Nr. 70. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis vrämumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Buremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erfcheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 30. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins, und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchfiaben zählen für zwei Borte. Injerate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 1983. Der Aufruf von Kalifch. Er war hauptsächlich nach den Ansichten von Stein entworfen und ebenso an die Fürsten als an die Völker gerichtet, da man zu jener Zeit es nicht zu leugnen wagte, daß ohne den Beystand des Volkes der vorliegende große Kampf nicht zu beenden sey. Späterhin haben freylich unwürdige Menschen, deren Brust Edeler Regungen unfähig ist, jedes Aufrufen des Boltes als etwas Gefährliches geschildert. Generalfeldmarschall von Bohen. Was von Anfang an als eine düstere Tragik auf dem Freiheitskampf des Jahres 1813 lastete, war, daß er nur mit russischer Hilfe ausgefochten werden konnte. Zarische Stnute und Freiheit das läßt sich schwer in einen Reim bringen. Und in der Tat: wenn man von höherer geschichtlicher Warte aus abschätzt, erkennt man, daß, was sich mit den Kosaken und Tataren, Stalmücken und Kirgisen des russischen Heeres 1813 nach Deutschland hineinwälzte, nichts anderes war als die Woge der Konterrevolution und daß mit dem letzten französischen Linieninfanteristen, der sich tiraillierend über den Rhein zurückzog, die Revolution für ein Menschenalter aus Deutschland verschwand. Für geraume Zeit schien die Frage, ob Europa republikanisch oder kosakisch werden sollte, zugunsten des Kosakentums entschieden zu sein, denn das Vasallenverhältnis Preußens zum Zarismus, dessen fester Kitt der gemeinsame Raub an Polen war, wurde durch das Jahr 1813 noch enger gefügt, und im wahrsten Sinne des Wortes war von da an durch Jahrzehnte russische Schande auch preußische Schande. Aus dem bitteren Gram über diese Entwickelung ließ Heinrich Heine seinen alten Lehrer von den Siegern des Jahres 1813 sagen: Es geht diesen Leuten wie den Thebanern, als sie bei Leuktra endlich einmal jene unbefiegbaren Spartaner geschlagen, und beständig mit dieser Schlacht prahlten, so daß Antisthenes von ihnen sagte:„ Sie machen es wie die Senaben, die vor Freude sich nicht zu laſſen wissen, wenn sie einmal ihren Schulmeister ausgeprügelt haben". Liebe Jungens, es wäre besser gewesen, wir hätten selbst die Prügel belommen. Und Heines Widerpart, der Graf von Platen, schrieb aus denselben Empfindungen heraus sein Distichon: Sogenannte Freiheitskriege. Freiheitskriege fürwahr! Stand einst Miltiades etwa Mittwoch, den 26. März 1913. die der russische Alexander an dem Entwurf vorgenommen yatte, noch mehr als genug. An den entscheidenden Stellen bes Manifestes hieß es: Indem Rußlands fiegreiche Krieger, begleitet von denen Sr. Majestät des Königs von Preußen, ihres Bundesgenossen, in Deutschland auftreten, fündigen Seine Majestät der Kaiser von Rußland und Seine Majestät der König von Preußen den Fürsten und Völkern Deutschlands die Rückkehr der Frei heit und unabhängigkeit an. Sie fommen uur in der Absicht, ihnen diese entwandten, aber unveräußerlichen Stammgüter der Bölker wieder erringen zu helfen.... Nur dieser große, über die Selbstsucht erhabene und des halb ihrer Majestäten allein würdige 8wed ist es, der das Vordringen ihrer Heere gebietet und leitet.... Ihre Losung ist Ehre und Freiheit. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. einverstanden sind, dem schönen 3wed der Befreiung Deutschlands von fremdem Joche ihre höchsten Anstrengungen jederzeit gewidmet sein lassen. Soweit der Aufruf von Kalisch, von dem Mehring mit Recht sagt, daß in keinem bonapartistischen Bulletin so arg geschwindelt worden sei wie in dieser feierlichen Kundgebung frommer Monarchen. In den Massen des preußischen Volfes aber bestärkte er zur Zeit seines Erscheinens die Auffassung, daß es auf den Schlachtfeldern von 1813 höhere Güter zu erringen gelte als die Sicherung der Hohenzollernkrone und die Herrschaft des ostelbischen Junkertums. Als die Hoffnungen des Voltes aber so schnöde zuschanden geworden, da griffen die wahren Patrioten immer wieder auf dieses Manifest zurück, und mochten die Soldschreiber der Reaktion vom Schlage des Geheimrats Schmalz noch so sehr die Tünche Hiermit ist zugleich das Verhältnis ausgesprochen, in welchem untertäniger Knechtsgesinnung darüber fleren, wie die FlammenSinne Seine Majestät der Kaiser aller Reußen zum wieder schrift an der Wand zu Babylon leuchtete es doch immer geborenen Dentschland und zu seiner Verfassung stehen wieder durch: Freiheit und Unabhängigkeit unveräußerliche wollen. Es kann dies fein anderes sein als eine schützende Hand Stammgüter der Völker- Ehre und Freiheit ureigner über ein Wert 31 halten, dessen Gestaltung Geist des deutschen Volkes! Unendlich öfter als der Aufruf ganz allein den Fürsten und und Völkern Deutschlands an mein Volt ist in der trübseligen Zeitspanne zwischen 1815 anheimgestellt bleiben soll. Je schärfer in seinen Grund- und 1848 der Aufruf von Kalisch zitiert worden. zügen und Umrissen dies Werk heraustreten wird aus Aber eben weil er ein Denkmal monarchischer Lüge und demureigenen Geiste des deutschen Volkes, desto Schmach ist, haben sich dieselben Bratenbarden, die noch eben verjüngter, lebensfräftiger und in Einheit gehaltener wird Deutsch den 17. März 1813 mit dithyrambischen Hymnen gefeiert land wieder unter Europas Völkern erscheinen können. Uebrigens haben, an diesem 25. März 1813 auf den Zehenspitzen und werden Seine Majestät nebst ihrem Bundesgenossen, mit dem sie ohne einen Laut vorbeigeschlichen. Sie wollen, die armen in den hier dargelegten Gennungen und Ansichten vollkommen Schächer, nicht erinnert sein! Lehte Kämpfe. Die Balfanfrise scheint sich nun doch ihrem Ende zu Zivilbevölkerung die Stadt verlassen könne, und gegen die nähern. Am Sonntag hatte die„ Norddeutsche Allgemeine Drohung mit 3wangsmaßregeln, falls Monte Zeitung" nochmals den Ausgleich zwischen Desterreich und negro diesem Verlangen nicht entsprechen würde, Protest Rußland in der albanesischen Frage angekündigt und die Ueberzeugung ausgesprochen, daß eine endgültige Einigung auch über den letzten bisher strittigen Bunft gesichert sei. Und diese Ansicht wird von London aus in folgender Depesche bestätigt: pantall erhebt. Montenegro erklärt, diese Forderung DesterreichUngarns als Verlegung der Neutralität zu beihrer Note, daß sie aus Menschlichkeitsgefühl und um deni trachten. Die montenegrinische Regierung erklärt weiter in einstimmigen Wunsche der Mächte nachzukommen, beim Kommandanten von Skutari die notwendigen Schritte unternehmen würde, um den Abzug der Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Zu diesem Behufe hat sich heute früh ein Parlamentär nach Sfutari begeben. London, 24. März. Wie das Reutersche Bureau erfährt, Mit Baschkiren im Bund, als er die Perser bezwang? sind sich die Mächte über die Grenze Albaniens von Dennoch hat man damals versucht, zarische Snute und Diakova bis zum Ochridasee einig. Unter den Orten, deutsche Freiheit in einen Reim zu bringen und zwar geschah über die ein Einverständnis erzielt worden ist, befinden sich Die Dampferaffäre. das in dem Aufruf von Kalisch, der von dem russischen Ober- utari und Djakova. Eine offizielle Erklärung darüber Cetinje, 25. März.( Aus amtlicher montenegrinischer Quelle.) befehlshaber Stutusoff im Namen Alexanders I. und Friedrich steht unmittelbar bevor und wird wahrscheinlich morgen erfolgen. Wilhelms III. am 25. März 1813 erlassen wurde. Die Verbündeten werden eine Kollektivnote der Mächte über Von montenegrinischer Seite wurden am 19. d. M. die Nachrichten ein österreichisch unga= Als Verfasser des Aufrufs nenut Treitschte den Ober- dieses Ergebnis erhalten. Damit sind zwei der heikelsten auswärtiger Blätter, wonach sachsen Karl Müller, über den der geschäftige Varnhagen Bunkte geregelt, und da den Berbündeten deutlich erklärt rischer Dampfer im Hafen von San Giovanni di Medna b. Ense 1847 eine Lebensbeschreibung zurecht gebastelt hat werden wird, daß Europa diese Frage erledigt hat, wird es am Löschen der Waren gehindert und die Matrosen am Leben beund der geschildert wird als ein fanatischer Teutone: in seiner nicht mehr nötig sein, die militärischen Operatio droht worden wären, als durchaus unrichtig bezeichnet. blinden Deutschtümelei, die auch ein Zeichen der Zeit war, der Mächte nichts mehr ändern würde. Die Botschafter werden denn es war kein Schiff verhindert worden, seine handelsgeschäftnen fortzusetzen, deren Ergebnis doch an der Entscheidung Dieses Dementi war den Tatsachen und der Wahrheit entsprechend; wollte er etwa den Generalstab in ein Hildamt verwandeln und die Generaladjutanten zu Hauptwernolden umtaufen. sodann die südliche Grenze Albaniens erörtern, für die Italien und lichen Manipulationen vorzunehmen, noch waren Matrosen von Aber dieses Karl Müller Anteil an dem denkwürdigen Doku- Desterreich besondere Gesichtspunkte haben. Obgleich die Berhand- montenegrinischen Soldaten bedroht worden. Von der Beschwerde ment ist zweifelhaft und dunkel geblieben, zweifellos da lungen hierüber langwierig sein können, besicht doch kein Grund, des Kapitäne und des Maschinisten der Skodra hat die montenegrinische Regierung erst vorgestern durch die Note der österreichische gegen ist die Urheberschaft des Freiherrn vom Stein. Schwierigkeiten zu befürchten. Unter diesen Umständen war es flar, daß Monte- ungarischen Gesandtschaft Kenntnis erhalten. Die Regierung Der vont französischen Staiser wie von den preußischen Junkern gleichermaßen geächtete Stein hatte sich notgedrungen negro das Verlangen Desterreichs, das von dem russischen hat sich beeilt, sofort in offizieller Form die nach Rußland an den Hof Aleranders I. begeben. Dort Gesandten in Cetinje ausdrücklich unterstützt wurde, werde Erklärung abzugeben, den Verkehr der öster= hatte er beratend und anstachelnd gewirkt, aber als nun über erfüllen müssen. Und in der Tat hat Montenegro auf eine reichisch ungarischen Dampfer erleichtern und die Felder der Frühlingssturm von 1813 fegte, da wollte er neuerliche Note der österreichisch- ungarischen Regierung, die selbst für ihre Bewegungen alle Erleichte Die Regierung hat unum alles in der Welt selbst den Schein vermeiden, als sei die mit Gewaltanwendung drohte, eine nachgiebige Ant- rungen bieten zu wollen. Erhebung Preußens ein Werk Rußlands, Die Siegestümmelei mort erteilt. der russischen Generale, der beschränkten Nachthaube Stutujoff bevölkerung aus Stutari geschehen lassen und bis dahin das Erklärung abgegeben, eventuelle Schuldige streng beMontenegro wird den Abzug der Zivil- berzüglich einen besonderen Funktionär behufs strenger Untersuchung des Zwischenfalls entfendet und gleichzeitig die an der Spize, ging ihm sehr wider den Strich und er wußte, Bombardement einstellen. Und da die Mächte mit Einschluß strafen zu wollen. wieviel Mühe es gekostet hatte, diese russische Generalität überhaupt zur Fortsetzung des Feldzuges zu bewegen: echte Rußlands darin einig sind, daß Skutari dem selbständigen Die Friedensvermittelung. Ajiaten, die sie waren, wären sie am liebsten wieder in ihren Albanien auf jeden Fall gehören werde, so ist zu hoffen, daß asiatischen Stumpffinn zurückgesunken, nachdem der legte die Einstellung des sinnlosen Blutvergießens eine endgültige Die Antwort der Verbündeten. Franzose über den Niemen retiriert war. Alexander freilich sein werde. Sofia, 24. März. Ueber die Antwort auf die neue war anderer Meinung, aber nicht um seinem preußischen Auch die Friedensverhandlungen gehen, wenn Friedensbasis der Großmächte wird noch zwischen den VerKollegen einen Gefallen zu tun oder gar um Deutschlands auch schrecklich langsam, fort. Die Balkanstaaten und nament- bündeten verhandelt; man hofft, in dret Tagen eine Freiheit zu retten, sondern um die napoleonische durch die lich Bulgarien suchen noch im letzten Augenblick die von den Verständigung zu erzielen. Wie verlautet, wollen die alexandrinische Weltherrschaft zu ersetzen. Auf jeden Fall wollte Stein diesen Merander samt seinem Mächten vorgeschlagene Grenze gegen die Türkei hinaus Verbündeten den Vorschlag der Großmächte als Basis für die Auf jeden Fall wollte Stein diesen Alexander samt seinem Friedrich Wilhelm auf unverbrüchliche Prinzipien festlegen, zuschieben. Und um ihre Position zu verbessern, hat die bul Friedensverhandlungen annehmen; sie hoffen jedoch, noch deren Verkündung gleichzeitig dem Bölferkrieg ein neuer Treib- garische Regierung noch eine letzte furchtbare Anstrengung einige Bedingungen stachel sein sollte. Aber nicht nur an die Völker, sondern gemacht: der Generalsturm auf Adrianopel hat ändern zu können. auch an die Fürsten sollte sich der Aufruf von Stalisch wenden, begonnen, die Festung soll noch vor dem Waffenstillstand um und zwar hatte Stein, der ja überhaupt nur Staaten mit jeden Preis genommen werden. Ein sinnloses Morden auch mehr als einer Million Einwohner für eristenzberechtigt hielt, hier, da das Schicksal Adrianopels selbst schon lange feststeht, im Sinn, jedem Rheinbundpotentaten, der sich nicht binnen ein wahnsinniges Dahinschlachten von Tausenden, um den sechs Wochen gegen Napoleon erklärte, die Absetzung an- militärischen Ehrgeiz zu befriedigen und einige Feßen Land zudrohen. Aber so unehrerbietig wollten die beiden Fürsten mehr zu erhalten! von Gottes Gnaden doch nicht mit denen von Napoleons Gnaden umgehen, und so findet sich in dem Aufruf nur die sehr platonische Voraussetzung, daß sich feiner finden werde unter ihnen, der, indem er der deutschen Sache abtrünnig sein und bleiben will, sich reif zeige der verdienten Vernichtung durch die Kraft der öffentlichen Meinung und durch die Macht gerechter Waffen." ihren Gunsten Erklärungen Greys. London, 25. März. Unterhaus. In der heutigen Budgetdebatte gab Sir Edward Grey eine bedeutsame Erklärung über die Balkan lage ab, in der er sagte: Die Balkanfrage zerfällt in zwei Hauptpunkte. Folgen schwer und ernst, wie der Krieg ist, war es die dringendste Aufgabe der Großmächte, dafür zu sorgen, daß der Krieg örtlich begrenzt werde und sich nicht ausdehne oder irgendwelche Mächte in gegenseitige Mißhelligkeiten verwickle, die zunt Friedensbruch hätten führen fönnen. Wer sich an die Cetinje, 25. März.( Aus amtlicher montenegrinischer großen Besorgnisse in den lezten Jahren erinnert, daß die Quelle.) Die montenegrinische Regierung hat Satastrophe im nahen Orient hereinbrechen könnte, wird jezt den Vertretern der Mächte eine 3irkularnote über- anerkennen, daß es für die Diplomatie der Großmächte mittelt, worin sie gegen das Verlangen Desterreich- Ungarns, rühmlich ist, daß diese den Sturm bis zum gegenwärtigen dem Aufruf versprochen wurde, war trok mancher Korrekturen, die Operationen vor Stutari einzustellen, bis die dortige Augenblick ausgehalten, und, wie ich hoffe, einen Punkt erWas aber dem Volf an schönklingenden Verheißungen in Die Antwort Montenegros. Nachgeben unter Protest. reicht haben, an dem jede Aussicht besteht, daß der Sturm bis zu Ende ausgehalten werden wird.( Beifall.) Die Großmächte haben einer Annahme den Garaus gemacht und das bedeutet einen großen Aktivposten für den Frieden daß nämlich einige von ihnen die Gelegenheit wahrnehmen wollten, um für sich auf dem Festlande oder auf den Inseln Gebietsteile zu erwerben. Der schwierige und gefahrbolle Punkt war da die Frage Albaniens und feiner Abgrenzung. Noch vor Weihnachten wurden einige Fortschritte gemacht. In erster Linie wurde zwischen den Mächten eine Einigung darüber erreicht, daß ein felbständiges Albanien geschaffen werden sollte. Es war wichtig, daß auf dieser Grundlage eine Einigung erzielt wurde. Ebenfalls vor Weihnachten kam zwischen den Mächten eine Einigung über die Frage der adriatischen Kii ste zustande. Damit war ein anderer gefährlicher Punkt beseitigt. Es blieben zu erörtern die Landgrenzen Albaniens, eine Frage von großer Bedeutung, weil Albanien, wenn es zu klein ausfallen sollte, keine selbständige Eristenz haben fonnte, andererseits aber, wenn es zu groß geraten würde, ungebührlich die berechtigten Aspirationen und Ansprüche Montenegros, Serbiens und Griechenlands beeinträchtigen würde. werden könnte. die Annahme äußern und erklären, ob es möglich sei, den Krieg Die Wahlprüfungskommission des Reichstags hat einwandfrei mit der Aussicht fortzusetzen, Adrianopel und den Rest der festgestellt, daß nicht Herr von Halem, sondern Herr v. Safeuropäischen Türkei zu retten. Wenn die Armee von der Not- Jaworsti gewählt ist. Es entstand ferner die Frage, ob nicht, wendigkeit des Friedensschlusses überzeugt sei, dann würde nachdem ein falscher Kandidat für gewählt proklamiert worden war, die Pforte die Einzelheiten erörtern. Der dam" meint, der rechtmäßig gewählte Abgeordnete nun ohne weiteres da die Mächte die Pforte bereits vorher sondtert hätten, dürfe einzuberufen jei. Herr von Saß- Jaworski hat inzwischen man die festgesetzten Bedingungen nicht als unannehmbar dem Wahlvorsteher mitgeteilt, daß er zweifellos der zu Recht gebetrachten. Der Friede Der Friede stehe bor der Tür. wählte Abgeordnete sei, daß er das Mandat annehme und ersuche, " Sabah" schreibt: Wenn die Pforte die Gründe, die für die geeigneten Schritte zu unternehmen, um ihm seinen Eintritt die Notwendigkeit des Friedens sprechen, darlegt, dann wird in den Reichstag zu ermöglichen. Noch bevor die Wahl vor das die öffentliche Meinung sie würdigen können. Nur die Re- Plenum des Reichstags gebracht werden konnte, legte Herr v. Halem gierung ist imstande, diese Möglichkeit zu erkennen. Wir sein Mandat nieder, und am 30. Dezember fand eine Nachwahl werden dann, sagt das Blatt, den Frieden annehmen statt, bei der v. Halem mit knapper Mehrheit siegte. Die Frage, müssen, nachdem wir Garantien für die Uebernahme ob v. Saß- Jaworski nicht ohne weiteres als Abgeordneter einzueines Teiles der türkischen Staatsschuld durch die verbündeten berufen ist, wird voraussichtlich noch das Plenum beschäftigen. Staaten auch hinsichtlich des auf Grund des Berliner Vertrages auf Bulgarien und Ost- Rumelien entfallenden Teiles erhalten und die Stützpunkte für unsere Armee und Flotte auf den Archipel- Inseln sowie die Rechte der Muselmanen, Israeliten und Kuzowalachen in den abgetretenen Gebieten gesichert haben werden. blsio Türkische Zustände. Konstantinopel, 24. März. Geit gestern läuft ein Gerücht über Die Großmächte haben bis jetzt noch nicht über die Süd- die Verhaftung mehrerer Offiziere. Das Gerücht grenze Albaniens verhandelt. Ich möchte das Haus bitten, ist jedoch anscheinend übertrieben. Divisionsgeneral Dichahid sorgfältig zwischen der südlichen und südöstlichen und der Osman sowie der Hauptmann Schaban, der in mehreren Pronördlichen und nordöstlichen Grenze zu unterscheiden, wäh- zeffen wichtige Enthüllungen über das jungtürkische Komitee gerend hinsichtlich der südlichen Grenze noch keine Ueberein- macht hat, sollen verhaftet, jedoch wieder freigelassen worden Ueberein- Beffen wichtige Enthüllungen über das jungtürkische Komitee gestimung erzielt worden ist und obgleich Meinungsverschieden- macht hat, sollen verhaftet, jedoch wieder freigelassen worden heiten in einzelnen Punkten bestehen mögen, die schwierig bei- sein. Vorgestern wurde in der Stadt im geheimen än verschiedenen bei- Stellen ein Pamphlet verteilt, welches mit den Worten zulegen sein mögen. So glauben wir im Zusammenhang hiermit und ich denke nicht, daß es irgend eine der Groß- Die Armee fann nicht mehr warten" beginnt. Das Pamphlet und ich denke nicht, daß es irgend eine der Groß- ergeht sich in Verwünschungen gegen das jungtürkische mächte nicht glaubt daß, welche Meinungsverschiedenheiten omitee, gegen die beiden früheren Stammern, gegen den Großauch immer auftauchen mögen und welche Schwierigkeit auch wefir Mahmud Scheiket Bascha, sowie die früheren Großwefire bei der Beilegung der strittigen Punkte hinsichtlich der süd- Sakti Bascha und Said Pascha, gegen die früheren Minister lichen und südöstlichen Grenze vorliegen möge, mit diesem Tschavid und Talaat, solvie gegen Enver Bei. Teil der Grenzen keine Frage in Zusammenhang steht, die geDer Plazkommandant fordert diejenigen Offiziere, die eignet ist, eine derartige Differenz unter den Mächten zu ver- sich in Konstantinopel auf Urlaub befinden(!) ursachen, die zu einer Quelle von Gefahren und Besorgnis oder aus anderen Gründen ihre Truppentörper verlassen An der Nord- und Nordostgrenze liegt die Sache anders. haben, auf, unter allen Umständen noch heute zu ihren RegiDer Unterschied besteht darin, daß, wenn diese nicht zweifels- entern in der Tschataldschalinie zurüdzukehren. frei festgelegt worden wäre, sich Fragen zwischen den Mächten Cetinje, 25. März. Amtlich wird gemeldet, daß Dschawid hätten erheben können, welche nicht nur eine Besorgnis, sondern eine Gefahr verursacht hätten. Diese Unterschiede wur- Bascha sich mit 15 000 Mann am Flusse Skumbi den den beseitigt besonders hinsichtlich Skutaris im Norden Serben ergeben hat. Es handelt sich um Reste der und einiger anderer Städte im Norden und Nordosten. Burkt Armee von Janina. fir Punkt kamen die Mächte tatsächlich zu einer Verstän digung, und solange noch ein Bunft ausstand, war man sich darüber einig, daß jede Verständigung über irgend einen Bunkt bedingt war durch eine Verständigung über das Ganze. Eine Zeitlang waren wir in der Lage, daß wir eine Verſtändigung zwischen den Mächten der ganzen Nord- und Ostgrenze Albaniens in Sicht hatten, sofern ein noch ausstehender Punft beigelegt werden könnte. Ende letzter Woche wurde die Einigung über jenen noch ausstehenden Punkt der Nordund Nordostgrenze erreicht. Es ist von wesentlicher Bedeutung, daß zum Schutze der mohammedanischen und katholischen Minoritäten in den an Serbien und Montenegro abgetretenen Gebietsteilen Bürgschaften geschaffen werden. Die Rassen und Stämme sind in einigen Teilen des Gebietes so durcheinandergewürfelt, daß irgendeine Garantie vorhanden sein muß. Aber vor allem kommt es darauf an, daß die Mächte sich nicht länger über die Gebietsabgrenzungen un einig sind. Was die geographische Grenzlinic angeht, so empfiehlt es sich, vorsichtig mit Voraussagen zu sein. Wir find während der lezten Wochen ständig vor unvorher= gesehene Zwischenfälle gestellt worden und alle Berechnungen fönnen über den Haufen geworfen werden. Zu erwägen bleiben die Fragen der Staatsschuld, der kommerziellen Angelegenheiten und der ägäischen Inseln. Eine gefangene Armee. Sturm auf Adrianopel. Sofia. 25. März.( Meldung der Agence bulgare.) Heute früh um 1 Uhr unternahmen die bulgarischen Truppen gleichzeitig den General sturm auf allen Sektoren gegen die vorgeschobenen Positionen der Festung Adrianopel. Gegen 14 Uhr gingen die Bulgaren trotz des erbitterten Widerstandes der Türken mit dem Bajonett vor und es gelang ihnen, alle Positionen des Ostjektors zu bejegen. Die Festungswerke von Maslak mit dem Fort gleichen Namens und alle unmittelbar im Osten der Festungslinie gelegenen befestigten Punkte fielen in die Hände der bulgarischen Truppen, welche zwölf Geschüße mit allem dazu gehörigen Material und vier Maschinengewehre erbeuteten und ein Bataillon von ungefähr 300 Mann gefangen nahmen. Die bulgarischen Vorposten besetzten sodann Serwandere, das ungefähr einen Kilometer von der bestungslinie entfernt liegt. Auf den westlichen und südlichen Sektoren warfen die bulgarischen Truppen den Feind aus seinen vorgeschobenen Positionen und rückten bei seiner Berfolgung sichtlich vor. Bei Tscha taldscha warfen die Bulgaren den Feind auf der ganzen Linie zurück. Sie halten jetzt die Linie Ormanli- Epivatos. * * Der gegen die neue Wahl beim Reichstag eingelaufene Protest führt außer dieser Frage so viel Ungeheuerlichkeiten auf, daß der neuerliche Wahlaft unter allen Umständen kassiert werden wird. Die ganze Art, wie diese Wahl vorgenommen wurde, ist typisch für die Wahlsitten, wie sie in Ostelbien üblich sind. Für die Wahl des Herrn v. Halem war ein„ Deutscher Wahlausschuß" tätig, der den Wahlvorstehern Anweisungen gab, wie sie es zu machen hätten, um 3u berhüten, daß die Polen an der Wahl teil= nehmen können. Eines dieser Rundschreiben hat folgenden Wortlaut: Bertraulich. Schweh, den 23. Dezember 1912. Im Interesse des Deutschtums in den Ostmarken liegt es, Alles zu tun, um einen Wahlsieg der polnischen Partei im Kreise Schwetz zu vereiteln. Wichtig hierfür ist nicht nur, daß alle Deutschen, welche in den Wahllisten verzeichnet sind, ihr Wahlrecht ausüben, sondern auch, daß polnische Wähler von der Wahl ferngehalten werden, indem sie für die Zeit der Wahlhandlung nach außerhalb gesandt werden, sei es, um für den eigenen Betrieb durch Anfahren von Holz usw., Abfahren von Getreide usw. oder auch aushilfsweise bei anderen tätig zu sein. Wir zweifeln nicht, daß auch in dieser Beziehung ohnehin das möglichste versucht wird. Wir möchten aber empfehlen, schon jetzt die nötigen Bereinbarungen mit den hierzu notwendigen Vertrauenspersonen( Förstern, Gastwirten, Getreidehändlern, Gutsherren, Betriebsleitern usw.), welche bei der Fernhaltung der betreffenden Wähler durch Spendung von Alkohol behilflich sein und eventuell auch zur Vermeidung von Unglüdsfällen für Ausspannung der Pferde sorgen müßten, zu treffen. Einige für solche Fahrten geeignete Leute werden fich in jedem größeren Betriebe finden lassen. Wie sehr es aber auf nur einige Stimmen bei uns antommt, haben wir bei der Wahl am 12. Januar cr. gesehen. Deutscher Wahlausschuß. Eine Durchsicht der Wählerlisten ließ erkennen, daß von den Mitteln, Wähler von der Ausübung ihres Wahlrechtes fernzuhalten, in sehr umfassendem Maße Gebrauch gemacht wurde. Es wird die Frage zu prüfen sein, ob nicht damit bewußt ein falsches WahlReichsstrafgesetzbuch mit Gefängnis bestraft werden muß. ergebnis herbeigeführt worden ist, ein Vergehen, das nach dem sämtliche Wahlvorsteher und Protokollführer folgendes Schreiben: Am 26. Dezember verschickte dieser Deutsche Wahlausschuß an Schwetz, den 26. Dezember 1912. Lieber deutscher Landsmann! Wir bitten, bei dem Wahlgeschäft am Wahltage noch folgendes zu beachten: Kein verzogener polnischer Wähler darf wählen! Jeder polnische Wähler, dessen Schreibweise( Vorname und Nachname) nicht auf das genaueste mit der Liste übereintimmt, mu Burüdgewiesen werden. Jeder polnische Wähler, der nicht von mindestens zwei deutschen Mitgliedern des Wahlvorstandes gefana wird, muß sich durch amtliche Papiere legitimieren. Jeder in der Wählerliste stehende deutsche Wähler i Tegitimiert und darf wählen. Bei allen Beschlüssen und G scheidungen des Wahlvorstandes ist stets für die deutsche Sache zu stimmen. Nicht theoretische Gerechtigkeit, sondern der Sieg der deutschen Sache sei die Parole. Deutscher Wahlausschuß. Diese Mahnungen wurden getreulich befolgt. Polnische Wähler, die am 12. Januar anstandslos wählen durften, wurden diesmal Nach Wochen der Arbeit und der Besorgnis, welche die von der Wahlurne zurückgewiesen mit der Behauptung, daß sie Mächte zu ertragen hatten, fönnen sie wirklich dankbar sein, Das Attentat von Saloniki und die internationale Reaktion. weise um Wähler, die als Altsizer lange Jahre in der Gemeinde daß die Fragen, so schwierig sie auch immer waren, feine Das Attentat von Saloniki und die internationale Reaktion. dem Wahlvorstand nicht bekannt seien. Dabei handelte es sich teilEs gibt für die reaktionären Parteien kein einträglicheres Agi- wohnhaft und den Wahlvorstehern natürlich ganz gut bekannt Besorgnis in sich schließen. Serbien und Montenegro ist die Mitteilung gemacht worden, daß die Mächte ein Ueberein- tationsmaterial als einen Königsmordsofern er nicht von ihnen waren, die aber durch diesen standalösen Kniff verhindert worden kommen erzielt haben, die Feindseligkeiten seien selbst herrührt. Ging das Attentat von der Hand eines politisch waren, die aber durch diesen skandalösen Kniff verhindert worden sind, ihr Wahlrecht auszuüben. Der Wahlproteft zählt nicht in den Gebieten einzustellen, die in 3uf unft oder auch einfach geistig Unzurechnungsfähigen aus, lärmt jedesmal weniger als 139 Wähler auf, die auf diese Weise von der Wahlurne die Trommel der politischen Reaktion aller Länder. Serbien und zu Albanien gehören würden. zurückgewiesen wurden. Eine große Reihe anderer, offensichtlich Wer hat in Saloniti den König von Griechenland ermordet? schitanöser Verstöße zuungunsten der Polen führt der Protest auf. Montenegro sollten sich so bald als möglich von dem in diesen Ein geistes gestörter Grieche. Schon in der ersten Die Verstöße sind so kraß, so himmelschreiender Art, daß der Gebieten besetzten Punkten zurückziehen, und insbeson dere hätten die Angriffe auf tutari auf- Stunde unterlag die Identität des Täters nicht dem mindesten Reichstag voraussichtlich auch zu Beschlüssen kommen wird, die einem zuhören, weil, indem die Bestimmung dieses Plazes nicht zweifel." Schade", jagten sich die griechischen Nationalisten, und so skandalösen Verfahren für die Zukunft einen Riegel vorschieben durch die Belagerung entschieden wird, das Fortdauern der fie meldeten in ihren Zeitungsblättern:" Der Mörder kann kein werden. Jit es Herrn v. Salem fremb gewesen, mit welchen Belagerung ein unnüßes Gemezel bedeuten und tat- Grieche sein, er wird sich zweifellos als Türke oder als BuI- Witteln seine Anhänger den Wahlkampf geführt haben? sächlich auf verbrecherische Torheit hinauslaufen gare entpuppen." Später schrieben sie:" Der Name des Mörders flingt zwar griechisch, der Mörder scheint aber ein präzisierter und ihnen jede Sympathie in England entfremden würde. Das ist einer der Gründe, weshalb es wünschenswert ist, Ruzowalache zu sein." So wird der Nationalitätenhaß geschürt. daß die Tatsache der unter den Mächten erzielten Einigung Selbstverständlich konnte auch die liebe russische Regierung sich sobald wie möglich bekannt wird, so bin ich fest davon über den fetten Bissen von Saloniti nicht entgehen lassen. Eine a m ta zeugt, daß diejenigen, die sich ihr widersehen, sich nicht der liche russische Telegraphenagentur verbreitet die aus einer KonSonderaktion einer einzigen Macht, die die Mächte aus- stantinopeler„ authentischen Quelle" geschöpfte Mitteilung, die Ermordung des griechischen Königs sei auf Anstiftung der Juden einanderbringen könnte, sondern dem gemeinsamen Drud aller Mächte gegenübergestellt ſehen werden. erfolgt. Damit fabriziert die russische Regierungsclique ZündRachdem die Einigung erzielt worden ist, ist es der erste stoff zur Bogrom- und Ritualmordheze, die gerade um diese Zeit des Passahfestes in Rußland ihren Höhepunkt erreicht. Oftelbische Wahliitten. Die Sozialdemokratie ist in diesem Kreise noch außerordentlich schwach. Sic musterte nur 161 Stimmen. Politifche Ueberficht. Berlin, den 25. März 1913. Der Befitsteuerschwindel. Donnerstag oder Freitag sollen die neue Heeresvorlage und die Deckungsgefeße halbamtlich veröffentlicht werden, Schritt für die Mächte, eine gemeinsame diploma vorausgesetzt, daß der Bundesrat mit seiner Arbeit so rasch tische Aktion in Belgrad und Cetinje zu unternehmen, fertig wird. Die Zustimmung zu der Heeresvorlage war den Entschluß, zu dem sie gekommen sind, bekannt zu geben natürlich im Augenblick geschehen, aber mit den Steuerund die Einstellung der Feindseligkeiten in den Albanien zuvorlagen hapert's noch immer. Und was man davon hört, gedachten Gebieten herbeizuführen. Ich habe die Zuversicht, Der Wahlkreis Schwch a. W. genießt den Vorzug, durch läßt das Schlimmste erwarten. Schon daß die Regierung es daß dieser Schritt ohne Verzug unternommen wird; denn so- seinen Landrat, einen Herrn von Halem, im Reichstage ver- magt, bei der Vermögensabgabe den Grundsatz der lange er noch nicht unternommen ist, besteht eine größere Ge- treten zu sein. Die Wahl in Schweh bietet so viel Eigentümlich- Progression preiszugeben, ist ein Standal. Ist fahr von widrigen, verwirrenden und störenden Zwischen- feiten, daß man wohl behaupten darf, fie findet in der langen Ge- vielleicht die Rücksicht auf die Riesenbermögen der fällen als nachher. Soviel über den ersten Hauptpunkt. schichte der deutschen Reichstagswahlen nicht ihresgleichen. Fürsten, die ein einziges Mal die Steuerpflicht erfüllen Was nun den zweiten Hauptpunkt angeht, nämlich den Als Ergebnis der Wahl am 12. Januar 1912 wurde vom sollen, hier das treibende Motiv? Noch ärger aber ist die Krieg zwischen der Türkei und den Ver- Wahlvorsteher eine Stichwahl zwischen dem Landrat von Halem Absicht, die Vermögensabgabe zu dem frechen Schwindel zu bündeten, so haben die Mächte ihre Vermittelung ange- und dem Polen von Saß- Jaworsti angefeßt, obwohl mißbrauchen, die dauernden Abgaben durch alles andere, nur der polnische Kandidat bereits i m boten und Bedingungen formuliert, die nach ihrer Ansicht eine ersten nicht durch eine wirkliche, allgemeine Reichsbesitzsteuer zu billige Grundlage für den Frieden abgeben. Das wichtigste Wahlgange gewählt war. Bei der Stichwahl jezte nun decken. Weiß doch bereits die Kölnische Zeitung" zu melden, ist die Grenzlinie, die sie der Türkei vorgeschlagen haben und die ganze amtliche Mache ein. Stimmzettel, auf den Namen Saß- daß die Besizsteuer von den Einzelstaaten aufzubringen die von Enos nach Midia läuft. Diese Grenze wird, wie ich Jaworsti lautend, wurden für ungültig erklärt, weil der Name sein würde! Dem Reichstag foll also sein hoffe, angenommen werden, denn dann wird vermieden, daß anstatt mit nur mit einem& geschrieben war. Andere Stimm- Steuerrecht geraubt werden und den Privilegiensich Fragen über Konstantinopel, die Dardanellen und natür- aettel wurden deshalb für ungültig erflärt, weil sie lauteten auf: landtagen, wo die Besitzenden rüdsichtslos ihre Macht geAbg. von Saß- Jaworski. Die findigen Wahlvorsteher erklärten, brauchen können, das Steuerrecht des Reichstages überlich auch Kleinasien erheben. es gäbe nur einen Kandidaten, nicht aber einen Abgeord- antwortet werden. Die neuen Steuervorlagen sollen so auneten von Saß- Jaworski, wiewohl ihnen bekannt sein mußte, gleich eine politische Entrechtung der deut. Konstantinopel, 24. März. Die türkische Presse beginnt daß der genannte Herr auch dem preußischen Landtag angehört, schen Volksvertretung bringen. Ein sauberer Plan die öffentliche Meinung auf den Frieden vor demnach allerdings auch zur Zeit der Reichstagswahl Abgeord- fürwahr, und wir sind nur neugierig, welche bürgerlichen zubereiten. Der Tanin", der bis vorgestern für die neter war. Auf diese Weise war es möglich, für den Herrn Parteien reichsfeindlich genug sein werden, ihn zu akzeptieren. Fortsegung des Krieges bis zum Aeußersten eingetreten war, bon Salem 8608 Stimmen aufzubringen, während der Pole mit Im übrigen läßt die Regierung durch ihre Offiziösen jagt jekt, nicht die Pforte, sondern die Arme e müsse sich über 18307 Stimmen unterlag. noch immer Stimmung machen für die Durchpeitschung Türkische Friedensstimmen. der HeeresforderuiMn. Ter Reichstag soll bis Pfingsten mit diesem ungeheuerlichen und folgenschweren Gesetz fertig werden. Irgendein Grund außer dem Befehl des General- stabs existiert für dieses Verlangen natürlich nicht, und nicht einmal ein V o r w a n d existiert dafür, seitdem es sich immer klarer herausstellt, daß auch die französischen Militaristen auf die Durchpeitschung ihrer Forderung werden verzichten müssen. Alles in allem will es uns scheinen, daß die Regierng diesmal den Bogen zu überspannen im Begriff ist. Schließlich hat auch die Geduld des deutschen Michels eine Grenze._ Zentrumsreden. In: Zentrum macht sich, noch bevor die neuen Militär- vorlagen mit ihren Milliardenopfern an den Reichstag gelangt sind, eine wahrhast katzenjämmcrliche Stimmung geltend. Die „Germania" wünscht geradezu, daß die Furcht vor„Brand- f ch a tz u n g e n" wie die Milliardenabgabe nicht schwinden möge: „Wenn nun diese„Schreier" lünftig nicht nur durch die ein- malige Vermögensabgabe, sondern auch durch die neuen fort- dauernden Besitzstcuern ihr eigenes Portemonnaie in Mitleiden« fchast. gezogen sehen, so wird das eine heilsame Dämpfung für sie bedeuten. Für die breite Masse des Volkes, insbesondere für den Bauern- und Mittelstand, bringt ja die neue Militärborlage mit ihrer Erhöhung der Friedenspräsenzstärke um— wie es heitzt— 68 000 Mann jährlich schon Opfer an Gut und Blut genug. Die G e ld o.p fer mögen diejenigen bringen, die dazu am leistungS- f ä h i g st e n sind. In dieser Weise mutz ein Ausgleich voll- zogen werden, der den Grundsätzen der Gerechtigkeit entspricht." Die wissenschaftliche Zeitschrift des politischen Äatholizis- mus, die historisch-politischen Blätter sind ganz in Pessimismus verfallen; sie schreiben über die drohende Belastung: „Was wird die Folge sein'! Im Innern vermehrte Schwierig- leiten in der sozialen Lage weiter Kreise der Bevölkerung, Steigerung der Unzufriedenheit und Ver- Minderung des monarchischen Gedankens trotz der an sich ja hochherzigen, aber prinzipielle Bedenken erweckenden Bereitwilligkeit der deutschen BundeSsürsten, diesmal ihr Teil an den Lasten mitzutragen, nach autzen weiteres Wettrüsten aller Mächte bis zu der Erkenntnis, datz nur zu wählen ist zwischen dem wirtschaftlichen Zusammenbruche oder dem dann noch entsetzlicheren Kriege, welchen man doch hatte vermeiden wollen. Ob es dazu kommt oder ob nicht vorher die R e- volution das Ende mit Schrecken des Schreckens ohne Ende bringen wird, steht freilich dahin. Das sind trübe Ostergedanken im Jahre 1913 für jeden, der sein Vaterland liebt." Aber sckiließlich wird das Zentrum trotz aller schönen Worte die Hceresvorlagen ohne Widerstand apportieren und im Verein mit den Konservativen dafür Sorge tragen, daß die L e i st u n g s f ä h i g e n, aber Leistungsunwilligen von den finanziellen Lasten m ö g l i ch st verschont bleiben, wie sie ja durch das Einjährigen- Privileg auch von den persönlichen Lasten möglichst wenig auf sich nehmen. Das Schreckgespenst der Guillotine. Verwandte Seelen finden sich zu Land und in— der Gosse. Nachdem die„Post" und die„Deutsche Tages-Ztg." versucht haben, das Attentat auf den König von Griechenland der deutschen Sozialdemokratie an die Rockschöße zu hängen, folgt jetzt auch, wie es sich für dieses edle Krautjunkerorgan gebührt, die„Kreuz-Zeituug" in gemächlichem Gänsetrott den Spuren ihrer beiden Konkurrentinnen. Mit kuriosem Eifer wehrt sich das Blatt der Mckndschuritter gegen die amtliche Nachricht, daß der Attentäter ein Geisteskranker ist: denn, so meint es, heutzutage würde so mancher für geisteskrank gehalten. der im Grunde genommen nicht geistesgestört sei: eine These, die sich kaum bestreiten läßt, wenn es auch viel häufiger sein mag. daß jemand frei umherläuft und sogar für konser- vative Blätter schreibt, der ein kompletter Idiot ist. Doch da die„Krcuz-Ztg." nicht direkt zu beweisen vermag, daß der Attentäter im Vergleich zu einzelnen ihrer Mitarbeiter noch immerhin als leidlich vernünftig gelten kann, so erklärt sie schließlich, es sei ganz nebensächlich, ob er wirklich geisteskrank sei, oder nicht: � denn in jedem Fall trage der Sozialismus und speziell die� deutsche Sozialdemokratie an dem Königs- mord die Schuld. Wörtlich meint das Junkerblatt: „In seinen wirren Reden hat der Mörder sozialistische Theo- rien entwickelt, davon gesprochen, datz es bald weder Reiche noch Arme geben, datz vollkommene Gleichheit herrschen werde. Die Phantasien dieses Menschen waren von den sozialistischen Irr- lehren beherrscht. Ob in ihm sonst verbrecherische Neigungen lebten, ob er sich über kurz oder lang am Leben und Eigentmn eines Privatmannes vergriffen hätte, das kann niemand sagen. Auf das Staatsoberhaupt, auf den König, sind seine verbreche- rischen Instinkte aber ohne Ziveifel nur gelenkt worden, tveil durch die sozialdemokratischen Lehren der Hätz gegen den Staat, gegen die bestehende Ordnung und ihren vornehmsten Träger in ihm geweckt war. Man darf mit kaum bestreitbarem Recht sagen, datz eben die sozialistischen Utopien dieses armselige Ge- Hirn verwirrt und der entfesselten Leidenschaft die politische Richtung gegeben haben. Was hier sichtbar zum ersten Maleim Balkan st aatgescha h, w erwill mitSichcr- heit sagen, ob es sich nicht in einem anderen Staat wiederholen kann? Geistig minderentwickelte und dabei leidenschaftliche Menschen gibt es allerorten. E s kommt eben nicht so sehr darauf an, was die Sozialdemokratie als Partei willen verkün- det, als darauf, wie ihre a u f r ü h r e n d e-n, per» hetzenden Lehren wirken. Der griechische Königsmord hat seine typische Bedeutung, eine Bedeutung, die auch uns Deutsche, die wir uns in unserer Mitte der zahlreichsten und radikalsten Sozialdemokratie erfreuen, recht sehr angeht. ES ist Recht und es ist Pflicht, diesen Zusammenhang festzustellen, mag es den Bundesbrüdern der Sozialdemokratie auch noch so un- bequem sein. Wir glauben auch gern, datz die Führer der deutschen Sozialdemokratie die Tat verab- scheuen und viellci'cht den Willen haben, den Um» stürz der Staatsordnung ohne Gewalttaten herbeizuführen. EL ist aber einerseits wiederholt darauf hingctviesen worden, datz ein solche, Umsturzversuch die Staatsgewalt auf seinem Wege finden wird und darum nicht anders als durch Gewalt zum Ziele kommen kann. Andererseits ist die sozialdemokratische Partei- lcitung außerstande, die Leidenschaft eines einzelnen aufgehetzten und verwirrten Menschen im Zaume zu halten." Ein gar wundersame Logik! Der Attentäter ist zwar verrückt, aber er hat in seinen wirren Reden von Reichen und Armen und von Gleichheit gesprochen, und da andere Leute solche Begriffe nicht zu unterscheiden vermögen so muß er notwendigerweife ein«Sozialist sein. Weiter, da für die Taten eines Sozialisten, der meschugge ist. alle wideren Sozialisten ohne Unterschied ihrer politischen Richtung verantwortlich sind, so sind für diesen Geisteskranken in SalonM 2 alle Sozialisten aus dem ganzen Erdenrund verantwortlich, natürlich am meisten der Parteivorstand der deutschen Sozial- 1 demokratie. Zwar gibt das Junkerblatt selbst zu, daß„d i e Führer der deutschen Sozialdemokratie die Tat verabscheuen", aber, so meint es, darauf käme es ja gar nicht an, was die Soizaldeniokratie wolle und lehre, sondern„wie ihre aufrührenden, verhetzenden Lehren" wirkten. Wie es scheint, ist durch die inneren Zwistigkeiten in der „Kreuz-Zeitmigs"-Redaktion dort der letzte Rest von Logik versclswunden. Was würden wohl die edlen Häupter der konservativen Partei und die Mitglieder des Redaktions- stabes der„Kreuz-Zeitung" sagen, wenn wir sie nicht nur für die Taten ihres einstigen politischen und journalistischen Führers, des Chefredakteurs Freiherrn v. Hammerstein, sondern sogar auch für die Taten igendeines übergeschnappten Feudalkouservativen in Bulgarien, Griechen- land oder der Mandschurei verantwortlich machen wollten und auf ihre Einwendung, daß die Ansichten des mandschurischen Konservativen gar nicht mit den ihrigen übereinstimmten, kurz- 'weg erwidern würden, daß sei ganz egal, der edle Mandschu hätte doch auch von Gottesgnadeutum, kaiserlichen Triariern und anderem Unsinn gefaselt, und überdies käme es gar nicht darauf an, was die Herren v. Heydebrand, v. Kröcher, v. Wrocheni usw. wirklich wollten, sondern wie ihre Lehren aus mehr oder minder übergeschnappte Individuen in Griechenland oder in der Manschurei wirkten. Indes es lohnt sich kaum, gegen die Logik des Junker- blattes mit Bernunstgründen zu kämpfen: es genügt, sie dem Gelächter preiszugeben. In Wirklichkeit glaubt auch vielleicht der ehrsame Skribent, der diesmal gegen entsprechende Be- zahlung den Wochenrückblick der„Kreuz-Ztg." verfaßt hat, selbst nicht, was er schrieb, sondern folgte nur der vom Hauptvereiu der Deutschkonservativen ausgegebenen Auwei- sung, das Revolutiousgespenst heraufzubeschwören, um in ge- wissen Kreisen des sogenannten honetten Bürgertums Stim- mung für die bevorstehenden preußischen Landtagswahlen zu machen. Möglich auch, daß der Herr Artikelschreiber selbst die Folgen einer Revolution fürchtet und bereits sein teures Haupt unter der Guillotine fallen sieht. Doch er mag sich be- ruhigen: man köpft nicht jemanden, der schon kopflos ist._ Die Auflösung des Abgeorduetenhauses, die infolge der Anberaumung der Neuwahlen vor dem Schlüsse der Legislaturperiode aus formellen Gründen notwendig werden wird, soll kurz vor Pfingsten erfolgen. Der Schluß der Landtagssession dürfte spätestens am 3. Mai vorgenommen werden. In der Schluß- sitzung wird, wie üblich, die allerhöchste Order nur den Schluß des Landtags verkünden»nd die Auflösung in der folgenden Woche durch eine zweite Order vorgenommen werden. Da die letzten Wahlen zum Landtage noch am 9. Juni vorgenommen werden können, so dürfte der neugewähite Landtag erst am 17. Juni zu- sammentreten können Die kurze Tagung des Landtags im Juni dürfte nur mit geschäftlichen Sitzungen ausgefüllt werden. Es soll nicht beabsichtigt sein, dem Landtage für diese Tagung gesetz- gebprisches Material zugchen zu lassen. Die verfemte Hasenheide. Fürst Bülow ging es wider den Strich, datz in der Hasenheide auswärtige Politik gemacht werde, und Herr v. Jagow will nicht dulden, daß in der Hasenhcide am Karfreitag geistliche Musik auf- geführt wird. Bereits vor fast Jahresfrist hatte die Freie Volksbühne bei dem Polizeipräsidium Neukölln um die Erlaubnis nachgesucht, am Karfrei- tag in der„Neuen Welt" Edgar TmelS„Der heilige Franziskus" und Franz Liszts„Die heilige Elisabeth" aufführen zu dürfen. Die Erlaubnis wurde ihnen jedoch verweigert, weil diese Oratorien„fast durchweg weltliche Musik" enthalten. Der Verein präsentierte nun Casar Francks„Seligpreisungen" und erhielt auch das Plazet der hohen Zensurbehörde. Kurz vor der Aufführung indes ging dem Rechts- Vertreter dek Freien Volksbühne— dessen Beschwerde gegen die Ent- scheidung der Neuköllner Polizeibehörde zehn Monate lang un- beantwortet geblieben war— folgender Entscheid zu: Der Polizeipräsident. Verlin, den 18. März 1913. Abteilung VIIL Tagebuch Nr. 281. VIIL A. 13. Anläßlich der Beschwerden, die Sie im Auftrage des Vorstandes der Freien Volksbühne gegen die Vcrsügungen des Herrn Polizei- Präsidenten zu Neukölln betr. die Beringung der Genehmigung zur Aufführung der Oratorien„Franziskus" und„Die heilige Elisabelh" am Karfreitage dieses Jahres in der Neuen Welt eingereicht haben. sind Fragen von grundsätzlicher Bedeutung hinsichtlich der Aus» legung der Polizeiverordnung über die Hcilighaltung der Sonn- und Feiertage zur Erörterung gekommen, über welche ich dem Herrn Minister des Innern auf Anordnung berichtet habe. Auf Grund der Entscheidung des Herrn Ministers weise ich nunmehr die eingereichten Beschwerden ans dem Grunde zurück. >vcil die„Neue Welt" in der Hasenheide nicht zu den- jenigcn Lokalen gehört, in welchen nach§ 12 Ziffer I der'Polizeiverordmmg vom 7. März 1911 am Karfreitag Vorführungen geistlicher Musik stattfinden d ü r f e n. Die Aufführung des Oratoriums„Die Seligkeiten' soll gleich- wohl an dem kommenden Karfreitag zugelassen werden, da der Herr Polizeipräsident zu Neukölln die Genehmigung hierzu bereits vor längerer Zeit erteilt hat. In künftigen Fällen aber wird aus dem angeführten Grunde eine Aufführung in der Neuen Welt am Karfreitag und am Büß» und Bettag nicht zugelassen werden können. In Vertretung: v. Glasenapp. Das ist denn doch ein ebenso neuer, wie sonderbarer Stand- punkl, der da von dem Berliner Polizeipräsidium eingenommen wird! Nicht nur vom Charakter der Musik soll die AufführungS- erlaubnis abhängig sein, sondern auch von dem Lokal! Und wenn es sich noch um die Amorsäle oder ein anderes jener Amüsierlokale bandelte I Die Neue Welt ist doch ein durchaus reputierliches Etabliffement, in dem sich schlimmstenfalls einmal harmlose Bock- bierfröhlichkcit austobt. Aber vielleicht patzt sie Herrn v. Jagow deshalb nicht, weil sie schon sozialdemokratische Massen- d e m o n st r a t i o n e n gesehen hat, weil darin schon zweimal Ge- nosse I a u r v s zu den jubelnden Massen sprechen konnte? l Wahlurne» für das ganze Reich. Im Rcichsamt deS Innern ist eine Vorlage fertiggestellt worden, die die Verwendung einheillicher Wahlurnen für das ganze Reich vorsckireibt. Eine solche Vorschrift besteht bereits in dem Wahlgesetz für Elsatz-Lolhringen: die Urnen müssen dort mindestens 80 Zenti- meter hoch und 3ö Zentimeter breit sein. Staatssekretär Delbrück hat solche Urnen bereits früher einführen wollen, dieser Versuch scheiterte aber, wie Genosse Richard Fischer im Reichstage feststellen konnte, am Widerspruch des preußischen Ministers des Innern v. Dallwitz. Dieser Herr scheint nach der Festnagelung im Reichstag seinen Widerstand jetzt aufgegeben zu haben. Suppen- schüsseln, Zigarrenkistchen und Hutschachteln werden also lünftig von den ostelbischen Wahltischen verschwinden müssen, sehr zum Leid- wescn der Junker, die damit eine sehr bequeme Möglichkeit verlieren, die Stimmabgabe der Wähler zu kontrollieren. frankreick. Das Programm der neuen Regierung. Paris, 23. März. Die programmatische Erklärung des Ministeriums besagt: Für die Regierung gibt es keine dringendere Aufgabe, als die Notwendigkeit, die Verteidigung des Landes durch die am dringendsten erforderlichen Matzregeln zu sichern. Die Verstärkung der militärischen Kraft, die andere Völker bereits vorgenommen hatten, hatte dem vorhergehenden Kabinette die Pflicht auferlegt, einen Gesetzentwurf einzubringen, der die dreijährige Dienstzeit für alle gleichmäßig dorschreibt. Die Regierung übernimmt jene Pflicht und den Gesetzentwurf, ohne sich die schwere Belastung des Landes zu verhehlen, die daraus resultieren mutz; aber ein solches Opfer ist weder dem bewußten Patriotismus, noch dem Willen des Landes, zu leben, zu groß. Während die Verlängerung der Dienstzeit die Friedensstärke der Truppen erhöhen wird, wird die Bewilligung der Militär- k r e d i t e die Bewaffnung des Heeres auf einen Stand bringen, der allen Erfordernissen gewachsen ist. Die Annahme der Kadres- gcsetze für das Geniekorps und die Kavallerie wird die Organisa- tion des Heeres, dessen Neugestaltung sich als nötig erwiesen hat, vervollständigen. Schließlich wird die EntWickelung der Kriegs- marine die Aufmerksamkeit des Kabinetts in Anspruch nehmen. Das republikanische Frankreich hat während der letzten Ereignisse seine uneigennützige Anhänglichkeit an den Frieden der Welt be- wiesen; aber ohne Verrat an sich selbst kann es nicht ans die einzigen Maßregeln verzichten, die geeignet sind, den Schutz seiner Jnter- essen, seine Würde und seine Sicherheit aufrechtzuerhalten. Die Regierung wird eifrig daran arbeiten, die Einigkeit unter den Republikanern, die jetzt mehr als je notwendig ist, wieder herzustellen, da ein längerer Konflikt zwischen den beiden Kammern nur den Feinden der Republik dienen kann. Sie hält es für möglich, eine gerechte Vertretung der Minoritäten — vielleicht durch eine interparlamentarische Kommission— mit dem Majoritätsprinzip, welches der Senat angenommen hat, in Einklang zu bringen. Die Regierung wird auch fernerhin für die Laien schule eintreten, den finanziellen Kredit Frankreichs unversehrt erhalten und dafür sorgen, daß die Einnahmen und AuZ- gaben im Etat sich das Gleichgewicht halten, ohne daß' dabei die besonders der ländlichen Demokratie gemachten Versprechungen un- erfüllt bleiben. Auf der baldigen Abstinnnung über die Einkommen- steuer wird die Regierung beharrlich bestehen. Die Erklärung sagt weiter, datz die Regierung sich befleißigen wolle, in den Beratungen mit den europäischen Mächten den Geist der Versöhnlichkeit und der Unparteilichkeit walten zu lassen. Un- bedingt treu den mit unseren Verbündeten und Freunden ab- geschlossenen Verträgen, die die äußere Sicherheit Frankreichs er- höhen, werden wir, so heitzt cS zum Schluß, mit allen Mächten an der friedlichen Regelung des Balkankonfliktes arbeiten. Die Gerechtigkeit, deren wir uns den Rechten Dritter gegenüber befleißigen werden, scheint uns der beste Schutz für die großen wirtschaftlichen, finanziellen und moralischen Interessen zu sein, die Frankreich sich im Orient erworben hat. Vertagung des Gesetzentwurfes über die dreijährige Dienstzeit. Paris, 23. März. Wie in parlamentarischen Kreisen ver- lautet, sei die Absicht der Regierung, die Erörterung des Gesetzentwurfs über die dreijährige D i e n st z e i t erforderlichenfalls bis zur Sommer- s e s s io n zu vertagen, hauptsächlich darauf zurückzu- führen, daß mehrere Kabinettsmitglieder, namentlich Handels- minister Masset und Finanzministcr Charles Dumont, dem gegen jede Ueberstürzung der Militärvorlage gerichteten Be- schlußantrag der sozialistisch-radikalen Gruppe Rechnung tragen wolltest. Uebrigens hat der Heeresausschuß der Kainnier die Beratung des Gesetzentwurfs über die dreijährige Dienst- zeit noch lange nicht beendet. Er ist gegenwärtig noch mit der Prüfung verschiedener Gegenentwürfe beschäftigt. Auch die Erörterung der 42 Artikel des Gesetzentwurfs wird noch ge- räume Zeit in Anspruch nehmen. Cnglaticl. Die Rolle Englands in einem europäischen Kriege. London, 24. März. Im U n t e r h a u s e fragte B y l e s, ob England Frankreich gegenüber verpflichtet sei, bei gewissen Ereignissen bewaffnete Streitkräfte nach dem Festlande zu entsenden? Auch King fragte an, ob die englische aus- wärtige Politik gegenwärtig frei von Verträgen, Abkommen oder Verpflichtungen sei. nach denen die englischen Streitkräfte unter Umständen an militärischen Operationen auf dem Fcstlandc teilnehmen müßten. Weiter richtete er an die Regierung die Anfrage, ob England in den Jähren 1903, 1908 und 1911 aus eigenem Antriebe Frankreich die Unterstützung der englischen Armee zu Operationen auf dem Festlande für den Fall europäischer Konflikte angeboten habe? Premierminister A s q u i t h ant- wartete: Wie bereits wiederholt festgestellt wurde, ist Eng- landdurchkeinegeheimeund dem Parlament unbekannte Verpflichtung gezwungen, an irgendeine in Kriegeteilzunehnien. Mit anderen Worten: Wenn ein Krieg zwischen europäischen Mächten ent- steht, so gibt es keine nicht veröffentlichten Abmachungen, welche die Freiheit der Regierung und des Parlaments be- schränken und sie hindern, sich zu entscheiden, ob England an dem Kriege teilnehmen soll oder nicht. Welcher Gebrauch von Armee und Flotte gemacht würde, falls Regierung und Parlament beschlössen, an dem Kriege teilzunehmen, darüber kann aus offensichtlichen Gründen vorher keine öffentliche Er- klärung abgegeben werden. Hfrfta. Der Kolomalkriea der Italiener in Tripolis. Tripolis� 24. März.(Meldung der Agenzia Stefnni.) Infolge zahlreicher Streifzügc von Aufständischen, die sich gegenüber von G h a r i a n festgesetzt hatten, beschloß General Ragni, sie aus ihren festen Stellungen zwischen den Tälern des Arbaa und des Sert zu vertreiben. Zu diesem Zwecke brach die Hauptkolonne unter General Lequio gestern früh um 6 Uhr von Tebadut auf, während eine Hilfskolonne unter dem Obersten Fabbri von Birkuza vor- rückte. Nachdem die Kolonne Lequio sich nach langem Kampfe der Höhen don Assaba bemächtigt hatte, ging sie gegen das etwas mehr westwärts gelegene feindliche Lager vor. Diese Bewegung führie zu einem noch heftigeren Kampfe, der nach wiederholten Bajonett- angriffen mit der Einnahme des feindlichen Lagers endigte, das reichlich Proviant und Munition enthielt.» Es wurde durch Feutzr zerstört. Außer vielen Gefallenen, die auf feindlicher Seite schon während des ersten Teiles des Kampfes beerdigt toorden waren, blieben auf dem Schlachtfelde noch 220 Tote und noch mehrere Ver- wundete. Die Verluste der Italiener betragen 2 4 Tote und 133'meist leicht Verwundete. Gewerkschaftliches. Zentrumspreffe und Arbeiterintereffen. Die dem Staate besonders nützlichen Elemente. schäftigungsjahr 1 Tag mehr und bei 10jähriger BeschäftigungsVor der Straffammer des Landgerichts in Görlig hatte sich der dauer 8 Arbeitstage. Bis zu einem Tagesverdienst von 5 M. werden 5 M., bei einem Verdienst von über 5 M. 6 M., bei einer Schlosser Gustav Ziegler wegen Diebstahls und schwerer Weschäftigung von über 10 Jahren 60 M. Urlaubsentschädigung ges In Heidlingsfeld stehen seit einigen Wochen die Arbeiter Urkundenfälschung zu verantworten. Aus dem verlesenen währt. In der Malerei wird zur Festsetzung der Preise für der Dampfziegelei Gg. Siegler im Streif. Bon den Streifen- Strafregister ergab sich, daß der Angeklagte schon wiederholt neue Artikel eine Preiskommission, bestehend aus drei Mann, bes wegen Diebstahls und ähnlicher Vergehen den sind auch einige im christlichen Verband der Fabrik. und darunter auch mit Zuchthaus- vorbestraft ist. 3iegler einen Stundenlohn von 42 Pf., nach 1 Jahr 45 Bf., unter wegen Diebstahls und ähnlicher Vergehen stimmt. Männliche Hilfsarbeiter über 18 Jahre bekommen Hilfsarbeiter organisiert. Der Kampf wird den Arbeitern dadurch erschwert, daß die Zentrumspresse, die in dem Gebiet war während des vorjährigen Streils in der Görlizer Waggonfabrit 18 Jahren einen solchen von 40 Pf. Als Urlaubsentschädigung wird als Streifbrecher tätig, Auf das Heiratsgesuch einer Witwe meldete diefen Arbeitern 4,50 M. pro Tag gewährt. Der Anfangslohn der sehr verbreitet ist, die Inserate der Firma, in denen unorga- fich der Angeklagte und nahm auch bei der Witwe Wohnung. Das Arbeiterinnen beträgt 25 Pf. die Stunde, er steigt nach einem nifierte Arbeiter gesucht werden, aufnimmt. Die Gewerk- Berhältnis beider gestaltete sich bald recht intim, hatte doch 3. der 30 f. pro Stunde. Die Urlaubsentschädigung beträgt 3 M. täglich. halben Jahre auf 27 Pf. und nach einjähriger Beschäftigung auf schaftsstimme", das Verbandsorgan des christlichen Verbandes, Bitwe das Heiraten versprochen. Der Schüßling des Unternehmernotiert diese bedauerliche Tatsache( in Nr. 11. vom 19. März) tums fnüpfte aber noch ein anderes Liebesverhältnis an und st a hl mit folgenden Säßen: " Bei der Firma Siegler in Heidingsfeld bei Würzburg einer Wirtin ein Spartaisenbuch lautend auf 180 M. Mildes Urteil gegen die Mörder eines Gewerkschafts. führers. stehen die Kollegen im Kampf. Die Firma will feine organi- und einen Trauring. Das Geld hob er ab und verduftete nach fierten Arbeiter beschäftigen und sucht Streitbrecher. Mehrere Chemnitz unter Zurüdlassung von Logisschulden für fünf Wochen. bürgerliche Zeitungen haben sich nicht gescheut, diese Streit. Die Urkundenfälschung beging er durch Ausstellung eines Wechsels. brecherannonce aufzunehmen, obwohl darin stand, daß organi- Das Gericht verurteilte den Arbeitswilligen dem Antrage des sierte Arbeiter nicht aufgenommen werden." Staatsanwalts entsprechend zu zwei Jahr drei Monat 3uchthaus, fünf Jahr Ehrverlust und erkannte wie der Vor jizende bemerkte, wegen der Gemeingefährlichkeit des Angeklagten auf Stellung unter Polizeiaufsicht. In dieser Notiz fehlt zunächst die Feststellung, daß es in erster Linie die Zentrumspresse ist, die sich nicht scheut, den Arbeitern den Kampf zu erschweren. Weiter fehlt, und das ist ebenso interessant wie bezeichnend, jeder Hinweis auf die beschämende Tatsache, daß auch der Beobachter am Main", das ist dasselbe Zentrumsblatt, in dessen Druckerei die Gewerkschaftsstimme" hergestellt wird, das Inserat der Firma Siegler aufgenommen hat. Das ist wirklich eine energische Vertretung der Arbeiterinteressen! Dabei ist der Vorsitzende des Verbandes, Herr Tremmel, jahrelang Vorsitzender des Zentrumswahlvereins gewesen: er hat also in doppelter Eigenschaft einen erheblichen Einfluß auf den Beobachter". Und froßdem solche Inserate! Die Gewerkschaftsstimme", die sonst in spaltenlangen Artikeln jede Lüge über die sozialdemokratische Presse breittritt, hat für diese Vorgänge im eigenen Heim nicht einmal die Teijeste Rüge. Sonderbar, höchst sonderbar! " Berlin und Umgegend. " Ein dem Staate nüßliches Element unter Polizeiaufsicht! Achtung, Former! In der„ Berliner Allgemeinen Zeitung", in der„ Morgenpost" und anderen Blättern, die noch immer von Arbeitern viel gelesen werden, jucht die Firma Seiffert u. Co. in Seegermühle- Gijenipalterei bei Eberswalde für ihre Grau gießerei Handformer. Wir machen darauf aufmerksam, daß die former dieses Betriebes schon seit vier Wochen im Streit stehen den um Abdrud gebeten. und bitten, Zuzug fernzuhalten. Arbeiterfreundliche Blätter werDeutscher Metallarbeiterverband. Verwaltung Eberswalde. Achtung, Metallarbeiter! Durch die bürgerliche Presse geht die Nachricht, als ob der Streit bei der Firma Rautenbach in Solingen erledigt jei. Dies trifft nicht zu, der Streif dauert fort. Auch sind bis jetzt feine Verhandlungen mit der Firma gewesen. Lasse sich kein Kollege nach Solingen verlocken. Die Ortsverwaltung. Die Ausstände der Tapezierer in Köln und in Essen endeten nach bierzehntägiger Dauer mit einem vollen Erfolg für die Streifenden. Husland. In einem Vorort von Pisa wurde im Juli 1911 ein Gewerk schaftsführer ermordet. Die Leiche war von nicht weniger als 30 Revolverschüssen verletzt worden. Da der Ermordete der Sekretär der Gewerkschaft der Bootsleute war, die sich zurzeit in einem schweren Lohnkampf befand, fiel der Verdacht der Bluttat auf acht Bootsleute, die während des Streifs unter Tarif weitere gearbeitet hatten. Der Prozeß hat am 18. d. M. vor dem Geschworenengericht von Bisa seinen Abschluß gefunden, und zwar einen recht merkwürdigen Abschluß. Sechs der Angeklagten wurden freigesprochen; die zwei andern sprachen die Geschworenen der Mitschuld an dem Morde schuldig. Das Gericht verurteilte daher den einen zu 11 Jahren 9 Monaten, den andern zu 8 Jahren 5 Monaten Gefängnis. Die Geschworenen, denen 250( 1) Fragen vorgelegt worden waren, stellten sich daher auf den Standpunkt, daß der eigentliche Mörder sich nicht unter den Angeklagten befand; ob sie auf diesen Gedanken wohl gekommen wären, wenn der Mörder ein organisierter Arbeiter, das Opfer ein Streifbrecher gewesen wäre? Letzte Nachrichten. Erklärungen Greys. ( Schluß von der zweiten Seite des Hauptblattes.) Der Kampf in der Berliner Herrenkonfektion. London, 25. März.( Unterhaus.) Sir Edward Grey Zwei überfüllte Konfektionsschneier- Versammlungen fanden gestern in beiden Städten wurde am 20. März die Arbeit zu den neuen fuhr fort: Gin zweiter wichtiger Bunft ist, daß die age statt. Im Elysium", Landsberger Allee, sprach se unze, und im Bedingungen wieder aufgenommen. Ein vierjähriger Vertrag ist der Aegäischen Inseln ihr Schicksal und das einiger " Prater", Kastanien- Allee, Kriente über die Lage. Die abgeschlossen; er sieht vor, daß ab 1. März 1916 die Arbeitszeit von Referenten führten aus: Seit dem Streif von 1906 habe wöchentlich 53 Stunden auf 52 Stunden reduziert wird unter Lohn- von ihnen ist auf alle Fälle für mehr als eine Macht eine fein Stampf im Berliner Schneidergewerbe so interessante Momente ausgleich. Damit war ein hauptsächliches Kampfobjekt erledigt, auch Sache von Interesse der Entscheidung der Mächte überaufgezeigt, wie der Streit, der zurzeit die Herrenkonfektion betroffen hat. Die Forderung eines anständigen Grundlohnes für ältere Arbeiter laffen werden soll. Das kommt natürlich für Kreta nicht in Wenn die Konfektionäre behaupten, fie fönnten nicht höhere Löhne fand durch den Streif eine befriedigende Lösung. Es wurde ein Betracht, wo die Türkei gemäß diesen Friedensbedingungen zahlen, so träfe das nicht zu. Die Konfektion greife immer mehr Durchschnittslohn vereinbart; er tritt in Straft für Gehilfen, welche bedingungslos auf alle Interessen verzichtet. Es handelt sich auf das Gebiet der Maßschneiderei über. Sie te dies aber auf 4 Jahre die Lehrzeit hinter sich haben und beträgt in Stöin 64 Bf. um eine Vermittelung der Mächte. Ich will nicht sagen, daß Kosten der Verhältnisie in dieser Branche, auf deren Löhne fie drüde. die Stunde, steigend in jedem Tarifjahr um einen Pfennig bis auf die Mächte sich entschlossen haben, zu einem ZwangsschiedsWo in der Maßschneiderei früher geregelte Löhne und Tarife be 67 Pf. ab 1. März 1916. standen hätten, würden diese immer mehr durch die Unterbietung der Konfektionspreise beseitigt. Die Konfefton sei aufgebaut auf ebenfalls bis auf 67 Pf. im legten Vertragsjahr. An Mindestlöhnen daß die Mächte eine Grenzlinie vorgeschlagen und gegen In Essen beginnt dieser Durchschnittslohn mit 62 Bi. und steigt spruch zu drängen oder die Friedensbedingungen aufzu erlegen. Es ist eine Vermittelung, aber ich will betonen, Lohndrückerei. Um in diesem Kampfe die Deffentlichkeit irrezuführen, wurden festgelegt für den Ausgelernten 43 Pf., ein Jahr nach gingen die Konfektionäre zu den gewagtesten Mittein über. Die beendeter Lehrzeit 49 Pf. pro Stunde; auch diese Löhne steigen in wärtig sich geneigt gezeigt haben, alles Gebiet weitlich dieser Redner belegten dies mit einzelnen besonders drastischen Beispielen. jedem Jahr der Vertragsdauer um einen Pfennig. Auf alle übrigen Linie der Entscheidung der Verbündeten selbst Was die Behauptung anbelange, die ausländische Konkurrenz öhne erfolgt jährlich am 1. März ein Zuschlag und zwar 1913 zu überlassen, mit Ausnahme von Albanien, über das ich werde sich des Marites bemächtigen, wenn eine Steigerung der Löhne 1914-1915-1916 in Köln 3+ 2+ 2+ 2 Pf. und in Effen 3+ 2+ 1+ 2 f. ichon gesprochen habe. Wenn diese Bedingungen von der in Deutschland eintrete, so sei dieselbe hinfällig. Ebenso sei es mit zum Stundenlohn. Sämtliche Alfordpreise erhöhen sich um 8 Proz. Türkei angenommen werden, dann können sich die Verbündeden übrigen Klagen bestellt. Die Konfektionäre fönnten, ohne zu und 1915 nochmals um 2 Proz. Die übrigen Positionen find ohne ten versichert halten, die Festlegung der Friedensbedingungen grunde zu gehen, immer fabelhaftere Preise für ihre Geschäftsräume wesentliche Aenderungen dem alten Vertrag entnommen. Die Ber- unter sich, ohne Intervention der Großmächte, treffen zu zahlen, nur wenn es sich um eine kleine Aufbesserung der Löhne träge sind vereinbart mit dem Arbeitgeberschutzverband und der können, mit Ausnahme so besonderer Fragen, wie Albanien handle, bringe das angeblich den Ruin. Die Herren hätten sehr zwangsinnung, sie haben Gültigkeit für 550-600 Arbeiter. stegesfroh gedacht, wenn der Streit ein paar Tage gedauert habe, Im Ausstand stehen noch die Tapezierer in Bielefeld. Die eine ist. würden die Gehilfen in Scharen wieder zur Arbeitsstelle laufen; sie Unternehmer weigern sich, die Organisation anzuerkennen. Es wird Wenn diese Bedingungen nicht angenommen werden und hätten sich hierbei aber schwer geirrt. Der Schneiderverband habe ersucht, jeden Zuzug nach Bielefeld streng fernzuhalten. eine Grenzlinie aufgezwungen wird, welche die mit Konfeine Ursache, den Konfektionären nachzulaufen. Er sei zwar bereit, Die Arbeiter von fünf Brotfabriken in Köln und einer Fabrit ftantinopel und der Meerenge in Zusammenhang stehenden zu verhandeln, aber nur unter annehmbaren Bedingungen. Die Be- in Düsseldorf stehen seit 9. März im Streit, weil die Unter- Fragen aufwirft, wenn der Krieg sich verlängern sollte und Hauptungen der Konfektionäre, es jeien keine Vermittelungsvorschläge nehmer auf die eingereichten Forderungen nicht antworteten bezw. auch die fleinasiatische Frage aufgerollt werden sollte, dann gemacht worden, treffe ebenfalls nicht zu. In Wirklichkeit habe der sich weigerten, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse tariflich zu regeln. würden sicher bei der Festsetzung der Friedensbedingungen Arbeitgeberverband sich an den Magistratsrat v. Schulz gewandt Die Stölner Ortsgruppe des Brotfabrikantenverbandes übermittelte eine oder mehrere Mächte nicht als uninteressierte mit dem Ersuchen, auf die Arbeitnehmer einen Druck dahingehend den Organisationen in letzter Stunde eine Tarifvorlage, die eine Vermittler, sondern als intereffierte Parteien in Betracht auszuüben, daß dieje das vor 4 Wochen von Arbeitgeberseite ge- Verlängerung der Arbeitszeit und die Fixierung des bestehenden kommen. Aus diesem Grunde betone ich, ohne irgendeine stellte Ultimatum annehmen sollten. Wie der Streikleitung mit Sohnes bis 1917 vorjah. Das Angebot wurde von den Arbeitern geteilt, hatten die Unternehmer die Absicht, ein Ultimatum insofern einstimmig abgelehnt. Bis jetzt sind in 14 Betrieben die Arbeits- drohende Sprache führen zu wollen, daß es, wie ich glaube, zu stellen, eine Aussperrung über ganz Deutschland vorzunehmen, verhältnisse geregelt. Mit den bestehenden drei Konsumbädereien im Interesse der beiden friegführenden Parteien liegt, daß falls bis zunt Sonnabend vor Ostern die Arbeit nicht wieder auf- arbeiten nun 212 Bäder in 17 Großbetrieben im Vertragsverhältnis; die von den Mächten als vernünftig bezeichneten Friedensgenommen sei. Bis jetzt ist aber weder das eine noch das andere über die restlichen 10 Brotfabriken wurde von der organisierten bedingungen als Basis für den Friedensschluß angenommen eingetroffen. Arbeiterschaft( freie und christliche) der Boykott verhängt. Von dem werden. Wenn der Friede geschlossen ist, so hoffen wir, daß Die Redner erklärten ausdrücklich: Ein Friedensichluß könne nur Gewerbegericht in Köln wurden den Parteien Einigungsverhand- die Tür fei in einer gesicherten Stellung fich erfolgen- wenn die Friedensbedingungen den Streifenden auslungen angeboten. Von den Streifenden wurde das Angebot anreichend erscheinen. genommen, die Unternehmer dagegen lehnten es ab. Der Streit befindet, die ihr gestattet, ihren Besitz in Kleinasien zu be. Ohne Zulage fein Friebe! nicht nach Köln und Düsseldorf zu reisen. und Boykott wird daber weitergeführt. Die Bäder werden ersucht, festigen, das Land zu entwickeln und gute Ordnung und eine gute Regierung zu schaffen. Daß die Schar der Arbeitswilligen nur ganz gering an Zahl ist, tönne man an dem heißen Bemühen der Unternehmer erkennen, die Streikenden zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen. Die Referenten verlasen Briefe von Arbeitgebern an Arbeiter, in denen diese gebeten werden, doch die Arbeit wieder aufzunehmen, andern falls wolle man ihnen die Arbeit ins Haus bringen und von dort auch wieder abholen lassen. sowie auf die Phantasieweftenarbeiter. Wenn sich die Türkei vor diese Aufgabe stellt, so wird sie, Die städtischen Handwerker und Arbeiter Königsbergs befinden Die Lohn- und Arbeitsbedingungen wie ich glaube, dabei mit der Unterstützung und dem guten sich in einer Lohnbewegung. sind sehr schlechte, der Magistrat hat aber die gestellten Forderungen Willen aller Mächte rechnen dürfen. Wenn sie aber irgendder Arbeiter abgelehnt. Es wird gebeten, Arbeitsangebote von einen Erfolg bei der Lösung der Aufgabe haben soll, so ist es wesentlich, daß ihr nicht finanzielle Lasten auferlegt werden, städtischen Verwaltungen in Königsberg abzulehnen. die es ihr unmöglich machen, sich der Aufgabe zuzuwenden, ihre Position zu stärken und zu entwickeln und in Kleinasien und den übrigen ihr verbliebenen Gebieten die Ordnung herzustellen. Ein Kampf der Türkei mit dem Bankerott liegt nicht im Intereffe der Mächte, besonders der in Kleinasien interessierten Mächte. Jene müssen sich sagen, daß, wenn in den Friedensbedingungen der Türkei finanzielle Zaften auferlegt werden, diese sie in eine solche Lage bringen, daß diese Regelung nicht nur den Interessen der Türkei, sondern auch den Interessen jener Mächte widerstreiten würde. Die Anwesenden wurden von der Streilleitung eindringlich ermahnt, Zu dem chriftlichen Boykott in Revelaer auf derartige Schreiben nicht zu reagieren oder aber den betreffenden Chefs die Antwort zu erteilen, daß die Wiederaufnahme wird uns noch geschrieben: Die Vermutung, daß ein Wink von oben der Arbeit und alles, was damit zusammenhängt, Sache der den christlichen Graphischen Verband zur Aufhebung des Boykotts Organisationsleitung fei, an die die Herren sich wenden und zu dem Rundschreiben an die Buchhändler veranlagt haben soll, müßten, sofern sie wünsche hätten. erscheint bestätigt. Den christlichen Gewerkschaftsorganen soll von Der Kampf ist übrigens vom Verband noch weiter ausgedehnt bischöflicher Seite ein Verbot der Publikation des Boykottbeschlusses worden und zwar auf die Gruppen der Loden- und Sportschneider, zugesandt worden sein, mit dem Hinweis, daß der wirtschaftliche Die Situation ist auf der ganzen Linie für die Streifenden Terror vor den Gebet- und Erbauungsbüchern Halt zu machen habe. günstig. An diesem Mittwoch finden schon mit der Firma Die Bischöfe haben also dem entsprochen, was die Kevelaerer UnterBeef u. Cloppenburg Verhandlungen statt. nehmer in der Arbeitgeber- Zeitung" von den christlichen Gewerk Die Grundlage aller Verhandlungen aber ist und bleibt eine schaften als unerläßliche Bedingung verlangt hatten. Nicht das Dasselbe möchte ich bezüglich der Balkanstaaten sagen. angemessene Erhöhung der Löhne. Ohne diese Zusage gibt es Arbeiterinteresse erforderte also die Aufhebung des Boykotts Wenn sie die Einigkeit und die Freundschaft untereinander feinen Frieden! und die Wiederherstellung des übrigens niemals bestandenen aufrecht erhalten und sich daran machen, das Gebiet, das guten Rufes der Kevelaerer Buchbindereierzeugnisse, sondern das ihnen nach dem Kriege zufällt, zu organisieren und zu entDie Aussperrung im Spandauer Malergewerbe ist für erledigt unternehmerinteresse. Und der bischöfliche Befehl, der wickeln, dann werden sie dazu die Unterstützung und den guten zu betrachten, da die Gehilfenschaft bereits 10 Tarife zu den neuen Bedingungen abgeschlossen hat und von 183 in Frage kommenden diesem Unternehmerintereſſe ohne Rücksicht auf die Arbeiter der Willen Europas brauchen, insbesondere die finanzielle UnterArbeitern 146 unter dem neuen Tarif arbeiten, während nur noch Kevelaerer Gebetbuchindustrie Rechnung trug, zwang den christlichen ſtüßung. Ich meine damit nicht die finanzielle Unterstützung 37 ausgesperrt resp. arbeitslos sind. Lief bliden läßt es, daß Graphischen Verband zur Aufgabe des sehr aussichtsvollen Streils der Regierung, sondern die finanzielle Unterstützung, die bereits größere Firmen aus dem Arbeitgeberverband austreten und und die christlichen Gewerkschaften und die ihnen verbündeten Europa zu gewähren vermag und die Europa ohne Zweifel erklären, daß dieser wenigstens für Spandau bankrott sei. Alle An- fatholischen Arbeitervereine zur Aufhebung des sehr wirksamen ohne eine günstige Stimmung der Regierung nicht gewähren zeichen lassen darauf schließen, daß munmehr die Zwangsinnung als Boykotts. würde. Gren schloß mit einigen Sägen, die nochmals den Tariffontrahent auftreten will. Es wird aber auch dieser nicht mög wesentlichen Inhalt der früheren Erklärungen zusammenlich sein, die bereits abgeschlossenen Tariflöhne herab zu drücken. faßten. Deutfches Reich. Ein Streit der Petroleumarbeiter. In Grabov in Mecklenburg find sämtliche Arbeiter von der Deutschen Erdölindustrie wegen Nichtbewilligung ihrer Forderungen jeit dem 20. März ausständig. Zuzug ist strengstens fernzuhalten. Ein schwaches Vertrauensvotum. Paris, 25. März. Die Deputiertenkammer hat eine Zur Aussperrung im Malergewerbe. Ein Tarifvertrag mit einem föniglichen Inftitut. Der Tarif Tagesordnung angenommen, in welcher der Regierung mit Nach Aufhebung der Aussperrung in Hannover haben bereits vertrag hat nunmehr auch in einem königlichen Institut Eingang 225 gegen 152 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen wird. Verhandlungen zur Abschließung eines örtlichen Vertrages begonnen. gefunden. Zwischen der königlichen Porzellanmanufaktur NymphenJu Plauen i. B., Jena und Meerane find die örtlichen Tarife be- burg- München und dem Porzellanarbeiterverband und dem Fabrik- In den Wandelgängen erzählte man sich, daß 154 Abgeordnete reits in Straft getreten. In Plauen wurden 7 Bf. Lohnerhöhung arbeiterverband Deutschlands wurde für die hier beschäftigten sich der Abstimmung enthalten hätten. ( auf die dreijährige Vertragsdauer verteilt) und eine halbe Stunde Dreher, Maler, Former und Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen ein Heftige Kämpfe bei Tschataldicha. tägliche Arbeitszeitverfürzung zugestanden, in Jena 4 Pf., in Mee- dreijähriger Tarifvertrag abgeschlossen, der den Leuten erhebliche Verbesserungen bringt. Die Arbeitszeit ist eine neunstündige, für Konstantinopel, 25. März.( W. T. B.) Seit heute früh ist bei rane ebenfalls 4 Pf.; dazu kommen einige kleinere Vergünstigungen. Das gewerbliche Personal wird der Sonnabend nachmittag ab Sadiksej und Tichataldicha ein großer Kampf im Gange. In forte Aus anderen Städten wird ebenfalls gemeldet, daß Verhandlungen 12 Uhr unter Bezahlung des vollen Tagelohnes freigegeben; nahe bevorstehen. Dieses Nachgeben der Unternehmer wird jezt mit für Silfsarbeiter und-arbeiterinnen endigt die Arbeit an den freisen verlautete abends, daß die Bulgaren vollständig zurüc den Einsetzen der guten Konjunktur zum Duartalswechsel noch Sonnabenden um 4 1hr ohne Lohnabzug. Urlaub wird gewährt geschlagen worden feien. Eine offizielle Mitteilung ist noch nicht Inach zweijähriger Beschäftigung drei Tage, für jedes weitere Be veröffentlicht worden. b.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Häufiger werden. Berantwo. Nedakt.: Alfred Wielepp, Neuföln. Inferatenteil verantw.: Nr. 70. 30. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Vor dem franzöfifchen Parteitag. also um 5246" Mittwoch, 26. März 1913. weiter die Guerre soziale" und andere Organe. Daß indes das parlamentarischem Boden und sie wird vor allem so eingerichtet sein, Interesse am Parteileben bei den Genossen viel zu wünschen übrig daß jede Bewegung von außen, jede" Drohung" als Grund dafür I läßt, geht daraus hervor, daß für Parteitagsprotokolle im ganzen herangezogen werden würde, um die Arbeit der Kommission zum Der Jahresbericht, den der französische Parteisekretär Genosse 447 Frank gelöst worden sind. Das Defizit bei diesem Posten be- Stillstand zu bringen. Wir würden gezwungen sein, den Arbeitern zuzurufen: Haltet Euch still!", gezwungen sein, jede Bewegung im Dubreuilb dem in den Ostertagen in Brest in der Bretagne trägt 2129 Frank. Keim zu ersticken und den Elan der Arbeiterklasse zu brechen; tagenden Kongreß vorlegt, verzeichnet ein ansehnliches Wachstum der Im Bericht der Fraktion ist der Abschnitt, der von der Ab können wir das, die wir von der Aftion, vom Kampfe leben? Barteiorganisation. Im letzten Jahre ist die Zahl der steuernden stimmungsdisziplin handelt, von besonderem Interesse. Bei stönnen wir der Arbeiterklasse sagen: Die einzige Gefahr für das Barteimitglieder von 63 657 auf 68 903 145 Abstimmungen herrschte vollständige Einstimmigkeit, bei 51 Wahlrecht ist Eure Aktion? ge stiegen. Seit dem Wahljahr 1910, wo 9430 Mitglieder gewonnen famen fleinere Absplitterungen( bis zu 5 Deputierten), bei 21 witrden, war kein solcher Zuwachs zu melden. Seit dem größere vor. Die meisten Differenzen betrafen Einzelheiten der streiklomitee erften Kongreß der geeinigten Partei, d. h. seit 8 Jahren, hat sich Wahlreform. Auffallend für Sozialisten anderer Länder sind die streits aus, deren Resultate er auf Null einschätzt, wenn sie der Mitgliederbestand verdoppelt. Immerhin dürfte, um um von Abstimmungen über den Antrag Vaillant auf Aufhebung nicht im Gegenteil der Arbeiterschaft nicht noch Schaden bringen. In seiner Begründung der Resolution des Generalstreiffomitees der effektiven Barteiſtärke ein getreues Bild zu bekommen, ein kleiner der Getreidezölle für ein Jahr( 32 für, 6 dagegen, Generalstreit mit dem Datum des 14. April charakterisiert Abstrich an den vom Sekretär gegebenen Ziffern ratsam sein, da 34 Enthaltungen) und den Autrag Berry auf ihre Aufhebung für Anseele den Generalstreit als einen Aft der höchsten Kraftleistung, manche Föderationen mehr Parteifarten nehmen, als sie tatsächlich ein Vierteljahr( 50 fir, 4 dagegen, 18 Enthaltungen). die dem großen Kampf ums Wahlrecht vorangehen soll. Die Mitglieder haben. Streikdauer läßt sich nicht vorausbestimmen, sie wird sich aus der Taktik ergeben, die der Kampf aufzwingen wird. Jahreskongreß der belgischen Arbeiterpartei. Ebenso spricht sich Anseele gemachten Vorschlag gegen den im Generalfleiner DemonstrationsWie wird der Streitenden? Er wird enden, wie er angefangen hat. Wie eine einzige Armee wird die Arbeiterschaft in den Kampf treten, in einem Aft höchster Disziplin, wie eine einzige Armee, mit derselben Disziplin und Einigkeit, wird sie, wenn der Moment gekommen sein wird, zur Arbeit zurückkehren. Anseele schließt seine Rede mit einem feurigen Hinweis auf den Wahlrechtskampf und auf die machtzeugenden Wirkungen des höchste Zeugnis der Disziplin der Arbeiterschaft sein. Darum mögen Generalstreits für die Zukunft des Proletariats. Er wird das auch die Gewerkschaften mit Mut und Freude an die Arbeit gehen, denn es ist die Idee der Disziplin, die in diesem Streit in jedem Beruf in jeder Gewerkschaft triumphieren soll. Der Generalstreif wird dem Proletariat das Vertrauen geben. Lieber aber noch eine Niederlage, als ein Zurückweichen, als die Unterwerfung! Die Rede wird stürmisch bejubelt. Und immer wieder ertönt es im Chor: Vive la Grève!( Es lebe der Streik!) * Der Generalftreikbeschlußz. Jm Berichtsjahr haben 81 Föderationen regelmäßig funktioniert gegen 84 im vorangehenden Jahr. Drei Föderationen haben keine Beiträge mehr oder so wenig abgeliefert, daß sie ihres Vertretungsrechts auf dem Parteitag verlustig geworden sind. 52 Föderationen zeigen eine Zunahme, 7 sind stehen geblieben und 22 zurückgegangen. Brüssel, 23. März.( Eigener Bericht.) Am stärksten ist die Zunahme im Seinedepartement- 1500- sie hängt Die Debatte über den Generalftreik. indes hauptsächlich mit dem Eintritt vieler ehemaliger„ Insurrektioneller" und Anarchisten in die Föderation zusammen, die die Reaktion gegen 1331 Delegierte anwesend. Zum Präsidenten wird Genosse de Der Kongreß tagt im Festsaal des Maison du Peuple. Es sind die an Hervé von den Anarchisten begangenen Brutalitäten und Broudère per Altlamation gewählt. Als Gäste wohnen dem gegen die Entartung gewisser anarchistischer Zirkel war. Daß dieser Kongreß bei: Genosse Ebert vom Vorstand der deutschen Bustrom der ideellen Klarheit und der organisatorischen Arbeit in Sozialdemokratie und Genosse van der Goes für der Seine- Föderation besonders förderlich gewesen sei, läßt sich vor die holländische Partei. läufig schwerlich behaupten.- Die Nord- Föderation bleibt mit De Broudère schlägt im Namen des Parteivorstandes vor, die 12 325 Mitgliedern nach wie vor die stärkste der Partei. Deffentlichkeit auszuschließen und nur die sozia Sie hat 795 Mitglieder gewonnen. 18 Föderationen haben liftische Presse zuzulassen, welchem Vorschlag der Kongreß jezt über 1000 Mitglieder, gegen 16 im vorigen Jahr. 3 ustimmt. Es erfolgen die Begrüßungsreden. Eine genauere Prüfung der einzelnen Ziffern zeigt, daß die Genosse Ebert überbringt die Grüße der deutschen Sozialdemokratie. Auch sie steht vor neuen Kämpfen. ehedem als ein Wachstumsgesetz angesehene Annahme, daß unsere Regierung legt uns als Dftergabe neue Steuern auf den die Anziehungskraft einer Drganisation mit der Größe der Organi- Tisch. Wir haben den Kampf gegen die neuen Rüstungen zu führen, Brüssel, 25. März.( Privattelegramm des sation geometrisch wachse, nicht allgemeine Geltung beanspruchen wie wir als einzige Partei den Stampf für die preußische Wahl- Vorwärts"). Die gestrige Debatte über den fann. Gerade manche mittelgroßen Föderationen haben relativ sehr reform zu führen haben. Es ist nur ein Kampf für die Wahl Generalstreit war zum Teil leidenschaftlich bewegt, im start zugenommen. reform eines Bundesstaates, der aber der bedeutendste und das ganzen jedoch ruhig gehalten. Aus den Berichten der VerIn das Berichtsjahr fallen die Gemeinderatswahlen. Die mächtigste Bollwert der Reaktion ist. So verfolgen wir, die wir treter der großen gewerkschaftlichen Föderationen und WahlErgebnisse waren sehr zufriedenstellend, einige Verluste wurden durch den Stampf gegen das schändliche Wahlsystem führen, mit großer freise geht hervor, daß die Masse der Arbeiter unvermeidlich die Gewinne in sehr bedeutenden Gemeinden( Wiedereroberung von Spannung Euren Wahlrechtskampf. dessen Energie und Disziplin kreise geht hervor, daß die Masse der Arbeiter unvermeidlich Toulouse, Limoges, Brest und Roubair) mehr als wettgemacht. Die Broletariat auch in seinen endgültigen Kampfbestrebungen stärken. Aussichten auf eine Massenbeteiligung vorhanden sind. Der Möge dieser Kampf das belgische zum Streit drängt und im großen und ganzen die besten Partei hat jetzt die Mehrheit in 294 Gemeinden früher waren es Ebert schließt mit einem Glück auf" für die Kongreßarbeit. nur 197. Jn 400 Gemeinden haben die Sozialisten eine Minorität im Gemeinderat, die Zahl der sozialistischen Gemeinderatsmitglieder Partei und die Versicherungen ihrer freundschaftlichen Solidarität und seine 40 000 Streikenden stellen werde. Ebenso günstig Bander Goes überbringt die Grüße der holländischen Redner für den Borinage erklärt, daß dieser bereit sei in Frankreich übersteigt 3000. Es gibt 297 Bürgermeister. Für die Auch in Holland werden die Genossen, wenn die Regierung un- sind die Verhältnisse im Kreise Charleroi im Centre. 36 000 Gemeinden des Landes ist das freilich erst ein bescheidener nachgiebig bleibt, zu ähnlichen Kompfmitteln wie in Belgien greifen Lüttich dürfte 50 000 Arbeiter für den Streik stellen. Auch Anfang. müssen. Es werden Schreiben zweier liberaler Vereinigungen Gents Brüssel steht günstig; man tann auf mehr als 30 000 die Arbeiterpartei möge im Interesse der- Genter Ausstellung von Metall-, Hut-, Textil- und Steinarbeiter geben fast durchwegs zur Verlesung gebracht, in denen der Wunsch ausgesprochen wird, Streifende zählen. Die Vertreter der Föderationen der Glas-, einem Generalstreit absehen. die Zusicherung, daß sie auf einmütige Ardeitsniederlegung Der Vorsitzende schlägt vor, daß zuerst der Berichterstatter des rechnen können. Generalstreiffomitees das Wort erhält und dann die Vertreter der Der Bericht verweist weiter auf die verschiedenen, von der Wahlkreise und Gewerkschaftsföderationen einen Situationsbericht Die Meinung der Minorität des Streikkomitees, daß der Partei organisierten internationalen Friedenstund bringen. Der Vorsitzende macht darauf aufmerksam, daß es haupt- Streit überflüssig sei, weil unter den gegebenen Verhältnissen gebungen des letzten Jahres bis zum Bafeler Kongreß. sächlich darauf ankomme, die Stimmung der Arbeiterschaft wieder Aussicht auf eine Lösung des Wahlrechtsproblems auch ohne Der Kaffenbericht verzeichnet 161 525 Fr. Einnahmen, zugeben und die Situation zu kennzeichnen. Da allen Vertretern das erwähnte Kampfmittel vorhanden sei, vertraten Huysder Hauptwahlfreise und Gewvertichaftszentralen Gelegenheit zur 140 656 Fr. Ausgaben. Unter den Einnahmen spielt die De- Aussprache gegeben werden müsse, schlägt der Vorsitzende eine mans und Vandervelde. Huysmans Rede rief heftigen putiertensteuer, die jetzt mit großer Regelmäßigkeit ein- Redezeit von fünf Minuten vor. Der Kongreß stimmt dem zu. Widerspruch hervor. Beide Redner erklärten, daß sie, wenn läuft, noch immer die Hauptrolle. Sie brachte 88 200 Fr. Anseele charakterisiert die beiden Auffassungen im General auch anderer Meinung in dieser Frage, am Tage nach dem ein, die Parteikarten und-Marken 47232 Fr. Sehr streiffomitee und bekämpft in der Folge die Meinung der Minorität, Streifvotum in voller Disziplin mit allen Kräften für den schlecht steht das Wochenblatt Le Socialiste", dessen Auf- daß der Streit in der augenblicklichen Situation überflüssig und Sieg der Sache arbeiten werden. " Der Bericht verzeichnet weiter die erfolgreiche Ausgestaltung der Sumanité". Die Errichtung des Pariser Bollshauses wird von einer Kommission studiert. Zur Durchführung dieses Plans erhofft der Parteisekretär fräftige Antriebe von der für diesen Sommer geplanten Reise nach Deutschland. gewalt wir bewundern. Iage immer weiter sinkt und jetzt nur 1700 Exemplare be- unnüz sei, da sich ihrer Meinung nach die von der Regierung vorträgt. Viele Organisationen lehnen das Abonnement ab, trotzdem geschlagene Kommission logischerweise mit dem gesamten Wahlrechts- Zur Abstimmung lag die vom Kongreß amendierte Resolution es obligatorisch ist. Der Absatz der Buchhandlung ist nicht problem werde befassen müssen. Anseele bestreitet dies umsomehr, des Streitkomitees vor, die den Beginn des Generalstreiks auf es obligatorisch ist. Der Absatz der Buchhandlung ist nicht als die Regierung keinerlei offizielles Engagement übernommen habe den 14. April festsetzt. Der Kongreß spricht ferner aus, daß der eben imponierend: 35 000 ßzeichen, 15 000 Lieber, 6000 Postkarten und ganz nach dem Willen und den Wünschen Herrn v. Broquevilles und 90 000 Bücher und Broschüren. Man darf wohl nicht über- arbeiten werde. Wann, wie wird die Kommission aber arbeiten? Sie Generalftreit friedlich bleiben muß, und verurteilt von vornsehen, daß auch die" Humanité" eine eigene Buchhandlung hat, hat hundert Möglichkeiten der Verschleppung auf bureaukratischem und herein jeden Versuch, ihm einen anderen Charakter zu geben. Kleines feuilleton. Das Projekt stügt sich auf einen sehr unsicheren Finanzplan; denn es ist sehr fraglich, ob die 8 Millionen durch Schenkungen usw. zusammenfommen. Auch über die Haltung der Regierung zu diesem Hochschulplan herrscht noch Unklarheit. Das neueste bon " Bedingungen eines fünstlerischen Vortrags find an elastische Stimm bänder und musikalische Intelligenz gebunden. Sonach dürfen die Gäste für sich das Recht beanspruchen, auch an schwierigen, modernen Chören ihr Können zu erproben. Zu diesen zählen: Aufstieg"( zweiter Preischor des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes) bon Grete Die B, 8ur neuen Welt" von Kurz,„ Der träumende See" von Robert Schumann, Schön Rotraut", von Friedrich die jo recht mit allen Tonsatzfinessen auch den Anforderungen eines Hegar. Das waren ernst studierte und feinzifilierte Darbietungen, gediegenen Vortrags Rechnung trugen. Sicherer Ansatz, meist gute flare Aussprache, Slangfülle in hohen wie tiefen Lagen, bewunderns. Dinge. Und der auf impressionistischen, will sagen unmittelbaren Eindruck abzielende Dirigent macht es seinen Sängern nicht leicht. Peinlichste Bedachtnahme sowohl auf die Vortragszeichen als besonders auf den tertlichen Inhalt, übten denn auch frappante Wirkungen auf den Hörer aus. Ich weise z. B. auf die Stelle hin in Uthmanns" Bu Straßburg":" Und schießet tacker"( energisch im Kommandoruf) doch zuvor gewährt mir eine Bitt"( unmittelbar leise flüsternd). fortreißend; nur ob bei dem blizraschen Tempo die Wucht des Lügows wilde Jagd" hört man wohl selten fo Chorliedes Beeinträchtigung erleidet oder nicht, diese Frage möchte ich den Hallischen Sängern zur Erwägung auf den Heimweg mit geben. Das Projekt soll in einem Beitraume von zehn Jahren ver- 150 Kehlen starte Chor aus kleinen und kleinsten Gesangvereinen wirklicht werden; bis dahin muß natürlich auch die schwierige geformt hat, was, solange es der Hallischen Arbeiterschaft an eigenen Stoftenfrage geregelt sein. Nach den vorliegenden Veranschla- großen Sälen mangelte, schlechterdings nicht möglich war. An den Der Ruf nach dem Staatsanwalt. Die, Deutsche Tages- gungen soll der einmalige Aufwand 9 800 000 m., der laufende pro vollbrachten Leistungen wurde ein Respekt einflößendes Maß von zeitung ist wieder mal reingefallen, gründlich reingefallen. Jahr 280 006 M. erfordern. Im letzteren zu decken, soll ein Fonds rein gefangstechnischer Arbeit offenbar; freilich auch eiserne SelbstSie brudt mit gutgemimter Entrüstung unser Ostergedicht ab von 7 Millionen Mart geschaffen und den Gesamtkosten noch ein zucht. Begeisterung und reiches Stimmenmaterial. Mit solchen und verlangt schlankweg eine Abänderung des Strafgesetzbuches, das Refervefapital von 11 Millionen Mart zugeschlagen werden. Der Faltoren fann ein tüchtiger Dirigent schon was rechtes ausrichten, mit die Heiligtümer gegen solche Verlästerung geschüßt" werden. Gesamtaufwand wird sonach auf rund 18 Millionen Mark beziffert. und das hat Kapellmeister Hugo Engelman'n getan. Auf SchreiDie biedere Agrartante hat in der Gile des dritten Festtags dabei Davon hofft man aber 8 Millionen durch Schenkungen und tenöre und Gröhlbässe soll sich kein Männerchor was einbilden. Die ganz übersehen, daß dieses häßliche, efelhafte Machwert von einem Stiftungen aufzubringen, während 10 Millionen Mark die Stadt gewiffen Arthur Fitger stammt, der nicht irgendein sozial- Dresden tragen foll. demokratischer Schmierant, sondern ein nicht ganz unbekannter deutscher Dichter und Maler war. Den brauchen die Böqtiers der Tageszeitung" natürlich nicht zu kennen, so wenig wie Minister nach ihrem Herzen je den Namen Gottfried Kellers oder Hebbels gehört hatten. Damit die literarischen Schulbuben aber ungefähr wissen, wer Leichenbestattung mit der Elektrischen. nun der leider bereits tote Fitger war, sei ihnen verraten, daß be-" drüben" ist das Begräbnis per Straßenbahn. Die Tramgefellfagtes, schwer inkriminiertes Individuum in den üblichsten Hand- schaften der Städte Philadelphia und Milwaukee haben büchern der Literaturgeschichte als einer unserer sehr hervorragenden sich fürzlich je einen Begräbniswagen zugelegt, der auf ihren Lieder und Balladendichter angeführt wird, ein Dichter mit Straßenbahnstrecken die Beförderung des Sarges und der Leid. würdige Schmiegfamkeit der Schattierung: das sind gewiß erfreuliche glühender Phantasie und feinem zügelnden Kunstsinn, zugleich ein tragenden besorgt. Wie die Welt der Technik" mitteilt, bietet Beherrscher der Form gleich den Besten". Auch eine Reihe bekannter der Wagen der Philadelphia Rapid Transit Company Raum für Dramen( darunter„ Die Here") hat der Sünder verfaßt. Im den Sarg, 6 Sargträger und 40 Leidtragende. Am vorderen Ende Schlosse des Großherzogs von Oldenburg und im Bremer Dom befindet sich ein Abteil für den Sarg. Der Wagen selbst ist seinem hängen Gemälde von seiner Hand. Seinen Bremer Landsleuten Zweck entsprechend würdig und stimmungsvoll ausgestattet. Die galt er als der erste Künstler ihrer Stadt, der er ein Lebenlang Fenster sind mit schweren schwarzen Samtvorhängen versehen; feinen fünstlerischen Stempel aufgedrückt hat dieses Lästermaul", ebenso sind die Lederbezüge der Size schwarz gehalten. bas mit seinen„ schmutzigen Fingern"„ das heiligste antaſtete". Der Dienst wird in der Weise gehandhabt, daß der Wagen in Freilich, er war ein Freidenker wie viele andere berühmte und möglichster Nähe des Trauerhauses oder Kirche, in der die Trauerunberühmte Leute, und er hat es für seine heilige Künstlerpflicht feier stattfindet, auf einem Nebengleise wartet und dann im gehalten, feine Gesinnung in seinen dichterischen Werken nicht hinter geeigneten Augenblick von einem Beamten der Straßenbahn, der Reimgeklingel und Formgerant zu verbergen. Fitger war in diesem zu diesem Zwecke der Feier beiwohnt, herbeigerufen wird. Ist aus Bunkte ein Betenner und ein Kämpfer, einer jener legten bürger- irgendeinem Grunde eine Verzögerung eingetreten, so daß der lichen Ideologen, die ihren Naden feinem Pfaffentume und Staats- Trampagen zu früh kommt, so fährt er, da ein Warten wegen firchengwange gebeugt haben: ein aufrechter und ganzer Mann. des allgemeinen Verkehrs ja nicht möglich ist, zunächst weiter, sett Daß die Aasvögel der Reaktion noch an dem Toten ihre stumpfen an der nächsten Weichenverbindung um und kehrt dann nochmals Schnabel versuchen, ist sein wohlerkämpftes Recht. an die betreffende Stelle zurück. Nach jedem Gebrauch findet eine Ein Blei- Abend. Im„ Salon Cassirer findet am Eine neue Universität in Dresden? Die Tierärztliche Hochschule Desinfektion statt. Sachsens, die sich jetzt in Dresden befindet, soll nach Leipzig verlegt Einrichtung troß des Ingewohnten, das ihr anhaftet, bald einEntgegen den anfänglich gehegten Befürchtungen hat sich die Franz Blei gewidmet ist. Freitag, abends 812 Uhr, ein Autorenabend der Aktion" statt, der und in Verbindung mit der dortigen Universität gebracht werden, weil das, wie die Regierung ausführte, im Interesse der Veterinär- geführt, wozu wohl hauptsächlich der sich an den praktischen Sinn- César Frands Seligpreisungen wurden, worauf wiſſenſchaft vorteilhafter ſei. Um aber die Verlegung der Tierärzt- des Amerikaners wendende billigere Tarif beigetragen hat: extra hinzuweisen unser Referent übersehen hat, im Auftrag der lichen Hochschule zu verhüten und dieser gleichzeitig auch in Dresden Ein Begräbnis per Straßenbahn kostet nämlich nur 15 bis 40 Dollar, freien Volksbühne durch den Berliner Volkschor für die zu geben, was fie in Leipzig finden soll, plant Dresden die Ein- während für ein solches durch Wagen und Pferde 50 bis 100 Dollar Bereinsmitglieder am Gründonnerstag( im Konzertsaal der Brauerei richtung einer eigenen Universität. bezahlt werden müssen. Und dem Toten ists ja schließlich egal. Friedrichshain) und am Karfreitag( in der Neuen Welt) zur AufNach einem soeben erschienenen Drudvortrage des Ober- Die Milwaukeer Einrichtung ist übrigens ganz ähnlich wie die führung gebracht. Von diesem einträchtigen Zusammengehen beider bürgermeisters Beutler in Dresden soll die neue Universität der jetzt Philadelphier. Hier kostet der Wagen 5 Dollar die Stunde, bei wird in Bukunft sehr Ersprießliches zu erwarten sein. schon in Dresden befindlichen Technischen Hochschule angegliedert einem Mindestsatz von 15 Dollar. werden. Drei Fakultäten sollen zur Technischen Hochschule Dresden, vier andere zur Universität Dresden vers Mufit. " " Notizen. N e. k. Die Flugmaschine am Südpol. Der französische Leutnant Monard, der schon verschiedentlich als Aviatiker hervortrat, will sich einer Südpolegpedition anschließen, die in den nächsten einigt werden, die statt der theologischen eine veterinär- medizinische Der Arbeiterfängerchor Halle" gab hier in der Brauerei Monaten Europa verlassen soll. Er wird in der Umgebung des Fakultät erhalten würde. Dem Ganzen aber soll die zusammen- Friedrichshain" und in der Neuen Welt" zwei bemerkenswerte Südpols Flüge unternehmen und auch aftronomische Beobachtungen faffende Bezeichnung, Hochschule Dresden" gegeben werden. Osterkonzerte. Es sind erst wenige Jahre her, seitdem sich dieser machen. Weiter wird ein auberordentlicher Kongreß mit den Vcr- tretern dieses Kongresses und Delegierten derselben Gruppen das Ende des Streiks zu bestimmen haben. Dem bisherigen Streikkomitee wird die Führung des Generalstreiks überant- wortet. Ter Streikbeschluß wird mit allen gegen etwa 20 von J330 Stimmen unter Jubel angenommen. Die Delegierten ichwenken begeistert die Eintrittskarten unter den steten Rufen: Es lebe der Streik! ller Parteitag Äer Tndependent Cabour Party. Borbericht. Manchester, 24. März. Heute(Ostermontag» und morgen hält die I. L. P. hier ihren Parteilag ob. Bekannllich ist die I. L. P. das treibende sozialistische Element in der britischen Arbeiterpartei und die Beratungen und Beschlüsse dieser Organisation, die die Ge- samtpartei nicht nur mit Ideen, sondern auch mit fast allen der "abour Party zu Gebote stehenden propagandistischen Kräften per- sorgt, sind für die Entwickelung der englischen Arbeiterbewegung von großer Bedeutung. Aus dem Bericht des Parteivorstandes ist zu entnehmen, daß die I. ii. P. im vergangenen Jahre in bezug auf Mitgliederzahl und Einnahnten nicht gut abgeschnitten hat. Die Geld- summe, die von den Mitgliedschaften an die Zentraltasse abgeführt worden ist, ist beträchtlich niedriger als im vorhergehenden Jahre. Das läßt nicht mit Bestimmtheit auf einen Rückgang der Mitglieder schließen, wie der„Labour Leader" ausführt. Die Mitgliedschaften brauchen nämlich nicht ihre Beiträge an die Hauptkasse nach der Zahl ihrer Mitglieder abzuführen. Es kann sehr gut möglich sein, daß sie «ehr Geld für die lokale Propaganda ausgegeben haben und deö- halb weniger an die Parteikasse schicken konnten. Bielleicht ist das der'Fall gewesen i mindestens scheint der Erfolg, den die Kandidaten bei der I. L. P. bei den letzten Gemeindewahlen errungen haben. darauf hinzuweisen. Die I. L. P. mag heute zwischen 25 000 und 30 000 Mitglieder haben. Die Erfolge bei den Gemeindewahlen und die rege vropagan« distische Tätigkeit der Partei im vergangenen Jahre sind erfreuliche Erscheinungen. Sonst aber bietet der Vorstandsbericht manches Un- erfreuliche. So schließt die Parteikasse mit einem Verlust von 583 Pfund ab. Die Presse steht finanziell schlecht. Sie bucht einen Ver» lustvon871 Pfund. Die Auflage des„Labour Leader" ist zurückgegangen. Zwei Wochenblätter, nämlich der„Manchester Weekly Citizen" und der„Leeds Weekly Citizen", mußten eingehen.' Mit der Monats- schrift der Partei, der„Socialist Review", steht es sehr schlecht, ob- wohl Redakteur wie Mitarbeiter ihre Dienste unentgeltlich geben. Wenn sich der Umsatz nicht bessert, wird sie vielleicht eingehen. Das Schicksal des„Labour Leaders" wird übrigens von allen anderen sozialistischen Wochenblättern Großbritanniens geteilt und hängt mit dem Erscheinen des„Daily Citizen" zusammen, der am 8. Oktober des letzten Jahres zum erstenmal herauskam. Der Parteivorstand der I. L. P. hat in dem Tageblatt der Labour Party, das in der Druckerei der I. L. P. gesetzt wird. 2500 Pfund angelegt. Im ganzen haben die Mitglieder der I. L. P. 20 000 Pkund in den „Daily Citizen" gesteckt. Im vergangenen Jahre hat die I. L. P. zusammen mit der Fabischen Gesellschaft unter dem Kampf- ruf:„Krieg der Armut I" eine sehr kräftige Agitation betrieben; viele hundert Versammlungen und Konferenzen wurden abgehalten. In dem Vorstandsbericht befindet sich auch eine Korrespondenz zwischen der Partei und dem Internationalen Bureau in Brüssel über die Herstellung der sozio- listischen Einigkeit in Großbritannien. Das Bureau hatte gemäß der Resolution, die über sozialistische Einigkeit auf dew Amsterdamer Kongreß angenommen wurde, den verschiedenen Sektionen des eng- tischen Sozialismus seine Dienste als Vermittler angetragen. Die von dem Bureau vorgeschlagene Einigungskonferenz hat jedoch noch nicht stattfinden können und, wie au-s der veröffentlichten Korrespon- denz zu ersehen ist, ist die Aussicht auf eine Einigung aller sozia- listischen Elemente Großbritanniens noch sehr trübe. Mus der Partei. Im neuen Heim. Die BreSlauer Genossen haben während der Osterstiertage ihr neuerbauteS Gewerkschaftshaus eingeweiht, das sich auf dem Grundstück des alten HeimS in der Margarelhenstraße erhebt. Das Haus hat 61 Meter Straßenfront und umfaßt 2467 Quadratmeter bebaute Fläche. Das vierstöckige Gebäude enthält zwei Säle, die, miteinander verbunden, 3000 Personen Platz gewähren. Außer den erforderlichen Restaurationsräumen sind vorgesehen: acht Vereins- zimmer, sieben Fremdenzimmer, die Räume für sämtliche Breslauer Partei- und Gewerkschaftsbureaus und mehrere Wohnungen. Ein größerer Garten steht gleichfalls zur Verfügung. Die Kosten des neuen Heims belaufen sich auf 320 000 M. Hierzu kommen die Kosten der Inneneinrichtung, so daß sich der Gesamtwert auf annähernd eine Million Mark beziffert. Hiervon sind 400 000 M. eigenes Geld der Breslauer Arbeiterschaft. Ein Teil des frühere» Grundstücks ist von der„Volkswacht" erworben worden, die inner- halb der nächsten zwei Jahre dort eine eigene Druckerei errichten wird, so daß dann alle Fäden der Breslauer Arbeiterbewegung an einen, Punkte zlisanimenlaufen. Die früher nicht besonders günstige Lage des Breslauer Gewerkschaftshauses hat bereits vor 2 Jahren durch den Bau der sogenannten Raiserbrücke viel gewonnen, durch die das Heim der dortigen Genossen dicht an den großen Breslauer Verkehr herangerückt wurde._ Der holländische Parteitag. Ter diesjährige holländische Parteitag trat am Sonnabend in Utrecht zusammen. Er war außerordentlich stark besucht. 198 Sek- tionen waren durch 269 Delegierte vertreten. Bei der Eröffnungs- seier besprach V l i e g e n den großen Ausschwung der Partei, deren Mitzliedcrzahl sich in zwei Jahren von 10 000 auf fast 18 000 er- höht habe. Der Parteitag sei gewissermaßen die Einleitung des Wahlkampfes für die im Juni stattsindenden Generalwahlen, in denen die Partei gegen Liberale und Klerikale zu kämpfen habe. Vliegen begrüßte dann den Genossen Scheidemann, den Vertreter des deutschen Parteivorstandes. Scheide mann überbrachte dem Parteitag der holländischen Genossen die Grüße der deutschen Partei, besprach den Wert der wachsenden Organisationen des sozialdeinokratischen Proletariats und versicherte, daß darin die beste Gewähr für den Frieden liege. Die Ansprache wurde mit großem Beifall aufgenommen. Am Sonntag begann die Besprechung des Jahresberichts des Partei- Vorstandes, des Berichts der Kammerfraktion und der Redaktion des Parteiorgans. Das Hauptmoment war die dreistündige Rede des Genossen T r o e l st r a über das Wahlprogramm und die Stichwahlbedingungen. Das Wahlprogramm lautet: Allgemeines Wahlrecht für Männer und Frauen, prämienfreie Arbeiterpcnsionierung, Verteidigung des Frei- Handels und der öffentlichen Sckiule.— Die Stichwahlbedingungen smd: Allgemeines Männerwahlrecht, Aushebung der Verfasfungs- beslimmungen, welche das Frauenwahlrecht ausschließen: das Frauenwahlrecht darf nicht an finanzielle Grenzen gebunden sein, Abweisung jeder Erstarkung der Ersten Kammer, prämienfreie Arbeiterpenfionierung. Der Parteivorstand schlägt weiter vor. innerhalb zwei Wochen vor dem Wahllag in Amsterdam und Rotterdam als Probemobilisation tagsüber Wahlrechtsdemonstrationen abzuhalten. Die Rede Troelstras fand starken Beifall. Nach aus- sührltchen Debatten wurden spät abends diese Vorschläge mit Sümmeneinheit angenommen, nachdem alle Amendements mit fast allen Stimmen verworfen worden waren. Nach Sibirien! Aus Petersburg wird uns geschrieben: Die früheren Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion der zweue» Reichsduma Sfaltykow und Shedelew sollten am 17. März nach Beendigung ihrer fünfjährigen Katorgafrist aus dem Petersburger Transportgefängnis per Etappe nach Sibirien zu lebenslänglicher Ansiedelung abgefertigt werden. Ihre Verwandten und die Mitglieder der jetzigen Dumasraktion versammelten sich auf dem Bahnhof, um von ihnen Abschied zu nehmen und ihnen warme Sachen, Proviant und einiges Geld mitzugeben, doch konnten sie die Gesuchten nicht finden. Die Gefängnisadministration ließ die ehemaligen Abgeordneten auf einem Umwege abtransportieren, um einen feierlichen Abschied unmöglich zu machen. Genosse Dr. Karl Liebknecht in London. London, 24. März.(Eig. Set.) Sonnabend, den 22. März, sprach Genosse Karl Liebknecht im großen Saale des Kommunistischen Arbeitcr-Bildungsvereins vor einem internationalen Publikum, unter dem deutsche und englische Arbeiter überwogen, über:„Politische Zustände in Deutschland und England". Liebknechts Ausführungen, die in dem Sammelrufe nach solidarischem Zusammenarbeiten der englischen und deutschen Arbeiter auf politischem, gewerkschaftlichem und wirtschaftlichem Gebiete gipfelten, wurden oft durch Beifall und Zustimmung der Versammlung unterbrochen. Den Vorsitz in dieser Versammlung führte der mehr als 70jährige Genosse Ralow, einer der ältesten und tätigsten Mitglieder des Kommunistischen Bildungsvereins, der unter deni Sozialistengesetz aus Deutschland nach London flüchten mußte und hier mit Marx und dein alten Liebknecht Freundschaft schloß. Parteilitcratur. Ein komwui'.alpolitisches Organ der deutsch- österreichischen Partei- genossen ist soeben zum erstenmal erschienen. Es nennt sich„Die Gemeinde", erscheint vorläufig monatlich(Wien V, I.Rechte Wienzeile 97) und wird von dem Genossen L e w y redigiert. Jugendbewegung. Kongreß der sozialistischen Jugend Frankreichs. Am Tage vor dem Parteitag traten in B r e st die Vertreter der Jugendbewegung zusammen, um die Grundlagen für eine Organi- sation zu legen. Genosse M. C a ch i n nahm als Vertreter des Parteivorstandes teil und leitete die Verhandlungen, die in einem Saale des städtischen Rathauses stattfanden. Das internationale Jugendbureau und die Jugendorganisationen Spaniens, Italiens der Schweiz halten Begrüßungsschreiben gesandt. Genosse P r a g o erstattete einen eingehenden Bericht über Erziehung der Arbeiter- jugend, der einstimmig angenommen� wurde. Ein Referat über körperliche Erziehung und spiele im Freien wurde au' den nächsten Kongreß verschoben. Nach einem Referat von M. L y o n wurden die Organisationsbestimmungen beschlossen und ein Jahresbeitrag von 10 Cent.(8 Pf.) pro Mitglied angenommen. Das Blatt.Der' Ruf der Jugend" soll gefördert werden und später ins Eigentum des Verbandes übergehen.— Genosse C a ch i n über- nahm es, auf dem Parteitag für die energische Förderung der Jugendbewegung einzutreten. Er schreibt über die ersten Beratungen der Jugend:„Es ist unzweifelhaft, daß die gefaßten Beschlüsse mächtig zur Schaffung eines Landesverbandes beitragen werden, der bald unserefi jungen Genossen Ehre machen wird." Wie die„Wandervogel" Hausen. Welchen Rufes sich die„Wandervögel" und„Pfadfinder" bei den Besitzern und Eigentümern von Wäldern und Anlagen in der Um- gebung Berlins erfreuen, ist dem Leiter einer Osterfahrt der Lehr- lingsabteilung vom„Turnverein Fichte" aus berufenem Munde über- mittelt worden. Fragliche Abteilung wollte in der Nähe des Schar- mützelsees ihr Frühstück im Walde einnehmen und zu diesem Zweck etwas abkochen. Als sie eben dabei war, sich den geeigneten Platz zu suchen, kain der Besitzer und verbot es kurzerhand. Als er vom Leiter trotzdem gebeten wurde, fragte er, ob sie etwa„Wandervögel" seien. Dies wurde verneint und ihnr mitgeteilt, daß es eine Lehr- lings-Abtcilung vom„Turnverein Fichte" sei. Jetzt wurde die Er- laubnis gegeben. Gleichzeitig wurde dem Leiter gezeigt, wie die „Wandervögel" gehaust hatten. Abgerissene Aeste, verbranntes und angekohltes Holz lag wirr durcheinander, so daß man annehmen konnte, eine Räuberbande hätte dort ihren Lagerplatz aufgeschlagen. Wieder ein Beispiel der Erziehungsmethode der von der Regie- rung ausgehaltenen Vereine. Massendemonstration der Düsseldorfer Arbeiterjugend. Eine imposante Massenversammlung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen fand am Ostermontag im Apollotheater zu Düffel- d o r f statt. Der große Rundbau des Thealers, das etwa 6000 Personen faßt, war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Ver- sammlungsteilnehmer bestanden zum größten Teil aus Jugendlichen. Das Hauptreferat hatte Genosse Adler- Kiel übernommen. Der Polizei, die sich zu der unpolitischen Versammlung ebenfalls ein- gefunden hatte, machten die Ausführungen des Referenten sichtlich wenig Freude, und einmal drohte der„überwachende" Kommissar sogar mit der Auflösung. An der Polizei lag es nicht, wenn die Versammlung trotzdem ruhig zu Ende geführt wurde.— Die Ver- sammlung, die zur Werbung von„ArbeiterjUgend"-Abonnenten unter den Schulentlassenen arrangiert war, brachte einen vollen Erfolg. Soziales. Die neuen Mustersatzungen der Krankenkassen sind vom Reichs- kanzler nunmehr im„Zentralblatt für das Deutsche Reich"(Ber- lin W. 8, Mauerstraße 43/14) veröffentlicht worden. Ausländische Wanderarbeiter. lieber die ausländischen Wanderarbeiter in Deutschland wird im Märzhefte des„Reichs-Arbeitsblatts" versucht, auf Grund der ehr verschiedenartigen und oft wenig übereinstimmenden statistischen Untersuchungen des In- und Auslandes einen zahlenmäßigen lieber- blick zu geben. Die Darlegungen sind sehr interessant. Gleichviel, ob man von der Berufszählung des Jahres 1907, von den Fest- Stellungen der preußischen Landratsämter oder den Legitimierungen der Deutschen Arbeiterzentrale ausgeht, jedenfalls ist die Zahl von etwa 1 Million ausländischer Arbeiter, deren größerer Teil jetzt auf die Industrie entfällt, wahrscheinlich. Für die landwirtschaft- lichen Wanderarbeiter konnte gleichzeitig durch Zusammenhalt mit Zahlen der Arbeiterversichcrung die Dauer ihrer durchschnittlichen alljährlichen Beschäftigung in Teutschland mit großer Wahrschein- lichkeit auf etwas über ein halbes Jahr ermittelt werden. Auch die Binnenwanderung, die neben der Einwanderung, und häufig als Ausgangspunkt dieser letzteren, einhcrgeht, wird für die wich- tigsten westlichen Industriegebiete gestreift. Innerhalb der Ein- Wanderung war neben ihrer Bedeutung für die einzelnen Berufs- abteilungen und-gruppen das Herkunftsland der Wanderarbeiter zu ermitteln. Hier konnte die österreichisch«, russische und italienische Statistik mit Erfolg herangezogen werden. __ i „Arbeitsscheu". Ter Sternickelprozeß hat einer Reihe Blätter konservativer und nationalliberaler Richtung oder vom Schlage der..Vossischen Zeitung" Anlaß zu pharisäischen Klagen Hegen„Arbeitsscheu" gegeben, statt die Hauptschuld an der Arbeitslosigkeit und an der durch diese oft veranlaßten„Arbeitsscheu" dem Mangel an sozialer Fürsorge der Gesellschaft zuzuschreiben. Demgegenüber sei auf Ausführungen eines Mannes verwiesen, der weitab von der Sozial- demokratic steht, aber als Direktor einer Arbeitsanstalt doch zu der Ueberzengung gelangt ist. daß soziale Verhältnisse die Wurzel für Arbeitsscheu in den meisten Fällen sind. Es ist das der Direktor der Arbeitsanftalt zu Vrauweilcr, von Jarobtv. Dieser führte in einem Vortrag vor der Rheinisch-Westfälischen.Gefängnisgesellschaft am 15. Oktober 1912 unter anderem aus-, „Da gilt es zunächst, den ziemlich allgemein verbreiteten Irr- tum aufzuklären, daß die Veranlassung zur bettelnden und vaga- bundierendcn Lebensweise meistens in der Arbeitsscheu begründet liege. Dies ist nicht zutrefend. Die Arbeitsscheu ist vielmehr in den meisten Fällen die levtr Stufe einer schneller oder langsamer fortschreitende» Entwickelung, welche mit der Arbeitslosigkeit de- ginnt, die wiederum verschuldet, in vielen Fällen aber auch unver- schuldet und eine Folge der verschiedenartigsten Umstände sein kann. Im harten Kampf umS Dasein kommen naturgemäß die minder- wertigen Arbeiter zu kurz, da jeder Arbeitgeber im Interesse seines Unternehmens gesunde und vollarbeitsfähige Leute bevorzugt. Die natürliche Folge davon ist, daß vermindert Arbeitsfähige— und zwar kann der Grund für die verminderte Arbeitsfähigkeit in körperlichen oder geistigen Defekten, hohem Alter, Schwächlichkeit, Ungewandtheit oder anderen Zuständen liegen— nicht so leicht Arbeit finden, daher zunächst vorübergehend arbeits- und brotlos werden und schließlich, um ihr Leben zu fristen, darauf angewiesen sind, die Mildtätigkeit ihrer Mitmenschen in Anspruck zu nehmen. Denn man wird im allgemeinen zugeben müssen, daß es bei unS vorläufig noch an Einrichtungen fehlt, durch welche allen vermindert Arbeitsfähigen im weitesten Sinne dauernde und angemessene Be- schäftigung und die Möglichkeit?iner einigermaßen menschcnwürdi- gen Existenz geboten wird. Und man wird nicht bestreiten können. daß es viele Fälle gibt, in denen Betteln aus Mangel an Arbeit und entstehender leiblicher Not zunächst nicht immer die Folge schuldhaften Verhaltens und ein Beweis für verbrecherische Neigun- gen ist. Im Verlauf der weiteren EntWickelung machen der Ein- fluß schlechten Beispiels, der Alkoholmißbrauch und vor allem die Willensschwäche aus dem ursprünglich arbeitswilligen Arbeitslosen schließlich einen arbeitsscheuen Menschen. Doch auch dieser kann nicht immer als arbeitsscheu im schärfiten Sinne des Wortes gelten. Fast stets ist es der Mangel an Willens- und Tatkraft, der den Bettler hindert, sich so lange um Arbeit zu bemühen, bis er welcke findet. Hat aber erst verschuldete oder nicht verschuldete Arbeitslosigkeit zum Betteln geführt, so ist der Weg zum Land- streichet nicht mehr weit. Zunächst dient das Umherziehen nur dem Zweck, Arbeit zu suchen; dieser Zweck tritt, je weniger er erreicht wird, immer mehr in den Hintergrund und schließlich gewährt das Betteln im Umherziehen günstige Aussichten und wird allmählich zur Gewohnheit, der zu widerstehen die durch den Alkohol ge- schwächte Willenskraft nicht mehr zuläßt. Hierbei kann ich die — vielleicht überflüssig erscheinende— Bemerkung nicht unter- drücken, daß das Umherziehen der Bettler und Landstreicher doch nichts anderes als eine besondere Form des Wandertriebes dar- stellt, der bekanntlich bei dem deutschen Volke besonders stark aus, geprägt ist und sich auch bei Angehörigen der gebildeten tind be» sitzenden Volksklassen allerdings in anderer Form äußert." In ähnlicher Weise spricht von Jarotzkh in einem Vortrag vom 27. November 1912 vor dem Gefängnisverein zu Köln. Er führte dort aus, ein jeder Mensch habe dock das Recht auf Existenz und damit auch das Recht, daß ihm Arbeit geboten werde, die ihm die Möglichkeit einer Existenz sichert. Das sei eine unbestreitbare Forderung der Gerechtigkeit, und das habe auch„der große Bis- marck anerkannt". In Wirklichkeit sei diese Forderung aber keines- wcgs erfüllt. Diese Auslassungen kommen der Erforschung der Ursache von Verbrechen weit näher als die selbstgefälligen Schwätzereien der Tonte Voß, der„Deutschen Tageszeitung", der„Hamburger Nach- richten", der„Leipziger Neuesten Nachrichten" und ähnlicher Preß» organc, d»e am lautesten über die verbrecherischen Folgen des Möngels sozialer Fürsorge schreien, während ihr antisoziales Streben doch die Hauptschuldige an der Unterlassung sozialer Maß- regeln und damit an der Vorbeuge vor Verbrechen ist. Kein landwirtschaftlicher Unfall. Die Kleinbauern in Deutschland bekommen auch von der heuti- gen Rechtsprechung immer mehr Erklärungen sür ihre Rechtlosig- keit. Dafür ein neuer Beleg. Ei» armer Kleinbauer im Kreise Fulda fuhr zur Stadt, um dort den Kaufpreis für eine verkaufte Kuh einzuziehen und gleichzeitig mit dem Erlös seine Hypotheken- Zinsen zu zahlen. Uebrig ist ihm nichts geblieben. Aus dieser Fahrt kam er aber unglücklich zu Fall und ist heute noch ein Krüppel. Vergeblich verlangte er nun eine entsprechende Unfall- rente von der landwirtschaftlichen Bcrufsgenossenschaft und führte auch an, daß er noch Einkäufe sür seine Landwiktschast in der Stadt machen wollte. Das glaubte man ihm nicht. Obervcrsiche» rungsamt und Reichsversicherungsamt entschieden nur nach, der Frage, ob die Einziehung des Kauf�elses für die Kuh und da? Entrichten des Hypothekenzinses mit der Landwirtschaft im Zu- sammenhange stehe, als Unfall anzusehen sei, wenn ein Kleinbauer bei dieser Tätigkeit deschädigt werde. Beide Instanzen haben dem armen Kleinbauern Unrecht gegeben und seine Rentenansprüche glatt abgewiesen. Die Tilgung der Hvpothekenzinsen. heißt es in den Gründen,„wenn sie auch im gewissen Grade der ungestörten Fortführung des landwirtschaftlichen Betriebes zugute kommen mag", sei ihrer Natur nach eine rein persönliche, ausschließlich vermögensrechtliche Angelegenheit, nicht aber eine landwirschast- liche Betriebshandlung. Aus denselben Erwägungen könne aber auch die Fahrt eines Landwirtes zum Zwecke der Einziehung des Kaufpreises für eine Kuh nicht als eine landwirtschaftliche Be- triebshandlung angeschen werden.„Es handele sich bei einer solchen Fahrt um die Regelung eines Rechtsvserhältnisses. dessen Eni- stehung zwar noch auf den Betrieb zurückzuführen ist, dessen Ab- wickeluiig aber dem Betriebsinteresse als solchen nicht direkt, son» der» lediglich in den Bereich der vermögensrechtlichen Angelegen- heiten t«s Landwirtes fällt." Der arme Kleinbauer mutz sich also mit dieser geschickte« Rcchtsbelehrung trösten._ Huö der frauenbewegung* Sauglingsprämiierung. Der Bürgermeister von Bergisch-Gladbach macht im Märzheft der bürgerlichen Zeitichrift„Die Frau" Reklame für eine upier leiner Leitung eingerichlete städtische Säuglingsprämitcrung- Eine Kom- merzienrätin hat die Idee angeregt, die seit 1905 wie folg: aus- gesührt wird: In öffentlichen Bekanntmachungen wird mitgeteilt, daß zum Wettbewerb(!) zugelassen werden: 1. Familien, deren Ein- kommen weniger als 900 M. beträgt; welche von höherem Einlommen, bei welchen der Nachweis besonderer Bedürftigkeit erbracht wird. Tie Kinder muyen über ein halbes und nicht älter als ein Jahr alt icin. Mütter un- ehelicher Kinder sind nicht ausgeichlosien. �.le Prämiierungs- lommission besteht aus einem Arzt, einer Oberin eines Kranken- Hauses, zwei Diakonissen, der schon erwähnten Kommerzienrätin und dem Bürgermeister als Vorsitzenden, �n sieben Jahren hat die Kommission 15 Säuglingsprämiierungen abgehalten und dabei Pia« mien im Gesamtbetrage von 31� Die einzelnen Prämien bewegten sich zwischen 5 und'.o M. Geplant sind„Kontrollversammlungen" der über fünf Jahre alten ehemaligen Prämiierten. Vor ein oder zwei Jahren� fand in Berlin unter gewal- tigem Tamtam ebenfalls eine SäuglingSprämiierung statt. Da vielleicht solche Beranstaltungen � ebenso Mode werden könnten, wie Katzen-, Hunde- und Mastvieh- Ausstellungen mit Preis- Verteilung, so ist es nötig, sie einmal unter die kritische Lupe zu nehmen. Da finden wir denn, daß sie sich als neue Variation des alten bürgerlichen WohltätigkeitSrummels kennzeichnen. Man icheint in gewissen bürgerlichen Kreisen die sozialen Ursachen der Säuglingssterblichkeit— Wohnungselend, Berufsarbeit der Mutter, die Verfemung der unehelichen Mutterschaft usw-— � verkennen, sonst würde man die mühsame unendlich opferbolle Aufzucht von Kindern nicht wie eine x-beliemse Sportleistung bewerten, bei der man durch das Ausschreiben eine� Wettbewerbs mit Preisen zu höchstmöglicher' Anstrengung anspornen will. Wie nun. wenn proletarische Kreise einen„Wettbewerb firx Müstex und Säuglinge aus Bourgeois- oder Fürstensamflien aus, . * Ueberschwemmungen, wie man sie seit vielen Jahren nicht gehabt hat. Mehrere Städte sind bereits überflutet. Fünf Menschen er tranfen. Häuser wurden zerstört und auch Vieh kam um. Die Ernte ist vernichtet. Die Bevölkerung der überschwemmten Gegenden hat sich auf höher gelegenes Land geflüchtet. dige Leichenbestatter in einer Zuschrift an das„ Ueckermünder Kreisblatt, in der es heißt: BP Meinen Sie, ich soll solchem Mann die Kleidung, vielmehr die Zumpen vom Leibe schneiden und dann dem Herrn im Tode noch ein Dampfbad geben lassen, nicht noch womöglich die haare schneiden und den Bart demokratisch auffezen lassen.... Natürlich diese Leute verlangen von der Stadt womöglich Atlaseinlagen, Glockengeläute für Stadt und Umgegend. Leichenwagen Vier lang und ein großes Faß Richtenberger zur Feier des Tages." Welch' eine Unverschämtheit von den Proleten, nach einem Leben voller Arbeit ein anständiges Begräbnis zu fordern! Zwei Küsse und ein Sängerfeft. Camilla schön hüpft' durch die Flur. Sch folgt ihr ohn' ihr Wissen. Holt sie fast ein; ich wollte nur, Wenn ich sie finge, tüssen. Doch hoffnungslos war diese Jagd. Camilla!" laut ich schrie. fchrieben? Entrüstet würden die betreffenden Kreise dergleichen Aus Terre Haute( Indiana) wird gemeldet: Der Wirbel-| in einem zu kurzen Sarg lag und in eine wibernatürliche Lage hineinals schwer herabwürdigende Beleidigung zurückweisen. Nicht an- sturmt erfaßte den südlichen Teil der Stadt am frühen Morgen: gezwängt war, so daß der Geistliche eine Sammlung veranstaltete, ders aber empfindet die klassenbewußte Arbeiterschaft. Sie dankt er ging quer durch das ganze County Vigo. Ungefähr damit eine bescheidene, aber würdige Bestattung ermöglicht wurde. bestens für die dürftigen Almofen der Säuglingsprämiierung 50 Personen sind getötet und 300 verlegt worden; Gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wehrt sich nun der schulund betont einer solchen anmaßlichen Begönnerung gegenüber mit aller Energie ihren Rechtsanspruch auf einen wirklich um- der angerichtete Schaden ist sehr beträchtlich. faffenden Mutter und Säuglingsschutz von Reichs wegen. Nach weiteren Meldungen des Gouverneurs bon Omaha find mindestens zweihundert Personen in Die Bureauangestellte. Omaha durch den Drkan ums Leben gekommen. Vierzig Maschinenschreiberinnen und Stenctypistinnen findet man in Straßen Omahas wurden zum großen Teil zerstört; im Residenzgroßer Muzahl in allen möglichen Bureaus. Jede Fabrif, jedes viertel wurden hundertfünzig Wohnhäuser fortgeweht, zweihundertGrport, jedes Agenturgeschäft, mag es noch so flein sein, be- fünfzig teilweise zerstört, ebenso fünfzehn Kirchen und acht Schulen. fchäftigt eine oder mehrere Maschinenschreiberinnen. In fast Zu den Gebäuden, die durch den Sturm zerstört wurden, gehört jedem faufmännischen Betrieb sind sie anzutreffen. Sowie der auch ein Kinematographen- Theater, in dem dreißig Menschen umChef die Arbeiten nicht mehr allein bewältigen fann, ist die erste gekommen sein sollen. In verschiedenen Teilen der Stadt brach Angestellte eine Maschinenschreiberin. Auch in den Bureaus von Feuer aus. Da die Straßen voll von Trümmern waren, gestalteten Bereinen und Verbänden, von Rechtsanwälten und Notaren ist sich die Löscharbeiten schwierig, doch ein starker Regenfall kam ihnen die Maschinenschreiberin vertreten, man findet sie auch als Hilfs- später zugute. Zahlreiche Plünderungen werden gemeldet. Auch traft in Sekretariaten und bei wissenschaftlich Arbeitenden. London, 14. März 1913.( Eig. Ber.) Das Küssen, das schon so So vielfach begehrt und unentbehrlich die Maschinenschreibe- drei Vororte Omahas find völlig zerstört. Der Drfan fegte gestern rinnen sind, so wenig geachtet, wenig angenehm und schlecht ent- abend durch das Missourita. Er richtete in Illinois, manches Unheil angerichtet, droht die Harmonie auf dem„, Feis Ceoil", Lohnt sind ihre Stellungen im allgemeinen. Ein Gehalt von Missouri, Kansas, Süddakota und Montana dem irischen Sängertettstreit, zu stören. Die Hauptstadt Dublin, 120 M. ist in den meisten Fällen die erreichbare Grenze. Nur ebenfalls großen Schaden ant. wo das Fest in diesem Jahre stattfinden soll, befindet sich in großer Im Mitternacht erreichte er felten geht's darüber hinaus, aber oft genug bleibt die Bezahlung Chicago, wo hundert Personen verlegt wurden und ausschusses sind, ein Kanonifus und ein angesehener Jesuit, halten es Aufregung. Zwei fatholische Pfarrer, die Mitglieder des Festbarunter. Die niedrigen Gehälter der Mehrheit drücken das Lohn- zahlreiche Brände ausbrachen. niveau herunter. Die Arbeitszeit ist vielfach zu lang, die Mittagsnämlich für höchst unanständig, daß in dem Madrigal, das die wettzeit mird zu knapp bemessen, oft des Abends, besonders an Posteifernden Chöre singen müssen, zweimal ausgerechnet zweimal Indianapolis Indiana), 25. März. Nach dem Orkan vom Küssen die Rede ist. Sie verlangten deshalb, daß ein tagen, zu lange gearbeitet; für Ueberstunden gibt es in den aller- sind durch strömenden Regen die Flüsse über die Ufer getreten. anderes Lied gesungen würde, und als sich der Ausschuß weigerte, seltensten Fällen Bezahlung. Auch der Urlaub ist den Maschinenschreiberinnen farg bemessen, gewöhnlich erhalten sie erst nach Man fürchtet ihrem Wunsche nachzukommen, traten die Priester von ihrem Ehrenamte zurück. Nun mehrjähriger Tätigkeit einige Tage frei. Auch herrscht noch vieicine haben sich ganze Reihe erklärt feich die Unfitte, daß Sonntagsarbeit geleistet werden muß. Gesangvereine mit den Geistlichen solidarisch und pollen sich an dem Nationalfest Aber nicht beteiligen. Dieselben Ergebnisse bringt eine Erhebung vom Jahre 1911 der Ausschuß läßt sich nicht einschüchtern. Er ist der Ansicht, über die Erwerbsverhältnisse bei Angestellten der Rechtsanwälte. daß das Küssen in einem Hirtenliedchen ganz am Plaze ist, das Die so wichtige Frage der Entlohnung blieb dabei gänzlich unbezudem aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts stammt, als sich der rücksichtigt. Wohl aus guten Gründen! Die Angestellten im Anwaltsbureau werden leider schlecht bezahlt. Die in diesen Bureaus Protestantismus noch sehr pazig machte und es die Leute eben nicht tätigen weiblichen Angestellten machen etwa 17,7 Proz. der Gebesser verstanden. Wer fern von der Aufregung ist, die sich der famtzahl der Angestellten bei Rechtsanwälten aus. Allerdings gilt irischen Hauptstadt bemächtigt hat, wird sich beim Lesen des verbiese Zahl nur für den Gesamtdurchschnitt in ganz Deutschland. Nachdem sich die unbeschreibliche Aufregung und Verwirrung urteilten Versleins vor Erstaunen die Augen reiben. Das nichts In Großstädten erhöht sich ihre Zahl bis auf 28,4 Proz., in Berlin einigermaßen gelegt hat, find die Behörden damit beschäftigt, genau nußige Hirtenliedchen lautet nämlich auf deutsch( so gut sich das beträgt jie 34,7 Proz. in München gar 52,7 Proz. Als Bureauvor festzustellen, welche Opfer an Menschenleben der Tornado gefordert süße Nichts ins Deutsche übertragen läßt): steher sind nur 4 Proz. der Frauen tätig. Auch als Lehrlinge hat, der über Omaha dahingebraust ist. Die Berichte, die von tommen sie wenig in Betracht. Die Zahl der weiblichen Lehrlinge 2000 Toten sprachen, sind übertrieben. Bis jetzt beträgt ihre Zahl ist auffallend gering. Das Hauptfontingent der weiblichen. Ange- 321 und wenn auch noch einzelne Leichen bei den AufräumungsStellten bei Rechtsanwälten steller die Bureaugehilfinnen, die Ma- arbeiten unter den Trümmern hervorgezogen werden sollten, so kann schinenschreiberinnen, die wohl schon vielfach vorher eine andere es sich nur noch um vereinzelte Ausnahmen handeln. Die Toten, Lehrzeit durchgemacht haben. Daraus erklärt sich wohl auch, daß die zum Teil gräßlich verstümmelt sind, wurden, soweit die Zahl der unter 16 Jahre alten weiblichen Angestellten im fie identifiziert werden konnten, ihren Angehörigen übergeben. Vergleich mit den männlichen Angestellten der gleichen Altersgrenze sehr gering ist. 42 weiblichen Angestellten unter 16 Jahren stehen Gebäuden sind elf Kirchen, acht Schulen, ein Theater und ein BankDer Sachschaden ist ganz enorm. Neben vielen Hundert Kleineren 1458 männliche dieser Altersgruppe gegenüber. Ziemlich genau die eine Hälfte der Maschinenschreiberinnen, nämlich 47,2 Broz., palast vollkommen zertrümmert worden. Der Schaden beläuft sich arbeiteten, ausschließlich der Pausen, mehr als 7 bis 8 Stunden, auf 25 Millionen Mark und ist zum größten Teil durch Versicherung die zweite Hälfte, nämlich wieder 47 Proz., mehr als 8 bis gedeckt. Es ist aber fraglich, ob die Versicherungsgesellschaften in 9 Stunden! Für die Hälfte aller Maschinenschreiberinnen ist Anspruch genommen werden können, da es sich um höhere Gewalt bemnach eine zu lange Arbeitszeit konstatiert worden. Außerdem handelt. wird noch festgestellt, daß in einem Monat, nämlich vom 15. Januar bis zum 14. februar 1911, zirka 24 Proz. der Maschinenschreiberinnen über 16 Jahre und 32,5 Proz. derjenigen unter 16 Jahren Ueberarbeit leisten mußten. Auch Sonntagsarbeit wird in großem Maße verlangt, so daß selbst der einzige Erholungstag in der Woche für viele Maschinenschreiberinnen illusorisch wird. In gleichmäßigem Einerlei der nervenaufreibenden Arbeit gehen ihre Wochen und Jahre dahin, bis sie eines Tages ihrem Beruf zum Opfer gefallen sind, krank und hilflos dastehen, nicht mehr das Verlangte leisten können und noch froh sein müssen, von Mittwoch in der Nähe von Compiègne in Begleitung einer Der Pariser Luftschiffer Rumpelmaher, der am borigen der Krankestasse oder der Invaliditätsversicherung in Kranten Frau Goldschmidt in einem Kugelballon aufgestiegen war, häusern und Erholungsheimen notdürftig zusammengeflidt zu landete nach 41stündiger Fahrt in Chartow in Rußland und hat werden, um dann aufs neue das erfolglose Rennen zu beginnen. mit der zurückgelegten Strecke von 2400 Stilometer alle bisherigen Gewiß wird manche der Maschinenschreiberinnen darüber nach- Rekorde geschlagen. gebacht haben, wie sie die Aussichten ihres Berufes ein wenig berbessern tann, wie sie für fürzere Arbeitszeit und mehr Lohn forgen könnte. Und nach fruchtlosem Bemühen wird sie sich bielleicht gesagt haben: es hilft nichts, ich kann nichts daran In St. Gallen stürzten bei einem am 1. Feiertag abge ändern. Wenn ich nicht für das wenige Geld arbeiten will, dann haltenen Flug der Flieger 3uest und sein Passagier, der tommt eben eine andere an meinen Plak, und ich bin arbeitelos. Raufmann Brunschweiler aus St. Gallen, ab. Buest erlitt eine Und die Einzelne, die da refigniert sagt, ich allein tann feine motor geraten war, tonnte erst nach einer halben Stunde schwerKopfwunde und andere Verlegungen, Brunschweiler, der unter den Besserung schaffen, hat vollständig recht. Wohl kann dieser traurige Zustand geändert werden, aber nicht eine allein fann verlegt unter den Trümmern hervorgezogen werden. es. Diese ist stets machtlos dem Arbeitgeber gegenüber. Aber Zwei Personen auf einer Kahnfahrt ertrunken. Bei einer Kahnwenn alle sich zusammenschließen, dann bilden sie eine Macht, mit fahrt auf dem Main geriet ein Boot aus Schweinfurt der die Arbeitgeber rechnen müssen. Daher sollte es für alle in eine Strömung und fenterie. Die beiden Insassen ertranten. weiblichen Bureauangestellten heißen: Hinein in den Verband! in zwei Chen auf Jm Seebad Ahlbed wohnt ein biederer Schneidermeister, der es Ein Schildbürgerstreich. In dem auf hoher Bergesspitze beUnd doppelt für diejenigen, die vielleicht denken, ach, ich brauche für alle Militaristen fürchterlichen Geburtenrückgangs das Vaterland des Malers Gottschalt ein Brand, der das ganze Anwesen in Asche 33 Kinder gebracht hat. Da angesichts des legenen Vororte Nikolausberg bei Göttingen entstand in dem Hause mich nicht organisieren, ich habe eine gute Stellung, bekomme aus- folch tüchtige und patriotische Männer braucht, mußte diese Rekord- legte. Das Feuer hätte im Reim erstickt werden können, wenn es reichendes Gehalt und habe angemessene Arbeitszeit. Nein, dann leistung belohnt werden. Deshalb erhielt der wackere Meister Zwirn möglich gewesen wäre, zu der neu beschafften Dorffprize zu gelangen. gerade muß sie Mitglied des Verbandes werden. Einmal, um ihren vorige Woche von Wilhelm II. eine Einladung zum Besuch und Die Sprize hatte hatte man, nachdem sie noch an dem abgebrannten weniger glücklichen und weniger gutgestellten Schwestern zu helfen dürfte mit einigen freundlichen Worten und einem Geldgeschenk Hause probiert und tadellos in Ordnung befunden war, in einer und für diese zu erreichen suchen, was ihr selbst schon gelungen ist. hochbeglückt wieder zum Ostseestrand zurückreisen. Dann aber auch um ihrer selbst willen, denn wer bietet ihr die sich wohl alle Byzantiner bemühen, dem Manne nachzueifern hatte man die Sprize vollständig mit Stroh verbanst, so daß man Nun werden diesem Hause gegenüber belegenen Scheune untergebracht; hier Garantie dafür, daß sie ihre bessere Stellung stets behalten wird? und das Vaterland ist vor drohender Gefahr gerettet. Aus irgendeinem Grunde kann sie entlassen werden, und dann bielleicht, nach langen arbeitslosen Wochen, genötigt sein, eine biel schlechtere Stellung anzunehmen. Für alle Angestellten ist es demnach Pflicht, fich der Organisation anzuschließen. Lefeabende. T Reihe von Schiffen gesunken.. Im Golf von Mexiko sind infolge des Zyklons eine Aus aller Welt. Rekordflug im Freiballon. Zwei Flieger abgestürzt. Das Vaterland braucht Männer. ,, Hochgestellte Personen". Sie wandte stolz sich um und sagt: Onein, ich tüss' dich nie." Nach dem Text war die schöne Camilla doch schließlich ein ganz anständiges Mädchen, an dem der strengste Beichtvater nichts aussehen getan hat. Man dente sich nur, mit welcher Wollust der Komponist fönnte. Doch vielleicht war es die Musik, die es den Geistlichen anbei dem Worte tüssen verweilen kann. Erst hat es der Baß, dem ein glühender Sopran in sehnsüchtig langen Tönen erwidert. Dann wird es vom Tenor aufgefangen, dem es der Alt liebevoll abnimmt. Und das zweimal in einem Vers, der von jedem der wettstreitenden Chöre gesungen werden muß! Es ist klar, daß damit die Sittlich feit gefährdet wird und daß etwas zum Schuße der Stanoniker und angesehenen Jesuiten getan werden muß. Kleine Notizen. abend gegen 8 Uhr in der Nähe von Osterwald zwischen und drei andere Verletzungen erlitten, ereignete sich Montag Ein schweres Automobilunglück, bei dem eine Person getötet Neustadt und Hannover. Zwei Gesellen eines Schlächtermeisters aus Hannover waren nach Neustadt gefahren, um dort Vieh einzukaufen. Auf der Rückfahrt versagte die Steuerung und das Automobil über schlug sich. Der Anbauer Brockmann, der aus Gefälligkeit unterwegs mitgenommen wurde, sowie der Chauffeur wurden in den Graben geschleudert. Brodmann, der Vater von acht Kindern ist, war sofort tot, während der Führer schwere Verlegungen davontrug. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Selbstmord eines Gymnafiaften. Die Leiche eines vor einigen wurde gestern in einer Scheune vorgefunden. Es liegt selbstmord Wochen verschwundenen Gymnasiasten aus Stoßberg bei Beuthen vor, doch ist die Ursache unbekannt. erst die ganze Scheune ausräumen mußte, ehe man zu der Sprize gelangen konnte. Inzwischen war das Haus vollständig heruntergebrannt. Es war nur noch ein Glück, daß das Haus isoliert stand und der Wind günstig war, sonst wäre das ganze Unterdorf abDie zur Romanowfeier geprägten russischen silbernen Jubi- gebrannt. läumsrubel sind in der russischen Reichsbank bereits vergriffen, Ein Familiendrama. Amt ersten Osterfeiertagvormittag wurde da sie alle an hochgestellte Personen" wie die Bekanntmachung die Hebamme Lehmann in Erfurt, Bergamentenstr. 20 wohnTempelhof. Heute Mittwoch bei Beder, Berliner Str. 41/42: Bor- fagt bergeben wurden. Dabei laufen in den Couloirs der Reichs haft, von ihrem Ehemann durch einige Schüsse, von denen einer trag der Genoffin Siebel- Neukölln über: Kinderschutz und bank diverse dunkle Gentlemen umher, die folche Silberrubel zu die rechte Bauchseite durchbohrte, getötet. Die Frau war sofort tot Kinderarbeit". einem fünffachen Preise anbieten. Also das find die hoch- Der Ehemann hatte sich ebenfalls eine Schußwunde in den gestellten Personen!... Genau dasselbe geschieht tagtäglich in Stopf beigebracht, außerdem hatte er sich die Pulsadern gejeder größeren russischen Stadt mit Theaterbilletts. Die befferen öffnet. Noch lebend wurde er in das Krankenhaus eingeliefert, Die Ursache zu Kasse von hochgestellten Per- der fürchterlichen Tat ist in ehelichen Zerwürfnissen zu suchen, die aus unbegründeten Eifersüchteleien des Ehemannes entstanden sein sollen. Ein Dorf durch Feuer vernichtet. Das Dorf Bodrogständig abgebrannt, nur drei Häuser blieben verschont. Szoeg in Ungarn ist, wie telegraphisch mitgeteilt wird, fast vollПeue Orkanverwüftungen in Amerika.ge find immer bergriffen" und die Billetts aut denfelben wo er aber fchon gegen Mittag ge fit or ben ift. Ein Wirbelsturm, der neuerlich Dmaha, Nebrasta fonen" gegen hohen Zuschlag offen feilgeboten. und Indiana heimsuchte, hat ungeheuere Schäden angerichtet, die bereits bereits unterbrochenen Telegraphenlinien zerstört und zahlreiche Verluste an Menschen- zeigte sich am Sonntag vor Ostern in ledermünde bei dem Beleben verursacht; die einen geben hundert, andere an. bis zu tausend Todesfällen Der Sturm hat in Omaha allein Hunderte von Häusern zerstört: an hundert Personen sind getötet und mehrere hundert verlegt worden. Wie Armenleichen verscharrt werden, gräbnis eines Arbeiters. Unvermutet waren dazu auswärtige Verwandte erschienen, die den Wunsch hegten, den Toten noch einmal zu sehen. Der Tischler, dem von der Stadt die Bestattung der Armenöffnen, und erst auf Veranlassung des Magistrats geschah dies. Da leichen vertraglich zugewiesen ist, weigerte sich lange, den Sarg zu bei stellte sich heraus, daß die Leiche ungewaschen, in den ArbeitsKleidern, in denen der Mann von einem plöglichen Tod ereilt wurde, Wieder ein schweres Unglüd auf der Dortmunder Union". Wie uns ein Telegramm berichtet, wurden gestern nachmittag auf dem Eisenwerk Union" in Dortmund durch eine infolge Hakenschwere Unglüdsfälle auf einem Wert so turz hintereinander laffen bruchs abstürzende Mulde zwei Arbeiter getötet.-3wei auf nicht genügende Schutzvorrichtungen in dem Betriebe schließen. Darf dort ungestraft mit Arbeiterleben gespielt werden? VIM( sprich Wimm Stärke Kraft, Macht) bekämpft und bestegt den ärgsten Feind der Hausfrau den Schmutz in verschiedenartigster Gestalt VIM das neuzeitliche Scheuer, Polir_und Putzpulver. Hergestellt von Sunlight Seifentabrik, Rheinau- Mannheim Handhaben auch Sie diese nieversagende Waffe in Jhrem Haushalt! Sie erleichtern sich mit VIM( Streudose 15x25Pfg) das Leben ungemein Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Verwaltung: C. 54, Linienftr. 83-85. Raffierer: Arbeitsnachweis: Telephon: Amt Norden 1987. Amt Norden 185. Amt Norden 1239, 9714. Achtung! Metalldrücker! Achtung! Donnerstag, den 27. März 1913, abends 6 Uhr: Verfammlung aller in Kronen- und Beleuchtungskörper- Fabriken beschäftigten Metalldrücker im ,, Gewerkschaftshaus", Engelufer 15, Saal 5. Tagesordnung: 1. Die Ronkurrenz der Unternehmer und die Stellung der Arbeiter dazu. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Kollegen! Ganz besonders find die Kollegen der Kundenbetriebe dazu eingeladen. Donnerstag, den 27. März 1913, abends 8 Uhr: Branchen- Verfammlung ber Zeugichmiede u. Schwarzblechichloffer im Lokal von Wollschläger, Adalbertstraße 21. Zagesordnung: Stellungnahme zur Kündigung des Tarifs. In Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller bringend notwendig. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Donnerstag, den 27. März 1913, abends 8 Uhr: Bezirks- Verfammlung für Ober- Schöneweide, Nieder- Schöneweide, Johannisthal und Umgegend im Botal von Baarz( Strandschloß), Ober- Schöneweide, Spreeftraße 3/4. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Dr. Julius Moses:„ Die Arbeiterschaft und der Geburtenrüdgang in Deutschland." 2. Aufstellung der Kandidaten zum Verbandstag. Der äußerst wichtigen Tagesordnung wegen erwarten wir das Er scheinen aller Mitglieder mit ihren Frauen. 115/6 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Branchen- Versammlungen. Bodenleger toch, den 26. März, abends 8 Uhr, im Mittwoch, Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 3. Tagesordnung: 1. Wahl eines Rommissionsmitgliedes. 2. Wahl der Revisoren. 3. Branchenangelegenheiten. Bürsten- und Pinselmacher toch, den 26. März: abends 8 Uhr, bei Preuk, Holzmarktstr. 65. Tagesordnung: 1. Warum ist eine Branchenkonferenz notwendig? Referent: Stollege Schmalbach. 2. Branchenangelegenheiten. Einsetzer Mittwoch, den 26. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 1. Tagesordnung: 1. Der neue Tarif. 2. Welche Vorteile bietet uns der Arbeitsnachweis unter dem neuen Vertrag. bei Boeker, Weberstr. 17. Jalousiearbeiter Mittwoch, den 26. März, abends 8%, Uhr, Stellmacher. Die Branchenversammlung am 27. März fällt aus. im Gewerkschaftshaus 3). Perlmutter-, Horn-, Steinnußknopfarbeiter und -arbeiterinnen onnerstag, 27. zar, abaal 3, Tagesordnung: 1. Einrichtungen und Ausbau der Gewerkschaftsbewegung. 2. Bericht von der letzten Generalversammlung. 3. Berbands und Branchenangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. 80/20 Deutscher Bauarbeiter- Verband. Gruppe der Staker. Donnerstag, den 27. März, abends 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung im Kleinen Gewerkschaftshaus, Stralauer Brücke 3. Tagesordnung: 1. Bericht über das Ergebnis der Berhandlungen. 3. Berufsangelegenheiten und Verschiedenes. 2. Diskussion. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist das bestimmte und pünktliche Erscheinen Ehrenpflicht. Mit Gruß 141/14 Die Gruppenleitung. Kein Branntwein! Kein Likör! ..WERFT" " WERmuth Frucht Trunk gesundes, magenstärkendes Getränk a Glas 10 Pf., a Flasche 95 Pf. überall erhältlich. Sandmann& Wolffgang Gebrüder Berlin SW. 68. Erstklassig! Unsere Marine 2 Pfg. CIGARETTE Georg A.Jasmatzí Akt. Ges Dresden Grösste deutsche Cigarettenfabrik Möbel- Lechner Spezial- Möbelhaus auf Kredit und gegen bar Stube und Küche Anzahlung von 15 Mark an Einzelne Möbelstücke Anzahlung von 5 Mark an Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer Größte Kulanz Vorzeiger dieses Inserats erhält bei Kauf von 50 M. an 5 M. gutgeschrieben. Riesen- Auswahl 1. Geschäft: Brunnenstr. 7 2. Geschäft: Müllerstr. 174 am Rosenthaler Platz Abichrift. Ecke Fennstraße Lieferung auch nach auswärts Sonntags von 12-2 Uhr geöffnet Berlin, den 15. März 1913. In der Privatklagesache der Frau Emma Strube, geb. Rübjam, hier, Staliger Str. 117, Brivatlägerin, gegen den Handelsmann Wladislaus Bandrowski, hier, Staliger Str. 117, angefagten, wegen Beleidigung. Die Parteien schließen folgenden Bergleich: Der Ungetlagte erklärt, ich habe die Ausdrüde„ Sau und Badage" meiner Erinnerung nach nicht getan, falls ich dieselben gebraucht habe, nehme ich fie mit dem Ausdrud des Bedauerns zurüd. Ebenso will ich den Vorwurf, daß die Privatklägerin mich habe neppen wollen, nicht aufrecht erhalten und bitte deswegen um Ent schuldigung. Ich übernehme die Kosten des Verfahrens und bin damit ein verstanden, daß der Vergleich je einmal auf meine Kosten in der„ Ber liner Morgenpost" und im„ Borwärts" veröffentlicht wird. + Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehalter, Irrigateure, Spritzen etc., Suspensorien, sowie alle Artikel z. Krankenpflege empfiehlt Fabrikant Pollmann, jetzt Berlin N., Lothringer Str. 60. Eigene Werkstatt. Lieferant für Krankenkass. Fachgem. Bedienung. 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Jahrgang. 2. ßeilop des Jonötts" ßttlintt KlksM Mmch. 26. Mar; 1913. Neunter Kandestag der technisch-lyduknellen Keamten. Die Vertreter des Bundes der technisch-industriellen Beamten kommen alljährlich während der Osterfeiertage in Berlin zu ihren ordentlichen Tagungen zusammen. Die diesjährige neunte ordentliche Tagung begann am Ostersonntag hier im Nordwesthotel. Nach Erledigung der üblichen Formalitäten erstattete das Vor. standsmitglied S a n d w e k- Berlin den Jahresbericht. Die Betätigung der Privatangestellten im ö s f e n t l i ch e n Leben— erklärte der Redner— sei eine immer stärkere geworden. Das habe sich bei den Reichstagswahlen gezeigt. Auch für die kommunalen Wahlen zeigten die Angestellten ein wachsendes Interesse. Der Redner besprach dann die W a h l e n zur An- gestelltenversicherung. Deren Verlauf habe den Beweis für die Richtigkeit und Zweckmässigkeit des Zusammenschlusses mit den übrigen in der Freien Vereinigung für die soziale Verstcherung der Privatangestclltcn vereinigten Verbände erbracht. Die Freie Bereinigung habe nahezu ein Drittel aller ob- gegebenen Stimmen erhalten, obwohl ihre Anhängerschaft angeb- lich nur den 14. Teil von derjenigen des Hauptausschusses aus- mache. Der sozialpolitischen Tätigkeit des Bundes sei die Richtung durch seinen gewerkschaftlichen Charakter vorgeschrie- ben. Eine Kampforganisation, wie sie die Gewerkschaft sein müsse, werde immer ihr Ziel vorwiegend auf dem Wege der Selbsthilfe zu erreichen suchen, und nur dort, wo die eigenen Kräfte nicht ausreichen, an die Hilfe der Gesamtheit, des Staates, appellieren. Auch im abgelaufenen Jahre habe der Bund in erster Linie die gewerkschaftliche Selbsthilfe gepflegt, er hätte eine Reihe Bewegungen führen müsse». Ein grosser Teil dieser Aktionen muhte unternommen werden, um V e r- schlechterungen der bestehenden Arbeitsverhältnisse a b z u- wehren. In manchen Fällen genügte das Vorhandensein der Organisation, um kampflos eine Reihe von Verbesserungen zu er- zielen. Von insgesamt 30 Aktionen endeten 19 mit einem vollen Erfolg, 4 mit einem Teilerfolg und 5 erfolglos; 2 sind noch nicht entschieden. Bei diesen Bewegungen hat der Bund mit grossen Schwierigkeiten zu rechnen. Er hat begründete Ursache, anzu- nehmen, datz die Arbeitgcberverbände Firmen, die den Wünschen der 2ln gestellten entgegen- kommen, deswegen schikanieren. Dieses Vorgehen gegenüber Firmen, die mit ihre» Angestellten auf friedlichem Wege auszukommen versuchen, scheint aber nur ein Symptom für die zunehmende Scharfmacherstimmung gegen die gewerkschaftlichen Bestrebungen der Ilngestellten zu sein, die auch im vergangenen Jahre wieder zahlreiche Angriffe auf das Koalition s- recht ausgelöst hat. Die Zahl der Fälle, in denen einzelne Kollegen ganz unverblümt wegen ihrer Zugehörigkeit zur Organi- sation gemahregelt wurden, hat in geradezu auffälliger Weise zugenommen. Mußte doch der Bund rund 8909 M. Gemäss- regeltenunterstützung auszahlen, gegenüber nur 1274 M. im Bor- jähre. Die Werbetätigkeit des Bundes wurde schriftlich und mündlich sehr eifrig betrieben. Ihr Ergebnis war, datz 5971 neue Mitglieder aufgenommen wurden. Diesem Zugang steht allerdings ein Verlust von 4283 Mitgliedern gegenüber. Trotz der unvermeid- lichcn Nachwirkungen der im Herbst 1911 erfolgten Beitrags- erhöhung und trotz der verstärkten Wühlarbeit scharfmacherischer Unternehmerkreise gelang es also dem Bund, nicht nur. seinen Mitgliederbestand zu halten, sondern ihn auch' zu vermehren,''näm- lich von 29 452 auf 22149; darunter besinden sich auch 8 weib- lich e Mitglieder. Ten Fortschritt des Bundes zeigen folgende Zahlen: Ende 1994 zählte er 1688 Mitglieder, 1994 waren es schon 13 902 und 1912 bereits 22 149 Mitglieder Die Kassenverhältnisse des Bundes haben sich ebenfalls günstig entwickelt. Bei einem Kassenbestand von 84 317 M. betrugen 1912 die Einnahmen und Ausgaben 829 426 M. An Beiträgen wurden 629 198 M. vereinnahmt. Für das Unterstützungswesen lStcllen- losen-, Gematzregelten-, Hinterbliebenen-, Notfall- und Solidari- tätsunterstützung) wurden 131 774 M. ausgegeben, für das Schrift. Wesen lBundeSorgan und Flugschriften) 115 989 M. und für die Werbetätigkeit 139 132 M. DaS Bundesvermögen betrug Ende 1912 376 968 M. An die Entgegennahme deS Geschäftsberichts schloß sich eine geheime fünfstündige Sitzung, in der in sehr lebhafter Weise interne Angelegenheiten— das Ausscheiden Lüdemanns aus dem Vorstande und sonstige Bcamtenftagen— erörtert wurden. Der Vorstand gab hierbei eine Erklärung ab, die besagt: Eine vor einigen Wochen auf Veranlassung der Hilfssekretäre und wissenschaftlichen Hilfsarbeiter in der Hauptgeschäftsstelle stattgefundene eingehende Aussprache hat gezeigt, daß das gegen- festige Vertrauen zwischen dem GeschäftSleiter und dem Be- amtenkörper so gesunken war, daß ein gedeihliches Zusammen- arbeiten nicht mehr erwartet werden konnte. Herr Lüdemann hat auf Grund dieser Aussprache sein Entlassungsgesuch einge- reicht, das der Vorstand zum 1. Juli d. I. angenommen hat. Der Vorstand hat Herrn Lüdemann bis zu diesem Termine vom Amte suspendiert und beschlossen, ihm das Gehalt bis zum 1. Ok- tober zu zahlen unter Anerkennung seiner hervorragenden und dauernden Verdienste an den Bund. Der Bundestag sprach ferner in einer Entschließung auS. er habe sich überzeugt, dgss eine Aenderung der Organisation der Ge- schäftsstelle und ihres Betriebes erforderlich ist. Diese soll so durchgeführt werden, daß ein engeres Zusammenarbeiten der Be- amtenschaft mit dem Vorstande und ein« grössere Teilnahme eine« jeden Beamten an der gesamten Bundesarbeit gewährleistet ist. Da der Deutsche Technikerverband über diesen Konflikt d,e Schluß- folgerung gezogen hat, der Bund werde nun eine gemäßigtere Taktik einschlagen, stimmte der Bundestag einmütig einer Resolu- tion zu, in der er die bisherige Taktik des Bundes dem Deutschen Technilerverband gegenüber gutheißt und erwartet, daß der Bun- deSvorstand auch fernerhin diesen Weg geht und mit aller Kraft den rein gewerkschaftlichen Gedanken zum Siege u» der Privatangestelltenbewegung zu führen versucht. Ueber den Vorstandsbcricht setzte dann eine lebhafte DiS- kussion ein, in der sehr kritische Tön« angeschlagen wurden. Verlangt wurde, daß mebr flüssige Gelder geschaffen werden. um für Kampfe gerüstet zu sein. Die„Jndustriebeamten.Zeitung" se, nicht auf der Höhe; auch könne man mit den Erfolgen in der Mstghederzunahm« nicht zufrieden fein. Am »weiten Berhandlungßtag nahm der Bundestag zunächst ein Referat des Ingenieurs Bur- m e st e r- Glessen über Tie Arbeitszeit im technischen Berufe entgegen. Redner begründete die Notwendigkeit der- Herabsetzung der Arbeitszeit aus höchstens acht Stunden aus hygienischen. Volks- wlrtschaftlrchen und ideellen Gründen. Der Antrag zeitigte eine längere Diskussion, in der die' Ausführungen und Forde- rungen des Referenten wirksame Unterstützung und Ergänzung fanden. Hervorgehoben wurde, daß die Forderung des Acht- stundentages von den Handarbeitern übernommen worden sei. Es ser den Angestellten nicht mogllch, an den Kulturgütern der Nation teilzunehmen, wenn sie so lange an die Arbeitsstätte gefesselt sind. Das Resultat der Besprechung war die Annahme einer Resolution. die im Sinne der Ausführungen des Referenten gehalten ist. Die BundeSmitglieder werden aufgefordert, für die Einführung des Höchstarbeitstages von acht Stunden, unter gleich-eitiaer Ein- führung deS'sonnabendftühschlusses, mit aller Entschiedenheit«in- zutreten. � Der Vorstand wird beauftragt, eine weisse L i st e anzulegen, die alle Firmen aufnehmen soll, die bereits diese Forde- rungen erfüllt haben. lieber Reichstag, Regierung und Technitcrrecht sprach hieraus Ingenieur S o n n e n s ch in i d t- Berlin. Er begründete eine Resolution des Vorstandes, in der die Forderungen der technisch-industriellen Beamten enthalten sind. In dieser Ent- schliessung wird gesagt, obwohl es keinem Zweifel unterliegen rönne, datz die bestehenden Rechtsverhältnisse der technischen Privat- angestellten den Bedürfnissen der Zeit nicht mehr genügen, sei die Gesetzgebung auf diesem Gebiete seit Jahren nicht um einen Schritt vorwärts gekommen. Ter Bundestag richtet deshalb an die Regierung die dringende Bitte, dem Reichstag in kürzester Zeit eine Vorlage zu unterbreiten, die die bestehenden Mängel beseitigt und den sozialpolitischen Forderungen der technischen Angestellten Rechnung trägt. Der Reichstag wird ersucht, nötigenfalls durch eigene Initiative eine baldige Reform des Techniker- rechts anzubahnen. Als wichtigste und dringlichste Aufgabe er- scheint dem Bundestag die Uebernahme der günstigeren Bestim- mungen des Handelsgesetzbuches in die Gewerbeordnung, die B c- scitigung der Konkurrenzklausel und die Sicher- stellung des Eigentumsrechtes der Angestellten an ihren Erfindun- gen. Der Bundestag hofft bestimmt, daß Regierung und Reichstag die gegenwärtige Session nicht vorübergehen lassen, ohne ihren Willen zur Einlösung der alten Versprechungen durch die Ein- leitung der Resormgeietzgebung bekundet zu haben. Ohne Debatte nahm der Bundestag die Resolution ein- stimmig an. Zur Frage der Konkurrcnztlauscl fand ferner einmütig folgende Resolution Annahme: Der 9. ordentliche Bundestag bedauert lebhaft, datz der neue Gesetzentwurf über die Konkurrenzklausel eine Regelung dieser Frage nur für die Handlungsgehilfen vornimmt und die tech- nischcn Angestellten, die am schwersten unter dieser Fessel des freien Wettbewerbs und des wirtschaftlichen Fortschritts zu leiden haben, wieder einmal vollkommen unberücksichtigt läßt. Angesichts der auf den beiden letzten Deutschen Juristcntagen aufgestellten Forderung nach einem einheitlichen und sozialen Arbeitsrecht ist es doppelt befremdlich, daß die Regierung die bestehende Zersplitterung des Angestelltenrcchts erhalten und die künstliche Trennung zwischen den sozial und wirtschaftlich gleich- stehenden Gruppen der Handlungsgehilfen und Techniker noch verschärfen will. Der 9. ordentliche Bundestag erklärt die Vor- läge für eine ungeeignete Grundlage zur Regelung der Kon- kurrenzklausel und bittet den hohen Reichstag, das Verbot von Konkurrenzklauselverträgen und die Vereinbarung von heimlichen Konkurrenzklauseln für alle Angestellten auszusprechen, da sie geeignet sind, die Angestellten im Interesse der Einzelwirtschaft aber zum Schaden der Gesamtwirtschaft auszubeuten. Der Bundestag setzte dann die Debatte zum Jahresbericht respektive die Beratung der hierzu gestellten zahlreichen Anträge fort. Annahme fand eine Resolution, in der der Bundestag aus- drücklich feststellt, datz er die bisherige Politik des Bundes in der Frage der Pensiogsversicherung und insbesondere seine Haltung während der Wahlen zur Angestelltenvcrsicherung voll und ganz billigt. Der Bundestag stimmt der Auffassung der Bundesleitung zu, daß auch in Zukunft die Bundespolitik in Fragen der sozialen Versicherung an den von der„Freien Vereinigung" vertretenen Grundsätzen festhält. Eine ganze Reihe Anträge wurden dem Vorstand zur Berücksichtigung überwiesen, so der, eine gemeinsame Aktion sämtlicher Angestelltenverbände ohne Rücksicht auf sonstige Gegensätze zwecks allgemeiner Einführung der englischen Ar- beitszeit einzuleiten. Ferner sollen Erhebungen über die Wirt- schaftliche Lage der technischen Angestellten angestellt werden. Ein weiterer Antrag wünscht, datz mehr als bisher gegen daS C h i f f r e. Wesen auf dem Arbeitsmarkt angekämpft wird. Dann wurden noch Anträge zum Statut beraten und hierauf die Vorstandswahlen vorgenommen. Hierbei wurde von Vorstandsseite ausdrücklich festgestellt, daß Lüde mann nicht aus sachlichen Gründen, wegen seiner radikalen politischen Stellung, auS dem Vorstand ausgeschieden sei, sondern aus rein persönlichen, inneren Gründen. Die Befürchtung, das Ausscheiden Lüdemanns habe zur Folge, daß der Bund von seiner radikalen Bahn abrückt, sei völlig unbegründet.— Der Bundestag nahm diese Erklärung mit lebhaftem Beifall auf.— Der bisherige Vorstand wurde in seiner Mehrheit wiedergewählt. Die besoldeten Vorstandsmitglieder Sandwek und Schweitzer wurden bestätigt. Auf den vom Vorstand als neues Vorstandsmitglied vorgeschlagenen Gaubeamten T tz i m m- Düsseldorf fielen nur wenige Stimmen. Damit waren die Arbeiten des Bundestages beendet. Kongreß der Kaliarbeiter Deutschlands. Hannover, den 22. März 1913. Der Kongreß, der in Linden tagte, war von zirka 169 Tele- gierten aus den Reihen der freien Verbände der Berg- und Fabrik- arb eiter und der Maschinisten und Heizer beschickt. Als Ver- treter der Generalkommission war Genosse Umbreit, als Ver- treter des BezirkSkartclls Magdeburg der Genosse Un deutsch erschienen. Ueber: Die gemeingefährliche EntWickelung des deutschen Kalibergbaues sowie die Mahnahmen der Regierung und WerkSbesttzer referierte Okto H u e. Er gab einen mit reichem Zahlenmaterial gestützten Ueberblick über die sprunghafte EntWickelung der Kali- Industrie, deS jüngsten Zweiges des deutschen Bergbaues. Während im Jahre 1861, dem Geburtsjahr der Kaliindustric, zirka 22 999 Doppelzentner Kali gefördert wurden, betrug die Förderung im Jahre 1919 89 Millionen Doppelzentner. Aeutzerlich nahm die Industrie also eine glänzende Entwickelung, innerlich aber begann an ihr der Wurm einer geradezu schrankenlosen Spekulation und Gründertätigkeit zu nagen. Durch eine Preishochhaltung, die in schreienden Gegensatz zu den niedrigen Selbstkostenpreisen steht — es wurden zeitweise bis zu 75 Proz. der Einnahmen als Ge- Winne verteilt—, wurde ein immer neuer Anreiz zu neuen Gründungen gegeben. Seit Jahren hat die Zahl der Kaligeschäfte das Bedürfnis weit überstiegen, und immer noch geht die Wahn- sinnige Gründerei weiter; und die Monopolstellung des Kali- syndikats ermöglicht es diesem, durch ein Wüsten mit den Volks- schätzen riesenhafte Getvinne zu erzielen. Um den Kalibergbau vor dem direkten Zusammenbruch infolge der Gründerwut zu bewahren, wurde durch ein Rcichsgesetz vom Mai 1919 der Kali- absatz, die Preise und die Löhne geregelt, dem Gründerschwindcl sollte Einhalt geboten werden. Doch schon heute zeigt es sich klar, daß das Gesetz seinen Zweck nicht erfüllt, deshalb mutz es nach so kurzem Bestehen schon geändert werden. Alle Erfahrungen bei der damaligen Beratung des Gesetzes haben aber auch ge- lehrt, daß weder die Regierung noch die Mehrheitsparteicn des Reichstages gesonnen sind, bei derartigen Gcsetzesmaterien die in Betracht kommenden Jntcreyen der Arbeiter zu vertreten. Da- mals sind alle Bemühungen der Arbeiterpartei, die berechtigten Interessen der Arbeiter im Gesetz genügend aewahrt zu sehen, von der kapitalistischen Mehrheit des Reichstages unter Mit- Wirkung der ch r i st l i ch e n A r b e i t e r v e r t r e t c r ver- eitelt worden.— Die Schlussausführungen des Referenten waren eine Begründung und Empfehlung der nachfolgenden von beiden Referenten ausgearbeiteten Resolution, die den Kaliberg- bau nach den Gesichtspunkten betrieben wissen will, datz die Kali- schätze dem Volksganzen gehören.(Lebhafter Beifall.) „Der Kongreß der Kaliarbeiter fordert die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches auf, schnelle und durchgreifende Vor- sorge gegen die gemeingefährliche Weiterentwickelung der Zu- stände in der Kaliindustrie zu treffen. Die gute Absicht des Gesetzgebers, durch das Gesetz über den Absatz von Kalisalzen vom 25. Mai 1919 den univirtschastlichen WerkDründungen in der Industrie entgegenzuwirken, wurde durch die jede Rücksicht auf das Gemeinwohl mißachtende Gründerwirtschaft, die offi- zielle Gesetzesauslegung, namentlich aber durch die ergangenen Ausführungsbestiminungen vereitelt. Die� Zahl der Fördcrsch ächte ist in einer das Bedürfnis in so ungeheuerlichen! Masse üb er st eigen den Weise vermehrt worden, daß ein katastrophaler wirt- schaftlicher Zusammenbruch, der mit schweren Schädigungen für die betreffenden Beleg- schaftcn und die in Betracht kommenden Ge- meinden verbünde il sein wird, unausbleiblich ist, wenn die Gesetzgebung nicht vorbeugend eingreift. Als die dem Boltsintercssc dienlichste Reform- massregel empfiehlt der Kongreß die Einführung des Reichs- Monopols für die Gewinnung, Verarbeitung und den Vertrieb von Kalisalzen. Sollten sich die gesetzgebenden Körperschaften zu diesem«schritt noch nicht ciitschlivssen, dann mutz doch zu- mindest das Reichskaligesetz geändert lverden, datz es die un- wirtschaftliche Ver me hrung der Schachtanlagcn verhindert und die Prosperität der reinen Staats- betriebe durch Begünstigung bei der Zumessung der Absatz- quoten besonders fördert. Ferner müssen bei der bevorstehenden Aenderung des Reichs- kaligesetzes die Bestimmungen in den Paragraphen 13 bis 16 und 19 wie folgt erweitert bczw. ergänzt werden. a) Der für die einzelnen Arbeiterklassen jedes Werkes im Jahre 1911 amtlich ermittelte Durchschnittslohn pro Schicht, zuzüglich 19 Proz. Zuschlag, gilt als M i n d e st- l o h n s a tz. Erreicht in einem Werk oder in einer Arbeiterilasse der Durchschnittslohn den oben angegebenen Mindestsatz nicht, so steht der betreffenden Klasse oder auch jedem einzelnen Arbeiter das Älagerecht zu. Der vom Werk ersparte, nicht eingeklagte Betrag ist einer ausschliesslich von Arbeitern zu verwaltenden Unterstützungskasse zu überweisen. Die Durchschnittslöhne der einzelnen Arbeiterklassen sind vierteljährlich den Arbeitern durch Aushang bekannt- zumachen. d) Der verdiente Lohn ist allwöchentlich an die Arbeiter auS- zuzahlen. c) Die Arbeitszeit unter Tage beträgt inkl. Ein- und Ausfahrt: 8 Stunden an Arbeitsstellen mit weniger als-st 22 Grad Celsius, 7 Stunden an Arbeitsstellen mit -st 22 bis 28 Grad Celsius, 6 Stunden an Arbeitsstellen mit-st 28 bis 35 Grad Celsius, 4 Stunden an Arbeits- stellen mit mehr als-st 35 Grad Celsius. Bei besonders nassen oder schwierigen Arbeiten in der Grube sowie beim Schachtabteufen beträgt die Arbeits- zeit sechs Stunden inkl. Ein- und Ausfahrt. Die Arbeiter über Tage dürfen in kontinuicr- liehen Betrieben oder Abteilungen nicht länger als 8 Stunden täglich und bei der sogenannten Wechselschicht nicht länger als 12 Stunden beschäftigt werden. In Be- trieben, in denen nur in Tagesschicht gearbeitet wird, darf die tägliche Arbeitszeit 9 Stunden nicht überschreiten. ck) Ueber- und Neben schichten dürfen nur zu Not- und Rettungsarbeiten uno wenn es die Sicherheit des Be- triebes erfordert geleistet werden. e) Durch Verträge irgend welcher Art dürfen die Bestim- mungen über Lohn- und Arbeitsverhältnisse nicht verschlechtert werden. Bei Abschluß von Tarifverträgen haben die beteiligten Arbeiter das Recht, sich Vertreter ihrer Interessen zu wählen. Jede Behinderung der Arbeiter in Ausübung ihres Koalitionsrechtes, insbesondere durch Maßrege- lung der von den Arbeitern gewählten Vertrauensleute, ist strafbar. i) Nicht nur bei einer Uebertvagung von Anteilen am Ab- satz(§ 19 des Kaligesetzes), sondern auch beim Umtausch der Befugnis am Absatz einzelner Sorten sind die Arbeiter und Beamten, die dadurch beschäftigungslos oder , in ihrem Arbeitsverdienst geschädigt werden, schadlos zu halten. g) Jedes Kalibergwerk muß 2 Schächte haben, die unter- irdisch miteinander verbunden sein müssen." Dann behandelte der Bezirksleiter des Bergarbeiterderhandes, Genosse Gärtner» Hannover, gestützt ebenfalls auf Fachkunde und ein gewissenhaftes Material die Verhältnisse der Arbeiter im einzelnen und die in ihrem Interesse mit aller Energie zu er- hebenden Forderungen. Die Arbeitsverhältnisse der Kaliarbeiter haben sich immer mehr verschlechtert, eine statistische Umfrage gab dafür ein geradezu unerschöpfliches Material. Es existiert eine Kette von Antreiberei, Steigerung der Arbeitsleistung, Gedinge- kürzungen, Uebertretungen der Schutzbestimmungen, Irreführungen der Bergbehörden usw. Und mit dem Koalitionsrecht der Kali- arbeiter treibt man geradezu Schindluder auf den Werken. Den größten Teil der Gärtnerschen Ausführungen nahm der Nachweis der Durchführbarkeit jener in der Resolution niedergelegten Arbeiterforderungen in Anspruch. ES ist hierbei zum Schutze für daS Leben der Arbeiter die Forderung auf Anlage von zwei Schächten von äußerster Wichtigkeit.— Seine Ausführungen fanden größte Aufmerksamkeit und Beifall. In temperamentvoller Weise setzte die Debatte ein. Sie füllte auch den zweiten Berhandlungstag- H er l i n g- Helmstedt bewies, wie besonders bei den GeWerk- schaften„Frisch auf" und„Hohenzollern" im Leinegebiet doL Ueberschichtensystem in einem Maße besteht, daß es aller Kultur Hohn spricht. Aus dem Haller Bezirk wird die systematische Unterdrückung der Organisation geschildert. Empörend wirkte das gezeichnete Bilo der Wohnungsnot, unter dem ein Teil der Bergleute gewaltig zu leiden hat. Stellenweise sind eS Baracken gar nicht mehr menschenwürdiger Art; darin haben eS die Berg leute während der Wintermonate vor Kälte kaum in den Betten aushalten können. Und gerade jugendlich«, in der Entwickelung begriffene Arbeiter sind es. die unter diesen Verhältnissen zu leiden haben. In wirkungsvoller Weise gaben noch die Delc- gierten aus dem Elsaß, aus Mecklenburg, aus Bernburg, Leopolds- hall, Rotenburg, aus dem Werratal, kurz aus allen Gebieten des Kalibergbaues lebenswarme Schilderungen der Verhältnisse. Und alle traten als Ankläger auf und brachten Mißstände und Ueber- tretungen der gesetzlichen Vorschriften zum Teil so unglaublicher, grotesker Art zur Sprache, wie man sie nur aus den allerersten Zeiten der Fabrikindustrie zu vernehmen geivohnt war. Verschiedentlich kam al*h oas Verhalten der„Christlichen" zur Sprache, die, als sie von dem Stattfinden dieses Kongresses gehört hatten, .Hals über Kopf selber eine' Konferenz in Hildesheim cinbericsen, dabei aber in ihrem Eifer so„gewissenhaft" arbeiteten, daß sie � z. B. für die Maschinisten und Heizer— Forderungen an die Gesetzgebung aufstellten, die durch die Praxis schon überholt sind. Wirkungsvoll beleuchtete Sachse das Verhalten der parlamcn- tarischen Vertretungen der„Christlichen".„Arbeitervertreter" Behrens hat angeregt, die Regelung der Schichtzeit nicht in das Kaligesetz, sondern in die Gewerbeordnung hineinzu- bringen. Eine ganz verhängnisvolle Schiebung, denn in der Ge- merbeordnung wird sie totsicher abgelehnt. Eine Umfrage in Im November vorigen Jahres tauchte in der Gegend der Kom-| die die Staatsorganisation betreffen. Das sei aber in dieser Ver127 Schächten förderte geradezu empörende Mißstände zutage. Bei mandanten- und Lindenstraße ein älterer Mann auf, der allmählich sammlung durchaus nicht der Fall gewesen. Wäre bei Beratung des Reichsvereinsgesehes der Antrag der Sizegraden von 30 Grad Celsius noch Schichtzeiten von 8 bis für die in den dortigen großen Konfektionswerkstätten beschäftigten 81 Stunden in manchen Schächten, ja bei 35 Grad Celsius noch Arbeiterinnen zu einem wirklichen Schreden wurde. Der Unbe- sozialdemokratischen Fraktion durchgegangen, die Beamten für solche von 8 Stunden. Rettungsapparate waren bei fannte versteckte sich auf den Treppen, um dann plößlich, wenn ein falsche Handhabung des Gesetzes zibil und strafrechtlich verant 9 Werfen keine vorhanden, Tragbahren bei 10 Werken feine, Mädchen die Treppe herunterfam, vorzutreten und sich in der scham- wortlich zu machen, so wäre mal über eine bei weitem mindergroße Trinkwasser war bei 13 Werken keines im Schacht, von losesten Weise zu benehmen. Ehe die leberraschte sich von ihrem Verfehlung gegen das Gesetz durch untergeordnete Organe bis zum 127 Werken arbeiteten 78 noch mit den so vielgehaßten Karbid Schrecken erholen und Hilfe rufen konnte, war der sonderbare Regierungspräsidenten und Staatsanwalt hinauf zu flagen. lampen usw. Picardt und Bause vom Verband der Ma- Heilige verschwunden. Alle Bemühungen, den Attentäter unschädMarktpreise von Berlin am 22. März 1913, nach Ermittelungen schinisten und Heizer schilderten Zumutungen der rigorosesten Art, lich zu machen, blieben erfolglos, bis eines Tages die bei einer des fönigl. Polizeipräsidiums. Nichtstros 5,00. Seu 6,60-7,00. mie sie an die Fördermaschinisten gestellt werden und in den Ma- Firma in dem Hause Kommandantenstraße 14 angestellte Arbeiterin Markthallenpreise. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen Das 30,00-50,00. schinenhäusern und Kesselräumen bestehen. Auch Breh vom Fa- 3. von dem Unbekannten in jener Weise attadiert wurde. Speisebohnen, weiße 35,00-60,00. Rinien 35,00-60,00. brifarbeiterverband schilderte, wie die Christen bei allen möglichen Mädchen lief hinter ihm her und veranlaßte seine Festnahme. Es Startoffeln( Seleinhdl.) 5,00-10,00. 1 Rilogramm Rindfleisch, von der Keule Fragen des Arbeiterrechts Forderungen stellen, bei der wor der jeßige Angeklagte Rath.- Das Schöffengericht verurteilte 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30-1.80. Schweinefleisch 1,60-2,00. parlamentarischen Vertretung derselben aber prompt versagen. So ihn zu einer Gefängnisstrafe von sieben Monaten, da gegen der Kalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. 60 Stüd noch zuletzt bei der Reichsversicherungsordnung. In den Kommis- artige schamberlegende Handlungen, die eine Gefährdung der öffent- Gier 3,60-5,40. 1 Kilogramm Starpien 1,20-2,40. Aale 1,60-3,20. Bander Hechte 1,60-2,80. Barsche 1,20-2,40. Sete 1,60-3,20, sionen gingen die Christenvertreter" mit den sozialdemokratischen lichen Sittlichkeit bedeuten, mit aller Schärfe vorgegangen werden 1,60-3,60. Arbeitervertretern zusammen, im Plenum aber ließen sie jedes- müsse... Die Straftammer, die sich auf die Berufung des Ange- Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Streble 4,00-24,00. mal die Kommissionsforderungen im Stich und gingen hinter die klagten hin, nochmals mit dieser Sache zu beschäftigen hatte, tam von den christlichen Tagungen aufgestellten Forderungen zurück. unter Bestätigung des ersten Urteils zu einer Verwerfung der BeNicht anders werden sie es auch beim Kaligesetz machen. Nach rufung. In beiden Instanzen wurde angenommen, daß der An- Blumen- und Kranzbinderei ausgiebiger Erörterung der Forderungen und nach den Schluß- geklagte zurechnungsfähig ist. von Robert Meyer, warten der Referenten gelangte die bereits mitgeteilte Resolution einstimmig zur Annahme. Nur im Absah c wurde die Aenderung eingefügt, daß die tägliche Arbeitszeit für Arbeiter über Tage 8 Stunden ausschließlich der Bausen nicht überschreiten darf. Damit waren die Arbeiten des wirkungsvollen Kongresses beendet. Aus Industrie und Handel. Zur Kaffeevalorisation. Die Tatsache, daß von der zu Valorisationszweden notwendigen neuen Anleihe des brasilianischen Staates Sao Paulo eine Million Pfund Sterling in Deutschland aufgebracht werden sollen, nötigt die kapitalistische Finanzpresse zu besonderen Verteidigungen der Künstlichen Verteuerung des Kaffees. Sie fallen um so schwerer, als erst vor nicht langer Zeit der Reichstag sich gegen die Kaffeevalorisation ausgesprochen hat und auch die gegenwärtigen Geldmarkt verhältnisse eine neue Belastung Höchst ungelegen erscheinen lassen. So sucht z. B. der„ Tag" mit einem Hinweis auf das nationale Ansehen Deutschlands wozu das auch nicht herhalten muß! die Notwendigkeit der Beteiligung deutscher Kapitaliſten zu beweisen: Von den 15 Mill. Pfd. Sterl., die der Staat Sao Paulo bei einem internationalen Finanzsyndikat aufgenommen hatte, ist nur noch ein Rest von 4 Millionen zurückzuzahlen. Ursprünglich sollte die Tilgung am 1. Januar 1919 beendet sein. Nach dem neuen Programm will aber die Regierung von Sao Paulo den Rest der alten Anleihe am 1. Juli 1913 zurüdzahlen, um für fünftige große Ernten Vorsorge zu treffen. Von dem Valorisationskaffee, dessen Menge ursprünglich 82 Millionen Sad betragen hatte, sind nur noch 3 Millionen Sad vorhanden. Gelingt es der Regierung, neues Geld zu bekommen, so kann sie, wenn die erste Anleihe ganz zurückgezahlt ist, den verpfändeten Kaffee zur Unterlage eines neuen Finanzgeschäfts nehmen. Sie braucht sich dann mit dem Verkauf des dem Markt entzogenen Kaffeequantums nicht zu beeilen und kann dem Markt dadurch indirekt eine Stüße gewähren. Der finanzielle Erfolg der ersten Valorisationsanleihe ist nicht zu bestreiten. Die deutsche Finanz fönnte also eine Beteiligung an dem neuen Geschäft nur mit dem Hinweis auf die prekäre Lage des Geldmarktes ablehnen. Daß sie sich dazu nicht entschließen wird, ist leicht zu verstehen. Die ausländischen Chauvinisten, die so gern Zweifel an der Solidität der deutschen Finanzwelt verbreiten möchten, würden aus einem Verzicht an dem brasilianischen Geschäft neue Nahrung für ihre Propaganda schöpfen. Das muß natürlich vermieden werden. Die brasilianische Regierung hält an ihrer Auffassung von der Notwendigkeit einer Kaffeevalorisation fest. Und diese Ansicht wird von deutschen Großhandelsfirmen geteilt. Da Brasilien aus den Erträgen des Kaffeebaues einen großen Teil feiner Einnahmen empfängt, so muß der Wunsch, diese starke Stüße der Staatsfinanzen intalt zu erhalten, berüdsichtigt werden. Prozentpatrioten. Ein österreichisches Kanonentarte II ist von den Skodawerken in Pilsen, von der Firma Krupp in Essen und von der ungarischen Patronenfabrik Manfred Weiß abgeschlossen worden, weil die ungarische Regierung bei dem Plan, eine nationale" Kantonenfabrit zu errichten, eine Firma gegen die andere auszuspielen verfuchte. Sollte der Staat die Fabrit selbst errichten, so wollen die Firmen der Regierung weder ihre Patente und Lizenzen abtreten, noch Geschütze und Geschosse liefern. Gerichts- Zeitung. Belästigungen von Frauen und Mädchen hatte sich der 58jährige Händler Ostar Nath zuschulden kommen laffen, gegen den gestern die 6. Straffammer des Landgerichts I cine Anklage wegen Erregung öffentlichen ergernisses und Beleidigung zu verhandeln hatte. 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Der Genosse Arbeiter Lehmann zeigte dem zuständigen Amtsborsteher an, daß sich für Brinsdorf ein Ortsverein des sozialdemo kratischen Zentralwahlvereins für den Reichstagswahlkreis SorauForst gebildet habe. Zugleich übersandte Lehmann ein Verzeichnis der Vorstandsmitglieder des Ortsvereins. Als demnächst der Amtsvorsteher die Einreichung der Sabungen verlangte, reichte 2. das Statut und den Organisationsplan des Zentralvereins für den Wahlkreis Sorau- Forst ein und erklärte, daß der Ortsverein für Brinsdorf selber kein besonderes Statut habe. Für ihn gelte der Organisationsplan und das Statut des Zentralwahlvereins des genannten Reichstagswahlkreises. Der Amtsvorsteher begnügte sich nicht damit, sondern wieder= holte sein Verlangen nach Einreichung eines besonderen Statuts des Ortsvereins. Für den Fall der Zuwiderhandlung wurde eine Geldstrafe als Exekutivstrafe angedroht. Vepgeblich waren die Beschwerden beim Landrat und beim Regierungspräsidenten in Frankfurt a. D. Lehmann klagte nun beim Oberverwaltungsgericht auf Aufhebung der Verfügung. Das Oberverwaltungsgericht gab der Klage Lehmanns statt, hob die Beschwerdebescheide auf und sezte die polizeiliche Verfügung, durch die die Einreichung einer Sagung gefordert wurde, außer Kraft. Begründend wurde ausgeführt: Auf die frühere Aufforderung des Amtsvorstehers sei vom Kläger der Organisations plan, der dem allgemeinen Statut des Zentralvereins beigefügt, sei, als das für den Ortsverein maßgebende Statut eingereicht worden. Damit habe der Kläger der gesetzlichen Pflicht genügt. Daß weitere Sazungen für den Ortsverein beständen, habe Kläger bestritten. Seine Behauptung sei ihm aber nicht widerlegt worden. Demnach habe vom Kläger nicht mehr verlangt werden können, als was er bereits geleistet habe. Daraus ergebe sich die Aufhebung der polizeilichen Verfügung. 2. Der Bevollmächtigte des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Erfurt, Genosse Berkling, hatte auf Veranlassung der Polizei einen amtsrichterlichen Strafbefehl von 5 M. erhalten, weil er in einer öffentlichen Metallarbeiterversammlung zugelassen haben sollte, daß der Redner, Reichstagsabgeordneter Brandes, politische Angelegenheiten erörterte, ohne daß die Bekanntgabe der Versammlung mit der Ueberschrift: Oeffentliche politische Versamm lung" versehen gewesen sei. Auf den Einspruch gegen die StrafDie berfügung wurde die Strafe gar noch auf 10 M. erhöht, Gründe" des Schöffengerichtsurteils zeigen, daß dies so ziemlich jede Betätigung des Arbeiters in nicht antisozialdemokratischem Sinn für eine politische" erachtet. Es hält auf Grund der eidlichen Aussagen des überwachenden Kriminalwachtmeisters für feſt= gestellt, daß politische Angelegenheiten erörtert worden seien. Denn man höre es heißt in der Urteilsbegründung: Der Redner habe über den§ 153 der Gewerbeordnung als Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter gesprochen, es sei auch die Aufforderung an die Verfammelten, fich dem Deutschen Metallarbeiterverbande anzuschließen, politisch. Der Ausspruch:" Organisiert Euch!" sei gleichbedeutend mit: Werdet Sozialdemokraten!" In der Berufungsinstanz hob die Straffammer dies Urteil auf und erkannte auf Freisprechung. Begründend hob der Vorsitzende hervor: Wenn der Redner auch die Gesezgebung gestreift habe, so könne das doch nicht ausschlaggebend sein, da in der Hauptsache die Versammlung den Zwed gehabt habe, Bropaganda für die Gewerkschaft zu machen. Daß ein Reichstagsabgeordneter geredet habe, beweise nichts, denn der Angeklagte und der Redner seien Freunde und bekleiden gleichartige Das Gericht habe sich ferner Stellungen in ihrer Gewerkschaft. der Auffassung des bekannten Staatsrechtslehrers Professor. Dr. Stier- Semlo angeschlossen, nach der eine Versammlung erst dann als politisch anzusehen sei, wenn in ihr Fragen erörtert würden, • Fr. Tauers Festsäle Inh.: P. Golletz vorm. Buß' Ball- Salon Mariannenstr. 2. Tel. Mpl. 346. Große Frankfurter Straße 83 ( Ede Marfiliusstraße). Ausnahme- Angebot G. L. 1040. Ausnahmepreis. Metallbettstelle mit Zugfedermatratze, 25 mm starken Pfosten, MessingRingen im Kopf- und Fussteil schwarz lackiert 80 x 190 cm.... 90x190 cm 1675 1750 M. weiss lackiert 50 Pf, mehr. Gustav Lustig Berlin S 77 Ueberlaken Kissenbezug Prinzenstr. 46-47 mit Säumchen von Ia Louisianatuch. 160/260 cm. 75 75 mit Stickerei oder 6 cm breitem LeinenM. klöppel- Einsatz, 82/82 cm Ausnahmepreis 225 Diese Ausnahmepreise nur gegen Vorzeigung d. Inserats Oskar Wollburg Trauer Magazin = Berlin N., Brunnenstraße 56. Große Auswahl in schwarzer Konfektion; auch einz. Röcke, Blusen, Hüte etc. Anfertigung nach Maß in 12 Stunden. Aenderungen sofort. FREDY10 * Qualitats Cigarette 23 1. 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März, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Gethsemane Kirchhofes in Nieder- Schönhausen- Nordend aus ſtatt. 141/15 Der Vorstand. Nachruf. Am 18. März starb unser Mitglied, der Buyer Adolf Maaß ( Bezirk Bankow). Die Beerdigung ist am zweiten Feiertage erfolgt. Der Vorstand. Deutscher Dr Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege, der Droschtenführer Wilhelm Frömberg am 22. b. Mts. im Alter von 48 Jahren verstorben ist. am Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Pauls- Kirchhofes, Seestraße, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Stutscher Emil Engel am 23. d. Mts. im Alter von 25 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Audenken! am Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. März, nachmittags 13%, Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes, Müller- Ede Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 63/8 Die Bezirksverwaltung. Verband der Buch- und Steindruckerei- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Am 23. d. Mts. verstarb nach schwerem Leiden unser Mitglied Anna Merten im Alter von 37 Jahren. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, den 26. d. Mts., nachmittags 3, Uhr, auf dem Gethsemane- Stirchhof in Nordend statt. 27/11 Die Ortsverwaltung. Am 22. März starb nach langem, schwerem Leiden unser guter Bater, Schwieger- und Großvater, der Tischler Karl Adam im 74. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Im Namen der Hinterbliebenen Emil Trettin. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. März, nachmittags 5 1hr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Danksagung. am Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres Baters, Großvaters und Schwiegervaters Karl Trogisch ins fagen mir allen Beteiligten, besondere dem Genoffen Balded Manasse unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen.] Zentral- Kranken- u. Ster bekasse der deutschen Wagenhauer. Filiale Neukölln l. Am 22. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Bohrer 257/15 Alfred Hennig. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4, Uhr von der Halle des Jakobi- Kirchhofes, Neukölln, Hermannstr. 99-104, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Verwaltung der Filiale I. Am 22. März verstarb nach langem, schwerem Leiden unser lieber Sohn und Bruder Adolf Abraham im 18. Lebensjahr. 39A Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Abraham. Die Beerdigung fand 25. d. Mts. statt. am Ruder- Verein Vorwärts", Berlin. Nachruf. Am Freitag, den 21. d. Mts., verschied plöglich infolge eines Herzschlages unser Sportsgenoffe Albert Tesch. Ehre seinem Andenken! Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Baters Otto Kupper jagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten sowie dem 6. Berliner Reichstags Wahlkreis, dem Deutschen Transportarbeiter- Berband und den Herren Sängern unseren 769 herzlichsten Dank. Frau Klara Kupper und Sohn. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, Moritzplatz NEPOMUK- BOCK DER AUSSTOSS HAT BEGONNEN Ueberall zu haben in Flaschen, Kannen und Siphons BÖHMISCHES BRAUHAUS NO 18. Teleph.: Amt Königstadt 3088, 4088/90 1. Geschäft: Schönhauser Allee 6-7 ( am Schönhauser Tor). Möbel Kein Unterschied in Qualität ob Bar oder Teilzahlung. Siegm Misch 2. Geschäft: Dresdener Straße 16 ( am Kottbuser Tor). Bei Nierenkranken ebensowohl wie bei Gichtleidenden spielt die Reizlosigkeit der Nahrung eine große Rolle. 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Wir lesen da in einem Feuilleton im Anschluß an eine Besprechung des Juwelendiebstahls folgende Nichtswürdigkeit: Mittwoch, 26. März 1913. Königstädtischen Gymnasium von 595 auf 716. Auch eine der Als sie am 2. Feiertagmittag hinkamen, fanden sie die Kaschinsky Oberrealschulen, die Friedrichwerdersche, hatte einen Rück in dem Klosettraum, am Flur der Wohnung gegenüber, tot auf ihrem gang der Schülerzahl, von 597 auf 499. Dafür stieg aber in Bettzeug liegen. Dort hatte sie sich niedergelegt und war vor der der nenen Königstädtischen Oberrealschule die Schülerzahl von Geburt des Kindes einsam und hilflos gestorben. Die Leiche wurde 373 auf 732. Im allgemeinen haben hauptsächlich die An- polizeilich beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Anstalten der Innenstadt immer Schüler verloren, offenbar in scheinend wurde das Mädchen von der Geburt überrascht und hatte folge der hier sich vollziehenden Umwandlung der Wohnviertel nicht mehr so viel Zeit und Kraft, um sich nach Hilfe umzusehen. in Geschäftsviertel. Neben den höheren Lehranstalten haben und so starb es hilflos. übrigens auch die mittleren, die Realschulen, in der legten Zeit keine Steigerung ihre Schülerzahl gehabt. In den fünf Schuljahren 1908/09 bis 1912/13 begannen die 14 Realschulen das Wintersemester mit einer Gesamtzahl von 6330, 6294, 6354, 6294, 6310 Schülern. Krankenhausbehandlung von Kassenmitgliedern. Dem ist nicht zu vermeiden waren. Das faule Leben, das sich die Diebe erträumt haben, wird Genehmigung der Berliner Vier- und Kinosteuer. Der also jest recht werden. Im übrigen darf man sich nicht wundern, daß Oberpräsident von Berlin hat die von den städtischen Behörden die berufsmäßigen Tagediebe das Faulenzen als Parole ausgeben Berlins beschlossene Biersteuer an Stelle des bisherigen Brauund daß sie auf Kosten der Dummen leben wollen. Sucht man doch selbst den gelernten Arbeiter zur Faulheit zu erziehen! Im amt malzsteuerzuschlages mit einem Saße von 30 Pf. für unterlichen Organ des Deutschen Bauarbeiterverbandes wird den Baugäriges und von 10 f. für obergäriges Bier pro Hektoliter arbeitern folgendes gepredigt:„ Leider hat ein großer Teil unserer und die Steuer für Kinos, Varietés, Zirkusse usw. genehmigt, Kollegen noch nicht erkannt, daß sie dem Unternehmertum nicht so daß beide Steuerordnungen am 1. April in Straft treten. ihr ganzes Jch, ihre gesamte Arbeitskraft hinzugeben brauchen". Eine nicht geringe Anzahl von Kassenmitgliedern ist der Sowohl die Brauereien wie die Sino- und Varieté- Interessenten Wer je unsere Zimmerleute und Bauhandwerker an der Arbeit Auffassung, daß die Krankenkassen die Verpflichtung haben sich beschwerdeführend an die Minister des Innern und gesehen hat, der weiß, daß sie sich lein Bein ausreißen. Sie haben, für den Fall, daß der Arzt Krankenhausbehandlung der Finanzen gewandt. halten es mit dem hübschen Wort: Die Arbeet is feen Frosch, für notwendig hält, die durch Aufnahme in ein Krankenhaus sie huppt uns nich davon". Es ist aber ein starkes Stüd, die entstehenden Kosten voll zu decken. Raucherabteile auf der Hochbahn. Die Hochbahngesellschaft teilt notorische Faulheit und Saumfeligkeit dieser nicht so. Die Krankenkassen haben nur dann die Verpflichtung tommend, bei den zuständigen Behörden die vorläufige Aufhebung mit, daß sie, den zahlreichen Wünschen aus Raucherkreisen nachArbeiter auch noch systematisch zu zichten. Sowie zur Deckung der Gesamtkosten, wenn sie es sich um neue Steuern handelt oder um eine Teuerung der jedem einzelnen Falle und zwar in des Rauchverbots beantragt habe und die Entscheidung in den nächsten Lebensmittel, dann freilich wird das Los dieser armen Leute in zugestimmt haben. Man begnüge sich daher nicht mit dem sondere, bei der jebigen Betriebsweise mögliche Zusammensetzung die der Aufnahme in ein Krankenhaus Tagen erwarte. Im Falle der Genehmigung wird durch eine be den schwärzesten Farben gemalt, dann verweist man auf ihre vom Arzt ausgestellten Aufnahmeschein, sondern lasse diesen leichte Auffindbarkeit der Raucherabteile in der Weise herbeigeführt schlechten Löhne und ihre fargen Daseinsbedingungen. Zwischendurch aber ist die Parole: nur man sachte! Es scheint also doch Schein von der Kassenverwaltung unterschreiben oder unter- wurden, daß diese Abteile regelmägig an einer bestimmten Stelle reichlich genug verdient zu werden!" stempeln. Ist dies geschehen, so haftet die Kasse un der Bahnsteige halten. Hierdurch wird auch bei der Hoch- und UnterIn dem Kopfe des Schreibers obiger Zeilen muß es recht wüst beschränkt. Fehlt die Zustimmung der Kajje, so fällt grundbahn für Rauchgelegenheit vorgesorgt, ohne daß künftighin aussehen. Zunächst versteht er nicht, was das Blatt der Bauarbeiter einmal bei Verheirateten die Angehörigenunterstützung wie sie früher infolge des wehselnden Standorts der Raucherwagen Angehörigenunterstüßung störende Verzögerungen in der Zugabfertigung zu befürchten sind, will. Es spricht ganz richtig den Gedanken aus, daß die Arbeiter fort, außerdem außerdem fordert die Krankenhaus bezw. die feine Sklaven sind. Sie verkaufen dem Arbeitgeber zwar ihre Armenverwaltung die Differenz zwischen dem BeArbeitskraft, aber nicht den ganzen Menschen, der dem Arbeitgeber trag, den die Kasse gezahlt hat und den im Krankenhaus ent- Der Stadtverorducte Bitterhoff ist am Sonntag, 74 Jahre alt, in allem Tun und Lassen untertänig zu fein hätte. Dann hat er standenen Kosten von dem Behandelten oder, wenn es sich um gestorben. Bitterhoff gehörte zehn Jahre der Stadtverordnetendie Stirn, zu behaupten, die Arbeiter würden zur Faulheit Ehefrauen oder Kinder handelt, von dem Ehemann bezw. bersammlung an, trat aber öffentlich weniger hervor. erzogen oder, wie es an der einen Stelle heißt, die notorische Vater ein. Die Kasse zahlt in solchen Fällen nur die statutari- Abteilung, einen Bezirk, der wohl zum letzten Male von einem Der Verstorbene vertrat den 38. Gemeindewahlbezirk der dritten Faulheit und Saumseligkeit dieser Arbeiter" würde systematisch schen Mindestleistungen; der Behandelte oder der ersatz- Kommunalfreisinnigen vertreten worden ist. Der 38. Bezirk umfaßt gezüchtet. Als ob die Arbeitgeber sich das gefallen ließen! Wer pflichtige Ehemann oder Vater wird häufig die Hälfte oder die. Stadtbezirke 279-287 C. Das Mandat Bitterhoffs wäre in tagtäglich sieht, welche schwere Körperliche Arbeit die Bauarbeiter mehr der Krankenhauskosten zu decken haben. Ist er dazu diesem Jahre ohnehin abgelaufen. Die Wähler des Bezirks werden zu verrichten haben, wie sie oft ihr Leben bei ihrer Arbeit aufs nicht sofort imstande, so kann er des Landtags- und Gemeinde- deshalb wohl zweimal in diesem Jahre zur Wahl gehen, einmal Spiel setzen müssen, und das Geschmiere der Tintenfulis der wahlrechts verlustig gehen. Unsere Leser, soweit sie Kaffen zur Ersatzwahl und dann Anfang November zur regelrechten ErDeutschen Montagszeitung" daneben hält, wird uns zustimmen, mitglieder find, tun daher gut, das Gesagte zu beachten. gänzungswahl. wenn wir sagen: Es gibt faum etwas Efelhafteres, als sich mit 11. E. wäre es angebracht, daß die Kassenvorstände recht wenig Eine Eifersuchtstragödie folchen Schmierfinken befassen zu müssen. von ihrem gesetzlichen Recht, die Kostendeckung in vollem Um- spielte sich am Dstermontag im Hause Oberberger Str. 42 ab. Hier fange abzulehnen, Gebrauch machen, außerdem Pflicht jedes wohnt die 28jährige, von ihrem Ehemann getrennt lebende Frau Saffenarztes, die Rassenpatienten bei Ueberweisung in ein Frida Keller, geb. Eisenschmidt, und bei ihr der 25jährige Arbeiter Krankenhaus darauf aufmerksam zu machen, daß die Ge- Alfred Pietsch. Vorgestern gegen 9 1hr vormittags erschien der nehmigung der Stasse einzuholen ist. 36jährige Ehemann, der Schuhmacher Edwin Keller, der vor einiger Zeit nach Zehlendorf gezogen war, und wollte sich mit seiner Frau wieder aussöhnen. Als sie sich weigerte, die Ehegemeinschaft mit ihm wieder aufzunehmen, zog er einen Revolver und feuerte auf seine Frau einen Schuß ab, der aber fehl ging. Nun sprang der Schlafbursche Pietsch dazwischen. Da frachte ein zweiter Schuß und der junge Mann brach blutüberströmt zusammen. Während man nungen bis zum 2. April 1913, mittags 12 Uhr; 3. große, den Schwerverlegten nach der Charité schaffte, wurde der Täter mehr als vier Wohnzimmer umfassende Wohnungen bis zum festgenommen und nach der Wache des 61. Polizeireviers gebracht 3. April 1913, mittags 12 Uhr. Die Inhaber von Wohnungen, von wo nach der Vernehmung seine Ueberführung nach dem Polizeidie aus drei Wohnzimmern und Zubehör bestehen, müssen präsidium erfolgte. jedoch ein Wohnzimmer, und die Mieter von Wohnungen mit mehr als drei Wohnzimmern und Zubehör zwei Wohnzimmer schon am 1. April 1913 vollständig geräumt dem fünftigen Wohnungsinhaber zur Verfügung stellen. " Partei- Angelegenheiten. Zum Umzugstermin Neukölln. Die Bibliothek des Wahlvereins bleibt der Inventur wegen bis 27. März inklusive geschlossen. Tempelhof. Für den 2. Gemeindewahlbezirk finden heute abend weist der Polizeipräsident auf folgende Bestimmungen hin: 8 Uhr im Wilhelmsgarten, Berliner Str. 9, und im Lokale von Es sind zu räumen: 1. Kleine, aus höchstens 2 Zimmern und Otto Schreiter, Gottlieb Dunkel- Str. 59, zwei öffentliche Wähler- Zubehör bestehende Wohnungen am 1. April 1913; 2. mittlere, versammlungen statt. Referenten find die Stadtverordneten Groger aus drei oder vier Zimmern nebst Zubehör bestehende Woh und Wuzky, Neukölln. Marienfelde. Am Sonntag, den 30. März, nachmittags 2 Uhr, findet im Lokal von Otto Fricke, Kiepertplaz 7, eine öffentliche Versammlung statt. Vortrag des Stadtverordneten Franz ThurowNeukölln über:„ Der Wahlrechtskampf in Preußen und die bevor stehende Landtagswahl". Am Freitag, den 28. März, Flugblatt verbreitung von Schuster aus. Zossen. Am Donnerstag, den 27. März, hält der Wahlverein feine Generalversammlung im Lotale des Herrn Scherler ab. Tagesordnung: Vorstandsbericht, Ausschluß von Mitgliedern, Neuwahl des gesamten Vorstandes. Petershagen, Fredersdorf, Bruchmühle, Eggersdorf und Bogelsdorf. Für vorstehende Orte findet am 27. d. Mts., abends 8 Uhr, in Petershagen im Lokal von Appel für sämtliche Funktionäre ein Vortrag, die Technik der Landtagswahl betreffend, statt. Auch Mitglieder der Wahlvereinsbezirke haben Zutritt. Waidmannsluft, Hermsdorf und Glienicke. Sonnabend, den 29. März, abends 81% Uhr, findet in Hermsdorf bei Eggebrecht, Albrechtstr. 1, ein Vortrag über" Der preußische Staat und die Geschichte des Wahlrechts statt. Referent: Genosse Emil Lehmann. Insbesondere sind alle Funktionäre verpflichtet, zu erscheinen. Rosenthal. Am Donnerstag, den 27. März, abends 71 Uhr: Flugblattverbreitung zu der Gemeindewahl von den Bezirks. Lotalen aus. war. Berliner Nachrichten. Grüne Ostern. Diese Bestimmungen beziehen sich nicht auf die Räumung von Geschäftslokalen, diese richtet sich nach den Bestimmungen des Mietsvertrages. Nochmals Spandauer Wind. Bei einem Brand ums Leben gekommen ist in der Nacht zum Ostersonntag die 35 Jahre alte Schneidersfrau Hedwig Boljahn aus der Solms str. 9 im Südwesten Berlins, Die Unglückliche, die bis vor kurzem in einer Jrrenanstalt untergebracht war, verursachte in ihrer Wohnung, vermutlich durch Invorsichtigkeit, einen Brand, der auch ihre Kleider erfaßte. Jm Nu bildete Frau Boljahn eine einzige Feuersäule, und als die von Hausbewohnern alarmierte Feuerwehr in die Wohnung eindrang, Der Magistrat van Spandau läßt uns nochmals eine„ Be- fand man die Aermste bereits mit schweren Brandwunden bedeckt richtigung“ zugehen. Sie lautet: Der Magistrat. J.-Nr. I. 13380. Mit Spandau, den 23. März 1913. vor. Die Samariter der Wehr schafften die Schwerverletzte sofort nach dem Krankenhause am Urban, wo sie aber bald nach der Einlieferung ft ar b. Anfangs neigte man zu der Ansicht, daß die Frau Selbstmord verübt habe, die weiteren Ermittelungen lassen aber den Schluß zu, daß die Bedauernswerte in einem Frrsinnsanfall den Brand herbeigeführt hat. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. . die Redaktion des Vorwärts" Berlin. Mit Bezug auf den in der 4. Beilage des„ Vorwärts" vom 21. 3. 1913 enthaltenen Artikel Spandauer Wind" ersuchen wir ergebenst um Aufnahme der folgenden Berichtigung: Die vier Kommissionen sind nicht eingefeßt, nachdem Pro- Teilen der Stadt ausgeführt worden. Die Spizbuben benutzten die Wohnungseinbrüche sind an den Feiertagen in den verschiedensten feffor Eberstadt die Spandauer Mißstände dargelegt hatte, sondern Abwesenheit vieler Wohnungsinhaber, um einzubrechen. In einer fie haben ihre Untersuchungen vorgenommen, bevor Professor Eberstadt über die Spandauer Wohnungsverhältnisse geschrieben hat. gauzen Reihe von Fällen sind kleine Leute um ihr mühsam erwor Was den Satzfehler in dem Artikel die Spandauer Waldbenes Gut gebracht worden. angelegenheit" anbelangt, so konnten wir leider nicht ersehen, daß der Druckfehlerteufel aus: Es haben vier Kommissionen Wohnungsbesichtigungen vorgenommen" gemacht hat: Er habe mit vier Kommissionen Wohnungsbesichtigungen vorgenommen". gez. Koelge. kommen. Die in den Ostertagen herrschende milde Witterung hatte Zu dem großen Juwelendiebstahl im Union- Theater Unter den biele Tausende ins Freie gelockt. Die bekannteren AusflugsLinden wird noch mitgeteilt, daß vier der Beteiligten am ersten orte waren so stark belebt, daß vielfach kein Stuhl zu haben Feiertag dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden sind und zivar Der ehemalige Leutnant Kolberg, der Reifende Krause, Frau Pfeffer Die Gartenlokale waren fast durchweg stark besetzt, obwohl es zum Sißen im Freien noch nicht die rechte Zeit und die frühere Geliebte Kolbergs, die Tänzerin Bahmer. Der Diese Einsendung zeigt flar, wie geringe Kenntnis von der Juwelier, der ebenso wie die Tänzerin wegen Hehlerei festgenommen ist. Wohl felten ist so viel Kaffee vertilgt worden, wie an technischen Herstellung einer Zeitung der Magistrat hat. Sonst wurde, befindet sich noch in einem Sanatorium. Kolberg, der bei den Feiertagen in den Ausflugslokalen. Wie immer, wurde würde dem Magistrat unschwer die Entstehung des Sagfehlers flar dem Gaunerstreich die Hauptrolle gespielt hat, tat bei der Verauch diesmal manchen Ausflüglern das Vergnügen gedämpft geworden sein. Doch die Kenntnis der Zeitungstechnik gehört ja nehmung so, als ob alles ihn nichts angehe. Im Polizeigewahrsam durch die Beförderung, die sie auf der Stadt- und Vorort nicht zu den amtlichen Aufgaben des Magistrats. Anders steht es war er fehr auf sein Aeußeres bedacht. Als er mit den anderen bahn in Rauf nehmen mußten. Das beste Geschäft in den mit der Wohnungsfürsorge. Und auch hier versagt er voll- Berhafteten photographiert und daktyloskopiert werden sollte, verFeiertagen dürfte wohl die Bahnverwaltung gemacht. haben, jammenfassenden Darlegungen des Generals Wandel über anderen Schönheitsmitteln wird er aber wahrscheinlich für längere Aus den von uns wieder niedriger gehängten zu- langte er sogar, daß er vorher manikürt" werde. Von diesen und die in die Züge hineinstopfte, was nur irgend möglich war. die Ergebnisse der Wohnungsbesichtigungen aus der Zeit absehen müssen. Die Untersuchung gegen ihn über sein früheres Schrift des Professors Eberstadt muß der Von den höheren Lehranstalten der Stadt Berlin Magistrat Treiben ist noch nicht abgeschlossen. schließlich die Erkenntnis gewonnen haben, daß die Wohnungshaben die Gymnasien und die Realgymnasien schon seit einer fürsorge in Spandau mangelhaft ist, zum mindesten, daß Aus Liebesgram Reihe von Jahren eine andauernde Minderung ihrer ein schreiender Mißstand vorhanden ist, wenn die geplanten neuen versuchte sich am Sonnabendabend die zwanzigjährige Verkäuferin Schüler gehabt. Dagegen ist in derselben Zeit die Schüler- großen industriellen Anlagen ausgeführt werden. Aber nichts ist Bronislawa Lehrkraft aus der Hektorstraße 11 in Schöneberg zu zahl der Oberrealschulen gestiegen, besonders nachdem einer Beseitigung dieser Kalamität oder zu ihrer Vorbeugung ge- töten. Das junge Mädchen unterhielt seit einem halben Jahr ein zahl der Oberrealschulen gestiegen, besonders nachdem eine schehen. Wird nächste die Zweckverbandsversammlung sich an Liebesverhältnis mit einem Studenten und wollte fich zu Ostern britte Oberrealschule eröffnet worden war. In den letzten ihr Necht und ihre Pflicht erinnern, gegen die Pläne ihr Beto abzu- verloben. Am Sonnabendmittag erhielt sie von ihrem Geliebten fünf Schuljahren 1908/09 bis 1912/13 wurden im Quartal geben, die die Wohnungsnot noch vermehren? Oder sind die Haus einen Brief, in welchem der junge Mann ihr mitteilte, daß aus der Oktober Dezember gezählt in den 11 Gymnasien zusammen befizerinteressen und die Solidarität der Ausbeuter des Grund und geplanten Verbindung nichts werden könne, da seine Eltern dem 6253, 6272, 6178, 5969, 5920 Schüler, in den 7 Real- Bodens so start, daß sie die Versammlung beherrschen? Chebündnis abgeneigt seien. Aus Gram hierüber stürzte sich das gymnasien zusammen 4477, 4348, 4312, 4259, 4168 Schüler, junge Mädchen aus der vierten Etage ihrer Wohnung auf den Hof aber in den 3 Oberrealschulen zusammen 1580, 1647, 1705, 1740, hinab, wo sie mit zerschmetterten Gliedern liegen blieb. Die 2. haus gebracht. wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Schöneberger KrankenHilflos umgekommen. Die Leiche eines Knaben wurde am Montag an der SandkrugJahre alten Schülers Erich Wolter, der Sohn eines Maurers aus brücke aus dem Landwehrkanal gelandet. Es war die des sieben Jahre alten Schülers Erich Wolter, der Sohn eines Maurers aus am Ufer des Humboldthafens. der Rügener Str. 33. Wolter spielte vor vier Wochen auf dem Eise Knabe ging unter und fam nicht wieder zum Vorschein. Auch alles Plötzlich brach der Eisstreifen, der bjuchen blieb erfolglos. und dem Schauhause überwiesen. Ernst gestern wurde die Leiche gelandet 1849 Schüler. Für diese 21 höheren Lehranstalten zusammenstellte Eine schreckliche Entdeckung machten am 2. Feiertage Gastwirtssich die Schülerzahl auf 12 310, 12 267, 12 195, 11 968, eheleute in der Belle- Alliance- Straße. Zu ihnen tam anfangs voriger 11 937. Hieran waren die Vorschüler beteiligt mit 2788, Woche die der Frau von früher bekannte 35 Jahre alte Dienstmagd 2777, 2794, 2721, 2726. Man sieht, daß in den Vorschul Eladia Kaschinsky mit der Bitte, ihr für einige Tage Obdach zu ge klassen wenig von einem Rückgang zu merken war. Im ein- währen, weil ihr Zustand sie zwinge, demnächst eine Hebamme aufzelnen haben von den Gymnasien und den Realgymnasien zusuchen. Die Leute gewährten der Magd, die bereits Mutter eines einige noch eine Mehrung ihrer Schüler gehabt, wofür dann mehrere Jahre alten Kindes war, die Bitte, schärften ihr aber ein, in einigen anderen dieser Anstalten der Rüdgang um so zur rechten Zeit zur Hebamme zu gehen. Als die Leute am Sonnstärker war. Von 1908/09 bis 1912/13 hat die Schülerzahl abendabend von der Wirtschaft nach der Privatwohnung famen, war ( nach dem Stand vom Duartal Dktober- Dezember) sich das Mädchen nicht mehr da. Auch das Bettzeug, das es mitgebracht gemindert zum Beispiel beim Gymnasium zunt Grauen hatte, fehlte, ebenso einige Kleidungsstüde. Eie nahmen an, daß die beim Spielen in der Ungarnstraße. Einen graußigen Fund machten am Sonnabendabend Kinder Kloster von 541 auf 424, beim Dorotheenstädtischen Aufgenommene sich bereits ein geeignetes Unterkommen gesucht habe. Zaun des Kirchhofes der Philipp- Apostel- Gemeinde und stießen Sie buddelten dort vor dem Realgymnasium von 726 auf 616, fich gemehrt 3. B. beim Während der Feiertage waren fie fast gar nicht in der Wohnung. plöglich in geringer Tiefe, auf die Leiche eines kleinen Kindes, die Alte. gewänne kräftige Steuerzahler. Die Jdee ist großartig! Wir ziehen Beamten um Gehaltsaufbefferungen wurde nicht eingegangen. In sofort Ruzanwendungen daraus. Man erhöhe den Lohn der städti- Anbetracht des teuren Lebensunterhaltes beantragten unsere Genoffen, Ichen Arbeiter und Beamten sofort um 100 Prozent und die Stadt allen verheirateten von der Gemeinde beschäftigten Arbeitern und steigert die Steuerkraft einer ziemlich großen Zahl Einwohner um Beamten bei einem Jahreseinkommen bis zu 2400 m. eine einein ganz Erfleckliches. Es wäre wirklich Eulenspiegelei, wenn man malige Teuerungszulage von 10 Proz. ihres Einkommens zu ge unnötigerweise einigen Leuten ein Einkommen von mehreren tausend währen. Der Antrag wurde einer Kommission überwiesen, in der Mark verschaffen wollte, um dafür vielleicht 100 Mart Steuern zu auch die Genossen Behrends und Sohrauer vertreten sind. erlangen. Die Regiearbeit hat sich in Lichtenberg durchaus bewährt. Die Stadt würde erheblich zugunsten einiger Interessenten geschädigt, wollte man sie nun wieder abschaffen. Schmargendorf. in braunes Badpapier eingewidelt war. Sie übergaben diefe der Polizei, die sie nach dem Schauhause bringen ließ. Die Selbstmordchronit der Feiertage ist wieder recht reichlich. Besonders tragisch ist das Ende eines Greises, Eduard Müller, im Alter von 80 Jahren. Der alte Mann, der kränklich war, stürzte sich aus dem Fenster seines 1 Treppe hoch belegenen Stübchens im Hause An der Apostelkirche 4 auf den gepflasterten Hof, wo er schwer verBei einer anderen Gelegenheit wandten sich die Genossen Brießlegt liegen blieb. Auf dem Wege nach dem Krankenhause starb der meier und Behrends gegen eine Aeußerung des Professor Herchner. Letzterer hatte es Spiegelfechterei genannt, als die Mehrheit der Vermißt wird seit dem 6. März cr. die Witwe Klara Beyer, Vertretung einen Antrag der Boden- Aktien- Gesellschaft um Zulassung geb. Stolle. Dieselbe ist von fleiner, schmächtiger Gestalt, hat blaue von Gruppenhausbauten für das Gelände der Neuen Bismardstraße Augen, weißes Haar und an der linken Halsseite eine Schnittnarbe. Eine außergewöhnliche Behandlung wurde, schreibt man uns, in ablehnte. Es wurde auf Vorschlag der Baukommission beschlossen, Sie war bekleidet mit schwarzem Nod, schwarzem Mantel und eben der Nacht von Sonnabend auf Ostersonntag zwei bezechten Ver- die Zustimmung zu dem Gruppenhausbau nur dann zu geben, wenn solchem Hut. Fernerstrug dieselbe eine Brosche mit einem Doppel- tretern der gebildeten Gesellschaft", Vater und Sohn( einer von die verlängerte Humboldtstraße, soweit sich dieselbe im Terrain der bildnis von Frau und Kind, sowie einen Trauring. Da die Ver- beiden soll ein„ Herr" Bankbeamter sein) beim Bahnhof Schmargen- Gesellschaft befindet, von derselben anbaufähig ausgebaut wird. mißte gemütsfrank war und wiederholt Selbstmordgedanken geäußert dorf von dem dort postierten Revierschußmann zuteil. Der Beamte Da Herr Herchner die Interessen der Boden Aktien Gesellbertritt, hat, wird vermutet, daß sich dieselbe ein Leid angetan hat. Nach wurde angeherrscht, er solle ihnen sagen, wie sie in die Jägerstraße schaft besonders fo glaubte er, den Beschluß richten über deren Verbleib werden an das Polizeipräsidium oder kommen können. Als sich der Beamte in artiger Ruhe den rüden der Gemeindevertretung in dieser Angelegenheit als Spiegelfechterei an Scherf, Berlin N., Gleimftr. 58 I, erbeten. Ton verbat, schrie der Alte: Was, Sie Lump, Sie Strolch" 2c. und bezeichnen zu müssen. Genosse Brießmeier wies diese Aeußerung Radrennen auf der Olympia- Bahn. 24. März. Die diesjährige schlug jenem mit der Faust ins Gesicht, und der Herr" Sohn zurück; Herr Herchner suchte hierauf unseren Genoffen dadurch abRadrennen auf der Olympia- Bahn. 24. März. Die diesjährige wollte seinerseits nun auch noch drauflosslagen. Der Schußmann zuwehren, daß er sagte, es verstoße gegen Anstand und Sitte, ſeine Rennfaison hatte infolge des günstigen Wetters und des guten Be- machte die Rowdys jezt doch aufmerksam auf die Schwere ihres Aeußerung, die er nur als Privatäußerung getan habe, in die Debatte ſuches einen vielversprechenden Anfang. Der gebotene Sport war Vergehens, ließ sie aber, nachdem er sich allerdings ihre Adreffe zu ziehen. Als nun der Gemeindevorsteher unseren Genossen in in Anbetracht der Winterruhe der Fahrer noch wenig anregend; notiert hatte, in menschlicher Rücksichtnahme auf ihren Besoffenheits- Schutz nahm und meinte, daß Prießmeier nichts gefagt hätte, was wenn es auch zeitweise einige Kämpfe gab, so konnte doch der Held des Tages, der Berliner Gustav Jante, in beiden Dauerrennen zustand laufen, ohne sie erst zur Polizeiftation behufs Feststellung gegen Anstand und Sitte verstoße, erklärte der Herr Professor wütend, mitzuschleppen. Was würde einem Arbeiter widerfahren, wenn er daß der Herr Amtsvorsteher die Sozialdemokraten in Schuh nehme. einen leichten Sieg über seine Gegner erringen. Ein voraus- sich in betrunkenem Zustand in ähnlicher Weise gegenüber einem Der Gemeindevorsteher erwiderte, daß es seine Pflicht sei, jeden auf gegangenes Prüfungsrennen gab dem Dänen Kjeldsen die Berechti diese Weise Angegriffenen in Schutz zu nehmen. gung zur Teilnahme am Osterpreis über 60 Kilometer. Das Dauer- Polizeibeamten benommen hätte? rennen über 25 Kilometer gewann Jante leicht vor Huybrechts, Treptow- Baumschulenweg. Nowawes. während Miquel und Nettelbed aufgaben. Im Dsterpreis war nach Die lette Mitgliederversammlung des Wahlvereins wählte zu- In der lekten Wahlvereinsversammlung hielt Genosse Udo dem Sieger. Jante Nettelbeck der beste Mann; Miquel hielt sich zum nächst einen aus acht Personen bestehenden Jugendausschuß. einen mit großem Intereffe entgegengenommenen Vortrag über das Beginn gut, fiel dann aber aussichtslos zurück. In den Flieger- Alsdann erstattete Genoffe Haß Bericht von der General Thema:" Der preußische Befreiungsfrieg."- Zur Aufnahme ge rennen hatte der einzige Vertreter der A- Klasse, Otto Meyer, Rad- versammlung bes Kreises. Eine rege Debatte rief die fangten alsdann 7 Genossen und 9 Genossinnen. Den Bericht schaden und endete unplaziert. Sämtliche Rennen verliefen ohne Frage der Hauskassierung hervor. Infolge der vorgerückten von der letzten Kreis- Generalversammlung erstattete Genosse Kirsch. Beit fonnte der auf der Tagesordnung stehende Bericht aus Bei Besprechung des Ergebnisses der Gemeindevertreterwahlen Neulingsfahren. 1. ruptat, 2. Linsener, 3. Amelang, der Gemeindevertretung nicht mehr gegeben werden. Der Vor- frug Genosse Tauschel an, was mit denjenigen Mitgliedern gefchehen figende, Genosse Lemm, ermahnte die Genossen zu reger Mitarbeit werde, die ihr Wahlrecht nicht ausgeübt haben. Der Vorsitzende Eröffnungspreis. 1. Finn, 2. Rudel, 3. Freiwald, in dem bevorstehenden Landtagswahlkampf. erwiderte, daß der Vorstand die Betreffenden zur Rechtfertigung auf 4. Schmittchen, 5. Krupkat. fordern und danach seine Maßnahmen treffen werde. Genosse Paul Brüfungsrennen für Klasse B. 25 Stilometer. 200, 150, Weißensee. Neumann wies anschließend an seine Stritit über den Wahlausfall 100 und 50 m. 1. Kjeldsen 19 Min. 19 Set.; 2. Jenske, Nicht gerade großer Beliebtheit erfreut sich der von der Ge- auch auf den schlechten Besuch der Mitgliederversammlungen hin 1110 Meter; 3. J. Effer, 4630 Meter; 4. Sykora, 4870 Meter. meinde in Verbindung mit dem Säuglingsfrankenhause errichtete und bedauerte lebhaft, daß die Mehrzahl der Mitglieder ein so Dauerrennen für Klasse A. 20 Stilometer. 400, 300, Substall bei dem Milchhändler und Gemeindevertreter Schmiedece. geringes Interesse an den Aufgaben der örtlichen Barteiorganisation 200 und 100 M. 1. G. Jante 18 Min. 55% Set.; 2. Huybrechts, Auger Milchpräparaten für die Säuglinge werden in dem Gemeinde- zeigen. Der Vorsitzende suchte den schlechten Versammlungsbefuch 1450 Meter. 3. Nettelbed und 4. Miquel aufgegeben. Ofterpreis. 60 Kilometer. 800, 600, 500, 400 und 300. Bublifum bisher reißenden Absatz fanden. Zur Vergrößerung des Vereine zu sehr in Anspruch genommen wird. Bei Besprechung Ofterpreis. 60 Kilometer. 800, 600, 500, 400 und 300 m. unternehmen auch sonstige Milchprodukte hergestellt, die beim dadurch zu erklären, daß die Arbeiterschaft durch die vielen örtlichen 1. G. Jante 45 min. 35 Sel.; 2. Nettelbed, 1950 Meter; Betriebes wurden in der legten Gemeindevertretersizung wiederum von Gemeindeangelegenheiten beschwerte sich Genosse Wittle über 3. Huybrechts, 2530 Meter; 4. Kjeldsen, 3290 Meter; 5. Miquel, 35 000 M. gefordert. Das erregte ganz besonders den Born des bie mangelhafte Reinigung der Luisenstraße. Er sprach den Bunsch Gemeindevertreters Schmiedecke. Tosendes Gelächter brach aus, als aus, die Gemeinde möchte die Hausbefizer eventuell unter AnDie Feuerwehr als Mädchen für alles. Aus einem eigenartigen derselbe erklärte, daß die Gemeinde mit seinem" Jaguar" noch einen wendung von Strafen zur besseren Straßenreinigung anhalten. Anlaß wurde die Feuerwehr am Ostersonntag nach der Ecke der bösen Reinfall erleben werde. Gemeint hatte Herr Schm. damit den Genosse Paul erwiderte, daß die Hausbejizer gegenwärtig zur Schwedter- und Gaudystraße gerufen. Dort befand sich eine vielfach begehrten Yoghurt". Der Redner betonte jedoch, daß er Straßenreinigung gar nicht verpflichtet feien; eine Renderung hierin Katze auf einem Baum des Fallplatzes in einer„ Notlage". Als das Wort nicht anders auszusprechen vermag. Bemerkt jei, daß werde vielleicht vom April ab eintreten. Bezüglich des von bürgerHerr Schm. Mitglied des Kuratoriums der höheren Schuler ist. Zum lichen Vereinen erhobenen Proteftes gegen die Aufstellung von die Wehr eintraf, war die Kaze schon heruntergestürzt. Da sie sich Schluß behauptete Herr Schmiedecke, daß er feinen Käse viel größer öffentlichen Trinkhallen bemerkte Genoffe Kirsch, daß die Arbeiterschwer verletzt hatte, so würde sie fofort getötet. schneide als die Gemeinde in ihrem Musterkuhstall. Troß seiner fchaft prinzipiell gegen das Projekt nichts einwenden könne. gegensäglichen Anschauungen wurden die 35 000 M., ohne daß sich noch andere Herren dazu äußerten, bewilligt. Brik- Buckow. Unfall. 4. Stroblin. 8170 Meter. Das Volkskonzert des Männerchors Neukölln " am Ostersonntag im Konzertsaal der„ Neuen Welt" erfreute sich starken Besuchs. Und nicht zum wenigsten des aus interessanten Instrumentalwie solistischen Liedervorträgen und Männerchören zusammengesetzten Programms wegen. Die Neuköllner weisen unter ihrem Chor meister Jan F. van den Dries ganz vorzügliche Leistungen auf. Der Stimmentörper hat wuchtige Klangfülle und schönen, durch gebildeten Vortrag. Die Aussprache bestrebt sich der Deutlichkeit und Rundung, könnte jedoch dort, wo die Melodie mehrere Intervallen auf ein Wort vereinigt, eine noch sorgfältigere Bindung der Silben beobachten und im ganzen die Endfilben weniger dem Sprachgebrauch als dem Tonfall gemäß, also runder bringen. Neben wertvollen melden. und an den Vortrag große Erfordernisse stellenden Chören, wie Hymne an die Musit"" von Franz Lachner, Ruhe, schönstes Glüd Eichwalde. auf Erden" von Franz Schubert und Uthmanns fraftvoller Ballade Die Gemeindewahlen finden heute Mittwoch, den 26. März, statt „ Lord Foleson" figurierte doch auch wenig hedeutender und zwar für die dritte Klasse nachmittags von 4 bis 6 Uhr, für Singfang. Weinzierls, des Oberösterreichers Heut ist heut" auf teine die zweite von 6 bis 7 Uhr und für die erste Stlasse von 7½ mag als„ Tafellied" ganz reizend sein. Die andere Lebensphilosophie als auf die eines Kneipanten bis 8 Uhr. Kandidaten sind für die dritte Klasse Alfred Wendt, für und Bruder Liederlich gestellte im Text will doch nicht recht zu der die II. und I. Klasse Buchdruckereibefizer Konstantin Janiszewski. Anschauung unserer Arbeiter passen. Dann eine Bemerkung zu dem Die Parteigenossen Groß- Berlins, soweit solche mit Eichwalder Steuermannslied aus Wagners Fliegendem Holländer". Gewiß: wählern zusammenarbeiten, werden gebeten, dieselben auf die Wahl das Lied ist schön, obgleich es lange nicht zu den schönsten jenes aufmerksam zu machen. Musikdramas gehört. Aber vergegenwärtigen wir uns einmal die Situation. Das Schiff des Norwegers Daland hat soeben Anter Adlershof. geworfen. Daland ist ans Land gegangen und entdeckt, auf einem Ein Großfeuer wütete in der Nacht zum Ostermontag in Felsen stehend, daß er nur noch wenige Seemeilen vom Heimathafen Adlershof. Es stand der Dachstuhl des Eckhauses Radicestr. 34 und entfernt ist, diesen jedoch des Sturmes wegen noch nicht erreichen Friedenstraße in Flammen, der erst zu Pfingsten vorigen Jahres fann. Ruhigeren Seegang abwartend, stellt er eine Wache aus und geht in die Kajüte, um zu schlafen. Der Steuermann bleibt eine einmal niedergebrannt war. Die Adlershofer Feuerwehr war schnell Weile wach, fingt ein Lied und schläfert gleichfalls ein. Dies ein- in ganzer Stärke zur Stelle und griff mit vier Schlauchleitungen fame verhallende Lied eines einzelnen fingt und das ist das Un- ein. Auch aus den umliegenden Örtschaften eilten die freiwilligen finnige!- hier ein starter Männerchor! Wagners Orchester- Feuerwehren zur Hilfeleistung herbei. Nach 1½½stündiger Löschtätig begleitmusik zu dem Steuermannssang hat natürlich dem un feit konnte die Gefahr als beseitigt gelten. Der Schaden ist begenannten Chorbearbeiter zur Grundlage dienen müssen. Und deutend. Alle Nachforschungen nach den Brandstiftern sind bisher schließlich: Auf wessen Rechnung fommt das gefchmadlose ergebnislos verlaufen. Situngstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Reinickendorf. Donnerstag, den 27., und Freitag, den 28. März, nachmittags 5 Uhr, im Rathaus, Hauptstr. 38/40 II, großer Sigungsfaal: Etatsberatung. Spandau. Donnerstag, den 27. d. Mts., nachmittags 4% Uhr, im Rathaus. Tempelhof. Donnerstag, den 27. März, nachmittags 5%, Uhr, im Lichtenberg. Am Donnerstag, den 27. d. Mts., nachmittags 6 Uhr, Diese Situngen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ift be. Von der Gemeindeverwaltung Britz wird jetzt wenn auch reichlich spät Land zu Laubenzwecken direkt an Kolonisten verpachtet, und zwar die Quadratrute für 50 Pf. Vorläufig ist ein Gelände hinter den Gärtnereien der Rudower Straße, zwischen Grenzallee und dem Kanal, in einer Größe von 6 Morgen hierzu Gemeindefizungszimmer, Dorfstr. 42. ausersehen. Wegen frühzeitigen Schlusses der Gemeindebureaus ist Gemeindevertreter Genoffe Kizing, Rudower Straße 85, ermächtigt, im Sigungsfaale des Rathauses, Möllendorfstr. 6. Kontrafte abzuschließen. Interessenten werden gebeten, fich fofort zu rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. " " Hurra"? Herr Eduard Meier sang mit weichent, obzwar nicht sehr profundem Baß Arie und Lied des Sarastro aus Mozarts Zauberflöte". Das Berliner Konzerthausorchester unter feinem Dirigenten Franz von Blon empfiehlt sich durch tünstlerische Qualitätsleistungen und verdient volles Vertrauen. Vorort- Nachrichten. Lichtenberg. Hermsdorf i. M. Der Voranschlag der Gemeinde für das Steuerjahr 1913 schließt ab in der ordentlichen Verwaltung mit 888 172 m. gegen 587 814 M. im Vorjahre. Die Einnahmen setzen sich wie folgt aufammen: Allgemeine Verwaltung 26 850 m., Polizei 4000 M., Steuern 285 510 M., Verzinsung und Tilgung der Anleihen 185 204 M., Boltsschule 24 051 M., Höhere Snabenschule 19 440 M., Miete für die private Höhere Mädchenschule 2000 m., Straßen und Pläge 725 M., Friedhöfe 6280 M., Armenpflege 5470 M. Betriebe: Gaswert 244 594 M., Wasserwerk 72 747 M. und Kanalisation Jugendveranstaltungen. Pankow- Niederschönhausen. Sonntag, den 30. März, mittags 1, Uhr, findet im Lotal Reczyidis Gesellschaftshaus in Bankow, Streusstraße 3/4, eine öffentliche Jugendversammlung statt. Tagesordnung: Die Ziele der freien Jugendbewegung. Referent: Herr Schwent- Friedrichsfelde. Die Jugendlichen treffen sich pünktlich 1, Uhr, Abteilung Nord am Nordbahnhof Bollantstraße, Abteilung Süd Berliner Straße, Ede Maximilian, ftraße. Die Arbeiterjugend von Niederschönhausen trifft fich pünktlich 1 Uhr Schönhauser Kirche. Die Arbeiterjugend des Gesundbrunnen wird ersucht, fich an der Versammlung zu beteiligen. Eingegangene Druckfchriften. Hyg. Monatsschrift zur Verbreitung des Wissens vom menschlichen Körper. Herausgegeben von Dr. J. Spier und Dr. E. Singer. Bierteljährlich 1,25 M. Berlag: Boltsmedizin, München. Wein- Abrechnung. Von Karl Radel. Jm Selbstverlag des Berfassers. Zu beziehen von der Buchhandlung der Bremer Bürgerzeitung". Preis 30 Pf. " Briefkaften der Expedition. Patienten in Beelik, Buch und anderen Heilstätten. Diejenigen unferer Abonnenten, die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heilstätte bleiben, wollen uns wegen der leberweisung von Frei exemplaren sofort ihre Adresse einsenden, da bei verspäteter Bestellung bie ersten Nummern des neuen Monats von der Boft nicht geliefert werden. Alle Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. Witterungsübersicht vom 25. März 1913. Stationen Barometer stand mm Bind Bump Windstärke Better 3 wollen! 4beiter Temp. n. E. 9 Stationen tand mm Barometer eichtang Wind Bindstärke 3 Haparanda 76092 3 Betersburg 754 Still 2 Scilly 3 heiter 769 N 768 N 769 NO 768 SD 768 N 3 bededt 3 Paris 3moltig 11 1beiter 767 DSD 5 Aberdeen 768 Sti 7689 Better Temp. n. 6. Hop= Bog 2wollent- 14 Rebel 3halb bd. 7 -0 halb bd. 1 2 wolkenl 3 Wetterprognose für Mittwoch, den 26. März 1913. Vielfach heiter, nachts sehr fübl, am Tage wieder etwas wärmer bei Berliner Betterbureau. Wafferktands- Nachrichten Gegen die Regiearbeit laufen unsere Steinfegmeister seit Jahr 33 000 m. Die Ausgaben: Allgemeine Verwaltung 92 276 M., und Tag Sturm. Wenn das städtische Tiefbauamt, sowohl unter Polizei 20 489 M., Steuern 31 515 M., Berzinsung und Tilgung der der Leitung des Stadtbanrates Uhlig wie feines Vorgängers, auch Anleihen 185 204 M., Volksschule 85 025 W., Söhere Snaben- Swinemde. 765 feine Neigung zeigte, über. bescheidene Anfänge der Regiearbeit ichule 45 510 M., Zuschuß für die private Höhere Mädchen- Hamburg 35 114 M., Fried Berlin hinauszugehen, so setzten die Leiter dem Begehren der Pflaster- schule 6862 M., Straßen und Pläge Betriebe: Gaswerk Frants. a. meister, sich ihnen vollständig auszuliefern, doch entschiedenen Wider- höfe 15 978 M., Armenpflege 14 555 M. stand entgegen. Seitdem wir uns eines, sozusagen Vizestadtbau- 227 594 M., Wasserwerk 72 747. und Kanalisation 33 000 M. München rates erfreuen, scheinen die Steinsetzmeister Oberwaffer gewinnen Die gesamten Schulden der Gemeinde betrugen am 1. Januar 1913 Bien zu wollen. Man bekommt den Eindruck, als ob der neue Herr im 3 297 449,25 M., das gesamte Bermögen der Gemeinde( darunter ein Bauamt vor den Innungsmeistern die Segel streiche. Er möchte Barbestand aus aufgenommenen Anleihen von 692 500 M.) beträgt mit der Regiearbeit nichts mehr zu tun haben. Daß er fie technisch 4 466 381,17 M. Der Kommunalsteuerzuschlag wurde wie im Vor- mäßigen nordöstlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. nicht bewältigen könnte oder ihm die Arbeit zu läftig sei, darf wohl jahr auf 100 Broz. festgelegt, ebenso 200 Proz. Zuschlag zur als ausgeschlossen gelten. Daß Regiearbeiten nicht vorteilhaft aus- Gewerbesteuer der Klassen I und II und 150 Broz. Zuschlag zur geführt werden könnten, solchen Einwand darf man in Lichtenberg Gewerbesteuer der Klassen III und IV. Die Grundwertsteuer wurde erst recht nicht mehr erheben. Wer es wagt, macht sich angesichts von 2,2 auf 2,5 pro Mille für bebaute und von 4,4 auf 5,0 pro der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau der glänzenden Entwickelung bei den städtischen Werten einfach Mille für unbebaute Grundstüde heraufgefeßt. Gegen diese sehr lächerlich. Und ein städtischer Beamter würde mit solchem Einwand mäßigen Sätze liefen die Herren Hermann und Kaßniz Sturm. Wafferstand nnr seine fachliche Unzulänglichkeit herausstellen. Für den Wandel Genosse Sohrauer zeigte, daß diese Sätze in allen Gemeinden Großim Stadtbauamt bleibt daher nur die oben angedeutete Erklärung. Berlins mit fortgeschrittenen fommunalen Verhältnissen längst überDie Pflastermeister sind sich augenscheinlich ihres Sieges schon schritten feien. Die vorgeschlagene Umänderung wurde schließlich Memel, Tilfit Sie bollständig sicher. feiern gewiffermaßen böllige mit großer Mehrheit angenommen. Das Gas- und Wafferwert Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Rapitulation des Stadtbauamtes, indem fie durch den wird voraussichtlich wegen umfangreicher Erweiterungen für die Dder, Ratibor Kroffen Obermeister ihrer Zwangsinnung die Preisgabe der Regiearbeit im nächsten Jahre nur mäßige ieberschüsse abwerfen. Für bedürftige Frankfurt Drtsblatt verteidigen laffen. Daß fie sich dabei mit den abgestanden Schulkinder wurden 500 M. für Lernmittel, für Kur- und Heilzwecke ften Redensarten begnügen müssen, beweist am besten, daß es stich- 300 M., Gewährung von Frühstück 100 m. und Beschaffung von Barthe, Schrimm Landsberg haltige Gründe für ihre Forderung einfach nicht gibt. Sie pochen Kleidungsstücken 200 m. bewilligt. Durch Beschluß der Gemeindeauf das Recht ihrer Eristenzberechtigung. Jeder Arbeiter, der mit vertretung wird die Hergabe diefer Mittel nicht als Armenunter- Nebe, Bordamm folcher Forderung seine Weiterbeschäftigung verlangen würde, wäre ftügung betrachtet. Ferner wurden 900 M. für Anstellung eines des Hohnes und Spottes der Herren Pflastermeister sicher. Sie Schularztes bewilligt. Die Stiftung eines Ehrenpreises im Betrage rechnen für die Stadt nach ihrem Hegeneinmaleins einen Vorteil von 120 M. für den Deutschen Schwimmerbund, der alljährlich in heraus. Durch die Preisgabe der Regiearbeit würde einigen selbst Hermsdorf ein internationales Wettschwimmfest veranstaltet, wurde ständigen Pflastermeistern eine gute Eristenz geboten und die Stadt unter Protest unserer Genossen beschlossen. Auf die Anträge der die " དྡྷེ ཥཤཤ L ཤ 203 am feit 24. 3. 23.3. om cm³) 418+-2 120<-2 +5 am feit 190 +4 140 +2 Wasserstand Saale, Grochlik Havel, Spandau) Rathenow Spree, Spremberg) 24. 3. 23 3. cm cm³) 162 70 121 90+3 Beeskow 87 141 +2 Befer, Münden 257 94 -6 Minden 328 73 3 Rhein, Maximilians au 14 0 258 61 +30 Köln 281 -87+5 196 152 160 +5 -2 Main, Hanau Mosel, Trier 188 211 + bedeutet Buchs, Fall.) Unterpegel. 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