Ur. 33. BbonncmentS'Bedingungen; abonncmcitlä- Preis vränumeranis: Pierieljährl. 3,30 2Rf., monoü. 1,10 Ml., wöchentlich 28 Psg. frei ins HauS. Einzelne Numincr S Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Somitags. Scilagc„Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Aboimenicilt: 1.10 Mark pro Monat. EingcKagen in die Post-Zeitungs- Prei-lisic. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, sür das übrige Ausland S Marl pro Monat. Postabonnemenls nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweig. 30. Jahrg. OK TnlertionS'Gcbifyr Beträgt für die sechsgespaltcne Kolonel- geile oder deren Raum 60 Psg., sür politische und gcwerlschastliche Bcrcins- und Lersnnunlungs-Anzeigen ÜO Psg. „Kleine Mnrelgen", das scttgcdruikle Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgcdnicktc Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafftcllcnan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Such- 1 toben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Nummer müssen bis Uhr nachmittags in der Expcdiston eben werden. Die Expedition Iii bis 7 Uhr abends geöfftiet, Crtchtint täglich außer montags- Berliner Volksblnkl. Telegramm- Adresse: nSezialileiiiokrat R«rlin". Zentralorgan der fozialdcmokrati fehen Parte! Deutfchlande. Redaktion: öd. 68, Lindenstrasse 69* Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Sonntag, den ÄO. Januar 1913. Expedition: öd. 68, Lindenetrasse 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Schulsragen. Das Schulwesen, diese vornehmste Kulturaufgabe jedes Staates, der ernstlich auf den Namen eines Kultur- staates Anspruch erheben will, liegt innerhalb der kapitalisti- schen Gesellschaft schmachvoll danieder. Während Milliarden und A b e r m i l l i a r d e n für Kasernendrill und Erziehung zuni Massenmord vergeudet werden, haben die Staaten, die das Deutsche Reich bilden, nur einige hundert Millionen übrig für die sittliche und geistige Heranbildung der heran- wachsenden Generation I Insbesondere im größten deutschen Bundesstaat, in Preußen, sieht es namentlich mit dem Volksschulwesen überaus traurig aus. Wozu soll auch der arbeitenden Klasse ein höheres Maß von Wissen beigebracht werden? Wissen weckt nur die„Begehrlichkeit" und macht nur aufsässig gegen geistliche und weltliche Machthaberl Und die„sittliche" Erziehung besorgt ja jetzt die„Jugendpflege", die die Jugend durch Kriegsspiele und Jndianerromantik in chauvinistischen Taumel und Kricgsfieber zu versetzen sucht! . Aber gerade, weil der einflußreichste und reaktionärste Staat des Reiches seine kulturellen Pflichten der Jugend- erzichung am schwersten verletzt und weil im Dreiklassen- Parlament sie Anklagen des halben Dutzends wirklicher Volks- Vertreter wirkungslos verhallen, war es doppelt notwendig, daß auch im Parlament des gleichen Wahlrechts die pädagogi- schen Forderungen der Sozialdemokrasie nachdrücklich zur Geltung gebracht wurden I Diese Aussprache über unser Schulwesen hat der Reichstag am Freitag fortgesetzt. Die Auseinandersetzung knüpft an das Vorgehen unserer Genosien im vorigen Jahre an. Inzwischen freilich hat sich die Lage der Sache etwas mehr geklärt, als cs im vorigen Jahre der Fall war. Danials schien es. als ob die Sozialdemokratie bei keiner der bürgerlichen Parteien einen Widerhall mit ihrer Forderung finde, die Reichs-Schul- konimission so aufzufassen, daß sie zur Verbesserung unseres Schulivesens beitragen könne. Die Reichsschulkommission besteht aus einem Vorsitzenden und sechs Mitgliedern. Den Vorsitzenden ernennt der Reichs- kanzler, je ein Mitglied ernennen Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg; ein fünftes Mitglied wird abwechselnd von Baden. Hessen, Elsaß-Lothringen und Mecklenburg-Schwerin, ein sechstes Mitglied abwechselnd von den übrigen Bundes- staatcn auf je zwei Jahre ernannt.— Die Reichs-Schul- konimission hat auf Erfordern des Reichskanzlers solche An- träge zu begutachten, die die Verleihung der Berechtigung zur Ausstellung von Zeugnissen über die Befähigung für den ein- jährig-freiwilligen Militärdienst an Lehrstellen bezwecken. Zur Förderung unseres Schulwesens aber hat die Reichs-Schul- komnnssion nichts beigetragen. Und doch ist eine solche Förderung dringeud notwendig. Trotz aller Schönfärberei„gutgesinnter" Schulmänner ist unser Schulwesen sehr rückständig. Die Schulen können nur zu oft ihre große Aufgabe nicht erfüllen, weil ihre Einricktungen ungenügend sind. Ebensowenig entspricht die Art des Unter- richts den Forderungen unserer Zeit. So kommt es, daß manche Schule die� körperliche und geistige Ausbildung der Jugend nicht begünstigt sondern hemmt. Es ist daher höchste Zeit, daß das Reich hier eingreift. Zu diesem Zweck fordern die Sozialdemokraten in einem Antrage einen Gesetzentwurf, durch den die Reichsschulkommission in ein selbständiges Reichs- amt für das Schul- und Bildungswesen des Deutschen Reiches umgewandelt wird. Naturgemäß muß ein solcher Antrag auf Widerstand bei denen stoßen, welche Furcht vor der Aufklärung des Volkes haben. Daher ist es kein Wunder sondern bestätigt nur die Richtigkeit unseres Antrages, daß gegen ihn sich die K 0 n- s c r v a t i v e n und das Zentrum wendeten. Ihre Redner sprachen es offen aus, daß sie deshalb von unserem Antrage nichts wissen wollen, lveil er dem Reiche und damit auch den Sozialdemokraten einen größeren Einfluß auf die Schulen ermöglicht und im Laufe der Zeit zu Verbesserungen in unserem Sinne, besonders zur Befreiung des Schulwesens von dem Drucke der Kirche führt.». �. Nicht so einfach ist die Stellung der Liberalen zu unserem Antrage. Auch die Unternehmer müssen Wert auf eine möglichst gute körperliche und geistige Ausbildung der Arbeiterjugend legen, weil sie dadurch leistungsfähige Arbeiter bekomnien. Demgemäß sind die Liberalen„grundsätzlich" für möglichst gute. Schulen. Je mehr aber die Arbeiterbewegung an Ausdehnung gelvonncn hat. desto größer wird die Sorge der Unternehmer, wie sie den Arbeitern„gute" Gesinnung bei- bringen können. Daher wird ihr Eifer für gute Schulen mehr und mehr verringert durch die Furcht vor der Aufklärung der Arbeiter, und immer mehr dieser Herren schwenken in das schulfeindliche Lager hinüber. Im vorigen Jahre war der Wortführer der bürgerlichen Linken der Abg. B r u ck h 0 f f. Der Herr hielt sich offenbar als Wortführer seiner Partei in dieser Sache berufen, weil ihm. obgleich er Lehrer ist, das Verständnis für die Bedeutung unseres Schulwesens fehlt. Der offenbar sehr„patriotische" Herr hielt damals eine Kriegervereinsrede gegen den Antrag der Sozialdemokraten. In diesem Jahre schickte die fortschrittliche Volkspartei den Abg. Dr. Kerschen st einer vor. einen Mann, der sich in der Tat— wenn auch selbstverständlich vom bürgerlichen Standpunkte aus— gründlich mit der Schulfrage beschäftigt hat. Er machte denn auch bei dieser Gelegenheit wie schon früher manche treffende Bemerkung über die Schillverhältnisse und manchen beachtenswerten Verbesserungsvorschlag. Jedoch traut er in dieser Frage den Sozialdemokraten nicht recht. Er fürchtet, daß die Sozialdemokraten die„Gleichmacherei" gar zu weit treiben und dadurch das vielgestaltige Leben des Schulwesens hemmen könnten. Nichts liegt uns aber ferner. Wir denken nicht daran, die Bestrebungen auf Verbesserung unserer Schulen in irgend einer Weise einzuengen. Nein, was wir mit unserem Antrage erreichen wollen, ist nur, eine Beobachtungs-Sammelstelle für die Bestrebungen zur Verbesserung unserer Schulen zu schaffen, damit sie dahin wirken kann, daß die allgemein an- erkannten Verbesserungen möglichst durchgeführt werden. Hierüber hat sich unser Redner, Genosse Schulz, von An- fang an klar ausgesprochen, und er hat dies am Freitag noch einmal getan. Abg. Dr. Kerschen st einer hatte am Donnerstag ausdrücklich erklärt, daß für den jetzt vorliegenden Antrag der Sozialdemokraten seine Partei stimmen werde. Was sagte dazu Abg. B r u ck h 0 f f? Er zog es vor, am Donnerstag bei der Aussprache über die Reichsschulkommission durch Ab- Wesenheit zu glänzen. Am Freitag erschien er erst im letzten Augenblick und gab bei der Abstimmung— da Abg. Kerschen- steiner zufällig nicht zugegen tvar— seinen Parteifreunden den„fachmännischen" Rat, gegen den Antrag der Sozial» dcmokraten zu stimmen. Seine Partei folgte ihm; nur Ab- geordneter S i v k 0 v i ch ließ sich nicht abwendig machen. Genosse Schulz hatte sich auch gegen das Vorrecht der Reichen gewendet, daß ihre Söhne schon in einem Jahre ihrer militärischen Dienstpflicht genügen, während die Söhne der Arbeiter, kleinen Geschäftsleute, Bauern und Beamten zwei oder drei Jahre im bunten Rock bleiben müssen. Auch die bürgerlichen Redner konnten diese Ungerechtigkeit nicht be- streiten. Trotzdem war es einzig und allein Genosse Schulz, der die Ungerechtigkeit beseitigen und die gleiche Dienstzeit für alle durchführen will. Die bürgerlichen Redner mühten sich mit Verbesserungsvorschlägen ab, die darauf hinausgingen, das Vorrecht auf etwas weitere Kreise aus- zudehncn. Der Antrag der Sozialdemokraten wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des einen Mitgliedes der Fortschrittlichen Volkspartei abgelehnt. Damit ist selbst- verständlich nicht das letzte Wort in diesen Fragen gesprochen. Die Hauptsache ist, daß durch das Eingreifen der Sozial- demokraten seit dem vorigen Jahre der Reichstag auch auf die Schulfragen eingeht. Diese Aussprachen werden jedes Jahr wiederkehren. Wir sind überzsugt, daß diese Fragen, je mehr sie besprochen werden, desto mehr im Sinne unserer Forderungen beantwortet werden müssen. Die türkische Krise. Aus Sofia wird gemeldet, daß der Ministerrat beschlossen habe, daß Bulgarien den Ereignissen in Konstantinopel gegenüber eine zuwarten deHaltung beobachten wolle. Damit würde, da auch die Türkei zunächst die Note der Mächte beantworten wird, einige Zeit gewonnen werden, die zu Ver- Handlungen unter den Mächten über ihre Stellungnahme aus- genutzt werden wird. Vorläufig wird überall die Lage als äußerst kritisch, aber doch nicht als hoffnungslos betrachtet. Die Opfer der Revolte. Konstantinopel, 25. Januar. Wie erst gestern konstatiert werden konnte, wurden bei der b l u t i g e n S z e n e vor dem Mrnisterratssaal neun Personen getötet. Gestern vormittag wurden aus der Pforte neun Särge her- ausgetragen. Tie Opfer sind außer dem Kriegsminister Nazim Pascha seine beiden Adjutanten Nasis und Salih, ein Diener des Justizministers, ein Diener der Pforte, ein Sekretär der Pforte, und angeblich auch Haupt- mann Kiais Jsli Tewfik, sowie der Dragoman Nedschib. Das neunte Opfer ist bisher unbekannt. Ein früherer jung- türkischer Deputierter soll den Kriegsminister er- schössen haben. Man erzählt, EnvcrBey hätte zuerst durch einen Diener seine Karte in den Ministersaal hineingesandt und um Zutritt gebeten. Da die Minister ihn rncht empfangen wollten, kam es zu einem Tumult, wobei ein Adjutant des Kriegsministers zuerst feuerte. Tarauf erschien der Kriegs- nnnister in der Tür des Saales, um sich nach der Ursackse des Tumults zu erkundigen. Die Demonstranten drangen in diesem Augenblick herein, es fielen Schüsse, und Nazim Pascha brach tödlich getroffen zusammen. Die in den Saal gedrunge- neu Jungtürken wollten in der Erregung des Moments, wie behauptet wird, auch den G r 0 ß w e s i r töten, der ihnen bittend entgegen gegangen sein und so sein Leben gerettet haben soll. Die früheren Minister des Innern und der Finanzen werden noch immer gefangen gehalten. Tie Borgeschichte des Putsches. Konstantinopcl, 25. Januar, lieber die Vorgeschichte des Putsches verlautet, daß die Führer der Jungtürkcn sich am Tonnerstag bei Talaat Bcy versammelten, um eine Kund- gebung zu beschließen. Einige Mitglieder des Komitees schwankten, doch überwog schließlich die Meinung, daß sofort, nämlich vor Ucberreichung der Antwortnote der Pforte, gehandelt werden müsse. Den Zeitungen ist der strengste Befehl zugegangen, sich aufreizender Publikationen zu enthalten, jedoch zugunsten des Krieges zu schreiben. Enver Bey und der Sultan. Konstantinopel, 25. Januar, lieber das gestrige Erscheinen Enver Vehs im Palastc des Sultans verlautet, daß infolge Einschreitens der Hofchargen, die das Schlimmste befiirchtcten, der S u l t a n ihn nicht selbst empfing, sondern die Verhandlungen über die Bildung des neuen Kabinetts nur durch Vermittelung der Würdenträger führte. Ter Sultan schlug zunächst eine Um- bildung des Kabinetts unter Kiamil Pascha nnt Mahmud Schewket Pascha als Kricgsminister vor, später die Ernennung von Ferid Pascha oder Achmed Mukhtar Pascha, schließlich mußte der Sultan den Vorschlägen Enver Beys nachgeben.' Die Stimmung i» Konstantinopel. Konstantinopel, 24. Januar. Die gestrigen Ereignisse erregen fortdauernd in der Stadt ungeheures Aufsehen. Eine Menge von mehreren tausend Köpfen füllte heute nachmittag die Straßen von Stambul. die zur Pforte führen, um den neuen Scheich ül Islam vorüberziehen zu sehen. Alle j u n g t ü r k i s ch e n Journalisten, früheren Deputierten und Beamten, die wegen Preßvergehens gefangen gesetzt waren, sind freigelassen worden. An den Mittelpunkten des öffentlichen Verkehrs er- scheinen wieder bekannte Jungtürken, die seit langem verschwunden waren. Das neue K a b i n e 1 t setzt sich ganz aus hervorragenden Mitgliedern des jungtürkischen Komitees zusammen. Der neue Minister des Innern Hadschi Adil hat an die Provinzialbehörden ein Zirkular teleg ramm gerichtet, in dem er erklärt, er werde nicht persönlichein Haß Raum geben noch fähige Beamte ohne Grund ersetzen. Unter Hinweis auf' die Schwierigkeiten der Lage sagt der Minister, Regierung und Nation müßten Hano in Hand arbeiten, um das Vaterland vor den zahl- reichen Gefahren zu bewahren. Die Beamten müßten sich mehr als je bemühen, das gute Einvernehmen zwischen den Gliedern der Nation aufrechtzuerhalten und die Ordnung zu sichern. Tic Auffassung i» Oesterrcich-Ungarn. Wien, 25. Januar. Zur Lage in der Türkei schreibt das offiziöse„Fremdenblatt": Europa hat sich cinmütig für den Frieden ausgesprochen. Angesichts der neuen Wendung der Dinge in Konstantinopel und ihrer etwaigen Folgen wollen wir die b e st i m m t e Erwartung aus- sprechen, daß Europa unter Hintansetzung aller Sondervorteile und Nebenabsichten in einem! nach Zweck und Mitteln einmütigen Vorgehen sich zusammenfinden werde, um die Gefahr abzuwenden, welche eine politische Unbedachtsamkeit eventuell heraufbeschwören könnte. �...... Der offiziöse„P e st e r Lloyd" bringt einen Situationsbericht aus Wien, worin gesagt wird, allmählich werde die Hoffnung iininer allgemeiner, daß die Türkei sich auch� nach dem kühnen Handstreich der Jungtürken nicht verleiten lassen werde, sich in einen Ungewissen Kampf zu stürzen: sv sehr die Armeen der Verbündeten auch durch die Kriegsverluste geschwächt sein könnten, so dürften sie doch noch immer nicht unterschätzt werden. Die Chancen für ein rasches Gelingen des Friedenswerkcs hätten sich jedenfalls etwas verschlechtert und' mehr als je erfordere die neue Situation eine vollkommene Einigkeit unter den Mächten. Unter den gegenwärtigen Um- ständen sei es besonders erfreulich, daß die Meldungen über den Plan einer russischen Aktion in der französi- schen Presse als unrichtig bezeichnet würden. Es wäre dringend zu wünschen, daß diese Dementis recht behielten, denn die Politik der Jungtürken werde sicherlich zumeist davon beeinflußt werden, ob sie einem geeinigten Europa gegenüber stünden oder hoffen dürfen, daß die Einigkeit der Mächte auf einer schivankenden Grundlage beruhe. Das Urteil der französischen Presse. Paris, 25. Januar.(Privattclcgramm des „V o r wärt 5".) Der„Temps" schreibt: Das neue türkische Muiistcrium ist jämmerlich. Die Botschafter haben niemand, mit dein sie sprechen könnten. Die europäische Meinung ist desgleichen ungünstig. Mahmud Schewket und Enver Bcy versuchten D e u t s ch la n d zu kompromittieren und stürmten zu Wangenheim, aber Deutschland scheint durchaus abgeneigt, das Spiel dieser Herren mitzumachen. Tie Reichs- rcgierung erklärt mit sehr anerkennenswerter Entschieden- heit, am Prinzip der europäischen Einigung festzuhalten. Tie alldeutschen Blätter denken nur an> eine Liquidation der asiatischen Türkei und fordern schon einen Teil für Deutsch- land. Dies ist bisher Mahmud Schewkets einziger Erfolg. Vom europäischen Gesichtspunkt aus scheinen die Gefahren einer Komplikation momentan Ausgeschieden zu sein. Die kollektive Arbeit dauert fort. Jonnart gab gestern Instruktion neu, damit Frankreich im Interesse des Friedens auf den bis- berigen Wegen teilnimmt.„Journal des Debats" siebt eine Erneuerung der Iwruhen in Armenien. Syrien und Jemen voraus, besonders wenn das aufgelöste Parlament einberufen würde. Die Türkei hätte nur dann Hoffnungen, wenn sie mit einer Großmacht einen Bund schlösse. Das„Frenidenblatt" erklärt kategorisch, daß die Verpflichtungen einzuhalten feien. Selbst wenn die Türkei einen Bund erlangte, entstünde ein allgemeiner Krieg, dessen sicheres Ende die Teilung der ganzen Türkei sei. Ein dringendes Bedürfnis sei die Einheit der Großmächte, die die Vollstreckung der Kollektivnote sichern müssen. Keine Abenteuerpolitik. Konstantin opel, 24. Januar. In der Umgebung des M i nisters des Aeußern wird versichert, daß das Kabinett nicht eine Politik der Abenteuer eröffnen noch die Friedensverhandlungen sofort ab brechen werde. Das Kabinett kenne genau die militärische und moralische Lage und werde den Frieden nur unter ehrenvollen Bedingungen schließen. Es geht das Gerücht, daß das Kabinett einen Frieden auf Grundlage der- fenigen Zugeständnisse vorschlagen wird, die bereits von den türkischen Bevollmächtigten in London gemacht worden sind. Auf jeden Fall werde man nie nl als Adrian opel ab- 1 reteir. Eine türkisch-offiziöse Stimme. Frankfurt a. M., 25. Januar. Der„Franks. Ztg." wird auö Konstantinopel telegraphiert: Die türkische« Zeitungen sind heute bis auf eine, die„Sa bah", zusammengeschmolzen, die schon früher das Organ Mahmud Schewket Paschas war. TaS Blatt veröffentlicht einen gemäßigtgeh altenenLeit- artikel, in dem es als höchst wichtig hingestellt wird, daß man in Europa den Vorgängen auf der Pforte keine irrtümliche Bc- deutung unterschiebe. Es sei nichts eingetreten, was die Kabinette Europas gegen die neue Regierung einzunehmen braucht. Die Manifestation auf der Pfoate richtete sich keineswegs gegen Europa, es wohnte ihr lediglich ein innerpolitischer Charakter innc. Eins aber sei vielleicht wichtig festzustellen: Während die alte Regierung bei den Beratungen über die Antwort an die Groß- mächte sich von dem Grundsatz der NichtWiederaufnahme de» Krieges leiten ließ, stehen dem Kabinett Mahmuv Schewket Pascha die Möglichkeiten einer kriegerischen oder fried- lichen Lösung gleichmäßig offen. Abwartende Haltung der Balkandelegierten. London, 25. Januar. Wie das Reutersche Bureau erfährt, sind die Delegiert h,n der Balkan st aaten heute zu- janlmengekommen, haben jedoch noch keine endgültige Ent- schließung gefaßt. Sie haben sich auf morgen vertagt, da sie immer noch die Instruktionen ihrer Regierungen abwarten. Die Haltung Rumäniens. Bukarest, 25. Januar. In maßgebenden Kreisen wird versichert, daß in der bisherigen Haltung der r u m ä n i s ch e n Politik durch die Vorgänge in K o n st a n t i n o p e l zu- "Wächst feine Aenderung eintreten wird. Ausschlag- gebend dürfte sein, welche Wirkung der Systemwechsel in der Türkei auf bulgarischer Seit hervorbringen wird. '" Heute vormittag fand unter Vorsitz des Königs und in Gegenwart des Kronprinzen ein zweistündiger Mlnister- rat statt. Die Minister einigten sich darüber, auf welchen» Wege man iw den Verhandlungen mit Bulgarien am schnellsten zu einem Ergebnis gelangen könnte. Eine neue Mahnung. London, 25. Jamiar. Die„Times" schreibt zu dem Um- schwung in Konstantinopel: Die Regierung wird gut daran tun, in Erwägung zu ziehen, daß man in Europa nur von dem Wunsche ausgeht, den Frieocn zu sichern. Diese Hoffnung werden die Mächte sich durch den Ehrgeiz der Mitglieder des Komitees für Einheit und Fortschritt nicht zer- st ö r e n lassen. Auch Deutschland und England hegen denselben Wunsch. Wenn die Balkanalliierten etwas Geduld an den Tag legen und die M ä ch t c einig bleiben, so wird dieses neue türkische Ministerium ebenso wie sein Vor- gänger nachgeben müssen, wenn ihn nicht das gleiche Schicksal erreichen soll. Verbot der Lustschisfahrt in Oesterreich. «Sien, 25. Januar. Die„Wiener Zeitung" veröffentlicht heute eine Verordnung dcS Ministeriums des Innern, in der bc- stimmte Gebiete Ocstcmich-Ungarns einschließlich des Luftraumes darüber als für Luftfahrzeuge verbotene Jonen er- klärt tvcrden. Zu den dadurch der privaten Luftschiffahrt ver- fchlosscnen Gebieten gehören unter anderem ganz Galizien, die Bukowina, der östliche Teil Ober- und Niedcrschlesicn, die Grenz- gebiete Tirols gegen die Schweiz und Italien, Trieft mit feinen Küstengewäsfern, ganz Dalmaticn und größere Teile JstrienS und Kärntens. Aohmingsgeiett für Preußen. Der ,.R e i ch s a n z e i g e v" veröffentlicht ür seiner neuesten Nummer den Entwurf eines Preußischen Wohmmgs- gesetzes nebst ausführlicher Begründung. Wir behalten uns eine kritische Würdigung des Entwurfs sowie eine Würdigung Iciner politischen Bedeutung vor und begnügen uns vorläufig mit der Mitteilung, daß sich dieser Entwurf genau so»vie der vor etwa zehn Jahren veröffentlichte im großen und ganzen als ein reines Polizcigesetz darstellt. Alles wird der Polizei überlassen, sie hat Vorschriften über die Benutzung der Ge- bäudc zu treffen, sie kann für Gemeinden mit mehr als lOOOO Einwohnern Wohnungsordnungen erlassen, sie kann besondere Verordnungen über die Unterbringung von Ar- beitern erlassen, in ihr Ermessen ist auch die Schaffung einer Wohnungsaussicht gestellt. Im einzelnen bleiben die Be- stinunungeu hierin noch»Veit hinter dem zurück, was bereits in einer Reihe von Gemeinden mit Erfolg durchgeführt ist. Von allein läßt der Entwurf eins völlig vermissen: die Spekulation in Grund und Boden, die doch die Hauptursache des Wohuung�Iends ist. wird davon nicht berührt. Die Ge- meindevertretuugeu sollen ztvar angehalten werden, in che- stimmter Richtung positive Maßnahmen zu treffen, aber allzu viel wird auch dabei nicht herauskominen, weil die Re. oierung au dem Privileg der Hausbesitzer nicht rütteln will. Wird dieser Cntlvurs Gesetz, dann ist wieder einmal nach außen der Anschein erweckt, als ob etlvas geschieht, tvährend 4« Wirklichkeit so gut wie nichts geschieht. Uebrigens wird sich der Landtag in dieser Session mit der Vorlage nickst mehr beschäftigen, die Negierung veröffentlicht den Entwurf ledig. lich aus den» Grunde schon jetzt, um das Reich von gesetzgebe- rischeil Maßnahmen abzuhalten. Der Gesetzentwurf nebst Begründung machen den Eindruck einer in. wenigen Stunden flüchtig hingeworfenen Arbeit. politische(leberticbt. Berlin, den 25. Januar 1913. Mehr Arbeiterschuh. . Aus dem Reichstage. Bei denk Etat für die Behörden für die Untersuchung von Seeunfällen brachte am Sonnabend Genosse S ch u- n» a nn die traurigen Arbeitsverhältnisse der Seeleute zllr Sprache. Er schilderte eingehend, wie schwer diese Ar- beiter unter den ungünstigen Arbeitsbedingungen leiden. Tann legte er dar. ivelche<-chutzbcstiinnmngen notwendig sind. Der Regierungsvertreter Ministerialdirektor v. Jon- g u i st r e s versicherte, daß die Rcichsverwaltung bestrebt sei, zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse auf den Schiffen und zur Sicherung des Verkehrs auf der See alles zu tun, was irgend»nöglich sei. Dam» bemühte er sich, die Aus- führungen unseres Redners abzuschwächen: so schlimm seien die Zustände nicht.— Roch viel weiter gingen die Abgg. Dr. H e ck s ch e r von der Fortschrittlichen Volkspartei und Graf von Westarp von den Konservativen, die mit allgemeinen Redewendungen die reichen Schiffsberren als— fast tadellos in bezug aus den Arbeiter- schütz hinstellten. Herr Dr. H e ck s ch c r suchte den Mangel an tatsächlichen Angaben in seiner Rede durch mora- lische Entrüstung zu verdecken, und Graf v. W e st a r p konnte es»nieder einmal nicht ohne eine ganz unbegründete Ver- dächtigung der Sozialdemokraten tun. Er flocht in seine Rede den Vorwlirf ein, die Sozialdemokraten wollten grund- sätzlich die Disziplin auf den Schiffen untergraben. Genosse Schumann trat diesen Ausführungen in einer kurzen Aut- wort entgegen. Im»veiteren Verlauf der Sitzung brachten unsere Genossen noch mehrere weitere Beschtverden über den ungenügenden Arbeiterschutz vor. Genosse Bender ging auf die Arbeits- Verhältnisse im Fuhrgewerbe und in der Binnen- s ch i f s a h r t ein. Genosse Spiegel erörterte die Sonn- tagsarbeit in der S ch w e r e i s e n i n d u st r i e. Genosse F e l d m a n n schilderte die traurigen Verhältnisse der Steinarbeiter. Genosse K ä p p l e r besprach die Zu- stände unter den Mühlenarbeitern: Ueberall dasselbe Bild.. überall ganz ungenügender Arbeiterschutz und überall eine schwere Schädigung der Arbeiter. Hier versuchten es die bürgerlichen Parteien und die Regierungsvertreter gar nicht mehr, die Mißstände zu bestreiten. Trotzdem geschieht nichts. Daher müssen unsere Genossen immer wieder die allgememe Aufmerksamkeit aus diese Mißstände lenken. Landarbeiterfrage im Junkerparlament.' Eine interessante Debatte über die Landarbeiterfrage spielte sich am Sonnabend im preußischen Abgeordnetenhause ab. Der Etat sieht zum ersten Male 45 000 M. zur Unterstützung der nicht gewerbsmäßigen landwirtschaftlichen Arbeitsvermitlelung vor. Während diese Postlion, deren sozialpolitisch« Bedeutung auf den ersten Blick einleuchtet, von der Budgetkommission debatteloS ge- nehmigt wurde, gab sie im Plenum dem ZenlrnmSabgeördneten RichtarSky Gelegenheit zu einem völlig unmotivierten Angriff auf die Sozialdemokratie, die angeblich die ländlichen Dienstboten gegen die Arbeitgeber aufhetze. Daß sich hinter diesem Wutausbruch lediglich der Aerger über die sozialdemokratischen Erfolgt auf dem Lande und über das Eindringen des Organisationsgedankens in die Landarbeitcrschaft verbirgt, ist einleuchtend. Herr RichtarSky wird inzwischen noch seine Voreiligkeit bitter bereut haben. Denn seine Hetzrede gab unseren Genossen L e i n o r t und H o f f m a n n die nicht unerwünschte Gelegenheit, an einer Fülle von Beispielen daS ganze Elend der Landarbeiter zu entrollen, ihre Rechtlosigkeit und die daraus sich ergebenden Folgen zu schildern und haarscharf die Notwendigkeit der Gewährung eines freien Koalitionsrechts an die Landarbeiter nachzuweise». WaS unsere Genossen anführten, waren Fälle auS dem Leben, wahre Tragödien de» jammervollen Zu- standeS, uuter dem die Landarbeiter und das Gesinde in Ostelbien seufzt, Schilderungen, die ihren Eindruck nicht verfehlen werden. Fast noch trauriger aber als die Fälle selbst erscheint uns die Tatsache, daß einige Junker selbst bei dieser Schilderung mensch- lischcn Elends sich nicht enthalten konnten, durch Gelächter und Zwischenrufe Zeichen einer Gefühlsroheit an den Tag zu legen,»vie man sie kaum für möglich halten sollte. Zwar schickten sie hinterher Herrn Kreth bor, der die Debatte auf ein anderes Gebiet hinüberzulenken suchte, aber in be- lannter Tappigkeit lediglich neue Angriffsflächen bot, die Genosse H o f s m a n n geschickt auszunutzen verstand. Die Diskussion wird weiteren Kreisen der Landarbeiter den Beweis dafür geliefert haben, Ivo ihre Freunde sitzen, sie wird auch dem Blödesten unter ihnen die Augen darüber öffnen, daß den Landarbeiter», wie allen Untcr-i drückten, einzig und allein bvn der Sozialdemokratie Hilfe kommen kann. Die Position selbst wurde genehmigt, nachdem der Vertreter der Regierung auf Anfrage des Abg. F l e s ch die Erklärung abgegeben hatte, daß die 45 000 M. nur für die Vermittelung inländischer Arbeiter bestimmt seien. Welche Forderungen die Sozialdemokraten an eine geordnete Arbeitsvermiltelung zu stellen haben, legte Ge- nosse L e i n e r t in eingehender Rede dar, in der er besonders die Beteiligung der Arbeiter an der Verwaltung der Arbeitsnachweise und Kautelen dagegen verlangte, daß die Arbeitsnachweise zu Maß- regelungsbureaus ausarten. Nach Erledigung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung begann das Haus noch die Beratung de» Etats der Gestiitöverlval- tung und vertagte sich sodann auf MitUvoch. Die Heeresvotzlage fordert jährlich " 100 Millionen mehr! Die„Germania" will in der Lage sein, die offiziöse Nachricht über die zu erwartende Heerosvorlage durch wichtige Einzelheiten zu ergänzen. Danach handelt es sich um eine größere" Heeresvorlage, die lahrltch IVl) Millionen Mark mefcr erfordern soll— nämlich"0 Millionen für, Infanterie. Artillerie und Kavallerie. 18 Millionen für die Luftslotte und 10 Millionen für..Kleinett: Anforderungen". Wir vermögen nicht zu glauben, daß die Meldungen der „Germania" richtig sind Denn eine Heeresvorlage mit einer Steigerung der lahrllchen Ausgaben um 100 Millionen wäre etwas so Ungeheuerliches. Niedagewesenes, daß man wirktrck) an der gesunden Vernunft derer zweifeln müßte die solche Forderungen zu stellen wagten! 100 Mil- lioncn mefjr angesichts einer Ausgabe des Reiches für mili- täusche Zwecke von 2 Milliarden, das»wäre eine solche Brüskierung und Verhöhnung des Volkes, wie sie die Nation blutiger noch nie erlebt hat!« Ersatzreserve. Zu den Forderungen des WehrvercinS gehört das Verlangen nach der Wiedereinführung der Uebungen der Ersatzreserve... Gibt die Militärverwaltung dem Drängen nack, so wird sie, wie wir schon feststellten, dem System der stehenden Heere einen schlechten, der Milizidee einen s'ehr guten Dienst erweisen. Die Uebungen der Ersatzreserve, die von 18S8 bis 1893 zu drei Uebungen von 10, 6 und 4 Wochen eingezogen wurde, bildeten eine fort« währende Anklage gegen jeine langjährige Dienstzeit, sie lieferten, so lange sie dauerten, ununterbrochen deu Beweis, daß auch eine nur einige Monate währende Dienstzeit zur Ausbildung der Infanterie genügt. Dabei lvu'.e in der Zeit, in der die Ersatzreservisten übten, noch in drei Gliedern exerziert, die Eindrillung des Griffs „Faßt das Gelvehr an!" nahm sehr viel Zeit weg. da» Exerzier- reglement war viel komplizierter und die Erlernung und. Hand« habung de» Gewehr» als Waffe war schwieriger als jetzt, weil die ballistischen Leistungen des damaligen Gewehrs denen deZ jetzigen weit nachstanden. Dazu kommt noch, daß in der Zeit, in der die Ersatzreservisten übten, der Sport!»ni deutschen Volke noch sehr wenig verbreitet war. DaS Radeln wurde damals nur wenig betrieben, auch daö Turnen war nicht so verbreitet wie jetzt. Daher kamen viel mehr ungelenke Menschen in die Kaserne als jetzt. Will man die Ersatzreservisten wieder üben lassen, so kann es den Anhängern deS M i l i z s y st e in L nur recht sein. DaS Exerzierreglement ist bedeutend vereinfacht, das Schießen ist leichter geworden und die Zahl der Leute, die plump wie Mehlsäcke sind. hat bedeutend abgenommen. Die Uebungen der Ersatzreserve würden daher künftig eine noch viel schärfere Anklage gegen eine lange aknve Dienstzeit bilden als früher. Für uns ist die Einführung der Ausbildung der Ersatzreserve eine Bankrotterklärung des Systems, das bisher dem Ausbau unserer Wehrkraft zugrunde lag. Unsere Milizforderung muß infolgedessen sinnier mehr und immer klarer in den Vordergrund gestellt werden._ Rückgang des Viehbestandes. Auch in Baden ist der Liehbestand zurückgegaugen. Wie die Nun vorliegenden Ergebnisse der Zählung vom 2. Dezember 1912 dartun, in recht erheblicher Weise. Zwar ist der Rindviehbestoud in den letzten Jahren wieder etwas gewachsen, aber er hat bei weitem noch nickt wieder die Höhe der Jahre 1907 und 1903 erreicht. Dazu hat sich der Bestand an Schweinen dauernd und zwar in bedroh- lichem Umfange verringert. Im Vergleich mit dem Borjahre ist die Zahl der Schweine um 24 814 Stück oder um 4,95 Proz. zurück- gegangen. Gegenüber dem Jahre 1907 war nach der letzten Zäh- lung die Zahl der Rinder von 073 146 auf 649 165 oder um. 33 081 kleiner. Bei den Schweinen ergibt sich ein Rückgang von 558 278 auf 476094. Hier macht der Rückgang mit 82 134 Stück fast 15 Proz. auS. Eine Verschärfung der momentanen Fleischnot liegt darin, daß die Zahl der älteren und schlachtreifen Rinder eine Verminderung erfahren hat, der jetzige Bestand durch eine starke Zunahme der ganz jungen Tiere gehalten wird. Bemerkenswert ist weiter, daß sich trotz der hohen Preise für Schlachtvieh die Schweinezucht nicht gehoben hat. Ist doch sogar die Zahl der Zucht- und Sprungeber sowie der Zucht- und Mutterschweine zurückgegangen. Man kann daher mit einer Hebung des Schwcinebestandc» in der nächsten Zeit nicht rechnen. Wie dieser in einen großen Teil Deutschlands beobachtete Rückgang des Viehbestandes aus die. Preise und-�rn Konsuin ciuwirkl, lehrt der Bericht aus Gotha. Dort wurden im Schtächthause der Stadt geschlachter: im November im November also >?Il ISIZ weniger 370 Stück Großvieh 288 82 1927, Schweine 1576 351 748„ Kleinvieh• 612 136 DaS sind 569 Stück Vieh weniger als im gleichen Mona» deS Jahres vorHerl Außerdem wurden im November 1911 an ausgeschlachtetem Fleisch eingeführt 2017 Kilogramm, im November 1912 jedoch nur ein Quantum von 234 Kilogramm, somit auch da 1733 Kilogramm weniger! Die Bevölkerungsziffer ist aber weiter um einige Hundert während dieser Zeit gestiegen. Das bedcuket eine ganz wesentliche Verschlechterung im Ernährungszustand der Einwohnerschaft Gothas. Dabei hatte sich gerade im November de» letzten Jahres der Stadtrat um vermehrte Zufuhr holländischen Fleisches bemüht und auch mehrmals solches an die Fleischermeister abgegeben. Ei macht sich in der ganzen Umgegend auch jetzt noch, trotz der vorzüglichen Ernte des JahreS 1912, ein Mangel an Schlachtvieh bemerkbar, wie es seit Jahren noch nicht bemerkt worden ist. Die Viehzucht geht nach Meinung der Sachverständigen in Thüringen ständig zurück, die mittleren Landwirtschaftsbetriebe machen eS den großen Besitzern nach und legen sich mehr aus die Getreideproduklion. Die Händler und Fleischer, die auf dein Lande Vieh auskaufen, bezahlten Schweinefleisch pro Zentner Lebendgewicht im Januar 1912 mit 62 M., wa« schon reichlich«euer war: sie müssen aber jetzt im Januar 1913 den horrenden Preis von 70 M. pro Zentner zahlen, um nur überhaupt etwas zu be- kommen. Die Großschlächterei deS Gothaer Konsumvereins kann ihren Betrieb im bisherigen Umfange nur noch mit Mühe aufrecht- erhalten. Die Masse der Konsumenten kann das teure Fleisch nicht kaufen! Das geringwertigste Schweinefleisch lostet 9 0 Pf. bis 1 Mark das Pfund, Rindfleisch 1.2 0 Mark. Noch vor drei Jahren kostete dasselbe Fleisch 6 0 b i S 70 Pfennige, die Löhne in Industrie und Landwirtschaft sind in dieser Zeit nicht gestiegen. Die»Zeche" hat das arbeitende Volk allein zu degleichen. Emden und der transatlantische Berkehr.' Die Verhandlungen zwischen der preußu'chnr Regierung, der Stadt Emden, der Hamburg-Amerika-Linie und dem Norddeutichen Lloyd find zum Abschluß gcloinmen, so daß die von der Reichs- regierung erieilte Konzession nunmehr in Kraft treten kann. Die beiden hanseatischen Schiffahrtgesellichaiten werden gemeinschafilich eine Linie einrichten, die von Hamburg oder Bremen ihren AuSgmrg nimmt, und Emden mehrere Male un Nconat anläuft. Emden wird auf diese Weise einen transatlantiichen Verkehr mit Nord- und Süd- amerika erhalten._ AngesteMenvrrsicherung und städtische Fleischversorgung Hamburgs. Die Hamburger Bürgerschaft hat am Mittwoch einem Gesetz- entwurf zugestimmt, durch den für diejenigen Angestellten des Ha«!- burger StaaicS. die der am 1. Januar in Kraft getretenen VI;- gestelltenversicherung deS Reichs unterliegen würden, eine Alters- und Hinterbliebenen Versorgung auf londesgesetzlicher Grundlage eingerichtet wird. Begründet wurde dieie Maßnahme von den Senatskoimnissaren damit, daß die ReichSversicheruugc- ordnung bei enorm hohen Beiträgen nur minimale Leistmig-u bietet. Grundsätzlich erklärten sich die Redner aller Fraktionen mit dem Gesetz einverstanden: Genosse Stolten äußerte nur Bedenken darüber, ob es zulässig sei. jetzt, a ch Jnkraftireten des Rci�- gesetzes. noch Maßnahmen zu tr-ff-n. dre gewissen wßeu eine Umgehung des ReichSgesetzeS bezwecken E.nSaaw.. kommisiar erwiderte darauf', daß über d»e.suia,pgken des Gesetzes kein Zweifel bestehen könne. D'e v°m Ge.'°ne., Z N- e aufgeworfene Frage, ob dem Uebclstand. daß alle Beitrage\ ÄiMsteMenversicherung beS Reichs nach Berlin geschickt werden müssen, sich nicht durch Einrichtung von Sammelstellen in den größeren Städten abhelfen ließe, wurde vom Senatslommissar dahin beantwortet, daß Borstellungen nach dieser Richtung bei der Reichs- regicrung nichts genutzt haben. Das Gesetz wurde darauf an» genommen mit dem Hinzufügen, der Senat möge die Frage prüfen, wie sämtlichen staatlichen Angestellten unter Beibehaltung des RiiiidigungsrechtS nach fünfjähriger Dienstzeit ein festes Anstellungs- Verhältnis geschaffen werden kann. Gegen den seit einiger Zeit eingerichteten Verkauf billigen Fleisches durch die S-vlachthofdeputation erhob sodann das Bürgerschaftsmitglied Schumacher, Obermeister der Hamburger Schlächterinnung. heftige Vorwürfe. Der Verkauf ist seinerzeit auf sozialdemokratischen Antrag durch Beschluß von Bürgerschaft und Senat in der Weise eingeführt worden, daß allwöchentlich an zwei Tagen in einer städtischen Verkaufsstelle dänisches Rindfleisch billiger als in den Schlächterläden verkauft wird. Der Wortführer der Schlächtermeister behauptete nun, daß dieser Verkauf auch von Bessersiluierten benutzt werde, der Senat solle aufgefordert werden. dahin zu wirken, daß nur Minderbemittelte das billige Fleisch er- halten. Die Schlächtermeister fühlten sich durch die Konkurrenz des Staates derart in ihrer Existenz bedroht, daß in ihrer Innung bereits der Vorschlag aufgetaucht sei, sich an dem pa triotischen Festzug. der zum hunderjährigcn Gedenktag der Befreiung Hamburgs von der Franzosenherrschaft im kommenden März stattfinden soll, entweder überhaupt nicht oder nur mit Trauer flor zu beteiligen. Der biedere JnnungSmeifter tat sehr entrüstet, als dieses offenherzige Bekenntnis zum ProzentpalriotiSmus statt der erhofften Sympathie nur ein stürmisches Gelächter hervorrief. Irgendwelche praktischen Vorschläge, wie dem angeblichen Mißbrauch der billigen Fleischverkäufe begegnet werden könnte, konnte der Schlächterobermeister nicht machen. Er prophezeite aber den Unter» gang aller selbständigen.. Gewerbe, wenn der Weg solcher „sozialistischen" Anträge noch weiter befolgt werde. Vom Genossen Krause wurde den Schlächtermeistern vorgehalten, wie sie' selbst die agrarische WirtswastSpolltik des Reiches, die solche Maßnahmen notwendig mochten, zu ihrer Bereicherung auf Kosten der Konsumenten mitbenutzt haben. Er schilderte dann, wie eS bei den städtischen Fleischverkäufeu zugeht und kam zu dem Schluß, daß wohl niemand sich den Strapazen, die mit dem billigen Einkauf verbunden sind, aussetzen werde, wenn er es nicht nötig habe. Der Vereinigt-Liberale Dr. Petersen verspottete den „Patriotismus" der Schläckiter und erinnerte sie daran, daß es gerade die von ihnen unterstützten Parteien im Reichstage gewesen sind, die die jetzige verderbliche Wirtschaftspolitik herbeiführen halfen. Der Antrag Schumacher, mit dem der Senat wenig wird anfangen können,' wurde dann angenommen. hielt eine Ermäßigung der Strafe �für angezeigt, erkannte aber immerhin noch auf die schwere Sühne von drei Wochen sirengen Arrest— im Interesse der Disziplin! Staatsgefährdcnde Trinkgelder. Der Verlag der„Arbeiter-Radfahrer-Zeitung" in Offenbach gab, wir alljährlich, zu Neujahr den mit der Expedition seiner Zeitungspakete beschäftiglei�Postunterbeamten ein„Trinkgeld" im Gesamt- beirage'von 42 Mark. Die Beamten verteilten das Geld unter sich Wahrscheinlich bat ein mit der Verteilung Unzufriedener sich bei einem„Höheren" beschwert, denn dieser Tage kam an die beteiligten Beamte» ein Befehl des Herrn Postdirettors, das Trinkgeld wieder herauszugeben. Dabei wurde den Beamte» von ihren Borgesetzteil zufGepmte getührt, wie verwerflich, es von kaiserlichen Beamten sei, voti eiiieM-lozialdemokratischem Bläkte Trinkgelder anzunehmen.- Zu- gleich wurde, deirr Verlage von der. Postdireltion amtlich„eröffnet", daß zur Verabreichung von Geschenken an Reichsbeamte die Ge- nehmigung der obersten Reichsbehörde erforderlich sei, dem in Betracht kommenden Personal die Annahm« der bewilligten Geschenke aber untersagt worden wäre. Die armen„Reichsbeamten", meist nicht fest angestellie Hilfskräste, mußten die paar längst verbrauchten Marlslücke wieder herausrücken, die dann dem Verlag der„Arbeiter Radfahrer-Zeitung" amtlich wieder zugestellt wurden. Bater Staat und seine Arbeiter. An seinen„obersten Vorgesetzten", den Minister für öffentliche Arbeiten, richtet ein mittelschlefischer Bahnarbeiter einen offenen Brief, um dessen Beantwortung während der bevorstehenden Be» ratung des Eisenbahnetats er bittet. Der Mann gibt an. daß fein Lohn im Jahre ISt2 im ganzen 7S3.0S M. betragen habe, wovon er für Miete 121.20 M.. für Steuern 2.24 M._ verwendete. Es blieben ihm für die Befriedigung aller anderen Bedürfniffe 629, SS M., oder für jede» der 365 Tage des Jahres k,72 M. Der Briefschreiber ist da? Oberhaupt einer sechsköpfigen Familie und rechnet nun dem Minister vor, daß sein fürstliches Einkommen wie folgt draufgegangen ist: Brot(täglich für 6 Personen)... SO Pf. Butter..6.... 20„ Mittagessen..„6„... 60„ Kaffee„„6 ,,.».4„ � Kohlen............ 0„ • Milch(für 2 kleine Kinder)..... 24„ Zucker„2,»..... 8, TaS macht täglich 4,72 M. Bon den Ausgaben für Brot und Mittagessen wurde an einigen Tagen daS Geld für Salz. Pfeffer. Essig, Seife, Licht und Petroleum abgespart und nun fragt der Eisenbahner. Ich erlaube mir nun an Se. Exzellenz die ergebene Anfrage, ob er nur vielleicht angeben kann, an welchen obigen Ausgaben ich sparen könnte um die»olwendtgsten Bebürfnisie für Kleidung. Schuh». Hausgeräte. Medizin und ein paar Pfennige Taschengeld für mich ju bestreiten. Am Fleisch das ia auch bei dem Herrn Landwinschaftsminister nur dreimal wochenttlch auf den Tisch kommt— kann ich nichts abstreichen, denn dafür bleibt— Mittagessen 60 Pfi für 6 Personen— sowieso fast me etwas übrig." Da zwei der Kinder noch sehr llcm sind. ieine Frau mithin nicht erwerbstätig sein kann, möchte der im übrigen patriotische Arbeiter gern wissen, wie er bei seinem Lohne ehrlich und ohne Schulden bleiben kann! Ob der Minister dem Manne Auskunft geben kann? Der Uebcr- schliß seines Etats beträgt bekanntlich 452 Millionen Mark! "Insubordination!" Die Mannschaften der 3. Komp. deS Jas.-Regim-nt» Nr. 102 Ifen am Abend des 22. Otiobex Putzdienst Um seine Notdurft zu rich-en. verl.eß der Soldat Siepert für einige Zeit die innichastsstube. Auf d-.n Flur ivnrde er vom llnteroffiz'-r gc- gl. w°«Jj! Soldat erwidert« darauf, er müsse nial zlreten. Wetl dt« Anwart«ach Ansicht des Unteroffiziers„un- lttari'ch und achtungsverletzend" war. befahl dieser dem Soldaten. die Stube zurückzugehen. Siepert erklärte nun daß er auch sein schentuch verloren habe und suchen müsse. Später soll Siepert ,n noch untätig ,n der Stube gestanden ,«lehnt, ungebührlich geantwortet und �....... mmiTPriirnCr äetnnrNA«* Rurnfchc Intrigen in perfien. Es ist von jeher russische Taktik gewesen, die Nachbar- staaten, die als Objekte russischer Eroberungspolitik in Frage kamen, möglichst schwach zu erhalten und jede Gesundung von innen heraus zu verhindern. Wie früher gegen Polen und die Türkei, sehen wir diese Zerstörungsarbeit heute in Asien, gegen China und P e r s i e n, angewandt. Rußland strebt nach der unbedingten Herrschaft zunächst im ganzen nördlichen und mittleren Asien, in dem es vor keiner Intrige und vor keiner Gewalt zurückschreckt. So kämpft es auch einen zähen Kampf in Persien. Es ist ein stilles, wütendes Ringen mit der englischen Diplomatie um die Oberhand. Darin ist England Schritt sür Schritt zurückgewichen. Am deutlichsten im Vertrage von!9V7. wo es den ganzen großen Norden des Landes samt den armenischen und kurdischen Grenzen der Türkei den Russen preisgab. Dann hat es in den Fragen des vom Volke vertriebenen, aber von Rußland geschützten früheren Schahs, des englischen Majors Stokes kapituliert, in der Anleihe- und Eisenbahnpolitik den Russen Gehorsam geleistet, sich der Russifizierung der Regierung nicht wider- setzt usw. Und nun hak es gar bei der Erpressung der rufst- scheu Eisenbahnkonzession bis Täbris und dem Sturze des Kabinetts Rußland Hilfe geleistet. Jin Juni 1912 tauchten plötzlich in der Provinz Aserbeid- schau rujsische Ingenieure auf. um die Bahnlinien von Djulsa an der russischen Grenze nach Täbris und nach Urmia zu ver- messen, ohne die persischen Behörden zu fragen.' Kur� vorher war das Bachtiarenministerium gebildet worden. Die Bach- tiaren sind die angesehensten, auf ziemlich hoher Kulturstufe stehenden persischen Nomaden, zugleich die einzige Truppen inacht, die eine Regierung stützen kann. Diese Regierung, deren Glieder teilweise eine gute europäische Bildung ge Nossen haben, verhielt sich den russischen Eisenbahnplänen gegenüber kühl. Mit Gewalt konnte Rußland mit Rücksicht auf England, dem eine Hemmung des russischen Vorgehens erwünscht war. nicht vorgehen. So begann es, gegen das Kabinett zu-twühlen. Im August schon gelang es. offenbar durch ein starkes Druckmittel. England für die Bahnpläne zu gewinnen. Im Parlament interpelliert, erklärte Sir Edward G r e y, England habe den russischen Eisenbahnwünschen zu- gestimmt,„weil sonst eine für England nochun- günstigere Kombination entstanden wäre". Also eine russische Erpressung, auch gegen England. Wie es gegen Persien vorging, besagt die Meldung vom August: Rußland eröffnete der in Geldnot steckenden Regierung, sie werde einen weiteren kleinen Vorschuß von einer halben Million Mark auf die nachgesuchte Anleihe erhalten, sobald die Einwilligung zum Bahnbau nach Urmia und Täbris ge geben sei. Und England half bei diesem Wuchergesck)äft mit, indem es für diesen Fall einen gleichen Betrag in Aus- ficht stellte. So mußte die Bachtiarenregierung sich ergeben Aber noch nicht ganz. Sie weigerte sich, für die Bahn die russische Spurweite (die größer ist als die gewöhnliche) zuzugestehm. Nun ging Rußland schärf« vor. Oktober wurden Truppen ge- sandt.„um für die Sicherheit des russischen Handels zu sorgen", obwohl schon in allen nordpersischen Städten russische Soldaten lagen, deron Zahl die persische Regierung auf 8999 angab. Bald dänach war die Regierung plötzlich zu neuen Maß. nahmen gegen den Bruder des Exschahs. Salar-ed-Dowleh, gezwungen. Dann kam der Zusammenstoß zwischen dem ruf- fischen Schützling Mornard und den Bachtiaren. Dann als letzter Trumpf aus Täbris die Aufforderung„einer Anzahl Mullahs(Priester)"— von denen die Russen zu Beginn des Jahres zwei ohne Grund aufgehängt hatten—•: Die B ach tiaren sollten aus dem Kabinett austreten. An derenfalls werde sich A s c r b e i d s ch a n unabhängig erklären. Vermittler dieser Botschaft war der Sipadahr, Gouverneur, von Täbris, früher ein eifriger Verfechter der Unabhängigkeit des Landes, der offenbar auch die über- zeugende Kraft der Rubel und der Galgen erkannt hat. Nun sah S a r d a r- A s s a d. der Ehef der Bachtiaren, der den blutigen Schah verjagt hat, ein, dah es mit der Un abhängigkeit Persiens aus ist. Die beiden Bachtiaren minister, der Ministerpräsident und der Kriegsminister, traten aus dem Kabinett aus. Rußland hat ein halbes Jahr ge braucht, um diese Gegner zu beseitigen: ein Beweis für die Kraft und Zähigkeit der Bachtiaren, die aber doch nicht aus reicht, Persien vor der russischen Uebermacht zu retten. c. juu wi'-f die Hände nicht richtig mehrfacher Ausegen dieser„Straf- gezerrt und zu der ose von vier -den verurteilt, und zwar wegen a.nZ.'SrhmrenS im tlngrhvrsmn und ausdrücki,ch»�Ge"hvrsan"s- -eiaerung! Gegen das Urteil wendete sich Siepert mit einer cujung an das Dresdener Kriegsgericht Dieses 6chwt{z. Kein Streikpostcnverbot in Basel. Basel, 24. Januar.(Eig. Ber.) Das Telegramm, mit dem Genosse Dr. Blocher, Vorsteher des Polizeideparte- ments, im„Vorwärts" vom-17. Januar die vom Grafen Westarp im Reichstag aufgestellte Behauptung wegen eines angeblichen Streikpostenverbots in Basel dementierte, hat in der gestrigen Sitzung des Großen Rats zu einer Interpellation geführt. Die Freisinnigen glaubten aus dem Unlstande, daß Genosse Blocher dem„Vor- wärts" den Sachverhalt initteilte, politisches Kapital schlagen zu können. Man denke: ein Regierungspräsident wagt es. einein sozialdemokratischen Blatt zu depeschieren und einen konservativen Politiker des Deutschen Reichstags zu korri- gieren! Selbstverständlich blieb von der Interpellation nichts übrig als die Blamage, die sich der freisinnige Abgeordnete holte.� Die Antwort lautete ebenso prompt wie die Jnter- pellation einsetzte, daß ein sozialdemokratischer Regierungsrat als Privatperson tun und lassen könne was ihm beliebe und daß er darüber weder seiner Behörde noch irgendeinem Ab- geordneten Rechenschaft schuldig sei. In der Sache selbst mag der Irrtum des Grafen Westarp daraus zu erklären sein, daß vor einigen Monaten vom Polizeidepartement ein B o y k o t t- erlaß ausgegeben wurde, der die Verteilung von Flugblät- tarn im Umkreis von 50 Metern der boykottierten Schlachte- reien verbot. Dieser Erlaß ging aber nicht vom sozialdemo- kratischen Vorsteher des Polizeidepartemens, sonder» von seinem konservativen Stellvertreter aus. der während des Urlaubs des Sozialdemokraten die Polizeigewalt zu- gunsten der Unternehmer ausnützte. Gegen diesen Erlaß ist übrigens ein Rekurs anhängig gemacht, der noch in Behand- lung steht. Von einem S t r e i k p o st e n v e r b o t kann also keine Rede sein und die Gesetzmäßigkeit des Boykott- erlasses muß erst noch erwiesen werden. Was den bürgerlichen Politikern immerhin einige Mühe kosten dürfte. fnnkrdcb. DaS Verirauensvotum für das Ministerlum Brland. Paris, 25. Januar. Nach dem amtlichen Bericht über die gestrige Kammersitzung haben sich bei der Abstimmung über die VertrauenStagesordnuug 172 Deputierte der Abstim» mung enthalten und zwar 103 Radikale, 7 Mitglieder der demokratischen Linken. 15 sozialistische Republikaner, 2 geeinigte Sozialisten, 5 gemäßigte Republikaner, 29 Konservative und 6 Wilde. Die Minderheit von 77 Stimmen, die die Ber- trauenstageSordnung abgelehnt hat, besteht aus 71 geeinigten Sozialisten, 3 Radikalen und je einem unabhängigen Sozialisten, Konservativen und Wilden. Paris, 25. Januar. Bei der gestrigen Abstimmung im Senat wurde die Tagesordnung, in der der Regierung das Vertrauen auZ- gesprochen wird, mit 253 republikanischen Stimmen gegen 75 Stimmen bei 133 Stimmenthaltungen angenommen. Englanck. Das Schicksal der WahlrechtSvorlage. London, 25. Januar. Wie die„Times" meldet, hat der Sprecher des Unterhauses gestern dem Kabinett mitgeteilt, wie seine Eick- scheidung über die Amendements zur WahlrechtSbill ausfallen werde. Wenn eines der Amendements, die die ausdrückliche Gewährung des Frauen st immrechtS enthalten, in den Gesetzentwurf der Regierung ausgenommen werden sollte, so werde der Sprecher im gegebenen Augenblick dahin entscheiden müssen, daß das Prinzip der Bill verändert worden sei und doß es gegen die Geschäftsordnung ver» stoße, in der Beratung der Bill fortzufahren.— Der KabinettSrat, der gestern nachmittag stattfand, kam nach der„Times" zu keinem endgültigen Entschluß- ES wird nunmehr angenommen, daß die Regierung die Bill fallen lassen werde. � Auch„Daily Ehra- nicle' glaubt, daß die Entscheidung deS Sprechers das Schicksal der Wahlrechtsbill besiegele. Cbina. Widerstreit der kapitalistischen Interessen. Peking, 24. Januar. Die Auftraggeber der Sechsmächte« gruppe haben ihre Vertreter am Mittwoch ermächtigt, den An- leihekontrakt abzuschließen, wenn die Gesandten der sechs Mächte mit den Bedingungen einverstanden seien. Letztere sind sich aber in keiner Weise einig. Der französische Gesandte be- steht besonders auf scharfen Bedingungen, u. a. auch darauf, daß das bündige Versprechen, finanzielle Ratgeber zu ernennen, sowie bis in die kleinsten Einzelheiten gehende Bestimmungen über die finanzielle Reorganisation und die Aufsicht über das Finanzwesen mit in den Kontrakt hineingenommen werden. Die Gesandten anderer Mächte verlangen, daß die Schulden Chinas für Kriegs- schiffe, Kriegsmaterial usw. aus der Anleihe bezahlt werden, wo- gegen die Gesandten der nicht an diesen Schulden interessierten Mächte geltend machen, daß dieses Kriegsmaterial, für das China die Schulden eingegangen sei, gegen ihre eigenen Länder verwandt werden könnte. China hat in sämtliche ursprünglichen Bedingungen der SechSmächtegruppc eingewilligt und macht den Vorschlag, die Ernennung finanzieller Ratgeber und die anderen Einzelheiten in einer besonderen Note zu behandeln. Dadurch wird der Mehrheit der Banken Genüge getan, die der Ansicht sind, daß die nunmehr in Aussicht genommenen Bedingungen eine ausreichende Sicher- heit bieten. Hnicrllta. Ein Heldenstück der Dollarjustiz. Terre Haute iJndiana), 24. Januar. Der s ozia» listische Kandidat bei der letzten Präsident» schastswahl, Debs, ist unter der Beschuldigung ver» hastet worden, der Justiz durch einen Artikel entgegengewirkt zu haben, den er verfaßt und in einer sozialistischen Zeiwng veröffentlicht hatte Dieser Artikel schildert die Zustände� die im Gefängnis von Leavenworth herrschen sollen. DebS wurde späterhin gegen eine Kaution von 1999 Dollar wieder auf freien Fuß gesetzt._ Versammlungen. Verband der Tapezierer. Die Ortsverwaltung Berlin hielt am Donnerstag ihre Ouartalsversammlung ab. Den Geschäfts- bericht vom letzien Jahre gab Z i tz e w i tz. DaS vergangene Jahr war im allgemeinen ein Jahr der Hochkonjunktur, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, wozu auw das Tapezierergewerbe gehört. Das letztere wurde stark beeinflußt von den politischen Ver- bältnissen und der Teuerung, indem die Kaufkraft deS Publikums sich verminderte. Besonders die Gewerbe für Luxus- artikel, lvoruntcr auch das Tapezierergewelbe sällt, halten darunter zu leiden. Ein weiterer ungünstiger Umstand ist der starke Zuzug von Tapezierergchilfen ouö der Provinz, dir hier in Berlin dann untertauchen und von der Organisation schwer erfaßt werden können. Der Redner erklärte, daß das kein gesunder Zustand sei und die Gehilfe» von außerhalb nicht alles Glück von Berlin er- warten, sondern lieber versuchen sollten, die Organisation in den Provinzorten hochzubringen. Es werde ja überall Brot gebacken und bei der heute zunehmenden Mzentration deö Gewerbes gebe es auch draußen genügend Geschäfte, in denen die Gehilfen unter» kommen könnten. Die Fluktnation ist im wesentlichen so geblieben, wie vorher. Trotz allem aber ist es gelungen, den Mitglicoerstand in erfreulicher "Leise zu heben, so daß derselbe 2010 beträgt. Ebenso ist die finanzlage günstig. Die Filiale Berlin konnte, dem herrschenden iotstand entsprechend, zu Weihnachten 1200 M. unter die Arbeitslose» verteilen, außerdem 800 M. NotstandSunt.rstützung. Trotz des bestehenden TarifeS hatte die Verwaltung viel Arbeit, weil ein Teil der Unteniehmer sich noch iminer nicht dazu ver- stehen kann, die tariflichen Bestimmungen einzuhalten. Die �zchlichtungskommission mußt« in 14 Betrieben, die 31 Arbeiter be- schästigten, eingreifen. Nicht weniger als 071 Streiktage sind zu verzeichnen, die sich auf diese Betriebe verteilen. Ebenfalls wegen Tarifdiffcrenzen, die aber nicht zum Ausstand sührten, mußte die Schlichtungskommission in 47 Polsterbetrieben und in 88 Kleber» betrieben in Aktion treten, darunter in 56 Fällen wegen Unmehung deS Arbeitsnachweises. Es haben stattgcfiniden: Mitgliederversamm» lungen 13, Kleberversammlnngen 7. Magazinversammlungen ö, für Näherinnen 5, für Lederarbeiter l. BezirkSversamnilungen 5, Sitzungen der Bezirke 5, der Vertrauensmänner 11, der Ortsverwaltung 40, der Schlichtungskommission 19. Die Bibliothek umfaßt zurzeit 672 Bände, ausgeliehen wurden insgesamt 811. Der Kasseitbestaud gibt folgendes Bild: Filialkaffe: Einnahme 27 985.00 M.. außerdem Bestand 26306.00 M.. Ausgaben 16904.00 M.. bleibt Bestand 37 887,00 M. Einnahme und Ausgabe in der Haupt» lasse bilanzieren mit 51859,00 M. DeS weiteren wies der Vorsitzende noch darauf hin. daß am 15. Februar die tariflichen Lohnerhöhungen eintreten und jeder streng darauf zu achten habe, daß dieselben auch in jedem Betriebe eingehalten werden. Die Borstandswahlen hatten folgendes Resultat: 1. Borsitzender A. Zitzewitz; 2. P. Neue; 1. Kassierer ScyilrnSki; 2. A. Huckmann; 1. Schmtsührer P. Götze: 2. B. Brodel; Beisitzer: A. T h u.r o w, E. P o S k a l; Klxbersekt'on M. B r u n o w; Mogazinsektion E. Neumann; Näherinsektton Frl. Puur; Lederkom Mission Fr. Gerhardt; Revisoren Ludwig B a n i tz k e und Hart. GewerftfchaftUcbes. Das"Jabresprogramm eines gelben Qlerkvemns Vor einiger Zeit hat die Verwaltung der Zeche Osterfeld einem tiefgefühlten Bedürfnis Folge gegeben und hat die Errichtung eines gelben Werkvereins vorgenommen. Ilm einen tüchtigen Mann vom Bau für die wirksame Propaganda der gelben Ideen zu erhalten, bat man den ehemaligen christlichen BezirkSleiter T o b e ck als Syn dikus angestellt, der nachfolgendes JahreSprogrannn für ISIS fest- gelegt hat: 26. Januar: Kaisersgeburtstagsfeier. 16. Februar: Theaterabend. 13. April: FamilienunterhalwngSabend. 23. Mai: Vortrag über Flugwesen. 27. Juli: Ausflug in den Kaisergarten. 31. August: Vortragsabend. 12. Oktober: Theaterabend. 28. Dezember: Weihnachtsfeier. Leider hat der Arrangeur zwei wichtige Punkte unberücksichtigt gelassen. Bei soviel Unterhaltung hätte er den Karneval nicht über gehen dürfen und als passender Jahresabschluß hätte sich eine gemüt- liche Silvesterfeier recht schön den übrigen Programmpunkten an- geschlossen. Die Zeche bezahlt ja doch.die Zeche". Berlin unck Clmzezcncl. Die Bertrauensmänner des Holzarbeiterverdandcs nahmen am Freitag in einer sehr stark besuchten Versammlung den Bericht über die Tarifbewegung entgegen. Der Referent Glocke schilderte den seitherigen Verlauf der Verhandlungen, über die der„Vorwärts alles wesentliche mitgeteilt hat. ES sei noch bei keiner früheren Verhandlung vorgekommen, daß die Arbeitgeber den Arbeitern ein Ultimatum stellten, so völlig unannehmbar, wie es am letzten Veo Handlungstage, dem 16. Januar, geschehen ist. Hiernach sei kein Zweifel mehr gewesen, daß die Unternehmer den Kampf wollen. Wenn sie aber glauben, sie könnten den Arbeitern ihre Forderungen diktieren, dann seien sie im Irrtum. Die Arbeiter könnten keinen neuen Vertrag eingehen ohne nennenswerte Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung. Das von den Unternehmern gemachte An- gebot einer jährlichen Lohnzulage von einem Pfennig pro Stunde sei als ernstes Angebot nicht aufzufassen. Wenn die Arbeitgeber in ihrer in der„Fachzeitung" veröffent lichten Kriegserklärung sagen, sie bedauern, daß es nicht zu einer- Einigung gekommen ist. sei das eine Redensart, die man nur als Heuchelei auffassen könne, denn wenn eS die Unter- nchmer gewollt hätten, dann würde eine Einigung zustandegekommen sein. Sie hätten sich doch sonst ganz gut auf das Verhandeln der- standen. Diesmal aber hätten sie es auf einen Kampf abgesehen. Die Unternehmer hätten nun alle Maßnahmen für die Aussperrung getroffen und eS sei sehr wahrscheinlich, daß dieselbe eintreten wird wenn nicht der Fall eintreten sollte, daß von dritter Seite eine Wiederaufnahme der Verhandlungen versucht wird. Da aber ein solcher Fall nicht in Aussicht stehe, so müßten die Arbeiter alle Vorbereitungen treffen, un, dem Ueberfall durch die Unternehmer zu begegnen. Einem Vertrage der statt Verbesserungen Verschlechte- rungen bringt, tvürden die Arbeiter nicht zustimmen. Es gelte nun, dem Kampf festen Blickes entgegen zu sehen. Zunächst sei abzu- warten, was die Arbeitgeber nach Ablauf des Vertrages am 13. Fe- bruar unternehmen werden. Davon tvürden die ferneren Maßnahmen ' abhängen. Im übrigen müßten die Kollegen jetzt mehr denn je dafür sorgen, daß dje Organisation gestärkt werde. Auch die bis jetzt noch Indifferenten müßten erkenne», daß die Unternehmer die Absicht haben, den Vertrag so zu gestalten, daß die Arbeiter unier die Botmäßigkeit der Unternehmer gezwungen werden. Darum wird die Arbeiterorganisation einig und geschlossen dem Kampf ent- gcgengehen, den ihr die Unternehmer aufgezwungen haben. Die Ausführungen des Referenten fanden lebhaften Beifall und allseitige Zustimmung.— Nachstehende Resolution wurde ein- stimmig angenommen: Die Versammlung nimmt Kenntnis von der herausfordernden Haltung des ArbeitgeberschutzverbandeS für das deutsche Holz- gewerbe und beschließt, angesichts der von d?n Unternehmern an- gedrohten Aussperrung mit aller Kraft und mit ollen anwend- baren Mitteln für die Stärkung des Verbandes Sorge� zu tragen und den Anschlag auf die Organisation und die Existenz der Arbeiter unseres"Gewerbes abzuschlagen.— Die Versammlung erklärt sich mit der Stellungnahme der Städtekonfercnz gegenüber der Haltung der Unternehmer in allen Punkten einverstanden. Sie verpflichtet sich, dahin zu wirken, daß alle Maßnahmen, welche die Verwaltung ergreist, um den dem Holzarbeiterverband auf- gezwungenen Kampf wirksam führen zu können, korrekt durch- geführt werden._ Die Bewegung im Fliesenlegergewerbc. Auf Anregung des Magistratsrats v. Schulz waren die Vertreter der Unternehmer- sowie der Arbeiterorganisationen zu- sammengetretcn, um über den eventuellen Abschluß eines neuen Tarifvertrages zu verhandeln. Die Unternehmer hatten zu Be- ginn der Verhandlungen die bekannte Arbeitsordnung, die den Ar- beitern teilweise Verschlechterungen androhte, zurückgezogen.� Sie hatten sich weitet bereit erklärt eine Lohnerhöhung zu gewähren, wenn die Streikenden die Arbeit sofort wieder ausnehmen würden. Die Tarifkommission der Arbeiter lehnte ein Eingehen auf eine derartige Zumutung ab, worauf die Verhandlungen abgebrochen wurden. Am Freitagabend fanden unter Vorsitz des Magistrats- rats v. Schulz weitere Verhandlungen zwischen den Parteien statt, deren Ergebnis einer gutbesuchten Versammlung der am, Streik beteiligten Arbeiter unterbreitet wurde. Stege mann gab einen umfangreichen Bericht über die Verhandlungen, die auf Grund des alten Tarifvertrages gepflogen wurden. Die strittigsten Punkte seien die Lohnfrag« und die Gültigkeitsdauer des Tarifes getvefen. Die llnteruehmcr hätten von Anfang an darauf bestanden, den Tarif auf drei Jahre abzu- schließen. Tarauf hätten die Arbeitervertretcr erklärt, daß sie inner- bald der 3 Jahre eine Lohnerhöhung von 10 Pf. forderten. Obgleich die Unternehmer zuerst erklärten, ein Stundenlohn von 03 Pf. sei für die Fliesenleger hoch genug, billigten sie dann pro Jahr einen Pfennig Lohnerhöhung zu. Eine Einigung habe nicht erzielt werden können. Als letztes Angebot hätten die Arbeitervertretcr dann den Vorschlag gemacht, sofort 2, im zweiten Jahre S und im dritten Jahre lveitcre 2 Pf. Lohnerhöhung zu bewilligen. Die Unternehmer hätten auch diesen Vorschlag abgelehnt. uiüer keinen Umständen in Frage kommen. Sic hätten sich auf diesen Termin festgelegt und könnten davon nicht zurücktreten. Alle Vorschläge der Arbeiter, den Tarif an einem anderen xbcliebi- gen Datum ablaufen zu lassen, scheiterten an den Unternehmern, die unerschütterlich auf ihrem Standpunkt verharrten. J» der schließlich auch dies Angebot an. wenn die Vertragsdaucr bis 31 Dezember 1913 festgelegt würde. Wieder setzten die Unter- nebmer ibr„Unannehmbar!" entgegen So sei es denn zu einer E niauna über die beiden Punkte nicht gekommen.— Referent erörterte dann d.e übrigen Vertragsbestimmungen, über d.e.m und aanzcn wohl eine Einigung zu erzielen se,. Redner beleuchtete weiter das Bestreben der Unternehmer, alle Tarife an einem bestimmten Datum zum Ablauf zu bringen. Für die streikenden Fliesenleger und Hilfsarbeiter gelte es nun, abzuwägen, was bei der gegenwärtigen Situation das beste sei: die Unternehmer hätten eine Lohnerhöhung von 5 Pf. bei einer dreijährigen Tarisdauer bewilligt. Es gelte zu erwägen, ob der zugestandene Lohn ausreiche. Weiter müsse ertvogen werden, ob der Ablaufstermin Objekt genug sei, weiter zu kämpfen. Die Äom- Mission habe versucht, so viel als irgend möglich für die Arbeiter zu erreichen. Leider fei nicht mehr herauszuholen getvefen. Redner ersuchte die Vorschläge anzunehmen und die Arbeit so einmütig wie sie niedergelegt wurde, wieder aufzunehmen. In mehr als ztveiftündiger Diskussion sprach man sich fast ein- mutig gegen die Annahme der Unternchmervorschläge aus. Die materiellen Zugeständnisse seien viel zu gering und unter keinen Umständen dürfe man für eine Vertragsdauer bis 31. März 1916 stimmen. Nachdein eine große Zahl Redner ihre Ansicht in teils sehr temperamentvollen Ausführungen bekundet hatten, wurde die Debatte abgebrochen und die Versammlung bis Montagvornnttag vertagt._ Achtung, Fleischergesellen! Der Fleischermeister Karl H e n s ch e l Neukölln, Weichselplatz 4, sowie Herr Otto S ch u l z e, Huttenstr. 2 (Hackepeter), haben die Forderungen der Gesellen bewilligt. Bei den Fleischermeistern Behrend, Rheinsberger Straße, und Koch. Liebenwalder Str. 16, haben die Gesellen ebenfalls Forderungen ge- stellt und ersuchen wir die Kollegen, bei denselben vorläufig keine Arbeit anzunehmen. Die Firma Schmidt, Zimmerstr. 57, ist nach wie bor ge sperrt, obgleich Herr Schmidt der Kundschaft versichert, er werde bewilligen. Zentralverband der Fleischer. DeutlcKes Reich. Lohnbewegungen, Streits und Aussperrungen im Tchneidergewerbc im Jahre IN13. Im Jahre 1912 fanden im Schncidergcwerbc 226 Lohnbcwe- gungen an 283 Orten statt, an denen 3133 Betriebe mit 31 377 be- schäftigten Personen beteiligt waren. Von diesen Bctvegungen ver- liefen 68 mit 9269 Beteiligten ohne Arbeitseinstellung, 42 mit 8797 Beteiligten waren Angriffstreiks, 11 mit 423 Beteiligten waren AbwchrstreikS und 103 mit 17 816 Beteiligten waren Aussperrungen. Der Verlust an Arbeitszeit betrug bei den Angrifft'treiks 134 203 Tage, bei den Abwehrstreiks 490l und bei den Aussperrun- gen 100 843, zusammen demnach 289 953 Tage. Einen Verlust an Arbeitsverdienst hatten die Beteiligten in Höhe von 1 343 711 Mk. Durch Vergleich wurden die Bewegungen beigelegt in 221 Fällen. Die Verhandlungen tvürden geführt: In 8 Allen zwischen den Beteiligten direkt, in 72 Fällen durch die Vertreter des Schneiderverbandcs, in 4 Fällen durch Einigungsämtcr von Ge- werbegcrichten und in 137 Fällen durch die Hauptvorstände der Arbeiter- und Unternehmerorganisationen unter Leitung von Un- parteiischen. Das Kollegium der Unparteiischen bestand aus den Herren Magistratsrat v. Schulz- Berlin, Gewerbegerichtsdirektor Dr. Prettner- München und MagistratsshndikuS Dr. H i l l e r- Frankfurt a. M. Von den gesamten Lohnbetvegnngen waren 210 nnt 26 243 beteiligten Personen erfolgreich, 3 Bewegungen mit 639 Beteiligten teilweise erfolgreich und 7 Abwehrstreiks mit 188 Beteiligten waren erfolglos. Bei diesen Bewegungen wurde eine Verkürzung der Arbeitszeit erreicht für 3687 Personen um wöchentlich 12 330 Stunden, das ind über 3 Stunden pro Person. An Lohnerhöhungen wurden er- reicht für 19 800 Personen 50 830,20 M. wöchentlich oder 2,56 M. pro Person. Außerdem erreichten 3233 Personen die Bezahlung von Uebcrstunden, Rächt- und Sonntagsarbeit und sonstige Ver- günstigungen im Arbeitsverhältnis. Bei den erfolgreich beendeten Abwehrbewegungcn find neben der Abwehr von Verschlechterungen noch für 247 Personen Ver günstigungen eingetreten. Der Verband verausgabte für die Lohrn bewcgungen 532 806 M._ In Breslau herrscht Ordnung k Gelegentlich des vorjährigen Gewerkschaftsfestes in Breslau stellte der Deutsche Trausportarbciter-Verband einen Festwagen, ans dem alle Kategorien, die dem Handel und Verkehr dienen, dar- gestellt waren. Unter den Darstellern befand sich auch der Arbeiter Richter in der Uniform eines Eisenbahners. Am Ende der Stadt,»zachdem der Festzug anstandslos durch die ganze Stadt marschiert war, machte ein Polizeikommisjar die weltbewegende Ent- decknng, daß der Eisenbahner„nicht echt' sei(!) und die Uniform„zu unrecht" trage l Der Festzug erlitt dadurch eine Unter- brechung, bis die Personalien des„falschen Eisenbahners" 'estgestellt waren, der in der Folge ein Strafmandat über 15 M. wegen unbefugten Tragens einer amtlichen U n i f o r m(I) erhielt. Schöffengericht und Strafkammer bestätigten den Strafbefehl! I Bei studentischen und hurrapatriotifchen Umzügen kräht natürlich kein Hahn über solche Selbstverständlichkeiten. Oder hat man je von der Verhaftung eines falschen„alten Germanen", eines imitierten „Langen Kerls" oder„Lützowschen Jägers" gehört? Es lebe die Gerechtigkeit!_ Bon der Neutralität der evangelischen Arbeitervereine Die freien Gewerkschaften werden von ihren Gegnern bei jeder Gelegenheit als sozialdemokratische, als nicht neutrale Ge- toerkschaften bezeichnet; sie selbst blähen sich nnt ihrer Neutralität. Wie in Wirklichkeit diese Neutralität aussieht, dafür folgender Beweis. Der Evangelische Arbeiterverein Esscn-Nord versendet an diejenigen seiner Mitglieder, die bei der letzten Stadtverordneten- wähl ihre Stimme dem sozialdemokratischen Arbeitervertretcr gaben, folgendes hcktographiert»(!) Zirkular: Essen, Datum des Poststempels. • Da Sie bei der letzten Stadtverordnetenwahl Ihre Stiunne dem sozialdemokratifchen Kandidaten gegeben haben, können wir Sie nach§ 4 unter Aufnahmebedingungen, Absatz c), in welchem es heißt:„Tie Mitglieder, welche sich durch Wort oder Tat als Sozialdemotraten bekennen, können nicht Mitglieder eines cban- gelischcn Arbeitervereins sein noch bleiben" nicht mehr als unser Mitglied betrachten und hat der Vorstand in seiner Sitzung vom 3. Januar einstimmig beschlossen, Sie aus unserem Verein aus- zuschließen, was wir Ihnen hiermit mitteilen.— Nach§ 4 steht Ihnen jedoch innerhalb 4 Wochen die Beschwerde an eine Ge- ncralversammlung zu und kann diese über den Ausschluß end- gültig entscheiden. Der Vorstand. I. A.: Adolf Pagentzer. Das Vorgehen der„Christen" hat im vorliegenden Falle die Wirkung, daß der bereits über 3 Jahre dem Evangelischen Arbeiter- verein angehörende Arbeiter Mitglied einer freien Gewerkschaft und der Sozialdemokratie geworden ist. Im übrigen kann dieses Vorgehen auch als ein interessanter Beitrag zu dem sonst der Sozialdemokratie nachgesagten„Terrorismus bei öffentlichen Wahlen" bezeichnet werden. In den Euzigcrwcrkcn(Gebrüder Gutsmann) in Breslau haben am Freitag zirka 60 Schlosser und Maschinen- a r b c i t e r wegen erheblicher Lohnabzüge die Arbeit eingestellt. Wie Streikprozesse entstehen. Während des Streits im Stahlwerk Oecking itt Düsseldorf tvürden drei streikende Former wegen Körperverletzung eines Arbeitswilligen in Unicrfuchungshast genommen, später wieder frei« gelassen, dann aber wegen Körperverletzung und tLtreikvergehen unter Anklage gestellt. Sie sollten einen Arbeitswilligen, der in einer Wirtfchaft�mit einem großen Schlachtmesser erschienen war, später auf der Straße überfallen und mißhandelt haben. Vor Ge- richt bestritt der als Zeuge erschienene Arbeitswillige, die drei als die Täter bezeichnet zu haben. Er habe lediglich bei der polizeiliche» Nernchiizung auf die Frage, wer denn in dem Lokale ge- Wesen sei. die drei Former mit Namen genannt, sonst aber keinerlei Beschuldigungen g»en diese erhoben. Leider gah die Ver- Handlung keinen Aufschluß darüber, w i c die Anklage"zustande, ge- kommen ist. Der Anklagevertreter beantragte kurzerhand Frei- sprechung; das Gericht erkannte demgemäß. Die unschuldig Inhaftierten werden Antrag auf Schadenersatz für den durch die Untersuchungshaft erlittenen Schaden stellen. Nach dem Streik im Saarrevicr. Durch die Zentrumspresse geht eine Notiz, überschrieben:„Tie bcutesuchcndcn Genossen im Saarrcvier". Darin wird mitgeteilt, daß am 10. Januar die sozialdemokratischen Agitatoren Leim- p�e t e r s, Löfflcr, Schmidt. Becker„und Konsorten" das Saarrevicr durchzogen, um Mitgliedersang im großen Stil zu de- treiben. Daß diese Tätigkeit den Herrschaften vom christlichen Ge- wcrkvercin unangenehm ist, erscheint verständlich. Ihr Haß darüber weiß sich nur in Verlogenheit Luft zu machen. In der Notiz heißt es, daß in Guichcnbach angeblich das Lokal verweigert wurde und Löffler froh gewesen sein müßte, daß er dort nicht zu reden brauchte, denn man würde ihm nicht zu knapp mitgespielt haben. Das Lokal ist nun nicht angeblich, sondern tatsächlich verwci- gert worden. Der Wirt zog sein gegebenes Wort zurück. In dem Torfe hat noch nie eine Persammlung einer freien Gewerkschaft stattgefunden. Von der Kanzel herab ist darum auch des Morgens gegen die Versammlung gewettert und vor deren Besuch getvarnt wovden. Trotzdem haften sich einige Hundert katholische Arbeiter zur Versammlung eingesunden. Nichi gering war ihre Enttäuschung. als Löffler mitteilte, der Wirt habe den zur lieber» wachung gesandten Gendarmen aufgefordert, ihm behilflich zu sein, damit das Stattfinden der Versammlung verhindert werde. Als Löfflcr sagte: So verfährt man, um zu verhüten, daß Ihr be» trogenen Bergleute die Wahrheit erfährt! durchbrauste ein stür- misches„Sehr richtig!" den Saal. So wurde Löffler mitgc- spielt! Auch zogen noch mindestens 130 Bergleute mit nach einem anderen Lokal, um den Versuch zu unterstützen, ob nicht dort die Versammlung stattfinden könnte. Wenn jemandem so„mitgc- spielt" wird, kann er seine helle Freude daran hoben. Ebenso verlogen wird von einer Versammlung in Alienkessel, wo Leim peters referierte, berichtet. Es heißt da in dem Bericht: „Nachdem Leimpeters gehörig zugesetzt und von dem Gewcrk» vercinssekretär Jockenhöfer ein donnerndes Hoch auf den Gcwerl- verein ausgebracht worden war, ließen die Gewerkvereinler Leim» peters mit seiner Kolonne allein. Diese suchte nach außen hin Effekt zu machen, indem Aufnahmen markiert wurden." Wie ist nun der wirkliche Sergang? Ein halbes Dutzend Groß« klappen war in der Absicht gekommen, die Versammlung zu spren» gen. Das gelang nicht. Die Bergleute forderten die störenden Gewcrkbcreinsagitatoren energisch zur Ruhe auf. Das half. In der Diskussion meldeten sich nacheinander seöbs Großklappen, um die Ausführungen des Referenten zu entkräfte» Umfonfl! Als Jockenhöfer ausführte, daß, tvenn die Bergverwaltung die Ver. sprechungen nicht halten würde, dann wäre der Gewcrkverein auch noch da. durchbrauste eine Lachsalve den Saal, die den Redner ganz verdutzt machte. Jockenhöfer forderte dann, als L. das Schlußwort erhielt, seine Anhänger auf, den Saal zu verlassen, aber es folgte ihm niemand! Eine große Zahl Mitglieder deS Gcwcrkvereius traten zum Verband über und gründeten sofort ein« Zahlstelle. Die Saarberglcute haben zum großen Teil erkannt, daß sie vom chrfitlicben Gewcrkverein an der Nase herumgeführt werden und nun sie diesem den Rücken kehren, kennt die Wut der christlichen Führer keine Grenzen. Letzt« JVachncbtcn. Der Ministerrat. Äonstantinopel, 25. Januar.(Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korr.-Bureaus.) Der Ministerrat berät über die auf die Kollektivnote der Mächte zu erteilende Antwort, die kaum vor morgen oder Montag erteilt werden dürfte. Was ihren Inhalt mibelängt, so erklärt man im Ministerium des Aeußern, daß die neue Regierung nicht den Krieg um jeden Preis wolle, jedoch den Frieden nur schließen könnte, wennAdrianopclderTürkciverbleibe. Es scheint, als ob das Kabinett den Versuch machen wollte, Friedensverhandlungen ohne Jntcrvcn- tion der Mächte wieder aufzunehmen. Ein undankbarer Posten. K-nstantiii-pcl�2o. Januar.(Meldung des Wiener k. k. Tel.- Korr.-Burcaus.) Im der Frage der endgültigen Besetzun�de» Portefeuilles des Aeußern ist noch keine Entscheidung getroffen. Ter Berliner türkische Botschafter Osman Nizami. der gegen- wärtig als Bevollmächtigter für die Friedensverhandlungen in London weilt, hat das Anerbieten, das Ministerium des Aeußern zu übernehmen, aus Gesundheitsrücksichten abgc- lehnt. Konstantinopel im Belagerungszustand. K-nstantin-pel. 23. Januar.(W. T. B.) Ter BelagerungS- zustand bleibt aufrechterhalten, allerdings in bedeutend ge» milderter Form Eine Kundmachung des Militarkomman- bauten von Konstantinopel hebt das Verbot des nachtlichen Straßen. Verkehrs auf. Französische Marokkoanlcihc. Paris. 25. Januar.(W.T.B.) Ministerpräsident B ri a n d und die Minister des Auswärtigen, der Finanzen, des Krieges sowie Generalrcsident Lyautey haben heute nachmittag über die finanzielle und militärische Lage Marokkos verbandelt und eine Anleihe beschlossen. Tie näheren Bedinauiiacn sollen demnächst dem Ministerrat unterbreitet wer- de». Generalresidcnt Lyautey wird mit dem nächsten Taii�f-r nach Marokko zurückkehren.- Schwerer Unfall. «kür tBöhmcn). 23. Januar. Auf dem Elconocenschachtc bei �adowitz ereignete sich heute ein entsetzliches Uliglück. Fünf Ar- ..... �s�irr unter einem SM r � � t;« � � ff ü r a C it D C � _____■ entsetzliches Unglück. Fünf heiter wurden unter einem Berg herabstürzender glühender Kohlen begraben. Ein Arbeiter war auf .:. fnf. hie iibriöen hier hmriw»«« Zverantw. Redakt. t Älfred«ielepp, Neukölln. Inseratenteil berat, tw.:»tz. Glocke. Beri'n. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u VerlagsanstaU glühender«omen oegraben. Ein Arbeiter war>.», der Stelle tot. die übrigen vier wurden mit lcbciisgefährlicben Verletzungen ins Krankenhaus übergeführt. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. �______ Hochbahnkatastrophe in New Jork. New Y-rk,' 25. Januar.(W. T. B-) tluf der dritten Avenue kollidierten zwei Hochbahnzügc und gerieten'» Brartv. �"*■ den mehrere Personen verletzt. Häül Singer& Co., Berlin SWT" Hierzu 4 Beilagen. Nr. 22. 30. Jahrgang. 1. KeilUt des Lsmiick" Snlim AiksM Zonutag, 26. Januar!913. l�eickstag. SS. Sitzung. Sonnabend, den 25. Januar 1S13, vormittags 11 Uhr. Am BundeSratstisch: Dr. D e l b r ü ck. Etat des Reichsamts des Innern. Zehnter Tag. Zunächst erfolgt die Abstimmung über die Positionen zur Aus- ftlhrung des KaligesetzeS. Sie werden bewilligt unter Annahme des Antrags Behrens, die Propagandagelder für landwirtschaftliche Korpo- rationen von 900 000SDf. auf 1 000 000 M. zu erhöhen. Angenommen wird auch die Nesolution der Kommission, dem zu erwartenden neuen Kaligesetz rückwirkende Kraft bis zum IS. Januar 1913 zu geben. Beim Kapitel„Behörden für die Untersuchung von Seeunfällen" ergreift das Wort Abg. Schumann(Soz.): Die rechtlose Lage der seemännischen Arbeiter ist hier schon mehrfach erörtert worden, aber für die Wünsche der Seeleute in Bezug auf den Schutz von Leben und Gesundheit ist bisher wenig getan. Die vor zwei Jahren angenommene Revision der Seemanns- ordnung ist nicht als Reform, sondern als Scheinreform zu bezeichnen, die nach dem Grundsatz:„Wasch mir den Pelz, aber mach ihn nicht naß" ausgeführt wurde. Weder ein modernes Ver- tragsrecht, noch eine fortschrittliche Gerichtsbarkeit ist den Seeleuten gewährt worden, ebenso wenig eine Regelung der Arbeitszeit und des Kost- und Logiswesens. Vor allem ist auch nicht der Wunsch nach Schaffung eines Reichsschiffahrtsamtes erfüllt worden, einer von den Unternehmern unabhängigen Aussichts- »»stanz. Auch die Offiziere und Kapitäne verlangen solch Reichs- fchiffahrtsamt, nur die Reeder wenden sich dagegen, sie erblicken darin eine behördliche Bevormundung und unzulässige Einmischung in ihre Angelegenheiten. Der wahre Grund ist die Furcht der Reeder, durch eine unabhängige Kontrollbehörde mehr wie bisher in der Ausbeutung der seemännischen Arbeiter beeinträchtigt zu werden. Der Wunsch nach einem Reichs- schiffahrtsgesetz ist aber mit dem steigenden Umfang der Schiffahrt, »nit der wachsenden Zahl der Seeleule immer stärker geworden, vor allem ist eine solche Kontrollbehörde ja auch aus ollgemeinen Jnter- essen, aus Rücksicht auf Leben und Gesundheit der Passagiere not- wendig. sSehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ueber die un- haltbaren Berhältniffe lüpfen den Schleier ja ab und zu ungeheure Katastrophen. ES ist noch gar nicht lange her, daß ein großes Unglück als Folge der Profitsucht und Re- kordsucht erfolgte, ich meine, den Untergang der„Titanic", wo 1699 Menschen dem Moloch Kapitalismus geopfert wurden. Auf einem Schiff, daS 32 Millionen gekostet hat, waren nicht einmal genügend Rettungsboote vorhanden. Von Jntereffentenfeite wurde gesagt: ja das ist ein englisches Schiff, bei uns in Deutsch- land ist alle» in bester Ordnung, aber Sachverständige be- Haupte n das Gegenteil. Auch bei unseren Schiffen ist das Unwesen der Rekordsucht verbreitet. Nach dem Urteil eines Fach- mannes in der„Frankfurter Zeitung" ist auch auf unseren großen Passagierdampfern nicht genügend BootSraum für alle Passagiere vorhanden. Ihre Aufstellung ist unzweckmäßig, weil der Raun» für die LuxuSbedürsnisse der Passagiere I. Klasse gebraucht wird. Gemeingefährlich ist die Bootsunkundigkeit der Mehrheit der Schiffsbesatzung.(Hört! hört!) Ungenügend ist auch die Ausrüstung der Schiffe. Was man auf deutschen Schiffen BootSinanöver nennt, bezeichnen Fachleute als K i n d c r e i. ES fehlt an genügend Schwimingürteln uiw., nicht alle Schiffe sind »nit drahtloser Tclegraphie ausgerüstet und vor allern fehlt es an genügend zur Bedieirung dieser Apparate ausgebildete»» Personal. Nun hat an» 6. Mai 1912, nach der Titanic-Katastrophe eine Kon- fcrenz stattgefunden, die»nan als Reklamckonferruz der deutschen Großreeder bezeichnen könnte. Man hat dort un» den Kern der Sache herum- geredet und falsche Behauptungen aufgestellt. Tatsache bleibt, daß 7S Proz. mindestens der deutschen Schiffsbesatzung auf Pajsagierschiffen bootsrinlundig sind.(Hört! hört! b. d. Soz.) Es wurde eine internationale Konferenz in Aussicht genoinmen. Die Vertreter der beteiligten Arbeitergruppen hat man natürlich � wieder nicht zu- f! e z o g e n. Nach einer Erklärung des Staatssekretärs Delbrück ollten Vertreter der Versicherten von der Seeberufsgenossenschaft kleines feiriüeton. Theater. Deutsches Theater: Astrid, Drama von Eduard Stucken. Was„Gawan" und dc>» anderen sich an die mittel- aitcrlichc ArtuSsagc� anlehnenden Tranrei» Stucke»'.» bei aller Frcmdartigkeit des Stoffes doch intimen Reiz verlieh: die lyrisch anmutig bewegte Ausmalung zärtlich-schwermütiger Stimmungen auf romantischem Hintergründe, fehlt diesem neuen aus der is- ländischen Saga geschöpften Stück so gut loie ganz. Die beschau- lichc Sanftheit wird übertäubt vom Waffengektirr und dein er- regten Hussassa einer verstiegenen großsprecherischen Rachsucht. Monomanien loie die der Astrid könnten nur im Nähmen einer Darstellung, die dem Objekte tühl zergliedernd gegenübertritt, ps>lcho!ogisck>-pathologlsch intercssiercn. Ter Versuch, derlei ii» cm heroisch imposante» Kostüm zu stecke», ihm den Stempel hoher Menschcntragik aufzudrücken, wirtff abgeschmackt. Man lehnt die Zumutung mit Achselzucken ob. Astrid, wie die Männer, die sie ins Verderben stürzt, erwecken in ihrem Untergänge gar keine Resonanz de» Mitgefühls: cS sind zusanimenkou, dinierte Schemen, die in Erinnerung an Züge mittelalterlichen Geiste» dies und das bedeuten sollen, doch leer in allem lci-denschastlichcn Gehaben hock)- steii» eine talt-ncugicrige Verlounderung auslösen. Äjartqn, einer der Söbnc Olafs, und Astrid. Osvifs Tochter. waren einander versprochen, indessen Kjartans Blutsfreund Boll, drängte sich zjwische,, jjx. verdächtigt des Freundes Treue vor der Braut, um sie selbst zu gewinnen. Und Ivic der Zorn über den vermeinten Treubruch des Verlobten das stolze Mädchen m die Ehe mit Boll» getrieben, hat auch Kjartan. i» Empörung über ihre Untreue eine andere gefreit. So trete,» sich die Paare beim Besuch. den Osvifs Stamm dem.Haufe Olafs abstattet, gegenüber. Im Stillen glühen di« einst Verlobten,»um Getrennten, so hech wie jemals für cinander. Eine Liebe die sich bei Astrid in blind-wuti- gcm Zerstörungsdrauge äußert! Das Glück, das ihr verloren ging. soll leine andere genießen. Heimlich wirft sie den Goldschmuck von Kjartans junger Gattin ins Feuer, hetzt ihren blind verliebtei» Ehemann, dem sie sich bis zur Stunde fpröd versagte, wider den Freund. KiartailS Edelmut entwafsnet Boll, und voller �cham dekennt er. mit welchen Ränken er Astrids Hand erschlich. W'ld flammt der Streit auf. als der Raub des Schmuckes betanut wird. Die Geschlechter sagen slck� Todfebdc an. Die Leute Osvifs, von Kjartans Heer in ihrem Schloß umzingelt, tonnen, vom Hunger entkräftet, incht lange mehr widerstehen. Jedoch Kfarta». dem Herden, ist an dem Siege nichts gelegen. Er heischt Einlaß bei den Belagerten und verspricht, wenn»hm Astrid die Gunst eine» letzten Gespräche» erweise, seine Krieger zuimckzuziehen. Das Leid der Mmne hat den grimmen Recken ganz sentimental gemacht. Ein Kuß von der Lscsiebsxn, felUB M per Ted, so hofft er, ihn vpn zur Begutachtung der von dieser zu»nachenden Vorschläge gehört werden. Daß das geschehen ist, ist mir nicht bekaniit. Professor Flamin- Charlottenburg hat Ausbau der Bestimmungen über die Schotten und ihre Ausdehnung auf die Frachtdampfer gefordert; ferner Bemesiung des Bootsraumes nach der Zahl der aufzunehinenden Passa- giere und endlich Einsetzung einer unabhängigen Behörde zur Kontrolle. Diesen Vorschlägen eines herborragenden Sachverständigen traten die Direktoren des Germanischen Lloyds und des Norddeutschen Lloyds entgegen, sie wollten eine solche Behörde nur anerkennen, wenn dar- unter nicht der Germanische Lloyd oder die Seeberufsgenossenschaft verstanden sei. Diese Herren fürchten eben eine E i»» s ch r ä n k»n» g der Ausbeutungsfreiheit. Die U n f a l l v e r h ü t»»„ g s- Vorschriften sind ja teilweis sehr schön, sie stehen aber lediglich auf den» Papier. Ueber ihrer Durchführung zu wachen»verde»» die seemäm»ischen Arbeiter durch die Seeniannsordnung verhindert, weil sie zu unweigerlichen» Gehorsam verpflichtet sind, selbst unberechtig- tcn Befehlen müssen sie gehorchen, sie köl»nen sich»inr nachher beschwere»», doch hinter dem Beschwerderecht lauert die Bestrafung. Wie abhängig die Seeberufsgenossenschaft von den Reedern ist, ist ja bekannt. Die Vorschriften über die Bemannung der F i s ch d a ,n p f e r hat die Seeberufsgenossenschast auf Verlangen der Reeder abgeändert. (Hört I hört!) Vielfach werden Dampfer»nit ungeeigneten» Maschinenpersonal herausgesandt, zum Beispiel bei den Differenzen in Bremerhaben. Diese Vorgänge scheinen allerdings zurückzuführen sein auf eine Verordnung des Reichskanzler», lvonach bei erwiesenem Personenmangel von den Vorschriften der Seeberufs- genossenschaft über die Bemannung Dispens erteilt werden kann. Ein Kapitän der ohne das Einlaufen des Dispenses abzuwarten, mit ungenügender Bemannung herausfuhr, wurde mit einer ganz ge- ringen Strafe belegt.— Ferner erinnere ich an das bekannte Kapitel der Sargschiffe. Von einer einzigen Reederei gingen drei solcher Schiffe in kurzer Zeit zu Grunde, wobei 65 Menschen un»s Leben kamen.(Hört I hört! b. d. Sozialdelnokr.) Diese und viele andere Fälle beweisen, wie man»nit Leben und Ge- sundheit der deutschen Seeleute umgeht. Zahlreich werden Unfälle auch hervorgerusen durch die auf Grund der Seemannsordnung z»l- lässige schikanöse Behandlung der Mannschaften. Die Selbst- morde, deren Grund bei der Verhandlung vor der Seeberufsgenossen- schaft meist nicht festzustellen ist, sind auf solche schikanöse Behandlung zurückzuführen. Die Zahl der Unfälle betrug in den Jahren 1898 bis 1911 63 638, dabei waren 54 999 Verletzungen und fast 19 999 Todesfälle. Mit der Steigerung der Prosperität steigen auch die Un- fälle; also je flotter das Geschäft geht, um so»nchr werden die zum Schutz der Arbeiter erlassenen Bestinnnungen ausgeschaltet, -eck acta gelegt usw. Die Seeleute setzen ihr Leben ein für die Sicherheit der Passagiere. Umso stärker ist es zu verurteilen, daß»nan dieser Arbeiterschaft keine Gelegenheit gibt, bei der Verhandlung der Fragen»nitzuwirken, die Lebensfragen im emmentesten Sinne des Wortes für sie sind.— Den Staatsselretär möchte ich frage»», ob er seine Erklärung von der Selbstverstäiidlichleit einer gewissen Ruhepause in der Sozialpolitik auch auf die Sozialpolitik in» Interesse der Seeleute bezogen wissen will, ob daS in Aussicht gestellte neue Seeunfallgesetz bald vorgelegt»verde» loird oder ob es vielleicht deshalb,»veil die Unternehmer nicht dainit ein- verstanden waren, in der Versenkung verschwunden ist. Die see- männischen Arbeiter halten an ihren oft betonten Fordenmgen fest. Sie gipfeln in dem Verlangen nach einer durch- greisende>» Revisioi» der SeeinannSordnung, in der Forderung von Seeschöffengerichten nach Art der Gewerbe- und Kaufmannsgerichtc, der Einführung eines ReichSbeinannungSgesetzes, einer behördlichen Schifft- bau- und Schiffahrt Sko n trolle unter Mitwirkung von Arbeitervertretern durch Schaffung eines Reichs- schiffahrtSantteS und entsprechender Lokalinstanzen, Rege- lung der Leicht- und Tiefladelinie, einer Reform der seemännischen Sozialgesetzgebung und die wichtigste Forderung ist die Anerkeiminig und Sichcrstellung ihres Koalitionsrcchts. In der Erfüllung dieser berechtigten Forderungen liegt auch die beste Garantie für die Sicherheit der deutschen Schiffahrt. Die Regierung hat es in der Hand, die deutsche Seeschiffahrt vor einer E r s ch ü t t e r u n g zu beivahren, indem sie dafür sorgt, daß Zu- slände Platz greifen, die man als der modenien Zeit angemessen bezeichnen darf.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Ministerialdirektor v. Jonquieres: Es liegt nicht in der Absicht der Regierung, auf dem Gebiet der Seeschiffahrt im Ausbau der Sozialpolitik eine Pause eintreten zu lassen. Der Entwurf eines neuen Seeschiffahrtsgesetzes ist vom Reichsaint des Innern ausgearbeitet. Betreffs einiger wichtigen seiner Qual erlösen. In Gegenwart ihres Gatten gewahrt sie ihm da» große Glück, das ihrem Swlze brennende Kränkung und Er- niodriaung düntt. Wie eine Furie peitscht sie die Brüder und den Gemahl auf, Kjartan, der ihnen Freiheit und Leben schenkte, nach- zusetzen, des Hauses befleckte Ehre in seinem Mute reinztavaschen. Er selber hat e» so geivollt. Darum tat er ihr kund, daß er, gc- trennt von seinem Heere, einsam(heimwärts reiten werde. Auch der letzte Wunsch ihrer schönen Seele, daß Kjartan bei dem Ueber- falle ausgerechnet durch einen Schwertstreich Bollis sterbe, geht in Erfüllung. Dann trauert sie elegisch stilvoll, um, an des armen. immer wieder vertrösteten BolliS Seite, durch die Waffen von Osvifs Mannen zu fallen. Die zweieinhalb Stunden, die auf der Bühne die Abwickelung der tragischen Geschichte in Anspruch nahmen, dauerten für die Empfindung das Doppelte der Zeit! In der von W i n t e r st ei n insz-enierten, wohl gerundeten Aufführung gab Mary Dietrich in der vertrackten Astridrollc wieder Proben großer Kunst. In einzelnen Momenten gelang es ihr, trotz allem, das Tote mit dem Schein de» Lebens zu beseelen. eil. S ch i l l c r t h c a t e r Charlottenburgr Von Zeit. zu Zeit seh ich den Alten gern, kann man füglich von Karl Gutzkows „Uriel Acosta" sagen. Dies Drama»st nicht bloß für das „Junge Teutschland", sondern auch für den am tlcfsten von allen reaktionären Elementen des Vormärz gehaßten und am schärfsten von den Behörden verfolgten Dichter charakteristisch. Postulate eines modernen von der französischen Revolution befruchieten Ten- kens stellte man auf, um sie, in Romandichtungen, und Dramen verkörpert, wiederum gegen den absolutistisch-vertnöcherten Polizei- geist jener Zeit ihre Schlachten kämpfen zu lassen. Nichts andere» als eine Tragödie des junghegetianischen Freidcnkertums»st denn auch dieser„Uriel Acosta", dem, trotz aller historischen Draperie, das blaffe Gespenst einer tendenziösen Konstruktion durch die Haut schimmert. Der Grund, warum dies Stück heute noch gegeben wird, ist wohl hauptsächlich der, daß es dankbare Rollen hat, die es, um mit Richard Wagner zu reden, dem Schauspieler ermog- lichen,„in einem beständigen monoiogischen Verkehr mit dem Publikum" zu bleiben. Für einen guten Sprecher wie Georg P a e s ch k e kann deshalb die Titelpartie bedeutungsvoll� sein, und »nan wird ihm die Anerlennu»ig, daß er sie bis zum Echluß de» vierten Aktes mächtig zu steigern vermochte, nickst versagen. Neben ihm behaupteten sich Richard Wirth als Oheim de Ststva und Ella F i ch t n e r als ctlvas von des Gedankens Blässe angelräntclte Judith. Artur Menzel»var einfach vorzüglich hinsichtlich der Maske und Sprechweise des Rabbi Ben Atiba. und Alfred Braun offenbarte als Ben Jochai jugendliche Lebendigteit. lvährend Max Reimers Manasse Vanderstraaten ziemlich konventionell blieb. Wenn wir dann»wch Paul B i l d t ausnehmen, der den Fanatis- muS des orthodoxen Rabbiners de Santos gut zur Geltung brachte, so werden alle Mitivirkendeu. die sich über eine schablonische Leistung exhoben. gy»«!k?t söfn. s, k. Punkte ist bei den Verhandlungen mit den beteiligten Regierungen eine Einigkeit noch nicht erzielt worden. Jedenfalls halten Wir es für richtig, zunächst die großen Fragen, die anläßlich der Katastrophe der„Titailic" an uns herangetreten sind, zu erledigen._ Dieses große Unglück hat uns>iahegelegt, ernstlich zu prüfen, ob bei uns alles in Ordnung ist. Die Fehler, die bei der„Titanic" vorgekommen sind, können nicht ohne weiteres auf unsere Verhältnisse übertragen werden. Auch niöchten wir uns hier doch eiuigermaßen Reserve auferlegen, wenn wir über englische Schiffe urteilen. Das»st Aufgabe der englischen Behörden, und die englische Regierung hat gerade aus Grund ihrer Unter- suchungen gebeten, die internationale Konferenz in London stattfinden zu lassen, womit wir uns einverstanden erklärt haben. Natürlich haben wir eine er»ist hafte Prüfung unserer Verhältnisse ein« treten lassen. Wir haben am 6. Mai v. I. eine Konferenz ein- berufen, gegen deren Bezeichming als Vertuschungskonferenz ich protestieren muß. Sie hat positive Ergebnisse in der Richtung gc- zeitigt, wie wir nnS auf der internationalen Konferenz verhalten wollen. Bei der Vorbereitung der Konferenz sind entgegen der Be- hauptung des Vorredners auch die s e e in ä n n i s ch e n Arbeiter gehört worden, und zwar in Hamburg unter Vorlage des gc- samten Materials über die beabsichtigtest Vorschläge, und eS ist protokollarisch festgestellt, daß die Vertreter der Arbeiter, unter ihnen auch Herr Paul Müller, den der Vorredner ja wohl gelten lassen wird, sich mit den Vorschlägen einverstanden crllärt haben.(Hört! hört!) Der Vorwurf, daß 75 Proz. des seemännischen Personals nicht genügend ausgebildet sind, trifft nicht zu, ans den großen Dampfern befinden sich 79 bi» 75 Proz. bootskundiges Personal.— Der Seeberufsgeiiosseitschaft ist vorgeworfen, sie habe die Borschristen für die Fischdampser abgeschwächt. Ihre Vorschriften unterliegen aber der Genehmigung des Versicherungsamtes, also einer Reichs« behörde, die Sie doch wohl gelten lassen. Gegen den Reichs- kanzler ist der Borwurf erhoben, Dispens erteilt zu haben, so daß Fischdampfer ohne zwei Maschinisten ausfahren konnten. Es gibt augenblicklich zu wenig Maschinisten und deswegen hat der Reichskanzler gestattet, daß ein Oberheizer als zweiter Maschinist mitfährt. Daß das nicht zum Geivim» der Reederei die»»». geht daraus hervor, daß dieser Oberheizer so bezahlt wird wie ein zweiter Maschinist.— Die Zahl der S e l b st n» o r d e v o u Heizern ist in den letzten Jahren beständig gesunlen. Die all- gemeine Zahl der Unfälle hat 19l2 allerdings leider zu- g e n o»n m e n. Aber dieses Jahr hatte besonders viele Katastrophen »»folge der großen Stürme. Von diesem Jahre abgesehen, ist die Zahl der Unfälle in den letzten Jahren ständig zurückgegangen.— Ueber die sogenannten„Sargschiffe" ist ja hier vor zivei Jahren ausführlich verhandelt»vorden. Die fecamtliche Untersuchung hat damals ergeben, daß lediglich höhere Gewalt und nicht mangelhafte Ausrüstung der Schiffe in Frage kam. Abg. Dr. Heckscher(Vp.): Der Abg. Schumann hat seine heftige Änllage gegen die deutsche Schiffahrt nur»nit allgemeilien Redensarten begründet. Es war interessant, daß Herr Schumann seine leidenschaftliche Anklage an die„Titanic"-Katastrophe angeschlossen hat, da doch in England eine staatliche Aufsicht besteht, während»>» Deutschland die Aufsicht von der SeeberusSgeiiosienschaft ausgeübt wird und zwar mit der größten Rücksichtslosigkeit gegen die Reeder.(Lachen bei de» Sozialdemokraten.) Die Angriffe des Abg. Schumann gegen Prof. Pagcl ivaren vollständig unbegründet. Die Vorschriften zur Aufrechterhaltung eincr eisernen Disziplin ans de:» Schiffen sind unbedingt notwendig. Ohne unbeugsame Disziplin ist eine Schlfj- fahrt gar nicht möglich.(Zuruf bei den Sozialdemolratcn.) Ich spreche aus Erfahrung.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Gewiß sind die Schiffskatastrophen beklagenswert, aber wie wollen Sie sie verhindern!? Bei der erfreuliche» geivaltigen Entwickelung der Schiffahrt ist eine Steigerung der Uiifallziffern ganz erklärlich. Jedenfalls liegen die Verhältnisse bei uns in dieser Beziehung günstiger als'in England. Gewiß kommen Fehler auch in der Schiffahrt vor, aber die Entwickelung unserer Schiffahrt im oll- gemeinen bleibt ein Ruhmesblatt für die Tüchtigkeit der Seeleute und Kapitäne und für den kühnen UnternehinuiigSgeist der deutschen speziell der hanseatischen Kaufmannschaft. Abg. Graf v. Westarp(k.): Auch ich»nuß protestieren gegen die Angriffe auf die See-Berufsgenosscnschaft. Der Hinweis auf die„Titanic"-Katastrophe war um so verfehlter, als gerade in England die Staatsaufsicht, die die Sozialdemokraten verlangen. besteht.— Unfälle werden immer vorkonrmen, daraus kann man keine Schlüsse ziehen aus gewissenlose Handhabung der Vorschristcn. Hoffentlich wirkt die sozialdemokratische llntergrabung -Notizen. — M u s i k ch r o n i k. TichaikowSkhs lyrische Oper„Eugen O Ii e g i n" wird die nächste Einstudierung des Deutschen Opern« hauseS sein. DaS Werk ist in Berlin seit etwa 15 Jahren nicht nrehr gegeben worden. — Das Deutsche Theater und die Film» industrie. Die Vereinbarung zwischen Reinhardt und der Film- gesellichaft„Union" bezieht sich, wie berichtigend mitgeteilt wird. lediglich auf die Wiedergabe der Pantomime„Eine bcnctianische Nacht". DaS Repertoire des Deutschen Theaters bleibt also filmfrei. — Ein neues Polizeiverbot. Die von der Direltjon des Herforder Stadttheaters für das Gewerkschaftslartell Herford zu Sonntag vorgesehene Vorstellung von RosenowS Drama:. D i e in» Schatten leben" lvtirde am Freitagabend verboten. Die Polizei begründet diesen Willküralt also:„Das Stück behandelt de» sozialen Gegensatz zwischen Unternehmertum und Arbeiterschasl. Den» Unternehinertnn» wird dabei der schwerste Mißbraua) der Kapitalmacht vorgeworfen. Die Schilderung»st so einseitig zu- Ungunsten der Arbeitgeberschast gefärbt, daß sie tiefe Erbitterung gegen diesen Stand bei der Zuhörerschaft auslöst. ES stehen daraus Gefahren zu befürchten." Ii, Franlfurt a. M. und in Leipzig»st Rosenows Stück unbe- anstandet gegeben worden und alle Beurteiler von Kompetenz waren darin einig, daß die ZustandSschilderuiigci» der Wirklichieit cm- sprechen und daß den» Drama keine„sozialdemokratische Tendenz" innelvohnt. Die Herforder Polizei verbietet also die Darstellung der Wirklichkeit und erklärt gleichzeitig, daß diese geeignet ist, eine „tiefe Erbitterung" hervorzurufen. Sie ist so naiv zu glauben, daß »naii heutzutage noch»nit Polizeimitteln verhindern könne, auSzu- sprechen, tvas ist— und vergißt, daß ihr Verbot die stärkste Er- bitterung gegen den preußtschen Staat hervorrufen muß, der in seinen Polizelorganen sich als brutaler Parteigänger der Arbeitgeber- schaft und Kunstfeind erweist. — Vorträge in» Institut für Meereskunde. Dienstag. Dr. L. Glaesner: Ein Ausflug nach Sanscgo in der Adria�; Mittwoch, Dr. H. Spethmann: In den Fjorden und Schären von Skandinavien und Schottland(ausverkauft): Freitag, Kapitän H. Rufer: Auf der Kommandobrücke(ausverkauft). Der endlich befreite Goethe. Die große Sophien» Ausgabe von Goethes Werken bringt, wie uns aus Weimar geschrieben wird, in diesen Tagen einen Band„Nachträge" heraus, unveröffentlichte„Römische Elegien" und„Beneziani- s ch e Epigramme" von der italienischen Reise.— Also 89 Jahre nach Goethes Tode haben die graziösen Freimütigkeiten noch ivarten müjsen, bis man sie ans Licht ließ.— Auch jetzt stehen sie nicht. Ivo sie hingehören— und zudem in einer Ausgabe, die kein Nicht- Millionär zahlen kann. Das ist der Nutze» des Eoethcarchivs und der Goethephikolvgie l eines dieser Reeder oller Disziplin nicht auf die Seeschiffahrt ei», danmier würden die Seeleute am meisten leiden.(Bravo! rechts.) Abg. Schinna»»(Soz.): Selbstverständliche Voraussetzung der Wirlsainkeit Reichsschiffahrtsamtes ist ein gutes Funktionieren Kontrolle. Davon ist in England keine Rede, weil die dort ähnlich wie in Deutschland ihren Eiuflutz ans das Amt geltend gemacht haben— Dr. H e ck f ch e r behauptete, ich hätte Dr. Paael herabzusetzen gesucht. Das ist mir gar nicht ein- gefallen. Ich habe nur betont, daß er die Vorschläge des Prof. Flamm abgelehnt hat und ich fügte hinzu, daß er das damit be begründet hat, daß sonst die Rentabilität der Schiff- fahrt leiden würde.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Herr H e ck s ch e r hat selbst vor einigen Jahren anerkannt, daß in miserer Schiffahrt vieles sogar oberfaul sei(Widerspruch des Abg. Heckscher), nicht mit diesem Worte, aber dem Sinne nach. Die Sozialpolitik im Interesse der Seeleute wird hoffentlich in Zukuust in lebhafterem Tempo gefördert werden.— Als Ursache für die Dispense ist der Mangel an Maschinisten angegeben. Furzeit liegen sie seit Wochen auf der Straße, und trotzdem ivird den Fischdampfern gestattet, ohne die genügende Zahl von Maschinisten hinauszugehen.— Bei den„Sargschiffen" habe ich mich sehr zurückgehalten, ausführlich wird darauf bei dem Seeunfallgesetz zurückzukommen sein. Ich habe keineswegs die Reeder unberechtigt angegriffen, sondern nur eine notwendige Kritik an Mißständen geübt, (Bravo I bei den Sozialdemokraten.) DaS Kapitel wird bewilligt. Beim Kapitel:„Statistisches Amt" ergreift das Wort Abg. Bender(Soz.): Durch die Erhebungen dcS Statistischen Amtes über die Ar- beitszeit in den gewerblichen Fuhrwerksbetrieben und in der B i n n e n s ch i s f a h r t sind übermäßig lange Arbeits zeiteu und das fast völlige Fehlen der Sonntagsruhe festgestellt worden. Der Raubbau, der in diesen beiden Gewerben mit dem Leben und der Gesundheit der Arbeiter getrieben wird, ist geradezu skandalös. Arbeitszeiten vo» 11, 16, 18 Stunde» und mehr sind hier die Regel. Der Beirat für Arbeite�statistik hat ein Gut- achten vom Reichsgesundheitsamt eingeholt über die Wirkung der über- mäßig langen Arbeiiszeit im Fuhrgewerbe, Im Juni 1903 ist das Gutachten eingegangen. Es wurde eine Ruhezeit von m i n d e st e n s zehn Stunden für das Fuhrwerksgewerbe darin verlangt. Der Beirat für Arbeiterstatistik begnügte sich, nur eine neunstündige Ruhezeit zu verlangen, jeden vierten Sonntag frei, die SonntagSarbeit auf zwei bis drei Stunden herabzusetzen und für die Arbeiter unter 16 Jahren den achtstündigen Arbeitstag zu verlangen. JmBinnenschiffahrts- g e w e r b e ging die Sache ebenso, auch hier wurde ein Gutachten des ReichsgesundheilsamteS eingeholt und auf Grund desselben Forderungen aufgestellt. Der Bundes- rat hat von diesem Gutachten doch wohl Kenntnis er- langt. Warum hat er in diesen beiden Berufen trotzdem nichts getan, um den mörderische» Zuständen ein Ende zu bereiten. Hat er sich auch hier von den Scharfmachern umgarnen lassen? Die Regierung hätte doch allen Anlaß, im Interesse der Volksgesundheit und damit auch in dem der Erhaltung unserer Pro- duktionskraft und unserer Wehrkraft die übermäßig lange Arbeits- zeit oinzuschräziken. Im Königreich Sachsen hat die Landes- Zentralbehörde jetzt eine fünfzehn st llndige Arbeitszeit mit zweistündiger Pause im Fuhrwerksbetriebe angeordnet. Da kann man sich denken, was für lange Arbeitszeit in dem Ge- iverbe herrscht. WaS bleibt aber einem Menschen bei fünfzehn- iündiger Arbeitszeit noch vom Lebe» übrig. Ein solcher Mensch .rbeitet, mcht.um zu leben, sondern er lebt, um zu arbeiten (sie ein Lasttier.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Line so lange Arbeitszeit läßt keine Zeit zur geistigen Entwicklung nid zur Pflege des Familienlebens und der Geselligkeit. Die Arbeiter dieses Gewerbes haben keinen Anteil an den geistigen Errungenschaften unserer Zeit. Wenn mau zulassen will, daß Kinder von 16 Jahren 15 Stunden beschäftigt werden, so fehlt mir dafür der parlaineutarische Ausdruck.(Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Solche Kinder müssen in kurzer Zeit körperlich und geistig verkrüppeln. Wir verlangen den achtstündigen Arbeitstag für alle Arbeiter unter 18 Jahren. Ferner verlangen wir nicht jeden vierten Sonntag frei, wie der Beirat für Arbeiterstatistik, sondern jeden dritten Sonniag. Durchführbar ist das, wie selbst Unter- nehmer zugeben, und wie der Umstand beweist, daß Tarifverträge auf dieser Grundlage abgeschlossen sind. Tun die Regierungen nichts, um eine gesetzliche Arbeitszeit im Fuhrgewerbe einzuführen. so macheu sie sjch mitschuldig, wenn Leben und Gesundheit dieser Arbeiter ruiniert Ivird. Aehnlich sieht es im Binnenschiffahrtsge werbe aus. Tie Unternehmer haben gegen eine Sonntags- und Nachtruhe petitioniert. Der Reichstag ist darüber einfach zur Tagesordnung übergegangen und scheint auch zu einer gesetzlichen Regelung geneigt. Einer solchen widersetzen sich aber die Regierungen. Die Nachtruhe ist aber für die Schiffer eine Lebensfrage und sie werden nicht ruhen, bis sie sie eventuell durch den wirtschaftlichen Kampf erreicht haben. Für die R h e i n s ch i f f a h r t wird beabsichtigt, eine siebenstiindige Nachtruhe durchzuführen, allerdings ohne bestimmte Begrenzung. Auch dann wäre also noch eine L4stii»dige Beschäftigung möglich. Die Konferenz der Binnenschiffer, die in Koblenz ge- tagt hat, fordert daher eine achtstündige Nachtruhe. Daß die Forde- rungeu der Binnenschiffer durchführbar sind, die achtstündige Nacht- ruhe, jeden Monat einen Sonntag, ferner der erste Feiertag zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten sowie der Karfreirag arbeitsfrei, beweist die Tatsache, daß auf dem Rhein diese Verhältnisse durch Tarifvertrag bereits erreicht sind. In beziig auf die Sonntagsruhe gehen die Forderungen der Binnenschiffer und Flößer viel weiter als die der Negierung. Sie halten die Durchführung der völligen Sonntagsruhe ivt Binnenschiffahrtsgewerbe für durchaus möglich. Nach den Vor- schlagen der Regierung würden noch 119 Arbeitsstunden in der Woche herauskommen.(Hört! hört!• bei den Sozialdemokraten.) NuS ge- sundheitlicheu Gründen ist die Sonntagsruhe dringend geboten; sie ist für die Binnenschiffer direkt eine LebenSftage. Wir erwarten baldige Vorlegung eines Gesetzentwurfs zur Regelung der Sonnlagö- ruhe in der Binnenschiffahrt. Erfüllt die Regierung die berechtigten Wünsche der Binnenschiffer nicht, so trägt sie die Verantwortung für schwere wirtschaftliche Kämpfe im Binnen- s ch i f f a h r t s g e w e r b e. Die Binnenschiffer und Flößer sind des jahrzehntelangen Wartens müde. In dem Kampfe»m Besserung ihrer Lebenslage werden sie die Sympathie aller rechtlich denkenden Menschen auf ihrer Seite haben.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Wenoorff(Vp.): Die von uns verlangten Erhebungen über die Arten der Lodenbenutzung in Deutschland sind leider nicht aus- geführt worden. Die Kosten solcher und ähnlicher für die zukünftigen HandelSvertragsverhrnidlungen äußerst wichtigen Erhebungen dürften bei dem Milliardenetat des Reichs gar nicht in Betracht kommen. Auf dem Gebiete der Viehzählung ist die Notwendigkeit der statistischen Erhebungen ja anerkannt. Die Ergebnisse der letzten Viehzählung sollten so schnell wie möglich veröffentlicht werden. Nach dem, WaS jetzt aus Süddeulschland bekannt geworden ist, ist die Z a h l der Schweine ganz enorm zurückgegangen.(HörtI hört! links.) Es muß aber auch festgestellt werden, wieviel Schweine in den einzelnen Wirtjchaften geboren sind und wieviel Stück nur zur Maß dort sind. Die Kälber, Mastlämmer usw., die innerhalb eines Jahres zur Welt kommen und verzehrt werden, werden durch die jetzige Zählung überhaupt nicht erfaßt: daher sollten häufiger Zwtschenzählungeu. etwa am 1. Mai, vorgenommen werden. Nur so wird es möglich, die Fleischmenge festztlstellen. die aus der eigenen Landwirtschaft dem Konsum zur Verfügung gestellt wird. Geheimrat Müller: Eine Viehzählung soll inzwischen an jedem 1. Dezember stattfinden, auch noch Zwischenzählungeit vorzunehmen, würde doch Wohl zu weit gehen. Die Veröffentlichung soll so rasch wie irgend möglich erfolgen. Bor allgemeinen Schlüffen möchte ich warnen, ehe die Ergebnisse aus Preußen vorliegen. Abg. Spiegel(Soz.): In der S ch w e r e i s e n i n d u st r i e kommen noch sehr viel lieber stunden vor. Die Eisenindustriellen haben nun dagegen Sturm gelaufen, daß die Sonnlagsabeit als Ueberstundenarbeit an- gesehen wird. Die Herren der Schwerelsenindustrie haben ja sehr gute Verbindung mit der Regierung. Sie be- haupten, der preußische Handelsminister habe ihnen nach dieser Nlcktiing Entgegenkommen zugesagt. Das wäre ein gefährliches Be- ginnen. Die Arbeiter werden in der Großeisenindustrie geradezu zur Sonntagsarbeit gezwungen.(Hört! hört l) Ja, man geht mit Prügeln uno Schimpfteden gegen die Arbeiter vor, die sich weigern, am Sonntag zu arbeiten. Ein Werkfübrer erlaubte sich zu sagen: Wenn die Aroeiter Ochsen iind, sollen sie auch als Ochsen behandelt werden.(Hört! hört! bei den Sozialdemo- traten.) Vielfach wird aus den Hütten- und Walzwerken auch ohne Genehmigung der Behörde gearbeitet. Die Gewerbeinspektoren wissen oft davon gar nichts und so kommt es, daß ihre Angaben über die Sonntagsarbeit in der Großeisenindustrie nicht zw treffen. Auf der Georg-Marienhütte erschienen eines Sonntags die Arbeiter nicht, weil ihnen durch den Metallarbeiter- verband mitgeteilt war, daß die Sonntagsarbeit nicht genehmigt war. Die Folge war, daß sie nachher mit einer h a I b e n S ch i ch t b e st r a s t wurden.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten). Die Unternehmer behaupten nun, daß 83 Proz. der Ueberstunden durch Urlaub, Blaumachen und sonstiges freiwilliges Feiern wieder weit gemacht würden. Gewiß ist der Einfluß der Arbeiterbewegung auf die Schwereisenindustrie noch nicht so weitgehend wie auf die Arbeiter der Fertigindustrie. Aber das früher häufige Blaumachen hat schon wesentlich abgenommen. Vizepräsident Dr. Paasche: Ich bitte nicht zu sehr auf die einzelnen Arbeitsverhältnisse einzugchen, von Statistik habe ich schon lange kein Wort gehört. Abg. Spiegel: Ich wende mich nur gegen die Behauptung der Groß- elsenindustriellen, daß bevor eine Verbesserung der BundesratS- verordnung für die Hütten- und Walzwerke erfolgt, erst weitere statistische Erfahrungen notwendig seien. Die Argumente der Großindustriellen dafür treffen keineswegs zu. Ich möchte die Regierung und das Statistische Amt ersuchen, wenn sie glauben, ohne Enquete über die Sonntagsarbeit nicht auskommen zu können, den Beirat für Arbeiter statt st ik und die gewerk schaftlichenOrganisationen hinzuzuziehen. Die Unternehmer werden sich ja dagegen wenden, sie haben sich ja da- gegen verwahrt, ihre Füße unter denselben Tisch mit Sozialdemo- kraien zu stellen. Die Herren haben ja auch gesagt, beim i n i st e r müsse man tüchtig den r o t e n L a p p e n schwenken. Die Regierung wird also einen schwierigen Stand haben, aber trotzdem muß sie die Gewerkschaften, die stets dazu bereit sind, zur Mitarbeit heranziehen.(Beifall bei den Sozial- demokraten.) Abg. Feldmaim(Soz.): Die Steinarbeiter haben in einer Petition verlangt, daß die Tuberkulose als Berufskrankheit der Stein- a r b e i t e r anerkannt wird. Ministerialdirektor Caspar hat bei einer Gelegenheit bestritten, daß die Tuberkulose unter den Heim- arbeitern häufiger sei als unter anderen Arbeitern. Statistische Auf- nahmen würden das Gegenteil beweisen. Die Verhältnisse liegen in Deutschland viel ungünstiger als in Oesterreich. Durch die Bundesratsverordmmg ist wenigstens etwas für die deutschen Stein- arbeiter geschehen, aber die Verstöße gegen diese Verordnung sind sehr häufig. Das DttrÄschnitrsalter, in dem die Steinarbeiter sterben, ist 4 0 Jahre.(Hört! hört! bei den Soz.) Durch die Ein- atmung des feinen Steinslaubes wird die Lage des Steinarbeiters schwer geschädigt. Bezeichnend ist, daß Steinarbeiter in keine Luitgen Heilstätte aufgenommen werden, wenn sie nicht erst ein Jahr in einem anderen Berufe gearbeitet haben. Die Lerord- nung zum Schutze der Steinarbeiter steht vielfach nur aus dem Papier, den Gewerbeinspektorcu fehlt eS an den nötigen Befugnissen, um ihre Durchführung zu erzwingen. Beim Völkerschlachtdenkmal in Leipzig— Präsident Kaempf: Ich bitte Sie, sich nicht zu weit vom Statisti- scheu Amt zu entfernen. Abg. Feldmann: Eine Statistik würde ergeben(Heiterkeit), daß beim Völlerschlacht- denkmal die Hälfte der dort täligen Steinmetzen im Freien wohnen. So ist das Völkerschlachtdenkmal zugleich ein Denkmal der Skrupel! osigkeit deutscher Un- t ernehm er.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Gewerbeinspeltor für Württemberg stellt fest, daß die Ver- ordnung nur dort durchgeführt Ivird, wo die Gewerkschaft der Steinarbeiter Einfluß hat. Das beweist wieder, welch große kulturelle Bedeututig dieselben Gewerkschaften haben, die von der Regierung bekämpft werde». Die Steinndustrie hat sogar eine höhere Unfallziffer als das Baugewerbe.(HörtI hörtl bei'den Sozialdemokraten.) Sehr kraß sind auch die Mißstände in dem neueren Kunststeinbau. Bon den Schieferbrechern fallen über die Hälfte der Lungentuberkulose anheim. Täglich 12 Stunden müffen sich diese Arbeiter in stauberfüllten Räumen auf- halten. In Sand st ein betrieben werden sogar Kinder beschäftigt. Ein Stein bruchsbesitzer beschäftigte Kinder untervierzeh n Jahren zehn St u n den lang und als er angezeigt wurde, wurde er mit 3 M. bestraft. Präs. Kaempf: Ich bitte wiederholt, beim Statistischen Amt zu bleiben. Abg. Arendt(Rp.): Da ist er ja noch gar nicht gewesen!— (Heiterkeit.) Abg. Feldmann: Statistische Erhebungen würden feststellen, in welch elender Lage sich die Arbeiter befinden und daß Abhilfe dringend notwendig ist. (Bravo I bei den Sozialdemokratcii.) � Das Kapitel wird bewilligt. Es folgt das Kapitel Reichsgesundheitsamt. Abg. Käppler(Soz.); Im M ii l l e r g e w e r b e ist eine Verkürzung der Arbeitszeit dtingcnd geboten. Infolge der großen Slaubcntwickelung leiden die Arbeiter dieses Gewerbes bielfach an Lungenschwindsucht und Lungeneittzündung. Die gesundheiisschädigende Wirkung der langen Arbeitszeit wird noch verstärlt durch die im Müllergewerbe übliche Sonntagsarbeit. Die statistische Kommission hat sich auch dahin ausgesprochen, daß eine feste Regelung der Arbeitszeit nötig>ei. Mit vollem Recht wird von den Arbeitern auch die Beseitigung der Sonntagsarbeit verlangt- Dr. W ö r r i S h o f e r ist als Referent der statistischen Kommission zu dem Schluß gekommen, daß die Regelung der Ruhezeit nach einem gewissen Zeitraum einer Llevision unterzogen werden müsse. Das gab den Mühlenarbeitern Hoffnung auf eine Besserung der Verhältnisse. Die Bundesrats- Verordnung von 1896 bereitete den Arbeitern aber eine herbe Enttäuschung. Durch diese Verordnung wurde nur der löstiindige Norinalarbeitstag garantiert.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten) und auch sonst blieb die Verordnung wert hinter den Vorschlägen des Dr. Wärris- hofer zurück. Die ungelernten Arbeiter sind sogar von diesen geringen „Segnungen" der BuitdesratSverorditung ausgeschlossen. Wir »tüsien also leider feststellen, daß der Schutz der Mühlcnarbeitcr durch die Buiidesratsverordnimg durchaus unzureichend ist. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Jetzt erwarten die Mühlen- arbeiter. daß nach dem Versprechen des Dr. Wörrishofer recht bald eine zeitgemäße Reviston der Bundesratsverordnung eintritt,(sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Zum mindesten müßte der Zwölf stundentag im Mühlengewerbe gesetzlich festgelegt und die volle Sonntagsruhe durchgeführt werden. In der Schweiz ist die Sonntagsruhe in allen Mühlen eingesührt, nur in Not- fällen ist die SonntagSarbeit dort gestattet. ES sollte nun auch bei uns endlich mal Schluß gemacht werden mit dem Raubbau, der durch die lange Arbeitszeit an der Gesund- heit der Mühlenarbeiter getrieben wird. Zum mindesten muß ein Ersatzruhetag in der Woche gewährt werden.(Bravo l bei den Sozialdemokraten.) Aba. Astor(Z.): Es geschieht sehr viel in Deutschland für den Gesundheitsschutz der Arbeiter. Besonders erfreulich ist, daß auch auf dem Gebiete der Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit Fort- schritte zu verzeichnen sind. Gänzlich fehlt es leider noch an einer' gründlichen Reform des Hebammen wesens. Seit zwanzig Jahren sind Bestrebungen in dieser Richtung im Gange, vie von hervorragenden Herzten unterstützt werden. Die Fürsorge des Staates für Mutter und Kind ist noch äußerst gering. Noch 4000 Frauen sterben in Deutschland jährlich am er sten Tage nach d e r G e b u r t und ebenso viele später an den Folgen der Geburt. Ueber 500 000 Frauen könnte» durch sorgfältigere Pflege im Kindbett der Nation erhalten werden. Die Ausbildung der Hebammen ist dringend verbesserungsbedürftig. Bis zum Schluß des ersten Jahres müßten die Hebammen erfahrene Ratgeber der jungen Mütter sein können. Die Regierung sollte auf diesem Gebiete endlich etwas Durchgreifendes schaffen.(Bravo I im Zentrum. Zuruf bei den Sozialdemokraten: ReichSversicherungsordnung I) Die Weiterberatung wird vertagt auf Dienstag 1 Uhr.(Vorher: Kurze Anftagen.) Schluß 4-/« Uhr._ Hbcfcordmtcnbaiiö. 119. Sitzung. Sonnabend, den 26. Januar 1913, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Frhr. v. Schorlemer. Der Landwirtschaftsetat. Bei den einmaligen Ausgaben kommt Mg. Leinert(Soz.) darauf zu sprechen, daß in der Budgetkommission unter Hinweis auf das Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnung und der Angestellten- Versicherung die Errichtung von Rechtsauskunftsstellen auf dem Lande verlangt worden ist. Die Notwendigkeit dieser RechtsauSlunstSstellen ergibt sich für unS auch daraus, daß der Landarbeiterverband im letzten Jahre über 10900 Mark für Rechts- schütz ausgegeben hat. Diese Tätigkeit darf nicht diesem Verbände allein überlassen bleiben und deshalb verlangen wir, wenn der Minister überhaupt in den Etat Mittel für Rechtsauskunftsstellen einstellen würde, unbedingt, daß auch der Landarbeiterverband für seine segensreiche Tätigkeit auf dem Gebiet der Rechts- ausknnftserteilung U n t e r st ü tz u n g erhalte. Nicht nur die von den Unternehmern, Landwirtschaftskammern u. dgl. mehr errichteten Auskunftsstellen verdienen staatliche Unterstützung, sondern alle Organisationen, die solche AuSkunftsstellen errichten. Ich will jeden- falls unseren Anspruch auf Berücksichtigung der Landarbeiter- Organisationen bei Unterstützung derartiger Einrichtungen hier an» gemeldet haben.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. König(Z.) tritt dafür ein, daß die Rechtsauskunftsstellen auf dein Lande in Verbindung mit den Landwirtschaftskammern ein- gerichtet werden. Abg. v. Boehn(f.) polemisiert gegen die statistischen Beiträge zur Frage der Lebensmittelverteuerung in den deutschen Groß- städten, die der Direktor des Berliner Statistischen Amtes Dr. Silbergleit an den Vorstand des Deutschen Städtetages ge- richtet hat. i Für den Anlaus der Insel Riems im Kreise Grimmen werden 60 000 M. angefordert. Abg. Dr. Schepp(Vp.) bemängelt, daß das Fleisch von Tieren, die j auf der Insel RiemS wegen der Maul- und Klauenseuche geimpft werden, an einen Viehhändler für 35 bis 40 Pf. das Pflind ver- kauft werde, der es an die GreifSwaldcr Fleischer für 70 bis 75 Pf. weiter verkaufe. Das Publikum in Greifswald inüsse an die Fleischer gar 1 M. für daS Pfund zahlen. DaS Fleisch sei doch aber offenbar minderwertig. Landwirtschaftsminister v. Schorlemer: Die tierärzlichen Autori- täten sind sich darüber einig, daß das Fleisch solcher geimpften Tiere durchaus nicht minderwertig ist. Abg. Dr. Schepp(Bp.): Fleisch, das für 36 bis 40 Pf. ab- gegeben wird, gehört auf die Freibank und nicht in die Läden der Fleischermetster. Gebeimrat Ncvermann: Das Fleisch ist in der Tat nicht minderwertig. Es mutz aber billiger vertaust werden, weil eö von den Händlern trotzdem nicht so gern gekauft wird, wie daS Fleisch ungeimpfter Tiere. Apg. Geisler(Z.) führt Klage über Härten des neuen Stellen- vermiittergesetzeS für landwirtschaftliche Betriebe. Abg. Dr. Flcsch(Vp.) spricht über die Grundsätze, nach denen die Arbeitsvermittlung auf dem Lande durchgesührt werden inüsse. Vor allem müsse sie streng unparteiisch erfolgen, und das könne nur in voller Oeffenlltchkett geichehen. Die im Etat angeforderlen 45 000 M. zur Unterstützung der nicht gewerbsmäßigen landmirt- schaftlichen Arbeitsvermittlung dürften nur für die inländis-den Arbeiter und nicht für den Import von Rüsten und Polen verwendet werden.(Zustimmung links.) «bg. lliichtarsky(Z.): Die Sozialdemokraten Hetzen syste- m a t i s ch die landlichen Dienstboten gegen die Arbeitgeber auf. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Für sie ist eS ausgemachte Sache, daß die Dienstbotennol aus dem Lande nur ans die schlechte Behandlung zurückzuführen ist. Dabei ist der Bauer froh, wenn er überhaupt Dienstboten bekommt, und deshalb behandelt er die Leute natürlich gut. Auch der Fall 2 t e r n i ck e l zeigt letzten Endes nur den bedrohlichen Umfang der bestehenden Arbeue rnot nuf dem Lande. Die krastslrotzenden Gestalten der landlichen Dienstboten sind der beste Beweis, daß all die Vehouptungen der Soztalde.no- traten über eine schlechte Ernährung und über fortgesetzte Mißhandlung unrichtig find.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Leinert(Soz.): WaS wir über die schlechten Zustände auf dem Lande bor- getragen haben, ist uicht widerlegt worde». Die fortge etzteu Behauptungen unsere Angaben seien mcht richtig, sind leine Wider- legungen unserer altenmäßigen Darstellungeit.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. R'chtarsky hm uns vorgeworfen. daß wir zu Unrecht verallgemeinern. Um das Gegenteil umcrer Schilderungen z» beweisen, hat«r uns nun erzahlt, wie daS Gesinde in seiner Gegend die RtttergutSbesitzer a b,. ch t l i ch ärgere und sogar vor Brandstiftungen nicht zurückschrecke, nur um den Arbeitaebern Schaden zuzutugcn Wenn das wirklich vor- aekommen ist, dann mutz man auch den Ursachen dieser Er- icheinung nachgehen und die Ursachen siegen bei der K n e ch t s ch a s t der Arbeiter.(Sehr richtig. bei den Sozialdeiitokraten.) Wcim die Landarbeiter erst einmal dieselben Rechte haben, wie die In- dustriearbeiter, dann wird sich auch unter den Landarbeitern eine orökcre lJittelligenz zeigen und die Organisation würde den Ar» heitern ein höheres VeranUvortlichkeitsgefühl und SittlichleiiSgesühl beibringen. Geben Sie darum den Arbeitern ein freie« Koasitions- recht. Die kraststcotzenden Gestalten unter den Landarbeitern gibt eS wohl nur in der Phantasie des Vorredners. Tatsächlich ist nach- aewiesen, daß die Nekrutengestelluita auf dem Lande mehr und mehr zurückgeht.(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.) Was beweisen die Behauptungen des Abg. Richmrsly oder emeS einzelnen Arztes gegen die von mir zitierten genauen wtsienschaft- lichen Untersuchungen? In dem Bericht der Medizmalverwaltung wird ausdrücklich auf die schlechten WohnungSver» hältnisse auf dem Lande hingewiesen, die die Seuchengefahr zu einer permanenten machen und diese Gefahr immer noch steigern. Interesse der Religion, deS Vaterlandes und dcS Wohlergehens hat der Vorredner hier eine ausgesuchte und mit Zitaten auS den Debatten der letzten fünf Jahre gespickte Hetzrede gegen die Sozialdemokratie gehalten.(Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Ueber die ländliche Arbeitsver Mittelung ist in den landwirtschaftlichen Unternehmerorganisationen, insbesondere im Landesökouomiekollegium wiederholt gesprochen worden. Erst in letzter Zeit ist da die Meinung augetaucht, das; die Landwirtschafts- kammern auch die Aufgabe hätten, sich mit Landarbeiterfragen im allgemeinen zu beschäftigen. Früher war davon keine Rede.' Jetzt wünscht man, daß die Landwirtschaftskammern bei der Arbeits- vermittelung auch die Arbeitsverträge nachzuprüfen hätten, wie der Lohn ist, ob und wann Zeit- und Akkordlohn zu zahlen sei, wie die Verteilung des Lohns zwischen dem Familienoberhaupt und den fremden Hofgängern zu erfolgen habe, ob Gewinnanteile für die Arbeiter vorgesehen sind, ob die Arbeitszeit geregelt wird, wie es mit den Uebersluiiden und der Frauenarbeit gehandhabt werden soll, andererseits aber mützten die Arbeilsvermiltelungsstellen auch die Mittel ersinnen, wie die Arbeiter zur Erfüllung der ein- gegangenen Verpflichtungen anzuhalten seien und sie sollten dahin wirken, day unbillige oder fehlerhafte Mahnahmen einzelner Arbeit- geber nicht zum dauernden Quell des Abströmens der Arbeitskräfte vom Lande werden. Hier gibt also selbst das Landesökonomie- kollegium zu, dah die Behandlung der Landarbeiter eine Quelle der Landflucht geworden ist!(Hört! hört! bei den Sozialdemo- kraten.) Der Zentrumsredner aber streitet mit aller Kraft gegen diese Tatsache! Freilich wurde dann weiter verlangt, daß die Arbeitsnachweise in gleicher Weise auch unbilligen Forderungen der Arbeiter entgegentreten mühten.(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) In der Tat sollen die Arbeitsnachweise der Landwirtschaflskammern nichts anderes fein, als die Arbeitsnachweise der Grohindustrie, namentlich der Bergwerksunternehmer: MiißrcgelungsburcauS, die nicht für, sondern gegen die Interessen der Arbeiter errichtet worden sind. Der Handelsminister unterstützt diese ein- seitigen Unternehmernachweise nicht, wenn er auch nicht gegen sie einschreitet, aber das L a 11 d w i r t s ch a f t s in i>, i st e r i u in unterstützt diese einseitigen Unter n eh n, er nach- weise mit dem Oelde der Steuerzahler! Dagegen protestieren wir. Ich könnte viele Beispiele davon geben, wie die von der LandwirtschastSkammer ausgearbeiteten Arbeitsverträge aussehen. Lesen Sie nur die Broschüre„Lohnformen und Arbeitsverträge in der Landwirtschaft" von Georg Schmidt, herausgegeben vom Deutschen Landarbeiterverband. Ich zitiere nur einen Vertrag der LandwirtschastSkammer der Provinz Sachsen. Er ist mittelalterlichen Inhalts, wenn er auch aus dem Jahre 1910 stammt. Da wird der Arbeiter nicht nur dem zeitigen Guts- bcsitzer, sondern allen seinen Rechtsnachfolgern im Besitze des Gutes und sogar allen anderen, vom Arbeits- Nachweis zu be st im Menden Arbeitgebern verpflichtet. Die Arbeitszeit wird von 5 Uhr morgens bis 7 Uhr abends festgesetzt. Die Arbeitsverpflichtung für die Ehefrau soll nicht voll ausgenutzt werden, jedoch ist die Ehefrau mindestens verpflichtet, während der Getreideernte, der Rübenarbeit, der Rüben- und Heuernte täglich mitzuarbeiten. Der Lohn beträgt pro Tag im Sommer und Winter 1,S0, sür Frauen, Mädchen über 1ö Jahre und Jungen über 14 Jahre eine Mark. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Arbeiter hat gar nicht mitzureden bei der Bestimmung, ob im Tagelohn oder im Akkordlohn gearbeitet werden soll. Einer Arbeiterfamilie wird als Wohnung eine Stube.und eine Kammer samt Küche und einem Gelah sür Kaitoffeln, Heu usw. und Stall überlassen. Eine Stube und eine Kammer halten die Landwirt- schaflskammern also für durchaus ausreichend im Interesse der Sittlichkeit und Moral! Weiter heiht es: Hält der Arbeiter aus eigener Schuld nicht über die Vertragsdauer im Arbeitsverhälmis aus oder erfolgt seine Entlassung vor Aberntung deS ihm über- wieseneS Landes, so verfällt die Nutzung dieses Landes dem G ut S- b e s i tz e r. Er erhält in diesem Fall lediglich den ausgesäten Samen entschädigt, aber nicht die von ihm und seiner Familie aus- gewendete Arbeitskrast. Erfolgt die Lösung des Arbeitsverhältnisses nach der Aberntung, so hat der Arbeiter baren Ersatz für die Ernte zu leisten. Er mutz also noch zuzahlen, wenn er es auf dem Gut nicht aushält! Dieser Vertrag lautet auf zwei Jahre und unter den bekannten Bestimmungen über die Möglichkeilen der Entlassung ist auch die wegen„Aufwiegelei"! Völlig unzulässig ist aber die Vertragsbestimmung, datz dem Arbeitgeber wegen aller Ansprüche das Recht der Einbehaltung der Sachen des Arbeitnehmers zusteht.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten,) Das bedeutet die vollständige Auslieferung der Arbeiterfamilie an den Arbeitgeber, ihre vollständige Leibeigenschaft und Knechtung und wenn das Herrn NichtarSky noch nicht von der Hinfälligkeit feiner Behauptungen überzeugt, daß müßte man allerdings sagen: er will sich nicht überzeugen lassen.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Die Landwirtschaft selbst steht ja der Arbcitsvermittclung durch die Landwirtschaftskammern sehr skeptisch gegenüber, denn durch diese Betmitteluiig wurden in Brandenburg nur 3299, Provinz Sachsen 5299, Schleswig«999 Arbeiter vermittelt. In den übrigen Kammern betrug die Vermittelung nur wenige hundert und die Bemühungen der Militärbehörden, Soldaten aufs Land zu vermitteln, haben damit geendet, daß ganze vier Mann vermittelt wurden, davon einer nach Schlesien, der zwar Handgeld genommen hat. aber das Gut nicht aufgesucht bat.(Hört! hört! und Heiterkeit links.) 1912 wurde im Landes- ökonomiekollcgium festgestellt, daß alle Landwirtschaftskammern an die Fcldorbeiierzentrale, jetzt Arbeiterzcntrale genannt, angeschlossen sind. Diese Zentrale hat 1919,11 799 999 Arbeiter, fast die Hälfte für die Industrie, vermittelt, und sie ist, worüber wir noch beim Ministerium des Innern sprechen werden, eine einseitig bureaukratisch-polizelliche u s s ichtsin stanz für die ausländischen Arbeiter.(Zustimmung bei den Sozial- demokraten und Polen.). Nur in Mitteldeutschland,»n Hessen, haben sich die Landwirtschaftskamment den öffentlichen Arbeitsnachweisen an- geschlossen und damit gute Erfahrungen gemacht. Sonst aber kommt überall der Scharsmacherstand der Großindustne zum Ausdruck. Namens der schleswigschen Landwirtschofrskammer hat ein H. G r o t h e die Beteiligung an den paritätischen Arbeilönachweisen grundsätzlich ab- gelehnt.(Hört! hört! links.) Da müssen wir denn doch einen Ver- wcndungsnacbweis für die 4b 999 M. verlangen. Das Geld der Steuer- zahler darf nicdt ledigllich für Scharimacheraibeitsnachweise verwendet werden. Diese Arbeitsnachweise sollen einKampfmittel MrNieder- Haltung der Arbeiter im Interesse der Großgrundbesitzer sein Dafür darf der Staat unter kemen Umständen Geld hergeben. sonder» nur im Interesse der Entwickclung auch der landwirtschafl. liche» Arbeitsvermiitelung zur Kultur. Wenn die Verwaltung upier Verlangen nicht beachtet Heule ihre Grundsätze darzulegen. dann werden ivir in jedem Jahr fragen, wie sie diesen Fonds ver- wendet hat und wir behalleu uns vor immer kräftige Kritik an dieser Verausgabung öffentlicher Mittel zu üben.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokroren.s Ein Rcgicruiigökommissar erklärt, daß die ausländischen Arbeiter als notwendig es U e b e l betrachtet werden und deshalb rhr Zuzug in geordneter Wc„e erfolgen niüsie. Die 45 999 M. sind nur für die Vernnttelung inlandrscher Aibeiier bestimmt. Leider gelingt es uns nicht. Arbeiter aus den westlichen Nawbarländen, berbe,- zuzieben, die aus höherer Kulturstufe stehen, als die in den östlichen. Die ArbeitSnachwene der �andwlrtfchastHtammern sind durchaus ge- meinnützig. paritätische stiid nicht möglich, weil die notwendigen Ar- beiterorganisationen fehlen. Abg. Hoffmaim(Soz.): ES ist doch merkwürdig: einmal sagen Sie, wir seien an der Landflucht schuld, und dann crllaren Sie wieder, wir kämen Gott sei Dank nicht auf das Land und hätten keine Fühlung mit den Landarbeitern. Wie reimt sich das zusammen? Ihre Angst ist doch groß, daß die Landarbeiter unseren Ideen sich airschließen und daher sowohl die ganze Sozialreform, als auch die Gesindeorbnung und die Rechtlosigkeit im richtigen Lichte sehen und bekämpfen könnten. Graf v. d. Gröben wollte nicht rütteln lassen an dem sittlichen Vertragsverhältnis ans dem Lande. Gerade aus diesem„sittlichen" Verhältnis ergibt sich aber die Landflucht. Sie haben Angst vor der Erkenntnis des ländlichen Gesindes und des Bauern, daß diese die Achtung ihrer Menschenwürde verlangen könnten, deshalb bieten Sie alles aus, um Ihre Herrschaft ausrecht zu erhalten. Graf S p e e sagte, Mißhandlungen werde eS überall geben, auch im ZukunftSstaat. Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf über unseren Zukunftsstaat! ob es da noch Leute geben wird, die die Neigung haben, zu mißhandeln, können Ivir nicht feststellen, aber jedenfalls wird es keine mehr geben, die sich Mißhandlungen gefallen lassen.(Zuruf v. Pappenheim: H i I d e b r a n d I) Den geben wir Ihnen gern und verzichten ans die Umzugskosten.(Heiterkeit.) So wenig wie Sie. können wir in unserer Partei Mitglieder brauchen, die unsere Prinzipien nickst anerkennen. Ueberhaupt spreche ich doch von körperlichen Mißhand- lnngen, ist denn Hildebrand verhauen worden?(Heiterkeit.) Sie aber drohen uns mit dem Dreschflegel, wenn wir aufs Land kommen sollten. Na. auch das wird uns nicht ab- halten! Bewunderungswürdig ist die Lammsgeduld des länd- lichen Gesindes, die jedem~ brutalen Patron gegenüber recht- los sind. Ich werde Ihnen dafür zwei Fälle aus Ihrem geliebten Ostpreußen vortragen.(Der Redner nennt genau alle Namen lind Daten.) Ein Jnstmann bei einem Herrn v. I u n g s ch u l z kündigte am 1. April und zog am 1. Oktober mit dem Ziehschein ab. Ansangs November wurde er vom Aintsvorsteher aufgefordert, inner- halb dreier Tage in seinen alten Dien st ort zurückzu- kehren, bei Androhung von 69 M. Geldstrafe. Auf die Berufung des JnstmanneS bekam er eine zweite Strafandrohung von 69 M. und die erste wurde für verfallen erklärt. Ende No- vember hatte er bereits die dritte Strafandrohung von 69 M. Der Amlsvorsteher behauptete, die Kündigung wäre zurückgenommen worden. Der Jnstmann hatte nämlich dem In- spcktor erklärt, er würde bleiben, wenn seine Frau nicht zur Mit- arbeit gezwungen wäre. Das wurde abgelehnt, darauf zog er. Nun erhob er wieder Einspruch beim Landrat, der ihn aber verwarf und gerichtliche Entscheidung als unzulässig erklärte. Für eine Klage beim Verwaltungsgericht aber sei der Termin versäumt. Der Inst- mann wandte sich an den Minister, der das an den RegierungS- Präsidenten weitergab, dieser wies am 12. Februar die Beschwerde zurück und am 6., 3. und 19. März erhielt der Mann iv i e d e r Strafverfügungen von je 69 M.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Als alle Instanzen versagt hatten, wandle sich der Maiin in einein erbarmungswürdigen Schreiben an den sozialdemokratischen VertrauenSmaim in Königsberg und an den Fabrikarbeiterverband- Er klagte nun beim Kreise auSschuß, der Landrat wies die Klage als verjährt zurück, erst beim Bezirksausschuß lvurde der Jnstmann glänzend frei- gesprochen, weil der Amtsvorsteher als Beteiligter überhaupt un- ziistäiidig gewesen sei und die Entscheidungen dem b e st e h e n d c n Recht widersprechen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Nebenher spielte sich eine Tragödie ab, wie man sie nur auf dem Lande erleben kann.(Na! na! und Heiterkeit rechts.) Ihr Lachen werden die Landarbeiter auch begreifen I Während diese Sache spielte, erschien eines Tages der Amtsvorsteher hoch zu Roß bei dem Jnstmann, um die Strafen durch Pfändung herein- zubringen. Die Pfändung war fruchtlos. Darauf wurde am Tage vorm Heiligenabend der Mann verhaftet und nach dem Polizeigefängnis in Gerdauncn gebracht. Der Bürgermeister entließ ihn, loeil die Verhaftung unzulässig gewesen sei. Am andern Tage wurde der Jnstmann abermals verfaftet und in ein anderes Gefängnis eingesperrt, wo nur ein paar Hände voll Stroh, kein Waschgefä'ß und Eiseskälte war, so daß der Mann die ga>ize Nacht aus und ab lief, um nicht zu erfrieren. Draußen klangen die Glocken:„Friede aus Erden, den Menschen ein Wohl- gefallen!' Das ist Ihr C h r i st e n t u in!(Unruhe rechts.) Sieben Tage lang saß der Man» unschuldig iin Gefängnis, eine Freiheitsberaubungsanzeige an die Staatsanwaltschaft wurde zurückgewiesen.(Hört! hört I linls.) Da wundern Sie sich über die Leutenot? Da mutz man sich wundern, daß überhaupt noch jemand auf dem Lande bleibt! Der Mann hatte seinen rechtmäßigen Ziehschein und trotzdem diese Bc- Handlung I Und nun dsie zweite Tragödie: Ein 18 jähriges Mädchen verließ seinen Dienst wegen schlechter Behandlung. DaS Gericht verurteilte sie wegen der Leichtigkeit deS Falles zu einem Verweis. Damit glaubte der Vater die Sache erledigt. Der Amtsvorsteher aber erließ einen Strafbefehl nach dem andern wegen Rückkehr zum Dienst, insgesamt 162 Mark Strafen. Und das nur, weil der Vater in Unkenntnis des Gesetzes die Sache mit dem Verweis für erledigt hielt.(Lachen rechts.) Ja, Sie halten ja die Landarbeiter von Geietzeskennlnis fern, damit sie sich nicht auf das Gesetz stützen können! Schließlich wurde das Mädchen nachts nackt auS dem Bette gerissen, um verhaftet zu werden. Dort mußte das Mädchen 14 Tage wegen einer solchen Bagatelle sitzen. Die Schamröte müßte Ihnen ins Gesicht steigen bei einem solchen Fall, wenn das noch möglich wäre!(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Und solche Fälle könnten ivir hundertfach und tausendfach vorbringen, wenn die Leute wüßten, an wen sie sich zu wenden haben, um diese Fälle zur öffentlichen Kenntnis zu bringen! Wir ivüiischen die Landflucht nicht, wir wünschen, daß die Leute auf dem Lande bleiben, aber über ihre Rechte auf- geklärt und als Menschen geachtet, menschlich behandelt, in menschlichen Wohnungen und anständig bezahlt. Dann werden Sie nicht mehr über Landflucht zu klagen brauchen, dann werden die Leute lieber in der gesunden Luft des Landes bleiben, als in die giftigen Fabriken, in die tot- und verderben- Ipeienden Bergwerke zu gehen, weil sie die Tortur auf dem Lande nicht ertragen können. Sie können die Landflucht verhindern, aber Sie wollen ja kRne Menschlichkeit auf dem Lande, Sie wollen die Leute nicht denken lassen. Deshalb aber werden die Landarbeiter trotz alledem nach und nach in die Organisation und zur Sozialdemokratie gehen, weil sie immer mehr einsehen müssen, daß die einzige Hilfe für sie die Sozialdemokratie ist. daß die Sozialdeniokratcn die einzigen sind, die eS ernst meinen mit den Landarbeitern.(Lachen rechts.) Daß Sie nach der Vorführung solcker Fälle noch immer imstande sind, zu lachen, Herr v. P a p p e ir h e i m, müßte an den Schon dpsahl der Ge- schichte geschrieben werden l(Beifall bei den Sozialdemolratcn. Lärm rechts.) Vizepräsident Dr. Krause: Dafür rufe ich Sie zur Ordnung! (Beifall rechts.) Abg. Kreth(k.): Nicht über diese Vorfälle, die betrüblich sind, wenn sie ivahr sind, haben wir gelacht, sondern über etwas anderes, das ich wohl nicht zu nennen brauche.(Heiterkeit und Zustimmung rechts.) Es widerspricht dem Wesen eines konser- vative ii Mannes, daß ein Stärkerer seine Ueber» macht gegenüber einem Schwachen ausnutzt.(Zu- stlmmung rechts— Lachen bei den Sozialdemokraten.) Sie sagen doch, daß die Agrarier klug sind, da sollte» sie so dumm sei», ihre �euie selbst vom Lande lvegzubetzen?(Sehr richtig! rechts) Die Sozialdemokraten mögen vor ihrer eigenen Tür kehren. Ich erinnere an die S k l a v e r e i in den Konsumvereinen. Wer zer- schlagt den Arbeitswilligen die Knochen? Und zu welcher Partei gehören die Messerstecher?(Beifall rechts.) Abg. Hoffmaim(Soz.): Wer hat den H in tze-Gardisten die Revolver gegeben, mit denen sie irrtümlich die eigenen Streikbrecher erschossen haben?„ �. WaS haben KonsumveremSangcstellte mit läiidlichein Gesinde zu tun? Vielleicht geht eS in der wirtschaftlichen Abteilung deS Bundes der Landwirte so zu. wie Herr Kreth es hier geschildert hat. Sie treten vor einen Spiegel, sehen sich und sagen dann: Gott, ist das ein roher Mensch.(Heiterkeit links.— Unruhe rechts.) Wenn Sie wirklich mit uns solche Fälle bedauern, dann schaffen Sie die Gesindeorbnung und die Unfreiheit der Landarbeiter ab, sonst sind Sie mitverantwortlich für diese Zustände.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Gcschcr(k.>: Die von Herrn Hoffmann in unfreiwillig komischer Art vorgetragenen Einzelfälle können wir unmöglich nachprüfe n.— Der Redner begrüßt die Aufwendung von 59999 M. sür Oedländerkultivierung in Westfalen. Nach weiterer unwesentlicher Debatte wird der Landwirt» schaftsetaj: erledigt und darauf der Gestütsetat begonnen. Nächste Sitzung: Mittwoch 11 Uhr. Fortsetzung und Do- m ä n e n e t a t. Schluß 5 Uhr. Soziales. Ausstellung eines Zeugnisse?. Gegen die Inhaberin einer Privatfrauenklinik, Fräulein Grawert, klagte Fräulein M. vor der Kammer 6 des Gewerbe- gerichts auf Ausstellung eines Zeugnisses. Die Klägerin war sechs Monate als Wirtschafterin bei der Beklagten in Stellung. Bei ihrem Weggange hat ihr Fräulein Grawert ein Zeugnis aus- gestellt, das nach Anficht der Klägerin unrichtige Angaben ent- hielt und ihr in ihrem weiteren Fortkommen hinderlich sei. Sie habe stets ihre Pflicht getan und verlange ein Zeugnis, in dem zum mindesten stehe, sie wäre treu, ehrlich und slcißig gewesen. Fräulein Grawert weigerte sich hartnäckig, ei» anderes Zeugnis auszustellen. In der Verhandlung führte die Klägerin unter an- dcrcm an, die Beklagte habe angeordnet, daß die Schrippen anstatt mit Butter mit Margarine bestrichen werden sollten. Da sei eS doch kein Wunder, wenn sich dann die Patienten über das Essen beschwert hätten. Der Vorsitzende riet der Beklagten wiederholt und eindringlich, doch der Klägerin ein anderes Zeugnis auszustellen. Zum min- besten sollte sie dieser bescheinigen, daß sie treu und ehrlich war. erregtet» Tone rief Fräulein Grawert:„Nein,»ei», das tue ich nicht, auf keinen Fall. Mein Rechtsanwalt hat mir gesagt, dies brauche ich nicht zu tun. Was der Anwalt sagt, ist doch wahr. Das Gericht verurteilte schließlich die Beklagte zur Aus- stellung eines Zeugnisses, in dem bescheinigt werden müsse, daß die Klägerin treu und ehrlich war._ Verurteilung zur Herausgabe der Jnvalidrnkarte. Die Frage, ob die Herausgabe einer Jnvalidenkarte als ein Anspruch auS dem Dienstverhältnil. anzusehen und dementsprechend eine Klage beim Sondergericht(Kaufmanns- bzw. Gewerbcgcricht) anhängig zu machen ist. ist dieser Tage von der 5. Kammer des Kaufmailnsgerichts im Gegensatz zu der Anschauung der ersten Kammer mit Recht bejaht worden. Der säumige Arbeitgeber hat sofort die Jnvalidenkarte dem Gehilfen zuzustellen. Wie in der Verhandlung zur Sprache kam, hat der Kläger trotz des bereits vor längerer Zeit ergangenen Urteils seine Karte noch nicht er- halten. Er kann sich aber jetzt auf Grund des Erkenntnisses eine Ausfertigung geben und durch den Gerichtsvollzieher die Invaliden- karte eintreiben lassen._ Die Kostlimfrago der Schonspielcrinnem Während die Delegierten des Bühnenvcreins bei den Be- ratungen über den Entwurf zuin Reichstheatergcsctz den Forde- rungen der Schauspieler gegenüber ein erfreuliches Entgegen- kommen zeigten, laufen die Mitglieder des Bühnenvercins in der Provinz Sturm gegen Bestimmungen dieses Entwurf deren Berechtigung in der Konferenz von niemand abgestritten n-orden war. Vor allem haben cS die Forderungen des Frauenkomitecs einigen Thcaterdircktoron angetan, und wenn die Schauspielerinnen für- die Zukunft die Lieferung allcr Kostüme soivie der dazu gehörigen Perücken und des Schuhwerks als eine Sclbstverständtichkeit be- trachten, da diese Dinge gewissermaßen das Handwerkszeug des Künstlers bilden, das. wie in allen anderen Berufen, auch im Thcatcrbctricb vom Unternehmer gestellt werden müßte, so sühlt der Thcatcrdirektor dadurch schon seinen Ruin herbeigeführt, und sieht sich im Geiste bereits den Konkurs anmelden. So schreibt ein kleiner Thcaterunternehmer ans der Provinz an eine Berliner Zeiknng, daß die Erfüllung der Forderungen, ivie sie von feiten der Schauspieler aufgestellt werden, vor allem sür die Leiter von Sommerbühnen unmöglich wäre, die etwa zwei bis drei Monate spielen. An diesen Bühnen besteht nach seiner Angabe das Ehor- personal aus 16 Damen, das Solopersonal aus mindestens 4 Damen. Und da, vor allem bei den Operetten, von denen die Sommerbühnen in der Hauptsache zehren, das Kostüm in jedem Akt gewechselt werde, so hätte der Direktor bei einer dreiaktigen Operette etwa 59 bis 69 Kostüme zu� stellen. Da außerdem ober das Rcpertoir an solchen Bühnen'ein sehr abwechselndes sein müsse, so könnte der Unternehmer künftighin mit den Anschasfungs- kosten für 599— 690 Kostüme rechnen. Ein Winterdireltor sei wenigstens in der Lage, den angeschafften Fundus eine geraume Zeit auszunutzen, der Sommerdircktor könne das unter keinen Umständen, und die Folge würde sein, daß eine Reihe von Bühnen schließen müßten. Diese Darstellung ist bezeichnend für die Art, wie jetzt schon gegen Errungenschaften Stimmung gemacht wird, deren Umfang und Grenze noch längst nicht durch Gesetz bestimmt worden sind. Die Auslassungen jenes kleinen Theaterdircktors aus der Provinz bezüglich der drohenden Lieferung aller Kostüme für die weib- lichen Bühnenmitglicdcr treffen zudem so wenig die allgemein gültigen Verhältnisse, daß sie nicht unwidersprochen bleiben dürfen. So spricht er von 16 Chordamen, mit denen ein kleines Unter- nehmen zu rechnen habe, während unseres Wissens diese Zahl bei kleinen Verhältnissen nicht zur Hälfte vorkommt. Der Direktor sieht seinen Ruin vor Augen, wenn die Damen ihre Kostüme in Zukunft geliefert bekommen; die Schauspielerinnen aber können sich getrost für ihre sechzig und fünfundsiebzig Mark Gage pro Monat(wenn sie überhaupt so hoch kommen) die ihnen vom Rc- gisscur vorgeschriebenen drei Kostüme für den Abend selbst an- schassen. Die werden dadurch nicht zum„Konkurs" getrieben. Nun ist es ja ein Unding, die Behauptung aufzusiellcn, daß diese Kostüme immer neu und von besonderer Art sein müssen. Im allgemeinen kann man annehmen, daß sich mit nicht allzuviel Geschick aus einer Garnitur Bäuerinnen-Kostüme durch Beifügung anderer Hauben, Schürzen. Mieder usw. eine ganze Anzahl neuer Nationaltrachten herstellen lassen. Daß die von den Direktoren gelieferten„Fetzen" auch von allen Damen getragen itoerden, vorausgesetzt, daß sie hygienisch sauber gehalten werden, dafür wird das immer mehr erstarkende Solidaritätsgefühl der Bühnen- angehörigen Sorge tragen und Bürgschaft leisten. Die Mehrzahl der Frauen am Theater hat heute die ernste Absicht, dem unge- snnden Luxus zu steuern und zugleich eine Unterordnung unter die Rcgiebestimmuiigcn für das einheitliche Bühnenbild cinzu- treten. Das unliebsame und auffällige Hervortreten einzelner— von anderer Seite— gut dotierter Mitglieder soll verhindert wer-' den. Das Publikum ivird dann wissen, daß alle Kostüme von den Bühnenleitern geliefert sind. Damit fällt die Verantwortung für die gelieferten„Fetzen" lediglich auf das Haupt der Unternehmer. Das Arbeitsgerät hat der Unternehmer vorzuleisten— dieser selbstverständliche Grundsatz soll endlich auch auf Theater An- Wendung finden._ Sozialdemokratischcr Zentralwahlvcreiu sür de» Reichstags- Wahlkreis Strnoivaldc-Friedebcrg. Ortsgruppe Berlin. Soimlag. den 2G. Januar, nachmittags 3 Uhr, im Lokale von Paul Thimni, Tilsiter Straße 71): ültitglicdcrversainmliing. �. Allgemeine Familieufterliekajse. Heute Zabl- mW Llusnahmetag von 3—6 Uhr im Restaurant Ackcrstt. 122 und sebatztanstt. 36. V A. Wertheim 11 Leipziger Str. JSI-I? Konig-Str. am Bahnhof AJexander-PIatr Rosenthaier Strasse Cr« m« LL» Oranien-Strasse Montag und Dienstag, sotoeit Vorhanden: Lebensmittel-Verkauf Hülsenfrüchte Victoria-Erbsen____ Pfund IS 15. Kleine Erbsen..... Pfand 15 pr. Glasierte Erbsen geib.ptoad 22 pc. Glasierte Erbsen ÄÄ 20 rt. Grüne Erbsen..... vi�i 18 pr. Grüne glasierte Erbsen Pfd. 28 n. Französ. Erbsen f/r/Ä 32 pr. Linsen..Pfund 16, 21, 26 pr. Kleine weisse Bohnen pn 18 pr. Mittelbohnen..... p/aad 22 pf. Salat-Bohnen...... Pfand 34 pf. Java-Reis. Pfand 24, 30, 36 pf, Rangoon-Reis.. pfuad 18, 20 pt Bruch-Reis.... Pfund 15, 16 pf. Stangcnspargel ä�v.d.I-SS Stangenspargel �astÄ 98 pf- Stangenspargel I 1.75 Stangenspargel I34-�84� 93 pr. Stangenspargel III 1.25 Stangenspargel lll�&es pr. Spargelköpfe gran.. 0°-° 1.10 Spargelköpfe grün.>/. v°-o 60 pf. Riesen-Bruchspargel 0°.« 1.55 Riesen-BruchsparMl'/.Da,. 83 pr. Bruchspargel.....>/. 0°--. 1.00 Bruchspargel v°-- 55 pr. Ronserven Abschnittspargcl � 60,£ 35 pf. Junge Schoten fein.>/< Dose 85 Pf. Junge Schoten fein. v, Dose 48 Pf. Junge Schoten I.. Dose 70 Pf. Junge Schoten I.. v. Dose 40 Pf. Junge Schoten II..>/. Dose 50 pf. Junge Schoten II.,>/. Dose 30 pr. Junge Schoten III>/. dos. 45 pf. Karotten in Streifen.. V« Dose 27 Pf. Brechbohnen la... Do.» 45 pr. Gemischt. Gemüse 1.30 Gemischt. Gemüse v. do� 70 rr. Gemischt. Gemüse II v.Dose 65 pr. Gemischt. Gemüse II v.doss 38 pr. Grünkohl fein gewiegt, Vi Dose 30 Pf. Wirsingkohl..... y. Dose 30 Pf. Spinat gegrünt..... Vi Dose 38 Pf. Rosenkohl....... Vi Dose 65 Pf. Teltower Rübchen v, Dose 65 Pf. Sellerie in Scheiben.. Vi Dose 50 Pf. Rote Rüben...... v. Dose 35 Pf. Rote Rüben...... Dose 1.35 Tomatenpürcc____ y.pose 65 Pf. Tomatenpüree Dose 38 rr, Tischwein inklus. Flasche Obermosclcr... v. Flasche 65 pf. 191 1 Wellensteiner. v. fl 82 pr. 191 1 Bullayer.. v. nasche 1.10 1911 Enkircher. v, nasche 1.40 1911 Maikammercr v. n 68 pr. 1 91 1 Weinheimer v.«,soh« 85 pr. 1997 Mackenheimer v. n. 1.10 1 909 Rüdcsheimer.•/. n. 1.40 Schneide- u. Brechbohnen däSOpi Hühner-Bouillon-Würfel Dose 10 20 50 500 Stück 42 80 pf 1.90 18.00 Bimen halbe Fracht.. Heidelbeeren— Erdbeeren gefärbt.. Mirabellen....... Mirabellen la---- Melangefrüchte... Melangefrüchte la. Apfelmus Vir,ose �- '/, Dose 68 Pf. .Vi Dose 60 Pf. Vi Dose 88 Pf. Vi Dose 68 Pf. V, Dose 75 Pf. Vi Dose 85 Pf. Vi Dose 1.10 Dose s/, Dose Rheinisch. Kraut Ä. amerik. Apfelteile und Kristallsuoker Dose ca.>|C Dose ca. QC D. 1 Pfand 43» 2 Pfand 03 pf- Melange- Konfitüre, R(. gefärbc... Himer, oa. 5 Pfund* Apfelmarmcladcmit capniär- 1££ sirup...."Eimer m. S Pfund Eimer ca- 5 Pfund m. Zucker 55 Pf., 1«05 2,50 Gemischtes Pflaumenmus Sehr als 25 pCt. Capillärsirup Eimer ca. 1 4.A Eimer ca. O CA 5 Pfund* n Pfund �.OU Bismarck-Heringe... Dose 42 rr Brat-Heringc...... Dose 42 pf. Delikatess- Heringe fi(, in verschiedenen Saucen 33 Ff. Filetheringe lnaucReem.0,J.1�o9snö 78 rr. Rollmops ä,f0eemo�0d5e 48 u. 75 pf. Forellenheringe____ Dose 48 rr. Heringe in Aspic... Dose 30 pr. Lachsfleisch...... Dose 1.45 1 909 Saint Mathicu 65 pt 1 909 Saint Juan rot. v. n 70 pr 1 909 Saint Barbera Y,roF\, 75 pf. 1 909 Almando rot.. y. fl 80 pf. 1907 Castillonnais v. fl. 92 rt. 1909 Cru du Marin v. Fi.. 1.05 1907 Chat. Terrefort. v. FL 1.25 1907 Chät.DuhartMilon/iFLl.50 AmeriK.Aepfel Pfund 10, 18, 23 Pt Ananas.......... Pfund 75 pt. Kaliforn. Aepfel Pfand 30, 40 pr. Blut-Apfelsinen. du. 38, 75 fl Valencia-.. Dt-. 28, 35, 50 pr. Feigen.. Kürbchen ca. 1 Pfund 48 Bittere Orangen i____ Dt-. 35 Tomaten......... Pfand 40 Mohrrüben......, pfnnd 12 Rosenkohl....... Pfand 14 pr. Sellerie 2 Knoll. 10, s'Knollen 25 Pf. Schellfische 2-ir�. schw. rrd. 22 rr. Kabeljau 24 rr. Hasen gestreift 3«00bjs3.30 Technikum Berlin Kdniggrätzer Str. 90. Tasea-, Abendkurse. Maschinenbau, Elektrotechnik, | Hochbau, Tiefbau. Werkmeister- | kune.— Dauer 1 Jahr, yierteljährl.-0 M. Dir. Matthes, Inh. 10 Ulark monatliche Teilzahlung liefeit elegante Herrengarderobe nach Mag ]. Tomporowski, tBilllgePriise.)PerKassePreisermägig. F gut. Sitzw. garant., eigenes Stcstlag. Lardinevliaus öernkard �ckwartu Berlin, Wallstraße 13(SpindlerShof) tZsrclinsn Stores, Portieren, Teppiche ec. Lmielverkauk zu Engrospreisen! Berliner SeMerei-Genossensebafi(E.G.m.b.B.) gegründet von organisierten Schneidergehilfen Berlin ST. WM. 185(am itenMer Tin. 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Tie erste Auflage dieser Arbeit erschien im Jahre 1007 in Paris, wobei die vom Verfasser angeführten Ziffern nur bis zum Jahre 1005 reichten. Tic zweite, im Jahre 1911 erschienene Auflage ist nichts airdcrcs als ein ivörtlicher Abdruck der ersten, nur mit dem Unter- schied, daß P. Louis in seinen Anmerkungen hie und da neue Ziffern, die bis zum Jahre 1919 reichten, mitteilte. Für die deutsche Auslage aber schrieb er ein spezielles Kapitel(14), das der Eharaktcrislik des gegenwärtigen Standes der syndikalistischen Be- wegung in Frankreich gewidmet ist und das 13. Kapitel des fran- zösischen' Originals ersetzt, welches die internationale Vereinigung der Gcwerkschaftsvcrbände behandelt und wegen seines fragmen- tarischcn Charakters kein besonderes Interesse bietet. Aber der hohe Wert der deutschen Auflage liegt eben in der grossen Ein- leitung von G. Eckstein(S. 11—04), die die von P. Louis gelassenen Lücken glänzend ausfüllt. Ohne Zweifel ist der französische Syndikalismus eine eigen- ortige und tm höchsten Grade belehrende soziale Erscheinung. Er hat die letzten Jahre des gesellschaftlichen Lebens Frankreichs mit seinen geräuschvollen Kundgebungen erfüllt und eine Nachahmung im Auslande, so z. B. in Italien, England und den Vereinigten Staaten, hervorgerufen. Man muss ihn studieren, doch nicht um von ihm zu lernen, was man tun soll, sondern uui sich davon zu überzeugen, wie nicht zu verfahren ist. Er hat ohne Zweifel grosse und wertvolle Verdienste, aber sie sind identisch mit denen der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung, mit Klassengeist überhaupt; seine Fehler aber sind vor allem jener spezifischen Ab- ort dieser Bewegung eigentümlich, die den Namen„des revolutionären Syndikalismus" und„des Syndikalismus" in engerem, echt französischem Sinne des Wortes bekommen hat. Aian inuss daher diese beiden Seiten der in Betracht kommenden Erscheinung— die aetverkschaftliche Klassenbewegung und die anarchiftisch-syndikali- ftische Scktiererci— streng auseinanderhalten, lvenn man über den französischen Syndikalismus spricht. Widrigenfalls werden wir nie einen genauen Begriff von dem besprochenen Gegenstande er- halten und nie seine positiven und negativen Seiten richtig wür- digrn können. Leider tut P. Louis dies nicht: durchweg geht der eine Begriff Mit dem des andere» durcheinander und der Verfasser bedient sich des zweideutigen Ausdruckes:„der Syndikalismus" bald im Sinne der Gewevkschaftsbetvcgung überhaupt, bald im engeren Sinne seiner spezifischen französischen Abart. Diese Verwechselung der -Begriffe beeinträchtigt natürlich die Genauigkeit und die Deut- lichkeit seiner Darstellung. Die Gewerkschaftsverbände, sagt so z. B. der Verfasser, sind stets im Wachsen begriffen, die Kampflust und das Klassenbewusstsein des Proletariats steigen immerfort. Aber ob die Taktik des revolutionären Synditalismus zu diesem Wachs- tum beiträgt oder es verhindert— diese Frage stellt P. Louis. nicht, oder er ist sogar geneigt, sie im positiven Sinne zu beantworten. � Aber dies Schweigen ist beredt. Und dieses Verschweigen— eine �tiplomakische Form der GeneHnugung—, diese systematische Ver° 'meibung. heikle. Fragen zw stellen/dieses Bestreben, alle verborgenen , Klippen zu umsegeln—«lles das ist sehr charakteristisch für die Täktlk, die von der Mehryeii der französischen Sozialisten mit der „H ü m a n i t 6" an der Spitze eingeschlagen wird. Nur die Guesdisten erlauben sich, an..den Fehltritten des unreifen Ge- dankens" des revolutionären Syndikalismus Kritik zu üben; die Anhänger Jaures' aber, unterstützt in dieser Beziehung von den Blanquisten, verschtveigen vielfach allerlei Vernunftwidrigkeiten und'Jrrwege der Syndikalisten in der Hoffnung, ihre Feindselig- leiten gegen die sozialistische Partei auf diese Weise zu beschwich- tigen. Mit einer besseren Lohnes werten Beharrlichkeit beeilen sie sich, nachdem sie eine Ohrfeige von den unerbittlichen Anarcho- Syndikalisten bekommen haben, die andere Wange, dem evangelischen Gebote gemäss demütig anzubieten, doch beschwichtigen sie durch dieses Tolstoische Nichtabwehren des Bösen keineswegs die Wut der syndikalistischen Angriffe; im Gegenteil, sie flössen den Syndikalisten die Ueberzeugung von der Schwäche der Sozialisten ein und geben ihnen Anlass zu neuen Attacken. Tic Klarheit der Volksmassen aber wird dadurch im höchsten Grade beeinträchtigt, denn sie folgen denjenigen, die durch die Schärfe und die Straflosigkeit ihrer An- griffe den Eindruck von Maust erwecken. Aus all diesem crgwt sich, dass die Sozialisten— die Gueödisten auszcommcn— auf den Gewerkschaftskongresse», die unverschämtesten Verleumdungen der sozialistischen Partei ruhig anhören. Alles dies erfährt aber der Leser nicht aus dem vorliegenden Buche. Freilich wird der Leser viel interessante Kenntnisse statisti- scher und historischer Natur aus dem Buche schöpfen, er wird ev- fahren, wie und wann sich die WidcrstandSkasscn, die Syndikate, die Arbeitsbörsen und der Zcntralverband der Arbeit heraus- gebildet, welche Zwecke sie sich gesetzt, wie sie ihre Arbeit ausgeführt haben usw. Doch vergebens wird er darin eine Lösung der schmerz- lichcn Fragen über die französische Gewerkschaftsbewegung, den verschiedenen Wert der französischen und z. B. der deutschen gewcrk- schaftlichen Taktik, den politischen JndifferentismuS der„revolutionären" Syndikalisten und sein Resultat suchen. All diese Fragen, die sich beim Studium der Geschichte des französischen Syndikalis- mus natürlich aufdrängen, lässt P. Louis absichtlich unberührt, aus Furcht, die SyndMalisten gegen sich aufzubringen. Um dem Leser eine Vorstellung von dieser Methode zu geben, wollen wir ein paar Beispiele anführen. Am Schlüsse des Buches, im Kapitel über die Theorie des Syndikalismus, erinnert sich Louis plötzlich an den Generalstreik, der in der Weltanschauung der„revolutionären Syndikalisten" die Rolle des Steckenpferdes spielt, auf dem sie zurzeit und zur Unzeit paradieren, wie auch die Rolle des Glaubenssatzes, der der Taktik der sozialistischen Partei siegreich gegenübergestellt wird. Der Leser denkt, jetzt end- lich sei P. Louis an die 5lritik des Syndikalismus dicht heran- getreten. Mit Nichten! Nachdem der Autor ein paar Worte über diesen Zentralpuntt der syndikalistischen Doktrin gesagt hat, fügt er schnell hinzu:„Natürlich kommt viel auf die Art der Ausführung an, doch müssen(?) wir uns hier auf die Aufstellung des Satzes beschränken, ohne uns auf die Diskussionen einzulassen, die zu iveit führen würden." Wozu war es denn nötig, sich so viel Mühe zu geben, ein Buch zu schreiben, wenn man sich nicht auf die „Diskussionen", d. h. auf die kritische Würdigung der Methoden der behandelten Bewegung, cinlässt? Jedenfalls kann der Leser sich aus diese Weise unmöglich eine richtige Vorstellung von der Taktik dcS französischen Syndikalismus bilden. Noch ein ähnliches Beispiel. Der Verfasser sieht sich genötigt, die Beziehungen der syndikalistifihcn Führer Kur sozialistischen Partei zu besprechen— natürlich tut er das sehr ungern! Wie be- kannt ist der Beschluh des Zentralverbandcs der Arbeit über die Zusammenschliessung der Lohnarbeiter ausserhalb der verschiedenen politischen„Sekten"(schön gesagtl) unmittelbar gegen die poli- tische Organisation des Proletariats gerichtet. Mochte es früher für manche naive Leute ein Geheimnis sein, so musste die ganze Tätigkeit der Syndikalisten in den letzten Jahren offen zeigen, wen die anarchistischen Tonangcber des„revolutionären Syndikalis- mus" meinten, indem sie von den politischen„Sekten" sprachen. Doch seiner Taktik getreu, ein„Blanquist" und zugleich auch ein „Marxist", verschweigt P. Louis auch hier das Entscheidende. In- dem er darauf hinweist, dass auf dem Zentralverbandskongrcss zu Amiens(1993) eine Resolution im Sinne der politischen„Neutrali- tät" airgenommen worden war. setzt er hinzu:„gleichzeitig aber formulierte er ein ausgesprochen sozialistisches Programm". Jedes Wort ist hier wenigstens undeutlich. Erstens reden die syndikalisti- schen Beschlüsse nicht von der Neutralität, sondern von der Jir- differenz, dessen Spitze gerade gegen die sozialistische Partei ge- richtet ist: ihre Leiter werden von den Syndikalisten als„Politi- kaster",„Ouinzc Mille"(eine Andeutung auf das 15 999 Frank- Deputiertengehalt) und so fort beschimpft, manchmal mit den bürgerlichen Kannegießern gleich- oder nicht selten noch tiefer ge- stellt;' das Proletariat wird systematisch gegen die Sozialisten als Bourgeois und Betrüger aufgehetzt. Zweitens ist hier das Wörtchen „aber" nicht an seinem- Platze, denn es vertuscht die allbekannte Tatsache, dass der Syndikalismus sich an die Stelle der sozialistischen Partei setzen, sie überflüssig machen und jeder Daseinsberechtigung berauben will. Taraus erklärt sich der Umstand, dass die Syndika- Alrtschzftlicher Wochenbericht. Abänderung des Reichskaligesetzes. Die Verhältnisse im Kalibergbau find seit Erlaß des Kali- gesetzcS(25. Mai 1919) so unhaltbare geworden, dass die Regierung die Einbringung eines Entwurfes zur Abänderung des Kaligesetzes angekündigt hat. Der Zweck des Kaligesetzcs ist. wie auch dirnRe- gierung eingestehen mutz, keineswegs erreicht worden. Wohl hat das Gesetz die über den Bedarf hinausgehende Produktion von Kali verhindert und hohe Preise gesckafsen, aber die geradezu sinn- lose Vergeudung von Kapital und Arbeit zur Neugründuug und Erhaltung völlig überflüssiger Produitionsanlagen hat es nicht ein- schränken können. Kontingentierung der Produktion und Hoch- Haltung der Preise leistete auch bereits das seit 1879 bestehende private Kalisvndikat. Das Kaligesetz hat nichts anderes getan, als beide„Aufgaben" dem Staat zu übertragen. Bekanntlich ist Kali bisher nur in Deutschland gefunden »Vörden. Trotz aller eifiigcn Nachforschungen in anderen Ländern ist es nicht gelungen, die für Düngerzwecke so wichtigen Kalisalze auch in ausserdeutschcn Staaten zu.fordern. Teutschland besitzt des- halb ein natürliches Monopol an Kali, und die Produzenten haben von jeher diese Situation im eigenen Profitinteresse reichlich aus- genutzt. Natürlich geschah das so, dass man dem Inland hohe Preise vorschrieb und an das Ausland billig lieserte. Aus dieser Monopolstellung ergab sich für die produzierenden Werke eine recht günstige Rentabilität, die aber immer wieder zu Neugründungen anregte. Tie Zahl der Werke stieg, der auf das einzelne Werk entfallende Ab, atz fiel. Schon 1893 brachte daher Preußen, dessen Werke im Kalisyndikat die Führung hatten, einen Ge,etzentwurf ein. Neuqründungen dadurch hindern wollte» da� alle noch ab- zuoauenden Kaliselder dem Fiskus vorbehalten sein sollten. Ter preuss.lche Fiskus war es auch, der stets seinen ganzen Elnfiuss zur Erhaltung des Syndikats aufloandte. Als im Jahre 1999 Ende Juni die Erneuerungsverhandlungen sich verzögerten, einige Werke aus dem Syndikat austraten und sofort langfristige Verträge 3" billigen Preisen nach Amerika abschlössen, da trat Preußen als größter Kallproduzent wieder mit einem Gesetzentwurf zur Einschränkung der Kaliproduktion hervor. Während Preuhen aber ein Zwangsiyndlkat, das Verbot von Neugründungen für die nächsten 29 Jahre und die Aufhebung der Verträge mit den amcrika- Nischen Abnehme rn forderte, einigten sich Bundesrat und Reichstag auf die Z 3 �" 0 e n t i c r u n a oer Koliprodurnon und des Kalicbiatzes. eine amtliche Kalivertcilung7st.lle wird alliahrlich die Ge, amtmenge des Absatzes im Inland und Aus- fand festgesetzt."ach Uusdehnung und Beschaffenheit der Kali- Holzlager und �swnassahlgkeft der Betriebseinrichtungcn erhält jedes Werk eine Beteiligungsquote. D.e Beteiliguugsziffern werden in Tausendsteln des Gcsamtabsatzes ausgedrückt.' Uebcrschrcitungen der Beteiligung sind nttt so hohen.ibgaben belegt, dass eine über die Festlegung der Vcrtcilung-stclle hinausgehende Forderung un- möglich wird. � Damit die einzelnen Werke auch ihre Leistungsfähigkeit nicht ohne Einicvrankunq steigern und daraufhin erhöhte Quoten fordern können, ist eine gewisse Schranke gegen die Errichtung von neuen Werken aufgestellt worden. Jedes neue Werk erhält in den ersten zwei Jahren nur eine vorläufige Beteiligungsziffcr, die nicht mehr als 59 Proz. der durchschnittlichen Beteiligungsziffer betragen darf. Nach Ablauf von zwei Jahren wird die endgültige Beteiligung festgesetzt; trotzdem tritt vom 3. bis 5. Jahre noch eine Kürzung dieser Ziffer ein. Kontingentierung von Absatz und Produktion und die Ein- führung einer Karenzzeit von fünf Jahren haben aber die Ent- stehung von Neuanlagcn doch nicht hindern können. Die Bestim- mungen über die Karenzzeit sind nicht rigoros genug, um die An- läge von Kapitalien ini Kalibergbau unrentabel erscheinen zu lassen. Das Gesetz hat(erstmalig bis zum 31. Dezember 1913) auch die Verkaufspreise festgelegt, und zwar so hoch, daß immer noch ein starker Anreiz zu Neuaulagen besteht. Auch hat das Gesetz noch Ausnahmen von den geringen einschränkenden Bestimmungen zugelassen. Für jeden zweiten Schacht eines bestehenden Werkes tritt ohne weiteres ein Zuschlag zur Beteiligungsziffer ein. Ge- sährlicher noch wirkt die Bestimmung, daß Kaliwerke im Eigentum oder mit finanzieller Beteiligung eines Bundesstaats von der Karenzzeit befreit sind. Das hat viele mitteldeutsche Staaten ver- anlaßt, sich lebhaft an Gründungen von Werken zu beteiligen lftid dadurch ihre Einnahmen zu erhöhen. So ist denn von einer Ein- schränkung von Kalibergbauanlagen keine Rede. Im Gegenteil, die Verhältnisse liegen schlimmer als je zuvor. Schon die Ankündigung des Gesetzes regte zu fieberhafter Tätigkeit in Neugründungen an. Die Garantie einer gewissen Rentabilität durch das hohe Preis- Niveau steigerte dieses Gründungs- und Erweiterungsfieber. Die Zahl der Werke wuchs seit 1919 von etwa 79 auf über 89. Statt 73 Schächte gibt es heute etwa 139. Dazu befinden sich noch 159 Schächte im Bau. die im Jahre 1929 selbst mit voller Beteili- gungsziffer werden produzieren können. Zur Förderung der heutigen Absatzmengen in der ganzen Welt genügen tatsächlich aber etwa 19 grössere Werke mit 39 Schachtanlagcn. Man berech- net, daß etwa 1% Milliarden Mark im Kalibergbau investiert sind, während ein Drittel davon zur Aufrcchtcrhalfiing der Pro- duktion genügte. Dazu kommt, dass die bestehenden Äkrke A'ci der Ouotenjagd Schacht auf Schacht errichten, nur um ihre grühere absolute Beteiligung nicht zu verlieren. Aber in ihrer vollen Leistungsfähigkeit werden diese Schächte nicht betrieben, vielleicht überhaupt nicht in Betrieb genommen. So werden Kapital und Arbeit in völlig sinnloser Weise vergeudet. Auch der Zusammenschluß von Kaliwerken. Uebertragungen und Austausche von Beteiligungsziffern Hdbon diesen Prozeß nicht aufhalten können. Die Betriebskonzentrat'-rn wurde durch die Neu- gründungen immer wieder wettgemacht. Wohl bestehen eine Reihe von Konzernen, sowie drei losere Vereinigungen von Werken zum Zwecke gemeinsamen Borgchens bei der Quotencriverbung; aber dies Bild der Desorganisation in der Entwickeluiig des Kalibcrg- bau» haben sie nicht verwischen können. Angesichts dieser Tatsache hat selbst die /Regierung zugc- standen, dass ein reines Staatsmonopol der bisherigen Regelung vorzuziehen sei. Aber sie scheut vor einem Eingriff in die Privat- profitinteresse,,. während eine Ablösung der bisherigen Eigentümer etwa l'A Milliarden Mark erfordern würde. Immerhin fürchten auch die Kaliinteressenten für die Zukunft. Das Verhältnis vo» » listen trotz ihrer Verdammung der sozialistischen Partei gleichzeitig „sozialistische" Resolulionen annehmen(P. Louis müßte daher nicht„aber", sondern„und" sagen). Aber was heißt denn„ein ausgesprochen sozialistisches Programm" gegenüber der syndikalisti- scheu Formel, die sich in erster Linie gegen den politischen Kampf, die selbständige politische Organisation des Proletariats aus- spricht? Dann kann man auch von den Anarchisten sassn, daß sie „ein ausgesprochen sozialistisches Programm" annehmen, insofern sie die Aufhebung, des Privateigentums an den Produktionsmitteln fordern. Folgt nicht daraus, dass P. Louis nur Uliklarheit in der Arbeiterklasse erzeugt, indem er die„Diskussionen" mit den Syu- dikalistcn vermeidet? Die Rolle cincs„�dvoeatus diaboli", eines ANlvalts des Teufels, stimmt ja kaum mit den Aufgaben einer allseitigen objektiven Uiitersuchuiig überein. Solch ein Vertuschen der Widersprüche ist nur daz>u gecigiict, die Vorurteile der fran- zösischen Syndikalisten zu unterstützen, die fest überzeugt sind, dass eben sie die Avantgarde des iiitcriiatiolialen Proletariats ver- treten, dass der Syndikalismus„sich selbst genügt", dass„nicht sie die anderen, sonder-,- umgekehrt die anderen sie cinzuholcu brauchen", wie die Formeln des revolutionären Syndilalismus lauten. Vom Standpunkte der Darstellung der Tatsachen auS ist daS Louissche Buch trotz der Fülle des Materials auch nicht von ernsten Fehlern frei. Er bestrebt sich so viel als nur möglid) Stoff anzuhäufen, ohne sich Mühe zu geben, ihn einer Kritik zu unterziehen, Ein Beispiel seiner Behandlung des Materials ist das folgende: Indem Louis die statistischen Angaben des Zciitralvcrbandcs und des offiziellen Departements der Arbeit anführt, konstatiert er einen bedeutenden Iluterschied zivischen den von dem crsteren und dem letzteren mitgeteilten Ziffern.(Im Jahre 1994 gab cS 193 Arbeitsbörsen und 1387 Syndikate nach den Angaben des Zentral- Verbandes und 199 Börsen und 2331 Syndikate nach denen des Departements der Arbeit; im Jahre 1919 154 Börsen und 1849 Syndikate nach Angabe des Zcntralverbandes und 2536 Syndikate nach den offiziellen Angaben). Der Unterschied ist kolossal. Aber vergebens ivürden wir den Verfasser fragen, welche von beiden Angaben richtig ist, wieviel Syndikate sich wirklich an den Zentral- verband angeschlossen haben(der letztere verbirgt nämlich den wirklichen Zustand seiner Kräfte), wie gross die Zahl der Mit- glieder der Gcwerkschaftsorganisationen ist? Aus alle diese Fragen bekommen wir keine genaue Antwort vom Verfasser. Er versucht nicht einmal, die Ursache des Unterschiedes zwischen der offiziellen und der syndikalistischen Statistik zu erklären.„Wir machen", sagt er.„auf diese Zahlen aufmerksam, ohne daraus- Schlüsse zu ziehen." Sonderbares Verfahren der wissenschaftlichen Unter, suchung l> Dafür gibt die beinahe ein Drittel dcS Buches in Anspruch nchme�e Einleitung von G. Eckstein eine Antwort auf alle un- gelöM, Fragen, die sich dem Leser des Louisschen Buches natür- lich aufdrängen. Die Einleitung erweist sich als der lvertvollste Teil des Buches. Und darin zeigt sich der tiefe Unterschied zwischen dem deutschen Marxismus und dem französischen Sozialismus. Charakteristisch ist schon, dass dem Buche eines fast allerbesten Kenners der französischen Arbeiterbewegung sich eine so grosse Ein- leitung als erforderlich erwiesen hat. Es Zieigt, was für wichtige Lücken der französische Verfasser gelassen hat. Eckstein charakteri- siert jene sozialpolitische Bedingungen« die den„revolutionären Syndikalismus" hervorgebracht haben, beschreibt ferner die ökono- mische Struktur Frankreichs, auf deren Boden sich diese Bewegung entwickelt hat, zeigt ihre Hauptelcmente, formuliert ihre theoreti- schen und praktischen Prinzipien und bezeichnet endlich ihre Fehler. All dies ist auf Grund solider Sachkenntnisse und iin streng marxi- stischen Sinne ausgeführt. Und nur in, Zusammenhang mit dieser Einleitung gewinnt das Buch von P. Louis den hohen Wert. Man kann den deutschen Leser, der sich für die Geschichte und den gegenwärtigen Zustand des französischen Syndikalismus inter- essiert, nur beglückwünschen, dass er nun die Möglichkeit hat, die Sache nicht nach dem französischen Original, sondern nach deutscher Uebersetzung kennen zu lernen, denn die letztere ist ausserdem frei von manchen Ueberlreibungen des Verfassers, der sidj von der syndikalistischen Ideologie hat verleiten lassen. Georg Stiekloff. I ?kbsatz und Kaliwerke muß für die Werke immer ungünstiger werden und einer Neuregelung sind sie daher nicht abgeneigt. Aber schon jetzt betonen sie, daß die Klagen nicht aus ihren Reihen stammten. Sie sind Gegner eines Staatsmonopols, würden sich aber gern gefallen lassen, wenn man jetzt die Neugründungen ver- böte und ihnen ihr Monopol für immer sicherte. Die Regierung scheint nun auch nur die Absickt zu haben, die Karenzzeit für Neugründungen zu verlängern. Wer selbst von bürgerlicher Seite wird zugegeben, dass eine solche Vorschrift im jetzigen Stadium nichts mehr nützen würde. Allein die 129 be- stehenden Schächte bedeuten eine Vergeudung, die man nicht rückgängig machen kann.' Selbst lvenn man sich entschließen würde, die vollständige Einrichtung der 159 im Bau begriffenen Schächte zu verhindern, würde daran nichts geändert." Eine Verlängerung der 5larenzzeit für nach 1912 ent- stehende Werke kann da noch weniger genügen. Die Zeit für die kleinen Mittel ist verpaßt. Einig sind die Kaliindustriellen dagegen in der Forderung einer Neuregelung der Kaliabgaben. Für jeden Doppcl- zentner reines Kali zahlen die Produzenten jetzt 9,69 M. in einen Fonds, der zu Propagandazweckcn verwandt wird. Bisher wurde das Inland ziemlich reichlich mit Propagandageldern gespeist, wo, bei der Unfug mit der Verteilung der Gelder an politische Organi- sationen(Bund der Landwirte) einriß. Die Industrie wünscht jetzt eine grössere Berücksichtigung des Auslandes, da nur dort, nicht aber mehr im Jnlande, der Absatz von Kali steigerungssähig sei. Die Regierung wird diesen Wünschen gern folgen. Sie wird sich daneben noch eine Einnahme schassen und, wie verlautet, für eine Erhöhung der K-aliabgaben auf' das Doppelte eintreten, wovon% in den Reichssäckcl fließen sollen. Jetzt dienen die Abgaben nur zur Bestreitung der Kosten für die Durchführung des Gesetzes und der Propaganda. Grosse Ueberschüsse fließen daneben, zum Aerger der Kaliindustriellen, in einen Reservefonds, über den im Gesetz nichts gesagt ist. Wenn an eine Aenderung des Reichskaligesetzes gegangen wird, müssen auch die für die Arbeiter getroffenen Schutzbeftimmun- gen erweitert werden. Denn was bis jetzt davon in dem Gesetze sich findet, genügt nicht. Zwar ist vorgesehen, daß die Betciligungs- ziffer des Werkes gekürzt lvird, das die Arbeitszeiten erhöht oder weniger als den im Durchschnitt der Jahre 1997 bis 1998 ge- zahlten Lohn zur Anrechnung bringt. Ganz abgesehen von den absichtlichen Verletzungen dieser Vorschriften, ist heute damit den Arbeitern wenig gedient, denn seit 1997/99 sind die Lebensmittel- preise so gewaltig gestiegen, daß jene Vorschrift keinen genügenden Schutz mehr bildet. Ein Anreiz zur Renachtciliguna der Arbeiter liegt in der weiteren gesetzlichen Bestimmung, daß die Lohn- und Arbeitsbedingungen, ohne Rücksicht auf frühere Verhältnisse, vo» den Kaliwerksbesitzern und der durch geheime Stinrmabgabe fest- gestellten Mehrheit der Arbeiter abgeschlossenen Verträge juich freiem Ermessen geregelt werden. Wie die Vertreter unserer Frak- tion im Reichstag ausführten, öffnet das den Werlsgewaliigen zahl- reiche Wege zur Knebelung und Maßregelung der Arbeiter Zmpier. hin ist prinzipiell die Einbeziehung der Lohn- und Arveitsverhatt- nisse in das Gesetz aiicriennenswert. Es kommt nur darauf an. die Bestimmungen bei der Gesetzesänderung so zu fassen, daß die Arbeiter unter keinen Umständen benachteiligt werden können. Theater und Vergnügungen lSiehe Wochen-Spielplan.) Freie Volksbühne. Eonntag, d e n 26. Januar, nachm. 3 Uhr: Deutsch«» Schauspielhaus. 7. Abteilung tWiuppe 30—31): öle Itra. Thalta-Tbeater. 4. und 5. Abteilung llÄruppe 16— 20): D i e Feinde. Herrn feid-Toeater. Il.u.>2 Abretlung (Gruppe 4g— LI): Eine glück« l i ch e E« v Residenz-Theater. 6., 8., 9., 10. und 11. Abt. Gruppe 28, 37,38,41,45): Francillon. Montag, den 27. Januar, abends 8 Uhr: Deutsches Schauspielhaus. Abend- Abteilung 16(III): Der gute Neue Freie Volksbühne. Sonntag, den 26.Januar, nachm. 2'/, Uhr: Deutsches Theater: Penthesilea. Kammtrspiethaus: Erdgeist. Nachm. 3 Uhr: Neue» Volls-Tbeater: Lore,-r Die Spieler.— Der Kammertänger. Komödienhaui: Der rote Leuwant. Schiller-Theater O.: DaS Konzert. Schiller-Theater Charl.: Die Jüdin von Toledo. Theater in der Königgrätzer Straße: Hundstage. Metropol-Theater: Tata Toto. Neues Theater: Der sidele Bauer. Kleines Theater: Und das Licht scheint in der Finsternis. Trianon-Thcater: Der selige Touptnel. Deutsches Opernhaus: Fidelio. Abends 8 Uhr: Kursürsten-Oper: Der Kuhreigen. Neues Volks-Theater: Helden. Abends 8'/, Ubr: Neues Bolts-Theater: Montag und Donnerstag: Die Doppelgänger- tomödie. Dienstag und Freitag: Helden. Mittwoch: Michael Kramer. Sonnabend: Geschlossene Bor- Ilellmig._ Sehiller-TbealeFO.IS: Sonntag, nachmittags 3 Uhr: D»« Konzert. Sonntag, abends 8 Ubr: Im weilten RöiSI. Montag., abends 8 Uhr: IVolkcnkratzcr. Dienstag, abends 8 Uhr: -_ Die Scbmeiterlingsgchlacbt. Sehiller-theaier Chcr' ,, Sonntag, nachm. 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sonntag. abendS 8 Uhr: llriei.4QO»t». Montag, nachm. 3.10 Uhr: Wallenateins Tod. Montag, abends 8 Ubr: Die SchmetterUngMcblacht. Dienstag, abends 8 Uhr: Tlriel Aconta. Berliner Theater. «uhr- Filmzauber. suhr: Di? fünf Frankfvrttr. ventt,ei»e«h»Qi>au»»plell»ane, 8 Ubr: Der gute Ruf. 1km W Hollenilorlplaiz 5. An allen Tagen der Woche 8 Uhr: Dio Studentenpfin. Nachm. S1/» Uhr: Orphenz in der Unterwelt. Montis Operetten-Theater (fr. Neues Theater). Amt Norden 1141. 3 Uhr: Der heilige Antonius. Nachm. 3 Uhr: Der fibele Bauer. Residenz-Theater, i wir. Die Frau Präsidentin. (Madame la Präsidente). Schwank i. 3 Akt. v. Hennequin u. Beber. Morgen und solgende Tage: Die Frau Präsidentin. luisen-Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Auf all- gemeines Verlangen: Ich lasse Dich nicht. Sonntag, abendS 8 Uhr: Premiere: .Und Hütte der Liebe nicht.. Schauspiel in 4 Akten von E. Kricke- berg und Ernst Ritterseldt. Montag, abends 8 Uhr: Berltu- Hamburg- New Uort. Dienstag, abends 8 Uhr: Berlin- Hamburg-New Bork._ aSE=THEATE Arode Frankiurtei Str. 132. Nachmittags 3 Uhr: Rabale und Liebe. Abends 8 Uhr: Mein Leopold. Montaa und folgende Tage: Mein Leopold Vmxt-Theater. Heute nachm. 3 Uhr: Ltaatsanvait Alexander. Abends 7 Uhr: Voikssohn und Fürstenkind. «olkSschauspiel in 4 Akt. v. P Hehs-. Kasseneröffn. 10 U., Ans. 3 u. TUHr. Voranzeig«! Mittwoch. 22. Jan., k Benefiz sllr Kurt Baumeister: «an von Barney. Urania Wissenschaftliches Theater. Tanbenotraße 48/40. Sonntag and Montag: 8 Uhr: Parin and die Küntg/s- nchlüsäer von Ternalilen. ' LOGISCHER CARTEN Heute Sonntae: Eintritt SO Pf. Kinder unter 10 J ahien die Hälfte. Ab nachm. 4 Uhr: OroBes Militär-Konzert. Donnerstag: Job. StranD. Passage-panopflkum 50 wilde IWeiber Männer vom Stamme der Igorroten.j Lebend! Ohne Extra-Entree! Theater des Westens. WiedererSffnung Sonnabend, t. Febr. Zum 1. Male: Die beiden Haaaren. Ketropol-Theater Nachm. 3 Uhr: TStS TUlO! Abend» 8 Uhr. Rauchen gettattet. l!hsuljeur-ms Mropoi! Trotze JabreSrevue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern. Otto Reutter a. O. Letzter Sonntag! Heute 2 große Vorstellungen! Nachmittags S'/j Uhr: -- Halbe Preise.-- In beiden Vorstellungen:. Die grandiosen Spezialitäten. 8'/s Uhr: „Brüderlein fein". Alt-Wiener Singspiel von Jnl. Wilhelm. Musik v. Leo Fal I. Trianon-Theater., Wenn Frauen reisen. _ Ansang 8 Uhr._ MSid Der Höhepunkt des Lach-Erfolges! mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Ans. 8 Uhr. Vorverl. U— 2(Theaterk.) Admiralspalast. Heute Ü Vomtellongen. Das neue, m. durchschlagendem Erfolg aufgetührte Eieballett Flirt in St. Moritz. In der HanptroUe; Charlotte. Beg. d. Nachm.-Vorst.(z. halb. Preis.) uml'/jü., Schluß 7 U. Beginn der Abend-Vorst. um Ö Uhr. Einlaß ab VI, Uhr. Ab 10®/. Uhr halbe Preise. — Erstklassige Küche.— W ein- n. Blcr-Abteli. Reiehshaiieo-Theater Stettiner Sänger. Zorn Schluß: Von Meysellini Anfang?>/, Uhr. Berliner Toiks-Chor Mitgl. d. A.-S.-ß. Hontag, d.n 8. Fehrnar, abends 8Va Ubr, in Hasenheide 32/38: Melodramen-Abend unter gütiger Mitwirkung �on 68/5 Frau Tllla Durieax(Eezitation) u. Herrn Leo Kestenberg(Klavier) Eintritt 40 PL(inkl. Programm), an der Abendkasse SO FL Kassen-Eröffnung 7 Uhr. sp�- Billetts in den bekannten Zahlstellen.'S» o;: Mitglied des Deutschen Arbeiter Sonnabend, den I. Februar 1913, in fämtlichen Räumen der Brauerei Friedrichs- bain, am Königstori Großes Älpenfest. Ii Zur Aufführung gelangt Punkt 12 Uhr: Ein Hocbzeitsfest in Oberbayern. 20Ö Mitwirkende. Tanz in drei Räumen« Eintritt fOr Damen 60 Pf., fOr Herren 75 Pf. M Brauerei Friedridishain am Könlgstor. Heute: Das größte und amüsanteste . Bockbierfest Sonntag Auf der AlmS SchOnate Dekoration. HrttBie Sehenswürdigkeit Berlin». Fünf Kapellen.— 100 Oberbayern. Bayrisebe Madin □ Riesengaudi □ üeberrasctiiiDp. Weinzierl aus München Exeelsior- Lichtspielhaus neukölln;S'slr!s!r"l Passage Vom 24, bis 27. Januar inkl. t Die Töchter des Kommandeurs. Kopenhageuer Kunst, film. Drama in 3 Akten. Außerdem: Das Um in 10 Minuten. Anfang 5 Uhr. Entree 60 Pf. Die Weltsensation Morgen Montag: Gastspiel des Königl. Kammersängers Werner Alberti mit dem Tolks- Slnfonle-Orchester. Wirtshaus m ta Stadtbahnbögen (früher Schlppannowskl) (Bahnh. Börse) Spandnner Brücke(Bahnh. Börse) Bock- Jubel und Trubel iiuÄmÄeri bei freiem Entree! "�■0 Tpaitenr Walter Seyring,&Rtlc.hsSrtt;;f. Neue Welt Arnold Scholas Hauenhetde 108/114 Heute In beiden Hleoen Ee«t«ülen: Bockbierfesi in ösn bayerischen Alpen. Im neuen Saal i Großer Ball. S Kapellen. 30 bayrische Mad'l. Anfang 4 Uhr. Entreo SO Pf. ToranrelS© S Dienstag, 28. Januar; Elitetag. Prämiierung d. engst. Taille der Damen von 125—150 Pfd., von 150— 175 und von 175 Pfd. und daiüber. 3 bare Geldpreise a 33 M. o. d Trosfcpr. a 6 M. Anmeldungen bis 10 Ubr abendß an der Kasse."BN Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Zirkus Busch. Heute Sonntag: 2gr. Gala-Vorstellungen 2 Nachm. 3'/i u. abends TL Uhr. Nachm. hat jeder Erwachsene das Recht, ein angehör Kind unt. 10 Jahren auf all. Plätzen frei einzuführen, ledes weitere Kind zahlt auf den Sitzplätzen die Hälfte. In beiden Vorstellungen; Mac Norton genannt das menschliche Aquarium Der Aeroplun Im Zirkus (Ein Affe als Aviatiker!!) sowie das gesamte große Gala- Programm. Zum Schluß; IVaehmittags 81/, Uhr: „Unter flnrillnsi« 99 vaehnilttajrs 3l/f Uhr: Unter Gorillas4' abends Vi, Uhr; Sevilla" Folies Capriee. Ansang 8'/, Uhr. Die drei Saison- Schinger: In Sache» Ravenstein. Die Doppetfirma. Dir Dochter der Braut. Täglich. Jedoch nicht in der Jugend-Vorstellung; Treffbulie eine Llebeogesehlehte antt Berlin W W. Hauptdarsteller: Bankdirektor X. Jlerr Hofschansp. Schmidt- baeßler. Dolly, seine Gattin eine Dame d. Gesellschaft. Vorverk. täglich von 3 Uhr ab. Logen für zwei o. mehr Personen auf Wunsch reserviert. Ferner: Tügl. 4-6 Chr. Sonntage 8—5 Ohr: Jugend-Vorstelliing. u. Königin Luise grofies vaterUlndiMChe« Gemälde. Eintritt zu halben Preisen, auch fflr Erwachsene. Casino�Theatep Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr: Die neue Lohalposse: Am grünen Strand der Spree! Theater Königstadt-Casino. Ecke Holzmorkl. u. Alepanderftratze l Minule o. Bahnh. Janliowihbritcke Tägl. abdS. 1I,8, Sonnt'1,6 Uhr: Zwei rote Rosen. Burleske m. ffleiang— und da» groft. Sprzialitätenprogram« Jed. 1. u. 16.: Programmwechsed Slnltus Wert Seliumänn. Heute konntag, 26. Januar: S große Vorstellungen. Naohm. 31/» u abends Vi, Uhr. In beiden Vorstellungen: ohne Kürzung! Oer unsichtbare Mensch. 4 Bilder aus Indien. Berlins grützte Attraktion! CÜHarioa Löwen- und Tigergruppe. Die wildeste Dressur d. Gegenwart Nachmiti waebsene 1 Sitzplätzen. hat jeder Er- d frei auf allen Walhalla-Theater WeinbeigSweg 19/20 Rosenthal. Tor. Allabendlich 8'/, Ubr:- Goldener ieichtßuu. Heute. 26. Jan., nachm. 3'/, Uhr: Gaftspicl-Ensemble.- ver Widerspenstigen Zähmung. _ Srmätzigte Preise._ Volks-Theater Neukölln. Hermannitr. 20. Sonntag, den 26. Januar: Napoleons Gluck und Utttergang. AuSIlattungSstück w 4 Akten von MllS und Lutz Anlana?/, Uhr.. MontoD, 27. Januar, abends. 8V, Uhr t Habale und Liebe. Trauerspiel in b Akten von Schiller. Konkordia-Festsäle. Jnh.: M. Wendl und A. Schlitze. Andreanatr. 64. Jeoen Sonntag: lilltlir-Streleh-Koiizert und die beliebte« Bcttrnanns Sänger, Jede Woche neues Programm. Ansang de» Konzerts 6 Uhr. der Vor. ftellung7Uhr. Im oberen Saale von 5 Uhr an: (Trolter Bali. Alhatnbra Walluer-Dbeater-Strafte 15. Großer Ball. NrotzeS Orchester. Ansang Sonntags 5 Ubr. A. Zameitat. T— Jeden Sonntag: . fiermania- Prachtsäle. N Chausseestr. 110. KarlBiohter. I 1-— Hento 1 Sonntag: l lustige Sänger j , Anf. 6'/. Uhr. Eintritt 50 PL Anschließ. Familien- Kräncchen. Im weißen Saale von 6 Uhr ab SM" Großer Ball, Jeden Mittwoch; Paul Mantheys* . lustige Sänger, jeden Donnerstag: d Z Gr. Bockbier- Konxert. D ttok Admiratstr. t8c. Amt Morttzpt. 4594. veden sonntag:«roßer Ball. EniPsehte meine Sä e für Versammlungen und Zeswchkeiten. Ewige Sonnabende und Sonntage imFebruar und März frei.__* Nißles Fest-Säle Dennewltzstraße 13* Jeden Sonntag: Tanzkriin�en Kaffee 10 u. 1 5, Bier, hell. u. dunk t0P,. co 60 Zeitungen; Dillard Ät6. 6ß Pj Zahlstelle der Freien Volksbühne. Aar den Jnuait der Ju erare n tiernimmi die Nedaktion dem vudiitum gegenüber tcineriet Uerautwortung. I Ri s. Februar im G ewerkschattshanso Kfinstierischer Unterhallungsabend. Beginn VI, Uhr. mtwiende: Paul Miciiaelsches Volksliederquartett nns Leipzig, x Margarete Walkotte. x Erwin Feustel, Entree 60 PI., an der Abendkasse 60 PI. Vorverkauf bei H. Hopsch, Engelufer 15. 299/17* 1 JWVwwifciJb Mauflrstrafin LS—* Zi :: Berliner:: Konzerthaus MauerstraBe 82.— ZimmerstraBe 90/91. Großes Triple-Konzert! Musikc. Kaiser- Franz-Keglments, virig.: Oberm. Becker. Musikc. K. Garde-Dragoncr-Kegta., Dirig.: Oberm. Baara —— Zillerthaler und Tegernseer Sänger— Schuhplattier und Jodler! iestieii vob Drei-königstiräQ, dem köstl. aller MM. Doppelbiere. Anfang 4 Uhr. Eintritt SO Pf. Anfang 4 Chr. Charlottenburger Testsäle v Chariottenbnrg, KaUer-Frledrlchatr. 84. Empfehle awei große Skis für Versammlungen, Familien- und Vereinsfoste.* Porfnei-sfag sowie ll8Ule WntZg! Gn. Ball ■ww* Aug. Sauers Gesellschaflshans. Baumacbnlenweg Baumschnlenstr. 78 (gwi�pr; Speers Feststtle.)...... � üä Große 8rÖf}nungs-7eier Hentc verbunden mit Großem Elite-Bali bei neuer Orcheslerbeletzung. -■ Sammelpunkt der Aavaliere des OfteaS. �«t> i ApfelsinensPolonäse. Anfang 4 Uhr._ ♦_ Voranzeige. Am Sonntag, den 8. Februar, findet in den Kefamträumcn 2167b 44 Großer Bockbier• Jubel und Trubel 44 um et ZMwirkung der Zillerthaler Bancrnkapclle statt. Htttjit ladet'ergebeNft ein der ZÄeinkoin-Wirt Ang. Saaer. fifea! Entree frei! Otavistrahe SS-S», Querstratze an der Müllerstratze, find in neu erbauten Häusern mit Hofgärte«(Tepptchllopsplatz und Müllkästen im separaten Hos, Keller-Eingang) 1 lind 3 Jinimrr-Miihnnagrn mit Warmwasserversorgung.- per sosort oder 1. April 1913 bUllg zu vermiete«.' ' Zu erfragen im BerwaltangSbureau, Str. 35/36. 2S7/18* SchloB Weißensee Das prachtvoll gelegene Etablissement, welches voll- ständig renoviert wird, ist an beiden Pfingst-Feiertagen zum Früh-Konzert an große Vereine zu vergeben. Außerdem empfehle das Etablissement den geehrten Vereinen zur Abhaltung von Sommerfesten unter kulanten Bedingungen. Anfragen bitte zu richten an E. Niemann, ChrlstlMla- slraBe ttO(langjähriger trüberer Oekonom der Brauerei Friedrichshain). 2170b* I>le reellsten nnd billigsten Möbel and Polsterwaren erhält man zu Kassapreisen in der seit 35.Jahren bestehenden Möbelfabrik von A. Scnulz. Reichenberger Straße 6. Größte Auswahl in allen Holz- und ßtilai*ten mit zehnjähriger Garantie.(ö.Proz. Kassaskonto.) Ev. auf Ratenzahlung. IRein Urteil steht fest. daß Khr„Wach atder. Extrakt Medico* van auS. gezeichneter Wirkung Ist und daher der leidenden Menschheit nicht warm genug empfohlen werden kann. Ich bin 53 Jahre all und litt an mangelhafter Blutzirkulation sowie geringer Tätigkeit der AusschciduiigSorganc. Dadurch stellten sich nervöse Si1che»iungen ew«nie«ngslgefubl. Unruhe, Herzklopfen. Nopsschmerzcn. ledlere monchm.ü so stark, da« c-, uiir nicht möglich war, zu denken AuÄ hatte ich viel an(beschwüren tu leiden.— Schon nach kurzen' Gebrauch Ihr»« Wacholder-ExtrakteS blieben die Kops- schmerze? iveg. de,»opz sowie der ganze lnörper wurden leichter, es stcüle sich die frudere Körpri-wärme ein verbunden mit einer ArbeilS» und Lebensfreude, über die ich seit Jahren nicht mehr versügte. HeUigenstadt. G. Q., Obcrwspetlor. a«i«h«I» 4V«»ckoi«ivi'-F»ti-i*kt Marie„Hedico" ist niemals ausgewoaen, sondern garantiert r««u und frisch nur in Origwal.Packungen k 2)1. i-.so, Ä.50 und für längeren Gebrauch große Blechkanne(sehr vorteUbasl),R.«.—.in. de« B?«g«vivt» und Apotkokvll» erhältlich, wenn nicht,' wende man'sich an Otto Reichel� Berlin 48, Eisenbahnstr. 4. Man achte aber scharf «ms Wort und Marie „Medico" dl« allein für Echt- heil und Güte bürgt. II Mittwoch, den ÄS. Januar, abends S'/, Uhr, in den �„Union-Jestsälen�, Greifswalderftr. SSR— Öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Vortrog des Genossen Dr. Hloaeü über: „Der lchll mche Killdersegen im Arbtiterhllvs!" Ttstussten. Fragebeantlsartung. SSI/17 Ei», ritt fret i Ausnahmen für den Berein werden in dieser Versammlung entgegen» genommen sowie auch beim Borsitzenden Otto Wölke. Brunnenstr. 84. Intel- ei Mekasse der««er Berlins ------------------(frühere Eingeschriebene Hilfstass« Rr. 83).------------------- Donnerstag, den S7. Februar, im„Rosenthaler Hoff', Rosenthaler Otrafte 11/13: s General- Versammlung, is TägeSorbnuugi 1. Rechnungslegung Pro 1913. 2. Bericht über den gegenwärtigen Stand zum Uebertritt zur Lichter- leider Krantenlasse. 8. Neuwahl des GesamworftandeS und Ausschusses. 4 Verschiedenes. c.,. Sämtliche Mitglieder müssen anwesend sei«.-------- 137/1 I. 21. deS Vorstandes: L. Dechaud. RuhcPlatzstr. IS. ösudsniliverker Krankenkasse für Berlin und Umgegend. —(Eingeschriebene Hilsskasse Nr. 11».) Sonntag, den ÄS. Februar, vormittags 10 Uhr: eriteoltiede veoei'üI.Vel'ssmmIullg im Lokal don Fritz Wille, Scbaftianstr. SS. Tagesordnung: 1. Jahresabrechnung deS Kassierers und RevistonSbericht, 2. Vorstands, und«usschußbericht 3. Ersatzwahl des Vorstandes(l. Kassierer, 2. Vorfitzender, t Beisitzer und 4 Eisatzmänner). Wahl des Ausschusses und 4 Ersatzmänner. 4. Wahl eines Hiisskassierer» sür dm Westen 5. Innere Kasienangelegenheiten. 32/1' .> Mitgliedsbuch legitimiert. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Borstand. H. Melzke. NB. In der B ersammwng»anzeige vom l2. d. M. ist der 16. Februar angegeben. Die Versammlung kann umständehalber an diesem Tage nicht stattfinden, sondern am 23. Februar. D. O. Heinrich Pranck Tel.: Amt Ndn 4352. Bruimenstraße 22. 8 bis 7 Uhr geöfiue« Java blattig, gut 90 1 pt Brasil sehr gas ISO Pt Domingo leicht, troaken- 95» Losgul über-' seeisch. 95 pt Carmen blattig 110 Ft Deutscher Textilarbeiter-Verband. Filiale Berlin. Fentral-Arbettsnachwcis: AndreaSstt. 17, in der Geschäfts stelle. Geöffnet 8—1 und 5—7 Uhr,-. Telephon: außer Mittwoch nachmittag. Amt Königstadt Nr. 1873. Mittwoch, den LS. Januar, abendS 9 Uhr, in der»Kvnkordia» (oberer Saal), Sindreasstr. 64: General-Versammlung. � Tagesordnung: 1. Kasten- und Jahresbericht des Vorstandes sowie Berichte der Gelyerbegerichlsbcisitzer und der Vertreter w der GewerlschastSkommission. 2. Neuwahl deS Vorstandes, der Vertreter in der Gewerllchastskommission und deS VergnügungSkomiteeS. 195/2 SjdF1* Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne Buch keinen Eintritt."WG ■_•_ Per Vorstand. Verband der Jßaler, Sackierer, Jlnstreieher ete. Bureau: Melchiorstr. 23, Part. FniJn Dnnlin Arbeitsnachweis: Rückerstr. 9. Fernspr.: Aml Moritzplatz, 4787. t lllulv uffl llll. Fernspr.: Amt Norden, 6798. Küchenmöbel-Branche. Mittwoch, den SS. Januar, abends 6l/s Uhr, in den Mufikersälen, Kaiser-Wilhelm-Str. 1.8m: Sraneken- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Branchenieitung. 2. Neuwahl des ObmannS und der Kommission. 3, Wahl der Tarilvcrhandlungs-Kommisston. 4. Branchen- angelegenheiten. 137/4 Zahlreichen Besuch erwartet Der Obmann. müh- KosUimschneider. Ns Montag, den 37. Januar, abends präzise 8 Uhr, in den»Armin- Hallen", Kommandantenstr. 58/39: Mn-Seieier Di-aeiMiD-lersainlig. Tagesordnung: 1. Der gegenwärtige Stand unserer Lohnbewegung. Resnent: Kollege Kunze. 2. Verschiedenes.' 162/8 SS" Es ist dringend Pflicht jcdeS Kollegen und jeder Kollegin, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Niemand darf sehten. PI« Kommisnlan der Kontttmbranche. Aliwsl Herrenkonfektion. Montag, den 37. Januar. abendS 8'/, Uhr, bei«chalz, Känigsgraben 2: Ätzung fm die gksnmien Hosen- und Utstenschnelder; deS wetteren für die Kollegen der Firmen: Lohn u. Gsrsehlowitz, Freibero u. fierachter, Freiberg u. GrDnwald, Oavidtohn u, Co. pnd Karl Pinn bei Weihnacht, Grünftr. 21: für die Kollegen von 8. Noiehwsnn und Pohl u Schmidt: ExtrAsUirnnK. Vollzähliges Erscheinen erwartet PI« Kommiaaloa. Keue Ressource Jnh. Heinrich Pohland Michaetktrchftr. 39 sstaal mit Bühne sür 250 Personen. leretnszimmer von 10—50 Perf. Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 69. Roman in zwei Bänden 247/6* von Martin Andersen Nex5. Zwei Binde geheftet 8 M., in Balbleineo 10 M. BoullIofiO TttirNnd-eQualltStepro»»»« looSlü» »1. 2.—, 200 6(. 4. 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Januar, abends«'/a Uhr. in KellerS Nene Philharmonie, Köpenicker Straste SS/S?: MitglledersVersammluiig Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten(Stichwahl) zur 14. ordentl. Generalversammlung. 2. Verbandsangelegenheiten. Laut Wahlreglement dürsen nur die Kollegen sich an der Wahl beteiligen, die mit ihren Beiträgen nicht länger als vier Wochen im Rückstand oder denen die Beiträge gestundet sind. V 137/5» ....... Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 0/ Unserm allverchrtcn Kollegen«v | Karl Seidel| sj> die herzlichsten Glück- und <0 Segenswünsche.>0 if) DI« Kollegen d. Firma Undner. jo Spezialarzt f. Haut-, Harn-, Frauenlcideu, nerv. Schwäche, Beintranke jeder Art, Ehrlich Hat«> Kuren in Dl. Homeyer U? Untersuchung., Fäden i. tzarnusw. SI, Spr. lv— 2, 5— 9, Somit. 11— 3. Honorar mäfiig, auch Teilzahl. Separates Tamenzimmer. risnos liefert kiaaoksdriK siik Teilzahlimg sehr preiswert bei massig. ZiDsvergütung. Ueeenseitiee Diskretion Bedingang, Gefl. 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A.-Schw.-B. Montag, den 37. Januar IS1Z. abendS 8>l, Uhr. in der ,�Bittoria-Brauerei. Berlin W, Lützowstrafie 111—113: Öffentliche Versammlung. Vortrag des Genossen Dr. med. Nnbersteln über:„Tie gesundheitlichen Borteile des Badens und Schwimmend". Zu dieser Versammlung sind alle dem Schwimmsport huldigenden Arbeiter und Arbeiterinnen sowie die bürgerlichen Schwimmvereine eingeladen 281 /20__ Per Yomtawd. OrtskrMtnIülffe des Manergwerbts Arhtnng! zu Berlin. Achtung! Dienstag, den SS. Januar 1913. abends 8 Uhr, findet im Gewerkschaftshause,(rngeluser 15(Saal 1) eine Allkeroräentte Kenerslverssmmlung der Vertreter der Kassrnmitglieder und der Arbeitgeber statt. Tagesordnung: Igzzb» 1. Lichtbildervortrag des Herrn Professor Dr. Sommerfeld über „Der Kampf gegen die Tuberkulose«. 2 Abänderung des§ 20 des KassenslalutS und dessen?lbanderuttg. L.' Wahl einer Kommission zur Beratung des nach der' ReichsoersicherungS- ordnung neu zu bearbeitenden Statuts. 4. Verschiedene Mitteilungen forderlich''— Die Teilnahme an den Verhandlungen zu........,„ und 4 der Tagesordnung ist jedoch nur den sur die Jahre 1913/1911 ge. wählten Delegierten gestattet! Berlin, den v. Januar�SL��� � Lebmviuhl. Schristsührer. A. Da-Hu-, Versitzender. '■»«antworttlcher Äedatttlir: Alfred Wkrlepp. Neukölln. Für de» Twelgverel» Rerlin. Sektion der Stukkateure. DienStag. den 4. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelnfer 1», Saal 1: Versammlung. Tagesordnung: 1. Bcschlustsasiiing über einen von 120 Kollegen unterzeichneten Antrag, welcher baldigst die nolwendige Durchführung des obligatorischen Arbeitsnachweises fordert. 2. Die Anträge der Konserenz in Franlsnrt und der Verbandstag in Jena. 3. Wahl der Scltionsleituiig. 4. Verschiedenes. Es ist Psticht aller Kollegen, zu erscheinen. 140/8»__ Ple ScktionKlcitnng. Achtung! Achtung! Montag, den 27. Januar, abends'/z8 Uhr, Eugeluser 15, Saal 5! im Gewerlschastshause, ßtutiMW Oeffcntl. Versammlung. Tagesordnung: Neuwahl für die ausscheidenden Mitglieder deS GehstfenausschusseA gemäss§ 41 des Jnnungsstaluls.• Wahlberechtigt sind die bei JnmmgSmitgliedern belchäsiigten volljährigen Gehilsen, welche sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Wählbar ist jeder Gehilfe, welcher 1. volljährig ist und sich im Befitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. 2". zum Amte eines Schössen sähig ist (§§ 31 und 32 des Gerichtsveriassungsgesetzes), 3. im übrigen dea Anforderungen des§ 129 der Gewerveordnung entspricht. P«r InnnngBVorstand. F. Rettig, Lbermeifter, O., Joachimstr. 13. Per OichUtenaasschnv. I. A.: A. R o st i n. Weissensee, Bertiner Allee 251. Abends l/-SUhr:. � Tagesordnung: Wahl der Gehils-nbeisiser zum Jnnungsschiedsgericht und Stellvertreter für die Jahre 1913 und 1914(§ 3 Ziffer 4 des Jnnungsstatuts und§§ 3 und 4 des Nebenstatuts des JnnnngsausschusseS). Zur Teilnahme an den Wahlen ist nur berechtigt, wer daS 25 Lebens. fahr vollendet hat und seit mindestens einem Jahre im Bezirke des Schieds. gcrichts Wohnung oder Beschäftigung hat. Die Personen, welche zum Amte eines Schöffen unfähig, sind, sind nicht wahlberechtigt. Wählbar zum Milgiiede des Schiedsgerichts ist. wer das 30. Lebensjahr vollendet hat. in dem der Wahl vorangegangen Jahre für sich oder jeine familie Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht empfangen oder ie eiuvtangcne Zlrmennnterstützung zurückerstattet hat und im Bezirke des Schiedsgerichts seit unndestenS zwei Jahren wohnt oder beschäsligt ist. Per- senen, welche zum Amte cnieS»schössen unfähig sind, können nicht berufen werden Per Ci(:I>ntcnaus>«chntt."i»0J I. 21.: Albert R o st i n, Allgehilse, Weissensee, 2180b Berliner Allee 251. tsnr ...... Verwaltung Berlin.■— Tischbranche. Heute Sonntag, de» 26. Januar, vormittags 19 Uhr. bei Reckling, Boxhagener Chaussee 9: vetti'allsnsmälinei'- Versammlung für Berlin und Bororte. Svdo Tischwerkstatt maß vertreten sein. Mltgllkdtr-Nechmlililgkn: Kamm-, Haarschmuck-, Kragenstäbcben- Arbeiter und Arbailerinnen. Morgen Montag, den 27. Januar» abends puuMich 8 Uhr. bei Merkowski Nachf.» Audreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Kommission. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 3. Verbands» und Branchen- angelegenbeiten._ WM- Räch der Versammlung findet ein NcincS Kränzchen statt."Mg Rahmenmacher. Morgen Montag, den 27. Januar, abends 6 Uhr. im Gewerkschaftshause. Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl der Kommission und der Delegierten zur Generalversammlung. Kisfeti' und Koffermaeher. Morgen Montag, den 27. Januar, abends 8 Uhr, in den Audreas-Festsälen. Andreasstr. 21. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Wahl der Kommlsfion. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Branchenangelegenheitcn. Küchenmöbelbranche. Morgen Montag, den 27. Jaunar, abends 6 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Aufstellung der Delegierten zur Generalversammlung. 3. Die Stellung der Unternehmer zum Vertrags- abschluss. 4. Branchen cnigelegenhriien. Maschinenarbeiter. KeM Norden, Moabit und Eharlattenbmg: abends 5»/, Uhr, bei Ka�arowSki. Ravenbstrassc S. Ktzirk Südost, Neukölln, Kritz und Treptow: abends 6 Uhr, im»Rrichenbergcr �iof". Reichen berger Straße 47. Üriith Mmstni, Tmpelhiif, Ulotitnintf, Sdiöurbcig unb ßilwwlsd: Sflitk eftn,«Mchr P«ntf«nb Idtifittftt: S.nÄ; abends 6 Uhr, in den Prachtsälen des Oltens, Frankfurter Allee 151/151. Tagesordnung in allen vier Versammlungen: 1. Bericht über die Berhandlangev mit den Arbeitgebern. 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 3. Branchenangelegen- heilen.__ Klavierarbeiter. Dienstag, den 28. Januar, abends 8 Uhr. im Gewerkschaftshause Engelnfer 15, großer Saal: Tagesordnung: l. Bericht der Branchenkommisfton über ihre Tätigkeit im Jahre 1913. 2. Neuwahl der Branch-nkommisilon. 3. Abrechnung vom Kommers zur Klavierarbeitcrkonsereiiz. 4. Branchen- und Verbandsangelegenheiten. Bodenleger. Mittwoch, de» 29. Januar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelnfer 15, Saal 4(Arbeitslosensaal). Tagesordnung: t.' Wahl der Delegierten zur Generalversammlung.«. Wahl clut£ Kommissivntmitgliedes. 3. Branchenangelegenhciten. Schirmmacher. Mittwoch, den 29. �CrWtr' Korbmacher. Donnerstag, den 30. Januar, abends 8 Ubr, im GewerkschaftS- Hause, Engelufer 1o, Saal 4 sAroeitsloseusaal). Tagesordnung: 1. Bericht der Branchen- und Zentrallommisstou und Neuwahl derselben. 2. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitinfiert in allen Versammlunge»». 78/5 Die Ortsverwaltung. Branche der Jalonsie-Arbeiter. Mittwoch, den 29. Januar, abends 8'/. Uhr, bei Anton Boeker, � Weberstr. 17 �_ Versammlung aller in der Jalousie-Aabrikation berd)äftigtcn Hrbeitcr und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Lorlrag des Genossen Georg Schmidt» .Welche Forderungeu stellen die Gewerkschaften an den Vreusttsche» ________.__-•■■-•__ Lnseratenleik verantw.: TH.Gl»cke, Verlin. Druck».Verlag: Borwärt» Luchdruckerei u. Verlagsanstalt Baut Singer u. Co.. Berlin ZM. Hr. 22, 30. Mgm 3. WllM hes.Fljlllllilts" Kttliller Alkbllltt. S.M., 2«, z« Montag, llen TL] Cln neuer Ohas des Vorstandes der Candesverficberungsanttalt Berlin. Ter Vorstand der Landesversicherungsanstalt Berlin hat es für nötig gehalten, die Patienten in Beelitz mit einer neuen Ver- ordnung zu beunruhigen. Bezogen sich die letzten Erlasse auf die Besuchszeit und auf die Besucher der Anstalt, so hat es dem Vor- stand jetzt die angebliche„Agitation für den„Vorwärts"" angetan. Tie neueste Verordnung lautet: Bekanntmachung. Nachdem durch Beschlußfassung des Gesamtvorstandes die abgeänderte Hausordnung in Ära st getreten ist, nehmen wir Ver- anlaffung, die Pfleglinge der Heilstätten Beelitz auf die Ab- änderung des§ 2 der Hausordnung ausdrücklich hinzuweisen. Hiernach ist insbesondere untersagt: 1. Das Verteilen und Verbreiten von Zeitungen, Broschüren, Flugblättern, Traktätchen usw., desgleichen das Agitieren für das Halten oder Lesen bestimmter Zeitungen. In letzter Zeit sind bei uns mehrfach Klagen darüber eingegangen, daß für das Lesen und das Halten des„Vorwärts" eine lebhafte Agitation entfaltet wird, daß ferner Pfleglinge, welche den„Vorwärts" nicht lesen, gehänselt und beschimpft werden. Wir müssen dieses Verhalten von Pfleglingen aus das schärfste verurteilen. Sollten diese Vorgänge nicht aufhören, so wird der Vorstand von der ihm in§ 2 der Hausordnung eingeräumten Befugnis Gebrauch machen und das Halten beziehungsweise Lesen des„Vorwärts" innerhalb des Bereiches der Heilstätten verbieten. L. Tas Abhalten von Versammlungen jeder Art ohne vor- gängige Genehmigung des ärztlichen Direktors, desgleichen die Ausforderuigz zu Demonstrationen irgendwelcher Art(Absendung von Depeschen, Bcschließung von Resolutionen usw.) und die Be- tciligung an solchen Demonstrationen, die Bildung von Ver- cinigungen und die Beteiligung an solchen Vereinigungen. Jede Ucbertretung dieser Verbote wird unnachsichtlich Mit sofortiger Entlassung geahndet werden. Tie Heilstätten haben den einzigen Zweck: den Versicherten Heilung, Wiederherstellung und Erhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit zu bringen. In den Heilstätten ist kein Raum für politische Agitation, für die Austragung von politischen, religiösen oder sozialen Meinungsverschiedenheiten. Es ist die einmütige Auf- fassung aller Mitglieder der Organe der Landesversicherungs- anstalt Berlin, sowohl der beamteten Mitglieder als der Ver- treter der Aroeitgeber und der Versicherten, daß jegliche Agitation. jegliche Belästigung von andersdenkenden Pfleglingen, jegliche Demonstration von der Heilstätte fernzuhalten ist, und daß die strikteste Befolgung der Hausordnung mit äußerster Strenge durcbzuführell ist. Wir sind der Ueberzeugung, daß die weit überwiegende Mehrzahl aller Pfleglinge jeglicher Verletzung der Hausordnung durchaus abgeneigt ist, und daß nur einzelne unbesonnene, un- ruhige Elemente die anderen Pfleglinge zu Ucbertrctungen ver- leiten. Wir wenden uns an alle besonnenen und ruhigen Elemente mit der dringenden Aufforderung, selbst für Ruhe und Ordnung und für die strikte Befolgung der Bestimmungen der Haus- ordnung Sor'gc zu tragen und unnachsichtlich alle Uebcrtretungen zur Anzeige zu bringen, damit die Schuldigen ausgemerzt werden können. Die Allgemeinheit der Pfleglinge hat durch die Aus- schreitunge» einzelner zu leiden. Je mehr der Vorstand zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Pfleglinge selbst entschlossen sind, keine Störung der Stühe und Ordnung in der Heilstätte zu dulden und allen Ruhestörern energisch entgegenzutreten, um so mehr wird der Vorstand in die Lage versetzt, den Pfleglingen möglichste Bewegungsfreiheit in der Heilstätte zu gewähren und einschränkende Bestimmungen fallen zu lassen. Berlin, den 17. Januar 1913., Landesversicherungsanstalt Berlin.!—* Ter Vorstand. Zunächst sei festgestellt, daß dieser Ukas von den beamteten Vorstandsmitgliedern und den Arbeitgebern des Gesamtvorstandcs beschlossen worden ist, die im Vorstände die Mehrheit bilden. Was den Inhalt des neuesten Erlasses betrifft, so muß be- merkt werden, daß er von falschen Voraussetzungen ausgeht. Es wird da immer gesprochen von dem„Agitieren für das Lesen und das Halten des„Vorwärts"". Wie liegen die Dinge in Wirklichkeit? Ter„Vorwärts" wird von unserer Expedition nur denjenigen Patienten in Beelitz überwiesen, die nachweisen, daß sie vorher in Berlin Abonnenten des„Vorwärts" gewesen sind. Tiefe Patienten erhalten ihren„Vorwärts" während ihres Aufenthaltes in der Heilstätte unentgeltlich überwiesen, genau so wie frühere„Vor- Wärtü"-Abonnenteli. die in anderen Anstalten sich befinden. Lcdig- ■lich der Kontrolle halber, daß nicht jemand den„Vorwärts" be- kommt, der bisher noch nicht Abonnent des„Vortvärts" war. hat sich der Brauch herausgebildet, daß seit Jahren einige Personen in der Heilstätte, die sich ablösen, die Aufgabe übernommen haben, gu prüfen, ob ein Patient, der Anspruch auf Wciterlicferung des „Vorwärts" erhebt, auch früher Abonnent gewesen ist. Patienten. die nicht nachweisen können, daß sie vor ihrem Eintritt in die Heil- statte Abonnenten des„Vorwärts" waren, erhallen den„Vorwärts" wicht geliefert. Hiernach kann doch im Ernst von einem„Agitieren für das Holten und Lese» des„Vorwärts"" nicht gesprochen werden. Unter „Agitieren für dcn„Vorwärts"" kann doch nur verstanden werden. Personen, die noch teine Abonnenten dcS„Vorwärts" sind, zum Halten und Lesen unseres Blattes zu veranlasscu. Tas trifft in Wirtlichlcit gar nicht zu. kaiur auch»ach Lage der Sache nicht zutreffen. Daß Arbeiter, die Abonnenten und Leser des„Vorwärts" waren, dcn lebhaften Wunsch haben, nach ihrer Aufnahme in die Heilstätte auch dort ihr Blatt zu habe», ist eigentlich eine Selbst- Verständlichkeit. Und daß Arbeiter, die ihre Älassenlage begriffen haben, Leser des„Vorwärts" sind, ist ebenso selbstverständlich. Von diesem Standpunkt aus muß sogar dem Vorstand der Landes- Versicherungsanstalt Berlin der schwere Vorwurf gemacht werden, daß er es bisher stets unterlassen hat. von sich aus den„Vorwärts" in der Anstalt auszulegen.„Germania",„Märkische Volkszeitung". „Lokal-Anzeiger". Vossische Zeitung".„Tageblatt" und andere Preßerzcugnisse, die die Verwaltung auslegen läßt, sind eben nicht die geistige Kost, die ein seiner Klassenlagc bewußter Arbeiter genießen will. Die Verwaltung hätte die Pflicht, auch den„Vor- wärt»" offiziell auszulegen. Wir geben dem Vorstand sicher recht, wenn er meint, daß die Heilstätten lediglich bestimmt sind, den kranken Patienten ihre Ge- sundheit u»d Arbeitsfähigkeit wiederzugeben. Aber ein Recht, die Patienten in ihrer Lektüre zu bevormunden, steht der Verwaltung lamiar, grauen--Celeabeu keineswegs zu. Es handelt sich bei den Patienten in der Haupt- fache um erwachsene Männer, die selber wissen, was ihnen frommt. Wenn der Vorstand in seinem Mas von„Belästigung von andersdenkenden Pfleglingen" spricht, so wissen wir nicht, auf welche Tatsache der Vorstand sich stützt. Daß in einer großen An- stalt, in der Patienten verschiedenster Art zusammengewürfelt sind, manches vorkommt, was ungehörig ist, wird sich nie ganz ver- meiden lassen, so sehr unser Wunsch wäre, daß das unterbliebe. Soweit dabei Leser des„Vorwärts" in Frage kommen, haben wir immer gefunden, daß gewerkschaftlich und politisch organisierte Arbeiter schon durch die ihnen anerzogene Disziplin sicherlich in erster Linie dazu beitragen, den Zweck und das Ziel des Aufenthalts in den Heilstätten; zu fördern und sich streng dcn Bestimmungen der Anstalt einzugliedern, wie das auch unserer Meinung nach notwendig ist. Sollten aber auch von solchen Patienten etwa Ungehörigkeiten begangen werden, so werden wir keinen Anstand nehmen, dieses auf das entschiedenste zu mißbilligen. Unseres Erachtcns lag für den Borstand der Lairdcsversicherung kein Anlaß zu einem neuen Ukas vor, der nur geeignet ist, neue Aufregung unter die Patienten zu tragen und damit den Heilerfolg in Frage zu stellen. Wir haben immer betont, daß der lobenswerte Zweck der Heil- statten nur erreicht werden kann, wenn zwischen der Verwaltung der Anstalten und den Patienten gegenseitiges Vertrauen herrscht. Beide Teile sollten alles tun, um diesen Zweck zu erreichen. Durch fortgesetzte Verordnungen und neue Erlasse wird dieser Zweck aber vereitelt. » Die„Berliner Volks-Zeitung". die den Erlaß des Vorstandes abdruckt, begrüßt ihn als einen Erfolg ihrer Denunziationen. die sie vor kurzem in ihrem Blatte veröffentlichte. Sie meint, die erneut veröffentlichten Klagen über den„Terrorismus, der von einzelnen sozialdemokratischen Partcifanatikern anderen Patienten gegenüber in der Heilstätte Beelitz seit Jahr und Tag geübt worden sei", seien auf einen fruchtbaren Boden gefallen. Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie! Selbst wenn es wahr tväre, was die immer mehr arbeiterfeindlich werdende„Volks- Zeitung" fälschlich behauptet, daß Verfehlungen„einzelner Parteifanatikcr" vorlägen, so hätte das Blatt alle Ursache gehabt, gegen einen Ukas Front zu macheu, der zahlreiche erwachsene Menschen unter die Bevormundung dcS Vorstandes der Landes- Versicherungsanstalt Berlin stellen will. Partei-?Zngelegenkeiten. , Zur Lokallistc. In Baumschulenweg hat das Lokal„Speers Jestsäle", Baum- schulenstr. 78, den Inhaber gewechselt. Der jetzige Inhaber August Sauer stellt dasselbe der Arbeiterichaft nach wie Vvr zu den be- kannten Bedingungen zur Verfügung. Folgende Lokale sind in der Lokalliste als frei nach- zutragen: In Blariendorf(T.-B.) das Lokal von Hans Herrmaim,„Nestau- rant zum Schweizerhaus", Großbeerenstraße. In Woltersdorf jdl.-B.) das Wirtshaus„Schloß Woltersdors", Jnh. Fried. Saewert. Zu streichen in der Lokalliste ist das Lokal von Jung in Groß- Schönebeck. _ Die Lokalkommission. 5. Kreis. Heute: Wilhelm-Busch-Abend, Lichtbildervortrag, Sophiensäle._ Niederbarnim. 21m Mittwoch, den 29. Januar, nach mittags 3 Uhr, findet für unseren Kreis im Cafv Bellevuc in Lichtenberg, Haupt- straße 2, eine Geuieindevertreter-Konferenz statt. Tagesordnung: 1. D a s F i rr a n z tv e s e n i n d e r G e m e i n d e. Referent: Stadtverordneter W. D ü tv e l l- Lichtenberg. 2. Kommunale Schulpolitik. Referent: Reichs- tagsabgeordneter Dr. Max Quarck- Frankfurt a. M. Die Konferenz wird pünktlich eröffnet. Zur Teilnahme sind verpflichtet: Unsere Stadtverordneten und Gemeindevertreter, die Bezirksleiter und die Kreis-Vor- standsmitglicder. Parteigenossen haben als Gäste Zutritt, als Legitimaticm ist das Mitgliedsbuch vorzuzeigen. Der Kreis-Vorstand. Neukölln. Am Montag, den 27. Januar, abends präzise S'/o Uhr, findet in Bartsch» Festsälen, großer Saal, der zweite Abend des BortragSkursuS:„Die Sozialdemokratie, was sie ist und toas sie will", Referent Reichstagsabgeordneter Otto Rühle, statt. Die Themen des auf sechs Abende berechneten Kursus sind folgende: 1. Die theoretischen Grundlagen. 2. Die wirtschaftlichen Boraus- setzungen. 3. Die demokratischen Forderungen. 4. Militarismus und Imperialismus. S. Religion und Erziehung, ö. Wirtschaft»- Politik und Steuerlvesen. Da der Referent in durchaus volkstün,- licher, allgemein verständlicher Weise die einzelnen Punkte des Erfurter Programms klar zu legen versteht, ist der Besuch dieses Kursus den Genossen nur dringend zu empfehlen. Karten a 39 Ps. sind am Saäleiiigaiig zu haben. Um deil Funktionären die Teil- nähme an diesem Kursus zu ermöglichen, ist der F r a u c n l e s e- abend auf Dienstag, den 28. Januar, verlegt worden. Eine Aus- nähme machen der 11. Bezirk, Ivo derselbe doch am Montag im Lokal Winter, Kaiier-Friedrich-Str. 143, Ecke Teupitzer Straße, und der 17. Bezirk, wo derselbe am Mittwoch, den 29. Januar, im Lokal Winkler, Bodestraße, Ecke Schierkcstraße, stattfindet. Schöneberg. Am Dienstag, den 23. d. MtL.. abends 8 Uhr: Wahlvereinsversammlung in den„Neuen Rathaussälen", Meininger «trotze 8. Tagesordnung: Die Finanzpolitik der Stadt. Referent: Stadtverordneter Genosse R. Küter. Vereinsangelegenheiten. Ver- schiedeneS. Steglitz. Am Dienstag, den 23. Januar, abends 8'/s Uhr, bei Schellhase. Ahornstr. 15a: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Anträge aus den Bezirken III und X. 2. Bericht vom preußischen Parteitag. Referent: Alfred Scholz-Neukölln. 3. Kassenbericht vom zweiten Ouartal. 4. Wahl der Delegierten zur Kreisgeneral- Versammlung. 6. Verschiedenes. Lankwitz. Morgen abend spricht Dr. Schütte bei Schulz. Mühlen- strage, un zweiten Vortrage über:„Zeitalter der französischen Re- volution". Beginn des Bortrages pünktlich 9 Uhr. Ende 19 Uhr. Da jeder Bortrag ein für sich abgeschlossenes Ganzes bildet, können auch Personen daran teilnehmen, die den ersten Abend versäumt haben. Lichterfelde. Dienstag, den 28. Januar, abends 8'/„ Uhr. im Lokale des Herrn G. Erpel. Berliner Straße 129: Mitgliederver- sammlung des Wahlvereins.— Die Abteilungslisten zur bevor- in Groß'Mn. stehenden Landtagsersatzwahl liegen am 28., 29. und 89. Januar d. I., vormittags 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr im Rathause, Schillerstr. 32, Zimmer 12 aus. Mariendorf. Am Dienstag, den 28. Januar, abends SVa Uhr, in Herolds Festsälen, Chausseestr. 283: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Richard Barth über: „Polizeistaat, Klassenjustiz und Gefängnis". Diskussion. BcreinL- angelegenheiten. Pankow. Der Bildungsausschuß veranstaltet heute einen Thealerabend. Zur Aufführung gelangt:„Die Tochter des Zucht- Häuslers." Regie: Oswald Kretschmer. Anfang 6 Uhr. Eintritt 39 Pf. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Am Dienstag, den 28. Januar, abends Uhr, im Restaurant „Zum Kurfürsten", Berliner Str. 192: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht vom preußischen Parteitag. Referent: Genosse Kubig. Diskussion. Ortsangelegenheiten. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Köpenick. Der Febniar-Zahlabend findet nicht am B., sondern am 12. Februar statt. Nicdcrschönhausen-Nordend. Am Dienstag, den 28. Januar, pünktlich abends 8l/i Uhr, bei Mauke, Charlotten- Ecke Beuthstraßc: Mitgliederversammlung. 1. Bericht vom preußischen Parteitag. Referent: Genosse Taubmann- Weißensee. 2. Verschiedenes. Nicder-Schöneweide. Flughlattverbreitung um 7 Uhr von den Bezirlslokalen ans. Spandau-Nonnendamm. Der Bezirk Nonnendamm veranstaltet heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, eine Besichtsgung der Ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt Charlottenburg, Fraunhofer- straße 11/12. Abmarsch pünktlich 2 Uhr. vom Lokal Kant, Siemens- straße. Nachzügler 3 Uhr vor dem AusstellungSgebäude. Gäste sind willkommen._ Berliner JVaebriebten. Die SanitätSPolizei und die Pesthöhle am Kröges. Unsere Veröffentlichungen über die Zustände am Kröge! haben die Sanitätspolizei zu einer Revision veranlaßt. Ilebcr diese Revision meldet eine aus polizeilicher Quelle informierte Korrespondenz: „Dem Kröge! stattete Freitagbormittag die WohnuugS- und Sanitätspolizei einen Besuch ab. Nachdem belannt geworden war, daß der Pächter des Grundstücks Am Kröge! 1 die Räume des Gebäudes zu einem Logierhaus eingerichtet hatte und an Schlaf- burschen weiter vermietet, sah sie sich die einzelnen Zimmer daraufhin einmal genauer an. Sie machte dabei die Entdeckung, daß mehrere Räume den Anforderungen in sanitärer Hinsicht nicht entsprachen. Es waren dies nach hinten belegene kleine Räume, die nur als Lagerräume Verwendung finden dürfen. Deren Benutzung als Schlafräume wurde dem Pächter deshalb untersagt. Die vorderen Zimmer entsprechen zwar den Vor- schritten der Wohnungspolizei, doch hat hier die Feuerwehr noch cm Wort mitzusprechen, da sie nach ihrer Lage wohl kaum als ständige Wohnstätten benutzt werden dürfen. Das Grundstück ist dem Manne auch nicht zum Betrieb eines Logierhauses verpachtet worden. Zuerst benutzte dieser sie auch zu anderen Zwecken. Erst später kam er darauf, daraus ein Logishaus zu machen." Wenn dieser Bericht zutreffen sollte, so ist unsere Sanitäts- Polizei sehr bescheiden. Das muß umsomehr auffallen, wenn mau bedenkt, welche Anforderungen die Baupolizei zu stellen weiß, wenn es sich um Einrichtung unserer Jugendheime handelt._ *)'i Beschäftigung Obdachloser durch die Stadt Berlin... � Die städtische Verwaltung Berlins hatte im Jahre 1998 den Versuch gemacht, arbeitswilligen Obdach- und Arbeitslose», die das städtische Obdach aufsuchten, gegen Verpflegung und Unterkunft sowie Entgelt Beschäftigung auf den städtischen Rieselgütcrn zu gewähren. Dieser Versuch mußte mit Rücksicht auf die geringen Leistungen und das Verhalten der Leute aufgegeben werden. Ter Magistrat hat auf vielfache Anregungen aus den verschiedensten Kreisen der Bevölkerung, für eine Beschäftigung der Obdachlosen zu sorgen, auf Vorschlag der Obdachlosen-Verwaltuug in seiner Sitzung am Freitag beschlossen, den Versuch zu wiederholen. Es sollen vorläufig tu Neubeereu und Heincrsdorf zirka 339 Arbeits- Plätze bereitgestellt und, falls der Versuch sich bewährt, noch anders Ricgelgüter hierzu in Aussicht genommen werden. Ein städtisches Wohlfahrtsamt für Kinderfllrsorge. Eine gemischte Deputation, die im Februar vergangenen Jahres eingesetzt war, um die Errichtung von Walderholungsstätten für Kinder zu beraten, hat am Sonnabend ihre Beratungen beendet. Der Deputation lag ein Antrag des Genossen Dr. Weyl vor, ein städtisches Wohlfahrtsamt für Kinder silrsorge zu errichte». Die gegenwärtig über verschiedene Deputationen ver» teilte Jugendfürsorge sollte künftig konzentriert werden. Auch die private Liebestätigkcit könute diesem Amte angegliedert werden. Die Fürsorge für obdachlose Jugendliche, der Ausbau der Säug- lingspflegc über das eigentliche«äuglingsalter hinaus, die Für» sorge für die Schulentlassenen und nicht zuletzt eine wirtsame Kon- trolle des Kinderschutze» harren bei uns noch einer nachdrücklichen und großzügigen Organisation. Eine Minderheit der Deputation lvar nur für eine AuSkunftsstclle zu habe», weil sie. wie üblich, die Konsequenzen fürchtete. Die Mehrheit nahm den oben skizzierten Antrag auf Schaffung c i n c S Wohlfahrtsamtes für K i ude rf ü r s o r g e an mit der vom Bürgermeister Dr. Reicke angefügten Modifikation, wonach dieses Amt eine Vermittelungsstelle für die staatlichen, siädtischcn und privaten Fürsorgebcstrcbungcn abgeben soll, Die Gross-Berliner Post am 27. Januar. Die Post- anstaltetl des Ober- Postdirektionsbezirks Berlin sind am 27. Januar, dem Geburtstage des Kaisers, von 8 bis 9 Uhr vormittags, 12 bis 1 Uhr und 5 bis 7 Uhr nachmittags für dcn Verkehr mit dem Publikum geöffnet. Das Postscheckamt hält seine Zahlstelle von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr nach- mittags für den Verkehr mit dem Publikum offen. Der Buchungsschluß tritt um 12 Uhr mittags ein. Eine Bestellung von Briefen findet nur zweimal vormittags statt. Geld und Pakete werden nur einmal, ebenfalls am Vormittag bestellt. Ein Denkmal für den Genossen Paul Singer soll in Kürze auf dem städtischen Friedhofe in FriedrichSfelde zur Ausstellung gelangen. Die Vorarbeiten sind soweit gediehen, daß man hofft, das Denkmal am Todestage, am 2. Februar, der Oeffentlichkeit übergeben zu können. Nähere? wird noch mitgeteilt lverden. Für die Speisung bedürftiger Schulkinder in dem laufenden Etatsjahr hatten die städtischen Behörden dem Verein für Kinder- Voltsküchen den Betrag von 159 990 M. ausgesetzt. Die Zahl der an solche Kinder ausgegebenen Mittagsportioncn ist ständig gc- wachsen. Während im Jahre 1919 rund 955 999 verabreicht wurden, stieg die Zahl im Jahre 191 l bereits auf 1 149 999 Portionen. Im laufenden Etatsjahre wurden bis Ende Dezember rund 1082 890 MittagZmahlzeiten ausgegeben. Man rechnet damit, daß in den Monaten Januar bis März noch rund 450 000 Portionen zu verabreichen sein werden. Mit Rücksicht auf die ständig wachsenden Anforderungen für die Schulspeisung hat sich der Magistrat veo- anlaszt gesehen, die für diese Zioeckc in den nächstjährigen Etat einzustellende Summe um 40 000 M. zu erhöhen und in den Etat den Betrag von 170 000 M. für die Speisung bedürftiger Schul- kinder aufzunehmen. Reue Mittel zur Förderung der WohnungsfUrsorge. Zu unserer Mitteilung über die der Stadt Berlin als Universalerbin des Fräulein Johanna Etuttmeister zugefallene Erbschaft wird mitgeteilt, dag der Magistrat die Verwendung des nach Abzug der Legate und Stiftungen verbleibenden Vermögens für Zwecke der Wohnungsfürsorge in Erwägung ziehen will. Nach den Bcstim- niungen der Erblasserin soll, wie wir bereits berichteten, mit diesem Kapital eine Wvhltätigkeit-anstalt unter dem Namen:..Hermann und Hanna Stuttmeistcr-Stiftung" errichtet werden, deren Art und Charakter nach Mastgabe dringender Bedürfnisse und zum Zwecke der Milderung von menschlicher Not und Elend festzustcUen ist. Die Verwendung der Erträge dieser Stiftung für die Woh- nungsfürsorge würde demnach den Wünschen der Stifterin cnt- sprechen. Man schätzt die für die Stiftung verbleibende Summe aus zirka% Millionen Mark. Die Zinsen eines solchen Kapitals würden für die Zwecke der Wohnungsfürsorge einen namhaften Zu schust bringen. Die Preise für Koks gehen ununterbrochen in die Höhe. Noch vor wenigen Jahren konnte man guten Gasloks mit 7ö Pf. pro Hektoliter kaufen. Heute kostet er fast daS Doppelte. Die Nachfrage noch gutem Koks wird infolge der Einführung von Zentralheizungen lind durch die Zunahme von Kücheiianlagen und Fabrikbetrieben mit Ocfen für KokSheiznng immer groster. Mit dem Sauerstoffapparat hatte die Feuerwehr am Freitag nachmittag zu arbeiten, um eine in der Driesenec Stratze 15 wohnende Frau K. und deren zwei Kinder, die Gas eingeatmet hatten, wieder ins Leben zurückzurufen. Wie es heißt, hatten Familienzwistigkeiten die stark erregbare Frau K. zu dem Entschluh getrieben, mit ihren Kindern in den Tod zu gehen. Es scheint außerdem viel.Hausklatsch im Spiele zu sein. Die Bemühungen der Feuerwehr hatten Erfolg. Frau K. fand Aufnahme in der Eharite. Ein Vankdefraudant wurde am Freitag durch das Polizei- Bezirksamt Berlin-Mittc verhastet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Einem Kunden einer Großbank fiel es auf, daß sein Kontoauszug, den er jetzt nach Abschluß des Jahres zugesandt erhalten hatte, mit seinen Aufzeichnungen nicht stimmte. Danach handelte es sich um einen Unterschied von 10 000 M. zu seinen Ungunsten. Eine Prüfung bei der Bank ergab, daß Wertpapiere in dieser Höhe, die der Kunde in einem offenen Depot hinterlegt hatte, verschwunden waren. Die Bank benachrichtigte jetzt die Kriminalpolizei. Die Ermittelungen ergaben, daß ein 38 Jahre alter Bankbuchhalter T. aus Tempelhof den Diebstahl begangen hatte. T. hatte die Wertpapiere an sich genommen und verkauft, um seine Braut, die ebenso wie er mittellos war, heiraten zu können. Nachdem er für das Geld eine Wohnungseinrichtung und die nötige Ausstattung gekauft hatte, heiratete er denn auch. Es gelang ihm bis jetzt immer, den Diebstahl zu verschleiern, weil er selbst zu den Stichproben hinzugezogen wurde. Die Bank er- klärte sich sofort bereit, dem Kunden den Schaden wieder gutzw machen. Der Beamte mutzte seine junge Frau und die neue Wohnung verlassen und den Weg zur Polizei antreten. Schausenstcreinbrcchcr statteten in der Nacht zum Sonnabend dem Klempncrmeister Otto Ulm in der Gartenstraße einen Besuch ab. Sie zertrümmerten das Schaufenster seines an der Ecke der Berg, und Gartenstraße belegenen Ladens und stahlen einen Teil der Auslagen. Mit der Beute entkamen sie unbemerkt. Diebstöhle in der Fortbildungsschule. Uns wird geschrieben: An und für sich hat cS der Lehrling und jugendliche Arbeiter ziem- lich schlecht-, lange Arbeitszeit, geringer Lohn und viel Aerger sind sein tägliches Zubrot, und kärglich werden ihm die Freuden des Daseins zugemessen. Die Eltern müssen alles tun, um ihre Stifte glücklich durchzubringen. Ist! die Arbeitsstelle ctivas weit entfernt. so wird wohl mit Ach und Krach ein Fahrrad angeschafft und auch zu den Wegen nach der Fortbildungsschule benutzt. Aber hiermit sängt das Malheur an; die Unterbringung der Fahrräder ist sehr. sehr mangelhaft. Irgendein Kohlcnkellcr mutz herhalten. Es ist zwar so etwas ähnliches wie eine Tür vorhanden, aber mangelhaft und unvollkommen ist der ganze Zuschnitt. Fortgesetzt kommen Klagen über Diebstähle. Oft kommt es vor, daß aus dem Schul- gcbäude Fahrräder gestohlen werden. So sind innerhalb kurzer Zeit aus der Fachschule für Schneider in der Georgenkirchstratze rund und nett über ein Dutzend Fahrräder abhanden gekommen, trotz Polizei und Aufsichtsorganen. Erst am Freitag ist daö lviedcr zwei Schneiderlehrlingen passiert. Der Heizer hat die zlvei Männer mit den Rädern fortgehen sehen, er hat sich aber nichts dabei gedacht. Und auch der Schuldicncr hat nichts gemerkt. Nun fragen ivir unsere hochwohllöbliche Stadtverwaltung, ob sich hier gar nichts tun läßt, um dem Skandal abzuhelfen. Es läßt sich doch durch die Ausgabe von Marken eine durchaus sichere Kon- trolle ermöglichen. Die Kosten könneil doch wirklich nicht den Zu- sammenbruch der städtischen Finanzen herbeiführen. Eventuell würden gern die Eltern der Schüler dazu beisteuern,� denn das ist immer noch besser, als wenn alle 3 oder 4 Monate ein neues Rad angeschafft werden muß, weil die Schulverwaltung ihre Pflicht ver- nachlässigt. Als ein fahnenflüchtiger Musiker entpuppte sich ein Schlaf- stellendieb, über dessen Auftreten wir vor einiger Zeit berichteten. Der Musiker Hickethier vom 8. Chevauleger-Ncgimcnt in Dillingen in Bayern sprach in seiner Uniform bei Schlafstellenvermieterinnen vor und sagte, daß er im Austrage des Kapellmeisters einer 20 Mann starken Militärkapelle komme, um für seine Kameraden für die Zeit ihres Hierseins Schlafstellen zu mieten. Die Wir- tinnen setzten keinen Zweifel in seinen Angaben und zeigten ihm gern die vermietbaren Schlafgelegenheiten. Diese besichtigte der Musiker sehr eingehend und nahm dabei jede Gelegenheit zum Stehlen wahr. Es gelang jetzt der Kriminalpolizei, den Dieb in der Person des desertierten Musikers Hickethier zu ermitteln und festzunehmen. Großfeuer am Spittelmarkt. Wegen eines großen Dachstuhl- blandes wurde die Feuerwehr gestern früh kurz nach 0 Uhr nach der Kurstratze 32, Ecke Kreuzstraße, unweit des Spitlelmarktcs ge- rufen. Als die Züge 1 und 4 eintrafen, stand der Dachstuhl an beiden Straßenfronten schon vollständig in Flammen. Der Lösch- angriff gestaltete sich recht schwierig, da das enge Treppenhaus voll- ständig verqualmt war und der Haupthcrd des Feuers an der vorderen Ecke des Dachstuhles lag. Während einige Mannschaften von einer in der Höhe dcS vierten Stocks an der Hofseite untergebrachten Galerie aus unter Benutzung von Steckleitern das Schieferdach einschlugen, um Luft zu schaffen, wurden in der Kur- und Kreuzstraße zwei mechanische Leitern errichtet, über die hinweg mit vier Danipfspritzcncohren Wasser gegeben wurde. Es dauerte aber über eine Stunde, che die Gewalt des Brandes gc- bröchcn war. Der Dachstuhl ist an der Kurstratze in sechs Fenster Front und an der Krcuzstratze in vier Fenster Front vollständig niedergebrannt. Die Nachlösch- und Aufräumungsarbeitcn nahmen dann noch über drei Stunden in Anspruch. Die Mieter verhielten sich'während des Brandes trotz der Rauchentwickelnng ruhig, so daß Unfälle nicht vorgekommen sind, lieber die Ursache des Feuers war nichts mehr festzustellen, da es bei der Entdeckung schon zu weit vorgeschritten war. Taubendiebstähle scheinen die Spezialität einer Bande zu sein, die iv der letzten Zeit aa verschiedeum Stellen aulgetreten ist. Erst dieser Tage wurden einem Kaufmann in Pankow eine große Anzahl sehr wertvoller Tauben gestohlen. Jetzt gelangte wieder ein neuer derartiger Diebstahl zur Anzeige. Einem Möbelpoliermeister in der Wiener Straße 33 wurden 03 Flugtauben vom Boden, der erbrochen wurde, gestohlen. Wahrscheinlich haben die Spitzbuben die �Tiere in Säcke gesteckt und fortgeschleppt. 13 Stück, die sie zurückließen, scheinen sie nicht mehr haben wegschaffen können. Die gestohlenen Tauben tragen zum größten Teil am rechten Fuß einen Aluminiumring mit der Äusschrift N. Andre. Aus beiden Flügeln sind sie mit blauschwarzer Farbe gezeichnet. Im Beruf verunglückt ist Freitag vormittag der 33 Jahre alte Telcphonarbciter Franz Wolczewski aus der Raumerstr. 15. Wolczewski war vom Bauamt III beauftragt worden, mit anderen Tclephonarbeitern Ausbesserungen auf dem Dach des Eckhauses Wolliner und Rheinsberger Straße vorzunehmen. Als er auf dem Boden eine Leiter bestieg, um durch die Luke auf das Dach zu steigen, brach diese, und er fiel so unglücklich, daß er sick eine schwere Gehirnerschütterung zuzog. Nachdem ihm auf der Hilfs- wache in der Gaudystratze die erste Hilfe geleistet worden war, brachte man ihn nach dem Virchow-Krankcnhaus, wo er in be denklichem Zustande daniederliegt. Für Arbeiterschwimmer. Um die Agitation besser betreiben zu können, haben sich die Berliner Arbeiterschwimmvereine zu einem Verein zusammengeschlossen, welcher den Namen A r b e i t c r- S ch w i m m v e r e i n Berlin führt. Zwecks Grün dung einer neuen Abteilung für den Stadtteil Dennewitzstraße findet am Montag, den 27., eine öffentliche Versammlung statt (siehe Jnserat>. Anfragen zwecks Aufnahme usw. sind zu richten an Georg Lücke, Berlin-Reinickendorf, Residenzstr. 109. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be- Nutzung für jedermann, SO., Adalbertstr. 41. Geöffnet werk- täglich von 514— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9—1 Uhr und 3—0 Uhr. In dem Lesesaal liegen zurzeit 005 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung ans. Zcugengesuch. Am Sonntag, den 28. Juli, ertrank im Teltow- kanal bei Baumschulenweg unter eigenartigen Umständen ein junger Mann, der dort badete und von einem jungen Manne an der Leine gehalten wurde. Personen, die den Vorfall beobachtet haben, ins- besondere in dem Augenblick, da ein Gendarm zukam, werden um Angabe ihrer Adressen an Holzenleiter, Neukölln, Teupitzer Str. 13/14, gebeten. Der Männrrchor„Fichte-Grorginia 1879"(M. d. D. A.-S.-B-j, Chormeister Th. Gervais, gibt am heutigen Sonntag in der Sing- akademie sein zweites Winterkonzert. Mitwirkende: Frl. Gertrud Jankc, Konzert- und Oratoriensängerin(Alt) und Organist Herr Adolf Haensgen, Orgel und Flügel. Anfang präzise 7)4 Uhr. Vorort- f�admedten. Friedenau. Eine Sozialistendcbatte entspann sich' in unserem Torfparia- mcnt gelegentlich der Beratung des Antrages betr. Errichtung einer Landkrankenkassc. Zur allgemeinen Ueberraschung zog gleich zu Anfang der Sitzung der Gemeindevorsteher im Auftrag des Ge- ineindevorstandeS die Vorlage, zu deren Begründung, wie bereits in»„Vorwärts" berichtet wurde, die ungeheuerlichsten Argumente hatten herhalten mußten, zurück. Wer nun- annahm, die Herren hätten sich überzeugt, daß die Errichtung der Landkrankenkasse eine Schädigung insbesondere der Dienstboten, der Landarbeiter und Heimarbeiterinnen bedeutet, hatte sich getäuscht. Ganz nebenbei entschlüpfte dem Bürgermeister der wahre Grund dieses Manövers. Es war ihm nämlich kurz vor der Sitzung die Mitteilung einer vorgesetzten Behörde zugegangen, daß in den Gemeinden, die bis zum 2. Februar noch nicht zu dieser Frage Stellung genommen haben, eine Landkrankcickasse auf Anordnung des Oberversicherungs- amts errichtet werde; auch sei es möglich, daß die Friedenaner Dienstboten einer vom Kreise zu errichtenden Kasse zugewiesen würden. Da nun dem Gcmeindevorstand die Annahme der Vor- läge durch die Gemeindevertretung zweifelhaft erschien, versuchte man, durch Zurückziehen derselben, die Angelegenheit der Eni- scheidung der Gemeindevertretung zu entziehen und die Laicd- trankenkasse vom Oberversicherungsamt dekretieren zu lassen. Genosse Richter sowie der Gemeindeverordnete Kalkbrenner durch- chauten diesen Trick und beantragten:„Die Gemeindevertretung wolle beschließen, von der Errichtung einer Landkrankenkasse für Friedenau abzusehen." Beide Antragsteller sowie der Gemeinde- verordnete Berger gingen dem Gemcindevorstand zu Leibe. Die Herren mußten sich sagen lassen, daß die Vorlage in einer derartig leichtfertigen Weise begründet sei. daß sie auf einen Gemeindevcr- ordneten, dem ausschließlich das Wohl der Allgemeinheit am Herzen lige, keiiwn Eindruck machen könne. Herr Kalkbrcnner betonte, daß es tief bedauerlich sei, wenn eine Gemeinde vor den Toren Berlins aus politischen Gründen die Jntcrssen der arbeitenden Bevölkerung aufs schwerste verletzt. Könne nian zur Bekämpfung der Sozial- dcmokratic keine anderen Mittel aufweisen, so solle man diesen Kampf von vornherein als verloren aufgeben. Herr Berger, der als Delegierter der Unternehmer selbst Mitglied der Generalvcr- -ämmlnng der Ortslrankcnkasse ist, stellte sest, daß er, trotzdem er die Vorgänge in der Kasse eifrig verfolge, noch nie gemerkt habe, daß in der Örtskrankenkassc Varteipolitik getrieben würde. Es blieb nunmehr dem Gemeindcichdffen Herrn v. Wrochem vorbehalten, das auszusprechen, was die Klügeren unter den Herren sorgfältig verschweigen. Nachdem er in recht auffälliger Weise den Herrn Kalkbrenner, der Regierungsangestellter ist und mit ihm im Vor- tand des fortschrittlichen Vereins Friedenau sitzt, des Paktiirens nit der Sozialdemokratie beschuldigt, machte er seinem von ZatriotismnS triefenden Herzen Luft. Die Krankenkassen seien ozialdemokratischc Organisationen und jeder, der damit in Be- rührung gebracht werde, sei im Handumdrehen ein Roter. Also habe die Gemeinde die Pflicht, der'Ortskrankenkasse durch eine neue Kassengründung die Mitglieder abzujagen. Nach diesen Leistungen produzierte sich Herr Bürgermeister Walaer als kluger Nationalökonom. Er erzählte den andächtig lauschenden Zuhörern, daß der Zukunftsstaat der Roten einmal kommen werde. Mit Grausen sehe er die Zeit nahen, in der die Küchenfeen den Acht- stundentag erkämpft haben, in der sie Tarifverträge mit den ~crrschafteil abschließen, in denen für jede Uebcrstunde 25 Proz. Zuschlag festgesetzt seien. Als Oberhaupt eines bürgerlichen Gc- meinwesens habe er die Pflicht, die Sache hintanzuhalten. Als Ucbcrgangsstation in diese, für die Herrschaften wenig erstrebens- werten Verhältnisse denkt er sich die Landkrankenkasse. Wenn auch, wie er resigniert klagte, darin der rote Bazillus die Dienstboten nach und nach erfaßt, so werde es doch wesentlich länger dauern, als wenn sie in der Örtskrankenkassc versichert wären. Die Rentabilität der Landkrankenkasse sei, wie er mit einer wahllos zu- ämmengestellten Zahlenreihe nachzuweisen suchte, gesichert. Genosse Richter ging, um die Wirkung der Bürgcrmeisterrcde nicht abzuschwächen, nicht aus die Zukunftsprophezeiungecc des Herrn Walgcr ein. Er wies darauf hin, daß die angeführten Zahlen vor den Äugen eines Praktikers nicht standhalten würden und daß die Kasse jährlich einen erheblichen Zuschuß von der Gemeinde er- fordern würde. Er zeigte an der heutigen Stellungnahme des Gcmeindevorstandcs, was von den Beteuerungen der politischen Neutralität des Genie, ndevorstandes, von der bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit gefaselt werde, zu halten sei. Nach- dem unser Redner noch dem Herrn v. Wrochem die verdiente Züchtigung hatte zuteil werden lassen, trat der bekannte Wissen- schaftler für exakte Wirtschnftsforschung i la Bernhard. Herr Dr. Tänzlcr, aus seine Art für die Landkrankeükassc ein. Nach langer Debatte, in der die Herren Kalkbrenner und Bcrgcr nochmals eindrücklich gegen die Gründe des Gcmcindcvorstandes Sturm liefen, wurde, nachdem vom Gemeiildevorstcher die Wciter- beratung der Angelegenheit in der nächsten Sitzung versprochen war. der Antrag KaMrenner dis dahin zurückgezogen, Steglitz-Friedenau. Eine Schulentlassungsfeicr ist vom Bildungsausschuß für Sonntag, de» 30. März, geplant. Allen kirchlichen Zeremonien fern, soll den Kindern, die zu Ostern die Schule verlassen, eine der Bedeutung dieses Lebensabschnittes würdige Feier geboten worden. Eltern, die keinen Wert auf die kirchliche Konfirmation ihrer Kinder legen und sich an der Feier beteiligen wollen, werden ersucht, hre Adresse den Genossen Wilhelm Pieck, Steglitz, Harden- bergslratze 2, und Robert Buth, Friedenau, Rheingausträße 20, mitzuteilen. Es soll mit den Eltern eine Besprechung über die Vorbereitung der Feier stattfinden. Neukölln. Im Bolkskindergarten, Kirchgasse 3, werden Kinder von 3 bis 6 Jähren aufgenommen, bei Geschwistern werden im Alter Aus- nähmen gemacht. Der Kindergarten ist den ganzen Tag: im Winter von 8 Uhr morgens bis 0 Uhr abends(Sonnabends bis 5 Uhr abends) geöffnet. Die Kleinen werde» im Spiel unterhalten und auch Iii nützlichen Arbeiten unterrichtet. Die Kosten betragen nionatlich pro Kind 1,00 M. oder 40 Pf. die Wockc. Bei Ge- schwistern wird für-das zweite Kind die Hälfte des Beitrages er» hoben; auch sind Freistellen vorhanden, und zwar 10 Proz. ganze und 5 Proz. halbe. Die Portion Mittagessen kostet 10 Pf., ein Viertelliter gute Milch 5 Pf. Dem Kindergarten, dessen Räume neu renoviert sind, steht eine tüchtige Leiterin bevor. Ein Schlafstellendieb treibt gegenwärtig sein Unwesen. Bei einer Frau Th. in der Hcrinanilstraße mielete ein junger Mann eine Schlafstelle. Er ließ sich zunächst Waschwasser geben, um sich zu reinigen. Bald darauf empfahl er sich auf Nimmerwiedersehen. Da nun gerade ein neuer Jackettanzug in dem Zimmer vorhanden war, so nahm er ihn mit.— Bei Frau B. in der Herrfurthstraße mietete anscheinend derselbe etwa 24 Jahre alte Mensch ebenfalls eine Schlafstelle. Auch hier machte er erst eine Reinigungskur durch, um bald darauf mit einem Ulster und einer dunklen Hose, welche zusammen einen Wert voi 75 M. hatten, zu verschwinden.— Das Schlimmste bei-der Sache ist, daß selbst arme Arbeiter ihre wenigen Wertsachen dabei verlieren. Schlafstellcnvcrmietern ist zu empfeh- len, auf den Dicb zu achten. Steglitz. Der vorgestrigen Gemcindevcrtrctcrsitzung machte der Gemeinde- Vorsteher die Mitteilung, daß der Vertrag mit den Charlottenburger Wasserwerken gekündigt worden ist und also im Jahre 1916 erlischt. Ucbcc den Staird der Vorarbeiten für das eigene Wasserwerk soll die Vertretung demnächst Mitteilung erhalten. Eine Anzahl Jntrr- essenten hat beim Gemeindevorstand beantragt, für die Grunewald- bahn Jahreskarten einzuführen. Ter Gcmeindevorstand be- antragt, den Preis auf 40 M. festzusetzen. Genosse Atzmanu führte hierzu aus. daß grundsätzliich gegen eine Verbilligung des Verkehrs nichts einzuwenden sei; es dürfe aber nicht zu einer Bevorzugung einer kleinen Anzahl von Personen führen, wie im vorliegenden �Falle, wo die Fahrpreisermäßigung nur Leuten zugute komme, die in der günstigen Lage seien, 40 M. auf einmal für eine Fahrkarte auszugeben. Wenn man die Preise für Monats- karten und Arbeiterwochenkarten in Vergleich stelle, dann stelle sich heraus, daß den Jahresabonnenten eine Ermäßigung von rund 35 Proz. gewährt werden solle. Das halte er für ungerecht und beantrage deshalb, den Antrag an den Verkehrsausschuß zu ver- weisen, mit dem Auftrage, auch für Ermäßigung der Preise von Monats- und Arbeiterwochenkarten entsprechende Vorschläge zu machen. Dieser Antrag wurde von verschiedenen Seiten mit recht schiefen Argumenten bekämpft und schließlich abgelehnt. Hierauf wurde der Antrag des Gemeindevorstandes angenommen, jedoch mit der ausdrücklichen Feststellung, daß die Jahreskarten nur für die Strecke Bahnhof Steglitz— Grunewald gelten, anstatt für die ganze Strecke, wie es im Antrag hieß. Den von der Stadt Schöne» berg und der Gemeinde Mvriendorf aufgestellten Bebauungs» planen für das an Steglitz angrenzende Gelände wurde zu» gestimmt. Zur Aufnahme einer Wohnungsstatistik wurden 1000 M. bewilligt. Der vorgelegte Nachtrag zur Polizeiverordnung betr. den Verkehr mit Kuhmilch und Sahne wurde an den Amtsvorstehcr zurückverwiesen, mit dem Ersuchen, den Text präziser abzufassen. Dem Antrag des Gemeindevorstandes, von der Gründung einer Landkrankenkass« abzusehen, stimmte die Ver- sammlung zu. Auf der Tagesordnung der geheimen Sitzung stand u. a. ein Antrag auf Beschlußfassung über den> Vertrag mit der Großen Berliner Straßenbahn über den Bau und Betrieb von Straßenbahnlinien in der Bisniarckstraße, sowie über die Fortführung der gleislosen Bahn und Be- willigung der hierzu erforderlichen Mittel. Weihensee. Aus der Gemeindevertretung. Der Bürgermeister teilte mit, daß das Staatslninistcrium die Hergäbe von zweiten Hhpotheten durch die Gemeinde genehmigt habe, allerdings müsse eine Gc- nosscnschaft gebildet werden, ähnlich wie in Schöneberg. Die be- treffenden Statuten sollen in einer der nächsten Sitzungen beraten und beschlossen werden. An Beiträgen zur Altcrszulagekaffe der Volksschullehrpcrsonen sind nach dem Berteilungsplan 74 053 M. gefordert. Für die Volksschullchrer-Witwen- und-Waisenkasse ist der Betrag von 4278,90 M. ausgeworfen. Am 1. April 1913 soll die Zahnpflege in den Schulen eingeführt werden. Die Erwitte» lungen des Gemeindearztes haben ergeben, daß 95 Proz. aller Schulkinder schadhafte Zähne besitzen, deshalb sollen für diesen Zweck 1000 M. in den nächsten Etat eingesetzt werden. Von unseren Genossen wurde angeführt, daß diese Summe viel zu ge- ring sei. es müsse daher in Zukunft der weitere Ausbau der Zahn- pflege im Interesse der Volkswohlfahrt vorgenommen werden. Bei der Neuwahl der Mitglieder der Gcsundheitskommission wurden die Genossen Frentz und Fuhrmann wiedergewählt. Für die höheren Knabenanstalten wurden zum 1. April 1913 zwei neue Oberlehrer- stellen und eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle besetzt. Die vom Landrat erteilte Bauerlaubnis für eine Geflügelmästerci in der Pistoriusstraße wurde von der Vertretung einstimmig gemißbilligt. Die Belästigung der Anwohner sei so groß, daß man diese land- rätliche Bestimmung nicht verstehe, zumal auch das Krankenhaus sich in unmittelbarer Nähe befindet; wie einer der Herren noch ganz besonders betonte, fühlen sich sogar die Kirchgänger belästigt. An den Postfiskus soll ein 2000 Quadratmeter großes Terrain zum Bau eines Postgebändes an der Tasso- und Charlottenburger Straße zum Preise von 102 000 W. frei von Anliegerpreisen ver- kaust werden. Herr Tcichert wunderte sich, daß unsere Genossen hierbei für den Verkauf des Gebäudes stimmten, da sie doch sonst jeden Verkauf ablehnten. Er bekam die prompte Antwort, daß wir für den Zukunstsstaat ia das Postgebaude eventuell gebrauchen, deshalb die Abweichung von den Gepflogenheiten. Fohanni-stlial. Abgerutscht ist Her>! v-~ rüt schier mit seiner Beleidigungsklage gegen unseren Genossen D u h ring. Wie noch erinnerlich sein dürste, griff Herr v. Trutschicr am 14. November bei der Fleischteuernngsdcbatte wieder gewohnheitsgemäß die Sozialdcmo» kratie an und nannte diese die Partei des Klassenhasscs. Genosse Dühring sagte am«chlussc>cincr Entgegnung:„Ein Mann von �Shre und Charakter sagt ,o etwas nicht". Das Amtsgericht zu Köpenick lehnte den Klageantrag sowie auch die Widerklage ab. uidem es Dührmg die Wahrung berechtigter Interessen zuerkannte. Eichtvaldc. Ter„Nachlas," des nach Unierschlagung amtlicher Gelder gc» flüchtete» Zahlmeisters der Landgcndarincric und Gemeiiidever» treters Wilhelm Bürger gelangte vorgestern iFrcitag) nach. mittag im Lindnerschcn Lokal durch den Gerichtsvollzieher zur öffentlichen Versteig-crung. Außer einem Pelz, der 31 M.. einer Mandoline. die 7 M. brachte bestand der übrige Kram aus Zivil» anzügen, Wäsche, alten Wasscu und einer Unmenge Bucher. nieist jchr schlüpfrigen Letztere Janen einen uiigefahren Schluß ftuf die Geistesrichlung dieser Stütze von Thron und Mter zu, der sich übrigens auch die Bekämpfung der Sozialdemokratie am Ort mit als seine Hauptaufgabe gestellt hatte. Ter ganze Trödel brachte zirka 350 M., eine Winzigkeit gegenüber der unterschlagenen Summe, die. wie Eingeweihte versichern, weit über hunderttausend Mark bc- trägt. Von dem Geflüchteten fyrt man bisher keine Spur, trotz seiner zwei von ihm selbst ausgebildeten Polizeihunde, die übrigens nicht mit versteigert wurden, Nieder-Schöneweide. Die letzte Gcmeindcvertrctersiyung lehnte den Antrag Ober- schöncweide auf Namensänderung des Bahnhofes Niederschöneweide- Johannisthal in Bahnhof Ober- und Niederfchöncwcide-Johannis- thal ad. Nach jahrelanger Verhandlung hat der Eisenbahnfiskus sich endlich entschlossen, das Gelände, welches zur Verbreiterung der Grünauer und Bahnstratzc notwendig war, abzutreten. Hierauf konnte denn auch die förmliche Feststellung des Bebauungsplanes sowie die Beschlußfassung über die tatsächliche Verbreiterung und den Ausbau dieser beiden Straßenstrecken beschlossen Werden. Zur Zahlung des sianalisationsbeitrnges in Höhe von 3l 815,1g M. für das östliche Bahnhofsgebäude hat sich der Eiscnbahnfiskus bereit erklärt. Bei Abänderung des Ortsstatuts für das Kaufmanns- und Gewerbcgericht wurde einstimmig das in Groß-Bcrlin wie auch in Oberschöneweide kürzlich beschlossene Wahlverfahren ange- nommen. Tie neue Feueralarmeinrichtung soll spätestens bis zum 31. Januar fertiggestellt sein und auch gleich dem Verkehr über- geben werden. Das neue Ortsstatut betreffs Straßenreinigung wurde einstimmig angenommen. Ter Antrag unserer Genossen, auch die Reinigung der Bürgerstetge gleich mit zu übernehmen und den Hauswirten nur bei plötzlichem Eintreten von Eis oder Schnee- fall die Reingung zu überlassen, wurde �egen die zwei Stimmen un-sercr Genossen abgelehnt. Die übrigen Verhandlungsgegen- stände entbehren des besonderen öffentlichen Interesses. Bruchmühle. Aus der Gemeindevertretung. Der Antrag, alle Personen, die sich an Löscharbeiten beteiligen, gegen Feuerwchrunfällc zu ver- sichern, fand einstimmige Annahme. Auch der Antrag des Kreises bctresfs Anschluß der Gemeinde an das projektierte Kreiswasser- werk wurde angenommen. Die Eingemeindung des Eichelgartcns kann noch nicht vor sich gehen, da sich der größte Teil der Anlieger damit nicht einverstanden erklärt. Auch die Auflaffung des Straßcnlandcs an die Gemeinde verursacht große Schwierigkeiten. Die Eigentümer wollen wohl das Stratzenland der Gemeinde über- lasse», aber nicht die Auflassungsgebühren bezahlen. Ein Gerücht, der Gcmeindevertreter Linneken habe für die Kontrolle bei den Aufschüttungsarbeiten an den Brücken 5 M. pro Tag erhalten, bc- ruht, wie mitgeteilt wurde, auf Unwahrheit. Reinickendorf-Oft. Sittlichkeitsvergciicn wurden einem Manne vorgeworfen, der auf Ncinickcndorfer Gebiete in der Laubenkolonie„Neu-Hol- land"(nahe der Holländer Straße) als Generalpächter hauste. Er wurde beschuldigt, sich in schändlicher Weise an zwei kleinen Mädchen vergangen zu haben, indem er in seiner Laube sie unsittlich berührte und sich selber von ihnen unsittlich berühren ließ. Der Mmitt soll schon hoch in den över Jahren stehen und ist ein pensio- nieder Eisenbahnbeamter, der mal einen Unfall erlitten hat und wohl deshalb den Dienst hat aufgeben müssen. Der Vater des einen der beiden Mädchen erstattete Ende Oktober 1912 eine Straf» anzeige bei der Staatsanwaltschaft, und die Kinder hielten dann in einer Vernehmung auf dem Reinickendorfer Gemeinde- amt ihre Angaben aufrecht, wie sie das auch heute noch tun. Jetzt 'st dem Vater von der Statsanwaltfchaft des Landgerichts Berlin III folgender Bescheid zugegangen: „Ich sehe mich zu einem- strafrechtlichen Einschreiten gegen den Pensionär Wilhelm Pahling wegen SiltlichilettsverbrechcnS nicht in der Lage. Pahling ist geisteskrank." Dieser Bescheid hat bei allen, denen der Empfänger ihn zeigte, Befremden hervorgerufen-. Die Staatsanwaltschaft äußert sich mit keinem Wort darüber, ob sie die Beschuldigungen für wahr hält. E>ie bgenügt sich, zu erklären-,-daß ein st r a f r e ch t I i ch e S Ein- s ch r e i t e n n ich t m ög l i ch sei, und fügt die kahlen Worte hinzu: «Pahling ist geisteskrank." Soll das die Ablehnung bc- gründen? Tic Eltern der Kinder fragen sich, wie der Zusatz sonst auszufassen sein sollte. Wenn die Staatsaiuvaltschast die Beschuldi- gungcn für unzutreffend hält, warum sagte sie das nicht? Hält sie aber die Beschuldigungen für wahr, müßte dann nicht der Be- schuldigte, den sie als geisteskrank bezeichnet, in einer Anstalt verwahrt iverdcn? Daß nicht mindestens das geschehen ist, er- scheint den Eltern unbegreiflich. P. geht noch heute frei und un- behelligt umher. Nowawe?. Die Priesterstaßc, die wegen ihrer Breite zu den schönsten Straßen des Ortes zählt und, nächst der Linden- und Friedrich- siratze, wohl auch den stärksten Verkehr aufzuweisen hat. bietet bei Rcgemvetter einen geradezu trostlosen Zustand. Nicht nur der sfahrdainm mit dem abgenutzten Pflaster, sondern auch die zu beiden Seiten bis an das Trottoir reichenden breiten Wegftreifcn sind derart mit Wasicrtümpcln- übersät, daß ein klöberschreiten der Straße auf große Strecken hin soft unmöglich ist. Dieser Uebcl- stand macht sich an den Markttagen besonders fühlbar, und es ist daher seit Jahren der dringendste Wunsch sowohl der Anwohner wie der übrigen Bevölkerung, daß die Gemeinde recht bald die seit langem geplante Ncurcgulierung dieser Straße in Angriff nehmen möchte. Leider scheint die Art der projektierten- Regulierung nicht geeignet zu sein,-den gerügten U-ebelstand gründlich zu beseitigen. Da sich die Anwohner mit Rücksicht auf die Erhaltung des Baum- belta ndcs fast ausnahmslos gegen die Anlage zweier Fahr- dämme ausgesprochen haben, würden die zu beiden Seiten des Fahrdammcs befindlichen Wcgstreifen, deren Instandhaltung bisher gerade genug gekostet hat, auch in Zukunft bestehen bleiben und nicht nur wegen der Tümpelbildung bei Regenwetter, sondern auch wegen der Stauben-twickelung im Sommer ständig Anlaß zu Klagen geben. Auch die Beleuchtung der Straße-läßt viel zu wünschen übrig. Die Gemeinde würde daher gut tun, wenn sie gelegentlich der Ncurcgulierung der Fordevung„Mehr Licht!" gleichfalls stattgäbe. Pankow. Die Gemeindcwählcrliste für das Jahr 1913, die nur noch biö zum 30. Januar im Rathaus zur Einsicht auSIiegt, verzeichnet II 249 Wahlberechtigte. Hiervon entfallen 190 Wähler auf die erste Abteilung, die mit einem Höchstst-suersatz von 77 853 M, beginnt und mit einem Mindestfteuerfatz von 1599 M. abschließt. Die zweite Abteilung umfaßt 1089 Wähler und schließt mit einem Steuersatz von 140 M. ab. In die dritte Abteilung— die der Habenichtse— gehören 9440 Wähler. Gegen das Vorjahr hat sich der plutokratische Charakter des GemeindcwahlrcchtS für Pankow abermals verschärft. Während im letzten Jahre ein Wähler der erste» Abteilung IZ'X-mal mehr Recht als ein solcher der zweiten und 7Ssi-mal mehr als ein Wähler der dritten Abteilung hatte. besitzt in diesem Jahre ein Wähler der ersten Abteilung ein 14mal größeres 2!ahlrccht als ein solcher der zweiten und ein 78'� mal größeres als ein Wahler der dritten Abteilung. Wenn man zu dieser schreienden Ungerechtigkeit noch die sonstigen„Schönheiten" des Gemeindedreiliapenrechtes(Hausbesitzerprivileg. Forcnsen- unfug usw.) hinzurechnet, so zeigt sich augenfällig, wie dringend auch eine Acndcrung auf dem Gebiet der Gemcindeverfassuitg ge- fordert werden muß. Rosenthal. Als Kandidaten für den Kreistag sind der Gcmciudcvorstchcr Dr. Kruse und Genosse Gustav �tilbrodt nominiert. Unser Ort wählt zusammen mit Ken Gemeinden Alt-Landsberg und Liebenwalde. Es entfallen auf Rosenthal 25 Wahlmänner, wäh- rend die beiden anderen Gemeinden 22 zu wählen Haben. In der am Donnerstag unter Ausschluß der Oeffentlichtcit abge- haltenen Gemeindevertretersitzung wurden die 25 Wahlmänner gewählt. Durch gemeinsames Vorgehen der bürgerlichen Ver- treter mit unseren drei Vertretern wurden die Bauern ausge- schaltet, wodurch als Wahlmänner 15 Genossen und 10 Bürger- liche gewählt wurden. Bei der Wahl der Kreistagsabgeordneten geben dieselben ihre Stimmen auf obengenannte Kandidaten ab. Französisch- Buchholz. Mit Stcucrsragen hatte sich die Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung zu beschäftigen. Der Gemeindevorsteher wies darauf hin, daß die im vorigen Jahre veranschlagte Umsatzsteuer in Höhe von 12000 M. bisher nur 4000 M. ergeben habe. Das Defizit müsse daher aus erhöhten Steuern gedeckt werden. In Betracht gezogen sei die Erhöhung der Hundesteuer von 0 auf 12 M., eine den bisherigen Steuersätzen entsprechende drei- bis vierfache Er- höhung der Luftbarkeitssteuer und der Friedhofsgebühren. Ein definitiver Beschluß hierüber soll in der nächsten Sitzung gefaßt werden. Unsere Vertreter beantragten, die vom Gemeindcvorstand gemachten Vorschläge rundweg abzulehnen. DjKjer Antrag wurde jedoch von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt. Indessen scheint dieselbe Mehrheit der Erhöhung der Hundesteuer die Zustimmung nicht geben zu wollen._ Arbeiter Imnariterbund, Kreis Brandenburg. Lehrabend haben in dieser Woche: Berlin. 2. Abteilung am Montag bei Dase, Brunnenstraße 154, abends 8'/, Uhr. N o w a to e s. Am Freitag in der Fortbildungsschule, abends L Uhr. S ch ö n e iv e i d e. Am Montag bei Schulze, Siemensstr. 12, abends 8 Uhr. FriedrichShagen. Am Donnerstag, FAedrichstr. 00, 2. Hof, abends 8 Uhr. Berlin. Heule SonderkmsuS bei Schulz, Königsgraben 2, von 3 bis 5 Uhr nachmittags._ D i e Kreisleitung. Paul Hacktlbusch, Berlin 0. 112. Jugendveranstaltungeu. Köpenick. Am heutigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr, findet im Lokale von O. Joch, Grünauer Str. 7, eine �chachveranstaltung statt. Alle jugend- lichen Arbeiter, Lehrlinge usw. sind auf diese Veranstaltung besonders aus- mcrlsam gemacht. Eintritt Irei. Kein Trinkzwang. Zossen. Eine össentliche Jugendversammlung findet heule Sonntag, den Lö. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Lokale des Herrn Scherler. Baruthcr Str. 10, statt, Schrijtileller Emil Unger- Berlin spricht über das Thema-„Der Zweck und die Ziele der bürgerlichen und proletarischen Jugendbewegung".— Der JugeiwauSschuß erwartet eine zahlreiche Bc- teiligung._ ßtiefkaften der Redaktion. Die turistlsche SPrcKftunde findet Ltndenstraste LI», vor» vier Treppen — Fahrstuhl—, looihentä glich von t>,<, bis TVa Uhr abends, Eonnadends, von 4M> bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Brirstasten destiulmleu Anfrage ist ein Buchstabe und rtne Zahl als Atcrtzetchen bctjufügen. Briefliche Antwort wird nicht crtcilt. Anjragrn, denen leine Abonnemenlsgutttung beigefügt ist, «erden nicht drantworttt. Eilige Frage»«rage man t» der eprcchftuude vor. W. 33. 1. Nur dann, wenn nach der Testameiitserrichtung Kinder geboren werden oder der Ehemann sich wieder verheiratet, kann derselbe die testamentarische Erbfolge ausschlagen. 2. und 3. Nach Abiaus von vier Jahren, mit Ende dcS Kalenderjahres beginnend, tritt Verjährung ein, — B. Z. III. Im(Lesetz nicht vorgesehen. Richten Sie ledoch einen Antrag an das vezirkskommalldo.— F. Sch. 13. Wenn Sie anderweit einen passenden Saal nicht mehr erhalten, können Sie Schadenersatz ver- langen,— H. W. 54. 1. 6,60 M. 2. Ja, 3. Abzulteseru.— Bernau. 1. Ihnen gegenüber ist der Besteller hastbar. 2. Beantragen Sie oeinr Amtsgericht, in dessen Bezirl der Betreffende seinen Wohnsitz hat, zmiächst Erlaß eines Zablungsbcjehls.— Johannisthal. B. 1. In 3 Monaten vom Tage der Kenntnis ab gerechnet 2, Ja, sosern die Drelmonatsjrtst nicht verstrichen ist,— R. W. 38. Ja, sojern die Frau ihren Unterhalt nicht allein bestreiten kann und zwar in Höhe von etwa 15 M, monatlich — I. W. Ali. Die Darstellung reicht nicht aus. Es muß näher an- gegeben werden, worin die Tätigkeit besteht. In der Regel besteht In solchen Fällen Bcisichemngspflicht. Für die Beiträge ist der Ehcs zur Hälstc zahlungspflichtig mit Ausnahme der Krankcntafsclibeiträge, bei denen er für ein Drittel zahlungspflichtig ist,— W, M. III. Nein, niemals, — E. H. 35. 1. Unterschlagung. Untreue. 2. u 3. ES liegt Verjährung bezüglich der Straftat vor. 4. Auch der zivilrcchllich« Ausbruch ist verjährt. — Paul 3. 1. u. 2. Es mutz für die 2. Instanz ein Rechtsanwalt bestellt werden, andernfalls gegen Ihre Mutter Versäumnisurteil ergehen würde, Sie sind verpflichtet, die Scheiben erneuern zu lasten.— Manuskript. Das Gesetz stellt die Wiedergabe unter Strafe, außerdem würden Sie Schaden- ersah beanspruchen können,— L. M. 31. 1. Ja. 2. 39,60 M., cbentoviel der Arbeitgeber. 3, Invalidenrente bezw, Mtersrente je nach Anzahl der geletsleten Beiträge und deren Höhe, 4. Die Jnvalidenversicheruiigspflicht dauert fort.— L. S. 35. 1. Dt» Anmeldung der Zinsen erscheint nicht ratlarn, da dadurch ein neuer Prüsungstermin erforderlich werde» würde, wodurch Kosten entsteben, die Ihnen zur Last fallen. Von dem fest- gestellten Betrage erhalten Sie die Konkursquotc. ES empfiehlt sich, einen Antrag an die Versicherungsanstalt zu richten, Der Kranlenvcrjichcruiigspslicht unterliegt Ihre grau noch nicht. Eine solche tritt erst mit dem 1. Januar 1914 ein.— I. K. 5(10. 1. Ein Tag bis 6 Monate. 2. Es können beide bestrast werden, weun gegen beide Slrasantrag gestellt ist, 3. Dauernd. losern nicht aus Antrag hin der Jnstizminister Bcsreiung bewilligt. 4. Ein Verbot hat keine Rechtsbedcutung. 5. Nein, sojern nicht Strajantrag innerhalb drei Monaten nach Rechtskraft deS ScheidungsurteilS gestellt ist. 6. Richtet sick nach dem bestehenden Güterrecht, welches abhängig ist von dem Zeitpuntl der Veräußerung und dem erste» Ehewohnsitz.— L. 3. Der Mictsftenipel für die verstrichenen Kalendcrquartale ist Ende dieses Monats fällig. Ob Sic erstattungspflichtig sind, läßt sich erst nach Einfichwabme in den Miels- vertrag beurteilen.— O. P. 5v. Die Verpfändung seitens des Rechts- nachsolgers stellt eine strasbare Handlung dar,— L. 19. 2 M. pro Kalenderjahr.— P. K. 34. 1. und 2, Nur dann, wenn wegen des Verkehrs die Ehe geschieden ist und der Ehemann innerhalb 3 Monaten nach Rechtskrast des ScheidungsurteilS Slrasantrag stellt. 3, DaS Ware mögltw. — K. L. 39. 1. Soweit ersichtlich, gilt die Erbfolge nach dem Bürger- lichen Gesetzbuch, wonach die Kinder die Ehefrau'/< eichen. DaS Eingebrachte der Frau ve» bleibt derselben in vollem Umfange. Notariell be- glaubigte Vollmacht wäre ausreichend.— M. B. 99. I. Unseres Er achtens ja, es ist ratsam, daß die Firma oder Sie eine Anfrage an das Direktorium der ReichsversicherungSanstalt, Berlin-Wilmersdors, Hohen zollcrndamm, unter Darstellung der Sachlage richten, 2, 9,60 M, 3. 4,80 M. 1. Ja. 5. 10 Jahre, 6. 288 M., falls der Anspruch unmittelbar nach zehnjähriger BeitragSleistung entsteht und Sic nicht in andere Beitragstlaste» kommen Von etwaigen weiteren Beiträgen wäre dann noch>/, zu berechnen, 7. Nur bei Jnvaltdität, d. i, mindestens 50 Prozent Srwcrbsuiisähigkcit insolge Krankheit oder bei Vollendung deS LS. Lebens jphreS,_ WitterungSuberstcht vom 35. Januar 1913. Etationen Hamburg Berlin Franks, a.ll München Wie» «i» Sa Elottonen £ E o. £ Hl-i 5 l-0 Sf ft Vetter J. .-öaparanda. 759 NO' 2 bedeckt Petcr§bur�758iSO 1 Schnee Sc-lli, 757 DNW 4 bald bd. Aberdeen! 754 WNSsi 3 heiter Paris 700 333 3 bedeckt tt t* Bi —10 —11 6 0 7 Wetterprognose für Sonntag, den SV. Januar 1913. .�..Zunächst mild, vorwiegend trübe und nebelig mit geringen Nieder- etwas"ühler k'0"1 westlichen Winden; später langsam aujllarenS und Berliner W c t t e r b u r e a u. Marktpreise von Berlin am 81. Zniiuar 1913, nach Ermittelungen des lönigb Polizeipräfidiuni«, 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 19,54 bis 19.60. mittel 19,42—19,48, geringe 19,30—19,30. Roggen, giile Sorte 16,90—16,95, mittel—,—.—,—, geringe—,—— ,—(ab Bahn). Futter- gersle, gute Sorte 17,70—18,30. mittel 17,00—17,60, geringe 16,40—10,90. Haser, gute Sorte 18,80-20,40, uittlct 17,30—18.79(jrci Wagen und ad Bahn), Markthalle» Preise. 100 Kilogr. Erbse», gelbe, zum Kochen 30.00—50,00. Speijcbohnen, weiße. 3S.00-S0.00. Lillsen 35,00—60,00. Kartoffeln(Klciiihdl.) 6,00—10,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70-2.40. Rindfleisch, Bauchsielsch 1,40—1,80. Schweinefleisch 1,70-2,20. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,50-2.40. Butter 2,10—3.00. 60 Stuck Eier 4,60—6.00. 1 Kilogramm Karpfen 1,40—2,40. Aale 1,60— 3,20. Zander 1,40-3,60. Hechte 1,60—2,80. Barsche 1,00—2,40. Schleie 1,69—3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 3,50—24.00. Wafserstands-Nachrichtc« der Levdesanfialt sür GcwSsterkunde. mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau Wasterstand M e m e I, Tilsit P r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krassen , Franksuri a r t h e, Schümm „ Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Lcitmeritz , Dresden , Barby , Magdeburg Wasterstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau s"i , Rathenow') Spree, Svreniber�H „ BeeSkow Weser, Münden Minden Rhein, Maximiliansau , Kaub , Köln Neckar, Heilbronn Main, Hanau Mosel. Tri« am j 24, lg cm 138 77») 79») 90 89 336 432 442 317 473 254 250 338 seit 23. 1. cm1) +10 +3 — 5 +2 —3 +44 +76 +18 4-20 +2 +7 _ oo ')+ bedeutet Wuchs.— Fall.—-) Niiterpegel.—') EiSstand. —«) Oberhalb der Stadt Eisstand.-) Treibeis. � Todes-Anzeigen| SozialdEinokFaüscliei'Waiilvei'ein LjUierLReiclislags-Walilkreis. Am 24. Januar verstarb unser Genosse, der Schlosser Julius Michaelis Schönwalder Str. 24, Bezirk 745. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 27. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von Ver Halle des Thomas-Kirchhoses in Neukölln aus statt. 224/13 Um rege Beteiligung ersucht ver Vorstand. Vertanil der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle GroS-Berlin. Am Freitag, den 24. Januar, verstarb unser Mitglied, die Kollegin Luise Möschlitz. Ehre ihrem Andenke»! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. Januar, nachmittags 3'/, Uhr. von der Haste des Gemeinde-Friedhofes Ober- Schöneweide aus statt. 56/5 Die Ortsverwaltung. Verband d. Brauerei- u. Willen- z arbeiteru. verw.ßemlsgeiiosseD.j Zahlstelle Berlin. Unseren Mitgliedern diene zur Nachricht, daß der Kollege Brauer .lohaim Maier (zuletzt Brauerei Gebr. Wanninger) gestorben ist. 42/7 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand am i 24. Januar 1913 statt. 42/7 Die Ortsverwaltung. Deuisciier Bauarheiterverbaud. Zweigvcrcin Berlin. Am 23, Januar starb unser Mit- glied, der Maurer, Fritz Schwitzke im Alter von 77 Jahren an j Schlaganjall. 140/6 1 Ehre seinem Audcukeu: Die Beerdigung findet am j Montag, den 27. Januar, vor- mittags 10 Uhr, von der Halle deS Hospital-KirchhoseS in Buch aus statt. Der Vorstand. Für dre Beweise herzlicher Teil- nähme bei der Be«diglmg unsercs lieben Sohnes sage» wir allen Teil- nehmern unfern herzlichsten Dank. Jran.z Dhenergarten und Frau. Danksagung» Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung mcnicr lieben Frau sage ich allen Verwandten, Freundinnen und Freunden, den Ge- nossinnen und Genossen des 3. Wahl- kreise?, den Kollegen der Fkma Gebr. Jonas, den Sängern der Abt, I L. 0. sowie dem Kenosten Gottsiied Schulz sür die trostreichen Worte am Sarge der Entschlasenen meinen herzlichsten Dank. 81a Wilhelm SchUlzel, Britzer Str. 8._ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unsercs lieben Kollegen Karl SclmliE sagen wir allen Kollegen, Freunden, Genossen, dem Wahlverein dcS vierten Berlin« Wahlkreises, und dem 380. Bc- zirk, sowie allen auswärtigen Kollegen unseren herzlichsten Dank. 2212b Die Händler Berlins. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Freiwden und Bekannten. inbesondere deck! Deutschen Holzar- beitrrverband, meinen innigsten' Dank, 2201b Witwe Ida Siemens. Vifi Feuerbestallung mit allem Zubehür und Gebähron II. 100,— Manteulfelstr. 111 Inh. Emil Kichter Fernspr.: Amt Moritzpl. 5582 j Ausfuhrt. Broschüre gratis. Or. SlmiToel Speaal-Arzt für Haut- und Hai-nleidctt. Prinzenstr. 41, ÄZz 10—2. 5— 7. Sourntags 10— 12. 2— 4 Deutscher MetaBarbeller-VerbaDdl Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf* Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Kar\ Schröter gestorben ist. Todea-Anzcigc. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Metall- arbeit« AJbert Ruffer gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 27, Jannar, nachm. 2'/, Uhr, von der Lcichcnballe des Zentral-Friedhoss, Friedrichs- jetde, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung«wartet 111/10 Die Ortsverwaltung. Ferüe am lager; GehroMgeCTG*. «•40m IffatK-flnzfisg�lUOM.I Seiokieider M 8m. Fertige tehwatzo Kleidung I für Knaben und JUnellni— :: to erilßter Auswahl Für die uns erwiesene Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Vaters sagen wir allen, insbesondere dem Gesangverein der Putzer, aus diesem Wege unscrru herzlichsten Dank. 45a s(«caclmlatcr Kcilmaun. Ehärlottenburg, im Januar 1913, I Feine Haß- Anfertigung I :: in ca. 10 Stunden Baer Sohn Kleider• Werke Berlin. Gegr. 18W. ChausMeitrala 29— 30, II. BrUekaattraüa 1t, Gr. Frankfurter Str. 20. Sohöneberq, Hauatstr. 10, 7"l,__ Piomben, beste Aus. Zahne, Olga Jacobson, ArTIÄ. Extra- Ab teil nng 1 1. Gesch.: BerlinW.. 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Pfund ZH Pf. PSkelkamm...... pf"nd 80 p POkelbrust....... Pfund 90 pf. Schweinebauch... pk°°d 73 pk Schinken......... Pfund 90 pf. Schweinekotelett. piund l10 SchweineHiet..... pf°°d I20 Rinderfilet ausgeschält, Pfund l25 PSkelzunee....... pf�d l15 Butter und Käse Limburger Pfund 58 Pf. Romatour........... Stack 3 2 Pf. Camembert......... Stack 20 Pf. Molkereibutter in Vz-Pfd.-Pak-t 6 8 Pf. Kochbutter Pfund I20 Emmenthaler........ Pfund 1 05 Schweizer.»...... Pfund 35 Pf. Brie............... Pfund 65 Pf. Gervais............ stock 20 Pf. + Magerkeit+ schwindet durch Haufe's Nährpulver ,,Thilossia". Preisgekrönt Berlin 1904. In 6 Wochen 24 Pfund ärztl. kontrollierte Zunahme. Gar, unschädl. Viele Auerk. Karton 2 M., bei Postvarsand Porto und Nachnahmespesen extra. H.Haufe, Berlin- Waidmannslust 801. 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ZMtckg. 26. low 1913. Hua Induftrle und Handel. Der Konzern der Sunlight Seifenfabrik. Das Stammhaus dcr Sunlight-Seifenfabrikcn(Lcver Brothers Limited) hat sich entschlossen, zu seinem heutigen Kapital noch tvcitcre 507 000 6 prozcntige Vorzugsaitien auszugeben. Ter Pro- spekt, ber diese Ankündigung begleitet, enthält einige interessante Mitteilungen aus dcr Entwicklung dieser Firma. Die heutige Firma Lcver Brothers Limited wurde im Jahre 1804 mit einem Kapital von 30 Millionen Mark gegründet, um das Seifen- und Glyzcrinfabrikationsgeschast, welches in Port S u n l i g h t von dcr Firma Lcver Brothers(1890 gegründet) geführt wurde, anzukaufen. Seit der Gründung wurde das Kapital der Firma bis auf 400 Millionen Mark erhöht. Die Anlagen der alten Firnia in Port Sunlight erstreckten sich über einen Flächenraum von 348 025 Quadratmeter. Heute hat die Fabriiationsanlage eine Ausdehnung von 876 156 Quadratmeter. Die Gebäude schliehen die Seifen- und Glyzerinfabriken, Oelmühle, Alkali-, Druckerei und andere Werke, Werften, Docks und Wege ein, ferner das Hauptverwaltungs- gcbäudc. Der Ort enthält 747 Häuser und Cottages, acht Läden, Fcsthallcn, Bibliothek, Museum, Hospital mit einem Park, Gärten »nd Wege von über 5 Meilen. Ausser dieser grossen Besitzung in Port Sunlight besitzt die Firma noch Grund in London, Dublin, Manchester und Ncwcastle on Tyne. Gleichzeitig ist sie an anderen Seifen- und Glyzerinfabriken stark interessiert, und in einigen Fällen ist sie überhaupt praktisch Besitzerin. Tie Fabrik in Port Sunlight hat für uns noch besonderes Interesse, als sie zu denen zählt, die eine Gewinnbeteili- gung ihrer Arbeiter eingeführt hat. Jeder Angestellte. dcr das 25. Lebensjahr erreicht hat und winde st ens 5 Jahre „zur allgemeinen Zufriedenheit" im Geschäft tätig war, kann Teil- haberschcinc(zu 1 Pfund Sterling) erhalten. Die Zuteilung er- folgt am Jahrescrste» auf Grund von Empfehlungen seines Ab- ieiluugschcfs. Di« Vorschläge werden noch durch einen besonderen Berwaltungsrat geprüft. Dcr Wert der jährlich überlassenen Anteil- scheine darf 10 Proz. des Jahreslohns nicht übersteigen. Das Maximum der von jedem Arbeiter überhaupt erreichbaren Anteile wird durch die Gehälter bestimmt. Die Abstufung ist so festgesetzt, dass die höher Entlohnten einen prozentual grösseren Gewinnanteil erlangen können. Die Kapitalanteile der Arbeiter berechtigen nur zur gcloöhnlichen Gesdhäftsdividende abzüglich 5 Proz. Die Anteilscheine behält der Arbeiter solange, bis er die Fabrik freiwillig verläßt oder entlassen lvird. Bei Austritt infolge Krankheit oder Alter werden seine Anteile in Vorzugsaktien umgewandelt, die eine feste Verzinsung von 5 Proz. genictzen. Wie wenig diese Einrichtung über eine blosse Wohlsahrtsinstitution hinausgeht, zeigen eigene Mitteilungen de? Serrn Lcver:„Die BewilligungS- bcfugnis muss dem freien Ermessen des Gcschäftseigen- tümers vorbehalten bleiben.... Kein Mann kann mein Bureau betreten und sagen: Herr Lcver, Sie haben ein Teilhabersämfts- system errichtet, Sie müssen mich darum auch zum Teilhaber machen." So unterscheidet sich das ganze System herzlich wenig von den Wohlfahrtseinrichtungen unserer deutschen Grotzindustriellen. Auch im Auslande haben Lever Brothers ein gross cntivickeltes Geschäft aufgebaut, indem sie Fabriken für die Fabrikation von Seife und Glyzerin in Frankreich, Belgien, Deutschland(die Sunlight-Seifenfabrit in Rheinau- Mannheim), der Schweiz, den Vereinigten Staaten von Amerika, Japan, Australien, Kanada und Südafrika erbaut und eingerichtet l)aben, die in Gestalt von Schwestergesellschaften gegründet»vorden sind. Auch auf das Rohmatcrialie�ngeschäft erstrecken sich die Geschäfte von Lcver Brothers. Sie oder ihr angegliodcrte Firmen besitzen Oclmühlen in Westafrika, Australien, Südafrika und Japan, Kokosplantagen auf Inseln im Stillen Ozean und Konzcssionen in Westafrika. Lcver Brothers sind in.über 40 Firmen die größten oder Hauptaktionäre, wozu noch Zweiggeschäfte und Agenturen kommen. An Dividenden wurden in den letzten fünf Jahren(seit 1907) 8. 10, 12�, 15 und 15 Proz. ausbezahlt, (Sencbtö- Zeitung* Schutz vir Schutzleuten. Am 4. Juli berichteten wir über ein« Verhandlung vor der Strafkammer in Danzig gegen den Zimmerer Koppitsch. Koppitsch hatte wegen brutaler Misshandlungen, die ihm durch die Schutzleute Echarkus. Brodowski und Dalugge zugefügt seien, Strafantrag gestellt. Darauf waren nicht die Schutzleute, sondern der Antrag- steller unter Airklage gestellt. Das Schöffengericht sprach den An- geklagten frei, weil sein« Sachdarstcllung als zutreffend durch eine Reihe unparteiischer Zeugen bestätigt war. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, zog diese aber zurück, als die Beweisaufnahme abermals die Richtigkeit der Sachdarstcllung des Angeklagten be- stätigte. Darauf erfolgte eine eigenartige Recherche nach dem Verfasser des in eine große Reihe anderer Zeitungen übergegangenen„Vor- wärts"«Artikels. Dcr Freigesprochene wurde mündlich auf das Danziger Polizei-Präsidium bestellt. Dort wurde er von dem Polizeiinspektor eingehend darüber vernommen, ob er dem Bericht nahestehe und dessen Verfasser kenne. Tie Wißbegierde der Polizei scheint nicht befriedigt zu sein. Dcr Vorfall zeigt aber, daß die Polizei recht viel Zeit hat, sich mit Tingen zu befassen, die sie absolut nichts angehen. Gefiel ihr der Artikel und wünschte sie, wegen der fach- und wahrheitSgemähen Schilderung dem Verfasser zu danken, so stand es ihr frei, uns um die Uebermittelung des Dankes zu ersuchen. Was in aller Welt soll denn aber der freigesprochene Angeklagte mit dem Artikel zu tun gehabt haben, und was geht es die Polizei an, wer für unser Blatt schreibt? Vor kurzem, am 16. November, hatte der Schutzmann Echarkus sich ivcgcn dcr in jener Verhandlung gegen Koppitsch erwiesenen Missl>andlungen vor der Strafkammer in Danzig zu verantworten. Ein Mogistratssekretär und die Frau«iueS Gcrichtsaffiftenten be- bätigten mit pofitiver Sicherheit, daß ScharkuS einige Arbeiter grundlos als Packzeug und Vagabunden bozeichnet habe. Koppitsch habe diese Beleidigungen für unstatt. Haft erklärt. Darauf sei er sofort von dem Angeklagten angegriffen und mit dem Säbel geschlagen worden. Koppitsch schilderte in schlichter Darstellung die furcht- baren Mißhandlungen, die ihm besonders auf der Polizeiwache von de,, drei Schutzleuten zugefügt wurden. Einige Entlastungszeugen halten die ganze» Vorgänge zum Teil nicht gesehen und auch sonst recht lückenhafte Beobachtungen gewacht. Tos ärztliche Attest, das die Folgen der polizeilichen Bearbeitung des K. feststellte, war bei den Akten nicht mehr zu finden. Dcr Staatsanwalt hielt die Anklage voll aufrecht, beantragte aber nur 100 M. Geldstraf«. Das Gericht schied das Zeugnis dcr beleidigten Arbeiter und des mißhandelten Koppitsch für die Bc- vrteilung überhaupt aus. weil sie nicht uninteressiert seien! Gegen Koppitsch machte es noch geltend, daß er am Tage zwei Glas Bier und etwa vier Schnäpse getrunken habe! Die bürgerlichen Z«pg«N«� I die sich durch keine Gegenüberstellung in ihren Aussagen erschüttern ließen, wurden deshalb ausgeschaltet, weil sie sich sehr wahrschein lich erhebuch geirrt hätten. Das Gerichl folgte der Darstellung eines Trainsergeanten und eines Schneidermeisters und nahm an. daß der Schutzmann angegriffen war umb in Notwehr oder wenig- strns in vermeintlicher Notwehr gehandelt habe. Auch eine Be leidigung des Mißhandelten nahm es nicht an, weil der Schutzmann das Bewußtsein einer solchen nicht gehabt habe. Es sprach deshalb den Scharkns frei. »* •i» Beleidigt, mißhandelt, schuldlos angeklagt wird dcr Zivilist— das ist der Segen preußischer Kultur. Vermeintliche Notwehr und Mangel des Bewußtseins von dem beleidigenden Charakter dcr Beleidigung stehen einem Polizcibeamten in demselben Kulturstaat gegen Bestrafung lvcgen Mißhandlung schützend zur Seite. Kann so ein Zutrauen zu prcußisch-deutscher Rechlspflege geschaffen werden? Betrug gegen Kriegsvcterancn. In dem Betrugsvcrfahrc» gegen die Gründer der„Zentralstelle zur Unterstützung deutscher Kricgsveteranen" ist vor einigen Tagen dadurch eine Wendung eingetreten, daß auf Anordnung des Unter- suchungsrichters, Landgcrichtsrats Wagner, der Hauptbeschuldigte, der Kaufmann Paul Loesin, verhaftet worden ist. Wi« noch er- innerlich sein dürfte, erregte im Sommer v. I. der Fall des 70jährigcn Kriegsinvaliden! Drux, dcr auf offener Straße vor Entkräftung zusammenbrach, allgemeines Auffehen in der Lcffcirt- lichtest. Wie von feiten dcr Polizeibehörden seinerzeit behauptet wurde, soll nun Loesin unter geschickter Ausnutzung dieses Falles, unter der Bezeichnung»Zentralstelle zur Unterstützung deutscher Kriegsveteranen" einen Verein gegründet haben, dcr angeblich den Zweck haben sollte, durch Beiträge wohlhabender Persönlichkeiten notleidende Veteranen zu unterstützen. Wie weiter behauptet wird, soll Loesin jedoch den größten Teil der eingegangenen Gelder für persönliche Zwecke verwendet haben. Dieser Verdacht hat sich an- scheinend jetzt verstärkt und hat zu der Verhaftung des L. geführt. Zum Eisenbahnunglück Jannowitzbrücke. Zu einem harten Kampf gegen und für das Blocksystem bei der Eisenbahn wird sich voraussichtlich das Strafverfahren gestalten, welches das Eisenbahnunglück am Vahnliof Jannowitzbrücke nach sich gezogen hat. Dieses Verfahren, welches sich zurzeit noch im Stadium der Voruntersuckung befindet, wird eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransports und fahrlässiger Körperverletzung gegen den Eisenbahnblockwärter Franz Landt zur Folg« haben. Der Beschuldigt« bestreitet jede Schuld und behauptet, daß das von ihm zu bedienende Blacksignal richtig gestellt worden sei. Au» der Vernehmung des Lokomotivführers des Zuges 1739, der auf den im Bahnhof haltenden Zug aufgefahren war, ging hervor, daß tatsächlich das Signal bor dem Bahnhos auf„freie Fahrt" gestanden hatte. Demgegenüber behauptet Landt, daß eS schon wiederholt vorgekommen sei, daß infolge eines mccha- nischen Systemfehlers das Signal selbst auf„freie Fahrt" gestanden habe, trotzdem die Anzeigetableaus das rote Feld zeigien, welches bedeutet«, daß di« Streck« blockiert ist und das Signal dem- enffprcchend auf„Halt" stehen muß. In der Verhandlung wird es deshalb zu sehr interessanten Erörterungen darüber kommen, ob ein derartiges Vorkommnis überhaupt möglich ist. Die Ehre eines Arbeitswilligen ist wieder einmal tom Breslauer Schöffengericht mit einer Woche Gefängnis bewertet worden. Der„Gastwirtsgehilfe", das Organ der freien Gastwirtsgehüfen, brachte im September v. I. einen Bericht van einer Gewerbcgerichtsverhandlniig gegen den Kellner Meyer, der beim Streik der Cafehauskellner in Breslau Arbeits- willigendicnste verrichtete. In dem Bericht hieß es, daß Meyer mit seiner Klage wegen ungesetzlicher Entlassung abgewiesen worden sei, loeil cS sich herausstellte, daß er Unregelmäßigkeiten zum Sckpiden seiner Kollegen an der Registrierkasse verübt habe. Daran knüpfte der„GastwirtSgehilfe" einen Ausspruch eines Londoner Richters über das verachtenswerte Verhallen der Arbeitswilligen. Dadurch fühlte sich Meyer in seiner„Ehre" gekränkt. Er verklagte den Verantwortlichen, Genossen Münch, vor dem Breslauer Schöffen- gericht. Trotzdem der Kläger tm Termin selbst zugeben mußte, daß er wiederholt unrichtig" und zum Nachteil seiner Kollegen an der Registrierkasse getippt habe, erkannte das Gericht, unter Vorsitz des Amtsrichters Stein, auf eine Woche Gefängnis. Selbstverständ- lich wird Münch gegen das geradezu ungeheuerliche Urteil Berufung einlegenr_ Studenten und Arbeiter. Zivei bezeichnende Urteile bat das Schöffengericht Erlangen in einer Sitzung nacheinander gefällt. Bei einer Komikervorstellung hatten zwei Studenten eine in Begleitung ihres Verlobten er- schienene Dam« fortwährend fixiert und, als sie einmal hinaus- ging, verfolgt und unvcrschämt belästigt. Als der hinzugekommene Bräutigam, ein Kaufmann, sich das verbat, kam es zu einer Rempelei. Ein Gärtnereiarbeiter, der zusah, und den die Studenten als zur Gegenpartei gehörig betrachteten, wurde derart vermöbelt, daß er acht Tage in der Klinik liegen mußte. Für diese Roheit erhielten die zukünftigen Staatsstützen 40 und 50 M. Geldstrafe. Im nächsten Fall wurde gegen einen Arbeiter verhandelt, der nachts auf der Strasse einem Studenten einige Stockhiebe versetzt hatte. Er bekam drei Monate Gefängnis. Ohne Ansehen der Person, lediglich nach Massgab« der zur Verhandlung stehenden Tat, soll der Richter entscheiden. Wie kommt es, dass Studenten mit geringfügiger.Geldstrafe, Arbeiter niit hoher Gefängnisstrafe verurteilt werden?. Friedenau. 8'/, Uhr bei Klabe, Handjcrhstrasse 60/61. Genosse Hagen:„Die Frau unter dem neuen Kranken- k o s s e n g e s e tz Lichtenberg. 1. Viertel bei Heine, Friedrich-Karl-Etr. 11. Genosse Glöckner:„Entwickelung des Sozialismus." 2. Viertel bei Schulz, Kronprinzenstr. 47. Genosse Gäbel:„Grundfragen der Erziehung." 3. Viertel bei Erdmann(früher Simon), Wilhelm- strasse 56. Genosse Kahler:„Die Stellung der Frau in der Vergangenheit und Gegenwart". 4. Viertel bei Hoffmann. Mölleirdorffstr. 54/55. Genosse Nitschkc:„Die Verwahrlosung der Jugend und deren Ursachen". 5. Viertel bei Krüger, Dürr- schmidtsirasse. Genosse Richter:„DoS Erfurter Programm". 0. Viertel bei Blume, Alt-Boxhagen 56. Genosse John:„Unsere Kinder". Ober-Ichöueweide. Bei ProchowSki, RathauSstr. 10(Vereinshaus). Genosse Franke:„Entwickelung des Kapitalismus, Arbeiter- bewegung und Sozialdemokratie". Pankow. Bei Ebersbach, Berliner Straße 102. Reinickcndorf-Ost. Im Restaurant Sadou, Restdenzstr. 124. Genosse Kurt Heinig über die Hauswirtschaft. Tegel. 8 Uhr Schlieperstr. 30. Genosse Unger:„Bürgerliche und proletarische Frauenbewegung". Treptow. Genossin Frau Cohen über:„Wesen und Wirken der Kinderschutzkomnnssion". Am Dienstag: Köpenick. Der Leseabcnd fällt am Dienstag aus, da an diesem Abend die öffentliche Versammlung im Stadttheater(Thema: .Konsumgenossenschaften") stattfindet. Erkner. 8 Uhr bei Degebrodt. Genossin Buchmann über:„Heim- arbeit". Nieder-Schöncweide. S1� Uhr bei Bengsch, Britzerstratze. Reinickcndorf-West. 81/» Uhr bei Halmann, Scharnweberstr. 5t. Referent: Genosse Schütte._ Versammlungen—«Veranstaltung«». Bohnsdorf. Am Moillag. den 27. Januar, 8'/, Uhr abends, findet in der Villa Kahl(Jnh. Bakofzer) eine Frauenverfamm« lung statt. Tagesordnung: Bortrag: Charles Fourier und fein utopischer Zukunflsstaar. Referent: Genosse JaSlauk. Hus aller Gleit. Huö der Frauenbewegung. Leseabende. Am Montag: Erster Wahlkreis. Gen, einsam er Leseabend bei Weihnacht, Grünstr. 11. Genosse Dr. Grumach über Körperpflege bei Frauen und Kindern. Zweiter Kreis. 1. Hornstr. 2, bei Satz; 2. Bülowstr. 69, bei iBienrrä; 3. Markgrefenstr. 88. bei Lehrich tz 4. Blücherstrasse, Ecke Fontanepromenade, bei Fröhlich. Dritter kreis. Der Leseabend der 3., 4.. 6., 7. Abteilung ist von Baum, Stallschrciberftraße, nach Alexandrinenstr. 44, zu Henning verlegt. Bortrag des Gen. Hildebrandt über: Imperialismus und Sozialdemokratie. Fünfter kreis. 4.. 6.. 6. und 7. Abteilung bei Thiel. Riickerstr. 7. Genosse I. Karg über Feuerbestattung. Baumschulcnweg. Ernststr. 22. Genosse M. Kahser über Waisenpflege. Borfigwaldc-Wittena». 8'/, Uhr in den Borsigwaldcr Festsälen. Referentin: Genossin Bohnr-Schuch. Französisch-Buchholz: 8'/.. Uhr bei K. Hähne. Berliner Str. 39. Charlottcnburg: i. Gruppe(Westend): GenossenschaftSrestaurant Hacseler- Ecke Soorstrasse. I. und II. Gruppe: Netzkar. Stehringstraße 25. III. Gruppe(Kietz): Bade. Kaiserin-Augusta-Allee 52. III. Gruppe(Moabit): Olm. Neuchlinstr. 6. IV. Gruppe: Liedke, Suarezstr. 4. V. und VI. Gruppe: BolkShaus. Rosinenstr. 3. VII. Gruppe: Tunack, Wielandftr. 4. Die Rolle der Kinder. Paris, 23. Januar.(Eig. vcr.) Zu den furchtbarsten dcr Greuel, die bei der Hervorbringung des kapitalistischen Profits verübt werden und in ihrer Alltäglichkeit die abgestumpften Gewissen nicht auftvccken, gehört die Zerstörung derJugcnd in dcr gewerblichen Sklaverei. Die BourgcoiSrepublik Frankreich nimmt es darin mit den veraltetsten politisch«» Gebilden auf. Alle humanitären Phrasen, die in den Moralbüchlcin dcr„weltlichen, demokratischen und sozialen Republik" stehen, und alle sozialpoli- tischen Gesetzcsartikel kommen gegen den brutalen Ausbeutergeist des Unternehmertums und die Nachgiebigkeit der Behörden, die sich nur allzuleicht im Kamen des„Liberalismus" von der Betätigung der„Staatstyrannei" abschrecken lassen, nicht auf. Das Hauptgebict des industriellen Kindermords stellt die Glasindustrie dar. Es gibt da besonders pfäffische Arbeitsvcrmfftelungen, die mit christ- licher„Charität" arme Knaben an die Fabrikanten- verhandeln. Da aber trotz der Gewissenlosigkeit oder dcr vcr- zweifelten Situation, die manch« französische Proletarierfamilien dazu bringt, ihre Kinder im zartesten Alter diesem mörderischen Beruf zu überlassen, der Bedarf der Ausbeuter noch nicht gedeckt ist, hat sich cinHandel mit spanischen Kindern cnt» wickelt, dessen Betrieb den schrecklichsten Formen des Mädchen- Handels an die Seite zu stellen ist. Die Agenten,„PadroneS" genannt, kaufen iifS Elend geratenen spanischen Familien ihre Kinder ab, bringen sie, um der Grenzpolizei zu entgehen, auf Schmuggelwcgen über die Grenze, versehen sie nötigenfalls mit falschen Ausweispapieren, die ihnen das vom Gesetz geforderte Minimalalter zuschreiben, und verkaufen ihre Arbeitskraft an französische Unternehmer. Diese wissen natürlich sehr gut Bescheid, wenn ihnen etwa ein neunjähriger Kmabe mit den Papieren eines 14jährigen vokge stellt wird, doch was schiert sie dcr Betrug, wenn sie nur gegenüber dem Gewerbeinspektor gedeckt sind? Die„PadroneS" aber geben den Lehrlingen Herberge und Nahrung und nehmen ihnen dafür soviel von ihrem Lohn ab, daß den armen Jungen nicht ein Sou übrig bleibt und sie nicht einmal imstande sind, fortzusaufcn. Die Schrecken dieses verbrecherischen Treibens Kerben jetzt durch ein gerichtliches Verfahren erhellt, das gegen einige der schuftigsten „PadroneS" durchgeführt wird. Das Verdienst der Enthüllung kommt dem Pariser Kinderschutz komitee zu, einer Bereinigung. der auch bekannte Sozialisten angehören. Infolge der Anzeige dieses Komitees nahm die Staatsanwaltschaft am 8. November v. I. eine Durchsuchung der Glasfabriken der Brüder LegraS in dcr Plaine-Saint-Denis und in AubervillierS, zwei Pariser Vororten, vor. Sie traf dort 30 spanische Knaben im Du r chschn i t t sa l ter von 12Jahrenan. Diese Kinder trugen die Spuren von Brandwunden, die anscheinend von Betriebsunfällen herrührten, und Schwären, die f a st alle um die Ohren herum lagen und offenbar daher tammten, daß die Unglücklichen in barbarischer Weise an den Ohren gezogen worden waren. Die Wunden waren nicht verbunden und so im Staub der Wcrkstätte der Vergiftung ausgesetzt. Im Verhör, das die Behörde mit den Knaben vornahm, erklärten diese übereinstimmend, von den Arbeitern dcr Werkstatt niemals mißhandelt worden zu sein. Die weitere Untersuchung ergab folgendes: die meisten Knaben stammten aus dcr Provinz BurgoS. Sie waren von ihren Eltern den PadroneS um einen Betrag von 75 bis 300Frank, in der Regel für 20 Monate,„vermietet" worden. Die„Padroncs" verpflichteten sich dafür, den Kindern dir Reise- und Unterhalts- kosten zu bestreiten. Dafür floß dcr ganze oder doch fast der ganze Arbeitslohn der Knaben et betrug 1.25 Frank bis 2 Frank in ihr»- Tasche. Wie aber sah der„Unterhalt" der Kinder aus? Ihr« Lager» statten befanden sich in Baracken, die mit geteerter Pappe gedeckt waren; das Nachtlager bestand in Strohsäcken, die van Ungeziefer wimmelten. Der„Padrone" Lazo hatte 13 Kinder in zwei Zimmern untergebracht und für alle nur drei Bette u zur Verfügung gestellt! Lazo wie sein Kollege Gonzales, von dem»och die Rede sein wird, sind geflohen und nur die weniger belasteten„Padroncs" haben die Verhandlung abgewartet. Aber auch sie haben Kinder in schändlichen Schlafhöhlcn untergebracht und ihnen eine Nahrung geboten, die nur aus Kartoffeln und Rüben bestand. Ein Polizeiinspcktor hat einige von ihnen g> sehen, wie sie Marktabfällc auflasen— für ihre Suppe. Ihre Kleidung waren schmierige Fetzen, an den Füßen trugen p« zer- sprungene Eandalcn. Die gerichtliche Untersuchung dieses verbrecherischen Treibens Kar dadurA erschwert, daß die Kinder terrvMert und zu falschen STuSfagen öFgeridjfef toöten. Vor allem war es schwer, cht wahres Alter herauszubringen..Alle Knaben, gaben, allein Augenschein zum Troh, ein Minimalaltcr von 13 Jahren an. Ter Untcrsuchungs- richter stellte auch fest, daß die verletzten Knaben ihre Wunden wahrend der Arbeit verborgen hatten, um nicht beurlaubt und auf Halblohn gesetzt zu werden— so sehr fürchteten sie den Zorn der „Padroncs". Jeder Leser wird nun fragen, was den kapitalistischen Unter- nchmcrn geschehen sei, die die Knaben eingestellt haben. Nun, es ist ihnen nichts, gar nichts geschehen. Wohl ist gegen die Brüder Leg ras eine Untersuchung geführt worden. Sie haben u.«.'einen neunjährigen Kur a den als Lehrling aufgc- nommen, den ihnen der genannte Gonzales zugeführt hatte-r- der Unglückliche war«in Sohn, seiner Frau. Aber die braven„Brot- geber" haben nachgewiesen, daß ihnen ein Arbeitsbuch vorgelegt worden ist, das in Ordnung war. Dieses Arbeitsbuch war aus der Maire von Saint-Denis gemäß den Angaben des Padrone für einen Dreizehnjährigen ausgefertigt worden. Und die Justiz glaubte den Fabrikanten, daß sie den Neunjährigen wirklich für einen Drei- zehnjährigen genommen haben. Vor Gericht stehen fünf„Padroncs".- Auch die. sipanische Regierung hat sich die humanitäre Geste geleistet, sich als Neben- kläger zu präsentieren. Daß sie— was wohl das wichtigste wäre— dem ganzen Kinderhandel in ihrem Land energisch zu Leibe ginge, hat man bisher noch nicht vernommen. Mit ein bißchen Wohl- tätigkeit, die die spanische„Gesellschaft" in diesem Fall entfaltet hat und mit einer vorübergehenden Entrüstung ist wenig getan. Das Urteil über die„Padrones" von Saint-Denis wird in einer Woche gefällt werden. Erfolge der Flugtechnik. In den letzten Tagen wurden von zwei Aviatikern recht be- merkenswerte Flüge glücklich durchgeführt. Der Flieger B i d e r überflog am Freitag bei sehr schlechtem regnerischem Wetter die Pyrenäen bei dein Pic du Midi d'Ossau in einer Höhe von 30Gl) Metern. Am Tage darauf stieg der Flieger B i e I o v u c i c in Brig auf und überflog in einer Höhe von 2500 Metern den S i m p l o n. Er legte die Strecke in 25 Minuten bei schönem, ruhigem Wetter zurück und landete in Domodos sola, von den Zuschauern begeistert begrüßt. Kleine Notizen. Raubmord. In Hamburg wurde in der Nacht zum Sonnabend der Fabrikarbeiter H a n i s ch aus Schiffbeck von unbekannten Tätern ermordet und beraubt. Den Mördern fiel außer Uhr und Kette der Wochenlohn von zirka 20 M. in die Hände. Eine neue Hilfsrxpeditiou. Bon Adventbay auf Spitz- bersten wird telegraphiert, daß die H i l f s c x p e d i t i o n für die notleidende deutsche Erpedition gestern neuerdings abgegangen ist. Sie ist vorzüglich a u s g e r ü st e t und besteht aus drei Mann, dreizehn Hunden und drei Schlitten. DaS Wetter ist aus- gezeichnet. Schweres Grubenunglück. Auf der Zeche Adolf v. Hansemann bei Dortmund wurde ein Schießmeister beim Abtun eines Schusses tödlich verletzt. Uni dieselbe Zeit wurde ein Bergmann durch herabbrechende Gesteinmassen erschlagen. Ei» Eifersuchtsdrama. In Niederfüllbach ber Koburg er- würgte Freitagabend der ölljährige Maurer Christian D r e s s e l seine gleichaltrige Ehefrau, hängte sie am Türschloß auf und beging dann Selbstmord durch Erhängen. Der Beweggrund zu der at soll Eis er sucht sein, doch zeigte der Mann in letzter Zeit puren von g e i st i g e r U m n a ch t u n g. Ctlodxn-Spielplan der Berliner Cbeater. Kvnigl. Overuhaus. Sonntag: Carmen. Montag: Kerkyra«An- sang 8 Uhr.) Dienstag: Äerkora. Mittwoch: Tannhäufer.' Donnerstag: Ein Maskenball. Freitag: Kerkyra. Sonnabend; Manon. Sonntag: Kerkyra. Montag: Tristan und Isolde.(Ansang 7 Uhr, der übrigen Vorstellungen um 7'/. Uhr). Köuigl. Schauspielbaus. Sonntag: Der Zlustanschleutnant. Montag: Wicsctchcn. Dienstag: Die glückliche tzmid. Mittwoch: Wicselchen. Don- nerstag: Prinz Friedrich von Homburg. Freitag: Vieselchen. Sonnabend: Wilhelm Teil. Sonntag: Wiesclchen. Montag: Die Rabensteinerin. (Ansang T/, Uhr.) Neues Opern Theater(Krollt. Gasb'picl des Deutschen Schauspiel- Hauses. Somüagnachmittag 2'/� Uhr; Freund Fritz. Allabendlil gutsitzende Frack.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Opernbäus. Sonntagnachmittag 3 Udr: Fidelio. Abends Obero». Montag: Figaros Hochzeit. Dienstag: Tiefland. Mittwoch: Eugen Onegin. Donnerstag: Tiefland. Freitag; Oberon.«onnabend: Eugen Onegin. Sonntag: Tiefland. Montag: Eugen Oncgien.(An- sang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonnlag: Astrid. Montag: Faust. 2. Teil. (Ansang 6'/, Uhr.) Dienstag; Der blaue Vogel. Mittwoch: Hamlet. Donnerstag:' König Heinrich IV., 1. Teil. Freitag und Sonnabend: Der blaue Vogel. Sonntag: König Heinrich IV.,. 2. Teil. Montag: Faust. 1. Teil.(Zlnsang 7'/- Uhr.) Kammerspiele. Sonntag und Montag: Schöne Frauen. Dienstag: Afttid. Mittwoch: Schöne Frauen. Donnerstag: Mein Freund Teddy. Freitag: Astrid. Sonnabend und Sonntag: Schöne Frauen. Montag: Mein Freund Teddy.(Ansang 8 Uhr.) Lessiug- Theater. Somüagnachmittag 3 Uhr; Glaube und Heimat. Abends: Das Prinzip. Montag: Rosenmontag. Dienstag: DaS Prinzip. Mittwoch: Rose Bernd. Donnerstag: DaS Prinzip. Freitag: Gabriel Schillings Flucht. Sonnabend: Rose Bernd. Sonntag: Das Prinzip. Montag: Die versunkene Glocke.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Soimlagnachmittag 3 Uhr: Große Rosinen. Abends: AUmzeuber. Montagnachmittag 3'/» Uhr: PhilotaS. Der zerbrochene Krug. Abends und Dienstag bis Freitag: Filmzauber. Sonn- abcndnachmtttag 3'/z Uhr; Philotas. Der zerbrochene Krug. Allabendlich: Filmzauber.(Ansang 8 Uhr.) Kleines Theater. Soimlagnachmittag 3 Uhr: Und das Licht scheinet m der Finsternis. Allabendlich: Proseflor Bernhard!.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Thcater«. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Konzert. Abends: Im weißen Rößl. Montag: Wolkenkratzer. Dienstag: Die Schmctterlmgsschlacht. Mittwoch: Wolkenkratzer. Donnerstag: Die Gc- schwister Elga. Freitag: Uriel Acosta. Sonnabend: Wolkenkratzer. Sonntag: Uriel Aeosta. Montagnachmütag 3 Uhr: Zopf und Schwert. Abends: Wolkenkratzer.(Anfang 8 Uhr). Schiller. Theater tcharlottenburg. Somüagnachmittag 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Abends: Uriel Acosta. Montagnachmittag 3 Uhr: Wallensteins Tod. Abends: Die SchmetterlingSschlacht. Dienstag: Uriel Acosta. Mittwoch und Donnerstvg: Die SchmetterlingSschlacht. Freitag: Die Haubenlerche. Sonnabend: tzedda Gabler, �o tuttag: Die SchmetterlingSschlacht. Montag: DeS Pfarrers Tochter von Streladors.(Ansang Friedrich- Wilhelmstädt. Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Jugend. Allabendlich: Der Zaungast.(Ansang S'L Udr.) Theater in der Königgraher Straste. Sonntag: Die füns Frank- fnrter. Montag und Dienstag: Brand. Mittwoch: Die süns Franksnrtcr. Donnerstag: Brand. Freitag: Die fünf Franlsurter. Sonnabend und Montag: Brand. Sonntag: Die fünf Frankfurter.(Ansang 8 Uhr.) Trianou-Theater. Sonntagnachmittag 3 Udr: Der selige Toupincl. Allabendlich: Wenn Frauen reisen.(Ansang 8 Udr.) Neues Botks- Theater. Sornttagnachmittag 3 Uhr: Lore Die vieler. Der Kammersänger. Zlbends: Velden.? tontag; Die Doppel- gängcrkomödic. Dienstag: Helden. Mittwoch: Mutter Landstraße. Donnerstag�: Die Doppclgängerkomödic. Freitag: Helden. Sonnabend: Feindliche«seien. Sonntag: Helden.(Ansang S'l, Uhr.) Thalia-Theater. Allabendlich: Puppchen.(Ansang 8 Uhr.) Luftspielhaus. Somttagnachmütag 3 Uhr: Graf Pepi. Abends und allabendlich: Majolika.('Anfang S'l, Uhr.) KomödienhouS.«onntagnochmütag 3 Uhr: Der rote Leutnant. Abends und Montag bis Mittwoch: Die Generalsecke. Bon Donnerstag ab allabendlich: Der Retter in der Rot.(Ansang 8 Uhr.) Residenz-Theater. Allabendlich: Die Frau Präsidentin.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Schauspielhaus. Allabendlich: Der gute Ruf.(Anfang 8 Uhr.) Cafiuo-Theater. Sonntagnachmittag 1 Uhr: Die nerhängiiisvollc Karte. Allabendlich: Am grünen Strand der Spree.(Ansang 8 Uhr.) Montis Operetten Theater. Soimtagnochmittag 3 Uhr: Ter stdele Bauer WcndS und allabendlich! Der heilige Antonius.(Anfang 8 Udr.) Tbcater am Nollendorfplah. Sonntagnachmütag 3H, Uhr: Orvbeui in der Unterwelt. Allabendlich: Die«iudcnlcngräfin.(Ansang 8 Uhr.) Kurfürsten- Oper. Sonntagnachmiliag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends und Montag. KteUo maris. Dienstag: Der Kuhreigen. Mittwochnachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends: Lbella niaris. Donnerstag: Der Kuhreigen. Von Freitag bis«onnlag: Ltolla rn iri». Montaguachniütag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends: Unbestimmt. (Ansang 8 Uhr.) Rose- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Kabale und Liebe. All- abendlich: Mein Leopold.(Ansang 8 Udr.) Luisen-Thoater. Sonntagnachmiliag 3 Uhr: Ich lasse dich nicht. ?lbinds: Und hätte der Liebe nicht... Montag und Dienstag: Berlin— Hamburg— New Jork. Mittwoch: Und hätte der Liebe nicht... DonncrZ- tag. Freilag und Sonnabend: Aora.«oimtag: Und hätte der Liebe nicht... Montag: Nora.(Ansang 8 Ubr.) Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Wüstenmorol. Die Alpcnbrüdcr. (Ansang 8 Uhr.) Urania- Theater. Sonntag bis Dienstag: Paris und die Königs- schlöfler von Versailles. Mittwoch: Die Weltmacht des Eisens. Donnerslog: Paris und die Königsschlöffer von Versailles. Freitag und«onnabcnd: Die Weltmacht des Eisens,«onntag: Paris imd die KönigSschlösscr von Versailles. Wontag: Unbestimmt.(Ansang 8 Uhr.) Admiralspalaft. Eisballctt: Flirt in«t. Moritz.(Ansang 9 Uhr.) ReirhShalleu- Theater. Allabendlich: Cavalleria, tcliuitlcana. (Anfang 8 Uhr.«mmtags 71/, Uhr.) Zirkus Busch. Soniüägnachmittag 3'/, und allabendlich 7'/, nyr: Galavorstellung. ZirkuS Schumann. Soimlagnachmittag 3'/. Uhr und allabendlich 7H, Uhr: Galav arsiellmig. Metropol-Tdeater. Sonntagnachmütag 3 Uhr: Tata Toto. Allabendlich: Chauffeur— ins Mctropol!(Ansang 8 Uhr.) Königstadt-Kasino. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Passage-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Spezialitäten. alle Hautuureinigkeiten und Hautausschläge wie Mitesser, Finnen, Blütchen, Flechten, Hautröte. Picheln, Pusteln usw. zu vertreiben, besteht in tägl. Waschungen mit der echten .StttbenpfesuL- nUu03ecUduiie(el&ife von Bergmann � Co., Radebcul. Stüch SV Ps. Ueberau zu haben. Neu Im Stoff— Neu in der Verarbeitung— Neu im Fasson Das einzig alte dabei—-unsere billigen Preise! 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Emserstraße 25, vorn II, Menke.__+62 Möbliertes Zimmer, Herrn, bei Gildemeister, Planuser 92.+137 �Möbliertes Zimmer. 2 Herren, Reichenbergersiratze 159, Gabriel.+18 Möbliertes Zimmer stratze 85, II rechls. Adalbert- +18 EinfenstrtgeS, möbliertes Zimmer, 12 Mark, Berlin, Beymesiratze 30, vorn II, Dust._+18* Flurzimmer. möbliert, zu ver« mieten Etalitzerstratze 36, II IwIS. Zwei möblierte Zimmer, separater Eingang, Oppelnerslratze 46. vorn lV, Schiesischestor, Frau Pönike.+18 Waldemar- Möblterte Stube stratze 52, Hos IV recht». +tS Gut möbliertes Borderzimmer vermietet Gaida, Bethanienuser 5 II. Gut Herrn links. möbltcries Zimmer Koitbuserstratze 2, vorn +18 Freundliches zwei vermietet zergerstratze 55. Vorderzimmer für Joneieit, Reichen- _+18 Kleines, möbliertes Zimmer, Friedrich, Ratiborstvatze 1, 2. Ausgang IV._+18 Freundliches Balkonzimmer, zwei Herren. Lehmann. Böttgerftratze 6. Kleines, möbliertes Zimmer Eise- nacherstratze 58(Haupistratze), Sttautz rechter Seitenflügel.+93 Möbliertes Zimmer zum 1. Februar vermietet Blumenstock, Chri- stinenstratze 86._+3 Gut möblierte» Zimmer zum 1. Fe- bruar Auguststratze 51, vorn III rechts._ t? Möbliertes Vorderzimmer, ein- senfterig, vermietet Jäckel, Wassertor- stratze 60 ttl._+56 Kleines möblierte« Zimmer Fürsiensttatze 17 ttl links._+56 Möbliertes Zimmer, eventuell an 2 Herren, oermietet Witwe Krause, Liebigstratze 14._+108 vermietet Nitschkl Kleines Zimmer Boxhagenersttatze 14/15. e. +108 Möbliert os Zimmer für Herrn Pelersburgerstratze 67 IV llntS.+108 Vorderzimmer, Kaffee, Bad, Woche 3,50. Rodenbusch, Alt-Siralau 59 II, nahe Bahnhos Trepww.+104 Möbliertes Zimmer, Baikon, billig. Stolpischestratze 41 vorn III, Zappe._+138 Kleines Zimmer, einfach möbliert, 1 auch 2 Herren, Gneiienanstratze 61, Ouergebäude rechter Ausgang III, Thiem._+49 Möbliertes Flurzimmer billig, Schlasstelle, 1—2 Herren. 12,00 (Vorderzimmer). Schnitze. Rostiz. stratze 20, vorn parterre.+49 Sehlatstellen. Schlafstelle, 2 Herren, vorder- zwuner, Flurewgang, 1. Februar, Krisch, Stettinerstratze 4, vorn IV.* Möblierte Schlafstelle, billig. Hollmanustratze 6, vorn II, Blumen. 5ach.__ 11776 Schlafstelle, allein, Hoffmann. Dragonerstratze 18._ 21986 Schlafstelle, freundlich, Hummel. Friedrichsjelderstratze 27, vorn tt+41 SchlafKelle sür Herren, vermietet Billhardt. Barnimstratze 9 IV. 2t85b Freundliche Schlafstelle, Giischiner- stratze 82. Hof rechts I. Weiß. 2t86b Freundliche möbiierie Schlasstelle, Vorderzimmer, Wafferiorstratze 5 I, rechls.___ 22006 Teilnehmer zur saubere» Schlas- stelle, 9 Mark. Nähe Kottbuserdamm. Schönieinsiratze 16, Wisotzki. 20816 Möblierte Schlasstelle(Flurzimmer), Herren, t-kalitzerstratze t, Schön._ 22046 Möblierte Schlafstelle, separat, bei Wiideuhahn, Brandenburgsir. 26, vorn IV, rechts. Möblierte schlasstelle, Gleisberg, Neukölln, Reuierstratze 75, Hos II. Möblierte Schlafstelle sür Herrn, Botz, Mariannenstratze 45 II links. Freundliche Schlasstelle vermietet Noniatzki, Dresdenerstratze 107/108. vorn II. 14/20 Möblierte Schlasstelle, einen oder zwei Herren, Inner, Oranienstr. 162, vorn. 15/7 Saubere Schlafstelle(Herren) Waldemarstratze 10, III, Schneider. �Freundliche Schwsstelle(allein) vermietet Witwe Pölz, Naunyn- stratze 83, Seitenflügel I, eventuell AbendN'ch.+17 Freundliche Schlafstelle Slalitzerstratze 103. I links. (Herrn) +1? ■ Möblierte Schlasstelle(2 Herren) Reichenbergerstratze 40/41,' Kleinitzlc. Möblierte Schlasstelle, Herrn, Skalitzerstratze 28, vorn IV. Albrecht. Möblierte Schlasstelle, Herrn, Eisenbahnstratze 18, vor» II, Müller. Möblierte Schlafstelle sür einen Herr», Görlitzer+lratzc 61, vorn III, Dorn._+13 Schlafstelle vermietet, einen, auch zwei Herren, Holz, Wendenstratze 2. vorn IV, Görlltzerbahnhos._+17 ■ SchlasfteUc, älterer Herr, Tischer. Skalitzerstratze 127, Hos II._+17 Möblierte Schlasstelle vermietet Frau Voigt, Adalbertstratze 72 III. ÄAöblierte Schlasstelle vermietet Frau Everi, Oppe lncrstratze 13, vor» IV.+18 Möblierte Schlasstelle, Herrn, vermietet Werner, Rcichenbcrger- stratze 32, vorn II._+18 ■ Möblierte Schlasstelle für Herrn. Reiser, Urbanstratze 101, Näh« Her- mannplatz._+13? Möblierte Schlafstelle, Herrn. Berndt, Reichenbergerstratze 117, vorn 2 Treppen._+137 Möblierte Schlasstelle, einen oder zwei Herren, zu vermieten bei Zettner, Fruchtstratze 31, vorn Itt_+41 ' Schlafstelle, Herrn, vermietet Rodegast. Rupplnerstratze 34, III. Schlafstelle, Herrn, separat, 12,—. Blunrenftratze 76. vorn III rechts. Freundlich möblierte Schlasstelle sür zwei Herren, mit Kaffee a 15 Marl. Rubel, Adalbertstratze 46 IV.+146 Angenehme Schlasstelle findet junger Mann bei Schnitze, Lange- stratze 17, vorn III._+41 Möblierte Schlasstelle sür ein oder zwei Herren, billig, Duncker- stratze 13, 1. Ouergebäude III, Karbc. Möblterte Schlasstelle, Frau Pi. ontck, LandSbergerallee 57.+108 Saubere Schlaistellc für Herrn, Lt-bigftratze 83, vorn, Frau Kirsch Möblterte nikusstratze 31, geradezu. Schlasstelle, Portal II, Köper- vorn 4 +108 Möblierte Schlaistelle für Herrn Bärwaldstratze 47, Hinterhaus 4 Treppen, bei Freundt._+49 Schlafstelle, allein Krautstratze 26», Matz. od« zwei, 2207b Möblterte Schlafstelle. zweiHerrn, vermietet Lade, Grünerweg 87, An- dreasp latz.___ 22086 Säubere Schlasstelle sür 2 bis 3 Nickel, f- Herren, Witwe recht« Seitenflügel I. Dorckstratze 62, 16/4 Möblierte Schlafstelle vermietet «Uwe Marquardt, Pappelallee 2. Schlafstelle zu vermieten, t oder 2 Herren, Kühn, Sal,wedel«str. 15, Ouergebäude IV, Bahnhos Putlitz- stratze.__+84 Möblierte Schlasstelle Beiziger- stratze 23, Gartenhaus IV rechts.+93 Möblierte Schlasstelle, 2 Herren. Hippe, Anllamerftratze 32.+82 Schlafstelle zu vermieten Swine- münverstratze 21, Frau Glänzer.+82 Möblierte Schlasstelle Brunnen- stratze 143, Nicolay, sür 2 Herren. . möblierte Schlafstelle, Schars«, Kastanienallee 2t, Ouer- gebäude III.+71 Möblierte Schlasstelle vermietet Witwe Voigt, Gartenstratze 9 IV.+19 Möblierte Schlasstelle. H-rrn. 12 Mark mit Kaffee, Frau Hadicke, Schrein erstratze 20 vorn IV. toO Schlafstelle sofort-der Ersten, Echarnweber stratze 10 vorn Itt ge- radezu. Bahnhof Frankfurt« Allee. — bei Krause, t. Selten- +113 � Schlafstelle für Herrn Prenzlauer Allee 27, eingang IV.___ Schlafstelle an Herrn oder Fräu- in vermietet Schulz. Rastenburger- brni-e 13. vorn parterre lwkS.+143 Möblierte Schlasfiellc Alle schön- bauierstratze 69, IV. +3 Bolks-Bersicherung. Tüchtige Akquisiteure mit Aussicht auf Anstellung nach kurzer Probetätigkeit gesucht; eventl. Lebensstellung mtt steigender Jnkasso-Rente Offerten unter C. B. 7ÄSO an Bndoll Mos»«, Berlin. bauerdamm 4. 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Junger Man», 32 Jahre, sucht Stellung als Fahrstuhlführer, Bureau- diener oder ähnliche Beschäsligung. Langjährige Zeugnisse vorhanden. Gefällige Offerten unler X. 4, Haupt- expeditlon des„Vorwärts' erbeten. Stellenangebote. Klempnerlehrling aus bnklerio- logische Apparate. Küster, Krauistratze 4/5. 1984b� Detacheure, Färber und Wäscher per Riille Februar verlangen Gebr. Alienberg, Färberei, Weißens«, Lang- hansstratze 4._+142 T+lberschmiedelehrlinge suchen Körner u. Proll. Prinzesfinilen- stratze 16._ 21836 Goldleisien-Grundierer, ivelcher erfahren im Pressen und Schlipse- grundieren, sindet dauernde Stellung. Ruihenberg Nachfolger, Berlln-Weißen- see, Langhansstratze 126._ 2963.1t '"BätistblusenäZusammensetzer verlangt Budnik. Libauerfiratze 1, War- schauerbrückc._ 15/18 "Mehrcrc Zuarbeiterinnen. Mä- schinemiäherinnen, Lehrsräulein bei Vergütung, seine Damenschneiderei. Darm. Büschingftratze 31.__+138 Mamsells auf Jackett» im und autzerm Hause verlangt Gerichi- stratze 8. Sleinke. 2220b auf Mamsells aus Mäntel verlangt Holz, Korsörerstratze 5 1.+ �Tüchtige Blusennäher!» Mendt, Neukölln, vorn II. % such' Emscrstratze 26 +62 Blnsenstepperin(Batist) autzerm Banfe verlangt Müller, Neukölln, kerftratze 38.__ 211/14 Batistblusen-Stcpperimien, dauernd hoher Verdienst. Thill.Pücklerstratze 44. Bluseazusammenseyerin. per- selie, im. verlangt Freudenihal, Jslandfttaße 13, Gartenhaus. 21g7b Knabeujackett- Arbciicrinnen für Revers und Rollsasson««langt Pose, Oranienstratze 207._ 15/8 verlangt sofort Zeitungsfrau e».. Kronenstratze 2. 2158b' Lehrmädche« im Alt« von 14 bis 16 Jahren, aus achtbar« Familie. gegen monatliche Vergütung sosorl gesucht Meldungen nur in Be- gleitung der Eltern oder des Vor- wundes 10—2 Uhr vormittags oder 6—8 Uhr nachmittags. A. Jandorf u. Co.. Belle- Sllliancc. stratze 1—2. 2939K.' Kolporteure Damen u. Herren für d. Vertrieb d. neuen Modejournals„Parlter Chic" sofort gesacht. 15/9 Gustav Lyon, Berlin SW., SehQUenttrafie S. Achtung! 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Veriagsans�il�PauI Singer u->ko., Berlin SVt»