Mr. 61. nbonnementS'Bedingunaen: «Sonnemcnts> Preis lränumerando: «ierteljährl. 330 SMf., monatl. 1,10 Ml, wöchknil.ch 28 Pfg, frei WZ HauZ. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- nummer mit Mustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Well" 10 Pfg, Post- Abonnement: 1,1V Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeifungZ- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mar!, für das übrige Au-Imid L Marl pro Monat Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemais, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, ~ nien, Schweden und die Schweiz. 36. Jahrg. Die Tnfcrtions-Gcbüljr beträgt für die sechSgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerlschaflliche Vereins- und Versimimlungs-Anzeigen 80 Pfg, „Kleine Hn-eizen", das fettgedruckte £r!4c!nt tag litb außer montags. Verlinev Volksblslk. Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellennn- zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buch- ! laben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Numm--- müssen bis » Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends aeöffnet, Telegramm- Adresse: „SozialfUrnolirat Berlin". Zcntratorgan der fozialdcmohrati leben parte» Deutfchlands. Redaktion: 8?n. 68, Lindcnstrasse 69, Fernsprecher: Amt Moritzplak, Nr. 1983. ver ämzähi'ige KeiterÄienst. Unsere im gestrigen Leitartikel aufgestellte Arindest- forderung auf Beseitigung der dreijährigen Dienstzeit, wird sicherlich auf den sanatischen Widerstand der Militärs stohen. Sie werden haarklein zu beweisen suchen, daß weder für die berittenen Truppen noch für die Marine eine Herabsetzung der Dienstzeit möglich sei. Leider sind unsere bürgerlichen Parteien nur zu sehr geneigt, alles, was ihnen von An- gehörigen der Offizierkaste vorerzählt wird, kritiklos als Offen- barungen von unumstößlichem Wahrhcitswert hinzunehmen, Auch die militärischen Sachverständigen der liberalen Presse sind schließlich nur abgehalfterte Leute vom Bau, die zwar hier und da an Einzelheiten der Heeresmaschine herumkritteln, an dem System selbst aber nichts geändert haben wollen. Trotz aller starken Worte ist in der linksliberolen Presse nichts zu hören von einer grundsätzlichen Ablehnung der drohenden Riesenwehrvorlage. Man verlangt von der Regierung den Nachweis, daß alle Forderungen auch tatsächlich notwendig sind. Nun, die Herren mit den„karmoisinvergnügten" Streifen und Aufschlägen, die Autoritäten des Generalstabes und des Kriegsministeriums werden es den Herren Volksvertretern, die sich so gern belehren lassen wollen, schon klar machen, daß jeder Mann und jede Lafettenniete zur Sicherung des Vaterlandes und des Friedens unbedingt nötig ist. Hat doch schon der militärische Mitarbeitor des„Berl. Tagebl." nachgewiesen, daß die Vermehrung des Mannschaftsbestandes usw. zur Sicherung nach Westen wie nach Osten notwendig und ausreichend sei. Die Abstimmung über die Wehrvorlage von 1912 hat ja schon zur Genüge dargctan, was man von der Abwehr überspannter Rüstungsmaßnahmen durch die bürgerlichen Parteien zu er- warten hat. Wenn es aber den liberalen Herren, die hinter dem„Berl. Tagebl." und der„Franks. Ztg." usw. stehen, ernst ist mit ihrem Kampfe gegen das Wettrüsten, dann sollen sie ihren starken Worten auch Taten folgen lassen, dann sollen sie sich unserer Mindestforderung auf Beseitigung der dreijährigen Dienstzeit anschließen. Solange der Liberalismus sich über diese Frage noch aus- schweigt, wollen wir eine Anzahl Argumente anführen, die die Berechtigung der dreijährigen Dienstzeit bestreiten sollen. Zu- nächst die der berittenen Truppen. Als Gründe für die Notwendigkeit der dreijährigen Dienstzeit werden von militärischer Seite ins Feld geführt: die Ausbildung des Mannes im Reiten und im Melde- und Beobachtungsdienst lasse sich in zwei Jahren nicht durchführen; die erforderliche Gewandtheit auf und mit dem Pferde könne nur durch eine möglichst lange Dienstzeit erzielt werden; außerdem seien die Mannschaften des dritten Dienstjahres zum Zureiten der Remonten unbedingt notwendig. Untersuchen wir, inwieweit diese Gründe stchhaltig sind. Die deutsche Kavallerie zählt in 193 Regimentern rund 70400 Unteroffiziere, Trompeter und Mannschaften. Darunter befinden sich etwa 18 000 Leute, die im dritten Jahre dienen. Von diesen scheiden mindestens 3000 Mann vollständig aus dem Truppendienst aus, weil sie als B u r s ch e n tätig sind. Die Kavallerieregimenter haben nicht allein für die rund 3000 Kavallerieoffiziere, Stabsärzte, Veterinäre usw. Burschen zu stellen, auch die Infanterie- wie Kavallcriebrigaden, die Divisionen, Armeekorps und Inspektionen erhalten Burschen und Stabsordonnanzen von der Kavallerie. Die reitende Ar- tillerie stellt die Burschen für ihre eigenen Offiziere, für die Regimentskommandeure und die Stabsordvnnanzen für die Artillcriebrigaden. Auch Kriegsministerium, Generalstab, Reit- schulen usw. beziehen einen großen Teil der Burschen von der Kavallerie. Bei dieser großen Zahl von Mannschaften, die dem eigent- lichen Truppendienst entzogen werden, fragt man den Teufel nach Reitausbildung und Reniontedressur. Man nimmt im Gegenteil in der Regel � nicht die schlechtesten»Reiter aus den Schwadronen heraus. Die Herren Reiterofftzierc oder Generäle haben nicht die mindeste Lust ihre 2, 8, 4 und mehr Pferde einem Manne anzuvertrauen, der, um im kavalleristischen Jargon zu reden, auf dem Gaule hockt wie eine Klammer auf der Waschleine, sie wollen viel- mehr nicht nur gute Pfcrdepfleger, sondern auch tüchtige Reiter haben. Daher bringt eine große Anzahl der Kavalleristen und Artilleristen ihr drittes Dienstjahr in den Privatställen der Herren Offiziere und Generäle zu, die gar, nicht selten ihre- Burschen für ein viertes usw. Jahr kapitulieren lassen. Die den berittenen Truppen ent- nommencn zweiten Burschen der Stabsoffiziere und Generäle, die sogenannten Hausburschen, kommen in ihrem dritten und zum Teil schon im zweiten Dienstjahre überhaupt nicht mehr aufs Pferd., Soll aber 4>ie dreijährige Dienstzeit beibehalten werden, nur weil den Herren Reiter offizieren gutes und mehr als billiges Diener- und Bereitermaterial geliefert werden muß! Man darf dabei nicht vergessen, daß das Offizierkorps der Kavallerie sich zum größten Teile aus den Söhnen des schwerreichen Adels und Großgrundbesitzes und der bürger- lichen Plutokratie ergänzt. Bei letzteren kann man beiläufig folgende typische Familicnentwicklung beobachten: Der Ur- großvater war biederer Handwerker und 1848 wilder Revoluzzer, der Großvater kleiner Fabrikant und grimmer Fortschrittsmann der Konfliktszcit, der Vater 'wurde nach dem Milliardensegen Großindustrieller und | gesinnungstüchtiger Nationalliberaler und--der Sohn darf mit Hilfe des aus Arbeiterschweiß gewonnenen Goldes den Koller, Waffenrock, Attila oder die Ulanka des Offiziers tragen und würde mit Wonne an der Spitze seiner Schwadron oder seines Zuges gegen den„inneren Feind" losgaloppieren. Alle diese Herren sind so gestellt, daß sie das für ihre Pferde und für ihre Bedienung notwendige Personal aus eigener Tasche bezahlen können. Wenn ihnen jetzt einige Tausend Reitersleute im dritten Dienstjahre zur Verfügung stehen, so ist das nur eins vön den vielen Argumenten gegen die militärische Notwendigkeit der dreijährigen Dienstzeit. Ein weiterer, nicht unbeträchtlicher Teil der Kavalleristen und reitenden Artilleristen scheidet während des dritten Dienst- jahres ebenfalls aus dem Truppendienst aus. �Es sind das die Handwerker, Schreiber bei Regiments- und Brigadestäben, in Zahlmeisterbureaus usw. Die meisten dieser Leute kommen für die Dressur der jungen Pferde so gut wie niemals in Frage und ihre persönliche Ausbildung als Reitersmann ist, wenn sie einmal in die geheiligten Räume der Handwerks- oder Schreibstube eingezogen sind, abgeschlossen. Höchstens, daß der eine oder der andere im Winter ein altes zugerittenes Pferd in einer der Reitabteilungen zu reiten hat, oder im Sommer mit auf den Exerzierplatz oder in das Gelände genommen wird, wenn die Glieder aus irgend welchen Gründen Lücken aufweisen. In Wirklichkeit kommt nur ein Bruchteil der im dritten Jahre dienenden Mannschaften für den rein militärischen Dienst in Betracht. Darunter befinden sich die in jeder Schwadron und in jeder Batterie vorhandenen Unglücks- menschen, aus denen trotz aller nachdrücktichst angewandten kavallcristischen„Erziehungsmittel" keine brauchbaren Reiters- leute herauszudrillen sind. Aus diesen Leuten ergänzt sich die Schar der„HSckselmajore", d. h. der Gehilfen der Futter- meister und der„Küchcnpoints", Nur wer die. Dinge vom Standpunkte des Berufsmilitärs aus betrachtet, kann behaupten, daß das dritte Jahr zur Ausbildung von Mann und Pferd notwendig ist. Schon bei der heutigen Ausbildungsmethode, die genug Stoff zur Kritik bietet, genügt eine zweijährige Dienstzeit. Der Kavallerist oder reitende Artillerist, der im zweiten Dienstjahr nicht imstande war, ein schwieriges Pferd zu reiten, vermag es auch in den meisten Fällen im dritten Jahre nicht. Wer im zweiten Jahre nicht gelernt hat, eine Karte zu lesen, sich im Gelände zu orientieren und eine präzise Meldung zu formulieren, lernt es im dritten Jahre auch nicht mehr. Und wer bei der reitenden Ilrtillerie nicht schon als Rekrut fähig war, die einige Intelligenz erfordernde Nummer eines Richtkanoniers zu versehen, ist ebensowenig im zweiten und dritten Jahre hierfür zu gebrauchen; er wird dann als Fahrer und Pferde- Halter verwendet, für welche Verrichtungen eine zweijährige Ausbildung mehr als genug ist. Stehen somit die Gründe für die dreijährige Dienstzeit auf sehr schwachen Füßen, wenn man die tatsächliche Ver- Wendung der im dritten Dicnstjahre stehenden Mannschaften unter die Lupe nimmt, so ist das noch viel mehr der Fall, wenn man die heutige Ausbildungsmethode gründlicher beleuchtet. Freilich, Stall, Reitbahn und Kavallerieübungs- platz sind geheiligte Stätten, an die sich die öffentliche Kritik selten herangewagt hat. Man hatte da allerhöchste Lieb- habcreien und die Arroganz der Kavallcriejunker zu respektieren. Sehen diese doch sogar verächtlich auf die Kameraden der Fußtruppen herab und ulken über die falsch eingehakte Kinn- kette des berittenen Jnfanterieoffiziers. Angesichts der unge- Heuren Lasten, die man dem deutschen Volke jetzt wieder auf- laden will, ist es aber sehr notwendig, einnial in die kavallcristische Herrlichkeit hineinzuleuchten und darzutun, wie gerade bei dieser Truppe all das fehlt, was wir unter einem modernen Volkshcer verstehen._ kietie Indirekte Steuern! Unsere Voraussage, daß trotz aller Versprechungen auch diesmal der Versuch gemacht werden wird, einen Teil der Lasten der Militärvorlage auf die Besitzlosen zu überwälzen, werden durch die offizielle Ankündigung der Regierung be- stätigt. Diese spricht davon, daß neben der Besteuerung des Besitzes„sonst noch erforderliche Steuern" vereinbart worden seien. Der Gegensatz, in den diese Steuern zu der Besitzsteuer gestellt werden, beweist, daß es sich da um Steuern handeln wird, die die Besitzlosen treffen sollen. Darüber müssen sich die Massen je eher je besser klar sein, um danach die not- wendige Abwehraktion gestalten zu können. Aber auch die Vermögenszuwachs st euer ist eine sehr fragwürdige Besitzsteuer, und daß sie von der Regierung gewählt wird, hat leicht erklärliche Gründe. Die Regierung möchte die Steuervorlage von derselben Majorität ange- nommen wissen, die auch die Militärvortage annehmen soll, damit die Sozialdemokratie vollkommen ausgeschaltet bleibe. Deshalb nimmt sie von vornherein die gebotene Rücksicht auf bis S t e u e r s ch e u d e r A g r a r i e r. Denn daß an Stelle eines wirklich allgemeinen rationellen Besitzsteuersystems, einer Reichseinkommens-, Vermögens- und Erbschaftssteuer, aus der leicht das gesamte Er- � fordernis gedeckt werden könnte, eine Vermögens- zuwachssteucr in Verbindung mit Verkehrs- und indirekten Steuern vorgelegt werden soll, hat ja nur djirin seinen Grund, Expedition: SÄl. 68, Lindcnatrasse 69. Fernsprecher: Amt Moristplay, Nr. 1984» den Großgrundbesitz und insbesondere den F i d e i- kommißbesitz möglichst steuerfrei zu lassen. Ob diese Steuerpläne in Erfüllung gehen werden, das hängt in erster Linie von den Liberalen ab. Auch hier scheint sich nun unsere Voraussage zu verwirklichen, daß die Nationalliberalen schließlich mit den Schwarz- blauen gemeinsame Sache machen werden. Erklärt doch bereits die„Nationalliberale Korrespondenz": „Vom Standpunkt der nationalliberalen Partei aus kann eS gleichgültig sein, für welche Art B e s i tz st e u e r die Ver- bündeten RegierungUi sich entschließen.... Die nationalliberale Partei trifft ihre Entscheidung in Steuerfragen nach rein sachlichen Gesichtspunkten. Sie wünscht zwar außerordentlich lebhaft, daß wir keine Wiederholung jener erbitterten Kämpfe um die Besitzsteuer des Jahres 1S09 erleben, sie kann aber ihre Entscheidung über eine Steuer nicht davon abhängig machen, ob diese oder jene Partei dadurch verstimmt wird. Würden sich die Verbündeten Regierungen entschließen, tatsächlich auf die Erb- anfallsteuer zurückzugreifen, so läge für die nationalliberale Partei keine Veranlassung vor, nicht mitzumachen. Aber, wie schon oben gesagt, ist sie keineswegs auf dieErbanfallsteuer versessen. Eine VermögenSzuwachLsteuer wird sie ebenso als Besitz st eier akzeptieren, sofern sie so gestaltet ist, daß sie als allgemeine Besitzsteuer anzusehen ist, sofern also z. B. auch der Zuwachs durch Erbansall von ihr erfaßt wird.", Das wäre also eine wenn auch noch verklausulierte Zustimmung zu den Rcgierungspläncn. � Wenn eS also trotz der Niederlage des schwarzblauen Blocks� bei den Wahlen auch diesmal nicht gelingen sollte, einem sozial gerechten Steuersystem endlich zum Durchbruch zu verhelfen, so trüge daran die nationalliberale Partei einzig und allein die Schuld. Denn an sich wäre es durchaus möglich, der Regierung im Reichstag ein Programm einer gerechten Besitzbesteuerung aufzuzwingen. Unterdessen ist die Regierung eifrig daran, die bürger- lichen Parteien für ihre Pläne einzufangen. Eine Korrespondenz teilt mit, daß dis.Heeresvorlagc mit samt den Deckungspläuen einigen Vertretern der bürgerlichen Parteien sofort vorgelegt werden sollen. Die betreffenden Ab- geordneten sollen"auch während der Ferienzeit so oft als nötig nach Berlin berufen werden. Zu diesen Konferenzen werden Vertreter aller Parteien, mit Ausnahme der Sozial- demokraten, Polen, Elsässer und Welsen eingeladen. Ehe die Vorlagen an den Reichstag kommen, werden sie erst noch einmal diesem Vorparlament vorliegen. Dieses gar nicht unwahrscheinliche Vorgehen des Reichs- kanzlers bedeutet eine Ausschaltung des Reichstags und jene Abgeordneten treten das Ansehen und das Recht des Reichstags mit Füßen, die sich zu solchen Machenschaften her- geben. Uns ist bekannt, daß die Regierung darauf hinstrebt, eine wirklich eingehende Beratung derMilitärvorlage zu hintertreiben. Die bürgerlichen Parteien sollen sich auf die Abgabe kurzer Erklärungen beschränken, um eine Debatte zu vermeiden. Die stärkste Partei im Reiche und im Reichstage einfach ignorieren zu wollen, ist ein Unterfangen, das sich die Regierung keines anderen Landes erlauben dürfte, ohne einen Sturm der Ent- rüstung befürchten zu müssen. Der Bureaukrat v. Beth- mann Holl weg, nimmt sich das aber heraus, denn er weiß sich der Zustimmung der bürgerlichen Parteien sicher. Aber schließlich, uns kann's gleichgülfig sein. Im deutschen Volke und im Deutschen Reichstag kann keine Macht der Welt mehr die Sozialdemokratie ausschalten. Legen die alldentsch-nstlonzillbersle Setze. Die„Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In einzelnen deutschen Zeitungen sind in diesen Tagen a l a r> mierende Artikel mil»Bezug auf die gegenwärtige oder die demnächst zu erwartende europäische Lage verbreitet worden. Wie die amtlichen deutschen Stellen, welche diesen Artikeln gänzlich fernstehen, die Situation beurteilen, ist wiederholt in der„Nord- deutschen Allgem. Ztg." ausgeführt worden. Die gemeinsamen Be- mühungen der Großmächte haben bereits, wie auch der englische Premierminister es soeben klar festgestellt hat, wertvolle Er- gebnisse erzielt. Wir halten daran fest, daß es dieser gemeinsamen Arbeit gelingen wird, auch der noch verbliebenen Schwierig- ketten Herr zu werden. Diese Zuversicht hat eine besondere Stärkung durch die von ganz Europa dankbar begrüßte Ver- einbarung erfahren, welche Oesterreich-Ungarn und Rußland soeben über die Reduktion ihrer militärischen Maßnahmen getroffen haben- Wenn in den erwähnten Artikeln andererseits die geplante deutsche'Heeresverstärkung mit einer angeblichen Wer- schlechterung der Beziehungen Deutschland« zu dem einen oder anderen seiner Nachbant motiviert wird, die zu einem kriegerischen Konflikt dränge, so find derartige Ausführungen auf das entschiedenste zurückzuweisen. Daß die gesamteuropäischen Machtverhältnisse durch die Vorgänge auf dem Balkan eine Verschiebung erlitten haben, von der mittelbar auch Deutschland berührt wird, ist eine jedem einleuchtende Tatsache. Solange der ewige Weltfriede noch nicht garantiert ist, muß Deutschland damit rechnen, daß es in einem Kriege genötigt sein kann, seine langgestreckten Grenzen nach mehreren Seiten zu verteidigen, und daß es dabei um seine Existenz ringen wird. Für eine solche Eventualität, die Deutschland gegen seinen Willen aufgenötigt werden kann, soll die neue Wehrdorlage Vor- lehrung treffen, indem sie in Ausführung der allgemeinen Wehrpflicht die militärtaugliche, aber bisher freigelassene junge Mannschaft zum Dienst mit der Waffe heranzieht. Kein Deutscher wird die Verant- Wartung auf sich nehmen wollen, daß in einem Kampfe, der� unS aufgenötigt werden sollte, nicht alle Wehrfähigen auch als Soldaten zur Verteidigung von Haus und Hof bereit stehen. Die Ueberzeugung, dag es unsere Pflicht ist, hierfür Vor- sorge zu treffen, ist so sehr Gemeingut deS ganzen Volkes, dah sie durch die jeder Grundlage entbehrenden KriegStrcibereien nur entstellt werden kann. Indem wir das nachdrücklich betonen, müssen wir gleichzeitig gegen die mahlose Sprache Front machen, mit der in einigen franzesi scheu Zeitungen unsere Heeresvorlage als eine Herausforderung und Drohung gegen Frankreich hinzustellen versucht wird. Unserer nationalen Würde entspricht es, solchen Hetzereien entgegenzutreten, aber kaltblütig und ohne Stimmungsausbrüche, die im Inland und im Ausland Mißverständnisse hervorrufen und die auf Bewahrung des Friedens unter den Großmächten gerichtete Haltung unserer Politik verdunkeln. Indem der Reichskanzler den gewissenlosen Treibereien der alldeutschen und nationalliberalen Patriotarden, die in dem unverantwortlichen„Störenfried"-Artirel der„Köln. Ztg." znm Ausdruck gekommen sind, durch diese Darstellung entgegentritt, ge- horcht er dem Gebot, die internationalen Beziehungen nicht durch eine hetzerische Pretzkampagnc noch gespannter werdenzu lassenals sie es durch das matzlose Wettrüsten ohnehin geworden sind. Zugleich erfüllt der Reichskanzler auch eine politische Anstands- Pflicht; denn diese chauvinistische Pretzmeute ist für jedes Land eine Schande und die„5köln. Zeitung" ist anerkanntermaßen ein offiziöses Organ. Der Kanzler hätte sich, wenn er länger geschwiegen hätte, zum Mitschuldigen der Hetzer gemacht. Erfreulich klingt auch, was die„Nordd. Allg. Zeitung" über die Besserung der internationalen Beziehungen sagen kann. Aber zugleich beweisen diese Ausführungen, datz diese ungeheuerlichen Rüstungen absolut n i ch t m o t w e n d i g, datz sie auf jeden Fall nicht dringend sino und der Reichstag also durchaus Zeit zur gründlichen Prüfung hat. Wenn dann die„Nordd. Allg. Ztg." davon spricht, datz alle Wehr- fähigen zur Verteidigung von Haus und Hof bereit sein mühten, so mutz darauf hingewiesen werden, datz dieser Zweck durch unsere Forderung der Miliz vollauf erreicht werden würde. Englische Friedensversicherungen. London, 12. März. Die ministerielle„W e st m i n st e r G a- zctte" schreibt: Einige deutsche Blätter sagen, daß der Schlüssel der Situation in britischen Händen läge; das ist vielleicht ein zu großes Kompliment für uns, aber wir können nachdrücklich betonen, daß soweit wir Einfluß besitzen, wir ihn rückhaltlos gebrauchen werden, um der wahnfinnigen Idee eines Präventivkrieges zu steuern. Wenn Frankreich wirklich eine europäisch�iZerschwörung gegen Deutschland ausheckte, die unserer und Rußlands Zustimmung bedürfte für den Krieg, von dem General v. Bernhardt geträumt hat, so können wir die absoluteste Versicherung abgeben, daß wir keinerlei Anteil daran nehmen würden. Wir freuen unS, die Franzosen als unsere Freunde betrachten zu können, aber wenn unsere Freunde solchen Wahnsinns fähig wären, wäre eS unsere Freundespflicht, sie zurückzuhalten und nicht aufzuhetzen. Natürlich halten wir diese ganze Panik für grundlos, aber die Verhältnisse in Europa sind so, daß wir nichts tun dürfen, waS falsche Besorgnisse oder falsche Erwartungen erwecken könnte, sondern wir müssen unermüdlich und unentmutigt für die Entspannung zwischen derTripeJentente und dem Dreibund wirken, die heute Europa am meisten not tut, und deren Durchführung die stärkste Sicherheit für den Frieden sein würde.___ Sie vemobiliileiMg.■ Ein offiziöser Kommentar. Wien, 11. März. Zu dem Commumquä über die Entlassung der Reservisten an der österreichisch-ungarlsch-russischen Grenze schreibt das„F r e m d e n b l a t t" an leitender Stelle: Nicht nur in Oesterreich-Ungarn und in Rußland, sondern auch in übrigen Europa wird man das Ereignis dieses Tages als eine Erleichterung in der politischen Situ atiion und als eine Bestärkung der Hoffnungen bewerten, von denen wir alle von Herzen wünschen, datz sie sich erfüllen möge». Tie politische Bedeutung der Rückgängigmachung der Grenzmatznahmen erblicken wir darin, datz durch die in Rede stehenden Verfügungen zweifellos ein Zeichen des Vertrauens zu sinnfälligem. Ausdruck gelangt, welches die beiden Mächte einander geben wollten und das geeignet erscheint, hinsichtlich des weiteren Ver- lauseS der politischen Krise günstigere Erwar- t u n g e n zu begründen. Der Rückschlag, den der Balkankricg auf das Verhältnis zwischen Oesterreich-Ungarn nnd Rußland geübt haben mag, ist nicht durch den Zusammenstoß realer Interessen- gegcnsätze zu erklären— es geht dies ganz deutlich aus den Prinzipien hervor, die für uns während dieser so schweren und unsere Interessen so nahe berührenden Krise matzgebend gewesen sind und die sich uns als ein direkter Ausflutz aus unseren! Jahrzehnte alten Orientprogramm ergeben haben. Unsere geschicht- liche Orientpolitik hat immer den wahren Vorteil der Monarchie in dar Förderung der vollen Unabhängigkeit der Balkanstaaten erblickt und stets ein freundnachbarliches Verhältnis zu ihnen angestrebt. Diese Erkenntnis hat sich, wie in der Vergangenheit, so auch mit besonders deutlicher Ausprägung während der gegen- wärtigcn' Krise betätigt. Durch getreue und konsequente Anwen- dung ihres Programms in den letzten Mpnaten hat die Monarchie den geschichtlich entscheidenden Tatsachenbeweis für die Aufrichtig- keit ihrer Politik, die nicht auf Eroberungen ausgeht, geliefert. Die gleichzeitige Abrüstung an den Grenzen wird man als ein gutes Zeichen dafür nehmen dürfen, datz sich diese Politik nunmehr mich in Petersburg die ihr gebührende Anerkennung er- rungen nnd datz sich auch in der russischen Politik eine Auffassung durchgesetzt habe, die in den Ergebmssen deS Balkankrieges erfreulicherweise die Möglichkeit erkennt, die einstigen Quellen des ZwisteS zwischen Wien und Petersburg zu ver- schütten. Noch ist die Krise, die unS seit Monaten in ihrem Bann hält, nicht gelöst, wir wollen aber hoffen, datz am heutigen Tage ein Markstein auf dem Wc g e ihrer Eni- wirrung errichtet worden ist. Halbamtliche Polemik. Wien, IL. März. Ein amtliches Commnuique besagt: Die Petersburger Telegraphcnagentur veröffentlicht im Anschluß an das gestern zur Ausgabe gelangte, zwischen der österreichisch- ungarischen und der russischen Regierung vereinbarte gleichlautende (Kommunique einen ergänzenden Passus. Die Ausnahme dieses in der bezüglichen Vereinbarung der beiden Kabincitc nicht in- begriffenen Passus in den im Einvernehmen publizierten Text der Tommuniques wurde von feiten Oestcrreich-Ungarns schon aus dem Grunde für u n n ö t i g befunden, weil unsere politische Haltung gegenüber unseren südlichen Nachbarn sich nicht erst aus den bei dem gegenwärtigen Anlaß gepflogenen Erörterungen ergab. Es braucht in dieser Richtung nur darauf hingewiesen zu werden, datz Graf B e r ch t o l d schon am S. November vor dem kompetenten Forum der Delegationen die Erklärung abgab, daß die Monarchie bereit fei, die Grundlage zu einem dauernden freund- schaftlichen Einvernehmen mit den Balkanstaaten zu schaffen. Pretzstimmen über die Abrüstung. Wien, 12. März. Die Blätter besprechen das Communique über die Abrüstung mit großer Befriedigung und heben hervor, daß, wen auch die Krise noch nicht gelöst sei, man doch annehmen dürfe, datz die Abrüstung der Vorbote des Friedens sei. Der Umstand, datz die Demobilisierung nicht auch im Südosten der Monarchie erfolgte, brauche nicht zu be- unruhigen; es handle sich gewiß um begründete Vorsichtsmaß- regeln, die«inen Aufschub erklärten. Petersburg, 12. März. Zur Demobilisierung meint die «Nowoje Wremja": Wenn Oesterreich-Ungarn keine Angriffs- gedankcn gegen die Südflvwen habe, müsse- es an der Südgrenze und nicht in Galizien abrüsten.—„R j« t s ch" schreibt, die Demvbi- lisierung finde nicht auf Kosten, sondern unter Berücksichtigung der Interessen der Balkanslawen statt.— Die„Petersburger Zeitung" erklärt, die Demobilisierung beweise, datz in den wesentlichen Fragen des Balkanproblems«ine Einigung zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland erzielt worden sei. ** Hnnabme der Venrnttelungsaktion. Sofia, 12. März.„Mir" schreibt offiziös: Die Per- bündeten haben beschlossen, die V e r m i t t e l u n g der Mächte anzunehmen. Die Verhandlungen werden daher durch Vermittelung der Mächte und auf Grundlage der in London aufgestellten Bedingungen fortgesetzt werden unter Hwzufügung der Forderung einer Kriegs- e n t s ch ä d i g u n g, auf der die Verbündeten bestehen werden. Die Feindseligkeiten werden jedoch nicht e i n g e st e l l t werden, und ihre EntWickelung wird natürlicherweise auf den Gang der Verhandlungen Einfluß haben, da neue Opfer neue Kompensationen erfordern. Belgrad, 12. März. Am Nachmittag wird den Vertretern der Großmächte die Antwort auf das M e d i a t i o n s- ansuchen der Türkei überreicht werden. politiscde CJeberfubt. Berlin, den 12. März 1913. Korruptionsfonds. Das Abgeordnetenhaus beriet am Mittwoch den Etat des Finanzministeriums. Die in diesem Etat enthaltenen Dis- Positionsfonds und sonstigen Fonds gegen die Polen cnt- fesselten eine lebhafte Debatte. Mit vollem Recht protestierten die polnischen Redner und der Genosse B o r ch a r d t gegen die Art und Weise, wie in Preußen mit dem Gelde der Steuerzahler die polnischen Staatsbürger bekämpft werden; grundsätzlich verwarfen sie die Korruptionsfonds, ans denen den Beamten OstmarkenzulagSn bewilligt werden, und zeigten, zu wie widerwärtigen, das Ansehen des Stqates schädigenden Vorgängen die Art, wie man bei uns das Deutschtum im Osten schützt, notwendigenveise führen mutz. Die Regierung hüllte sich zunächst in Schweigen, sie mochte Wohl glauben, daß sie es nicht nötig habe, sich an der Debatte zu beteiligen, da der nationalliberale Abgeordnete Dr. Friedberg als freiwilliger Regierungskommissar ihre Geschäfte aufs beste be- sorgte. Erst Borchardt gelang es, dem Finanzminister die Zunge zu lösen. Allerdings wäre es besser gewesen, Herr Lentze hätte geschwiegen, denn was er sagte, waren lediglich altbekannte Phrasen. Neu war einzig und allein der Ton, in dem er sprach und der sich dem der waschechten Junker würdig anschloß. Nachdem die Korruptionsfonds von den beiden konserva- tiven Parteien und den Nationalliberalen bewilligt waren, wandte sich das Haus der Besprechung der Frage der Alt- Pensionäre zu. Wie schon tviederholt, so suchten sich auch jetzt wieder die bürgerlichen Parteien in Beamtenfreundlichkeit zu überbieten. Daß bisher für die Beamten, insbesondere für die vor dem 1. April 1908 pensionierten, nicht genug geschehen ist, darin pflichtete auch Genosse S t r ö b e l den bürgerlichen Rednern bei. Der Vollständigkeit wegen aber und um lein schiefes Bild aufkämmen zu lassen, erinnerte er sie an ihre früheren Sünden auf diesen! Gebiete. Ihre Taten stehen mit den hochtönenden Worten denn doch in einem zu schroffen Gegensatz, so datz man unwillkürlich den Eindruck gewinnt, datz es den Herren in der Hauptsache auf Wahlreden an- kommt. Der Finanzminister bestritt wie schon früher einen gesetz- lichen Anspruch der Altpensionäre auf Erhöhung ihrer Pension. Es wurde alsdann in die Beratung der Anträge auf Kindcrzulagen für die Beamten eingetreten, die Debatte jedoch bald auf Donnerstag 10 Uhr vertagt. Bon den geborenen Gesetzgeber«. Jahrhundertredc des Präsidenten. Hierauf dreifach donnerndes Kaiserhoch. Das war der nicht überraschende Anfang der gestrigen Herrcnhaussitzung. Dann kamen die ländlichen Fortbildungsschulen heran, deren Besuch in den westelbischen Provinzen und in Brandenburg zur Pflicht gemacht werden soll. Kardinal Kopp wünsckt Religionsunterricht. Minister Schorlemer sagt, das gehe nicht tvegen der Religionsmündigkeit. Oberhofprediger Dryander meint deshalb, man solle alle Unterrichtsfächer mit Religion durchtränken und den Pastor in den Schulvorstand setzen. Da wirds schon gehen und die Lehrkräfte werden schon das Richtige lehren zum Nutzen von Thron, Altar und Kompagnie. Zwei Generale, Haeseler und Beseler, wollen gar einen obligaten Felddienstunterricht. Wird abgelehnt. Aber ebenso leider Kopps Antrag auf schulfreien Sonntag für die Lehrlinge und anderen Fortbildungsschüler. Da müßte ihnen ja in der Woche Zeit zum Schulbesuch gegeben werden. Hier hat das Herrenhauschristentum seine Grenze, man lehnt den Antrag ab I Das Gesetz wurde angenommen, ebenso nach mancherlei Gezeter über Eingriffe in die Privatwittschaft das Gesetz, das auf dem Dortmuud-Ems-Kanal den staatlichen Schleppbetrieb einfiihrt._ Tie Lehre von Teltow. Der Ausgang der Landtagswahl von Tel tow-Bee slow, wo am Dienstag die Abgeordnetenwahl stattfand, ist so gewesen, wie es der Freisinn gewollt hatte: der Fortschrittskantndat Traub ist mit Iba Stimmen den 612 Stimmen gegenüber, die auf den konser« vativen Eisenbahnobersekretär H a s e l o f entfielen, in der Minder- heit geblieben. Di« sozialdemokratischen Wahlinänner hqben sich sämtlich der Wahl enthalten, ES scheint, als ob der Freisinn diese strikt« sozialdemokratische Wahlenthaltung nicht erwartet habe, so aufgeregt gebärdet er sich, selbst das„Berliner Tageblatt". Hatte der Freisinn wirklich ein anderes Abstimmungsresultat erwartet und sich eingebildet, datz die Sozialdemokratie auf Parteitagen und Kreiskonferenzen nur zum Schein Beschlüsse faßt, die rücksichtslos durchzuführen ihr nachher der Wille fehle, so ist er nun hoffentlich von seinem sträflichen Optimismus kuriert! Denn das mag er sich zum letztenmal gesagt sein lassen: hofft er auf Unterstützung durch die Sozial- demokratie, so wird er sich schon aus die sozialdemokratischen Be- dingungen, also in erster Linie aus die ehrliche Verpflichning der Gegenseitigkeit, einlassen müssen. Im anderen Falle wird es ihm überall so ergehen wie in Teltow-Beeskow! Aber dann soll er nicht, wie diesmal unglaublicherweis« wieder das„Berliner Tageblatt", die Sozialdemokratie für seine Niederlagen verant- wortlich machen, sondern seine eigene Feigheit und Rück- gratlosigkeit, sein eigenes Anlehnungsbedürf- nis nach rechts, Idas ihn zum willenlosen Hörigen der Nationalliberalen gemacht hat! Daß der Freisinn gerade in der Provinz Brandenburg un- säglich töricht handelt, wenn er sich auf Gedeih und Verderb dem bedeutungslosen Nationalliberalismus ausliefert, haben wir un- längst erst ziffernmäßig nachgewiesen. Ein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie könnte dem Freisinn ganz andere Mandats- gewinne sichern. Aber wenn der Freisinn in seiner Verblendung nun einmal nicht will, so sind wir die letzten, ihm eine Waffen- brüderschast aufdrängen zu wollen. Nur sollte er auch die Lächer- lichteit nicht begehen, sich darüber zu beklagen, daß ihn die Sozial- demokratie seinem selb st gewählten Schicksal überlassen hat. Insbesondere auch das„Berliner Tageblatt" sollte dann einen besseren Geschmack beweisen, als immer wieder krampfhaft nach den sad-enscheinigsten Entschuldigung sgrünlden für den Freisinn zu suchen. Erklärt es doch diesmal, daß der Freisinn in Teltow- Beeskow ja gar kein Abkommen für die bevorstehenden Neuwahlen mit der Sozialdemokratie habe treffen können, weil der Freisinn sich doch den■Nationalliberalen habe verschreiben müssen, da er ohne deren Hilfe nichl an die zweite Stelle gekommen wäre. Auch das„Berliner Tageblatt" sollte doch wissen, datz es darauf, ob der Freisinn an die zweite oder dritte Stelle gelangte, nicht im ge- ringsten ankommt, sondern lediglich darauf, ob Sozial« demokraien und Freisinnige zusammen über die Mehrheit der Wahlmä/nner verfügen. War das für die bevorstehende Neuwahl der Fall, so genügte das, um einem Sozialdemoiralen und einem Freisinnigen das Mandat zu sichern. So viel Kenntnis der Wahltechnik sollte doch auch bei dem„Berliner Tageblatt" voraus, gesetzt werden dürfen! Biel verständiger urteilt da die„Berliner V o l k s z t g.". Auch sie bedauert natürlich die sozialdemokratische Wahlen! Haltung, die Traub das ihm sonst sichere Mandat kostete. Aber die„Volks« zeitung" begreift durchaus die Haltung der Sozialdemokratie, da sie einsieht, daß ein Abkommen natürlich aus G e g e n s e i t i g kc i t beruhen muß. Sie saßt ihr Urteil dahin zusammen: „Solauge von den Taktikern der Fortschrittspartei der An« schluß nach rechts, also an die Nationalliberalen, als ein stärkeres Bedürfnis empfunden wird als der Anschluß nach links; solange, wie wir dies erst vorgestern an dieser Stelle ausgeführt haben, bei vielen fortschritllichcn Wählern infolge einer falsckien poli- tischen Erziehung noch heute die Sozialdemokratie als„biindnis- unfähig" angesehen wird; solange von fortschrittlicher Seite vor dein Abschluß eines Gegenseitigkeitsverhältnisses für die Wahlen erklärt wird oder mangels der nötigen politischen Einsicht der Wähler erklärt werden mutz: Wir tonnen aber nicht dafür bürgen, daß unsere Wähler den von dem Parteivorstande abgeschlossenen Pakt innehalten— so lange kann man es auch der Sozialdemokratie nicht ver- denken, wenn sie ein Wahlbündnis verschmäht, für dessen strikte �nnehaltung ihr die Gewähr fehlt. Schließlich kann man es keiner Partei verdenken, wenn sie einer anderen Partei bei Gelegenheit die Lehre gibt: Seht zu, wo ihr ohne uns bleibt. Daß dies« Be- lehrungstaktik... ein politisches Ideal darstellt, wollen wir nicht behaupten. Aber ganz ohne Logik ist sie nicht. Die Fottschrittler täten sogar gut, wenn sie diese Politik konsequent gegen rechts beobachteten; sie würden dann weniger notig haben, sich über diese gegen sie von links her geübte Taktik zu beklagen, wie sie eS leider im Falle Traub tun müssen." ES läge im ureigensten Interesse des Freisinns, wenn er die Ratschläge der„Volkszeitung" nicht in den Wind schlagen wollte! Es will auch nichts mehr glücken. Die in der Zentrumspartei herrschende„kölnische Rich- tung" hat Pech. Um zu beweisen, wie kirchlich sie gesinnt ist und mit welcher Entschiedenheit sie die Interessen der katho» lischen Kirche vertritt, hat sie den sogenannten Jesuiten- rummel entfacht, und nun mutz sie erleben, datz ihre ganze Taktik im katholischen Lager selbst verurteilt und sie nicht nur der politischen Unehrlichkeit nnd Schaumichlägerci. sondern der gröbsten Ungeschicklichkeit beschuldigt wird. Nach- dem sich jüngst schon die„Kölner Korrespondenz" über den Kampf der bachemitischen Garde für die Jesuiten mokiert hat, kommt nun auch„Oesterreichs katholisches Sountagsblatt", das Organ der Christlich-Feudalen, und kanzelt die Gefolg- schast der„Köln. Volksztg." herunter. Es schreibt: „Schade! Eins stille, praktische Arbeit in den Geheimrats- kabinetten, ein ruhiges zielbewußtes Einschlafenlassen, da- die preußischen' Behörden wirklich schon seit geraumer Zeit übten, eine Taktik der laits accornplis hätte besser zum Erfolg geführt als der Versuch, mit klingendem Spiel und wehenden Fahnen über die Schanzen der preußischen Kirchenpolitit als Sieger hin- wegzuschreiten. Welche Instinkte des evangelische» Volksteils wären aufgerüttelt lvorden, wenn in katholischen Gegenden daö stille Wirken der Jesuitenpaters immer ungehinderter sich cnt- faltet hätte, bis schließlich nach einem Jahrzehnt etwa der ge- duldete und jetzt erfahrungsgemäß„ungefährliche" Zustand in den erlaubten hätte umgewandelt werden können durch Beseitigung einer antiquierten Rtatzregel, die dann ohne allzu- großes Geräusch hätte vollzogen werden können, ohne der Regierung einen gezwungenen Rückzug zuzumuten? Es hat an Diplomatie gefehlt in dieser Tragödie! Von vornherein aussichtslos aber machte die Jesuitenaktion der Umstand, daß sie mit der alten Rivalität zwischen Preußen und Bayern verknüpft wurde. Es war ein tragisches Geschick, datz der feinsinnige Diplomat Hert- ling als erster Zentrumsministcr seine Tätigkeit mit einer ver- unglückten Jesuitenaktion beginnen mutzte, eine Notlage, die er als katholischer Ministerpräsident sicher nie aus eigenster Initiative an den Anfang seines Wirkens gestellt hätte, und die den glänzenden Auspizien Hertlingscher Diplomatenkunst von vornherein ein trübes Schlaglicht, um so bitterer, weil unver- schuldet, beimischen mutzte. Aber geradezu verhängnisvoll ward diese Wendung der Gesellschaft Jesu. War mit der Rückiehr der Jesuiten oder ihrer freieren Entfaltung nicht nur ein Rückzug der preußischen Kirchenpolitik, sondern auch eine Niederlage Preußens gegen Bayern verbunden, dann war es natürlich für Berlin eine staatliche Unmöglichkeit, dem Wunsche der deutschen Katholiken nachzugeben." Die Bachemiten dachten sich durch ihre Aufrührung der sogenannten Jesuitenfrage bei der römischen Kurie rehabilitieren zu können, und nun müssen sie sehen, wie ihre schönsten Anstrengungen als naive politische Kinderstreiche verurteilt werden. Prinz Heinrich als Heerrufer im Streit gegen die Sozialdemokratie. Schon einmal hat der Bruder Wilhelms II., der sich früher von dem öffentlichen Auftreten zurückhielt, eine Rede gegen die Sozial- demokratie gehalten. Das war vor nicht langer Zeit auf dem Bundesschützenfest in Frankfurt a. M. Der Anfang scheint für den Prinzen verhängnisvoll geworden zu sein. Der Ehrgeiz, auch ein groher Redner zu werden, stachelt ihn zu neuen Taten an. Er hat sich jetzt zum zweiten Male vernehmen lassen. Am Montag, auf der Hunderljahrfeier des Kreis« Kriegerverbandes in Kiel, brachte Prinz Heinrich das Kaiserhoch anS. Borher hielt er eine kleine Ansprache an die patriotische Festgesellschaft, in der er sagte: „Einen solchen Abend wie den heutigen kann ich nicht vorüber- gehen lasten, ohne an die bürgerlichen Parteien einen Appell zu richten, daß sie auch geschlossen sein müssen gegen jene Elemente, die immer und immer sy st e in atisch versuchen, die Volksseele zu vergiften und zu verseuchen. Und wird das deutsche Reich in einem solchen Zustand befunden, dann ist eS innerlich krank. Vor einer solchen Krankheit bewahre uns der liebe Gott. Und an Sie, meine Herren, wende ich mich. die Sie Bürger sind, nicht zum gering st en an die alten SchleSwig-Holsteiner und Kieler. um diesem entgegenzuwirken. Schleswig-Holstein gehört ja nicht zu den sogenannten alten preußischen Provinzen. Sie sind aber lange genug mit Preußen und Deutschland vereinigt. um zu wissen, wohin siegehören und wohin siebte Pflicht ruft. Möge der alte niedersächsische von Treue ge- tragene Bolksgeist der Schleswig-Holsteiner am rechten Orte wieder treu befunden werden. Ich zweifle nicht an ihm." Prinz Heinrich ist Ehrenbürger der Sladt Kiel. Schon dieser Umstand allein sollte ihn veranlassen, seine Worte etwas mehr ab- zuwägen. In Kiel fällt nicht nur bei den ReichstagSwahlen die Mehrheit der Stimmen auf die Sozialdemokratie, sondern auch bei den Stadtver- ordnetenwahlen. 12() Kieler Bürger erklärten sich im vorigen Herbst bei den Stadtverordnetenwahlen in voller Oeffentlichkcit für die Sozialdemokratie, und die Kieler Bürgerschaft hat 24 Sozialdemokraten — die Hälfte aller Stadtverordneten— ins RalhauS geschickt. Indes, diese Verhältnisse dürsten dem Prinzen wohl wie die ganze Politik ein ziemlich unbekanntes Gebiet sein. Er hält sich wahrscheinlich für redebegabl— und so redet er. seinem inneren Herzensdrange folgend— nach bekannten Mustern. Die dreijäknAe Dienstzeit und die franzctfircbe Volhawirtfcbaft. Paris, 11. März.(Gig. 33er.) Wir haben schon darauf hingewiesen, welche wirtschaftliche Krise das an Arbeitermangel leidende Frankreich von der Rückkehr zur dreijährigen Dienst- zeit zu befürchten hat. Der radikale Deputierte Marc R e v i l l e führt zu diesem Thema in der„ A u r o r e* aus; »Die industrielle Ausrüstung Frankreichs bedarf der Er- Neuerung und der Vervollkommnung. Die 500 Millionen, die der»riegLminister fordert, werden nicht produktiv sein, wie sie es gewesen wären, wenn man sie für Land- ftraßen, Kanäle, Eisenbahnen und Häfen verwendet hätte. Weiter aber werden 200000 Mann des hinzukommenden Kontingents zu ernähren, unterhalten, de- solden und encadrieren sein und wenn die budgetären Ausgaben in diesem. Tempo zunehmen, werden sie bald die sechste Milliarde überschreiten. Unter diesen Umständen ist, insofern man das Land nicht dem Ruin und der.Hungersnot entgegenführen will, eine Erhöhung der nationalen Produktion nötig, vor allem aber eine Behebung der Krise der i dustriellen und ländlichen Arbeitskraft und eine Sicherung der wachsenden intellektuellen Kräfte. Und dieses so schwere Problem will man lösen, indem man dem arbeitenden Frankreich 50000 industrielle, 80000 landwirt- schaftliche Arbeiter und 20000 junge Kräfte der freien Berufe entzieht. Man vermehrt die Slusgaben und beschädigt dio Quellen der Einnahmen." In der„Humanits" schreibt Genosse Albert Thomas: „In allen Gegenden der großen Landwirtschaft ertönen die Klagen der Grundbesitzer. Die 45— 50 000 Belgier, die alljährlich nach dem französischen Norden kommen, genügen nicht mehr. In den Bergwerken ist die Situ- ation ebenso. Der Sekretär des Komitees der Kohlen- Werke, Herr de Peyerimhvff, legte vor einigen Tagen in einem Vortrag dar, daß es keinen Direktor eines französischen Kohlenbergwerks gebe, der nicht bereit wäre, von einem Tag auf den andern um 15 bis 20 Proz. mehr Personal einzustellen. Nach der Katastrophe von Courriöres stritten die Werke von Marly und Bruay um die lieber- lebenden und Gourrieres mußte seine neuen Arbeiter bis in die Bretagne, unter den ausgehungerten Sardinenfischern suchen gehen. Die großen Bergwerksunternehmer vermögen ihre Arbeiterregimenter alljährlich kaum um die ungenügende Zahl von 3000 bis 5000 zu verstärken. Sollen sie sie nur an die andere Armee abgeben? In der Metallindustrie stehen die Dinge ebenso. Und der Bedarf nach Arbeitern wird hier um so mehr wachsen, alS der 500 Millionen- Regen hier in Form von Bestellungen niedergehen wird. Creuzot braucht Arbeiter, die Waffenmanufaktur von St. Etienne wird vielleicht 5 bis 6000?lrbeiter statt der jetzigen 2 MS 3000 finden müssen. Zur Stunde stellen, wie die letzte„Revue Noire" berichtet, die Metallwerke des Loire-Departements selbst die arbeitslosen Passamentierer ein, die den Slufschwung in der Weberei nicht abwarten wollen. Und muß man daran erinnern, daß im Gebiet von Brich, im Departement Meurtye-et-Moselle die Kohlen- und Metall- gesellschaften den größten Teil ihrer Arbeiter auS dem Ausland rekrutieren mußten? So daß die Volkszählung von 1911 bei einer Gesamtbevölkerung von 126 684 in dem genannten Becken 45883 Ausländer ergab. Und dabei sind bisher nut 18 Bergwerke erschlossen. Um zum normalen Betrieb in den 42 vergebenen Konzessionen zu kommen, wird eine Vermehrung der Bevölkerung auf 200000 bis 25OO0O nötig sein. Wo wird man sie finden? Im Ausland— in Polen, Italien oder selbst in Deutschland?" „Auf diese Aich wird Frankreich, dank der Absicht, eine vermutete Jnvasiori, die eine intelligente Diplomatie durch eine französisch-deuthche Entspannungspolitik unmöglich machen könnte, zu verhüten, seine Industrie, seinen.Handel, seinen Bergwerksbetrieb einer inneren, von unseren Chauvinisten ebenso gefürchteten Invasion preisgeben I" Thomas weist dann noch auf die gloriose Idee deS reaktionären Dummkopfs Pupliesi-Conti hin, der just diesen Augenblick dazu ausersehen hat, um eine Taxe von 125 Fr. jährlich für jeden in Frankreich arbeitenden Aus- länder zu beantragen, womit er die Kosten der neuen Rüstungen hereinzubringen glaubt und schließt mit der Frage: Wird das arbeckende, denkende, produzierende, kulturelle Werte schaffende Land sich durch die abscheuliche Schreckens- campaqne der nationalistischen Reaktion zum Abgrund treiben lassen?_ Kricgsministcr Etienne über die Heercsvorlagen. Paris, 12. März. Nach einem Bericht des„Figaro" lauteten die Erklärungen, welche Äriegsminisier Etienne gestern im Heeresaus schütz der Kammer abgegeben hat, im wesent- lichen folgendermaßen: Da sich die europäische Lage insbesondere infolge der Balkanereignisse verändert hat, darf man sich nicht wundern, wenn Deutschland seine Militärgesetze von 1907, 1911 und 1912 als unzureichend ansieht, und durch eine neue Vor- läge seine unverzüglich mobilisierungsfähigen Mannschaftsbestände auf 899 099 Mann mit Ausschluß der Reservisten erhöht. Deutsch- land erblickt in der Stärke seiner Ärmce eine Bürgschaft des Friedens. Seit 49 Jahren hat das republikanische Frankreich eine entschlossene friedliche Politik ohne jeden Angriffsgedanken vcr- folgt. Es will mehr denn je bei dieser Politik verharren. Gerade diese Politik ist es, welche Frankreich zwingt, das Beispiel Deutsch- lands nachzuahmen. Frankreich kann dies wegen der stetigen Ab- nähme seiner Geburtenziffern nur mittels Verlängerung der Dienstzeit erreichen, und es wird nach Vereinbarung des drei- jährigen Dienstes einerseits gleich Deutschland einige sofort mobi- lisierungsfähige Armeekorps ohne Reserven haben, andererseits werden diejenigen Truppen, welche Zeit haben, ihre Reservisten abzuwarten, viel stärker sein infolge der großen Zahl von aktiven und gut ausgebildeten Soldaten, welche die Reservisten einrahmen werden. So wird man anstatt der Truppenkörper, in denen die Reservisten die Mehrheit bildeten, nunmehr Truppenkörper haben, in denen die aktiven �Soldaten in der Mehrheit sind. Paris, 12. März. Ueber die gestrige Sitzung des HceresauS- schusses wird weiter gemeldet: Ter radikale Deputierte General Pedoha richtete an den Kriegsminister die Frage, warum er sich nicht mit der ihm zustehenden Befugnis begnügt habe, eine Jahres- klaffe länger unter den Fahnen zu behalten und die Reservisten ein- zuberufen. Kriegsminister Etienne erwiderte: Ter Oberste Kriegs- rat und die Regierung seien im Hinblick auf die Mannschafts'- bestände und die allgemeine Lage in Europa der Ansicht gewesen, daß die zu ergreifenden Maßnahmen einen dauernden Charakter haben müßten. Auf die von I a u r e s«stellte Frage über die etwaige Verstärkung von Toul und Nancy, über die Mobilisierung der russischen und der französischen Armee sowie über die Ver- teilung der französischen Dcckungstruppen gab Etienne eingehende Aufklärungen, hinsichtlich deren der Ausschuß das Geheimnis zu wahren beschloß; doch veylautet, der Kriegsministcr habe bezüglich der Deckungstruppen erklärt, daß Frankreich am ersten Tage der Mobilisierung an der Ostgrcnze über drei Armeekorps mit einem Bestand von ungefähr 194 999 Mann verfügen würde, zu welchen 24 Stunden später 28 999 Reservisten aus den Ostdcpartcmcnts kämen. Die deutschen Bestände wären bis auf etliche tausend Mann von derselben Stärke. dnganD. Eine neue Komödie der Opposition. Die Opposition des ungarischen Reichstages, die sich vor der Verabschiedung des Wahlrechtsgesetzentwurfes so feige be- nahm, will eine neue Komödie ausführen. Uns wird aus B u d a p e st gemeldet: Die Oppositionsparteien hielten am Dienstag eine Kon- ferenz ab, in der beschlossen wurde, am Donnerstag korporativ in den Reichstag einzuzuziehen, um gegen das System Tisza- Lukacs zu demonstrieren. Im Parlament sollen die Be- ratungen solange gehindert werden, bis ein WahlrechtSgesetz geschaffen ist, das den Forderungen der Opposition entspricht. Auch gegen die Hausordnung wurde der schärfste Kampf proklamiert. Die Opposition will gemeinsam mit der Sozial- demokratie und mit allen denjenigen vorgehen, die das allgemeine gleiche Wahlrecht fordern. Lelgien. Verschiedene Erwartungen und Deutungen. Unser Brüsseler Korrespondent schreibt uns unterm 10. März: Der Beschluß des Generalstreikkomitees hat in der Oessenilichkeii eine fast einhellige Billigung gefunden, wobei man nicht zu übersehen braucht, daß der Ueberschwang des Lobes über die„Vernünftigkeit" der Führer sich zuweilen weniger aus einer politisch-erfreulichen Wertung der Dinge, der voraus- sichtlichen günstigen Lösung deö Wahlrechtsproblems, als aus dem durch den Generalstreik bedrohten Geldsackinteresse ab- leitet. Immerhin soll nicht verkannt werden, daß neben dieser sagen wir moralischen Befriedigung, die in der klerikalen Presse allerdings oft eine kindisch-hochmütige Form annimmt, das politische Moment allenthalben gewürdigt wird und die Revision der Verfassung als eine logische und unausweichliche Konsequenz des Streikkomiteebeschlusses vorweg genommen wird. In der liberalen Presse herrscht darüber nur eine Stimme, und auch führende klerikale Blätter. wie etwa daS Brüsseler „XX«- Sisele", erklären, daß nunmehr, nachdem die„General- streikdrohung" entfernt ist, dem Verlangen einer Revision nichts mehr im Wege steht. Aber es wäre zu schön und zu— überraschend, wenn die ganze klerikale Presse dieser Meinung beipflichtete. Erst war es ein Blatt, nun kommen ihrer immer mehrere dran, die mit ihrer, in der Wirkung wohl unschädlichen, als Tatsache aber darum nicht weniger bemerkenswerten Hetzarbeit gegen die Sozialisten und die Revision einsetzen. ES beliebt diesen edlen Seelen, den Beschlutz der Arbeiterpartei als eine Art Canossagang zu deuten, der von der Regierung ohne ernstere Zusagen gnädigst akzeptiert worden ist. Man hat gedroht— die Drohung ist zurückgezogen. Basta. Vielleicht, meint einer von den Herren, wird sich die Regierung großmütig zu einer Reform des Gemeinde- und Provinzialwahlrechies verstehen: Die katholische Partei, schreibt der klerikale„Courrier de Bruxelles", sei in ihrer übergroßen Majorität gegen eine Revision. Man könne die Anhänger an den Fingern abzählen. Das ist nebenbei eine direkte Lüge. An der Regierung selb st sind Freunde der Revision und Herr v. Broqueville ließ seinerzeit aus allen Reden mehr oder weniger hervorleuchten, daß die Regierung ohne die Generalstreikdrohung zu„plaudern" bereit sei. Und man weiß, daß auch in der klerikalen Partei eine revisionsfreundliche Majorität existiert, die nur aus Disziplin gegen die Revision und für die Regierung gestimmt hat. Wie früher der direkten, schreibt das Blatt, so würde die Regierung- heute der indirekten Drohung der Sozialisten nach- geben und ihre Würde preisgeben I Und kurz und gut: keine Revision, heute so wenig wie gestern. Keine Berhand- lung weder mit Sozialisten noch mit Liberalen— Andererseits gefallt sich ein Teil der klerikalen Presse in allerlei kasuistischen Ausdeutungen des Beschlusses der Arbeiter- Partei. Ist der Generalstreik zurückgezogen? Ist es nur das Datum? Ist mit der Resolution des Streikkomitees der Würde der Regierung genug getan, damit diese zur„Geste" der Versöhnung schreite? Lauert nicht doch noch irgendwo in dem Beschluß eine geheimversteckte„Drohung"? Es ist aber ein ganz überflüssiger Aufwand von Jesuitismus, den sich die klerikalen Herrschasten leisten. Die Resolution ist was sie sein wollte und sollte: eine Zurückziehung des Generalstreiks. Die Regierung erklärte, sie unterhandle nicht unter der „Drohung". Die mit der Vermittelungsaktion betrauten Bürgernleister wieder erklärten den Vertretern der Arbeiter- Partei, Vandervelde, Dedrse und Anseele, daß in dem Augen- blick, wo die Partei die„Drohung" wegschaffe, die Lahn zu einer befriedigenden Lösung frei sei. Die Partei hat diesen äußersten Schritt des Entgegenkommens getan, und wenn sie der Oeffentlichkeit auch keinen„Vertrag" mit Paragraphen unter die Nase hält, so mag sich diese schon für versichert halten, daß— wie Vandervelde und andere Vertreter der Partei unterdes in den Arbeiterversammlungen dargelegt haben— die Zusagen �a n die Vertrauens- männer die Lösung des Wahlrechtsproblems außer allen Zweifel st e l l e n. Die Arbeiter wissen es zu würdigen, daß man einen Kriegsrat nicht an die große Glocke hängen kann, und ihr Vertrauen in die Partei wird durch die Machinationen jener klerikalen Presse, die von Un- klarheit faselt, die gewaltsam Schwierigkeiten anhäuft, ja die Regierung gern zum Widerstand Hetzen möchte, nicht er- schüttelt werden. Die Situation ist so klar als sie nur sein kann. Die Drohung ist beseitigt: die Revision ist auf dem Marsche!_ Provokatorische Haltung der Negierung. Brüssel, 12. März.(W. T. B.) In der Kammer er- klärte heute der Ministerpräsident auf eine Anfrage, daß, nach- dem die Sozialisten den Generalstreik abgesagt hätten, dieRe- gierung sich auf das Wahlergebnis vom Juni 1912 berufe und sich höchstens nur dazu verstehen könne, das Kommunal- und Provinzialwahlrecht zu revidieren. Das bedeutet, wie die anschließende Debatte feststellte, die Ablehnung jeder Verfassungsrevision im Sinne des gleichen Wahlrechts.__j_ iJus der parteu Aus den Organisationen. Am Sonntag hielt der Sozialdemokratische Veloin für das F ü r st c n t u m Lippe in Detmold seine General- Versammlung ab. Die Mitgliederzahl stieg von 1944(davon 68 weibliche) am 1. Juli auf 1151(davon 99 weibliche) am 21. Dezember 1912. Die Einnahmen bezifferten sich in derselben Zeit auf 2683,13 M., die Ausgaben auf 1727,95 M., so daß ein Kaffcnbestand von 946,98 M. am Schlüsse des JahreS vor- Händen war. Die LandtagSwahl 1913 brachte uns in der dritten Ab- teilung 7191 Stimmen gegen 3797 im Jahre 1998; das ist eine Zunahme von 3394, Wenn unsere Parteigenossen auch nur das eine Mandat halten konnten, steht doch die Eroberung weiterer Mandate bei der nächsten Wahl in sicherer Aussicht, stand doch schon diesmal die Entscheidung in drei Kreisen auf Messerschneide. Die liberalen Stimmen vermehrten sich nur um 497 aus 8183, und die Konservativen verloren gar 741 Stimmen, sre erhielten nur 1957 Stimmen. 116 999 Flugblätter und Handzettel wurden zu dieser Wahl verbreitet und 99 Versammlungen unt Besprechun- gen wurden abgehalten. Außerdem sprachen unser» Redner in 63 gegnerischen Versammlungen. Die LandtagSwahl kostete 4492,65 M. Um das Defizit zu decken und eine bessere Finanz- gebarung des Vereins überhaupt zu erzielen, wurde der neonat- liche Beitrag für männliche Mitglieder von 39 Pf. auf 49 Pf. und für weibliche Mitglieder von 15 Pf. auf 29 Pf. erhöht. Bezirkssekretär Genosse Schreck betonte in einem instrnktwen Referat über:„Unsere nächsten Aufgaben" vor allem, daß die Mit- gliederzahl des Vereins und die Zahl der(Bielefelder)„Volks- wacht"-Abonnenten in ein besseres Verhältnis zu unserer Stimmen- zahl bei der Landtagswahl gebracht werden müßten. Ein Antrag, der Gründung einer eigenen Zeitung für Lippe näherzutreten, wurde, nachdem Genosse Redakteur Schädlich die Vorbedingungen für eine solche Gründung— ob Kopfblatt oder Zeitung mit eigener Druckerei—, die zurzeit aber noch fehlen, erläutert hatte, dem Kreisvorstand zur weiteren Vcr- folgung überwiesen. Am Sonntag fand in U l m eine zahlreich besuchte Konferenz der drei obcrschwäbischen Wahlkreise statt. Genosse Ruggaber berichtete zunächst über den Stand der Parteibetdegung im Oberland. Im 15. Wahlkreis ständen von 168 Orten nur in 45 Orten uns Versammlungslokale zur Verfügung, im 16. Wahl- kreis von 124 Orten nur in 5, im 17. Wahlkreis in 6 Orten des 148 Ortschaften umfassenden Wahlkreises. Man mutz sich deshalb in der Hauptsache auf eine systematische Flugblattvcrbreitung be- schränken. 182 999 Stück wurden von den Genossen verbreitet. Aus dem Bericht über die Partcibewegung im Oberland ist u. a. hervorzuheben: Vom 1. April bis 31. Dezember 1912 wurden 494 Aufnahmen vollzogen. Mitgliederversammlungen wurden 99, öffentliche 199 abgehalten. Die Mitglicderzahl stieg von 394 auf 518, darunter 29 weibliche. Der 19 Ps.-Wochenbcitrag ist mit Aus- nähme von zwei Orten überall eingeführt. Unsere Parteiprcsse ist nicht in dem wünschenswerten Maße verbreitet- Ein Schiedsgericht, das am 19� März unter dem Vorsitze des Genossen Müller- Berlin in Stuttgart über einen LluSschlußantrag de« sozialdemo- kratischen Vereins in Stutigsrt gegen den Genossen Joh. Scherm zu beschließen hatte, entschied, daß die nach z 26 de» Organisa- tionsstatuts erforderlichen Voraussetzungen für die Einleitung eine? Ausschlußvcrfahrens gegen Scherm nicht gegeben sind. k>ollr«lli«t»e», Scrlcbrlickieo uto, Wahrnehmung berechtigter Interessen. Unser Bremer Parteiblatt hatte im Dezember v. I. die Miß- Handlung scharf verurteilt, die eine Mutter an ihrem Kinde ver- übt hatte. Obwohl diese Mutter wegen der Mißhandlung vom Ge- richt verurteilt wurde, strengte sie gegen den Verantwortlichen der „Bremer Bürgeczcitnng" Privatklage ivegcn Beleidigung an. Das Amtsgericht in Blumenthal lehnte die �Eröffnung der Hauptver- Handlung u. a. mit folgender, allgcinein interessierender Begrün- dung ab:„Bei dieser«schlage(daß nämlich durch Gerichtsurteil festgestellt worden ist, die Frau habe ihr Kind in äußerst roher Weise mißhandelt) entsprechen die Angaben des Artikels im wesent- lichen der Wahrheit. Soweit sie im einzelnen ein wenig über das Ziel hinausgeschossen sein sollten, ist, da eine Slb- ficht der Beleidigung aus dem Artikel selbst nicht hervorgeht, zu- gunsten des Beschuldigten angenommen, daß er in Wahrneh- mung berechtigter Interessen gehandelt habe. Wenn auch der Presse im allgemeinen ein besonderes Recht, bestehende Zustände zu kritisieren, nicht zugesprochen werden kann, so muß ein Recbt, derartig rohe Mißhandlung von Kindern zu rügen, doch anerkannt werden, wie ein solches Recht, wenn es in angemessener Weise ausgeübt wird, auch jeder anderen Per- son aus dem Publikum zugebilligt werden muß." Gcwcrkrcbaftlicbes. Das Vcrtragsmufter der önparteUrcbcn für das Baugewerbe. Die Vorschläge, die die Unparteiischen am Mittwoch- nachmittag den Parteien unterbreitet haben, sind im all- gemeinen auf � dem bisherigen Vertragsmuster aufgebaut. Dies gilt insbesondere bezüglich der Arbeitszeit, wonach nur für einzelne Orte, in denen die Arbeitszeit 1t) Stunden be- trägt, eine allmähliche Herabsetzung erfolgen soll. Das gleiche ist von der Akkordarbeit zu sagen. Nach dem Vor- schlage der Unparteiischen ist Akkordarbeit nur dort zulässig, wo sie schon bisher ausgeführt wird. Wo sie zulässig ist, muh em Akkordtarif geschaffen werden. Die Tarifinstanzen haben einen anderen Aufbau gefunden. Die von den Nntcruehmcrn beantragte Stellung einer Kaution von 50 000 M. zur Sicherung der Durchführung des Vertrages ist gestrichen. Die Betonarbeiter sind in den Ver- trag einbezogen; doch soll die Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für sie örtlich erfolgen. Bezüglich der Erdarbeiten wird vorgeschlagen, daß Apsschachtungsarbciten nach wie vor als Erdarbeiten'gelten sollen. In der Erklärung der Unparteiischen zu ihren Vorschlägen heißt es: Die Vorschläge sind da-Z Ergebnis der Würdigung der ge- samten Anträge und Wünsche der Vertragsparteien. Nach Lage der Sache können sie insbesondere in den Hauptpunkten nur ein Kompromiß sein, das einen gerechten Ausgleich der beider- seitigen Gesamlforderungen herbeiführen soll. Daraus ergibt sich auch, daß die Vorschläge ein in allen Teilen zusammengehöriges und sich ergänzendes Ganze bilden, das eine Herausnahme einzelner Punkte nicht verträgt, ohne sofort andere, nicht voll befriedigte Wünsche der Gegenpartei wieder ausleben zu lassen. Wir haben geglaubt, uns in den wesentlichsten Punkten auf den bisherigen, im allgemeinen erprobten Vertrag stützen zu müssen, um durch die Berück- sichtigung der nicht befriedigten Forderungen und insbesondere durch Hereinziehung neuartiger Gesichtspunkte in den Vertrag dessen Annahme nicht zg sehr zu gefährden. Wir wurden dchsin um so mehr bestärkt, als wir aus den Verhandlungen den Eindruck ge- wannen, daß der bisherige Vertrag in seinen wesentlichen Grund- lagen sich als brauchbar erwies, was sich insbesondere auch daraus ergibt, daß der Arbeitgeberbund sich chei den Münchener Verhandlungen gegebenenfalls bereit erklärte, das bisherige Vertrags- muster unverändert weiter gelten zu lassen. Die Vorschläge sollen vorbehaltlich der endgültigen Ge- nehniigung die Grundlage bilden, auf der die örtlichen bezw. Bezirksverhandlungen stattzufinden haben. Den Parteien wird nahegelegt, über die weitere geschäftliche Behandlung der Tarifverhandlungen eine Einigung herbeizuführen. Im einzelnen sei noch aus den Vorschlägen der Unpar- teiischen folgendes hervorgehoben: 1. die örtlichen Organisationen können festlegen, was in dem einzelnen Ort oder Gemeindegebiet bisher unter ortsüblichen Ar- bellen verstanden wird; 2. die Bestimmung, daß die Arbeiter unter einer angemessenen Gegenleistung verpflichtet sind, berechtigt nicht zu einer Kürzung des festgesetzten Lohnes. 3. Warnung vor Zuzug fällt unter die verbotenen Maßnahmen, soweit sie einen kampfartigen Charakter hat. Sympathiekämpfe fallen ebenfalls unter die verbotenen Maßnahmen. 4. Der Fall der Belästigung ist gegeben, wenn ein Arbeiter, nachdem er es sich verbeten hat, weiter mit Organisationsaugelegen- heiten angesprochen wird. ö. Bei Zutritt zu den Arbeitsstellen bleibt das Hausrecht des Arbeitgebers gesichert. Im übrigen finden die vor drei Jahren in den Dres- denev Schiedssprüchen aufgeführten übereinstimmenden Er- klärungen der Vertragsparteien auch für das neue Vertrags- Verhältnis sinngemäße Anwendung. *• « Die Erklärungen der Partcivertreter zum Vertragsmuster der Unparteiischen im Baugewerbe. Mittwochabend 7 Uhr traten die Parteien nochmals zu- sammen. Die. Uuternehmervertreter erklärten: Wir sind nicht in der Lage, die Erklärung abzugeben, auf Grund der Vorschläge der Unparteiischen in örtliche bezw. bezirk- lichc Verhandlungen einzutreten. Wir sind»erpflichtet, die Vor- schlage unserem Gesamtvorsland zu unterbreiten. Eine Vorstands- fitzung soll unverzüglich einberufen und die Vorschläge der Un- parteiischen sollen für örtliche bezw. bczirllichc Verhandlungen empfohlen werden. Die Arbeiter« treter erklärten: Wir sind bereit, auf Grund des vorliegenden Entwurfs zu dem Vcrtragsmusler iu örtliche Verhandlungen cinzutreteiu Beschlossen wurde sodann, daß, wenn die Unternehmer in Verhandlungen eintreten, diese bis zum 19. April beendet sein müssen. Bis dahin soll der jetzt geltende Bertrag weiter Gültig- kcit haben. lZeilin und Umgegend. Ter Streik in der Herrenkonfektion. Die Streikleitung nahm gestern eine Heerschau ihrer Kämpfe vor. Um einen Bericht scher die Situation entgegenzunehmen, war eine �Versammlung veranstaltet worden. Alle Streikenden, die nicht vor diesem oder jenem Konfektionspalast auf Posten stau- den, waren erschienen, so daß der große Saal des Gewerkschafts- Hauses sie nicht alle fassen konnte. Friedrich Kunze referierte. Schon bei dem Beschlutz des Streiks— so betonte der Redner— habe man Kenntnis davon erhalten, daß die Konfektionäre sagten, der Streik sei frivol. Die Konfektionäre hätten jedoch nicht den geringsten Nachweis dafür erbringen können, daß die Arbeiter frivol gehandelt hätten. Eine Frivolität sei es vielmehr, daß man es auf jener Seite habe zum Streik kommen lassen. Redner er- wähnte einige Firmen, die sich bereit erklärten, auf die bisherigen Preise einen Aufschlag von 10 Prozent zu bewilligen. Hieraus gehe wieder hervor, daß der Streik von den Arbeitern nicht frivol vom Zaune gebrochen sei. Wenn jetzt einige Firmen diese Lohn- erhöhungen bewilligten, so zeige es sich, daß die Forderungen der Arbeiter(10 Proz. Aufschlag) keineswegs zu hoch seien. Die ort- ginellste Rolle spiele immer die Firma Leineweber. Sie sei nur arbeiterfreundlich, wenn sie einen Brief vom Verbände der Schneider erhalte.'Die Uneinigkeit und das fehlende Vertrauen der Arbeiter untereinander habe sich die Firma ittnner zunutze gemacht. Anstatt den La-Taris zahle sie den 2d-Tarif, so daß der Arbeiter für jedes Großstück 2 M. weniger erhalte. Um auf sein Geld zu kommen, müsse �er im Laufe der Woche doch mindestens zwei Großstücke anfertigen und habe die Firma einen Extraprofit von 4 Mark. Sie habe den Vorteil davon, wenn Zwietracht unter den Arbeitern herrsche. Die Arbeiter schienen jedoch endlich das Vertrauen zueinander und zur Organisation wieder zu gewinnen, denn sie hätten Vertreter des Verbandes beaustragt, ihre Rechte der Firma gegenüber zu vertreten. Da die Konfektionäre immer wieder behaupten, die Arbeiter wären an dem Scheitern der Verhandlungen schuld, wies Kunze erneut nach, daß die Konfektionäre wicht die Absicht hatten, den Frieden zu erhalten, sondern den Kampf wollten. Man habe sich getäuscht, wenn man annahm, die Arbeiter würden auf ein solch plumpes Manöver hineinfallen und einen Schiedsspruch an- verantw. Redakt.: Alfred Wirlepp, Neukölln. JnseratenteU verantw.: nehmen, bevor er gefällt sei. Die Unternehmer würden den Schiedsspruch in der Absicht annehmen, um ihn dann doch nicht zu halten. Nun drohe man fortwährend, wenn die Arbeiter nicht bald kommen und die Unternehmervorschläge annehmen würden, komme es zur Aussperrung. Wenn die Konfektionäre nur endlich einmal ihre Drohung wahrmachen woll- t e n. Sie ärgerten sich und seien ganz bestürzt, daß die Arbeiter so fest zugefaßt hätten und den Streik allgemein durchführten. Weil der Streik so vorzüglich klappe, schimpften und tobten sie und be- zeichneten ihn als frivol. Bisher hätten die Konfektionäre noch keine Lust gehabt, zu verhandeln. Die Arbeiter hätten dies erst recht nicht eilig. Für sie fei es sehr gesund, einmal in frischer Luft spazieren zu gehen, als in der dumpfen Werkstube zu sitzen. Wenn sie glaubten, das Geld Würde alle, so sei ihnen gesagt, daß die Kasse gefüllt sei; sie brauchten keine Angst zu haben, daß die Streikleitung sie an- pumpe.„Mögen die Unternehmer versuchen, was sie wollen, alle ihre Versuche müssen an der festen Geschlossenheit der Streikenden abprallen. Zeigen wir ihiken, daß wir unerschütterlichen Mut und zähe Ausdauer haben, dann wird der Sieg unser werden." Mtt diesen Worten schloß Redner unter stürmischem Beifall. Krienke konnte zur Zufriedenheit aller Anwesenden mit- teilen, daß es gelungen sei, ausfindig zu machen, wo man Streik- arbeit unterzubringen versuchte. Mehrere Frauen, die aus Un- kenntnis bei einem Zwischenmeister Streikarbeit angenommen hätten, hätten diese unfertig zurückgebracht. Wenn nun auch einige jener„nützlichen Elemente" Rausreitzerdienste verrichten würden, so würde sich bald zeigen, daß die Unternehmer nichts damit anfangen könnten.— Mehrere Konfektionäre hätten auch schon bedauert, daß sie Mitglied des Arbeitgeberverbandes gewor- den seien. Sie hätten bereits eingesehen, daß der Syndikus Stern sie aufs Glatteis geführt hätte.— Von den Unternehmerdrohungen dürfe sich niemand einschüchtern lassen. Diese Drohun- gen seien nichts als leere Phrasen, die in den Wind geschrien würden./ Mit dem Gelübde, einmütig im Kampfe aüszuharren— möge kommen, was da kommen wolle— gingen die Versammelten in fröhlicher Kampfesstimmung auseinander. Achtung, Herrenkonfektion! Folgende Zwischenmeister für Hosen und Westen der Herrenkonfektion fertigen Streikarbeit an: Baum. Chodowieckistr. 21; Fän brich, Graunstr. 36; Roik, Mehnerstr. 5; R" h r l a ck, Vinetaplatz 6; G a tz, Anklamer Str. 23; Jahnke, Rheinsberger Str. 44; Meyer, Schwedter Str. 33; Schmitz, Swinemünder Str. 51; Marschews ki, Kuglerstr. 41; H i l l m a n n, Choriner Str. 50»; Meißel, Schivelbeiner Str. 44; H e r r m a n n, Schliemannstr. 32; S e l l e, Graunstr. 24; K r a n i th, Ruppiner Str. 42; A n u a ck e r, Lortzingstr. 22; M u h r, Raumer- straße 6; Hänschke, Hagenauer Str. 12; D r e w s, Kastanien- allee 11; Drews, Schliemannstr. 45; Kaulen; Dänenstr. S; Sperling, Schönholzer Str. 15; W i l l a b e ck, Brunnenftr.- 83; Bachstedt, Graunstr. 16; Klingbeil, Kleine Marknsstr. 16; Z e m p k e, Palisadenstr. 96; T i e tz, Elbinger Str. 76; Geppert, Ramlersir. 22; L e s k e, Chodowieckistr. 29; S t e m m l e r, Rigaer Straße 24; Türk, Wichertstr. 141; K n o b l a u ch, Kopenhagener Straße 77; B e r n u t h, Kochhannstr. 29; Beständig.� Engel- ufer 1»; P lu watsch, Franseckistr. 3/4; S ch ön litz, Köpenicker Straße 115; Heckert, Stolpische Str. 26; Reh er, Swinemünder Straße 41; T i e tz, Kochhannstr. 6,' vorn IL Die Betriebe dieser Zwischenmeister sind gesperrt. Verband der Schneider. Filiale Berlin L Tapezierer, Kleber! Gesperrt ist die Tapetenhandlung Linke, Rigaer Str. 77, Bau Finowstraße 7, wegen Tarifbruch. Die Bauarbeiter werden um Unterstützung gebeten. Die Schlichtungskommisiion. Achtung, Töpfer! Die Baufirma Willy Morgenroth hat nunmehr ihre restierenden Löhne beglichen, die Sperre ist dadurch gegenstandslos-geworden. Wir warnen aber trotzdem unsere Kollegen davor, bei Morgenroth in Arbeit zu treten. Die Verbandsleitung. Qeuvkckes Rxich. Die mistglückte Aussperrung im Malergewerbe. Nachdem die Aussperrung am 8. März, dem Willen der Scharf- macher im Malergcwerbe zufolge, programmäßig durchgeführt wurde, läßt sich jetzt erkennen, daß sie völlig mißglückt ist. Nach den bis Dienstag, den 11. d. M., bei der Hauptverwaltung des Verbandes der Maler eingegangenen genauen Mitteilungen waren bis dahin in ganz Deutschland 14994 Mit- glieder dieses Verbandes ausgesperrt. Dazu kom- men noch rund 800 Mitglieder der christlichen Orga- nisation. Auf die einzelnen Landesteile erstreckt sich die Aus- sperrung wie folgt: In Berlin mit Brandenburg, ganz Ost- und Westprcußenxund Schlesien wurden 3786 Gehilsen ausgesperrt, in Frankfurt a. M. mit Hessen-Darmstadt und Hesien-Nassau 1369, in Norddeutschland 3959, in Rhcinland-Westfalen 1517, im König- reich Sachsen. Provinz Sachsen und Thüringen 2335, in Württem- berg. Baden, der Pfalz und Elsaß 1128 und in Bayern ganze 870. Da der Verband der Maler 53 000 Mitglieder zählt, so sind die rund 15 000 Ausgesperrten, selbst wenn diese Zahl in den nächsten Tagen noch ein wenig überschritten wird, ein sehr mageres Resul- tat der Scharfmachereien. Betrachtet man das Ergebnis in seinen Einzelheiten, so stellt sich die groß angekündigte Aktion als völlig verfehlt heraus. Wir lassen hier die Zahlen für einzelne größere Städte folgen. Danach sperrten aus: Berlin 1865, Breslau 297, �Beuthen 147, Thorn 142, Cassel 220. Frankfurt a. M. 550, Hanau 70. Mainz 120, Offenbach 150, Darmstadt 180, Bremen 359, Hamburg-Altona und Elbdörfer 1526, Hannover 189. Kiel 221. Lübeck 121, Oldenburg 84. Rostock 79, Schwerin 84, Wilhelmshaven 102, Essen 150, Bochum 100, Gelsenkirchen 105. Hagen 70. Düsseldorf 129, Cöln 189, Elberfeld 100, Dresden 650, Leipzig 30, Plauen 150, Gotha 120, Zwickau 60. Altcnburg 50, Erfurt 180, Halle 176, Halbcrstadt 52, Stuttgart 230. Mannheim 234. Pforzheim 89. Ludwigshafen 88, Stratzburg 187, Augsburg 40, Bamberg 50, Hof 50, Nürnberg 250, Regensburg 115 und München 20(!). Diese Zahlen beweisen, daß die Aussperrung in vielen Groß- städten geradezu jammervoll /eingesetzt hat, so in Leipzig und München. In Dortmund und Magdeburg und einigen anderen Orten haben die Unternehmer die Ausgesperrung direkt abgelehnt. Auch in Berlin und vielen anderen Großstädten ist das Ergebnis für die Unternehmer nicht sehr erhebend, besonders wenn man be- achtet, mit welchem Tamtam gerade hier die Aktion eingeleitet wurde. In den letzten Tagen sind fast allgemein die vom Verband der Maler herausgegebenen Sondertarife, die einen über die Schieds- spreche hinausgehenden Lohn festsetzen, von vielen Unternehmern anerkannt worden. Die Unternehmer sagen sich ganz richtig, jeder Malermeister muß ja doch damit rechnen, daß die Schiedssprüche nicht wieder verschwinden, daß vielmehr jetzt noch manche� Ver- besserung für die angegriffenen Gehilfen erreicht werden könne. Was nützt da den Unternehmern ein Kampf, der ihnen nur un- nütze Opfer auferlegt, manchem vielleicht die Existenz kostet und zahlrviche neue Konkurrenten hervorbringt. Wie wir erfahren, wurden in verschiedenen Orten schau Einrichtungen getroffen, die die prompteste Ausführung von Maler- und Anstreichcrarbeiten durch ausgesperrte Gehilfen ermöglichen und in einigen Städten, u. a. Berlin und Hamburg, wo schon seit mehreren Jahren gut- geleitete und stark beschäftigte Genossenschaften bestehen, dürften Glocke. Berlin. Druck u. Verla«: Vorwärts Buchvr. u Verlagsanital� diese die gegenwärtige Gelegenheit zu einer wesentlichen Erweite- rung benützen. So haben die Scharfmacher einen noch schwereren Schlag da» durch erlitten, daß der Bund deutscher Dekorationsmaler mit dem Verband der Maler zentrale Verhandlungen über den Abschluß eines Tarifvertrages angeknüpft hat. Diese Verhandlungen sind zur Einigung über die Höhe der Löhne und Länge der Arbeitszeit auf Grund des Berliner Schiedsspruches gediehen. Gegenwärtig werden noch örtliche Verhandlungen über einige Punkte lokaler Natur gepflogen. Diese Vereinbarungen unterliegen noch der Zustimmung der Mitglieder. Eine Einigung ist so gut wie sicher. Von besonderer Bedeutung ist dabei, daß dem Bunde deutscher Deko- rationsmaler eine Menge großer Geschäfte beitreten, und somit den Scharfmachern ihre Unterstützung entziehen. * ♦ * In Berlin haben jetzt die Malergehilfen den Spieß umge- dreht und gehen zum Angriff über. Eine Versammlung der Ausgesperrten, die gestern stattfand, beschloß, daß in allen der 350 Werkstätten, in denen es zur Ausspcrrun g'g e- kommen ist, der gesamte Betrieb lahmgelegt werden soll dadurch, daß auch die Nicht ausgesperrten die Arbeit niederlegen. In diese Werkstätten werden die Arbeiter nur zurückkehren, wenn der vorgelegte Tarif schriftlich anerkannt ist. Die Hauptscharfmacher werden also auf diese Weise zuerst zur Anerkennung gezwungen werden. Mehrere der aussperrenden Firmen haben sich inzwischen besonnen und ihren Arbeitern ge- schrieben, sie möchten zurückkehren, die Aussperrung sei zu Unrecht erfolgt. Diese verspätete Erkenntnis wird ihnen jedoch nichts nutzen, da auch hier die Maler die Arbeit nur dann wieder auf- nehmen, wenn zuvor der Tarifvertrag anerkannt worden ist. Viel- fach treten Bauunternehmer oder andere Arbeitgeber, die mit den Malermeistern Geschäftsverbindungen unterhalten, in die Bresche und erklären sich bereit, den Tarif zu bewilligen. Da es sich in diesen Fällen nur um die Fertigstellung eiliger Arbeiten handelt und solche Tarifabschlüsse mit Leuten, die später nie wieder Maler beschäftigen, völlig wertlos sind, lehnt der Verband Tarifabschlüsse mit anderen als Malermeistern grundsätzlich ab und verweist die Antragsteller an die bisher für sie tätigen Malermeister, mit denen er sich jederzeit zum Tarifabschluß bereit erklärt.— Es wird sich ja bald zeigen, wie den ausspcrrungslustigen Malermeistern die neue Taktik der Gesellen bekommt. Bergarbeiterstreik. Auf der Zeche„Gnadenreich" in Peters- darf bei Fürstenwalde stehen, wie uns ein Privattelegramm meldet, seit gestern früh die unter Tage beschäftigten Bergarbeiter in einer Abwehrbewegung. Ursache der Bewegung ist eine Lohn- reduktion bei den Bergleuten,-ine vor den heißen Arbeitsörtern beschäftigt sind. Es handelt sich Um Oerter, die eine Temperatur von üb«r 28 Grad Celsius haben. Für diese ist die Arbeitszeit durch gesetzliche Verordnung aus Gesundheitsrücksichten verkürzt. Während nun bisher die Leute denselben Lohn erzielten, den die Bergleute an anderen Oertern bei längerer Arbeitszeit haben, wird ihnen nun zugemutet, die gesundheitsgefährliche Arbeit zu geringeren Löhnen iveiter auszuführen. Beklagt wird von den Bergleuten auch der Mangel an Wagen. Außerdem wollen sie die Maßregelung eines Sicherheitsmannes abwehren. Tie volnische Berufsvercinigung kündigt wieder einmal für den 15. März einen allgemeinen Bergarbeiter streik für das ober schle fische Jndustriercvier an, falls die von ihr gestellten Forderungen auf Lohnerhöhung von den Grubenverwaltungen abgelehnt werden.— Die Grubenvcrwaltun- gen denken natürlich nicht daran, die Drohung der polnischen Be- rufsvcreinigung, hinter der nur wenige Mitglieder stehen, ernst zu nehmen. letzte Nachrichten« Der Kampf um die dreijährige Dienstzeit in Frankreich. Paris, 12. März.(Privattelegramm des„Vor- wärt�) Jaurös schreibt in der heutigen„Humanitö": „Jonnart erklärte gestern in der auswärtigen Kommission, daß weder Frankreich noch Deutschland eine Angriffsabsicht hätten. Auch der Kaiser müsse, um Gehör zu finden, von einer Pflicht der Verteidigung sprechen. Die schlimmsten Hetzblätter, der„Matin" und das„Echo de Paris", erklärten, daß Frankreich nicht an eine Revanche denke. So will nie- inand angreifen, aber alle fürchten, angegriffen zu werden. Wann wird das unheilvolle Mißverständnis enden, wann eine loyale, offenherzige, freundschaftliche Er- klärung zwischen Frankreich und Deutschland erfolgen? Die Mülhausener Elsässer beschwören beide Länder, sich zu ver- ständigen. Elsaß will Vermittler sein. Gleichzeitig begrüßt England durch die Rede Ijsquiths die deutjch-englische An- Näherung und gibt den französischen Chauvinisten zu ver» stehen, daß Frankreich England zu militärischer Hilfe nicht verpflichtet sei. Aber wenn alle den Frieden wollen, warum schließen Frankreich und England nicht eine Entente, die eine Bürgschaft für den Weltfrieden wäre? Sie ist Europas ein- ziger Rettungsweg." Die sozialistische Seineföderation beschloß die Teil- nähme an dem sonntägigen P rote st Meeting der Gewerkschaften, an dem Delegierte der Provinz- städte und der.nationalen Gewerkschaftsverbände teilnehmen, die wie die Bergarbeiter, Landarbeiter, Holzfäller usw. in der Provinz ihren Sitz haben». Die Beratungen der Armee kom Mission zeigen, daß die Radikalen immer weniger zur kritiklosen Annahme der Vorlage geneigt sind. Jedenfalls ist die An- nähme durch die Kammer vor Ostern ausgeschlossen und eine w o ch e n l a n g eD i s k u s s i o n lv a h r s ch e i n l i ch. Viele Radikale wollen die deutschen Vorlagen abwarten. Die mili- taristische Presse ist wütend über die Opposition, die sie Obstruktion nennt, sowie über den Protest, den Anatole France und andere Intellektuelle gegen die Ueberstürzung der Beratung der Vorlag«, die die französische Kultur schädigen könnte, veröffentlichen. Eine Petition gleicher Tendenz fand unter den Mittel- und Hochschuldozenten schon 350 Unter- zeichner._ Französische Intellektuelle und die Militärvorlage. Paris, 12. März.(W. T. B.) Eine große Anzahl von hervor- ragenden Gelehrten und Schriftstellern, darunter Anatole France. Seailles und Breal, erheben in einem öffentlichen Ausruf ent» schieden Einspruch gegen die beispiellose Heber» stürz ung, mit welcher die M i l i t ä rv o r l a g en verabschiedet werden sollen. Sie verlangen, daß das Militärgesetz, durch welcheA das geistige und wirtschaftliche Leben Frankreichs in so ein» schneidender Weise beeinflußt zu werden drohe, eine gründliche Erörterung erfahre. i Der Bürgerkrieg in Mexiko. New Nork, 12. März.(W. T. Bs Nach einem Telegramm aus Nogales in Arizona ist in dem mexikanischen Staat Sinaloa eine Revolution gegen Huerta ausgebrochen. Sinaloa hat sich einen provisorischen Gouverneur erwählt. ItffiL ZV. Jahrgang. 1. KeiliU des Lmiirls" Krlim WllisM Donnerstag, 13. MSrztStZ. )Zbgeoränetenkaus. ISÄ Sitzung. Mittwoch, den 12. März Isis, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: b. Breitenbach, Dr. L e n tz e. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Beratung des Antrages v. W e n d e n fl.) betr. die Bekämpfung des Kinderelends. Die Gemeindekommission beantragt dazu, die Regie- mng zu ersuchen, in Zukunft alljährlich einen Fonds zur Unter- stützung der auf Bekämpfung des KinderclendS gerichteten charitativcn Unternehmungen bereitzustellen. Da Wortmeldungen dazu vorliegen, wird der Gegenstand von der Tagesordnung a b g c f e tz t i ebenso weitere Anträge betreffend Fürsorge für die gefährdete oder verwahrloste Jugend, sowie betr. Unterstützung dc§ BezirkShebammcnwesenS. Ein Gesetzentwurf, betr. Erweiterung, des Stadtkreises Linden, wird ohne Debatte an die verstärkte Gemeinde- l» m m i f s i o n verwiesen. Hierauf wird die Gckundärbahnvorlage nach unwesentlicher Debatte an die Budgetkommission ver- wiesen. ES folgt der Etat des Finanzministeriums. Abg. Mizerski(Pole) protestiert gegen die O st in a r k e n- z u l a g e n. Ihre Aufrechterhaltung sei nicht angängig, nachdem der Reichstag sie gestrichen habe. Abg. Dr. Friedberg(natl.) bestreitet, daß sich Uebelstände bei der Gewähning der Ostmarkenzulage herausgestellt hätten. sLachen bei den Polen.) Im Reichstage habe man sie abgelehnt, trotzdem sie unwiderruflich seien.— Redner kommt auf die Angriffe gegen den Lotteriekollelieur ReichstagSabg. Held zurück. Die vorgesetzte Be- Hörde des Abg. Held sei von der ReichStagSfraktion schon vor Jahren aus die Angriffe gegen den Abg. Held aufmerksam gemacht worden. tHört! hört!) Es sei deshalb unverständlich, wie die Lolterieverwaltung neulich habe erklären können, ihr sei der Fall unbekannt, nach den Angriffen deS Abg. Hahn werde sie eine Untersuchung einleiten. Ein Regierungsvertreter betont,.er habe damals nur gesagt, daß vor Anstellung des Herrn Held als Lotteriekollekteur über ihn nichts Abfälliges bekannt gewesen sei. Nachher hätten auch nur ZeitungS- gerächte vorgelegen, erst nachdem der Abg. Hahn hier von der Tribüne des Hauses die Angriffe wiederholt hätte, habe eine neue Tatsache vorgelegen(Lachen bei den Sozialdemokraten), die eine Untersuchung erforderlich machte. Abg. Borchardt sSoz.): Ich habe mich nur zum Wort gemeldet, um uamenS meiner Freunde Protest einzulegen gegen die Positionen dieses Etats, über die wir eine gen ii gen de Rechenschaft nicht erhalten und gegen die Positionen, die zur Unterdrückung der polnischen Mitbürger benutzt werden. Ein Parlament, das auf sich selb st hält, müßte es von vornherein ablehnen. Gelder zu bewilligen, über deren Verwendung ihm Rechenschaft nicht ab- gelegt wird.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es handelt sich dabei um Fonds von insgesamt über sechs M illi onen Mark.(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Herr Friedberg meinte, man habe keinen Anhalt dafür, daß die Ostmarkenzulageü korrumpierend wirkten. E§ gehört wirklich ein großes Maß von Naivität und AhnungSlosigkeit äu emer solchen Behauptung. Ist ihm noch nie der Gedanke ge- kommen, sich zu fragen: warum man unS wohl keine Auskunft gibt über die Verwendung dieser Gelderl Möge doch Herr Fricdberg mit unS dafür eintreten, daß man unS über diese Positionen genau Rechnung ablegt, dann werden wir ja im nächsten Jahre sehen, ob er noch so ahnungslos ist.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten und Polen.) So lange diese Zulagen nicht allen Be- amten gegeben werden, haben sie den Charakter der Korruption. Die Ziele dieser Polenpolitik lasten sich ja auch mit reinlichen Mitteln gar nicht erreichen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wir baben nur noch eine Hoffnung: vielleicht kommt doch einmal der Tag, wo dies Geschwür an unserem Volkskörper ausheilt, wenn etwa ein polnischer Prinz oder eine polnische Prinzessin zu verheiraten sein wird.(Große Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemo- kraten.) Abg. v. Trampczynski(Pole): Die Gewährung der Ostmarken- zulage wird bei den preußischen Beamten von ihrer politischen Hal- kleines feuilleton. Das incnschenmSrderische Amerika. Die Rede des neuen Präsi- Kenten Wilson, mit der zum erstenmal von offizieller Stelle aus die Ungesundheit mancher amerikanischer Verhältnisse der ganzen Welt offen gezeigt wurde, hat überall großen Eindruck gemacht. Im allgemeinen schweigt man ja in Amerika am liebsten über diese Dinge, und versucht Bücher, die wie SinclairS.Sumpf" derartige Zustände enthüllen wollen, durch alle Mittel, in erster Linie na- türlich durch die Macht des Dollars, zu unterdrücken. Manchmal glücklicherweise vergebens. So hat auch ein Dokument, das Dr. C. Wardell Stiles vom Hygienischen Amt der Vereinigten Staaten für den Senat der Republik bestimmte, den Weg in die breite Oefsentlichkeit gefunden und selbst in manche der weniger heuchlerischen Zeitungen der Union. Es gab eine Zeit, erinnert Stiles, da Amerika eins der reichsten Länder der Erde war: Mineralien. Wasser. Forste, alle möglichen Naturschätze im größten Ueberfluß! Ein Raubbau, der an das Hausen von Wahnsinnigen denken läßt, hat fast alles vernichtet! Wenn das Wenige, was übrig blieb, nicht von Gesetzes wegen belvacht und beschützt wird, ist der ganz« Schatz der Nation binnen kurzem völlig verloren. Aber nicht nur mit Naturschützen treiben die Großkapitalisten Amerikas barbarischen Raubbau: gegen„Mcnschcnmaterial"— denn der Dtensch ist für diese Leute nichts anderes als Material— wird in ähnlicher Weise gewütet. Nach der unwiderleglichen Sta. tistik, die StilrL ausgearbeitet hat, werden in Amerika jedes Jahr Ii/H Millionen Menschen.ohne jede Notwendigkeit" geopfert. Wem? Den Geldinteresten der Trusts, der großen Unternehmun- gen, der Fabriken. Diese i'A Million«« Menschen verlieren ihr Leben und sind vielleicht noch glücklich zu preisen gegenüber den 3 Millionen Men- schen, die jedes Jahr„nur" als arbeitsunfähig von dem großen Kampfplatz scheiden, der sich dort drüben industrielles Leben nennt. Krankheiten, minderwertige Ernährung und vor allem die un- erhört gehäuften Unfälle in den Fabriken usw. scheiden nahezu drei Millionen Menschen alljährlich aus. Mit ihnen und den an- deren iA Millionen Menschen geht übrigens— Dr. Stiles weiß, daß er dem amerikanischen Publikum mit Zahlen kommen muß, um den nötigen Eindruck zu machen— ein Kapital von sechShun- dert Millionen Pfund Sterling für den Staat und die Allge- meinheit verloren! Nicht nur eine selbstmörderische, sondern eine menschenmörderische Rasse sei die amerikanische zu nennen. Und angesichts dieser gräßlichen Zahlen, die eine Ahnung von Leiden gibt, im Vergleich zu denen Dantes Höllenqualen keine sind, mutz man dem amerikanischen Statistiker Recht geben. Welche Opfer die Massenkranlheiten. die man unter der niederen oder Wirtschaft- lich schwächeren Bevölkerung wüten läßt, jedes Jahr fordern, mag wiederum aus Zahlen hervorgehen. Allein durch die Tuberkulose erleidet der Staat jedes Jahr«neu materielle« Verlust von tung, ihrer Haltung bei den Wahlen und selbst von ihrer Wahl- Beteiligung abhängig gemacht. Reichsbeamte iverden, wenn ihre Haltung oben nicht paßt, nach dem Westen versetzt und verlieren da- durch ihre Ostmarkenzulage. Das alles hat der Justizminister zu- geben müssen und damit den Charakter der Ostmarkenzulage als einer Korruptiouszulage.(Sehr wahr! bei de» Polen und Sozial- demokraten.) Abg.� Dr. Friedbcrg(natl.) rechtfertigt die Ostmarlcuzulagen als eine Entschädigung der deutschen Beamten für die polnischen Anfein- düngen. Dann polemisiert er gegen das Tun Dr. HahnS, als ob die Lotterieverwaltung gegen den Kollektenr Held, den national- liberalen ReichStagsabgeordnetcn, erst auf HahnS Anregung ein- geschritten wäre. Abg.'Barchardt(Soz.) erwidert Dr. Fricdberg, daß ihm sehr wohl bekannt ist. daß die Reichsbeamten im Osten die Ostmarkcnzulage ebenfalls bekommen. Aber warum geben Sie die gleiche Zulage nicht allen Beamten, sondern nur denen in Polen und Wc st Preußen? Friedberg sagte nicht, weil dort die Arbeit größer ist. Als lvir ihm zu- riefen, daß im Osten der Lebensunterhalt billiger sei, sagte er. es sei dort viel weniger angenehm. Die Beamten sollen also die Entschädigung bekommen, weil ihnen das Leben un- angenehm und schwierig gemacht wird. Ja, durch wen?(Zuruse: Durch die Polen I) Nein, durch die kgl. preußische Polcnpolitik. Sie brauchen nur diesen Korruptionsfonds zu streichen, die fortwährende Bedrückung der Polen zu Unterlasten, dann wird sich alsbald ein friedliches Verhältnis heraus- stellen und Sie werden alle Beamten der gleichen Kategorie für gleiche Arbeit gleich entlohnen können. Der Streit darüber, wer angefangen hat, ist überflüssig, aber sehr fruchtbar könnte der Streit darüber sein, wer denn einmal aufhören soll mit diesem Zank und dieser Bedrückungspolitik. Sie sind alle so gute Christen, die Polen sind fast lauter katholische Pfarrer, auf der anderen Seite steht der christlich-prcußische Staat, und das Christentum lehrt: So dich einer schlägt auf die linke Wange, sollst du ihm auch die rechte hinhalten l Seien Sie doch endlich einmal versöhnlich u wd christlich. Wenn bei Ihnen wirklich die so oft behaupteten christ- lichen Erwägungen maßgebend, wären, würde der Friede sehr bald hergestellt sein. Der Staat ist der Stärkere und kann deshalb auch zuerst die Hand zum Frieden und zur Versöhnung reichen. Aber wenn Sie es nicht tun, so be- weisen Sie, daß nicht christliche Erwägungen, sondern das klingende Geld im Kasten für Sie maßgebend ist, die Steigerung der Güterpreise, die Profite, nicht zuletzt der Grundstücksspekulanten und-schwindler, so schieben Sic das Christentum nur vor, um recht unsaubere Geld- geschäfte zu machen.(Zuruf des Abgeordneten Ramdohr(fk.): Sic haben ja keine Ahnung vom Christentum!) Das sagt der G e i st I i ch e Ramdohr, wenn ich Versöhnlichkeit und Nach- giebigkeit als den Geist deS Christentums bezeichne. Da wäre ich � freilich auf eine Predigt des Kollegen Ramdohr neu- gierig!— Ter Finanzminister hat gestern, als die Verwendung von Geldern, die die Polen aufbringen, zur Polenbekämpfuug getadelt wurde, die Polen mit Verbrechern verglichen. Die Herren in der Regierung und den maßgebenden Kreisen verstehen eS, wie dieser Vergleich beweist, großartig, die Masten des Volkes aufzureizen und aufzupeitschen. Sachlich darauf einzugehen, lohnt ja gar nicht; aber machen Sic sich wirklich leine Vorstellung, wie es auf die Polen wirken muß, wenn sie auf eine Stufe nüt Verbrechern und Zucht- Häuslern gestellt werden? Fahren Sie nur so fort, die Ernte von dieser Saat werden wir einheimsen,(Lebhaftes Bravo I bei den Sozialdemokraten. Sehr wahr I bei den Polen und im Zenttum.) Finanzministcr Dr. Lentzc: Daß der Vorredner meinen gestrigen Vergleich derart ausnützen würde, das lag nahe. Nicht die Regierung peitscht das Volk auf, sondern diejenigen, die alle Aeußerungen und Maßregeln der Regierung wissentlich entstellen und mißbrauchen. (Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Kein Mensch kann meine gestrige Aeußerung so auffasten, als hätte ich die Polen mit Verbrechern auf eine Stufe gestellt. Ich sagte nur, wenn man den Grundsatz, daß man Steuergelder nicht zur Bekämpfung der Polen verwenden dürfe, bis ins„tz" durchführen wollte, man schließlich dahin käme, nicht einmal einen Verbrecher oder jemand, der sich strafbar gemacht hat, ins Gefängnis stecken zu dürfen, weil er ja auch zu deu Kosten des Gefängnisses beigetragen babe.(Zurufe bei den Polen und Sozial- demokraten: Na also l) Die Ostmarkenzulagen werden den Beamten gegeben, damit auch Deutsche in den Ostmarken bleiben. Die Be- amten haben es dort umso schwerer, als das Land zweisprachig und die Bevölkerung ihnen abgeneigt ist. Wir treiben keine Bedrückungs- maßregeln gegen die Polen. Zeigen Sie mir doch eine einzige solche Position im Etat!(Lachen bei den Polen.) Wir kräftigen nur das tausend Millionen Dollars. Ter Prozentsatz der Tvphusfälle ist in Amerika dreimal so groß als in England. An dieser Krank- heil allein sind, so ergänzt die Statistik einer großen ameri- kanischen Versicherung die des Dr. StileS, im vergangenen Jahr weit mehr Menschen gestorben als im ganzen amerikanischen Bürgerkrieg. Welche Opfer die Eisenbahnunsälle fordern, davon macht mqn sich einen Begriff, wenn man hört, daß im ersten Halbjahr 1312 nicht weniger als 10 000 Tote und 73 000 Schwer. verletzte gezählt wurden. Alle diese Zahlen sind offiziell! Roda Roda und die München« Kritik. Der nicht unbekannte kroatische Humorist mit roter Weste, Monokel und gänzlich moralin- freier LebenSbetrochtung hatte kürzlich in München, wo er mit Wedekind und Mühsam an der Spitze der literarischen Boheme schreitet, einen bedauernswerten Rückfall in vormärzliche Sittenan- schauungen. Er erhob nämlich in einer München« Zeitung sittlich empört den Vorwurf gegen einige namhafte München« Kritiker, wie Karl Ettlinger, Edgar Steiger, ja sogar gegen den Berlin« Musik- papst Dr. L. Schmidt: sie stünden insofern in unerlaubten Be- zieyungeu zum München« Drei-MaSken-Verlag, als sie besoldete Lektoren des Verlags wären und gleichzeitig Bühnenwerke de? Verlags(natürlich entsprechend günstiger) beurteilten. Mit recht scharfen Worten wiesen die Angegriffenen die tragischen Vorwürfe deS Humoristen zurück. Der eine meinte dabei, wenn Roda Roda ein Ehrenmann wäre, wüßte er, was er zu tun habe. Worauf R. sehr freimütig erklärte, eS läge ihm absolut gar nichts daran, für einen sogenannten Ehrenmann gehalten zu werden. Eine Aeußerung, für die er nun dies» und jenseits der Alpen schwer büßen muß. In München will man ihn auS dem Journalisten- und Schriftstellerverein hinausdrängen, in Agram hat ihn die noch auf dem akademischen Ehrenkodex pochende flowenische Jugend bei einem Vortragsabend deswegen mit faulen Eiern beworfen. Armer Frei- geist, die Zeit ist noch nicht reif für deine vorurteilslose witzige Größe! lind Geld stinkt immer noch nicht! Ein interessantes astronomisches Ereignis wird in den Abendstunden des 13. März stattfinden und hoffentlich durch Klarheit tkbr Witterung begünstigt werden. Der am Anfang des ersten Viertels stehende Mond wird dann nämlich über das Stern- bild der Plejaden hinweggeben und das Siebengestirn zum größeren Teil verdunkeln. Die Bedeckung erfolgt zunächst durch den dunklen Rand des Mondeö und die Sterne werden dann an dem hellen Rand, der nur eine schmale Sichel bildet, wieder auftauchen. Der erste helle Stern, über den der Mond hinziehen wird, ist die Elektra von etwa vierter Größe. Dann werden die Merope, die Alcyone, der Atlas und die schwächere Pleione folgen. Das Ereignis beginnt gleich nach 10 Uhr und wird etwas nach 12 Uhr beendet sein. Bei dieser Gelegenheit wird man zu seiner Ueberraschung wahrnehmen können, daß die Gruppe der Plejaden weit mehr Fläche am Firma- ment bedeckt als die Mondscheibe, da drei ihrer Sterne unverduukelt bleibe«. Deutschtum, nachdem der Staat den Standpunkt eingenommen hat, daß die Provinz deutsch bleiben und nicht nur von Polen bewohnt werden soll, nachdem diese dem preußischen Staat abgeneigt find. Wenn in dem Besitzfestigungsgesetz gesagt wird, daß nur Grundstücke beliehen Iverden dürfen, dercn deutscher Besitz dauernd gesichert ist, so ist das keine Bedrückungsinatzregel gegen die Polen, sondern wir setzen mir etwas außer Handel, was außer Handel gesetzt werden muß. ES ist also eine Verdrehung dcs Abg. Borchardt. wenn er immer emphatisch von Bedrückung spricht.(Laute Rufe der Sozialdemokraten: Verdrehung?— Unruhe.) Also eine eigenartige Interpretation.(Heiterkeit bei der Mehrheit. Abg. Borchardt: Er kann sich also auch besser ausdrücken I Minister Leiche: I ch V e r- bitte mir d a s I Abg. Borchardt: Ich verbitte mir auch diese Bemerkung!— Unruhe, der Minister verwahrt sich gegen die Unter- brechungen.— Abg. Hoffmann: Wer ausgibt, muß auch einnehmen. Herr Minister! Heiterkeit.) Also, ich weise alle diese Behauptungen energisch zurück.(Großer Beifall bei deu Konservativen und Natioualliberalen, anhaltendes Zischen bei den Polen und Sozial- demokraten.) Abg. Switala(Pole): Der Minister behauptet, die Regierung stehe den Polen freundlich gegenüber. Davon merken wir wirklich nichts. Wir sollen loyale Preußen sein! Aber wa? versteht man darunter? Keinesfalls können Sie von uns verlangen, daß wir unsere Sprache, unsere Kultur und unsere sonstigen Ideale aufgeben. Der Minister meinte, nennen Sie mir eine einzige Unterdrückungsmaß- regel gegen die Polen. DaS sagt derselbe Minister, der gestern«st Hunderle von Millionen gegen uns gefordert hat.(Sehr gut! bei den Polen.) Ein Schlußantrag wird angenommen. Abg. Borchardt(persönlich): Ich will nur konstatieren,� daß der Minister mir am Anfang seiner Ausführungen wissentliche Eni- stellung vorgeworfen hat, nachher aber den Sachverhalt genau so wiedergegeben hat, wie ich ihn dargestellt habe.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Titel Minister wird bewilligt. Zum Kapitel Wartcgeld«, Pensionen usw. liegen eine Reihe von Anträgen betreffend Erhöhung der Bezüge der Altpensionäre vor. Die Budgetkommissio» beantragt dazu: Die Regierung möge ihre Grundsätze für die Gewährung von Zuwendungen an Altpensiouäre dahin abändern: l. von dem Erfordernis eines Antrages absehen: II. bei Ruhegehältern von 1500 M. und entsprechenden Witwen- und Waisengcldern die Notwendigkeit einer Zuwendung an- erkennen: m. bei der Bemessung von Zuwendungen an altpensionierte Lehrer den Unterschied in der Bewertung des WohnungS- wertes für das Ruhegehalt seit dem Lehrerbesoldungsgesctz berücksichtigen. Abg. v. Goßler(k.) beantragt hinzuzufügen: IV. die Zuwendungen auf weniger als 100 M. nicht bemessen. Abg. v. Goßl«(k.): In der Anerkennung der Notlage der Ali- Pensionäre sind wir einig. Die von der Regierung vorgelegten Grundsätze zur Regelung dieser Frage genügen uns nicht. Die Zu- schusse dürfen nicht von der Einreichung eines Antrages abhängig gemacht werden. Das Odium des Almosens muß diesen Zuschüssen genommen werden. Kleine Beträge, die an Trinkgelder erinnern, sollte man überhaupt nicht gewähren; daher haben wir beantragl, eine untere Grenze von 100 M. festzulegen. Die Hauptsache ist jetzt, daß den Altpensionärcn gründlich und schnell geholfen wird; eine gesetzliche Regelung kann dann später folgen. Die ganze Aktion sollte im großen Stile nicht in kleinlichem FislaliSmus erfolgen. Es ist eine Ehrenpflicht des Staates, dafür zu sorgen, daß seine ast- gedienten Beamten nicht in eine Notlage kommen.(Bravo I rechts.) Abg.». Savigny(Z.): Wir hatten gesetzliche Regelung der Be- züge der Altpensionäre verlangt. Nachdem die Konservativen jetzt von dieser Forderung abgekommen sind, hat sie ja wenig Aussicht auf Annahme. Es handelt sich aber nicht ettva nur um eine vor- übergehende Notlage der Altpenfionärc.(Sehr richtig!) Daher muß eine dauernde feste Rechtsgrundlage für die Bezüge dieser Alt- Pensionäre geschaffen werden. Abg. Dr. Schrödcr-Kaffel(natl.): Die Gesuche der Altpenfionärc um Zuwendungen haben sehr zugenommen. Aber die Grundsätze der Regierung sind so, wie sie gefaßt sind, ganz ungenügend.(Sehr richtig 1) Viele Altpensionäre gewinnen es nicht über sich, Anträge auf llnterstützung zu stellen(Sehr richtig!), zumal dabei eine große Reihe von Fragen zu beantworten sind. Dazu kommt, daß Bc- willigungen von 20 M. jährlich vorgekommen sind.(Hört! hört!) Daher fft der konservative Antrag zu begrüßen. Wir halten die Forderung der gesetzlichen Regelung aufrecht. Der technische Fortschritt im Dienste des Völkermordes. Aus London wird berichtet: Auf Grund einer Reihe von umfaffeiidcn Versuchen, die im Auftrag der britischen Heeresverwaltung auf dem f lugplatz bei Aldershot veranstaltet wurden, hat das cnßlischc riegsministerium den Beschluß gefaßt, eine Anzahl von Militär- flugzeugen mit Maschinengewehren auszurüsten. Bei dem ersten Versuche war ein Maschinengewehr in einem Zweidecker eingebaut worden; auS einer Höhe von 300—350 Meter wurden im Fluge Salven abgegeben, und das Ergebnis scheint„vollauf befriedigt zu haben". Die mit Maschinengewehren ausgerüsteten Flugzeuge werden eine besondere Fliegerabteilung bilden, eine Art fliegende Maschinen- gewehrabteilung. Es handelt sich dabei um Farmansche Zweidecker, bei denen der Propeller hinter dem Flugzeugführer und dem Schützen angeordnet ist. Eine Anzahl dieser fliegenden Maschinengewehre sollen bereits bei den diesjährigen Manövern Verwendung finden. Jnteresjant bleibt die Feststellung, daß selbst beim Schnellfeuer der dauernde Rückstoß ans das Flugzeug ohne Einfluß geblieben ist. Notizen. — M u s i k ch r o ii i k. Im Schillertheater Charlotten bürg findet am Karfreitag 8 llhr eine Aufführung der „Johannis-Passion" von Bach, ausgefiihrt durch de» Potsdamer Gesangverein für ilassische Kunst(Dirigent: Prof. Martin Gebhardt) statt. — Jsadora Duncan wird, da das Notenmaterial zn Orpheus" aus Rußland nicht vollständig eingetroffen ist, am Freitag bei ihrem letzten Gastspielabend Tänze zu Richard WagnerS fünf Gedichten, Walzer von Schubert und BrahmS, teilweise neue Tänze zu Chopin, sowie Marche militaire und Moment mufirale von Schubert vorführen. — SchönbcrgS.Gurrelieder", die hier anläßlich der Wiener Uraufführung gewürdigt wurden, sollen am 27. Mai auch in Berlin aufgeführl werden. Der Komponist wird selb« das ans 130 Mann verstärkte Philharmonische Orchester und den Chor von 500 Sängern dirigieren.(Mahler hatte es immerhin schon aus einen Chor von 1000 gebracht.) — An der Berlin- Wilmersdorfer Kunstge- werbeschule, Durlacher Straße 14, übernimmt vom 1. April 1913 der Mal« Georg Tappert die Leitung des Ateliers für graphische Arbeiten. Eine Ausstellung seiner und seiner Schüler- Arbeiten findet am Donnerstag, den 13. März bis Mittwoch, den 10. April werktäglich von 10— 3 Uhr statt. Der Besuch ist unent- gcltlich. — Orpheus in Hellerau. JaqueS-Dalcroze Ivird dieses Jahr den ganzen Gluckschen Orpheus mit seiner Tanzschule zur Auf- 'ührung bringen. — Ein E r n st-M oritz-Arndt-Museum wird in Bonn in dem ehemaligen Hause des von den 1813« Patrioten jetzt wieder entdeckten Freiheitsdichters errichtet werden, Fmanzmimster Dr. Lenke: Ich muß prinzipielleVedenken erheben kiegen eine gesetzliche Regelung der Bezüge der Ältpensionäre. Wir klinnen nicht jeder Besoldungsordnung rückwirkende Kraft für die Altpensionäre verleihen. Die Zuwendungen würden die Alt-- Pensionäre doch nicht befriedigen, die verlangen immer wieder Gleich- slellung mit den Neupensionärcn. Das ist nicht durchzurühren. Der Forderung, daß auch ohne Antrag Unterstützung gewährt loerden kann, sichere ich wohlwollende Berücksichtigung zu. Wenn kleinere Zuwendungen gewährt worden sind, so waren immer schon andere Unterstützungen vorhanden, die abgerundet wurden. TaS würde wegfallen müssen, wenn der Antrag v. Gotzler angenommen würde. Fiskalisch wird garnicht verfahren. Die zur Verfügung stehenden Fonds sind in liberalster Weise ausgegeben worden. Bei gesetzlicher prozentualer Erhöhung aller Pensionen würden gerade die be- dürftigsten Altpensionäre geschädigt. Abg. Viereck sfk.): Wir fordern nicht die Gleichstellung der Alt- mit den Neupensionären, sondern nur eine gesetzliche Festlegung ihrer Rechte. Abg. Delhis(Vp.) wendet sich gegen die Bestimmung in den Grundsätzen der Negierung, wonach eine Nachprüfung der Würdigkeit der Altpensionäre auf Grund der Personalakten und durch untere Polizeibeamte drfolgen solle. Gegen eine solche Art der Nachprüfung haben wir uns im vorigen Jahr entschieden gewandt. Der Beschluß der Budgetlommission bedeutet eine Verbesserung dieser Grundsätze, aber die Altpensionäre werden doch von der Forderung der gesetz- lichen Festlegung ihrer Bezüge nicht abgehen. In Sachsen ist eine zufriedenstellende Regelung in dieser Weise erfolgt. Abg. Ströhe! sSoz.): Die Auffassung, daß es nicht angängig sei, die Altpensionäre den Neupensionären gleichzustellen, vermag ich nicht zu teilen. Sie leben doch unter� genau denselben Te n er ungS Verhältnis s e n. iSehr wahr! bei den Sozialdemokraten) Ich hätte er- wartet, daß zum mindesten auch die Volkspartei für diese Gleich- stellung eintreten würde. Auch die Ansicht deS Ministers können wir nicht teilen, daß die Altpensionäre kein Recht auf Erhöhung ihrer Pensionen haben. Auf jeden Fall haben sie ein moralisches Recht, diese Erhöhung zu fordern. sSehr richtig! bei den Sozial- demokr.) Dieser moralische Anipruch muß gesetzlich fe st gelegt werden und die.Erhöhung muß entsprechend der For- derung auf allen Gebieten eine recht beträchtliche werden. Die Schnüffelei nach dem Nebeneinkommen der Ältpensionäre ist durch- aus vom Uebcl. Durch ihre Beamtentätigkeit haben sie sich das Recht auf Pension erworben, was sie nebenbei verdienen, geht nnS nichts an. Hat man doch auch die Krondotation um ll'/z Millionen erhöht, trotzdem der Träger der Krone ein Prioauocrmögen von 140 Millioncu besitzt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Nach- Prüfung nach der„Würdigkeit" muß unbedingt beseitigt werden, auf keinen Fall darf dabei das politische Ver- halten der Beamten in Betracht konunen, das führt nur zur Korruption. Wenn man schon aktiven Beamten ihr staatsbürgerliches Verhalten vorzuschreiben wagt, sollte man daS nicht auch noch auf die Altpensionäre übertragen. Alle vorliegen- den Anträge gehen uns n i ch l w e i t g e n u g. Da aber nichts anderes zu erreichen ist, werden wir für den Antrag auf ge- schliche Festlegung der Rechte der Alipensionäre stimmen. Es ist reichlich spät, daß wir uns jetzt mit diesen Dingen beschäftigen; da spielt wohl etwas Wahl mache mit.(«ehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag der Budgetkommission mit dem Antrag v. Goßler wird angenommen: daneben auch die Forderung auf gesetzliche Regelung der Materie. ES konimen nun Anträge betr. Teuerungszulagen für kinderreiche Unterbeamte zur Verhandlung. Die Budgetkommission beantragt, hierfür einen Nachtragsetat zu fordern, und die Zulagen nach der Kinderzahl abzustufen. Abg. Savigny(Z.) wünscht Ausdehnung der Zulagen auf mittlere Beamte. Finanzminister Dr. Lenke lehnt alle diese Anträge ab, da sie ohne Aenderung der Besoldungsordnung nicht durchführbar seien. Nach unweientlicher Debatte vertagt das Haus die Weiter- beratung auf morgen Donnerstag 10 Uhr. Schluß S Uhr._ fkmnbaus* 25. Sitzung, Mittwoch, den 12. März. Am Ministertisch: Frhr. v. Schorlcmcr. Das Haus ist stark besetzt. Tic Jahrhundcrtkundgcliung des Herrenhauses. Präsident v. Wedel eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 25 Minuten mit folgender Ansprache, die das HauS stehend anhört: Meine hochgeehrten Herreu, ganz Preußen hat vor zwei Tagen in erhebender Weise den Tag gefeiert, wo vor 100 Jahren daS preußische Volk auf d e n R u f seines Königs sich um ihn scharte und Gut und Blut einsetzte, um Preußens und Deutsch- landS Befreiung zu erkämpfen. Ich glaube, unseren Dank für die Helden, die damals Preußen befreit, und damit auch die Grund- läge für Deutschlands Einigung gelegt haben, heute aussprechen zu dürfen. Möge eS Gott gefallen, Deutschland vor ähnlichen Prüfungen zu dewahren, wie Preußen sie in den Iahren 1800 bis 1815 zu erdulden hatte. Aber ich lebe der Zuversicht, daß, wenn uns ernste Gefahren beschieden sein sollten, wir hinter unseren Vorfahren nicht zurückstehen loerden und ebenso freridig Gut und Blut auf dem Altar des Vaterlandes opfern und unr unseren Landes Herrn uns scharen werden, um mit ihm zum S i ej? e zu schreiten. Dieser Zuversicht und dieser Hoffnung lassen Sie uns jetzt dadurch Ausdruck geben, indem wir rufen:»Seine Majestät, unser König, der Deutsche Kaiser, er lebe hoch! Das Haus stimmt dreimal in den Ruf ein. Der Gesetzentwurf betreffend die Verpflichtung zum Besuche ländlicher FortbilduugSschulcn in den Provinzen Brandenburg, Pommern, Sachsen, Schlesivig-Hol« stein, Westfalen, sowie in der Rheinprovinz und in den Hoheuzollern- schen Lande» hat die Kommission in verschiedenen Punkten abge- ändert. Sie beantragt außerdem eine Resolution auf Ein- führung der religiöse» Fortbildung in der Konfession der Fort- dildungsschülcr. Berichterstatter Frhr. v. Vissing empfiehlt die Vorlage zur An- nähme. Kardinal Fürstbischof Dr. v. Kopp:_ Der Entwurf berücksichtigt leider nicht die religiöse Fortbildung. Gerade die neu- zeitliche EntWickelung der Verhältnisse wirkt ganz besonders geiähr- dend auf die EntWickelung unserer Jugend ein. Durch den Fort- bildungsschulunterricht soll auch die Jugendpflege mit gefördert werden. Darum möge man sich daran erinnern, daß die Kirche die erste Jugendpflegerin gewesen ist. Im Staatshaushalt sind jetzt Mittel für die Förderung der Vereine, hie sich die Jugendpflege zur Aufgabe gemacht haben, eingestellt. Da sollte man auch die kirch- lichen Jugendvcreine nicht vergessen. UebrigenS kommen wir auf die Dauer nicht darum herum, die Fortbildungsschule organisch mit den übrigen Schulen zu verbinden.(Bravo!) Graf zu Rantzau: Die für Schleswig-Holstein vorgesehenen besonderen Befugnisse deS Kreisausschusses habe ich schon in der Kommission auf die national gefährdeten Teile NordschleslvigS be- schränken wollen. Man stelle doch nicht die ganze Provinz als national gefährdet hin und greife nicht ohne Not in die Rechte der Gemeinden ein. Würde meinem Antrage entsprochen worden sein, so wäre die Vorlage noch immer kein Rampfgefetz geworden. Oberhofprediger Dr. Dryander: Wir sind uns wohl darüber einig, daß die Fortbildungsschulen nicht nur technische Kenntnisse vermitteln sollen, sondern daß sie den Menschen auch zu einer sittlichen Ausbildung und Charakterfestigung verhelfen sollen. Die Frag« cht nur, wie man diesen Zweck erreicht. Einen obligatorischen Religionsunterricht halte ich nicht für daS richtige Mittel. Denn eine innere Beeinflussung deS Menschen kann nur in der Freiheit gedeihen. Alle Synoden und evangelischen Kirchenbehörden haben den obligatorischen Unterricht zurückgewiesen. Es gibt einen anderen Weg, um ohne Religions- Unterricht den ganzen Schulbetrieb mit dem innerlichen, religiösen, sittlickieii, christlichen Geist zu erfüllen. Das kann überall im Unterricht, in allen Fächern geschehen. Es lomn, t alles auf die die Persönlichkeit des Lehrers an. Man sollte in den Vorstand der FortbildungS- schulen auch die Geistlickien vertreten sein lassen. Landwirtschaflsminister Freiherr v. Schorlcmcr: Ich muß aber wiederholt erklären, daß die Regierung nicht in der Lage ist, einen Zwang zum Besucb des Religionsunter- richts in den Fortbildungsschulen vorzuschlagen. Sie wird aber gern die Hand dazu bieten, die Erteilung des Religionsunterrichts im Anschluß au den Fortbildnngsschulunterricht zu ermöglichen. In der Provinz Schleswig-Holstein wird die Fortbildungsschule auch in den Dienst nationaler Jnter- essen gestellt werden. Generalfeldmarschall Graf Haeselcr beantragt: wöchentlich eine Stunde des Unterrichts für Nebungen im Gelände zu vertoenden. General v. Beseler wünscht, hierfür einen vollen Nach- mittag in jedem Monat des Sommerhalbjahrs zur Ver- fügung zu stellen. Minister v. Schorlcmcr: Es entspricht durchaus der Absicht der Regierung, in den ländlichen Fortbildungs- schulen auch den vaterländischen Geist und die körper- liche Ausbildung zu fördern. Aber einen Zwang hierfür in das Gesetz einzufügen, widerspricht der ganzen Struktur des Lehrplans.. Die Anträge werden abgelehnt. Kardinal Dr. v. Kopp bittet um Wiederherstellung der Fassung der Regierungsvorlage in dem Punkte, daß an Sonntagen Unterricht nicht erteilt werden darf. Die Kommisfion hat hier die Worte„in der Regel" eingefügt. Der Antrag wird abgelehnt und die Vorlage in der Fassung der Kommission nebst der Resolution angenommen. Es folgt die Beratung über den vom Abgeordnetenhausc unter Abänderung der Regierungsvorlage angenommenen Gesetzentwurf betreffend das Schleppmouopol auf dem Rheiu-Weser-Kanal und dem Lippe-Kanal. Die Herrenhaus- kommisfion beantragt die unveränderte Annahme der Vorlage und folgender Resolutionen: 1. Die Staatsregierung zu ersuchen: Kanalabgaben und Schlepplohn so zu bemessen, daß ein Anreiz zur Benutzung der Kanäle auch dann bleibt, wenn für den Transport zum Schiffe und vom Schiffe eine mäßige Eisenbahnanschlußfracht aufzu- wenden ist, über die Grundzüge von Abgabentarifen und die Schleppordnung geeignete Vertretungen des Handels und des Schiffahrtsgewerbes zu hören und mit deren Aeußerungen Tarife und Schleppordnung den Wasserstraßenbeiräten und Finanzbeiräten vorzulegen,— nach Verlauf der zwei ersten Betriebsjahre er- neut eine Begutachtung durch die erwähnten Vertretungen herbei- zuführen. 2. Die königliche Staatsregierung im Hinblick darauf, daß der Verholverkehr zwischen verschiedenen Hafenanlagcn desselben Unternehmers namentlich der Städte Hannover und Minden dem Schleppmonopol unterworfen ist, zu ersuchen, auf die hieraus sich ergebenden Härten bei der Tarifierung der Schlepp- gebühren für den Verholverkehr- zwischen solchen Häfen Rückficht zu nehmen. Berichterstatter Graf v. Seidlitz-Sandreczkr gibt einen Rückblick über die lange Vorgeschichte des Gesetzentwurfes. Oberbürgermeister Holle-Essen: Die elektrische Treidelei ist zwar nicht unbedingt die Grundlage des Schleppmonopols, aber 1905 hat man nur an sie gedacht. Inzwischen hat die Regierung Schlepp- dampfer als zweckmäßiger erkannt. Verlangt man aber, daß auch Dampfer mit eigenen Motoren sich vom Schleppdampfer müssen ziehen lassen, so wird das Schleppmouopol zum Verkehrs- Hindernis. Oberbürgermeister Dr. Eichhoff-Tortmund: Auf die dauernde Freilassung des Dortmund— Ems-Kanals vom Schleppmouopol wage ich nach den Beschlüssen des anderen Hauses kaum noch zu hoffen. Sicher würde aber diese Freilassung niemand schädigen. Nachteile werden nur vermieden, wenn der Eigenverkehr des Dortmund— EnrS- Kanals vom Schleppmonopol freigelasien wird. Minister v. Brcitenbach: Kein Gesetz hatte so den Charakter des Kompromißgesetzes, wie die wasserwirtschaftliche Vorlage von 1905. Wir müssen an diesem Kompromiß festhalten. Auch ein staatlicher Sckileppbetrieb kann zu erfreulichen Ergebnissen führen. Ist die Uebergangszeit vorbei, so wird sich der staatliche Schlepp- betrieb dem privaten zum mindesten ebenbürtig erweisen. Beim Kompromiß von 1905 hat man keineswegs ausschließlich an die elektrische Treidclei gedacht. Der Ihnen unterbreitete Entwurf ist der letzte �Ausläufer der großen wasserwirtschaftlichen Vorlage. Stimmen Sie der Vorlage zu! Fürst zu Salm-Horstmar: In alte Rechte soll man nicht ein- greifen— das war schon der Standpunkt des Ministers v. Budde. Deshalb ist es unbillig, den Dortmund-EmS-Kanal jetzt mit dem Schleppmonopol zu beglücken. Graf. v. Bchr-Behrenhoff: Gibt man zu, daß sich seit 1905 die wirtschaftlichen Verhältnisse verschoben haben, so muß man dem auch Rechnung tragen. Eine solche Aenderuug ist indes nicht ein- getreten. Wenn wir den Abgeordnetenhausbeschlüssen zustimmen, so kommen wir den anderen Ausfassungen schon weit entgegen, denn wir entfernen uns schon etwas von den 1905 er Beschlüssen. Halten wir am Schleppmonopol fest. Abg. Frhr. v. Landstzcrg-Steinfurt: Auch ich halte die Aus- dehnung des Schleppmonopols auf den Dortmund— Ems-Kanal für nachteilig. Oberbürgermeister Dr. Eichhpff: Ter private Schlcppbetrieb wird vom staatlichen nie erreicht, geschweige denn übertroffen werden. Eisenbabnminister v. Brcitenbach: Wenn die Regierung ein so kostspieliges Werk wie die Kanäle geschaffen hat, wird sie auch schon dafür sorgen, daß nicht durch unzweckmäßige Tarife die Benutzung unmöglich gemacht wird. Den Dortmund-Eins-Kanal können wir nicht von dem staatlichenjSchleppbetrieb ausnehmen. Daß die Ein- sührung des staatlichen Schleppzwanges eine Schädigung des Ver« kehrs bedeutet, ist in keiner Weise nachgewiesen. Die Generaldiskussion schließt. Nach kurzer Spezialdebatte wird die Vorlage unverändert, ebenso die R e s o l u t i o n der Kommission angenommen. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag 11 Uhr. Kleinere Vorlagen und Petitionen. Schluß 5% Uhr.__ Die K.£. A. gegen den Verband der Uaichiniiten und Iheizer. Iii einem vertraulichen Rundschreiben, das die Direktion der Berliner Elektrizitäts-Wcrkc den Maschinenmeistern der Zentralen und Uilterstationen zugehen ließ, forderte sie diese auf, dahin zu wirken, daß die Maschinisten und Heizer sowie Berufsgelwsscn aus dem Zentralverbande austrete». Der Verband gelangte in den Besitz eines solchen Schreibens und säumte nicht, die entsprechende Ant- wort darauf zu geben. Im Gewerkschaftshause fand zu diesem Zweck eine stark besuchte Betriebsversammlung für die Zentralen und Unterstationen der B. E. W. statt, in der Rud. Schlichting, der erste Bevollmächtigte des Verbandes, das vertrauliche Rundschreiben verlaS und einer scharfen Kritik unterwarf. DaS Schreiben haj den folgenden Wortlaut: Berlin, den 14. Februar 1913. Vertraulich. Herrn Maschinenmeister..... In letzter Zeit hat der Verband der Maschinisten und Heizer eine erhöhte Tätigkeit entfaltet, um unsere Arbeiter als Mit-, glieder einzufangen, wie es scheint, braucht er viel Geld. In den zu diesem Zweck veranstalteten Versammlungen bot sich der Ver» band unseren Arbeitern als Anwalt zur Wahrnehmung ihrer Interessen an und forderte unsere Leute auf, ihm sofort über alle Vorkommnisse im Betriebe Bericht zu erstatten. Als Abwehr gegen die Störenfriede erscheint es geboten, unsere älteren Leute aufzuklären, welchen nächstliegenden Zweck der Verband verfolgt und welche Chancen und wahrscheinliche Folgen die Mitgliedschaft beim Verband unseren Leuten bringt. Vor allem ist daraus hin-' zuweisen, daß der Verband lediglich Kampforganis ation ist und den Mitgliedern nur für den Fall eines Streiks Dienste leisten kann. Lassen sich die berechtigten Wünsche der Arbeiter aber ohne Streik durchsetzen, so ist die Mitgliedschaft beim Ver» band wertlos und die Mitgliedsbeiträge sind zum Fenster hinaus» geworfen. Ein jeder sollte vernünftigerweise sich auch zuvor reif» lich überlegen, wie groß die Aussicht auf den'sieg ist, bevor er sich in einen Kamps einläßt; denn der im Kamps unterliegende Teil muß überall Haare lassen. Unterliegen aber die Arbeiter, so kann der Verband nichts mehr für sie tun; derselbe wird sich achsclzuckend zurückziehen, und die Arbeiter allein haben ihre Haut zu Markt zu tragen. Erst wenn sie ihre gute Stellung verloren haben, pflegen sie einzusehen, wie töricht sie waren, den Ver» lockuugen und Versprechungen Gehör geschenkt zu haben. Dia Verhältnisse sind doch zu leicht zu übersehen; es ist aber, als wären die Arbeiter mit Blindheit geschlagen. Um neue Mitglieder zu bekommen, muß dock der Verband den Leuten goldene Berge versprechen uni> ihnen klar zu machen vcr» suchen, daß sie nur durch ihn vor Ausbeutung und Vergewaltigung bewahrt werden können. Da auf die Dauer sich kein Arbeiter mit leeren Redensarten abspeisen läßt und jeder schließlich auch mal Gegenleistung sehen will, so muß der Verband trachten, eine posi-i tivc Tätigkeit zu entfalten. Deshalb die Forderung, daß ihm über alle Vorkommnisse inr Betrieb Bericht erstattet werden soll. Aus Gründen der Selbst» erhaltung mutz er in diesen Berichten cttvas finden, womit er Er» regung und Unzufriedenheit erzeugt, denn sonst vermag er sich vor den Vorwürfen und Aiffchuldigungcn der Schreier und Heiß» sporne nicht zu retten. Ein jeder, der dem Verband beitritt, sollte sich daher klar sein, daß er sich einer aushetzecischcn Einwirkung unterwerfen muß, und leider ist nur wenigen Menschen die Fähkg« kcit gegeben, gegen Aufhetzung unempfindlich zu sein. Die Mit» gliedschaft beim Verband hat somit zur Folge, daß den Leuten die Freude an ihrer Arbeit vergällt wird und sie mit sich und aller Welt hadern. Die weitere und für den Arbeiter außer» ordentlich wichtige Frage ist die: vermag der Verband für die Ar» bcitcr der B. E. W. Vorteile zu erkämpfen? Diese Frage ist strikte zu verneinen, und zwar aus folgenden Gründen. Wie schon erwähnt, besteht das einzige Hilfsmittel des Verbandes im Streik. Hier leistet der Verband Hervorragendes durch straffe Organisation und durch die Hergabe von Streikuntcrstützun- gen. Ein Streik kann aber nur Erfolg versprechen, wenn er längere Zeit durchgehalten werden kann und die Hauptbedingung für das Durchhalten ist das Fernhalten von Arbeitswilligen. Die ganze Frage läuft darauf hinaus, ob es bei den B. E. W. möglich ist. ein Stillliegen der Werke für längere Zeit zu er- zwingen. Dieses ist aber ganz ausgeschlossen, weil die B. E. W. öffentlichen Interessen dienen, z. B. hängt der gesamte«straßen- bahnbetrieb sowie die Beleuchtung ganzer Straßenzüge und öffentlicher Anstalten von den B. E. W. ab, und so lange eS eine Staatsgewalt gibt, wird jede Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit mit allen zu Gebote stehenden Machtmitteln cvcn- tuell sogar mit Waffengewalt bekämpft werden müssen, daS gebietet schon die staatliche Autorität. Infolge des Umstandes, daß die B. E. W. öffentlichen Jnter« essen dienen, nehmen sie eine Ausnahmestclluug ein und sind gezwungen, sofort Ersatzuiannschaftcn heranzuholen. Die Be- schasfnng und Einstellung von Ersatzmannschaften macht aber bei der B. E. W. keine nennenswerten Schwierigkeiten, da bei unS nur wenige Profcssionistcu beschäftigt werden. Sind aber erst Ersatzmannschaften im größeren Maße eingestellt, so ist es ausge- schlössen, dieselben wieder fortzuschicken, sobald die zum Streik verführten Arbeiter ihre Torheit hingesehen haben und zur Ar- beit zurückkehren möchten. Sie sind brotlos geworden, der Ver» band kann nach Beendigung deS Streiks nicht mehr für sie sorgen. denn Stellen zu vergeben hak er nicht, und so haben diese Leute ausreichend Muße, über den Wert der Mitgliedschaft beim Vcr-, band nachzudenken. Die B. E. W. haben bisher gezeigt, daß sie für Arbeiter alles tun, was in ihren Kräften steht. Auch waren sie stets bereit, mit ihre» Arbeitern zu verhandeln, und so sollte es auch in Zukunft bleiben, weil beide Teile dabei am besten fahren. Ter Verband zieht aus den B. E. W. jährlich an Mitgliedsveiträge» bei 70 Pst pro Woche und Mann und 1000 Arbeitern 36 000 M., eine gewaltige Summe, die unjerc Leute wirklich nutzbringender verweli-, den könnten. Sie wollen versuchen, Ihren Leuten diese Beweggründe klar zu machen und ihnen den Rat geben, aus dem Verbände auszu» treten. Berliner Elektrizitäts-Werkc, Betricbsdircktion. Schlichting legte dar, daß man unmöglich annehmen könne, der Direktion seien die Arbeiten und Leistungen deS Verbandes unbekannt, und wenn sie behauptet, der Verband komme allein für den Fall eines Streiks für die Arbeiter in Betracht, so ist dies eine Behauptung wider besseres Wissen. Der Streik ist immer nur daS letzte Mittel, das die Arbeiter anwenden, um ihre Rechte zu wahren, und die Gewerkschaftsleitungen sind in der Anwendung dieses Mittels äußerst gewissenhaft und müssen sich von den Mitgliedern oft genug den Vorwurf als„Bremser" gefallen lassen.„Goldene Berge" sind es wahrlich nicht, die der Verband verspricht, wenn er feststellt, daß eine Gesellschaft wie die B. E. W. sehr wohl in der Lage ist, eine kleine Lohnerhöhung zu gewähren, denn die Lohn- und Arbeitsverhältnisse jener Werke sind durchaus verbess'erungsbedürf- tig. Recht kleinlichen und echt kapitalistischen Geist verrät es, wenn der Verdacht geäußert wird, der Verband werbe neue Mitglieder nur, um Gelb in seine Kassen fließen zu lassen. Mit so plumpen Verdächtigungen lassen sich die Arbeiter nicht einsangen, sie wissen. wie sehr sie die Organisation den Unternehmern gegenüber not. wendig haben, wollen sie nicht auf Gnade und Ungnade der rück- üchtslosesten Ausbeutung ausgeliefert sein. Aber mancher Kapi. talist kann sich nicht vorstellen, daß es noch andere Beweggründe zu einer organisierten Tätigkeit gibt, als Gelb damit zu erwer- ben. Auf die großartigen Leistungen des Verbandes wirft die wlgende Aufstellung über die Verwendung der Gelder das beste Licht. Im Geschäftsjahre 1911/12 öetrugen: Die Gesamtausgoben.......... 442 951,09 M. Davon für Arbeitslosenunterstützung.... 46554,30» »» Krankenunterstützung...... 102 250,54» ,„ Streikunterstützung...... 42 575,65» »» Ausgesperrtenunterstützung.... 19692,09, , Maßregelungsunterstützung... 4 314,05» », Lohnbewegung o. Arbeitseinstellung 16 900,53, „ Sterbegeld......... 18 421,—„ », außerordentliche Unterstützungen.. 6 712,50» . Rechtsschutz......... 3 769,02» Tarife wurden in dem Jahre 71 abgeschlossen für eine MitgUeder» zahl von 2870. Der Ausgang der Bewegungen war: Mit Erfolg beendet in 93 Fällen mit 2287 Mitgliedern; teilweise erfolgreich in 73 Fällen mit 138? Mitgliedern. Es wurde erreicht: Verkürzung der Arbeitszeit 1276S>/., Std. pro Woche für 2398 Pers. Lohnerhöhung.... 8937 M.. 3705, Sonstige Verbesserungen......... 919, Somit Verbesserung pro Woche und Person: Arbeitszeit- Verkürzung ß'/a Stunden, Lohnerhöhung 2,41 M. Dann ist noch die Veroandszeitung, der Slrbeitsnachweis und Ausknnftsstelle zu erwähnen. Solche Leistungen sind allein möglich durch eine gute Organisation, von der sich aufgeklärte Ar- beiter niemals fernhalten lassen, denn diese Organisation ist zu ihrem eigenen Wohl und Besten da. Richtig ist es, dah die Arbeiter aufgefordert wurden, Bericht über die Vorgänge im Betriebe zu erstatten, aber hier handelt cS sich in erster Linie um die mangelhaftdn Schutzvorrichtungen der B. E. W. Es ist vorgekommen, daß die Gcwerbcinspektion schlcu- »igst durch den Verband angerufen werden mutzte, um Menschen- leben in den B. E. W. zu schützen, da man bei der Kesselrcinigung die Kessel nicht vorher abgeflauscht und die Ventile nur mit einem Strick abgebunden hatte. Da war eine Aufforderung an die Ar- beiter, dem Verband über solche Zustände Bericht zu erstatten, wohl am Platze. Die Drohung mit der Staatsgewalt wies der Redner als eine Anmatzung der Direktion energisch zurück, zeigte aber auch, wie lehrreich diese Drohung für die Arbeiter ist, freilich in anderer Weise als die Direktion beabsichtigte. Das schmerzliche Bedauern, daß der Verband jährlich an den Mitgliedsbeiträgen in den B. E. W. 70 000 M. einnimmt, ist überflüssig, denn leider steht der Verband in diesem Werk so günstig noch nicht da. Allerdings ist als sicher anzunehmen, daß das Rundschreiben der Direktion die Stellung und das Ansehen des Verbandes außerordentlich stärkeA wird, denn in allen Zentralen und Untcrstationen herrscht jetzt die Parole: Hinein in die Organisation! Allgemeiner lebhafter Beifall folgte dem Vortrage. In der Diskussion erhielt der Redner uneingeschränkte Zustimmung. Keine Stimme erhob sich trotz Aufforderung zugunsten der Direktion und mit einem donnernden Hoch auf den Verband wurde die Versamm», lung geschlossen._ Jugendveranstaltungea. Johannisthal. Der Jugendoortrag des Genossen Acumann findet nmslondebalbcr erst am Sonnabend, nicht am Donnerstag, statt. Zur Ergänzung findet im Anschlujz an den Vortrag am Sonntag, den März, cm Besuch des Berg- und Hültcnbau-Muscums statt, Treffpunkt: Arbeitcrhcim lO'l, Uhr, Abfahrt 11'°." Pai Kuren in u.Co. konz. Laborat. s. Blutuntersuchung., Fäden i. Harn usw. Frlidtichslr. El, echt. 10— 2, 5— 9, Sonnt. 11— 2. Honorar massig, auch Teilzahl. Separates Damcnzimmer. Dr. Homeyer ReukersWerke ■ 3 Bänte 4 OTart- Buchhandlung vorwärts Nur seinem hervorragend feinen Geschmack verdankt der Kapitän-Kautabak de« guten Ruf, den er nustreitig befitzt. Machen Sie«wen! Versuch mit dem echten Kapitän-Kautabak und Sie werden von| | seiner Güte überzeugt sem. Berkaufsstelle», wo auch die kl. Kautabakdosen gratis ver.| absolgt werden, weist gern nach: C. Bttckcr, Berlin, Grünerweg 119(König st. 3801).! Der gutsitzende Anzug- 1 macht den Gentleman. 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Ungekürzte VereinSausgabc SO Ps, Bucbbstilüutig Vorwärts, Lindenstraße 69. niiiiiiimii i iif vor HUSTEN HEISERKEIT KATARRH Prtis 1 Mk erhälflidi irv ApofKeKerv«.Drogerien 3. Prettßisch Süddeutsche (228. Köliigl. Ureutz.) Klassenlotterie 3. Klaffe 2. Ziehungstag 12. März 1013 Vormittag Auf jede gezogene Sliimmer find»wei gleich hohe vlcwliine gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer tu den beidcu'Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 144 M. find in Klammern beigefügt. tOhne Gewähr A. Et.-A. f. Z.) tNachdrucl verboten) IIS SSS 790 1027 176 387 409 66 613 31 716 77 812 988 2644 796(300) 3030 46(300) 96 184 364 914 64 4020 22 177 326 414 518 714 5376 643 650 87 6065 848 7122 41 71 641(300) 930 39 814 204 67 359 804 0598 675 903 95 10214 322 476 733 809 97 11295 432 612 925 67 1 2219' 497 569 872 959 1 3122 398 874 982 1 4221(300) 346 60 612 »64 78 885 1 5233 74 608 907 1 6029 38 327 63 479 793 869 17635 950 1 6111 383 574 1 8060 188 374 425 26039 45 343 99 430 939 21121 82 206 504(400) 22 90 847 716 2 2068 277 564 650 814 66 2 3 651 619 993 24133 (400) 620 716 841 7l 924 2 5107 14 493 712(500) 49 837(1000) 959 2 6 222(600) 389 434 604 859 2 7 039 205 448( 7 5 0 00) 674 752 2 6084 927 2 9060 73 137 266 300 1 479 658(600) 69 62 737 663 66 30126 285 319(1 938 31694 627(300) 712 36 909 3 2106 «6 217 82 340 50 77 409 646(6000) 737 79 386(300) 33004 87 179 380 804 3 4975 320 662 3 5159 263 432 3 6503(300) 747(3001 936 3 7 031 212 936 3 8022 60 234 690 3 8116 263 414 654(300) 89 835 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628 663 827 928 1 9 2065 133 361 723 813 949 1 93022 141 762 1 9 4047 347 703 37 1 9 5 023 698 947 1 9 3 372 606 828 19 7 005 255 84 565 732 62 1 98087 98 105 66 499 676 19 9090 295 635 77 HOOO) 700 929 200143 378 844 201433 202182 283 203002 241 (3000) 364 630(400) 632 40 961 75 2 0 4098 470 623 903 2 0 5 084 115 34 65 66 235 329 56 63 550 641 719 832 203323 69 624 869 207095 305 855 984 208021 283 448 752(3001 974 2 0 9076 545(300) 21 0251 396 416 26 829 64 905 26 211117 239 60 82 380 97 400 73 600 21 2001 378 691 851 21 3013 40 152 878 927 28(3000) 21 4015(400) 40 101 679(300) 811 54 914 78 2 1 5149 260 331 409 549 89 736 70 21 8026 222 329 66 449 939 57 21 7083 392 444(300) 75 611 21 8000 316 17 748 21 9000 79 156 269 326 658 884 2 2 0023 76 114 642 669 937 2 21033 666 63 602 962(600) 222073 153 606 700 96 223324 681 734 s. Zlrenßisch.Süddeutsche (228. Könisl. Vreuss) Klassenlotterle Z. Klaffe 2. Ziehungstag 12. März 1913 Nachmittag Auf jede gezogene Nunimer find zwei gleich volle Gewinne gefalle», und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beide» Abteilnugen 1 u. II. Nur die Gewinne über 144 M. sind in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 141 282 872 720 980 1140 309 462 88 84 626 870 2116 79 363 614 699 763 3111 360 4040 156 93 282 419 633 694(300) 904(300) 5036 157 347 672 79 812 8386 400(300) 83 647 683 888 7113 205(500) 82 829 94 420 585(400) 541 907 75 8195 212(300) 14 16 49 364 401 79 531 63 710 629 920 9304 98 872 955 52 19080 115 213 21 828 661 76 784 88 898 931 11886.524 790 1 2100 216(400) 32 1 3130 267 415 678 697 910 43 46 50 14055 279 713 32 60 815 959 89 1 5318 61 410 15(500) 619 761 92 861(400) 943(400) 56 1 6143 46 97 238 81 727 1 7059 273 388 800 951 52 1 8215 73 477 675 1 9124 709 987 2O098 310 479 618 798 21092 165 368 556 666 2 2122 813 933 2 3014 68 158 66 305(500) 80 406 96 2 4053 07 118 428 758(500) 25)02 225 90 803 2 9002 15 329 462 570 75 93 94 702 93 997 2 7122 26 698 619 96 2 8070 318 603 653 906 61 29149 263 659 879 3 9480 649 930 31260 69 376 996 3 2008 426 640 774 8 3010 340 95 406 63 825 3 4 229 630 858 3 5187 327(300) 802 3 8226 391 660 84 720 3 7 272 409 14 62 565 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JHaff, der 2. Preubisch-Süddeuische»( '"""—■■ 1 11. KBi u, jjistj fUA vrixhischen) ffläflmtottme findet 1 E. G. ra. b. H. Zentrale: Lichtenberg, Rittergutstraße 16—26. Unseren Mitgliedern sowie Freunden und Gönnern unserer Organisation zur gefälligen Kenntnisnahme, daß wir Freitag, den 14. März, abends 6 Uhr Transvaalstraße 3 unsere 100. Verkaufsstelle eröffnen. Abends 8 Uhr in den Pharussälen, Möllerstraße 142; Bröffnunssfeier bestehend in Konzert, Festrede, Humoristischen Vorträgen, Tanz. Eintritt frei. Mitgliederzahl 73000. Umsatz im Monat Februar 1304980 Mark. Voraussichtlicher Umsatz im laufenden Geschäftsjahre 15 Millionen. Eigene Großbäckerei Ä4SÄÄ Eigene Konditorei. Eigene Kaffeerösterei. Eigene Selterfabrik. Zahl der beschäftigten Personen 1200. NW. Beußelstraße 4— 5 Emdener Straße 50 Rostocker Straße 35 Stendaler Straße 5 Ufnaustr. 16 N. Bomemannstraße 1 Fehrbelliner Straße 54 Gartenstraße 3 Gerichtstraße 3 Gleimstraße 46 Unsere übrigen Hochmeisterstraße 16d Hochstädter Straße 6 Hussitenstraße 53 Lychener Straße 19 Nordufer 4 b Prinzen-Allee 85 Schivelbeiner Straße 9 Soldiner Straße 103 Stolpische Straße 24 Svrinemünder Straße 33 Togostraße 4 Willdenowstraße 30 Terkanfss teilen befinden sieh: In Berlins Adlershof, Bismarckstraßel 1 Alt-Glienicke, Rudower Straße 59, Ecke Köpenicker Straße Baumschulenweg, Baumschulenstraße 93a Bohnsdorf, Straße 21 Britz, Werderstraße 31 Charlottenburg, Kaiserin-Augusta-Allee 55 Potsdamer Straße 30 Wallstraße 23 Weimarer Straße 29 Westend, Fredericiastr. 11 Erkner, Königstraße 55 Friedenau, Moselstraße 7 Friedrichsfelde, Caprivi-AIIee 44 Friedrichshagen, Drachholzstraße 2 Grünau, Köpenicker Straße 8 Johannisthal, Bismarckstraße 6 Karlshorst, Treskow- Allee 100 Köpenick, Berliner Straße 5 Borgmannstraße 5 Müggelheimer Straße 48 NO. Bötzowstraße 34 Böschingstraße 12 Naugarder Straße 45 Winsstraße 63 0. Bödikerstraße 7 Grüner Weg 15 Kochhannstraße 14 Kopemikusstraße 3 Küstriner Platz 4 In den Vororten: Lichtenberg, Boxhagener Straße 24 b Bürgerheimstraße 102 Kronprinzenstraße 1 Mozartstraße 2 Rittergutstraße 22 Wismar-Platz 3 Wühlischstraße 57 Lichterfelde-Lankwitz, Kaiser-Wilhelm-Straße 43 Martendorf, Kaiserstraße 110 Neukölln, Böhmische Straße 47 Emser Straße 33 Friedelstraße 15 Liebigstraße 7 Mirbachstraße 26 Zomdorfer Straße 61 SO. Adalbertstraße 36 Forster Straße 3 Manteuffelstraße 91 Wrangelstraße 65 8. Ahe Jakobstraße 57—59 Graefestraße 65 Herrfurthstraße 6/6a Münchener Straße 39 Steinmetzstraße 107 Weserstraße 28— 29 Wildenbruchstraße 89—90 Nieder-Schönhausen, Kaiser-Wilhelm-Straße 79 Nieder-Schöneweide, Berliner Straße 110 Ober-Schöneweide, Edisonstraße 48 Luisenstraße 12 Pankow, Berliner Straße 47 Wollankstraße 102 ' SW. Arndtstraße 5 Kochstraße 62 Wassertorstraße 20 W. Goebenstraße 17, Ecke Culmstraße Kurfürstenstraße 17 Reinickendorf-Ost, Holländerstraße 126 Hoppestraße 16 Schöneberg, Apostel-Paulus-Straße 40 Ebersstraße 26 Gotenstraße 1 Südende, Lichterfelder Straße 36 Tempelhof, Berliner Straße 30 Dorfstraße 19—20 Treptow, Graetzstraße 58 Weißensee, Langhansstraße? Lehderstraße 62 Wilmersdorf, Augustastr. 3 Ple Terhaaf■■teilen sind geOfflnet an Wochentagen Ton 8 ühr morgen* bis 1 Uhr nachmittags nnd von 8 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends, Sonnabends bis O Uhr abends. Sonntags geschlossen. Zentrale: Lichtenberg;, Rittergutstraße 16—26. Geschäftszeit von 9 bis 5 Uhr. Tel. Amt Lichtenberg 524. 525, 526, 527, 528. Toranzelge! An den Sonntagen: den 6., 13. und 20. April, vormittags von 10—12 Uhr findet eine Besichtigung unserer Anlagen in Lichtenberg statt. 104/6 Ikouttoo etlicher Ketwlttur;«Ufttfc Wikltpp, Neukölln.'Für den'Jnjerarenteil verantv.: TH.«l,ckt.Berlin. Druck R.«erlag:«orwärt» wuchdruckere,«erlagtanftaU«aul Singer g.lfo, jverllg SM Nr. 5t. Zy. Jahrgang. z. KtilU des Lmiirls- Klllim WIKsM Sie iii'beitei'Mile in Lrokdritsnnieo. London. L. März.(Eig. Ber.Z Seit dem Monat Oktober des letzten JahreS besitzt die englische Arbeiterpartei ein Tageblatt, den .Daily Citizen", der im ganzen Lande gelesen wird. Es ist keine leichte Aufgabe, in Grotzbritannien ein Tageblatt zu gründen, daS den großen bürgerlichen Blättern die Arbeiterleser erfolgreich streitig machen kann. Die großen Londoner Blätter bieten ihren Lesern, die sie im ganzen Lande und nicht allein in London suchen, einen reichhaltigen Lesestoff und jede» von ihnen druckt täglich zwischen einer halben und einer ganzen Million Exemplare. Sie unterhalten ein Heer von Korrespondenten und einen sehr kost- spieligen telegraphischcn Nachrichtendienst. Ein gewaltiges Kapital ist zum Betrieb einer derartigen Zeitung erforderlich und von Jahr zu Jahr steigt die Summe, die zur Erhaltung oder Gründung eines Zeitungsunternehmens nötig ist. In den letzten Jahren haben sich daher verschiedene Zeitungen vereinigen müssen und manche sind in dem scharfen Konkurrenzkampf zugrunde gegangen. Die Stcrb- lichkeit unter den Neugründungen ist ungeheuer groß. Selbst daö Blatt, da? die Liberalen vor einigen Jahren zu Anfang ihrer RegierungSpcriode gründeten(„The Tribüne") und das das Sprach- rohr der Regierung sein sollte, muhte nach kurzer Zeit sein Er- scheinen einstellen, nachdem viele hunderttausend Pfund Kapital verloren waren. ES wird daher nicht wundernehmen, zu hören, daß auch der .Daily Citizen" einen harten Kampf zu bestehen hat. Der„Daily Citizen" hat dazu noch mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. So fehlte es bei feiner Gründung vor allem an Personen in der Arbeiterbewegung, die die journalistische Befähigung zur Leitung eines so großen Unternehmens besaßen. Bekanntlich ist die Arbeiterpresse in Großbritannien etwas ganz Neues. Man mutzte daher nach tüchtigen Journalisten von der bürgerlichen Presse Um- schau halten, die der Arbeiterbewegung sympathisch gegenüber- standen. Das hatte natürlich den Nachteil, daß die Redaktion des Blattes, die in der durchaus nicht einfachen britischen Arbeiter- bewegung nicht so bewandert war, wie Personen, die seit Jahren in der Bewegung tätig sind, etwa? tastend und zögernd vorging. Aber diesem Mangel ist erfreulicherweise in kurzer Zeit abgeholfen worden. Der»Daily Citizen" hat nunmehr, wie sich der Engländer ausdrückt, seine Beine gefunden und namentlich in der auswärtigen Politik ist er ein wackerer und wertvoller Kämpfer der internatio- nalen Arbeiterbewegung. In der inneren Politik befleißigt er sich einer toleranten Haltung gegenüber allen Sektionen der Arbeiter- bewegung Großbritanniens, was der Einigkeit der Arbeiter- bewegung nur dienlich sein kann. Die größte Schwierigkeit, mit der das Blatt zu kämpfen hatte und hat, liegt jedoch in dem Problem, wie es die Annoncen bekommen soll, die zur Erhaltung eines großen Blatte» nun einmal nötig sind. Hätte das Blatt 500 000 Leser, so wäre die Frage bald gelöst. Aber bis jetzt hat es der.Citizen" erst auf ungefähr 200 000 Leser im ganzen Lande gebracht, was immerhin in Anbetracht aller Umstände eine respek- table Leistung ist. Um bestehen zu können, sollte da» Blatt 14 bis 16 Spalten Annoncen haben; es hat aber nur ungefähr fünf er- halten können. Manche Geschäftsleute wollen mit dem Blatte nichts zu hm haben, weil ihnen seine Politik unsympathisch ist. So wurde dem Geschäftsführer während des Streiks auf der Nordostbahn ge- sagt:.Wir annoncieren nicht mehr in Ihrem Blatte; Sic reizen die Arbeiter auf, um das Recht, sich betrinken zu dürfen, in den Streik zu treten." Tie Zeitung wurde mit einem nominellen Kapital von 160 000 Pfund(3 Millionen Mark) gegründet; davon konnten aber bis jetzt nur für 86 000 Pfund Anteilscheine ausgegeben werden. Von dieser letzten Summe wiederum sind 26 000 Pfund noch nicht eingezahlt worden; dies sind die noch nicht bezahlten Raten der kleineren Teilhaber. Die Gründung des Blattes fiel zum Unglück in eine Zeit, in der daS Geld bei den Gewerkschaften knapp war. Die Bergarbeiter, Textilarbeiter und Eisenbahner hatten gerade lange und kostspielige Kämpfe hinter sich und konnten nicht die Summen anlegen, die man von ihnen erwartet hatte. Jetzt wachsen die Kaffenbestande der Gewerkschaften wieder an und der„Daily Citi- zen" kann daran denken, mit neuen Forderungen an die Organi- sationen heranzutreten. Vor einigen Tagen legte die Direktion des Blattes den Vertretern der der Arbeiterpartei angeschlossenen Orga- nisationen die Loge der Zeitung auseinander. Fast einstimmig verpflichteten sich die Delegierten, ihren Organisationen vorzu- schlagen, das Organ der Partei durch einen Beitrag in der Höhe von einem Schilling jährlich pro Mitglied zu unterstützen. Wenn alle Organisationen den Beitrag leisten, würde dies eine jährliche Unterstützungssumme von 100 000 Pfund(2 Millionen Mark) cr- geben. Von ollen Seiten wurde darauf hingewiesen, wie nützlich das Blatt schon während seines kurzen Bestehens der Arbeiter- bewegung gewesen ist, und der Vorsitzende der Bergarbeiter, Smillie, bezeichnete es als den wertvollsten Besitz der Arbeiter- bewegung. Daß der„Daily Citizen" den Reaktionären ein Dorn im Auge ist. beweisen die letzten Beratungen der Osbornevorlage im Ober- hause. Die Lords versuchten dieser Vorlage, die den Gewerkschaften unter gewissen Einschränkungen das Recht zur politischen Aktion wiedergibt, eine Bestimmung anzuhängen, nach der den Gewerk- schaften das Halten einer Zeitung sehr erschwert wurde. Der An- trag der Lords richtete sich ganz unzweideutig gegen den„Daily Citizen"; er war aus die bestehende Lage zugeschnitten. Die Volks- Vertretung verwarf das Amendement ohne Abstimmung und die Lordö steckten den Nasenstüber stillschweigend ein.— Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die organisierte Arbeiterschaft Groß- brltannienS fest entschlossen ist, ihr Tageblatt am Leben zu er- halten, so viel Opfer daS auch kosten mag. Die trüben Tage, in denen die Arbeiterbewegung hilflos der kapitalistischen Presse preis- gegeben war, werden nicht wiederkehren. Und zweifellos wird das Blatt auch immer mehr ein treuer Spiegel der sozialistischen Arbeiterbewegung»Verden. Anfänglich hatte der„Daily Citizen" viel« Kritiker. Das war auch sehr natürlich. Ein großes Arbeiter- blatt läßt sich nicht in einigen Tagen fix und fertig aus dem Boden stampfen. Viele dieser Kritiker sind in den letzten Wochen zu warmen Lobrednern geworden und es scheint, daß der„Citizen" seinen Leserkreis jetzt täglich vergrößert. Aerbandstag der Steinfetztr. Am Mittwoch begann die Sitzung mit einem Referat des Vcr- handSvorsitzenden Knoll über den Stand der Reichstarisftag«. Der Redner verwies darauf, daß der Verband seit je den Aus- bau des Tarifwesen« begünstigt habe. Zunächst wurden Tarife mit einzelnen Unternehmern abgeschlossen, die sich mit der Zeit erweiterten z« Tarifen für einzelne Orte, und weiter für Bezirke und ganze Provinzen. Jetzt arbeiten vier Fünftel der Berufsangehörigen unter tariflich geregelten Verhältnissen. Es liegt in der Natur des Stein- � setzergewerbes, daß die Entivickelung in absehbarer Zeit beim Reichs- larif anlangen muß. So weit sich die Gelegenheil bot, hat der Verband Schritte getair, un» diesem Ziele näher zu kommen. Nach- den« der ReichSverband der Steinsetz-, Pflaster- und Straßenbau- betriebe ins Leben getreten war, fragten wir— sagte der Redner bei ihm an, wie er sich zur Frage des RcichStarifS stelle. Die Antwort de« UnterneHmerverbandeS ginjj dahin, daß er, wenn die Zeit dazu gekommen sei, dieser Frage näher treten werde. Gestützt auf diese Antlvort, ivandten wir uns Anfang 1912 an die General- Versammlung des ReichSvsrbandes der Unternehmer mit der Anfrage, ivie er sich zur Schaffung einer zentralen Institution(Tarif- amt oder Schiedsgericht) stelle. Die Generalversammlung äußerte sich in zustimmendem Sinne. In der Folgezeit kamen dann die Vertreter der beiden Verbände zu Beratungen zusammen, deren Ergebnis die Aufstellung eines Vertragsentwurfs war. Der Redner betonte, daß der Entwurf eine örtliche Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen vorsieht. Eine zentrale Regelung, lvie sie von den Unternehmern im Baugelverbe verlangt wird und im Reichstarif der Maler niedergelegt ist,' enthält der Vertragsentwurf nicht. Wäre es der Fall, dann würde er für die Arbeiter nicht an- nehmbar sein. Wie die Verhältnisse im Steinsetzergewerbe liegen, sei nicht zu fürchten, daß der Reichstarif eine so weitgehende Zentralisierung der tariflichen Verhältnisse herbeiführen könne, wie beispielsweise der Malertarif.— Der Redner trug die wesentlichsten Bestimmungen des Enlivurfes vor.§ 1 lautet: .Der Zweck de« Vertrages ist die Herbeiführung und Auf rechterhaktung geordneter»nd gedeihlicher Verhältnisse zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern des StcinsetzgewerbeS. die Gewährleistung und Sicherstellung einer wirksamen Nnlerstützung der beiderseitigen Unterverbände, Innungen, Filialen und Mil glieder, die gegenseitige Unterstützung bei der Regelung der Lohn- imd Arbeitsverhältnissc. insbesondere bei den Verhandlungen über den Abschluß von Tarifverträgen, die Verhinderung und Schlichtung von Differenzen und Streitigkeiten durch Bermittelung und, sofern diese nicht zum Ziele führt, durch Herbeiführung von»chiedSgericht- lichcr Erledigung derselben durch zu schaffende Instanzen. Weiter verpflichlen sich durch diesen Bertrag die beiderseitigen Bertragslräger zur gegenseitigen tatkräftigen Unterstützung in der Bekämpfung jeder Schmutzionkurrenz durch entsprechendes Zw sammenwirken der beiderseitigen Unterverbände, Innungen und Mitglieder." Weiter wird im Entwurf gesagt: „Alle Fragen des ArbeitsverhältniffeS... find künftig prinzipiell durch Tarifverträge zu regeln, welche nach möglichst einheitlichen Richtlinien aufzustellen sind, um so nach und nach di» Grundlagen für den später in Aussicht genommenen Reichstarif z» schaffen." lieber Organisation und Aufgaben der Tarifinstanzen sagt der Entwurf: Für jeden Tarifbczirk ist eine Schlichtungskommission zu er- richten, welche zu gleichen Teilen aus Vertretern beider Parteien besteht. Kommt die Schlichtungskommission zu keinem Entscheid oder wird ihr Spruch nicht anerkannt, so kann das Einigungsamt des zuständigen GewerbegerichtS angerufen werden. Der Spruch des Einigungsamts ist für beide Parteien bindend. Anstatt des gewerbegerichtlichen EinigungSamte« kann auch das tarifliche vschlichtungsomt angsrufen werden. Dasselbe besteht aus der SchlichlungSkornmission und einem unparteiischen Borsitzenden, der in der Regel der Vorsitzende des zuständigen GewerbegerichtS sein soll. Die Entscheidungen dcS SchlichtungSqmteS sind für beide Teile bindend, soweit cS sich um Einzelpersonen handelt. Kommen ganze Organisationsgruppen in Frage, oder ist hinsichtlich der Vertragspraxis eine prinzipielle Klärung notwendig, so ist Bc rufung gegen die Entscheidung des SchlichtungsamteS an daö Tarifamt zulässig. Das Tarifamt besteht auS dem Vorsitzenden de« GewerbegerichtS, zwei höheren Verwaltungsbeamten, die vom Vorsitzenden als Beisitzer ernannt Iverden und zwar auS den Reihen der Personen, lvelche ihm die Parteien vor- schlagen. Ferner gehören dem Tarifamt sechs Beisitzer an, von denen jede Partei drei ernennt. DaS Tarifamt(sat seinen Sitz in Leipzig. Das Tarifamt ist die oberste Instanz in der Eni- scheidung aller Differenzen und Streitigkeiten, die sich bei Anwen- dung bestehender oder beim Abschluß neuer Tarifverträge ergeben. Insbesondere sollen dem Torifamt alle Angelegenheiten von erheb- licher Bedeutung,»amenilich Arbeitseinstellungen und AuS- sperrungen zur endgiltigen Entscheidung vorgelegt werden. Bei Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Vertrages ist das Tarifamt stets anzurufen, wenn zu befürchten ist. daß per Tarif nicht rechtzeitig zuni Abschluß kommt. Der Vorladung vor das Tarifamt haben die Parteien unbedingt Folge zu leisten. Gelingt eS nicht, eine Einigung herbeizuführen, so hat das Tarifamt einen Schiedsspruch zu fällen, der für beide Parteien bindend ist. Weigert sich eine Partei, die Entscheidung des Tarifamtes anzw erkennen, so ist ihr der Schutz der Zentralorganisation zu vcr- sage». Außer den erwähnten Instanzen sieht der Vertrag für jeden Bc- zirk, soweit es angängig ist, die Bildung eines au« Vertretern beider Parteien bestehenden Ärbeitslontrollamt-s vor, welches zu bestimmen hat, was als Schmutzkonkurrenz anzusehen ist.— In den Schlußbc stimmungen bei Entlvurfs heißt«L. daß Aussperrungen und Streik« möglichst verhindert, ans jeden Fall aber so lange unterbleiben sollen, biö die Tarifinstanzen gesprochen haben. Mit der Einsetzung deö Tarifamtes verzichten beide Parteien auf daS Recht, Streitig- leiten aus dem Vertrage auf dem Rechtswege zum AuStray zu bringen. Die örtlichen, bezw. BezirkStarifveNräge bilden einen wesentlichen Bestandteil des Hauptvertrages. Der Referent bemerkte zum Schluß: Die offizielle Vertretung des ReichZverbandeS der Unternehmer habe dem Entwurf noch nicht zugestimmt, sondern einige Aenderungen gewünscht und die end- gültige Beschlußfassung vertagt. Der ReichSverband habe cS aber leinen Bczirksverbänden überlassen, Tarife auf der Grundlage des Entwurfs abzuschließen. Alle Bezirke de» UnterneHmerverbandeS, die von Bedeutung seien, hätten sich für den Abschluß von Verträgen im Sinne des Entwurfs erklärt. Der Referent empfahl dem Ver» bandStage die Annahme deö Entwurf». Da der Verband seit Jahren für den RcichStarif eintrete, so sei cS eine moralische Pflicht, der Verwirklichung diese« Gedanken« zuzustimmen. Etwas NcneS sei der im Vertrage ausgesprochene ElnigungSzwang. Damit werde sozu« sagen ein Sprung ins Dunkle gemacht. Aber auch der EinigungS- zwang könne ohne Bedenken angenommen werden. Sowohl die diesbezüglichen Vertragsbestimmungen als auch die gewerblichen Verhältnisse und die inaßgebeiiden Personen in der Unternehmer- organisation böten die Gewähr dafür, daß der Vertrag loyal durch- geführt werde. In der Diskussion erklärten zunächst mehrere Redner, sie könnten dem Vertrage nicht zustimmen, besonders deshalb, weil der Einigungszwang vorgesehen sei. ES hieße die Bewegung der Arbeiter völlig unterbinden, wenn sie keinen Streik und keine Sperre mehr verhängen dürften. ES sei dock) höchst bedenklich, wenn man die wichtigsten Entscheidungen in die Hände des Tarifamts lege, wo di« Unparteiischen, die man noch gar nicht kenne, den Ausschlag geben. Mit dem Einigungszwang sei die Borlage unannehmbar. Man könne den Mitgliedern nicht zumuten, sich einem solchen Zwange zu unter« werfen. Auf jeden Fall müsse verlangt werdxn. daß den Mitgliedern Gelegenheit gegeben»verde, erst zu dem Vertrage Stellung zu nehmen, che der VerbandStag darüber entscheidet.— Andere Redner traten lebhaft für den Vertrag ein. Bezüglich des Einigungszwangs führten sie auS: Schon seit Jahren würden größere Lohnbewegungen und Tarifberatungen in den verschiedensten Berufen durch schieoS- sprüche Unparteiischer zum Abschluß gebracht. Wenn Schiedssprüche abgelehnt»vurden, dann sei es in der Regel nicht durch die Arbeiter, sondern durch die Unternehmer geschehen. Es sei nicht einzusehen. »varum man sich nicht einem Einigungszlvange unterwerfen solle. dessen Grundlagen man freilvillig geschassen habe. Man dürfte wohl als selbstverständlich voraussetzen, daß Personen mit sozialem Verständnis und Erfahrungen als Unparteiische eingesetzt werden. deren Tätigkeit eine Gewähr für gerechte Entscheidungen biete.~- Ferner wurde betont, daß der Verbandsbeirat dem VertragSent»vurf einstimmig zugestimmt habe.— Gegenüber den Einwendungen der Opponenten betonte Knoll. um die Bedenken gegen den EinigungS- zwang zu zerstreuen, könne ja beschlossen werden, daß die in der ersten Vertragsperiode zum Abschluß kommenden Tarife der Zu- stimmung eines außerordentlichen BerbandstageS unterliegen— Der zweite Verbandsvorsitzende Wagner bemerkte, der Vertrag solle ja erst probeweise auf ein Jahr abgeschlossen werden. Zeige sich in dieser Zeit, daß die hier vorgebrachten Bedenken be- gründet sind, dann brauche ja der Verttag nicht verlängert werden. Die Annahme durch den gegenwärtigen Verbandstag sei also»licht bedenklich. Eine Annahme ohne den EinigungSzwang habe keinen Wert, weil dies das einzige Neue an dem Vertrage sei. Alle übrigen Bestimmungen seien gar nichts Neues. Die Diskussion wird am Donnerstag fortgesetzt. Die Dabendorfer Ifiordaffäre. In dem gestrigen Lokaltermin, der sich bis in die fünft« NachmittagSstunde ausdehnte, bezeichnete Kolbe zunächst wo und in welcher Stellung er die Leiche Behms sitzend gefunden habe, als cr sich über das Pappdach dcS Schuppens hinweg durch fein Zimmer zum Tatort begab. Festgestellt wurde, daß di« Möglichkeit bestehe, über das Pappdach in das Zimmer zu gelangen, in dem Kalbe damals wohnte. Der Gerichtsbof, die Geschworenen, der Staats- anwalt und die beiden Verteidiger � begaben sich zu diesem Ziwckc in daS etwa 260 Meter von dem Behmschen Hause entfernte Stell- werk, von dem auS der Bahnwärter Dienatsch seinerzeit in der Oktobernacht die zwei Schüsse hatte fallen hören, während der Sachverständige, Hofbüchsenmacher Barella, erst in dem Hause selbst, dann bei geschlossener Tür und schließlich vor dem Hause mehrere Schüsse abgab. Der Zweck dieser Versuche war der, fest- zustellen, ob die seinerzeit von dem Bahnwärter gehörten Schüsse vor dem Hause oder in dem Hause abgegeben waren. Bekanntlich hatte Frau Behm in ihrem Geständnis behauptet, daß Kolbe ihr er- zählt häbc, er habe von außen durch die Scheibe hindurch zum ersten Male auf ihren Mann geschossen. Die Versuche ergaben, daß der im Hause abgefeuerte Schuß so gut wie gar nicht wahr- nehmbar war, während der vor dem Hause abgefeuerte Schilß sehr laut zu hören war. Auf eine Frag« des Vorsitzenden an den mn Tatort vernommenen Zeugen Dirnajh erklärte dieser, daß sich der letztere Schuß gendu so angehört habe wie die beiden seinerzeit von ihm gehörten. Da früher die Vermutung aufgetcnicht war, daß ein Schuß von der Stelle, an der Kolbe nach der Behauptung der Anklage gestan- den haben sollte, infolge der großen Streuung der Schrotkörnß« gar nicht mehr tätlich wirken könne, wurden in dem Obstgarten des Grundstücks in einer genau ausgemessenen Distanz durch eine Scheibe, die OrtSglasermeister Rau zur Verfügung gestellt hattx, mehrere Schüsse auf eine mit Papier bedeckte alte Sttibentür aibgc- geben. Diese Versuche ergaben, daß selbst bei noch größerer Eni- fernung der StreuungSwinkel so gering ist, daß ein Mensch fast von der vollen Schrotladung getroffen und getötet werden würde. Während dieser Zeit stand der Angeklagte Kolbe vergnügt lächelnd neben seinem Transporteur»lud erzählte diesem, wie cr mit derselben Flinte auf zehn Meter ein Huhn geschossen habe, so daß die ganze Lunge des Tieres herausgeflogen wäre. AIS ihm schon vorher aus der Menschenmenge zugerufen wurde:»Justaf, et seht um'n Kopp!" machte er mit der ungefesselten Hand die be- kannte tippende Bewegung gegen di« Stirn. Dle gesamten Prozeßbeteiligten begaben sich dann nach der etwa 6 Minuten entfernten Stelle in der Heide, an der Kolbe nach seinen Angaben zuerst die Leiche dcS Behm vergraben hatte. Es handelte stch um die Feststellung, ob die Behauptung Kolbe? zu- treffe, ein Mensch allein habe auf dem Kinderwagen die Leiche gar nicht transportieren können.> In der heutigen Verhandlung werden die getroffenen Feststellungen in Verbindung mit einer nochmaligen Vernehmung der schon am Tatorte vernommenen Zeugen nochmals ausführlich er- örtert werden, j,_ Jugendbewegung. Sächsische Jngendgängclei. Mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln verbuchen in Sachsen die Behörden, der freien Jugendbewegung Schwierigkeiten zu bereiten. Gegenwärtig werden allenthalben von den Jugend- organisationen Konfirmandenfeiern veranstaltet, die den Geistlichen schon längst ein Dorn im Auge sind. Doch alle Versuche, sie zu verhindern, Ivaren vergeblich, sie verliefen vielmehr im vorigen Jahre unter starker Beteiligung besonders imposant. Dies« Erfolge der freien Jugendbewegung haben die Lokalgeivaltigen von Meißen und Nossen nicht schlafen lassen. Sie erlassen jetzt eine von den BezirkSschulinspektionen, der AmtShauptmannschast Meißen und den Stadtröten in Meißen, Nossen, Lommatzsch und Wilsdruff nnter�eichnetc Bekanntmachung, durch die allen Konfirmanden die Teilnahme an den von der freien Jugend veranstalteten Konfirmandenfeiern bei Strafe verboten wird. Den Konfirmanden werden Schul- strafen, den Eltern unter Berufung auf§ 6 Abs. 0 deS Volksschulgesetze« Geldsühnen bis zu 60 M. in Aussicht gestellt. Diese Ver- ordnung ist aber ein Schlag inS Waffer, sie illustriert nur den Eifer der Behörden, alles gegen die Jugendbewegung zu versuchen. Mit Schulstrafen können schnlentlasiene junge Leute gar nicht mehr be- glückt werden, die Eltern aber sind auch nicht zu kriegen, denn der an- gezogene Paragraph handelt nur vom eigenmächtigen Einschreiten gegen die Disziplinarmaßregeln der Lehrer und gegen die Ordnung der Schule. Erreichen werden die Herrschafte» mit ihrem Ucbereifer nichts. So gewaltsam lassen sich die Gesetze ihrem Verbotseifer nicht anpassen. Die AmtShauptmannschast Meißen scheint selbst eingesehen'zu haben, daß daS alle?»nchtS ist. Sie versucht nün aufs Ganze zu gehen und verbietet in einem Erlaß kurzerhand d,e Konfirmandenfeiern bei 160 M. Geldstrafe oder 14 Tage Haft. Dazu hat sie aber nicht das geringste Recht. Sie kann auch keine Gesetzesbestimmung für ihr Vorgehen benennen. Soweit sind»vir indes auch in Sachsen noch nicht, daß eine Behörde aus eigener Machtvollkommenheit gegen Gesetz und Recht lustig drauf los verbieten könnte. Vielleicht»verde» in der mit diesen unerhörten Verboten be- glückten Gegend unsere Konfirinandenfeiern etwas gestört, aber einer Nachprüfung können die Verfügungen nicht standhalten. Sie müssen in sich zusammenfallen. Jetzt aber zeigen sie davon, wie man in Sachsen die freie Jugendbewegung zu unterbinden versucht. Hua Induftm und Kandel. Die gemischt-wirtschaftlichen Unternehmungen. Während die großen Elektro- und Gaskonzerne sich über die Einführung der gemischt-wirtschaftlichen Betriebe, in denen Privat- gesellschaften zusammen mit �ommunalverbänden fZweik- verbänden, Kreisen, Gemeinden) sehr befriedigt äußern, begegnet diese Betriebssorm in den Kreisen der kleinen selbständigen Unter- nehmer starkem Widerspruch. So schreibt die„Vereinigung elektro- technischer Spezialfabriken" in ihrem Jahresbericht 1312:„Die Elektro-Großkonzerne sind auf das Eifrigste bestrebt, die bestehen- den kommunalen Elektrizitätswerke durch Kauf, Pachtung oder durch Gründung sogenannter gemischt-wirtschaftlicher Untcrneh- mungen in ihre Hände zu bekommen. Insbesondere bietet ihnen die gemischt-wirtschaftliche Unternehmung dazu ei» unverfängliches Miitel, da die Kapital3eteiligung der Kommunalverwaltungcn den Anschein erweckt, als ob diese auf die Leitung dieser Unternch- mungen einen ausschlaggebenden Einfluß ausüben könnten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Tatsächlich liegt die Leitung des Unter- nchmens in den Händen der Großkonzernc, die sie einzig und allein in ihrem geschäftlichen Interesse, nicht im Interesse der Allgemein- hcit führen. Es ist auch so gut wie vollständig ausgeschlossen, daß die Gemeindeverwaltungen ihre Elektrizitätswerke, die sie in der- artige gemischt-wirtschaftliche Unternehmungen einbringen, jemals wieder in eigene Regie übernehmen können. Diese Werke sinken im Laufe der Jahre zu Teilen größerer Unternehmungen herab. Sie können im Hinblick auf die technische EntWickelung, die nach der Schaffung weniger großer Zentralen drängt, später nicht mehr als selbständige Unternehmungen wirtschaftlich betrieben werden. Die mit der Einbringung von kommunalen Elektrizitätswerken in Aktiengesellschaften, an denen die großen Elektrizitätskonzerne be- tciligt sind, zusammenhängenden technischen und wirtschaftlichen Fragen werden von den Gemeindeverwaltungen heute noch viel zu wenig gewürdigt. Andernfalls wäre die Kritiklosigkeit nicht zu be- greifen, mit der die Gemeindeverwaltuimen die ihnen von den Grotzkonzernen vorgelegten Projekte auf Errichtung derartiger gc- mischt-wirtschaftlichcr Unternehmungen zumeist aufnehmen. Tie Entwickclung der öffentlichen Elektrizitätsversorgung fordert, daß seitens der einzelnen Bundesstaaten für ihr gesamtes Gebiet eine einheitliche Elektrizitätspolitik eingeleitet wird. In einigen Bundesstaaten ist damit der Anfang gemacht. Nur Preußen verhält sich noch abwartend, sehr zum Schaden der Elektrizitätsvcrbraucher, die sich eines Tages auf Gnade oder Un- gnade den Grotzkonzernen ausgeliefert sehen werden. Das Ber- säumte wird sich dann nur mit großen pekuniären Opfern, die gegenwärtig noch vermieden werden können, nachholen lassen." Auch über die Wirkungen der verschiedenen Ministerialerlasse gegen die Einräumung von Jnstallations- und Mate- rialmonopolen äußert sich die Vereinigung skeptisch. Privaten Unternehmungen werden zwar offen und vertragsmäßig derartige Monopole kaum mehr eingeräumt. Dagegen verursachen versteckte Jnstallations- und Materialmonopole den elektrotechnischen Spezial- fabriken und den selbständigen Jnstallationsfirmen die größten Schwierigkeiten, wobei insbesondere zu bedauern ist, daß es häufig öffentliche Verwaltungen, wie Zwcckverbändc, Kreise und durch öfientliche Gelder unterstützte Elcktrizitätsgenossenschaften sind, die den freien Wettbewerb auf diese Weise beeinträchtigen. Die allgemeine Geschäftslage der elektrotechnischen Spezial- fabriken beurteilt der Bericht günstig. Die Arbeiterzahl er- fuhr indessen keine entsprechende Erhöhung, da den meisten Betrieben gelang, durch Betriebsverbesserungen den gesteigerten An- sprächen zu genügen. Vor allem wirkten der Ausbau der Ueber- landzentralen, der starke Bedarf der Industrie und die rasche Aus- dchnung der elektrischen Beleuchtung im Privathaushalt auf das Ajzschäft belebend ein. Au der Steigerung des Umsatzes war in eriter Linie das Inland beteiligt. Die Ausfuhr hatte daran einen geringeren Anteil. Der Export nach Italien litt unter dem Tripo- litauischen Krieg, die Ausfuhr nach den Balkanstaaten unter dem Nälkan krieg. Die deutsche Elektrotechnik hat ferner mit der sich unier dem Schutze hoher Einfuhrzölle schnell entwickelnden elektrotechnischen einheimischen Industrie in Italien, Oesterreich- Ungarn, Rußland und den Skandinavischen Ländern, insbesondere Schweden, mehr als in früheren Jahren in Wettbewerb zu treten. Gelsenkirchen. Am Tage de? 40 jährigen Geschäftsbestehens und der ebenfalls 40 jährigen Tätigkeit Emil Kirdorfs in der Gelsenkirchener Bergwerks gesellschaft veröffentlichte dies Unternehmen seine Abschlußziffern für 1312. Danach ist der Rohgewinn von 45.372 Millionen auf 58,078 Millionen gestiegen. Dem um zwölf Millionen vermehrten Gewinn steht nur eine Ausgabenerhöhung von 0,3 Millionen(von 3,7 auf 7,3 Millionen) gegenüber. Die Ab- schreibungen werden zum Teil mit Rücksicht auf erhebliche Werks- erweiterungen im letzten Jahre von 15,13 auf 22,32 Millionen er« höht. An Dividende werden auf das Aktienkapital von 180 Millionen 18 Millionen oder 10 Proz. ausgeschüttet. DaS Hochkonjunkturjahr hat also dem Kirdorf-Unternehmen reichlichen Profit gebracht. Die Berliner Börse hatte allerdings eine höhere Dividende erwartet und reagierte auf die Veröffentlichung der Dividendenziffer mit einem Kursabschlag._ Die Hamburg-Amerika-Linie und der Panamakaval. In ihrem Geschäftsbericht für 1312 macht die Hamburg-Amerika-Linie auch Angaben über die Wirkungen, welche der Panamakanal auf die Ge- sellschaft voraussichtlich haben wird und über die Bemühungen der Verwaltung, sich den Verkehr durch diesen Kanal zu sichern. Danach wird die Hamburg-Amerika-Linie ihre Linien im Hinblick auf den Kanalverkehr ausdehnen, wenn die Regierung der Vereinigten Staaten sich entgegenkommend zeigt. Die Verwaltung hat der Regierung der Vereinigten Staaten ein Projekt unterbreitet, das die Herstellung neuer, ihren Weg durch den Kanal nehmenden Dampf- schiffsverbindungen unter Beteiligung des amerikanischen Kapitals vorsieht. Zusammenschluß i» der Zicgeleiindustrie. 28 deutsche Ziegel- vcrkaufsvereiuigungen haben sich in einer kürzlich in Berlin ab- gehaltenen Versammlung zu einer gemeinsamen großen Vereinigung zusammengeschloffen, die den Namen„Verband der deutschen Ziegel- verkaufsvereinigungen" führt. Angeschlossen haben sich dem Verband u. a. die Verkaufsvereinigungen Köln, Dresden, Elberfeld. Erfurt, Gotha, Landsberg, Darmstadt, Schneidemühl, Mainz, Oldenburg, Gera, Göttingen, Graudenz usw. Die Ziegelverkaufsvereinigungen von Hannover, Düsseldorf, Straßburg, Thorn usw. haben ihren Beitritt in Aussicht gestellt. Der Verband wird auch Schutzverträge mit den baugewerblichen Arbeitgeberverbänden abschließen. Gewerbekrankheit oder Betriebsunsall. Der Arbeiter Franz L. hatte am 30. Juni 1310 mit noch einem Arbeiter etwa 40 bis 50 Pfund schwere Schilder, die in Stapeln aufaeschichtet lagen, zu kontrollieren. Bei dieser Arbeit klagte er plötzlich, daß er auf dem rechten Auge nichts mehr sehen könne. Noch am selben Tage suchte er den Arzt auf, dieser stellte Netzhaut- ablbsung auf dem rechten Auge fest. Nach Abschluß des Heilder- sahrens stellte L. bei der Berufsgenosscnschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik den Antrag auf Gewährung der Unfallrente. L. führte die Erkrankung des rechten Auges auf die Arbeitstätigkeit— Rauf- und Runterheben der Schilder und des damit verbundenen � fortgesetzten Bückeus— zurück. Die Berufsgenossenschaft wies den Entschädigungsantrag in- dessen zurück,„da die Nevhautablösung allmählich infolge der hoch- gradigen Kurzsichtigkeit des L. entstanden fei; ein Betriebsunfall liegt somit nicht vor." Gegen den Bescheid legte L. beim Schiedsgericht für Arbeiter- Versicherung in Berlin Berufung ein. Er ergänzte seine Angaben noch dahin, daß er behauptete, die Arbeit sei unter recht schwierigen Verhältnissen ausgeführt und er habe sich auch den Kopf gestoßen und unmittelbar�danach sei die Erkrankung des rechten Auges ein- getreten. Das Schiedsgericht erhob noch weiteren Beweis insofern als es den Mitarbeiter des L. vernahm und noch ein ärztliches Gut- achten von Prof. Dr. A. einforderte. Trotzdem nahm es das Vor- liege» eines Betriebsunfalles nicht an und wies die Berufung zu- rück. Nun wandte sich L. an das Reichsversichcrungsamt. Im Re- kursverfahren wurde von dem erkennenden Senat ein ärztliches Obergutachten von dem Professor Dr. Krückmann, Direktor der Königlichen Universitätsklinik für Augenkrankheiten in Berlin, ein- gefordert. Der Rekurs hatte Erfolg. Auf Grund des erwähnten Obcrgutachtcns wurde der ursächliche Zusammenhang zwischen der Netzhautablösung und der Betriebstätigkeit vom 30. Juni 1310 an- erkannt. In den Urteilsgründcn des erkennenden Senats heißt es: „Der Verletzte hat nach den Aussagen des Zeugen R. diesem am 30. Juni l3lO beim Prüfen von Maschinenteilen geHolsen und hierbei 40 bis 50 Pfund schwere Lagerschilder vom Stapel gehoben, auf den Fußboden gestellt, dort nachgesehen und dann wieder auf den Stapel gesetzt. Bei dieser Arbeit hat er plötzlich infolge einer Netzhautablösung auf seinem rechten Auge die Sehkraft verloren. Daß er, wie er behauptet, bei seiner Arbeit eine so schwere Erschütterung des Kopfes erlitten hat. daß sie als Ursache der Netz- Hautablösung angesehen werden könnte, hat der Senat auf Grund der stattgehabten Ermittelungen nicht für erwiesen erachtet. Da- gegen war anzunehmen, daß die Netzhautablösung, zu der der Kläger infolge seiner hochgradigen Kurzsichtigkeit besonders dispo- niert war, an jenem Tage infolge seiner anstrengenden Tätigkeit, seines häufigen Bückens und des dadurch hervorgerufenen Blut- andranges nach dem Kopfe plötzlich verursacht worden ist. Diese Annahme wird durch den Obergutachter unterstützt, welcher das Heben schwerer Lagerschilder bei hochgradiger Kurzsichtigkeit als eine für das Auge gefährliche Beschäftigung erklärt und der Mei- nung ist, daß die Tätigkeit des Verletzten sehr wohl geeignet war, die Erkrankung zum Ausdruck zu bringen. Wenn die Beklagte da- gegen ausführt, es liege hier nicht ein Unfall, sondern eine Gc- werbekrankheit vor, so ist ihr entgegenzuhalten, daß der Akt der Netzhautablösung sicherlich ein einmaliges plötzliches Ereignis ist, das einen Unfall darstellt. Auf eine Gcwerbekrankheit dagegen ist möglicherweise die Disposition zu diesem Unfall zurückzuführen, die infolge häufigen Bückens allmählich immer mehr zunehmende Kurzsichtigkeit. Daß aber infolge solcher Kurzsichtigkeit die Netz- haut sich ablöst, geschieht innerhalb eines kurzzeitigen Ereignisses. Hiernach ist das Leiden des Verletzten auf ein plötzliches, das heißt in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum eingeschlossenes Er- eignis zurückzuführen, für welches die Berufsgcnossenschaft diesen zu entschädigen hat." In einem darauf erteilten Bescheide ist dem Verletzten dann die Vollrente zuerkannt. t Der Versuch, Unfälle in Gewerbekrankheiten umzudeuten, ist in diesem Falle also mißlungen. Er zeigt aber dennoch, wie drin- gend erforderlich es ist, daß durch Gcwerbckrankheiten hebbei- geführte Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit den Unfällen gleichgestellt werden. Ein dahin gerichteter Antrag der sozialdemo- kratischen Fraktion ist wiederholt, zuletzt bei der Beratung der Rcichsversicherungsordnung, abgelehnt, dem Bundesrat aber die Ermächtigung erteilt, durch Gcwerbekrankheiteu herbeigeführte Gc- sundheitsschädigungen den Unfällen gleichzustellen. Von dieser Befugnis hat der Bundesrat noch keinen Gebrauch gemacht. Papier statt Lohn? Im vergangenen Sommer drängte eine Reihe von Handels- kammern dahin, Lohnzahlungen in Papiergeld stattfinden zu lassen. Wir hatten damals darauf hingewiesen, daß die. gegen das Trucksystem gerichteten Borschriften des K 115 der Gewerbeordnung dem entgegenstehen. Nach 115 seien die Geiverbetreibenden ver- pflichtet,„die Löhne ihrer Arbeiter in Reichswährung zu bringen und bar auszuzahlen''. Bedeutende Kommentatoren wie Landmänn und Neukamp verträten diese Ansicht. Diese'Ansicht trefie auch zu. Denn weder Reichstassenscheine{5- und 10-Markscheine> noch Reichsbanknoten(20-, 50-, 100-, 1000-Markschcine!, stach Noten der vier einzelstaallichen Banken(Sachsen, Bayern, Baden und Würt- temberg) seien kursfähiges deutsches Geld, stellen vielmehr nur eine Anweisung auf solches dar. Das treffe auch bezüglich der Reichsbanknoten zu, wiewohl Artikel 3 des Reicksbankgesetzes vom 1. Juni 1303 die Reichsbanknoten(im Gegensatz zu den Reichs- kassenschcinen und den cinzelstaatlichcn Banknoten) zu„gesetzlichen Zahlungsmitteln" gemacht habe. Diesen Darlegungen trat eine offiziöse Auslassung der„Ber- liner Correspondenz" entgegen. Sic meinte, der§ 115 der Gc- Werbeordnung lasse Koten und Kassenscheine als Bezahlung zu. Auf diese Auslassungen erwiderten wir nicht, weil ihre Unrichtig- keit für jeden Kenner der Dinge klar war. Auf die Sache kommen wir jetzt zurück, weil in einer längeren Darlegung in der„Ar- bciterrechtsbeilage des Correspondenzblatt" vom 8. d. M. Genosse Max Schippe! sich die unserer entgegenstehende Ansicht zu eigen macht. Die Konsequenzen, daß eventuell Arbeitgeber nochmal zu zahlen hätten und bei Zahlung in Noten oder Scheinen bestraft werden könnten, schrecken ihn. Er gelangt dann zu der Annahme, daß Lohnzahlungen unterschiedslos durch Münzgeld oder durch Reichsbanknoten oder durch Reichskasscnscheinc oder durch Note» der vier landesstaatlichen Banken zulässig seien. Und das, wiewohl ein„Zwang zur Annähme im Privatverkehr" gegenüber Reichs- kassenscheinen und Banknoten durch Gesetz ausgeschlossen ist. Frei- lich könnte man diese beiden Zahlungsmittel zurückweisen. Schippe! zieht für seine Auffassung den auch in der„Berliner Correspondenz" zitierten Z 817 C.-P.-O.,§ 1238 B. G.-B. und ins- besondere den§ 135 des Handelsgesetzbuchs heran. Im 8 135 H.-G.-B. ist vorgeschrieben, daß bei einer Anmeldung einer Aktien- gesellschaft zum Handelsregister die Erklärung abzugeben ist, daß der„Betrag bar eingezählt" M. Sodann wird vermerkt: „Als Barzahlung gilt nur die Zahlung in deutschem Gelde, in Rcichsbanknoten sowie in gesetzlich zugelassenen Noten beut- scher Banken." Schippe! hält es für„unanfechtbar", daß die gleichen Bar- Zahlungsmittel wie hier auch für das Gebiet der Gewerbeordnung gelten. Die entgegenstehende Auffassung enthalte eine„sehr un- glückliche und unüberlegte juristische Darstellung". Die Ansicht Schippels ist irrig. Seine Bezugnahme auf das Handelsgesetzbuch beweist das Gegenteil von dem, was er beweisen will.§ 135 H.-G.-B. gibt eine Definition dessen, was als Bar zahlung im Sinne des§ 135 gilt, weil ohne eine solche nur das, was Zahlung in bar i st, zur Einzahlung hätte zugelassen werden können, das ist: Geld, Metallgeld. Scheine und Banknoten sind kein Geld, sondern Geld surogate, Anweisungen auf Geld. Durchaus verfehlt oder, um mit Schippe! zu rede»,„sehr unglücklich und unüberlegt"»ist seine Bezugnahme auf Vorschriften der Zivil- Prozeßordnung und des Bürgerlichen Gesetzbuchs. In diesen heißt es, die Ablieferung der versteigerten Sache würde nur«gegen bare Zahlung" erfolgen und der Kaufpreis sei„sofort bar zu entrichten". Damit ist keineswegs eine Begriffsbestimmung des Wortes„bar" gegeben, sondern— nach, soweit wir haben feststellen können, e i n- mütiger Ansicht aller Kommentatoren— lediglich zum Ausdruck gebracht, daß die Bezahlung Zug um Zug gegen AuShändi- gung des verkauften Pfandes zu erfolgen hat, der Kaufpreis also nicht kreditiert werden darf. Barzahlung kann zweierlei bedeuten: entweder Zahlung in Metallgeld nach Maßgabe des Münzgcsctzes oder Zahlung Zug um Zug. In welcher Bedeutung das Wort bar angewendet ist, ist aus dem Inhalt und Zweck der Gesetzes- Vorschrift zu entnehmen. Die von Schippe! angeführten Vorschrif- ten der Zivilprozeßordnung, des Bürgerlichen Gesetzbuchs und des Handelsgesetzbuchs können zur Erklärung der Worte in der Ge- Werbeordnung,„die Löhne sind bar auszuzählen", nicht verwendet werden. Schippe! meint ferner, die auch von uns vertretene Ansicht operiere mit einer ganz kritiklosen und unhaltbaren Verwendung des Wortes„Papiergeld". Auch hier irrt er. Er gibt selbst eine mit unserer Darstellung durchaus Lbercinstimmcndc Uebersicht der gesetzlichen Vorschriften über Reickskassenscheinc, Reichsbanknotcn und Noten von partikularistischen Banken und hebt die Tatsache hervor, daß von diesen drei Papiersortcn nur die Reichsbanknoten ..gesetzliche Zahlungsmittel" sind. Der Streit, ob man nur die Rcichskasscnscheinc als Papiergeld bezeichnen darf oder bei einer Gegenüberstellung zum harten Geld auch Banknoten, ist ein recht müßiger und trägt zur Aufklärung der aufgeworfenen Streitfrage nicht das Geringste bei. Der entscheidende Punkt liegt in der Tatsache, daß nach dem Gesetz zunächst für Rcichstassenscheine und Privatbanknotcn kein Zwang zu ihrer Annahme im Privatverkehr besteht. Sie sind also keine Zahlungsmittel. Die Reichsbanknoten sind erst durch die Reichsbanigesetznovclle vom 1. Juni 1303 zu „gesetzlichen Zahlungsmitteln" erklärt. Landmann würde, da er die Frage, ob einem Papier die Eigenschaft eines gesetzlichen Zahlungsmittels beigelegt ist, für entscheidend hält, jetzt vielleicht Reichsbanknoten(nicht aber Kässenscheine oder Privatbanknotcn) als Zahlungen in bar im Sinne des K 115 G.-O. zulassen. Wir legen den entscheidenden Wert darauf, daß trotz dieser Zulassung als Zahlungsmittel die Noten nicht zu Mitteln für Auszahlungen in bar geworden sind. Ilnter solchen sind nur, soweit nicht wie im Handelsgesetzbuch abweichende Borschriften gegeben sind, Zah- lungen in Metall zu verstehen. Für die Arbeiter liegt kein Grund vor, die zu ihrem Schutz gegebenen Borschristen des 8 116 G.-O. in einem anderen Sinne zu interpretieren, als ihr Wortlaut zuläßt. Gewiß macht zurzeit die Verausgabung von Reichsbanknotcn oder Kassenscheinen zu ihrem vollen Nennwert keine Schwierigkeiten. Aber schon heute bestehen solche Schwierigkeiten für Noten der Partikularstaaten, wenn sie außerhalb des Staates in Geld umgesetzt werden sollen, in dem die Landesbauken liegen, und zwar nicht nur im Verkehr mit Privaten, sondern auch mit Behörden. So nehmen beispiels- weise preußische Gerichtskassen badische, bayerische, württembergische oder sächsische Noten nicht an. Wer sich der Zeiten erinnert, in denen für einzelstaatliches Papiergeld ein recht hohes Agio gezahlt werden mußte, kann die Rückkehr ähnlicher Zustände, die den Lohn senken, nicht wünschen. Und die Möglichkeit läßt sich nicht leugnen, daß zu Zeiten auch Reichsbanknoten oder Rcichskassenscheine schwic- riger als Bargeld umzusetzen sein könnten. ßmchts- Zeitung Das Urteil im Mordprozetz Haack. Ter Mordprozeß gegen den Arbeiter Artur Haack, der am 12. November v. I. seine Ehefrau in der Wohnung ihrer Eltern erschossen hat, beschäftigte das Schwurgericht des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgcrichtsdirektors Tr. Schwartze gestern noch bis in die elfte Abendstunde. Es handelt sich um den Schlußakt einer Ehetragödie, und die Verhandlung verbesserte in ihrem weite- ren Verlauf das anfänglich recht dunkle Charakterbild des Ange- klagten nur wenig. Staatsanwaltsrat Tr. Hosfitcdt plädierte auf auf Schuldig des Mordes, Rechtsanwalt Martin Kantorowicz auf Totschlag und Zubilligung mildernder Umstände. Die Geschworenen sprachen den Zlngeklagten des Totschlags schuldig und verneinten die mildernden Umstände. Der Staatsanwalt beantragte die schwerste zulässige Strafe, 15 Jahr? Zucht- haus und 10 Jahre Ehrverlust. Das Gericht erwog, daß keine Motive vorlagen, die den Ange- klagten zu der furchtbaren Tat hätten treiben können, und hielt daher die höchste Strafe, 15 Jahre Zuchthaus nnd 10 Jahre Ehr» vertust für angemessen.._ Hus der frauenbewegung. Ter österreichische Frauentag. AuS Wien wird uns geschrieben: Der Tag. für dessen Gelingen so viele Kräfte wochenlang un- ermüdlich tälig waren, ist nun vorüber. Man könnle fragen, ob der Erfolg im Einklang steht zu der aufgewendeten Mühe, ob der An- fpannung aller Kräfte viele Wochen hindurch, der Aufpeitschung so vieler Gemüter auch nur ein kleiner Erfolg gegenübersteht? Darauf muß mit einem entschiedenen j a geantwortet werden. Es bedeutet für die proletarische Frauenbewegung und damit für die gesamte Arbeiterklasse sicherlich einen großen Gewinn, daß einmal im Jahre der Blick Tausender sonst Gleichgültiger auf die Leiden der Arbeiterinnen, auf das Elend der proletarischen Mütter, auf die Rechtlosigkeit der Frauen im allgemeinen ge- lenkt wird. Und an Propaganda wurde ungemein viel geleistet. Hunderttausende von Flugscyriften, flatterten in alle Teile des Reiches. Das Flugblatt zierte eine Vignette. die eine Wahlurne darst:llts, in welche Frau und Mann den Stimmzetlel legten. Ter„Frauentag", die WahlrechtSzeitung der österreichischen Genossinnen war schon vor dem Frauentag, in 30 000 Exemplaren verkauft. Plakate in der Höhe von fast zwei Metern wurden in den letzten Tagen in ganz Wien angeschlagen. Das Plakat stellt einen Massenzug von Frauen dar. über welchen sich eine große leuchtend rote Fahne ausbreitete, die die Worte trug: „Den Frauen ihr Recht". Ansichtskarten mit demselben Motiv wurden ebenfalls zu vielen Tausenden verbreitet. Gegen 150 Frauenversammlungen haben im deutschen Gebiet OestcrretchS staltgefunden. Die bedeutendste war natürlich die Versammlung in Wien, die dieses Mal in der Volkshalle des Rat- Hauses stattfand. Die Frauen kamen aus deu Bezirken in ge» schlosfenen Zügen herangezogen Rote Fahnen, Standarten und Banner wurden mitgetragen. Mädchen init rotem Bandschmuck im Haar und roten Schärpen um die Hüften schritten einzelnen Bezirken voran. Auf Stangen wurden weiße Leinenstreifen getragen, auf welchen die Worte prangten:„Das Frauenwahlrecht ist eine Rechts- forderung",„Den Müttern gleiches Recht" usw. Jeder Bezirkszug wurde auch von vielen Genossen begleitet. Die zahlreichen Ring- straßenbummler blieben erstaunt stehen, um nach der Ursache dieser Frauendemonstration zu fragen. Bald war die Volkshalle zum Erdrücken voll und immer noch kamen neue Züge an. Die Versammlung wurde von den Arbeiter- sängern eröffnet, die den Freiheirschor:«Empor zum Licht" vor- trugen. Dann wurde die Versammlung von Genoisin Schlesinger eröffnet und Genossin Popp erstattete das Referat über die Be- deutung des Frauentages. Genosse W i n a r s k y sprach dann namens der Partei, Genosse L e u t h n e r für den Verband der sozial« demokratischen Abgeordneten. An Beispielen wieien die be»dcn Genossen nach, wie mancher Beschluß im Parlament anders üus» fallen würde, wenn auch Frauen anwesend wären. Besonders die Worte des Genossen Leuthner: DaS Parlament braucht die Frauen viel dringender als die Frauen das Parlament, lösten stürmische Zustimmung aus.— Da nicht alle, die gekommen waren, in der mächtigen Volkshalle Platz finden konnten, fand draußen am Rathausplatz eine zweite Versammlung statt, in welcher Genossin M ü n tz k e r und Genosse Max Winter sprachen. In der' Volkshalle waren auch bürgerliche Frauen anwesend, von welchen Frau Granitsch für die Reichsorganisation der HauS- frauen sprach und Frau P o p p o w i t s ch für die kleinen Meisterinnen. Beide Damen erklärten ebenfalls, den Kampf um das Wahlrecht der Frauen zu führen. In allen Versammlungen gelangte eine Resolution zur Annahme, in der es u. a. heißt: Zum dritten Male sind heute am 3. März 1313 die Frauen und Mädchen versammelt, um ihrer Forderung nach voll- ständiger politischer Gleichstellung mit dem Manne Ausdruck zu gebe». Mit uns sind eines Sinnes die Frauen aller Kultur« staaten, in welchen sie noch nicht die Gleichberechtigung erlangt haben. Die Beispiele von Finnland. Norwegen und 12 Staaten Amerikas, wo die Frauen gleiche Staatsbürgerrechte besitzen, und die Beispiele von Schweden, Dänemark und England, wo Frauen das kommunale Wahlrecht ausüben, beweisen, daß die Argumente gegen die geistigen Fähigkeiten der Frauen oder gegen ihre Interesselosigkeit in politischen Dingen Borurteile sind, dt« durck die Tatsachen widerlegt werden. ' dass man auch ein Koniebtions• Geschäft auf absolut reeller Basis, mit unerschütterlich festen Preisen und ohne irgend welche Rabatte oder GeschenKe zu geben, betreiben bann, ist durch das wohl beispiellose Wachstum unserer Firma auf das überzeugendste erbracht. Und die beruhigende Gewissheit, reell und so billig wie überhaupi möglich bedient zu werden, wird Ihnen beim Einbaut Ihrer Früh- jahrs-Garderobe der zuverlässigste Ratgeber sein. Königstrasse 33 Am Bhf. Alcxandcrplatz Chausseestr. 113 Ecke Inraiidenstrasse BRENNINKMEVEROMBH Am Kommenden Sonntag, den 16. H&rz, bleiben unsere Geschäfte von 12— 6 Uhr geöffnet. Die weibliche Bevölkerung Oesterreich-, welche in der In- dustrie, im Gewerbe, im Handel und Verkehr und in der Land- wirtsSafi gleiche Pflichten ivie der Mann zu erfüllen hat, empfindet es al-5 harte Ungerechtigkeit und als ein Schandmal dieses Staates, daß selbst das primitivste politische Recht, das Recht, sich politisch organisieren zu dürfen, noch nicht volle Gesetzeskraft er- langt hat. Nachdrücklichst erheben die beim Dritten österreichischen sozialdemokratischen Frauentag versammelten Staatsbürgerinnen die Forderung nach voller politischer Gleichstellung, vor allem nach dem allgemeinen, direkten, aktiven und passiven Wahlrecht für Staat, Land und Gemeinden. Lefeabeude. Mariendorf. Morgen Freitag 8 Uhr im Restaurant Herold, Chausseestr. 284. Referentin: Genossin Gertrud Simon. Versammlungen— Veranstaltungen. Bcrein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 17. März, S'/a Uhr, in Kellers„Neue Philharmonie", Köpenicker Straße 96/97: Generalversammlung. Bericht des Vorstandes und der Revisorinnen. Diskussion, Neuwahl des Vorstandes. Wichtige Vereinsangelegenheiten stehen zur Diskussion, daher zahlreiches Erscheinen der Mitglieder dringend erwünscht. Der Borstand. Versammlungen» In einer öffentlickien Versammlung des in den Kranken- und Pflcgcanstalten Berlins beschäftigten Personals sprach Reichstags- abgeordneter Antrick über:„Das Elend des Krankenpflege- berufes vor dem Reichstage". In der sehr lebhaften Diskussion unterstrichen die einzelnen Redner die Ausführungen des Refe- renten und berichteten über die in den Anstalten vorhandenen Miß- stände. Alle Redner waren sich darin einig, daß nur durch den Ausbau der gewerkschaftlichen Lrszanisation Wandlung zum Besten eintreten werde. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: „Die im großen Saal des„Gewerkschaftshauses" tagende, außerordentlich stark besuchte öffentliche Versammlung des Per- sonals der Kranken und Pflcgcanstalten erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten in allen Punkten einverstanden. Die Versammelten stellen ausdrücklich fest, daß die Schilderungen des Reichstagsabgeordneten Antrick in seiner Rede am 28. Ja- nuar d. I. im Reichstage den Tatsachen entsprechen. Mit Be- dauern haben die Anwesenden davon Kenntnis genommen, daß die von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachte Resolu- tion von den bürgerlichen Parteien abgelehnt wurde. Da voraussichtlich in absehbarer Zeit von der Gesetzgebung nichts geschehen wird, um die Lage des in den Kranken- und Pflegeanstalten beschäftigten Personals zu verbessern, sehen sich die Angestellten veranlaßt, energischer als bisher durch ihre gc- wcrkschaftlichc Organisation zur s-elbsthilfe zu greifen. Die Anwesenden fordern für die Pflegeanstalten Groß- Bcrlins: -0 Freie Verfügung über die Zeit nach beendigtem Dienst; b) für den vereinbarten Lohn bestimmt abgegrenzte Arbeitszeit und Bezahlung aller Ueberstundcn; c) für das verheiratete Personal, welches dem Kost- und Logiszwang untersteht, dessen Familie aber außerhalb der Anstalt wohnt, Zahlung eines angemessenen Wohnungsgeld- Zuschusses. Die Versammelten sind überzeugt, daß auch für das gesamte Personal der Pflegeanstalten eine weitere Verbesserung ihrer Lebenslage nur durch den energischen Ausbau der gewerkschaft- lichen Organisation zu erringen ist. Alle Anwesenden verpflichten sich daher, dein für das Personal zuständigen Verband der Ge- mernde- und �staatSarbeiier beizutreten und dafür zu sorgen, daß alle noch fernstehenden Kollegen und Kolleginnen dem Verbände zugeführt werden. /ius aller Älelt. Opfer des Jahrhundertfeicr-Rummels. Ihren Patriotismus mit dem Leben bezahlten zwei Familienväter aus Anlaß der Jahrhundertfeier in S ch I e s i e n. In Gramschütz bei Glogau waren einige Mitglieder des dortigen Äriegervereins so sehr von patriotischer Begeisterung erfüllt, daß sie noch nach dem Fackelzug in einem Lokal in Gegenwart von zahlreichen Gästen Gewehrexerzitien machen zu müssen glaubten. Dabei entlud sich ein noch mit einer Platzpatrone geladenes Gewehr und das Geschoß drang dem das Kommando führenden Gastwirt Scholz aus nächster Nähe in die Augen. Lautlos sank Scholz als Leiche zusammen. Drei an der unglücklichen Soldatenspielerei beteiligte Mitglieder des Äriegervereins wurden sofort verhaftet, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Das zweite Opfer dieses patriotischen Rummels war, wie wir in unserer gestrigen Nummer schon mitgeteilt haben, der Bergmann B i s k u p aus Florentinenhütte bei Beuthen(O.-S.), dem beim Böllerschießen durch ein explodierendes Geschoß der r-echte Arm buchstäblich abgerissen wurde. Wenige Minuten nach seiner Ein- lieferung in das Krankenhaus war Biskup eine Leiche. Fünf noch unerzogeneKinder werden dadurch zu Waisen. Trotz der sich ständig bei Patriotischen Anlässen mehrenden tödlichen Unfälle beim Böllerschießen können die Patrioten diesen gemeingefährlichen Unfug nicht lassen. Ter Mailänder„Unbekannte" zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Rom, 9. März.(Eig. Ber.) Vor den Mailänder Assisen ist am 8. d.M. jener unbekannte Mann, der im Mai v.J. eisibn ihm völlig fremden Priester mit einer Sichel in der Galleria Vittorio Emmanuele überfiel und lötete, zu lebenslänglichem Zuchthaus ver- urteilt worden. Der Verbrecher hat sich stets geweigert, seinen Namen zu nennen und alle Versuche, ihn zu identifizieren, sind ge- scheitert. Sein Verbrechen gibt er mit stumpfsinnigem Zynismus zu und bedauert nur, daß er nicht die Frauen, die er mit dem Revolver verwundet hat, töten konnte, wie den Priester. Augeblich haben ihn Elend, Hunger und die Not der Armen zu der Bluttat getrieben, der er den Glorienschein eines sozialen Racheaktes verleihen möchte. Man müsse die„Hunde von Reichen" umbringen, es gäbe in Mailand 39 099 Arbeitslose. Während der ganzen Verhandlung grinst der Mensch und sagt Unflätigkeiten. Als er den Antrag des Ober- staatsanwalts auf lebenslängliches Zuchthaus hört, klatscht er in die Hände und sagt, im Gefängnis sei er vorzüglich aufgehoben. Der psychiatrische Sachverständige der Verteidigung erklärte ihn für g e i st e s k r a n k, die Sachverständigen der Anklage für„völlig g e i st e s g e s u n d, nur moralisch pervers". Angesichts der unverkennbaren Gefährlichkeit des Angeklagten ist es praktisch ziemlich gleichgültig, ob ihn die Geschworenen als„normal" im Zuchthaus, oder als irr in der Kriminalirrenaltstalt einsperren lassen, wenn auch theoretisch die Auffassung, daß ein normaler Mensch sich so ganz unnormal verhalten soll, manches zu denken gibt. Eine Bluttat der Pariser Apachen. Eine aufsehenerregende Bluttat haben die Pariser Apachen gestern am hellichten Tage verübt. Gegen H3 Uhr nachmittags wurden zwei Polizisten in einem der belebtesten Stadtviertel von Paris, dem Faubourg St. Denis, von einem Apachen erschossen. Der Verbrecher kam in Gemeinschaft zweier anderen Individuen vollkommen betrunken aus einer Kneipe, und alle drei überfielen plötzlich ohne jede Veranlassung einen ruhig seines Weges gehen- den Passanten. Als die Polizisten dem bedrohten Passanten zu Hilfe eilten, ließen die Verbrecher von ihrem Opfer ab und wandten sich gegen die- Polizisten, auf die sie mehrere Revolverschüssc ab- gaben. Der eine der Polizisten wurde an der Brust, der andere an der Bauchhöhle lebensgefährlich verletzt. Schließlich gelang es einigen beherzten Männern aus der Zuschauerinenge, die sich wie wahnsinnig gebärdenden Verbrecher zu überwältigen. Nunmehr stürzte sich die aufs äußerste erregte Menge auf die Verbrecher und bearbeitete sie mit Stöcken und Schirmen, so daß sie fast halbtot geschlagen waren, als es endlich gelang, sie nach dem Polizei- kommissariat zu schaffen. Eine geborstene Zentrumsstütze. Seit dem i. März ist der Kassierer des Spar- und DarlehnS- kasfenvereins Rellinghausen, Restaurateur und Fuhrunternehmer H o l b e ck in Ejsen-Rellinghausen verschwunden. Wie sich jetzt heraus- stellt, ist der Darlehnskassenverein, dem etwa 78 Landwirte ange- hören, die größtenteils Zentrumsleute sind, um ungefähr 89 999 M. geschädigt worden. Holbeck hat die Betrügereien seit Jahren betrieben und hat seinen Abgang noch durch eine widerliche Heuchelei„verziert". Kurz vor seinem Verschwinden fand die Grund st ein legung der katholischen Kirche statt, an der er mit teilnahm, und für den Kirchenbau zeichnete e r 2999 Mark, die allerdings nickt eingezahlt worden sind. Die Schwarzen haben im Rheinlande entschieden Pech. Vor einigen Jahren krachte die Volksbank in Borbeck, eine Zentrumsgründung. zusammen, zahlreiche kleinere Existenzen schwer schädigend; vor drei- viertel Jahren unterschlug der Rendant der Steeler Volksbank eine Summe, die hoch in die Zehntausende ging und schädigte viel Klein- gewerbetreibende._ Kleine Notizen. Schweres Grubenunglück. Auf einer Äleiwitzer Stein- kohlengrube wurden am Mittwoch mehrere Bergleute durch ab- stürzende Gesteinmassen verschüttet. Der Häuer Lukas chek aus Z a b r z e wurde tödlich verletzt, mehrere andere schwer verwundet. Zugentgleisung. Nach einer amtlichen Meldung entgleiste in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch in Lüdersdorf bei Rostock der Güterzug Nr. 6992 mit 17 Wagen. Die Entgleisung verursachte ver- schiedene Störungen im Betrieb. Der Verkehr wird durch Umsteigen bei Lüdersdorf aufrecht erhalten. Der Materialschaden ist sehr erheblich. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Zur Fest- stellung der Ursachen der Entgleisung ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Tod durch eine Luftschiffsschraube. Am Mittwochmittag gegen 2 Uhr haben in Köln die Luflschiffmanöver wieder begonnen. Sie haben gleich am ersten Tage ein Opfer gefordert. Beim Landen vor der Halle ist ein Soldat unter das Schiff geraten und am Kopfe so schwer verletzt worden, daß der Tod sofort eintrat. Der Verunglückte ist ein Kölner Rekrut. Wie sich herausgestellt hat, war er in einem Seil hängen geblieben und dann von einem Schrauben- flügel gerroffen worden. Ein Schraubenflügel war verbogen und zeigte Blutspuren. Raubanfälle auf Korsika. AuS Bdnifacio wird gemeldet: Der am 28. Januar verübte Ueberfall auf ein Postautomobil hat sich am 19. März wiederholt. Es handelt sich um dasselbe Post- automobil, das die Verbindung zwischen Bonifacio-Sartene und Proprado bewerkstelligt. Der Ueberfall geschah um Mitternacht, etwa 4 Kilometer von Bonifacio entfernt. Die Banditen hatten die Straße mit Steinen verbarrikadiert und stürzten sich, als das Auto- mobil infolge des Hindernisses anhalten mußte, auf das Personal und die Passagiere. Die Banditen plünderten das Automobil volp- ständig aus und verschwanden. Die von Gendarmen und 89 Sol- daten alsbald aufgenommene Verfolgung verlief erfolglos. |0§!sij Todes- Anzeigen jijj§{Sjö| Heute früh i1jt Uhr ectachlief neoh kuzaem, quel- ▼oQem Leiden mein innigst�eliebter Mann, unser guter, tre naschender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Onkel und Schwager, der Brauereibogitser Friedrieh Wilhelm Gabriel im 74 Lebensjahre. Die(ieftraaerndeo Hinterbliebenen Klara Gabriel, geb. Moewes Karla Richter, geb. Gabriel Otto Richter, Schwiegersohn Rolf Richter, Enkel Berlin, den 11. März 1913. Ohoriner Str. 79/80. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. März, nachm. 4'/, Uhr, von der Halle des Elisabeth-Kirchhofes, Aokerstr. 37, ans statt. Kondolenzbesuche dankend verboten. 2872b Heute verschied nach kurzem, schwerem Leiden unser hochverehrter Ohef, der Brauereib esitzer, Herr Friedrich Wilhelm Gabriel Der Dahingeschiedene war uns in seiner unermüdlichen Arbeitsfreudigkeit und Schaffenskraft ein leuchtendes Vorbild. Wer seine ausgezeichneten Charaktereigenschaften gekannt, wird unseren Schmerz verstehen, den uns sein Heimgang bereitet. Berlin, den 11. März 1913. Das Personal der Welßbierbranerel Gabriel& Jäger. 2873b Heute früh entschlief nach schwerem Leiden m lieber, hochverehrter Sozius Herr Brauereibesitzer Friedrich Wilhelm Gabriel Mltinbaber der Firma Gabriel& Richter. Restlos tätig in nie ermattender Arbeitsfreudigkeit, voller Herzensgüte und stets hilfsbereit, war er uns stets ein Vorbild trenester Pflichterfüllung und edler Mann- lichkeit. Sein Andenken wird bei uns in höchsten Ehren gehalten werden. Berlin-Weißenseo, den 11. März 1918. Alfred Richter, 2874b Mitinhaber der Firma Gabriol k, Richter. Heute früh entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unser hochverehrter Chef, der Brauereibesitzer Friedrich Wilhelm Gabriel Nur wer den Verstorbenen persönlich gekannt hat, wird den Verlust ermessen können, der uns betroffen hat. Der Heimgegangene war nicht nur unser Ohef, der mit unermüdlichem Fleiß seinen Pflichten oblag und für nns ein Vorbild war, sondern r>r war für joden von uns ein väterlicher und stet« hilfsbereiter Freund und Berater. Er wird in unseren Herzen stets fortleben. Das Personal der Firma Gabriel& Richter. Weißensee-Berlin, den 11. März 1913. lächtenbergor Str. 66/71. 2875b Deutscher flolzarbeiter-Verhand. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachrichl, daß unser Kollege, der Möbel- Polierer Paul I�cderoix Naunynstraße 84, im Alter von 35 Jahren gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 13. März. nach. mittags 4 uhr, von der Hall« de» ThomaS-KirchhoseS in Neufölln, Hermannstraße, an» stall. Um rege Beteiligung ersucht 80/8 Via OrtaverwalturiB. Deutscher Transportarbeiter-Yerhanil. Bezirkaverwaltung GroB-Berlln. De» Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hau»- diencr Emil Dobatka am 9. März im Alter von 51 Jahre« verstorbeu ist. Ehre seinem Andenfe« l Die Beerdigung findet am DontterStag, den 13. März, nach- mittag« 4»/, Uhr, von der Leichen- halle des Zentral-Ariedhose« i» Buch au» statt. Um rege Beteiligung ersucht 62/10 vis Bezlrkiverwaltung. durch die traurige Mit» teklung. daß nach schwerem Seiden die Gastwirtin pauline pricke GchSnIewfir. 3 am 14 März, früh 6 Uhr, der. starben ist Um stille Teilnahme bitten Die Hinterbliebenen I. A.: Willi elm Reichard t. Die Beerdigung findet Freitag- nachmittag 4 Uhr von der Leichen- halle de» Neuen Jakobt-Kirchhofs, Reukölln, an» statt. ß4a Verbanil der Schneider n. Schneiderinnen. Filiale Berlin I. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Kollege Ernst krautscblck am Sonntag, den 9. März, im Alter von 38 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachm. 4 Uhr, von der Halle des Zentral-Friedhofes in FriedrichSselde aus statt. 163/5 via vrlivorwallung. Sozialdemokratischer WalMn NeuköOn. Am 10. März verstarb nach langem Leiden»mser Parteigenoffe, der Buchbinder (iustav Scbmidt Hobrechtstr. 46, 1. Bezirf. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. März, nach- mittags 2 Uhr, vom Gemeinde- Friedhof, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 236/12 Der«orftand. Deutscher Duchhinder- Verband. (Zahlstalle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser Kolleg«, der Buchbinder Gustav Schmidt nach langem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. März, nachm. 2 Uhr, aus dem Neuföllner Gemeindeftiedhos, Mariendorser Weg. statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 23/11 Die � OrtSverwaltnng. Sozialdemokratischer Vahiferein f. d. UerLReiehstanswahikreis. GSrlitzar Viertal.(Bezirf 155.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Genofle, der Maler Paul Hilpert Mariann enstr. 23, gestorben Ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Freitag, den 14. März, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen. Halle des Thomas-KirchhoseS in Neufölln, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Vorstand. 211/20 Der Verband der Maler, Lacklerer etc. Filiale Barlin. Unseren Mitgliedern zur Nach- xzcht, daß der Kollege Paal Hilpert am Dienstag, den 11. März, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 14. d. M.. nachmittag« 4 Uhr, von der Halle de« Thomas- Kirchhofes in Neufölln, Hermann- sttaße, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 137/11 Die Ortsverwaltung. SoziaidemokratiseherWatilvereiii I.d.g.Berl.Reiehstags-WahlkFeis. Am 10. März verstarb unser Genosse, der Backermeister Christian Zeitler Metzer Str. 2, Bezirf 479. Ehre seine« Andenken: Di« Beerdigung findet am Freitag, nachmittag« 8 Uhr, von der Halle de» Marien-KirchhoseS in der Prenzlauer Allee aus statt Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Sozialdemokratischer Waht? crelo Niederbarnim. Bezirk Aeiniikendors-Ost. Am 10. März verstarb nach längerer schwerer Kranfheit unser Genosse, der Handlungsgehilse Ernst Rudolph Brienzer Sir. 3. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 14. März, nach- mittag« 3'/, Uhr, von der Leichen- Halle deS Gemeinde-Friedhoses in der Humboldtstraße au» statt. Um rege Beteiligung ersticht 240/9 Der Vorstand. Männerchor Reinickendorl-öst, Am 10. b. MtS. verstarb nach langem Leiden unser Sanges- bruder Ernst Rudolph Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet Freitag. nachmittag« 3'/, Uhr, von der Leichenhalle de! Gemeinde-Fried- hoses auS statt. Trefipunft 2'/, Uhr im Vereins- lokal Sadau. 58/1» Der Vorstand. vanksagung. Für die zahlreichen BeWeile Herzitcher Teilnahme am Graba meiner Frau •Johanna Schruth geb. Niemeck sowie sür die reichen Blumen- spenden sage ich allen Bekannten und Verwandten meinen innigsten Dank. Anton Schrnih nebet Kindern. Danksagung. Für die uns erwiesene Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS. unseres unvergeßlichen Baters, Schwieger. und Großvater«, Bruders und OnfelS, des Töpsers Georx Stöcking sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, besonders dem Gesangverein der Töpfer, dem Zenttaloerband � und dem Bezirk Osten sowie Herrn Melle sür seine trostreichen Worte am Sarge unseres so früh entschlafenen Gatten und BaterS und dem Wohiverem des 4. Berliner Wahlkreises, Bezirk 325 Osten, allen Kollegen und Genossen, die meinem liebe» Manne da« letzt« Geleit gegeben haben und dem Verein .Willkommen' meinen besten Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen 3a Frau Louise SHeking und Kinder. Dp. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41, ÄPa,T,z 10-2. 6—7. Sonntags 10—18. 2—4 frdrdlglSfc Gemeinde. Jugendweihe der Kinder von Mitgliedern der freireligiölen Gemeinde. Am Sonntag, den Ist. März, vormittag» 10'/, Uhr, bei Kllem, Hasenheide 13/15: Festrede von Dr. B. Wille:„Schaffe dich selbst." Festvorttäge auf der Orgel mit Viollnbegleitung. Eintrittspr.: grwachsene 20, Kinder 10 Pf. Ilm Sonntag, den 83. März, vormittags lO*/, Uhr, Kl. Frankfurter Str. K: Herr Dr. Druno Wille: Festvortrag:«Christ ist erstanden:� Am Sonntag, den 30. März. vorm. 10'/, Uhr, im selben Lokal: Herr Dr. Dax Rrle: «Shakespeares Menschheitstragödien: Des Undanks, des Ehrgeizes, der Eifersucht /König Lear, Macbeth, Othello).« 53/6' Arbeiter- Sildwuisseliule. Sonntag, den 10. Ittärz 1913, abends 7 Uhr, in den ArminhaUen, ' 1 j-- i...■ u. Kommandantcuftr. 58/59:--- 1 6/6' Vortrag de« Zahlreichen Besuch aller im Gipsbaugewerbe beschäftigten Kollegen erwartet Der Vorstand. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltnng Berlin. Achtung! Treibriemensattler! Heute Donnerstag, den 13. März, abends SVa Uhr» in Schulz' Prachtsälrn. Müuzstr. 17, Tingang Königsgraben: Außerordentliche Versammlung Tagesordnung: 1. Berichterftattnug über das«ndergebuis der Berhandlnnge» mit den Fabrikanten. 2. Unser« wettere Stellungnahme. Kollege« k I» dteser Versammlung sällt die endgültige Entscheidung über Annahm« oder Ablehnung der neuen BertragSvorlage. Alle zurzeit aus Treibriemen beschäftigten Kollegen haben die unbedingte Pflicht, diese Versammlung zu besuchen. 156/12__ Die Braae�enleltnng. stÜSbel-Hngebot. Solide» Möbelgeschäft liescrt bürgerliche Wohnungseinrichtungen sowie ein- zelne Möbel gegen mäßige Zinsvergütung bei»einer Anzahlung u. geringen monatlichen Teilzahlungen. Anfragen unter Postlagerkarte 70, Postamt 58. ______ DW Kein Abzahlungsgeschäft."MW � � lvuchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u.vo., Berlin J!r. 61 80. Jahrgang. 3. SkilM iitü JomWs" Jittlintt öolkolilalt. Donnerstag. 13. Mar; 1913. Berliner Meitsnacbweis. Nachdem die Berliner Gemeindebehörden beschlossen haben, dem Arbeitsnachweis eine erhöhte Fürsorge zuzuwenden, hat der Magistrat mit dem Zentralverein für Arbeitsnachweis Verhandlungen wegen der näheren Angliederung des Vereins an die städtische Verwaltung eingeleilet. 9 Nach den Beschlüssen der Gemeindebehörden soll die weitere Zu« Wendung von Mitteln u. a. von folgenden Mindestbedingungen ab- hängig gemacht werden: Der Stadtgemeinde ist nach Matzgabe ihrer Beiträge, welche den überwiegenden Teil der Betriebskosten decken, Stimmrecht zu gewähren. Der Stadt steht das Recht zu, ein bestimmtes Vorgehen des Vereins zu verlangen oder zu untersagen und fchlietzlich soll eine unmittelbare Beteiligung der«. Stadt an der Leitung und Vertretung des Vereins er- folgen. Alles in allem soll der Stadtgemeinde der aus- schlaggebende Einflutz zufallen. Die Stadtgemeinde hat ferner noch beschlossen, der Landcsvcrficherungsanstalt gegenüber die Garantie für den Ertrag eines neu von ihr errichteten Nachweisgebäudes zu übernehmen, da das Gebäude im Falle einer Einigung mit dem Verein voraussichtlich dauernd für die Zwecke des von der Stadt- gemeinde dotierten Nachweises gebraucht werden wird. Die Ver- Handlungen über die Büraschastsverpstichtung werden zugleich mit der Verhandlung über die Angliederung des Vereins an die Stadt geführt. Es ist zu erwarten, datz in Kürze ein volles Einvernehmen über eine gemeinsame Arbeit des Instituts des Zentralvereins mit der Stadt erzielt werden wird. Partei- 5Zngelegenbeiten. Teltow-Beeskow. Am Sonntag, den 16. März, haben folgende Orte des Kreises Flugblattvcrbreitung: Adlershof, Alt-Glienicke, Bohns dorf, Britz, Charlottenburg, Eichtvalde, Friedenau, Groß Lichterfelde, Grünau, Johannisthal, Königs- Wusterhausen. Köpenick, Lankwitz, Mariendorf, Marienfclde, Neukölln, Nieder- Schöncweide, Nowawes, Schmargendorf, Schöneberg, Steglitz, Teltow. Tempelhof, Trebbin, Treptow, Wilmersdorf, Zehlen dorf. Zossen. _ Der Zentralvorstand. Kreis Nicderbarnim. Am Sonntag findet eine Flugblattverbreitung über den ganzen Kreis statt, auch in den Landbezirken. Sollte es in einigen Landorten diesen Sonntag nicht möglich sein, so empfiehlt es sich, die Verbreitung am Karfreitag vorzunehmen. _ Der Kreisvorstand. Wannsee. Sonnabend, den 15. Äärz, abends 8 Uhr, im Fürsten Hof(O. Ackermann), Wahlvercinsveriammlung. Nöntgental. Heute abend 8% Uhr Zahlabend bei Marx. Buch. Freitag, den lt. März, abends 8'/, Uhr, Zahlabend bei Starke. Zepernick. Freitag, den lt. März, abends 8Vz Uhr, Zahlabend bei Bendermann. ßefUner Nacbncbtcn. Tie nördliche Umgehungsbahn dürste spätestens im Jahre 1915 dem Betriebe übergeben werden. Sie ist eine Fortsetzung der Bahnverbindung Beelitz- Wildpark— Wustermark— Nauen, welche die Berliner Ringbahn vom durchgehenden Güterverkehr entlastet. Die Anschlufistrecke Nauen— Kremmen— Oranienburg ist 38 Kilometer lang. Die Endbahnhöfe müssen erweitert und gehoben werden, um schienenfreie'Streckenkreuzungen zu erhalten. Eine Uebcv raschung, so berichtet die Zeitung des Vereins Deutscher Eisen bahnverwaltungen, brachten die Erdarbeiten in dem Einschnitt bei dem Dorfe Börnicke, etwa 1V Kilometer nördlich von Nauen. Die Bahnlinie schneidet an dieser Stelle die hügeligen Erhebungen des Wald- und Ackerlandes an einem gegen das weite Luch etwas nach Westen vorspringenden Punkt. Hier hatten unsere Altvordcren aus der La-Töne-Zeit Urnefi mit Asche Festem ihrer Verstorbenen beigesetzt, zur ewigen Ruhe, wie sie wohl meinten. Durch Jahrtausende blieben sie auch in geringer Tiefe unter der Erdoberfläche unversehrt, bis sie jetzt der Bahnbau»vieder ans Tageslicht förderte. Die ersten Urnen zerbrachen, unvermutet getroffen, unter den Spaten der Arbeiter, einige mögen wohl auch, von unkundigen Händen nach Schätzen durchforscht, verloren gehangen sein; die Mehr- zahl ist erhalten und steht jetzt im Museum für Völkerkunde in Berlin und im städtischen Museuni zu Nauen. In Nauen ist der mit dem Bau der Umgehungsbahn verbundene Bahn- Hofsumbau besonders willkommen, weil er dort Anlagen be- seitigt, welche den gesteigerten Anforderungen des Ver- kehrs. nur noch sehr wenig entsprechen. Dies gilt besonders für den Schnellzugverkehr nach Hamburg. Von Nauen gehen auch die Kleinbahnen nach Velten, Ketzin und Senzke. aus. Für Oranienburg sieht der Bahnhofsumbau drei Bahnsteige vor. Westlich der Bahn- steig für die Vorortzüge, welche in absehbarer Zrit auch über Hermsdorf hinaus auf besonderem Gleispaar bis zu ihrem Endpunkt Oranienburg werden durchgeführt werden müssen, in der Mitte der Bahnsteig für die Fernzüge der Nord- bahn imd östlich der Bahnsteig für die Umgehungsbahn nach Nauen. Eine Wciterführung der letzteren nach der Stettiner Strecke ist mit östlicher Abschwenkung aus deni Nordende des Bahnhofs leicht möglich, aber noch nicht endgültig beschlossen. Sieben den Zwecken der G ü t e r u m l e i t u n g soll die Uni- gehungsbahn auch Zwecken der Landesmelioration dienen, indem sie die landwirtschaftliche Nutzung der von>chr durchschnittenen Gebiete und wohl auch die Ansiedelung der immer mehr aus Berlin herausstrebenden Industrie auf dem Lande unterstützt._ Eine Muster-SauglingSsursorgcstelle soll auf dem Gesundbrunnen eingenchiel werden. Es müssen nämtiäi für die in der Pankstratze domizilierenden 5. Säuglingsfürlorgcstclle andere Räumlicbkeiten be- schaff! werden. Wirtlich geeignete Räume sind in der dortigen Gegend nicht zu finden. Aus diesem Grunde hat man sich ent- schloffen, besondere Räume für die genannten Zwecke durch den Bau eines einsprechenden Gebäudes zu schaffen. Dieses Gebäude soll zu- gleich mit dem in Kürze in Angriff zu nehmenden Bau einer Pflicht- forlbilduugsichule errichtet werden, zu welchem die ehemalige Marlt- Halle in der Bad- und Grünthaler Sliatze bestimmt ist. In der Badstratze wird an Stelle des jetzigen Gebäudes ein Verwaltungsgebäude errichtet werden. Die Säuglingsfürsorgestelle wird im zweiten Hof zu liegen kommen. Kein Geld für Armensuppen. Die A r m e n s p e i s u ii g s a n st a l t ist gezwungen, die dies- jährige Kochperiode bereits am 15. dieses Monats zu beenden. Herr Stadtrat Mielenz gab in der letzten Sitzung bekannt, datz die Armen direktion keine weiteren Mittel zur Verfügung gestellt hätte und datz die eigenen Mittel der Anstalt nicht ausreichen, um über den 15. März hinaus zu kochen. In der Armendirektion wurde obige An- gelegenheit durch unsere Genossen zur Sprache gebracht. Hier er- klärte nun Herr Stadtrat Kalisch, datz die in den Etat eingestellten Mittel verbraucht seien und da es ganz aussichtslos gewesen sei, datz der Magistrat weitere Mittel bewilligt hätte,- so sei ein solcher An- trag nicht erst gestellt worden. Von unseren Genossen wurde be- tont, datz der Herr Stadtrat auf alle Fälle die Pflicht hatte, einen solchen Antrag zu stellen, zumal die Armendirektion den Wunsch ge- äutzert hatte, datz die Kochperiode verlängert werden solle, da die Küchen in diesem Jahre wegen der Teuerung sehr besucht seien. Schlimm genug aber sei es in Berlin bestellt, wenn für solche Zwecke kein Geld vorhanden sei. Die eingesetzle Kommission soll sich mit der Frage weiter beschäftigen. Die Errichtung eines weiteren Armenamtes in der Gegend der Greifswalder Stratze wurde bean- tragt. Hiergegen wurde geltend gemacht, datz eine Notwendigkeit hierfür nicht nachgewiesen sei. Ueberhaupt soll die Frage wegen Er- richtung von neuen Armenämtern generell geregelt werden. Zur weiteren Prüfuna der Sache wurde eine kleine Kommission gewählt. Das Winterhalbjahr der Gcmeindeschulen schließt am Mittwoch, den 19. März. An diesem Tage findet die Entlassung der Kinder statt. Die Osterfericn dauern bis ein schließlich Sonnabend, den 29. März. Das neue Schuljahr beginnt am Montag, den 31. März Die von den Schulkommissionen neu eingeschulten Kinder haben sich an diesem Tage vorniittags 9 Uhr in derjenigen Schule, der sie zugewiesen sind, einzufinden. Die vielfach verbreitete Annahme, daß am Dienstag, den 1. April, der Unterricht ausfällt, ist nicht zutreffend. Polizeipräsidium und Stadtgemeinde. Eine recht befremdende Mitteilung wurde in der gestrigen Sitzung der Markthallendeputation gemacht. Es wurde mitgeteilt, datz zwei Privatunternehmern seitens des kgl. Polizeipräsidiums die Erlaubnis zur Eröffnung eines Fleischgrotzmarktes in den Stadtbahnbögen Nr. 141/142 e�ilt worden sei. Wenn auch diese Erlaubnis in- zwischen wieder zurückgezogen ist, so erscheint es doch auffällig, datz das Polizeipräsidium der Stadtgemeinde vor Jahresfrist die Er- laubnis zur Erweiterung des Fleischgrotzmarktes in denselben Stadt- bahnbögen verweigerte, während Privalleuten in derselben Angelegen heit ein weit grötzeres Entgegenkommen gezeigt worden ist. Erst auf Widerspruch verschiedener Interessenten ist die Erlaubnis zurück- genommen worden. Das Verhalten des Polizeipräsidiums scheint sich hiernach zum Teil danach zu richten, ob der Antragsteller eine Privatperson oder die Stadtgemeinde Berlin ist. Tas Trinkgeld im Barbiergewerbe. Auf Trinkgeld angewiesen zu sein, ist eine recht hätzliche Sache; sowohl für den, der das Trinkgeld zahlt, wie für den, der es erhält. Die in modernen Gewerkschaften vereinigten Berufe arbeiten des- halb darauf hin, ihren Berufsangehörigen eine angemessene Ent« lohnung in Form eines bestimmten Lohnes oder Gehaltes zu sichern und sie nicht auf die entwürdigende Bezahlung in Form von Trink- geldern anzuweisen. Auch im Barblergewerbe wird mancher Gehilfe noch heute auf Trinkgelder hingewiesen, die er hin und wieder erhält, um eine minimale Entlohnung zu rechtfertigen. Es gibt eine ganze Reihe von Kunden, die dem sie bedienenden Gehilfen 5 oder gar 10 Pf. Trinkgeld geben. Wie uns nun geschrieben wird, soll es vorkonimen, datz junge Leute, die noch im Lehr- Verhältnis stehen, das ihnen von den Kunden /- über- gebene Trrnkgeld dem Meister abliefern müssen. Wir werden ersucht, darauf aufmerksam zu machen, datz diesen jungen Leuten das Trink- geld nur dann gesichert bleibt, wenn der Kunde ausdrücklich bemerkt, datz die bei einer Bezahlung von 20 Pf. übrig bleibenden 5 Pf. dem Lehrling gehören sollen. Wir kommen diesem Wunsche nach, obwohl wir keinesfalls den, Trinkgeldgeben mit diesem Hinweis Vorschub leisten möchten. Es mutz vielmehr dafür gewirkt werden, datz die Angestellten auch im Barbiergewerbe eine Entlohnung«halten, die sie nicht aus Trinkgeld hinweist/ Zur Wahl des Stadtmcdizinalratcs. Nachdem in der letzten geheimen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung über die Aus- schutzberatungen berichtet worden war, wurden zwei Kandidaten, Geh. Regierungsrat Dr. Weber-Berlin und der Regierungs- Medizinalrat Dr. Solbrig in Königsberg i. Pr., in die engere Wahl gestellt. Ein dritter Bewerber, Privatdozent Dr. Grotjahn- Berlin, hatte seine Bewerbung zurückgezogen. Nunmehr hat, wie berichtet wird, auch der zweite Kandidat, Dr. Solbrig, gebeten, von seiner Kandidatur Abstand zu nehmen. Pelzdiebstähle. Für 20 000 M. Felle erbeuteten Einbrecher in einer Nauchwarengrotzhandlung im Zentrum der Stadt. Die im Erdgeschoß gelegenen Räume der Handlung sind durch— eiserne Türen geschützt. Es gelang aber den Einbrechern, die Patent- schlösscr von zwei Türen abzubrechen und sich so dennoch Eingang zu verschaffen. In die Hände sielen ihnen über 200 Hermelin- und andere Felle. Die Gesellschaft, bei der die Handlung gegen Einbruchsdiebstahl versichert ist, hat auf die Ermittelung der Diebe und die Wiederherbeischaffung der Waren eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt. � Beim Absteigen vom fahrenden Straßenbahnwagen schwer ver- unglückt ist gestern morgen die 20 Jahre alte Arbeilerin Else Pies aus der Lycvener Stratze 11. Um nocb reckitzeiiig ihre Arbeitsstelle zu erreichen, sprang sie um 7 Uhr in der Luisenstratze vor dem Hause Nr. 12 schon vor der Haltestelle ab, kam ober so unglücklich zu Fall, datz ihr ein Rad des schweren Wagens das rechte Bein am Knie vollständig abquetschte. Die Verunglückte wurde nach der nahe- gelegenen Charilö gebracht. Der Railbllberfall auf dem Tempelhofer Felde beschäftigt noch die Kriminalpolizei. Bisher ist es noch nicht gelungen, weder des Mädchens, das den Kaufmann Sponholtz nach dem Tempelhofer Feld verschleppte, noch des Räubers habhaft zu werden, der ihn nieder- stach und seiner Barschaft und Wertsachen beraubte. Der lieber- sallene hat sich in der Königlichen Klinik in- der Ziegelstratze wieder soweit erholt, datz er gestern nachmittag eingehend vernommen werden konnte. Nach seiner jetzigen Darstellung hat sich das Mäd- che» selbst an dem Ueberfall beteiligt. Als das Mädchen Sponholtz am Landwehrkanal�am Halleschen Tor getroffen und lim ihm durch die Belle-Alliance-Stratze nach dem Tempelhofer Felde gegangen sei, glaubte er bemerkt zu haben, wie ein Mann, der vor ihnen her- ging, stehen blieb uyd, als er mit seiner Begleiterin an ihm vorbei-' ging, dieser mit ihr einige Worte wechselte. Der Unbekannte ging dann voraus bis zum Tempelhofer Felde, wo er sich wieder ein- holen ließ. Als er jetzt wieder an ihm vorbeikam, zog der Mann ohne ein Wort zu sagen ein Messer und stieß es ihm zweimal hintereinander in den Unterleib, so datz er zusammenbrach. Gleich darauf verlor er das Bewußtsein, doch hörte er noch vorher, wie das. Mädchen zu dem Manne sagte:„Das hast Du aber gut gemacht." Nach diesen Worten nahm sie ein Taschentuch und drückte es ihm in den Mund. Bei ihrem Zusammentreffen mit Sponholtz erzählte das Mädchen, daß sie in der Kurstraße wohne. Früher habe sie in Neukölln gewohnt.- An einem Schlafmittel gestorben ist in der Nacht zu Mittwoch der 28 Jahre alte Hausdiener Fritz Nüttel aus der Wilhelms- havener Stratze 23, der seit 1% Jahren in einer hiesigen Apotheke beschäftigt war. Der Mann war seit längerer Zeit herzleidend und konnte abends keinen Schlaf finden. Er brachte deshalb 'wiederholt Schlafmittel ohne ärztliche Verordnung aus der Apo- theke mit nach Hause und wendete sie gelegentlich an. Dienstag- abend kam er spät nach Hause. Gestern morgen um 7 Uhr fand ihn sein Schwiegervater tot im Bette liegen. Auf dem Futzbodeu lag eine leere Pulverhüllc. Ohne Zweifel hat der Kranke wieder ein Schlafmittel genommen ulid sich in der Dunkelheit wohl in der Menge vergriffen. Weil ein Arzt die Todesursache nicht be- stigimt feststellen konnte, so wurde die Leiche beschlagnahmt. Ein schwerer Straßenbnhnunfall ereignete sich am gestrigen Mittwoch nachmittag gegen 3Vi Uhr in der Krcuzbergstratzc. Dort wollte vor dem Hause Nr. 14 die vierjährige Hertha Müller vor einem Motorwagen der Linie 36 über das Gleis lausen, kam jedoch dabei zu Fall und geriet mit dem linken Bein unter den Schutz- rühmen. Mit Hilfe von Passanten wurde der Wagen angehoben und das verunglückte Kind in kurzer Zeit befreit.- Hertha M., die einen Bruch des linken Oberschenkels, sowie Quetschwunden erlitten hatte, wurde nach dem Urban-Krankenhaus geschafft. Rcttungstat eines Studenten. Gestern vormittag gegen 10 Uhr sprang am Gartenufer eine etwa 25jährige, dgn besseren Ständen angehörige Frau in den Landwehrkanal, in dessen Fluten sie sofort unterging. Ein vorübergehender Student der Technischen Hochschule sprang der Lebensmüden sofort nach und durch Tauchen gelang es ihm, die junge Frau, die bereits das Bewußtsein ver- loren hatte, aufzufinden und ans Land zu bringen. Die Unbe- kannte wurde nach der Unfallstation am Zoologischen Garten ge- bracht und von dort nach dem Krankenhaus Westend übergeführt. Der brave Retter weigerte sich, seinen Nckmen anzugeben. Selbstmord im O-Zug Breslau— Berlin. Bei der Revision des O-Zuges 18 Breslau— Berlin, der gestern früh 7 Uhr 35 Minuten aus dem Schlesischen Bahnhof in Berlin eintraf, wurde in einem Abteil dritter Klasse ein junger Mann erschössen aufgefunden. Wie die polizeilichen Ermittelungen ergaben, ist der Tote der 21 Jahre alte, aus Kienitz im Kreise Lebus stammende Buchhalter Ernst Thiede, der in der Boxhagener Stratze 37 in Bertin wohnte. Entsetzlicher Selbstmord eines Unteroffiziers. Auf schreckliche Weise das Leben genommen hat sich gestern nachmittag der 28 Jahre alte Unteroffizier Müller von der 3. Kompagnie des Garde-Füsilier-Regiments. Müller, der im 6. Jahre diente und kurz vor der Beförderung zum Sergeant stand, kam gestern früh erst um 0 Uhr in die in der Chausseestratze belegene Kaserne zurück. Er versah hier am Vormittag wie üblich seinen Dienst und ging dann wieder in sein Zimmer. Hier lud er sein Dienstgewehr mit einer Platzpatrone und füllte sodann noch den Lauf mit Wasser. Er hielt nun die Mündung des Gewehrs in den Mund und drückte den Hahn ab. Die Folge war geradezu entsetzlich. Die Platz- Patrone und der Wasserstrahl zerrissen dem Soldaten den Kopf vollständig, so datz einzelne Teile des Gehirns an den Wänden und der Decke klebten, als Kameraden auf den Knall herbeieilten und sich nach ihm umsahen. Die Leiche wurde nach der Halle des Garnisonlazaretts in Tempelhof gebracht. Was den Unteroffizier zu dem Selbstmord getrieben hat, steht noch nicht bestimmt fest. Wahrscheinlich aber hat ihn Liebesgram zu der Tat veranlaßt, denn gleich nach seinem Tode erschien seine Braut in der Kaserne und erkundigte sich nach seinem Befinden. Als man ihr den schrecklichen Vorfall schonend beibrachte, brach sie ganz zusammen. Näheres war jedoch durch sie nicht zu erfahren. Angehörige gesucht. Das der Reederei Svendsen n. Ehristensen in Kopenhagen gehörige Dampfschiff„G. Koch" ist am 12. Januar dieses Jahres gestrandet und dabei der Koch Paul August Hoff- mann aus Berlin ums Leben gekommen. Da sämtliche Schiffs- papiere verlorengegangen sind, ist es nicht möglich gewesen, näheres über die Personalien des Hofftnann festzustellen. Bekannt ist nur, datz er ein Mann in den vierziger Jahren gewesen ist. Familienangehörige oder Personen, die über den Genannten Auskunft geben können, wollen sich bei dem Königlichen Polizei- Präsidium Berlin Abteilung II zum Aktenzeichen tl. 75 IL R 13 schriftlich oder persönlich melden. Ein neuer Eissportpalast ist dieser Tage in der DreS d e n e r Stratze 34/35 eröffnet worden. Die früher WeihnachtsauSstellungen dienenden Räumlichkeiten des Me tzpalasteS find Sportzwecken zu- gänglich gemacht worden. Die Eislauffläche wird durch ein besonderes patentiertes Verfahren hergestellt. Ohne maschinelle Anlagen, ohne Gcfriersystem kann an beliebigen Stellen eine ständige Eisbahn her- gestellt werden. Soweit wir es zu beurteilen vermögen, unterscheidet sich die Bahii in dem neuen Sportpalast bezüglich ihrer Benutzbarkeit in keiner Hinsicht von den übrigen Eisbahnen. Man hofft durch ein Eintrittsgeld von 30 Pfennig an den Wochentagen für Erwachsene und 20 Pfennig für Kinder die neue Etslaufgelegenheit breiteren Schichten der Bevölkerung zugänglich machen zu können. Sport- vereine sollen besondere Vergünstigungen erhalten. Die innere Ausstattung des Sportpalastes ist natürlich einfacher als in den bestehenden Eispalästen. Auf der Treptow-Sternwarte findet heute, Donnerstag, den 13. März, abends 8 Uhr, eine öffentliche Sondervorstellung der kinematographischcn Vorfüh»ung:„Eine Reise zum Südpol und ein Blick in das Weltall" mit erklärendem Vortrage von Herrn Direk» tor Dr. F. S. Archenhold statt, bei dem u. a. der Scottsche Südpol» film und ein Ausbruch vom Aetna vorgeführt wird. Gefunden wurde in der Nacht zum Sonntag in der Kopen- Hagener Stratze ein Paket, enthaltend Maurerkleidung nebst Hand» Werkzeug. Abzuholen bei Paul Schmidt, Berlin Dänenstr. 19, Ouergebäude IV rechts. Ueber Alkohol, Kinderreichtum und Kindersterblichkeit spricht Ge» nosse Dr. med. Moses morgen Freilag, abends 8'/z Uhr, tm Gewerl- schaftshaus, Engelufer 15. Vorort- Nachnchtem Neukölln. Auf Berichtigung der Wählerliste klagte vor dem Potsdamer Bezirksausschutz gegen das Siadtparlament von Neukölln der Buch- druckereibesitzer R. Er war in der Wählerliste mit einem Steuersatz von 72 M. eingereiht und beantragte die Berichtigung auf 76 M., weil seine minderjährige Tochter jährlich 4 M. Gemeindeeinkommen- steuer entrichte und dieselbe ihm zugerechnet werden müsse, da der § 5 der Städteordnung diesen Anspruch rechtfertige. Die Stadt« verordnetenversammlung wies den Einspruch zurück mit der Be- gründung. daß sich die angezogenen Bestimmungen nur erläuternd aus das Bürgerrecht bezogen und datz Neukölln in dieser Frage konform mil den Städten und Kommunen Grotz-Berlin« bandle, die ebenfalls die Zurechnung der Kindersteuer zum Einkommen de« Katers für die Einteilung der Wählerliste ablehnen. Der Bezirks« ausschufj wies die Klage ab und legte die Kosten mit 100 M. dem Kläger auf. Auf offener Straße verhaftet wurde gestern eine gefährliche Schlafslellenschwindlerin, die manche arme Vermieterin um ihre ganzen Ersparnisse gebracht hat. Die Gaunerin ist eine 25 Jahre alte Anna Doeritz, die ohne feste Wohnung war und fortgesetzt seit längerer Zeit die Schwindeleien beging. Sie mietete sich in allen Stadtvierteln und auch in den Vororten Berlins ein möbliertes Zimmer und benutzte dann die erste beste Gelegenheit, wo sie allein in der Wohnung war. die Behälter zu erbrechen und zu durch- wühlen, �fn der Regel nahm sie nur die Wertsachen und das bare Geld. Ersi vor wenigen Tagen stahl sie einer Witwe ihre Not- groschen,� 250 M. Auf dem Riwardplatz erkannte sie einer der Ge- schädigten wieder und ließ sie festnehmen. Lichterfelde. Der Gesamtetat der Gemeinde für 1913, über den in der nächsten Gemeindevertretersitzung endgültig beschlossen wird, weist in Einnahmen und Ausgaben die respektable Summe von über fünf Millionen auf. Sie legt über das Wachstum der Kommune ebenso beredtes Zeugnis ab, wie der Inhalt des Etats über die außer. ordentliche Rückständigkeit ihrer Verwaltung in s o z i a l e r Be- ziehung. Das Geständnis eines Gemeindeschöffen, daß Lichterfelde für soziale Zwecke kein Geld übrig habe, braucht nicht wiederholt zu werden. Unter all den Positionen findet sich keine, die das Ge- meindeparlament etwa in den Verdacht bringen könnte, auf soziale Abwege geraten zu sein. Um das Gleichgewicht zwischen Ausgaben und Einnahmen im Gemeindehaushalt herstellen zu können, war die Einstellung von 162 000 M. aus dem Ausgleichsfonds notwendig geworden. Die Einkommensteuer ist mit 1 102 000 M. in Ansatz gebracht; sie soll gegen das Vorjahr 110 000 M. mehr bringen; die Grundwertsteuer ist mit 747 500 M.(9100 M. mehr wie im Vor fahr) veranschlagt. Die Umsatzsteuer mit 120 000 M.. die Reichst zuwachssteuer mit 100 000 M. und die Lustbarkeitssteuer mit 9000 Mark weisen gegen das Vorjahr keine Erhöhung auf. Unsere einzige werbende Anlage, die Eisfabrik, bringt diesmal gar nichts ein. nachdem sie im vorjährigen Etat irrtümlich 15 000 M.— versprochen hatte. Die Ausgaben für die Armenverwaltung(offene Armenpflege) sind von 81 400 M. auf 7 7 9 0 0 M. gesunken. Diese Ersparnis konnte offenbar nur erzielt worden sein auf Kosten der Armen. Für persönliche Ausgaben und Besoldungen der Beamten sind über 248 000 M. erforderlich. Verhältnismäßig billig arbeiten Gewerbe- und Kaufmannsgericht, für die zusammen nur 20 6 0 M. jm Etat eingesetzt sind. Die Beleuchtung des Ortes erfordert einen Zuschuß von 36 836 M., die Feuerwehr 12 547 M., Straßenreini- gung 95 929 M. Ein ganz besonderes Kapitel bilden die Schulen. Die Zuschüsse, die von der Gemeinde für die zahlreichen höheren Schulen aufgewendet werden, sind enorm. Daß eben aus diesem Grunde die Gekneindeschulen um so stiefmütterlicher be- handelt werden, ist an dieser Stelle oft genug nachgewiesen worden. So kostet der Gemeinde je ein Schüler des Schiller-Ghm- .nasiums an Zuschuß 2 5 3/74 M., des Weal-Gymnasiums 182,54 Mark, der Oberrealschule 2 4 3,90 M.. der höheren Mädchenschule 9 2,52 M., ein Gemcindeschüler 105,16 M. Dabei muß bemerkt werden, daß die Zahl der Gemeindcschüler gegen früher nur uner- heblich gestiegen ist. Während für die 3 6 2 8 Gemeindeschüler i m ganzen 381520 M. aufgewendet werden, mutz die Gemeinde für 2275»höhere" Schüler einen Zuschuß von 4 2 0 0 0 0 M. pro 1913 leisten.— An Schulden wird die Gemeinde Ende März„be- sitzen": 12 Millionen 852 000 Mark, denen ein Gesamtvermögen von nahezu 15 Millionen Mark gegenübersteht. Eharlotteuburg. Eltrrnvcrekn für stcie Erziehung. Montag, den 17. März. abends 8 Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3: Oeffentlicher Vortrags- abend. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Mösts:»Wissen ist Macht— Wissen schafft Macht". 2. Freie Aussprache und Frage- bcantwortung. Steglitz. Gewerbegcrichtswahlen. Für die Gewerbegerichtsbeisitzer Einecke, Hannich, Krug und Wlhig. deren Amtspenode demnächst abläuft, finden am Sonntag, den 27. April, Ergänzungswahlen statt, für die von hier verzogenen Beisitzer Meißner und Okowski, deren Amtsperiode erst 1915 respektive 1917 ihr Ende erreicht, am gleichen Tage Ersatzwahlen. Nach den Bestimmungen des OrtSstatuts werden die Wählerlisten nicht von der Behörde auf- gestellt, wie dies bei den Gemeinde-, Landtags- oder ReichStagswahlen geschieht, sondern jeder Wahlberechtigte mutz selbst dieAufnahme indieWählerliste beantragen. Diese Anträge müssen in der Zeit vom 15. bis 28. März schrift- lich oder mündlich gestellt werden. Schriftliche Anträge müssen Vor« und Zunamen, sowie Wohnung und Alter de« Antragstellers ent- halten. Hier nur beschäftigte(also außerhalb wohnende) Arbeit- nehmer haben ein Zeugnis ihre? Arbeitgebers beizubringen, daß sie bei ihm beschäftigt finv, auch müssen sie sich durch irgend eine Urkunde über ihre Person ausweisen. Formulare zu den Arbeits- bescheinigungen sind schon jetzt im Hause Schlotzstratze 36 II, Zimmer 47, kostenlos zu haben. Mündliche Anträge werden vom 15.-23. Mörz, wochentags von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und von 5—7 Uhr abends, Sonntags von lll/3—i2l/a Uhr mittags an oben genannter Stelle entgegengenommen. Wahl- berechtigt sind alle Arbeitnehmer, die das 25. Lebensjahr vollendet haben und in Steglitz Wohnung oder Beschäftigung haben. Da nur wählen kann, wer in die Wählerliste aufgenommen ist, versäume nienrand, seine Aufnahme zu beantragen. Britz-Buckow. Der Kampf ums freie Wahlrecht, lautete das Thema eines Vor- trageS, den Genossin Frau Böhm in einer in Buckow tagenden öffentlichen Versammlung hielt. Die Ausführungen der Rednerin, die am Schluß namentlich auch die versammelten Frauen zur Teil- nähme am Kamps für die Erringung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts ersuchte, wurde mit regem Interesse entgegen- genommen. Hierauf erstattete Gemeindevertreter Genosse Hadameck den Bericht auZ der Gemeindevertretung. An einem Beispiele zeigte er, wie notwendig eS ist, daß die Sozialdemokratie auch in der Ge- meindeverwalwng vertreten fei. Hätte es doch kürzlich erst seines Eintretens bedurft, um die bürgerlichen Vertreter dazu zu bewegen. daß sie für einen armen Krüppel Sorge tragen. Am Schluß der Versammlung forderte der Vorsitzende zum Beitritt in die Organi- sation auf. Wilhelmshagen. Um unseren Lesern den.Vorwärts" frühzeitiger übermitteln zu können, ist vom 1. April ab für unseren Ort ein« Vorwärts- spedition eingerichtet worden. Wir ersuchen deshalb die Vorwärts- leser, ihre Abonnements bei der Post und Privatspeditionen nicht mehr zu erneuern, sondern ihr« Adresse umgehend unserem Spediteur Diederitz, Moltkestraße 32, mitzuteilen, damit die Bestellung ohne Verzögerung vom 1. April ab durch unsere Spedition erfolgen kann. Friedrichshagen. Der Boranschlag für das Steuerjahr 1913 schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 1 170 100 M. gegen 1 061 700 M. im Vorjahre. Die Einnahmen setzen fich wie folgt zusammen: Aus den Borjahren 46000 M., gewerbliche Unternehmungen 425 820 M., Kanalisation 52 000 M., Kurparkverwaltung 2060 M., Baupolizei 2000 M., Kapitalien 16 350 M., Gemeindegrundstücke 10 630 M» Straßen und Wege 6430 M., Feuerlöschwesen 200 M.. Gemeinde-, Amts- und Standesamtsverwaltung 1780 M.. Volksschule 15 090 M., höhere Schule 60 900 M., Gesundheitspolizei 6240 M., Armen» Verwaltung 070 M., indirekte Steuern 41 800 M., direkte Steuern 475 030 M., inSgemein 1300 M. Die Ausgaben bettagen: Au» den Lorjahren 1000 M, gewerbliche Unternehmungen 866 002 M. ...... 68000 M, Kmparkverwaltung und Verschönerung des OrteS 15 000 M., Baupolizei 13 700 M.. Verzinsung und Tilgung der Gemeindeschulden 91 840,18 M., Grundstücke 9000 M., Straßen und Wege 68 500 M., Feuerlöschwesen 3010 M., Gemeinde-, Amts- und Standesamtsverwaltung 124 300 M., Volksschule 185 800 M., höhere Schulen 112 650 M., Gesundheilspolizei 15 300 M., Armen- verwalkung 45 050 M., indirekte Steuern 525 M., direkte Steuern 60 500 M., insgemein 15 522,82 M. Die Einkommensteuer soll von 135 Proz. auf 130 Proz. herabgesetzt werden. Die Gewerbesteuern sind für die 1. und 2, Klasse auf 260 Proz. und für die 3. und 4. Klasse auf 195 Proz. festgesetzt. Die Grundwertsteuer soll wie früher 3.5 pro Mille für bebaute und 7 pro Mille für unbebaute Grundslücke betragen. W'ittenau-Borsigwalde. Aus der Gemeindevertretung. Zunächst brachte Bürgermeister Witte einen Bericht des Leiters des Gemeindeschulgartens zur Kenntnis, worin das stetig zunehmende Interesse der Kinder, be- sonders was die erzielten Erträge betrifft, bekundet und um fernere tatkräftige Unterstützung gebeten wird. Die ganz« lange Sitzung wurde sodann ausgefüllt mit einer Vorbesprechung des Gemeinde- etats für 1913 und der Erörterung einer neuen Gewerbesteuer- ordnung. Einleitend hob der Bürgermeister hervor, daß das Aus- bleiben der erwarteten Einnahmen aus den Gemeindeabgaben die Verwaltung diesmal gezwungen hat, vorsichtiger zu sein und ver- schiedene Posten niedriger einzustellen. Mit dem bisherigen Satz« von 125 Proz. Zuschlag zur Staatseinkommensteuer ist nicht weiter auszukommen; man ist gezwungen, sie auf den schon vor 6 Jahren erhobenen Satz von 150 Proz. Gemeindeeinkommen» st e u e r wieder heraufzugehen. Außerdem ist die Grundwertsteuer von 3 auf pro Mille für bebaute, von 6 auf 7 für unbebaute Grundstücke erhöht und als dritte zu verschärfende Steuerquelle die Gemeinde-Gewerbesteuer herangezogen worden. Bei Erörterung der letzteren wurde hervorgehoben, daß Wittenau wie Tegel mit der vorgelegten neuen«steuerordnung zunächst einen Versuch machen wollen, wonach ihnen gestattet wird, die Besteuerung nach dem Ertrage oder nach dem Betriebs- und Anlagekapital zu erheben, je nachdem für die Gemeinde mehr herausspringt. Mit dieser neuen Ordnung haben es beide �Nemeinden sehr eilig, weil aus ihrem Ertrage der Etat mit balanziert wird, andernteils auch der Kreisausschuß als Genehmigungsinstanz sofort damit be- faßt werden soll. Wittenau erwartet aus der höheren Einkommen- steuer ein Mehr von 50 400 M., Grundwertsteuer 43 000 M. und Gewerbesteuer 24 000 M. Letztere Steuer lediglich als Ertrag- steuer brachte für die Gemeinde bei sehr vielen Betrieben über- Haupt keinen Ertrag, da der Satz bis auf nur 4 M. pro Jahr herabging. Herr Witte hob besonders hervor, daß mit der Neu- ordnung der Industrie der Zuzug verleidet, werden könnte, indes die Verwaltung doch ihr ,„ Interesse bekunden müsse, daß so große Steuerzahler herkämen, zumal alle Verkehrs- und be- sonders Eisenbahnverbindungen selten günstig seien. Sollte man diese Neuordnung ablehnen, müsse er mit den anderen Steuer- arten noch höher gehen und das ginge eben nicht. 80 000 M. Mehr- ausgaben machen sich 1913 gegen 1912 nötig, darunter 12 000 M. für Schulzwecke; 60 000 M. Ausfall an der Umsatzsteuer sind zu verzeichnen, 40 000 M. sind mehr für Schuldentilgung nötig. Beim Etatsvosten:„Zuschuß zum Verbandskrawkenhaus" 23 000 M. er- innerie Herr Conrad von Borsig an seinen früheren Antrag, eine stärkere Kontroll« durch die Gemeindevertretungen herbeizufuhren, um wenn irgend möglich die hohen Zuschüsse herakGstdrücken. Auch er hält gleich seinem Bruder in der Tegeler Vertretung die Kranken. Hansökonomie für reformbedürftig. Herr Witt« verwies hierbei auf die Etats anderer Krankenhäuser und meinte, daß hier keines- wegs teurer gewirtschastet werde; die zu hohe Verzinsung sei hier schuld. Der betreffende Antrag soll dem Kuratorium in nächster Sitzung vorliegen; sollte dieser Versuch fehlschlagen und keine Besserung eintreten, wolle man den Vertrag überhaupt zu lösen suchen. Nach letzterem find die vier in Frage kommenden Gemeindevorsteher m ihren Beschlüssen bisher allein maßgebend.— lieber die Erhöhung der Grundwertsteuer drückte Herr Dr. Rosin, Vertreter der Bodenaktiengesellschaft, sein tiefstes Bedauern aus; dadurch werde die Bebauung sehr erschwert. Er hoffe, daß in Zu- kunft sich eine solche Erhöhung nicht wieder notwendig machen möchte, und es auch keine Freude mehr mache, bei solch hohen Sätzen Grundbesitzer zu sein.— Die neue Gemeinde- Gewerbesteuerordnung mit 180 statt bisher 150 Proz. Zuschlag zur Stoatssteuer soll in der 1. und 2. Klasse 37 000, in der 3. und 4. Klasse 2800, zusammen 39 800 M. bringen; nach dem anderen Paragraphen der Vorlage IM pro Mille des Anlage- und Betriebs- kapitals. Die stärkere Heranziehung trifft hier besonders Berlin mit seinem Gaswerk und die Deutsch« Waffen, und Munitions- fabrik(Löwe), und deren Vertreter wandten sich selbstverständlich dagegen. Für Berlin bedeutet es ein Mehr von 10 000'M.(von 12- auf 22 000 M.). bei Löwe von 5000 Rt.(von 21. aus 26 000 M.). Die Herren empfanden es als keine gerechte Verteilung. Herr Direktor Hähnisch(von Löwe) beantragte, von IM auf% her abzugehen und mit diesem Ertrage ein Auskommen zu versuchen. Wie unbequem diese die Allgemeinheit doch bedeutend interessierenden Verhandlungen den Herren teilweise waren, bewies eine Aeußerung des Herrn Vorstehers Witte, daß bei dem eigenartigen Charakter dieser Verhandlungen(weil einige Namen genannt wurden) eigentlich vertraulich verhandelt werden sollte. Liebelt betonte, daß er und seine Freunde sich nicht als Vertreter von Sonder- interessen fühlten, wie etwa die Herren von Berlin. Löwe, der Boden- gesellschaft usw., sondern er schließe sich dem an, was gelegentlich gesagt worden, daß man diejenigen herausgreife, die„verdrenen", also die da etwas haben, von dem genommen werden könnte. Jm Prinzip sei seine Fraktion zwar gegen diese Arten von Besteuerung, aber hier müsse leider aus der Not eine Tugend gemacht�und für Deckung notwendiger Ausgaben gesorgt werden. Selbstver- ständlich traten diesen Aeutzerungen die gekennzeichnete» Herren entgegen mit allerhand Gründen, u. a. daß sie fast allein die ganzen Gemeindelasten trügen, daß sich die Verkehrsverhältnisse ver- schlechtcrn könnten und schließlich gar eine Abwanderung der großen industriellen Betriebe eintreten könnte. Schließlich gelangte die Gewerbesteuerordnung enbloc mit 9 Stimmen gegen 6 zur An- nähme, die übrigen Steuersätze einstimmig, die 180 Proz. Gewerbe- steuerzuschlag mit 8 gegen 7 Stimmen. Zum Schluß gab der Vorsteher noch bekannt, daß Verhandlungen mit der Gr. Beel. Straßenbahn über Linienverlangerungen und Veränderungen stattfänden. Genosse Liebelt trug einen krassen Uebergriff eines Borsigwalder Lehrers vor. Derselbe habe Kinder zur Jahrhundertfeier am Sonntagabend eingeladen; zweien, die nicht erschienen, habe dieser Herr deshalb eine schlechte Zensur in Aussicht gestellt. Diese ungehörige Handlungsweise eines Erziehers führe zu Zerwürfnässen innerhalb der Familie. Vom Gemeinde- vorstand wurde Untersuchung des Falles versprochen. Spandau. Alle Natur- und Wander freunde in der Arbeiterschaft Spandaus, die gewillt sind, fich der hiesigen Ortsgruppe des Arbeiter- Wander- bundeS»Die Naturfreunde" anzuschließen, werden vom hiesigen Bildungsousschuß gebeten, zu der heute(Donnerstag), abends 8Vz Ubr, im»Neuen Stadttheater", Potsdamer Straße 6. stattfindenden Sitzung zu erscheinen. Zweck dieser Organisation ist, das Nanir- empfinden und die Naturerkenntnis in der gesamten Arbeiterschaft zu' pflegen, die Gesundheit zu fördern und das Wissen zu be- reichero. Potsdam. Warum eine Landttankenkasse gegründet werden soll. Der letzten Stadtverordnetenversammlung lag der Magistratsantrag vor, auch in Potsdam eine Landttankenkasse zu errichten. Auffällig ist in der Begründung des Magistrats, daß die Notwendigkeit(!) der Land- krankenkasse für Potsdam bis jetzt mir vom Oberversiche- rungSamt erkannt ist. Sonderbarerweise schweigt sich die Begründung darüber aus, daß die Vertreter der in Frage kommenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie das Versicherungsamt ein- st i m m i g die Notwendigkeit der Landttankenkasse verneint haben. Nur 2400 Mitglieder»nd fast ausschließlich Dienstboten wird die neue Kasse erhalten. An Beiträgen sollen 4'/z Proz. erhoben werden, während die größte und leistungsfähigste Kasse am Ort jetzt nur 4 Proz. erhebt. Dabei wird aber noch erklärt, daß zu Anfang vor- aussichtlich eine geringe Leistungsfähigkeit gegenüber den Orts» krankenlassen bestehen wird. Wie wenig Verständnis für Sozial- Politik im Potsdamer Rathause vorhanden ist, drückt sich in der Magistratsbegründung in krasser Weise aus, die nach der Feststellung der Leistungsfähigkeit„keine anderen Oichhaltiqen Gründe findet, die die Stadl berechtigten, von der gesetzlich als Regelfall vorgesehenen Errichtung einer Landttankenkasse wegen NichtVorliegens eines Be- dürfnisses Abstand zu nehmen". Gewerbe- und Kaufmanusgericht. Beim Gewerbegericht wurden im Jahre 1912 65 Klagen(gegen 88 im Vorjahre) anhängig gemacht. davon 3(12) von den Ärbeiigßbern und 62(76) von den Arbeit» nehmern. Der höchste Streilwerl war 137,50 M. und der niedrigste 1,60 M. Erledigt wurden diese Klagen vom Vorsitzenden allein in 44 Fällen und vom besetzten Gericht in 21 Fällen, dabei kamen 32 Vergleiche zustande.— Das Kaufmannsgericht hatte 37 Klogen(gegen 32 im Vorjahr) zu entscheiden. Hiervon waren 6(1) von Kaufleuten und 31(31) von Handlungsgehilfen resp. Verkäufe- rinnen anhängig gemacht worden. Der höchste Streirwert betrug hier 716,40 M. und der niedrigste 38 M.; bei-27 Klagen bandelte es sich überhaupt um Streilwcrte über 100 M. Die Erledigung�>er Streitfälle stand im umgekehrten Verhältnis wie beim Gewerbe- gericht: vom Vorsitzenden allein wurden 14 Fälle und vom besetzten Gericht 23 Fälle erledigt. Hierbei fanden im ganzen 17 Ver- gleiche statt.__ Sitzungstage von Stadt- und(Semeindevertretungeu. Friedrtchsfelde. Freitag, den 14. März, abends 6'/, Uhr, Echulaula, Karls dar st, Augustc-Viktoria-Stratze. Hohen-Neuendorf. Freitag, den 14. März, abends S Uhr, im Sitzungssaale, Berliner Stt. 43/49. Hohen-Ichönliansen. Freitag, den 14. März, abend? 6 Uhr, im Sitzungssaal des Ralbauscs, Hauptstr. 50. Fricdrichsbagen. Freitag, den 14. Mär-z, nachmittags 5 Uhr, im Rathause: Etalberalung. Diese Sitzungen sind Sfscntlich. Jeder Gemeindeangchönge ist i be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Allgemeine Kranken- und Sterbekasie der Metallarbeiter sE. H. SS), Hamburg. Filiale Berlin 2. Heute abend im »Märkischen Soft. Admiralstr. IS c: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Stätutenberalung._ ßnefhaften der Kedafctioii, Tic tatlflifdit SpecMundr findet Ltndcnvrabe 69, dorn vier Treppe, — F, p r ft» h l—, woÄentagltcti von ttp dtp?q> Uhr abends, vonnadends, »au 4'/-., HS 6 Uhr abends harr. Jeder für den Briefkasten dcftimmtcti«»frage ist ei. Bucht« ade nnd eine gabt al« Mcrkzetchcn deljufügen. Briefuche«tmvort wird nicht erreiU.«nfragen, denen teile AdonnementSqnNwn, beigefügt tft, 1 erden nicht deantwortee. Eilige Fragen trage man tu der eprechfluudr dar. 55. Die �Schenkung wird durch Ucbergabc vollzogen.— Eilt. l. Ihre Frau soll sich an das Polizeipräsidium in Neukölln wenden mit dem Ersuchen um Ermittelung der Wohnung und des Arbeitgebers des Schuldners. 2. Die länger als 4 Jahre zurückliegenden Ansprüche sind verjährt.—SO 772NO «Setlee Schnee 1 Wolken! 3wolttg lidedeckt 2 bedeckt ** C""* t* -10 —4 8 S 6 Wetterprognose für Donnerstag, den 43. März 4913. Ziemlich mild, veränderlich, vielfach wolkig mit Regensälleu und sehr lebhaften südwestlichen Winden. Berliner Wetterburea». WasierstlindS-Siachrichten der LandeSanflalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Lerswer Wetterbureau Wafferftand Memel, Tilsit P r e g e I, Jnilerburg Weichsel. Thorn Oder, Rattbor , Krossen , Frankfurt Warthe, Schrnnm , Landsberg Netze, Bordamm Elbe, Leittnctttz » Dresden , Barby , Magdeburg Wafferftand Saale, Grochlitz Havel. Evandauft » Rathenow') Spree, Spremberg') , Bceskow Weser, Münde» , Minden Rhein, MaximilianSau , Staub Köln Neckar, Heilbrom» Main, Hanau M ofel. Trier am 11.3. cm 148 85 110 118 84 235 344 333 158 178 85 168 84 fest 10.8. cm1) +2 +7 Ö 0 —6 +12 —8 +» +4 —10 — 1 +» •J+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Nnterpegel. frei—*) Einzelne Eisschollen, Slopstmg gelöst.— � f Bei TW» HB Das Ideal der Dausfrau »ft«Ine Singer lMmslchine Zu haben in fämtUd>en Läden mit nebenstehendem„S"-8child WVV oder durch untere Hgcntcn PVVV Singer Co.]Hähniafd>inen Hct. 6ef. Berlin, leipziger Straße gz. filiaten In allen Stadtteilen. em dkpopufäre CiQareäe In großen Dosen• 20 Ff. überall zu haben. Fabrik Chemische Werke Lubszynski& Co. Aktiengesellschaft, Berlin-Lichtenberg. 'Cbcatcr. Donnerstag. 13. März 1913. Ansang 7'f, Übt. Kgl. Qperuliau». Aida. «gl. SchauiPtelHanS. ilriadne aus Naro». Deutsches. Der lebende Leichnam. Koniggrauer Strasse. Macbeth. tirkus Busch. Gala-Vorstellung. irtu« Albert Schumann. Gala- Vorstellung. Amuno 8 llbr. Urania. �Hobenzollern'-Fahrte». Lesüng. Die Erziehung zur Ehe. Tod und Leven. Monti» eperetten. Der Zigeuner- prima». Metropol. Die Kino-Königtn. »kaminerspiele. Bürger Cchippel. Deutsches eperuhauS. Der Wafs enschmied. Schiller t». Wollenkraher. Schiller-Kharlotteuburg. Der Andere. Kurfürstcuoper. ToSca. Driano«. Wenn Frauen rei'en. KomSdieuhaus. Die Generalsecke Gross-Berlin. DaS Fürstenlind. Berliner. Filmzauber. Theater am Nolleudorfplatz. Extrazug nach Nizza. Theater des Westens. Die Seiden Hularen. Deutsche« Schauspielhaus. Der gutsitzende Frack. Kleines. Professor Bernhardt. Residenz. Die Frau Präsidentin. Tdalia. Puppchen. Luisen. Im wunderschöne» Monat Mai. Rose. Verlassene Frauen. Herrnfeld. Die SchonzeU- Jäger. Liebesprobe Gasino. Arthurs Flitterwochen. Wintergarten. EpezialUäteu. Amaitg S'f, Übe Friede. Wtlb. Schauspielhaus. Pariser Lust. Luftspieldau«. Majoltla. Walhalla. Parole: Walhalla! Foltes Gaprice. Des Löwen Er- wachen. Flohs Seitensprünge Ansang 8>/, Ubr. Reue« BoltStbcaier. Die Wildente Anlang�S�Ubr. SdmtralSpalaft. EtSdallett: Flirt in St. Moritz. '.' Sternwarte. Invaliden ttr. S7—«2. Leflinef Idesler. s Uhr- Filmzauber. teateriflderKQDijigrlitzerStraS f,, uhr: Macbeth. Tbeater des Westens. Uhr: Die beiden Husaren Sonnt, nachm. 3'/. Uhr; Frauenfrw«»r. löiitis Operetten-Theater (fr. Neues Theater). Amt Norden IUI. 8 Uhr: Der Zigeunerprimas. 8 Residenz-Tliealer.uhr. Uhr Schilier-TheaierO.aem«: Donnerstag, abends 8 Uhr: Wolkenkratzer. Freitag, abends 8 Uhr: lUo Heise durch Berlin in 80 Stunden. Sonnabend, abend« 8 Ubr: Wilhelm Tell. SetniTer-Theaier ChabrC Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Andere. Frei lag, abends 8 Uhr: IJrlel Acostta. Sonnabend, nachm. 3,10 Uhr: Wallenttelns Lager. Die Riooelomlnl Abend» 8 Uhr: __ Per Andere._ Den tochea Schanapielhaoa 8 Uhr- Der gutsitzende Frack. Die krao Präsidentin. (Madame la Preeidente). Schwant i. 3 Akt. v.Henneguin it Seher. Sonntag, 16. März, nachm. 8 Uhr: prillMmieiMg. TheateramKollendorfplatz Allabendlich 8 Uhr: Extrazug nach Nizza. Sonnabend 3 Uhr: Nathan der Gelse. luisen-IIieater. Donnerstag, abends 3 Ubr: Im wunderschönen Monat Mai. Freitag und folgende Tage: Im wunderschönen Monat Mai. Di« ersten Chorauftiihningen ton C£sar Pranck Die Seligpreisungen sind am©rflndonnerataje. den SO. HAra, abends Sv, Uhr, im Konzertsaal der Brauerei Frledrlchahatn, und am Karfreitag, den 81. Tlilra, abends 7 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide. Mitwirkende; Der Berliner Volks-Chor Dirigent Dr. Emst Zander das Blüthner-Orchester. Solisten; FrL Meta Zlotnicka, Elisabeth Christian die Herren Dr. Alfred Gattmann, Gustav Franz, Faul Bauer, Anton Sistermans. 244/10 ElnlaBkarten In alten Zahlstellen t 75 Ft., an der Abendkasse I Iii. Zirkus Merl Sehnmann. HeuteDonnerstag, denlS.M&rz, abends 7'/, Uhr: Gr. Elite» V orstellnng. U. a.: Herr Dir. A. Sehnmann mit seinen neuest. Orestionen. Prolongiert! Prolongfert!' 10 Lio-Hoi-Tschn's 10 Ohinesisohe Gaukler. _ W A pnetten-fanx-MtZs derspan. Clowns Carpin.Noppi und weitere 8 Attraktionen. BOP* Cm 9'/« Uhr:*880 Der unsichtbare Mensch. 4 Bilder aus Indien. Urania. Wissenschaftliches Theater. TanbenntraBe 4(4/49. Abends 8 Uhr: „Hohenzollem"- Fahrten.* OSE=THEATE Grosie Frantturter Str. 132. Zum ersten Male: Neriasstne Fraue«. BollSstück in 5 Alte» von R. gingen - Anfang 8 UI Freitag: Verlassene Uhr. „---------------- Frauen. SonnnS., nachm. 4 Uhr: Oie T liaben. küllrübruiigs- Homert Sonntag, den 10. BBru, nachmittags 4 Uhr, im BlOthner-Saal, LOtzowstr. 79. Herr Leo Kestenberg! Vortrag: Die Bedeutung Cdsar Francks für das Musikleben unserer Zeit Geseng: FrL Zlotnicka. Orgel: Herr Egon Petrl. Violoncello: Herr M. loevensohn. Einlaßkarten inkl. Garderobe 30 Pf. in den Zahlstellen. Voigt-Theater. Gesundbrunnen. Badfteaste 58. Donnerstag, den l«. März 1913: Gastspiel in Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 148. In Saus und Braus. Possem. Ges. t.3 Alt. v�acobson u.Hahn Ips58Age �auopliilllm > Mac-Frog, der unersättlicbe Frnschschlnchsr Das Verschlueksn u. Zurück- dringsn ieh. Frösche n. Fische. Die W1L.DEM Feuerfresser in ihren fana«. Märtyrer■ Prodnkllonen. On9~ Alle» lebend!"W All-» ohne Extra Entree! Reiebshaiien-Thealer Stettiner Sänger. Burleske von MeyseL Anfang 8 Uhr. Trianon-Theater. Wenn Frauen reisen. Ansang 8 Uhr. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr Arturs Flitterwochen. Der neue Schwanl-Schlager. Borher: Erna Koachel usw. Sonntag 4 Uhr: Die Hochftaplerin. ÄoflOU" llaiiBBOtraAA ÄO_ 7i Berliner Konzerthaus MausrstraSe 82.— ZimmerstraSe 90/91. Oroßes Doppel- Konzert. Gastspiel des PbliiiarDioDisebeo Blasorchesters ans Balland. Dirigent: Maestro Loreto Tesone. Mnsiko. KaUer-Alexander-Beg., Dirig. KgL Musikdir. Brane. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Fi Anfang 8 Uhr. Gr. laehmlltags-Ionzerl"-sä" HtSüMI Täglich präz. 8 Uhr abends: Die Sehonzeit- Zagsr. Ein Wald-Idyll in 2 Akten von Anton u. Uonat Hcrrnteld. lilebesprobe. Plauderei von Emst Klein. Zirkus Busch. HeuteDonnerstag, denliMärz, abends 7'/, Uhr: Die gr. März- Attraktionen. H.a.: Der mysterlfise Deckeniäuler? Karl-Eugen-Troupe, Gymnastik in höchst. Vollend. Clown Puplno mit seinem Tierzirkns. R»d 4 Beel, Manegekomiker. Geitchw. Fioohl in ihrem wundervoll. Reitakt sowie d. grolle Galaprogramm. Zum Schluß: Die gr.Pmukpanfc „Sevilla" in 8 glänzenden Akten. Theater Königstadt-Casino. Ecke Holzmartt. u. Aleyrnderstrasie. 1 Minute». Babnh. Jannowitzbrücke Tägl. nbd».'/,8, Sonnt'/,K Ubr: O. dleae ChaaflTonre l Lustspiel non Rich. Kesiler— u. j>as groft. Spezialitötenprogramm Jcd. 4. u. 18.: Programmwe�I. Zirkus Bsrum nedst greller :: Ualihlisr-Drescercchafi Iotut: IVcaktflln. BergatraOe, " i an der Walterstraße■■— Gala» Premiere mit einem vollständig neuen Sensations-Programm Donncratag, 13. Jliirs, abends 81/, Uhr. Jffetropol-Theater. Die Kino-Königin. Operette in 3 Akten von Jul. Freund lind G. Okcntowstt. Musil von Jean Gilbert. In Szene gesetzt v. Dir. Rich. Schultz.. KariBaetiiMinaJ. J. Clampietro G. Thielscher Y. Rorbert B. Bailot J. Rasska Ly Winter Ansang 8 Uhr! Rauchen gestattet 1 >Valbglla-Ibester. Wetnbergsweg 19/20. RosenthaL Tor. Heute 8'/. Uhr: „Parole: Walkalla!" Große JahreS-Revue. Die Abonnenten unserer Zeitung zahlen gegen Vorzeigung der Abonne- mentSquiltung für alle Plätze halbe Kasjenpreise. Folios Vapnivv. Täglich 8',. Uhr.> Dl« Mowlthtoa: U ■ Des Löwe« Enonche». Z Bant«? Toll.> i Flohs Seitevsprimge. S Concordia-Feslsäle. Inh.: M. Wandt u. A. Schütze 64 Andreaaatr. 64. Jeden Donnerstag: Große Soiree der allgemein beliebten und bekannten rnii vollständig neuem Programm Anfang 8 Uhr. »oirce: Frel-Isnz. Vorzugskarten haben Gültigkeit. Für den Inhalt»er Juieeat» abernimmt die Redattto« de« vnblitnm gegenüber tetnerlel Berautwortuug. Jedes Wort 10 Pfennig. Dm fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. ).Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. HermonnÄlati 6. Dsandlcibkiaus. Extrabillige Jadettanzüge. iBebrod- anzüge. HerreiibaietotS. Herrenbaien. Allerbilligster Betfenverfaus. Wäsche- berkaus.(Kacölnenberlaus. Teppich- Perkauf. Piülibdeden. Sleppdeden. Goldsachen. Taichenubren. Wand- udren. Wandbilder. Warenverkaui ebenfalls SonnlagS.* Borjnbrige eieganIeHerrcnanzllge nnb Paletots aus(einnen Makilopen 20— 40 Mark, Hosen 6—14 Marl. VeriandbauS Germania. Unter den Linden 21. Sonntag bis 6 Uhr ge- öffnet.» Teppiche!(sebierdasle) m allen Gröffen. soft für die Hälste des Wertes Teppichlager Brünn, Hadeicher Markt 4, Babnboj Börse.(Leier deS „Vorwärts' erkalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöftnet!' Gardinen! 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