Nr. 9. Abonnements- Bedingungen: 3 Abonnements Preis branumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Solland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Eribeint täglich außer Montags. S für Vorwärts Berliner Volksblaff. 30. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. Belle oder beren Raum 60 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das fettgedrudie Wort 20 Bfg.( zuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan geigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 1983. Sonnabend, den 11. Januar 1913. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Mr. 1984. Arbeiterinnen am tommenden Sonntag von neuem ihre Etats eine beredte Sprache. Nicht weniger als 353,2 Millio Notlage schildern und die Schuldigen brandmarken. Wieder nen Mark betragen die Ueberschüsse aus den Betriebsheißt Und wieder der Fleischwucher. beigt die Lofung: Dezember Rindfleisch Kalbfleisch Hammel Schweinefleisch Sped 1912 183 202 188 183 215 1911 168 186 mehr 15 16 170 18 146 37 168 47 Nieder mit den Brot- und Fleischwucherern! Die Grenzen auf für Fleisch und Brot! 4 Der Kampf um billiges Fleisch. verwaltungen, darunter allein 234,1 Millionen aus der Eisenbahnverwaltung. Aus den Forsten und Domänen rechnet Seitdem die preußische und die Reichsregierung ganz undie Verwaltung auf einen Ueberschuß von 86,7 Millionen, zulängliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Teuerung beaus der Lotterieverwaltung auf 12,4, aus der Seehandlung fchloffen haben, glauben sie ihre Aufgaben auf diesem Gebiete auf 5,1, aus der Münze auf 0,2 und aus den Bergwerken erfüllt. Bei der ersten Stritit erklärte auf 14,7 Millionen. Diesen Einnahmen aus den staatlichen der Kanzler durch seine Breßorgane entschuldigend, daß Betriebsverwaltungen stehen an Einnahmen aus Steuern er mit Die Teuerungskommission des Reichstages hat am 498,3 Millionen gegenüber, und zwar 423,1 Millionen aus weiteren Vorschlägen hervortreten werde, falls eine Aus- Freitagmorgen ihre Beratungen fortgesetzt. Erster Redner war Gen. direften und 75,2 Millionen aus indiretten Steuern. dehnung der Hilfsmaßregeln sich als Es ist notwendig er- Dr. Duard. Er wandte sich scharf gegen die Manchesterei der also ein törichtes Gerede, wenn die Befürworter des Dreiweisen werde. Inzwischen sind mehr als drei Monate Fortschrittler. Während diese sich gegen die Fleischversorgung der Klassenwahlsystems oder eines Pluralwahlrechts die Ueberberflossen, aber von einer Wirkung in dem beabsichtigten Bevölkerung durch die Kommunen wehren, freuen wir uns tragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen mit dem Maße fann feine Rede sein. Ergibt sich doch aus den Ziffern aufrichtig, daß endlich auf diesem Gebiete einmal ein Schritt nach Hinweis darauf bekämpfen, daß das Reich im wesentlichen der amtlichen preußischen Statistit, daß einzelne Fleisch vorwärts gemacht worden ist. Mit Stolz dürfe die fozialdemo- auf Einnahmen aus indirekten Steuern angewiesen ist, sorten seit dem September 1911 noch im Preise ge- fratische Partei betonen, daß sie es gewefen ist, die feit Jahr während die Einnahmen Preußens in der Hauptsache aus den stiegen sind. So zahlte man im Dezember für ein Stilo zehnten den Munizipalfozialismus propagiert hat. Und wenn in diretten Steuern resultieren, und daß deshalb ein nach der Sped 10 Bf. mehr als im September. Für einige Fleisch- Beiten schwerer Not die Verbündeten Regierungen fich gez to ungen Steuerleistung abgestuftes Wahlrecht für Preußen eine innerforten ist zwar ein fleiner Preisrüdgang zu verzeichnen. faben, die von uns gewiesenen Wege zu betreten, so tonne man nur liche Berechtigung habe. Ganz abgesehen davon, daß die Aber um welch lächerlich geringe Aenderungen es sich dabei wünschen, daß fie nicht nach den ersten zaghaften Schritten schon großen Steuerzahler doch auch erst durch die Ausbeutung handelt, mag durch die Tatsache belegt werden, daß wieder Halt mache. die Preisermäßigung( seit September) für Schweinefleisch anderer in den Stand gesetzt werden, soviel zu leisten, daß Duard schilderte dann sonderbare Erfahrungen der Frankfurter also im Grunde genommen die Arbeiter es find, die die mur 2,8 Pf. pro Stilo betrug! Die Zahlen beziehen sich da Teuerungsfommission im Verkehr mit der Regierung und den Zoll- Steuern aufbringen, zieht ja der Staat nur knapp die Hälfte bei auf 50 größere preußische Drte, von denen die Mehrzahl behörden. Beil die Stadt Frankfurt fchnellst ens im Sinne feiner Einnahmen, nur 423,1 von 851,5 Millionen aus unter Benugung der Regierungserleichterungen und unter der erst in Aussicht gestellten Bergünstigungen handelte, wurde sie direkten Steuern. Die anderen Einnahmen feßen sich aus finanzieller Beihilfe. der Gemeindeverwaltungen einen organi- bestraft: man verweigerte ihr die Erstattung der Bollbeträge im indirekten Steuern und aus Ueberschüssen der Betriebsfierten Fleischbezug einrichteten. Daß wir gegenwärtig noch Sinne der jegigen Gefegesvorlage für Fleifch, das aus Dänemart verwaltungen zusammen. immer in Hungerzeiten leben, ergibt sofort ein Ver- eingeführt worden war. Unser Genoffe empfahl zum Schluß noch gleich mit den Preisen des auch schon teuren Dezembermonats einmal warm die Annahme der sozialdemokratischen Anträge. Die Ueberschüsse von 353,2 Millionen Mark aus den 1911. Man zahlte für ein Kilo( in Pfennigen): Betriebsverwaltungen sind aber nur buchmäßige, in WirklichEine heitere Note brachte in die Debatte der Sentrumsabg. feit sind sie weit, weit höher. Die Eisenbahnverwaltung rechnet, Krints. Er suchte den Nachweis zu führen, daß es in Argentinien wie wir gesehen haben, mit einem Ueberschuß von 234,1 Millio immer weniger Bieh gebe, daß dort die Preise für Wieb und Fleischnen. Das sind jedoch keineswegs die gesamten Ueberschüsse enorm steigen und daß die Einfuhr dieses Fleisches der deutschen aus den Eisenbahnen. Die Reineinnahmen der EisenbahnLandwirtschaft immer fchwerer werdende Konkurrens mache. Diese verwaltung dürfen nämlich nur bis zur Höhe von 2,1 Proz. Schweinefleisch und Schweinesped werden heute mit 37 Beweisführung erinnert an die flaffische Topfigene zwifchen Frau des statistischen Anlagefapitals der Eisenbahnen zur Dedung bezw. 47 Pfennigen teurer bezahlt als bvor einem Jahre. Müller und Frau Schulze.: Letztere fagte zur ersteren, die ihren allgemeiner Staatsausgaben herangezogen werden, die er da von einer Erleichterung des Arbeiter verliehenen Topf zurüdverlangt: erstens war der Topf schon ent- übrigen Ueberschüsse fließen in einen Ausgleichsfonds und haushalts, von einer Linderung der Fleisch- awei, als ich ihn mir geliehen habe; zweitens habe ich mir über diesem Fonds werden im Jahre 1913 nach dent not zu sprechen wagt, treibt mit den Leiden haupt niemals einen Topf geliehen; brittens habe ich Ihnen den Voranschlag der Regierung nicht weniger als 98,5 Millionen des Boltes Spott. Topf längst beil zurückgegeben! zugeführt. Das ergibt, borausgeseßt, daß die Ziffern richtig Der Schrei nach Deffnung der Grenzen ist berechtigter Der fortschrittliche Abg. Dr. Wendorff fuchte den Abg. Arnstadt gegriffen sind, einen Ueberschuß allein aus der Eisenbahndenn je. Saisonarbeitslosigkeit, Belastung des Lebensunter über die Futtermittelzölle zu belehren; der Verfuch blieb aber er verwaltung von 327,6 Millionen Mart. Nun sind aber seit haltes durch neue unabweisbare Bedürfnisse( Hausfeuerung) folglos, denn mancher begreifts nie und selbst dann nicht. Jahren die Ueberschüsse viel zu niedrig veranschlagt worden, machen im Winter dem Arbeiter das Leben sauer genug Die Sehr schwach war der Graf Kanis in feiner Argumentation man tann also annehmen, daß die Regierung auch diesmal bet höhnende Aufforderung des Landwirtschaftsministers und gegen die sozialdemokratischen Anträge. Er sprach von den hohen ihrer Schätzung sehr vorsichtig zu Werte gegangen ist und agrarischer Blätter zur Einlegung von Fasttagen wird da zum Böhnen der Arbeiter, die diefe lediglich dem Boutarif zu banten daß nicht nur die 93,5 Millionen, sondern vielleicht das Berrat an der Volksgesundheit, denn mehr noch bätten. Unter Geuoffe Simon wies diese lühne Unter Geuoffe Simon wies diefe lühne Behauptung Doppelte in den Ausgleichsfonds fließt. Sind doch dem als im Sommer bedarf in unserem Klima der Arbeitende treffend ab. Wenn es den Arbeitern gelungen ist, bessere Löhne zu Fonds im Jahre 1911 162,3 Millionen zugeführt, obwohl zur Winterzeit der stärkenden, wärmenden Fleischkost. erreichen, dann ist es ihnen gelungen auf Grund ihrer gewertschaft nach dem damaligen Voranschlag nur 32,5 Millionen abWährend der Proletarier und seine Angehörigen zu lichen Organisationen und zwar im lebhaftesten Stampfe gegen die geführt werden sollten. Bedenkt man ferner, daß nach der dieser Zeit doppelt darben müssen, führen Regierung und die um Kaniz. gegen die Cliquen und Klaſſen, die dem Arbeiter durch Annahme der Regierung der Reinüberschuß der Eisenbahnagrarischen Mehrheitsparteien hinter verschlossenen Türen die Wucherzölle die Lebensmittel enorm berteuert und das Leben verwaltung für 1913 hinter der Jsteinnahme des Jahres 1911 eine etelhafte Komödie mit der Not des Voltes auf. Während dadurch immer schwerer gemacht haben. Simon wandte sich scharf um 54,5 Millionen Mark zurückbleibt, so wird man zugeben, das Volt nach billigem Fleisch und Brot schreit, treibt die gegen die nur für uneingeweihte zweideutige, für Stenner aber ein- daß die Einnahmen viel zu niedrig eingeschäßt sind, und zwar Regierung die sogenannte Stommission zur Untersuchung seitige Bolitit des Zentrums. absichtlich zu niedrig. Die Gründe sind nicht schwer zu erder Fleischteuerung nach Belieben zusammen oder aus- Der Zentrumsprofeffor Mazinger mühte sich bergeblich ab, kennen. einander. Dugende bon Sachverständigen foll fie die Darlegungen unserer Genossen zu entfräften: einen Mohren Auch die Ueberschüsse aus dem Betriebe der Bergwerke angeblich vernehmen. Nur die Russen, die in ihren ganzen weiß zu waschen, wäre eine leichtere Aufgabe, als das Zentrum rein find in Wirklichkeit viel höher, als es nach dem Etat den AnExistenzbedingungen von der Schuld unserer Wirtschaftspolitik au waichen von seiner Mitschuld bei der agrarischen Plünderungsschein hat. Würde ein Privatunternehmer den Ueberschuß in zeugen, will sie nicht hören. Aber die Regierung treibt den politif. der Weise berechnen, wie die Regierung es tut, so würde die Spott weiter. Noch ist nicht einmal die vorübergehende Zoll- Zum Schluß der Sigung provozierte Genoffe Wurm durch Steuerbehörde das nicht gelten lassen und mit Recht. Auserleichterung bei der Fleischeinfuhr durch Gemeinden Gesez ge- erneute Fragen an die Vertreter der Regierung, die sich auffällig gaben für Erweiterung des Betriebes, für neue maschinelle worden, noch muß die Regierung selbst die Annahme dieses schweigfam verhielten, noch eine sehr interessante Erklärung eines Einrichtungen und dergleichen dürfen sonst nur alljährlich bis zu Gesetzes gegenüber ihren reaftionären Freunden verteidigen Regierungsvertreters: Bon einer Erweiterung der ein einer bestimmten Höhe abgeschrieben werden, die Regierung da kündigt sie schon selbst das Erlöschen dieser Gesezes- geräumten Erleichterungen über 1914 hinaus aber stellt einfach die gesamten Ausgaben eines Jahres den bestimmungen an. In der Kommission zur Beratung des tonne unter teinen Umständen die Rede fein, Einnahmen gegenüber und tommt so zu einem Ergebnis, das Gesetzentwurfes hat gestern der Regierungsvertreter erklärt, dagegen behalte sich die Regierung bor, alle auch nicht entfernt an die Wirklichkeit heranreicht. daß die Erleichterungen unter feinen Umständen Bugeständnisse auch schon früher zurüdzunehmen, Allerdings hat Preußen auch eine ansehnliche Staatsüber den März 1914 hinaus gewährt werden sollen, daß wenn sich die Verhältnisse auf dem Biebmartte schuld, eine Schuld, die sich auf 9901 Millionen beläuft, aber eine frühere Aufhebung möglich sei. entsprechend gebeifert hätten, das fei z. B. im beren Verzinsung und Tilgung alljährlich 426 Millionen Vor dem Geschrei der reaftionären Parteien ,. deren Bresse inblid auf die Schweine zucht fehr wohl möglich! erfordern. Aber diese Schulden sind wesentlich anders zu eine Gefährdung landwirtschaftlicher Interessen heuchelt, wo Die ziemlich verklaufuliert abgegebene Erklärung rief den bewerten, wie die Schulden des Reiches. Denn während das doch allenfalls nur die Profite unserer ostelbischen Junker und lebhafteften unwillen der fozialdemokratischen Reich für unproduktive militaristische und marinistische Zwede Großagrarier bedroht sein fönnen- ist die Regierung Stommiffionsmitglieder hervor und Genosse Scheideungezählte Millionen Schulden kontrahiert, sind die preußiwieder einmal zurückgewichen. Bethmann Hollweg hat die mann verlangte sofort, daß der Regierungsvertreter feine fchen Staatsschulden für werbende 3wede aufgenommen. Anute Dertels so deutlich vor seinen Augen schwingen Erflärung schriftlich firiere. Wohl oder oder übel mußte der Hält man sich vor Augen, daß von der Gesamtschuld auf die gesehen, daß er hübsch gehorsam wieder einlenft und Herr dies zugestehen Sonnabend Eisenbahuverwaltung allein 7536 und auf die Bergverwaltung sein Aufmuden gegen die Befehle des Bundes der Landwirte morgen schwarz auf weiß ſehen können, wie tief sich die Ver- 192 Millionen entfallen, daß aber diesen Schulden werbende im Interesse des gefährdeten Stanzlerpostens durch neue Hörig- bündeten Regierungen vor dem Stirnrunzeln der Agrarhäuptlinge Anlagen zu einem weit höheren Werte gegenüberstehen, so feitsbezeugungen gutzumachen sich bestrebt. Fast will es schon wieder gebeugt haben. Kein Zweifel: die Bethmänner baben wird man die Finanzlage Preußens als eine ganz außer scheinen, als ob Bethmann, dem die Schwarzen ewige Fehde längst Angst vor der Courage bekommen, die sie entwickelt haben, ordentlich gute bezeichnen tönnen, namentlich wenn man geschworen haben, seinen Fall durch einen unverhüllten Bolts- als die Not des Volfes sie awang, einige bescheidenen Konzeffionen weiter in Betracht zieht, daß der Ausgleichfonds der Eisenbahnberrat zugunsten der Blauen aufhalten will. Volks- zu machen. Die Not des Volkes läßt die Regierungen falt, der verwaltung bereits die nette Summe von rund 500 Millionen hunger und Junterprofit sind der Preis, Unwille des preußischen Junkerbundes, des sogenannten Bundes der Mart aufweist. ben der Kanzler für seinen Posten zahlt. Neben dem Geschrei der Junter sind auch die Lamentationen der Händler und Fleischer lauter geworden, die unter der gemeindlichen Lebensmittelversorgung für ihren Profit zittern. Leider nicht ohne Erfolg. Gerade in der Stadt Berlin, die mit anerkennenswertem Eifer an Der preußische Etat für 1913 spiegelt die glänzende mittleren Beamten, werden weit schlimmer ausgebeutet, als die Lebensmittelversorgung beranging, haben die Fleischer Finanglage des Staates wider. Die Jahre des wirtschaft in irgend einem Privatbetriebe, ihre Gehälter und Löhne und ihre freisinnig manchesterlichen Freunde lichen Aufschwunges haben nicht nur in den Händen privat- stehen zu den den gesteigerten Kosten der Lebenshaltung Einfluß auf die Stadtverwaltung geivonnen, um den städti- tapitalistischer Unternehmer, sondern auch in denen des größten in feinem Verhältnis mehr. Trotzdem weigert sich schen Fleischbezug zu hemmen. Auch die drohenden Gefahren Unternehmers, des preußischen Staates, neue Reichtümer an- die preußische Regierung, die durch thren Einfluß von dieser Seite hat die Arbeitersch ft acht zu geben. In gehäuft. Welche Riesengewinne der Staat aus seinen Unter- im Bundesrat doch in erster Linie an der Vergroßen Versammlungen werden die Berliner Arbeiter und nehmungen zieht. dafür sprechen die trockenen Ziffern des teuerung der Lebensmittel schuld ist. auch nur das geringste Landwirte, macht sie zittern! Man wird also am Der preußische Etat. Man sollte meinen, daß ein Staat, der so im Gelde schwimmt, ein Staat, dessen günstige Finanzen im wesentlichen der Tüchtigkeit feiner Beamten und Arbeiter zu danken find, auch eine offene Hand für die Staatsangestellten hätte. Aber davon ist keine Rede. Die Staatsarbeiter, die unteren und zur Besserstellung ihrer Beamten und Arbeiter zu tun. Zwar ivagt sie nicht mehr, dais Steigen der Lebensmittelpreise in Abrede zu stellen, aber nicht einmal Teuerungszulagen will sie den Beamten gewähren, aus Furcht, die Teuerungszulagen könnten im Laufe der Zeit den Charakter von dauernden Gehaltszulagen annehmen. Die Behauptung, die der Finanzminister in seiner Etatsrede aufgestellt hat, daß der Arbeiter und Beamten ganz besonders gedacht sei, ist nichts als Renommisterei. darauf berechnet, denen, die nicht nachdenken, Sand in die Augen zu streuen. Gewist betragen die Löhne für 1913 L3,3 Mill. Mark mehr als die für 1911 ausgegebenen, aber auf wieviel Arbeiter sich diese Summe verteilt, wieviel Ar- beiter seit 1911 in den Staatsbetrieben mehr eingestellt sind, das hat der Minister Vorsichtigeriveise verschwiegen. Die Rc- gientng gibt zu, dast das Unterstützungsbedürfnis der Beamten durch die hohen Lebensmittelpreise austergewöhnlich gestiegen ist, sie glaubt ihre Pflicht dadurch zu erfüllen, dast sie die Fonds zur Unterstützung von Beamten erhöht. Durch einen Nachtragsetat fiir 1912 werden zu diesem Zwecke drei Millionen und durch den Etat von 1913 weitere drei Milli- onen gefordert. So speist die Regierung ihre Angestellten, anstatt ihnen ausreichende Gehälter und Löhne zu geben, mit Bettelpfennigen ab. Die Beamten und Arbeiter sollen demütig um eine kleine Gabe, um eine Unterstützung bitten, um eine Unterstiitzung zur Linderung der Notlage, die nicht sie selbst, sondern die die unheilvolle Politik der Regierung ver- schuldet hat. Sehr viel Wesens macht die Regierung von den geplanten Mastnahmen, mit denen sie die'Fleischteuerung bekämpfen will. Abgesehen von 14500CO M., die bei verschiedenen Fonds der landwirtschaftlichen Verwaltung mehr ausgeworfen sind und die unmittelbar oder mittelbar der Förderung der Viehzucht dienen sollen, ist eine Anleihe von 23 Millionen in Aussicht genommen. Hiervon sind bestimmt 10 Millionen zur tiebernahme von Stammanteilen bei gemeinnützigen Sied- lungsgescllschaften, 12 Millionen zur Kultivierung der astfriesischen staatseigenen Moore und 3 Millionen zu Melio- rationSdarlehnen, insbesondere für Drainierungen anfDomänen. Die Frage, ob das erstrebte Ziel damit erreicht wird oder ob nicht die Staatsmittel zu guterletzt auf eine Liebes- gäbe an die Agrarier hinauslaufen, wollen wir an dieser Stelle unerörtert lassen. Nicht so knauserig wie den Beamten und Arbeitern gegen- über ist die Regierung da, wo es sich um Ausgaben für kulturwidnge Zwecke handelt. Ausgaben, die sich zwar im .Kultusetat finden, die aber trotzdem mit Kultur wenig ' zu tun haben. Die Beihilfen für Veranstaltungen Dritter zwecks Förderung der Pflege der schulentlassenen ugend sollen von l'/z auf 2'/z Millionen verstärkt werden. egründet wird diese Maßnahme mit der Absicht, staatlicher- seits auch die Pflege der schulentlassenen weiblichen Jugend nach Möglichkeit durch Rat lind Tat zu fördern und die Be- strebuugen zur Pflege der schulentlassenen männlichen Jugend noch nachhaltiger als bisher zu unterstützen. Wir wünschen der Regierung zu ihrem Vorhaben viel Glück. Daß sie der proletarischen Jugendbewegung dadurch nicht das Wasser abgräbt, das sollte sie doch nachgerade eingesehen haben, die 2'/z Mill. werden genau so zum Fenster hinausgeworfen sein, wie die l'/s Millionen des «JÄhreS 1912 und die eine Million des Jahres 1911. Für kirchliche Zwecke, um nur einige Daten zu nennen, werden rund 38'/z Millionen gefordert. Nicht miteingerechnet sind hierbei die Zuschüsse für die theologischen Fakultäten, die Gc- Halter für geistliche� Schulinspektoren und ebenso wenig der zahlenmäßig nicht erfaßbare Anteil des Religions- Unterrichts zu den allgemeinen Kosten der Schul- verivaltung. Diesen 2Vz und SS'/a Millionen, zusammen also 41 Millionen stehen ganze o'/z Millionen laufende Ausgaben für Zwecke des Medizinalwesens gegenüber. Also nur etwa den achten Teil dessen, ivas für das Seelenheil der preußischen Staatsbürger ausgegeben wird, verwendet der Staat für die Erhaltung ihrer leiblichen Gesundheit. Was die Regierung an Fürsorge für die Massen und ihre Bildung spart, muß sie ausgeben im Kampfe gegen das Ver- brechen. Ist es unter diesen Umständen ein Wunder, dast die Ausgaben für die Fürsorgeerziehung wiederum um eine Million gestiegen sind und sich jetzt auf 8,7 Millionen belaufen! Für die Strafanstaltsverwaltung allein der unter dem Minister des Innern stehenden Strafanstalten werden rund 10 Millionen, für allgemeine Ausgaben im Interesse der Polizei— ab- gesehen von den Kosten der Fürsorgeerziehung— über fünf Millionen gefordert. Die Polizeiverwaltung in Berlin und Umgegend erheischt die stattliche Summe von 29,7 Millionen, die Polizeiverwaltnng in den Provinzen 23,8 Millionen, die Landgcndarmerie 17,7 Millionen Mark. Auch die Bekämpfung der Polen läßt sich der preuhische Staat etwas kosten. Der Ansiedlungsfonds weist in Einnahme und Ausgabe die Summe von 27 Millionen auf, wozu aber noch eine Reihe anderer Ausgaben, z. B. die widerruflichen Ostmarkenzulagen, der Dispositionsfonds der Operpräsidente» kommen, die gleichfalls der Bekämpfung der Polen, teilweise auch der Dänen, dienen sollei«. Wir unterlassen es, auf weitere Einzelheiten einzugehen� Soviel erhellt aus den angefiihrten Daten mit aller Deutlich- keit, dast die glänzende Finanzlage Preußens in erster Linie auf die Entwickelung der Betriebsverwaltungen zurückzuführen ist, und ferner, daß der Staat, obwohl er für gewisse kultur- widrige Zwecke nutzlos Gelder vergeudet, den Beamten und Staatsarbeitern den ihnen gebührenden Anteil an den von ihnen miterzeugten Werten vorenthält. Zu erörtern wäre noch die Frage, ob es nicht endlich an der Zeit ist. mit Steuererleichterungen vorzugehen. In Preußen beginnt die Steuerpflicht bei Einkommen von mehr als 900 M. Bor 30 Jahren wollte die Regierung alle Einkoinmen unter 1200 M. steuerfrei lassen. Heute steht sie auf einem weit antisozialeren Standpunkt, am liebsten möchte sie auch noch die Einkommen unter 900 M. besteuern. Seit dem Jahre 1909 werden sogar die Einkommen von mehr als 1209 M. noch mit besonderen Zuschlägen behacht. Wenn die Regierung schon nickts von einer Heraufsetzung der Grenze des steuer- freien Existenzminimums wissen will, so sollte sie zum mindesten soviel Anstandsgefühl haben, um die Steuer- zuschlage, die ja doch nur wegen einer vorübergehenden Finanzkalamität bewilligt wurden, heute aber nicht mehr nötig sind, wieder zu beseitigen. Aber was der preußische Finanzminister einmal hat, das gibt er nicht wieder heraus, und so sträubt sich denn Herr Lentze mit Händen und Füßen gegen eine Beseitigung der Zuschläge. Die Steuerzahler werden geschröpft, Gelder werden angehäuft. die Not des Volkes steigt von Jahr zu Jahr, aber immer schärfer wird die Steuerschraube angezogen. Bar jedes Funkens sozialer Einsicht ist die Regierung ängstlich darauf bedacht. Schätze anzuhäufen. Wenn irgend wann, so ist jetzt die Zeit gekommen, die Steuerlast zu lindern, nicht nur die Zuschläge aufzuheben, sondern den Minderbemittelten weitere Erleichterungen zu gewähren. Die vermittellmg der Mschte. Ter gemeinsame Schritt, den die Mächte in Konstanti- lwpel unternehmen wollen, um die Türkei zur Nachgiebigkeit zu bewegen, kann nicht mehr lange verzögert werden. Im letzten Moment sucht die Türkei noch einmal durch die Versicherung, dast sie unverrückbar an ihre bisherigen Bedingungen festhalten müsse, ihre Situation zu verbessern. Deshalb droht sie ihre Delegierten von London abzuberufen und auch die Vorstellungen der Großmächte unberücksichtigt zu lassen. Ein Pariser Telegramm berichtet darüber: Der Londoner Sonderberichterstatter des„M a t i n" meldet, der erste türkische Delegierte Reschid Pascha habe von seiner Regierung eine Depesche erhalten, in der unzweideutig erklärt werde, daß die Türkei, welche Schritte und welche Pression auch immer die Großmächte unternehmen sollten, fest entschlossen sei, Adrianopel und die Inseln nicht abzutreten. Die Depesche füge hinzu, die Pforte halte es für wenig passend, daß die türkischen Delegierten den Auf- enthalt in London verlängerten. Was eine etwaige Drohung der Großmächte mit einer Flotteudemonstration vor Konstantinopel anlange, so hätte der Vertreter erklärt: Welchen Eindruck soll eine derartige Demonstration auf uns machen? Seit zwei Monaten befinden sich Kriegsschiffe fast aller Großmächte auf der Reede von Konstantniopel und die Bevölkerung der Hauptstadt ist an diesen Anblick bereits gewöhnt. Diese Demonstration mag ein unfreundlicher Akt und ein Beweis für die Einmütigkeit der Großmächte in der Frage Adrianopels fein, aber sie wird uns gleichwohl gleichgültig bleibem Man kann Konstantinopel nicht bombardieren, man wird es niemals wagen. Die Pression der Großmächte mit oder ohne Flottendemonstration wird vollkommen wirkungslos bleiben. Es hat vorläufig nicht den Anfchein, daß diese Sprache die geplante Intervention verhindern werde. Ein offiziöses Telegramm der„Köln. Zeitg." bemerkt nämlich, die Mächte könnten auf die Abberufung der türkischen Friedensunter- Händler kein entscheidendes Gewicht legen. Sie müßten ihr weiteres Verhalten nach der Antwort einrichten, welche die Türken auf die Kollektivnote der Mächte erteilen würden. Inzwischen könnten alle aufrichtigen Freunde der Türkei ihr nur immer wieder den Rat geben, die Feindseligkeiten nichtwiedsraufzunehmen. Denn im Verlaufe eines neuen Krieges könnte vielleicht auch der asiatische B e s i tz st a n d der Türkei gefährdet werden. Daher sei von den Meldungen siber die völlige Un- Nachgiebigkeit der Pforte im Interesse der Türkei selber nur zu wünschen, daß die Na ch r i ch t e n sich nicht b e st ä t i- gen möchten. Die Botschafterkons�renz. London, 10. Januar. Die Beratmigen der Bot- ch a f t e r im Auswärtigen Amte dauerten heute etwa zwei Stunden. Die nächste Sitzung findet am Montag statt. Die Vermittlungsaktiou. Konstantinopel, 10. Januar.(Meldung des Wiener k. k. Telegr. Korr.-Bureaus.) Die Botschafter haben bei ihrer gestrigen Zusammenkunft den» Entwurf einer Kollektivnote redigiert, die der Pforte überreicht werden soll und ihr zum Abschluß des Friedens rät. Der festgestellte Text wird noch nicht als definitiv betrachtet, und man weiß auch noch nicht, wann die Note über- reicht werden wird. Wiederaufnahme der bulgarisch-rumänischeu Verhandlungen. London, 10. Januar. Das Reutersche Bureau erfährt vom Minister I o n e s c u, daß die Londoner Unter- Handlungen zwischen Rumänien und Bulgarien wieder aufgenommen wurden. Der rumänische Gc- sandte M i s ch u habe gestern mit Dr. D a n e w verhandelt, der nach der Unterredung nach Sofia depeschierte. Jonescu erklärte dem Vertreter des Reuterschen Burruus. er könne Einzelheiten über die Unterredungen nicht mitteilen, da Be- sprechungen dieser Art den Unterhändlern strengste Ver- schwiegenheik auferlegten. Eine bulgarische Drohung. Paris. 10. Januar. Von bulgarischer Seite erfährt der „Matin", General S a w o f f habe bei seiner Unter» r e d u n g mit den türkischen Ministern in Tschataldscha gesagt: Wenn Sie Adrianopel nicht abtreten und uns zwingen, die Feindseligkeiten wieder aufzunehmen, dann können Sie sicher sein, daß Sie nicht bloß Adrianopel, sondern eine noch viel wichtigere Stadl verlieren werden. Türkische Preßstimmeu. Konstantinopel, 10. Januar. Die türkische Presse be- steht einmütig auf dem Besitze Adrianopels und betont, die Türkei müsse den Krieg ohne Zeitverlust Wiederaus- nehmen, falls der Schritt der Mächte auf die Abtretung Adrta- nopels abzielen sollte. Das Pressebureau dementiert offiziell das Telegramm des Reuterschen BureauS, nach welchem die Pforte selbst um eine Intervention der Mächte nachgesucht haben sollte. Die Blätter„Jkdam" und„Sabah" veröffentlichen Telegramme ihrer Korrespondenten in Adrianopel, nach denen die Lage der Festung gut und der Geist der Truppen ausgezeichnet ist. Die Verteidiger von Adrianopel entböten ihren Landsleuten ihren Gruß.(Diese Nachrichten stehen im Widerspruch mit der Tatsache. daß die Türken die Verproviantierung Adrianopels immer wieder verlangen müssen.) Die Gerüchte über Massenverhaftungen, die im Zu- sammenhang mit der Entdeckung eines Geheimkomitees stehen sollen, sind stark übertrieben. Der verhaftete P e r t e f Tewfik. der frühere Sekretär Scherif PaschaS, ist wieder ent- lassen worden. Die Regierung scheint der Sache keine Bedeutung beizulegen. Die albanische Frage. Wien, 10. Januar. Gegenüber verschiedenen in der letzten Zeit aufgetauchten Meldungen über die albanische Frage, insbesondere über die künftige Abgrenzung Albaniens, hebt das..Fremdenblatt" hervor, dast alle diese Nachrichten keinerlei Authentizität besitzen können. Es schreibt: Die Regelung der albanischen Frage haben sich die Mächte vorbehalten, und das kompetente Forum, vor welchem die ganze Angelegenheit verhandelt wird, ist die Bot- schafterreunion in London. Aus dem Meinungsaustausch der Botschafter werden sich jene Vorschläge ergeben, über welche dann die Regierungen ihre Beschlüsse fassen werden. Man wird abwarten müssen, welche Entscheidungen die Mächte über diesen Hauptgegenstand ihrer Besprechungen treffen werden. Wenn man sich diesen ganz klaren Sachverhalt vor Augen hält, wird man nicht irre gehen in der Beurteilung der albanischen Frage. Sie wird durch die Mächte gelöst werden. Serbenverfolgung in Oesterreich-Ungarn. In Serajewo wurde» acht- bosnische Student e.n serbischer Nationalität, aber österreichisch-ungarischer Staatsange- Hörigkeit, wegen Hochverrats verhaftet und in Südungarn unter der gleichen Anschuldigung ein Lehrer. ES wird sich da immer um Schwärmereien für ein großserbisches Reich handeln, dem die Schaffung von Märtyrern natürlich nur die Bahn bereitet. Die schwarzgelbe Politik scheint zu den Zeiten zurückzukehren, wo sie sich um Oberitalien brachte. Unterstützung der Flüchtlinge. Paris, 10. Januar. Die französische Regierung hat 10000 Francs gestiftet zur Unterstützung von 30 000 tür- tischen Flüchtlingen in Saloniki, die unter Hunger und Kälte leiden. Eine ähnliche Maßnahme ist bereits in M o n a st i r getroffen worden. PoUtifcKe QcbcrHcbt Berlin, den 10. Januar 1918. „Unzulasfige" Beamtenschmerzen. Aus dem Reichstage, 10. Januar. Wenn die Post- beamten von warmen Herzen und liebevollen Beteuerungen leben könnten, so hätten sie längst das Paradies auf Erden, Wenigstens müßte das tausendjährige Reich des Glückes und Wohlbehagens spätestens von der heutigen Reichstagssitzung an für sie beginnen. Ueber die Denkschrift über die Beamtenorgani- sation in der Reichspost- und Telegraphen- Verwaltung sprachen heute nur Vertreter bürgerlicher Parteien. Es war einer der seltenen Tage, an denen die bürger- liche Harmonie von Oertel bis Müller-Meiningen nicht durch den leisesten Ton sozialdemokratischer Unzufriedenheit gestört ward. Wie sonderbar! Auch an einem solchen Tage wird die Fahne der Unzufriedenheit geschwungen. Und noch sonder- barer: der wohlbeleibte Mann der„Deutschen Tageszeitung", Herr Oertel, machte sich in kühnem Tatendrange zum Fahnen- träger der Unzufriedenheit. Allerdings redete er nur der„begründeten" Unzufrieden- hett das Wort, der sicherlich auch von der Reichsposwerwaltuna Wohlwollen und Verständnis entgegengebracht werde. Daß Herr Kraetke sich beeilte. Herrn Oertel und den übrigen Rednern den Dank für ihr Interesse an den Postbeamten und für ihre zurückhaltende Kritik auszusprechen, läßt einen aus- reichenden Rückschluß auf dieses Interesse und diese Kritik zu. Nur mit dem nationalliberalen Redner Beck- Heidelberg und mit dem Freisinnigen Hubrich-Oberbarnim, die die Jnter- essen der mittleren Beamten vertraten und dabei hin und wieder kräftigere Worte fanden, war Herr Kraetke nicht ein- verstanden. Vor allen Dingen hatte es ihm eine Bemerkung des Abg. Hubrich angetan: Die Denkschrift versuche, die Vor- bildung der vor 1909 eingetretenen Beamten der niederen Laufbahn als minderwertig hinzustellen und sie habe zu diesem Zweck mit einem gewissen Behagen alles herangezogen,.was zu- Ungunsten der Beamten spreche. Herr Kraetke erlaubte sich hierbei einen Eingriff in die Rechte des Präsidenten, indem er diese Bemerkung als„unzulässig" erklärte. Der Abgeordnete Hubrich liest sich diese Kritik seiner parlamentarischen Tätigkeit durch einen Regierungsvertreter nicht gefallen und berief sich darauf. daß ihn der Präsident, der allein zu entscheiden habe, was zulässig oder unzulässig sei, nicht zur Ordnung gerufen habe. Nunmehr aber schien der Herr Staatssekretär des Reichspostamts in dem Abgeordneten Hubrich nur den ehemaligen Postbeamten und in den übrigen Abgeordneten etwas Aehn- liches zu sehen, und mit dem Eigensinn aller preußischen ..Vorgesetzten" wiederholte er seine Rüge. Der Präsident Kaempf tat demgegenüber daS mindeste, das er dem Reichstage schuldig war, indem er sich mit dem Vizepräsidenten Dove, der die Hubrichsche Wendung nicht beanstandet hatte, in Uebereinstimmung erklärte. Es hätte durchaus nichts gc- schadet, wenn dem obersten Postbeamten des Deutschen Reiches etwas kräftiger und deutlicher zu Gemüte geführt worden wäre, dast der Reichstag kein Dezernat des Reichspostanits ist, und dast er sich die schulmeisterlichen Sentenzen und Ein- griffe des Beamten Kraetke auf das entschiedenste verbstten muß. Die Szene hatte immerhin das gute, daß sie einen charakteristischen Abschluß der stundenlangen Reden über die Beamten bildete und selbst vertrauensseligen Leuten in augcn- fälligster Weise offenbarte, was unter dem Regime Kraetke an sozialpolitischen Fortschritten ini Postwesen zu erwarten ist. In später Stunde begann das Haus now die Beratung der Paragraphen des Handelsgesetzbuches, die sich auf die berüchtigte Äonkurrenzklausel beziehen. Der Staats- sekretär des Reichsjustizamts. Herr L i s c o. begründete in seinem trockenen Juristenton die von der Regierung borge- schlagenen Aenderungen. Sie sind natürlich wieder einmal völlig unzulänglich, und die AuSfübrungen des Staatssekretärs ließen deutlich erkennen, dast lediglich die Interessen der Arbeitgeber der Reichsregieruna die Hand geführt haben, als sie zur Niederschrift der GesetzeSvorlagc ansetzte. Am Sonnabend wird aus sozialdemokratischem Munde die notwendige Antwort auf die jämmerlickie GesctzeSstumpcrei gegeben werden. Genosse Giebel steht als erster Redner auf der Liste. Ter Arbeitsplan des Reichstags. Im Sentorcnkonvent wurden am Freitag die Dispositionen für die Behandlung der Geschäfte bis Ostern getroffen. Zunächst wurden die sitzungsfreien Tage festgestellt und zwar sind dafür in Aussicht genommen: der 18., 19. und 20. Januar, der—, 3., 4., 2«,.,«3. und 24. Fe bruar. ES soll der Versuch gemacht werden, den Etat noch vor Ostern fertigzustellen. Die Sozialdemokraten wünschen hierbei.- dast die S ch w e r i n s t a g e r e g e l- mäßig abgehalten würden. Die Regierung habe den Reichs- tag sehr spät einberufen, darum müsse auch damit gerechnet werden, daß der Etat vor Ostern nicht fertiggestellt werden könne. Der Versuch werde sich als ein verfehlter erweisen. Man kam überein, den nächsten Schwerinstag festzusetzen, nachdem der Etat deö Innern in zweiter Beratung durchgenommen ist: am nächsten Montag soll die zweite Lesung des Etats deS Reichsamts desJnnern beginnen. Verdächtiges Schweige«.» Die Ankündigung einer neuen-grosten Wehrvorlage durch die„Post" hat in der Preise lebhafte Erörterungen hervorgerufen. Nur das Regierungsblatt, die„Nord- deutsche AllaemeineZeitung". schweigt sich über die Alarmnachricht gründlich auS. Die Kommentare der bürgerlichen Blatter laufen darauf I Zeitung", wie weit selbst angeblich linksstehende Elemente hinaus, die Angaben der„Post" als„verfrüht" zu bezeichnen> des Fortschritts von politischer Einsicht und politischen Billig- rthor nfi«-... hchm.hto« s„{,»irM„rr0a" �2 i« w keitsgefühl abirren können. Poltert doch das Frankfurter oder aber zu behaupten, daß„nicht alles", was in der„Post gefordert wird, auf einmal verlangt werde. Die„Germania" allein bezeichnet die Angaben der„Post" als„objektiv un wahr" und gibt nur zu, daß der zu erwartende militärische Nachtragsetat außer den Luftschiffforderungen nur noch„einige kleinere Forderungen" bringen werde. Auf jeden Fall hat die.,Post"-Fanfare keine„Genug tuung des deutschen Volkes" hervorgerufen, und auch der Hin weis, daß die neue Wehrvorlage ein Jubiläumsgeschenk für Wilhelm II. sein solle, hat bis jetzt noch kein enthusiastisches Echo gefunden. Das darf aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß die von der„Post" aufgezählten militärischen Forderungen nur der inneren Logik des Mili tarismus entsprechen. Sie waren ohne weiteres aus der letzten Wehrvorlage heraus zu konstruieren, ebenso wie man auf Grund der Erörterungen in der militärischen Fachpresse schon jetzt für die übernächste Militärvorlage eine vollständige Umwälzung des Artilleriematerials voraussagen kann. Ob die von der„Post" angekündigte Wehrvorlage tatsächlich alle Forderungen auf einmal bringen wird, oder ob diese portions weise dem Reichstage vorgesetzt werden, ist an sich gleichgültig Die Forderungen selbst liegen durchaus in der Richtlinie, nach der der Ausbau unseres militaristischen Systems erfolgt. Daher ist das Schweigen der„Rordd. Allg. Ztg." auch sehr gut zu verstehen. Brachte doch das Regierungsorgan selbst schon in seiner Wochenübersicht vom 15. Dezember 1912 die indirekte Ankündigung neuer großer Ausgaben für das Heer. Die„Post" hat diese zarte Andeutung des Ministerblattes nur detailliert und niit Trompetengeschmetter und Paukenschlag der Welt verkündet. Der Verdacht liegt sehr nahe, daß die„Post" im geheimen Einverständnis mit den maßgebenden Kreisen ihre„aus hohen Militärkreisen" bezogene Ankündigung los gelaffen hat, um der offiziellen Lanzierung neuer militaristischer Forderungen vorzuarbeiten. Beachtenswert ist auch, daß die„Köln. Ztg." eifrig vev sichert, daß die neuen Heeresforderungen nichts mit der gegen wärtigen internationalen politischen Situation zu tun hätten während die„Nordd. Allg. Ztg." im Dezember die weiteren Militärausgaben als„angesichts der Weltlage nicht vermeid bar" bezeichnete. Es ist ja auch ganz selbstverständlich, daß die kriegerische Atmosphäre, die über Europa schwebt, die Rüstungstendenzen steigert. In diesem Zusammenhang kann man auch den zahlreichen uns zugegangenen Meldungen, nach denen in den verschiedenen Mlitärwerkslätten und in Kriegs Material herstellenden Privatbetrieben mit Hochdruck gearbeitet Wird, ohne weiteres Glauben schenken. Die Arbeiterschaft hat also keine Ursache, sich von den Be schwichtigungshofräten der bürgerlichen Presse einlullen zu lassen, sie muß vielmehr mit verstärkter Energie den Kamp' gegen Militarismus und Imperialismus führen. Reichsschatzamt und Militärvorlage. Das Reichsschatzamt scheint einigermaßen in Sorge zu sein, daß die geplante Militärvorlage den ganzen schönen Etataufbau über den Haufen werfen wtrd. Es läßt in einer offiziösen Korrespondenz verkünden: JDaß die Vorloge, die als N a ch t r a g S e t a t gedacht ist, glich den Umfang annehmen kann, von dem in der Presse die �Rede ist. leuchtet ohne weiteres ein, wenn man fich die DeckungSfrage überlegt. Ln verfiigbaren Mitteln kommen zunächst nur die sieben Millionen in Betracht, die über die gesetzliche Schuldentilgung hinaus für außerordentliche Schulden tilgung in Ausficht genommen waren. Wie der Staatssekretär des ReichsichatzamteS bereits im Reichstag angedeutet hat, dürsten diese sieben Millionen für Zwecke deS militärischen Luftfahr- Wesens Verwendung finden. Soweit ist also für einen Nach- tragsetat auch die Deckung vorhanden. Für weitergehende Forde- rungen müßten aber Mittel aus neuen Steuerquellen bereitgestellt werden. Als solche könnte man an die kommende B e s i tz It e u e r denken. Es ist aber vom etatrechtlichen Standpunkt aus im höchsten Grade bedenklich, über Einnahmen zu ver- fügen, für die zunächst noch jede gesetzliche Grundlage fehlt.. ist sehr unwahrscheinlich, daß die Vorlage zu einem wesentlich früheren Termin an den Reichstag gelangen wird, als er gesetz lich festgelegt ist. dem. 80. April dieses Lahres. Wenn nun auch wirklich der Reichstag im Mai oder Ansang Juli die Vorlage verabschieden würde, so ist mit Einnahmen aus dieser neuen Sleuerquelle im EtatSjahr 1918 doch nicht mehr zu rechnen. Denn gerade Befitzsteuenr erfordern eine besonders zeitraubende Vorbereitung durch Veranlagung usw. Eine Wehrvorlage, deren Finanzierung sick also auf die Einnahmen aus der Besitzsteuer stützt, würde im Eialsjahr tölg aus Deckungsmittel nicht zu rechnen haben. Und daß der Reichstag sich entschließen sollte, für die einmaligen Ausgaben nachträglich an der gesetzlich festg'legten Verwendung der Ueberschüffe zur Schuldentilgung etwa« zu ändern, ist höchst unwahrscheinlich. Denn der Reichstag selbst hat dieses Maß von Schuldentilgung als das zuläfsigeMini- mum bezeichnet. Wir fürchten nur, daß in diesem Streit zwischen Reichs- schatzamt und Kriegsmimsterium das Reichsschatzämt wie bis- her immer sehr rasch den kürzeren ziehen wird. Und auf die bürgerlichen Parteien des Reichstags ist sicherlich auch kein Verlaß._ Ter Kampf um die Befitzfteuer. Die Ergebnislosigkeit der letzten Finanzministerkonferenz wird wohl heute trotz aller ofsiziösen Untersuchungsmanöver von niemandem mehr verkannt. Gegen den Standpunkt der preußischen und Reichsregierung zieht aber jetzt die sächsische Regierung in ihren offiziösen Organen ganz offen zu Felde. Nach der„Chem. Allg. Ztg." erklärt jetzt der „Dresdener Sinz.", daß die sächsische Regierung in der Frage der Vermögenssteuer kein Nachgeben kenne. Diese müffe den Ländern vorbehalten bleiben; die sächsische Regierung könne daher nur für die E r b a n f a l l st e u e r eintreten. Wichtiger als diese Erklärung, die weniger der Vorliebe für die Erbschaftssteuer als der partikularistischen Abneigung gegen direkte Reichsfteuern entspringt, ist das, was das Dresdener Blatt über die Mdtive der Haltung Bethmann Holl wegs sagt. Es schreibt: „Natürlich wird nicht gesagt, daß eS G r ü n d e p o l i t i s ch e r unÖ Zaghaftigkeit sind, die die preutznche Regierung und den Herrn Reichskanzler auf diesem «tandpunki leuhalren. Die in Preußen herrschenden Kons er- vat> v e n und Z- n t r u m S l e u t e sind gegen die Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Kinder und Galten— und die Wahlen zum preutz'fchen Landtag stehen vor der Türe. Das ist der wirk- lich e Grund.' Man sieht, mit der Homogenität der hohen Verbündeten Regierungen steht es mcht zum besten. Demokratische„Einsicht". � Wenn wir das Urteil, das das„Berliner Tageblatt" über «n wahltaktischen Beschluß des preußischen Parteitages fällte unter Berücksichtigung des von ihm vertretenen liberalen Standpunktes ein im allgemeinen durchaus verständiges nennen konnten, so beweist die„demokratische"„Frankfurter WMQW abirren können Demokratenblatt höchst ungehalten über die„lächerliche Einsichtlosigkeit des Parteitags. Daß die Sozialdemokratie nicht von diplomatischen Schachcrinacheien bei der Wahl— deren Wirkungslosigkeit doch selbst das„Berliner Tageblatt" ehr- licherweise zugeben mußte— einen Druck auf die Wahl- reform erwartet, fondern von dem energischen Sichregen der Massen im Lande, ist den Demokraten der Finanzmetropole am Main etwas ganz Unfaßliches. Und doch hatte vor etlichen Jahren schon Herr Naumann— von Theodor- Barth gar nicht zu reden— fich zu der Auffassung durch- gerungen, daß nun endlich die Wahlrechtsfanfaren geblasen werden müßten I So etwas liegt aber ganz außerhalb des geistigen Horizontes der„Frankfurter Zeitung". Nicht nur, daß das fortschrittliche Bürgertum selbst seelenruhig seinen politischen Schlaf weiter schlafen soll; selbst die Sozialdemokratie soll es als ihrer politischen Weis- heit letzten Schluß betrachten, durch bedingungslose Helfers- dienste für den heroischen Liberalismus dessen gesinnungs- loses Lavieren und Schachern zwischen rechts und links nach Möglichkeit zu erleichtern. Schreibt doch das Blatt: „Det preußischen Reaktion, der die letzten Reichstagswahlen noch schwer im Magen liegen, ist gestern ein Stein vom Herzen gefallen, als der sozialdemokratische Preußentag nach langen De- batten die Resolution zur Landtagswahl einstimmig annahm. Denn mit diesem, allerdings erwarteten Akt ist die Gefahr einer starken und breiten Bewegung, eines wirksamen Hand-in-Hand- Arbeitens aller linksgerichteten Elemente wieder einmal für fünf Jahre beseitigt und so hat Herr von Hehdebrand auf diesem „Preußentag, ohne selbst anwesend zu sein, einen glanzvollen Sieg erfochten: die preußische Sozialdemokratie garantiert ihm seine Herrscherstellung. Sie bleibt mit Erfolg bemüht, den Fort- bestand der„Dreiklassenschmach" und damit auch die Aufrecht- erhaltung der Junkerstellung zu sichern. Sie treibt die Politik der versäumten Gelegenheiten weiter und ist glück- selig, wenn sie mit großen Worten prahlen kann, tvo es einzig und allein auf ein z'.veckentsvrechendes Handeln ankommt.... Der„Preußentag" hat die ihm vorgelegte Resolution, die ein Muster engherziger und bureaukratischer Parteipolitik ist, ein- stimmig angenommen. Was da für Dinge drmstehen, ist ebenso lächerlich, wie die freie Initiative, die eine geschickte Wahl- arbeit erfordert, ohne Not erschwerend. Man denke nur daran, daß von den Kandidaten, die etwa unterstützt werden sollen, nicht bloß Erklärungen verlangt werden, sondern daß dafür auch Fristen gesetzt werden, obgleich sich solche Verein- barungen oft erst in letzter Stunde ergeben! Be- schlüsse, die im vorhinein die Taktik festlegen, sind gerade in solchen Dingen das Gegenteil politischer Reife, was die Sozialdemokratie doch schon oft genug cmp- funden hat." Daß solch hochnäsige Schulmeisterei gegenüber der Sozialdemokratie, nicht aber deren Stellung das„Gegen- teil politischer Reise" ist, brauchen wir nach den Darlegungen des„Berliner Tageblatts" wohl nicht erst noch zu beweisen. Festnageln wollen wir aber, daß alles, was das schulmeisternde Demokratenblatt dem Fortschritt zu sagen hat, in dem kläglichen Sprüchlein besteht:„Im übrigen erwarten wir, daß gewisse Fehler, die 1998 begangen wurden, nicht wieder- holt werden." Das ist doch über die Maßen armseliss und zeigt, daß sich die„Frankfurter Zeitung" aus ihrer Prinzipien- Erweichung bülowoffiziösen Angedenkens noch immer nicht erholt hat!_ Klerikale Schulfordenmge». Im Großherzogtum Hessen herrscht die Simultanschulc. Das ziemlich liberale Schulgesetz vom Jahre 1872 macht die Neugrün- dung von KonfesfionSschulen unmöglich und setzt auch die wenigen vorhandenen konfesfionellen Schulen auf den Aussterbeetat. Nun- mehr hat die Regierung eine Reform des Schulgesetzes angekündigt und flugS stellen sich die Ultramontanen mit ihren Schulforderungen «in. Der„Katholische Lehrerverel n". dem auch fast alle katholischen Geistlichen angehören, hat an die Regierung eine Denkschrift gerichtet, in der die klerikalen Forderungen formu- liert find. Um der drohenden„Entchristlichung der Massen" wirk- sarn entgegenarbeiten zu können, wird„grundsätzlich die KonfesfionS- schule gefordert". Die Begründung arbeitet, um die erforderliche Angststimmung zu erzielen, mit„Klassenkampf" und„Revolution". Es heißt darin: „Der Geist der Unbotmätzigkeit bei der heutigen Jugend, den der laue und gleichgültige religiöse Sinn so vieler Eltern nicht mehr zu bannen vermag, entfaltet sich immer mehr und bereitet dem verhetzenden Klassenkampf einen günstigen Boden für seine Umswrzbewegungen gegen göttliche Autorität. Biel« wollen nicht mehr an die kulturbringende, sittenveredelnde Macht des Evangeliums glauben und fordern die religionslose Schule oder mindestens den konfessionslosen Religionsunterrichte Angesichts dieser betrübenden Erscheinung und erschreckt durch die geschichtliche Tatsache, daß durchweg zede Revolution aus der Gottlosigkeit der Nation geboren wurde, halten wir mit dem christgläubigen Volke die Frage der Kon- fessionalität des ReiigionsunterrlchtS und auch der Schule bt fonders wichtig und zeitgemäß." Die ultramontane Denkschrift fordert dann, nachdem sie auf diese Werse die nötig« Stimmung geschaffen, weiter Einführung des Religionsunterrichts für die Fortbildungsschulen und für die Simultanschul«(soweit man sie überhaupt bestehen lassen will), die Beteiligung der Kirche an der Schulaufsicht durch je eisten evan- gelischen und katholischen Geistlichem der von der Pfarrgeistlichkeit des Kreises zu wählen fit. Für die Beaufsichtigung des Religions- Unterrichts soll nur die Kirche zuständig sein. Es muß abgewartet werden, wie diese ultramontanen Schul- wünsche auf die mit dem Zentrum zu einer reaktionären„Arbeits- gemeinschaft" verbundenen Bauerndündler und Nationalliberalen wirken werden. Auf dem vorletzten Katholikentage sagte der Reichs tagsabgeordnete Dr. Marx, eS bestünde Aussicht, daß eS auch in Hessen„besser" w«rde„ Die Zeit dieser Besserung scheint dem Zentrum jetzt gekommen zu sein. und wie weit sind sie gediehen? Beabsichtigt der Herr Reichs- kanzler, die Verhandlungen auch auf andere Reedereien und zwar nach dem Gesichtspunkt der Mindestforderung für gleiche Leistungen auszudehnen?" Die erste Frage ist durch die amtliche Erklärung erledigt, anders ist es mit der zweiten Frage. Die Subventionen, die der Lloyv be- zieht, sind erheblich; nach den Erklärungen der Direktion des Lloyd decken sich die subventionierten Linien trotzdem nicht. In der Tat wirst der Norddeutsche Lloyd auch für seine Aktionäre Dividenden ab, die so gering sind, daß sie in gar keinem Verhältnis zu der Größe des Unternehmens stehen. Bor einiger Zeit sind nun recht seltsame Behauptungen aufgestellt worden, die von der Direktion des Lloyd nicht emkrästet werden konnten. Diese Behauptungen gingen dahin, daß die Ergebnisse des Lloyd künstlich herabgedrückt werden, um sich die Subvention ungekürzt zu erhallen. Die Aktionäre des Lloyd sollen nach dieser Darstellung gleichzeitig Aktionäre der Gesell- sckiaften sein, zu denen der Lloyd in einem Lieferungsverhältnis steht. Die Preise, die den, Lloyd angerechnet werden. sollen ziemlich hoch sein, und waS die Aktionäre beim Lloyd an Dividende zu wenig erhalten, das beziehen sie aus ihrer Beteiligung an den anderen Gesellschaften in um so reichlicherem Maße. Sehr schlecht kann das Geschäft nicbt sein, das der Lloyd mit den subventionierten Linien macht, sonst hätten nicht andere Gesellschaften sich um diese Linien beworben. Hätte man dem sogenannten Fürstenkonzern die Konzession für Emden nicht verweigert, dann märe eine leistungS- fähige Konkurrenz vorhanden gewesen, die einen Druck auf die Preise ermöglicht hätte. So aber hat man diese Konzession gemein- sam dem Lloyd und der Hapag übertragen und damit die Monopol- stellung dieser beiden Gesellschaften noch befestigt. Die ganze Sach- läge ist so verschleiert und absichtlich verdunkelt, daß eine ein- gehende sachkundige Besprechlmg im Reichstage eine gebieterische Notwendigkeit ist._ Ans dem württembergischen Landtag. Zum Präsidenten der württembergischen Zweiten Kammer wurde in der Sitzung am Freitag mit 46 von VO abgegebenen Stimmen der konservative Abgeordnete Kraut gewählt. Der Bollsparieiler Haußmann erhielt 32, der Nationalliberale Hieber 9 Stimmen und 4 Stimmen zersplitterten sich. TaS Zentrum als stärkste Fraktion verzichtete nach heftigen inneren Kämpfen auf den Präsidentcnsitz zugunsten der Konservativen. Diese auch von den Ultramontanen unterstützte Taktik beruht auf der Erwägung, daß in dem überwiegend protestantischen Lande � nicht fc-n'o* Kammern von Zcntrumspräsidcnten geleitet werden können. Die Taktik Gröbers beweist zugleich den Zweck, die Konservativen und Bauernbündler fester an das Zentrum zu fesseln. Da die Frage so gestellt war, ob ein Rechts- oder Linkspräsidium gewählt werden sollte, stimmte die sozialdemokratische Fraktion für den Volksparteiler H a u ß m a n n. Die N a t i o n a l l i b c- ralen fanden nicht den Mut, eine Entscheidung zwischen rechts und links zu treffen. Sie lehnten die Unterstützung Haußmanns ab und stimmten für einen eigenen Kandidaten, obwohl sie die schwächste Fraktion sind. „Bor Gericht sind alle Bürger gleich sagt man. In Bayern unter der Aera Hertling scheint eS anders werden zu wollen. Am Mittwoch stand vor dem Münchener Landgericht Termin an in dem Beleidigungsprozeß des Pro- fessorS Re h m gegen den Zentrumsporteisekretär L i n h a r t. Die Parteien hatten sich zur festgesetzten Zeit auf dem Korridor im Justizpalait vor dem Sitzungszimmer versammelt— natürlich gruppenweise, jede Partei für sich. Die Zeugen und Sachverständigen der„regierenden" Partei waren größlenteils schon da. Nachdem dann auch noch der Beherrscher Bayerns, Herr Dr. Franz Seraph P i ch l e r aus Passau, nebst seinem Freunde Graf Pestalozza sich dazugesellt hatte, trat der Gerichlsdiener heran und lud die Herren im Namen des Vorsitzenden, LandgerichlSdirektor L o u is, höflich ein, sich in dessen Zimmer zu bemühen, damit sie dort vor Zug geschützt, warteten, bis der Fall ausgerufen würde. Der etwas später kommende, als Zeuge geladene SenalSpräsident L e r» o, Vorsitzender der bayerischen Zentrumsiraktion, wurde ebenfalls in das Zimmer des Herrn Voisitzendcn genötigt. Die Männer vom„Rotblock"—Universitätsprofessor Dr. Rehm aus Straßburg, die Abgeordneten Löwe neck, Schön und Auer— konnten derweilen auf dem zugigen Gange bleiben. Als sie dann, nach mehrstündigem Harren, sich energisch meldeten. wurde ihnen kurz mitgeteilt, daß durch Gerichtsbeschluß auf die drei Zeugen Schön. Löweneck und Auer verzichtet sei. Das ist anscheinend die neue Ordnung in Bayern. Jedenfalls ist Herr Landgerichtsdireltor Louis ein Mann, der seine Zeit versteht. Der Subventionsvertrag mit dem Norddeutschen Lloyd. Durch die Press» ging kürzlich die Mitteilung. Käß da» Reich unter der Hand bereits dem Norddeutschen Lloyd die Verlängerung des SubvenlionSvertrageS für die ostastatii'chen und australischen fahrten zugesagt habe, der am 1. März 1914 ablaufe. Dazu wird nun amtlich erklärt:„Diese Mitteilung ist insofern unzutreffend, als der auf Grund des Gesetzes vom 13. April 1898 mit dem Norddeutschen Lloyd auf die Dauer von IL Jahren abge- schlössen« Subventionsvertrag vom 12. September/89. Oktober 1898 gemäß dem Nachtragsvertrage vom 18./L4. März 1899 erst mit den, Monat September 1914 abläuft. Ferner ist dem Norddeutschen Lloyd vom Reiche eine Zusage irgendwelcher Art wegen Verlängerung des SubventionSvertrageS nicht gegeben worden. Vielmehr sind bisher lediglich die Vorbereitungen für die gesetzliche Neuregelung, die in der Reichstagssession 1918/1914 stattzufinden haben wird, von den zuständigen Reichsressorts aufgenommen worden." Zu der gleichen Sache hat der Abg. Henke(Bremen) im Auf- trage der sozialdemokratischen Reichstagssraktion folgende kleine An- rag« im Reichstag« eingebracht: „Hoben Verhandlungen mit dem Norddeutschen Lloyd wegen I des im Jahre 1914 ablaufenden Subventionsvertrages begonnen| Die Vorstandssitzung der Nationalliberale« Partei. Der Zentralvorstand der Nationalliberalen Partei wird am 9. Februar in Berlin eine Sitzung abhalten, zu der jetzt solgende Tagesordnung festgesetzt worden ist: 1. Auswärtige Politik und Landesverteidigung. Kostendeckung. Referent: Abg. B a s s e r- mann. 2. Fleisckwersorgung und innere Kolonisation. Referent: Abg. Schiffer- Magdeburg. 3. Erstattung des Jahresberichts 1912. Aussprache._ Italien. Auch eine„demokratische" Reform. Rom, 9. Januar.(Eig. B.) Unter den italienischen Senatoren macht fich eine Strömung zugunsten der Einführung von Diäten geltend. Die alten Herren finden, daß dies eine demokratische Reform sei. Freilich ist sie das, aber, wenn man den Senat demo- kratifieren will, dann sollte man doch nicht gerade bei den Diäten anfangen. Heute werden die Senatoren vom Könige auf Lebenszeit ernannt und zwar unter den Prinzen von Geblüt, unter denen, die ein Einkommen von gegebener Höhe versteuern, unter den hohen Staatsbeamten, unter den Personen, die 6 Legislaturperioden der Kammer angehört haben, unter den Koryphäen der Wissenschaft und Kunst usw. Demokratische Elemente kommen da so wenig in Be- wacht, daß der Senat tatsächlich als Hemmschuh jeder modernen Gesetzgebung wirkt: will man in diesem reaktionärem Organismus demokratisieren, dann muß man damit anfangen, die Senatoren wählbar zu machen, nicht damit, ihnen, deren Zahl noch dazu unbe- schränkt ist, Diäten zu zahlen. Marokko. Die„Beruhigungsarbeit" geht über Berge ston Leichen. Mogador, 19. Januar. Die Kolonne Gueydvn, welche die Kasbah des treugebliebenen Kaids Kublan befreien und außerdem freie Zugänge für die Verprovianticrung Mogador» mit Vieh und für die sonstigen Transporte schaffen wollte, trieb gestern An- gehörige einer Harka auseinander, die ihren Marsch hindern wollten. Die Marotkaner verloren 699 Tote. Die Kolonne Gueydon hatte zwölf Tote und 99 Verwundete. Sie hat die Kasbah erreicht. Amerika. Die Revolution in Mexiko. New Dork, 19. Jan-uar. Aus Mexiko wird amtlich gemeldet: Am Donnerstag griffen Rebellen die 26 Meilen von der Hauptstadt entfernte Stadt A h o tz i n g o an und zerstörten sie. Von der 18 Mann starken Besatzung entkamen nur, 2, die anderen wurden getötet. 29 Mann zu ihrer Unterstützung geschickte Bundestruppen wurden aufgerieben, ebenso weitere 199 aus Mexiko gesandte. Die Rebellen sollen b99 bis 1999 an Zahl sein. Die Einwohner Ayotzingos sind unversehrt. Die Regierung hat eiligst Verstär- kungen gesandt. Gcwcrhrcbaftlichea. Eine Petition der nieder lcklel'il'cken Bergarbeiter an das preußifcbe Hbgeordnetenhaud. Die Notlage der niederschlesischen Bergarbeiterschaft hat im der- flossenen Jahr in ausführlicher Weise fast die gesamte Presse beschäftigt. Aber die Not steigt ständig weiter. Jetzt hat sich die Waldenburger Bezirksleitung des Bergarbeiterverbandes zu einem letzten Hilfsmittel entschlossen; sie hat eine Petition um Ermässigung der Eisenbahntarife für niederschlcsische Äohle an das Abgeordneten� Haus gerichtet. Vor einem Jahr bereits hatte der Reichstagsabge� ordnete des Kreises, Genosse Hermann Sachse, im Reichstage versucht, die Aufmerksamkeit der Regierung nach dieser Richtung hin- zulenken. Und selbst die gelben Organisationen des Waldenburger Bergreviers versuchten kürzlich in einer Audienz beim Eisenbahnminister in diesem Sinne zu wirken. Die Petition des Bergarbeiterverbandes gibt in gedrängter Dar- stellung ein einzigartiges Elendsbild einer ganzen Bevölkerungs- gruppe. Ausgehend von der Tatsache, dass aus Niederschlesien, bei einer Gesamtbelegschaft von nicht ganz 3« 300 Mann, im Jahre 1911 über 800 und 1912 rund 1800 Bergarbeiterfamilien nach dem Westen auswanderten, untersucht die Petition m eingehender Weise die Ur» fachen dieser Abwanderung. In erster Linie kommt natürlich hier der grosse Lohnunterschied gegen andere Reviere in Betracht. Während z. B. die Lohnsteigerung im Ruhrrevier seit 1905 bis jetzt 71 Pf. betrug, betrug sie bei den niederschlesischen Hauern nur 39 Pf., so dass gegenwärtig der Lohn im Dortmunder Revier etwa. 0,12 M. für eigentlich« Bergleute pro Schicht beträgt und im Waiden- burger Revier nur 3,09 M. Bedenklicher erscheint dieses Verhältnis noch dadurch, dass die Hauptnahrungsmittel, Fleisch und Brot, in Essen z. B. fast ganz genau' dieselben Preise zeigen, wie in der kleinen Kreisstadt Waldenburg. Die Petition gibt dann weiter an der Hand von Haushaltungs- Plänen«inen Einblick in die Ernährungsverhältnisse der Berg- arbeiterfamilien. Fleisch wird mit grossen Ausnahmen nur Sonn- tags— und auch dann nur in lächerlich geringen Quantitäten— gegessen. Was sich auZ diesen Ernährungsverhältnissen für den Ge- sundheitZzustand im allgemeinen erwarten lässt, das sagen die Kassenberichte deZ Knappschaftsvereins. Danach erkrankten im Jahre 1911: 07,11 Proz. der Gesamtbelegschaft, und 20 Proz. der Krankmeldungen der Perbandsmitglieder trugen den Vermerk: lungenkrank. Die Petition schildert weiter das Wohnungselend im Revier. Von 5000 befragten Bergarbeiterfamilien wohnten 00 Proz. in Einzimmerwohnungen. Diese Verhältnisse üben natürlich auch einen schrecklichen Einfluh auf die Kindergesundheit und Kindersterblichkeit auS. Im Jahre 1910 war der Prozentsatz der erkrank ten Schulkinder in der Stadt Waldenburg allein auf 80,1 festgesetzt, und von den Säuglingen starben im Revier iin ersten Lebensjahr 30,4 Proz. DaS ist eine Summe von Elend, die durch eine bessere Lebens- läge, durch höhere Löhne sehr wohl um ein gewisses Mass gemildert werden könnte. Aber die Grubenherren weigern sich hartnäckig. etwas Wesentliches zu tun. Ihre einzigen Klagen sind immer wieder die über die mangelnde Rentabilität der Betriebe und künstliche Einengung des Absatzgebietes. Ohne Zweifel ist das Absatzgebiet für die schlesische Kohle sehr beschränkt. Niederschlesien ist durch keinen Wasserweg mit Norddeutschland verbunden. Vom Berliner Markt ist die niederschlesische Kohle wegen ihrer hohen Eisenbahn- transportkosten ausserordentlich stark verdrängt worden. Hier wird englisch« und Ruhrkohle billiger verkauft, wie die auS dem näheren Nisderschlesien. Schlesische Kohlen wurden 1909 nur 400 000 Tonnen nach Berlin eingeführt; die Einfuhr von England beträgt aber 1 502 000 Tonnen.— Hier will nun die Petition einsetzen und die Belebung der niederschlesischen Kohlenproduktion aufs neue fördern helfen. Die preussische Regierung und das Abgeordnetenhaus haben eS nun in der Hand, durch ein verständnisvolles Eingehen auf diese ernsten Klagen ein« Verkehrsmahregel zu schaffen, die einer ganzen Bevölkerungsschicht wirtschaftliche und soziale Gesundung bringen könnte. Bleibt PreutzenS Regierung und das Dreiklassenhaus diesen Dingen gegenüber teilnahmslos, dann wird die niederschlcsische Bergarbeiterfrage eine der brennendsten in Preußen werden. Stralauer Platz) sich anbietet, irgendeine in Frage kommende Ar- beit billiger herzustellen, als es im Gaswerk Tegel sein kann, wird ihm die Arbeit zur Ausführung übergeben. ES ist das eine Me- thode, wie sie nur in den Berliner Grossbetrieben hin und wieder auch zu finden ist. Daß die Stadt einen Vorteil von dieser Art der Arbeits- Vergebung hat, ist sehr zu bezweifeln, denn die angestellten Nach- fragen bei den ausführenden Arbeitern ergaben, daß- die betr. Arbeiten nicht billiger hergestellt werden als im Gaswerk Tegel. Wahrscheinlich wird an der ersten Stelle die gesamte Arbeitszeit nicht genügend zusammengerechnet. Eine Besserung dieser miserablen Verhältnisse wird nur mög- lich sein, wenn alle Arbeiter der städtischen Betriebe sich das Vor- gehen der Metallarbeiter in der Privatindustrie zur Aufbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse zum Vorbild nehmen. Achtung, Damenkonfektion. Der Betrieb des Zwischenmeisters Anton H o h m a n n, Pankstr. 70, ist wegen Tarisbruch und Mass- regelung gesperrt. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Die Ortsverwaltung. Deutkches Reich. Achtung! Glasschleifer! Bei der Firma Max Richter, Hart- glasfabrik in Mügeln bei Dresden, sind Differenzen ausgebrochen. Die Firma verlangte von den Arbeitern, dass sie aus der Organi- sation austreten sollen; wer dies nicht bis zum Mittag desselben Tages getan hätte, sei entlassen. Die Arbeiter haben daraufhin die Arbeit niedergelegt. Es wird ersucht, keine Arbeitsangebote an die Firma zu machen und jeden Zuzug nach Mügeln fernzuhalten. Lerlln und Omgegrnd. Mißstände im städtischen Gaswerk Tegel. Die Betriebe der Stadt Berlin sollten und mühten denen der Privatindustrie als Muster in jeder Beziehung vorangcstellt�werden können. Das Gegenteil ist leider der Fall. Die Mißstände in sanitärer Beziehung haben den dort Beschäftigten wiederholt Ver- anlassung gegeben, bei dem zuständigen Werlsdirigenten um Ab- stellung derselben zu ersuchen. Die Antworten lauteten immet: Wir werden alles wohlwollend in Erwägung ziehen� usw., und dabei blieb es in den meisten Fällen. So beklagten sich auch die Metallarbeiter diese Woche wieder zum so und so dielten Male über die mangelhafte Waschgelegenheit. Wie jedes Schulkind weiss- kann Schmutz nur mit warmem Wasser erfolgreich beseitigt werden. Derselben Ansicht wird ja wohl die Wertsleitung in Tegel sein; aber zur Berücksichtigung dieser Tatsache scheint� es nicht zu kommen. Bereits mehrere Monate ist ein Apparat aufgestellt wor- den, der bei Bedarf warmes Waffer geben soll. Die Konstruktion dieses Apparates ist so verfehlt, dass selbst der jüngste Schloffer- lehrling darüber lachen muh. Eine Aenderung wird aber nicht ge- troffen; die Arbeiter können zusehen, wie sie den Schmutz von Händen und Gesicht entfernen., In der Schmiede mangelt es sehr häufig an Steinkohlen. Als Aushilfsmittel mutz Koks genommen werden. Die sich nun ent- wickelnden giftigen Gase und der starke Qualm haben keinen Ab- zug; an Ventilation fehlt es; die Arbeiter müssen in dieser Atmosphäre arbeiten, unbekümmert um den der Gesundheit zu- gefügten Schaden. Besondere Sparsamkeit waltet in bezug auf Beleuchtung nt der Werkstatt. An dem Schleifstein, an der Schmirgelscheibe und an der Bandsäge der Tischlerei fehlt seit langer Zeit die not- wendige Beleuchtung. Dass die Unfallhäufigkeit dadurch vermindert wird, kann niemand behaupten, zumal gerade an diesen Maschinen die meisten Unglücksfälle vorkommen und zur Verstümmelung der Gliedmassen führen. Ebenso wird über die ungenügende Anzahl der Klosetts geklagt. Für zirka 150 Arbeiter stehen im Bedarfsfalle nur vier Klosetts zur Verfügung. Die Vorrichtung zum Anwärmen mitgebrachter Speisen und Getränke ist trotz der vielen Beschwerden immer noch in beklagens- wertem Zustande; es brennt von vier Flammen nur eine ge. nügend. Und dies in einem Werk, welches ihre Arbeiter schlechter ent- lohnt, als es die Privatindustrie versucht, obgleich die Produktions- einrichtungen derartig raffiniert getroffen sind, dass jede Privat- konkurrenz mit Erfolg ausgeschaltet werden kann. So beträgt der Einstellungslohn für gelernte Metallarbeiter 54 Pf pro Stunde. Eine Bezahlung, die nicht einmal für eben Ausgelernte ausreichend ist,' muh für Vollarbeiter genügen; denn nur tüchtige, kräftige Leute in den besten Jahren werden einge- stellt Wer nicht sehr höflich und bescheiden ist, kann mehrere Jahre auf eine Zulage von 2 Pf. pro Stunde warten. Unerklärlich ist es wie die verheirateten Leute damit auskommen können. Die Dreher arbeiten im Akkordverhältnis; sie verdienen bei angcstreng- tem' Arbeiten nicht den Stundensatz ihrer Kollegen der Privat- Die Akkordpreise sind auf das niedrigste bemessen. So- Tarifverhandlungen im Malergewerbe. Zur Grundlage des VerhandelnS in der Freitagsitzung lagen vor den Parteien drei Vorlagen vor. Der Verband der Maler be- antragt die Trennung des bisherigen Tarifvertrags in einen all- gemeinen Tarif für die Zentralorganisation und einen örtlichen. Begründend wurde von den Gehilfenvertretern dazu ausgeführt, dass durch ihre Vorschläge die Rechte und Pflichten der zentralen und örtlichen Organisationen klarer präzisiert, diesen eine grössere Selbständigkeit und Verantwortlichkeit und somit dem Ganzen eine festere Grundlage gegeben wird. Die Tarifentwickelung werde da- durch gefördert und die Differenzen, wie sie bisher vorgekommen sind, vermindert. Die Unternehmer konnten zwar die Berechtigung der gegebenen Anregungen nicht abstreiten, lehnten aber die Vor- schlüge trotzdem ab, da ihre Mitglieder nicht auf so grundlegende Aenderungen vorbereitet wären. Auf Anregung der Unparteiischen wurde vereinbart, iui Laufe der weiteren Verhandlungen zwischen allgemeinen und örtlichen Bestimmungen zu unterscheiden und im Sinne der von der Gehilfenschaft vorgebrachten Argumente die Rechte und Pflichten der örtlichen Organisationen genau festzustellen.* Hierauf wurde in die Verhandlung des künftigen Tarifmusters eingetreten, ohne daß bisher in irgendeiner wichtigeren Frage eine endgültige Vereinbarung zustande kam. Die Parteien behielten sich vielmehr weitere Erklärungen und Verhandlungen über strittig gebliebene Fragen vor. Zu den allgemeinen Bestimmungen über die Arbeitszeit for- dern die Unternehmer die Beseitigung der Festlegung der Winter- arbeitszeit, während die Gehilfeiworlage an den jetzigen Bestim- mungen festhält und eine grössere Abstufung der verschiedenen Wintcrarbeitszeiten vorsieht. Die Unternehmer gaben schliesslich ihre Vorschläge auf, verlangten aber weitere als jetzt schon vor- gesehene Ausnahmebestimmungen. Zu der bisher im Reichstarife unzulässigen Kaffeepause(Vesper) wurde protokollarisch-festgelegt, dass in Orten, in denen die Arbeitszeit länger als bis 0 Uhr abends sich ausdehnt, die örtliche Festlegung einer Kaffcepause durch die Organisationen zulässig ist. Die von den Arbeitern geforderte Ver- besserung hinsichtlich der Ueberstunden.und Nachtarbeit wurde als strittig' noch zurückgestellt.— Zu lebhaften Auseinandersetzungen kam es hierauf bei den allgemeinen Bestimmungen zur Lohnfrage. Hier foroern die Gehilfen vor allem eine unzweideutige Formu- lierung über die festzusetzenden Stundenlöhne, damit nicht Maler- gehilfen bei Ausführung von Anstreicher- usw. Arbeiten mit einem niedrigeren Stundenlohne abgefertigt werden können. Die Unter- nehmer wollten dagegen die jetzt bestehende Altersgrenze von 20 Jahren, bei der die höhere Entlohnung einsetzt, auf 22 Jahre hinaufgesetzt wissen, was eine wesentliche Verschlechterung des bis- herigen Tarifvertrages bedeuten würde. Ferner wollten sie beson- dere Bestimmungen über die Gelegenheitsarbeiter und mit sonsti- gen„untergeordneten Arbeiten' Beichäftigte eingeführt wissen. Die Arbeitgeber stimmten der Tendenz der Gehilfenforderung zu, be- hielten sich aber vorläufig eine weitere Erklärung vor.� Die Ge- Hilfen beantragten des weiteren den Wegfall der Zülassung elner freien Vereinbarung über die Löhne im ersten Gehilfenjahre. Die Unternehmer dagegen fordern eine Ausdehnung auch noch auf das zweite Gchilfenjahr und die bestandene Gehilfen- Prüfung als Voraussetzung für die tarifliche Entlohnung über- Haupt.— Die Gehilfenvertreter lehnten diese geplanten� Ver- schlechterungen aufs entschiedenste ab und verteidigten ihre Forde- rungen mit dem Hinweis, dass gerade von den Unternehmern auch bei dieser Gelegenheit wieder als minderleistungsfähig hingestellten jungen Gehilfen von ihnen allgemein mit Vorliebe eingestellt wer- den, aus ganz bestimmten Gründen. Ferner stellten sich die Herren Meister selbst ein Armutszeugnis aus. wenn die von ihnen nach 3- bis 4 jähriger Lehrzeit entlassenen Gehilfen nicht einmal den notwendigsten Ansprüchen an einen Gehilfet» unter 20 Jahren genügen würden. Die Verhandlungen wurden auf Sonnabend vertagt. Von den weiteren Aenderungen, die die Unternehmer beantragt haben? heben wir insbesondere hervor: den Wegfall der Begrenzung eines eventl. Abzuges bei Nichterfüllung einer bestimmten Gegen- leistung(von 10 Proz.); den Wegfall einer Entschädigung bei aus- wärtigen Arbeiten, wenn tägliche Rückkehr möglich ist; eine Be- schneidung der bisherigen Ansprüche auf Fahrgeldentschädigung; den Wegfall der Lohngarantie bei Akkordarbeit; die Einführung von Ausnahmebestimmungen für„Werkmeister, Polierern, Vor- arbeiter" bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Ausserdem wer- den gefordert ein« Verschärfung der sog. Agitationsklausel, der Weg- fall der Bestimmung über Beschaffung verschließbarer Räume, und über die Durchführung der Bundesratsbestimmung bei Verwendung von bleihaltigen Farben, ferner die Festlegung der Ersatzpflicht der Organisationen oder Teile derselben bei Verstössen gegen den Tarif- vertrag. Zur Sicherheit gegen Tarifverstötze soll eine Geldiumme hinterlegt werden, auch sollen Geldstrafen zulässig sein bei Tarif- Verstössen oder bei Nichterfüllung der Entscheidungen der Tarif- instanzen. lieber die Frage der Arveitsvermittelung sucht die Vorlage der Unternehmer mit unverbindlichen Bemerkungen über staatliche und städtische Arbeitsnachweise hinwegzukommen. Lohnbewegungen im Schneidergewerbe. Vom Verbände der Schneider sind dem Allgemeinen Deutschen Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe am 1. Dezember 1912 folgende Tarifverträge gekündigt worden: Apolda, Arnstadt, Augsburg, Bielefeld, Bonn. Bottrop, Brandenburg, Bremerhaven, Breslau. Dessau, Dortmund. Dresdesi, Essen-Ruhr, Flensburg, Frankfurt a. O., Gerenkirche», Gera, Gießen, Gotha, Göttingen. Halberstadt, Hanau, Hannover. Harburg a. E., Heilbronn. Hirsch- berg, Karlsruhe, Kempten. Landau, Limbach, Marburg. Neumünster. Neustadt a. Hardt. Oldenburg, Plauen i. V.. Posen. Poehneck. Rathenow, Ravensburg, Rudolstadt. Sondershausen, Straubing. Witten. Zerbst und Zwickau. Diese Tarife beziehen sich sämtlich auf die Herrenmaßschneiderei, in 19 Fällen ausserdem auch auf die U n i f o r m- und in 5 Fällen aus die Damenschneiderei. Ferner sind noch die Tarife, für die Damenschneiderei ge- kündigt in: Elberfeld, Hämburg, Köln a. Rh. und Nürnberg.� Da eine dreimonatige Kündigung besteht, haben die Tarife noch Gülfig- keit bis zum 1. März 1913. Die Forderungen für die Neugestaltung der Tärifd ertrüge sind zugleich mit der Tarifkündigung eingereicht. Die Forderungen für Lohnerhöhungen betragen in keinem Orte über 15 Prozent, alle gegenteiligen, in die Presse gebrachten Behauptungen sind unrichtig. Die Berhandlungen finden zunächst örtlich statt. Sofern bis zum 10. Januar eine Einigung nicht erfolgt ist, sind die Differenzen bis längstens dem 3 0. Januar einem Kollegium von drei Un- parteii'chen, zurzeit bestehend aus den Herren Magistratsrat v. Schulz-Berlin, Gerichtsdirektor Dr. Prenner-München und Magistratssyndikus Dr. Hiller-Frankfurt a. M. zu unterbreiten. Dieses Kollegium übernimmt die Vermittlung� und ist auch berechtigt, einen Schiedsspruch zu fällen. Diese Schiedssprüche unter- liegen der Beschlussfassung der Vertragsparteien. Die Beschluß- fassung hat bis zum 10. Februar zu erfolgen. Nach den bis jetzt vorliegenden Berichten befinden sich die ört- liehen Verhandlungen noch im Anfangsstadium, die Unternehmer bieten meistens nur eine Lohnerhöhung von 3 bis 5 Proz., ein- schließlich der Lieferung bezw. Entschädigung der Nähzutaten. Dies geringe Angebot ist die Folge einer Konserenz der Unternehmer aus den Lohnbewegungsorten, die vom Haupworstand des Unter- nehmerverbandes einberufen war und am 9. Dezember v. Js. in Frankfurt a. M. stattgefunden hat. Ausser diesen hier angeführten Lohnbewegungen sind die Tarif- Verträge in einer anderen Anzahl Orte gekündigt, wo keine Orts. gruppe des Unternehmerverbandes besteht. Dazu gehören u. a. die Damenmaßschneidereien und die H e r r e n k o n f ek t iou in Berlin. Gin IProteft des ehr- und kiechtsgesühls. Ter Fall H y a n ist in der Tat eine schlimme Selbstdenunzia- tion des offiziellen Preußens. Das will nun manchmal immer noch ein Rechtsstaat sein und man meint wohl, dass wenigstens an den Mauern der Gerichtsgebäude Polizeigeist und Polizeiwillkür ihre Schranken finden. Ob dieser schwache Trost den Bürger dieses Rechtsstaates noch beruhigen und über die alltägliche Quälerei und Entwürdigung hinwegsehen lassen darf, mag man nach der Ge- schichte vom Fall Hyan beurteilen, die Reichstagsabgeordneter Wolf- gang Heine gestern abend in einer Protestversammlung des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller mit warmer Anteilnabme und scharfer Empörung, aber auch in voller Klarheit und mit der Objektivität einer Aktendarstellung vortrug. Also: Jeden Morgen um 0 Uhr hat ein Beamter der Berliner Staatsanwaltschaft im„Vorwärts' die Fortsetzung des Romans „Die Verführten' gelesen— genau auf die Möglichkeit einer Straf- Verfolgung hin gelesen und sie nie gesunden. Der Roman bleibt unbeanstandet. Er erscheint in einem Verlag, der den Untertitel „Pan'-Verlag führt. Inzwischen sind in der Cassirerschen Zeit- schrist„Pan" verschiedene Bosheiten gegen den Polizeipräsidenten v. Jagow erschienen, die Geschichte mit der Schauspielerin, man erinnert sich. Und da liegt plötzlich auf dem Tisch der Anklage- behörde ein Akt: Unzüchtigkeitsprozess gegen Cassirer wegen des Romans„Die Verfiihrten'--, der mit dem der Mann nichts gemein hat, als daß seine Zeitschrift so heißt, wie der Verlag des Hyanschen Romans. Merkst Du was?———» Das Verfahren ging, da es schon eingeleitet war, seinen Gang. wenn schon nicht gegen Cassirer, so gegen Hyan und seinen Ver» leger Oesterheld. Beide werden glänzend freigesprochen. das Buch als künstlerisch wertvoll, strafrechtlich einwandfrei frei» gegeben. Aber in einem anderen, geheim gefiibrten Pornographenprozess gegen einen Händler derartiger Schriften— Hyan erfuhr gar nichts von dem Prozeß! war ein Einzelexemplar der„Verführ. ten' im Ramsch mitverurteilt. Das war vor einem anderen Ge- richt-und früher als die Freigabe— und aus Grund früheren, geitlick» und durch gründlichere Prüfung überhol» �e n Urteils wird nun das freigegebene Buch gepackt und uer» nichtet und das widerfährt abermals einer schon geändeMn Neuauflage! Das freigegebene Buch darf nicht existieren!! Und da Hyan nun schon einmal schlecht angeschrieben ist— wie er meint, wegen seiner Gegnerschaft gegen das heutige Straf» und Polizeisystem—, so wird nun auch sein harmlos-lustigeS, selbst die Polizei nicht anulkendes Volksstück„Schlossermaxe' schlankweg ohne Begründung verboten. So weit sind wir heute, 13 Jahre nach der Niederwerfung der Lex Heinze. Genosse Heine, der Fortschrittler Müller-Meiningen. der Dichter Ewers forderten zum Kampf gegen diese entwürdigende Geistesknech» tung auf. Nun wohlan, es gibt ja bald Land tagswahlen! Hetzte Nachrichten. Ter dreifache Raubmord in Ortwig. Der Berliner Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, einen der Helfershelfer des bereits unweit des Tatortes verhafteten Knechtes hier zu ermitteln und festzunehmen. Während Kriminalkommissar Nasse vom Berliner Polizeipräsidium nach Ortwig entsandt wurde. stellte die Berliner Kriminalpolizei gleichzeitig Ermittelungen in Berlin an. da die Vernehmungen dort ergeben hatten, daß der Mörder Spießgesellen gehabt hatte. Sie stellte gestern nachmittag auch fest, daß drei junge Leute aus der dortigen Gegend hier an- gekommen waren und über grössere Barmittel verfügten, obwohl sie schon längere Zeit nicht gearbeitet hatten. Die Nachforschungen in den Lokalen führten denn auch gestern abend noch zur Ver- Haftung eines der Spießgesellen des Knechtes. Dieser leugnete zuerst, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, gab aber nach längerem Verhör zu. mit zwei weiteren Berlinern dem Knecht bei der Aus» führung des Verbrechens behilflich gewesen zu sein. Die serbische Genugtuung. Belgrad. 10. Januar.(W. T. B.) Zw's-Hen dem österreichisch. ungarischen Gesandten von U g r o n und der serbischen Regierung wurde vereinbart, dass die feierliche Hissung der osterreichisch-unga- rischen Konsularflagge in Prizrend am 13. dieses Monats erfolgt. Dem Festakt wird Konsul Prochaska in Galauniform beiwohnen. Ein grösseres �etachement serbischer Truppen unter dem Kommando eines Offiziers' wird bei der Hisiung der Flagge die vorgeschriebene Ehrenbezeugung leisten. In Mitrovrtza werde eine vollkommen analoge Satissaktion in den nächsten Tagen gegeben werden. Köln, Schwerer Unglücksfall. 10. Januar.(P.-C.) Lm Deutzer Stahlwerk wurden bald� aber ein Meister im Zentraimaigdzin der Gasanstalt(am_.______________ Lerantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.: Tb- Glocke. Beri'U. Druck». Verlag: Vorwärts Luchdr.it VerlagsanjtaU PauISinp--& Eo.« Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. UnterhaltungSbl. zivei Arbeiter durch flüssiges, glühendes Eisen schwer verrannt. Einer von ihnen, ein dreißigjähriger, verheirateter Mann, starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Ter zweite liegt im hoffnungS- losen Zustand darnieder._ Unfall auf der Dortmunder Union. Dortmund, 10. Januar.(P.-C.) Auf dem Eisen- und Stähl» �rk..Union' verunglückten heute zwei Arbeiier dadurch, daß sie beim Verladen von einem Kokswagen angerannt wurden. Beide erlitten lebensgefährliche Verletzungen. i Sabotage. Gerbe«, 10. Januar.(W. T. B.) In den Kohlengruben von Turon haben Unbekannte verschiedene Minenanlagcn mit Dynamit in die Luft gesprengt. Die Arbeiten muhten infolgedessen unter» brochen werden. Der Schaden ist beträchtlich._ Nr. 9. 30. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, it. Januar 1913. der Beamten und eine gesteigerte Arbeit der einzelnen Beamten zu ich in der Kommission eingehen. Gegenüber dem Abg. Beď beverzeichnen. Die Beamten verdienen uneingeschränkte Bewunderung. streitet der Staatssekretär, daß Mißstände in der Vorrückung der Unser Bostwesen hat mit der Entwicklung Schritt gehalten; wir sind Assistenten bestehen und daß nicht jeder Beamte zu seinem Rechte 87. Sigung. Freitag, den 10. Januar 1913, stolz auf unsere Post. Das Verhältnis der unteren Postbeamten ist tomme. Dem Abg. Hubrich gegenüber verwahre ich mich dagegen, nachmittags 1 hr. nicht etwa dem der Arbeiter eines industriellen Unternehmens gleich- daß an die Bildung der Zivilanwärter vor 1900 außerordentlich Am Bundesratstisch: Delbrüd, Kraette, Lisco, Wahnzustellen. Sie können aus Gründen der Staatssicherheit geringe Anforderungen gestellt worden seien. Wir verschleiern nichts fchaffe. Kurze Anfragen. nicht das bolle Koalitionsrecht haben. Ein Aequivalent müßten die in den Denkschriften. Seine Art der Kritik war unzulässig. Der Beamten durch ihre gesamte Stellung erhalten. Der Redner geht Redner polemisiert gegen die vom Abg. Hubrich geschriebenen Artikel dann ausführlich auf die Wünsche der verschiedenen Beamten- einer Verbandszeitung der Postbeamten und erklärt schließlich, es sei Auf eine Frage des Abg. Fehrenbach( 3.) über das erfategorien ein. Ganz allgemein müsse man sagen, daß die Gehälter die Pflicht der Verwaltung, unerfüllbare Wünsche auch als unerfüllbot eines Bortrages des Jesuitenpaters Cohauß der Unterbeamten nicht ausreichend feien, hier müsse der bar zu erklären. über das Thema„ Die Wahrheit über den Jesuitenorden" in Pforz- Reichstag auf einer Aufbesserung bestehen.( Lebh. Sehr richtig!) Abg. Dr. Werner- Gießen( Wirtsch. Vg.): In der ganzen Postheim, antwortet Abg. Beckh- Heidelberg( natl.): Für die Mißstände, die infolge beamtenschaft herrscht hochgradige unzufriedenheit, ja Staatssekretär Dr. Delbrück: Die badische Regierung hat den der letzten Besoldungsordnung eingetreten sind, trägt die Re- fogar Erbitterung. Die Frage der Versorgung der MilitärVortrag verboten in der Annahme, daß er das religiöse Gebiet berühren müßte. Von diesem Standpunkte aus entiprach die Ent- sierung die Verantwortung. In der Denkschrift be- anwärter ist eine Frage unieres ganzen Militärstaats. Die unschränkt sich die Bostverwaltung einfach auf die Feststellung deffen, verheirateten Telephonistinnen erhalten einen höheren scheidung dem Bundesratsbeschluß vom 28. November 1912. Ob was ist. Eine Reorganisation wird glatt abgelehnt. ohne daß wir Wohnungszuschuß als die finderreichsten Unterbeamten. diese Annahme zutrifft, haben nur die Landesbehörden im etwas von den Gründen erfahren, die zur Ablehnung aller unserer( hört! hört!) Wenn die Sozialdemokraten den Etat möglichst geordneten Verfahren zu entscheiden. Es kann nicht in Abrede gestellt wünsche geführt haben.( Sehr richtig!) Die Regierung verfennt günstig gestalten wollen, ihn aber schließlich ablehnen, so würden die werden, daß die Entscheidung gegenüber der bisher geübten Praxis offenbar den Umfang der unzufriedenheit und des Bostunterbeamten schließlich nichts zu essen haben.( Lachen bei den als eine gewisse Verschärfung gewirkt hat( hört! hört! im mißmuts, der in der ganzen Beamtenschaft herrscht.( Lebhafte Sozialdemokraten.) Nicht jedem das Gleiche, sondern jedem das Seine! Zentrum), aber eine solche Verschärfung kann sich bei der Ueberein- Bustimmung.) Das trifft nicht nur für die Unterbeamten, sondern Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Windeck( Els.- Lothr.) stimmung der Auslegung des Bundesrats mit der von der Mehrzahl der genau so für die höheren Beamten zu. Die Aussichten für das und Werner- Hersfeld( Ant.) erwidert Bundesstaaten geübten Braris nur in vereinzelten Fällen ereignen. Da Borwärtskommen sind eben überall äußerst schlecht. Redner Abg. Hubrich- Oberbarnim( Bp.) dem Staatssekretär, daß dieser das Jesuitengesetz und die Bundesratsverordnung eine Strafandrohung geht des näheren auf die Wünsche der höheren Beamten ein. Das den Hubrichschen Artikel schon mehrmals vor dem Reichstag benicht enthalten, so müssen die Behörden immer nach dem voraus beste wäre, man regelte die Verhältnisse der Beamten im Reiche all- tämpft und ihn den Akten des Reichstags einberleibt hat. Merksichtlichen Inhalt des Vortrages entscheiden.( Lachen gemein so, wie sie in Preußen find. Dann wären alle Schwierigs würdig ist aber, daß er dafür andere Artikel der Deutschen Poſtim Zentrum.) Aus dem vorbeugenden Charakter des Einschreitens feiten beseitigt. Auch in der Frage der Wohnungsgeldzuschüsse muß zeitung" nicht heranzieht. Ich stehe auch nach wie vor auf dem erklärt es sich auch, daß die elfaẞ- lothringischen Behörden bei ge- ein Schritt vorwärts gemacht werden.( Bravo!) Standpunkt, daß man die Erkenntnis eines irrtümlichen Standpunkts ringen Abweichungen in der Fassung des Themas und gegenüber der Und vor allem ist es nicht Sache Versicherung des Vortragenden, das religiöse Gebiet nicht berühren werden wir nach der Kommissionsberatung jedenfalls beim Bostetat des Staatssekretärs, die Kritik eines Abgeordneten als unzulässig zu Abg. Dr. Dertel( tons.). Zur zweiten Lesung dieser Materie auch in die Tat umfeßen muß. zu wollen, den Vortrag in Straßburg nicht verhindert haben. fommen. Der Entwidelung unserer Post und ihren Trägern, den bezeichnen.( Lebhaftes Hört! hört! und laute Zustimmung links.) Solche Ungleichheiten in der Handhabung der Vorschriften sind nicht zu vermeiden. Wenn der Reichskanzler hier am 4. Dezember 1912 Postbeamten, und der Leitung ist volle Anerkennung zu ſpenden. Mich werden alle Angriffe des Staatssekretärs nicht irre machen. erklärt hat, daß der Bundesratsbeschluß die bestehende Braris nicht unfete Post kann sich sehen lassen, die Bostfuriofa find eben Kuriofa.( Beifall links.) Die 300 Mart Bulage werden den älteren Assistenten endlich werden. Staatsiekretär Kraette hält unter lebhaften Protestrufen der zu ändern beabsichtige, so hat er die bisher allgemein übliche rubige Dagegen wird sich das gute Herz Herrn Straettes nicht sträuben. Linken seine Kritik des Hubrichschen Tons gegen die Verwaltung und zurückhaltende Handhabung im Auge gehabt. Die hierüber bei den Bundesregierungen bestehende Einigkeit rechtfertigt die Er-( Seiterfeit.) Die von Abg. Kudhoff vorgeschlagene Junggesellen aufrecht, da der Abgeordnete nicht die Verwaltung berdächtigen wartung, daß auch fünftig die Handhabung der Vorschriften von teuer ist mir sehr sympatifch, gewiß auch dein Staatssekretär und ihn die Anwendung unerlaubter Mittel, nämlich Verbreitung dem gleichen Geist getragen sein wird.( Bachen im Zentrum, Heiter-( Lebhafte Heiterkeit, da der Staatssekretär Junggeselle ist). Ach ja, unwahrer Angaben über die Bildung der Beamten vorwerfen dürfte. dem gleichen Geist getragen sein wird.( Lachen im Zentrum, Heiter- baran habe ich im Augenblid nicht gedacht- aber wie ich ihn( Lebhafte Unruhe links.- Abg. 2 edebour: Unzulässig ist, daß Auf eine Frage des Abg. Dr. Werner( Wirtsch. Vg.) über die akzeptiert er die Steuer zugunsten der Postbeamten Sie hier 3ensor spielen! Beifall links.) rozdem.( Der Staatssekretär nidt lachend Einschränkung des Besuchs deutscher Hochschulen lagen die Cheflucht der Männernehmen ihnen aber präsident Dove hat den vom Abgeordneten Hubrich gebrauchten Heiterkeit.) Wir be- Präsident Dr. Kaempf: Meine Herren! Der amtierende VizeDirektor im Reichsamt des Innern Dr. Lewald, daß diefer durch steigende Beschäftigung der Frauen die Stellen weg! Ausdrud( daß die Dentfchrift mit Wollust von geringerer Bildung Landesrechtlichen Frage von den beteiligten Bundesregierungen die( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich kann dem Abg. Ebert der vor 1900 angestellten Zivilanwärter spreche; Anm. d. Ber.) als gebührende Aufmertfamteit zuteil werde, eine reichs nicht zustimmen, daß dies aus Fistalismus gefchieht, aber gewiß aufäffig angesehen und ist nicht dagegen eingeschritten. Ich muß spielt ba bie billigere Besoldung ihre Rolle.( Na diesen Standpunkt des Bizepräsidenten Dove als vollständig gefeßliche Regelung aber nicht beabsichtigt werde. Abg. Hoch( Soz.) fragt an: Ist es zutreffend, daß die Typhus. alio! bei den Sozialdemokraten). Es gibt eine begründete und eine begründet anerkennen.( Lebhaftes Bravo links und in der epidemie im 1. Bataillon des Eisenbahnregiments grundfägliche Unzufriedenheit, die Sozialdemokraten freilich wo Mitte.) wären die ohne die allgemeine Unzufriedenheit!( Sehr gut! rechts.) Es folgt die erste Beratung der Abänderung des Handelsgeset in Hanau durch Unsauberteit in der Bataillons. üche entstanden ist und daß es 2%, Wochen gedauert hat, bis die Die grundsägliche Unzufriedenheit ist nie zu stillen.( Buruf bei den buchs, soweit es sich auf die Konkurrenzlausel Militärärzte die Art der Erkrankungen festgestellt haben? Kann der Sozialdemokraten: Wie die der Agrarier!- Große Heiterfeit.) Reichsfangler bestätigen, daß alles geichehen ist, um die Uebertragung hpflege nur auf die Zwischenrufe einzugehen, die mir bezieht. Die Vorlage bestimmt die Modalitäten des Abschlusses eines Reichskanzler bestätigen, daß alles geschehen ist, um die Uebertragung paffen.( Schallendes Gelächter.) Der Hinweis auf die Agrarier Vertrages mit Konkurrenzflaufel fowie ihre Höchstdauer und setzt der Epidemie auf weitere Streise zu verbindern? Preußischer Generaloberarzt Dr. Schulz: Es ist festgestellt, daß ist fo neu, daß ich nicht weiß, was ich dazu sagen soll. Wir laffen die Entschädigungen fest, die dem Angestellten in der Zeit gezahlt die Epidemie nicht auf Unfauberteit in der Küche zurückzuführen ist, uns im Wohlwollen für die Postbeamten von keinem in den Schatten werden müssen, wo er durch die Konkurrenzklausel an der Annahme fondern wahrscheinlich ist der Krankheitsfeim durch eine später als ftellen.( Beifall rechts, Heiterkeit links.) einer Stellung gehindert ist. Typhusteimträgerin ermittelte, in der Kaserne beschäftigte, an sich Abg. Subrich( Bp.) bespricht die Verkuppelung preußischer Staatssekretär des Reichsjuftizamts Dr. Lisco( schwer verständböllig gesunde Frau eingeschleppt worden. Die zur Feststellung von Gehaltsbestimmungen mit den Beförderungsvorschriften des Reiches, lich): Die Rechtsprechung hat sich zur Bekämpfung der Mißbräuche, Typhus erforderlichen Krankheitserscheinungen treten erst am Ende unter welchem Durcheinander die Postbeamten schwer leiden. die mit der Konkurrenzklausel getrieben werden, micht als ausder zweiten Krankheitswoche auf. Als Typhus festgestellt war, ist Redner erörtert in großer Ausführlichkeit die speziellen Wünsche der reichend erwiesen. Es war deshalb notwendig, die Konkurrenz fofort alles gefchehen, um eine Weiterverbreitung zu verhindern, und einzelnen Beamtentategorien. tlaufel auf das richtige Maß zu beschränken. Der Entwurf sieht vor, daß eine solche Klaufel schriftlich vereinbart dem Gehilfen ausDauer ihrer Geltung dem Gehilfen eine bestimmte Entschädigung zu zahlen. Eine unbillige Erichwerung des Fortkommens des Gehilfen darf die Konkurrenzflaufel nicht enthalten. Die Weiterberatung wird bertagt auf Sonnabend 12 Uhr. Schluß 6 Uhr. feit links.) durch Ausländer antwortet herd zu beschränken. worden ist? Generaloberarzt Dr. Schulz: Nach den bisherigen Feststellungen bermag ich meinen Angaben nichts weiter hinzuzufügen. Die Beratung der Denkschrift über die Beamtenorganisation der Reichspost- und Telegrapheuverwaltung wird fortgesetzt. Abg. Kudhoff( 3.): Wir haben bei der außerordentlichen Entwicklung des Postwesens eine gewaltige Vermehrung der Arbeit und Kleines feuilleton. lenne, - Parlamentarifches. Der Etat des Reichsamts des Jnnern vor der Budgetkommission. es ist tatsächlich gelungen, die Erkrankung auf den ersten Krankheits die Dentfchrift uns über nichts aufflärt( Heiterkeit), fie bringt manche gehändigt wird und daß der Prinzipal fich verpflichtet, für die Abg. Frhr. v. Gantp( Rp.): Ich will nicht gerade fagen, daß Abg. Hoch( Soz.) ergänzt seine Anfrage: Ist es zutreffend, daß Aufklärungen, aber in solcher Form, daß man lange Zeit braucht, die Typhusepidemie von der Trägerin der Bazillen durch um über den Sinn flar zu werden. Die Frage der Affiftenten Unsauberteit in der Bataillonstüche übertragen follte der Staatssekretär mit größerem Wohlwollen prüfen. Den gedienten Unteroffizieren geben wir mit dem Zivilverforgungsschein ohne Nachweis einer Stellung Steine statt Brot. Man müßte ihnen, unter Schonung aller jegt bei der Post Angestellten, gewiffe Stellungen bei der Post allein zugänglich machen. phonie viel beffer ausgebildet als irgend ein Zivilanwärter. Die Marineunteroffiziere sind doch in der Telegraphie und Teles ( Buruf des Staatssekretärs: Es fehlt nur an Meldungen!) Diese Bemerkung ist sehr erfreulich! Sie wird auch beachtet werden. Staatssekretär Kraette dankt für die allgemeine Anerkennung der Die Budgetkommission nahm am Freitag ihre Tätigkeit wieder Leistungen der Postbeamten. Auf die Kritik an der Denkschrift werde auf und begann mit der Beratung des Etats des Reichsamts des getrennte Luftröhre", führt Profeffor Bozzi aus, wurde eine da diese doppelt so viel von der Energie der Kohle in Stautschufröhre eingeführt, um die künstliche Atmung in Tätigkeit zu Arbeitskraft umzufezen vermögen als jene. Der Betrieb bringen. Man exstirpierte dann aus dem Tierkadaber als Ganzes elektrischer Generatoren durch die Gasmotoren und die Anlage großMünchener Fasching. Es stünde schlimm mit dem in Robeit die durch die Blutgefäße berbundenen Brust- und Bauchorgane und artiger Elektrizitätsleitungen würde dann das übrige besorgen. oder Verblödung immer zielbewußter verflachenden Münchener legte sie in ein Gefäß, das mit der Ningerichen Löfung Ramsay stellt die Folgen der Umwälzung in folgenden Lapidarsägen Fasching, wenn ihm nicht illüstre Persönlichkeiten ab und zu mit von 38 Grad Grad gefüllt war. Das Herz schlug langsam dar: Erzeugung des elektrischen Stroms für Eisenbahnen und Inihrem Wig freiwillig und unfreiwillig zu Hilfe fämen. Dieses Jahr und regelmäßig weiter, und nach einigen Minuten steigerte dustrie zum Fünftel oder vielleicht zum Zehniel des heutigen Preises; besorgen die Auffrischung Richard Strauß, der mit einer Richard sich auch der Blutdruck und wurde hier und da fast normal. Dann allgemeine Elettrisierung der Eisenbahnen und Fabriken; Erleuchung Strauß Woche in München" die leitende Idee für das große wurde der gesamte Organismus in einem mit Ringerscher Lösung und Heizung der Häuser zu einem Bruchteil der jezigen Kosten; Karnevalsfest der Münchener Preffe abgibt, und Frank Wedekind. gefüllten Bottich gebracht, der mit einen Glasdeckel zugedect wurde. Herabfezung des Verbrauchs der Brennstoffe und damit eine VerDer unermüdliche Reklameheld Wedekind tritt diesmal mit Die Luftröhrenionde wurde durch ein durch die Wand des Bottichs längerung der Ausdauer der Kohlenvorräte bis in eine ferne ZuHerrn Erich Mühsam Arm in Arm in die Schranken gebohrtes Loch eingeführt und eine zweite Sonde auf dem gleichen funft; fast völlige Unterdrückung jedes Handwerks. Dazu kommt der luftigen Weltgeschichte. Er hat mit dem leinen Wege mit der Speiseröhre verbunden. Man fonnte fomit dem noch, daß nach den Angaben von Ramsay, die sich auf Sozialistenfresser, Salon- Anarchisten, Dauer Bohèmien und Magen Wasser und Nahrungsmittel zuführen. Die im Bottich Versuche während der letzten Monate stüßen, auch KohlenHerausgeber der Zeitschrift für reines Menschentum Kain" einen Verein liegenden Darmeingeweide wurden außerdem durch eine Röhre nach flöße von so geringer Mächtigkeit, daß fie einen Abbau gegründet, der dem Wedekind- Mühsamschen Weltparlament die außen zu einem fünstlichen After verlängert. Die Eingeweide fetzten nicht lohnen, nach dem neuen Verfahren verwertbar sein würden. Bahn ebnen soll. Wie Wedekind, der schlau genug ist, den ethischen bei dieser Behandlung ihre Lebenstätigkeit in anscheinend normaler Die Kohlenlager würden in Zukunft in ähnlicher Weise ausgenutzt Nihilisten und langhaarigen Petroleur Mühsam diesmal als Sturm- Weife fort. Die Herzfchläge sind voll und regelmäßig, die organische werden, wie es jetzt mehr und mehr mit den Wasserkräften geschieht. bod zu benutzen, einem Münchener Blatt mitteilt, habe Herr Birkulation ist normal, die Därme vollziehen die regelmäßigen Be- Die Rücksicht auf eine Ersparnis in der Verminderung der KohlenMühsam zurzeit alle Hände voll zu tun, um die maffenhaft an- wegungen und entleeren sich. So fand bei einem Versuch mit vorräte der Erde ist namentlich für das Vaterland Namiahs von großer drängenden Staatsmänner, Diplomaten und Parlamentarier auf ihre einem Tiere, das getötet wurde, als der Magen voll war, in den Bedeutung. Ramiah rechnet damit, daß Großbritannien seine Eignung zur Aufnahme in den Weltparlamentsvorbereitungsbund folgenden Stunden eine völlige Verdauung statt. In der Mehrzahl sohle beim Fortgang des bisherigen Bergbaues in 175 Jahren zu prüfen. Das Weitparlament, dessen Mitglieder nur den staats- der Versuchsfälle fonnte die Lebenstätigkeit der Organe noch 10, 11. völlig erichöpft haben dürfte. Die Frist tönnte höchstens auf erbaltenden, aufbauenden" Parteien angehören dürfen, soll in allen ja selbst 13 Stunden nach dem Tode des Tieres, dem sie entnommen 250 Jahre verlängert werden. strittigen internationalen Fragen enticheiden. Es ist in der Lage waren, festgestellt werden. Die Versuche werden fortgefeßt. Die Das Jahr 1913 wird kaum ein Ereignis von größerer Bedeufriegerische Verwickelungen kaltlächelnd zu verhindern. Das Welt technischen Vervollkommnungen der Methode werden zweifellos die tung bringen können als den Nachweis der Durchführbarkeit der parlament macht hinfüro die ebenio unnüßen wie kostspieligen und Dauer der Lebenstätigkeit der Innenorgane noch weiter verlängern. Ramsayschen Vorschläge durch einen Versuch in großem Maßstabe. schwerfälligen Gesandtschaften einfach unnötig. Die jährlichen Beriamm Aber auch heute schon sind die erzielten Ergebnisse für die Physio- Oder sollte auch dieser große Gelehrte, dessen wissenschaftlicher lungsorte für das Parlament sind Berlin, Paris, London, Rom, Peters- logie und die biologische Chemie von unschäzbarem Wert." Ruhm so fest begründet ist, in ähnlicher Weise versagen, wie es mit burg oder, um das Parlament einer zu starken Beeinflussung durch seine Gastgeber zu entziehen: München, Nizza, Insel Wright, Florenz berühmte Chemiter. scheint an feiner Idee der Gaserzeugung unEine Revolution der Kraftgewinnung. William Ramsay, der Tesla und zum Teil auch mit Edison der Fall gewesen ist? und Moskau. Die berühmten Starnevalsstädte München und Nizza hind in der Tat die geeignetiten Versammlungsorte. Wedekind, der mittelbar aus den Kohlenlagern festzuhalten und in ihrer DurchNachfolger des längst verstorbenen Prinz Karneval als politischer führung die wichtigste Aufgabe seines Lebendsabends zu erblicken. Bokativus mit der Bänderlaute auf einem von gezüchteten Rasse- Daß er noch immer feine genaue Beschreibung des VerDie Akademie der Künste wird ihre nächste Ausmenichen gezogenen er fabrens veröffentlicht hat, daß zur Umwandlung der stellung, die am 15. Januar eröffnet wird, ihren verstorbenen MitWeltparlamentswagen: welch' glänzende Faschingsnummer! Und der mühsame Erich daneben, flammende Auf- tohlenlager in Gas anwenden will, erklärt sich jedenfalls gliedern Hertel, Lessing und Ballot widmen. rufe zur Hebung der Freien Liebe verteilend. daraus, daß er zunächst, einen Verfuch in größerem Maßm. -Kunstabend. Im Schiller- Saal( Charlottenburg) stab für notwendig hält, und er hat auch Verhandlungen findet am Sonntag, den 12. Januar, abends 8 Uhr, ein Starl Carrels neueste Wundertat. Der Nobelpreisträger für Medizin mit dem Befizer eines Koblenlagers eingeleitet, die ihm zur Ein- Loewe Abend statt. und Chirurgie, Carrel, hat, bevor er Paris verlassen hat, um in den richtung einer ersten bedeutenden Anlage Gelegenheit bieten sollen. Was der Name macht. Hermann Sudermanns Laboratorien des New Yorker Rockefellerinstituts seine Arbeiten wieder Sein Vorschlag erinnert an die Art der Ausbeutung mancher Salz- neues Schauspiel" Der gute Ruf" wurde bereits von mehr als aufzunehmen, Prof. Pozzi damit betraut, der Pariser medizinischen lager, deren Inhalt nicht in der festen Form des Steinfalzes an die 100 Bühnen angenommen. Akademie über ein neues Ergebnis feiner Experimente Bericht zu er- Oberfläche befördert, sondern durch Wasser aufgelöst und dann als Der Vesuv in Deutsch Dstafrika. Wie die„ Usamstatten. Es sind dies Versuche, die bekanntlich dem Zwede gelten, Lauge aufgepumpt wird. So will Ramiay die Koble in ihrer natür- bara- Bost" meldet, ist der Oldonye l'Engai in dauernder Tätigkeit. die dem Organismus entnommenen Organe lebensfrisch zu erhalten. lichen unterirdischen Lage zeriegen, das Gas an die Oberfläche bringen An der Nordfeite der Bergspizze rinnt ein weißer Schlammstrom Die von Pozzi gemachten Mitteilungen beweisen nichts mehr oder und dort sofort in Benutzung nehmen. Damit würden alle Kosten herab bis zur Hälfte des Berges, anscheinend Natronschlamm, der weniger als die Konservierungsmöglichkeit der gesamten Eindes Abbaues fortfallen, ein großer Teil des Kohlentransports auf aus dem etwa 75 Meter hohen Nebentrater fommt. Durch Kristalli geweide nach der Trennung vom Organismus. Carrel hat Eisenbahnen und Schiffen und bann auch als zufammenhängendes Ganzes mit einem Griff Stellen viele Straftanlagen an den fierung bildet sich an der Austrittsstelle ein hoher, nadelartiger des Verbrauchs. Die Steinfohlenminen würden in Krater. Zeitweilig werden aus dem Krater Dampfwollen empor die Organe der Brust und des Unterleibs, die Lungen, das ungeheuere Destillationsapparate berwandelt werden. Die gepufft. Serz, die Speiseröhre, Magen und Därme eines Tieres heraus- Dampfmaschinen würden in Zukunft dann nur noch eine bes-Schachnachrichten. Die Wiener Arbeiter- Zeitung" bringt genommen und sie bei einer der Innenwärme des rpers entscheidene Rolle spielen, die Gasmotoren dagegen einen ungeheuren seit dem 1. Januar auch eine Schachspalte, die Sonntags erscheint. prechenden Temperatur von 38 Grad aufbewahrt. die ab- Aufichwung nehmen, was wiederum ein gewaltiger Fortschritt wäre, Sie wird von dem Problemkomponisten Stotre geleitet. 3 Notizen. " Aus der Partei. band 8 M. 447 G. Totenliste der Partei. Aus Industrie und Handel. Bankenverschmelzung im Ruhrrevier. Sunern, wobei zwei Fragen im Vordergrunde der Debatte standen: zetteln in Empfang genommen. Dieser selbe Beisitzer hat aber| Kriegsspielerei muß naturnotivendig dazu führen, daß die Jugend die von der Regierung gewünschte Vermehrung der kleinen auch die leeren Stuverte an die Wähler verabfolgt. Dadurch kam verroht und mit leichtsinniger Nichtachtung des Lebens ihrer MitNoten über die Summe von 300 Millionen Mark hinaus, die es, daß in einigen Fällen Verwechselungen bortamen, weil der menschen erfüllt wird. Die jungdeutsche Ertüchtigung" hat schon 1906 zwischen Budgetkommission und Regierung vereinbart worden Beisiger Kuverts mit Stimmzetteln, die er nicht sofort in die eine ganze Anzahl von verlegten Opfern auf dem Schuldkonto. Und ist; ferner Mängel in der Organisation des Reichsamts Urne warf, mit leeren Kuverts durcheinanderbrachte. Der Streit der obenstehende Fall wird nicht der lezte sein. des Innern. Die letztere Frage wurde vom Genoffen och auf- drehte sich in der Kommission darum, wie dieses Vorkommnis zn geworfen, der folgendes dazu ausführte: Das Reichsamt des Innern bewerten sei. Der Referent beantragte, den Wahlakt in Möckern zu entspricht, offenbar durch Fehler in seiner Organisation beeinflußt, nicht tassieren. Von anderer Seite wurde der Antrag gestellt, nur den Anforderungen, die zu stellen man berechtigt ist. Das gilt vornehmlich die sozialdemokratischen Stimmen zu streichen. Die Sozialdemo für die Behandlung der Arbeiterfragen, die in legter Beit wiederholt fraten beantragten die Streichung von acht sozialdemokratischen eine solche war, daß die gefeßzgeberische Tätigkeit des Reichstages Stimmen. Die Kommission stimmte schließlich einem Antrag des Die Effener Kreditanstalt und der Effener Bankverein, die gehemmt worden ist. So find z. B. dem Amte bei der Prüfung der Zentrums zu, 26 Stimmen dem Sieger in Abzug zu bringen. Das beide der Deutschen Bank nahestehen, wollen die bisher schon beBestimmungen der Reichsversicherungsordnung und der gefaßten mit ist nun borläufig bie Mehrheit für Saupt befeitigt. In der stehende Interessengemeinschaft in eine völlige Verschmelzung umKommissionsbeschlüsse ich were Irrtümer unterlaufen; andere nächsten Sigung, am Mittwoch, steht noch ein Protestpunkt zur Verwandeln. Von den beiden Instituten ist die Effener Kreditanstalt Gesezentwürfe sind mangelhaft und oberflächlich behandlung, von dessen Erledigung die Gültigkeit des Mandats ab- das bei weitem stärkere. Ihre Industrieverbindungen erstrecken sich gründet worden. Der Reichstag ist wieder versammelt, ohne daß hängt. fast über das ganze mitteldeutsche und westdeutsche Industriegebiet. ihm zur Stunde auch nur einer der versprochenen sozialpolitischen Sie zentralisiert in sich den wichtigen Kurenverkehr dieses Gebietes, Gefeßentwürfe vorgelegt worden wäre; in letzter Stunde wieder und zwar sowohl den Verkehr in Kohlenkuren wie auch den in Kaliwerden die Entwürfe fommen, was zur Folge hat, daß die Beratung tugen. An den Börsen in Essen und Düsseldorf hat die Kreditund Prüfung nur eine mangelhafte fein fann. Hier müssen organianstalt eine maßgebende Stellung. Der Abschluß des Unternehsatorische Mängel im Amte vorliegen, die dringend der Beseitigung be mens für das Jahr 1911 schloß mit einem Reingewinn von 7,8 Millio dürfen. Staatssekretär Delbrüd stellte lebhaft in Abrede, daß In Langebrüd bei Dresden starb in der Nacht zum Freitag nen Mart gegen 6,9 Millionen Mark im Jahre vorher. Die fein Amt organisatorische Mängel in der vom Abg. Hoch an der Genoffe Mag Radestod, der seit der Gründung des Ver Dividende betrug wie im Jahre vorher 8% Prozent. Der Effener gedeuteten Art aufweise. Die Schwierigkeiten für das Reichsamt bandes deutscher Konfumvereine dessen Vorfizzender war. Er war Bankverein hat ein Attienkapital von 30 Millionen Mart. Das des Innern liegen in der ungemein fomplizierten Staatsmaschinerie. 27 Jahre lang Geschäftsführer des Konsumvereins in Pischen, bis Institut hat ebenso wie die Effener Kreditanstalt eine ziemlich Manche sozialpolitischen Gesezentwürfe müßten einen wahren ihn feine Krankheit zwang, sein Amt niederzulegen. schnelle Erweiterung durchgemacht. Der Effener Bankverein wurde. Leidensweg zurücklegen, bis sie an den Reichstag gebracht im Jahre 1898 mit einem Aktienkapital von 5 Millionen gegründet. werben können. Herr Delbrück schilderte recht anschaulich und Coftas Rückkehr in den Schoß der Kirche" dementiert. Schon im Jahre darauf erhöhte er sein Rapital um 2% Mill. Mark. drastisch, welch endlose, komplizierte und mühevolle Verhandlungen zwischen den einzelnen Reichsämtern, dann mit der preußischen Re- Kurie der Diözese von Imola, in deren geistlicher Jurisdiktion für 1911 turbe eine Dividende von 7 Broz. ausgeschüttet. Nadh Nom, den 8. Januar.( Eig. Ber.) Das offizielle Organ der Dann folgte eine Ruhepause von mehreren Jahren, seit 1905 aber ist das Sapital dauernd und ziemlich erheblich gesteigert worden. gierung und mit den einzelnen Ministerien in Preußen; ferner mit Gen. Cofta gestorben ist, dementiert an leitender Stelle die Lüge ben lekten Mitteilungen über die Geschäftsresultate des Unter für 1911 wurde eine Dividende von 7 Proz. ausgeschüttet. Nach den Regierungen der Bundesstaaten und endlich mit dem Bundesrat der„ Unità Cattolica" über Costas Belehrung auf dem Sterbebett. nehmens ist für 1912 eventuell mit einer fleinen Ermäßigung ber notwendig sind, bis so ein Entwurf zur Vorlage an den Reichstag gebiehen Da die Kurie von Imola um eine etwaige feelforgerische Handlung nehmens ist für 1912 eventuell mit einer fleinen Ermäßigung der ist. Der ganze Jammer unserer verfassungsrechtlichen Zustände trat im Hause Costas unbedingt wissen müßte, sollte das klare und under Gesamtübernahme des Effener Bankvereins ihr Kapital nicht Dividende zu rechnen. Die Effener Kreditanstalt wird zum Zwed deutlich und lehrreich aus diesen Darlegungen hervor, die zu zweideutige Dementi, das dem klerikalen Blatt zur Ehre gereicht, protokollieren Genoffe Ledebour beantragte. Die Debatte über die Frage ein für allemal aus der Welt schaffen. Troßdem darf unerheblich erhöhen müffen. Die Erhöhung ist auch schon vordiesen Gegenstand wurde zunächst zurückgestellt, um vorher die Ber- man nicht hoffen, daß die Schwarzen mit ihrer Lügerei aufhören. blidlich ist an die Durchführung dieses Blanes noch nicht zu denken, gesehen, den Zeitpunkt hat man aber noch nicht festgelegt. Augenmehrung der kleinen Noten zu diskutieren. Reichsbantpräfident b. Sabenstein versuchte, die Regierung Parteiliteratur. weil bei der gegenwärtigen politischen Lage die Emission neuer von der Bindung zu befreien, daß sie kleinere Noten nur bis zum Attien mit Schwierigkeiten verbunden sein dürfte. Der AufsichtsDie Affumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur öforat der Effener Kreditanstalt ist jedoch schon berart ergänzt worden, Betrage von 300 Millionen ausgeben kann. Die Regierung hat nomischen Ertlärung des Imperialismus. unter dem Zwange der Verhältnisse die Summe schon über: Rosa Luxemburg. Verlag Buchhandlung Vorwärts Paul Deutsche Bank sucht durch diese Fusion ihre Industrieintereffen im Bon daß man von einer Personalverschmelzung sprechen tann. Die schreiten müssen. Der Bedarf an Zahlungsmitteln stieg mit der rapiden industriellen und wirtschaftlichen Entwickelung enorm. Singer G. m. b. H. Berlin SW. 68. Preis 6 M., Halbfranz- Westen Deutschlands zu vereinheitlichen. Sie hat dann dort zwei Allein in den Jahren 1902 bis 1912 hat die Reichsbank etiva starte Stüßpunkte: die erweiterte Effener Kreditanstalt und die Das Buch Rofa Luremburgs zerfällt in drei Abschnitte. Der Bergisch- Märkische Bank in Elberfeld. 2500 Millionen Wart darunter die größere Hälfte in Gold als Bahlungsmittel in den Verkehr werfen müssen. Der Notenumlauf erfte, theoretische Teil behandelt das Problem der Reproduktion des hat in den letzten zehn Jahren um eine Milliarde zu Stapitals; der zweite Abschnitt bringt eine Darstellung und fritische hat in den letzten zehn Jahren um eine Milliarde zu Auseinanderiezung mit den bisherigen Lösungsversuchen; der dritte, genommen. Durch die Ausgabe fleiner Noten ist es gelungen, den wirtschaftshistorische Abschnitt behandelt die geschichtlichen Be- schen Reiches gegebenen Uebersicht hat sich die Gesamtzahl der wäh Nach einer in den Vierteljahrsheften zur Statistik des DeutGoldbestand der Reichsbant um rund 200 Millionen zu heben. dingungen der kapitaliſtiſchen Akkumulation. Sollte mir der Verfuch rend des Betriebsjahres 1. September 1911 bis 31. Auguſt 1912 in mindestens 200 Millionen Gold. v. Havenstein schilderte sodann Im Vorwort bemerkt die Verfafferin: eingehend, wie aus wichtigen wirtschaftlichen Gründen und gelungen fein, dieses Problem wissenschaftlich eraft zu faffen, bann Betrieb befindlichen Rübenzuderfabriken gegen das Borjahr von natürlich auch aus folchen der Striegsbereitschaft- ein hoher Gold- bürfte die Arbeit außer einem rein theoretischen Intereffe, wie mir 354 auf 342 oder um 12 vermindert. Die Bahl der Raffinerien bestand dringend geboten ist. Als im Oktober vorigen Jahres, scheint, auch einige Bedeutung für unseren praktischen Kampf mit ist von 35 auf 31 zurüdgegangen. Wir haben es hier mit einem schon seit mehreren Jahren im Gange befindlichen Konzentrations. hervorgerufen durch die Vorgänge auf dem Balkan, auch in dem Imperialismus haben." Im Verlag von J. 5. W. Die Nachf. in Stuttgart ist prozeß in der Buderindustrie au tun. Trotzdem hat sich die mit den deutschen Grenzbezirken eine Banik das Publikum ergriff. foeben erschienen: Geschichte des Sozialismus in England. Von Buderrüben bebaute Fläche wie in den beiden Vorjahren wieder mußte die Reichsbank über 500 Millionen in gemüngtem Mt. Beer. XII und 512 Geiten Großoftav. Preis broschiert erheblich vergrößert: sie betrug 505 Settar gegen 478 Settar in Golde hinausgegeben, gegen gegen etwa 57 Millionen in derselben Zeit in den Vorjahren. Allein im November mußten 6,50., gebunden 7,50 M. Aus dem Inhalt heben wir herbor: Erster Teil. Wirtschaftliche Infolge der übergroßen Size des Sommers 1911 war die die deutschen Sparkassen 70 millionen mehr auszahlen, Rebolution, Sozialtrifit und Sozialismus. Von 1750 bis 1824. Grnte eine sehr schlechte. Troß der vergrößerten Betriebsfläche als bei ihnen eingezahlt worden sind, während fie noch im gleichen Streiter Teil. Die Periode des Chartismus. Von 1825 bis 1854. wurden nur 9 Millionen Rüben geerntet, gegen 15,7 Millionen im Monat des Vorjahres ein Plus von 40 Millionen zu ber Vorjahre. Die Zuderausbeute der Rüben betrug durchschnittlich 15,54 zeichnen hatten. Für die deutschen Finanzen bestehe, bei ent- Dritter Teil. Die neueste Periode. Von 1855 bis 1912. sprechender vorsichtiger Gebarung, feine berechtigte Sorge, auch Der Verfasser schreibt im Vorwort unter anderem:„ Das bor. Kilogramm aus einem Doppelgentner und blieb damit hinter der nicht im Kriegsfalle. Von Intereffe war auch die Angabe des liegende Buch will eine zusammenhängende Geschichte des fogia- borjährigen, die 15,96 kilogramm betragen hatte, zurüd. Die ge= jamte Erzeugung aller Betriebsanstalten belief sich auf Reichsbankpräsidenten, daß der Jahresverbrauch der Golb ber- liſtiſchen Denkens und Strebens sowie der politischen Arbeiter- 15 mill. Doppelzentner gegen 26 Millionen im Vorjahre. Man mus arbeitenden deutschen Industrie sich auf etwa 40-45 Millionen Mart bewegung Großbritanniens feit ungefähr 1750 bis Ende 1912 geben. bis zum Jahre 1893/1894 zurüdgehen, um auf eine geringere Buderan Goldmünzen belaufe, für den die Reichsbank neuerdings der Es ist sowohl für Arbeiter wie für soziologische Fachleute ge= Industrie jährlich ungefähr 20 Millionen an ungeprägten Zwanzig- schrieben. Ich war deshalb bestrebt, einerseits volkstümlich und erzeugung in Deutschland zu stoßen. Der Zuderverbrauch hat sich infolge dieser Mindertlar zu schreiben und vom Leser wenig vorauszusehen, anderermartstiden zur Verfügung stellt. Für die Konservativen erklärte Abg. Rreth, daß fie gegen die feits auf Grund erheblicher Quellenforschungen Neues zu bieten, erzeugung und dadurch bewirkten Preissteigerung natürlich berAusgabe fleiner Noten ohne jebe Bindung der Summe doch noch wichtige und schtver zugängliche Dokumente wenigstens bruchſtüdingert. Er betrug auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet Bedenten begen. Im Often Deutschlands sei im Herbst die weise zu reproduzieren, ökonomische und sozialphilosophische Ge- 16,9 Kilogramm gegenüber 19,0 kilogramm. Gingeführt wurden 1213 Doppelzentner ausländischer RohBanit so groß gewesen, daß die Leute Gold stü de mit einem Santenkreise zu berühren oder angudeuten, die auf das wissenschaft. Aufgeld von 50 f. für je 10 M. aufgekauft haben. liche Denken anregend wirken dürften... Der denkende Arbeiter auder und 10 854 Doppelzentner Verbrauchszuder. Ganz unAbg. Gothein trat für Vermehrung der kleinen Noten ohne dürfte in diesem Buche nur auf wenige Stellen stoßen, die über fein bergleichlich bedeutender ist die Ausfuhr, die 2,8 Mill. Doppeljede Bindung ein. Die Panit, die mit Recht kritisiert worden Verständnis hinausgehen, vorausgefekt, daß er Kapitel für Kapitel sentner in Robauderwert betrug. Sie hat damit freilich nicht viel sei, wurde in erster Linie durch die Offiziere bei den liest, denn sie sind so gehalten, daß fie methodisch von einem zum mehr als den fünften Teil der Ausfuhr des Vorjahres erreicht. Ebenso dürfte der Fachmann eine weniger Kontrollversammlungen und durch die Bezirkskommandos anderen überleiten. Aus der Frauenbewegung. hervorgerufen, die Referbeoffigiere und Mannschaften in der lüdenhafte Einsicht in die sozial- theoretischen Probleme Großbrifinnlosesten Weife tanniens der legten hundertfünfzig Jahre gewinnen als aus anin den Glauben bersetzt haben, die Mobilmachung und damit der Krieg ständen unmittelbar beren Schriften über denselben Gegenstand. bebor. Der Reichsfanzler habe die Berpflichtung, gegen solche Vor- Die tschecho- flawische Sozialdemokratie hat wenige Tage nach Die tschecho- flawische Sozialdemokratie hat wenige Tage nach Das Kinderschutzgeseh vom 30. März 1903, das bei weitem nicht gänge einzuschreiten. Abg. Roland- 2yle trat ebenfalls für dem Tod des früheren Reichsratsabgeordneten und unermüdlichen der sozialdemokratischen Forderung nach Abschaffung der KinderDie Bermehrung der kleinen Noten ohne Bindung ein und besprach Beiters der Prager separatistischen Gewerkschaftskommission, Josef arbeit überhaupt entspricht, fönnte bei gründlicher Durchführung als Fachmann in Finanzfragen die gegenwärtige Situation. Deutſch- teiner, abermals einen schweren Verlust erlitten. Der Ber- dennoch eine segensreiche Wirkung haben. Da die Ueberwachung land habe zurzeit 4850 Millionen Mark Goldmünzen im Umlauf; treter des Bergtverks- und Hüttenbezirts Schlan- Kladno im Reichs- des Gesetzes aber den Gewerbeaufsichtsbeamten übertragen wurde, beim Publikum werden für etwa zwei Milliarden Goldstücke vor- rat, Gen. Wilhelm Cerny, ist in Prag, erst 48 Jahre alt, plök- ohne daß eine Vermehrung der Gewerbeinspektoren erfolgte( agahd handen sein. Der Goldbestand der Reichsbant müsse erhöht werden; lich gestorben. Er war Obermonteur in einer der größten Prager wirklichen Erfolge des Gesetzes nichts zu bemerten ist. Man gehe hatte Verdreifachung gefordert!), so erklärte es sich, daß von einem die Bank von Frankreich habe einen Goldbestand von 8000 Waaschinenfabriken und hatte sich im Gewerkschaftstrach ebenfalls Millionen Frant, also dreimal mehr als Deutschland. Die ben separatistischen Bestrebungen angeschlossen, weshalb er auch bei frühmorgens an den Zeitungsexpeditionen der bürgerlichen Blätter Debatte geht am Dienstag weiter. den Wahlen von 1911 der Nachfolger des beim Metallarbeiter. borbei und urteile dann! gentralverband verbliebenen Gen. Hornof im Wahlkreis Schlan 300 Millionen in fleinen Noten bedeuten eine Ersparung um Kleine Anfragen. Der Abg. Dr. Thoma hat eine Anfrage eingebracht, die dahin geht: it dem Herrn Reichsfanzler bekannt: 1. ob die bayerische Negierung ihre Gesandtschaften im Auslande zur Mitarbeit an der neuen Bayerischen Staatszeitung" heranzuziehen beabsichtigt, und 2. ob Vorsorge getroffen ist, daß die Behandlung von Fragen der Reichspolitik, insbesondere der auswärtigen Politit, in jenem offiziösen Breßunternehmen der bayerischen Staatsregierung nur im Einbernehmen mit dem verantwortlichen Leiter der Reichspolitik erfolgen fann." Aus der Wahlprüfungskommission. wurde 1910/1911. Zuckergewinnung im Jahre 1911/12. Zur Durchführung des Kinderschuhgefehes. cordia" darauf hin, daß die Mitarbeit der Schule bei der Gewerberat Bender- Charlottenburg weist in Nr. 22 der ConDurchführung des Gefeßes unentbehrlich fei. Besonders bewährt Bersonalien. Zum Barteifekretär für Elberfeld Barmen haben sich hierbei die Schulpflegerinnen, die in Charlottenburg die wurde der bisherige Leiter der Filiale der Freien Breffe", Genosse Zusammenarbeit von Haus und Schule erleichtern. Der Bericht Otto Sohnen, gewählt. Der bisherige Parteisekretär, Genosse einer Pflegerin über ihre Erfahrungen bei Bekämpfung der KinderDrescher, tritt am 1. Februar als Sefretär beim Konsumverein arbeit enthält u. a. folgenden interessanten Passus: Vorwärts" in Barmen ein. 11 " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Eine Freisprechung. Am schwierigsten find die Fälle, wo die Wutter wegen der Heinen noch nicht schulpflichtigen Kinder tagsüber nicht von Hause fort laun und doch zur Mitarbeit gestvungen ist. Sie muß die frühen Morgenstunden benußen und Frühstüd- und Beitungsaustragen übernehmen. Sier scheinen die Arbeitgeber bei der Ausdehnung der Gänge vielfach im stillen auf Kinderhilfe mitzurechnen. Wenn wir uns an Wegen angeblicher verleumderischer Beleidigung des Stoll berger Stadtbauinspektors war Genoffe Mann vom Schöffen Der fortschrittliche Abg. Weinhausen ersucht in Form einer gericht Stollberg zu einem Monat Gefängnis verfleinen Anfrage den Reichskanzler um Auskunft darüber, welches urteilt worden. Genosse Mann ist Mitglied des Stollberger Stadt ben Arbeitgeber wenden mit der Bitte, der Frau von selbst einen rung gehabt haben und zwar wird verlangt, au wissen, in wieviel einer Versammlung des Bürgervereins getan haben, in der Stadt. tinder zu untersagen, so erhalten wir gewöhnlich die Antwort, daß Kreisen die Bertrauens- und Erſatzmänner von der Behörde ernannt verordnete über ihre Tätigkeit im Kollegium berichteten. Genoffe man von der Beschäftigung der Stinder gar nichts wiffe, daß die werden mußten, in wieviel Kreisen nur eine einzige Liste eingereicht Mann gehörte dem Bau- Ausschuß an und kritisierte das Verhalten Frau auch die größere" Tour" ganz gut allein schaffen könne und wurde, in wieviel Kreisen Wahlen zustande gekommen sind, wieviel einiger Stadtverordneter. Dabei kam er auch auf den Wasserbergl." Weiter flingt auch aus diesem Bericht ein verhaltener Stimmen insgesamt abgegeben wurden. Weiter wird angefragt, ob leitungsbau zu sprechen und bei dieser Gelegenheit soll er gefagt Seufzer über die Rüdenhaftigkeit des Gesezes, das häusliche und wann eine amtliche Bekanntgabe des Ergebnisses in haben, der Stadtbauinspektor habe eigenmächtig oder eigennüßig Dienstleistungen erlaubt, so daß bei Verquidung gewerblicher mit Form eines vollständigen Adressenverzeichnisses der gewählten Vergehandelt, denn es feien Gußrohre eingelegt worden, während im häuslicher Arbeit ein Eingreifen erschwert, wenn nicht unmögtrauens- und Ersatzmänner zu ertvarten ist. Bau- Ausschuß die Benutzung von Mannesmannrohren beschlossen lich ist. worden sei. Genoffe Mann bestritt entschieden, die Aeußerungen Soweit es sich um befoldete Schulpflegerinnen handelt, die als eigenmächtig" oder„ eigennüßig" gebraucht zu haben. Das Beamtinnen der Schulverwaltung angestellt sind, könnten eine BerDie Prüfung der Wahl des Abg. Siebenbürger( f.) wurde Schöffengericht Stollberg hatte aber in der Hauptsache auf Grund mehrung dieser Stellen nur begrüßt werden. Die zwedmäßigste am Freitag fortgesetzt. In 82 Orten wurden die Wählerliften zu von Aussagen des Ergenossen Frenzel und anderen die Schuld M.s Magnahme zur Durchführung des Kinderschuhgefeßes aber ware spät ausgelegt, vielfach ist den Wählern nicht gestattet worden, Ein- für erwiesen erachtet. Dagegen hatte sich Mann mit der Berufung trotzdem eine Vermehrung der Gewerbeaufsichtsbeamten, wenn sicht in die Wählerlisten zu nehmen. Die Wahlzellen waren vielfach an das Landgericht Chemnis gewendet und auch die Staatsanwalt. nicht ber Inspektoren, so boch der Gewerbeamisaffiftentinnen, bie völlig ungeeignet. Selbst wenn aber bei allen diesen Berstößen die schaft hatte das Rechtsmittel benutzt, weil die Borinftans nicht beffer noch als Schulpflegerinnen berufsmäßig die Bekämpfung fonservativen Stimmen taffiert worden wären, hätte der Abg. Sieben wegen öffentlicher Beleidigung verurteilt hatte. Das Berufungs- ber Kinderarbeit in Angriff zu nehmen hätten. bürger immer noch die Mehrheit. Deshalb wurde die Wahl für gericht gelangte auf Grund des Ergebnisses der umfangreichen Be weisaufnahme auf Verwerfung der staatsanwaltschaftlichen Be gültig erklärt. Im Wahlkreise Jerichow wurde in der Stichwahl der rufung und erkannte auf kostenlose Freisprechung des mit 15 268 Stimmen gewählt gegen Angeflagten. Abg. Haupt( Soz.) 15 256 Stimmen, die auf den früheren Vertreter, Major v. Byern, entfielen. Die Mehrheit betrug also nur 7 Stimmen. Von konfer vativer Seite ist die Wahl angefochten worden. Die Prüfung der für ungültig erklärten Stimmen führte dazu, daß die Stimmenzahl für Haupt fich auf 15 273 erhöhte, togegen dem Konservativen zwei Jugendbewegung. Die sozialdemokratische Partei hat die Mangelhaftigkeit der Durchführung des Kinderschußgefeßes lange ertannt, und bei der unendlichen Wichtigkeit dieser Frage für die Arbeiterflaffe gemeinfam mit den freien Gewerkschaften die Kinderschustommissionen geschaffen. Die Berichte der einzelnen Ortstommissionen über ihre Tätigkeit beweisen, welche große Arbeitsleistung fic den Gewerbeinspektionen abnehmen. Neben der direkten Arbeit gegen die Kinderausbeutung Hlären fie bie Slafsengenossen über Aus Lüdenscheid wird berichtet: Beim Kriegs.bie wahren Ursachen der Not und die Pflichten gegen die Kinder auf. Die sozialdemokratischen Helfer übernehmen nur gezivungen und zur Wahrung ihrer höchsten Interessen Pflichten, die die Regierung vernachlässigt. Kinderarbeit heißt Kinderleid, heißt aud Schwächung der Nachkommen, die die Früchte unseres Stampfes ernten sollen, und nicht auleht: Schmuskonkurrens. Jungdeutsche Erziehungsresultate. Stimmen gestrichen wurden. Die Beweiserhebung ergab nun, daß spielen wurde ein Schuftnabe von einem zwölfjährigen in drei Fällen Armenunterstützungsempfänger gewählt hatten. Diese Sameraden mittels einer Flobertbüchse in die Brust ge Stimmen mußten dem Sieger abgezogen werden wesentlicher war ich offen. Der Schuß durchbohrte die Lunge. Der Anabe befindet ein anderer Protestpunkt. In der Stadt Mödern hat nicht ber jich in hoffnungslosem Zustande im Krankenhause. Wahlvorsteher, sondern ein Beisiger die Stuverts mit den Stimm. Die mit Hochdruck von den Jungdeutschlandgrößen gepflegte Dem Genossen Fritz Zubeil dem langjährigen Bertreter im Reichstage, senden zu seinem 65. Geburtstage die besten Glüd wünsche 19885 Mehrere Genossen des Kreises Teltow- Beeskow- Charlottenbrg. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Landsberger Viertel. Bez. 420 II Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Schäftearbeiter Ludwig Krolewski Allensteiner Str. 10, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. Januar, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes der Frei religiösen Gemeinde, Pappelallee, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Den Parteigenossen zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Gastwirt Albert Oelschläger Thüringer Straße 16( 12. Bezir!) verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des JakobiKirchhofes in der Hermannstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Noritand. Verband der Steinsetzer, Pilasterer u.Berufsg. Deutschlands Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege und Ehren mitglied Julius Holzkamm am 8. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 11. b. Mis., nachmittags 2 Uhr, vom: Trauerhause aus, Lichten berg, Sleinestraße 2, nach dem Bentral- Friedhof, Friedrichsfelde, natt. Rege Beteiligung erwartet 175/1 Der Vorftand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Klavier brbeiter Wilhelm Wolff Büdlerstraße 3, im Alter von 61 Jahren gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 13. Januar, nach mittags 3 1hr, von der Halle des Emmaus- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Am 8. Januar starb nach kurzen, schweren Leiden mein lieber Mann, der Tischler 63A Wilhelm Wolff. Um stille Teilnahme bittet Frau Wolff. Die Beerdigung findet am Mon tag, den 13. d. Mis., nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Emmaus Kirchhofes aus statt. Am 9. Januar verstarb nad furzem, fchwerem Leiden unsere liebe Tochter, Schwester und Braut Martha Möhl im Alter von 17 Jahren. 1994b Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mon tag, den 13. 5. Mts., nachmittags 22 Uhr, von der Kapelle des Philippus Apostel Kirchhofs, Müllerstraße 44/45, aus statt. Deutscher Metallarhelter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Metallarbeiterin Martha Möhl gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Januar, nach mittags 2%, Uhr, von der Leichenballe des Philippus- Apostel- Kirchhofes aus auf dem städtischen Friedhof, Müllerftr. 44/45, statt. Rege Beteiligung erwartet 110/13 Die Ortsverwaltung. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Groß- Berlin. Am 8. d. Mts. verstarb unser Mitglied, die Stollegin Anna Broksch. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Zamuar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Friedhofes, Nordend, aus ftatt. 56/2 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme und die Stranz spenden bei der Einäscherung meines lieben Mannes und unseres lieben Vaters Paul Heibel fagen wir hiermit allen Teilnehmern unseren herzlichiten Dant. 83A Frau Käte Seibel. As Kinder: Elje u. Walter Seibel. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die Strangipenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Beteiligten meinen herzlichsten Dant. Die trauernde Witwe 1995b Julie Tabor. Greift zu! Jed. Herrn, der sich eleg. u. bill. kleiden will, empfehle eleg. Monatsgarderobe in feinsten Werkstätt. Berlins gearb., von Herrschaften, Doktoren, Kavalieren nur kurze Zeit gebr.( fürjed. Fig pass.) Monats- Jackett- Anzüge 8, 10, 14, 18 M Monats- Rock- Anzüge 10, 12, 16, 20 M. 8, 10, 14, 18 M. Monats- Herren- Hosen 2,50, 5,00 M. Ulster, sehr billig. Große Abteilung neuer Garderobe Gr. Zentralverband d. freien Händler Monats- Paletots Sitz Essen- Ruhr Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Um 3. Januar verstarb plökli unser Mitglied, Kollege 281/7 Karl Sydow. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Moldauer, Nabe Strausberger Pl.) Bitte genau auf No. 98 zu achten! Bauernschänke Zentrum Neue Promenade 1 ununterbrochen auch bei Tag geöffnet. Konzert. Stimmung. Humor. Liefere auch nach auswärts. Möbel- Lechner Spezial Möbelhaus auf Kredit und gegen bar. 1. Geschaft: Brunnenstraße 7 am Rosenthaler Platz Ecke 2. Geschäft: Müllerstraße 174 Fennstraße Stube und Küche... Anzahlung von M. 15.- an Einzelne Möbelstücke Anzahlung von M. 5.- an Größte Kulanz. Riesen- Auswahl. Vorzeiger dieses Inserats erhält bei Kauf von 50 Mark an 5 Mark gutgeschrieben. Kunden, die ihr Konto bei mir oder in fremden Geschäften beglichen haben, erhalten bei mir für denselben Wert Kredit ohne Anzahlung. Sonntag geöffnet von 12-2 Uhr. Tadellos 1M. wöchentliche Teilzahlung liefere elegante Herren- Moden fertig und nach Mass. Garantie für tadellosen Sitz und feinste Verarbeitung. J. 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Herren 1 Paar Filz- Pantoffel mit weisser Filzsohle für 95 Damen cder Herren.. 1 Paar Melton- Pantoffel Pf. mit schwarzer Filzsohle für Damen ca. 22 cm Deckel, ca. 20 em ca. ca. 14, 16, 18 cm 34 cm 95 Pf. Pf. 1Bratpfanne 30 bis 95 2 Maschinentöpfe gestanzt, mit Ausguss, ca. 12 und 16 cm u. 28 cm 2 Küchenschüsseln" 1 Waschbecken Porzellanform, ca.38cm 1 Wasserkessel mit Sack 95 Pf. B 1 Waschschüssel 1 Wasserkrug 1 Seifnapf zusammen 1 Meter Lakendowlas ca. 150 cm breit 3 Stubenhandtücher Weiss Drell, ca. 48 x 100 cm, gesäumt und gebändert 3 Küchenhandtücher 68. Gerstenkorn mit roter Kante, 48 x 100 cm gesäumt und gebändert. gebändert 6 Geschirrtücher gesäumt und 3 Jacquard- Servietten gebleicht, gesäumt, 1 Jacquard- Tischtuch gebleicht, gesäumt 1 Rolltuch Halbleinen, gestreift, 1 Kaffeedecke in vielen Farben 1 Frottierhandtuch Jacquardca. 180 cm lang, gesäumt kante, extra lang ledie Wäsche 1 Damenhemd Fasson- 95 Pf. schnitt, verschiedene Garnierungen 1 Damenhemd Vorder- 95 Pf. oder Achselschluss mit Languetten mit Languetten 1 Nachtjacke verschiedene Stoffe 1 Beinkleid Knie- o.lange Form, m. 951 Pf. 1 Garnitur Sand, Seife, Soda 1 Wanne rund, mit Hohl- 95 Pt. griffen, ca. 40 cm 1 Mülleimer mit Auf- 95 Pf. schrift 1 Wanne oval, mit Hohlgriffen, ca. 45 cm Aluminium Stickereigarnierung 1 Untertaille mit Stickerei und 95 Pf. banddurchzug Seiden1 Kissenbezug mit breitem 1 Anstandsrock mit Volant und Languette Einsatz aus Barchent, 1 Mädchenhemd Achselschnitt für 6-14 Jahre oder Fasson1 Mädchenbeinklcid aus Barchent, geschlossene Form, mit Stickerei- Volant, für 6-14 Jahre 1 Knabenhemd für 6-14 Jahre Handarbeiten 1 Schmortopf ca. 20 cm 95 Pt. 1 Kaffeewärmer aus stark1 Fleischtopf 95 ca. 20 cm fädigem Stoff, handgestickt Pf. 1 Maschinentopf 18cm 95 Pf. 1 Bratpfanne ca. 24 cm 95 Pf. 1 Kasserolle ca. 20 cm 95 Pf. Kleiderstoffe ca. 90 bis 130 cm Kostümstoffe breit Blusen- Flanelle ,, Reine Wolle" Blusenstoffe in verschiedenen Ausführungen Reine Wolle", hübsche BorMusseline den Einheitspreis Meter 95 Pfennig 1 Stuhlkissen 95 P Pf. 1 Kissenbezug ErikaMotive handgestickt 95 Pl. handgestickt, fertig montiert 1 Decke oder Läufer aus silbergrauem Stoff, vorgezeichnet a. Aida- Stoff, 1 Besenhandtuch garniert und vorgezeichnet 1 Küchentischdecke garniert und vorgezeichnet Korsetts a. AidaStoff, 1 Korsett halbhohe Fasson, grau 1 Korsett Empire Fasson, 95 Pf. m. od. ohne Spiralfedern m. Spiralfedern 1 Frack- Korsett aus gemustert. Reste u. Abschnitte von Einsätzen, Spitzen, Stickereien 1 Büstenhalter 1 Teeservice 5teilig, reich dekoriert 95PL. 6 SportLikörkelche aut hohem Fuss 95Pt. 1 Kaffeekanne Porzellan ca.2-2, Liter Inhalt 95PT. Stoffen ****** 1 Decke oder Läufer aus 4 Quadraten zusammengesetzt, mit Einsatz und Spitze garniert 5 Pt. 1 Käseglocke 1 Butterdose Olivenmuster zusammen 95Pt. 1 Wasserflasche 2 Wassergläser geschliffen zusammen 95 Pr Pf 6 Weinrömer auf hohem Fuss 95Pt. 12 gelbe Polier- oder Ledertücher 95 Pl. 1 Vase aus Ton, ca. 32 cm hoch 95PL. Zigarrenschrank mit Schloss, ca. 45 cm hoch, ca. 26 cm breit 95 P Pf. 1 Tüllbettdecke 95 PL. 1 Tischdecke Filztuch, reich bekurbelt 95 P 1Paar Damen- Halbhandschuhe Pert filet, Reine Selde", lang o Knopt 95P. 1PaarDamen- Glacehandschuhe eder, Lamm mit 2 Druckknöplen, schwarz, weiss, tarb.95 Pt. 3 Herren- Kragen Leinendecke 4 fach, moerne Formen 95 PL 95 Pf. 12 Taschentücher ,, Linon" 95Pt. 6 Speiseteller 1 Küchenbeil 95PL. tiet oder flach, mit moderner Bordure 95PL Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag. Vorwärts Buchdruderet u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. Ar. 9. 30. Iahrgavg. 2. Keilqe Ks Jotmärff Kerl« Bullislilatl Zonnabtud, 11. Januar 1913. Hus aller CHelt. Das verpaßte Btaatshteid. Die„Diiinchener Post" erzählt: Mit dem schwungvollen Gange, den sich der Herr Minister- Präsident seit neuerer Zeit angewöhnt hat, durchschreitet er am Donnerstag früh die Halle des HauPtbahnhofeS. An seiner Linken mit flättternden Rockschößen, daS EinglaS inZ Auge geklemmt, der unentbehrliche LegationSrat. Hinter ihm mit dem Koffer in der Hand der neue Kammerdiener aus Italien. In der Nähe des Gepäckschalters halten Seine Exzellenz den schwebenden Schritt an und geruhen dem Kammerdiener zu befehlen:.Geben Sie das Gepäck auf. auf Freikarte nach Stuttgart, es kostet nichts t" Eine tiefe Verbeugung und der Kammerdiener trägt die kostbare Last, den Koffer mit der Staatsuniform und den schimmernden Vertrauensbeweisen des Regenten, an die Gepäck- bcförderungsstelle. .Auf Freikarte nach Stuttgart", näselt er den Beamten an und geht stolz davon, jeder Zoll em Kammerdiener eines großen Herrn. „A�f zwei Karten nach Stuttgart", sagt der Mann in der Ab- fertigung und schiebt dein Beamten im Schalter den Schein zur Abrechnung hin. S. 52, Abfahrt 8 Uhr 22 nach Stuttgart, steht bereits am Perron. Exzellenz und Herr LegationSrat belieben noch nicht Platz genommen zu haben. Herr Legationsrat schwänzelt um seinen erhabenen Chef wie ein girrender Täuberich um seine Erwählte. In ehrerbietigem Abstand stehen, mit weißen Baumwoll- Handschuhen an den Händen, die Gewaltigen deS Bahnhofes, die Verfrachtung der hohen Personen höchstselbst zu überwachen. ..Bitte, einsteigen erschallt's längs der Wagenreihe. Da kommt ein Mann aus der Gepäckabteilung schnaufend an den Packwagen und schreit:.Das Koffer! da aus Stuttgart muß heraus! Der Lali hat sein' Gepäckschein net abgeholt I' Und der Koffer Seiner Exzellenz fliegt mit elegantem Schwung wieder aus dem Packwagen heraus. Die Schiebetür rasselt zu. 8. 52 pfaucht davon. Einer der Bahnhofobersten sieht den schwitzenden Mann mit dem Koffer vorbeigehen und hält ihn an. „Was haben Sie da?" „Ein Kofferl, für das die ExpeditionSgebühr nicht bezahlt worden ist." Der Bahuhofalleröberfte tritt hinzu. Käieweiß schreit er:.Um Gotte» willen, das ist ja der Koffer Seiner Exzellenz des Minister- Präsidenten mit der Staatsuniform für die Beisetzung Kiderlen« WaechterZ!" Händeringen, schweißtreibende Aufregung, Herbciholung des Eisenbahnpräfidenten. Der hat die erlösende Idee..Sofort muß ein Differenzbeamter mit einem Auto nach, nach Ulm telegraphieren, 8. 52 stellen, bis Auto da ist." Der Differenzbeamte langt sich da? erste beste Auto am Bahn- hofplatz und fort geht'S mit dem Stadtchauffeur zur Fernfahrt. Bis Augsburg geht's in leidlichem Tempo. In der Fuggerstadt lassen die geographischen Kenntnisse des Münchener Chauffeur» au». Nach langer Irrfahrt sind die Gepäckbeförderer Seiner Exzellenz endlich auf die Ulmer Straße.( In Ulm wartet 8. 52 auf telegraphischen Anhieb 20 Minuten über die Abfahrtszeit. Kein Auto kommt. .Das ischt wieder so ä boherische Sauerei," schimpft der StatiouSchcf.„ES Zügele derf net länger warte." Die Paffagiere schimpfen auch. Der LegationSrat renkt sich den Schwanenhals nach dem verpaßten Kofferl aus. Kein Auto kommt, kein Kofferträger. Die Reisenden schimpfen lauter. Weitere zwanzig Minuten vergehen. Fünf Viertelstunden vergehen. Die Passagiere drohen Hand- gemein zu werden mit dem Personal. „Jetzt goht mir die Geduld auS!" brüllt der StationSchcf", „mag dem Minischterle sei' Kofferte beim Teufele sei'." 8. 52 dampft ohne den Koffer Seiner Exzellenz fort. Es ist 12 Uhr 8. Um 1 Uhr hinkt ein krankes Auto in Ulin an. Der Differenz- beamte rast mit dem Koffer an den Perron. 8. 52 natürlich fort. Was nun? Da» Münchener Auto streikt: Also mit einem Ulmer Auto nach Stuttgart. Grinsend cinpfängt der Ulmer Schnauierl« lenker den fetten Auftrag. Und los geht'S. Aber nicht lange, denn an der GeiSIinger Steige erklärt der Wagenführer aus Ulm, daß es ihm nicht einfalle, den saudummen Berg wester zu fahren. Inzwischen ist'S 2 Uhr geworden und der Differenzbeamte gibt daS Rennen auf. Jm Leichenzug in Stuttgart aber schreitet ein kleiner, alter Herr im einfachen schwarzen Anzug und zum Leid über den Verstorbenen gesellt sich die innige Trauer über den Verlust des im Kofferle ruhenden RepräsentationSglanzeS. Der LegationSrat aber nimmt gerade das achte Taschentuch in die Hand. Seine Seele ist auf- geweicht in Betrübnis wie eine Semmel in der Milch. Abends Konserenz in der Eisenbahndirektion München. Gegen- stand der Verhandlung: Wer trägt die Kosten? Beschluß: Dem Staatsministerium des königlichen Hauses und des Acußern anheim- zustellen, die angefallenen Beförderungskosten im Betrag von 293 Mark 17 Pfennig aus dem sozialen Fonds der»Staatszeitung" zu decken. Die Entscheidung darüber erfolgt im nächsten Ministerrat unter dem Borsitz Seiner Exzellenz des Staatsministers des königlichen Hauses und des Acnßcrn Dr. Freiherrn Georg v. Hertling. Zur Bluttat iu Orttvig. Bisher ist man über die Person des wegen deS dreifachen Mordes verhafteten Knechtes noch völlig im Unklaren. Bei den Vernehmungen hält sich der Mörder sehr zurück und vermeidet eS, das über seine Person schwebende Dunkel zu lichten. Wie fest- gestellt worden ist, hat der Mörder auf verschiedenen Gütern der Gegend gearbeitet, jedoch konnte über seine Herkunft nichts ermittelt werden, da er auf den einzelnen Arbeitsgelegenheiten stets unter einem anderen Namen Stellung nahm. Im Laufe des Freitag fand in Gegenwart des Mörder» am Schauplatze seiner Untat ein Lokaltermin statt, der die Ver- mutung bestärkte, daß das Verbrechen von mehreren Tätern gemeinschaftlich begangen worden ist. Freitag nachmittag wurden in L e t s ch i n drei junge Männer festgenommen, weil sie unter dem dringenden Verdacht standen, an dem Morde beteiligt gewesen zu sein. Später mußten sie aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da eine Gegenüberstellung mit den Kindern des ermordeten Ehepaares nichts Belastendes ergab. Ein frommer Sittlichkeitsvcrbrecher. In Vaterstetten(Oberbayern) wurde der verheiratete Bahnwärter Albert R e i ß l, der sich an Schulkindern schwere sittliche Verfehlungen hat zuschulden koinmen lassen, verhaftet. Ge- legentlich der Recherchen gegen einen anderen Sittlichkeitsverbrecher machten zwei Schulkinder über Reißl schwerwiegende Angaben; die Einzelheiten sind so haarsträubender Natur, daß sie nicht einmal an- gedeutet werden können. Eigentümlicherweise blieb Reißl auf freiem Fuß und erst als unser Parteiorgan, das„Bahr. Wochenblatt", auf diese ungeheuerliche Tatsache aufmerksam machte, verstand man sich dazu, den Schweinekerl hinter Schloß und Riegel zu fetzen. Damit hat man dem Pfarrherrn seinen Liebling, der Gegend den eifrigsten Rosenkranzhaspler und dem Kindheit-Jesn-Verein seinen eifrigsten Vorstand genommen. Ob die schwarze Presse auch diesen neuerlichen Fall totschweigt? Die Ware Adel. Einem Schwiegersohn des verstorbenen BaronS Rothschild, dem Herrn Siegmund Springer, ist, wie schon gemeldet, der öfter- reichische Freiherrntitel verliehen worden. Man motiviert die Adels- Verleihung mit einer Halbmillionenspende für das Rote Kreuz. In Wahrheit aber ist hier wieder einem der jüdischen Millionäre, die für die Finanzierung des..... hochheiligen Eucharistischen Weltkongresses, der internationalen Pfaffcnparadc, vereinbarte Gegenleistung des knickerigen katholischen Hofes und Hochadels ausgefolgt worden. Die„Wiener Arbeiterzeitung" hat diesen köstlichen Handel aufgedeckt und die jüdischen Protektoren der Eucharistie unter der treffenden Ge- sellschaftSfirma der„Fünf Frankfurter" der Ocffentlichkeit vorgestellt. Daraufhin mußte man eben den Herren noch größere WohltätigleitSspenden abverlangen, um die Nobilitierung doch irgendwie anders als mit der Ermöglichung des Pfaffen- kongresseS durch alttestamentarische Geldmenschen motivieren zu können. Selbstverständlich blieb aber.dabei auch der Dispositions- fonds der Regierung für Preßkorruption, Spitzelet und politische Intrigen nicht vergessen. Auch er hat sein Teil unbeschnittenen Judengeldcs erhalten, und so sind alle zufrieden: Die Pfaffen, der Adel, die Wohltätigkeit und die fünf Frankfurter. Treue Freunde. Durch englische Zeitungen macht, wie die„Franks. Ztg." schreibt, jetzt eine Anekdote die Runde, die auch außerhalb ihrer Heimat auf lächelndes Verständnis stoßen wird. JenkinS ist jung verheiratet und wohnt auf dem Lande. Neulich morgens küßt er feine junge Frau zum Abschied, erklärt, uin 6 Uhr zum Essen wieder daheim zu sein, steigt in sein Auto und fährt in die Stadt. Um 6 Uhr ertönt kein Hupensignal und die Gattin wird unruhig. Als die Mitternachts- stunde schlägt und der Gemahl noch immer nicht gekommen ist, ver- mag sie ihre Nervosität nicht länger zu bezähmen. Sie steht auf, weckt ihren Vater und schließlich schickt man fünf Tele- g r a m m e an die fünf besten Klubfreunde des Verschollenen. Die Telegramme enthalten die Anfrage, ob der Ver- mißte vielleicht bei einem seiner Freunde die Nacht ver- bracht habe. Als der Morgen graut, fehlt noch jede Nachricht. Um 5 Uhr fährt ein Bauernwagen vor, darauf sitzt an der Seite des Bauern der Vermißte: der Wagen schleppt die Neste seines Autos. Aber im selben Augenblick bringt der Postbote ein Tele- gramm und in kurzen Pausen vier weitere. ES sind die Antlvortcn der Klubftennde. Und alle fünf Telegramme-lauten:»Jawohl, John übernachtete heute bei mir..." AuS Kleine Notizen. Rettungsaktion für die deutsche Spitzbergcn-Expcditio». Spitzbergen ist nach Kristiania gemeldet worden, daß eine Expedition zur Rettung der Teilnehmer der dclltschen Spitzberge n-Expeditioi: von Advents Bah nach Wijde Bucht abgehen werde. Daraufhin hat das Ministerium des Aeußern nach Spitzbergen telegraphiert, die norwegische Regierung garantiere die A u s r ü st u n g s I o st c n einer derartigen Expedition. Folgenschwerer Schifiszusammenstoß. Auf dem Morscyfluß in England stieß in vorvergangener Nacht der Dampfer„Asbrose">mt zwei kleineren Schiffen zusammen. Die Kollision war so heftig, daß die beiden kleinen Fahrzeuge, der Fischdampfer„Fleetwing" und der Schleppdampfer„Beta" sofort sanken. Zwölf Mann der Besatzung sind ertrunken, während vier aufgefischt werden konnten. Wieder ein betrügerischer Bankier. Der Bankier Schellhorn in Mindelheim hat sich Donnerstag der Polizei gestellt unter der Angabe Depotunterschlagungen begangen zu haben. Nach vorläufigen Feststellungen betragen diese Unter- schlagungcn 50 000 bis 100 000 Mark.- Die Höhe der Passiven muß erst festgestellt werden. Auch dieser Zusammenbruch wird, wie die Blätter melden, in Verbindung mit dem Kaufbeurcr Bankkrach gebracht. Wasserstands-Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerkmide, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau Wasserstand «Kemel, Tilstt P r e g e I, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krassen , Frankiurt Warthe, Schrimm , LandSberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmerltz » Dresden » Barbh , Magdeburg ')-P bcdeulct ff Treibeis. — Fall.—') Unterpegel.— Eisfrei.— Dr.Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41, ÄS,,»,, 0— 2. 6—7. Sonntaxs 10— 12. 2— 4 Vorwärts- Bibliothek Der Prinzipienreiler Kine Erzählung * aus dem Jahre 1840 Von Wilhelm Bios Preis gut gebunden 1 II. Der neue Band. ZentralbausmoOerreDliekleiiiuiiii I.: Xcne Friedrlchatr. 35 an der Zcntral-Markthalle II.: 07, I. 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Amt Norden 1239, 9714 Sonntag, den 12. Januar 1913, von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags findet die Urabstimmung über die Hauskafferung in Berlin in folgenden Lokalen statt: Versammlungenaurant, Berlin: Bockbrauerei, Tempelhofer Berg Kliems Fettsäle, Hasenheide 13/15 Arminhallen, Kommandantenstraße 58/59 Drachenburg, Vor dem Schlesischen Tor Graumann, Naunynstraße 75 in folgenden Lokalen: Kaczerowskis Restaurant, Ravenéstr. 6. Schwedlers Restaurant, Ackerstr. 123. Obiglos Festsäle, Schwedter Str. 23/25. Berliner Bockbrauerei( Abt. II), Chaufferftr. 64 Gliesches Restaurant, Kopenhagener Str. 74. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftrage 24 Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Vororte: Neukölln: Hoppes festfäle, Hermannstraße 49 Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenstraße 3 Boekers Gesellschaftshaus, Weberstraße 17 Schöneberg: Neue Rathausfäle( Juh. 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Silberstein, Heinrich, Ströbel, Emanuel Wurm, Mathilde Wurm, Dr. Der- Steglitz, Clement, Düppelstr. 7. mann Weyl, Klara Weyl, Dans Weber, Luife Zietz, fritz Zubeil. Wir fordern die gesamte werftätige Bevölkerung, Arbeiter und Handwerker, Gewerbetreibende und Beamte auf, zahlreich in den Versammlungen zu erscheinen. Verein d. Berliner Buchdrucker u. Schriftgießer Berlin SO. 16, Engelufer 14/15 IB. Für die in nächster Woche stattfindenden Bezirks- Verfammlungen bient als Legitimation das Quittungsbuch. 27/3 Die Druckereitassierer werden ersucht, den Mitgliedern die Quittungsbücher auszuhändigen. Die Legitimationskarten für die Mitglieder zu den folgenden Bezirksveriammlungen fommen erst von Montag, den 13. Januar ab, zur Ausgabe. Der Gauvorstand. Das größte Abonnementshaus feinster Herren- Moden J. Stock& Co. verkauft seine Monats- Garderobe direkt an Private. Anzüge und Paletots von 10 M. an. Friedrichstr. 108, Eing. Johannisstr., vis- a- vis der Karlstr. Die Einberufer. J. 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Glode, Berlin. Drudu. Berlag: Vorwärta Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW Nr. 9. 30. ZahrMg. 3. Ktilllge iles JoriDörtf Kerlimr plliöliliitt.«•«.«« Partei- Hngelegenheiten« Achtung, Protestversammlungt»! Die Leiter der Ver- sammlungcn am Sonntag werden ersucht, der Redaktion des „Vorwärts" durch Postkarte einen kurzen Bericht über Besucherzahl, Person des Referenten und etwaige Zivischenfälle zu- kommen zu lassen. Zweite- Wahlkreis. tFrirdrichstadt.) Das Zahlmorgen-Jubi- läum der 3. Abteilung findet morgen, Sonntag, abends 6 llhr, im Gewerkschaftshaus, großer Saal, statt. Wir machen auf das vor- zügliche Programm aufmerksam. Eintritt 30 Pf. Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Am Sonnabend, den'25. Januar, feiert der Wahlverein sein 22. Stiftungsfest. Billetts a 30 Pf. sind bei den Bezirkssührcrn zu haben. Leider ist unter den Mit- wirkenden irrtümlicherweise der Gesangverein „Vorwärts", Süd-Ost I, genannt. Es soll aber heißen: Sänger-Abteilung I, Süd-Ost. Der Vorstand. Adlershof. Morgen. Sonntag, den 12. Januar, vormittags 8 Uhr. Flugblattverbreitung vom Jugendheim aus. Bezirk Waidmannslust. Sonntag, den 12. Januar, nachmittags 4 Uhr. in Waidmannslust im„Schweizerhaus": Mitgliederveisamm- lung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Bericht vom preußischen Parteitag. Referent: Genosse August.Luscher. 2. Vereinsangelegen- Herten und Verschiedenes. Reinickendorf- West. Treffpunkt zu der am Sonntag in Reinicken» dori-Ost rm Schützeuhaus, Residenzstraße 1/2, stotifindenden Protest- Versammlung in den Zahlabendlokalen mittags 12 Uhr. Abmarsch 12>/z Uhr. Rieder-Schöuhausen. Die Einwohnerschaft Nieder-SchönhausenS beteiligt sich am Sonntag an der Protestoersainmlung gegen die fleiichverteuerung in Pankow.„Zum Kurfürsten", Berliner Sir. 102. reffpunkt 12 Uhr an der Kirche. Die Parteigenossen wollen für regen Besuch agitieren. Niederlrhme. Sonntags den 12., nachmittags Z'/z Uhr, im Lokal Gust. Koch. Jägersruh: Wahlverciiisversammlung. 1. Abrechnung vom Quartal. 2. Einteilung der Bezirke und Wahl der Bezirks- leiter.__ Berliner Nachrichten. Der neue Lehrplan der Arbeiter-BildnugSschule. Die Arbeiter-Bildungsschule beginnt morgen (Sonntag) ihr neues Unterrichtsquartal mit einem neuen Programm, das sich vor dem des letzten Quartals durch eine merkliche Konzentriertheit auszeichnet. Es bringt nur das Wesentliche, was an Ausbildung und F'rtbildung der klassenbewußten Arbeiterschaft nottut; aber in diesem Wesentlichen bringt es auch wieder so zienilich alles. Wir finden vertreten: Nationalökonomie, Geschichte. Naturwissenschaft, Sozialismus und seine besondere deutsche Geschichte und Praxis, Ge» ioerkschaftswesen und Redeübungen. In der Nationalökonomie behandelt Genosse "Dru n.wald diesmal das internationale Bank-,' Börsen- und Verkehrswesen, die Höhen der kapitalistischen Entwickelung -in. der Weltwirtschast: in der Rednerschule leitet derselbe Lehrer wieder Uebungen in Wort und Schrift mit all den praktischen Hilfsmitteln, die den öffentlich tätigen Menschen je länger je notwendiger geworden sind.— Die Ein- führung in den wissenschaftlichen Sozialis- m u s durch den Genossen Borchardt bringt dieses Quartal den zweiten Teil, den sogenannten prakttschen, aber mit kurzer Wiederholung der Theorie, so daß auch für alle neuen Teil- nehmer der innere Zusammenhang gesichert ist.— In der Naturerkenntnis geht die Genossin D u n ck e r jetzt vom Weltall zur Erde über, vom Allgemeinen zum Besonderen, was jjewiß einen großen Teil neuer Zuhörer anziehen wird. — Die Geschichte ist in diesem Quartal durch den Genossen Hönisch dem öffentlichen Interesse gemäß ganz auf Preußen beschränkt, was für den bevorstehenden preußischen Wahl- rechtskampf eine höchst willkoniniene Gabe sein wird.— Das Gebiet des Gewerkschaftswesens wird ausgefüllt durch den Genossen D i t t m e r mit einer Darstellung Der Drei)wurro. „Stumpfsinn. Stumpfsinn, du mein Vergnügen, Stumpfsinn, Stumpfsinn, du meine Lust!" Diese Worte könnte mau als Motto jener Veranstaltung vor- ansetzen, die da draußen, in den Ausstellungshallen am Zoo nun schon zum sechsten Male abgehalten wird. Und man könnte sie „Systematisch ausgebildete Erziehung zur Massenidiotie" nennen, ober sonstwie, notwendig nur ist eS, daß sie eine Bezeichnung er- hält, die das Unternehmen erschöpfend charakterisiert. Denn was dort draußen zurzeit in 144 Stunden ohne Unterbrechung getrieben wird, hat mit gesundem, vernunftgemäßem Sport nicht das ge- ringste mehr zu tun. Zu diesem Urteil muß jeder kommen, der noch nicht selbst vom Drehwurm ersaßt ist und unbefangen der Sache gcgenübertritt. Ich habe eine Nacht geopfert, eine ganze lange Nacht, um das Schauspiel in allen seinen Phasen, in allen seinen Begleiterscheinungen zu erfassen. Eine schöne lange Nacht! Ich habe schon manchmal eine durchwacht: bei der Arbeit, bei einem guten Buche, im Kreise von Freunden, in anregender Unterhaltung und in Versammlungen, wo es die Interessen armer, ausgebeuteter Arbeitergruppen galt. Alle diese Nächte waren nicht zwecklos ge- opfert und keine kann als verloren gelten. Diesmal opferte ich eine Nacht, den Massenwahnstnn an seiner Quelle, an seiner Brut- statte zu studieren. Da draußen, im Westen der Stadt, wo sich tas Nachtleben der Weltstadt eine neue Zentrale geschaffen hat, liegen die Riesen- Ausstellungshallen. Sie sind das Ziel von Hunderten von Men- schen aller Klassen und beider Geschlechter. Du trittst ein und glaubst in einem— Verzeihung— Tollhaus zu sein, immer vor- ausgesetzt, daß du nicht san�tisierter Sportsmann bist. Eine dicke, warme Lu� Schlägt dir entnanen, ein Dum't. der sich in der löaupt- fache aus Tabaksqualm— es wird geraucht— und allerlei Parfümen zusammensetzt. Große Ampeln überfluten mit ihrem Lichte taghell die weite Halle, und jetzt setzt die Musik ein, wiegend und schmiegend, daß eS in den Fußsohlen juckt und die Lippen der Damen summend die Begleitung übernehmen. Den Unterton zu alledem bildet jedoch ein Sausen und Surren, ein dumpfes, gleich- förmiges Rollen, das nur ab und zu von einem heiseren Ausruf, einem gellenden Schrei unterbrochen wird. Girlanden, in großen Logen gewunden, schmücken das kahl« Eisengerippe der Decke, bunte der eigenen Sozialpolitik der Gewerkschaften, die ein so um- fassendes Material für die gewerkschaftliche Agitation enthält. Daneben führt derselbe Lehrer den Kortschrittskursus im Gewerkschaftswesen weiter.— In der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie behandelt der Genosse Eichhorn jetzt die Entwicklung der Partei seit ihrer Eini- gung bis auf die Gegenwart, ein Lehrstoff, der gewiß zu dem allernotwendigsten in der Arbeiterbildung gehört. Wie im letzten so»st auch in allen anderen, wir wieder- holen es, nur das Wesentliche und Notwendigste in diesem neu- beginnenden Quartal zusammengestellt, aber gerade um des- wegen sollte der Besuch der Schule diesmal auch ein ganz besonders starker werden! Wir wünschen und� hoffen es! Schließlich sei bemerkt, daß die beiden Sonntags- k u r s e morgen trotz der Versammlungen ihren An- fang nehmen: nur wird der letzte früher geschlossen werden. um allen den Versammlungsbesuch noch in den in der Nähe der Schule gelegenen Versammlungslokalen zu ermöglichen. Es fehle also hier wie dort niemand! Fleischteuerung und Viehhändler. Kein unbefangen denkender Mensch kann daran zweisein, daß die gegenwärtige enorme Flelschteuerung zurückzuführen ist auf die dem Vorteil der Agrarier dienende Wirtschaftspolitik der Regierung. ES ist ja eine bekannte Erfahrungstatsache, daß bei jeder Zollerhöhung auch die mit dem Vertrieb des belasteten Artikels beschäftigten Gewerbe- treibenden ihr Schäfchen zu scheren verstehen und aus den Schultern der Konsumenten schließlich außer dem erhöhten Steuerdruck noch der erböhte Profit von Produzenten und Zwischenhändlern zu lasten kommt. Hiernach ist es eine unter den heutige» Berhältnisse natürliche Er- scheinung. wenn Viehbändler und Fleischer ihren Anteil an der Höhe der jetzigen Fleischpreise haben. Aber es ist eine bewußte Unwahr- heit und Heuchelei, wenn die Organe der Agrarier die Behauptung aufstellen. Viehhändler und Fleischer seien die allein Schuldigen an der gegenwärtigen Fleiichieuerung. Die Fleischer haben sich bereits gegen die Behauptung gewehtt. Die Viehhändler sind ihnen gefolgt. Gestern nachmittag hielt der Bund der Viehhändler Deutschlands eine Protestversaminlung in der„Neuen Philharmonie" ab. Etwa 1000 Personen— wie es hieß aus allen Teilen Deutschlands— waren erschienen. Die Versammlung protestierte gegen die Be- hauplung, daß die Viehhändler die an der Fleischteuerung Schuldigen seien. Die Ursache der Fleischteuerung sei darin zu erblicken, daß die Produktion von Schlachtvieh nicht Schritt gehalten habe mit der Vermehrung der fleischessenden Bevölkerung, auch sei die Biebzucht ungünstig beeinflußt durch die überaus strengen Verordnungen zur Bekämpfung der Seuchen. Der Protest gegen die Beschuldigung der Viehhändler war aber nicht der einzige, anscheinend nicht einmal der Hauptgrund der Ber« iammlung. Es ist den Viehhändlern vielmehr darum zu tun. daß ihr Gewerbe nicht beeinträchtigt werde durch gemeinnützige, auf möglichst billige Fleischveriorgung gerichtete Bestrebungen der groß- städtischen Behörden. Die Einführung russischen Fleisches durch die Stadtbehörden betrachten nicht nur die Fleischer, sondern auch die Viehhändler mit ungünstigen Blicken. Sie behaupten, wenn ihnen die Vergünstigungen gewährt worden wären, die den Stadtverwaltungen zu teil geworden sind, dann hätten sie billiger liefern können. Run ist ja neuerdings der Plan viel erörtert worden, daß großstädtische Behörden mit landwirtschaftlichen ViehverwertungSgenossenichaften langfristige LieserungSverträge abschließen sollen, um dadurch die Bieh- und Fleischpreise zu stabilisieren. Dieser Plan, der bis jetzt noch keine feste Gestalt gewonnen hat, ist eS, gegen den sich die Viehhändler mit mindestens ebenso großer Energie wenden, wie gegen die Angabe, sie seien schuld an den hohen Fleischpreisen. Kommt eS zum Ab- schluß von Lieferungsverträgen zwischen Städte» und Vieh- verwertungSgenossenschasten, dann entgeht den Viehhändlern natür- lich manch gutes Geschäft. Die Viehhändler aber beanspruchen für ihr Gewerbe den gleichen Schutz, welcher der Landwinschaft gewährt wird. Deshalb— so heißt eS in der angenommenen Resolution— erwartet die Versammlung von den deutschen Städten die Zurück- Weisung der angebotenen langfristigen Lieferungsvetträge und den notwendigen Schutz von Handel und Gewerbe. Die Jnteresien der Allgemeinheit werden durch die Bestrebungen der Viehhändler also nicht begünstigt. ES sind vielmehr nur ihre Fahnen leuchten zwischendurch und lange Reklamebilder von Fahr- räder- und Gummireifenfabriken starren dir in aufdringlichster Weise entgegen. Darunter ist die Fahrbahn, der Mittelpunkt des ganzen Lebens und Treibens, des konzentriertesten Interesses. Dort rasen auf glatter, schräg ansteigender und in Höhen und Niede- rung'en einherziehender Fläch« ein Dutzend oder mehr Radfahrer in vielfarbigen Trikots im Kreise herum. Sie jagen und hasten und strampeln, als sei das leibhaftige Unheil hinter ihnen her— immer herum— herum— im Kreise herum, mit rotaufgelausenen, verschwitzten Gesichtern, die stieren, ausdruckslosen Augen unver- rückt nach vorn gerichtet. Ein Schuß knallt— eine Stunde des Strampelns ist wieder einmal vorbei. Ein Fahrer stößt vor. die anderen treten mit verstärkter Vehemenz die Pedale, ein unheim- liches Jagen beginnt— die Menge mit und ohne Zylinder, mit und ohne Pleureuse johlt, schreit, brüllt und dazwischen gellen schrille Pfiffe(alles durch Anschlag polizeilich verboten), überall sieber- hafte Aufregung, die Beine der Fahrer und die Zungen der Zu- schauer bewegen sich um die Wette. Eine Weile geht es so, bann wird das Tempo ruhiger, die„Kanonen" haben ihren Zweck er- reicht, haben eine Runde voraus und die Partner matt gefahren. Bald darauf klingt eine Fanfare durch den Saal. Auf der Treppe steht ein Herr und verkündet durch den Trichter eines Phonographen, daß eine Prämie ausgesetzt worden sei zu 80 M., der erste Sieger erhalte SO M., der zweite 30 M. Nun setzen sich die Kniegelenke der Fahrer erneut in stärkere Bewegung, einer stürzt, von dem Ge- heul der Menge umtobt:„Schieber, Schieber!" Tausend Kehlen rufen es zu gleicher Zeit, Diskantstimmen und Bässe, Männer und Frauen, alles schreit, bis das Rennen wieder seinen geregelten Laus nimmt. Da verkündet der Trichter, wer die SO M. und wer die 30 M. erstrampclt hat. und wiederum bricht der Sturm los, dies- mal ist es Beifall, und den Siegern kommt er zu. Diese Prämien folgen in kurzen Zwischenräumen. Immer ist jemand aus dem Publikum bereit. 80. IM und noch weit mehr Märker zu ivendieren. um sich und anderen einen erhöhten Nervenkitzel zu verschaffen. Mit Geld wird ohnehin hier in einer Weise gewirtschaftet, daß es demjenigen, der sein Leben lang seine Groschen mühsam erarbeiten mutz, ganz dumm vor den Augen wird. Dies gilt natürlich im wesentlichen nur für die'Inhaber der 8, SO M.-Plätze(Loge und Jnnenraum), wo sich Berlin IV. und WW. und alles, was zur Lebewelt und Halbwelt gehört, zusammengefunden hat, während die billigeren Plätze von„kleinen" Leuten besetzt sind. Wer Galgen. ge sichter. Rennbahn typen, Buchmacher, bessere Zuhälter und ganz Erwerbsinteressen, welche die Viehhändler vertreten. Der Streit zwischen den verschiedenen Jnteresientengruppen, von denen die eine der anderen mehr oder weniger Schuld an den Fleisch- Wucherpreisen beimißt, kann die Konsumenten kalt lassen. Für die Masse der Bevölkerung gilt die Parole: Fort mit allen wie immer gearteten Maßnahmen, welche die notwendigen Lebensmittel verteuern. Förderung aller Bestrebungen, welche wenigstens eine Milderung der gegenwärtigen enormen Fleisch- teuerung zur Folge haben können.— Die Versammlungen am Sonnlag haben die Ausgabe, in dieser Hinficht den Willen des Volkes zum Ausdruck zu bringen. Die unterminierte Klosterstraßr. Astern vormittag fielen von dein Eckhauie Klosterstr. 40 und Parochialstraße von dem Dachgesims große Slücke auf den Bürger- steig herab. Da Lebensgesahr für die Straßenpassanten entstand, mußte der Bürgersteig abgesperrt werden. Auf'Veranlassung der Polizei wurde dann, unter Benutzung einer großen Schiebeleiter, der Dachfries abgestoßen. Die Ursache des Absturzes wird auf die Bauten der Untergrundbahn zurückgeführt. DaS HauS hat nämlich an mehreren Stellen ziemlich bedeutende Risse bekommen. Auch im Königlichen Leihhaus, Klosterstr. 3g. in der Parochialkirche, sowie in dem alten Spartassengebäude der Stadt und dem neuen Stadthause haben sich, wie in mehreren anderen Privat- Häusern Senkungen an verschiedenen Stellen bemerkbar gemacht. Der Eingang des königlichen Leihhauses mußte durch große Balken gestützt werden. Die bauausführende Firma hat sich bereit erklärt, die Schäden auszubessern. Man hofft, daß nunmehr weitere Scn- kungen nicht mehr entstehen können. Die bauleitende Firma, di« auch das Pech mit dem Spreetunncl gehabt hat. ist die Firma Siemens n. Halske, der erst kürzlich von der Tiefbaudeputalion ein Teil der Tunnelarbeiten für die Nord- Südbahn übertragen worden sind. Das Nährpflichtigen-Gesetz bedroht bekanntlich Personen, die die Sorge für Angehörige vernachlässigen, mit schweren Strafen. Nach den Motiven des Gesetzes wollte man vor allem Arbeitsscheue und Trunk- süchttge treffen, die sich um ihre Familie gar nicht kümmern. Das Gesetz läßt aber eine große Dehnbarkeit zu und es liegt die große Gefahr vor, daß bei Anwendung des Gesetzes Miß- brauch getrieben wird. In Berlin geht die Armendirettion in den letzten Jahren recht streng gegen Personen vor, deren Angehörige von der Stadt unterstützt werden müssen. Und so sehr wir anerkennen, daß Kinder die Verpflichtung haben, nach Möglichkeit sich ihrer alten, erwerbsunfähigen Eltern anzunehmen, so sehr müssen wir eS als unbillige Härte bezeichnen, wenn die Armen- direttion Personen, die mit sich selber aufs härteste zu kämpfe» haben, die Daumenschrauben ansetzt und sie zu Unterstützungen nöttgt, die sie ohne erhebliche Vernachlässigung der eigenen Familie mit dem besten Willen gar nicht leisten können, oben- drein diesen Personen mit Anwendung des§ 3M des Strafgesetz- buches droht oder etwa gar die Inanspruchnahme des neuen Nährpflichtigengesetzes androht. Soweit' die Armendirektion in Frage kommt, sollte jeder solcher Fall erst sehr genau geprüft und auch nur vom Plenum der Armendirektton und nicht von einem einzelnen juristischen Dezernenten beschlossen werden. Am Donnerstag hatte der Stadtausschuß einen Fall zu erledigen, der die Anwendung des neuen Gesetzes zur Folge hatte. Nach der Beweisaufnahme erkannte der Stadtausschuß auf Ueberweisung an da� Arbeitshaus. Nach kurzer Freiheit wieder verhaftet wurde ein wegen Kolli- diebstahls eingelieferter, aus dem Untersuchungsgefängnis entwichener .Arbeiter" Roben Lange und erneut in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert, wo er kaum wieder den Staatsanwalt markieren dürfte. Ist die Meldung richttg. daß Lange von einem Aufseher oder Inspektor wirklich als Staatsanwalt sich vorstellen konnte, so entbehrt dieses Vorkommnis nicht eines größeren Interesses. Ergriffene Paletotmarder. Weit über 100 Ueberzieber erbeuteten zwei„Spezialisten", die lange Zeit die Vorzimmer der Aerzte un- sicher machten, bis sie jetzt endlich ergriffen wurden. Die Kriminal- beamten, die sich mit der Aufklärung dieser Diebereien beschäftigten, besonders die geschminkten, ganz-, halb- oder gar nicht.konzessio- nierten" Damen studieren will, dem bietet sich hier die beste Ge- legenheit. Die Kavaliere und die Damen kennen sich in ihrer großen Mehrzahl schon von anderen Gelegenheiten her, eS herrscht ein durchaus vertraulicher, familiärer Ton, das Du fliegt hin und her— man ist unter sich. Und Geld ist da, und det is die Seele vons Jeschäft. Zechen von 20, 30, SO und mehr Mark werden mit Nonchalance beglichen, mit unnachahmlicher Gebärde greift der Kavalier in die Westentasche und holt einen Schein hervor, für den ein Durchschnittsarbeiter zwei Wochen schwer arbeiten muß. Wer's so leicht ausgeben kann, muß es wohl ebenso leicht einnehmen, es ist wohl anders nicht gut möglich: Immer weiter geht die wilde Hetzjagd— der Drehwurm feiert Orgien. Ein bekannter gefeierter Fahrer soll als Gast erschienen sein. Er fährt nicht, angeblich weil man ihm statt der geforderten 1800 M. nur 1SOO M. geben wollte. Ihm wurde vor einigen Jahren ein sonst mit strenger Strafe bedachtes Vergehen verziehen. Er hatte sich jahrelang der Militärpflicht entzogen, war unsicherer Kantonist, erhielt� aber Generalabsolution, weil er in mehreren Sechstagerennen am besten gestrampelt und sogar hierdurch im Auslande Deutschlands Ruhm und Ehr' gerettet hatte. Ein Hohen» zollernprinz hat ihn obendrein huldvollst beglückwünscht wegen der guten Strampelbeine. „Haut ihn! Schieber! Pfui!" ruft's im Chorus. Ich sehe gar nicht mehr hin, die Augen ertragen dieses unsinnige Gekreist schon nicht mehr. Es ist um Mitternacht und das solidere Publikum verläßt den Schauplatz. Dafür kommt anderes— gemischteres. Die Bars, Weinstuben und sonstigen Treffpunkte der noblen Sippe schicken ihre Gäste zum Strampelfest. Die weinsrohcn Kehlen lärmen, nu kann der Rummel losgehen. Kellner uud Aufsichts- personal, Feuerwehrmänner und Schutzleute gehen mit schläfrige». müden Gesichtern umher— 12 Stunden Dienst, und die Nacht wäbrt noch so lange, so langet Unten kreisen die Fahrer. Wenn eine Schicht ausspannt, tritt die andere an ihre Stelle. Die erste- ren werden von geschäftigen Händen entgegengenommen, werden gebadet, massiert, stimuliert und schlafen gelegt, wie willenlost Puppen, werden durch die raffiniertesten Finessen wieder taktfest gemacht. Die dritte Morgenstunde ist angebrochen. Ununterbrochen saust ulid saust eS durch den Saal, johlt, lärmt, pfeift die Menge — da, ein heftiges Krachen, ein entsetzliches Klirren, SchmerzenS» schreie und wildeS Angstrusen. Alles rennt und schreit wild durch, wunderten sich, Snfe von der Beute bei Pfandleihern und Trödlern nichts zum Vorschein lain. Sie beobachteten deshalb um so genauer die Lokale, besonders Kaffeehäuser, in denen wohl Angestellte von umherziehende» Händlern Kleidungsstücke z» kaufen pflegen. So kam ein Beamter gerade dazu, als. in einem Cafv ein Gast mit einem Kellner um einen lleberziehct, den er auf dem Arme trug feilschte. Er schöpfte Verdacht und forderte den Mann aus mit ihm nach der Wache zu kommen.' Gleich vor der Tür ergris' der Berdächlige die Flucht, und ein zweiter, dör draußen gestanden hatte, lies mit ihm davon. Der Beamte verfolgte die beiden mit ciuein Kraftwagen, holte sie auch bald ein und brachte sie nach der Wache. Hier wurden sie festgestellt als ein Zapfer Ernst Gaber und ein Hausdiener Paul Nietzold, und es ergab sich bald, daß man in ihnen die lange gesuchten Paletotmarder gesaßt hatte. Die beiden „arbeiteten" aber, wie jetzt herauskam, nicht nur hei den Aerzieu, besonders bei hervorragenden Spezialärzten, sondern auch aus den Arbeitsnachweisen, auf denen sie zum Schein' um Beschäftigung vor- sprachen und dann stahlen, was ihnen gerade zur Hand lag. Die Sandkasten der Straßcnrciiiigung in dem heutigen Zustande sind eine Gefahr für das Leben und Gesundheit der Kinder. Als ein geradezu„ideales" Spielzeug benutzen die Kinder diese Kästen und beachten nicht, welcher Gefahr sie sich jeden Augenblick aus- setzen. Ersi kürzlich ist in Berlin durch das Zuschlagen eines Sandkastendeckels einem Kinde die Hand gequetscht worden. Ein anderes Kind, welches in einen Kasten chineinklellerte, konnte nicht mehr heraus, weil der Deckel des Kastens zugeschlagen Ivar. Erst durch daS Geirbrei des Kindes wurden vorübergehende Passanten aufmerksam gemacht und das Kind herausgeholt..Arn Dienstag hat sich nun ein tödlicher Unfall an der Ecke der Rosegger- und Stuttgarter Straße in Neukölln ereignet. Wie wir bereits mit- geteilt haben, sprang die neunjährige Tochter deS Portiers Boetter, Stuttgarter Straße 47, von einem Sandkasten, welcher von der Straßenreinigung erst vor einigen Wochen an der genannten Ecke aufgestellt worden ist, herunter, als in demselben Augenblick ein Wagen von der Stuttgarter Straße in die Noseggerstraße einbog. Die Kleine kam unter die Räder deS Wagens und wurde ihr der Schädel vollständig zermalmt. Sollte es nicht möglich sein, daß die Stadtverwaltungen diese Kästen ohne Deckel und möglichst» auf freien Plätzen und nicht an den Straßenecken hinstellen? Ferner verursacht das Züschlagen des Deckels einen derartigen Knall, daß die Bewohner in ihrer Be- hausung zusammenfahren und erschreckt ans dem Fenster sehen, ob etwas passiert ist. Es ist dringend notwendig, daß Vorrichtungen getroffen werden, um neue Unglücksfälle zu verhüten. Ei» schweres Braudunglück hat sich gestern mittag kurz vor iL Uhr in der C u v r h st r. 24 im Südosten Berlins zugetragen. Im zweiten Stock des Ouergebäudes bewohnt dort seit etwa zivei Jahren eine Frau Katichun mit ihren drei kleinen Kipdern. eine große Stube. Als die Frau gestern vormittag sich zu Nachbarsleuten begeben Halle, um dort behilflich zu sein, spielte das ältere Kind, der drei Jähre alte Bernhard, in der Stube mit Streichhölzern. Plötzlich entzündete sich ein Holz. und- im nächsten Augenblick stand daS Kind vollständig in Flammen. Auf daS Geschrei des Kleinen eilte zwar die Mutter schnell zu Hilfe, doch/hälte das Kind schon«m ganzen. Körper schwere Brandwunden davongetragen. Samariter der inzwischen, alarmierten Feuerwehr legten die ersten Notverbände an und schafften das Kind nach der nächsten Unfallstation, wo der Arzt die Ueberführung nach einem Kranken- Hause anordnete. Die anderen beiden Kinder sind unversehrt ge- blieben. Auch in der Wohnstube ist weiter kein Feuerschaden ent- standen. Tödlicher Straßenbahnunfall. In der Perleberger Straße, Ecke>stephanstrahe, verunglückte beim Abspringen von der elektri- schen Straßenbahn die LSjährige Näherin Helene Damerius aus der Lehrter Straße 42. Sie schlug so unglücklich mit dem Kopfe auf die Bordschwelle auf, daß sie sich einen doppelten Schädelbruch zuzog und auf der Stelle verstarb. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Der überfahrene KriegSvcteran. Ein Kriegsveteran ist wahr- scheinlich ein Mann, der gestern morgen in der Tiergartenstraße von einem Krnsttvagen überfahren und getöteS wurde. Der alte Mann wollte an der Matthäikirchstraße den Fahrdamm überschreiten, als dieser gerade leer war. Während er mitten auf der Bahn war, kam jetzt ein Kraftwagen gefabren. Der Führer gab da« Warnungs- signal und wollte ihn damit veranlassen, etwas schneller zu gehen. In der Verwirrung aber drehte sich der Mann um und ging eilig zurück. Damit hatte der Wagenführer nicht gerechnet. Bevor er hallen konnte, lag der Mann unter dem Trittbrett, das ihm eine blutende Kopfwunde beibrachte. Der Wagenführer hob ihn gleich auf und brachte ihn nach der Charitö. Als er jedoch dort mit ihm an- kam, war der Verunglückte schon tot. Der Unbekannte ist etwa bb bis 70 Jahre alt, hat einen grauwejßen Vollbart und trug mehrere Kriegsdenkinüiizen. i einander. Unten, auf der Bahn, liegt ein Gcwirre von Maschinen und Menschenleibern. Ein Fahrer ist gestürzt und die übrigen, bis auf einen, sind mitgerissen und ineinander hineingerast. Die Manager eilen herbei, Zuschauer übersteigen'die Bärriete und mit vereinten Kräften werden die Verunglückten auseinandergelöst. Wie. groß das Unglück ist, kann im Augenblick noch nicht ermessen wer- den. Die Musik setzt ein und spielt: Die Flagge schwarz-weiß- rot—, Wohl um das Publikum zu beruhigen—, unten winden sich die Gestürzten mit schmerzverrenkten Gliedern. „Ruhe, Ruhe!" schreit die� Menge hinauf: Tie Klänge ver-. stummen. Nach einer Weile verkündet der Trichter, daß„nicht? Ernstliches" passiert sei.„Wcr's glaubt!" ruft' einer dazwischen. Die andere Schicht springt ein.„Weiter!" schreit die Masse der Kapelle zu, und der Tanz beginnt von neuem.„DaS Unglück ist ja zu bedauern," meint neben mir ein Herr gemütvoll,„aber was denken Sic, was das für Reklams macht, paffen Sie auf, morgen ist das HauS voll!" Gewiß, was liegt an Menschenknochen, wenn nur das Geschäft geht! Ein Herr fishrt inzwischen eine Dame durch die Reihen hinaus. Ihr Gesicht ist kreideweiß, ihre Augen sind geschlossen, sie hat einen Nervenck>oc erlitten. Die Menge kümmert sich schon nicht mehr darum, sie ist gan� Auge, und Ohr für die Bahn unten. Eine Prämie von 300 M. wird auSgeboten und die Rennfahrer verdoppeln ihre Bewegungen.' Um Ehre und— Geld brechen sip sich auch noch das Gepick! Oben heult der Mob. Ter Saal hallt wider vom Johlen und Schreien, es liegt nichts Menschliches mehr darin, alle tierischen Instinkte sind erweckt— Frauen tanzen hysterisch umher, klatschen in die Hände, feuern die Fahrer durch Zurufe an oder beschimpfen sie. eS ist ein einziger, brodelnder Hexenkessel, und alle Vernunft, daS Ergebnis einer jahr- iäusendelangen EntWickelung, scheint mit einem Schlage ausgelöscht zu sein. Die Stimmung nimmt beängstigende Formen an, der Weit» und Sportsteufel hat die Menschen wie besessen gemacht, und in den Lärm mengen sich die prickelnden Weisen der Musik, die als ergänzender Teil deS Tumults wirkt. Wieder ein Krachen und Schreien und unten auf der Bahn wälzen sich einige Fahrer unter ihren Rädern, einige Minuten— und der Drehwurm beginnt von neuem sein Spiel. Mir wird von alledem so dumm, als ging mir ein Bttihlrad im Kopfe herum." �' Die Uhr zeigt die siebente Stpnde.'Der Morgen graut, die Sterne sind verblichen- Das schaffende Berlin-erwacht und Men- schen eilen zu nutzbringender Arbeit, während hier beim fahlen Amvellichte menschliche Wesen stumpfsinnig sich im Kreise drehen und eint Schar wn Gasfern und Tagedieben«IS Staffage dient. Die Behinderung des BerkrhrS durch einen gestohlenen Hlindwagrn. Die Leser werden erstaunt fragen, ob eS möglich ist, den Verkehr durch einen gestohlenen Handwagen zu behindern. Und doch ist dem so. Am Mittwoch, den 8. Januar, nachmittags gegen 3 Uhr, wurde in der Reuen Grünstratze vor Fraukes Speiseanstall ein vierrädriger Handwagen mit zirka acht Zentnern Bandeisen gestoblen, der Wogen war blau angestrichen und trug die Firma Karl Wuhte, Köthener Straße, in weißer Schrift. Der Arbeiter, der den Handwagen fuhr, war nur einen Augenblick in die Speiieanstalt gegangen, um einen Happen zu essen, als auch schon der Handwagen verschwunden war. Er meldete seinen Verlust der Polizei. Und bezeichnend ist es sür den Geist, der bei unserer Polizei berrscht, daß man dort zuerst nachsah, ob nicht etwa der Arbeiter sich strafbar gemacht bätte durch daS Stehenlassen des Handwagens. Das Ergebnis dieser Prüfung war denn auch die Verhängung eines StraimandateS in Höbe von drei Mark, weil der Handwagen den Verkehr behindert hätte. Der Arbeiter hätte durcb leine Anzeige selber zugegeben, den Handwagen auf der Straße stehen gelassen zu haben. Die Polizei (40. Polizeirevier) nimmt also ohne weiteres an, daß ein Hand- wagen den Verkehr behindert. Das Gericht wird ja»och prüfen, ob die Ansicht des 40. Polizeireviers richtig ist. Wichtiger sollte der Polizei sein, dem Bestohlenen zu dem Handwagen wieder zu ver- helfen, Personen, die über den Verbleib desselben etwas mitteilen können, werden gebeten, ihre Adresse an H. Thormann, Pettenkofer- straße 23, abzugeben._ Fälschlich totgesagt wurde der Rentenempfänger Luis Gustin« aus der Türkenstraße 24. Wie wir mitteilten, erschoß sich gestern nachmittag in einer Toilette des Bahnhofs Börse ein Mann in den mittleren Jahren. Et besaß Schriftstücke auf den Namen deS Rentenempfängers Gustine ans der Türkenstraße und man glaubte um so eher, daß dieser Hand an sich gelegt habe, als er seit einem halben Jahr blind und desbalb schwer- mutig ist. Die Bermutung gewann noch an Wahricheinlichkekt, als man bei den Stachforschungen erfuhr, daß Gustine mit einem Begleiter sich nach Tegel begeben hatte und nicht zurückgekehrt war. Zur freudigen Ueberraschung der Ehefrau und Kinder aber kehrte Gustine später wohlbehalten heim. Die weiteren Ermittelungen er- gaben, daß der Mann, der auf dem Bahnhof Hand an sich gelegt hatte, der 45 Jahre alte Zuschneider Gustav Philipp ans der Finowstraße 12 zu Lichtenberg ist. Er wurde von der Ehefrau gestern morgen festgestellt. WaS � ihn in den Tod getrieben hat und wie er zu den Schriftstücken von Gustine gekommen ist, weiß man noch nicht. Ein tödlicher Baunnfall ereignete sich Freitag nachmittag gegen 3 Uhr beim Bau der Hochbahn an der Luckauer Straße. Die Ar- bester des Baugeschäftes von Derlin, das im Auftrage der Hochbahn- Gesellschaft dort Bauarbeiten ausführt, waren gestern nachmittag »ainit beschäftigt, hölzerne Bohlen von dem üngefähr 10 Meter hohen Gerüst herabzulassen. Nach Vorschrift sollte die« stets mit einem Kran geschehen. Einige warfen die Bohlen aber einfach hinunter. Dies übersah der 30 Jahre alte Arbeiter Emil Scharz aus der Bautzener Straße 7, der gerade unten zu tun hatte. Eine Bohle üel ihm dadurch auf den Kopf. Er erlitt einen Schädelbruch und tarb schon auf dem Wege nach der Hilfswackie an den Folgen der Verletzung. Der Tode hinterläßt feige Frau mit drei kleinen Kindern.' Fußballspiel« der Arbeiterturn- und-Sportvereine. Am Sonntag, den 12- Januar, beginnen die Spiele der Frührsserie. Es spielen: Weihensee— Svqndau, in Weißensee, Falkenberger Straße 132; Oschle XVII— Schönebcrg in Reinickendorf, Rütli- und ThunerSlraße. Spielbeginn 2'/« Uhr._ Vorort- JSacbricbtcn« Lichtenberg. Stadtverordnetenversammlung. Am Donnerstag nahm die in« ölge der Eingemeindung von Rummelsburg vollständig neu ge- wählte Stadtverordnetenversammlung ihre Arbeiten auf. NamenS des Regierungspräsidenten vollzog erster Bürgermeister Ziethen die Einführung. Anscheinend als Programm deS Magistrats entwickelte er in einer Eröffnungsrede einige Gedanken, an denen wir nicht 'tillschweigend vorübergehen können. Sie versprechen soviel, daß fie zur Erinnerung festgehalten werden müssen. Der Redner betonte zunächst die Notwendigkeit eines neuen Rathausbaues, stellte dann die Reorganisation der Armen Verwaltung, von der Sozialdemokratie bisher vergeblich gefordert, als un- umgänglich in baldige Aussicht. Wir werdenS nicht vergessen. Und dann kam die Verheißung-einer Verbesserung deS Volks- chulwescnS: Ermäßigung der Klossenfrequenz, Schulhygiene, orthopädisches Turnen. Zahnpflege und die Errichtung von Spiel- Plätzen. Auch dem Verkehrswesen soll erhöhte Aufmerksamkeit ge- widmet werden. Es gelte, das Slraßenbahnwesen zu verbessern. peziell den Bau von Linien in neu erschlossenen OrtSteilen, ferner die Weiterführung der Zubringerbahn und vor allem der Schaffung von Verbindungen zwischen den einzelnen OrtSteilen, eventuell durch Schaffung von eigenen Autobuslinien, zu fördern.— Bisher hatte man für diese Forderung unserer Genossen meisten« nur ein mit- leidiges Lächeln.— Weiter führte der Oberbürgermeister auS, daß sich die Finanzen der Stadt günstiger entwickeln, �als man bisher angenommen. Vorwiegend fei das der guten Rentabilität der städtischen Werke zu verdanken. Trotzdem werde man sich in den Ausgaben weiser Sparsamkeit befleißigen müsstn» denn leider hemme der Wettbewerb der Groß- Berliner Gemeinden untereinander die Bewegungsfreiheit der ein- zelnen in der richtigen Ausnutzung der Steuerkrast.— Nach dem bisherigen iöerijalten der bürgerlichen Majorität und des Magistrats relen die programmatischen Verheißungen deS Redners bei manchem Hörer sicher aus den'steinigen Boden des Unglaubens. Unsere Genossen werden alle Kräfte einsetzen, um die Reformen aus dem Nebel der Zulagen in die Praxis der Wirklichkeit zu über- tragen. Bei der sodann vorgenommenen Wahl de» Stadtverordneten- vorstehet� erhielt der bisherige Mandatsinhaber, Bankdireklor Plonz, 36 von 62 abgegebenen Stimmen. Er ist somit wieder. gewählt. Auf die Nominatwn des bisherigen Stellvertreter«, Rittergutsbesitzers Röder, verzichteten die Bürgerlichen. Genosse r a u e r wurde mit 38 Stimmen für den Posten bestimmt. So- dann delegierte die Versammlung in daS Stadtverordnetenbureau alS Beisitzer den Genossen August Becker und den Herrn B. Becker, als Stellvertreter die Herren Knopf und Heuer. Roch der weiter vorgenommenen Wahl der Mitglieder zum Wahlausschuß bilden diesen: die Genossen Linke. Aug. Becker, John und rauer sowie die Herren Aigte, Grothe, Rott, Schachtel und Vettericus. Damit war die Tagesordnung der ersten Stadtverord- netenversammlung von Groß-Lichtenberg erledigt. Zu einer Berühmtheit, auf die stolz zu sein gerade keine Ver- anlassung vorliegt, ist Lichtenberg durch seine Krankenhausaffäre gelangt. Im„Kritiker" beschäftigt sich Dr. med. u. phil. Hans Lungwitz mit dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, dem leitonden Arzt deS Krankenhauses 23 Betten für Privatpatienten zur Verfügung zu stellen. Bemerkenswert dabei ist die Feststellung. daß der Magistrat anscheinend selber noch nicht weiß, wieviel Betten das Krankenhaus erhalten soll. Vielleicht nur die für eine Privatstation erforderlichen k Auf eine Anfrage des Dr. Lungwitz erklärte der'Magistrat, daß man„mir nichts, dir nichts die Frage nicht beantworten könne". Leider mit vollem Recht, schreibt der Verfasser:„Wenn der Magistrat Lichtenberg für diese verant- wortungsvolle Stell« ganze'4000 M. auswirft, so zeigt er damit, daß er den Inhaber veranlassen will, eine möglichst umfangreiche Privatpraxis auszuüben, um die zu einem staudesgemäßen Leben erforderlichen Mittel zu erwerben: und er unterstreicht dies noch. indem er dem künftigen Tireltor einen großen Teil des Kranken. Hauses sür Privatzwecke zur Verfügung stellt. Es kann aber keiner zwecn Herren dienen; entweder wird der Inhaber dieser bevor- zugten Stelle Privatarzt sein' oder städtischer Beamter. Wir brauchen nicht zu entscheiden, welche Eigenschaft im Interesse der» jenigen liegt, von deren Geld ein Krankenhaus gebaut wird.-Wir müssen uns außerordentlich wundern, daß die beiden„ärztlichen Berater" des Magistrats Lichtenberg nicht so großen Einfluß haben oder geltend mache», um derartig verfehlten Maßregeln zu steuern. Ein kluger Magistrat wird gerade besorgt sei», die Privatpraxis eines Krankenhausdirektors möglichst einzuschränken, indem ihm nur konsultative Praxis gestattet wird."— In Wirklichkeit liegen die Verbältnisse noch schlimmer, ala der Verfasser anzunehmen scheint. Tie ärztlichen Berater im Stadtparlament zeigen sich als eifrige Befürworter der Magistratsvorlagen. Besonders bedenklich ist die Tatsache, daß das ganz« Arrangement den Wünschen des bereits in Aussicht genommenen leitenden Arztes entspricht. Nach den Be- merkungen der Magistralsvertreter muß man annehmen, daß die als Leiter großer Krankenhäuser in Betracht kommenden Aerzte von Ruf auf direktes. Gehalt wenig sehen, dagegen die Zuweisung von Privatstationen in den Krankenhäusern erstreben. Stimmt das, dann dürfte keine Anstaltsleitung solche Bedingungen akzeptieren. Sie bewiesen, daß die Erlangung einer Privatpraxis die Hauptsache ist, wegen welcher man die Dekoration als Anstaltsarzt, die dazu auch noch als billige Retlame wirkt, als notwendiges Uebel mit in Kauf nimmt. Das deutet auf Zustände mit einem starken Bei- geschmack von Korruption. Steglitz. Sanft und schmerzlos verschieden ist nach mehrjährigem Siechtum der Steglitzer M i e t e r v e r e i n. die einst größte und rührigste Organisation in der bürgerlichen Mieterbewegung. Chronischer Mit- gliederschwund war die Todesursache des Vereins, der sich als oberstes kommunalpolitisches Ziel die Aufgabe gestellt hatte, das Steglitzer Rathaus sozialistenrein zu machen und zu e r h a l t e n. Am Wollen hat es sicher nicht gefehlt, aber zum Voll- bringen reichte es nicht, trotz finanzieller und sonstiger Untersiüyung des „Reichsverbandes". Nun ist die ehemals unter der Lenung des jetzigen Reichstagsabgeordneten Weinhausen so stolze und kräftige Orga« nisalion dahingegangen: am Montagabend beschloß das letzte Fähnlein mit 15 gegen 1 Stimme die Auflösung deS einst Über 800 Mitglieder zählenden Vereins, dem die Gemeindewahl im Früh- jähr 1012 den Todesstoß versetzte, bei der Weinhausen von umerein Genossen Aßmann mit einer Mehrheit von über 300 Stimmen ge- schlagen wurde. Unsere Gegner mögen aus diesem unrühmlichen Ende eines Sozialistentöters lernen, daß zur Vernichtung der Sozialdemokratie doch etwas mehr gehört, als ein durch einige tüchtige Männer angefachtes Strohfeuer der Begeisterung.— Die in der Trauersitzung von einem unverbesserlichen freisinnigen Optimisten angeregte Gründung eines BürgervepeiliS fand keine Gegenliebe— gebrannte Kinder scheuen das Feuer! Trevtow-Baumschulentveg. Zur Eingemeindungsfrage. Di« Gemeindevertretersitzung hat in der gestrigen Sitzung mit 19 gegen 3 Stimmen und einer Ent- Haltung beschlossen, dem Anschluß Treptows an Berlin vorbehaltlich der noch zu vereinbarenden Bedingungen zuzustimmen. Die Bc- teiligung der Bürgerschaft an den Verhandlungen war eine der- artig starke, daß die Tribüne abgesperrt werden mußte. Liktiterfelde. Der von der Gemeinde eingerichtete Berkauf russischen Fleisches hat sich durchaus bewährt und die Nachfrage ist in solchem Maße gestregen, daß stetig größere Mengen Fleisches eingeführt Wersen mußten. Ebenso finden die von der Gemeinde eingeführten See- fische regen Absatz. Es wäre daher im höchsten Matze bedauerlich, wenn der in reaktionären kommunalpolitischen Kreisen Berlins bestehende Wunsch auf Aufhebung des Fleischverkauss durch die Stadt in Ersülluiig ginge, tveil damit gleichzeitig auch in den Vor- orten diese für die unbemittelte Bevölkerung ebenso notwendige wie segensreiche Einrichtung in Frage gestellt werdon könnte. Inzwischen hat die Gemeindeverwaltung beschlossen, mit Unter- stützung des deutschen Seefischvereins Seefisch-Kochkurse im west- lichen und östlichen Ortsteil einzurichten, wenn die genügende An- zahl Teilnehmerinnen sich melden. Diese Kurse sind unent- geltlich; Anmeldungen werden auf dem Rathaus in den Zim mern 4 und 5 entgegengenommen.— Die Beratungen über den neuen Gemeindeetat sind in den einzelnen Kommissionen nahezu beendigt und es wird sich um die Entscheidung der Frage handeln, ob eine Erhöhung der Gemeindesteuer notwendig werden wird oder nicht. Das heißt: n o tw e n d i g' ist diese Erhöhung schon seit Jahien. Sie konnte nur umgangen werden durch Zurückstellen wichtiger kultureller und völlige Ignorierung sozialer Auf- gaben und auf Kosten des sog. Steuerausgleichsfonds, der glücklich von 300 000 auf 100 000 M. zusammengeschrumpft ist. Wie man trotz einer solchen Finanzlage noch den Mut haben konnte.- den Bau eines kommunalen Prachtwirtshauses für bessere Bürger zu beschließen, mußte bei allen verständigen Leuten Kopfschütteln erregen. Das in den Ortsvercinen organisierte Grundbesihertuin hat sich bereits gegen eine„weitere Belastung' sehr energisch gc- wehrt und die Gemeindevertretung wird sicher aus sie die gebüh- rende Rücksicht nehmen. Andererseits scheut man vor einer Er- höhung der Gemeinde-Einkommensteuer, die jetzt inkl. Kreissteucr 110 Proz. beträgt, ebenfalls zurück mit Rücksicht auf die Kon- kurrenz der Nachbarorte, die es eventuell billiger machen und damit einen reicheren Fischzug wohlhabender Steuerzahler er- hoffen. Werden die finanzpolitischen Verhältnisse in den einzelnen Gemeinden von den jeweiligen Vertretungen schon oft genug und genügend verfahren, so tommen noch hinzu diese Konkurrenzkämpfe unter den Gemeinden selbst, die schon langst gesetzgeberisckw Maßnahmen für das wirtschaftliche EinheitSgebiet Groß-Berlins in einer ganzen Reihe kommunalpolitischer Fragen erfordert hätten. Kalkberge-Rüdersdorf. Die Benzolstraßendabn Kalkberge-Friedri-bshagen ist nunmehr komplett. Die Einfüdrunq de« geplanten stündlichen Verkehr« soll jedoch erst im März oder Anfang April erfolgen. Es wäre indessen. namentlich für den regen Sonnlagsverkebr. geboten, schon jetzt eine stündliche Zugfolge festzusetzen, wie eS Bereits vorher beabsichtigt worden war. Spandau. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Die zuerst vorgenommene Borslandswabl endigte mit der Wiederwahl deS alten BörstandeS bi» auf den zweiten S-driftführer. welches Amt bisher der reaktionäre Stadt- verordnete Schob inne hatte. Die neugebildete.Liberale Fraktion' schlug hierfür den Stadtv.«chreiber vor; sie fand dazu auch die Unterstützung unserer Genossen. Derselbe wurde mit 24, Stimmen gegen 13 Stimmen, welche auf den Stadtv. Schob euifielen. gewablt I5nflete H�tte entspann sich beim Schulkassenetat sür 1913. Derselbe schließt in Einnahme un!» Ausgabe mit 1415339.38 M. ab. gegen 10!2 mehr 79 503,68 M. Die Einnahmen sSchitlgcld. Zinsen aus Stiftungen) ausschließlich des Zuschusses deS Staate« und der Stadthauptkasie bettagen für 1913: 184 441.94 M.(mehr IS 240,67 M). Der Zuschuß aus der Städthauptkasse für 1913 beträgt 998 427,04 M.(mehr 38 508�18 M.).' der Siaatskasse sind für 1913 eingestellt 43 110 M-(weniger 6600 M). Der Fehlbetrag von 0300 M, ist der widerrufliche Staats- beilrag für die Gemeindeschulen, der laut der Mitteilung der Re- gierung nicht mehr gezahlt wird. Die Oberrealschule erfordert einen städlischen Zuschuß von 71 193 06 M(mehr 1377.4EM.), das Lyzeum 28741,76- M.(mehr 2083,90 R.), die mittlere Mädchenschule 29 129,78 M.( mehr 1858,76 m.). Von den Volksschulen erfordert| Der Bartetat schließt in Einnahme und Ausgabe mit 51 450 M.| Der Gemeindeborsteher gob zur Antwort, daß der Unternehmer die 13. Gemeindeschule den geringsten Zuschuß von 14 709 M.( mehr ab. Es wurde u. a. angeregt, das Birkenwäldchen an der Pichels es wohl verstanden habe, ein recht billiges Angebot au machen, jezt 732 M.), den höchsten Zuschuß die 6. Gemeindeschule( einschließlich dorfer Straße in einen hübschen Schmucplaz umzuwandeln. Der aber von der Ausführung entbunden sein möchte. Klaffen am Joachimsplay) von 68 068,98 m.( weniger 2029,34 m.). Etat wurde angenommen. Der Seefischverkauf der Gemeinde Rosenthal findet jest wieder Die 18 Gemeindeschulen, die Hilfsschule für Schwachbefähigte und Nach Erledigung einiger fleinerer Vorlagen wurden der vorUebungsichule am Lehrerseminar erfordern einen Zuschuß von insgefchrittenen Beit wegen die noch auf der Tagesordnung stehenden regelmäßig Dienstags beim Gemeindevertreter Genoñen Milbrodt gesamt 572 166,07. Der Zuschuß aus der Stadthauptkasse übrigen Puntte vertagt. für einen Schüler beziehungsweise Schülerin beträgt pro Jahr bei der höheren Oberrealschule 148,31 m., höheren Mädchen- Reinickendorf. Die Gemeindevertretung vollzog in ihrer ersten Sigung im neuen Jahre zunächst die Neuwahlen zum Kreistag. Gewählt wurde außer den bisherigen Vertretern, dem Bürgermeister Wilke, dem statt. Verfammlungen. bildungsschulen beträgt der städtische Zuſchuß 27 139 M2.( mehr nollen Schön be uſch. auf den jedoch in allen vier Wahlgängen nur Durchführung des neuen Tarifs im April nicht überall glatt von " Zur Vorlage gelangte sodann der Etat der Sparkasse. Derselbe wurde nach furzer Debatte genehmigt. Der öffentlichen folgte eine geheime Sizung. Rosenthal. icule 79,98 M., mittleren Mädchenschule 89,93 M., mittleren Knabenschule 82,12 M. Bei den 13 Volksschulen bewegen sich die Säge zwischen 60,99 M.( 4. Gemeindeschule) und 95,08 M.( 13. GeDie Bauanschläger, welche im Deutschen Metallarbeiterberband meindeschule). Bei der Hilfsschule beträgt der Zuschuß 199,10 M. Schöffen Schemmel und dem Gemeindevertreter Schwarzkopf, der organisiert sind, nahmen am Donnerstag den Jahresbericht ihrer und bei der Lehrerseminar- lebungsschule nur 25,86 M. Für Fort- Gemeindevertreter Busch. Unsere Genoffen repräsentierten den Ge- Branchentommission entgegen. Aus demselben geht hervor, daß die 3557,50 M.) Für die Jubiläumsturnhalle wird ein städtischer Bu- die fechs Stimmen unserer Genossen entfielen. Längere juristische statten ging, so daß sich die Kommission mit dieser Angelegenheit schuß von 3327,36 M. und für die Erhaltung der Turnpläge 5140 M. Auseinandersetzungen zeitigte der Antrag, die Gemeinde Tegel auf beschäftigen mußte. Doch die Verstöße waren nicht schwerwiegender gezahlt. Bei der Beratung wurde eine Reihe Beschwerden vorge- Erfüllung ihrer Verpflichtungen aus dem Krankenhausvertrage zu Natur und meist auf mangelndes Verständnis der Betreffenden bracht. So sollen u. a. die Freistellen an der Oberrealschule un- verklagen. Die Gemeinde Tegel ist Mitgesellschafterin des„ Kranken- für die neuen Bestimmungen zurückzuführen, so daß die Regelung gleich verteilt werden, was von Bürgermeister Wolf in Abrede ge- haus- Verbandes Reinidendorf." Nach den Bestimmungen des zwischen feine besonderen Schwierigkeiten machte. Im übrigen verlief das stellt wurde. Genoffe Pieper erinnert daran, daß vor zwei den Gemeinden abgeschlossenen Vertrages sollen die erforderlich Jahr ziemlich ruhig. Das größte Interesse erregt augenblicklich Jahren die Schulargtfrage gelöst worden sei, bis jetzt aber habe man werdenden Zuschüsse von den beteiligten Gemeinden im Verhältnis die feit längerer Zeit andauernde sehr starke Arbeitslosigkeit. Die noch feinen Bericht der 13 Schulärzte zu Gesicht bekommen. Es ihrer Einwohnerzahlen aufgebracht werden. Maßgebend für die Be- geringste Zahl der arbeitslosen Mitglieder betrug 90, sie stieg aber iväre angebracht, den Stadtverordneten ben Bericht zu rechnung ist stets die am 15. Oftober, gelegentlich der Personenstands- bis auf 170 und beträgt gegenwärtig sogar 184. Von den 826 Mitzuftellen und Auszüge babon in der Presse สิน ber- aufnahme ermittelte Seelenzahl". Hierbei werden auch mitgezählt gliedern der Branche ist somit durchschnittlich jeder fünfte Mann öffentlichen, damit auch die Deffentlichkeit bon dem die Insaffen der Strafgefängnisse. Tegel weigert fich nun für die arbeitslos. 59 Mitglieder sind bereits in der ArbeitslofenunterGesundheitszustand der Kinder unterrichtet wird. Weiter kommt Insassen der in ihrem Gemeindebezirk belegenen Strafanstalt stüßung ausgesteuert. Die Versammlung diskutierte eingehend Redner darauf zu sprechen, daß im vorigen Jahre beschlossen worden Tegel" die anteiligen Kosten zu übernehmen, da die Straf darüber, was zugunsten der arbeitslosen Mitglieder getan werden ist, Erhebungen darüber zu veranstalten, wieviel Kinder ohne Früh gefangenen bei der Berechnung der Seelenzahl zu Unrecht als fönne. Es wurde als moralische Pflicht der Kollegen bezeichnet, stück zur Schule tommen. Diese Erhebungen hätten zwar auch statt- Tegeler Einwohner gezählt würden. Ebenso verweigert Tegel die darauf zu sehen, daß nicht einzelne, wie es manchmal geschicht, gefunden, der Magistrat habe aber die Angelegenheit durch Kenntnis- ihm als Unterstützungswohnsiz obliegende Pflicht zur Zahlung der durch unmenschliche Anspannung ihrer Sträfte weit über das nornahme für erledigt erachtet. Er Er richte an den Magistrat das Er Krankenhaustosten für erfrantte Drtsarme, sofern die Aufnahme male Maß hinaus arbeiten und verdienen, während ein großer Teil suchen, diesen Kindern in der Schule Frühstück zu verabreichen. nicht von der Gemeinde Tegel bewirkt wird. Der Klageerhebung der Kollegen überhaupt keine Arbeit bekommen kann. Ferner Bürgermeister Wolf betont, die Schulärzte haben alljährlich an die wurde zugestimmt. wurde die Frage erörtert, ob nicht die Ausgesteuerten in irgendSchuldeputation Bericht zu erstatten; der Bericht für das letzte Jahr Die einer Weise durch die Branche unterstützt werden könnten. sei sehr günstig ausgefallen. Nur die Augen- und Zahnkrankheiten Stommiffion wird über diese Angelegenheit beraten. Die statutenhaben zugenommen. Im übrigen stellt er die Errichtung einer Schulmäßige Neuwahl der Branchenkommission ergab die Wiederwahl der Zahnklinik in Aussicht. Was die Schulspeisung anbelange, so haben Mitglieder ange( Branchenleiter), Mette( Sassierer), 2öf, die angestellten Erhebungen ergeben, daß die meisten Kinder durch Sifora; neugewählt wurden Rügner, Klein, Edler. Fahrlässigkeit(!) der Eltern ohne Frühstück zur Schule tämen. Da Aus der Gemeindevertretung. Zunächst führte Genosse Milnur eine fleine Anzahl von Kindern, etwa 10, ohne Verschulden der brodt Klage darüber, daß über den eigentlichen Schulschluß hinaus Eltern kein Frühstück erhalten, so will die Schuldeputation von einer die Schulkinder des öfteren zurüdbehalten werden. Im Interesse Schulspeisung absehen und die Rektoren anweisen, die bedürftigen der Kinder sowohl wie der Eltern sei es ratsam, diesen Uebelstand Kinder in besonderen Fällen den Kinderhorten zu überweisen. Stadtv. zu beseitigen. Vom Gemeindevorsteher wurde darauf hingewiesen, alter beantragte, die Schulhöfe der Gemeindeschulen zu Spiel- daß die Vertretung feinen Einfluß auf die Schule habe, er hoffe ziveden freizugeben. Zunächst soll der Schulhof der 8. Gemeinde- jedoch, daß dieser Uebelstand durch die Anregung behoben würde. fchule( Surstraße) freigegeben werden. Genosse Pieper stellte dann Die feinerzeit von der Gemeindevertretung gegen die Stimme des den schon oft abgelehnten Antrag, die Jubiläumsturnhalle auch der Gemeindevorstehers bewilligte Unterstügung von 100 m. an die Freien Turnerschaft" zur Verfügung zu stellen. Die Halle sei auf Arbeiter- Samariter- Solonne ist bis heute noch nicht an dieselbe Stoften sämtlicher Steuerzahler erbaut nnd müffe deshalb auch allen ausgehändigt. Genoffe ajet richtete daher eine Anfrage an Turnern zur Verfügung gestellt werden. Nachdem noch eine Reihe den Gemeindevorsteher, weshalb der Beschluß noch nicht zur Ausvon Stadtverordneten gesprochen und auch noch einige weniger wichtige führung gekommen sei. Der Vorsteher erwiderte, daß er diesen Anträge gestellt waren, wurde der gesamte Schuletat genehmigt. Beschluß beanstandet habe und zwar aus denselben Gründen, aus Angenommen wurde der Antrag auf Freigabe des Schulhofes der denen seinerzeit die Regierung dem Arbeiterturnverein die Ge8. Gemeindeschule zu Spielzweden und ferner der Antrag auf Ber- nehmigung zur Benutzung der Turnhalle versagt habe. Dem Aböffentlichung der Berichte der Schulärzte. Die mit lebhaftem Inter- schluß eines Vertrages mit der Gemeinde Berlin- Niederschönhausen effe berfolgte Abstimmung über den Antrag Pieper auf Freigabe der betreffs Ausbaues des Kaiserweges wurde ohne Debatte zugestimmt. Jubiläumsturnhalle an die Freie Turnerschaft" ergab die An Ebenfalls der Durchführung der Siemensbahn. Zur Pflasterung nahme derselben mit Inapper Majorität. der Lessingstraße mit Reihensteine sind von den Bergmann ElekDer Etat der Spandauer Straßenbahn schließt mit 1 123 740 M. trizitätswerten 100 000 m. auf 5 Jahre zinsfrei zur Verfügung ab. Bei dem Titel Einnahmen sind 29 500 m. für tommende gestellt. Da bis jest 83 000 2. verbraucht sind, ein Teil der Straße Swinemde. 775D Tariferhöhungen" eingestellt. Da aber von der Stadtverordneten- aber, in dem noch altes Pflaster liegt, schmäler ist, wurde von Hamburg 772DGD 3bedect 773 D versammlung noch keine Tariferhöhung beschlossen ist, zog der unseren Genossen beantragt, dieselbe in ihrer ganzen Breite und Frankf. a.M7680 Magistrat nach längerer Debatte fowohl den Etat der Spandauer Länge auszupflastern, um dadurch ein einheitliches Bild zu er- München 76890 Straßenbahn wie den der Nonnendammbahn vorläufig zurüd.- zielen. Diese Angelegenheit wurde der Wegebautommission über Wien 7700 Angenommen wurde eine Petition der Anwohner des Nonnendamms, wiesen. Die Gemeindebeamten haben infolge der bewilligten die drei ersten Wagen der Straßenbahn bis zur Reisstraße weiter Teuerungszulage sämtliche Anträge betreffs Gehaltserhöhung zuauführen. Die Petition wurde dem Magistrat zur Berücksichtigung rückgezogen. Verwunderlich fand der Genosse Milbrodt, daß zur nordöstlichen Winden. überwiesen. Chaussierung der Kastanienallee noch kein Spatenstich erfolgt sei. Direktor S. Gratis 2000 50s.Ondige Kursus- Karten " Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 12. Januar, vormittags 9 Uhr, Pappel- Allee 15/17, Neukölln: Idealpassage" und Tegel: Schlieper Vormittags 11 Uhr, Kleine Frank ftraße 30: Freireligiöse Borlesung. Der Wert und das furter Straße 6: Vortrag von Herrn Dr. M. Brie: Wesen der Bildung". Damen und Herren als Gäfte sehr willkommen. Allgemeine Kranken und Sterbefasse der Metallarbeiter ( E. S. 29), Samburg. Filiale Pantow. Sonnabend, den 11. Januar, abends 8, Uhr: Versammlung auch für weibliche Mitglieder bei Schröter, Floraftr. 5/6. Sonnabend, den 18. Januar, fällt wegen des Maskenballes der Bahlabend aus. Filiale Bernau. Sonntag, den 12. Januar, vormittags 10 Uhr: Mitgliederversammlung im Lokal Kreisel, Breitestraße und Roßstraßen- Ede. Stationen Berlin Witterungsübersicht vom 10. Januar 1913. Barometer stand min Bind cichtung Windstärke Better Temp. n. T. 5° C.= 4° R. Stationen 2wollig 1 Haparanda 3 heiter 1 -1 2 bedeckt Barometer tand mm Wind richting Bindstärke Petersburg 784 DND Scilly -1 Aberdeen 5 bedeckt-5 Baris 1Schnee- 4 755W 765 SD 762DCO Better 1Schnee 2halb bb. 7 bebedt 2 wollent Kemp. n. 6. 1 Wetterprognose für Sonnabend, den 11. Januar 1913. Troden und vielfach heiter bei etwas zunehmendem Frost und scharfen Berliner Betterbureau. Im Werte von M. 50 000.Einladung! 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Januar cr.. abends 9 Uhr gekauft wird, verschenke ich 2 Freikarten, eine Karte ist für einen 50 stündigen Wiederholungskursus und die zweite für einen 50 stündigen Demonstrations- Vorträge Am Montag, d. 13. cr., Im Französisch. v. 6-8 Uhr Am Montag, d. 13. cr., im Englischen v. 8%-10% U. Am Dienstag, dem 14. cr. werden die beiden letzten Demonstrationen gegeben, und zwar im Französischen von 2-4 Uhr, Englischen von 6-8 Uhr. Jeder dieser Kurse besteht aus 26 Stunden. Die Preise sind ausserordentlich billig, trotzdem erhält man für jede zwischen dem 1. und 15. cr. gekaufte Kursuskarte genannte zwei Freikarten. im Kasinosaal, Landsberger Str. 39, Alexanderplats und im Kinosaal, Neukölln, Bergstrasse 67 findet je ein 50 stündiger Abendkursus im Englischen statt. Eine Kursuskarte hierfür kostet nur Mark 15.-. im Künstlerhause, Montag, den 13. Januar, Im Kasino- Saal, Landsberger Str. 39 werden die in der französisch. Sprache von 6-7%, Uhr abds. in der englisch. Sprache von 8-10 Uhr abds. Lektionen von 8-10%, jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag abend gegeben. Beginn am Dienstag, dem 14. cr., abends 81, Uhr. 7 Demonstrationen im Marinehaus Im Kinosaal, Neukölln, Bergstr. 67 werden die Brandenburger Ufer 1, a. d. Jannowitzbrücke Am Sonntag, den 12. Januar, mittags 12 Uhr beginnt ein 16stündiger Kursus im Englischen für Anfänger. Der Kursus kostet nur M. 6.- und wird jeden Sonntag von 12-2 Uhr gegeben. Die erste Lektion ist eine Demonstration und frei für alle! 50stündiger Kursus im Englischen für Anfänger und Am Montag, den 13. cr., 11 Uhr vorm. beginnt ein wird jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 11-1 Uhr gegeben. Erste Lektion ist frei für alle! Die folgenden Demonstrationen im Marinehaus sind nur für Vorgeschrittene, sie sind frei, und finden statt wie folgt: Lektionen jeden Montag, Donnerstag und Freitag von 8-10 Uhr abends gegeben. Beginn am Montag, dem 13. cr., abends 81, Uhr. Zu beachten! Schneiden Sie diese Annonce aus, sie ist ein Prospekt! 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Ein sehr ge- wics, doch erst nähere Erhebungen über den Geisteszustand des Anbräuchliches Beförderungsmittel ist die elektrische Straßenbahn. Es geklagten anzustellen. Das Gericht aab diesem Antrage statt und In der Landgemeinde Thesdorf, Kreis Pinne- taucht daher die Frage auf, wann Unfälle, die durch die Straßen- beauftragte den Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Straßmann mit der berg, waren bei den Gemeindewahlen die Bestimmungen bahn verursacht werden, als Betriebsunfälle zu betrachten sind. Beobachtung des Angeklagten und der Abfassung eines Gutachtens. über die Oeffentlichkeit der Wahl nicht ausreichend beobachtet Das Reichsversicherungsamt hat keinen Betriebsunfall ange- Die Verhandlung wurde deshalb auf unbestimmte Zeit vertagt. worden. Deshalb klagte der Parteigenosse Eggerstedt in nommen, wenn jemand von einem in voller Fahrt befindlichen Thesdorf auf ungültigkeitserklärung eines Teils der Wahlen. Straßenbahnwagen absprang und dabei verunglückte. Es sah in Amtlich verhinderter Religionsunterricht? Die Sache kam schließlich an das Oberverwaltungsgericht. diesem Falle das Abspringen als eine nicht ordnungsmäßige BeDies wies am 12. Dezember 1911 die Klage mit der Be- nuzung eines an sich zulässigen Beförderungsmittels an". Da Früher nahm das Kammergericht den durchaus zutreffenden gründung ab, daß bei der Wahl zwar die Oeffentlichkeit nicht den, der von einem langsam und vorsichtig fahrenden Straßenbahn- in einer Religion unterrichten zu lassen, zu der ser sich nicht bekennt gegen ist ein Betriebsunfall bei einem Arbeiter angenommen wor- Standpunkt ein: Es kann niemand gezwungen werden, seine Kinder vollständig gewesen wäre, daß man aber auch nicht behaupten wagen sprang und sich verlegte. In der Begründung führte das und der auch seine Kinder nicht angehören. Hiernach brauchten die Lönnte, die Deffentlichkeit wäre völlig ausgeschlossen Reichsversicherungsamt aus, daß in diesem Falle das Abspringen Kinder konfessionsloser Eltern an dem Religionsunterricht der gewesen, weil immerhin die sämtlichen Wähler der gerade am mit feiner besonderen Gefahr verbunden war und daber dem Ver- Schule nicht teilnehmen. Später verließ das Kammergericht diesen Wählen befindlichen Klasse hätten anwesend sein dürfen. lebten der Vorwurf einer ordnungswidrigen Benutzung der Straßen. Standpunkt und fällte ein Urteil, welches besagt: Wenn Kinder Es fiel bereits auf, daß zur Verhandlung dieser verhält bahn nicht gemacht werden konnte. bom Religionsunterricht der Schule befreit werden sollen, so muß nismäßig untergeordneten Angelegenheit nicht nur der Ge- Aehnlich hat das Reichsversicherungsamt türglich entschieden, nachgewiesen werden, daß sie außerhalb der Schule in einer den Gemeindevorstehec, sondern auch vier Mann daß auch Unfälle, die sich durch Aufspringen auf einen langfam feßen des Staats entsprechenden Religion unterrichtet werden. aus der Gemeindeverwaltung in Berlin bor fahrenden Straßenbahnwagen ereignen, als Betriebsunfälle zu be- Dieser feither oft angefochtene Standpunkt des Kammergerichts gilt mun als maßgebend und die aus der Landeskirche ausgeschiedenen trachten sind. In der Begründung heißt es: dem Oberverwaltungsgericht erschienen, ob" Der Wagenführer hat befundet, daß der Straßenbahnwagen Eltern sind in jedem Falle vor die Wahl gestellt, ihre Kinder entgleich das Gericht das Erscheinen keines einzigen angeordnet in dem Augenblic, als der Kläger ihn besteigen wollte, sich eben weder an dem Religionsuntericht der Schule teilnehmen oder fie hatte. Lediglich der Gemeindevorsteher nahm auch in der Ver- erit in Bewegung gefeßt und eine nur mäßige Geschwindigkeit von anderweit in dem Bekenntnis einer staatlich anerkannten Religionshandlung das Wort. Aus Reden in der Gemeinde ging dann 8 bis 9 Kilometer in der Stunde hatte. Der Returssenat hatte gemeinschaft unterweisen zu lassen. Beides ist natürlich ein unhervor, daß es Leute gab, die sich freuten, wenn den Sozial- feinen Anlaß, die Richtigkeit dieser Angabe in Zweifel zu ziehen, erhörter Gewissenszwang, der den Freidenkern durch die Staatsdemokraten die Sache recht teuer zu stehen käme. zumal die Lage der Unfallstelle( Kreuzungspunkt dicht hinter einer gewalt auferlegt wird, und der schon oft zu Konflikten geführt hat. altestelle und einer Weiche) es glaubhaft erscheinen läßt, daß der Einen Konflikt dieser Art hat gegenwärtig der Tapezierer Wagen langsam und vorsichtig fahren mußte. Demgegenüber fonnte Runge in Neukölln auszufechten. Er ist aus der evangelischen die Befundung des Zeugen B., der die Geschwindigkeit höher einge Landestirche ausgetreten und will deshalb seiner Ueberzeugung ge schätzt hat, nicht ausschlaggebend sein. Abgesehen davon, daß bei mäß feinen Sohn nicht in einer von ihm für falsch gehaltenen der Schäßung von Geschwindigkeiten leicht rrtümer unterlaufen, religiösen Anschauung unterrichten lassen. Um nach dem erwähnten war zu berücksichtigen, daß B. den Vorgang nur vom Fenster seiner Kammergerichtsurteil die Voraussetzung für die Befreiung feines Man kann sich denken, wie groß die Freude gewisser Wohnung aus beobachtet hat. Unter solchen Umständen hat das Sohnes vom Religionsunterricht der Volksschule zu schaffen, schickte Staatserhaltenden" in Thesdorf war, daß die Sozialdemo- Retursgericht nicht die lleberzeugung gewonnen, der Kläger habe Kunze das Kind in den Religionsunterricht der jüdischen Gemeinde. fraten soviel zahlen sollten, um fünf Mitgliedern der Ge- sich einer so unvernünftigen und ungewöhnlichen Handlungsweise Denn sie ist ja eine der vom Staate anerkannten Religionsgemein meindeverwaltung eine Gratisreise nach Berlin zu verschaffen. fchuldig gemacht, daß er dadurch den Zusammenhang mit seiner schaften. Das ging auch zwei Jahre ohne Störung. Der Sohn erAber die Freude war von kurzer Dauer. Obgleich näm- versicherten Tätigkeit gelöst hätte. Wenn schon an sich das Be- hielt jüdischen Religionsunterricht, der betreffende Religionslehrer steigen eines so langjam fahrenden Straßenbahnwagens mit einer war mit dem Schüler vollkommen zufrieden und stellte ihm die lich dem Kreisausschuß doch wirklich Zeit genug zur Ver- besonderen Gefahr nicht verknüpft zu fein pflegt, jo fonnte gerade besten Zeugnisse aus. Die Religionsstunden in der Volksschule fügung gestanden hatte, um sich mit den einschlägigen Gesetzes der Kläger bei seiner Jugend und Gewandtheit wohl darauf rechnen, brauchte der fleine Kunze also nicht zu besuchen. bestimmungen bekannt zu machen, hatte er die jedent An- daß das Besteigen des Wagens für ihn nicht gefährlich werden fänger im Verwaltungsrechte befannte zweifellose und klare fönne."( Aftenzeichen: Ia 1646/12.) Vorschrift des§ 103 des Landesverwaltungsgesetzes vollfommen unbeachtet gelassen, wonach für die persönliche Wahr nehmung eines solchen Termins im ganzen nie mehr berechnet werden darf, als die tarifmäßige Gebühr eines Anwalts betragen haben würde. Der von dem Beschluß betroffene Kläger Eggerstedt war gewißigt genug, sich bei einem Rechtsanvalt rechtzeitig zu erkundigen und Beschwerde einzulegen. Jetzt ist nun durch Beschluß des Bezirksausschusses der zu erstattende Betrag in der Tat im ganzen auf 22,50 Mart festgelegt worden. Der Beschluß traf gerade zu Neujahr ein; manche Leute, die so bergnügt über den ersten Beschluß gewesen waren, dürften etwas lange Gesichter über diese Neujohrsüberraschung gemacht haben. Ja, wer andern eine Grube gräbt....! Desto größer war natürlich die Seiter fcit der Roten". Fast ein Jahr später erließ der Kreisausschuß des Kreises Pinneberg einen Beschluß, unterzeichnet Dr. Scheiff. In diesem wurden dem Gemeindevorsteher und den vier anderen Mitgliedern der Gemeindevertretung zu sammen 260,75 Mart Reisekosten zugebilligt. Mit der billigen Reise nach Berlin ist es nun nichts. Den selbstverständlich darf auch die Gemeindekasse nicht angegriffen werden, um die Kosten dieser ganz zwedlosen vom Gericht nicht angeordneten Sprißfahrt zu decken. Wäre der Kläger ein unerfahrener oder weniger vorfichtiger Mann gewesen, so wäre vielleicht die Beschwerdefrist verstrichen gewsen, und der Beschluß hätte Rechtskraft erlangt. Man könnte sich gar nicht wundern, wenn an einem kleinen Orte der von einem solchen Beschluß Betroffene des Glaubens wäre, der Kreisausschuß müsse doch die Geseze kennen und merde nichts Gesezwidriges beschließen. Man sieht aber, wie fehr man sich hüten muß, behördliche Anordnungen ohne weiteres als gefeßlich anzuerkennen. An der ganzen Geschichte bleibt der Beschluß des Kreisausschusses das unbegreiflichste, die Selbstnepperci der Thesdorfer das Köstlichste. Soziales. Geheimhaltungspflicht der Ortskrankenkassen über Lohnmitteilungen. Eine wichtige Entscheidung hat das Oberberwaltungsgericht gefällt. Sie ist von Wichtigkeit insofern, als sie eine bisher un beanstandet geübte Pragis der Krantentassen, Korporationen und Behörden zu sozialen Zweden im allgemeinen und insbesondere zu 3weden der Statistit Auskünfte zu erteilen, unterbindet, zum mindesten zum weitaus größten Teil. Lohnangaben, die ein Buchdrudereibefizer Langendorf in Stottbus gentäß dem gesetzlichen Zwange der Bereinigten Orts frankenkasse zu Kottbus gemacht hatte, tauchten vor dem Tarifamt der Buchdruder auf. Langendorf beschwerte sich beim Magistrat als der Aufsichtsbehörde der Ortskrankenkasse und sprach die Vermutung aus, daß ein Buchdrucker, der zum Vorstande der Kasse damals gehörte, weiter berwertet habe, was er als Vorstandsmitglied der Kasse über die Löhne im Langendorfschen Betriebe erfahren habe. Der Magistrat veranstaltete nun eine Untersuchung des Falles, die sich in der Hauptsache gegen das betreffende Vorstandsmitglied richtete. Im Laufe der Angelegenheit machte der Borstand der Kasse die Sache sozusagen zu der eigenen, indem er als Vorstand fich prinzipiell auf den Standpunkt stellte, daß die Vorstände von Krankenkassen ohne weiteres befugt seien, über die Lohnangaben, die die Unternehmer machten, Korporationen und Behörden Auskünfte zu geben sowie daß die Vorstände mit Bezug auf diese Lohnangaben überhaupt nicht zur Verschwiegenheit verpflichtet seien. Nun erließ der Magistrat als Aufsichtsbehörde eine Verfügung an den Vorstand als solchen, in der gesagt wurde: Der Vorstand der Kasse habe in der bewußten Angelegenheit den Standpunkt vertreten, daß eine Schweigepflicht der Vorstands. mitglieder über die von den Arbeitgebern gemeldeten Löhne nicht bestehe. Diese Auffassung sei falsch. Da der Kassenborstand gemäß seiner Auffaffung dritten die gemeldeten Löhne zugänglich machen werde, so ergehe an ihn folgende Anordnung: Erstens werde angeordnet, daß der Vorstand die ihm auf Grund des Krankenversicherungsgesetes bekannt gewordenen Lohnverhältnisse dritten gegenüber, denen ein Recht auf Auskunfterteilung nicht zustehe, geheim zu halten habe. Zweitens habe der Vorstand dieses auch den Angestellten und Bediensteten der Kasse zur Pflicht zu machen. Der Vorstand focht die Verfügung durch die Klage an und bertrat seinen oben erwähnten prinzipiellen Standpunkt, wobei artige Geheimhaltungspflicht der Kaffenborstände ausspreche. er darauf verwies, daß keine Bestimmung des Gesetzes eine derDer Bezirksausschuß zu Frankfurt a. D. wies die Klage ab, weil sich die Pflicht zur Geheimhaltung aus allgemeinen Grundfäßen ergebe. Berbot der sogenannten geheimen Konkurrenstlaufel. Der Ausschuß des Berliner Kaufmannsgerichts nahm in seiner Sigung am Mittwochabend Stellung zu einem Antrage, welcher von den Deutschnationalen Handlungsgehilfenbeifißern eingebracht war. Diefer berlangte die Beseitigung der geheimen Konkurrenz flausel. Der Antrag verlangt die Aufnahme eines gefeßlichen Verbots von Vereinbarungen der Prinzipale, die bezveden, Handlungsgehilfen in ihrer gewerblichen Tätigkeit zu beschränken und die Bedrohung von Zuwiderhandlungen mit hoher Geldstrafe. Nach derselben Richtung sich bewegende Zufazanträge wurden von dem Vertreter des Ortsvereins der Deutschen Kaufleute und vom Vertreter des Vereins Deutscher Handlungsgehilfen Leipzig gestellt. Die Antragsteller sowie die übrigen Handlungsgehilfenbeifizer führten hierzu aus: Ein völliges Verbot der Konkurrenzklausel sei notwendig, aber reiche nicht aus. Denn es bleibe die Gefahr der geheimen Konkurrenzklausel bestehen. Diese sei für den Gehilfen biel gefährlicher, weil der Angestellte von derselben feine Kenntnis Das Oberverwaltungsgericht bestätigte am Montag das Urteil. erlangt. Solche Konkurrenzvereinbarungen bestehen heute bereits zur Begründung wurde angeführt: Der Bezirksausschus habe für ganze Branchen, nicht nur örtlich begrenzt, sondern über ganze gang recht, wenn er aus allgemeinen Bestimmungen der LandesLandesteile. Die Brinzipale verpflichten sich danach gegen hohe verwaltungsgesetzgebung diese Pflicht des Vorstandes zur Geheim Konventionalstrafen, ohne schriftliche Einwilligung des anderen Teiles tein Personal zu engagieren, welches bei dem einen Teile der haltung folgere. Daß der allgemeine Grundsatz der GeheimVertragschließenden beschäftigt war. Die Angestellten seien also haltung des Beamten amtlich zur Kenntnis gelangenden Materials nicht in der Lage, ihre Lebenshaltung zu verbessern und die er auch den Bestimmungen des Strantentassengefeßes zugrunde liege, worbenen Fähigkeiten und Erfahrungen zu ihrem Vorteile auszu- ergebe sich auch aus§ 49 Absatz 3 dieses Gesezes, wo es heiße: nußen. Die Strafgerichte verurteilen heute bereits Angestellte, In der Anmeldung zur Ortskrankenkasse sind auch die behufs menn fie derartige Bereinbarungen gegen ihre Prinzipale treffen, der Berechnung der Beiträge durch das Statut geforderten Angaben zu hohen Strafen. Der Reichstag müsse dafür sorgen, daß die Angestellten einem derartigen Terrorismus gegenüber nicht machtlos der Berechnung der Beiträge, so sei damit gesagt, daß der ArbeitWenn hier gesagt sei, behufs( b. h. zum Zwede) zu machen." dastehen. Für die Geschäftsinhaber sei dies Vorgehen eine reine geschäftliche Angelegenheit, für die Angestellten aber eine Lebens- geber nur zu diesem Zwede die Angaben machen brauche. Der frage, welche ihre Existenz zu vernichten droht. Bon feiten der Arbeitgeber habe also teine Pflicht, zu anderen Zweden die Anbürgerlichen Kaufleutebeifiber wurde hiergegen ausgeführt, daß gaben zu machen. Daraus ergebe fich, daß fie auch zu anderen fie nach wie vor auf dem Standpunkt stehen, eine völlige Beseitigung 3weden nicht von der Stasse benutzt werden dürften. Somit sei die der Konkurrenzflausel sei für sie unannehmbar. Sie stimmen wohl Verfügung der Aufsichtsbehörde gerechtfertigt und die Klage des für den Entwurf der Regierung, soweit dieser die Abschließung der Vorstandes sei abzuweisen gewesen. Konfurrenzflaufel erschweren will, wollen die Anwendung berselben so weit als möglich vermieden wissen, aber einer völligen Beseiti gung fönnten sie niemals zustimmen. Sie erklärten sich gegen die Anträge, welche für fic eine große Beschränkung des Koalitionsrechtes bedeuten würden! Bei der Abstimmung wurden sämtliche Anträge angenommen. Dafür stimmte der sozialdemokratische Kaufmann sowie sämtliche Gehilfenbeifiker, dagegen alle bürgerlichen Kaufleutebeisiger. Gerichts- Zeitung. Bertagung des Mordprozesses. Die Beweisaufnahme gegen den des Mordes an seiner Che frau beschuldigten Arbeiters Artur Haad gestaltete sich gestern für Betriebsunfälle beim Auf- und Abspringen von Straßenbahnwagen. diesen sehr ungünstig, da es sich immer mehr und mehr ergab, daß Im allgemeinen find nfälle, die sich auf Dienstwagen oder der Angeflagte durch seine Arbeitsschen die Schuld an der Zerreifen ereignen, als Bet. bsunfälle zu betrachten und von der rüttung der Ehe trug, während die Frau als stille und fleißige Im April vorigen Jahres änderte sich plötzlich die Sachlage. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde fragte bei Herrn Kunze an, ob er nicht nur aus der evangelischen Kirche aus-, sondern auch zum Judentum übergetreten sei oder übertreten wolle. Als Kunze Der vollständige Ausverkauf aller Inventurbestände bei Schlesinger erregt ungeheures Aussehen. Senabenjoppen 2 M. Herrenjoppen 5 M. Herren- Anzüge 15 M. Herren- Ulster 15 M. Paletots 20 M. Maßanzüge 30 M. Moderne Blaue Hosen 3,50. Drelljaden m. 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Die Regierung hätte des vinzial- Schulfollegium und dies gab die Sache weiter an die Re- der Schule zu schiden. halb sehr wohl die Möglichkeit gehabt, im Sinne der Beschwerde gierung zu Potsdam. Kunze forderte, daß der jüdische Gemeinde- Nach diesem Entscheid erhielt Runze wieder eine Strafper- des Angeklagten einzugreifen. Sie habe das nicht nur nicht getan, vorstand angewiesen werde, seinen Sohn weiter zu unterrichten. fügung wegen Schulverfäumnis seines Sohnes. Für die von Kunze sondern sie habe sogar den Vorstand der jüdischen Gemeinde verInzwischen hatte Kunze schon einige Strafverfügungen be- beantragte gerichtliche Entscheidung stand gestern Termin an vor anlaßt, den Sohn Kunzes aus dem jüdischen Religionsunterricht tommen, weil er seinen Sohn, nachdem dieser vom jüdischen Unter- dem Schöffengericht Neukölln. Hier trug der Verteidiger, Rechts zu entfernen. Das würde erforderlichenfalls durch Vernehmung richt ausgeschlossen war, vom Religionsunterricht der Schule fern- anwalt Dr. Kurt Rosenfeld den borstehend skizzierten Sachverhalt des Regierungspräsidenten und des jüdischen Gemeindevorstandes hielt. Das Schöffengericht hat jedoch in diesen Fällen auf Frei bor. Er betonte, der Angeklagte habe alles getan, was in feinen erwiesen werden können. fprechung erkannt, weil die Beschwerde Kunzes gegen den Beschluß Kräften stehe, um den für die Befreiung vom schulplanmäßigen Das Gericht befchloß, die Verhandlung zu vertagen, um von der des jüdischen Gemeindevorstandes noch nicht erledigt war. Die Re- Religionsunterricht erforderlichen Nachweis eines anderweitigen, Regierung zu Potsdam Auskunft darüber einzuholen, ob sie den gierung hat die Beschwerde dann in ablehnendem Sinne entschieden den Gesezen des Staates entsprechenden Religionsunterricht zu er- Vorstand der jüdischen Gemeinde veranlaßt habe, den Sohn des Anund sich auf den Standpunkt gestellt, es gehe sie nichts an, ob die bringen. Wenn ihm das jetzt durch die jüdische Gemeinde unmög- geklagten vom Religionsunterricht auszuschließen. 3 KON LINON nventar Ausverkauf 163 Vom 11.bís 20. Januar Herabgesefzfe Dreise feilweise bis zur Hälfte. PALETOTS SERIE I: Dunkle Cheviotstoffe früherer Preis bis 25.00 1550 SERIE II Marengo- Stoffe früherer Preis bis 36.00 2450 SERIE III: Melton- Stoff frü erer Preis bis 42.00 3050 SERIE IV: Reinwollene Stoffe früherer Preis bis 54.00 3850 SERIE V: Gute dkl. 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