Nr. 60. nbonncmentS'Bedinsunci««: ZlbonncmciUS- Preis vränumcrando: Lierteljakirl. 3,30 Wf., tnonofl. 1,10 Mk,. wöchentlich 28 Pfg, frei ins Hn»z. Einzelne Nummer 5 Pfg, Sonntags- nummcr mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Nene Well" 10 Pfg, Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeiiungs- Pretslisic. Unicr Kreuzband für Deutschland und �Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland Z Marl pro Monat. Postabonnemcnts nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Slumänicn, Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. Vlchiint laglich außer montags. Verlinev Dolli�blntt. Die TnfertionS'GcbQ�r beträgt für die fechsgespaltenc Kolonel- zeile oder deren Raum M Pfg., für politische und gcwcrlschastliche Vereins- und Bcrsamnuungs-Anzeigcn:!0 Pig. „Kleine Hnitigen", das sctigedrurkie Wort 20 Pfg.(zulässig Zsctlgrdrmkle Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafsicllenan- zeigen daS erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort ö Psg. Worte über IS Buch- 'laben zählen für zwei Worte. Inicrnle ür die nächste Nummer müsten bis ii Nhr nachmittags in der Erpedilion abgegeben werden. Tic Erpedilion ist vis 7 Uhr abends geölfnet, Telegramm-Adresse: „Soziaißcmolirat Rcriin". Zentralorgan der rozialdemokrati leben Partei Deutfcblands. Redaktion: SCR. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritzpla». Nr. 1383. Mittwoch, den März 1013. Expedition: SM. 68, Lindenstraasc 69» Fernsprecher: Amt Moristplast, Nr. 1984. Line ITiindcitfordcrung. Ms im Oktober des vorigen Jahres auf den Kriegs- schauplätzen des Balkan die ersten Kanonenschüsse donnerten, tvar die Befürchtung nur zu berechtigt� daß das Kriegsfeucr im Südosten auf ganz Europa übergreifen könne. Jetzt, da der Völkerbrand weit hinten in der Türkei am Verschwelen ist, wird den Völkern tviitteleuropas„im Interesse des Friedens" eine Rüstungslast aufgepackt, die so ziemlich das schwerste darstellt, was moderne Staaten tragen können. Dabei be- deutet diese„Versicherung gegen den äiricg" eine Erhöhung der Kriegsgefahr, die alle diplomatischen Kniffe nicht bannen können, denn überall haben die militaristischen Elemente und die interessierten Rüstungstrcibcr die Oberhand bekommen. Deutschland soll angeblich durch die neue Macht gruppierung der Balkanstaaten zu seinen neuesten Rüstungen gezwungen werden. Es soll hier nicht untersucht werden, ob die zu nationalem Selbstbewußtsein erwachten Balkaustaaten wirklich eine Stärkung Rußlands bedeuten. Wenn Oesterreichs militärpolitische Situation im Osten durch die Neugestaltung der Dinge schwieriger wird, so hat„der brillante Sekundant" das seiner sinnlosen Politik zu danken, die ihm von agrarischen, militaristischen und klerikalen Köchen eingerührt worden ist. Unerhört ist aber, daß das deutsche Volk die Kosten der zer- fahrcnen schwarz-gelben Großmannssucht tragen soll. Denn gegen Rußland und damit auch gegen Frankreich richtet sich die Riescnwehrvorlagc, die jetzt von Gencralstab und Kriegs Ministerium aufgebaut wird. Es soll hier nicht näher auf die ökonomischen und iniperialistischen Ursachen eingegangen werden, aus denen der internationale RüstungScifcr entstanden ist. Daß dieser Eifer in den letzten Wochen zum Rüstungsfieber geworden ist, haben wir unseren deutschen militaristtschen Hetzern zu ver danken. Man darf schon annehmen, daß man im Kriegs Ministerium mit dem, was nian mit der sehr respektablen Wehrvorlage, von 1912 erreicht hatte, wenigstens bis 1915 zufrieden tvar. Die sorgsam in Reserve gehaltenen„Lücken" in der Hcercsorganisation boten ja stets die Möglichkeit, mit neuen Forderungen zu komincn. Vorläufig wollte die Militär- bureaukratte in aller Ruhe die einzelnen Erträgnisse der letzten Wehrvorlagc in den komplizierten Hccrcsmechanismus ein- fügen. Aber damit waren wieder gewisse Heißsporne im Generalstabe, die Hetzer des WehrvereinS und die Armee- liefcrantenpresse nicht einverstanden. Die Ereignisse des Balkankriegcs und die gespannte internationale Situation gaben diesen Treibern genügend Anlaß, maßlose Anforderungen aufzustellen, gegen die lange Zeit ein gcivisscr passiver Wider stand der leitenden Militärbehörde bemerkbar war. Da trat nnt einem Male ein Unischwung ein. Irgend welche Mitglieder der Rüstungskamarilla hatten offenbar den „obersten Kriegsherrn" für ihre Pläne gewinnen können; die Romantik der Jubiläumscrinncrungen tat ihr übriges,— ein Wink und Kanzler und tltriegsministcr mußten eine Wehr- Vorlage ausarbeiten lassen, die den kühnsten Träumen der Wchrvereinshetzcr entsprach. Ucbcr die Einzelheiten dieses militaristischen Oster- gcschenkes wird noch zu reden sein, wenn die Vorlage ver- öffentlicht wird. Und auch den Nachweis werden wir erbringen. daß die Heranziehung aller Wehrfähigen zum Heeresdienste bei der starren und durchaus undcmokratischcn Organisation des heuttgen Militärsystems auf die Dauer un- erträglich und undurchführbar ist. Ein Volkshccr, das den demokratischen und sozialen Forderungen des arbeitenden Volkes Rechnung trägt, das sich nicht zum gefügigen In- strument kapitalistischer und zäsaristischcr Gelüste gebrauchen läßt, das die Steuerkraft des Volkes nicht in einer Weise aussaugt, daß für kulturelle Aufgaben nichts übrig bleibt— das ist es, was wir den maßlosen Forderungen der Militärkaste entgegen- stellen werden. Wir werden nachweisen, daß ein solches echtes Volkshecr technisch möglich ist, daß die Gründe des Widerstandes gegen unsere Forderung bei Regierung und bürgerlichen Parteien auf politischen: Gebiete liegen: das militärische Klasscnhccr soll ihre auf Ausbeutung und Ent- rechtung gegründete Macht schützen. Aber gerade bei dieser . gigantischen Rüstungsborlage mit ihren schier unerschwinglichen Lasten wollen wir dem Volke klar machen, daß es dieser Macht seine eigene organisierte Macht entgegenstellen muß. Kann diese Volksmacht und der Volkswillc in den Parlamenten nicht durchdringen, so wird der Arbeiterschaft schon klar werden, daß -�sie der parlamentarischen Aktion mit Aktionen außerhalb des Parlaments zu.Hilfe kommen muß, wenn sie dem unaufhörlichen Rüstungstrciben und der darin enthaltenen Kriegsgefahr ein Ende ntachen will. Der Kampf gegen den Militarismus ist dann aber auch ein Kampf gegen alles, was Kapitalismus und Klassenstaat heißt. Für heute aber stellen wir eine Mindestforderung auf, die schon unter dem gegenwärtigen System erfüllt werden kann und erfüllt werden muß. wenn die zurzeit so viel gebrauchte Redensart von der Dienstpflicht aller ivaffenfähigen Deutschen nicht eine verlogene Phrase sein soll. Wir stellen eine Forde rung auf, der sich der Liberalismus nicht verschließen kann. will er seine Grundsätze nicht nnt Füßen treten. Wir ver- langen eine gleich lange Dien st zeit für alle Heerespflichtigen, d. h. wir verlangen, ohne auf unsere prinzipielle Milizforderung zu verzichten, Abschaffung des Einjährigenprivilegs und Beseitigung der dreijährige« Dienstzeit. Die Kunde von der bevorstehenden Wehrvorlage, über deren Einzelheiten man noch im Dunkeln tappt, yat in Frank reich das gleiche Rüstungsfieber wie in Deutschland entfacht. Ein Gesetzentwurf auf Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit und die Forderung großer Hecrcskrcdite war die prompte Antwort aus das deutsche Rüstungstrciben. Tic Herren Keim und Konsorten konnten den gallischen Mili taristen gar keine größere Freude machen. Was ihnen der Streber Millerand nicht verschaffen konnte, das warf ihnen die deutsche Militärpolitik zehnfach in den üschoß. Wir brauchen uns wohl kaum gegen den Verdacht zu verwahren, daß wir irgendwelche Sympathien für die französische Spiel- art des internationalen Militarismus hegen, das eine muß aber konstatiert werden, daß er an der gegenwärtigen Phase des Wettrüstens unschuldig ist. Diese Konstatierung ist um so notwendiger, als man ja schon jetzt darauf ausgeht, dein deutschen Volke einzureden, Frankreich sei der„Störenfried", gegen den man sül) schützen und die neuen Rüstungslasten auf sich nehmen müsse. Nein, Frankreich ist für die neuen Rüstungen nicht verantwortlich zu machen. Die französischen Regierungen hatten sich mit der 1995 eingeführten allgemeinen zweijährigen Dienstzeit abgefunden. Alle militaristischen Maßnahmen der Republik liefen darauf hinaus, den Folge erscheinungen der zweijährigen Dienstzeit, den Anforde rungen, die im Kriegsfalle die Reserve- und Landwehr armce stellt, gerecht zu werden. Diesen: Zwecke sollte das erst vor kurzem erledigte Kadergesetz für die Infanterie dienen Aus dein militärischen Lager wurden nur Stimmen laut, die die Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit bei der Kavallerie und Artillerie forderten. Aber man war sich der ilnpopu- larität dieses Verlangens sehr wohl bewußt: ein Kadergesetz für die Kavallerie sollte die wirklichen oder vermeintlichen Mängel der zweijährigen Dienstzeit bei den berittenen Truppen ausgleichen. Selbst das Fachblatt„La France militaire", den: man wirklich keine Bescheidenheit in mili taristischcn Wünschen nachsagen kann, stellte in seinem Pro gramm. das es vor wenigen Wochen für die Arbeit des französischen.Heeres im Jahre 1913 aufstellte, nur ganz schüchtern die Frage, ob bei den berittenen Truppen die zwei oder die dreijährige Dienstzeit angebrackst sei. Da kommt die aus Wehrvereinshetze, Jubiläuinsromantik, Avancementshunger und Licferantenprofitgicr geborene deutsche Wehrvorlagc und gibt den französischen Militaristen und Reaktionären die unerwartete Möglichkeit, iy2 Hundert tausend jimge Leute ein Jahr länger in den Kasernen zu be halten, und die Chauvinisten können mit verstärkter Lungen kraft in die Lärmtrompete stoßen. Ein Mittel, die französische Erregung zu dämpfen, ist die Beseitigung der dreijährigen Dienstzeit in Deutschland. Wir verlangen diese Beseitigung aus Gründen der Gerechtig- keit, dann aber auch, um unseren französischen Genossen den Kampf gegen die militaristische Ueberspannung jenseits der Vogesen zu erleichtern. Es wäre nur ein Akt politischer Klugheit, wenn die deutsche Regierung sich diesen: Schritte entschlösse: und wenn den bürgerlichen Parteien an der Er- Haltung des europäischen Friedens gelegen ist, müßten sie sich dieser unserer Mindestforderung anschließen, ja es wäre Sache des Liberalismus, als erster diese Forderung aufzustellen. Die Beseitigung der dreijährigen Dienstzeit ist technisch möglich, mögen Zunftmilitärs und eingefleischte Kavalleristen, die an die Probleme des modernen Völkcrlcbcns mit An- schauungen herantreten, die in den Tagen eines Scydliiz und Zieten vielleicht einige Berechtigung hatten, noch so sehr da- gegen wettern. Diese Herren werden natürlich niemals die Ungerechtigkeit verstehen, die darin liegt, daß 14,95 Proz. der ins Heer Eingestellten(wir benutzen die letzten vorliegenden amtlichen Zahlen aus dem Jahre 1911) dazu verurteilt werden, drei Jahre ihres Lebens den: Militärdieitst zu opfern, während 5,82 Proz. nur ein Jahr und 89,13 Proz. zwei Jahre dienen müssen. In: Jahre 1911 wurden 41937 junge Leute in Truppenteile mit dreijähriger Dienstzeit eingestellt. Davon kamen auf die Kavallerie und reitende Artillerie 23 524 Mann und auf die Marine einschließlich Matrosen- artillerie und Marineinfanterie 17 513 Mann. Tarunter be- finden sich 19 829 resp. 4941 Freiwillige. Ist diese ungleiche und ungerechte Belastung so dieler Dienstpflichtiger eine militärische Notwendigkeit? Wir werden nachzuweisen suchen, daß das schon unter dein gegenwärtigen System nicht der Fall ist. Daß bei einem aus ganz anderer Grundlage aufgebauten Wehrsystem, wie wir eS erstreben, auch eine zwei-, ja sogar einjährige Dienstzeit nicht in Be-> tracht kommt, braucht wohl kaum hervorgehoben zu werden. Sie Iflilltärvorlage und ihre Deckung. lieber die Finanzministerkonfercnz dringen allerlei Nachrichten an die Oeffentlichkeit. Es wird gesagt, daß die ein- malige Vermögensabgabe 986 Millionen aus- machen werde, während der jährliche Stcuerbedarf auf 194 Millionen angegeben wird. Die Regierung rechnet da- mit, daß 69 Millionen aus den Ucbcrschiissen des Etats gc- deckt werden sollten. Als Besitzsteuer will die Regierung eine Vermögenszuwachs st euer einbringen. Damit wird aber der Bedarf nicht gedeckt und so wird noch über eine Ouittungssteucr, also über eine den Verkehr hemmende und schädigende Maßregel und über einen Ausfuhrzoll auf Kohlen verhandelt. Die Erinäßigung der Zucker st euer und des Grundstückstempels unterbleibt. Die Erbschaftssteuer ist den: Diktat der Agrarier gemäß fallen gelassen worden. Dies geht auch aus einer offiziösen Notiz der„Berliner Polit. Nachr." hervor, die schreiben: „Die Erörterung der letzten Tage scheint wenigsten» nach einer bedeutsamen Richtung hin Klärung herbeigeführt zu haben. Die Absicht der Reichsregierung, die schwierige Aufgabe der Heeres» Verstärkung und der Aufbringung ihrer Kosten durch Zusammen» Wirkung aller bürgerlichen Parteien zu lösen, findet erfieulichcr- weise auch bei den Liberalen mehr und mehr Verständnis. Inner- halb der Nationalliberalen Partei überwiegt bereits weit der Wunsch, bei der jetzigen Neuordnung der Reichsfinanzen die Wiederkehr des Zerwürfnisses zu vermeiden, durch das nach der ReichSfinanzreform von 1909 die Geschäfte der Sozialdemokratie in so hohem Matze gemacht wurden. Auch in der Fortschrittlichen Volkspartei scheint man mehr und mehr von dem Gedanken abzurücken, die Deckungs- frage mit der Unterstützung der Sozialdemokraten zu lösen. Treffen die Schlüsse zu, die aus den Wahrnehmungen der letzten Tage zu machen waren, so wird damit zu rechnen sein, datz die Reichsregierung von der Wiederholung der Erb« anfall st eu ervorlage von 1909 absehen dürfte, auch aus dem Reichstag selbst seitens der bürgerlichen Parteien. ein Zurückgreifen auf diesen steuerlichen Gedanken nicht zu er- warten ist." In den nächsten Tagen soll dann eine Besprechung der bürgerlichen Fraktionsführcr beim Reichskanzler über die Dcckungsvorlagen stattfinden, zu der die Sozialdemokratie nicht eingeladen werden wird. Im Reichstag allerdings werden die Sozialdemokraten weniger leicht auszuschalten sein und es wird dann von den Liberalen abhängen, ob sie die Steuerpläne der Regierung verwirklichen werden. Dann wird sich ja auch zeigen, ob die Liberalen wirklich, wie die„Berl. Pol. Nachr." meinen, mit den Schwarz- blauen sich zusammenfinden werden, was die„Voss. Ztg." fiir die Fortschrittler vorläufig verneint. Im übrigen bleibt die liberale Opposition im wesentlichen auf die„Franks. Ztg." beschränkt, die über die Höhe der Militärfordcrimgcn schreibt: „Das ist so autzerordentlich viel, datz man die Gründe hierfür nicht in ein paar politischen Betrachtungen finden kann. Man tut jetzt so, als ob an dieser Rüstungsvermehrung nichts mehr gekürzt werden könnte und nur die Frage der Deckung diskutabel sei. So liegen die Dinge aber keines- w c g S. Die Kritik wird sich in erster Linie gerade mit der Forderung zu befassei? haben und das umso nachdrücklicher, je enormer die neuen Lasten sind, die finanziellen wie die persönlichen. Keine der vielen vorausgegangenen Militärvorlagen wies eine so starke Steigerung auf, keine forderte die Aushebung eines solchen Prozentsatzes der Bevölkerung, niemals folgten früher die Militärvorlagen so unmittelbar aufeinander und niemals wurden sie so hastig betrieben. Gerade bei so weittragenden Entscheidungen ist ruhige lleberlcgung und gründlichste Prüfung erst recht nationale Pflicht. In Hurrastimmung und Ilebereifer dürfen so wichtige Dinge nicht entschieden werden." Aber daß die Fortschrittspartei im Reichstag gemäß diesen Ausführungen handeln sollte, ist recht wenig wahrscheinlich. Tie offizielle Verlautbarung. Tic leitenden Minister und die Finanzminister der Bundes- staatcn haben gestern und heute unter Vorsitz dcS Reichskanzlers die Wehrvorlage und die Vorschläge zur Deckung ihrer Kosten beraten. Die Notwendigkeit der vorgeschlagenen Hcercsvcrstärkung wurde einmütig anerkannt und der Gesetzen:- wurf zur Beratung der Einzelheiten sofort den Ausschüssen für das Landhccr und die Festungen und für Rechnungswesen über- wiesen.* Allgemeine Zustimmung fand desgleichen die Erhebung einer einmaligen Abgabe vom Permögen zur Deckung der einmaligen Kosten. Was endlich die fortlaufen- den Ausgaben betrifft, so wurden die Grundsätze sowobl für die Besteuerung des Besitzes als auch für die sonst noch erforderlichen Steuern vereinbart. Die zuständigen Bundesrats- ausschüsse werden nunmehr die vom Reichsschatzamt ausgcarbcitc- ten Gesetzentwürfe in den Einzelheiten feststellen. ifeqnith über den ßalHankrieg und die internationale Situation. In den nun vorliegenden ausführlicheren Meldungen über die Rede des englischen Ministerpräsidenten tritt'die 0 p t i n: i st i s ch c Auffassung der englischen Regierung noch stärker hervor. Es ist aber nicht zu verkennen, daß dieser Auffassung andere gegenüberstehen, die daraus verweisen, welch langsamen Fortgang die diplomatischen Vermittelungen sowohl zwischen Rumänien und Bulgarien, als auch zwischen der Türke: und den Balkanstaaten nehmen. In Wien ist man auch über die kräftige Unterstützung erregt, die die Serben zur Eroberung Skutaris den Montenegrinern leihen. Denn die österreichische Regierung hat es sich nun mal in deu Kopf gesetzt, daß Skutari au Albanien fallen müsse. Würde aber Skutari erst erobert sein, so lvürde schwierig werden, die Montenegriner zur Verzichtleistung zu ztvingen. Trotzdem hat A s q u i t h sicher recht, wenn er erklärt, daß es sich bei alldem um keine Lebensfragen handelt, die einen Krieg rechtfertigen würden. Und dies beweist auch die endlich eintretende Demobilisierung Oesterreichs und Rußlands, eine Maßregel, deren Bedeutung als Medenssympton noch durch den Zusatz der- stärkt wird, daß Oesterreich keine A n g r i f f s a b s i ch t gegen Serbien hege. Wenn der englische Ministerpräsident aber weiter■ von der Besserung der internationalen Beziehungen im allgemeinen spricht und eine Annäherung zwischen dein Drei- bund und dem Dreiverband konstatieren zu können meint, so war das vielleicht richtig vor der neuen deutschen Hceresvorlage. Diese aber hat sofort die Gegensätze zwischen den kontinentalen Mächten verschärft und diese Wirkung Ivird noch gesteigert durch die gewissen- lose Hetze, die Pariser Boulevardblätter drüben und die alldeutsche Presse hüben betreibt. ES ist charakteristisch für die n a t i o n a l l i b e r a l e Partei, daß ihr führendes Organ, die„Köln. Ztg." noch in unvcrant- wörtlicher Werse Oel ins Feuer gegossen hat. Die Chauvi- � nisten arbeiten sich eben immer gegenseitig in die Hände, und je gewaltiger die Rüstungen„zur Erhaltung des Friedens" werden, desto größer wird die Kriegsgefahr. Um so dringender ist es, daß das Proletariat in unablässiger internationaler Aktion das vollbringt, was allein die Völker näher bringt und den Hetzern das Spiel verdirbt: in Todfeindschaft gegen den Militarismus und den Krieg das Gefühl der brüderlichen Solidarität in den arbeitenden Massen zu wecken und lebendig zu erhalten.. Tic Rcdc Asquiths. London, 10. März, Nachdem der Ministerpräsident die bc> friedigcnde Lösung der Frage des adriatischen Hafens für«erbten auf der Botschafterkonfercnz besprochen, kam er auf die a I b a n i s ch e Frage und sagte: Es freut mich, sagen zu können, daß die Mächte einstimmig ein autonomes Albanien annehmen. Hinsichtlich der Grenze haben die Besprechungen gezeigt, daß nur noch über einen oder zwei Punkte, die nicht zu den vital st en gehören, eine Perständigung erzielt werden, mutz, um vollständige Uebereinstim- inung unter den Grotzmächtc,, zu erreichen. Es ist richtig, datz die über die erledigten Punkte erzielte Verständigung notwendiger- und natürlicherweise von der Verständigung über alle Punkte abhängig ist, aber es ist tatsächlich sicher, daß nur wenige Punkte noch übrig bleiben, und nach unserer Meinung, und, wie ich glaube, nach der Meinung der Großmächte, sind sie i n keiner Weise vitaler Statur. Ach komm« nun mehr, zu einer anderen Frage. Die türkische Regierung hat sich damit einverstanden erklärt, die Media- tion der, sechs Mächte anzunehmen. Wir erwarten jetzt die Antwort der verbündeten Mächte, und ich hege die zuversichtliche 'Hoffnung, daß sie günstig ausfallen wird, und daß die verbün- deten Mächte bereit sein werden, zuzustimmen. Eine weitere An- gelegenheit, die in einem verhältnismäßig späten Stadium der jüngsten Vcrhandlmrgen in akuter Form in Erscheinung getreten ist, betrifft die Lage und die Ansprüche Rumäniens und Bulgariens. Ich freue mich, sagen zu können, daß beide Staaten im Begriff stehen, sich über die Annahme der Mediation der Mächte zur Beseitigung der zwischen ihnen schwebenden Streit- punkte, schlüssig zu machen. Die Rolle der britischen Regierung in allen diesen Angcleacnbeitcn ist von Anfang bis jetzt gewesen, zum Frieden und zur Verständigung beizutragen, und wird es auch ferner bleiben. Die politische Gruppierung der Mächte ist unverändert geblieben, Weber zu Frankreich noch zu Rußland sind unsere Beziehungen weniger herzlich oder weniger innig, als sie es vorher waren. Wir halten an diesen Freundschaften fest und werden daran festhalten. Tic Acnde- rung, die eingetreten ist, ist diese: Während jede Mächtegruppe, um diesen Ausdruck zu gebrauchen, in bezug auf ihre eigenen Mit- glicdcr ungeschmälert geblieben ist, sind die Beziehungen zwischen den Gruppen selbst zusehends herz- I i ch c r geworden. Die Mächte habet, ernstlich zusammengearbeitet, um einen Weg der Verständigung für alle zu finde». Das ist ein bervorstechender»nd ein sehr angenehmer Z u g der jüngsten Geschichte der Politik gewesen. In dieser Angelegenheit haben wir in einmütigem Wunsche mit Deutschland zusammcngc- arbeitet.(Beifall.) Dieses Zusämmenähbeitcn hat auch gegen- /s c i t i g e s Vertragen hcrvorgerüfen, das z wisch e n bei- den großen Nationen andauern wird,(Beifall.) Nach Ansicht der britischen Regierung ist dies alles durch die Botschafter- konfercnzen in London sehr erleichtert worden. So viel kann ich in diesem Augenblick über unsere auswärtige Politik sagen.(Bei- fall.) � Englands Verpslichtungen. London, lt. März. Die„Westminstcr Gazette" schreibt zu der Erklärung, die gestern Premierminister Asquith abgab: Un- scrc Vcrtragsverpflichtungcn sind oller Welt bekannt. Sie enthalten keine Verpflichtung oder Garantie, daß wir unser L a n d h c e r für militärische Operationen auf dem enropäischcnFe st lande zur Verfügung stellen. Wir sind keine Ehrenschuld eingegangen, die uns verpflichtete, unsere W c h r v c r f a s s» n g zu ändern. Unsere Politik und unsere Diplomati« beruhen wesentlich auf unserer Seemacht. Das beste Mittel, um unS selbst zu verteidigen und de» Freunden in der Not beizustehen, ist, die F l o t te in der höchsten Leistungssähig. kcit zu erhalten. Wir halten es für eine völlige Verkennung der Tatsachen, daß wir als Faktor in der europäische» Politik nicht beachtenswert sein sollten, weil wir nicht eine große Militärmacht in europäische in Sinne sind. Wir wünschen unsere Seemacht sur den Frieden, nicht für den Krieg zu gebrauchen, aber es liegt in unserem eigenen Interesse und in dem unserer europäischen Freunde, daß wir unS hierauf konzentrieren und nicht unsere Kräfte durch militärische Anstrengungen zersplit- t e r n) die ini Vergleiche mit den Anstrengungen der Militärmächte völlig unzureichend wäre». Orsterreichisch-rnssischc Demobilisierung. Petersburg. 11. März. Tic Petersburger Tele- grapbenagcntur teilt folgendes identisches Communiquä der russischen und österreichischen Regierung mit: Der Brief- Wechsel, der letzthin zwischen Kaiser Franz Josef und Kaiser Nikolaus stattgefunden hat, hat von neuem bewiesen, daß die Ereignisse ans der Balkanhalbinsel den sreundschast- l i ch c n Gefühlen zwischen den beiden Souveränen keinen Eintrag getan haben, und daß die Erhaltung des Friedens fortgesetzt das Ziel ihrer Bemühungen bildet. Demgemäß sind die beiden Regierungen zu dem Schluß gr- langt, daß gewisse Maßregel» rein defensiver Art, welche in den Grrnzprovinzen der beiden Staate» ergriffen worden waren, durch die Umstände nicht m ehr erfordert zu werden scheinen, daher ist die H c r a h s e tz u n g der Truppenstärken Oesterreich-Ungarns in Galizien auf eiucn normalen Stand soeben beschlossen worden, ebenso wird die Entlassung der russischen R e- s c r v i st e n derjenigen Jahrcsktassc, welche im Herbst des vergangenen Jahres hätte entlassen werden sollen, verfügt werden. Um das identische Communiqu6 der russischen und der östcrrrcichisch- ungarischen Regierung zu ergänzen, ist die Petersburger Telcgraphen-Agentur ermächtigt, mitzuteilen, daß, wie aus den Besprechungen mit dem Wiener Kabinett hervorgehe, Oe st erreich- Ungarn keine An. griffspläne gegen seine südlichen Na chbarn hegt. Die Antwort der Balkanstaaten. Sofia, 11. März. Da Serbien gestern ebenso wie Bulgarien erklärt hat, die M.e d i a t i o n der Mächte anzunehmen, wird die Antwort heute im Ministerräte redi- giert und Mittwoch überreicht werden. Wie per- lautet, wird an der bekannten Grenzlinie und an der Forderung einer Kriegsentschädigung fest- gehalten. Die serbische Hilfe gegen Skutari. Belgrad, 10. März. Die offiziöse„Samouprava" erklärt, daß die Unterstützung, welche Serbien den Montenegrinern bei Skutari leiste, nichts weiter als eine loyale Erfüllung seiner Bundes- Verpflichtung sei und keineswegs bezwecke, die Kluft zwischen S e r- bien und Oesterreich von neuem zu öffnen. Gefahr drohe dem europäischen Frieden nur, wenn die Lösung der Balkanfrage sich in die Länge ziehe, sicherlich aber keineswegs, wenn dieser oder jener Verbündete Staat sich loyal verhalte. Niemand werde im- stände sein, Serbien abzubringen von seinen weisen Bemühungen, sich mit der Nachbarnionarchie in loyaler Weise auseinanderzusetzen und noch weniger davon, seine loyalen und brüderlichen Pflichten gegen Montenegro zu erfüllen. Die innere Lage der Türkei. Konstantinopel, 11. März. Ter Minister des Innern Hadschi A d i l Bei erscheint seit zwei Tagen nicht im Ministerium. Wie verlautet, befindet sich der Minister, der die extreme Komitee- richtung vertritt, in Meinungsverschiedenheiten mit dem G r o tz w e s i r über die Friedcnsfrage. Man behauptet, daß trotz der Opposition einiger jungtürkischcr Faktoren der Groß- wesir entschlossen sei, Frieden zu schließen. Das Gericht von der Absetzung oder D e m-i s s i o n des Gene- ralissimus I z z e t Pascha be w a h r h e i t e t sich bis jetzt nicht. Man erzählt, Jzzct Pascha sowie Generalstabschef Hadi Pascha hätten dem Großwcsir einen Bericht unterbreitet, worin sie den Abschluß eines ehrenvollen Friedens empfehlen. Der Bericht soll den Unwillen einiger dem Komitee angehörigen Kreise hervorgerufen haben, worauf sich das Gerücht über die Möglichkeit der Ersetzung Jzzet Paschas und Hadi Paschas durch unternehmungslustige Mili- tärs verbreitet habe. Der Bericht soll im vorgestrigen Ministerrat beraten worden sein. so Erwartung der Leite. Brüssel, 9. März.(Eig. Ber.) Die Unterhandlungen der Bürgermeister der belgischen fauptstädte mit dem Kabinettschef haben die öffentliche ieinung immerhin auf eine Wendung der Dinge vorbereitet, und der Nachricht vom Beschluß des Streikkomitees über die urückziehung der Generalstreikproklamation fehlte wohl die ensation einer Ueberraschung. Der Eindruck, den sie erweckte, war darum nicht geringer. Sie bildete allenthalben das Tagesgespräch, besonders in politischen und kommerziellen Kreisen, und die Presse zeigt nicht geringe Befriedigung über den Beschluß und die friedliche Lösung, die er eröffnet. Denn seit Freitag darf man annehmen, daß die Regierung mit der „Geste, die die Oeffentlichkcit von ihr erwartet", Wie die diplomatische Formel der Bürgermeister lautete, nicht auf sich warten läßt, und das belgische Proletariat, ohne sein äußerstes Kampfmittel anwenden zu müssen, zu seinem Recht kommen wird. Die Regierung hat als quasi einziges Hindernis ihres Entgegenkommens die„Drohung des Generalstreiks" erklärt. Die Vertrauensmänner der Arbeiterschaft haben in einem höchsten Aufwand des Entgegenkommens mit ihrem Beschluß dieses Hindernis beseitigt, und man kann tvohl sagen, daß die gesamte Oeffentlichkeit— mit Ausnahme vielleicht jener kläffenden klerikalen Köter, die mit dem Generalstreik auf einen kleinen Aderlaß und durch ihn auf eine Auffrischung des klerikalen Glanzes spekulierten— die bewußte„Geste" mit vorweg- genommener Befriedigung erwartet. Denn die Regierung konnte sich in der Tat auf ein anderes Argument für ihre Jntransigenz nichj stützen, als eben auf die Generalstreik- drohung.der sie aus Gründen der Staatsraison und der gouverne- mentalen Autorität nicht habe nachgeben dürfen.— Daß das Pluralwahlrecht unter den Klerikalen begreiflicherweise noch seine Freunde und Verteidiger hat, ist schon richtig. Aber die Regierung weiß auch, daß die übergroße Mehrheit des Landes — Sozialisten, Liberale, Christlichsoziale— die Wahlreform will. Es gehört auch kein großer Aufivand an politischer Psychologie dazu die Umstimmung der Regierung, von der Zurückziehung des Generalstreiks abgesehen, auch auf die Tatsache zurück« zuführen, daß sich die christlichen Gewerkschaften Brüssels und der Vororte wie auch die katholische„I-ixuv dernocratique", die offiziell 200000 Mitglieder zählt, ganz unumwunden für das gleiche Recht ausgesprochen haben. Das Generalstreikkomitee, von den Genossen Ans ecke, D e st r ö e und Vandcrvelde dringlich einberufen, hielt die entscheidende Sitzung Mittwoch im weißen Saal des Brüsseler Volkshauses. Es nahmen an ihr zirka 300 Mitglieder. als das fast vollzählige Generalstrcikkomitee, teil. Den Vorsitz führte Louis Bertrand. Vandervelde gab einen Bericht über seine im Verein mit A n s e e l c und D e t t r e e gepflogene Unterredung mit dem Bürgermeister und die in Aussicht stehende Lösung. Die schon mitgeteilte Resolution über die Zurückziehung der Generalstreikproklamation wurde fast einstimmig angenommen. Ein Delegierter nur stimmte dagegen, drei oder vier Genossen enthielten sich der Abstimmung, weil sie keine Vollmacht für das Votum zu haben glaubten. Ueber die Debatte selbst wurde den Delegierten Stillschweigen zur Pflicht gemacht. Ein Teil der Presse sah darin einen Anreiz, aus aufgeschnappten Indiskretionen Irr- tum mit Wahrheit phantasievoll zu verbinden. Die aus 30 Mitgliedern bestehende Delegation begab sich direkt von der Sitzung ins Rathaus, wo sich der Brüsseler Bürgermeister Max mit einigen Provinzbürgermeistern einer getroffenen Vereinbarung gemäß zur Disposition hielt, um gegebenenfalls mit den Vertrauensmännern der Arbeiterpartei über die bei der Regierung zu unternehmenden Schritte schlüssig zu werden. Der Delegation gehörte eine Reihe Depu- tierter, ferner Genosse De Broucköre, Genosse W a n t e r s vom„Peuple", der Parteisekretär V a n d c r- s m i s s e n und die Gewerkschastssekretäre Sola» und Berg- maus an.— In Brüssel finden Montag Versammlungen der Wahlvereinc statt, in der die Streikkomiteemitglieder den Beschluß des Komitees begründen und die Situation darlegen werden- Auch in der Provinz werden ähnliche Versammlungea stattfinden.__ politische CUberficbt. Berlin, den 11. März 1913. Abgeordnetenhaus. Die neue Polenvorlage, die zu den bisher vergeudeten 72S Millionen weitere' 230 Millionen„zur Stärkung des Deutschtums in den Provinzen Westprcutzen und Posen" fordert, führte am Diens- tag im Abgeordnetenhause zu lebhaften Debatten. Voran ging ein Vorspiel, bei dem freilich nur die bürgerlichen Parteien mitmimtcn, während die Polen sich aus dem Saale entfernten und die Sozial- demokraten zwar ihre Plätze einnaljmen, aber für das, was sich da ereignete, kein Interesse zeigten: Es handelte sich um eine Fest- rcdc des Vizepräsidenten Dr. P o r s ch zur Erinnerung an die Zeit vor 100 Jahren, eine Festrede, die nicht etwa in das Gelöbnis aus- lief, gleich den Helden von 1813 für die Befreiung Preußens vom Joch der Unterdrücker des Volkes zu kämpfen, sondern die statt dessen in ein Kaiscrhoch ausklang. Daß die Sozialdemokraten nicht mit einstimmten, nahmen ihnen einige besonders„patriotisch" angehauchte Herren der Rechten sehr üböl. Nachdem so Preußens großer Zeit gedacht war, beeilte man sich, den Beweis dafür zu erbringen, mit wie wenig Recht die Macht» haber des heutigen Preußens sich auf die Freiheitskämpfer von 1813 berufen dürfen. Eine neue Vorlage zur Unterjochung und Unter- drückung eines Teils des preußischen Volkes, das 1813 die fremden Unterdrücker aus dem Lande verjagt hat— das ist die Art, wie die gesetzgebenden Körperschaften Preußens dokumentieren, welch schroffer Gegensatz zwischen ihren hochtönenden Phrasen und ihren Taten besteht. Viel Neues ließ sich naturgemäß nicht mehr sagen. da die Polendcbatten sich in den letzten Jahren und Monaten ge- häuft haben. Auch die Stellung der Parteien steht fest, und so brachten denn weder die Reden der Regiorungsvertretcr, noch die der Redner aus dem Hause Ueberraschungen. Recht temperamentvoll sprachen die Redner der Opposition, der Pole v. Trampchnski, der Däne Kloppen llurg, und vor allem Genosse Ströb ei, der kurz, aber in markigen Zügen die unheilvollen Wirkungen der preußischen Polenpolitik schilderte, durch die nur Empörung und Erbitterung erzeugt ist, internationale Konflikte geschaffen sind und ein Denkmal der Schande bedeutet. Wegen dieses letzten Aus, drucks zog sich Ströbcl einen Ordnungsruf zu. Nachdem die Vorlage der Budgetkommission überwiesen und' der gemeinsam damit beratene Etat der Ansicdelungskommisfion gegen die Stimmen des Zentrums, der Polen, der Sozialdemo- kräten, der Dänen und des größten Teils der Fortschrittler ge- nehmigt war, beriet das Haus noch die Etats des Herrenhauses und des Abgeordnetenhauses. Die Kosten der Debatte trug hierbei fast ausschließlich Genosse H o f f m a n n. der als Anwalt der Beamten und Diener des Landtages auftrat und eine große Reihe von Miß- ständen zur Sprache brachte. Mittwoch: Kleinere Vorlagen und Fortsetzung der Etats- beratung. Klerikale»Verleumdung. Die„Germania" ist bekanntlich Zentralorgan der Zentrums- Partei und Vertreterin der katholischen Ethik. Dieser schönen Stellung ist es durchaus angepaßt, daß das von Breslau aus inspirierte uttramontane Blatt sich fortgesetzt unverschämte Ver- leumdungen der Sozialdemokratie leistet, möchte es doch seinen Gönnern den Beweis liefern, wie tief eS in die Lehren dieser Ethik eingedrungen ist. In der gestrigen Abendnummer erstecht sich nämlich diese tugendsame Kokotte die Eidesleistung des sozialdemo- kratischcn Stadtrates Schmidt in Frankfurt a. M. mit folgenden Worten zu glossieren: „Das ist schon bei promissorischen Eiden ein unerträglicher Zustand. Aber ist nicht auch betreffs der Zeugen- cide schon vor Jahren von sozialdemokratischer Seite erklärt worden, daß nian über die „Zwirnsfäden" eines Eides hinwegkommen müsse, wenn es dabei heiße, einem„Genossen" zu Hilfe zu kommen? Soll der Eid seine alte und ernste Bedeutung behalten, so ist es gegenüber der Gefahr, daß die Sozialdemokraten den Eid zur Farce gestalten, unbedingt nötig, Vorkehrungen zu treffen, welche nicht nur die Heiligkeit des Eides, sondern auch die Erfüllung der Bedingungen sichern, die mit der Eidesleistung ausdrücklich oder stillschweigend ver- Kunden sind." Die„Germania" hat wieder einmal gelogen. Wir verlangen dringend, daß sie angibt, wo und wann eine solche sozialdemokra- tische Erklärung erfolgt ist. Kann sie das nicht, mutz sie den Vor- wurf der Verleumdung auf sich sitzen lassen. s&aä bringt eine nette Steuersumme. Das von dem früheren Regierungsrat, jetzigen Rechtsanwalt Rudolf Martin herausgegebene Jahrbuch der Millionäre dürste füi/iüe Veranlagung zu der einmaligen Vermögensabgabe von recht exheblichem Stutzen sein. Räch den neuesten Zusammenstellungen .befitzen die reichsten Leute Deutschlands folgendes Vermögen: Frau Berta Krupp v. Bohle» u. Halbach in Esien-Ruhr 283 Mill. Mark Fürst Henckcll v. Donnersmarck in Neudeck O.-S.. 254,„ Generalkonsul Freiherr v. Goldschmidt-Rothschlld. Frankfurt a. M............ 163,„ t erzog v. Ujest, Slawentziz, O.-S...... 154.„ aiser Wilhelm II............. 140„, Die fünf größten Einkommen im Königreich Preußen gehörten im Jahre 1S12 folgenden Personen: Kaiser Wilhelm II............ 22 Mill. Mark Frau Berta Krupp v. Bohlen und Halbach.. 18,98.„ Fürst Henckcll v. Donnersmarck...... 18,145,, Herzog v. Ujest............ 6,5„„ Geheimer Kommerzienrat Ziese in Lärchenwolde bei Elbing............ 6,43„„ Die verunglückte Jahrhundertfeier. Das klägliche Fiasko der offiziellen Jahrhundertfeiern wirb auch vom„Berliner Ilageblatt" mit folgenden Worten kön- staticrt: „Die gestrige Jahrhundertfeier hat ja durch den Regen, der mit nnsteundlicher Hartnäckigkeit niederströmte, sehr gelitten, aber man darf wohl sagen, daß sie auch, abgesehen von dem Einfluß der Witterung, ungefähr das Gegen- teil eines wirklichen Volksfestes war. Dieser Tag, der wirklich die Gelegenheit zu einer großen Volkstum» l i ch e n Veranstaltung hätte bieten könnön, wurde in einer Weise gefeiert, die absolut nicht erkennen ließ, daß das Volk im Jahre 1813 das Vaterland befreit und sein Gut und Blut freudig hingegeben hat. Weder die Stadt Berlin noch die Regierung noch die höfischen Z c r e ni o n i e n in e i st e r scheinen daran gedacht zu haben, daß dieser Tag eigentlich der Festtag des Volkes sei, und das Volk war nicht eingeladen, sondern durch weise Ab sp c r ru n g s mvß'r c g c In und! ttn tz ö f i? ckj- militärisch- bureaukratischcs Fe st pro- g r a m m von der Feier möglichst ferngehalten worden. Tie polizeiliche Absperrung, die stundenlang in der ganzen Umgebung der Linden den Verkehr hinderte, war grotesk, und das Ganze kam, wie gewöbnlich, auf eine banale Parade, welcher der Kaiser mit den: üblichen Pomp präsidierte, hinaus. Nicht einmal die einfachsten Mittel, die man in anderen Hauptstädten zur Hebung der Feststimmung anzuwenden weist, scheinen in Berlin bekannt zu sein, und es gibt bei uns an solchen Tagen noch nicht einmal auf den freien Plätzen und in den Parkanlagen ein bistchen Militärmusik. Die Berliner Bevölkerung, die— auch ohne den Regen— keine Lust verspüren konnte, sich hinter Schutzmannspferdcn zu be- geistern, hat naturgemäß an einem Feste, von dem sie aus- geschlossen worden war, nicht teilgenommen, und vergeh- lich hätte man an diesem Tage, der dem schönsten Siege und der idealsten Erhebung des preußischen Volkes galt, in Berlin etwas wie V o l k s st i m m u n g gesucht. In Preußen erinnert man sich an das Volk erst dann, wenn man seine„Op f e r w i I l i g ke i t" braucht. Eine andere Beteiligung an den Erinnerungsfesten wird nicht von ihm verlangt." Ein Staatsvcrtrag über die Gemeindedoppelbesteueruug der Wanderarbeiter. Zwischen dem preußischen Minister des Innern, dem preußischen Finanzminister und dem lippeschen Staatsministerium ist eine Ver- einbarung über die Vermeidung einer doppelten Heranziehung der Wanderarbeiter zu Gcmeindelasten abgeschlossen worden. Etwa 13 000 lippische Wanderarbeiter verlassen alljährlich im Frühjahr das Fürstentum und bleiben sechs, sieben oder acht Monate lang auf ihren Arbeitsplätzen in Rhcinland-Westfalcn, Hannover, König- reich Sachsen und anderen Teilen des Reiches. Sie wurden bis- her, wie es- wohl auch bei anderen Wanderarbeitern der Fall ist, doppelt zu den Gemcindelasten herangezogen: am Wohnsitze, wo sie ihre Familie zurücklassen und am Arbesisortc. Versuche zur Beseitigung dieses Unrechts sind zwar oft gemacht worden, aber sie scheiterten stets an der bekannten bureaukratischen Schwerfälligkeit, für die alle Dinge ein unüberwindliches Hindernis sind, die sich nach dem bekannten Schema F nicht lösen lassen. Die neue Vereinbarung ruht auf dem Grundsatze der Gegen- seitigkeit. Lippeschc Wanderarbeiter in Preußen und preußische Wanderarbeiter in Lippe werden in gleicher Weise getroffen. Die Vereinbarung soll vom I. April ab gelten. Ihre Bestimmungen besagen im wesentlichen: Landwirtschaftliche oder gewerbliche Ar- heiter, welche unter Beibehaltung ihres Wohnsitzes im Fürstentum Lippe bezw. im Königreich Preußen Aufenthalt nehmen, dürfen von der Aufenthaltsgemeinde zur Gemeindeeinkommmensteuer nur mit der Hälfte des Steuersatzes herangezogen werden, zu dem sie von ihrem in der Aufenthaltsgemeinde erzielten Arbeitsverdienste tarifmäßig zu veranlagen sind, wenn sie eine Bescheinigung ihrer Heimatsbehörde darüber beibringen, daß sie an ihrem Wohnsitze Familienangehörige zurückgelassen haben, zu deren linterhalt sie in Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflicht beitragen. Während ihres Aufenthalts in Preußen dürfen diese Arbeiter von der Heimats- gemeinde ebenfalls nur mit der Hälfte des Steuersatzes heran- gezogen werden, zu dem sie von ihrem in der Aufenthaltsgemeinde erzielten Arbeitsverdienste tarifmäßig zu veranlagen sind. Für landwirtschaftliche oder gewerbliche Arbeiter mit dem Wohnsitze im Königreich Preußen gilt, wenn sie im Fürstentum Lippe Aufenthalt nehmen, unter denselben Voraussetzungen das Entsprechende. Man sieht, daß das Unrecht hierdurch noch nicht beseitigt, daß «s nur gemildert wird. Wer in der Heimat keine Angehörigen hat, für die er nach den gesetzlichen Borschriften sorgen muß, der muß nach wie vor von demselben Verdienst an zwei Stellen bluten. Daß die staatliche Bureaukratie hier keinen gründlichen Wandel zu schaffen vermag, ist um so bezeichnender, als es sich um Wander- orbeiter handelt, die zu den bedauernswertesten Opfern unserer Wirtschaftsordnung gehören. Das Ichpesche Staatsministerium will versuchen, mit anderen deutschen Staaten ähnliche Vereinbarungen zustande zu bringen. Spitzelwirtschaft in Essen. I» Essen sind Zustände eingerissen, die lebhaft an die schlimmsten Zeiten des Sozialistengesetzes erinnern. Während deS letzten Wahl- kampfes zur Reichstagswahl brachte das Blättchen des Kruppschen gelben WerkvereinS wiederholt Berichte über Sitzungen des Vorstandes der Essener Sozialdemokratie, die sich der Verfertiger aus den Fingern gesogen hatte. Jetzt ist bei einer anderen Gelegenheit die Ver- mutung der Essener Genossen über die Urheberschaft jener Meldungen zur Gewißheit geworden. In einer Preßfehde zwischen Gelben und Christen kam heraus, daß diese beiden Richtungen ihre beiderseitigen Interna durch Spitzel auszukundschaften suchen. Dem Christen- blatt, das den Vorwurf der Spitzelei gegen die Gelben erhob, ant- warteten die Angegriffenen, daß das Spitzeln doch auch den Christen zugute käme, denn es sei zwischen ihnen und dem Kriminalkommissar Leschnik ein Abkommen privater Natur getroffen worden, nach dem die Gelben mit Material ans der Sozialdemokratie Essens versorgt werden solltest. DaS Blatt der Gelben be- zeichnete die oben erwähnten verlogenen Berichte als die Frucht dieses Abkommens. Der Segen dieser Spitzcltätigkeit ist, wie die Gelben versichern, also auch Herrn GieSbertS zugute ge- kommen. Leschnik ist derselbe Beamte, der kein Hehl daraus macht, daß er sich politischer Spitzel bedient. TaS Treiben des Leschnik, wie anderer Organe der Essener Polizei, ist schon wiederholt gekenn- zeichnet worden; da aber der preußische Polizeiminister ein Ein- schreiten nicht für nötig erachtet, ja anscheinend mit der Tätigkeit dieser.Hüter der Ordnung* ganz einverstanden ist, dauert der Skandal fort. Es bleibt nichts übrig, als fortgesetzt schärfste öffent- liche Kririk an der Essener Polizeiwirtschaft zu üben. Ausmarsch der Krieger aus„Walhalla". Zur Jahrhundertfeier in L ie g n i tz war die eine Hälfte des dortigen Königs-Grenadier-Regiments zu einer Festvorstellung in das Walhalla-Theater befohlen worden. Es sollte der patriotische Film„Königin Luise" vorgeführt werde». Infolge eines Ver- sehens erschien jedoch zuerst die Enthüllung des Denkmals für Paul Singer auf der Leinwand. Die Bestürzung war groß. Das königlich-preußischc Militärgemüt fühlte sich bis in die untersten Partien der Bauchhöhle verletzt. Der Generalmajor v. Conta, der der Vorstellung beiwohnte, erhob sich mit den übrigen Offizieren und gab den Befehl, daß die Soldaten das Theater verlassen sollten. Unglaubliche Fahrlässigkeit eines Unteroffiziers. Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich am Sonnabend vor dem Kriegsgericht der Aufklärungsschiffe in Wilhelmshaven der Tor- pedobootsmannsmaat Bonn vom großen Kreuzer„Moltke" zu ver- antworten. Der Anklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Am 30. Januar zeigte ein Torpedomatrose einem Kameraden seine Pistole, in der sich ein Geschoß befand, das von den beiden für eine scharfe Patrone gehalten wurde. Um sich zu vergewissern, zeig- ten sie das Geschoß dem Unteroffizier. Ohne viel Federlesens l u d der Maat die Patrone inseine Pistole und zielte auf den Matrosen Kurreck, der aber davonlief. Der Maat befahl ihm, stehen zu bleiben, zielte auf ihn und schoß ihn in f die B r u st. Der Berlctztestarbnach zwei Tagen. Das Kriegsgericht verurteilte den Maat wegen grober Fahrlässigkeit bei der Behandlung von Waffen und Munition, wodurch der Tod eines Menschen herbeigeführt wurde, unter Mißbrauch seiner Dienstgcwalt, zu drei Jahren Gefängnis. Die dreijährige Dienstzeit in Frankreich. Ein vernünftiger Radikaler. Paris, 11. März.(Eig. Ber.) In der radikalen Presse mehren sich die Stimmen, die die Demokratie davor warnen, sich von dem militaristischen Taumel fortreißen zu lassen und in die von der antirepublikanischen Reaktion gestellte Falle zu gehen. So schreibt der Vizepräsident der radikalen und radikalsozialistischen Föderation des Seinedepartements Ar- m a n d C h a r p e n t i e r im offiziellen Bulletin der Föderation, das der„Radical" voni 10. März veröffentlicht:„Diejenigen, die alle Tage auf die große Tronimel des Patriotismus los- pauken, sind entweder Hanswürste und Narren oder gcfähr- liche Verbrecher. Diesem lärmenden Patriotismus. der an nichts anderes denkt, als Frankreich auf Deutschland losgehen zu lassen. ziehe ich den ruhigen, überlegten Patriotismus aller wahren Republikaner vor, die den festen, Willen haben, mit allen Mitteln einen Krieg zu verhindern, den weder das deutsche noch das französische Volk wollen. Wenn neue Opfer an Geld und Menschen notwendig wären, würde die radikale Partei sie ohne Zögern bringen. Aber sind sie notwendig? Ich bezweifle es ganz entschieden. Ich weiß wohl, daß der O b e r st e K r i e g s r a t ein Gutachten zugunsten der dreijährigen Dienstzeit abgegeben hat. Aber man müßte doch grenzenlos naiv sein, um zu glauben, daß die Professionellen der Armee die zweijährige Dienstzeit je- mals mit einem Ivohlwollenden Auge angesehen haben. Ebenso könnte man die Bischöfe, Pfarrer und Mönche um ihre Meinung über die Trennung von Kirche und Staat, die Aufhebung des Kultusbudgets, die Verweltlichung des Unterrichts und die Einziehung der Güter der toten Hand durch den Staat befragen. Um die Frage auf ihren richtigen Boden zu stellen, hätte man den Obersten Kriegsrat fragen müssen, ob zwei Jahre ausreichen, einen Soldaten so voll- ständig wie nur möglich auszubilden. Nun, man muß eine krasse Ignoranz oder einen ausgesprochen schlechten Glauben besitzen, wenn man nicht anerkennen will, daß zwei Jahre ausgiebig hinreichen, unt einen Soldaten— sei er Kavallerist, Infanterist oder Artillerist— auszubilden. Alle diejenigen, die die Kaserne passiert haben— und ich gehöre dazu— wissen, daß der Infanterist nach sechs Monaten auZ- gebildet ist. Die Wahrheit ist, daß in einer wirklich zivilisierten Nation, die einzig daran dächte, eine Verteidigungsarmee zuhaben, der Militär- dienst auf sechs Monate für die Infanterie und zehn bis zwölf Monate für die Ka- valleric beschränkt werden könnte. Sicherlich erlaubt uns der gegenwärtige Zustand Europas noch nicht, diese ideale Armee der Zukunft zu verwirklichen. Aber weil wir diesen Fortschritt noch nicht vollbringen können, ist das ein Grund zur dreijährigen Dienstzeit zurückzusch reiten? Ich glaube es nicht." Ich gehe aber weiter. Ich glaube, daß es ein schlechter Patriotismus und eine schlechte Liebe zu Frankreich ist, wenn man dieses.Land in Schrecken jagen und ihm auf diese Art die dreijährige Dienstzeit auferlegen will. Die Größe einer Nation wird nicht an dem Flächenin halt ihrer Kasernen gemessen." Charpentier befürchtet von der Verlängerung der Dienstzeit eine Beschränkung der intellektuellen Arbeit, aber auch die Er- zeuguug einer antimilitaristischen, bis zum AntiPatriotismus gehenden Strömung. Er erinnert daran, daß vor 30 Jahren, als die ersten Intellektuellen in die Kaserne mußten, die antimilitarische Romanliteratur der„Sous-Offs" von Descaves u. a. entstand, die im Anarchismus ausmündete. „Man wendet freilich ein, daß Deutschland rüste. Ach, der alte Unsinn! Weil es Deutschland gefällt, seine geistigen Kräfte zu zerstören und zu ruinieren, muß Frankreich des- gleichen tun? Weil B i s m a r ck triumphiert, soll Voltaire ver- schwinden?.. Nein wir wollen das Erbe Voltaires retten, wollen, daß Frankreich der Bote der Zukunft, der Träger der Ideale bleibe, der Verkünder des dauernden Friedens unter dem ohne Unterlaß wiederholten Ruf: Nieder mitdem Krieg! Um diese Befreierrolle zu spielen und gegen die Barbaren, die es vernichten wollten, geschützt zu sein, genügt es, daß Frankreich mit den Völkern ringsum im Bunde st ehe. Der Völkerbund wird den Krieg unmöglich machen." Zum Schluß kommt Charpentier auf die etwas verwunderliche Idee, daß man die Dcfensivkrast der Nation durch die Aufstellung einer Berufsarmco stärken könnte. Die Kosten dazu könnten durch eine progressive Steuer auf die Einkommen über 12 000 Frank aufgebracht werden. Aller- dings meint er— und damit hat er sicher recht— daß die Herren von der konservativen Rechten für diese Reform weit weniger Begeisterung zeigen würden als für die dreijährige Dienstzeit. 2 4- 1--- 2. Am Sonntag besuchte der Ackerbauminister David die landwirtschaftliche Gesellschaft des Norddepartements in Lille, die ihm zu Ehren ein Bankett veranstaltete. Er gab dabei eine Rede von sich, die in dem Satz gipfelte:„Das Land gibt sich Rechenschaft darüber, daß das Gesetz über die dreijährige Dien st zeit, wenn es auch die Prinzipien der zwei jährigen Dienstzeit auszuheben scheint, in Wirklichkeit diese nur in rationeller Weise bestätigt". In welchem Stadium des Banketts der Minister diese„rationelle" Arithmetik zum besten gab, wird nicht gemeldet._ Oeft erreich. Wahlreform für den galizischen Landtag. Zu den Ländern, die unter einem elenden Wahlgesetz leiden, und in welchen die Arbeiter vollständig entrechtet sind, gehört auch Galizien. Seit man in Oesterreich das ollgemeine Wahlrecht eingeführt hat, fordern auch unsere polnischen Ge- nassen eine Wahlreform. Die polnischen Großgrundbesitzer, die das Land beherrschen, wollten jedoch von einer Wahl- rcform nichts wissen. Nachdem sich jedoch die uni Stapinski gescharten Volksparteilcr für eine Wahlreform erklärten und sogar mit der Sprengung des Polenklubs im österreichischen Reichsrat drohten, gaben die Stanzyken nach und erklärten sich zu Verhandlungen bereit. Nach monatclangem Hin und Her ist nun eine Einigung erzielt worden und dem Landtage soll ein Kurieiüvahlgesetz vorgelegt werden. Danach soll die Gesamtzahl der Abgeordneten 230 betragen. Davon fallen 02 Sitze den Ruthenen zu. 1-1 Mandate sind den Bischöfen und Universitätsrektorcn zugedacht; 45 Abgeordnete wählt die Kurie der Großgrundbesitzer und 8 Abgeordnete die Kurte der mittleren Landwirte; 12 Abgeordnete gehen aus den Wahlen einer allgemeiiien Kurie hervor; 5 Abgeordnete wählen die Handelskammern; 2 Abgeordnete haben die Hand- werkskammern und 100 Abgeordnete die ländlichen Ge- meinden zu wählen....... Dieser kleine Auszug zeigt, daß Galizien mit einer Karikatur vom Wahlrecht beschert werden soll. Eine Arbeitcrkurie wurde abgelehnt; die Arbeiter stnd der allgemeinen Kurie zugezählt worden, in der auch die privilegierten Wähler der Städtekurie wahlberechtigt sind. Dadurch glaubt man den Arbeitern selbst von diesen 12 Man- daten einige rauben zu können. Wird die Vorlage Gesetz, so kann damit gerechnet werden, daß die Sozialdemokratie 6 bis 8 Mandate erobert. Für die Kurie der ländlichen Gemeinden ist das Pluralwahlrecht vorgesehen. In der Städtekurw sollen alle Steuerzahler wahlberechtigt sein. Charakterisiert wird das Gesetz schon durch die Tatsache, daß 2000 polnische Magnaten 44 Mandate erhalten, während den 3 Millionen ruthenischen Bauern nur 45 Mandate zu- gedacht sind. Am 17. März wird die Wahlreformkommission wieder zusammentreten und am 18. März soll eine Sitzung des Land- tages stattfinden, in der die Vorlage zur Beratung kommt. Hus der Partei. Em Blatt für die sozialistische Bilduugsarbeit in Belgien. Man schreibt uns aus B r ü s s e I: Die sozialistische Bildungs- arbeit, die seit dem Bestehen der Bildungszentrale lCantnüs d'Education Ouvriere) so mannigfache und gute Fortschritte aufzuweisen hat, verfügt seit dem l. März nun auch über ein eigenes Organ. Das„Bulletin de la Centrale d'Education Ouvriere" repräsentiert sich, acht Seiten stark, in einem einfach-netten Gewände mit einer hübschen Titelvignetie. Die Artikel erscheinen in den beiden Landessprachen— französisch und vlämisch. In einem ein- führenden Artikel erklärt das Blatt seinen Hauptzweck: ein Korrespondenzorgan für alle der„Bildungszentrale" unterstellten Bildungsarbeiten zu sein. Daneben soll aber die theoretische Bildungs- arbeit alle Ansmerksamkeit finden. Es werden Artikel erscheinen, in denen Erfahrungen und Ideen der für die geistige Ausbildung des Proletariats tätigen Genossen erörtert werden sollen; Artikel über die Fragen der sozialistischen Arbeiterbildung im allgemeinen; über die prole- tarische Bilduugsarbeit des Auslandes, über die Organisation und Tätigkeit der Arbeitcr-BildungSschuIen, der Bildungsvereine und Arbeiterbibliotheken, über die proletarische Kunsterziehung, Fest- Programme, belehrende Exkursionen und manches andere. Auch Dis- Positionen für Mnseenborträge werden fortlaufend erscheinen. Die erste Nummer bringt eine solche über den Petroleumtrust. Die sozialistischen Blätter, die Gewerkschaften und Genossen- schaften, die nationalen Gewerkschaftsselretäre und Sekretäre der Föderationen der Arbeiterpartei, die Bildungsvereine und Bibliotheken. die Sekretäre der sozialistischen Arbeitcrschulen, die Vortragenden der Bildungszentrale erhalten alle das„Bulletin" gratis. Im Einzel- abonnement kostet es 1 Fr. pro Jahr. Den beiden Organen der „Jugendlichen" wird das„Bulletin" einer Vereinbarung gemäß ein- gefügt. Erwähnen wir noch aus der ersten Nummer die Angaben der Bildungszentrale über den Fortschritt ihrer sozialistischen Schulen. Während im Unterrichtsjahr 1911—12 die Zentrale 21 Schulen mit insgesamt 766 Schülern zählte, stieg die Zahl der Schulen diesen Winter auf 1 0, die Zahl der Schüler auf 1298. Ein Fort- schritt, der die ernste, eifrige Arbeit der.Bildungszentrale" aufs beste erhärtet. Auch bei den der BildungSarbeit obliegenden aus- ländischen Genossen wird das neue Bildungsorgan der belgischen Arbeiterpartri Interesse finden. Das„Bulletin" erscheint einmal monatlich und wird vom Genossen Henri de Man, dem Sekretär der Zentrale, geleitet. Die Vorbereitung auf die italienischen Parlamentswahlc». Rom, 9. März.(Eig. Ber.) Die Frage der Parteikandidaturen ist bereits vom„Avanti" aufgeworfen worden, wobei das Zentralorgan beklagt hat, daß überall Akademiker kandidieren, obwohl die Einführung der Diäten das parlamentarische Mandat doch auch den Arbeitern zugänglich machen sollte. Der„Avanti" hatte weiter be- mängelt, daß sich unter den Kandidaten viele Freimaurer befinden, wobei er außer acht gelassen hat, daß nur eine Minderheit der Parteigenossen sich gegen das Verbleiben der Freimaurer in der Partei ausgesprochen hat, und es doch nicht gut angeht, ohne einen Mehrheitsbeschluß die Freimaurer zu Genossen zweiter Ordnung zu stempeln. Der Parteivorstand hat in seiner jetzigen Sitzung konsta- tiert, daß bei den letzten Wahlen 338 098 Stimmen für Partei- kandidaten abgegeben wurden, die im ganzen 42 Mandate eroberten und 7ö Stichwahlen berbeiführten. Heute ist durch die Parteispal- tung die Fraktion auf 24 zusammengeschrumpft. Für die neuen Wahlen dürften 350(gegen 227 bei den vorigen) Parteikandidaten aufgestellt werden, mit guten Aussichten in 168 Wahlkreisen und Er- Wartung einer Million sozialistischer Stimmen. Für die Parteitandidaturen hat der Vorstand die folgenden Normen aufgestellt: a) in allen Wahlkreisen, wo wenigstens eine Parteisektion existiert, ist ein organisierter Genosse als Kandidat zu proklamieren; d) der Kandidat muß seit mindestens 6 Jahren der Partei angehören; c) bis.31. März müssen alle Kandidaten proklamiert sein; 6) wo eine Proklamation durch die lokalen Sektionen ausbleibt, bezeichnet der Vorstand den Kandidaten; e) Stichwahlabkommen hat nur der Vorstand zu treffen; i) die nach dem Kongreß von Reggio � aus der Partei ausgeschlossenen oder ausgetretenen Mitglieder dürfen vor den Wahlen nicht wieder in den Parteiverband aufgenommen iverden. Neu ist nur die letzte Bestimmung, die dahin abzuzielen scheint, die AnssohnungSversuche in verschiedenen Städten, so nament- lich in Genua, zu vereiteln. Nach den Bestimmungen des Vorstandes werden in etwa 20 Wahlkreisen reformistische und Parteikandidaten einander gegenüberstehen.»_ polizeiUchtB, Gerichtliches uftv. Auf drei Monate Gefängnisquartier hat Genosse L Usch er von der„Schlesischcn Bcrgwacht", unserem Waldenburger Parteiorgan, bezogen. In einem Artikel, in dem die Arbeiter zur Betätigung ihres Klassengefühls und zur schärferen Erwcckung ihres Klassenbewußtseins aufgefordert wurden, hatte die Staatsanwaltschaft eine Aufreizung zum Klasscnhatz mit mög- lichcn Gewalttaten erblickt. Ter Parteisekretär Linns Scheibe in Bochum bat eine Strafe von einem Monat Gefängnis in der Strafanstalt Werl an- getreten. Genosse Scheibe sollte den Kronprinzen in einer Wahl- r-ide beleidigt haben. Der beleidigte Landgerichtsrat. Am Sonnabend wurde Genosse Brcslauer als verantwort- lichcr Redakteur des„Sächsischen Volksblattes" vom Schöffengericht in Zwickau zu einem Monat Gefängnis verurteilt, weil er dem Lnndgcrichtsrat Dr. Förster, einem erbitterten Sozia- listenvcrnichter, ein paar derbe Worte ins Stammbuch geschrieben hatte. Der Herr Landgcrichtsrat hatte nach Rcichsvcrbandsmanier in einer Rede die Sozialdemokratie bekämpft. Interessant ist, daß der Vorsitzende, wahrscheinlich weil er selbst die Strafe für ein paar formale Lappalien für außerordentlich hoch fand, für nötig hielt, hervorzuheben: ,, Natürlich scheidet die Amtsstcllung deS Herrn Klägers vollkommen aus!" Gewerbrcbaftlicbee. Die zentralen Verhandlungen im Baugewerbe. _ Am 9. März traten die Parteien unter dem Vorsitz der drei Unparteiischen wieder zu Verhandlungen zusammen. Die Anträge der Parteien zu dem Hauptvertrage und zu dein Vertragsmuster lagen nunmehr vor. Die Arbeiter haben sich mit ihren Anträgen auf Aendernngen beschränkt, die das Vcrtragsniuster betreffen. Ihre Anträge beziehen sich be sonders auf solche Bestimmungen, die in dem gegenwärtigen Vertragsverhältnis hauptsächlich zu Differenzen'Veranlassung gegeben haben, und zwar infolge ihrer Unklarheit und des halb zweideutigen Auslegung. Ihre Anträge wünschen eine größere Klarheit des Vertragsinusters, dainit in Zukunft Differenzen, die aus Unkenntnis, wegen Meinungsverschieden heitcn oder auch infolge schikanöser Handhabung der Bestini mungen vermieden werden können oder verhindert werden müssen. Doch die Fassung eines Hauptvertrages halten die Arbeiter erst dann für opportun, wenn der Wortlaut des Per tragsmusters festgestellt ist. Deshalb haben sie dazu auch keine Anträge gestellt und halten ihre Stellung dazu durch ihre bereits in der früheren Verhandlung abgegebenen Erklärungen für gegeben. Der Unternehmerverband hat dagegen durch seine Anträge kundgetan, daß er eine vollständige Umkrempe lung des Vertragsverhältnisses wünscht. Während der zentralen Verhandluiigcn über die Lohn frage trat bei den Unternehmern unverkennbar die Absicht zutage, einen zentralen Vertrag zu erstreben, bei dem die zentralen Organisationen die Träger der Verträge sind und die örtlichen Organisationen so gut wie ausgeschlossen werden. Das war bereits im Jahre 1908 so und wiederholte sich im Jähre 1910. Obgleich diese Versuche damals von den Ar beitern zurückgewiesen�wurdcn, haben dennoch die Unter nehmer von der Verfolgung ihres Zieles nicht gelassen. Ihre jetzigen Anträge sind zwar etwas geschickter gesaßt, aber ihre Absicht tritt heute deutlicher zutage denn je. Durch Haupt vertrag wollen die Unternehmer der allgemeinen Einführung der Akkordarbeit die Wege ebncü. Früher wurde das von ihnen immer bestritten, und die wiederholten Versuche, unter dein bisherigen Vertragsverhältnis schon diese ihre Absicht durchzuführen, konnte nur mit Mühe von den Arbeitern zurückgedrängt werden. Nach ihrem jetzigen Antrage der laugen die Unternehmer für die Akkordarbeit„freie Bahn". Und die gleiche Tendenz spricht ans ihren Anträgen. Mehr „Ellenbogenfreiheit" fiir uns im Vertragsverhältnis und Zurückdrängung der Arbeiterorganisationen! Das ist die Losung des Arbeitgeberbundes, unter der er die Tarif Verhandlungen im Jahre 1913 eingeleitet hat, und an der er bis zur Stunde festhält. Dazu verlangt der Unternehmerverband noch die Hast Pflicht der Organisationen für die Durchführung des Tarif- Vertrages. Wenn man diesen Antrag flüchtig betrachtet, könnte nian ihm zustimmen, denn er müßte bei den Mit gliedern des Unternehmcrverbandes eine erzieherische Wirkung ausüben, wenn die Haftpflicht einer Partei auch auf den eigentlichen Urheber einer Differenz ausgedehnt werden würde. Aber das wird jedenfalls nicht beabsichtigt, und man wird noch sehen, wie die Unternehmer sich dagegen wehren werden; denn dann würde ja allen den Bundesmitgliedern das Handwerk gelegt, die es wirklich meisterhaft verstehen, sich gegen die Vertragskontrahenten auf Arbeiterseitc mög- lichst schikanös zu benehmen und fortwährend die Arbeiter provozieren. Gerade aus diesem Zustand hat sich eine solche Anzahl von Differenzen ergeben, gegen die die Arbeiter im Vertragsverhältnis bisher schutzlos geblieben sind. Es blieb ihnen dann nichts anderes übrig, als das Mittel der Selbsthilfe. Jetzt soll ihnen nach Ansicht des Unternehmerverbgnhes auch noch dieses Mittel aus der Hand geschlagen und"seine An- Wendung mit Strafe belegt werden. Solche Fessel werden sich die Arbeiter natürlich nicht anlegen lassen. � Ucber diese großen Unterschiede kam es gleich zu Beginn der Sitzung zu prinzipiellen Erklärungen. Die Arbeiter- Vertreter wiesen auf das nachdrücklichste darauf hin, daß sie sich auf eine solche Umwälzung des Vcrtragsvcrhältnisses und ans die Ausschaltung der örtlichen Vereine als Vertragsträger nicht' einlassen könnten. Wenn die Unternehmer darauf bc- ständen, wäre es zwecklos, in weitere Verhandlungen ein- zutreten. Von den Unparteiischen wurde geäußert, dbß, nach- dem nun die gegenseitigen Verträge vorliegen, doch einmal in eine Verhandlung eingetreten werden müßte, um zu er- sehen, ob nicht über verschiedene Punkte eine Verständigung erzielt werden könnte; schließlich könnten doch auch die Un- parteiischen mit Vorschlägen dienen. Von den Vertretern der Unternehmer wurde geantwortet, daß sie nicht die Absicht ge- habt hätten, die bisherigen Grundlagen im Vertragsverhältnis zu verlassen, sie wollten sie nur einheitlich zusammenfassen. schließlich erklärten die Pavteien sich damit einverstanden, Vorschläge von den Unparteiischen, wenn diese nicht den Charakter eines Schiedsspruches tragen, entgegenzunehmen. Es wurde dann in die Verhandlungen über das Vertrags- mnstcr und die dazu gestellten Anträge eingetreten. Zunächst gab ein Antrag der Unternehmer, der sich auf die Arbeitszeit bezieht, zu lebhaften' Auseinandersetzungen Anlaß. Der Antrag verlangt, daß bei ausreichenden Licht- Verhältnissen die kürzere Winterarbeitszeit auf die gewöhn- liche, und zwar ohne Lohnzuschlag, verlängert werdcii� darf. Die Arbeiter stellten sich im Gegensatz hierzu auf den Stand- Punkt, daß die normale Arbeitszeit iin Baugewerbe sich stets nach den Lichtverhaltnissen zn richten habe. Sic erklärten, daß sie sich nicht darauf einlassen könnten, daß der Zuschlag für Unberstnnden, wenn solche im Winter gemacht werden, erst von der 10 Stunden überschreitenden Zeit an gezahlt wird. Auch.gaben sie der Befürchtung Ausdruck, daß die Unter- nehmer ihren Antrag, wenn er in den Tarif aufgenommen wird, dazu benützen würden, bei künstlichem Licht arbeiten zu lassen. Die Unternehmer bestritten, daß das ihre Absicht sei. Eine Einigung wurde hierbei nicht erzielt, ebensowenig über die Frage der Bezahlung der Ueberstnnden. Nach dem bisherigen Vertrage sind Ueberstnnden sowie Nachtarbeit, Sonntagsarbeit und Arbeit an den gesetzlichen Feiertagen in besonderen Fällen auf Verlangen des Unternehmers zu leisten. Sie dürfen aber nur gefordert werden, wenn durch deren Unterlassung Menschenleben in Gefahr kommen, Ver- kehrsstörungen eintreten usw., oder wenn das technische Gc- lingen einer Arbeit hiervon abhängt. Die Arbeiter wollen, daß die Ueberstunden nach Schluß der tariflichen Arbeitszeit beginnen und spätestens 8 Uhr abends enden, daß alle Arbeit zwischen 8 Uhr abends und 6 Uhr morgens als Nachtarbeit gilt, und daß die Sonntogsarbeit in der Nacht vom Sonn- abend auf Sonntag nm 12 Uhr beginnt und in der Nacht vom Sonntag auf Montag um 12 Uhr endet. Nach dem An- trage der Unternehmer sollen als Ueberstunden solche Stunden gelten, die über die gewöhnliche Somnierarbeitszeit hinaus gehen und in die Zeit von 5 Uhr morgens bis 9 Uhr abends fallen. Als Nachtstunden soll die Zeit von abends 9 Uhr bis morgens 5 Uhr gelten, gls Sonntagsarbeit von morgens 5 Uhr bis abends 9 Uhr. Außerdem fordern die Unternehmer noch, daß das JUrfarbeiten der fertigen Betonmischungen und das aus Sicherheitsgründen notwendige Fertigstellen angefangener Konstruktionsteilc zulässig ist, und daß für Ueberschreitunj} der gewöhnlichen Somnierarbeitszeit bis zu einer halben stunde in diesen Fällen kein Zuschlag gezahlt zu werden braucht. Starke Meinungsverschiedenheiten traten auch in der Frage der Akkordarbeit zutage. Nach dem bisherigen Vertrage ist Akkordarbeit zulässig. Ob im Akkord gearbeitet wird, hängt von der Vereinbarung zwischen den einzelnen Unternehmern und Arbeitern ab. Die Unternehmer stellten einen Zusatzantrag, daß weder die Einführung noch die Eiu schränkung der Akkordarbeit durch kollektive Maßnahmen herbeigeführt werden darf. Sie wollen, daß dadurch die Br stimmung des jetzigen Hauptvertrages, die durch die Bc gründung zum Hauptvertrage und durch die Entscheidungen des zentralen Schiedsgerichtes nack) ihrer Meinung verschoben worden ist, wieder rein zur Geltung kommen soll. Tie Ar- beiter wollen die Bestimmung über Akkordarbeit aus dem Hauptvertrage heraus haben. Die Vertreter der Zimmerer verlangten, daß die Akkordarbeit, die in ihrem Berufe nur vereinzelt vorkommt, gänzlich ausgeschaltes wird, während die Maurer erklärten, daß sie zwar nicht die Absicht haben, die Akkordarbeit für das Maurergewerbe zu verbieten, daß sie aber die Sicherheit schaffen wollen, daß sie in Orten, wo sie bisher nicht besteht, auch nicht eingeführt wird. Sie wollen auch die Beschlußfassung über die Akkordarbeit nicht individuell machen, sondern auch hier soll die Organisation ein Wort mitzureden haben. Ganz besonders wollen sie die Ein- führung der Akkordarbeit vom Abschluß eines Akkordtarifes abhängig machen. Zu den Bestimmungen über die Durch führung der Verträge beantragten die Unternehmer die Durchführung eines Passus, wonach zur Sicherung für alle Ansprüche aus den Bestimmungen der Verträge von den Arbeiter- und Unternehmerverbänden je 20 000 M. bei der Reichsbank hinterlegt werden sollen. Die Arbeiter lehnten das ab mit dem Hinweis, daß der tarifliche Gedanke im Baugewerbe noch nicht so in Fleisch und Blut der Beteiligten übergegangen ist, daß man derartige Maßnahmen treffen könnte. Ebenso lehnten die Arbeiter die von den Unternehmern verlangte Ein beziehung der Betonarbeiter in den Vertrag ab. während um gekehrt die Unternehmer nichts davon wissen wollten, daß Erdarbeiten, die zur Vorbereitung eines Hochbaues notwendig sind, unter den Vertrag fallen. Nach Beendigung der allgemeinen Diskussion wurden die Unparteiischen ermächtigt, ein Tarifmuster auszuarbeiten. Die Vorschläge der Unparteiischen sollen am Mittwoch nachmittag den Parteien vorgelegt werden. Die endgültige tellungnahme behalten sich die Parteien vor. BerUn und Umgegend. Achtung, Schneider! Folgend« Zwischenmeister der Herren, konfektion fertigen Streikarbeit an: Baum. Chodowicki, stratze 21; F ä n d r i ch, Graunstr. 36; R o i k, Mehnerstr. ö R o h r l a ck, Vinetaplatz 6; G a tz, Anklamer Str. 23; I a h n I e, Rheinsberger Str. 44: Meyer, Schwedter Str. 33; Schmitz. Swinemünder Str. öl; Marschweski, Kuglerstr. 41; Hill mann, Choriner Str. öOa; Meißel, Schivelbeincr Str. 44; Hermann. Schliemannstr. 36; Seile, Graunstr. 24; Kranith Ruppiner Str. 42; Annader, Lortzingstr. 22; Muhr, Raumerstratze 6; Hänschke, Hagenauer Str. 12; Drews. Kastanien- alle« 11: Drews, Schliemannstr. 4?; Kaulen; Dänenstr. 9; Sperling, Schvnholzer Str. 16; W i l l a b e ck, Brunnenstr. 83; Bachstedt, Graunstr. 16; Klingbeil, Keine Markusstr. 16; Z e m p k e, Palisadenstr. 96; T i e tz, Elbinger Str. 76; G e p p e r t, Ramlerstr. 22: L e s k e, Chodowieckistr. 29; S t e m m l e r, Rigaer Stratze 24; Türk, Wichertstr. 141; K n o b l a u ch, Kopenhagener Stratze 77; Bernuth, Kochhannstr. 29; Beständig. Engel- ufer 1a.; Pluwatsch, Franseckistr. 3/4: S ch ö n l i tz, Kvpcnicker Stratze 113; Heckert, Stolpische Str. 26. und Reh er, Swine, münder Str. 41. Verband der Schneider. Filiale Berlin I. Achtung, Tapezierer! Gesperrt sind Beyer, Dresdener Str. 33, für Polsterer und Lederarbeiter, für Kleber: Gieseler u. Schmutzler, Trautenauer Str. 13, Bauten Sächsische Str. 67 und 9, wegen Tarifbruch. Die Schlichtungskommission. Deutkches Reich. Die verunglückte Aussperrung im Malergewerbe. Die am Montag in Leipzig begonnene Aussperrung im Palcrgewerbe hat autzerordentlich kläglich eingesetzt und kann schon heute als mißlungen betrachtet werden. Statt der angekündigten allgemeinen Aussperrung, die etwa 1400 bis 1500 Gehilfen und 627 Geschäfte betroffen hätte, ist es nur zur Aussperrung von insgesamt etwa 100 Gehilfen gekommen. Am Dienstagmorgcn waren 84 Vcrbandsgehilfen, 13 Mitglieder des neuen Zcntralver- bandes und 2 Hirsch-Dunckerschc Maler ausgesperrt. Von den 627 der Innung angeschlossenen Geschäften sind nur 29 dem Aus- sperrungsbcschluß nachgekommen. Die kleinen Geschäfte haben nicht mit ausgesperrt, haben vielmehr dem Zcntralvcrband der Maler brieflich erklärt, daß sie sich an der Aussperrung nicht beteiligten. Damit ist die Aussperrung völlig wirkungslos geworden. In Zeitz sind von 60 Gehilsen 40 ausgesperrt, in Eilenburg van 23 Gehilfen 17. Im Bezirk Plauen sind von 300 Gehilsen nur 130, also 50 Proz., ausgesperrt. In R e i ch c n b a ch haben von 80 Gehilfen 30, in O e l s n i tz von 38 nur 17 und in Greiz Von 109 nur 9 Gehilsen die Kiindigung erhalten. Im Bezirk Frankfurt a. M. haben von 17 Lohngebicicn nur 8 ausgesperrt, und zwar Cassel, Darnistadt, Frank- furt, Hanau, Höchst, Mainz, Offenbach und Worms. Insgesamt sind in sdiescn Gebieten 1370 Ausgesperrte gezählt wordeti. �gehalten wird. Tie Arbeit wird nicht eher aufgenommen, bis auch auf diese Bedingung eine Antwort des Hafenbetricbsvcreins vor- liegt. Durch den Kampf ist der Versuch, die etwa 300 Bunker- leutc in ein Kontraktberhältnis zu zwingen, abgeschlagen worden. Achtung, Former und Giestereiarbeitcr! Die Firma Po- k o r n y u. W i t t e k i n d in Speyer a. Rh. ist gesperrt. Die Arbeiter dieses Betriebes haben die im dortigen Jndustriebezirk übliche Arbeitszeit von 36 stunden verlangt, ebenso die Umrech» nung der Löhne und die übliche Entschädigung für Ueberzeitarbeit. Die Organisation der Mctallindustricllen hat sich zu dem Verlangen der Arbeiter auch nicht ablehnend verhalten, doch hat sie vor- geschlagen, Hätz die Arbeiter mit der 57stündigen Arbeitszeit ein- verstanden sein möchten. Dazu waren die Arbeiter um des lieben Friedens willen auch bereit. Aber die Firma hat nicht nur nicht mit den Arbeitern verhandelt, sondern denselben rund heraus er- klären lassen,„daß sie sich von niemand etwas drein reden lasse". Mit einer solchen Antwort sind nun die Arbeiter doch nicht zu- frieden und wird im Lause der Woche, wenn keine Ver- ständigung mehr erfolgt, die Arbeit niedergelegt.— Es i st Zuzug deshalb streng fernzuhalten. Die Bezirksleitung des Dcutscheu Metallarbeitervcrbandes. HusUnd. Der Streik der Londoner Bäcker. London, 10. März 1913.(Eig. Ber.) Die Bäcker London» werden, wie schon tclcgrapbisch gemeldet, diese Woche in den Streik treten. Am 7. März haben sie, 3000 an der Zahl, den Bäcker- meistern gekündigt,«ic hoffen, daß wenigstens drei Viertel der 10 000 Londoner Bäcker dem Rufe der Gewerkschaft folgen werden. Sic verlangen die 34stündige Arbeitswoche und einen Minimallohn von 30 Schilling in Bäckerläden und 32 Schilling in Fabriken. Die Meister wollen aus diese Forderungen nicht eingehen, wenn ihnen der Arbeiter nicht garantiert, wöchentlich wenigstens 10 Sack Mehl zu Brot zu �verarbeiten. Hierauf können sich aber die Bäckergesellen nicht einlassen; denn während die Leistung in guten, modernen Bäckereien wohl leicht erzielt werden kann, gibt es in London noch viele Geschäfte mit primitiven Einrichtungen, wo der Arbeiter mit dem besten Willen nicht einmal die Hälfte der von �en Meistern verlangten Menge Mehl verarbeiten kann. Tie Zustände in den Londoner Bäckereien sind teilweise haar- sträubend. Hat doch selbst der Redakteur der Mcisterzcitung„The Bakers' Rccord" zugegeben, daß„die Bäckerei in London unter Verhältnissen betrieben wird, die nicht nur für den Beruf, sondern aus für die Zivilisation eine Schande sind". Da gibt es Fälle, wo Bäcker mehr als 100 Stunden in der Woche arbeiten. Löhne von 20 Schilling kommen wor. Uicd im allgemeinen arbeiten die Lon- doner Bäcker zwischen 73 und 93 Stunden in der Woche. Dazu sind die sanitären Verhältnisse, unter denen die Arbeiter schaffen müssen, die denkbar schlechtesten. Es gibt z. B. in London noch 1330 unterirdische Backstuben. Der Londoner Sekretär der Bäckcrgewcrk- schaff schreibt:> „Man denke sich, wie es dem Bäcker nach all dieser Arbeits- zeit in einer Temperatur von 90 Grad Fahrenbeit und darüber zumute ist. Bleich und abgerackert, schleppt er sich langsam nach Hause. Sein niedriger Lohn erlaubt ihm nur, eine Wohnung mit zwei oder drei Zimmern zu mieten, und wahrscheinlich lätzt er sich auf den nächsten Stubl nieder, um in einen tiefen Schlaf zu fallen. Er hat keine Zeit, um sich seiner Frau und Familie zu widmen, und er ist zu müde, um für irgend etwas Interesse zu empfinden. Kurzum, sein Leben besteht aus Schlaf und Arbeit." Diesen schändlichen Zuständen, die in gleichem Maße in keiner anderen Stadt Großbritanniens anzutreffen find, wollen die Lon- doner Bäcker, unter denen sich sehr viele Deutsche aus dem Reiche und aus Oesterreich befinden, nun endlich den Garaus machen. Sie haben sich als den günstigsten Zeitpunkt für den Kamps die Woche vor Ostern gewählt, in der das Bäckergeschäft besonders flott geht. Namentlich am Karfreitag werden hierzulande eine Unmenge warmer, mit einem Kreuz gezeichneter Semmeln verzehrt. Allem Anscheine nach wird der Londoner in diesem Jahre den„bot aross bans" entsagen müssen. Und wenn der fromme Londoner in der Osterwoche betet:„Gib uns heute unser tägliches Brot!" wird sein Gebet unerhört bleiben. Oder der liebe Gott wird diesmal ant- Worten:..Gewiss; aber zuerst behandle mir den Bäckergesellen in menschlicher Weise." I*ctztc Nachrichten. Vermittclung in der bulgarisch-rumänischen Streitfrage. London, 11. März. sW. T. B.) Wie das Rcutcrfchc Buroau erfährt, ging dem Minister des Aeutzercn Ssasonoiv und den Bot- schaftcrn in Petersburg von den Gesandtschaften Rumäniens und Bulgariens ein Memorandum zu, welches die Ansichten der beiden Staaten in den schwebenden Fragen auseinandersetzt. Bulgarien, das für einen Schiedsspruch war, während Rumänien nur einer Mediation zustimmte, nimmt nun, um diese Verschiedenheit zu bc- scitigcn, die Mediation der Mächte an. Die Prüfung dieser Frage geht somit aus den Händen der Botschafter in London in die der Botschafter in Petersburg über. Bevorstehende Beendigung des Streiks im Hamburger Hafen. Zwischen dem Transportarbcitcrverband und dem Hafen- betricbsvcrein fanden in den letzten Tagen erneute Verhandlungen statt, mit deren Resultat sich eine Versammlung der Streikenden am Dienstagmorgcn beschäftigte. Der Hascnbctricbsvcrcin will sich verpflichten, während der Tauer des Tarifvertrages für den Bunkcrcibctricb Kontraktarbeiter für Handbunkerung nicht anzu- stellen. Tic dreizehn bei der Kohlenhebergcscllschaft angestellten Kontraktarbeiter sollen nicht vermehrt werden, auch dann nicht, wenn weitere Heber in Dienst gestellt werden. Für die Arbeiter der Hcbergcsellschaft wird ein in seinen Grundzügen bereits feststehen- der Vertrag abgeschlossen, der gegen den früheren allerdings gewisse Verschlechterungen aufweist. Die Streikbrecher sollen in dem Maße entlassen werden, wie sich die alten Arbeiter beim Arbeitsnachweis melden. Nach lebhafter Aussprache wurde das Verhandluugscrgcbuis mit 273 gegen 224 Stimmen angenommen unter der Voraussetzung, daß an der bisherigen Arbeitsweise und Arbciterannahme fest- Tic Einbringung der französischen Hccrcsporlagc. Paris, 11. März. Ter Kriegsminister® trenne legte beute in der Heereskoinmission der Depntiertenkaminer die Gründe dar, die zur Vorlegnna des Rekrntierungsgesetzes ge- führt hätten, und betonte, daß der Kommissionsbericht sobald wie möglich der Kammer vorgelegt werden müsse, damit die Kammer üoch vor den Osterferien darüber beraten könne.__■ Pfarrer Jatho gestorben. Köln, 1l. März. Heute abend verstarb im evangelischen Krankenhaus in Lindcnthal der bekannte Pfarrer a. T. Jatho an den Folgen einer Blutvergiftung, die er sich vor mehreren Wochen zugezogen hatte. Jatho war vor zwei Jahren seines Postens ent- hoben worden, da seine kirchlich-liberalen Anschauungen, die übri- gens sehr verschwommen waren, den orthodoxen Kirchcngcwaltigcn nicht gefielen. Explosionskatastrophe in einem russischen Eisenbahnzugc. Warschau, 11. März.(P. C.) Ein schrecklicher Unglückfall er- eignete sich auf der Eisenbahnstation Rudnar Poczajowski. Ein Personenzug, der sich der Station näherte, geriet in Brand da- durch, datz ein Mann in einen leck gewordenen Benzinbehälter eine brennende-Zigarette warf. Durch die darauf erfolgende Explosion waren die Passagiere des Zuges in kurzer Zeit in Flammen ge- hüllt und Türen und Fenster des Waggons wurden weit hinaus geschleudert. Der Zug fuhr noch eine Strecke weit, che der Zug- führcr das Feuer bemerkte. Als der Zug zum Stehen gebracht wurde, gelang es dem Zugpersonal im Verein mit den Passagieren der anderen Wagen, den Brand zu löschen. Ein Kind und acht Erwachsene fanden den Tod in den Flammen. Vier Personen wurden tödlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Zahlreiche andere erlitten mehr oder minder schwere Brandwunden. Explosion auf einem französischen Unterseeboot. Eherbourg, 11. März. lP. C.) An Bord des Unterseebootes „Foucault" hat sich eine Explosion des Pctroleummotors ereignet. Bei der Explosion wurden neun Mann der Besatzung, die sich in dem Motorraum befanden, mehr oder weniger schwer Berantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verankw.t gerade in dem Motorraum befanden, mehr oder weniger ___ verletzt.__>____ x Uh. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlagsanftäuHaulSinAertCa..Bcrli»S>V. Hierzu 2 Beilaacn u> Unterbaltuugslil. Nr. 60. 30. Iahrgavg. 1. Sfilnje des„itötmärts" Sttlintt Wsdlck. Uiw-ch. 12. M--! 1913. Hbgcordnctcnbaug. löd. Sitzung. Dienstag, den 11. März 1313. vormittags 11 Uhr. Llnr Ministertisch: Frbr. v. Schorlemer.� Mzepräfident Dr. Porsch eröffnet die Sitzung mit einer feier- lichen Ansprache.(Die Mitglieder des Hauses mit Ausnahme der Sozialdemokraten erheben sich von den Sitzen.) Porsch sagt u. A.: Meine Herren I In dieser Zeit, in der sich auch em Auffchwung der vaterländischen Dichtung geltend machte, hat ein todesmutiger Jüngling gesungen: Doch stehst Du dann, mein Volk, bekränzt vom Glück Und Deiner Vorzeit heiligem Siegeskranz. Vergiß die treuen Toten nicht und schmück' Auch ihre Urnen mit dein Eichenkranz! Wir loollen den Eichenkranz niederlegen, nicht nur auf den Gräbern der Männer von geschichtlichen» Namen, nein, auch auf den Gräbern der Tausenden»»nd Abertausenden, längst Ver gessenen, ohne deren opfervolle Hingabe die Namen der großen Feldherren und großen Staatsinänner»nit glänzenden Lettern in die Blätter unserer Geschichte nicht hätten eingeschrieben werden köniren. Wir wollen den Eichen« kränz niederlegen eingedenk der Worte, welche Blücher seinen sieg- reichen Truppen einmal zurief:.Nie»vird Preußen untergehen, wenn Eure Söhne und Enkel Euch gleichen! Mögen alle Geschlechter dessen stets eingedenk sein." Wir, das lebende Geschlecht,»vollen von neuem uns geloben, dessen stets eingedenk zu sein. Zun» Ausdruck dieses GelöbnifieS, zmn Ausdruck unserer Hingabe für König und Vaterland, für Kaiser und Reich, bitte ich Sie, ineine Herren,»nit mir zu rufen: Unser König, der deutsche Kaiser Wilhelm II., er lebe hoch! Die Mitglieder des Hauses und die Rcgierungsvertreter stiminen dreiinal in den Ruf ein.— Die Sozialdemokraten bleiben sitzen. (Rufe rechts: Raus! raus!) Nach Erledigung eines Gesetzes betreffend Kreisgrenz« und Amtsgerichtsbezirksveränderungen in zweiter und dritter Beratung folgt die zweite Beratimg des Etats der Ansiedelungskommission in Verbindung mit der ersten Beratung des Gesetzentwurfs über Maßnahmen zur Stärkung des Deutschtum? in Wcstpreußen und Pose»». Minister v. Schorlen»«: DaS Gesetz bezweckt die Ergänzung der Mittel, welche seit 1886 für Ansiedelung von Bauern und Arbeitern sowie für Doinänen- und Forstankäufc und Befestigung größerer Güter gefordert»vorden sind. Bisher sind 725 Millionen für diese Zwecke verwandt worden. Nahezu 21 000 Familien sind angesiedelt, 230 000 Hektar sind im Besitz befestigt, 24 OOO Quadratmeilen sind für Domünei» und Forsten angekauft»vorden. Zuzugeben ist. daß die Kosten der Befiedelung sich infolge des Steigens der Gllterpreise erhöht haben. Die Steigerung der Güterpreise zeigt sich aber in» ganzen Osten, auch in Pommern und Schlesien haben die Grundstückspreise eine bisher nie gekannte Höhe erreicht. Die deutsche Bevölkerung hat au Seelenzahl nur in den Regierungsbezirken Bromberg und Marientoerder zugenommen, aber dort ist auch die Ansiedelungs- tätigkeit am stärksten gewesen. Die Zunahme der Seelenzahl der Deutschen ist aber nicht die Hauptsache,»vichtiger noch ist, daß die deutsche Bevölkerung auf wirtschaftlichem Gebiete gestärkt wird. Das Deutschtum muß in dem wirtschaftlichen und nationalen Kampfe mit dem Polentum geschützt»verde»». Darum»Verden jetzt neue 100 Millionen für Besitzbefestigungen gefordert, für eigentliche Ansiedelungen nur noch 75 Mllionen. Eines weiteren Grundstocks wird die An« fiedlilngskommission für ihre Tätigkeit nicht bedürfen. Getviß sind die Summen groß, die gefordert werden, aber ich hoffe, daß Sie, wie Sie bisher der Polenpolitik zugestimmt haben, altch bei dieser Vorlage nnt Ihrer Zustinnnung nicht zurückhalten werden.(Bravo! rechts> Abg. v. Kries(f.): Wir sind grundsätzlich bereit, die geforderten S uminen zur Auffrischung des OstnrarkcnfondS zu bewilligen, denn Stillstand ist auf diesem Gebiete Rückschritt.(Bravo! rechts.) Abg. Herold(Z.): Diese neue Vorlage beweist, daß die preußische Polenpolitik vollständig erfolglos getvesen ist. Der polnische Land besitz in Posen und Westpreußen hat sich seit 1886 um 394 Quadrat� meter vermehrt. Es ist eine Ungerechtigkeit, die Polen zu bekämpfen mit dem Gelde, das sie selbst als Steuerzahler aufgebracht haben. (Sehr richtig! bei den Polen). Jetzt in der Zeit des nationalen Auf- fchwungS sollte man nicht mit einem neuen Ausnahmegesetz kommen. (Bravo I im Zentruin.) Finanznnnister Dr. Lentze: Polen»var völlig verwahrlost, als c» zu Preußen kam. Preußen hat Polen gelehrt, wie es wirtschaften kleines feuilleton. Das Duucan-Gastspiel. Jsadora Duncan, die Reformatorin der Tanzkunst, ist seit Jahren zum ersten Mal wieder in Berlin, von wo sie inzwischen mit ihrer Schule nach Darmstadt übergesiedelt ist, aufgetreten. Was sie uns am Montag in der Kurfürstenoper bot, war nicht gerade etwas Neues. Aber das war ja auch nicht zu er- warten, zumal die Reform, die die Duncan begonnei», wohl An- Hänger»»nd Schüler gewonnen hat, aber an der üblichen Tanzerei noch»»ichts geändert ist. Die gesunden Grundsätze der Duncan haben ihre Rolle kemesloegs ausgespielt, im Gegenteil:'sie laufen Gefahr, das Vorrecht einiger Künstler zu werden, anstatt ein be- fruchtendes Element»niserer Feste und unseres Lebens. Die letzten Jahre haben»vir ja»nancherlei Tanzreformatorisches gesehen: die Wieseitthaler liehen ihre jugendliche Anmut den An- regungcn der Duncan, die Russen zeigten ihre farbigen Balletts und offenbarten, was»virkliche Tanzkiinstler in der alten Tradition und(»vas viel tvichtiger und für die Drincan beiveiskräftig ist) in dem freien Tanze leisten können. In Helleraii� endlich ist der Rhythmus zum leitenden Prinzip eines ganzen Systems er- hoben, lind an all diesem hat die Duncan schließlich ihren Anteil. Eine fortreißende Künstlerin ist sie nie gelvesen und kann sie nie werden. Dazu fehlt ihr das Jinpulsive und Bezaubernde. Wirkt sie trotzdem in ihrer ganz unerotischen Art überzeugend, so spricht das uin so mehr für ihre Sache, lind so wirkte sie denn auch dies- mal wieder als die Propagatorin des freien,»nit edler Musik ge- paarten Tanzes, die aus der griechischen Kunst viele schöne Motive entlehnt.(Ein wandelndes Anliken'abinett.) Zuerst schien es, als ob die Duncan nur noch lebende Plastik und Mimik betreiben»vollte. Und da sah»nai»,»vie wenig auS- drucksfähig sie und besonders ihr Gesicht ist. Aber dann ging sie nach und nach zu»virklichen Tänzen über. Chopin, Brahms und Schubert boten, sehr diskret gespielt, den inusikalischen Vorlvand(es wäre natürlich ein Irrtum zu glauben, diese Musik bedürie der Tanzillustralion). Die rhythmisch beivegte Forin, die zwischendurch in charakteristischen Posen Einschnitte der Ruhe gewann, entwickelte mit relativ wenig Mitteln Anmutiges uird' Gefälliges. Das eigentliche Bacchantische liegt der Duncan dagegen wenig. Als nun vollends einige Schülerinnenreigen einsetzten,»var das Publikum begeistert. Und doch»var da nichts,»vas nicht Allgemeingut aller jungen Mädchen werden könnte!»Was die Duncan erstrebt, den Körper in schöner Bewegung zu zeigen. sollte Ziel jeder Körpererziehung sein. Aber da zeigt sich eben die Grenze, an die man heute mit allen Reformen bald gelangt: Was für die Allgemeinheit ersprießlich»väre»»nd erst in ihr sich voll- enden könnte, bleibt ein mühsamer Versuch und bestenfalls eine Theaternummer.— r. muß.(Lachen bei den Polen). Trotzdem haben sich die Polen immer»nehr abgesondert. Die Polen köimcn sofort alle diese Maß- nahmen der Regierung überflüssig machei»,»venn sie sich auf den Standpunkt stellen, daß sie loyale Preußen sein wollen.(Sehr richtig! rechts, Lachen bei den Pole»»). Nach der Deduktion des Abg. Herold könnte der Staat überhaupt keine Strafe vollstrecken, »venu der Betreffeitde durch seine Steuern dazu beiträgt, daß der Staat leben kann.(Rufe: Aul aul bei den Polen und Sozial- dcinolratcn.) DaS Herz der Polen könnten wir doch nur erobern, »venn»vir das Königreich Polen»viederherstellten. Gewiß sind in der Polenpolitik große Fehler begangen, aber durch einzelne Rück- schlüge dürfen wir uns nicht irre machen lassen. Wir wollen ja die Polen gar nicht erschlagen.(Zuruf bei den Sozialdeinokrateir: Das»väre auch noch schöner!) Aber»vir können nicht dulden, daß ein fremder Staat im eigenen deutschen Lande enffieht. (Bravo rechts und bei den Nationallibcralen, Zischen bei den Polen.) Abg. Dr. Brett(srk.): Es handelt sich hier um ein Kulturwerk allerersten Ranges.(Lachen bei den Polen.) Die vermehrte Zahl der deutschen Abgeordneten in den polnischen Provinzen ist ziveifellos auf die Ansiedelungspolitik zurückzuführen. Notwendig wäre ein klarerer Ueberblick darüber, was von den Summen für die Besitz- befestigung größerer Güter verwandt worden ist. Diese halten wir nur für angebracht in den Gebieten, wo wei»ig Großgrundbesitz vor- Händen ist. Die Hauptsache ist für uns die Scßhastmachung der Arbeiter.— Mit der Versöhitungspolitik gegenüber den Polen hat Preußen nie gute Erfahrungen gemacht. Das richtigste wäre eine großzügige Enteignungspolitik auf polnischem Boden. Wir wollen einen einheitlichen preußischen Staat. sBravo I rechts. Zischen bei den Polen.) Abg. Glatzel(natl.): Wir find mit den Wirkungen der Polen- Politik in politischer und wirtschaftlicher Beziehung durchaus zu- frieden. Daß zur Aufbringung der Mittel zu einem Werk, das die Sicherheit des preußischen Staates bezweckt, auch die preußischen Polen mit beitragen, ist nur selbstverständlich. Bei der Besitz- befestigung könnte ctivas planvoller vorgegangen werden. Das polnische Eleinent wächst: um so einiger sollten die Deutschen sein. (Bravo! bei den Nationalliberalen.) Abg. Dr. Pachnickc(Vp.): Die Millionen für die Polenpolitik können ihren politischen Zweck nicht erreichen, weil die betreffenden Maßregeln, die kulturell und wirtschaftlich zu begrüßen wären, Aus- Ilahinecharakter tragen. Um ihnen diesen Ausnahmecharakter zu nehmen, werden wir beantragen, statt dieser 250 Millionen 300 Millionen für innere Kolonisation, aber im ganze n Staat zu ver- wenden.(Beifall bei der Volkspartei.) Abg. v. Trampzynski(Pole): Angesichts der Möglichkeit eines Weltkrieges ist diese Vorlage am wenigsten angebracht, da sie die Kluft zwischen den politischen und deutschen Volksteilen nur noch unüber- brückbarer machen muß. Preußen muß sich daran geivöhnen, daß es nicht ein nationaler Einheitsstaat ist. Die Vorbedingung der Ver- söhnung der Polen ist die Anerkennung der Existenzberechtigung unsere« Volkstums im preußischen Staate.— Zu dem Boykott gegen- über den Deutschen sind wir dnrck, den Boykott ans der anderen«eite gezwungen»vorden,»vir wollen damit erreichen, daß die Deutschen in den polnischen Provinzen ihrer Regierung vorhalten, zu welchen Konsequenzen ihre Politik führt.(Bravo' bei den Polen.) Abg. Kloppenborg(Däne): Die Polenpolitik ist»veder christlich noch heidnisch, sie ist original-preußisch.(Sehr gut! bei den Polen und Sozialdemokraten.) Vorbilder gibt es dafür nicht in der Welt- geschichte. Die deutsche Volksvertretung im Reichstage hat den Stab über diese Politik gebrochen, aber die regierende Kaste in Preußen fährt fort, auf der schiefen Ebene herabzurutschen. Diese Politik ist unmoralisch.(Sehr gut! bei den Polen.) Die Polen sind ein gesundes Volk, über dessen Entwickelung man sich freuen sollte. Aber die preußische Politik gegen die Polen ist ein Schandfleck auf den deutschen Namen.(Vizepräsident Krause ruft den Redner zur Ordnung.) Sie suchen die Polen zu demoralisieren, be schmutzen sich dabei aber mir selbst.(Bravo! bei den Polen und Sozialdemokraten.) Abg. Ströbel(Soz.): Es ist ein eigentümliches Zusammentreffen, daß gestern hier in Berlin die offizielle Feier der sogenannten Befteiungskriege statt- gefunden hat, eine Feier des deutschen Nationalismus, und es ist erst recht ein Treppenwitz der Weltgeschichte, daß»vir gerade zu Anfang dieser Sitzung eine Rede gehört haben, in der der nasionale Gedanke mit pomphaften Worten gefeiert»vurde und daß in derselben Sitzung 230 Millionen gefordert»Verden, um eine fremde Nation niederzutreten. Wenn wir für die deuffche Nation das Recht beanspruchen, den nationalen Gedanken zu pflegen, so sind wir moralisch verpflichtet, dieses Recht auch anderen Nationalitäten einzuräumrn, auch Volks- stämmcn, die infolge der geschichtlichen Entlvickelung zu Untertanen Das umstrittene Millionenbild. Die„Anbetung der Heiligen drei Könige", das berühmte Werk des Hugo van der Goes, das nun dqm Berliner Museum gesichert ist, verschafft den deutschen Samm- lungen das zweite von drei Gemälden, die man heute mit Sicher- heit diesem Meister des 15. Jahrhunderts zuschreiben kann Van der Goes war ohne Zweifel der größte Maler seiner Zeit, denn in den Niederlanden konnte sich ihm kein anderer Meister zur Seite stellen, und als die Florentiner die Kirche Santa Maria Nuova mit dem Werke eines nordischen Künstlers schmücken wollten, erteilten sie ihm ihren Auftrag. Sein Altarbild, das die„Anbetung der Hirten" darstellt, traf im Jahre 1480 am Arno ein und machte auf die italienischen Maler durch seinen wuchtigen Realismus und durch d»e leuchtende Kraft seiner Farben einen unvergleichlichen Eindruck. Dieses Florentmer Bild ist das eine authemische Werk deS Meisters, das auf uns gekommen ist. Das zweite ist eine Darstellung des gleichen MotivS, die sich im Berliner Kaiser-Friedrich-Museum befindet. Das dritte Bild, eben jene große„Anbetung der Könige",»vurde erst vor einigen Jahren in dem spanischen Kloster Mouforte entdeckt. ES gelang der General direktion der Berliner Museen, das Bild für den Preis von cilva einer Million Mark zu erwerben, aber in Spanien erhoben' sich als bald manche Stimmen, die ein Verbot der Ausfuhr dieses Kunst- Werkes empfahlen. In der Tat verzögerte sich nun die lleberführnng des Gemäldes nach Berlin, und der Fall hat sogar zu lebhaften Debatten in den Eortez geführt. Nun haben die Spanier ihren Widerstand aufgegeben, und die reichhaltige Sammlung von Werken der frühen Niederländischen Meister, deren sich da« Berliner Museum rühmen kann, wird in kurzer Zeit noch um ein geradezu einzigartiges Stück bereichert werden. (Zu dieser Korrespondenzmeldung ist zu bemerken, daß keiner von den fixen Leuten, die über die neueste Eroberung des Herrn Bode schreiben, das Bild je gesehen hat. Ein vorzüglicher Kenner der altniedcrländischen Malerei, Professor Voll, hält, soviel »vir lvissen, das Bild zioar für alt und echt, aber nicht für einen van der Goes. Charakteristisch ist aber wieder die Pressebegeisterung. die zumeist inspiriert wird. Sehr bemerkenSlvert ist auch, daß als Zwischenhändler joder Beauftragter)»vieder jener— Gretor genannt wird, dem Herr Bode auch die Florabüste verdankt. Immerhin wäre es interessant zu wissen, wieviel dieser Herr dabei verdient hat.) Reinhold Kiehl, der Baumeister des Zweckverbandcs, ist Plötz- lich, erst 39 Jahre alt, gestorben. Mit ihm verlieren»vir in schneller Folge den dritten einer hoffnungsvollen Generation junger Archi- tcktcn: Habicht, der Rcichsbantdaumeister, William Müller und nun Kiehl. Die Schüler Wallots und Messels scheinen nicht alr »Verden zu sollen. Was Kiehl zu leisten vermochte, davon stehen in Neukölln die trefflichsten Zeugen, ein charaktervolles Rathaus, aus- gezeichnete Schulen, ein straffes Elektrizitätswerk und eine Kranken- hauZanlage, die den Anspruch erheben darf, Symbol und För-. Preußens geworden sind. Es war anch charakteristisch, daß. als hier von politischer Moral gesprochen wurde, die Rechte in ein Gelächter ausbrach.(Sehr gut! b. d. Polen.) Wir Sozialdemo- kratcn reden nicht gern von Moral, aber wir üben Moral.(Lachen rechts.— Abg. Hoffmann; Ihre Sorte Moral iiicht!) Ihre Moral ist charakteristisch durch die Polenpolitik.(Sehr wahr! bei den Soz.) Irgend eine Gefahr für den Bestand Preußens könnte aus einer vernünftigen und moralischen Behandlung msi Duldung der fremd- sprachlichen Elemente niemals entstehen.(Sehr richtig I bei� den Sozialdemokraten.) Im Gegenteil, Preußen und Deutschland würden einiger und gefestigter allen Gefahren von außenher gegen- überstehen als jetzt. Ivo Sie mit dem Pvlizeiknüppcl die Rechte der Grcnzstämmc zn Bode» schlagen.(Sehr»vahr! bei den Sozial- demokraten.) Wozu hat denn die runde Milliarde der OstmarkensondS gedient? Die etwa 90 000 Ansiedler, die durch die Subventionen künstlich groß gezogen sind, werden»virtschaftlich zusammen- brechen, sobald die Subventionen nicht mehr gezahlt werden. Die Grundstückspreise sind kolossal in die Höhe gegangen. Das ist natürlich den Junkern sehr angenehm, die so zu anormalen Preisen ihre verschuldeten Güter los werden können. Sie »Verden auch dafür sorgen, daß man keine Maßnahmen trifft, um wieder sinkende Bodenpreise herbeizuführen, so weit wird man mit der Enteignung nicht gehen.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Es ist eine Ironie des Schicksals, daß von dem Enteignungsgesetz, nachdem cs schon jahrelang bestand, erst dann Gebrauch gemacht wurde, als die H e r r e n P o I e n sich b e s o n d e r s loyal gezeigt und für die Erhöhung der Kroudotation gestimmt hatten.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das war ein schöner Reinsall.) Wenn ein Abgeordneter nicht Vorsichtigcrtveise sein Gut vorher verkaust hätte, hätte man ihn vielleicht selbst enteignet als Zeichen des Dankes vom Haus« Hohenzollern.(Heiterkeit.) Wünscht man wirklich ernstlich die chauvinistische nationalistische Agitation zu bekämpfen, so braucht man nur die Polen gerecht zu behandeln. Dann würde sich auch in den polnischen Provinzen dieselbe politische Scheidung vollziehen,»vie in allen übrigen Teilen Deutschlands. Dann»vürde auch die Sozialdemokratie in diesen Bezirken ganz erhebliche Fortschritte machen. Aber Sie wollen von der Sozialdemokratie natürlich noch»veniger lvissen, als von den Polen. Diese sind ebeii_ das Schreckgespenst, das Sie brauchen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn man so viel Wesens davon niacht, daß Bauern angesiedelt »verden, so werden doch die Junker schon dafür sorgen, daß die Zahl dieser Bauern nicht so groß wird, daß sie ihnen unangenehm»vürde. Das zeigt schon die Schaffung der großen Restgüter. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Wir sind auch dagegen, daß Proletarier an die Scholle gefesselt werden um so wehrloser den Wünschen ihrer Arbeitgeber, der Junker, preisgegeben zu werden.— Höchst interessant ist, daß die Begründung der Vorlage selbst darauf hinweist, daß sich inzwischen ein starker leistungsfähiger polnischer Mittelstand herausgebildet habe. Also man betreibt Siedelungspolitik, deren not»o endige Folge die Entstehung dieses Mittelstandes ist und um diesen Mittelstand zn bekämpfen, treibt man weiter Siedelungspolitik.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Diese ganze Siedelungspolitik ist Unsinn, weil Sie die Polen ja doch nicht aus der Welt schaffen kömren. Sie wandern höchstens in andere Teile Deutschlands aus, wie sich ja jetzt schon in Rheinlaild-Westfalen große polnische Gemeinden angesiedelt haben, ebenfalls in nationaler Abgeschlossen- heit. Die polnische Bevölkerung haben Sie»mr e r- b i t t e r t. Wozu diese ganze Politik? Sie werden doch nicht glauben, daß die Gefahr, die östlichen Provinzen könnten Preußen entrissen»verden, so groß ist. Bestände aber wirklich diese Möglichkeit, so wäre die preußische Polenpolitik wahrhaftig nicht das geeignete Mittel, um diese Provinzen zu halten. Nein, cs ist die Lust am Reglementieren, an der Hand- h a b u n g des P o l i z e i k II ii p p e l s. die Sie treibt, das beweist ja auch Ihre Dänenpolitik, denn daß die 150 060 Dänen in der Nordmark keine nationale Gefahr darstellen, ist klar.—. Herr Herold betonte, daß die Polenpolitik, vor allem das Enteignungsgesetz versaffungswidrig sei. Er hätte auch auf den Beschluß des Reichsta(pe-s hinweisen können. Wenn Preußen sich in bewußten Gegensatz zur ReichstagSmehrheit stellen würde, dann»väre es gerade Außgabe des Zentrums, dagegen entschiedensten Protest einzulegen. Aber darüber hat sich Herr Herold ausgeschwiegen. Wenn sich»virklich das Dreiklassenhaus über die Auffassung des Reichstags, daß hier ein eklatanter Verfassungsbruch vorliegt, hinweg- setzt, dann haben»vir erst recht dafür zu sorge, r, daß dicS derer des sozialen Fühlens und der kommunalen �Verantivortung zu sein. Alle seine Instinkte»Viesen Kiehl darauf, den Forderungen des modernen Städtebaues ein Wegbahner zu»verden. Dorum ging er frohen Herzen» zum Zweckverband. In dessen Dienst ist er nun gestorben. Wir betrauern den fähigen Mann aufrichtig.. _■'„ rbr.' Notizen., — Die. nach st e« Ausstellungen der Steg es hfl an. Die Berliner Sezession veranstaltet in diesem Jahve drei, Aus- stellungen: eine SommerauSstellung vom 12. April bis 20. IM, eine Herbstausstellung vom 1. Oktober bis zum 1. Dezember und die Schtvarz-Weiß-AuSstellung, für die die Zeit vom 15. Ja-nmr bis zum 1. Marz 1914 vorgesehen ist. Für die Ausstellung sind, besondere Juroren eingesetzt. — Ein Rei ii hardt-Fe st spielhaus? Durch dieeBerliner Prefie geht die Meldung, daß Prof. Reinhardt auf der Potsdamer Freundschaftsinsel ein„Deutsches National-Theater" a la Bayreuth errichten wolle. Obwohl der Leiter des Deutscheu Theaters fo ziemlich alle Möglichkeilen zlvischen Zirkus und Kaspcrltheatcr zu erschöpfen der Mann ist, scheint diesmal sein Ehrgeiz doch überschätzt, zu»verdcn. Es soll nur der Plan bestckben, daß Reinhardt in dem von Potsdamer Seite geplanten Stadthallenbau im Sommer etwa.20 Vor- stellungen übernehme. — Felix Holländer, derLeiter des Friankffurter Schauspielhauses. Die gemischte Deputation für Theater- angelegenheiten erklärte ihr Einverständnis mit dein Vorschlag des AussichtsratS der neuen Theater-Akticngesellschaft, Felix. Holländer die Leitung des Frankfurter Schauspielhauses zn übertragen, unter der Bedingung, daß der Stadt aus dem neuen Engagement keine besonderen �Lasten entstehen. Holländer wird also der erste offizielle Reinbardt->schüler sein, der die Regie- und JnszenierungSkunfl- grundsätzc seines Meisters vom Berliner Deutschen Theater in andere Zonen zu übertragen sucht. � Sigurd Ibsen will mit dem Kino nichts zu tun haben! Wie der Sohn Ibsens der norwegischen Preffe mit- teilt, hat er die Verhandlungen mit der Nordischen Filmkompagnie abgebrochen, da die Jonas Lie widerfahrene Mißhaitfl'ing ihm bewiesen hat, daß eine Kontrolle genehmigter Verfifcff mjcn in dem nötigen Maße nicht erfolgen kann. Er wird demgiy.»«..eine Hand nicht dazu bieten, daß die Filmkompagnien ntitM- fHan Namen Reklame treiben und sie ihr schnödes Gewerbe allenr»,'etreiben lasten. Dantons Tod" ins Französische übersetzt. In der Generalversammlung der Gesellschaft für Geschichte der Rc- volution, die am Sonntag in der Sorbonne stattfand, teilte der Präsident, Professor A u l ar d mit, daß die Gesellschaft demnächst eine von Michel T h i s r y unternommeiie Uebersetzung von Georg Büchners RcvolutionSdrama herausgibt. Aulard gab ansthsteheud' eine kurze Charakteristik des Dichters und seiner Werke. Dreiklassenhaus» der Hort und Rückhalt des Verfassungs- bruchs, ein anderes Aussehen erhält, dann hätte Herr Herold auf die Notwendigkeit hinweisen müssen, das Drciklasseuwahlsystem zu ändern. Das ist der springende Punkt auch hier, um den Herr Herold herumgegangen ist wie die Katze um den heitzen Brei. Das Zentrum wird auch bei den bevorstehenden Wahlen nichts tun, um die Anhänger des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts zu stärken, sondern es wird sich wieder mit den verfassungsbruchfrenndlichen Elemente» der Rechten vertüudcu, iZehr wahr! bei den Sozialdemokrateius ganz unbekümmert darum, ob dadurch die Polenpolilit gefördert wird. Wieder einmal hat das Zentrum platonische Erklärungen abgegeben, ohne daran zu denken, seinen Worten die Tat folgen zu lassen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Fiiiauziniiiister hat die Polen gewissermaßen mit Verbrechern auf eine Stufe gestellt. Wenn er weiter behauprete, datz die Polen mehr durch die preußische Kultur emporgehoben worden seien, so sollte er nicht, vergessen, daß auch die Polen große Verdienste um die Kultur haben. Ihnen ist es im wesentlichen zu verdanken, daß die Türk enge fahr seinerzeit von Westeuropa abgewendet worden ist. Wir sollten gegenliber den Polen so verfahren, wie Frankreich seiner Zeit in den annektierte» linksrheinischen Provinzen und sollten ihnen die Entwicklung ihrer Sprache, Literatur und Schule nicht Der kümmern, dann würde sich ein polnischer Chauvinismus in jenen Provinzen niemals geregt haben, würde» die Deutschen mit ihnen iu Eintracht leben und die Polen da, wo sie sich wohl fühlen, ihr Vaterland sehen. Aber durch Ihre Unterdrückungspolitik haben Sie Empörung und Erbitterung erzeugt und Sie tu» das selbst tu einer recht gespannten intcrirationale» Situation, Lei der ein gelegentlich zu offiziösen Kundgebungen benutztes rheinisches Blatt die Möglich keit eines Krieges nicht als ausgeschlossen erklärt. Sie aber er- bittern nicht nur die Polen, die Dänen, die Elsässer, sondern auch die vielen Millionen der Arbeiter, die Sie als rechtlose Bürger zweiter Klaffe behandeln. So wie das Königswort gegenüber den Polen nicht eingehalten wurde, so wenig wurde auch das K ö n i g s lv o r t von 190 8 über die Reform ierung des preußischen Wahlrechts eingelöst. Sie sollten es siäi doch gut überlegen, die großen Massen der Bevölkerung, ja schließlich die Hälfte des ganzen Volkes fortwährend zu empören und zu verbittern. Zu dieser Politik aber gehört auch diese Vorlage, die ein Denkmal der Schande ist! «Bravo! bei den Sozialdemokraten.— Unruhe rechts und bei den Rationalliberalen.) Vizepräsident Dr. Krause: Für diese Aeußerung rufe ich Sie zur Ordnung.� Ei» Schlußantrag wird angenommen. Die Vorlage geht an die Vudgetkommission, der Etat der An- siedluugskommlssioii wird gegen Polen, Sozialdemokraten, Zentrum und einige Kortschrittler aiigenommen. Ter Etat des Herrenhauses. Abg. Hoffmann(Soz.): Wir bedauern, daß dies« Ausgabe noch notwendig ist und bedauern insbesondere, daß das Herrenhaus noch existiert, i Heiterkeit.) Sonst wäre» diese Ausgabe» überflüssig. Auf den Namen einer Volksvertretung kann das Herrenhaus in keiner Weise Anspruch erheben. Das Wahlgesetz von 1848, das allen über 24 Jahre alten Preußen gleiches und geheimes Wahlrecht gab, kannte nur eine Kammer, die Nationalversammlung. Erst durch die oktroyierte Dezemberverfassung wurde das Zweikammersystem eingeführt, jedoch war das Herrenbaus noch eine Wablkammer, wenn auch durch höheres Alter, Grundbesitz, Eigentum, Steuerleistung loesentlich be- schränkt. Erst nach lotederhollen Abänderungen und Verschlechterungen der Verfassung erhielt das Herrenhaus seine heutige Gestalt, die nur durch BerfassuftgSbruch herbeigeführt werden konnte. Staatsrechtlich jst das Herrenhaus fest verankert, weil es nur unter seiner ciaeiien Zustimmung auf- gehoben werden könnte. Es müßte also Selbstmord begehen. Wir . aber sind überzeugt, daß das preußische Volk auch dieses Hexren- hauS, das sich nicht modernisieren läßt, übertvindeu wird, allerdings erst, wen» in dieses Haus frische Luft und Freiheit ein- gezogen sei» wird.(Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Bei der Beratung einer Interpellation über ein Eisenbahnprämienanleihen erklärte im Jahre 1869 das H e r r c n h a u S m i t g l i e d v. Below, daß der Mensch dazu bestimmt ist, im Schweiße seines Angesichts sein Brot zu verdienen und die Arbeit zur Erwerbung des Lebens- Unterhalts bedeute den nationalen Charakter. Wo ist denn, von diesem Standpunkt aus betrachtet, im Herrenhaus noch nationaler Charakter vorhanden'� jEehr gut I. links.— Heiterkeit.) Das Herrenhans ist die Körperschaft der Ahgesäztc» und llcierstiissigen und wenn es sich trotzdem in letzter Zeit wiederholt„freiheitlicher" erwiesen hat, als die Mehrheit dieses Hauses, so ist das Ihre schärfte Kennzeichnung.lS/iU9. tShre feiiiem Andenken! Die Beerdigung sindet?an»ei»- tag. den in. Ädiz. iiachmittag-Z i Uhr, von bei.v'alle des Zentral- ° in Fiiediichsseldc aus ,)'i>edhojeS Unr rege Beteiligung ersucht 20S/ll l»vi- V«»i->,twnU. ZozIalileMi'aliMi'Va.'iIvci'eiii !.l!.K.Kei1.ReiedZlag5'VMfei8. Am 7. März verstarb unser .StNosse, der(Sastwirt Julius VjesKo Thoriner Tlr. 58. Bezirk 525. Für 3— 7 Jahre, durchweg jetzt M.«IIb-' | Herren-Wäsche D Hüte n Handschuhe D Krawatten Ml!iil!lii!IIiIlli!I!IW>iiiiIlli!!liIll!IiiW!!II!Il!I!lI>iW!!ls!!!!!I!il!lii!!!!!!iIIIII!i!!,niIlllIM!,II!ililI!liiIii!ii!iii!!ii!illi!,issisisIiiisiii!siiiiiiiiii!i!liil!iiMIi!illi!IlIlI!il!!iil!i>IIll!!!iiIIiiI!ii!ß iligeiueine Kranken- und Sterhe- kasse der lietaliarbeller E. H. Ho. 29 Hamburg. ftiliate Baumschulenwcg. Am Sonntag, de» 9. März, verstarb unser langjähriges Mit- glied Gustav Lippstreu. Ehre seinem Andeuten! Die Beerdigung sindet am Mittwoch, den 12. März, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle deS neuen Friedhofes, Kiesbolzftrage, au» statt. 114/12 Die Ortsverwaltung. Deutscher SEtaliarhEiter-Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, dah unser Mitglied, der Gürtler Gusiav Lippstreu Baumschulenweg, Wobsgeinuthslr.8, am 9, März an Luugenleiden gestorben ist. Die Beerdigung sindet am Mittwoch, den 12. März, nach« mittag« 3 Uhr, von der Leichen» balle des neuen Semeinde-Fried- hoses In der Kieiholzstrajje in Baumschulenweg, au» statt. Ferner starb unser Mtglied, der Werkzeugmacher Lelix Winkler. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den IZ. März, nach- mittags S'/j Uhr, von der Leichen- Halle des Hellig-Kreuz-Kirchhoses in Marien auS statt, MWM eltlg-ZI in Mariendorf, Eisenacher Strotze, Ehre ihrem Andenke«! Rege Beteiligung erwartet 114/14 Bis Orlsverweitung. Verband d. Brauerei- u.Kiihlen- arbelternjerwierulsgenossen. Ortsvorwaltung Berlin. Unseren Miigiieder» zur Nach- richt, datz am 8. März der Kollege, Ref.. Fahrer 42/18 Wilhelm Giese tPatzenhoser I) nach langem Leiden an der Pro- letarierkranlheit verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 12. März, nachm. 3 Uhr, voll der Leichenhalle des AuserstehungskirchboseSin Weitzen- fee, Lichrenberger Reg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Am Montag, den 19. d. M„ verstarb nach schwerem Leiden meine liebe grau Emilie Rutschke geb. Polsln. Die Beerdigung findet Freitag, den t t. März, nachm. i Uhr, von der Halle des ZentralsriedhoseS, FriedrichSselde, au» statt. Die» zeigt tiesbetrübt an 76?l Ernst Rntachke. Allen Fieunden und Bekannten hiermit di« traurige Nachricht, datz am Sonntag, nachmsttags 4'/, Uhr, mein lieber Mann und guter Bater, Schwiegervater und Großvater Gustav Laidach »ach langem, schwerem Leiden im 58. Lebensjahre ianst enl» ich lasen ist. 2865b Uln rege Beteiligung und stille Teilnahme bitten Hedwig Salbach geb. Ettner. Paul Selbach. Berlin, den». März 1913. Reinickendorfer Siratze 87. Tie Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 13. März, nach- mittag? 3'/. Uhr, von der Leichendalle der Königlichen Eharilö au« nach dem St. PhitippuS-Apostel- Kirchhof In der Müllerstratze statt. Deutscher fransportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroS-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Arbeiter Gustav Herrmann am 9. März im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. März, nach- mittags 5'/, Uhr, von der Leichen- balle des neuen Luisenstädtischen Kirchhofes, Neukölln, Hermann- stratze, aus statt. 62/19 Oie Bezirksverwaltnng Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 69(Laden) Wie wird die Staatsangehdrigkelt erworben? Ein Führer durch das Recht der Staats- und Reiehsangehtfrlgksit, Von H. B e i m s. Breis 25 Pf. 247119 Knorr frankfurter Suppe, feine, neu eingeführte Knorr-Suppe» Bin Alürfe! für 3 Heller 10 Pfennige. Extra- Ab teil ii n, 1 1 Gesch.; BcrllnW., Mohren- 1 StraOc 37a(2. Haus von der Jarusalemer Straße). | II. Gesch.: Berlin HO., Li eße I Frankfurt. 8«r.11S(2. Hausj von der AndreasstraBe). | Sehrgr. Ausw. fert. Kleider, I j Hüte, Handschuhe, Sohleier letc. v. einfachsten bis zum[ j hoohelesant.Genrez.äuüerst j niedrigen Preisen. Sonder-Abteilung: laalianfnrtljgunii; in 10 bis 18 Stunden. BekaDDtesreeüesKoDleltMaus verkanft zu bequemen Teilzahlungen erstklassige Jackenkosttiinc, Kloldcr, Ulasen, Paletot» etc. unter utrengster Diskretion. Offert, unter J. K. 1I88S4 bei'. Rudolf Mosse, Berlin SW. 32/5o* Dr. SimmeB Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, m�pimz 10—2. 5—7. Sonntags 10—12. 2—4 KostOmel Amazone Beate.. Msrga.. Edit... . hl«8.— . M. 30.- . M«.- . M.«.— M 58,- M 75.— 100 bis 250 In der l Mode■ Aussieilung am Zoo PlaU rechts vom Kioganff Eintrittskarten für mein* Kundschaft gratis. Sonntag gs(lffnet8«t0, 12-6 .................. Frühjahrs- Mfinfel Arladiw,. M. 18.— Naxos... M. 25.— Helle{ S-ÄtE Kleider Hera.......»f. 36.— Carmen...... M. 65— Medstls>«>.—, 150.—, 200.— Mr- Konfektion: Plltsch mfinfel 4.... Abend m&Btol i»«Sf. UIslBP...... j W»»« Franz Abraham Bamb. Messina-u.Römertrank-Kell. N 4, Bartetair. 8a. Fernsp. Kgst. 13708 Erscheint 2 mal wöchentlich. Bezugsquellen-Verzeichnis. Si-Si Bestes alkoholfreies Getränk. Berlin 0,Rudolfstr,4. c Arbeiter-Bekleidung Bamburger Laden, Charl.,Willit.6! c Auto-Fahrschulen D QilTlIrQ Frankfnrterstr. 44 Ott Ii au Eintr.tägl., Teilz.gest. QBloiierelen�JIcnd� Blottnep's GroBbäckerei Geschäfte in Berlin, Charlottenhura, Schfineberg, Wilmersdorf. 1 Friedr. Barz, Lands d. Allee 146 K. Biedermann, Gryphiusstr. 18. Paul Delly, Markusstraße 15 Brot-Fabrik„Vorwärts" Hermann Ullrich, Köpenick. Franz Faulwetter, Manteuffelitr.67. E. Freyer, Blumenstr. 72, E.Marknsitr Georg Genz, Memelerstr. 20 Göring, Hugo Greifswalderst. 225 M. Gruschka, Königsbergerst.35 QslaM's mmm 7S Geschäfte in allen Stadtteilen Berlini und in Rixdorf. Gegründet 18VL. Hoppe'sNnchf.KramarekjAdalbertal.tß Max Kniffert, Landsb. Allee 29. Ernst Küster, Frankf. Allee 197. Ladenthin, 0. wer«. Franz Ludwig;. Kochhannstr. 35 Emil Lieske, Grüner Weg 122. August Baute, Ebertystr. 57. Hermann Markau, Rigserstr. 107 Mattke, Gipastr. 9. E. Martins, Reichenbergerst. 168. MQhlsteff, Spandau, Bumarclilr. 5. Fritj Mülle, Gräfeatr. 4. Alfred Müller, Brunnenstr. 87. Roman Nowak, Wienerstr. 8. Friedrich Oste, Madaiatr. 10. Herrn. Proell, Nonnendamm. Friedrich Probst, Andrcasstr. 51 Bäckerei„Nordstern" Ind.: Gust. Müller Filialen i. verschied. Stadtteilen Rnnfft Reichenbergerstr.l/G nulllll Admiralstr. 38 u," 19a Arthur Roemer, Kottb. Dam» 101 Walter Rohr, Anklamoratr. 26. Max Sander, Dunkerstr. 23. Otto Schmidt, Adalbertatr. 27. Heinr. Schubert Bozh. Chauss. 5/6 Slkorski,Weitfnie»,Heineridor(erilMl U- Schade, P aliss-St.O Fil. O u.NO Paul Sorge, Proskauerstr. 21 Rieh. Schenk 38. P. Schinauer, Anklamerstr. 15. Paul Schulz, Hufelandstr. 3 H. Spillmann, Grüner Weg HS. «instar Tsnplts, Prinzen- Allee 61. Carl Tennert, Schlesischeatr. 16. F.Tiedemann, Bojh.-R., Kaitatr 47. Tiinlinn Filialen in allen Stadt- lurnan teuen. Josef Ullrich, Manteuffelstr. 103. Volksbrot, LB. ID. kl Otto Wagnitz, MüIIerstr. 28 Ludwig Waller, Hufelandstr. 37. K. Walter jr., Loweitr. 18 i Chorinerstr.Sö 1 Fil.Ackerstr.l F iemens Weiset Jablonskistr. 1 Wilhelm 32. Otto Winkler, Nannynstr. 73. E. Wolff, Grüner Weg 75. c Badeanstalten Arkona-Bad, Anklamer-Str. 34. Laadsbcrgeratr. 107 Gollnowitr. 41. Bürgerbad lÄtSÜ Canitz-Bad, MünzstraBe 2. [entral-üad AnzeÄ�r. 35. Neukölln, Müncheneratr. 51 BadFrankfurt, Gr.Frkft.8tr. 136. Lieferant sämtl. Krankenkassen BadFriedrItt.77 Plack, E., Span Jan, SekäBevalJantr. 34. Carl Jung, Stromstr. 31. FranzPfelfer.O.Frankf. Allee 13». Eigen Heum, Nklln. Walterstr.19 Jungbluth, HenuaDustr. 172. H. Rockstroh,«ÄV. Rühlmann.P., Möllerst. 40b, E.Seest. F. Seh ub elt, Voigtst. 1 0, E. Sebreiierstr. Sellach,Th., Nklln., Hermannstr. 48 E.Timm, Schleif., Waldemarstf. 73 Hühl WarsdiaUe ktraRe" 29. IIa, Ufniniir Alexandrinenstr. 14 HlM Ncllllal Reichenbergerst. 100 (Inh. Otto danke). � Fahrrld., Wähmaach."� Fa&rrail-Lßititiauj Lotnaofl Neue Schönhauser-Str 11. Fahrrad-Bans„Friscbauf Brunnenstr. 35. Gründung und Eigentum der radfahrenden Arbeitersdiaft. FabFrd.,Sdiallpltt.Weilenbnrgst.47a W.Malloschky,Oberbaum8t.3, B», -"R Farbereien, Wischer. Groß-Ddmpf Wäscherei „Spreenixe" Berlin SO., Forsterstr. 5-6 TaJelloa« Wäaeb«! Billigita Prtiie! Ch. Engelhapdt Neukölln Filialen In allen Stadtteilen Groß-Berlins. n'ülT' ConkordiaTm I D.W. A. Hanta « Gerichtsstraße 23 Tel. III 1309 O. INaefe Färberei u. chera. Wäscherei I f. Herren- u. Damengarder. Läden in allen Stadtteilen| Berlin, Rixdorf, Schöneberg 6. Kutliek, Färb., Wäscherei Fil.GuUyAdolfst. I, W eißenbar gerat. 4 1 Swinenündemr. 56, Weddingatr. 9 Müller40a) Neukölln, H«nn&nn8tr.37-38 Paul Nuss SÄ0 Ptach Große Frankfurterstr. 13. Wurstfabr., Landsbg.- Alle© 130, Spz. Roll.- 8chink..Nußschink.,SckinkeHspeck Rodewald, PrentL Allee 2(J T.Kst.3206. Franz Rose, Frankf. Chansiee 21s. Ottomar Rudolph, Gärtnerstr.17 Herrn. Raudiheld, Ziethenstr. 13. A.Rehmet,Moab„Perleberger8t� E. Rummelandt, Thaerstr. 60. Hermann Schmidt, Thaerstr. 48. Gebr. Schulz, Lithauerstr. 7. W. Segling, Christburgerstr. 48. Max Schlade, Langestr. 67. Th Scheunemann, Melmholtzst.l. Otto Schmalzl, Jahnstr. 1. Schramm, Pnderat.ZS, Trept.Mpi.l 1707 OttoSchleusener. Nklln. Maiuerat. 8 Otto SMerts�' penstr. 93. iVurst- Gesch. Aug. Szczygiel,Nklla.,Tenpitzerit 1 1 0 Otto Schreiber ÄÄ E. Schauer, Huttenstr. 70. E. Scheriberg, Beiaiekenlf., Haasut. 9. Max Schubert"Im"''' Slargtrd.Fleiieh-ZeBtnle.Slargarderit.ii -piiürlng. Flelach- a. Warat-Eabr V F. Soramenaaaa, Boxliagenerat.36 E. Trapp, Warf tEeatrale,W ildtnaeratr. I» Gust Tschentke, Brüsselerstr. 53 Tacberbner, StraBmannstr. 8. Max Tümmel,Christburger8tr.24. Karl Unte Utjlg, Paul, Koppenstr. 28. Ga Vettin Warschauer Fleisch- n. Wurst- Centrale, Warschauerstr. 83 Paul Zwarg, Landsberg. Allee 136. Ernst Ziffer, Oderbergerstr. 37. L. Zimmermann, Kottb. Damm 94 FUchhandlungen ") Neukölln C.DÜtmann Berliner 8tr. 42. E. Pehllng, Eibingers tr. 56. Wiukler& BöiiOolLmiüelsus f �81«» u. Porzellan) Rob. Kortmann, Sckönvalderatr. 28. H.Nizdorf,FriakfnrterAll.I97,5%Rtb. Vemnirii Spandau, Schönew.St.92 ndtDulUl, Emaille. Glas, Forzellai.luip. c Heppen-Artikel G. Krüger, WeiBenburgerstr. 79. Q�pemmoph�SpreohnJ W.Becker, CkIt>g.,WiImendorlenvI 17 Fletsohep. u. Wurmtw. G.Amling, Neukölln, Elaenstr. 74 Augmat BlrnsteinDunkeratr.TS. Haer-Aptlkel Berliner Zopf-Zentraie Inh. Rieh. Müller nur Kottbuser Strasse I Spez Champon, hterricht in al Anf d. Auenco gewahr« 10% Rabatt- Frlsier-Salon allen Fächern H.Bo(h,Neak(iIlD, Kaiser Friedricbat. 10. E.FlöreckesÄÄck Krause, Wllh.,Nk lln., Herrn.-St.l 68 Nordring, Brunnenstr. 84. Ad. Mahnke RrÄ™.s A.SamueI,O.Mirbachst. 62, Schirme. Scholz, Osw�HÄ'n1,; Max Schulze, Hochmeisterstr. 6. '.45 if.SenillBr (�Herrcn-u.Knabenoarde� JA» CB AW« Badstr. 26, Ecke • Prinzen-Allee. Besser, Julius, Nklls., Bergstr. 19 Neukölln, Bergatr. 21.| Mitgl.d. Wahlvereins| Leske ASlupecki, Schönh.-Al]ee70e Marone � Nklln., Bergstr. 44-45 fflaFHIj; üt fertige a. Maßaehneiderot. Schneidermeister, »IHOA Nklln., Bergst.SOSl, Lager fertig und nach Maß Julias Salomon, Brunnenstr. 36. JCnhAll FriedenauRheinst.9 . OUIUII Vorz. d. Bl. 5% f HOte, WOtzen�uTpe�w� Rutbau$ norden Brnnnenstraße 62. Badstraße 65 Chausseestraße 55. Dresdnerstraße 120 Beiße, Rad., Chausseestr. 66. Mo Grund Brun""H.I77 Hut-Engr.-Lager,Boih..Gartner>t.24. A.Lemal4re,MilmiJr(,,Berlin«nt.l32. �7 MW» Badstr. 64, nieCK, E.mi SeritkUlr.ej. Scboerr, Herrn., Wilmarsd.-St. 46. tfoetano F Kottbuser- W esier,«-■ Damm 18/19. Zum Huftwinkel S. Kohl,, Chausaeeatr. 85. Aug. Wagner, Köpenick, Giäastr. 9 f K«ffee-Spe.i«lge»ch.|j Uneppelch II! 4U Pf. pro Pfd. Edel-Mais-Kaffee Markt Mai-Ko Generaldepot Korden, Chsuieeeitr. 116. Fermpreeher Amt Korden 594 n. 9901 FUialen SW. Gneiienanatr. 104 ud BldckerstraSe 14. Bei Abnahme ron 5 ITnnd frei Hans. c Kaffee-Suppogate Otto Ooetze.Kottbtaerdama H117Hof. ( Kaufhiuaap 2. Aleiauder i lt.. Badstr. H. Hermann- Platz 3. Kaulhaus Friedenau ßbeiDSi 48 Liefert, d. Konsumgenossenschft. B. i Landsberger- Alle© 29. ( Kohlen, Kolta, BpIkatüT) Siemon, A. R, lohUnbhf. Weddill Karl Werner, Neuk. Göthestr. 10 D G.Behrens, SchönebergAkirienatr.9 Budach, Franz, O., GoBlerstr. 23. Georg Burow, Stromstraße 33. Gg. Felat, Nkl., Weserstr. 4. A. Fiedler, Köpenick, Knggtlk.Stll. Kolonialwaren Fritz Goruli, Beusaelstr. 75. Crosetner- Str. 18. Koperniknaatr. 19. Kiederbarnimitr. 10. Helolcke,WlIh., Markgrafend. 37. Fritz Hübner, Scbliemannstr. 11. Kohle, W., Liehtenberi, Haganatr. 5t. Kramer, Ridi.,0,KTonpriueutr.>7/t8 Li ps, Chamissoplatz 8 Lanier, O., Warschauer Str. 5. KarlMercier,Huttenst.3 HMilllor Gebeau'War,5«/0R. IflUIIVF Tegelerst. 1 II 7002. Iffllnr C Kottbuser Damm 31 Ullül, 0. Horm.St. l55,KaeiebaekitIS Priebe, E., Bozhag.-Chanaaee 22. A. Ramheld, Prinzen-Alle« 18. Carl Robra, Langhanastr.Bgu.liS. Willy Hohns Runge, Otto,NkIlB,Rermanust.5i. A. SIgebarth, Febrbelliaer Slr.24. Sdmelder.F., Nklln. Kaiser-FrieiSl75 Schettler, Carl, Badstr. 16. Fritz Scheel, Schwedteretr. 47. Schienther, Emil, Huttenstr. 7. Rudolf Spremberg,Wörtherstr.l. WUh. Thomas, Beiaickead-Str. 54. Otto Türk, Gubeneratr. 11. Willi Wegener, Posonerstr. 5. L KorbwIipiTKindanarag. � Metzners, F'li,Ie ' Beusaelstr. 67. L KrankenbedarfeartlkT� Flacher, Wllh. ,N, Sviiemoad.-8t. tu Lange, A. E., Brunnenatr. 167. Untenstehende Geschäfte empfehlen sich bei Einkäufen Ledapwaren Aagermeier.MommsensUuE.Wilmersilfst. Hermann CaliieSweguS Taschen-Miller Koioönnensf;. 64. c Lehranstalten D Wuschnelde- Schule des Deutsch. Zuschneider- Verbandes e. V., BERLIN, Mauerstp. 86 88 T. 1 3401. Mehlhandlungen D Bethke, Georg, f�r;, Neukölln, Elbestr.SS, Kaiser- Friedr.- Str. 64, Weserstr. 189, Friedelstr. 23. Treptow, Grätz-Slraße 14. Bordasch, G..Nklln.1Kai8.-Frd.-St29. C. E. Fink, N, Pankstr. 92. Halff. Herrn. Nklln. H©rmanDst.227 Frese, Ernst 5 Ge8cbä'te i im SO. Gaege,Otto Ch�Tfeu Paul Gaege, Spandau. Ino UQiiLAMehl-u.Kolonialw. JUa.nalmC Bergmannstr- 95. Heerma, H,, Nklln-, Hermannst.172 Karl Huhn, Schererstr. 9. Korn, liitfo IM G. Laupichler, Turmstr. 80. Gus.Mey er, Helmk-St. 1 9.Witt§t.-St r C. Neugebauer Ober-Schöneweid© F. Pflagmacher, Colonnenstr. 48. MJenneiSÄbneVst. ßaltl aimiL« I Mariannenstr. 14. SCuiBIDItl, h. B. Wendler, Reinickendorferst. 6. c MSbelmaoazIne 1 Daehne, F., Ri., Neue Jonasstr.Sö. J.Deutmaan,Gelegenhtsk.Beiißel8tr.2t IWilh. Catterl, Brunnenstr. 162. Geppert, Faul, Zossenc Gleiser, A.,� Geppert, Faul, Zossenerstr. 32. Alexand.- Straße 42- G.Hackft, Wilhelmshaveners tr.20. König, A,, Nklln., Berlinerstr. 102. Herrn. Kogel HorSÄ.«. Eüchenmöhel Berliner Küchenmöbel-Fahrik Neue Königst. 31-32, T. VI 14746 anno lIavScllwedter st-26 Ldliye, IflaA a.d. Käst. Allee. • Misch, SiegmundO DresdnerStr. 16 Schönh. Allee 6/7 WM" Teilzahlung gestattet"W> Mövel Selegendeit Anklam, Charlottbg., Wallstr. 59. Hngo Mob, W. 57, Potsdamerstr. 82c. F.ßenraannKÄÄ Emil Ruflar Tischler-Innungsmeister Prinzenstr. 34 Schmidt, Cishabn 10 Gneisenauatr. 18 UlSUEny, W. eig TUeU. T«pi.-Bkit. A. Schotter, Ob. Scboneweide.Edijoist.SO Schwanke, Rixdf.,Hermannstr.229 Sieingmariii, Waldemarstraße 72 EckeManteuffelstr. Ch.Tennigkeit,El8aßerstr. 21. c Mfibel-TransDOPt D P.Enden, Gieiseiaut. 7a, T.Krfit 41 36. Heinr. Kaufmann, Linienst. 145. J. Lange, Ritterst. 96. Mptz. 4195. Paul Schur, G.m.b.H.,üirksen5tr.Bg.82. c lolkopelen J llnlli fffehl Trockenf, Neokollo Inl'IR.JlIClIlHcraitntiLlloE.Siegfr.St. G. Oollsdi, Folbi8cnL20.E.Kannl(rat. Milch-Schmidt Neukölln Hermannstr. 53, Hermannstr. 95-06. Berliaerstr. 75 Bergstr. 157 J.Reich, Birkeaatr. 33. Zvingliitr. 33 „Schweizerhof", Meierei und MUchkucanstait. Emdener Str. 46.:: Tel. U 2565. Musikallen Scholz Frankfurter-Allee 73 b Frankf.-Chaussee 115. c Musikinstrumente Klrst, R- Brunnenstr. 45. Noten. Lorenz Rahmel, Oranienstr. 183 Hihmaschlnen D Bellmann, E., Nähmaschinen Läden In allen Stadtteilen. LlHaüer.Ygflr.yilke)��'?!1� Afpana-Nähmaachlnen 6. A. Baltner, Andresssir. 79, fetersburger- str. 87, Spandan, Schön«sldentrl9. Optlkep J Dane, Paul, N. Müilerstr. 174. GroB, Paul, Warschauerstr. 66. Schubert, Gari, Nklln. Bergatr. 148 Wlenstrudt,Spaadan,Pol»daa»rilr.l9. t��pler-u�Sohrelbw.) O. Prochnow,Ktlln Hermsasitr. 69 Saldier, Leuiz, Nklln. Bergatr. 42 c Pfandleihen J Langer, Wraagalitr.93,BilligirTerkaaf. A. Meusel, I. Gerichts tr. 89 BilligerVerkauf, II. Mfllleratr. 168 Schmidt, Fennstp. 3 c Photogp. Atelieps J W. Scharf, Kosenlal er lor. Elsuscrst,! c Photgp. Appapato osatSSS IlllilHIi�SS�S? Z a re mb asWeinbergsw«rl-T Ndn.8o32 c Puppen D P. R. Zierow,"ISTS" Restephandlungen 1 LniaeFrömeLGreifswaiderst�iOO. �Schuhwapen�Schut� J Damaschke. Invaiidenstr. 144. Goldmann�ps&�n�oonvaldwsLM Ridl.Klliin aS. Rebönh. Alles SOI Eimrl- Verkaaf i. Eugrospreisen. Leserd.ZeitsagS"ipRabalt1 £ ermTKärmerTTopenickT Ernst Müller, Teltowerstr. 59. Petersohn, Osk-, MüIIerstr. 155. Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. Fritz Sdhlott. Moabit, Waldstr. 34. Jehniche?Nk!?n�??ls?rlsd?�?�� G.Schieussner, Warschauerst. 86 Seifen j 'ei�Ce�Pauir�uTgsdorfstrT�S. ( StempeTuTvereinsabzeich.) Gust�Banse�FTsä�gerstr��� �Teppiohe�i�Oa�rd i n e n�J GardSnenhlTernhard ichwartz Berlin, Wallstr. 13(Dreizehn). J.». Scholz wS'"- { Uhref�r�oldwarenT� ArendtHS�eulTölIa Bergstr. 3 Bährinanu,A.,Spandaü,Scliöaw.Stl06 Otto Hiekel, Kam«rteub4ure r A.E.DeikeÄÄ9* Gustav Schoder Fabrik moderner Goldw. u. Uhren Hauptgesch. S.42.0ranienst. 155/55 I. Filiale W. 80. Lützowstr. 80. IL_„ Schoneberg, Hanptst. 142 MaxEIscrmann,Ch&rI3Tchringstr. 1 6. Max Busse Ellinghausen, Gebr., GrSnerveg 45 Fenske, S., Kottbusserdamm 96. P. Gädtke, Elbf.-Str. 40 E.Alt Moabit. I fiphharHt Charlottenbur2 J. OeUüdrUl Berlinerstr. 124. Ernst Gräber, Brunnenstr. 78- Kniebu8cb,W., Frft. Chaussee 61 C. Käferle, Frankfurt. Allee 10. Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, Wilh., Kottb. Damm 23. Nolte, K, Simon-Dachstr. 13. Aibin Pohl, Winsstr. 53. Brunnenstr. 112.| _ L, Brunnenstr. 81 j Juitzow, Job., Müilerstr. 1 a. EmilQuadeH�Ä G. Scharnow, Oranienstr. 45. R. Schmelz, Schdnemann, G-, Nklln., Berl.-St. TS' Schumacher, 0.,TegeltBerl.-St.5a. K.Schmidt, Weißensee Langbansstr.St Max Storch, Elbingerstr. 100. A.Trenner, Wilhelmsrah, Hanpistr. 1 f. Uhren-Klinik, BrnnneD- B-BernaneraL Wegner, R. Nkll. Bergstr. 55. c Vapsichepungen D „Deutschland" Berlin Arbeitcrverslcherung— Schützen- Sterbekassenversicherg. etraße 3. „Friedrich Wilhelm" Beplln W8f Behrenstr 58- 61 Lebens-, SlerbekuseB-LArbeiteirersicbg. Mit u. ohne ärztl. Untersuchung Jahres-, Monats-, Wocbonbaiträge - 1—- .Iduna' zu Halle a. 3. Berlin, Cbarlottenstr. 82 Volks- und Lebensversicherung. Wapenhiuaep Wilh. Herrn. Lesser Kolonst.54 Schöneberg Kelon»L54 Bei jedem Einkauf Rabattm Weine, Liköre u. Fruchtsäfte Svtg® Seliag 60 Filialen in allen Stadteilen. PnnpaH örofldestlllatlon b U III d U Oranienstr. 207 Krakow, Fr.rTWWicle,8tr-47- l-EinielTPrk.i.Eagr.Friiiei. IHeriDann Meyers Co,, Äci-Ges,! Innnfo Vnlln Bpunnenstr. 16 und Filialen. EiaieiTerk.i.EigT.-Freu ÖroBd..ZurSonne', P. Freudenberg i UUU. ,AiUI»Villi«, 1.1 I�UUCUV&I� WelB-, Wollw., Tplkot, 1 Chausseestr. 67. M. Gardeis SSrTgÄf. | Gcorgi, Ernst ÄJ Hoppe, E., Scharnweborstr. 52. JnlinsJohnbrÄ:?: Juncker, H. S™n.tr.i7i. Carl Klein, Höchstestr.16, N 0.18. Robert Kutache, Gubeneratr 56. Fr. Oliwetzkl, Alte JsKobitr. 117. AnlOD8chnDfAueÄ".t.a Schrom, Lina, Mlrbachitr. 31. Hermann Meyer, SekiTelbeiaer St 2L L. Schneider, Weberstr. 61. Urbanstr. — 31.— Albert Vogt c Wild u. Geflügel � Neukölln Berliner Str. 49. C.Dittmann P. Hildebrandt Isä. Schmidt, B., Spandau, Haveist.lS Zastrow, LaBd»berg8r-All»el47.Fistli». Zehn-Atellep| ßTibynriTeüIonä�ergsn�n�T, M.Qorodisld,BlitiNscii(.BniDotast.S6 O.HillerW>innieiil«rsl.lO/IIT.\d.767l. Herbd,H.,El«8jsfrBl 97< BMeital.Flati) Karber,0.,Mtrieodorr.riisisHesti.306 H. Lindeke, Warschauerstr. 80. M. Rasenke, Birkcnstr. 22. Witto llsv Muskauerstr 16. ff lllö, DlaA Ret, A»at«ail«i»tr. W. Wettstädt, Stralsunderstr 12. Keranjwortlichcr Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für heiz Lnferatenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer».Co., Berlins� Nr. 60. 30. Jahrgang. 2. Lkilliyt des Jotmürts" letlinet WlKsdlÄ Mwalh. 12. Mar; 1913. (Quittung. Im Monat Februar gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge em: 1. Machete» 20,—; Köln f. Binnenschiffer 230,90; von Mitgl. d. U.-Dr. Berlin 2.40! N. S. W. 2,50. 3. Naugard- Regenwalde 2. Eu. 15,66; Berlin, A. P. Hansaviertel 3,—; Meske- Schlachtensee 40,—; 1. u. 2. schlesw.-holst. Kr. 2. Qu. 460,—; 2. bad. Kr. 131,11. 4. Haniburg s. Binnenschiffer 2. Qu. 172,—; Oestl. Westfalen f. 0 Kr. a konto 3365,—. 5. 1. sächs. Kr. 2. Qu. 423,10; 9. sächs. Kr. 2. Qu. 330,92; Bez. Kassel s. 2 Kr. 2. Qu.(Kassel-Melsungen 377,56, Eschwege-Schmalkalden 214,38) __ 1091,94; 1. oldenb. Kr. Fürstentum Lübeck 2. Qu. 276,77! 3. schlesw.-holst. Kr. 2. Qu. 257,91; Nordische Wasserkante 50 000,—. 6. Köln. Reg. W. 20.—. 7. Bez. Oberlangenbielau 7. Kr. 2. Qu.(Waldenburg 494,76, Reichcnbach- Reurode 312,04, Frankenstein-Münsterberg 11,22, LandeShut-Iauer 152,20, Stricgau- Schweidnitz 456,15; Hirschberg-Schönau 178,20, Tlatz-Habclschwerdt 12,50) Sa. 1617,07; Bez. Oldenburg 5. Kr. 2. Qu. (Oldenburg-Stadt 192,38, Varel 885,20, Delmenhorst 129,30, Leer- tfmbcH 281,76, Llurich-Wirtmund 74,80) Sa. 1563,44; Lahr. 6. bad. Kr. 2. Qu. 87,73; Gau Südbaycrn 2. Qu.(München I u. II 3614,08, Aichach 157,04, Ingolstadt 52,26, Wasserburg 15,02, Weilheim 84,78, Rosenheim 196,94, Traunstein 60,52, Landshut 105,66. Straubing 26,64, Passau 20,52, Pfarrkirchen 12,44, Deggendorf 12,90, Kelheim 0,90, Augsburg 508,00; Donauwörth 20,34; Dillingen 13,50; Illerlissen 43,32, Kaufbeurcn 15,—; Jmmenstadl 119,84, Regensburg 04,24) Sa. 5174,84. Bez. Niederrhein 13. Kr. 2. Qu.(Lennep-Remscheid 707,50, Elberfeld-Barmen 1250,—, Solingen 935,14, Düsseldorf 1712,38, Essen/Ruhr 1044,93; Mülheim-Duisburg 937,44; MörS-Ree» 124,71; Cleve-Geldern 17,01; Kempen 57,39; Krefeld 350,13; Neuß- Grevenbroich 110,52; Hagen- Schwelm 712,57; Altena- Iserlohn 247,82) Sa. 8207,54. 8. Falken- berg O.-S. A. L. 3,—; Reuß ä. L. 2. Qu. 277,41; lt. D. Z. 30 000,—. 10. Bez. Erfurt f. 4 Kr. 2. Qu.(Erfurt 887,06; Mnhlhauscn 281,09; Heiligcnstadt 6,60; Nordhausen 330,— a konto) Sa. 1504,75. 11. Magdeburg f. Binnenschiffer 2. Halbj. 1912 24,—; Braunschweig 3 Kr. 2 Qu.(Braunschweig 1546,41; Wolsen- bürrel 214,31; Holzmindcn 178,92); Sa. 1939,64; Bez. Westpreuyen 13 Kr. 2. Qu.»Elbing-Marienburg 100,05; Danzig-Land 104,17; Danzig-Stadt 337,12; Neustadt-Karthaus 5,80; Berent-Stargard 1,94; Stuhm-Marienwerder 6,55; Graudenz 31,20; Thoru-Kulm 19,54; �chiuetz 2,10; Konitz-Tuchel 0,26; Schlochau-Flatow 6,67; Deutsch-Krone 10,64; Rosenbcrg-Löbau 1,34); Sa. 627,38. Vi. Bez. Nordwest 4 Kr. 2. Qu.(Harburg 1485,—; Bemcrhaven 1129,18; Vege- sack 617,—; Hemelingen 376,03); Sa. 3607,21; Wetzlar-Altenkircheu 2. Du. 131,40. 13. Berlin. Dr. L. A. 100,—; Meiningen II 2. Qu. 347,55; Bez. Magdeburg. 8 Kr., 2. Qu.(Salzwedel-Garde- legen 6,18; Slcndal-Osterburg 202,89; Jerichow I und II 877,99; Magdeburg 1592,51; Wolnrirstedt-Neuhaldensleben 330,34; Wanz- leben 551,42; Aichersleben-Calbe 806,20; Halberstadt-Oschersleben 587,28); Sa. 4954,81. 15. Bez. Posen f. 10 Kr., 2. Qu. (Bromberg 24,40; Kolmar-Filehnc 32,47; Posen 15,57; Samter- Qbornil 6,90; Meseritz-Bomst 1.04; Wirsitz-Schubin 7,14; Adelnau-Schildberg 2,52; Rawitsch-Gostyn 7,—; Hohcnsalza 0,96; Krotoschin 0,90); Sa. 98,90; Kiel, 7. schleswig- holst. Kr. 2. Qu. 3543.88; B. d. sreiorgan. Koll. d. N. A. G.. Abt. Schinieglitz 20,—. 17. Berlin Jf. lieber»! Zapfen 2,15; 10. sächs. Kr. a konto 1000,—; 17. sächs. Kr. a konto 1500,—; 2. sächs. Kr. 2. Qu. 142,42; 4. sächs. Kr. a konto 2500,—; Bez. Hessen 8 Kr. 1. u. 2. Qu. (Gießen— Nidda 2. Qu. 132,30; Alsfeld-Lauterbach 1. Qu. 30,—; 2. Qu. 30,—; Darmstadt-Groß-Gerau 2. Qu. 506,19; Erbach-BeuS- beim 1. Qu. 129,60; 2. Qu. 123,00; Worms 2. Du. 348,90; Bingen- Alzey 2. Qu. 27,—; Mainz-Oppenheim 2. Qu. 330,—; Offenbach- Dieburg 4. Qu. 1911/12 1059,09;) Sa. 2716,68; Freiburg 5. bad. Kr. 174,43. 18. Bez. Zwickau 2 Kr. 2. Qu.(Zwickau 1486,71 Reichenbach 749,68) Sa. 2186,39 Toluco Mexiko v. d. Glas- arbcitern 2. Halbjahr 1912 160,—. 19. Berlin v. Buchb.-Pers. Hintz, Mariendorf z. Landtagsw. 15,—. 29. RoteZ Schloß 2000—. ü. Anhalt II 2. Qu. 1180,41; Bez. Breslau f. 11 Kr. 2. Qu. (Guhrau-Steinau 14,40; Militich-Trcbnitz 44,—; Oels-Groß-Warten- berg 25,46; Brieg-Ramslau 85,52; Ohlau-Strehlcn 93,24; Breslau- Land 682,80; Neustadt O.-S. 34,40; Falkenbcrg O.-S. 1,86; Neiße 35,38; Glogau 40,34; Liegnitz-Goldberg 434,24) Sa. 1491,64; Lübeck 2. Qu. 1140,10; Lübeck s. Binnenschiffer 6,40; Bern P. L. 100,—. 24. iöejT Oberrhein 2. Qu.(Euskirchen 16,70; Oberstein 81,50; Bonn-Rhcinbach 89,30; Trier 1. Qu. 20,—, 2. Qu. 26,—; Mayen-Ahrweiler 28,22; Koblenz 37,68; Aachen-Land 120,—; Neuwied 28,26; Köln Stadl und Land 1982,54; Kreuznach 32,20; Düren- Jülich 20,—; Aachen-Stadt 128,20; Verein obere Rheinprovinz 16,08) Sa. 2626,68. 11. sächs. Kr. a. konto 400,—; 12. sächs. Kr. a. konto (1000,—. in. Mitglied, d. Il.-Dr. 9,95; Bez. Görlitz f. 6 Kr. 2. Qu. Grünbcrg-Freistadl 126,12; Sagan-Sprottau 151,92; Bunzlau-Lüben 123,06; Löwenberg 35,20; Görlitz-Lauban 575,68; Rothenburg-Hoyers- werda 183,67) Sa. 1195,65. iG. Berlin Machetes 10,—. 27. 7. sächs. Kr. 1. u. 2. Qu. 2030,—; 4. sächs. Kr. a konto 1000,—; Bez. Frankfurt a. M. f. 3 Kr. 2. Qu.(Frankfurt a. M. 2311,—; Hanau-Gelnhausen 1841,30, Höchst-Ujingen Rest 1. u. 2. Qu. 518,12) Sa. 4670,42; 13. bad. Kr. 1. u. 2. Qu. 157,64; Berlin Knabe 3,—. 28. Posen f. Binnenschiffer 6,60; Berlin,_UcBetich. d. Kranzsp. v. d. Arb. d. Schultheiß-Br. Abt. 4, Nicder-Schöneweide 7,50; Bez. Brandenburg 2. Qu.(Westpueguitz 206,76; Prenzlau-Angermiinde 73,55; Oberbarnim 147,58;" Oslhavelland 572,76; West- Havelland 796,88; Zauch-Belzig 483,10; Friedeberg- Arnswalde 41,82; Landsbcrg- Soldin 162,88; Frankfurt- Lebu» 292,82; Stcrnberg 27,80; Züllichau-Krosfen 139,83; Guben-Lübben 367,87; Sorau-Forst 479,72; Kalau-Luckau 433,34) Sa. 4227,21; Berlin A. B. 50,—; H. H. 50,—; Hennig, Argentinien 5,—; Groß-Berlin a konto s. 8 Kr. 15 000,—; Darunter; Alexander F. 12,—, Ref.-Drucker, I. Abt., 1,—, Rutz d. Gosse 10,—, Uebersch. v. d. Kranzsammlung d. A. E. G. Ackerslraße, Abt. Let) 5,—, Adermann 1,—, Höppner 2,—, 81. B. Mister 1,—, v. d. Arb. d. Argusiuotoren-Werke 110,—, H. B., Bolta- straße, d. Vogel 10,—, Rutz d. Fuhs 10,—, Tränengericht d. Pabr 23,—, org. Arb. v. Friedrichshain d. G. 2.—, Silberhochzeit H. B. 2,—, Dr. M. 3,—, Gutcnbcrg 25,00, Kohlenstaup 7,—. Berlin, den 10. März 1913. s Für den Parteiborst and: Otto Braun, Lindenstr. 3. Wir haben unter Nr. 7918, 81. Gerisch, F. Eberl, O. Braun, Berlin, Lindctzsrr. 3, beim Postscheckamt Berlin ein Postscheckkonto und ersuchen daher dringend, alle Geldsendungen mittels Z ach l k a r t e auf unser Postscheckkonto zu bewirken. E» können darauf au jedem Postschaltcr Beträge bis 10 000 M. portofrei für Uns cingezohlt werden. Zählkarten mit cinge- drucktcr Adresse senden wir auf Wunsch zu. �Nerbaudstag der Steinsktzer. Die Sitzung am Dienstag brachte zunächst eine längere De- battc über die Gehaltsregulierung. Mehrcrc Anträge fordern eine den Zeitverhältnisscn entsprechende Erhöhung der Gehälter der Vcrbandsangestellten. Es liegen aber auch einige Anträge vor, die sich gegen eine Gehaltserhöhung wenden. Ein Antrag will sogar die Höchstgrenze des Gehalt» noch unchr die gegenwärtigen Bezüge verschiedener 8lilgestc Ilten etwas herabsetzen. Schließlich wurde die Gchaltsfragc einer sicbenglicdrigcn Kommission über- wiesen, die dem Plenum eine Borlage machen soll. Eine mehrstündige Debatte verursachten mehrere?lnträgc, die sich auf Gauangelegcnheiten beziehen. Ein Antrag, der die 81n- stellung eines Gauleiters für den Gau Nordost fordert, wurde dem Verbandsvorstandc als Material überwiesen. Ein anderer An- trag, welcher will, daß der Gauleiter für Nordwest von Hamburg nach Bremen Übersiedelt, soll von der Gaukonscrcnz in Verbindung mit dem Zentralvorstande erledigt werden. Angenommen wurde folgender Antrag München It..Bei 8lnstelliing, Versetzung oder Entlassung eines Gauleiters, sosern dies nicht vom Verbandstag selbst geschieht, ist den in Betracht kommenden Filialen das Mit- bcstimmungsrccht einzuräumen." M u n k w i tz- Leipzig erstattete den Bericht des Bcrbandsausschusscs. Ter Bericht sowohl wie die ihm folgende Diskussion behandelten lediglich interne Llngclcgenhcitcn, Beschwerden, die entstanden sind aus Mcluungsvcrschicdenhcitcn zwischen dem Verbandsvorstandc und einzelnen Filialen. Ten breitesten Raum der Erörterungen nahm eine 8lngclcgenhcit der Filiale Halle in 81nspriich, dw sich dadurch beschwert fühlt, daß der Vcrbandsvorstand eine Sperre über eine Hallesche Firma aushob, weil seiner Meinung nach der Gegenstand des Konflikts beseitigt war. Tic Mitglieder in Halle sind anderer Meinung und halten das Vorgehen des Vcrbandsvor- standcs, beziehungsweise des Vorsitzenden für eine die Rechte der Mitglieder verletzende Eigenmächtigkeit.— Zum Ausschußbericht selbst wurde aus 8lntrag des Ausschusses beschlossen, daß Beschwer- den nur dann berücksichtigt werden, wenn sie spätestens zwei Mo- uatc nach dem betreffenden Vorkommnis beim Ausschuß anhängig gemacht werden. Dem Verbandsvorsiand wurde einstimmig Dcchargc erteilt. Ferner beschloß die Versammlung nach kurzer Diskussion, daß die Verbandskasse für die Vcrbandsangestclltcn die vollen Beiträge zur staatlichen Privatbeamtcnversichcrung sowie die Hälfte der Bei- träge zur Unterstützungsvereinigung zahlt. 8Iilch soll ein Teil der Angestellten aus Vcrvandskosten gegen Unfall versichert werden. Damit schloß die Sitzung. Her vsbenÄorker Iflordprozeß begann gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts II unter Borsitz des Landgcrichtsrats Kehrt. Unter der Anklage des Mordes steht der Brunnenmacher, frühere Schlächter Gustav Kolbe, die 8lnilagc gegen Frau Helene Lehm geb. Tomschcit lautet auf Anstiftung. Kolbe wird vom Rechtsanwalt Dr. Fürlc, Frau Behm Venn Rechtsanwalt Dr. Schwindt verteidigt. Tic Anklage vertritt Staatsanwalt Braut. Das Tabcndorfcr Verbrechen bat bekanntlich das Schwurgericht schon vor Jahresfrist in umfangreichen Sitzungen beschäftigt. Die damalige Verhandlung endete mit der Freisprechung der beiden Zlngeklagten, von denen Frau Behm auch�damals unier Anklage der Anstiftung stand. Auf 8lntrag des Staatsanwalt» ist dann das Wicdcraufnahmcvcrfährcn zuungunsten der Angeklagten ein- geleitet und beschlossen worden, weil Kolbe inzwischen ein glaub- Haftes Geständnis abgelegt habe. Der Tatbestand, der der 8lnklage zugrunde liegt, ist unseren Lesern erinnerlich. Am 7. Oktober l909 ist der«ekretär vom Kaiserlichen Statistischen 8lmt Franz Behm, der in Dabendorf bei Zossen ein Landbäuschcn bewohnte, spurlos verschwunden. Kolbe wird beschuldigt, Herrn Behm erschossen zu haben, Frau Behm soll den Kolbe zu dem Verbrechen angestiftet haben. ?lntrag auf Vertagung. Vor Verlesung des Eröfsnungsbcschlusscs beantragt Rechts- anwalt Dr. Fürlc die Vertagung, da die Verteidigung in dieser sehr ernsten Sache sich nicht genügend habe vorbereiten können. Tie Akten hätten der Verteidigung nicht in genügendem Maße zur Vcr- fügung gestanden und er habe die Akten trotz wiederholter eifriger Bemühungen nicht einsehen können. Sie seien niemals erreichbar gewesen. Er habe jetzt vor der Verhandlung erst feststellen können. daß nach dem Antrag aus Wiederaufnahme des Verfahrens noch zahlreiche Vernehmungen vor der Polizei stattgefunden haben, die nicht bloß auf die Wiederaufnahme des Verfahrens sich bezogen, sondern sich darüber hinaus noch ans weitergehende Ermittelungen erstreckten und zwei dicke Bände stillen. Von diesen habe weder der Angeklagte noch sein Verteidiger Kenntnis bisher erhalten. Außerdem verlange das Gesetz, daß bei einer so schweren 8lnklage- fache eine eingehende Voruntersuchung stattfinde, hier aber sei ohne weiteres die Hanptverhandlung anberaumt worden. Ferner sei der Grundsatz, daß die Einlassungsfrist gewahrt werden muß, da- dnrcb verletzt worden, daß die Haupwcrhandlung anberaumt wurde, ehe über die von dem Verteidiger der Frau Behm gegen die Wieder- aufnähme des Verfahrens erlassene Beschwerde vom 5lamiucrgcricht rechtskräftig entschieden worden war. 8luch habe er als Verteidiger von dem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens überhaupt keine Kenntnis erlangt, dieser sei viclinebr dem Angeklagten Kolbe persönlich im Gefängnis zugestellt worden und zwar— mit einer Erklärungsfrist von drei Tagen. Jedermann wisse doch, daß in diesen drei Tagen ein Gefangener nicht seinen Verteidiger benachrichtigen kann. Der Verteidiger erklärt, daß cr nicht in der Lage sei, heute die Verteidigung zu führen, denn er halte es mit den Pflichten eines Verteidigers nicht für vereinbar, in einer 8ln- klagesackte wegen Mordes ohne genaue Kenntnis des gesamten Aktenurhalts zu verteidigen.— Das Gericht zog sich zu längerer Beratung zurück. Der Vorsitzende verkündete den Beschlutz dahin, daß der Vertagungsantrag abzulehnen sei. Der Vorsitzende teilt die einzelnen Daten mit. zu welchen Zeiten nach Ausweis der 81kten diese dem Verteidiger zur Verfügung gestanden hätten, so daß er nach Ansicht des Gerichts Gelegenheit gehabt hätte, die Akten ein- zusehen. Der Vorsitzende gibt dem Verteidiger anHeim, die Akten noch jetzt einzusehen. Nach mehrfachen 8luseinandersetzungcn zwischen dem Gericht und der Verteidigung vertagt schließlich der Vorsibcndc die Ver- Handlung bis aus t lihr nachmittags. Dem Rechtsanwalt Dr. Fürlc wird Gelegenheit gegeben, die 81ktcn bis dahin noch weiter, cinzu- sehen. Ilm 4 Uhr nachmittags nahix Landgcrichtsrat Kchrl die vertagte Verhandlung wieder auf. Rechtsanwalt" Dr. Fürlc erklärt ans Befragen, daß cr nach Durchsicht der Akten nun gar nicht ans den Vertagungsantrag vcr- zichtcn könne. Bei Durchsicht des Bandes 6 der Akten höbe cr gesehen, daß dieser Band ein ungeheures tatsächliches Materickl, seitens der Kriminalpolizei neuerdings zusammengetragen, ent- halte, und es sei undenkbar, daß die Verteidigung sich hier während der Verhandlung darauf einrichten könne. Er verweise seinerseits aus ij 3778 der Strafprozeßordnung, wonach ein Urteil stets als aus einer Verletzung des Gesetzes beruhend anzusehen ist, wenn die Verteidigung in einem für die Entscheidung wesentlichen Punkte durch einen Beschluß des Gerichts unzulässig beschränkt worden ist. Ter Verteidiger sucht im einzelnen nachzuweisen, daß die Ansicht des Vorsitzenden, wonach die Verteidiger in der Lage gewesen seien, die Akten einzusehen, nicht zuträssc. , Da» Gericht beschloß, den Vertagungsantra!, abzulehnen; das Gericht sei der Ansicht, daß die Verteidigung genügend Zeit gehabt habe, sich ausreichend zu informieren. Es wurden dann die Angeklagten vernommen. Bei der Vernehmung stellen sich starke Widersprüche zu den 8lussagen der Angeklagten in der früheren Verhandlung heraus. Beide Angeklagten weichen auch in ihrer Darstellung durchaus von- einander ab. Kolbe behauptet im Widerspruch zu seinen früheren 8lussagen, daß cr den Behm unten aus der Treppe sitzend tot aufgefunden habe. Frau Behm habe ihn gebeten, die Leiche aus dem Hause zu schaffen. Er bade das gemeinsam mit der Frau, nachdem der Leichnam mit Decken bedeckt war, getan. Die Leiche hätten sie gc- meinsam begraben. Tie Frage des Vorsitzenden, weshalb er denn früher anders ausgesagt habe, deantwortet Kolbe dahin: Ich hatte es doch der Frau versprochen, nichts zu sagen. Da sie jetzt selbst gesagt hat, wo cr begraben lag, kann ich es ja auch sagen. Frau Behm erklärt, sie sei häusig von ihrem Mann misz- handelt worden, einmal habe er auch auf sie geschaffen. Mit Kolbe habe sie nicht in vertrauten Beziehungen gestanden, ihn auch nicht geduzt. 8lm 7. Oktober sei zwischen ihrem Mann und ihr ein Streit ausgebrochen. Ter Mann habe einen Revolver in die Hand genommen, sie sei aus dem Hause gelaufen. Bald darauf habe sie einen Schuß gehört, sie habe einen zweiten Schuß dann fallen hören, sie habe geglaubt, der Mann habe nach ihr geschossen; später sei sie leise auf das Haus zugegangen, als alles ruhig war. Sie habe Kolbe getroffen, der noch seine Flinte in der Hand hatte und ihn gefragt, was denn losgeivcsen sei, wer denn geschossen habe? Kolbe habe erwidert, ich habe ihm eins aufgebranut. Als ich cr- schrak, erklärte Kolbe; Hobe Dich man nicht so, daß ich den Ollen um die Ecke gebracht habe, wir zwei gehören nun zusammen. Er faßte mich dabei um die Taille und zog mich an sich. Meine weitere Frage, wem denn der zweite Schuß gegolten habe, bcant- wartete Kolbe lachend c Damit habe ich d>e Kinder erschossen. Ich schrie vor Schreck laut auf, lief nach den Kindern und sah. daß die letzte Erzählung Kolbes nicht stinimte. Kolbe habe ihr dann cr- zählt, cr habe zunächst durch das Fenster auf den Mann geschossen, sei dann in das Haus getreten und habe den Behm, der noch nicht tot war, nochmals, und zwar in die Brust, geschossen. Er habe schon am Dienstag votzhcr die Absicht gehabt, den Mann zu töten. An der Einbuddelung der Leiche habe sie sich nicht beteiligt. Wo die Leiche eingebuddelt war, habe sie erst von Kolbe erfahren, als cr das erstemal aus der Haft entlassen wurde. Mit Kolbe sei sie später in intimen Verkehr getreten, weil cr gedroht hatte, er würde sonst sagen, sie habe ihn zu dem Mord angestiftet. Er habe auch Geld von ihr verlangt und ihr einmal gedroht, sie zu er- schießen. Kolbe erwidert auf Vorhalt, was er hierzu sagen wolle: Was soll ich dazu sagen, wenn sich Frau Behm mit den anderen das alles schon vorher abgeredet hat— dann freilich! Ich habe die Frau mit Geld unterstützt und nicht umgekehrt. Sic bat mir mit Erschießen gedroht und nicht umgekehrt. Die Frau Behm hat mir mal gesagt, ich sollte erklären, ich hätte mich wegen eines Schnapses mit ihm gestritten und ihn dann erschossen. Das lehnte ich ab. Vorsitzender; Sie haben doch nachher erst zu den Leuten gc- sagt, daß Sie der Täter seien. Kolbe; Das war gelegentlich aus Unsinn, die Leute schmücken dann so etwas immer gehörig aus. Die Verhandlung wird spät abends abgebrochen. Heute soll um 11 he Uhr ein Lokaltermin in Dabendorf stattfinden. Soziales. UnterfchlagungSriechcrei. Das hiesige Gewcrbcgcricht beschäftigte gestern ein_ Fall, der zeigt, wie manche Firmen, über die Simulationsricchcrci Kranken gegenüber hinaus,'Arbeiter grundlos der Unterschlagung verdäch- tigcn. Für die Konfcktionsfirma Euphrat u. Zickel arbeitete der Schncidernteister Otto Kurth in Neukölln längere Zeit. Ohne sein Verlangen hatte ihm die Firma Stoffe und Zutaten zur Anfertigung von Knabengarderobc übersandt. K. war für andere Firmen vollauf beschäftigt, fertigte deshalb die Sachen fiir die Firmck E. u. Z. nicht an, sondern schickic Stoffe und Zutaten> Nieder zurück. Die Firma will festgestellt haben, daß Stoffe und Zutaten im Gesamt- werte von 16,83 M. fehlten. Der Schneidermeister bestritt ent- schieden jedwede Schuld. Tie Firma beschuldigte K. der Unter- schlagung und stellte Strafantrag gegen ihn. Das Schöffengericht in Neukölln gelangte nach eingehender Prüstlng der Sachlage und Vernehmung mehrerer Zeugen zur Frcispreckiung des Angeklagten. Das Gericht war der Ucberzeugung, daß der Angeklagte alles Material und alle Zutaten für die Firma verarbeitet oder zurück- gegeben hatte. Tic 8lusgabe des Materials geschehe immer mit großer Eile und habe da jedenfalls ein Irrtum vorgelegen. Die Firma war hiermit nicht zufrieden. Sie klagte nun bei dem Gcwrrbegericht gegen K. aus Zahlung von 16,83 M. nebst 4 Proz. Zinsen seit August v. I. Der Vorsitzende des Gerichts hielt der Vertreterin der Firma da» Urteil des Schöffengerichts vor und ersuchte wiederholt, die Klage wegen 8lussichtslosiflkcit zurückzuziehen. Die Firma bestand jedoch auf einer Entscheidung und beantragte die Vernehmung von Zeugen. Das Gericht nahm von einer Zeugenvernehmung Abstand und wies die Klägerin mit der erhobenen Klage kostenpflichtig ob. Es schloß sich dem Urteil des Schöffengerichts an. Der Ausgabe des Materials werde nicht die genügende Sorgsalt beigemessen. Dem Beklagten habe nicht nachgewiesen werden können, daß cr etwas zurückbehalten habe. Gerichts- Zeitung* Die Ehefrau erschossen. Ein zweiter Mordprozeß beschäftigte zu gleicher Zeit das Schwurgericht des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichts- dircktors Dr. Schwarbe. Hier loar der 29jährige Arbeiter Artur Haack angeklagt, am 12. November seine Ehefrau in der Wähnung ihrer Eltern erschossen zu haben. Ter 8lngcklagte hatte im Mai 1911 geheiratet. Er soll sich keine Mühe gegeben haben, Arbeit zu finden, sondern die Sorge für den Lebensunterhalt völlig seiner Frau überlassen haben. Diese verdiente als Näherin in der Damenkonfcktionswerkstockt von Michels in der Kroncnstraße bis zu 30 M. in der Woche. Schon nach kurzer Zeit wurde die Frau, die als fleißige und stille 8lr- bciterin bei ihren Kolleginnen sehr beliebt tvar, von ihrem Mann mißhandelt. Eines Tage» fand sie ihre Wohnung leer, da ihr Ehe- mann inzwischen die gesamten Möbel verkauft hatte. Sie zog zu ihren Schoncbergcrstratzc 24 wohnhaften Eltern. In der Folge- zeit versuchte der 8liigclK,gte wiederholt seine Frau zur Rückkehr zu bewegen. 8lm Abend de» 12. Zlovcmbcr v. I. erschien der An- geklagte in der Wohnung seiner Schwiegereltern und verlangte seine Frau zu sprechen. Er ging ohne weiteres in die Wohnung hinein und riegelte die Tür Vinter sich ab. Als sich seine Frau wieder weigerte, mit ihm zusammenzuziehen, zog er blitzschnell einen Revolver hervor und gab auf sie mehrere Schüsse ab. Diese hatten den sofortigen Tod zur Folge. Der Angeklagte gab dann auch auf sich einen Schuß ab, verletzte sich aber nur leicht an der Wange. Die Obduttion der Leiche der Frau Haack ergab«IS Todes- Ursache, daß die Kugel die Hauptschlagader durchschlagen hatte.— Die erste Verhandlung am 0. Januar d. I. fiel der Vertagung anheim, da vom Rcchtsamvalt Martin Kantorowicz der Antrag gestellt worden war. den Ängcklagten erst auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Zu der gestrigen Verhandlung sind neben acht Sachverständigen zirka 50 Zeugen geladen. Wir werden dos Urteil in dcni Prozeß, für welchen zwei Sitzungstage in Aussicht genommen sind, mitteilen._ Die Strafgesctzbuchnovcllc vor dem Reichsgericht. Nur sehr langsam gewöhnen sich Gerichte an die Anwendung der in der letzten Reichstagssession angenommenen Strafgesetzbuch- novcllc. Diese hat unter anderem die Neuerung eingeführt, daß sowohl die Entwendung von Nahrungs- oder Genußntittcln in ge- riirgcr Menge oder von unbedeutendem Wert zum �alsbaldigen Verbrauch,»i««ich die Entwcaduuz anderer Geaenstäude dkS hauswirtschaftlichen Verbrauchs nicht als Diebstahl, sondern nur als Entwendung bestraft wird. Eine Entwendung ist mit Geld- strafe bis 160 M. oder mit Hast bis zu 6 Wochen bedroht und nur auf Antrag strafbar. Am Montag beschäftigte sich das Reichsgericht mit der Auslegung dieser neuen Vorschrift. Wegen Diebstahls hat das Landgericht Halls a. S. am 26. Sep- tember t». I. den Fabrikarbeiter Franz Ehrich zu Z Monaten und den Invaliden Karl Brandt und dessen Sohn Willi Br. zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte E. war bei dem Fabrikbesitzer K. als Nachtwächter angestellt. Am LI. April v. I traf er den ihm bekannten Invaliden Br. und dessen Sohn, wie beide damit beschäftigt waren, eine Laube in ihrem Garten anzu> streichen. Da bot er ihnen an, Terpentin und Firnis von seinem Dienstherrn billig zu besorgen, was die beiden auch annahmen. Am 24. Aprtl begaben sich dann Br. sen. mit seinem Sohn zu E. in die Fabrik und entwendeten hier so viel Terpentin und Firnis, als sie für ihren Bedarf für nötig erachteten, und zwar im Werte von L M. Alle drei Angeklagten haben, wie das Gericht als erwiesen angesehen hat, di» Tat gemeinschaftlich ausgeführt, denn der eine drehte die Hähne auf, der ander? hielt die Flaschen unter und der dritte kippte die Fässer. Den so entwendeten Terpentin und Firnis verwendeten anderen Tags die Angeklagten Br. zum An- streichen ihrer Laube., Gegen das Urteil, das auf gemeinschaftlich begangenen Diebstahl lautete, hatten die drei Angeklagten Revision eingelegt, in der sie rügten, daß die Bestimmung des§ 370 Z. 5 der Novelle zum St.°-G.'B. vom 19. Juni 1912 zu Unrecht keine Anwendung gefunden habe. Denn Terpentin und Spiritus gehörten zum Hauswirtschaft lichen Gebrauch im Sinne dieser Gesetzesbestimmung. Zudem habe das Urteil selbst festgestellt, dast es sich um geringwertige Gegenstände gehandelt habe und daß diese alsbald zum Anstreichen der Laube verwendet worden seien. Während der Neichsanwalt die Ansicht bekämpfte, dast es sich im vorliegenden Falle um Gegen stände de? hauswirtschaftlichen Verbrauchs gehandelt habe und des halb Berwersuus der Revision beantragt hatte, trat da» Reichs geeicht den Ausführungen der Revision bei, hob deshalb das Urteil auf und verwies die Sache an die Vorinstanz zurück. Eue Induftm und Handel. Der„Störenfried" an der Börse. Der Hetzartikel der„Kölnischen Zeitung" verfehlte gestern seinen Eindruck an der Börse nicht. Man hielt den Stören fried"-Artikcl für offiziös und glaubte daraus auf verschlechterte politische Beziehungen zwischen Frankreich und Deutsch- land schließen zu können. Neben diesen chauvinistischen Hetzereien, denen die„Nordd. Allg. Ztg." wie bereits früher in einem ähn- lichen Falle scharf entgegentreten sollte, wirkten die Nachrichten vom Balkan und Meldungen über«ine Baisse an der Rew-?)orker Börse. Ferner trugen die Nachrichten über Preisrückgänge am Eisenmarkt zu starken Angeboten und geringer Kauflust bei. Schließlich wirkte noch die Situation am Geldmarkt in gleicher Weise. Der Privat- Wechselzinsfuß erreichte die Höhe des Reichsbanklejhsabes von 6 Proz. Unter dem Eindruck aller dieser ungünstigen Momente gaben die Kurse der Wertpapiere nach; die Aktien der Canada Paeific vpx 6'ch Proz., Hansa-Aktien um 8% Proz.. Bankaktien um 1 bis 2 Proz., Montanakticn um 2 bis 3 Proz., 6i4 Proz. die Aktien der A. E. G. Die 3proz. Reichsanleihe erlitt einen weiteren Kurssturz um 0,40 Proz. Für den Ausfall des Börsentages am Montag, wo die Börsen, Vertreter in hurrapatriotischen Geschäften machten, wollen sich die Banken und Spekulanten dadurch entschädigen, daß sie diesmal am Ostersonnabend nicht wie in den früheren Jahren die Börse schließen. Ursache der Bankbrüchc. nicht DDMDMMDMWMWWWWDWWWMDWMMMWMMDM Tagen wurde" wieder von zwei�Bankinsolvenzen' Meldung gemächt. Eine alte Stuttgarter Firma, das Banthaus Fritsch, das in Stuttgart seit dem Jahre 1867 besteht, soll in Konkurs gehen, und in Hannover hat die Bankfirina Emil Werthauer<1862 ge. gründet), die ebenfalls in gutem Ansehen stand, ihre Zahlungen eingestellt. Im ersten Fall soll der Inhaber der Firma an die Ein- lagen der Kundschaft gegangen sein. Ganz aufgeklärt ist die An- gelcgenheit»och nicht, aber oer Umstand, daß der Inhaber Selbst- nwrd begangen hat, läßt schließen, daß Unregelmäßigkeiten vor- gekommen sind. Die Firma Wcrthauer soll sich im Handel mit un- notierten Werten festgelegt haben. Beide Firmen sollen mit Groß- danken in Verbindung gestanden haben. Die Hauptursache der Zusammenbrüche wird wohl auch hier in dem Daniederliegen des Effektenmarktes zu suchen sein. Ein kleines Bankgeschäft hat nicht so sehr die Mittel und die Kraft, durch solche Zeiten hindurch- zukommen, wie eine große Bank, die auf dem einen Konto wieder- gewinnt, was sie auf dem anderen verloren Hai. In ihrer Angst greifen dann die Inhaber die Depots der Gläubiger an. So zeigt sich in diesen Vorfällen die Schwächendes kleinen Bankgeschäftes im modernen Bankwesen. Den Großbanken ist natürlich eine der- artige Niedergangsentwickelung bei den kleinen Bankgeschäften nur angenehm, denn sie können nunmehr die Kundschaft der kleinen Bankfirmen an sich reißen. Bereinigung des Kohlen- und Eisensyndikates in Rußland. Das russische Kohlensyndikat„Produgol" ist eine Verbindung mit dem Metallurgischen Syndikat„Prodameta" eingegangen, indem das erstere in das letztere eingetreten ist. Die russische Presse ist über diese neue Erweiterung des Syndikatswesens nicht sehr erfreut, da mit Recht befürchtet wird, daß diese vereinigten Syndikate bei dem hohen Schutzzoll eine große Macht auszuüben imstande sein werden. Grossistenverband für Motorzubehör. In Berlin haben sich eine Anzahl Firmeninhaber der be- deutendstcn Engroshäuser der Automobilzubehörbranche zwecks Konstituierung eines Verbands zusammengeschlossen. Es wurde die Gründung eines Verbandes unter dem Namen„Deutscher Grossistenverband für Motorzubehör" beschlossen. Hus der Frauenbewegung. Der Frauentag in der Schweiz. In mehr als 20 Orten ist diesmal der sozialdemokratische Frauentag abgebalten worden. Für alle Versammlungen war je ein Referent und eine Refcrentin vorgesehen. Die vom Zentral- vorstand des schweizerischen Arbeiterinnenverbandes für alle Ver- ämmlungen ausgearbeitete und von diesen angenommene einheit- lichc Resolution lautet: „Di? Frau-ntagung stimmt mit den an mehr als zwanzig Orten zum dritten schweizerischen Frauentag zusammengetretenen Frauenversammlungen ein in den Ruf der Internationale nach dem Bürgerrecht der Frau in Gemeinde und Staat. In allen Landern, wo der Kapitalismus an den wertschaffendcn Proletariern sein verstlavendes Ausbeutungswerk ausübt, wächst mit der Entfaltung der Großindustrie die Frauen- und Kinder- arbeit. In den Fabriken allein kommen auf 211 077 Männer 117 764 Frauen; auf zwei Arbeiter mehr als eine Arbeiterin. Von inSgesam-t 51 155 Fabrikkindern im Alter von 14— 18 Jahren stehen 23 469 Knaben 27 686 Mädchen gegenüber. Und erst die Heim- arbeitl Wieviel Mcnschenkraft und Menschenglück wird durch sie vernichtet I Angesichts der Armut, der Not und des Hungers, der stummen Anklage, die aus diesen Zahlen redet, erhebt der dritte chweizerische Frauentag lauten Protest gegen die heutige„Ordnung" im Staat, die Tausende und aber Tausende von Kindern und Müttern dem Würger Kapitalismus in die mordgierigen Arme treibt. Er fordert die Verbände und Organe der Partei wie ihre Vertreter in den Behörden mit Nachdruck auf, in Ausführung des Beschlusses des Parteitages in Neuenburg, ungesäumt und mit Entschiedenheit jede Gelegenheit zu nutzen zur Einführung des Frauenstimmrechts in Kommunal- und Staatsbehörden. Zur Erwerbspflicht das politische Recht! Denn nur ein auf dem Boden uneingeschränkter politischer Gleichberechtigung beider Geschlechter stehendes Proletariat wird mit Hilfe der er- oberten Staatsgewalt imstande sein, im Klassenkampf twm Sozialis- muS zum endgültigen Siege zu verhelfen: Das Privateigentum an den Produktionsmitteln umzuwandeln in gesellschaftliches, in Gemeineigentum, wodurch alle Klaffenunterschiiwe auf immer be- eitigt und dem Aufstieg der Menschheit die Wege zu höherer Kultur bereitet sind." Hus aller Sielt« Schwerer Eisenbahnunfall. Am Dienstagvormittag stießen auf dem Rangierbahnhof Seelze bei Hannover zwei Lokomotiven zusammen. Dabei wurde, dem„Hannoverschen Anzeiger" zufolge, der Lokomotiv- ilhrcr Wolter aus Ahlem sofort getötet. Der Reserve- lokomotivführer Hoppe auS Letter erlitt einen doppelten Nnterschenkelbruch. der Hilfsschaffner R a t t i n g aus Seelze kam mit einer leichteren Kopfverletzung davon. Von der russischen Korruption. Vor einiger Zeit ließ der Kurator des Kasaner Lehrbezirk« bei dem Direktor des Gymnasiums in S ch i m b i r s k, Nekrassow, eine Revision der ihm unterstellten Schulkasse vornehmen. Der Kurator sandte einen seiner Gehilfen. Dieser stellte fest, daß 2000 Rubel Schulgelder fehlten. Nekrassow zog 2000 Rubel aus der Tasche und sagte: Da ist das Geld, ich habe es in meiner Tasche verwahrt. Der Revisor dankte dem Direktor für die „musterhafte Führung" der Geschäfte. Aber schon nach einigen Tagen erklärte Nekrassow dem Komitee, daß er 13000 Rubel ver- schleudert habe. Er wurde verhaftet, doch gegen eine Kaution in gleicher Höhe wieder freigelassen. Jetzt, nach einem Jahr, hat die Untersuchung festgestellt, daß Nekrassow nicht 18 000, sondern 54 000 Rubel unterschlagen hat. Ntm wurde er abermals verhaftet. Aber wieder stellten einige Freunde und Bekannte eine Kaution in gleicher Höhe und er wurde abermals freigelassen. Die Explosion in den Nobel-Dynamitwerke«. lieber die Dynamitcxplosion in den Nobelwerken in Ar beer Ayrshire wird noch gemeldet: Der in der Whe liegende Ort Jrvine ist von der Explosion besonders stark in Mitleiden- schast gezogen worden. Zahlreiche Gebäude sind durch den gewaltigen Luftdruck dort zum Einsturz gebracht worden. Schulen und Kirchen mußten ge- schloffen werden, da sie gleichfalls stark beschädigt sind. Alle Personen, die sich im Augenblick der Explosion in der Nähe des Werkes befanden, wurden zu Boden ge- schleudert und erlitten zum Teil schwere Ver- letzungen. Auch in der Stadt Ayr wurden starke Er- schsttterungen verspürt. Fast alle Fensterscheiben sind dort gesprungen._ Große Sturmverheerunge«. Ein furchtbarer Sturm hat im Hafen und in der Umgebung SidneYS(Australien) großen Schaden angerichtet, der auf etwa vier Millionen Marl beziffert wird. Zahlreiche Gebäude wurden durch die Gewalt des Sturmes zum Einsturz gebracht, die Chausseen im Umkreis von 10 Weilen find völlig unpassierbar. Ebenso wurden zahlreiche im Hafen liegende Schiffe beschädigt. Auch mehrere Menschen find zu Schaden gekommen. Kleine Notizen. Eisenbahnerlos Der Hilfsrangierer Albert Barz wurde beim Kuppeln von Wagen auf dem Rangierbahnhof S t o l p getötet. Barz wollte einen Wagen umkuppeln. Dabei geriet er zwischen die Puffer der Wagen, die ihm den Brustkasten zerquetscht, B. ist 27 Jahre alt und erst seit einem Jahr verheiratet. Ein Opfer der Jahrhundertfeier. In Hohenlinde bei �»uthen explodierte beim Böllerschießen anläßlich der Jahrhundertfeier vor» zeitig eine Patrone, die den Bergmann Biskup tödlich verwundete. 75 000 Mark unterschlagen. Der Rendant der Spar- und Dar, lehnskasse in der Gemeinde Vergerhausen bei Essen a. d. Ruhr ist nach Unterschlagung von 75 000 Mark flüchtig geworden. Selbstmord eines Liebespaares. In einem Holzschuppen in Billwaerder bei Hamburg wurden heute morgen die Leiche des 28jährigen Diplomingenieurs Bruno Schmidt auZ Schlesien sowie die der 28jährigen Emma Hirth aus Ostpreußen aufgefunden. Beide wiesen Schußwunden in der Herzgegend auf. Das Liebes- paar hat einen Brief hinterlassen, in dem es um gemeinsame Be- stattung bittet. Ueber den Grund, warum eS in den Tod gegangen ist, hat das Paar keine Angaben hinterlassen. Ein schweres AutomobUunglück hat sich in der Nähe des Bades Mondorf bei Köln ereignet. Das Automobil des Arztes Dr. Weiler wurde an einem Bahnübergang von einem heranbrausenden Zuge ersaßt und vollständig zertrümmert. Die Insassen— der Arzt und seine Nichte haben lebensgefährliche Verletzungen davongetragen. Gefährliche Spielerei. ulen) füllten zwei und Wasser und Knaben das Gemisch schüttelte, explodierte die Flasche mit lautem Knall. Durch die umherfliegenden Glassplitter wurden die beiden Knaben im Gesicht stark verletzt. Das Auge des einen ist schwer gefährdet, dem andern wurde der Unterkiefer und Hals aufgerissen Ein neuer Flicgerrekord. Der Flieger P e r r e y o n hat am DicnStag vormittag auf dem Flugplätze Bue bei Versailles mit einem Eindecker in einer Stunde sieben Minuten eine Höhe von 6000 Meter erreicht und damit einen neuen Weltrekord auf- gestellt. Erdbeben in Guatemala. Der New JOorker„Sun" gibt einen Bericht des amerikanischen Gesandten in Guatemala über ein Erdbeben wieder, das Guatemala am Sonnabend heimgesucht hat und dem eine ganze Stadt und viele Menschenleben zum Opfer gefallen sind. New Jorker Skandal. Eine Frau Herez. die wegen Brand« stiftungen angeklagt ist, hat ein völliges Ge st ä n d n i s abgelegt und dieses durch Dokumcnteerhärtct, durch die eine große Anzahl von Polizisten und auch Politikern kom» promittiert find. vsrorckost clor srluku-sas Arzt zur KrältJgung und Auürlschung geschwächter und abgespannter Nerven mit vorzOglichem Erfolg, denn Biocitin Ist das einzige Präparat, das 10% physiologisch reines Lecithin, hergestellt nach dem patentierten Verfahren des Herrn Professor Dr. Habermann enthält Aber nicht bloß die Nerven, sondern der ganze menschliche Körper wird durch Biocitin gekräftigt weil dieses neben seinem hohen Gehalt an Lecithin auch noch andere wertvolle Nährstode, wie das Nucleovltellin, die Kernsubstanz des Eidotters, und das Caseinogen, den natürlichen Eiwelßbildner der Milch enthält Reinheit oni Qualität seines hohen Lecithin-Gehalts und eine im Verhältnis dazu unerreichte Wohlfeilheit verleihen dem Biocitin unter den Leclthin-Präparaten unbestritten den ersten Rang. Im Verein mit dem Lecithin bewirken die im Biodtin enthaltenen Nährsubstanzen eine schnelle Aufbesserung des Emährungs-und Kräftezustandes bei schwächlichen Personen Jeden Alters, Rekonvaleszenten nach schwerer Krankheit bei geistigen und körperlichen Ermüdungszuständen gleichviel, durch welche Umstände sie hervorgerufen sein mögen. Lecithin nach dem patentierten Verfahren des Herrn Professor Dr. Habermann wird lediglich für Biodtin verwendet Wir bitten daher, unbedingt minderwertige Nachahmungen und lose abgewogenes Präparat zurückzuweisen. Biocitin ist nur in Originalpackungen in Apotheken und Drogerien käuflich. Falls nicht erhältlich oder etwas anderes angeboten wird, wende man sich direkt an uns. Der Versand erfolgt ohne Berechnung von Porto und Verpackungsspesen. Ein Geacbraacksrauster nebst einer populär-wissenschaftlichen Abhandlung über rationelle Nervenpflege sendet auf Wunsch kostenloe BiocitingFabrik� Berlin 8.61/ c 4 IVJaswwtz* Gross te deutsche Cigarettenfabrik JUNO Deutscher Jtobarbeiter-Verband. Verwaltung LerUn. Freitag, den 14. März, abends 8 Uhr, im HtVttkslhastshakst, Engelufer 15: AuperorüenMek« Lenersl-Verssmmlung. Tagesordnung: Bericht über die Bertragsverhandlunge«. kskmvnmsvkve'. Tonnerstng, den IS. März, abends v Uhr» im Dresdener Garte», Dresdener Ztr. 45: Branchen- Versammlung. Tagesordnung: t. Bericht von der Tarisverhandlnng. 2. DiSwsiion. Perbandsqngelegenheiten. Vollzähliges Erscheinen erwartet Y öeste vettenfüllung�I I sind die vorzüglich süllcnden. sehr f elasttschen, echt chiiicfilchcn � �oNWl-llSUW lgesedlich geschützt» Pfand S.vS M. S-4 Pfund genilgen zu grotze». Ober- bett. Versand geg. Ztachn. verpach srei. Qustsv> eeinrin,»»,,,«« SeelwZSg Gröfiic« Betttederii-Spezial- L. flefdxHt Tcuttchlaud«. Farben- Lacke Lein öl Firnis Ptd. 32 Pf, 1 Bleiweie.„ 25„ Deckweiß..„ 10„ Bernst.-Fuein-L� 55,, I Wörl. Ocker Pfd. IS,. per 10 Pfd. frei Haus. M. Franke, Magazinstr. 18a. (E. H.-K. Ne. 2, Hamburg.) Oertliche Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 13. März, abends 8'/, Uhr: Mitglieder-Versammlnng im Gewertschaftshause, Engelufer 13, Saal 3. Tagesordnung: t.»brechnuna vom Jahre AVIS. 2. Wahl der Revisoren. S. Bcrschiedcne«affeuangelegenheiten. 253/1* Xcr Borstand: I. A.: Richard Schröder, Berlin 0., Tilsiter Str. 7. AchtuU! Fnsetlrgehilskn! AA«««! Donnerstag, den l!t. Miirz lSl.'i, abends»>/, Uhr, in Kellers „Reue Philharmonie*, Köpenicker Straße 96197 Große Versammlung. Tagesordnung: 2S3/17 1. Vortrag:»Welches ist die zweckmäßigste Jorm der Organisation*. R e s e r e n t: Reichstagsabgeordneter R o b e r t S ch m i d t. 2. DtSlusston. Sämtliche am Ort bestehende Gehilfenvereine sind hiermit eingeladen. Zahlreichen Besuch erlvarlet Der Einberufe». P. Licre. 3. Branchen,»nd 80/5 _ IMe OrtsTpr-waltnng. Säligtlnge tollen«nr schreien, wenn sie duii>ir>g'�os>cr vasi sind- Anhaltendes schreien sindet sich meistens bei Stuhweriioplung, welche dnrch die Sriiährnng niit„Kniete� und Milch verhütet wird., K n s e k c* macht die Milch leichter verdaulich und erhöht durch seinen Gehalt o» Mineral- und Eiweitzstofsen auch thrcn Nährwert. flnnaf)mc!tellcD für„Kleine fluzeigen" Kerlin C. 3t. Holmisch, Merstr. 17i WO. N. NW. sw. s. HO. W,(9. Schmidt, Kirch bachstr. 14. O. R. Hackelbusch. Petersburger Platz 4. Gustav Bogel, Kotzpen- ftrssie 88. St. WciigelS. Gr. Kran'snrtor Str. 120. L. Zucht, Immanuclttrchstr. 12. I, Reut, varnlmstr.<2. W. Baunianil. Rheinsberger Str. 67. H. Jischer, Baltianstr. S. Karl Biars.Greiscnhageuer Str.L? J.Houtsch, Stazarelhkirchstr. 4S. 4>. stiogct. Lortzvigslr. 87. 21. Tietz, Lnvalldeniir. 124 L. Xechand. Rubeplatzstr. 84. Salomo» Joseph, tzalzwedelerstr. S. S>. Werner. Gneijenausu 72. Tarhn. Hagelderger Str. 27. St. Jriti, Prwzeuslr. Ll. H. Lebwann. Kotlbuser Damm 8. Paul Böhm. Launtzer Platz Isilä. P. Harsch, Spgelui«? Id. chckler»,li»t. Karl Schwarzlose, Bismarckslr. ¥X KauniacHulcnsveg. H. Hornig, Marientbalerftr. 13, l. K«r»iixn-nIUe. Paul Ktenast, Räuschstr. 10. Oliarlotteiikiirx. Gustav Schariibcrg, sesenheimer Str. 1. Frletlriclititaugen. Ernst Werkmonn. Köpenick er Str. 18. Oriinaa. Stau» Klein, giüchiuchtti. 10. JobannlMthal. Pietickc. Kaiser-Wildel.u-Platz 6. Karlshorst. Richard Ktitcr. Rödelstr. g. II. KUneniolt. Emit Wistler, Kietzerftr. 6, Laden. I.ietitenherzr. Otto Settel. Wartenbergstr. 1. Xieeter-Hohiinen elcke. WilH. Unruh, Brückcnstr. 10. Xonan-es. Wilhelm Joppe. Sriedrichstr. 7. Odor.HohNaea-eicke. 3llfred Bader, WilHelminenHosstr. 17 ll. Panhoev. Otto Ristnia»», Mühlenftr. 30. Ketnio.henckort. P. Wursch. Prooinzstr. 59, Laden. Keakttlin. M. Heinrich, Reckarstr. 2. Conrad. Hermann str. 50. C. Rohr. Sicgsriedstr. 88/88. Knni»>elsi»»rzr. 3l. Nosenkranz, M-Boxhagen SS. Hohönehorx. Wilhelm Bäumlcr, Rarlin-Luther-Str, OS im Laden Hpanckaa.«lipven. Breitest». 64. HtogflltM. H. Bcrnsee, tzllsenstr. 5. Vonipolhotf. Job. Kroh», Bornssiastr. 02. Vropto«-. Robert chrameuz, thiesbolzstr. 418, Laden. WeiUensec. Jnbrntan«, SedanM. 106. Schiller». Beritner Alle« SSI Wlltucrstlorl. Paul Schubert, WUHclmsauc 27. Thealer und Vergnügungen Rtttwoch. 12. Mär, ISIS. Slnsang S>* Uhr. Schiller�pharlotteuburg. Wallen ftem» Tod. Ansang 3'/, Uhr. Berlwer. Pension Schöller. Ansang 7'/, Ubr, Kgl. Opernhaus. Manon. Kgl. Schlulivielhaus. WallcnstcinS Lager. Di« Piccolimmi. Deutsches. Der blaue Vogel Köuiggräver Strohe. Macbeth. Zirkus Busch.. Gala. Vorstellung. Anfang 8 lldr. Urania.»Hohenzollern'�ahrt«». Hörsaal! Dr. W. Berudt: P«. sruchtnng, Entwicklung, Ber- «rbungSproblcme. «eistn«. gohn Gabriel Borlman. ZUonti» Operette». Der Zigeuner. prima». Metropol. Die Kwo-KSnigin. Kammcrspiele. Mein Freund Teddh. Deutsche» OpernhanS. Der Frei. schütz. Schiller O. Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Schiller- Charlotteuburg. und sew Ring. Kursürstenoper. Jsadora Duncan. Driaoou. Wenn Frauen reisen. Komödienhans. Die Gencralsecke. Grosi- Berlin. Das Fürstenkind. Berliner. Wlmzander. Theater am Nollendorfplatz. Extrazug nach Nizza. Theater de» Westen». Di« beiden Husaren. Teutlche» Schauspielhaus. Der guisitzende Frack. Kleines. Professor Bernhard!. Residenz. Die Frau Präsidentin. Thalia. Puppcheu. Luisen. Im wunderschöne» Monat Mai. Rose. Die bezähmte Wid-npcnstiqr. Herrnseid. Die Schonzeit. Jäger. Liebesprobc. Castuo. Arthurs Flitterwochen. Wt»»ergart,>.«pezmiitälcu. Zlpollo. Spezialitäten. Reichshall«». Walch««» Verlobung. ZtrkuS Schumann: Aussührmig des Deutschen TheaterS: König Oedipus. Ansang Mr. Fricdr.> WilH. Schauspielhaus. Pariser Lust. Snftspielh-ius. Majolila. Walhalla. Parole: Walhalla! Folie» Eaprice. Des Löwen Er- wachen. Flohs Seitensprünge. Ansang 8>/, Ubr. »«»eS Bolksthcatcr. Die Hexe.! Ansang S Ubr. SldmiralSpalaft. Eisballett: Flirt in Si. Woritz. '.* Sternwarte, Jnvalldenstx. 57—02. Sediller-Ivesterll.Aem" Mittwoch, abends 8 Uhr i via stsise dorok Berlin In 80 Stunden. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wolkcnhratncr. Freitag, abends 8 Uhr: Die Reite durch Berlin in 80 Stunden. SeWIler-Thealep Ch'b�.Bn- Mittwoch, nachmittag 3,10 Uhr: Wallcnstvtas Tod. Abends 8 Uhr: Oygcs and sein Bing. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Andere. Freitag, ebends 8 Uhr: Urlel Acosta. Bepliner Thealer. s u?r: Filmzauber. 7-,. uhr: Macbeth. Dentsches Hchansplelhans 8 Uhr: Der gutsitzende Frack. Thealer l!e5 Westens. Uhr: Die beiden Husaren Sonnt, nachm. 3'/4lchr; Frauentreeeer. JHontis Operetten-Theater (sr. Neues Theater). Amt Norden 1141. 8 Uhr: Der Zigeunerprimas. ulResidenz-Theater.uhr Die Frau Präsidentin. llladame Ja Preaidente). Schwank i. 3 Akt.v.Hc«mequin U. Beher. Sonntag, 16. März, nachm. 3 Uhr: prillzenenithung. osc-in�ik! Große Frankfurter Str. 132. Die bezülinile Widefspenslige. Lustspiel nt 5 Akten von Shatespeorr. —» Ansang 8 Uhr.,... Donnerstag zum ersten Male: Verlassene Frauen. TtieateramKoIlendorfplatz Allabendlich 8 Uhr: Extrazug nach Nizza. Sonnabend 3 Uhr: Nathan dar Welte. Luisen-Theater. Mittwoch, abends 8 Uhr: Im wunderschönen Monat Mai. Donnerstag und solgcnd« Tage: Im wunderschönen Monat Mai. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: ------ Letzte Kindervorstellung- Hfintel und Bretel JAetropol-Theater. Die Kino-Königin. Operette in 3 Akten von Jul. Freund und G. OkonkowSfi. Musik von Jean Gilbert. In Szene gesetzt v. Dir. Rich. Schultz.. WI MmamizJ. J. Giampietro G. ThJelsdiEf Y. lorbert H. Bailot J. Rnssfai Lj Winter Ansang 8 Uhr I Rauchen gestattet! Germania-Praehtsäle N., Chausseettr.110. K. Richter. Heute Mittwoch: Paul Mantbeys lustige änger. Ansang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Nachdem Freitana. — Torzugskarten gelten.— Morgen Donnerstag: IM lIMradteert Urania.- Wiaaenschaftliohes Theater. XaubcnatraOc 48/40. Abends 8 Uhr: „Hohensollcrn"• Fahrten. Hörsaal 8 Ubr; Dr.\V. Born dt; Befruchtung, Entwiokelung, Vererbungsproblcme. Kassage-Panoptikam ic-Frog, der unersättliche Froschsciilucker Das Vorscblncken u. Zurüok- brmgen leb. Fröscbo o. Fische. Die W1 1, DE BT Feuerfresser in ihren lanat. Märtyrer-Produktionen. VAU- Allen lebend!-MM Allee ohne Extra-Entroe! Trianon-Thealer. Wenn Frauen reisen. Anfang 8 Uhr._ Reichshallen-Theater Stettiner Sänger. Burleske von Meyeel. Anfang 8 Uhr. Jft„ClonH ■ Mauers trade 82.-7 :: Berliner:: Konzerthaus ZimmeretraSe 00/81. Oroßes l>oppel- Konzert. Gastspiel des Philharmonischen Blasorchesters aait KaUsnd. Dirigent: Maestro Loreto Tesone. Musiko. 8. O arde-Reglmenta z. F. Dirig.; Oberm.<4 ruf. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. w�toSÜ..; tr. MaetantBags-Konierl""iffi!™ Zipliüs Albert Schumann. Heute Mittwoch, den 12. Märe, abends 7'/, Uhr! Keine Zlrkaz-Varstcll., ' sondern Aufführung des JDeutsohen Theaters* „König Oedipus". Anf. 8 Uhr Anf. 8 Uhr. Doimeratag, den 13. MSrz: abends 7'/, Uhr: Neu I Chinea Gaukler. Neu! lO Elo-Hol-Tscbn's 10 Direktor Alb. Schumann mit seinen neuest. OreMionen. Ohne Konkurrem!-MM Apachen•Tann smr Um 9',. Uhr:-MM Oer annichtb. Mensch. 4 Bilder aus Indien. HfflW Täglich präz. 8 Uhr abends: Sie Schonzeit Säger. Ein Wald-IdyU in 2 Akten von Anton n Donat Herrnfeld. Xaiebesprobe. Plauderei von iSrnst Klein. Voigt-Theater. ISefundbruniieu. Badstraste 58. Heute 2«tttwoch, den 12. März 1013: in 6sus und Braus. Post»«.Ges. i. 3Akt. V.Jacobson u.Hahn Boranzeige k Montag, 17. März: Benefiz für Lina und Karl MKIter: „Hoch hinan». Operettenposse in 3 Akten. Theater Königstadt-Oasino. Eck« Holzmarkt- u. Alexandcrstraste. 1 Minute v. Bahnh. Jaunowitzbrückc Tägl. abds.-,,8, Somit.-/,6 Uhr: 0, diene ChnnlTcaro! Lustspiel von Rich. Krtzler— u. das grast. Spezialuoteuprogramm Jc�l�u���g�«mmwe�seh Zirkus Busch. Heute MiHwoch, den 12. März, abends T�Uhr: Oer mysteriöse OeckcDikafer? Ferner: Karl-Engen-Troape, Crvmnastik in höchst. Vollend., Res ck Beet, Manegekomiker. Hcuchw. Flochl in ihrem wundervoll. Keitait. Clown Peplno, Tierdress. sowie d. große Gaiaprogramm. Zum Schluß: Die gr.Prunkpant. „Sevilla'' in 6 glänzenden Akten. Ül Zirkus Barum nebst großer :: Raubtier* DreiBurschau a Jeiat: Menkttlln, MergstraDc, ------ an der WalterstraOe----- Qala«Premiere mit einem vollständig neuen Sensations-Programm Donnerstag, 13. Hftra, abends 8'/« Uhr. Casino Theatep Lothringer Sir. 87. Täglich 8 Uhr: Arturs Flitterwochen« Der neue Schwan i�chlaaer. Vorher: Erna Koscbcl usw. Sonntag 4 Uhr: Die Hochstapleriu. Folles Caprice. ■ Täglich 8'l, Uhr., ■ Die Kovitllten:> S Des Idtorn Erwacht». J Bnnter Teil. » Flohs Stitkvjprullgk. i Walhalla-Theater. Weinbcrgsweg 13/20. Rosenkhal. Tor. Heute 8'/. Uhr: „Parole! Waltialla!" Große Jahres�ieoue. Die Abonnenten unserer Zestung zahlen gegen Borzetgung der Abomir. mentsguittung sür alle Plätze halbe Lassenpreise. 2. Vreustlfch-Suddetttsche (228. Königi. Vre«ß.) Klassenlotterie Z. Klaffe I. Ziehungstaz II. März 1913 Vormittag ?luf jede gezogen« Nummer sind zwei gleich holie («ewinne gefallen, n»d zwar je einer auf die Lose gleicher Nuuimcr in den beiden Zlbteilnugeu I u. II. Nur die Gewinne über 141 M. sind in Klammem beigefügt. (Ofjne Gewähr A. St.-A. f. 8)(Nachdruck verboten) 32 121 823 1000(400) 241 81 393 407 593 691 858 2065 453 273 654 89 806 96 3009 278 351 403 67 79 651 833 35 55 *260 314 462(3001 649 908 85 6007(300) 624 882 959 6035 122 318 28 72 796 851 993 7136 290 617 8SI 8094 96 497 624 9075 114 464 563 680(300) 742 897(300) 10011 86 100 664 717 36 810«119 61 488 968 1 2018 275 502 760 913 36 87 1 3181(300) 311 30 466 614 35 807 14131 668 864 1 5005(400) 305 6E6 85 762 884 1 6133 49 1 4131 348 665 779 872(400) 18008 116 20 492 614 634(400) 700 83 875(400) 913 1 9193 628 918 2 0459 760 76 90 837 96 21074 492 686 771 2 2005 24 393 078 717 42 841 67 912 30 2 3120 376 638 45 633 851 24410 2 6067 163 93 626 793(300) 911 2 8269 347 620 667 669 688 720«O�TO5 309 63 954 � 28005 308 401 796 29246 30257 423 675 31070 229 64 416 80 739 59 939 3 2125 71 263 5-6 829 935 3 3125 63 302 427 662 959 3 4058 209 12 40 631 891 3 5067 237 352 657 72037 92 818 70 3 6225 323 30 404 536 695 860 69(300) 68 99 949 3 7145 80 234 61 78 480 38440 69 609 57 602 14 981 39302 412 677 85 784 40213 403 645 700 60 41033 138 71 285 332 745 42027 62 191 830 63 43011(300) 54 65 398 619 44035 190 366 (400) 556 997 4 5 027 31 78 91(400) 241 77 4 6028 31 231 87 603 6 622 88 97 880 950 4 7015 398 474 668(400) 88 718 48310 400 57 89 674 4 9214 374 702 63 Bc,«0781 807 81134 592 610 704 5 2105 59 304 855 6 3667 »51 87 5 4271 329 693 763 869 5 5083 382 864 73 5 6347 84(300) 6 7 882 940(300) 6 8006 275 332 410 89 663 69 807(3000) 59163 380 430 38 80 589 689 ooo 851i?o223 1° 354 662 746 818 61378 415 19 511(300) 822 62235 83150 230(6001 43 488 637 780 64097 184 33o 74 646 75 700 85006 272 96 681 693 66275 343 453 67 728 887 67163 92 203 68075 85 265 359 63375 *co Oil 9o 885 -eo,?®08,2.220 32 397 453 896 71309 654 77 693 7 2497 622 "073 7 4200 310 404 662 719 7 5316 631 76(300) 95 610 713 I?, 68 903 7 6081 281 444 68 615 41 77 723 64 83 842 '7067(300) 395 439 87(400) 536 77 683 770 7 8036 351 509 lo 823 994 7 9094 226 316 470 600 75 n(vi8Q?t75 L9,�384»» 959 8,202 18 25 410 71 521 705 88323 498 83143 309 763 804 951 84018 289 n«=4fi P 98 753 980 82 8 5135(300) 209 71 764 895 918 88o46 615 81 722 87206 434 56 536 610 88131 234 382 607 i6_,300J 683 821 89021 60 73 312 871 90144 97 501 631 93 893 91302 471(1000) 714 829 39 782 OawS'üS 9 8247 336 43 67 491 576'300) 78?.,84037 236 95069 90 109 385(300) 629 926 96211 88«7(400) 689 26 99 480 668 9 8096 254 333 633 820 100428(300) 630 714.45 101127 223 182206 16(300) 62 448 851(3001 10 3204 479(300) 10 4652 766 90 908 105194 745 832 62 955 1 88117 300 58 89 94 543 619 10 7555 630�851 188049 104 21 217 479 697 952 75 18 8211 460 813 118246 99 424 61 587 678 111333 497 589 765 88 891 112258 364 92 426 30 35 113065 384 600 20 80 757 916 114003 294 405 648 54 798 115698 736 63 72 970 116003 248 385 604 33 83�177�671 gi'7462 636 965 ,'8016 323 472 344 643 967 ,,O041 ,Do' 29 1,73 61 448 78 88 871 839 73 941 63 1 21030 97 322 489 833 122044 223 469 721 73 868 907 1 2 3236 730 1 24176 248 66 316 418 818 902 1 2 5 035 130 386 442 769 66 1 2 6344 87 688 78 682 748 ODO) 623 1 27120(300) 287 600 36 792 822 86 128617 129367 479 536 o.o ,892?9 119 84 313 22 693 680 827 1 31166 344 693(300) 952 13 2092 144 207 611 46 1 33088 165 652 870 1 34148 88 243 48 80 355 486 612 828 926 1 3 5220 313 484 965 137037 157 203 303 625 975 79 138357 423 605 71 799 831 (500) 139190(300) 405(1000) 700 41 897 „„ 140054 126 36 408 666 690 925 141221 302 473 513 68 77 787 142073 187 253 487 631 96 803 23(3001 143129 59 230 306 41 48 49 73 675 863 1 44194 334 486 690 829 98 14 5 245 436 77 655 668 96 843 71 908 13 1 46070 76 341(300) 68b 890 1 4 7044 267 435(300) 665 719 69 851 14800(1(400) 133 306 675 918 1 4 9015 492(300) 762 l®8350 88 89 404 66 658 813 31 37 1 51075 107 380 478 689 630 1 5 2039 356 633 65 84 733 840 1 53035 542 61 718 I54H4 297 365 668 944 1 5 5 270 84 362(1000) 63 647( 300) 725 98 800 988 1 56140 93 244 452(400) 58 996 1 5 7023 63 653 710 1 58129 224 348 49 699 712 935 1 59135 434 608 56 601 73 766 820 ___ 160394 486 631 720 868 905 26 44 1 61X14 315 816 19 65 162355 448 535 664 943 163160 201 565 889 938 164103 276 336 463 626 746 1 8 5225 440 75 891 18 8324 602 750 82 (300) 187 078 03 290 467 636 714 930 1 6 8661 711 44 48 884 916 47 1 6 9273 759 89 894 17 0424 780 1 71760 1 7 2372 666 1 7 3027 323 477 594 714 847 956 1 74005 40 79 222 382 424 551 825 1 7 5036 126 29 60o'6 621 68 64 83 878 1 7 6012 101 42 556 1 7 7 006 104 357 031 17 303'200� 745 49 86 824'79043 270 390 482 589 I8O056 243 602 751 181006 270 404 81 643 96 713 819 79 944 1 8 2022 41 475 501 47 653 183213 62 504 48 889 910 18 4017(400) 20 166 309 44 497 604 727 997 1 8 5 007(800) 84 147 85 242 304 496 1 86175 944 60 1 87140 392 453 677 83 604 796 1 88013 132 620 765 1 8 9449 700 911 191065 148 394 463 797 941 19 2355 94 461 526 87 693 941(300) 193)55 95 261 616 773 853 85 941 70 1 94055 113 94 348 896 1 9 5069(300) 320 84 599 664 743 967 196050 96 385 764 962 1 97103 297 305 434 1 98066 200 551 199052 78 218 438 508 52 632 64 742 44 867 976 200524 701 926 94 201000(300) 147 280 616 202165 203 35 564 699 203044 561 949 77 204 25(300) 64 66 275 305 92 468 936 2 0 5189 215 40 412 613 717 59 2O8089 428(300) 533 671 77 207723 826 978 90 208285 352 852 209374 427 210213 330 211471 648 748 907 64(300) 212051 219 369 447 642 774 21 3274 317 67 436 784 905 214012 115 203 71 86 306 693 822 942 21 5047 443 55 72 705 96 881 960 21 8162 228 371 862 21 7019(300) 254 68 603 790 813 53 918 69 71 94 21 8007(300) 129 376 99 479 658 660 742 68 75 21 9008 220 536 826 2 2 0269 1400) 645 863 933 2 21026 165 78 214 484 893 2 2 2295 357 703 28 058 2 2 2077 316(300) 547 722(400) 852 2. Preußlfch.Süddentfche (228. Königl. Preuß.) Klassenlotterie 3. Klasse I. Ziehungstaz lt. März 1g13 Nachmittag Zl»j jede gezogene Nummer find zwei gleich Hobe Gcwiuue gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in de« beiden Zibteiluuge» I u. II. Nur die Gewinne über 141 M. sind in klammem beigesügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdmck verboten) 69 667 93 797 920 1016 35 105 15 349 801 74 89 970 2035 160 910 8023 139 219 671 823 921 4199 709 21 399 5 751 8)58 304 674 7245 464 646 757 8222 366 438 586 988 8077 291 381 443 936 62 18000 269 343 410 31 528 791 99 11047 81 205 48 529 775 896 1 2121 82 351 443 543 827 885 18069 132 269 372 83 401 64 696 97 14141(300) 323 633 614 334 82 904 25 76 15244 375(300) 89 92 466 672 639 983 16(95 231 608 769 90 925 1 7166 99 890 976 1 8287 337 473 89 607 9 ISllZS 68 243 404 52 655 981 20)20 45 98 341 62 664 735 998 21002 276 328 62 623 617 862 930 22134 395 582 91 652 23187 465 887 962 24004 8(300) 237 379 651 670 717 64 933 2 5 087 222 60 348 665 888 904 18 2 6142 46 209 340 632 838 85 93 2 7014 28 92 107 251 939 2 8020 235 704 386 2 9376 483 766 972 30394 31147 61 397 492 522 678(300) 3 2267 484 699 756 893 3 3191 263 369 673 606 35 84 870 916 34199 405 749 864 914 89(300) 3 5 467 679 895 3 6091 304 418(400) 63 517 681 973 3 7 218 684 8 82)0 633 89 772 840 943 3 9445 668 661 788 830 88 972 4033B(300) 568 41161 328 728 73 815 52 67 42041 115*94 427 670 889 999 4 3016 63 90 403 70 721 823 28 97 44039 4 6320 415 27 821 65 958 4 6105 77 366(300) 728 982 4 7056 263 737 4 8033 183 4 9074 244 605 761 63 5 0586 640 717 816 51608 863 80 962 5 2176 268 388 763 947 6 3036 104 337 554 663 5 4563 614 834 5 6690 5 8299 397 699(300) 768 847 87 5 7 606 18 78 788 6 8017 152 229 36 374 654 69 766 885 5 9047 114 68 277(300) 822 981 6 0073 375 416 626 795 999 61222 541 972(400) 6 2081 85 300 475 679 800 932 70 6 3232 47(300) 544 903 6 4412 656 792 950 6 5283 868 96 966 6 6027 62 54(500) 81 302 81 527 720 8 7332 402 24 778 837( 300) 46 6 8179 268 310 603 69 653 819 967 6 8101 215 347 462 53 630 7 9305 464 639 69 653 875(300) 71202 354 610 602 7 2 099 208(300) 456 661 68 782 881 73128 725 98 893 7 4635 841 65 926 7 5 190 219 467 706 24 972 7 5 014 77 205 21 350 460 995 7 7 263 630 723 849 78169 602 619 803 47 7 8207 394 917 78 80)03 300 81092 III 78 263 421 79 583 747 8 2873 924 8324» 258 442 706 831 76 84120 224 21 655 844 83 923 85192 323 34 640 91 843 903 8 8166 361 472 693 711 905 87133 356 699 720 821 99 923 88043 16? 221 236 437 620 69 724 937 8S104 200 311 559 793(400) 920 80 107 455 544 544 79 55 747 320 913 93 81023 25« 258 479 610 55 590 781 867 8 2030 102 277 81 452 837 354 88197 489 8 4036 265 493 569 925 744 83 9 5086 209 464 869 937 9 6 011 403 756 9 7010 323 66 659 9 8037 144 64(1000) 362 468(400) 671(400) 912 94(400) 9 9088(300) 179 97(300) 297 297 470 623 772 822 910 IOO084 199 331 412 600 1 01033 68 220 414 46 793 828 41 103198 396 427 732 837 1 0 8013 69 2)8 426 62 622 93 «20 104241 94 371 859 105677 858 945 108055 1?3(400» 390(300) 462 543 6)2 753 1 0 7069 77 127 97 425 907 17 84 108 693 925 1 00267 453 937 57 TO 110093 126 317 50 441 602(600) 63 816 111153 233 597* 611 704 28 60 967 118031 624 99 623 714 851 962 113191 114589 838 73(600) 115147 62 270 438 609 865 953 11600« 225 404 521 689 730 61 656 117193 275 652 75 84 713 830 118371 701 855 65 119594(5000) 620 872 120083 119 96 737 950 1 21142 519 690 1 2 2336 893 123066 285 471 829 965 1 24290 91 93 376 440 709(500) 6» 125287(300) 489 641 82 919(500) 126003 9 13 260(300) 696 127164 390 691 871 81 934 128054 314 67 616 844 1 2 9003 64 68 71 126 778 83 823 952 13 0364(300) 131279 1 3 2069(400) 179 408 604 801 61 902 44 1 33145 349 666 73 134050 377 615 763 987 1 3 5 003 197 494 628 701 72 837 916 72 1 3 8085 172 499 832 1 3712» ;300) 537 737 13 8340 508 26 85 915 76* 638033 140 81 351 95 654 607 140067 380 424 31 696 1 41076 143 814 SS 918 14203» 402 609 46 143106 282 412 509 973 1 44065 117 509 91 145101 66 270 72 664 1 48143 320 23 1 4 7 085 240 331 53 148056 629 748 925 45 1 40112 254 497 691 737 890 150164 71 437 532 602 676 914 1 51014 400 92 533 1 52S7S 15 3622 913 26 32 1 5 4032 105 262 472 7? 526 623 730 804 919 15S015 235 1 5 6298 416(300) 525 696 809 80(300» 15 7013 134 435 49 603 84 740 1 5 8069(300) 363 443 750 91 811 15 8068 96 440 93 707(300) 96 854 87 160100 215 161187 926 91 162030 71 216 163139 273 448 680 93 864 963 164183 393 523 26 670 761 65 963 81 16 5 080 179 302(400) 93 434 547 652 788 166326 959 1 67 12» 283 359 62 497 822 919 1 68542 717 804 921 188849 442 627 46 651 920 17 8065 824(500) 85 1 71100 39 279 921 63 1 7 2 013(400) 111 63 93 432 500 36 1 7 3025 36 74 99 103 630 65 1 74120 57 201 531(300) 672 706 819 1 7 5 051 345 476 535 613 79 863 73 90 1 7 6542 691 808 914 1 77153 63 303 621 783(300) 822 964 62 1 7 8789 834 73 1 7 9056 377(400) 432 819 97 180001 139 211 452 725 859 901 87 1 81119 223 335 533 77 602 39 69 814 38 95 924 37 66 81 18 2242(300) 62» 183432 742 97 18 4064(400) 18 5 039 44 154(300) 278 476 904 65 1 86100 70 222 659 952 1 8 7487 705 1 88055 91 610 811 27 1 80 41 363 439 557 796 100059 77 101 16 388 691 665 69 840 1 911X6 393 611 21 703 1 9 2031 120 219 52 377 93 885 966(300) 10 3266 477 623 792 973 19 4307 466 609(400) 195152 65 651 714 857 942 72( 300) 19 6 036(300) 90 757 915 1 97140 202 18 73 312 19 639 1 98041 507 853 93 1 9 9026 243 93 303 563 93 657 813 2 0 0074 318 457(300) 894 2 01052 243(300) 331 467 658 636 744 202625 39 76 203213 397 636 853 204015 18 224 315«47 648 912 13 2 0 5 213 70 622 62 742 2 0 6013 178 237 402 559(500) 983(300) 2 0 7 252 68 600 1 94 2O8013 105 52 471 507 654 2 0 8030 78 124 271 683 690 97 21 0035 186 98 212 385 87 535 641 720 617 32 62 977 211067 189 267 347 78 610 84 723 79 88 92 925 93 21 2007 21 137(400) 684 21 3034 148 93 252 53 335 496 678 737 21 4107 485 550(300) 635 21 5113 30 60 61 348 596 604 831 45 929 72 81 82 21 6057 93 99 269 494 528 785 21 7243 688 732 69 83 911 218511 956(300) 219182 662(300) 220100 35 88 271 696 221069 196 272 444 94 222013 42 240 69 335(400) 84 664 775 2 2 3219 29 76 350 723 45 61 916 33 Im(Scrcinmabe oerSliebeu! 2 Gewinne zu 75 000 SN., 2 zu 60 000 52., 2 zu 30000 32., 2 zu 15000 52.. 2 zu 10000 52., 2 zu 5000 52. 8 zu 3000 32., 12 zu 1000 52.. 30 zu 600 52.. 40 zu 400 32., 142 zu 300 32. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Ptg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen( ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahme* stellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Teppiche(Farbenjebler) enorm billig. Mauetchoss, nur Grosse sisranl- surter S irasse S, parterre. Kein Laden „Vorwärls'leserjsefm Prozent!_ Tteppbecken. dirett Fadril. nur Grosse Franlsurtcr Strasse 9.'247fi* Gardinen. Tüllbettbecken, Plüsch- porticceu. Fabrik Mauerhoff, nur Grosse Jranlsurter Strasse 9, Jlur» ctugang!.VorwärtZ'leser zehn Prozent!__ Ä>eri»annptau 6. Pjandteihhaus. Extrabillige Jacketianzüge. Gebrock- anzüge. Herrenpaleiots. Herrenboien. Allerbilligsler Lcttenverkau). Wäsche- veriaus. Gardlnenvcrlaus. Teppich- verlaus. Plüschdecken. Steppdecken. Goidsachen. Taichenubren. Wand- uoreu. Wandbilder. Warenoerlaus cbensalls Sonntag». «orjabrige eleganreHerr-tmnzüge und Paletots aus feinsten Magltossen 20— 10 Mark, Hosen 6— 14 Marl. Lersandbaus JRerrnonin, Unter den Linden 21. Sonntag bis S Uhr ge- össnct.__* Teppiche l(sehlervasre) ni allen Grössen, jast für die Häljte des Werte» Tevvichlager Prunn, Hackescher Markt 4, Bahnbos Börse.(Leier de§ »Vorwärts' erbalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet!• Betten, Stand 9,—. Brunnen- strasse 70, im Keller.___ 1 200)1* Gardinen: Steppdecken! Portieren! Tischdecken! augergewöhnlich billig! Porivärtslejer S Prozent Rabatt ertra! Gardinenhans Brünn, Hacke- scher Markt 4(Bahnhoj Börse). sonntags geöffnet._______* Federbetten. Stand 10,00, 15.00, 22,00, seinstc Brautbcttcn, Winter- paletots, Wäsche spottbillig. Pfandleih. tianS Küstrinerplatz 7. 29Z1K* Ohne Geld 0,50 wöchentlich: Gar- dinen, Portieren. Teppiche, Decken, Uhren, Bilder, Möbel, Polsterwaren, Betten. Wäsche, Kinderwagen. Besuch oder Postkarte. Weisels(selbst). An- dreasslrasse 4(Schleiijchcr Bahnhoj).* Bersiinmen Sic nicht, Ihren Be« darf in Gardinen, Teppichen, Steppdecken, Tischdecken usw. jetzt während der Inventurwochen zu machen*, fabelhaft billige Ausnahmepreise! Abonnenten noch zebn Prozent Rabatt. WoljS Teppichhaus, Dres- dcneustrasse 8(Kottbiisertor). Moderue Kunstlergardine, spottbillige Inoenturpreise: zwei Shawl und ein Lambreguin: 0,25, 4,50 bis 10,50. Shawlgardinen: 2 Shawls 1,95, 2,50 usw. Borziehgardinen 1,08, .1.95. Wolja Teppichhaus, Dresdener- strasse 8(Kotlbnscrtor). Abonnenten noch 10 Prozent Rabatt.__ 125K MonntSanzüge und Winter- palciols von 5 Mari lowie Hosen von 1,50, Geörockaiizüge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie für korpulente Figuren. Nene Garderohe zu staunend billigen Preisen, aus Pjandleiben per- fallene«achen kaust man am billigsten bei Rag, Mutackstrasse 14._» GaSkronen, Zuglampcn, Teil- zabtungen l,00 wöchentlich— billige Preise! Monlagc kosienloS! Kronen- lager Grosse Frankjnrtcrstrassc 92, i. i5iagc, Raveiicstrassc 6(Wedding), Schönhauser Allee 121(Gleimsirasse), Neukölln, Berlinerstratze 102 27a* Getragene Herrengarderobe. Leihhaus Brunner.itratze 70. MK Betten! Prachtvolle Betten, rosarote Inletts 0,75, 9,75. Braulbetten 12,75, 15,75, 18,75. Daunenbetten 19,75, 22,50. Prachtvolle Ausstener- wäsche. seppiche. Portieren. Gardinen. Tischdecken. Stores. Tüll- decken. Steppdecken. Uhren. Ketten. Schmucksachen. Paletots. Anzüge spottbillig I Psandleihe Paul Krüger, Brunnenitrasse 47. 2338* Monaisanzüge, Palelots, grosses Lager, jede Figur, kaust man am billigsten beim Fachmann; jede Aenderung nach Wunsch in eigener Werkstatt. 5 Prozent billiger sür Vorwärtsleier. Fürftenzelt, Schneidermeister, Rosenthalerstrasse 10.* Gaskrouen ohneAnzahlung. Woche 1,00. Riesenlager! Louis Böttcher (selbst!), Kronleuchter- SpezialHäuser. Betriebsleitung: Boxhagenerstrassc 32 (kein Laden).(Fahrverbindung War- schauerstrasse.) Filiale: Neukölln, Kottbuser Damm 41, Eingang Her- niannplatz.__ 284 IK* EiusegnungS-Anzüge, Teilzahlung, Woche 1,—, spottbillig. Weisels Aachs.. Warschauerstrassc 80. 1I6SV" Leihhaus»Brunnen«! Selten spottbillig Brunnenstrasse 118, Ecke Usedomstrasse. Ladeneinrichtung, grosse Auswahl, Stelzner, Panlsiragc 51.-j-lOO* Bronzegaskronen, GaSzug« lampen, HangegaSP endel, Gaswand- arinc. Moderne Hängegaskronen, Gaskocher. Fnventurpreise. Zurück- gesetzte Muster spottbillig. Schroeder, Hochstrasse 43._____ 200K* Moiiats-Gqrderoben-Hans oer« kaust spottbillig ersillassige wenig getragene Iackettanzuge, Gebrockanzüge, Sniolinganzüge, Frackanzüge, som- merpaletots, Beinlleider, auch Bauchanzüge. Prinzenftrassc 28, I(Eckhaus Ritterstrassc).___ 159K slott« 1,50, 48/1* Kanarienhähne 4,00, singende 0,00, Zuchiweibchen Schützenftrasse 11/12, I. Kinderwagen, Klappsportwagen, hochelegant. Mitzschke, Exerzier- strasse 21k, II.__ 47/19 Betten, zwei Prachtsland, 12,50, Sofa, Tisch. Katzlerftrasse 10, II. Reichgefttckte Tischdecken in Filz- tuch 1,35, Viktorialuch 2,35, Plüsch 4,35, Kochelleinen 2,05. Teppichhaus Emil Lesävrc, Oranienslrasse 158.» (siestiekte(Srbstullstor es mit Volant 3,35. Echt Spachlelitores 7,25, se- zessionstüllstores 1,85. Tcppich Haus Emil Lessore, Oranicnstrasse 158.* Klappsportwagen. Juliusstrasse 39, IV. Neukölln, +04 Pommersche Betten. 2 Deckbetten, 2 Kissen, zweischläjig 15,00, grosse Laken 90 Pfennig, Tamast- beziige 3,80, Ansstenerwäsche, Steppdecken, Portieren, Teppiche, Gardinen: Psandleihe, Prinzenslrasse 34._* 4,25 Prachtbelt, banniges Bett, rotrosa gestreiit, Prinzenpsanbleihe, Prinzeniirasse 31._* Änssteuerbetten. ganzer stand, 20,50, nur in der billigen Psandleihe Prinzensiratze 34. Fahrgeld wird vergütet. 153K* Lescdäftsverlkiliife. Restauration verlaust gegen Teil- zahlungen. Anzahlung 500. Offerten B. 100, Postamt 3, postlagernd, Neukölln._____ t64 Seifengeschäft, 4 Jahr, gut ein- geführt, tlanthcilswegen oerläuslüh Neukölln, Schönstedtitrasse 12. t3C Möbel. Möbel ohne Geld! Bei kleiner Anzablung geben Wirtschajien und einzelne Stücke aus Kredit unter äusserster Preisnosierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten kaust bei uns. Kretichmann u. Co.. Koppen- strasse 4.(SchlesiiSer Babnboj.)' Teilzahlung. Möbeleinrichtung, Stube und Küche 15 Mark. Per- liehen gewesene Möbel spottbillig. Berolina,.Kastanienallee 49. 220K Rusibaumwirtschaft, Jugendstil, gut erhaltene Prachtkllchc. Küchen- geschirr, Wandbilder, Federbetten 180,00, sosaumbau, vassend Braut. leuten. Caspcr, Lotturnstrassc 2, I links. 227K* Auf Teilzahlung komplette bür» gcrlichc Wohnungseinrichtungen in cinsachcr und besserer Aussübrung sowie einzelne Möbelstücke lieseck unter kulanten Zahlungsbedingungen Tisthlermeister Rotte. Zionskirch- strasse 38/39. Verliehen gewesene Alöbel besonder» billig. Kein Ab- zahlungsgeschäst. 2855b* Möbelfabrik. Georg Tennigkeii, Oranicnstrasse 172/173. Wer gediegene Möbel billig kansen will, soll nicht versäumen, mein grosse» Lager zu besichtigen. Stube und Küche 240,00, 430,00, elegante 580,00, zwei Stuben und Küche 050,00 biS 850,00, englisches schlaszimmer 272,00, eichene Speisezimmer. Herrenzimmer, Ruhebett 20,00, Taichcnsosa 58,00, Kleiderschrank, Vertiko 30,00, Trunicau 35,00. Farbige komplette Küchen von 50,00 bis 300,00. Kalalog grai is.'Auch Teilzahlung. 98K» Teilzahlung. Möbel für Stube und Küche von 15,— Anzahlung an. Einzelne Möbelstücke von 5,— An- zahlung an. Kleinste Ratenzahlung. Kunden, welche w anderen Geschäften ihr Konto beglichen haben, bekommen bei mir alles ohne Anzahlung. Auch Teppiche, Gardinen. Läufer, Bilder, Uhren usw. Tanncnzaps, Blumen- strasse 2. 2l9K* Tischlermeister gibt Möbel aus Teilzahlung bei beliebiger Anzahlung zum Kassenpreis. Stets Gclegcnhcits- täufc in gebrauchten und zurück. gesetzien Möbeln, auch aus Teilzahlimg. Nachweis von Kunden wird gut honoriert. Ofserten Post- amt 90.Postlagerkartc 44". Teilzahlung und Tausch. Reelles Möbelgeschäst lieserl Möbel sür Stube und Küche mit 20 M. Anzablung, kleinste Raten. Auch einzelne Möbel. Acltcre Möbel werden in Zahlung genommen und gegen moderne umgetauscht. Tcppiche, Portieren, Läuser usw. ohne Anzahlung. Osserten Posltagerkarie 12 Postamt 22. 218K* Möbelsuchenben empsehlen wir kauszwangloS unsere Riesentäger in lomplelteu Küchen und Russoamn- eiiirichtuiigen, ebenso Einzelmöbeln, vom einfachsten bis setnften Genie zu besichtigen. Nie wiederkehrende Gelegenheit, gediegen und spottbillig zu kaufen, da grosse Posten Möbel ans Lombard und Bersteigerungen herrührend, zum Einzelvertaus über- nommen haben. Kulante Zahlung«- weise, kostenlose Lagerung und Liese- rang. Sonntags geöffnet. Elsaijer- strafte 8 und Oranienstrasse 37.* ZÄohitungS-Einrichtungen, Spezialität eine und zwei Stuben und Küche, Einzelmöbel billig, gc- biegen. Teilzahlung gestattet. Lange, Schwedterstrasse 20. IHK Metallbetten, zwei, modern, Kinderbett spottbillig verkäuflich Zossenerftrassc 10, Hutgcschäst. 39/8* Brautleuten vcrlanje�bis Ende März Nussbaumwirlschast, bcrrliche Küchenmöbcl, Gaskrone, Wandbilder, Küchengeschirr 180,—, Uinbausosa 40,—. Säulentrumeau 30,—. Stumm, Neue Schönhauserstrassc 11, II. Händ- lcr verbeten. 47/15* Sofa. Küchenspind, billig. Ritter- strasse 18, IV, Lange. f58 Ausstellung! moderner Küchen, auch lästert«, zu Fabritpreisen an Private! skaliberstrasse 25, a» der Hochbahn!' 240K Verkaufe billig Schlassosa, Vertiko. Pepcl, Zorndorserslrassc 42. tU2 Riesenauswahl: 310 Kleiderschränke, 154 Vertikos, 230 Trumeaus und Spiegel, 322 Bettstellen mit Matratzen, 303 Tische jeder Art, 94 SojaS. 913 Stühle, serner Schreib- tische, Waschloileiten in den oer- schiedensten Aussührungen sollen im Möbel-En grostager Veteraiienstr. 12 (Fabritgebäude) äusserst billig gegen Barzahlung verlaust werden. Grosse Posten gediegener neuer Ein- und Zweizimmer-Emrichtungen zu 214,—, 280,-7-, 324,—, 432,—, 510,— usw. Mark. Ueberzcngen Sic sich von den niedrigen Preisen. Komplette Büfett- küchen alle Farben i 45.—. 50,— Mark. Nur reelle'Arbeit. Schrisitiche Garantie. Kofieniosc Lieferung. Bei ganzen Einrichtungen Hochzeitsgeschenk gratis. Berkaus nur im Fabrikgebäude. Genaue Hausnummer.zwölf" Vc- teranenftrasse achten. Wegen Nach- mitiagSandrang Kauf vormittags erbeten.* Vollständige Kobnungseinrich- tung, alle», neu. nur 225,—. Teppich, 2 Bilder, Gaskronc. Glas. Rosen- thalersirasse 57. vorn 3 Treppen. Prachtvolles Plüschsosa, Umbau, Englischbctten, Slnlleideichrank. Tru- meau, moderner Hutbodenschrank, Spiegeloerliko. Auszugstisch, Küche, Chaiselongue, Wandbilder verkäustich. Zorndorserstrassc 4 I, Liese.(Händler zivecklos. 47/ 10 Rusibaumwirtschaft, modern herrliche Kücheneinrichtung, vassend Brautleuten, spottbillig. Erfragen Klempnerei'Adalbertstratze 3.(Händler zwecklos). 47/17 MusiKmstrii mente. Billig ein gebranchtes schwarzes Pianino mit grosser Tonfülle zu vcr- lausen. Warschauerstrassc 58, l. Menzel._______ 276)1. ' Pianino gutcrhalten. billig. Frees«,' Lohmühlenstrasse 35.»(Nach 0.) Bilder. Bilder. Sie lausen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder- Bogdan, Aeinmeisterstrasse 2. 2248K billigste Bezugsquelle sür Einrahmungen. ■ t3* Bilder,. u iolide Preist! Gross« Franlsurterstrass« 04. Psbrrader. Erstklassige Fahrräder, Monats- rare 10 Mark. Louis Barth, Brücken- strafte 10u, L Etage. 79K* Kaufgesuche. Fahrräderankauf, allerhöchste Prelserzielung. Wcberstr. 42. 47/12* Plattnabfäll«, Gramm 5,70, Alt- gold, Silber, Zabngcbisse, Stanniol, Quecksilber taust höchstzahlend Blmnel, Schnrclzerei, Sluguilstrasse 19 lll. t3* Höchstzahlend- Metalle, Zahm gebissc. Platinabsall, Gold, Silber, Queckfilber. Metallschmelze Ehristionat, Köpentckerstrafte-Jtlu.(gegenüber Mantcusselstratze). 1/12* Platinabfälle, Zabngcbisse. Gold- cinkaus, Silber, Quecksilber, Stanniol höchstzahlend Schmclzerei Müller. Tellowecktrasse 10. 2794b* Zahngebinc, Zahn bis 1,00, Platinabjälle, Goldankaui, höchst- zahlend.Gcldkontor", Sllu Jakobtrasse 14j>. 202/8 Unterricht. Auto-Fachschule(Ingenieur Scha» Piro), staatlich konzeiftoniert, mit grosser Reparutur-Werkstätte, Berlin- Wilmersdorf, Nassauisaseslrafte 40. Tag- und Abendkurse. Honorar 100 Mark. 137K* Technische Lehranstalten Hoppe. Berlin, Mathieustrasse 13. 200/101' Schitlerpension bei Technikum- direklor, Villenvorort Berlins. Stahe- res durch Haasenstem u. Vogler, Berlin W. 8, unter D. B. 2792. Technische Lehrauitalt Berlinsteglitz. Ingenieur Döbling, Inhaber und Tireltor. Elektrotechnik/Maschinen- bau. Hochbau, Bauingenieur-, Ver- meisungswesen. Gas, Wasser, Hei- zung, Lüftung. 127K* Handelsschulen Richter. Lichtenberg. Neue Bahnhositrasse-Ia,(Bahn- bot Stralau-Rummelsburg). Steglitz. Albrechtslrasse l23) Wilmersdorf, Lauenburgerslrasse 2t. Bcgmn der Jahres- und.Halbjahres kurfe 3., 10. SlPrU. Gewissenhafte, stellui- stchembc Ausbildung garantiert. Verschiedenes. Patentanwalt Wessel, Gitschiner- strafte 94». Patriitanwnlt Müller. Gstschincr- strasse 81. 2439K» Pfandleihe Hcinersdorserilrasse 14, nahe der Grcisswaldcrstrasse.!098b* 3S)er Stoss hat! Schneidermeister Kuschewsli, Stmieniimsse 2, fertigt tadellose Anzüge sehr billig. 2784b* Auspolsterung, sosa. Matratzen billig, im, ausscrin Haus«, Chaussee- strafte 74, Schäfer._ 18/2 Volkshaus Köln. Für den gesamten Restaurationsbetrieb des VolkshauseS wird unter günstigen Bedingungen per sofort ein solventer W Pächter"Wx geiuchl. Tüchtige Fachleute, die eine Kaution von mindestens l5000Mark stellen können, wollen ihre ichrifllichen Osterlen bis zum 15. März an den Vorsitzenden des GewerkschaftSkarlells, August Haas, Köln, Severinstr. 197,199, richten. 104/5 Rehme meine Beleidigung gegen Herrn Czernicki, Pücklerstrassc 12, zurück. Klaus, Cuvrystrasse 19. Bäckereiladen mit Inventar, Kohlen- oder Gemüseladen losort zu vermieten. Warschaucrstrasse 31, Zigarrenladen. 254, K Wohnungen. Ideal Passage. Neukölln, Doh. innigen von zwei Zimmern mit Küche, Bad, Warmwasserversorgung, Zentralheizung und Entstäubungsan- lagc(Drehrolle im Hause) sehr preis- wert zu vermieten. Anskunst Weichs elstrassc 8, vorn I rechts und III links. 102 2* Stube und Küche, 17 bis 25 Mark. Oranienstr. 2a. Stube, Küche. Zubehör, wegen Geichästsübernahme sosock zu oer- mieten. Stelter, Sonncnburgcrstr. 22. Limmer. Gut möbliertes Zimmer, sosock oder zum 15. März zu vermieten. Sluguslstrasse 5l. vorn III, rechts. (Nähe Rosenthalerstrasse). stI3I* Möbliertes Zimmer sür einen Herrn oder eine Dame. Wiescnstr. 10, II links. 2493b Möbliertes Zimmer uermiclet Frau Schumann, Marhcinekeplatz lO. vorn III. 25246 Zweifenstriges möbliertes Zimmer 15,—, Wasterkvrstrassc 03, Hof III, Wölpcrl. 2801b* f Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Parteigenosse, 22, sucht Stellung gleich welcher Slrt. Lstcrtcn unter 5l. 38 erbeten BorwärtSansgabestelle Grcijcnhagenerstraße 27. ss74 Stellenangebote. Tüchtige Farbigmacher verlangt (ürosse, tlteichcnbergerstrasse 47. 4117 Lehrling verlangt Glaserci.Blumen- strafte 0. 275R Bildhauer und tüchtiger stein« metz vcrlaiigt Christiansen. West» rcinickendors. Berlincrsirasse 2t. Lehrling sucht sosock Otto Wäsche. Stellmachcrmeister. Baruth.Mark). Lehrmädchen im Silier von 14 bis 10 Jahren, aus achtbarer Familie, gegen monatliche Vergütung soiock gesucht. Meldungen nur in Bc- gleitung der Eltern oder des Vor- mundes 10— 2 Uhr vormittags oder 0—8 Uhr nachmittags. St. Jandori u. Co., Bellr- Sllliance- strafte 1—2. 225K* absolut bilanzsicher, per 1. Slprll 1913 sür sozialdemokratischen Zeitungs- verlag in der Provinz Schlesien ge- sucht. Packeia«nosscn erhalten den Vorzug. Gest. Osterten mit Gehalts- ansprüchcn unter Ii- 2 Haupt» erpeditiott des.Vorwärts". 283/18* UUU« V vrvow. VVU.VU.., w UI � j.!.v-w.' u QW-—■■"'— 7-~--——---—---------,_' gfronttrö�ri�Tstlejjaftenr; AifresMielepp, Neukölln, gürben Llijeratenteil verantw.: Th. Glocke. Berit». Druck u. Verlag:«orwärt« kvuchdructerei u. LerlagsanMll Paul Singer u. Co.. iSerltu SW, it. 60. 30. Iahrgaag. 3. Keilme Ks„ilorrairtö" Sttlintt WlKsM Much. 12. mn 1913. heute Zal)labend für Groß--Berlln in den bekannten Lokalen. Sonntag wichtige Flngblattverbreitung in Grotz-Berlin. ver mechanische»iollege! Der Fortschritt der Technik hat unter der privatkapitalistischen Wirtschaft nicht nur dem Handarbeiter Unheil gebracht. Von der Ärbcitslosigkeit, dem größten Ucbel, das den ums tägliche Brot Kämpfenden treffen kann, sind mit anderen Bcrufsgruppcn in immer wachsenden Maße, besonders in den letzten drei Jahren, die Schauspieler betroffen worden. Die Ursachen dieser Massen- «rschcinung sind verschiedene. Das ist aber nicht zu leugnen, daß der Ersatz der Thcaterbühne durch die weiße Wand des Kuw einen erheblichen Teil der Schuld an dieser Entwickdtung mit trägt. Der mechanische Kollege, das Räderwerk des Projektionsapparates, hat den Wirkungskreis des Schauspielers von Fleisch und Blut cingc- schränkt. Freilich bot die Filmfabrikation auch dem Schauspieler ein neues Betätigungsfeld, das mancher von ihnen mit froher Hoff- nung betrat. Doch welche Enttäuschung! An Stelle des Theater- dircktors, dessen Arbcitgebcrqualitäten gewiß manches zu wünschen lassen, stieß der Schauspieler auf den Fabrikanten als Unter- nchmcr, der seine Rechnung hinter dem Hauptbuch macht und Menschen als Zahlen wertet. Ter Künstler wurde zum mcchani- scheu Arbeiter gemacht und dementsprechend auch sein Einkommen auf das eines Tagelöhners reduziert. Das ist um so skandalöser, als die Filmproduktionsgesellschaften aus dieser modernen Industrie ungeheure Gewinne schöpfen. Die Erbitterung der Arbeitnehmer der Filmindustrie mutzte deswegen eine gewaltige werden und ist ganz berechtigt, wenn niau bedenkt, daß die üblen Z u st ä n d e in wirtschaftlicher, sozialer und technischer Be- zichung bei der Machtlosigkeit der Ausgebeuteten eine enorme Ausdehnung angenommen haben. In wirtschaftlicher Hinsicht liegt der Schwerpunkt hauptsächlich in der ungcnügcn- den Entlohnung der Arbeitskräfte(die Schauspieler betrachten sich in ihrem Verhältnis zur Industrie als gc- wöhnlichc Arbeiter), ungeregelter Arbeitszeit, äußerst gering er Entschädigung für den bcdunge- ncn, aber ausgefallenen Arbeitslohn bei mehrstündigem Zeitverlust, der abgesehen von Naturhindcrnissen(schlechtes Wetter, Dunkelheit) in der Hauptsache auf Nachlässigkeit und Gering- schätzuug der Arbeitnehmer seitens der Industrie zurückzuführen ist. In technischer Hinsicht läßt die Einrichtung der Ateliers, der Gardcroben-Anklcidc räume und die Schutzvorrichtungen in Ausübung des Berufes sehr vieles zu wünschen übrig. Der Uebcl größtes aber ist die schmutzige Konkurrenz, die zusammen- gelaufene Elemente dem Schauspieler machen, Elemente, die nach dem Aeußercn, nicht aber nach persönlichen Vorzügen oder der Herkunst beurteilt werden. Gegen diese vom Unternehmertum ge- wagte Verquickung der Begriffe: Schauspieler und Laie— Anstand und Sittcnlosigkeit— würdiger Beruf und unwürdige Berufs- losigkeit, protestieren die Schauspieler besonders. Sie können sich nicht dazu verstehen, Dirnen als Kolleginnen anzuerkennen und die Kollegen von Zuhältern zu sein. lieber 300 Schauspieler und Schauspielerinnen versammelten sich aus diesen Ursachen am Montagabend im kleinen Saal des Hotel„Z e n t r a 1", um ihre soziale Notlage zu erörtern und Mittel sowie Wege zu suchen, wodurch dem Massenelend der engagcmentsloscn Darsteller, die sich der modernen Kinoindustrie zuwenden müssen, entgegengesteuert werden könnte. Wünsche und Zustände sollten, wie der Vorsitzende der Versammlung Klein- Rhode ausführte, besprochen und damit die Grundlagen für den Aufbau einer als dringend notwendig empfundenen Organisa- t i o n geliefert werden. Beklagt wurde in der Vcrsanunlung unter anderem auch die bisherige Institution des Arbeitsnachweises und der Arbeitsvcrmittelung. Die Schauspieler und Schauspielerinnen mliffen nach dem bisherigen Brauch sich stundenlang in verschiede- nen Kaffeehäusern aufhalten, um Agenten und Direktoren abzu- warten, die je nach Bedarf Darsteller suchen. Wer da ist, kommt eventuell in Frage— ein zufälliges Fehlen irgendwelchen Schau- spielers(ausgenommen die sogenannten Kanonen) bringt ihn leicht um eine Beschäftigung. In manchen Arbeitsbörscn(Cafe„Troc- eadero') kommt es oft zu wüsten Szenen beim Erscheinen eines Werbers für eine Filmgesellschaft.. Alles drängt sich nach vorn, um nur engagiert zu werden, wobei die Kräftigeren sich dem Agenten zu nähern vermögen— die Bescheidenen dagegen außer acht gelassen werden. Solche Zustände sind für den I Schauspieler unwürdig, unerträglich, erniedrigend. Eine Besserung soll herbeigeführt werden durch Schaffung eines Arbeitsnachweises im Anschluß an eine zu gründcstde Genossenschaft der Kinodar st eller bei Anlehnung an die bestehende Bühnengenossenschaft Deutscher Schauspieler, deren 2. Vorsitzender, Herr R i ck e l, in seiner energischen, sachlichen Rede den Beistand der Bühnengenossenschaft zusicherte. Mit Recht be- tonte auch Herr Wurf:.Wir Schauspieler find durch die Kino- induftrie geschädigt, daher ist unsere Wendung an die Industrie um Berücksichtigung unserer Wünsche berechtigt. Ist' es aber nicht möglich, der Industrie heute direkt vorzuschreiben, wen sie engagieren soll, so sei wenigstens den Schauspielern vorbebalten, nicht mit unwürdigen Elementen in Berührung zu kommen." Nntcr verschiedenen Vorschlägen, die in der sehr belebten Diskussion von feiten der Herren Libcsny, Rickcl, Dr. H c i d l c r, Otto Fred, A. Coli ins und vieler mehr gefallen sind, ist ein Vor- schlag des Herrn Otto hervorzuheben, der für die Notwendigkeit eines Anschlusses der zu schaffenden Organisation an eine politische, die wirtschaftlichen Interessen des Berufsstandes wah- rende Partei einkrat. Dadurch wäre auch die Möglichkeit geboten, in vorkommenden Fällen die Oeffentlichkeit zur Fühlung mit dem sozialen Elend des Schauspielerstandcs heranzurufen. Sein Vor- schlag, eine Kommission aus der Versammlung zu wählen, die neben dem bisher bereits tätigen Zwölfer-Ausschuß eine engere, alles bisherige zusammenfassende Tätigkeit zu entwickeln hätte, wurde einstimmig angenommen. Die Kommission wurde aus den Herren Otto, Libesny, Hanus, Possage, Futon und den Damen Mayerhoffer, Roitner zusammengesetzt. Den Schauspielern ist zu gönnen, daß die feurigen Reden und der glühende Enthusiasnius der zielbewußt strebenden Schau- spiclerschaft anhält und in Kürze eine Korporation ins Leben gc- rufen wird, durch welche der erstrebte Schutz der Arbeit und die Wahrung idealer, sittlicher Standesintcrcsscn verwirk- licht werden kann. Durch Wille» zur Machtl Partei- Elugdegenbeiteu. Verband der sozialdemokratischen Wahlvcrcinc. In Paris und Berlin findet am Sonntag, den lli. d. die Perbrcitung des Manifestes der franzöfischc» und deutschen Sozialdemokratie gegen das wahnsinuige, kriegshetzerische Wctt- rüsten statt. Wir crsnchcn die Parteigenossen, Mann sür Mann früh- zeitig zur Stelle zu sein, um zu ihrem Teil dem die Völker Europas erdrückenden Militarismus entgegen zu wirken. Der Aktionsausschuß. Zweiter Wahlkreis, Friedrichstadt. III. Abteilung. Mittwoch, den 12. März, abends HWl Uhr pünktlich bei Wilwe Augustin, Oranienstr. 103, Zahlabc nd cgemeinschastlich mit der 6. Abt. des 3. Kreises): Vortrag des Genossen Unger.— Abends>/A2 Uhr: Z a h l n a ch t. Vortrag des Genossen Dr. Willi Pleßncr:„Ab- irrungen in der Sexualität". Donnerstag, den 13. März, morgens 5 Uhr: Zahl- morgen.„Unsere Jugendbewegung und ihre Feinde". Referent: Genosse Anton Fischer. Den Besuch aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. Vierter Wahlkreis. Am Dienstag, den 18. März, abends 8 Uhr, findet in KellerS Festsälen, Koppenstr. 29, die KrciSgeueralversaminlung statt. Die Tagesordnung wird lauten: 1. Erinnerungen an den 18. März. 2. Beratung und Beschlußfassung über den Antrag betreffs Abholung der fälligen Monatsbeiträge. 3. Aufstellung der Landtagskandidatcn. 4. Anträge auf Ergänzung der Aussührungsbestinimungen KZ 3 und t! und Abänderung des K 7 des Wahlregulativs. 5. Diverse Anträge. 6. Wahl eines Kreisbildungsausschusies. Am 23. März(1. Osterfeiertag) findet in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29, ein Kunst abend statt. Mitwirkende sind: Das Berliner Volksorchestcr, Kapellmeister Herr A. Hirsch, Gesangverein „Männerchor Ost". M. d. A.-S.-B., Chormeister Herr Emil Thilo: Konzertsängerin Frau H. Wiegmanu, csopran: Konzertjänger Herr Borchardt. Bariton; Klavierbegleitung Herr Thilo. Nach der Auf- führung Tanz. Das Billelt kostet 60 Pf. Abendkasse findet nicht statt. Am Sonntag, den Iti. März, abends 0 Uhr, findet im Elysium, Landsberger Allee 40 lLandSberger Viertel), ein Vortrag mit Licht- bildern statt:„Unsere heutige Kenntnis vom Ursprung des Menschen". Vortragender ist Genosse Baege. Billetts sind bei den Bezirksführern zu haben. Nachher Tanz. Der Vortrag über die russische Revolution kann wegen Erkrankung des Referenten nicht gehalten werden. Steglitz-Friedenau. Am Sonntag, den 16. März, findet eine Besichtigung des Kunstgewerbemuseums statt, für die Genosse Robert Breuer die Führung übernommen hat. Die Führung beginnt pünktlich 10 Uhr. Der Treffpunkt ist vor dem Kunst- gewerbemuseum, Prinz-Albrechtstr. 7. Erkner. Mittwoch, den 12. März, abends S'/j Uhr, bei Dege brodt: Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen schwenk über:.1813—1913." Kaulsdorf. Heule abend 8'/., Uhr: Generalversammlung bei Bobey, Hönower Straße. Tagesordnung u. a. Wahl des Vorstandes. Alt-Glienicke. Der heutige gemeinsame Zahlabend findet pünktlich 8 Uhr bei Hubert, Rodenbuich, Rudower Straße 54, statt. Bohnsdorf. Heute, Mittwoch, den 12. März, abends 8'/.z Uhr, Mitgliederversammlung in Villa Stahl. Tagesordnung: 1. Bericht von der Krcisgeneralversammlung. 2. Wahl eines Wahllomitces für die Landtagswahl. 3. Stellungnahme zur Maifeier. 4. Vereins- angelcgenheitcn 5. Verschiedenes. Trcbdin. Am Tonnerstag, den 20. März, abends 8Vl> Ubr, im Schlltzenhaus/z Uhr abends melden. Die Beteiligung ist vollständig kostenlos. Alt-Glieuirke. Uebcr Gemeindcpolitik referierte in einer am Sonntagnachmittag im Bohnschcn Lokale, Grünauer Straße, tageudeu öffentlichen Ge- meindewählerversammlung Genosse T h u r o w- Neukölln. In seinem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag brandniarlte der Redner das Verhalten der bürgerlichen Parteien gegenüber der von unseren Vertretern erhobenen Forderung, das jetzt bestehende Dreiklassen- Wahlrecht in der Gemeinde in ein gleiches geheimes umzuwandeln. In großen Zügen legte der Referent unsere Forderungen in den Kommunen dar. Mit der Aufforderung an die Wähler, bei der Ge- meindevertreterwahl Mann für Mann für die sozialdemokratischen Kandidaten einzutreten, schloß der Referent seinen Vortrag. Die hierauf folgende Diskussion bewegte sich im Sinne des Referenten. Die Genossen Uhlig und Dürre bemängelten verschiedene Ein- richtungen und Beschlüsse der bürgerlichen Gemeindevertreter. Es sei daher Pflicht der Arbeiterschaft, dafür zu sorgen, daß am kommenden Montag auch in der z lv e i t e n Ab- teilung die Wahl eines Sozialdemokraten erfolge. Auf Borschlag des sozialdemokratischen Wahlausschusses wurden einstimmig folgende Kandidaten zur Gemeindevertretung nominiert. In der dritten Ab- teilung Gürtler Gustav Uhlig und Tischler Emil Mücke. In der zweiten Abteilung Schlosser Karl K l i n g e r. Die Wahl der dritten Abteilung findet am Sonntag, den 16. März, im Bohnschen Lokale von nachmittags 3— 6 Uhr, die der zweiten Ab- teilung am Montag, den 17. März, nachmittags von 2— 3 Uhr, statt. Mit der Aufforderung an die Wähler, dafür Sorge zu tragen, daß die obengenannten Kandidalen mit übergroßer Majorität ge- wählt werden, schloß der Vorsitzende, Genosse Henschel, die Ver- sammlung. Mariendorf. Aus der Gemeindevertretung. Bei Kapitel„Straßenverwaltung" sind vorgesehen an Einnahmen 65 445 M., Ausgaben 126�802 M. Der Wunsch des Gemeindevorstehers, zur Aufbesserung des Straßen- Pflasters, der Bürgersteige usw. zwei Steinsetzer einzustellen, rief die Gemeindevertreter Schmidt und Sauer auf den Plan. Ersterer trat für Vergebung der Arbeiten im Submissionswege ein, während letzterer der Befürchtung Ausdruck gab, daß solche von der Gemeinde angestellte Arbeiter herumfaulenzen, und da sie gut organisiert seien, der Gemeinde die Arbeitsbedingungen diktieren würden. Diesen spießbürgerlichen Anschauungen rra: Genosse Reichardt entschieden entgegen. Der Posten wurde bewilligt. Ein Antrag des Genossen Reichardt 800 M. zur Erbauung eines Milchhäuschen-Z auf dem Spielplatz in der Ringstraße zu bewilligen, wurde abgelehnt. Dafür sollen 2 Eingänge neu geschaffen werden. Bei Kapitel:„Verschiedene Einnahmen und Ausgaben" srng Genosse Weber an, was die ein- gesetzten 500 M. für Jugendpflege zu bedeuten hätten. Der Gemeindevorsteher erwiderte kurz und bündig. diese Summe sei zur Förderung der„nationalen" Jugendpflege. Gegen die stimmen unserer Genossen wurde diese Position be- willigt. Eine Summe von 300 M. zur Unterbringung schwacher und erholungsbedürftiger Kinder in Erholungsstätten wurde auf Antrag unserer Genossen auf 600 M. erhöht. Bei Kapitel Steuerverwaltung" beantragte Genosse Reichardt. die Einkommen von 420—900 M. steuerjrei zu lassen: ebenso wandte er sich gegen die indirekten Steuern, speziell die Lustbarkeits- und Biersteuer. Die Gemüter der bürgerlichen Vertreter platzten bei dieser Gelegenheit scharf aufeinander; dem einen ist die Grundwertsteuer für bebaute, dem anderen die für unbebaute Grundstücke zu hoch. Nach einer längeren Debatte wurden folgende Sätze angenommen: 110 Proz. Gemeindeeinkommensteuer unter Ablehnung des Antrages Reichardt betreffend die Einkommen bis 900 M. 230 Proz. Zuschläge zur Gewerbesteuer der Klassen I und II, 110 Proz. der Klassen III und IV. Zuschlag zur Betriebssteuer 100 Proz., Grundwerl- steuer 3 Ri. pro Tausend der bebauten und 4,50 M. pro Tausend für unbebaute Grundstücke. Tie Umsatzsteuer 1 Proz. für bebaute und Wz Proz. für unbebaute Grundstücke ist mit 81 500 M. veranschlagt. Bei den Ausgaben bemängelte Genosse Reichardt die hohe Summe, welche die Gemeinde an den Kreis zu entrichten hat, ohne daß von letztcrem eine besondere Gogenlemung erfolgt. Es sind zu zahlen 136 482.82 M. an Kreissteuer und 22 500 M. zu den Lasten des Tcltowkanals.— Hierauf beantragte Reichardt an das Haus der Abgeordneten eine Petition zu richten, daß den Gemeinden gestattet wird, die progressive Einkommensteuer zu erheben; sollte dieser Antrag die Zustimmung der Vertretung nicht finden, so solle derselbe der Vcrbandsversammlung der größeren Landgemeinden Preußens zur Beschlußfassung unterbreitet werden. Der Antrag wurde von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt, für den Eventualantrag stimmten nur unsere Genossen und der Gemeindevorsteher.— Die Gebühren für Benutzung der Kanalisation wurden auf 2,9 Prozent des staatlich festgesetzten Gebändestcuer- mxtzungswertes eines jeden angeschlossenen Grundstücks festgesetzt; auf Antrag Schmidt fallen hierunter auch Gemeindegrundstücke, so- weit dieselben nicht dem öffentlichen Interesse dienen.— Das Extra- ordinarium beträgt in Einnahme und Ausgabe 1 508 900 M.;"darunter befindet sich eine neu aufzunehmende Anleihe von 647 400 M. für Ncupflasterung verschiedener«traßen. Birkcnwcrder. Die Aufnahme einer Anleihe für das Gas- und Wasserwerk in Höhe von 46 009 M. wurde von der letzten Gemeindevertretersitzung beschlossen. Aus dem Werk ruht somit eine Schuldenlast von 495 990 M. Vorher hatte der Gemeindevorsteher mitgeteilt, daß im Einvernehmen mit allen patriotischen Vereinen des OrteS eine Jahr- Hundertfeier begangen werden solle. Nicht dagegen, sondern daß man hierzu aus Allgemeinmitteln 150' M. für eine an das Mittelalter gemahnende Komödie entnehmen wollte, wandte sich Genosse Pieper, der dabei das feudale und reaktionäre Preußen gebührend kennzeichnete. Selbstverständlich wurden die 150 M. bewilligt. Bruchmühle. Damit unsere freiwillige Feuerwehr wieder weiter bestehen kann, mußte erst der Kreisbraudinspektor zur Hilfe gerufen werden, der in der letzten Vertretersitzung einen kleinen Vortrag hielt. Es wurden dann auch der freiwilligen Feuerwehr 100 M. bewilligt. Der Ver- trag mit dem Kreis wegen Anschluß an das Kreiswasserweri verfiel der Vertagung. Bei der Festsetzung des Voranschlages und der zu erhebenden Sleuersütze für das Rechnungsjahr 1913 zeigten sich die bürgerlichen Vertreter in ihrer ganzen Größe. Sämtliche Anträge, die unser Vertreter hierzu gestelll hatte, wurden glatt abgelehnt; sogar ein Antrag des Gemeindevorstehers, wenigstens die Einkommen unter 650 M. steuerfrei zu lassen, fand keine Gnade. Vorher hatte unser Vertreter Steuerfreiheit unter 900 M. verlangt. Der Etat balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 14 014,50 M.(12 376,25). Gcmeindezuschlag werden 125 Proz. erhoben. Grundwertsteuer 2,1 pro Mille für bebaute und 3.1 pro Mille für unbebaute Baustellen. 150 Proz. Gewerbesteuer, 100 Proz. Betriebssteuer. Auf Anregung unseres Vertreters soll zur fortlaufenden gesundheitlichen Bcaufsich« tigung der Schulkinder ein Schularzt angestellt werden, vorausgesetzt, daß die Kosten nicht zu hohe sind. Zur Beschaffung elektrischer Energie wurde noch eine Kommission eingesetzt. Spandau. Die Tariferhöhungen der Straßenbahn sollen am 1. April in Kraft treten. Die andauernden Fahrpreiserhöhungen haben einen 'olchen Unwillen hervorgerufen, daß schon jetzt eine große Anzahl Arbeiter die Elektrische nicht mehr benutzt. Dies wird sich aber in verschärftem Maße nach dem 1. April insbesondere auf der Strecke Spandau-Nonneudamm bemerlbar machen. Eine Wochenkarte auf der Eisenbahn für diese Strecke kostet 50 Pf., während eine Wochen- karte auf der Straßenbahn vom 1. April aber 1 M. kostet. Es wird sich ja zeigen, ob der Ausspruch des Oberbürgermeisters Koeltze zu- treffen wird, daß der Straßenbahnekat dann auf den„Dannn" kommt, wenn die Arbeiter morgens auf dem Wege zur Arbeit die Straßenbahn nicht mehr benutzen. Die Jnbiläumsturnhnlle war durch Stadtverordneienbefchluß vom 9. Januar d. I. auch der„Freien Turnerschaft" zur Verfügung gestellt worden. Der Magistrat hat nun volle zwei Monate gc- braucht, um diesem Beschluß seine Zustimmung zu versagen. Die Liberale Fraktion wird jetzt zeigen müssen, ob sie Rückgrat genug besitzt, den in Gemeinschaft mit unseren Stadtverordneten gefaßten Beschluß aufrecht zu erhalten. Für den Jungdeutschlaudbund wird seit einiger Zeit eine außer- ordentlich rege Propaganda gemacht. Der Magistrat hat bekanntlich 50 000 M. als Grundstock zur Errichtung eines Jugendheims bc- willigt. Da mau cS aber mit dem Jugendheim sehr eilig hat, wurde in der Moltkestraße eine Mietwohnung als Jugendheim her- gerichtet. Mit einem wahren Feuereifer nehmen sich die Behörden >er bedrohten Jugend an. Militärkapellen müssen den Jung- deutschlandbund zu seinen Märschen aus der Stadt begleiten, Kasernenhöfe und Ilebungsplätze werden denselben zur Verfügung gestellt usw. Auch in den Fortbildungs- und den Volksschulen machen die Lehrer Agitation für den Jungdeutschlandbund. Trotzdem ist die Arbeiterjugend nur spärlich für diesen Klimbim zu haben. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindcvertrctuugcn. Slchöneberg. Heute Mittwoch, abends 7 Uhr, im RathauSjitzungssaal, Endgültige Festietzung des StadthaushaUplancS für 1313. Dempelhof. Donnerstag, den 13. März, nachmittags S>/, Uhr, im Gemeindesitzungszimmer, Dorfitr. 42, Tvaiidau. Donnerstag, den 13. März, nachmittags 4 Uhr. im Rathaus. Mariendorf. Donnerstag, den 13. März, nachmittags 5 Uhr, im itzungSsaal des Rathauses. Erkner. Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, bei Matthe? Nieder-Zlchöndausen. Freitag, den 14. März, abends 6 Uhr, im Gemeindesitzungssaal. Eggersdorf(Niederbanum). Donnerstag, den 13. März, abends 7 Uhr, im Eatholyschen Lokal. Diese Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gemcindcangehörigc ist be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Witterungsübersicht vom 14. März 1913. «tattonen «�1 Wetter Swincmde. 7SSWEW 3hcitcr Hamburg 76Si« 2 Dunst Berlin 770© 3 Dunst sirauff. a.M 173�© 1 3 Regen München ,770(533.> woliig Wien j773,W llhalbhd, >0« äll 1? mSi Stationen cilly Abcrdecn Paris Ii Ziemlich mild, zeitweise ansklarend, vorwiegend trübe mit wiederholten Reqüisällcn und lebhaslen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. WasserstandS-Nachrichten der LandeSanstall sür Gewässerlunde, mitgeteilt vom Berliner Detterbureau Wasserstand Memel, Tilsit P r e g e I, Jnsterburg Weichsel, Thor» Oder, Ratibor' , Krosscn Franksurt Warthe, Schrimm tlandSberg Netze, Vordamm Elbe, l'eitmeritz Dresden Barby Magdeburg Wasserstand Saale, Trochlitz Havel. Sb ankauft , Rathenow') Spree, Sprembergft . Bceslow Weser, Münden Minden Rhein, MaximllianSau . Kaub Köln Neckar, Heilbronn Main, Hanau Mosel, Trier am> seit 19.3. 9. 3. cm 146 78 198 119 84 241 332 336 loa 174 95 169 cm') +14 +3 +5 +16 — 1 —6 — 8 +7 +4 +2 +11 +8 +6 »)+ bedeutet Wuchs.— Fall.— ft Unterpegel.— ft Bei Tilsit i ycr qane vtonoes paar uno oronoen(seynurrvarr. emritvicu ijui,, oi/uc uub uuu iceiticm cuiu uciviiw-.-. frei.*7 Oberhalb der Brücke Eisstopfung.*) Eisfrei._ - fl�ivmMnnWTt.Lr R-stakvnrrT'»Urev Wielenv. Neukölln,»ür de« Klnieratenteil verantw.: Db. Glocke. Berlin. Druck u.«erlaa: Vorwärt« Buchdruckerei jl. Berlagsanstalt Paul Singer u.£o, Berlin 8«.