Nr. 7. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breislijte. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 30. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Hnzeigen", das fettgedrudte 28ort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben verden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplah, Nr. 1983. Donnerstag, den 9. Januar 1913. Gefchloffen in den Wahlkampf! in den Wahlkampferite, is die Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. daß die Armee der sozialistischen Wahlrechtskämpfer die denk- liegt auch im Interesse der Türkei, indem die zu erwartende barste Stärkung nach außen wie innen erfährt! Willenserklärung Europas gegen die Fort Ist doch auch in der Tat die Erreichung dieses Zieles die fet ung des Krieges in möglichst nachdrücklicher Weise erste, ja die einzig verläßliche Garantie wirklicher Erfolge abgegeben wird. Ueber die Einleitung direkter Beim Kampf gegen die preußische Wahlentrechtung und Unsprechungen zwischen Bulgarien und und der Einstimmig hat der preußische Parteitag die ihm von der kultur. Und natürlich muß es uns auch auf die möglichste Pforte wegen Adrianopels liegen an amtLandestommission empfohlene Resolution über die Wahltaktik Verstärkung unserer eigenen Landtagsfraktion ankommen. lichen Stellen bestimmte Nachrichten noch nicht vor. angenommen. Einmütig wird das preußische Proletariat in Kann diese Fraktion auch nur im bescheidensten Maße direkte Es läßt sich auch noch nicht erkennen, welcher von den Wahlkampf eintreten. Die Phalany wird fest geschlossen gesetzgeberische Vorteile für die Arbeiterklasse erringen, so kann den verschiedenen Lösungsversuchen für die Frage von fein; die Wahlpropaganda sowohl wie die Wahltaktit wird fie doch außerordentlich viel zur Aufklärung und Aufrüttelung Adrianopel die besten Aussichten hat. In mehr oder weniger nach einheitlichen Grundsäßen geübt werden. Versöhnlich, der Volksmassen beitragen und dadurch positive Arbeit der akademischer Weise werden die verschiedenen Lösungsvorschläge wie bei aller Schärfe der Meinungsdifferenzen und bei aller wertvollsten Art leisten. Gerade der Verstärkung der sozial zur Erörterung gestellt, so beispielsweise die Neutrali Herausarbeitung der trennenden Gesichtspunkte die ganze demokratischen Fraktion wegen aber fann es uns nicht ein- fierung Abrianopels und die Entfestigung oder Debatte geführt wurde, klang sie auch aus. Und wir wollen es fallen, dem Freisinn die so ersehnte Unterstüßung ohne eine Teilung der Stadt zwischen Bulgarien gern anerkennen, daß die Genossen, die andere Resolutionen vor- ausreichende Gegenleistung zu gewähren. Die und der Türkei oder schließlich die Uebergabe der geschlagen hatten, durch Zurückziehung ihrer Resolutionen und ihre Forderung der Gegenleistung ist aber auch deshalb um so Stadt an Bulgarien unter Vorbehalt eines erterriZustimmung zu der Resolution der Landeskommission den notwendiger, als sie zugleich die beste Gesinnungs- und Bu- torialen Moscheebezirtes zur Verfügung des Sultans. Amtliche Eindruck der Einmütigkeit in erfreulicher Weise verstärken verlässigkeitsprobe darstellt. Zeigt der Freisinn nicht einmal Gestaltung hat bisher keine dieser Möglichkeiten angenommen. halfen, den die vierte Tagung der preußischen Sozialdemo- fobiel Courage und politischen Ernst, um mit der Sozialfratie hinterlassen hat. Wir wollen es diesen Genossen auch demokratie einen Gegenseitigkeitsvertrag abzuschließen, so ist Bulgarisch- türkische Besprechungen! nicht berübeln, daß sie dabei durch kühne Hineininterpretierungs- von solch pflaumenweichen Gesellen auch nicht der mindeste Köln, den 8. Januar. Die„ Kölnische Zeitung" meldet tünste von ihren Forderungen zu retten fuchten, was ihnen Gewinn für die Verfechtung der Volksinteressen im Abgeord- aus Konstantinopel: Auf Einladung des bulgazu retten irgend möglich schien. Jedoch werden sie sich wohl so netenhause zu erwarten! rischen Oberkommandierenden hatten der türkische wenig wie der Freisinn der Illusion hingeben, daß der Beschluß Diese Erwägungen und die Erkenntnis, daß der Kampf Sriegsminister und der Minister des Aeußern des Parteitages schließlich dennoch eine Auslegung erfahren um die Eroberung des preußischen Wahlrechts nicht durch gestern eine Besprechung mit ihm nahe bei Tschataldscha. könnte, von der ganz offenbar die ungeheure Mehrheit des parlamentarische Schachzüge, sondern einzig durch außerparla- Die Minister kehrten am Abend zurück und erstatteten sofort Parteitags absolut nichts wissen wollte. Die Grundzüge der mentarische Bressionen der eindringlichsten Art erfolgreich ge- dem Ministerrat Bericht. Resolution, wonach die unerläßlichen Voraussetzungen unseres führt werden kann, führten zur Annahme der Resolution der Das Interesse Desterreichs. Vorgehens in der unbedingten Aufstellung sozialdemokratischer Landeskommission. Sache der Genossen im Lande ist es nun, Wahlmänner und wirklicher, vollwertiger Gegenseitigkeit der alle Vorbereitungen zu treffen, um mit dem Wahlkampf, der diation der Mächte in der Angelegenheit des Friedensschlusses Wien, 8. Januar. Unter Hinweis auf die bevorstehende Me Wahlunterstützung zu bestehen haben, sind ja auch durch den zugleich eine neue Phase des Wahlrechtskampfes sein muß, betont das offigiöse rembenblatt": Go sehr man auch in flaren Wortlaut der Resolution und zum Ueberfluß durch die rechtzeitig und kraftvoll einfeßen zu können. Es ist zugleich durchsichtiger agitatorischer Absicht Notizen über angebliche Unbündigen Deklarationen des Referenten und des Vorsigenden Pflicht der Genossen überall draußen, über die strikteste Inne stimmigkeiten zwischen den Großmächten lancieren will, zeigt derartig festgelegt, daß es einen Zweifel gar nicht geben tann. haltung der scharf umrissenen Richtlinien der vom Barteitag jeder Tag die Mächte einig in der Auffaffung, daß ein bal. Andererseits bietet die Resolution auch, und zwar mit voller angenommenen Resolution zu wachen! Absicht, den nötigen Spielraum, um Für die große Kampagne, die unser harrt, hat der Partei- Desterreich- Ungarn hat das lebhaftefte Interesse an einem allen berechtigten biger Friedensschluß eine Notwendigkeit fei. Insbesondere Wünschen und Bedürfnissen lokaler Art Rechnung zu bag wirksame Munition geliefert. Der Bericht der Landtags balbigen Erfolge der Friedensverhandlungen, denn es muß nicht nur tragen. Will also der Freisinn diesmal durch die Tat be- fraktion enthält eine Fülle von Agitationsstoff, der sich noch die Schäden des Kriegszustandes in der Nachbarschaft am meisten weisen, daß ihm die Forderung einer durchgreifenden Wahl- bereichern und vertiefen läßt durch ein Zurückgehen auf die fühlen, vielmehr werden auch nach dem Friedensschluß reform nicht eine leere Agitationsphrase, sondern Herzenssache stenographischen Barlamentsberichte selbst. Auch wird dem- iene Verhandlungen aufgenommen werden, wodurch ist, so bietet sich ihm die beste Gelegenheit, das bei den Neu- nächst, wie der Parteivorstand mitteilte, das umfangreiche bie wichtigen Fragen gelöst werden, welche sich für Defter wahlen zum Dreitlassenparlament durch die Tat zu beweisen. Handbuch für die Landtagswahlen in völliger Neubearbeitung reich- Ungarn aus der Neugestaltung der Verhältnisse auf dem Ballan Es ist nicht unseres Amtes, den Freisinn zu beſtürmener erscheinen. Besonders wertvoll aber wird uns auch die furcht- ergeben. ist Herr seines Willens und muß sich der Verantwortlichkeit bare Elendsschilderung und empörende Tatsachensammlung Das Schicksal Adrianopels. und der Tragweite seines Entschlusses selbst bewußt sein. Sollte sein, die Genosse Georg Schmidt dem Parteitag durch sein London, 8. Januar. Wie das Reutersche Bureau erfährt, er indessen auch diesmal versagen, so dürfte er für alle Referat über die Landarbeiterfrage unterbreitet hat. Tut denkenden Wähler seine Rolle als fortschrittliches Element end- jeder im Lande seine Schuldigkeit, so wird in nicht zu ferner hat die bulgarische Mission teine offizielle Stenntnis gültig ausgespielt haben. Und die Sozialdemokratie würde Zukunft die Armee des Landproletariats geschlossen zu dem davon, daß die Türkei vorgeschlagen hatte, die Gräber es, das bedarf ja teiner Versicherung, an Anstrengungen Heerbann des Industrieproletariats gestoßen und der An- und die Moschee in Adrianopel exterritorial wahrhaftig nicht fehlen lassen, den Volksmassen gründlichst die sturm der geeinten Streitkräfte unwiderstehlich geworden 8u lassen. Es sei möglich, daß dies in Sofia angeregt Augen über einen Freifinn zu öffnen, der den angeblichen sein! Dann endlich wird die preußische Zwingburg gebrochen artige Anregung machen sollte, Bulgarien in dem Wunsche worden sei. Man versichert, daß, wenn die Pforte eine derRampf um Erringung des gleichen Wahlrechts durch- An- werden, und dann erst wird in Preußen die Macht des Proschluß nach rechts, durch Unterstützung der rabiatesten Wahl- letariats auch parlamentarisch wahrhaft fruchtbar gemacht eine noch versöhnlichere Haltung zu zeigen, bereit wäre, rechtsfeinde zu führen sucht! dazu seine Zustimmung zu geben. Der Beschluß des Parteitages ist ein rühmliches Zeugnis für die unbeirrbare Klarheit der politischen Auffassung der Partei. Eingedenk der Mahnung, daß man auch den Parteien nicht aufs Maul, sondern auf die Fäuste zu sehen hat, hat der Parteitag jeden Gedanken, etwa durch Unterstügung der Nationalliberalen eine Verstärkung werden können! Die Balkankrise. friedliche Ausfichten. London, 8. Januar. In den diplomatischen der" liberalen" Linken zu versuchen, weit von sich gewiesen. reisen Londons herrscht auch weiterhin eine hervor. Nicht deshalb, weil wir in politischer Farbenblindheit so gar ragend friedliche Stimmung, da die Großmächte feinen Unterschied zwischen den verschiedenen bürgerlichen über die Notwendigkeit einig zu sein scheinen, die SchwierigParteien zu entdecken vermöchten. Daß sich in einzelnen Fragen auch die Nationalliberalen von den Parteien des teiten zu ebnen, die noch die Lage auf dem Balkan umgeben. schwarzblauen Blocks unterscheiden und daß in gewissen- Dieser Stand der Dinge scheint auf sämtliche Friedensallerdings seltenen und ganz besonders gearteten Fällen delegierte und auf die anderen Streise, die dem Verlauf der auch eine Stärkung der Nationalliberalen auf Kosten Verhandlungen folgen, Eindruck gemacht zu haben. der übrigen Reaktionäre im Interesse des Proletariats liegen tann, ist eine platte Selbstverständlichkeit. Daß aber zurzeit die preußischen Nationalliberalen einen " Desterreich isoliert Montenegro? Cettinje, 8. Januar. Die österreichisch ungarische Regierung hat die Grenze von Bosnien und der Herzegowina abgeschlossen, angeblich wegen der in Montenegro herrschenden Bodenepidemie. Auf diese Weise wird Montenegro allen Verkehrs mit den genannten Provinzen beraubt. Von seiten Monteeignet hätten, indeffen sei die österreichische Maßnahme umso weniger negros wird zugegeben, daß tatsächlich sich einige Bodenfälle ergerechtfertigt, als Montenegro alles getan hätte, die Kranken zu isolieren und eine weitere Ausdehnung der Seuche zu verhindern. Eine türkische Anleihe. London, 8. Januar( P.-C.). Ueber die Anleihe, die die türkische Regierung in Londoner Finanzfreifen effettuiert hat, werden noch folgende Einzelheiten bekannt: gewiesen, daß der Teil des Eisnerschen Vorschlags, der von Meeres zurückzuziehen. Truppen von der Küste des Adriatischen wegen event. Nichtzahlung des Soldes zu vermeiden. Die Banken, Serbien erklärt offiziell seine Nachgiebigkeit. Die forte wird sofort die Summe von 500 000 fund Sterling erhalten und zwar bedingungslos. Jm Anleihevertrag hat London, 8. Januar. Wie das Reutersche Bureau erfährt, die türkische Regierung jedoch ausbrüdlich anerkannt, daß sie diese ebenso tompakten Block auf dem Wege zum sozialen Serbien zum Beweise seines guten Willens bereit sei, im 8weden zu verwenden beabsichtigt. Der Betrag ist vielmehr zur werden die Mächte heute offiziell benachrichtigt werden, daß 500 000 Pfund nicht zu irgendwelchen militärischen und politischen Fortschritt darstellen wie Konservative und Zentrum, das das haben haben die Referenten wie Dis- Juteresse des allgemeinen Friedens Opfer zu bringen und fich Bezahlung des rückständigen Soldes und der Beamtengehälter bekussionsredner gerade dieses Parteitages so schlagend nach entschlossen habe, unmittelbar nach dem Friedensschluß seine stimmt, um jeb webe Unruhen im Innern Kleinajiens Der Unterstützung auch der Nationalliberalen handelte, bald hoffe, indem sie so handele, daß Europa von ihrer Mäßigung haben, versprachen weiter, am Tage der Unterzeichnung Die serbische Regierung die sich zur Zahlung dieses Vorschusses an die Pforte bereit erklärt als völlig undiskutabel aus den Erwägungen ausschied. Uebrig blieb nur die Frage, ob die Sozialdemokratie Kenntnis nehmen und keine weiteren Opfer verlangen werde, bes Friedens zwischen der Türkei und dem Ballanbund einen wenigstens ein Interesse daran habe, den Freifinn so stark die außerhalb der Grenzen ihrer Macht sein könnten. als möglich in das Dreiklassenhaus einziehen zu sehen. Aber auch hier ergab sich, daß die Stärke des Freisinns auf die Desterreich und Rußland. Die Vermittelung der Mächte. zweiten Vorschuß ebenfalls in Höhe von 500 000 Pfund, eventuell noch darüber an die Pforte zu zahlen und an einem noch späteren Termin, wahrscheinlich innerhalb Jahresfrist nach dem Friedens vertrag noch eine dritte Zahlung folgen zu lassen. Ein ,, modernes" Volksschulgefetz. London, 8. Januar. Das Reutersche Bureau erfährt, daß Gestaltung der zu erwartenden Wahlreform ohne irgend sich die Lage zwischen Desterreich Ungarn und Nußwelchen Einfluß ist, da ja im Zeichen der Dreiklassenschmach land in legter Zeit gebessert habe, nachdem zwischen jede Wahlreform von der Reaktion gemacht wird, sei es den beiden Mächten bezüglich der von beiden Seiten gevon Konservativen und Bentrum, sei es von Konservativen troffenen militärischen Maßnahmen eine offene Darlegung und Nationalliberalen, oder sei es endlich von einem gemein- ihrer Ansichten stattgefunden hat. Das braunschweigische Ministerium hat seine lieben Braun famen Kompromißmischmasch aller drei Parteien. Unter jolschweiger mit einem hübschen Neujahrsgeschenk beglückt, dem Enta chen Umständen konnte also von einer Unterstügung des Freiwurfe eines Volksschulgesetes, der dem im Januar zusammena finns unter Opferung eigenster Interessen Köln, 8. Januar. Die„ Kölnische Zeitung" veröffentlicht tretenden Landtage vorgelegt werden soll. Wenn die braungar keine Rede sein. Da vielmehr gerade das Intereffe des folgende Berliner Drahtmeldung: Das Vorgehen der schweigischen Minister Humor befäßen, könnte man das Schulgesetz Wahlrechtstampfes, wie jedes preußischen Fortschritts über- Mächte ist die Frage, auf die sich heute das Augenmerk für einen schlechten Silvesterscherz halten, so mittelalterlich ist es. haupt, die Stärkung der sozialdemokratischen Klassenkampf- aller richtet. Aller Voraussicht nach wird die gleiche Mit- Bisher unterstand die braunschweigische Volksschule dem Kon armee selbst gebietet, fand die Forderung allgemeinſte 3u- teilung, die von den Großmächten an die Pforte gerichtet fistorium. Sie wurde offiziell als lutherisch- evangelische Schule ftimmung, den Wahlkampf durch möglichst lückenlose Auf- werden soll, entgegen anderweitigen Meldungen die Form bezeichnet. Der erste Ortsgeistliche war zugleich Schulinspektor. Stellung eigener Wahlmännerkandidaten und die Entfaltung eines gemeinschaftlichen Schrittes annehmen. Der neue Schulgeseßentwurf ist nichts weniger als eine Res der intensivsten und prinzipiellsten Agitation so zu führen, Dies entspricht nicht nur dem Wunsche der Mächte, sondern form. Er vereinigt eigentlich nur die zerstreuten Bestimmungen in einem geschlossenen Gesetze. Materiell birgt er nur wenig Neues und fast gar nichts Besseres. Die Volksschulen bleiben evangelisch- lutherisch. Sie sollen ..der schulpflichtigen Jugend die Grundlagen christlicher und Vater- ländischer Biloung verschaffen". Sie bleiben auch unter der Ob- Hut des Konsistoriums. Die Schulen der Stadt Braunschweig werden von dem Konsistorium direkt beaufsichtigt. Für die übrige Schulaufsicht werden sechs Bezirksschulinspektorenstellen neu ge- schaffen. Diese Bezirksschulinspcktoren werden von der Regierung aus den Schulfachmännern oder den Geistlichen ernannt. Damit wäre also eine Art weltlicher Schulaufficht geschaffen. Aber diesem kleinen Schritt vorwärts folgt sogleich ein größerer Schritt rück- wärts. Jeder Ort erhält nämlich einen Schulvorstand. In diesen Schulvorstand dürfen nur Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde gewählt werden. Der erste Ortsgeistliche ist stets der Vorsitzende des Schulvorstandes. Dieser Vorsitzende kann jeder- zeit den Schulunterricht überwachen und seine Ausstellungen dem Konsistorium und dem Ministerium mitteilen. Der Geistliche bleibt also trotz den Bczirksschulinspcktoren Ortsschulinspettor. Auch sonst isk'das Gesetz recht liederlich gearbeitet. Nicht ein- mal die Tauer der Schulpflicht ist festgelegt. Das Schuljahr dauert vom 1. April bis zum 31. März; bisher von Ostern zu Ostern. Die Schulpflicht beginnt mit dem sechsten Lebensjahr. Kinder, die bis zum 30. Juni sechs Jahre alt werden, sind eben- falls schulpflichtig. Aber auch fünfjährige Kinder werden auf- genommen, wenn ein Arzt bescheinigt, daß sie kräftig genug sind. Die Schulpflicht dauert bis zum Schlüsse desjenigen Schuljahres, in dem das Kind das 14. Lebensjahr vollendet oder nach dessen Ablauf das Kind spätestens am folgenden 30. Juni 14 Jahre alt wird. Bisher endete die �Schulpflicht mit der Konfirmation. Eine Höchstzahl der Schulkinder für eine Klasse oder eine Lehrkraft setzt das Gesetz nicht fest. Es soll dafür die„gedeihliche Durchführung der Ausgabe der Gemeindcschule" maßgebend sein. Auch eine Mindestzahl der Schulstunden wird nicht festgesetzt, was auf dem Lande sehr nötig wäre, da die Agrarier die Schulkinder gern auf dem Felde oder bei Treibjagden usw. verwenden und alles aufbieten, um die Schulstunden einzuschränken. Dagegen setzt der Entwurf für die Landschulen eine Höchstzahl der Schulstunden fest. Die wöchentlichen Unterrichtsstunden dürfen im Winter die Zahl 28 und im Sommer die Zahl 24 nicht überschreiten. Die Gegenstände des Unterrichts, die das Konsistorium im Jahre 1840 festgelegt hatte, sind nicht erweitert worden; nur für Mädchen wird obligatorischer Turnunterricht eingeführt. Tie katholischen, jüdischen und Dissidentenkinder brauchen am evangelisch-lutherischen RtTligionsunterricht nicht teilzunehmen, falls die Eltern anderweitig für angemessenen Religionsunterricht sorgen. Darüber, ob dieser Unterricht angemessen ist, entscheidet aber allein der evangelisch-lutherische Geistliche. Beschwerdeinstanz ist das Konsistorium. Das hat praktisch die Folge, daß die Disfidentenkinder zwangsweise am evangelisch-lutherischen Religions- Unterricht teilzunehmen haben. Auch die katholischen und die jüdischen Kinder müssen zwangsweise an dem evangelisch- lutherischen Religionsunterricht teilnehmen, wenn ihre Eltern nicht für angemessenen anderweitigen Religionsunterricht gesorgt haben. In der Begründung heißt es, daß der Unterricht in einer anderen Religion dem Fehlen jeder religiösen Einwirkung vorzuziehen sei. Auch einen Maifeierparagraphen hat der Entwurf. Die Schule erhält nämlich das Recht, den Kindern die Teilnahme an Ver- anstaltungen jeder Art zu verbieten, wenn solche Verbote zur Durchführung der Aufgabe, die Kinder christlich und vaterländisch zu erziehen, erforderlich erscheinen. Damit will man die Ver- anstaltungen der aufgeklärten Arbeiter treffen. Schließlich geht die Schulpflicht noch über die Schulzeit hin- auS. Das Gesetz verpflichtet nämlich die schulentlassene Jugend auch noch zur Teilnahme an der kirchlichen Kinderlehre. Dabei hat das Herzogtum Braunschweig noch nicht einmal eine obligato- rische Fortbildungsschule. Die Einrichtung von Fortbildungsschulen bleibt völlig dem Belieben der Gemeinden überlasse». Man sieht: das Schulgesetz könnte kaum noch reaktionärer sein. Dessenungeachtet ist cS ziemlich wahrscheinlich, daß der Drei- tlassenlandtag den Entwurf nicht etwa ablehnen oder verbessern, . sondern noch weiter verschlechtern wird. So regiert man nun ein- nial in Braunschweig. Die nationalliberale„Landeszeitung" aber preist den Verfasser des Schulgesetzentwurfes, den Justiz- und Kultusminister Wolfs, als einen liberalen Mann,„der seine durch das bisherige Leben und Streben bewähr- ten freiheitlichen Grundsätze dem Entwurf auf- geprägt" habe. Ja, das natwnalliberale Blatt findet sogar. daß dieses Volksschulgesetz in Summa einen großen Fortschritt bedeute. Schlecht kommen in dem braunschweigischen Schulgesetze die Lehrerinnen weg. Die Lehrerin, die heiratet, wird sofort cnt- lassen. Und heiratet sie erst, nachdem sie in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist, so wird ihr sofort die Pension entzogen. Die Begründung findet diese rigorosen Bestimmungen einfach selbst- verständlich._ politische(leberkiedt. Berlin, den 3. Januar 1918. Wagenmangel und andere Mängel. Der Reichstag kam in seiner ersten Sitzung nach den Weihnachtsferien endlich zur Behandlung der sözialdemokrati- schen Interpellation über den Wagenmangel im preußischen Eisenbahnbetriebe. Unsere Fraktion hatte die Interpellation eingebracht, als sich die vielfachen schädlichen Wirkungen dieser preußischen Rückständigkeit auf Handel und Wandel und auf die Lebensverhältnisse von Hunderttausenden von Arbeitern un- mittelbar und in außerordentlich starkem Maße zeigten. Das war im November und Dezember vorigen Jahres. Die Geschäftslage des Reichstags und kleine Korrekturen der Tages- Ordnungen der letzten Sitzungen im alten Jahre hatten aber verhindert, daß die Interpellation noch vor Weihnachten zur Erörterung gelangte. Diese Hinausschiebung der Besprechung hat ihr etwas vom Reiz der Unmittelbarkeit genommen. Aber es wurde von dem Genossen König, der die Interpellation mit guter Sachkunde und guten Gründen als notwendig nachwies, mit Recht darauf hingewiesen, daß es sich bei dem Wagenmangel nicht um eine einmalige und bald vorübergehende Er- schcinung handelt, sondern daß er neben vielen anderen Miß- ständen im preußischen Eisenbahnwesen auf Unzulänglichkeiten. Rückständigkeiten und Unnahbarkeiten im System der preußischen Eisenbahnverwaltung zurückzuführen ist, so daß wir sehr bald wieder mit einem neuen starken Wagenmangel neben dem dauernden Wagenmangel überrascht werden können, wenn nicht dem System gründlich zu Leibe gegangen wird. Leider bietet sich dem Reichstage dafür nur eine unzu- längliche Handhabe, da das Eisenbahnwesen in der Hauptsache eine Privatangelegenheit Preußens ist und das Reich nur sehr unzureichende Aufsichtsrechte besitzt. Das zeigte sich auch in der bezeichnenden Tatsache, daß der eigentliche Ver- antwortliche für die vorhandenen Mißstände, der preußische Eisenbahnniinisterv. Breitenbach, nicht erschienen war, sonderndas Reichseisenbahnamt mit seiner Verteidigung beauftragt hatte. Herr Wackerzapp unterzog sich dieser dankbaren Aufgabe auch mit all dem Eifer und Fleiß, den die schwachen Reichsbehörden in ihrer gottgewollten Abhängigkeit den starken Männern der preußischen Ressorts schuldig sind. Die preußische Eisenbahn- Verwaltung ist so unschuldig und brav, kein Engel ist so rein! Aber dafür brachte der Herr Reichsbeamte das bescheidene Maß von Mut, das er zweckmäßig gegen die preußische Miß- Wirtschaft hätte kehren müssen, gegen den sozialdemokratischen Redner auf. Das ist ungefährlicher und empfiehlt außerdem in eindrucksvoller Weise nach oben. Mit den Lohn- und Ar- beitsverhältnissen der Bergarbeiter und Eisenbahner sich zu beschäftigen, wie es der sozialdemokratische Interpellant getan habe, sei nicht Aufgabe des Reichstags. Als ob wir die Herren je danach fragen würden, mit welchen Gründen wir unsere Interpellationen zu belegen haben! Für Breitenbach, Wackerzapp und ihresgleichen kommen natürlich nur die Schäden in Betracht, die der Wagenmangel allenfalls den Profiten der Bergherren und anderer Kapitalisten zufügt. Für die Sozialdemokraten kommt aber in erster Linie das Interesse der Arbeiter iil Betracht. Genosse König hatte deshalb mit vollem Fug und Recht die unerhörten wirtschaftlichen Nachteile, die Ausfälle an Lohn, die Verschlechterung der Arbeitszeit und ähnliche Wirkungen, die der Wageiinmugel für Hunderttausende von Arbeitern im Gefolge gehabt hat, zur Sprache gebracht. Die bürgerlichen Redner hielten ihre Kritik fast alle in dem engen Rahmen, den„staatserhaltende" Parteien den Staatsbehörden gegenüber für notwendig halten. Ter Zen- trumsredner Bell brachte bei dieser Gelegenheit seine Rede an den Mann, die ihn: bei den Beratungen des preußischen Landtags ein Schlußantrag im Busen festgekeilt hatte. Der Nationalliberale S ch w a b a ch wußte zwar allerlei Mißstände zur Sprache zu bringen, aber er befleißigte sich der vorsichtigen Form, die den Pelz waschen will, ohne ihn naß zu machen. Der �konservative Graf K anitz suchte die geliebte preußische Regierung herauszupauken, indem er ungeheure Zahlenbergc bis auf Heller und Pfennig mit ungeheuer wichtiger Geberde vor dem Hause auftürmte. Aber der Freisinnige D o V e stieß diese künstlichen Berge mit einem Fußtritt zusammen und zeigte, daß sie nur Attrappen gewesen waren. Auch in seinen übrigen Ausführungen rückte Dove schlagfertig und mit witziger Schärfe der Rückständigkeit im preußischen Eisenbahn- Wesen zu Leibe. Er verlangte vermehrte Kompetenzen des Rei- ches durch ein Reichseisenbahngesetz, damit die Reichsbehörden nicht wie bisher nur die Rolle von Schutzengeln für die preu- ßischen Bureautraten zu spielen hätten. Den Schluß bildete der Pole s o s i n s t i, dessen Ausführungen über die Rück- Wirkung des Wagenmangels auf die Beschäftigung der Arbeiter vom Präsidenten in unberechtigter Enipfindlich- keit als nicht zur Sache gehörig unterbrochen wurden. Am Donnerstag geht die Besprechung der Interpellation weiter. Von unserer Seite wird Genosse D i t t m a n n zum Wort komnien. Trotz glänzender Finanzen keine Steuererleichternnge». Ein glänzendes Bild der preußischen Finanzen war eS. das der Minister L e n tz e ain Mittwoch bei der Einbringung des Etats im Abgeordnetenhanse entrollte. Seit Jahren schlössen die Etats- entwürfe mit Defizits ab, aber diese Defizits waren einmal künst- liche, insofern als weit höhere Summen in den Ausgleichsfonds ab- geführt wurden, und zweitens stellte es sich bei' dem Jahresabschluß heraus, daß die Defizits nickt nur nicht verschwunden, sondern daß ogar beträchtliche Ueberschüsse an ihre Stelle getreten waren. Im Jahre 1911 rechnete die Regierung mit einem Fehlbetrag. Und was war daS Ergebnis? Ein Ueberschuß von mehr als 7 Millionen zu den bereits in den Ausgleichsfonds abgeführten 172 Millionen. Noch günstiger war das Bild 1912. Anstatt des erwarteten Fehlbetrages von 19 Millionen ein Ueberschuß in gleüber Höhe, wozu noch ISO Millionen Rücklage in den Ausgleichsfonds komnien, etwa 109 Millionen Mark mehr als man erwartet hatte. Die Regierung chwimmt also förmlich im Golde. Trotzdem zeichnet sie sich weiter durch eine unangebrachte Sparsamkeit, um nicht zu sagen, durch Knauserigkeit, aus. Wiederholt hat das Abgeordnetenhaus noch in den letzten Monaten eine Besserstellung der gering besoldeten Beamten verlangt. Die Regierung tritt diesen Wunsch des Hauses mit Füßen. Jeder erkennt die Notlage der Unterbeamten an. aber, so meint der Finanzminister kalten Blutes, die Beamten müssen sich mit der Teuerung der Lebensmittel eben genau so abfinden wie alle anderen Staatsbürger. Ein netter Trost! Schade nur, daß niemand davon satt werden kann. Oder glaubt. Herr Lentze vielleicht, die in Aussicht ge- nommene Erhöhung der Unterstützungsfonds ist ein Ersatz für die vorenthaltene Zulage? Ganz abgesehen davon, daß in den Genuß der Unterstützung nur solche Beamte kommen, deren„gute Gesinnung" über jeden Zweifel erhaben ist, sollte die Regierung doch endlich ein- sehen, daß die Beamten sich nicht mit Wohltaten abspeisen lassen wollen, sondern daß sie ein Recht auf eine den veränderten Ver- hälmissen entsprechende Bezahlung ihrer Arbeit haben. Daß der Regierung die Mittel dazu fehlen, ist eine leere Ausrede. Gerade der neue Etat, dessen Hauptzahlen wir bereits früher niitgeteilt haben, ist der beste Beweis dafür, daß die Finanzlage noch glänzender ist als bisher. Einnahmen und Ausgaben halten ohne Anleihe das Gleichgewicht, das Defizit ist aus der Welt geschafft. Nun sollte man annehmen, daß die Regierung dann wenigstens auf die Steuerzuschläge verzichten würde. Aber auch davon ist keine Rede, sie braucht das Geld zwar nicht, aber in ihrer Unersättlichkeit will sie immer mehr haben. So wird aus der einen Seite Geld ins ungemesscne aufgehäuft. Auf der anderen Seite freilich ist die Megierung nobel � da, wo es sich um die Bekämpfung der Sozialdemokratie handelt, ist von Sparsamkeit nichts bei ihr zu spüren. Läßt sie sich doch die Bekämpfung der proletarischen Jugendbewegung jetzt sogar 2�., Millionen kosten, damit auch die weiblichen Arbeiterkinder den Segen hurrapatriotischer Erziehung kennen lernen. Daß die Ankündigung dieser Maßnahme lebhafte Begeisterung im Dreiklaffenparlament fand, ist selbstredend. Wie die Masse des Volkes darüber denkt. wird der Sprecher der Sozialdemokratie bei den am Sonnabend beginnenden Etatsberatungen zum Ausdruck bringen. Der unersättliche Moloch. Am 27. April 1912 schrieb der„Vonvärts" am Schlüsse einer Artikelserie, in der die letzte große Wehrvorlage kriti- siert wurde: „Wir haben schon mehrmals angedeutet, daß man ans der vorliegenden Wehrvorlage schon die kommende in ihren Einzel- heiten herauskonstruieren kann. Die kommende Wehrborlage wird, spätestens im Jahre ISIS, mindestens fordern: 15 Bataillone Infanterie, Friedensformation von zirka 6 Kaballeriedibifionen, Umwandlung der Feldartilleriebatterien mit S Geschützen z» solchen mit 4 Geschützen. weiterer Ausbau der Mililärluftschiffahrt und der technische» Truppen." Wie recht wir mit unserer Propheiung hatten, geht auS folgender Ankündigung in der letzten Nummer der„Post* hervor: Eine neue Militärvorlage wird in nächster Zeit, voraussichtlich noch im Monat Januar, dem Reichstage vorgelegt werde». Sie ist bestimmt, alle Lücken auszufüllen, die die letzte Militäcvorlage noch hat bestehen lassen. Bor allen Dinge» wird die Stärke der Kompagnie» so bedeutend erhöht werden, daß sie allen Anforderungen gewachsen ist und eine vorzügliche Ausbildung der Leute gewährleistet wird. Außer- dem werden die fehlenden dritten Bataillone nach« gefordert, die K a v a l l e r i r d iv i si o n e n schon im Frieden aufgestellt und die Ersatzreserve wie früher zu einer Slusbildung mit der Waffe ein- berufen. Die bereits bei einigen Armeekorps bestehenden, über die normale Zahl hinausgehende» Brigaden und Regimenter sollen zu einem neuen Armeekorps znfammcugrfaßt werden, Auch den Wünschen der Artillerie nach höherer Be« spannung usw. wird durchaus Rechnung getragen werden. Sollte sich diese Mitteilung der„Post" bestätigen— und sie klingt gar nicht so unwahrscheinlich—, so wäre das eine Belastung des deutschen Volkes, die an Rücksichtslosigkeit kaum übertroffen werden kann. Die Wehrvorlage des Jahres 1912 ist noch nicht fertig durchgeführt, und schon wagt man mit einer neuen zu kommen. Und dabei das alte perside Spiel niit den auszufüllenden„Lücken"! Besonders interessant ist auch, daß die„Post" den Wunsch äußert, diese neue Rüstungs- forderuug solle Wilhelm II. in diesem Jahre gleichsam als Jubiläumsgeschenk präsentiert werden. Die Arbeiterschaft hat dieser gewissenlosen Rüstungshetze mit noch größerer Energie als bisher entgegenzutreten. Die Aussicht auf Beförderung. Die Herren Offiziere in höheren Stellungen treiben seit eiinger Zeit eine höchst intensive Agitation für die Heeresver- Mehrung, nicht nur in öffentlichen Versammlungen und Kriegervereinskonventikeln, sondern auch in der Presse. Und zumeist sind die von ihnen geschriebenen Artikel, wie zuge- standen werden muß, recht interessant. Verstehen die Herren auch meist nichts von den Finanz- und Steuerverhältnissen des Deutschen Reichs, so plaudern sie, befangen, wie sie sind, in einseitigen militärischen Standesbegriffen� nicht selten offen aus, aus welchen„militärischen" Gründen sie und ihre Standesgenossen die geforderte Heeresverstärkung für unbe- dingt nötig halten— und da stellt sich dann heraus, daß der Wunsch, die Ä v a u c e m e u t s v e rch-ä l t n i s s e „a u f z u b c s s e r n", das heißt das Verlangen, schneller zu avancieren, eine ganz wesentliche Rolle spielt. Recht deutlich illustriert das wieder ein Artikel des Generalmajors z. D. von G e r s d o r f f, den die„Post" ver- öffentlicht. Ter Herr Generalmajor hält selbstverständlich die Hecresvorlagen von 1911 und 1912 für völlig ungenügend. Es muß unbedingt schleunigst eine weitere starke Erhöhung vorgenomnien werden. Am liebsten wäre ihm die sofortige Errichtung„der 18 noch fehlenden Bataillone unserer kleinen Jnfanterieregimenter und die Erhöhung sämtlicher Ba- taillone der Infanterie auf eine Friedsusstärke von 799' Manu"— also die Erhöhung der Friedensstärke der In- fanterie um ungefähr 89999 Mann. Doch Herr Generalmajor z. D. von Gersdorff nimmt Rücksichten: er tut es— wenigstens vorläufig— auch etwas billiger, indem er erklärt: „Als Mindestforderung hat die Erhöhung der Etats samt» licher Kompagnien auf mindestens 150 Köpfe zu erfolgen. Diese Stärke wurde als das Minimum der Friedensetats der Kom- pagnien zur Zeit der gesetzlichen Festlegung des zweijährigen aktiven Dienstes der Fußtruppen gefordert. Eine starke Friedens- Präsenz der Infanterie ermöglicht allein eine kurz bemessene und dabei genügende Ausbildung der Truppe; sie ist bei zweijähriger Dienstzeit die beste Gewähr für eine festgefügte Kriegskompagnie, sie erleichtert die Mobilmachung wesentlich." Für die Infanterie reicht das zunächst aus: doch darf die Kavallerie nicht übergangen werden. Auch sie hat eine Ver- stärkung nötig: „Die Hceresverstärkungen von 1911 und 1912 haben die Rciterwaffe so gut wie ganz vernachlässigt. Sie aber bedarf ebenso notwendig wie die Infanterie für ihre Friedensaus- bildung einer Erhöhung der Friedensstärke der Eskadrons. und zwar auf 150 brauchbare Dienstpferde. Heute schleppen sich die Eskadrons im Kriegsfalle noch mit Augmcntationspferden herum. die ihre Leistungsfähigkeit herabsetzen. Falls diese Pferde zu Beginn des Krieges zu Haufe gelassen werden, dann tritt die deutsche Kriegseskadron sowohl der französischen wie auch der russischen mit einem Minus von 15 Pferden entgegen; ein Aus- fall, der heute nicht mehr durch die deutsche Lanze gutzumachen ist. da zurzeit sowohl Russen wie Franzosen ebenfalls Lanzen führen." Also auch eine beträchtliche Vermehrung der Kavallerie. Weider ist eine bedeutende Verstärkung der Feldartillorie durchaus erforderlich und schließlich mindestens auch noch eine Vermehrung der Pioniertruppen„e r w ü n s ch t". Als Gründe für diese Forderungen fuhrt Herr General- major z. D. von Gersdorff nach bekannter Schablone an. daß Deutschland möqlichst stark gemacht werden müsse, um einer Koalition seiner Gegner Frankreich. England. Rußland ge- wachsen zu sein Als ganz besonderer Vorteil aber erscheint ihm, daß durch solche Vermehrung zugleich die Avancements- Verhältnisse viel günstiger gestaltet werden. Wörtlich sagt er: „Daß unsere Beförderungsverhältnisse innerhalb des Offizierkorps einer Aufbesse- rung bedürfen, beweisen die Zahlen, wo es heute einer 16jährigcn Laufbahn als Offizier bedarf, um Hauptmann zu werden, wo es bei der Feldartillerie Hauptleute gibt, die erst nach I9jähriger Offizierdicnstzcit das Hauptmannsgehalt be- zieben. Das beste Mittel, diesen Mißständen zu begegnen, ist die Vermehrung der aktiven Stabsoffizier st cllun gen in der Armee. Inwieweit mit dieser eine Schaffung von Führer st ellungen für unsere Reserveformationen mit Vorteil zu verbinden sei, möge sich unsere Militärverwaltung vergegenwärtigen." Wir verstehen, daß die Herren Offiziere das Bedürfnis haben, schneller befördert zu werden— nur vermögen wir nicht einzusehen, daß dieses privaten Bedürfnisses wegen dem deutschen Volk Hunderte von Millionen Mark neuer Steuern auferlegt lverden und das Deutsche Reich dem Bankrott ent- gegengetrieben werden soll. J« Gnaden zugelaffen. In der Provinz Hannover liegen sich Konservative und National« liberale arg in den Haaren, hat doch Herr Diederich Hahn das Wort geprägt, er werde nicht eher ruhen, als bis der letzte National- liberale aus der Provinz Hannover verdrängt sei. Einstweilen ist freilich Herr Diederich Hahn selbst auS der Provinz verdrängt worden, denn er verlor sein Reichstagsmandat an den uationalliberalen Freiherr» v. Richthofen.. In den letzten Tagen haben nun die Konservativen einen großen Rummel in Hannover inszeniert, wozu man sich als Hauptattraktion den Herrn Elard v. Oldenburg'Januschau verschrieben hatte. Mit der Wahl dieses Mannes zum Hauptredner war der Veranstaltung der Stempel aufgedrückt. Natürlich redete hinterher auch der Diederich Hahn noch. Die Verhandlungen waren auf den Ton gestimmt: die hannoverschen Nationalliberalen müssen zunächst bei den bevorstehenden Landtagswahlen den Konservativen Schlepperdienste leisten, dann loill man Gnade für Recht ergehen lassen und sie wieder in die Blockgemeinschaft aufnehmen. Das Genie von Januschau redete mit der ihm eigenen Selbst- gefälligkeit über die Vorzüge des Adels, der Konservativen und der großen Portemonnaies und spielte dann auf sein bekanntes Wort vom„Leutnant und den zehn Mann" an. Der Offizier, meinte er. habe nichts in der Politik, und diese, besonders das Parlament. nichts bei dem Offizier zu suchen. Ueberhaupt habe der Offizier nicht auf die Verfassung geschworen— das habe der Redner selbst erst als Amtsvorstand getan—, sondern sei verpflichtet, jeden Befebl des Königs, möge er eine Form haben wie er wolle, auszuführen. Nachdem die Versammlung auf diese Weise genügend in die politischen Probleme der Gegenwart eingeführt worden war, wurde auf Antrag des Auchbauern Dr. Diederich Hahn folgende Resolution angenommen: „Der konservative Parteitag für die Provinz Hannover, der von mehr als 1600 Perionen besucht ist, erklärt es als die Haupt- aufgäbe aller Ordnungsparteien, den Kampf gegen die Sozial- demokratie mit größtem Nachdruck auf der ganzen Linie von neuem wieder aufzunehmen. Die in bedrohlicher Weise zunehmende Macht der Sozialdemokratie sollte den nationalen Liberalismus, vor allem auch>n der Provinz Hannover, wieder an die Seite der konservativen Parteien zurück- führen zu erneutem Wetteifer in der Verteidigung der Monarchie, des Vaterlandes und der Interessen der bürgerlichen Gesellschaft. Die taktischen Bündnisse des Freisinns und der Nationalliberalen mit der Sozialdemokratie werden im Endergebnis nur die Sozial- demokratie, nicht aber den Liberalismus zur Herrschaft bringen. Wir erwarten deshalb von der uationalliberalen Partei unserer Pro- vinz, daß sie entsprechend denr Vorgehen in SchleS- wig-Holstein und Westfalen sich wieder altliberalen Tendenzen zuwendet, da nur unter dieser Bor- aussetzung ein gemeinsames politisches Arbeiten der konservativen Partei und des gemäßigten Liberalismus und des Zentrums möglich ist." Wie man sieht, wifien die konservativen Größen den Drang der Fuhrmänner und Fnedberger, sich als minderwertige Elemente dein konservativ-klertkalen Block angliedent zu dürfen, entsprechend zu würdigen. Der Reichskanzler und die Befitzsteuer. Ueber den Stand der Vorbereitungen der Besitzsteuer- Vorlage erfährt die„Chemnitzer Allgemeine Zeitung" i m Gegensatz zur„Kölnischen Zeitung", daß die Konferenz der bundesstaatlichen Finanzminister am Sonnabend m i t einer voll st findigen Scheidung der Geister geendet habe. Es sei nicht einmal gelungen, auch nur über die Grundzüge des vorzubereitenden Entwurfes eine prinzipielle Einigung herbeizuführen, denn der Reichskanzler wolle mit Rücksicht auf den preußischen Landtag, dem er als Ministerpräsident für seine Schritte im Bundesrate verantwortlich sei, eine Vermögenszuwachs st euer vor- schlagen, die nur die beweglichen und die in der Industrie arbeitenden Vcrniögen trifft. Dabei leite den Kanzler auch die Rücksicht auf das Zentrum nnd die Konservativen sowie der Gedanke, nicht noch einmal von der Linken des Reichstages ein großes Gesetz gegen die Rechte annehmen zu lassen. Die Einzelstaaten dagegen, mit Ausnahme jener, die wirtschaftlich und politisch von Preußen abhängen, seien im Prinzip für die Wiedereinbringung einer Erbschafts st euervorlage oder, falls diese keine Aus- ficht auf Annahme im Reichstage hat. für eine Einigung auf der Grundlage etwa der Deivitzschcn Erbznwachssteuervor- schläge. Sie seien entschlossen, mit Rücksicht auf ihre eigenen Finanzen den äußersten Widerstand gegen einen Einbruch des Reiches in das Gebiet der direkten Vermögenssteuer zu leisten. Die innerpolitische Lage kennzeichne sich also dahin. daß znr Reichsregierung und zu Preußen die Kleinstaaten mit Aus- nähme der Freien Reichsstädte stehen, zusamnien etwa ZI Stimmen im Bundesrate, also eine knappe Mehrheit, falls der Kanzler seinen Willen mit Gewalt durchzusetzen versuchen sollte.__ Bischof Korum gegen die christlichen Getverkschafte« Trotz seines Hasses gegen die christlichen Gewerkschaften schien sich bislang der Bischof Korum von Trier in dem Streit zwischen den„Berlinern" uno den christlichen Gewerkschaften im Saarrevier neutral verhalten zu wollen, wenigstens wurde nichts von einem Eingreifen des Bischofs in den Zwist gemeldet. Wie jetzt bekannt wird, hat er sich aber doch nicht enthalten können, sein Wort gegen die Bestrebungen der Führer des GewcrkvereinS christlicher Bergarbeiter zu erheben. Er hat nämlich schon vor einiger Zeit an mehrere Techanten des Saarrevicrs ein Schreiben gesandt, daS nach der Saarbrücker ultramontancn„VollSzeitung' lautet: „Lieber Herr Dechant! Obschon ich fest überzeugt bin. daß Euer Hochwürden in Ihrer Liebe für Ihre Pfarrtmoer alles aufbieten werden, sie von dem unseligen Streik zurückzu- halten, so glaube ich doch, in letzter Stunde Sie innigst bitten zu sollen, die Arbeiter vor einem unüberlegten Schritt zu warnen. Ohne mich in die schwebenden Fragen im einzelnen einzumischen, bin ich doch der Meinung, daß nach den Er- klarungen, die der Herr Minister öffentlich gegeben hat. sowohl betrefts der Arbeitsordnung als auch der allmählichen Erhöhung der �oone, leoer vernünft'ge Grund, die Arbeit einzustellen, ge- schwunden fem durfte. Ich hoffe und bitte zu Gott, daß die Bergleute n'cht �ssell� EIend für sich und ihre Familien und ihre 3�"Ä��'�ufbeschworen. das sie nach dem Streik von 1893 betroffen hat Wie bitter haben die guten Leute es be- reuen muffen. wr-v.ele haben es mir später selbst gestanden, daß sie damals unfern wohlgemeinten Rede» nicht gefolgt, unsere warnende Stimme nicht gehört haben. Eure Hochwüroen bitte ich, in geeigneter-ffielse von dieser meiner Bitte Ihre Serren Kapitulare verstandigen zu wollen. Wir wolle» alle innigst beten, daß die Botschaft de-- Friedens, welche in diesen Tagen verkündet wurde, in die Herzen aller dringen, das Elend des Streiks abwenden und den Arbeitern die Erfüllung ihrer be- richtigten Wünsche dauernd sichern mögen.- In der Liebe Christi Ihr ergebenster M. Felix, Bischof von Trier. Diese Epistel soll sogar in verschiedenen Kirchesi des Nebier'Z[ von der Kanzel verlesen worden sein. j ES ist danach durchaus begreiflich, daß 33 Geistliche des Re-' viers für die„Berliner" eintraten und Protest gegen die Streik- agitation der christlichen Gewerkschaften erhoben» - m Spanien. Zur politischen Lage. Die parlamentarische Rotationsmaschine, die nun seil einein Jahrhundert, seit der 1812 erlassenen, die Prinzipien der großen französischen Revolution nachahmenden Verfassung, die Konservativen und die Liberalen an das Riider der monarchistischen Regierung bringt, scheint wieder einmal ins Stocken zu geraten: sonst wäre nicht der Gras von Romanones,' Spaniens höchster Steuerzahler, der Nachfolger des ermor- deten Canalejas im Ministerpräsidium geworden, sondern Maura, Spaniens tüchtigster Reaktionär.„Es war gar kein Grund vorhanden, der liberalen Partei die Macht zn nehmen, die sie in Händen hatte", schreibt die liberale Presse Spaniens und versucht selbst dadurch die Bedeutung der Nichtberufung der Konservativen herabzumindern. Bei anderen Gelegen- heiten war ebensowenig Grund vorhanden und trotz alledem hatte sich die Krone das Recht genommen, einen„System"- Wechsel eintreten zu lassen, und z>var geschah das sehr oft im Einverständnis mit der Partei, die„enthront" wurde. Wie sich im Verkehr mit Menschen, die sich nicht besonders leiden mögen, deren Charaktere aber im Grund nicht allzu ver- schiede, l voneinander sind, obschon sich ihre Gesten und manche ihrer Worte zu widersprechen scheinen, schließlich gewisse Manieren finden lassen, die ihnen erlauben, friedlich mitein- ander zu leben, ohne ganz daraus verzichten zu müssen, sich hier und da Grobheiten zu sagen: so hatte sich auch zwischen der konservativen und der liberalen Partei Spaniens im Laufe der Jahrzehnte eine Sitte herausgebildet, die den Macht- Hunger aller stillte: die schweigend getroffene Vereinbarung, sich abwechselnd an die Regierung kommen zu lassen. In wirklich parlamentarisch regierten Ländern wie England, ist die Rotation, die einmal den Liberalen, ein anderes Mal den Konservativen das Ministerium gibt, der Ausdruck der Ver- änderungen, die in der Wählermasse vor sich gehen. In Spanien ist sie nichts anderes, als das was sie auch in Pvr- tugal vor der Revolution war: der Ausdruck der tiefen Korruption, die aus dem allgemeinen, gleichen Wahlrecht ein Regierungsspielzeug macht, und aus dem Parlament eine königliche Bestätigungspuppe. Die Geschichte Spaniens im Verlauf des neunzehnten Jahrhunderts zeigt uns, daß jedes Mal, wenn die Rotationsmaschine aufhörte zu funktionieren, irgendwelckie außerordentliche Ereignisse sich vollzogen hatten oder vorbereiteten. Revolutionen von unten, militärische Pronuncianientos, karlistische Aufstände brachten sie zum Stillstehen, wie zum Laufen. Kündigt die Tatsache, daß Alfons der Dreizehnte es nicht wagte, die ihm treu ergebenen Konservativen wieder zur Herr- schaft zu berufen, ähnliches an? Vorläufig erscheint das weder von den Einen„befürchtet", noch von den Andern„er- hofft" zu werden. Der plötzlich unter krachendem Zeitungs- donner erfolgte Rücktritt des anerkannten befähigsten Führers der Konservativen, Maura, aus dem politischen Leben, als Antwort auf die Wiederbcrufung der Liberalen, könnte einen allerdings vermuten lassen, daß sich bedeutungsvolle Dinge dahinter verbergen. Und in Wirklichkeit sind die Gründe, die Alfons den Dreizehnten bewegten, die Konservativen fernzuhalten und Maura bestimmten, freiwillig Abschied zu nehmen, trotzdem er noch im Vollbesitz seiner außerordent- lichen Kräfte ist, als Entwickelungssymptome sehr interessant. Das letzte Ministerium Maura. dessen klerikal-reaktionärcr Fanatismus nicht im geringsten durch das jüdische Blut ge- mildert wurde, das in den Adern seines Präsidenten floß, wurde bekanntlich von dem Sturm, der aus allen Ländern Europas nach der Ermordung Ferrers über die Pyrenäen brauste und den Revolten in Katalonien ein internationales Echo verlieh, weggefegt. Das liberale Ministerium Moret, das ihm folgte, entsprach den Forderungen der öffentlichen Meinung nicht. Es hatte nur eine besondere Eigenschaft, daß die Person seines Präsidenten Moret dem früheren Minister- Präsidenten Maura verhaßter war als irgendeine andere. Da- durch wurde jede Unterstützung des neuen liberalen Ministe- riums durch die Konservativen unmöglich. Das änderte sich sofort nach dein Sturz von Moret, der von Maura freudig be- grüßt wurde. In einer Rede, die er damals in einer konser- vativen Versammlung hielt, kündigte Maura an. daß nun auf der Basis der Konstitution ein„Zusammenarbeiten der Kon- servativen mit den Liberalen wieder möglich wurde", und daß die Konservativen sogar bereit wären, mit den Liberalen über die Lösung der religiösen Frage, d. h. über das Verhältnis zum Vatikan, zu diskutieren und keineswegs der Regierungs- tätigkeit des neuen Ministeriums eine blinde Opposition cnt- gegensetzen wollten. Und doch kam Canalejas von der äußer- sten bürgerlich-monarchistischen Linken, von den Demokraten, deren Kritik sich in vielem mit der republikanischen deckte. Aber Canalejas hatte Maura zu erkennen gegeben, daß nach ihm die Konservativen wieder daran kommen sollten: das Rotationsbedürfnis der Gestürzten hatte damit die moralische Genugtuung erhalten, die ihnen das Warten erleichterte. Und da Herr Maura ebenso fest davon überzeugt war, daß die Be- rufung des temperamentvollen Canalejas die Zersplitterung unter den Liberalen nur fördern würde— als Canalejas an seine große Zukunft eines„demokratischen Reorganisators des spanischen Liberalismus und Spaniens" glaubte, so konnten sich der alte und der neue„Herr" ruhig ins Gesicht sehen. In der ersten Zeit seiner Regierung hatte sich Canalejas oft über die Konservativen weniger zu beklagen, als über die Liberalen. Als seine Autorität unter den Liberalen jedoch langsam stieg, und zwar in demselben Maße, indem er gewisse Teile seines alten radikal-dcmokratischen Programms unbe- rührt liegen ließ, als ihm die liberale Mehrheit anfing willig zu folgen, wurden die Konservativen unter Maura wieder rebellischer, besonders, als sie saben, daß Canalejas gar nicht daran dachte, die Rotationsmaschine in Bewegung zu setzen, und in der letzten Zeit kam es in den Cortcs häufig zu leb- haften Zusammenstößen zwischen Canalejas und Viaura. Als nun eines Morgens Canalejas aus der PueNa del Sol erschossen wurde, erschien es Maura ganz natürlich, daß der König ihn rufen würde: erstens, weil die Regierungszeit der Liberalen abgelaufen war nach der konservativen Uhr und zweitens, weil die Partei Mauras noch jedesmal zur bluti- gen Ausrottung aller Revolutionäre gerufen wurde, wenn ein„großes Attentat" verübt worden war. Und es ist gar keine Frage, daß der König vor einigen Jahren noch als Antwort auf einen Schuß, der dem Ministerpräsidenten das Leben kostete, nicht nur die Konservativen mit der Regierung beaustragt, sondern die Militärdiktatur über ganze Landes- teile verhängt hatte. Und ebensowenig kann es bezweifelt Kerben, daß es der Hofkamarilla stör wenigen Jahren noch gelungen wäre, den König im Laufe so vieler Wochen, wie sie zwischen der ersten Berufung von Romanolies und der Erneuerung des„königlichen Vertrauens" liegen, zu über- zeugen, daß sein Heil nur bei degr. kirchensrommen Konserva- � tivcn liege. Der Wechsel, der sich seit den revolutionären Ereignissen von 19l0 in Spanien vollzogen hat, besteht darin, daß die Angst des Königs vor einer Revolution mächtig gestiegen ist, daß diese infolge der Aufstände in Katalonien und der Erschießung Ferrers eutstaildene Angst verstärkt wurde durch den Zusammenbruch der portugiesischen Monarchie, durch die systematisch-antimonarchische Agitation der seit 1910 bestehen- den soziallstisch-republikaiüschen Koalition, durch das Wachs- tum der Arbeiterorgaiüsatumm und durch die Eutschiedeicheit, mit der noch vor einigen Wochen die republikanischen Führer und Genosse Pablo Jglesias in öffentlichen Versammlungen ankündigten: daß man vor keinem Mittel zurückschrecken dürfe, um eine Rückkehr Mauras zu verhindern. Keine Nummer der sozialistischen Blätter Erschien, ohne in riesigem! Fettdruck die Worte zu enthalten:„Maura wird nicht mehr Minister sein." Die konservative Presse gab sich den Anschein, die Sache nicht ernst zn nehmen. Seit Wochen schrieb das Organ Mauras, die„Epoca", im selbstverstäudlichsten Ton. daß die Konservativen und Maura am l. Januar wieder an der Regierung sein würden. Man darf annehmen, daß ge- wisse höfische Elemente Maura geheime Versprechungen ge- macht hatten: er hätte sich wohl doch nicht zu solchen Prophe- zciungen hinreißen lassen, wenn er nicht glaubte, ganz sicher! zu sein. Danach kann mau die Enttäuschung und die wütende Beschäintheit Mauras ermessen, als er bei der letzten Mi- nisterkrise, die im Laufe eiiliger Stunden gelöst war, nicht nur keine Berufung erhielt,, das Kabinet zu bilden, sondern überhaupt, wider allem früheren Brauch, nicht einmal zur Besprechung eingeladen wurde. Abgesehen von der Angst Alfonsos, der„seine Ruhe haben will", hat eben ein Teil der Hofkamarilla mit Canalejas ganz gute Erfahrungen gemacht, so daß das mit Diamanten, Kren- zen, goldenen Vließen und Adelsmänteln geschmückte Gewürm. was sich im königlichen Palast um den Thron windet, nicht mehr einig zur konservativen Partei steht. Außerdem wußte der König wohl, daß Mauras Stellung unter den Konservativen etwas erschüttert ist: unter der Führung des früheren ton- servativen Äaniliierpräsidenten Dato, den man ohne Ironie zu den„liberalsten" Geistern Spaniens rechnen muß, hat sich eine Strömung herausgebildet, die mit der brutalen Mauraschen Taktik nicht ganz einverstanden ist, während sickj unter der Leitung des früheren Ministers des Innern Lacierva, der von den Sozialisten und Republikanern ebenso gehaßt wird wie Maura, eine ultrareaktionäre Fraktion bildete. Die Persönlichkeit Mauras war zwar stark genug. um die konservative Partei nach außen hin einig erscheinen zu lassen: aber am Hof wußte man, was vorging. Und jetzt. nach dem Abschied Mauras. ist eine Spaltung der konserva- tiven Partei fast unvermeidlich. Von den übrigbleibenden konservativen Führern, wie Besada, Azcarraga. den früheren Senatspräsidenten Lacierva, Toto. Alejandro, Pidal, besitzt keiner die Autorität Mauras, und der Sohn Mauras, der» Graf de Mortera, der seine Studien zum Teil in Deutschland machte und sich nach seiner Rückkehr als„christlicher Sozia- list" ausgab, ist noch zu jung, um die Hoffnungen zu er« füllen, die von den Konservativen aus ihn gesetzt werden. Der Abgang Mauras ist die schwerste Niederlage, von der die Konservativen Spaniens getroffen werden konnten— und einer der stärksten moralischen Siege der Sozialisten und der Republikaner. Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Konser- vativen der Krone deshalb abtrünnig werden: wenn der Karlismus noch irgend eine Rolle spielen würde, dann könnten sie vielleicht, wie sie es schon früher taten, sich eine Zeitlang karlistisch gebärden, um den König Angst einzujagen. Aber der K«rlismus ist nur noch ein Phantom...„Ob Alfons der Dreizehnte sich die Krone dadurch rettet, daß er die Kon- servativen ausschließt?", fragen einige Blätter. Und andere gehen weiter und fragen:„Ob er sich mit der Krone auch den Kopf rettet?"... Tie Möglichkeit einer Revolution erscheint niemanden ausgeschlossen� den Zugeständnissen zum Trotz, die von der Monarchie gemacht werden können. Alfons der Drei- zehnte möchte zweifellos durch seine Schwenkung nach links den ihm ungünstigen Gang der Dinge mindestens verlang- samen. Wer weiß aber, ob er morgen nicht wieder völlig nach rechts fällt. Und wer möchte ihm garantieren, daß der spanische Thron gerettet werden kann durch Konzessionen. daß er ebensowenig untergehen wird, als einst die Sonne im Reich Karls des Fünften?_ Huq Induftne imd Dandd. Der Geschäftsgang im Lcdcrgewerve hatte im Jahre 1912 unter maniberlei Hemmnissen zu leiden. Die Rohmaterialien verteuerten sich immens und auck der Boykott der Häuteauktionen, der im letzten Viertel des Jahres durchgeführt wurde, hatte nur einen Augenblicks- erfolg. Andererseits begegnet eine Steigerung der Verkaufspreise durch die Lederindustrie immer besonderen Schwierigkeiten, da die Uebersetztheit im Schuhwarengeschäft eine Erhöhung der Laden- preise durch den Detailhandel kaum noch zuläßt. Die Ge- ivinne der Lederfabriken sind durch die bezeichnete Eick- Wicklung_ im Iahte 1912 weiter zurückgegangen, nachdem schon.die vorigen Geschäftsberichte durchschnittlich sinkende Rentabilität aufwiesen. Von Januar bis November 1912 publizierten nämlich 21 Aktienbetriebe der Lederfabrikation ihre Bilanzen in einer Form, die einen Vergleich mit dem vorhergehenden Geschäfts- bericht ermöglicht. Das gesamte Nominalkapital dieser Unter« nebnmngen erhöhte sich von 1910/11 auf 1911/12 um eine Million Mark auf 39.44 Millionen Mark. Die Divideudensumme ging gleich- zeitig von 2,89 Millionen Mark auf 2,48 Millionen Mark zurück. Bezogen auf das jeweilige Aktienkapital sank die Durchschnitts- dividende mithin von 7,6 auf 6,3 Prozent. Von den beiden nächstverwaiidten Betriebszweigen hatte auch die Gummifabrikalion einen Rückgang ihres Geiamtresnltats zu verzeichnen. Gleichwohl hielt� sich die Gewinnbeteiligung der Aktionäre auf sehr be- friedigender Höhe. Es liegen ans den ersten 11 Monaten deL Jahres 1912 insgesamt 26 vergleichbare Bilanzen von Aktiengesell- schaften der Gummisabrikation vor. Die Ergebnisse dieser Unter- nehmungen nahmen folgende Entivickelung: Aktienkapital Dividendensumme Dividende in Mark in Prozent IvtO/tt.. 57 831000 7 859 000 13,6 1911/12.. 60 716 000 6 787 000 11,2 Von den Produktionszweigen der besprochenen Gruppe haben allein die L in oleumfabriken eine aufsteigende Eniwickelung genommen, wie auch die ZukuiiftSauSsichten dieses Zweiges besonders günstig erscheinen. Acht Linoleuingesellschaften mit 26,48 Mill. Mark Aktienkapital schütteten 1910/11 im ganzen 25,48 Mill. Mark Dividende aus: die gleichen Unternehmungen verteilte» auf ein erhöhtes Normalkapital von 27,31 Mill. Mark im letzten Jahr 2,87 Mill. Mark Dividende. Gemessen am jeweiligen Nominalkapital wuchs die Durch- schnittsdividende der Linoleumindustrie demnach von 8,7 Proz. aus 10,5 Proz. " Gewerkschaftliches. " 13 Die Arbeitervertreter ziehen fich darauf zur Beratung zurüd. Löhne in Kevelaer sind die miserabelften im ganzen deutschen Sie geben nach ihrem Wiedereintritt die Erklärung ab, daß die Buchbindergewerbe. Auf die Maßregelung ihrer Kollegen hin Warum ift der englifche Arbeiter unzufrieden? Argumente, die die Unternehmer vorgebracht, fie nicht überzeugt haben alle übrigen Arbeiter Thums die Kündigung eingereicht und haben, daß der Bund nicht zuzulassen sei. Da der Unternehmer- Thum wird versuchen, seine Arbeiten bei anderen Firmen her Die" Times" veröffentlichen einen interessanten Artikel verband aber sich an seinen Beschlusse gebunden fühle, wollen sie stellen zu lassen. Der christliche Verband hat daher den Buch über die Arbeiterfrage, der von einem Arbeiter stammt. nicht, daß die Verhandlungen an diesem Punkte scheitern. Sie be binderverband ersucht, seine Mitglieder von dem Konflikt in Kennis Nach dem ganzen Inhalt zu urteilen, ist der Verfasser halten sich aber das Recht vor, mit Unternehmern, die außerhalb nis zu sehen, was hiermit geschieht mit der Warnung, keine Arbeit cin konservativer oder liberaler Arbeiter; aber seine Dar- des Unternehmerverbandes sehen, besondere Verträge abzu- bei der Firma Thum anzunehmen und Streitarbeit zu verweigern. schließen. Nach längerer Diskussion geben die Unternehmer stellung der Ursachen der allgemeinen proletarischen Unzufrieden- bie Es ist nicht das erstemal, daß die Verfertiger frommer Lektüre Erklärung ab, dag für fie die Frage noch nicht ihren christlichen Arbeitern das Koalitionsrecht rauben wollen. Vor heit zeugen von einer flaren Auffassung, die von Tausenden ingeklärt sei. Da der Bund den§ 10 im jezigen Reichstarif be- einigen Jahren war es in Kevelaer die Firma Buzon u. Berter, telligenter englischer Arbeiter geteilt wird. Er schreibt zu dem fämpft, erheben sie die Forderung, daß dieser Paragraph in seinem Verleger des heiligen Apostolischen Stuhles"( des Papstes), der Thema:„ Es ist töricht und nichtig, dem gewöhnlichen Arbeiter zu Wortlaut in die abzuschließenden Sonderverträge, aufgenommen es leider gelang, die christliche Zahlstelle mit Stumpf und Stiel erflären, wiebiel besser es ihm geht, als es seinem Urgroßvater zu werden müsse. Die Arbeitervertreter erkennen an, die Sondertarife auszurotten. Wann werden auch die christlichen Arbeiter einsehen, Anfang des neunzehnten Jahrhunderts ging. Unser Arbeiter lebte in dem Sinne, wie bisher, abzuschließen; daß die Verträge aber daß nur eine geschlossene Organisation aller Arbeiter solchen damals nicht und lernte die Verhältnisse jener Tage nicht kennen. bollkommen dem neuen Vertrage entsprechen, dazu können sie sich Herrengelüften entgegenzutreten vermag? Wir fönnten ebensogut den jungen Aristokraten, der heute in dem nicht verpflichten. Die Unparteiischen ziehen fich darauf zurück, um Speise und Schlafivagen eines Expreßzuges reift, einladen, eine Bassus wurde nach längerer Beratung von seiten der einzelnen Bareine protokollarische Erklärung in Vorschlag zu bringen. Deren Bosttutsche zu benußen, als von dem jungen Demokraten zu ver- feien, wie folgt, angenommen: langen, daß er täglich 12 Stunden an sechs Tagen der Woche für 15 Schilling arbeite. Vergleiche mit den Verhältnissen vor einem Jahrhundert, bor einem halben Jahrhundert oder selbst vor einem Vierteljahrhundert find außlos und lächerlich. Womit wir zu rechnen haben, ist die Tatsache, daß es unserm Manne selbst nicht so gut geht und daß er nicht so gut behandelt wird wie vor 10 oder 12 Jahren. Die Löhne sind stehengeblieben oder heruntergegangen. Die Preise der Nahrungs- und Genußmittel haben eine ernste Steigerung erfahren. Das Arbeitstempo ist beschleunigt worden. Die Berioden der Arbeitslosigkeit sind häufiger. Die allgemeinen Arbeits- und Lebensverhältnisse des Mannes sind wesentlich schlechter, mogegen er hoffte, daß sie schon vor dieser Zeit besser sein würden. Der Arbeiter fühlt lebhaft sowohl den Druck wie die Enttäuschung. Zu gleicher Zeit liest er von dem flotten Geschäftsgange und dem wachsenden Reichtum der Nation. Was immer die Ursachen sein mögen, die Tatsache bleibt bestehen, daß es dem Arheiter heute schlechter geht als vor 10 oder 15 Jahren und daß er sich zu einer besseren Lebenshaltung berechtigt fühlt. Ehe sich unsere Staatsmänner mit Erfolg an die Lösung dieser großen Frage machen können, müssen sie sich erst mit ihrer Größe vertraut machen. Wenn es dem Arbeiter zum Beispiel um 15 Proz. schlechter geht, und er hoffte, daß es ihm um 15 Proz. besser gehen werde, haben wir eine dreißigprozentige Beschwerde. Lohnbewegung der Buchbinder in Mainz. Von allen Großstädten hat Mainz in den Buchbindereibetrieben Die Parteien sind sich einerseits darin einig, daß der neue wohl die schlechtesten Löhne; betragen doch die Wochenlöhne für Vertrag nur zwischen den Vertragsparteien abgeschlossen werden Gehilfen bis 15 M. herab. Besonders schlecht sind die Lohnverhält soll, andernfalls behalten sie sich vor, mit anderen Organisationen nisse, weil überwiegend Arbeiterinnen beschäftigt werden, die ArSonderverträge abzuschließen. Diese Sonderverträge find auf der beiten verrichten, die anderwärts nur von Gehilfen ausgeführt Grundlage des Reichstarifvertrages aufzubauen und dürfen ins- werden. Dabei erhalten die Arbeiterinnen wahre Hungerlöhne. Ein besondere für die am Reichstarifvertrag nicht beteiligten Parteien Großbuchbindereibefizer zahlt Löhne von 5 M. pro Woche; feine günstigeren Bedingungen enthalten, als sie in dem neu ab- breitete den Unternehmern eine Tarifvorlage, die sich in ihren Forde Spezialarbeiterinnen erhalten 7-9 m. Die Arbeiterschaft unter zuschließenden Vertrage gegeben sind." Man sehe sich nur das Beweismaterial an. In den fünf Jahren von 1907 bis 1911 war die Arbeitslosigkeit um 100 Broz. größer als in den entsprechenden fünf Jahren vor einem Jahrzehnt. Folgendes find die Ziffern für die beiden Perioden und den dazivischenliegenden fünfjährigen Zeitraum: W Prozentjak arbeitsloser Gewerkschafter: 1897-1901 2,85 Proz 1902-1907 4,91 5,89 1907-1911 i. Diese beständig zunehmende Häufigkeit der Perioden der Arbeitslosigkeit fällt schwerer ins Gewicht als der Aufstieg der Löhne. Während die Arbeitslosigkeit jährlich um 10 Proz. zunahm, stiegen die Löhne mur um ½ Proz. im Jahre. Folgendes find die Inderziffern( Durchschnitt) des Handelsamtes für die Löhne der fünf Hauptberufsgruppen: 1897-1901 1902-1906 1907-1911 •• X 95,66 97,38 100,70 Es ist klar, daß der Durchschnittsarbeiter nicht soviel in der Testen Zeit verdient hat, wie er vor 10 oder 12 Jahren verdiente. Das Antreibesystem, die Abschaffung der Ruhepausen, die Neueinteilung der Arbeiterklassen, die Entziehung besonderer Bergütungen für besonders schwere oder schmußige Arbeiten und andere Reuordnungen, die nie ihren Weg in die offiziellen Berichte finden, haben das verzeichnete Steigen der Löhne seit 1897 oder daherum mehr als ausgeglichen. Werfen wir dann einen Blid auf das Steigen der Preise. Wenn wir den Durchschnitt der Inderziffern des Handelsamtes ( 1900= 100) berechnen, finden wir folgende Preise: Londoner Verkauf. Brot: 1897-1901 1902-1906 1907-1911 Rindfleisch: W 102,9 • 106,3 " 111,2 1897-1901 1902-1906 1907-1911 98,8 t 4 • 102,0 108,1 Sped: ( cin wichtiges englischjes Volfsnahrungsmittel) 1897-1901 1902-1906 1907-1911 101,6 9 4 111,4 125,4 Butter, Eier, Käse, Fische und die meisten anderen gewöhn= lichen Nahrungsmittel haben eine ernsthafte Preissteigerung erfahren. Dasselbe trifft auf die kleinen Genußmittel wie Bier, Spirituosen und Tabat zu. Es ist sicher, daß es dem Arbeiter heute durchschnittlich um 15 Proz. schlechter geht als zu Ende der neunziger Jahre. Rechnet man dazu die größere Intensität der Arbeit und die Vermehrung des Risikos durch das Antreibesystem in den meisten unserer Industrien, so kann man sich ungefähr ein Bild von der wirklichen Arbeiterfrage machen." Berlin und Umgegend. M Der Vorsitzende der Unparteiischen gibt bekannt, daß von den rungen in sehr bescheidenen Grenzen hielt. Die Unternehmer, in Vertragskontrahenten drei Vorlagen vorliegen. Der gegenseitige der Hauptsache Buchdruckereibefizer, erklärten jedoch einen Tarif für Austausch hat vor Beginn der Verhandlungen stattzufinden. Von unzweckmäßig. Die Arbeiter und Arbeiterinnen beschlossen nun, die Arbeiterseite werden die Unternehmervertreter ersucht, bevor in die Kündigung einzureichen. In Betracht kommen etwa 200 Personen, Beratung des Tarifvertrages eingetreten wird, sich vorerst einmal davon sind mehr als zwei Drittel Arbeiterinnen. Arbeitsangebote zu äußern, welches Angebot fie hauptsächlich in bezug auf Lohn- nach Mainz find deshalb von Buchbindern und Kartonagearbeitern Gang der weiteren Verhandlung dürfte dies nicht ohne Bedeutung erhöhung und Arbeitszeitverkürzung zu machen haben. Auf den und Arbeiterinnen aller Branchen strikte abzulehnen. fein. Die Unternehmer wünschen auf der Grundlage zu verhandeln; über die Frage der Lohnerhöhung und der Arbeitszeitverkürzung tönnen sie sich nicht äußern, da sie heute erst die Forderung der Arbeiterorganisationen erhalten haben. Sie beantragen die Vertagung der Sigung bis Donnerstagmorgen 9 Uhr. Der Antrag wurde angenommen. Achtung, Fleischergesellen! werke, Inhaber Paul Hilbrich, Neufölln, Hermannstr. 114, ist Die Firma Neuköllner Fleisch vegen Tarifbruchs aus der Liste der tariftreuen Firmen gestrichen. Die Firma ist für organisierte Kollegen gesperrt. Zentralverband der Fleischer. Deutfches Reich. " Nach der Bergarbeiterbewegung im Saargebiet. Am Sonntag, den 5., und Montag, den 6. Januar, fanden im Saargebiet eine große Anzahl von Versammlungen, einberufen vom alten Verband, statt. In diesen wurde das Treiben der christlichen Großklappen" und ihre famose Taktik in das rechte Licht gestellt. Die Versammlungen waren durchgängig alle sehr gut besucht. Selbst in den dunkelsten Eden, wie im Kellertal, in Büttlingen, in bandsredner mit großem Beifall begleitet. Von Interesse waren Saarwellingen, Spiesen usw. wurden die Ausführungen der Ver Die Gegenreden der Diskussionsredner des chriftlichen Gewerkver eins, die in ihrem Eifer um die gute Sache sich und den Gewerkberein. schwer in den Sumpf ritten. Von der Grube Richard wurde in der Versammlung zu Louisenthal berichtet, daß, statt das Gedinge zu erhöhen, es noch auf einzelnen Arbeitspunkten erniedrigt Die Schmiede im Metallarbeiterverbande. worden sei! So sieht also die Erfüllung der Versprechungen aus. Um den Uebertritt der Schmiede in den Metallarbeiterverband In den Berjammlungen trat zutage, daß die Bergarbeiter jetzt einmöglichst ungünstig zu beeinflussen, wurden noch kurz vor dem sehen, daß sie bei all den von den chriftlichen Strategen gefaßten Bei steigender Konjunktur und Uebertrittstermin von intereffierter Seite Nachrichten verbreitet, wo- Beschlüssen die Dummen find. nach eine erhebliche Zahl von Mitgliedern des Schmiedeverbandes gleicher Leiftung wie vorher sollen die Löhne steigen. Um wieviel nicht geneigt sei, in den Metallarbeiterverband überzutreten, sondern die Löhne steigen sollen, wird in der Erklärung nicht gesagt, es liegt das im Belieben der hohen Herren. Die Bergarbeiter fönnen auch fich anderen, den Zentralverbänden gegnerisch gesinnten Organi- nicht begreifen, wie man bei solch leeren Versprechungen noch von fationen anschließen werde. Um sich Gewißheit darüber zu ver- Erfolgen reden kann. Mit der Erklärung der Bergwerksdirektion, die schaffen, wieweit das eingetreten sei, haben die früheren Ver- nichts an der verschlechterten Arbeitsordnung ändert, sondern fie waltungen des Schmiedeverbandes eine Umfrage veranstaltet. Das nur erläutert, mit den Versprechungen, die Löhne zu erhöhen, Ergebnis dieser Umfrage ist, daß von den im 3. Quartal im mußten fich die Bergarbeiter abfinden. Die christlichen GroßSchmiedeverbande gezählten 16 092 Mitgliedern 14 875 in den flappen" ernten jezt die Erfolge ihrer Tattit, dadurch, daß die Metallarbeiterverband übergetreten find. Die wirkliche Zahl der Saarbergleute in Massen dem Gewerkverein den Rüden kehren. Uebergetretenen dürfte aber noch etwas größer sein, denn an ein zelnen Orten, wo der Schmiedeberband feine Verwaltungsstellen hat, find ebenfalls Mitglieder übergetreten. In andere freie Getvertschaften traten 154 ein, in gegnerische( Hirsch- Dundersche, christliche, Wiesenthalsche und syndikalistische Verbände) 29( 1) Mitglieder. Es verbleiben also 1044 Mitglieder, über deren Organisationsverhält nis nichts festgestellt werden konnte. Man kann aber mit ziemlicher Bestimmtheit sagen, daß rund 15 000 Mitglieder des Schmiedeverbandes bis Anfang Dezember den Uebertritt zum Metallarbeiterberbande vollzogen haben. Die Organisation der Schmiede ist also bis auf einen unbedeutenden Reſt zum Metallarbeiterverbande übergegangen und die Schlagfertigkeit der Organisation durch die Verschmelzung nicht geschwächt worden. Chemigraphenkonferenz. Aus der Partei. Totenliste der Partei. Am Sonntagabend starb an den Folgen einer Blinddarm entzündung Genoffe Frang Schramm, stellvertretender Ge schäftsführer und Faktor der Firma Birk u. Co. Der Verstorbene par seit der Gründung der Münchener Parteidruderei als Geschäftsleiter tätig und zeichnete sich durch hervorragende Fachfenntnis und großen Pflichteifer aus. Schramm war längere Zeit Vorsitzender der Mitgliedschaft München des deutschen Buchbruderverbandes und stand stets in der ersten Reihe während einer stürmischen, an Kämpfen und Aufregungen reichen Periode. Schramm war auch ein eifriger Verfechter des Naturheilverfahrens. Letzte Nachrichten. In Jena fand kürzlich eine Konferenz von Vertretern der im Verbande der Lithographen, Steindruder und verwandten Berufe organisierten Chemigraphen und Kupferdrucker statt, die sich hauptEin Vorschlag des Staatssekretärs Grey. sächlich mit dem Ende dieses Jahres erfolgenden Ablauf der Tarif gemeinschaft und der Frage der Erneuerung des Tarifes beschäftigte. sonftantinopel, 8. Januar.( W. T. B.) 3tdam" erfährt, Die Zentralfommission, die ihren Sit in Berlin hat, berichtete, daß Staatssekretär Grey habe in bezug auf Adrianopel den Vorschlag sie ständig in engster Fühlung mit dem Hauptvorstande des Ver- gemacht, zwischen der Türkei und Bulgarien eine neutrale Zone bandes der Lithographen, Steindruder und verwandten Berufe ge- zu schaffen, von der das Wilajet Adrianopel ein Teil sein soll. Die standen habe. Die Tarifgemeinschaft und der Beruf habe sich weiter Verwaltung soll Beamten übertragen werden, die dem türkischen Ein. ähnlicher Vorschlag wird entwickelt; während im Jahre 1903 der Tarifgemeinschaft 75 Firmen Dienst entnommen werden sollen. mit 1006 Gehilfen angehörten, sind jetzt in Deutschland 158 tarif- für die Inseln des griechischen Archipels gemacht werden. Der Vortreue Firmen mit Firmen mit 2600 Chemigraphen und Kupferschlag wird gegenwärtig zwischen den Großmächten beraten. Man bruckern verzeichnen. Der Berichterstatter au behandelte glaubt nicht an den Abbruch der Verhandlungen. ausführlich alle schwebenden Berufs- und Tariffragen und präzisterte den Standpunkt der Zentralfommission zu diesen Fragen. Die Neue türkische Instruktionen? Konferenz erklärte sich einstimmig prinzipiell für die Verlängerung Konstantinopel, 8. Januar.( W. T. B.) Die Blätter melden, der Tarifgemeinschaft unter der Vorausjegung, daß den berechtigten daß die Pforte gestern abend an die türkischen Bevollmächtigten Wünschen der Gehilfenschaft bei der Tarifrevision in ausreichendem neue Instruktionen abgeschickt habe. Die in der Aussprache geltend ge Maße Rechnung getragen wird. 200 Ein Wunsch der Muselmanen in Saloniki. machten Wünsche sollen als Forderungen rechtzeitig von der Zentralfommission eingereicht werden. Sodann fand eine eingehende AusKonstantinopel, 8. Januar.( W. T. B.) Die aus Saloniki sprache statt über die neueste Entwickelung der Reproduktionstechnik, stammenden hier ansässigen sowie zahlreiche hierher geflüchteten wobei hauptsächlich das neue Kupfertiefdruckverfahren erörtert wurde. Muselmanen beraten seit einigen Tagen über die EntfenEinstimmig nahm die Konferenz eine Resolution an, in der darauf dung einer Abordnung nach London, die beim Staatssekretär Grey Tarifverhandlungen im Malergewerbe. hingewiesen wird, daß die neuen Erfindungen von einschneidender und den Botschaftern wegen der Zukunft Salonitis Schritte unterDer für das deutsche Malergewerbe bestehende deutsche Reichs- und umwälzender Bedeutung für das ganze Jäustrationswesen werden nehmen soll. Da die Mehrheit der Bevölkerung Salonitis aus Museltarifvertrag läuft am 15. Februar dieses Jahres ab. Die Ver- tönnen, wodurch die Chemigraphie und der Kupferdruck in stärkster manen und Israeliten besteht, wird die Deputation verlangen, daß handlungen zur Erneuerung des Vertrages begannen am 8. Januar Weise betroffen werden. Soweit diese neuen Verfahren den Photo- Saloniki in einen Freihafen umgewandelt und als solcher entweder unter dem Vorsitz des Herrn Gerichtsdirektors Dr. Brenner- graphie, Stopier- und Aezprozeß betreffen, geschehen dieselben auf im Bejiße der Türkei verbleiben oder internationalisiert werden soll. München, Magistratsrats v. Schulz Berlin und Beigeordneten rein chemigraphischer Grundlage, weshalb die Chemigraphen und Rath Essen im Gewerbegericht zu Berlin. Die bis- Kupferdrucker die Besetzung der hierfür in Betracht kommenden Die neue portugiesische Regierung. Die Bedienung der Pressen dürfe nur herigen Vertragskontrahenten waren anwesend, außerdem hatten Posten für sich reklamieren. Lissabon, 8. Januar.( W. T. B.) Das Ministerium hat sich fich noch als Vertragsteilnehmer gemeldet der Bund deutscher durch gelernte Kupfer, Stein, Licht- und Buchdrucker erfolgen. Die fonstituiert. Es fekt fich folgendermaßen zusammen: Minister Deforationsmalermeister in München, der polnische und der weitere Behandlung der ganzen Angelegenheit wurde der ZentralUnter Verschiedenes wurde von der präsident und Inneres Alfonso Costa, Kolonien Almeido Ribeiro, fatholische Arbeiterberein. Der Arbeitgeberverband ersucht, alle fommission übertragen. drei Verbände nicht zuzulassen. Von Arbeiterfeite tirb Konferenz noch die Abänderung der Auskunftskarte für stellesuchende Krieg Pereira Bastos, Oeffentliche Arbeiten Antonis Maria Silva, daß für hervorgehoben, fie maßgebend fei, eine Gehilfen erörtert. Ferner soll auf die ärztliche Untersuchung, be- Marine Freitas Ribeiro, Aeußeres Gonfelves Teigeira. Alfonso Organisation, die am Tarifvertrage beteiligt sein wolle, auch fonders der Augen, bei den neueinzustellenden Lehrlingen in Zu- Costa hat das Finanzministerium Marnoco Suza und das Justiz eine solche sei, die auf dem Boden des Tarifvertrags steht und auch funft mehr Wert gelegt werden, ebenso sollen die Arbeitsnachweise ministerium Baulo Falcao angeboten. den notwendigen Einfluß befizt, für die Durchführung des Ber- in engere Fühlung miteinander treten. trages wirken zu können. Die Arbeitervereine, die sich gemeldet tägigen Beratungen der von einigem Wollen und Handeln belebten haben, feien nicht zentralorganisiert, seien auch feine Berufsvereine Konferenz beendet. und müssen deshalb abgewiesen werden. Anders stehe die Sache mit dem Dafürhalten ſei Bunde der der Bund er ob zu den Solidarität! Damit waren die zweiDuellierende Politiker. Budapest, 8. Januar.( P.-E.) Heute abend um 6 Uhr gelangte ein Duell zwischen dem Grafen Tisza und dem Grafen Aladar Szechenyi im hiesigen Fechtsaal zur Austragung. Nachdem die Sekundanten einen Versöhnungsversuch gemacht hatten, der aber von beiden Seiten abgelehnt wurde, begann das Duell. scharfen Sieb über den Kopf, wodurch die Kampfunfähigkeit des Graf Tisza berfeste gleich im ersten Gang seinem Gegner einen Grafen Szechenyi herbeigeführt und das Duell abgebrochen wurde. Graf Szechenyi wurde sofort verbunden und in ein Sanatorium übergeführt. Graf Tisza blieb unverlegt. Ein Fernbeben. Dekorationsmaler. Zur Aussperrung der Fischdampfermannschaften Nach ihrem an der Unterweser. bertragsfähig, feine Mitglieder beschäftigen auch in verschiedenen Städten Deutschlands eine Für das Maschinenpersonal find die Fischdampfer in Geefte größere Anzahl Gebilfen, infolgedeffen müſſe Verhandlungen zugelassen werden. Bum mindesten müsse die Frage münde, Bremerhaven und Nordenham gesperrt. Jeder übe geflärt werden, ob der Bund bereit ist, den hier zu erneuernden Vertrag hochzuhalten. Von Unternehmerseite wird bestritten, daß Maßregelungen im frommen Kevelaer. der Bund den notwendigen Einfluß ausübe, seien doch seine Mitglieder wegen der Bekämpfung der Schmußfonkurrenz aus dem Der Gebetbuchfabrikant J. 2. Thum in Kevelaer hat MitInternehmerverband ausgeschieden, auch die Zahl seiner Mitglieder glieder des christlichen graphischen Verbandes gemaßregelt, weil Heidelberg, 8. Januar.( P.-C.) Der Seismograph der Königssei eine viel zu geringe; zudem liege ein Beschluß ihres Verbands- nach seiner Meinung in Siebelaer eine Organisation nicht not tages bor, unter feinen Umständen gemeinsam mit dem Bunde zu wendig sei und er, Thum, niemals mit einer Arbeiterorganisation ftuhl- Sternwarte verzeichnete verflossene Nacht ein Fernbeben, das über Bohn- und Arbeitsbedingungen berhandeln würde. Die 12% Uhr einsetzte und 12 Uhr 46 Min. jein Magimum erreichte. berhandeln. Verantwo, Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil berantw.: Th.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt BaulSinger& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl, Hr. 7. 30. 1. Keilm des.Amiirls" Sniimr AslksdlÄ. Dotlnerstllg. 9. Imk 1913. Relchstadf» 85. Sitzung. Mittwoch, den 8> Januar 1913, nachmittags 2 Uhr. Am BundeSratstisch: Wackerzapp. Präsident Dr. Kaempf wünscht dem Reichstag ein gesegnetes neues Jahr und ersprießlichen Erfolg der gemeinschaftlichen Arbeit. (Beifall.) Er gibt dann bekannt, daß Prinz rege»t Ludwig von Bayern und Ministerpräsident Frhr. v. Hertling für die Trauer- kundgebung des Reichstags um den Prinzregenten Luitpold gedankt haben und sagt, während sich das Haus erhebt: Am 39. Dezember ist der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, V. Kiderlen- Wae ch t e r gestorben, der 2'/, Jahre lang unter schwierigen Ber- hältnissen das Auswärtige Amt geleitet und dem Vaterlande große Dienste geleistet hat. Ich habe der Schwester des Berstorbenen das herzliche Beileid des Reichstags übermittelt und an seiner Bahre einen Kranz niederlegen lassen. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein. Die Genehmigung zur Einleitung eines Privatbeleidi- gungSprozesses gegen den Abg. He st ermann(Bbd.) wird abgelehnt. Der Wagenmangel. Es folgt die Beratung folgender sozialdemolratischen Interpellation: „Was gedenkt der Reichskanzler als verantwortlicher Leiter des Reichseiienbahnamts zu tun, um gemäß Art. 43 der Reichs- Verfassung dafür Sorge zu tragen, daß die preußischen Staats- eisenbahnen so mit Betriebsmitteln ausgerüstet werden, wie das BerkehrSbedürfnis eS erheischt?* Abg. König(Soz.) begründet die Interpellation: Man könnte meinen, daß der Anlaß zu unserer Interpellation beseitigt sei, aber zu Weihnachten fehlten noch 5999 Wagen im Jndustriebezirk und der Wagen- " nmngel kann sehr leicht wieder stärker werden, was auch verschiedene Interessenvertretungen befürchten. Die Frage gehört nicht nur vor den preußischen Landtag. Durch die dort abgegebenen Erklärungen find I n d u st r i e und Arbeiterschaft nicht befriedigt, die Versprechungen deS Ministers, daß Ende November die Kalamität beendet sein werde, haben sich nicht erfüllt. Im D e z e m- ber war der Wagenmangel wieder in aller Schärfe be- merkbar. Die Jndustrieblätter haben die Regierung heftig angegriffen und gesagt, daß aus den früheren Mißständen jetzt eine Katastrophe geworden sei. Auch in Sachsen und Elsaß-Lothringen hat sich der Wagenmangel gezeigt. Der Reichstag kann also nicht daran vorbeigehen, denn die Industrie und ihre Arbeiter waren durch diese Kalamität schwer getroffen. Die Verfassung verpflichtet das Reich, dafür zu sorgen, daß die Eisenbahnen dem BerkehrSbedürfnis entsprechend ausgestaltet werden. 191 l hat Präfident Schulz vom ReichSeisenbahnamt auch die Be- rechtigung des Reichstags zur Rechcnschaftsforderuiig anerkannt. Schon 1997 fehlten etwa 36 999 Wagen. Alljährlich ist diese Frage wieder aufgetaucht. Im verfloffenen Jahre stieg die Zahl der fehlenden Wagen im November bis 28 000 Wagen und es wurden 1912 insgesamt 699999 Wagen auf Anforderung nicht gestellt!(Hört! hört! links.) Auch in Schlesien war das gleiche zu verzeichnen. 95 Proz. der feblenden Wagen entfielen auf das Rubrgebiet lvährend vier Monaten, an manchen Tagen fehlten bis 34 Proz. und häufig wurden auch Wagen uicht rechtzeitig gestellt, lvas alles nachteilig auf Beschäftigung und Löhne der Arbeiter einwirkte. Der Bergbauliche Verein hat recht- zeitig Regierung und Landtag um Abhilfe ersucht. Als der E i s e n b a h n m i n i st e r ins Ruhrrevier kam, redeten die Industriellen mit ihm mehr in dem Ton, den sie gewohnt sind kleines feuilleton. Nansens Begleiter. Der Tod eines bekannten Polarforschers wird aus Kristiania gemeldet. Frederik Hjalmar I o h a n s e n. Nansens treuer und aufopferungsvoller(Sefährle bei der berühmten Expedition de»„Frani* in den Jahren 1893—96, ist gestorben. Johansen diente damals als Leutnant in der norwegischen Armee, als aber Nansen« Plan bekannt wurde, ruhte er nicht, bi« er unter die kleine Mannschaft der„Frain* aufgenommen worden war: als Heizer zog er mit hinaus nach Norden, und Amundsen. der bei der Reise als Ingenieur wirkte, war sein unmittelbarer Vorgesetzter. Als am 5. Januar 1395 die„Fram* vom Eise umschlossen wurde und Nansen erkannte, daß er mit seinem Schiff nicht weiter nach Norden würde vordringen können, faßte er den Entschluß zu seiner kühnen Schlittenreise. Und Johansen wurde sein Begleiter. Am 14. März brachen die beiden Männer mit drei Schlitten, zwei Kajaks. 28 Hunden und Vorräten für 199 Tage auf, dem Pol ent- gegen. Drei Wochen lang arbeiteten sie sich unt r den furchtbarsten Schwierigkeiten vorwärts, bis am 6. April 1895 die höchste nördliche Breite erreicht war, die bis dahin ein menschlicher Fuß betreten hatte. Die Schilderung Nansen» über jenen denkwürdigen Augen- blick, da man bei 3« Grad 14 Minuten nördlicher Breite das Zelt auffchlug. um dem furchtbaren Schneesturm jenes TageS zu trotze». ist berühmt geworden:.Hier liegen wir, fern draußen im Norden, zwei düstere, schwarze, schmuybedeckte Barbaren, und rühren Suppe in einem Kessel, von allen Seiten von Ei» umringt; von Ei» und nichts anderem— von leuchtendem weißen Eis. das all jene Reinlichkert besitzt, die wir entbehren. Ach,«S ist viel zu rein. Unsere Augen schweifen zum Horizont, um irgend einen dunklen Punkt zu ftnden, auf dem der Blick ausruhen könnte, doch umsonst. Alle Vogel scheinen heute verschwunden zu fein, nicht einmal ein fröhlicher ilemer All ist geblieben.* Aus der Rückreise haben die beiden Forscher dem Tod mehr al« einmal ins Auge gesehen haben den ganzen Sommer über ans dem Eise gelebt. und erst im Herbste erreichte man lvieder Land: Franz-Joscfs-Land. Johansen hat noch an manchen anderen Expeduionen in die Welt deS ewigen Eises teilgenommen, aber seine stlK�este Erinnerung blieb doch stet« jene Fahrt mit Nansen und jener 17. Juni, da sie aus der Heimkehr Kapitän Jackson, den Leiter der HarmSworth- Expedition trafen und sich als gereitet ansehen durften. Theater. Deutsches Schauspielhaus:»Der gute Ruf*. Schauspiel von Sudermann. Daß die vielfachen und lauten Hervorrufe, mit denen ein Teil deS PremierenpudlikumS dem Autor huldigte, einen länger dauernden Thealererfolg deS Slückeö ver- kündeten, ist billig zu bezweifeln. Suderinan». der nach der„Ehre" von der Kritik ebenso über- wie später nach unverhältnismäßig besieren W?rlen unterschätzt wurde, zeigt leider hier die Kehrseite seiner Begabung in Reinkultur. Sein instinktiver Sinn für Bühnen- Wirkung, der beispielzaieise noch In seinem letzten modernen Drama »Stein unter Steinen* in der Plastik und den bewegten Konirasten einzelner Szenen kraftvoll hervortrat(eine seltene und darum um so höher zu bewertende Anlag«), verpufft sich hier in einem Wirrsal leerer Konstrultionen. Mühselig planlos schleppen sich die Szenen in den ersten Akten, dann gibt es unter heftigem Piff- Paff ein Schemgefecht mit blind geladenen Gewehren und jeder Schuß geht m verkehrter Richtung. Die Spannung, soweit von einer solchen überhaupt die Rede{ein{ann jfj die Spannung: auf welche neue Art Vcrorehlheit die handelnden Personen von «ugcnblick zu Augenblick verfallen werden. Die Künsteleien «ardouscher„Gesell, chaftsstucke sind, skrupelloser noch und mehr Vergröbert, nachgeahmt. Der Effekt wird nicht dramatisch vor» mit den Arbeitern zu reden. In ihrer Verzweiflung haben sich sogar die Arbeiterausschiisse an die Behörden um Abhilfe gewandt. Aeußerst ungesunde Verhältnisse im Ruhrgebiet waren die Folge des Wagenmangels. Alle Nebenstrecken waren voller Züge und die Güterzüge brauchten unglaubliche Zeit, um an nahegelegene Ziele zu kommen. Die Verwaltung ließ das linksmederrheinische Empfangsgebiet einfach schließe»— Rückstauung ins Industriegebiet war die Folge. Ein besonderes Bureau in Dortmund wurde zur Verkehrsregelung eingerichtet, es sollte für schleunige Rückgabe der Wagen sorgen, worin die Industrie eine ihr feindliche Maßregel sah, da man sich um die Gestellung der Wagen keineswegs ebenso bekümmerte. Die Verkehrssperre benachteiligte auch den Personenverkehr, der viel- fach Umwege inachen mußte. Für den gewaltigen Perionenverkehr im Jndustrierevier ist überhaupt ganz unzureichend gesorgt; viele der dortigen Bahnhöfe sind wahre Mcnschenfallen. Not- wendige, nach fachmännischem Urteil unerläßliche Erweiterungen der Bahnhöfe, z. B. in Düsseldorf, unterbleibe», weil man den not- wendigen Grund dem Millionär StinneS anHeim- fallen ließ, der jetzt 16 Millionen dafür verlangt.(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Und wie find die Bahnhöfe des Industriegebiets eingerichtet? Die „Hagener Zeitung" schreibt, daß ein Wartesaal erster Klaffe aussieht als ob er V. Klaffe wäre. Anderswo sind die der lV. Klaffe besser. Auf manchen Stationen bleiben die Wartesäle I. und II. Klaffe für alle Leute mit Ausnahme einiger benach- barter Junkerfamilien geschloffen!(Hört! hört! b. d. Soz.) Eine erhebliche Anzahl von Betriebsreduzierungen und selbst Einstellungen von Betrieben, die hunderte und tausende Arbeiter und Angestellter in Mitleidenschaft zogen, waren die Folgen des Wagenmangels. Selbst die Eisenbahn hatte ihre Kohlen- Vorräte beinahe erschöpft. Der Versand deS Dortmunder Bieres ging zurück, weil er als Frachtgut geschehen tnußte. Manche Industriellen denken an Schade neriatzprozesse gegen den Staat. Am meisten in Mitleidenschaft gezogen sind wohl die T a g a r b e t t e r, die durch den Wagenmangel zu Zwangsfeierschichtrn verurteilt wurden. Mehrfach haben die Zechenverwaltungen deswegen Ein- gaben an die Eisenbahnverwaltung gemacht. Hunderttausende von Bergarbeitern haben in diesen Monaten durch diese Feierschichten enorme Verluste erlitten, die in die Millionen gehen. Der Aussall an Schichten ist nicht überall gleich gewesen. Die Industrie hat der Eisenbahnverwaltung den Vorwurf gemacht, sie begünstige die staat- lichen Gruben. Dieser Vorwurf scheint nicht zuzutreffen. auch auf den st a a t l i ch e n Gruben mußten vielfach Feier- schichten eingelegt werden. Und dieser Verlust tras die Berg- orbeiter im Winter, zu einer Zeit, wo ihre Löhne nicht Schritt ge- halten hatten mit der Verteuerung aller Lebensbedürfnisse, in der WeibnachtSzeit, wo jeder eher mehr Geld braucht und sich nicht so einschränken kann. Das Weihnachtsfest ist für den Bergmann kein F r e u d e n f e st gewesen. Fleisch ist für ihn ein Lecker- bissen geworden und viele wären froh gewesen, wenn sie ihren Familien etwas Schorle in er-Fleisch hätten verschaffen tonnen. Bei den Kapitaliften war es freilich anders, die haben den Kohlenmangel noch benutzt, um die Kohlen- preise zu steigern.— Das preußische Abgeordnetenhaus wird 69 Millionen bewilligen zur Behebung des entstandenen Verkehrs- mangels und der dadurch verursachten Schäden; ein Teil davon soll auck zur Entschädigung ber in staatlichen Gruben Beschäftigten für die Feierschickten verwendet werden. Da sollte man doch auch dem Gedanken näher trelen. den Bergleuten ein Recht auf Schadloshaliung gegen das Grubenkapital zu gewähren.— Der Minister v. Breitenbach entschuldigte den Wagen- mangcl mit der ungemein gesteigerten Produktion. Aber das zeugt von staatlicher AhnungSlosigkeit, die privaten Gruben haben bereitet, nicht aus Charakteren und Situationen irgendwie hervor geholt, ein Haufe bunt zusammengewürfelter Verblüffungen soll ihn erlisten. Jenes Draufgängertum, das sich über etwaige Bedenken einer intimeren Psychologie hinwegsetzt— wozu Talente von spezifischem Bühncnsiiin neigen— hat hier alle zügelnde Kontrolle ab« geworfen. Dazu kommt ein Dialog, der in seiner prätentiös ge- zierten, oft in ungewollte Komik verfallenden Manier die Erinnerung an alle Sünden des fceligen Grafen Traft erneuert— ein Faible für Talniieleganz, von dem man hoffen durfte, daS es nun end« gültig überwunden. Die Äoinmcrzienrätin Weißegger, eine Dame, die wie ihr millionenschwerer Gatte sich eines tadellosen Rufs erfreut, beginnt die Reibe der dramatischen Ueberraschungen damit, daß sie ihre Freundin, eine Baronin von weniger gutem Stuf, ersucht, sich eines Vetters der Komnierzienrälin kokettierend anzunehmen. Sie hat vor Jahren ein Liebesabenteuer mit dem leichtsinnigen jungen Herrn gehabt und hofft im Stillen, ihn so durch die Vermittelung der Freundin wieder für sich einzusangen. Natürlich verliebt sich die Beauftragte in der Ausübung ihres Amtes selbst und entwickelt, was freilich niemand ahnen tonnte, dabei exemplarische Großmut. Die Reserve, die sie sich bei dem Flirte auferlegt, ist nur das kleinste Opfer. Sie wird Zeugin einer Szene, in der die Kommerzienrätin plötzlich zu heroischen Empfindungen erwachend, dem Gatten den Ehebruch von dazumal und ihre unüberwindliche Liebe zu dem Vetler bekennen will. Höchst dramatisch hebt die Beichte an, da flüstert ihr die Freundin zu, der Jüngling denke nicht daran, die feurigen Gefühle zu erwidern und die Kommerzienrätin. plötzlich der Helden- pose wieder überdrüssig, stürzt davon. Der argwöhnische Gentahl aber nimmt statt seiner Frau die Baronin ins Gebet und diese leistet sich das Bravourstück, die Sache so zu drehen, daß sie die beiden entlastet und selbst als Ehebrecherin und Schuldige dasteht. DaS Dämcken avancier: zur Märtyrerin und wird mit Hilfe ähnlicher Verwandlungstricks im letzten Akte eine moraliich siegende Triumphatorin. Ihre Erklärung hat zu einer Skandalaffäre, einem Duell, in dem der Baron, ein elender adeliger Lumpenkerl verwundet wurde, geführt. Sie will sich scheiden läsfen und ihr Brot durch Arbeit verdienen. Allerhand Chancen eines Ausweges werden vor- gegaukelt und wiederum zerstört. Endlich rückt der pharifäiiche Kommerzienrat an, der sie als Unwürdige aus dem Haufe wie«. Er hat auf Umwegen den wahren Sachverbalt erfahren und bittet sie nun demütig, die Beleidigung zu verzeihen und seiner kranken Frau als Pflegerin beizustehen. Nun tritimphiert sie. Sie ist bereit zu kommen— doch nicht über die Hintertreppe, sondern durch das große Marmorportal, mit allem Pomp empfangen I Die Aufführung bot keine besonderen schauspielerischen Leistungen. Die beiden weiblichen Hauptrollen lagen in den Händen von Marie Sera und Elsa G a l a f r ö S; in kleineren inännlichen Chargen traten die Herren N i f s e n, Z i e g e l, D u m ck e und Paul Otto auf.. ät. L u st s p i e l h a u S:„Majolika* von Stein und Heller Die Kadiner Kacheln:— Hurra! rrra! Hof«, Sinagogen-, Kem- pmski- fähig sind sie ja schon. Und jetzt werden sie auch nock bühnen- mhig. Um von der Kritik„verkachelt* zu werden? Bewahre! Sondern um für sich Reklame zu machen. Das nennt man die Wurst nach der Speckseite werfen, dachten wohl die Autoren, als sie Kachellehm-Motiv zu einem Schwank verarbeiteten. Ist mal was Neues; und wenn man will, kann man aus der recht wirksam gesponnenen Handlung allerhand gespitzte Anspielungen auf analoge Vorgänge mngsten Datums heraushören. Herzog Friedrich ist ein junger Sausewind und arg verschuldet. Zudem hat der Landtag seinen Wunsch auf LöhnungSzulage abgelehnt. Was tun— da die Börsianer mcht recht mehr pumpen wollen? Der Bankier Markus Samburger hat einen stoatSrettenden Plan. Auf einem herzoglichen. ut sind große Lager Ton gefunden. Daraus ließen sich doch die Förderung dem Bedarf angepaßt, nur die staatlichen nicht, wie die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" hervorhob. Auf der Konferenz im rheinisch-westfälischen Industriegebiet wurde dem Minister voll- ständige Unfähigkeit vorgeworfen, die Herren der Bergwerks- Vertretung verlangen einen vollständigen Systemwechsel, der bergbau- liche Verein spricht von einer vollständig ungenügenden Einrichtung im Ressort des Verkehrsminifters. Allerdings heben sie im Gegen- satz dazu die Dispositionsfähigkeit der Industriellen hervor, um zu betonen, beim Privatbetriebe sei derartiges nicht möglich. Sie wollen eben Stimmung gegen die Staatsbetriebe über- Haupt machen. Die Industriellen benutzten diese Zustände, um Stimmung zu machen gegen die Staatsbetriebe und das Schlepp- Monopol. ES ist dasselbe wie seinerzeit bei der Eisenbahn- Verstaatlichung. Klappt denn in der Privalindustrie immer alles tadellos?— Die ganzen sozialpoliiiscken Maßnahmen der Eisenbahn- Verstaatlichung werden über den Haufen geworfen durch die Ueber- arbeit in solchen Zeiten. Wir fordern, daß unbedingt allen Eisen- bohnern, die Dienstzeitvcrlängerungen usw. erlitten, die Gratifikation gezahlt wird, was nicht geschehen ist. Und was für Dienstzeiten find zusammengekommen I Die Gratifikationen dürfen nicht zu einer Prä mienwirtschaft ausarten. Manche der überangestrengtesten Beamten erhalten 19 Pf. pro Uebcrstunde und da wurden wochenlang von 8—11 Uhr abends Ueberstunden gemacht. Wenn es aber in FriedenSz.eiten so aussieht, wie soll daS erst in K r i c g S z c i t e n werden? Hat man wirklich die be- nötigten Wagen für den Mobilifierungsfall zurückbehalten?(Hört hört!) Die Großindustriellen scheinen jetzt etwas zerfallen zu fein mit dem Minister. Zu ihrer Zusammenkunft in Berlin rst der Minister nicht gekommen. Die Herren sagten, eS ist sein Schaden, daß er sich ein gutes Diner habe entgehen lassen; aber das Recht, zu schreien wie die Agrarier, lassen sie sich nicht nehmen. — Anstatt die Ausgleichsfonds aus den Eisenbahnüberschüssen zu stärken, sollte man sie lieber zum Ausbau der Eisenbahnen und Wasserstraßen benutzen. Auch bei der Konzessiv- nierung städtischer Bahnen sollte sich der Minister den Städten freundlicher gegenüberstellen und mit dazu helfen, daß diese Bahnen nicht zu einem Monopol- und Ausbeulungsobjekt werden. — Schuld an den Zuständen trägt die seit Jahren in der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschas! betriebene Profit macherei. Man benutzt die Eisenbahnüberschüffe zur Niedrighaltung der direkten Steuern der Besitzenden. Diese Plus- Wirtschaft rächt sich bitter an der Industrie, den Konsumenten, den Bergarbeitern und Eisenbahnern. Mitschuldig ist die Neicksregierung, die rhr Aufsichtsrecht nicht ausgeübt hat. Vom jetzigen Drekklaffen- Haus ist Abhilfe nicht zu erwarten, aber wenn erst das preußische Volk sich das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht er- kämpft haben wird, dann wird cö auch mit der Wirtschaftspolitik der preußischen StaatSbahnen bester werden und sie wird betrieben werden müssen im Jntereffe des gesamten Volkes.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Präsident des Reichseifenbahnamts Wackerzapp verweist auf die erschöpfende Beratung der Wagenmangelfrage im preußischen Landtag. ES handelt sich in erster Linie um eine reine preußische Angelegenheit.(Sehr wahr! rechts.) Ich kamt also auf innere Verhäliniffe der preußischen StaatSbahnen nur insoweit eingehen, als nötig ist, um zu prüfen, ob ein Anlaß zum Eingreisen des Reichskanzlers-gegeben war.- Die bedauerlichen Lohnausfälle der Bergarbeiter usw. sind Lande sangelegenheit und gehören nicht direkt zum Gegeustcmd, ich gehe darauf nicht ein.— Der Redner gibt nun die aus den wiederholten Ministerreden schon be- kannten Angaben über den Umfang der Wagennot im Ruhrrevier und die zur Milderung ergriffenen dienstlichen Maßnahmen.— Es ist nicht richtig, daß Personalmangel die Ursache der Kalamität war. Millionen Geldes verdienen, wenn eine Majoli!a„töppe"-Fabril ge- gründet wird. Und daS geschieht. Weil jedoch der Betrieb rein militärischen Charakter kriegt und sowohl der Regent wie seine Mutter mehr Moneten verbrauchen, als die Fabrik einbringen lann, so steht die herzogliche„G. m. b. H." rasch vor der Pleite. Waih geschrien, wenn eS keine Juden gäbe! Markus Hamburger(Richard Georg) und sein bisheriger Buch- balter Veilchenfeld(Franz Arn o l d), der nunmehr kaufmännsicher Majolikadirektor wird, bringen daS Unternehmen in Flor. Sere- niisimuö geht bei Veilchenfeld in die Lehre, um hinfort die Regenten- pflichten mit der Töpxemacherei zu verquicken. Das Geschäft blüht so, daß er freiwillig aus seine Herrschergage verzichtet. Ja, er wagt eS sogar, aus Liebe zu heiraten. Eines alten tu Milch- und Käse- fabrikation machenden Fürsten Albrccht reizendes Töchterlein hat es ihm angetan. Und Figura zeigt: es gibt nicht bloß Potentaten, die komponieren, malen und bildhauern; es gibt auch Töppemacher unter den gekrönten Häuptern. Aber freilich— ohne Abrahams Söhne würden auch sie vom Pleitegeier aufgeftessen werden. Der drei- aklige Ulk wurde prächtig inszeniert, tipptopp gespielt und von An- fang bis Ende mit knatternden Lachsalven begleitet. Das Verkracht- werden brauchen die Verfasser mitsamt dem LustspielhauS kaum ernst- lich zu fürchten: beide werden aus dem Lehmstück— Gold machen. _ e. k. Notizen. — K u n st ch r o n i k. Die Zeitschrift„Der Sturm- zeigt auf ihrer Ausstellung, Königin- Augusta- Straße 51, 84 Gemälde von C. Munter.— Die Ausstellung ist täglich von 19—6 Uhr, Sonntags von 19—2 Uhr geöffnet. — Der Kampf u m. P a r s i f a l Die Familie Wagner ist mit ihrem Generalstab ausgerückt, um die in Monte Carlo ge- plante Ausführung des„Parsifal" zu verhindern. Das dortige Theater will indes nur vor geladeitem Publikum spielen, so daß ihm nicht beizukommen ist.— Der enragierte Wagnerianer Prof. Artur Sei dl schlägt in einem Aufruf vor. einen Bayreuthcr Stipendic»- fonds zu sammeln, aus desseit Zinsen sämtliche Bayreuther Plätze aufgekauft und an Würdige gratis vergeben werden sollen. — Heroenverrücktheit. Der französische Direktor Jean Richepin, der in seinen jüngeren Jahren eigene Wege ging und die Lyrik durch neue Stoffe und kühne Behandlung auffrischte, ist heute ein Akademiker mehr. In seinem Berliner Vortrag plauderte er temperamentvoll über das modernste bourgeoise Thema: Napoleon. Er gab Jugenderinnerungen voller Schwärmerei zum besten, rezitierte (theatralisch aber schwer verständlich) Napoleonlyrik von— anderen und endete mit einer Verstiegenheit, die man nicht einmal einem Nichts-als-Lyriker verzeihen könnte. Napoleon ist ihm der letzte Heros der Mittelmeerrasse. der große Bringer der Zivilisation, deir spätere Generalionen göttlich verehren werden. Hoffentlich bekommt Rickepin in diesem zukünftigen Pantheon auch eine kleine Beschäst.'.' gung— etwa als Leibkoch seines HeroS. — Von der deutsche n SüdpolarexpeMtion. Der Walfischsänger„Deutschland* von der Expedition Filchner ist in Buenos Aires aus der Antarktis angekommen. Dr. Filchner ist bei 67 Grad 35 Min. südlicher Breite und 39 Grad westlicher Länge auf Land gestoßen, das er Prinzrcgent- Luitpold- Land taufte. Es wird im Westen von einer großen EiSbnrriere begrenzt, die Dr. Filchner Kaiser-Wilhelm-Land nannte. Dr. Filchner wird im Dezember wieder in die Antarktis reisen, nachdem er sich von neuem verproviantiert hat. Der Kapitän der»Deutschland*, Vahsel, ist vor der Rückkehr einem Herzleiden erlegen. Der Gesundheitszustand der übrigen Teil- nehmer ist gut. Da« Prinzregent-Luitpold-Land erstreckt sich biS zum 79. Grad südlicher Breite. Es fann nicht bei jeder vielleicht nur vorübergehenden Verkehrszu-| werden.( hört! hört!) Der Ueberschuß wird zur Tilgung der möglich, daß alle Einnahmequellen einschließlich der Steuerzuschläge nahme eine entsprechende Personalvermehrung vorgenommen werden. Staatsschulden verwendet werden. Ebenso günstig ist das Ergebnis herangezogen werden. Der Etat balanciert mit 4496 Millionen Auch ein Mangel an Güterwagen ist nicht schuld an der Verkehrs- der Rechnung für 1912. Es schließt mit einem Reinüberschuß von Mart. Die Uebenweisung in den Ausgleichsfonds beträgt 33,4 Mil stocking; wären mehr Wagen vorhanden gewesen, so wäre doch kein 19 Millionen und einer Verstärkung des Ausgleichsfonds um lionen. Unerivartet schnell sind die Verwaltungsausgaben ges einziger mehr abgefertigt worden, denn die Bahnhöfe waren 150 Millionen ab.( Lebhaftes Hört! hört!) Infolge der im Westen stiegen. Allein der Zuschuß zum Elementarunterrichtswesen er. angefüllt mit vollen Wagen, die nicht abgefertigt werden vorgekommenen Verkehrsstockungen hat sich aber die Einbringung fordert Mehraufwendungen von 3,8 Millionen. Wollen wir fonnten. Die einzige Ursache war die außerordentliche Verkehrs- eines Nachtragsetats notwendig gemacht, der sofort Mittel zur Er- nicht wieder in eine Defizitperiode hineinſteigerung. Es ist unrecht, der Eisenbahnverwaltung vorzuwerfen, weiterung der Bahnanlagen in verschiedenen Direktionsbezirken vor- geraten, so müssen dem Staate alle Einnahmesie habe sie nicht vorhergesehen. Die Eisenbahnverwaltung beobachtet sieht, sowie eine Verstärkung des Remunerationsfonds im Hinblic quellen einschließlich der Steuerzuschläge cr dauernd die Entwickelung des Verkehrs und paßt die Betriebsmittel dieser auf die übermäßige Inanspruchnahme des Eisenbahnpersonals. ha Iten bleiben.( Unruhe.) In der Presse liest man oft Entwickelung an. Die Entwickelung geht, wenn auch in einer Wellenlinie, Außerdem soll aus dem Nachtragsetat eine Erhöhung des Unter- Klagen über die Höhe der Reichsschuld. Aber Preußen hat sehr stets aufwärts; aber seit 1909 erhob sich die Welle ganz außerordentlich stüßungsfonds für Beamte erfolgen. Es sind in den letzten drei viel höhere Schulden als das Reich und eine viel geringere Schulstart. Für die normal zu erwartende Verkehrssteigerung für 1912 hat die Jahren 10 Millionen Mark solcher Unterstützungen gezahlt worden. dentilgung. Im Reich kann man schon in 50 Jahren mit einer preußische Eiſenbahnverwaltung ausreichend gesorgt, wie der preußische Die Regierung hofft, daß es den Beamten mit Hilfe dieies Fonds endgültigen Abstoßzung der Schulden rechnen, während wir in Verkehrsminister im preußischen Abgeordnetenhause eingehend dargelegt gelingen wird, der Teuerung Herr zu werden. Die vom Abge- Preußen bei der visherigen Schuldentilgung erst nach 231 Jahren hat. Das Reichseisenbahnamt hatte also teine Veranlassung, die ordnetenhause der Regierung zur Berücksichti- zu diesem Ziele fämen. Das wäre unerträglich, wenn wir nicht preußische Eisenbahnverwaltung auf die Erfüllung ihrer Pflichten gung überwiesenen Unterbeamtenpetitionen wenigstens für die Eisenbahnen neben der gesetzlichen noch eine hinzuweisen. Außerdem hat der preußische Eisenbahnminister an auf Gewährung von freiwillige Schuldentilgung hätten. Jedenfalls müssen wir auch in gesichts der Erfahrungen von 1912 Maßnahmen in Aussicht gestellt, Preußen zu einer wirklichen Schuldentilgung gelangen. Jm vor( Sört! hört! links.) Teuerungszulagen haben zur Voraussehung liegenden Etat find dafür teine Beträge vorgesehen. Der Mi eine anschließende Erhöhung der Besoldung, weil man den Beamten nister geht nun auf die einzelnen Stats näher ein. Die Erträg die Teuerungszulagen nicht wieder entziehen kann, wenn sie sich nisse der direkten Steuern sind im Hinblick auf die günstige No: Das Kinderprivileg letzte Besoldungsordnung erst von 1909. der Besoldungen fehlen uns zurzeit die Mittel. Auch datiert die hat eine erhebliche Entlastung der unteren Steuerklassen herbeieinmal darauf eingerichtet haben, und zu einer solchen Erhöhung junktur wesentlich höher eingestellt worden. müssen daher gerade so gut wie die anderen 375 Millionen enthalten. Für Löhne sind gegenüber 1912 65,5 Die Beamten geführt. Die Verkehrseinnahmen der Eisenbahnen sind um 7 Proz. höher geschätzt. Der Ausgleichsfonds wird Ende 1913 vermutlich Millionen mehr eingestellt. Auch das Personal nimmt stark zu. Der Fonds für Altpensionäre ist beträchtlich erhöht worden. der ersten Nate für die Mainkaralisation oberhalb Offenbach soll den Wünschen Bayerns entgegengekommen werden. Die Aufwenbungen für das gewerbliche Schulwesen sind um 660 000 M., die Fonds zur Förderung der Landwirtschaft um 1450 000 M., der Jugendpflegefonds Teuerungszulagen konnten wir nicht berücksichtigen. sich mit der Teuerung abzufinden. durch die in Zukunft auch eine noch größere Verkehrssteigerung bewältigt werden kann. Wir können also ruhig in die Zukunft sehen. Auf Antrag des Abg. Haase( Soz.) wird in die Besprechung der Interpellation eingetreten. Vorwürfe gegen den preußischen Landtag zurüdweisen. Seit Abg. Dr. Bell( 3.): Ich muß gegenüber dem Interpellanten die Jahren haben dort die bürgerlichen Parteien, besonders das Zentrum auf die bestehenden und drohenden KStalamitäten hingewiesen. Bu Staatsbürger versuchen, der Konferenz über die Mittel zur Behebung der Verkehrsstockung hätten auch Beamte und Arbeiter zugezogen werden sollen, dadurch hätte sich die Eisenbahnverwaltung nichts vergeben. Redner schildert, wie groß der Wagenmangel war, der im Ruhrrevier bereits in August 1912 einsetzte. Daß die Eisenbahnverwaltung die Verfehrssteigerung nicht vorhergesehen hat, mag zutreffen; aber unvorher sehbar war sie nicht; unsere Industrie hat sie vorhergesehen und mit ihr gerechnet. Der Redner bespricht Organisationsfragen der Staatsbahnverwaltung. Sparsamkeit im Verkehrswesen tönnte leicht un angebracht sein. Personen- und Güterverkehr müssen voneinander getrennt werden. Die Gütergemeinschaft aller deutschen Staaten wäre ein Segen.( Beifall im Zentrum.) rechts.) Mit ( Sehr richtig! rechts.) Die Aussichten für das Jahr 1913 sind recht günstig, doch sind noch an verschiedenen Stellen Schatten bemerkbar. Die Getreideernte von 1912 war quantitativ von ganz außergewöhnlichem Umfange, man tönnte sie fast eine Rekordernte nennen.( Hört! hört!) Qualitativ stufte sie sich dagegen ab. Durch das Regenwetter wurden große Teile der Ernte so stark beeinträchtigt, daß sie nur noch zu Futterzwecken dienen konnten. Auch um eine volle Million erhöht worden.( Bravo!) Auch die Weinernte wurde in letter Stunde durch Nachtfröste vielfach worden. Es ist dringend notwendig, daß sich immer weitere Kreise ist die Jugendpflege auf das weibliche Geschlecht ausgedehnt vernichtet. Recht schwierig gestaltete sich auch die Fleischberjor- in den Dienst dieser guten Sache stellen. Die Regierung ist bereit, gung. Infolge des Mangels an Schlachtvieh gingen die Preise für Abg. Schwabach( natl.) beschäftigt sich mit den Ursachen der Fleisch sehr start in die Höhe. Durch die ergriffenen Maßnahmen wenn notwendig, diese Mittel zu verstärken.( Lebhafter Beifall Kalamität, um daraus die Möglichkeit zur Abhilfe abzuleiten. Die wird es hoffentlich gelingen, die Preise bald wieder auf einen Staatsbahnen sollen tein bloßes Graerbsunternehmen erträglichen Zustand herabzubringen. Die Beschäftigung von SchiffWir können also mit voller Befriedigung feststellen, daß der sein, sondern sind einer der wichtigsten Faktoren im gesamten Bolts- fahrt, Handel und Industrie war 1912 außergewöhnlich stark. Nur Milliardenetat ohne Zuschußanleihen bilanciert und daß ein stattleben. Sie müssen deshalb unter steter Berücksichtigung der Interessen das Baugewerbe, die Kleineisenindustrie, die Lederindustrie und licher Referbefonds gebildet ist. Vor einer Ueberschätzung unserer aller Berufsstände geleitet werden. Zur Verschärfung der Kalamität Teile der Textilindustrie hatten schlimmere Zeiten. Gegenwärtig Finanzlage müssen wir uns freilich hüten. Ohne günstige Konhaben, wie auch der Eisenbahnminister zugegeben hat, Mängel der find gar keine Zeichen erkennbar, die auf einen Rückgang der Hoch- junktur wären wir lange nicht soweit gekommen. Die Stimmen, baulichen Anlagen beigetragen, und diese wirken viel schärfer als fonjunktur schließen ließen. Die Erneuerung des Stahlwerksver- die jetzt eine Aufhebung der Steuerzuschläge fordern( Lebhaltes ein vorübergehender Wagenmangel. Deshalb muß ein Bauprogramm bandes hat die Lage befestigt, nur der hohe Geidstand könnte, wenn ha!), vergessen, daß auf gute immer wieder schlechte Zeiten folin großzügiger Weise durchgeführt werden. Die Aufspeicherung der er noch länger anhält, die Unternehmungslust schwächen und einen gen, und daß wir auch für kommende große Aufgaben die nötigen Ueberschüsse der Eisenbahnverwaltung, wie sie in Preußen beliebt Umschwung der Konjunktur herbeiführen. Die Ursachen des hohen der ganzen Welt als gut und solide. Wir hoffen in der Zukunft Mittel haben müssen. Die preußischen Staatsfinanzen gelten in wird, ist eine ganz ungesunde Finanzpolitit, die zur Geldstandes liegen zum Teil in der außerpolitischen Lage. Wir Hypertrophie führt. Im vaterländischen Interesse muß eine Wieder- wollen hoffen, daß die drohenden Wolken am politi- auf eine Zahl von defizitloſen Jahren. Der Weg steht offen, es holung der beklagten Zustände vermieden werden.( Beifall bei den schen Himmel abziehen, ohne Schaden anzurichten. Das steht an uns, ihn zu beschreiten und nicht wieder zu verlieren. wirtschaftliche Leben würde davon großen Vorteil haben. Infolge ( Lebhafter Beifall.) der günstigen wirtschaftlichen Entwickelung fönnen wir zum erstenDas Haus vertagt sich. mal feit 1908 einen Etat vorlegen, der das Gleichgewicht hält, ohne daß eine Anleihe nötig wird.( Bravo!) Das ist aber nur dadurch Nationalliberalen.) Abg. Graf v. Kanit( f.): Wir bedauern den Wagenmangel und feine Folgen sehr, aber es ist doch im Landtag wirklich genug darüber geredet worden. Kein Staat der Welt hat so gut aus gerüstete Eisenbahnen wie Preußen, das doppelt soviel Material befigt als alle anderen Bundesstaaten samt dem Reichsland. Könnte man nicht die Eisenbahnen etwas mehr durch den Transport der Güter auf dem Wasserweg, auch über den Dortmund- Ems- KanalNordsee- Kaiser- Wilhelm- Kanal entlasten. Durch die jetzigen Koblen frachtfäße ist der Verkehr zur Nordsee auf dem Dortmund- EmsKanal, der doch für diesen Verkehr gebaut ist, nur vermindert worden. Nächste Sizung Sonnabend 11 Uhr: 1. Lesung des Etats. Schluß gegen 4 Uhr. Krankenversicherung 1911. Die Hauptergebnisse der Krankenversicherung im Jahre 1911 stellen sich wie folgt: 2 000 000 m: Erkrankungsfälle mit Erwerbsunfähigkeit Krankheitstage mit Krankengeld oder Behandlung im Krantenhause auf ein Mitglied Mitglieder Sassenarten Zahl Der Kaffen Strankheitstoften im Durchschnitt des Jahres Vermögen überhaupt auf ein Mitglied überhaupt überhaupt M. auf ein Mitglied M. M. 8 198 1700 696 476 982 0,28 4748 7 217 908 3 152 493 0,44 9 632 402 64 893 231 5,66 24 506 775 14,41 2 843 500 8,99 188 815 740 26,16 151 741 911 7921 3 396 045 1 654 590 0,49 30 887 880 9,10 113 255 766 33,35 127 279 317 41 845 17 056 10.008 0,59 159 751 9,37 497 715 29,18 277 505 327 077 125 689 0,38 2 548 680 7,79 7 927 519 24,24 7 214 433 341 934 0,37 6 800 338 7,35 21 795 602 23,56 21 825 360 10 692 0,30 206 623 5,88 669 279 19,06 1 830 568 0,42 115 128 905 8,45 357 468 396 26,25 313 012 594 0,40 104 708 104 8,01 320 020 827 24,49 296 436 755 2 Krankengelder. 153 582 976 Mark, 6 799 157 17 8 525 480 51 357 861 277 464 " " Abg. Dove( Vp.): Das Reichseisenbahnamt hat als Aufsichtsbehörde darauf zu sehen, daß solche Zustände, wie sie nicht ohne Schuld der Verwaltung entstanden sind, nicht vorkommen aber es foll nicht sagen, nur der niederträchtige Verkehr sei schuld. ( Heiterkeit.) Den mußte man eben voraussehen. Die Staatsgebäude werden ja auch immer mit zu geringem Augenmaß gebaut, und wenn sie fertig sind, find sie zu klein. Gemeindefrankenversicherung. Der Kanizsche Vergleich mit den anderen Bundesstaaten ver- Drtskrankenkassen. schweigt, daß eine ganze Reihe Bundesstaaten teine Eisenbahnen hat Betriebskrankenkassen und Preußen deren Haupteigentümer ist. Umso wichtiger ist die Baukrankenkassen. Ausübung des Aufsichtsrechts des Reichs. Bei Konzessionsgesuchen Innungsfranfenfaffen will fich der Fiskus oft genug die guten Bissen vorbehalten Eingeschriebene Hilfskaffen. 1227 925 148 und läßt dann dringende Berkehrswünsche wie bei den Städte- Landesrechtliche Hilfetasien 129 35118 bahnen im Westen u. dergl. m. lange unerfüllt. Schon 1869 forderte der 23 109 13 619 048 5 772 388 Reichstag ein Reichseisenbahngesez. Es fehlt uns aber 23 188 13 069 375 5 197 080 heute noch an einer Festlegung der Rechte des Reichseisenbahnamts, bas nicht genügend start gemacht ist, um gewissen verkehrsfiskalischen sich auf 5 772 388 mit 115 128 905 Strankheitstagen. Auf 1 MitDie Zahl der Erkrankungsfälle mit Erwerbsunfähigkeit stellt Grundfäßen Preußens entgegenzutreten. Es erklärt sich mit den preußischen Bahnbauten einverstanden, aber was tut es gegen die glied kamen durchschnittlich 0,42 Erkrankungsfälle und 8,45 KrankUnterlassung dringend erforderlicher Bauten? Die Reichsorgane beitstage, für die Krankengeld oder Krankenanstaltspflege gewährt sollen hier nicht als Vertreter Preußens auftreten, sondern wurde. sich hier die Unterstügung holen, um energisch auch gegen Die ordentlichen Einnahmen( 3insen, Eintrittsgelder, Beiträge, Breußen, wenn es im allgemeinen Interesse liegt, aufzutreten.( Leb- Buschüsse, Ersatzleistungen, sonstige Einnahmen abzüglich derer hafter Beifall links.) für die Invalidenversicherung) betrugen 412 290 611 M., darunter Abg. Sofinski( Pole) betont, daß auch in Oberschlesien 888 442 459 M. Beiträge( einschl. Zusatzbeiträge und Eintrittsder Wagenmangel sehr groß ist. Die Reichsregierung hätte ihren gelder). Einfluß auf den preußischen Fistus geltend machen müssen. Die Erbitterung unter der Arbeiterschaft wegen der Lohnverluste ist eine sehr große. Das Haus vertagt sich. Nächste Sigung: Donnerstag 1 Uhr( Fortsetzung der Besprechung, Wahlprüfungen, fleine Vorlagen). Schluß 64 Uhr. Abgeordnetenbaus. 108. Sigung, Mittwoch, den 8. Januar, nachmittags 2 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Lenze, v. Dallwitz, Sydow. Breitenbach. Präsident Graf v. Schwerin- Löwiß eröffnet die Situng mit herzlichen Wünschen für das neue Jahr. Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Debatte über das Koalitionsrecht der Feuerwehrleute ab. Er hatte Abg. Kreth( f.) eine Erklärung zu seinen Aeußerungen bei der damals erklärt, auch der Oberbürgermeister von Breslau Dr. Bender habe die Feuerwehrleute in ihrer Koalitionsfreiheit beschränkt. Dr. Bender habe ihm daraufhin geschrieben, er habe seinem Branddirektor ausdrücklich gefagt, er wolle nicht, daß die Mannschaften über das nötige Maß in ihrer Freiheit beschränkt würden. Hierauf erhält das Wort zur Da= Zusammen 1911 1910 Die ordentlichen Ausgaben( Krankheitskosten, Ersatzleistungen, zurückgezahlte Beiträge und Eintrittsgelder, Verwaltungskosten, abzüglich derer für die Invalidenversicherung, sonstige Ausgaben) beliefen sich auf 392 524 744 M., darunter 357 468 396 M. Krankheitskosten, die sich verteilen auf: Aerzliche Behandlung Arznei und sonstige Heilmittel Soziales. 88 754 224 Mart, 53 171 234 " Das wegen Befangenheit abgelehnte Vorstandsmitglied. Eine auffallende Entscheidung in einem Ablehnungsantrag Sigung der 1. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts zur Berwegen Besorgnis der Befangenheit erteilte, wie in der letzten lejung fam, das Berliner Landgericht I. Unterſtügung an Schwangere und Wöchnerinnen. Sterbegelder Anstaltsverpflegung Fürsorge für Genefende Auf 1 Mitglied kamen durchschnittlich 26,25 M. Krankheitsfosten. Die Verwaltungskosten( abzüglich derer für die Invalidenversicherung) betrugen 22 189 349 M., auf 1 Mitglied durchschnittlich: bei den eingeschriebenen Hilfstassen 2,82 M., den Jnnungsfrankenfaffen 2,80 M., den Ortskrantentassen 2,45 M. und den landesrechtlichen Hilfstassen 1,85 M. Bei den Betriebs- und Baukrankenkassen werden sie fast ganz von den Unternehmern, in der Gemeindefrankenversicherung von den Gemeinden getragen. Bei allen Kassen überhaupt stellen sich daher die Verwaltungskosten nur auf 1,63 M. durchschnittlich für das Mitglied. worden. gericht durch Klage eine Lohnforderung in Höhe von 29,40 M. geltend. Der Beklagte gab in der gestrigen Berhandlung vor der Kammer 6 an, die Klägerin sei als„ Mädchen für alles" engagiert Auf Befragen habe sie zugegeben, daß sie auch kochen könne. Bald habe sich jedoch herausgestellt, daß sie nicht imstande buch berechtigt gewesen, die Klägerin sofort zu entlassen. war, etwas zu kochen oder zu braten. Es läge mithin cine argliftige Täuschung vor und wäre er nach dem Bürgerlichen GesezDie Klägerin bestritt ganz entschieden, sich als Köchin ausgegeben zu würde sie sich doch auch nicht für monatlich 20 m. verdingen. haben. Sie habe gleich gesagt, fie fönne nicht ſelbſtändig kochen, an die Klägerin 20 M. zu zahlen. Der Sachverhalt war folgender: In einem jener Prozesse, in freiwilliges Geschenk oder als wesentlicher Bestandteil des Gehalts dem es sich um die Streitfrage handelte, ob die Gratifitation als aufzufassen sei, war Termin zur mündlichen Verhandlung vor der 1. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts angefeßt. Vor Ein- Der Beklagte verpflichtete sich schließlich, im Vergleichswege tritt in die Verhandlung stellte die Beklagte, die Deutsche Bank, den Antrag auf Ablehnung des Beisigers M. Die Besorgnis der restaurants, flagte das Dienstmädchen B. auf Bahlung von 20,80 m. 2. Gegen den Restaurateur Junker, Inhaber eine WeinBefangenheit begründete sie damit, daß M. Borstandsmitglied eines Bankbeamtenvereins sei. Dieser habe durch Beschlüsse seinen Stand. als Entschädigung wegen sofortiger Entlassung. Die Klägerin war mit einem Monatslohn von 30 M. nebst freier Station und einer Einbringung des Etats punkt in der Gratifikationsfrage dahin präzisiert, daß der Verein Finanzminister Dr. Lente: Bei der Aufstellung des Etats für für die Verpflichtung der Banken zur Zahlung der Gratifitationen achttägigen Kündigungsfrist bei den Beklagten in Stellung. Nach 1911 ergab die wirtschaftliche Lage folgendes Bild: Die Landwirt- Vorstandsmitglied einer Organisation, die in einer wichtigen Klägerin habe die ihr obliegenden Dienstpflichten nicht erfüllt. einzutreten habe. Man könne nun nicht gut annehmen, daß das ihren Angaben wurde sie am 5. Dezember ohne Grund plößlich entlassen. Der Betlagte beantragte Abweisung der Klage. Die schaft hatte eine gute Ernte gehabt. Schiffahrt, Handel und In- Streitfrage duſtrie erholten sich langsam von dem Rüdgang des Jahres 1907. Streitfrage ihren Standpunkt festgelegt habe, in feiner Eigenschaft Schon am ersten Tage habe sie böswillig alle Arbeiten liegen laſſen. Die Ausfuhr hatte in allen Industrien sehr zugenommen. als Richter dieser Frage ohne Befangenheit entgegentreten fönne. le er sie zur Verrichtung der Arbeiten aufgefordert habe, habe gegen wirkte hemmend die Ungewißheit, ob der Stahlwerksverband Das Kaufmannsgericht lehnte den Befangenheitsantrag ab. und das Kohlensyndikat wieder zustande kommen würden. Alles in Auf erhobene Beschwerde hin erachtete jedoch das Landgericht i fie ihre Papiere gefordert. Diese habe er ihr ausgehändigt, ebenso den ihr zustehenden Lohn. Demgegenüber führte die Klägerin allem war ein Aufschwung der wirtschaftlichen Lage unverkennbar. ihn für berechtigt. Angesichts der Tatsache, daß der Verein in der an, daß schon beim Antritt der Stellung das frühere Mädchen weiNehnlich war das Bild des Etats. Dieser war infolge des Rüd- Gratifikationsfrage nach der von der Antragstellerin bezeichneten nend zu ihr gesagt habe, sie würde wohl nicht lange bei dem BeRichtung zu kämpfen beschlossen hatte, sei es doch nicht von der seinerzeit start überlastet worden und hatte in den letzten Jahren Vorstandsmitglied dieses Vereins unbewußt beeinflußt sei. Die borgefunden, so daß sie gleich die erste Nacht durchgearbeitet habe, ganges der Konjunktur und infolge der Erhöhung der Besoldungen Hand zu weisen, daß der Beifizer M. infolge seiner Eigenschaft als flagten sein. Geschäftsräume und Küche habe sie voller Schmut mit einer wesentlichen Vermehrung der Einnahmen gerechnet, aber Besorgnis der Befangenheit sei darum in diesem Falle berechtigt. über sie geäußert, er habe gejagt, ein solch tüchtiges Mädchen hätten auch die starke Zurückhaltung der früheren Jahre bei den Ausgaben fie lange nicht gehabt. Am zweiten Tage habe sie von Geschäftsfonnte nicht länger stattfinden, sonst hätten wichtige Staatsaufgaben führer eine Stulle gefordert, die ihr dieser jedoch verweigert habe. Schaden gelitten. Dank dem Aufschwung der Industrie sind die 1. Bei dem Restaurateur Neumann war das 45jährige Fräu- pfelmus, das die Gäste stehen ließen, habe man ihr zu effen ges Einnahmen aus den Eisenbahnen und Bergwerken erheblich in die lein G. als Dienstmädchen in Stellung. Neben freier Station sollte geben. Als die Klägerin weitere Angaben über die ihr zuteil Höhe gegangen. Der Etat von 1911 schloß daher mit feinem Fehl- es 20 M. Lohn erhalten. Als gegenseitige Kündigungsfrist waren gewordene Behandlung machen wollte, wurde sie von Vorſizenden betrage, sondern einem Ueberschuß von 7,3 Millionen Mart ab, 14 Tage vereinbart worden. Am 4. Tage wurde Frl. G. nach ihrer Dr. Maguhn unterbrochen mit dem Bemerken, dies gehöre nicht zur und 172 Millionen Mart fonnten dem Ausgleichsfonds überwiesen Meinung ohne Grund entlassen und machte daher vor dem Gewerbe- Sache wurde Dienstmädchen vor dem Gewerbegericht. Hauseinsturz in Rom. ( 11 Zote 4 Verwundete.) Eine schivere Ratastrophe hat sich Mittwoch früh in der Der als Zeuge bernommene Geschäftsführer befundete, die J auf 100 m. ermäßigt, sodaß das Urteil auf eine Gesamtstrafe von Klägerin habe sich geweigert, ihre Arbeiten zu verrichten. Auch 130 M. lautete. habe sie die Papiere und mithin ihre Entlassung gefordert. Die Klägerin bestritt dies ganz entschieden. Der Beklagte habe sie Harte Konkurrenzklausel in der Elektrizitätsbranche. vielmehr entlassen. Auch habe er gesagt, er ivolle mit den Weibern Der Ingenieur P. in Charlottenburg trat am 1. Februar 1901 Via del Tritone in Rom zugetragen. Aus bisher unnichts mehr zu tun haben, engagiere sich vielmehr einen Haus- in die Dienste der Aktiengesellschaft Kabelwerk Wilhelminenhof in bekannter Ursache stürzte eine große Mauer zusammen und diener. Der Beklagte verpflichtete sich, im Vergleichswege 10 M. Berlin gegen ein Gehalt von 375 M. monatlich. Sein Dienstvertrag fiel auf die hintere Seite eines benachbarten Hauses. Das an die Klägerin zu zahlen. Diese nahm dann die Klage zurück. 3. Bei der Zubereitung von Blumenkohl kam es in einer enthielt eine Konkurrenzklausel dahin, daß er drei Jahre nach Be- Haus kam dadurch zum Einsturz und begrub eine Anzahl Restaurationsküche zu einem Streit zwischen den beiden Angestellten, endigung des Vertrags in Deutschland und einer Anzahl anderen Personen unter sich. Die Rettungsarbeiten, zu denen Militär der mit der Entlassung der beschäftigten Mamsell endete. Aus europäischen Staaten weder selbständig, noch als Agent, Handlungs zur Hilfeleistung hinzugezogen wurde, gestalteten sich sehr diesem Grunde klagte Frl. S. gegen Frau Kunze als Inhaberin gehilfe oder Vertreter für ein Unternehmen tätig werden durfte, schwierig. Aus den Trümmern des Hauses wurden vier eines Weinrestaurants mit Nachtbetrieb. Die Klägerin forderte das sich mit der Kabelfabrikation beschäftigt. Im Zuwiderhand- Schwerverwundete und elf Tote ausgegraben. Es einen Restlohn in Höhe von 11 M. wegen Nichteinhaltung der ver- lungsfalle sollte P. in eine Vertragsstrafe von 10 000 m. verfallen steht noch nicht fest, ob damit die Liste der Verunglückten ercinbarten dreitägigen Kündigungsfrist. Die Beklagte gab an, die und für jedes weitere mit Konkurrenztätigkeit begonnene Viertel- fchöpft ist. Klägerin hätte ihren Anordnungen nicht Folge geleistet. Sie hätte jahr je 3000 M. Strafe zahlen. Im März 1908 trat B. als OberBlumenkohl zum Garnieren zubereiten sollen, habe ihn aber zur ingenieur in die Dienste der Bergmann- Elektrizitätswerke, einer Suppe verwandt. Auch sei sie mit einem anderen Mädchen in Streit geraten und habe dann die Papiere gefordert. Auch hier Konkurrenzfirma. Das Kabelwerk Wilhelminenhof erhob darauf schlossen die Parteien einen Vergleich, nach dem sich die Beklagte Klage gegen P. auf Unterlassung dieser Tätigkeit während der Zeit verpflichtete, 9,10 M. an die Klägerin zu zahlen. bis zum 1. März 1911 und ist mit diesem Anspruch auch in allen drei Instanzen durchgedrungen. In Vollstreckung dieses Urteils ist P. durch Beschluß des Kammergerichts zu einer fistalischen Strafe von 800 m. verurteilt und darauf am 13. Dezember 1910 von den Bergmann- Werken entlassen worden. Im Juli 1911 strengte nun das Kabelwerk Wilhelminenhof eine neue Klage gegen P. an auf Zahlung von 43 000 M. Vertragsstrafe mit der Begründung: durch gefegt die erste Zuwiderhandlung seien 10 000 m. und weiter für elf Vierteljahre je 3000 M. Strafe verfallen. 60 Bedauerlich ist, daß die mißliche wirtschaftliche Lage der Gastwirtsgehilfinnen sie so oft zu einem Vergleich und damit zu einem Aufgeben eines Teils ihres Rechtes veranlaßt. und Zentrumsleute. Sturmfahrt eines englischen Kreuzers. Botschafters Reids von England nach New York brachte, hat auf Der englische Kreuzer Natal", der die Leiche des amerikanischen Botschafters Reids von England nach New York brachte, hat auf seiner Fahrt von England nach Amerika einen furchtbaren Sturm zu bestehen gehabt. Nach der Erzählung der Offiziere hat nicht viel gefehlt, daß das Schiff während eines außerordentlich heftigen Nordweststurmes untergegangen wäre. Der Kreuzer war bei seiner Ankunft in New York Laum noch wieder zuerkennen. Sämtliche Ma sten waren über Bord worden. Der Apparat für drahtlose Telegraphie Ein Teil der Backbordseite war var zerstört worden. vollkommen aufgerissen, die Scheinwerfer waren zertrümmert, zwei Geschüße find verloren gegangen, verschiedene Panzerplatten wurden abgelöst. Aus dem Kielraum des Schiffes mußte eine ungeheure Wassermenge herausgepumpt werden. Der christlich- nationale Krankenkassenverband, der sich„ Gesamtverband deutscher Krankenkassen" nennt( das sieht netter aus, wenn's auch unlauterer Wettbewerb ist), hielt in Essen Das Landgericht III Berlin hat die Klage abgewiesen, weil die am 1. Januar seine erste Mitgliederversammlung ab. Der Verband Klägerin, nachdem sie auf Erfüllung geflagt, nicht mehr die Ver foll Kassen mit annähernd einer halben Million Mitglieder um- tragsstrafe begehren könne. Dagegen hat das Kammergericht den fassen und gibt am 30. Januar die erste Nummer seiner Vereins- Klageanspruch dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt und zur zeitschrift heraus. Vorsitzender des Verbandes wurde der mit Begründung ausgeführt: Es ist bereits im Vorprozeß auch vom Auch der Hapag- Dampfer" Präsident Lincoln" hatte auf seiner Aemtern noch nicht genug gesegnete Reichstagsabgeornete Behrens, Reichsgericht angenommen worden, daß die Konkurrenzklausel im Fahrt von New York nach Plymouth einen furchtbaren Geschäftsführer Beder- Berlin. Die weiteren Vorstandsmitglieder vorliegenden Falle nicht gegen die guten Sitten verstößt. Eine un- Sturm zu überstehen. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, find Unternehmer, sowie eine Anzahl christlicher Gewerkschaftler billige Erschwerung des Fortkommens des Angeklagten liegt nicht ist von den Wellen über Bord geschwemmt worden. Wie Unter ihnen als weißer Rabe der Hirsch vor. Wenn auch eine gewisse Härte in der Höhe der Strafe liegen der erste Deckoffizier, der seit 27 Jahren zur See fährt, berichtet, ist Dundersche Gewerkschaftsbeamte Gzieslik. Wie sich die Zeiten mag, so reicht doch die Bestimmung des§ 343 des Bürgerlichen der vergangene Freitag der schlimmste Tag in seiner ganzen ändern! Es ist noch nicht gar viele Jahre her, als im Kölner Gesetzbuchs, wonach der Richter die Strafe herabseßen kann, zum feemännischen Laufbahn gewesen. Kristallpalast eine mörderische Schlacht der Christlichen gegen die Schuße des Angeklagten vollkommen aus. Von einer die wirtschaftunter Führung Czieslife bersammelten Hirsch- Dunderschen ge- liche Existenz des Beklagten vernichtenden und deshalb unfittlichen schlagen wurde, bei welcher in dem von den Christlichen plötzlich Vertragsbestimmung ist deshalb nicht die Rede. Auf§ 340 des verdunkelten Saal Stuhlbeine und Biergläser blutige Arbeit Bürgerlichen Gesetzbuchs kann sich der Beklagte nicht berufen. Nur lieferten. Und heute Arm in Arm! Arme Hirsch- Dunderschen! wenn die Klägerin Erfüllung verlangt hat und solche von ihr anDamit nicht der Anschein einer heimlichen Pfründenwirtschaft genommen ist, kann sie nicht die Vertragsstrafe fordern. Die Anerwedt werde, sollte die nächste Mitgliederversammlung über die nahme des Landgerichts, daß die Klägerin durch ihren Klageantrag Höhe der Tagegelder für Vorstandssitungen usw. beschließen. Dieser und das rechtsträftige Urteil im Vorprozeß Erfüllung verlangt und Antrag des Zentrumsmannes Died nimmt sich sehr komisch aus. Deshalb jedenfalls ihr Wahlrecht erloschen sei, findet im Geseb keine Denn man weiß, daß der Rendant Meyer- Effen der Schaumeister Stüße. Der Beklagte hat den Vertrag nicht erfüllt. Er hat seine der neuen Vereinigung ist. Herr Meyer ist derjenige Herr, auf vertragswidrige Stellung bei den Bergmann- Werken vom 11. März dessen Betreiben ihm und anderen Beamten der Effener Ortsfrankenkasse ein kleines Vermögen von 50 000 M. referviert wurde, für den Fall, daß die Reichsversicherungsordnung Nachteile für diese Herren Beamten brächte. Diefe Leute haben allerdings nötig, sich sorgfältig gegen den Verdacht zu schützen, daß sie eine Pfründenwirtschaft etablieren wollen. Gerichts- Zeitung. Umfangreiche Butterfälschungen. 1908 bis zum 13. Dezember 1910 beibehalten. Für diese Zeit hat der Beklagte die Vertragsstrafe verwirkt, das sind 43 000 M.Der vom Beklagten geltend gemachte Anspruch auf Herabsehung der Strafe nach§ 343 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, weil sie unverhältnismäßig hoch sei, ist dem weiteren Verfahren über den Betrag des Klageanspruchs vorbehalten. Das Reichsgericht hat Dienstag die Revision des Beklagten zurückgewiesen!( Aktenzeichen: III. 234/12.) Bfui! Immer standesgemäß. In der Begründung der sozialdemokratischen Interpellation über den Wagenmangel im Reichstage wies Genosse önig u. a. auch darauf hin, daß im westlichen Deutschland einzelne Bahnhofswarteräume für die adligen Grundbesitzer der Umgegend reserviert sind, beinahe diefe Behauptung erscheint, im Lande der Junker ist jedoch gewöhnlichen Sterblichen aber verschlossen bleiben. So unglaublich nichts unmöglich. So weiß die Warendorfer Sundschau" aus dem finfteren Münsterlande zu berichten: " Mersch bei Drensteinfurt, 4. Januar. Ein Warteraum für Adelige ist hier eingerichtet worden. Als ich abends in den Warteraum erster und zweiter Klasse gehen wollte, fand ich ihn verschlossen. Ich fragte einen Beamten, was das zu bedeuten habe. Der Warteraum wird geöffnet, wenn die hohen Herrschaften erscheinen", erhielt ich zur Antwort. Der Beamte gab mir auch zu verstehen, daß mit „ hohen Herrschaften" der Freiherr bon NagelIttlingen, die Familie Graf von Merveldt und Freiherr von Ascheberg gemeint feien. Herr v. Nagel führe sofort Beschwerde, wenn ein anderer den Warteraum betrete. Um unangenehmen Beschwerden vorzubeugen, wurde daher der Warteraum nur auf. gefchlossen, wenn die hohen Herrschaften" erscheinen. Aus eine Anf St " Wie man ein Mädel küßt! einigten Staaten schickt man der Frankf. 3tg." mit folgendem bedruckten Tert: 3t du, wie man ein Mädel küßt? Auge vor ihr. Absichten nicht mit um Erlaubnis, ob du sie küssen darfst, merisch ins Auge. Wegen öffentlicher Beleidigung in zwei Fällen ist am 13. Mai Es wäre ja auch ein Standal, wenn die hohen Herrschaften" vom Landgericht Dortmund der Bergmann Anton Kagmierczak zu Se. Hoheit Gutsbesizer Freiherr v. Nagel war früher lagen einer Anklage wegen wissentlicher Nahrungsmittelfälschung zu- 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er soll einmal vom Abortürassierleutnant in Münster- mit g- beliebigen Schulzes grunde, welche gestern in der Berufungsinstanz die sechste Straf- aus, einmal vom Garten aus je einem Arbeitswilligen, der vorüber- oder Müllers den Warteraum teilen müßten. Tammer des Landgerichts I beschäftigte. Angeklagt waren der ging, das Wort: Pfui! zugerufen und beide dadurch beleidigt haben. Butterhändler Ernst Schwanebeck und deffen Tochter Else Sch. Die Sein Verteidiger hatte in der Hauptverhandlung den Antrag gebeiden Angeklagten sind schon mehrfach wegen Butterfälschung ver- stellt, noch Zeugen darüber zu vernehmen, daß er den beiden Anurteilt worden, und zwar zuletzt noch im Jahre 1911 zu Geldstrafen beitswilligen jenes Wort nicht zugerufen habe. Das Landgericht bon 600 bezw. 300 W. Anscheinend brachten die Fälschungen jedoch hatte diesen Antrag abgelehnt. Auf die Revision des Angeklagten soviel ein, um die hohen Geldstrafen bezahlen zu können. Denn hob am Dienstag das Reichsgericht das Urteil wegen Beschränkung die Angeklagten sekten ihr Fälscherhandwerk ruhig fort. Bei einer der Verteidigung auf und verwies die Sache an das Landgericht neuerlichen Probeentnahme bei verschiedenen Butterhändlern, die zurück. von den Angeklagten garantiert reine Naturbutter" bezogen hatten, wurde festgestellt, daß diese mit 20 Broz. Margarine verfälscht war. Das Schöffengericht verurteilte Schwanebeck zu drei Monaten Gefängnis und 300 M. Geldstrafe, die Tochter zu 1000 M. Geldstrafe. In der Berufungsinstanz machte der Verteidiger für den Angeklagten Schwvanebed geltend, daß dieser bei seiner Tochter lediglich das Gnadenbrot erhalte und mit dem Geschäft, welches der Tochter gehöre, so gut wie gar nichts zu tun habe, so daß ihm gar nicht die Hauptverantwortung für die Fälschungen treffe. Das Gericht hielt diesen Beweis für erbracht und erkannte gegen Schwanebed unter Fortlassung der Gefängnisstrafe auf 300 m. Geldstrafe. Die Berufung der Tochter wurde verworfen. Dagegen blieb es bezüglich beider Angeklagten bei der vom Schöffengericht angeordneten Publikation des Urteils an den Anschlagsäulen. ,, Leo" als Zeuge. Vor dem Sizungsjaal der 8. Straftammer des Landgerichts I bot sich gestern den Vorübergehenden ein etwas ungewöhnlicher Anblid. Unmittelbar vor der Eingangstür zum Sizungsfaal lag Aus der Frauenbewegung. D Versammlungen- Veranstaltungen. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 13. Januar, 8 Uhr, in Kellers Neue Philharmonie, Stöpenicker Straße 97/97: Vortrag des Reichstagsabg. 2andsberg über: Steglig. Heute, Donnerstag, den 9. Januar, abends 8½ Uhr, beHeinrich von Kleist. Gäste, Männer und Frauen willkommen. ginnt bei Heizmann, Floraftr. 2, der Vortragszyklus der Genoffin W. Kähler. Üm zahlreichen und regelmäßigen Besuch dieser acht Vorträge ersucht Der Vorstand. 200 Aus aller Welt. Der abnungslofe Pfarrberr. Arg hineingefallen ist dieser Tage ein wettluftiger katholischer Geistlicher, der Stadtpfarrer Dr. Glaser aus Neustadt Cu und e Lege Teicht zurü pillit, ergreife mit deiner Rechten ihre Rechte hase ist es angebracht, einige Male zu seufzen. sanft zu, daß ihre rosenroten Lippen dich an cinnern. wird sie bei diesen Worten ihre Augen senken linke Hand unter ihr Kinn und biege ihren Kopf Biehe fie sanft an dich. Beeile dich nicht. Starre in die Liebesglut, die in ihren Augen glimmt, Seufze noch einmal. doch Neige deinen Kopf dem ihren zu, bis deine Lippen warte! Stüsse sie nicht, bis du gewiß bist, daß sie den Antiseptischen Kau- Gummi der Firma X. Y. gebraucht, den einzigen Gummi, der das Küssen ungefährlich macht. Wenn sie ein antiseptisches Gummi- Girl ist, dann füsse sie." Hoffentlich beherzigen alle Außsüchtigen strikte die Vorschriften Kleine Notizen. eine mächtige deutsche Dogge, die zähnefletschend jeden Vorbeigehen- a. d. Haardt. In der Zeit des Streites um Zulassung der Jesuiten Mysteriöser Leichenfund. Bei dem Aufräumen der Branda den mißtrauisch musterte. Mancher machte nach dem Grundfaße, nach Deutschland wollte auch er sein Teil beitragen, um der Ein- stätte einer Heumiete auf dem Terrain des Gutes dazz Vorsicht der bessere Teil der Tapferfeit sei, einen großen Bogen wanderung der jesuitischen Schwarzröcke freie Bahn zu schaffen. ingen to alde bei Batlow, Kreis Oberbarnim, wurde Mittwoch um diesen eigenartigen Wächter. Leo", die Dogge, schien sich ihrer Anlaß zu seinem Eingreifen gab ihm eine Notiz der liberalen Neu- früh eine männliche und eine weibliche Leiche aufwichtigen Rolle ,. die sie als vorgeladene Zeugin spielen sollte, nicht städter Bürgerzeitung", in der behauptet wurde, daß die Moral- gefunden. Die lettere trug noch efte eines Strides um recht bewußt zu sein. Denn nach einer kleinen Weile legte sie sich theorie des Jesuiten Gury) erkläre, desertierte Soldaten den Hals. Es wird vermutet, daß die Toten aus dem derbruch gemütlich auf den Rüden, zappelte mit den Beinen in höchst respektstammen, dort ermordet, mittels Wagen nach der Fundstelle vidriger Weise und begann unter vergnügtem Grungen sich den brauchen nicht zurückzukehren, wenn feine Gelegen geschafft und hierauf zur Verdeckung des Verbrechens die Heumiete Güden zu„ schuppen". Während sich„ Leo", das eigentliche Korpus- beit zur Beichte vorhanden ist, wenn sie von zu schweren in Brand gesteckt wurde. delitti, in dieser Weise amüsierte, hatte sich seine Herrin, die Strafen bedroht werden, oder wenn der Krieg ein un- Tragischer Ausgang einer Liebe. In Stuttgart tötete am Schantwirtin Joa leder, in dem Sigungssaal wegen der von Leo" gerechter ist. Auch ist, sich durch Selbstverstümmelung Mittwoch morgen der 34jährige Schieferdecker Georg Gebhardt verübten Schandtaten zu verantworten und zwar handelte es sich oder Betrug der Aerzte dem Kriegsdienst zu entziehen, nicht seine Geliebte, die 35 Jahre alte Verkäuferin Anna a ß. gleich unt zwei Anklagen wegen fahrlässiger Körperverlegung. Die unbedingt ein Verbrechen, und man soll die jungen Leute, welche bender durch mehrere Revolverschüsse und berübte darauf selbstAngeklagte, die in der Joachimstraße eine Schankwirtschaft betreibt, sich auf diese Weise befreit haben, nicht beunruhigen, zumal morb hatte sich dadurch strafbar gemacht, daß sie trob einer von dem Automobilunglück. Ein Automobil der Ueberlandzentrale HohenPolizeipräsidenten ausgehenden Verfügung ihre bissige Dogge„ Leo" fie den Ermahnungen in dieser Sache doch nicht folgen würden. lohe- Dehringen geriet in der vergangenen Nacht auf noch nicht aufohne Maultorb hatte herumlaufen lassen. Diese Unterlassungssünde Diese freilich wenig patriotischen Geist verratende Auffassung des geklärte Weise vom Wege ab und überschlug sich in voller hatte zur Folge gehabt, daß eine Frau Betty Müller und ein Fräu- Jesuitenpaters deuchte dem Herrn Stadtpfarrer jegt, wo das Ben Fahrt, da der Führer des Wagens allzu scharf bremste. Ingenieur lein Chaja Stein von der Dogge überfallen und nicht unerheblich trum Regierungspartei ist und natürlich für alle nationalen Güter Heinrichs von der Ueberlandzentrale wurde sofort getötet, verlegt worden war. Das Schöffengericht hatte die Angeklagte zu eintritt, so unmöglich, daß er in dem klerifalen Pfälzer Kurier" Ingenieur Sercher erlitt Berlegungen am Rücken und einer Gesamtstrafe von 330 m. verurteilt. Gegen dieses Urteil einen blauen Lappen dafür aussette, wenn jemand in der Lage am Fuß. ein dritter Insasse wurde im Gesicht verlegt. legte die Verteidigung Berufung ein und bot gleichzeitig den Be- sei, nachzuweisen, daß Gurh jemals so hochberräterische Gedanken Mißernte in Kalifornien. Wie ein Telegramm aus Los Angelos weis dafür an, daß„ Leo" offenbar geneckt worden sei, da er sonst dem Sinne nach niedergeschrieben habe. Es scheint aber doch noch meldet, ist infolge der strengen Stälte die Zitronen- und ein ganz gutmütiges und keinesfalls biffiges Tier jei. Der Vor- Leute zu geben, die in der jesuitischen Morallehre belesener find, fünfte Teil zu retten ist. Der Schaden wird auf zwanzig Orangenernte vernichtet worden. Man glaubt, daß nur der jizende der Berufungsstraftammer, Geb. Justizrat Qu a st, machte die beantragte persönliche Ladung"" Leos davon abhängig, daß als der katholische Stadtpfarrer es zu sein glaubt. Am Tage des millionen Dollar geschäßt, wovon die Eisenbahnen einen " Leo" mit einem träftigen Maultorb versehen und an einer noch Ablaufs der Wette erschien in dem liberalen Blatte ein offener Brief Verlust von acht Millionen durch verminderte Frachteinnahmen fräftigeren Leberleine vorgeführt werde. Zum Beweise, daß Leo" an den Stadtpfarrer Dr. Glafer, in dem ein Abfazz aus der haben. ein gutmütiges Tier sei, wurde Leo dann auch in den Saal geführt, Moraltheologie des Gury, Regensburg 1850, Was die Freiherrnwürde kostet. Der österreichische Kaiser hat wo er zuerst die beiden Verteidiger mit vergnügtem Schwänzeln" S. 387 ff. zum Abbrud kam, der alle die in der ersten Notiz be- den Finanzier Siegmund Springer, der dem österreichischen beschnupperte. Am Richtertisch richtete er sich in seiner ganzen haupteten Auffaffungen Gurys fast wortwörtlich bekräftigt. Roten Kreuze vor furzem 500 000 kronen spendete, in den imponierenden Größe auf und ließ sich streicheln. Ebenso ließ er fich von den Zeugen ruhig anfaffen und klopfen, sodaß der Beweis bleiben, als den blauen Lappen herauszurücken. Vielleicht wird er Dem wettluftigen Pfarrer wird nun wohl nichts anderes übrig Freiherrnst and erhoben. Selbstmord aus Furcht vor Strafe. In Sannover erfchok fich nach dieser Richtung als gelungen angesehen werden mußte. Der bei dem unangenehmen Ausgang der Wette einen kleinen Trost Walter Brun in dem Dienstzimmer des Untersuchungsrichters am Mittwochnachmittag der 30jährige Präparator und Staufmann " Beuge Leo" wurde dann aber schleunigst wieder abgeführt, um zu verhindern, daß auch bei ihm die bekannte Hundeleidenschaft für die darin finden, daß die 100 Mart geopfert wurden zur Weiß- Landgerichtsrat Meister mit einer Browningpistole. Brun war Gden in die sichtbare Erscheinung treten würde. In der Sache waschung eines Schwarzen und Wohrenwäsche stets un des Berbrechens gegen das keimende Leben beschuldigt und stand felbst wurde die in einem Falle verhängte Geldstrafe von 300 m, dankbar ist, 17 feine Berhaftung bevor Die neue Manoli Kardash das Beffe für 30 Preußische Klassen- Lotterie. Losse in 2, 4 und 18- Abschnitten sind zu haben bei Moebius, Große Frankfurter Straße 73. Kgl. Lotterie- Einnehmer Wo? ist der schönste Ausflugsort? Immer noch Pichelswerder, an der neuen beim Alten Freund. Heerstraße HEAR Kronnubork Kronenbod 100w ain schweres, dunitles Bies vorzüglichem Ger schmack und großßer Bez kömmlichkeit, ist in Flor schen und Siphons. somein Gebinden überall er hältlich oder nach telephonischem Anruf Aut Lützow 9122 direkt durch Act. Grs. Schloßßbrauerei Schöneberge Schlossbrauerei Schöneberg Berlin- W die Qualität ist hervorragend. Theater und Vergnügungen Donnerstag, 9. Januar 1913.| Deutsches Schauspielhaus 8 1br: Der gute Ruf. Anfang 7, Uhr. Kal. Overnhaus. Die Zauberflöte Residenz- Theater, 8 Uhr. Sgl. Schauspielhaus. Der große Stönig. Königgräter Straße. Serobes und Mariamne. Deutsches. Der blaue Bogel. Zirkus Busch. Gala- Vorstellung. Birkus Albert Schumann. Galas Borstellung. Anfang 8 Uhr. Urania. Baris und die Königsschlösser von Versailles. Deutsches Schauspielhaus. Der gute Ruf. Leffing. Gabriel Schillings Flucht. Kammerspiele. Mein Freund Teddy. Berliner. Filmzauber. Kurfürsten- Over. Der Kuhreigen. Theater am Nollendorfplatz, Die schöne Helena. Die Frau Präsidentin. ( Madame la Présidente). Schwanki. 3 Alt. v. Hennequin u. Beber. Morgen und folgende Tage: Die Frau Präsidentin. Luisen- Theater. Donnerstagabend 8 Uhr: BerlinHamburg New York. Gr. rom. tomisch. Ausstattungsstück von Ernst Ritterfeldt. Mufit von Georg Runsky. Samburg New Yort. Freitag u. folgende Tage: BerlinSonnabendnachm. 4 Uhr:( Kinderborst): Der Sandmann tommt. Deutſches Opernhaus. Oberon DOSE THEATED Montis Operetten. Der Frauenfreffer. Ctetues. Profeffor Bernhardi. Residenz. Die Frau Präsidentin. Thalia. Puppchen. Schiller 0. fchlacht. Die SchmetterlingsBroße Frankfurter Str. 132. Der große Unbekannte. Stom. i: 4 Urt. v. Sturt Matull. Anfang 8 Uhr. Freitag: Die Sünden der Schiller Charlottenburg. Wolfen- oberen Zehntausend. frager. Luijen. Berlin- Hamburg- New York. Metropol. Chauffeur Metropol. ins Metropp- Theater Komödienhaus. Die Generalsede. Chauffeur Groß- Berlin. Das Fürstenkind. Trianon. Die Erste Die Befte. Nose. Der große Unbekannte. Herrnfeld. Die Alpenbrüder. Wüsten. moral. Casino. Am grünen Strand der Spree. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Brüderlein fein. Spezialttäten. Reichshallen. Bosco. Anfang 8 Uhr. Lustspielhaus. Majolika. Walhalla. Goldener Leichtsinn. Folies Caprice. In Sachen Staten stein. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. Anfang 8%, Uhr. Neues Volkstheater. Der Doppelgänger. Anfang 10 Uhr. Admiralspalaft. Gisballett: Flirt in St. Morig. Sternwarte, Invalidenftr. 57-62 Schiller- Theater Oaner. Theater. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Freitag, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Talisman. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wolkenkratzer. Freitag, abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Schmetterlingsschlacht. Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. Theater in der Königgrätzer Straße 7 Uhr: Herodes und Mariamne. Montis Operetten- Theater ( fr. Neues Theater). Amt Norden 1141. 8 Uhr: Der Frauenfreffer. Graße Jahres Zanz Otto Re mit gänzlich Anjang 8 Uhr. a tropol! lang und G. ire! eftattet. Abends a Uhr! Das grandiose Programm. 99 8 Uhr: Ein beispielloser Erfolg! Brüderlein fein". Alt- Wiener Singspiel von Jul. Wilhelm. Musik v. Leo Fall. assageTheater Lichtspiele Unter den Linden 22/23. Liebe u. Recht Drama aus dem wilden Westen und das große Programm. Herrnfeld Theater Ein Lachprogramm, wie es keine zweite Bühne der Welt aufzuweisen hat Wüstenmoral erwirkt u. verwertet anerk. schnell atente etc. Civ.- Ing. Jaeger& Dr. Breslauer Berlin, Gitschinerstr.106, n.d.Pat.- Amt Das beratende Nachschlagebuch: Wie muss eine Erfindung für die Verwertung beschaff. sein gratis u. franko Freie Boltsbühne Urania Zirkus Busch Extra- Opernvorstellung Sonntag, den 2. Februar, 3 Uhr nachmittags, im Deutschen Opernhause( Charlottenburg): Mozart: Figaros Hochzeit. Einlaßkarten à 1,30 M. vom 12. Januar ab in den Zahlstellen. 3 Uhr: Deutsches Schauspielhaus Tragödie des Sophokles: Elektra. Thalia- Theater Gorki: Die Feinde. Lessing- Theater Sonntag, 23. März Extravorstellung: Die Weber. 6. April: Deutsche Oper in Charlottenburg Beethoven: Fidelio. Sonntag, 12. Januar. Herrnfeld Theater Nansen: Eine glückliche Ehe. Abendabteilungen ( 8 Uhr): Sudermann: Der gute Ruf. Glaube u. Heimat.( Abendkarten a 1,30 M. sind in den Zahlstellen zu haben.) Residenz- Theater: Francillon. Ordnersitzung Sonnabend, 11. Januar, 83, Uhr, im Gewerkschaftshaus. Die Geschäftsstelle: G. Winkler. 244/1 Voigt- Theater. Donnerstag, den 9. Jamiar cr.: Gesundbrunnen, Babstr. 58. Gastspiel in Buhlmanns Theater, Schönhauser Allee 148. Adam und Eva. Komödie mit Gesang in 4 Aften von Jacobson und Elh. Raffeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8, Uhr. Theater Königstadt- Casino. Ede Holzmarkt u. Aleranderstraße. 1 Minute v. Bahnh. Jannowizbrüde Tägl, abbs. 8, Sonnt 1,6 Uhr: Einer Mutter Sohn. Bolksstüd in 1 Aft und das groß. Spezialitätenprogramm Jed. 1. u. 16.: Programmwechsel. Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108/114 Heute, Donnerstag, den 9. Januar 1913: Elitetag. Bockbierfest in den bayerischen Alpen. Im neuen Saal: Großer Ball. Keine fleischnot! Heute: Keine Fleischnot! Die Alpenbrüder Braten eines ganzen Ochsen Sonnab., 3.1. Male: Der heil. Antonius. mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Theater am Hollendorfplatz 5. n. 8 Uhr. Borvert. 11-2( heatert.) An allen Zagen der Woche: Abends 8 Uhr. Die schöne Helena. Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Die Erste Die Beste! Berantwortlicher Redakteur: Alfred Rielepp, Neukölln. Für den Anschnitt 9 Uhr. Portion 80 Pf. Anschnitt 9 Uhr. 5 Kapellen. 30 bayerische Mad'l. Anfang 7 Uhr. Entree 30 PI. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Paris und die Königsschlösser von Versailles. Zirkus Albert Schumann. Heute Donnerstag, 9. Januar, abends 7, Uhr: Große Sportvorstellung Um 9 Uhr: Der unsichtbare Mensch. 4 Bilder aus Indien. Neu! Die verwegenste Raubtierdressur der Gegenwart Eine Gruppe RiesenLöwen und Tiger, vorgeführt von Mons. Cäsario. The 5 Lloyds, Wild- West- Akt. Miß Belloni mit ihren dressierten Papagefen. Eine Kegelpartie zu Pferde, erfunden v. Dir. A. Schumann. Neu: Sensationspièce! Neu! Löwe auf Elefant! Walhalla- Theater Weinbergsweg. Rosenthaler Tor 8%, Uhr abbs. Täglich 8, Uhr abds. Goldener Leichtsinn. Vorzugskarten zu 80 Pf. u. 1. gültig. Sonntagnadm. 3½: Onkel Bräfig. Abds. u. fig. Tg.: Goldener Leichtsinn. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr: Die neue Lokalpoffe: Am grünen Strand der Spree! Concordia- Festsäle. Inh.: M. Wendt u. A. Schütze. 64 Andreasstr. 64. Jeden Donnerstag: Große Soiree der allgemein beliebten und bekannten Hoffmanns Sänger mit vollständig neuem Programm Anfang 8 Uhr. Heute Donnerstag, 9. Januar, abends 72 Uhr: Das Sensationellste, was bisher geboten! Mac Norton, gen. Das menschliche Aquarium hat sich als einzig in seiner Art dasteh. Magenphänomen erwiesen. Er trinkt 50-100 Glas Bier und verschluckt 40 Frösche und Goldfische. Der Aeroplan im Zirkus ( Der Affe als Aviatiker!!) Vorher die glänz. Januar- Spezialit. Zum Schluß: Die große Prunk- Pantomime ,, Sevilla" Passage- Panoptikum 50 wilde Weiber Mer Kinder vom Stamme der Igorroten. Lebend! Ohne Extra- Entree! Folies Folies Caprice. Die Novitäten: In Sachen Katenstein. Die Doppelfirma. 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MW des JotiBätlö" Strliiiet Jlollislilatl Domlkrstllg, S. Januar 1913. viertel' Parteitag der Sozialdemokratie Preußens. Berlin, 8. Januar 1913. Dritter BerhandlungStag. Bor mittagssitzung. Die Diskussion über die bevorstehenden Landtags- Wahlen wird fortgesetzt. Fcller-Görliy wendet sich scharf gegen eine Unterstützung des Freisinns ohne Gegenleistung, wobei er hervorhebt, daß in diesem Fall die wenigen aufrichtig liberalen Kandidaten, die bisher aufgestellt sind, sofort verschwinden und lauter Reaktionäre ä la M n g d a n an ihre Stelle gesetzt werden würden. Auf den Freisinn trifft durchaus das Wort des Dr. Magnus Hirschfeld vom dritten Geschlecht zu, besonders in Niederschlesien sind die Freisinnigen keine Männchen, keine Weibchen, garnichts!(Heilerkeit und Sehr gut!) Zu den Landtagswahlen schicken die Freisinnige» als Kandidaten — den ganzen Abschaum des Liberalismus in Berlin. Wir wollen den Freisinn für seine politische Falschheit nicht auch noch unterstützen. Der hier vorgelegten Resolution wird Unklarheit vorgeworfen, aber die Freisinnigen wissen ganz genau, was sie besagt. Es sind 109 Jahre, daß das preußische Volk für die Be- freiung von der Bevormundung durch die Hohenzollern kämpfen wollte. Zeigen wir uns dessen würdig und zeigen wir. daß die sozialistische Garde von 1913 das vollenden kann, was das preußische Volk vor 100 Jahren schon gewollt hat.(Beifall.) Adolf Hossmann- Berlin: Wenn Sie die Anerkennung, die Sie uns Abgeordnelen gezollt haben, in die Tat umsetzen wollen, dann schicken Sie uns bei den Landtagswahlen Hilfskräfte ins Ab« g e o r d n e t e n h a u s denn wir sechs müsien jetzt mit unseren Kräften Raubbau treiben. Aber wir wollen diese Hilfskräfte haben aus eigener Kraft und nicht durch Verletzung unserer Grundsätze.(Sehr gut I) Die Ausführungen von Bern- stein, Klühs und Landsberg schienen so, als sollten damit die EiSnerschen Idee» in anderer Form wieder durch Hintertüren in unsere Beschlüsie hineingebracht werden. Bernstein hofft sogar auf eine günstige Veränderung des Landtags mit Hilfe der Nationalliberalen. Gerade er sollte doch davon über- zeugt sein, daß man auf die Nationalliberalen nicht bauen kann, denn er ist in Breslau ja ihr Opfer geworden.(Bernstein: „Ich verlange keine Extraivurst 1") Darum handelt es sich hier nicht, aber wenn die Nationalliberalen sogar den bei den Gegnern be- licbteslen Sozialdemokraten zugunsten eines Strosjer durch- fallen ließen, was für Kandidaten wollen sie dann eigentlich unterstützen.(Sehr gutl) Die Liebe Bernsteins zu den Nationalliberalen ist hoffnungslos, und wir machen da nicht mit. Bernstein rechnete auf zwei Dutzend Mandate, die wir mit Hilfe der Freisinnigen erlangen könnten. Ich wäre schon sattsroh, wenn wir im Landtag eine Fraktion von fünfzehn Personen hätten, aber ohne Gegenseitigkeit keine Stimme und erst recht kein Mandat.(Sehr richtig l) Wenn wir bei der Situaiio» in Preußen schon genötigt sind, für einen Gegner einzutreten, dann muß dieser Gegner doch mindestens ein wirklicher Mann sein. An Stelle eines pflaumenweichen, rückgratlosen reaktionären Freisinnigen möge uns Breslau lieber einen S i r o s s e r schicken. denn der liefert uns wenigstens AgitatitionSstosf.(Sehr richtig!) In dem schweren Kampfe, den wir zu führen haben, ist ein feiger Bundesgenoffe gefährlicher alz der schlimmste Gegner.(Lcbhasie Zustimmung.) Bernstein meinte, aus Zink könne man kein Stahl schmieden. Dann darf man aber auch mckil versuchen, Zink als Stahl anzuwenden. So wenig sich aus Zink Stahl hämmern läßt, so wenig wird sich aus einem Bernstein, und wenn wir ihn noch so gut schleifen, ein funkelnder Rubin herstellen lasten.(Heiterkeit.) Cohn- Görlitz regte an. wir sollten mit der Wahlrechtsdemostration auch die Propaganda für den Austritt aus der Landeskirche verbinden. Damit wäre ich schon einverstanden, ober dann müßte man ebenso auch den Austritt aus dem Tempel propagieren. Mit der Wahl der Freisinnigen fördern wir nicht den Kampf um ein freies Wahlrecht. Wenn sie wirklich di« Mehrheit im Dreiklaffenhause erringen sollten, wie Landsberg zu hoffen scheint, dann werden sie uns ebensowenig ein freies Wahl recht schaffen, wie sie eS 1803 getan haben. LandSberg gegenüber erkläre ich, daß ich den Berliner Magistrat nicht gelobt, sondern unsere Siadtvertretung nur gegen die Angriffe eines Kreth verteidigt habe. Ich werde im übrigen auch bei einem Kaiserhoch in der Stadl verordnetenversammlung stets demokratisch seßhast und nicht loyal standhaft sein.(Heiterkeit.) Das freie Wahlrecht erringen wir erst dann, wenn wir die Massen für die Sozialdemokratie gewonnen haben.(Lebhafter Beisall.) Genossin Wurm: Von einer Sache ist bisher bei der ganzen Wahlrechtsdebaite noch nicht geredet worden, nämlich von der Er- ringung des allge in einen gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts auch für die Frauen. Dieser Punkt ist deshalb wohl bisher noch nicht besonders erwähnt worden, weil alle Anwesenden ihn als selbstverständlich, als einen nicht aus- zuscheidenden Bestandteil unserer Forderungen überhaupt betrachten. Wir fordern das Wahlrecht für die Frauen unter den gleichen Bedingungen wie für die Männer. Die Petitionen der bürgerlichen Frauenvereine an das Abgeordnetenhaus über das Frouenwahlrecht sind zum Teil von einer rührenden Bescheidenheit. So hat der preußische Landesverein für Frauenstimmrecht in Berlin sich damit begnügt, zu fordern, daß den Frauen gestattet wird, an den Sitzungen der Ge metndeversammlungcn bczw. Vertretungen in den Landgemeinden teilzunehmen. Gewiß sind auch lveilergehende Forderungen gestellt worden. Aber im großen und ganzen laufen die Forderungen der bürgerlichen Frauen darauf hinaus, daß nur den besitzenden und IteuerzahlendenFrauendasFrauenstimnirecht verliehen wird. Genosse Hirsch hat im Abgeordnetenhause betont, daß unsere Forderungen viel weiter gehen, daß man aber doch wenigstens diese bescheideneren Forderungen der lllegierung zur Berücksichtigung überweisen möge. Die Re- aierllng aber kommt in allen diesen Fällen immer mit der stereotypen Redensart, eine derartige Acnderung könne nur bei einer generellen Aenderung der Gemeindeordnnng in Betracht kommen. Für uns darf nur der Kopenhagener Beschluß maßgebend .-Die sozialistische Frauenbewegung aller Länder welst alle Beschränkungen des Frauenwahlrechrs als Verfälschung und Ver- hohnuim des Prinzips der poliiijchen Gleichberechtigung des weib- Iichen Geschlechts zurück." Um dieser Forderung auch»ach außen hm nachdrücklichst Ausdruck zu verleihen, haben wir unser» Frauentag eingerichtet. Ich bitte die Parteigenossen, alles r« l" iSren Grasten steht. um für eine erfolg- reiche Demonstration auf dem bevorstehenden Frauentag zu torgen. Weiter ist es notwendig, daß im Wahlkainpi auch für die- Krauen pol, tische Frauenveriammlungen einberufen werden. Wir baben der N-solunon nicht die Einfügung der Worte.für beide Geilblerdter bmter dm Worten.Ueberlroqung deS Reichstags. Wahlrechts auf Preußen beantragt, weil sonst der Freisinn die schönste Ausrede zum Kneifen hätte.(Sehr wahr!) Er würde sich emfack, auf oen Beschlutz seines Mannheimer Parteitages berufen. Aber wenn es auch mckst ,1, der Resolution z»m Ausdruck kommt, to mochte ,ch Sie dock bitten, wo mm, er es geht, dafür zu sorgen. daß die Frauen ln eigenen poliliichen Bersammlungen landauf, landab wirtlich das Gefühl erhalten: wir kämpfen für das allge- meme. gleicke. direkte und Lehe-me Wahlrecht für beide Geschlechter ohne Unterschied, ob Mann oo Weib.(Lebhafter Beisall) Fröhlich-Altona: Der LandtagSwahlkampf muß ein Wahlrechts- kämpf sein. Ich begrüße deshalb die Anregung Gewehrs, den Wahlkampf mit einer großen Kundgebung für das Wahlrecht ein« zuleiten. Man darf sich aber nicht mit einer Demonstration begnügen. sondern es müssen eine Reihe zusammenhängender Aktionen auf- cinanderfolgen, die sich von Etappe zu Etappe verstärken und ver« schärfen. Unser Antrag 21 ist in seinem ersten Absatz, der sich mit dem Königsberger Antrag deckt, von Hirsch für überflüssig erklärt worden. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß die Freisinnigen, obwohl sie in ihrem Programm das Reichstagswahlrecht fordern, im sächsischen Landtag sich 1900 für das P l u r a l w a h l r e ch t erklärt haben.(Lebhaftes Hört! hört!) Wir müsien uns also sickern und in der Resolution aussprechen, daß ein von uns zu unterstützender Kandidat sich keinesfalls für ein Pluralwahlreckt oder für eine Ver- schlechterung des bestehenden Wahlrechts erklären darf. Vielleicht ziehen die Königsberger Genosse» ihren Antrag zugunsten unseres Antrags zurück. Unser Antrag verlangt weiter, daß nicht irgendein Wahlrechtsgegner von unseren Parteigenossen gewählt wird, auch wenn uns der andere Kandidat abgelassen wird. Feinden des freien Wahlrechts können wir niemals als Lkontrahenlen eines Handels gegenübertreten, sondern stets nur als Gegnern im Kampfe, (Bravo!) Dr. Karl Licbknecht-Berlin: LandSberg hat sich gestern redliche Mübe gegeben, die Resolution mißzuverstehen. damit freie Bahn ge- schaffen wird für das Chaos, das er wünscht. Es ist nicht richtig, daß wir nach �.2) genötigt werden, einem Zentrumsmann un- bedingt den Vorzug zu gewähren vor anderen Leuten, ebenso wenig sind die Bedenken zutreffend, die hier gegen B3) und B2) geltend gemacht wurden. Es ist bei der Beratung der Landes- kommission daraus hingewiesen worden, daß' selbstverständlich auch Wahlkreise mit mehreren Kandidaten als Austauschobjekte in Frage kommen können und damit sind auch die speziellen BreSlauer Verhältnisse berücksichtigt. Dann werden Bedenken erhoben gegen B 4), aber es ist nach meiner Ansicht doch eine imbedingte Not weiidigkeit, daß die von uns zu unterstützenden Kandidaten sich für die Uebertragung des Reichstagswahlreckts aus Preußen erklären. Die Freisinnigen werden sich auf A 2) festlegen können, wenn die Nationalliberalen es nicht tun, dann fallen sie eben durch. Wir können doch nicht unsere Wahlbedingungen zuschneiden auf die Bedürfniffe der Nationalliberalen. von denen schon gezeigt wurde, daß sie nicht wesentlich besser sind als das Zentruni und die Konservativen. (Sehr wahr.) Es kann nicht unsere Aufgabe sein, nur danach zu streben, daß wir irgend welchen nationallibcralcn Homiinculus in den Landtag bringen.(Heiterkeil.) Hirschs Pessimismus bezog sich nicht auf die Frage, ob wir unser Ziel erreichen werden. Davon sind wir alle überzeugt.(Zustimmung.) Es handelt sich nur darum, ■ob wir es durch eine andere Mehrheit im Dreiklassenparlament errcicken können. Es erinnert an die Geschichte von Münchhausen, der sich an seinem eigenen Zopfe aus dem Sninpfe heraus zieht, wenn man glaubt, wir könnten»nit Hilse des Drei klassenwahlrechts die Dreillassenmehrheit im Abgeordnetenhausc jemals stürzen. Der entscheidende Schlag kann»ur außer- halb des Parlaments geführt werden.(Zustimmung.) Wir haben es doch nicht bloß mit der Mehrheit des Abgeordneten Hauses, sondern auch mit den« Herrenhaus zu tun. das nicht einmal die jämmerliche Flickreform von 1910 annahm, sondern Verschlechte rung hineinbrachte. Die Bedeutung unserer sechs Abgeordneten im Dreiklassenparlament liegt nur darin, daß eine so gewaltige außerparlamentarische Macht hinter ihnen steht. (Sehr richtig!) Die Wahlrechtsfrage ist ja auch nur durch die ein- drucksvollen Demonstrationen des Proletariats im Jahre 1908 ins Rollen gebracht worden.(Zustimmung.) Im Gegensatz zu Lands berg, der eine inhaltslose Resolution für die beste hält, wollen wir eine Resolution fassen, die klare Richtlinien gibt und unserer Taktik bei Verhandlungen mit anderen Parteien eine feste Basis schafft. Wir können nicht künstlich, wie Bemstein vorschlägt, einen Freisinnigen großpäppeln, damit wir dann etwas baben, um es zu unterstützen. Die sozialdemokratischen Mandate im Abgeordnetenhause kann man doch nicht mit anderen Mandaten vergleichen. Wir schicken unsere Vertreter ins Abgeordnetenhaus. nicht damit sie dort parlamentarische Arbeit leisten, sondern wir schicken sie hinein als geschworene Feinde desselben Dreiklassen Hauses.(Lebhafte Zustimmung,' Da können uns Dutzende von Freisinnigen nicht dieselbe Hilfe leisten wie ein Sozialdemokrat. Es ist eine Illusion, daß wir den Jlinkern mit Hilfe von Mandatsschachereien das preußische Wahlrecht verekeln können. Die Resolution der Landes kommission geht bis an die äußerste Grenze.(Sehr richtig.) Sie läßt sogar die Unterstützung von Nationalliberalen zu. Weiter dürfen wir nicht gehen. Nehmen Sie die Resolution möglichst mit Einstimmigkeit an. um damit zu demonstrieren, daß der Wahl- rechtskampf die Sache des kampfbereiten Proletariats bleibt, das zu den größten, leidenschaftlichsten Opfern bereit ist.(Lebhafter Beifall.) Weruer-Berlin II: Wer jahrelang mit den Freisinnigen Wahlkämpf« durchzufechten hatte, wird zugeben, daß alles Vertrauen zu dieser Partei s ck w i n d e n muß. Obgleich ich mit vielem in der Resolution der Landeskommission nicht einverstanden bin, trete ich doch für ibre Annahme ein, aber ich hoffe, daß der bevorstehende Wablkampf diejenigen Parteigenossen, die heute noch viel Vertrauen zu den Freisinnigen besitzen, kurieren wird.(H o f f m a n n: Mancher lernt's nie!> Der Redner begründet dann den Antrag 0, wonach bei aussichtslos erscheinenden Nachwahlen die Parteigenossen des Kreises nicht gezwungen sein sollen, sich an der Wahl zu beteiligen. Unser Antrag betrifft ja nicht das Prinzip, sondern nur einen aus- nahmsweisen Fall, wie er z. B. im ersten Berliner Landtagswahl- bezirk vorgelegen hat. Da wir in unserem Antrag ja für die Nichl- betciligung an einer Nackwahl die Zustiminung der Landeskommission verlangen, ist jede Gefahr eines Mißbrauchs oder Fehlers be- seitigl.' Ein Schlußantrag wird abgelehnt. Eingegangen ist fol- gender AbänderungSantrag Bernsteins: AbänderungSantrag zur Resolution der Landcskommission über die Landtagstvahlen in Preußen. I. Das Teilstück A wie folgt zu fassen? 1. Ueberall,.wo dies möglich ist, sind sozialdemokratische Wahlmämier aufzustellen und ist für ihre Wahl mit größter Energie zu wirken; 2. wa sozialdemokratische Wahlmänner nicht ausgestellt sind, sowie bei Stichwahlen zwischen bürgerlichen Wahlmannskandi- datcn haben die sozialdemokratischen Wähler im allgemeinen für die Wahlmänner der Fortsckrittlichen Bolksparici zu stimmen. Den letzteren sind Nationalliberale dort gleichzustellen, wo sie mit der Fortschrittlichen Volkspartei zur Bekämpfung konservativ- klerikaler Kandidaten verbündet sind. Ob in einzelnen Wahlkreisen von dieser Bestimmung abzu- gehen ist, entscheidet die Landeskommission der Sozialdemokratie Preußens. II. Dos Teilstück B folgendermaßen abzuändern: 1- Bei den Abgeordnetenwohlen haben die sozialdemokrati- tchen Wahlmänner im allgemeinen zunächst für sozialdemokra- tiiche Kandidaten zu stimmen und bei Stichwahlen zwischen den bürgerlichen Parteien ihre Stimmen dem Kandidaten der be- zelchneten ün-ksliberalen Parteien zuzuwenden. �cn Wahlkreisen Stadt Breslau, Nieder-, Ober- Barnim, �cltow-Beeskow, Herford, Bielefeld sowie in anderen der zur Wahl von in ehr als einem Abgeordneten 'berechtigten Wahlkreise kann, sofern nach dem Urteil der sozialdemokratischen Landeskommission die Sozialdemokratie auf Grund der Zähl ihrer WahUnänner nach den Grundsätzen der Verhältniswahl voraussichtlich Anspruch auf mindestens eines der Mandate der Linksparteien hat, die Abgabe sozialdemokratischer� Stimmen für Kandidaten der linksliberalen Parteien von der Verpflichtung dieser Parteien abhängig gemacht werden, ihre Wahlmänner zur Zlbstimmung für einen von der Sozialdemo- kratie hierzu nominierten Kandidaten anzuhalten. Die Landes- kommission hat die Liste der Wahlkreise, die nach ihrer Ansicht unter jene Kategorie entfallen, der Leitung der Fortschrittlichen Volkspartei bei Eröffnung des Wahlkampfcs bekanntzugeben. 3. Da bei früheren Wahlen die große Mehrheit der Wahl- männer der linksliberalen Parteien— teils infolge faktischer sozialer Abhängigkeit und teils aus übertriebener Angst oder aus Klassenvorurteil— nicht zu bewegen waren, be: Stichwahlen ihre Stimmen für sozialdemokratische Kandidaten abzugeben, wird es als Gradmesser des guten Willens dieser Parteien im Kampf gegen die Feinde einer demokratischen Wahlreform be- trachtet werden, ob sie dafür Sorge tragen, daß in den ihnen bezeichneten Wahlkreisen von ihren Parteimitgliedern m ög l i ch st ausnahmslos solche Wahl männer ausgestellt werden, welche in der Lag« und gegebenenfalls bereit sind, für einen sozialdemokratischen Kandidaten ihre Stimme abzugeben. Ed. Bernstein. Darf. Sidow. Feldmann. Severing. Klühs. 'Holzapfel. C. Schmidt. S chal ich. Moh. Titze. Fiedler, Gruhle. Poetzsch. Cohn. Leinert-Hannover: In der Ablehnung der EiSnerschen Vorschläge sind wir uns alle einig. Wenn Landsberg der Landeskommission einen Freibrief ausstellen wollte, so hat daS manches für sich, aber Landsberg verkennt doch die Situation, in der sich unsere Partei befindet. In der Magdeburger Resolution wird nur von der Wahl des Abgeordneten gesprochen, unsere Ge- uossen scben aber schon einen Erfolg darin, daß sie sozialdemo- kratische Wahlmänner durchbringen.(Sehr richtig I) Darum kann für die Urwahlen nur die Unterstützung eigener Wahlmänner in Frage kommen. Anders liegen die Dinge bei der Stichwahl. Man kann doch nicht sagen, daß es gleichgültig wäre, ob ein Konservativer oder ein Freisinniger in Frage kommt? Bei Annahme der Anträge, die die Resolution noch verschärfen wollen, würde die Agitation bei den Urwahlen wesentlich leiden. Bei den Urwahlen müssen wir unsere ganze Stoßkraft gegen die Parteien richten, zu denen wir in der Wahlrechkssrage kein Vertrauen haben.(Sehr richtig I) Ich bin für die Resolution der Landeskommission. Die Situation ist jetzt anders als 1903 unter dem Bülowblock. denn wir haben inzwischen bei den Reichstagswahlen daS Stichwahlabkommen mit den Freisinnigen gehabt. Wir dürfen aber unter keinen Umständen die Be- dingungen von 1908 abschwächen, daß nur Kandidaten unterstützt werden dürsen. die sich für das Reichstagswahlrecht und für Gegenseitigkeit erklärt haben.(Sehr richtig I) Wir sprechen in der Resolution nicht von Freisinnigen, sondern von „bürgerlichen Parteien" im allgemeinen. Wir dürfen nicht dem Bei- spiel der Magdeburger Genossen folgen, sondern müssen an den Stichwahlbedingungen von 1908 unbedingt festhalten. Wir müssen verlangen, daß eine Partei, die auf unsere Unterstützung rechnet, bei der Aufstellung der Wahlmänncr auf uns Rücksicht nimmt und nicht abhängige Beamte aufstellt. Ich bin nicht dafür, daß wir die Wahl- agitation nur der Agitation wegen treiben sollen. Wir wollen den Erfolg erzielen, daß unsere Stellungnahme eine Verstärkung der wahlrechtsfreundlichen Parteien im Abgeordnetenhaus zur Folge hat. (Beifall.) Scheibc-Bochum: Eben weil wir uns an der Landtagswahl nicht allein der Agitation wegen beteiligen, sondern Erfolge erzielen wollen, hat das„Bochumer Volksblatt" die Streichung des ersten Satzes der Resolution der Landeskommission gefordert. Ich halte die Einleitung der Resolution für außerordentlich unglücklich. Sie ist ein Rückfall in die antiparlamentarische Zeit unserer Partei, wie W etz ker sagt. Wenn wir sagen, wir wollen eine Taktik anwenden, mit der wir Parteien unterstützen, die wenigstens eine Abänderung des bestehenden Wahlrechts anstreben, eine Taktik,' durch»die der schwarzbloue Block zertrümmert wird, so ist das nur die Ueber- tragung der bei den Reichstagswahlen befolgten Taktik auf die Landtagswahlen. Ich bedauere, daß die Resolution Bernstein uns nicht schon zu Anfang vorgelegen hat, sie sagt präzise das, was in den„Sozialistischen Monatsheften" in langen Leitartikeln gesagt ist. Gewiß sollen wir keine Leistungen ohne Gegenleistungen geben» aber man soll bei der Forderung der Gegenleistungen den Bogen nicht überspannen. Die Resolution der Landeskommission läßt uns einen großen Spielraum, und wer sie nicht engherzig ans- legt, kann mit ihr auch das machen, was Bernstein will. Wir stehen daher in Westfalen vollkommen auf den» Boden der Resolution der Landcskommission. Landsbergs Ausführungen waren ja konsequent, aber wir können doch nicht unseren Parteigenossen auseinandersetzen, daß uns nicht eine einzige reaktionäre Masse gegenübersteht, ohne Verwirrung zu stiften. Welche Verwirrung besteht, dafür hat uns ja Hoffmann ein Beispiel gegeben, indem er erllärte, eS sei ganz egal, ob man einen Gronowski und Bartscher oder einen freisinnige» Mugdan und Fischbeck hat. Wenn Hoffmann so wie wir mit den Gronowski und Bartscher täglich zu tu» hätte(Hossmann: Oder Sie täglich mit Mugdan und Fischbeck), dann könnte er unmöglich einen FreisinnSniann mit Leuten von solcher Jesuitenmoral zusammen» werfen. Es ist eben doch ein Unterschied zwischen den verschiedenen Parteien vorhanden und so lange wir das den Genossen nicht klar- machen können, können wir auch das Dreiklassenwahlrecht nicht stürzen. Eduard Bernstein: Zunächst eine Bemerkung zu Hoffmann: Wenn liberale Parteien einen Block gegen die Sozialdemokratie schließen, so würde ich dagegen protestieren, wenn sie bei mir eine Ausnahme machten. Ich will als Parteimann gewählt sein. nicht als Privatmann, als Parteimann der Sozialdemokratie. DaS habe ich in meinem langen politischen Leben festgehalten.(Bravo I) Die Differenz ist nicht so groß, als sie scheint, es handelt sich nur um das Maß der Gegenseitigkeit, das wir von den zu unterstützenden Parteien verlangen. Die Landeskommission selbst zeigt in ihrer Resolution, daß sich buchstäblich streng die Sache nickt durchführen läßt, und das hat ja auch Hirsch in seinem Referat ausgeführt. Aber warum sollen wir das nicht in der Resolution zum Ausdruck bringen, die lvir annehmen? Im ganzen kommen vielleicht für Erfolge mit Hilfe der Liberalen 15—20 Wahl- kreise in Betracht außer deucii, die wir aus eigener Kraft erobern können. Wenn nun nach der Forderung meines Antrages die Landes- kommission bei Eröffnung des Wahlkampfes der fortschrittlichen Volks- Partei eine Liste überreicht und ihr sagt: Da verlangen wir die Gegen- seitigkeit l so haben wir gar keinen Anlaß, mehr zu verlangen. Bei der Wahltechnik der preußischen Abgeordnetenwahlen find die Fordernngen der Resolution der Landeskommission in vielen Fällen gar nicht praktisch durchführbar. Ich würde am liebsten emem An- trag zustimmen, der all das, was wir von unserer Partei verlangen. festsetzt und erklärt, wir stimmen unter bestimmten Bedingungen für Wahlmänner und Kandidaten der bürgerlichen Partei; diese Be- dingungen abzumachen, ist Sache der Landeskommission bezw. der Zentralwahlkommission. Es sind allerhand gute und schlechte Witze über meine Bemerkung betreffend die Nationalliberalen gemacht worden. In Wahrheit sind die Nationalliberalen durch- aus verschieden von Ort zu Ort, von Provinz zu Provinz. Auf jede» Fall kommt im neuen Landtag die neue Wahlrechtsvorlage zur Verhandlung und da kommt es auf scheinbar sehr unbedeutende Bestimmungen a», die große Konsequenzen für unsere Agitation haben. So schlecht wir auch die Freisiunigen einschätzen, sie haben immerhin heute ein Interesse an der Aenderung eines Wahlrechts, das sie selbst zur Ohnmacht im Landtag verurteilt. Wir sind uns alle darin einig, daß wir den Wahlkampf zu einer machtvollen Demonstration für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für den Landtag gestalten toollen. Und in zweiter Linie, daß. was der kommende Landtag braut, möglichst wenig schädlich für die Arbeiterklasse ausfällt. StrZbel- Berlin: An der Einleitung der Resolution müssen mir gerade wegen der Kritik des»Bochmner Volksblattes" fest- Halten.. Wenn das Blatt behauptet, es läge darin gewisserinatzen ein Rückfall in antiparlameutarische, anarchosozialistische Unarten 'die nur bon einer kleinen Gruppe vertreten würden, so ist es eigentlich komisch, daß man sich dagegen überhaupt wenden soll Wir sind doch alle keine Llntiparlamentarier. Da aber gerade zum Wohle des Volkes innerhalb des Dreiklassenparlaments ernstlich nichts geleistet werden kann, deshalb müssen wir das Hauptgewicht auf die A a i ta t i o n, auf die Aufrüttelung der Massen legen, um dadurch einen wuchtigen Ansturm gegen das Dreiklassen- Wahlsystem zu führen. Die Agitation ist uns ein unentbehrliches Mittel zum Zweck. Bernstein hat Hoffmann inißverstanden. Hosfmann wies nur darauf hin, wie traurig es um die Liberalen bestellt ist, wenn sie nicht einmal für Bernstein eintreten, der doch bei ihnen gewissermaßen pereona gratissima ist. Darüber, daß Bernstein den Liberalen angenehmer ist als irgendein Radikaler, braucht man doch weiter nicht zu sprechen.(Zuruf: Die Radikalen sind den Junkern angenehmer!) Fragen Sie einmal den Major t rosset und diese Leute, wer bon uns ihnen angenehm ist, wir alle nicht. Wenn wir Mandate erringen wollen, sind wir bis zu einem gewissen Grade auf die Unterstützung der Liberalen an- gewiesen, und gerade weil uns an der Gewinnung von neuen Mandaten liegt, haben wir unsere Stichwahlbedingungen so abgc- faßt. Wenn wir vier Dutzend Liberale mehr in den Landtag bringen, würde das doch nichts an der Sache ändern. Die National- liberalen und Zentrumsleute, die mit den Junkern zusammengehen wollen, würden bei der Abstiininung über das Wahlrecht einfach wieder ein paar Mann abkommandieren, und dann würde sich die sogenannte Affenkomödie wiederholen. Wir müssen also den Wahlkanipf unter dem Gesichtspunkt führen, erstens, daß wir möglichst viel Sozialdemokraten in das Abgeordnetenhaus hineinbekommen, und zweitens, daß wir die Massen immer wieder aufrütteln, so. daß die bürgerlichen Parteieil aus Angst vor uns zu immer weiteren Fortschritten in der Wahlrechtsfrage gedrängt werden.(Sehr richtig!) Wir dürfen die Massen aber nicht in der Illusion halten, daß große parlamentarische Erfolgsmöglichkeiten gegeben seien. Wir wollen vielmehr auf dem geraden Wege des Klassenkampfes vorwärtsschreiten.(Beifall.) Ein Schlußantrag wird angenommen. Es folgen persönliche Bemerkungen. K l ü h s- Magdeburg: Im Stimmungsbild des„Vorwärts" sieht, daß wir, Landsberg. Bernstein und ich. durch allerhand Ma- növer einer klaren Entscheidung hätten aus dem Wege gehen wollen. Ich weise das mit Entschiedenheit zurück.(Vorsitzen- der: Sie dürfen nur auf Aeußerungen eingehen, die auf dem Parteitag gefallen sind.) Ströbel und Hoffmann haben ähnliches auch hier gesagt. Ich habe keine unlauteren Manöver getrieben, sondern klar meine Meinung gesagt. Aber es sucht wohl nur der lemand hinter dem Strauch, der selbst dahinter gesessen hat. Adolf Hoffmann: Ich habe nicht von unlauteren Manövern ge- sprochen, sondern gesagt, daß der Antrag Magdeburg durch Hinter- türen Eisners Ideen wieder einführen will. Das halte ich auf- recht. Ströbel- Berlin: Auch ich habe nicht von unlauteren Manövern gesprochen und das auch nicht in dem von mir verfaßten Stini- mungsbild behauptet(Klühs: Allerlei Manöver!)» aber nicht un- lautere!(Heiterkeit.) Referent Hirsch(Schlußwort): Auch ich muß zunächst eine persönliche Bemerkung machen, und zwar gegen die„Freisinnige Zeitung", die über meine Rede unter der Ueberschrift berichtet:„Eine Geschichtsklitteruna des Abg. Hirsch". Die„Freisinnige Zeitung" will die Tatsache be- streiten, daß Fischbeck an der Wahlrechtsabsage des Fürsten Bülow im Landtag etwas Erfreuliches gefunden habe. Diese Tatsache r: läßt sich aber nicht leugnen, und ich kann mich zu ihrein Be- weis nicht nur auf das amtliche Stenogramm, sondern auch auf das Zeugnis des verstorbenen Abg. Barth berufen, dessen Wahr- haftigkeit wohl auch von den Redakteuren der„Freisinnigen Ztg." nicht bezweifelt werden dürfte. Barth erzählt in seiner Broschüre über„Die Freifinnigen im Block", daß sogar der erweiterte Vorstand der freisinnigen Parteien in einer Reso- lution die Haltung der freisinnigen Abgeordnetenhausfraktion ge- mißbilligt und die Fraktion aufgefordert habe, daß das im Abgeordnetenhaus Versäumte bei der bevorstehenden Besprechung der Wahlrechtsinterpellation iin Reichstag nachgeholt und dem Fürsten Bülow ein klares Mißtrauensvotum im Gegen- satz zu der V e r t r a u e n s k u n 0 g e b u n g im Abgeordnetenhause ausgesprochen werden solle. Der Beschluß des erweiterten Vorstandes blieb aber unausgeführt, weil die Frei- sinnige Volkspartei in der Fraktionsgemeinschaft ihr Veto eingelegt hat. Ich überlasse es dem Urteil der Oeffentlichkeit, wer die Ge- schichte gefälscht hat und auch darüber, ob nicht die Herren in der Redaktion der„Freisinnigen Zeitung" die Geschichte ihrer eigenen Partei nicht kennen.(Sehr gut!) Erfreulich war gestern und heute nicht nur der ruhige, würdige und sachliche Verlauf der Diskussion, sondern auch die Einigkeit darüber, daß wir alles aufbieten müssen, um der Reaktion in Preußen nach Möglichkeit Abbruch zu tun. Auch die Genossen Landsberg und Bernstein sind ausdrücklich für ein selb- ständiges Vorgehen bei den UrWahlen eingetreten. Landsberg hat sich gegen A 3b gewandt. Er meinte, eS könnten freisinnige Wnhl- männer nicht unabhängig genug sein, um uns die Stimme zu geben, die sich aber doch der Wahl enthalten würden. Wir wollen in der Resolution eben die Freisinnigen verpflichten, überall unab- hängige Leute als Wahlmänner aufzustellen. Aber selbst in den von Landsberg erwähnten Fällen würde sich ein Ausweg finden lassen, mit Zustimmung der Landeskommission. Freilich dürften sich solche Fälle nicht häufen. Sehen wir, daß wir durch ein solches Manöver aller freisinnigen Wahlmänner ausfallen würden, so wäre es ja politischer Selbstmord, wenn wir uns dann auf Abmachungen mit den Freisinnigen einließen. Das Bedenken Lan-dsbergs, daß wir in Breslau Gothcin gegen Strosser durchfallen ließen, wird hinfällig durch B 3. Nehmen wir an, es ereignete sich ein solcher Fall wieder, Gothein wäre zu jeder Gegen- lcistung bereit, die aber in dem Wahlkreise nicht möglich ist, wer hindert uns dann, für einen solchen weißen Raben zu stimmen. Außerdem gibt uns B die Möglichkeit zu einer Kompensation. und damit werden auch die Einwendungen Feldmanns widerlegt. Landsberg meint, die beste Resolution sei überhaupt keine Reso- lution. Meiner Meinung nach ist die beste Resolution die klarste, und das ist der Vorzug der Resolution der Landeskommission. Ich bitte Sie daher, alle AbänderungSanträge zurückzuziehen. Lands- b e r g scheint die Resolution der Landeskommission nicht richtig ver- standen zu haben. In der Resolution steht nicht, daß wir jeden Zcntrumsmann wählen müssen, sondern nur, daß wir berechtigt find, es zu tun. Die Resolution enthält aber weiter als Bedingung für eine Unterstützung, daß sich der Kandidat für eine andere Wahl- kreiseinteilung ausspricht. Diese Bedingung ist ausdrücklich für das Zentrum aufgenommen worden, den» das Zentrum ist ein grundsätzlicher Gegner jeder neuen Wahlkreiseinteilung. Bernstein erhebt nun Einspruch gegen die Forderung der Gegenseitigkeit unter allen Umständen. Er meint, er sei kein Freund v o n p o l i t i s ch e m K u h h a n d e l. Er verschenkt also wohl lieber die Kuh. So weit braucht er aber dem Gegner nicht entgegenzukommen. Sogar das„Berliner Tageblatt" schreibt hierzu:„Der Vorschlag scheint uns in einem Punkt, im Verzicht auf die Gegenseitigkeit, zuweit zu gehen."(Bernstein:„Das „Tageblatt" kennt meinen Artikel gar nicht.") Ich unterschreibe dieses Urteil des„Tageblatts". Bernstein befürchtet, der Erfolg werde erschwert, wenn wir den Fortschrittlern zu sckstuere Bedingungen stellen. Stellen wir denn aber irgendwie zu schwere Be- dingungcn? Wir verlangen ja nur, daß sie ihr eigenes Programm einhalten.(Hoffmann:„Das ist die schwerste Bedingung."— Große zustimmende Heiterkeit.) Wir wollen ja nicht die Frei- sinnigen durch eine Resolution bessern, sondern wir machen ihnen nur Vorschläge, nach denen sie ihr Verhalten einrichten könnsn. Tun sie Las nicht, so fallen später auch alle Vorwürfe wegen der Stärkung der Reaktion auf die Freisinnigen.,(Lebhafte Zw stimmung.) Der Antrag I a c o b s e n verlangt die Aufnahme schärferer Bedingungen. Wir sollen für bürgerliche Wahlmännertei den Ur- wahlen nur stimmen, wenn sie sich auch verpflichten, gegen jede Verschlechterung des bestehenden Wahlrechts einzutreten. Bei der Aufzählung der Verschlechterungen wird aber die Drittelung in den UrWahlkreisen vergessen. Man kann eben nicht vollständig sein und es genügt, die Verpflichtung für das Eintreten der Uebertragung des Reichstagswahlrechts für Preußen zu verlangen. Ferner ver langt Bern st ein, die Landeskommission soll eine Liste der Wahl kreise ausarbeiten, die für Gegenseitigkeitsbündnisse in Betracht kommen. Wir können ihr das Zutrauen wohl schenken, daß sie nur das verlangt, worauf die Sozialdemokratie nach dem Ausfallen der UrWahlen Anspruch hat.(Bernstein: Sehr gut!) Wenn B e r n st e i n weiter verlangt, die Fortschrittler sollen nur Wahl- männer aufstellen, die in der Lage und bereit sind, für einen sozial- demokratischen Kandidaten zu stimmen, so ist das ein Zugeständnis an unseren Standpunkt. Wenn wir noch einige Tage hier sitzen, sind wir wohl ganz einig.(Bernstein:„In einer Viertel- stundet"— Heiterkeit.) Lehnen Sie also alle Abanderungsanträge ab, je einmütiger unsere Kundgebung ist, um so wuchtiger wirkt sie nach außen.(Lebhafter Beifall.) Landsberg hat mir Mangel an Begeisterung und Pessimis- mus vorgeworfen. Ich habe ausgesprochen, was ist. Wir sind alle einig, daß an einem plötzlichen Zusammenbruch des Dreiklassen- Wahlrechts heute nicht zu denken ist. Glaubt man aber wirklich, wir können die Massen nicht begeistern, wenn wir den Arbeitern zu- rufen: Ihr müßt kämpfen, damit Eure Kinder in einem freien Staate leben. Schrittweise erzielen wir Erfolge, und um so größere je fester unser Wille ist, das Dreiklassenwahlrecht mit allen Mitteln zu bekämpfen, jede Möglichkeit zu benutzen, an ihm zu rütteln. Eine der Gelegenheiten bietet der bevorstehende Wahlkampf. Den ernsv. lichen Willen zum Kampf bekunden wir durch Annahme der Res» lution und entsprechendes Handeln. Wir haben dann unsere Schuldigkeit getan, mögen die Freisinnigen die ihrige tun.(Leb- hafter Beifall.) Bernstein(zur Geschäftsordnung): Um den Eindruck der Ein- mütigkeit nicht abzuschwächen und da die Debatte, wie die Aus- 'ührungen von Hirsch bestätigen, zu einer Verständigung geführt hat, ziehe ich meinen Antrag zurück.(Bravo!) Auch die übrigen Anträge werden zurückgezogen, der Magdeburger mit der Erklärung, daß die Auffassung der Landes- kommission über die Taktik bei den Landtagswahlen von der im Magdeburger Antrag niedergelegten nicht erheblich abweicht. Hirsch: Ich möchte nicht, daß die Grenzen zwischen unserem und dem Magdeburger Antrag verwischt werden und der Anschein ent- teht, als ob die Landeskommission einen anderen Standpunkt ein- nimmt, als in ihrer Resolution Ausdruck gefunden hat. Es freut mich, daß die Magdeburger sich zu der Anschauung der Landeskom- Mission durchgerungen haben, wir haben uns jedenfalls nicht zu den Anschauungen der Magdeburger Resolution bekehrt. Klühs: Die Erklärung Hirschs steht im Einklang mit dem Wortlaut des Magdeburger Antrags.(Heiterkeit.) In der A b st i m m u n g wird zunächst der AntragKönigI- berg, wonach der Parteivorstand gemeinsam mit dem Geschäfts- ührenden Ausschuß der Landeskommission für die Landtagswahlen ws Zentrallvahlkomitee bildet, angenommen. Ueber die Re- ölution der Landeskommission wird absatzweise abgestimmt. Die Üiesolutwn wird in allen ihren Teilen angenommen, die Annahme in der Gesamtabstimmung erfolgt einstimmig.(Lebhafter Beifall.) Die Anträge I a c o b s e n, die die Resolution ver- chärfen wollen, werden a b g e I e h n t. die übrigen zu diesem Punkt vorliegenden Anträge werden teils zurückgezogen, teils durch die borhergehende Abstimmung für erledigt erklärt. Ferner wird ein Antrag G e w e h r- Elberfeld angenommen, der die Wahlkrcisleitungen ersucht, dafür Sorge zu tragen, daß bis spätestens am Abend vor den UrWahlen in jedem UrWahlbezirk dein Wahl- Vorsteher die Namen der sozialdemokratischen Wahlmannskandidaten. nach Klassen geordnet, ntitgeteilt werden. Damit ist dieser Punkt der Tagesordnung erledigt. Der nächste Punkt lautet:„Die So- zialpolitik im preußischen Landtag". Vorsitzender Ernst schlägt vor. diesen Punkt von der Tagesord- nung abzusetzen und ihn auf dem nächsten preußischen Partei- tag zu behandeln. Nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte, in der H a a s e mitteilt, daß noch vor den preußischen Landtagswahlen ein Handbuch über die preußische Sozialdemokratie herausgegeben werde, beschließt der Parteitag mit großer Mehrheit die Absetzung des Punktes von der Tagesordnung. Es folgt die Beratung der noch vorliegenden Anträge Ein Antrag Breslau, den Parteivorstand zu ersuchen. an zuständiger Stelle zu veranlassen, daß die Dissidentenkinder ohne weiteres vom konfessionellen Religionsunterricht befreit werden, wird auf Antrag Titze-Breslau der Landtagsfraktion als Ma- t c r i a l überwiesen. Weiter liegt folgende Resolution zur Dänen- und Polen- rage vor: „Der Parteitag der Sozialdemokratie Preußens verurteilt auss schärfste die von der Regierung und den sogenannten nationalen Parteien betriebene Entrechtung der nichtdeutschen, insbesondere der dänischen und polnischen Staatsangehörigen. Indem Gesetze und Verwaltung den Angehörigen dieser Nationen das natürliche Recht auf den Gebrauch der Muttersprache und die Gleichberechtigung rm öffentlichen Leben, namentlich im Unterrichts- und Rechts- wesen vorenthalten, sprechen sie allen Grundsätzen staatsbürger- licher Gleichberechtigung und moderner Verwaltung Hohn und erniedrigen die Staatsangehörigen fremder Zunge zu rechtlosen Unterworfenen. Der Parteitag fordert gleiches Vereins- und Versammlungsrecht, gleichen Schutz von Person und Eigentum und das gleiche Recht auf die eigene Sprache für alle. Der Parteitag verurteilt insbesondere die von der preußi- schen Gesetzgebung beschlossene und nunmehr zur Anwendung ge- brachte Enteignung von Staatsangehörigen im Dienste nationaler Unterdrückung, so sehr er der Einführung des Enteignungsrechts an und für sich freundlich gegenübersteht und das Vorgehen der preußischen Staatsorgane als Vorbild der künftig im allge- meinen Volksintcressc vorzunehmenden Enteignung alles, ins- besondere des landwirtschaftlichen Großbesitzes, begrüßt. Ter Parteitag brandmarkt das Verhalten der Fraktionen, die sich als Beschützer des polnischen Volkes gegen preußische Unterdrückung ausgeben: der Polenfraktion und des Zentrums. Beide lehnen zwar die besonderen polenfeindlichen Gesetze ab, stehen jedoch aus agrarischen und sonst reaktionären Interessen im engen Bündnisse mit den konservativen Parteien, die zu den Hauptträgern der Unterdrückungspolitik gehören, und damit der preußischen Regierung. Sie fordern nicht das Recht des Volkes auf seine Muttersprache im vollen Umfang, begnügen sich viel- mehr mit der einseitig klerikalen Forderung des Religionsunter- richts in der Muttersprache. Sie fügen durch ihre gesamte Wirt- schafts-. Schul- und sonstig« Politik gerade dem notleidenden, in Preußen besonders vernachlässigten polnischen Volke den größten Schaden zu. Der Parteitag ruft daher die polnische Arbeiterschaft und das gesamte polnisch« Volk aus, sich von diesen volksverrütcrisckwn Parteien loszusagen und sich der Sozialdemokratie anzuschließen: der einzigen Partei, die für Recht und Brot- Fortschritt und Frei- heit aller Völker jederzeit eingetreten ist und jede Art Wirtschaft- lich«r, politischer, nationaler oder religiöser Unterdrückung rück- sichtslos bekämpft. Carl Schmidt, R. Gruhle. G. Fiedler. Hirsch.<»-»» Freitag abend 7 Uhr: Klngdlattverdreitnng n den sechs Berliner Wahlkreisen und in folgenden Vororten: Neukölln, Charlottenbnrg, Schöneberg, Wilmersdorf, Lichtenberg, Pankow, Reinickendorf-Ost und-West, Ober-Schöneweide und Weistensee. Alle Genossen haben die Pflicht, sich zu beteiligen. Treffpunkt in den Bezirkslokalen. Der Geschäftsführende Ausschuß. Sie Itaereien und die Bkrttcuer. lieber die gegenwärtigen Verhältnisse im Berliner Brauerei- gewerbe äußert sich der Vertreter einer der größten Brauereien Berlins in der„Vossischen Zeitung" wie folgt: Die bisherige Braumolzsteuer, die sich aus eine fast 100 Jahre alte KabinettSorder stützt, ist im Laufe der Jahre ungerecht ge« worden. Räch den Ängaben des Berliner Nämmercr's soll die Steuer im Durchschnitt der letzten 11 Jahre 760 000 M. gebracht haben. Diese Zahl ist aber nicht richtig; das letzte Jahr brachte nur 650 000 M. Steuerertrag. Trotz der Zunahme der Bc- völkeruna haben die letzten Jahre stets ein Minus unter dem vom Kämmerer angegebenen DurckschnittSsatz gebracht. Man darf daher nur diese Erträge zum Maßstab nehmen. Die staat- lichen Steuerstellen erhoben bisher die städtischen Steuern mit und berechneten sich dafür 5 Proz. Run wurde die Braumalffteuer nur erhoben von dem Verbrauch der Rohmaterialien in Berlin, wogegen die Brauer für das ausgeführte Bier keine Rück- Vergütung erhielten. Diese Handhabung der alten Steucrordnung verstößt gegen die neue Reichsbiersteuerordnung. Dazu kommt, daß in Genreinden mit Biersteuer, wie das in viele» Vororten der Fall ist, noch diese Kommunalsteucr hinzukommt, so daß dieses Bier also zweimal besteuert wird. Auf die Anweisung des Ministers muß nun diesen ungesetzlichen Zuständen ein Ende ge- macht werden. Die Brauereikreise geben die Hoffnung noch nicht auf, baß überhaupt k e in Ersatz für diese bisher zu Unrecht erhobene Braumalzsteuer erfolgt. Denn die Bierbesteuerung ist keine Ein- nähme, wie sie einer liberalen Stadtverwaltung, wie der von Berlin, würdig wäre. Reichen die bisherigen Stadteinnahmen nicht aus, so muß eben die Allgemeinheit herhalten. Der Berliner Magistrat steht mm auf folgendem Standpunkt: Was den Berliner Brauereien gegenüber bisher ein Unrecht war— die Steuerfreiheit des nach Berlin eingesührten auswärtigen Bieres— kommt ihm jetzt gelegen. Die Berliner Brauer sollen nun das bezahlen, was sie bisher leisteten, und die auswärtigen sollen das PIuS von 700 000 M. bringen. Es ist daher eine Fobrikationssteuer von 50 Pf. für untergäriges und 20 Pf. für obergärigeS Bier pro Hektoliter angesetzt. Wir, die Brauereien, bestreiten nun die Behauptung deS Kämmerers, daß dieser Satz uthS nicht mehr belaste, wie früher. Bisher bat die Steuer auf das fertige Produkt etwa 13—21 Pf. pro Hektoliter betragen— entsprechend dem Satze von 50 Pf. pro Zentner Braumalz. Wenn nun die Brauer für daö ausgeführte Bier die Steuer zurückvergütet bekommen, so ersparen sie sich einen Teil der Steuer— sagt der Magistrat— und kommen dadurch auf den alten Steuer- sntz. Run geht aber der Export zum größten Teil in die B o r o r t e, die selbst eine Biersteuer erheben oder in der nächsten Zeit eine solche einsetzen werden. Denn das Beispiel Berlin-Z wirkt stets vorbildlich. So kann also hier von einer Rückvergütung keine Rede sein. Die Zahlen des Herrn KämmererS schrumpfen so immer mehr zusammen. Nach seiner An- nähme müßten etwa 65 Proz. ausgeführt werden, um den alten Steuersatz zu erhalten. Das ist aber nicht der Fall. Erheblich weniger wird ausgesührt. Und eS gibt Brauereien, die fast ihre ganze Produktion bis auf 3 bis 5 Proz. in Berlin absetzen. Diese werden also erheblich belastet. Von einer Art Vertrustung, wie sie der Herr Kämtnerer annimmt, ist auch nicht die Rede: eine jede Brauerei muß um ihren Absatz allein kämpfen. Eilten» Steuersatz bis zu 20 Pf. pro Hektoliter würden die Brauereieu sympathisch gegenüberstehen. Jede Mehr» b e l a st n tt g, auch schon bei dem in der Presse angedeuteten Satze von 30 Pf. würden die Brauer aber energisch ablehnen. Dazu kommt, daß die Stadt Berlin bei einer Steuer von 20 Pf. nicht nur keinen Ansfall, sondern rund K50 000 M. Einnahmen haben würde, da» sind 200 000 M. mehr als bisher. Denn in Zukunft wird zwar die Ausfuhr vergütet, aber die Einfuhr des fremden Bieres ist so hoch, daß dieses PluS herauskommt. Wenn nun die Beseitigung eines ungerechten Zustande» der Stadt Berlin auch noch Gewinn bringt, so kann sie zufrieden seilt_ Da» eine ist sicher: Geht die neue Steuer über den Satz von 20 P-. hinaus, so wird sie ans den Konsum abgewälzt. Mit seltener Einmütigkeit haben alle Brauereien, selbst dte sonstigen Außenseiter, auch die süddeutschen Brauereien, einen dahingehenden Beschluß gesaßt. So würde bei einem Steuetsatz von 30 Pf. das Hektoliter Bier statt 20 M. künftig 20 M. 50 Pf. kosten müssen, da da» RechntutgSsystem eine lO-Ps.-Berechnuttg nicht zuläßt. Was übrigen» die dem Herrn«ämmerer verweigerten Zahlen über die Bierausfuhr usw. anbetrifft, so ist dicS nur geschehen, weil der Herr Kämmerer sich auf den rigorosen Standpunkt stellte, daß er seine Steuerpläne völlig nach eigenem Etmessen ausarbeite und keine Brauerei etwa Ersparnisse machen sollte." Man sieht hieraus, daß die Brauereien bei Einführung der Biersteuer unter allen Ilmständen die Abwälzung der- selben auf das Publikum vornehmen ioerden. Die einzige Konzession, die die Brauereien machen, ist die, einen Satz von 20 Pf. pro Hektoliter zahlen zu lvollen, weil ihrer Annahme nach dieser Satz ungefähr der Belastung gleichkommt, die ihnen die Braumalzsteuer auferlegt hat. Die Umrechnung der Brau- malzsteuer, also einer Steuer auf das vorbrauchte Malz, in eine Biersteuer, einer Steuer auf das fertige Produkt, dürste nicht leicht sein. Dazukommt aber noch ein anderer Umstand: die Besteuerung des nach Berlin eingeführten Bieres, das bisher überhaupt einer kommunalen Besteuerung nicht unterlag. * Von einigen freisinnigen Blättern wurde dieser Tage dar- gelegt, daß es nicht angebracht sei. anläßlich der Beseitigting der Braumalzsteuer und Einführung einer Biersteuer ein Ge- schüft zu machen; es sei deshalb der vom Magistrat vor- geschlagene Satz von 50 Pf. pro Hektoliter zu hoch; man wolle versuchen, mit 30 Pf. pro Hektoliter auszukommen, um den Brauereien den Vorivatid zu nehmen, die Steuer abwälzen zu können, da dieselbe in diesem Falle nur eine Umwandlung des von den Brauereien bisher gezahlten Braumalzsteuer- Zuschlages in eine andere Abgabenform bedeute. Wir glauben, daß die Brauereien unter allen Umständen die vom Magistrat geplante Bierbesteuerung dazu benutzen werden, noch ein besonderes Geschäft zu machen. Und so sehr man bedauern mag, daß bei einer Aufhebung des Brau- malzsteuerzuschlagcs ohne Einführung einer anderen Bc- steuerung die Gemeinde einen erheblichen Ausfall erleidet, die Brauereien aber eine Art Liebesgabe erhalten, die den Kon- fmnenten in keiner Weise zugute kommen wird, so dürfte es ooch gar keinen anderen Weg geben, als die stritte Ab- lehnung der vom Magistrat geplanten Bier be steuerung. Lediglich die schlechte staatliche Finanzgesehgebung trägt die Schuld, daß die Gemeinden in ihrem finanziellen Ge- baren an Händen und Füßen gefesselt sind. Es ist immer wieder die Forderung zu erheben, daß den Gemeinden durch eine gerechtere Kommunalsteuer, die die untersten Klassen frei läßt und durch Einführung einer Vermögenssteuer für die Gemeinden die Möglichkeit einer geordneten Finanzwirtschaft gegeben wird._ partei- Angelegenheiten» 6. Wahlkreis. Gefunden. Am Montagabend ist in der „Reuen Welt" ein Medaillon mit zwei Photographien gefunden. DaS- selbe kann in unserem Bureau, Reue Hochstr. 23, in der Zeit von g— 1 und 4—8 Uhr abgeholt werden. WilmerSdorf-Halensee. Freitagabend 8l/n Uhr findet im Viktoria- garten, WilhelmSaue 115, eine Volks Versammlung statt, in der der Kandidat zu der bevorstehenden Landtagsersatzwahl, Genosse Hofer, und der ReichstagSabgeordnete unseres KreiseS. Genosse Zubeil, über.Landtagswahl und Freiheitskampf in Preußen" sprechen werden. Friedenau. Am Freitag, den 10. Januar, abends 8'/, Uhr, im .Albrechtshof"- Steglitz: Oeffentliche Volks- mtd Wählerversammlung. Referenten LandiagSabgeordneter H. S t r ö b e l und der Kandidat Gutsbesitzer A. H o f c r. Genoffen! Sorgt für Maffenbesukb! Ober-Schöneweide. Sonntag, den 12. Januar, nachmittags 2 Uhr: Oeffenitiche Versammlung im Wilhelminenhof. Genossen I Sorgt für guten Besuch der Versammlung. Reinickendorf-Ost»nd-West. Freitag, abends von 7 Uhr an: Flugblanverbreitung zu der am Sonntag mittags 1 Uhr im Schützen- Hause stattfindendeu öffentlichen Protesiversammlung. Röntgental. Heute, abends 8'/z Uhr, Zahlabend bei Marx. Buch. Freitag, de» 10. Januar, abends S1/* Uhr. Zahlabend bei Starke. Zepernick. Freitag, den 10. Januar, abends 8'/- Uhr, Zahlabend bei Bcndermann. Zernsdorf. Am Sonntag, den 12. Januar, im Lokal von I. Knorr: Generalversammlung des Wahlvereins. Wichtige Tages- ordnung._ Berliner IMacbrichten. Znm Verkauf russischen Fleisches. Einflußreiche Kreise sind, wie wir gestern bereits mit- teilten, am Werke, um die Einfuhr russischen Fleisches über den 1. April 1913 hinaus zu verhindern. Die„Vossische Zeitung" glaubt Grund zu der Feststellung zu haben, daß dte Stadtverwaltung von Berlin mit dem größten Ernst ständig bemüht sei, die Frage der Fleischversorgung zu regeln und den Fleischvertrieb womöglich noch billiger zu gestalten. An den Landwirtschaftsminister sei bereits der Antrag gestellt, die Genehmigung für den auswärtigen Fleischbezug auch nach dem 1. April zu erteilen. Es seien ferner schon alle Vorkehrungen getroffen, um auch im heißesten Sommer das russische Fleisch unterzubringen. So werden zurzeit auf dem städtischen Schlacht- und Viehhofe die alten Kühllager bereits umgebaut und der dritte Stock zur Aufnahme deS russischen Fleisches eingerichtet. Die ent- sprechenden Beschlüsse des Magistrats seiet: bereits seit einiger Zeit bekannt. Diesen Mitteilungen gegenüber müssen wir unsere gestrigen Meldungen aufrechterhalten, auch dann, nachdem das Nach- richtenamt der Stadt Berlin die Meldung der„Vossischen Zeitung" bestätigt. Wir bleiben dabei, daß einflußreiche Kreise mit allem Nachdruck an der Beseitigung der ausländischen Flcischeinfuhr arbeiten. Gelingt diesen Kreisen ihr volksverräterisches Vor- haben, so darf die Berliner Bevölkerung sicher sein, daß mit dem Aitfhören der russischen Fleischeinfuhr bei der außer- ordentlichen Viehknapphcit die Preise für Fleisch nach dem 1. April 1913 wieder erheblich in die Höhe schnellen und Preise verlangt werden, wie sie noch nie erreicht worden sind. Ist auch die eingefiihrte Menge des Fleisches bei dem in Berlin benötigten Fleischbedarf nur eine verhälniSmäßig minimale, so ist doch nicht zu leugnen. daß diese Einfuhr preisdrückend auf die hiesigen Fleischpreise gewirkt hat, genau so. wie die Einfuhr von Seefischen durch den Magistrat eine preisdrückoude Tendenz ausgeübt hat. Die Berliner Bevölkerung wird sich durch Ableugnungen von ihrer Pflicht, ernsthaft gegen die Preistreiber und die Arbeit hinter den Kulissen Front zu machen, nicht abhalten lassen. Sie wird vielmehr am Sonntag den regierenden Herren im Rathause und außer demselben die Antwort geben, die ihnen gebührt. Arbeiter! Parteigenossen! Erscheint am Sonntag zahlreich in den Versammlungen!_ Aus der Arbeit der Schulärzte Berlins. Jni Auftrage der Schnldeputation der Stadt Berlin hat für das Schuljahr 1911/12 wieder der Schularzt Sanitätsrat Dr. Paul Meyer aus den Einzelberichten der 50 Schulärzte einen Gesamtbericht zusammengestellt, den jetzt der Magistrat bekanntgibt. An der Spitze des Berichtes steht eine Angabe, die der vertrauensvolle, sie unbesehen hinnehmende Leser als einen Fortschritt zum Besseren begrüßen wird. Diesmal wurden aus den Schulanfängern 9,72 Proz. wegen einstweiliger Schul Unfähigkeit ausgesondert und vom Schulbesuch noch zurückgestellt, während das im vor- hergehenden Schuljahr bei 10.55 Proz. nötig gewesen sein soll. Hieralis könnte gefolgert Werden, daß der Entwicklungs- und Gesundheitszustand der Schulanfänger erfreulicherweise weniger ungünstig als im Vorjahr war. Doch die Angabe, daß im Vorjahr„10,55 Proz." zurückgestellt worden seien, ist offenbar falsch. Nachdem der vorletzte Bericht sie gebracht hatte, ist sie in dem neuesten Bericht wiederholt worden, obwohl schon da- mals im„Porivärts" auf diesen Fehler hingewiesen worden war. In 1910/11 wurden 33 671 Schulanfänger untersucht und 3193 zurückgestellt, das sind nicht „10,50 Proz.", wie der vorletzte Bericht falsch heraus- rechnete, sondern 9,48 Proz. Aus 1911/12 teilt der neueste Bericht mit, daß 33 938 Schulanfänger untersucht wurden. Er nennt aber jetzt nicht mehr die absolute Zahl der Zurückgestellten. sondern begnügt sich mit der Angabe, daß 9,72 Proz. zurückgestellt worden seien. Um das nachzuprüfen, muß man selber aus der Liste der Krankheitszustände, die eine Zurückstellung nötig machten, sich die Zahl der Zurückstellungen be- rechnen. Die Addition ergibt 3293 Zurückstellnngen, das wären bei 33 938 Schulanfängern 9,70 Proz., so daß diesmal die Angabe des Berichts ivenigstens annähernd stimmt. tiernach wäre von 1910/11 zu 1911/12 der Anteil der urückge st eilten nicht von 10,55 auf 9,72 Proz. herunter- gegangen, sondern von 9,48 Proz. leider weiter auf 9,70 Proz. gestiegen. Man ist es gewöhnt, daß in Veröffentlichungen der Stadtverwaltung allerlei Unrichtigkeiten vorkommen, die nur selten hinterher berichtigt werden. Hier aber hat die Oeffentlichkeit doch wohl ein Recht, zu fordern, daß durch offizielle Erklärung festgestellt wird, welche Zahlen denn nun richtig sind. Einstweilen wollen wir unsere eigene Berechnung für zu- treffend halten. Wir müssen somit annehmen, daß in dem Gesamtbild der von den Schulärzten vorgefundenen Ver- kümmerung des Nachwuchses der Arbeiterklasse sich noch nichts gebessert hat. Unerfreulich, wie dieses Ergebnis, wirkt auch die Liste der Gründe, aus denen die Zurückstellung für nötig gehalten wurde, der Krankheitszustände. an denen die Zurückgestellten litten. Sie bietet im wesent- lichen dasselbe Bild wie im Vorjahre. Obenan steht ungenügender Kräftezustand mit 1817 Fällen, Rachitis mit 377 Fällen. Skrofulöse mit 140 Fällen. AuS den übrigen Krankheiten seien hier nur noch genannt Lungentuberkulose mit 151 Fällen» sonstige Lungenleiden mit 134, Nervenleiden mit 133, Wirbelsäuleverkrümmungen mit 89. Neben diesen Schulrekruten, die als noch schulunfähig zurückgestellt werden mußten, verdient Beachtung die mehr als doppelt so große Zahl derjenigen, die zwar eingeschult, aber bis auf weiteres in besondere ärztliche Ueber- w a ch u n g genommen wurden. Wir stellen fest, daß hier diesmal eine beträchtliche Minderung eingetreten ist. Aus der Liste der Krankheitszustände. die eine llebermachuug nötig machten, zählen wir heraus: für das vorletzte Jahr bei 33 671 Schulrekruten 7946 in Ueberivachung genommen, sind 23,60 Proz., dagegen für das letzte Jahr bei 33 933 Schul- rekruten 7100 in Ueberwachung genommen, sind 20,92 Proz. Betrachtet man auch hier die Liste der Krankheitszustände, die eine Ueberwachung geboten erscheinen ließen, so muß mau sich freilich über die Ursache dieser„Besserungseine Gedanken machen. In 1911/12(bezw. im Vorjahr 1910/11) wurden in Ueberwachung genommen z. B. wegen ungenügenden Krästezustandes 1030(1068). Rachitis 438(879), Skrofulöse 404 (436), serner z. B. wegen Lungentuberkulose 122(184), wegen anderer Lungenleidcn 209(215). Bei diesen Gruppen ist gegenüber dem Vorjahre teils ein Plus, teils ein Minus zu verzeichnen, doch handelt es sich hier und auch bei den meisten anderen Gruppen um Zu- und Abnahmen, die für die Ge- samtzahl nicht viel bedeuten. Erhebliche Abnahmen finden wir dagegen bei folgenden drei Gruppen: Nasen- und Rachenleiden 688(934), Wirbelsäuleverkrümmungen 536(744), Brust- schäden 375(531). Man sieht, daß allein bei diesen drei Gruppen sich eine Abnahme von zusammen 630 ergibt. Sollen wir annehmen, daß hier die plötzliche„Besserung" auf natür- liche Weise zustande gekommen ist? Es wäre doch sonderbar. wenn z.B. die Wirbelsäuleverkrümmungen und die Bruchschäden ganz plötzlich sich so stark vermindert hätten. Liegt nicht die Annahme näher, daß die Schulärzte— vielleicht infolge einer ihnen erteilten Anweisung— jetzt mit anderem Maß messen? Man müßte dann fragen, warum die Anforderungen an den Gesundheitszustand eines in die Volksschule aufzu- nehmenden KindeS bescheidener geworden sind. Am Ende ist diese Beschränkung zu erklären aus der Einsicht, daß für 50 Schulärzte, wenn deren Zahl nicht vermehrt wird, das Heer der zu Neberwachenden nicht wie bisher weiter wachsen darf. 47619 Kinder standen im letzten Jahr in Ueber- w a ch u n g. das sind 21,22 Proz. von überhaupt 224 424 Gemeindeschulkindern. Darunter waren, um hier nur ein paar Einzelzahlen zu nennen, 7856 Kinder mit ungenügendem Kräftezustand, 1745 mit Rachitis, 2316 mit Skrofulöse, 1617 mit Lungentuberkulose, 1220 mit anderen Lungenleiden, 1931 mit Nervenleiden, 3563 mit Wirbelsäuleverkrümmungen, 2776 mit Bruchschäden usw. usw. Wieviel von der Fürsorge der Schulärzte kann bei einem solchen Heer kränklicher und schwächlicher Kinder jedem einzelnen Kind zuteil geworden sein? Im vorletzten Bericht las man:„Damit die Tätigkeit der Schulärzte nicht verflacht, sondern im Gegenteil noch mehr vertieft ioerden kann zum Wohl der Schuljugend. ist es notwendig, di e Zahl der Schulen, die dem einzelnen Schularzt überwiesen sind, herab- zusetzen." Der neueste Bericht sagt über diese Frage— nichts._ Brieselang. Wir fahren mit dem Vorortzuge um 8,35 vom Lehrter Hauptbahiihof nach Finkenkrug(3. Klasse 40 Pf.). Wer in der Nähe der Stadt- oder Ringbahn wohnt, kann den Anschluß an den genannten Zug auch an den Bahnhöfen Putlitzstraße. Marlendorf. Im Rathause, Zimmer 14, von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Diejenigen, welche nicht felbst nachsehen können, wollen Steglitz. Bon 8-3 und 5-7 Uhr abends im Hause Schloßftr. 36, fich in den durch rote Plakate kenntlichen Lokalen einzeichnen. Treppen, Bimmer 34. Ferner fann in allen 13 Bezirkslokalen die Ein fichtnahme in die Wählerlifte erfolgen. haus, Zimmer 3. Schmargendorf. Von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends im State Treptow- Baumschulenweg. Im Rathaus Neue Krug- Allee 1-8, Bimmer 1, von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags. folgende Genossen bereit erflärt: Ringeltaube, Graehltr. 1; Nittmann, Für diejenigen, die verhindert sind, haben sich zur Einsicht in die Liste Graeßftr. 15; Scholze, Grachstr. 49; Hauier, Graegitr. 68; Golliez, Stief bolzftr. 19; Gramenz, Kiefholzſtr. 412; Graupe, Stiefbolaftr. 35 unze, Am Treptower Barf, Ede Starpfenteichstraße; Erbe, Baumschulenſtr. 14; Müller, Baumschulenstr. 14; Strauſe, Marienthalerstr. 26; Boche, Baum schulenstr 67; Kienast, Baumschulenstr. 7; Haufschild, Kiefholzſtr. 180; Gülle, Marienfold in Elsenstr. 106; Meyer, Am Treptower Part, Ede Buderstraße; Hofmann, Zur Johannisthal. Im Gemeindebureau, Rathaus, von 8-3 Uhr. Ginsichtnahme haben sich bereit erklärt die Genoffen Reſtaurateure Gobin, Roonstr. 2; Senftleben, Friedrichstr. 49; Trautmann, Baldfir. 6; Artner, Staiser- Wilhelmstraße; Hoffmann, Barbiergeschäft, Kaiser- Wilhelmstr. 12; Steuer, Berkaufsstelle der Konsumgenossenschaft. Köpenick. Jm Rathaus Zimmer 28, bon morgens 8 bis mittags 1 Uhr und nachmittags von 3-6 Uhr. Für diejenigen, die verhindert sind, die ifte felbft einzusehen, haben die Genossen in den einzelnen Bezirken, in denen Blafate ausgehängt find, die Einsichtnahme übernommen. Alt- Glienicke. Im Gemeindebureau. Für diejenigen, die verhindert find, haben sich zur Einsicht in die Liste folgende Genossen bereit erflärt: Mar Winkelmann, Lagerhalter, Konsumverkaufsstelle; Ferd. Nietner, Ehrlich, Schuhmachermeister, Köpenider Str. 38; Richard Giejeler, Schuh Friseur, Stopenider Str. 19; Otto Henschel, Gastwirt, Grünauer Str. 29; machermeister, Grünauer Str. 52; Gott!. Schäfer, Gastwirt, Schirnerstraße. Adlershof. Bon 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags im Ges meindeamt 2, Poiadowskyftr. 1, Bimmer 3. Ferner haben sich die Genossen Wilh. Baschin, Mezzer Str. 1; Rail Pietscht, Sedanstr. 25-26; A. Bed, Bismardstr. 11( Laden der Konsumgenossenschaft); Paul Töpfer, Helbig straße 31; Rich. Saul, Bismardstr. 16; Gujt. Tempel, Kronprinzenstr. 46; Joh. Feyerstein, Bismarckstr. 28; Reichardt, Oppenstr. 56 und Emil Neumann, Meger Str. 5. vorn II, bereit erklärt, für verhinderte Wähler die Jungfernheide oder Spandau erreichen, wo der Hauptzug[ just die Stunden des stärtsten Vertebrs zu bestimmen.| Stellen, wo Platale ausgehängt find, Anmeldungen zur Einsichtnahme entsprechend später eintrifft. Man fagt uns, daß aus den Scharen der Passanten, die da den entgegen. Lichterfelde. Im hiesigen Rathaus, Schillerstr. 32, Zimmer 12, von Vom Bahnhof Finkenkrug führt rechts ab die Wald- Staub schluden müffen, regelmäßig fehr derbe Aeußerungen des chaussee nach dem Wirtshaus Alter Finkenkrug". Um die Verdrusses laut werden. Mit Recht wird gefordert, daß auf die Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Für diejenigen, welche verhindert gepflasterte Straße zu vermeiden, gehen wir links von ihr beiterinnen etwas mehr Rücksicht genommen werden Richter, Chauffecftr. 104; Lensti, Chauffeeſtr. 55; Pink, Bigarrengeschäft, an ihre Arbeitsstätte eilenden Arbeiter und Ar- Berliner Str. 129; Schiller, Ferdinandstr. 15; Wahrendorf, Bäkestr. 7; find, selbst einzusehen, haben sich folgende Genossen bereit erklärt: Erpel, über das Sandfeld, das sich nach wenigen Schritten zu einem möge. Echwierigkeiten fann es doch nicht machen, den Tunnel schon Dürerstr. 42 und Wrotnici, Ringstr. 17. schönen, grünen Waldpfad verengt. Hier geradeaus im hohen in den Nachtstunden zu reinigen, wo der Verkehr hier ganz Mischwald weiter, bis rechts im rechten Winkel ein Gestell schwach ist. abzweigt, das zum Betreten förmlich einladet. Es führt uns Totschlag an der Ecke der Leipziger und Friedrichstraße. Ein dort, wo einige Gebäude die Vorposten der Billenkolonie salinunes Ende nahm ein Streit, der sich gestern früh gegen 5 Uhr 2 Falkenhayn bilden, auf die Chaussee, die wir, unbeirrt durch zwischen Asphaltierern und einigen noch nicht ermittelten Personen die Wegweiser, jetzt einige Minuten, entlang wandern. Bald entspann. Lettere, die angetrunken waren, bänselten, soweit bis kommt wieder ein Knotenpunkt von Wegen, und nun ver- jezt festgestellt werden konnte, die dort beschäftigten Arbeiter. In Lassen wir die gepflasterte Straße am Gestellstein und gehen seiner Wut ergriff der 38 Jahre alte Asphaltierer Albert Gulde aus links ab den breiten Weg, dem die auf dem Stein mit der Brunnenstr. 3 einen Besen und schlug damit einem der Männer bezeichnete Fläche parallel läuft. Zur Linken schimmert die auf den Kopf. Der Getroffene, ein 40 Jahre alter Kellner Start breite Waldwiese durch die Bäume, auf der die Kolonie Wald- Schwart aus der Dennewigstr. 5, fiel zu Boden und blieb besinnungsheim steht, und der Weg führt uns immer in einiger Ent- los liegen. Er hatte eine schwere Gehirnerschütterung erlitten, an fernung vom Rande dieser Lichtung hin. Wo die Wiese hinter deren Folgen er turz nach der Aufnahme im Krankenhaus Moabit, uns zurückbleibt, nicht rechts ab, sondern geradeaus weiter, wohin man ihn brachte, verstarb. Gulde wurde verhaftet und nach mit leichter Biegung nach links. Im jungen Laubholz geht dem Polizeipräsidium gebracht. Die Ermittelungen über die Entes weiter. Dann folgen wir wieder Kiefern. Das erste Gestehung des Streites sind noch nicht abgeschlossen. Der Verhaftete stell rechts ab laffen wir aus, das zweite zur Rechten schlagen ist verheiratet und Vater von vier Kindern und hat in dem Hause wir ein, es führt über eine große Waldwiese( kleine faule Lafe" auf den Karten) in den Hochwald. Es ist das O- Ge- Brunnenstr. 3 die Portierstelle inne. Hausbewohner und Nachbarn stell, das längste des Brieselang- Waldes, den wir nun erreicht schildern ihn als einen sehr arbeitsamen und ordentlichen Menschen. haben, und es führt schnurgerade auf die Ansiedelung( Förste- Erschossen aufgefunden wurde gestern vormittag der 38 Jahre rei, Remonte- Depot) Briefelang hin. Die Geradheit des alte Staufmann Heinrich Wolff aus der Schönhauser Allee 127a. Weges beeinträchtigt nicht im geringsten seine Schönheit, die Wolff war ein Junggeselle und betrieb seit mehreren Jahren in dem im unaufhörlichen Wechsel von Wald und Lichtung, von Hoch Hause ein gutgehendes Blusen- und Konfektionsgeschäft. Wahrund Niederwald und von allen märkischen Waldbäumen bescheinlich hat ihn ein Herzleiden in den Tod getrieben. Bon der Eisenbahn überfahren wurde gestern abend kurz steht. Selbst die Fichte( nicht zu verwechseln mit der häufig so genannten Kiefer) kommt in schönen Beständen vor. Die nach 8 Uhr der 57 Jahre alte Weichensteller Ferdinand Preuß Gräben an den Seiten haben sich wieder mit Wasser gefüllt aus der Suffitenstr. 34. Preuß, der 27 Jahre im Dienste der Eisenund Kopfweiden mit zotteligen Schöpfen stehen daran. Meisen bahn stand, lag mit dem Halse auf einer Schiene des Gleises 34 und Zaunkönige treiben ihr Spiel, und wenn warme Tage des Stettiner Güterbahnhofes, als andere Bahnbeamte ihn an der Reihe find, kann auch das Eichhörnchen nicht schlafen. tot auffanden. Ebenfalls von der Eisenbahn überfahren Es huscht herum und sucht nach Futter und nach Sonnen- wurde auf Gleis 46 der Vorortbahn bei der Gasanstalt Eichkamp ein ungefähr 26 Jahre alter Mann, dessen Persönlichkeit sich bis jetzt Ob man sich die Ansiedelung Briefelang näher ansieht noch nicht feststellen ließ. Der Tote hat eine Halswunde und ist und noch ein Teil Weges über sie gen Nauen hinausgeht, ist 1,70 Meter groß, hat blondes Haar, einen Anflug von Schnurrbart, eine Frage der Beit. Hat man sich zur Rückkehr entschlossen, lange, schmale, mit langen Nägeln versehene Hände und trug einen so findet man gegenüber dem Briefkasten am Wirtshaus einen schwarzen Cheviotüberzieher, einen schwarzen Jadettanzug, einen schmalen Waldsteig, der nach wenigen Schritten wieder auf schwarzen Hut mit der Firmenbezeichnung„ Redmont u. Co., Orford bas O- Gestell leitet. Will man aber nicht denselben Weg Street London", einen grün und rot gestreiften Selbstbinder, schwarze zurückgehen, so schlägt man das Parallelgestell links oder Salamanderschuhe, gelbgrüne Gamaschen und führte eine Taschenrechts ein, indem man zu gegebener Zeit entweder einmal schere mit der Firma Johann Schneider, Schwerin i. M." und eine rechts, dann bei der nächsten Gestellece links ausbiegt, oder Tüte leefalz bei sich. Die Leiche befindet sich in der Halle zu gerade umgekehrt verfährt. Besonders mit Hilfe einer Schildhorn. Starte ist das sehr einfach. Jedes Gestell zeigt einen etwas dalda Ein Mord in Lichtenberg. anderen Charakter, alle zusammen aber den gemeinsamen Bug des Briefelangs, das Gemisch von Hoch- und Niederwald, von dichtem Erlenbruch, Eichen-, Fichten- und Stiefernbeständen, und über allem noch jenen Reiz des Unberührten oder Wenigberührten, der leider in größerer Nähe Berlins nicht mehr anzutreffen ist. Tief steht die Sonne und selbst zur Mittagszeit wirft fie nur schräge Lichter durch den Busch. Aber die weißen Birken bligen darin auf und die verdorrten braunen Gräser schimmern mit goldigem Ton. Schwarz aber find die Grabenränder und wo sonst der feuchte Boden entblößt wird. Wer den Brieselang nur im Sommer besucht, vom Tanz der Mücken im Schweiße feines Angesichts begleitet, der fennt ihn kaum halb. Noch ist der Wald nicht aufgeschlossen". Aber die Kolonien Waldheim und Falkenhayn fressen sich langsam näher heran. Der Briefelang ist nicht bloß landschaftlich, er ist auch nach seinem Tier- und Pflanzenreichtum einzig in der Mark. Hier gilt es ein Naturdenkmal zu schüßen. Heiliger Zweckverband, erhalte uns diese Wälder! wärme. Besichtigung der Wohnungen. Sweifel bestehen häufig darüber, in welcher Zeit die gekündigten Mieter die Besichtigung ihrer Wohnung durch Mietslustige gestatten müffen. Das Gesez bestimmt darüber nichts Näheres. Häufig ist eine Regelung der Frage im Mietsvertrag enthalten; diese vertrag lichen Bestimmungen sind maßgebend. Jit im Mietsvertrag nichts bestimmt, so tommt nach der Berliner Gerichtspraxis die Zeit von 10 bis 6 Uhr werttäglich in Betracht. An Sonn- und gefeßlichen Feiertagen braucht wenn nicht im Vertrag etwas anderes gefagt ist die Besichtigung nicht gestattet werden. Damit wollen wir nicht etwa den Rat erteilen, die Besichtigung an Sonntagen überhaupt nicht zu gestatten. Sind die Mieter tagsüber nicht zu Hause, so müssen sie den Schlüffel in der allernächsten Nähe abgeben und den Vermieter oder seinen Vertreter in Kenntnis fetzen, wenn nicht die Schlüssel an den Bermieter oder seinen Bertreter abgegeben werden. Bei der Besichtigung muß dem Vermieter oder seinem Vertreter der Zutritt gestattet werden. Einsicht in die Listen zu übernehmen. Zeuthen. Im Gemeindeamte, Kurfürstenstr. 1a, während der Dienst stunden von 8 bis 3 Uhr. Nowawes. In den Bureauräumen, Ziethenstr. 1, parterre rechts. Für die im südlich der Eisenbahn gelegenen Ortsteil wohnenden Wähler liegt eine Abschrift der Wählerliste im Lofal von Gomoll, Großbeerenstr. 59, für die im öftlichen Teil wohnenden Bähler liegt eine solche im Lokal ven Gruhl, Priesterstr. 69, zur Einsichtnahme aus. Daselbst erhalten auch die jenigen, die in der Wählerliste nicht verzeichnet sind, die zum schriftlichen Protest benötigten Formulare. Zur Einsichtnahme in die Wählerliste für die auswärts beschäftigten oder sonst an der persönlichen Einsichtnahme ver hinderten Wähler haben sich ferner folgende Personen bereit erflärt: Cords, Kaiser- Wilhelm- Str. 20; Gomoll, Großbeerenstr. 59; Sommer, Ede Bieten- und Kleiststraße; Haieloff, Stahnsdorfer Str. 18; Singer, Briefter itraße 31; Hiemte, Ballstr. 55; Haberlandt, Ludwigstr. 4; Ernst Schmidt, Wilhelmstr. 41;( Sodglück, Friedrichstr. 1; Silbermann, Friedrichstr. 18; mann, Friedrich firchplat Sellwig, Ede Friedrich- und Auguststraße; Gruhl, Priesterstr. 69; Kunst Schenkendorf bei Könige- Wusterhausen. Die Wählerliste liegt außer im Gemeindebureau auch beim Genossen Bethold, Gartenstr. 5, zur Einsicht aus. Zur Einsichtnahme in die Liste versehe sich jeder mit Legitimation, als solche gilt der Steuerzetter. Neukölln. abends die Lichtenberger Kriminalpolizei. Ein Rechtsanwalt machte Ein schrecklicher Fund beschäftigte gestern Nachmittag bis spät gestern nachmittag gegen 4 Uhr einen Spaziergang an einem viehhof und Landsberger Allee hinstrect. An der Straße 61, einer Laubengelände vorbei, das sich zwischen den Bahnhöfen ZentralQuerstraße der Roederstraße, dicht am Zaune der Eisenbahn, stieß er hierbei auf einen leblosen im Grase liegenden Mann, dessen Gesicht vollständig mit geronnenem Blut bedeckt war. Er benach richtigte sofort die Lichtenberger Kriminalpolizei, die KriminalDie Freie Turnerschaft Neukölln- Brig" eröffnet am Freitag, kommissar Wehrauch mit seinen Beamten zum Fundort entsandte. den 10. Jamar, im Botal Starisgarten, Starlsgartenstraße, eine bei der Untersuchung der Leiche eine dreieckige Wunde an der Stirn. Beibesübungen, die das 30. Lebensjahr erreicht haben, find zu der Die Mordkommission nahm den Tatbestand genau auf und entdeckte Altersabteilung. Freunde und Gönner des Turnens und der Neben dem Manne, der lang ausgestreckt auf dem Rücken lag, fand Gröffnung dieser Abteilung eingeladen. Beginn des Turnens man ein blutbeflecktes offenes Taschenmesser und ein Portemonnaie 29 Uhr abends. Vom Eintrittsgeld befreit sind alle sich an dem mit einigen Pfennigen in Nidel- und Kupfermünzen. Außerdem Abend zur Aufnahme Meldenden. lag nicht weit von der Leiche entfernt ein Stück Priemtabat. Der Schöneberg. hört zu haben. In seinen Taschen fand man eine Uhr mit goldener Toten selbst scheint seinem Aeußeren nach dem Arbeiterstande angeSette und einen Barbetrag von 12 M. Nach dem Befund fann er schon einen Tag tot dort gelegen haben. Die Leiche wurde spät abends nach der Halle in Lichtenberg gebracht. Ein Einbruch unter eigenartigen Umständen ist bei der Herrenfonfeftionsfirma Gottlieb Weiß, Hauptstraße 161, in der geftrigen Nacht ausgeführt worden. Die Firma hatte u. a. einen wertvollen Belz ausgestellt, der die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden ers regte. So fam auch furz vor Geschäftsschluß ein Herr von etwa Der unbekannte Tote ist ungefähr 40 bis 50 Jahre alt und 55 Jahren, mittlerer Größe, mit graumeliertem Stuzbart, in das mittelgroß, hat mittelblondes, graumeliertes Haar, das ganz kurz Geschäft, um sich nach dem Belz im Fenster zu erfundigen. Er geschnitten ist, einen blonden, graumelierten, struppigen Schnurr- ließ sich diesen aus dem Fenster bringen und hat dabei wohl die bart und ein volles Gesicht und trug ein dunkles Jakett, eine braune, Gelegenheit wahrgenommen, sich über die Ortsverhältnisse zu indoppelreihige Wollweste, darunter eine zweite dunkle Tuchweste, formieren. Nachdem der Herr den Pelz eingehend besichtigt hatte, eine braunfarierte Hose, graue Strümpfe, Schaftstiefel, eine braune empfahl er sich mit dem Bemerken, am nächsten Tage bestimmt Müße mit großem Schirm und ein helles Barchenthemrd. wieder zu fominen. Der Herr scheint auch sein Versprechen gehalten zu haben, denn in der folgenden Nacht wurde ein Einbruch in das Schaufenster verübt und daraus der Pelz gestohlen. Ober- Schöneweide. Der Zirkus Schumann hat seinem neuen Programm eine glänzende Dressurnummer einverleibt, die wohl die Hauptattraktion der nächsten Wochen bilden wird. Monsieur Caesario, eine energisch- sympathische, jugendlich- elastische Erscheinung, läßt fünf riesige Löwen und einen bengalischen Königstiger Sprünge machen und Gruppen bilden, als hätte er ein halbes Dubend Sunde abgerichtet. Mit seinem Blick, mit einer Peitsche, einer langen Eisengabel und mit Schreckschüssen hält er die Bestien in Aus der Hochbaudeputation. Schon seit längerer Zeit berfolgt und stellt sich auf den Rüden eines mächtigen, großmähnigen Räjon. Er stedt seine Hände in ihren Rachen, seht sich rittlings der Magistrat den Plan, für Lungen- und Kehlkopfleidende eine bes Löwen usw. Nur widevwvillig gehorchen die Tiere. Ununterbrochen fondere Pflegeftätte zu schaffen. Diese soll in Buch errichtet werden. dröhnt ihr dumpfrollendes Knurren; auch ihre Pranten gehen hin Das von der Krankenhausdeputation aufgestellte Bauprogramm für und her und suchen dem Dompteur eins auszuwischen. Der aber die Anstalt hat der Magiftrat vor längerer Zeit genehmigt und die bleibt ruhig und sicher in seinem Auftreten und zwingt die unHochbaudeputation beauftragt, danach einen Entwurf zu machen. Dieser ist inzwischen gefertigt worden und von der Hochbaudeputation heimliche Gesellschaft unter seinen Willen. in der gestrigen Sitzung, die unter dem Borsiz des Stadtrats Balloni mit ihren Papageien und Kakadus. Erstklassig waren Ein hübsches Gegenstück zu dieser Raubtierdressur gab Miß Wagner stattfand, angenommen worden. Die Kosten sind auf auch die Pferdedreffuren. Die Clowns wetteiferten miteinander, 8 500 000. beranschlagt. Ferner stimmte die Deputation dem durch ihre groteste Komik das Publikum im Lachen zu erhalten. Borentwurf für den Neubau eines Diphtheriepavillons im Kranken- Die farbenprächtige Pantomime„ Der unsichtbare Mensch" übte haus Friedrichshain zu. Durch diesen Neubau, der nach dem Koften am Schlusse der Vorstellung nach wie vor ihre unverwüstliche Anüberschlag zirta 285 000 M. foften wird, soll eine den neuesten wissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Anlage für Diphtherie- siehungskraft auf die Zuschauer aus. Irante geschaffen werden. Zeugen gesucht. Perfonen, die am Sonnabend abend in der fehen haben, wobei ein Polizeibeamter einen Arbeiter angeschoffen Stralauer Allee die Vorgänge bei der Siftierung eines Mannes ges bat, werden um Angabe ihrer Adresse ersucht an Gottfried Vorpahl, Libauer Straße 9. de Vorort- Nachrichten. Nehmt Einsicht in die Landtagswählerliste! Die Pflichtfortbildungsschule der Gemeinde nimmt einen steten Aufschwung und es wird nach dem Etatsentwurf im kommenden Schuljahr bereits mit einer Schülerzahl von 1100 gerechnet. Die letzte Sibung des Kuratoriums befaßte fich auch mit der Errich tung einer Mädchenfortbildungsschule durch die Gegeleitet, welchem von der Behörde widerruflich die Konzession dafür meinde; die jetzt am Orte bestehende wird privat von einem Rektor erteilt wurde. Das Kuratorium war einhellig der Ansicht, daß in dieser Schule entgegen einem Antrage des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes nicht nur auswirtschafts. unterricht gegeben werden solle, sondern daß es Pflicht der in Angriff genommen werden, um eine baldige Verwirklichung zu Gemeinde sei, die jungen Mädchen auch ganz besonders auf das Erwerbsleben vorzubereiten. Die Vorarbeiten sollen unverzüglich erreichen. Eine Anregung aus Lehrerkreisen, für einen Handfertigteitsunterricht in der Fortbildungsschule Mittel bereit zu stellen, fand nicht die Zustimmung, da man sich von dem geplanten Verfertigen von Bapparbeiten keine sonderlichen Erfolge versprach, und andererseits auch der Ansicht war, daß ein solcher Unterricht der Volksschule anzugliedern sei; es wäre wünschenswert, wenn liche Ausstellung der Schülerarbeiten soll in diesem sich die Schuldeputation mit diesem Plane befaßte. Die alljährJahre am 2. und 3. Osterfeiertage stattfinden und wird erwartet, daß dem Unternehmen mehr Intereffe entgegengebracht wird als bisher. Friedrichshagen. Der Görliger Tunnel", den die Stadt vor einigen Jahren zur Berbindung der durch die Görlitzer Bahn auseinandergeriffenen Teile bon Berlin- Südost im Zuge der Oppelner und der Liegniger Straße erbaute, wird täglich von vielen Laufenden als willkommener Berlehrsweg benutzt. Am stärksten ist hier der Verkehr am frühen Morgen, wenn die Scharen der Arbeiter und Arbeiterinnen an ihre Arbeitsstätten eilen und ein endloser Menschenstrom zwischen hüben und drüben hin und her flutet. Da wird Der Verkauf von russischem Fleisch findet nach wie vor an jedem es nun als ein sehr lästiger Uebelstand empfunden, daß die Freitag im alten Sprißenhause, Kirchstraße, statt. Da der Verkauf alle zwei Tage sich wiederholende Reinigung des Tunnels, Zur Landtagswahl im Kreise Beeskow Storfow- jich jest in geregelter Beise vollzieht und Fleisch in genügender deren Notwendigkeit an jich gewiß nicht zu bestreiten ist, Teltow- Berlin Wilmersdorf liegen die Wähler- Menge vorhanden ist, weisen wir nochmals besonders darauf hin. eltow- Berlin- Wilmersdorf immer gerade in diesen Morgenstunden ausgeführt wird. liften nur noch heute, den 9, und morgen, den Wer auf dem Weg zu feiner Arbeitsstätte etwa zwischen 17 und 10. Januar, zur Einsicht öffentlich aus. Pflicht jedes Bruchmühle. 7 Uhr morgens den Zunnel durchschreiten muß, dem kann es passieren, Wahlberechtigten ist es, sich zu vergewissern, ob fein Name aründet worden. Den Anlaß dazu bot die Unzufriedenheit einiger Ein neuer Haus- und Grundbesitzerverein ist fürzlich hier ge daß er in die Staubwollen hineingerät, die von den Befen der Straßen auch in der Liste vermerkt ist. Wer nicht in der Liste steht, Witglieder, die ihre Intereffen in dem alten Verein nicht genügend reiniger aufgewirbelt werden. Wenn das schon auf offener Straße nicht angenehm ist, so wird es in dem bedeckten Tunnel, für den darf nicht wählen. Die Wählerlisten liegen in nachstehenden gewahrt fahen. Heber Zwed und Ziel des Vereins konnte nur fo infolge feiner bedeutenden Länge die Luftzuführung ihre Schwierig- Drten wie folgt aus: viel ermittelt werden, daß derselbe dem Gemeindevorstand helfend feiten bat, geradezu zur Qual. In dem langen, schmalen, niedrigen Wilmersdorf Halensee. Im städtischen Wahlbureau, Lauenburger und ratend zur Seite stehen will. Bemerkenswert ist, daß auch eine Gang fehlt ja jede Möglichkeit, den sich heranwälzenden Staubwollen Straße 11, von 8 1br früb bis 7 Uhr abends. Anzahl Geschäftsleute, die bisher aus Geschäftsridsichten dem poliauszuweichen. Und diese sind um so dichter, tveil mit dem Folgende Barteigenossen sind bereit, für diejenigen Wähler, denen es litischen Getriebe fern geblieben, dem Verein beigetreten find. Das zur Besprengung des Tunnels zu verwendenden Wasser sehr gespart nicht möglich fit, fi bin het gevier; be ablerlisten einzufchen tann ja später zu recht intereffanten Stämpfen führen. Im Gegensatz Biche, Halensee, Baulsbouner Str. 26; R. Gröschte, Staiserallee 209; Selfe, wird und nur an den beiden Seitenwänden je ein schmaler Streifen Brandenburgische Str. 69; Schilling, Lauenburger Str. 20; Heibeder, zu anderen Orten sind hier die größte Anzahl Hausbefizer kleine Rentiers etwas davon abkriegt. Es gehört eine wirklich tüchtige Bortion Ge- Wilhelmsaue 2; Stramm, Durchlacher Str. 7; Botfdies, Barneberstr. 2; und Pensionäre und Wähler dritter Klasse, während sich die zweite bankenlefigkeit dazu, für die Ausführung der Reinigung des Tunnels Bauer, Detmolder Str. 21. Außer diesen Bartelgenossen nehmen die übrigen Wählerklaffe meist aus Mietern zufammenfest. Rowawes. Im Oberlin- Kreiskrankenhaufe besteht die Einrichtung, daß Dienstboten im Erkrankungsfalle freie Sur und Verpflegung bis zu sechs Wochen gegen Zahlung eines Jahresbeitrages von 8 M. gesichert werden kann. Diese Gebühr ermäßigt sich für später Sinzutretende um 2 M. für jedes zurückliegende Vierteljahr. Die Bedingungen find kostenlos im Geschäftszimmer des Krankenhauses, woselbst auch die Anmeldung der Dienstboten erfolgen kann, zu haben. Die vorjährigen Abonnements müssen bis zum 10. Januar erneuert werden. Spandau. Eine fieberhafte Tätigkeit für den Ausbau ihrer Organisationen entfalten bereits am Beginn des neuen Jahres die Gegner, sowohl die Konfervativen als auch die Freifinnigen, um in den späteren Kämpfen der Sozialdemokratie um so gerüsteter entgegentreten zu können. Der Freifinn des Kreises trägt sich sogar mit dem Gedanken, bei den kommenden Landtagswahlen das bisher in Konservativem Besiz befindliche Mandat zu erobern. Gegenüber diesen fieberhaften Anstrengungen der Gegner scheint sich die Arbeiterfchaft nicht immer ihrer Parteipflicht völlig bewußt zu sein. Und doch bedarf es in Spandau mehr wie wo anders der äußersten Kraftanstrengung eines jeden Arbeiters, um die Partei für die od nov Briefkaften der Redaktion. Der Staatsbürger. Halbmonatsschrift. 4. Jahrg. Heft 1. Heraus.| Nichters zu zahlen. 2. Die Entziehung der Vollmacht kann mündlich oder gegeben von Prof. Dr. H. Dorn und Dr. G. Kerschensteiner. Vierteljährl. schriftlich erfolgen. Im vorliegenden Falle empfiehlt es sich, auch eine Mit 29. E. H. Morib, Stuttgart. teilung an das Grundbuchamt zu machen. 2. B. 1000. Ja. Recht und Wirtschaft. 2. Jahrg. Heft 1. Monatsschrift. Jährlich. S. 233. 2 M. pro Stalenderjahr 2. 2. 79. 1. Ja. 2. Nein. 10 M.-C. Heymann, Berlin W. 8. 2. 1. 4. Tegel. Wenden Sie sich an die Handwerkskammer zu Berlin, Teltower Straße. M. R. 22. 1. Nach Ihrer Darstellung nein. 2. Die Gesellschaft ist zur Zahlung nicht verpflichtet, jedoch muß sie auf Verlangen eine sogenannte Freipolice ausstellen. Ein entsprechender Betrag wird nach Ablauf der in der Police vorgesehenen Frist oder für den Todes fall fällig Für das laufende Bersicherungsjahr bleiben Sie noch prämien- R. D. 52. Falls im Mietsvertrage drei Monate und drei Tage Sündigungsfrist vorgesehen sind und der Wirt erst am 29. in den Besitz des Briefes gelangt ist, ist die Kündigung verspätet. 5. K. 240. Den Vorgeschten steht ein Büchtigungsrecht zu; jedoch darf die Züchtigung Klar. 1. Ja, sofern die Witwe nicht in eine Mißhandlung ausarten. erwerbsunfähig im Sinne des Gesetzes ist. 2. An das Versicherungsamt am Köllnischen Bart 8. 3. Läßt sich erst berechnen, wenn die genaue Martens A. R. Die Auss zahl in den einzelnen Lohntlassen angegeben wird. stellung eines Schuldscheins kann nicht erzwungen werden. Das Darlehen kann, falls nichts anderes vereinbart ist, mit dreimonatlicher Frist auf Nach Ablauf der Frist ist die Klage zulässig. gekündigt werden. GAGO die Angelegenheit dem Landrat Ihres Kreises vor. reichen gemachten Mitteilungen zabling forbern. als fommenden Kämpfe aftionsfähig zu machent. Un jo metu bir behördliche Druck auf die in den Staatswerkstätten beschäftigten Arbeiter diese an der freien Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte hindert. Den Aktionen der Partei müssen in den nächsten Wochen alle Parteigenoffen ihre Unterstützung angedeihen lassen. Neger denn je müssen die Zahlabende und die Versammlungen, in denen die organisatorischen Vorarbeiten für den politischen Kampf getroffen, besucht werden. Außerdem gilt es, die der Partei noch fernstehenden Arbeitsgenossen für dieselbe zu gewinnen und der sozialistischen Kämpferschar zuzuführen. Wenn die leitenden Genossen der Spandauer Parteiorganisation in der gewünschten Weise in den kommenden Kämpfen die Unterstützung der Klaffenbewußten Arbeiterschaft finden, dürfte es auch gelingen, den an sie herantretenden Aufgaben gerecht zu werden. Sigungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Treptow- Baumschulenweg. Freitag, 10. Januar, abends 6 Uhr, im Rathause. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Eingemeindung. Johannisthal. Freitag, 10. Januar, und event. Sonnabend, 11. Januar, nachmittags 7 Uhr, im Rathaussigungsfaal. Nieder- Schöneweide. Donnerstag, 9. Januar, nachmittags 3 Uhr, im Sizungsfaal des Gemeindehauses, Grünauer Str. 1. Die juristische Sprechstunde findet 2indenstraße 69, vorn vier Treppen zahlungspflichtig. Sahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7½ Uhr abends, Sonnabends, von 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ift ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Bricfliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt tt, verden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 2. 15. Landesversicherungsanstalt in Sachsen- Meiningen, Merseburg, Alt- Küftrinchen. Der Entmündigte fann noch beim Landgericht den Antrag auf Beiordnung eines Rechtsanwalts zum Zwecke der Anstrengung der Aufhebungsflage stellen, falls der Vormund nicht eine solche Klage erheben validität. Die Anrechte leben nur dann auf, wenn die Frau wiederum will. Als Aufhebungsgrund gilt der Fortfall der Trunksucht- H. R. In eine versicherungspflichtige Beschäftigung erhält und nach etwaigem Aufhören Marktpreise von Berlin am 7. Januar 1913, nach Ermittelungen die Versicherung freiwillig weiter fortsegt. G. S. 62. Stellen Sie des fönigl. Polizeipräsidiums. 100 Stilogramm Weizen, gute Sorte 19,74 B. 10. Die bis 19,80, mittel 19,62-19,68, geringe 19,50-19,56. Roggen, gute Sorte nicht aus. der zur Beantwortung Frage 17,34-17,40, mittel 17,22-17,28, geringe 17,10-17,16( ab Bahn). FutterWir stellen anheim in die Sprechstunde zu kommen. gerfte, gute Sorte 17,40-18,00, mittel 16,70-17,30, geringe 16,00-16,60. Ratibor 11. Benn die Firma den Irrtum nachweist, kann sie Nach- Hafer, gute Sorte 18,80-20,20, mittel 17,30-18,70( frei Wagen und ab E. 40. Beim Notar oder Gericht. Die Kosten richten Bahn). Beit nach dem 1. April. 2. Nein. fich nach dem Objekt. 2. S. 100. 1. Sie basten nicht mehr für die Markthallenpreise. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 3. 9. 1003. Die Klage hat nur 30,00-50,00. Speisebohnen, weiße, 36,00-50,00. Linsen 35,00-60,00. dann Aussicht auf Erfolg, tvenn bewiesen werden fann, wer der Täter ge- Startoffeln( Sleinhdl.) 5,00-8,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule wesen ist. Nach Ihrer Darstellung fönnen wir zu einer Klage nicht raten. 1,70-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,40-1,80. Schweinefleisch 1,60-2,20. G. T. 17. Rein. R. 163. Rein. 2. 100. Ja. Sie sind frankenversicherungspflichtig. Hat der Arbeitgeber Ihre Anmeldung Eier 4,80-7,20. 1 Kilogramm Starpien 1,40-2,40. Male 1,60-3,20. Bander FS. 10. Kalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. 60 Stüd unterlassen oder Sie abgemeldet, so bleibt Ihr Anspruch an die Kranken- 1,40-3,60. Hechte 1,60-2,60. Bariche 1,00-2,40. Schlete 1,60-3,20. faffe bestehen, die Kaise macht alsdann den Arbeitgeber erfatpflichtig. Bleie 0,80-1,60. 60 Stüd Streble 4,00-24,00. u. 43. 1. u. 2. Die fragliche Bestimmung der Reichsversicherungsoder der zweite erwähnte Fall vorliegt, gegen einen solchen Bescheid innerordnung hat rückwirkende Straft. Es ist ratsam, gleichgültig ob der erste halb der einmonatlichen Frist Berufung beim Oberversicherungsamt einzulegen. R. 60. 1. u. 2. Ja. 3. Auch das Kind hat Anspruch auf SchadenAutomobilbefizer fann auf Grund des§ 7 des Automobilgefeßes in Anerfaz, d. 5. auf Bahlung einer Geldrente für den Unterhalt. Auch der spruch genommen werden, sofern nicht der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht ist. Als unabwendbares Ereignis gilt z. B. auch Ver fajulden des Verunglückten. 2. N. 23. In der Regel nicht. Nichten Sie aber noch einige Tage vor dem Termin an das Gericht eine Eingabe D. St. 25. 1. u. 2. Ja. 3. Nein. Landrat Beschwerde einlegen. Sie können deswegen beim G. C. 11. Für die Zeit bis 1. Januar Dieses Jahres find Sie steuerpflichtig. R. R. 1847. 1. u. 3. Ja. 2. Nein. Die Angelegenheit verzögert sich deswegen etwas, weil zunächst wahrscheinlich das Landgericht III die Alten des Landgerichts II einfordert. B. 94. 1. bis 5. Eine Rüdforderung ist aus dem von Ihnen genannten Grunde nicht zulässig. Jedoch können Sie einen Antrag auf Rüd versteuern und den Grundstückshandel nicht gewerbsmäßig betreiben. schläge. Stationen Witterungsübersicht vom 8. Januar 1913. Barometer stand mm Windcichtung Windstacke Better 3bebedt 7720SD 3 bedeckt 774 SD Swinemde. 775 SD Hamburg Berlin Franff. a. München Wien 2 bedeckt Temp. n. G. 5°.= 4°. Stationen Barometer stand mm Wind. tichting Windstärke 2 Haparanda 772 Still 3 Betersburg 768 28 2 Scilly 770 NO 1Nebel 0 Aberdeen 5 Mebel 4 Paris 2bedeckt-2 7710 774 SD Better Rebel 2 bedeckt 754 SSD 6wolfig 758 SGD 4bebedt 765 SD 2 bedeckt Zemp. n. G. ALL 150= 108. 4 Wetterprognose für Donnerstag, den 9. Januar 1913. Ein wenig fälter, zweitweise aufflarend, vorwiegend nebelig oder Diese Sitzungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ift be. balung des Reichsstempels einreichen, falls Sie unter 2000 M. Einkommen wollig bei ziemlisch frischen öftlichen Winden; keine wesentlichen Niedera Reinickendorf. Die für heute angezeigte Sigung fällt aus. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Eingegangene Druckfchriften. Ans Sturmeszeit. Diesen Titel führt der Hauptroman, mit dem die Beitschrift In Freien Stunden" ihren 17. Jahrgang beginnt. Der Roman spielt zur Zeit der russischen Revolution. Die den Tert belebenden Zuluftrationen find von der bekannten Malerin Jlie Schütz- Schur. Neben dem Hauptroman wird zunächst eine padende Novelle von E. T. A. Hoffmann, betitelt: Das Fräulein von Scuderi, zum Abdrud gebracht. In jedem Heft sind ferner furze popular- wissenschaftliche Abhandlungen aus den verschiedenen Wissensgebieten. Auch dem Humor ist in jedem Heft eine Ede gewidmet. Die Zeitschrift In Freien Stunden" loftet mur 10 Pf. pro Heft. Be stellungen nehmen alle Buchhandlungen, Spediteure und Kolporteure entgegen. Brobenummern fostenlos vom Berlag Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H., Berlin SW. 68. Sitis Mic. Roman von N. Heymann. 3 M., geb. 4 M. 5. Bondy, Berlin W. 15. Die römisch- katholische Kirche und ihre Verweser. Von A. Halbig. 2,60 W.-E. H. Mayer, Leipzig. Ständeordnung. 8. Jabrg. Heft 1. Erscheint am 1. und 15. jeden Monats. Viertelj. 75 Pj. Selbstverlag in Stoblenz, Laubbach 40. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkreis. 137. Bezirk. Am 3. Januar verstarb plötzlich unser Mitglied, der Händler Karl Sydow. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 9. Januar, nach mittags 2 Uhr, auf dem Heilig. Streuz Stirchhof in Mariendorf, Eisenacher Straße, ftatt. 265/1 Der Vorstand. Nach langer Krankheit starb am 7. Januar unser lieber Mitarbeiter, der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter Ernst Retzlaff im Alter von 31 Jahren. Wir werden dem so früh Dabingegangenen ein ehrendes Andenten bewahren. Vorwärts Buchdruckerei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co. Am 7. Januar verfchied nach langem, schwerem Leiden unser lieber Mitarbeiter, der Buch bruderei- Hilfsarbeiter Ernst Retzlaff im Alter von 31 Jahren. Sein tollegialer Sinn und liebenswürdiger Charakter sichern dem Verstorbenen ein bleibendes Andenken. Gesamtpersonal der Vorwärts Buchdruckerei Paul Singer& Co. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 11. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Am Friedrichshain aus auf dem Bartholomäus- Kirchhof in Weißenfee, Faltenberger Straße, statt. -Berliner Wetterbureau. alina uslugasserstands- Nachrichten Wasserstand am feit 7.1. 6.1. cm cm³) 346-31 D. R. 86. Der Mann kann bei der Berbeiratung dem Stinde seinen Namen geben. S. 142. Nein.- 23. 95. 1. Die Einziehung wäre noch zulässig, ist aber nicht wahrscheinlich. 2. Ihre Mutter soll sich an die Stiftungsdeputation des Magistrats wenden. S. 1875. 1. Ja, sofern nicht der Versicherungsvertrag zugunsten einer bestimmten Person geschlossen der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau ist. 2. In 30 Jahren. 3. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Objelis. H. F. Die Erben bleiben weiter alimentationspflichtig, fönnen jedoch das Kind mit dem Pflichtteil eines ehelichen Kindes abfinden. B. 6. 25. 1. Gütertrennung, jedoch Verwaltungs- und Nicßbrauchsrecht des Ehemannes. 2. Mindestens 20 Marken innerhalb zweier Jahre. Vor Memel, Tilfit O. N. 53. Bregel, Snsterburg Ablauf dieses Zeitraums muß auch der Umtausch erfolgen. Richten Sie an den Vorsitzenden der Veranlagungskommiffion einen 28 eichsel, Thorn Antrag auf Befreiung von der Steuerpflicht ab 1. Dezember und gleich Dder, Ratibor zeitig ein Stundungsgesuch. Bezüglich der für Dezember bereits be Krossen zahlten Steuer würde ein Rückzahlungsanspruch bestehen. A. A. Nein. Frankfurt B. Z. 83. Eigentümer des Bildes find Sie nicht geworden und Barthe, Schrimm tönnen es auch ohne Zustimmung des Händlers nicht werden. Die 20 M. Landsberg fönnen Sie zurüdfordern, eventuell im Klagewege. Falls Sie das Bild Neze, Borbamm nicht länger aufbewahren wollen es anderweit auf Lager geben. forderung hin abholt, to nonen und der Eigentümer es nicht auf Auf- Ibe, Leitmerig 23. 2. 200. Das wäre möglich. falls die Armenverwaltung Kenntnis erhält. A. D. 100. Der Standesbeamte ist gefeßlich verpflichtet, auf Antrag die Geburtsurkunde gegen Zahlung von 50 Pf. Gebühr auszufertigen. Treptow 80. 1. Ja. 2. Nein, sofern die Bedürftigkeit fortbesteht. 8. K. 71. 1. Es ist eine Geldstrafe je nach Ermessen des leistreiben.) Treibeis. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Bir erfüllen biermit die traurige Pflicht, unseren Mitgliedern von dem Ableben des Kollegen aonaboKarl Haase Kenntnis zu geben. Der Verstorbene hat an unserer Bewegung stets regen Anteil genommen und war unbesoldetes Mitglied des Hauptvorstandes feit dem 1. Januar 1903, dem Tage, an dem der Siz unferes Verbandes nach Berlin verlegt wurde. An unseren Verbandstagen in Eisenach( 1896), Halle( 1900), München ( 1902), Berlin( 1906) und Hamburg( 1910) nahm Karl Haaje als Delegierter der Berliner Filiale teil. Alle, die mit ihm zusammen gearbeitet, haben seinen biederen Charakter, seine Treue sowie feine Aufopferung für unsere Sache kennen und schäzen gelernt. Wir werden dem leider viel zu früh von uns geschiedenen Kämpfer stets cin ehrendes Andenken bewahren. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Bater, der Drofchtenführer Fritz Neumann Lübbener Str. 2 nach kurzem schweren Zeiben ver storben ist. 1974b Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 3 Uhr, von Der Halle des Sentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um stille Teilnahme bittet Ernst Neumann, Chauffeur. Thanomen Club 3 162/1 Der Vorstand. Frauen- Sterhekasse der Deutschen Wagenhauer. Filiale Neukölln I. Am 3. Januar, nachmittags 5 Uhr, verstarb unser Mitglied, Frau Luise Großmann geb. Zoch. Ehre ihrem Andenken! 257/1 Die Ortsverwaltung, German life Odaliska 5% Cigaretten Danksagung. " " " 45º) 254 33 Wasserstand Saale, Grochlik Havel, Spandau am feit 7.1. 6.1. cm cm¹) -18 158 -12 Spree, Spremberg) 162-13 96 0 Rathenow).90+2 92 221 -6 Beestow 112-1 222-3 23efer, Münden 236 -7 1324)-2 Minden 352 3 118-6 Rhein, Marimiliansau 384 -12 46 Kaub 226 13 63 -11 Köln 270 -13 53 -11 Medar, Heilbronn. 104-8 281 -21 Main, Hanau Magdeburg 230 -19 Mosel, Trier 202-9 133+11 )+ bedeutet Wuchs, Dresden Barby Fall.) Unterpegel.) Schwaches GrundBanting: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Für die vielen Beweise der liebebollen Teilnahme bei der Beerdigung unferer lieben Großmutter Henriette Apel fagen wir allen Verwandten und Bekannten unseren herzlichsten Dank. Familie May Bree. Grtskrankenkasse für das Goldschmiedegewerbe zu Berlin. Am 18. Januar 1913, abends 8 Uhr, findet imm Gewerkschafts: hause, Engelufer 15, Saal 5, die Ordentliche General- Versammlung sämtlicher Delegierten statt. Tagesordnung: 1. Wahl von 4 Arbeitnehmern in den Vorstand für die Jahre 1913-14. 2. Wahl von 2 Arbeitgebern in den Borstand für die Jahre 1913-14. 3. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung für 1912. 4. Antrag des Vorstandes auf Gewährung eines Rubegehalts des Stendanten. 5. Berschiedenes. Der Vorstand. J.A.: Otto Almendinger, Borsigender, Langenbedstraße 4. Einladungskarte legitimiert zum Eintritt. 266/3 Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz 10-2. 5-7. Sonntags 10-12. 2-4 Seines Werte Shänomen 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Verwaltung Berlin. Sigmöbelbranche! Montag, den 13. Januar, abends 5%, Uhr, im Märkischen Hof", Admiralstraße 18c: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Lage im Holzgewerbe". Referent: Stollege Robert Fendel. 2. Bericht der Kommission. 3. Verbandsangelegenheit. Maschinenarbeiter! Sonnabend, den 11. Januar 1913, im Kurort„ Tumulpo": Anfang 9 Uhr. Sommerfest. 77/8 Willett 50 Pf. Billetts find im Lokal des Herrn M. Otto, Markusstr. 47, zu baben. Spezialarzt f. 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