Nr. 282. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pig. Sonntags- Nummer mit tauftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pig. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boit Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Bersammlungs Anzeigen 20 Pig Inferate für die nächite Nummer müssen bis 4 1hr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Ervedition in an Wochen: tagen bis 7 Ubr Abends, an Sonn und Fefttagen bis 9 Uhr Vor: mittags geöffnet. Fernfpredjer: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Freitag, den 1. Dezember 1893. wirken, folgten. Nach dem Rücktritte Bernhard Becker's von der Leitung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins wurde auf der zweiten Generalversammlung desselben am 30. November 1865 Mit dem 1. Dezember eröffnen wir ein neues Monats fofort Karl Wilhelm Tölde zum Präsidenten gewählt. An Abonnement auf den „ Vorwärts" Berliner Volksblaff mit der illustrirten Sonntagsbeilage " Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Beitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 Mark für das Quartal Gifer in der Agitation famen ihm Wenige gleich, er war bereit, überall als Redner, Agitator und Organisator aufzutreten, wodurch er sich ebenso große Sympathieen bei den Arbeitern als wodurch er sich ebenso große Sympathieen bei den Arbeitern als unauslöschlichen Haß bei den Gegnern erwarb. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Der Unterfügungswohnlik. Bereits in der Session des Reichstages von 1892/93 hatte die Regierung einen Gesezentwurf betreffend die Abgebracht. Die Sache kam damals nicht zur Erledigung änderung des Gesezes über den Unterstützungswohnsiz einund nunmehr ist der nämliche Entwurf, der bereits die Zustimmung des Bundesrathes gefunden hat, abermals dem Reichstage zur Beschlußfassung vorgelegt worden. In den Kämpfen zwischen Lassalleanern und Eisenachern stellte er seinen Mann, aber er war weitsichtig genug, einzusehen, daß die gegenseitige Bekämpfung der sozialdemokratischen Frak- Gegenwärtig ist jedermann zunächst unterstügungstionen die deutsche Arbeiterklasse schädigen müsse. Er arbeitete berechtigt in seiner Heimathsgemeinde, also in derjenigen für die Einigkeit der sich befehdenden sozialdemokratischen Gruppen, Gemeinde, in der bei seiner Geburt seine Eltern ansässig waren. Erst nach vollendetem 24. Lebensjahre kann er desto eifriger, je rücksichtsloser die Polizei gegen das ge- durch zweijährige Abwesenheit, also höchstens mit dem sammte Proletariat vorging. Als Tessendorf mit der Anklage vollendeten 26. Lebensjahre, der Unterstützungsberechtigung gegen den deutschen Arbeiterverein vorging, da wandte er sich in der Heimathsgemeinde verlustig gehen, erwirbt an die Parteileitung der Eisenacher und knüpfte Verhandlungen aber ebenso durch zweijährigen Aufenthalt die zum 8m3weck der Verschmelzung an. Niemand förderte dieselbe Unterstützungsberechtigung in mehr wie er, Niemand hielt getreulicher die in Gotha beschlossene Einigung als unser Tölcke. In einem Schreiben, daß er im Herbste 1874 an den leider entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 so früh verstorbenen August Geib richtete, der zu jener Zeit Mitunter Nr. 6708.) Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflichst, glied des Ausschusses der sozialdemokratischen Arbeiterpartei das Abonnement rechtzeitig aufzugeben, damit die regelmäßige( Eisenacher Richtung) war, sprach Tölcke den Wunsch aus, daß Bustellung des Blattes teine Unterbrechung erleidet. Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene endlich die Streitagt zwischen den bisher feindlichen Gruppen Theil der begraben, und eine Verföhnung angebahnt werden möge. Von Seiten der Eisenacher Richtung wurde in die Bruderhand mit Freuden eingeschlagen und der Einigungstongreß in Gotha, die Grundlage der heutigen sozialdemokratischen Partei tam zu Skizzen aus der sozialistischen Bewegung in Rußland auf Verlangen gratis nachgeliefert. Mitte Dezember beginnen wir die Veröffentlichung des stande. großen sozialen Romans Helene" von der bekannten und bei unseren Lesern so beliebten Romanschriftstellerin Minna Kautsky. Die Redaktion und Expedition des Treu hielt Tölcke zur Fahne, von dem Augenblicke an, wo er dem allgemeinen deutschen Arbeitervereine beigetreten war, trot aller Angriffe und Verurtheilungen, trotz des Sozialistengesetzes und des neuen Kurses, troß Krankheit und Siechthum. einer neuen Gemeinde. st er nicht mehr unterstützungsberechtigt in der Heimathsgemeinde, hat aber noch nicht durch fortdauernd zweijährigen Aufenthalt in einer anderen Gemeinde einen neuen Unterſtüßungswohnsiz erworben, so hat ihm für den Fall der Verarmung während dieser Zeit seiner Heimathlosigkeit der Land- Armenverband Unterstützung zu gewähren. Die wesentlichste Aenderung des Entwurfs an dem bestehenden Gesetz liegt darin, daß die Erwerbung des Unterstüßungswohnsizes bereits nach dem vollendeten 18. Lebensjahre stattfinden kann. Während also bisher jedermann in seinem Heimathsorte bis zum vollendeten 26. Lebensjahre unterstügungsberechtigt blieb, mochte er auch längst von schon vom zurückgelegten 18. Lebensjahre ab durch zweidort verzogen sein, soll nach dem geplanten Gesez jemand jährige Abwesenheit der Unterstützungsberechtigung verlustig gehen, oder sie durch zweijährigen Aufenthalt in einem neuen Wohnorte von neuem erwerben. An den Kongressen zu Halle und Erfurt nahm er Eine zweite Aenderung ist die, daß Personen, die in Aeltefter der Partei theil, und begeisterte mit seinen Reden einem Gehalts- oder Dienstverhältnisse stehen, sammt ihren „ Vorwärts" Berliner Volksblatt.ie ihm nacheifernde Jungmannschaft. Er mahnte in Erfurt die den Unterſtüßungswohnsitz theilenden Angehörigen stets in Töldre+. Unabhängigen" in begeisternden, aber von ihnen nicht ver- dem Dienſtorte unterstützungsberechtigt sind, sofern das standenen Worten zur Einigkeit. Im 77. Lebensjahre nahm Dienstverhältniß nur länger als eine Woche dauert. Auch er noch die Bürde der Wahlagitation im Kreise Dortmund für Lehrlinge ohne Lohnbezug ist die nämliche Bestimmung zutreffend. In später Nachtstunde erhalten wir die erschütternde Nach auf sich und nur der Niedertracht der Gegner ist es Wie aus jenen beiden Paragraphen selbst schon hervor richt, daß unser alter Tölcke heute Abend gestorben ist. Es ist zuzuschreiben, daß der bei der Arbeiterschaft so sehr geliebte und geht und in den Motiven des näheren erläutert wird, beuns nicht möglich, noch in dieser Nummer den Lesern eine volle hochgeachtete Tölcke einem Möller unterlag. zwecken diese Bestimmungen, einer ungerechtfertigten UeberWürdigung dieses Mannes zu liefern, die gleichzeitig ein Stück Am Sonntag werden die westfälischen Genossen den lastung einzelner Gemeinden oder Ortsarmenverbände entGeschichte der sozialdemokratischen Partei Deutschlands sein Leib des wackeren Kämpfers für die Arbeiterklasse ins gegen zu wirken. Sie greifen aber nicht das Uebel an der müßte. Nur mit wenigen Strichen sei heute fein Lebens- fühle Grab senken. Aber nicht nur die Sozialdemokratie Wurzel an, sondern liefern nur Palliativmittelchen, wie ja lauf gezeichnet. Westfalens, nein, die ganz Deutschlands wird das Gedächtniß Zu Iserlohn in Westphalen am 31. Mai 1817 geboren, des ehrwürdigen Greises in Ehren halten. Er wird als ein widmete er sich juristischen Studien. Politisch trat er erst Beispiel von Charakterfestigkeit, von Treue bis zum Tode uns im Alter von mehr als 50 Jahren in den Vordergrund. Er ge- allen als Muster dienen. Sein Name wird länger der Menschhörte zu den Jdeologen der Bourgeoisie, die dem Rufe heit erhalten bleiben, als der vieler Könige und Fürsten. Lassalle's, für die Befreiung der arbeitenden Klasse zu Feuilleton. Nachdruck verboten.] Skizzen thuen es, weil sie jetzt stärker sind als wir. Ich werde nur auf die Beschuldigung der Unsittlichkeit antworten." mit solchen Billen und Pflästerchen unsere Staats- und Gesellschaftshüter an den unheilbaren Schäden der gegenwärtigen Ordnung stets herumdoktern. In den für die Regierungsgeschäfte maßgebenden Kreisen und Klassen machen sich betreffs der Regelung des Unterstützungs- Wohnsizes zwei einander direkt entgegengesetzte Bestrebungen geltend. In Norddeutschland sucht man den Thatsache nicht beweisen wollen, daß die aufrichtigen Liberalen der sechziger Jahre unfittliche Menschen waren. Ebenso Der Staatsanwalt wollte die Unsittlichkeit die Unsittlichkeit des ist es mit unserer sozialistischen Bewegung die veschiedensten [ 21 Sozialismus beweisen und glaubt dieses Ziel damit erreicht Motive veranlassen die Leute sich uns anzuschließen. Da zu haben, daß er erstens darauf hinwies, daß unter den wir aufrichtige Leute sind, so beargwöhnen wir nicht Angeklagten sich sogar solche unsittliche Leute befinden, die die Aufrichtigkeit jener, die sich uns als Sozialisten vorsich zu Denunziationen hergaben, und zweitens auf die un- stellen; und außerdem sind die Bedingungen unseres aus der sozialistischen Bewegung fittlichen Mittel der Kriegsführung der ganzen Partei der Kampfes solche, daß es nicht möglich ist, die Leute gehörig in Rußland. Terroristen. Ich werde nicht den Sozialismus gegen die zu prüfen, ihre Persönlichkeiten genau festzustellen- weil Anklage des Staatsanwalts vertheidigen: das würde ebenso wie dazu keine Zeit haben. Solche Quasi- Sozialisten werden ( Aus dem Russischen überfest.) lächerlich sein, als wenn man den Glanz der Sonne oder einestheils, unter dem Einfluß der hohen sittlichen Lehre, Dann, nachdem er einen Schluck Wasser getrunken hatte, die Segnungen der Barmherzigkeit beweisen wollte. zu wirklichen, überzeugten Sozialisten, anderntheils verwies er auf die Beweise der Verbrechen eines jeden ein- Jeder, der auch nur oberflächlich die Lehre des Sozialis- rathen sie über kurz oder lang ihre geistige Armuth und zelnen Angeklagten hin, und wandte sich an die Richter mit mus kennt, weiß, daß er das letzte Wort der gesellschaftlichen ihre egoistischen Motive; und sobald dieses geschieht, zählen folgender Ermahnung: Sittlichkeit ist. wir solche Ehrlose nicht mehr zu unseren Kameraden. Meine Herren Richter, Sie befizzen alle ein Herz, Der Staatsanwalt konnte das Gegentheil davon nur Aber sehr oft werden wir unsere Fehler erst in dem sich das Mitleiden für die Angeklagten regen kann; zu beweisen suchen, weil er voraussetzte, daß die Richter dann gewahr, wenn Το ein angeblicher Sozialist ich bitte Sie, ich fordere es im Namen des Gesetzes, daß und das Publikum nicht den geringsten Begriff von dem bereits im Gefängniß sißt, 100 er unter dent Sie dieser Regung des Mitleides bei der Abfaffung Ihres Sozialismus haben und ihm auf das Wort glaubten, oder Einfluß seiner egoistischen Instinkte, die ihn vorher verUrtheils teine Aufmerksamkeit schenken. Mit leichtem weil er von einer Sache sprach, welche ihm selbst voll- anlaßten, sich uns anzuschließen, anfängt zu bereuen oder Herzen, mit ruhigem Gewissen unterschreiben Sie die kommen unbekannt ist. Ich werde nur auf die Anschuldigungen gar seine Kameraden zu verrathen. Solche giebt es auch Todesurtheile. Für solche Bösewichter ist kein Raum gegen die sozialistische Partei, daß in ihrer Mitte fich un im gegenwärtigen Prozeß es ist selbstverständlich, daß auf der Erde das Unkraut muß aus dem Felde sittliche Leute befinden, antworten, und dann in betreff tein Sozialist ihnen die Hand reichen wird, und wir sind ausgerottet werden." ihrer Mittel zum Kampf. daran unschuldig, daß man sie als Sozialisten verurtheilt, Darauf erhob sich einer der Angeklagten, ein junger" Im Verlauf einer jeden Gesellschaftsbewegung, wie da sie nichts Gemeinsames mit dem Sozialismus haben. Mann mit flugem Gesicht, und begann unter dem Kreuz- hohe Biele fie sich anch gesteckt haben mag, erscheinen, außer Ich begreife, daß man dieses that, um unsere Partei in feuer der feindlichen Blicke zu reden: deren aufrichtigen Anhängern, auch ehrlose Gesellen. So der Meinung der Gesellschaft herunter zu setzen, aber dieser " Ich leugne nicht die Thatsachen, deren ich angeklagt 3. B. erfaßte die liberale Strömung der sechziger Jahre Versuch ist nicht neu und erreicht sein Ziel nicht worden bin", sagte er, ich rechne mir dieselben zur Ehre eine Menge reaktionärer Lumpen und leichtsinniger Papageien, auch Jesus wurde zusammen mit den Räubern an. Sie wollen mich und meine Kameraden vertilgen, und aber der unparteeische Historiker wird auf Grundlage diefer an das Kreuz geschlagen. Diese Thatsache, daß sich Unterstützungs- Wohnsiz möglichst mit dem Arbeits- und Wohnorte zu identifiziren. In Süddeutschland dagegen Politische Leberlicht. Berlin, den 30. November. Aus dem Reichstage. Konnte die heute bereits in In dem uns zugegangenen Schriftstück heißt es: „ ftraffes gerichtliches". Wir nehmen aber von der Erklärung des offiziösen Blattes Aft.= wünscht man zu dem älteren Heimathssystem zurückzukehren, nach dem jedermann sein lebenlang in seiner Heimathsgemeinde unterstügungsberechtigt bleibt und deshalb, sollte Der Abgeordnete Zimmermann, den gleichen Spuren folgend sein Fraktionsgenosse Dr. Förster, glaubten aus der er anderswo verarmen, polizeilich nach der Heimaths- den vierten Tag hinein dauernde Etatsdebatte naturgemäß Mittheilung unseres Genossen Bebel, daß ihm in seiner gemeinde abgeschoben werden kann. Diese herrliche Eine zur Tagesordnung nicht mehr viel Neues bringen, so ents früheren Eigenschaft als Vorsitzender des Verbandes richtung, welche den Polizeischub zu einer der hervor behrte sie doch des hohen Interesses nicht. Zwar für den deutscher Arbeiter Bildungsvereine vom Nationalverein stechendsten Eigenthümlichkeiten im neuen Reiche der Gottes- ersten Redner, der heute zum Worte kam, möchten wir 200 Thaler zur Bekämpfung der Sozialdemokratie überfurcht und frommen Sitte machen würde, hat bislang dieses Urtheil nicht gelten lassen. Die forcirte Art, mit wiesen wurden, welches Geld aber später zum Theil dann indessen noch nicht Gnade finden können vor den Augen der der Herr Dr. Zimmermann seine Säße hinausstößt, konnte zur Förderung sozialdemokratischer Zwecke Verwendung fand, Regierungsmänner. Sie wollten aber auch nicht die süd nicht angenehm berühren, auch wenn das, was der Herr den Schluß ziehen zu dürfen, daß dieses Zugeständniß ein lichen Mitbureaukraten vor den Kopf stoßen und so zu sagen hatte, besser gewesen wäre, als die trivialen Platt- bedenkliches Licht auf die sozialdemokratische Moral werfe. haben sie denn zu den vorhin stizzirten Auskunftsmittelchen heiten waren, die er in Wirklichkeit zum besten gab. Die ihre Zuflucht genommen, die einem besonders fühlbaren Altstadt Dresden hat wirklich Malheur bei der Auswahl furzen persönlichen Bemerkung gedient und dabei eines BorBebel hat den antisemitischen Herren bereits in einer Uebelstande abhelfen sollen. ihrer Vertreter im Reichstage, seitdem sie sich von unserem ganges Erwähnung gethan, bei dem der Herr Dr. ZimmerDie neuzeitliche Entwickelung des Induftricalismus hat Genossen Bebel gewandt hat. Herr Oswald Zimmermann mann eine Rolle spielte, von der Bebel meinte, er würde es mit sich gebracht, daß junge Leute in großer Zahl ihre gehört zur Gattung des Papierschnitzel- Redners Hartwig, sich schämen, wenn ihm solches nachgesagt werden könnte. Heimathorte, besonders die ärmeren Landgemeinden vers sie halten sich die Waage. lassen, um anderswo danerd ihren Lebensunterhalt zu suchen. Der Vorgang, auf den Bebel Bezug nahm und von Eine Rede im großen Stile hörten wir von unserem dem Herrn Zimmermann überraschender Weise keine Kenntniß Diese Wohnsitzänderung vollzicht sich meist in der Zeit, Liebknecht. Es ist wahr, viel neues fonnte auch diese Rede haben will- wird in der Nr. 38 vom 22. September d. J. kurz nachdem ein junger Mann oder ein junges Mädchen nicht bringen, aber ist es die Schuld des Redners, daß des Organs des„ Konservativen Landes- Vereins im Königwirthschaftlich selbständig geworden sind, also nach dem unterm neuen Kurs, wie unter dem alten, dieselben Mißreich Sachsen":" Das Vaterland" mitgetheilt. vollendeten sechszehnten bis zwanzigsten Lebensjahre. Während stände fortwuchern und zur Geißelung herauszufordern! ihre Thätigkeit dem heimischen Gemeinvejen entzogen wird, Die Art übrigens, wie unser Genosse den Antisemitismus genoffen befinden sich bekanntlich mit den sächsischen KonserHerr Dr. Zimmermann und seine engeren Gesinnungsmuß dieses mindestens bis zum vollendeten 26. Lebensjahr der behandelte, wie er die hohlheit dieser Agitation aufdeckte vativen in einem erbitterten Krieg. Derselbe hat seinen Ausgewanderten im Falle ihrer Verarmung für sie Sorge tragen. und nachwies, daß das, was die angegriffenen Uebelstände Grund darin, daß die Antisemiten bei der Wahl den Ja, falls junge Leute vor dem vollendeten 26. Lebensjahre erzeuge, nicht Folge des jüdischen Kapitals, sondern des Konservativen, wie diese gewünscht nicht nur feine fich auswärts verheirathen, Kinder bekommen und ver modernen Kapitalismus überhaupt sei, mußte doch auch für Folge geleistet haben, sondern diese Partei sogar aus einer mögenslos sterben oder auch uneheliche Kinder hinterlassen, das Haus von Interesse sein, wie die gespannte Aufmerkteihe von Wahlkreisen verdrängt haben. Die Vors so hat die Heimathgemeinde resp. der Unterstützungswohn- samkeit bewies, mit der es dem Redner folgte. Auch die bereitungen zu dieser Aktion, bei der die Konservativen fitz der Großeltern dieser Kinder, selbst wenn diese Groß- Burückweisung des übermäßig ausgebildeten militärischen die Genasführten waren, sind nun von Dr. Zimmermann eltern längst verstorben sind, für die Kinder Sorge zu Selbstbewußtseins in die gebührenden Schranken und die und seinen Freunden schon zu einer Zeit getroffen worden, tragen. Unter den gegenwärtigen Umständen trägt also die Wahrung der Rechte der Volksvertretung haben die Herren wo speziell Dr. Zimmermann noch im Solde des Führers Hauptlast der Armenunterstützung gerade der ärmere Theil vom Bundesrath ebenfalls schon lange nicht mehr in dieser der Konservativen, des sattsam bekannten Herrn v. Friesen der Gemeinden, welcher Erwerbsuchenden geringere Gelegens entschiedenen Weise gehört und war das im Reichstag, wenn ſtand. Das Vaterland" fonstativt, daß das Blatt an dem heit zur Unterhaltsbeschaffung bietet. auch nicht neu, so doch sehr am Blaze. Da übrigens die Herr Dr. Zimmermann Redakteur war, die„ Reform", von Reden unserer Genossen Bebel und Liebknecht in den einem Konservativen"( Herr v. Friesen. R. d. V.) jährlich nächsten Tagen in Brochurenform erscheinen und zum eine Unterstützung von 2000 Rmt. erhielt. Selbstkostenpreis verkauft werden, so können wir uns hier ein weiteres Eingehen auf dieselben ersparen. 0 Als sich aber herausstellte, daß das Blatt trok der Subvention nicht zu halten war, hat Freiherr v. Friesen es gekauft und vertragsmäßig das Gehalt an den Redakteur, Herrn Dewald Zimmermann, bis zum Beginn des nächsten Bierteljahres gezahlt." Der neue Plan wird in einer großen Anzahl von Fällen diese Ungerechtigkeit beseitigen. Er beschwört aber andere Gefahren herauf. Ter Argwohn der Gemeinde behörde gegen Anziehende wird verstärkt werden, und soweit die Bestimmungen über Freizügigkeit den Gemeinden freien Wir wünschen nur, daß die Reden weiteste Verbreitung Spielraum lassen, werden sie suchen, sich alle Leute vom finden, eine bessere Erfüllung des in Köln so vielfach laut Halje zu halten, bei denen sie auch nur den entfernteſten gewordenen Wunsches um geeignetes Agitationsmaterial Argwohn haben, daß diese oder deren Kinder in abseh- kennen wir nicht. barer Zeit auf Unterstützung Auspruch erheben könnten. Aus der Rede des Reichskanzlers möchten wir nur v. Friesen, am Blatte weiter gearbeitet, zu gleicher Zeit aber Herr Zimmermann hat, auf Verlangen des Herrn Eine solche mißtrauische Gemeindepolitik hat sich früher den Satz herausheben, mit dem er die Einführung einer die Minen gelegt, bei deren Explosion, dann die Herren Mehnert, schon Geltung verschafft, sie wird noch mehr genährt durch Reichs Ginkommenstener ablehnte. Der Graf Caprivi er Friesen und Ackermann in die Luft flogen. Es ist also erdie Erleichterung bei der Erwerbung des Unterstützungs- flärte, wir müssen das Eigenthum schützen und wiesen, daß Herr Dr. Zimmermann in der Zeit, wo er wohnsitzes, die das neue Gesetz vorsicht. Troßdem indeß dürfen die Reichen nicht verderben. bedeutet es immerhin einen Fortschritt gegenüber dem Also deshalb kann die Reichs Einkommensteuer nicht traggeber und Brotherren hintergangen hat. noch an der konservativen Futterkrippe stand, seinen Aufälteren Zustande. eingeführt werden. Um die Reichen nicht zu verderben, Alle Einzelmaßregeln, die von der heutigen Gesellschaft deshalb eine Tabaksteuer, von der Anhänger und Gegner gegen Zimmermann bereits im Jahre 1886 ergangenes Das Vaterland" erinnert aus diesem Anlaß an ein zur Bekämpfung des Pauperismus ersonnen werden, zugeben, daß durch sie Zehntausende von Arbeitern außer Gerichtsurtheil in dem konstatirt wird, daß er, der Judendämmen das Uebel wohl hier und da ein, ausrotten können Brot kommen werden. fie es nicht, weil der Pauperismus, die Massenverarmung, Schutz der Reichen auf Kosten der Arbeiter das ist iüdischen Zeitschrift:" Auf der Höhe" war und daß er freffer par exellence mehrere Jahre Mitarbeiter an der eine nothwendige Begleiterscheinung der heute auf der also der Kern der Steuer- und Sozialreform unterm neuen einer unwürdigen Doppelzüngigkeit sich schuldig gemacht Massenausbeutung beruhenden Wirthschaftsordnung ist. In Kurs, genau so, wie es unterm alten war. dem Kampfe Aller gegen Alle gehen stets die wirthschaftlich Das es so ist, haben wir zwar auch früher schon gehabe." Schwächeren zu Gründe, die wirthschaftlich Schwächeren, wußt, aber ausgesprochen ist es nicht immer so offenherzig welche sich über die sozialdemokratischen Partei moquiren. Wir dächten, das genügt. So sehen die Herren aus, was nicht immer die Leistungsunfähigen sind. Die wirth worden. schaftliche Schwäche wird wesentlich dadurch bedingt, daß Den Schluß der Debatte bildete eine Rede des Anti- Zur Tabak- Fabrikatsteuer. Schon jetzt, wo noch die jemand der Ausbeutung sich nicht entziehen kann. femiten Förster. Dieser Herr machte den Vorschlag, die Bewilligung der Tabaksteuer durch den Reichstag in Frage Alljährlich wird ein Theil dieser Ausgebeuteten unter schöne Zeit im Reichstag nicht mit Reden über den Anti- steht, macht sich schon dieselbe mit ihrer Verheerung im stützungsbedürftig werden. Denjenigen, welche durch Alters- semitismus todtzuschlagen. Man foll auch vom Gegner hohen Maße bemerkbar. Bestellungen, welche schon vorher schwäche oder Juvalidität erwerbsunfähig geworden sind, lernen, und so folgen wir dem Rathe des Abgeordneten aufgegeben waren, werden bis auf weiteres annulirt und wirft man ja von Reichswegen jetzt einige kümmerliche und nehmen von seiner Rede weiter keine Notiz. Unsere tragen somit zur Entlassung der Angestellten bei, welche Brocken hin; wenig genug; immerhin ist das Prinzip der Leser können versichert sein, sie verlieren dabei nichts. nun brotlos einer traurigen Zukunft entgegen sehen, da Fürsorge der Gesammtheit für die Opfer der bestehenden Nachdem die üblichen Ueberweisungen an die Budget- auch keine Aussicht vorhanden ist, anderweitig Stellung zu Wirthschaftsordnung dadurch anerkannt worden. Würde kommission erfolgt waren, beschloß das Haus noch mit bekommen. In Hamburg( St. Georg), in der Litho dieses Prinzip eine konsequente Anwendung finden, würde Mehrheit, morgen den Jesuitenantrag in 1. ev. 2. Lesung graphischen Anstalt von C. Ludewig, die hauptsächlich andererseits dem Recht auf Leben auch das Recht auf zu behandeln. Dieser Beschluß ermöglicht eventuell bereits Etiquettes für Bigarrentiſten arbeitet, find sämmtliche GeArbeit zur Seite gestellt, so würde die ganze unerquickliche morgen eine Abstimmung. hilfen entlassen worden, ebenfalls mußten die Gehilfen mehrerer Armengesetzgebung in die Rumpelkammer gebracht werden anderer Firmen daselbst, durch das drohende Gepenst, Zu dem von uns veröffentlichten Grlaß des Die Tabatsteuer, ihre Entlassung entgegen nehmen. Wenn können. Doch diese Forderungen gehen der heutigen Ordnung Grafen Eulenburg bemerkt die Norddeutsche All- nun schon jetzt durch die Tabaksteuer viele Tausende und ans Leben, und deshalb wird es bei den bloßen Forderungen gemeine Zeitung":" Der Abdruck ist im Ganzen richtig Abertausende in Noth und Elend gestürzt werden, so muß bleiben. Die heutige Wirthschaftsordnung wird trotz aller bewirkt worden, nur" heißt es, von einigen unwesentlichen man sich fragen, wie ist es bei solchen Thatsachen zu ver Kurversuche ihre Gebrechen nicht los werden, weil sie Fehlern abgesehen, in dem Original nicht, wie im" Bor- antworten, diese Steuervorlage einzubringen? Soll das organische Krankheitserscheinungen sind. Die Wirthschaft wärts" gesagt ist, es set wird so weiter gehen, bis sie sich völlig zu Grunde gewirth- setzungen darauf zu halten, daß insbesondere auch abzugraben", wie sich das Ministerium des Innern in dem fei unter bestimmten Voraus vielleicht dazu beitragen, der Sozialdemokratie den Boden straffes gerichtliches", sondern daß ein strafgericht Erlaß„ Bekämpfung der Sozialdemokratie" vom 29. Juli 93 liches Einschreiten herbeigeführt werde." an die Herren Regierungspräsidenten ausdrückt. schaftet hat. " an unsittliche Menschen unter uns befanden, beweist kriegführende Partei anerkennt. Das ist aber nur Nach einer Stunde erschienen, der greisenhaft zitternde nur unseren Optimismus und unser Vertrauen zu den eine politische Finte, welche die bestehende Thatsache nicht Präsident Menschen, das ist eine Ungeschicklichkeit der Partei, aber umstößt, daß der Krieg thatsächlich und wirklich geführt sie schlugen die Augen nieder und der liberale Richter der Spitze, die sllavischen Richter; keine Unfittlichkeit. Unter den Aposteln befand sich Judas; wird. Die russische Regierung wendet alle ihre Kräfte für hatte nicht nur einen rothen Kopf, sondern auch einen unter uns stellen sich solche auch ein, aber kann man des- diesen Krieg auf: die Berhandlung der politischen Prozesse rothen Hals. halb, mit diesem Hinweise auf den Verrath, die ersten vor dem Kriegsgericht, anstatt vor dem Senate, und die ErChriften und die jetzigen Sozialisten der Unsittlichkeit be- flärung des Belagerungszustandes in vielen Gouvernements, traten Soldaten und stellten sich je zwischen einen AngeDie Angeklagten, nahmen ihre Pläge ein; in den Saal schuldigen? sind das nicht handgreifliche Beweise dafür, daß selbst die klagten auf; ihnen war anbefohlen, beim ersten Worte Ich gehe jetzt über zur Beschuldigung der unfittlichen Regierung den Krieg als Thatsache anerkannt hat? Die irgend eines der Angeklagten diesem sofort den Mund zu Mittel in unserem Kampje. Die Beweise des Staats- Degierung erklärte der ganzen Jutelligenz den Ausrottungs- stopfen und ihn aus dem Saale zu schleppen. Der anwalts scheinen im gegebenen Falle vollkommen logisch zu krieg: über die Gesellschaft herrscht der weiße Schrecken, der Präsident hatte eine schrille Stimme und stotterte übersein. Aber man darf nicht übersehen, daß er zum Militär rothe aber über uns. Der Krieg ist also eine Thatsache. Dies; er übergab deshalb das Urtheil zum Verlesen dem gehört. Soust hätte er nicht übersehen können, daß die Aber wenn dem so ist, so verliert die Tödtung seiner liberalen Obristen, welcher laut, aber mit zitternder Stimme, Bergehen, deren er uns antlagt, nur eine äußerliche Aehn Feinde auch den unsittlichen Charakter. Früher, als wir drei Todesurtheile, eine Wenge Jahre Zwangsarbeit und lichkeit mit denen befigt, welche der Sittenkoder als unfitt- noch Idealisten waren, bildeten wir uns ein, daß die fried Verschickung zur Ansiedelung verlas. liche Verbrechen anerkennt. Unseren Verbrechen fehlt voll- liche Propaganda der sozialistischen Jdeen möglich sei, ohne kommen das persönliche Motiv, welches unumgänglich noth- politischen Kampf, wir wollten die Regierung vollständig urtheilten aus, ehe noch der gähnende Soldat Zeit hatte ihm Es lebe das Bolt!" rief einer der zum Tode Ver wendig ist, damit sie als unsittliche verdammt werden ignoriren, indem wir die Kräfte des Boltes zum an die Gurgel zu packen. Kampfe gegen den Kapitalismus organisiren wollten. Aber Die leuchtende Sonne beschien mit Strahlen dieses Die jetzigen Zustände in Rußland sind keine friedlichen, erinnern sie sich, mit welchen terroristischen Mitteln die schmachvolle Bild aus der russischen Geschichte des 19. Jahres herrscht ein unvergleichlicher, ein origineller Krieg. Die Regierung gegen unsere friedliche Propaganda vorging hunderts. bewaffnete Regierung betämpft mit allen ihren Kräften für die Belehrung der Arbeiter und die Vertheilung von eine Gruppe von Sozialisten. Sie bekämpft uns mit dem Büchern verurtheilte man uns zur Zwangsarbeit. Die ganzen Arsenal ihrer Strafmittel, wir, als die Partei Regierung hat zuerst uns den Krieg erklärt, und wir waren der Minderheit, führen einen Partisauenkrieg. Dem Staats- gezwungen, diesen aufzunehmen. Man nahm uns das Feld anwalt und den Richtern, als Militärpersonen, muß es zur unserer speziellen Thätigkeit im Volke, und wir mußten uns Genüge bekannt sein, daß bei einer solchen Ungleichheit der dasselbe zurückerobern. Uns ist der Mord, sowie die ganze Kräfte tein anderer Krieg möglich ist, als der Partijanen- Konspiration zuwider, aber à la guerre, comme à la guerre! frieg. Dem Staatsanwalt wird es niemals einfallen, die( so geht's nun einmal im Krieg)." fönnen. Aus Leichtsinn. Es war eben dunkel geworden. Die Wirthin einer Wohnung, in welcher sich die Revolutionäre versammelten, Frau Jsjumtin, eine modisch gekleidete Dame, ging in ihrem Empfangssalon in angenehmer Erregung auf und ab: bei russischen Bauern, die anno 1812 den Partisanenkrieg mit Der Angeklagte schwieg und setzte sich. Die Mitglieder ihr sollte eine Berathung der Sozialisten stattfinden. Sie allem Nachdruck führten, der Unsittlichkeit anzuflagen; aber des Gerichtshofes sahen schon lange den Bäsidenten an, weiß nicht, worüber berathen werden wird, aber sie hofft, uns flagt er eines ebensolchen Krieges wegen der Un- als ob sie von ihm erwarteten, daß er den frechen An- daß man ihr nachher beim Thee Einiges mittheilen wird. fittlichkeit an. Uus wird vorgehalten, das waren zwei geklagten zum Schweigen bringen würde. Die Generale in Ihre Neugierde ist sehr erregt worden; im Herzen hat sie triegsführende Parteien, aber ihr seid Rebellen. Aber dem Zuschauerraume steckten die Köpfe zusammen und dasselbe prickelnde Gefühl, wie sie es beim Lesen der das ändert das Wesen der Sache nicht. flüsterten sich zu: Romane voller wunderbaren und entseglichen Vorfällen Ein fluger Schelm! Wie man es nehmen will, aber empfindet. von seinem Standpunkt aus hat er Recht." Auch die Türkei erkannte die Herzegowina nicht als friegsführende Partei an, wie überhaupt keine Regierung den Theil der Bevölkerung, der ihr den Krico erklärt, als Die Richter entfernten sich, um das Urtheil zu formuliren.] ( Fortsetzung folgt.) adrout Sicherlich nicht, man wird das Gegentheil erzielen, was uns schon recht sein kann. Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sitzung die Denkschrift über das oftafrikanische und das südwestafrikanische Schuhgebiet sowie die Denkschrift betreffend die Verwendung des Afrikafonds und den Beitritt Großbritanniens zu der Dresdener Sanitäts- Konvention zur Kenntniß genommen. Dem Abkommen mit der Schweiz über den Patent, Muster- und Markenschuh wurde die Zustimmung ertheilt. Totiedrus 19b Herr von Huene hat das ihm von Parteigängern der Zentrumspartei angebotene Reichstags- Mandat abgelehnt. Gegen die Weinsteuer. Die Neltesten der Berliner Kaufmannschaft und die Vertreter der norddeutschen Handelskammer beschlossen folgende Erklärung: Die am 29. November 1893 zu Berlin versammelten Delegirten norddeutscher Handelskammern sprechen sich über die Grundzüge des Gesezentwurfes, betreffend die Einführung einer Reichs- Weinsteuer, dahin aus: Panama in Bulgarien. Vor einigen Monaten I preußischen Finanzverwaltung bis heute auch nicht ein einziger wurde der Staatssekretär des bulgarischen Ministeriums Fall, wo Ursprungszeugnisse gefälscht worden seien, bekannt gedes Auswärtigen, Iwan Panajotoff, der Ver- worden wäre, auch in Emmerich nicht. Der deutsche Konsul in Galatz schildert eingehend die namhaften Summe von Staatsgeldern beschuldigt. Differentialzols auf russischen Roggen von den deutschen nichtung von Staatspapieren und der Unterschlagung einer des namhaften Summe von Staatsgeldern beschuldigt.orgfältige kontrolle, die seit dem Inkrafttreten ( Nr. 1248) mittheilt, das Appellationsgericht zu Sofia zu fordert Abschluß von Handelsverträgen auf ein Jahr! Herr Jezt hat ihn, wie das Regierungsorgan„ Gwoboda" Differentialzolls auf russischen Roggen von den deutschen Konsuln in Rumänien geübt werde. Graf Kaniz 8 Jahren Gefängniß und zur Rückgabe des unterschlagenen v. Stumm erklärte dagegen langfristige Verträge ſeten noth Geldes verurtheilt. wendig. Die von Bachem und Andern als bedenklich bezeichnete Einfuhr russischen Mehls wurde als unerheblich nachgewiesen. In Bulgarien ist man der Meinung, daß die himmel: schreienden Beweise des Verbrechens auf die Richter nicht Ein statistischer Nachweis über die Lohn- und Arbeitszustände so wirken würden, hätte der Angeklagte mit mehr Vorsicht in der deutschen Korkindustrie, um den Schoenlank ersucht, wird von den Unterschlagungen der anderen", d. h. der" höheren" möglich, zugesagt. von dem Regierungsvertreter, soweit dies in der Kürze der Zeit Beamten gesprochen. Jedenfalls beweist dieser Prozeß und Die nächste Sigung findet am 1. Dezember Vormittags 10 andere dieser Art, die in Bulgarien nicht selten sind, daß Uhr statt. bei günstigeren Zeiten, d. h. nach dem Falle Stambulow's, eine ganze Unmasse Korruption aufgedeckt werden wird, so daß Bulgarien fich wie Frankreich und Italien auch seines eigenen Panama's rühmen können wird. 1. Die vorgeschlagene Form der Besteuerung, die künst fich geschaffenen Unterschiede zwischen Groß und Kleinhandel, th die Berechnung der Steuer nach dem Werthe des Weines und besonders die überaus läftigen und verlegenden Kontrollmaßregeln schädigen den Handel und die Produktion auf das Empfindlichste. 2. Der Ertrag dieser Steuer wird unzweifelhaft erheblich hinter den Voranschlägen zurückbleiben und steht in keinem Verhältniß zu den enormen Erhebungskosten, und beauftragen eine Kommission, bei dem Herrn Reichsfangler und dem hohen Reichstage in eingehender Begründung dahin vorstellig zu werden, daß von der geplanten Reichs Weinsteuer Abstand genommen werde." SHILA Parlamentarisches. Auer und Gen. folgenden Antrag eingebracht: Die fozialdemokratische Fraktion hat gestern durch 012 die verfassungsmäßige Zustimmung zu ertheilen. Der Reichstag wolle beschließen, folgendem Gefeßentwurf மாற்றக * 庄 Das soeben ausgegebene erste Verzeichniß der bei dem Reichstage eingegangenen Petitionen umfaßt 8247 Nummern. Besonders zahlreich sind die Petitionen um Beibehaltung des Gefezes, betreffend den Orden der Gesellschaft Jesu. Sehr viele Petitionen find ferner zu den Entwürfen eines TabatsteuerGesetzes, sowie eines Weinsteuer- Gesezes eingegangen. day Parteinachrichten. Parteiliteratur. Der Parteivorstand hat beschlossen, die Der Artikel 31 des Gesetzes, betreffend die Verfassung des letzten Etatreden der Abgeordneten Bebel und Liebknecht in Deutschen Reichs vom 16. April 1871, Bundes- Gesezblatt 1871, Massenauflage herstellen zu lassen. Die Broschüre wird 4 Bogen Nr. 16, S. 63, wird wie folgt abgeändert: großen Formats start und soll im Detail 15 Pf. tosten. An Kolporteure und bei Partienbezug wird die Broschüre für 10 Pf. abgegeben. Artikel 31. a Ohne Genehmigung des Reichstages fann kein Mitglied des selben während der Sigungsperiode verhaftet oder wegen einer mit Strafe bedrohten Handlung zur Untersuchung gezogen werden, außer wenn es bei Ausübung der That oder im Laufe des nächfolgenden Tages ergriffen wird. * Bestellungen sind zu richten an die Buchhandlung des Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 2. Bei den Stadtverordneten- Wahlen in Halle a. S. gelang es den Sozialdemokraten, in zwei Bezirken mit ihren Kandidaten durchzubringen. Kriegerverein in Großbreitenbach, einer thüringischen Seestadt, „ Wegen sozialdemokratischer Umtriebe" wurde der aufgelöft und sein 1600 M. betragendes Vermögen tonfiszirt. Der KriegerWird sich der Verein das gefallen lassen müssen? verein in Blankenbain dagegen scheint durchaus militärfromm und musterknabenhaft zu sein; er schloß drei Mitglieder wegen sozialdemokratischer Gesinnung aus. Zum Bostetat. Die offiziöse„ Deutsche Verkehrs- Zeitung" setzt den Kampf gegen die Einführung des Systems der Altersstufen auch in ihrer Nummer 47 fort. Nachdem sie in Nr. 46 selbst einen Weg bezeichnet hatte, der den Unterbeamten feine Auf Verlangen des Reichstages wird jehes Strafverfahren Echädigung bringen würde, nämlich den der fürzeren Auf- gegen ein Mitglied desselben und jede Untersuchungs-, Strafrückungs- Zeiträume, erklärte fie gleichzeitig diese Regelung aus oder Zivilhaft für die Dauer der Sizungsperiode aufgehoben. ufgehob Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse" das heißt auf Moloch für unthunlich. Heute will sie ihren Lesern nun Der Seniorenkonvent war gestern Mittag wieder zusammenwiederum weiß machen, wie sich grade die mittleren Beamten" getreten, um die Betheiligung der Fraktionen an den Kommissionen unter den jetzigen Verhältnissen besonders günstig stehen. Aller- festzusetzen. dings, das von ihr angeführte Beispiel läßt dieses glaubhaft er- Eine definitive Entscheidung konnte noch nicht getroffen scheinen, wenn man den Ober- Postdirektions- Sekretär, eine werden, weil nach einer Meldung des Abg. Dr. Böckel die Abgg. Durchgangestellung zu den höchsten Stellen, zu den mittleren Ahlwardt, Bandmair und Dr. Sigl sich bereit erklärt haben, bei Beamten" zählen könnte. Ein solcher Beamter hat nach dem von der Deutschen Reformpartei( Antisemiten) dergestalt zu hofpitiren, ihr vorgeführten Beispiele heute nach 7 Dienstjahren gegen daß sie, bei Besetzung der Kommissionen, dieser Fraktion zu 1 tivol die voraussichtliche Gestaltung der Stufen schon ein Plus gerechnet werden wollen. von 500 Mark. Wenn diese mittleren" Beamten sich jetzt Hierdurch erreicht die Deutsche Reformpartei diejenige MitGenosse Thiel( Breslau) hat am 29. November den Rest so günstig stehen, so ist es theilweise eine Folge der kurzen gliederzahl, welche ihr geschäftsordnungsmäßig eine Betheiligung seiner 17monatlichen Gefängnißstrafe, die in noch 15 Wochen diätarischen Beschäftigungszeit von 21/2 Jahren, an der beileibe an den Kommissionen sichert, und wird daher das Stärkeverhältniß besteht, angetreten. Er war, wie wir bereits mitgetheilt, gegen nicht gerüttelt werden darf. die Deutsche Verkehrs- der verschiedenen Fraktionen in den Kommissionen eine Verände: Kaution von 5000 M. beurlaubt worden, um der Beerdigung Zeitung" die Interessen dieser ihr so nahe stehenden Herren rung erleiden, die bis Morgen rechnungsmäßig festgestellt werden seiner Mutter beizuwohnen. unter ihre Fittiche nimmt, ist selbstverständlich, ebenso selbst- soll. Gegen den Anspruch des Abg. Böckel wurde von keiner Seite verständlich, daß sie ihren weiteren Berechnungen eine 5jährige Widerspruch erhoben. " Eine " " Der schweizerische sozialdemokratische Parteitag fand diätarische Beschäftigung der Postassistenten zu Grunde legt. Es Die weiteren Verhandlungen des Seniorentonvents ergeben, am 25. November in Olten statt. Es waren 43 Delegirte aus ift dies ein Zeichen, daß sich die Verhandlungen und Erwägungen daß nach Erledigung des Jesuitenantrage der Reichstag 18 Orten vertreten. Der Parteitag wurde von Wullschlegerum Reid spostamt auf derselben Linie bewegt haben und daß an in die Berathungen der Steuergesetze eintreten wird. Basel ohne Thronrede" eröffnet. In seinem Referat über die dieser bis jetzt üblichen, die Poſtafsistenten schädigenden Praxis Berständigung über die Reihenfolge dieser Berathung wurde Propaganda für das Recht auf Arbeit" theilt ( siehe Nr. 271: das Altersstufen- System) auch in Butunit nichts nicht erzielt, weil die Vertreter der konservativen und national- Genosse Wullschleger mit, daß für das Initiativbegehren geändert werden soll. Haben die Freunde des Er- Ranzlers liberalen Parteien den Wunsch hatten, mit dem 40 Millionen- 62 642 Unterschriften gesammelt worden seien. Die Geschäftsdurch ihr:„ Schreien wir!" der Regierung so große, aus den gesez( Finanzreform) zu beginnen, während Zentrum, Sozial- leitung wurde beauftragt, die Agitation einheitlich und energisch Taschen des Volkes bezahlte Vortheile abgetroßt, warum sollte demokraten und die vereinigten Freifinnigen den Standpunkt fortzusetzen. Bezüglich der Nationalrathswahlen hebt der Reunter den unteren Bofibeamten nicht auch ein Ruprecht- Ransern vertreten, zuerst die einzelnen Steuervorlagen vorzunehmen. ferent die Wichtigkeit der selbständigen Thätigkeit der Genossen entstehen, der dem Protest der Arbeiter der Postverwaltung ein Die Entscheidung hierüber erfolgt im Plenum des Reichs- in den einzelnen Wahlkreisen hervor. Von einer Bentralstelle tausendfältiges Echo schafft? tages bei Feststellung der Tagesordnung für nächsten Montag. aus laffe fich diese Agitation nicht leiten. Die Zahl der für Jm Uebrigen ist es ergößlich zu sehen, wie die den Herren Das Zentrum sprach noch den Wunsch aus, die zweite Berathung fozialdemokratische Kandidaten abgegebenen Stimmen schwankt Stephan und Fischer in der 2. Lesung 1893/94 ertheilten des Jesuitenantrages unmittelbar an die erste Berathung an- in der Schägung zwischen 25 000 bis 32 000 Stimmen. Abgegeben Lehren fitzen und heute noch schmerzen. Das bezeugt die zuschließen, um eine Abstimmung über den Antrag zu ermöglichen, giftige, ganz im Stile des Herrn Fischer geführte Polemit des was, wenn die zweite Berathung nicht auf die Tagesordnung geOrgans für die oberen" Verkehrsbeamten gegen die Volks- segt wird, unthunlich ist. Zeitung".Die Bertreter der Nationalliberalen und der sozialdemokratischen Fraktion befürworteten den Zentrumsvorschlag, während das reifinnige Mitglied des Seniorenkonvents widersprach und von tonservativer Seite keine Aeußerung erfolgte. wurden von den zirka 600 000 Stimmberechtigten ungefähr 350 000 Stimmen. Davon fielen auf sozialdemokratische Kandidaten 25 000, so daß, wenn das Proportional- Wahlsystem eingeführt wäre, 8-10 Mandate der Partei zufallen würden. Die Ver Der Kölnischen Volks- Zeitung" ins Stammbuch. legung der Maifeier auf einen Sonntag könne für die Das Hauptorgan der Zentrumspartei im Rheinland bat Schweizer Genossen als überwundener Standpunkt gelten. Wullschleger berichtet ferner, daß vom Züricher Kongreß, uns gelegentlich der Diskussion über die Gewerkschaftsfrage welcher 10 000 Franken Kosten verursacht habe, noch 705 Franken den kaum selbstlosen Rath ertheilt, daß wir das Beispiel Die Handelsvertragskommission hat am 30. November zu decken feien. Man stimmt der Anregung bei, sich zur Deckung der schweizerischen Sozialdemokratie befolgen sollen, welche in Anwesenheit zahlreicher Regierungsvertreter ihre erste ordent- dieses Defizits an die Genossen des Auslands zu wenden. mit den linksliberalen und ultramontanen Sozialreformern liche Sigung abgehalten. Trotz des Vorschlages des Vorsitzenden, Beschlossen wurde ferner einstimmig, in der ganzen Schweiz des öfteren Waffenbrüderschaft geschlossen haben. Die des Herrn Hammacher, von der Generaldebatte abzusehen und eine Geldsammlung zu veranstalten, um den in Bern wegen des Kölnische Bolts- Beitung" wird baß erstaunt sein, daß nicht die einzelnen Verträge paragraphenweise durchzugehen, entspann Krawalls Angeklagten eine tüchtige Bertheidigung geben zu nur wir ihren Rath nicht befolgen, sondern daß auch die sich eine lebhafte Auseinanderseßung über eine Reihe grundsäh. fönnen.( Der Prozeß dürfte ca. 3 Wochen dauern.) licher Fragen. Die Redner der Konservativen, als erster Herr Ein Antrag aus Luzern, an den Bundesrath das Verlangen schweizerische Sozialdemokratie eine entschiedene Schwenkung von Staude, kamen vom Hundertsten ins Tausendste und er- zu stellen, arbeitslose Schweizerbürger aus Bundesmitteln zu in der Richtung zur Taktik der deutschen Sozialdemokratie schöpften sich in Deklamationen über die Schrecken der Währungs- unterſtügen, führt zur Beschließung der Einreichung einer bezüggemacht hat. Auf ihrem lezten Parteitage haben unsere zustände und über die Gefahr der ausländischen Getreideeinfuhr. lichen Betition an den Bundesrath. Schweizer Parteigenoffen folgende von Lang und Steiger, Berr v. Staudy forderte eine statistische Uebersicht über die weder über die allgemeine unentgeltliche Kranten. Genosse Lang referirt hierauf über die Initiative der lange Zeit in unseren Reihen mittämpfte, beantragte er noch die anderen Kommissionsmitglieder, noch die Regierungs- über die allgemeine unentgeltliche KrankenResolution gefaßt: vertreter sich klar werden konnten. Aber fast dreiviertel Stunden pflege. Eine Resolution, welche die Erlangung einer unentIn Erwägung: 1. Daß auch die schweizerische Sozial- verstrichen bei unfruchtbarem Hin und Wider, bis endlich der geltlichen Krantenpflege als das Ziel sozialdemokratischer demokratie auf dem Boden des Klassentampfes Verschleppungsredner ersucht wurde, seinen Antrag schriftlich zu Politik hinstellt, fand Annahme. An den Vortrag des Genossen steht und von der Anschauung ausgeht, daß eine Verformuliren. Lang knüpfte sich eine lange Debatte über das Tabats. föhnung der Interessen des Proletariats Gin redaktionelles Versehen, das im spanischen Vertrag die monopol". Einige Redner verwarfen dasselbe als ein mit denjenigen des Rapitals nie und nimmer Tariffäße für grobe und feine Tuche verkehrt angefeßt hat, soll staatskapitalistisches Unternehmen. Von anderer Seite hingegen denkbar ist; 2. daß diejenigen bürgerlichen im Plenum richtig gestellt werden: die spanische und deutsche wurde geltend gemacht, daß das Monopol früher oder später doch Politiker, welche die Klaffengegenfäße ver- Regierung baben sich darüber bereits verständigt. tommen werde; deshalb sei es gerathen, dasselbe jetzt zu verlangen, wischen, das Klassenbewußtsein unterdrücken Der Führer des Bundes der Landwirthe, Herr von Plöz gleichzeitig aber die Bedingung daran zu knüpfen, aus den und einer Vereinigung des Proletariats mit ersucht die Regierung um Aufklärung darüber, weshalb die Ueberschüssen die Kosten für die unentgeltliche Krantenradikalen bürgerlichen Parteien das Wort spanische Regierung auf die Aufnahme des ermäßigten Roggenpflege zu bestreiten. Als Vorort der Partei wird hierauf, reden, meist nur das Proletariat den Absichten zolles Werth legt, und tritt für den Fünfmarkzoll ein. Staats- da Basel eine Wiederwahl ablehnt, Solothurn und als Präsident der Bourgeoisie dienstbar machen wollen, beschließt: 1. Die fefretär von Marschall erflärt, einen besonderen Werth habe der Geschäftsleitungs- Kommission Fürholz gewählt. In das Mitgliedschaften und Genossen werden aufgefordert, in der Spanien dem 3.50 Mark- Boll auf Roggen nicht beigelegt. Der Parteifomitee werden gewählt; Bieng- Winterthur, Heritier- Genf, Agitation ein Hauptgewicht auf die Förderung der Erkenntniß Wunsch Spaniens, diese Tarifpofition festzulegen, sei von der Lang und Seidel Zürich, Steiger und Wullschleger- Basel, zu legen, daß alle bürgerlichen Parteien der deutschen Regierung abgelehnt, dagegen sei die Meistbegünstigung Devoignes Neuenburg, Sted- Bern, Lueginbühl- Bingenthal und Zimmermann- Luzern. Die Geschäfts- Prüfungskommission ist von gegenüberstehen. 2. Mitglieder der sozialdemokratischen Auf die Frage des Herrn von Plöß, was Deutschland zu den Orten Winterthur, Basel und Zürich zu bestellen, Partei dürfen fünftig weder Vertrauensposten irgend welcher thun gedente, wenn Spanien gleich Italien Goldzölle einführt, Zum Schluß wurde eine Resolution angenommen, welche Art in einer bürgerlichen Partei bekleiden, noch einer bürger- und auf ähnliche Klagen Kardorff's führte Herr v. Marschall felbständiges Vorgehen empfiehlt bei Ausstellung von Kandidaturen lichen Fraktion angehören." aus, daß die deutsche Regierung sich nicht verpflichten fönne, nach Maßgabe der Proportionalität. Die Verordnung über den Prager Ausnahme- da es sich in diesem Falle um eine Frage der inneren Politik Spaniens handle. zustand wurde von dem Ausschuß des österreichischen Ab- Der Zentrumsredner, Herr Lieber, fette auseinander, daß geordnetenhauses mit Zweidrittel- Majorität genehmigt. der 1. Februar 1892, ein dies fatalis, ein Schicksalstag, sei, von Natürlich stimmten die Liberalen einhellig dafür. dem an die Tarifverträge Deutschlands die Grundlage für die Sandelspolitik geworden wären. Sozialdemokratie als reation Devoignes- Neuenburg, Parteien zugestanden worden. Der Bankfrach folgt nun dem politischen Krach in Italien. Der Credito mobiliare mit einem Aktienkapital von 60 Millionen Lire( 48 Millionen Franken) hat seine Bahlungen eingestellt. Es steht in Italien mehr auf dem Spiele als ein Ministerium, muß auch bei dieser Gelegenheit wieder hervorgehoben werden. Ist der Zar Präsident der französischen Republit? So muß man sich fragen, wenn man die folgende Depesche aus Baris lieft: " 1 Damit waren die Verhandlungen erschöpft und Genosse Wullschleger schloß den Parteitag mit dem Wunsche, derselbe möge eine weitere Etappe bilden in der Entwickelung der Partei und lud die Anwesenden ein zu einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie, in welches dieselben begeistert einstimmten. " 6600 Literarisches. Die anderen Staaten hätten sich auf andere, als langjährige Berträge überhaupt nicht eingelassen. Man solle die alten Interessenfämpfe, die aus der Frage des Identitätsnachweises, der Währungsfrage u. f. w. hervorgehen, jetzt nicht aufleben lassen und verschärfen. Während der Umschlag des russischen Getreides Von der Neuen Beit"( Stuttgart, J. H. W. Diey' am Pruth durch eine gute Kontrolle verhindert wurde, wurde von gut unterrichteten Leuten behauptet, daß in Emmerich gefälschte Ursprungszeugnisse vorkämen; ein holländischer Bürgermeister wurde beschuldigt, solche Zeugnisse zu fälschen und dadurch die Einschmuggelung des russischen Korns als meistbegünstigten Rorn zu begünnigen. Die extremen Blätter greifen die Kombination Spuller wegen der angeblichen Russenfeindlichkeit des Letzteren auf das Schärffte an; der Intransigeant" nennt ein Rabinet Spuller eine Infulte für Rußland. Auch der radikale Voltaire" hebt hervor, Spuller sei bisher ein Gegner der französisch- russischen Allianz gewesen. Einige Blätter, welche ein Kabinet Spuller In Sachen der Ursprungszeugnisse, über die auch Graf Kaniz sonst günstig beurtheilen, sagen demselben teine Dauer lagt die russisch- rumänische Grenze sei undicht giebt der lenobasxs! A xs! A Vertreter des preußischen Finanzministeriums bekannt, daß der Die Staatssekretäre von Bötticher und Marschall erbrachten auf Grund der Einfuhrstatistik und an der Hand von amtlichen und Handelskammerberichten den Beweis, daß Herrn Lieber Befürchtungen nicht begründet sind. voraus. Verlag) ist soeben das 3. Heft des 12. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Bet- und Bußtage. Stizzen zur Tabatsteuer. Von Unus. Der Riesenausstand im englischen Kohlengewerbe. Seine Ursachen, fein Streitobjekt und seine Begleiterscheinungen. Von Ed. Bernstein,( Schluß.) Preußische Gewerbe- Inspektion im Jahr 1892. Don Dr. May Quarc. Notizen: Die endlich erschienene Statistik der Reichstagswahlen von 1898". Literarische Rundschau. Feuilleton: At Davan. Stizze aus dem sibirischen Leben von Wladimir Korolento. Deutsch von Norbert Hoffmann.( Fortsehung.) MorigEtablissement MorigVerband der Geschäftsdiener, 9 Tischler- Verein. Sonnabend, den 2. Dezember, Abends Für den Inhalt der Injeräte über Blas. Buggenhagen. Blas. Pacer und Berufsgenossen.hr, Melchiorſtr. 15: nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 1. Dezember. Opernhaus. IV. Sinfonie- Abend der föniglichen Kapelle. Schauspielhaus. Das Buch Hiob. Deutsches Theater. Kain. Die Mitschuldigen. Berliner Theater. Der Veilchenfreffer. Leffing- Theater. Der Andere. Friedrich- Wilhelmkädt. Cheater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Die Dragoner. Wallner Theater. High- life- Vorstellung. Neues Theater. Jugend. Central- Theater. Die eiserne Jungfrau. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Alexanderplat- Theater. Die Kon.feftioneuse. National Theater. Der Schlosser. Theater Unter den Linden. Mikado. Wintergarten. Spezialitäten Vorftellung. = Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in Amn 28. November verftarb unser Kollege und Vorstandsmitglied Albert Müller im Alter von 32 Jahre am Herzschlag. Der Verband verliert in ihm einen allezeit thätigen Kollegen, die VorstandsEhre seinem Andenken.[ 171/18 Versammlung mit Damen. Vortrag des Herrn Dr. Heymann Achtung, Töpfer! Auf dem Bau des Töpfermeisters über: Wie schützt der Arbeiter seine Emil Brucks, Kantstr. 63, sind acht Gesundheit." 331/4 Kollegen gemaßregelt worden, weil Der Vorstand. dieselben nicht gewillt waren, unter unserem jetzt bestehenden Lohntarif zu dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. mitglieder einen braven Mitarbeiter. Verband der Bauarbeiter arbeiten; es handelt sich wieder um Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich Grosse Spezialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges: Bernhard Leitner, Athlet und Preisringer. Kraftproduktion m. 2 Pferden. Familie Ueberle, Barterre- Gymnastiker. Gebr. Palmer, Gymnast. Zahnproduktion. Signorina Kathi, Drahtseilkünstlerin. Frl. Möller, Schlangendame. Frl. Torci Kör, Ungarische Sängerin und Tänzerin. Georg Cordes, Gesangshumorist. Anfang:{ Entree: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 75 Pf. Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. Spezialitäten Präuscher's MUSEUM Kaufmann's Variété. Spezialitäten- anatomisches Vorstellung. Friedrichstraße 65a, Ecke Mohrenstraße darunter der Schußkanal der Kugeln Viel Neues, des National- Theater. Viel Neues, Große Frankfurterstraße 182. Novität! Novität! Gastspiel Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 4 1hr, von der Halle der Zionsgemeinde, Neu- Weißensee, Gustav Adolfstr. 64-67 aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Maler! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 28. November, Abends 81/2 Uhr, unser Mitglied 442/6 Ernst Exner nach langem, schwerem Leiden an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Dezember, Nachm. 3 1hr, von der Leichenhalle des Kirchhofs zum heiligen Kreuz in Mariendorf aus statt. Ehre seinem Andenken! Um zahlreiche Betheiligung bitten Die Mitglieder der Filiale VII S.W. Danksagung. Allen lieben Verwandten, Bekannten und Kollegen, die meinem lieben Mann, dem Töpfer Ostar Schuhmann die letzte Ehre erwiesen haben, spreche ich meinen tiefgefühltesten Dank aus. 500b Wittwe Schuhmann. Die gegen Herrn Richard Nagel in Lehmann's Salon ausgestoßenen Beschuldigungen habe ich zu Unrecht ge= than, nehme dieselben hiermit zurück und erkläre den Betreffenden als einen deutschen Militär, fünf Körper Ehrenmann.[ 4966] H. Schmidt. gehend durch Geöffnet von früh 9-10 Uhr Abends für erwachsene Herren. des Herrn Direttor Franz Gottscheid. Dienstag u. Freitag: Damentag. Zum 2. Male: Der Schloffer. Soziales Lebensbild in 5 Aufzügen von Franz Gottscheid. Regie: Franz Gottscheid. Rasseneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Borstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Bum 23. Male: Die eiserne Jungfrau. Posse mit Gesang in 3 Aften von Charles Clairville. Mufit von Louis Barnay. Anfang: 72 Uhr. Sonntag Nachmittags- Borstellung: Drei Paar Schuhe. Posse mit Gesang von E. Görlig. Musik von Millöcker. 1. Parquet 1 M. 2. Parquet 70 Pf. Parquet Faut. 1,25 M. 1. Rang F. 1 M. 1. Hang Sperrfit 80, 60 und 40 Pfg. Loge 2. und 1,50 Stehpläge 30 Pf. American- Theater. Neu! Zwerchfellerschütternd! Neu! Die Gründung Roms in der Mödternstraße, oder: bes Die Rache Gänserichs. Hochkom. Burlesfe von Oscar Wagner. Parodie! Ulk! Humor! . Entree 50 Pfg. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53 Annenstr. 42/43 Täglich: Theater- n. SpezialitätenVorstellung. Francis Era am afatisch. Luftapparat Arthur Valleno, der fünfjährige Wunderkutabe. Im vierten Stock. Charakterbild in 1 Akt. Entree: Wochentags 15 Pf. R. Winkler. PassagePanopticum. 50 Pf. incl. Theater. Castan's Abzug der 2 Mart 50 Pf. bei Defen u. Berufsgenossen Deutschlands. ohne Medaillon und Auffah, und ebenso werden bei den Maschinen Abzüge ge Bahlstelle Berlin. macht. Der Herr Brucks war auch Mitglieder- Versammlung nach persönlicher Rücksprache unsereram Sonntag, den 3. Dezember, Vor- feits nicht dazu zu bewegen, unsere mittags 11 Uhr, bei Saeger, Grüner Forderung anzuerkennen. Wir ersuchen also die Kollegen, den Zuzug nach dort Weg 29. fernzuhalten. Tagesordnung: Der Vorstand. 325/19 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 3. Quartal 1893. 4. Ab- J. A.: Richard Topf, Gipsstr. 3. rechnung vom Stiftungsfest. Gäste, d. Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. 404/5 Die Ortsverwaltung. Zwei Vereinszimmer, 40-20 Personen, sind noch für einige Tage der Woche zu haben mit Instrument. 4986 H. Neimann, Alte Schönhauserstr. 42. Herren Köpniderstr. 43, v. 3 Zr. bei Möbl. Schlafstelle für ein oder zwei Ww. Klaue. 4956 Ehrenerklärung! Hiermit erkläre ich Fräulein Marie Roffack für ein ehrenhaftes Mädchen, und nehme die Beleidigung zurüd. Frau Becker. Vereinszimmer m. Pianino ist zu verg. Beuthstr. 11. G. Langkutt. 51492* Eine frdl. Schlafstelle zu vermiethen bei Winkel, Zimmerstr. 38, v. 2 Tr. r. Allgemeiner Verein der Töpfer Deutschlands. Sonntag, den 3. Dezember, Vormittags 10 Uhr, bei Philipp, Rosenthalerstr. 38: ( Filiale Berlin.) Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Abrechnung vom 3. Quartal, 3. Vereinsangelegenheiten. 386/7 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 3. Dezember, Vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 28: Versammlung für die Bezirke Osten und Friedrichsberg. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Aus den ältesten Tagen der Menschheit". 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. Hierzu sind die Kollegen der Werkstätten von Wolkner, Königsbergerstr. 30; Hausen, Fruchtstr. 25( Drechsler); Rahland, Grüner Weg 87; Trebe, Gr. Frankfurterstr. 32; Belder u. Plathen, Königsbergerstr. 10, besonders eingeladen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 431/10 Die Ortsverwaltung. Achtung! Panopticum. tung! Ost- u. Westpreussen. tang! Ohne Extra- Entree. Die 17jährige Siamesin ,, Krao" der Uebergang vom Affen zum Menschen. Sonntag, den 3. Dezember, Nachmittags 5½ Uhr, bei Cohn( fr. Norbert), Beuthstr. 22: Gr. öffentliche Versammlung. Tagesordnung: ratweil'sche Circus G. Schumann, Gewercaſt organiſation. 2. Disſtuffton, 3. Verſchiedenes, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Bierhallen Freitag, den 1. Dezember, Abends 7/2 Uhr: Diskussion. 1. Vortrag des Genossen Saffenbach über: Nußen und Bedeutung der 254/18 Nachher gemüthliches Beisammensein und Tanz. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Agitations- Kommission. Kommandantener: 77–79. Gr.. außerordentl. Borstellung Sozialdemokratischer Agitationsklub größt. Neues Programm. Täglich von 612 Uhr ab: Concert d. ungarisch. Magnaten- Kapelle und unter persönlicher Mitwirkung des Direktors. Besonders hervorzuheben: für den Osten Berlins. Andreasstr. 21: 460b Fidibus, afiat. Race als Spring- Sonntag, den 3. Dezember, in Joel's Fest- Sälen, pferd vorgeführt vom Direktor. RoJockey Miss Orford. cocco- Quadrille 16 Damen. DamenKünstlern. Spezialitäten Doppel- Bolero, 1. Ranges. Anf. Wochent. 72 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 30 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle Auftr. sämmtl. Spezialitäten. für Festlichkeiten u. Versammlungen. Anf. Wchtg. 71/2 Uhr. Sonnt. 61/2 Uhr. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwank in 3 Atien p. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. 3 Kegelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Bf. Spieler zahlen kein Entree. Carl Koch. Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, den 1. Dezember 1893, Abends 74 Uhr: spanischer Nationaltanz, geritten von den Frls. Adele Schumann 1. Footitt, den Herren Adolf Schumann u. Ackermann. Paul und William, musikal. Clowns. Ungarischer Nationaltanz von II. Stiftungs- Fest bestehend in Concert, Theater Vorstellung, Aufführung Anfang 4 Uhr. lebender Bilder und Tanz. Anfang 4 Uhr. Billets à 30 Pf. sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. 20 Damen. 3veites Auftreten der neu- Heute, engagirten Reitkünstl. Miß Margerithe. Die Sonnenstrahlen, ausgeführt mit eigens dazu dressirten Hengsten nach der bekannten Musik Ta- ra- ta- boom- da- ay, dressirt und vorgeführt v. Herrn Max Schumann. Luft- Potpourri Geschwister Freiland. Freitag, den 1. Dezember, Abends 8½ Uhr, im Saale von Buggenhagen( Moritzplatz): Große öffentl. Versammlung. 499b Vortrag des Herrn Dr. Hertzka aus Wien über Freiland und der Antisemitismus." Damen und Herren haben Zutritt. Charlottenburg. Lecusson. Mr. Ricobono, Jongleur. Sonntag, den 3. Dezember, Vorm. 10% Uhr, in der Original Clown William Olschansky etc. etc. Sonnabend, 2. Dezember: Gr. Vorstellung. Auftreten neu engagirter Parodiſtiſche Poſſe mit Gesang in 1 Att Gr. Extra- Vorstellung. Epezialitäten. D. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Victoria- Brauerei, Lützowstraße 111-112. Jeden Gambrinus- Brauerei, Wallstr. 46: Versammlung U. a.: 6 Trak. Rappen u. Karoussel 4 und Abends 71/2 Uhr.( Nachmittags sämmtl. Kommunal- Wähler des 5. Bezirks. von 30 Pferden, vorgeführt v. Herrn 1 Kind frei). R. Rénz. Jeu de la rose, geritten v. Frau Renz- Stark und Miss Edith. Concurrenzschule und die Steiger Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. Nene freie Volksbühne. Gesangsabtheilung Tages- Ordnung: 1. Die bevorstehende Stichwahl am 4. Dezember und deren Bedeutung. 2. Diskussion. 427/20 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Sonnabend, den 2. Dezember, Abends von 8 Uhr ab, in Bokal- und Instrumental- Konzert, deklamatorischen Vorträgen. Festrede, ge= halten von Genosse W. Liebknecht. Entree inkl. Tanz 30 Pf. Das Komitee. Musik- Instrumente. Solon u. Alep, geritten von Fräulein Oceana Renz und Frau Renz- Stark. 3um 1. Male: Neu! Der mu- Das Gewitter" vou A. Ostrowsky. Freitag und Montag: fitalische Clown- Jmitator Ybbs. Neu! Sonntag, 3. Dezember: 111. Abtheilung Bismarckshöhe, Stiftungsfest des Wahlvereins, bestehend aus Tanz, ,, Die Jugend" von May Halbe. Stettiner Sänger. binson, Excentrics on the ParallelZum 1. Male: Jones& Ro- Sonntag, 10. Dezember: I. Abtheilung. Bars latest novelty. Ge- Sonntag, 17. Dezember: I1. Abtheilung. Anfang 8 Uhr. brüder Frediani, Gebr. Krasucki. Die Sonntag, 31. Dezember: III. Abtheilung. Entree 50 Pf. gr. Tremplinsprünge mit Feuerwerk Im Vorverkauf u. f. w. Zum Schluß: 40 Pi. Huldigungsgruß an Berlin. ( siehe Plakate). Gr. Parade- Schaustück v. Dir. Fr. Renz, Amüsantes mit Aufzügen, Festspielen, Solo- und Programm. Ensemble- Tänzen von 80 Damen. Unter anderem: Breise wie gewöhnlich. Billet- VorBritton in diese Weiber!" verkauf an der Zirkustaffe und beim Meysel als Gine getnickte Lilie". Invalidendant, Markgrafenstr. 51a. Bliemchen als Heinzius Regenwurm. Sonnabend: Große Vorstellung. Steidl als Sänger Trillerini". Fr. Renz, Direktor. Sonntag: Soiree in Sanssouci. Nur kurze Zeit. der Neuen freien Volksbühne Montags und Donnerstags 8-10 Uhr, im Königstädt. Gymnafiium, Elifabethstraße 57. Aufnahme Montags. Gediegene chorgesangliche Ausbildung durch den königl. Musikdirektor Adolfwerke alten und neuen Systems, Orgeln, Blasinstrumente 2c. 2c., sämmtlich Harmonikas, Leierkasten, Saiteninstrumente, MusikCebrian. Monatsbeitrag 75 Pf. Stimm- aus der rühmlichst bekannten Berliner Musikinstrumenten- Fabrit vormals begabte Damen und Herren wollen Ch. F. Pietschmann& Söhne, werden zu Selbstkostenpreisen verkauft im neu jetzt beitreten, da ein größeres Chorwert zur öffentlichen Aufführung ein- eröffneten Laden geübt wird. 453/2 572 Alexanderstr. 14, Carl Lorbeer. Hierzu zwei Eilagen Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 282. Parlamentsberichte. = Dentscher Reichstag. Freitag, den 1. Dezember 1893. 10. Jahrg. vor der französischen Revolution und treiben viele Existenzen in und der deutsche Kaiser getödtet wären? Hätte das eine Systemdas rothe Lager hinüber, wo man ihnen ja bereitwillig die Arme öffnet. ändernng gebracht? Gerade wie bei den Attentaten von 1878, Herr Bebel hat Recht, das Steuerprogramm der Regierung die uns fälschlich in die Schuhe geschoben wurden, würde eine 9. Sigung vom 30. November 1893. 1 11 hr. wirft revolutionär. Deshalb bekämpfen wir es. Werden die Reaktion gegen alle Fortschritte die Folge sein als die angeAm Bundesrathstische: Graf v. Ca privi, v. Bötti cher, Steuern in dieser Form durchgesezt, dann wird ein Sturm des nehmste Liebesgabe, Ihnen fast noch angenehmer als die von Miquel, Graf von Posadowsky, v. Marschall. Unmuths durch das gesammte deutsche Volt gehen. Wer hat 41 Millionen; dann hätten Sie das Heft in Händen, und für die Die erste Berathung des Reichshaushaltsetat3 für denn den Rath gegeben, daß die feierlichen Versprechungen des 41 Millionen nähmen Sie 100.( Sehr richtig: bei den Sozial1894/95 wird fortgesetzt Reichstanzlers nicht gehalten werden? Wer hat den Rath ge- demokraten.) Daß Herr v. Frege das Bedürfniß fühlte, die Abg. Zimmermann( Antisemit): Wir befinden uns jetzt geben zu diesen neuen Steuervorlagen, die den Mittelstand ver- Attentate abzuschütteln, tönnte ich mir eher denken.( Heiterkeit.) unter der Nachwirkung der Bewilligung der Militärvorlage, die nichten? Das Mißtrauen gegen den neuen Kurs ist allerdings Herr v. Frege kennt von der Geschichte und dem Wesen unserer nur erfolgt ist unter der Vorausseßung, daß die Lasten von den in einem Umfange wieder erwachsen, wie nie zuvor. Es wird Partei garnichts. Der Anarchismus spielt erst in ganz neuer schwächeren Schultern ferngehalten werden. Mit der Einführung zu einer Sturmfluth anfchwellen, die bis zu den Ministersesseln Beit in Deutschland eine Rolle; er ist bisher nur in solchen der Dienstaltersstufen sind wir einverstanden; über die Aus- hinauftobt. Im Bolte wird man sagen, wie ist es möglich, daß Ländern aufgetreten, wo die Unterdrückung so groß ist, daß sich nahme der Postbeamten werden wir beim Postetat sprechen der Wortbruch geheiligt wird, wie ist es möglich, daß die Militär- eine gesunde sozialdemokratische Bewegung nicht entwickeln konnte. fönnen. Wir werden in der Fürsorge für die unteren Beamten vorlage im Deutschen Reiche erschlichen worden ist?( 3ustim- Wie kommt es, daß in Deutschland fein anarchistisches Attentat vornicht erlahmen. Die Liebesbetheuerungen für den Mittelstand mung bei den Antisemiten.) gekommen ist, wohl aber in den Ländern mit der furchtbarsten Gewaltfind sehr platonisch, denn wenn Herr v. Frege vorschlägt, die Abg. Liebknecht: Der Antisemitismus ist weder eine Kultur- thätigkeit und absoluter Unterdrückung, wie in Desterreich, Italien, Dreipfennigmarke abzuschaffen und die Postkarte zu besteuern, so bewegung, noch hat er sich über die ganze Welt verbreitet. In Spanien.( Zwischenrufe: Frankreich! Reinsdorf! Niederwald!) Es trifft das gerade den Mittelstand, bei dem man eine wachsende Frankreich ist die ganze antisemitische Gesellschaft in dem Schmuß freut mich, daß Sie an Frankreich erinnern. Ravachol stand im Dienste Unzufriedenheit findet. Wenn Herr Miquel selbst zugegeben hat, des Panamaffandals mit untergegangen, und England, Italien der Polizei!( Widerspruch rechts.) Der Pariser Polizeipräfekt daß die Grundrente und Besizrente heruntergehen muß, dann und Amerika tennt gar keinen Antisemitismus. Er beschränkt Andrieux hatte jährlich 30 000 Francs zur Unterstüßung der bleibt um so unverständlicher, wie man für neue Handelsverträge sich auf Deutschland und ist hervorgerufen worden durch die Anarchisten und eines Blattes ausgesetzt, in dem auf jeder Seite eintreten kann. Man versucht die Agitation der Landwirthe als ungesunden wirthschaftlichen Verhältnisse. Sie( zu den Anti- gelehrt wurde, wie man Attentate macht. Der Bluthund, den demagogisch" zurückzuweisen. Demagogie hat man schließlich semiten) wollen der Maschine zu Leibe gehen, mit der man aufzog, um die bürgerliche Gesellschaft zu ängstigen, ist jeder Partei vorgeworfen, jetzt den Konservativen. Wo soll denn ganzen modernen Kultur brechen, indem Sie zu losgebrochen von der Kette und hat auf eigene Faust Attentate das hinführen, wenn wir jede lebhafte Agitation als„ demagogisch" be- mittelalterlichen Zuständen zurückkehren, wir wollen gemacht. Der Lockspitel Ihring- Mahlow, der in eine andere zeichnen. Diese Bewegung ist der Ausdruck der thatsächlichen Wünsche die Fortschritte der modernen Kultur retten für eine höhere Stelle versetzt, aber nicht bestraft ist, hat den Sozialdemokraten des Volkes, die von den Agitatoren nur offen ausgesprochen werden. Gesellschaftsform, die auf Vernunft und Gerechtigkeit gegründet gesagt:" Ihr seid lauter Feiglinge, man muß das Schloß in die Die Gewerbetreibenden wissen nicht mehr, wie sie sich ihre ist. Wir sind eine Kulturpartei, Sie eine Vertretung der Anti- Luft sprengen", und er hat ihnen gezeigt, wie man Bomben dazu Existenz sichern sollen gegenüber den Konsumvereinen, die in kultur. Hinter unserer Stellungnahme zur Börsensteuer soll ein macht. Natürlich, unsere Genossen haben das nicht gethan. Sachsen eine Waffe der Sozialdemokraten geworden sind, um Geheimniß" stecken. Sagen Sie es doch offen, wie Sie es aber wenn einer, der nicht durch die sozialistische Schule gegangen den Mittelstand zu zerstören, und von oben herab werden die schon hundert Mal gesagt haben: wir sind von den Juden be- ist, eine gewöhnliche Verbrechernatur, derartige Dinge hört, ist Offizier und Beamtenvereine empohlen! Wohin treibt der neue zahlt worden. Die ganze Sozialdemokratie wird ja nach es da zu verwundern, wenn an einem Schlosse eine DynamitKurs, wenn es so weiter gehen foll? Wie kann man noch auf Ihrer Meinung von den Juden bezahlt. Auf derartige patrone plagt oder Leute wie Ravachol auftauchen? Die bürgerwirthschaftliche und patriotische Gesinnungen rechnen, wenn diese Dinge haben wir gar feine Antwort. Nach einem liche Gesellschaft hat sich der Lockspizzel bedient, weil sie glaubte, Kreise in den Untergang getrieben werden? Der lachende Erbe mir zugegangenen Brief find wir sogar von den Jesuiten dadurch dem Fortschreiten der sozialdemokratischen Bewegung ist die Sozialdemokratie. Wenn die Gerichtskosten so groß find, erkauft worden. Ich bin hundert Mal als verkauft an die einen Knüppel zwischen die Beine werfen zu können. daß der Mittelstand gar nicht mehr wagt, an die Gerichte zu französische Regierung bezeichnet worden; in Frankreich hat man Das ist aus einer gewiffen Geistesverwandtschaft ge= appelliren, so ist das geradezu eine Rechtsverkürzung. Es muß mich als verkauft an den Grafen Caprivi denunzirt. Alle diese schehen. Das System des Anarchismus ist das Grundendlich eine Reform des Anwalts- und Kostenwesens in Angriff Vorwürfe sind nur ein Zeugniß für unsere Machtstellung. prinzip der heutigen bürgerlichen Gesellschaft, wie es May genommen werden. Auch die Mängel des famosen Klebegesetzes Wollen Sie( zu den Antisemiten) den den kleinen Hand- Stirner ausgeführt hat. Der absolute Kultus des Jch, drücken die Landwirthschaft und das Kleingewerbe, zumal die werkern und Bauern helfen, so dürfen Sie nicht mit das Ich steht über allem. Mein Wille ist Gesez, alle übrigen meisten Gelder verschlungen werden von der Verwaltung. Alle den fleinen Mittelchen à la Schulze= Delitzsch kommen. Menschen haben keinen Willen, oder müssen ihren Willen dem Versicherungen müssen zusammengefaßt und vereinfacht werden, Nicht durch das jüdische Kapital wird der Bauernstand zu Grunde meinen unterordnen. Es ist das Prinzip, welches in der absoluten damit die Gelder wirklich den Arbeitern zufallen. Die Quittungsgerichtet, wie England und Amerika zeigen, wo das jüdische Monarchie, in dem persönlichen Regiment zum Ausdruck gesteuer besteht in Frankreich, aber es besteht dort eine sehr große Kapital feine Rolle spielt, sondern durch das Kapital fehr christ- kommen ist, welcher Gewalt über Recht geht. Es ist das Prinzip, Erbitterung darüber. Entgegen den Versprechungen des Reichs- licher Germanen, die Sonntags zwei Mal in die Kirche gehen. welches herrscht in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft. Nicht fanglers verquidt man mit der Börsensteuer den Quittungs- und Wie viele Juden haben Sie denn in Ostpreußen und wie viele das Staatswohl, das Gemeinwohl, das Menschenthum ist das Frachtbrief Stempel. Auch die Tabaksteuer trifft nur Junker? Durch Herrn von Frege soll ja mancher Bauer gelegt Biel, sondern einfach der Kultus des Jch; ich mit meinem den fleinen Mann. Den Schaumwein mag man be worden sein. Nach denselben ökonomischen Grundsätzen muß Rapital, mit meiner Geistes- und Körperkraft, ich werfe jeden steuern, aber nicht den gesammten Weinhandel ruiniren. Herr Krupp durch seine Großindustrie das kleine Handwerk ver- nieder, der seine Kräfte gegen mich geltend macht. Die Die Hauptsache ist, daß Tausende von Arbeitern beschäftigungslos nichten( Lachen rechts), wenn er auch sonst der gutmüthigste anarchische bürgerliche Gesellschaft ist die vollständigste Anarchie, werden, das ist besonders bedenklich in einer Zeit, wo schon Mann von der Welt ist. Bei den sächsischen Landtags der Krieg aller gegen alle, das absolute Nichtwählerischsein in große Arbeitslosigkeit herrscht. Hat die Regierung daran gedacht, Wahlen haben die Antisemiten vor uns die Segel bezug auf die Mittel, das alles ist das Kennzeichnende des eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit zu schaffen, für die Ar- streichen müssen, weil die Wähler seit den Reichstags- Wahlen Anarchismus. Der frühere Minister Puttkamer hat hier von der beiter ein Unterkommen zu schaffen? Die Tabaksteuer treibt eingesehen haben, daß die Antisemiten ihre Versprechungen nicht Rednertribüne gesagt, ein Anarchist sei ihm immer noch weit aber die Arbeiter in die Arme der Sozialdemokratie. Wir sollen gehalten haben. Tausende, die bei den Reichstagswahlen anti- lieber, als ein Sozialist.( Sehr wahr! links.) Wenn Herr andere Vorschläge machen. Es handelt sich nur um die Deckung semitisch stimmten, sind zu uns gekommen. Die Antisemiten Buttkamer das für wahr hält, mag er nach Spanien gehen, der Kosten der Militärvorlage; wenn man sich um die gemachten gehen an ihren Versprechungen zu Grunde, wie auch die Re- hätte er das Theater in Barcelona besuchen sollen.( Heiterfeit.) Versprechungen herumdrücken will durch die sogenannte Steuer- gierung, wenn sie falsche Vorspiegelungen macht und Wechsel Sie( rechts) wissen nichts von einer Liebesgabe, es sei Ihnen reform, so machen wir nicht mit. Es handelt sich nicht um 100, ausstellt, die sie nicht einlöst.( Abg. Böckel: Sie versprechen nichts gegeben. Aber wenn ihnen nichts gegeben ist, warum sondern nur um 50-60 Millionen. Die Börse muß mehr er den Zukunftsstaat!) Wir sagen den Bauern: Euch vernichtet sträuben Sie sich, es herauszugeben?( Sehr wahr! links.) geben. Wenn die Regierung nicht vorgeht, dann werden wir nicht der Jude, sondern die bürgerliche Gesellschaft und der Herr von Frege hat hier zum ersten Mal, so viel ich weiß, felbst eine Vorlage machen. Wir wissen nicht, warum das stolze Kapitalismus, für euch giebt es nur eine Rettung in der sozia- etwas neues gesagt, nämlich, daß die Gläubiger für Deutsche Reich immer vor der Börse halt machen listischen Gesellschaft. Das sind nicht unerfüllbare Versprechungen. Die Goldwährung, die Schuldner für die Doppelwährung seien. foll! Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg( Abg. Böck el: Kommen Sie nur nach Hessen.) Ich bin ein Hesse, wir Der Schuldner, der sich nicht für verpflichtet hält, feine Schulden für eine Reichs- Einkommensteuer, wenn man sie nur will. treffen uns dort.( Abg. Böckel: Auf Wiedersehen!) In den ganz zurückzuzahlen, hat allerdings das Bedürfniß, möglichst ( Buftimmung im Zentrum). Für die Einzelstaaten, welche Prozeß in Hannover waren nicht nur jugendliche Offiziere ver- wenig zurückzuzahlen. Wenn wir heute nach dem Willen der noch keine Einkommensteuer haben, es sehr vor- wickelt, sondern auch ein Generalmajor( Ruf rechts: Außer Abgg. v. Frege und v. Kardorff den Bimetallismus eingeführt theilhaft sein, wenn sie eine so gerechte Steuer einzuführen Diensten!), ein Oberstlieutenant, ein Major, ein Hauptmann. hätten, dann brauchte jeder, der 1000 M. in Gold Schulden gevon Reichs wegen gezivungen werden. Man verweist auf den Der letztere bereitete funstgerecht einen Blattschuß" vor, um macht hätte, nur etwas mehr als 500 M. zurückzuzahlen brauchen. Nothstand der Börsianer. Das ist sehr rührend zu lesen in der einen reichen Gimpel zu fassen. Durch einen klassischen Er-( Widerspruch rechts.) Abg. v. Kardorff hat früher einmal von " Frankfurter Zeitung"; aber man hat wohl keine Ursache nach pressungsversuch seitens der Offiziere verzichtete einer der Falsch- einem Briefe gesprochen, in dem ich an Engels in London um Dieser Seite hin rührselig zu sein, man sollte lieber an die armen spieler schriftlich auf alle Forderungen, die er eventuell an Aufklärung über den Bimetallismus gebeten haben sollte. Das deutschen Brüder denken( Redner spricht mit sehr lauter Stimme Offiziere der deutschen Armee haben tönnte". Deutet hatte ich nicht nöthig. Aber ich habe an Engels geschrieben, ob und wird von den Sozialdemokraten durch den Ruf: Lauter! das nicht auf eine große Verbreitung der Spielseuche? es wahr sei, was hier behauptet wurde, daß in England eine unterbrochen). So laut, wie Sie, Herr Richter, spreche ich noch Wenn alle Offiziere gegen den Spielteufel wären, brauchte man große Strömung zu gunsten des Bimetallismus sei. Engels hat lange nicht( Heiterkeit). Herr Bebel hat selbst erzählt, daß er feine Erlasse. Die Erlasse dagegen sind gewiß ebenso ernst geantwortet, daran sei kein wahres Wort. 200 Thaler erhalten habe zur Bekämpfung der Sozialdemokratie gemeint, wie seiner Zeit der Erlaß des Prinzen Georg von Finanzminister Miquel hat die Reichseinkommensteuer als und daß er sie verwendet habe zur Bekämpfung des National- Sachsen gegen die Soldatenmißhandlungen. Gewiß verabscheut eine Unmöglichkeit bezeichnet. Daß sie verfassungsmäßig ist, kann liberalismus. Herr Bebel scheint also die sozialistische und bedauert man diesen Schandfleck der Armee. Aber helfen nach Art. 4 der Reichsverfassung niemand bestreiten. Herr Anschauung über das Eigenthum schon früher gehabt zu haben. werden die Erlasse gegen das Spiel ebenso wenig, wie der des Miquel spricht von Gerechtigkeit gegen die deutschen Bundes ( Lachen bei den Sozialdemokraten.) E3 würde sich auch Prinzen Georg geholfen hat. Der Militärberus braucht eben staaten. Kein Mann ist für die straffe Reichseinheit so energisch empfehlen, eine Dividendensteuer einzuführen, weil es Aftien eine solche Aufregung wie durch das Spiel, weil er, abgesehen eingetreten wie Herr Miquel früher. Aber er hat ja eine solche gesellschaften giebt, die bis 20 Prozent Zinsen ergeben. von den höheren Offizieren, keine genügende ernsthafte geistige Virtuosität im Mauserungsprozeß bewiesen, daß er möglicher Diese Aktiengesellschaften sind meist in den Händen der Börsianer, Beschäftigung bietet. In ganz bemerkenswerther Weise weise jetzt auf dem Boden des Partitularismus angelangt ist. die schließlich weiter nichts zu thun haben, als die Koupons abzu- hat der Kriegsminister hier die Sache behandelt. Er er- Ginem Volke freilich, das durch indirekte Steuern wie eine schneiden. Man könnte jede über 5 pet. hinausgehende Dividende flärte, nicht die den Skandal in Szene gesetzt haben, Bitrone ausgepreßt ist, läßt sich schwer eine neue direkte Steuer besteuern, das würde sehr viel weniger kosten als die Durch sondern in weit höherem Grade die gehörten auf die Anklage auferlegen. Hätte man nur direkte Steuern, dann brauchte auch führung der Tabak: und der Weinsteuer. Herr Rickert fühlte bank, die ihn gebrandmarkt haben; diese interne Angelegenheit das kleinste Einkommen nicht unbesteuert zu bleiben. Warum sich gestern wieder einmal verpflichtet, sein Sprüchlein gegen die der Armee bekümmere den Reichstag nicht. Daraus spricht der soll auf direktem Wege nicht dasselbe aus der Tasche der SteuerAntisemiten herzusagen; er glaubte wahrscheinlich in der General- militärische Geist, und gerade den wollte ich dem Volfe noch zahler geholt werden können wie auf indirektem? Aber die inversammlung seines Vereins zur Abwehr des Antisemitismus zu mals denunziren. Das Militär betrachtet sich als über dem direkte Steuer ist bequemer. Sie saugt wie der Vampyr mit sein. Der Antisemitismus ist eine Kulturbewegung, die heute Bivil stehend, der Kriegsminister sich als über dem Reichstag, fächelndem Flügelschlage, fie fann von den Steuerzahlern nicht burch alle zivilisirten Völker hindurchgeht: er ist der Ausdruck über Gesetz und Verfassung stehend. Das militärische sic volo, tontrollirt werden. Die direkte Steuer würde sich vollständig in eines gesteigerten Nationalgefühls. Herr Ridert spricht immer sic jubeo muß halt machen vor den Thoren des Reichstages. das Steuersystem der Einzelstaaten einfügen lassen. Die Staatsvon Bildung und Humanität; er mag sich einmal ansehen, was Verweigert der Reichstag dem Militarismus die Mittel, dann einkommensteuer wird für die Gemeinde Einkommensteuer als die Geistesheroen Kant, Echopenhauer, Richard Wagner u. A. hört dieser auf.( Lachen rechts.) Dieses Lachen in die That Grundlage benutzt. Warum soll das nicht auch für eine Reichsgesagt haben. Diesen gegenüber ist die Autorität des Herrn umgesetzt heißt Staatsstreich. Dann ist das Militär hier und der Einkommensteuer eingeführt werden können? Aber die stärkeren Rickert vollständig null. Wir leben nicht in einem christlichen Reichstag da und das deutsche Volk ist auch da. Nicht wir Schultern herrschen in Deutschland, sie wollen kraft ihrer HerrStaat, sondern in einem sogenannten Rechtsstaat. Die meisten sind dem Kriegsminister Rechenschaft schuldig, sondern er uns. schaft die neue Last auf die schwächeren abwälzen. Das kann Rechtsanwälte find Juden und überall in Stadt und Land sehen Sind das fonſtitutionelle Zustände, wenn der Kriegsminister in dem deutschen Volke nicht oft genug gesagt werden. Beim wir, welche große Entwickelung das Judenthum genommen hat. Dieser Weise sich verachtungsvoll über das Urtheil des Reichstags Etat fällt wieder die Steigerung der Ausgaben auf. Von Deshalb muß der Deutsche Reichstag einmal Klarheit schaffen, ausdrückt? 338 Millionen Mark im Jahre 1872 sind die ordentlichen Ausweil sonst die besten Elemente des Deutschthums zusammen- Vizepräsident v. Bnol: Ich kann nicht zugeben, daß von gaben auf 1082 Millionen im Etat 1894/95 gestiegen. Die brechen gegenüber dem jüdischen Erwerbsinn. Die Regierung Seiten der Regierung verachtungsvoll vom Deutschen Reichstag Etats der Militärverwaltung, der Marine u. f. w. find es, die sollte einmal mit derselben Schärfe, mit welcher sie gegen die gesprochen ist. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung.( Lebhaftes diese Steigerung bewirkt haben. Sie erfordern von den 1082 Landwirthe fich ausspricht, sich auch gegen die Juden und die Börse Oho! links.) Millionen ungefähr 681 Millionen. Die Ausgaben allein für äußern. Die besten Geister unseres Volkes stehen bei diesem Abg. Liebknecht: Dann kann ich nur sagen: nichtachtend, die Armee sind von 250 Millionen im Jahre 1872 auf 482 ge= Kampfe auf unserer Seite. Wir verfolgen nicht den einzelnen aber einen geringeren Ausdruck kann ich nicht dulden, denn eine stiegen, für die Marine von 12 Millionen auf 54 Millionen. Juden, sondern die gesammte üble Erscheinung in unserem solche Stellungnahme gegen die Kritik des Reichstags fönnen wir Das liegt im Geist und Wesen des Militarismus, der Kultur- und Wirthschaftsleben; das ist eine heilige Aufgabe, die als Abgeordnete, die wir die Würde des Reichstags nach innen niemals Genüge finden kann. Ich frage den Kriegswir zu erfüllen haben im Interesse unseres Volkes. Was muß und außen zu wahren uns verpflichtet fühlen, nicht dulden. minister und den Reichskanzler: Jit nicht schon eine neue man davon denken, daß die deutsche Reichsregierung feinen( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Man sagt, die Militärvorlage in Sicht? In Rußland und Frankreich wird Finger rührt, um die Verfolgung des Deutschthums in Defter preußische Armee sei zu allen Zeiten auf der Höhe ihrer Auf- alles Mögliche auigeboten, um uns gleich zu kommen. Vollendet reich zu verhinden. Das Deutsche Reich muß für das Deutsch- gabe. Vor Jena zu einer Zeit, wo man mit derfelben Unfehl ist unsere Organisation nicht, weil der ganze Rahmen des thum im Auslande als Schuhmacht erscheinen. Auch der Altbarkeit und demselben Geifte geringschäßig von dem Zivilvolt Systems der stehenden Heere nicht genügend ist, um so viel Reichskanzler hat auf diesem Gebiete etwas versäumt. Auch die redete, ist sie es nicht gewesen. Wenn man seine Leistungen so Truppen und wehrjähige Mannschaften auf die Beine zu bringen, deutsche Kolonialpolitik findet im Lande mehr und mehr An- hoch stellt und gegen jede Kritik so empfindlich ist, dann giebt als eine Koalition der übrigen Mächte gegen uns. Wenn wir hänger. Aber die Art und Weise, wie die Regierung sich dazu man dem Argwohn Raum, daß der Glaube nicht völlig den viel weiteren Rahmen, welcher in der Schweiz angenommen verhält, findet immer mehr und mehr Verurtheilung im Volke. den Worten entspricht, daß man selbst zu zweifeln anfängt. ist, das gesammte Volt in Waffen hätten, dann gäbe das eine Die Aufgabe von Sansibar war ein großer staatsmännischer Ueber die neuesten Attentate zu sprechen, wäre unter meiner Armee von 82 Millionen Soldaten. Diese Rechnung ist immer Fehler, und die unnüßen, leichtherzig unternommenen Expeditionen Würde, wenn nicht Herr v. Frege den Appell an uns gerichtet hier bestritten, aber von schweizer Militärs, denen ich sie zur machen auch das Ansehen der Regierung nicht größer. Ich bin hätte, diefelben von uns abzuschütteln. Wir haben das nicht Prüfung vorlegte, als richtig anerkannt worden. Die Kosten der Meinung, daß die soziale Frage nicht gelöst werden fann nöthig, wir stehen auf einer Weltanschauung, welche jedes solche würden sich blos auf 340 Millionen belaufen. Die Miliztruppe ohne eine vernünftige Kolonialpolitik. Schreiten wir auf dem Attentat als Wahnsinn oder, wenn man will, als ganz gemeines soll feinen militärischen Geist haben. Thatsache ist, daß alles, jezigen Wege sort, so treiben wir eine Politik wie gewiffe Leute Verbrechen hinstellt. Was nüßt es uns, wenn der Reichskanzler was die Soldaten heute in zwei Jahren lernen, vielleicht im " = zehnten Theil der Zeit weit besser gelernt werden könnte, wenn Vizepräsident v. Buol: Ich komme zurück auf die Rede Aufwand von Behagen stand, sich gegen meine Person gewendet. wir nach schweizer Mufter den militärischen Jugendunterricht des Abgeordneten Bimmermann. Die Worte es ist unmöglich, Wenn man einen Abgeordneten fritisiren will, muß man ihn hätten. Wenn der Turnunterricht militärisch eingerichtet wird, daß der Wortbruch geheiligt werde", habe ich für unbedenklich verstehen, er hat mich nicht verstanden. Er ist vielleicht deshalb können alle die Fertigkeiten, die beizubringen heute so riesige gehalten, weil sie in einem hypothetischen Zusammenhang standen. zu entschuldigen, weil er, wie ich aus seinen Ausführungen entSchwierigkeiten macht, von den Leuten mitgebracht werden, Die nächsten Worte habe ich überhört. Sie lauteten:„ Es ist nahm, von der Judenfrage und der antisemitischen Bewegung wenn sie zu furzen Uebungen in die Kaserne kommen. Warum unmöglich, daß die Militärvorlage im Deutschen Reiche er- nichts versteht.( Präsident v. Levehow: Sie brauchen in einer haben wir in der Schweiz nicht solche Mißhandlungen der schlichen worden ist." Darin liegt ein positiver Vorwurf gegen persönlichen Bemerkung den Reichskanzler garnicht zu entschuldigen. Mannschaften beim Militär? nicht blos weil in der Schweiz der den Leiter der Regierung. Ich rufe deshalb den Abgeordneten Große Heiterkeit.) Der Reichskanzler wars mir vor, daß ich sodemokratische Geist herrscht, weil der Soldat nach seiner furzen Zimmermann zur Ordnung. zialistische Ansichten vertreten hätte. Ich bin von jeher ein BeDienstzeit bald Gelegenheit hat, seine Sache persönlich in die Reichskanzler Graf Caprivi: Herr Liebknecht hat an das kämpfer der internationalen Sozialdemokratie gewesen; ich verHand zu nehmen. Wenn man die Geschichte der Mißhandlungen Wort des alten Drenstjerna erinnert: es ist wunderbar, mit wie wahre mich dagegen, daß der Reichskanzler uns in dieser Weise genauer prüft, weiß man, daß alle diese Mißhandlungen fast aus- wenig Weisheit die Staaten regiert werden. Hätte er die beiden zu verdächtigen sucht.( Beifall bei den Antisemiten.) Was nahmslos vorkommen bei diesen einfachen förperlichen Uebungen. legten Reden gehört, er hätte gesagt: es ist wunderbar, mit wie würde der Reichskanzler sagen, wenn ich ihm vorwerfen würde, Den militärischen Geist, der sich beffer dünkt als der zivile Geist, wenig Weisheit Neden hier im deutschen Reichstage gehalten daß er durch Preisgabe des Deutschthums in fremden Staaten wollen wir ausrotten. Er ist fulturwidrig. Wenn das Bürger- werden. Aus der Rede des Herrn Liebknecht werden wir nichts die Interessen des Auslandes vertritt. Der Reichskanzler hat thum ich rede gar nicht einmal von der Sozialdemokratie lernen; er hat nur Dinge wiederholt, welche wir oft genug ge- gefagt, er habe mit großer Vorsicht seine Zusicherung gegeben. noch einen Funken von Mannesstolz in fich hat, dann darf es hört haben. In der Hauptsache wendet sich Herr Liebknecht Damit bestätigt er mit dürren Worten die Berechtigung meines fich nicht gefallen lassen, daß ein aus dem Militärverbande entgegen den Militarismus. Ihm ist natürlich von seinem Stand- Vorwurfs, daß er dabei Hintergedanken gehabt hat.( Große laffener Mann wegen angeblicher Vergehen aus seiner bürger- punkt das, was jest in Hannover vorgegangen ist, ein sehr be- Unruhe.) [ 5] Abg. Bebel( persönlich): Durch den Schluß der Debatte ist mir das Wort abgeschnitten worden, ich werde aber später auf meine Gegner zurückgreifen, es wird Ihnen nichts geschenkt. Herr Zimmermann hat in Bezug auf die von mir freiwillig gemachte Mittheilung, daß ich vom National- Verein 200 Thlr. zur Bekämpfung der sozialistischen Ideen bekommen und später nach Jahren, als ich Sozialist geworden war, einen Theil gegen die Ideen des National- Vereins verwendet hätte- beides unter Kon trolle, nicht für meine Person- behauptet, ich hätte schon damals die Eigenthumsbegriffe verwechselt. Diese Ausführung fönnte mich ja unter Umständen beleidigen; aus dem Munde des Herrn Bimmermann ist sie teine Beleidigung! Am wenigsten ist ein Mann dazu berechtigt, dem das öffentlich nachgesagt wird, was im„ Vaterland", dem sächsischen Blatt der konservativen Partei, vom 22. September 1892 über die Verwendung von Geldern ohne Widerlegung gesagt ist. Wenn mir das nachgesagt werden könnte, würde ich mich schämen. Der Abg. Förster behauptet, ich hätte das Christenthum an den Pranger zu stellen versucht und mich, den Atheisten, als zehumal besseren Menschen hingestellt. Es muß allerdings in dem Gehirn des Herrn Förster sehr fraus zugehen, wenn er mich so verstand. Daß es in seinem Gehirn fraus zugeht, habe ich aus seiner Rede gemerkt. Ich habe das Christenthum an sich nicht angegriffen, sondern nur mehrfach ausgeführt, daß die Herren, die sich Christen nennten, daß nicht thäten, was sie als gute Christen thun müßten( Unruhe rechts), ich habe also höchstens Sie an den Pranger gestellt, nicht das Christenthum. Präsident v. Levehow; Der Abg. Zimmermann hat die Aeußerung nicht so gethan, wie Herr Bebel sie verstanden hat; sonst würde ich sie gerügt haben. Abg. Zimmermann: Durch die lezte Ausführung des Präsidenten ist die Bemerkung Bebel's erledigt. Mir ist die beSobald sie treffende Nummer des Vaterlands" nicht bekannt. mir bekannt wird, werde ich dem verleumderischen Blatt die Antwort nicht schuldig bleiben.( 3uruf Bebel's: Kommen Sie her, Sie können es hier einsehen! Heiterkeit.) Eine ganze Reihe von Spezialetats wird an die Budgetkommission verwiesen. Echluß 5 Uhr. Nächste Sihung Freitag 1 Uhr.( Erfte und( auf Wunsch des Zentrums) zweite Lesung des Antrages wegen Aufhebung des Jesuitengesetzes.) Kommunales. lichen Beschäftigung herausgegriffen und vor ein Militärgericht quemes Agitationsmittel. Die Dinge dort werden geahndet Präsident v. Levehow: Sie haben eben einen Ausdruck gestellt werden kann. Sie haben eine heidenmäßige Augft werden auf dem Gebiete und in so weit, als die zuständigen wiederholt, wegen dessen Sie schon von dem Herrn Bize vor der sozialdemokratischen Propaganda in den Kafernen. Wer Instanzen das für nothwendig befinden werden. Die präsidenten zur Ordnung gerufen sind. Ich muß Sie deshalb eine solche Propaganda empfiehlt, weiß nicht, was Soldatenthum Wahrheit wird ermittelt und es wird festgestellt werden, zum zweiten Mal zur Ordnung rufen. ist, oder er ist ein Lockspitzel. Wir brauchen keine Propaganda wie weit einen ober den anderen die Schuld trifft. Abg. Osann( Natlib.) versucht in persönlicher Bemerkung in den Kasernen. 1848 war jeder Refrut, der in die badische Der Abg. Liebknecht und seine Partei haben es sich zweifellos feinen von dem Abg. Möller abweichenden Standpunkt zur Armee trat, ein bürgerlicher Demofrat. Aehnlich ist es heute. zur Aufgabe gestellt, die Armee in ihrem Innern zu erschüttern. Steuervorlage dazulegen, wird aber vom Präsidenten daran verDer Bazillus der Sozialdemokratie liegt heute in der Luft. Die Dazu ist Ihnen jedes Mittel recht. Sollte Herr Bebel wirklich hindert. Rolonialpolitit hat nur die Unkultur gezüchtet und das Christen glauben, daß er im stande ist, der Armee eine neue beffere Dr. thum in den Geruch einer Barbarenreligion gebracht, denn ganisation zu geben? Er glaubt, daß er Menschen findet, die ihm Echnaps und Gewehre sind die einzigen Segnungen, welche die zuletzt glauben werden und wenn diese Menschen sich in den Neger von uns erhalten haben. Was unfere Marine Reihen der Armee finden, daß das Vertrauen, die Disziplin, erbetrifft, so hat sich der Staatssekretär über Bebel's Kritik der schüttert wird. Der Preis Ihrer Thätigkeit wird aber nicht die Panzerschiffe sehr entrüstet. Aber wie hat sich denn Lord Armee, sondern Deutschland sein. Ich halte deshalb diese Agi Armstrong, der Vater des Systems der Panzer- Schlachtschiffe, tation für höchst bedenklich und will deshalb auch vor dem Lande über diese Fahrzeuge ausgesprochen? Er sagt in bezug auf das konstatiren, wie ernst und wie bedenklich dieses Treiben der Herren dreißigjährige Duell zwischen Panzerschiffen und Kanonen: wir ist. Eine Bemerkung hat mich frappirt. Herr Liebknecht hat find jetzt in einen bösen Zirkel, und die Schlachtschiffe, welche gemeint, wenn die Kräfte der Offiziere nur recht ausgenügt die größten Maschinen zu ihrer Kraftentfaltung haben, sind zu würden, dann bleibt ihnen keine Beit übrig. Wenn ich Herrn gleicher Zeit die schwächsten, weil der geringste Stoß fie voll Liebknecht nur auf sechs Monate zum Reitinstitut fommandiren ständig zu Grunde richten fann. Dasselbe gilt auch von den könnte!( Große Heiterkeit.) Wenn Herr Liebknecht glaubt, daß Echiffstanouen. Sie sind so komplizirt, daß der geringste Fehler das deutsche Volt die Liebe zur Armee verloren habe, so täuscht bei der Schraube das ganze Schiff zu Grunde richten tann. er sich; ich kann mich stützen auf die Erfahrungen in den neuesten Darum haben die englischen Matrofen auch die größte Ab- deutschen Ländern. Die Sozialdemokraten werden niemals beneigung, auf diese großen Panzerschiffe zu geben, fte betrachten weisen, daß sie nicht verantwortlich sind für die Anarchisten; die fie als schwimmende Särge. Die Wissenschaft rächt sich an Mehrzahl der deutschen Nation glaubt das nicht und macht Sie solchen Kulturwidrigkeiten dadurch, daß sie immer neue mörderische verantwortlich für das, was geschieht. Wenn es erst so weit Waffen schafft als die früheren. Da ist natürlich für die aller wäre, daß die deutsche Armee in ihrer Existenz der Nathschläge der nothwendigsten Kulturzwecke fein Gelb da. In Preußen allein Herrn Liebknecht und Bebel bedürfte, dann würde ich den verfind für 1 700 000 Schüler nicht genügende Lehrkräfte vorhanden, bündeten Regierungen den Rath geben, die Armee abzuschaffen; es kommt auf 80-100 Schüler nur ein Lehrer. Für die Kauf- denn das Theuerste, was es giebt, ist eine schlechte Armee. gewerbeschule in Düffeldorf wurden 566 M. vom Staat ge- ft Herrn Zimmermann, dessen Thätigkeit doch eine demagogische fordert, ter reine Pappenstiel. Der Staat hat dafür keine Fonda. ist, nicht flar geworden, daß es an der Methode liegt, wie man Dafür werden aber jetzt dort zwei Rafernen gebaut für die Sache behandelt? Man kann Republikaner sein, ohne 2 858 000 9. Dafür ist Geld da.( Hört! hört! links). In demagogisch zu verfahren. Seine Methode ist aber demagogisch. Preußen erdrosselt der Militärstaat den Intelligenzstaat. Was will denn der Antisemitismus? Er ist auch, um das vielSafernen stehen über den Schulen, wie das Militär über dem gebrauchte Wort zu gebrauchen, eine Vorfrucht der SozialdemoZivil. Man spricht immer vom Nothstande. Für den Noth- kratie. Die ganze Demagogie kommt der Sozialdemokratie zu fland der Satten und Nimmersatten, die schreien, weil sie immer gute, sie ist der große Strom, in welchen alle diese kleinen Bäche mehr haben wollen, haben wir kein fühlendes Herz. Wollen Sie zusammenfließen.( Widerspruch bei den Antisemiten; Bustimmung aber den Nothstand der hungrigen, der Arbeitslosen fennen links.) Es wurde angefangen mit der Agitation gegen die lernen, dann gehen Sie zu dem Kongreß der Tabakarbeiter. Juden; dabei blieb sie nicht stehen, sie wandte sich gegen die, Freilich Sie geben ja nicht hin, zwischen den Herren und dem welche einen jüdischen Vater und eine jüdische Frau hatten. Aus Volk ist eine chinesische Mauer. Und diesem armen bem Religions- Antisemitismus entwickelte sich der Nasen- AntiBolt wollen Sie noch neue Steuern auferlegen für semitismus und schließlich der Kapitals Antisemitismus. Die die Militärvorlage. Wenn aus Mangel all Mitteln breiten Boltsmassen erkennen nur, daß es gegen das Kapital geht, die Militärvorlage rückgängig gemacht werden fönnte, würde ich durch welches sie verletzt worden sind. Die Bewegung wird alles aufbieten, daß in diesem Reichstag ein Votum gegen die nicht beim jüdischen Kapital zum Stillstand kommen, sondern Eteuern zu stande kommt. Aber Sie suchen sich vielleicht durch gegen das Kapital überhaupt gehen.( Sehr richtig! bei eine Auflösung zu helfen. Nur zu: durch die Mehrheit des den Sozialdemokraten.) Herr Zimmermann tam auf die Bolles wird der Militarismus hinweggeschwemmt werden. auswärtige Politik und wandte sich gegen den neuen Kurs. Die Regierung giebt zu, daß das Volk schwer belastet ist, Der neue Kurs sollte den deutschen Namen in den Ostsee: aber sie steht wehrlos da, Beweis: der Grlaß des Grafen Eulen provinzen und in Defterreich den Czechen gegenüber nicht genug burg. Einen besseren Belag für das Wort des großen schwedi- vertreten haben. Wenn Jemand über auswärtige Politik reden schen Reichstanzlers Drenstierna:„ Es ist wunderbar, mit wie will, muß er einige historische Kenntnisse haben; er wird dann wenig Weisheit die Welt regiert wird", tönnte man nicht finden. wissen, daß Fürst Bismarck nichts so sehr gescheut hat, als sich Stadtverordneten- Versammlung. Es wird zugeben, daß die Sozialdemokratie weitere und weitere in die inneren Angelegenheiten anderer Völker einzumischen. Deffent!. Sigung vom Donnerstag, den 30. Novbr. Fortschritte macht und sie der herrschenden Unzufriedenheit ver-( Sehr richtig!) Für die Sozialpolitik haben die Rolonien nichts Nachmittags 5 Uhr. dankt, und trotzdem will man die Sozialdemokratie eindämmen, zu bedeuten, Herr Zimmermann hat sich auf meine Ver- Der Asylverein für Obdachlose feiert heute sein ruft man Gerichte, Landräthe, Polizei und Gendarmen durch gesprechungen bei der Militärvorlage berufen. Er hat den Wort. 25 jähriges Bestehen durch einen Aft im großen Festsaal des heimes Zirkular auf, um die gebakte Sozialdemokratie zu ver- laut nicht vorgelesen. Ich habe sehr vorsichtig( Heiterfeit links) Rathhauses. Die Versammlung wird durch eine Deputation danichten. Diese Sturzfichtigkeit ist wirklich unbegreiflich. Keine Ahnung, gesagt, daß ich versuchen, daß ich danach trachten werde. Ich bei vertreten sein. daß eine fo gewaltige Bewegung nicht ein fünfiliches Produkt habe das gethan und ich habe den von mir aufgestellten Ge- Durch Anschreiben des Magistrats wird zu der Vorlage betr. von Agitatoren sein kann und infolge dessen auch kein Verfuch, fichtspunkt, daß die schwächeren Schultern geschont werden Verbreiterung der Königstraße mitgetheilt, daß die cinzulenfen in andere Bahnen. Es ist die Rathlosigkeit, Blind- follen, stets im Auge behalten. Wenn Eteuern ausgeschrieben Direktion der Großen Berliner Pferdebahngesellschaft teit, Bankrotterklärung des heutigen Staates, wie sie noch nie- werden, dann können sie nicht allein von den besitzenden zur Leistung einer Beihilfe zu den Kosten der Anlage nicht mals deutlicher hervorgetreten ist, als in diesem Attenstück. Das Klaffen getragen werden; der Zustand, den Herr Bebel wünscht, in der Lage ist. Das Schreiben wird von der Versammlung mit erinnert an die englische Dame, der gemeldet wird, daß eine haben wir ja noch nicht. Wir müssen das Eigenthum schüßen. Heiterkeit aufgenommen. Springfluth an ihr Haus herankomme, und die nun rasch ans Meer Die Tabaksteuer war sehr ungerecht; die Steuer, welche wir eingeht, um mit einem Eimer die Fluth auszuschöpfen. Mit einem zuführen wünschen, ist gerechter. Die Börsensteuer habe ich vor Löffelchen wollen Sie die sozialdemokratische Bewegung aufs gelegt, wie ich versprochen habe. Die Weinsteuer schont auch Trockene sehen?! Ein nationalliberales Blatt hat von einem die schwächeren Schultern. Man fragt, warum macht Ihr keine wohlorganisirten Liebstahl gesprochen, der unsererseits in Szene Einkommensteuer? Diese ist zur Zeit im Reiche undurchführbar. gesetzt worden sei; man sagt, es sei hier gegangen, wie mit den Gefallen dem Herrn Zimmermann die vorgeschlagenen indirekten anteren Aftenstücken. Die Herren, auch der Bundes- Steuern nicht, so wird er in der Lage sein, andere Vorschläge rathetisch, glauben wohl selbst taum an den Dieb- zu machen. Herr Zimmermann hat auch davon gesprochen, daß 5 Stimmzettel sind unbeschrieben. An Stelle von Eberty wählt stahl. Gie tönnen den sozialdemokratischen Bazillus vor der französischen Revolution eine ähnliche Politit getrieben aus teiner Merkitätte, feinem Bureau, feinem Minister- wurde. Ich weiß nicht, welche Rolle er sich dabei zugedacht Departement verdrängen. Ich weiß nicht, ob Sie Ihren eigenen hat. Männer wie Mirabeau und Danton haben vergeblich verStandesgenoffen gegenüber so blind sind, daß Sie nicht sehen, facht, der Bewegung einen Halt zu gebieten; es ist ihnen nicht daß in Ihrer eigenen Mitte, neben Ihnen, in der einen oder gelungen. Ich hoffe, daß Herr Zimmermann den Versuch nicht anderen Stellung Männer sind, die sozialdemokratisch fühlen und an sich selber macht( Heiterkeit). denken; da giebt es auch echt fonservative Männer, die da Abg. v. Plötz( df): Ich wollte gegen die schamlosen Angriffe glauben, daß wenn ein Staat regiert wird, mit solchen Grund der Presse auf den Bund der Landwirthe protestiren, wie dies sähen wie diese, der Staat zu Grunde gerichtet wird, und die, Herr v. Kardorff schon gestern gegenüber der Norddeutschen um eine Revolution zu vermeiden, wünschen, daß diese Kurz- Allgemeinen Zeitung" gethan hat. Bei der vorgerückten Stunde fichtigkeit gebrandmarkt werde. Mit Recht bezeichnet die Thron- und bei der Entwicklung der Debatte verzichte ich aber darauf. rede die europäische Lage als eine friedliche. Ist denn Frank- Abg. Dr. Förster( Ant.) spricht immer zu den Sozialdemo2. für die Gasmesser Miethe nicht mehr erhoben wird. reich bei seiner sozialen und politischen Krisis im stande einen fraten gewendet und ist bei der im Hause herrschenden Suhe nur Antragsteller Stadtv. Deter: Schon im März d. J. ist ein Strieg zu führen? Nicht auf Menschenalter hinaus. Unser schwer verständlich. Er wendet sich gegen die Behauptung des ähnlicher Antrag hier verhandelt worden; er wurde damals mit den Bundesgenosse, Italien, Spanien find aus dem Leim, Abg. Liebknecht, daß die Judenfrage nur in Teutschland Gründen bekämpft, die schon seit Jahrzehnten gegen ihn geltend und von Deutschland hat der englische Minister vorhanden sei; sie sei auch in Rußland und in Rumänien gemacht worden, aber immer mehr an Kraft verlieren. Der hohe Calisbury gesagt, es befinde fich in einer schweren vorhanden, sie sei überhaupt so alt wie das jüdische Volt. Gasnuyen, den die Stadt bezieht, ist nichts als eine verdeckte Krisis, und die Stellung des Grafen Caprivi sei Antisemiten und Agrarier wurden von Herrn Rickert in einen indirekte Steuer schon aus dem Grunde, weil die Stadt auf das schwer erschüttert. Und in Rußland, dem einzigen Lande, Zopf geworfen und beide der hohen Regierung denunzirt. Ich Gas ein gewiffes Monopol besigt. Der Ausfall an den Gaswelches barbarisch genug ist, Neigung zum Kriegführen zu haben, akzeptire es sehr dankbar, daß Herr von Kardorff uns für die einnahmen würde vollständig bedeutungslos fein, da jeder hat man das so sehr gerühmte neue Gewehr, das 39 Millionen Bulunst 100 Sige in diesem Hause in Aussicht gestellt hat. Der Jahresabschluß bisher beträchtliche Ueberschüsse gebracht hat. Stubel gekostet hat, zum alten Eisen werfen müffen, weil sie aus Handelsvertrag mit Rumänien schafft dem rumänischen Ackerbau Die bisherige Herabsetzung des Preises des Gases für bekannten Gründen zu miferabel gemacht waren. Eo fann es ein neues Abfahgebiet: das wird in einer offiziellen Kundgebung Heizund Rochzwecke ist viel zu gering gewesen. mit dem Militarismus nicht weitergehen. Das deutsche Volt der rumänischen Regierung ausdrücklich anerkannt. Es ist davon Die Verbilligung wird eine solche Konsumsteigerung zur muß und will brechen mit diesem Eystem. Gin Satz wird von gesprochen worden, daß die Antisemiten das Schlagwort: gegen Folge haben, daß von einem Einnahme- Ausfall nicht die allen Eeiten anerkannt: salus rei publicae lex suprema, das Juden und Junker! angenommen hätten. Ich möchte nicht, daß Rede sein kann. Ich beautrage, den Antrag einem Ausschusse Wohl des Gemeinwesens ist das oberste Gefeß, das Wohl einer dieses Schlagwort auf die Dauer beibehalten würde; vorüber von 15 Mitgliedern zu überweisen. einzelnen Klasse, eines einzelnen Standes fällt nicht ins Gewicht. gehend war es vielleicht berechtigt. Unser Standpunkt ist viel Stadtv. Jacobi erklärt den Antrag in der vorgelegten Wo Majorität und Minorität sich gegenüberstehen, da hat die höher als der der Agrarier; wir können die Agrarier so- Form für unannehmbar, da die Gaspreise auf Gemeindebeschluß Minorität der Majorität sich zu unterwerfen. Die Mehrheit des zusagen infrustiren, wir haben gegenüber dem Bunde der beruhen. Die Finanzen der Stadt liegen aber schon ungünstig beutschen Volkes ist gegen den Militarismus. Zweifeln Sie Landwirthe ein viel umfassenderes wirthschaftliches Programm. genug. Redner bittet, den Antrag dem Magistrat als Material caran, jo lösen Sie auf: populi voluntas lex suprema. Derr Bebel hat seinen Atheismus rühmend hervorgehoben und zu überweisen. Der Wille des Bolles ist das oberste Gesetz, die Majestät des fich als einen besseren Menschen dargestellt als die Bekenner des Stadto. Kreitling: Wenn der Gastonsum zurückgegangen Wolfes, sein Wille muß durchgeführt werden, und es wird so Christenthums. Das Christenthum ist etwas Hohes, Ideales; ist und die Berzinsung von Schmargendorf schwer fällt, fo kommen, wenn Sie es wollen, auf friedlichem, gesetzlichem Wege, es tann deshalb sehr tief sinken. Was ohnehin schon tief unten müssen wir doch erst recht nach neuen Absaßquellen suchen. Wir auf dem Wege des friedlichen Ueberganges, und dann muß von steht, kann nicht mehr sinken. Herr Bebel hat sich als Vertreter bitten unseren Antrag in einer besonderen Kommission zu beoten die Leitung gegeben werden, wenn nicht, so tommt es auf des Mittelstandes hingestellt und gegen die Ansammlung großer rathen. anderem Wege wie vor 100 Jahren in Frankreich. Wenn die Vermögen protestirt; aber die Börje hat er ganz außer Acht geRegierungen nicht hören wollen, müssen sie fühlen( Beifall bei laffen. Herr Liebknecht hat von der Börse garnicht gesprochen. den Sozialdemokraten). Ich trete mit dem alten Spruch ab:( Steigende Nuruhe. Schlußrufe.) Diesem System feinen Main und feinen Groschen, und ich füge Um 43/4 Uhr wird die Berathung geschlossen. hinzu: Keinen Pjennig Steuern!( Lebhafter Beifall bei den Persönlich bemerkt Abg. Zimmermann: Der Herr ReichsSozialdemokraten.) tanzler hat mit wenig Wig, der in keinem Verhältnis zu dem Ein dringlicher Antrag Mentel bezwedt die Verlängerung der Geschäftszeit am 24. Dezember bis 10 Uhr Abends. Auf der Tagesordnung steht die Neuwahl eines Stadtschulraths( bisher Fürstenau) und zweier besoldeter Stadträthe( bisher Eberty und Nöldechen). Zum Stadtschulrath wird Herr Fürstenau mit 60 Stimmen wiedergewählt. 42 entfallen auf Dr. Schwalbe, 3 zersplittern, die Versammlung den Syndikus Dr. Hirsekorn- Charlottenburg, welcher von 110 Stimmen 101 erhält; 4 Stimmen entfallen auf Assessor Freund. Für Nöldechen wird Stv. Nam slau mit 61 von 107 Stimmen gewählt. Die Stadtov. Deter und Genossen beantragen: Die Versammlung wolle beschließen, daß vom 1. April 1894 ab 1. die Gaspreise für Beleuchtungszwecke auf 12 Pf. für den Kubikmeter, für alle übrigen( gewerbliche, Heiz, Koch- u. s. w.) 3wecke auf 10 Pf. pro Kubikmeter her abgesetzt werden; Stadtv. Meyer I: Gine neue Anregung wird hier nicht gegeben; bei jeder Etatsdebatte ist die Forderung erhoben worden. Die Herabjegung wird verlangt, aber für den Ersatz tein Vorschlag gemacht. Wollen Sie etwa die Einkommensteuer entsprechend erhöhen?( Zustimmung der Sozialdemokraten.) Neberweisen Sie den Antrag dem zu wählenden Etatsausschuß, 19 群 der allein in der Lage ist, zu prüfen, ob dem Antrage entgegen- I gegenüber, welche durch den Antrag verhindert werden, den heiligen| Dr. Jordan, und fichern vergnügt. Warum sollen wir nicht gekommen werden kann. Abend im Kreise ihrer Familie zu begehen. gönnen unseren Mitbrüdern ein Theaterchen, durch das sie auf Stadtrath Marggraff: Der Magistrat empfiehlt Ihnen, Stadtv. Each 3 II: Wir wissen ja schon aus dem„ Con- ideale Gedanken" kommen und demagogischen Aufrührern nicht den Antrag zur Zeit abzulehnen. Die Möglichkeit, das Verfektionär", daß Herr Singer einen solchen Standpunkt hier vertreten mehr in die Hände fallen? hältniß zur Englischen Gasgesellschaft zu lösen, ist ja nicht zu würde. Die Heilighaltung des heiligen Abends ist ja nicht der Grund Jm wertthätigen Norden soll das Schiller- Theater den verbestreiten, aber ohne weiteres ist das nicht herbeizuführen. Auch für diese Stellungnahme des Herrn Singer, sondern sein Stand- edelnden Segen der Kunst predigen. In der Chauffeestraße, wo für den Etatsausschuß würde sich das erforderliche Material punkt wird gegeben durch seine Wahrnehmung einseitiger Klassen- jetzt das Operettentheater Friedrich Wilhelmstadt steht, wird es taum noch rechtzeitig beschaffen laffen. Der jetzige Moment ist intereffen, was er ja mit dem Siebe auf die Unternehmerinteressen seine Heimstätte finden. Bisher war das Haus freilich arg veranch deshalb ganz besonders ungünstig für die Anregung, weil selbst zugegeben hat. Herr Singer will polizeilicher sein als die lottert. Es war ein unheiliges Haus; na, die vielen Komwir bis zum 1. April 1895 unfere städtische Steuerreform be Polizei selbst und diejenigen, die im Schweiße ihres Angesichts merzienräthe, die sich mit ihren Damen und Dämchen zu den endet haben müssen und mitten in den Vorbereitungen dazu arbeiten, verhindern, noch in drei Stunden etwas mehr zu ver- Premièren dahindrängten, wiffen es ganz genau. Aber was stehen. In dieser Reform ist die Revision der Mieths dienen. thut's? Vielleicht läßt man das Haus, das bis jetzt der frechSteuer vorgesehen, auf welche nach dem 1. April 1895 Darauf wird der Antrag gegen die Stimmen der Sozial- geschürzten Muse gedient hat, durch ethisch- weihevollen Zuspruch die Gewerbesteuer angerechnet werden muß. Kommt zu demokraten angenommen. diesen Umwälzungen noch ein Ausfall von 4 Millionen an Ein Schlußantrag wird abgelehnt. Die übrigen Gegenstände werden vertagt. Schluß 129 Uhr. onde Tokales: Kandidat der sozialdemokratischen Partei ist im 9. Kommunal- Wahlbezirk der Gastwirth Riting, Belle- Alliancestr. 74, und im 27. Wahlbezirk der Zigarrenfabrikant Gumpel, Barnimstr. 42. des Astronomen Dr. Förster, der ja Dr. Förster, der ja Mitbegründer des Schiller Theaters ist, reinigen, ehe es der teuschen Muse übergeben wird. den Gaseinnahmen, so tönnten leicht die städtischen Laften auf ganz andere Schultern geladen werden als Dr. Rafael Löwenfeld aber, der große Sozialreformer und die Leute dieses Antrages erwarten. Es würde also richtiger fünftige Direktor des Schiller- Theaters, hat sich inzwischen eines sein, dem Magistrat das Material zu liefern, dessen die Vergar mächtigen Pathen für seine Bühne versichert. Er hatte um fammlung zu einer geordneten Beschlußfassung bedarf. Der Audienz beim Kaiser nachgesucht. Sie wurde ihn für's erste Antrag würde die fiskalischen Behörden und die Fremden benicht bewilligt. Aber ein wackerer Mann lernt an den Thüren günstigen, die schon jetzt fast nichts zu den Lasten Berlins bei Stichtwahlen wird, worauf wir ganz besonders aufmerksam unterrichtet, daß das neue Unternehmen eine ernste soziale AufZu den am Freitag stattfindenden Stadtverordneten der Mächtigen warten und lauern. Der Kaiser wurde inzwischen tragen. Stadtv. Scheiding weist darauf hin, daß schon in den machen, jeder zugelassen, der in der Wählerliste per gabe habe und daß es den zersetzenden Tendenzen, die in den 70er Jahren Bedenken gegen die Höhe der Gaspreise in eichnet steht, gleichgiltig, ob er bei der Hauptwahl gewählt proletarischen sogenannten" Boltsbühnen gepflegt werden, einen der Bürgerschaft auftraten. Seit 1884 habe man die bedeutenden Wahlbezirks sind, wie bekannt, die einzigen, die sich noch einmal empfangen; und er durfte beglückt von dannen ziehen. In hat oder nicht. Die Parteigenoffen des 9. und des 27. Kommunal- festen Damm gegenübersehen soll. Nun wurde Dr. Löwenfeldt Summen, welche die öffentliche Straßenbeleuchtung erfordert, den mit dem Gegner zu messen haben. Es werden daher nicht allein literarischen Kreisen wird erzählt, der Kaiser habe warme TheilGaswerfen nicht mehr zu gute gerechnet und durch dieses Kunst aus diesem Wahlbezirk selber, sondern auch weit und breit ausnahme für das Schiller- Theater geäußert und Herrn Löwenstückchen den Gasetat uin 21/2 Millionen verschoben. Die Straßenbeleuchtung sei eine öffentliche Laft, welche aus dem umliegenden Wahlkreisen heraus, Agitatoren nöthig feld versprochen, er werde das Schiller- Theater gern und so sein, die mit die mit Ausdauer und Opfermuth der Partei häufig besuchen, wie er das Berliner Theater unter Herrn .: Steuersäckel, nicht aber von den Gastonsumenten getragen werden muß. Nach dem Vorschlage des Magistrats wird die neuen Siegen zu verhelfen haben. Thue daher ein Jeder, Barnay zu besuchen pflegte. der im stande ist, zu helfen, sein Möglichstes, um die Säumigen Eache wieder auf Jahre hinaus verschoben; benutzen wir die heranzuziehen und den Sieg wiederum an unsere Fahnen zu Berlin wird das neue Schiller- Theater vielleicht schon als WeihSo reift denn das Werk zur Erfüllung und der Stadt Zeit und sehen wir einen Ausschuß ein; es ist dann gar nicht heften! ausgeschlossen, daß die Forderung schließlich durchdringt und nachtsbescheerung feierlich übergeben werden. Das heißt, den der Gaspreis allgemein zum 1. April 1895 verbilligt werden ist, in den beiden Wahlkreisen, in denen sozialdemo- rührender Empfindung voll die echte und wahre Sozialreform Und eins noch. So sehr es die Pflicht der Parteigenossen gutgesinuten Bürgern dieser Stadt, die dankbaren Gemüths und fann. Ich bin nicht für die Unterscheidung der einzelnen tratische Kandidaten in Frage stehen, vollauf am Plage im Stil von Löwenfeld und Genossen anerkennen, und sich Verwendungsarten des Gases; wir brauchen einen Einheitspreis zu sein, so erwächst ihnen andererseits in den Wahlkreifen, in über jedes Almosen bis zu Freudenthränen bewegen lassen, wenn ( vielfache Zustimmung), der alle Schwierigkeiten und alle benen die Gegner unter sich fämpfen, die selbst es nur aus gutem Herzen kommt. Vielleicht folgen dem füßen ( vielfache Zustimmung), der alle Schwierigkeiten und alle Echerei cien, welchen jetzt die Gaskonsumenten ausgesetzt sind, aus verständliche Pflicht ber abfoluten Stimmenthaltung. Flötenspiel der Gründer des Schiller Theaters alle Rickert'schen dem Wege räumt. Kein Parteigenosse gebe daher seine Stimme für einen Kan Mannnen vom Verein für Volksbildung und ähnliche mehr. Mit didaten der gegnerischen Parteien ab, die, wie sie sich auch den selbstbewußten Proletariern aber wird es hapern. Da wird Etadtv. Singer: Die Ueberweisung dieses Antrags an den nennen, die Sozialdemokratie beide aus tiefinnigster Seele gleich der Liebe Müh umsonst verwandt sein. Da giebt's ganz böse Etateausschuß wäre nur ein anständiges Begräbniß. Wenn aus mäßig hassen! Racker darunter. Die lassen sich von keinem Groß- Almosenier der nothwendigen Verbilligung des Gafes etwas werden soll, Gnadengeschenke reichen und lassen sich nicht in Glücksträume muß ein besonderer Ausschuß sich damit befassen. Der Etats tullen, auch nicht vom Hofjuwelier Jakob Herz und nicht von ausschuß ist viel zu überlastet. Der Vorschlag des MagistratsR. Bringsheim und nicht vom Geheimen Kommerzienrath Goldvertreters, den Antrag zur Zeit" abzulehnen, ist zwar sehr höf berger, Klare Entschiedenheit ist immer eine ersprießliche Sache. lich, würde aber thatsächlich auch auf ein Begräbniß hinauskommen. Tie Frage muß vor Allem nach jener Richtung geprüft Charlottenburg. Nach wahl im 5. Kommunal- Wenn Herr Löwenfeld und die Seinen gesagt hätten: wir wollen werten: Welchen Nußen nimmt die Stadt von dem Gas? Ein Wahlbezirk. Parteigenossen! Nochmals treten wir auf auch mal Theaterdirektor spielen und sehen, ob man bei leidlich Geschäftsmann, der ähnlich verführe, würde in bedenklicher diesem Wege an Euch heran, um auf die Wichtigkeit der am mittleren Theatervorstellungen und mäßigen Eintrittspreisen Weife dem Muchergefeß zu nahe treten, er würde mit der Aus nächsten Montag, den 4. Dezember, stattfindenden Stichwahl nicht bestehen fann, dann hätten die Herren gehandelt wie beutung der Nothlage" des Konsumenten verhängnißvolle Be zwischen dem Genossen Sieger ist und dem liberalen" Otto Private und Geschäftsunternehmer. So aber geberden sie sich in fanntschaft machen. Wie kann die Stadt 100 pCt. Nußen aufmerksam zu machen. Gerade dieser Bezirk, der von einer weichherzigen Aufrufen als Heilbringer und Voltsbeglücker; und nehmen? Charakteristisch ist der Hinweis auf die Sonntagsruhe, großen Anzahl Arbeiter bewohnt ist, war von den Liberalen" darum thut es noth, sie zu demaskiren und ihre Kleinlichen die einen großen Ausfall herbeigeführt haben soll. Das spricht eigentlich von vornherein als verloren gerechnet und nur durch Fechterkunststücke bloßzulegen. doch gerade für die Sonntagsruhe. Die Herren, die eine unbegreifliche Theilnahmlosigkeit der Arbeiterschaft am WahlZu den gestern gemeldeten Haussuchungen bei polnischen gegen die Sonntagsruhe sind, sparen doch auf diese Weise tage mußten wir von einer definitiven Besizergreifung vorläufig Parteigenoffen geht uns folgende Mittheilung zu: Ein Student eine Unmenge an Gas und sollten doch zufrieden Abstand nehmen.a Linsky fam aus dem Auslande vor etwa acht Tagen nach Berlin sein, daß ihnen dies die Sonntagsruhe ermöglicht. Parteigenossen! Wenn es uns nun auch gelang, durch die und gab seine Sachen im Restaurant Siejat, Wallnertheaterstraße, Wir sind auch nicht dazu hier, die Interessen der Englischen Gas- Eroberung von 2 Sitzen die unserer Partei gebührende ab. Dieser Mann wurde gestern angeblich auf eine anonyme gesellschaft wahrzunehmen. Mir ist sehr zweifelhaft, ob auf dem Stellung in hiesiger Kommune einzunehmen, so ist es Denunziation hin verhaftet; man hatte ihn nämlich im Verdacht, Bureau der Englischen Gesellschaft deren Interessen so warm doch unser Aller Pflicht, dafür zu sorgen, daß der um- daß er eine größere Summe Geldes wie hier im Saale vertreten werden. Der Ausfall wird sich erder freisinnigen" Partei aufs Hart 50 000 Gulden unterschlagen habe. Dieser Verdacht, der, wie fahrungsgemäß in ganz kurzer Zeit durch den vermehrten Konsum näckigste vertheidigte 5. Bezirk bei der Stichwahl für sich bald herausstellen dürfte, auf einer Verwechslung beruht, decken( Widerspruch). Daß die Fremden nichts mehr bezahlen, immer in unsere Hände fällt! Wir haben nicht nöthig, Euch den hat weiter zur Folge gehabt, daß eine Reihe polnischer Parteiwenn wir die Gaspreise verbilligen, ist auch ein sonderbares Argument. Unterschied zwischen unserem und dem gegnerischen Kandidaten genossen, bei denen Linsky in Berlin während der letzten Tage Die Fremden, die hierher kommen, laffen doch ihr Geld hier; will in bezug auf die Qualifikation zur Vertretung unserer Interessen verkehrte, einer Haussuchung ausgesetzt waren. Der Wirth renn der Stadtrath für die Fremden, die hierber fommen, die vor Augen zu führen, das wißt Ihr selber! Aber eben deshalb Siejat, der versichert, daß er Linsky nur als seinen Gast tenne Straßen Berlins in die Abruzzen verwandeln? Mit Herrn wäre es ein Verrath an Eurer Klaffe, wolltet Ihr zusehen, wie und sonst in keinem Verkehr mit ihm gestanden habe, als daß Echeiding bin ich darin einverstanden, daß Unterschiede in der uns dieser Arbeiterbezirk auf weitere zwei Jahre verloren ginge. er, was ja bei einem Wirth nichts seltenes, dessen Koffer verja mit den Antragstellern reden lassen. Desgleichen bin ich seiner so oft bewiesen, daß, wenn es galt, einzutreten für Recht und gehalten und hatte überdies noch eine bei ihm besonders peinlich Meinung bezüglich der Uebernahme der Kosten der öffentlichen Wahrheit, jeder von Guch am Blaze war. So forgt auch am ausgeführte Haussuchung zu bestehen. Es ist natürlich trob Beleuchtung auf den städtischen Säckel. In einer ver- Stichwahltage dafür, daß es uns leicht fallen möge, unseren alledem nichts gefunden worden, was ihn irgendwie belasten nünftigen Kommunalverwaltung muß Lust und Licht, Beleuch- Genossen nicht nur gewählt, sondern mit erdrückender Stimmen- tönnte. tung und Wasser von der Gesammtheit für den Einzelnen mehrheit gewählt zu wiffen. Verleugne niemand feine Klasse! getragen werden. Die Verbilligung der Gaspreise ist noth- Bewahrt die fleckenlose Ehre unserer Partei! Schaart Guch am wendig. Geradezu beschämend aber ist es, daß für die Gas- Montag, den 4. Dezember, um Euer Banner und trotzt der auf messer Miethe bezahlt werden muß. Was würden Sie fagen, ihren Geldfack pochenden bornirten Bourgeoisie ein für alle mat wenn der Raufmann für die Benutzung seiner Waage Ihnen auch diesen viele Jahre innegehabten Siz ab; erst dann habt einen Preis berechnete? Das thun Sie aber mit Ihrer Gas Ihr Eure Schuldigkeit geiban bei der diesjährigen Kommunalwahl. meffermiethe. Wir stimmen für die Berathung des Antrages in Benugt die Zeit zur kräftigen Agitation, damit auch die, welche einem besonderen Ausschusse, in der Hoffnung, daß der Zweck durch schimpflichste Unterjochung seitens ihrer Brotherren" sich des Antrags erreicht und die verwerfliche indirette Gassteuer außer stande wähnen, ihr Wahlrecht auszuüben, angefeuert endlich beseitigt wird. werden, durch Abgeben ihrer Stimme dem verwahrloften Prozenthum Charlottenburgs ihre endliche Mündigkeit zu beweisen. Darum: Auf! Zur Agitation. Auf! Zur Wahl. Stadtrath Marggraff weist die Behauptung zurück, daß die Stadt mit den jeßigen Gaspreisen Sachwucher treibe. Die 40 000 Rubikmeter, welche Sonntags weniger gebraucht werden, tommen nicht in Betracht; aber die gefeßliche Sonntagsruhe von 24-36 Stunden erfordert eine Mehraufwendung von 14 Mill. Kapital zur Herstellung der Einrichtungen, welche nothwendig find, das Gas in dem ununterbrochenen Betriebe der Anstalt in der erforderlichen Menge auszuspeichern. Jetzt wird durchgearbeitet und dadurch auch Sicherheit gegen Knallgas und Explosionsgefahr gewonnen; das wird bei der 36stündigen Unterbrechung unmöglich. Diese 14 Millionen entsprechen einer jähr lichen Mehrausgabe von 1350 000 m. Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen und der Antrag Deter einem besonderen Ausschuß von 15 Personen überwiesen. Einem Magistratsantrage entsprechend wird der Festsaal des Rathhauses dem Allgemeinen Deutschen Schulverein" für den 12. Dezember zu einer Gedächtnißfeier für den Bischof TeutschHermannstadt überlassen. Es folgt der dringliche Antrag Mentel den Magistrat zu ersuchen, dahin zu wirken, daß es den Inhabern von Verkaufslofalen gestattet sei, den Geschäftsschluß am heiligen Abend statt um 7 um 10 Uhr eintreten zu lassen." strittene, und von der Die Wahl findet von 10 Uhr Vormittags bis 7 Uhr Abends statt. Tas Wahllofal ist: Berlinerstraße 123, Restaurant Monbijou". Kandidat: Genosse Otto Siegerift. Das Wahlkomitee. " 90917 man fabelte von Die große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft scheint noch einmal Gnade für Recht ergehen lassen zu wollen. Die nach den Mittheilungen einiger Blätter angedrohte Entfernung der grünen Friesdecken ist vorläufig noch nicht zur Durchführung gelangt. Vielmehr sind dieselben gestern erst in den Wagen der Linien Weidendammer Brücke- Gesundbrunnen, Weidendammer BrückeWeddingplatz, Weidendammer Brücke- Tegeler Chaussee und Dorf Tegel angebracht worden. 5. Wahlbezirk. Berlinerstr. 1-50 und 124-151, Bismarckstr. 1-16 und 112-127, Gauerstraße, Charlottenburger Ufer, Dovestraße, Dove- mand darüber beklagen, daß der„ Steuermann" sich nicht stets Brücke, Englische-, Franklinstraße, Grolmanstr. 1-6 und 68-72, Hardenbergstr. 1-4 und 37-41, Selmholzstraße, Kantstr. 39-56 und 112-180, Krummefir. 28-72, Kurfürsten- Allee, LeibnizMarch, Rosinenstraße, Salzufer, Schillerstr. 1-44 und 85-127, Sophienstraße, Straße 1 Abtheilung V Sektion 1, Weimarer straße, Thiergartenmühle, Straßen 5 und 6a Abtheilung V Sektion 2. = Die Zahl der Berliner Steuererheber ist laut Zeitungsmeldungen um 52 vermehrt worden. Veranlassung hierzu soll ein bedeutender Steuerausfall gegeben haben, den der Magistrat in den letzten Jahren erfahren. Die Steuererheber sollen der artig mit Arbeit überlastet gewesen sein, daß sie das Eintreiben fonnten, wodurch es namentlich„ böswilligen Zahlern" möglich der Steuern nicht mit der dazu nöthigen Energie" durchführen wurde, Jahre hindurch mit ihren Steuerquoten im Rückstande zu bleiben. Das letztere ist wohl nur ein Phantasiegebilde, denn dem Magiftrate steht doch das Mittel der exekutiven Steuereinhaben, wollen wir gern glauben. Dennoch kann sich wohl Nietreibung zur Verfügung. Das die Steuererheber viele Arbeit pünktlich eingestellt hätten. Daß die Steuern nicht ebenso pünkttich gezahlt werden, liegt wohl weniger an der mangelnden Energie" der Steuererheber, als daran, daß die Steuerzahler überhaupt nicht im stande sind, ihre Steuern zu entrichten. Daß bieran durch die Neueinstellung von 52 Steuererhebern etwas geändert wird, ist ein naiver Glaube. U Und wenn von„ böswilligen Steuerzahlern" gesprochen wird, so ist das eine bureauDas neue Schiller Theater ist so gut wie gegründet. fratische Anschauung, die anderwärts sogar dazu geführt hat, Nun darf man kaum mehr an seiner Entstehung zweifeln. Die die Steuerrestanten öffentlich bekannt zu machen und denselben geeigneten Arbeiter" sind zur Stelle. Es fehlt ihnen nicht am den Besuch von Gastwirthschaften zu untersagen. Ein derartiger hohen Segen, auf daß ihr Wert gedeihe. Im Sigungsfaal des löblicher Brauch besteht in Berlin allerdings noch nicht, doch Stadtv. Mente I weist zur Begründung auf den großen ge- Kultusministeriums unter den Linden wird die konstituirende was nicht ist, kann noch werden! schäftlichen Nachtheil hin, der den Geschäftsleuten erwachsen Versammlung abgehalten. Dort wird das Attienunternehmen Ein streikender Kirchenchor. Im Ausstande befindet sich würde, wenn der Schluß der Geschäfte am goldenen Sonntag zur Hebung des Volkswohls durch die versöhnende Macht der der Kirchenchor der Zwölf Apostel- Gemeinde, weil er sich mit der schon um 7 eintreten müßte. Auch den Angestellten, die erit am Kunst zu neuem Leben erwachen. Dort werden die großherzigen Kirchenverwaltung über seine neue Zeitung nicht einigen fonnte. heiligen Abend Weihnachtsgeschenke zu erhalten pflegen, würde Almosenspender bei einander sitzen und berathen, wie man am Da die Streifenden fest organisirt sind und auch pekuniäre Sorgen es unmöglich sein, diese Zuwendungen zu Einfäufen zu be- besten den geistigen Hunger der Menge stillen könne. Mit bei ihnen kaum playgreifen dürften, so hoffen sie, den Vertretern nußen. Maßen natürlich, damit beileibe keine Ueberfütterung eintrete. des Kapitals- pardon, dem Kirchenvorstand erfolgreich WiderStadtv. Singer: Ich bitte dringend, den Antrag abzu- Dort werden die Köche sich darüber einig werden, welchen stand entgegensetzen zu können. Vor Zuzug wird gewarnt. aber wohlfeil muß er sein lehnen. Der heilige Abend fällt diesmal auf einen Sonntag, toftbaren Schmaus und deshalb hat der Polizeipräsident statt der sonst am Sonntag unverwöhnten Magen des Bolts" bereiten solle. Ein prächtiges Von den Briefmarken- Automaten. Nicht weil sie das zugelassenen 5 Stunden Arbeitszeit zehn bewilligt. Dies genügt Reklamefchild hat man ja geinnden.„ Schillertheater", das klingt. Straßenbild beeinträchtigen, sondern weil sich die Reichs- Postnun einzelnen Geschäftsleuten nicht, die sich besonders rührig um Hundert Seligmacher von Profession haben bereits Aftien ge- verwaltung noch nicht vom Vorhandensein eines Bedürfnisses eine weitere Verlängerung bemühen, während die große Mehrzahl zeichnet. Sie Alle griffen begeisterungsfroh in ihre Taschen und überzeugt hat, soll aus der Ausstellung von Briefmarkenfich dafür gar nicht intereffirt. Alle Geschäfte, die in der Lage aus tiefbekümmerter Seele entrang sich ihnen der Herzenswunsch: Automaten nichts werden. Natürlich! find, Sonntag Mittag zu schließen, werden das auch an diesem Trost den Armen und Beladenen. Im verklärenden Lichte der 24. Dezember thun. Die Leute, die in diesen Geschäften Kunst, die wir ihnen bieten, mag die bittere Unzufriedenheit von thätig sind, werden also bis 7 Uhr vollauf ihre Einkäufe be- ihnen genommen werden." Oh, es find große Herren dabei und forgen tönnen. Diejenigen aber, welche von den Geschäfts- Namen vom bejien Klang, wie der Gründer des Schillertheaters inhabern Weihnachtsgeschenke erst am heiligen Abend bekommen, den Zeitungen mittheilt; und sie alle wollen den Grundstein und zwar in den Geschäfien, die erst um 10 Uhr schließen, legen zum wahren volksthümlichen Schauspielhaus. Herr fönnen dann doch nichts mehr eintaufen, weil nach 10 Uhr v. Berlepsch, der Handelsminister fordert Arm in Arm mit Herrn Pferdebahn und Publikum. Berlin soll bestraft werden doch kein Geschäft mehr offen sein soll. Die thatsächlichen Ver- Sudermann, dem Dichter der Ehre, und mit Herrn Neumann- Hofer, schreibt die„ Polem. Corresp.", und zwar von Niemand anderem hältnisse werden von den Interessenten für diese Aenderung dem Kunstweisen von Rudolf Mosse's Gnaden, die Welt der Miß als von der Großen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft. Die Verirrig targestellt. Ich halte die Zeit bis 7 Uhr für mehr als vergnügten in die Schranken. Der reiche Pringsheim und der Kom- waltung diefes mit Recht so viel angefeindeten Verkehrs- Instituts ausreichend und bitte Eie, sich nicht zum Eprachrohr merzienrath Goldberger, wer zweifelte an deren Volksfreundlich- will an dem Berliner Publikum dafür Rache üben, daß es zu dieser Unternehmer zu machen.( Lebhafter Widerspruch.) Diesen feit? verbinden sich mit dem privilegirten Schüßer und Pfleger aller ungefüm fordert, was es längst hätte besigen sollen nämlich Hunderten von Unternehmern stehen Tausende von Angestellten Mittelmäßigkeit, mit dem Direktor der Stationalgallerie, beffere Beleuchtung und Erwärmung der Pferdebahnwagen adithal " man dem Durch das Rollen eines Stadtbahu- Zuges scheu geworden, ging das Pferd eines Obstwagens am Donnerstag Morgen um 7 Uhr am Bahnhof Friedrichstraße durch. Der Beſizer des Pferdes, der sich an das Hinterrad des Wagens geklammert hatte, kam zu Fall und wurde arg zugerichtet. Ueber einen Gladiatorenkampf im römischen Bade wird uns das Nachstehende berichtet. Einem Rentier wurden auf Antrag eines Gastwirths Mauerziegel gepfändet und durch einen Gerichtsvollzieher für vier Mart das Tausend verkauft. Da der Gläubiger aus dem Erlös nicht befriedigt wurde, so wollte er sich über den Vollziehungsbeamten beschweren, weil dieser wahr scheinlich die Steine zu billig verkauft habe. Hierbei blieb es aber. Am Dienstag nun saß der Gastwirth im römischen Bade, als ein Mann in adamitischem Kostüm an ihn herantrat und nach dem Ergebniß der Versteigerung in hämischer Weise fragte. Es war der ausgepfändete Schuldner. Der Gastwirth gerieth dadurch so in Harnisch, daß er sich auf den Rentner stürzte. Es entwickelte sich ein regelrechter Gladiatorenkampf, der nur durch die Dazwischenkunft der Badewärter beendigt werden konnte. Die 20. Sanitätswache wird am Freitag in der Artillerieſtr. 27 beim Heilgehilfen Solf eröffnet werden. " Art während der kalten Jahreszeit. Die geplante Strafe soll, nach| genannte Verhältniß oder ein selbständiger hausgewerb- freiwillig der Behörde zu stellen. Während der Untersuchung der Polem. Corresp.", darin bestehen, daß in diesem Winter licher Betrieb vorliegt, sei nur von Fall zu Fall stellte es sich heraus, daß der Angeklagte während seines hiesigen selbst die grünen Friesdecken, welche im Vorjahre in einigen unter Berücksichtigung ber besonders ob Dienstes aus reiner Bequemlichkeit eine Urkunde gefälscht hatte. Wagen größerer Strecken zum Schuße des Publikums gegen die waltenden Verhältnisse und der gesammten Der Gerichtshof verurtheilte den leichtsinnigen jungen Mann zu die eindringende Kälte vorhanden waren, in Fortfall tommen wirthschaftlichen und persönlichen Verhält- 1 Jahr 6 Monaten Gefängniß und 2 Jahren Ehrsollen. Die Aeußerung, welche von Seiten der maßgebenden nisse des Beschäftigten zu entscheiden. verlust. Stelle nach dieser Richtung hin gefallen sein soll, soll von solch' Denselben Standpunkt vertreten ebenfalls eine Entscheidung Es sind ja nur Proletarier, die es essen. Wider die empörender Drastik sein, daß die„ Pol. Corr." Anstand nimmt, die- des Reichsgerichts vom 20. Dezember 1853, wie auch schön Schmalzfälscher richtete sich eine Verhandlung vor dem hiesigen selbe wiederzugeben, um nicht den allgemeinen Unwillen, welcher berg in seiner Volkswirthschaftslehre. Ferner führe Schenkel Schöffengericht, in welcher der Gerichtschemiker Dr. Bein die ohnehin schon gegenüber der Verwaltung dieses Instituts in seinem Kommentar zur Gewerbe- Ordnung aus, daß es für die verwerflichen Manipulationen, die mit diesem Nahrungsmittel herrscht, noch zu verstärken. Qualifikation eines Arbeiters als unselbständigen oder selbständigen vorgenommen werden, etwas beleuchtete. Nach diesem Gutachten Der zwanzigste Wohlthätigkeits- Bazar, so verkünden nicht entscheidend sein könne, ob er in der Werkstelle oder in der werden nicht blos Rindertalg und Stearin, sondern auch Baumjubelnd gutgesinnte Blätter, ist in dieser Saison( 9) bereits er gewerblichen Anlage selbst, oder ob er für den Unternehmer wollfaat- Del in beträchlichen Mengen dem Schmalze zugesetzt. jubelnd gutgesinnte Blätter, ist in dieser Saison(!) bereits er in der eigenen Wohnung( z. B. die Näherin für eine Trikot Leider lassen sich in den seltensten Fällen die Hauptschuldigen öffnet worden. Wie viel Pläfir mögen die gelangweilten Wohl fabrit) beschäftigt ist. Das Verhältniß ist hier wesentlich das ermitteln. Auch in dem hier zur Frage stehenden Falle konnte thäterinnen an ihren guten Werken bereits gefunden haben, und wie viel Demüthigung mag den paar Armen, die außer den felbe, wie überall da, wo verschiedene Räume für die ver- Dr. Bein dem Angeklagten nur eine Fahrlässigkeit insofern vorschwarzen Heidenfindern noch mit einem fadenscheinigen Röcklein verschiedenen Räume sich nicht unter demselben Dach befinden müffen. Der Gerichtshof schloß sich dieser Ansicht an und ver schiedenen Arbeiter benutzt werden. Der Umstand, daß diese werfen, als er sein Schmalz vor dem Verkaufe hätte prüfen bedacht wurden, schon beschieden sein? und nicht von dem Arbeitgeber ermiethet sind, ändere an der urtheilte den Angeklagten unter Berücksichtigung seiner bisherigen der in diesen Räumen ausgeführten Arbeit( Ge: Unbescholtenheit zu 20 M. Geldbuße. am Main). werbegericht Frankfurt Demgegenüber sei daß di eingewandt worden, in ihren eigenen Woh- Der, grausige Raubaufall" dessen Opfer die verehelichte nungen Arbeitenden um deswillen als selbständige Unter- Antonie Bothe am 17. September in ihrer Wohnung Stralnehmer anzusehen seien, weil die Kontrolle des Arbeitgebers fehle. sunderstr. 19, gewesen sein wollte, der sich aber als romantisches Das sei falsch. Wenn es festzustellen gelte, ob jemand als ge- Phantastestück entpuppt hat, beschäftigte gestern die 2. Strafwerblicher Arbeiter selbständig ist oder nicht, so werde als Maß- fammer des Landgerichts I. Das Opfer" dieser erfundenen stab nicht die persöhnliche Bewegungsfreiheit desselben angelegt Greuelthat hatte sich wegen wissentlich falscher Anschulwerden können. Der Arbeiter im eigenen Heim sei übrigens der bigung zu verantworten. Die Angeklagte hatte in einer außerKontrolle feineswegs gänzlich entzogen. Mit bezug auf die Ar- ordentlich detaillirten Anzeige bei der Polizei mitgetheilt, daß sie in beitsart und Lieferungsfrist könnte er an bestimmte Weisungen ihrer vier Treppen hoch belegenen Wohnung am 17. September von zwei Männern überfallen worden sei; diese Männer hätten ihr gebunden werden und sei er auch auf die Innehaltung einer bestimmten Arbeitszeit angewiesen, wenn er, als in Afford bezahlt, die Hände gebunden, die Haare abgeschnitten, die Käften durchsich den Lebensunterhalt verdienen will. Haas, Kayser und sucht und Geld geraubt. Sie habe in der angegebenen Zeit Berger nehmen zwar an( in Anmerkungen zu verschiedenen in ihrer Küche gestanden und sich die Haare gemacht. Die Paragraphen der Gewerbeordnung), daß die Gewerbeordnung Korridorthür habe offen gestanden, die Küchenthür sei schon an sich die in ihren Heimstätten beschäftigten Personen als nur eingeklinkt gewesen. Da feien plöglich zwei der eine hätte sie am Halse Ein Scherz", den sich die Angestellten eines hiesigen felbständige Gewerbetreibende" ansebe; aus dem§ 119 erhelle Männer hereingetreten, Konfektionsgeschäfts mit einer Kollegin erlaubten, ist für diese jedoch nur, daß die außerhalb der Arbeitsstätten ihrer Arbeit gewürgt und auf einen Stuhl herabgedrückt, der andere von den übelsten Folgen gewesen. Die junge Dame, ein Fräu- geber für diese thätigen Personen nicht als Arbeiter" angesehen aber habe ihr ein Taschentuch in den Mund gesteckt, mit einer lein R., hatte einen unüberwindlichen Abscheu vor Mäufen, die werden sollen. Daß sie deshalb selbständige Gewerbetreibende" Buckerschnur ihre Hände und Füße gebunden und dann mit einer in jenem Geschäft häufig gefunden wurden. Dies wußten die wären, folge daraus noch nicht. Die Gewerbeordnung stelle Scheere die Haare abgeschnitten. Der eine Mann habe dabei lieben Kollegen und Kolleginnen und ließen keine Gelegenheit zwar die selbständigen Gewerbetreibenden und gewerblichen höhnisch geäußert: Das ist noch sehr schönes Haar, da kann sich vorübergehen, der jungen Dame möglichst oft den Anblick der Arbeiter zum Beispiel in der Unterschrift zum Titel VII einander meine Alte einen Zopf draus machen lassen!" Der andere fleinen Nagethiere zu bereiten. Als nun am Montag wiederum gegenüber; dies könne aber deswegen nicht entscheidend Mann habe ihr sodann ein Taschentuch um den Mund eine Maus gefangen war, steckten sie das lebende Thier in sein, weil sie in den Motiven zu Paragraph 10 eine hervor gebunden und ihre Hände an der Rücklehne des Stuhles festdie Manteltasche der Kollegin Fräulein R., die, als sie zu Tisch ragende Kategorie der in ihrer eigenen Wohnung beschäftigten gebunden. Die beiden Räuber, von denen die Angeklagte eine gehen wollte und statt ihrer Handschuhe die lebende Maus in Arbeitnehmer, die Lohnweber, nicht zu den selbständigen Gewerbe- ungefähre Personalbeschreibung gab, hätten sich dann an Küchendie Hand bekam, dermaßen von Entfeßen ergriffen wurde, daß treibenden rechne. Und auch aus Paragraph 2 des Krankenver- spind und Kommode gemacht und aus ersterem 32 M. baaren sie ohnmächtig zu Boden sank und beim Fallen gegen die Kante ſicherungs- Gesetzes vom 15. Juni 1893, welcher Hausindustrielle Geldes, aus letzterer eine Sparbüchse mit 35 M. Inhalt geraubt. eines Schrankes schlug. Sie hatte eine heftig blutende Kopf- als selbständige Gewerbetreibende bezeichnet, tonne nichts Ent 3 fei bei diesem Vorgange wiederholt das Wort.„ Grb wunde davongetragen und mußte schleunigst nach Hause gebracht scheidendes hergeleitet werden, da die von diesem Gesetz als schleicher" und" Nun wird Euch wohl das Erben vergehen!" ge= werden. Ein Nervenfieber, an dem Fräulein K. nun darnieder- selbständige Gewerbetreibende aufgefaßten Arbeiter noch feines: fallen, was vielleicht darauf hindeute, daß die Räuber von der liegt, ist die Folge dieses dummen Streiches. wegs als solche im Sinne der Gewerbe- Ordnung zu betrachten Verwandtschaft, mit denen das Ehepaar Bothe in Erbstreitigkeiten seien. Von Heimarbeitern sei in diesem Paragraph 2 übrigens liege, abgesandt seien. Erst eine halbe Stunde nach Entfernung nicht die Rede und es qualifiziren auch die Motive zu diesem der Räuber wollte die Anzeigerin durch ihre Tochter Elise aus ihrer Gefeß( die Krankenkassen betreffend) als eine Uebergangsstufe entfeßlichen Lage befreit worden sein. An dieser ganzen Erzählung, zwischen den unselbständigen Arbeitern und den selbständigen die f. 3. in Berlin großes Aufsehen erregte, ist kein Wort wahr. Gewerbetreibenden( siehe Otto:" Streitigkeiten der selbständigen Die Angeklagte gab gestern zu, daß sie die ganze graufige GeGewerbetreibenden" und eine Entscheidung des Ober- Landes- schichte von A- 3 frei erfunden, sich selbst gebunden und sich Sie sei mit gerichts in Hamburg vom Oktober 1884), so daß eine Folgerung selbst das Haar abgeschnitten habe. hinsichtlich der Heimarbeiter auch dieser Gesetzes bestimmung ihrem Wirthschaftsgelde nicht ausgekommen, habe die Ernicht gezogen werden könne. Müsse hiernach die Auffassung, sparnisse angegriffen und nun aus Furcht vor ihrem als ob die in ihrer Heimstätte beschäftigten Arbeitnehmer Ehemann romantische Geschichte sich ausgedacht. Zur Spandaner Naubmord Affäre verlautet des schlechthin als selbständige Unternehmer anzusehen seien, Der Staatsanwalt war der Ansicht, daß hier nicht Weiteren, daß es leider noch nicht gelungen sei, den Thäter zu aus thatsächlichen sowie thatsächlichen sowie aus rechtlichen Gründen als blos grober Unfug, sondern wissentlich falsche ergreifen, obwohl von seiten der Sicherheitsbehörde hierzu alle unzutreffend erachtet und vielmehr angenommen schuldigung vorliege, da sie in der Anzeige den Verdacht doch möglichen Maßregeln getroffen worden sind. Die erwürgte werden, daß es der Würdigung des tontreten auf ganz bestimmte Personen, nämlich auf die Verwandten ihres Hedwig Franke war bei ihren 18 Jahren ein kräftig entwickeltes alle 3 überlassen bleiben muß, festzustellen, Chemannes gelenkt habe. Der Staatsanwalt beantragte vier Mädchen, das sich nicht so leicht beikommen ließ. Das am ob ein selbständiger Unternehmer oder ein Monate, der Gerichtshof erkannte auf zwei Monate Fundort der Leiche, der auch zugleich der Thatort ist, auf unselbständiger. Arbeiter in Frage steht, Gefängniß. gewühlte Erdreich giebt Zeugniß davon, daß zwischen Mörder so bleibe zu erörtern, welche Gesichtspunkte für die Prüfung der und Opfer ein hartnäckiger Kampf stattgefunden hat. Darauf einzelnen Thatbestände maßgebend sein müssen. Otto halte es läßt auch der Umstand schließen, daß selbst die Stangen des für erheblich: Schnürleibs, das das Kind trug, verbogen und zerbrochen sind. Der Mörder Gericke, der am 3. Oktober seine schwangere Braut ermordet und dann auf die Schienen gelegt hatte, stand am Donnerstag vor dem Schwurgericht beim Landgericht II. Der Angeklagte, von dem man während der Untersuchungshaft glaubte, daß er den wilden Mann spiele, machte jedoch auf das Gericht einen so stupiden Eindruck, daß beschlossen wurde, die Sache zu vertagen und den Angeklagten auf seinen Zustand hin untersuchen zu lassen. Vollständig ausgebrannt ist heute Vormittag kurz nach 11 Uhr eine im Parterre des Hauses Gipsstr. 18a belegene Schneiderwerkstatt. Leider konnte nicht ermittelt werden, auf welche Weise das Feuer entstanden ist. An einem Springbrunnen vor dem Brandenburger Thor hat sich die 19 Jahre alte Schneiderin Elise Greinert mit Karbolsäure vergiftet. Ueber die Ursache weiß man nichts, selbst die Angehörigen können keine Auskunft geben. 1. ob der Betreffende nur für einen bestimmten oder für verfchiedene Arbeitgeber beschäftigt sei, und 2. ob er allein oder mit Gehilfen arbeite. Dem dürfte im Wesentlichen beizutreten sein, wenn auch nebenber noch eine Menge anderer. Momente( ob der Arbeitgeber Werkzeuge zu stellen hat u. f. w u. f. w.) in die Wagschale fallen tönnen. zwar die in Ans Ein in der Jur. Wochenschr." mitgetheiltes Erkenntniß des Reichsgerichts ist werth, weiteren Kreisen bekannt zu werden, da es der Beschränkung der Vertheidigung eines Angeklagten seitens eines Staatsanwalts in recht deutlicher Weise entgegentritt. In einer Straffache war der Vertheidiger des Angeklagten nicht erschienen, weil derselbe der Vorschrift des§ 217 der St.-P.-D. zuwider nicht vorgeladen war. Der Angeklagte beantragte anfänglich aus diesem Anlaß die Vertagung, zog diesen Antrag aber zurück, nachdem der Staatsanwalt ihm angedroht hatte, daß die Arbeite ein Arbeitnehmer für mehrere Arbeit Staatsanwaltschaft Erlaß eines Haftbefehls geber, so fönne er um deswillen nicht als ungegen ihn beantragen werde. Das Reichsgericht, felbständig angesehen werden, weil er nicht welches das verurtheilende Erkenntniß aufgehoben hat, äußert Polizeibericht. Am 29. d. M. sprangen die beiden sechs von einem einzelnen Meister abhängig sei. Und sich über dieses Verfahren des Staatsanwalts wie folgt: Keine und vier Jahre alten Söhne eines im dritten Stock des Hauses in welcher Weise solle in solchem Falle die Lohnentschädigung Vorschrift der Straf- Prozeßordnung ermächtigt die StaatsanwaltKoppenstr. 94 wohnhaften Kellners aus dem Fenster auf den bemessen werden? Die Anjegung eines Bruchtheils seines schaft, sich in der Hauptverhandlung mit der Ankündigung ihrer Hof hinab. Sie hatten bei Abwesenheit der Eltern in der ver- Verdienstes in zwei Wochen würde bei einem Haus- eventuellen Absicht Haus eventuellen Absicht an den Angeklagten selbst zu wenden der für sechs oder gar für und schlossenen Wohnung an der Wasserleitung gespielt und ver- industriellen beispielsweise, der Form, daß fie die Nichtausmochten den geöffneten Hahn nicht wieder zu schließen. Als 12 Geschäfte arbeitet, zu unerquicklichen und dazu unüberwind- führung ihrer Absicht von einem Verzichte des Angeihre Hilferufe teinen Erfolg hatten, suchten sie sich aus lichen Schwierigkeiten führen. Unter diesem Gesichtspunkt be- flagten auf ein zweifellos ihm zustehendes, die bessere Angst, trotzdem durchaus keine Gefahr vorlag, durch den trachtet, ergebe sich schon und ohne weiteres die Unhaltbarkeit Wahrung seiner Vertheidigung bezweckendes Recht abhängig Sprung aus dem Fenster zu retten. Da sie auf ein Gartenbeet des Gedankens, einem solchen Hausgewerbetreibenden die Kün- machte. Der Vorwurf, der Vertagungsantrag des Angeklagten fielen, erlitt nur der jüngere anscheinend leichte innere Ver- digungsfrist zuzubilligen. beziele eine Verschleppung der Sache, war ungerechtfertigt, da legungen, während der ältere Knabe anscheinend ganz unverletzt Wenn ferner ein Arbeitnehmer wiederum der Angeklagte nur von einem gesetzlichen Rechte Gebrauch blieb. Auf der Schleusenbrücke fiel Nachmittags ein Kutscher elbst Gehilfen beschäftige, fo sei er deshalb machte und die Schuld an einer etwaigen Bertagung nur das von seinem Arbeitswagen und erlitt eine so bedeutende Ver- als selbständig zu erachten, weil er dann schon Gericht traf, das unter Verlegung des§ 217 St.-Pr.-D. die Vorlegung an der Schulter, daß seine Ueberführung in die Charitee feinerseits die Spige eines eigenen Betriebes ladung des Vertheidigers versäumt hatte. Mit Rücksicht auf erforderlich wurde. Am Landwehr- Kanal, gegenüber dem bilde. diese Sachlage läßt sich die Annahme nicht zurückweisen, daß der dem Haufe Waterloo- Ufer 12, wurde die Leiche eines neugeborenen Für den Fall, ob ein Heimarbeiter( Außenarbeiter) Angeklagte seinen Verzicht nur unter dem Drucke der AnRindes aufgefunden. Abends wurde ein Fouragehändler in auf die Kündigungsfrist des Paragraphen 122 sich berufen kündigung und der Furcht vor Verwirklichung des in Aussicht seiner Wohnung, in der Köpnickerstraße, erhängt vorgefunden. kann, werde aber auch in Betracht gezogen werden gestellten Uebels, mithin in einem Zustande der Willensunfreiheit Im Laufe des Tages fanden acht kleine Brände statt. müssen, ob er berufsmäßig oder neben einer anderen Be- erklärt hat. Dann ist der Verzicht wirkungslos gewesen. fchäftigung nur gelegentlich gewerbliche Arbeiten ausführe. Mit Recht definire Engelmann( Kommentar zur Gewerbe- Ordnung) nur denjenigen als Gewerbetreibenden, welcher berufsmäßig eine gewerbliche Thätigkeit ausübe. Die Dilettanten des Gewerbes, denen es vielleicht darauf ankomme, sich ein Taschengeld zu verdienen 2c., könnten die Kündigungsfrist des§ 122 nicht in AnGerichts- Beitung. Ob die außerhalb der Arbeitsstätte ihrer Arbeitgeber be- fehen sei und habe man ihm, weil er ohne Kündigung nicht schäftigten Arbeiter Anspruch auf die vierzehntägige Ründi- weiter beschäftigt wurde, 40 m. a Is Lohnentschädigung gungsfrist des§ 122 der Gewerbe Ordnung machen für 14 Tage zugesprochen. könnten oder nicht. lasse sich nicht mit einem Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) München, 30. Nov. Die Kammer der Abgeordneten setzte Gewerbegericht. Die Frage:" Haben Hausinduspruch nehmen. heute die Berathung des Militäretats fort. Dem Abgeordneten strielle bezw. Hausarbeiter Anspruch auf die Im vorliegenden Falle sei nach der Verhandlung anzunehmen, v. Vollmar gegenüber bestreitet der Kriegsminister die Existenz gefeßliche Kündigungsfrist?" beantwortete die Kammer I daß Kläger keine Gehilfen beschäftigt und auch nur für ein des Kastengeistes bei dem Offizierkorps und betont, daß die Armee durch ihren Vorsitzenden, Assessor Fürst, am 25. November in Geschäft, das des Beklagten, gearbeitet habe. Deshalb sei nicht blos das Vaterland gegen äußere Feinde zu vertheidigen, Sachen des Schneiders Weidner gegen Landsberger durch folgendes angenommen worden, daß Kläger nicht als Hau 3- sondern auch die innere Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten Erkenntniß von prinzipieller Bedeutung: industrieller, sondern als Heimarbeiter anzu habe. Der Kriegsminister erklärt sich bereit, gelegentlich im Bundesrathe eine Erhöhung der Entschädigung für Einquartierungen anzuregen. Abg. Wagner beantragt eine authentische Interpretation betreffs der Ausschließung der Deffentlichkeit im Militärprozesse. Fortsetzung morgen. Der Finanzminister v. Riedel unbedingten Ja oder Nein beantworten. Es Noble Allüren führten den Bureauvorsteher Paul Gröse theilte mit, er reise heute für mehrere Tage nach Berlin. tomme dies daher, daß diese Personen, wirthschaftlich gedacht, wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung vor die 1. Straf- Paris, 30. November. Der Kaffationshof beschloß, die Annicht unter einen einheitlichen Gesichtspunkt gebracht werden kammer. Der Angeklagte war 1½ Jahre lang Bureauvorsteher gelegenheit von Aigues- Mortes vor das Schwurgericht in können, vielmehr theils als se bständige Gewerbe- bei dem Rechtsanwalt 2. Er war ein sehr tüchtiger Beamter, Angouleme zu verweisen, da, wie die Blätter angeben, von Ge treibende( Hausindustrielle), zum andern Theil als der sich aber in letzter Zeit von seiner Vergnügungsjucht zu sehr schworenen in Nimes[ Mangel an Unbefangenheit befürchtet unselbständige gewerbliche Arbeiter( Heim beeinflussen ließ. Als Rechtsanwalt 2. sich auf einer Reise be- werde. arbeiter, Hausarbeiter) zu erachten seien. Es gebe fand, erhielt er von seinem hiesigen Stellvertreter ein Telegramm, ( Depeschen des Bureau Herold.) Hausindustrielle, die ihren Jahresumsah nach Hunderttausenden demzufolge der Bureauvorsteher nicht im Dienft erschienen sei. Saint Etienne, 30. November. In der vergangenen Nacht von Mark berechnen und Heimarbeiter, die wöchentlich 8 M. und Von bösen Ahnungen getrieben, kehrte der Rechtsanwalt sofort ist ein Gebäude, welches als Dynamitniederlage benutzt wurde, darunter verdienen. Auch das Reichsversicherungsamt habe in einer zurück und stellte hier fest, daß mit dem Bureau in die Luft geflogen. Der Wächter des Gebäudes wurde getödtet. Entscheidung vom 15.Oftober 1891 sich dahin ausgesprochen ,,, daß auch vorsteher auch eine Summe von ungefähr 1350 Mart Ueber die Ursache der Explosion ist nichts bekannt. beim Vorliegen der für die Hausindustrie im allgemeinen wesent- verschwunden war. Der Angeklagte hatte thatsächlich diese London, 30. November. An die Regierung richten die lichen Merkmale, nämlich die Herstellung oder Bearbeitung Summe unterschlagen und sich mit einem Frauenzimmer aus dem Tageszeitungen das Ersuchen um Erlassung eines Verbots gewerblicher Erzeugnisse in eigener Betriebsstätte im Auftrage Staube gemacht. Er war nach London entkommen und verjubelte gegen die Verbreitung der Artikel über Bereitung von Explosivund für Rechnung, nicht ohne weiteres der Schluß gezogen dort das Geld in der unverständigsten Weise. Schließlich ging stoffen. werden muß, der in dieser Weise Beschäftigte sei ein Haus- es ihm an der Themse so schlecht, daß er sich von seiner Be- Brüssel, 30. November. In den Kohlenbecken wurden gewerbetreibender. Es könnten vielmehr Personen, die äußer gleiterin ernähren lassen mußte, ja, sogar den Versuch machte, 15 Personen verhaftet, unter denen sich mehrere Anarchisten belich unter ähnlichen Verhältnissen thätig sind, gleich das Frauenzimmer an einen sogenannten Puff zu verkaufen. finden. Die Verhafteten find vierfachen Mordes beschuldigt, ro ohl als unfelbständige sogenannte Außenarbeiter, Heim- Diese Zumuthung war der Begleiterin des Angeklagten doch zu außerdem sollen 50 Diebstähle von den Verbrechern verübt worden arbeiter angesprochen werden. Die Frage, ob das letzt start, daß sie ihn verließ und ihm blieb nun nichts übrig, als sich sein und zwar innerhalb zwei Jahren. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kr. 2H2. Freitag, den 1. Dezember 1893. 10. Jahrg. Modernes Kanernlegen. Im vierundzmaiizigsten Kapitel seines„Kapital" schildert Karl Marx die Art und Weise, wie im achtzehnten und weit hinein ins neunzehnte Jahrhundert die Landlords in Hochschott- land sich in den Besitz von Bauernland setzten. Durch allerlei Pfiffe und Kniffe, Schliche und Ränke, durch brutale, vom Ge- setze gedeckte Gewalt wurden die Bewohner ganzer Gegenden, tausend und abertausend freie Männer, deren Vorfahren das Land besiedelt und urbar gemacht, systematisch von ihrer Hufe getrieben, verjagt und ausgerottet. An die Stelle der mit dem Schweiße von Generationen gedüngte Fruchtfelder traten quadratmeilengroße Weiden und Tristen, die Dörfer und Weiler wurden zerstört und niedergebrannt, wo sonst zehntausend arbeitsame Mensche» ihr Auskommen fanden, zogen jetzt hunderttausend Schafe. Aber auch das genügte demHunger und Uebermuth des Kapi- tals noch nicht. Nur wenige Jahre verflossen und auf den gras- reichen Hängen schoß junger Wald empor, die Schafe ver- schwandet! und an ihre Stelle traten Hirsche, Rehe und Füchse; aus dem Jahrhunderte alten Kulturboden sind wieder Jagdreviere geworden, in welchen hochnäsige Lords und dickbäuchige Fa- brikanien ihre Zeit todtschlagen. Was damals in Schottland geschah, etwas Aehnliches voll- zieht sich seit etwa zwei Dezennien in den deutschen Alpenländern Oesterreichs. Von Jahr zu Jahr vergrößert sich die Zahl der reichen Protzen, der„Edelsten" und„Hochedelsten", welche diese Gegenden zum Jagdtummelplatz erküren. Ungeheure Landkomplexe werden zusammengekauft, was nicht gekauft werden kann, wird gepachtet. Was Hunnen, Awaren und Magyaren nicht vermochten, das gierige Kapital hat es zu Wege gebracht. Alter Kulturboden, der schon zur Römer- zeit seine Bebauer ernährte, wurde wieder zur Wildniß. Von den Alpenweiden verschwindet das Vieh, an seine Stelle tritt die Gemse. Der Bauer verkaust um jeden Preis, zieht übers Meer oder vergrößert in den Städten die Reserve- armee. Die eingehegten Thiergärten in den Vorbergen, die Jagdreviere im Hochgebirge vergrößern sich von Jahr zu Jahr und verschlingen Alles, was ihnen im Wege steht. Stundenlange Thäler sind gesperrt, über ganze Gebirge gebietet Einer. Eine Menge Weiler, Höfe und Häuser sind verschwunden, ganze Dörfer verödet, bis in die Märkte des Flachlandes hinab ist der verderbliche, kulturfeindliche Einfluß des Systems deutlich zu spüren. Der Hochadel Oesterreichs, regierende deutsche Fürsten, das internationale Gold- und Leihkapital, katholische Klöster, selbst der Staat, sie alle sind an der Verwüstung gleichmäßig betheiligt. Ja, wenn diese„hohen" Herren dem armen Teufel von Alpenbauer sein Besitzthum wenigstens auf eine einigermaßen ehrliche Weise abkaufen würden. Aber von einer Noblesse ist da verdammt wenig zu spüren. Das würde ja Geld kosten! Und man fährt doch bedeutend billiger, wenn man all die Fi- nessen benützt, welche einem die heutigen Gesetze an die Hand gebe», oder welche sie wenigstens nicht verbieten und mit Strafe bedrohen. Der Vorgang bei dieser Art von Bauernlegen ist gewöhnlich der Folgende. Irgend ein reicher Mann kommt daher und kauft eine Waldherrschast. Sein Wald liegt in den meisten Fällen zwischen den Alpweiden und den Höfen der Bauern, welche drunten in den Thälern oder an den Hängen sitzten. Dieser Umstand ist sehr wichtig für dentSpekulanten. All' diese Bauern am Nord rand der Alpen treiben als Hauptbeschäftigung vorzüglich Vieh zucht und Milchwirthschaft. Dabei sind sie auf die Weiden an- gewiesen, welche über der Waldgrenze liegen oder zwischen Wäl- der» sich hinziehen. Diese Weiden sind entweder im Besitz eines Einzelnen, oder einer Gemeinde, oder die Bauern haben wenigstens das Weiderecht. Es muß hervorgehoben werden, daß in den Alpen diese Rechte und auch die Wegerechte vielfach nicht verbrieft sind, sondern ihre Geltung nur dem Herkommen und der augenblicklichen Besitzhandlung verdanken. Darauf fußt der Spekulant, der mit dem Plane in die Gegend gekommen, sich ein großes Jagdgebiet zusammenzuschlagen. Das Erste, was er thut ist, daß er im Erundbuche nachschaut. Jeder Weg. der hier nicht ausdrücklich als öffentlicher erklärt ist, wird von ihm sofort gesperrt. Es sind Fälle vorgekommen, daß Gutsbesitzer Thalwege, welche schon seit Jahrhunderten begangen waren, und die ein- zige Verbindung ins Hochgebirge darstellten, einfach absperrten. Tie Bauern mußten Jahre lang bei den Gerichten herumstreiten und unmenschliche Kosten begleichen, che sie ihr Recht erhielten. Ter Bauer, dem auf diese Weise der Auftrieb unmöglich gemacht wurde, muß im Frühjahr sein Vieh billig verkaufen, im Herbst es theuer wieder kaufen. Selbst die wohlhabenderen Bauern werden dadurch ruinirt; der Jagdherr kauft im Herbste alles erreichbare Futter für seine Hirsche auf. Droben aber aus der Alpe verfault jahraus, jahrein da? schönste Gras ungenützt. Gelingt es nicht aus diese Weise, die Bauern voni Auftriebe abzuhalten, so wird ein anderes Mittel versucht. Die Grenzen zwischen Weide und Wald, Weide und ödem Hochgebirge find in vielen Fällen nicht genau bestimmt. Mit List und Gewalt, kurz mit allen Mitteln sucht nun der Gutsherr seine Grenzen hinaus- zuschieben und provozirt eine Besitzstörungs- Klage nach der an- deren. Die Prozeffe kosten Geld und manches Bäuerlein gehl darüber zu Grunde, während seine Klage noch schwebt. Das an die Gant gebrachte Gütlein wird vom Großgrund- besitzer um einen Taunterling erworben und zur Herr schalt geschlagen. Wollen die Bauern gar nicht mürbe werden, dann tritt der Gutsherr als Jagdherr auf. Er läßt einige Jahre nichts abschießen, daS Wild vermehrt sich ungeheuer, mischt sich unter das aufgetriebene Vieh und frißt ihm das Gras weg. Wehe aber dem Bauer, der sich dagegen wehrt! Sosort regnet es Klagen und Anzeigen von Seite des Jagdhcrrn. Im Jahre 18öS wurde ein Hüterbub, weil er auf der Alpe Weist bacheln gejauchzt, mit der Peitsche geknallt, einen Hund hatte bellen lassen und dadurch den fürstlichen Gemsstand boshafter Weise schwer geschädigt hatte, von der Bezirk-hauptmannschaft zu vierzehntägigem Arrest verurtheilt. Die Bauern, welche auf diese Alpe das Austriebsrecht besitzen, haben dieses nämlich ver- brieft, es stammt aus dem Jahre 1583; auf eine andere Weise war ihnen nicht beizukommen. Bezeichnend ist, daß die Anzeige des fürstlichen Jagdleiters von einem„anarchistischen Gebahren" der Bauern redet. Aber nicht blos der Adelige und Großkapitalist verfährt aus diese Weise, auch der Staat, das österreichische Aerar wirthschaflet nicht anders. Tie Gemeinde Telfs in Tirol besaß urkundlich das Austriebs- recht für 288 Stück Rindvieh auf die Melkalpe Hämmermoos. Diese Alpe gehört dem Aerar und das Siecht der Gemeinde wurde 1877 dadurch hinfällig gemacht, daß man Jungwald auf- schießen ließ. Der Streit währte über vier Jahre und erst als der österreichische Ackert auminister zufällig in die.Gegend kam, erreichte die Gemeinde soviel, daß das Ae,ar tausend Joch Hoch- wald niederschlagen ließ und den dadurch gewonnenen Platz als Weidcgrund anwies; die Gemeinde verlor" trotzdem die Hälfte ihres Auftriebs rechtes. Ist durch die Absperrung der Alpen den Bauern die Existenz unmöglich gemacht, dann beginnt der Landlord mit dem Ankauf von Ackerboden. Er kaust aber nicht auf einmal, im Großen,.,„ sondern Hof für Hof nach größeren Zeiträumen. Und- mit derPolizeibehörd e, ein Verzeichniß der Mitglieder einzureichen, hatte größten Schlauheit und Geriebenheit wird da vorgegangen. Die erworbenen Gütlein grenzen nie aneinander, stets liegen noch einige, welche Bauern gehören, dazwischen. Auf diese ist es ab- gesehen. Die angekauften Häuser werden niedergerissen, nieder- gebrannt, oder, wenn sie im Walde liegen, einfach dem Verfall überlassen; das frühere Ackerland wird mit schnell wachsenden Wald- pflanzen ausgeforstet. Es dauert nur wenige Jahre, dann sind diese emporgeschossen und rauben den dazwischen liegenden Aeckern Lust und Licht. Die Besitzer sind fertig zum Abfliegen. Sie kommen jetzt aus freien Stücken zum Grundherrn, bitten und betteln, man solle ihnen doch ihren Grund abkaufen. Das erste Mal werden sie abgewiesen. Sie kommen wieder und nehmen, was man ihnen wie ein Almosen zuschiebt. Sind alle Bauern>veggefegt, dann werden die Wälder in den Vorbergen und Thälern eingezäunt und zu Wildparks eingerichtet. Aber auch hier kann das Kapital seine wüthende Gier nicht zügeln. An den Grenzen der Thier- gärten, besonders dort, wo fremder, freier Wald ist, werden „Einspringe" angebracht, um so auf die denkbar billigste Weise den eigenen Stand durch fremdes Wild zu vermehren. Die Einspringe werden nicht direkt an der Grenze angelegt— da könnte der geschädigte Nachbar ja die ganze Vorrichtung durch einen„Gegensprung" vereiteln— sondern etwa zweihundert Schritte iveiter zurück aus dem eigenen Jagdgebiet. Als in den Achtziger Jahren das Bauernlegen einen immer größeren Umfang annahm, da wurden endlich die Landes- Verwaltungen und Gemeinden rebellisch, einzelne Landes- ausschüsse veraustalteter Umfragen und wandten sich an die Re- gicruug um Abhilfe. Das geschah aber nicht den vertriebenen Bauern zu Liebe, sondern ganz im eigenen Interesse. Mit der Verringerung der Zahl der Bauernhöfe schwand die Grundsteuer, stiegen in den Gemeinden die Arinenlasten. Im Jahre 1387 kam die Angelegenheit im Abgeordnetenhause öffentlich zur Sprache— wider den Willen der Regierung. Diese hatte bis dahin jede Besprechung in den Zeitungen durch Konfiskationen hintertrieben. Im Reichsrage erhoben sich Männer von verschiedenen Parteien, um die Praktiken der Bauernleger darzulegen. Am sachgemäßesten that dies und das meiste Material brachte bei der Abgeordnete Steinwender, dessen Ausführungen wir auch im Nachstehenden folgen wollen. Sottale Llelieeficktt. Au alle Vanauschlägcr für Berlin und Umgegend. Kollegen, keine Branche der Bauhandwerker und Arbeiter steht der Ausbeutung so wehrlos gegenüber, wie die derAnschläger. Wohl ist die Gelegenheit, sich zu organisiren da, aber wie wenige ge- hören der Organisation an? Auf wie vernichtende Weise wird konknrrirl und durch Unterbieten die Preise gedrückt. Und warum? Weil die Ausbeutung nicht nur von Unternehmern, sondern von Kollegen selbst geschieht. Wohl hört man jeden Kollegen über Hnngerlöhne klagen, doch nur ein Bruchlheil der- selben schließt sich der Organisation an. Kollegen, legt den Schlendrian ab. laßt alle Vorurtheile fallen und folgt dem Mahnruf„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch." Kollegen, deshalb erscheint alle Mann für Mann in den Versammlungen(siehe heutige Annonce). Unterstutzt unsere Bestrebungen und die Organisation ivird eine Macht bilden. R. Ferdinand, Pankstr. 51. Die S. ordentliche Jahresversammlung der nor- wegischen Arbeiterpartei findet am 21. Januar 1694 in S k i e n statt. lieber die Streiks, welche im Jahre 1892 in Deutsch- land stattgefunden haben, veröffentlicht das„Korrespondenz- blatt der Gewerkscha ten" eine Statistik, der wir folgendes ent- nehmen: Im Jahre 1892 kamen in 21 Zentralorganisationeu, ivelche Berichte einsandten, 73 Streiks vor, welche zusammen 597 Wochen dauerten und eine Ausgabe von annähernd 110009 M. erforderten. In den Jahren 1890 und 91 waren die Lohnkämpfe viel größere als 92. Der Niedergang der Industrie in letzterem Jahre zwang die Arbeiter, von jedem Aiigriffsstreik Abstand zu nehmen und nur im äußersten Falle den Kamps mit dein Unter- nehmerthnm auszunehmen. Von den 226 Ausständen in den Jahren 90 und 91 waren 79 Abwehr- und 147 Angriffsstreiks. Es er- giebt sich hieraus, daß die Arbeiter, sich stützend auf die Organisation, bestrebt waren, die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Angriffsstreiks fallen aber hier zum größten Theil auf das Jahr 1890. Im Jahre 1891 waren die Arbeiter mit wenig Aus- nahmen genöthigt, sich ihrer Haut zu wehren. Im Jahre 1892 war das Verhältniß für die Arbeiter noch ungünuiger. Es mußten 53 Abwehrstreiks inszenirt werden. Davon sollten 25 eine Lohnreduzirung, 6 eine Verlängerung der Arbeitszeit ver- hindern, während 7 um die Erhaltung der Koalitionsfreiheit, 10 wegen Maßregelung und 3 wegen Einführung einer die Arbeiter bedrückenden Fabrikordnung geführt wurden. Von den Abwehr- streiks waren 19 erfolgreich, während 9 theilweise erfolgreich und 24 erfolglos verliefen. Diese Zahlen beweisen zur Genüge, daß die Arbeiter während der Zeit der wirihschaftlichen Krisis nur schwer gegen die Macht des Kapitals anzukämpfen vermögen. Sie beweisen aber auch ferner, daß die deutschen Gewerkschafts- organifationen noch keineswegs so stark sind, um während der ungünstigen Geschäftsperiode die Angriffe der Kapitalisten zurück- weisen zu können. So sehr viel die ganze Statistik noch zu wünschen übrig läßt, so sind doch die einzelnen Zahlen schon vielfach recht lehr- reich, und es ist zu hoffen, daß die deutsche Arbeiterschaft sich mehr und mehr daran gewöhnt, wie alle ihre Angelegenheiten, so auch ihre Lohnkümpse mit Interesse verfolgt und die Ergeb- niffe derselben registrirl. Aus einer Tabelle, welche der Statistik beigefügt ist, ersehen wir, inwieweit die einzelnen Berufe bei den Streiks bctheiligt waren. Die meisten Lohnkämpfe führten die Schuhmacher, näm- lich 14, dann folgen die Handschuhmacher mit 8 und die Drechsler und Brauer mit je 7. Zieht man jedoch die Zahl der dabei betheiliglen Personen in Betracht, so kommen in erster Linie die B r a u e r, bei denen 1015 Mann im Lohn- kämpf standen. �Sodann folgen die Schuhmacher mit 417. Ein Streik der Seiler wurde von 14, einer der Zigarren- sortirer gar nur von 2 Mann geführt. Die Gesammrausgabe für die 73 Streiks betrug 84 633 M. Die Generalkommission knüpft hieran noch das Ersuchen an die Vereinsvorstände, ge- naue Auszeichnungen über die Ursachen, Wirkungen, Ausgaben rc. der Streiks zu machen und ihr einzusenden. Die Frage, ob die Polizei in Preußen wirklich berechtigt ist, Mitgliederverzeichnisse von Gesangvereinen einzufordern beziehentlich Einsicht davon zu nehmen, dürfte wohl wichtig genug sein, durch das Gericht entschieden zu werden. Vor Kurzem berichteten wir von einem sächsischen Genieindevorstand, der den Anspruch erhob, die Mitglieder eines Arbeitervereins kennen zu lernen, heute sind wir in der Lage, ein Gleiches von einer preußischen Polizei- behörde mittheilen zu können. In Staßfurt hatte sich ein Gesaugverein„Grüne Eiche" gegründet. Auf das Verlangen der der Vorsitzende des Vereins Beschwerde beff dem königlichen Regierungspräsidenten eingelegt, worauf er folgende Antwort erhielt: Der Regierungs-Präsident. I. Pr. P. Nr. 5714. Magdeburg, den 3. November 1893. Auf die Beschwerde vom 24. August d. Js. eröffne ich Ihnen, daß der Anspruch der dortigen Polizeiverwaltung, in das Mitgliederverzeichniß des Gesangvereins �„Grüne Eiche" Einsicht zu nehmen, in den Gesetzen begründet ist. Die Geltend- machung dieses Anspruchs enthält keinen Eingriff in die Rechts- sphäre des Vereins, sondern bietet der Polizeiverwaltung lediglich eine Handhabe, um festzustellen, ob die als Vereinszweck an- gegebenen Bestrebungen in Wirklichkeit auch gepflegt werden, und nicht blos als Deckmantel für andere Zwecke dienen. Die Polizeiverwaltung ist zu dieser Feststellung berechtigt, weil sie die Interessen der öffentlichen Ruhe und Ordnung zu schützen hat. Ihre Beschwerde wird daher, was hiermit geschieht, als unbegründet zurückgewiesen. Der Regierungs-Präsident. In Vertretung: (Name unleserlich.) An Herrn Wilh. Schumacher in Staßfurt, Hecklingerstr. 10. Aus dem Mitgliederverzeichniß will also die Polizei schon erkennen können,„ob die als Vereinszweck angegebenen Be- strebungen in Wirklichkeit auch gepflegt werden und nicht blos als Deckmantel für andere Zwecke dienen". So sehr wir nun auch in dem Gefühl unserer eigenen Nichtigkeit als gewöhnliche Steuerzahler von der Findigkeit unserer Polizeibehörden über- zeugt sind, so möchten wir denn doch bezweifeln, daß das vom Regierungspräsidenten erwartete Resultat erreicht wird— es sei denn, daß die Polizei schon aus der Thatsache allein, daß einzelne Mitglieder eines Gefangvereins politisch thätijje Männer sind, sich für berechtigt hält, den Schluß ziehen zu dürfen: In diesem Verein wird Politik getrieben, weil jc.— „Die heutige Steuerlast ist nicht drückend." Diese neueste Entdeckung hat der sächsische Landtags- Abgeordnete M e h n e r l gemacht. Nur infolge der sozialdemokratischen Er- ziehuug„glaubten" die Massen, die Steuern seien drückend. Die Arbeiter werden gewiß sehr erfreut fein über diese konservative Belehrung und sich dieser sozialdemokratischen Einflüsterung, durch die sie zu dem Glauben gebracht worden, sie seien durch die Steuern bedrückt, entziehen. Die Bescheinigung, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des Krankengeldes, den' Anforderungen des§ 75 des Kranken- versicherungs-Gesetzes genügen, ist nachstehenden Kassen ertheilt worden: der Steinbecker Krankenlade(E. H.) zu Sreinbeck, sowie von neuem der Haus- Zimmergesellen- Krankenkasse zu Altona. Zur Arbeitseinstellung der Maurer am Theaterba« zu Harburg» von dem wir kürzlich berichteten, ist das„Hamb. Ecko" in der Lage mitzutheileu, daß der Bau jetzt durch Lehr- linge, welche die dortigen Unternehmer zur Verfügung stellten, weitergeführt wird. Von den Maurern hat bis jetzt keiner wieder angefangen. Einige von ihnen, die bei einem anderen Unter- nehmer Arbeit gesunden hatten, wurden geniaßregelt. Ueber die Ausständigen fcheint demnach seitens der Unternehmer der Boykott verhängt worden zu fein. Das ist die Humanität des Kapitals. Die Errichtung des städtischen Arbeitsamtes in Mainz scheint jetzt nahe bevorzustehen. Dr. Gaßner, der Vorsitzende des Gewerbegerichts, hat ein Statut ausgearbeitet, das die Grund- läge bilden soll. Danach hat das Arbeitsamt den Zweck, zwischen Arbeit- gebern und Arbeitnehmern(gewerblichen Arbeitern, Dienstboten und Lehrlingen) Arbeit zu vermilteln und über alle die Arbeiten und Arbeitsverhältnisse berührende Fragen Auskunft zu er- theilen; außerdem ist das Arbeitsamt verpflichtet, dem städtischen statistischen Bureau für Zwecke der Statistik über die Bewegung des Arbeilsangebots und der Arbeitsnachfrage in den ver- schiedenen Gewerben und Jahreszeiten die gewünschten Mit- theilungen zu machen. Das Arbeitsamt soll unter der Leitung und Aussicht einer Kommission stehen, ivelche aus einem Vor- sitzenden, sechs Mitgliedern und vier Stellvertretern besteht. Für jede Sitzung der Kommission erhalten die Mitglieder eine Ent- schädigung von 3 M. Das Arbeitsamt selbst besteht aus einer männlichen und einer weiblichen Abtheilung, der erfteren steht ein männlicher, der letzteren ein weiblicher Beamter vor. Die Kosren der Errichtung und Unterhaltung des Arbeitsamtes sind von der Stadt Mainz zu tragen, während die Arbeitsvermittlung unentgeltlich erfolgen soll. Staatliche Arbeiterfürsorge.„Ich kann Euch nicht ge- brauchen, Ihr seid mir zu alt."'Mit diesen Worten empfing ein Werkmeister der k ö n i g l. Werft in W i l h e l m s h a v e n die ihm zugewiesenen Arbeiter. Wenn dergleichen in privatkapita- listischen Betrieben vorkommt, so ist das schon zu verurtheilen, wie vielmehr, wenn solche Harle Worte Arbeitern in Staatsbetrieben entgcgengeschleudert werden. Tie Arbeiter der Wild'schen Möbelfabrik in Neu- stadt a. d. Orla sind am 15. d. Mls. ausgesperrt worden, nachdem ihnen, wie wir bereits berichtet haben, am l. November gekündigt worden ist. Es sind 20 Mann, die sich nach wie vor iveigern, eine Fabrikordnung zu unterschreiben, die ihre Rechte als Arbeiter beeinträchtigt. Sämmtliche Ausgesperrten gehören der Organisation an und ist deshalb nicht zu befürchten, daß sie in ihrer Stellungnahme wankend werden. Wenn dafür gesorgt wird, daß Zuzug von Holzarbeitern von Neustadl a. d. Orla ferngehalten wird, so dürsten die Arbeiter es dahin bringeix, daß der Fabrikant der Fabrikordnung eine Fassung giebt, durch welche die Arbeiter in ihren Freiheiten nicht beschränkt werden. Adresse: H. H o h l. Neustadt a. d. Orla, Orlagasse 121. Ein haarsträubender Fall von Nnternehmerwillkür wird von der„Sächsischen Arbeiter-Zeitung" erzählt, der sich in den Dresdener Glashüttenwerken vorm. Fr. Siemens zu- getragen hat: Mehreren Arbeiterinnen wurde neulich aufgetragen, sich Krankenscheine zu holen, und als sie erklärten, sie seien ja garuicht krank, wurde ihnen gesagt, sie hätten einfach zu thun, was ihnen befohlen würde. Gleich daraus wurden sie in das Krankenkassenzimmer gerufen und was geschah hier? Die Mädchen mußten sich vor dem Kassenarzte Dr. W. völlig entkleiden und sich von ihm auf angebliche Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen. Der Arzt führte zu seiner Entschuldigung an, die Vornahme der Untersuchung sei ihm befohlen worden. Die Mädchen mußten gehorchen, so sehr sie sich auch dagegen sträubten, und obwohl das eine erklärte, es befinde sich eben im Unwohlsein.„Ich bitte, machen Sie kein Aufhebens und lassen Sie auch nach außen meinen Namen außer Spiel", sagte der Herr Doktor zu seiner Entschuldigung und wohl im Gefühl der Unzulässigkeit eines solchen Verfahrens. Angesichts dieser Notiz muß man sich fragen, ob man denn eigentlich noch in D e u t s ch l a n d sich hefindct, oder ob wir nicht vielmehr in einem Lande lebe», wo die absoluteste Leib- eigenschaft herrscht. Symptome, die nur eine Folge sind eines allgemein verpesteten Euer Wohlgeboren gereicht auf die Beschwerde vom 20. d. M Gesellschaftskörpers. Eine dieser Eiterbeulen wurde kürzlich vor zum Bescheide, daß ich dieselbe für begründet erachte, und den dem Landgericht zu Breslau aufgeschnitten. Die dabei ans die Versammlung vom 12. d. M. überwachenden Beamten mit Tageslicht gezogenen Einzelheiten sind so widerlicher Natur und entsprechender Anweisung versehen habe. zeugen so sehr für den rapid um sich greifenden Verfall unserer Der Polizei- Präsident sogenannten besseren Kreise, daß wir sie unseren Lesern nicht Richthofen. vorenthalten wollen: Die rapide Vermehrung der Dampffeffel in Preußen zeugt ebenfalls, wie vieles andere, von dem steten Ueberwiegen Der Großbetriebe. Seit 1879 bis 1893 ftieg die Zahl derselben von 32 411 auf 53 024 oder 63,6 pt. wurden. finden. = bereits Es ist fein einziger Streifbrecher vorhanden, weshalb, wenn zu Der Streit der Rohrdrechsler in Wien dauert fort. ang ferngehalten wird, ein Sieg der Arbeiter sehr wahrscheinlich ist. Eine öffentliche Versammlung aller in der MetallUeber den Fortgang des Wiener Bildhauer industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen des Südens Streits zur Erringung des Achtstundentages ist zu berichten, fand am 26. November statt, in welcher Genosse Dr. Heymann daß im Laufe der letzten Woche feine wesentliche Henderung ein einen intereffanten, mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag getreten ist. Zu den 185 Ateliers, die vorige Woche bewilligt über Staat und Gesellschaft" hielt. An der Diskussion behatten, ist noch ein Atelier hinzugekommen; in keinem wurde bis theiligte sich zunächst Kollege Gottfr. Schulz und äußerte sich im heute das Bewilligte zurückgezogen. Der Stand der Streitenden Sinne des Referenten. Ferner forderte er zur regen Agitation auf. ist gegenwärtig 60 Mann. Ateliers, welche die Forderungen Desgleichen auch die Kollegen Warmboldt und Näther. Zum Vernicht bewilligten und die Gehilfen beschäftigten, sind 24. Von schiedenen erzählte Kollege Buchholz einige seiner Erlebnisse in den den Wiener Kollegen sind bis heute bei Portois und Fir sechs Lampenfabriken; in Rigdorf bei dem Klempnermeister Rühr Streitbrecher geworden. Der Streik dauert fort und find Unter- müßten die Gefellen Abends bis 12 Uhr und noch länger arstützungen immer noch nothwendig. beiten. Dann sprach Kollege Wegner über die Angelegenheiten Die bulgarische Arbeiterzeitung„ Drouga3"( Sofia) des Gewerbegerichts und mahnte die Kollegen, sich nicht mit den warnt ausländische Arbeiter vor Einwanderung ohne vorher Sühneterminen cingulaffen, welche von den Arbeitgebern vielehende Einziehung von Erkundigungen über die Arbeiterver- fach benutzt werden, sondern, sobald jemand das Gewerbegericht in Anspruch nehmen will, sich genaue Informationen vom hältnisse. Zu Auskünften erbietet sich das genannte Blatt. Burcan der Arbeitnehmer einzuholen, dieses befindet sich Rosen straße 28.- Es sollte noch nach der Versammlung gemüthliches Beisammensein und nach 12 Uhr Tanz stattfinden, dieses wurde aber von der Polizei inhibirt und mußten sich hiermit die Versammelten zufrieden geben. Wie forrumpirt, verlumpt und verlottert die bürger-| Gumpel einzutreten, so daß trotz aller Verleumdungen seitens| suchungskommission niederzusehen, welche in der nächsten öffent. liche Gesellschaft bereits ist, wie wenig festen Halt sie nur noch der Freisinnigen der 1. Dezember ein Siegestag für uns sein lichen Bersammlung Bericht zu erstatten hat. besitzt, das wird recht häufig durch Gerichtsverhandlungen be- wird. Genosse Joft hatte Beschwerde eingelegt, weil in einer Die Versammlung nahm hierauf Stellung zur Beitragswiefen, wobei noch in Betracht gezogen werden muß, daß diese früheren Versammlung die Frauen von dem überwachenden leistung für den Generalfonds. Hierzu lag seitens des Vernichts darstellen, als gelegentlich an die Oberfläche gelangende Polizeibeamten aus dem Saale gewiesen waren. Darauf ist trauensmannes ein Antrag vor, dahingehend, für die Zeit vom Giftblasen, die auf innere Fäulniß schließen lassen, einzelne folgender Bescheid ergangen: 1. Dezember 1893 bis zum 1. März 1894 die wöchentlichen Beiträge zum Generalfonds fallen zu lassen und für den Fall, daß für diese Zeit größere Anforderungen an denselben herantreten sollten, die erforderlichen Mittel durch Sammelliften aufzu bringen. Nach längerer Debatte wurde dieser Antrag an genommen, doch wurde den Kollegen nahe gelegt, die rüc tändigen Beiträge abzuführen. Es erfolgte hierauf die BerichtDer Verein deutscher Schuhmacher( Bahlstelle 2, Berlin) erstattung der niedergesezten Kommission für die UnterstützungsDer Hutfabrikant K. hat drei Töchter. Die Aelteste ist mit tagte am 20. d. M. Kollege Niederauer hielt einen Vortrag über frage des Kollegen Gestribor, welcher durch Unfall im Berufe dem Kaufmann Wilhelm Körber, die Zweite mit dem Kaufmann das Thema:" Frauenemanzipation und Frauenrechte". Der fast erblindet ist. Die Berufsgenossenschaft hat denselben durchaus May Müller, die Dritte mit dem Riftenfabrikanten Wilhelm Saffirer verlas hierauf die Abrechnung vom dritten Quartal. unzureichend abgespeist. Die Versammlung gelangte zu dem BeGillner verheirathet. Den beiden ersten Schwiegersöhnen hatte Danach betrugen die Einnahmen 128,65 m. und die Ausgaben schluffe, Gestribow freien Rechtsschutz zu gewähren und demselben der alte Herr dadurch eine gesicherte Existenz geboten, daß er 123 M.; mithin ein Raffenbestand von 5,63. Ferner wurde die ihm als Darlehn verabfolgten 20 M. als Geschenk zu überihnen sein blühendes Geschäft übergab, dem Dritten aber 2000 M. bekannt gegeben, daß Sonntag, den 10. Dezember, in der Frucht- lassen. Am kommenden Sonntage findet bei Deigmüller, Alte baare Mitgift zuwies. Alle drei Echwiegersöhne lebten sehr flott, firaße im Freischüz eine Versammlung stattfindet, in der Ge- Jakobstr. 48a, eine öffentliche Versammtung statt in Sachen des verbummelten ihre Geschäfte und geriethen in Geldverlegenheiten. noffe Hofmann über„ Die zehn Gebote" spricht. Tarifs der Marmor- und Granitarbeiter.. Der Schwiegervater verlor dann allmälig die Lust, immer wieder Die Vereinigung der Maler und verwandter Be In der hiesigen Filiale des Allgemeinen deutschen auszuhelfen, und da verfielen die noblen Schwiegersöhne auf einen rufsgen offen hielt eine fombinirte Mitgliederversammlung Tapezirervereins hielt am 27. November Kollege Wels eine tenflischen Gedanken. Sie drohten dem alten Herrn, ihn wegen eines der Filialen von Berlin und Umgegend am 21. November ab. Vorlesung über„ Regelung des Arbeitsnachweiſes", der sich eine Sittlichkeits Berbrechens, welches feiner jüngsten Roll.ge Rube gab ein furzes Resumé der letzten Versammlung furze Diskussion anschloß. Kollege Wels fritisirte das Benehmen Tochter verübt, als sie noch zu Hause war, der und führte noch einmal die Gründe an, welche die Kommission der Kollegen vom Fachverein, die den Mitgliedern der hiesigen Staatsanwaltschaft zu übergeben, wenn er ihnen nicht weiter bewogen haben, einen nenen Entwurf auszuarbeiten, der lose Filiale vom Verband die Mitbenutzung der Bibliothek versagten. Geld gebe. Ter Echwiegervater warf seine drei Schwieger- Zentralisation mit Vertrauensmänner- System zur Grundlage hat. Sie verschließen dadurch ihren organisirten Kollegen einfach die söhne für diesen unverschämten Erpressungsversuch zur Thür Die Gründe feien, hauptsächlich eine Reduzirung der Verwal- Möglichkeit der Weiterbildung. Kollege Pönice ſtellte hierauf hinaus und diese erstatteten nun wirklich die Anzeige gegen den- tungskosten herbeizuführen, ferner eine regere und billigere Agi- den Antrag, eine eigene Bibliothek zu gründen. Die Kollegen, felben. Die Erhebungen ergaben die volle Unschuld des alten tation zu veranlassen und durch niedrigere Beiträge mehr Mit- die Bücher borgen oder schenken wollen, mögen dieselben bei dem Herrn, so daß es zu einer Antlage nicht erst fam. Jetzt drehte glieder heranzuziehen. In der sehr lebhaften Diskussion wurde Kollegen Tobias, Neuenburgerstr. 23, abgeben. Beitungen find aber der Staatsanwalt den Spieß um und erhob gegen die ent- der Nachweis geführt, daß die losen Werbände mit geringen Bei- im Arbeitsnachweise- Bureau, Schüßenstraße 18-19, in Empfang arteten Echwiegerföhne Anklage. Diese wurden denn auch am trägen feineswegs günstigere Resultate zu verzeichnen haben, als zu nehmen. 21. Novbr. verurtheilt und zwar Gillner und Körber zu je 1 Jahr straffe Bentralisationen und die Ursache für den Rückgang der und Müller zu sechs Monat Gefängniß und alle drei zu 2jährigem Gewerkschaften in den gedrückten wirthschaftlichen Verhältnissen" Freiland und die Sozialdemokratie"," Freiland und Ghrverlust. Gillner und Körber wurden wegen der Höhe der liege. Nachdem noch einige Redner für den Entwurf gesprochen der Liberalismus"," Freiland und der Antisemitismus“ Strafe auch sofort in Haft genommen. Das Echrecklichste aber hatten und seitens eines unabhängigen gedroht wurde, eventuell lauteten die Themata, welche sich Herr Professor Dr. Theodor ist, daß die jüngste Tochter den teuflischen Plan gegen den eigenen einen Lofalverein zu gründen, wurde die Abstimmung vor- Herzka aus Wien für drei aufeinanderfolgende Vortragsabende Vater in böswilliger Absicht ersunden hat. Diefelbe Verrohung genommen und der Entwurf abgelehnt. In einer demnächst ein- gewählt hatte. Der erste dieser Abende fand am 29. November hatte sich der Bürger Roms bemächtigt, als das Ende dieses zuberufenden Versammlung soll die Statuten Berathung statt in den Konkordia- Sälen statt und wohnten demselben etwa herrlichen Reichs" nahe bevorstand. 7--800 Personen, Herren und Damen, bei. Bevor der Vortragende auf das eigentliche Thema des Abends einging, erläuterte Der Verband fämmtlicher in Holzbearbeitungs- derfelbe seine Theorien bezw. die Theorien der Freilandbewegung, Fabriken und auf Holzpläben beschäftigten Ardurch deren Verwirklichung die soziale Frage praktisch gelöst beiter und Arbeiterinnen Deutschlands( Filiale Nixdorf) werden soll. Diese gipfelt in der schrankenlosen Freiheit, in der hielt am Dienstag, den 21. November, seine siebente Mitglieder Herrenlosigkeit des Grund und Bodens, in der freien Bildung Der Niedergang der bäuerlichen Kleinbetriebe wird versammlung ab. Genosse Steinmar hielt einen sehr interessanten von Produktionsgruppen, denen der volle Ertrag ihrer Arbeit durch die Veröffentlichungen des Königlich bayerischen statistischen Vortrag über Gewerkschaftsbewegung, der beifällig aufgenommen gehöre, Regelung der Produktion durch freies Walten des Als praktisches Versuchsfeld ist ein HochBureaus recht schlagend nachgewiesen. Vom Jahre 1888-1890 wurde. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Bar- Eigennutes 2c. in Zentralafrifa erforen worden und soll tamen in 1225 Gemeinden 1415 Bertrümmerungen vor, worunter towsky, Kobold, Jonas, Hübner, Heizmann und Necker. Der land die Anwesen von 1-50 Heftaren am stärksten betroffen waren. Kassirer Schüße erstattete den Kassenbericht vom 2. und 3. Duartal. im Anfange des nächsten Jahres dortselbst eine Kolonie Derselbe wurde für richtig befunden und ihm somit Decharge er gegründet werden. Der Vortragende stimmte mit der SozialDie organisirten Branergehilfen des Bürgerlichen Brautheilt. Es wurde dann zu der diesjährigen, am 25. und 26. De- Demokratie darin überein, daß die Ausbeutung der Grund der hauses in Dresden haben abermals die Arbeit niedergelegt, zember in Berlin stattfindenden Generalversammlung heutigen gesellschaftlichen Uebel sei. Er bezeichnete fich als einen weil ihnen Lohnabzüge von 15-30 m. pro Monat zugemuthet des Verbandes der Kollege Heizmann zum Delegirten ge- Schüler von Karl Marx und würde es den Sozialdemokraten wählt. Nachdem der Vorsitzende noch bekannt gemacht, daß am durchaus verübeln, wenn sie Lassalle und Karl Marx die schuldige Das Reich der sozialen Reform" von Desterreich 2. Dezember im Vereinslokal ein Familienkränzchen stattfinde, Dankbarkeit versagen würden. Unsterblich müsse diese Dankbarkeit sein.( Beifall.) Er erblickte die Größe von Karl Mare überflügelt. Wie ein Telegramm aus Wien meldet, hat der wurde die Versammlung geschlossen. österreichische Raifer für die Salinen in Galizien und in der Die Klempner hatten am 25. November eine öffentliche darin, daß er entdeckt habe, daß die Entwerthung der Arbeit mit Bukowina eine neue Regulirung der Arbeitslöhne verfügt, nach Versammlung, in der Genosse Dr. Heymann einen Vortrag über der fortschreitenden Technik ein unnatürlicher Vorgang, eine welcher eine 10prozentige Lohnerhöhung eintritt. System, Inhalt und Aufgabe der Naturwissenschaft hielt. Von menschliche Einrichtung sei. Mary habe aber nicht vermocht, hängigen Tiraden vorgebracht und der Referent ihni entgegnet die Ursache der Ausbeutung nicht in dem Umstande, daß heute der Diskussion wurde, nachdem Dr. Gumplowitsch seine unab- diese Erscheinung festzustellen. Ihm, dem Naturforscher und Nationalökonoment, sei diese Feststellung gelungen. Er erblicke batte, Abstand genommen. für den Weltmarkt und nicht für das Bedürfniß produzirt werde, sondern darin, daß heute die Arbeiter rechtlose Knechte seien. Auch war er der Meinung, daß die soziale Befreiung der Menschheit nicht allein das Werk der Arbeiter, sondern das Werk aller vernünftigen und ehrlichen Menschen sein werde. In der Ansicht betreffs des Eintrittes des Umschwunges, des großen Kladderadatsch, gehe er mit der Sozialdemokratie weit auseinander. Der menschliche Umschwung müsse in den menschlichen Ideen seinen Ausgangspunkt finden. Die Ideen der Sozialdemokraten seien noch nicht reif. In dem Augenblick, wo dieser Zeitpunkt eintrete, werde auch der Umschwung vor sich gehen, aber nicht auf dem Wege des autoritären Kommunismus. Nur zwei Triebfedern der Arbeit gebe es, den Eigennutz und den Zivang. Die Durchführung des sozialdemokratischen Programms hielt er für unmöglich, für ein leeres Sirngespinst. Wenn die Anhänger des unmöglichen sozialdemokratischen Programms hinter dem durchführbaren Freiland- Programm stehen würden, so würden die Freiländer nicht nach Afrifa gehen, sondern hierbleiben. Die Stunde des Umschwunges habe geschlagen. Die Gesellschaft, die die Früchte ihrer wirthschaftlichen Entwickelung infolge des Zwiespalts zwischen der Produktionskraft und der Konsumtionskraft nicht mehr genießen könne, müsse zu Grunde gehen oder sich ein neues echt schaffen und dieses neue Recht sei das Recht der Freiheit. ( Beifall). In der folgenden Diskussion wies Dr. Heymann nach, daß, sozialpolitisch betrachtet, die heutigen herrschenden Gesellschaftsklassen generell, nicht individuell, einen der Sozialdemokratie feindlichen Standpunkt naturgemäß einnehmen müssen. Großen Widerspruch rief die Annahme des Redners herGroßen Widerspruch rief die Annahme des Redner3 hervor, daß die Gegner der Sozialdemokratie ihre Kenntniß über die Ziele der Sozialdemokratie aus Eugen Richter's Schriften geschöpft hätten. Die Sozialdemokratie fei realistisch, nicht idealistisch, deshalb könne sie nicht den„ Zukunftsstaat" bis in die kleinste Einzelheit vorausbestimmen. Der Gipfelpunkt des Idealismus sei es, wenn Professor Hertta glaube, mit 2 Millionen Menschen, die da wissen, was sie wollen, die heutige start organisirte Gesellschaft schon umgestalten zu können. Die Sozialdemokratie sei eine Partei des Klassenkampfes. Redner widerlegte ferner die Annahme Professor Herzka's, daß in der sozialistischen Gesellschaft eine heillose Verwirrung entstehen Kollege Dreher bemerkt, Sympathie Erklärungen nützen würde, indem der Eine in die Produktion des Anderen hineinreden würde. Die Arbeit werde in der ausgebildeten sozialisti dem gewerkschaftlich organisirten Arbeiter nichts. Grauer äußert sich dahin, er selbst war für die Aron'sche Resolution, schen Gesellschaft demokratisch organisirt werden. Die SozialFür den 9. Kommunal- Wahlbezirk fand am 29. November habe jedoch nach der Erklärung Auer's, daß es ganz selbstver demokratie sei nicht gewillt, die Neichthümer, die die Arbeit gecine öffentliche Versammlung in Sabel's Brauerei statt, in der ständlich sei, feiner Gewerkschafts- Organisation anzugehören, für schaffen, im Stiche zu lassen und in einer afrikanischen Wüste von Genoffe Bruns in einem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen die Aueriche Resolution gestimmt. Kollege Puzzer führt einen neuem anzufangen Werthe zu schaffen. Auf grund der bereits Vortrage über die Mängel in unserer Stadtverwaltung sprach. Fall der Umgehung der Sonntagsruhe seitens eines Konfektions- geschaffenen Kulturerrungenschaften werde die Sozialdemokratie Hierauf präzisirte der Genosse Kiting feinen Standpunkt und geschäftes an. Auf Anregung des Genossen Rein erklärt der den Sozialismus verwirklichen mit oder ohne Professor Hertzka. entwarf ein Bild von der Voltsfreundlichkeit und den Ver- Referent den Unterschied zwischen Werthe erzeugende und Werthe( Lebhafter Beifall). Arbeiter Wiese stand als anarchistischer frrechungen der Freifinnigen, die stets nach der Wahl sich der vertheilende Arbeiter, dem sich eine längere Debatte anschließt. Kommunist" zwischen Freiland" und" Sozialdemokratie" und selben nicht mehr erinnern. Die Genossen Liebell, Hierauf wurde obige Resolution gegen zwei Stimmen an- polemifirte gegen Beide unter häufigen stürmischen Unterbrechungen Schrader und Klau rügten das Betragen der Freifinnigen genommen. Grauer giebt auf eine Anfrage bekannt, daß das und Beifall. Arbeiter Voigt bekämpfte die Sozialdemokratie in ihrer gestrigen Versammlung dem Genossen Haupt gegenüber Erkenntniß in Sachen der Wertheim'schen Konfektionsarbeiterinnen und deren Autoritäten" in der bekannten Weise und wußte es und verurtheilten auf das schärfste die Verleumdungen, die gegen völlig untlar und noch nicht endgiltiger Entscheid, sein dürfe, Profeffor Hertta Dant, daß er das Glaubensdogma der sozialdemokratischen Autorieäten durchbrochen habe. Er bezeichnete sich den Genossen Kiting von jener Seite erhoben wurden. Nach und fordert schließlich zu zahlreichem Besuch der am 5. Dezember als„ revolutionärer Sozialist"( Gelächter), weil er mit dem Parla dem Echlußworte des Referenten wurde schließlich aufgefordert stattfindenden Verbandsversammlung auf. ment nichts zu thun haben wolle. Er verherrlichte den Egoismus zu recht reger Betheiligung an den Arbeiten zur Stichwahl. Die Steinarbeiter Berlius und Umgegend hielten am als Haupttriebfeder zur Arbeit und hielt das Herzka'sche System Für den 29. Bezirk fand am 28. November eine 27. b. Mt. cine öffentliche Berjan.mlung ab. Dieselbe nahm für ausgezeichnet. Um die endlose Debatte einigermaßen eind. ferneren Redner Kommunalwähler Versammlung statt, in der Genosse Borg- zunächst den Bericht der Vergnügungskommission für das zuschränken, wurde die Redezeit der mann referirte. Redner beschäftigte sich zunächst mit einem Stiftungsfest entgegen. Das Fest erbrachte einen Neberschuß von auf zehn Minuten festgesetzt. Es sprachen noch Spohr gegnerischen Flugblatt, das von den freisinnigen Stadtverordneten 3,72 M. Beantragt wurde, an Stelle eines Preßkommissions Ranter, Pötsch, Mannes, Wagner und Anarchist Milenz, Fahndrich und Max Schulz unterzeichnet ist, in dem vor Mitgliedes für den Bauhandwerker", welches nicht Abonnenterrmann. In feinem Schlußworte widerlegte Professor unserem Kandidaten Gumpel als vor einem Geschäftssozialisten" des Fachorgans sein sollte, eine Erfahwahl vorzunehmen; diefer er fa vor bereits stark gelichteter Versammlung die fachlichen gewarnt wird. Der Referent sowie auch die Redner in der Antrag wurde bis zur nächsten Versammlung vertagt. Ein An- Einwände gegen seine Ideen von seinem Standpunkte aus und Diskussion übten scharfe Kritik an diesem ebenso unanständigen trag, am ersten Weihnachtsfeiertag ein gemüthliches Beisammen- war der Ansicht, daß die Sozialdemokratie nur deshalb über wie plumpen Manöver der Gegner, die damit nur ihre Schwäche sein stattfinden zu lassen, fand nicht die Zustimmung der Ver- Eugen Richter und seine Irrlehren Sieger geblieben fei, weil dokumentiren. Durch die Genossen Hergt, Gumpel, fammlung. Da das erwähnte Breßtommissions- Mitglied mittler dieser noch viel verschrobener sei, als ste. Wenn es in DeutschWagner, Jost und Griepentrog wurden die Aus- weile erschienen war, wurde der vorher vertagte Antrag wieder land zwei Millionen zielbewußter Männer gäbe, würde es keine führungen des Referenten wirkungsvoll ergänzt, und nachdem aufgenommen und darüber verhandelt. Das Ergebniß der Be- Bayonnette mehr geben! Der Unterschied zwischen Freiland und folgende Resolution angenommen: rathungen war die Ablehnung der beantragten Neuwahl cines dem sozialistischen und anarchististischen Kommunismus sei, daß Gegen dasselbe Mitglied lagen Freiland" jede Knechtschaft und Ausbeutung aufheben wolle, Tie heute tagende Kommunalwähler- Versammlung erklärt Prepfommissions- Mitgliedes. sich mit dem Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet noch eine Reihe anderer Beschuldigungen vor und die Ver- auch die Ausbeutung der für Alle. Ganz energisch verwahrte fich, am Tage der Wahl mit ganzer Kraft für unseren Kandidaten sammlung gelangte diesbezüglich zu dem Beschlusse, eine Unter- er die Freiländer gegen den Vorwurf, daß sie Utopisten feien. Der Streik der schottischen Bergarbeiter nimmt, wie telegraphisch von London gemeldet wird, weitere Ausdehnung an. Die Eigenthümer der Gruben sind fest entschlossen, keine Lohnerhöhungen zu bewilligen. Die schwedischen Arbeiter werden durch den schwedischnorwegischen Generalfonful in Helsingfors dringend gewarnt, nach Finland zu gehen, um Arbeit zu suchen, da dort großer Arbeitsmangel herrsche. Der Kongres der Tegtilarbeiter in Roubair befchloß die Gründung eines Fachblattes für die Textilindustrie, sowie einer internationalen Genossenschaft derselben, worüber im nächsten Jahre in Manchester noch verhandelt werden soll. Ferner wurde der Achtstundentag angenommen und die Gründung einer Ausstandstaffe im Prinzip gutgeheißen. Die Hausdiener, Packer und Berufsgenossen hielten am Sonntag, den 26. November, zwei öffentliche Versammlungen ab. In der Versammlung im Zentrum hielt, nachdem einige geschäftliche Mittheilungen ihre Erledigung gefunden, der Genosse Abler einen Vortrag über den Werth der Gewerkschaften. In anregender Weise wußte Redner seine Ausführungen besonders interessant und leicht faßlich zu gestalten. Folgende auf den Bortrag bezugnehmende Resolution gelangte hierauf zur Verlesung: " Die Versammlung steht auf den Boden der Aron'schen Resolution vom Parteitage zu Köln und erklärt: Die gewerk Berichtigung. Das Bureau der Freien Werschaftliche Organisation ist der politischen gleichzustellen; eine einigung der Bureau- Angestellten Berlin 3 die andere ergänzend sind beide zur entgiltigen Befreiung der und Umgegend befindet sich nicht, wie kürzlich irrthümlich mit Arbeiter aus wirthschaftlichen und politischen Fesseln nothgetheilt wurde Dragonerstr. 49, sondern Dragonerstr. 49a. wendig. Die Versammlung, verpflichtet daher jeden Kollegen, seiner Berufsorganisation und einem sozialdemokratischen Wahlverein anzugehören." Derlammlungen. " " # " " " straße 35-37 bet Schneider. Stattlub Kairo Abends 8 Uhr bei Flick, Annenstr. 16, Sigung. Vermischtes: " Mit Be Die Einnahme auf Die Kranken- und Sterbekasse der Berliner 698,30 m, ausgegeben 545,55 M. Vergnügungsverein Beilchen, Abends 9 Uhr, bet Brauns, Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, Hausdiener, E. H. 61, hielt am 16. d. M. eine außer- Bons betrug 233. Der eberschuß wurde theils an den Dranienftr. 183 p. Alte Jakobstr. 128( Bogenhaus). Unterhaltungsflub Schiller, Abends ordentliche Generalversammlung ab, in welcher über die von der Kris, theil an die Parteifa abgeliefert. Die bonnentenzahl s uhr im Restaurant Holzbächer, Drenfeftraße 3. Lepidopt. Bereinigung Behörde geforderten Aenderungen des eingereichten Statuten des Vormärts" und des„ Bolfsblattes" hob sich im laufe des Orion, Abends 9 Uhr Sigung Charlottenftr. 95, Restaurant Effenberg. Nachtrages verhandelt wurde. Die vom Vorstande gemachten Jahres vor 136 auf 18 bezw. von 177 auf 192 vermehrt. Außerdem Musikverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde ProskauerVorschläge zu den§§ 3, 7, 22, 31 fanden einstimmige Annahme wird der Wahre Jakob" in 460 Gremplaren abgefeßt. Hieraus Simeonftr. 23. Vergnügungsverein Berolina, Abends 9 Uhr im Restau= und wurde derselbe beauftragt, der Behörde diese Nenderungen wird ohne Widerspruch der Vertrauensmann wiedergewählt. rant Sur Gleichheit", Andreasstr. 26, Sigung. Nach derfelben Tanz. Tanzzzur Genehmigung einzureichen. Die Versammlung ermächtigte Genosse Israel, Lokalkommissions- Mitglied, theilt mit, daß uns lebrer- Berein Solidarität, Abends 8½ ühr im Sotale von Ehrenberg, Rauchklub Rothe Fahne, Freitag Abends 9 Uhr, ferner den Vorstand, etwa noch geforderte Alenderungen selb- die Lokale von Klein, Gärisch, Dalbritz, Scheer, Kautsche, Guvryftr. 48 bei fericheldorff Ruderverein Borwärts", Sigung Gefangverein ständig ohne Einberufung einer neuen Versammlung vornehmen Ludwig und Wwe. Schulz zur Verfügung stehen, sowie das Abends 8 Uhr, in der Spreeterraffe, Jannowißbrücke. zu dürfen. 27 kleine Wirthe unsere Parteiblätter auslegen. In die Loral-" Freya"( gemischter Chor) Rirdorf, Abends 9 Uhr, bet Barte, Bergstr. 120. English Conversational Club Shakespeare. Die and dem Arbeitervertreter- Verein gewählte Kom- fommission wurden alsdann gewählt die Genossen Albert, Meeting every Eriday at 9 p. m. at Behrens Restaurant mission für Zentralisation sämmtlicher Ortskassen von Berlin Ginfinger, Mitschke, Waldner, Freich han und und Umgegend tagte am 22. d. M. bei Röllig, Neue Friedrich- Ferd. Lehmann. Hierauf gab der Vertrauensmann für Adlers- Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. straße. Der Vorsißende Martin theilte mit, daß das Material bof, Genosse Bökert, den Bericht. Die Einnahmen betrugen alles zusammen und die Vorarbeiten so weit gediehen, daß man 657,65 M. Bestand am Drte 85,95 M. Die Parteiblätter, Vorwärts" an die Deffentlichkeit treten könne. und Bolksblatt" haben im Laufe des Jahres ihre AbonnentenSämmtliche Vertreter der Kommission, sowie die Herrn zahl vermehrt von 85 auf 146 bezw. von 44 auf 74. Redner Röhn von der Zentralfasse der Tischler und Schindler von der gab seiner Zufriedenheit Ausdrud über den Eifer und die PflichtAuf die Fülle der Berufsgeschäfte, unter der gewisse Metallarbeiterfasse, welche eingeladen waren, sind der Ansicht, erfüllung der Genossen und hofft, daß auch in diesem Jahr die Beamtenschichten seufzen, wirft ein Rundschreiben ein bedeut daß es die höchste Zeit wäre, eine große Versammlung ein- Adlershofer Genossen Hand in Hand mit den Köpenickern gehen fames Schlaglicht ,, das der Bürgermeister einer badischen Stadt zuberufen, um der Allgemeinheit die Vortheile und den Zweck werden, da die Adlershofer in Köpenick ihre Versammlungen ab- an die ihm unterstellten Beamten gerichtet hat. bekanntzugeben. Hierauf wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, halten müssen. Böckert wurde hierauf als Vertrauensmann ein- dauern," so heißt es darin, sehe ich einen Brauch um sich am Sonntag, den 10. Dezember, eine große Versammlung in der stimmig wiedergewählt und in die Lokalkommission die Genoffer greifen, der dem Interesse des Dienstes widerspricht und mit Kontordia, Andreasstraße, abzuhalten, und werden die Gewerfenbacher, Hannemann und Vorbs; zu Revisoren einer gewissenhaften Pflichterfüllung unvereinbar ist: das Früh rift: schaften und Vereine ersucht, davon Notiz zu nehmen und mög- Berger und Baumann. Hierauf nahm Genosse Fris schoppentrinken während der Dienststunden. Es wurde mir wiederholt lichst an diesem Tage feine Versammlungen anzuberaumen, um 8ubil das Wort zur Berichterstattung über den Kölner hinterbracht und ich nahm Veranlassung, mich persönlich davon der Sache nicht zu schaden. Paciitag. In seiner Einleitung geißelt Redner das Verhalten zu überzeugen, daß einzelne der Herren Verwalter, Buchhalter 2c. Eine Bäckerversammlung, einberufen von der Innung Eine Bäckerversammínug, einberufen von der Innung des Polizeiinspektors und des Bürgermeisters, die in letzter Beit gegen 10 Uhr Vormittags mitunter ihre Bureaus verlassen, um Germania zur Vornahme der Altgesellenwahl, tagte am 23. D. Mi. bei Eintritt der Polizeiſtunde um 10 Uhr das Weitertagen mit ihren Stammgesellschaften den sogenannten„ Frühschoppen" In Vertretung des abgedankten Obermeisters Kunge eröffnete die unserer Versammlungen verbieten, wie auch zu der Versammlung zu nehmen.... Ich darf erwarten, daß der hier gerügte MißVersammlung Herr Biethen. In der Versammlung war auch am Bußtag die Bescheinigung nicht ertheilten. Mit begeisterten brauch aufhört und würde andernfalls gegen die pflichtvergessenen der Bäcker Nitschke erschienen, welcher die Ehre hatte, ein Jahr orten fordert Rebner die Genossen auf, tros aller Hindernisse Beamten so verfahren, wie es meine Pflicht erheischt. Während der Bäcker Nitschke erschienen, welcher die Ehre hatte, ein Jahr treu wie bisher zur Fahne zu halten. Gingehend behandelt der der freien Zeit können die städtischen Angestellten nach Belieben lang an dem Berathungstische der Unternehmer zu glänzen; heute hätte derselbe bald eine Tracht Prügel bekommen für seine Referent die auf dem Parteitage zur Erörterung gekommenen verkehren, innerhalb der Dienstzeit haben sie auf ihrem Posten der Innung treu geleisteten Dienste. Auch in der Bäcker- Fragen. Gin Antrag, die Diskussion über die Berichterstattung zu sein." bewegung hat sich der Sozialismus Bahn gebrochen. Seit dem in der nächsten Versammlung fortzusetzen mit einem Referat über letzten Streit im Jahre 1889 ist jedesmal die Wahl verweigert die Gewerkschaftsbewegung, wird angenommen. worden, ein Zeichen, daß die Arbeiter sich von der Innungsfnute nicht mehr bearbeiten lassen. Nach kurzer Berathung große öffentliche Volksversammlung im Viktoriagarten statt, in In Wilmersdorf fand am Abend des 25. November eine wurde die Wahl einstimmig verweigert, worauf Herr Ziethen der der Reichstags- Abgeordnete August Bebel den aufmerksam nach 10 Minuten Berathung die Versammlung schloß. Zuhörenben in einem zirka zweistündigen interessanten Vortrage einen Bericht gab über den Kölner Parteitag. Redner legte zuerit den Zweck der Parteitage Ilar; beleuchtete die Schwierigkeiten, welche der Abhaltung von Parteitagen unter dem Sozialisten gesetz entgegenstanden, und betonte, daß die Sozialdemokratie die einzige von allen Parteien sei, welche ihre Verhandlungen vor 10W der breiten Deffentlichkeit führe. Nichts sei natürlicher, als, je größer die Partei werde, je mehr Meinungsverschiedenheiten sich herausstellen, dieses sei ein gesunder Zustand und schaffe Klärung unter den Genossen. Händen auch hie und da kleine berkrankten bezw. starben vom 24. bis 27. d. M. in Petersburg 8 Die Cholera. Petersburg, 28. Novbr. An Cholera splitterungen statt, so könne das nur von Vortheil für die Partei sein, jedoch sei eine Spaltung, wie solche in anderen bezw. 6, in den Gouvernements vom 5. bis 11. bs. Mts. in Parteien vorgekommen, einfach undenkbar. Redner beleuchtet 13 Warschau 18 bezw. 6, Tschernigow 141 bezw. 47, vom 12. bis sodann Punkt für Punkt die zur Verhandlung gekommenen Gegen 18. d. M. in Plotek 8 bezw. 2, Suwalki 18 bezw. 8, Sjedletz 18 stände auf dem Parteitage. Im allgemeinen sei die Sozialdemo= bezw. 7, vom 19. bis 25. d3. Mts. in Lomsha 11 bezw. 6, vom 5. bis 18. d. m. in Kiem 178 bezw. 86, Moskau 18 bezw. 15, ratie ihrem Ziele wieder einen Schritt näher gerückt und schreite vom 29. vor. Mts. bis 18. de. Mts. in Wolhynien 178 bezw. 65. unaufhaltsam weiter, bis ihr Banner schließlich alle Länder Konstantinopel, 28. November. Es erkrankten bezw. starben beschattet.( Stürmischer Beifall.) In der öffentlichen Versammlung der Schuhmacher am 27. November sprach Genosse Dr. Heymann über" Staat und Gesellschaft". Die interessanten Darlegungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die angekündigte Rechnungslegung der Agitationskomission konnte noch nicht erfolgen, da das Material nicht vollständig eingegangen war; es soll dieser Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung gesetzt werden. An stelle von drei ausscheidenden Mitgliedern der Agitationskommission wurden die Kollegen Brosty, Deutsch, Rott, Karl Fleischer und Schrul gewählt; die Kommission besteht anstatt aus sieben nunmehr aus neun Personen. Unter Berschiedenem" wurde lebhaft Klage geführt, daß in folge der kleinen Organisationen der Theilarbeiter( Zwicker, Schäfte- Arbeiter) die Theilnahme an den öffentlichen Versamm lungen mangelhaft sei. Außerdem wurde eine Resolution gegen die Tabak- Fabrikate fteuer angenommen und zum Schluß bekannt gegeben, daß der Abg. Bock( Gotha) in der am nächsten Montag Rosenthalerstr. 38 stattfindenden Versammlung referiren wird. M Subalternbeamte werden in Ermangelung des nöthigen Kleingeldes unter den Frühschoppen- Sündern taum gewesen sein. Es giebt keine Nothlage. Aus Kulm wird berichtet: 15 Steinschläger- Familien in Erdhöhlen ihre Wohnungen Zwischen Kaldus und Althausen in der Parowe haben etwa eingerichtet. fabrikatsteuer. ( Frei nach Göthe.) Wanderers Nachtlieb nach Einführung der Tabak. Ueber allen Wipfeln ist Ruh. In allen Gipfeln spürest du off 00: A TW A Kaum einen Hauch; sonen. Die Blätter rauchen im Walde, Warte nur balde Rauchst du sie auch! Genosse Behrend erklärt sich nicht ganz einverstanden mit an der Cholera von Freitag Abend bis Sonntag 85 bezw. 30 Perden Vorkommnissen auf dem Parteitage zu Köln. Er bedauere, tinentale Brovenienzen in Mustapha Pascha und Bibeftsche bestand, Die fünftägige Quarantäne, welche bisher für kondaß Genosse Bebel so wenig wie Die anderen Führer Sprecisaal. In Rummelsburg fand am 27. November eine sehr gut sich über die Form der Organisation so bestimmt und ist auf Desinfektion und 24stündige Beobachtung herabgefeht besuchte Volksversammlung statt. Reichstags- Abgeordneter klar ausgesprochen habe, wie er es sonst zu thun pflege. worden. Gestern sind in Tenerifa 60 Erkrankungen und 10 Molkenbuhr sprach über" Die gegenwärtige Lage." Ein- Genosse Bebel drückt sein Erstaunen darüber aus, daß man Todesfälle an Cholera vorgekommen. leitend besprach Redner die Ursachen des wirthschaftlichen bei der Berichterstattung auf diese Dinge gekommen fet, er selbst Niederganges, die Revolutionirung des bisherigen Produktions- gehöre feiner Gewerkschaft an. In England, wo die Gewerk prozesses, hervorgerufen durch die immer mehr sich vervoll- schaftsorganisationen am meisten vorgeschritten, streitet man um tommenende Maschinentechnik und die gesteigerte Konzentration die Form nicht mehr, man hält Zentralorganisation für nothdes Großkapitals, beleuchtete dann weiter die Steuer- und Zoll- wendig, am besten sei eine internationale Organisation. Um Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum bafür abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen politik der Industriceſtaaten und die durch sie gesteigerte un- etwas erreichen zu können, sei Zusammenfassen aller Kräfte noth- Intereffes zur Verfügung; fie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. zufriedenheit der Volksmassen. Die zur Erhaltung und Verwendig. Auf Anregung erklärt Genosse Bebel den Unterund Gesinnungsgenossen. Nachdem ich am 25. d. M. im Lokale von Boderke, am Ostgrößerung der stehenden Heere nothwendiegen Mittel auf die schied zwischen Parteigenossen resp. in bahnhof 3, beschuldigt worden bin, während des BuchdruckerEchultery der ärmeren und arbeitenden Volksmassen abzuwälzen, Erstere arbeiten verschiedenartig für die Partei, ist das Bestreben der herrschenden Klassen in allen sogenannten der Partei, lettere geben nur für uns am Wahltage ihren Stimm- streits 1891/92 den Erlös der Sammelliste 1524 unterschlagen zu Kulturstaaten, zu diesem Zweck bedienen sich die Regierungen des zettel ab. Hierauf wurde folgende Resolution gegen 1 Stimme haben, erkläre ich hiermit, daß der Betrag von 18,95 M. am 17. Januar 1892 an die Streitkommission der Berliner Buchindirekten Eteuersystems. Redner zerpflückte hierauf die einzelnen angenommen: Blüthen des Steuerbouquets wie es jetzt wiederum dem Reichsdrucker abgeliefert worden ist. Franz Hollstein, Schriftseher, tage vorliegt: Weinsteuer, Börsensteuer, Quittungssteuer, um Am Ostbahnhof 16, III. schließlich des längeren bei der Tabak Fabrikatsteuer zu verweilen, deren tief einschneidende volkswirthschaft A. Faber, liche Schädigung er deutlich veranschaulichte. Am, Schlusse seines häufig durch Beifall unterbrochenen Vortrages verwies der Heferent auf das Endziel der Sozialdemokratie, die Neberführung der Arbeitsmittel aus dem Privatbesitz in den Befiß der Gesammtheit und die Umgestaltung der beutigen Produktionsweise in eine sozialistische, genossenschaftliche, als unausbleibliche Folge des Kulturfortschritts und natürliches Produkt der gesellschaftlichen Entwickelung.( Lebhaftes Bravo!) In der Diskussion versuchten Dr. med. Gumplowicz und weitere zwei Anarchisten" für ihre Ideen Propaganda zu machen, doch gelang es ihnen nicht. Ihre geistlosen Tiraden und Phrasen konnten der Versammlung nur Gelächter, aber feinen Beifall ablocken. Genosse Weigel und der Referent hatten bei Widerlegung der anarchistischen Weisheiten die Lacher auf ihrer Seite. Gegen fünf Stimmen gelangte folgende Resolution zur Annahme: mit " „ Die Volfsversammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des Kölner Parteitages und den Ausführungen des Genossen Bebel einverstanden und verpflichtet sich, in diesem Sinne zu wirken. Ferner verpflichtet sich jeder Parteigen offe, der in seinem Beruf bestehenden Gewerkschafts- Organisation sich anzuschließen." Die nunmehr erfolgte Abrechnung des Vertrauensmannes ergab: Einnahmen 325,55 M., Ausgaben 854,22 M., Defizit 28,67 M. Als Vertrauensmann wurde darauf Genosse Kübler, in die Lokalkommission die Genossen Dastow, Behrend und Nietel gewählt. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Norb Schule, Müllerfraße 179a: Unterricht in Gesundheitslehre und Buchführung. Ost Schule, Martusstr. 31: Unterricht in Geschichte( alte). Süd- Ost- Schule: Reichenbergerstraße 133. Unterricht in Gesegestunde und Buchführung. Karthaus'scher Gesang= Vorstehendes bestätigt f. 8. Raffirer obiger Streitfommission. Briefkaffen der Redaktion. . Echolz. Es praktiziren unseres Wissens zwei Aerztinnen in Berlin: Frl. Tiburtius, Potsdamerstr. 14 und Frl. Blume, Gertraudtenstraße. Zwei Wettende. Das Deutsche Reich hat überhaupt keine Provinzen. Wieviel Provinzen Preußen hat, wird Ihnen jeder achtjährige Schulfnabe sagen. Sonntagsruhe. Auf anonyme Denunziationen können wir nicht eingehen. Th. D., Gitschinerstraße. Seraus denn mit der Sprache! G. G. 38 und G. St. Nein. G. H. Ja: bei der Gemeinde. spezielles der Gewerbegerichte. Bei allen Unterrichtsfächern fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr. Abends 8 Uhr, bet Gruber, Martendorferitr. 5. Westen, bei S. Werner, Bülowstr. 59. Lese- und Distutivtlub Otto Reimer, Abends 8% Uhr, Wilhelmshavener firabe 23 bet Stuba. Disfutirklub August Geib Abends 8% Uhr im Die 2C. Volksversammlung erklärt sich Restaurant Zubeil. den Ausführungen des Referenten einverstanden und Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender 21. D. M. 57. Der Vertrag ist bindend; sprechen Sie ist mit ihm der Meinung, daß die heutige wirthschaftliche Lage Ad. Neumann, Brunnenstraße 130, 2 Tr. Alle Renderungen im Wereins zwischen 12 und 1 Uhr vor. talender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Freitag. durch die auf die Ausbeutung der großen Volksmassen, also Nebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Raiser: M. 1. Da die Hilfskaffe für Wagenbauer uns Mittheilungen hauptsächlich der arbeitenden Klassen- berechneten Produktionsscher Männerchor, Echönhauser Allee 28, bei Kuhlmey.-Nord, Berg- über ihre Zahlstellen nicht hat zugehen lassen, tönnen wir Ihre weise hervorgerufen ist. Die Versammlung ist ferner der An- ftraße 68, bei steller. Vorwärts 1, S.D. Adalbertitr. 21, bei Roll. Anfrage nicht beantworten. 2. Verträge sind bei einem Betrage ſicht, daß die fortwährende Steigerung der Militärmacht zum summer of der Gefangverein, Langeſtraße 6s, bet Tempel, do 150 m. ab stempelpflichtig. Deter. mat= Ruin der gesammten Bevölkerung Europas führen muß, indem fötchen, Hochstr. 32a, bei Wilte. Gemüthlich feit Buyer, Kühu. 1. Die Wäsche müssen Sie so lange aufbewahren, ein Land das andere zu immer größeren Leistungen in bezug auf Seydelfir. 30. Balme, in Belten, bei Schröder. Morgenroth 4, bis sie abgeholt ist. 2. Auf Wasch- und Plättanstalten, die nicht Rüstungen drängt. Die Versammlung protestirt auf das Ent- Köpenick, Müggelheimerfir. 3 bei Held. perein, Lichtenbergerstr. 21, bei Seise. Gesangverein Morgenroth 2. fabrikmäßig betrieben werden, finden die Bestimmungen für schiedenste gegen jede Besteuerung der Lebensmittel, ebenso wie Charlottenburg, Bismarckstr. 74. Typographia, Gesangverein Berliner Sonntagsruhe keine Anwendung. gegen die jetzt in Aussicht stehende Tabak- Fabrifatsteuer, welche Buchdrucker u. Schriftgießer, Kommandantenstr. 20. Gesangv. Nordwacht, G. Wizor. Das Testament ist giltig. geeignet ist, Taufende von Arbeitern dem Glend preiszugeben, wüllerjir 7, bei teichert. Gesangverein Sch margendorf in Schmargen. dorf, Wirthshaus. 3utunft 1, Stegliz, Ahornstraße, im Gambrinus= Ebert. Wer aus einer Thatsache Rechte herleiten will, und fordert die sozialdemokratische Reichstags- Fraktion auf, auch Gesangverein Collegia i, Wtanteuffelstr. 9 bei Nowiacks. Gesang muß beweisen, daß die Thatsache besteht. Daß Eide, insbesondere ferner ihrem alten Grundsatz treu zu bleiben: für den Milita- verein reiheit Moabit, Waldstraße 8 bet Jahnte. Bereinte Parteieneide, nur Nothbehelfe, ist ein allgemeines Uebel, kein Gangesbrüder Moabit" Stromstraße 28 bei rismus teinen Mann und feinen Groschen zu bewilligen." Lange. Sängerverein Sorgenfrei" Melchiorftr. 15 bei Stehmann. Gefang Inzwischen war die Polizeistunde( 12 Uhr) herangerückt, verein„ Rosalta" Gr. Frankfurterstr. 81 b. Müller. ,, Nord- West: deshalb wurden die übrigen Punkte der Tagesordnung nicht Stern", Altonaerſtraße 27 bei Sipte. ,, Vineta", Swinemünderstr. 35 erledigt. bet Queitsch. Freie Liebertafel, Meue Königstr. 73 bei Hahn. C. P. Sie können leider nur auf Aenderung klagen. Schmargendorf. Am Bußtage, Abends 7 Uhr, fand im Brandenburger Männer- Gesangverein in Brandenburg a. H., Mengert's Boltsgarten. Rothe Fahne, Görligerstr. 52 bet Bogel. E. F. An den Einsender oder an die Postdirektion. Saale des Schüzenhauses eine öffentliche Versammlung für Gängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Brauer Th. M., Oranienburg. 1. Sie dürfen den Sohn ohne Männer und Frauen statt. Nachdem der Vertrauensmann, Gesangverein Gerstenähre, Alte Jatobiir. 83 bet Wienecke. Gefangverein Steinnelte, Röslinerstr. 17 bei Wendt. Genehmigung des Kreis- Schulinspektors nicht vor Ostern aus der Genosse Peters, einen Bericht über das vergangene Jahr am Ditbahnhof 7 bei W. Schutze. Ginigtett 3, Groß- Lichterfelde bet Schule nehmen. Die Frage ist aber zweifelhaft. 2. Aus demerstattet hatte( Einnahme 204 M., Ausgabe 80,50 M.) und auch Gries, Giesensdorf. Geselligteit, Gennigsdorf, Böhmert's Gaithaus. felben Grunde ist der Erfolg des Einspruchs zweifelhaft. Maiengruß, Köpenick, Grünstraße 53 bei Gaul. die Letalkommission über ihre Thätigkeit aufschluß gegeben, Bülowftr. 65 bei Nichter Männerchor Süd- Ost, köpnickerstr. 191 bet Foge 3. Statt 1 M. tann ein Tag Haft festgesezt werden. 4. Ist schritt die Versammlung zur Neuwahl des Vertrauensmannes, Brandenburger Männer- Gesangverein in Brandenburg a.., berechtigt. 5. Taufschein. 6. Die Gebühren werden leider zu zweier Revisoren und der Lokalkommission. Es wurden gewählt mengert's Boltsgarten, Bergstraße.- Matglödchen 2, Reichenbergerstr. 16 zum Vertrauensmann Genosse Rieger, zu Revisoren die Ge- bet Päbold. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Velten. Die Klage hat Aussicht auf Erfolg. noffen Gericke und Janezke, in die Lokalkommission die alle zuschriften find zu senden an B. Sentel, Bergmannitr. 14, 50f 2 Tr. Vok. Ein Vizewirth oder Wirth hat keineswegs das Recht, Genossen Hoffmann, Werner und Wernicke. Hierauf freitag: Bergnügungsverein Frisch auf Abends 9 Uhr, Ohmgaffe 2 bei einen Restaurateur, dessen Waaren von Miethern oder bei einem ergriff Genosse Antrid Berlin zu einem Vortrage über:" Der rebs. Regel- klub ustige 18", Abends 8 Uhr bet Sauermann, Adalbert- Miether Beschäftigten bestellt sind, das Haus zu verbieten. Thut Kampf ums Dasein mit besonderer Berücksichtigung des Klassen- Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gejang- er es dennoch, so braucht man sich an sein Verbot" nicht zu tampfes" das Wort und entledigte sich seiner Aufgabe in treff verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbraueret. Quartettverein fehren. Männerchor licher Weise. Die Versammlung folgte dem Vortrage mit regem wedding, Abends 8 Uhr, bei Schäfer, Neue Sochstr. 49. Waldesrauschen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Weartgrafenftr. 87.- PrivatIntereffe. Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Burouserstr. 35. Musit- Dilettantenverein, Tonita", Abends 8 Uhr bei Schent, Krautpr. 39, Uebungsstunde. Musttverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Reichenbergerir. 24. Für Köpenick und Adlershof tagte am 24. d. Mta. eine gutbesuchte Versammlung. Der Vertrauensmann für Köpenick, Genosse Richter, gab in furzen Zügen einen Bericht über feine 10monatliche Thätigkeit. Die Einnahme am Ort betrug 1171,35 M., die Ausgabe 866,45 M., der Bestand 304,95 M. Außerdem wurden bei der Reichstagswahl eingenommen straße 8. MännerJohanni Freiheit 1, N. N. Hoffentlich gar nicht; sonst etwa zum 1. Februar. E. D. 1. Ja. 2. Nein. Recht gefordert. Arion, Wittenberge, Thurmftr. 23, Sentralhalle. Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienfiag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnafiums Pantsir. 9-10.- Turnverein Gesundbrunnen Die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turnballe des Lessing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. H. Wedingstr. Kulick und Liebermann. Wollen Sie gelegentlich zwischen 12 und 1 Uhr vorsprechen. 2. W. 100. Ja. " Kahu, Nordh. Das Vereinsgesetz können Sie durch jede Buchhandlung, auch durch die des Vorwärts", beziehen. Zum Abdruc einiger Paragraphen desselben ist der Briefkasten nicht der geeignete Ort. Bremen 38. Mein. Knitter. Rechtsbeistand ist nicht erforderlich. Der Antrag wäre an die Invaliditätsversicherungs- Anstalt zu richten. Sprechen Єie mit den betreffenden Papieren zur Prüfung des Falles zwischen 12 und 1 Uhr vor. G. 5. K. 14. Ja. Loewe. Wir beantworten jede Zuschrift, wenn sie bestimmt ausgedrückte Fragen enthält; Ihr Schreiben muß durch irgend einen Umstand, an dem wir keine Schuld tragen, nicht in unsere Hände gelangt sein. Warum sagen Sie denn heute nicht, was fie wünschen A. St. 1. Nein. 2. Ja. H. A. Es ist nur eine Gewerbesteuer zu zahlen. M. C., Berlin. Ein russischer Protest gegen den französisch- russischen Verbrüderungsschwindel ist in der Petite Republique" veröffentlicht worden. Kleider5228b Stoffe zum Geschenk 6 Hauskleid me Meter 3,60 Foulé, reine Wolle, 6 Mtr. 8,50 in allen neuen Farben. S., A.Wronkowanienſt. 162. " E. W. Altenburg. Der Ehemann fann gegen die Ehe: 1 frau, die ihn verlassen, einen Rückkehrbefehl bei Gericht beantragen. Befolgt sie diesen nicht, so hat er das Recht, auf Ehefcheidung zu flagen. S. D. 4. Das Mädchen kann nach erreichter Volljährigfeit( also nach Vollendung des 21. Lebensjahres) gegen ihre Eltern auf Ertheilung der Genehmigung zur Eheschließung flagen. P. H. N. 53. Sie sind nicht verpflichtet. Gust. Kirschke. Eine derartige Anzeige gehört in den Inferatentheil. A. O., Birkenstraße. Sie haben Recht. Lafargue wird Lafarg, Guesde wird Gähd ausgesprochen. Patzenhofer Bier v. Faß, 4/10 10 Bf., Turnverein ,, Fichte"| 2 Vereins- 3immer. Bergmannſtr. 92. ( Mitgl. d. deutsch. Arb.- Turnerbundes) Literarisches. Turgenjew und Tolstoi von Eugen Kühnemann. Berlin. Verlag von Richard Wilhelmi. Warum verarmen wir und wie ist dem abzuhelfen? Ein Weckruf von Victor Bruching. Berlin. Verlag von Richard Wilhelmi. Wer wird siegen? Betrachtungen über den Kampf Rußlands gegen das Deutschthum. Berlin. Verlag von Rich. Wilhelmi. Der Schloffer. Ein soziales Lebensbild von Franz Gottscheid. Verlag von Franz Barth in Danzig. Theater- Agentur von Ernst Stieber, Charlottenstr. 52. Der öffentliche Kredit. Seine Einwirkung auf die Verschärfung der sozialen Gegensäte. Berlin. Verlag Richard Wilhelmi. Achtung! eröffnet am 1. Dez. d. J. in der Turn Restaurant ,, Zur Gleichheit", Seute, Freitag, den 1. Dezember, Abends 8 Uhr, in halle, Stalizerstr. 55/56, eine II. Männer- Abtheilung. Alle Freunde und Gönner, welche sich unserem Verein( den einzigen am Ort bestehenden Arbeiter- Turnverein) anschließen wollen, sind hiermit freundlichst dazu eingeladen. 457/1 Der Vorstand. Die I. Männer Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend von 1/ 49-1/ 411 Uhr in der Turnhalle, Reell! Pelzwaaren Billig! Friedenstr. 37. Die 11. Männer- AbEinzel- Verkauf zu 51458 Engros- Preisen direkt in der Fabrik von Goebel& Reinecke, Stallschreiber- Strasse 50/51, 1 Treppe, Ecke Alexandrinen- Straße. Bestellungen und Reparaturen billig Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L* am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! 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Bruchbändern, Suspensorien, Leibbinden, Apparaten für Fuß- und Rückgratverfrümmung, schwer, wie der 3. Punkt der Tagesordnung dieser Versammlung, und kein Kollegen, noch nie war eine Tagesordnung so weitgehend und inhaltGradehaltern, fünftl. Gliedmaßen als Arme, Beine 2c. Anschläger Berlins und Umgegend sollte daselbst fehlen. Auch diejenigen Anunter Garantie zu billigsten Preisen. schläger, die dem Verein nicht angehören, tönnen zu jeder Versammlung, die straße 38, stattfindet, erscheinen.( Siehe Soziale Uebersicht".) 4549L* Aug. Reiche, tentaffen, Seydelstr. 15, Krankenkassen, Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplah Kinderwagen, größtes Lager Berlins. Musterbücher gratis. Theilzahlung 9 gestattet. 500 Mark zahle immer am 1. Sonntag nach dem 1. jeden Monats bei Brochnow, Sebastian182/10 Achtung! " Bauarbeiter. Der Vorstand. Achtung! 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Billets à 30 Pf. find bei allen Borstandsmitgliedern, sowie in allen mit Blakaten belegten Stellen zu haben. 145/19 Nach dem Konzert: Grosser Ball. Herren zahlen 50 Pfg. nach. Gönner und Freunde des Vereins werden hierzu besonders aufmerksam gemacht. Der§ 5 Absatz 1 ist von vielen Mitgliedern nicht beachtet worden, und erfucht der Vorstand deshalb, am Sonntag, den 3. Dezember, in der Versammlung das Versäumte nachzuholen. Der Vorstand. Achtung! Zimmerer( Moabit). Sonntag, den 3. Dezember, Vorm. 10 Uhr, in Arend's Brauerei, ( Gartensaal), Thurmtr. 26: Oeffentl. Versammlung der Zimmerer Moabits. Tagesordnung: 1. Die Gewerkschaftsorganisation und deren Bedeutung. Referent Genosse Hoffmann. 2. Wie stellen sich die Zimmerer Moabits zum Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend. Um zahlreiches Erscheinen bittet Musik428/7 Der Einberufer. Instrumente wie Zithern, Geigen, Guitarren, Mandolinen u. s. w. Grösstes Lager Harmonikas jeder Grösse. 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