I Nr. 65. RbonnnnentS'lkdi ngungen: HBoraipmmlä•?riHä vräniimprando! SifttpIjöhrL 3,30 SSt, monatt 1,10 OTf„ wöchemiich 28 Pfg> frei, in# Ha»#. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- »Ummer mit Musirierler Sonntags- Bcilage„Die Neue Welt» 10 Pfg. Post- Nionncmenu 1,10 Mark pro Monat. Emgetragcn in.bic Post- Jcitungs- Prelslistc. Unter Kreuzband für Demsckland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, nämcn, Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. Sie TnfcrtlonS'GtbOf)!1 betrügt für die sechsgespaltenc Kolonel- zeile oder deren Baum 00 Pfg., iür politische und gewerlschaftliche Vereins- und Vcrsammlungs-Anzeigen 30 Pfg. ..Alerne Mnxcigen", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstellenmi- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes wertere Wort 5 Pfg. Weckte über liBuch. ! laben zählen für zwei Worte. Inieratc' ür die nächste Nunimer müsse» bis i Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. VWiif füglich außer montags. Berliner Volkcsblnlt. Telegramm- Adresse: „Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der roztaldemokratifchcn Partei Dcutfchlands. Redaktion: 8 Tl. 68. Linden Strasse 69. Fcntsprecher: Amt Moristplast, Nr. I98Z. Expedition: 8Tl. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt MoristPlast, Nr. 1984. Des Volkes Befreiungskrieg. Der Schlachtendonncr dcr Freiheitskriege war verstummt. Die Fürsten, denen die Faust ihres großen Bedrängers so lange an dcr Gurgel gesessen, konnten wieder ausatmen. Denn diesmal war ja der zum zweiten Male gestürzte Korse nach einer fernen Insel des Atlantischen Ozeans, jenseits des Gleichers, verbannt worden, von wannen keine Wiederkehr möglich. Aber kaum fühlten sich- die Fürsten wieder frei, als sie all dcr Opfer ihrer Völker, all ihrer feierlichen Ver- sprechungcn vergaßen und in ihren gottcsgnadcntümlichcn Despotismus zurückfielen. Der Artikel 13 der Bundesaktc hatte den Stämmen in allen Bundesstaaten eine landesständische Verfassung und dcr Artikel 18 volle Prcßfreiheit verheißen. Als aber das Volk, das eben erst Säbel und Bajonett gezückt, nicht sogleich in den Schlafrock des dcniutvollen Philisters zurückkroch, sondern der Geist der Freiheitskriege in der Literatur, in den llnivcrsitäts- aulen, den Turnsälcn und den Bürschenschaftcn weiter rumorte, da griff die Heilige Allianee schleunigst zu den briktalsten Zwangsmitteln. Nicht nur dcr angesehene„Rheinische Merkur" des damals freihcitlich-patriotischen G ö r r c s wurde unter- drückt und Görrcs selbst gcmaßregelt, sondern auch alle übrigen „patriotischen" Blätter verfielen den barbarischen Aktionen der Zensur. Und als die akademische Jugend— durch die Freiheitskriege zu nationaler Begeisterung entstammt und für „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" schwärmend— an die Stelle dcr in abgeschmacktester Sonderbündelei und wüstestem Raufkommcnt verkommenen Landsmannschaften die Burschen- fchaftcn setzte und durch das Wartburgfest 1817 für seine Volks- tümlichen Ideale demonstrierte, da begann bereits das Kessel- treiben der Demagogenvcrfolgungen. Wie ein Jahrhundert später waren es russische Einflüsse, die die. preußisch- Habsburgische Reaktion vorwärtspcitschten: der russische Staatsrat Stourza denunzierte die deutschen Universitäten als Stätten revolutionärer Umtriebe. Vergebens warnte der Freiherr V.-stein, vergebens mahnte er. daß die Regierungen selbst die Schuld an dem Unwillen des Volkes trügen, da sie„zwar vieles versprochen, aber wenig gehalten hätten". Als vollends dcr Jencnser Student Saud den russischen Spitzel Kotzcbue ermordete und kurz darauf der Apotheker L ö h n i n g auf den nassauischcn Regierungspräsidenten Jbell ein ähnliches Attentat unternahm, bescherten die„Familienväter" der Heiligen Allianz ihren„Untertanen" die Karlsbader Beschlüsse und jene Zentral- untcrsuchungskommission, die alsbald daö Spionieren, Rcle- gieren und Einkerkern mit Feuereifer betrieb. Dcr Turnvater Jahn wurde ins Loch gesteckt, viele andere wurden über die Grenzen des gastlichen Vaterlandes getrieben, und selbst ein E r n st Moritz Arndt wurde das Opfer der Kamptz- und Schmalzgescllen. Der berüchtigte Kamptz hatte ja zu jenen pommerschen Junkern gehört, deren nichtswürdige Bauernlcgcrci Arndt im Jahre 1803 durch seine„Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen" an den Pranger gestellt hatte, und jetzt rächte er sich haßerfüllt an seinem ehemaligen Gegner. Arndt wurde seiner Professur enthoben und jahrelang in die schikanösesten Untersuchungen verwickelt. Freilich, dieser harm- lose Dcutschtümler war ja immerhin kein höfischer Speichel- lecker; die russische Barbarei hat ihm allezeit schwer int Magen gelegen, und das von Heine so genannte europäische Fürsten- gestüt deutscher Höfe hatte er unter patriotische Kontrolle gc- stellt sehen wollen:„Es muß durch Gesetz dafür gesorgt werden, daß kein deutscher Staat durch Heiraten dcr Fürsten von fremden Staaten und Interessen abhängig wird." Aber allen Verfolgungen zum Trotz rebellierten die Geister und die wirtschaftlichsn Interessen des Bürgertums weiter. Und als die Pariser Juli-Revolution den staatsstreichlüstcrncn Bourbonen Karl X. zum Teufel jagte, da loderten auch in Deutschland die Flammen allenthalben wieder enipor. In zahl- reichen Orten erhoben sich tumultuarisch die Massen, und eine Reihe kleinerer Staaten hielt es nun doch für angezeigt, Ver- fassungen einzuführen. Ein Verein für Pr�ßfrciheit bildete sich, und auf dem Hanibacher Volksfest 1832 entlud sich die Empörung in leidenschaftlichen Reden. Die Antwort der f ü h r c n d e N.Staaten freilich waren nur neue Konferenzen dcr verbündeten Reaktion, neue Knebelungen der Presse, schärfere Bespitzelung der Universitäten und noch brutalere Demagogenverfolgungen. Zahllose Verdächtige wurden auf Jahre hinaus in die Gefängnisse gesteckt— die Zahl dcr Opfer der grausamsten Willkür wird auf 1900 beziffert! Preußen besonders crivarb sich herostratischcn Ruhm. Friedrich Wilhelm JH. gab nicht nur seine eigenen Landes- vnder der schändlichsten Verfolgung preis, sondern er reckte auch schirmend seine Hand über jede reaktionäre Schandtat verbündeter Despotien. Als dcr König von Hannover, Ernst August, schnöden Verfaffungsbruch verübte und sieben Göttingcr Professoren, die den Gcwaltstreich nicht durch die geforderte Eidesleistung billigen wollten, maßregelte, wandten sich die Elbinger Stadtverordneten an den preußischen König mit der Bitte, das Recht des hannoverschen Volkes im Deutschen Bund zu vertreten. Aber dieser Landcsvater, dcr nur dem Heldenmut des Volkes die Wiederherstellung seiner Preußen- Herrlichkeit verdankte, herrschte die naiven Stadtväter an, daß sie sich in ihrem„beschränkten Ilntcrtancnvcrstand" ja nicht anmaßen sollten, in dergleichen Dingen ein Urteil zu äußern!. Zu all diesen Verhöhnungen und Verfolgungen kamen die läppischen Streiche dcr Zensur. Wo ein Buchdrucker existierte, mußte dem von dcr hohen Behörde bestallten Zensor jede Drucksache vorgelegt werden, selbst Visitenkarten und Speise- zettel. Und für jede gnädigst gewährte Druckerlaubnis mußte dcr Zcnsurgroschen entrichtet werden. Nicht nur jedes politische Räsonieren wurde so unterdrückt" nicht einmal für die Stadtverordnetenversammlungen existierte die Ocffent- lichkeit dcr Verhandlungen—, sondern auch die Unter- Haltungsliteratur. Es gab eine Zeit, wo die Namen des präskribierten„Jungen Deutschlands" nicht einmal erwähnt werden durften. Ja selbst als sich einmal ein überaus loyaler Autor gestattet hatte, eine Novellcnszenc zu schreiben, worin bei nächtlickjem Unwetter die Post vor dem Tore umkippte. drang der Zensor auf Aenderuug, weil Se. Exzellenz der Generalpostmeistcr von Naglcr sich dadurch in seiner amtlichen Würde gekränkt fühlen könnte. Als 1831 in Berlin die Cholera wütete, wurde daö Rauchen auf den Straßen Berlins ausnahmsweise gestattet. Nach dem Erlöschen dcr Seuche trat das Verbot prompt wieder in Kraft. Und als die Tante Voß die Frage anzuregen wagte, ob denn wenigstens noch im Tiergarten geraucht werden dürfe, verbot die Zensur die Er- vrtcrung solch staatsgcfährlichcr Anmaßungen! Dieser Zustand schantlos-lächerlicher Volksentrcchtung blieb auch dcr gleiche, als Friedrich Wilhelm IV. 1840 den Thron be- stieg. Wieder einmal nährte das gutgläubige Philistertum die Illusion von dem„liberalen" Thronerben. Man berauschte sich an dem Worte des neugebackenen Königs:„Als Kronprinz war ich der erste Edelmann, als König werde ich der erste Bürger sein." Man trug auch gern dem romantischen Sinn dcS neuen Landesvaters dadurch Rechnung, daß man ihm zuliebe den alten Gilde-Kram und Zünfte-Pomp wieder aus dcr Rumpelkammer hervorholte und auf den Straßen Berlins einen mittelalterlichen Mununcnschanz aufführte, bei dem sogar zwei als Schalksnarren verkleidete Seil- tänzer ihre Purzelbäume schössen. Aber dcr Rausch machte gar bald dem grinimigstcn Katzenjammer Platz, als dcr König einem reaktionären Akt den andern folgen ließ und noch im Jahre 1817 mit einem romantisch-feudalcn Landtagsprojekt herausrückte, das auch die Zweite Kammer fast zur Hälfte aus Vertretern der Ritterschaft zusammensetzen sollte. Da war es denn kein Wunder, daß die Pariser Februar-Revolution wirklich wie ein Funke ins Pulverfaß schlug und dem Wiener März-Aufstand ein paar Tage später der blutige 18. März in Berlin folgte. Ter März brachte den Trimnph des Volkes, den Sieg dcr Freiheit, den heißcrschnten Völkerfrühling. Aber leider war— wie wir's ja unzählige Male am Gedenktage der deutschen Revolution gezeigt haben— das siegreiche Volk nicht politisch reif, nicht ökonomisch entwickelt genug, um den Sieg zu halten. Die Bourgeoisie war zu zerfahren, zu ungcschult, zu kurzsichtig, und zum guten Teil auch zu feige, um durch die Tat die Konsequenzen aus dem Siege der Revolution zu ziehen. Während sie parla- mentelte, rcsolvierte, schlvatzte, rüstete die Reaktion, bis sie mit gcwaffnctcr Faust die Freiheit abwürgen und die protestierenden Parlamentarier auseinanderjagen konnte. Kaum ein paar Monate waren verstrichen, als schon der crz- klirrende Barde der Revolution, Ferdinand Freilig- r a t h, die Toten gegen die Lebenden die fiirchtbarc Anklage schleudern lassen mußte:' Wie Wellen brausts an uns heran, was sich begab im Lande: Der Aberwitz des Dänenkriegs, die letzte Polenschandc; DaS rüde Toben der Vendse in stockigen Provinzen: Der Soldateska Wiederkehr, die Wiederkehr des Prinzen; Die Schmach zu Mainz, die Schmach zu Trier; das Hänseln, daS Entwaffnen Allüberall der Bürgerwehr, der eben erst geschaffnen; Die Tücke, die den ZeughauSsturm zu einem Diebszug machte. Die selber uns, die selbst das Grab noch zu begeifern dachte; So weit eS Barrikaden gab, der Druck auf Schrift und Rede; Mit der Versamnilung freiem Recht die täglich frcchre Fehde; Der Kerkertore dumpf Geknarr im Norden und im Süden» Für jeden, der zum Volke steht, das alte Kettenschmieden... So Freiligrath im Juli 1848. und bereits im November 1848 knatterte in der Brigittenau bei Wien die Salve, die Robert Blum in das Standrechtsgrab schleuderte. Vollends die erste Hälfte des Jahres 1849 erstickte durch die Niederwerfung der Volkserhebungen in Sachsen, Hessen und Baden das letzte Aufflammen dcr Freiheit im Märtyrerblutc. Furchtbar wütete in Rastatt die Rache der preußischen Sieger. Mit dem Rufe„Es lebe die Republik!" rollten die Gestand- rechtelten in den Fcstungsgraben. Selbst Böhning aus Nassau, ein 72jähriger, erlitt so den Heldentod, obwohl an- fangs selbst die preußischen Soldaten vor solcher Henkers- arbeit zurückschauderten. Damit war das Heldenzeitalter der deutschen Bour- gcoisie vorüber. Noch einmal wetterleuchtete es in den Kon- fliktsjahren dcr Verfassungskämpfe— aber es war eben nur ein Wetterleuchten, ein elektrisches Feuerwerk ohne Blitz und Donner, lind dann ließ sich die besitzende Bürgerklaffe pazi- fizieren. Die wirtschaftliche und formal politische Einigung war ja vollzogen, die Futterkrippe des Unternehmertums ge- füllt, und da mochte sich das rechtlose Proletariat fernerhin um die Durchkämpfung der ehedem liberalen Forde- rungen mühen. Nicht einmal die unerträgliche Dreiklassen- schniach, das Denkmal dcr tiefsten Erniedrigung der preußi- schen Bürgcrklassc, vermochte die liberalen Philister hinterm Ofen hervorzulocken. So ist die deutsche Arbeiterklasse zur Voll- strcckcrin alles Freiheitsstrebens, aller Volkssehnsucht ge- worden, die einst das Bürgertum heldenmütig Verfolgungen und Kerker, Not und Tod ertragen ließ. Die deutsche Arbeiter- klaffe aber wird sich nicht unwert zeigen des großen historischen Erbes! Voll Kampfesmut, voller Siegeszuversicht jubelt sie der Freiheit entgegen, der sozialen Demokratie: Ihr Blöden, wohn' ich denn nicht auch, wo eure Macht ein Ende hat? Bleibt mir nicht hinter jeder Stirn, in jedem Herzen eine Statt? In jedem Haupt, das trotzig denkt? das hoch und ungebeugt sich trägt? Ist mein Asyl nicht jede Brust, dir menschlich fühlt und mensch- lich schlagt? Nicht jede Werkstatt, drin eS pocht? nicht jede Hütte, drin es ächzt? Bin ich der Menschheit Odem nicht, die rastlos nach Bc- frciung lechzt? Sie frsnaSiilche preist über 4!e elisiiilchen Friedensfreunde. Paris, 15. März.(Eig. Ber.) In Mülhausen i. E. fand dieser Tage eine große Ver- sammlung statt, die sich für den Frieden, wie für eine deutsch- französische Verständigung aussprach. Diese Kundgebung ist bc- greiflicherweise der Hetzpresse sehr unangenehm. Wie die deutschen Mord- und Profitpatrioten immerzu das in seiner ungeheuren Mehrheit durchaus ftiedliebende ftanzösische Volk auf dem Sprung zeigen, über Deutschland herzufallen, so zeigt die nationalistische und imperialistische Presse Frankreichs wiederum alle Klassen des deutschen Volkes von feindseligen Absichten gegen Frankreich und von freudiger Nachgiebigkeit gegenüber den Ansprüchen des deutschen Militarismus erfüllt und läßt auch um des nationalen Effekts willen keine Gelegenheit vorübergehest, um die Elsäsier als vom ewigen Traume des Nevanchekrisgcs beherrscht darzustellen. Daß sie damit für die Schikanen des Polizeisystcms in Elsaß-Lothringen den Bor- wand gibt, schiert sie nicht weiter, wie denn überhaupt die Reaktionäre beider Länder einander gern unter die Arme greifen. Wenn sich jetzt aber die Elsäsier anschicken, ihren interessierten An- wälten jenseits der Reichsgrenze ebenso gründlich die Meinung zu sagen, wie ihren Bedrückern diesseits, muß daS natürlich als eine arge Geschäftsstörung empfunden werden. In den Massen des französischen Volkes lebt natürlicherweise. Sympathie und ein landsmannschastlicheS Gefühl für die Elsaß-Lothringer fort und es muß auf sie einen großen Eindruck machen, wenn diese selbst energisch erklären:„Wir wolle» keinen Krieg, sondern die Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland!" Daß diese Erklärung aber mitten in der Rüstungstreiberci abgegeben wird, ist besonders ärger- lich, denn der wachsende Widerstand gegen die aufS neue um die Beherrschung der Republik kämpfende militärische Reaktion kann daraus nur neue Kräfte ziehen. So hat denn die nationalistische Clique die Losung ausgegeben, die Bedeutung der elsässischen Kundgebungen möglichst abzuschwächen oder diese gar als„Regierungsmache" zu verdächtigen. Der . T e m p s" schrieb gestern über die Mülhausencr Versammlung, der zahlreiche Besuch sei weiter nicht verwunderlich, weil die Stadt und ihre Umgebung viele Sozialisten zähle. Die Lersammlungsaufrufe seien anonym gewesen, und überhaupt würde der Versammlung in den»Mülhausener Kreisen" nur eine beschränkte Bedeutung zugc- fdjncBcit. Heute fiZgt dasselbe Blatt hinzu, die„Bevölkerung' sei gegenüber� der Demonstration gleichgültig geblieben. So schamlos wie der.Teinps', der sich überhaupt zum imfamsten Lügenblatt von Paris entwickelt hat, ist natürlich das alte solide Journal des Debats' nicht. ES gibt zu. daß die«und- �ebuiig, wenn man auch ihre Bedeutung nicht überschätzen dürfe, in der jetzigen ernsten Stunde eine gelvisse Be- de utung habe:„Mülhausen war immer ein günstiger Boden für die Friedenspropaganda. Verschiedene seiner namhaftesten In» dustiVüeii sind leidenschaftliche Anhänger der internationalen Schicds- geeichte und der Abrüstung.' Nur hätten, meint das Blatt, diese Notabler r, wenn sie Inspiratoren der Versammlung geivesen seien. an ihrer Orgamsation nicht teilgenommen und dort nicht das Wort ergriffen. Bemerkenswert sind die Berichte und Artikel der linvrepubli- kanifchcn Presie. Die„Landern e" schreibt:„Katholiken, Liberale und Denwkratcn Elsaß-Lothri ngens haben eine bedeutsame Denion- straiion gegen den Krieg veranstaltet und unter großer Begeisterung jeden Gedanken eines krtegerijichen Konflikts zwischen Frankreich und Deutschland zurückgewiesen. Die Kundgebung zeigt durch ihren spontanen Charakter und die- Qualität ihrer Teilnehmer. daß sie e i n e m tiefen Gefühl d e r ivi ü l h a n s e n e r B e- v v l k e r u n g entsprach. Die angenommene Resolution genügt evidenter Weise, um zu beweisen, daß die deutschen B e- Hörden dieser Bolkslundgebung völlig fremd ge- blieben sind. Mag mau auch über solche lokale Bewegungen noch so skeptisch denken, so muß man doch gcrechtcrweise sestftellen, daß viele Elsaß-Lothringcr, die ihm Sympathie für Frankreich bewahrt haben, doch jedem Gedanken eines Kriegs ausgesprochen feindlich find und die Differenzen, die zwischen unseren Nachbarn und uns auftauchen könnten, einem Schiedsgericht unterwerfen möchten. Dieser neue Geist, der sich in Elfaß-Lo-thringen etwas unvermuteter Weise ver- kündigt, soll binnen kurzem andere Meetings hervorrufen, auf denen über die Rüstungen gesprochen werden wird. Wird die gleiche Ein- stimmigkeit zwischen den Anhängern der verschiedenen Parteien wie in Mülhausen sich kundgeben? Es ist sehr wahrscheinlich. Die Idee, die diese Entente beherrscht, ist die einer menschlichen, metho- dischen und überlegten Friedenspolitik. Sie ist durchaus edel und von großem Interesse. Ein Pastor hat Beifall geweckt, als er den Wunsch nach einem offenen, ehrenhaften deutsch-französtschen Ein- vernehmen aussprach. Wir wollen die Tragweite dieser isosolierten Worte nicht beurteUen. Aber die einzige Tatsache, daß sie in einem wenig vorbereiteten Kreis, vor einer zahlreichen und enthusiastischen Versammlung ohne Widerspruch ausgesprochen werden konnten, zeigt zur Genüge, daß sich eine beachtenswerte Ent Wickelung von Tag zu Tag in der internationalen öffentlichen Meinung voll- zieht, mit entschiedenen Friedenstendenzen, die die Aufmerksamkeit aller Regierungen fordern.' Die„Petite Rvpublique', die für gewöhnlich eine ge- treue Briandistische Politik macht, hat einen Berichterstatter nach dem Elsaß gesandt, der auf Grund seiner Gespräche mit den Unterzeichnern des Mülhauseirer Versammlungsaufrufs dem Märchen von der Regierungsmache entgegentritt. Einer von ihnen, ein ehe- maliger protestlerischer ReichStagsabgeordneter und Neffe Scheurer- Kestners, sagte ihm:„Woher rühren diese Infamien, die man über uns bei Ihnen verbreitet? Wer diktiert und wer bezahlt sie? Nicht ich, nicht wir verwerien den Krieg— ganz Elsaß will ihn nicht. Manche von unS haben Söhne in Frankreich, andere in Deutschland. Soll der Bruder auf den Bruder schießen? Aber es gibt noch einen höheren Grund. Wir wollen nicht, daß um Elsaß willen zwei große Nationen, vielleicht alle Nationen Europas, Krieg miteinander führen. Lieber wollen wir noch eine Zeitlang leiden und unterdrückt werden. Eine Zeitlang, sage ich. Wir finden uns nicht feig mit dem Korporalismus ob, der uns erdrücken will. Wir werden weiter kämpfen, wir wollen sogar, daß man für unS kämpft— aber auf dem Boden deS Friedens. Die e l s ü s s i s ch e Frage kann geregelt werden. Man gebe ihm seine Autonomie.. Und der Berichterstatter hört weiter die Worte:„Republikanisches Regime— vereinigte Staaten von Europa.'... Die vorstehenden Zitate aus durchaus bürgerlichen Blättern zeigen, wie frech die deutschen Jingoblätter lügen, wenn sie von einer feindlichen Srimmung des französischen Volkes gegen Deutschland sprechen. Gerade im Gegenteil kann man sagen, daß die Ueberspannung des Chauvinismus, die die Militärkrvise und die Presse deS an den Heereslieferungcn interessierten Kapitalisten- klüngelS betreiben, leicht umschlagen und in der aufgerüttelten Demo- kratie zu einer Ueberwindung deS deutsch-französischen Gegensatzes führen könnte, wenn die Anmaßungen d e S deutschen Militarismus auf den gleichen Wider st and st i e ß e n. Darum ist die Agitation der deutschen Sozialdemokratie gegen die Militärforderungen in diesem Augenblick von wahrhaft geschichtlicher, für die euro- päische Politik der Zukunft entscheidender Be» d e u t u n g. Der prachtvollen Energie, womit das französische Pro- letariat, von Haß und Wut der Feinde begeifert, den Kampf auf- genommen hat, wird die deutsche Arbeiterschaft eine nicht geringere Entschlossenheit an die Seite zu setzen wissen. *« 9» Sine sozialistische Friedenskundgebung. Gegen die Kriegshetzer diesseits und jenseits der Vogesen beschloß die sozialdemokratische Landtags- fraktion in Elsatz-Lothringen in ihrer letzten Sitzung vor den Ostcrferien(am Donnerstag, den 13. März) diese Erklärung, die am Sonntag, den 16. März, bei der Massenkundgebung des Pariser Prolc- tariats gegen Kriezz und Kriegsrüstung auf dem Prü-Saint-Gervais zur Kenntnis der französischen Partei- genossen gebracht wurde und welche unsere beiden reichs- ländischen Parteiblätter diesen Montag an leitender Stelle abdrucken: Liebe Genossen! Als elsaß-lothringische Sozialisten haben wir uns bei Eurer heutigen Manifestation, die sich in erster Linie gegen die Wieder- einführnng der dreijährigen Dienstzeit in Frankreich richtet, nicht über das Projekt der republikanischen Regierung auszusprechen: wir müßten allzusehr befürchten, daß uns diejenigen, die sich Patrioten nennen, als„Verkaufte' und vor allem als.Fremde' behandelten, wenn wir es wagen würden als Bewohner einer Provinz, die zum Deutschen Reich gehört, mit Euch in den Ruf einzustimmen: Gegen die dreijährige Dienstzeit! Wir ziehen es vor, heute und zu dieser Stunde zu rufen: Nieder mit der deutschen militaristischen Reaktion! Gegen die Rüstungen Deutschlands! Gegen die deutschen Nationalisten und Kriegshetzer I Für die französisch-deutsche Verständigung! Was uns veranlaßt, das Wort zu ergreifen auf dieser Moni- sestation des Pariser Proletariats, ist die besondere Rolle, die Elsaß-Lothringe« spielt, und die Tatsache, daß seine im Jahre 1871 erfolgte Annerion durch das neue Deutsche Reich den Hauptguell jener Konfliktsstimmung bildet, die nun seit über vierzig Jahren zwischen Frankreich und Deutschland herrscht, beiden Ländern und vor allem auch Elsaß« Lothringen zum Schaden, dem Weltfrieden zur beständigen Gefahr. Die gegenwärtigen Umstände fordern nicht von uns, daß wir Euch von den Kämpfen erzählen, die wir um die Erringung unserer Autonomie im Rahmen des Deutschen Reichc-5 führen, und vom Widerstand, dem wir bei den Behörden in Berlin begegnen. Die gegenwärtigen Umstände stellen uns lediglich brutal bor eine große, alle anderen überragende Frage: Wollen die Elsaß-Lothringcr noch einen Krieg? Und darauf antworten wir im Namen der elsaß-lothringischcn Arbeiterschaft, auf Grund der genauesten Kenntnis stirer Wünsche und ihrer Stimmung: Nein! Rein! Dreimal Rein! " Dabei wissen wir, daß auch in der elsaß-lo'.hringischen Bourgeoisie nur verschwindend wenige Elemente vorbanden sein können— wenn es überbaupt solche gibt—, die eine andere Antwort erteilen würden. Wir wissen— weil wir sie zahllose Male in Bersammlungen und und in Privatgesprächen gestellt haben—, daß man auf die Frage: „Wollt Ihr Eliaß-Lothrmger, daß Euer Ländchen ein Teil des Deutschen Reiches bleibt oder nickt, wenn Ihr wißt, daß diese Sachlage nur durch einen Krieg vielleicht geändert werden könnte stets die Antwort erhält:„Keinen Krieg— nur keinen Krieg!" Das berührt weder, uock vermindert es— im Gegenteil— die tiefe Liebe der Elsaß-Lothringer für jene Seiten der französischen Kultur, die das Volk Frankreichs zu einem der ersten der ganzen Well machten, und für seine revolutionären Traditionen, seine r e p u b l i k a n i s ch e n E i n r i ch t u n g e n. Jene Elemente in Frankreich, die zur Rechtfertigung ihrer nationalistisch-rcaklionären Tätigkeil sich ans die„Hoffnungen' der elsaß-lvthringischen Bevölkerung berufen, um zu Verbindern, daß das Verhältnis Frankreichs und Deutschlands aus dem Slodiuin ver- stcckter Feindseligkeit oder kühl- mißtrauischer Zurückhaltung heraus- tritt und durch eine ehrliche, offene und entschiedene V e r st ä n d i g u n g ersetzt wird, mißverstehen unsere wahren Hoffnungen arg und mißbrauchen sie in der schlimmsten Weise, unsern eigentlichen Wünschen zuwider. WaS Elsaß-Lothringrn vor allem hofft, daß ist gewiß nicht seine Rückeroberung infolge eines neuen Krieges zwischen Frankreich und Deutschland, der an Entsetzlichkeit alles überbieten würde, waS das menschliche Gehirn sich ausdenken kann— sondern das ist die Erhaltung des Friedens, die den Elsaß- Lothringern sowohl über Frankreich als über Deutschland steht. Wir hoffen ferner, daß man unserein Land endlich jene republikanische Konstitution gibt, die Bismarck sckon im Jahre 1872 einer elsässischen Delegation versprochen hat, jene Autonomie, die uns, vom internationalen Standpunkt aus beurteilt, als eine sichere Garantie erscheint, um die Verständigung Frank- reichs und Deutschlands vorzubereiten. Hat doch selbst der Führer fener elsaß-lothringischen Nationalisten, deren Bewegung die Fortsetzung der ehemaligen protestlerischen bildet, am 17. Februar 1918 in einer Versammlung zu Paris erklärt, daß die Erfüllung der Aulonomieforderungen auch den letzten Widerspruch der ein» heimischen Bevölkerung gegen die Annexion zum Schweigen bringen würde. Andererseits müssen wir sagen, daß Frankreich uns helfen kann, das Ziel zu erreicken, indem keine seiner politischen Parteien eine Aktion betreibt, die gewissen zur etze stets bereiten Elemente Deutschlands erlaubt, Frankreich noch evanchegedanken zuzuschreiben, und der Regierung ermöglicht, diese zum Borwand zu nehmen, um Elsaß-Lothringen immer noch in einer Ausnahmestellung zu halten. Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, in denen die gegenseitige Bereitwilligkeit zum Ausdruck käme, die in ihrem Charakter voneinander so verschiedenen und gleichmäßig kostbaren wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte der beiden großen Länoer sich ergänzen zu lassen, würden sowohl den Interessen der zwei Völker dienen, als die Verständigung aller europäischen Staaten unterein» ander erleichtern. Die Hetzer diesseits und jenseits der Vogesen sind uns gleich verhaßt. Die Reaktion bekämpfen wir, ob sie sich der deutschen oder der französischen Spracke bedient. Den Militarismus halten wir für eine die menschliche Kultur bedrohende Gefahr, in einem Lande wie im andern, Und jenen wissen wir heißen Dank, die in Deutschland wie in Frankreich erkennen, daß den fortwährenden Aufrüstungen in der schärfsten Weis« entgegengearbeitet tverden muß. Iveil sie schließlich sonst einen Krieg unvermeidlich machen—, jenen, die unbekümmert um die schamlosen Verleum- düngen, die von den falschen Patrioten, den Kriegsfreunden, gegen sie geschlendert werden, sich nicht abhalten lasten, im Augenblick der Gefahr offen und laut ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. Elsaß-Lothringen hat lange genug in Deutschland wie in Frank- reich den Feinden einer ruhigen Fortentwickelung, den Schürern des Rassenhaffes, den Kriegsspekulanlen als Vorwand für ihre verwerft liche Aktion gedient. Wir haben genug davon! Als Feinde Elsaß-LothringenS betrachten wir ebensogut jene Deutschen, die unS die Autonomie verweigern, als jene Franzosen, die uns so heiß an ihr Herz drücken möchten, daß daS Blut von ganz Europa dabei verspritzt wird. Was wir fordern, ist der F r i e d e— in dem genug Wirtschaft- liche und politische Känipfe zwischen den Klassen auSgefochten werden müssen, daß die Arbeiterschaft, d. h. die Mehrheit der Völker, ein Interesse an seiner Erhaltung hat. Was wir fordern, ist die ehr- liche Verständigung Frankreichs und Deutsch- l a n d S, der durch die Solidarität der Arbeiterklassen beider Länder vorgearbeitet ist, wie wir die Verständigung mit England fordern, nicht um die Oberherrschaft einer Staatengruppe über eine andere herbeizuführen, sondern zur Sicherung des Weltfriedens. Wie wir von der deutschen Regierung schließlich ge- nügend Verständnis für unser Wesen erwarten, daß sie uns die Aulonoinie gewährt, so erwarten wir von Frankreich, daß eS Elsaß-Lothringen stark genug liebt, um vorzuziehen, es als Provinz eines anderen Staates zu wissen, eher als es noch einmal zerrissen und von Leichen bedeckt zu sehen. Ilm das zu sogen, glaubten wir keine bessere Gelegenheit finden zu können, als die heutige Manifestation des Pariser Proletariats, dem wir unsere herzlichsten sozialistischen Grüße senden und die Versicherung, daß es der heilige Wille.der e l s a ß- l o t h r i n g i- scheu Proletarier ist, mit der Arbeiterschaft Deutschlands und Frankreichs zusammen gegen alle Reaktion— gegen den Krieg anzukämpfen. Die sozialistische Fraktion des elsaß-lothringischen Landtags: Bernhard Böhle( Straßburg V), Leopold E m m c l(Mülhausen I), Richard Fuchs(Schiltigheim), Michel Heysch (Schirmeck« Saales» RoSheim), Charles Hindelang(Kolmar), Eugen I m b S(Straßburg III), Jean Martin(Mülhausen-Land), Laurent Meyer(Markirch- Schnierla), Jacques Peirotes (Straßburg VI). Josef Schillina(Mülhausen II), Georg W o l f e r(Straßburg VI). ver ßalkankrieg. Eine Aeutzerung der Großmächte über die Friedens- bcdingungen liegt noch nicht vor, aber die internationale Presse ist einmütig in der Verurteilung der Maßlosigkeit dieser Forderungen. In der Türkei wirkt das Vorgehen des Balkan- buudcS erst recht aufreizend und gibt der Kriegspartei Anlaß, die Fortsetzung der Feindseligkeiten zu verlangen. Vor allem wird aber die Zerrissenheit des Offizicrkorps dadurch gefördert, denn eine große Zahl der früheren Anhänger der Osstzierliga tretet! jetzt gegen die jungtürkischc Regierung auf» weil dieser weit demütigendere Friedensbedingungen geboten werden, als man sie der Regierung Kiamils zu bieten wagte. Aber gerade diese Uneinigkeit im türkischen Offizicrkorps beweist, wie ivcnig die Türkei in der Lage ist, den Krieg mit Aussicht auf Erfolg fortzusetzen. Ein schneller Friedensschluß würde nicht allein der in ihren Grundfesten erschütterten Türkei, sondern auch den vollständig erfchöpfteii Staaten des Balkanbundcs zugute kommen. Die Unbilden der Witterung, die bisher alle Feindselig- leiten an den Befestigungslinicn von Tschataldscha und Bulair unmöglich machten, haben nachgelassen und aus beiden Lagern kommen jetzt Nachrichten von Kämpfen. Es kann sich aber nur um lokale Gefechte ohne größere Tragweite handeln. Wie üblich schreiben sich beide Parteien den Sieg zu. Tic Friedcnsvcrmittelullg. London, 17. März.(P r i v a t t e l e g r a in ni des „P o r w ä r t s".) Nach einer Meldung der„Times" aus K o n sta Ii t i u o p e l ist die türkische Regierung bereit, einen Frieden unter vernünftigen Bedingungen zu schließen: sie wolle die Euos-Midialinie als Grenze Thraziens anscken- neu, die Frage der Aegäischen Inseln der Entscheidung der Mächte überlassen und selbst in der Frage der Kriegsentschädi» giing in Verbindung mit der Uebernahme der Staatsschuld der eroberten Gebiete mit sich reden lassen. Die„Times" schreibt heute, daß ein starker Druck Europas nötig sei, um den Krieg zu beenden. Es fei Pflicht der Mächte, sofort die Er- örterung der Friedensbedingungen in Angriff z» nehmen. Es heißt dann weiter in dem Blatt des Auswärtigen Amtes: „Wir meinen,'der natürliche Weg würde der sein, daß sie Friedensbedingungen formulierten, die allen Umständen und in Betracht konimenden Interessen Rechnung tragen und ihnen als vernünftig und gerecht erscheinen: sie würden dann ihre Bedingungen den kriegsführenden Parteien empfehlen und sie der Welt mitteilen." Auch in anderen Blättern finden sich ähnliche Gedanken, so glaubt„Daily Telegraph", daß die Mehrheit der Ge- sandten am letzten Samstag dafür war, die Antwort der Verbündeten als Annahme'der Mediation anzusehen und sofort den Friedensschluß zu entwerfen, der dann den Par- tcicn aufgenötigt werden würde. Diese englischen Vor- sckläge hätten größeren praktischen Wert, wenn man sicher wäre, daß die Mächte sich über die Art des Vorgehens einig sind,, das scheint nach allem, was verlautet, nicht der Fall zu sein.'„Times" schreiben zwar beute, daß sich Europa über die Unannehmbarkeit der Vorschläge der Balkanstaaten in jetziger Gestalt einig sei, was aber wenig zu bedeuten hat. In gewissen Hauptstädten würde inan es zweifelsohne nicht ungern sehen, wenn die kriegsführenden Parteien zu Tode verbluteten. Die türkische Regierung und die Friedensbedingungen. Konstantinopel, 16. März.(Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korresp.-Burcaus.) Die Pforte hat noch keine offizielle Mitteilung der Friedensbedingungen der Verbündeten er- halten. Sowohl die leitenden türkischen als auch die diplo- matischen Kreise halten die Bedingungen für unannehmbar und eine Mediation auf dieser Grundlage für unmöglich. In Kreisen, die der Pforte nahe sieben, nimmt man an, daß die Mächte diese Bedingungen der Türkei nicht einmal mitteilen, sondern trachten werden, sie zu ändern und für die Pforte amiehnibar zu machen. Nach sicheren Informationen von dieser Seite seien die Mächte entschlossen, eventuell den Balkan- staaten Bedingungen aufzuerlegen, die sie selbst aufstellen tverden. Die Großmächte würden für eine Grenzlinie San Stefano— Maritza— Enos intervenieren. Die Haltung der türkischen Presse. Konstantinopcl, 18. März. Die gesamte türkische Presse nimmt die Friedensbedingungen der Balkanstaaten mit Entrüstung auf. Sie zeigt sich besonders erbittert über die Forderung nach Kapitulationen für die Angehörigen der Balkanstaaten und nach Garantien für die Privilegien der orthodoxen Kirche in der ganzen Türkei.„Tanin' sagt, es wäre bester, die Annexion der ganzen Türkei zu-ver- langen. Selbst wenn die gesamte Armee vor Tschataldscha und vor Bulair vernichtet, die letzte Patrone verschollen und der letzte Centime ausgegeben wäre, würde die Türkei niemals solche Bedingungen annehmen. Das Friedenskapitel müsse endlich geschloffen werden, und man müffe den Frühling benutzen, um mit allen nationalen Kräften bis zum Tode zu kämpfen. .Sabah' erklärt, die Türkei bedürfe in Europa eines hinlänglich großen Gebietes, damit sie gegen jede äußere Gefahr geschützt und damit die Sicherheit von Konstantinopel gewährleistet sei. Wie die Blätter melden, befaßte sich der gestrige Ministerrat auch mit den Friedensbedingungen der Verbündeten und übermittelte den türkischen Vertretern im Auslände Instruktionen. Eine englische Mahnung an den Balkauband. London, 17. März. Die„Time s" schreiben: Die Er- widcrung der Balkanvcrbündeten an die Mächte zeigt, daß ein stärkerer Druck von seilen Europas notwendig sein wird. um den Krieg zu beenden. Die Erwiderung nimnit die Vermittlung im Prinzip an, knüpft sie aber an Bedingungen, die gänzlich unzulässig sind und daher ihre Annahme in dcr- gegenwärtigcn Form illusorisch machen.... Auf allen Seiten empfindet man, daß der Friede eine europäische Notwendigkeit geworden ist. Der Krieg ist eine ern st liche Bedrohung für die guten Beziehungen der Mächte gewesen, und wenn auch die Gefahr nicht mehr akut ist, so vermehrt doch die Fortsetzung des Konflikts die schweren Sorgen der Minister von Wien bis London. Europa kann nicht dulden, daß seine Interessen für eine weitere Zeit von unbestimmter Dauer präjudiziert werden durch die Fortsetzung des Konflikts, dessen grundlegendes Ergebnis unwiderruflich feststeht. Der Friede ist für Europa ebenso notwendig wie für die kriegführenden Parteien, und offenbar ist der einzige Weg. ihn zu sichern. daß es mit Festigkeit auf der Annahme der Vermittelung besteht. Ei» Offizierprotest gegen die jungtürkischc Regierung. Konstantiuopel, 16. März. Eine Gruppe von Offizieren hat dem Großwesier ein Memorandum überreicht, in dem er unter Hinweits daraus, daß der jungtürkische Putsch und der Regierungs- Wechsel nichts genützt, sondern die Wiederausnahme der Kämpfe zur Folge gehabt habe, um derentwillen der Pforte schlimmere Friedens- bedinguiigen auferlegt werden sollen, zum letztenmal auf» gefordert wird, sich zurückzuziehen und daS Schicksal des Landes einer vertrauenswürdigen Regierung zu überlassen.— Gestern wurden in Skutari(Asien). Proklamationen gegen das Komitee gefunden. 1913. Politische deberlicht Berlin, den 17. März Verteilte Rollen. Zwischen der Hertlingschen„Bayerischen Siaatszcitung" und dem Reichskanzleramt haben sich schon seit mehreren Wochen— nicht erst seit der Dckorierung des klerikalen bayerischen Ministerpräsidenten mit dem preußischen Roten Adler erster Güte— ganz eigenartige Beziehungen herausgebildet. Die„Bayerische Staatszeitung" ist zur „Nordd. Allgem. Ztg." eu miniawrg geworden, die heute, was Reichsangelegenheiten anbetrifft, ungefähr zum Berliner Kanzler- blatt dieselbe Stellung einnimmt, wie die„Märkische Volkszeilung" zur„Germania". Was nach den diplomatisch- politischen Erwägungen in der Wilhelmstraße nicht gut in die„Nord- deutsche Allg. Ztg." hineinpaßt, sei es, weil es zu sehr nach Eigenlob oder Beweihräucherung der eigenen Genialität riecht, sei es, weil man ihm aus gewissen Gründen nicht den offiziellen Charakter geben möchte, der Aeußerungen des KanzlerblatteS gewöhnlich zugeschrieben wird, daS erscheint in der„Bayerischen Staatszeitung" als Meinung aus bayerischen Regierungskreisen und wird dann sofort vom Wolffschen Telegraphen- Bureau telegraphisch als beachtenswerte Stimme aus Bayern verbreitet, gewöhnlich auch in der„Nordd. Allgem. Ztg." abgedruckt— natürlich nicht an erster Stelle, sondern in der Rubrik„Deutsches Reich". Man kann dieses sonderbare Spiel, wie schon oben erwähnt wurde, bereits seit vielen Wochen beobachten, besonders seit die Bethmann Holl- wegsche Regierung dem Drängen der militärischen Interessenten- kreise nach einer starken Vermehrung des Heeres nachgegeben und dann zur Bestreitung der nicht ständigen Kosten die Ausbringung einer einmaligen Vermögensabgabe vorgeschlagen hat. So bringt heute die„Bayer. Staatsztg." wieder folgende von dem Wolffschen Bureau und der„Nordd. Allg. Ztg." sofort weiterverbreitete Empfehlung des „Gedankens der Reichslcitung": „Seit Wochen beschäftigt sich die öffentliche Meinung Deutsch- lands mit der Vermögensabgabe. Deutschland hat bei diesen Erörterungen wahrhaftig nicht schlecht abgeschnitten. Es ist Pflicht und Freude, dieses festzustellen. Kein irgendwie ernst zu nehmender Widerspruch hat sich gegen den Gedanken erhoben, die im Interesse unserer Wcltstellung unum- gänglichen Kosten einer außerordentlicken Wchrvorlage durch außerordentliche, ausschließlich vom Besitz zu tragende Beiträge aufzubringen. Im Gegenteil, dieser Gedanke der Reichs- leitung hat überall in deutschen Landen verständnisvolle Zu- stimmung gefunden, nicht zuletzt in den Kreisen, in denen sich Be- sitz und Vermögen verkörpern. Mit der verstandcsmäßigen An- erkcnnung der Notwendigkeit, daß eine außerordentliche Maß- regel außerordentliche Mittel erheische, verband sich warmes vaterländisches Empfinden. Diese Geschlossenheit der Zustimmung aus allen bürgerlichen Kreisen des Reichs hat ihren Eindruck auf das Ausland nicht der- fehlt. Zaghafte Gemüter hatten gerade nach dieser Richtung hin eine ungünstige Wirkung der in Aussicht genommenen Vermögens- abgäbe befürchten zu müssen geglaubt. Sie sahen Deutschlands finanzielles Ansehen gefährdet, seinen Kredit erschüttert, das Ge- ständnis eigener Leistungsunfähigkeit vor einer ganzen Welt des Neides abgelegt. Die so dachten, haben sich gründlich darüber ge- täuscht, wie hoch die Volks- und Finanzkraft des Deutschen Reichs im Auslände tatsächlich eingeschätzt wird. Die fremden Völker wissen ganz genau, was Teutschland mit seiner rastlosen und un- erschöpflichen Arbeitskraft, mit seiner die gesamte Kulturwelt an sich ziehenden Industrie, mit seinem zäh und machtvoll sich durch- setzenden Handel wert ist. Sie haben daher, wie dies die Aeuße- rungcn ihrer Preffe erkennen lassen, die Vermögensabgabe, die Deutschland sich für Rüstungszwecke auserlegen will, durchaus nicht etwa als Ausfluß einer irgendwie gearteten Schwäche, sondern als Merkmal kraftvoller nationaler Betätigung gedeutet, und sie haben damit recht gehabt. Keine der beteiligten Parteien aber möge vergessen, daß bei der Erörterung dieser Fragen das Ausland auf uns schaut, und daß die achtungsvolle Aufnahme, der der Gedanke der deutschen Vermögensabgabe bei den anderen Nationen begegnet ist, rasch einer unserem Ansehen abträglichen Beurtei- lung Platz machen müßte, wollten Krämer- oder Philistcrgeist an ausschlaggebender Stelle im deutschen Volk zu Wort kommen. Wenn Deutschland diese wahrhaft großen trpfer auf sich nehmen will, dann kann und darf es sie nur würdig auf sich nehme n." Es ist ja verständlich, wenn man zurzeit im Reichskanzleramt beim bayerischen Ministerium Unterstützung sucht und findet; aber allzu dick sollte man doch den Faden nicht spinnen, sonst merkt die Leffentlichkeit die Absicht— und wird verstimmt, zumal sich doch wohl die meisten Politiker fragen dürften:„Was wird später dafür der Klerikalismus als Gegenleistung fordern?" tvegungen aufrichtet wie einen rocsser sie bronre. Wir glauben, f aber daß nur vor einer starken Regierung, die rücksichtslos den aufgezwungenen Kampf aufnimmt, die Sozial demokratic schwächer wird, daß sie aber immer stärker werden wird, wenn die Regierung abwartend und untätig verharrt Was der geniale Analytiker der französischen Revolution Hypolite Taine von der Zeit sagte, in der der Umsturz vollzogen war, das hat mit geringen Modifikationen immer sei:«: Wahr heit:„Je schwächer die gesetzliche Regierung wird, desto stärkex wird die ungesetzliche und desto fester organisiert sie sich, bis sie schließlich ihrerseits gesetzlich wird und an die Stelle der erstcren tritt." Die Melodie ist recht all. Sie ist schon bei so manchem Reichstagswahlkampf gesungen worden; aber die konservativen Strategen sind allem Anschein nach der Ansicht, daß die Ge mü�verfassung des ehrsamen kleinstädtischen Bürgers und Fainilienvaters sich seitdem nicht wesentlich verändert hat. Diese niedrige Meinung der„Kreuzztg." von der Ve� standeskraft des kleinen Bürgers kann um so weniger befrem den, als das konservative Blatt in dentselben Artikel die eigenen Parteiführer selbst als Ochsen charakterisiert, auf die die geplante Erbschaftssteuer wie das rote Tuch wirke. seinem Uebereifer erklärt nämlich das Schrötersche Blatt: „Die konservative Partei wird nicht nur der einmaligen großen Vermögensabgabe zustimmen, sie wird auch in eine Heran ziehung des Besitzes zur Deckung der fortlaufenden Ausgaben willigen. Dem Liberalismus ist aber scheinbar die Erbschaft� stcuer zur fixen Idee geworden. Nun, in diesem Punkte ist die konservative Partei zum Nachgeben nicht bereit. Sind es doch auch gar nicht sachliche Gründe, finanztechnische Erwägungen, die den Liberalismus veranlassen, wieder und wieder das rote Tuch der Erbschaftssteuer zu schwingen Es ist platter parteipolitischer Machtkampf, den der Liberalismus versucht, dem er bereit ist, nationale Interessen nnd das nationale Ansehen vor dem Auslande zu opfern. Dies Spiel machen wir nicht mit." Wir finden den Vergleich der Erbschaftssteuer mit dem bekannten roten Tuch, vor dem die Ochsen zurückschrecken ganz angebracht und wageil aus angeborener Höflichkeit in diesem Falle nicht zu widersprechen. In vor der Wer ist bedürftiger? Die Zweite hessische Kammer hatte, wie wir berichteten, kurzem einen Antrag des Abg. Adelung nehmen, um ihre freie Zeit auszufüllen; man weiß aber, wie eS sich in, Wirklichkeit verhält. Das Kriegsministerium hat nun eine Auskunftsstelle eingerichtet, der Private und Behörden mitteilen sollen, ob sie verabschiedete Offiziere brauchen können. Viel besser und für die Steuerzahler dienlicher wäre eS freilich, man würde die Tätigkeit der großen Säge bei der Armee etwas einschränken._ Belgien. Eine Poli�k der Provokation. Brüssel, 14. März.(Eig. Bcr.) So überschreibt eines der gemäßigtesten liberalen Blätter Belgiens, die„Etoile Belge", der man eher Sympathien für den Broquevillcschen Konservativismus nachsagen kann, ihre Kritik der Ministerrede vom Mittwoch. Und: Provokation, Duperie, Zweideutigkeit, Betrug in diesen Worten klingt in der ganzen Presse, so- fern sie nicht in den Diensten der Regierung und des doktri- närsten Klerikalismus steht, das Urteil über die schmähliche Taktik der Zweideutigkeit oder des Zurückweichcns des Ministers zusammen. Aus den yun inimer klarer hervortretenden Fakten und den durch kein Geheimnis mehr gebundenen veröffentlichten Dokumenten zeigt sich, daßHerr v.Broqucville im vollen Bewußt- sein der Bedeutung des Beschlusses des Generastreikkomitecs war. Die Bürgermeister verlangten vom Ministerpräsidenten eine„Geste bes Entgegenkommens". Der„Peuple" schreibt j heute dazu: Herr von Broqueville hat diese nicht»zugesagt",. er hat die Bürgermeister„ermächtigt", den Führern der Arbeiterpartei mitzuteilen, daß sie aus den 11 n t e r h a n d l u n g e ll mit dem Minister den Eindruck empfangen hätten, daß die Regierung sich zu dieser Geste verstehen tverdc, wenn die General- strcikdrohung zurückgezogen wird. Hat Herr von Broqueville bis zur Beratung der Rechten die ehrliche Absicht für ein solches Entgegenkommen gehabt? Oder sind die Bürgermeister durch eine bewußt zweideutige Sprache zu irrigen Hoffnungen veranlaßt worden? Es würde nicht schwer fallen, für ein solches Vorgehen eines Regierungschefs das einzig richtige Wort zu finden. Oder hatte Herr von Broqueville die ehrliche Absicht, den erwarteten_ Schritt zu tun— eine Kommission zu ernennen, die das Revisions- und Wahlrecktsproblem„studieren" sollte— und ist er in dem Kampf mit den Leuten um Woeste unterlegen? Was man über die der betreffenden Kammer- sitzung vorangegangenen Beratung der Rechten hört, zeigt allerdings, daß die Gegner der Revision Oberwasser hatten und allem Anscheine nach der Kabinetschcf von den Kampf- Hähnen der Mehrheit der Rechten in diese, wie die„Etoile" sagt, zweideutige, rücksichtslose, provoka- torische und gefährliche Politik hineingestoßen wurde. Beide Schlußfolgerungen sind für den Minister weder- ehren- voll noch schmeichelhaft. Ob Herr von Broqueville aus dem Dilemma seiner moralischen Situation den honetten Ausweg suchen wird, ist zur Stunde nur durch höchst vage und auch schon wieder denientierte Gerüchte beglaubigt. Die Erregung in der Arbeiterschaft ist nicht gering, wie man sich leicht vorstellen mag. Im Ccntre bei den Bergarbeitern herrscht größte Erbitterung und Empörung und die Arbeiter betrachten sich als schmählich Getäuschte.— Sonntag ist in La Louviere eine große Demonstration, in der Vandervelde über die Situation berichten wird.— In Gent hat eine große Parteiversammlung die Entscheidung des Streikkomitees gebilligt. In der Resolution tvird aber in Hinsicht auf die letzte Erklärung der Regierung, die trotz der Zurückziehung der Generalstreikproklamation ihre Unnach- giebigkeit aufs neue bekundet habe, den Delegierten für den Osterkongreß empfohlen, am Datum des 14. April festzuhalten, wenn der Kongreß sich neuerdings für dieses Kampfmittel des Generalstreiks entscheidet. Ter Generalstreik. Brüssel, 17. März.(Privattelegram in des „V o r w ä r t§".) Das General st reikkomitee, das heute im Volkshaus unter dem Vorsitz des Deputierten Furne- mont seine Beratungen wieder aufnahm, hat mit großer Majorität beschlossen, dem Osterkongreß den Gene- ralstreik mit dem Datum des 14. April zu empfehlen. Anseele wird dort den Vorschlag vertreten. Die Vertreter der Federationen charakterisierten die Antwort der Regierung auf das Entgegenkommen der Arbeiterpartei als Düpierung und begründeten in der Hauptsache damit ihr Mandat, für den Streik einzutreten. Es waren zirka 200 Delegierte anwesend. In einem Riesenmeeting im Centre, an dem 20 000 Personen teilnahmen, mahnte gestern Vandervelde zu kaltblütiger Auffassung. Die Revision sei so oder so auf dem Marsch, die Generalstreikvorbereitungen haben ihre Wirkung bereits getan, alle Zeichen sprechen dafür. Die Rede wurde gleichwohl mit stürmischen Rufen„Es lebe der Streik!" applaudiert. Der liberale„Petit bleu" erklärte heute, daß ein eventueller Streikbeschluß die Billigung aller anständigen Menschen finden würde und fordert die Wohl» habenden auf, falls es zum Streik kommt, reichlich zu unter- stützen. Das Blatt stellt dem Streikkomitee während der ganzen Streikdauer einen allwöchentlichen Betrag von 100 000 Frank zur Disposition._ Rußland Eine Begnadigung. Man schreibt uns aus Petersburg: Mit Blitzesschnelle verbreitete sich in Petersburg die Nachricht von der Begnadigung des ehemaligen Direktors des Polizeideparte- ments A. A. L o p u ch i n. Er ist von der Verbannung befteit und hat alle feine Rechte wiedererlangt. Ebenso wie seinerzeit die Aburteilung, entbehrt auch die Bc- gnadigung jeglicher rechtlichen Grundlage. Er wurde auf Lebens- zeit nach Sibierien deportiert nach K 102 des Strafgesetzbuchs wegen politischer Verbrechen, und zwar war für das Gericht nachgewiesen, daß Lopuchin Mitglied der sozialrevolutionären Partei war. Sein Verbrechen bestand darin, daß er— nachdem er längst aus dem Amt geschieden war— den Vertretern der sozialrevolutionären Partei auf ihr Drängen bestätigte, daß A sc f f Agent der russischen Po- lizei sei. Daraus allein wurde seine Zugehörigkeit zur so- zialrevolutionären Partei konstruiert. Begnadigt wurde er auf Grund der Amnestie, in welcher aber ausdrücklich betont ist, daß Delikte nach§ 102— wie auch mildere politische Verbrechen von der Amnestie ausgeschlossen seien.- So sieht die recht- lichc Seite dieser Affäre aus. Aber das höchste Gesetz ist der Wille der Höflinge und von diesem„Gesetzbuch aus ist Lopuchins Ge- schick leicht begreiflich: Abgeurteilt(anfänglich sogar zu 6— 8 Jahren Zioangsarbeit) wurde er auf Drängen des damaligen Premier- Ministers Stolypin. Sie waren beide nah verwandt, Schulkollegcn und Jugendfreunde, gerieten aber später auseinander und waren in den letzten Jahren arg verfeindet. Und Stolypin nutzte seine Machtstellung aus, den ihm verhaßten Lopuchin inS Unglück zu stürzen. Gegenwärtig gelang es Lopuchins einflußreichen Freun- den, ihm bei der Kamarilla den Gnadenakt zu erwirken. Es muß noch gesagt werden, daß Lopuchin seinerzeit keineswegs aus Grün- den politischer Natur der sozialrevolutionären Partei einen Dienst erwies; er tat dies nur aus schwächlicher Nachgiebigkeit. Wäre er wirklich freiheitlich gesinnt, hätte er— als er seine Bsamtenstelle verließ und den Liberalen spielte— aus eigenem Antrieb die politischen Spitzel(besonders solche Figuren wie Ascff, Kaplinsky u. dergl.) entlarvt, er hat dies aber keineswegs getan. Verhaftung von amnestierte» Gefangenen. Bildeten schon die umfangreichen Verhaftungen unmittelbar vor der Veröffenrlichung der sogenannten Amnestie eine treffliche Illustration dieses ichmählichen Zarenerlasses, der die politischen Ge- angenen fast völlig von der Amnestie ausschloß, so wird diese Kennzeichnung jetzt noch ergänzt durch die abermalige Verhaftung der wenigen Personen, auf die die Amnestie sich erstreckte. In Petersburg allein sind aus Befehl der Ochrana oder des Stadt» Hauptmanns unmittelbar nach der Jubiläumsfeier 42 Personen der« haftet worden, darunter 28, die eben erst aus dem Gefängnis be« reit worden waren. Aehnliche Mitteilungen kommen aus Grodno, Kiew usw. GewerkfcbaftUches. Sdnffadjjncr für die �achtruhc in der Binnen fdrif fahrt 1 Ter Jnnungsvcrband„Bund deutscher Schifferinnungen" hat folgende Eingabe an den Reichskanzler gerichtet: F ü r st c n b c r g, 10. März 1913. Euer Exzellenz I«cT)rt sich der gehorsamst unterzeichnete Innungsdcrband„Bund deutscher Schifferinnungen" folgende Bitte zu unterbreiten: �scit dem 15. Februar er. streiken die Arbeitnehmer im Binnenschisfahrt sgewerbe auf den Gebieten der Oder, Elbe und der märkischen Wasserstraßen. Bisher hat sich dieser Streik in dem Betriebe der Schiffahrt infolge des Frostes noch nicht störend geltend gemacht. _ Bon jetzt ab aber ist mit beträchtlichen Störungen zu rechnen. Unseres Erachtcns könnte der Streik durch eine geeignete Ber- vrdnung Euer Exzellenz sofort beseitigt werden. Die Arbeitnehmer verlangen eine fünfstündige Nachtruhe; diese Forderung ist an sich berechtigt. Darüber sind sich auch die Arbeitgeber, soweit sie selbst die Schiffahrt betreibe«, einig, und dieser Teil der Arbeitgeber verfügt über den bei weitem größten Kahnraum; auch viele Großuntcrnchmer halten die Forderung für begründet. Nur wenige von ihnen sind anderer Ansicht, indem sie darauf hinweisen, daß infolge von Naturereignissen und anderen Hindcrungsgründcn die Schiffer schon jetzt genug Nuhe hätten. Diese vergessen aber bei ihrer Stellungnahme, daß kein Mensch, auch wen» er lange vorher geruht hat, imstande ist, mehrere Tage und Nächte hindurch hintereinander ohne jede Unterbrechung nrit der zur Vermeidung von Unfällen aller Art in der Schiffahrt nun einmal notwendigen Aufmerksamkeit tätig sein kann. Auch das Neichsgcsundhcitsamt hat deshalb die Einführung einer Nachtruhe für erforderlich erklärt. Daß trotzdem zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern eine Einigung nicht hat herbeigeführt werden können, bat seinen Grund darin, daß die Arbeitgeber in ihrer Mehrzahl glauben, die Nachtruhe könne nicht durch Vertrag eingeführt werden. Tic Zahl der Arbeitgeber ist dazu zu groß; außerdem gibt es unter ihnen viele, die die Schiffahrt nur mit Hilfe ihrer Söhne oder anderer naher Verwandten betreiben. Diese würden oft— und gerade bei starkem Andrang— die Ruhe nicht ein- halten, sondern bei den übrigen vorbeifahren und ihnen so un- lautere Konkurrenz machen. Deshalb hält die große Mehrzahl der Arbeitgeber die Ein- führung der Nachtruhe nur im Wege der Verordnung für möglich. Euer Exzellenz bitten wir daher, eine solche Verordnung schleunigst erlassen zu wollen. Dann wird der Streik sich voraussichtlich sehr schnell erledigen lassen. Gerade als Vertreter der selbstfahrenden Schiffseigner haben wir besonderen Grund, die baldige Beilegung des Streiks zu wünschen; denn außer denselben Nachteilen, die den Großunter- nchmern erwachsen, kommt für diesen Teil der Arbeitgeber noch in Betracht: 1. Der Mangel an Barmitteln; der Privatschiffcr kann nicht längere Zeit sein Fahrzeug unbenutzt liegen lassen, ohne in die größte Not zu geraten. Ersparnisse haben nur noch sehr wenige; die Hhpothctcnzinscn müssen bezahlt werden. Woher soll der Privatschiffcr den Lebensunterhalt nehmen, wenn er nichts verdient. 2. Je länger der Streik dauert, desto größer wird auf beiden Seiten die Erbitterung gegeneinander, die dann nach Beendigung des Streits noch anhälll Die Leiter der Großunternehmen leiden damnter nicht. Der Schiffseigner aber, der in ständigem Ver- kcbr mit den Mannschaften steht und auf den täglichen Umgang mit ihnen angewiesen ist, empfindet solche Spannung sehr schwer. ?n tausend kleinen Dingen macht sie sich geltend. Eine weitere Verschärfung der an, sich schon bestehenden Gegensätze wäre sehr unerwünscht. Als eine große Wohltat würden wir es daher empfinden, wenn Euer Exzellenz die fünfstündige Nachtruhe im Wege der Verordnung schnellstens cinfiihrcn wollten. Bei der Einführung der Nachtruhe bkttcn wir aber, folgendes berücksichtigen zu wollen: dieselbe muß unter allen Umständen an das Schiff gebunden sein, d. h. das Schiff muß während dieser Zeit festgelegt werden. Diese Forderung ist aus zwei Gründen zu erheben: 1. so lange sich das Schiff— und besonders der Dampfer — in Fahrt befindet, ist auf demselben keine Rube. Eine Arbeitspause während der Fahrt gewährt der Mannschaft daher keine wirkliche Erholung und Kräftigung. Eine NnHe von 5 Stunden auf einem stilliegenden Schiff ist besser und wertvoller als eine solche von 8 Stunden auf einem in Fahrt befindlichcn Schiff � oder gar Dampfer. 2. Wäre die Machtruhe nicht an das �schiff gebunden, also Ablösung der Mannschaften möglich, so würde darunter die Pribatschifsahrt sehr schwer leiden. Denn ein G rösche trieb kann vielleicht Ablösung schaffen— der Privatschiffer kann es nicht; für ihn würde es notwendig werden, einen Boots- mann mehr für sein Schiff anzustellen. Der Betrieb, der für den Privatschiffer schon heute kaum noch den Lohn eines Steuermannes abwirst, würde damit völlig unrentabel werden. Nach alledem geht unsere Bitte dahin: Euer Exzellenz wolle im Wege der Verordnung für die Oder, die märkischen Wasserstraßen und die Elbe nebst bereit Nebenflüssen anordnen: Auf jedem Schiff findet eine gemeinstme ununterbrochene Nachtruhe von 5 Stunden statt, während welcher das schiff am Ufer festzulegen ist. Die Nachtruhe fällt noch näherer Bestimmung des Schiffs- führers zwischen 8 Uhr abends und 6 Ilbr morgens. In Fällen von Gefahr kann die Nachtruhe in Wegfall kommen, muß jedoch nachträglich in vollem Umfange gewährt werden. Feder Schiffsführer hat genau darüber Buch zu führen, innerhalb welcher Stunden und an welchen Orten jeden Dag die Nachtruhe stattgefunden hat, aus welchen Gründen sie nicht gewährt werden kannte und wann die ausgefallene Nachtruhe nachträglich gewährt ist. Zuwiderhandlungen sowie Unterlassung der Eintragungen und falsche Eintragungen werden bestraft. In der Hoffnung auf baldige Erfüllung unserer Bitte und in Erwartung eines geneigten Bescheides zeicbncn Jnnungsvcrband„Bund deutscher Schiffcrinnungcn". N. K n o r r. Becker. Tie Arbeitcrorganifationen können konstatieren, daß diese Eingabe an den Reichskanzler im wesentlichen dasselbe verlangt, was von den Mannschaften gefordert wird. Eine Disfe- renz besteht nur darin, daß von den Mannschaften für das Jahr 1913 eine fünfstündige Nachtruhe und später eine sechs- stündige Nachtruhe verlangt wird. Würde der Arbeitgeber- verband den gleieben vernünftigen, versöhnlichen Standpunkt eingenommen haben wie der Bund deutscher Schifferiniuingen, der Kampf wäre vermieden worden. Die Schuld an dem ausgebrocheneu Kampfe mit seinen schweren Schädigungen ist einzig und allein dem Arbcitgebcrvcrband für Binnen- schiffahrt zuzuschreiben. -»» * Vier Wochen bereits stehen die Deckmannschaften, Heizer und Maschinisten in der Binnenschiffahrt im Streit. Mit der Groß- schiffabrt der Oder, der Eilgütcrschiffabrtsrcedcrei„Berliner Lloyd" dauert der Kampf des Maschinen- und Kestelpersonats bereit? sieben Wochen. Ter Kampf wird mit unverminderter Heftigkeit fort- geführt.___________________ Verantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.: Das Unternehmertum ist beinübt, aus allen Teilen Deutsch- lgnds Streikbrecher hcranzuschlcppcn. um die Fahrzeuge zu besetzen. Der„Berliner Lloyd" hat sich durch einen Streitbrcchervermittler Blankenburg Lcnte besorgen lassen, denen man auf 190 Meter Entfernung anficht, daß sie unmöglich den Anforderungen des Eil- danrpferdienstes gewachsen sind. Ter Agent versprach ihnen 139 M. monatlich und freie Station. Auf dem Dampfer wurde ihnen aber erklärt, daß sie nur 139 M. bekämen und dafür Nahrungsmittel an Bord kaufen(!) könnten. Drei Mann von den Angeworbenen, welche darauf die Arbeit nicht antraten, klagten deswegen gegen den„Berliner Lloyd" auf Herausgabe der Papiere, die man ihnen vorenthielt, und Lohnentschädigung. Das Gcwcrbcgericht machte denn auch die Firma für die Versprechungen ihres Agenten vcrant- wortlich und verurteilte die Gesellschaft zur Zahlung von 28 M. Entschädigung an jeden der Kläger. Wie die herangeholten Arbeitswilligen zu bewerten sind, geht daraus� hervor, daß die Dampfer drei- bis viermal so viel Zeit als sonst brauchen, um eine Reise zu vollenden. Die Arbeitswilligen kosten den Unternehmern ein riesiges Stück Geld. 49 Mark Pro- Vision muß pro Mann für diese Rausreißer bezahlt werden. Einige Reedereien haben mit den herangeholten Arbeitswilligen für die im Kampfe� stehenden Maschinisten und Heizer böse Erfahrungen machen müssen. Auf der Havel liegen drei Dampfer mit ge- brochcner Maschinenwellc! Auf dem Dampfer„Else" haben die Arbeitswilligen den Kessel ausgeglüht! Von der Reederei Andrä in Magdeburg liegt ein Dampfer mit ausgcschmorten Ma- schinenlagcrn in Mescherin. Auf dem Dampfer„Kaiser Wilhelm" — Warthcschiffahrt— gab der arbeitswillige Maschinist auf das Kommando„Vorwärts!" der Maschine Rückwärtsdampf. Die Folge war, daß durch die verkehrte Ausführung des Kommandos ein bclndener Kahn in den Grund gebohrt wurde. Dieser Beispiele ließen sich viele anführen. Ein Beweis dafür, daß die im Kampfe stehenden Heizer und Maschinisten schwer durch Arbeitswillige zu ersetzen sind. Die Behörden sieben, wie immer, auf feiten der Unternehmer. Die Streikbrecher stehen unter dem Schutz der Polizei und werden unter starker Bcivachung aus die Fahrzeuge gebracht. Die Ver- Haftungen van �Streikposten erfolgen dutzendweise und steigern sich von Tag zu Tag. In Dresden, wo sich unterschiedlich von anderen Orten die Polizei zurückhält, heulmeicrt die Unticrnchmerpressc über zu wenig Schneidigkeit von feiten der Behörden. In Magdc- bürg ist die Streikleitung der Maschinisten und Heizer einfach ver- haftet worden. Die Kämpfenden haben einen schweren Stand, ';n aber nach wie vor geschlossen im Kamps. Für die Maschinisten und Heizer sind bisher die Verhältnisse in 54 Betrieben mit 124 Dämpfern und 299 Kollegen tariflich geregelt. Bei allen übrigen Betrieben wird der Kampf mit aller Energie fortgesetzt. An die gesamte Arbeiterschaft richten die im Kampfe stehenden Schiffsmannschaften den Appell, strenge Solidarität zu üben und alle Arbeitsangebote von Reedereien der Elbe, Saale, Havel, Oder, Warthe, Nebe und den märkischen Wasserstraßen strikte abzulehnen. Tie Mannschaften kämpfen um eine kurze Nachtruhe und um bessere Entlohnung. Tie Stromgebiete der Elbe, Saale, Havel, Oder, Warthe, Netze und märkische Wasserstraßen sind für organisiertes Maschinen- und Kcsselpcrsonal gesperrt. verlin und Qnigcgcnck. Achtung, Metallarbeiter! Bei der Firma Born u. Schütze in Thorn, Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen und Gießerei, sind die Arbeiter ausständig. Sic hatten an die Betriebsleitung minimale Forderungen gestellt, die Antwort bestand in der Kündi- gung von 5 Arbeitern. Beteiligt sind die Polnische Bcrufsver- cinignng, der Gcwcrkvcrcin(Hirsch-Duncker) und der Deutsche Metallarbeiterverband. Es wird uni Fernhaltung des Zuzugs von Metallarbeitern aller Branchen ersucht. Arbeiterfeindliche Maßnahmen der A. E. G. Wieder einmal sahen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen der A. E. G. genötigt, die Ocffcnt lichte it zum Schutze ibrcr Interessen gegenüber der Direktion anzurufen. Es handelt sich jetzt darum, daß die Direktion die bindenden Zusicherungen, welche sie de» Ar- beitervertretern seinerzeit beim Abschluß des Streiks machten, nicht innchhält. Zum Protest gegen dies Verhalten her Di- rektion versammelten sich Tausende von Arbeitern der A. E. G.-Wcrkc Brunncnstraße am Sonntag im Saale der Brauerei Friedrichshain. Auch die Polizei interessierte sich lebhast für die Versammlung. Eine Anzahl von Schutzleuten und nicht weniger als drei Polizei- offizicre hielten Wacht vor dem Versammlungslokal, um die von keiner Seüc bedrohte öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Der Saal und die Galerien waren bis in die äußersten Winkel gefüllt. Mit sichtlichem Interesse und lebhaftem Beifall folgten die Anwesenden den Ausführungen des Vertreters des Deutschen MetallarbeUerverbande«, o h a n n s e n. Ter Redner verwies auf den Verlauf des letzten Streiks und führte dann aus: Als die Di- rektion sah, daß sie durch unsere Maßnahmen mit ihrer Produttion sitzen blieb, sah sie sich veranlaßt, an uns heranzutreten, um zu einem friedlichen Abschluß der Bewegung zu kommen. Bei der Verhandlung, welche den Kampf zum Abschluß brachte, hat Direktor Elses die ganz bestimmte Zusage gemacht, daß den Arbeitern der bisherige Verdienst nicht geschmälert werden soll, auch hinsichtlich der �Festsetzung der Preise neuer Akkorde wurden befriedigende Zu- geständnisse gemacht. Wir gaben uns damit zufrieden in der Vor- aussetzung, daß die Direktion alle uns gegebenen Versprechungen halten würde. Bei der Verhandlung ist mir seitens der Direktion ausdrücklich versichert worden: Wenn Streit und Sperre aufgeboben werden, dann wird von keinem Arbeiter mehr verlangt, daß er dem Werkvcrcin beitreten muß. Es ist auch ausdrücklich vereinbart worden, daß Ncueinstcllungcn nicht vorgenommen werden, che nickt die Streikenden und Ausgesperrten wieder eingestellt sind.— Trotz dieses bindenden Versprechens der Direktion werden fast täglich neue Arbeitskräfte eingestellt, während noch etwa 399 von den Streikenden und Ausgesperrten arbeitslos sind. Darunter befinden sich Arbeiter, die lange Zeit, bis z» l5 Jahren, im Betriebe be- 'chäftigt waren. Tic Einstellung wird trotz des Versprechens des Direktors immer noch davon abhängig gemacht, daß die Bc- treffenden dem gelben Werkvcrcin beitreten. Was die Direktion mit diesen Maßnahmen beabsichtigt, ist klar. Die Solidarität der Arbeiter ist ihr ein Dorn im Auge. Die Ar- bciter sollen zersplittert, ihre Organisation soll zerstört werden. Deshalb hat man vor etwa 1'/i Jahren den gelben Werkvcrcin gc- gründet, der von der Direktion in jeder Weise begünstigt wird. Es kam ein in der Druckerei der A. E. G. hergestelltes Flugblatt des gelben Vereins heraus, welches sich gegen unsere Organisation wendet und zum Eintritt in den gelben Verein auffordert.— Bc- zeichnend dafür, wie die Direktion ihr Versprechen Istiii, ist es, daß den Arbeitern im Eisenbahnbau neuerdings Akkordabzügc bis zu 39 Proz. gemacht wurden.— Wegen des Verlangens, daß die Neu- eingestellten dem gelben Verein beitreten müssen, ist kürzlich der Arbeiterausschuß beim Direktor Elses vorstellig geworden, um ihn an seine Zusage zu erinnern. Da erklärte Direktor Elses: „Was ich in Zukunft mit den Neueingestcllten mache, das ist meine Sache. Gezwungen wird niemand, dem Wcrkvcrein beizutreten. Aber wenn ich au einem Tage sage, heut werden nur Vereinsmit- glieder eingestellt, dann stelle ich keinen anderen ein."— Das ist also eine Bevorzugung der Gelben und eine Benachteiligung der vom Streik her noch Arbeitslosen, die der ausdrücklichen Zusicherung des Direktors Elses widerspricht. Wir würden uns schämen, tvenu uns nachgesagt werden könnte, wir hätten unser Versprechen nicht gehalten. Wir protestieren gegen das Verhalten der Direktion und verlangen, daß sie ihr Versprechen einlöst und ihre Maßnahmen zurücknimmt. Wenn, aber die Tirck- tion den Kampf will, dann kann sie ihn baben.(Lebhafter Beifall.) Die Ausführungen des Referenten fanden auch bei den Tis- kussionsrednern unbedingte Zustimmung.— Franke, Vertreter des Transportarbeiterverbandes, erklärte, die ungelernten'Arbeiter, die bei der A. E- G. erst nach Jahren den Lohn erreichen, den ander« 'Tb-Glocke.Beri'ir. DruckmVerlaa: Vorwärts Buckdr. u. LerlagsanjtaK Betriebe als Anfssng.Zlohn zahlen, stehen zufomuien«it den gc» lernten Arbeitern, um der Firma zu zeigen, daß volle Einmütigkeit unter den Arbeitern herrscht, wenn es gilt, den Kampf gegen die Maßnahmen der Direktion durchzufechten.— Von anderen Rednern wurde betont, daß die Arbeiter der A. E. G. auf die Hilfe der gesamten Arbeiterschaft rechnen könnten, wenn die Direktion ihre Maßnahmen nicht ändern sollte. Schließlich wurde die nachstehende Resolution einstimmig an- genommen: Die versammelten Arbeiter und Arbeiterinnen der A. E. G. Brunnen- und Voltastraßc protestieren ans das entschiedenste gegen die Maßnahmen der Tirekiion, wonach Arbeiter und Ar- beiterinnen ini Betriebe nur dann eingestellt werden, wenn sie zuvor ihren Beitritt zu dem von der Firma ausgehaltencn Unter- stützungsvereisi erklärt haben. Tic Versammelten erblicken in dieser Maßnahme einen Ter- rorismus der schlimmsten Art und sind der Meinung, daß die Direktion damit einen Mißbrauch ihrer Macht treibt. Diese Maß- nähme ist auch eine Durchbrechung der Vereinbarung, die seiner- zeit zwischen der Direktion und der Subkommission des Arbeiter- ausschusses getroffen ist. Tic Versammelten beauftragen die Subkommission, bei der Direktion vorstellig zu werden, um eine Zurücknahme der er- wähnten Anordnungen zu erreichen. Die Subkommission lvird verpflichtet, das Resultat der Verhandlung einer weiteren Bc- triebsversammlung zu unterbreiten, damit diese Bctricbsversamm- lung in der Lage ist, zu dem Entscheid der Direktion Stellung zu nehmen. Achtung, Maler! Tie Versammlung der Maler usw. war am Sonntag irrtümlich zum Dienstag, abends S'A Uhr, eingeladen. Dieselbe findet, wie aus der heutigen Anzeige ersichtlich, a m Dienstag, abends Glj Uhr, in der Brauerei Friedrichs- Hain, statt. Tic Ortsvcrwaltung. Deutkches Reich. Achtung, Trcibricmcnsattler! Bis zur Stunde haben 17 Treib- ricmcnfabrikanten den am 11. März vereinbarten Tarifvertrag untcrschristlich anerkannt. Mit 6 anderen Firmen sieben wir zur- zeit noch in Verhandlungen. Wegen Nichtanerkennung des Ver- träges wurde bisher bei folgenden Firmen die Arbeits eingestellt: B. A. Locwc, Waldcmarstr. 94 u; Krause u. Co., Peters- burger Str. 3;„Union", Ritterstr. 71/75; Franz Prötzel u. Co-, Berlin-Pankow, Hadlichstr. 29. Ter Zuzug nach diesen Betrieben ist unbedingt fernzuhalten. Tic Ortsvcrwaltung Berlin des Verbandes der Sattler und Portcscuiller. Achtung, Metallarbeiter! Die Wahl von zwei Bautcnkontrol» teuren am 19. dieses Monats hat folgendes Ergebnis gehabt: Es sind insgesamt 5157 Stimmen abgegeben. Davon haben erhalten: Devigneux 2215, Friedrich 2398, Kr ü g c s 2969 und Alwin Schulz 2547. Gcwäblt sind also die Kollegen Kw ü g e r und Schulz. Deutscher Metallarbciterverband. Ortsvcrwaltung Berlin. Hushmd. Im Flicscnlegcrgcwerbc der Schweiz scheint es zum Konflikt mit den Unternehmern zu kommen wegen Abschluß eines neuen Tarifvertrages. Ter alte Tarif läuft am 31. März d. I. ab und die bisherigen Verhandlungen mit den Unternehmern führten noch zu keinem Resultat. Bei der letzten Unterredung lasen die Unter» nehmer einige Arbeitsgesucke von deutschen Fliesenlegern vor, dabei andeutend, daß— trenn die Schweizer nicht wollen— andere gern bereit seien. ES ist aber auch sonst nicht ratsam, im jetzigen Zeitpunkt nach der Schweiz zu kommen, da das Baugewerbe im allgemeinen daniederliegt. Wenn die Tarisverhandlungcn zu einem Abschluß geführt hoben, werden wir Mitteilung machen. Vorher sei aber gewarnt vor Zu» reise und vor Anfingen nach Arbeit, weil dadurch die Unternehmer in. ihrer Anficht bestärkt werden, ftc brauchen die Forderungen nicht berücksichtigen._ Letzte rtachrichten. Tic französische Wahlreform im Senat. Paris, 17. März.(W. T. B.) Bei der Beratung der Wahl- rcform äußerte Ieannency, der Berichterstatter der Kommission, die Ansicht, die Minorität hätte nur ein einziges Recht, nämlich dasjenige, für die Ideen Propaganda zu machen. Er fiigte aus- drücklich hinzu, die Kommission würde niemals!dcn von der Kammer porgeschlagenen Modus der Minderheitsvcrtretung an- nehmen. Als der Berichterstatter sagte, man habe fiir die An- nähme des Gesetzes unter Umständen agitiert, die einer Gefahr von außen analog wären, machte Ministerpräsident Briand eine Gebärde des Protestes. Der Berichterstatter schloß: Ter Senat wird das Verfahren des Wahlquotienten ablehnen. Die Linke applaudierte lebhaft. Darauf wurde die Sitzung aufgehoben'. Der englische Flugetat. . London, 17. März.(W. T. B.) Das heute Nachmittag zum Militäretat ausgegebene Memorandum des Kricgsministers Oberst Seely teilt über das Flugwesen folgendes mit: Vier Flug- gcschwader mit 128 ausgebildeten Fliegern sind aufgestellt worden. Im Etatsjahre 1913-14 werden von den insgesamt acht Gcsckstvadern, die als zum auswärtigen Dienst verfügbare Macht empfohlen werden, ein fünftes und sechstes Geschwader gebildet werden. Ter Etat sieht eine Vermehrung der Fliegerkorps auf über 1999 reguläre Offiziere und Mannschaften vor. Für den gesamten Flugctat werden 591 999 Pfund Sterling gefordert. Zuspitzung des chincsisch-mongolischcn Konflikts. Urgo, 17. März, i Meldung der Petersburger Telegr.-Agen- tur.) Auf das letzte herausfordernde Telegramm des Hutuchtu ist eine Antwort aus der Kanzlei des Präsidenten Buanschtkoi er- olgt, in welcher daraus hingewiesen wird, daß alle gutgcgcmeinten Absichten Chinas von den Mongolen falsch ausgedeutet würden und da es unter solchen Verhältnissen als unmöglich erscheine, eine Vereinbarung zu erzielen, der Präsident beschlossen babc, künftig jede Korrespondenz mit der Regierung der Mongolei zu unter- lassen. Fcldzug gegen die Mongolei. Kwangtschoengtse, 17. März.(Telegramm der Petersburger Tclegr.-Agentur.) Der Ausmarsch des gegen die Mongolei bc- stimmten Expeditionskorps nach Jsitsika hat begonnen. Bisher sind 3599 Mann der 29. Division abmarschiert. (sin Attentatsvcrsuch mittels explosiver Briefe. Kalkutta, 17. März.(W. T. B.) Im hiesigen Hauptpostamt explodierten heute mit furchtbarer Gewalt mehrere Briefe, die mit Explosiv st offen gefüllt und an die Herausgeber einiger Zeitungen gerichtet tvarcn. Mehrere Briessorti- rer wurden verletzt, darunter einer tödlich. Eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten der Stadt haben kürzlich Droh- bricfe erhalten. • Schneiderausstond in Aachen. Aachen, 17. März.(P. E.) Heute sind sämtliche prganissertcn Schneider in den Ausstand getreten, weil ihnen am Sonntag der durch Taxis vereinbarte Lohn nicht gezahlt worden ist. GaulSinger�Eo..Berliu SW. Hierzu 3 Beilogeu u. UnterhaltuagSbl. Nr. 65. 30. Jahrgang. 1. KnlGk des Jmittf fictlintr Jloltelilutl. Pinstoj, 18. Um 1913. Steuerfragen. Die Steucreinschä�ungcn haben begonnen. Es ist deshalb zweckmäßig und entspricht vielfachen aus unserem Leserkreise gc- äußerten Wünschen, wieder die wichtigsten Steuervorschristcn zu- sammenzusiellen. Wonach wird das Einkommen bemessen? Nach§ 23 des Einkommensteuergesetzes haben bekanntlich die Hausbesitzer die Verpflichtung, den Arbeitgeber und dir Arbeitsstelle der Arbeiter, Dienstboten und Gowerbegehilfen, die als Mieter bei ihnen wohnen, anzugeben. Ferner müssen auf Erfordern Arbeit- tjeber den Arbeitsverdienst der von ihnen dauernd gegen Gehalt oder Lohn beschäftigten Arbeiter und Angestellten, sofern deren Einkom- men jährlich 3000 M. nicht übersteigt, der Steuerbehörde mitteilen. Das Einkommen der Arbeiter und Angestellten wird daher bis auf den letzten Pfennig zur Steuer herangezogen. Das Einkommen wird, soweit Arbeiter und Angestellte in Bc i tracht komnicn, nicht mehr aus dem dreijährigen Durchschnitt, son dorn nach den Ergebnissen des dem Stcuerjahrc unmittelbar vorher- gehenden Kalenderjahres(also jetzt das Jahr 191SZ bemessen. Liegt aber ein Jahresergebnis nicht vor— ist der Steuerpflichtige z. B. länger als zehn Wochen trank oder arbeitslos gewesen—, so erfolgt die Veranlagung nach dem„mutmasslichen" Jahresertrage des Stcuerjahrcs. Für das Einkommen aus Handel, Gewerbe, Berg bau und aus Land- und Forstwirtschaft wird auch jetzt das Ein kommen nach dreijährigem Durchschnitt bemessen, sofern der Steuer- Pflichtige in geordneter Weise Bücher führt. Von der Besteuerung ausgeschlossen sind swir geben hier die eventuell für Arbeiter und Angestellte in Betracht kommenden Vor- schriftcn): 1. Das Militärcinkoinmcn der Personen des Untcrosfizicr- und Gcmcincnstandcs; 2. die auf Grund gesetzlicher Vorschrift den Kriegs- oder Fric- densinvalidcn gewährten Pensionserhöhungen und Berstümmelungs- Zulagen? 3. die mit dem Militärchrcnzcichen 1. Klasse und mit dem Militärvcrdiensttreuz verbundenen Zulagen von monatlich 3 M. bis 0 M. sowie die Ehrcuzulagen fiir Inhaber des Eisernen Kreuzes; 4. die aus einer Krankenversicherung dem Versicherten zustehen de» Leistungen. Als steuerpflichtiges Einkommen rechnet das Gesetz alle Ein künftc in Geld oder Geldesivcrt aus Kapitalvermögen, Grundvcr mögen, Pachtungen, Mieten seinschlicsslich des Mietwertcs der Wohnung im eigenen Hause), Handel und Gewerbe sowie aus gc- winnbringendcr Beschäftigung und aus Rechten auf periodische Hebungen und Vorteile irgend welcher Art. Danach gehört nicht zum steuerpflichtigen Einkommen: ein Gc- winn aus Geschenken, Lotterie, Spiel, Wetten, ebenso wenig eine Grwerkschaftsunterstützung. Wohl aber rechnen leider die Jnva- liden- und Altersrenten zum steuerpflichtigen Einkommen. Das Einkommen der Ehefrauen sowie das aus dem Nutz- niehungsrecht an dem Vermögen der Kinder flicssendc Einkommen ist dem des Haushalhingsvorstandes zuzurechnen. Welche Abzüge sind zulässig? Den Kapitalisten sind eine Reihe Abzüge bei Berechnung ihres Einkommens gestattet, denen ähnliche Abzüge der Arbeiterklasse gegenüber nicht zur Seite stehen. Die wesentlichsten dieser gcsctz lichen Stcuerprivilcgien zugunsten des Großkapitals und des Groß grundbesitzes sind folgende: Es sind abzugsfähig: I. Die Beiträge zu öffentlichen Bc- und Entwässcrungsver bänden sowie zur Unterhaltung von solchen Wasserlänsen, für welche besondere Gcsctz« zur Verhütung von Hochwassergefahren erlassen worden sind; 2. die von dem Grundeigentum, dem Gewerbebetrieb und dem Bergbau zu entrichtenden direkten Kommunalsteuern bis zur Höhe der staatlich veranlagten Grund-, Gebäude- und Gc- werbesteuer. Bis zur gleichen Höhe werden in den Gutsbczirkrn die realen Kommunalsteuern rind die neben ihnen bestehenden Gutslasten als abzugsfähigc Wcrbungskosten angesehen: Die .Gutslasten kommen dabei mit 30 Proz. der staatlich veranlagten Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer auch dann in Ansan, wenn die Gutelasten erheblich niedriger sind; 3. die Beiträge zu den Bcrnfskanimern, z. B. die an eine Landwcrtschafts-, Handels., Handwerks-, Aerzte-, Anwalts-, Apo- thekerkammer zu zahlenden Beiträge lnicht aber die an Gewcrk- fchafteu oder Arbeitervereine zu entrichtenden Beiträge); 4. die auf Kirchcn-Patronatsverpflichtungcn beruhenden dauernden Lasten; S. die auf Grund rechtlicher Verpflichtung von, Steuerpflich- tigcn zur allmählichen Tilgung eines aus scincm-Grundbcfitz haf- tenden SchuldkapitalS zu cntrichicndcu Beträge, soweit sie l Pvoz. des Kapitals und den Betrag von 600 M. jährlich nicht übersteigen; Sie erste Gedenkfeier für die liiürz- gefallenen. Wer heute am 18. März die Ruhestätte der Berliner Freiheits« Helden besucht und sich über die aller Zier bare BcgräbniSsiätte wundert, vor allem aber über das polizeiliche Massenaufgebot und die unsägliche Schleifenzensur, dem wird eS märchenhaft erscheinen, dass einstmals ganz Berlin einschliesslich aller offiziellen Kreise dem Heldentum dieser Freiheitsmärthrer gehuldigt hat— laut und feierlich und ohne polizeiliche Ueberwachung und Zensur I Bekannt ist ja, wie feierlich und imponierend sich das L e i ch e n- begängniS vollzog, wie der König selbst den Hut abnahm vor den Opfern feiner Soldaten. Weniger bekannt jedoch ist, dass mehrere Monate später, am 4. Juni 1848, eine erste Gedächtnisfeier veranstaltet ivurde, an der sich die Bevölke« rung Berlins nicht minder zahlreich beteiligte, wie an dem Begräb- nis selbst. Welche Ehren damals den Haupthclden erwiesen wurden, zeigt am besten der Bericht, den die„Voss. Zeitung" über diese erste Feier veröffentlichte und den wir hiermit im Wort- laut abdrucken: Berlin, b. Juni 1848. Der g�trigc Zug nach dem FricdrichShain, zur Gedächtnisfeier der gefallenen Märzkämpscr, darf als eins der grossartigstcw und bedeutsamsten Ereignisse angesehen werden, welche wir hier seit dem IL. März erlebt haben. Es>var nicht bloss der Gegenstand der Feier, nicht bloss die umfassendste Teilnahme ihr von nah und scr» geschenkt, was wir hier herausheben möchten. Es ist besonders die ruhige, aus dem Volksbewusstsein innerer Kraft und Sicherheit fliessende Haltung der Taufende, die wahrhast imponierend erschien. Unsere Leichenfeier am 22. März tvar etwas Achnlichcs, aber sie stand noch unter dem Einfluß der erhitzten Leidenschaftlichkeit des Revolutionskampfes; es war damals in jeder Brust eine dumpfe Besorgnis vor neuen Stürmen vorherrschend, die Bürgcrivchr mußte in ihrer ganzen Masse aufgeboten werden, um gleichsam die gegen- seitigen Besorgnisse der Parteien zu paralhsiereii. Gestern nichts von deni Allen! Ein klarer ivolkcnloscr Juniushimmel lächelte auf den Zug herunter, welcher sich crnst und lautlos durch die Strassen bewegte. Die Anzahl der Teilnehmer muß auf viele Taufende geschätzt werden. Die Zuschauetz eingeschlossen, waren I 8. für die Besitzer von Waldstücke», welche nicht nach einem � forstmässigen Plane bewirtschaftet werden, trifft§ 12 des Ein- kommensteuergcsetzcs das neue Privilegium, daß die Ergebnisse von Abtrieben aus diesen Waldstücken als steuerpflichtiges Ein- kommen nicht anzkircchnen sind, wenn und soweit dieselben sich in einem Jahre auf mehr als den zehnten Teil des Wertes des vorhandenen Holzes erstrecken. Neben diesen insbesondere dem Großgrundbesitzer seit dem Jahre 1007 zugute kommenden Geschenken ist die Zulässigkcit der bereits früher für zulässig erklärten Abzüge aufrechtzuerhalten. Dahin gehören zum Beispiel die Tcichlasten, die indirekten zu den Gcschäftsuiilosteii zu rechnenden?lbgalien, die regelmäßigen jähr- lichen Absetzungen für Abnutzung der Gebäude, Maschinen und des sonstigen toten Inventars. Aehnliche Abzüge zugunsten des Arbeiters bestehen nicht. Dem Arbeiter sind nach wie bor Abzüge für die zur Erhaltung seiner Arbeitskraft gemachten Aufwendungen nicht gestattet: er kann weder für Lcbcnsnnterbalt, noch für Bekleidung, noch für Miete Abzüge machen. Für die Abzüge, die er vom Einkommen machen darf, gelten nur folgende allgemeine Bestimmungen. Es sind abzugsfähig: 1. die von dem Steuerpflichtigen zu zahlenden Schuldenzinfen; 2. Renten und dauernde Lasten, die auf Privatrechtstitcln (z. B. Vertrag, Vcrschreibung, lctztwilliger Verfügung) beruhen; 3. die von dem Steuerpflichtigen fiir seine Person oder r'nen nicht selbständig zu veranlagenden Haushaltungsangehörigen gcsctz- oder vertragsmäßig zu entrichtenden Beiträge zur Kranken-, Niifall-, Alters- und Jnvalidcnversicheriings-, Witwen-, Waisen- und Pensionskassen, soweit diese Beiträge zusammen die Höhe von 800 M. nicht übersteigen fauch Beiträge zu einer Hilfskassc); 4. Versicherungsprämien, welche für Versicherung des Steuer Pflichtigen oder eines nicht selbständig zu veranlagenden Hans Haltungsangehörigen auf den Todes- oder LebenSfall gezahlt werden, soweit die Prämien den Betrag von 800 M. jährlich nicht übersteigen. In Betracht kommt noch folgende, durch Gesetz vom 26. Mai 1000 abgeänderte Bestimmung(§ 19 des Einlommenfteuergcsctzes): „Gewährt ein Steuerpflichtiger, dessen Einkommen den Betrag von 8890 M. nicht übersteigt, Kindern oder anderen Familienangchöri- gen auf Grund gesetzlicher Verpflichtung f§8 1801 bis 1615 des Bürgerlichen Gesetzbuches) Nnterhall, so werden die im§ 17 vor geschriebenen Steuersätze ermäßigt um eine Stufe bei dem Vorhandensein von 2, um zwei Stufen bei dem Vorhandensein von 3 oder 4, um drei Stufen bei dem . Vorhandensein von 5 oder 8 derartigen Familicckmitglicdern. Fiir je zwei weitere solcher Familienangehörigen tritt eine Er- Mäßigung um eine weitere Stufe ein. Bei der Feststellung der für die Ermässigung massgebenden Pcrsonenzahl ivcrden nicht inilgcrrchnct dir Ehefrau des Steuer- Pflichtigen und diejenigen Kinder und Angehörigen, welche das 14. Lebensjahr überschritten haben und entweder im landwirtschnft- lichen oder gewerblichen Betriebe des Stenerpflichligen dauernd tälig sind oder ein eigenes Einkommen von mehr als die Hälfte des ortsüblichen Tagelohncs nach ihrer Altersklasse und nach ihrem Geschlecht haben. Ist nach Absatz 1 Ermässigung unter dem Steuersatz von 6 M. begründet, so tritt Befreiung von der Staatssteuer ein." In Fällen, in denen jemand für unehelich« Kinder Unterhalt leistet, sieht das Gesetz leider eine Ermässigung nicht vor. Der§ 17 enthält den Steucrtarif, den wir, soweit er für Minderbemittelte in Frage kommt, unten abdrucken. Durch die Abänderung des§ 19 ist die Möglichkeit genommen, schon bei einem im Gcsctz genannten Familienangehörigen den Betrag von 50 M. vom steuerpflichtigen Einkommen in Abzug zu bringen. Ter Z 20 des EinlommcnsicucrgcsctzeS gestattet dann noch eine Ermässigung der Steuer um höchstens drei Stufen aus sogenannten BilligtcitSgründen. Als solche gelten anssergewöhnlichc Belastungen durch Unterhalt und Erziehung der Kinder, Verpflichtung zum Unterhalt mittelloser Angehöriger, andauernde Krankheit, Vcr- schnldung und besondcrc Ünglücksfällc. Für einen Arbeiter, der ein kleines Anwesen mit amortisier- barer Hypothek besitzt, ist noch von Erheblichkeit, daß ferner abzugs sähig sind: Tic aus Grund rechtlicher Perpflichtnng vom Steuerpflich- tigcn zur allmäblichcn Tilgung eines onf seinem Grundbesitz haf- tenden Schntdkapitals z» entrichtenden Beträge, insoweit die- selben t Proz. des Kapitals und den Betrag von 800 M. jährlich nicht übersteigen. ?tcbc» diesen aus ausdrücklicher Vorschrift des Gesetzes be ruhenden Abzüge» oder Ermässigungen kommen ans Grund von Entscheidungen des OberverwaltnngsgerichtS, die auf i'lnslegnng allgenieincr Vorschriften beruhe», und auf Grund der ministeriellen Anweisungen als nbziigsföhig in Betracht: Die von den einzelnen Arbeitern oder von der betreffenden Arl>«itelckategoric zu leistenden und aus dem Lohne zu bestreiten- den Ausgaben zur Beschaffung von Werkzeugen oder Rohmate- mindestens zwei Drittel der gcsanitcn Berliner Bevölkerung auf den Beinen. Der Ausgangspunkt des Zuges war der Gensdarmew markt, woselbst sich von 3 llhr ab die Teilnehmer— durchaus ohne Waffen— versammelten. Alle Klubs hatten sich vertreten, sämk lichc Gcwerke und Arbcilergcmeinschaftcn ivaren mit ihren Fahnen erschienen; die zahllosen Volksvereine hatte» sich angeschlossen; die Bürgerwchr, sowohl Wehrmänner wie Offiziere, crstcre an ihren Bezirksnummern, letztere an den Uniformröckcn kenntlich, wurden zahlreich erblick!; aus der Natioiialversanimluny waren ctlva 150 Mitglieder erschienen; auswärtige Städte, wie Potsdam. Magd«- bürg usw., lmttcn Deputationen geschickt; die Universität, die Aladcmien und sonstigen höheren Lehranstalten wurden repräsen- tiert; endlich nahmen auch die Hinterbliebenen der gefallenen Märzkämpfer und eine Abteilung von Damen am Zuge teil. Nach- dem die einzelnen Klubs und Genossenschaften, so wie sie auf dem Sammelplatz erschiene», von den dazu erwählten, durch eine chwarz-rot-gotdcne Armbinde kenntlichen dreißig Ordnern hinter» einander aufgestellt waren, setzte sich die Masse gegen 4 Uhr in Bewegung. Die Eröffnung machten einige WeHnnnnner der berittenen Bürge olvehr, demnächst folgte der Handwcrkcrvcrcin und hierauf die Übrigen Teilnehmer, je nach ihren besonderen Abtei- lungen, mit ihren Fahnen und zum Teil auch mit Mnsikchören; den Beschluß bildeten lauge Züge von Siudiercndcn mit bunten Mützen oder Hüten mit Federn und Büschen. Der Zug betvcgtc sich vom GcnSdarmcnmarkt durch die(iharlottenstrasse nach den Linden, von hier um das Schloß herum durch die Königs- und Landsberger Straße nach dem vor dem Landsberger Tor bclegdncn Friedrichshain. Auf dem ganzen Wege bildete das Volk zu beiden Seiten dicht gedrängte Spaliere oder füllte die Häuser, deren Fenster bis i» die obersten Giebel mit Köpfe» erfüllt waren. Alle Stände, alle Klassen waren durcheinander gemischt; die elegantesten Toiletten sah man neben der ärmlichsten Kleidung. Von einer bewaffneten oder sichtlich ordnenden Gewalt wurde nirgends eine Spur erblickt. Nur oben auf dem Fricdrichshain,»eben den Gräbern der Gebliebenen, bemerkte man ei» paar Wehrmänner des Maschineubauvereins, welche beim Ausstellen behilflich ivaren, und ain Landsberger Tor ivar die Bürgerwehr ins Gewehr getreten. Ileberall ordnete und leitet« sich das Volk von selbst. Kein Geschrei, kein Exzeß wurde vernommen. Befriedigte Ruhe herrschte durchweg; höchstens dann und wann von den Bravos des Volkes durchbrochen, womit es einzelne Persönlichkeiten oder einzelne Ab- tcilungen des Zuges begrüßt«: z. B. die Kammermitgliedcr, die I Studierenden und andere. ES war eine durchweg tvurdige und deshalb»vahrhast grossartige Haltung!—> Nachdem der Zug auf' rialien, Ausgaben für Fahrten zur Arbeitsstätte und dergleichen, sowie auch angemessene Absetzungen aus Abnntznng des von den Arbei- tern etwa herzuhaltenden Werkzeuges oder der Arbeitskleidung. Allerdings ist der Standpunkt der Steuerbehörden in der Frage der?lbzngsfähigkeit des Fahrgeldes nicht einheitlich. Welche Rechtsmittel stehen dem Veranlagten zu? Seit dem Jahre 1907 ist den Steuerpflichtigen mit Einkommen von nicht mehr als 3000 M. der Rechtsweg gegen ungerechte Vcr- anlagungen erheblich beschnitten. Es steht ihnen nur der Einspruch an die Veranlnguiigskommission und die Berufung an die Bc- rufuugskommission zu. Tie Beschwerde an das Oberverwaltungs- geeicht ist also dem Mittelstand und dem Arbeiterftand genommen. Nur den mit Einkommen über 3000 M. Veranlagten steht der Weg an das von der arbeitenden Bevölkerung mit bezahlte Oberderwal- tungsgericht noch offen. Einspruch. Der Einspruch ist au den Vorsitzenden der Bercmlagungskom- Mission zu richten. Er ist innerhalb 28 Tagen einzulegen und hat etwa wie folgt zu lauten: Gegen die Steuerveranlagung vom 14. März tAftenzeichen Nr. 1403) lege ich Einspruch ein und beantrage Herabsetzung der Steuer von 21 aus 9 M. Mein Einkommen beträgt nicht 1599 bis 1850 M., sondern 1050—1200 M. Eine Berechming meines Einkommens im Jahre 1912 und der zulässigen Abzüge füge ich bei. Als Beweismittel beizubringen bin ich bereit loder: als Beweismittel fiigc ich an usw.). Datum und Unterschrift. Ueber den Einspruch cutscheidet die Veranlagungskommission. Gegen deren Entscheid ist dann Beruftmg innerhalb 28 Tagen zu- lässig. Auch die Berufung ist bei dem Vorsitzenden der Vera»- lagungskommission iinzubringen. Steucrtarif. Die Einkommensteuer beträgt bei einem Einkommen von mehr als 900 bis 1050 M. 8 M. „ �„ 1050„ 1200 9. „ 1200, 1350, 12. „„„ 1850„ 1500„ 16, .„. 1500„ 1650. 21. „ 1650, 1800„ 26, „„„ 1800, 2100„ 31, „ 2100„ 2400. 38. ... 2400. 2700. 44. ..„. 2700„ 3000„ 52. , 3000„ 3300„ 60, Die Steucrstiifcn von 1200 M. ab erleiden durch Gesetz bom 28. Mai 1909 rückwirkend vom 1. April 1909 folgende Anschlüge bei Einkommen von mehr als 1290 bis 3000 M. 6 Prozent; von mehr als 3000 bis 10 500 M. 10 Prozent. Bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung wird bei den ge- nannten Steuerstufcn ein Zuschlag von 7,5 bezw. 15 Proz. erhoben. Steuerpflichtige, deren Steuersatz wegen dcS sogenannten Familienangchörigcnprivilegs oder aus Billigkeiks gründen(§8 19 und 29 des Gesetzes) ermäßigt ist, entrichten den Steuerzuschlag der- jcnigen Einkommensteucrstuse, die dem ermäßigten Steuersatz ent- spricht. Soweit ihre politischen Rechtc»von der Steuerleistung ab- hängig sind, werden sie durch die Herabsetzung nicht verändert, wählen also so, als ob sie zu der höheren Stufe steuerten. Eue der Partei. Totcnliste der Partei. In seinem Elternhause zu Zeitz starb am Sonnabend an der Schwindsucht der Genosse Walter Leopold im Alter hon 28 Jahren. Der Verstorbene ist der Sohn des in weiten Partei- kreisen bekannten Genossen Adolf Leopold, der jetzt als Geschäfts- siihrer des Zeitzer„Volksboten" tätig ist. Schon im zartesten KindeS» alter lernte der junge Leopold die Härten der Sozialistenverfolgung kennen, er war kaum zwei Jahre alt, als sein Vater auf Grund des Sozialistengesetzes aus Stettin ausgewiesen wurde. Nach mancherlei Wanderungen fand die Familie dann in Zeitz eine bleibende Stätte. Walter Leopold erlernte das Buchbinderhandwerk, war aber mit emsigem Fleiß auf seine Weiterbildung bedacht, so dass er eine Stelle als Redakteur am.Volksblatt" in Halle nbernehnien konnte. Hier Ivar er fünf Jahre tätig und mußte die in der Saalestadt übliche scharfe Justizpraxis in zahlreichen Prozessen über sich ergehen lassen. Neben vielen und hohen Geldstrafen wurde er auch zu öfte Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe hatte seine ohnehin schwache Gc- sundhcit derart erschüttert, dass er den aufreibenden Redaktcnrberuf aufgeben mußte. Er blieb aber im Dienst der Parteiprcsse und übernahm einen Bnchhaltcrposten am Z w i ck a u e r Parteiblatt, wo er bis zum Januar dieses Jahres getreulich seine Pflicht erfüllt hat; dann zwang ihn die tückische Krankheit, die Pflege des Elternhauses aufzusuchen. Die Partei wird das Andenken des in der Blüte seiner Jahre dahingerafften Genossen in Ehren halten. Die schwergeprüften der Fricdrichshöhe angelangt war, wurde er in grossen Umkreisen um die Gräber der Märzhclden gruppiert, die Fahnen, deren wir gegen zweihundert schätzten, in der Mitte. Es waren dies teils die bekannten Gewerlsfahncn, teils neue, die erst dem 18. März ihre Entstehung verdankten. Durch kolossale Grösse zeichnete sich be- sonders das schwarz-rot-goldcnc Banner der Buchdrucker auS. Die Juristen führten cbcnsallS eine dreifarbige Fahne, in der Mitkc im grünen Felde die Devise:„Wahrheit, Recht". Auch Fahnen der Erdgrbeiter wurden bemerkt, eigentümlicherweise mit dem Namen des betreffenden Schachtmcisters geziert. Eine dreifache weisse Fahne führte die schwarze Inschrift:„Den heldenmütigen Barn- tadenkäinpsern des Frankfurter Torbczirks am 18. Marz", eine noch kleinere mit roten Buchstaben die bedeutungsvolle Devise: „Die brotlosen Arbeiter". Nachdem alle die Tausend« deS Zuges sich auf der Höhe um die Gräber postiert hatten und der übrige Teil des Hains durch die unabstchbareu Massen de? teilnehmenden Volkes besetzt ivar, begannen auf einer kleinen Erhöhung nvmittcl bar an den Gräbern die Vorträge. Der erste Redner war der Ab- goordnctc zur Nationalversammlung, Graf Reichenbach aus Schlesien. welchem der Abgeordnete für Berlin, Herr Jung, folgte. Unter den ferneren Rednern bcnierlten wir den Professor Benary, di: Literaten Reiche und Schasslcr, den Schriftsetzer Born, den Studenten Salis und den Redakteur Held, welch letzterer den Beschluß machte. ES waren zum Teil begeisterte Vorträge, dem Andenke» der Revolution und ihrer Kämpfer gewidmet, bmweisend auf die Bedeutsamkeit dieser grossen Zeit, ernst ausrufend zur Wachsamkeit gegen.Kriechtschast und Verfinsterung, protestierend gegen die Ver Icugnung der Revolution und ihrer Konsequenzen, neu« Gelöbnisse der Freihcil den Manen der Gebliebenen in dankbarer Erinnerung ihres vergossenen Blutes darbringend. Es machte einen mächtigen Eindruck, wenn der Beifall der ergriffenen Menge durch die Lüfte brckuste, der Jahnenwatd sick heruntersenkte und die Musikchöre ihre Fanfaren durch die Lüfte schmetterten. Die Sonne senkte sich über der ernsten Feier; aber die Menge ward nicht müde, zu stehen und zu hören, bis endlich die nennte Stunde des Abends mit dem letzten donnernden Hurra für Volksrecht und Volksfreiheit zur Heimkehr trieb. Eine der Damen des Zuge? überreicht« dem Grafen von Rcichenbach einen Lorbeerkranz, die übrigen bekränzten die Gräber. Leicht und rasch entwickelte sich der ungeheuere Knäuel. Zu ver- chiedcncn Toren hineinziehend, hatten sich die Massen bald zer- streut; um 19 ltbr war es stiller wie je auf den Strassen Berlins. Nichts von allen den Besorgnissen, die am Morgen des Tages eine ängstliche Phantasie sich vorspiegelte, wax in Erfüllung gegangen. Eltern sind um so mehr zu bedauern, als sie schon einen Sohn an der gleichen Krankheit verloren haben> Eine Perschmelzung der Arbeiterbewegung Neuseelands ist aus der Arbeiterkonferenz in Wellington beschlossen worden. Die bisherige Gewerkschaftsföderation und die Vereinigte Arbeiter- Partei werden zu einer einheitlichen gewerkschaftlichen und poli- tischen Organisation verschmolzen werden, deren Statut in den Grundzügen festgelegt wurde. Tie Entscheidung, ob sie sich dem Schiedsamtgesetj unterstellen wollen, bleibt den einzelnen Orga- nisationen überlassen. Keine darf eine andere in einen Streik verwickeln ohne Genehmigung der Zentrale. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Ein abgeblitzter Major. Im Oktober 1912 hatte das„S aa l f e ld e r Volksblatt" unter Meiningen einen VersammliingSbericht gebracht über eine Versammlung, in der über dos Thema:.Ter Kamps um die Jugend" gesprochen wurde. Ter Führer der Ortsgruppe Meiningen vom Iungdeutschlandbund, ein Major, fühlte sich durch den Bericht beleidigt, da der Bund als ,,K o r r n p i i o n s a n st a l t" bezeichnet wurde. Run wurde nicht etwa Privatklage, sondern Ossizial klage gegen den verantwortlichen Re-dakteur, Genossen Z o r n, erhoben, die am Freitag vor dem Saalfelder Schöffengericht zum Austrag kam. Genosse Zorn wurde freigesprochen und die Kosten der Staatskasse auserlegt. Ter Staatsanwalt hatte 69 M. Geld- strafe beantragt. Ts Gericht begründete den Frcispruch wie folgt: Tie Bezeichnmng„K o r r u p t i o n s a n st a l t" sei beleidigend und überschreite das Mag der zulassigen Kritik. Entscheidend sei aber für das Gericht, daß der Vorwurf hier nur gegen die Tätig- ke i t des Jungdeutschlandduiidcs als K o l l e t t iv e i n h e i t sich richte. Irgendeine spezielle Beziehung auf eine oder mehrere Per- fönen sei nicht erkennbar. Angeklagter habe— dos sei ihm nicht widerlegt worden— nur die Absicht gehabt, die gesamt« politische Tätigkeit deS Bundes zu charakterisieren. Die Mitglieder wie auch die Bor st ands Mitglieder des Jungdeutschlandbundes seien als solche nicht beleidigt. Ein korrigiertes Urteil. In einem Privatbeleidigungsprozeß, den der Per- leger und Redakteur Herr Reiter des in I l m e n a u erscheinenden bürgerlichen Alättchens.Die Heu n c" gegen den früheren ver- antwortlichen Redakteur Genossen Röder von der„Tribüne" in Erfurt angestrengt hatte, war Genosse Röder vom'Schöffen- geeicht Ilmenau zu der außerordentlich hohen Strafe von einer Woche Gefängnis verurteilt worden. Selbstverständlich wurde gegen das von vornherein �unhaltbare Urteil Berufung ein- gelegt, die am Freitag vor der Strafkammer in Eisenach zur Verhandlung kam. Hier erfuhr das Urteil eine wesentliche Kor- rektur. Das Gericht erkannte freilich auf die immer noch recht hohe Strafe von 79 Mark Geldstrafe, aber selbst der Vorsitzende des Gerichts führte bei Begründung des Urteils ckuS, daß die Sache wirtlich nicht so tragisch zu nehmen gewesen sei, daß gleich auf eine Gefängnisstrafe hätte erkannt werden müssen, zumal auch auf der anderen Seite gesündigt worden sei in der dem Prozeß zugrunde liegenden Preßfehde. In einem zweiten Privatbeleidigungsprozeß, den dasselbe Blatt gegen einen anderen Redakteur der„Tribüne", den Genossen Petzold, aus gleichem Anlaß angestrengt hatte, erkannte dasselbe Schöffengericht erst ganz kürzlich aus Freisprechung, weil dem Angeklagten Wahrnehmung berechtigter Interessen zugesprochen werden mußte. ?ugenäbe\vegiiiig. Der Kampf um die Jugend. Unter diesem Titel ist soeben eine Broschüre erschienen, die den Untertitel„Ein Beitrag zur Jugendfrage" führt. Der Verfasser ist der Genosse Heinrich Farwig. l Verlag von Gerhard Karl Berg- mann. Reukölln-Berlin, Allerstr. 16. Preis 29 Pf.) Wiederber- käufer und Ausschüsse erhalten entsprechenden Rabatt.) Den erwachsenen Genossen sowohl wie den Jugendlichen, die bisher nicht in der Lage waren, sich eingehend mit dem Studium der proletarischen Jugendbewegung zu befassen, kann dieses kleine Sckriftchen nur empfohlen werden. Der Verfasser sagt in seinem Geleitwort, daß die Broschüre keineswegs den Anspruch erhebt, etwas neues zu sagen. Sie will denen, die nicht die nötige Zeit haben, die verschiedenen Zeitschristen und das verstreute Material üvcr das schwierige Gebiet der Jugendbewegung zu studieren, eine Unterstützung bieten. Der Verfasser hat denn auch durch geschickte und interessante Anordnung des Stoffes seine Aufgabe glücklich ge- löst. Es Iverden nicht nur die heutigen iniscrabelen Wirtschafts- Verhältnisse, das Volksschulelend usw. eingehend behandelt, sondern es wird auch das Wichtigste über die christlichen und nationalen Jugendbewegungen gesagt. Mit all diesen Erscheinungen hält der Verfasser eine gründliche Abrechnung ab. Man kann nur wünschen, daß das kleine Werkchen, daS sich auch sehr vorteilhaft durch seine Wohlseilhcit auszeichnet, weite Verbreitung findet. h. seh. Km Induftm und Ftandel. Tie vom Kriege leben. Ten Waffen- und Munitionsfabriken geht es augenblicklich ganz besonders gut. Krupp kann die Aufträge kaum bewältigen, und auch die anderen lsüternehmiingen sind besser beschäftigt als je. Soeben Hat die Gustav-Genschow-Aktiengesellschaft in Berlin ibren Abschluß pro 1912 herausgebracht. Das Unternehmen ver teilt Zwar wieder dieselbe Dividende wie im Vorjahre(12 Proz.), kann ober infolge einer erheblichen Steigerung des Bruttogewinnes die Abschreibungen von 116 999 M. auf 187 999 M. erhöhen und ferner zwei neugcbildeten Fonds 125 999 M. zuführen. Der Vor- trag wird von 12 359 M. auf 46 953 M. erhöht. Ferner teilt die Verwaltung mit:„Der Aufsichtsrat hat beschlossen, das Kapital unseres Unternehmens um 599 999 M. durch Ausgabe von 599 'neuer, auf den Inhaber lautender Stammaktien zu erhöhen. Durch diese Transaktion werden dann die Reservefonds unseres Unternehmens auf zirka 1 Million gebracht werden. Auch der Geschäftsgang des laufenden Jahres hat sich durchaus günstig c»t- Wickelt und zeigt einen höheren Gesamtumsatz für die gleiche Pe- riode des Jahres 1912." Das Unternehmen hat in den letzten Jahren mehrfach das Kapital erhöht, so im Jahre 1919 von 1,5 Mit- lionev Mark auf 2,95 Millionen Mark. Die neue Kapitalscrhöhung ist allem Anschein nach im Zusammenhang mit der guten Bcschäfti- gung des Unternehmens borgeschlagen worden. Die Waffen- und Munitionsfabriken rechnen eben damit, daß der Friedensengel sich noch für lange Zeit scheu im Hintergrunde halten muß. Staatshilse für die Salinenindustrie? Gleich dem.Kalibergbau, der eine gesetzliche Absatzregelung erfahren hat, erstrebt nun auch die Salinenindustrie eine Be- schränkung der Förderung von Speise- u n d V i e h s a l z. Der Norddeutsche Salinenverband hat eine Denkschrift nebst Gesetzentwurf ausgearbeitet, der eine Kontingentierung vorsieht. An diesem Kontingent sollen die vor dem l. Januar 1911 betriebsfertigen Werke nach dem Durchschnitt der Jahre 131t und 1912 beteiligt werden, während die Werke, die am 1. Januar 191.3 betriebsfertig waren, aber für 1911 und 1912'noch keinen regelrechten Absatz hatten, von der Reichsbehörde äbqeschätzt werden sollen. Diese Kon- tingenie sollen von 1913 bis 1922 in Kraft bleiben, d. h. Werke, die nach dem l. Januar 1913 in Betrieb treten, sollen erst 1923 ein Kontingent erhalten; aber auch dieses Kontingent soll sich nach dem Jnlands-Mehrverbrauch richten. Tie von der Kontingentierung ausgeschlossenen neuen Werke, die nach dein 1. Januar 1913 betriebsfertig werden� sollen zwar vom Matz nicht ausgeschlossen sein, aber für je>99 Kilogramm Salze ihres Absatzes eine Reichs- abgäbe von 1,59 M. zahlen. Diese Abgabe ist so berechnet, daß sie gerade den Unterschied trifft, um den die Kaliwerksbesitzer., die Salinen als Nebenbetrieb haben, billiger liefern können als die allen Salinen. Der Vorschlag wird damit begründet, daß die Kali- werke durch das Kaligesetz einen Vorzug erhalten hätten, der sie im Absatz sicherstelle und ihnen gestatte, Iiebenbetriebc wie Salinen in großem Maße zu bauen. Die Erfahrungen, die mit dem Kali- gesetz gemacht worden sind, regen keineswegs dazu an, nun auch dem Salzbergbau eine staatliche Förderung zuwil werden zu lassen. Ein« Regelung im Sinne der Salincnbesitzer wäre um so gefähr- lichcr, als das Objekt ein unentbehrliches Genußmittel ist. Schon jetzt ist durch die staatliche Besteuerung Salz übermäßig teuer. Diskutabel ist der Borschlog der isalinenbesitzer nur, wenn eine Vervilligung für die 5wnsumenten dabei herausspringen würde. AufsichtsratsHäusung. Das Adreßbuch der Direktoren und Aussichtsräte(Finanz- Verlag G. m. b. H., Berlin) ist soeben erschienen. Jahr für Jahr kann man aus diesem Buche ersehen, eine wie große Mißwirtschaft auf Grund mangelnder Gesetzesbestimmungen mit der Vergebung von Aufsichtsratsposten betrieben wird. Das Buch zählt in gewohnter Weise fleißig die Aufsichtsratsposten der Industriellen, Bankvcrtreter usw. auf. Einer derjenigen, die am reichsten mit Aussichtsratsposten geiegnet sind, ist Karl Fürstenberg von der Berliner Handelsgesellschaft, der 49 Aufsichtsratsmandatc inne hat. Herr Louis Hagen in Köln übertrifft ihn noch um 4 Mandate. Hugo St inne s hat„nur" 38 Mandate, Dr. Walter R a t h e n a u, der neben seiner industriellen Tätigkeit�anch noch die deutsche Kultur lenkt, bat 36 Aufsichtsratsposten. So geht es weiter über die Größten und Großen bis zu den Kleinen und Kleinsten. Man hat häufig gesagt, diese lebendigen Aufsichtsrats- truste seien die wahren Uebersichtsgenies. Aber kein vernünftiger Mensch wird glauben, daß Herr Karl Fürstenberg in 49 Auf- sichtsräten das leisten kann, was das Gesetz und die Verwaltungs- moral von ihm verlangen. Selbst ein so hoher Geist wie der des Dr. Walter Rathenan reicht kaum dazu auS, 36 Gesellschaften zu gleicher Zeit zu überschaue». Soziales. Das Fieber der Metallgießer. Die„Hhgiene"< herausgegeben von Professor Dr. Sommerfeld) enthält folgende vcmertenswcrtc Aufllärung über das Gießerfieber: In den Gießereien, namentlich für Bronze und Zink, werden zuweilen eigentümliche Erkrankungen beobachtet, die als Gießer- sieber bezeichnet werden. Ihre Merkmale bestehen in Frostgefühl, Gliederzittern und häufigem Erbrechen; dazu kommt, daß der Speichel scheinbar eine süße Beschaffenheit annimmt. Die Störungen sind so arg, daß die Arbeit unterbrochen werden muß, und in manchen Fällen ist sogar ein Berufswechsel unvermeidlich, wäh- rend sich die meisten Arbeiter allmählich eingewöhnen und von der- artigen Anfällen verschont bleiben. Nach den Untersuchungen von Bargeron in den Annale« für Hygiene entsteht diese Krankheit ausschließlich durch Dampf von Zinkoxyd, der aus dem flüssigen Metall oder seiner Mischung aufsteigt. Im übrigen ist das Leiden nicht gerade schlimm und geht namentlich unter dem Beistand eines warmen Getränks und rechtzeitiger Ruhe bald vorüber, so daß überhaupt nur selten der Arzt dagegen befragt wird. Die Aus- nähme einer großen Menge Flüssigkeit, die den Körper gleichsam durchspült, scheint auch das richtige und allein notwendige Mittel dagegen zu sein. Immerhin wäre es selbswerständlich besser, der- artige Erkrankungen ganz zu vermeiden, und das kann leicht ge- schehen durch Aufstellung kräftiger Saugräder, die den schädlichen Dampf über den Schmelzgefäßen in sich aufziehen und beseitigen. Außerdem ist häufiges Waschen ein vortreffliches Verhütungsmittel, und so kommt e§. daß in gut geleiteten Werkstätten/ wo die Grund- regeln der Gesundheitspflege beobachtet werden, Fälle des Gießerei- fiebers überhaupt kaum noch eintreten. Altenburger Schimpfrecht. In der Zuerkennung einer Schimpffreiheit des Unternehmers haben einige Kaufmanns- und Gewerbegerichte schon Erkleckliches geleistet. Den Rekord an Gewährung der Schimpsfreicheit dürfte aber das Gewerbegericht in Altenburg mit einer jetzt amtlich ver- öffenllichten Entscheidung erreicht haben. Der Klage erhebende Arbeiter hatte sich im Gespräch mit Kollegen darüber aufgehalten, daß die verklagte Firma in Zukunft anscheinend an Lohn sparen wolle. Das veranlaßtc den Arbeitgeber zu der Aeutzerung:„Sie Rotznase haben überhaupt nichts zu sagen. Halten Sic die Schnauze, sonst schmeiße ich Ihnen das Eisen aufs Kreuz." Dos Gowcrbegcricht wies den Arbeiter, der auf die Aeußerung und Drohung hin sofort die Arbeit niederlegte, mit seiner Restlohn- forderung ab. Das Gericht, so heißt es in der Begründung, ver- mochte in den Aeußerungen des Beklagten:„Sie Rotznase oder Rotzlöffel.. usw. keine grobe Beleidigung zu erblicken. Solche Ausdrücke sind, obwohl von dem Arbeitgeber gebraucht, nicht höher einzuschätzen als ein gewöhnliches Schimpfwort. Auch eine Be- drohung war in den Worten:...„sonst schmeiße ich Ihnen das Eisen aufs Kreuz" nicht zu finden, da die Aeußerung hier nicht ernsthaft gemeint war. Selbst wenn es auch eyic wirkliche Drohung war, durfte Kläger nicht sofort gehen. Eine solche Rechtsprechung offenbart einen mit dem Gesetz unvereinbaren Tiefstand sozialer Empfindung der Richter, die das Urteil fällten. /Jus der frauenbewegung, Märtnrcr und Märtyrer. London, 16. März 1913. lEig. Ber.) Es hat Männer und Frauen gegeben, die für ihre Ueberzeugung, für das, was sie als wahr und gerecht erlannten, ins Gefängnis und selbst in den Tod gegangen sind. Und es gibt deren auch heute; denn an diesen wahren Helden und Heldinnen der Menschheit ist unsere Zeil gottlob nicht arm. Sie finden Sympathien nicht nur bei ihren Freunden, sonderii zwingen auch ihren Feinden Achtung ab. Sie begeben sich mit offenen Äugen in die Gefahr und erleiden die Rache ihrer Gegner mit dem Stoizismus, der solchen Naturen eigen ist. Was soll man aber von den englischen SuffragetteS sagen, die sich ein billiges Märtyrertum zu verschaffen suchen, indem sie strafbare Handlungen begehen und sich auf die Humanität ihrer Mit- menschen verlassen. um praktisch unbestraft zu bleiben? Nach der Ethik der Suffragetles kann jemand ungestraft Häuser und Theater in Brand stecken, seinen Mitmenschen Beile an den Kopf werfen, Bomben explodieren lassen oder versuchen, ein Haus durch Feuer zu vernichten, in dem die Kinder eines Ministers schlafen. Jeder Versuch, derartige Verbrechen zu verhindern, indem man den Täter einsperrt, wird als eine ruchlose Brutalität bezeichnet, die dadurch vereitelt werden mutz, daß man den Hungerstreik proklamiert und so die Behörden zwingt, die Gefangenen auf freien Fuß zu setzen. Nach diesem Rezept, sich praktisch Straflosigkeit zu erzwingen, handeln die SuffragetteS nun schon seit einigen Jahren. Eine militante Frauenrechtlerin zerstört vielleicht einen Brief, der ffir den Empfänger von höchster Wichtigkeit ist, oder brennt ein Gartenrestaurant im Regent'? Park nieder, wodurch ein alter Kellner arbeitslos gemacht wird; sie wird verhastet und verurteilt, bungert dann freiwillig, wird krank und wird daraus nach einigen Tagen auf freien Fuß gesetzt, weil die Behörden befürchten, daß die Fortsetzung des Hungerstreiks oder die künstliche Ernährung daS Leben der Gefangenen gefährden könnte. Run hat diese Propaganda schließlich zu einem Zustand geführt, zu dem jede Straflosigkeit führen muß. Die Oefientlichkeil verschafft sich selbst Gerechtigkeit. Das war so in der gesetzlosen Zeit deS Mittelalters und vor uicht langer Zeit in dem unzivilisierten Westen Amerikas, wo die Bauern den Dieb einfach an dem nächsten Baum aufhängten, weil die Justiz versagte. In den letzten Wochen ist es den SuffragetteS in vielen Orten Englands recht übel ergangen. Man hat sie mißhandelt. sie mit Kol beworfen und ihre Versammlungen gesprengt. Die aka- demische Jugend, die bei Radauszenen stets in den vordersten Reihen steht, um ihre„Bildung" zu beweisen, hat sich in diesen Aus- schreitungen besonders hervorgetan. Jeder gesittete Mensch wird die öffentliche Mißhandlung der Frauen lebhaft bedauern, aber niemand wird verneinen können, daß diese Ereignisie nur die natürlichen Folgen der von Frau Pankhurst gepredigten Taktik sind. Ein Zu» stand der Straflosigkeit mutz notwendigerweise die Lynchjustiz auf den Plan rufen. Die Regierung hat sich bis jetzt den Kopf darüber zerbrochen, wie den SuffragetteS beizukommsn ist, die das Gesetz zu einer Farce machen und dadurch anarchistische Zustände heraufbeschwören. Bernhard Shaw schlug vor einiger Zeit vor, man sollte den Ge- sangenen die Nahrung einfach in die Zelle stellen: mehr, meinte er, ließe sich nicht machen. Ein anderer hat den Vorschlag gemacht, den Gefangenen reichlich Milch zu verabreichen. Ein Selbstmord durch Verdursten soll nämlich noch nicht vorgekommen sein. Jetzt verlautet es, daß die Regierung eine Vorlage einbringen wird, die dem Minister des Innern das Recht geben soll. Gefangene, die sich durch den Hungerstreik freigemacht baben, nach der Genesung wieder zu verhaften und einzusperren, und zwar so oft bis sie ihre Strafe ab- gesessen haben. Ein zweiter Gesetzentwurf soll sich mit dem Problem befasse», wie die Geldstrafen besser einzutreiben sinv und wie die Zahl der Geldstrafen auf Kosten der Freiheitsstrafen vermehrt werden kann. Vielleicht wird die Aussicht, die Strafen auch wirklich bezahlen oder absitzen zu müssen, dazu beitragen, einer Form der Propaganda den Garaus zu machen, die der Frauenbewegung nicht zum Vorteil gereicht.__ Versammlungen. Die Arbeiterschaft der Firma Bergmann, Hennigshiorfer Straße, ist in Erregung geraten über mancherlei Vorkommniffe im Betriebe und verlangte eine öffentliche Besprechung derselben. Vom Deutschen Metallarbeiterverband wurde eine Betriebsversammlung einberufen, die am Donnerstagabend in den Pharussälen, Müller- straßc, stattfand und außerordentlich stark besucht war, auch von den Arbetterinnen. Adolf Cohen als Referent gab den erhobenen Beschwerden der Arbeiter beredten Ausdruck, die sich in der Haupt- fache gegen schlechte, hochfahrende Behandlung, gegen ungerechte Entlassungen und gegen das eigenartige Verhältnis richteten, das in manchen Abteilungen zwischen Meistern und Werksührern und den Arbeiterinnen besteht. Mißstände anderer Art sind in früheren Betriebsversammlungen der Firma schon vorgetragen worden. Dies- mal handelte es sich darum, daß die Arbeiter nicht ruhig zusehen wollen, wie ibre Vertrauensleute und gewählten Vertreter in den Arbeiterausschüssen drangsaliert, schikanös behani-elt und in un- gerechtfertigter Weise entlassen werden. Ferner wollen sie nicht dulden, daß Meister und Wcrkführcr ihre Stellung den Arbeite- rinnen gegenüber mißbrauchen und diese. in eine Abhängigkeit bringen, die nicht scharf genug verurteilt werden kann. Cohen machte besonders den Direktor Bundzius für die Verhältnisse, die so viel Unzufriedenheit erregt haben, verantwortlich, weil Be- schwcrden, die ibm vorgetragen werden, fruchtlos bleiben. Die Mitglieder des Arbeiterausschusses beklagen sich bitter über die Be- Handlung, die ihnen durch Direktor Bundzius zuieil wird; er nennt ihre Angaben, die nur nach genauer Prüfung vorgebracht werden, Lügen und spart auch sonst nicht mit Grobheiten! den Ver- tretern der Arbeiter gegenüber. Die Beschwerdeführer sind ge- wöhnlich in Gefahr, unter nichtigen Vorwänden entlassen zu werden. Diese Entlassungen haben besondere Erbitterung hervorgerufen, weil sie immer nur Arbeitervertreter treffen oder Leute, die nach Ansicht der Arbeiter gerade recht gehandelt haben. Em Mann war schon 6 Jahre im Betriebe und mußte plötzlich ohne ersichtlichen Grund aufhören; er war mißliebig geworden. Ein 69jähriger Arbeiter, der acht Jahre im Betriebe tätig war, mutzte gehen, weil er sich„einem Vorgesetzten gegenüber nicht so benommen habe, wie eS sich gehört". Dieser alte Arbeiter hatte nämlich Uoberslunden ver- weigert, womit er in den Augen seiner Kollegen nur recht handelte. Die Bestimmung, daß solche Entlassungen nur mit der Zustimmung der Direktion vorgenommen werden dürfen, ist bedeutungslos ge- worden, denn Direktor Bundzius nnlerjucht diese Fälle nicht, sondern bestätigt die Entlassungen einfach. Die Ausführungen von Cohen fanden in der Tis- tusjion volle Bestätigung und mancherlei Ergänzung. An die an- wescnden Avbeiierinuen wandte sich noch Fräulein Grabow mit einer Ansprache als Mitglied des Arbeiterinnen-Agitationskomitees. Sie forderte die Arbeiterinnen zu größerer Einmütigkeit auf und zum Anschluß an die Organisation, wo sie mit ihren Beschwerden immer Gehör finden werden, wenn die anderen Stellen, die dazu in einem Betriebe eingesetzt sind, versagen. Deutscher Transportarbeiterverband. Die Bau- und Arbeits- tutscher aus den gewerblichen Fuhrbetrieben Groß-Berlins hielten ani Sonntag ihre JabreS-Gencralversammlung ab. Den Ge- schäftsbcricht erstattete Branchenberater Otto Franke. Nach- dem die in Betracht kommenden Kutscher bereits im Jahre 1911 in den Betrieben Lichtenbergs und Neuköllns eine Lohnbewegung erfolgreich durchgeführt hatten, hat die Organisation in der Gruppe weitere Fortschritte gemacht. Es waren dabei harte Kämpfe durch- zufechten, bei denen sich die Mitglieder gut gehalten haben. Der neue Tarif tonnte bei III Firmen, die zusammen 1437 Arbeiter beschäftigten, durchgesetzt werden. Einige Firmen setzten den von ihnen mitunterzeichneten Vertrag schon nach einigen Wochen will- kürlich außer Kraft, so daß es Hier zu einem Abwehrstreik kam. Auch dieser Kampf endigte mit dem vollen Siege der Arbeiter. Die allgemeine Bewegung der Kutscher in den Schwerfuhr- werksbetrieben hatte eine Lohnbewegung in der Berliner Mörtelbranche im Gefolge, indem die Kutscher bei den Firmen'Gebr. Tappert und W e i d n e r es ablehnten, Streik» arbeit zu leisten und lieber einmütig die Arbeit niederlegten. Die Differenzen endigten damit, daß auch für diese Branche ein Tarif für.389 Kutscher und Stallcute abgeschlossen wurde. Weiterhin kam ein Vertrag für die Arbeiter in der Zementbranche zustande. Was diesen Tarifabschlutz be- sonders bemerkenswert macht, ist der Umstand, daß dieser Vertrag wie auch schon andere in neuerer Zeit die Unterschrift des„Zentral- Verbandes deutscher Arbeitgeber in dem Transport-, Handels- und VerkehrSgewerbe" trägt. Nachdem somit in diesen Brauchen tarifliche Grundlagen ge- schaffen waren, hätte man annehmen können, daß die Unter- nehmer die von ihnen unterzeichneten Bestimmungen auch respek- ticren würden. Weit gefehlt I Ein großer Teil wenigstens von ihnen versuchte, auf nicht mehr ganz originellem Wege die lästigen Fesselu abzustreifen; sie unternahmen den Versuch, eine gelbe Kutscherorganisation zu gründen. Der Anschlag ist nicht gelungen. Die Kutscher waren auf dem Posten, sie weredn auch fernerhin dafür sorgen, daß die gelbe Seuche nicht auch noch auf das Fuhrgewerbe übergreift. Der Tätigkeitsbericht der Branchenleitung ergibt folgendes Bild. Es haben stattgefunden: 196 Branchenversammlungen, 628 Betriebsversammlungen, 48 VertraiienSmännersitzungen und 192 Verhandlungen, macht insgesamt 884 Zusammenkünfte. Neuaus- nahmen waren 2272 zu verzeichnen. An Unterstützungen hat die Branche der Bau- und Arbeits- kutscher in dem vergangenen Geschäftsjahre nicht weniger als 36 999 M. alles in allem ausgezahlt. Wie der Referent des weiteren mitteilte, muß bereits für die nächste Zukunft mit einem schweren Abwehrkampf gerechnet werden. D-rmgend notwendig sej es, die Unternehmer zur Einhaltung dxr bort ifmen abgeschlossenen Tarife zu erzieben. Mit einem etn. dringlichen Appell, rührig für die Organisation zu arbeiten, schloß Franke unter dem stürmischen Beifall der Versammelten seine Ausführungen. Nachdem S y d o w noch Bericht von der Telcgiertenversamm- lung in Groß-Berlin erstattet hatte, wurde die Neuwahl der Branchenleitung vorgenommen, Tieselbe wurde einstimmig wieder- gewählt. Ferner wurden 48 Delegierte zur Generalversammlung grnannt. Ein Antrag, wonach monatlich pro Mitglied 10 Pf. extra bezahlt werden sollen, zwecks Entschädigung der Funktionäre, fand einstimmige Annahme. Es wurde ferner bekanntgegeben, daß der Vertrag mit der Firma Nikolai vom Transportarbeitervervaud gekündigt worden ist. Tie Branchenleitung umfaßt folgende Personen: O. Franke, Branchenberater: Schade, Branchenleiter: Svdow, Schrift- fübrer: Froechtling, Beisitzer, ferner Günther, G. Otto, Pommerening, Falk, Becker und Zorr. Briefkasten cler B,ec!akt!on. Tic iilristische SprcKstunde findet Lindenstraße SS, vorn vier Treppen Fahr st»Al—, woqentä glich von 4>,d bis tif, Uhr abends, Sonnabends, von t'.h bis I Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe nnd eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Adonnementsantttnng beigefügt ist, '«erden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. L. IVO. Ja.— ch. H. 46. Für Ausführung derartiger Arbeiten ist der Vermieter verpflichtet, sofern nicht im Mictsvertrag etwas anderes verein- dart ist.— Beelitz 40. Ja.— Ratibor 44. Nein.— A. R. 400. Der Besteller bleibt sür die Dauer eines Jahres haltbar.— I. B. Ä8. An- scheinend handelt es sich um eine Abtretung der Mieten, die zulässig ist.— Abonnent Buch. Die Verträge, die der Testamentsvollstrecker gemacht hat, erscheinen rechtswirtsam, Sie sind daher auch zur Zahlung der Zinsen verpflichtet. Ein Anspruch aus Erstattung der Kosten würde nur dann be- stehen, wenn nachweisbar ist, dasi der Testamentsvollstrecker den Prozeß verschuldet hat. Die Vcrjährungssrist in dem bezeich- neten Fall beträgt 30 Jahre.— F. 4889. Wiederholen Sie !lhre Auslage und fügen Sie eine Abschrist des Testaments bei. eingegangene Druck Ickriften. Lungentuberkulose und Ansteckungsgefahr von Dr. I. Ritter von Leddihn-Richter. 32 S. G. Szclmski, Wien l. Das JnvalidcnhauSviertel tn Berlin. Von P. Strauch. Geh. 25 Pf. — Bor dem Halleschen Dore. Aus der Vergangenheit und Gegenwart der Tempelhofer Vorstadt. Von P. Schaeffer. Geh. 60 Pf.— Die Leistungen der höheren Lehranstalten in Preußen im Lichte der Statistik. Von Pros. Dr. Huckert. 2.60 M., geb. 3 M.— Ausländische Kultur- nnd Nuiipslanzc». Von Oberlehrer L. Trinkwalter. t.SO M., geb. 2,40 M. Wissenschaft und Bildung.?d 116. Ginführung i» Goethes Faust. Von F. Licnhard.— Bd. 103. Altorientalische Kultur im Bilde. Von Dr. I. Hunger und Dr. H. Lamcr.— Bd. IIS. Staats- bürgerkunde. Von Geh.-Rat Pros. Dr. E. Bernheim. Quelle u. Meyer, Leipzig. Titan. Roman von M. AtlaS. 3 M., geb. 4 M. Zh. Gerstcnberg, Leipzig. Geist des Ostens. MonalSschrist sür Asiotenkunde. l. Jährgang, Hest 1. Herausgeber: Dr. H. v. Staden. Jährl. 10 M. Verlag des Ostens. München. Tie Streikjuftiz im Ruhrrevier. Herausgegeben vom Vorstande des Verbandes der Bergarbeiter. 50 Ps.— Die Strcikjustiz vor Gericht. Stenograph. Bericht vom Prozeß Dr. Levi, Neumann u. Schoreck. 61©. H. Hansmann u. Co., Bochum. Marktpreise von Berlin am 4!;. März 4t»lZ,»ach Ermittelungen des königl. Polizeipräsidiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 1S,40 bis 19,50, mittel 19,20— 19,30, geringe 19,00—19,10. Roggen, gute Sorte 16,14—16,15, mittel 16.12—16,13, geringe 16,10-16,11(ab Bahn). Futter- gerstc, gute Sorte 16.20— 16, SO, mittel 15,60—16,10, geringe 15,00—15,50. Haser, gute Sorte 17,40—19,70, mittel 16,20—17,30(frei Wagen und ab Bahn). M a r k t h a 1 1 e n p r c i j e. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00— 50,00. Speis ebohnen, weiße 35,00—60,00. Linien 35,00— 60,00. Kartosseln(Kleinhdl.) 5,00—10,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70—2,40. Rindfleisch, Bauchsleisch 1.30—1,80.«chweinefleisch 1,60—2,00. Kalbfleisch l ,40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2,20. Butler 2,40-3,00. 60 Stück Eier 3,60— 5,60. 1 Kilogramm Karpicn 1,20—2.40. Aale 1,60—3,20. Zander 1,60-3,60. Hechte 1,60—2,80. Barsche 1,00—2,40. Schleie l.60— 3,20, Bleie 0,80—1.60. 60 Stück Krebse 4,00—24,00. Witterungsübrrstcht vom 47 März 4S4Z. Stationen Ii Z- £- S S Swincmdc. 754 SSW Hamburg 1751;® Berlin 755;® §ranks. a.M 757 SW lünchcn 762 S Wien 763!W®W Wetter Sl 4 bedeckt 3bcdeckl lbcdcckt lsvolkig Üwolkenl 2jwolkcnl WS äll gitz wi Stationen |B= II ef Haparanda 7431V Petersburg! 743jSW Scillh Aberdccn Paris 749NW 74637® 753 SSW 13 Wetter 2wolkenl Zhedeckt 6;wollig ::wolkig 5bedeckt ! K -18 1 6 1 7 Wetterprognose für Dienstag, deu 48. März 494K. Etwas kühser, zeitweise aufklarend, vorwiegend noch trübe mit geringen Niederschlägen und langsam abnehmenden westlichen Winden. Berliner Wette rbureau. Wosserstauds-Nachrichteu der Landesanstalt sür Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterburcau ')+ bedeutet gang.—') EiSsrei. v— Fall.—') Unterpegel.—•) mäßiger Eis» Todes-Anzeigen ÄMlMrMdekVMmIi !.ll. 2. Berl.ßeicbstagswalilkreis. Hierdurch die traurige Mit- teilung, daß unser Mitglied Frau Hechte Röhl am 14. März unverhofft aus dem Leben geschieden ist. Die Beerdigung flndet am Mittwoch, den 19. März, nach. mittags 3:/, Uhr, von der Halle des Heilig-Kreuz- Kirchhofes in Mariendors, Eisenacher Straße, aus statt. Der Vorstand. SozIaldemokratiscberVahivereiD 1.1 Uerl. Reiehstagswablkreis. Görlitzer Viertel. Bezirk 193 De» Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Maurer V/ilhelm Rehdanz, Wiener Straße 28, gestorben ist. Ghre feinem Andenken! Tie Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. März, nach- mittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus-Kirch- Hofes in Sleukölln, Hermann- slraß«, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Eeuftcbei' Baoarbeiterverband. Zwelgverein Berlin. Arn 16. März starb unser Mit- glicd, der Maurer Wilhelm Rehdanz (Bezirk Süd-Oft). Ghre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Mitt- wach, den 19. Marz, nachmittags 2'/3 Uhr, von der Halle der Emniausgcnieinde in Neukölln, Hermannstraßc, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 141/10 Her Voretsnö. Am 15. März verschied nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter Bert» Gutzeit im 47. Lebensjahre. 64A Um stille Teilnahme bitten Frans Gutzeit und Kinder. Tie Beerdigung findet heute Dienstag, den 18. März, nach. mittags 4'/, Uhr. von der Halle des Freireligiösen Friedhoss, Pappel-Allee 15/17, aus stall. Bllziaidelllllkralizcbei'Vablisen!!!! L 1 4. Beri. üeicbstagswablkreis. Köpenicker Viertel." Bez. 188. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genossin Frau Berta Gutzeit, Schlesische Str. 27o, gestorben ist. Ghre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4'/, Uhr von der Halle des Friedboses der Frei- religiösen Gemeinde, Pappelallee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Kranzspenden sowie sämtliche Blumenarrangements liefert schnell und billig Faul Gross, UiideDitr.89, Tel. Mpl, 7203. richt, daß mein lieber Mann und guier Vater, der Arbeiter Bennann Löffler am Sonnabend verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, nachm.'/,2 Uhr, vom Trauerhause. Vrunnenstr. 122 aus nach dem städtischen Kirch hos statt. Dies zeigen tiesbetrübt an Frau Löffler geb. B a r t b e l nebst Kindern. 2954b iBtnIaldemoki'aliMfVMei'Liii l. 1 6. Berl. Reiebstagswablkreis Am 15. b. Mls. verstarb unser Genosse, der Arbeiter Hermann Böktler Brunnenstr. 122, Bezirk 616. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags>/,2 Uhr, vom Trauerhause aus auf dem Städtischen Friedhos, Müllersttaße, Ecke Seestraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 226/9 Der Vorstand. Deutseber Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Masch.-Former Hermann Böttier Brunnensli. 122, am 15. März cr., an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenke« k Die Beerdigung findet am Dienstag. den 18. März, nach- mittags>/z2 Uhr, vom Trauer- hause aus' nach dem städtischen Kirchhof in der Müllcrstraße statt. Rege Beteiligung erwartet 115/3 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß am 15. d. M. der Kellner �uxust Müller im Alter von 47 Jahren nach einem kurzen aber schweren Leiden verstorben ist. 29436 DieS zeigen tiesbetrübt an August Bnet-ker und Frau, Köpentcker Straße 137/138. Die Beerdigung findet am Mitt- woch, den 19. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten St. Thonias-KirchhoseS in Neulölln, Hermannstr.. anS statt. Verband der ftMarbeiter Deutschlands. Zahlstelle GroS Berlin. Nachruf! Am 14. März verstarb unser Mitglied Bmil Buchholz. Ehre seinem Andenke«! 56/10 Die OrtSverwaltnng. Deutseber frauspertarbeiter-Verband, Bezirksverwaltung GroS Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Hermann Böhlke am 14. März im Alter von 45 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am TienStag. den 18. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des Genieinde-Friedhoses Steglitz, Bergstraße, aus statt. 63/4 Die Bezirksverwaltung Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herz- lichster Teilnahme und die herrlichen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben Mutter �uxuste Hottmann geb. Speck sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannte» unseren ticsgesühltcsten Dank. 6431 Die trauernden Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Vaters, Bruders, Onkels, Schwagers, Schwieger- nnd Groß- vaters Otto Wolff sagen wir allen Freunden und Bc- kannten, dem Verband der Zimmerer Deulschlands, dem Bcerdigungsverein der Zimmerer Neukölln, dem Gesang- verein der Töpscr und insbesondere unserem lieben Onkel, dem Zimmer- mcister Fritz Wolff für alles, was cr unserem Vater gutes getan bat, unseren herzlichsten Dank. 2944b Im Austrage der Familie: Fritz Wolff. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzsvcnden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen meinen besten Dank. 3931 Frau Giesc ncblt Kindern._ Aurfeiahlung, obMAnzahiiiiigr = Kein Kasslerer.----- Tcppiche, Gardinen, Stores, Portieren, Plüsch-, Stepp- und andere Decken. Maivnor Hufelandstraste 44. /vidizner, Bildcrloden.* Heute und morgen 47/4' Legehühner, garant. junge, beste Leger, III verlaust F. HVegner,'w j2 JW. Dr.Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41,.JÄ 10— 2. 5—7. Sonntags 10— 12. 2—4 Billige Baekartikel. Feinstes Kaiser-Auszugmeht „ Deutsches Auszugmehl „ Weizenmehl.... Zultana, feinste Auslese... »......... Rosinen, grohe helle Frucht.. (T orinthen, feinste...... Niesen-Mandeln, sust und bitter Mandeln lt., süst...... Succadc(Zitronat).... Feinste Hamburger Getrcidehefe Znckcr, fein gemahlen.... Feinste gemahlene Brotraffinade «0 Ps. .18 Ps. 1« Ps. 70 Ps. «0 Ps. 00 Ps. 38 Pf. Pfd. 140 Ps. , Psd. 1 10 Ps. Pjd. 70 Ps. 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März, und Dienstag, den 25. März, den ganzen Tag. ziit»,! Arbeitslose. AW«?! Die Auszahlung der Arbeitslosen-Unterstützung erfolgt für die Kollegen, welche am Donnerstag, den 20., und Freitag, den 21. März, an der Reihe sind, am Donnerstag, den 20. März. Die Kollegen, welche Sonnabend, den 22., und Montag» den 24. März, an der Reihe sind, müssen am Donnerstag, den 20. März, Mitgliedsbuch und Arbeitslosenkarte auf dem Arbeitsnachweis abgeben und erhalten am Sonnabend, den 22. März, ihre Unterstützung in der für Sonnabends festgesetzten Reihenfolge. Die am Dienstag, den 25. März, fällige Unterstützung wird am Mittwoch, den 26. März, mit ausgezahlt. Sonntag, den ÄS. März(1. Osterfeiertag): UraniasVorstellung: Daubenftraste 48/19: Paris und die Königsschlösser (Vortrag mit Lichtbildern). 80/14 Eröffnung des PhyfiffaaleS 4 Uhr, Beginn der Vorstellung pünktlich 5 Uhr. Billetts inkl. Garderobe a SS Pf. sind im Bureau, Engeluser 14, zu haben.____ Korbmacher. Mittwoch, den 19. Mörz, im.GewerkschaftShaus-, Saal 4 (Arbeitslofensaal), Engelufer 44: Spaneken-Vefkammwngs Tagesordnung: l. Der Arbeitsnachweis als Kampsmittel im Wirtschaftsleben. Referent: Kollege R. Leopold. 2. Derbandsangelegenheilen. 3. Branchenange- legenheiten.— Mitgliedsbuch legitimiert. H.& P. Uder. Berlin 80. 16, 9 engcl-Clfer 5, Takak-Crroßhandlnng und Tabakfabrik. jV" Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten."VB Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiedervertäufer. Größte Auswahl gelagerter Xlgarren in allen Preislagen. Sämtliche be- SftfwotsAl'j'AM zu Originalpreisen. kannten Marken ÄlJjdS wllwll Amt 4, 3014. Trinkt. " WERmulh Frucht T runk schmackhaft— magenstärkend Kein Branntwein— Kein Likör CaramdzJ&ter Alkoholarm- Aerzflich empfohler |VI$bcl-Hngebot. Solides Mödelgelchäst liefert bürgerliche Wohliungseinrichtunzeli sowie ein« zelne Möbel gegen mäßige Zinsvergütung bei kleiner 3luzahlung u. geringen monatlichen Teilzahlungen. Anfragen unter Pajllagerfarte 70, Postamt 58, Kein Abzahlungsgeschäft. Berlins und Dmgegend. Dienstag, den 18. März, abends Pünktlich 81- Uhr: (jeneral-Yersammiuiigeii der sechs Kerliner ReichstagswahlKreije. Gemeinsame Tagesordnung aller Versammlungen: 1. Bortrag über: MÄzei'i'Ungenlchaften und preußische Aahlrechtsbewegung. AWkllnng der Knndidnien zur Lnndtngswlihl. I. WsKIIeness Coroua-Prachtfäle, Kommandantenstr. 72 Referent: Genosic Heinrich StrSbel. 2. Wahlkreis Bock-Brauerei, Tempelhofer Berg Referent: Genoffc LefMallll Nllllef. 2. Wahlkreis Dresdener Kasino, Dresdener Straße 96 Referent: Genosse HlKOdOI' GlOCkß. 4. Wahlkreis Konzert- und Festsäle, Koppenstraße 29 Referent: Genosse Älfolf klMSIM. 5. Wahlkreis Königssäle, Neue Königstraße 26 Ä?**?.) Referent: Genosse ROÖerl ScMÜl 6. Wahlkreis Germania-Prachtsäle, Chausseestraße 110 Referent: Genosse(lilOI'g LCdCbOUF. Zlewaltuilgsstellt Kerliv. C. 54, Linienstr. 83—85. Verwaltung: Kassierer: Arbeitsnachweis: Telephon: Amt Norden 1987. Amt Norden 185. Amt Norden 1239, 9714. Mittwoch, den 1». März lftl3, abends 8'/» Uhr: Branchen-Versammlung der Schmirdk, Kessklschmiedt und Alltogeuschweißtr in BökerS �estsälen, Weberstraßc 17. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollege» Adolf»le OriBvcrwaltunK. Oeffentl. Versammlung. Ist Jesus gekreuzigt? Bortrag des Landtagsabgeordneten'£10�111(11111 a« Karfreitag, den 21. März, abends 0'/, Uhr, in Kliems Fest- sälen, Hasenheide 13— IS. - Nach dem Vortrage Diskussion.————— Export nach allen Weltteilen. Löwen-Urgold in Kannen, Siphon», Flascbeo Uberall küuHlch oder Ferompr. Nord. 10370—»10 372, Löwen- Brauerei A.-C. Eintrittspreis 10 Pf. 53/7» Der Sinberufer. A Harndt, Pappclallcc 15. Pakete zn 10, 20 und 2$ Pfennig. Fabrik: Urban Jk Lemm, Charlottenburg. lerliner r�ygar/'A wiitHBMM— iaiaaiai— LUict 2 Pf. erontwortlichcr Redakteur: vlfrcp�Wielepp�Neukölln. Für den gnjeratemeU verantw.: Ttz�locke.Lerlm. Druck u. Perlag: Porwärt» Buchdrücke rei u.«ertagsänstalf Kaut Singer a. fco, Kerlin SWi Kr. 65. 36. Iahrgaug. 2. KeilM des.loririirtö" Serliner PoMiitt Post«!!, 18. Wik! 1913, StsMilche! zur lüechtlprechung in llnssllveriicherungsischen. g. h. Der soeben erschienene Geschäftsbericht deS Reiche Versicherungsamtes für das Jahr 1913 bringt wieder die Ueberficht über die Rechtsprechung in Unfallversicherungssachen. Das Bild, das die Ueberficht gewährt, ist in diesem Jahre von besonderem Wert, weil das Jahr 1912 das letzte ist, in dem die früheren gesetzlichen Bestimmungen über daS Verfahren in Kraft waren. Mithin gibt uns die jetzt vorliegende Ueberficht die Möglichkeit für ein ab schließendes Urteil über die Entwickelung der Recht- s p r e ch u n g in den von der Ueberficht erfaßten Punkten. Die Zahl der berufsfähigen Bescheide weist eine eigentümliche Schwankung auf. Es wurden erlassen im Jahre 1998 im ganzen 422 912 berufungsfähige Bescheide .. 1999„, 422 976 ., 1910.. 416913 ,„ 1911„. 409 284 , 1912.. 424 855 In den Jahren 1919 und 1911 sehen wir einen beträchtlichen Rückgang, dem aber im letzten Jahre eine um so größere Zunahme gefolgt ist. Die Zunahme deS letzten Jahres ist aber fast ganz auf die gewerbliche Unfallversicherung beschränkt: hier ist die Zahl von 232 877 im Borjahre auf 248 967 im letzten Jahre gestiegen. In der landwirtschaftlichen Unfallversicherung dagegen ist sie fast unverändert geblieben: 176 788 gegen 176 407 im Vorjahre. Wodurch die Schwankung in der gewerblichen Unfallversicherung herbeigeführt ist, läßt sich im einzelnen nicht genügend übersehen, da die Angaben, die hier in Betrcht kommen— die Zahl der zum erstenmal entschädigten Unfälle und die Zahl der Bescheide wegen veränderter Verhältnisse— nur für die ganze Unfallversicherung vorliegen. Nach einer vorläufigen Ermittelung belief sich die Zahl aller Unfälle, die bei den BerufSgenossenschaften, Reichs-, Staats-, provinzial- und gemeindlichen Ausführungsbehörden zum ersten Mal entschädigt worden sind, im Jahre 1998 auf 141 848 .„ 1999, 136 441 . 1919. 132 718 , 1911, 133 365 . 1912, 137 445 DaS letzte Jahr weist eine verhältnismäßig große Zahl derartige. Unfälle auf. Sie erreicht jedoch nicht die Zahl des JahreS 1998 Trotzdem ist die Zahl der berufungsfähigen Bescheide im Jahre 1912 um fast 3999 größer als im Jahre 1993. ES muß daher noch der andere Umstand in Betracht kommen. Unter den berufungsfähigen Bescheiden waren solche, die eine neue Feststellung der Entschädigung infolge Veränderung der Wer Hältnisse, Ruhen der Rente und Abfindung zum Gegenstand hatten, im Jahre 1998 im ganzen 183511 . 1999.„ 186 601 . 1910„, 185 348 . 1911„. 179 264 . 1912.„ 185 842 Hier finden wir das letzte Jahr mir einer recht hohen Zahl, die hinter der höchsten— des Jahres 1999— nicht weit zurückbleibt. Demnach ist anzunehmen, daß zu der außergewöhnlich hohen Zahl der Bescheide in der gewerblichen Unfallversicherung sowohl eine größere Zahl von Unfällen als auch eine größere Zahl von Herab- setzungen der Rente infolge Veränderung der Verhältnisse mit- gewirkt haben. Die BerufSgenossenschaften konnten nach dem bisherigen Recht die llnfallentschädigung durch Bescheid nur innerhalb der ersten fünf llotenklage. vocv von Cränen wollen wir nichts wissen» nichts von Klagen oder stillem Schmerz um die Opfer, die er hingerissen, jener zweimal blutigrote März. Sie, von denen uns die Lieder melden, fielen ohne CQehruf und Segrein. Ziemt es uns, den Snkeln jener neiden, die wir feiern wollen, weich zu sein i Enden tSne untre Cotenhlage, fett und festlich, wie ein Kämpfer fingt, daß sie laut an alle Obren schlage, daß sie werbend durch die Länder klingt. Wie ein Hufschrei soll das Lied erschallen, wie ein Schwur und eine Zuversicht, daß auch uns, wenn dann die CdOrfel fallen, daß auch uns nicht neldenmut gebricht. preist die Welt seit alters den Heroen, der im Kampfe fiel fürs Vaterland, haben endlich wir den wahrhaft hohen, einzig höchsten Opfertod erkannt. Lauter tönt das Lied zu ihrem preise, die gefallen für das beste Gut. stiieht für eines Volkes enge Kreise» für der Völker freibelt floß ihr Blut. ?a, kein Opfer will ihr Cod bedeuten nur für eines Volkes kurze Zeit; dieses Opfer gilt für alle Zeiten, gilt der Menschheit und der Menschlichkeit. Rudolf franz. Erinnerungen au die Märztage. Die authentischen Dokumente über die Berliner Märztage Von 1848 mehren sich begreiflicherweise nur spärlich. Einmal werden der Augenzeugen immer weniger, dafür wird andererseits, da sie Vorwiegend dem gesättigten Bürger- tum angehören, das Bedürfnis, den revolutionären Geist ihrer Ver- gangenheit zu verleugnen, immer stärker. Eine der weniger be- kannten Reminiszenzen an das revolutionäre Berlin findet sich in den vor einem Jahrzehnt erschienenen Erinnerungen von S e- bastian Hensel(«Ein Lebensbild aus Deutschlands Lehrjahren�). Um 1839 als der Sohn des Malers Wilhelm Hensel und der Schwester Felix Mendelssohn- Bartholdys, Fanny, zu Berlin geboren, bezog er 1343 das Köllnische Gymnasium. war zunächst Landwirt in Ostpreußen, bis er schließlich im Berlin der � Jahre von der Rechtskraft der ersten Feststellung ab neu feststellen. j Später durste dies nur auf Antrag durch Entscheidung deS SchiedS- gerichts geschehen. Derartige Anttäge wurden anhängig demacht: im Jahre 1912 in 47 782 Fällen ,„ 1911„ 45 667, , 1919. 49 481„ „ 1909, 39 315. . 1998, 32 980. Wiederum zeigt sich eine verhältnismäßig große Zunahme, deren Bedeutung wir aber erst dann richtig erkennen können, wenn wir die Zahlen für die gewerbliche Unfallversicherung und für die landwirtschaftliche neben einander stellten. Die Zahl der Anträge betrug in der gewerblichen landwirtschaftlichen Unfallversicherung 1912 34 294 13 578 1911 31 191 14 566 1919 26 938 13 543 1999 25 694 18 621 1998 19 267 12 813 Die Zunahme beschränkt sich fast ausschließlich auf die gewerb liche Unfallversicherung. Im letzten Jahre weist die landwirtschaftliche Unfallversicherung sogar eine Abnahme auf. Die landwirtschaftliche Unfallversicherung ist aber über den Verdacht erhaben, daß sie mit einer gar zu großen Rücksicht auf die verunglückten Versicherten be- lastet sei. Trotzdem ist ihr die gewerbliche Unfallversicherung in der — Kunst, die Unfallentschädigungen herabzusetzen, offenbar sehr überlegen. Hoffentlich werden die neuen gesetzlichen Bessimmungen für das Verfahren diese Kunst erschweren.(Siehe Anmerkung am Schluß.) Fast alle Anttäge gehen nämlich'von den Berufsgenossen� schaften auS: beinahe 94 Proz. Die Zahl der Stteitsachen, mit denen sich die Schiedsgerichte (Oberverficherungsämter) zu befassen hatten, bettug: im Jahre 1912 insgesamt 134 567 «„ 1911, 130 373 ,. 1910„ 129 161 .. 1909. 130 923 „ 1908. 120 848 Bon den Fällen, die die Schiedsgerichte entschieden haben, fielen auS zu Gunsten des Rentenbewerbers Versicherungsträgers 1912.. 17 714 Fälle 84 142 Fälle 1911.. 18 987, 85 811. 1910.. 19 713. 88 972, 1909.. 20 517. 83 781. 1908.. 19 325 76 034. DaS Verhältnis hat sich im Laufe der letzten Jahre nur un- wesentlich verschoben. Die große Mehrzahl der Streitfälle wird zu Ungunsten der Rentenbewerber entschieden. Dies hat einen doppelten Grund. Zunächst sind die gesetzlichen Bestimmungen für die Renten bewerber sehr ungünstig. Viele Rentenbewerber können es nicht be- greifen, daß sie nicht mehr zu verlangen berechtigt seien, als ihnen die Berufsgenossenschaften bieten, und glauben den Sachverständigen nicht, die ihnen von einer Berufung abraten. Außerdem kommt aber sehr in Bettacht/ daß es für die Rentenbewerber schwer ist, die Beweise für ihre Behauptungen beizubringen. Nament. lich leiden sie darunter, daß sich viele Aerzte weigern, ein Gutachten gegen ein zU ungünstiges Gutachten des von der Berufsgenossenschaft ausgesuchten Arztes abzugeben. Diese Umstände wirken in der Landwirtschaft noch stärker als in der Industrie. Daher erklärt es sich, daß der Anteil der zugunsten des Rentenbewerbers entschiedenen Fälle in der gewerblichen Unfall- Versicherung etwa? höher ist als in der landwirtschaftlichen. Auch hier ist eine Besserung von den neuen gesetzlichen Bestimmungen zu erhoffen, da den Rentenbewerbern die Beschaffung der ärztlichen Gut achten erleichtert worden ist.(Siehe Anmerkungen am Schluß.) Gründerzeit sein eigentliches Feld zu finden wußte: die Einführung der Wiener Cafös in seiner Vaterstadt, die Errichtung des Kaiserhofs, die Anlage der Voßsttaße u. a. m. gehen auf ihn zurück. Diese Wandlung von dem gleichmäßig kunstbeseelten wie demokrattschen Geiste des Mendelssohnschen HauseS, welch letzterer auch in der Lust des damaligen Ostpreußen seine Nahrung fand, zu der industriell- utilitaristischen Gesinnung der siebziger Jahre, kurz die typische nationalliberale Degeneratton, spiegelst sich auch in der Wiedergabe seiner Erinnerungen; was zweifellos ihm und seinesgleichen damals Herzenssache gewesen war, möchte er jetzt ironisieren und durch eine gewisse Schnoddrigkeit ins Banale ziehen. Trotzdem bleibt er ein guter Beobachter und Schilderer, der uns ebenso von dem ent- flammten revolutionären Geiste seines LateinlehrerS Benary, wie von dem des Schülers selbst zu berichten weiß, als er das Thema des Abiturientenaufsatzes von Ende Februar 1848:.Not gibt Kraft' kühn im Sinne der kommenden Tage behandelt hatte. Der Erfolg der Märztage gab den aufrührerischen Gedanken des Primaners die Sanktion. Ueber die historischen Vorgänge lassen wir ihn selbst reden: „Am 18. März, einem Sonnabend, ging ich nachmittags über den Schloßplatz nach dem Laboratorium des Köllnischen Gymnasiums. Tausende von Menschen füllten den Platz, jubelnd. Hurra schreiend in dem Gefühl endlicher Erlösung und froh des gemachten Anfangs. Plötzlich erschien Militär, Dragoner ritten in die dicht gedrängten Massen hinein, ich kroch unter dem Bauch eines Pferdes durch und eilte die Breite Straße hinab. Alles war wild auseinander gestoben, ein paar Schüsse fielen, und als ich am Gymnasium ankam, wurde ein großer Omnibus umgestürzt, quer über die Straße geschleift. einige andere Fuhrwerke dazu geworfen, das Pflaster blitzschnell auf- gerissen, und eine mächtige, die ganze Breite Straße sperrende Barrikade wuchs wie durch Zauberei empor. Ich half, was ich helfen konnte, und ging dann ins Gymnasium. Da war alles wüste und leer, das Laboratorium geschlossen, kein Lehrer, kein Schüler an- wefend". Die vorläufige Ruhe ließ Hensel gettost zu seinem Mittag- essen im Hause des Onkels Dirichlet kommen, wo man jedoch seine Absicht, nachmittags auf die Barrikade zu steigen, durchaus nicht würdigte und ihn daher kurzerhand einschloß. .Der lange Abend und die Nacht vergingen in banger Er- Wartung: man hörte das Kleingewehrfeuer, das Donnern der Artillerie, an verschiedenen Stellen war der Horizont von Feuer- schein erleuchtet, am intensivsten nach dem Oranienburger Tor zu, wo große Artillerieschuppen niederbrannten. Endlich gegen Morgen wurde es ruhiger und man ließ mich hinaus. Ich eilte sofort nach meiner Barrikade, unterwegs waren schon viele Spuren des Kampfes sichtbar. Tote wurden auf Bahren durch die Straßen getragen, umringt von heulenden und tobenden Menschenhaufen— man sah plötzlich Gestalten von einer Wildheit und Ver- Wahrlosung, wie man sie früher nie gekannt hatte. AIS ich das Gymnasium erreichte, sah ich ein unsägliches Bild der Verwüstung. Die Barrikade war zerstört. Tote lagen darauf herum, das Haus der damaligen d'Heureuseschen Konditorei(heute Leineweber). daS die Breite Straße vis-a-vis dem Palast abschloß. war buchstäblich mit Kugellöchern gespickt, der schrecklichste Anblick war aber das Gymnasium selbst. Hier hatten sich die blusigsten Kämpfe abgespielt, auf den Fluren lagen die Leichen, die Treppen hinunter floß noch das Blut, alle Klassenzimmer lagen fußhoch voll Die Zahl der beim Reichsverficherungsamt anhängig gewordenen Rekurse bettug: im Jahre 1912 insgesamt 22 827 „„ 1911„ 24 184 , 1910. 25 666 „„ 1909, 25 234 ,. 1908. 22 552 Die Zahl ist seit dem Jahre 1919 ständig gefalleu: ein Beweis, daß das Geschrei über die immer schlimmer werdende Belastung des Reichsversicherungsamts überttieben war. Die Abnahme ist dadurch herbeigeführt, daß in einem immer kleineren Teile der Fälle Rekurs eingelegt wird. Auf je 199 rekurs- fähige Schiedsgerichtsurteile entfielen im Jahre 1919 noch 28,79 Rekurse .. 1912 nur 25,72 Der Rückgang zeigt sich sowohl in der gewerblichen Unfall- Versicherung, als auch in der landwirtschaftlichen und sowohl bei den Rekursen der Rentenberechtigten als auch bei denen der Ver- ficherungsträger. Der Ausgang der Klagen ist auch vor dem ReichSverficherungS- amt in den meisten Fällen für die Rentenbewerber ungünssig, jedoch ist eine allmähliche Besserung in dieser Beziehung nicht zu ver- kennen. Dies verdanken die Arbeiter fraglos der segensreichen Tätig- keit ihrer Arbeitersekretariate. A n m. Ob die Besserung, die hier von den seit dem 1. Januar in Kraft getretenen Vorschriften erhofft wird, in der Tat eintteten wird, erscheint sehr ftaglich. DaS seit dem 1. Januar in Kraft ge- tretene Verfahren dürfte in seiner Gesamtheit eher als eine erheb- liche Verschlechterung selbst des bestehenden ZustandeS z» be- ttachten sein._ Zum Sterukliel-Prozeß. Aus Arbeiterkreisen gehen uns unter anderem folgende Zeilen zu: Der Sternickel-Prozeß, der in so schrecklicher Weise beendet wurde, gibt doch zum Denken besonderen Anlaß. Es sollen nun Menschen mit dem Tode büßen, was die Gesellschaft durch die heusige Wirtschaftsordnung sündigt. Ich möchte mich hier nur mit den Verhältnissen beschäftigen, in denen sich hier die drei fügend- lichen Arbeiter, der 17jährige Willi Kersten, dessen ISjähriger Bruder Georg und der 18 Jahre alte Franz Schliewenz kurz vor ihrer Tat befanden. Wer in ähnlichen Verhältnissen auf der Wanderschaft war, wer es kennt, monatelang arbeitslos zu sein, der weiß, daß täglich Vergehen vorkommen würden, wenn die Arbeiterorganisasionen nicht da wären. Diese geben durch ihre Unterstützungseinrichtungen, aber vielmehr noch durch die Festigung der Moral dem Mitglied einen sicheren Halt. Aber trotzdem suchen Regierung und deren Schützlinge, die poli- tischen wie die gewerkschaftlichen und wirtschaftlichen Organisa- tionen der Arbeiter niederzuhalten und zu schädigen und be- günstigen dadurch doch nur die Unmoral. Würde die bürger- liche Gesellschaft, die über die Mörder den Stab bricht, vorerst für gesetzliche Festlegung kurzer Arbeitszeit sein, würde die Volks- schule frei werden von Bibelsprüchen und von Legenden über Fürstentaten: eine Verminderung solcher Straftaten wäre die Folge. Aber der Kapitalismus will ja Nicht sein eigenes Grab schaufeln. Daher auch der Kampf gegen Arbeiterbildungsbestre- bungen, Turnvereine und unsere Jugend. Mit Wohltätigkeitsein- richtungeu sucht'die Gesellschaft ihre Güte zu beweisen. So ist auch das HerbergS- und Wandererverpflsgungswesen gegen früher eine solche Einrichtung. Aber sie ist auch danach und birgt viele schlechte Keime. Tagsüber ist der Handwerksbursche die Landsttaße gewandert und mit oft durchnäßten Kleidern ins Städtchen ge- kommen. Umsonst hat er Arbeit gesucht und findet in der Herberge Rast. Hat er kein Geld, so muß er dafür einige Stunden, oft bis zum halben Tage, arbeiten. Es ist schrecklich, schon durch Unter- ernährung entkräftet, noch etwa einen halben Tag Holz zerkleinern. Steine klopfen oder Wasser ttagen zu müssen. Vielfach gibt eS dann nach kurzer Zeit Blutblasen an den Händen und bei Krank- sein liegt es im Belieben der Verpflegungsstelle den„Kunden" abzuschieben oder zu behalten. So lag eS ja auch mit den Ver- Pflastersteinen, die hinaufgeschleppt waren, um den stürmenden Soldaten auf die Köpfe geworfen zu werden.' Geschmückt mit dreifarbigen, schwarz-rot-goldenen Kokarden und Schleifen, die in improvisierten Buden feilgehalten wurden, sucht der Abiturient in Begleitung eines Mitschülers seinen Direktor August auf, den er durch einen Säbelhieb verwundet und in tiefer Trauer über den Tod ffeines Neffen Holtzendorff findet; dieser war für den Versuch, seine Tante zu schützen, von den eindringenden Soldaten grund- und zwecklos massakriert worden. Auf der Treppe ttafen die Herren Primaner ihren Cieero-Lehrer, Herrn Selckmann—„und er bat uns um Feuer, denn natürlich rauchten wir. Da wurde uns klar, daß wirklich eine neue Aera der Weltgeschichte angefangen habe: Selckmann mit einer riesengroßen schwarz-rot-goldenen Schärpe, Selckmann— uns nicht nur ruhig rauchend sehend, sondern uns kardial und kamerad- schaftlich um Feuer bittend— es war ungeheuer.... Bon da ging ich zu Paul Mendelssohns und fand sie in tiefer Trauet: Gott- hold Heine, Tantens Bruder, hatte einen Schuß in den Hinterkopf er- halten und starb nach wenigen Stunden. So sah ich die Folgen des Kampfes aus nächster Nähe und konnte Gott danke«, so davon ge- kommen zu sein.' Angesichts dieser Ereignisse war an das mündliche Examen, das dem beendeten schriftlichen hätte folgen sollen, vorderhand nicht zu denken, vielmehr hatten die Herren Primaner auch nichts Besseres zu tun, als„Bürgerwebr' zu spielen und unter Führung ihres Direktors ein fliegendes Korps zu bilden; equipiert mit Artillerie- schleppsäbel,' weißer Mütze mit trikolorem Rand und einer Art Schützenjoppe nahm man das Pdssagierzimmer der Hauptpost zum Hauptquartier. Als Mitglied dieses Korps war Hensel� denn auch Augenzeuge der Szenen vom 21. und 22. März, da der König einmal unter Führung des Tierarztes Urban seinen Umritt durch die Sttaßen hielt und zu einer Ansprache genötigt wurde, und dann am Tage der Beisetzung der Barrikadenkämpfer seinen ebenfalls recht unfrei- willigen Respekt durch Hutabnehmen bezeugen mußte..Peinlich' nennt Hensel spater diese Szenen, aber er fügt doch gerecht genug hinzu: „Unbegreiflich ist eS mir stets gewesen, wie der Mamr, der da- mals so gänzlich den Kopf verloren hatte, sich so tief erniedrigt hatte, später eS übers Herz bringen konnte, andere wegen lange nicht so schlimmer Taten in dieser Zeit zu besttafen.' Prostitution und Schauspielkunst. In der Rachtversammlung, in der über die Not der Kinoschauspieler verhandelt wurde, kam auch zur Sprache, daß Prostituierte als Kinoschauspiele- rinnen agieren. Unter den bürgerlichen Zeitungen, die von dieser. Tatsache mit einigem Erschrecken Notiz nahmen, befand sich auch das „Berliner Tageblatt'. Wir möchten mit diesen Zeilen die Frage aufwerfen:„Warum? Warum so schamhaft, wenn man so gut unterrichtet ist, wie es die kundigen Thebaner im Feuilleton deS„Berliner Tageblatts' sind?' Daß eine Prostituierte sich unter die Kinoschauspielerinnen ver- irrt, würde sich am Ende ertragen lassen. Schlimmer ist es schon, daß in unserem ganzen normalen Theaterleben die Prossitution sozusagen zum Handwerk gehört. Die Schauspielerinnen müssen sich rerch« Freunde anschaffen, um die K o st ü m e bezahlen zu können, die ihnen der Herr Direttor nicht bezahlt. Die Kosten des m o- deinen Kostüms zwingen die Schauspielerinnen zur Prostitusion. Serickts- Zeitung Stadtvcrordneteiinersammlungen dürfen den Ttadtoerordnetcn nicht gfncrclt Freifahrt nuf der Straßenliatin bewilligen. Ein interessanter Rechtsstreit beschäftigte das Preußische Ober- verwaltungsgericht. Die verschiedenen Städteordnungcn enthalten folgende Bestim mung:„Stadtverordnete erhalten weder Gehalt noch Remuneration und ist nur die Vergütung barer Auslagen zulässig, Ivclche für sie urteilten Schliewenz und Georg Kersten in der Herberge in� Müncheberg. Als sie infolge Krankheit die Arbeit nicht leisten konnten, pflegte die Christcnbeit sie nicht, sondern sagte sie davon. Da kam die Versuchung. Ter Versucher sprach: Ein Bauer hat fünfzigtausend Wiork geerbt, so viel brauche er nicht, also nehmen wir, die bedürftig sind, einen Teil. War da schwer zu entscheiden, ob man im kalten Januar im Freien kampieren sollte, um viel- leicht erfrierend im Ehausseegraben zu enden, oder es lieber vorzu- ziehen, den Griff in eine gefüllte Kasettc zu tun? Im Geiste sahen sich die. Wanderer bereits in dem Hause des Bauern, dem ja nichts zuleide getan werden sollte. Sic sahen sich wieder mit geldgefüllten, Taschen fortgehen.... Also nicht verrecken, sondern leben! I aus der Ausrichtung von Aufträgen erwachsen." Unter andcrm ist Haben die Drei daran gedacht,' daß sich dies Bild verändern könnte? diese Bestimmung im§ 58 der Rheinischen Städtcordnung und im Wohl kaum! Ter Versucher hätte sicher nicht so leichtes Spiel§ 61 der Städteordnmrg für die sieben östlichen Provinzen enthalten. gehabt, wenn den kranken Arbeitern die bekannte Kompottschüssel Wegen Verstoßes gegen diese Vorschrift hatte der Obcrbürger- nicht— vorenthalten worden wäre. meistcr von Mülheim an der Ruhr einen Beschluß der Mülheimer Man sieht also, daß die Besitzenden die Armen verkommen Stadtverordnetenversammlung vom 29. Februar 1912 beanstandet. laiien. Wie sittlich boch stehen dagegen diejenigen, die trotz ihrer welcher dahin ging, allen Stadtverordneten auf allen Linien der Ktti WSÄÄKk«A-?-.»T ST.?»rST- �""TZST Verbandsbuch fehlte und dieses wurde vom Funktionär ,,gch"�'ie ferner geltend, datz der BeMuß auycr gegen die �rtadtc- Berlin gesandt. Ich war nun drei Tage lang ohne einen Pfennig I oiduung auch gegen si.1 Abf. � de» Klembahngc>etzes verftoße, wo- Geld. Da waren es alte Leute, die vom Betteln leben muhten � Ermäßigungen unzulässig feien, wenn sie nicht unter gleichen und ganz uneigennützig für mich jungen Fremden sorgten. Die Bedingungen jedermann zugute kämen. drei Tage waren sehr lehrreich. Ich erkannte hier wie auch später Die Beanstandung des Stadtverordnetenbeschlusses erfolgte ge Intelligenz, Moral und Herzensgüte unter manchem zerrissenen mäß dem§ IS des Zuständigkeitsgcsetzes, durch Ivelchen die Be- Kittel. Die bürgerliche Gesellschaft hat' freilich diese Artikel in Geld erstickt. Wie man zum Räuber werden kann, zeigt' folgende Begeben heit. die mir und zwei anderen Deutschen im südlichen Italien passierte. Es regnete furchtbar. Um einen kürzeren Weg zu nehmen, mußten wir einen Waldkegcl überschreiten. Wir ver stimmungcn der verschiedenen Städteordnungen entsprechend modi fiziert sind und welcher lautet: ..Beschlüsse der Gemeindevertretung jStadWerordnetenvcrsamm. lung) oder des kollegialischen Gcmemdevorstandes, welche deren Befugnisse überschreiten oder die Gesetze verletzen, hat der Ge- irrten uns niid mußte., mehrere Stunden in einem vom Wasser meindevorstand(Magistrat) beziehungsweise der Bürgermeister, ent- gezeichneten und jetzt auch vom Regen gefüllten Weg gehen. Der stehenden Falles auf Anweisung der Auffichtsbehörde, mit auf- Waid selbst- war unpassierbar. Schließlich ging es durch ein schiebender Wirkung, unter Angabc der Gründe, zu beanstanden. Dornengebüsch, das unsere leichten Mäntel zerriß. Dann kam cnd- Gegen die Verfügung des Gcmeindevorstandcs l Bürgermeisters> l,w eine Besitzung in Sicht. Der Inhaber weigerte sich, uns steht der Gemeindevertretung beziehungsweise dem kollegialischen k'w"- zu essen zu geben, auch nicht gegen Geld� Da übermannte Gcmeindcvorstande die Klage im Verwaltungsstrcitverfahrcn zu." uüs doch der Zorn und wir nahmen in seinem Beisein Feldfrüchte, Rüben aus seinem Garte» und aßen.'Das hatte der gute Mensch>,- � S�brterorbnetc.Bersammtung von Mülheim kl°gte nun n.wt erwartet und- schämte sich: er bot uns Speise an. die wir 1 b"" �'rksousschuß auf Aufhebung der Beanit-ndungsverfugu..g dann ablehnten. Wa? wäre wohl geschehen, wenn der Mann � Oberbürgermeisters. Eie machte geltend, sie habe sich inner- rabiat geworden wäre? Dann würden die bürgerlichen Zeitungen gezetert Häven über die Bande, die eine friedliche.Besitzung über siel usw. Iltid wir wollten doch nur unseren Hunger stillen. Wir hatten durchaus nicht das Bedürfnis, silberne Lössel zu stehlen. Auch im berühmten Pommcrnland konnte ich recht ideal« Zu stände in den Wanderverpflegungsstellen feststellen. Ideal nach den Begriffen derjenigen, die an ihrer Tür das Schild haben:„Mit glied des Vereins gegen Wanderbettelei". Behauptet wird stets, daß der Handwerksbnrschc, ohne betteln zu müssen, auskommen könue. Das wallte ich gründlich probieren, entledigte mich aller halb des Rahmens ihrer Befugnisse gehalten und auch die Gesetze nicht verletzt. Ter Beschluß lasse sich sehr wohl decken durch die Bestimmung der Städteordnnng, wonach bare Auslagen zu erstatten zulässig sei, welche für die Stadtverordneten aus'der Ausrichtung von Aufträgen entstehen- Darunter falle auch der generelle Auftrag zur Wahrnehmung der Geschäfte eines Stadtverordneten, der in der Wahl durch die Bürgerschaft liege. Der Oberbürgermeister stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, daß als Aufträge im Sinne der fraglichen Bestimmung der Städteovdnung nur solche in Betracht kämen, die den Stadt es sei ihm irrtümlich ein Platz in einem NeKensalon angewiesen worden. Und er wurde im Georgssaale placiert und durfte die �Allerhöchsten�" mit eignen Augen beschauen. Und die rebellischen«Sozialdemokraten wollen noch immer nicht glauben, daß wir in Rußland eine Konstitution haben! Das nächtliche Gespensterluftschiff spukt in Obers chl'es i c'n weiter. Nachdem vor etwa zwei Woche» nachts ein angeblich russisches Luftfahrzeug von meh- rcren Personen beobachtet sein wollte und der Landrat des Kreises Tarnowitz sogar eine Belohnung von 109 M. für die Feststellung der Besatzung von Flugschisfen und Flugapparaten ausgesetzt Hot, verdichtet sich jetzt die Spukgeschichte mit dem nächtlichen Besuch fremder Luftschiffe immer mehr. Aus Ra dz ionkau O.°S. berichtet der„Obcrschlcsischc Courier" allen Ernstes, daß der Berg- mann Langner in der dritten Morgenstunde am 5. März c i n fremdes Luftschiff beobachtet bäbc, das sogar eine L a n- d u n g auf der V i k t o r i a st r a ß e vorgenommen habe. Langner soll sogar um Auskunft über die Gegend ersucht worden sein. Nach Erhalt derselben sollen die Luftschiffer mit ihrem Fahrzeug wieder davongefahren sein in der Richtung nach der russischen Grenze zu- Nach den Wahrnehmungen Langncrs befanden sich vier zum Teil bewaffnete Passagiere(!) in denr fremden Luftschiff, außerdem führten sie ein Fahrrad mit. Anscheinend handelt es sich um einen vorzeitigen Aprilscherz. Im Ernst wird doch kein Mensch glauben, daß ein Luftschiff in einer Straße eines dicht bevölkerten Jndiistrieortes landen kann, und dabei nur von einer einzigen Person beobachtet wird. Barmittel, ivas ja nicht schwer war, und ging von Stettin aus ins«raoieownung nur foime in werraau lamen, oie oen«.laor- Land der Puttkameruner. Nach sechs Tagen erhielt ich Arbeit, �dneten von der Stadtverordnetenverfammlung. von e.ncr Mein Magen war aber so zugerichte!, daß ich in den nächsten stadtifchen Kommlffton oder vom Burgermeister l beziehungsweise Wochen nur sehr wenig essen konnte und Mühe hatte, die Arbeit Magistrat) erteilt würden im Interesse der städtischen Verwaltung. zu leisten. Außer aus einer Station, die durch ein Vermächtnis In solchen Fällen könnten die baren Auslagen berechnet werden erhalten wird, gab es tagtäglich Pellkartoffeln und.Heringe, selbst- Auf jeden Fall sei es unzulässig, generell Freifahrt auf der Straßen redend von der besten Sorte. Die Waschgelegenhcit war spärlich, bahn beziehungsweise eine generelle Freikarte für diese den Stadt Nachtlager zumeist Stroh, dessen Bewohner auch nicht ruhig waren, verordneten auf Kosten der Stadt zu bewilligen. Morgens dafür Straßenfegcn, Hackselschneiden u a. Nach der Der Bezirksausschuß schloß sich dieser Auffassung des Ober- ans«„'44* Ägrr??-sr»" r"?•*.* sr rf , 0 P, j»- x f•*•vi«-• v.> l&--+rthrh«si*nr ntrm titv sammcnvrechen, der monatelang so leben muß, knnn nicht leicht die Versuchung über ihn kommen und er etwas tun, was seine Lage scheinbar bessern könnte, ihn aber mit den Strafgesetzen in Konflikt bringt? Ist es geschehen, dann schreit„malt" über Ver Wahrlosung. Die bürgerliche Presse kann sich nicht genug tun in abfälligen Aelkßerüngen über die Arbeiterjugend, die den. Dingen freier ins Auge sieht. Möge sie dem Mörder Kapitalismus gegenübertretcn, Tauscnde sterben in den Bergwerken eines gewaltsamen Todes, Taufende müssen auf dem Felde der Arbeit ihr Leben aushauchen, wo ist. hier der Ankläger? Jedem ehrlichen Menschen muß die Ilmge- staltuug der jetzigen Wirtschaftsordnung als höchstes Ziel gelten. Das"weiß j c d c r Theorerkenner: das wissen auch die Feuilleton- rcdakteure im„Berliner Tageblatt". Nun bemühen sich die Schauspielerinnen bekanntlich, im kommen Beschlusses der Stadtberordnetenversammlung für gerechtfertigt. Nebenbei verwies er auch auf den§ 21 des Kleinbahngesetzes. Das Oberverwaltungsgcricht hat sich nun am Freitag auf den selben Standpunkt gestellt und die von der Stadtverordnetcnver sammlung eingelegte Berufung verworfen. Schülermitzhandlung. Wegen Neberschreitung seines Züchtigungsrechts hatte sick gestern der Lehrer Arnold Benzlaff vor der 11. Strafkammer des Land- gcrichts I zu verantworten. Die gegen ihn erhobene Anklage lautete aus fahrlässige Körper Verletzung. Der Vorfall, um den es sich hier handelt, liegt schon zwei' Jahre zurück, die Erledigung des Strafverfahrens hat sich so lange ver- zögert, weil der Kompetenzkonflikt erhoben worden war und darüber erst das Oberverwaltungsgericht sein Votum abzugeben hatte. Herr Vcnzlaff war Lehrer an der 210. Gemcindcschulc: die Klasse, in der er zu unterrichten hatte, wurde auch von dem«schüler Max den'ReitM'heäterges�"'dch�Kusten''deS"nwdernen�! Däumich besucht Diesen versuchte der Lehrer am 20. März ver- D i r e k t o r auszulegett. um auf diese Weise von einem schändlichen gobens zum Nachsprechen eines«-atzes der Regeldetrie zu veranlassen. •v. e.-7,...... I'■TiPr'"l rmr»f fnnfj» Ttpv; Itrh iVrjit ntrTrfTtei»n hprt.wivrnPii mtf Nebenerwerb freizukommen. Bas aber hat daS„Berliner Tageblatt" dieser Bewegung gegenüber getan? E Der Angeklagte ließ sich dazu hinreißen, den Knaben mit dem Rohrstock zu züchtigen, wobei er aber das ihm zustehende Züchti- gungsrecht überschritt. Zuerst mußte sich der Junge über einen Es drohte den Schauspielerinnen mit einer N eduktionl Stuhl legen und einige Hi-vc in Empfang nehmen; als er dann d erjage, falls die Direktoren die Kostümkosten tragen müßten. �»och mcht antwortete und nach Ansicht des Lehrers Trotz be- Es ivollte mithin die Quelle der Prostitution erhalten wissen, die das Leben von Hunderten von Schauspielerinnen in der nieder- trächtigsten Weise vergiftet. Nun aber ist die Bewegung der Schauspielerinnen nur eine T c i l e r s ch e i n u n g des ganzen gewerkschaftlichen Kampfes, in den die modernen Schauspieler eingetreten sind. Soll jene Gagen kündete, wurde er über eine Bank gelegt und wieder mit einigen Hieben mit dem Rohrstock bedacht und das wiederholte sich noch ein mal, wobei der Knabe in gebückter Stellung stand. Der Angeklagte �hat dem Schüler mindestens 10 bis 12 kräftige Schläge verabreicht und diese trafen nicht nur das Gesäß, sondern auch das Schulter blatt und den linken Oberschenkel. Ter Arzt Dr. Lindemann, der reduktion verm�den werden, mit der ralen" Prinzipien mit allen Mitteln. der journalistischen Infamie| �ÄbrcüiiäMgulf 8�0� Da h erunterzurettzen. Wenn es das aber tut, soll eS auch den Blut seines Stand- hiernach das Züchtigungsrecht überschritten worden, so beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten, der seine vielleicht nicht bemerkbar, die wir an den normalen Buhnen mit allen Mitteln.-. 4}° w„„„LU, ,,,«„x-> daß der Augeklagte, dem von, einen Borge, etzten das gunstigste k!..k. 1..!»».«, I Zeugnis gegeben wird und der im übrigen fein Bedauern über den Wenn es so f chrlebe. wurden sich seme �orte, einen Hand ausgesprochen hat. seinerseits wohl nicht der Meinung lungen in der vortrenlichsten Weise decken..\ � Züchtigungsrecht überschritten zu haben. DaS Ge. richt erkannte auf 30 M. Geldstrafe eventl. 2 Tage GefängniS- Notizen. — Bühnenchronik. Stefan Großmann tritt von der Leitung der Wiener Freien Volksbühne zurück. — Das K o mö di enh a u s soll am ö. April unter der Direktion von Adele Hartwig und Toni Impekoven wieder eröffnet Hu s aller CQelt. Bestrafter Servilismus. ■ utiiiim yi...______... Ter stolze russische Dumapräsident Rodsjailko hatte sich auch bei werden"" T ie"Zwftchemegi7rung"� lv ird"t bVs"züin"l"Sepwmber I der Romanow-Feier genötigt gesehen, für die Würde der Reichsduma dauern. ., 777ri« r.., 5 Mn i\ w I h o ch st e n" Herrschaften angewiesen, während die ReichSrats- Schriftsteller Emil �udw ig. der I>nitglieder in aller Nähe derselben placiert wurde». Nach seinem Briei�gegen Wagner ge,chnebcn hat, yt von Willi P a st o r in der> jzi, treffen forderte Rodsjanko die Dumaabgeordneten auf. ihm . täglichen,.„y-u folge» und neben den Reichsraismitgliedern Aufftellung fZorderung� Ludwtg�und. �d�Pastor ablehute, eme genchtltch« Mage� neSme».. was' auK geschah.'-'" einzutreten. In der Kasauschen Kathedrale hatte das Zeremonieamt s. I den Dumaabgeordneten ihre Plätze weitab von de».aller- r, f* e» VI" ix V«- i" A; Ii f ♦ rt t-r StA („wegen ehrenrühriger Behauptungen — Der verspottete Nobelpreis. Der Zeremoniemeister .protestierte und verlangte, daß sich die Dumaabgeordneten Wie aus Madrid j ihrem Präses auf die ihnen angewiesenen Plätze be gemeldet wird, wurde kürzlich int„Theatre de la Comedia" das geben' sollten.' Herr Rodsjanko antwortete, daß er' dem Lustspiel„El prcmio Nobel" zum ersten Male aufgeführt, in dem I Zeremonieaint die Plätze angeben werde, die den Dumaabgeordneten 1__ 1 T« 1 A«* �ITvlttK&AÄ«»»vX A A« A n Sa*a � T-l A f- I*<*,.• V C___ � t T"...«. y r.xf.ei. die beiden bekamiten Dichter Armches und Arbati geistvoll den Nobel- preis verspotten. iorki will nicht nach Rußland zurück. Die zukommen.... Ack, wenn der Herr Rodsjanko in der Duma selbst ein bißchen mehr Rückgrat hätte!- Ein ähnlicher Zwischenfall ereignete sich auch auf dem Parade- russische Amnestie, die zur Feier des russischen Jubiläums erlassen diner im Winterpalais. Dem Dumapräses war sein Platz nicht im wurde, ist ein reiner Hohn. Die wegen politischer Vergehen Ver- Georgssaale, in dem die„Allerhöchsten" speisten, angewiesen worden. folgten sind so gut wie ausgenommen davon, und die wirklich Angekommen, erklärte er, falls der ihm zugewiesene Platz Amnestierten glauben nicht an den Schwindel. Mit Recht will daher der Würde deS Dumapräses nicht entsprechen sollte, sich von der auch G o r ki, den die Regierung, um ihr europäisches Renoinmee Beteiligung am Festessen lossagen zu müssen. Und da geschah ein zu beWeifen, amnestiert hatte, nicht»ach Rußland zurückkehren.« Wunder I Der Oberzeremonienmeifter gab ihm die Erklärung ab, Aus dem heiligen Muckertale. Aus dem Elberfelder Marktplätze wurde vor einigen Jahren der Jubiliäumsbrunnen, eine Nachbildung des schönen Neptunsbrunnens in Trient, errichtet. T-icser besteht aus einer Gruppe von Tritonen, Satprcn und Najaden, in Sandstein aus- geführt. Da die erwähnten Gestalten der Mhthologie sich, wie anderwärts, auch hier ohne Kleidungsstücke ropräsentierten, die- weil in jener Zeit das Schneiderhandwerk noch nicht erfunden war, o erregten die Gestalten den Groll aller Frommen des Wupper» tales. Man veranstaltete Protestversammlungen gegen die ärgernis- erregenden Schandfiguren. Als diese wirkungslos blieben, griff man im Namen der Sittlichkeit zur Eigenhilfe. Gegen die massigen Tritonen vermochte die christliche Menschenhand nichts auszu- richten und auch nicht gegen die runden Leiber der Zlajaden. Aber die nackten männlichen Figuren bildeten treffliche Angriffspunkte der Sittelapostel. In einer schönen Frühlingsnacht wurden die nackigten Satyre der Attribute ihrer Männlichkeit beraubt. So sieben sie heute noch auf dem Markte vor dem Rathause als ein er- bebendes Zeichen der im heiligen Muckertale herrschenden Sitt- lichkeit. Die Dichter Walter Bloem und Wilhelm Hegeler haben die Affäre als Drama und Roman der Literatur dienstbar gemacht. Ein Pendant zu diesem Elbeffelder Muckerstücklein ereignete sich dieser Tage im benachbarten Barmen. In einer Sitzung der„Fortschrittlichen Volkspartei", wo man sich vorher mit der Aufstellung des Kandidaten zur Landtagswahl beschäftigt hatte, wurde unter„kommunale Angelegenheiten" folgende Sache vor- getragen: „Bei der Kreisschulinspektion sei eine Beschwerde des .Herrn Pastor Cörpcr gegen den Rektor der Volks- schule an der Alscnstraße eingelaufen, daß dort die Kinder zu unsittlichen Handlungen gebraucht worden seien. Als man der Sache nachgegangen sei, babe sich als Ursache dieser Anschuldigung heransgesrellt, daß bei Elternabenden Teilet aus„Wilhelm Teil" ausgeführt wurden, wobei besonders talentierte Mädchen in Hosenrollen mitgewirkt hätten; es sei weiter die Anschuldigung erhoben wor- den, die Lehrer der«schule hätten�Iesu Wunder als mat-ürlick! e-rklärr und den A-postel Paulus alS E p i l ep tike r bezeichnet. Für die heidnischen Lehr» Personen dieser«schule sei auch im Rotier Vor- einshaus ein Gebet veranstaltet worden.(!) Pie Anschuldigung habe natürlich zu einem Einschreiten der Behörde keinen Anlaß geben können, der Rektor der Schule sei aber infolge der Aufregung über diese An schul- digung erkrankt. Ein anwesendes Mitglied der Schul-' inspektion frug, wann sich der Vorfall ereignet habe, worauf ihm geantwortet wurpe:„In der vorigen Woche". Es handelt sich hier ja um einen ganzen Rattenkönig von Uu- sittlichkeiten: Zunächst die Elternabende, wobei beide Ge-- schlechter anwesend sind und die deswegen schon höchst unsittlich ind. Dann der revolutionäre Willzelm Tell, der den kaiserlichen Polizeipräsidenten Geßler umbringt. Und als Krönung des Skandals gar talentierte Mädchen in Hosenrollen, also zwiefache Unzucht! Da berührt es dann doppelt sympathisch, daß die heiligen Mucker, nachdem sie den Rektor bei seiner vorgesetzten Behörde denunziert hatten, in ihr Bethaus gingen und für die heidnischen Lehrer, die„Jesu Wunder als natürlich erklären" wollten, ein stilles Gebet zum Himmel sandten! Kleine Notizen. Schwerer Bauunfall. In Stettin ist das Treppenhaus des Warenhausneubaus der Firma Karstädt aus Kiel am Montag neujj- mittag eingestürzt und begrub vier Arbeiter unter seiyen Trümmern. Zwei von ihnen sind so schwer verletzt, daß an ihrem Auskommen geziveiselt wird. An Wurstvergiftung gestorben. In einem Münchener Kranken- hause verstarb am Montag ein Patient infolge einer Wufftvergis- tung, die Untersuchung ist eingeleitet. Vom Elsfelturm herabgestürzt. Am Sonntag nachmittag stürzte ich eine unbekannte Frau von der zweiten Plattform des Eissel- : u r in c s herab, obwohl zufällig sich aus dieser Plattform aus- haltende Passanten sie von ihrem Vorhaben abzuhalten versuchten. Die Unglückliche stürzte 75 Meter tief auf die erste Plattform herab un-d blieb dort mit zerschmetterten Gliedmaßen liegen. Absturz eines französischen Aviatikers. Aus dem Flugplatz von A m b e r i u stürzte am Sonntag der Aviatiker Egon Mercier aus 20 Meter Höhe ab und blieb sofort t o t. Opfer eines Pferderennens. Während der Pferderennen, die am Sonntag in Moni de Marfan, Frankreich, statffanden,' stürzte im Prix de Landes das Pferd„Le Nicobar" und verwickelte weitere fünf Pferde i n diesen Sturz. Drei Jockeys erlitten schwere- Verletzungen. Ter Jockey Rvrä starb eine halbe Swnde später im Hospital. Abgeirrte Schifssgranate. Nach einer Blättermeldung aus T o u l o n traf ein während der gestrigen Schießübungen Pom Panzerschiffe„Jules Ferry" abgefeuertes Geschoß ein Haus in dem am Meere gelegenen Orte Borrivoli und drang durch das Dach und die Decke des ersten Stockwerks, wo es explodierte und ier Personen s chw er verwundete. Cholera in Konstantinopel. Unter der Bevölkerung herrscht große Bestürzung über das Wiederaustauchen der Cbole ra. Die Behörden verheimlichen sorgfältig alle Einzel-. heiten über den Upffang der Epidemie. Amtlich sind bis jetzt nur zwei Cholerafälle und ein choleraverdächtiger Fall geweidet worden. Doch soll die Zahl der Erkrankungen w e i t g r ö ß er sein.'''' Sturmverheerungen an der Nordseeküste. An der Nordseekuste herrscht seit einigen Tagen ein furchtbarer Sturm, der verschiedent- lich Schaden anrichtete. In Emde n' ist ein Haus eingestürzt, Ziegel wurden den Dächern gerissen und Fensterscheiben zer- trümmert. Das Dach der Gasanstalt wurde abgedeckt und stürzte teilweise auf die Häuser der Nachbarschaft. Ein Neubau wurde eingedrückt. mmmmam H. Weltmann Nadif. Betten 21-72 M. Tische 6.50-66 M. Kleiderschränke 19-165 M. Vertikos 38-72 M Büfetts 125-450 M Stühle 2-21 M. Garnituren 110-350 M. Schlafsofa m.Au8- zug u. Bettkasten 75-120 M. V/aizendiwan 52-85 M. Chaiselongues 21-65 M. Matratzen 19-30 M Stefan Esders BERLIN C Kaiser-Wilhelm-Str.41-42 Spandauer Strasse 70-71 Damen Kostüme Mark 25.— 32.— JS.�S.- SS.- 65.- 75.- 90.- Reklame-Kostüme aus reinwollenem blauen oder schwarzem Serg? und Phan- tasiestolf, auf Seidenfuller M. 45.- älllliiiiiiinnillDiiiiiiiiiilltlllimiiiinillllliiiiiiiuinniinmiiiiilllllliDiniiinilS | Meine Damen- Konfektion, nur R Z eigenes Fabrikat, ist erstklassig In be- U 1 zug auf Verarbeitung und Passform 1 J bei erstaunlich billigen Preisen. 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Schiller-Theater 0:IS: Dienstag, abends 8 Uhr: Der Andere. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Oeftchsviuter. Hieraus: __ Elga.__ Sehiller-Th uater Chabru?".en: Dienstag, abends 8 Uhr: Zur Feier von Hebbels 100. Geburtstage: (■yi,6** und«tein Ring. Mittwoch, nachmittag 3,10 Uhr: Wallenstein» Tod. Mittwoch, abends 8 Uhr: Wolkenkratzer. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Andere. Deutscbcisäcliauaplelhann 7'/.Uhr: Z.I.Maie: Das gelobte Land. i Gewerkschaftshaus i i —— Ä. Osterfeiertag- 281/2* abondh von'1*7—& Uhr: :: knnstleriselie Vorträge:: j von Margarete Walkotte.— Am Flügel: Professor Lindemann. Anschließend: Familicnkränzchen. Entree 50 Pf. Abendkasse 60 Pf. T orverkauf bei Herrn Morsch, Engeluier 15. Theater des Westens. 8 Uhr; Die beiden Husaren. Freitag: Oratorium Elias. Sonntag- und Montagnachmittag 3'/, Uhr: Ter Fraucnfrcsscr. Illoutis Operetten-Theater (ft. Neues Theater). Amt Norden 1111. 8 Uhr: Her �izeunerpTlMBL. Theater amKollendorfplate Abends 8 Uhr: Extrazug nach Nizza. Sonnabend 3 Uhr: Wilhelm Tell. Luisen-'Fkeater Dienstag, abends 8 Uhr: Im wunderschöne» Monat Mai. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bor 100 Jahren. oder: Napoleons Sieg und Fall. . Donnerstag, abends 8 Uhr: Bor IVO Jahre». oder: Napoleons Sieg und Fall. I0SE=TI1EATE| Große Frankmrter Str. 132. Abends 8 Uhr: Jl Verlassene Frauen. Bolksstück in 5 Akten von R. Lingcn. Mittwoch: Verlassene Frauen. Beichshalleo-Thealer Stettiner Sänger. Burleske -A4«vX-u von Meysel. ■Anfang 8 Uhr. ät„ClOQ" i**"* Mauerstraße 82.— 2 :: Berliner Konzerthaus Zimmerstraße 90/91. Cirroßes Doppel- Konzert. Gastspiel des Philbarmoniscben Blasorchesters ans« Mailand. Dirigent: Maestro Loreto Tesoue. Musitc. Kaiser- Fpanz-Regflments, Dirig.: Oberm. Becker. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Wochentagen: Gr.MCMlltM-ssONiert u'hr Residenz-Theater, uhr Die Frau Präsidentin. (Madame la Presidente). Schwank L 3 Atl. b. Hennequin u. Veber. irsBiiise. V/issenschaftüches Theater. Taubenstraße 48/49. Dienstag 8 Uhr; ad » �etropol-Theater. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet l vis üinv-Kilnigin. Operette in 3 Alten von Jul. Freund und®. Okonkowskt. Musik oön Jean Gilbert. In Szene gesetzt o. Dir. Rich. Schultz.. Karl Baebniaiiii J. Giampietro G. Thielselrer V. Kortiert H. Ballol J. Rnsska Ly Winter Theater Königstadt-Gasino, Ecke Holzmarkt- u. Alexanderstraße. 1 Minute v.Bahnh. Jannowitzbrücke Tägl. abdS.'Iß, Sonnt.'Iß Uhr: O, diese Chanfifcure l Lustipief von Rich. Keßler— u. das groft. Spezialitätenprogramm Je�����3rogrm�mwe�sel� ITheafep Täglich präz. 8 Uhr abends: aie Schonzeit- Zsger. Ein Wald-Idyll in 2 Akten von Anton u. Donat Herrnfeld. Ltiebesprobe. Plauderei, von Emst Klein. Voigt-Theater. Dienstag, den 18. Aiärz: Gastspiel in der Neuen Welt Hasenheide 108—111: Hoch hinaus. Volfsstück mit Gesang in 3 Akten von Salingre. Kasseneröstn. 7 Uhr. Ansang 8'/, Uhr. heuee GpeiMeäler(Kroll). Dienstag, den 18. 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Ca, Berlin S% „«s«»*» z KilM te„flormiitls" Kerlim WlkMM Die Landtags-Wählerliste» liegen nur noch heute von 1Ä Uhr mittags bis 8 Uhr abends zur Einsichtnahme aus! Steht mein liame in der ASHIeiMe? Man konnte diese Frage all den vielen schon am Munde ablesen, die den letzten Sonntag unter anderni dazu benutzt Hatten, sich zu überzeugen, ob sie bei der Ausstellung der Listen zur Landtagswahl nicht etwa„vergessen" worden sind. Das war denn auch ein notwendiger Weg. bietet doch das „elendeste und widersinnigste aller Wahlsysteme" der Tücken und Niicken ohnedies schon genug, durch die dem Manne aus dem Volke die Ausübung seines ureigensten Rechtes er- schwert, wenn nicht ganz unterbunden wird. Jede Stimme wiegt! Das wissen die sozialdemokratischen Wähler und so stellten sie auch den Hauptprozentsatz derer, die am Sonntag sich ver- gewisserten, ob ihre Personalien in den dicken Heften enthalten — und auch richtig enthalten sind. Stumm und ruhig lagen die Schulhöfc da. Wo sonst die fröhliche Fugend lärmt und ihre Spiele pflegt, schritten am Sonntag die Väter mit ernster Miene über den feuchten Kies und verschwanden hinter den breiten Türen der Turn- hallen. Durch die kahlen Aestc der Bäume auf den Höfen, deren Art und Herkommen kleine Schilder an den Stämmen bezeichnen, strich der rauhe Märzwind und erinnerte daran, daß der sterbende Winter seine letzten Trümpfe ausspielt. Hie und da aber saß ein Fink im Gezweige, dick und rund aufgeplustert, der hoffnungsfroh von kommenden, märchenhaft schönen Zeiten plauderte. Immerhin, wer in die geräumigen Hallen trat, die sonst der körperlichen Ausbildung unserer jungen Generation dienen, der sympathisierte doch unverhohlen mit den machtigen gußeisernen Ocfcn, die, reichlich gesättigt, eine behagliche Wärme verbreiteten. Von einem Andränge war freilich bis auf wenige Ans- nahmen in den Morgenstunden nichts zu sehen— auch nicht in den dichtbevölkerten Gegenden der Rcichsauptstadt. Nur langsam, schleppend vollzog sich das Kommen und Gehen. Die Herren au den Tischen hatten genügend Zeit, ihres Leibes Notdurft zu befriedigen und sich zu erquicken. Das Suchen nach der Person des Wählers nimmt eine nicht un- erhebliche Zeit in Anspruch. Da die Wähler nicht wie bei den Reichstags- und Stadtverorduetcnwahlen nach Straßen und Häusern, sondern nach Steucrleistnng rubriziert sind, muß oft die gesamte Liste für den Urlvahlbezirk durchgesehen werden, ob der Name des Erschienenen in der Liste verzeichnet steht. Jedenfalls hat der Sonntag wiederum manchem Wähler gezeigt, wie unumgänglich notwendig eine Vergewisscrung in dieser Hinsicht ist. In den NachmittagSstundcn verstärkte sich die Zahl der Kommenden, besonders im hohen Norden und Osten,' zu- schends, zuweilen passierten ganze Trupps von Arbeitern die Schulhöfe, während Angehörige aus anderen Schichten seltener üt Erscheinung traten. Ein älterer, kleiner und sehr rundlicher Herr— Sechscr- rcntier oder so etwas ähnliches— wurde von einem seiner Bekannten vor einem Schulhausc gefragt, ob er die Listen schon eingesehen habe. „Ach wat, Unsinn", lautete die prompte Antwort,„sowat mach ick nich mit. Hab in meinem janzen Leben nich jcwählt un wähle och nich." Uns kann's schließlich gleich bleiben, wenn die Spießer ihre Staatsbürgcrrcchte dergestalt würdigen. Um so höher wird man sie in den proletarischen schichten wahrnehmen und dafür sorgen, daß selbst unter dem jetzigen schmählichen Wahl- system weitere Breschen in die Domäne der Schnapphähne und Kuttenmänncr gelegt werden. * Erleichtert wurde den Beamten in den Auslagestellen ihr Amt dadurch, daß auch unsere Genossen sich Abschriften der Wählerlisten besorgt hatten. Infolgedessen vergewisserten sich viele Wähler durch die Einsichtnahme in diese ab geschriebenen Listen und sparten sich den Weg nach der Aus iagcstcllc. Da nur noch heute die Einsichtnahme möglich ist, wird nochmals dringend auf diese Pflicht hingewiesen, sich sein Wahlrecht zu sichern. Potsdam. Zahlabend findet am Mittwoch, abends S'/z Uhr, in allen Bezirkslokalen statt. Partei- Tingelegenkeiten. Zweiter Wahlkreis. Die erste Kinder-Kinovorstcllung findet statt am Mittwoch, den 19. März, nachmittags von Va* Uhr bis ll.ß Uhr im Union-Theater sUnionS-Brauerei), Hasenheide. Die Billetts kosten für Kinder 19 Pf., für Erwachsene ÜO Ps.; sie sind nur an der Kasse zu haben. Wir ersuchen um rege Beteiligung. Die zweite Porstellung findet am Mittwoch, den 26. März, statt. Der Bildungsausschutz. Neukölln. Heute abend in Bartsch? Festsälen, Hermannstratze 49: Märzfeier, bestehend in Chorgesang(Männerchor Neuköllns, Festrede (Genosse Emil Eichhorn) und Rezitationen(Herr Stauffenj. Der Eintritt ist frei. Wir bitten jedoch, zwecks Kontrolle das Mitglieds- buch vorzuzeigen. Die Bibliothek des Wahlvereins ist heute am 18. März geschlossen. Friedenau. Am Mittwoch, den 19. März, abends 8'/-. Uhr, im .Kaijer-Wilhelmgarten": Mitgliederversammlung. Genosse Richter wird über die Tätigkeit der sozialdemokratischen Vertreter im Gemeindeparlament berichten. Köpenick. Die Wahlvereinsversammlung findet heute abend im Stadttheater statt. Vortrag der Genossin Regina Rubens über„MärzgedaiikenV Maricufeldc. Der Wahlverein veranstaltet am Karfreitag eine Besichtigung der Arbeiter-Woblsahrtsausstellnng in Charlottenburg. Abfahrt 12.08 Uhr vom Bahnhof Marienfelde. Mariendorf. Heute Dienstag, den 13. März, abends 8 Uhr: Oeffenlliche Versammlnng in Herolds Festsälen, Chausseestratze 283. Tagesordnung: Das Mariendorfer Gemeindeparlament und Tätig- kcilsbericht der sozialdemokratischen Fraktion. Freie Aussprache. Teltow. Am Mittwoch, den 19. d. M., im Lokal von W. Bonow, regelmätzige Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: LandtagSwahl und Maifeier. Reinickendorf-West. Heute abend 8 Uhr findet in den„Eichborn- sälen", Eichbornstr. 60, cine.vffentliche Versammlung statt. Tages- ordnung:„Preutzen 1813—1913". Referent: Redakteur Ernst Däumto. Arbeiter, Parteigenossen, erscheint in Masten. Berliner JVaebriebten. An unsere Abonucnteu! Unsere Zeitunasausgabestelle, bisher Nazarcthkirchstr. 49, befindet sich von hsvtc an Müller- straßc 34ii, Ecke Utrcchter Straße, Laden. Eingang Utrechter Straße.__ Die Hauptexpcdition. Die städtischen Arbeiter im städtischen Etat. Der von der Stadtverordnctenversammlnng zur Beratung des Etats eingesetzte Ausschuß hat seine Arbeiten in drei Sitzungen beendet, im Gegensatz zu früher, wo sechs lange Sitzungen nötig wurden. Der Etat hat erhebliche Aenderungen nicht erlitten. Man hat beim Tiefbauetat eine halbe Million in Ausgabe gestrichen und dafür die vom Magistrat für die Bierstcuer eingesetzte Einnahme um die gleiche Summe gc- kürzt. Bei 190 Proz. bleibt es nach wie vor.' Soweit es sich um die Lohnfrage der städtischen Arbeiter handelte, erübrigten sich Spczialdcbattcn bei den einzelnen Etats. Ter Magistrat hat diesmal eine Million Mark in den Etat eingestellt zur Aufbesserung der Arbeitslöhne. Die sozialdemokratischen Vertreter im Etatsausschuß ersuchten um Aufklärung darüber, in welcher Weise diese Mittel verteilt würden, insbesondere wünschten sie Auskunft, welche Arbeiter- katcgoricn vom Magistrat berücksichtigt werden sollten. Eine solche genaue Aufklärung sei schon um deswillen notwendig, weil allem Anscheine nach der Kämmerer sich über die Lohn- Verhältnisse der Bctricbsarbciter der Gaswerke geirrt habe. Vom Magistrat ivurdc erklärt, daß eine Magistrats- kömmission bei der Arbeit sei, die bereitgestellten Mittel auf die in Betracht kommenden Arbcitcrgruppcn zu ver- teilen. Herr Stadtrat Fischbcck erklärte, daß die Arbeit so beschleunigt werde, daß hoffentlich mit dem Beginn des neuen Etatsjahrcs die Arbeiter die erhöhten Löhne bereits erhalten könnten; er hoffe, auch der Stadtverordnetenversammlung vorher eine Uebersicht über die Beschlüsse zugehen lassen zu können. Von sozialdemokratischer Seite wurde noch bemerkt, daß in den letzten Jahren das Verhältnis der einzelnen Ver- waltungen zu den Arbeitern und zu der Arbeiterorganisation ein besseres geworden sei: nur eine einzige Verwaltung mache hiervon eine wenig rühmliche Ausnahme. Das sei die Ver- waltung der straße nrcinigung. Dort führe der Direktor S z a l l a noch heute ein Regiment, das der Stadt Berlin nicht würdig sei. Nach wie vor würden dort die Ar beiter wie Rekruten behandelt. Es würde endlich Zeit, mit dem leitenden Herrn ein ernstes Wort zu reden. Seit Jahren wollen die Klagen der Arbeiter über das persönliche Regiment dcS Herrn Szalla kein Ende nehmen. Was die Frage der Angestclltcnvcrsicherung betrifft, so sind durch einen Bescheid der Verwaltungsbehörde Schwierig leiten entstanden, die man zu beheben bemüht sein will. Eine mit dieser Materie beschäftigte gemischte Deputation wird sich in Kürze mit der endgültigen Regelung der Angelegenheit bc schäftigen._ Patriotenrummcl am Stillen Sonntag. Unsere Patrioten haben am sogenannten Stillen Sonntage einen recht geräuschvollen Rummel in Szene gesetzt. Ein Fackelzug unter Beteiligung aller möglichen Vereine, die studentischen voran, nahm am Sonntag in den Abendstunden seine» Weg von der Kaserne am Kupfergraben nach dem Schloßplatz, dem Schlosse vorbei nach dem Kreuzberg. Eine Zeitlang war der Schloßplatz zu einem wirklichen Rummelplatz geworden, was selbst die«Bossische Zeitung" zugibt. HochS auf Hochs ertönten zu den Schlotzfenstcrn hinauf, wo der Kaiser dem Trubel zusah. Die verschiedensten Kapellen spielten durcheinander patriotische Weisen.«Heil Dir im Siegerkranz" tönte es aus den Reihen der Huldigenden. Enttäuscht waren die- jenigen, die glaubten, der Kaiser würde vom Balkon herab eine Rede halten. Auf dem Wege nach dem Kreuzbcrg regnete es in Strömen. Am Kreuzbergdenkmal hielt der Generalleutnant v. Wrochcm eine Rede. Man ging unter„Deutschland, Deutschland über alles!" nach dem Tempelhofer Feld, wo die Fackeln zusammengeworfen wurden. Mancher Teilnehmer war vom Regen bis auf die Haut durchgeweicht. � Tie Spandaucr Waldangclcgcnheit. Der Ausschutz des Zweckverbandes beendete gestern seine Be- ratung über die im Interesse Spandaus dem Zweckveyband gemachte Vorlage. Bekanntlich hat Spandau ein an der Havel belegenes größeres Gelände für 8 bis 9 Millionen zur Ausschlachtung für industrielle Zwecke verkauft. Der Bezirksausschuß hat seine Ge- nehmigung noch nicht erteilt, vielmehr beim Verband angefragt, wie sich der Verband zu dem Verkauf stelle. Die Stadt Spandau hat dann mit dem VerbandSauSschutz Verhandlungen geführt, die zum Abschluß eines Vertrages führten, nach dem die Stadt sich ver- pflichtete, 3000 Morgen Wald, die sie auch ohne diesen Vertrag nicht zu verkaufen beabsichtigt, 50 Jahre lang für den Verkehr der Be- völkerung zur Benutzung überläßt, während der Verband erklärt, daß er fünfzig Jahre lang rücksichtlich des Verkaufgeländes und des Waldes von den ihm nach dem Zweckverbandsgesetz zustehenden Be- fugnissen keinen Gebrauch machen werde. In der Verbandsversamm- lung vom 6. Januar wurde von verschiedenen Seiten gegen die be- absichtigte Verschandelnng der Havel Einspruch erhoben und von nnserem Redner gcgeißclr, daß die erste Arbeit des Verbandes— ein Aufgeben seiner Pflichren sein solle. Die Vorlage wurde einem Aus- schütz überwiesen. In diesem wurde von mehrere» Seiten verlangt, daß das Ufer von industriellen Anlagen frei bleiben sollen, dasselbe müsse eine Uferpromenade erhalten und sollte auf eine Länge von 700 Meter nur villenhauSmäßig bebaut werden, eS solle ein Stich- kanal nach dem Teufclssee gestochen werden. Spandau erklärte, wenn diese Bedingung erfüllt werde, so wolle der Käufer 890 000 M. weniger zahlen, auch könnte Spandau den Wald nicht unentgeltlich hergeben. Von unserer Seite wurde dargelegt. der Vertrag sei unannehmbar, weil nach keiner Richtung für die Interessen des Verkehrs, der Gesundheit und des Wohnungsbaus gesorgt sei. Spandaus Wohnungsverhältnisse seien schon jetzt un- zulänglich. Das habe Profestor Eberstedt dargelegt. Er habe im Jahre 19)0 mit vier Kommissionen, bestehend aus je einem Offizier, einem Bausachverständigen, zwei Arbeitern der Militär- betriebe und zwei bis, drei Vertretern des Magistrats und der Haus- und Grundbesitzer, Wohnungsbesichtigungen vorgenommen. Das Ergebnis habe General Wandel in der Reichstag?- sitzung vom 3. März 1911 dahm zusammengefaßt:„Nach den Ermittelungen kommen wir entgegen der Ansicht des Magistrats dazu, daß in Spandau eine Wohnungsnot für die Arbeiter oder wenigstens nicht eine genügende Zahl von Wohnungen vor- Händen ist." Jetzt lvolle Spandau Fabriken errichten lasten, in denen Tausende von Arbeitern beschäftigt werden, ohne daß für Wohnungen gesorgt wird. Dagegen müsse der Verband sich wenden und in erster Reihe im Interesse hinreichender gesunder Wohnungen, solvie im Interesse des Verkehrs und der Gesundheit von seinem Recht Gebrauch machen, Fluchtlinien und Bebauungspläne festzusetzen. Unter Ablehnung der Vorlage sollte der VerbandSauSschutz mit Vor- legen solcher Pläne beauftragt werden. Der dahingerichtcte Antrag fiel gegen drei Stimmen. Ein vom Oberbürgcr- meisier Dominicus(Schönebcrg) gestellter Antrag, den Wald anzulaufen, wurde gegen zwei Stimmen abgelehnt. Ein von Maier-Charlottcnburg gestellter Antrag, nach dem eine Strecke von 700 Meter villenhausmäßig bebaut und eine Uferpromenade gegen eine an Spandau zu zahlende Entschädigung angelegt werden solle, wurde unter Streichung des auf Entgelt bezüg- l i ch e n Passus angenommen. Nachdem in der Vorlage selbst einige nicht erhebliche Aenderungen angenommen waren, wurde dann die so amendierte Vorlage abgelehnt. Allem parlamentarischen Brauch zuwider beschloß die Mehrheit, nochmals über die Vorlage ohne das Amendement Maicr abzustimmen. Diese wurde dann mit 6 oder 7 Stimmen in der stark gelichteten Versammlung angenommen. Ucber den Berliner Schutzmann veröffentlicht der Dezernent des Berliner Verkehrswesens Ober« regierungsrat Dr. Haaselau im polizeifrommen Schcrl-Blatt einen zwei Spalten langen Arlikel, der nach mehreren Richtungen hin, ob- wohl er nicht allzu viel Neues sagt, der Beachtung wert ist. Der Verfasser beklagt es, daß zu Schutzleuten nur ausgediente Unter- offiziere aus der Armee genommen lverden dürfen, während in England der„in Deutschland oft über Gebühr gelobte Londoner Schutzmann gleich in jungen Jahren, ohne eine militärische Dienstzeit hinter sich zu haben, diesen Beruf ergreift und ihn bis zur Dienst- Unfähigkeit verfolgt." Das ist wohl nur der persönliche Standpunkt des Herrn Dr. Haaselau. Im allgemeinen hält doch unsere Polizei militäri- schen Geist und militärischen Drill in der Schutzmannschaft, den blinden Gehorsam der Masse gegenüber bis zur Totschlägerei, für das Vater- unser des Polizeiftaates. In Verbindung damit ist der Hinweis des Verfassers, daß die Anforderungen, die an den Schutzmann in Berlin bei Streiks gestellt werden, sehr erheblich sind, recht lehrreich. Auch die fernere Bemerkung, daß ein«intelligentes Offizierkorps seit Jahrzehnten den guten Geist in der Schutzmannschaft zu pflegen geruht und eS ver- stand en habe, aus dem oft r e ch t s p r ö d e n M a t e r i a I für den schwierigen Dienst geeignete Beamte heranzubilden", sieht nicht darnach aus, als ob man ernstlich gewillt sei, an der Militarisierung der preußischen und speziell der großstädtischen Schutzmannschaft irgend etwas zu ändern. Wenn Herr Dr. Haaselau sagt, daß die Gründe für die Unbeliebtheit des Berliner Schutzmanns bei einem größeren Teile der Bevölkerung lediglich in der eigertümlichen, von Hause aus kritischen, an staatlichen Einrichtungen möglichst viel aussetzenden Veranlagung des Berliner Publikums zu suchen sind, so trifft gerade das Ilmgekehrte zu. Das Publikum hat nicht so sehr etwas an den Schutzleuten persönlich auszusetzen als vielmehr an dem System, daS die militärisch gedrillten und in militärischem Drill erhaltenen Schutzleute zwingt, einem größeren Teile der Bc- völkerung feindlich zu begegnen. Die gemeinte Bevölkerung müßte aus lauter elenden Knechtsnattiren bestehen, wenn sie der Gesamtheit der Schutzleute, die bei harmlosesten Anlässen systematisch auf die Menge losgelassen wird, dafür noch ein besonderes Wohlwollen ent« gegenbringen wollte. Nur am volksfeindlichen preußisch-reaktionärcn System, Herr Oberregierungsrat, rächt sich, was Sie für den einzelnen Fall, in dem„das breitere Publikum bei Sistierungen usw. fast ausnahmslos gegen den Schutzmann Partei nimmt oder sich mindestens passiv verhält", bedauern. Das ist oft genug gesagt worden und kann nicht oft genug wiederholt werden. Das Publikum verlangt vom Schutzmann vollendete Höf- lichkeit, sagt Dr. Haaselau weiter, aber es könne nicht zugegeben werden, daß Lorwürfe berechtigt sind, wenn solche angenehmen Eigenschaftcu dem Beamten fehlen. Zu diesem merkwürdigen Schluß kommt der Polizeivertreter, weil— Leute, die vollendet höflich, nach- sichtig, hilfsbereit sind, doch wohl zu einem höheren Berufe als zu dem des Schutzmanns geeignet wären und daher nicht nötig hätten, das dornenvolle Amt des Schutzmanns zu wählen. Bisher waren wir der Meinung, daß Höflichkeit, Nachsicht und Hilfsbereitschaft jeden anständigen Menschen zieren sollen: Aber nun wissen wir es, wes- halb der Schutzmann die Entschllldigung seiner Vorgesetzten findet wenn er nicht zum Publikum höflich, nachsichtig und hilfsbereit genug ist. Recht hat aber Dr. Haaselau darin, daß er es überraschend findet, wenn das Publikum trotz aller Abneigung gegen die Polizei bei kleinsten Anlässen nach dem Schutzmann schreit. Bedeutend weniger wäre hier tatsächlich mehr. Man sollte die Polizei sowenig wie möglich anrufen, falls es sich nicht um ganz wichtige Dinge handelt, die in den Machtbereich der Polizei gehören. Gerade die allzu häufige Bemühung des Schutzmanns hat ihm die Vorstellung erweckt, daß er der Herr der Stadt und der Straße sei. Nett ist folgender Satz in dem Polizei-Artikel:„Obgleich die neuere Gesetzgebung ent- schiedene Abneigung gegen Erweiterung der polizeilichen Befugnisse zeigt und eine unerschöpfliche Fülle von Rechtsmitteln gegen Polizei- liche Verfügungen geschaffen hat, ist die öffentliche Meinung durchaus geneigt, die Polizei für alles und jedes verantwortlich zu macheu." Ja, wenn die Polizei die Gesetzgebung respektterte! DaS tut sie aber bekanntlich in ihrem Machtbewußtsein nicht. Sie setzt sich mit Nonchalance über Gesetze ebenso hinweg wie über richter- liche Urteile und handelt so wie eS ihr von einzelnen Macht- habern diktiert wird. Wir haben eS ja erst in diesen Tagen wieder gesehen bei der Beschlagnahme von Kranzschleifen, obwohl dieses ungesetzliche Verhalten der Polizei gerichtlich verurteilt worden ist. Es bleibt also dabei, daß die Unbeliebtheit der Berliner Polizei nicht vom Publikum hervorgerufen wird, sondern einzig und allein, bom reaktionären Polizeisystem, daZ ein System der Willkür und der Gesetzesmißachtung ist. Der wahre Jakoö gelangt in der Buchhandlung Bor- w a r t S, binden st r. 69, des Karfreitags wegen, bereits am Donnerstag, den 20. d. M., von morgens 8 Uhr ab, zur Ein schwerer Bootsunfall hat Schüler der Sicmens-Oberrealschule in Charlottenburg am Sonntag in die größte Lebensgefahr gebracht. Vier Schüler konnten mit Mühe und Not gerettet werden, der fünfte, ein Primaner Walter Eisen aus Eharlottenburg, hatte schon die Besinnung der- loren und waren bei ihm alle Wiederbelebungsversuche in der Villa des Dr. Guthmann in Kladow am Wannsee erfolglos. Die fünf Knaben hatten trotz des stürmischen Wetters ein« Bootsfahrt vom Schülerbootshaus am kleinen Wannsce unter- itommen. In der Nähe von Kladow gegenüber dem großen Fenster an der klaren Lanke und Schwanenwerder kenterte das Boot infolge eines plötzlichen Sturmwindes. Da eine Menge Boote in der Nähe waren, gelang es, die fünf Schüler bald aus dem Wasser zu holen und bei Neu-Kladow zu landen. Vier von ihnen erholten sich schnell und konnten mit ihrem Boot die Rückfahrt antreten. Bei dem 17° jährigen W. Eisen waren leider die Rettungsversuche vergeblich. Vermutlich hat ein Herzschlag den Tod herbeigeführt. Auf der Oberspvee belebten übrigens am Sonntag Dutzende von Schüler- booten das Wasser. Einige waren schon früh von Niedcrschönewcide abgefahren und kehrten abends wohlbehalten'zurück. Um eiues Kindes willen. Durch drei Revolverschüsse verletzte Sonntag nachmittag der 30 Jahre alte Chauffeur Alexander Lieck aus der Friedrichstr. 131o den im selben Hause wohnenden 38 Jahre alten Impresario Eduard Martins so schwer, daß dieser nach der Königl. Klinik in der Ziegel- straße gebracht werden mußte, wo er in sehr bedenklichem Zustande daniederliegt. Vieck stellte sich darauf selbst der Polizei. Ueber den Revolveranschlag erfahren wir folgende Einzelheiten: In dem Hause Friedrichstraße 131o betreibt im dritten Stock des Vorderhauses eine Frau Marie Fromm eine Pension. Bei dieser wohnt zugleich der Chauffeur Vieck, ein Verwandter der Pensions- inhaberin, mit seiner etwas jüngeren Frau und seiner fünfjährigen Tochter. Seit dem 1. Februar d. I. logiert in dem Pensionat der Impresario einer chinesischen Gauklertruppe„The Imperial Mandschu- Truppe', die zurzeit im Wintergarten auftritt, Eduard Martins, der den Künstlernamen Ma-Jze-Aoung führt. Der Impresario knüpfte ein Liebesverhältnis mit der Frau des Chauffeurs an, das dazu führte, daß diese mit dem Kinde ihren Mann verließ und sich hier in Berlin verborgen hielt. Der Chauffeur suchte ihren Aufenthalt zu ermitteln, um sie zur Herausgabe des Kindes zu veranlassen. Als Martins erfuhr, daß Vieck sich auch im Wintergarten erkundigt hatte, meldete er sich vor acht Tagen dort krank und ließ sich zu seiner Erholung Urlaub geben. Diesen benutzte er dazu, die Frau mit dem Kinde nach London zu entführen. Am Sonnabendabend kehrte er von dieser Reise wieder in das Pensionat zurück. Vieck, der inzwischen von dieser Entführung gehört hatte, drang Sonntag mittag gegen 1 Uhr in das Zimmer des Impresario ein und verlangte, daß dieser ihm die Adresse seiner Frau gebe. Er wolle, daß diese ihm sein Kind herausgeben soll, während ihm an dieser selbst nichts gelegen sei. Es kam zu einer erregten Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern. Plötzlich hörte die PensionSinhaberin drei Schüsse fallen. Als sie daraufhin in das Zimmer ihres Gastes eilte, fand sie diesen aus zwei Wunden an der Brust blutend besinnungslos auf dem Fußboden liegen. Während sie sich um ihn bemühte und seine Ueberführung nach der Klinik veranlaßte, entfernte sich Bieck. Er ging auf der Straße zu dem ersten Schutzmann, den er traf, erzählte ihm den Vorgang und folgte ihm daraufhin zur Wache. JuviläumSdenkmünzcn sind von der Königlichen Münze hergestellt worden und werden mit einem Aufschlag von 50 Pf. abgegeben. Das hat unter denjenigen Personen, die solche Münzen begehren, lebhaften Unwillen hervorgerufen. Die Münze erklärt ihr Verhalten damit, daß es sich um polierte Münzen gehandelt habe, die Haupt- sächlich für Sammler als Schmuckstücks bestimmt seien. Die b0 Pf. Aufschlag seien für die Politur berechnet. Die nichtpolierten Zwei- und Dreimarkstücke würden von der Generalstaatskasse verausgabt. Ein neues städtisches Krankenhaus. Der Magistrat Berlin hat beschlossen, auf dem Gelände des ehemaligen Johannesstiftes bei Plötzensce. das zum großen Teil für den künftigen Westhafen rc- serviert ist, eine Anstalt für Leichterkrankte einzurichten. Das Ge- lände ist bequem vom Rudolf-Virchow-Kxankenhaus und dem Kran- kenhaus Moabit zu erreichen. Die keiner besonderen Pflege mehr bedürftigen Leichterkranktcn können in dieser neuen Anstalt unter- gebracht werden. Operattonssäle und andere modernen Einrich- tungen sind daher hier nicht mehr erforderlich. Der Magistrat glaubt mit 300 000 M. auskommen zu können. Das vorhandene Stiftsgebäude soll ausgebaut und zweckentsprechend eingerichtet wexden. Eine Gehaltszulage von 5000 Mark hat der Magistrat dem Bürgermeister Reicks gewährt, so daß das Gehalt von 20 000 Mark auf 25 000 Mark erhöht wird. Die Zulage ist stillschweigend in den Etat eingesetzt worden, ohne daß den Stadtverordneten eine besondere Borlage gemacht worden wäre. Die sozialdemokrattschen Mitglieder des Etatsausschusses erklärten, daß sie einer solchen Gehaltserhöhung nicht zuzustimmen vermöchten, zumal auch sonst keinerlei Acnderung der Besoldungsordnung der Beamten vorgesehen sei. Flucht von zwei Polizeikranken aus der Anstalt Wuhlgarte«. Am Sonntag zwischen 0 und 7 Uhr abends entwichen aus der Anstalt für Epileptiker in Wuhlgarten die beiden als Verbrecher bekannten Kranken Klüsendorf und Dittmar. Gelegenheit zur Flucht nahmen sie, als das auf dem Hause>l. II beschäftigte Personal mit anderen Arbeiten beschäftigt war. Daß es den Entwichenen so leicht wurde, die Anstalt zu verlassen, liegt daran, daß die Direktion der Anstalt angeordnet hat, daß die auf dem Hause an den Türen angebrachten Sicherheitsschlösser nicht mehr geschlossen werden sollen. Diese Anordnung ist auf die„Sparsamkeit' der Direktion zurückzuführen. Das Wartepersonal auf den festen, d. h. doppelt verschlossenen Häusern erhält nach einer Verfügung des Magistrats monatlich 5 M. Gehaltszuschuß. Um diesen Zuschuß zu sparen, hat der Direktor Hebold verfügt, daß nur das einfache Tür- schloß auf dl. II geschlossen werden soll und so dem Haqse der Charakter des„festen' Hauses genommen wird. Diesen Umstand machten sich die beiden Kranken zunutze und so sind durch die „Sparsamkeit' der Wuhlgartencr Direktion zwei Verbrecher, von denen dep eine ein Geldschrankknacker war, zu ihrer Freiheit ge- lammen. Deckeneinbruch Unter den Linden. Geschäftseinbrecher waren in der Nacht zu Sonntag Unter den Linden an der„Arbeit". Sie hatten es hier auf das Herrenartikel. aeschäft von Buckwitz u. Oedieger im Hause Nr. 19 abgesehen. Nach- dem sie sich mit Nachschlüsseln Eingang in die Kellerräume ver- schafft hatten, bohrten sie hier ein Loch durch die Decke und gelangten so in den Laden des Geschäfts, wo sie die Kasse erbrachen und daraus etwas über 300 M. Wechselgeld raubten. Außerdem packten sie für über 1000 M. Wäschestücke aller Art zusammen. Mit der Beute entkamen sie unbemerkt.— Wohnungseinbrecher statteten am Sonnabend nachmittags einer Mieterin des Hauses Sparrstr. 15 einen Besuch ab. Während die Frau Verwandte aufsuchte, kantelten Diebe die Wohnung auf und stahlen 1100 M. in Gold, zwei Hypo- thekcnbriefc über zusammen 20 000 M. und einen Schuldschein über 525 M. Einer der Hypothekenbriefe ist von der Rheinisch-Wcstsäli- schen Bodenkreditbank und trägt die Nummer 525. Auch hier fehlt von den Einbrechern, von deren Anwesenheit im Hause niemand etwas gemerkt hatte, noch jede Spur. Schlafstellcnschwindler. 150 Diebstähle hat ein Schlafstcllenschwindler auf dem Kerbholz, der unter vielen falschen Namen in'Groß-Berlin auftrat. Die hiesige Kriminalpolizei erwischte kürzlich beim Verkauf von gc- stohlenen Sachen einen Mann, der sich Friseur Julius Meyer aus Wittenberge nannte. Dieser Meyer wurde wegen Betruges, Unter- schlagung und Diebstahls vom Landgericht Stettin gesucht und zu- nächst auch dorthin gebracht. Jetzt hat aber die hiesige Kriminal- Polizei festgestellt, daß„Julius Mchcr' niemand anders ist als ein berüchtigter Schlafftellendieb, der 21 Jahre alte, aus Königsberg ü Pr. gebürtige Friseur Bruno Behring, der jeden Tag eine andere Schlafstelle mietete, um die Wirtslentc oder die Zimmergenosscn zu bestehlen. Behring wechselte fortgesetzt seinen Namen, blieb aber immer beim Beruf, er nannte sich Döring, Behrendt, Osterlandt, Schütz, Schwedtvr, Neuhaus, Fritz usw. Auf der einen Stelle aber Barbier, auf der anderen Friseur, hier Perückenmacher und dort wieder Damenhaarkünstler. Von Stettin wird der endlich Ertappte nun wieder hierher gebracht, um mit dem Straftichter seine lange Rechnung zu begleichen. Zcugengesuch. Personen, die am 3. März gesehen haben, wie ein Mann von einem Wäschewagen in der Zeit zwischen 8—9 Uhr abends, am Bahnhof Wedding in der Müllerstraße überfahren wurde und dann nach der Unfallstation Lindower Straße gebracht wurde. werden um Angabe ihrer Adresse an Frau Thiesler, Wittstocker Straße 6, von« 1 Treppe, ersucht. Feuer in einer Plisseeirennerci. Gestern früh kurz nach 1 Uhr brach am Kottbuser Damm 24 in der JuponbetnebSwerkstätte und Plisseebrennerei von Karl Heß, die im ersten Stock des Fabrikgebäudes auf dem zweiten Hofe untergebracht ist, ein größerer Brand aus. Als man die Gefahr bemerkte, stand ein Raum schon vollständig in Flammen. Die Feuerwehr war bald zur Stelle und mußte in erster Linie darauf bedacht sein, eine angrenzende Tischlerei, die stark bedroht war, zu schützen. Durch kräftiges Wassergeben konnte das Feuer aber schließlich auf die Plisseebrennerei besckiränkt werden. Ein größerer Posten Plisseeformen sowie Regale und Stoffe wurden vernichtet, so daß der Schaden erheblich ist. Die Ursache des FeuerS ist nicht ermittelt worden. Gefunden. In der am Sonntag stattgefundenen Versammlung der A.-E.-G. im Friedrichshain ist ein Portemonnaie mit Inhalt ge- funden worden. Der Eigentümer kann dasselbe im Bureau des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Linienstr. 83/85, Zimmer 3, in Empfang zu nehmeu. Arbeiter- Abstinentenbund, Ortsgruppe Bcrlin-Wcst. Mittwoch, den 19. März, abends 8'/, Uhr, öffentliche Versammlung im Charlottenburger Bolkshaus, Rosinenstraße 3. Tagesordnung: Arbeiterschaft und Alkoholftage. Referent Genosse Fritz Ohlhoff. Vorort- JVacbncbtett. Friedenau. - Die Beratung des Etats für 1913 füllte die beiden letzten Tagungen der Gemeindevertretung aus. Zum erstenmal übersteigt der Gesamtvoranschlag der ordentlichen Verwaltung drei Millionen Mark(3 065 000 M.). In der außerordentlichen Verwaltung er- scheint der Rest der letzten 3-Millionen-Anleihe mit 428 800 M. Unter„Gemeinnützige Einrichtungen' sind neu vermerkt: die Schul- kinderspeisung mit 3500 M., ArbcitSnachioeis 2000 M. und 1500 M. für Jugendpflege. Bei der Feuerwehr ist die Brandlvache von 18 auf 25 Mann erhöht worden. Im Grundcigentumsctat erscheint die Einnahme des neuen Marktes an der Rheingaustraße mit 10 000 Mark. Im Voranschlag VI sind Armen- und Waisenverwaltung getrennt worden. Es erfordern die Positionen einen Zuschuß von 91 875 M. Das sind pro Kopf der Bevölkerung 2,19 M. Beim Steueretat wurde von einer Erhöhung des Einkommensteuerzu- schlags über 100 Proz. abgesehen. Ebenso bleiben die Satze der Gemeindegrundsteuer unverändert; trotzdem von interessierter Seite alles versucht wurde, dieselben herabzusetzen. Die Umsatzsteuer, die im Vorjahre 156 000 M. brachte und mit 90 000 M. eingestellt>var, ist für 1913 mit 85 000 M. in Ansatz gebracht. Die neubeschlossene Filialsteucr soll 10 000 M. bringen. Das Gesamtgemeindevcrmögen ist mit 13 435 000 M. angegeben. Dem stehen an Schulden 9 298 900 Mark gegenüber. Die Schulen erforderten einen Zuschuß von ins- gesamt 443 139,57 M. Nach dem Entwurf kostet pro Kopf der Be- völkerung ein höherer Schüler nach Abzug aller Einnahmen 7,23 M., ein Volksschüler 7,44 M. Ueber das Elektrizitätswerk, das die Haupteinnahmequelle der Gemeinde darstellt, haben wir vor einigen Tagen an dieser Stelle gesondert berichtet. Für 1913 sind 498 550 Mark in Einnahme gestellt. In der außerordentlichen Verwaltung erscheint der Rest der 3-Millionen-Anleihe, soweit noch nicht über denselben verfügt worden ist. Trotzdem man für 1913 die Aufnahme einer neuen Anleihe nicht für nötig erachtet, wird darauf hinge- wiesen, daß es zweckmäßig sei, schon jetzt in Verhandlungen cinzu- treten, da für 1914 bestimmt mit einer neuen Anleihe gerechnet werden müsse. Die angesammelten Reserven bis Ende 1911 betragen 114 Millionen, mit den voraussichtlichen Ueberschüssen für 1912 1% Millionen Mark. Als weitere Reservebestände sind die nebenher noch angesammelten Fonds für Pensionen, Witwen- und Waisenversorgung anzusehen, deren Gesamtwert sich aus rund 1 023 000 M. beläuft. Nach Abzug der aus dem Reservefonds zu leistenden Ausgaben bleibt als Gesamtreserve ein Kapital von 2 448 000 M. Von größeren Ausgaben, die der Gemeinde bevor- stehen, werden angeführt: für Umlegung des Wannseebahnhoss (Saarstraße) 100 000 M., 40 000 M. für Ausrüstung der Feuer- wehr mit Autobetrieb. Hierzu kommen noch der Rathausban sowie zwei große Schulbauten an der Laubather sowie an der Albcstraße. Die erste Lesung nahm zwei Sitzungen, die sich bis nach Mittcr- nacht ausdehnten, in Anspruch. Von der im Entwurf vorgesehenen Errichtung eines Arbeitsnachweises soll abgesehen werden, da die Stadt Schöneberg mit dem Ersuchen an die Gemeinde herangetreten ist, Friedenau dem Nachweis der Stadt Schöneberg anzuschließen. Beschlossen ist allerdings in dieser Sache noch nichts. Der Friede- nauer Berein zur Bekämpfung der Tuberkulose, der bisher von der Gemeinde mit 2000 M. unterstützt wurde, beantragte, 4000 M. zu gewähren. Da die sonstigen Einnahmen dieses Vereins aus Mit- gliederbeiträgen usw. nur zirka 800 M. betragen, wurde beschlossen, 4000 M. einzustellen und die Fürsorgestelle für Tuberkulose und Alkoholkranke in Gemeinderegie zu übernehmen. Der Verein für Ferienkolonien wurde mit 2000 M. subventioniert. Um mehreren Kindern den Segen dieser Einrichtung zugute kommen zu lassen, beantragte Genosse Richter die Einstellung von 3500 M., was be> schlössen wurde. Außerdem beantragte unser Genosse. 200 M. für Ferienausflüge der Arbeiterkinder bereitzustellen. Er wies darauf hin, daß diese Ausslüge, welche von einigen Frauen aus Arbeiter- kreisen geleitet werden, von Jahr zu Jahr eine stärkere Beteiligung aufweifen, so daß sich im letzten Herbst im Durchschnitt 90 Kinder pro Tag daran beteiligten. Es sei eine dankbare Aufgabe der Ge- meindevertrehrng, es zu ermöglichen, daß die blaßwangigen Kleinen der Aermsten an den paar Ferientagen sich im Grünen tummeln können. Gemeindeverordneter Kalkbrenner unterstützte diesen An- trag, während der Verleger des Friedenauer Ortsblättchens. Herr Schulz, sich dagegen wandte. Herr Schulz, der Vorstandsmitglied des Fortschrittlichen Vereins am Ort ist und neben seiner Tätigkeit als Zeitungsmann auf seinem Gute bei Frankfurt a. O. die Schweinezucht mit großem Erfolg betreibt, gab damit dem Empfin- den der Geldsackmänner Ausdruck. Außer unseren Genossen stimmten nur die Herren Berger und Kalkbrenner für den Antrag. Bei der nächsten Position wurde einem„Kirchlichen Frauenverein' von derselben Mehrheit 200 M. bewilligt. Für Jugendpflege wur. den 1500 M. hergegeben. Zugleich wurde ein Ausschuß gewählt, der den schon bestehenden Ortsausschuß für Jugendpflege in bezug auf seine politische und religiöse Stubenreinheit überwachen soll. Das Dezernat für Jugendpflege wurde Herrn von Wrochem über- tragen. An eine Erhöhung der Gemeindearbeiterlöhne ist auch bei der diesmaligen Etatsaufftellung nicht gedacht worden. Es bleibt also bei dem beschämenden Zustand, daß eine der finanziell mit am besten fundierten Gemeinden von Groß-Berlin mit die niedrigsten Arbeiterlöhne bezahlt. Aus diese Weise können einige kirchliche Bettelvereine den Gemcindcarbeitcrn gegenüber ständig die Wohl- täter markieren. Friedrichsfelde. Aus der Gemeindevertretung, deren Tagesordnung hauptsächlich in geheimer Sitzung verhandelt wurde, ist zu berichten, daß über den Antrag unserer Parteigenossen, den Weitervertrieb des russischen Fleisches betreffend, nicht verhandelt wurde, weil die bürgerliche Mehrheit— mit Ausnahme zweier Herren— die Dringlichkeit nicht anerkannte. Da eine Sitzung vor Anfang April nicht �mehr zu erwarten ist, kann die Angelegenheit als zuungunsten der ärmeren Bevölkerung entschieden gelten. Dr. Bündle glaubte bei dieser Gelegenheit einen Meisterstreich gegen die Sache zu führen, indem er die Frage aufwarf, ob einer der Antragsteller Mitglied der Konsumgcnoffenschaft sei und— einen pekuniären Borteil davon habe! Genosse Pinseler ließ den vorlauten Fragesteller ganz gehörig abfahren. Die Frage zeigt klar und deutlich, daß diese Herren gar nicht anders können, als alle Dinge ausschließlich unter dem Gesichtswinkel des persönlichen Interesses zu betrachlen und daher die gleichen selbstsüchtigen Motive auch anderen unter- stellen. Die Einwohnerschaft aber sollte sich das merken und künftig nur noch solche Vertreter wählen, die das Allgemeininteresse zur Richtschnur ihres Handelns nehmen. Martendorf. Aus der Gemcindevertretersitzung. Zunächst ersuchte der Ge- meindevorftehcr auf Veranlassung des Rektors der 1. Gemeinde- schule um die nachträgliche Einsetzung von 1518 M. für Anbrin» gung von Doppelfenstern für die Schule in der Friedenstraßc. Nach- dem sich Genosse Weber dafür ausgesprochen, wird diese Summe bewilligt. Durch die vielen Neuanmeldungen für das Lyzeum macht sich die weitere Anstellung einer Hilfslehrerin notwendig. Es wurde beschlossen, noch eine Summe von 1100 M. zu diesem Zweck in den Etat einzustellen. Der noch nicht erledigte Antrag des Ge- nassen Weber, das Schulgeld für die Vorklassen des Lyzeums von 80 M. auf 100 M. zu erhöhen, wurde angenommen.— Sodann kam der Sonderetat für den Volkspark zur Beratung. In geheimer Sitzung hatten sich die Gegner des Projekts dahin gce»> nigt, demselben im Prinzip zuzustimmen. Genosse Rcichardt stellte deswegen den Antrag, in öftentlicher Sitzung diese Angelegenheit weiter zu behandeln. Die Mehrheit stimmte aber für Erledigung in nicht öffentlicher Sitzung.— Hierauf erfolgte die Genehmigung eines Nachtrages zur Grundsteuerordnung. Außerdem lagen der Vertretung eine Reihe von Anträgen verschiedener Vereine um Be- willigung von Mitteln vor. Gemeindevertreter Treppens stellte den Antrag, aus Anlaß der Jahrhundertfeier eine Summe von 500 Mark aus Gemeindemitteln zu bewilligen; über 200 M. seien be- reits von den verschiedenen Vereinen gesammelt, welche den wür- digen und bedürftigen Veteranen des Ortes zugedacht sind. In Betracht kämen ungefähr 60 bis 70 Mann. Gemeindevertrcter «chmidt befürwortete den Antrag dahingehend, daß die durch die Vereine gesammelte Summe cm die Gemeinde abgeführt werde und die Verteilung an die Veteranen nicht durch die Vereine, sondern durch die Gemeinde zu erfolgen habe. Nachdem sich die Genossen Weber und Reichardt im Sinne des Vorschlages Schmidt ausgc- sprachen, wurden die 500 M. bewilligt. Abgelehnt wurde ein An- trag des. Groh-Berliner Vereins für Kleinwohnungswesen; eben- falls ein Antrag der Vereinigung Rund um Berlin und ein solcher, welcher Mittel zur Abhaltung eines ersten Kongresses für alkohol- freie Jugendbewegung wünscht. Tic weiteren noch vorliegenden Anträge wurden zurückgestellt; es erfolgte hierauf eine geheime Sitzung, die stch mit der Beratung des Sonderetats für den Volks- park beschäftigte. Adlershof. Ueber de» Imperialismus referierte in einer von der Unter« kommission und dem Wahlverein einberufenen, von 8 00 Personen besuchten öffentlichen Aersammlung Genosse Haas«. Unter großer Spannung der Zuhörer entwarf der Redner ein Bild der inter- nationalen kapitalistiichen Entwicklung. Eingehends zeigte er. wie das Bestreben des Kapitals, sich in noch unerscblossenen Gebieten remder Erdteil« niederzulassen, um dieselben ihren Interessen nutzbar zu machen, den RüstuiigSwahn der verschiedensten Nationen steigere und durch einen drohenden Weltkrieg das Wohl und Wehe aller Kulturnationen bedrohe. Die Katastrophe eine« Weltkriege« abzu- wenden, müsse Aufgabe des sozialistischen Proletariats alle: Länder sein. Die Ausführungen Haasts wurden- mit stürmischem Beifall ausgenommen. Diskussion fand nicht statt. Der Gesangverein .Frohsinn' verschönte und erhöhte den Eindruck der Versammlung durch seine bei Anfang und Schluß der Versammlung vorgetragenen KampieSliedcr. Genosse Kronewaldt machte dann die Anwesenden darauf aufmerksam, daß in den nächsten Tagen Genossen vorsprechen und zum Eintritt in den Wahlverein auffordern würden. Man solle iie nicht abweisen, sondern das beute Gehörte beherzigen und sich der Armee deS Sozialismus anschließen. Nach einem begeisterten Hoch aus die internationale Sozialdemokratie schloß die imposante Versammlung. Trebbin(!?reis Teltow). Dir lchte Stadtverordnctensitzung nahm zunächst den Bericht der Etatsberatungskommiffion, den Genosse Schönste erstattete, ent- gegen. In der hierauf einsetzenden Generaldebatte mahnte Ge- nossc Richter im Hinblick auf die beabftchtigte Herabsetzung des Kommunalsteuerzuschlages um 9 Proz. zur Vorsicht. Wesentlicher 'ei nach seiner Ansicht die Beseitigung des Bürgerrechtsgeldes. An» politischen Gründen seien die bürgerlichen Herren jedoch hierfür nicht zu haben. Genosse Schönsee bedauerte, daß der Allgemein- beit dadurch, daß der Unterricht in der Fortbildungsschule nicht eine Stunde früher beginne, eine Mehrausgabe von 420 M. erwachse. Alsdann kritisierte Redner das allzu schneidige Vorgehen der Poli- zeiorgane an Feiertagen gegenüber den Beurlaubten, das in der Bevölkerung mitunter schon erhebliches Acrgernis hervorgerufen habe. Etwas unerwartet schien es dem Bürgermeister, daß der Stadtv. Binge Kritik an ihm wegen der vielen Nebenämter übte. Ist der Bürgermeister doch noch Amtsanwalt, Amtsvorsteher und Chausseevorsteher. Der Etat balanciert mit 115 000 Nk. Die Zu- ichläge wurden wie folgt festgesetzt: Einkommensteuer 160 Proz., Gewerbesteuer 185 Proz., Betriebssteucr 100 Proz., Grundwert- teuer 2 M. pro 1000 M.— Der Wasserwerksetat balanciert mit 13 300 M. Die Mindeftgebühr beträgt 2 Proz. gegen 1 Proz. im Vorjahr. Dies ergibt einen EinnahmeauSfall von 2200 M. Wäh- rend dieser Etat einstimmig angenommen wurde, erklärten unsere Genossen zur Verwunderung des Gemeindevorstehers, dem Gesamt- etat ihre Zustimmung versagen zu müssen. Mahlsdorf an der Ostbahn. In einer außerordentlichen Sitzung beschäftigte sich die Ge- mcindevcrtretung mit der Feststellung des Haushaltsvoranschlage«, der in Einnahme und Ausgabe mit 178 038,80 M. abschließt. In der ersten Lesung wurde von unseren Genossen gerügt, daß bei der Reinigung der Straßen durch die Gemeindearbeiter ein Akkord- Ystem angewendet wird; daraufhin befaßte sich die Straßenbau- kommission mit der Angelegenheit? eS wurde beschlossen, vom 1. April ab die Arbeiten wieder im Tagclohn ausführen zu lassen. Unsere Schulverwaltung erfordert von der Gemeinde einen Zuschuß von 59 950 M. Bei diesem Titel wies Genosse Ludwig darauf hin. daß die Eltern derjenigen Kinder, die von Mahlsdorf-Süd nach MahIS- dort-Ost zur Schule müssen, pro Kind eine Extrasteuer von jährlich 24 M. zahlen müssen; er forderte die Uebernahme dieser Kosten auf die Gemeinde. Auch tyurd« von unseren Genossen kritisiert, daß die Turnhalle sowohl wie die Aula nur den sogenannicir national- pcsmnten Vereinen zur Verfügung steht. Besonders zu verurteilen sei eS, daß einem Verein unter der Leitung des Herrn Rektors die Aula zu Uebungsabcnden und zur Abhaltung von Konzentcn un» entgeltlich zur Verfügung steht, während ein anderer Verein, der für die Benutzung bezahlen wollte, abschlägig bcschieden»norden sei. Außerdem wurde von unseren Genossen darauf hingewiesen, daß namentlich im Vorjahre in einigen Klassen der Unterricht häufig ausgefallen sei; es müsse Vorsorge getroffen werden, daß dies für die Zukunft unterbleibt. Beim Titel Gesundheitspflege wurde einem schon vor Jahren von unseren Vertretern gestellten Antrag Rech- nung getragen, indem die Mittel für die Anstellung einer Ge- meindekrankcnschwcfter bereitgestellt wurden. Für Armenpflege sind 5000 M. im Etat vorgesehen. Die Steuersätze bleiben dieselben wie im Vorjahre: 120 Proz, Zuschlag zur Staatssteucr, 2 pro Mille Grundwertsteuer, für unbebaute Grundstücke an gepflasterter Straße 2,5 pro Mille. Bei Einkommen bis zu 000 M. wird die Kommunal- steuer nicht erhoben. Körbiskrug-Zees en. Bei der stattgcfundcncn Gemeindevertrrterwahl in der dritten Klasse wurde der Genosse Wilh. Guhl mit 23 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat erhielt eine Stimme. Nieder> Schönhause». Die Turchberatung beS Etats zeitigte in der letzten Gemeinde- Vertretersitzung eine längere lebhafte Debatte. Bürgermeister Abraham gab zum Etat selbst einen kurzen Ueberblick über die finanzielle Lage der Gemeinde. Die wirtschaftliche Krise habe ihre Wirkung auch auf die hiesigen Verhältnisse nicht verfehlt, trotz größter Sparsamkeit und aller erdenklichen Abstriche in allen Zweigen der Aerwaltung seien 141 300 M. durch neue Steuern zu � decken. Um den Etat balancieren zu können, mache sich die Er- höhung der Grundwertsteuer notwendig, und zwar für bebaute Grundstücke von 2,6 auf 3 Proz., für unbebaute von 5,2 auf 6 Proz., ferner sei der Kommunalzuschlag von 120 auf 130 Proz. zu er- höhen. Die Hundesteuer sei bereits in der letzten Sitzung von 20 M. auf 25 M. erhöht worden, von einer LustbarkcitZstcucr habe er Abstand genommen. Der Voranschlag weist in Einnahme und Ausgabe die Summe von 1 405 233,36 M. auf(int Vorjahre 1 623112 M.). Die Eiitzelctats gestalten sich folgendermaßen: A. Ordentliche Verwaltungen: Allgemeine Verwaltung 78 300 M. Einnahme, 224 525 M. Ausgabe; Steuerverwaltung 632 786 M. Einnahme, 69 935 M. Ausgabe: Schuldenverwaltung 250603 M. Einnahme und Ausgabe: Stratzenvcrwaltuug 24 500 Mark Einahme, 145 400 M. Ausgabe; Armenverwaltung 17 900 2Kar? Einnahme, 43 130 M. Ausgabe; Volksschulen 13 000 M. Einnahme, 250 000 M. Ausgabe; Lyzeum 37 275 M. Einnahme, 73 100 M. Ausgabe; Realprogymnasium 30 970 M. Einnahme, 30 640 M.. Ausgabe; Friedhofsverwaltung 12 600 M. Einnahme, 8900 Ausgabe. B. Betriebsverwaltungen: Wasserwerk 104 600 M. Einnahme und Ausgabe; Kanalisation 72 000 M. Ein- nähme und Ausgabe. C. Außerordentliche Verwaltung: 130 400 M. Einahme und Ausgabe. Neu erscheint im Etat die gewerbliche Fortbildungsschule, ftir welche 2000 M. eingestellt sind. Unter dem Titel„Wohlfahrtseinrichtungen" sind insgesamt 2548 M. eingestellt worden. Es erhalten die Berliner Ferien- kolonie 450 M., Verein„Frauenhilfc" 500 M., die Volksbücherei 300 M.. Verein„Kinderhort" 300 M., Freiwillige Sanitätskolonne 200 M., zur Unterhaltung des Kindergartens 550 M., für Schüler- Wanderungen 300 M., außerdem für Badefreikarten 100 M. Dem hiesigen Ortsausschuß für Jugendpflege sollten ebenfalls 600 M. zur Verfügung gestellt werden, bezüglich dieser Summe will man erst beim Landral anfragen. In der vertraulichen Vorbesprechung des Etats hatte sich Genosse H i e g e in scharfer Weise dagegen ausgesprochen, daß Gemeindegelder für derartige Zwecke ousgc- geben werden. Um es nicht zu einer öffentlichen Debatte kommen zu lassen, hatte man deshalb vorsichtigerweise die Forderung zu- rückgestellt. Beim Titel„WohlfahrtSeinrichtungen" forderte Genosse H e l l r i ch die Anschaffung eine» Krankenwagens, damit bei Krankheiten und Unglücksfällen nicht erst immer stundenlattg auf den Krankenwagen aus Pankow oder Berlin gewartet zu werden braucht. Ferner sei die Desinfektion unentgeltlich auszuführen. Die erste Forderung wurde der Armenkommission überwiesen, bc- züglich der Desinfektion wurde vom Bürgermeister mitgeteilt, daß bei Minderbemittelten die Desinfektion kostenlos geschehe. Unter Titel„Volksschulen" ersuchten unsere Vertreter um einen Tätig- keitsbericht des Schularztes, diese Forderung soll erfüllt werden. Herr August Kuhlmann stellte beim Titel„Friedhofsberwaltung" den von unseren Genossen unterstützten Antrag auf„Anschaffung eines Leichenwagens"; mit dieser Angelegenheit soll sich die Fried- Hofskommission beschäftigen. Hierbei ersuchte Genosse Hellrich um Auskunft, was mit der Bestimmung der Friedhofsordnung:„Laien- reden sind am Grabe nicht gestattet", gemeint sei, ob darunter auch der Nachruf von Vereinen und Korporationen zu verstehen sei. Bürgermeister Abraham erwiderte, daß bierfür die Polizeibehörde zuständig sei. Auf die Frage, wie er sich denn als Amtsvorsteher dazu stelle, bekamen unsere Vertreter die Antwort, darüber könne er sich hier nicht auslassen. Eine lebhafte Debatte entspann sich bei der Festsetzung der Steuerzuschläge. Ein Teil der bürgerlichen Redner war für Erhöhung der Grundwertsteuer, da diese Lasten da? kleinere Ucbel bedeuteten gegenüber dem Wegzug der Mieter, der durch die Erhöhung des Kommunalzuschlages eintreten werde. Die anderen Redner betonten, daß die Hausbesitzer am Ende ihrer Leistungsfähigkeit seien. Die Allgemeinheit müsse einen Teil der Lasten übernehmen. Von unseren Vertretern erklärte Genosse Hellrich, daß er die Befürchtung, Pankow werde bei 110 Proz. bleiben, trotzdem im Voranschlag 120 Proz. festgesetzt seien, nicht teilen könne. Recht sonderbar berührten ihn, Redner, die Debatten in den beiden Grunbbesitzervereinen, wo man sich stets als Beschützer der Mieter aufspiele; Tatsache sei, daß die Hausbesitzer nach Mög- lichkeit den größten Teil der Lasten auf den. Mieter abwälzen. Werde der Kommunalzuschlag in diesem Jahre nicht von 120 auf 130 Proz. erhöht, so könne mit Sicherheit crivartet werden, daß zum nächsten Jahre mindestens 140 Proz. erhoben werden müssen. Damit die sozialen Aufgaben nicht vernachlässigt werden, würden die sozialdemokratischen Vertreter für 130 Proz. stimmen. Die Debatte endigte damit, daß mit großer Mehrheit(12 gegen 4 Stimmen) die Erhöhung des Zuschlages von 120 auf 130 Proz. beschlossen wurde, ebenso die Grundwertsteuer, wie oben bereits angeführt. Trotzdem der Bürgermeister vorher so warm für die Erhöhung sprach, stimmte er dagegen. Die Beteiligung an dem Groß-Berliner Verein für Kleinwohnungswesen wurde vertagt. In nichtöffentlicher Sitzung wurde mitgeteilt, daß am 19. März die Einweihung des Lyzeums stattfindet. Hierzu wurden zur Be- wirtung der Gäste 250 M. bewilligt. Unsere Genossen Breit- mann und Hiege bezeichneten es als ein starkes Stück, bei dieser Finanzlage noch Gelder für solche Zwecke zu bewilligen. Unsere Vertreter müßten cZ daher ablehnen, zu erscheinen. Spandan. Eine ganze Woche tot in seiner Wohnung gelegen hat der Ar- bester Hermann Jennrich, Hamburger Straße 72 wohnhaft. Andern Hausbewohnern war es aufgefallen, daß der Mann seit mehreren Tagen gar nicht mehr fichtbar wurde, während seine Ehefrau wie geistesgestört einherging. Man benachrichtigte die Polizei und es erschien ein Beamter, der in die Wohnung des Ehepaars eintrat und den Mann entseelt im Bette vorfand. Die Frau machte über die Zeit und Art des Ablebens ihres Mannes unklare Angaben; sie wurde wegen ihres geistigen Zustandes nach dem städtischen Kranken- hause übergeführt. Die Leiche des Mannes ist beschlagnahmt worden, um die Todesursache aufzuklären. NowaweS. Die Gcmcindevertretcrwahl am Montag brachte den sozial- demokratischen Kandidaten in allen drei Bezirken den Sieg. Im ersten Bezirk wurden von 1414 eingeschriebenen Wählern 376 Stimmen für unseren Genosien abgegeben, im zweiten Bezirk von 1465 eingeschriebenen Wählern 464 und im dritten Bezirk von 781«ingeschriebenen Wählern 180 sozialdemokratische Stimmen. Die Gegner hatten keinen Kandidaten aufgestellt. Hohen- Sieuendorf. Aus der Gcmcindrvcrtrctuug. Zunächst teilte der Vorsteher mit. daß dem Antrage der Gemeindevertretung auf Erlaß einer Polizei- Verordnung, welche u. a. auch den Zwangsanschluß der bebauten Grundstücke an das Wasserwerk vorsah, nicht entsprochen worden ist, Desgleichen ist ein Antrag der Gemeinde auf Bildung eines eigenen Amtsbezirkes vom Landrat abgelehnt worden. Der Entwurf eines Ortsstatuts, lvelches die Reinigung der Straßen und öffentlichen Wege nach Maßgabe des am 1. April d. I. in Kraft tretenden Ge- setze? regelt, wurde angenommen. Anstelle des im September vorigen Jahres beschlossenen Ortsstatuts, betreffend den Anschluß an das Wasserwerk usw., welches durch den Nichterlaß der Polizeiverordnung hinfällig ist, wurde ein neueS gegen die Stimme unseres Genossen beschlossen, der dagegen stimmte, weil dieses Statut eine Rentabilität nicht nur nicht gewährleistet. sondern sogar einen sehr erheblichen, aus Gemeindemitteln zu leistenden Zuschuß erfordert. Hierauf wurde des längeren über eine Armensache verhandelt. Der öffentlichen folgte eine geheime Sitzung, in welcher über die bei dem Bau des Wasserturmes entstandenen Differenz mit der Firma Franke Tl. Berghold beraten wurde. Potsdam. Die Errichtung einer Landkrankenkasse wurde von der letzten Stadtvcrordnetensitzung entsprechend dem Antrage des Magistrats beschlossen. In dem liberalen Reichstagskandidaten K e n n e S fand die Vorlage einen warmen Vertreter. Der einzige Stadtverordnete, der sich gegen die Vorlage Ivandte, war der Stadtverordnete Peters, der in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied und früherer Vorsitzender der Allgemeinen Ortskrankenkasse jedenfalls praktische Erfahrungen im Kasscnwesen hat. Welche Unkenntnis über das Krankcnkasscnwcscn noch unter den Stadtverordneten herrscht, bewies die Debatte, in der zum Teil zum Ausdruck kam. es bei dem Dicnstbotcnabonnement im städtischm jkrankenhaus« zu belassen, da durch die Errichtung einer Landkrankenkasse den Dienst- Herren neue Ausgaben auferlegt werden. Unter solchen Umständen tonnte es natürlich auch nicht wundernehmen, wenn sich die Stadt- verordneten von dem Justizrat Kennes vorcrzählen ließen, daß die Errichtung der Kass« gesetzlich verlangt werde. Daß sich das Vcr- sicherungsamt und die gehörten Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegen die Errichtung ausgesprochen haben, wurde gar nicht weiter erörtert. In der gleichen Sitzung wurde der Etat oer Stadt Potsdam ftir das Rechnungsjahr 1913 festgesetzt. Er beträgt 8 335 403,18 M., gegen das Vorjahr ein Mehr von 406 795,63 M. Die Festsetzung des Etats der Allgemeinen Verwaltung brachte eine längere Debatte darüber, daß der Magistrat seine Kohlen nicht von den Potsdamer Händlern bezieht. Die im Interesse der Stadt wirkenden Stadt- Väter können es nicht verstehen, warum der Magistrat nicht den Potsdamer Händlern 8 bis 10 Proz. mehr zahlen will, als« außerhalb zahlt, denn das Geld bleibt doch dann wenigstens in der Stadt. Mit diesen„recht netten" Ansichten der Stadtväter war der Magistrat selbstverständlich nicht einverstanden und belehrte die Herren, daß der Magistrat die Aufgabe habe, nicht die Interessen der einzelnen, sondern die der Gesamtheit wahrzunehmen. Dieser Grundsatz des Magistrats will den Stadwätern nicht recht ein- leuchten, und so wählten sie eine Kommission, die hier„Abhilfe" schaffen soll. Für die Pflasterung der Priesterstraße wurden 12 100 M. bewilligt._ Sitzungstagc von Stadt- und Gemeindevertretungen. Zeuthen. Heute Dienstag, IS. März, nachmittags b'/, Uhr, im Amtshaus. Marienfelde. Am Mittwoch, den 19. d. Mts., im Zeichensaal der Gcmcindcschule, Doffstrasie 53. Mahlsdorf. Am DoimerStag. den 20. März, 6'/, Uhr. Hcrmsdorf bei Berlin. Heute Diensing, den 18. März, abends 8 Uhr. Im Sitzungssaal des Gemeindehauses. Festsetzung dcS Voranschlages der Gemeinde und der zu erhebenden Gemeindesteuern. Diese Dihungen sind öffentlich. Jeder Gemeindcangehörige ist berechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. vvwvvvvvvwvvvvwv» Sechs besonders empfehlenswerte Angebote acKett- A iiuiiniiiiuiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimi iiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiimiiiiiiuiiiiiiiiiiiiuniiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiKiiit Modernste Stoffe und Fassons-o Vorzüglichster Sitz o Höchste Leistungsfähigkeit unserer Kleiderwerke - A ITTIirrea braBn. gran oder oliv melierte«VT JaClVClX /AllZilgC Cheviot» nach englischer Art** I M. Jackett-Anzüge AaS 33«. Jackett-Anzüge 36 M. Jackett- Anzüge 45 m. Jackett-Anzüge teCÄXXJ 50«. T_ Ä|,—.1.1. 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