbst erklärt, unabhängig genug erklärt hat, bei den Abgeordnetenwahlen terial, biefe Feier in diesem Sinne auszuschlachten. Der Antrag 19 daß wir auf dem von ihm empfohlenen Weg in absehbarer Zeit für einen Sozialdemokraten zu stimmen. Weigert er fich, ist nicht etwa gestellt aus reinen Ordnungsrücksichten, sondern er nichts erreichen. Deshalb müssen wir die Situation im Barlament diese Erklärg abzugeben, dann strikte Stimmenthaltung hat tiefere Gründe. Aus der Statistik der früheren Landtagswahlen und außerhalb möglichst günstig für uns gestalten. Wir wollen doch Wir müssen diese bindende Verpflichtung schon bei den ergibt sich, daß 256 182 Urwähler unter der Rubrik" unbestimmt" unter den Arbeitern, deren Wert allein die Befreiung der ArbeiterUrwahlen haben. Die Taftit bei den Abgeordnetenwahlen aufgeführt worden sind. Ich behaupte, daß diefe Urwähler zum flaffe sein tann, nicht nur die Lohnarbeiter verstehen. Wir müssen ist die Konsequenz der Urwahltaktik. Im ersten Wahlgang dürfen größten Teit unserer Partei angehören. Wir haben in Elber- den Wahlrechtskampf zu einer Sache des ganzen wir nur für sozialdemokratische Kandidaten stimmen. Ausnahmen feld- Barmen durch unsere genaue Kontrolle festgestellt, daß uns Bolts, auch der uns noch fernstehenden Schichten machen. Sie find nur zuläifig, wenn wir bei mehrmännigen Streifen bei der ungefähr 700 bis 800 Urwählerstimmen im amtlichen Wahl- müssen einsehen, daß die mächtige Sozialdemokratie fogar auf das Stichwahl den Ausschlag geben. Wird uns da ein Mandat abgetreten, refultat entwendet worden sind. Dem muß vorgebeugt werden, Stimmenzählen berzichtet, um die Verteidiger der Dreitlassenschmach so stimmen wir im ersten Wahlgang sofort neben dem Sozial- deshalb bitte ich um Annahme unseres Antrages. Um dem hinauszuwerfen. Eine solche Parole würde Eindruck machen. Der demokraten auch für den betreffenden bürgerlichen nicht etwa tofalen Bedenken, die dem Antrag hier und dort entgegen letzte Breußentag hat ganz kurz und einfach den Kampf gegen das nur fortschrittlichen Kandidaten. Wird diese Forderung nicht stehen könnten, zu begegnen, schlage ich den Zusatz vor:" Soweit Schandwahlrecht mit allen verfügbaren und zweckentsprechenden bewilligt, so stimmen unsere Wahlmänner im ersten Wahlgang dem nicht wesentliche lokale Bedenten gegenüberstehen". Was unsere Mitteln gefordert. Jetzt haben wir ein solches Mittel, indem wir nur für unseren Standidaten und enthalten sich bei bei der Taktik betrifft, so hat Hirsch durchaus zutreffend ausgeführt, daß die Agitation nicht verzetteln, sondern mit gesammelter Straft das Stichwahl der Stimme. Die zweite Annahme tritt in dem wir, wenn wir uns zuviel vergeben und ins Schlepptau der Liberalen Dreitlassenwahlrecht niederrennen. Trotz ihrer Länge ist die RejoFall ein, wo Stichwahl zwischen bürgerlichen Kandidaten in einem nehmen lassen, bei weitem nicht das erreichen, was die betreffenden lution noch immer nicht spezialisiert genug. Der Antrag Magde -C R. 85. Der An Burg will die Landeskommission nur ermächtigen, das Eintreten zu ändern ist. So tönnte es in Breslau fommen, daß, wenn wir|.. 11. 78. Sehen Sie sich mit dem Vorstand der Dachbederimmung, für einen bürgerlichen Wahlmann unter Umständen zu gestatten. uns genau nach der Resolution der Landeskommission richten, Berlin, Culmstr. 24, in Verbindung, dort erfahren Sie das Nähere. Mehr nicht. Nehmen Sie ihn daher an. auch diesmal die Reaktionäre wieder gewählt werden. Wird die 5. G. 69. Nein. Wenn Ihr Ehemann einverstanden ist, fann ein gemeinschaftliches Testament gemacht werden. G. H. 1. und 2. Ja. Dißmann- Frankfurt a. M.: Eine einheitliche Richtlinie Resolution angenommen, so würde die Folge sein, daß wir an die 3. Unter näherer Bezeichnung der Grundbuchnummer und der Hypother für das ganze Land ist unentbehrlich. Eine wesentliche Landeskommission gehen und ihr darstellen müssen, das und das Antrag auf Löschung. 2. M. 30. Nein. E. 2. 200. Ja, etwa 7. 2. 1,50 Mark pro Kalenderjahr. P. G. 3. Aenderung der Zusammensetzung des Landtags ist ausgeschlossen. geht für Breslau nicht, und dann würde man uns eine Ausnahme 450 Mart pro Jahr. 5. B. N. 58. Selbst Bernstein traut den Nationalliberalen nicht. Der Vor- gestatten. Aehnliche Ausnahmen würden nach anderen Richtungen Das wäre ein Aft unerlaubter Selbsthilfe und strafbar. schlag Eisners ist wohl einfach, aber unwürdig und nicht der anderen Wahlkreisen gestattet werden müssen. Unter diesen Um- 1. Wenn die Versteigerung vor Beginn des Vertragsverhältnisses erfolgt Situation entsprechend, die sich immer mehr zuspißt. Niemand er- ständen ist es viel besser, wir stimmen der Magdeburger Resolution ist, ist der Ersteher des Grundstüds nicht gebunden. 2. Ja. 3. Ja. wartet von den nächsten Landtagswahlen eine rasche Entscheidung zu und geben der Landeskommission möglichst große Freiheit. so lange nicht eine Beschlagnahme erfolgt ist. trag ist zu richten an das fürstliche Landratsamt in Frankenhausen. des langen mühseligen Wahlrechtstampfes. Die Resolution fagt Wir wollen auch durchaus nicht, daß der Freifinn bedingungs- Bl. 27. 1. 5 M. 2. Sie erhalten eine Abschrift des Vergleichs auf An präzise, was wir fordern müssen. Auf die bürgerlichen Parteien los unterstützt wird, sondern werden z. B. in Breslau trag. 3. Nur dann, wenn in dem Vergleich vorgesehen. 4. Ja, soweit fönnen wir uns nicht verlassen, noch weniger mit ihnen ganz bestimmt auf ein Mandat für uns bestehen.( Bravo!) der Lohnbetrag 28,85 M. pro Woche übersteigt. 5. In zwei Jahren, be techtelmechteln. Die Fortschrittler verbünden sich überall mit Bekommen wir es nicht, so fallen die Fortschrittler durch, und ginnend mit Ende des Kalenderjahres, in dem die Forderung entstanden Brandenburg B. Soweit Ihre Darstellung er den nationalliberalen Wahlrechtsfeinden. Da sollen wir sie ohne ebenso in Liegni usw.( Bravo!) Die Annahme der Magde- ft. 6. Ja. 7. Nein. Gegenseitigkeit unterstützen? Bleiben wir auf dem Boden, auf dem burger Resolution würde auch keineswegs ein Mißtrauen gegen fennen läßt, ist eine Reiselegitimationstarte erforderlich, die vom Polizei. A. O. 13. wir bis jetzt stehen. Scheitern unsere Absichten an dem Mangel die Landeskommission bedeuten; wir geben ihr ja gerade das Ver- präsidium zu erlangen ist. Der Stempel beträgt 1 M. 1. Ja. 2. und 3. Nein. H. J. 8. Ja. X. y. Ja. guten Willens oder der Schwäche der bürgerlichen Parteien, so wird trauen, daß sie es so machen soll, wie sie es will.( Bravo!), A. 7. 100. Nein. A. S. 79. 1. Polizeipräsidium. 2. Es müssen das Zutrauen der Massen zur Sozialdemokratie immer stärker Die weitere Debatte wird auf Mittwoch vertagt. Register geführt werden. 3. Zustimmung des Ehemannes ist notwendig. werden und damit unsere Kraft wachsen bis zum endlichen Sieg. Schluß 7 Uhr. W. S. 25. 1. und 2. Sie sind zur Zahlung von Alimenten in Höhe von ( Lebhafter Beifall.) etwa 30 M. monatlich verpflichtet, sofern der Ehemann vorher die Klage auf Außerehelichkeitserklärung erhebt und ein Urteil erwirkt. Das Klage recht des Ehemanns erlischt nach Ablauf eines Jahres, von dem Zeitpunkt ab gerechnet, zu dem er von der Geburt des Kindes Kenntnis erhalten hat. 3. Das wäre möglich. Feuer 16. 1. Nein. 2. Die Stellung eines Strafantrages gegen die früheren Inhaber erscheint zwedmäßig. P. Sch., Kloster. Kommen Sie zweds näherer Rüdsprache nach der Donalies- Königsberg: Unser Amendement zur Resolution entspricht einem höchst berechtigten Mißtrauen gegen Fortschrittler, die fich mit wahlrechtsfeindlichen Nationalliberalen verbünden. Solchen Leuten wollen wir doch nicht ohne weitestgehende Sicherung in den Landtag hineinhelfen. Landsberg- Magdeburg: Den Pessimismus Hirschs kann ich nicht teilen. Es ist möglich, selbst unter dem bestehenden Dreiflassenwahlrecht eine wahlrechtsfreundliche Mehrheit zustande zu bringen.( Adolf Hoffmann: Aussichtslos!) Nein, das ist durchaus nicht aussichtslos. Wir brauchen nur die Wahlbeteiligung entsprechend zu steigern. Konservative Wähler sind bei den letzten Wahlen sicher nicht zu Hause geblieben, denn Briefkaften der Redaktion. St. W. 25. Die Kündigung ist bis zum 15. jeden Monats zulässig mit Wirkung zum Ersten des folgenden Monats. D. O. 518. Versuchen Sie es mit einem Antrage auf Befreiung von dem Eheverbot. Der Antrag ist bei dem Landgericht, welches die Ehe geschieden hat, einzureichen. Deutscher Metallarheiter- Verband. für sie ist ja das jebige Wahlrecht geschaffen. Bringen wir die Verwaltungsstelle Berlin. C. 54, finienftr. 83-85. Verwaltung: Maffen an die Urne, dann können die Schwarzblauen ihr blaues Wunder erleben. Man muß nur begeistert sein, um eine große Sache zu vollbringen. Die Eisnerschen Vorschläge lehne ich Telephon: Amt Norden 1987. ab. Die proletarische Demokratie, die früher wahrhaftig noch andere Bannerträger hatte als der heutige Freisinn, hat sich nicht deshalb von der bürgerlichen Demokratie losgelöst, damit wir jezt Raffierer: Arbeitsnachweis: Amt Norden 185. Amt Norden 1239, 9714. Sonntag, den 12. Januar 1913, Fortschrittler und Nationalliberale zu unseren Mandataren machen. von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags Das während der Wahlen gesteigerte politische Interesse müssen wir für uns ausnüßen und nicht für andere. Wir können große Wählermassen nur dann an den Wahltisch bringen, wenn wir für uns selbst agitieren, nicht wenn wir ihnen zumuten, für andere Parteien zu stimmen.( Sehr richtig!) Gegen einzelne Teile der Resolution bestehen schwere Bedenken. Aber schlechte Resolutionen von vernünftigen Menschen angewendet, können trotzdem gut wirken. Besser aber sind dochy gute Resolutionen, weil man ja nicht weiß, ob immer vernünftige Menschen da sein werden. findet die Urabstimmung über die Hauskassierung in Berlin in folgenden Lokalen statt: ( Seiterkeit.) Nach der Resolution der Landeskommission müßten Kaczerowskis Restaurant, Ravenéstr. 6. wir jeden Zentrumsmann unterstützen, der uns die Erklärung abgibt, daß er Anhänger des Reichstagswahlrechts fei.( Widerspruch.) Schwedlers Restaurant, Ackerstr. 123. Er wird es tun, wenn er unsere Stimmen braucht, freilich mit Obiglos Festsäle, Schwedter Str. 23/25, keine wirkliche Reform zustande kommt. Wir haben mit den Gliesches Restaurant, Kopenhagener Str. 74. der Mentalreservation: meine Partei wird schon dafür sorgen, daß Zentrumsherren Gronowski und Bartscher doch wahrlich Straße 42. genug schlechte Erfahrungen gemacht.( Adolf Soffmann: und Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Abgeordnetenhaus den Berliner Magistrat so sehr gelobt, weshalb Voigts Theater, Badstr. 58. Fischbeck und Mugdan?) Hoffmann, Sie haben ja neulich im schimpfen Sie heute? Das Zentrum wird immer eine den Stoner Frankes Festsäle, Badstr. 19. vativen unangenehme Wahlreform verhindern.( Sehr richtig!) Trotzdem sollen wir Zentrumsleute wählen müssen für National- Nebels Restaurant, Maxstr. 13 b. liberale, die für die geheime und direkte Wahl find, sogar unter Verzicht auf die Gemeindedrittelung.( Widerspruch.) Dann sollen Funkes Festsäle, Triftstr. 63. wir verpflichtet sein, alle fortschrittlichen Wahlmänner durchfallen zu laffen, die nicht schriftlich versprechen, für einen Sozialdemo- Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. fraten zu stimmen. Wenn nun ein fortschrittlicher Wahlmann aus äußeren Gründen für uns nicht stimmen fann, fich aber der Patzenhofer- Brauerei, Tarmstr. 25/26. Stimme enthält, müssen wir ihn dann auch durchfallen lassen? Wiemers Festsäle, Bülowstr. 58. Dann kann dadurch der Konservative gewählt werden. Weiter ist nicht richtig, daß wir Fortschrittler durchfallen lassen sollen, die Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Linksmehrheit die mit ihnen verbündeten Nationalliberalen ge- Fröhlichs Restaurant, Muskauer Str. 1. hören. In Breslau haben wir das 1908 so gemacht. Gothein gab sich alle Mühe, das Kompromiß zustande zu bringen, und stellte Eickes Restaurant, Schönleinstr. 6. fogar feinen eigenen Sitz zur Verfügung. Zum Dant dafür ließen Schünemanns Restaurant, Alte Jakobstr, 144. wir ihn durchfallen gegen den Major Stroffer. Wir sollten uns deswegen schämen und diesen Bock nicht noch einmal machen. Stralau- Rummelsburg, Blume, Alt- Boxhagen 56. ( Unruhe.) Nur den Junkern machen wir Freude, wenn wir die Bedingungen erschweren, unter denen wir die Fortschrittler unter- Lichtenberg, Ertelt, Pfarrstr. 74. stüzen dürfen.( Die Redezeit ist verlängert.) Am besten wäre, überhaupt keine Resolution zu fassen, denn wir können nicht alle Comenius- Säle, Memeler Str. 67. Kombinationen vorhersehen. Wozu eine spezialisierte Resolution beschließen, an die wir uns nachher dech nicht halten. Natürlich Boecker, weberstr. 17. wollen wir unseren Mandatsbestand mehren. Aber mehr als an ein paar Mandaten liegt mir daran, daß keine June Rott, Straßmannstr. 29, werden, kurz, daß das Dreiklassenwahlrecht unrentabel gemadyt Neukölln, Bartsch, Hermannstr. 49. wird für seine Nutznießer.( Bravo!) Abg. Ströbel: Landsberg warf dem Referenten zu großen Bessimismus vor. Er selbst aber legte dar, es tomme darauf an, die Nationalliberalen durchzubringen, die sich auf die Forderung des geheimen und direkten Wahlrechts unter Beibehaltung der jeßigen Drittelung berpflichten. Diese Auffassung, daß wir nur 99 99 " Zibell, Elbestr. 8. Iden, Harzer Str. 88. Rückheim, Bergstr. 97. eine Flidreform bekommen, berrät einen viel größeren Tempelhof, Wilhelmsgarten, Berliner Str. 9. Bessimismus. Diese Flickreform läßt sich auch bei der jebigen Charlottenburg, Volkshaus, Rosinenstr. 3. Bollen eine wirtliche Reform und nicht eine Flidreform Köpenick- Friedrichshagen, Lehmann, Köpenick, Busammensetzung des Abgeordnetenhauses durchsehen. Wir haben, die die Schäden des heutigen Wahlsystems nur verewigt. ( Sehr richtig!) Wir wollen bei der Führung des Wahlkampfes Bahnhofstr. 44. dafür sorgen, daß die Massen aufgerüttelt und auf Steglitz, Clement, Düppelstr. 7. bürgerlichen Parteien( Sehr richtig!), dann wird in den Massen straße 18. geklärt werden über den reaktionären Charakter aller Ober- Schöneweide, Warnicke, Wilhelminenhof auch der Entschluß reifen, mehr einzusehen als das Proletariat Adlershof, Restel, Friedenstr. 14. Fisher eingesetzt hat in den bisherigen Demonstrationen. Gewiß ist es unsere Aufgabe, nicht nur die Lohnarbeiter, sondern auch Wildau, Kordaneck, wildaner Hof. Intellektuellen zu gewinnen. Deshalb müssen wir das Weißensee, Peukert, Berliner Allee 251. Hauptgewicht auf die Schulung und Aufklärung der Massen legen. Tegel, Heinicke, Brunowstr. 23. wenn wir glauben könnten, daß die bürgerliche Linte, die eventuel den neuen Mittelstand und weite Schichten der Namen nach von den Konservativen, und selbst die Frei Reinickendorf, Glende, Acute- victoria. Allee. Ausguste. Schillingstraße, Ecke Spandau, Mudetzky, Bismarckstr. 8. Pankow, Rozycki, Kreuzstr. 2/4. verteilt. Die von Eisner vorgeschlagene Taktik würde uns nicht schrecken, durch uns zustande käme, wirklich eine Linke wäre. Aber die preußischen Nationalliberalen unterscheiden sich ja nur dem sinnigen bestehen aus höchst unsicheren Kantonisten, die gegen ganz armselige Konzessionen das gleiche Wahlrecht jederzeit verschachern. Kleine Ausnahmen, die durch die Verhältnisse geboten sind, werden natürlich auch bei Annahme der Resolution der Landeskommission gemacht werden können. Etivas Ehrlicheres und Klareres wie das 110/9 von der Landeskommission vorgeschlagene Abkommen tann es gar nicht geben. Wir wollen es aber so einrichten, daß nicht der Freifinn den allergrößten Vorteil hat( Bernstein: Sondern die Konservativen!), sondern wir wollen Halbpart machen, und wenn der Freifinn nicht will, laffen wir ihn durchraffeln. An der preußischen Bolitik wird dadurch noch nichts geändert; es gibt kein Gesetz aus den letzten Jahren der preußischen Politik, das dadurch anders geworden wäre, wenn ein paar Liberale mehr im LandDie Stimmzettel werden am Eingang zu den Wahllokalen Wahlleiter ist der Kollege Adolf Cohen, Linienſtr. 83/85. Die Ortsverwaltung. Otavistraße Redaktion. K. K. Nein. B BOCKBIER DER AUSSTOSS HAT BEGONNEN Ueberall zu haben in Flaschen, Kannen und Syphons. BOHMISCHES BRAUHAUS NO 18. Teleph.: Amt Königstadt 3088, 4088/90 Einladung ins Marinehaus an der Jannowitz- Brücke. Am Donnerstag, den 9. d.M., 8-10 Uhr abends beginnt ein Anfangskursus im Englischen mit Korrespondenz und Lichtbildern. Der Kursus paßt für Damen und Herren jeden Alters. 16 Stunden nur M. 6.Zur ersten Lektion freier Zutritt! Direktor Olaf S. Källström. Annahmestellen für ,, Kleine Anzeigen" A. Berlin C. 2. Hahnisch, Aderſtr. 174. G. Schmidt, Stirchbachstr. 14. 0. R. Hackelbusch, Petersburger Plas 4. Gustav Vogel, Roppen. Straße 82. 9. Wengels, Gr. Frankfurter Str. 120. NO. 2. Zucht, Immanuelkirchstr. 12. J. Reul, Barnimftr. 42. N. W. Baumann, Rheinsberger Str. 67. H. Fischer, Bastianstr. 6. Karl Mars, Greifenhagener Str. 27. J. Hönisch, Nazarethkirchstr. 49. H. Vogel, Lorgingstr. 37. A. Tiek, Invalidenstr. 124. 2. Dechand, Rubeplatstr. 24. NW. Salomon Joseph, Salztvedelerstr. 8. SW. H. Werner, Gneisenaustr 72. Daehn, Hagelberger Str. 27. S. St. Frik, Prinzenstr. 31. H. Lehmann, Rottbuser Damm 8. So. Paul Böhm, Laufizer Blaz 14/15. B. Horsch, Engelujer 15. Adlershof. Karl Schwarzlose, Bismardstr. 50. Baumschulenweg. 5. Hornig, Marienthalerstr. 13, I. Borsigwalde. Paul Kienast, Näuschstr. 10. Charlottenburg. Gustav Scharnberg, Sesenheimer Str. 1. Friedrichshagen. Ernst Werkmann, Stopenider Str. 18. Grünau. Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal. Bielide, Raiser- Wilhelm- Platz 6. Karlshorst. Richard Küter, Rödelftr. 9, II. Köpenick. Emil Wißler, Riegeritr. 6, Laden. Wartenbergstr. Nieder- Schöneweide. Wilh. Inruh, Brüdenſtr. 10. Nowawes. Wilhelm Jappe, Friedrichstr. 7. Ober- Schöneweide. Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17 II. Pankow. Otto Rißmann, Mühlenstr. 30. Reinickendorf. P. Gursch, Provinzftr. 56, Laden. Neukölln. M. Heinrich, Nedarstr. 2. Conrad, Hermannstr. 50. C. Rohr, Siegfriedftr. 28/29. Rummelsburg. A. Rosenkranz, Alt- Borhagen 56. Schöneberg. ilhelm Bäumler, Martin- Luther- Str. 69 im Laden. Spandau. Röppen, Breitestr. 64. Steglitz. S. Bernsee, Alsenstr. 5. Tempelhof. Joh. Krohn, Boruffiaftr. 62. Treptow. Robert Gramenz, Stiefbolzstr. 412, Laden. Weißensee. Fuhrmann, Sedanstr. 105. Schillert, Berliner Allee 253. Wilmersdorf. Paul Schubert, Wilhelmsaue 27. Ziehung unwiderruflich 15. Januar Kösliner Lotterie 4171 Gewinne im Gesamtwerte von Mark 60000 32-39,115000 7500 Querstraße an der Müllerstraße, Mülkäften im separaten Hof, Keller- Eingang) 1 und 2 Zimmer- Wohnungen tage gefeffen hätten. Das Wahlrecht, das wir kriegen sollen, find in neu erbauten Häusern mit Hofgärten( Teppichtlopiplak und friegen wir doch. Uns bleibt kein anderes Mittel als uns auf die eigene Kraft zu verlassen, unsere Massen zusammenzuscharen und fräftigere Pressionen anzuwenden, wenn diese Möglichkeit gegeben ist. Wenn wir den Schichten des Proletariats, der Unterbeamten, des neuen Mittelstandes, allen denen, die ihrer Klassenlage nach zu uns zu kommen vermögen, klar machen, daß sie sich uns anschließen müssen, dann kommen wir weiter und nur dann ganz allein.( Lebhafter Beifall.) Darf- Breslau: Im allgemeinen fann man die Richtlinien der Landeskommission billigen, aber es gibt dody manches, was daran mit Warmwasserversorgung per sofort oder 1. April 1913 billig zu vermieten. Zit erfragen im Verwaltungsbureau, Nr. 35/36. 267/ 18* 159 Lose 1 Mark 11 Lose seriert an 10 M. versch. Tans. Porto und Liste 25 PI. extra. Berlin W8 H.C.Kröger, Friedrichstr. 193 sowie in allen durch Plakate erkennti. Verkaufsstellen. Berantwortlicher Redakteur: Alfres Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.; Th. Glede, Berlin, Drudu. Verlag; Bormärts Budbruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW, a Nr. 6. 30. Jahrgang. " 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Aus der Partei. Nicht bestätigt. Wir berichteten jüngst, daß in Bradel bei Dortmund der Parteigenosse Bergmann Haumann zum stellvetretenden Gemeindevorsteher gewählt worden sei. Haumann hat jetzt folgendes Schreiben erhalten: Die Bestätigung zu der Wahl des Bergarbeiters Otto Haumann zur Brackel als stellvertretender Gemeindevorsteher der Gemeinde Brackel wird unter Zustimmung des Kreisausschusses verfagt. Der Landrat: v. Rynsch." Bon einem preußischen Landrat konnte nichts anderes erwartet werden. Jugendbewegung. Noch einmal das rote Jugendliederbuch. Kürzlich haben wir ein Schwindelmanöver aufgedeckt, das ein Berliner Lehrer W. in der Weihnachtsnummer des boten" gegen die proletarische Jugendbewegung unternommen hatte. " Wir wiesen in Nr. 303 vom 29. Dezember des Vorwärts" nach, daß keines der zitierten Lieder in dem Jugendliederbuch" enthalten sei, daß der ganze Hezzartikel des Lehrers W. also auf Schwindel beruhe. " gen decken. Mittwoch, 8. Januar 1913. Aus der Frauenbewegung. Dokumente der Unkultur. " -DAY „ Die in Deutschland gelegentlich vorkommende Genach auch im Dezember weiter gestiegen. Die Erzeugung während schworenenversicherung, durch welche den als Geschworene der Monate Januar bis Dezember 1912 stellte sich auf Ausgelosten Einnahmeausfälle ersetzt werden sollen, ferner die in 17 852 571 Tonnen gegen 15 557 030 Tonnen im Jahre 1911. Auch der Schweiz in eigenartiger Weise heimische Klientengelder der Versand des Stahlwertsverbandes wies eine Zunahme Versicherung mögen die Idee einer Prozeßversicherung ge- auf. Während im November ein Rückgang des Versandes von 541 fördert haben; vor allem aber dürfte hierzu die Haftpflicht auf 493 Tausend Tonnen erfolgte, wuchs der Versand im Dezember versicherung beitragen, durch welche der wegen Haftpflicht in auf 537 Tausend Tonnen. Im Jahre 1911 betrug er nur Anspruch genommene Versicherte die Kosten eines Haftpflicht- 468 Tausend Tonnen. prozesses ersetzt erhält, insofern die Versicherungsgesellschaft diesen im Namen des Versicherten führt und seine Kosten übernimmt. Daneben sind neuerdings zwei Versicherungszweige in Erscheinung getreten, welche ebenfalls die Kosten bestimmter Prozeßarten zu decken den Zweck haben. Die eine will die Kosten von Bergschädenprozessen ersehen und wird von zwei Versicherungs- halts auch in vielen Arbeiterfamilien gelesene Modezeitung des Die Praktische Berlinerin", eine wegen ihres technischen Invereinen von Grundbesitzern im westfälischen wie im schlesischen Ullstein- Verlags gibt in ihrem sozialen Teil zuweilen reaktionärem Kohlenbezirk betrieben, die andere, welche in England in den letzten Geiste reistatt. So auch in der ersten Nummer des neuen Jabres. Monaten ins Leben getreten ist, faßt Patentprozesse ins Auge, will die Haftpflicht von Patentinhabern für die Kosten und In einer Belehrung der Gnädigen" über Rechte und Pstayten Ausgaben der Verfolgung von Klagen in Verbindung mit Baten- zwischen Herrschaften und Dienstboten kommt der Geist der Unten, Gebrauchsmustern, Schußmarfen und anderen Monopolen uldsamkeit und Ueberhebung recht zum Vorschein. Dr. J. Holm, Reichseinschließlich der den Beklagten auferlegten Schadensersatzleistun- Frau, die das Dienstmädchen beinahe wie eine Sache betrachtet, der Verfasser des Artikels, scheint die Psyche der probigen gnädigen Der Herr erzählte, wie er einem Knaben in der Schule das währt und auch die anderen Rechtsschutzversicherungen werden sich baren Dienstboten austoben. Als sträfliche Undankbarkeit wird Nun hat sich die Haftpflichtversicherung bekanntlich sehr be- gut erfaßt zu haben. Nach seiner Belehrung kann sich kleinlicher Geist, Tücke und Bosheit gegen die mißachteten pardon, undankrote" Jugendliederbuch" abnehmen mußte, das den Jugendlichen vielleicht einmal einer zufriedenstellenden Entwickelung zu er- betrachtet, wenn Dienstboten nach Weihnachten die Stelle verlassen. gärend Drachengift buchstäblich einimpft". Der freuen haben; aber es will mir verfehlt erscheinen, diese Sonder- Wie der Verfasser konstatiert, gehören die Weihnachtsgeschenke Herr suchte die verheßende Tendenz des Buches dadurch nachzuweisen, prozeßzversicherungen auszugestalten zu einer allgemeinen Bro- leider" zu den sittlichen Pflichten der Herrschaften. Sie können daß er vier Lieder zitierte. zepfostenversicherung. Aus zahlreichen Gründen halte ich eine solche weder für durchführbar noch für erstrebenswert, viel also fogar bei Undank der Beschenkten niemals zurückverlangt mehr als eine leberspannung des Versicherungsprinzips. werden. Daß aber die Geschenke einen Teil des Lohnes darstellen, Daß der gegen Prozeßkosten Versicherte eher einen Prozeß wird völlig verkannt. Sonst würde man wohl nicht nach Wegen führt als der Ünversicherte, scheint zunächst richtig, allein, wie es forschen, um sich an seinen Dienstboten zu bereichern. Das geschieht Antwort des Lehrers W. Natürlich fann er nicht leugnen, daß wir wäre auch bei der allgemeinen Prozeßversicherung ein Mitbestim- aber den Wert des Geschenkes auf den Lohn des Dienstmädchens In der gestrigen Nummer des Reichsboten" findet sich nun die bei den bereits vorhandenen Sonderprozeßzversicherungen der Fall, nämlich, und auch hier ist Dr. Holm wieder Führer. Er erklärt den Gnädigen, daß sie zwar kein Geschenk zurückverlangen, wohl im Rechte sind. mungsrecht der Versicherungsanstalt über die Prozeßführung uner- anrechnen können, wenn die Dienstzeit fein volles Jahr gedauert Aber der Lehrer W. behauptet nach wie vor, daß das, was er läglich. Hierdurch würden vermutlich mehr Vergleiche zustande habe. Habe ein Dienstbote also nur 11 Monate oder noch fürzere von dem Erlebnis in der Schule, das sich vor etwa acht bis neun kommen, als ohne das Dazwischentreten der Gesellschaften zu erWochen abspielte"( in dem ersten Artikel schrieb er vor kurzem!") warten sind, so daß die Beantwortung der Frage, ob lezten Endes Zeit ausgehalten, dann sei es am zweckdienlichsten, für den letzten berichtet habe, halte er selbverständlich" aufrecht. Aus dem Buche die Zahl der Prozesse zunehmen, gleichbleiben oder gar abnehmen Dienstmädchen heißt es dann wörtlich weiter: Natürlich wird dem Monat keinen Lohn zu zahlen. Wie Jubel über die Ohnmacht der bes Knaben habe er acht Lieder abgeschrieben, nicht um„ öffentlich würde, offen gelassen werden muß. Kommt es aber zum Prozeß. Dienstmädchen das nicht passen und sie wird die Polizei alarmieren. darüber zu schreiben", sondern um" Material zu sammeln zu Vor- so wird derjenige, welcher eine Police zur Deckung der Kosten durch Die aber hat dabei zum Glück nichts zu sagen, sondern nur das trägen über die sozialdemokratische Jugenderziehung. Darum(!) cine Versicherungsanstalt besißt, im Zweifel wohl besser beraten will ich zugeben, daß ich den Titel jenes Buches nicht aufgeschrieben werden und intensiver für sein Recht fämpfen können, als es bei Gericht.- Klingt das nicht wie eine bewußte Verhöhnung der rechthabe, sondern ich merkte ihn mir nur gedächtnismäßig, daß aber seinem Gegner der Fall ist, sofern nicht etwa dieser auch versichert losen Dienstmädchen? Die Kostspieligkeit und Umständlichkeit des der ganze Inhalt des Buches dafür spricht, daß es ist. Was nun aber, wenn etwa beide Parteien womöglich bei der gerichtlichen Verfahrens schüßen die Herrschaft in fast allen Fällen sich um die sozialdemokratische Jugend handelt, selben Gesellschaft versichert sind? Das Aufwerfen dieser Frage vor Rechtsansprüchen geschädigter Dienstmädchen. bedarf doch feines Beweises." läßt bereits erkennen, daß eine außerordentlich wichtige EinDie sozials Unduldsamkeit kommt in noch höherem Grade in Es ist doch merkwürdig, daß der Herr die Quelle, der er die so schränkung auch der allgemeinen Prozeßkostenversicherung unbe- einem anderen Abschnitt des Artikels zum Ausdruck. Hier erwerbollen Dokumente über die sozialdemokratische Jugend- dingt erforderlich wäre, nämlich die Beschränkung auf die Versiche gegenüber sich die herrschaftliche Ueberhebung keinerlei Schranken scheint das Dienstmädchen als der Ausbund aller Rechtlosigkeit, dem erziehung" verdankt, die er für Vorträge verwenden wollte, sich rung entweder nur der Kläger oder der Beklagten. Diese Konse- aufzuerlegen braucht. Wird das Mädchen einer Unredlichkeit verDie Rebaltion des Reichsboten" springt ihrem Mitarbeiter, aufquenzen haben denn auch die bestehenden Sonderprozeßversicherun- aufzuerlegen braucht. Wird das Mädchen einer Unredlichkeit vergen gezogen, sonst wären auch sie wegen zu hoher Prämien undächtigt, so fordert man einfach die Festnahme, verläßt es, ohne die den sie stolz sein darf, helfend bei. Sie hat freudestrahlend entdeckt, durchführbar." Kündigungsfrist innezuhalten, den Dienst, läßt man es zwangsdaß die zitierten Lieder in einem Liederbuch Frei- Heil!", das vom weise zurückbringen, und„ wem es Spaß macht", der kann sogar Turnverein Fichte" herausgegeben worden ist, enthalten sind. Sie ihre Bestrafung verlangen. Doch dieses Bekenntnis einer schönen vergißt aber hinzuzufügen, oder sie weiß es nicht, daß dieses Buch Auffassung ist wert, hier wörtlich festgehalten zu werden. Es lautet: " Frei Heil!" nur für die erwachsenen Turner bestimmt ist. Banfenfusion vollzogen worden. Der Crédit Anversois hat die drei wenn ein Mädchen eigenmächtig den Dienst verläßt? Angenommen, In Brüssel ist, wie das Berl. Tagebl." meldet, eine große Wie ist das mit dem berühmten Zurückholen durch die Polizei", Aber dies Buch enthält nicht fast 150 Seiten Text", wie Lehrer Banken Banque Auxiliaire de la Bourse( Stapital 10 Millionen Frank), ich habe sie noch dazu im Verdacht einer Unredlichkeit? Dann ist es W. in seinem ersten Artikel auführte, sondern 288 Seiten! Also Comptoir de la Bourse de Bruxelles( 6 Millionen Frank) und die am besten, man telephoniert beim ersten Anzeichen einer Fluchttann er wohl auch dieses Buch nicht gemeint haben. Für die jugendlichen Mitglieder des Turnvereins Der Crédit Anversois erhöht dazu sein Kapital von 30 auf lingt das oder liegt ein solcher Grund überhaupt nicht vor, dann Société Belgue de Banque( 10 Millionen Frank) aufgenommen. vorbereitung an die Polizei um vorläufige Festnahme. Miß" Fichte" ist ein besonderes Liederbuch herausgegeben 50 Millionen Frank. worden, das die von Lehrer W. genannten Lieder ebenfalls nicht Brüsseler Bantfirma Josse Allard und mit der amerikanischen Firma schließlich aus ihrer polizeilichen Abmeldung hervor. Man tann Außerdem ist er in Verbindung mit der lasse man sie getrost ihres Weges ziehen. Wo sie bleibt, geht ja enthält. Ueberhaupt ist uns in der proletarischen Jugendliteratur Bertron, Friescom u. Co. getreten. Der Crédit Anversois ſteht zu bann hinterher bei der Polizei ihres Aufenthaltsortes ihre Zurückfein Buch bekannt, das die von Lehrer W. zitierten Lieder enthält. der Bank für Handel und Judustrie in Beziehungen. Die Verbindung führung beantragen. Dann allerdings gehts nun hübsch ohne Ob der Lehrer W. nun eingestehen wird, daß sein Artikel zur des internationalen Großkapitals tritt aus diesen mannigfachen Hebereitung weiter: die Polizei lädt die Entwichene vor und verMobilmachung der Behörden gegen die proletarische Jugend- finanziellen Transaktionen deutlich hervor. bewegung auf blankem Schwindel beruht?. fucht eine Ginigung zwischen ihr und der Herrschaft anzubahnen. Also ganz, wie es der Richter bei der Chefcheidung macht. Gelingts nicht, dann untersucht" die Polizei, ob das Mädchen nicht Nach den Ermittelungen des Vereins Deutscher Eisen- und doch einen gefeßmäßigen Grund zum Fortgehen hatte. Erst dann Stahlindustrieller betrug die Noheifenerzeugung in Deutsch- ordnet sie eventuell die zwangeweise" Zurüdführung an. Inland und Luxemburg während des Monats Dezember 1912 insgesamt zwischen verzichtet man natürlich schon lieber. Und überhaupt, wer 1566 025 Tonnen gegen 1537 205 Tonnen im November 1912 und mag denn mit unwilligen Kräften arbeiten? Besser also, man 1 390 657 Tonnen im Dezember 1911. Die Eisenproduktion ist da- beantragt von vornherein gar nicht erst die Zurückführung", sonnicht notiert hat. Aus Industrie und Dandel. Prozeßkostenversicherung. Ueber den Plan einer Prozeßkostenversicherung äußert fich Professor A. Manes- Berlin in der Deutschen Juristen- Beitung" Kleines feuilleton. Bankenfusion in Belgien. Eisen und Stahl. E. D. " heute seinen Friedenswillen proklamiert, eine besonders tiefgehende sind alle glatt rasiert, nur die Götter werden stets bärtig darWirkung. gestellt. Auf einem großen Relief aus Tello sehen wir die Sumerer So brachte der Abend eine künstlerische Veranstaltung, die im Kriege. Wenn der König als Sieger dargestellt wird, trägt Ein proletarischer Kunstabend. Am Montagabend bot die Ber- man als geradezu vorbildlich für proletarische Kunstabende be- er stets den Palmenzweig in der Hand; ein Symbol, das liner Parteileitung zu Ehren des Preußentages eine Veranstaltung, zeichnen muß. Der künstlerische Stimmungsgehalt der Darbietungen aus Sumer in das Abendland gekommen ist. stand so hoch, daß er weder durch die diesen Abend Der älteste und gefährlichste Feind der Sumerer waren die bei der einzig die Bezeichnung mißglückt war. Als Empfangs wenig angepaßte Bodbierdekoration noch durch die servierenden Semiten, die aus der arabischen Wüste vordrangen und sich vor tommers war der Abend angekündigt worden. In Wirklichkeit hatte Kellner beeinträchtigt werden konnte. Es ist zu hoffen, daß die Ver- fünf Jahrtausenden im nördlichen Babylonien niederließen. Nach die Veranstaltung mit einem Stommerse im landläufigen Sinne un anstaltung am Montagabend ein Beispiel und Auftakt sein wird für ihrem Hauptort wird ihr Reich„ Akkad" genannt. In blutigen gefähr so viel Aehnlichkeit wie ein Dudelsack mit einem Sinfonieorchester. die Bildungsarbeit und Kunstpflege, an die das Berliner Proletariat Striegen maßen sie ihre Kräfte mit den Sumerern des Südens; Brachte der Abend doch Darbietungen, deren künstlerischer Wert alle aber auch in den Künsten des Friedens suchten sie es dem älteren Erwartungen übertraf. Weihevolle Stimmung senkte sich auf die Tau- iegt mit neuen Mitteln und erhöhter Energie herantritt. fende, als das Blüthner- Orchester unter Leitung des Herrn Fried die Kulturbolfe gleich zu tun. Von den Sumerern haben sie alle traft und seelenvollen Weisen der dritten Leonoren- Ouverture Sumer und Affad. Professor Friedrich Delisch, der durch und Recht. Für die semitischen Babylonier und später für die Elemente der Bildung entnommen: Kunst und Schrift, Religion Beethovens ertönen ließ. Hierauf fangen die Thiloschen den" Babel und Bibel"-Streit auch in weiteren Kreisen bekannt Assyrer war das Sumerische eine heilige Sprache, und es entwickelte Chöre„ Das heilige Feuer" von Uthmann mit Orchester- gewordene Forscher, behandelte am Sonntag in der Deutschen sich bei ihnen eine reiche grammatische Literatur, an deren Hand begleitung, wobei freilich der vokale Teil durch die Wucht des Orientgesellschaft eine der ältesten menschlichen Kulturen, die man in den Priesterschulen sumerisch lernte. instrumentalen etwas niedergedrückt wurde. Ein von Ludwig Lessen Länder Sumer und Affad, die zusammen das berühmte Babylonien Wir wissen schon lange, daß die Bildung der Sumerer die gedichteter Prolog zur Begrüßung des Preußentages wurde von bilden. Dort, in dem Gebiet des unteren Euphrat und Tigris. Grundlage der babylonisch- assyrischen Kultur gewesen ist. Aber Herrn v. Winterste in vom Deutschen Theater meisterhaft gesprochen. hat sich vielleicht schon im siebenten Jahrtausend vor unserer der Einfluß dieses Volles erstreckt sich bis in unfere unmittelbare Der Zeiten Ernst, des Volkes Not, Stampfesmut und Freiheitstroß Beitrechnung, ein reiches Stulturicben entwidelt. Sein Träger ist Gegenwart. Wenn wir die Stunde in 60 Minuten teilen, folgen tönten aus den Versen. ein Volk unbekannter Herkunft und isolierter Sprache, das im wir damit dem sumerischen Zahlsystem, und die Planetennamen Und nun tam der Glanzpunkt des ganzen Abends: Richard Süden des Landes am Gestade des Meeres saß; es sind die Dehmels„ Erntelied" in Chorgesang und mit Orchesterbegleitung. Su merer. Durch Deiche haben sie sich gegen die leber- unserer Wochentage stammen aus der Astrologic Babylons. Auch die altchristliche Kirche hat nach Delitzschs Urteil vicle babyDie wunderbar tiefe und doch so plastisch klare Dichtung hat in schwemmungen geschüßt und durch kunstvolle Kanalbauten das tost- Ionische Gebräuche übernommen. der Vertonung des Herrn Fried eine mindestens gleichwertige mufi- bare Wasser über alle Teile ihres Gebiets verteilt. Der Zwang. Theorie von dem babylonischen Ursprung der Kirchtürme. Bei Besonders interessant ist die talische Interpretation gefunden. Halmesrauschen und Sensenklang, das die Kanäle im großen Stil zu regulieren, führte schon früh zum den Sumerern erhob sich neben jedem Tempel ein mächtiger, aus Schroten und dumpfe Dröhnen des Mühlganges, all das klingt wuchtig zusammenschluß größerer Gemeinschaften, zur Aufrichtung gefeß- einzelnen Terassen bestehender Turm, von dessen Spitze aus der aus Chor und Orchester heraus; dazwischen gellt der schrille Schrei licher Ordnung. Und unter den Dörfern mit ihren primitiven Priester die Bewegung der göttlichen Gestirne zu verfolgen pflegte. der Not, den martige Töne des Arbeitstrokes ablösen, bis das Bütten erhoben sich schon vor mindestens fünf Jahrtausenden stattSturmesbrausen des Erntefieges in stolzen Jubelaktorden ausklingt. liche Städte. Ihre Ruinen sind es, die in den letzten 40 Jahren auch die ältesten christlichen Kirchtürme, die wir im Orient, in Es war zum ersten Male, daß diese grandiose Tondichtung in mit großartigem Erfolge ausgegraben wurden, und die uns ein Syrien nachweisen können, haben frei neben den Gotteshäusern solcher vokalen und instrumentalen Besetzung unter Leitung des farbenprächtiges Bild jener frühen Kultur gewähren. Die wichtig- her allbekannt ist. So reichen die Fäden der menschlichen Kulturgestanden; cine Anordnung, die von dem italienischen Campanile Komponisten selbst der Arbeiterschaft zu Gehör tam. Und die sten Funde haben die Franzosen in Tello oder Lagasch gemacht. entwickelung von den Tagen der alten Sumerer bis in die Gegen= Wirkung war gewaltig: in atemlosen Schweigen lauschten die Die Amerikaner entdeckten in Nippur das Archiv, das zu dem wart hinein. Tausende, die im großen Saale der„ Neuen Welt" eng aneinander berühmten Tempel des Sturmgottes Ellil gehörte, und seit einigen gedrängt faßen. Stürmischer Beifall braufte am Schluß durch den Wochen läßt auch die deutsche Orientgesellschaft die uralte Ruinen= Ein neues Blutstillungsmittel. Wie man der Frankf. Zeitung" gewaltigen Raum und konnte nur dadurch zum Schweigen gebracht stadt Grech untersuchen. mitteilt, ist in der Klinik des Berner Chirurgen Prof. Dr. Theodor werden, daß Herr Fried sich notgedrungen zu einer Wiederholung Die Rechtsbegriffe der alten Sumerer waren schon hoch ent- Kocher in den letzten Wochen eine neue Blutstillungsmethode zur Anentschloß. wickelt, die Stellung der Frau war frei und angesehen. Die wendung gekommen, die für die Weiterentwickelung der Operations Der zweite Teil des Abends wurde ausgefüllt durch eine Kom- Religion der Sumerer zeigt eine Vergötterung aller Naturkräfte technik von erheblicher Bedeutung sein wird. Dem Assistenten Kochers, position der Goetheschen Dichtung„ Die erste Walpurgisnacht" von und Gestirne. Besonders merkwürdig ist die Vorstellung, daß in Dr. Anton Fonio, ist es nach langen theoretischen Untersuchungen und Mendelssohn- Bartholdy. Es ist dies eine Art großer jeden Menschen bei der Geburt ein besonderer Gott einzieht, der praktischen Versuchen gelungen, durch ein sehr einfaches Verfahren Kantate", in der die Orchesterpartie besonders durch ihre fein heraus seine Schritte tenkt. Für die Bedürfnisse des Handels und Ver- einen Blutbestandteil, der die Gerinnung stark beschleunigt, in größeren gearbeitete und ausgefeilte Naturschilderung brilliert, die aber auch fehrs existierte ein sehr kompliziertes Rechensystem, dessen Basis Mengen darzustellen und steril in Ampullen aufzubewahren. In der dem Solo- wie dem Chorgesang dankbare Aufgaben zuweist. Volks- die Zahl 60 bildete. Wenn man sieht, wie umständlich die praktischen Anwendung hat sich dieses Präparat nun schon bei einer chor und Blüthnerorchester bereiteten dem Gesangswerk unter Beitung Sumerer jede größere Zahl schreiben mußten, kann man der Freude Reihe von Operationen bewährt. So wurde z. B. bei einem Hämodes Herrn 3 ander eine würdige Aufführung. Die Solopartien Delitzschs nur beistimmen, daß wir im Zeitalter der Null geboren philen( Bluter) eine Blutung, die man nach den bisherigen Methoden wurden von Frl. Simson( Alt), Herrn Langner( Tenor) und sind. Die Sumerer sind gleichfalls die Erfinder einer recht schwer- nicht stillen konnte, mit dem neuen Mittel von Dr. Fonio nach Herrn Guttmann( Bariton) vorzüglich durchgeführt. fälligen Bilderschrift, aus der sich später die bekannten Keil- Zeichen wenigen Minuten zum Stillstand gebracht! Ferner konnte die OpeIm dritten Teile bot das Orchester noch den feurigen Rakocz entwickelt haben. Schreibmaterial waren Tontafeln, die in un ration einer blutenden Geschwulst ohne irgend eine Unterbindung Marsch aus Fausts Verdammnis von Berlioz und das flangvolle geheuren Mengen auf uns gekommen sind. Es sind zumeist durchgeführt werden. Vorspiel zu Wagners Meistersingern. Herr v. Winterstein Geschäftspapiere"; denn damals mußte jeder rechtsgültige Vertrag rezitierte in seiner padenden und fesselnden Art je ein Gedicht von schriftlich aufgesetzt werden. Eine hohe Achtung vor der Kunst der Großpapa Meier- Graefe. Er war einst ein Revolutionär, hat Maday( Ihr könnt das Wort verbieten). Richard Dehmel( Bergpsalm) Sumerer nötigten uns die prächtigen Porträtitatuen ab, die in Böcklin totgeschlagen und Menzel zur Hälfte geschlachtet, hat den und Drachmann( Auf Vorposten). Das zuletzt genannte Gedicht er. Tello entdeckt wurden. Ihre Formen sind so vollendet, daß man französischen Impressionisten und später dem Greco als ein Berzielte in Anbetracht der waffenklirrenden Zeit, in der das Proletariat im ersten Augenblick an griechische Arbeit dachte. Die Sumerer ferter vorangekämpft. Seine Bücher waren Fanfaren für die " dern gleich Bestrafung durch die Polizei. Das geht nämlich auch. Ja, darüber hinaus kann man sogar auch noch an der Amtsanwalt schreiben und ihre gerichtliche Bestrafung nachsuchen. Wem's Spaß macht." Die" Gnädigen" empfinden es also schon als empörend, daß die Polizei die einem herrschaftlichen Fegefeuer entronnenen Mädchen nicht einfach ohne jede weitere Bedingung unter Peitschen schlägen zurückbringt. Daß die Polizei das Recht und die Pflicht hat, einen Einigungsversuch zu unternehmen und sich zu erkundigen, ob nicht vielleicht doch ein gefeßlicher Grund zur Aufgabe des Dienstverhältnisses borlag, das ist in den Augen des Dr. Holm unerhört. Die hier bekundete Auffassung, diese Anweisungen und Belehrungen demonstrieren am besten die Unhaltbarkeit der mit Menschenwürde in schreiendem Widerspruch stehenden Gesindeordnung. Daher fort mit den Dokumenten der Unkultur. Leseabende. Der Anflage liegt eine ganz tolle Szene zugrunde, die sich| handlung bestehe; so der Herr Staatsanwalt, der das Verfahren im am 20. März b. J. auf dem in der Holländerstraße in Pankow öffentlichen Interesse glaubte eröffnen zu müssen. gelegenen Fabrikgrundstück des Angeklagten Pfeiffer abgespielt hatte. Die Verhandlung führte wieder zur Freisprechung der AngeDieser hatte von einem Drogisten Sukup Waren bezogen und nicht bezahlt. In dem von S. angestrengten Zivilprozeß wurde Pfeiffer lagten. In dem Urteil hieß es, das Gericht habe nicht verkennen verurteilt, später vor dem Kammergericht kam eine Einigung zu können, daß der Nebenkläger kein unparteiischer Zeuge sei. Wenn stande, bei welcher sich P. verpflichtete, eine bestimmte Summe zu er im Alimentationsprozeß den Eid nicht geschworen hätte, dann zahlen und außerdem bestimmte Sachen an S. herauszugeben. Als hätte er sich des Ehebruchs bezichtigt. Noch schlimmer sei es Pfeiffer dieser Verpflichtung nicht nachfam, erwirkte S. einen in der Verhandlung vor dem Schöffengericht gewesen, denn Gerichtsbeschluß, welcher ihm das Recht der sofortigen Pfändung wenn er den zweiten Eid nicht leistete, dann hätte er sich auch noch gab. Am 20. März fuhr S. dann in Begleitung des Gerichts- des Meineides für schuldig erklärt. vollziehers Walther, den er schon vorher darauf aufmerksam gemacht Weshalb lag ein öffentliches Interesse" vor, die haltlofe Anhatte, daß er auf starken Widerstand stoßen werde, sowie ferner klage gegen das Dienstmädchen zu erheben, nicht aber für die Rechte in Begleitung zweier Zeugen nach Reinickendorf hinaus. Nachdem des Dienstmädchens mit den Mitteln des Staates einzutreten? sich Walther ordnungsgemäß legitimiert hatte, wollte er seine Amtshandlung vornehmen. Er wurde jedoch von Pfeiffer daran gehindert, der sofort über ihn herfiel und ihm mit einem Scheerbaum zu Leibe ging. Der Gerichtsvollzieher erhielt einen Schlag Eine deutsche Spitzbergen- Expedition in Not. wurde. Als Pfeiffer in Gemeinschaft mit seinem Gesellen Flamann Ein bei der Telegraphendirektion in Spigbergen eingetroffenes über Sukup herfiel und auf ihn einschlug, gab S. auf Flamann einen Revolverschuß ab, der diesen in die Schulter traf und ihn Funkentelegramm berichtet, daß am 2. Januar bei der Telegraphentampfunfähig machte. Es kam nun zu einer wüsten Prügelei, bei station Spizbergen zwei Männer aus Advent- Bay eingetroffen sind der der Vollziehungsbeamte und seine Begleiter das Feld räumen mit der Nachricht, daß am 27. Dezember ein Teilnehmer der mußten. Sie wandten sich an mehrere Polizeisergeanten, die jedoch deutschen Spißbergen- Erpedition namens Nitschel in Advent- Bay an anfänglich vollständig versagten. Als der Vollziehungsbeamte von gelangt sei und erzählt habe, daß die Expedition, die sich an der ihnen Unterstüßung verlangte, wurde ihm erklärt: Jetzt ist die Nordküste Spitzbergens aufhält, noch für Polizei da, jetzt haben Sie nichts mehr zu pfänden. Als Walther Monat Proviant habe. Einzelne Teilnehmer feien an dagegen protestierte, wurde er sogar von einem Polizeisergeanten for but erkrankt. Er selber habe einer Abteilung angehört, die nach fast unglaublichen Schwierigkeiten gelang es dem Gerichts- holen. Seine Begleiter, den Arzt der Expedition und zwei Nortätlich angegriffen und erhielt einen Stoß vor die Brust. von Wijde- Bucht nach Advent- Bay zu gelangen suchte, um Hilfe zu vollzieher seines Amtes zu walten. Mariendorf. Donnerstag, den 9. Januar, 8 Uhr, bei Paul, König über die Hand, durch welchen der Mittelhandknochen zersplittert straße 14: Bortrag des Genossen Kurt Heinig. Gerichts- Zeitung. Nebergriffe eines Mansfelder Gendarmen. Erst Aus aller Welt. nur einen Was sich das Mansfelder Beamtentum friedliebenden Bürgern gegenüber erlaubt, dafür lieferte eine am Montag in Halle stattgefundene Schöffengerichtsverhandlung einen recht Klassischen Beweis. Als am Abend des 18. Oktober v. J. der bisher unbestrafte 44 jährige Handelsmann Rudolf Jasch aus Arnsdorf mit seinem einspännigen Wagen ohne Beleuchtung vom Bahnhof Teutschenthal nach seinem Wohnort zurückfuhr, wurde er von dem GendarmerieIn der gestrigen Verhandlung gestaltete sich die Beweisauf- weger, habe er in Wijde- Bucht zurüdlassen müssen, da wachtmeister Gläser angehalten. ohne Nach Feststellung der Perso- nahme sehr interessant. Die Angeklagten behaupten, daß der sie erschöpft waren; jegt seien sie wahrscheinlich nalien hätte der Gendarm den Jasch fahren lassen müssen. Der Gerichtsvollzieher Walther so stark betrunken gewesen sei, daß er Nahrungsmittel. Er selber habe am Weihnachtsabend übereifrige Beamte wollte aber die Wahrnehmung gemacht haben, getaumelt fei. Außerdem habe er sich gar nicht legitimiert, so Cap Thordsen erreicht, dort sein legtes Talglicht J. fei betrunken J. bestritt dies vor Gericht mit aller Ent- daß fie völlig berechtigt gewesen wären, ihn herauszuweisen.berzehrt und dann den Marsch über den Fjord fortgesetzt. schiedenheit, und begleitete das Geschirr auf Schritt und Tritt. Der Zeuge Walther bestritt dies ganz entschieden mit der Angabe, worden. Aus Mangel an Kräften mußte er Schneeschuhe J. war mit der Begleitung nicht zufrieden und verbat sich dies. daß er an jenem Tage nur in den Mittagsstunden ein Glas Bier 3eimal fei er eingebrochen, aber von seinem Hunde gerettet getrunken habe. In seiner Vernehmung führte er lebhafte Klage Als der Fahrer, der dem Gendarmen gesagt hatte, er finde seinen über das Verhalten der Reinidendorfer Bolizeibeamten, gegen die und Revolver schließlich zurücklassen. In Advent- Bah mußte man Weg allein und werde sich über die lästige Begleitung bei dem übrigens, wie zur Sprache kam, von dem Amtsgerichtspräsidenten ihm, so erzählte er, die Kleider vom Leibe schneiden, so Landrat beschweren, vor einem Gasthofe in Wansleben hielt, um bei dem Landrat eine Beschwerde eingereicht worden ist. Wie der sehr hatten seine Beine vom Frost gelitten. Sechs andere Mitglieder einmal einzukehren, untersagte ihm der Gendarm dies. Dann lief Beuge befundet, habe ein Polizeisergeant sofort erklärt: Salt, jest der Expedition waren in nördlicher Richtung weitergegangen, um Von Advent- Bay der Mann des Gesetzes auch noch zu dem Wirt und untersagte find wir, die Polizei, hier Herren, jetzt wird nicht mehr gepfändet!" eine zweite deutsche Expedition aufzusuchen. diesem, dem J. Bier zu verabreichen. Der Wirt ließ sich ein- Die Polizeibeamten hätten, ohne zu wissen, um was es sich handelt, geht nun eine Hilfsexpedition nach Wijde- Bucht ab, für welche die schüchtern und den Gast fahren. Der Gendarm, der viel Zeit zu fofort gegen ihn Partei genommen, trotzdem er sich ordnungs- Funkenstation alle möglichen Rettungsmittel bereitgestellt hat. gemäß legitimiert habe. Der Polizeikommissar Münzerberger habe haben schien, nahm die Begleitung wieder auf, verfuhr in einem ihm sogar sofort zugerufen:„ Sie find betrunken, ich werde Sie zweiten Gasthofe, vor dem J. Halt" machen wollte, in derselben erst mal untersuchen lassen!" Ein unterirdischer Brand. Diese Angaben wurden durch Weise und ging dann mit unglaublichen Gewaltmaßregeln gegen eine Reihe anderer glaubwürdiger Zeugen bestätigt. Die ver Jm Drte Haselbach bei Altenburg ist man einem aus den Fahrer vor. Er faßte den Mann an, zerrte ihn mit Gewalt nommenen Polizeibeamten bekundeten, daß sie den Eindruck gehabt gedehnten unterirdischen Brandherde eines der in hiesiger Gegend zum Gasthofe hinaus und versuchte, ihn auf den Kutschbock hinauf- hätten, daß Walther betrunken war, außerdem habe er stark nach reichlich vorkommenden Kohlenlager auf die Spur gekommen. zuschieben. Der in dieser Weise Behandelte leistete dabei mit Alkohol gerochen. Im direkten Gegensak hierzu stand das Gut- Schon seit einiger Zeit zeigten sich an den Gebäuden der dortigen Recht den heftigsten Widerstand, schlug und trat um sich. Darauf achten des als Sachverständiger vernommenen Arztes Dr. Klein, Steinzeugwarenfabrik von Gebrüder Nordmann breite Nisse und ließ der Wachtmeister auch noch den Amtsdiener herbeiholen und der bekundete, daß er unmittelbar nach jenem Vorfall festgestellt Sprünge, die ein Stügen der Gebäude notwendig machten. Um die brachte mit diesem I. unter heftigstem Sträuben in die Haftzelle. rochen, noch sonst den Eindruck eines angetrunkenen Menschen Ursachen zu ermitteln, wurden einige Bohrlöcher in die Erde geDie Folge dieser Behandlung für J. war nun noch eine Anklage gemacht habe. Wenn die Polizeibeamten bekundet hätten, daß sie trieben. Dabei stieß man bereits in 5 Meter Tiefe auf ei wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Das Gericht ver- bei Walther und den übrigen Zeugen keinerlei Verlegungen gesehen Sohlenflöz, das in hellen Flammen stand. Nach urteilte jedoch das gewaltsame Vorgehen. des Gendarmen und hätten, so sei dies ebenfalls unmöglich. Denn als er hinzugerufen sachverständiger Mitteilung brennt das Kohlenlager schon sei sprach J. von der Anklage des Widerstandes frei. Der Gendarm worden sei, habe er ein fleines Lazarett angetroffen, in dem fast Jahren. Der Brandherd befindet sich direkt unter der habe nicht in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes gehandelt und jeder mehr oder minder schwere und deutlich sichtbare Verlegungen abrit. I. durfte sich widersehen, da der Eingriff in seine persönliche Frei aufgewiesen habe. Ein als Beuge vernommener Gendarmerieheit ungerechtfertigt war, hieß es in der Urteilsbegründung. wachtmeister bekundete außerdem noch, daß der Gerichtsvollzieher Zur Explosionskatastrophe auf dem Panzer ,, Masséna. Wird nun der Gendarmeriewachtmeister angeklagt werden? bei seinem Erscheinen ausgerufen habe: Gott sei Dant, jetzt kommt endlich ein Beamter, der mir hilft; die Reinickendorfer Polizei Ueber die Montag nachmittag an Bord des französischen versagt vollständig und gewährt mir feinen Schuh. Gerichtsvollziehers Leiden, Banzerschiffes Masséna" erfolgte Dampfrobreдplosion, In Uebereinstimmung mit dem Vertreter der Anklage kam durch die ein Obermaat und sieben Heizer ums Leben famen, Gin wüster Krawall bei einer Pfändung, bei der es sogar das Gericht zu der Ueberzeugung, daß sich die Polizeibeamten in werden aus Toulon noch folgende Einzelheiten gemeldet: Der zu einer Revolverschießerei tam, bildete den Gegenstand einer um einem groben Irrtum befunden hätten, da zweifelsfrei festgestellt Masséna" befand sich nicht weit von der großen Reede, als die fangreichen Anklage, welche gestern unter Vorsitz des Landgerichts- fei, daß der Gerichtsvollzieher weder betrunken noch angetrunken anderen Schiffe plötzlich eine starke Rauchwolfe von dem direktors Rosenthal vor der 6. Straftammer des Landgerichts III gewesen sei. Das Urteil lautete gegen Pfeiffer auf drei Monate Kriegsschiffe aufsteigen fahen. Bald darauf erfuhr man, daß eines zur Verhandlung fam. Angeklagt wegen Widerstands gegen die und eine Woche Gefängnis, gegen Frau Pfeiffer auf 100 M., gegen der Dampfrohre geplakt war und acht in der Heizkammer befindStaatsgewalt, Bedrohung, gefährlicher Körperverlegung und Be- Flamann auf 30 M. und gegen Nagel, der sich an dem Widerstand leidigung waren der Möbelfabrikant Max Pfeiffer aus Reiniden- beteiligt hatte, auf 40 M. Geldstrafe. Frau Nagel wurde frei- liche Leute von dem siedendheißen Dampf furchtbar verbrüht worden waren. Sieben von ihnen waren sofort tot, der achte dorf, dessen Ehefrau Else Pf., geb. Sommerfeld, der Tischlergeselle gesprochen. atmete noch, als die Rettungsmannschaft in die Heizkammer einKarl Flamann aus Franz.- Buchholz, der Gastwirt Mar Nagel und Der Staatsanwalt gegen ein Dienstmädchen. drang, starb jedoch einige Augenblicke später. Nach einer späteren dessen Ehefrau Johanna N. Am Freitag gelangte vor der Dortmunder Straffammer ein Meldung ist noch ein Obermaat während der Rettungsarbeiten Beleidigungsprozeß gegen ein Dienstmädchen zur Verhandlung, der lebensgefährlich verlegt worden. Der Masséna" gehörte insbesondere deshalb allgemeines Interesse erregt, weil der zu den Panzerschiffen, die kürzlich vom Nordgeschwader der MittelStaatsanwalt gegen ein nach ihrer Schilderung in ihrer Ehre| meerflotte zugeteilt worden waren. schwer getränktes Dienstmädchen Anklage wegen angeblicher Beleidigung ihres Dienstherrn erhoben hatte. modernste Kunst. Oft war es eine Lust, ihm zuzuhören; mit strogender Sinnlichkeit stürzte er sich über die Bilder, pietätlos gegen alles Schwache und begeistert für die starke, unmittelbare Genialität. So war Meier- Graefe. Und nun ist er Großpapa Verhaftung des Bankdefraudanten Weber. geworden. Im Salon Cassirer predigte, geißelte und schürte er Die Angeklagte war in der Familie des Kaufmanns Holstein Der flüchtige Defraudant Alexander Weber, der in GeScheiterhaufen für die bösen und traditionslosen, die wilden Jungen und Jüngsten. Er mag sie nicht die neue Malerei, weder längere Zeit in Diensten. Als die Frau des Holstein wegen einer meinschaft mit dem Bankbeamten Aurbach das Bankhaus Gebrüder die Expressionisten, noch die Kubisten, noch die Futuristen. Und Krankheit in Soden weilte, war das Mädchen mit ihrem Dienst- Löbbecke in Braunschweig um 450 000 m. geschädigt hat, ist, wie ein gewiß, er hat recht, sich an diesen Vokabeln zu ärgern. Aber herrn und zwei Kindern allein zu Hause. Einige Wochen nach der Telegramm aus Budapest meldet, dort festgenommen Meier- Graefe dürfte nicht übersehen, daß hinter diesen Schlag- Rückkehr der Frau fiel dieser bei dem Mädchen startes Unwohlsein worden. Weber war vor vier Tagen nach Budapest gekommen, hat worten Menschen stehen, Menschen, denen es um die Kunst genau und Erbrechen auf. Das Mädchen wurde deshalb zum Arzte ge- er sich den Geheimpolizisten gegenüber, die Verdacht hatten, nicht aber während der ganzen Zeit sein Hotelzimmer nicht verlassen, da so ernst ist, wie einst jenen Malern, die als Impressionisten beschickt. Dieser hielt dem Mädchen dann vor, daß es schwanger sei. legitimieren konnte. Er hatte sich den Namen eines Kaufmanns schimpft wurden. Der ästhetische Savonarola behauptet keck, daß nach längerem Sträuben gestand das Mädchen dem Arzt, daß es Rudolf Faerber aus Wien beigelegt. Auf Ersuchen des Brauns die jungen Sturmgesellen weder fämpften, noch ernsthaft strebten, daß sie weder zweifelten, noch ehrlich arbeiteten. Er wirft ihnen geschlechtlichen Verkehr mit seinem Dienstherrn gehabt habe, es schweiger Untersuchungsrichters wurde Weber dann am Montagabend vor, daß sie nur auf Sensation und Dummheit ihre Bodsprünge sei von diesem zu dem Verkehr gezwungen worden. Der Arzt er- verhaftet. Er legte sofort ein Geständnis ab. machten. Solch Verfluchen hat freilich noch niemals aufhalten bot sich, dem Holstein von seiner Feststellung telephonische Mittönnen, was herauffommt, weil es heraufkommen muß. Es ist teilung zu machen und ihn zu einer Aeußerung zu veranlassen. Blödsinn, zu glauben, daß nach den Impressionisten, nach Manet. Das geschah auch, Holstein stritt aber den Verkehr mit dem Stebermann und van Gogh die Barbarei uns bevorstände. Ab- Mädchen ab. warten, Großpapa Meier- Graefe, und noch eins: sollte die Kapuzinade im Salon Caffirer zugleich das Programm sein, nach dem der neue Präsident der Sezession verfahren will? Wenn ja, dann dürfte die Sezessionsdämmerung schon morgen hereinbrechen. R. Br. Notizen. " - Theaterchronit. Das Lessing- Theater bereitet als nächste Novität Hermann Bahrs Lustspiel Das Prinzip" vor, das am Sonnabend, den 18. d. M., zum ersten Male in Szene geht. -Musikchronit. Raoul toczalstis fünfter Klavierabend, der ausschließlich Chopinschen Kompositionen gewidmet wird, findet Donnerstag, 8 Uhr, im großen Saale der kgl. Hochschule für Musit statt. Die Protest bersammlung gegen das Bensur verfahren, das Hans Hyan betroffen hat, findet in geschlossenem Rahmen statt. Bersönliche Einladungen vergibt nur der Schutzverband Deutscher Schriftsteller, an dessen Bureau( Berlin W. 9, Linfstr. 16) Interessenten sich wenden wollen. Der neue Schauspielhausbirettor in Ham burg. Als Nachfolger Starl Hagemanns wurde Mar Grube, der Intendant des Meininger Hoftheaters, gewählt. Kleine Notizen. Folgen der Kriegsspielerei. In Lüdenscheid wurde beim Kriegspielen ein Schulknabe von einem 12jährigen Kameraden mittels einer Flaubertbüchse in die Brust geschossen. Der Schuß durchbohrte die Lunge. Der Knabe befindet sich in hoffnungslosem Zustande im Krankenhause. Am Nachmittage desselben Tages ließ der Nebenkläger das Dienstmädchen dann noch einmal durch einen Spezialarzt untersuchen, der. die gleiche Feststellung traf wie fein Sollege. Darauf Die Typhusepidemie beim Eisenbahnregiment Nr. 3 in Hanau wurde in der Wohnung des Holstein' ein regelrechtes Verhör mit Der Pionier dem Mädchen angestellt. Zu diesem bestellte der Dienstherr einen hat abermals ein Opfer, das elfte, gefordert. Freund, den Dr. jur. S., und seinen Bruder, den Assessor Dr. Hol- Shellba as aus Burgfolms, Streis Beglar, ist am Dienstag gestorben. Es sind noch 177 Mann frank. Folgenschwere Gasexplosion. In einem Hause in der Rue stein, der früher Staatsanwaltschaftsassessor und zu der fraglichen Beit Schöffenrichter war. Dem Mädchen wurde mit der Polizei de blancs Monteaug in Baris berübte Montagabend ein Geschäftsgedroht, wenn es nicht die Wahrheit sage. Es blieb die Angeklagte diener Selbstmord, indem er sich in seiner Stube mit Leuchtgas bei ihrer Behauptung. In Gegenwart ihres Bruders hat sie dann vergiftete. Als der Pförtner mit fünf Nachbarn in das Zimmer über den Vorgang nähere Mitteilungen gemacht. An diesem Abend eindrang, entzündete sich das angesammelte Gas an einer Flamme noch fette die Herrschaft das Mädchen auf die Straße. Später des Hausflurs. Eine furchtbare Explosion erfolgte und wurde die Angeklagte in der städtischen Entbindungsanstalt von alle fechs Personen wurden mehr oder minder einem Knaben entbunden. schwer verlegt. Der Vormund des unehelichen Kindes strengte darauf gegen meldet, daß der Fischereidampfer" San Pedro" in der Nähe von Untergang eines Fischereidampfers. Aus Bayonne wird geVon der vierzehn Mann Holstein Alimentationstlage an. In dieser beschwor der Beklagte, San Sebastian tenterte. daß er mit dem Mädchen keinen geschlechtlichen Verkehr gepflogen starten Besaßung fonnten sich nur der Kapitän und der habe. Die Klage wurde darauf abgewiesen. Heizer retten. Holstein erstattete dann bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen das Mädchen wegen Beleidigung. Herr Holstein wurde nicht etwa auf den Weg der Privatklage verwiesen, sondern der Staats, Ein Offenbach Theater, das nur Werte von Offen- anwalt erhob Anklage im öffentlichen Interesse. Es kam im Juni bach aufführen soll, wird in Baris geplant. Eine folche vergangenen Jahres zur Verhandlung vor dem Schöffengericht. Apotheose hätte sich der gute Jacques gewiß nicht träumen laffen. Parsifal in Zürich. Da mit dem 13. Februar 1913, In dieser Verhandlung schnitt der auch damals schon als Nebender dreißigsten Wiederkehr des Todestages Richard Wagners, der fläger zugelassene Herr Holstein schlecht ab. Das Schöffengericht urheberliche Schuß seiner Werke für die Schweiz abläuft, hat die hielt die Aussagen des Nebenklägers nicht für beweisträftig und kam Theater- Aktiengesellschaft Zürich beschlossen," Parsifal" gegen Ende zu dem Schluß, daß der Darstellung der Angeklagten, der allerseits ber laufenden Spielzeit in Zürich zur Aufführung zu bringen. das beste Leumundszeugnis ausgestellt wurde, ein hoher Grad innerer Wahrscheinlichkeit innewohne. Das Mädchen wurde freigesprochen. Der Verein zur Verbesserung der Frauen tleidung beranſtaltet am Sonnabend eine Festwiese des Kulturborfes Kleidershausen im Saale der Gesellschaft der Freunde". Potsdamer Str. 109. Irene Sanden( Tanzkunst) und Käte Hörder ( Gesang) wirten mit. Starten zu 4 und 3 M. find zu haben bei: Frl. Gertrud Boese, Prinz- Regenten- Str. 109 und in der Gesund heitszentrale Lintstr. 1 und deren Filialen. Gegen dieses Urteil legte Holstein Berufung ein, über die am Freitag verhandelt wurde. Der Staatsanwalt beantragte sofort zu Beginn der Verhandlung den Ausschluß der Oeffentlichkeit und der Presse, weil für die Oeffentlichkeit kein Interesse an der VerFeindschaft gegen sanitäre Maßnahmen. Bei einer Kundgebung gegen fanitäre Maßnahmen der Stadtverwaltung in Rocca gorga, Provinz Rom, kam es zu 3ufammenstößen zwischen bon der Menge mit Steinen beworfen wurden und mehrere Ser Bevölkerung und einer Abteilung Soldaten. Die Truppen, die Berwundete hatten, machten von der Schußwaffe Gebrauch. Den Blättern zufolge wurden fünf Personen getötet und mehrere verwundet. Ungetreuer Vermögensverwalter. Nach umfangreichen Unterschla gungen ist in Hamburg der Notar Dr. Be der flüchtig geworden. Es handelt sich hauptsächlich um Mündelgelder, die der Notarfirma Dr. Beder war, anvertraut waren. Die Höhe der Unterschlagungen Dr. Becker und Dtten, deren Mitinhaber der verschwundene beläuft sich auf 200 000 m., die Dr. Becker bei unglücklichen Terrainspekulationen zugesetzt hat. Seit dem 3. Januar ist Dr. Becker verschwunden. Bei der Staatsanwaltschaft ist aus Dresden ein Brief eingegangen, in dem er sich selbst der Unterschlagung bezichtigt und schreibt, er werde sich in der Elbe ertränken. Nach beendeter Auf- Million Markande erfolgtunser nahme unserer ca 1 befragenden Laterbe nventurAusverkauf In dieser Woche vom 6-13 Jan Ausverkauf der Nachdruck verboten Todes- Anzeigen Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Karl Ahlmann Allensteiner Str. 8, im Alter von 61 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 9. Januar, nachmittags 2, 1hr, von der Halle des Bartholomäus- Kirchhofes aus statt. 77/7 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Befannten meinen innigften Dant, besonders dem Personal der Firma Wehen, der Attien- Gesellschaft für Anilinfabrikation und dem Sparverein " Bulunit". Witwe Marie Braun. 63a mit teilweise enormer Preisherabsetzung Anzüge farbig Jackett- Anzüge Che Anzüge marengo, blau viot in vielen Mustern: 1375 Jackett- Anzüge Jackett- Anzüge braun' oder grauer Cheviot mit feinen Streifen Jackett- Anzüge braun, oliv u. grau Cheviot, nach eng lischer Art gemustert.. Jackett- Anzüge Che viot und Kammgarnarten in den neuesten Mustern Jackett- Anzüge fein gestreifte Cheviots, darunter echt englische". 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Januar, nachmittags 3 Uhr, auf dem Friedhof in Weißensee, Lothringenstraße 22. Unserem Bezirksleiter Franz Berg nebst Gemahlin Feurigstraße 55 die herzlichsten Wünsche zu der Geburt eines fräftigen und zukünftigen Sozialdemokraten. Die Genossen d. Bez. 9a vom Wahlverein Schöneberg. 1967b Unserem alten Rämpen Wilhelm Siering zu seinem 70. Geburtstage am 8. Januar die herzlichsten Glückwünsche! Die Genossen d. 19. Gruppe d. Soz. Wahlvereins Weißensee. WESTMANN Mohren/ tr.373 Gr.Frankfurter/ r115. ventur Ulster.... früher 18.- bis 29.- früher 33.- bis 56. Jetzt 9.jetzt 18.früher 55.- bis 92,- früh.112.- bis 176. Plüschmäntel P... 39. Kostüme u. Kleider jetzt jetzt 59.früher 28 bis 56.- früh. 79,- bis 112.Jetzt 18.Jetzt 35.Die elegantesten Modelle bis 70% ermässigt! Pelzkonfektion, Stolen( echte Felle) bis 50% unter Preis. Verkauf während der Inventur schon von 8%, Uhr Vormittags ab. Sonntags geöffnet von 12-2 Uhr! Nunberg Deutscher Bauarbeiterverband. Sektion der Puter. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangsvereins der Puzer zur Nachricht, daß unser Mitglied Alb. Adamik plöglich gestorben ist. 140/3 Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachm. 3%, Uhr, vom Trauerhause in Schönow bei Bernau aus statt.- Abfahrt vom Stettiner Bahnhof( 2 Uhr) bis Bepernid. Um rege Beteiligung bittet auf Wunsch des Verstor benen und seiner Familie Die örtliche Verwaltung. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, des Isolierecs 19A Wilhelm Teichert fagen wir allen Freunden und Bekannten sowie dem Deutschen Bauarbeiterverband, Sektion der Isolierer, dem Sozialdemokratischen Wahlverein, Bezirk Weißensee, und dem Gesangs berein unsern herzlichen Dank. Witwe Berta Teichert und Söhne. Heute beginnt unsere grosse Januar95 PfennigWoche H. Greifenhagen Nachf. Brunnenstr. 17-18 Tennis- Anzuge zu Sommer- u. Kostüm00 Festen, wenig ge 5M liften. Tennishosen von.... 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Mittwoch, 8. Januar 1913. Heute Mittwoch, den 8. Januar: Zahlabend in Groß- Berlin. Achtung! Parteigenoffen! Achtung! liche Brofitintereffe in den Vordergrund zu schieben. Freitag, den 10. Januar, abends 7 Uhr: Wichtige Flugblattverbreitung. Alle Parteigenoffen müssen sich beteiligen. Treffpunkt in den Bezirkslokalen. Der Geschäftsführende Ausschuß. Partei- Angelegenheiten. 2. Wahlkreis, Friedrichstadt. Heute Mittwoch, 8ahlabend der gesamten 3. Abteilung bei Witwe Augustin, Dranienstr. 108. Referat des Genossen F. Schlemminger: Die Rampfmittel der Arbeiterbewegung." bemüht, die Leichenbestattung unnötig zu verteuern und statt Wenn auch vom Polizeipräsidenten die Aufsichtsbeamten angewiesen des gesundheitlichen Interesses der Ueberlebenden das klein- worden sind, dafür zu sorgen, daß solche Unglücksfälle möglichst vera Demmieden werden, ist es doch wünschenswert, daß die Kinder in der auf Gemeinderegie und Unentgeltlichkeit der Leichenbestattung Rettoren der Gemeindeschulen angewiesen, dafür zu sorgen, daß die gegenüber vertritt die Sozialdemokratie mit ihrer Forderung Schule eindringlichst auf die Gefahren des Betretens der Eisflächen hingewiesen werden. Die städtische Schuldeputation hat daher die das Wohl des Volksganzen. Kinder bei eintretendem Frost eindringlich vor dem unbefugten Im Zeichen des Verkehrs. Uns wird geschrieben: Auf dem Betreten von Eisflächen auf den öffentlichen Gewässern gewarnt Bahnhof Südende( wahrscheinlich auch auf anderen Bahnhöfen) werden. wurde den Monatskarteninhabern, die Nebenkarten für Familien- Aus der Heilstätte Beelit veröffentlichte in voriger Woche die mitglieder benötigen, bei Erneuerung der Karten am 31. Dezember Volks- Zeitung" eine Zuschrift eines Lesers, die sich mit den Gebezw. 1. Januar folgender Bescheid:" Es genügt diesmal beim Er- pflogenheiten der„ blauen Brüder" im Sanatorium Á 1 beschäftigte neuern der Karten für Januar nicht die Vorlegung der alten, wie und die sich in recht gehässiger Weise gegen die Verwendung von es seither war, sondern es muß der polizeilich beglaubigte Nachweis Gelder richtet, die im Laufe der Jahre von Patienten angesammelt erbracht werden, daß die Personen, für die man Nebenkarten wünscht, worden sind. In der Zuschrift heißt es u. a.: auch wirklich in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zum Be zieher der Hauptkarte stehen." Auf die bescheidene Frage: Weshalb die Weitläufigkeiten? wurde die Auskunft gegeben:" Es ist vorgetommen, daß jemand eine Nebenkarte für einen angeblichen Neffen gekauft, der sich schließlich nur als dessen Chambregarnist entpuppt hat. Auch einige andere Unregelmäßigkeiten feien vorgekommen. Es half also weiter nichts, man mußte der verlangten Nachweis erbringen. Zu diesem Behufe wurde ein Formular ausgehändigt, welches auszufüllen und von der Polizei zu beglaubigen war. Lezteres fonnte aber natürlich erst am 2. Januar geschehen, weil am Charlottenburg. Die Zahlabende der zweiten Gruppe finden 1. Januar feine Bureaustunden sind. Inzwischen mußten die Fanicht, wie am Dienstag irrtümlich mitgeteilt, im Boltshause", milienangehörigen auf ihre Kosten gewöhnliche Fahrkarten lösen. sondern in den bekannten Zahlabendlokalen statt. Wer nun glaubte, daß die polizeiliche Beglaubigung auf dem nächsten Steglit. Freitag, den 10. Januar, abends 81%, Uhr, im Albrechts- Polizeirevier zu bewirken sei, befand sich in einem Irrtuni. Da hof: Große öffentliche Bolts- und Wählerversammlung. Referenten: Sauptmeldeamt, also auf dem Rathause, ausgeführt werden, weil erhielt man nämlich den Bescheid, daß solche Sachen nur auf dem Landtagsabgeordneter H. Ströbel und der Kandidat, Gutsbesizer dort die Personalakten sich befinden. Also eine halbe Stunde weiter Genosse Adolf Hofer. Tagesordnung: 1. Das Junkerparlament und die kommende Landtagseriazwahl. 2. Freie Aussprache. Partei- das betreffende Bureau mit Menschen überfüllt war. Wieder mit Partei- wandern. Am Ziel angekommen, bemerkte man mit Schrecken, daß genossen! Sorgt für Massenbesuch! " 3ahlnacht abends 212 Uhr. Vortrag des Herrn Mar Brie über, Nietzsches Leben und Lehren". 8ahlmorgen: Diesmal am Sonntag, den 12. Januar, abends pünktlich 6 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses: Jubiläums 8ahlmorgen. Großes Programm. Einlaßfarte 30 Pf. Regen Besuch erwartet Der Vorstand. 0 Oberschöneweide. Freitag, den 10. Januar, abends 7 Uhr: Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Sonntag, den 12. Januar, nachmittags 2 Uhr: Deffentliche Wähler versammlung in Wilhelminenhof. Genossen! Sorgt für guten Besuch der Versammlung. Schmargendorf. Der heutige Zahlabend hat eine wichtige Tagesordnung zu erledigen. 11. a. ist die Aufstellung der Wahlmänner zur Landtagsersatzwahl, sowie die Aufstellung des Kandidaten zur Gemeindewahl vorzunehmen. Auch sind die Karten zum Vortragskursus des Genossen Borchardt zu entnehmen. Neuenhagen. Der Zahlabend fällt heute aus. Bernau. Der Zahlabend fällt diesesmal für alle Bezirke aus. Zur Beerdigung des Genossen Adamid in Schönow treffen sich die Genossen 2 Uhr bei Franz Salzmann. Bei ungünstigem Wetter auf der Bahn. Hennigsdorf. Am Sonntag, den 12. Januar, nachmittags 3 Uhr, im Lokale des Herrn Schmidt: Wahlvereinsversammlung. Außer dem Bericht vom Preußischen Parteitag ist eine wichtige Tagesordnung zu erledigen. Mitgliedsbuch legitimiert. Zeuthen- Miersdorf. Mittwoch, den 8. Januar, Generalversammlung des Wahlvereins bei Robert Barnack. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen M. Schmidt. 2. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Aufstellung eines Wahlmannes zur Landtagserfazwahl. 4. Verschiedenes. Schenkendorf bei Königs- Wusterhausen. Die Wählerliste liegt außer im Gemeindebureau auch beim Genossen Behold, Gartenstr. 5, zur Einsicht aus. Berliner Nachrichten. Seit Bestehen der Heilstätten sind zwecks Unterhaltung der Patienten sowie zur Belustigung verschiedene Einrichtungen getroffen. Ein Verein der Patienten, in diesem Falle der Verein der blauen Brüder" benannt, war ins Leben gerufen worden, der ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit einzig den Zweck hatte, die Gefelligkeit zu pflegen. Die Mitgliedschaft wurde von den Abgehenden aufgelöst und von den neu hinzugekommenen wieder ergänzt, so bis vor einigen Wochen. Verlosungen, Kegelausschieben und dergleichen mehr waren nebst den Gewinnen althergebrachte Sitten. Ein Warenlager war stets vorhanden, fehlende Sachen wurden stets durch Einkauf von Ersatz ergänzt. Wie bereits angeführt, bestehen die Patienten aus allen Parteien, wodurch auch alle Parteien zur Unterhaltung beigetragen haben. Staunen hat es aber hervorgerufen, als in der letten Parteiquittung 100 M. von den Patienten von Beelitz berzeichnet waren. Ist dieses im Gegensaß zur Heilstättenhausord= nung keine Politit? Schlimm ist dies, wenn man sieht, wie hier den Aermsten der Armen, die schon wochen- und monatelang trant sind oder arbeitslos waren, anstatt sie zu unterstützen, wie es Brüdern geziemt, sei es darum, den Familienangehörigen eine nur fleine Freude zu bereiten und einige Mark zu gewähren, wie es wirklich bei verschiedenen Patienten not tut, statt dessen knöpfte man ihnen noch den letzten Pfennig ab. Am 20. Dezember fand eine Versammlung der Patienten statt, wo man ersucht wurde, einen Beschluß zu fassen, den Verein aufzulösen, alle Gegenstände, auch die von den Vorgängern übernommenen, zu veräußern und den Erlös nebst vorhandenem Bestande insgesamt der sozialdemokratischen Parteikasse zuzuführen. Gegen diese Machinationen lehnten sich die neueren Patienten, denen auch ich angehöre, und jedenfalls mit Recht, auf. Welche Antwort wurde uns zuteil? Wir haben kein Recht, eine Abrechnung zu verlangen, denn der Beschluß sei vor fünf Wochen gefaßt. Dieses die Erklärungen vom 27. Dezember. Also man dente: Als jene Leute noch nicht hier waren, war alles mögliche vorhanden; die jetzt neuen wurden bestürmt, um ihnen die Groschen abzunehmen, und einige, jetzt sich die alten nennenden, nehmen alles an sich, um es der Parteikasse zuzuführen. Jedenfalls wäre es edel, wenn folche Patienten, die nicht in der Lage find, eine Karte oder einen Brief zu schreiben, auch solche nicht erhalten können, da ihre Not so groß ist, wenn diese Kranken einige Mark bekämen. Anderenfalls sollen aber auch nicht zu Unrecht und nicht im Interesse der Partei die Waren verteuert werden." amten die Personalakten nicht erst nachsehen, sondern unterschrieben Geduld wappnen und warten. Bei dem Andrange konnten die Bemular zurück zum Bahnhof und die gewünschten Karten wurden das Formular in gutem Glauben. Mit dem unterschriebenen Forendlich ausgehändigt. Weshalb nun die Scherereien? Wäre es nicht praktischer gewesen, wenn die Bahnverwaltung eine bezügliche Bekanntmachung einige Tage früher auf jedem Bahnhofe ausgehängt hätte, damit die erforderlichen Nachweise beizeiten besorgt werden fonnten? Oder noch einfacher. Wer das Gesetz überschreitet, möge bestraft werden; meinetwegen so hoch wie jemand, der zu einem Streifbrecher Lump" sagt. Daß aber wegen eines oder zweier Uebeltäter alle darunter leiden sollen, ist ein Zeichen von echt preußischem Bureaukratismus.- Aehnliche Schifanierungen erfährt man auch häufig beim Lösen von Wochenfarten. Bei vielen Billett fräulein scheint das Prinzip zu gelten: Wer mit einem guten Anzug bekleidet ist und im weißen Kragen erscheint, ist kein gewerblicher Einsender dieses wurde vor einigen Jahren eine solche Karte stets Arbeiter und somit zum Bezuge einer Wochenkarte nicht berechtigt. vorenthalten, weil er meistens erst gegen Mittag zur Arbeit ging. Daß ein Schriftfeber Tag- und Nachtschicht machen muß, war dem betreffenden Fräulein schwer begreiflich zu machen. Ich war daher genötigt, folgenden Trick anzuwenden: Ich ging morgens zwischen 7 und 8 Uhr zum Schalter, sette meine Brille ab und knöpfte feinen Kragen um. So erschien ich der Dame eher als ein wirklicher Arbeiter und erhielt ohne weiteres die gewünschte Wochenkarte. Zu diesen Auslassungen wird uns von Patienten des Sana Besser wäre es aber schon, wenn man die benötigten Fahrkarten toriums A 1 mitgeteilt: Die Patienten der Nervenheilstätte find auch ohne Anwendung solcher Aeußerlichkeiten erhalten könnte. Personen, die dringend der Berstreuung und Unterhaltung beLurushalber löst man feine Arbeiterkarte und zum Vergnügen fährt dürfen. Das wird von den Herren Aerzten selber anerkannt und man nicht in den überfüllten Stadtbahnzügen. es wird von ihnen den Patienten angeraten, sich recht viel Zerstreuung zu machen. Dieser Umstand, der in der Krankheit der Ein Jungdeutschland- Ruderverein Groß- Berlin ist die neueste Patienten begründet ist, hat seit Jahren die Patienten veranlaßt, Schöpfung der Jungdeutschlandbündler. Der Verein ist im Ein- einen Fonds anzulegen, aus welchem die verschiedensten Zwede verständnis des Vorsitzenden des Jungdeutschlandbundes mit besonderer bestritten werden. Feste Beiträge werden nicht erhoben, es werden Die Auskaufsgebühren der kirchlichen Friedhöfe, worüber Unterstützung des Staatssekretärs a. D. Dernburg gegründet worden. gelegentliche Zuwendungen gemacht und verschiedene Genußmittel wir erst fürzlich einen besonders krassen Fall aus der Simeons- Der Verein will seine Mitglieder im Rudern, Segeln und Schwimmen für die Patienten werden aus der Stasse beschafft, wodurch eine kleine ausbilden und wird in Ober- Schöneweide seinen Siz aufschlagen. gemeinde berichten konnten, bilden für die Stirchenfassen eine Einnahme der Kasse zufließt. Der Einsender hat schon einige Verrecht angenehme und mühelose Einnahme. Mit Ausnahme burger Wasserwerte wendet sich eine Resolution, gefaßt in der ge- Gesangszwecke nicht unerhebliche Aufwendungen für Notenmaterial Gegen die Austrocknung des Grunewalds durch die Charlotten- wendungszwede angegeben. Es sei noch hinzugefügt, daß auch für des Quittungsformulars steht diesen Gebühren irgend welche meinschaftlichen Versammlung der Freien Bereinigung für Pflanzen gemacht worden sind, für Zwecke also, die der Allgemeinheit zugute Gegenleistung nicht gegenüber. Dabei haben die Stirchen- geographie und systematische Botanit und des Botanischen Vereins fommen durch gesangliche Unterhaltung und daß auch den Abgemeinden Aussichten, daß diese Einnahmequellen in nächster ber Provinz Brandenburg am 6. Januar 1913. Dort heißt es: Die gehenden kleine Geschenke und dergl. als Andenken mitgegeben Zeit in steigendem Maße Erträge liefern werden durch die Freie Vereinigung für Pflanzengeographie und systematische Botanit, werden. Diese Einrichtung und die sogenannte Vereinigung, wenn zunehmende Benutzung der Feuerbestattungsanlagen. Soweit welche die Erforschung heimischer Vegetationsformationen zu einer man sie so bezeichnen will, kam auch der Verwaltung der Heilder Verstorbene einer Kirchengemeinde angehörte, wird ihrer wichtigsten Aufgaben rechnet, und der Botanische Verein der stätten sehr zustatten, indem manche Funktionen von den Patienten diese auch bei erfolgender Einäscherung den entgangenen Broving Brandenburg, der feit langer Zeit den Rückgang der Flora übernommen wurden, um das aufsichtführende Personal zu entVerdienst in Form in Form der Auskaufsgebühren einfordern. der einzigartigen Moorformationen des Grunewalds mit Aufmert- lasten, wie überhaupt gerade die Personen, die sich dieser Aufgabe Die Sätze hierfür sind dabei recht unterschiedlich, je famkeit und lebhaftem Bebauern verfolgt, fehen in dem durch die widmen, streng darauf halten, daß die Patienten in der Anstalt Brunnenanlagen der Charlottenburger Ballet sich der Hausordnung fügen und sich angemessen bewegen. Durch nachdem gerade diese oder jene Gemeinde den Anspruch erhebt. werte verursachten dauernden Ginten des Balier Differenzen mit dem Chefarzt kam man zu der Meinung, daß die So macht es zum Beispiel die Kirche in Pankow schon für spiegels der Grunewaldseen eine schwere Schädigung Auflösung der Vereinigung“ zurzeit eine Notwendigkeit sei. Dieſe 6,50 M., während es bei der Dreifaltigkeitsfirche 7,50 M., diefes wissenschaftlich fo interessanten Geländes, die zugleich eine Auflösung ist einstimmig beschlossen worden. Einstimmig der Neuen Stirche 8,50 M., der Thomas-, der Emmaus- und stetig fortschreitende Zerstörung des Landschaftsbildes zur Folge hat. ist auch über die Verwendung der Gelder Beschluß gefaßt worden; der Heilig- Kreuzkirche, sowie in Tempelhof, Steglitz und Gegen die kürzlich der Deffentlichkeit mitgeteilten Abhilfsmittel nicht ein einziger Patient hat gegen die vorgeschlagene VerwenSchöneberg je 9 M. toftet. Die Zwölf- Apostelfirche fordert sprechen fie ihre schwersten Bedenken aus. Das Aufpumpen des dung Einwendungen erhoben. Es ist auch nicht richtig, daß in der 12 M., Matthäi, Markus-, Bartholomäus- und Georgenkirche Schlachtenfees, wie es jetzt geübt wird, ist gänzlich unzulänglich, da Quittung des Barteivorstandes zu lesen ist: 100 M. von den Bazwischen 12,27 und 13,37 M. Teurer wird es in der Hedwigs bis zum Frühjahr 1913 nicht gewährleistet. Die Schäden, die durch Entschädigung für die Lieferung der Zeitung von den blauen Brües die Hebung des Wafferspiegels auf die Höhe, die er 1911 hatte, tienten in Beelib, sondern es heißt in jener Quittung wörtlich: Als und der Luisenstädtischen Kirchengemeinde, wo man 15 M. das Absaugen des Grundwassers entstanden find, werden daher dern des Sanatoriums A 150 M. Ob dieser Beschluß besonders anwenden muß, während die Jakobigemeinde schon das im nächsten Sommer noch augenfälliger als bisher in die Erscheinung das Recht, ihre Angelegenheiten selber zu ordnen. Es sind auch flug war, ist eine andere Frage; jedenfalls haben die Patienten Doppelte, die Mariengemeinde sogar 32 M. und schließlich treten. Die beiden genannten Vereine halten es deshalb für notdie Charlottenburger Kirchengemeinde 33,50 M. Auskaufs- wendig, daß jedes weitere Absaugen des Grundwassers, sofern es den in verschiedenen schweren Notfällen kleinere Unterſtübungen gegebühren erhebt. Dabei gelten diese Säge mur bei Stand des Wafferspiegels ungünstig beeinflußt, verboten werde. Sie zahlt worden. Das hat aber seine Bedenken, weil die Patienten Bestattungen mit gewöhnlichem zweispännigen Leichen erklären es für eine schwere Schädigung des öffentlichen Interesses, in Beelik gar nicht in der Lage sind, die einzelnen Fälle prüfen wagen. Wird größerer Pomp entfaltet, und entgeht da welches die Großstadt an der Erhaltung der schönsten Punkte ihrer au fönnen; weshalb es sich auch ereignen fonnte, daß in einem mit der Stirche ein größerer Verdienst, so steigen die Gebühren privaten Gesellschaft der ästhetische Reiz der Landschaft und der Wie schon bemerkt, werden Beiträge gar nicht erhoben; wer nichts näheren Umgebung haben muß, wenn dem pekuniären Vorteil einer unrichtig ist, daß den Aermsten der lekte Pfennig abgenommen wird. Falle leider auch einem Unwürdigen Unterstüßung gegeben wurde. sofort entsprechend. wissenschaftliche Wert des Gebietes, der auch von fremden, Berlin Auf dem Gebiete des Nehmens sind denn auch die besuchenden Gelehrten anerkannt wird, rüdsichtslos geopfert wird. geben will, mag es lassen. Unwahr ist auch, daß keine Abrechnung Kirchenverwaltungen durchaus nicht spröde; hat doch bei der Besprechung der mißlichen Finanzwirtschaft in der Berliner bedrohten Gelände und rufen alle Stellen auf, die die öffentliche Hälfte der Patienten beurlaubt war, ist die Rechnungslegung verSie wünschen deshalb gefezliche Maßnahmen zum Schuße der gegeben werden soll. Im Gegenteil sind drei Liquidatoren eingeeht worden. Nur des Weihnachtsurlaubes wegen, durch den die Stadtfynode im Frühjahr 1911 ein Synodale ausdrücklich Wohlfahrt zu fördern haben, die Interessen der Allgemeinheit schoben worden. darauf hingewiesen, daß die Kirchhöfe über kurz oder lang gegenüber denen einer Erwerbsgesellschaft energisch zu vertreten. zu einem Segen für die Synodalkasse werden Aus alledem erhellt, daß der Einsender der Zuschrift an die Der städtische Seefischverkauf unterbrochen. Wegen großer Stürme Bolts- Beitung" mit recht groben unwahrheiten und Uebertreiwürden, vorausgesetzt, daß sie nicht durch die Konkurrenz und Nebel in der Nordsee ist der Fang von Seefischen in den legten bungen gearbeitet hat und es ist bezeichnend, daß gerade in letter anderer Kirchhöfe geschädigt werden." Tagen nicht ausreichend gewesen, um die Nachfrage auf den großen Zeit Beschwerden, die von besonders starker Gehässigkeit gegen freiDas Bestattungswesen ist also für die Kirchengemeinden Seefischmärkten in Geestemünde und Bremerhaven zu deden. Die gewerkschaftliche oder sozialdemokratische Arbeiter Beugnis ablegen, zugegebenerweise ein Geschäft". Wie sie sich gegen die leidige auf den Geeftemünder Markt gebrachte Ware war teuer, und viele in der Wolfs- Zeitung" mit besonderem Behagen abgedruckt werden. Konkurrenz wehren, hat sich ja gezeigt, als die Stadtgemeinde der beliebten Sorten waren nur in geringen Mengen oder gar Berlin zu ihren nur drei bestehenden Bestattungsplätzen einen den heutigen städtischen Seefischverkauf zu beschaffen, wie das bis- Teil schwer verlegt und zwei Pferde getötet wurden, hat sich Ein Automobilunglück, bei dem drei Personen zum nicht zu haben. Daher war es nicht möglich, soviel Seefische für vierten( in Buch) errichten wollte. Diesem Verlangen nach ber geschehen ist. Für Donnerstag lonnte, wie telephonisch aus vorgestern nachmittag 4%, Uhr auf der Heerstraße in Staaten erFernhaltung der Konkurrenz ist ja leider auch der Minister Geestemünde mitgeteilt wird, das erforderliche Quantum ersteigert eignet. Ein Kutscher des Fouragehändlers Albert Drömer in des Innern v. Dallwig in seinen Anweisungen zur Aus- werden. Schellfische werden Donnerstag überhaupt nicht zum Ver- Staaten hatte nach beendigter Arbeit auf einem Ader am Hahne führung des Feuerbestattungsgesetzes weitgehend entgegen ge- tauf fommen. tommen. Dort heißt es ausdrücklich, daß durch zu niedrige berg mit seinem Gespann den Heimweg angetreten, der durch die Bergstraße führt. Dabei mußte er die Heerstraße kreuzen. Als das Fuhrwerk bereits die Mitte des 10,9 Meter breiten Fahrdamms erreicht batte, kam in voller Geschwindigkeit von Döberitz her ein mit Offizieren der Fliegerabteilung befestes Privatauto herangeraft und suchte noch vorbeizukommen. Kutscher des Fuhrwerts hatte das Auto zu spät bemerkt und suchte noch über den Damm hinwegzukommen und in die Bergstraße ein " " Die städtische Parkdeputation hat der Schuldeputation 25 000 FreiGebührenbemessung nicht ein direkter Anreiz geschaffen farten zu den von der Barkverwaltung eingerichteten Gisbahnen im werden" darf, die Feuerbestattung der Erdbestattung vor Friedrichshain und im Memeler Park zur Verteilung an bedürftige zuziehen. Deshalb sollen die Aufsichtsbehörden darauf Bedacht Gemeindeschüler, die in der Nähe dieser Eisbahnen wohnen, zugehen nehmen, daß die Kosten der Feuerbestattung nicht unter laffen. Die Eisbahnen fehlen aber noch. die der Erdbestattung herabsinken". Das unbefugte Betreten von Eisflächen auf den öffentlichen GeSo find denn die kirchlichen wie die staatlichen Gewalten wässern durch Kinder führt erfahrungsgemäß Unglüdsfälle herbei. " Der zubiegen. Aber schon erfolgte der Zusammenstoß. Obgleich der Für die Deckungsfrage feien auch die Sozialdemokraten eingetreten.| fie als Staatsbürger ihre Rechte geltend machen, denn sie seien Kraftwagenführer auf 100 Meter Entfernung den Kraftwagen Der Magistrat denkt gar nicht daran, für die Arbeiter etwas zu doch nicht Staatsbürger zweiter Klasse. Der Referent ging dann gebremst hatte, daß sich die Radspuren scharf von dem unternehmen. Schon die Behandlung der im Krankenhause wohnen- auf die einzelnen Parteien ein. Die Sozialdemokratie rede wohl Steinpflaster abhoben, war das den und der außerhalb wohnenden Arbeiter derselben Anstalt be- in den Parlamenten zugunsten der Staatsarbeiter, aber durch ihre das Unglück nicht mehr zu weist, daß man nicht gewillt sei, Gerechtigkeit walten zu lassen. ständige Verneinungspolitik könne sie für dieselben nichts erzielen. verhindern gewesen. Das Auto erfaßte die Pferde und Stets wenn es sich um Arbeiterfragen handele, zeige der Magistrat Sie habe es troß ihrer größeren Vertreterzahl nicht verhindern schleuderte sie zehn Meter weit in den für die plötzlich ein Verantwortlichkeitsgefühl, das sofort verschwindet, wenn fönnen, daß der Militäretat glatt angenommen wurde. Bei Wahlen Anlagen bestimmten Straßenstreifen auf der nördlichen Seite. Eins es sich um sogenannte höheren Fragen drehe. werfs innere die komme es ihr hauptsächlich nur auf die Stimmenzählung an. der Tiere war sofort tot, das andere bäumte sich noch einmal Oberbürgermeister Dominicus versuchte nochmals, die Vor- Anders die Fortschrittliche Volkspartei. Redner schloß mit dem hoch und verendete dann sofort. Durch den Anprall wurden auch würfe gegen den Magistrat abzuwenden; er erklärte, die städtischen Wunsche, daß die Staatsarbeiter bei der Landtagswahl ihre der Lenker des Kraftwagens und der Kutscher des Fuhr- Arbeiter fönnten wohl der Geneigtheit und Fürsorge des Magistrats Schuldigkeit tun und sich außerdem gewerkschaftlich und politisch organisieren werden. ihren Sitzen bon Sigen herabgeschleudert; beide erlitten auch in Zukunft versichert sein. Als erster Diskussionsredner erhielt Reichstagsabgeordneter Hierauf wurde die Sigung geschlossen. Verlegungen. Ein vorüberkommendes Automobil Genosse Büchner das Wort, dem allerdings nur eine Redezeit nahm sie auf und überführte sie nach dem Kranken- Lichtenberg. von 20 Minuten bewilligt wurde. In temperamentvoller Weise hause Westend Von den Insassen wurde dem Oberleutnant Ein deutschnationaler Verstoß. In der letzten Stadtverordneten ging er auf die Ausführungen des Referenten ein. Derselbe habe von Neumann der linke Oberarm zweimal gebrochen. Er wurde fizung ist die Einrichtung einer faufmännischen Fortbildungsschule in lang und breit über das Koalitionsrecht der Staatsarbeiter ge gleichfalls sofort weggeführt. Mit dem bloßen Schrecken davon Lichtenberg beschlossen worden. Dieser Beschluß hat es den Deutsch- sprochen. Jeder Staatsarbeiter wisse aber, daß das Koalitionsgekommen waren die andern Fahrgäste und der Eigentümer des nationalen angetan. Er trägt ihrer einseitig verbohrten Quer- recht für ihn nur auf dem Papier stehe. In dem bekannten AnAutos, Dr. Michael aus Berlin. Wie durch ein Wunder gerettet treiberei gegen die Beschäftigung weiblicher Arbeitskraft nicht schlage heiße es: Jede Agitation in Wort, Tat und Schrift werde wurde ein Fliegeroffizier, der neben dem Wagenführer Platz ge- Rechnung. Die im Handelsgewerbe angestellten weiblichen Arbeits- mit Entlassung bestraft." Das unternehme man gegen den Militärnommen hatte. Dieser Offizier hatte furz vorher einen Flug von fräfte sollen selbstverständlich in der Schule genau denselben Unter- arbeiterverband, der auf nationalem Boden stehe. Der Verband Johannisthal nach Döberitz zurückgelegt und dort das Auto zur richt genießen, wie die Herren der Schöpfung. Dadurch fühlen die habe diese Heze gegen ihn dem früheren Abgeordneten Pauli zu deutschnationalen Teutonen ihre Position gefährdet. Sie petitionieren verdanken, der ihn offen denunziert habe. Es herrsche ein AnZurückfahrt nach Berlin bestiegen. Während sein Nebenmann zu deshalb in einer sehr umfangreichen Eingabe um Differenzierung treibersystem in den Militärwerkstätten, und wenn ein Arbeiter inSchaden kam, blieb er unversehrt. des Unterrichtes. Für die männlichen Angestellten verlangen sie folge dieses Systems einen Unfall erleide, werde er obendrein noch Ein Saccharinschmuggel ist gestern hier entdeckt worden. Als einen Fachunterricht, die kaufmännischen weiblichen Angestellten bestraft. Hiergegen müsse aufs schärfste protestiert werden. Als Eisenbahnarbeiter einen aus dem Süden hier auf dem Anhalter sollen in der kaufmännischen Fortbildungsschule Kochen, Nähen und seinerzeit wegen Arbeitsmangels auf den Königl. Instituten ArBahnhof angekommenen D- Bug säuberten, fiel es ihnen auf, daß die Flicken lernen. Die Petenten empfinden es selber wohl als blamabel, beiter entlassen wurden, seien zugleich auf einem Anschlag, die ArFenster der Kloſéttabteile nicht herabgelassen werden konnten. Ilm wenn sie als Beweggrund ihrer Forderung Konkurrenzfurcht erkennen beiter aufgefordert worden, nach Betrieben, in denen gestreift nachzusehen, woran das liege, öffneten sie mit dem Dreikantschlüssel lassen, sie schüßen deshalb besondere Fürsorge für die weiblichen würde, als Streifbrecher zu gehen. Auf eingelegte Beschwerde des bei diesen Angeblich ist die Verschlüsse der Hohlräume und fanden nun diese mit Saccharins Angestellten vor. gewerbliche Metallarbeiterverbandes sei erst nach 19 Tagen die Antwort ges päckchen augefüllt. Im ganzen kamen auf diese Weise 74 Kilogramm Tätigkeit nur eine vorübergehende Erscheinung, die durch geben worden, daß man nichts davon wisse. In den Betrieben des sehr wertvollen Süßstoffes zum Vorschein. Wahrscheinlich haben die spätere„ Berufsstellung" als Hausfrau abgelöst werde. werde das Schmarobertum großgezogen, heiße es doch in der Arant dieser Stelle nur in einer Saccharinschmuggler auch früher schon dieses Versted benutzt, um die Wir wollen Beziehung beitsordnung: Personen, welche sozialdemokratische Gesinnung beEine schwere Anklage liege in dem Konterbande ungestört über die Grenze schaffen zu können. Jezt auf das Unsinnige der deutschnationalen Forderung hinweisen. Sie tätigen, werden entlassen." müssen sie irgendwie verhindert gewesen sein, die Ware vor der An- disqualifiziert die weibliche Arbeitskraft, das ist ihr Zweck. Die amtlichen Jahresbericht der Gewerbeaufsichtsbeamten, worin es funft in Berlin wieder an sich zu bringen. Die Schmuggler, nach pfiffigen Deutschnationalen wollen die weiblichen Angestellten als heißt, daß die Lebensverhältnisse der Arbeiter ungünstig beeinflußt denen die Kriminalpolizei forscht, müssen Nachschlüssel von Dreifant minderwertig erscheinen lassen; das soll auch in dem Ünterricht der werden durch die herrschende Teuerung. Nachdem Genosse Büchner schlüsseln oder andere Werkzeuge besitzen, mit denen sich die Ver- Fortbildungsschule in die Erscheinung treten. Die Herren glauben, unter wiederholter Zustimmung noch eine Reihe weiterer Mißstände schlüsse bequem öffnen lassen. darin liege dann eine besondere Empfehlung und Bewertung der kritisiert hatte, betonte er zum Schluß: Gerade die sozialdemokra männlichen Arbeitskraft. Sie vergessen nur eins dabei, nämlich, tische Partei habe bei jeder Gelegenheit schärfsten Protest gegen Unbekannt gestorben ist eine Frau, die in der Nacht zu Dienstag daß sich der Unternehmer durch Formalien und Aeußerlichkeiten in die Unterdrückung der Staatsarbeiter eingelegt und Mißstände vor dem Hauſe Ruppiner Straße 46 hilflos auf dem Bürgersteige der Wahrnehmung kapitalistischer Interessen gar nicht stören läßt. kritisiert und dadurch auch die Freifinnigen vorwärts getrieben. liegend aufgefunden und, weil sich herausstellte, daß sie betrunken Die Etikettierung der weiblichen Arbeitskraft als minderwertig Sie verlange, daß die Staatsarbeiter freies Organisationsrecht war, nach dem Polizeigewahrsam gebracht wurde. Die Verstorbene läßt er sich gern gefallen, er benutzt sie als das erwünschte Mittel haben und ihre politische Gesinnung frei betätigen können. Der ist ungefähr 35-40 Jahre alt und korpulent und trug rehbraune des Lohnbrudes. Die naiv- bornierten Handlangerdienste der Deutsch- Vorredner habe gesagt, trotz der 110 Sozialdemokraten sei die Filzschuhe, einen schwarzen Rock und Bluſe, einen kleinen Siegelring nationalen sind dem Unternehmer dabei natürlich sehr angenehm. Militärvorlage angenommen worden. Demgegenüber müſſe betont ohne Stein und goldene Ohrringe mit blauen Steinen. Zum Dante für die Hilfe wird er aber nicht die Löhne der männ- werden, daß die Partei des Herrn Weinhausen ja samt und sonders lichen Angestellten erhöhen, sondern das mit deren Hilfe erzielte dafür gestimmt habe. schlechtere Lohnniveau der weiblichen Angestellten dazu benutzen, die Löhne der Herren Handlungsgehilfen ebenfalls zu drüden. Solche sozialpolitischen Stegmüllereien zu fördern, lehnen unsere Genossen selbstverständlich ab, wenn sie auch an sich dem hauswirtschaftlichen Unterricht durchaus sympathisch gegenüber stehen. Wilmersdorf. Im Grunewald erschossen aufgefunden wurde gestern ein ungefähr 28 Jahre alter Mann, der seinem Aeußeren nach den beffergestellten Streifen angehört zu haben scheint. Der Tote, dessen Leiche nach der Halle in Schildhorn gebracht wurde, ist etwa 1,72 Meter groß und schlank, hat dunkelblondes Haar und trug einen dunkelgrauen lifter, einen grauen Schoßrock und Weste, eine dunkle Hose mit weißen Streifen, schwarze Schnürstiefel, einen hohen Stehkragen mit umgebogenen Ecken, und braune, weiche Filzhandschuhe, die K. B. gezeichnet sind. Bei ihm vorgefunden wurde eine silberne Remontoiruhr mit furzer, feingliedriger Kette, ein Taschenmesser mit Perlmuttgriff u. a. m. Massenerkrankungen in der Oberrealschule. In drei Vorschulklassen der Oberrealschule ist eine größere Anzahl von Schülern an Majern erkrantt. Um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern, hat der Direktor der Schule nach Rücksprache mit dem zu ständigen Kreisphyfifus bis auf weiteres die Einstellung des Unterrichts in den fraglichen Klassen verfügt. Voraussichtlich wird der Unterricht am 16. d. M. wieder in vollem Umfange beginnen. Großfener am Lützowplay. In der neunten Vormittagsstunde wurde die Feuerwehr gestern nach dem Lügowplay 12 gerufen, wo im Dachgeschoß des rechten Seitenflügels ein großer Brand ausgebrochen war. Das Feuer drohte auf die Dachstühle des VorderHauses und Quergebäudes überzuspringen, weshalb der Brand- Mariendorf. direktor fofort mit vier Schlauchleitungen Wasser geben ließ. Nach einstündiger Löschtätigkeit war die Gewalt des Brandes gebrochen. 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags zur Einsichtnahme aus. Die Landtagswählerliste liegt im Rathause, Zimmer 14, von Der Dachstuhl des rechten Seitenflügels ist völlig zerstört, während bie angrenzenden Dachstühle nur wenig in Mitleidenschaft gezogen Diejenigen, welche nicht selbst nachsehen können, wollen sich in den worden sind. Die Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten zogen sich durch rote plakate tenntlichen Lofalen einzeichnen. bis zum Mittag hin. Ueber die Ursache des Feuers konnte nichts Neu- Zittau( Kreis Beeskow). Bestimmtes ermittelt werden. In der letzten Gemeindevertretersitzung wurden zunächst unsere Im Zoologischen Garten ist ein seltener brasilianischer Affe beiden Genossen Schulz und Peter eingeführt. Als Handarbeitsvon sehr schlankem Körperbau, der aber durch das eigenartig wirr- lehrerin wählte die Vertretung ein Fräulein Nettelbeck. Eine Anhaarige, rotbraune Fell wenig in Erscheinung tritt, eingetroffen regung unserer Vertreter, wonach die Lehrerin vor Ablauf des ersten und in dem alten Hause am Hauptrestaurant untergebracht. Be- Lehrjahres eine Ausstellung von Handarbeiten der Kinder veranstalten sonders auffallend ist das nackte, leuchtend rote Gesicht, nach dem und an die besten Schüler Prämien verteilen solle, lehnte die Verer den Namen Rotgesichtaffe erhalten hat; eine Art, die nur ganz tretung vorläufig ab. In den Schulvorstand wurden die Herren ausnahmsweise lebend in unsere Tiersammlung gelangt. Der Müller und Gruschke wiedergewählt. Da die Entwickelung des Eintritt kostet an diesem Sonntag, dem ersten im Monat Januar, Drtes durch die demselben aufgezwungene Bauklasse außerordentlich nur 25 Pf. für Erwachsene und Kinder. gehemmt wird, beauftragte die Vertretung den Gemeindevorsteher, daß derselbe erneut beim Landrat sowie beim Oberpräsidenten vorstellig werden solle. Lichterfelde. Gefunden wurde am Montag, den 6. Januar 1913, abends, in der Neuen Welt, Hafenheide, ein Ring. Derselbe ist abzuholen im Berliner Verbandsbureau, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69( Fahrstuhl), born 4 Treppen, in der Zeit von vormittags 9-1 Uhr oder 4 bis 7 Uhr nachmittags. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Am 8., 9. und 10. b. M. liegen im hiesigen Rathaus, Schillerstraße 32, Zimmer 12, von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags die Urwählerlisten aus. Für diejenigen, welche verhindert sind, selbst einzusehen, haben sich folgende Genossen bereit erklärt: Grpel, Berliner Straße 129, Schiller, Ferdinandstraße 15, Wahrendorf, Bätestraße 7. Richter, Chausseestraße 104, Lenski, Chausseestraße 55, Bing, Zigarrengeschäft, Dürerstraße 42 und Wrotnici, Ringstraße 17. Trebbin( Kreis Teltow). Es sprach dann noch der frühere Nationalsoziale Tischen dörfer, dessen Ausführungen auf die Versammlung aber feinen Eindruck machten. Am Schlusse seiner Rede machte derselbe Propaganda für den Reichsverband liberaler Arbeiter. Nach einem Schlußwort des Referenten wurde die Versamm lung geschlossen. Potsdam. Aus der Stadtverordnetensitzung. Die Versammlung, die zu Beginn des Berichtsjabces 60 Mitglieder zählte, ist durch den Tod des Stadtverordneten Hermann I auf 59 vermindert worden. Die hierauf vorgenommenen Vorstandswahlen ergaben die fast einstimmige Wiederwahl des alten Vorstandes. Straßenbeleuchtung soll eine kleine Ausdehnung erhalten und zwar Die elektrische sollen die Strecken Am Kanal( Nordseite) von Berliner Brücke bis Kaiserbrücke, Nauener Brücke bis Waisenbrücke und im Anschluß hieran die Bäckerstraße, Lindenstraße und Jägerallee elektrisches Licht höher als bisher. Stadtv. Winzler regte bierbei an, auch an die erhalten. Die jährlichen Unterhaltungskosten sind um 3016,75 M. elektrische Beleuchtung der Teltower Vorstadt zu denken. Die sozialpolitischen Bureaus, als Rechtsauskunftstelle, Gewerbe- und Kaufmannsgericht, Bureau für Kranken- und Invalidenversicherung und Angestelltenversicherung usw. sollen in dem Hause Humboldtstraße 5/6( Palast Barberini) untergebracht werden. Durch diese Verlegung entsteht ein jährlicher Mietsausfall von 1563,60 M. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Lichtenberg. Donnerstag, den 9. Januar, abends 6 Uhr, im Sigungsfaale des Rathauses, Möllendorfstraße. Einführung der neuen Stadt verordneten in ihr Amt. Wahl des Bureaus und des Wahlausschusses. Reinickendorf. Donnerstag, den 9. Januar, abends 5 Uhr, im großen Sigungssaale des Rathauses, Hauptstr. 38 I. Rosenthal. Donnerstag, den 9. Januar, abends 6 Uhr, in der Schula aula der Gemeindeschule, Schillerstraße. Mariendorf. Donnerstag, den 9. Januar, abends 5 Uhr, im Rat haus- Sizungssaal, Kaiserstraße. Diese Sigungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. des fönigl. Polizeipräsidiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 19,74 Marktpreise von Berlin am 6. Januar 1913, nad) Ermittelungen bis 19,80, millel 19,62-19,68, geringe 19,50-19,56. Roggen, gute Sorte 17,14-17,20, mittel 17,02-17,08, geringe 16,90-16,96( ab Bahn). Futttergerite, gute Sorte 17,40-18,00, mittel 16,70-17,30, geringe 16,00-16,60. afer, gute Sorte 18,80-20,20, mittel 17,30-18,70( frei Wagen und ab Bahn). Schleie 1,60-3,20. Witterungsübersicht vom 7. Januar 1913. Markthallenpreise. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen Aus der Stadtverordnetenversammlung. Zunächst wurde wiederum 30,00-50,00. Speisebohnen, weiße, 36,00-50,00. Linien 35,00-60,00. Graf Matuschka( lib. Fr.) zum Stadtverordnetenvorsteher und Genosse Molkenbuhr als dessen Stellvertreter gewählt. Die Aus der Stadtverordnetensitung. Der Zigarettenfabrikant Frizz Startoffeln( Kleinhdl.) 5,00-8,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,40-1,80. Schweinefleisch 1,60-2,20. bisherigen Beisitzer wurden einstimmig wiedergewählt. Die Wächter lehnt die Wahl zum Stadtverordneten mit der Begründung stalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. 60 Stüd Sizungen finden im laufenden Jahr wiederum Montags, abends ab, daß er lange Zeit das Amt eines Schiedsmannes versehen habe Gier 4,80-7,20. 1 Kilogramm Starpfen 1,40-2,40. Aale 1,60-3,20. Bander 6 Uhr statt. Gegen das Urteil des Bezirksausschusses betreffs Un- und zurzeit noch stellvertretender Amtsanwalt sei. Die Versammlung 1,40-3,60. echte 1,60-2,60. Barsche 1,00-2,40. gültigkeit der Wahlen Lassen und Trengebrodt hatte der Stadt- erkannte die Begründung als stichhaltig an. Sodann wurde Herr Bleie 0,80-1,60. 60 Stüd Streble 4,00-24,00. verordnetenvorsteher selbst Einspruch erhoben, um die Frist nicht ver- Thiele als Stadtverordneter und Herr Fenger als Magistratsmitglied streichen zu lassen. Die Versammlung beschloß, das Streitverfahren eingeführt. Als Stadtverordnetenvorsteher wählte die Versammlung bis zum Oberverwaltungsgericht durchzuführen. Nunmehr gelangte den Stadtverordneten Haase mit 9 gegen 5 Stimmen, die auf den die Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion, die städtischen Stadtverordneten Binge entfielen. Zum Stellvertreter wurde Herr Buchner mit 8 Stimmen gewählt. Als Schriftführer fungiert Herr Arbeiter betreffend, zur Debatte. Karl Binge, als dessen Stellvertreter Herr W. Heufeler. In die Abteilungsfommission werden gewählt: Heuseler, Thiele, Maaß, Jung, Genosse Schönsee und Binge. Als Sigungstag wurde für 1913 wieder der Donnerstag festgelegt. Die Sigungen beginnen im Sommer um 7 Uhr, im Winter um 6 Uhr. Spandau. Stationen Barometer Stand mm Windcichtung Windstärke Wetter Swinemde. 770 5 2 Nebel Hamburg 770 SSD 2bededt Berlin 771S 1 bedeckt Frankf. a.M771 Still Mebel 774 SD München 1 beiter Wien 774 NND 16edect Temp. n. G. 5°.= 4° R. 2 5 Stationen tand mm Barometer richt: arg Bind Bindstärke Haparanda 756S Betersburg 765 S Aberdeen -4 Paris 3 Scilly 3 758S 753 SSD 769 SS Better 4 bededt 2bebedt Temp. n. 6. == 5 bedeckt 4 bededt 1 Nebel 11 8 8 Berliner Wetterbureau. Genosse Mohs drückte sein Bedauern darüber aus, daß eine Vorlage viele Monate beim Magistrat ruhe. Bereits am 24. Mai sei dem Arbeiterausschuß die neue Arbeitsordnung zur Beratung übergeben worden, und als die Ordnung einige Tage später zurüd gegeben worden sei, da habe sich die Liberale Fraktion gar nicht genug über angebliche Verschleppung entrüsten fönnen; jetzt jedoch, nachdem sieben Monate vergangen, schweige sich dieselbe Fraktion aus. Ueber die Lohnerhöhung der Arbeiter spreche der Magistrat Ueber Reichstag und Koalitionsrecht in den Staatsbetrieben gar nicht, obwohl die Lebensmittelpreise fortgesezt steigen. Der sprach am Montagabend Reichstagsabgeordneter Weinhausen. Wetterprognose für Mittwoch, den 8. Januar 1913. Magistrat müsse endlich ersucht werden, den Beschlüssen der im großen Saale des„ Roten Adlers" in einer vom liberalen VerZunächst etwas fübler, teilweise aufklarend bei mäßigen südöstlichen Deputation nachzukommen. ein einberufenen öffentlichen, von etwa 500 Personen besuchten Winden; später wieder mild und vorherrschend wolkig ohne erhebliche Oberbürgermeister Dominicus erklärte, daß die Ungeduld Versammlung. Welch geringes Interesse die Liberalen an dem Niederschläge. der städtischen Arbeiter zu verstehen sei. Es sei zwar richtig, daß Koalitionsrecht der Staatsarbeiter haben, bewies der Besuch der die Vorlage auf sich warten lasse, aber man müsse auch die Galerien, die laut wiederholten Bekanntmachungen für liberale finanzielle Lage der Stadt berücksichtigen. Den berechtigten Wünschen Parteifreunde reserviert und nur von 20 Personen besetzt waren. der Arbeiter jolle Rechnung getragen werden. Der Magistrat sei Die Versammlung war auf die Landtagswahl zugeschnitten, um bestrebt, in Arbeiterfragen stets Muſtergültiges zu leisten, daher für die Wahl eines freisinnigen Kandidaten Propaganda zu machen. der Landesanstalt für Gewäfferkunde, mitgeteilt vom Berliner Welterbureau seien die Antwürfe unberechtigt. Bamberg( Lib. Frakt.) kann Der Referent kam ausführlich auf das Koalitionsrecht der Staatsnicht verstehen, wie es möglich ist, daß Beschlüsse verschleppt werden arbeiter zu sprechen. Genau so wie der Privatarbeiter müsse er fönnen. Die Vorlage der Mädchen- Fortbildungsschule sollte gleich das Recht haben, sich in Berufsvereinen zu organisieren. Die Refalls schon längst kommen und doch geschehe nichts. Der Vorwurf gierung erflärt nun, sie könne teine Organisation anerkennen, die Memel, Tilfit der Langsamkeit sei daher berechtigt. nicht auf das Streifrecht verzichte, da durch einen Streit die Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Hepner( Freie Frkt.) meint, die Sozialdemokratie wolle dem Schlagfertigkeit des Heeres nicht unterbunden werden dürfe. In Dder, Natibor Krossen Mittelstand und den armen Hausbesitzern das Hemd vom Leibe der Privatindustrie beherrschten die Organisationen mit dem Frankfurt reißen und in diesem Vorhaben seien die Sozialpolitiker behilflich. Streifrecht das Feld und der Friede werde dadurch gesichert, daß Alles geschehe nur für die Arbeiter und die Hausbesizer müssen von Organisation zu Organisation verhandelt werde. Genau so 3arthe, Schrimm Landsberg gut tönnte es auch in den Staatsbetrieben der Fall sein. Alle Orzahlen. Genosse Küter betonte, daß, wenn die finanzielle Lage der Stadt ganisationen außer den sozialdemokratischen hätten nun für ihre Rebe, Bordamm feine rosige fei, nur Herr Hepner und seine Freunde daran Schuld Mitglieder in den Staatsbetrieben auf das Streifrecht verzichtet. tragen. Warum hätten die Herren die Wertzuwachssteuer hinter Als Entschädigung dafür müßten ihnen aber andere Rechte ein geräumt werden. Die Staatsbetriebe müßten Musterbetriebe wer= trieben und neue Schwierigkeiten erhoben. Genosse Mohs meinte, wenn die städtischen Arbeiter sich in den. Innerhalb der Betriebe und der Verbände sollten die Staatsihrer Not an die Allgemeinheit wenden, so sei dies nur berechtigt. arbeiter teine Politik treiben, aber außerhalb derselben müßten Wafferstand GIDC, Leitmerit . " Dresden 1.Barby Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlik Havel, Spandau, Rathenow2) am feit 6.1. 5.1. cn cm³) 175 -13 96+8 Wasserstands- Nachrichten am feit 6.1. 5.1. cm cm³) 377 -25 78 32 272 -10 88 170 +6 227 113 225 243 1343) 855 -17 124 Rhein, Marimiliansau 396 50 -4 239 74 -13 Köln 283 -16 42 -16 Redar, Heilbronn 96 -9 302 -20 Main, Hanau 211 -11 249 -17 Mosel, Trier 122 98 -10 Spree, Spremberg) Beestow Befer, Münden Minden Kaub 4)+ bedeutet Wuchs,-Fall. Unterpegel.) Schwaches Treibels. bb Josetti VERA 3 Pfg Cigarette abei 1. Geffentliche politische Versammlungen. Oeffentliche Verfammlungen hr, im am Montag, den 13. Jannar, abends 8½, " Marinehaus", Brandenburger Ufer( An der Waisenbrücke) und am Dienstag, den 14. Januar, abends 8%, Uhr, " in dem Moabiter Gesellschaftshaus", Wiclefstr. 24. Referenten in beiden Versammlungen: Prof. Dr. R. Broda, Paris ( vom Institut für den Austausch fortschrittlicher Erfahrungen): Konfeffioneller Religions- oder weltlicher Moralunterricht? Erfahrungen in Frankreich. ( Der Bortrag wird in deutscher Sprache gehalten.) 2. Landtagsabgeordneter Adolf Hoffmann: Die Moral des Religionsunterrichts. Erfahrungen in Preußen. Eintrittspreis 10 Pf. 55/ 1* Der Einberufer: A. Harndt, Bappel- Alee 15-17 Mittwoch, 8. Januar 1913. Anfang 3%, Uhr. Berliner. Kabale und Liebe. Anfang 72 Uhr. Kgl. Opernhaus. Violetta. Kgl. Schauspielhaus. Julius Cäsar. Deutsches. Der blaue Bogel. Zirkus Busch. Gala- Borstellung. Zirkus Albert Schumann. GalaBorstellung. Anjang 8 Ubr. Urania. Zwischen Kreuz und Halb mond. Deutsches Schauspielhaus. Der gute Ruf. Leffing. Der Biberpelz. Kammerspiele. Fiorenza. Howells Cegr. 1830. Ohne jede Anzahlung Pianos Flügel verkaufe ich sowie und in erstklassiges Fabrikat ( 9X prämiiert Staatsmedaille) allen Holz- und Stilarten, von wunderbarer Tonfülle( Flügelton) Harmoniums gegen kleine monatliche Teilzahlung. Für jedes Instrument gewähre ich langjährige schriftliche Garantie. 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Morgen und folgende Tage: Die Frau Präsidentin. Theater am Nollendorfplatz 5. An allen Tagen der Woche: Abends 8 Uhr. Die schöne Helena. Schiller O. Die Geſchwifter. Gga. Luisen- Theater. Schiller Charlottenburg. Die = Schmetterlingsschlacht. Luisen. Berlin- Hamburg- New York. Metropol. Chauffeur ins Metropol. Komödienhaus. Die Generalsede. = Berlin: Mittwochabend 8 Uhr: Samburg New York. Gr. rom. fomisch. Ausstattungsstück von Ernst Ritterfeldt. Musik von Georg Runsfy. Donnerstag u. folg. Tage: BerlinGroß- Berlin. Das Fürstenkind. Hamburg New York. Trianon. Die Erste Die Beste. Rose. Sünden der oberen 10000. Zwischen Kreuz und Halbmond. Reichshallen-Theater Stettiner Sänger. „ Boscoff, Mehsel und Britton. Anfang 8 Uhr. Sonntags 72 Uhr. Theater Abends ab 8 Uhr! Das grandiose Programm. 82 Uhr: Ein beispielloser Erfolg! ,, Brüderlein fein". Alt- Wiener Singspiel von Jul. Wilhelm. Musik v. Leo Fall. Folies Caprice. Die Novitäten: J: Sachen Katenstein. Die Doppelfirma. 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Anjang 8 Ubr. Donnerst.: Der große Unbekannte. Metropol- Theater Chauffeur- ins Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern. Otto Reutter a. G. mit gänzlich neuem Repertoire! Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Brauerei Friedrichshain am Königstor. Heute, Mittwoch: Elitetag des größten bayerisch. Bockbierfestes Damen- Prämiierung der schicksten Ohrenschneckenfrisuren 5 Geldpreise 100 Mark bar. Außerdem erhält jede Dame, welche mit einer Schneckenfrisur erscheint, ein Geschenk im Werte von 5 Mark. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Neue Welt Arnold Scholz Täglich: Hasenheide 108/114 Herrnfeld Bockbierfest Theater Nicht Lachstürme! Schiller- Theater 0. anerendenwollende Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Geschwister. Elga. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Freitag, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Schiller- Theater Charlottenburg. mech, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wolkenkratzer. Freitag, abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. in den bayerischen Alpen. Morgen, Donnerstag, den 9. Januar 1913: Keine fleischnot! Keine Fleischnot! Wüstenmoral Braten eines ganzen Gehsen Die Alpenbrüder mit Anton und Donat Herrnfeld ul. 8 Uhr. Borvert. 11-2( Theatert.) Anschnitt 9 Uhr. Portion 80 Pf. Anschnitt 9 Uhr. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. -5 Kapellen. 30 bayerische Mad'l. Heute Mittwoch, 8. Januar, abends 72 Uhr: Einzig in der Welt dastehend! Das menschliche Aquarium Mac Norton verschluckt 20 lebende Frösche und 20 Goldfische. Die genauesten Untersuchungen Mac Nortons haben ergeben, daß eine Täuschung d. Publikums durch irgend welche Tricks ausgeschlossen ist, ferner die groß. Januar- Attraktion. Zum Schluß: Die große Prunk- Pantomime ,, Sevilla" اوو UT Zirkus Cogr. 1830. Albert Schumann. Heute Mittwoch, 8. Januar, abends 7, Uhr: Große Elite- Vorstellung. Um 9 Uhr: Der unsichtbare Mensch. 4 Bilder aus Indien. Neu! Die verwegenste Raubtierdressur der Gegenwart Eine Gruppe RiesenLöwen und Königstiger vorgeführt von Mons. Cäsario. Miß Belloni mit ihren dressierten Papageien. Schulpferd u.Ballerina, Sportakt ausgf.v. Hrn. Alb.Carré und das übrige Glanzprogramm. Voigt- Theater. Gesundbrunnen, Badstr. 58. Heute, den 8. Januar cr.: Union Adam und Eva. Theater Nur noch heute und morgen: Asta Nielsen als ,, Herr Klette" in Jugend u. Tollheit Lustspiel in 3 Akten von Urban Gad. Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Die Erste Die Beste! Theater Königstadt- Casino. Ede Holzmarkt- u. Alexanderstraße. 1 Minute v. Bahnh. Jannowizbrüde Tägl. abds. 28, Sonnt 26 Uhr: Einer Mutter Sohn. Bolksstück in 1 Aft und das groß. Spezialitätenprogramm Jed. 1. u. 16.: Programmwechsel. Komödie mit Gesang in 4 Akten von Jacobson und Ely. Kaffeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8%, Uhr. assage Theater Lichtspiele Unter den Linden 22/23. Liebe u. Recht Drama aus dem wilden Westen und das große Programm. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr: Die neue Lokalpoffe: Am grünen Strand der Spree! Germania- Prachtsäle N., Chausseestr. 110. K. Richter. Heute Mittwoch: Paul Mantheys lustige Sänger. Anjang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Nachdem Freitanz. Vorzugskarten gelten. Morgen Donnerstag: Großes Bockbier- Konzert. Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. PEEK& CLOPPENBURG 0 □ Gertraudtenstraße 25-26-27 BERLIN Roßstraße 1- la- 2 Nur bis Montag, den 20. Januar Inventur- Verkauf Zum zu vorteilhaften, niedrigen Preisen. Verkauf kommen fast nur tadellose Restbestände in besseren Qualitäten, welche billig verkauft werden! Besonderes Angebot in Knabenund Jünglings- Anzügen in besserer Ausrüstung. Herren- SakkoAnzüge, Paletots und Ulster in modernen Farben und neuester Machart außerordentlich preiswert. Verkäufe. Zehn Prozent Rabatt im Inbenturausverkauf. 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