Nr. 4Ä. HbenncmentS'Bcdingungcn: SBonnemettl#« Preis vränumeras anfängliche Widerstreben der Regierung die Militärvorlage erzwungen haben, sehr rasch dahin führen, eine Aenderung der deutschen artilleristischen Bewaffnung, vielleicht auch eine solche der Jnfanteriebewaffnung zu fordern. So stehen wir vor einer neuen P e r i 0 d e, die nicht nur u n g e h e u e r e finanzielle il n d persönliche Opfer von den Völkern verlangt, sondern auch die Gegensätze zwischen den kapitalistischen Staaten immer mehr steigert. Es ist eine K a i a st r 0 p H e n p 0 l i i i k, die die herrschenden Klassen da treiben. Der Militarismus wird zu einer immer stärkere ii Bedrohung des Friedens. Immer mehr erweist sich die' bürgerliche Gesellschaft unfähig, das furchtbare Werkzeug, daß sie sich geschaffen, zu beherrschen. AnS dem Diener der Gesellschaft ist der Militarismus zu ihrem Herrn geworden, der despotisch alle Mittel und Kräfte dieser Gesell- schast sich usurpiert. Von den bürgerlichen Parteien Ivagt es keine mehr Widerstand zu leisten. Die Arbeiter allein sind im- stände, dem verderblichen Wüten dcS Despoten Einhalt zu gebieten- Dcr Eindruck in Frankreich. Paris, 18. Februar.(P r iva t te leg rn in m des ,.V 0 r w ä r t s".) Fast die ganze bürgerliche Presse benutzt die herrschende Beunruhigung über die deutsche Militärvorlage zur Stimmungsmache für die dreijährige Dienstzeit.„Echo de Paris" erklärt, Deutschland müsse Frankreich angreifen, da es die fortdauernden Rüstungen nicht ertrage: Deutsch- land wolle nicht nur die französischen Kolonien, sondern auch die französischen Ostprovinzen lvegnohmen. Dcr„Temps" gibt zu, daß Teutschland einen Angriff nicht beabsichtige, ist aber wütend, weil die Sozialisten nicht am militaristischen Rausch teilnehmen und polemisiert dann gegen den Dcpu- tierte» Genossen Albert Thomas, der in der gestrigen Kammersitzung die Friedensliebe der deutschen Sozialdemokratie betonte. Der besondere militärische Fachmann der „Humanitö" gibt den beunruhigenden Charakter der deutschen Rüstungen zu, sieht aber den Schutz in der Einführung der Volkswehr, nicht in der Rückkehr zum Prätorianertum. Die heutigen Feierlichkeiten im Stadthaus aus Anlaß des Beginns der Präsidentschaft Poincaros hatten einen ungeheuren Zulauf und dienten zweifellos nationalistischer Stiin- mungSmache zugunsten dcr unpopulären Verlängeruijg der Dienstzeit. Die Verlängerung der Dienstzeit. Paris, IS. Februar. Ministerpräsident B r i a 11 d erltäcie cineni Vertreter des„Excelsior", es sei nicht die Rede davon, die drei- jährige Dienstzeit für die gesamte Armee einzuführen. Dazu schreibt das„Echo de Paris", daß es für eine un- demokratische Maßnahme gehalten werde, gewissen Waffen- gattungcn eine dreijährige Dienstzeit aufzuerlegen,'während die übrigen nur zwei Jahre unter den Fahnen bleiben würden. Tas Blatt erklärt, ein dreißigmonatigcr Dienst für alle Waffen- gattungen würde eine unzureichende Maßnahme bilde». Man werde sich deshalb schließlich doch genötigt sehen, vom Par- lamcnt und dem Lande daS Opfer der dreijährigen Dienst- zeit zu verlangen. Erkläriiitgen Briands. Paris, 17. Februar. Ministerpräsident B r i a n d hat auf Befragung wegen des Gerüchts von einer Verstärkung der Rüstungen in den Couloirs dcr Kammer erilärt, daß die ver- öffcntlichtcn Angaben über diesen Gegenstand verfrüht seien. Wenn es auch richtig sei, daß die Regierung in dcr letzten Zeit sich häufig mit Maßnahmen befaßt habe, die aus eine Stärkung der militärischen Rüstungen Frankreichs abzielen, so sei ein end- gültiger Beschlutz darüber noch nicht gefaßt worden. Eine Eini- gung sei in den Hauptpunkten erzielt wordeir, doch seie» die Einzelheiten der Borlage noch nicht ausgearbeitet. Der Kammer werde noch vor Ostern bezüglich der Rüstungen eine Vorlage zu- gehen, deren Kosten sich auf 5IM) bis 600 Millionen belaufen würden, die auf vier bis fünf Jahrx verteilt werden soll- tcn. Der Kriegsminister und die zuständigen Dienststellen seien mit der Prüfung dcr Frage der Dauer des Militärdienstes beschäftigt. Diese Prüfung werde demnächst beendet sein, und ihr Resultat werde sofort dem Ministerrat unterbreitet werden.— Tic Abgeordneten, die sich mit dem Ministerpräsidenten Briand über die Danerder Militärdien st zeit unterhalten haben, halten die Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit für alle Waffen- gattungen für zweifelhaft. Sei' türkisch-bulgarische Hricg. Aus Konstantinopel kommt folgende Depesche über die Kämpfe auf der Halbinsel Gallipoli:„In Kreisen des Marineministeriums liefen gestern abend Gerüchte um, daß die Vulgaren nach hartnäckigem Kampfe die Forts Viktoria und Napoleon genommen hätten/' Bewahrheitet sich diese Nachricht, so hätten die Bulgaren einen entscheidenden Erfolg errungen. Die Stellung bei Bulair wäre von den Türken nicht mehr zu halten und die Bulgaren würden dann bald die Herren der Dardanellen- forts sein. Das Merkwürdige ist nur, daß diese Nachricht aus Konstantinopel kommt, wo man sonst mit dem Eingeständnis von Mißerfolgen es nicht gerade eilig hat, während man in Sofia noch schweigt. Ueber Rumänien und Bulgarien liegen keine neuen Nach- richten von Bedeutung vor. Die Situation bleibt außer- ordentlich gespannt. Dagegen werden sowohl von Wien als von Petersburg aus die Angaben über die Antwort des Zaren dementiert. Rumänien und Bulgarien. Köln, 18. Februar.(P.-C.) Die„Kölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Die Aussichten auf eine Beilegung des rumänisch-bulgarischen'Streites scheinen etwas g e- bessert. Tie Hoffnungen, daß es nicht zum Bruch kommen werde, stützen sich namentlich darauf, daß den Großmächten von einer Macht bereits ein V e r m i t t e l u n g s v o r s ch l a g zugegangen ist, der einen Ausweg aus den noch bestehenden Schivierigkeitcn zu eröffnen scheint. Vor Skutari. Cetinje, 18. Februar. Die Beschießung von Sku- t a r i dauert fort. Die türkischen Truppen machen keinen Versuch, die Montenegriner in den von ihnen eingenommenen Stellungen anzugreifen. Sie placieren infolge Geschütz- mangels alte KanOnen in ihren Stellungen, die jedoch gegen unsere Positionen wirkungslos sind, da sie nicht weit genug tragen. Die Fremden in Adrianopel. Konstantinopel, 18. Februar. Die türkischen Militärbehörden beschlossen, die Errichtung einer neu traten Zone in Adrian opel zu gestatten, in der die Angehörigen anderer Staaten Schutz vor dem Bombardement würden finden können; dagegen werden sie, um die Festung gegen Spionage zu schützen, nicht gestatten, daß Ausländer Adrianopel verlassen und die bulgarischen Linien passieren. Enver Bei. Konstantinopel, 18. Februar.(Meldung des Wiener K. K. Tclcgr.-Korr.-Bureaus.) Die Gerüchte von einer V e r w u n- d u n g Enver B e i s in Rodosto werden amtlich dementiert. Brand in Stambul. Konstantinopel, 18. Februar. Gestern ist ein Brand im Stadtviertel Sultan Achmed, unweit der Stätte der großen Feuers- brunst ausgebrochen, die im Sommer mehrere Stadtviertel ein- geäschert hat. Der Brand nahm infolge des herrschenden Windes große Dimensionen an und war gestern abend gegen 11 Uhr noch nicht gelöscht; er entfernte sich von der Hagia Sophia und nahm die Richtung auf die Moschee des Sultans Achmed und das Hippodrom; 200 Häuser sollen bereits niedcrge- brannt sein. Politische deberHcbt. Berlin, den 18. Februar 1913 Zulagen? Ja— aber für alle! Aus den: Reichstage. Die Herren, denen sonst hurtig mit Donnergcpolter das Wort entrollt,»venu es sich um den Kampf für die geliebte Ostmarkenzulage handelt, hatten am Dienstag ihre Leier auf Moll gestimmt und versuchten durch wehmütige Milde und sanftes Zureden das harte Herz der Mehrheit zu rühren. Wie harmlos ist nach ihrer heutigen Schilderung die Zulage, die die Beamten für den Dienst in den Ostbczirken erhalten I Kein Mensch denke dabei an politische Beiveggründe, kein Mensch wolle die Sie Schrecke»«les llriegez/' 1. Die Erzählung eines Verwundeten. Ich bin aus dem 8. Regiment. Wir marschierten über Kawaklä nach Kirkkilisse. An welchem Tage es war, weiß ich jetzt nicht mehr. Meine Wunde ist zwar klein, aber mein ganzer Kopf ist aus den Fugen, und das Gedächtnis ist ganz schwach geworden. Es regnete den ganzen Tag, der Weg war schmutzig, das Gehen fiel schwer. Ter Ranzen, der Mantel, die Flinte wogen zusammen mehr als 2 Pud(33 Kilogramm). Wir waren bis auf die Haut durchnäßt. Sehr schwer war es. Unser Regiment marschierte längs dem Flusse Böjuk-Dcrek. Wo u>cd wie die anderen Regimenter marschierten, konnten wir einfache Soldaten nicht wissen. Unsere Sache ist es, zu gehen wohin mau befiehlt, zu feuern und zu sterben. An diesem Flusse stießen wir denn auch mit den Türken zusammen. Wie stark sie waren, weiß ich nicht; man sprach bei uns, es wären ganze drei Brigaden. Die zwei ersten Bataillone des 8. Regiments kamen zuerst ins Feuer, erlitten starke Verluste und gingen zurück, um die Türken au der linken Flanke zu umgehen. Die türkischen Truppen be- setzten die von uns verlassenen Stellungen, ohne zu wissen, das; wir ibnen in den Rucken fallen wollten. Die Nacht loar dunkel, schmutzig, feucht und kalt. Wir besetzten nach Mitternacht ein Dorf, d. h. richtiger die Trümmerhaufen eines Torfes, das die Türken soeben niedergebrannt hatten.... Während wir uns er- holten, stießen zwei Bataillone des 31. Regiments, mit Maschinen- gcwehren an der' Spitze und Artillerie an der Flanke, auf eine türkische Abteilung und feuerten bis 4— 5 Uhr früh. Bei den Türken brach wahrscheinlich eine furchtbare Panik, aus, da sie nicht *) Der Autor dieser Zeilen, Genosse N. Trotzky, begignt, nach einem dreieinhalbmonatigen Aufenthalt auf dem Kriegsschau- platze, seine Eindrücke und Beobachtungen in dem Petersburger sozialdemokratischen Tageblattc„Lutsch" zu veröffentlichen.' Ter obige Bericht eines vcrivundetcn bulgarischen Soldaten kennzeichnet sowohl die bulgarische Kriegsführung, wie die Psychologie des proletarischen Kanonenfutters, mit dem die Balkandynastien ihre Erfolge erringen. D. Uebers. Beamten korrunipieren. Nur aus Liebe zu den Beamten und aus sozialer Fürsorge für die mangelhaft besoldeten Familien- Väter wolle man die Zulage. Herrn K r a e k t e hatte der Schmerz um die gefährtete preußische Polenpvlitik so fassungs- los gemacht, daß er in bewegten, rührseligen Worten von den ungenügend bezahlten Postbeamten sprach, die ihren Kindern nicht die notwendige gute Ausbildung zuteil werden lassen könnten, wenn ihnen die Zulage vorenthalten würde. Doch kaum war ihm das Wort entfahren, möcht ers im Busen gern bewahren I Von den Bänken der Sozialdemo- traten scholl ihm laut der Ruf entgegen, daß das für alle Beamten gelte, nicht nur für die in den Ostmarken tätigen, und daß wir für alle Beamten die Zulagen wünschen. Aber soweit reicht die soziale Fürsorge des Herrn Kraetke nicht. Das würde seine Ueberschüsse, mit denen er jetzt im Kreise der Minister prunkt, ein wenig herabmindern. Des- halb will er das Zuckerbrot der Zulagen nur für solche Beamten, die im Nebenamte der rücksichtsloen Polenpolitik Zutreiberdienste leisten sollen, während er gegen die übrigen Beamten, die sich im ehrlichen Kampfe um die Erhöhung ihrer kärglichen Gehälter bemühen, noch imnier die Peitsche der Maßregelung schwingen will. Die erbärmliche sozialpolitische Heuchelei der konservativen und freikonservativen Hakatisten zeigte sich in der bezeichnenden Tatsache, daß sie sich bei einer Anzahl wichtiger Abstimmungen von der Mehrheit des Hauses trennten, und zwar jedesmal dann stimmten sie gegen Resolutionen und Anträge, wenn es galt, die Gehälter der schlechtbesoldeten Beamtenschichten auf- zubessern. Als die Mehrheit des Reichstages beschloß, fiir Postassistcnten und Unterbeamte die Sätze erneut zu verlangen, die der Reichstag schon im Jahre 1909— leider erfolglos— in zweiter Lesung beschlossen hatte, stimmten die beiden kon- servativen Parteien dagegen. Ebenso stimmten sie gegen die Bewilligung neuer Assistentenstellen, mit denen ebenfalls eine Ausbesserung der Beamtengehälter verbunden ist. So sieht die Beamtenfrcundlichkeit der konservativen Parteien in der Praxis aus, und weuij sich mit ihr keine reaktionären poli- tischen Geschäftchen Vervinden lassen! Das unlautere patriotische Getue der Hakatisten fertigte Genosse Ledebour in kräftigen Worten ab; er rief einen unanfechtbaren Kronzeugen für die Haltung der Sozialdemo- kraten und gegen den Scheinpatriotismus jener Herren auf: der glühende Patriot Fichte würde die Vergewaltigung einer Volksminderheit, wie sie durch die preußische Polenpolitik aus- geübt wird, mit heiliger Entrüstung als unvereinbar mit den Grundsätzen des Rechts und der Freiheit, die nach seiner Auf- fassung einer wahren Vaterlandsliebe als Richtschnur dienen müssen, weit von sich weisen. Im übrigen wurde die Sitzung mit zahlreichen Reden ausgefüllt, in denen Einzelbeschwerden lokaler und bctriebs- technischer N..tur vor das Ohr der Postverwaltung gebracht wurden. In die vielen Mängel der Postkrankenkassen leuchtete Genosse Haberland mit sachkundigen Ausführungen hinein. Am Mittwoch steht der Initiativantrag des Zentrunis über die Zulassung der Jesuiten auf der Tages- ordnung. Am Donnerstag soll bei Beginn der Sitzung die namentliche Abstimmung über die Ostniarkenzulage vor- genommen werden. Jest hat Herr Bethmann Hollweg sein Schicksal in der Hand. Hand wird nur von Hand gewaschen, wenn du nehmen willst, so gieb— die Jesuiten! Dann wird das Zentrum auch über die Ostmarkenzulage und über einiges andere mit sich reden lassen!—_ Abgeordnetenhaus. Daß die Eiatsbcratung im Abgeordneienhaiise einen so schleppenden Verlauf nimmt, daran trägt nicht die Sozialdemokratie die Schuld. Die Herren, die fortgesetzt diesen Vorwurf gegen unsere Genossen erheben, mögen zunächst einmal sich selbst erziehen. Ist es nicht mehr als Zeitverschwendung, wenn der Abg. Würmling(Z.) die Geduld des Hauses mißbrauchte und am Dienstag bei der Fortsetzung der Beratung des Etats der Justizverwaltung mehr als l'/.2 Stunden hindurch konfessionelle Wünsche zur Sprache brachte und in den verschiedensten Variationen über die angeblich nicht genügende Berücksichtigung der Wünsche der Katholiken bei Be- stellung von Vormundschaftsrickitern klagte? Selbst die nahe bevor- stehenden Wahlen bilden keinen Entschuldignngsgrund für diese höchst nberflüifige Tauerrede. Weit wichtiger war der Wunsch de? Abg. Cassel(Vp.) auf vermehrte Heranziehung der Laien zur Rechtsprechung, sowie die Anregungen unseres Genossen Liebknecht auf eine Reform des Wiederaufnahmeverfahrens, eine Forderung, fii deren Begründung er sich auf ein reichhaltiges Material auS der Praxis stützen konnte- wußten, nach welcher Richtung sich zu wenden. Beim Morgen- anbruch rückte auch unser ganzes Regiment aus, hinter uns das 31. Reginicnt. Nach der Schlacht am Flusse nahmen wir an, die Hauptmacht des Feindes vor uns zu finden. Als wir aber am Morgen die türkischen Positionen vesctzten, fanden wir nur 200 bis 300 Tote und einige Dutzend schwer verwundete türkische Offiziere und Sol- daten. Die ll n s r i g e n stachen sie auf der Stelle mit de tu Bajonett nieder. E s war ein solcher Be- fehl ausgegeben,»in nicht den Transport durch V e r iv u n d e t e zu e r ich tv e r e n! Fragen Sie mich nicht weiter danach: es ist mir unerträglich, an diese Nicdermetzclung der unbewaffneten, verkrüppelten, halb- toten Leute auch nur zu denken.... Unsere beiden Regimenter zogen ohne Kanipf in Kirkkilisse ein. von wo die Türken schon vor- her geflüchtet waren. Ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung loar gleichfalls geflüchtet; von den Griechen waren fast alle ge- blieben, die Bulgaren selbstverständlich auch. Im Verlauf von 24 Stunden rückten 120 000 Mann bulgarischer Truppen in Kirk- kilisse ein, ohne daß es vor dem Einzug in die Festung zu einer Schlacht gekommen war. Die Türken hatten die Flucht ergriffen, und schon auf dem Wege von Böjuk-Deret fanden wir viel Artillerie. Munition und Vorräte, die von den Türken liegen gelassen worden waren.... Ilm 13. Oktober fand beiin Dorfe Kuliba. auf dem Weg« nach Lüleh-Burgas eine große Schlacht mit den Türken statt, an dem unser Donau- und Jskra-Rcgiment teilnahuicu. Die«chlachr währte 14 Stunden; wie viel Leute wir verloren, weiß ich nicht; ich weiß nur, daß von zwei Regimentern eines zurückblicb. Wir eilten ihnen zu Hilfe, langten am Abend an. fanden aber, daß die Türken sich bereits auf ihre Hauptpositionen, 10— 13 Kilometer nach Süden, zurückgezogen hatten. Am 15. näherten wir uns Lülch Burgas und vernahmen den Kanonendonner. Um geringere Verluste davon- zutragen, zerstreuten wir uns in kleinere Abteilungen. Als wir uns den türkischen Stellungen auf anderthalb Kilometer genähert hatten, begannen die Granaten über uns zu Platzen. Oben auf den Befestigungen die Türken, keine Mcnschenseelc zu sehen, nur das entsetzliche Feuer prasselt auf uns berab. Die Türken zielten offenbar nicht, von zehn Kugeln traf eine, aber auch das genügte, da das Feuern ununterbrochen anhielt, und viele von den Unsrigen gingen zugrunde. Von den Offizieren loar. ein Teil getötet, ein Teil zurückgeblieben; unsere zwei Regimenter blieben fast ohne Auch die zahlreichen Wünsche der Unier- und mittleren Beamten, für die die Regierung trotz der Teuerung und trotz der glänzenden Finanzlage des Staates nichts übrig hat, fanden an Liebknecht einen beredten Fürsprecher. Das Kapitel„Gefängnisse" gab, wie alljährlich, dem Zentrums- abgeordneten Schmitt Veranlassung, mehr Mittel für die Seel- sorge der Gefangenen zu fordern. Mit Recht betonte demgegenüber Liebknecht, daß die Sozialdemokratie nichts dagegen habe, wenn den Gefangenen Gelegenheit gegeben werde, einem Gottesdienst beizuwohnen, daß sie sich aber gegen jede Pression und gegen jede religiöse Beeinflussung wenden müsse. Daß die Religion nicht im- stände ist. die Gefangenen wirklich zu bessern, mußte übrigens in- direkt auch Geheimrat P l a s ch k e, der Leiter des preußischen Ge- fängniswesens, zugeben. Was der Regierungsvertreler sonst auf die recht beherzigenswerten Ausjührungen des sozialdemokratischen Redners zu erwidern wußte, war so wenig stichhaltig, daß die Mehr- heit, um den Herrn Geheimrat vor einer Blamage zu bewahren, schleunigst die Debatte gewaltsam schloß. Am Mittwoch wird die Etatsberatung fortgesetzt. Nach Beendi- gung des Justizetats beginnt die Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung. Ter Bund der legendären Dreimalhunderttausend. Die Bllndler saßen wieder beisammen und bejubelten sich; aber über die B e i t r a g s e i n n a h m e n des Bundes hat man trotz des ununterbrochenen Redeflusses wieder nichts erfahren. In den Geschäftsberichten findet man seit Jahren über die Ein- nahmen, Ausgaben und die Mitgliederzahl nur ganz knappe komische Angaben. Diesmal heißt es kurzweg:„Die Mitglieder- b e w e g u n g ist auch im verflossenen Geschäftsjahr erfreulicher- und natürlicherweise eine aufsteigende wie bisher gewesen. Durch den Tod sind, soweit dies festzustellen war, 1583 Mitglieder aus- geschieden." Die Sterbeziffer ist beim Bunde„erfreulicher- und natürlicher« weise" eine staunenswert geringe. Wird die preußische Durchschnitts- sterblichkeit als Norm angenommen, so hätte der Bund nur 03 000 Mitglieder. Werden die durch den Tod abgerufenen 1583 Mitglieder als einwandfrei und wirklich gestorben betrachtet, dann ist die Sterblichkeit bei den organisierten Bündlern eine äußerst geringe, was nicht gerade auf schlechte Lebenslage Ichließen läßt. Eine andere Möglicheit, die Mitgliederzahl des Bundes der Landwirte festzustellen, ergibt sich durch die Abschätzung des Mitgliederbestandes noch der Auflageziffer des wöchentlich er- scheinenden Bundesorganes. Die Auflageziffer dieser Zeitung be- trug 1910 233 000 Exemplare. 1011 242 000 und 1912 240 000. Die Bundeszeitung wird allen Mitgliedern unentgeltlich zugestellt. Entweder bat also der Bund gar nicht, wie er angibt, über 800 000 Mitglieder, oder es zahlen an 100 000 Mitglieder weniger als den Mindestsatz im Jahre, denn solchen wird die Zeitung nicht geliefert. Die Zahl der von provinzialen Landesorganisationen heraus- gegebenen Wochenblätter, die 1010 rund 100 000 betrug und 1011 auf 01 000 zurückgegangen war, ist 1912 glücklich wieder auf 03 000 gestiegen. Alles in allem, einen nach„Tausenden" zählenden Zu- wachs von Mitgliedern beweisen diese Zahlen nicht. Dabei darf nicht vergessen werden, daß der Bund durch seine auf Diäten und Prämien gestellten Agitatoren einen skrupellosen Mitgliederfang treibt. Prominente Vorsitzende der Kreisorganisationen und Stellvertreter für solche Posten find mit- unter schon so gewählt worden, daß sie mit der Mitteilung ihrer Wahl zugleich die Aufforderung erhielten, nun doch möglichst rasch Mitglieder des Bundes zu werden. Diesen Mitgliederfang charak- terisierle der Führer des bayerischen Bauernbundes, Anton Mein minger, einst in seinem Blatte folgendermaßen: „Aus dem Schreiben— Anslellungsvertrag des Bundes mit einein seiner Agenlen— ergibt sich, daß die Bundesleilung von ihre» Agenten lleberzeuguug und Charakter nicht verlangt;... Was aber noch mehr in die Augen springt, ist das rein G e- s ch ä f t l i ch e des Abkommens. ES kommt namentlich darauf an, neue Mitglieder zu werben, wird ohne Umschweife gesagt. Wenn ein Agent eine genügende Anzahl neuer Miiglieder erhält, so wird sein Diäte nsatz erhöht, auch winkt ihm ein festes Gehalt. Genau so machen eS verschiedene Versicherungs- gesellschaften.... Wir tonnen beispielsweise ein Schreiben einer Vieh Versicherungsgesellschaft entgegenstellen, Ivorin dem eventuell anzustellenden Agenten s a st die gleichen Bedingungen gestellt werden, mit dem Unterschiede freilich, daß hier die feste Anstellung von dein aufgenoiitmenen Rindvieh abhängig gemacht wird...." Und im demokrati'chen„Freien Volk" erzählte vor ungefähr einem Jahre ein früherer Bundesagitator, daß die einzelnen Agenten in kurzen Zwischenräumen vorgedruckte Fragebogen ausgefüllt an die Zentrale schicken müffen, in denen sich folgende schöne Fragen befinden: � Kommando; die Reihen vermengten sich, wir wußten nicht, wohin uns zu wenden, welche Richtung einzuschlagen. Inzwischen hielt der Eisen- und Bleiregen an. Eine feurige Hölle. Wir verloren da den Mut und stoben in Unordnung aus- einander. Etwa 2 Kilometer weit sammelten wir uns wieder und kamen zur Besinnung. Die Schande bemächtigte sich unserer: wir flüchteten aus dem Feuer, während andere zugrunde gingen. Leute aus den verschiedenen Regimentern sammelten sich in Reihen, von irgendwoher schlössen sich uns Offiziere an.„Vorwärts!" hieß es nun, und wir stürmten auf die feindlichen Befestigungen los. Wir laufen, schreien, kennen uns selber nicht mehr. Bei klarer Vernunft und vollem Bewußtsein kann kein Mensch fechten. Ringsum pfeifen die Kugeln, platzen die Granaten.... Wir feuern immerfort aus unseren Gewehren, ohne Ziel, bloß um uns Mut zu machen. Erst vor dem Berge wurde ich von einem Schrapnellsplitter getroffen.... Ob ick mich gefürchtet habe? Anfangs außerordentlich, dann aber nicht mehr. Als Ivir die Anhöhen hinaufstürmten, war keine Spur von Furcht mehr vorhanden. Wir laufen und schreien, die Granaten und Kugeln pfeifen und summen ringsum, von allen Seiten lauert der Tod, einer nach dem anderen stürzt zu Boden, von keiner Seite ein Ausweg oder eine Rettung. Unter solchen Bedingungen vergißt man schließlich sich selber, fühlt seinen Körper nicht und stürmt furchtlos vorwärts. Es ist. als ob man aus Furch� vor dem Tode in den Tod hineinlauft. Würde man immerfort das Furchtgefühl verspüren, so könnte man es nicht aushalten.... In Sofia bin ich nun den zweiten Tag. Morgen schickt man mich nach Warna, dort habe ich Frau und Kind. Heute hat man mir noch im Spital einen Verband aufgelegt. Feste Speisen kann ich noch nicht zu mir nehmen, das tut aber nichts, der Kiefer wird zuheilen. Schlimmer aber ist es mit dein Kopf bestellt: als ob die ganze Ermüdung sich im Gehirn angesammelt hat. Vor den Augen feurige Lichter, in den Ohren ein ständiges Sausen, wie auf dem Scküachtfcldc. Der Kopf geht in die Runde, schlafen kann ich nicht. Sieht man ringsum den Tod und die Vernichtung, die Getöteten und die Verkrüppelten, so findet man seine Ruhe nicht mehr. Nein, ich werde wohl nie mehr fest auf den Beinen stehen. Ich lehre jetzt zu meiner Familie zurück, was aber folgen wird, weiß'ck uicht. Alles in mir ist lauter Unruhe, es ist, als ob ich mein Ich verloren hätte. In all den schlaflosen Nächten höre ich das Sausen der Schrapnells und denke: lieber zurück inS Feuer. dort vergißt man wenigsten» alles ringsum..,. 1. Angabe von zuverlässigen BundeSmitgliedetn. 2. Angabe von heimlichen Gegnern. S. Angabe von offenen Gegnern. Es Handell sich also hier um eine Art bundespolizei- licher Führungsliste der deutschen Bauern. Ein Kathederagrarier. Auf der Generaloersammlung der agrarischen„Bereinigung der Steuer- und Wirtschaftsreformer" hielt der als Sozialwissenschaftler herzlich unbedeutende Universitätsprofessor Dr. Otto Gerlach aus Königsberg ein Referat über die sozialpolitische Gesetzgebung und die öffentlich-rechtlich« Lebensversicherung. Gerlach ist das agrarische Gegenstück zu den Kathederindustriellen Bernhard, Ehren- berg u. a. Ebenso wie Dr. Hahn vorgestern auf der Generalver- sammlung des Bundes der Landwirte der Schwerindustrie treue Waffenbrüderschaft zusagte, so hielt Gerlach gestern den scharf- macherischen Bestrebungen Bernhards die Stange.„Theoretisch" begründete er seinen Standpunkt damit, daß die Masse weder er- finden noch organisieren könne; sie müsse daher eine kraftvolle Per- sönlichieit als Führer haben. Diese Führer, ofsenbar die Gruben- Herren, Zechenbarone und Junker, müßten die Früchte ihrer organi- satorischen Arbeit ungeschmälert genießen.„Ellenbogen- f r e i h e i t ist für sie nötig, sollen sie nicht unterliegen und mit ihnen die Volkswirtschaft des Landes." Die Arbeitcrschutzgesetz- gcbung, die die Kinder, und Frauenarbeit beseitigt oder doch sehr eingeengt Hab«, wirke wie eine Zwangsjacke für die Produktion. Um so schlimmer seien die„Auswüchse" der Arbeiterbewegung. RechtSbewutztsein und Achtung vor abgeschlossenen Verträgen seien geschwunden. Deshalb müßte auch der Arbeitswilligen- schütz energisch ausgebaut und, so weit er besteht, schnell und wirk- sam gehandhabt werden. Die Arbeiterversicherung schaffe nur Staatspensionäre: sie hätte mit einer zwangsweisen Volksversiche- rung verbunden werden müssen, um ein Volk von Kleinkapitalisten statt von Rentenbeziehern zu schaffen. Als Ersatz dafür empfahl Gcrlach die öffentlich-rechtliche Lebensversicherung, um die„sozial- demokratische" Volksfürsorge zu bekämpfen und das Gefühl der Selbstverantwortung wieder zu heben. Diese Rede hätte ebensogut einen Tag vorher im Zirkus ge- halten werden können. Selbst an der auch von den Bündlern kräftig geübten Polemik gegen Dr. Delbrück fehlte es nicht. Gerlach suchte den Staatssekretär durch ironische Kritik zu bekehren, daß man durch sozialpolitische Maßnahmen nicht„die Seele des Ar- beiters für den Staat" gewinnen könne, sondern daß Schars- macheveien ein viel besserer Weg dazu wären.— Jedenfalls empfehlen wir Herrn Gerlach dem treuen Beschützer Professor Bernhards im Kultusministerium, Gehcimrat Elster, für die Be- setzung des nächsten Berliner ökonomischen Lehrstuhls. Er wird sich sicher bei Geheimrat Elster größerer Zufriedenheit erfreuen, als der jetzige Agrarökonom in Berlin Professor Sering. Steuerfreiheit für die Zechen. Eine Entscheidung des Obervcrwaltungsgerichts vom 3. März 1909 bedeutet für die Bergbaugesellschasten ein großes Los, garan- tiert sie ihnen doch fast völlige Steuerfreiheit. Nach jener Eni- schcidung vermindert die Kohlenförderung das Vermögen der Zechenbesitzer. Es rechtfertige sich daher, für die„Substanzver- Minderung" Abschreibungen auf die Reingewinne, zu Zwecken der Steuerdeklaration vorzunehmen. Diese Entscheidung hat zu un- haltbaren Zuständen gesührr. Bei rapide steigenden Gewinnen gehen die Steuerlerstungen der Gruben rapid zurück. Manche Zechen bezahlen überhaupt nichts mehr. Die betreffenden Gemein- den finden keinen Ausweg aus schweren Finanzkalamitäten, keine Deckung für die allerdringenbsten Ausgaben. Durch die Not ge- trieben, haben nun 63 Land- und 12 Stadtgemeinden des rheinisch» westfälischen Jndustriebezirks eine Eingabe an das Ministerium sowie an das Abgeordneten- und das Herrenhaus gerichtet, in der sie eine baldige Regelung der Angelegenheit fordern. Sie sei not- wendig noch für 1913, sollten die Gemeinden nicht in die aller- schwersten Bedrängnisse geraten. In der Eingabe wird ausgeführt: „Nach unseren Feststellungen werden für 1913 wohl sämtliche Gewerkschaften des Bezirks trotz erheblicher Ausbeute(bis zu 3 699 990 M. jährlich bei einer Gewerkschaftl nach den Grnno- sätzen der Entscheidung vom 3. März 1999 steuerfrei veranlagt werden müssen. Die neuen Grundsätze müssen aber auch rück- wirkende Kraft für alle noch nicht rechtskräftigen Veranlagungen erhalten, da durch den bisherigen Mangel einer festen gesetzlichen Regelung und insbesondere durch die Aenderung der Recht- sprechung des König?. Oberverwaltungsgerichts die Veranlagung einzelner Gewerkschaften zur Staats- und Gemeindecinkommen- stcuer für eine Reihe von Jahren noch strrttig ist." Manche Gemeinden kommen mit ihrem Steucrzuschlag schon auf 399 Proz.; trotzdem können sie ihren Haushalt bei der aller- größten Sparsamkeit und trotz Vernachlässigung dringendster sozialer und hygienischer Aufgaben nicht ins Gleichgewicht bringen. Verschieden« Gemeinden, die für 1912 noch über 199999 M. Ge- mcindesteuern von den Kohlcngcwcrkschaften hereinbrachten, be- kommen für 1913 keinen Pfennig. Unternehmen, die vor der Eni- schcidung 299 999 M. und mehr bezahlen mußten, sind fast stcuer- frei. Die„Substanzverminderung" ist ein Segen für sie. Erst überläßt der Staat dem Kapital die Ausbeutung des Volksver- mögens, als welches die Naturschätze zweifellos anzusehen sind, und dann macht unsere prächtige Rechtsprechung das Volkseigentum zum Privatbesitz der Kapitalisten und gewährt ihnen Steuerfreiheit. Konservative unter sich. Im LandtagSwahlkreije Potsdam haben die Konservativen den ReickiSverbändler Major v. S t ö s s e l als Landtagskandidaten auf- gestellt. Sein Gegner ist der frühere ReichSIagsabgeordnete Pauli- Polsdam(der„schlichte Mann aus der Werkstatt"), sür den sich eine starke Minorität erklärt hat. Herr Pauli läßt nun erkläre», daß er seine Sonderkandidatur aufrechterhalten und mit allem Nachdruck für sie kämpfen werde. Man wird also in Potsdam das vergnüg« liche Schauspiel erleben, wie zwei Konservative im Kampfe gegen- einander stehen, wenn es nicht gelingen sollte, Herrn Pauli durch eine Kandidatur in einem anderen Kreise zum Schweigen zu bringen. Major v. Stössel ist der Führer der Ncichsverbändler in Potsdam und harrt schon lange sehnsüchtig des Augenblicks, wo er in ein Parlament einziehen kann: bisher hat sich aber noch kein Wahlkreis gefunden, dem man eine Kandidatur Stössel zumuten konnte. Wieder ein konservativer Terrorismusfall. Die Tatsachen beweisen, daß die Konservativen, die mit perfider Heuchelei fast täglich in ihrer Presse über sozialdemokratischen Terrorismus schreien, die gemeingefährlichsten Terroristen sind. Aus Schlesien wird un-Z berichtet: In Deut mannsdorf. Kreis Löwcnberg, besteht ein Spar- und Darlehnsverein, E. G. m. b. H., dessen Vorstand aus fünf Konservativen, nämlich drei Großgrundbesitzern und zwei Gemeinde- Vorstehern besteht. Diesem Verein gehört auch seit vielen Jahren der Landwirt Ludwig als Mitglied an. Ludwig, der keine»- Wegs Sozialdemokrat ist, aber zwischen der Theorie und Praxis des preußischen EhristentumS großen Widerspruch gefunden zu haben scheint, trat auS der Landeskirche aus. Auf Grund dieser Talsache glaubten die konservativen Vorstandsmitglieder Lud- wig aus dem Spar- und Darlehnsverein ausschließen zu können, ob- wohl ihnen die Statuten des Vereins dazu nicht die geringste Handhabe bieten. Ludwig wandte sich beschwerdeführend an das Amtsgericht in Löwenberg und dieses verfügte: .Löwenberg, 4. Februar. Auf die Eingabe vom 3. d. M. gemäß Ihnen zum Bescheid, daß daS Gericht es ablehnt, die Ausschließung des Genossen Reinhold Ludwig in die Liste der Genossen einzutragen. Zunächst ist nach§ 69 Absatz 2 des Genossenschaflsgesetzes eine Abschrift des Ausschließungsbeschlusles dem Gericht einzureichen, loas vorliegend unterblieben ist. Sodann wird aber auch die Ausschließung selb st als statutenwidrig angesehen. Die§§ 5—11 des Statuts, welche allein von dem Erwerb der Mitgliedschaft und Ausscheiden einzelner Mitglieder handeln, enthalten keine Vor- schrift des Inhalts, daß ein Genosse dann ausgeschlossen werden darf, wenn er a»S der Landeskirche ausscheidet. Der§ 4 des Statuts bezieht sich lediglich auf den Gegenstand des Unter« nehmens. Sollte aber selbst aus§ 4 des Statuts entnommen werden können, daß nur Christliche Mitglieder der Genossenschaft sein dürfen, so würde doch der bloße Austrilt aus der evangelischen Landeskirche noch kein AuSschließungsgrund sein, denn mit dem Austritt aus der Landeskirche hat der be- treffende Genosse noch nicht aufgehört, Christ zu sein. Amtsrichter Hertrampf." Trotzdem werden wohl die konservativen Terroristen Mittel und Wege finden, wie sie Ludwig schädigen können. In der Wahl ihrer Mittel sind die Herren Agrarier ja von jeher nicht zimperlich gewesen, und der gemeingefährlichste Terrorismus hat ihnen stets als erlaubt gegolten, wenn er ihnen von Nutzen war. Die angekündigte Novelle zur Gewerbeordnung, welche Maßnahmen zur Bekämpfung deS Animierkneipenwesens, zur Einschränkung der fogenannten VergnüguugSplätze und der Aus- wüchse der Kinematographentheater bringen soll, ist, einer Korrespon- denz zufolge, dem Bundesrat bereits zugegangen. Eine Wertsteigerung von mehr als 200 Prozent. Die Preissteigerung der landwirtschaftlichen Produkte treibt die Güterpreise immer mehr in die Höhe. Nach Mitteilung des„Grund- stückmarlteS" haben vor etwa 8 Jahren die Erben des Ritterguts- besitzers Pohl das Gut Sczodrowo im Kreise Kosten für 399 999 M. an einen Herrn Schulz verkauft. Vor 3 Jahren verkaufte Herr Schulz das Gut durch Bermittelung eines Herrn Hartmann an den Polen Speichert für 759 999 M. und jetzt hat es der Gutsbesitzer Alfred v. Cblapowski-Cblapowo auf Bonikowo, Kreis Kosten, sür zirka 959 999 M. erstanden. Der Preis des Gutes ist also innerhalb 8 Jahren um mehr als 299 Proz. gestiegen. Rückgang der Schlachtungen. Die Ergebnisse der Schlachtvieh- und Fleischbeschau für das Vierte Vierteljahr 1912 zeigen gegen die gleiche Zeit des Jahres 1911 wiederum einen erheblichen Rückgang der geschlachteten Tiere. Sämtliche Viehgattungen sind an diesem Rückgang beteiligt; nur die Zahl der geschlachteten Bullen blieb stationär(Zunahme 9,66 Proz.). Sonst ging die Zahl der Tiere, an denen die Beschau vorgenommen wurde, zurück bei den Ochsen um 8 Proz., bei Kühen um 7 Proz., bei Jungrindern und Kälbern um 29 Proz., bei Schweinen um 14 Proz.. bei Ziegen um 8 Proz., bei Schafen um 1 Proz. Besonders auffällig ist der Rückgang bei dem Jungrindvieh; darin liegt eine außer- ordentliche Gefahr für den Bestand der Rindviehzucht. Da diese Lücke nicht durch die Einfuhr ausgefüllt werden kann, müssen mit der Abnahme des Rinderbestandes die Preise weiter steigen. Auch die Abnahme der geschlachteten Schweine(sie betrug bei den der Trichinenschau unterworfenen Schweinen 17 Proz.) ist ei» äußerst bedenkliches Zeichen für die weitere Preisgestaltung. Eine Zunahme geschlachteter Tiere zeigte sich charakteristischer- weise dagegen bei den Pferde n(um 7 Proz.) und bei den Hunden(um 43 Proz.). EineS Kommentars bedarf diese Tat- sache nicht I (lngarn. Der Prozeß Lukacz. In dem Panamistenprozeß deS ange- griffenen Mini st erPräsidenten Lukacz ist soeben eine sensationelle Wcndun-g eingetreten. Der Gerichtshof lehnte die Anträge der Verteidigung, die zum Zwecke des Wahrheitsbeweises in den gravierenden Anschuldi- gungen gegen Lukacz gestellt wurden, ab. Trotzdem das ungarische Strafgesetzbuch ganz klar bestimmt, daß bei Anschuldigungen gegen Staatsbeamte ein Beweisvcrfahren zugelassen werden muß, schnitt hier der Gerichtshof das Beweisverfahrcn ab, da die Zeugen belastend gegen Lukacz aussagen würden. Nur in einem Falle, der den Hausverkanf des Ministerpräsidenten betrifft, wollten die Richter das Beweisverfahren gestatten. Nach dieser Gerichtsentscheidung verließ die Verteidigung den Ge- richtssaal unter Protest gegen das gesetzwidrige Vorgehen des Gerichtshofes. Man konnte auf solche Zwischenfälle gefaßt sein, da der Gerichtshof aus drei Gerichspräsidenten besteht, die der Regierung, mit Haut und Haaren ergeben sind. Aber dieser Gerichtsbeschluß hat nun auch den Beweis geliefert, daß �er Ministerpräsident Zeugenaussagen zu scheuen hatte: wenn ein Veweisverfahren zugelassen worden wäre, würde der ganzen Welt offenbar geivorden sein, daß die Anschuldi- gnng des angeklagten Staatssekretärs, der Ministerpräsident sei der größte Panamist, nicht zu Unrecht erhoben wurde. Die Gerichtsverhandlung endete mit der V e r- u r t c i l u n g des Abg. D e s Y wegen öffentlicher Beleidigung des Ministerpräsidenten Lukacz zu einem Monat Gefängnis und 400 Kronen Geldstrafe. Staatsanivalt und Angeklagter haben gegen das llrteil das höhere Gericht angerufen. Dieser Urteilsspruch hat riesige Sensation erregt. Drei der angesehensten ungarischen Magnaten, der gewesene Minister des Innern Graf Julius A n d r a s s y, der ge- wescnc Minister für Kultus und Unterricht Graf Albert A b o n n y und der gewesene Minister am kaiserlichen Hoflager Graf A l a d a r Z i f y, haben in den hauptstädtischen Abend- blättern eine Erklärung folgenden Inhalts an den Minister- Präsidenten Lukacz gerichtet: „In der heuligen Gerichtsverhandlung wurde dem Minister- Präsidenten nur eine formelle Genugtuung zu teil, da der Ge- richtshos das Beweisverfahrcn nicht zugelassen hat. Nach- dem dieser Prozeß auch die öffemliche Meinung imer- essiert und es notwendig ist, daß der Ministerpräsident rein von jeder Schuld sei, wollen wir ihm Gelegenheit geben, auch in jeder Hinsichl seine Unschuld zu sichern. Wir erklären daher, daß wir Kenntnis davon haben, daß der Ministelpräsident von Ungarn bei einem Staatsgeschäfr mit der Ungarischen Bank eine Pro- Vision von mehr als 4 Millionen Kronen er- halten hat und diese Summe nicht an die Staatskasse abgeliefert wurde. Wir find uns der Schwere unserer Erklärung bewußt und übernehmen die Verantwortung dafür. Wir wollen gerichtlich beanstandet werden, um zu beweisen, daß diese unsere Erklärung der Wahrheit entspricht." Diese Erklärung erschien in allen Abendblättern. fraukreid?. Ter Präsidentschaftswechsel. Paris, 18. Februar. Heute fand die Uebertragung der Präsidentschaftswürde an Poincars statt. Poincar6 wurde vom Ministerpräsidenten Briand in einer Staatskarosse aus seiner Privaüvohnung um 2 Uhr 20 Minuten abgeholt. Der Zug begab sich um 314 Uhr nach dem Elysse, wo Poincar6 von Fallteres empfangen wurde. In diesem. Augenblick verkün- beten 21 Kanonenschüsse den Wechsel in der französischen Prä- sidentschaft. Ter Großkanzler der Ehrenlegion. General Flo- rentin, überreichte daraufhin dem ileuen Präsidenten die Jnsignien zum Großkreuz der Ehrenlegion. Beide Präsidenten begaben sich daraufhin nach dem Rathause, wo ein großer Empfang stattfand. Alle hohen französischen Würden- träger waren zugegen, nur die bekannten Sozialistenführcr fehlten. Die von zwei Jiffanterieregimentern gestellte Musik spielte die Marseillaise. In der Fefthalle des Rathauses fand daraufhin ein Konzert statt, das bis 6 Uhr andauerte. Hier- auf begab sich Präsident Poincar6 nach dem Elyf6e, wo der erste Minlsterrat unttr seinem Vorsitz stattfand. Heute abend wird Poincarö ins Elysäe übersiedeln, während Fallidres seine Privaüvohnung bezieht.— In Toulon fand sich am Meeres- strande eine große Menschenineitge ein, um der Flottenparade, die zu Ehren des neuen Präsidenten abgehalten wurde, beizu- wohnen. Lelgien. Veruiittelungsversuchc. Man schreibt uns aus Brüssel: Wir haben bereits ge- meldet, daß sich in den Kreisen der Industriellen eine Aktion vorbereitet, die bezweckt, auf die RegiiKung einzuwirken, um vielleicht noch in letzter Stunde eine vlcrmittelung herbeizu- führen. Man kann es schon begreifen, daß die Industriellen einem Generalstreik mit weniger Gemütsruhe und Gleichmut entgegensehen als die Regierung und Herr Woeste. Mögen es gerade keine idealistischen Gründe sein und die Fabrikanten vor' allem an die Hunderttausende von Verlusten denken, die ihnen bevorstehen, so läßt sich gegen ihr freilich nichts weniger als aussichtsreiches Beginnen um so weniger sagen, als sich keine Stimme hören läßt, die etwa von den Arbeitern ein Nachgeben in irgend einem Sinne verlangt. Wir haben öfters darauf hingewiesen, daß auch die gemäßigte liberale Bourgeoisie— und man weiß seit den letzten Wahlen, wem ihre Sympathien gelten— ohne Zögern anerkennt, daß die Vertreter der Arbeiterschaft es an Entgegenkommen nicht fehlen ließen und die Verant- wortung für die komnicndcn Dinge der Regierung zuwälzen. Eine Bermittelung kann also ein Nachgeben nur von der Regierung wollen. Und iver will heute daran glauben? Auch' der Brüsseler Bürgermeister Max ergreift eine Initiative,„um das Land vor dem Generalstreik zu bewahren." Am nächsten Sonntag soll zu diesem Zwecke eine Besprechung aller Bürgernleister der größeren Orte der Pro- vinz Brabant im Brüsseler Rathaus zusammentreten. Es steht nämlich die Eröffnung der Genter Ausstellung bevor und bekanntlich iverden Ausstellungen auch schon in normalen Zeitläufen nicht fertig. Was ist dann bei einem Generalstreik zu erwarten? Abgesehen natürlich und hauptsächlich, daß eine wirtschaftliche Deroute nicht eben ein Versprechen für das „Geschäft" in Aussicht stellt, dem zuliebe allein doch solche Ausstellungen zu dienen haben. Wie man sieht, regt sich alle Welt auf ihre Weise, In- dustrielle wie Arbeiter, Bürgertum wie Proletariat über den Ernst der Lage auf. Außer der Regierung natürlich. Oder sollte sie die Ansicht gewisser klerikaler Blätter teilen, die sich den zarten Scherz erlauben, ihren Lesern zu erzählen, daß der Streik„unmöglich" sei? Daraufhin schreibt heute die gemäßigtliberale„Etoile Belge", die stets gegen die Drohung des Generalstreiks gewettert hat und nicht aufhört,„dieses Mittel zu mißbilligen", daß diese sxsitt-provooatvur-Sprache die Arbeiter nur zu erbittern geeignet ist.... Der Streik, sagt das liberale Organ, mag berechtigt oder nicht sein, das Wahlrecht mag ihn wert oder unwert sein— so verdient die Geste der Arbeiter, Elend und Entbehrung auf sich zu nehmen, um zu erhalten, was sie als gerecht betrachten, nicht scherz- hast beurteilt zu werden.— Das„Christentum" ist sich eben überall gleich. £1 fieu. Der militärische Einfluß Rußlands in der Mongolei« Urga, 18. Februar.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Der mongolische Minister und der Vertreter Rußlands Korostowez haben ein Abkommen unterzeichnet, nach dem russische Offiziere zur Organisation und zur Ausbildung einer m 0 N» goli scheu Reiterbrigade berufen werden sollen. Japan. Noch kein Ende der Krise. Tokio, 13. Februar.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Kabinettskrise hat noch keine Lösung gesunden, ein Ministerium ist noch nichr gebildet. Die Seiynkwai hielten heute eine große Ber- sammlung ab und beschlossen, den Admiral Damamoto bei seinen Bemühungen, ein Kabinett zu bilden, nicht zu unterstützen, wenn nicht alle Mitglieder, mit Ausnahme deö Premier- und Kriegs- Ministers, entweder der Partei angehörten oder ihr beiträten. Uamamoto ist bereit, den Sciylikwai zwei oder drei Portefeuilles zu geben, weigert sich aber, die ganze Forderung der Partei zu be- willigen. Am Donnerstag, Freitag und Sonnabend kam es in Kobe z>' erneuten Unruhen, ähnlich wie in Tokio am 19. d. M. Baron Kalo hat sich endlich entschlossen, nicht im Ministerium des Auswärtigen zu bleiben. Wenn ein Kabinett Damamoto zu- stände kommt, wird der japanische Botschafter in Washington Chinda daS Ministerium deS Auswärtigen und Tokahashi, der Gouverneur von Nippon, das der Finanzen übernehmen. Bus der Partei. Druckfchlcrbcrichtigung. In der Besprechung deS Buches von Rosa Luxemburg„Die Alkumulation des Kapitals" in Nr. 49 dieses Jahrgangs sind in der ersten Kolumne der zweiten Seite' in der 12. Zeile von unten einige Worte versehentlich weggefallen. Der Satz hat richtig zu lauten:... macht es prinzipiell... keinen Unterschied, ob die„Konsummittel" von den Kapitalisten in der Form vonSchaumwein oder von Kriegsmaterial konsumiert werden. Gewerfefcbaftlicbea. Die Gexverklckaften und die Hrbcits- vcrmittelung. Die Gewerkschaften haben der Frage der Arbeits- ber Mittelung jederzeit die größte Aufmerksamkeit ge- widmet. Schon die Vorläufer der modernen Arbeiterorgam- fationen, die der Zunftgesellen, haben vielfach recht erbitterte Kämpfe um die Arbeitsvermittelung geführt. Zu Beginn der modernen Arbeiterbewegung bis in die neunziger Jahre bin- ein galt bei den Gewerkschaften unbestritten der Sab, daß die Arbeitsvermittelung einzig und allein in die Hände der Arbeiter selbst gehöret dem Besitzer und Verkäufer der Ware Urbeitskvast stehe allein das Verfügimgsrecht zu, er habe die Bedingungen festzustellen, unter der sie Verwertung zu finden habe. Ob das prinzipiell richtig ist oder nicht, soll hier weiter nicht untersucht werden, jedenfalls- entscheiden in dem Kampfe um den Arbeitsnachweis, der ein Teil des wirtschaftlichen Kampfes zwischen Unternehmern und Arbeitern überhaupt ist, nicht Rechtsgrundsätze, sondern lediglich die Macht- Verhältnisse. Diese sind aber derart, daß keine der beiden großen wirtschaftlichen Gruppen der anderen in un- eingeschränkter Rücksichtnahme lediglich aus die Interessen der eigenen Partei die Bedingungen d6s Friedens diktieren könnte. So entstanden die paritätischen Arbeitsnachweise, die Vielfach in Tarifverttägen festgelegt sind. Diese funktionieren unter der Kontrolle beider Teile. Bei den Tarifverhand- lungen, die gegenwärtig zwischen den beiderseitigen Organi- fationen im Holz- und Baugewerbe geführt werden, bildet die Regelung des Arbeitsnachweises ebenfalls einen heiß um- sttittenen Punkt., Neben den paritätischen Facharbeitsnochweisen cittwickel- tcn sich die allgemeinen öffentlichen Arbcitsnach- weise in städtischer Perwaltung. Die Gewerkschaften haben sich rasch den Veränderten Ver- Hältnissen angepaßt: die Beschlüsse der Gewerkschaftskongresse von Berlin, Frankfurt, Hamburg und D r e s- den bezeugen es. Tagegen suchen die Arbeitgeber nach wie vor möglichst die Herrschaft über den Arbeitsmarkt zu er- halten und zu erweitern. Nicht um der Arbeits v e r m i t t e- l u n g zu dienen, sondern, um ihre Macht über den Arbeits- markt auszunützen. Ausscheidung der„Agitatoren" und „Hetzer", der„Streikbrüder" und„Auftviegler", Heranziehung und Bildung einer gelben Schutztruppe— das ist es, was die Unternehmer durch ihre Nachweisbnreaus erreichen wollen. In einem soeben erschienenen Schriftchen:„Die GeWerk- schaffen und die Arbeitsvermittelung", beschäftigt sich Genosse II m b r e i t mit dm oben behandelten Fragen, die zuerst den Gegenstand eines Vortrages bildet.'w. den er im Metall- arbeiterverband gehalten hat. Die Broschüre behandelt auch die paritätischen, Tarif- und Facharbeitsimchtveise, nament- lich an der Hand der Tarifnachweise der Buchdrucker und Holzarbeiter. Dabei wird auch der Verfuche gedacht, die darauf hinauslaufen, die Selbstverwaltung der Fach- arbeitsnachweise zu beschränken. Sie sind bekanntlich ausge- gangen vom preußischen Minister des Innern und des Ministers für Handel und Gewerbe und sin- den merkwürdigerweise Unterstützung von einer Seite, von der man es kaum vermutet hätte, nämlich vom Vorstand des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise. Um- breit weist diese Versuche, die öffentlichen Arbeitsnachweise in den Dienst einseitiger Unternehmerinteressen oder gar unter die Herrschaft der Bureaukratie zu stellen, mit Entschiedenheit zurück: „Wir können uns damit abfinden, den Arbeitsnachweis dem Kampfe zu entziehen, denn unsere Gewerkschaften verfügen heute über andere Machtmittel, um ihre Forderungen durchsetzen zu können. Werden die öffentlichen Nachweise indes dazu benutzt oder richtiger gesagt, dazu mißbraucht, Arbeiterinteressen zu ver- letzen, dann müssen wir wohl oder übel den Kampf aufnehmen, und die Gewerkschaftsbewegung wäre sehr wohl sähig, sich auch heute noch ihre eigenen Arbeitsnachweise zu schaffen." Diese Auffassung Umbreits wird die ungeteilte Zu- stimmung aller Gewerkschafter finden— das mögen sich die Rückwärtfer aller Schattierungen gesagt sein lassen. Partei und Gewerkschaften sind sich vollkommen darin einig, daß die Gesetzgebung die Wege zu ebnen hat für eine gesunde Ent- Wickelung der Arbeitsvermittelung nach der Richtung hin: Arbeitsnachweise mit öffentlich rechtlichem Charakter unter paritätischer Selb st ver- w a I t u n g. Berlin und Umgegend. Die Zuschneider bildeten bisher eine selbständige Filiale im Verband der Schneider. In letzter Zeit wurde wiederholt die Frage erörtert, ob es nicht zweckmäßiger sei, als Sektion der Filiale I beizutreten. Am Sonnabendabend nahm eine außerordentliche Generalversammlung der Zuschneider endgültig zur Frage des Ilebcrtritts Stellung. Der Vorsitzende betonte in seinen Ausfüh- rungen nochmals die maßgebende» Gründe und wies auf die Vor- teile hin, die durch die Verschmelzung entstehen. In der Diskussion erklärten sich alle Redner für de» Anschluß an die Filiale I als eigene Sektion, der dann auch gegen eine Stimme beschlossen wurde. Der Anschluß wird am 1. April d. I. vollzogen.— Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden leb- bafte Klagen geführt über das in mehreren Betrieben bcstebendc Antreiberspstem. Einmütig war man der Ansicht, daß nur durch eine intensive Aufklärungsarbeit diese Zustände gebessert werden können., Die Arbeiterschaft der Berliner Schuhindufirie ist in eine Be- wegung eingetreten, welche� die Schaffung eines paritätischen Arbeitsnachweises und Verbesserung der Lohnsätze bei einer Anzahl Firmen zum Ziele hat. Seit 1896 besteht ein vom Verband Berliner Schuhfabrikaiilen unterhaltener Arbeitsnachweis. Der Ar- Heiterschaft war dieser Unternehmernachweis immer ein Dorn im Ange, weshalb schon in den letzten Jahren mit der Unternehmer- organisation Verhandlungen zwecks Schaffung eines paritätischen Nachweises gepflogen wurden, die aber bisher ein positives Ergebnis nicht hatten. Der größte Teil der Unternehmer soll der modernen paritätischen Form der Arbeitsvermittelung sympathisch gegenüber- stehen. Die Arbeiter verlangen weiter freie Lieferung der Furnituren, was besonders für die Zwicker und Zwickerinnen eine Rolle spielt. Diese hatten bisher die Ehanels und Täckse sStifle zum Befestigen des Oberleders und der Sohle») selbst zu� stelle». Die Ausgabe hierfür im Betrage von 1,25 bis 2 M. wöchentlich muß von dem verdienten Lohn bestritten werden. Außerdem wird für Zuschneider und Stanzer die Anerkennung eines Minimallobnes von 27 M. gefordert. Ferner wird eine Regelung der Bezahlung der einzelnen Paare, der kleinen sortierten Kommissionen und der Muster, sowie Entschädigung für Ueberstunden verlangt. Die Forderunge» sind den Unternehmern am Montag früh unterbreitet worden mit dem Ersuchen, im Laufe der Woche in Verhandlungen einzutreten._ Lerantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.:' Deutsches Kelch. Gewerkschaftlicher Aufstieg. Die Gewerkschaften mit Unterstützungseinrichlungen, die an das Reichsarbeitsblalt berichten, musterten Ende 1912 2161470 Mit- glieder gegen nur 2 038 002 Mitglieder an demselben Termin des Borjahres. Somit ergibt sich eine Zunahme, die mit 123 468 Lrga- nisierten über 6 Proz. ausmacht. In der christlichen Organisation macht sich aber eine Stagnation, teilweise sogar ein direkter Rückgang bemerkbar. Da werden die Folgen der M.-Gladbachcr Streitbruchlaktik und der Zänkereien im eigenen Lager sichrbar. Zu den Verbände», die einen Mitgliedervcrlust zu verzeichnen haben, ge- hören die christlichen Organisationen der Textilarbeiter und der Metall- arbeitcr. Die Führer dieser Organisationen machen sich in der Ge- samtbcwegung durch lärmendes Groß'prechen und gesinnungstüchtigen Eifer im Kampfe gegen die freien Gewerkschaften sowie die Sozial- demokratie bemerkbar. Und der Erfolg? Der freie Texrilarbeilcr- verband buchte Ende 1St2 über 10 000 Mitglieder mehr als zu der gleichen Zeil 1911, der christliche Verband dagegen ist nun um 711 Mitglieder kleiner. Weiter! Der Deutsche Metallarbeiterverband er- höhle die Zahl seiner Mitglieder um 30 394, die christliche Organs- sation. die überhaupt nur ein ganz winziges kerlchen gegenüber dem Metallarbeiterverband darstellt, verlor t039 Mitglieder. Wenn man erst die Mitgliederziffern des christlichen Bergarbeiterverbandes erfährt, dann wird sich zeigen, daß hier die Mitgliederflucht ganz besonders grassiert. DaS Verhalten der christlichen Gewerkschaftsleitung im letzten Ruhrbergarbeiterstreik, und dann auch bei der Bewegung im Saar- revier, hat doch viele Arbeiter unzweideutig erkennen lassen, daß die christlichen Organisationen als Vorspann kapitalistischer Interessen mißbraucht werden. Hielt nicht Gewissenszwang manchen christlich Organisierten von dem Uebertritt zu der als kirchenfeindlich ver- schrieenen freien Organisation ab, dann lviirden die christlichen Ver- bände bald aufgerieben sein. Je mehr die M.-Gladbacker auf den Wegen des offenkundigen Arbeiterverrates wandeln, um so gründlicher werden auch die reli- giösen Scheuklappen abfallen und die verhetzten Arbeiter in die freie Gewerkschaft hineintreiben. Ganz ungesirasl kann niemand Diener des Kapitals sein � und dazu den Arbeiterfreund mimen. Aussperrung im Breslauer Tapezicrcrgewcrbe. Mit dem tö. Februar d I. lief der für das Breslauer Tapezierergelverbe abgeschlosieue Tarifvertrag ab. Die Gehilfen forderten eine Ver- kürzung der Arbeitszeit von ivöchentlich 54 auf 52 Stunden und als Mindestlohn für Ansgelernte im ersten Mhilfenjahr 45, im zweiten 50 und ini dritten 56 Pf. Stundenlohn, für weitere höhere Löhne einen Zuschlag von 5 Pf. pro Stunde. Außerdem den Abschluß des Tarifs auf drei Jahre, Die Unternehmer lehnten eine Verkürzung der Arbeitszeit rundweg ab und Lohn wollten sie während der drei- jährigen Tarifdauer nur 2 Pf. pro Stunde zulegen. Die Gehilfen ermäßigten daraufhin ihre wirklich geringen Forderungen noch wesentlich. um den Unternehmern Entgegenkommen zu zeigen und erklärten sich zu weiteren Verhandlungen bereit, womit die Unternehmer einverstanden waren. Die Verhandlungen sollten am Montag, den 17. Februar, stattfinden. Aber schon am Freitag vorher verschickten die Arbeitgeber an ihre Kollegen die Aufforderung, die Gehilfen auszusperren. Dieser Aufforderung ist ein Teil der Arbeit- geber nachgekommen. Am Sonnabend sperrten 36 Betriebe 106 Gehilfen aus, während 23 Firmen mit 123 Gehilfen sich nicht a» der Aussperrung beteiligten. Die Gehilfen haben auf das provokatorische Verhalten der Unternehmer beschlossen, daß in jedem Betrieb, wo auch nur ein Kollege ausgesperrt wird, sofort von allen die Arbeit niederzulegen ist. In allen anderen Betrieben soll vor- läusig weitergearbeitet lverden. Offenbar wollen die Unternehmer den Gehilfen einen Schreck einjagen, um sie für die Annahnie des Tarifs, so wie sie sich ihn denken, gefügiger zu machen. Darin dürsten sich aber die Herren diesmal gründlich getäuscht haben. Zu einem Abwehrkampf im Tapezierergcwcrbe ist es bei der Firma P e n s e I e i n, S t ö ß u. Co., Sitzniölbelsabrik in B l o m- berg iLippe-Detmold), gekommen. Die Firma bcstebt erst seit etwa Jahrcssrist, hat es aber bereits verstanden, sich c�i den Ar- beitern in den üblen Ruf der Lohndrückerei zu bringen. Den bei den Holzarbeitern vorgenommenen Lohnabzügen wollte sie solche bei den Polsterern folgen lassen. Gerade diese fortgesetzt versuchten Arbeitsverschlechterungcn veranlatzten die Arbeiter, sich der Organi- sation anzuschließen; sie konnten so die Abzüge zurückweisen. Darauf suchte die Firma ungelernte Arbeiter anzulernen, und er- neuerte dann den Versuch. Doch die Arbeiter legten gemeinsam die Arbeit nieder. Die Firma sucht nun unter Zusicherung guter Löhne erneut Arbeiter nach Blomberg zu locken. Tüchtige Leute, verheiratet oder ledig, welche Lust haben, das Polstern von Leder- stüblcn zu lernen, bei gutem Verdienst, suckt die Firma. Wie es in Wahrheit damit steht, zeigt der vorstehende Bericht.— Zuzug ist streng fernzuhalten._ I» die» Brüche gegangene Harmonie. Vor etwa anderthalb Jahren überraschten die Zentrumschristen und die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvcreinc die Welt mit der Nach- richt, daß sie. veranlaßt durch Herrn Berlepsch, übereingekommen seien, ein freundlicheres Verhältnis zueinander herzustellen. Die beiden Metallarbeiterorganisationen der betreffenden Richtungen gingen noch einen Schritt weiter und setzten Paragraphen auf, die ihr Handeln fortab bestimmen sollten. In diesem„Vertrag" wurde unter anderem auch festgelegt, daß sich die beiden Organisationen nicht persönlich bekänipfen sollten. Verträglich wurden die..ftei- heitlich-national" fortschrittlichen Gewerkvcreinler und die zcntrüm- liche» Christen trotz des Vertrages nun aber keineswegs; sie ver- keilten sich im Gegenteil nach dem Freundschaftskuß eher nach mehr als früher, so daß die Ringkampfvorführungcn oft genug das fröh- liche Lachen des Publikums auslösten. Die in den Anschauungen durchaus mit den Zentrumschristen versippten katholischen Arbeiter- vereine in Rheinland-Weftfalen gingen sogar dazu über, die Mit- glieder der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvcrcinc kurzer Hand heraus- zuwerfen und sie damit in die religiöse Wüste zu schicken, wenn die Hirsch-Dunckerschen nicht umsatteln und mit den ZentrumsckHisten auch die politische Zentrumspartei stärken wollten. Nun teilt der „Regulator", das Blatt des Metallarbeiter-Gewerkvcrcins, endlich mit, daß der tollen Komödie ein Ende gemacht und daß der famose Vertrag gekündigt und sofort aufgehoben wurde. Das ist i» unserer humorarmcn Zeit ein herber Verlust! Der Streik der Glasarbeiter in Liincn bei Tortmund dauert unverändert fort. Die Firma bemüht sich durch Agenten, Arbeits- willige zu bekommen, was ihr bis jetzt noch nicht gelungen ist.,— Die Glasarbeiter werden erneut ersucht, Arbeitsangebote nach Lünen abzulehnen. Tie Situation im Hamburger Hafen. Ter Streik der Bunkerlcute macht sich schon in einem Stocken des Verkehrs bemerkbar. Tie Arbeit ruht in sämtlichen Bunker- betrieben. Der Streik der Binnenschifscr verschärft die Situation bedeutend. Hinzu kommt zu� alledem noch eine neue Bewegung, die mit den anderen nur in. loser Verbindung steht: die Arbeitcr der Lagerhausgcsellschaften, die bei der früheren Lohnbewegung im Hafen leer ausgingen, halten vor kurzem einen Lohntarifentwurf eingereicht, der vor allem eine Erhöhung der Lohne vorsah, da diese Arbeitergruppc von allen am schlechtesten bezahlt wird. Es handelt sich bei dieser Bewegung vorläufig um 75 Mann. Die Export- lagerhausgesellschait beantwortete Verhandlungsersu�hcn des Deut- schen Transportarbeiterverbandes mit der Aussperrung sämtlicher 'Arbeiter. Die Entscheidung bei einer zweiten Gesellschaft erfolgt in den nächsten Tagen.— Menschenhändler sind auf der Suche nach Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VertaasanstaU ' Arbeitswilligen. Arbeiter, haltet den Zuzug fern, verhindert, daß Verräter an der Arbeitcrsache den Kämprenden in den Rücken fallen! �_ Streik in der Groitzschcr Schuhindustrie. Die Bemühungen der Arbeiterausschüssc und Organisations- Vertreter, einen Ausgleich herbeizuführen, scheiterten an dem Widerstand der Fabrikanten, so daß die Arbeitsniederlegung erfolgt ist. Am 15. d. M. nachmittags fanden nochmals Verhandlungen statt. Die Arbeiter machten den letzten Versuch, um eine Einigung zu ermöglichen. Sie schlugen vor: Die Arbeitszeit beträgt vom 1. April �ab Wontags bis Frei- tags W2 stunden, Sonnabends 8«tunden. pro Woche 55)4 Stunden; ab 1. Januar 1914 Montags bis Freitags 9«tun den. Darauf machte der Vertreter des Jndustrieschutzverbandes im Austrage der Herren Fabrikanten den Gegenvorschlag, die Arbeitszeit ab 1. Juli 1913 auf 57% Stunden festzusetzen; ab 1. Januar 1914 soll als äußerstes die 57stünt-ige Arbeitswoche zugestanden werden. Von den Vertretern des Zentralverbandes der Schuhmacher wurde nach Besprechung mit den Arbeiterausschüssen ein weiterer Vorschlag unterbreitet: Die Arbeitszeit beträgt ab 1. April 1913 Montags bis Frei- tags 9% Stunden, Sonnabends 8)4 Stunden, pro Woche 56«tun- den; ab 1. AprU 1914 ist die ettstündige Arbeitswoche einzuführen. Im Auftrage der Herren Fabrikanten erklärte der Vertreter des Jndustrieschutzverbandes sich gegen diesen Vorschlag. Bei der 57stündigeit'Arbeitswoche niüsscn sie bestehen bleiben. Die Ver- Handlungen wurden ergebnislos abgebrochen. Ter Streik von 490 Arbeitern und Arbeiterinnen ist die unvermeidliche Folge. Beim Auseinandergehen der Verhandlungsteilnehmer wurde von beiden Parteien eine Erklärung abgegeben, auf gegenseitiges Ersuchen bereit zu sein, an weiteren Verhandlungen teilzunehmen. Da die Groitzschcr Fabrikanten in der Amtspresse versuchen, die Forderung als übertrieben hinguitellen, sei hiermit folgendes festgestellt: In zwei der fünf Betriebe besteht gegenwärtig eine Arbeitszeit von 58% Stunden pro Woche. Diese Betriebe umfassen den größten Til der beschäftigten Arbeiter. Die Arbcitszeitvcr- kürzung würde für den I. April 1913 2% Stunden betragen. Lohnforderungen sind nicht gestellt, nur?tusgleich der Löhne für Zcitlobnarbcitcr soll stattfinden. Der größte Teil der Arbeitcr ist in Akkordlohn beschäftigt, Ausgleichlöhne kommen also nur für wenige Arbeiter in Frage. Tic übrigen drei Bc- triebe arbeiten 58� und 59% Stunden pro Woche. Doch muß be- merkt werden, daß diese Arbeitszeiten früheren Abmachungen mit den Arbeitern entgegenstehen. Es könnte also den Groitzscher Fa- brikantcn nicht schwer fallen, auf die von den Arbeitern gewünschte Arbeitszeitverkürzung einzugehen. Zuzug nach Groitzsch ist fern- zuhalten. �_ Eine Schnhmacherdcwegung ist in N ü r n b e r g im Gange. Tie Gebilfeii haben der SchuEmiacdenniiung den Tarif zum 1. April ge« kündigt und für den Sieuabschtuß einige Forderungen gestellt, die in der Hauptsache auf eine Lohnerhöhung von etwa 15 Proz. hinaus- gehen und ihre volle Berechtigung in den teureren Lebcnsverhält- nisien finden. Aber die Innung hat sie rundweg abgelehnt, sie will nicht einmal mit der Vertretung der Gehilfen darüber verhandeln, höchstens mit dem Gehilfenausschuß der Innung. Wenn die Herren in ihrer Starrlöpfigkeit verharren, kann es leicht zum Kampfe kommen. Deshalb ist Zuzug schon jetzt zu vermeiden. Letzte IHachricbten« Bulgarische Hoffnungen. Sofia, 18. Februar.„Mir" behauptet auf Grund zuvcr- lässiger Informationen, daß die Aussichten auf eine freundfchaft- licke Regelung des bulgarisch- rumänischen Konflikts gestiegen seien. Der Friede zwischen Bulgarien und Rumänien sei nicht so bedroht, wie man glauben machen wolle. Rußlands Beruhigungsversuche. Petersburg, 18. Februar. Die Petersburger Telegraphen- agentur erfährt von zuständiger Seite, daß die allgemeine politische Lage, wie sie sich aus den Vorbesprechungen zwischen Bulgarien und Rumänien ergeben habe, nicht die p e s s i m i st i s ch c u Anschauungen eines gewissen Teiles der Presse rechtfer tige. Die Verhandlungen zwischen den Kabinetten in Sofia und Bukarest seien nicht abgebrochen worden. Falls die direkten Vorbesprechungen»ich zu einer vollständigen lieber- cinstimmung führten, würden beide Regierungen hinreichend Mittel besitzen, die Streitpunkte dem Schiedsspruch der Großmächte zu unterwerfen. Es sei Grund zu der Annahme vorhanden, daß man sowohl in Rumänien wie auch in Bulgarien der schweren Verantwortung Rechnung tragen werde, die derjenige Teil auf sich laden würde, der Gelvalt ge- brauchen würde, bevor zunächst die friedlichen Mittel zur Beserti- gung der Differenzen erschöpft feien. Alle Großmächte versuchten der Frage eine friedliche Lösung zu geben, da sie übereinstimmend den Wunsch hegten, die Möglichkeit eines Konfliktes zu vermeiden. Neutralisierung Albaniens. Petersburg, 18. Februar.(H. 58.) In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, daß die N c u t r a l i s i e r u n g AK b a n i e n S beschlossene Sache sei, wobei Oesterreich und Italien keine bevorzugte Stellung eingeräumt werden so!? Tie tibetanische Frage. Peking. 18. Februar. sMeldung der Agencc d'Extrcmc Orient.) Der Minister des Auswärtigen hat bei dem englischen Gesandten in Peking Vorstellungen erhoben uu!l um eine möglichst baldige Autwort bezüglich der tibetanischen Frage ersucht. Der Gesandte hat ihm xrklärt, daß China, bevor die Verhandlungen wieder auf- genommen werden könnten, folgende drei Punkte annehmen müsse. Zunächst soll die Republik ihre Delegierten nach London entsenden. wo die Verhandlungen geführt»erden sollen, alsdann soll China die nominelle Oberhoheit über Tibet übernehmen, dessen Autonomie es anerkennt. Den dritten Punkt bildet die N i cki t i g- kcitscrklärung des englisch-chj�xfischen Vertrages von 1905 und den Abschluß eines neuen Vertrages auf der Basis der anglo-chinesischen und indo-tibetanischen Ver- träge, die vor 1905 in Kraft waren. Die formelle Annahme dieser- drei Punkte ist die conditio sine qua n o n für die Wiederaufnahme der Unterhandlungen. China fühlt sich durch die kühle und zögernde Art Englands beunruhigt. Aus dem marokkanischen Aufstandsgebiet. Paris, 13. Februar. Aus Mazagan wird gemeldet: Leute des ausitändischen(5ntifa-Stammeö überfiele� einen de» Suk-Stammes und plünderten die Wagen. Es kam zwischen ihnen und den Anhängern des Wachsen zu einer bl u t i g e n R a u s e r e t, wobei es auf beiden Seiten z a h l r e i ck e V e r w u n d e t e gab. ßaülSinger�Cll.,BerllnSW. H.erzu ZLeilagea».vitterhaUungsbl. Nr. 42. 30. Jahrgang. 1. SeilU des Jotmrtf Kerliiin MsblÄ. Mttwoih. 19. Febrnar 19l3. ttk. Sitzung. l daß all unsere Worte wie aus dem Gesetz unseres Werkes, so aus dem Gesetz unserer Persönlichkeit organisch emporwachsen, und daß unser mühseligstes Ringen immer nur ei» Ringen mit dem Geiste ist: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn I" Und gegen diesen Geist oder Gott oder Genius nennen Sie ihn, wie Sie wollen, sehr geehrte Filmfabrik— gegen den sollen nun die Dichter um der Bruttoeinnahme willen ihre nicht immer günstige... sagen wir„kortunv� korrigieren? Sie haben Geld____ Sie können also die Dichter bezahlen. Aber Sie irren sich. Sie können sie nie bezahlen, denn was Ihnen ein Dichter von seinem Werk nur verkaufen kann, ist gerade das. was er mit seinem Werk überwunden hat, den Rohstoff.— Sie sind die Genarrten, aber die Dichter sind die Betrogenen. Ein schlechtes Geschäft für Sie, ein schlechteres, wie ich fürchte, für uns." In welcher unverantwortlichen Weise die Kinovolksbeglücker den Namen Hauptmanns mißbrauchen, deckt Herr Kyser weiter auf. Hauptmann hat nach ihm nur seinen(schwachen) Roman »Atlantis" zur Verulmung überlassen, aber ausdrücklich versichert, daß er seine Dramen nie dazu hergeben würde, und hinzugefügt: »Ein Dichter, der sein Drama des Wortes berauben Abg. Dr. Neumann-Hofer(Vp.j: Auch wir verlangeil von den politischen Beamten Zurückhaltung. Die ist aber hier geübt worden, denn Herr v. Borries hat nur in einer geschlossenen Ver- trauensmännerversammlung gesprochen, und zwar als Privatperson. Im Falle Braun hatte der Regierungspräsident das Flugblatt mit seinem Amtscharakler unterzeichnet und im Falle Buchwald ist die Kassierung der Wahl nach unserer Meinung zu unrecht erfolgt. Die Wahl wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten für gültig erklärt. Hierauf wird die zweite Beratung des Postetats fortgesetzt bei den Titeln, die die einzelnen Beamtenkategorien be- treffen. Hierzu hat die Budgetkommission eine Reihe von Zulagen in den Etat eingesetzt; außerdem empfiehlt sie in einer Resolution eine stärkere Vermehrung der höheren Stellen, in einer zweiten beantragt sie, daß die Post« und Tclcgraphensekretärprüsung zum zweiten Male wiederholt werden kann, in einer dritten ersucht sie, noch vor der dritten Lesung, um Vorlegung eines Gesetzentwurf« zum Besoldungs- gesetz, durch welchen die Postassistenten und Postunterbeamten jene Gehaltssätze erhalten<1800 bis 3600 resp. 1200 bis 1800 M.), welche der Reichstag in zweiter Lesung beschlossen hat. Präsident Kaempf teilt mit, daß die namentliche Abstiinmung über die Ostmarkenzulage am Donnerstag stattfinden soll. Abg. Antrick(Soz.) bringt eine Reihe von Beschwerden über unregelmäßige Postbestellung in B r a u n f ch w e i g vor. Die Schuld daran haben nicht die Ilnterbeamten, sondern das elende fiskalische Sparsystem. Solange man nicht mehr Beamte einstellt, solange die Unterbeamlen unter der Uebcrarbeit leiden, solange werden auch die Verhältnisse die gleichen bleiben. Aus Mangel an Beamten stellt man HilfS- kräfte ein, die für den Dienst nicht genügend ausgebildet sind. Die Ueberbelastung in Braunschweig ist zu einem großen Teil Werk des Postdirektors K u l e m a» n, der aus dem Osten hin- gekommen ist. Von ihm wird erzählt, daß er die Beamten in einer ganz inhumanen Weise behandelt, so daß sie nicht mal Zeit haben, ihre Mahlzeiten einzunehmen. Unter seinem Amtsvorgänger waren die Verhältnisse in Braunschweig erheblich besser. Der Oberpostdirektor scheint keine Zeit zu haben, das Postamt, wie eS nötig wäre, zu revidieren. Besonders schwer ist in dieser Oberpostdirektion auch die Arbeit der Landbriefträger. Häufig müssen sie mit schweren Lasten bepackt noch einen vier rädrigen Karren mit Paketen ziehen. NeucrdingS hat mau in einem Bezirk zum Transport der Pakete einen Ziegenbock ge- nommen.(Heiterkeit.) Ick weiß nicht, ob der Landbriefträger ihn unterhält oder ob die Reichspost etwas dazu beiträgt. Unhaltbare Zustände herrschen auch in der P o st p e r I o n e n b e f ö rd e r u n g in Braunschweig. Die paar Stichproben, die ich aus der Fülle des mir zugegangenen Materials vorgetragen habe, beweisen, daß wenigstens in B r a u n s ch w e i g die Post den steigenden Ansprüchen des Verkehrs nicht gerecht geworden ist. Es ist dringend notwendig, daß der Oberpostdirektion Braunschweig entsprechende Anweisungen erteilt werden, damit diese Mißstände beseitigt werden.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Erzbcrger(Z.> bittet um eine Erklärung des Staatssekretärs, daß dieser keine Schwierigkeiten machen werde, wenn ein Postbeamter als Kandidat für einen einzel staatlichen Landtag auf- gestellt werde und wünscht, daß für solche Beamten, wenn möglich, der Urlaub so gelegt wird, daß sie für die Wahlagitation frei sind. Staatssekretär Kraetke erwidert, daß in solchen Fällen keine Schwierigkeiten gemacht worden seien und werden würden. (Bravo l) Abg. Böhle(Soz.) führt Beschwerde über zu langsame Postbestellung von Straß- bürg nach RupprechtSau. Geisboltsheim wünscht bessere Telephon Verbindung. Notwendig wäre die Einrichtung eines Postscheckamts in Straßburg. ließe und der lebendigen Dar st eilung... hätte sich selbst entleibt." Trotz dieser entscheidenden Erklärung Hauptmanns trägt Hans Kyser keine Bedenken, dessen Beteiligung an der Verfilmung der Kunst (mit seinem Roman) zu bedauern. Mit einem Blick in die Zukunft schließt der mutige Ritter Georg seinen Kampsruf gegen den Kinodrachen: „Wenn erst unsere Werke in dreitausendmeterlangen FilmS zum Volke sprechen werden, dann trete der Dichter einmal in seine Kino- bude ein. Und dann soll er sprechen. Dann soll er sagen, wer ihm besser gedient hat: die in- und ausländischen Filmfabriken mit ihrem Gelde oder der geringste seiner Kritiker mit seinem bescheidensten Tadel.— Aber eS sind alle Anzeichen vorhanden, daß die Menschen sich darauf besinnen, daß sie nicht taubstumm find. Und daß sich die Dichter darauf besinnen, daß niemand sein Volk erhebt, indem er die Speisen für den allezeit sensationslüsternen Magen der Menge mit seinem Namen umtauft, sondern indem er das ethische Gefühl des Volkes immer wieder und auf jede Weise weckt und läutert." � Bravo, HanS Kyser I Frühe Ostern..Ostern im März verheißt ein gutes Brotjahr sagt eine Baueniregel. Spricht sie die Wahrheit, so muß das laufende Jahr ein ganz hervorragendes„Brotjahr" werden: denn früher als in diesem Jahre können wir Ostern kaum zu feiern verlangen. Ist doch der diesmalige Termin, der 23. März, der zweitfrühste, der überhaupt vorkommen kann. Bekanntlich fällt nach der Festsetzung des Konzils von Nicäa Ostern auf den„ersten Sonnlag nach Vollmond nach Frühlingsanfang". Hiernach ist nun der 22. März der früheste Oster- termin, der überhaupi möglich ist. Freilich haben von allen jetzt lebenden Menschen nur rewt wenige ein so frühes Osterstfest erlebt: denn zuletzt ist der 22. März als Ostcrtermin im Jahre 1818 vorgekommen und vorher in den Jahren 1761 und 1693. Dagegen konimt in unserem Jahrhundert und ebenso in den beiden nächsten Jahr- Hunderten der 22. März als Ostcrtermin überhaupt nicht vor, sondern nach 1818 erst wieder im Jahre 2285 und darauf in den Jahren 2353 und 2437. Auch der diesjährige Ostertermin, der 23. März, der zweitsrüheste, der möglich ist, ist noch recht selten. Im vorigen Jahrhundert ist er relativ häufig vor- gekommen, nämlich zweimal: in den Jahren 1845 und 1856. Dazu tritt dann das gegenwärtige Jahr �913, und sodann wird der 23. März als Ostersonniag erst wieder vorkommen können in den Jahren 2003. 2160, 2223, 2380 und 2532.— Der späteste Termin für den Ostersonntag ist der 25. April, ein Vorkommnis, das wir im Jahre 1886 zuletzt gehabt haben und das im Jahre 1943 und sodann im Jahre 2038 wieder eintreten wird. Ob wir oder unsere Nachfahren alle die hier angegebenen frühen und späien Osterfeste wirklich feiern werden, steht freilich dahin: denn be- kanntlich sind seit langem Bestrebungen im Gange, die auf eine Einschließung des Ostertermins in engere Grenzen abzielen. Dr. VT. A. Humor und Satire. Das Zeitalter der Rede. Wie man im Deutschen Reich am liebsten pflegt vergangener großer Zeit Vermächtnis? Man feiert mit dem Munde unentwegt das hundertjährige Gedächtnis. Die Ahnen schufen ohne Rehe und Rast» damit die Enkel sich ergötzen. Abg. Sachse(Soz.): Ich habe im vorigen Jahre die Behauptung der„Steigerztg." hier vorgebracht, wonach die Vermutung bestand, �daß bei dem Kampfe der Bergherren im Ruhrrevier gegen den Steigerverband auch Postbeamte sich dazu hergegeben hätten, um Mitglieder deS Steigerverbandcs zu ermitteln. Der Herr Staatssekretär hat mich damals sehr scharf deswegen angegriffen. Ich sagte ihm, er möge abwarten, der Prozeß schwebe noch. Heute kann ich nun zu meiner Freude konstatieren, daß durch den Verlauf des Prozesses der Verdacht gegen die Postbeamten sich als unbegründet h er a u s g este'l lt h a t. Ich will nur noch hinzufügen: es ist ja ganz schön, wenn der Staatssekretär seine Beamten in Schutz nimmt, er würde sich aber noch mehr um sie verdient machen, wenn er seine Knausrigkeit in der G e h a l t s f r a g e aufgeben wollte.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Abg. Hubrich(Vp.) bringt einige Titel- und Ordenswünsche der K a n z l i st e n vor. Die Wartezeil der P o st s e k r e l ä r e ist länger als die der sonst völlig gleichberechtigten Telegraphensekretäre. Das ist ungerecht. Herr Z u b e i l hat gestern schwere Angriffe gegen Beamte eines Paketpostamts gerichtet. Die Beamten haben mich gebeten, den Staatssekretär zu ersuchen, sie gegen diese un- begründeten Anwürfe in Schutz zu nehmen. Redner begründet deS weiteren einige Resolutionen seiner politischen Freunde auf Zurechnung pensionsfähiger Zulagen der Postassistenten und Postschaffner zu dem anrechnungsfähigen Gehalt, auf unkündbare Anstellung der Post- und Telegraphengehilfinnen nach einer angemessenen Frist und auf Herbeiführung einer Einheitlichkeit in der Besoldung der gehobenen Unterbeamten. Abg. Schirmcr(Z.) vertritt speziell Wünsche des weiblichen Personals der Post. Abg. Werner(Antis.) wendet sich gegen den Vorredner. So lange wir noch Männer genug haben, sollten keine Damen an« gestellt werden, zumal diese bei dem anstrengenden Dienst leichter nervös werden.(Bravo! rechts.) Abg. Struve(Vp.): Ich stelle fest, daß in der Kommission das Zentrum die Resolution auf unkündbare Anstellung der Beamtinnen abgelehnt hat. Nach der vorzüglichen Rede des Herrn Schirmer erwarte ich, daß seine Freunde jetzt unserem Antrag zustimmen werden. Wünschenswert wäre eine Ausstellung darüber, wieviel Beamtinnen vor Ablauf einer zehnjährigen Dienstzeit ohne Pension haben entlassen werden müssen.— Die Tagegelder der Postbeamten sollten über die heute oft viel zu geringen Sätze erhöht werden. Mit 70 M. im Monat kann kein Familienvater auskommen.(Sehr richtig!) Abg. Erzberger(Z.) betont, daß das Zentrum in der Frage der Unkündbarkeit der Beamtinnei. an seiner ablehnenden Haltung f e st h a l t e. Abg. Schirmer habe nur seine persönliche M e i n u n g in dieser Frage zum Ausdruck gebracht. Die Resolutionen der Kommission sowie die von der Kommission beantragten Erhöhungen der EtatStitel werden mit großer Mehrheit angenommen. Bei der Abstimmung über die Resolution der Volkspartei betr. die Anrechnung pensionsfähiger Zulagen der Postassistenten und Postschaffner kommt es zum Hammelsprung. Der Antrag wird angenommen mit 135 gegen 103 Stimmen. Angenommen gegen die Stimmen des Zentrums und der Rechten wird die Resolution der Bolkspartei auf unkündbare Anstellung der Beamtinnen. Mit großer Mehrheit angenommen wird endlich der Antrag der Volksparlei auf einheitliche Besoldung der ge- hobenen Unterbeamten. Beim Titel„ P o st a g e n t e n" wünscht Abg. Werner- HerSfeld(Wirtsch. Vg.) eine Besserstellung dieser Verwaltung von Postagenturen. Abg. Hcpp(natl.) schi..ßt sich dem.Vorredner an. Beim Titel.Unter st ützungen für höhere und mittlere Beamte" hat die Kommission eine Erhöhung eintreten lassen(um 27 200 M.>, sie hat dagegen den Titel„Ostmarlenzulagen 1 100000 M." gestrichen. WaS du ererbt von deinen Vätem hast, erwirb es, um eS zu beschwätzen. Wozu soll unS der Sinn noch Taten steh» 4 Viel besser ist es. Reden drechseln. Der Taren sind vordem genug geschehn, laßt uns auch endlich Worte wechseln I Franz. Der n e u e st e R e k l a m e t r i ck. In Chicago ist der Besitzer einer großen Schokoladenfabrik auf die Idee gekommen, sein Pro« pagandakonto mit einigen hundert Papageien zu belasten. Den Papageien wurde der Satz beigebrackt:„Die Schokolade von 3E ist die beste der Welt". Dann wurden sie an Geschäftsleute und Private verteilt, um nun bei jeder Gelegenheit ihre Weisheit zum besten zu geben. Wie wir hören, interessiert sich in Berlin Max Reinhardt für die Idee. Er denkt augenblicklich heftig darüber nach, ob sich das Heer der journalistischen Papageien nicht zweckmäßig um einige hundert wirkliche Papageien vermehren ließe. Schmerzen ver« ursacht ihm vorläufig nur der Kostenpunkt. Die journalistischen Papageien der bürgerlichen Presse sind nicht nur gelehrig, sondern vor allem auch billiger. Die richtigen Papageien losten immerhin Geld._ Notizen. — Bühnenchronik. Der Münchener Kammersänger Heinrich Knote tritt vom 1. Januar 1914 an zum Deutschen Opern- hause in Charlottcnburg über. Er wird die großen Tenorpartien in den Wagnerschen Opern singen. Knote wird aber auch an der Münchener Hofoper weiter mitwirken(als Gast?). — Das K u n st g e w e r b e- M u s e u m hat für die Monate Februar bis April eine Sonderausstellung„Brandenburgische G l ä s c r d e S 17. und 18. Jahrhunderts" veranstaltet. Sie umfaßt die Gläser der kurfürstlichen und königlichen Glashütten Grinmitz bei Joachimsthal, Marienwalde, Potsdam und Zechlin. Gleichzeitig sind die Neuerwerbungen des Jahres 1912 zu einer Ausstellung vereinigt. — Vortrage. Reichstagsabgeordneter Frank- Mannheim spricht Mittwochabend 8"/. Uhr im großen Saale de§„Tiergarten- bofeS" als zweiter Redner in der vom Verband ehemaliger Frei« studenten Charlottenburg. Technische Hochschule E. V. veranstalieten Vortragsreihe über: Geschichte und Programm der Sozialdemokratie. — Der Leiter der antarktischen Expedition, Oberleulnanl Filchner, soll bei der Militärbehörde ein Verfahren gegen sich eingeleitet haben, um die Gerüchte über die Zwistigkeilen in der Expedition aufzuklären.— Daß eine Militärbehörde dazu die richtige Instanz wäre, scheint uns sehr zweifelhaft. — Wo der Mehrwert bleibt. Der amerikanische Luxus nimmt immer mehr Formen an, die alles Frühere weit überbieten. Besonders charakteristisch dafür ist die Manie, alte Meister zu er- werben. Auf der Versteigerung der Sammlung von C. D. Bordon in New Jork wurden Preise gezahlt die auch in Amerika noch nicht erreicht wurden. Den höchsten Preis erzielte ein Rembrandt „Die sterbende Lukrezia", der 520 000 M. brachte. Ein Gemälde Turners„Regatta, mit dem Wind segelnd", brachte 420 000 M., ein Kinderporträl von R o m n e y 400 000 M., Hoppners Bildnis der MrS. Arbuthnot 242 000 M. Das Bildnis des Geistlichen Sibelius von FranS Hals, das nur 10'/, Zoll zu 73L Zoll mißt, brachte 180 000 M. SBg. Schlee(ndl.) Bearundet einen Antrag, diese Zulage auf 2 100 000 M., also um eine Million zu erhöhen und sie den mhtleren, Kanzlei- und UnterBeamten in allen gemischtsprachigen Teilen des NeichspostgeBietes zu gewähren. Auch die Kommunen un Osten haben ihren Beamten Ostmarlenzulagen gewährt, obwohl sie die preußische Polenpolitik mißbilligten. Auch das Reich könnte nicht anders, als seine Beamten den preußischen gleichzustellen, ohne daß dies etwas mit der preußischen Polenpolitik zu tun hat.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Abg. Schultz-Bromberg(Np.) Begründet einen Antrag der Rechten, die O st m a r k e n z u l a g e auf 2 VCKi 000 M. zu beziffern und auf die Beamten in Elsaß-Lothringen auszudehnen. Einen politischen Charakter trägt diese Zulage nicht. Die Entziehung der Zulage würde die Beamten zwingen, zu sparen in erster Linie bei der Wohnung, was doch im Widerspruch zu allem steht, was hier über die Wohnungspolitik ausgeführt worden ist.(Sehr richtig! rechts.) Abg. Lcdcbour(Soz.): Die Vorredner bestreiten den politischen Charakter der O st markenzulage. Sie setzen sich damit in Gegenwtz zur ganzen Geschichte der Ostniarkenzulage � und zu den Herren Q u a r ck und K o p s ch, die gegen uns wegen der Nichtbcwilligung das'chwerste Geschütz nationaler Entrüstung loSgefcuert haben. Man sagt, die Reichsbeamten sollen nicht schlechter geslelli werden als die preußischen. In Preußen aber hat man die O st- markenzulage ohne Rücksicht auf die Anschauungen des Reiches eingeführt, im Gegensatz zu den Anschauungen deS Reichstages sollte sie der Bekämpfung der Polen dienen, die Polen sollten unter ein AuSna.hmerecht gebracht werden. Wollte Preußen eine nationale Politik treiben, so durfte es sich nicht im Gegensatz zum Reich bringen.(Sehr richtig!) Herr Schlee meinte, eS ginge uns nichts an, warum Preußen die Zulage eingeführt hat, das heißt, das Reich müsse blindlings den Herren Dallwitz und Co. in Preußen Gefolgschaft leisten. Daß diese Zulage eine Korruptionszulage ist, Braucht nicht im einzelnen Bewiesen zu werden, das liegt in der Sache selbst, in dem Zweck, zu dem sie gegeben ist, nämlich um die Beamten in Posen und Westpreußen, wo die preußische Regierung einen sogenannten„nationalen" Kampf gegen die Polen führt, zu Schikanierungen aller Art auf die Seite der Regierung zu Bringen.(Sehr richtig.') Daß alle Beamten im einzelnen korrumpiert ivorden sind, nehme ich nicht an, sehr viele werden sich tief innerlich schämen sLachen rechts), daß eine Regierung diese korrumpierende Aufforderung zu Handlanger- diensten in einem Kamps für die Unterdrückung einer Nationalität an sie stellt.(Zurus rechts: Sie haben es alle genommen.) Was würde wohl einem Postbeamten geschehen sein, der erklärt hätte, ich nehme eine solche Korruptionszulage nicht. Er wäre geschwenkt, herausgeschmissen worden, wie ein anderer großer Herr neulich von einem Verwalter erklärt hat.(Heiterkeit.) Daß in einzelnen Fällen die Zulage ihren korrumpierenden Einfluß ausgeübt hat. dafür sind seit Jahren von den polnischen Vertretern zahlreiche Beispiele hier niedergelegt worden. Sie haben die Verschärfung des Kampfes zwischen Polen und Deutschen beklagt. Die Schuld daran trägt die preußische Regierung, vor allem die scheußliche EnieignungSpolitik, durch die jeder Pole aufs äußerste aufgepeitscht werden muß. Wenn«ie etwa unter russischer Herrschast lebten, würden Sie Versuchen der russischen Regierung, Ihnen mir solchen Mitteln die russische Sprache aufzuzwingen, aufs erbittertste entgegentreten, Sie würden nicht so zahm sein wie die Polen. Neulich hat hier ein nationalliberaler Herr von seinen Beobachtungen in China erzählt, und dabei mitgeteilt, wie die dortigen konservativen Patrioten aus Haß gegen da» republikanische Regiment die neuen republikanischen Steuereinnehmer tot- geichlagen hätten, und er knüpfte daran die Bemerkung:„Man kann ihnen das gar nicht einmal übelnehmen."(Heiierleir.) Ich habe Wch nicht gehört, daß die Polen, die zweifellos in Preußen mehr zu leiden haben, als die konservativen Chinesen von der Republik, das Totschlagen der Steuereinnehmer für erlaubt Balten.(Heiterkeit.) Die Schärfe des nationalen Kampfes ist ledig- sich aus den Maßnahmen der pieußischen Regierung eut- sprungen, will man diese Ächärfe mildern, so muß man die Aus- nahmegesetze Beseitigen. Tun Sie das, so wird sich allmählich wieder ein friedliches Verhältnis zwischen Polen und Deutschen herausbilden. Mit dieser Politik vertreten gerade wir den deutschen nationalen Gedanken im besten Sinn(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.), denn es ist entwürdigend für ein Volk, es korrumpiert ein Volk, wenn es sich zur Unterdrückung fremder Völker, die seinem Staatswesen einverleibt sind, hergibt. Das entwürdigt ein Volk so sehr, daß ich ein Gefühl der Be- schämung als Deutscher darüber empfinde. sGroße Unruhe rechts. Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Diese Auffassung des Nationalbewußtseins entspricht derjenigen, die die Vorkämpfer des nationalen Gedankens für Deutschland hatten. Wie haben denn die Männer, die mit Einsetzung ihrer ganzen Persönlichkeit vor hundert Jahren den nationalen Gedanken in Deutschland entfacht haben, darüber gedacht. Der nationale Gddanke entstammte bei diesen Männern aus dem Gedanken der Befreiung von der Fremdherrschaft und der Befreiung von den eigenen Gewaltherrschern. Eine sehr zeitgemäße Lektüre würden heute die Reden Johann Gotllieb F i ch t e s an die deutsche Nation sein. Dort finden Sie keinen nationalen Gedanken, der an Ihre Unterdrückung erinnert, sondern an unsere Auffassung. sLachen rechts und bei den Nationalliberalen.) Sie lachen, weil Sie Fichte nicht kennen. Dieser Vorkämpfer des Deutschtums, der den deutschnationalen Gedanken zu einer Zeit verfocht, zu der die preußischen Bureaukraten hier im Austrage der französischen Fremdherrschaft das Deutschtum verfolgten, schrieb in jener Zeit von einem wahrhaften Reich des Rechtes mit voller Freiheit der Bürger; er trat ein für die Be- frciung Deutschlands, für„Freiheit, begründet auf Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt".(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) So dachte Fichte, würde eS in dem Deutschen Reiche der Zukunft aussehen, das er und die besten Männer seiner Zeit mir ihm ersehnten. Wenn heut ein solcher Geist herniederstiege und sähe, was unsere Machthaber und unsere herrschenden Klassen aus diesem Deutschen Reich gemacht haben— er würde sich schämen über diese Nachkommen, über diese Enlwürdiger und Entarter des nationalen Gedankens.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Diese Worte von der„Freiheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt", hat auch Johann I a c o b y wiederholt. Leider sind dieie Gedanken heute bei denjenigen Parteien verhallt, die sich als Elben des deutschen Gedankens aufspielen; aber wir Sozialdemokraten haben diese Gedanken in allen Ländern auf- genommen.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wenn die gegenwärtig- Geschichtsperiode überwunden sein wird, wenn ein wirkliches Reich der Freiheit und des Rechtes in Deutschland und darüber hinaus errichtet sein wird, dann wird der Geschichtsschreiber auf diesen nationalen Gedanken hinweisen, um zu zeigen, wie in den Händen der Machthaber stets alles Gute und Edle entartet. Wir werden diese Entartung bekämpsen, bis das Ziel erreicht ist, das Fichte und den anderen großen Vorkämpfern deS nationalen deutschen Gedankens vorgeschwebt hat.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Chlapowski(Pole): Es sind nur politische Gründe gewesen, die Preußen zur Gewährung der Ostmarkenzulagcn ver- anlaßt haben. Herr O e r t e l hat ja auch neulich gesagt, durch seinen Antrag solle der Ostmarkenzulage ihr politischer Charakter genommen werden, er gibt also damit zu, daß sie ihn gehabt hat.(Hört! hört!) Daß die Ostmarkenzulage korrumpierend wirkt, beweisen unsere Erfahrungen; eS wird lediglich ein D e n u n- ziantentum dadurch großgezogen.(Sehr richtig! bei d. Polen.) Der Antrag Bassermann will für die„gemischtsprachigen Teile" des Reichspostgebiets 2 100000 M. unwiderrufliche Zulagen gewähren. Wo ist da die Grenze? Zu den gemischtsprachigen Gebieten gehört auch Berlin und das R u h r r c v i e r. Wir bitten, dem Antrage der Budgelkommifsion zuzustimmen. Fort mit dem Korruptionsfonds aus dem Etat des Reichs!(Bravo! bei den Polen.) Abg. Hubrich(Vp.): Wir werden für alle Anträge stimmen, die den Postbeamten in den Oslmarken die ihnen abgezogenen Zulagen wieder gewähren wollen. Herrn Ledebour gegenüber stelle ich fest, daß wir von dem Augenblick an für die Ostmaik.nzulagen eingetreten sind, wo sie unwiderruflich gewährt wurden. Ein Beweis dafür, daß diese Zulagen korrumpierend gewirkt hätten, ist bisher nicht erbracht. Die Beschwerden über schlechte Bestellung polnischer Briefe sind seit ihrer Bewilligung fast ganz verschwunden. Hier ist Gelegenheit, ihr gutes Herz für die Postbeamten zu zeigen. Abg. Wendel(Soz.): Der Grund, weshalb der Fortschritt 1003 für die Ostmarken- zulage stimmte, war doch ein anderer als der, den den Vorredner anführte. Es war genau derselbe, warum die Herren für den hakaiislischen Sprachenparagraphen des Reichsvereinsgesetzes ein- getreten sind. Die Partei, die solange das politische Mauerblümchen gespielt hatte, wollte den Tänzer von der Rechten nicht verlieren. Herr v. P a y e r hat damals ganz offen gesagt:„Wir wollen den Verbündeten Regierungen weder einen Grund noch einen Vorwand geben uns auszuschalten". Ferner liegt ein wirtschaftlicher Grund vor, warum die Herren immer bakatistischcr werden, weil infolge deS polnischen Boykotts auch die Kleinbürger, die jetzt noch den Freunden des Herrn Hubrich anhängen, den Nationalitäten- kämpf in den Oslmarken zu fühlen bekommen. Wir lehnen natiir- sich auch die Anträge ob, die die Ostmarkenzulagen durch ein Himer- türchen wieder einschmuggeln wollen: Das kann nur Leute wundernehmen, die die p o l i l i s ch e Konsequenz für ein bekämpfens- wertes Laster halten.(Bravo' bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Trampezynski: Ich habe am 10. d. Mts. den großen Kostenaufwand von 1SS8800 M. für den Neubau deS Ober» präsidialgebäudes in Koblenz(ohne innere Einrichtung) kritisiert. ES hat mir durchaus fern gelegen, den verehrten Oberpräsidenten und früheren Finanzminister Freiherrn v. R h e i n b a b e n der Mitschuld an diesem Kostenaufwand zu beschuldigen. Rheinbaben selbst schreibt unter anderem:„Für nieine Bedürfnisse hätte eine kleinere Dienst- wohnung umsomeh» genügt, als sie uns nicht so große Lasten für Heizung, Beleuchtung, Reinigung und Bedienung auserlegt hätte, wie das jetzige große Haus sie erfordert."(Hört! hört!) Dieser Fall ist kennzeichnend für die Verschwendung bei fiskalischen Bauten. Der Gesetzentwurf über die Umwandlung alter Hypotheken in Neuvorpom mern und Rügen in Brief- grundschulden geht an die Justizkommission. Ter Justizetat. Abg. Dr. Wiirmcling(Z.) beschwert sich in fast eineinhalb- stündiger, aber zumeist unverständlicher Rede über nickt genügende Berücksichtigung der Wünsche der K a t h o l i k e n bei Bestellung von Vormundschaftsrichtern. Justizminister Dr. Bcselcr: Es sollen Assessoren zu ihrer Fortbildung den dazu geeigneten christlichen Wohlfahrtsvereinen überwiesen werden. Das Kammergericht würdigt vollkommen die Bestimmung deS§ 1779 des Bürgerlichen Gesetzbuchs über die religiöse Erziehung. Ein von dem Vorredner besprochener Erlaß, der die Entscheidung deS Kammergerichts kritisiert, ist mir nicht bekannt. Es wird dem Gesetz entsprechend verfahren, ich habe keinen Anlaß einzugreifen. Abg. Lichteusteiu(Vp.): Die Gerichtsverhandlungen dauern zu lange, alle Beteiligten werden übermüdet. Abg. Cassel(Vp.) tritt für vermehrte Heranziehung der Laien zur Rechtsprechung ein, damit die Entfremdung zwischen Volk und Recht gemildert werde. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Herr Würmeling wollte mit seiner Tauerrede wohl k o n f e s s i o- n ekle Wahlhetze betreiben. Wir wünschen durchaus Rücksicht- nähme auf die religiösen Gefühle der einzelnen in Vormundschafls- socken.(Zurufe vom Zentrum.) Sie wollen Toleranz für sich selbst, aber nicht für die andern, das hat sich auch in der llnlerrichtskommissivn bei der Frage der Tissivenienkinder gezeigt. (Vizepräsident Dr. P o r s ch: Daraus bitte ich nicht einzugehen.) Ich will das nur soweit tun, als auch vorhin in einer 1>/»s>ündigen Rede die konfessionelle Seile der Frage besprochen wurdel(Sebr wahr! bei den Sozialdemokraten.— Vizepräsident Dr. Porsch: Das gehörte zur Sache, aber die Dissidcntenkindersrage nickt!) In Konsequenz des von dem Abg. W ü rm eling eingenommenen Standpunkts erbeben wir die Forderung, daß für Dissidenten- k i n d e r auch d i s s i d e n t i s ch e Vormünder bestellt werden sollen. Das gebort zur Sache-!(Sehr richtig! links. Vizepräsident Dr. Porsch: Gewiß, das gestatte ich auszuführen, ich bitte nur, nicht auf die Unterrichiskommission einzugehen I> Ich habe das ja nur in einem Relativsatz getan.(Zustimmung bei den Sozialdemo- kraten.) In F i d d i ch o w ist ein Bürgermeister, der insbesondere bei Wahlen, aber auch sonst, alle diejenigen, die nickt seiner politischen Meinung sind, in unerhörter Weise schikaniert, oppo- silionellen Parteien die �-äle abtreibt usw. Darüber herrscht in der gesamten Bürgerschaft Aufregung und ein Bürger beschwerte sich telegraphisch, zwar in energischen Worten, aber nickt formell beleidigend, beim K a i s e r über den Bürgeiineister. Der Mann wurde wegen Beleidigung des Bürgermeisters zu vier Wochen Gefängnis verurteilt, obgleich 38 Zeugen die Rickligkeil seiner tatsächlichen Behauptung bestätigten. Der K 193 des Strafgesetzbuches wurde ihm veisagt, weil er den Jnstanzenzug nickt rnne- gehalten und sich als preußischer Bürger unmittelbar an den Vater des Vaterlandes gewandt hat, was ja nach Ihrer(nach rechts) Auffassung zweifellos jedem preußischen Bürger zustehen muß. Mit schärfstem Protest gegen die m dem Urteil ausgesprochene Auf- fassung. die leider nickt selten ist, stelle ich fest, daß keine Rede da- von sein kann, daß der Bürger wie ein Rekrut an einen bestimmten Jnstanzenzug gebunden sei. Er kennt nicht einmal alle Jnstänzeir und bei der Beratung des Antrages Schiffer Hai ja die Regierung hier selbst erklärt, daß die R e ch t s m i t t e l b e h r u n g in die Polizeiverfügungen nicht aufgenommen werden dürfe, weil die Behörden selbst nicht immer wüßten, welche Rechtsmittel die richtige» sind.(Heiterkeit links.— Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) In nächster Zeit wird ein Werk eines jungen Berliner Rechts- anwalts mit wichtigem Material zur Beurteilung des Verfahrens der Justiz in Wiederauf nahm esachen erscheinen. Die Aenderung dieses Verfahrens ist in der Tat eine der dringendsten Fragei» des Justizwesens. Die Gerichte verwenden den größten Scharssinn darauf, aus den Wicdcraufnahmcanlrägen AblehnungS- gründe heraus. usuchen!— Wenn ein Angeklagter vor Gericht mit einem Zeugen spricht, so gilt dieser Zeuge meist schon für ver- d ä ch t i g. In einem Wiederaufnahmeverfahren benannte der An» geklagte eine Anzahl Talzeugen zum Gegenbeweis gegen die Fest- stellungen des Urteils. Das Gericht erklärte, da diese Zeugen nach der Angabe des Angeklagten in der Nähe von ihm gestanden hätten, müsse er sie schon früher gesehen haben und bei seiner engen Verbindung mit einem anderen, bereits früher benannten Zeugen, werde er sicherlich auch mit diesem Zeugen vorher gesprochen haben. Wenn dies ober nickt der Fall sei, so würde das Fahrlässig- keit sein und er würde aus Fabrläisigkeit diese jetzt genannten Zeugen im früheren Verfahren nickt benannt haben. Infolgedessen sei die Wiederansnahme— eS handelte sich um ein Schöffengerichtsurteil— unzulässig!(Hört I hört! links.) Diese Entscheidung gehört in das Raritätenkabinett der Justiz, Gestern hat der Abg. Sckenck von Schweinsburg das Einschreiten der Staatsanwaltschaft gegen einige scherzhafte Be- merkungen der Frankfurter.Volksstimme" verlangt. Würden wir Witze machen von dem januschauerlichen Kaliber des Oldenburg, dann würden wir wahrscheinlich Ihren Beifall finden. Sie können aber versichert sein, daß wir auf das Niveau dieses agrarischen Amokläufers, der gestern im Zirkus Busch— dorthin gehört er ja am besten bei seinen politischen Oualitäten!— die Sozialdemokratie durch einen Vergleich mit Zubältern geehrt hat, niemals herabsinken werden.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Lcincrt(Soz.) wiederholt unter eindringlicher Begründung sein Ersuchen, ein Amtsgericht in Linden bei Hannover zu errichten. Abg. Mathis(natl.) äußert Wünsche der Gerichtssekretäre. Abg. Bartscher(Z.) fordert bessere Anstellungsverhällniffe für die Hilfskanzlcibeamten. Ein Regicrungskommissar teilt mit, daß demnächst das ganze Kanzleiwesen von Grund auf geändert werden soll. Abg. Mathis(natl.) tritt für eine größere Berücksichtigung der Militäranwärter bei der Anstellung als Kanzleigehilfen ein. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.) verlangt dem gegenüber, daß bei der etatsmäßigcn Anstellung von Kanzleibeamten gerade die Hilfsbeamten in erster Linie be» rücksichligt werden. Von diesen nur diätarisch angestellten Beamten wird es unangenehm empfunden, daß sie so viele Jabre auf An» stellung warten müssen und daß sie heute jederzeit enilosseu werden können. Weiter wird die Kanzleiordnung als eine außer- ordentlich kleinliche Regelung ihrer Verhältnisse betrachtet. Die Kanzleiordnung wird von den Kanzleibeamten eine ZuchtbauSordnung genannt. Die Erklärung vom RegierungS- tisch sagt uns nicht, wie die Aenderung sein soll, die im Kanzleiwesen vorgenommen werden soll. Aber das möchten wir dock gern wissen. Im vorigen Jahre habe ich Beschwerden der HilfSgerichlsdiencr vorgetragen. Die Regierung erwiderte, daß ein großer Teil der HilfsgerichtSdiener etatsmäßig angestellt weiden würde und darüber haben sich diese Beamten gefreut. Aber waS zeigt uns der neue Etat? Ein paar Gerichlsdienerstellen sind mehr vorgesehen, die das HilfSgerichtSdienerunwesen nicht beseitigen. Wir verlangen, daß dieses Unwesen ebenso schnell beseitigt wird, wie das Hilfskanzlistenunwesew Für diese StaatSproletarier sollte endlicb etwas geschebew.«Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Äbg. Bärwald(Vp.) spricht ebenfalls zugunsten der Kanzlei- hilfSarb'iter. Stach einigen Ausführungen verschiedener Redner über die Gerichtsvollzieher bemängelt Abg. Dr. Liebknecht sSoz.) die Unklarheit des Etats. Es werden 88 neue etatsmäbige Stellen gefordert, aber man kann aus dem Etat nicht erkennen, wie- viel Hilssunterbcainte verwendet werden und kann nur aus den an- geforderten Mitrelw schliefen, bafe die Zahl der beschäftigten Hilfs- unlerbeamten Luverordentlich grotz ist, wenn nicht gar größer, als die der elalsmätzigen Leainlen. Es wird aber nicht nur zwischen etats- mäßigen und Hilfsunierbeamten unterschieden, sondern diese wieder werden eingeteilt in sl ä n d i g e und nichtständige. Dieter Etat bat wieder beigetragen, um das vollkommene Versagen der Justizverwaltung bei der Verbesserung der Lage der Gerichts- diener und Gefängnisunlerbeamlen darzuiun; er wird wieder bei- tragen, die Unzufriedenheit der Justizunterbeamten zu wecken und zu stärken.(Abg. BoiSly(natl.): Umgekehrt!) Ein RegicrungSkommisiar: Die Schlustsolgerungen Dr. Liebknechts find unzutreffend; allerdings trifft ihn daran keine Schuld. Er konnte nicht besser informiert sein. Es ist keine Rede davon, daß die Zahl der Hilisunterbeamten höher wäre, als die der etatsmäßigen. Nach Bewilligung der im Etat geforderten Stellen werden wir nicht nur diejenigen Funktionen, die für die Erledigung der Geschäfte nötig sind, mit eiaismäßigen. sondern auch die vorübergehende Vertretung einzelner Stellen mit ständigen Hilfsunierbeamten besetzen können. Ich glaube, daß wir im nächsten Jahre mit der Etalisierung von Ilirierbeamtenstellen noch stärker fortfahren als jetzt.(Bravo! bei der Mehrheit.) Abg. Bartscher(Z.): Die Unterbeamten sind mit dem Etat zu- frieden. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): An neuen etatSnräßigen Stellen für die Landgerichte Berlin l, II und III und das Amtsgericht Berlm-Mitte sind im Etat nur drei vorgeiehen, die Zahl der Hilfsbeamten ist bei diesen Gerichte» außer- ordentlich groß. Man will auch die ISO ständigen und insgesamt 300 Hilfsbeamten noch längere Zeil bestehen lassen, etwa vier Jahre, das ist aber doch etwas gar zu lange. Auch die Erhöbung des U N t e r st ii tz u n g s f o n d s ist nur ein kicines Entgelt für die Vcr- fagung der Teuernngszulagen, denn die Unterbcamten klagen, wie entwürdigend es ist, sich an den Unter stützungssonds zu ivenden, welche Kriecherei dabei verlangt und welche Vettern- Wirtschaft dabei geübt wird.tOhorufe bei den bürgerlichen Parteien.) Davon spricht freilich Herr Bartscher nicht und ebenso wenig von den Klagen der Unlerbeamleii über unangemessene Behandlung durch Vorgesetzte. Abg. Bartscher(Z.): Das Haus hat beschlossen, beim Etat nicht über Gehaltsfragen zu reden, deshalb tue ich es nicht. Unsere Stellung zu den Teuerungszulagen usw. ist bekannt: gerade wir haben beantragt, die Petitionen der Unterbeamten um Teuerungs- zulagen der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen Hoffentlich wird endlich darauf Rücksicht genommen. Wenn Dr. Liebknecht glaubt, er sei der beste Vertreter der Unlerbeamten, so zitiere ich ein Unter beamtenblait. das schrieb:„Der Himmel bewahre uns vor der SochSmännerfraktion!"(Heiterkeit bei der Mehrheit, ironischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Wenn derartige Zitate beweiskräftig wären— da könnten wir Ihnen Dutzende vorlegen. Uebrigens hat Herr Bart scher in ganz unmißverständlicher Weise gesagt, daß die Unterbeamten mit dem. was ihnen dieser Etat bringt, sehr zufrieden seien. Damit schließt die Erörterung. Abg. Dr. Schmilt-Düsscldorfur Nachricht, >er Arbeiter Karl Valencia Neuendorser Str. 96, im Alter von 55 Jahren plötzlich gestor» ben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. d. MtS., nach- mittags 2'/, Uhr, von der Leichen- Halle des Friedhoss in den Kisscln aus statt. 282/18 Um rege Beteiligung ersucht Der Borftaud. Verband der Bnreauangentelllen Deutschlands Ortsgruppe GroB-Berlln. Den Mitgliedern zur gefl. Kenntnis, daß unser Kollege RnäoH Äßraann (O.-K.-K. d. Mi»vchinenbauarbeltet) am 15. d. MtS. an Gehirnschlag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittag 5 Ubr, von der Leichenhalle des Zentral-Fried- hoses in Friedrichsscldc aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 46/3_ Die Orlsverwaltung, Deutseher Bauarheiterverband. Zwelgvercln Berlin. Am 16. Februar starb unser Mitglied, der Maurer Karl Ueckert (Bezirk Moabit). Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, nachmittags 3'/, Uhr, vom Trauer- Hause sBirkcnslr. 11) aus nach dem St. Johannis-Kirchhose in Plötzensce statt. Um rege Beteiligung ersucht 140/13 Ter Borstaud. Danksagung. Für die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes ITraiKZ? Beltlke sage ich allen Verwandten und Be- kannten sowie dem Ches und den Kollegen der Firma Berg u. Co., meinen herzlichsten Dank. 23A Wwe. Agnes Behlke. Deutscher Hletallarbelter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Former Bermann Scharny Neukölln, Weichs elftr. 36, am 16. Februar an Nierenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mitt- woch. den 19. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neulöllner Gemeindefriedhoses, Mariendorser Weg aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Goldarbetter �ax Liede Fehrbellincr Str. 37, am 16. d. M. an Herzleiden. Die Beerdigung findet am DonncrSslag, den 20. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Johanni- KirchhoseS in der Neuen BarsuS- slraße aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Werkzeugmacher Karl kranke Görlitzer Str. 67, am 15. d. M., an Magen- und Darmlciden. Die Beerdigung findet am Mitt- woch, den 19. d. M.. nachmittags Uhr, von der Leichenballe des CmmauS-Kirchhofcs m Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 113/4 Die Drtsverwaitung. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaitung 6ro8-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser ftellege, der Arbeits futscher Julius Voigt am 14. dS. MtS. im Alter von 37 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. d. M., nach- mittags 3 Uhr, von der Halle dcS Gemeinde< FriedhoseS in Chausseestraße, ans statt. Britz. Den Mitgliedern zur Rai daß unser Kollege, der AutosÜhrer Robert Münzberg am 12. d. MtS. im Wter von 40 Jahren verstorben ist. Ehre seine« Andenke«. 62/5 Die Bezirksverwaltung. Deutscher Rolzarbelterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Möbel- Polierer dosepb Strauch Warschauer Sir. 71, im Alter von 33 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, den 19. d. MtS., nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des Pius-Kirchhoses in Hohen- schöiihausen aus statt. 79/11 Die QrtSvertoaltung. Verband der Tabrikarhelter Deutschlands. Zahlstelle GroS-Berlin. Bezirk Spandan. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges treues Mitglied, der Arbeiter Kart Walenda Neuendorser Sir. 96, im Alter von 55 Jahren plötzlich oerstor- ben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. d. Mts., nach- mittags 2'/z Uhr, von der Leichen- halle des Friedhoss in den Kisseln aus statt. Rege Beteiligung erwartet 56/7 Die Lrtsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten .ur Nachricht, unser daß mein lieber guter Vater und 4* Mann, Bruder Anton Fittkau am 16. Februar nach schwerem Leiden verstorben ist. 382t Dies zeigen tiesbetrübt an l'ran LaiMe Fittkan nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Auserstehungs- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Verein Berliner Buchdruck- Naschlneimieister. Am Sonntag, den 16. Februar, abend« 6 Uhr. verstarb nach kurzen schweren Leiden unser langjähriges Mitglied, derObermaschinenmeister Bernhard Bolz im 62. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. Februar, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Leichen- halle derZions-Gemeinde, Nieder- schönbausen-Nordend, aus statt. Sein 2indenken werden wir in Ehren halten. Um rege Beteiligung ersucht 27/8 Ber Voratand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tettnahme bei der Beerdigung unseres lieben Bruders und Schwager» Friedrich Wehsollek für die prachtvollen Kranzspenden von seinen werten Mitkollegen und Freunden sowie der Firma Braß u. yertslet und vom Deutschen Metall- arbeiteroerband sagen wir Hierdurch unseren Herzlichsten Dank. Bnatav Kelnltz n. Fran. Extra- Abteilung 1 1. Gesch.; BerlinW.. Mohren- Straße 37a(2. Haus von der| Jorusalemer Straße). III. Gesch.; Berlin NO., Großel Frankfurt. Str. 1 15(2. Hausj von der AndreasstraBe). 1 Sehr gr. Ausw. fert. Kleider, I J HBte, Handschuhe, Schleier I ■etc. v. einfachsten bis zuml ] hochelegant. Genre z. äußeret| niedrigen Preisen. Sonder-Abteilvmg: Balianfcrtlgnng in 10 bis 12 Stunden. Haben Sie blott? /ch fertige davon Anzug od. PMlitot nach Mass» schick, dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Labands Neue Promenade 8, IL(Stadtb. B6n.) 51 y ........___ M "Semntwortlicher Redaktem: Alfred Wirlepp, Neukölln. Für den Inseraten teil oe ranttv.: TH. Glocke. Berlin. Sonntag, 12-2 Uhr geöffnet. Nachdruck verboten WES .o sie gar nichts zu suchen hat. Ter Angeklagte gilt quasi als— Lügner. Es ist außerordentlich schwer, sich als Angeklagter von dem „dringenden Verdacht" der Unwahrhastigkeit freizumachen, sobald der Vorsitzende sich in irgendeinen nebensächlichen Punkt, der zu- fällig dazwischen gerät, festgebissen hat. So passierte mir lctzbin vor der Gothaer Strafkammer ein hübsches Stückchen. Beim Untersuchungsrichter hatte ich„zur Sache" erklärt, daß ich Zeugen über die in dem Zeitungsbericht angeführten Behauptungen er- bringen würde. Dies war auch im Protokoll kurz und bündig niedergeschrieben worden. In der ersten Instanz, vor dem Schöffen- gericht, spielte selbstverständlich das Vernehmungsprotokoll skeinc Rolle, es wurde gar nicht erwähnt, weil es eben nichts zur Sache selbst enthielt. Man kann nichts besseres tun, als dem Unter- suchtliigsrichtcr schweigsam entgegenzutreten, zumal man dorthin ja auch ohne den Grund anzugeben„eingeladen" wird. Daß dennoch vor der Strafkammer das nichtssagende Protokoll herhalten mußte, hätte ich nicht erwartet, aber bei der Justiz ist alles möglich. Als ich zu meiner Rechtfertigung abermals erklärte, daß ich auf Grund der mit dem betreffenden Berichterstatter gemachten guten Erfahrungen und besonders auch, da er sogleich die Namen von sechs Zeugen mit angegeben, nicht an der Richtigkeit der An- gaben zweifeln tonnte, fing der Jurist an:„Sic sagen, Sie sind gut informiert worden und der Verfasser hätte auch gleich sechs Zeugen angegeben. Glaubten Sie denn nun. daß diese Zeugen das bestätigen sollten und konnten, was in dem Artikel stellt?" Ich entgegnete:„Ich war der festen Ueberzeugung, daß jeder Satz der Wahrheit entsprach. Die Zeugen waren nur zu dem Zwecke genannt, um mich in dieser Ausfassung z» stärken." Ter Richter: „Sie haben aber von den sechs Zeugen bei Ihrer ersten Verneh- mung kein Wort gesagt, sondern nur, daß Sie sich um Zeugen bemühen wollen." Ich:„Damals wußte ich nicht, warum ich geladen wurde. Im Moment meiner nur kurzen Aussage hatte ich über- Haupt nicht an die mir mitgeteilten sechs Zeugen gedacht. Bald darauf habe ich sedoch diese sechs Zeugen dem Staatsanwalt mit- geteilt(das wird aus Grund der Akten vom Rechtsnnwalt und dem Referenten bestätigt), später noch weitere Zeugen, die auch im Vorverfahren und zum Teil vom Schöffengericht vernommen worden sind. Wenn die Zeugen nicht alles bestätigt haben, was be- hauptet worden ist, so liegt die schuld nicht bei mir, Herr Vor- sitzender." Der Jurist:„Run, Sie hätten erst nach O. fahren müssen und Hie sechs Zeugen ausfragen; dann hätten Sie gleich an Ort und Stelle erfahren, ob die Sache tvahr ist oder nicht. Deshalb waren Ihnen doch sicher die Zeugen genannt worden; ehe man Bchaup- knngcn aufstellt, erkundigt man sich doch erst." Ich:„Tic Er- knndigungcn hatte docki aber mein mir als zuverlässig bekannter Gewährsmann vorgenommen, und zwar bei den genannten sechs Personen, die sich als Zeugen erboten. Daß ich als Redakteur wegen dieser Bagatelle vor der Veröffentlichung des Berichts nach O. fahren- sollte, war nicht notwendig und läßt sich bei den zahl- reichen Berichten, die tätlich zu bearbeiten sind, auch� nicht er- möglichen, auf einer Stelle kann man nur sein."— Der Jurist: «Ich habe die Auffassung, daß Ihnen die Zeugen erst später, nach erfolgter Veröffentlichung des Berichts, mitgeteilt worden sind. Sie haben es ja bei Ihrer Vernehmung nicht erwähnt; da hatten Sie doch wohl die Zeugen gleich angegeben, wenn Sie solche gehabt hätten."— Ich: Darauf kann ich nur nochmals erklären, das; es sich genau so verhält wie ich angegeben und mir die Sache durchaus unbedenklich schien, sonst hätte ich sie überhaupt nicht veröffentlicht. Ich hätte dann auch meinen Berichterstatter in den Verdacht der Unwahrheit bringen müssen, und dazu hatte ich, wie ich nochmals betonen will, nicht die geringste Veranlassung." So tanzten wir also förmlich im Kreise herum, stritten uns um eine Frage von wahrhaft untergeordneter Bedeutung. Doch auch der Staatsanwalt benutzte den Weg des Vorsitzenden Richters und biß sich in seinem Plädoyer in das Protokoll ohne die Namen meiner Zeugen fest. Ten gelehrten Herren mutzte aber doch besser wie Mir als„Laien" bekannt sein, daß mir ohne weiteres das Recht der Aussageverweigerung zustand. DaS Urteil ist meist schon vor der Verhandlung fertig— lxrt einmal ein Kenner der Verhält- nisse, wie sie bei unserer Justiz bestehen, geäussert. Ich schliesse mich dem an. Volk». Ztrkikbrelijervkrmittrllillgsgkwtrbe. Eine gewisse Berühmtheit hat die Stadt Essen a. d. Ruhr durch ihre dort zahlreich domizilierenden Streikbreckervermittler er- langt. Einer von ihnen, ein gewisser Lange hatte sich durch einen Artikel der Essener„Arbeiterzeitung", in dem der Ausdruck„Seelen- veikäufer" gebraucht war, beleidigt gefühlt. Daraufhin hatte die Staatsanwallschaft im öffentlichen sl) Interesse Anklage erhoben. Vor Gericht wurde in der Beweisaufnahme festgestellt, dah Lange Leute vermittelt hatte, ohne ihnen den Ort der Arbeir anzugeben. Datz den Leuten gesagt wurde, es bandele sich um einen Streik, wurde von Lange beschworen. Die GewerkschastSbeamten K i m m r i tz- Essen und Müller- Duisburg bekundeten dagegen, datz ihnen Dutzende von Angeworbenen das Gegen- teil versichert hätten. Der Staatsanwalt beantragte trotz- dem 200 M. Geldstrafe. Das Gericht setzte die Strafe, in Rücksicht auf die Person des L a n g e, aus 50 M. fest. Lange ist nämlich vorbestraft. Die Höbe der Strafen wechselt in bunter Weise ab: eine Woche, ein Jahr, acht Monate, wieder ein Jahr, noch ein Jahr, einen Monat, drei Monate. Ehrverlust und Geldstrafen erhielt Lange wegen Urkundenfälschung, Betrug, Dieb- stahl,' Hehlerei und Beleidigung. Höchst sonderbar mutete, wie auch der Verteidiger besonders hervorgehoben hatte, das Verhalten der Staatsanwaltschaft an, die für Lange auf 25,719 Millionen. Aus dem Reingewinn soll eine Dividende von wiederum 10 P r 0 z., insgesamt 20 Millionen, gezahlt werden. Weiter fallen den Geschäftsinhabern als Gewinn- beteiligung 2,3 Millionen und dem AufsichlSrat als Tantieme 0,6 Millionen zu._ Syndikatsjnbiläum. Am 1. April 1913 wird die letzte von, Rheinisch-Westsälischen Kohlensyndikat beschlossene Preiserhöhung wirksam. Die Verbraucher sind wegen der Verteuerung sehr erregt. Das um so mehr, als sich für die Verkaufspreise der Erzeugnisse schon die Notwendigkeit von Preisnachlässen notwendig macht. Es wäre nicht das erste Mal, datz eine Verteuerung der Kohlen mit einem Weichen der übrigen Waren- preise und auch der Arbeiterlöhne zusammenfällt. Im Jahre 1901 sank der Tagesverdienst der Bergarbeiter im Ruhrrevier um 11 Pf.. der Kohlenpreis stieg um zirka 40 Pf. In den Jahren 1908 und 1909 ging der Lohn zusammen um 38 Pf. zurück, während der KohlenpreiS wiederum um 30 Pf. emporschnellte., Im allgemeinen erfreut sich das Kohlensyndikat keiner besonderen Beliebtheit. Die Beschwerden aus der Industrie über die Rücksichtslosigkeit des Syndikats sind bekannt. Gegen die Praxis des Syndikats, den inländischen Verbrauchern 50 bis 100 Prozent höhere Preise abzuverlangen als den Ab- nchinern im Auslande, war schon wiederholt eine An- qelegenheit der öffentlichen Diskussion und der schärfsten Proteste. Stellte sich doch heraus, datz das Syndikat durch stark forcierte Aus- fuhr eine Kohlenknappheit i»r Jnlande herbeiführte, die dann naliir- lich zu energischen Preisaufschlägen benutzt wurde. Bei solcher Ge- leaenheit verlangten die Konservativen, zum Aerger ihrer Freunde vorn Schutzzollpakt, die Einführung eines Ausfuhrzolls auf Kohlen. Und erst kürzlich noch hielt eS der preutzische Handelsminister für geraten, dem Syndikat die Freundschaft zu kündigen. Er wollte für die zuletzt beschlossene Preiserhöhung keine Verantwortung tragen. Da kann man es verstehen, datz das Syndikat das Bedürfnis hat,. Stimmung für sich zu machen. Und jetzt gerade bietet sich dazu ein besonderer Anlah. Vor 20 Jahren, im Februar 1893, wurde das Syndikat gegründet. Diese Gelegenheit benutzten die SyndikatSbyzantiner, um die Syndikatspolitik als einen Segen für die Volkswirtschaft berauszustreichen. Ganz besonders die Arbeiter sollen allen Grund haben, mit der Wirksamkeit des Syndikats zu- frieden zu sein. Ihm sei eine enorme Erhöhung der Löhne zu ver- danken. In einem Buche über„Kartelle und Arbeiter" meint Utsch sogar, das Kohlensyndikat habe die Löhne derart in die Höhe ge« iriebe», datz zum Teil dadurch die Lebensmittel verteuert worden seien. Das habe dann wieder auch eine Erhöhung der Beamten- gehälter veranlasst. Also Lob und Preis dem Kohlensyndikat l Sehen wir zunächst zu, wie sich die Kohlenpreise unter der Herrschaft des rheinisch-westfälischen Kohlensyndikats nach oben ent- ivickelt haben. Wir stellen die Preise aus dem Jahre 1893 mit denen aus 1912 in Vergleich. Es kostete eine Tonne in Mark: 1393 1912 Steigerung Gestürzte Stückkohle, ab Werk Dortmund. 8,20 13,50 5,30 Gaskohle,,, Düsseldorf. 9,80 12,88 8,08 Flammkohle,,, Essen... 7,60 11,06 8,46 Die Preisaufschläge schwanken zwischen 3,08 und 5,80 Pf. Hinzu kommt, datz auch die Kokspreise im Durchschnitt uin 5 bis 6 M. teutrer geworden sind Und die Briketts selbst ebenfalls um zirka 4 M. Wie aber steht eS mit den Arbeiterlöhnen? Im Jahre 1893 betrug der Durchschnittslohn pro Schicht im Ruhr- revier 3,l4 M., im Jahre 1911 4,69 M. Mithin war der Lohn pro Schicht um 1,55 M. gestiegen.(In einer Schicht fördert der Arbeiter durchschnittlich 0,83—1 Tonne.) Die Lohnerhöhung bleibt äugen- schcjnlich weit hinter der Preissteigerung zurück. Von der Last, die das Syndikat den Kohlenkonsumenten durch die Verteuerung der Brennmaterialien auferlegte, entfällt nur ein Bruchteil auf Lohn- steigerungen. Nach den amtlichen Ausweisen betrug die Gesamtsumme der gezahlten Bergarbeiterlöhne im Oberbergamtsbezirk Dortmund im Jahre 1893 134,6 Millionen Mark, im Jahre 1911 494 Millionen Mark. Somit ergäbe sich eine Mehrauswendung von rund 360 Millionen Mark. Nach den amtlichen Berechnungeu betrug weiter der Wert der Steinkohlenförderung im Oberbergamlsbezirk Dortmund 257,5 Millionen Mark im Jahre 1893 und 911,5 Millionen Mark im Jabre 1911. Mithin gehen die Mehreinnahmen um 304 Millionen über die Mehrausgaben hinaus. Dabei ist aber noch gar nicht die Koks- und Brikettgewinnung sowie die übrige sehr ertragreiche Nebenproduktion(von Teer,. Ammoniak, Benzol u. a.) berücksichtigt worden._ Ist die Schweinemast rentabel? Agrarische Blätter bringen in regelmässigen Abständen Notizen über die geringe Rentabilität, ja selbst Verluste bei der Schweine- hallung, um die hohen Forderungen der Landwirte begründet er- scheinen zu lassen. Wie weniß zutreffend diese Klagen sind, geht aus einer Mitteilung hervor, du Flcischerobermeister Schumacher in dem Hamburger Parlament machte. Er sagte:«Es hat hier vor 3 Wochen ein Landwirt 35 Schweine an den Markt gebracht und sie mit 83 M. pro 100 Pfd. verkauft. Er hat dann mit dem Käufer zusammen nachgerechnet, datz er von diesen 35 Schweinen nach Abzug aller Kosten und Spesen 1500 M. verdient, das ist eine richtige Rechnung. Sie werden vielleicht darüber erstaunt sein und glauben, datz es ein auherordentlich hober Prozentsatz ist, denn bei einem Anlagekapital von höchstens 4000 M. in etwa 8 Monaten 1500 M. zu verdienen, ist gewiss nicht zu verachten. So werden Sie glauben, datz das vielleicht ein Ausnahmefall ist, aber das sind Verdienste, die in den Zeitverhältnissen und Konjunkturen(und Grenzsperren I D. R.) begründet sind, und die im letzten Jahre an der Tagesordnung waren. Es ist von keinem Landwirt deitritten worden, sondern alle, die ich über die Sache gehört habe, haben zu- gestanden, datz bei Marktpreisen von Milte der 60 M. die Schweine- mästung eine lohnende ist. d. h. ausdrücklich ausgesprochen, datz bei einem Preise von 64. 65. 66 M. noch eine Kleinigkeit für den Landwirt überbleibt. Wenn nun aber statt dessen, wie es seit vielen Monaten der Fall ist, die Schweinepreiie sich zwischen 80 und 85 M. bewegen, so macht das mindesten« 15 Pf. mehr aus, also bei einem Schwein von 200 Pfund einen Extraverdienst von mindestens 30 M." Diese Extraverdienste zu ständigen zu machen, ist daS eifrige Bestreben aller notleidenden Agrarier. 8o2iales. Der arme Wanderer. Regelmätzig im Winter schwillt die Zahl der Arbeitslosen mächtig an. Heimat- und obdachlos bevölkern sie die Landstratzc, mühsam schleppen sie sich von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt. Der Hunger und die Polizei treiben sie weiter, immer weiter, ohne Rast und Ruhe. Wohl haben die Gewerkschaften einen nicht ge- ringen Teil der arbeitslosen Berufskollegen vor dem ärgsten Mangel geschützt, aber Tausende und Abertausende bleiben immer noch übrig, die ihr Leben von der Gnade mildtätiger Menschen oder mit den Bettelsuppen fristen müssen, die ihnen Staat und Gemeinde reichen. In den 37 Wanderarbeitsstätten Württembergs wurden in der Zeit vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1912 140 945 Wanderer beherbergt und beköstigt. Am geringsten war die Zahl im August 1912: 4801; im Dezember 1911 waren es 25 165, im Januar 1912: 24 808, Februar: 17 500, März: 10 701, um dann bis auf die oben angegebene Mindestzahl im August zu fallen, dann aber wieder schnell anzusteigen. Der Verpflegungsaufwand stellte sich auf 145 340 M. Auf den Kopf treffen 1 M. 5 Pf. Staat und Gemeinden machen übrigens noch ein gutes Geschäft mit dieser„sozialen Fürsorge". Nicht nur haben die arbeits- und mittellosen Wanderer für Obdach und Nahrung ein entsprechendes Arbeitsquantum(Holz zerkleinern, Steine klopfen usw.) zu leisten, die„Gerechtigkeitspflcge" profitiert noch weit mehr. Die Strafanzeigen wegen Betteln und Land- streicherei sind in den 36 Bezirken mit Wanderarbeitsstätten von 19 843 im Jahre 1908/09, zu einer Zeit, wo in Württemberg noch keine Wanderarbeitsstätten bestanden, auf 3883 im Jahre 1911/12, also um 15 960 oder 80,4 Proz. zurückgegangen. Die Haftvoll- streckungskosten sind von 155 231 M. im Jahre 1908/09 auf 52 217 Mark, d. h. um 103 014 M. oder 66,3 Proz. gesunken. Die Ge- fangenentransportkosten haben sich von 46 300 M. im Jahre 1908/09 auf 12 983 M.. somit um 33 317 M. oder 71,9 Proz., verringert. Bei den beteiligten 36»Oberämtern sind sonach die Haftvoll- streckungs- und Gefangenentransportkosten zusammen gegenüber dem gleichen Zeitraum 1908/09 um 136 331 M. zurückgegangen. Nimmt man hierzu noch die Abnahme der Kosten bei den 16 inner- halb des Wanderarbeitsstättennetzes gelegenen Oberämter ohne eigene Wanderarbeitsstätten mit 27 485 M., so haben die Haftvoll- streckungs- und Gefangenentransportkosten bei den 52 Oberämtern des Wanderarbeitsstättennetzes gegenüber dem gleichen Zeitraum 1903/09 sich um 163 816 M. verringert. In der Versammlung des Verbandes deutscher VerpflegungS- stationcn am 28. November 1911 teilte Geheimer Rcgierungsrat Dr. Jung vom Reichsamt des Innern mit, dah eine Regelung der Wandcrfürsorge auf dem Wege der Sirichögesepgebung geplant sei. Es bestehe die Abficht, ganze Arbeit zu machen. Ten„Landstreichern aus Arbeitsscheu und Hang zum Betteln" wolle man im Wege des Strafgesetzes beizukommen suchen. Die in der Armenpflege hervor- getretenen Mängel hinsichtlich der Unterstützung und Versorgung solcher Personen, die durch Alter, Krankheit oder Gebrechlichkeit autzerstande seien, sich durch Arbeit ihren Lebensunterhalt zu ver- dienen, der eigentlichen„Wanderatmen", sostten durch entsprechende Abänderung des Grundsatzes des§ 28 des Unterstützungswohnsitzgesetzes beseitigt werden. Für die dann verbleibende grosse Gruppe von Menschen, die arbeitswillig und arbeitsfähig seien, akter arbeits- los im Land umherziehen müssen, solle eine Fürsorge nicht auf armcnrechtlicher, sondern auf sozialer Grundlage, einheitlich im ganzen Deutschen Reich erstrebt werden.— Wir haben seitdem eine gewaltige Militärvorlage beschert bekommen, eine zweite wird in Bälde folgen� Wir haben von unseren Staatslenkern manche schöne Rede gehört, wie gut es dem Volke geht. Das in Aussicht gestellte Wanderfürsorgegesetz lässt noch immer auf sich warten. 30 Zuchthäuser, 1162 Gefängnisse, 51 549 Gefangene im Tagesdurchschnitt. Zu den Errungenschaften unserer Gesellschaftsordnung gehört ein„blühendes" Gefängnis- und.Zuchthauswesen. Die in Preuhen bestehenden Zuchthäuser und Gefängnisse, insgesamt 1162 an der Zahl, darunter 30 Strafanstalten, erfreuen sich guter Frequenz. Im Tagesdurchschnitt kamen im Jahre 1911/12 auf die dem Mini- sterium des Innern unterstehenden Zuchthäuser und Gefängnisse 21 383 Insassen, während die der Justizverwaltung unterstehenden Anstalten im Durchschnitt pro Tag 39 166 Gefangene beherbergten. Somit ergibt sich ein täglicher Durchschnittsbestand von 51 549 Ge- fangenen. Für- die der Justizverwaltung unterstehenden 1064 Gefängnisse liegen für das letzte Jabr(1911/12) auch die Gesamt- zahlen vor. Danach waren im Berichtsjahre 435 603 Personen In- Haber von Gefängniszellen. Datz es sich hier hervorragend um eine soziale Erscheinung handelt, das muh sogar der„ReichSanzeiger", ohne es natürlich zu wollen, bestätigen und begründen. Er bemerkt unter anderem, daß in dem Krisenjahre 1901/02 die Zahl oer Ge- fangenen„eine gewaltige Steigerung" erfahren habe, nämlich auf 482 606 gegen 435 663 im Rechnungsjahre 1899/1900. Nachher sei die Zahl wieder gesunken, bis aus 425132 im Rechnungsjahre 1906/07.„Während der beiden folgenden Jahre ungünstiger Ar- bcitsgclcgenheit stieg die Grfangrnenzahl von neuem bis auf 476 667."— Dann ist sie allmählich wieder gesunken und hat nun den niedrigsten Stand erreicht. Unter der Gesamtzahl der Ge- fangenen befanden sich, nur 63 346 weiblichen Geschlechts. Im Be- richtsjahre ereilte 44 339 männlichen und 24 031 weiblichen Ge- fangenen das Geschick verschärfter Haft. Dazu macht der„Reichs- anzciger" folgende das soziale Moment herausstellende Bemerkung: „Bettler. Vagabunden, Trunkenbolde, Dirnen, Obdachlose, meist Wintergäste, die das Gefängnis als eine Wärmehalle oder Herberge oder als Krankenhaus benutzen...." Im gelobten Lande„der besten Sozialreform" und der„gefüllten Kompottschüsseln" müssen viele Menschen ins Gefängnis flüchten, um der allerbitterften?iot zu entgehen. Kann es eine blutigere Satire geben? Und noch ein- mal bestätigt der«Reichsanzeiger", datz soziale Not die Gefäng- nisse füllt. Bei Erwähnung der Tatsache, datz die Zahl der Unter- suchungsgefangenen abgenommen habe, bemerkt der„Königlich Preutzische Staatsanzcigcr":„Unter ibnen befinden sich.... Bettler, Landstreicher, Dirnen, die ergriffen und als Unter- suchungsgcfangcne gezählt werden, bis ihre Personalien und Vor- strafen festgestellt sind und ihre Aburteilung erfolgen kann- bei diesen Personen spielen die günstigere oder ungünstigere ArbeiiS- gelegenheit, die Witterung und andere Faktoren eine einflußreiche Rolle... Ihr latzt die Armen schuldig werden und überlasst sie dann der Pein! Stark abgenommen hat die Zahl der jugendlichen Straf- gefangenen. Im Rechnungsjahre 1899/1900 betrug sie noch 1562 und ging seitdem mit Schwankungen bis auf 386 im Berichtsjahre zurück. Zu einem großen Teile ist daS auf die Aussetzung von Strafvollstreckungen zurückzuführen. Im letzten Jahre wurden da- durch 12 931 Jugendliche vor dem Einzug ins Gefängnis bewahrt. Der größte Minder und Verführer ist vor einer Bestrafung voll- ständig gesichert; es ist der Kapitalismus, auf dessen direkte Wir- lungen der größte Teil der Verbrechen und Vergehen zurückzuführen ist. Der übrigbleibende Teil gehört eigentlich überhaupt nicht ins Gefängnis, sondern ins Krankenhaus oder in Heil- oder Pflegeanstalten, in Irrenhäuser. Gerichts-Leitung. Ein drakonisch«? Urteil aufgehoben. Auf sehr höhe Strafen hat das Landgericht Mannheim aus Anklagen, die aus Anlaß eines Streiks erhoben waren, am 4. Dezember 1912 erkannt. Von 8 Angeklagten wurden 6 verurteilt. Es erhielten der Fabrikarbeiter Martin Sattler wegen gefährlicher Körperverletzung und Verrufserklärung(Z 153 Gew.-O.) 6 Jahre 2 Monate Gefängnis, der Zimmermann Heibel und der Mitangeklagte Weber gleichfalls. Der Mitangeklagte Mehl hat nur wegen Körperver- lctzung 5 Jahre Gefängnis erhalten. Der Mitangeklagte Schlipf nur wegen Verrufserklärung 3 Monate Gefängnis. Endlich ist noch der Mitangeklagte Spitzenbergrr verurteilt worden. In der Steinzeugwarenfabrik in Friedrichsfeld bei Schwetzingen war ein Streik ausgebrochen, an dem sich ein großer Teil der dort ansässiaen Arbeiter beteiligte. AIS die Arbeilseinstellung längere Zeit gedauert hatte, zog die Fabrikleitung eine größere Anzahl Ar- beitswillige aus Norddeutschland, namentlich Hamburg heran. Gegen diese richtete sich die Erbitterung der Streikenden. Einen von ihnen haben die Angeklagten, wie das Urteil sestgestellt hat, als er abends eine Wirtschast besuchen wollte, durch Worte, wie Schuft, Hund. Scherenschleifer zur Niederlegung der Arbeit und zum Beitritt zum Streik zu nötigen versucht und ausserdem haben sie ihn, wie das Gericht weiter angenommen hat, durch gemeinsame Mißhandlung, insbesondere durch Messerstiche sehr schwer verletzt, so datz er nach Annahme des Gerichts möglicherweise in Siechtum verfallen wird. Von den Verurteilren hatten nur die 5 zuerst Genannten Revision eingelegt. Diese kam am Dienstag vor dem Reichsgericht zur Verhandlung. Der höchste GerichtShos hob daS Urteil gegen sämtliche Angeklagten, also auch gegen Spitzenberger auf und ver- wies die Sache an das Landgericht zurück. Die Aufhebung erfolgte, weil die Aussagen von drei arbeitswilligen Zeugen in� der Haupt- vc rhandlung verlesen worden sind, ohne datz vorher versucht worden wäre, diese Zeugen zu laden. Die 3 Zeugen waren in der Vor- Untersuchung vernommen worden, weil sie erklärten, sie würden die Gegend demnächst verlassen und wüßten noch nicht, wo sie sich später aushalten würden.. Als die Hauptverhandlung angesetzt war, stellte es sich heraus, datz man vergessen halte, die Zeugen zu laden. Da der Staatsanwalt erklärte, es werde kaum gelingen, die Zeugen, die zu den gewerbsmätzigen Arbeitswilligen gehörten, zu ermitteln, nahm das Gericht einfach an, sie seien unauffindbar. Dies Bcr- sehen verstützt in schwerer Weise gegcn das Gesetz. Ferner., hieß es in den Gründen doS Reichsgerichts, ist der Begriff der Mittäter- schaft gegenüber Heibel verkannt, endlich ist fraglich, ob nicht 8-40 (Nötigung) anzuwenden ist. � Marktpreise von Berlin am 17. Februar llMZ, na»«TOitlteUingen de« töniqL Polizeivraiidiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte �S,b4 bis 19,00. mittel 19,42— 19,48, geringe 19,30-19,36 Roggen, gute«ort« 16 64—16,65, mittel 16,62—16,63, geringe 16,60-16,61(ab A oeritc gute Sorte 16,90-17,60, mittel 16,20-16,80, geringe l5,60-rl6J0. Hnier, gute Sorte 18,30-20,30, mittel 16,50-18,20(stet Wagen und ab 31! arkthallenprcisc. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen ZgOO_-SO,00. Spciscbolmcn. weiße 35,00— 66,00. Linien 35,00—60,00. «nrtoffeln(Kleinhdl.) 6,00—10,00. 1 Kilogramm Rindflench. oon der Keule 1 70—2.40. Rindiiciich, Bauchfleiich 1 30—1.80. Schwewefteitch 1,60—2.10. Kalbsletich 1.40-2,40. Hmnmristeijch Butter i.4o-3 0O 60 MM Crici 4,00—6,00, 1 Kilogramm Karplcn 1,40-2.40. Aale 1 40-3,60. Hechte 1,40—2,80. Barsche 1,00-2,40. Schleie 1,60—8,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebst 4,00—24,00. verbM»n Maler, Lackimr, Aaßreicher». Küchenmöbelbranche. Heute Mittwoch, de« lg. Februar, abends«'/, Uhr: Branchen- Versammlung in Kellers Neue Philharmonie, Köpenicker Str. 95/37. Tagesordnung: Bericht der Berhandiungsrommiffion. Beschluhfafiung über die weiteren Mahnahmen.. DWl- Nur Mitglieder haben Zutritt.— Mitgliedsbuch legitimiert.-MG 187/19 Der Obmann. Wnei-Genißtlislhafl Charlatteabarg vud Umgegend. Ginladung zur Generalversammlung:: Touutag. den 9. März, nachmittags S'/i Uhr, im Bolkshause, Rosinenstr. 3. Tagesordnung: 26276 1. GeschästSbericht und Vorlegung der Bilanz. 2. Anträge der Mit glieder. 3. Neuwahl des Vorstandes und AufsichtSratcS. 4. Verschiedenes. Karl Schiemann. Hermann Lleblg. Zklitralmbaiid du Maslhinistc«»»d Kcizer sowie Kervssgenossen UevMlands. »"» �sklstelle(ZroL- Lerlin.•« Freitag, den 21. Februar, abends 8 Uhr, und «onnabend, den 22. Februar» morgens 7'/, Uhr, in de»„.4rm>nbaIIen", Kommandantrnftr. 59: Zwei pße Setriebs-Versammlungen. Tagesordnung: 1. Bericht über die Auslegung dcS TarisvertrageS durch einzelne Brauereibefitzer. 2. BetriebSangelegenheiten. Wir richten an alle Maschinisten. Heizer, Abschmierer, Kohlen- fohrer usw. das dringende Ersuchen, vollzählig in den Bcrsamm- lnnge« zu erscheinen. Kein dienüsreier Kollege darf fehlen. l6L/6'___ Die Ortnverwaltnng. 6. Granmanns Festsäle SO. 26, Naunynstraße 27 Fernsprecher: Amt Moritzplati Xo. 7324. Sonnabend, der 8. März, frei geworden! !3S£~ IVeukölln. Donnerstag, den 20. Februar 1913, abcudS",9 Uhr: Öffentliche Versammlung in den Paffage-Festsälen, Bergstraße 151/152. Tagesordnung: 103/3 !.„Die wirtschaftlicke Eroberung der Welt durch die organisierte Arbeiterklasse." Referent: Reichstagsabgeordneter H. Peus-Dessau. 2. Diskussion. Wir erwarten das Erscheinen aller derjenigen, die den wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiter Interesse entgegenbringen. Die gellolsenschastlichen AgitatiollsKommisflonen von Neukölln» Britz. onnshmeitellell für„Kleine Anzeigen" Berlin C. 51. Habnisch, Slckerslr. 174 W. Ä. Zchund». Mrchbachstr. 14 O. R. Hactclbuslb. Petersburger Platz 4. Gustav Bogel, Koppen» stratze»2 St. Wengcls, Gr. Frantsurter Str. 120. XO. 2. Zucht, Jmmanuellirchstr. 12. I. Reul. Baniimstr. 42. X. W. Baumann, RbeinSberger Str. 67. H. Fischer, Bastianstr. 5. Karl Mars.GreiienhagenerStr.27. J.Hönisch, Nazaretdlirchstr. 49. H. Bogel, Lorhingstr. 37. 51. Tie«, Jnvalidenstr. 124 L. Tcchand. Rubcplatzstr. 24. XJV. Saiomo» Joseph, Salzwedelerftr. 8. tsW. H. Werner, Gneiienauiw 72. Taehn, Hagelberger Str. 27. 8. 2t. Fritz, Prinzenstr. 31. H. Lehmann, Kottbuser Damm 8. SO. Paul Böhm. Lausitzer Platz 14116. P. Harsch, Engeluser 16. AUIerubot. Karl Schwarzlose, BiSmarckstr. 50. Banmachnlenwec. H. Hornig, Marienthalerstr. 18, L Boralg-walde. Paul Kienaft, Rauschst- 10. Cbarlottenbnrx. Gustav 2charnbcrg, Seienbeimer Str. 1. t'rledrlobabaxen. Ernst Wcrtmann, Köpenicker Str. 18. t-rUnan. Franz Klein, Fricdrichstr. 10. dnbannlatbal. Pielirkr, kaiser-WUbelm-PIatz 5. Karlabnrat. Richard Küter, Rödelslr. 9, II. Kttnenled. Emil Wistler, Kietzcrftr. 5, Laden. Oicb tenberg. Otto»eitel, Wartenbergstr. 1. stlleiler-8«;bitne�velde. Wilh. Unruh, Brückenstr. 10. Xowa>vea. Wilhelm Jappe, Friedrichstr. 7. Ober-8eb«nen'el«le. Alfred Bader, WUHelminenhosstr. 17 II. Banb»,,. Otto Ristmann, Mühlenstr. 30. Helnlelrendnrt. P. Gursch, Provmzstr. 66, Laden. H'enltblln. M. Keiurich, Neckarftr. 2. Eonrad, Hermannstr. 60. E. Rohr. Siegsriedilr. 28/23. Buniineiabnrx. A. Rosenkranz, Alt-Boxhagen 65. 8ebbnebere. Wilhelm Bäumlee, Martin-Luther-Str. 59 im Laden. tzipandan. Köpven, Brcilestr. 64. Steglltc. H. Berufee. Alsenftr. 6. Tempelhot. Joh. Strohn, Borussiastr. 62. Treptow. Rodert Gramenz, Kiejbolzstr. 412, Laden. WelUenaee. Fuhrmann. Sedanstr. 106. Schillert, Berliner Allee 283. Wllmerailort. Paul Schubert. Wtld-lmsaue 27. Uerreaetisfel l'tit Oamen- Caekechube Jetzt vamen, tiefet SN icher ufgabe fHerrenstiefel Jetzt nur 575 Damen- LackschuM Jetzt nur 57S Deutscher Tabakarbeiter-Verband ====== Ortaverwaltnng Berlin. 1■■ Donnerstag, den 20. Februar 1913, abends Va9 Uhr, bei Boeker, Weberstraste 17: Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: 1.»Die Gewerkschaften— eine Kulturbewegung.« Reserentin: GertrudHanna. 2. Bericht sür das 4. Quartal 1SI2 und Jahre»- bericht sür 1912. 3. Neuwahl der OrtSverwaltung. 4. Verschiedene». Die OrtSverwaltung. Da» Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert, wenn die 2. Woche im Januar geklebt ist. Beiträge werden am Saaleingang entgegengenommen. 187/8* Theater und Vergnügungen Mittwoch, 19. Februar 1313. Anfang S'/, Uhr. Berliner. PhilotaS. Der zer» brochene Krug. Ansang 4 Uhr. Urania. Paris und die Königs. jchlöfler von Versailles. . t Slnfana�TVj�Ubr. Kgl. Opernhaus. Die luftigen Weiber von Wwdsor. Kgl. Schauspielhaus. 1812. Deutsche». Der lebende Leichnam. Königgrätzer Strohe. Brand. "irtus Busch. Gala-Vorstellung. trkus Albert Schumann. Gala» Vorstellung. Aniang 8 lldr. Urania. Proseflor Dr. Dörpseld Die Ausgrabungen homerischer Städte. Hörsaal: Dr. Berndt: Passiv« oder automatische Brutpflege im Tier- reich. Kainmerspiele. Schöne Frauen. Leshag. Rose Bernot. Deutsche» Opernhaus. Die lustigen Weiber von Windsor. Schiller O. Uriel Acosta. Schiller- Ehärlotirudurg. Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Deianon. Wenn Frauen reiien. Theater am Nolleudorfplatz. Die Studentengräfin. Komödienbaus. Die GeneralSeckc. Groft-Berlin. DaS Fürstentind. «ursursteuoper. Der Kuhrelgcn. Beniner. Filmzauber. Monti» Operetten. Der liebe Augustw. Dheater des Westens. Die beiden Husaren. Deutsche» Schauspielhaus. Der gute Rus. Kleines. Profesior Bernhardi. Residenz. Die Frau Präfidentin. Dba.ia. Puppchen. Luisen. Und hätte der Liebe nicht.. Mctropot. Chauffeur— ins Metropol. Herrnfel». Die Alpenbrüder. Wüsten. moral. 5lpollo. Die schöne Galathee. svezialUäten. Reichshalle». Weyers Hosen. Easino. Am grünen Strand der Spree. Wintergarten. Spezialitäten. Antang 8'/, Uhr. Frtedr.- Wilh. Schauspielhaus. Der Zaungast. Rose. Der Widerspenstigen Zähmung. LuitiPieihauS. Majolika. Walhalla. Parole: Walhalla! Folie» Eaprice. In Sachen Katzen- stein. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. Ansang 8'/, Ubr. Reues Bolkstheater. Helden. Anfang 9 Udr. Admtralspalast. EiSballett: Flirt m St. Moritz. '. � Sternwarte, Jnvalidenstr. 67— 62. Theater des Westens. s Uhr: Die beiden Husaren. Schiller-Theater 0.1S: Mittwoch, abends 8 Uhr: Uriel Acoata. Donnerstag, abends 8 Uhr: Urlel Acoata. Freitag, abends 8 Uhr: WolkenkratEer. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Oer ändere. Schnter-TlTester Chabr«?Bn.e,h Mittwoch, nachmittag« 3.10 Uhr: Wallenatelna Tod. Abends 8 Uhr: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Donnerstag, abends 8 Uhr: lledda Gabler. Freilag. abend« 8 Uhr: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Sonnabend, nachm. 3,10 Uhr: Wallenstelns Lager. Ole Plccelomlni Abends 8 Uhr: Urlel Acoata. Serlmer Theater. «uhr: Filmzauber. Theater In der Königgrützer Straße Uhr: Brand. Uentacheaftchauaplelliaii» 8 Ubr: Der gute Rufi_ Theater am Nolleiidortplatz 8. Allabendlich 8 Uhr: Die Studentengräfin. Montis Operetten-Theater (fr. Neues Theater). Amt Norden 1141. 8 Uhr: Oer liebo Augustin. u'r Residenz-Theater, ul. Die Frau Präsidentin. (Madame la Präsidente). Schwanl 1. 3 Akt. v.Hennequin u. Beber. Morgen und folgende Tage: Die ftrntt Präsidentin. Luisen-Theater. Mittwoch, abend« 8 Ubr: „Und hätte der Liebe nicht...* Schauspiel in 4 Alten von E. Krickeberg und Ernst Rttterseldt. Donnerstag und folgende Tage, abends 8 Uhr: „Und hätte der Liebe nicht.. MM» Täglich präzise 8 Uhr abend«: draiü» Wissenschaftliches Theater. TanbenatraBe 48/49. Naohmittas/s 4 Uhr; Paria and die Königa- achlttsNcr von Veraalllea. Abends 8 Uhr; Prof. Dr. Dörpfeld: Die Aas- ffrabangen homerlacher Städte. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Bomdt: Pasmlve oder antomatlache Brntpflege Im Tierreich. IOSE=THEATE Brotze Frankfurter Str. 132. Der Widerspenstigen Zähmung. Lustspiel in 6 Akten von Shakespeare. Ansang 8 Uhr. Donnerstag zum ersten Male r Der Wrg xum Himmel. Jtfetropol-Theater. Cbanfleur- ins Metropol! Trotze JahreSrevue mit Gesang und Tanz in 10 BUdern. Otto Reutter a. G. Abend« 8 Uhr: Rauchen gestattet. Walhalla-Tlieater Weinbergsweg 19/20. Rosenthal. Tor. Täglich abend« 8'/« Uhr: „Mai Walhalla!" Trotze Jahres-Revue. Ab 8 Uhr: Ein beispielloser Erfolg! Die grollen Spezialltaten. 9 Uhr: Harry Waiden in seiner Groteske „Der Herzog von Westminstep." Voigt-Theater. Gesundbrunnen, Badstraste»8. Heute Mittwoch, den 13. Februar: Pttratera Trade. Sensat.VolkSst. i. 4 Akt. v. W.Mannstädt. Kasseneröffn. 7 Uhr. Ansang S1/, Uhr. Boranzeige! Mittwoch, 26. Febr.: Benefiz sür Franz Rühle:„Im Banne der klebe und des Hasses." a Brauerei Friedrichshain am Königs tor. gy Hcate Mittwoch: Elite-Tag k Uns größte Bayerische Bockbier-Fest Gratis-Vorteilung von 800 Wertgegenst&nden. Anfang 8 Uhr. Entree HO Pf. Berliner:: Konzerthaus J?»Clou" Mauerstralle 82.— Zimmerslrafle 90/91. :: Großes Doppel-Konzert!:: Musikc. des Z. Oarde-Kegimenta a. F., Uirig. Oberm. Orat, —— Zillerthaler und Tegernseer Sänger—— Schuhplattler und Jodler! instieh von Drei-Königshier, dem kösll. aller Münch. Doppelbiere. Anfang S Ubr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. mit Anton und Donat Herrnfeld m den Hauptrollen. I>ieue �Velt Arnold 8choln Ilaacnhcldv 198/114 Heute Ullttwoch, den 19. Februar 1913: ■ � Extra-Prämiierung. Prämiiert wird I! Die größte Kohlrübe!! 8 bare Geldpreise: 59, SO, 90 M. 5 Kapellen. 30 bayrische Mad'l. Anfang 7 Uhr..Entree 30 Pf. Voranzeige! Morgen Donnerstag, den 20. Februar 1913; Keine Fleischnot. Braten eine» gangen Ochaen— Portion 80 Pf. □ □□ Zirkus Merl Seimmann. Heute Mittwoch. 19. Februar, abends 7'/, Uhr; OV Nur noch einige Tage: OäsartoH Löwen- und Tiger-Gruppe. Die wildeste Dressur d. Gegenw. DM- Ohne Konkurrenz I BMI 7 Luftvoltigeure 7 Hcgclmann- Truppe. Das Tagesgespräch von Berlin Um 9'/, Uhr: Oer unsichtbare Mensch. Folies Caprice. Ansastg 8'/, Uhr. Die dm Saison- Schinger: In Sachen Katzenftein. Die Dopprlstrma. Die Tochter der Braut. vssino-l'kes�en Lothringer Str. 37. Täglich 8 Ubr: Allabcndllcli auNverkantt. Stürmische Heiterkeit! Die Berliner Lokalpoffe Am grünen Straad d. Spree. Krötzler Kassenersolg seit Bestehen. lirlius Busch. Heute Mittwoch, 19. Februar, abends 71/, Uhr: Grolle Gala• Sports-Vorstellung. Das Tagesgesp räch ron Berlin) Der mystcriOao Decken lituiei? Geschw. Darrt, Reitlllnstlerlnnefl Neu! Md. Delita del'Oro Neu! mit Ihren dressierten Kllhen I sowie d. große Galaprogramm. Zum Schluß: Die grolle Prunk-Pantomime „Sevilla". Trianon-Thealer. Wenn Frauen reisen. Anfang 8 Uhr. Theater Königstadt-Gasino. Ecke Holzmarkl» u. Alexanderstratze. 1 Minute o. Bahnh. Jannowitzbrücke Tägl. abd«.'1,8, Sonnt'1,6 Uhr: Puppchen tadolloa. Posse m.(Äes. in 1 Akt— und da« grast. Spezialttäteuprogramm Jed. 1..u. 16.: Programmwechsel. Admlralapalaat. Allabendlich: Das neue mit durchschlag. Erlolg aufgef. EiSballett | Flirt in St. Moritz 1. Akt: Wintersport In St. Moritz. 2. Akt: Soiree Im Luxushotel. 3. Akt; Japanisches Fest. Unter Mitwirkung der kl. Charlotte. Bis 8 U. u. v. 10°/, halb.Kass.- | Preise. Wein- u. Bier-Abt. H551J51 Berltocr"IJS umor-fliuirtelt Gg. Treaer W8 Gg. Treaer �KuUciusllMia Besonderer Umstünde wegen Ostern frei geworden! ü Germania-Pracbtsäle N.Chausseestr.ltO. K. Richter. Heute Mittwoch: Paul Mantheys lustige Sänger. Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Nachdem Frettanü. — VorzugSkarten gelten.— Morgen Donnerstag: Großes Kockbier-Kovzert. Reichstiatien-Tbeater Stettiner Sänger. Neu! Humoreske. Anfang 8 Uhr. Für den Inhalt der Inserate ubernimmt die Redaktton dein Bublilum gegenüber keinerlei Berantwortnng. z Alkoholfreie fietrinko Franz Abraham Uunb. Messina-u.Römertrank-Kell. N 4, Barielsir. 8a, Fernap. Kg6t.l3708 Si-Si Bestes alkoholfreies Getränk. Berlin 0,Rudalfatr.4. [ Arbeltei-BekleldunB) Hamburger Laden, Charl.,Wallit69 c Auto-Fahrschulen D Qanlro Gr. Frankfurterstr. 44 OaUKC Eintr.tlgl., Tcilz.gost. £ Bäckerelen�tondltor.� Blottner's GroBbäckerei Geschäfte In Berlin, Charlottenbura, Schäneberg, Wilmersdorf. 1 Friede Barz, Landso. Allee 146 K. Biedermann, Grypbiusstr. 18. Paul Delly, Markusstrafie 15. I Brot-Fabrik„Vorwärts" Hermannünrich�Jfägei� Franz Faulwetter, Manteollelatr.tf. G. Freyer, RlumenBlr. 73, E.larkmiti Georg Genz, Memelerstr. 20 M. Gruschka, Königsbergeret. Jö liEHiiliölEi TS Oeschaite In tllen Stadtteilen Berlins und In Bizdorf. «egrUndet IAO». flopne'»Zinriil.är»mar«k,Aäa>d«rt«i.«S Mnx Knittert, Landab. Allee 29. Ernst Küster, Franks. Allee 197. 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Max td» W.Wettstädt.StralsunderBtr.ll Verantwortlicher Redakteur: Alfred ÜSKlepP, NeuWn. Für de» Inseratenteil verantw.: TH.Gl»ckr. Berlin. Druck u.»erlag: Borwärt, löuchdruckerei u.»erlagSanstalt Paul Sing«».Co.. Berlin SW. Nr. 42. 30. Zahrzsug. 3. KcilM Ks jDtmits" Jttlinct UcksM Muioch. 19. Februar 1913. Sie NSMchen Steuerproicktc sollen so schnell wie möglich unter Dach und Fach gebracht werden. In der Ausschuhsitzung am Montag wurde die Debatte fortgesetzt und vor allem war a das Kino, das es der Mehrheit angetan hat und das gefaßt werden soll. Man sprach über die Bedeutung der kinematographischen Veranstaltungen, über die Filmindustrie, über Zensur, über Wirkung von Steuern auf die Art der Ausführungen und anderes mehr. Nach stundenlangen Debatten wurde in die Spezialberatung eingetreten. Dabei ergab sich gleich, wie wenig fest die Begriffe sind, mit denen der Magistrat operiert. Es sollen außer den Kinos besteuert werden Spezialitäten- und Varietevor- stcllungen, Revuen, Zirkusse und Tanzbclustigungen. Es wurde dargelegt, daß bei der EntWickelung, die das weltstädtische Ver- gnügungsleben genommen hat, der Begriff der Spezialitäten- und Varietetheater gar nicht fest zu umgrenzen ist. Daß die Magistrats- Vorlage selber wicht einwandfrei sei, wurde vom Kämmerer dadurch zugegeben, daß er bat, an verschiedenen Stellen eine andere Fassung zu wählen. Soweit die Rauchtheater in Frage kommen, wurde be- merkt, daß mit Einführung der Steuer das Rauchen in den in Be- tracht kommenden Theatern untersagt werden könnte. Man will dem zuvorkommen, indem man die Bestimmung trifft, daß die Theater unter die Rauchtheater fallen, in denen ein Getränkeaus- schank stattfindet. Es sollen auch die Eispaläste unter die Steuer fallen, sofern Kunsteislauffahren stattfindet oder Pantomimen ver- anstaltet werden. Soweit es sich um Tanzbelustigungen handelt, so sollten nach der Magistratsvorlage nur gowerbsmätzig veranstaltete Tanzbelustigungen versteuert werden, zu denen ein Ein- trittsgeld von 1$0 Mk. erhoben wird. Der Magistrat ist aus den Gedanken gekommen, daß er hier noch mehr herausholen kann, wenn die Bezeichnung„gewerbsmäßig" fortgelassen wird, um auch die von bestimmten Organisationen oder Unternehmern getroffenen Veranstaltungen zu treffen. Nicht klar ist, wie es mit der Pauschal- stcuer gehalten wird. Bisher war die Meinung vorhanden, daß Tanzbelustigungen versteuert werden, wenn 1,50 M. Eintrittsgeld erhoben wird und daß in diesem Falle die Steuer nach dem Flächen- inhalt der Säle berechnet werden soll. Die Erklärungen des Kämmerers am Montag lassen aber die Möglichkeit zu, daß die Tanzsteuer unter allen Umständen erhoben werden könnte. Das wäre eine solche Ungeheuerlichkeit, daß nach dieser Richtung volle Klarheit geschaffen werden muß. Das wird in den nächsten Sitzun- gen geschehen müssen. Bemerkenswert ist, daß dem Ausschutz auch eine Denkschrift des Vorstandes des Bühnenvereins zugegangen ist, in welcher der Einführung der Kinosteuer das Wort geredet wird, obwohl der kürzlich verstorbene Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. Brahm, Gegner dieser Steuer war. Die Eingabe ist diktiert von der Furcht, die Kinos könnten den Theatern Abbruch tun. Diese Meinung ist falsch, genau so falsch, wie seinerzeit die Aversion gegen die Volksbühnen, von denen man eine Konkurrenz gegen die Theater befürchtete. In Wirklichkeit ist das Gegenteil eingetreten, indem bei den Mitgliedern derVolksbühnen das Interesse für Theater besonders geweckt worden ist. Dazu kommt, daß schon heute namhafte Künstler sich für den Film zur Verfügung stellen. Der Buhnenverein bedenkt nicht, wie er sich mit seiner Denkschrift ins eigene Fleisch schneidet. Die Kinosteuer ist nur der Anfang der Theaterbesteue- rung überhaupt. Im Ausschuß wurde denn auch von verschiedenen Seiten offen erklärt, daß man auch für ein« Theatersteuer sei, wenn sich die Schwierigkeiten mit den königlichen Theatern beheben lassen. Partei-?Zngelegenkeiten. Zur Lokallistc. Am Sonnabend, den 22. Februar, veranstalten der Rauchklub „Kuba" und der Rauchklub„Nikotin" ein Rosensest in ReumannS Festsälen, Rosenthalerstratze 41/42. DaS Lokal ist für die organifierte Arbeiterschaft sonst nicht zu haben. ES wird ersucht, die angebotenen Billetts zurückzuweisen. In Mariendorf,?.-L.. hat daS Lokal Witwe Grothe, Dorfstr. 1, den Besitzer gewechselt. Der neue Inhaber, Herr Josef Hentlein, stellt sein Lokal zu den üblichen Bedingungen ,ur Ver« fügung. Die Lokalkommission. Vierter Wahlkreis. Am Dienstag, den 25. Februar, abends L'/z Uhr, findet in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29, eine große BolkS- Versammlung statl. Tagesordnung:„Die preußische Polen- Politik als Kullurschande". Referent ist Reichstags- abgeordneter Genosse Hermann Wendel- Freiberg. Diskussion.— Die Genossen werden ersucht, die polnischen Mit- bürger auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Der Vorstand. Köpenick. Heute Mittwoch Wahlvereinsversammlung im Stadt- theater, kleiner Saal. Wegen der LandtagSersatzwahl ist das Er- scheinen sämtlicher Mitglieder notwendig. Oranienburg. Heute Mittwoch, abends 8V, Uhr, im Lokal „Waldhaus Sandhausen", Schützenstr. 34, Mitgliederversammlung. Es ist eine äußerst wichtige Tagesordnung zu erledigeil. öerlmer JVacbncbtcn. 100 Prozent Gemeindesteuer. Der Magistrat hat gestern die Beratungen des Etats für das Rechnungsjahr 1913/14 beendet. Der neue Etat balan- ciert in Einnahme und Ausgabe mit rund 373 Millionen Mark. Als Zuschläge sollen erhoben wenden 100 Proz. der Staatseinkommensteuer. 165 Proz. der Gewerbesteuer und 3,1 Proz. Gruirdwertsteuer. In welcher Weise der neue Etat im einzelnen zusammengesetzt ist, insbesondere, was in dem Etat ich lt. kann erst be- urteilt werden, wenn die einzelnen Spezialetats vorliegen. Es ist aber bekannt gelvovden. daß die Bedürfnisse der ein- -einen Verwaltungen außerordentlich emgegengt worden sind, um zu den üblichen 100 Proz. auch in diesem Jahre wieder zu gelangen. So wünschenswert es ist. die Bürgerschaft mit Steuern nicht unnötigerlveise zu belasten, so muß andererseits detont werden, daß dm heute im Rathause geiibte Finanz- Politik eine durchaus ungesunde ist. Ungesund deshalb, weil sie seit Jrchreu darauf hinausläuft, wichtige ftulturaufgabcu von Jahr zu Jahr zu verschieben. Zu diesen wichtigen Auf- gaben gehört die Schaffung der benötigten Schulen. Und ge- rade auf diesem Gebiete ist in den letzten Jahren fortgesetzt gesündigt worden. Taufende von Kindern entbehren noch heute eigener Schulhäuser, in denen mangels geeigneter Höfe jede Bewegungsfreiheit zur Unmöglichkeit wird. Unsere Schul- Verwaltung, unsere Lehrerschaft weiß hiervon ein Lied zu singen. Es gäbe nichts VorteUhasteoes für die städtische Ver- lvaltung, als gerade jetzt mit den verlangten schulbanten Vorzugehelt, wo der Baumarkt daniederliegt, wo Arbeiter reich- sich zu haben sind, und wo die Materialien preiswert beichafft werden können. Die Bauten würden schneller und billiger fertig gestellt werden können als in der Zeit der Hochkonjunk- tur. Die Schnlkiirder würden dann baldigst in geeigneten, den Zwecken der schule entsprechenden Räumen untergebracht werden und das Baugewerbe in Berlin würde obendrein etwas belebt werden. Was auf dem Gebiete der Schulver- waltung zutrifft, ist auch auf einigen anderen Gebieten! der Fall. Eine gesunde Finanzpolitik muß die Aufgaben der Gegemvart befriedigen und darf nicht sortgesetzt notwendige Projekte Von einem Jahre zum anderen verschieben, ganz ab- gesehen von der Lösung anderer sozialen Pflichten. Ueber den Handel mit Nahrungs- und Genusimittel» ist eine neue Polizeiverordnung erlassen worden, die am 1. April dieses Jahres in Kraft tritt. Es wird darin n. a. bestimmt: Räume, in denen Nahrungs- und Genußmittel zubereitet, ausbewahrt und feilgehalten werden, müssen, soweit die sachgemäße Behandlung der Nahrungs- und Genußmittel dem nicht eittgegensteht. trocken und leicht zu lüften sein. Sie sind in gutem baulichen Zustand, sauber und frei von üblen Gerüchen zu ballen. Sie dürfen nur dem eigent- lichen Geschäftszweck dienen, als Wohn- oder Schlafräume nicht benutzt werden und mit Ställen und Abortanlagen nicht in direkter Verbindung stehen. Nicht dahin gehörige Gegenstände, insbesondere Betten, Kleider, Wäsche und allerlei Gerumpel dürfen in ihnen nicht aufbewahrt werden. Auch sind in Räumen, in denen Eßlvaren zu- bereitet und verkaust werden. Hunde und Katzen nicht zu dulden. Ausgenommen hiervon sind jedoch Räume von Gast- und Schank- wirtschaften, die dem Verkehr des Publikums dienen. Zum Verkauf gestellte oder feilgehaliene Nahrungs- und Genußmittel sind bis zur Abgabe an das Publikuni derart zu behandeln, daß sie vor gesundheitsschädlichen oder ekelerregenden Verunreinigungen, nament- lich durch Hunde und andere Tiere, bewahrt bleiben. Den mit der Zubereitung und dem Verkauf oder Feilbalten von Eßwaren be- schäftigten Personen ist daS Rauchen, Schnupfen und Tabakkauen bei ihrer Beschäftigung verboten, auch haben sie sich besonders reinlich zu halten. Für ausreichende Waschgelegenheit und Hand- tücher hat der Geschäftsinhaber Sorge zu tragen. Das Belasten der zum Verkauf ausliegenden Nahrungs- und Gcnußmittel seitens der Käufer, das Drücken der Karpfen zur Feststellung des Rogens und das Schuppen und Abhämen von lebenden Fsiöben ist verboten. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Polizeiverordnung iverden mit Geldstrafen bis zu 60 M., an deren Stelle im UnvermögenZfalle entsprechende Haft tritt, bestraft. Mit der Schaffung des Wohnungsamtes wird sich die Stadt« verordnetenversammlung am Donnerstag beschästigen. Die vom Magistrat eingebrachte Vorlage hat in dein mit der Vorberatung be- trauten Ausschüsse einige Aenderungen erfahren, von denen die wichtigste die sein dürfte, daß in dem zu schaffenden Wohnungsamt außer Wohnungsinspekloren auch besoldete Jnspekloriiinen angestellt werden solle». Frauen in die Wohnungsdeputation aufzunehmen, ist im Hinblick auf die Städteordnung abgelehnt worden, obwohl in Charlottenburg Frauen in dieser Deputation sitzen. Dagegen sollen in den zu schaffenden Wohnungskommissionen der einzelnen Stadtbezirke Frauen unter allen Umständen zur Mitarbeit heran- gezogen werden. Der falsche Kassierer der Berliner Städtischen Feuersozietät, über dessen Auftreten wiederholt berichtet wurde, hat sich gestern der Polizei gestellt. Der Gauner erschien bei Hauswirten, Verwaltern oder Pförtnern, angeblich im Auftrage der Sozietät, um die fälligen Prämien einzuziehen, und erbeutete jedesmal mindestens 20 Mark, oft auch erheblich mehr. Die Kriminalpolizei ermittelte nach den übereinstimmenden Beschreibungen der Geschädigten, daß der Schwindler ein 35 Jahre alter, aus Magdeburg gebürtiger Ver« sicherungsagent Otto Thiele war, der auch früher schon einmal dieie Gaunerei betrieb. Gestern vormittag stellte er sich selbst der Kriminal- Polizei, weil er einsah, daß es doch keinen anderen Ausweg mehr für ihn gab. Ein schwerer Straßenbahnunfall hat sich Montag mittag in der Gneiscnaustraße zugetragen. Dort verließ trotz der Warnung des Schaffners ein Herr Wilhelm Thormann den Wagen der Ringlinie 2 während der Fahrt und kam zu Fall. Th. schlug so heftig mit dein Kopf aus daS Straßenpflafter auf, daß er besinnungslos liegen blieb. Der Verunglücklc hatte eine Gehirnerschütterung und Ouetschungen erlitten und wurde nach dem 5cranlenhause am Urban gebracht. Ein unehrlicher Seemann wird von der hiesigen Kriminalpolizei gesucht. Ein Kausmann aus Moskau traf am vergangenen Freitag mit dem Seemann Alexander Nossow aus Tambow, den er aus seiner Heimat her schon kannte, auf der Durchreise in Berlin ein, um sich hier einige Tage auszuhalten. Er nahm mit ihm in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße ein gemeinsames Zimmer. Als er am anderen Tage ausging, um neue Wäsche und Kleidungsstücke einzukaufen, vertraute der Kaufmann seinem Reisegefährten de» Schlüssel zu seinem Koffer an und bat ihn auch noch besonders, bis zu seiner Rückkehr im Zimmer zu bleiben, damit ja nichts weg- komme. Der Seemann erwies sich aber als ein sehr ungetreuer Hüter des ihm anvertrauten Gutes. Als der Kausmann von. Ein- kaute zurückkehrte, war Nossow verschwunden. Er hatte das Hotel verlassen, ohne sein Ziel anzugeben. Nichts Gutes ahnend öffnete der Kaufmann seinen Koffer und entdeckte, daß er des wertvollen Inhaltes beraubt war. Nossow hatte seiiiem vertrauensseligen Landsmann und Reisegefährten nahezu 4000 Rubel in Gold und einige weniger wertvolle Schmucksachen gestohlen und mit der Beute das Weite gesucht. Die Rachforschungen nach dem Ungetreuen iu Berlin blieben erfolglos. Bon der Lokomotive nbgestürzt. Als der gestern morgen 7 Uhr 47 Minuten von Zossen fällige Vorortzug den Bahnhof Mahlow um 8 Uhr 13 Minuten passierte, stürzte, nachdem sich der Zug soeben wieder in Bewegung gesetzt hatte, der Heizer Aßmann von der Loko- motive ans noch unbekannten Ursachen ab und blieb schwerverletzt liegen. Der Zug wurde sofort zum Stehen gebracht und der Ver- unglückte in die Babnhofsstation Mahlow transportiert. Außer einem rechtsseitigen Armbruch hat der Verletzte anscheinend noch schwere innere Schäden erlitten. Als das Unglück geschah, fuhr gerade ein von Berlin kommender Vorortzug an der Unfallstelle vorüber. Aßmann wäre sicher von diesem überfahren worden, wäre das Unglück einige Meter weiter, dort, wo die Gleise ihre Normal- entfernung voneinander aufweisen, geschehen. Zwei GaSvergiftungssälle ereigneten sich gestern. Im Hause Luyowstr. 32 wurde die gl Jahre alte Musiklehrerin Marie Liebner in ihrer Wohnung besinnungslos im Bette liegend aiifgefundeu. Die Verunglückte hatte, nachdem sie eine Plältarbeit beendet, verabsäumt, die Hähne der GaSkron« zu schließen, so daß sich daS große Zimmer allmählich init Gas füllie, dem der Hund des Fräulein tliebner zum Opfer gefallen ist. Ein Arzt sorgte für die lieber- führung der Verunglückten nach dem Krankenhause Moabit. — AlS gestern vormittag der Kaufmann Ferdinand D. seine Zigarrenfiliale im Hause EharloUenstraße 22 kontrollieren wollte, fand er de» Laden»och geschloffen. Da er starken Gasgeruch wahrnahm, benachrichtigte er daS 88. Polizei- revier, das den Laden durch einen Schlosser öffnen ließ. Hier fand man den Filialleiter, den 25 Jahre alten Handlungsgehilfen Paul B., auf einem Stuhle hinter dem Ladentisch sitzend, im besinnungs- losen Zustande auf. Sämtliche Beleuchtungs- und KochgaShähne standen offen. Nach erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen, die ein Schutzmann und dann Feuerwehrleute mit einem Sauerstoffapparar angestellt hatten, schaffte man B. ebenfalls nach dem Krankenhaus Moabit. Auf dem Boden erhängt hat sich gestern vormittag der 60 Jahre alte Schutzmann August Holmann aus der Flemmingstr. 16. Hol- mann war seit längerer Zeit stark nervenlejdend. Er wurde dieser- halb vor VI 2 Jahren vom Dienste beurlaubt. Gestern vormittag sagte er zu seiner Frau, daß er zum Boden wolle, um Holz zu holen. Als er nach einiger Zeit nicht zurückgekehrt war, ging die Frau hinaus, um nach ihm zu sehen. Der Kranke hatte sich an einem Balken erhängt. Ein Arzt konnte nur noch seinen Tod fest- stellen. Feuer auf einem Schulhausneubau. In der sechsten Mvrgen- stunde wurde die Neuköllner Feuerwehr gestern nach dem Schul- h a u s n e u b a u in der D o n a u st r a ß e zu Neukölln gerufen. Dort war auf bisher nicht ermittelte Weise in einem großen Bretterschuppen, der mit Bauutensilien angefüllt war, Feuer aus- gebrochen. Als die Löschzüge eintrafen, hatten die Flammen schon den ganzen Schuppen erfaßt. Den Bemühungen der Löschmann- schasten gelang es, daS Feuer von dem zweiten Schuppen fern- zuhalten. Nach einstündiger Tätigkeit konnte die Wehr unter Zurück- lassung einer Brandwache wieder abrücken. Die Berliner Feuerwehr hatte in der Brunnenstr. 43, Reimcken- dorfer Str. 15 und in der Barnimstr. 1t zu tun. An der ersten Stelle brannte es in einem Zigarrengeschäft, an der zweiten in einem Möbellager und an der letzten in einer Schneiderwerkstatt. Die Slal)ln)änncr-£rFatzwal)Un zur bevoritehenÄe» Candtagswal)! Im Kresse CcItow-Bccskow-sililmersdorf finden in allen Orten am Donnerstag, den 20. Februar. statt. Die Wahlzeit ist in den einzelnen Orten durchaus verschieden. Für Adlershof findet die Wahl Donnerstag, nachmittags 5 U b r statt. Da nach dem Modus der T-rminSwahl gewählt wird, müssen die Wähler aller Abteilungen pünktlich im Wahllokal ihres Bezirkes er- ichcinen. Das Wahlburcau der sozialdemokratischen Partei befindet sich ün Lokal des Genossen Kaul, Bismarckstr. lk und ist von nachmittags 4 Uhr an geöffnet. Genossinnen und Genossen, welche sich als Helser zur Per- sügung stellen, werden ersucht, sich rechtzeitig im Wahlbureau zu melden. Wtlmersdorf-Halcnsee. Die dritte Abteilung wählt von S—S Uhr nachmittags. Die Wahlarbett wird von solgenden Schleppwkalen au« gc- leitet: Für die tzalenscer Bezirke: Restaurant Iuhnke, Weslsälische Straße. Ecke Schweidnitzer Straße; sür den 3. und 4. Stadtverordnctenwahlbezirk: Restaurant Adam. Pfalzburaer Str. 29; sür den 5. Stadtoerordneten- Wahlbezirk; Restaurant Gröschke, Kaiser-Allee 209: sür den 6. Stadl- verordnetenwahlbezirk: Restaurant Selke, Brandenburgische Str. 69; s»r den 7. und 3. Stadtverordnetcnwahlbczirk: Restaurant Rauh, Uhland- stratzc 10?! sür den 9-r. Stadtvcrordnetenwahwezirk: Rest. Stramm, Durlacher Str. 7; sür den 9c. Stadlverordnetenwahlbezirk(40. UrWahl- bezirk): Restaurant Bauer, Detmolder Str. 2. Das Zrntralbureau ist im Restaurant Schilling, Lauenburger Str. 20. Dt« Parteigenossinnen und Genossen werden dringend ersucht, sich am Wahltage in den oben bezeichneten Lokalen möglichst zeitig cm- zufinden. Steglitz. Zu der Schlepparbeit, die am Tage der Wahl von 6 Uhr nachmittags an beginnen soll, ersuchen wir alle, besonders alle arbeitslosen Parteigenossinnen und Genossen, sich in solgenden Lokalen cinzufinden: 1. und 2. Urwahlbezirk: Restaurant Henkei, Zimmermann-, Ecke Rothen- bürgst' aße: 3.. 4. und 5, Urwahibezirk: Schellhase. Ahornslr. 15 a; 6. und 9. Urwablbezirk: Heizinann, Florastr. 4; 8. Urwahlbezirk: Liepske. Mommsenslr. 7; 10. Urwahlbezirk: Pttieger, Stubenrauchplatz 3; 11. und 13. Urwahlbezirk: Clement, Düppelstr. 7; 14. und 15. UrWahlbezirk: R. Fritsch, Schützenstr. 40: 17. und 22. UrWahlbezirk: Behnke. H-sestr. 2; lg. und 21. Urwahlbezirk: Thiel, Albrecht- und Ringstraßen. Ecke; 20. Urwahlbezirk: Franz Moser, Potsdamer Str. 4; 23. UrWahlbezirk: Schwartz, Berg- und Lauenburger Slraßen-Eckc. Lankwitz. Für alle Bezirke mittags 12 Uhr. Wahllokale find: 1. Be- zirk Gasthos zur grünen Linde, Hauptstr. 4; 4. Bezirk Konditorei Puchert, Kaiier-Wsthelmsir. 72; 5. Bezirk Restaurant Gulsche, Kaiser- Wilhelm- straße 29-31. Martendorf. Die Wahl wird als Terminswahl vollzogen. Die Wahlzeit ist sür die dritte Abteilung aus 12 Uhr, sür die zweite aus 3 Uhr und sür die erste aus 4 Uhr angesetzt. Schmargendorf. Die 3. Abteilung wählt um 8 Uhr, die 2. um 6 Uhr und die 1. Abteilung um 6»/, Uhr. Wahllokal sür den 1. Bezirk Restaurant „DeittscheS Haus', Breitestr. 34. Wahlmann: Max G o e b c l, Rohrleger; Wahllokal sür den 2. Bezirk„Restaurant Waldkater", Warnemünder Str. 14/15. Wablmänncr: Karl Schmidt. Maurer, Theodor Reck, Arbeiter; Wahl- lokal sür den 3. Bezirk Ralhaus-Sitzungssaal. Wahlmann: Karl Förster, Maurer. Friedenau. Die 3. SIbteUung hat sür sieben ausgeschiedene Wahl- männcr eine ErsatzwabI vorzunehmen. Der I. Urwahlbezirk wählt im „Restaurant Kaiser-Eichc". Rhetnstr. 54; der IN. UrWahlbezirk im.Kaiser- Wilhelm-Garten", Rheinstr. 65; der V. Urwahlbezirk im Gvmnafium, Man- bachplatz, Turnballe; Vl. Urwahlbezirk im.Restaurant Schindler", Kaiser- Allee 64/65; VII. Urwahlbezirk im„Prmzeß-Eass", Friedrich-Wilhelm-Platz. Ecke Niedstr. 29; IX. Urwahlbezirk im„Restaurant Hohenzollcrn", Handjery- straße 64; XU. Urwahlbezirk im Restaurant.Wiesbadener Hos", Wies- badener Str. 78. Die Wahlzcit ist in allen Bezirken außer dem sechste» sür die dritte Klaffe von 5>/. bis 8'/, angesetzt. Lm sechsten Bezirk wird von 5>/, bis 9 geuühlt. Im Jahre 1908 seoltcn uns in den meisten Bezirken nur wenige Stimmen. Es wird erwartet, daß bei den Kahlarbeiten ein jeder Genosse seine Schuldigkeit tut. Königs- Wusterhausen. Lm l, Urwahlbezirk wählt die dritte Ab- teilung uni 3 Uhr, die zweite uni 4 Uhr und die erste um 4>/„ Uhr. .Sozialdemokratische Wablmünner sind Wilhelm R u ch(dritte Abteilung), Hermann Lössel(zweite Abteilung), Wilhelm M u ch(erste Abteilung). Wahllokal: Neues Schützenhaus(Koschel). Im diitten Urwahlbezirk hat die dritte und erste Abteilung eine Ersatzwahl vorzunehnien. Wahlmann in beiden Abieilungen ist Wilhelm P i I e i k i s. Wahlzcit: drstte Abteilung 3 Uhr, erste Llbtcilung 4'/, Uhr. Wahllokal: Juni Siegeskranz. In» vierteil Urwahlbezirk sindel Ersatzwahl in der zweiten und ersten Abteilung statt. Die zweite wählt uin 4 Uhr, die erste um illt Uhr. Wahlmann in beiden Abteilungen Wilh. G a I l m ü tz. Wahllokal: Hotel Psuhl, am Bahnhos. Hoherlehme-Wilbau. Im Urivahwezirk I ist eine Ersatzwahl in der zweiten Abteilung vorzunehmen. Wahlmann ist Wilh. K o d a n e k. Wahl- lokal in der Schule, Hoherlehme. Lm Urwahlbezirk II findet die Ersah' wähl in der dritten Abteilung statt. Wahlmann: Friedrich Franz. DaS Wahllokal ist die Schule in Wildau. Iu beiden Bezirken wird von 5—7 Uhr nachmittags gewählt. Britz. Die Wahlzeit ist sür die 3. Abteilung auf 12 Uhr mittags, sür die 2. Abteilung auf 3 Uhr nachmittags und für die 1. Abtelluug aus 4 Uhr nachmittags sestgesetzl. Die Wähler müssen, da Terminswahl, pünktlich znr Stelle sein. Etsatzwahlen finden statt im ersten Urwahlbezirk in der 3. und 2. Abtellilng. Kandidaten: Gustav Rüge r mid Albert L ö w e n t b a l. W a h l I o l a l: Gastwirt Karl Gruhn. Chausseestr. 18.— Im zweiten Ubrwahldezirk in der 3. Abteilung, Kandidat August M ö h r i» g. Wahl- lokal: Raddatz. Chanisecsir. 39.— Im dritten Urwahlbezirk in der 2. und l. Abteilung, Kandidat Alb. Friedrich. Wahllokal: Becker, Ehaussec- straße 97.— Im vierten Urwahlbezirk in der 2. Abteilung. Kandidaten: Hugo K a p k c und Edm. R e m a n». Wahllokal: Restonrant Barlenlien, Iahnstr. 76.— Im sünsten Urwahlbezirk in der 3. Abtelluug. Kandidat Otto Z i I z und in der l. Abtelluug. Kandidat Fritz E h l e r t. Wahllokal: Restaurant Setler, Rudowcr Straße 8.— Im sechsten Urwahlbezirk wählt die 2. und 1. Abteilung, Kandidat Alb. Hartmann. Wahllokal: Restaurant Schömberg, Rndower Straß« 66. Em furchtbarer Austritt, der mit einem Selbstmord endete, spielte sich gestern abend auf dem Grundstück Müllerstratzc 162a ab. Hier wohnte seit einem halben Jahre im vierten Stock des Quer- gebäudeS der 30 Jahre alte Schlosser Wilhelm S ch m i c g l e r, dem seine Geliebte den Haushalt führte. Das Paar geriet oft in Zwist, weil Schiniegler gern trank und mitunter mehrmals in der Woche betrunken nach Haufe kam. Wenn ihm dann die Geliebte Vorhaltungen machte, so kam es in der Regel zu heftigen und lärmenden Auseinandersetzungen. Im.Hause glaubte man, daß der Schlosser wohl nicht»ganz richtig" sei. Gestern abend gegen ohi Uhr geriet Schmiegler, der wieder angetrunken war, über die Vorwürfe seiner Geliebten so in Wut, daß er sein Taschenmesser zog und auf sie eindrang, um sie zu erstechen. Als sie ihm zur Abwehr in den Arm siel und ihm das Messer mit Gewalt ent- riß, zog sie sich blutende Verletzungen an Händen und Armen zu. Wahrend sie jetzt nach �der Küche eilte, um das Blut zu stillen und abzuwaschen, begab sich Schmieglcr nach dem Fenster der Stube, riß es auf und sprang auf den Hof hinab, wo er tot liegen blieb. Ein Arzt, den die Hausgenossen holten, konnte nicht mehr helfen. Die Leiche wurde beschlagnahmt und noch dem Schau- hause gebracht. Die Verletzungen des Mädchens erwiesen sich als unbedeutend. Vorort- l�admcdtem Schöneberg. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Zunächst fragte der liberale Stadtverordnete Bamberg an, ob es zutreffe, daß auf der Untergrundbahn eine Berkehrsvcrschlechterung in der Zugfolge eingetreten sei. Stadtrat Licht erklärte, daß nur ein Versehen vorliegen könne. Eine Verkehrsverschlechterung nach der Stadt hinein sei vollständig ausgeschlossen, ebenso eine Ueberfüllung der Wagen. Tagegen lasse sich eine Stockung von der Stadt" nach Schöneberg hinein nicht vermeiden. Hierauf berichtete der Peti- tionsausschuß über die Petition, den Beginn des Unterrichts in den Volksschulen, namentlich in den niederen Klassen, erst um 3 Uhr beginnen zu lassen. Der Referent V e st e r beantragte, über diese Petition zur Tagesordnung überzugehen. Eine vom Magi- strat an die Eltern gerichtete Umfrage hätte ergeben, daß 6600 Eltern für den Siebenuhr-Schulbeginn und nur 1700 für den Achtuhr-Beginn gewesen seien. Wetekamp(Lib. Fr.) meinte, in hygienischer Hinsicht hätten die Eltern selten etwas für ihre Kinder übrig. Den Eltern sei es recht, wenn die Kinder lange in der Schule bleiben, dann brauchten sie sich nicht um dieselben zu bekümmern.— Genosse K üt e r wünschte, daß die Umfrage noch einmal wiederholt werden möge; dabei müsse den Eltern klar ge- macht werden, Ivorum es sich handele. Es sei kein Zweifel, daß alsdann die Antworten anders ausfallen würden. Wenn der Unterricht auf dieselbe Zeitdauer ausgedehnt bleibe, so werde ein gleiches Resultat herauskommen. Die Versammlung beschloß hier- auf Uebergang zur Tagesordnung.— Die Änrobesitzer petitionierten erneut um Aufhebung der Kinosteuerordnung. Der Referent Starke betonte, daß die Steuer einen nennenswerten Ertrag eingebracht habe. Der Etat sei nicht dazu angetan, diesen Betrag zu missen; er beantrage daher, über diese Petition ebenfalls zur Tagesordnung überzugehen.— Genosse Küter trat für Aufhebung der Kinosteuer, die eine der ungerechtesten Steuern sei, ein. Es stimmten 26 Libe- rale für Beibehaltung, während die sozialdemokratische und freie Fraktion mit 22 Stimmen in der Minderheit blieb.— Genosse Q b st berichtete über die Einführung inländischen Fleisches; eine bereits eingetroffene Probelieferung sei sehr gut ausgefallen. Zu- dem stelle sich das Pfund um S Pf. billiger als das hiesige Fleisch; nebenbei werde das ausländische Fleisch weiter bezogen. Wünschens- wert wäre es, wenn der Deputation auch zwei sachverständige Bürgerdeputierte angehörten.— Tie Vorlage ivurde angenommen. Nunmehr erfolgte die zweite Lesung des Etats. Bei dem Wohlfahrtsetat wurde beschlossen, dem Frauen- und Mäd- chenverein für Ferienansflüge den Betrag auf 2300 M. zu erhöhen. Ferner wurde gewünscht, daß die Schreibstube an das Arbeitsamt angegliedert werde. Der Magistrat wollte die Schreibstube auf- heben. Die Armcnverwaltung soll angehalten werden, bei Kranken- Beförderung die städtischen Einrichtungen mehr zu berücksichtigen. * Ebenfalls angenommen wurden die Etats Badeanstalt, Arbeitsamt, Nnterkunftsraum, Rechtsauskunftsstelle, Freibank, Volksuntcr- Haltungen; bei dem Etat des Kapitels Volksunterhalwngcn wurde gewünscht daß der Magistrat sich mit der Freien Vo'ksbühne in Verömdung setzen möge, um hiesigen Einwohnern den Besuch guter Vorstellungen zu geringen Eintrittspreisen zu ermöglichen. Die Etats Krar.kenMgrderung, Stiftungen, Fortbildungsschule für Knaben und Mädchen wurden ebenfalls angenommen. Zum Volksschuletat hatte die sozialdemokratische Frak- Hon beantragt, eine Speisung der Kinder auch während des Sommers zu veranstalten. Diesem Antrag wurde zugestimmt, während der Antrag, die Lernmittel für bedürftige Schüler der Normalschulen hinreichend zu erhöhen, um die Unentgeltlichkeit der Lernmittel für alle Gemeindcschüler durchzuführen, wieder gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt wurde.— Genosse M o h S begründete den Antrag und wies auf die guten Erfahrungen hin, die in der Fortbildungsschule gemacht wurden. Dort würden die Lernmittel unentgeltlich geliefert. Der Einkauf im großen ermögliche eine Verbilligung der Lernmittel. Drin- gend notwendig sei es auch, daß der fortwährende Wechsel der Bücher an den einzelnen Schulen endlich aufhöre, dainit die Eltern nicht zu unnützen Ausgaben verleitet werden. Die Einheitlich- keit der Schulbedarfsartikel für Grotz-Berlin wäre ebenfalls am Platze. Den Kindern werden häufig Strafen angedroht, wenn die Schulbücher nicht sofort beschafft werden. Dem könne vorge- beugt werden, wenn die Gemeinde die Lernmittel liefere.— S ch u l r a t K o b wollte auf die prinziepielle Seite der Frage nicht eingehen, hielt den Antrag aber für überflüssig, da die ein- gesetzten Mittel immer ausgelangt hätten; eine Umfrage unter den Lehrpersonen hätte ergeben, daß keine Bücher oder Hefte ver- langt würden.— Hierauf berichtete Genosse Molken buhr über die Vorlage betreffs Bewilligung von 2700 M. zur Entrich- tung der Beiträge für die nach dem Gesetz über die Versicherung der Privatangcstellten zu versichernden Personen. Redner wies darauf hin, daß, obwohl das Privatangestelltengesetz eigentlich eine Wohltat bedeuten sollte, es in Wirklichkeit Gehaltsabzüge bis zu a'A Proz. des Gehaltes verlangt, so daß viele Versicherte in eine schwierige Lage geraten. Nach längerer Debatte wurde folgende Resolution angenommen: »Der Magistrat wird ersucht, in Erwägungen einzutreten, ob und in welcher Weise den versicherungspflichtigen Angestellten und Beamten Erleichterungen bezüglich der Beitragszahlung geschaffen werden könnten." Di« Wahlen für die Deputationen wurden gemäß den Be- schlüssen des Ausschusses bestätigt. Von unseren Genossen gehören an der Deputation für die Armendireition: Hoffmann, Peterson und als Bürgerdeputierter Czeminski; Wohlfahrtspflege: Küter, Rottländer. Dr. Röder; Arbeitsamt: Küter, Henkel. Herter. Ko- fanke; Freibank: Magnan; Grundeigentum: Obst,' Rottländer; Aufschluß für das Südgelände: Fintel, Obst; Kanalisation: Bäum- ler, Hoffmann; Finanz: Magnan. Molkenbuhr; Einquartierung: Wolframm; Friedhof: Hoffmann. Hierauf erfolgte geheime Sitzung. Eharlottenburg. Oberbürgermeister Schustehru» ist am Dienstagnachmittag im Hotel Bristol plötzlich ernstlich erkrankt. Er befindet sich noch im Hotel, da er zurzeit nicht transportfähig ist. Neukölln. Das Verbot gegen die Erteilung von Unterricht an Kinder des Eiternd ereins, wovon in der gestrigen Notiz die Rede war. stützt sich, wie uns der Einsender der Notiz mitzuteilen bittet, nicht auf eine Verordnung vom 26. Dezember 1908, sondern auf einer solchen vom Jahre 1808. Schon um des ehrwürdigen Alters dieser Verordnung willen teilen wir dies besonders mit und nicht zuletzt deshalb, weil wir daraus ersehen, wie sich das Rechts- und Geistesleben längst verstorbener Generationen ungeschwächten Einfluß auf unsere Zeit zu erhalten vermocht hat. Lichtenberg. Ein schwerer Betriebsunfall ereignete sich am Montagnachmittag in der Fabrik von Schweitzer u. Oppler in der Rittergutstratze. Der 37jährige Arbeiter Lindow, Schreinerstr. öl wohnhaft, sollte zwei Eisenbahnwagen aneinander koppeln. Hierbei geriet er zwischen die Puffer der Güterwagen, die ihm den Brustkasten eindrückten. In schwerverletztem Zustande wurde L. nach der Lichtenberger Rettungs- wache gebracht, wo er bald darauf verstarb. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Tegel. Ei» Unfall bat sich in der 2. Gemeindeschule ereignet. Während der Physikstunde in der II. Mädchenklasse führte der Lehrer den Schule- rinnen ein Experiment vor; die Mädchen hatten sich, um den Bor- gang besser verfolgen zu können, rings um das Katheder aufgestellt. Plötzlich explodierte mit lautem Knall ein GlaSgefäß und mehrere Glassplitler flogen der lljährigen Erna Korthmann in daö linke Auge, das schwer verletzt wurde. Das Mädchen erhielt von einem hinzugerufenen Arzt die erste Hilfe und wurde auf seine Veranlassung nach der königl. Augenklinik in Berlin gebracht. Hier mußte sofort eine Operation vorgenommen werden. Leider hat sich die Verletzung als so schwer erwiesen, daß eS kaum gelingen dürfte, die Sehkraft zu erhalten. Wandlitz. „Das aichteingelöste KönigSwort", über dieses Thema referierte in einer gutbesuchten öffentlichen Versammlung Parteisekretär Genosse Brühl. Nach den mit lebhaftem Beifall oi-'ienommenen Aus- sührungen ersuchte der Vorsitzende Genosse Geßner die Versammelten, das Gehörte zu beherzigen und in den bevorstehenden Kämpfen ihre Pflicht zu erfüllen. schönwalde lBezirk Pankow). Ueber Literatur und Bildung sprach auS Anlaß einer vom Kreis- Bildungsausfchuß im Lokal von Schulz veranstaltete Bücheraus- stellung Gen. I a k o b s e n. Die Zuhörer folgten den Darlegungen mit sichtlichem Interesse. Mit dem guten Verlauf der Ausstellung sowie dem beachtenswerten Umsatz an Büchern kann der Bildungs- ausschuß zustieden sein. Spanvan. Grabschändungen sind auf dem Begräbnisplatz an der Pionier- stratze ausgeführt worden, indem Spitzbuben von den Umfriedigungen der Erbbegräbnisse wertvolle Metallstücke auS Bronze losgebrochen und gestohlen haben. Die„Freie Turnerschaft Spandau" hat neben den beiden Männer- abteilungen eine Damenabteilung ins Leben gerufen. Frauen und Mädchen, welche gewillt sind dieser Abteilung beizutreten, werden zu der am Donnerstag, den 20. d. Mts., stattfindenden Versammlung, bei Borcbardt. Seeburger Str. 26. eingeladen. Die Turnstunden finden jeden Donnerstag im selben Lokal statt. Potsdam. In der letzten Stadtvcrordnetensitzung brachte der Vorsteher ein Schreiben der Allgemeinen Ortskrankenkasse zur Verlesung, worin diese unter eingehender Darlegung der Gründe die Stadt- verordnetenversammlung ersucht, von der Errichtung einer Land- krankenkasse Abstand zu nehmen. Der Magistrat erklärte, in dieser Sache bereits Beschlutz gefaßt zu haben, der in einer der nächsten Sitzungen den Stadtverordneten unterbreitet werden soll. Hierauf wurden eine Reihe Etats für 1913 erledigt. Beim Etat des Vik- toria-Krankenhauses entspann sich eine längere Debatte über die Verpflegungssä�e der ersten und zweiten Klasse, die erhöht werden sollen. Die Löhne der Hilfskanzlisten werden erhöht, außerdem erhalten sie Ferien von 3— 6 Tagen. Dieser Punkt brachte zum Ausdruck, daß bezüglich der Hilfskanzlisten beim Magistrat recht wenig schmeichelhafte Zustände herrschen. Die Löhne seien recht unzureichende, und wo es sich um einigermaßen anständigen Lohn handelt, sei dieser durch Ueberarbeit verdient worden. Das Ueber- stundenwesen sei beim Magistrat schlimmer, als dies in gewerb- lichen Berufen der Fall ist. So seien Leute vorhanden, die täglich bis zu 14 Stunden Schreibarbeit verrichten, um einen auskömm- lichen Lohn zu haben. Ein älterer Hilfskanzlist, der schon einige Jahre beim Magistrat sei, babe ein Jahreseinkommen von 914 M., andere wieder 1020 M., 1150 M., 1470 M. und so weiter steigend bis zu 2600 M. DaS Projekt der Erbauung eines Kanals Leipzig- Eilcnburg-Torgau-Potsdm soll propagiert werden. Ob und wann sich der Staat �ur Erbauung dieses Kanals entschließen wird, ist natürlich unbestimmt. Für die Weiterführung der Pflasterung der Straße 1 und für Herstellung der Zufahrt zum Heiligen See wer- den 9400 M. bewillig!. Zum Rathausneubau erfuhr man, daß er auf den jetzigen Platz des Rathauses zu stehen kommt. Hus der Frauenbewegung. Landfrauc«. Als eine neue Erscheinung in der diesjährigen agrarischen Woche fand gestern im Herrenhause die erste Landfrauenversammlung statt. die von der Kommission zur Pflege der weiblichen Landjugend der evangelischen Frauenvereine einberufen worden war. Natürlich waren dort keine Bauernfrauen, geschweige denn Landarbeiterfrauen und Landarbeiterinnen, sondern adlige Damen, die an Großgrund- besitzer verheiratet find, und einige Pastoren versammelt. Frau v. Schwerin-Janow sprach über Frauennöte auf dem Lande, die sie in wirtschaftliche, geistige und sittlich religiöse schied. Die wirtschaftliche Not der Landarbeiterfrauen bestehe weniger i» ungenügendem Berdienst, als vielmehr in der Unkenntnis der Hauswirtschaft, des Gartenbaus, der Kinder« und Krankenpflege. Sonst hörten wir immer von unseren Agrariern, daß nur die Fabrikarbeiterin in den großen Städten häusliche Tätigkeit und Sitte versäume, grau v. Schwerin wußte aber auS eigener Anschauung, daß die Frau auf dem Lande weder Kochen noch Nähen, noch Gartenarbeit und Säuglingspflege gelernt habe. Vielleicht wirken die adligen»Landftauen" einmal auf ihre Männer und Söhne, daß die Volksschulen auf dem Lande verbessert und der Fortbilvungsschulzwang eingeführt, die Löhne gesteigert und die Arbeitszeit verkürzt werde, dann wird e» an diesen Fähigkeiten auf dem so sehr gepriesenen Lande sicher weniger fehlen. DaS wichtigste Heilmittel der Fraucnnöte war der Rednerin natürlich die Sorge für die Seele, die religiöse Einwirkung. Auch zwei weitere Rednerinnen, die über Jugendpflege sprachen, legten das Hauptgewicht auf daS religiöse Moment. Sonntagsschule und Konfirmandenfürsorge emp« fahlen sie als Heilmittel gegen die Wühlarbeit der Umsturzpartei, die sich jetzt auch auf dem Lande geltend mache. Aus der Welt des Scheins. »Faules, verdorbenes Volk," knurrt der Papa Spießer in sich hinein, wenn er im Familienblättchen lieft, wie das Leiben der Bühncnangestellien in eitel Freude und Sonnenschein verfließt. »Das braucht sich nicht sorgen, dem fällt das Geld von selbst in den Schoß und die Ehre obendrein." � Ja, Freude und Sonnenschein! Trug und Lüge und glänzender Firnis sind sie, wie so vieles am Theater; Kulissen hinter denen sich dft häßliche Wirklichkeit birgt. Fällt der Flitter der Verkleidung auf einen Augenblick, dann grinst das graue Elend um so abstoßen- der hervor. Wie jammervoll und unwürdig besonders die Lage der weiblichen Bühnenmitglieder ist, beweist aufs neue ein düsterer Bor- fall, der aus Colmar gemeldet wird. Tort erstach in der Nacht zum 4. Februar die Ballettmeisterin H. M. ihren Geliebten, den Automobilhändler M. auf einem Maskenball. Während einer Aus- einandcrfetzung hatte M. die Tänzerin so brutal ins Gc- ficht geschlagen, daß sie zu Boden stürzte. Nach dem Bericht von Augenzeugen soll er sich dann noch auf sie geworfen und sie gewürgt haben, worauf die Mißhandelte, um sich zu wehren, nach ihrem Gegner stach. Einer anderen Version zufolge soll M. erst zugc- schlagen haben, als ex den tödlichen Stich bereits erhalten hatte. Welche von den beiden Darstellungen zutrifft, das wird vom Gericht wohl erwogen werden, denn es ist wichtig für das Ausmaß der Strafe und das juristische Gewissen ist ein peinliches Ding. Ob aber außer dem juristischen da auch das soziale Gewissen wird mitsprechen dürfen? Erbärmlich, wie die der meisten ibrcr Kol- leginnen waren die Existenzbedingungen, unter denen die Tänzerin leben mußte. In Colmar hatte sie, wie die„Ballett-Union" mit- teilt, sechsmonatliches Engagement mit einem Monatseinkommen von 200 M., was einem Jahresverdienst von 12 0 0 M�aleich- kommt. Es verdient dabei festgehalten zu werden, daß das Theater in st ä d t i s ch e r R e ß i e geführt wird. Als Meisterin und Solo- tänzerin hatte Fräulein M. eine Reihe vertraglicher Verpflichtun- gen zu erfüllen, die erhebliche Auslagen mit sich bringen. Ihre Bc- mühungen, ein Sommerengagement zu finden, scheiterten, so daß ihr eben nur der übliche Ausweg blieb— sich einen zahlungsfähigen Liebhaber zu suchen. Seelisch und körperlich brutal mißhandelt. hat sie sich nun von ihm befrelt. Nun wird sie als Angeklagte vor die Schranken des Gerichts treten müssen und wird zur„Sühne" in den Kerker wandern. Und doch ist sie ein Opfer des fluchwürdi- gen Systems, das so viele Frauen zwingt, mit ihrer Arbeitskrast auch ihren Leib auf dem Markte zu verschachern; das die Armen schuldig werden läßt, um sie dann zu gräßlichster Pein zu ver- dämmen. Seit Jahren dringen immer neue Klagen der Bühnen- angestellten an die Oeffentlichkeit. Immer wieder wird darauf hingewiesen, welche Schmach den weiblichen Mitgliedern beständig angetan wird. Die helfen könnten, sind bis heute tatenlos und stumm geblieben. ES bleibt darum dem Bühnenproletariat nur der eine Ausweg aus seinen schweren Röten: mit Hilf« einer starken Organisation sich würdige Lohw- und Arbeitsverhältnisse zu schaffen. Ein kleines Häuflein ist schon eifrig am Werke. Mögen auch die anderen sich der gleichen Pflicht ernsthaft bewußt werden. Ei» Ledigenheim für Arbeiterinnen soll in Ansbach errichtet werden. Auffallenderweise haben dabei die Industriellen und zwar hauptsächlich die größten Scharftnacber die Hand im Spiele, so daß man sich leicht denken kann, welcher Zweck mit dieser Gründung, die die Stadt in die Hand nehmen wird, verfolgt wird. Man glaubt damit die ledigen Arbeiterinnen in ein größeres Abhängigkeitsverhältnis zum Unternehmertum zu bringen und sie von den„sozialdemo- kratischen Gewerkschaften" fernhalten zu können. Deshalb sind auch in der vorbereitenden Versammlung zwar die gewerblichen Korpo- rationen, nicht aber die Vertreter der Arbeiterorganisation zugezogen worden. Geburtenhäufigkeit und Sterblichkeit. Die Frage nach den Ursachen des Geburtenrückganges und der Einschränkung der Kinderzeugung ist so oft erörtert worden, daß eS kaum möglich ist, neue Gesichtspunkte heranzuziehen. Eine uns vorliegende Arbeit von dem bekannten Münchener Arzt Dr. Julian Marcusc(Die Beschränkung der Geburtenzahl. München bei Ernst Reinhardt. 1913. 151 S. 2,80 M.) zeichnet sich daher weniger durch neue Erkenntnisse aus, als durch eine bei aller Vorsicht recht frische Art, die Probleme anzufassen und zu beantworten. Statt einer Gesamtübersicht des Inhalts, die Bekannte« wiederholen müßte, sei daher nur kurz auf einige für Proletarierinnen wichtige Resultate hingewiesen. Die zunehmende Berufsarbeit der Frau hat notwendig eine Reihe von organischen Störungen zur Folge. Wenn junge Mäd- chcn von 14 bis 16 Jahren unmittelbar nach der Schule der Fabrik überliefert werden, erleidet die in diesen Jahren sich vollziehende Reifung der Geschlechtsorgane durch die anhaltende körperliche Ar- beit in geschlossenen Räumen, die einseitige Inanspruchnahme be- stimmter Muskeln und Organe, den Mangel an freier Bewegung und frischer Luft, die besonderen Schädigungen der Technik des Berufs Hemmungen aller Art. Erkrankungen der Geschlechts- organe und Unfruchtbarkeit sind leicht Folgeerscheinungen dieser Störungen. Für die verheiratete Fabrikarbeiterin bildet die Per- einigung von Berufsarbeit und Mutterschaft körperlich und Wirt- schaftlich eine große Belastung. Die Tatsache, daß die Arbeit von Frauen zwischen 36 und 50 Jahren zunimmt, beweist, daß ge- rade die zunehmende Kinderschar die Mutter auS dem Hause treibt. Die Lebensbedingungen des Prole- tariats verursachen den Widersinn, daß der Erwerbszwang der Mutter um so dringender wird, je notwendiger und dringender die Mutterpflichten im Hause sich geltend machen.„Für die vcr- heiratete Arbeiterin wird daher die Einschränkung der Kinderzahl geradezu zur Lebensnotwendigkeit, ihr aufgezwungen zur Er- Haltung der Arbeitsgelegenheit sowie des Arbeitsverdienstes und durch die Rücksicht auf ihre Abwesenheit vom Hauswesen. Und auch für die noch nicht erwerbstätige Frau der arbeitenden Klasse ersteht die Notwendigkeit der Beschränkung des Nachwuchses auf eine bestimmte Zahl, wenn sie sich auch dem Zwange der Er- werbstätigkeit entziehen und ihre Kräfte dem Hauswesen erhalten will", folgert mit Recht ein bürgerlicher Autor. Unter der Viel- gebärerei leiden Mutter und 5dind. In den Altersklassen von 25 bis 35 Jahren ist infolgedessen die Sterblichkeit unter den Frauen größer, alz bei den Männern, während für die anderen Alters- klaffen das Umgekehrte gilt. Neben der Trennung der Mutter vom Säugling infolge der Berufsarbeit der Mutter ist auch die häuft. gere Schwangerschaft geradezu eine Ursache der säuglingssterblich- keit. Nach den Feststellungen von Geißler in sächsischen Bergbau- gebieten starben(im ersten Lebensjahre) in Familien mit mehr als zwei Geburten von den Erstgeborenen 23 Proz.. von den Sprößlingen an fünfter Stelle 26 Proz., von den zwölften und späteren Kindern 60 Proz.! Mit zunehmender Geburtenzahl steigt auch die Sterblichkeit der Kinder. Jedes später geborene Kind hat viel weniger Aussicht zu leben, als seine älteren Geschwister. Zu dem gleichen Ergebnis gelangte Hamburger, der diese Verhältnisse bei 1042 Berliner Arbeiterfrauen und bei 119 wohlhabenden Frauen untersuchte. Es starben bei den Reichen, die nur halb so oft geboren wie die Arbeiterfrauen. 18 Proz.. bei den Proletaric- rinnen aber 51 Proz. Also nicht einmal die Hälfte aller geborenen Proletarierkinder blieb am Leben. Ist es da nicht vernün'tlger. die Frauen beschränken von vornherein die Geburtenzahl, als daß sie unnütz ihre Gesundheit, ihr Leben, ihre ersten Kinder aufs Spiel setzen, um nachher doch die in Sorge und Not Empfangenen zu verlieren? Solange für Mutter und Kind nicht ausreichend gesorgt wird, ist es nur zu verständlich, daß die Mütter selbst Mutter- und Säuglingsschutz durch Einschränkung der Geburten- Häufigkeit treiben. Das entspricht dem individuellen Egoismus urtb auch sozialer Notwendigkeit. Unter den heutigen Verhältnissen kann die Sterblichkeit nur geringer werden, wenn die Fruchtbarkeit abnimmt. Hu9 aller Alelt. Neue Rettungspläne. Nach dem Scheitern der Landexpedition zur Rettung der Schröder-Stranz-Expedition wird jetzt ein neuer Ver- such gemacht werden, durch eine Schiffsexpedition den Verunglückten Hilfe � zu. bringen. Auf eine Anfrage der norwegischen Zeitung „TidenZ Tegn" teilte der Minister des Aeufferen mit, ein Seehunds- fänger könne binnen acht Tagen von Tönsbcrg oder Sandefjord nach Tromfö abgehen; während dieser unterwegs sei, könnte die Ausrüstung mit der Bahn geschickt Iverden, um beim Eintreffen des Schiffes in T r o m s ö bereit zu liegen. Das Ministerium des Aeugeren will Sorge dafür tragen, daß vor der Abfahrt des Schiffes von Tromfö Lappen mit Renntieren zur Mitfahrt bereit find. Die Ueberfahrt nach Spitzbergen dauert günstigstenfalls etwa eine Woche. Die Landungsstelle wird durch die dortigen Eisverhältnisse bestimmt. Sie ist wahrscheinlich im EiSsjord mit Uebergang von der Dicksonbucht nach dem östlichen Arm der Wcitzen Bucht oder in der Grostbucht mit Uebergang nach der Siefbebucht. Wieder einmal offenbart sich der ganze Jammer unserer modernen Kultur. Für alle möglichen kulturfeindlichen Dinge ist in Deutschland Geld vorhanden; die Rettung der verunglückten Forscher ist auf den Weg der Bettelei angewiesen. Das deutsche Rettungskomitee erläßt erneut einen Aufruf und bittet dringend um Geld, da der Rettungsplan weit größere Geldmittel erfordert, als bisher eingegangen sind. Wenn es sich darum handeln würde, einen KommerzienratStitel oder ein Adelswappen durch die Geldspenden zu ergattern, das Geld würde in dickem Strome fließen. Aber so: es sind ja nur ein paar wage- halsige Forscher!___ Ein liebenswürdiger Wahlleiter. Die Gemeinde Hiedteroce auf Korsika war Montagabend der Schauplatz eines durch politische Streitigkeiten verursachten blutigen Austritts. Mehrere dem gegenwärtigen Gemeinderal feindlich gesinnte Wähler erschienen auf dem Bürgermeisteramt und verlangten die V o r l a g e d e r W a h l l i st e n. Anstatt ihrem Ersuchen Folge zu geben, feuerten der Bürgermeister und vier seiner Anhänger auf die Leute Pistolenschüsse ab und versetzten ihnen Dolch st ich e. Drei Personen, darunter der Bürgermeister, der von einer für seine Gegner bestimmten Kugel ge« troffen wurde, erlitten-schwere Verletzungen. Die Gendarmerie nahm fünf Verhaftungen vor. Kleine Notizen. Schwerer Grubcnunfall. Auf der Zeche Pörtingsiepen sind in der Nacht zum Dienstag drei Bergleute von herab- fallenden Gesteinsmassen verschüttet worden. Zwei von ihnen wurden getötet, der dritte schwer verletzt. Automobilunglück. Auf der Chaussee Po sen-Birnbaum überschlug sich Montag nacht das Automobil des Fabrik« besitzerö Steinken aus Posen. Dabei wurde der Chauffeur getötet und von den Insassen die beiden Kaufleute P u i S k i aus Eichenborst und Gaczkowöki aus Posen schwer ver» letzt. Steinken ielbst blieb unverletzt. Krieg im Frieden. Wie ouS Toulon gemeldet wird, sind auf dem Llnienschiffe.Danton" durch die Explosion einer 7,5 Zentimeter-Kanone, die während der-Bornabme von Schießübungen er- folgte, drei Matroicn tödlich verletzt worden. Die Verletzten sind im Laufe des Dienstag g e st o r b e n.?tach den bisherigen Feststellungen dürfte die Explosion durch vorzeitige Eni- zündung der Geschützladung entstanden sein. Ein jugendlicher Brudermörder. Auf der Kohlenhalde bei N i w k a in der Nähe von G l e i w i tz geriet der 14 jährige Schüler Kwapisch mit seinem 12 Jahre alten Bruder aus nichtiger Ursache in Streit. Der ältere von beiden ergriff nach kurzem Wortwechsel einen Stein und hieb damit solange auf seinen Bruder ein, bis dieser kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Der jugendliche Tot- schlägcr wurde in Haft genommen. Typhusepidemie an Bord eines deutschen Frachtdampfers. An Bord des in Hamburg vom Schwarzen Meer angekommenen Frachtdampfers„Helene Rickmers" ist während der Reise eine Typhusepidemie ausgebrochen, der fünf Mann der Bc- satzung erlegen sind. Die Toten sind nach Seemannsbrauch im Meer bestattet worden. Zwei weitere Leute wurden bei An- kunft im Hamburger Hafen dem Seemannskrankenhaus zugeführt. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Lichtenberg. Donnerstagabend 6 Ubr im Rathause. Möllendorssstr. 5. Glienicke(Nordbahn). Heute Mittwoch, nachmittags 6'/. Uhr, Hauplklr. IS. Weihensee. Donnerstag, den 20. Februar, nachmittags 5 Uhr, im Sitzungssaalc des Rathauses, Mbertincnstr. 6. Friedrichofelde-Karlshorst. Freitag, den 21. d. M., abends S'/» Uhr, im Schulgcbäude, Karlshorst, Augustc-Viltoria-Stratze. Spandan. Donnerstag, den 20. Februar, nachmittags 4'/« Uhr, im Rathause. Diese Sitzungen sind össentlich. Jeder Gcmeindeangehörige ist be> rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Lese, und DiSknticrklud.Südost». Heule Sitzung bei Neid Hardt, Görlitzer Str. 53. Vortrag. Gäste willtommcn. Jugcndveranstaltungea. Ariedrichshagen. Heute Mitiwoch, den 19. Februar, spricht Herr I. Kliche-Lichlenberg über ,Dt« Entstehung des Handwerls" im Jugend- heim, Friedrichslr. 60, 2. Hos Part, Jeder Jugendliche i» willkommen. Der Jugcndausschuß Friedrichshagen. Eingegangene Druck fdmften. Der Entwurf de» preuhiichen WohnungsgeseNes begegnet dem lebhastcu Interesse aller Äemeindevertreler. Stadtverordneten sowie aller am kommunalen Leben Jnteicijicrten. Aus diesem Grunde bringt die im Verlag der Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. in. b. H., Berlin SNV. 63 erscheinende Wochcnschrlst.Kommunaie Praxis» in idrer soeben zu, Ausgabe gelangenden Nummer 7 den Wortlaut des Entwurfs zur Kenntnis der Leser. In der daraus solgendcn Nummer wird eine aussührtiche Kritil deS Entwurics solgen. Die„Kommunale Praxis»— das sührende Organ DcutIchlandS aus tommunalpolitischem Gebiete— erscheint wöchent. lich und toftel pro Quartal S M. Einzelvuinmera kosten 30 Pf. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Expeditionen und Poslan stalten entgegen. Zeichner und.Gezeichnete». Von P. Richard«. ISS S. Reflektor- Verla a. Berlin. Neue Verse. 1S0S— 1Sl2. Bon R. Schaukal.— 56 S. G. Müller, Muckhen. Aus Natur uud Geifteswelt. Bd.-jg. Die Jesuiten. Eine historische Skizze. Von Pros. H Böhmer._ Bd. 174. Englands Weltmacht in ihrer Entwickclung vom l7. Jahrhundert bis aus unsere Tage. Von W. Langcndcck.— Bd. 389. Da« Kriegsschiff. Kurze Darstellung seiner Entstehung und Verwendung. Von E. Krieger.— Bd. 390. Geschichte der deutsche» Frauendichtuug seit tsjotz. Von Dr. H. Spiero. Bd. 385. Die Maler des Impressionismus. Sechs Vorträge gc- halten von Dr. Bela Lbzär. Einzelb. 1 M., geb. 1,25 M.— B.®. Teubner, Leipzig. „ Marquis«onvivant. Von«. Ettling«:. 2 M., geb. 2 M.— «. Müller, München. Dos Recht der geschiedenen Mutter nach den« Deutschen Bürger- lichen Gesetzbuch. Von Dr. O. A. Wölfl. 2 M. Duncker u. Humblot, Leipzig. Der Dieb. Ein Novellenbuch von G. Hehm. 145 S.— Gemischte Gefühle. Von PH. Keller. 156 S.— Der wilde Mann. Roman von A. A. Latzko. 387 S. E. Rowohlt. Leipzig. Erziehung zur Wehrpflicht. Von Oberst K. Fisch. Huver u. Co., grau-nseld. Geh. 1,60 M. Kmffuften der Redaktion. Tie surlsiische Sprechstunde findet Linden st raste SS, vorn vier Treppen — Fahrstuhl—, wochentäglich pon 4Mi vis 7>.h Uhr adcnds, Sonnavends, von tth bis S Uhr adend» statt. Jever für den Brieflasten bestimmten Anfrage ist ein Buwftave und eine Zaht als Merkzeichen betznfstgen. Briefliche Antwort wird nicht crteilt. Anfrage», denen keine Abonncmentöauitmng beigefügt ist, verde« nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in ber Sprechstunde vor. Mtetstempel. Die Berechnung ist richtig.— W. 7. 1. In der Regel wird eine derartige Frage nicht gestellt. Geschieht dies jedoch, so muß ste wahrheitsgemäß beantwortet werden. 2. Nein.— M. LI. Durch Testament.— Grete 100. Wiederholen Sie Ihre Anfrage und geben Sie noch an, wie hoch der JahreSmietszins ist, welcher Bettag für die ganze Zeitdauer gefordert wird, und welchen Betrag Sie bereits gezahlt haben. —®. O» 26. 8,50 M,— H. L. 29. Erheben Sie innerhalb der ein- wöchigen Frist Einspruch und sprechen Sie mit dem Geschäftsinhaber persönlich.— Bukarest i. 100. Es bleibt nur Klage übrig. Wegen Zu- Weisung eines VertteterS wenden Sie sich am zweckmäßigsten an das deulschc Konsulat.— E. R. Der Ersleher kann zu dem gesetzlich zunächst zulässigen Kündigungstermin kündigen. Dem Mieter steht ein Kün digungsrccht nicht zu.— E.*00. 16 Pf. Innerhalb zwei Jahren müssen mindestens 20 Bcitragswochen geleistet sein und vor Ablauf der Zeit der Umtausch der Karte erjolgen.— G. M. 10. Ja. — F. ft. 1000. Derartige Testamente können auch nach dem Ableben verjicmpelt werden- ohne Saß eine«tempelstrase einKitt.— 91. K. 63. 1. bis 4. New.— C. F. 20. 1. Eine bestimmte Vorjchrist ist nicht vor- banden, jedoch darf die Benutzungssäbigkeit des Nachbargrundstückes nicht beeinträchtigt werden. 2. Die Grundstückshälfte, die dem fchuldnerischen Ehegatten gehört, kann belastet werden, ebcnsall» die andere Hälfte, sofern der andere Ehegatte zustimmt,— F. G. 29. Ja.— K. Z. 30. 1. Die Abmachung ist rechtsungültig. Es kann für die Dauer bis zu 6 Wochen Fort Aomaaiung m reiylsunguulg. ers lann mr oie �auer vis zu v rvolyen ,,orr- zahlung des Gehalts verlangt werden. 2.Kaufmannsgericht Ber!w.Zimmerstr.90. —<5.9.50. 1.Nur dann, wenn ein Kündigungsrecht für diesen Fällverewbart und eingetragen ist. 2. Die Annahme des Teil' — H. I. Wenn die Zwangsvcrwaltung v ist, so war die Auskündigung bis spätestens eilbetrages beseitigt das Recht nicht, vor dem 15. angeordnet worden zum 15. 2. zuläsflg, und zwar zum 1. 3. Ist die ZwängSoollitreckung nach dem 15. 2. angeordnet, so lann zum 1, 4, ausgetündtgt werden, Ist der zunächst zuläsfige Kündigungstermin verstrichen, so bleibt die vertragliche Klindigungs- beflimmung gültig.— Staaken 99. Strafbar nicht. Der Arbeiter ist aber nicht verpflichtet, Papiergeld anzunehmen.— W. B. 100. Ihre Auflassung erscheint unzulrcflend. Die Kündigung wirtt u. E. zum 1. 4.— E. D. 100. Hat vor Versteigerung eine Beschlagnahme der Mieten statt- gesunden, so sind allerdings die Mieler verpflichtet, den Mietszins bis zur Deckung der im Psändungs- und Ueberweisungsbeschluß bezeichneten Forde- rung, jedoch nicht über die Zeit nach dem 30. Juni hinaus, an den Glau- biger zu zahlen.— W. B. 7«. Ltrhtcnberq. 1. Sie sind, soweit aus Ihrer Darstellung ersichtlich, zahlungSpslichttg. Bon Ihrem Ein kommen kann jedoch nichts beschlagnahmt werden, 2. Den Wechsel brauchen Sic nicht unterschreiben,— M. W. 34. 1. und 2. Nein, — G. B. 20. 1. Ja. 2. Dagegen ließe sich nichts tun. 3. Die Ein- zichung wäre noch möglich, aber nicht wahrscheinlich,— F. K. 13. Der Scheidungsklage müßte eine Klage auf Wiederherstellung der ehelichen Gcmeinschast vorausgehen. Erst nachdem ein Urteil aus Wiederherstellung ergangen und nach Rechtskraft desselben ein Zeitraum von einem Jahr verstrichen ist, würde ein Stbeivungsgrund aegcbcn sein. Die Kosten richten sich nach dem Objekt.— I. F.. Neukölln. Nur dann, wenn er von seinem Recht auf sosortige Entlassung Gebrauch gemacht hat.— R. H. 77. 1. und 2. Wahrn-hmung des Termins erscheint zwecklos, da die Klage unseres Erachicns begründet ist. 3. Das könme nur geschehen, wenn der Magistrat in Danzig dem zustimmt.— I. K. 971. Soweit ersichtlich, ist die Forderung oerjährt,— W. R. 100. 1. Seit Juli 1909. 2. Für das verstrichene Kalenderjahr,— B. M. 7. DaS ist nur möglich, wenn jemand seine UnIcrhaltimgSpflicht böswillig verletzt. Da Sie die Hohe Ihre» Ber- dicnstcs nicht angeben, können wir weiteres in der Angelegenheit nicht lagen,— Zl. H. 76. 1. und 2. Ja. 3. Nein. Sie tonnen aber aus Unter laisung des Konkurrenzbetriebes und auf Schadenersatz klagen.— W. St. III. Stellen Sic die Sache dem Landratsamt vor,— E. I. 20. Eine weitere Beschwerde ist nach§§41, 52 GerichtSoerfafsungsgesetze« nicht angängig Witterungsübersicht vom 18. Februar 1913. 'Llli„ ch 81 Ä 5 Stationen I5Ä 5 x |S|' ef la_ 1 Twinemde. 776 O Hamburg i774O Berlin'774 D Franks, a.M 767,930 München 765 O Wien s 770 NNO K tsettei i »K -6 —5 4 wollig 21? 5 halb bd. 3bedcckt 4woilcnl —12 — 9 2 4 -3 L heiter 3wolkenl 3 halb bd.— 7 Amolkenl—6 4 wölken!—9 tlhalb bd.I— 8 Wetterprognose für Mittwoch, den 19. Februar 1913. Vorwiegend heiter und trocken, nachts ziemlich strenger, am mäßiger Frost bei Irischen östlichen Winden. Berliner W e tt er bur e au. Statwaen Mri (Bettet Havaranda 775 SSSB Petersburg 7759393« Scilly 7b5;C91D Aberdeen 1775,® Paris 761 NO LI d* Ii M« Tage WafferftandS-Nachrichten der Lande'anllalt tür Gewäfl erkunde, mitgetettl vom Berliner Detterbureau Wasserstand c m e l, Tilsit P r e g e l, Jnsterburg Weichsel. Thoru» Oder, Rattbor , Krosjen Frankfurt Warthe, Schrimm Landsberg 93 e tz e, Vordamm Elbe, Leitmeritz . Dresden , Barby „ Magdeburg l)+ bedeutet Wuchs,— Fall.— treiben.— t) Eisstand.—•) Treibeis. ") Unterpegel.—•) Grundeis. Buchhandlung Vorwärts, Lindenstraße 69, Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus von Rosa Luxemburg. Preis broschiert 6 M. Halbfranzband 8 M. Das Buch ist ein Versuch, den Imperialismus als eine Erscheinung, die das öffentliche Leben immer mehr beherrscht, auf seine eigentlichen ökonomischen Ursachen zurückzuführen.— Die imperialistische Politik wird hier durch ihre wirtschaftlichen Zusammenhänge in die besonderen Gesetze der kapitalistischen Produktion _ eingefügt._ ■■■■■■■ Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, Äp™* 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. 2— 4 Bekaites reelles konlektionshaiis verkauft zu bequemen Teilzahlungen erstklassige JackcnkostUmc, Kleider, Uloson, PaletotM etc. unter strengster Diskretion. Offert, unter J. K. 1232-1 bef. Rudolf Mosse, Berlin SW. 32; 5a* rieruo- lOtfeiie p— Ziehung 5. März In Berlin—> tBrandenburgische Pferde I d Reichsverbd für Deutsch. Halbblut u. d. Kartells für Reit- u. 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Ein Mensch mit überangestrengten, der- brauchten Nerven und Muskeln, ob alt oder jung, leistet nicht das. was seine Fähigkeiten erwarten lassen; er wird nur zu leicht auf allen Gebieten überholt, verliert das Selbst- vertrauen und schafft selbst bei eisernem Willen sein Pensum nur mit Aufbietung eines über- mäßigen Krastverbrauchs, so Das Zentralnerven- daß das Uebel mit jeder tag« sqstem, der Sitz des lichen Leistung vermehrt wird. Bewußtseins, in wel- Mit ihren feinen Veräste- chem alle körperlichen lungen, die im Zentralnerven« und geistigen Empfin- systen,— Hirn- llnd Rücken- düngen zusammen- mat{— ihren Ausgangspunkt fhomen bczw. Wil- �agen) vermitteln die Nerven "'"Zr™ jeden inneren und äußeren Lebensvorgang des menschlichen Körpers. Jeder Reiz, der den Körper trifft, die normale oder gestörte Funktion irgend eines inneren Organs, ja selbst unser seelisches Empfinden wird uns erst durch Vermittelung feiner und feinster Nervenfasern zum Bewußtsein und zum Gefühl gebracht. Der große, starke Muskel wird von dem kleinen, feinen Nerv beherrscht, den man deshalb auch mit Recht den psychischen Muskel genannt hat. Der kraftvolle Arm des Athleten leistet nichts mehr, sobald seine Nerven irgendwie erschlaffen; jedes beliebige Organ versagt, sobald die ihn durch- ziehenden Nerven nicht mehr mittun. Der Magen z. B.— er mag im übrigen noch ganz gesund sein— kann nicht mehr die Speisen genügend ver- dauen, Appetitlosigkeit und alle ihre bösen Folge- erscheinungen treten auf, wenn die Magennerven entkräftet sind. Die Folge ist, daß wir nur mit Mühe, unlustig und mechanisch unsere tägliche Be- rufsarbeit erledigen. Nervös überreizt, schwindet unser Appetit, unser Heim bietet unS keine Behag- lichkeit, Ruhe und Erholung mehr, Unlust, Unzu- ftiedenheit, Unruhe, Sorgen rauben uns den Schlaf, treiben uns unstet umher und lassen uns not- gedrungen zu bedenklichen Mitteln greifen, um unsere Nerven künstlich für kurze Frist aufzupeitschen oder zu betäuben. Gegen dieses Elend, das nur auS unseren verbrauchten Nerven herstammt, finden wir in unseren Medikamenten keine dauernde Hilfe, und eine Methode ständiger wissenschaftlich er- probier Pflege der Nerven, welche allein wirklich helfen könnte, war bisher noch nicht gefunden. Darin liegt eben daS Verdienst der Arbeiten von Professor Dr. Habermann und Dr. Ehren- feld, daß sie uns ein Mittel zu einer solchen Pflege unserer Nerven an die Hand gaben, mit dem wir hoffen dürfen, unsere Nerven— die seelischen Muskeln— in absehbarer Zeit ebenso kräf- tigen zu können, wie wir unsere physischen Muskeln schon längst zu stählen vermögen!— Diese Forscher stellten nach einem neuen, von ihnen ent- deckten Verfahren Nervensubstanz in physiologisch reiner Form aus den Stoffen dar, aus welchen z. B. auch das sich aus dem Ei entwickelnde Hühnchen Gehirn und Rückenmark aufbaut, näm- lich auS den Bestandteilen des Eidotters! Nach den Forschungen unserer Physiologen und Aerzte ist die erhöhte Zufuhr von Nerven- substanz in den Organismus von außerordent- licher Bedeutung für jede gesunde Lebenstätigkeit. Denn auch in den Nerven findet ein Stoffwechsel, fortwährender Verbrauch und Erneuerung der Nervensubstanz statt. In dem ermüdeten, schwachen oder kranken Nerv schwindet die Nerven- substanz, wie man eS am Querschnitt der Nerven unter dem Mikroftop deutlich beobachten kann. Führt man einem so geschwächten Körper neue Nervensubstanz zu, so wird, wie zuerst die Forscher DeSgrez und Zaky in den amtlichen Berichten der ftanzösischen Akademie der Wissenschaften erwiesen haben, diese besonders im Gehirn, Rückenmark, überhaupt im ganzen Nervensystem zurückgehalten und für den Lebensprozeß sofort verwendet. Munterkeit, Kraft, Arbeits- und Lebensfreude treten wieder ein und machen den Körper gegen Ueberanstrengung widerstandsfähig.— Nerven- substanz, Lecithin, nach dem Versahren von Pro- fessor Dr. Habermann und Dr. Ehrenfeld, in physiologisch reiner Form, dem menschlichen Orga- nismus adäquat und von guter Wirkung, gelangt nur im Biocitin zur praktischen Darreichung. Biocitin ist ein wohlschmeckender, pulve» förmiger Extrakt auS den leichtest verdaulicd«»� natürlichen, also chemisch unveränderten Wert- anteilen von Eidotter und Milch(alles schwerer Verdauliche ist daraus entfernt) und enthält zirka 10% physiologisch reine Nervensubstanz— Lecithin— nach Professor Dr. Habermann und Dr. Ehrenfeld. So bildet Biocitin ein Vertrauens- wertes Nähr- und Kräftigungsmittel für jeden erschöpften Organismus in geistiger und körper- licher Hinsicht; es bildet für den Schwerkranken ein gern genommenes, leicht verdauliches, kraft- spendendes Nahrungsmittel, schafft eine hoch- wertige Nährquelle für schwächliche und blutarme Personen, kräftigt und fördert den Substanzersatz der Nerven und ist für Ermüdungs- und Er- schlaffungszustände des Körpers wie des Geistes von kaum je gehoffter Nutzbarkeit. Nach dem paten- tierten Verfahren von Hoftat Professor Dr. Haber- mann hergestellt, ist das Biocitin konkurrenzlos, die zahlreich vorhandenen Nachahmungen minder- wertig. Man achte daher genau auf den Namen und lasse sich nichts angeblich ebenso Gutes auf- reden. Biocitin ist in allen Apotheken und Dro- gerien erhältlich. Ein Geschmacksmuster nebst lehr« reicher Broschüre über rationelle Nevenpflege sendet kostenlos die Biocitin- Fabrik, B e r 1 i n L. 61. E. 1. Verkäufe. Getragene Herrengardcrobe. 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