Nr. 75. Abonnements- Bedingungen: Tibonnements- Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl, 1,100, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags summer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 30. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zuläffig 2 fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Abreffet Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 1983. Dienstag, den 1. April 1913. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1984. Sonntag gilt es, gegen die ungeheuerlichen Heereslasten in Massenversammlungen wuchtigen Protest zu erheben! Die große Schröpfung. I. Die Entstehung der Militärvorlage. Als am 8. Januar die Peit" behauptete, daß dem Reichstage, voraussichtlich noch im Februar, eine Militärvorlage zugehen würde, suchte eine offiziöse Korrespondenz die Angelegenheit als eine barnlose und winzige Sache darzustellen, die nicht der Rede mert sei. Sehr bald stellte fich das Gegenteil als wahr heraus, und etwa eine Woche vor dem Geburtstag des Kaisers wurde in den Scherlblättern, inter der Ueberschrift Forderungen der Armee", eine kleine Armeerevolte auf Holzpapier von dem Großen Generalstab gegen die„ untätig" Regierung inszeniert. Bald danach unterlag es feinem 3myeifel mehr, die Antwort auf die furze Anfrage des Genossen Gradnauer bestätigte es vollends, daß dem Reichstage noch in dieser Session eine große Militär. vorlage zugehen würde. traditionellen und fleine Serbien getrieben hat. Desterreich hätte sein großes und ohne die tätige Mitwirkung Großbritanniens auf feiten Gebiet den Serben schon längst, und zwar ohne Schaden, der russisch- französischen Entente, vermögen wir an den Krieg öffnen können; statt dessen hat es sie wirtschaftlich geradezu der großen europäischen Staaten nicht zu glauben. mißhandelt und sich diese friedliebenden Bauern zu Feinden Aus alledem ergibt sich, daß Deutschland sehr wohl auf gemacht. Indem die einseitig agrarische Politik Dester- die Vermehrung seiner Machtmittel verzichten kann, fie aber ant reichs das wirtschaftliche Gedeihen Serbiens geradezu unter- wenigsten für die von der Regierung befürchtete Ent band, hat sie die national- slawischen Tendenzen direkt hervor- widelung gebraucht. Freilich, bei seiner geographischen Lage gerufen. Eine Politik, die dem agrarischen Nachbarstaate muß Deutschland endlich sich bescheiden lernen eine Ausfuhr seiner Produkte ermöglicht, wird nicht nur erkennen, daß diese es hindert in politischen Dingen ein Land politisch den hauptsächlichsten Stein des Anstoßes aus dem der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein. Deutschland kann Wege räumen, sondern der österreichischen Industrie durch nicht alles wollen und sich nicht alles erlauben: nicht zugleich den wachsenden serbischen Bedarf große Gewinne sichern. mit Rußland schlecht stehen, England reizen durch den Wettlauf Ist es schon ein starkes Stück, dem deutschen Volke un- im Flottenrüsten und die Franzosen durch dummdreiste Spektakelgeheure Militärlaften aufzuhalsen, weil die unglaubliche Stücke à la Agadir in einen seit 20 Jahren nicht erlebten österreichische Wirtschaftspolitik die politische Feindschaft Ser- Chauvinismus treiben. Wir sind gewiß die legten, die glauben, biens nach sich zieht und dadurch eine ganze Anzahl öster- daß die politisch- wirtschaftliche Entwickelung vor allem von reichischer Armeekorps festhält, so ist es geradezu der Fähigkeit der Staatsmänner abhinge. Aber so sehr unterbollendete Tollheit, durch Fortsetzung dieser schätzen wir auch nicht deren Wirkungsmöglichkeiten, als daß Politik die deutschen Militärlasten in nie da- man ihnen schweigend jede schädliche Dummheit gestatten Als dann, gegen Ende Februar, von dem Kanzlerblatt gewesener Weise in die Höhe zu treiben. Wenn dürfte. die für die Militärvorlag: notwendigen Riesensummen in die Veränderungen im Südosten irgend etwas gebieterisch In offiziösen und offiziellen Artikeln hat die Regierung der bekannten Höhe zugegben wurden, war es fiar, daß die verlangen, dann in erster Linie die Abkehr sich ihre Gewissenhaftigkeit bescheinigen lassen, mit der sic Militärs auf der ganzen Zinie gefiegt und das durchgefekt von der österreichischen durch Vermehrung der eigenen Machtmittel auf die Sicherheit batten, was von den Rüstungs- und Kriegsinterefffetten und Politit gegen Serbien. Und es wäre für die des Reiches bedacht sei, nachdem der Balkankrieg die beden im Wehrverein orge misierten Rüstungsfanatikern schon Wilhelmstraße in Berlin würdiger und auch freundete Türkei ausgeschaltet und einen Teil der österreichischen lange vorher in der Deffe ntlichkeit gefordert worden war. gescheiter, diese Notwendigkeit der südöst- Kräfte anderweitig festgelegt habe. Wenn man sich auf den Begründet werden Diese extremen Rüstungswünsche etwa lichen Veränderung dem fchwarzgelben Ver- Voden dieser Argumentation stellt( und wir wollen das einfolgendermaßen: Die erhebliche Verschärfung der politischen bündeten beizubringen, als diese unberant- mal tun, ohne sie uns zu eigen zu machen), so darf man wohl Verhältnisse in den let ten zwei Jahren, vor allem die durch wortliche Anziehung der Militärschraube in fragen: wo war die gewissenhafte Regierung in all den den Balkankrieg hervorgerufene Veränderung der Dinge im der Heimat. Jahren, in denen die veränderte Stellung Italiens im DreiSüdosten Europas, zwingen zu weiteren Rüstungen. Sie Eine vernünftige und weitschauende österreichisch- deutsche bund ähnliche militärische Machtverschiebungen nach sich gefommen für die augeablidliche politische Lage nicht in Frage, Politit wäre gewiß imstande, die Feindschaft der Balfan- zogen hatte? Glaubt denn noch ein ernster Politiker in sondern sie sollen das deutsche Heer so stark machen, daß es staaten in Freundschaft zur wandeln; sie könnte fogar den Deutschland, daß Italien, des papiernen Vertrages wegen, allen Eventualitäten. der Zukunft hinreichend gewachsen ist. Balkanbund zu einer Art Bufferstaat gegen Rußland gestalten, im Falle eines deutsch- französichen Krieges auch nur ein einWir sind nicht der Meinung, daß diese Begründung un- denn der Gegensatz der agrarischen Balkanstaaten ziges Bataillon gegen Frankreich marschieren ließe? Italien flar ist, sondern glauben, daß fie ganz gut erkennbar zeigt, um ebenfalls agrarischen Rußland muß, gehört nicht erst seit der Zusammenkunft von Racconigi nicht wie der Reichsregierung die Stellung Deutschlands für die neben dem Meerengengegensaz, im Laufe der Ent- mehr innerlich zum Dreibund. Die politisch- wirtschaftliche nächste Zeit erscheint. Wir wollen uns deshalb an diefer widelung immer fühlbarer werden. Freilich erfordert Situation Italiens ist von der, die vor einem Menschenalter Stelle auch nicht den Kopf zerbrechen über die nebensächliche eine solche Politit den endgültigen Verzicht auf seinen Beitritt als Dreibundmacht veranlaßte, derart berFrage, ob Herr von Heeringen, der die Verstärkungen der die bequeme Phraseologie von dem germanischen"(!?) schieden, und seine wirtschaftlichen Interessen weisen es derbeiden letzten Jahre als hinreichend ansah, die neue Vorlage Desterreich, das als germanische" Vormacht dem maßen auf die benachbarte Republik, daß auch der dümmste schlecht oder recht vertreten kann, wir wollen uns vielmehr Slawenandrang Halt gebieten müsse. Das ist nichts Diplomat nachgerade begreifen könnte, was die Spaßen von mit dem politischen Standpunkt der Regierung auseinander- als ein politisch- ideologischer Schnickschnack, aber dumm und allen Dächern pfeifen. Mit der Gewissenhaftigkeit" der, fezen. gefährlich, und um so gefährlicher, wenn, wie das aus einem deutschen Regierung ist es also eine recht windige Sache. Und Der Ausgangspunkt für die politische Auffassung der Re- offiziösen Berliner Telegramm der Köln. Zeitung" anfangs wenn man im italienischen Falle auf die Verstärkung der gierung wird natürlich gebildet durch die Zugehörigkeit dieses Monats hervorging, diese Auffassung die der maßgeben Kriegsmacht verzichtete, so gibt( das glauben wir nachgewiesen Deutschlands zam Dreibund und seinen Gegensatz zur Frank- den Stellen ist. Von einer„ Verschiebung des Kräfteverhältnisses zu haben) die veränderte politische Situation für den Augenreich und Rußland, während der zu England dabei zurück- zugunsten des ganzen Slawentums" war da die Rede. blick und für die nächste Zukunft am allerwenigsten einen Antritt; und als nächste Kriegsmöglichkeit gilt den maßgebenden Welch' törichte Auffassung spricht aus dieser laß, den ausschweifendsten Rüstungsphantasien extremer WeltStellen die gegen den westlichen und östlichen Nachbar zu Darstellung der Dinge. Als ob das Slawen- machtpolitiker nachzugeben. gleicher Zeit. Die Veränderungen im Südosten, d. h. also der tum eine Einheit wäre, die ohne weiteres Nach unserer festen Ueberzeugnug handelt es sich bei den Sieg des Ballanbundes über die Türkei, müsse, so sagen die dem Deutschtum feindlich gesinnt sein müsse! bevorstehenden Riesenforderungen auch um gar nichts anderes, Offiziösen, zur Folge haben, daß einige hunderttausend und welch' maßlose leberschäzung der als um die Ausnüßung der politischen Konjunktur. Durch Mann österr Lichischer Truppen, die früher gegen Rußland Stammes verschiedenheit zugleich! Die Slawen- eine außerordentlich geschickte Breßkampagne, die piano behätten marschieren können, nunmehr zur Sicherung gegen die völker find nun einmal da; man kann sie nicht mehr von der europäi gann und unmerklich zum fortissimo stieg, hat man die Balkanstoate a festgehalten seien; und aus dieser Situation fchen Starte wegwischen. Aber ihr Gegensatz zum„ germanischen" öffentliche Meinung in unerhörter Weise bearbeitet, so daß Herr ergebe sich die Stärkung der eigenen Wehrmacht, der Ausbau Desterreich erwächst größtenteils aus wirtschaftlichen Dingen Bayer in der Osternummer der Frankfurter Beider östlicher Befestigungen mit eiserner Konsequenz. und nicht aus stammesgeschichtlichen Verschiedenheiten. Zwar tung" von einer dumpfen Resignation" spricht, die das So flar und folgerichtig diese Anschauung der Regierung kann nicht geleugnet werden, daß das geradezu findliche Un- deutsche Volk angesichts der kommenden Dinge erfaßt habe. zu sein scheint, so ist sie dennoch unschwer zu widerlegen. Ein- geschick in der t. t.„ Behandlung" der verschiedenen Völkerstämme So schlimm stehen die Dinge nun freilich nicht, wenngleich mal überschägt man in hohem Maße die Kriegswahrscheinlich des Habsburger Reiches den Slawen innerhalb und außerhalb diese Auffassung auch auf die Fortschrittliche Volkspartei zu feit mit tuzland, und ein andermal unterschätzt man die der schwarzgelben Grenzpfähle hinreichende Gelegenheit gab, treffen mag. Denn was über die Bereitwilligkeit des Vol.3 Möglichkeit, zwischen Desterreich und den Balkanvölkern( vor die nationalen Leidenschaften zu schüren. Aber darüber läßt der Riesenvorlage zuzustimmen, ja, fie geradezu herbeizusehnen allem herbien) gutnachbarliche Beziehungen herzustellen. sich mit gutem Willen hinwegkommen. Denn wenn die in patriotischen Blättern geschrieben und von parlamentariEin Krieg des Zweibundes( oder auch der Tripel- Entente) Stammesverschiedenheiten die politischen Gegensäge der Völker schen Wichtigtuern geredet wird, ist nichts wie eine dreiste und mit der Dreibunde würde in jedem Fall für Rußland ein ohne weiteres hervorriefen( in Wirklichkeit tritt ihre Bedeutung beabsichtigte Fälschung. Eine elende Stimmung Babanque- Spiel sein, und seine gesamten inneren Berhält. meilenweit zurück hinter die durchschlagende Kraft wirtschaft mache, die in tönendem Phrafengeflingel nisse nirken einem solchen Konflift entgegen. Rußland licher Eristenzbedingungen), so hätten wir Deutsche mit unseren die kritischen Stimmen zu überschreien berriskiert, eher durch seine Erpansion im fernen Often( vergl. englischen Vettern nie anders als in ungetrübter Freundschaft such t. Man gehe doch einmal von Haus zu Haus und zähle die Vorgänge in der Mongolei, in Tibet und in Perfien), sein leben fönnen. die Stimmen derer, deren Patriotismus" diese nie gesehene Verhäß nis zu England zu lodern, als der slawischen Balkan- Daß übrigens das gespannte deutsch englische Verhältnis Heeresvermehrung verlangt! Das Resultat einer solchen Ervölfer( wegen alles auf eine Starte zu setzen. Einem Waffen- allmählich einer freundschaftlichen Annäherung weicht( trot mittelung würde zweifellos eine absolute Desavoierung der gang mit Deutschland wird Rußland unter allen Umständen aller baffermännischer und liberaler Weisheiten von schlecht von den Ofiziellen und Offiziösen konstatierten" Stimmung und nit allen Mitteln auszuweichen suchen, und es wird, verstandener Weltpolitit) ist ein weiterer Grund des deutschen Volfes sein. Daß insbesondere die proletarischen auch beim albanischen Streit, Serbien ebenjo im Stiche lassen, gegen die deutsche Rüstungsraserei. England Massen Gegner jeder Verstärkung des Heeres sind, versteht mie beim legten großen Türfenfrieg. Und es kann gar keinem hat, um die vielen Millionen seiner mohammedanischen sich von selbst. Sie müssen es geradezu als eine Verhöhnung Zweifel unterliegen, daß Rußland, wegen seiner nie auf- folonialen Bevölkerung zu beruhigen, ebenso wie Deutschland empfinden, daß Hunderte von Millionen für den Militarismus höranden Aspirationen auf die Meerengen, in einen steigenden ein großes Interesse an der Integrität wenigstens der asiatischen sozusagen auf der Straße liegen, während die alten KriegsGgensatz zu den Balfanstaaten geraten muß. Türkei. Hier liegen, verbunden mit dem Streben Rußlands, veteranen darben, die Witwen- und Waisenpensionen von An Für die österreichische Politik bedarf es keines besonderen an das Mittelmeer zu gelangen( die mongolisch- tibetanisch- fläglicher Winzigkeit sind und die paar lumpigen Millionen ' charfsinnes, ihre Stellung danach einzurichten. Eine den persischen Reibungsflächen wurden schon erwähnt), so deutliche für eine der wichtigsten Volksaufgaben: für eine ausreichende alfanreichen entgegenkommende Politik entspricht durchaus Seime des englisch- russischen Gegensatzes, daß die deutsche Wöchnerinnenunterstützung nicht aufzubringen waren. Ben Interessen des gesamten österreichischen Staates, ab- Diplomatic geradezu mit Blindheit geschlagen sein müßte, folche ausreizende Tatsachen wird das Volf, werden ins gesehen vielleicht von einer Handvoll Agrarier, für deren wenn sie unter diesen Umständen die deutsch- englische besondere die Arbeiter denken müssen, wenn in den nächsten Bwede man viel zu lange die fchikanose Politik gegen das Interessengemeinschaft nicht zu sehen und zu nüken vermöchte, Wochen die Militärvorlage beraten wird. Die Forderungen des Militarismus. Rätsel der Wehrvorlage. " 1 Appetit gesegnet, der geradezu Entsetzen erregen muß. Denn sofort und in demselben Maßstabe darauf erwidern, können wie wir schon in unserer Sonntagsnummer nachwiesen, for- wir nicht sicher sein." In ruhigeren Worten sagen die dert er für die nächsten fünf Jahre die Kleinigkeit von min Times" dasselbe. Das Blatt schreibt:„ Wir wünschen nicht, Die amtlichen Aftenstücke der Wehrvorlage, die am Sonn- destens 150 Millionen, von dreißig Millionen also im Jahr. uns der Sprache der Beunruhigung in diesem oder einen abend, 10 Uhr abends, den Redaktionen zugingen die Mit- Was mag uns da erst für die Zukunft bevorstehen, wenn die anderen Bunfte unserer Verteidigung zu bedienen, aber es teilungen der„ Nordd. Allg. Zeitung" erschienen am Freitag- Technik erst wirklich brauchbare Kriegsfahrzeuge geschaffen ist klar, daß, während wir nur wenig bisher zur Vorbereitung abend um dieselbe Zeit: die Regierung wird also wohl für haben wird! Der Luftmoloch verspricht ein wahrer Luft- des Krieges in der Luft getan haben, die nächstgrößte Seeihre Publikationen demnächst die Mitternacht wählen, ichrecken zu werden! enthalten allerlei Seltsamkeiten und Widersprüche. Daß die Was unsere deutschen Militaristen eigentlich alles auf dem macht viel getan hat und unmittelbar sehr viel mehr zu tun Denkschrift über den Ausbau des Luftschiffs- und Flugwesens Gebiete der Luftrüstungen planen, ist dabei in tiefes Dunkel gedenkt. Das ist eine ernste Tatsache und es würde die höchste in der kaiserlichen Marine", die die Nordd. Allg. Zeitung" gehüllt. Nur was die Marine an Luftfreuzern und Flug- Torheit sein, sie zu ignorieren." Der deutsche Ream Sonnabend veröffentlichte, wesentlich anders aussieht als maschinen, boraussichtlich" für die nächsten fünf Jahre ver- gierungsplan zur Deckung der Unkosten der die Denkschrift, die sich in dem Gesezentwurf zur Ergänzung langt, wird uns mitgeteilt: nämlich eine ständig bereite Flotte Wehr vorlage erregt hier allgemeines Kopfschütteln. des Etats für 1913 abgedruckt findet, ist noch die kleinste von 10 großen Lenkballons und 50 Flugmaschinen nebst fost- Times" sehen darin eine überraschende Abweichung von den Kuriosität. Befremdend aber ist, daß sich die Ausgaben- spieligent Zubehör. Bei der kurzen Lebensdauer der Lent- ersten Grundsäßen der nationalen Finanz. Die liberale berechnungen, die sich in den verschiedenen amtlichen Akten- ballons und der noch viel kürzeren der Flugmaschinen, die Daily News" bezeichnet ihn als unverdaulich. stücken befinden, absolut nicht miteinander in Einklang wahre Eintagefliegen sind, bedeutet das sicherlich den Ver bringen lassen. Dabei handelt es sich nicht etwa um Diffe brauch von mindestens 20 Luftkreuzern und diversen Eine Masseukundgebung gegen die neue Militärvorlage renzen von paar lumpigen Millionen, sondern um rätsel- hundert Flugzeugen während des nächsten Jahrfünfts. fand am letzten Sonntag nach 211 Uhr vormittags in der riesigen hafte Abweichungen, die sich in die Hunderte von Sodaß es schon aus diesem Grunde höchst fraglich ist, ob die neuen Markthalle zu Mülhausen i. GIs. statt, wo vor 6000 Millionen belaufen! 50 Millionen, die allein die Marine für das Luftschiff- bis 7000 Personen von zipei Tribünen aus für die sozialdemo fahrtswesen verlangt, ausreichen werden. fratische Partei die Abgeordneten 2. Emmel und A. Wicky Viel vager als die Angaben über die Luftforderungen und für die Fortschrittspartei deren Vorstandsmitglied des Waffermilitarismus sind die des Landmilitarismus, auf Pfarrer Ch. Scheer und der Landtagsabgeordnete E. Drumm den doch weitaus der Löwenanteil der Luftrüstungen gegen den Krieg und die Vorbereitung zum Kriege sprachen und entfällt. Zwar liegen nunmehr auch die amtlichen Aktenstücke zum Schlusse neben dem Völkerfrieden als ein Mittel der Verstänüber die Wehrvorlage im Original vor, aber weder aus dem digung zwischen Deutschland und Frankreich die Autonomie ElsaßEntwurf des Gefeßes über die neue Friedenspräsenzstärke, Lothringens hochleben ließen. Das Berhalten der großsprecherischen noch aus dem Ergänzungsetat für das Jahr 1913 ist zu er- 3entrums partei Mülhausens, die in einer Versammlung mitteln, wieviel denn nun eigentlich der Luftmilitarismus fich zwar einstimmig ebenfalls gegen die neue Militärvorlage ausFür die Jahre 1913 bis 1915 werden also an fortdauern- für die Landarmee insgesamt kosten wird, wieviel Luft- gesprochen hat, die Teilnahme an diesem Massenprotest jedoch abden Ausgaben 393 Millionen, für einmalige Ausgaben freuzer und Flugmaschinen man in Dienst stellen will und lehnte, toeil erst die Elsaß- Lothringische Zentrumspartei in einer 898 Millionen gefordert. Was aber sagt uns das amtliche wieviel Luftsoldaten schließlich eingestellt werden sollen. Was Landesversammlung Stellung nehmen müsse, wurde als RücksichtAftenstück Nr. 869, das den Gefeßentwurf über die neue man nach mühseligstem und zeitraubendstem Studium der nehmerei auf das militaristische deutsche Reichszentrum gebührend Friedenspräsenzstärke enthält? Es jagt auf Seite 7 wörtlich: Gefeßentwürfe zu ermitteln vermag, sind nur Bruch verspottet. Einstimmig nahmen die Tausende dieſe Reſolution an: „ Die Gesamt foften für das Jahr 1913 bis 1915 belaufen ft ii de; über Totalität sowohl wie Einzelheiten fich auf rund 188 Millionen fortdauernder Ausgaben( ein- des gigantischen Zuftriftungsprojektes hüllt man fich geschließlich der Mindereinnahmen) und 884 Millionen einmali- flissentlich in Schweigen! ger Ausgaben." In dem Gesezentwurf zur Ergänzung des Etats für 1913, dem Aktenstück Nr. 870, befindet sich auf Seite 10 der Anlage C, nämlich in der Denkschrift über die Deckung der Kosten der Wehrvorlage, eine Berechnung, die folgendermaßen lautet: 1913 1914 1915 zusammen Fortdauernde Ausgaben. 54 Einmalige Ausgaben. Insgesamt Millionen. 435 489 153 285 438 186 178 364 393 898 1291 Das sind also 210 Millionen fartdauernder und 14 Millionen einmaliger Ausgaben weniger! Dabei sind in den 183 resp. 884 Millionen alle Beträge enthalten, die in dem Friedenspräsenzgefeß überhaupt aufgeführt werden. Die Differenz in den einmaligen Ausgaben beträgt ja nur 14 Millionen, wäre also relativ nebensächlich woher kommt aber die Riesendifferenz von 210 Millionen bei den fortdauernden Ausgaben? Sie ist schlechterdings un erklärlich, denn auch die Spezifikation der Ausgaben ergibt( Aftenstid 869, Seite 29) für 1913 53 290 851 M. und für die Jahre 1914 und 1915 zusammen 129 240 214 M. fortdauernder Ausgaben, insgesamt also 182 531 065 M. Wir wiederholen also die Frage: wie erklärt sich dieser folosiale Widerspruch? Sind die Ziffern des Gejezentwurfs über die neue Präsenzstärke grund falsch? Oder aber: lauern im Hintergrund der Wehrvorlage noch geheimnisvolle weitere Pläne, für die man fegt zwar bereits die Mittel anfordert, die zu enthüllen man aber noch für unzeitgemäß hält? Jedenfalls möchten wir die Regierung dringend ersuchen, fich baldigst über die sonderbaren Widersprüche ihrer eigenen Aufmachungen zu äußern! Unstimmigkeiten im Bundesrat. Ueber die Verhandlungen im Bundesrat teilt die„ Tögl. Rundschau" folgendes mit: nten " So ist nicht einmal festzustellen, wie groß denn eigentlich die Zahl der Luftfoldaten fünftig sein wird. Die Marine war offenherziger, sie verlangte( ohne die Offiziere) 1452 Mann. Für die Landarmee liegen nur die Zahlen für das Jahr 1913 vor. Danach werden insgesamt 3323 Mann für die Luftschiffer- und Fliegertruppen gefordert. Dabei wird es sich hier nur um borläufig geschaffene Kaders handeln, die 1914 und 1915 erst noch ausgefüllt werden sollen. Das ist um so sicherer, weil ja die Mannschaftszahl für das Jahr 1913 nach den Angaben des Ergänzungsetats( Drucksache 870, Seite 297) nur auf 647 793 gebracht sein wird, während die gefeßlich verlangte 3iffer 661 176, also 13 383 Mann mehr beträgt. Auch hebt ja der Geseßentwurf über die neue Friedenspräsenzstärke( Drucksache 869, Seite 6) selbst hervor, daß zwar die Durchführung der Mannschaftsverstärkung soweit als möglich schon für den Oktober 1913 geplant fei, daß jedoch bei den Spezialwaffen Rücksichten orga nisatorischer Natur zu einer Verteilung der Durchführung auf einige Jahre zwängen. Das gilt wohl in allererster Linie mit für das Luftfahrwesen. " Die heutige Massenversammlung von Betwohnern Mülhausens und der Umgebung erhebt nachdrücklichst Einspruch gegen die neuen Dpfer an Gut und Blut, die durch die angekündigte deutsche Militärvorlage mit ihrer Rüdwirkung auf Frankreich vom Volke verlangt werden. Die Versammlung fieh in diesen wachsenden Rüstungen die schwerste Gefahr für den Frieden, dessen Erhaltung die beiden Kulturnationen diesseits und jenseits der Vogesen sich zum obersten Ziele se pen müssen. Die Versammelten fordern daher die Vertreter ElsaßLothringens im Deutschen Reichstag auf, im Interesse beider Völler und nicht zuletzt im Interesse Elsaß- Lothringens, das alle Kriegstreiberei verdammt, die neuen Rüstungsforde. rungen im bollen anfange glatt abzulehnen. Zugleich richtet die Versammlung an Parlament und Regierung des Deutschen Reiches das Ersuchen, mit den Mäch ten der Triple- Entemde in Verhandlungen einzutreten behufs Einschränkung der Rüstungen. Internationale Streitfragen sind durch das Mittel der Schiedsgerichte auszutragen." Der Balkankrieg. Die Großmächte gegen Montenegro. Montenegro hat sich dem Willen der europäischen Wehrvorlage schließlich die Luftfoldateska sein wird, so wenig von Stutari von neuem aufgenommen. Die öfterSo wenig wir erfahren, wie stark denn nach der neuen Mächte nun doch nicht gefügt, sondern das Bombardement erfahren wir über die Zahl der in Dienst zu stellenden Luft- reichische Regierung will nun mit Gewalt Montefreuzer und Flugmaschinen. Wir müssen uns mit der lakoniichen Mitteilung begnügen, daß allein 79 Millionen an ein- negro an der Fortsetzung des Bont bardements hindern und maligen Ausgaben für den Luftmilitarismus innerhalb schickt eine Flottenabteilung, angeblich auch ein Landungsder Jahre 1913, 1914 und 1915 vorgesehen sind! Höchstens forps nach dem montenegrinischen Hafen Antivari. Zugleich Während die Wehr steuer einstimmig angenom erfahren wir noch, daß die Luftschiffer- und Fliegerabteilun- aber scheinen auch englische Kriegsschiffe zur Teilwurde, hat sich namentlich um die Vermögens- gen über das ganze Reich verteilt werden sollen, so die Luft- nahme an dieser Flottendemonstration beordert zu werden, zuwachs steuer und die Veredelung der Matri. fularbeiträge ein längerer Kampf im Bundes- fchiffertruppen abgesehen von den nicht genannten Stand- io daß man es nicht mehr mit einer Separatattion Defterrate abgespielt. Jene ist eigentlich tatsächlich vermieden orten der bayerischen Luftschifferabteilungen auf Berlin, reichs, die ein sehr beunruhigendes Moment bildete, sondern worden, denn die allgemeine Ansicht geht dahin, daß jeder Einzel- Hannover, Köln, Düsseldorf, Königsberg, Graudenz, Schneide- mit einem Vorgehen zu tun hätte, am dem Desterreich im staat bis 1916 in der Lage sein wird, fich eine Besizsteuer zu ver- mühl, Dresden, Mez, Darmstadt, Mannheim, Lahr und Namen des Dreibundes, England im kamen des Dreiverschaffen oder die bestehende zu erhöhen oder zu erweitern. In Friedrichshafen; die Fliegertruppen auf Döberib, Jüterbog, bandes teilnehmen. Ob dieses Einschreien von Erfolg sein Sachsen beispielsweise wird entweder die Erhöhung der Grund- Hannover, Köln, Posen, Graudenz, Königsberg, Straßburg, ſteuer ober der Ergänzungssteuer vorgenommen und bei der„ Ber- Mek, Zeithain( Sachsen), Darmstadt und Freiburg i. B. wird, erscheint vorläufig nicht einmal ficher. Denn wenn edelung" der Matrikularbeiträge hat Thüringen einen vollen Auch diese Dislozierung der Luftfahrertruppen beweist, daß wirklich der Generalfturm auf Skutari be zonnen hat, könnte Sieg errungen, der ihm dadurch ermöglicht wurde, daß die süddeutschen Staaten ihm beisprangen. Die thüringischen Kleinstaaten man die gegenwärtigen Formationen nur als den Stamm be- der Fall Stutaris das unmittelbare Ziel der Intervention wiesen darauf hin, daß fie finanziell so schlecht gestellt feien, daß trachtet, der sich nur zu bald üppig verästeln und verzweigen bereiteln. Und was dann geschieht, bleibt um so ungewisser, sie unmöglich eine Verteilung nach Stopfzahl auf sich wird. als schon die jetzige Aktion gegen Montemagro in russischen nehmen fönnten. Preußen hat nicht lange Widerstand geleistet, Immerhin: auch die heute schon erkennbaren Anfänge chauvinistischen Kreisen das Signal zu neuen Angriffen auf weil sich für den größten Bundesstaat taum eine Veränderung im sind höchst respektabel! Hunterfünfzig Millionen Ausgaben die Regierungspolitik kündet. finanziellen Ergebnis aus ber neuen Methode ergibt. Wohl aber für die nächsten fünf Jahre sind für den ersten Beginn haben Sachfen und die anfastädte anscheinend mit Aus der Luftmobilisierung geradezu ungeheuerlich! Und auch die Komplikationen mit sich. Und die Friedensarbeit rückt schreckSolange der Krieg fortdauert, bringt ar so immer neue nahme von Lübeck scharfen Widerstand geleistet, da sie in schon für den Oktober 1913 vorgesehene Stopfzahl von 4775 Komplikationen mit sich. Und die Friedensarbeit rückt schreckerster Linie mehr zu zahlen haben werden, als nach der bisherigen Mannschaften der Luftschiffahrt und des Flugwesens ist wahr. lich langsam von der Stelle. Gestern endlich haben die BotBerteilungsart. Sachsen hat sich mit der Veredelung nur abgefunden, um einen tieferen Gingriff in die Finanghoheit der Einzel- haftig groß genug. Nimmt man noch hinzu, daß bei diesen schafter in Konstantinopel die Note der Mächte, taaten zu berhindern, wie er in der Einführung einer allgemeinen 4775 Mann die verschiedenen hundert Offiziere die die Friedensbedingungen enthält, überreicht. Neichsvermögenszuwachssteuer gelegen hätte. Man nimmt in den aller möglichen Waffengattungen noch gar nicht mitgezählt Man erwartet, daß die türkische Regierung dic: Friedens. beteiligten Kreisen allgemein an, daß es bei dieser teilweisen sind, die bereits zu Fliegern ausgebildet worden sind, so borschläge annehmen und dann endlich der Friede Veredelung bleiben wird, und daß nicht etwa, nachdem der Bann kommen wir zu dem Resultat, daß wir bereits Ende dieses bald geschlossen sein wird. Es wäre allerdings schon die einmal gebrochen ist, die Verteilung der Matrikularbei Jahres 5000 Luftfoldaten besigen werden! So sieht die„ Er- allerhöchste Zeit. träge fünftig überhaupt nach der finanziellen Leistungsfähigkeit oberung der Luft" aus im Zeichen des bombenwerfenden und erfolgen wird. Wie man sich denn auch keiner Täuschung darüber hingibt, daß der Reichsschapsekretär von den 2,05 M. Matrikular- mit Kugelsprigen arbeitenden Luftmilitarismus! beiträgen auch in Zukunft nicht abgehen wird." Die Wirkung der Wehrvorlagen in England. Die Friedensvermittelung. Konstantinopel, 31. März. Nachdem die Schwierig. keiten der Interpretation beseitigt worden sind, ist die Note Die Verfassung existiert für den Militarismus nicht? London, 31. März.( Privattelegramm des der Mächte, die die Friedensbedingsingen entEine grobe Verlegung des Etatsrechts des Reichs- Borwärts".) Das erste Resultat des Bekanntwerdens hält, heute nachmittag der Pforte überreicht worden. Die tags wirft die„ Saalezeitung" der Regierung vor; das Blatt läßt der deutschen Wehrvorlage, ist in England die Entfesselung Note benennt als Grenze die Linie Enos- Midia in ziemsich von einer angeblich durchaus informierten Persönlichkeit mel- einer wilden Agitation für den Luftmilita- lid) gerader Linie, ohne den Lauf der Flüsse Marisa und ben:„ Um spätestens am 1. Oftober die Heeresvermehrungen durch ris mus. In der konservativen Presse erhebt sich ein ein- Ergene zu berücksichtigen. Die Infelfrage bleibt der führen zu können, hat die Seeresverwaltung die notwen- mütiger Schrei nach der Verstärkung der dritten Waffe und späteren Regelung durch die Mächte überlassen. Wi es heißt, digen Lieferungsaufträge schon alle bergeben und überall in da die liberale Regierung gewöhnlich tut, was dieser Teil der erklärten die Mächte, fie könnten die Forderung der kriegsalien in Frage kommenden Fabriken und Werkstätten wird schon Bresse ihr diftiert, kann man mit Gewißheit voraussagen, entschädigung seitens der Verbündeten nicht unterlange an diesen Aufträgen gearbeitet. Einzelne Waffenfabriken haben gar nicht genug Arbeiter einstellen können, um den Liefe- daß die deutsch englische Rivalität zur See nun stützen. In der Note wird die Einstellung der Feindrungsbedingungen der Heeresverwaltung au genügen. Ueber auch auf die Luft übertragen werden wird. feligkeiten von der Annahme der Friedensgri indlagen fundenaufschläge wurden von der Heeresverwaltung gern bezahlt; Daily Telegraph", der die deutsch- englischen Beziehungen an verlangt. ja, in einzelnen Fällen wurden den Lieferanten sogar Bor meist nüchtern und leidenschaftslos bespricht, schreibt:„ Die Die Pforte wird vermutlich noch heute irbend schüsse gewährt, damit sie ihre Dispositionen möglichst günstig Nachricht von Berlin schafft eine neue Situation und er- antworten, indem sie die Vorschläge der Mächte für die Heeresverwaltung einrichten fönnten. Interessant ist nun heischt neue Maßregeln unsererseits. Die Vorschläge unserer annimmt. Falls nicht unvorhergesehene Zwischenfälle eindie Frage, woher die seeresverwaltung bie Mittel Regierung in bezug auf die Luftschiffahrt waren vor einer treten, rechnet man deshalb jest mit einem raschen årrienimmt, um diese Ausgaben zu bestreiten, die offiziell noch gar nicht Woche ganz klar, sind aber heute ungenügend. Sie offen- den sich I us, wenigstens soweit es sich um Bulgarien, bewilligt sind. Daß die Heeresverwaltung etwa den kredit von Lieferanten usw. in Anspruch genommen hätte, ist ausgeschlossen; baren sich fast als poffenhaft."" Daily Mail" schreibt, daß mit Serbien und Griechenland handelt. sie hat alle Aufträge sofort bei Ablieferung bar bezahlt und, wie Erscheinen des Luftschiffers die Insularität Großbritanniens schon erwähnt, sogar Vorschüsse gewährt. In den Streifen der aufgehört hat. Jetzt sei es wesentlich für England, daß es Armeelieferanten nimmt man an, daß die Mittel des Juliusturms nicht allein das Meer, sondern auch die Luft beherrsche. Das zu Spandau für die jeßigen Ausgaben angegriffen worden scien." Blatt schließt einen alarmierenden Leitartikel mit den Worten: Jedenfalls wird die Regierung sich zu diesen Mitteilungen Die ungeheure Entwickelung der deutschen Luftflotte ist mehr äußern müssen. als eine Bedrohung der kontinentalen Mächte. Sie ist, in den Worten, die Napoleon vor mehr als einem Jahrhundert in bezug auf Antwerpen gebrauchte, eine Pistole, die Großbritannien vor den Kopf gehalten wird. Wenn wir nicht 5000 Luftfoldaten. Der Luftmilitarismus ist der jüngste Sprößling des Mars, kaum den Windeln entwachsen und doch schon mit einem Aufnahme des Bombardements von Stutari. Cetinje, 31. März.( Amtliche Meldung.) Die Türlen haben um 9' Uhr vormittags vom Tarabosch einen Angriff unternommen, worauf die montenegrinische Infan terie in Aktion trat. Ein heftiges Bombarde ment dauert von beiden Seiten an. Die Intervention gegen Montenegro. Köln, 31. März.( P.-C.) Die Kölnische Zeitung" meldet offiziös aus Berlin: Ein gewisses Aufsehen erregte heute die Nachricht, daß zwei englische Kriegsschiffe nach Korfu abgegangen sind. Man schließt daraus, daß sie an einer eventuellen Flotten de nion st ratio n an der alba- nischen K u st c teilnehmen sollen. Die Nachricht, daß beide Schiffe nach Korfu beordert sind, ist zutreffend und man geht Wahl nicht fehl, daß sie tatsächlich an einer Flottenkundgebung teilnehmen werden, wenn eine solche notwendig werden sollte. Es wurde bereits in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" angedeutet, daß die Mächte nicht den Wunsch haben, gegenüber Montenegro zu solchen Schritten greifen zu müssen. Vor- läufig verhalten sich die Mächte noch abwartend. Montenegro hat den Wunsch, sich vorerst noch mit seinen Verbündeten« ins Benehmen zu setzen. Das kann man natürlich finden, es ist aber recht erwünscht, daß der montenegrinischen Regierung von allen verbündeten Regierungen klar gemacht werde, daß weitere Kämpfe um Sfutori zwecklos sind. Sollte der Balkanbund ein in diesem Sinne gehaltenes Gutachten gegenüber Montenegro abgeben, so könnte dies nur dazu beitragen, dem König N i k i t a gegenüber seinein Volke leichter zu machen, von weiterem Blutvergießen abzusehen. Die Flottendcmonstration. Paris, 31. März.(P.-C.) Die„Agence Halms" veröffentlicht folgendes Telegramm aus Berlin: In offiziellen Kreisen erklärt man, daß die geplante Schiffsdemon- st r a t i o n gegen Montenegro international sein wird uiid zwar insofern, als je eine Macht des Dreibundes und der Tripelentente daran teilnehmen wird. Man ist überzeugt, daß alle übrigen Mächte, auch Rußland auf diplomatischein Wege die Demonstration unterstützen werden. Jedoch hat man die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß Montenegro eine Antwort erteilen wird, die die ganze Demonstration über- flüssig machen wird. Tic Opfer von Adrianopcl. Sofia, 311. März. Illach den ersten vom Hauptquartier eingegangenen Informationen betragen die b u I g a r i s ch c n Verluste bei der Erstürmung von Adrianopel vom 24. bis 26. März ungefähr clftausrnd Tote und Verwundete; die Se r b e n habern zwölfhundcrt Tote und Verwundete. Die Zahl der Gefangenen beträgt ungchvbr sechzigtausend Mann und achthundertdreiunddrcißig Ossiziere, darunter dreizehn Generale. Die Kriegsbeute beträgt 650 Kanonen verschiedenen Kalibers. 58 Maschinengewehre, zehn Fahnen und ein Fesselballon, eine große Menge von Waffen und In- fanterie- und Artillericmnnition und eine Anzahl von Fahr- zeugen, wie sie im Festungsdienst gebraucht werden. Belgrad, 30. März. Wie das Preßbureau mitteilt, hatte die serbische Armee in den Kämpfen um Adrianopel 900 Tote und über 3000 Verwundete. jpoUtiscKe OebcrHcbt. Berlin, den 31. März 1913. Das dnke Ende kommt nach. lieber die Art und Weise, wie die Hochwohlweise Beth- mann Hollwegschc Regierung sich die Behandlung der Heeres- und Deckungsvorlagcn im Reichstage und ihre schlicßliche Be- willigung durch die bürgerlichen Parteien vorstellt, gibt eine hiesige halboffiziöse Korrespondenz einen recht interessanten Aufschluß. Es heißt dort nämlich: Die Fraktionen des Reichstags werden sich mit den HeereS» und Steuervorlagen in FraktionSsitzungen bereits am Donnerstag dieser Woche beschäftigen. Um den Meinungsaustausch inner« halb der Fraktionen zu fördern, werden einige Tage sitzungsfrei bleiben, um in der zweiten Aprilwoche die erste Lesung der neuen Borlagen vornehmen zu können. Man rechnet damit, daß die Fraktionen für ihre FraktionSsitzungen etwa drei Tage brauchen werden. Die erste Lesung der neuen Vorlagen wird voraussichtlich eine ganze Woche in Anspruch nehmen. Der Seniorenkonvent de? Reichstags wird sich über die geschäftliche Behandlung der Vorlagen und die ArbcitsdiSpositionen im April ebenfalls im Laufe dieser Woche schlüssig machen. Bezüglich der geschäftlichen Behandlung der Borlagen soll der Vor« schlag gemacht werden, die Heeresvorlage der Budgetkommission zu überweisen, die den Miliräretat noch zu beraten haben wird, und die mit der Etatsberatung noch etwa zwei Wochen beschäftigt sein wird. Die einzelnen Steuergeseye sollen einer besonderen Kommission ähnlich wie bei der Finanzrefonn zur Einzel- beratung überwiesen werden, damit diese Vorlagen sofort nach der ersten Lesung der Kommissionsberawng unterzogen werden können. Man hofft auf diese Weise, in der Hauptsache das Schicksal der Steuergesetze in der Kommission bis Pfingsten entscheiden zu können. Während der Pfingstferien hätte alsdann die Negierung Gelegenheit über strittige Punkte in den beider« seitigen Auffassungen Verhandlungen mit den Parteien zu pflegen. Das Kriegsministerium legt nach wie vor Wert darauf, die Heeresvorlagcn bis Pfingsten verabschiedet zu sehen, da durch die Borlagen, die zu einem gewiffen Teile bereits am 1. Oktober in Kraft treten werden, auf militärischem Gebiete umfangreiche Vorarbeiten notwendig werden. In Regierungslreisen hat die verschiedenartige Auffassung der neuen Gesetze in der Presse keine Verwunderung erregt. Man hofft trotz der abfälligen Kritik in manchen Organen mit dem Reichstage in kürzerer Zeit, als vielfach angenommen wird, eine Einigung über die neuen Steuern herbeiführen zu können. Die dem Reichstage unterbreiteten Vorschläge des Bundesrates sind eben nur Vorschläge, die abzuändern daS verfassungsmäßige Recht des Reichstages ist. Wie die Schilderung zeigt, herrscht in den Rcgierungs- kreisen ein überschwenglicher Optimismus. Mau glaubt dort, die Heeresvorlagen noch vor Pfingsten gemächlich unter Dach bringen zu können und dann in aller Gemütlichkeit auch die Deckungsfrage in kurzer Zeit erledigen zu können. Wenn sich in dieser Hinsicht die Regierung nur nicht sehr beträchtlich täuscht! Die Deckungsvorlagen haben die Vertreter des mobilen wie immobilen Kapstals doch recht merklich abgekühlt und ihre vielgerühmte vaterländische Opferwilligkeit auf ein Minimum herabgemindert— und so werden wir voraltSsichtlich im Plenum wie in den Kommissionen ein gar wundersames Feilschen und Schachern erleben, bei dem sich voraussichtlich der edle Patriotismus und der heiße Opfennut der Staats- erhaltenden in seiner ganzen Glorie bewähren wird. Schweinerei. Während das ehrsame liberale Bürgertum sich in geziemender Ehrfurcht für den Militarismus begeistert und sich anschickt, das Offizierkorps um 4000 Mann zu verstärken, damit das Avancement der Edelsten im Waffcnrock gefördert und der deutschen Nation der militärische Drill in noch größerem, segensreicherem Maße zuteil werde al» bisher, appliziert das Offizierkorps in der Gestalt eines feiner prächtigsten Vertreter, des Obersten und Flügeladjutanten des Kaisers, Freiherrn von Senden, diesem selben Bürger- tum eine klatschende Ohrfeige. Warum auch nicht? Weiß man doch in den Kreisen der Edelsten ganz genau, daß das liberale Bürgertum dssfe liebenswürdige Behandlung wie so manche anderen Beweise adeliger Huld ruhig cinstcckcii und die große Sehnsucht der liberalen jüdischen Kommcrzicnräte, ihre Söhne als Kavallerieoffiziere be- wundern zu können, dadurch nicht im geringsten vermindert wird. Aul 30. Oktober vorigen Jahres passierte an der Jannowitz- brücke ein Eisenbahnunglück. Die Beförderung der Stadtbahn- Passagiere auf den Gleisen der Stadtbahn war nicht möglich; die Bahnverwaltung traf daher die. Anordnung, daß die Stadtbahn- Passagiere mit den Fernzügen befördert werden sollten. Da die Züge vollbesetzt waren, wurden von den Bahnbeamten mehrfach Passagieren dritter Klasse Kupees zweiter und erster Klaffe an- gewiesen. So wtyrden auch» mehrere Fahrgäste in ein Kupee erster Klasse eines D-Zuges gesteckt, in dem nur eine Person saß: der Oberst und kaiserliche Flügeladjutant Freiherr v. Senden. Dem Herrn paßten diese Mitreisenden nicht. Seine ästhetische Mimosen- 'natur fühlte sich durch solche Berührung mit dem gewöhnlichen Volk tief verletzt. Er verlangte von dem Bahnbeamten,„d i e Leute, die nicht hier hinein gehören", sofort zu ent» fernen; aber merkwürdigerweise gehorchte der Beamte nicht— wahrscheinlich fehlte es ihm an militärischem Drill. Tiefer Groll bemächtigte sich dcS Herrn Flügeladjutanten. Und auf dem Bahn- hos Fricdrichstraße explodierte er(der Groll natürlich, nicht der Flügeladjutantj. Dort sollte sich ein Gefreiter melden und zugleich sollte ein Geschäftsdieuer dem Obersten ein Paket aushändigen. Herr v. Senden rief ihm jedoch vorher zu:„Warten Sie da- mit, bis die Schweinerei hier raus ist." Als sich darauf einer der Fahrgäste, der Kaufmann Sternberg, diese Aeuße- rungcn mit den Worten verbat:„Sie sind doch hier nicht ans dem Käser nenho f", soll ihn Herr v. Senden mit den Worten:„Sehen Sie zu, daß Ihnen nichts passiert!" bedacht haben. Ter Freiherr wandte sich jetzt an einen Bahnbeamten, erklärte ihm, daß sich der Mitreisende ungebührlich benommen habe und forderte ihn auf, den Herrn aus dem Abteil zu entfernen. Tatsächlich wurde Herr Stcrnberg daraufhin aus dem Kupee hinausgewicsen. Herr Stcrnberg ermittelte, daß der Herr, der ihn aus dem Abteil hatte entfernen lassen, der Flügeladjutaut des Kaisers, Frei- Herr v.«Senden, war, und ließ diesen durch seinen Rcchtsbeistand auffordern, sich wegen seines Benehmens schriftlich zu entschuldigen. Da aber eine Entschuldigung nicht erfolgte, erstattete Herr Stern- berg Strafanzeige beim K o m m a n d a n t u r g e r i ch t. Dieses lehnte die Eröffnung eines Verfahrens gegen Oberst v. Senden ab. Die Zeugenvernehmungen ergaben zwar die Richtigkeit der Angaben des Kaufmanns Stcrnberg; gleichwohl stellte das Kommandantur- gericht fest, daß Freiherr v. Senden„in Wahrnehmung seiner berechtigten Interessen gehandelt" habe, wenn er das Verhalten des Kaufmanns Stcrnberg als„ungebührlich kritisierte". In dem abweisenden Beschluß führt das Kom- mandanturgericht bezüglich des von dem Obersten v. Senden ge- brauchten Ausdrucks„Schweinerei" folgendes aus:„Der Antrag- stellcr fühlt sich zunächst durch den Ausdruck„Schtveinerei", den er auf die Insassen des fraglichen Abteils bezogen wissen will, beleidigt. Der Beschuldigte selbst erinnert sich nicht, das Wort gebraucht zu haben. Auch hat weder der das Paket reichende Geschäftsdiener, noch der Gefreite Schröder, an den die Bemerkung gerichtet war, den Ausdruck vernommen. Nimmt man aber mit den drei anderen Zeugen an, daß der Beschuldigte das Wort gebraucht hat, so ist zunächst- zu bemerken, daß es der ganzen Sachlage nach für den Gefreiten bestimmt war. an den er sich mit' seiner Rede wandte. Für die Frage, welche Bedeutung der Aeußerung unter den obwaltenden Umstände.» zuzusprechen ist, kommt die Erklärung des Beschuldigten wesentlich in Betracht, der angibt, daß sie sich, wenn er sie überhaupt gemacht haben sollte, nur auf den all- gemeinen Wirrwarr im Bahnverkebr beziehen konnte. Wenn der Beschuldigte, der auf Grund seiner Fahrkarte die Bequemlichkeiten, die ein Abteil erster Klasse, insonderheit durch die geringe Benutzung, gewährt, erhofft hatte, sich darin getäuscht sah, so ist eine drastische Bezeichnung des herrschen- den abnormen Zustandes als Ausdruck seines iln. mute? begreiflich." Herr Sternberg wurde abgewiesen. Er legte Beschwerde beim Gouvernc mcr.«sgericht ein. Doch dieses schloß sich der Meinung des Kommandanturgcrichts an. Das war zu erwarten. Der Ausdruck„Schweinerei" ist im Munde eines Offiziers, besonders eines Obersten, keine Bclcidi- gung, falls cS auf einen Menschen angewandt wird, der nicht zum mindesten Reserveoffizier ist. Solche Ausdrücke gehören zu den berechtigten Eigentümlichkeiten der militärischen Erziehung. Aber Herr v. Senden hat ja, wie beide Gerichte für erwiesen annehmen, seine Mitreisenden gar nicht gemeint, sondern die preußi- schen Zustände im Eisenbahnwesen. Recht niedlich. diese Bezeichnung für die Verwaltungspraxis einer königlich preußi- schen Behörde! Wir nehmen deshalb an, Herr v. Breitenbach, der Eisenbahnmiuistcr, wird sofort die betreffende Eisenbahndirektion veranlassen, wegen dieser etlvaS despektierlichen Charakterisierung ihrer Verwaltungstätigkeit einen Strafantrag zu stellen! Oder nicht? ErkenntHerrv. Breiten dach denschönen Ausdruck„Schweinerei" als nicht beleidigend an für preußische E i s e nbah n V e r h ä l t n i s s e? Auch gut, wir haben gegen solche Selbstbescheidung nichts einzuwenden. Nationalliberal-freisinnige Wahlgemeinschaft. In den westfälischen Jndustrierevieren finden sich mehr und mehr die Nationalliberalen und Fortschrittler zum schönen Herzens- bunde zusammen, um, wie sie behaupten, bei den bevorstehenden preußischen Landtagiwahlen gemeinsam die freiheitlichen Errungen- schoflen deS seltsamen preußischen Kulturstaate« Preußen gegen die Reaktion zu verteidigen und neue Freiheiten zu erringen. Nachdem andere Kreise voraufgegangen sind, ist gestern auch im Wahlkreis Bielefeld-Herford-Halle zwischen beiden Parteien eine Verständigung zustande gekommen, nach der die Nationalliberalen zwei, die Fort- schrittler ein Mandat zugeteilt erhalten. In Elsafi-Lothringen verboten. Auf Grund des elsaß-lothringischcn Preßgesetzes ist die Ver- breitung des Pariser„Matin" in Elsaß-Lothringen verboten worden. Da« mußte dem Blatte jetzt passieren, da es auf einen April- scherz hineingefallen war. Es hatte die„Photographie" einer Berliner Zeitung— ernsthaft wiedergegeben, auf welcher General v. d. Goltz- Pascha vor dem deutschen Kronprinzen„eine Robbe Hurra I rufen" läßt. DaS war doch sehr patriotisch vom„Matin"; und trotzdem l Unmilitärischer Haarschnitt— Die kleinliche Auffassung mancher Borgesetzten von dem Wesen der Disziplin wird durch einen bemerkenswerten Fall sogenannter „Insubordination", mit dem sich dieser Tage daS Dresdener Kriegsgericht zu beschäftigen hatte, recht deutlich illustriert. Dem Hauptmann der Dresdener Militär-Arbeiterabteilung wurde eines Tage? mitgeteilt, daß ein Arbeitssoldat übermäßig langes Haar habe, weshalb ein allgemeines Haarschneiden angeordnet wurde. Auch der Arbeitssoldat Mideck erhielt den Befehl, sich sofort daS Haar schneiden zu lassen, obgleich er erst einige Tage zuvor geschoren worden war. Obgleich Mideck auf diesen Befehl er- klärte, er habe sich doch das Haar erst vor wenigen Tagen schneiden slassen, hielt der Sergeant seinen Befehl ausrecht, weil Midecks Haar- chnitt nach seiner Meinung unmilitärisch war! Als Mideck auf den zweiten Befehl erklärte,„er lasse sich das Haar nicht schon wieder schneiden", befohl der Sergeant:„Sie lassen sich das Haar ganz kurz schneiden!" Auch diesen Befehl ließ Mideck unbefolgt. Er entgegnete:„Ich lasse mir mein Haar nicht kurz schneiden, ich bin doch bei der Truppe und nicht im Gefängnis I" Mideck hatte durchaus im guten Glauben gehandelt. Umsomehr war er verwundert, als er eine Anklage wegen Beharrens im Ungehorsam, ausdrücklicher Gehorsamsverweige- rung und Achtungsverletzung erhielt. DaS Gericht war der Meinung, daß sich M. das Hipr. wie befohlen, hätte schneiden lassen müssen und erkannte aus-- 16 Tage strengen Arrest! l Mandatsmüde. DaS Mitglied deS preußischen Abgeordnetenhauses Justizrat Dr. Lichtenstein(Fortschrittliche BolkSpartei) hat der Königsberg« „Hartungschen Zeitung" zufolge in einem'Schreiben an das Präsidium des Abgeordnetenhauses erklärt, daß er sein Mandat niederlege. Er ist Vertteter des Wahlkreises KönigSberg-Fischhausen. Belgien. Für die Fortbildung nud Erholung der Arbeiter wahrend des Generalstreiks. Man schreibt unS auS Brüssel: „Der Generalstreik nmß friedlich bleiben"— daS ist der Grundton aller Thesen und Bestimmmigen, die die Arbeiterpartei für den Wahlrechtsstreil auf nunmehr zwei Kongressen festgelegt hat,- der nach Motivierung des Beschlusses vom Sonntag„die Treue der belgischen Arbeiter für die Sache des Wahlrechts bezeugen soll". Und die Vertreter aller großen beruflichen Organisationen und Föderationen haben nach der Ivochenlangen Bearbeitung der Geister auf Grund ihrer Anschauungen über die Stimmung der Arbeiter dem Kongreß die Versicherung gegeben, daß Einigkeit, Disziplin und Ruhe die Merkzeichen der großen Arbeits- niederlegung vom 14. April sein werden. Während der Regierungschef auf den Höhen am Genfer See möglicherweise über Maßnahmen der Regi«ung für den General- streik nachsinnt, nützt die Arbeiterpartei die zwei Wochen, die ihr noch bleiben, mn ihre Vorbereitungen zu beenden und bor allem auch, alle Maßnahmen zu ergreisen, um dem Streik den ihm vorbestimnrten friedlichen Charakter zu ver- leihen. So lenkt denn die Partei ihr Hauptangcmnerk darauf, daß die arbeitsgcwohnten Streikenden in nützlicher und auch— an- genehmer Weise ihre Zeit verbringen können. Die Zeit eines großen Streiks ist naturgemäß auch unter normalen Verhältnissen eine Zeit der Erregung. Was scheint darum wohltätiger, rationeller als die Streikenden in vernünftiger Weise zu beschäftigen, um so allen Versuchen von Provokationen, von Möglichkeiten zu Provokationen und Erregungen entgegenzuarbeiten. Und alles läßt erwarten, daß die belgische Arbeiterpartei gerade auch in diesem Betracht ihre Aufgabe voll erfüllen' wird, daß sie den Streikenden Kunst und Zerstreuung, Erholung und auch geistig Erziehliches in den Wochen des Kampfes bieten wird. DaS Brüsseler Komitee für Arbciterbildung hat nach dieser Richtung bereits Vorbereitungen getroffen und seine Arbeiten be' gönnen. Eine Versammlung an der etwa 7S Vertreter vfrschiedener mit der Arbeiterbildung beschäftigter Korporationen teilnahmen, hat am Dienstag unter dem Vorsitz deS Sekretärs der Bildungszentrale einen Plan ausgearbeitet. Nächsten Dienstag wird ein aus den Mitgliedern der LesczimmerkomiteeS(Voikshaus) aus den Biblis- thekaren der Volkshäuscr Brüssels und der Vororte gebildetes Komitee zur weiteren Ausarbeitung der Maßnahmen zusammentreten. Ein spezielles Komitee, dessen Arbeiten Genossin Vandervelde leitet, wird sich mit der Orgonisi«ung von Konzerten und Vorträgen für die Streikenden befassen. Alle diese Veranstaltungen werden um 6 Uhr abends beendet sein. Die sozialistischen Kunst- und Chorvereine, die dramatischen Zirkel, die verschiedenen Musik- gruppen— alle werden sich in den Dienst dieser Sache stellen: den Streikenden Erholung, geistige Anregung und Freude, Zerstreuung und Genuß zu bieten. Auch für Museumsbesuche, Sportübungen und Musikveranstalmngen im Freien, Volksspiele, Exkursionen ins Freie wird gesorgt werden. Mit jedem Zweig dieser Veranstaltungen wird sich ein spezielles Komitee mit den in solcher Arbeit «probten Genossen beschästigen. Der Aufruf des Komitees an die Künstler, die sich in Brüssel so oft schon in generöser Weise für Ar- beiterbildung und ähnliche Zwecke zur Verfügung stellten, wird zweifellos auch diesmal, gerade diesmal erhört werden, Denn außer den fanatischen Arbeiter« und Wahlrechtsfeinden wird sich in dem h«oischen Kampf der Arbeiter um ihr Recht jeder anständige, dem Recht zugetane belgische Bürger, der einem idealistischen Er« schauen der Dinge nicht ganz entfremdet ist. auf die Seite der Kämpfenden stellen. IMarobko. Französische Verluste. Rabat, 30. März. Bei den Operationen de« Obersten Mangin am Ued Zem wurden viele Eingeborene getötet. Auf feiten der Franzosen wurden sieben Mann getötet, drei» zehn verwundet._ Eue der Partei. Der sechste Kursus der Parteischule ist am vergangenen Sonnabend zu Ende gegangen. Im Namen des Lehrerkollegiums richtete Genosse Heinrich Schulz einige Abschiedsworte an die Schüler. Er knüpfte an das Lassallesche Wort an:„Von den hohen Bergspitzen der Wissenschaft aus sieht man das Morgenrot des neuen Tags früher als unten im Gewühle des täglichen Lebens". Die Parteischule wolle der Bereinigung der Wissenschaft und der schaffenden Arbeit in dem Sinne dienen, wie sie Lassalle sich als Lebensziel gestellt hatte. Aber während der kurzen Schulzeit könnten die Schüler nur die Methode deS„Berg- steigens" der wissenschaftlichen Arbeit kennen lernen. ES sei Sache jedes einzelne» Schülers, auch nach der Schulzeit sich in dieser Methode dauernd zu üben, damit er sich„im Gewühle de? tag- lichen Lebens" den Blick für die gesellschaftlichen Zusammenhänge und für die Zukunftsziele der Arbeiterklasse offen halte. Die wissenschaftliche Arbeit hat keinen Wert, wenn sie Schulweisheit bleibe; sie gewinne erst ihren wahren Wert, wenn sie dem Leben, dem Kampf um höhere Kulturziele diene.— Genosse Hermann Müller wünschte den scheidenden Parteischülern im Namen des Parteivorstandes, daß sie den rechten Gewinn für sich und für die Partei aus den sechs Monaten davontragen möchten. Die Partei- schule solle tätigen Genossen die Möglichkeit bieten, sich für einige Zeit von dem verwirrenden Vielerlei der praktischen Arbeit in Partei, Gewerkschaft und Genossenschaft zu sammeln, um aber wiederum die vermehrte theoretische Erkenntnis im Interesse der mannigfaltigen Praxis anzuwenden.— Genosse T r i n k s- Karlsruhe sprach im Namen der Schüler seine Freude und Genugtuung über die Schulzeit aus. Jeder einzelne Schüler werde sein Letztes einsetzen, um der Partei durch vermehrte Tätigkeit zurückzuerstatten, was sie ihm in den sechs Monaten gegeben habe. Gewerkschaftliches. Arbeitswillige Revolverhelden. verletzt worden ist. ftehen wie bereits der Vorwärts" mitgeteilt hat auf An- Jin der eine Reihe von Wüuschen Taut wurden. Die Tarifangelegen regung der Regierung erneute Verhandlungen bevor, zu denen sich heit Werl schied ziemlich aus, weil die Spandauer Filiale schon ihre Dagegen der Arbeitgeberverband bereit erklärt hat. Zu diesen Verhandlungen Zustimmung zum Tarifabschluß mit Werl gegeben hat. bestellt ist, und daß wir keine Veranlassung haben, irgendwie un( Direktor Rieben) eine tarifliche Bindung auf fünf Jahre gehen wir in dem Bewußtsein, daß es um unsere Sache nicht schlecht wurde lebhaft darüber diskutiert, ob es zulässig sei, daß die Kollegen der Vereinigten aßfabriken, Abteil, Berlin mutig zu sein. Das Verlangen vieler Kollegen nicht über eine dreijährige Bindung hingehen. gab dann auch ihr Einverständnis Von Ausschreitungen sireifender Transportarbeiter, die fich am Sonntag in Kassel ereignet haben sollen, wo seit einer Woche 100 Möbelträger sich im Ausstande befinden, fortigen allgemeinen Streit wollen zeigt ja auch, daß der eingehen. Man solle in den Vereinigten Faßfabriken Abteilung weiß die bürgerliche Presse in sensationeller Aufmachung Kampfesmut durchaus nicht gebrochen ist, sondern im Gegenteil Die Versammlung unter der üblichen Uebertreibung zn berichten. In der ständig im Steigen begriffen ist. In der ständig im Steigen begriffen ist. Ich kann dies Verlangen, damit fund, daß die Kommission nochmals vorstellig werde Marktgasse soll es zu einem Zusammenstoß zwischen den Stampf in der Verteidigungsstellung aufzugeben, durch bei Direktor Lieben, um eine Herabjegung der Tarifbaner wobei einer der Streifenden durch Revolverschüsse schwer nicht zum allgemeinen Streit überzugehen. Die Unternehmer die erwirken. streifenden und arbeitswilligen Möbelträgern gekommen sein, aus begreifen; doch gebietet uns die Klugheit, vorläufig auf drei Jahre, mindestens aber auf vier Jahre, wie in Kassel, sich an der Aussperrung beteiligt haben geben sich die erdenklichste in den weiteren Verhandlungen zu stellen habe. Darauf erörterte man die Frage, wie man sich zur Jnnung Es wurde be= Zu dem Vorfall wird uns aus Kassel gemeldet, daß auf Mühe ihre Künden zu veranlassen, die notwendigen Arbeiten nicht schlossen, der Kommission für die weitere Berhandlung mit der Grund einwandfreier Aussagen unbeteiligter Personen die durch andere Meister ausführen zu lassen. Eine Mühewaltung, die Innung freien Weg zu lassen, mit der Mazgabe, daß eine völlige Unschuld der streifenden Möbelträger feststeht. Einer allerdings ziemlich erfolglos ist. Erhöhung des Stundenlohnes über 70 Bf. hinaus erstrebt werde. derselben, namens Ostertag, ging allein durch die Würden wir jetzt dem Drängen einer Anzahl Kollegen nachgeben Allgemein war man auch der Meinung, daß für die Bierfaßbetriebe Marktgasse und begegnete hier vier Arbeitswilligen, und in den allgemeinen Streit eintreten, dann leisteten wir den die von der Innung angebotene Erhöhung der Akkordlöhne um unter denen sich einer befand, mit dem er von Jugend auf Scharfmachern den besten Dienst, denn durch diese Taftit würden wir 5 Prozent mit Rücksicht auf die schwere Arbeit viel zu niedrig ſei. befreundet ist. Ostertag sprach diesen an und bat ihn mit die Unternehmer, die sich an der Aussperrung nicht beteiligt haben, branche), in welchen beiden Betrieben die Arbeiter selber Spezial. Mit den Unternehmern Struthoff und Geiseler( Badfaß gütlichen Worten, doch die Streitarbeit einzustellen. Als den den Scharfmachern direkt in die Arme treiben. anderen drei Arbeitswilligen das Gespräch wohl zu lange währte, riefen sie Ostertag zuerst gemeine Schimpfworte daß in allen Betrieben, in denen es die Arbeitsverhältnisse irgend gestatten, Nach wie vor steht die Verwaltung aber auf dem Standpunkt, forderungen gestellt haben, wird ebenfalls Rücksprache genommen werden Tarifbewegung der Mühlenarbeiter. zu und schoffen gleichzeitig aus Revolvern nach ihm. Von unser Sondertarif zur Annahme vorgelegt werden soll und wenn drei Kugeln an den Kopf und einer an die er dann nicht unterschrieben wird, werden sich die jeweiligen Kollegen Schulter getroffen, brach Ostertag zusammen; doch sind mit der Ortsverwaltung über die zu treffenden Maßnahmen einigen. seine Verlegungen glücklicherweise nicht so schwer, da es den Ich bitte Sie einen Antrag anzunehmen, der uns ermächtigt, Gefchoffen infolge der weiten Entfernung an der Durch unsere bisher geübte Tattil fortzusetzen und in dem von mir an schlagskraft fehlte. Durch die Schießereien aufmerksam ge- geregten Sinne zu verfahren.( Teilweifer Beifall.) macht, eilten darauf aus einer in der Marktgasse gelegenen Restauration einige streikende Transportarbeiter hinzu, nahmen den Revolverhelden die Schuß- und Schlagwaffen ab, worauf die Polizei die drei Arbeitswilligen verhaftete. Die im Verband der Brauerei und Mühlenarbeiter organisierten Mühlenarbeiter Groß- Berlins beabsichtigen in eine Tarifbewegung einzutreten. Am Sonntag nahm eine stark besuchte Bersammlung Stellung zu dieser Frage. Das einleitende Referat hielt Branchenleiter afte, der die zurzeit in den Mühlenbetrieben herrschenden Verhältnisse in erschöpfender Weise beleuchtete und an Hand derfelben zeigte, wie notwendig eine Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen in diesem Betriebszweige ist. wirkung der Vertrauensleute eine Tarifvorlage ausarbeiten möge, Die Versammlung beschloß, daß die Gruppenleitung unter Mitzu der dann eine weitere Versammlung Stellung nehmen werde. Es kommen für die Tarifbewegung sechs Mühlenbetriebe mit 350 Arbeitern in Betracht. Deutsches Reich. fabrik. daß außer dem von der Ortsverwaltung vorliegenden Antrag zwei Zu Beginn der Diskussion teilt der Versammlungsleiter mit, andere vorliegen, die verlangen, daß Montag früh allen Meistern, bei denen gearbeitet wird, der Tarif zur Annahme vorzulegen ist, Diese Darstellung bestätigt ein Arzt, der Ostertag ver- und daß in allen denjenigen Betrieben, in denen eine Unterbunden hat und die Ausschreitungen der Streikbrecher vom zeichnung nicht erfolgt ist, am Montag abend die Arbeit ein Fenster seiner Wohnung aus genau beobachtete. Die arbeits- gestellt wird. willigen Transportarbeiter, unter denen sich seit Freitag 50 aus Hamburg importierte Hingebrüder befinden, benehmen der Ortsverwaltung scharf kritisiert und der sofortige allIn der Diskussion wird von den meisten Rednern die Haltung Streit in der Pommerschen Eisengießerei und Maschinensich überhaupt provokatorisch. Bei jeder Gelegenheit drohen gemeine Streit verlangt. Als ein Diskussionsredner den Die Schloffer, Dreher, Schmiede, Stellmacher und Hilfsarbeiter sie mit dem Revolver, so daß die Polizei auf Grund von gegenteiligen Standpunkt vertritt, bemächtigt sich eines Teils der der beiden Schwesterbetriebe Bommersche Eisengießerei und Anzeigen durch die Streikleitung des Transportarbeiter- Versammlung solche Erregung, daß die Versammlung auf furze Zeit Maschinenfabrik" in Barth und in Stralsund haben die Arbeit verbandes schon in mehreren Fällen zur Entwaffnung der vertagt werden muß. Später wird die Diskussion fortgesetzt und eingestellt. Durch dein Betracht kommenden Organisationen war Streifbrecher schreiten mußte. schließlich durch einen Schlußantrag beendet. an die Direktionen das Ersuchen gestellt, einen Tarifvertrag mit einigen Verbesserungen des jezigen Arbeitsverhältnisses abzuschließen. Arbeiter die Forderungen auf die Einführung von Einstellungslöhnen Nachdem die Betriebsleitungen dies abgelehnt hatten, reduzierten die und Erhöhung der Stundenlöhne. Die beiden Direktionen zeigten aber auch jetzt so wenig Entgegenkommen, daß die Ablehnung dieser geringen Zugeständnisse gerechtfertigt erschien. In Barth sollten bon 30 Pfennige für un Berlin und Umgegend. Die Nohrleger und Helfer, die im Metallarbeiter- Verband or ganisiert sind, hielten am Sonntag eine Versammlung ab, die trotz des ungünstigen Zeitpunktes, als welcher der Umzugstermin zu bezeichnen ist, sehr gut besucht war. ante vont Deutschen Bauarbeiter- Verbande gab in seinem einleitenden Referate zunächst ein großzügiges Bild von den gesamten Kämpfen, die in den letzten Jahrzchuten im Baugewerbe stattgefunden haben. Den vorzüglichen Vortrag ließ der Redner ausklingen in den Appell, daß der Arbeiter sich organisieren müsse und zwar einzig und allein in der 3eutralorganisation des Berufes. Metallarbeiter- Verbandes auf, die dem Referenten Siering zu In der Diskussion traten auch Mitglieder des Allgemeinen stimmten und den Zeitpunkt herbeiwünschten, wo alle Rohrleger und Helfer wieder in einer Organisation ihre Interessen wahr nehmen werden. Im Schlußwort präzisiert Genosse Mietz noch einmal den Standpunkt der Verwaltung und erklärt dann, daß die vorliegenden Anträge soweit sie sofortigen Eintritt in den Streif verlangen, nicht zur Abstimmung gebracht werden können. Das Verbandsstatut verlangt bei Streitbeschlüssen die Anwesenheit von drei Viertel der in Frage fommenden Mitglieder und diese Zahl sei in der Versammlung Einstellungslöhne nicht annähernd vertreten. Außerdem ist zu Streitbeschlüssen die gelernte und 33 Pfennige für gelernte vollDie Direktion in Genehmigung des Hauptvorstandes sowie eine Zweidrittel- Majorität jährige Arbeiter eingeführt werden. Stralsund lehnte Einstellungslöhne überhaupt erforderlich. a b. Lohnzulagen in Höhe von 2-3 Bf. gestanden beide Betriebe 8, in Barth sollten aber neben den alten und invaliden auch die minderwertigen Arbeiter von dieser Lohnzulage ausgeschlossen sein. Nach den Grundsäßen der Stralsunder Direktion wäre die Lohnerhöhung überhaupt nur einer Minderheit zuteil geworden. Darauf Es wird ersucht, den fonnten sich die Arbeiter nicht einlassen. Zuzug von Metallarbeitern aller Branchen, sowie auch von Tischlern und Stellmachern nach Barth a. d. Ostsee und Stralsund Letzte Nachrichten. Redner empfiehlt zum Schluß den Mitgliedern eindringlich, den Siering nahm als zweiter Redner das Wort und wies auf da vorgehen, wo es im Interesse der Sache geboten ist. Antrag der Verwaltung anzunehmen. Die Verwaltung wird überall Sře Zersplitterung im Berliner Rohrlegergewerbe hin sowie auf die Die Abstimmung über den Ortsverwaltungsantrag ergibt nach Folgen dieser Dezentralisation. Im übrigen zeigte Redner, daß die Tariffrage der Rohrleger ganz und gar abhängig sei von dem, Meinung des Bureaus eine Mehrheit für diesen Antrag, während Von einer was im Baugewerbe vorgeht. Darum nehme der Deutsche Metall- andere Teilnehmer dies Resultat für zweifelhaft halten. arbeiter- Verband in bezug auf die Tarifbewegung der Wiesenthaler Zettelabstimmung muß Abstand genommen werden, da gleich nach der vorerst eine abwartende Stellung ein. Der Deutsche Metallarbeiter- ersten Abstimmung ein Teil der Anwesenden die Versammlung ver- fernzuhalten. Verband läßt sich angesichts der ganzen Situation von dem Bestreben lassen hat. Schließlich gelangt unter großer Erregung ein Antrag Jeiten, die bedauerliche Zerflüftung innerhalb der Rohrleger Berlins des Genossen Mie B zur Annahme, der die Verwaltung beauftragt, nicht noch mehr zu verschärfen. Wenn der Deutsche Metallarbeiter so bald als angängig eine weitere Versammlung einzuberufen, zu Verband aber auch zurzeit Gewehr bei Fuß stehe, so sei es aber der alle Mitglieder einzuladen sind. Den Unternehmern im MalerDie Beratung des englischen Flottenetats. doch seine Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Berliner Rohrleger in London, 31. März, Unterhaus. Die Beratung über den der Tariffrage nicht geschädigt werden. Der Metallarbeiter- Verband gewerbe sollte der Verlauf der Versammlung zeigen, wie sehr sich Ichne den Gedanken ab, wenn der Vertrag mit dem Allgemeinen die Scharfmacher in ihren Reihen geirrt haben, wenn sie glaubten, lottenetat wurde heute fortgesetzt. Gegenüber der Auffassung Keir Hardics, der erklärt hatte, die Admiralität habe gefunden, daß die Metallarbeiter Verbande nicht zustande komme, nun die Situation durch die angedrohte und teilweise durchgeführte Aussperrung für sich auszunüßen. Im Gegenteil erwarte der Deutsche Metall- die Gehilfen einzuschüchtern. Mit Genugtuung wurde in der Ver- Durchführung des englischen Flottenprogramms bei der Ueberarbeiter- Verband, daß die Arbeitgeber die weitgehendsten Zuge- fammlung fonstatiert, daß sich in den Reihen der Ausgesperrten lastung der Schiffswerften unmöglich sei, und der Vorschlag Churständnisse machen werden. Sie sollen keinen Nuzen haben von dem feine Streifbrecher gefunden haben und daß sie noch so geschlossen chills nichts weiter sei, als ein Winkelzug, um mit den Rückständen Gegenjak, der zwischen beiden Verbänden besteht. wie am ersten Tage stehen. Die im Kampf befindlichen Maler im Flottenbau aufarbeiten zu können, betonte Churchill, daß sie sind im Gegenteil bereit brängen nicht zur Beendigung des Kampfes unter allen Umständen; die Verzögerung auf den Schiffswerften den Kräfteüberschutz wenn es sein muß den Kampf( Margins of Strength) auf den die Admiralität hinarbeite, nicht sie sind im Gegenteil bereit- wenn es sein muß merflich berühren würde. Wenn diese Verzögerung eine solche auf breitester Basis zu führen. Wirkung haben würde, so würde es möglich sein, Leute Zur Tarifbewegung der Böttcher. von anderen Arbeitsgebieten hinzuzunehmen, jedoch würden die Zur Aussperrung im Malergewerbe. Der Verband der Böttcher, Weintiifer und Hilfsarbeiter( Filiale Kosten dafür unter den bestehenden Umständen nicht gerechtfertigt Zu lebhaften Auseinandersetzungen fam es am Sonntag in Berlin) hatte am Sonntag eine außerordentliche Mitgliederversamm- sein. Die Verzögerung der Werften berühre in keiner Weise den einer von der Filiale Berlin des Verbandes der lung bei Boeker in der Weberstraße mit der Tagesordnung: Maler, Anstreicher usw. nach dem großen Saal des Bericht der Lohnkommission über die stattgefundenen Beginn und die Ausführung von Neubauten; es würde, wenn notMaler, Anstreicher usw. nach dem großen Saal des Verhandlungen mit der Arbeitgeber- Tarifkommission und den beiden wendig, möglich sein, während dieses Jahres mit dem Bau von Etablissements Neue Welt einberufenen Mitgliederversammlung Faßfabriken. der Berliner Maler. Es galt, zu der durch die Aussperrung hervor. Klapius erstattete den Bericht: Es sei je zweimal verbier oder fünf Schlachtschiffen zu beginnen, abgesehen gerufenen Situation Stellung zu nehmen. Grregte Unterhaltungen handelt worden mit der Tarifkommission der Innung und mit den von den jährlichen fünf und dem der malahischen Staaten, also ließen schon vor Beginn der Versammlung erkennen, daß ein Teil beiden in Betracht kommenden Faßfabriken( Bereinige Faß- insgesamt von zehn oder elf, die innerhalb von vierundDirektor Lieven, zwanzig bis dreißig Monaten fertiggestellt werden könnten, ohne der Anwesenden der Ansicht huldigte, die Aussperrung müsse mit fabriten, Abteilung Berlin, einem allgemeinen Streit beantwortet werden. Aus den Dis- und Fabrik von Werl). Resultat sei folgendes: daß der Bau von fünf Schlachtschiffen aufgehalten werde, die in An der Arbeitszeit sei nichts geändert worden. Es solle also die England für fremde Regierungen fertiggestellt würden. Es wäre kussionen, die in verschiedenen Gruppen gepflogen wurden, war zu Arbeitszeit 9 Stunden betragen, mit der Maßgabe, daß sie für ersehen, daß die Anhänger eines allgemeinen Streiks der Berliner die Woche 53 Stunden betrage, aber 54 Stunden berechnet würden. auch keine Schwierigkeit bei der Bemannung der Schiffe vorhanden, Verwaltung des Verbandes mangelnde Aktivität zum Vorwurf Eine Erhöhung des Stundenlohnes von 65 Pf. auf 70 Pf. wurde noch würde eine Schwierigkeit wegen des Geldes bestehen. Es machten. zugestanden, während 75 Bf. gefordert worden waren. Die zweite würde auch nicht notwendig sein, eine Anleihe aufzunehmen oder Die Richtigkeit dieser Beobachtung zeigte sich sofort, als Staffelung für größere Arbeiten ist von der Faßfabrit cine neue Steuer aufzuerlegen, da das Geld, das während der Genosse Mick als Vorsitzender fein einleitendes von Werl anerkannt worden, auch von Lieven( Vereinigte lezten drei Jahre für die Berringerung der Staatsschuld verwendet Referat begann, das sich die Versammelten jedoch, nachdem sich die Faß fabriken Berlin), jedoch in anderer Modifikation. Es worden sei, einen weit höheren Betrag erreiche, als irgendein Miez ging des wurde somit für größere Arbeiten der Stundenlohn auf 80 Pf. feft- Summe, die für die erwähnten Bauten notwendig wäre. erfte Aufregung gelegt hatte, in Ruhe anhörten. gefeßt. Wenn man die Einzelzugeständnisse berücksichtigt, dann näheren auf den Verlauf des Kampfes ein und erklärte, daß die beträgt bei Werl das Zugeständnis pro Kopf und Woche 1,70 W. Verwaltung auch heute noch voll und ganz für die eingeschlagene bis 8 M, Durchschnittlich beträgt bei Werl das Zugeständnis Taftit eintrete. Der Unternehmerverband hat ohne irgend einen 7 Proz. Der Tarif soll hier drei Jahre dauern. Die neuen Lohnstichhaltigen Grund den Schiedsspruch des Einigungsamtes abgelehnt, jäge sollen bei Werl mit dem 31. März in Rechnung fommen. Mit was selbst von den Unparteiischen, die bei dem Schiedsspruch mit getvirkt haben, in der Zeitschrift„ Das Einigungsamt" behauptet werde. Nach Meinung des Redners war der Grund zur Aussperrung lediglich in der Furcht vor der immer größer werdenden Macht des Malerverbandes zu suchen. Man hielt es für notwendig, einen Aderlag vorzunehmen, Das dem Tarifabschluß mit Werl auf dieser Grundlage hat sich die in Betracht tommende Filiale Spandau einverstanden erklärt. Churchill fuhr fort: wenn wir solche Schrittte nicht unternehmen, so geschicht es nicht deshalb, weil sie nicht möglich sind, sondern weil sie nicht nötig sind. Die Annahme, daß wir Schwierigheiten hätten, unser Programm auszuführen, und daß der aufrichtige freundschaftliche Vorschlag, den ich gemacht habe, bloß ein Aniff fci, um unsere Schwäche zu verhehlen oder geheim einen Bei den Vereinigten Faßfabriten Berlin liegt die Vorsprung zu gewinnen, ist ebenso unbegründet, wie unwürdig. Sache etwas anders. Direktor Lieben hat durchaus nicht in bezug( Beifall.) Er hoffe, es würde verstanden werden, daß keine auf den Grundstundenlohn über 68 Pf. hinausgehen wollen. Nach Schwierigkeit vorhanden sei, sowohl englische Schiffe schneller zu vielem Verhandeln erklärte er sich zur Zahlung von 70 Bf. bereit, um die Kassen des Verbandes wenn aber nur unter der Bedingung, daß der Tarif auf fünf Jahre bauen, wenn es nötig sein sollte, als auch den Bau dreier kanamöglich zu sprengen und so die verhaßte Organisation zu gilt. Für den Fall soll nach drei Jahren eine weitere Erhöhung discher Schiffe abzuschließen, die jetzt in Kanada erwogen würden. schwächen. Doch die Herren haben mit ihrer Aussperrungs- von 1 oder 2 Pf. pro Stunde eintreten. Auch sollen dann für beDie österreichische Flottendemonstration. taftif ein jämmerliches Fiasko erlitten. Ein großer Teil stimmte Arbeiten, für die jetzt gewisse Prozentzuschläge zugestanden der Unternehmer hat sich an der Aussperrung überhaupt nicht be- sind, weitere Prozentzuschläge nach drei Jahren eintreten. teiligt, sind doch im ganzen mur 20-25 Proz. der Beteiligten aus- Montagearbeiten sollen im Tarif 80 Pf. pro Stunde nach dem Zu gesperrt worden, und von denen, die anfänglich mitmachten, finden geständnis Lievens festgesetzt werden, wozu selbstverständlich die tagtäglich eine Anzahl Unternehmer den Weg zur Gehilfenorgani- Montage- Ertrazuschläge kommen. Bei einer Umrechnung der zu geftändnisse der Vereinigten Faßfabriken Berlin würde auch fation, um den Tarif zu unterzeichnen. Die Zahl der Ausgesperrten hier, wie bei Werl, die Bewilligung durchschnittlich 7 Prozent be nimmt infolgedessen ständig ab. Bisher ist es den Unternehmern tragen. nicht gelungen, unsere Organisation zu schwächen. Durch ihre Die Jnnungsvertretung hat sich bisher die Sache sehr famose" Aussperrung haben die Meister im Gegenteil nur erreicht, leicht gemacht. Nach längerer Verhandlung habe sie als Stundendaß ihre Organisation nur noch ein Scheingebilde ist. Wie verlautet, lohn 70 Pf. zugestanden und für die Bierfaßbranche einen Affordfoll von vielen Mitgliedern der Internehmerorganisation eine Neuzuschlag von 5 Prozent angeboten. Alle übrigen Forderungen bezüglich wahl oder mindestens eine Ergänzung des Vorstandes verlangt der Packfaßbranche, der Hilfsarbeiter usw. habe die Junung bisher werden. Es soll beabsichtigt sein, die Scharfmacher in den Reihen abgelehnt. Mit der Dauer von drei Jahren würde man seitens der Innung einverstanden sein. Aber die Verhandlungen mit des Vorstandes durch besonnenere Elemente zu ersetzen. In einer Anzahl der Innung sind noch nicht abgeflossen. Die Innung von Drten haben die Meister über die Köpfe ihrer Organisation hinweg möchte die endgültige Verhandlung noch aufschieben, weil der Leiter Sondertarife abgeschlossen, die mehr Zugeständnisse gewähren als ihrer Tariffommission auf Reisen sei. der von den Unternehmern abgelehnte Schiedsspruch. Außerdem Es entspann sich eine ausgedehnte und recht lebhafte Diskussion, Verantw. Redatt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Injeratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Für Bola, 31. März.( W. T. B.) Wie verlautet, hat heute um 13 Uhr morgens das in Cattaro verjammelte öfterreichische Geschwader den Befehl zum Auslaufen erhalten. Das Geschwader lag abends etwa 20 Kilometer vor Es besteht aus den Schlachtschiffen Erzherzog Franz Ferdinand"," Briny" und„ Radetzky", dem Banzerfreuzer St. Georg", dem Kreuzer Admiral Spaun", mehreren Torpedobooten und Torpedobootszerstörern Antivari. 11 Die Maffenvergiftungen im Solinger Bezirk. Solingen, 31 März.( P. C.) Die Massenbergiftungen imt Solinger Bezirt haben geradezu katastrophalen Charakter angenommen. Bis zum späten Abend konnten ungefähr 88 Erkran fungen festgestellt werden. Bei 20 Erkrankten besteht unmittelbare Lebensgefahr. Die Polizei haf sämtliche Geschäfte des Mezgers Hegemann geschloßen und das dort vorgefundene Fleisch beschlag. nabmt. Drei Personen find bis heute bereits gestorben. Baul Singer& Co, Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 75. 30. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Deutscher Kongreß für alkoholfreie Jugenderziehung. Dienstag, 1. April 1913. 8. Generalversammlung der Kupferschmiede. Verband voll. bater gebe durch ein Räuschchen ein verderbliches Vorbild. Toleranz historisch gewordenen Unfitten. Die Genußfreudigkeit und Fähigin der Familie gegen den Alkohol sei ein böses Uebel. Frau Elise teit werde leicht durch den Lurus erstict. Der unversiegbare Born Schmidt warf die Frage auf: wie schüßen wir Frauen uns wahrer Freude sei die Natur, gemeinsames, fröhliches Spiel. Dieses gegen alfoholische Väter unserer Kinder? Die jungen Mädchen müsse Selbstzweck sein. Die Preisfererei errege niedrige Gefühle, müßten bei der Wahl der Gatten die Abstinenz zur Bedingung wie Eitelkeit usw. Zudem schädige die Abheßerei die Gesundheit. machen. Das sei der beste Schuh! Leider stoße die abstinente Darum sei der Preissport, das Preisspiel zu verbannen! Alkoholfreie Jugenderziehung! Dieses Ziel schwebte dem Frau überall auf durch Gewohnheit und gesellschaftliche Sitten auf- Nicht mit allem, was gesprochen und gefordert wurde, sind wir 1. Deutschen Kongreß für alkoholfreie Jugenderziehung vor, der gerichtete Widerstände. Gemeinsame Arbeit müßten sie überwinden. einverstanden, aber doch mit dem weit überwiegenden Teil. Unin den Tagen vom 26. bis 28. März im preußischen Abgeordneten- Die Toleranz der Behörden gegen trinkende Lehrer, gegen Schul- bedingt muß die Jugend aus den Umklammerungen der mit dem hause abgehalten worden ist. Am 25. ging ihm eine Reihe atade- feiern mit Alkohol fordere den schärfsten Widerspruch heraus. Alkohol verschwisterten bürgerlichen, meist national firmierten Vermischer Vorlesungen über die Alkoholfrage voraus. Ein Erfolg Noch eine ganze Reihe von Rednern spann mehr oder minder eins- und Vergnügungsmeierei, vor allem auch der sich in den letzten war die Veranstaltung, ein großer Erfolg! Sie wird Wellen start ausgeprägt denselben Faden. Zahlreiche Beispiele wurden Jahren wie die Pest ausbreitenden Sportfererei herausgerissen schläge ins Volt treiben, die sicher weite Kreise beeinflussen müssen! angeführt, wie Regierung und Aufsichtsbehörden den Schnaps- werden. Je eher das geschieht, um so besser für unsere den sozialen Der Arbeitsausschuß, eine Vertretung fast aller alkohol- fonsum bei Kindern dulden und fördern. Auch die sonst oft über- Aufstieg, die politische Befreiung fördernden Bestrebungen. Jede gegnerischen Vereinigungen, hat die Veranstaltung mit großem trieben aufmerksame Polizei bekam die Leviten gelesen, weil sie Aufffärung über die heimtückische Schädlichkeit des Alkohols ist ein Geschick vorbereitet und glücklich durchgeführt. Schon die Gewin- unerlaubten Alkoholvertrieb nicht hindere. Ein Redner lenkte die Vorteil für den proletarischen Befreiungskampf. Darum rufen auch nung des Abgeordnetenhauses als Kongreßlokal bedeutete einen Aufmerksamkeit auf den wachsenden Umsatz von Likörbonbons. Sie wir: Die Jugend los vom Alkoholl Erfolg! Man denke nur: an derselben Stelle, an der die Schnaps- würden vorwiegend von Kindern gekauft und genossen. Da zeige junter sonst mit ihren ultramontanen Freunden ihre Alkoholliebes- sich eine Gefahrenquelle, die man unbedingt verstopfen müsse. Bei gabenpolitik machen, wo der Schnaps, das Bier als beliebte Steuer- dem Verkaufe werde die Gewerbeordnung verletzt. Sie erfordere objekte gewissermaßen die ordnungsstaatlichen Weihen empfangen, für den Kleinverkauf von Branntwein die Erteilung einer beStettin, 29 März. dort proklamierte eine stattliche Versammlung von Männern und sonderen Konzession. Diese Bestimmung mißachteten die Konfi Bei der fortgesetten Statutenberatung fand zu den Frauen aus allen Schichten der Bevölkerung, aller politischen und türengeschäfte. Der Hinweis auf diese Tatsache dürfe hoffentlich Sagungen über die Agitationsbezirke ein Antrag Annahme, der dem religiösen Anschauungen in sehr nachdrücklicher Weise den Kampf genügen, die Augen der Behörden zu öffnen. Genosse Raßen Vorstande das Aufsichtsrecht über die Bezirkskaffen zusichert, er fann gegen den Alkohol! Annähernd 1400 Teilnehmer waren angemeldet, ste in gab anderer Meinung Ausdruck, ein direktes Verbot der jederzeit Revisionen vornehmen. Die Bestimmung über eine mehr noch erschienen, eine beträchtliche Anzahl davon aus den Abgabe von Branntwein in jeder Form an Kinder sei erforderlich. eventuelle Auflösung oder Verschmelzung des Verbandes wurde daNachbarländern! Doch, weshalb ging man hier mit den Behörden und den hin abgeändert, daß diese nur durch Urabstimmung erfolgen können, Kein nach Zuchtenleder duftender, schnapsbrennender preußischer gesellschaftlichen Sitten, wie sie vornehmlich in den vornehmeren und zwar müssen bei einer Auflösung 34, bei einer Verschmelzung 2 Edelmann ließ sich sehen, auch die Asphaltkonservativen glänzten Streifen gepflegt werden, so scharf ins Gericht? Nicht eine Gruppe( bisher auch 8/4) der Abstimmenden dafür sein. Damit war die durch Abwesenheit. Dafür saß der Sozialdemokrat Kabenstein von Fanatikern war das Richterkollegium. Eine große Schar im Präsidium im Hauſe der Privilegierten! Und von der Menschen, von sittlichem Ernst und Liebe zum Nachwuchs durch Statutenberatung beendet. Das neue Statut tritt am 1. Juli in Kraft. Rednertribüne des Dreiklassenhauses sprachen Frauen, eine von glüht, bildete das Tribunal der Anklage gegen die Gesellschaft! Die Generalversammlung nahm dann eine Regulierung der Geihnen die Industriestadt Bochum hatte sie entsandt plädierte In manchen Kreisen herrscht eine Ueberspannung des äußeren hälter der Angestellten vor. Das Anfangsgehalt wurde um 400 M. fogar für das Frauenwahlrecht als gutes, treffliches Mittel im Lebens, die Unkultur bedeutet, eine große Lüge! So rief lagend erhöht, es beträgt nun 2400 M., steigend jährlich um 100 m. bis Kampfe gegen den Volksfeind Alkohol! Schrecklich, schrecklich! Die Stadtschulinspektor Dr. Jensen- Berlin aus. Und es waren 3000 M., dann um 50 M. jährlich steigend bis 3300 m.( bisher bis heilige Stätte ist entweiht! graufige Bilder der Not und des Elends, die von den Fachleuten Nicht nur in dem äußeren Berlauf, auch im Gehalte der Reden als Folgen des Alkohols in erschütternd wirksamer Weise gezeichnet 3000 r.). Den Beitrag zur Angestelltenversicherung übernimmt der hob sich der Kongreß weit über das gewöhnliche Niveau ähnlicher wurden. Stranke, halb blöde, dem moralischen Sumpf, dem VerAls Delegierte zum nächsten Gewerkschaftstongreß wurden Beranstaltungen heraus. Bei einiger Toleranz darf man das trotz brechen in die Arme getriebene Kinder gibt es in unfaßbar großer Saupe- Berlin und Bichler- München bestimmt. Auf dem Interaller Reserve gegenüber solchen vorwiegend bürgerlichen Veranstal- Anzahl. Entweder setzten alkoholvergiftete Eltern ste schon ver tungen ſagen! Gewiß, das soziale Moment, die wirtschaftlichen feucht in die Welt, oder Unwissenheit, oft auch wirtschaftliche Ver- nationalen Metallarbeiterkongreß( im Auguſt in Berlin) und auf dem Internationalen Arbeiterkongreß vertritt der Vorsitzende Saupe den Verhältnisse als Hauptnährboden des Alkoholmißbrauches wurden hältnisse machten sie schon in der frühesten Kindheit zu AlkoholVerband. viel zu wenig berücksichtigt. Den Kampf gegen den Alkohol führte konsumenten. Dem Säugling in der Wiege steckt die Mutter einen man vorwiegend mit ethischen Momenten, der Pädagoge stand im mit Schnaps getränkten Lutscher in den Mund, damit sie ungestört Vordergrund, nicht der Sozialpolitiker! Jedoch der rein ideologische ihrer Arbeit nachgehen kann. Gedankenlosigkeit bringt viele Kinder feiner starren Dogmatit herausgestellte Moment flang nur hin und zu opfern. Vater und Mutter sind stolz, wenn ihr zweijähriger Einschlag war auch nur schwach, das religiöse, sonst so gern in dahin, schon vom zartesten Kindesalter an dem Gotte Gambrinus wieder leise durch! Die nach der einen und der anderen Richtung schon den Maßkrug heben kann. Schäden für Leib und Seele sind offenbar bewußt geübte Zurüdhaltung sicherte dem Kongreß seinen die Folgen des Alkoholgenusses. Oft für das Leben verhängnisvoll glatter Verlauf. Nur zum Schluß kam es zu einem kleinen Auf- entscheidend wird der Alkohol für die jungen Menschen in der flackern der Klassengegensäße. Genosse Katzenstein referierte Bubertätszeit. Was da eine Stunde verdarb, kann oft ein ganzes als letter offizieller Redner über die Jugendorganisationen der Leben nicht wieder gut machen. Und aus der großen Versammlung Arbeiter. Er betonte, die Sozialdemokratie sei die einzige politische stieg es wie ein Schrei auf: Hilfe vor all den Gefahren, Rettung Partei, die offiziell den Alkoholmißbrauch bekämpfe. Das mochte von dem drohenden Niedergang, Verhinderung der weiteren DurchWie die Polizei die Arbeiterjugendbewegung fördert. schon etwas unwillen erregt haben. Dann reizte er den Zorn eines seuchung der Jugend mit dem Alkoholgift! Oberverwaltungsgerichtsrates. Rabenstein wies hin auf die ver- Teilweise soll die Regierung, soll die Gesetzgebung durch Bu Sonntag mittag 11, Uhr war in Pankow bei Berlin eine Die Versammlung war schiedene Rechtsprechung, je nachdem es sich um Angehörige der fo- Steuerung der offiziellen Trintunfitten helfen. Aber die Hoffnung Jugendversammlung einberufen worden. genannten besseren Stände oder um Arbeiter handele. Gegen solche auf solche Hilfe war nicht groß. Das hörte man deutlich heraus. start besucht und auch die Polizei war vertreten. Der Herr Kom,, unerhörte Unterstellung protestierte ein Dr. Weymann. Aufklärung, Erziehung, vor allem das gute Beispiel sollen den missar weigerte sich, an einem Tisch mit bunter Decke zu ſizen, er Rabenstein blieb dabei, daß nicht mit gleichem Maße gemessen werde. Alkohol überwinden. Wer der Jugend, wer seinen Kindern das verlangte eine weiße Decke. Bevor die Versammlung eröffnet wurde, Auch die Parteilichkeit der Regierung im Kampfe gegen die Ar- Beispiel eines feuchtfröhlichen Lebens biete, könne ihnen nicht mit verlangte der Herr Kommissar, daß alle Jugendlichen unter 18 Jahren beiterjugend beleuchtete der Redner. Politische Erwägungen seien Erfolg Abstinenz empfehlen. Auch der Gelegenheitsrausch müsse den Saal zu verlassen hätten. Das kann man natürlich der Arbeiterdabei maßgebend, die Alkoholseuche mache ihr weniger Sorge. Die verpönt sein. Die notwendige Korrektur gegen die Ueberschätzung jugend bieten, während dem Jung deutschlandbund in Bankow die Regierungen und Behörden als Förderer und Begünstiger des All- der Belehrung als Ritter im Kampfe gegen den Alkohol nahm Ge- Schulen und Unterstützung aus Gemeindemitteln zur Verfügung gekoholtonjums betamen überhaupt manch kräftig Wörtlein zu hören. nosse Staßenstein vor, indem er als letter Redner auf die soziale ſtellt werden. Hoffentlich notierten es sich ihre anwesenden Vertreter! Professor Seite der Frage hinwies. Für das Proletariat schwinde mit seinem Nach diefer der Auflösung gleichkommenden Maßnahme wurde Dr. Niebergall Heidelberg bezeichnete die Kaifergeburtstags- Aufstieg die Alkoholfrage. Als ein Ausschnitt der großen sozialen den Anwesenden mitgeteilt, daß in Französisch Buchholz ebenfeiern und sonstige Feste, auf denen man sich durch Alkoholgenuß Frage werde sie mit dieser leicht gelöst. Aber bei der Aufklärung falls eine Jugendversammlung stattfinde. Was in jahrelanger Arbeit begeistere, als Unfug; die Taumelerregungen als patriotisches Ge- arbeite man mit allen Parteien und Auffassungen gern zu wurde hier Ereignis. Die Anwesenden machten sich alle auf den nicht erreicht wurde, den Jugendlichen Solidarität beizubringen, fühl auszugeben, sei Schwindel! Diese kräftige, treffende Charat sammen. terisierung fand einen lebhaften Widerhall. Mit großem Nachdruc Durch diesen Spaziergang bei Nicht verschwiegen sei, daß Prälat Dr. Strehler- Neiße, Weg nach Französisch- Buchholz. wiederholte der Redner feine abfällige Kritit der patriotischen ein katholischer Geistlicher, treffliche pädagogische Grundsäbe pro- prächtigem Wetter wurde natürlich Aufmerksamkeit erregt, die TeilFestivitäten. Unbarmherzig geißelte er weiter die akademischen pagierte. Nicht durch Drohen, nicht durch Schulmeistern solle man nehmenden wurden immer zahlreicher und bald beteiligte sich eine Trinkunfitten, den Alkoholmißbrauch beim Militär, besonders im die Jugend vom Alkoholgenug abzuhalten versuchen. Die schönsten fast unübersehbare Menge an dem Spaziergange unter der getreu Offizierkorps. Scharf nahm er sich die trinksüchtigen, dem Alkohol Verbote würden erfahrungsgemäß nicht beachtet. Man müsse viel- lichen Bedeckung der Polizei, erst in Pankow, dann in Niederfrönenden Oberlehrer der höheren Schulen aufs Korn. Dem auf- mehr an das Selbstbewußtsein appellieren, an den Mut, der gegen schönhausen. Als dann endlich Französisch- Buchholz erreicht war, gedunsenen Lehrer folge auf seinem Wege zur Kneipe das ver- herrschende Unsitten sich auflehne, stark mache gegen den falschen wartete die schon vorher benachrichtigte Polizei auch hier auf die gnügliche Schmunzeln der Primaner. Hochachtung und Ehrfurcht Schein von Tüchtigkeit, der darin liege, daß Trinktüchtigkeit mit Ausflügler. ernte der Lehrer, der Führer und Leiter der Jugend, dabei nicht. Mannbarkeit identifiziert werde. Herrenmenschen in gutem, ethi- Die Versammlung bei Kähne war natürlich schon längst aufSein böses Beispiel verderbe unendlich viel. Auch der Familien- schem Sinne müsse man heranbilden, keine gehorchenden Sklaven der gelöst, es war aber eine Unterhaltung arrangiert worden, woran Kleines feuilleton Der Umgang mit Proleten. Auf der Berliner Stadtbahn geschieht ein Unfall, viele werden mit den Fernzügen befördert, die Fernzüge find überfüllt, auch die Coupés erster Klasse werden in Anspruch genommen; auf Anordnung der Beamten natürlich. So fizen in einem solchen Abteil zusammen: der Kaufmann Paul Sternberg und der Flügeladjutant des Raisers. Dieser Militär versucht zunächst, den anderen Fahrgast hinausiverfen zu lassen; als das nicht glückt, wird er ungezogen: ein Gefreiter reicht ihm etwas ins Coupé und der Offizier sagt:„ Warten Sie damit, bis die Schweinerei raus ist..!" Der Kaufmann verpakte die einzig richtige Antwort, die auf Rüpeleien zu geben sich stets empfiehlt, und tonstatierte bescheiden, man wäre hier nicht auf dem Kasernenhof. Worauf der andere ihn andhte, er solle zusehen, daß ihm nichts passiere. Bei der Wahl der Verbandsleitung wurde einstimmig Sa upe als erster, Hecht als zweiter Vorsitzender und Bischoff als Ausschußvorsitzender wird Rudolph. Rassierer wiedergewählt. Der Siz des Vorstandes bleibt Berlin, der des Ausschusses wurde von Magdeburg nach Dresden verlegt. Damit waren die Arbeiten der Generalversammlung erledigt. Die nächste Generalversammlung tagt 1916 in Dresden. Jugendbewegung. romantischen in einbrudsvolle originelle ſich den Einzelheiten anmutet, die Schriften einzustellen. Zu jener Zeit überraschte ihn ein Geschenk in dem einer Gruppe amerikanischer Verehrer, die ihm eine prachtvolle Zeichnung dieses Gascogners, goldene Uhr mit eingravierter Widmung überreichen ließen und nationale Eigentümlichkeiten mit weltfremdert Schwärmertim dies Geschenk außerdem noch mit einer Barsumme von 30 000 M. io seltsam kreuzen, die Verschlingung des Sentimentalen mit nachbegleiteten. Der Denter nahm die Uhr an, lehnte aber das Geld denklicher Ironie, das farbig bunte Beitbild, in das der Dichter ab. Aber die Amerikaner ließen sich nicht abweisen; sie deponierten feine Phantasien eingesponnen, sichert auch heute noch dem Werke die Summe auf den Namen Spencer bei einer Bank, und schließlich seine Wirkung auf der Bühne. entschloß sich der Philosoph doch zur Annahme dieses Geschenkes, er verwendete das Geld für die Veröffentlichung seiner weiteren Werke. Dabei war dieser philosophische Denter keineswegs einer jener Stubengelehrten, die sich der Laie gern unter einem Philo sophen vorstellt; er war ein Anhänger förperlicher Uebungen und Anstrengungen, hatte sein Leben streng geordnet und pflegte stets in bestimmten Zwischenräumen die geistige Arbeit durch förperliche lebungen zu unterbrechen. Er ruderte gern, war ein begeisterter Angler und auch die Freuden des Billardspieles genoß er gern. Gegen alle öffentliche Ehrungen hatte er eine unüberwindliche Abneigung. Er wies die Pairswürde zurück; als nach dem Tode Emersons die Pariser Akademie ihn zum Korrespondenten erwählen wollte, lehnte er wiederum ab; und als der deutsche Kaiser die Abficht hegte, ihn mit dem Pour le mérite- Orden auszuzeichnen, Beleidigung und Drohung.§§ 185, 241 Strafgesetzbuchs. Wir wissen alle, daß diese Spezies sich einbildet, der Staat sei ihretwegen da. Auch daß ein Flügeladjutant in der Erregung die Balance und einige gute Manieren verliert, nimmt nicht weiter wunder. Ruhe und Anstand wächst auf keinem preußischen wiederholte sich dasselbe. Kasernenhof. Aber daß es Kriegsgerichte gibt, die den Mann heraushauen, Theater. Die Regie der Massenszenen und die malerisch dekorative Ausstattung war glänzend. Hans Gerhard, der Darsteller der Hauptrolle, der großen Beifall erntete, wuchs im Verlauf des Stückes, blieb aber der Figur des Dichters doch manch Wesentliches schuldig; es fehlte der Einschußz quecksilbern beweglichen Gascognertums und der in renommistischen Tiraden durchscheinende Humor. Die zahllosen fleinen Rollen waren durchgängig achtbar besetzt. Das beste gab Else Wasa in der anmutig weichen Verkörperung des schöngeistigen Bäschens. Das Publikum folgte mit offensichtlich starkem Interesse. Notizen. dt. Die Preußen hängen fein Bild- fie hätten es denn. Das unter Verschwendung einer Million von Herrn Bode den spanischen Jesuiten abgehandelte Bild(„ Die hlg. drei Könige", angeblich von Hugo van der Goes) beabsichtigen die Spanier Charlottenburger Schiller Theater:, Cyrano nicht herauszugeben. Sie berufen sich auf eine Bestimmung ihres hätte man doch nicht erwartet. Mit oberfaulen Begründungen: das von Bergerac" von Edmond Rostand. Der Held von Zivilrechtes, wonach ein Verkäufer gegen Zurückerstattung der doppelten Wort„ Schweinerei" sei nur für den Gefreiten bestimmt gewesen. Rostands romantischer Komödie ist eine Art Halbvetter des welt- Anzahlung von einem Handel zurücktreten kann. Unfinn: man fann auch britten gegenüber beleidigen. Wahr- berühmten Don Quichotte. Ein Verstiegener, Verzückter, den es drängt, Der wirtschaftliche Zusammenschluß ber nehmung berechtigter Interessen. Niemand hat ein Interesse daran, sich in phantastischen Heldentaten hinzuopfern, aus Hochfinn und aus Künstler wird am Sonnabendabend 8 Uhr in einer allgemeinen allein in einem Abteil zu fahren. Narrheit wunderlich gemischt. Die Natur, die ihm den zärtlichsten Berliner Künstlerversammlung behandelt werden, die in den BürgerAber das sind ja alles feine Gründe, sondern Vorwände. Hätte Verehrungstrieb für Frauenschönheit und die Gabe süßer Minne- faal des Berliner Rathauses einberufen ist. der Kaufmann dem Menschen ein paar hinter die Ohren geschlagen, poesie ins Herz gelegt, hat grausam launenhaft sein Antlig gleich so wäre das Bild ein anderes. Das Joachim Denim a I. In dem Münchener Atelier zeitig mit einer ungeheuren Nafe ausgestattet, deren groteste Häß Adolf Hildebrands sind, wie die Kunstchronit" berichtet, die Büste So ist gerichtlich fonstatiert: Es gibt im preußischen Offizier lichkeit jede Hoffnung auf Erwiderung feuriger Gefühle im Reime Josef Joachims und zwei mufizierende Genien vom Denkmal Joachims forps einen, der feine Manieren und keine Selbstbeherrschung hat. Aber dafür hat er die Gerichte auf seiner Seite, einen farbigen An- erstickt. Ein Summer, den er hinter rauhem Spott und wilder ausgestellt, das in der Berliner Hochschule für Musik in der Wandelzug, bei Kaisers Geburtstag einen Busch auf dem Helm und einen die er tief im Innern glüht, ahnt von dem sorgsam gehüteten Gezeigt echt Hildebrandsche Einfachheit und Klarheit, das Gipsmodell Rauflust zu verbergen sucht. Die reizende, schöngeistige Base, für balle seinen Plaz finden soll. Der ganze Plan des Monumentes langen Titel. heimnis so wenig, daß sie ihn zum Vertrauten ihrer Neigung läßt erkennen, wie wohl die Formen abgewogen find. Zu einer Aus dem Leben eines Philofophen. Herbert Spencer, für einen jungen, schmuden Burschen macht, den ge- Renaissanceblende führen einige Stufen empor, und hier wird in der berühmte englische Philosoph, hat in seinem Leben erfahren fürchteten Eisenfresser bittet, im Frieden wie im Kriege einer ovalen Nische die Büste Joachims Aufstellung finden, während müssen, daß selbst die bedeutendsten philosophischen Werte nicht im feine schützende Hand über den Liebsten zu halten. Und die beiden Genien auf kleinen Sockeln über den Stufen stehen. stande find, ihren Urheber auch nur fümmerlich zu ernähren; bei Cyrano, beglüdt, daß er für die Angebetete doch etwas tun darf, Ein neuer Velasquez? In London will man feinen ersten großen Werken mußte er selbst die Druckkosten be- stürzt sich begeistert in die Rolle, die jeder andere als absurd, be- einen neuen Velasquez entdeckt haben. Das Gemälde stellt die Verzahlen, und das Erscheinen dieser Bücher hat ihm nicht nur teine schämend und empörend zurückgewiesen haben würde. Er stellt dem fündigung der Hirten dar. Ginnahme gebracht, sondern gegen 24 000 M. gekostet, die er aus Stameraden, dessen Geistlosigkeit die dichterisch gestimmte Dame feiner Tasche bezahlen mußte. Nicht ohne Grund wurde der enttäuschen könnte, den Schwung der eigenen Sprache zur Berbittere Saz gesprochen:" Wenn man hundert Personen vor di fügung, läßt seine Weise für ihn werben, so als Souffleur des Wahl stellt, entweder einen Löffel Rhizinusöl zu nehmen oder ein andern das Bewußtsein seiner Macht genießend. Er hört aus Kapitel der Prinzipien" zu lesen, so werden sich 99 für das Rhizi- Royanens Munde, daß erst die Zartheit dieses Werbens ihre nusöl entscheiden." Im Jahre 1865 tearen die mit der Veröffent Neigung zur wahren Liebe erhöhte, und schweigt, schweigt auch, als lichung feiner Schriften verknüpften Unkosten so angewachsen, daß der Freund im Kampf gefallen. Nach langen Jahren, erst in Cyranos Spencer den Entschluß faßte, die weitere Veröffentlichung seiner Todesstunde, erfährt sie, was sie ihm gewesen. So unmöglich vieles Das Tagebuch des Scott, das er bom Beginn der Reise an bis zum Todestage geführt hat, wird demnächst in deutscher llebersezung bei Brockhaus erscheinen. Eine Legende. In der Jugend" lesen wir: Der König rief und Alle, Alle tamen" Geschichtsverbesserung nach Höflingsbrauch! Es müßte heißen in der Wahrheit Namen: Is Alle riefen, tam der König au!! MIN die Erschienenen teilnahmen. Reziiailon von Gedichten ernster und heiterer Natur wechselten ab und lösten eine fröhliche und bc geisterte Stimmung bei den Jugendlichen aus. Schließlich wurde aufgefordert, nach Hause zu gehen und wieder flutete die Menge die Chaussee entlang. Die bewaffnete Macht war natürlich reichlich vorhanden, auch der Herr Amtsvorsteher Mahnte, bewaffnet mit Krückstock und einem Gummituüttel'in der Brusttasche. Auf heimatlichem Boden angelangt, wurde auf grüner Wiese Rast gemacht ohne polizeiliche Bedeckung. Auf dem Weitermarsch aber stürzten an der Mendelstraße die Bekämpfer der freien Jugend- bewegung hervor, um die Ausflügler zu teilen. Nach guleni Zu- reden gelang es dann auch, es war natürlich nicht zu verhindern, daß bald darauf die Getrennten sich wieder zusammen fanden. Die schon längst auseinander gegangenen Ausflügler wurden dann noch einmal in der Mllhlenstraße durch eine polizeiliche Attacke znsanimen getrieben, wobei auch einige Feststellungen vorgenommen wurden. WaS trotz eifriger Agitation und Belehrung unter der Arbeiter- jugend manchmal nur schwer erreicht wird: Zusammengehörigkeits- gefühl und Begeisterung, das hringt die Polizeischneidigteit oft im Handumdrehen fertig. Nur weiter so. Auch die Polizeidistel muß uns Rosen tragen._ Arbeiter-Jugend. Aus dem Inhalt der soeben erschienenen Nummer 7 des fünften Jahrgangs heben wir hervor: In die Freiheit. Ein Wort an die Schulentlaffenei�— Regierung und Wahlrecht in Preußen.— Ein Charakter. Erlebnis aus der Jugendbewegung. Bon L. S.— Der Ring des Saturn. Von Bruno H. Bürgel. iMit Abbildungen.)— Das Elend der Lehrmädchen.— Aus der Jugendbewegung sThüringen, Fürth). Die Gegner an der Arbeit. Des Lehrlings Leidenschronik. Zur wirtschaftlichen Lage usw. Beilage: Der Apachen- lieberfall. Erzählung von Owen Wister.— Der Zusammenbruch Preußens.— Am Quell der Freude. Von Jürgen Brand.— Wie es im Jünglingsderein war.— Lehr- jungensonntag.— Der Tugend Lohn. Gedicht.— Jungdeutschland. Bilderbogen mit Versen.___ Hus Induftm und DandcL Der Reichskriegsschatz. Zu den gewaltigen Kricgsrüstungen, die die neue Heeres- Vorlage enthält, gehört auch der Vorschlag, den Reichskriegs- schätz um 240 Millionen auf 360 Millionen zu erhöhen. Die Bildung des im Juliusturm zu Spandau niedergelegten Schatzes von 120 Millionen ist im Jahre 1871 erfolgt, um bei einem ausbrechenden Kriege über die ersten finanziellen Schwierigkeiten hinwegzuhelfen. Da ein zukünftiger Krieg weit erheblichere Kosten verursachen würde, hält die Begründung der Gesetzesvorlage eine Erhöhung dieses Schatzes für erforderlich. Das soll geschehen durch Anschaffung eines Bestandes an Silbermünzen in Höhe von 120 Millionen Mark und einer Goldreserve von ebenfalls 120 Millionen. Die Silberreserve soll in ausgeprägten Münzen bestehen, die in den Tresors der Reichsbank aufbewahrt werden. Die Kosten für Ankauf des Silbers und Prägung würden sich' auf rund 54 Millionen Mark stellen. Bei Ausgabe der Münzen würden dem Reiche also nachträglich 66 Millionen Mark als Gewinn zufließen. Die Prägung soll in sechs Jahren zu je 20 Millionen Mark erfolgen. Die Kosten dafür werden wesentlich durch Ein- nahmen auS dem Prägegewinn gedeckt werden. Die aufgespeicherten 120 Millionen Silber sollen nach der. Vorlage zur Befriedigung eines außerordentlichen Be- darfs, hauptsächlich also im Kriegsfall, dienen. Im Gegensatz zur Goldreserve, die nur für den Kriegsfall in Betracht tommt, soll die Verwendung der Silberreserve aber auch schon in Zeiten drohender Kriegsgefahr oder ivegen einer aus sonstigen Gründen besonders unruhigen Gestaltung der Volks- wirtschaftlichen Verhältnisse(Gcldmarktlage) gestattet sein. Die Mittel zu Beschaffung der G o l d r e s e rv e werden durch Vermehrung der Reichskassenschcine zu fünf und zehn Mark gewonnen werden. Die Kosten für Herstellung der Scheine beziffern sich auf rund 1,75 Millionen Mark. Das Gold, daS die Reichsbank durch diese Scheine an sich zieht, soll ebenfalls in den Tresors der Reichsbank aufgespeichert werden. Die 120 Millionen Gold sollen aber nicht schon jetzt zur Deckung von Reichsbänknoten dienen, sondern un genutzt für den Kriegsfall daliegen. Erst im Mobilmachung� fall würden sie entsprechend dem Zweck der sonstigen Gold> reserven der Reichsbank, zur Dritteldeckung der Banknoten be� nutzt werden können. Erst im Kriegsfalle also könnten für die 120 Millionen Gold 360 Millionen Mark Noten aus- gegeben werden. Die Sozialdemokratie steht natürlich auf Grund ihrer prinzipiell-politischen Haltung dem Gedanken eines Kriegs- schutzes und seiner Erhöhung ablehnend gegenüber. Aber auch die bürgerlichen Parteien müßten sich gegen diese Art der Kriegsschutzbildung wenden. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus liegen die Silber- und Goldreserven völlig brach. Würden sie wie die übrigen Bankreserven behandelt werden, so würden sie der Deckung der Kreditmittel dienen. Aber es kommt noch hinzu, daß die durch Ausgabe der Reichskassen- scheine entzogenen Metallvorräte zum größeren Teile wieder der Reichsbank entnommen werden, sowie sie der Geldzirku- lation im Warenverkehr entstammen. Eine weitere Schädigung des Metallvorrates der Reichsbank wird dadurch eintreten, daß die neuen Reichskassenscheine den alten gleichgestellt sind und damit zur Deckung der Banknoten(statt des Metalls) verwandt werden können. Man kann also sagen: Jede Million, um die der Kriegsschatz wächst, verliert die Reichsbank als Zentralnoteninstitut. Wird schon heute über zu geringe Metallvorräte der Reichsbank geklagt, so muß dieser Mangel sich im Maße der Schatzbildung vermehren, wenn er auch äußerlich durch im kapitalistischen Produktions- Prozeß entstehende Schatzbildungen zum Teil oder ganz der- deckt wird._ Morgan gestorben. John Pierpont Morgan ist am Montag, den 3l. März, mittags in Rom gestorben. Mir ihm ist der typische Vertreter des modernen Finanzkapitals dahingegangen. Während die übrigen Mlliardäre Amerikas fast sämtlich aus der Industrie hervorgegangen sind und sich im wesentlichen in ihrer Macht auf einen Industriezweig stützen (wie etwa John B. Rockefeller als Beherrscher der Perroleum- Produktion), war und blieb das Hauptfeld der Morganschen Herr- schaft die Organisation deö mobilen Kapitals. Mit 20 Jahren trat er 1857 in ein Bankhaus ein. nachdem er sich durch UniversitSrs- studien das Rüstzeug wissenschaftlicher Bildung erworben hatte. Ein Selfemademan in dem übliche» Sinne ist Morgan nicht ge- we'en. Von seinem Bankhaus aus gewann er gewaltigen Einfluß auf die Jndustrieunternehmungen Amerikas, auch hierin typisch für die Beherrschung der Industrie durch das Bankkapilal. Durch die Kontrolle der Banken und Versicherungsgesellschaften gewann er die Börse. In der Wirtschaftskrise 1307 mußte selbst Roosevelt als Ver- treter des Staates vor ihm kapitulieren. Hätte Morgan seine Gelder zurückbehalten, so wäre die Krise noch empfindlicher für das internationale Wirtschaftsleben ausgeschlagen. Diese Situa tion benutzte Morgan, um mit StaatSgeldern den Bereich seines Stahltrusts zu erweitern. Einen gleich ungeheuren Einfluß gewann Morgan durch die Beherrschung der Versicherungsgesellschaften, Eisen bahnlinien und durch Organisierung des internationalen Schiffahrts trusts. England konnte nur durch ausgedehnte Subsidien sich eine national-unabhängige Flotte erhalten. Die gewaltigen Machtmittel verschafften Morgan persönlich ein Vermögen, dessen Höhe sich kaum abschätzen läßt. Nur ein geringer Bruchteil davon ist in den kostbaren Sammlungen angelegt, die trotzdem die Museen öffentlicher Körperschaften in den Schatten stellen. Die Quelle des Morganschen Reichtums liegt in der Arbeit der Millionen, die durch den kapitalistischen Entwickelungsprozeß zur Fron für den Einen gezwungen werden. Die außerordentliche Regsamkeit und das erstaunliche Organisationstalent Morgans waren nur die indi« viduell persönlichen Nebenbedingungen für die objektiv wirksamen Konzentrationstendenzen im Wirtschaftsleben. Tie Lage der deutschen Deutsche Nautische Verein Seeschiffahrt. Der Deutsche Nautische Verein unterbreitet einen inter- cssanten Ueberblick über die Lage der deutschen Seeschiffahrt im vergangenen Jahre. Der Bericht konstatiert, daß sich auch 1312 die Seeschiffahrt in fortschreitend günstiger EntWickelung befand. Der internationale Guteraustausch, der durch die � guten Ernten und den stets steigenden Bedarf an industriellen Produkten aller Kulturländer einen ungeahnten Aufschwung nahm, hat der Welthandelsflotte so große Beschäftigung zugeführt wie niemals zuvor. Erst gegen Ende 1312 hat die durch den Balkankrieg hervor- gerufene andauernde politische Beunruhigung die günstige Eni- Wickelung etwas gehemmt, so daß die Frachten ihren Höchststand nicht behaupten konnten. Sowohl die in regelmäßiger wie in freier Fahrt beschäftigten Dampfer erzielten große Gewinne, die großen Segelschiffe zum Teil glänzende Resultate. Trotzdem stockt der Bau von Segelschiffen, und es sei wohl kaum anzunehmen, daß dieser Zweig der Seaelschiffahrt wieder einen großen Auf- schwung nehmen werde. Aus den Nachrichten der Nordseehäfen zieht der Bericht den Schluß, daß auch die in der kleinen und Küstcnfahrt beschäftigten Schiffe an der günstigen Entwickclung des Frachtmarktes teilgenommen haben. Der Oclmotor befindet sich in der kleinen Fahrt in fortschreitender Entwickelung begriffen, in der großen Fahrt aber noch im Versuchsstadium. Die Schiffs- werften sind bis in das Jahr 1314 hinein reichlich mit Aufträgen versehen. Die Lage der Hochseefischerei hält der Bericht nach über- einstimmenden Meldungen aus allen Meeren für günstig. Die Heringsfischerei hat wieder ungünstige Ergebnisse gebracht. Schließ lich teilt der Bericht aus den Listen des Germanischen Lloyd mit, daß im Jahre 1312 insgesamt 737 Schiffsbeschädigungen statt gefunden haben gegen 730 im Jahre 1311, und daß die Zahl der Totalverluste im Jahre 1312 18 beträgt gegen 20 im Jahre 1311 und 30 im Jahre 1310. Der Gesamtbestand an deutschen Kauffarter schissen betrug am 1. Januar 1312 2401 Segelschiffe, 2003 Dampf schisef und 822 Seeleichter.(1911 2371 Segelschiffe, 1373 Dampf schiffe und 331 Seeleichlcr.)_ Bcrchtolds Erfolge in Zahlen. Im letzten Vierteljahr 1912 entfielen auf jeden Monat 233 Zahlungseinstellungen gegen 117 vor dem Kriegsbeginn; davon kamen auf Westösterreich ö2(gegen 45). Galizien und Bukowina 85(gegen 20), Ungarn 101 gegen sonst 52. Hierdurcks wurden 4 247 942 Kronen Forderungen gefährdet gegen sonst 1 506 803 Kronen. Die Verluste in Galizien aber sind um das Sechsfache gestiegen. Der Patriotismus dürfte im ungekehrtcn quadratischen Verhältnis gestiegen sein. Aber Haus HabSburg, Säbel und Weihwedel erstrahlen im neuen Glanz. Luxus waren übertrieben, aber mit der Putzfuchk feiner hyfieri- schen Gattin kann sich Gans nicht entschuldigen; hätte er dies miß- billigt, so hätte er genug Mittel und Wege gehabt, dies zu unter- drücken. Er hat aber selbst großen Aufwand getrieben, sich Wagen und Pferde gehalten, ein Auto, eine Geliebte, kostspielige Kleider, Pelze usw. Beim Strafmaß ist mildernd berücksichtigt die bislkrige Straflosigkeit, das teilweise Geständnis und der Umstand, daß einer Anzahl von geprellten Kunden ein Teil des Geldes zurückgezahlt ist. Trotzdem mußte eine strenge Bestrafung eintreten. Denn über 9 Jahre haben Kwiet und Gans systematisch uirb zielbewußt chiK Kunden ausgeplündert und das Vertrauen derselben, das gerade den Privatbantiers von dem wenigex- kapitalkräftigen und wenig ge- schäststundigen Publikum entgegengebracht wird, in verabscheuungs- würdiger Weise mißbraucht, um selbst ein verschwenderisches Leben zu führen.'Wegen der bewiesenen niedrigen Gesinnung sind den beiden Hauptangeklagten auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die angegebene Dauer aberkannt worden.— Kwiet erklärte sich zum Antritt der Strafe bereit, Gans behielt sich eine Erklärung vor. Spielerprozeß Stallmann. In der gestrigen Verhandlung wurde über einige sog. Jllustra- tionsfälle Beweis erhoben. Der Gutsbesitzer Kierpert bekundete, daß er beim Spiel in Wiesbaden erst 17 000 M., einige Tage dar- auf 7000 M. verloren habe. Aufgefallen sei ihm nur sein hoher Verlust. Ter Leutnant der Landwehr Wolf v. Werder hat in Chiavcnna 8400 M. verloren, stellte darüber einen Schuldschein aus und bezahlte diesen später. Ein Rittergutsbesitzer Dziolas aus »ochlepnitz verlor bei einem Ausflug in Fiesole 12 000 Fr. bei rcmge et noire. Ein früherer Offizier v. Adelt verlor bei einem Spiel in Mentone 7400 Fr. Ein Herr v. Hilsemann verlor bei einem Spiel in Ventimiglia 7500 Fr. Bei diesen Spielen war stets einer der Angeklagten oder ihnen bekannte gewerbsmäßige Spieler beteiligt. Die Verhandlung soll heute fortgesetzt werden. Wir werden, falls nichts Besonderes vorfallen sollte, uns auf die Wiedergabe des Urteils beschränken. Gerichts-Zeitung Urteil im Prozeß gegen AnimierbankierS. Der Prozeß gegen Kwiet und Gans, über dessen Inhalt und Beginn wir berichtet hätten, wurde gestern nach vierwöchiger Verhandlung beendet. Das Urteil verkündete der Landgerichts direktor Dr. Baumgartcn dahin: Es werden verurteilt: die Angeklagten Kwiet und Gans wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Betruges, wegen eines fernereu ge meinschaftlichen Betruges in einem Falle, Gans allein auch wegen zweier weiterer� Betrugsfälle, beide Angeklagte in teilweiscr Tat einheit mit Verleitung zur Börsenspekulation, ferner wegen Kon- kursvergchens, Gans zu 5 Jahren Gefängnis und 5000 M. Geld strafe, sowie Ehrderlust auf 5 Jahre, Kwiet zu 3 Jahren Gefängnis und 3000 M. Geldstrafe und Ehrverlust auf 3 Jahre. Jedem der beiden Angeklagten wird die erlittere Untersuchungshaft in Höhe von 1 Jahr 6 Monaten angerechnet. Die Angeklagten Paschte und Donnerstag werden verurteilt ein jeder zu 6 Monaten Gefängnis und 600 M. Geldstrafe. Im Nichtbeitreibungsfalle wird für je 15 Mark ein Tag Gefängnis unterstellt. Aus der Urteilsbegründung entnehmen wir folgendes: Die von den Prozeßbeteiligten viel umstrittene Frage, ob die beiden Haupt angeklagten Bucketshops(Scheinbankiers) oder nur unreelle Bankiers gewesen sind, hat das Gericht nicht entschieden und brauchte auch nicht entschieden zu werden. Denn Buckctshop ist kein feststellender Rechtsbegriff. Tie Hauptfrage war vielmehr dahin zu präzisieren: haben sich Kwiet und Gans in ihrem Geschäftsbetrieb des fort- gesetzten Betruges zum Nachteil ihrer Kunden schuldig gemacht? Diese Frage mußte bejaht werden. Die Angeklagten haben bald nach Beginn ihres Geschäfts den Kunden vorgespiegelt, sie hätten die Absicht, die mit ihnen eingegangenen Verträge auch ihrerseits zu erfüllen und seien dazu auch in der Lage. Das war nicht der Fall. Ihr ganzes Geschäft war von vornherein auf Nichterfüllung der Kundenaufträge gegründet. Das geht daraus hervor, daß sie ihr Bankgeschäft begannen mit dem geradezu lächerlichen Betriebs- kapital von 5000 M., daß sie die Geschäfte planmäßig in sich und nur buchmäßig machten, zum Anlocken de? Kunden gewählte Ge- schäftsbedingungen hatten, so daß die einlaufenden Provisionen allein schon durch den hohen Spesenetat aufgingen. Die Kunden opferten in der Annahme, sie hatten eS.mit einem reellen Bank- geschäst zu tun und vertrauend den Versicherungen der Firma, sie nähmen die Interessen der Kundschaft bestens wahr, Einschüsse und Vorprämien. Tie Angeklagten haben den Kundenbctrug Jahre hindurch verübt; wenn sie auch wiederholt reelle Geschäfte gemacht haben, so sind doch zahlreiche kleinen und mittleren Sparer effektiv um VA Millionen geschädigt worden und haben an Spekulations- gewinnen zirka 2A Millionen verloren. Zahlreiche Kunden sind zu Börsenspekulationsgeschäften verleitet worden und zwar unter Ausbeutung ihrer Unerfahrenheit, Sorglosigkeit und ihres Leicht- sinns.(8 34 des Börsengesetzes.) Zu alledem haben die mitange- klagten beiden Reisenden Beihilfe geleistet, indem sie zirka 5 Jahre lang Schlepperdienste ausgefjjhrt haben.— Die beiden Angeklagten Kwiet und Gans haben aber außerdem noch weiteren Betrug verübt zum Nachteil des Dr. Edel, den sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen als stillen Teilhaber in die Kwietbank hineinnahmen und um mindestens 90000 M. schädigten, und ferner zum Nachteil des Geh. Jntendanzrats Lautenberg, dem sie unter falscher Vorspiege- lung nach und nach 20 000 M. entlockten. Gans ist ferner trotz seines Bestreitens für überführt erachtet worden, durch falsche Buchungen von Ultimodifferenzeu Jahre hindurch seinen Sozius Kwiet um namhafte Summen betrogen zu haben. Endlich haben sich Kwiet und Gans des Konkursvergchens schuldig gemacht. Sie haben ganz unordentlich Buch geführt und, was eine Ungeheuerlich- kcit für ein Bankgeschäft ist, kein Dcpotbuch geführt. Schließlich haben sie auch einen ganz ungeheuren, ungerechtfertigten und in diesem Falle besonders verdammcnswerten Aufwand getrieben, der aus den Taschen fremder Leute bestritten wurde. Er ist bei Gans in manchen Jahren auf 60—30 000 M. zu beziffern, bei Kwiet er- heblich geringer. Gans schützt die Verschwendungssucht seiner Fran vor; manche in die Oeffeptlichkeit gelangten Angaben übex den Marktpreise van Berlin am 23. März 1313,»ach ErmMelungen des kömgl. Polizeipräsidiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 13.7« bis 19,90, mittel 19,48—19,62. geringe 19,20—19.34. Roggen, gute Sorte I6M— 16,05. mittel 16,02—16,03, geringe 16,00—16,01(ab Bahn). Futter- erste, gute Sorte 16.20—16,80, mittel 1ö, 60— 16.10, geringe 15,00—15,50. laset, gute Sorte 17,40—19,70, mittel 16,30— 17,30(frei Wagen und ab sahn). Mais smired), gute Sorte 14,45—14,80. MaiS(runder), gute Sorte 15,20-15,60. Richlslroh 4,40. Heu 5,40—7,00. Markthallendreise. 100 Äilogr. Erbsen, gewe, zum Kochen 30,00—50,00. Sbeiscbohnen. Meitze 35.00—60,00. Lwsen 35,00—60,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 5,00—10.00. 1 Kilogramm Rmdfleffch, von der Keule 1.60— 2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1.30—1,80. Schweinefleisch 1,60—2,00. Kalbfleisch t. 40— 2,40. Hammelfleisch 1�0— 2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 3.40— 5,40. 1 Kilogramm Karpsen 1,20—2.40. Aale 1.60— 3,20. Zander 1.40-3,60. Hechte 1.60—2,80. Barsch- 1,20—2,40. Schleie 1,60—3,20, Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 3,00—30,00. Wttterungsiiberstcht vom 31. März 1313. Swinemdc. 758 SO Hamburg 757jNNO Berlin'758 SO Franks. a.M 756 NO München 758SSW Wien 763�SO Wetter 3 heiter tDunst 2halb bd. tmolkig 3molkig 3.hald bd. *2 s? Wo Stationen 5 c 4 5 c d g« taParanda'764.S etcrsburgi IlsiZtill Scllly Werdeeu Paris 755 SSW 755Still 756OSO Wetter 2moMg bedeckt wolkig wolkenl 2«chnee üs t- -6 —2 » 2 1 Wetterprognose für DtcnStag, den 1. April 1313. Ziemlich warm, veränderlich, vielsach wollig bei mätzigen südlichen Winden, etwas Regen und Gewitterneigung. Berliner Wetterbureau. Oer gesündeste Kakao ist derjenige, der nicht die stopfende Eigenschaft gewöhnlichen Kakaos besitzt, möglichst theobrominarm ist und durch seine Zusammensetzung mehr als nur Kakaopulver, nämlich auch direkte Blut- und Xerven- elemente liefert, 2? O» s K2ährsalz-Bananen>Kaka o ist in diesem Sinne eine Spezialität meiner Firma und mit minderwertiger Marktware nicht zu vergleichen. Iterselbe ist ein phvsiologisches Lebensgetränk von besonderer Güte nach Nährwert, Bekömmlichkeit und Geschmack, das Beste für Erwachsene, das Gesündeste für Kinder. '/j-Pfd.-Paketl.— II., 5 Pakete 4. TS M., 10Paket©9.— JX. Zu haben in Apotheken, Drogerien und besseren Kolonialwaren-Geschäften, in den Verkaufsstellen der Konsum» gencssenschaft Berlin und Umgegend oder direkt vom alleinigen VH Hflaafflckva BERLIN S., Fabrikanten a'"■■■«■•««SB y gg Rrinzenstrasse 83 Verlangen Sie aber ausdrücklich Dr. Kud. Weil's. H.& P. Uder. JKerliii MO. 16, • Sngel-Öfcr 5, Tabak-Oroßliandlnng; und Tabakiabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten.'�3 Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Answahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Lnnt�Markt pbel-Cobn 1. Gesehält: Gr. Frankfurter Str. 58 2.Geseliä(t: Grüner Weg 109 Bitte genau auf Hausnummern zu achten.-MG Möbel aufKredit gqjr Riesen=Auswahl Anzahlungen auf Stube und Küche: Mark 15 30 50 75 bia 25 bla 45 bla 70 61» 160 Hoderne Schlaf-, Speise-, Herren- und Wohnzimmer jeder gewünschten Art von 40 31. Anzahlung an. Gr68te Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit."918 monatlich, � Vorzeiger dies. Inserats erhält heim Kaut 5 M. gutgeschrieben. Einzelne Möbelstücke von 5 II. Anzahlung an. Liefere auch auswärts, Abzahlung wächontlich resp. nach Uebereinkunft. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Frankfurter Viertel.( Bezirt 277.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schankwirt Reinhold Klemt am Palisadenstr. 33, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. April, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 212/13 Der Vorstand. Am 29. März abends 10 Uhr verstarb nach langem, schwerem Leiden mein innigftgeliebter Mann, unser guter Bater, Schwiegerund Großvater, der Modelltischler Karl Sporn im Alter von 65 Jahren. In tiefstem Schmerze Die trauernden Hinterbliebenen Alma Sporn geb. Linbach, nebst Kindern. am Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. April, nachmittags 4, Uhr, von der Halle des Elisabeth- Friedhofes, Prinzenallee, aus statt. 23A Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis Am 29. März verstarb unser Genosse, der Tischler Karl Sporn ( Ackerstr. 112, Bezirk 624). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. April, nachmittags 4, Uhr, von der Halle des Elisabeth- Kirchhofes, PrinzenAllee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verhand. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege, der Modelltischler Karl Sporn Aderstraße 112, im Alter bon 65 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 2. April, nach mittags 4 Uhr, von der Halle des Elisabeth- Kirchhofes in der Prinzen- Allee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 81/6 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Richard Mielke Rigaerstr. 16, am 27. März an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 115/12 Die Ortsverwaltung. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Gustav Schulz Hussitenstr. 7 am 28. d. M., an Magenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heuze Dienstag, den 1. April, nach mittags 3, Uhr, von der Leichen. halle des Gnaden- Kirchhofes, Bar fußitraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verhand. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege, der Hausdiener Max Gerlach am 30. März im Alter 18 Jahren verstorben ist. bon am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. April, nachmittags 5%, Uhr, von der Reichen halle der Friedens Gemeinde, Nordend, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Emil Reisberg Don am am 30. März im Alter 31 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. April, nachmittags 14 Uhr, von der Leichen halle des Auferstehungs- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 63/11 Die Bezirksverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Treptow- Baumschulenweg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Kassenbeamte Hermann Haunschildt Schraderstraße, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 2. April, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Friedhofes in Baumschulenmeg, Stiefholzstraße, aus statt. ( Bahnstation Baumschulenweg.) Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 29. März verstarb unser Parteigenoffe Fritz Speer ( Biethenftr. 4, 19. Bezirk) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. April, nachm. 3 Uhr, vom Gemeinde- Friedhof Mariendorfer Weg, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher lieben Frau Verhand der Bureauangestellten Teilnahme bei der Beerdigung meiner Ortsgruppe Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur gefl. Renntnis, daß unser Kollege Hedwig Höhn 84a fage allen Freunden, Bekannten und den Genossinnen meinen herzlichsten Hans Höhn, Neukölln, Friedelstr. 50. Hermann Haunschild Dant ( Drtskrankentasse der Buchbinder) am 30. März an Gehirnschlag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch den 2. April, nachmittags 5 Uhr, auf dem Ge meindefriedhof in Treptow, Kiefholzstraße, statt. 46/9 Die Ortsverwaltung. Ortskrankenkasse d. Buchbinder. Am Sonntag früh um 6 Uhr verstarb plöglich unser Kaffenbeamter Herr Danksagung. Für die uns erwiesene Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, sagen wir allen Verwandten, Bekannten, beson ders den Kollegen der Daimler Werle Marienfelde, dem 2. Berliner Wahlkreis, dem Deutschen Metallarbeiterverband unseren herzlichsten Dant. Frau Anna Drenikow 2075 nebst Kindern. Danksagung. Für die überaus herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes allen Freunden und BeHermann Haunschildt fanten, insbesondere dem BorDer Verstorbene mar 18 Jahre in den Diensten der Stasse tätig und hat sich während dieser langjährigen Tätigkeit stets als ein pflichttreuer Beamter gezeigt. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Mitt wochnachmittag um 4%, Uhr von der Leichenhalle in der Kiefholzstraße in Baumschulenweg aus statt. 267/17 Der Vorstand. Am Sonntag früh 6 Uhr ver starb plöglich infolge eines Gehirnschlages unser lieber Kollege, der Kassenbeamte Herr Hermann Haunschildt Sein biederer Charakter, sein ftets gefälliges Wesen, sein follegtaler Geift sichern ihm ein dauerndes Gedenten. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. April, nachmittags 4, Uhr, bon der Leichenhalle in der Stief holzstraße, Baunischulenweg, aus ftatt. 267/18 Die Kollegen der Ortskrankenkasse der Buchbinder u. verw. Gewerbe zu Berlin. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Reinhold Klemt ( Balisadenstraße 33. Bezirk III) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. April, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 72/12 Die Ortsverwaltung. Verband der Böttcher. Am 29. März verschied infolge einer Operation unser Stollege Emil Theel im 54. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 1. April, nachmittags 4 Uhr, bom städtischen Friedhof, Müllerstraße, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beisetung meines lieben Mannes, unseres lieben, guten Baters Heinrich Dietze Eigentümer in Königs- Wusterhausen, agen wir allen, sowie dem Sozialdemokratischen Wahlverein von StönigsBusterhausen und Umgegend, dem Borstand des Zentralbahlvereins Teltow Beestow- Charlottenburg und insbesondere dem lieben Freund von unserm Vater, Herrn friz Zubeil, für alles, was er unserem Vater Butes getan hat, unseren herzlichsten Dant. 2126 Wwe. Dietze nebf Stindern. Danksagung. Für die vielen Bewaje herzlicher Teilnahme und Kranzspeiden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Wilhelm Lüdtke sagen wir allen Beteiligten unseren herzlichsten Dant. Witwe Luise Lüdtke nebst Sohn. sizenden des Wahlvereins Herrn Schröder für die troftreichen Worte an der Bahre und dem Gesangverein meinen herzlichen Dant. Klara Richter. Wilmersdorf, den 30. März 1913. 99 Trinkt WERFT 80a Betten .. M. Möbel von 21 Kompl. Einrichtungen Keln Kredithaus. 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April 1913. | meisten Landarbeiter, wird nur hingemalt, um die Arbeiter für die erst in 25 Jahren erreicht, bei einem Abzug von 1,50 M. pro [ Zwecke der Agrarier gefügig zu machen. Das geht deutlich aus den Woche erst nach 20 Jahren. Durch die Sparkasse des Bundes der Sazungen der Prämiensparkasse des Bundes der Landwirte hervor. Landwirte bekommen die Arbeiter in der übergroßen Mehrzahl Die Sparkasse des Bundes der Landwirte. Die Sparkasse des Bundes nimmt wie jedes ähnliche Institut ebensowenig ein eigenes Besitztum, als ohne den Bund. Stirbt ein Einlagen von Sparern jedes Berufes an und zahlt an jährlichen Sparer, so hat nur die Ehefrau Anspruch auf die Prämien und Der Plan des von Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften Zinsen 3 v. H., einen bei der gegenwärtigen Geldmarktlage recht Prämienzinsen. Kinder find nur dann berechtigt, sich die Brämien organisierten Versicherungsinstituts" Volksfürsorge" hat geringen Prozentsaz. Auch wird nicht tägliche Verzinsung gewährt, auszahlen zu lassen, wenn sie selbst ein Prämienkonto bei der cine ganze Reihe von Organisationen ins Leben gerufen, die von sondern erst von Beginn des Monats nach der Einzahlung bis zum Sparkasse haben oder wenigstens im landwirtschaftlichen Beruf ihren Gründern als Konkurrenzunternehmen der„ Bolksfürsorge" Schluß des dem Tage der Abhebung voraufgegangenen Monats. ftchen. Der Sparer selbst verliert seinen Anspruch auf die Prämien, gedacht sind. Auch der Bund der Landwirte tritt jetzt mit einer Einlagen auf das Prämien- Sparkonto werden dagegen wenn er länger als ein Jahr, sei es auch nur vorübergehend, die Sparkassengründung an die Oeffentlichkeit, um der„ Volksfürsorge" nur von Personen angenommen, die im Anstellungs- oder Lohn- landwirtschaftliche Tätigkeit aufgibt. Eine Reihe von anderen Beentgegenzuwirken. Daß der Bund der Landwirte dabei nicht die verhältnis bei einem Landwirt oder einem Handwerker auf dem Stimmungen, die u. a. den Sparern die Uebersicht über die Höhe Versicherungsform, sondern eine Sparkasse mit Prämien gewählt Lande oder in Kleinstädten stehen. Für die Aussicht, daß der ihres Kontos und die freie Verfügung über ihre Einlagen erhat, entspricht den besonderen Absichten der Gründer. In den Sparer außer seinen üblichen Zinsen unter Umständen noch Brä- schweren, ergänzt die Benachteiligung der Sparer, die bei der Yesten Jahren ist verschiedentlich von agrarischer Seite der Ge- mien von der Sparkasse erhält, muß er sich aber schriftlich ver- Stasse des Bundes der Landwirte keineswegs besser fahren als bei danke ausgesprochen worden, daß die staatliche Zwangsversicherungpflichten, sich zu Sparzwecken wöchentlich eine bestimmte ciner kommunalen Kasse. Auch was die Sicherheit der Rückzahlang ergänzt werden müsse durch ein privates Sparsystem für die breiten Summe vom Lohn abziehen zu lassen. Diese Verpflichtungs- anbelangt, bietet natürlich die Haftung einer öffentlichen KörperMassen. Noch auf dem letzten Kongreß des agrarischen Vereins erklärung ist dabei so abgefaßt, daß die Zustimmung zum Lohn- schaft( Kreis, Ortsgemeinde) viel größere Garantien als das Verder Steuer- und Wirtschaftsreformer" machte Professor Otto abzug für die ganze Tauer des Arbeitsverhältnisses gilt. Ein mögen des privaten Bundes der Landwirte. dafür Propaganda. Gerlach unterstrich damals Arbeiter, der etwa nach etlicher Zeit sein Konto aufgeben und den Neben der Absicht, die Landarbeiter an ihre Unternehmer zu die angeblichen Schäden unserer Versicherungsgesetzgebung, die den Geist selbständiger Vorsorge ertötet und statt ein Volk von Klein- nicht von vornherein ausdrücklich und schriftlich dieses Recht vor- bedürfnis der Mitglieder des Bundes entgegenzukommen. SabungsSparlohnabzug" hindern wollte, kann das nicht mehr, falls er sich fesselu, verfolgt die Kasse offenbar noch den Zweck, dem Kreditkapitalisten ein Heer von Rentenläufern herangezogen habe. Der behalten hat. Wenn der Arbeitgeber etwa die, Anstellung von der gemäß müssen mindestens 40 Proz. der Spareinlagen in Hypotheken Bund hält es bei der Agitation unter den Landarbeitern für seine Zustimmung zu einem solchen Lohnabzug abhängig macht, ist der oder Grundschulden auf landwirtschaftliche Grundstücke angelegt Stasse natürlich nicht angebracht, diese antijozialpolitische Tendenz Arbeiter für die Zeit seiner Beschäftigung zur Gewährung von werden, die nach Ansicht des engeren Vorstandes des Bundes der auszusprechen. Er sucht vielmehr gerade feiner Gründung ein Lohnabzügen verpflichtet. Die Mindestsumme der Abzüge ist dabei Landwirte volle Sicherheit gewähren. Diese Verwendung der fozial- christliches Mäntelchen umzuhängen. So erklärt ein Pro- gar nicht niedrig festgesetzt; sie beträgt 50 Pf. pro Woche. Die Gelder zu privaten Ziveden einzelner Bundesmitglieder ist um fo pagandaartikel in der Deutschen Tageszeitung", daß für den Bund Epartabelle sieht aber sogar Wochenbeiträge von 3 M. vor. Die wahrscheinlicher und gefährlicher, als die Kasse völlig vom Bundes der Landwirte der Gesichtspunkt maßgebend war, dem Gebot der Heuchelei unserer Agrarier, die über die angeblich unerschwing- vorstand und Bundesausschuß geleitet wird. Der engere Vorstand werftätigen chriftlichen Nächstenliebe folgend die Gemeinbürglichen aber völlig freiwilligen Mitgliedschaftsbeiträge für Gewerk- bestellt den ersten und zweiten Vorsitzenden des Sparkassenvor schaft" des landwirtschaftlichen Berufsstandes zu stärken. Die Masse schaft und Partei jammern, tritt auch hierin deutlich zutage. wird dort als ein Mittel bezeichnet, die wirtschaftliche und standes. Die übrigen Mitglieder des Massenvorstandes( ie zwei moralische Lage der Landarbeiter, Dienstboten und Angestellten zu ein Sparfonto anlegen, verpflichten sich, folgende Zuschüsse vom Bundesausschuß gewählt. Die Arbeitgeber, die für ihre Arbeiter oder Angestellten Arbeitgeber und Angestellte mit Prämien- Spareinlagen), werden fördern. Und worin soll dies Mittel liegen? Die„ Deutsche Tages- als Prämien zu zahlen: Für jede zeitung" läßt sich darüber folgendermaßen aus: einjährige Spar- und Der Griverb eines fleinen Eigentums, eines Häuschens mit Dienstzeit 10 Prog. der vom Lohn zurückbehaltenen JahressparGarten, womöglich mit etwas Pacht- oder Eigenland ist das Ziel, summe; ferner nach ununterbrochener fünfjähriger Dienst- und das wohl die Sehnsucht der meisten Landarbeiter bildet. Es ist Sparzeit bei demselben Arbeitgeber 20 M., mit jedem aber nur durch Fleiß, Tüchtigkeit, sowie planmäßige und dauernde Jahrfünft steigend bis bei 25jähriger Dienst- und Sparzeit 100 M. Sparsamkeit erreichbar. Diese Möglichkeit, zum Pächter oder von irgendwelchen Opfern kann bei solch geringer PrämienEigentümer aufzusteigen, muß aber dem Landarbeiter geboten höhe nicht gesprochen werden. Wenn ein Agrarier seinen Arbeiter werden, und hierzu muß ihm sein Arbeitgeber, der in ihm seinen 25 Jahre lang hat aussaugen können, dann wird er gern 100 M. vollwertigen Mitarbeiter und Berufsgenossen erblickt, die Handals Extrabeitrag zahlen, neben den Pfennigen der jährlichen bieten; nicht durch Anrufen der staatssozialen Gesetzgebung, son Prämie von 10 Proz. des Lohnabzugs. dern durch solidarische Selbsthilfe, welche die sittliche Kraft des Arbeiters wie des Arbeitgebers in gleicher Weise auslöst, und die den Beweis liefert, daß jedenfalls auf dem Lande auch in der heutigen Gesellschaftsgliederung und Wirtschaftsordnung unter voller Wahrung der Harmonic zwischen den Beteiligten, dem Bedürfnis des Landarbeiters nach einer Besserung seiner Lebens Tage und seiner Zukunft wirksam entsprochen werden kann. Der Arbeiter wird dann gegen die sich an ihn herandrängenden sozial demokratischen und radikalliberalen Jrrlehren, welche den Kampf aller gegen alle als ein unentrinnbares Naturgesez predigt, gefeit sein, und in der organischen Berufssolidarität sein wahres Heil erkennen." " " " Das Ziel, die bisher völlig abhängigen Landarbeiter im Alter durch Erleichterung des Erwerbs eigenen Besitztums für immer ans Land zu fesseln und damit auch ihre Kinder dem lani wirtschaftlichen Beruf zuzuführen, wäre allerdings für die Agrari recht erstrebenswert. Aber daß sie dafür selbst irgendwie ernsthafe Mittel aufwenden sollten, widerspricht natürlich ihrem Charakter. Die Aussicht auf ein eigenes Häuschen, angeblich die Sehnsucht der Außer diesen von Arbeitgebern aufgebrachten Prämien zahlt noch die Sparkasse eine sogenannte Sparkassenprämie von je 30 M. nach 10 und nach 15 Sparjahren. Da diese Prämien aus den Sparkassenüberschüssen entnommen werden, werden sie also von der Gesamtheit der Sparer selbst aufgebracht. Wieviel Arbeiter können nun aber wirklich diese Prämien erlangen? Wenn ein Landproletarier 5 Jahre bei dem gleichen Unternehmer geschuftet hat, erhält er das Ertrageschenk von 20 M. nicht ausgezahlt, sondern nur gutgeschrieben. Die Auszahlung erfolgt erst, wenn ein Sparer 15 Jahre lang bei dem gleichen Unternehmer ausgeharrt hat und sein Sparkonto zusammen min= destens 2500 M. beträgt! Nach der vom Bund selbst berechneten Spartabelle wird ein Konto von 2500 M. aber erst erreicht, wenn der Sparer sich 16 Jahre hindurch wöchentlich 2 M. vom ohn hat abziehen lassen. Zahlt der Sparer nur 0,50 M. wöchentlich ein, so erhält er die Prämien zu Lebzeiten überhaupt nicht. Bei einem wöchentlichen Lohnabzug von 1 M. find 2500 M. Die landwirtschaftlichen Arbeiter werden diefer ganzen Bundes. gründung mit Lächeln entgegensehen. Es gehört ein erheblicher Tiefstand politischer Einsicht dazu, um darauf zu rechnen, mit solch findlichen Mitteln die ländliche Arbeiterschaft für reaktionäre 3wede einfangen zu können. Jugendveranstaltungen. im großen Saal des Herrn Singer für die schulentlassene Jugend die dies. Arbeiterjugend Nowawes! Am Sonnabend, den 5. April, findet jährige Frühlingsfeier statt unter Mitwirkung des in Stonzerttreisen befannten Stute- Orchesters und des Arbeiter- Gesangvereins Freier Männerchor". Außerdem enthält das Programm: Aus dunkler Zeit( lebende Bilder von A. Hoffmann, zirka hundert Darsteller; Ins freie Land, Jugendspiel mit Gesang in 1 Aft, und Rezitationen. Festrede hält Herr Dr. Rud. Breitscheid. Eintritt 30 Pf. Anfang 8%, Uhr. Die schulentlassene Jugend hat freien Eintritt. Da das Programm ein gutes und auserwähltes ist, wird erwartet, daß die organisierte Arbeiterschaft mit ihren schulentlassenen Söhnen und Töchtern diese Veranstaltung nach besten Kräften unterſtügt. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet 2indenstraße 69, vorn bier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7½ Uhr abends, Sonnabend, bon 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, verden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. M. S. 26. 1 Ja. 2. Bielleicht durch Ihre Gewerkschaftsorganisation. Plus 111. 1. Nein. 2. a) Stoſten einschließlich Stempel etwa 12 W. sich nicht um Abkömmlinge oder Ehegatten handelt. c) Widerrufen. 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Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. Theater in der Königgrätzer Straße Das Buch einer Frau. Abends 8 Uhr: Das Theater am Nollendorfplatz Mädchen aus d. goldenen Besten. Schiller O. Klein Dorrit. Schiller- Charlottenburg. Cyrano bon Bergerac. Groß- Berlin. Das Farmermädchen. Metropol. Die Kino- Königin. Trianon. Wenn Frauen reisen. Theater ant Nollendorfplat. Extrazug nach Nizza. Refidenz. Die Frau Präfidentin. Thalia. Puppchen, An allen Tagen der Woche 8 Uhr: Extrazug nach Nizza. Sonnab., 5. April, 3 Uhr: Erste Auff. der Opernschule d. Sternschen Konserv. Theater des Westens. Heute 8 Uhr: Die beiden Husaren. Donnerstag: Der liebe Augustin. Sonnt. 3, Uhr: Der Frauenfreffer. Montis Operetten. Der Bigeuner Montis 6peretten- Theater primas. fen. Vor hundert Jahren. Berlassene Frauen. feld. Die Schonzeitjäger. jesprobe. Arturs Flitterwochen. garten. Spezialitäten. allen. Bühnengrößen. a. Parole Walhalla. Anfang 8 Uhr. gri. Wilh. Schauspielhaus. elhaus. Majolika. Caprice. Des Löwen Er ( fr. Neues Theater). Amt Norden 1141. Abends 8 Uhr: Der Zigeunerprimas. Residenz- Theater. Anfang 8 Uhr. Urania Taubenstraße 48/49. Wissenschaftliches Theater. Nachmittags 4 Uhr: Metropol- Theater. Anfang 8 Uhr. Paris and die Kontes Die Kino- Königin. Königsschlösser von Versailles. Abends 8 Uhr: ,, Hohenzollern"- Fahrten. DOSE= THEATED Große Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Verlassene Frauen. Mittwoch: Verlassene Frauen. Operette in 3 Aften von Jul. Freund und G. Dlonkowski. Mufit von Jean Gilbert. In Szene gesezt v. Dir. Rich. Schult.. Karl Bachmann G. Thielscher H. Ballot J. Russka J. Giampietro V. Norbert Ly Winter Theater Königstadt- Casino. Luisen- Theater depolamarkt. u. Alexanderstraße. Dienstag, abends 8 Uhr: Vor 100 Jahren ober: Napoleons Sieg und Fall. Mittwoch, abends 8 Uhr: Vor 100 Jahren ober: ober: Rapoleons Sieg und Fall. Donnerstag, abends 8 Uhr: Vor 100 Jahren Napoleons Sieg und Fall. Herrnfeld Theater 1 Minute v. Bahnh. Jannowizbrüde Tagl. abbs. 28, Sonnt. 126 Uhr: ,, Der Herkulesring" und das große Spezialitäten- Programm. Feb. 1. 11. 16.: Programmwechſel. Trianon- Theater. Täglich 8 Uhr: Wenn Frauen reisen Sonntag 3 Uhr: Der selige Toupinel. Schonzeit- Passage Panoptikum Jäger. Komödie in 2 Akten von Anton u. Donat Herrnfeld. DER LEBENDE LEICHNAM Das Wunder atavistischen Verscheidens. LEBEND! RUMPFKÜNSTLER SARTONI Der armlose Die Frau Präsidentin. Liebesprobe. PAGANINI ( Madame la Présidente). Schwant in 3 Atten bon M. Hennequin u. P. Beber. Morgen und folgende Tage: Die Frau Präsidentin. then. Flohs Seitensprünge Reichshallen- Theater Anjang 8, Ubr. 3 Volkstheater. Helden. Anfang 9 Uhr. omiralspalast. Eisballett: Flirt in St. Morig. Berliner Eispalast. Lebende Eis. sfulpturen. • Sternwarte, Invalidenftr. 57-62. Deutsches Schauspielhaus 71, Uhr: Gastspiel des Harry Walden. Neu einstud.: Alt- Heidelberg. Stettiner Sänger. „ Bühnen- Größen“ Burleske von Meysel und Britton. Anfang 8 Uhr. Plauderei in 1 Akt v. Ernst Klein. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2( Theaterkasse). Alles lebend! Alles ohne Extra- Entree! 66:: ,, Clou" Mauerstraße 82. Berliner:: Konzerthaus Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel- Konzert. Gastspiel des Philharmonischen Blasorchesters aus Mailand. Dirigent: Maöstro Loreto Tesone. Musikc. des Kaiser Franz- Regmts., Dirig. Oberm. Becker. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen: Gr. Nachmittags- Konzert Eintritt. Zirkus Nur noch 3 Tage! Albert Schumann. Zirkus Busch. Heute Dienstag, den 1. April, abends 7, Uhr: Große Novitüten- Vorstellung. Debüt. U. a.: Debüt. The 3 Powells, 1 Dame, 2 Herren. Die Söhne des Himmels, geheimnisvolle Zauberer und Gaukler aus dem Reiche der Mitte. Sensations- Effekt: Am Zopf durch die Zirkuskuppel. Belly and Bera, Balanceakt am 15 m hohen Luftapparat ohne Netz und weitere 8 Attraktionen. Um 9 Uhr: Der unsichtbare Mensch. Nur einige Tage! Zirkus Barum ebst gr. Raubtier- Dressurschau jetzt: Berlin NW, Beusselstraße, vis- a- vis Bhf. Beusselstr. Eröffnung: Mittwoch, den 2. April, abends 8 Uhr 205b mit einem vollständig neuen Weltstadt- Programm. Voigt- Theater. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Dienstag, den 1. April 1913: Gafspiel in der„ Neuen Welt", Hasenheide 108-114: In Saus und Braus. Boffemit Gef. in 3 Atten v. Jacobsohn. Kaffeeröffn. 7 Uhr. Anfang 82 Uhr. Admiralspalast Eis Arena Abends 9 Uhr: Das große Eis- Ballett Heute Dienstag, den 1. April, abends 7, Uhr: Debüt der neuen April- Attraktionen. U. a.: Les Onras, akrobat. Akt. Geschw. Fiochi in ihrem wundervoll. Reitakt. Clown Jles und little Walter in ihren neuesten Entrees. 3 Claeres am dreifachen Reck. Clown Pepino, Tierdress. Zum Schluß: Die große PrunkPantomime ,, Sevilla". Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Stürme der Seiterfeit erregt bie neue urfomische Poffe Arturs Flitterwochen. Dazu der erstklassige bunte Teil Nur Attraktionen 1. Ranges. Sonntag 4 Uhr: Die Hochstaplerin. Walhalla- Theater. Weinbergsweg 19/20. Täglich 8, Uhr Parole: Walhalla! Große Jahresrevue. Vorzugskarten haben täglich Gültigkeit. Sonntag, nachm. 3%, Uhr: Hasemanns Töchter. Folies Caprice. Des Löwen Erwachen. Poffe von Bernhard Haskel. Der Rehbock. Bosse mit Gesang von Theo Halton. Flohs Seitensprünge. Posse von Blinger und Tauffig. Anfang 8%, Uhr. Borvert. 11-2 Uhr. Kino- Theater :: Marienbad:: Badstr. 35-36. Heute Premiere. Im Konzert- Restaurant: Heute großes Militär- Konzert. Flit in St. Moritz. Rerliner Ik- Tric Die kleine Charlotte. Bis Uhr und von 10%, Uhr halbe Kassenpreise. Restaurant I. Ranges. Wein und Bier- Abteilung. Circus Carré- Festspiele Adr.: Neukölln Lahnstr.74 L Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. bilden zurzeit den berechtigten Gesprächsstoff von Berlin und den angrenzenden Provinzen. Denn waren es früber und erweden bei dem Sportsmann wie Laien ine atemraubende Aufmerksamkeit, die in der Lohe der Begeisterung einfache Circusborstellungen von 10-12 Programm- Nummern, die das schaulustige Bublifum zufrieden stellten, so fehen sich heute die Besitzer der Riefencircusfe veranlaßt, bedeutend mehr Artisten und Tier- Attraktionen zu verpflichten. Ja, Circus Carré geht sogar soweit, Circus- Wettkämpfe der besten Artistentruppen aller Länder zu beranstalten, die um die Palme des Erfolges ringen. In nicht weniger als 35 Programm- Nummern werden ab: Freitag, den 4. April, zu stürmischen Ovationen für diesen König der Chambriere seinen Gipfelpunkt erreicht. Man muß die 50 Steiger, welche auf ein Stomman do fich zu gleicher Zeit auf den Hinterbeinen in die Höhe fiellen, den Klassischen 24er- und 16er- Bug, die herrlichen Porzellanscheden, den bilden, an die römischen Triumphfahrten erinnernden Tigerwagen, die musikalischen und musizierenden Wunderpfede, sowie die herrlichen Vollblutschulpferde gesehen haben, um sich ein Bild über die Carréschen Dressuren machen zu können, die damit aber noch lange nicht erschöpft sind, sondern in faleidoskopartigen, mannigfaltigen Gruppen ich bis auf 75 Stüd auf einmal in der Manege befinden, zu betoundern. Die Circusdynastie Carré, die hute auf ein 123jähriges Bestehen zurüdbliden fann, ließ ihre in Berlin- Neukölln neue Rekorde geschaffen werden, neue eigenartige Circusproduktionen teilweise das erste Mal Jüngsten und Allerjüngsten fast vom ersten Lebnstage in die Nähe von Pferden kommen und schon in frühester in Europa auftreten, teilweise überhaupt das erste Mal das Manegelicht erbliden. Daß es fich nur um ganz Jugend mußten die Kinder der Familie Carré eiten in allen möglichen Arten lernen und bei der Dressur ihres große geflärte Attraktionen handeln tann, braucht wohl an dieser Stelle nicht noch besonders betont zu werden. Baters und Lehrmeist ers behilflich sein. In dr Pferdedressur und der Klassischen Hohen Schule galt Diretto Die Festspiele bringen eine Riefenschau des Neuen und Sehenswerten, wie es Berlin in solcher Reichhaltigkeit Carré schon in jungen Jahren als eine Stapazite, die nicht nur in Europa, sondern auch in Amerifa einen großen und Bielseitigkeit noch nie jab. Obwohl jedem Geschmack Rechnung tragend eine wilde Löwengruppe von zwölf und guten Klang hat. Vor einigen Jahren matte er eine Rundreise durch Amerika mit den schönsten Pferden prachtvollen Berberlöwen, sowie Araber, Marokkaner, Beduinen, Chinesen, Singhalesen, Russen, Cowboy- Merilaner des Carréschen Stalles. Der Erfolg war unbeschreiblich. Noch nie wurde ein Circusartist von den Yankees fo in den Carréschen Festspielen auftreten werden, ist der Hauptwert des Unternehmens auf vollendete Pferde- gefeiert, wie Albert Carré. Fast sämtliche Journale brachten begeisterte Artikel und Illustrationen. Albert Carré dressur in allen erdentlichen Arten gelegt worden und die tolltühnfte Reiterei bis zur hoffähigen mußte seine Tour um drei Monate verlängern, um den glänzendsten Offerten einiger Manager, wie fie noch flaffischen Schulreiteret vertreten. Direktor Albert Carré, ber jetzige Befizer des Berliner Circus Carré, des feinem Artisten geboten wurden, akzeptieren zu hnnen. Die Liebe zur toüfühnen Reiteret ist darin zu suchen, ältesten Circusses der Welt, war es, der berufen wurde, diese weltberühmten Circus- Festspiele zu veranstalten, daß er lange Zeit in Megiko lebte und dort als er beste Kunstschüge und tollfte Reiter galt. Albert Carré hat benn Carrés Meisterdreffuren stehen einzig da und war er der Kreateur der bedeutendsten Massendressuratte, nun alle seine in der alten und neuen Welt gesammelten Erfahrungen in seinem eigenen, dieses Jahr von Grund von denen ältere noch heute in einer Anzahl Circus- Unternehmen das Repertoir beherrschen. Das Material, das auf neu organisierten Eircus verwertet und so ein mit allen technischen Neuheiten, Eleganz und Komfort aus. dem Meisterdresseur Albert Carré hier zur Verfügung steht, ist eine Auslese der besten, und edelsten, teilweise gestattetes tiefenetablissement geschaffen, wie es mit diesem edlen, jungen, loftbaren Ziermaterial unerreicht auf preisgekrönten Rassepferde der bedeutendsten Gestüte der Erde. Alle equestrischen Kapazitäten sind sich einig, daß dem ganzen Erdball dastebt. Auch waren fiets in der Carréschen Manee gerade alle Storyphäen der Circuskunft versammelt und dürfte ber Carresche Stall einer der loftbarsten und bedeutendsten sowohl an Material, unübertrefflich aber an dressierten Pferden ist. Direktor Albert Carré, der Schöpfer der bedeutendsten Massen- Freiheits- Pferdedreſsuren hat die es keinen bedeutenden Circusartist geben, der nich wenigstens einmal im Circus Carré aufgetreten ist. Alter Tradition gemäß beherrscht auch hute noch das Pferd und die damit verbundene Reiterei den Dressur des edlen Pferdes auf eine gigantische Höhe gebracht, die nicht mehr überboten werden kann. Gewaltige Massen von Pferdeleibern tummeln sich in den schwierigsten und wildesten Evolutionen in der Carréschen Manege gebarkten Sand im Hause Carré und bringt mun uch den Berlinern in außergewöhnlicher Reichhaltigkeit echte unverfälschte Circuskunft! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Morgen Mittwoch, den 2. April 1913, abends 8% Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen der Bezirke und Branchen. Tagesordnung: 1. Bericht des Obmannes. 2. Bericht der Werkstatt- Vertrauensleute. 3. Aufstellung der Kandidatenliste für die Delegierten zur Generalversammlung. 4. Verbandsangelegenheiten. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimiert. Versammlungslokale: Cifchler. Südwesten u. Westen: in Habels Brauerei, Bergmannfit. 5/7. Süden: bei Gliefing, Waffertorstr. 68. Südosten I u. II: im Lotal Südost, Waldemarstr. 75. Osten I: bei Kluge, Langestr. 53. Osten II: bei Huth, Warschauer Str. 61. Osten III: in Fredersdorfs Gesellschaftshaus, Frankfurter Alee 127. Oestliche Vororte: bei W. Schulz, Lichtenberg, Kronprinzen ftraße 47, Ede Scharnweberstraße. Nordosten: bei Merkmann, Gr. Frankfurter Str. 16. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Obiglo, Schwedter Straße 23. Wedding und Moabit: bei Kaczarowski, Ravenéstr. 6. Weißensee: im Prälaten, Lehderstr. 122. 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Sargtifchler abends 8 Uhr bei Werkmann, Gr. Frankfurter Str. 16. Gemeinsame Ortskrankenkaffe für 267/16 Königswusterhausen und Umgegend. Freitag, den 11. April 1913, abends 8 Uhr, im Pfuhlschen Hotel am Bahnhof: General- Versammlung der Kaffe, zu der die gewählten Ver treter ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: Beschlußfassung über die Abnahme der Rechnung des Vorjahres. Rönigswusterhausen, 28. März 1913. Der Vorstand. H. Grieking, Borsitzender. Knorr. Im Frühling find frische Gemüse immer rar. Aus einem KnorrSuppenwürfel Feine Julienne erhält man für 15 Pfennige 3 Teller hochfeine Gemüse. Suppe, hergestellt aus auserlesenen Garten- Gemüsen. Jeder Einsender bon 48 Knorr- Suppenwürfel- Umschlägen erhält von der Fabrik gratis und franko: 1 Flasche Knorr- Sos oder 12 Knorr- Bouillonwürfel. 1M. wöchentl. Teilzahlung liefere elegante Herren- Moden Ersatz für Mass Mass- Anfertigung Feinste Verarbeitung. Garantie: tadelloser Sitz J. Kurzberg, Mass- Schneiderel Rosenthaler Str. 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Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdrudereiu. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. Nr. 75. 30. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Umſchulungsmiſere! Die Gemeindeschulen Berlins haben ihr Sommerhalb jahr 1913 am 31. März, den man von Rechts wegen noch gar nicht dem Sommerhalbjahr zurechnen dürfte, eröffnet. Etwa 16 000 neue Schulrekruten wurden an diesem Tage zum ersten Male den Schulen zugeführt, denen sie von den die Einschreibung bewirkenden Schulfommissionen zugewiesen worden waren. Dienstag, 1. April 1913. Sachverständige. sweds Einführung der neuen Luftbarkeitssteuern eine entsprechende Eine Störung der Schwanenzucht ist nicht zu befürchten, da sich Hebergangszeit zu bestimmen, wissen die Interessenten nicht recht, hier die Schwäne seit Jahren vollständig an die sie mit Vorliebe wie sie sich jetzt zu verhalten haben. An den Steuertassen tann fütternden Parkbesucher gewöhnt haben. Auch die Karpfen werden ihnen aber die gewünschte Auskunft auch nicht gegeben werden, nicht leiden. Es sind nämlich im Treptower Karpfenteich feine drin. zumal die vom Magistrat vorgeschriebenen Steuerformulare erst in legter Stunde fertig geworden sind. Besichtigung hiesiger Krankenkasseneinrichtungen durch Wegen eines Zwanzigmarkstückes in den Tod gegangen Unter Führung des Herrn Geheimen Obermedizinalrates Proist der 30 Jahre alte Straßenreiniger Robert Neumann aus der feffor Dr. Dietrich, vortragender Rat im preußischen Ministerium des Da in den meisten Gemeindeschulen kein Ueberfluß an freien Graefeftraße 36. Neumann, der verheiratet und Vater von vier Innern, wurde am 29. März von in- und ausländischen Teilnehmern Blähen ist, so verursacht es manches Kopfzerbrechen, die Kinderschar Kindern ist, tam am Sonnabendabend etwas angetrunken nach des Kongreffes für Physiotherapie die Anstalt der Zentralfommission richtig auf die einzelnen Schulen zu verteilen. Zwar hat jede Hause. Als er seiner Frau, die die Pförtnerstelle im Hause hat, der Krankenkassen Berlins und der Vororte besichtigt. Die Besucher wurden Gemeindeschule ihren Schulbezirt, aus dem sie ihre Schulkinder den Lohn abgab, fehlte ein Zwanzigmarkstück, dessen Verbleib sich namens der Verwaltung von dem Vorſizenden der Zentralkommission nehmen soll, und unter normalen Verhältnissen soll jedes Kind Neumann nicht erklären konnte. Er glaubte, daß er es verloren der Krankenkassen Berlins und der Vororte, Herrn E. Simanowski an die Schule des Bezirkes gewiesen werden. Diese Bestimmung hatte, während seine Frau annahm, daß er es berbracht hatte, empfangen. Dieser erörterte auf Wunsch des Leiters der Besichtigungskann aber, wenn an einem Einschulungstermin die Zahl der neu Darüber fam es zwischen beiden Eheleuten zu einem Swift. Als beren Einrichtungen sowie deren Tätigkeit zur Bekämpfung bezw. teilnehmer die Zwecke und Ziele der Zentralkommission und einzuschulenden Kinder in einem Bezirk ungewöhnlich stark an die Familie schlafen ging legte sich Neumann in die Küche nieder. Verhütung von Krankheiten. Unter anderem erregten die vorbild schwillt, nicht immer befolgt werden. Defter noch wird bei den leidigen Umschulungen, die jedes Halb- als Sonntag morgen feine Frau nach ihm sah, fand sie ihn tot auf. lichen Vorträge über alle Zweige der Medizin, die jährlich von Defter noch wird bei den leidigen Umschulungen, die jedes Halb- Er hatte sich in der Nacht an der Türklinke erhängt. Nicht wenig Krankenkassenärzten für die Krankenkassenmitglieder gehalten werden, jahr bringt, Kindern der Anspruch auf Plätze in den Schulen ihrer jahr bringt, Kindern der Anspruch auf Plätze in den Schulen ihrer überrascht war die Frau, als jetzt das fehlende Zwanzigmarkstüd großes Interesse. Die in deutscher, englischer und französischer Bezirke versagt. Solche Umschulungen werden nötig, wenn die Eltern ihre Wohnung wechseln und aus dem Schulbezirk hinaus zum Vorschein kam. Es lag im Strumpf des Mannes, in den es Sprache ausgegebenen Verzeichnisse der Vorträge und die belehrenden erkannt als Beweis der umfassenden Fürsorge, welche die genannte ziehen. Die Schulverwaltung zwingt aber die Umschulung bekannt durch eine defekte Hosentasche gerutscht war. Die Leiche wurde von Broschüren wurden namentlich auch von den Ausländern lebhaft anKommission auf Grund der Krankenversicherung ins Leben lich auch Kindern auf, deren Eltern ihre Wohnung beibehalten der Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. gerufen hat. Dann übernahm der leitende Arzt der Anhaben. Wenn irgendwo die vorhandenen Schulen nicht ausreichen, Uebung im Morden. Der Weltspiegel", illustrierte Bei- ftalt, Herr Dr. Otto Kaiserling, die Führung durch durch die die von anderswoher in großer Zahl zuziehenden Kinder aufzu nehmen, so muß Luft gemacht werden durch Abschiebung an andere lage des„ Berliner Tageblatt", bringt in seiner Sonntags- einzelnen Abteilungen für Hydro- und Mechano- Therapie sowie Schulen. Abgeschoben werden dabei auch Kinder, die ihrer Schule nummer ein Bild„ Ulebungsschießen für Duellanten im Berliner Röntgenologie und erläuterte die Notwendigkeit der Anstalt von feit langem angehören, aber vielleicht ein bißchen weiter von ihr Fechtflub". Um seine Mitglieder in den Stand zu sehen, bei ärztlichen Gesichtspunkten aus; er wies besonders darauf hin, daß entfernt wohnen. In diesen Tagen werden solche Zwangs- etwaigen Ehrenhändeln möglichst glücklich abzuschneiden, hat die Anstalt nur für die Mitglieder der Krankenkassen, die von Krankenumschulungen, die eine Folge des noch immer fortdauernden der Berliner Fechtklub Uebungsstunden mit Duellpistolen ein- laffenärzten überwiesen werden, bestimmt ist. Die Teilnehmer der Besichtigung Sprachen sich über alle Einrichtungen sehr anerkennend Schulenmangels in Berlin sind, wieder großen Verdruß in geführt. Die Uebungen tragen ganz den Charakter eines aus. Erwähnt sei noch, daß die Anstalt sich des konsultativen Rates ernsthaften Zweikampfes. Es werden hierbei harte Asphalt- von Herrn Geheimen Medizinalrat Profeffor Dr. Brieger erfreitt, manche Familie hineintragen. fugeln verwandt, die beim Auftreffen zersplittern. Zum Schutz der bekanntlich der Leiter der Berliner Universitätsanstalt für der Hand sind die Pistolen mit einem breiten Metallforb Hydrotherapie und einer der Vorsitzenden des Kongresses für Physiotherapie ist. versehen. Ist das nicht der reine Hohn auf eine Gesetzgebung, die den Duellmord bestraft, allerdings mit nur faum fühlbarer Festungshaft und prompt folgender Begnadigung? Wo heutzutage in sogenannten Kulturländern der militärische Mord en masse gezüchtet wird, kommt es freilich auf ein paar Morde mehr oder weniger durch Duellwahnsinn nicht an. Wie zahlreich die Zwangsumschulungen noch immer find, läßt fich nach einer von der Schuldeputation selber aufgestellten Statistit beurteilen. Im Schuljahr 1911/12 wurden in den Gemeindeschulen 35 180 Kinder gezählt, die ihre Schule wechselten oder verließen, Verhaftung eines Ballenmarders. ohne schon die Schulpflicht erfüllt zu haben. Es schieden aus: Gestern abend gelang es der Kriminalpolizei, in der Person des 2373 durch Uebertritt in eine höhere Schule"( offenbar größtenteils in Realschulen), 927 durch Einweisung in eine Hilfsschule, 219 28 Jahre alten Kaufmanns Willi Rudow einen Mann zu verburch Ueberweisung zur Fürsorgeerziehung, 727 durch Tod, ferner haften, der seit langer Zeit der Schreden der Seidenengroshandlungen im Zentrum der Stadt war. In einem Verhör gestand er, der gesuchte 10 176 wegen Verzugs aus Berlin, 16 383 wegen Verzugs innerhalb Dieb zu sein, der einige Firmen um Seidenstoffe und Blusen im Werte Berlins und schließlich 4375 wegen„ Umschulung aus anderen Gründen". Die Umschulungen aus anderen Gründen" sind Nicht gerade vorbildliche Zustände scheinen in der Fabrik für von 60000 m. bestohlen hatte. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung größtenteils die Zwangsumschulungen, zu denen wegen Plaz- landwirtschaftliche Maschinen von Weichelt in Mariendorf, Groß- fand man neben mehreren hundert verschiedenen Schlüsseln kostbare mangels die Schulverwaltung alljährlich zweimal schreiten muß. beerenstraße zu herrschen. Wie uns ein Arbeiter mitteilt, laffen Spizen, Blusen, Stickereien, Seidenstoffe und andere Sachen. Die Die Zwangsumschulung wirkt um so unangenehmer, weil sie namentlich die hygienischen Einrichtungen zu wünschen übrig. Ein gestohlenen Waren verschärfte R. an Alt- und Restwarenhändler. ganz unerwartet über das Kind und seine Familie hereinbricht. Speiseraum für die Arbeiter existiert nicht, sondern nur ein Um- Einige dieser Hehler sind auch schon dingfest gemacht worden. N. Zu Beginn des neuen Schulhalbjahres schiden die Eltern ahnungs fleideraum, in welchem sich ein Tisch nebst Bank befindet. Dieser selbst wird heute dem Untersuchungsrichter zugeführt werden. Jos ihr Kind nach der gewohnten Schule, aber nach einigen Tagen Raum bietet jedoch den in der Fabrik beschäftigten Arbeitern nicht Das Apollotheater in Schwierigkeiten. Der Direktor des Apollofehrt es plötzlich mit der Meldung heim, daß es von morgen ab genügend Platz. Vor dem Fenster dieses Raumes befindet sich die theaters, Herr Juppa, hat die ihm erteilte Konzession niedergelegt. eine andere Schule zu besuchen habe. Sogar sechsjährigen Schul- fogenannte Jauchegrube. Am Freitag, so schreibt uns der Arbeiter, Finanzielle Schwierigkeiten haben veranlaßt, daß die jetzige Diret anfängern tann es passieren, daß sie aus der Schule, in die sie wurde zweds Entleerung dieser Grube eine Holzrinne quer über tion sich außerstande sieht, alle Verpflichtungen zu erfüllen. Es wird eben erst eingewiesen wurden, nach einigen Tagen wieder heraus den Platz gelegt, um so den Unrat über die Mauer zu befördern, versucht, durch ein anderes Arrangement den Theaterbetrieb fortzugeriffen werden. Jede Zwangsumschulung bedeutet eine schwere Als ich Sonnabend früh den Fabrikraum betrat, der führen. Die beabsichtigte Umwandlung des Apollotheaters in eine mit noch bem Auspumpen des Störung des Schulbetriebes. Sie kann weder die Kinder noch ihre Portier Un Operettenbühne, die geplant war, ist wieder aufgegeben worden. rats beschäftigt, wurde alsdann bon einem Arbeiter Eltern dazu erziehen, die Ordnung der Schule zu achten. Wertvolle Fundsachen. Im Zentralfundamt Berlin befinden sich abgelöst. Die Jauche floß aus der Rinne zur Erde auf folgende wertvolle Sachen, deren Berlierer sich bisher nicht gemeldet die umherliegenden Eisenteile. Infolge des herrschenden Windes haben: Infolge des herrschenden Windes haben: Ein im November vorigen Jahres gefundenes Kettenwurden den in der Nähe beschäftigten Arbeitern zuweilen Tropfen armband aus Gold und Silber an einer mit Brillanten besetzten der abfließenden, einen starken pestilenzartigen Geruch verbreitenden Uhr im Werte von 500 bis 600 M., ein am 21. Februar gefundener Flüssigkeit ins Gesicht getrieben. Erst als ein Arbeiter Einspruch Ohrring mit 2 Brillanten im Werte von 1500 M., ein am 2. März hiergegen erhob, wurde das Bumpen eingestellt. Außerdem wird gefundenes Portemonnaie mit 400 M., ein am 2. März gefundener Brillantring in Marquisform im Werte von 500 M. Die Eigengeklagt, daß der Hof mit Eisenteilen wie besät ist, sodaß die Ar- tümer oder Verlierer dieser Sachen können nähere Auskunft im beiter, die mit dem Transportieren des Eisens beschäftigt find, Bimmer 32a des tgl. Polizeipräsidiums an Wochentagen zwischen ständig Gefahr laufen, sich Schaden zuzufügen. Die Schuld an 9 und 1 Uhr erhalten. diesen Uebelständen tragen zum großen Teil die Arbeiter des Betriebes selbst, weil sie den Weg zur Organisation, die sich die Beseitigung solcher Zustände angelegen sein läßt, nicht gefunden haben. Außerdem aber sollte es Aufgabe der zuständigen Behörde sein, auf die Abstellung des berichteten Mißstandes zu drängen. Diesmal fommt übrigens noch ein Umstand hinzu, der in den Schulbeginn eine ganz besondere Verwirrung hineintragen muß. Das Halbjahr ist, wie eingangs erwähnt wurde, am 31. März eröffnet worden. Was hat die Schulverwaltung da über die Kinder bestimmt, deren Eltern am 1. April ihre Wohnung wechseln und in einen entfernten Stadtteil ziehen? Sind diese Kinder genötigt worden, am 31. März und am 1. April noch die Schule ihres bisherigen Wohnbezirkes zu besuchen? Umschulungen, zu denen ein Wohnungswechsel nötigt, müssen als unvermeidlich hingenommen werden. Umschulungen aber, zu denen die Schulverwaltung durch Plazmangel genötigt wird, sind ein Uebel, dessen endliche Beseitigung man fordern muß. Wenn die Stadt auf raschere Vermehrung ihrer Schulhäuser bedacht wäre, würde es ihr an Plaz zur Unterbringung der Schulkinder nicht fehlen. Nach einer neueren Verfügung der Schuldeputation soll bei den Zwangsumschulungen so verfahren werden, daß die Eltern möglichst keinen Anlaß zu Klagen haben. Beispielsweise sollen Ge schwister, die eine und dieselbe Schule besuchen, nicht durch Umschulung voneinander getrennt werden. Ebenso sollen Kinder, die an förperlichen Gebrechen leiden, und solche die sittlich gefährdet scheinen, von der Zwangsumschulung verschont bleiben. Aber durch diese Bestimmungen werden, falls sie überhaupt immer Beachtung finden, mur die ärgsten Härten und Schäden vermieden. Auch unter normalen Verhältnissen wird die plötzliche Zwangsumschulung eines Kindes meist als Härte empfunden werden. immer er war nete sich ein Mann in dem Restaurant von Winkel, Reinickendorfer Als Urheber des Hennigsdorfer Automobilverbrechens bezeichStraße 43. Man sette die Kriminalpolizei in Kenntnis davon, worauf der Mann zur nächsten Revierwache gebracht wurde. Er gab dort an, der Arbeiter Otto Kemmniß aus der Drontheimer Straße 6 zu sein, widerrief aber sofort seine Selbstbezichtigung. Es ergab sich auch bald, daß St. für das Verbrechen nicht in Frage fommt, worauf er wieder freigelassen wurde. In großer Lebensgefahr schwebten am Montag früh awei Damen in der Markgrafenstr. 3. In ihrer Wohnung war unbemerkt ein Gummischlauch von einer offenen Gasleitung abgesprungen. Hausbewohner bemerkten die Gefahr, sperrten die Gasleitung und benachrichtigten schnell einen Arzt und die Feuerwehr, welche erfolgreiche Wieberbelebungsversuche anstellten. Ein Dachstuhlbrand mußte in der Nacht zum Montag in der Stopenhagener Str. 20 gelöscht werden, der dort gegen 11 Uhr nachts aus unermittelter Ursache ausgekommen. Durch träftiges Waffergeben konnten die Flammen auf den Dachstuhi des neuen Hauses beschränkt werden. mittelt. Feuer in den Deutschen Telephonwerken. Sonntag früh gegen 5 Uhr wurde die Feuerwehr nach den Deutschen Telephonwerfen G. m. b. H.( R. Stock u. Co.) in der 8eughofstr. 7 Der Revolver des Wursthändlers gerufen, ipo in einem Raum der Kabelspinnerei Feuer ausgebrochen spielte in der Nacht zum Sonntag auf dem Gesundbrunnen eine war. Bei Ankunft des achten Löschzuges standen Regale und Die ganze Umschulungsmisere wird vielleicht nicht eher auf- verhängnisvolle Rolle. An der Ecke der Badstraße und Prinzenallee Isoliermaterialien in Flammen. Nach einstündiger Tätigkeit fonnte hören, als bis die Eltern sich gegen diese Zustände handelt der Wursthändler Kretschmer mit warmen Würsten. Zu ihm die Wehr wieder abrücken. Die Ursache des Feuers ist nicht erwehren. Kein Vater und keine Mutter sollte die Zwangs- tamen mehrere junge Burschen und verlangten Würstchen. Wegen umschulung eines Kindes, die ihnen aufgenötigt wird, obwohl sie ihre der Bezahlung fam es zu Streitigkeiten. Stretschmer glaubte sich Der Jungdeutschlandbund will ein eigenes Klubhaus in Berlin Wohnung nicht gewechselt haben, widerspruchslos hinnehmen. Alle bedroht und soll mißhandelt worden sein. In dieser Situation schaffen. Das auf militärfistalischem Terrain stehende Wirtshaus Eltern, denen die Umschulung unerwünscht ist, sollten durch sofortige griff er zum Revolver und feuerte auf seine Bedränger. 3ivei zum Seydlig" an der Ecke der Seydlig- und Rathenower Straße, foll schriftliche Beschwerde die Schuldeputation davon in Kenntnis brachen zusammen, während die anderen die Flucht ergriffen. Ein zu diesem Zwecke erworben werden und für die Mitglieder des Bundes in ein Klubhaus umgewandelt werden. An Geld dürfte es setzen. Vielleicht erkennt sie dann endlich, wie die Bevölkerung über durch die Schüffe herbeigerufener Schutzmann brachte den 28 Jahre bei der staatlichen Protektion dieses Bundes nicht fehlen. die Zwangsumschulungen denkt. alten Arbeiter Paul Kostmann, der schwer in Brust und Unterleib getroffen war, nach dem Rudolf- Virchow- Krankenhause. Der andere Verlegte, der 21 Jahre alte Arbeiter Willi Bergob, ist mit einer Schußwunde am linken Fuß davongekommen. Partei- Angelegenheiten. Verlegung des Bureaus im 6. Wahlkreise. betreffend. Erster " Querfeldeinlauf der Arbeiterturn- und-sportvereine Groß- Berlins. Am Sonntag eröffneten die Arbeiterturner Groß- Berlins ihr sportliches Programm durch einen Querfeldeinlauf, arrangiert von dem in Berliner Arbeiterfreisen wohlbekannten Turnverein" Fichte". Bekanntlich haben die im Jungdeutschlandbund or ganisierten Sportverbände es vorzüglich verstanden, Hunderttausende In der gleichen Nacht feuerte der 42 Jahre alte Musiker Karl Werdermann auf die im Hause Stettiner Str. 52/53 wohnende Frau Das Bureau des 6. Wahlkreises befindet sich von heute ab: Stiehl drei Revolverschüsse ab, die zum Glück ihr Ziel verfehlten. Werdermann hatte mit der Tochter der Frau Stiehl ein Berhältnis Gerichtstraße 71, vorn 1 Treppe. angeknüpft, das die Mutter wegen des üblen Leumundes des W. Steglits. Mittwoch, abends 18 Uhr, von allen Bezirkslokalen nicht duldete und weshalb auch die Tochter sich zurüdgezogen hatte. bon rbeitern für sich zu gewinnen, weil die in der Woche fronenden Eine dritte Revolverschießerei ereignete sich im Hause Schilling- Arbeitsbienen und besonders die Jugend- doch wenigstens aus: Flugblattverbreitung, die Einsichtnahme in die Urwählerliste traße 33a, too ein Mieter mit dem Verwalter des Hauses in Streit des Sonntags ihren Körper in Licht, Luft und Sonne erholen und etivas Lebensfreude genießen wollen. Da diese bürgerliche Lichterfelde. Mittwoch, den 2. April, abends 7 Uhr, in allen geriet und auf den Verwalter zwei Schüsse abgab, wovon ein Schuß Sportbewegung sich nun aber mit Haut und Haaren den offenBezirken Flugblattverbreitung. Das Material ist schon heute in in die rechte Bruſtſeite traf. fundigsten Gegnern der Arbeiterschaft verschrieben hat, so haben sich Empfang zu nehmen. Dsten: beim Genossen Weisel, im Westen: Taschendiebstahl im Deutschen Opernhaus. In der Garderobe die Arbeiterturner veranlaßt gesehen, nicht nur das FußballGenossen Wienede, Chausseestr. 55. des Deutschen Opernhauses in Charlottenburg wurde Sonntagabend spiel, sondern auch die Leichtathletik zu übernehmen, damit Vom 1. April ab befindet sich die„ Vorwärtsausgabestelle" für ein Kaufmann aus der Botsdamer Straße um 2000 m. bestohlen. die sportfreudige Jugend natürlich unter Vermeidung aller sportLichterfelde- West Chausseestr. 54. Als er nach Schluß der Vorstellung seine Kleidungsstücke in Empfang lichen Hebertreibungen sich kräftigen und stärken kann zum Potsdam. Eine öffentliche Brotestversammlung für Männer und nahm, stahl ihm im Gedränge ein Taschendieb die Brieftasche, die Kampf ums Dasein. Frauen findet morgen Mittwoch, abends 81%, Uhr, im Friedrichs- 20 Einhundertmarkscheine, einen Landsturmschein, Briefmarken, BostEine große Anzahl Zuschauer und Turner sammelten sich bereits um die garten" in der Alten Luisenstraße statt. Der Reichstagsabgeordnete farten, Quittungen und andere Papiere enthielt, aus der Tasche. Mittagszeit im Restaurant Schmetterlingshorst an den Müggel. Davidsohn wird über die Militärvorlage referieren. Die Brieftasche ist aus rotem Leder und mit einem weißen Adler bergen, wo der Lauf stattfinden sollte. Das Wetter war trog berziert. der recht ungünstigen Voraussage unserer Wetterpropheten Kahnfahrten auf dem Treptower Karpfenteich sind versuchs zu herrlich, für den Lauf freilich etwas zu warm, denn es galt weise zugelassen worden. Gegenüber der großen Erfrischungshalle im Treptower Part ist im Gebüsch, dicht am Teichufer ein immerhin für die Erwachsenen eine Strede von 2, Kilometer, für schmudes fleines Bootshaus errichtet. Ein Dutzend funfelnagel die Jugendlichen von 2 Kilometern zurüdzulegen. Am Start hatten neuer Boote stehen dem Publikum zur Verfügung, das nun mitten fich 92 Männer und 91 Jugendliche eingefunden, als kurz nad unter Schwänen gondeln und sich in ein Idyll hineinträumen kann, 18 Uhr das Zeichen zum Ablauf gegeben wurde, Querfeldein ging Berliner Nachrichten. Steuerwirrwarr herricht infolge der Einführung der neuen städtischen Steuern an allen Ecken und Enden, Weil der. Magistrat es unterlassen hatte, gerade Jet Lauf— d. übet Stock und Stein, übet Betg und Tal, wie es getade kam. Nach einigen Hundett Metetn glättet Waldweg« strecke ging es auf langgesttecktet-holpetiget Bahn an Schonungen dotbei den Berg hinan. Oben bietet sich ein wuudetvollet Ausblick? rings don bewaldeten und kahlen Sandbetgen eingeschlossen, zeigt sich ein grober Talkessel— Sand, Sand, Sand. Sofort beginnt der sehr steile Abstieg des etwa 60 Meter hohen BetgeS, noch im Schwünge wird der große sandige Talkessel von etwa 100 Meter Länge durchmessen— für das Publikum, das sich auf allen Bergen verteilt hat, ein fesselndes und an spannenden Momenten reiches Bild. Während unser Blick noch bei dem interessanten Abstieg weilt, sind die ersten Läufer schon wieder dabei, den Berg auf der anderen Seite zu erklimmen, um aus dieser.Sand- kute'— wie die Berliner diesen Teil der kleinen Müggelberge nennen— wieder herauszukommen. Dieser Teil des Laufes war der schwierigste, trotzdem die Läufer sicher schon dutzendemal diese märkischen Sandberge erklommen haben. Wieder oben angekommen, ging es wie durch eine Wildnis auf schlängelndem Wege über Baum- stümpfe, durch Gestrüpp und allerlei natürliche Hindernisse einen Fußpfad entlang bis zu einem breiten Waldweg, der dann auf glatter Laufbahn, wieder dicht an den Sandkuten vorbei, im rechten Winkel zum Ziel führte. Die Laufstrecke war sehr geschickt in der Weise angeordnet, daß die Zuschauer fast den gesamten Lauf von Anfang bis zu Ende—' nur unterbrochen durch das Rennen im dichten Wald— beobachten konnten. Die Läufer langten fast durch- weg— trotz der großen Wärme— in guter Form am Ziel an, besonders der� erste Läufer, der in 10,26 Minuten die Strecke zurücklegte. Diese erste sportliche Veranstaltung der Arbeiterturner in diesem Sommer hat gezeigt, daß die Arbeiter sehr gut unter sich bleiben ifönnen und nicht nötig haben, sich den bürgerlichen Sportverbänden anzuschließen. Daß die Laufstrecke auS gesundheitlichen Gründen kürzer genommen wurde als bei den Sportvereinen, wird jeder Einsichtige zu würdigen wissen. Die besten Resultate sind: Männer(02 Teilnehmer): 1. Fritz Ludwig-Fichte 3; 10,26 Min., 2. Zobel-Fichte 17: 10,37 Min., 8. Kohl-Fichte 10: 10,46 Min., 4. Godau-Flchte 8: 10,49 Min., 5. Düjon-Schöneberg 11,50 Min., 6. Kind-Fichte 11, 7. May-Fichte2, 8.-Splettstvßer-Fichte 3, 9. Losmann-Fichte 18, 10. Michael-Weißensee. — Jugendliche(91 Teilnehmer): 1. Kügler-Fichte 3: 8,25 Min., 2. Friedrick-Fichte 7: 8,37 Min., 3. Mickley-Fichle 3: 8,43 Min., 4. Kapito-Fichte 6 und 6. Mirke-Fichte 11: 8,45 Min., 6. Riedel» Rummelburg, 7. Hocker-Fichte 10 und Jahn-Fichte 6, 8. Tietze- Fichte 10, V. Kazmirowsky-Köpenick. Ein tödlicher Straßemmfall ereignete sich gestern abend in der Schwedenstraße. Dort lief die 9 Jahre alte Tochter Frida des Schuh- machers B«o n n e ß aus der Schwedenstroße 18 beim Spielen gegen eine Kraftdroschke. Obwohl der Wagen nur langsam fuhr, vermochte der Chauffeur ihn nicht mehr rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Die Kleine wurde erfaßt, umgeworfen und kam so unglücklich zu liegen, daß ihr die Räder über Kopf und Brust hinweggingen. Mit derselben Droschke wurde sie noch nach dem Kinderkrankenhaus in der Reinickendorfer Straße gebracht, wo der Arzt aber nur noch den Tod feststellen konnte. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Vorort- Nachnchten. Landtagswahlkreis Teltow, Beeskow-Storkow, Berlin-Wilmersdorf. Die N r w ä h l e r l i st e n für die am 16. Mai dorzu- nehmende Wahlmännerwahl liegen in allen Orten des Kreises am Donnerstag, den 3., Freitag, den 4., und Sonnabend, den 5. April, zur Einsicht öffentlich aus. An welchen Tages- stunden die Auslegung erfolgt, wird in ortsüblicher Weife be- kannt gemacht. In Berlin-Wilmersdorf liegt die Liste von Mittwoch, den 9., bis Freitag, den 11 April, aus. Da für die Einsichtnahme in die Wählerliste kein Sonntag in Betracht kommt, wollen die Genossen in umfassender Weise alle Borbereitungen zu den Wahlen treffen. Die Einsichtnahme in die Liste erfolgt in Köpenick im Rathausc täglich von 8 bis 1 Uhr vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags.'Nllc die Einsichtnahme betreffenden Anfragen find zu richten an Emil W i ß I e r, Kietzer Str. 6, Vorwärtsspedition. Steglitz. Von vormittags 8 bis 3 Uhr nachmittags und nochmals von 6 bis 7 Uhr nachmittags im Hause Schloßstr. 36 II. Treptow-Baumschulenweg. Von S Uhr vormittag« bis 5 Uhr abends im Rathause. Laulwitz. Im Ralhause, Zimmer 24 von 8 Uhr früh bis S Uhr nach- mittags. Lichtenrade. Im Gemeindebureau während der Dienststunden. Britz-Buckow. Im Einwohnermeldeamt, Chausseestr. 50, von 8 bis 1 Uhr vormittags und 2 bis 4 Uhr nachmittags. Am Sonnabend von 8 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittag«. Martendorf. Im Rathaus, Zimmer 14, von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr und von 6 bis 8 Uhr abend«. Diejenigen Wähler, die in Ermangelung von Zeit an der Einsicht in die Liste verhindert sind, wollen unter Beibringung ausreichender Legitimation einen bekannten Genoffen mit der Einsichtnahme betrauen oder aber sich an den durch rote Plakate kenntlichen Stellen einzeichnen. Friedenau. Aus der Gemeindevertretung. Gelegentlich der ersten Lesung deS Voranschlags für 1913 wurde beim Kapitel Wohlfahrtspflege deschloffen, die vom Gemeindevorstand eingestellten 100 M. für Aus- flüge der Jugendabteilung des Evangelisch-nationalen Arbeitervereins zu streichen. Dieser Beschluß ist den Herren, nachdem ihnen die schwarzen Gendarmen mittlerweile gehörig ins Gewisjen geredet haben, wieder leid geworden? sie haben daher, ohne daß irgend- welche Gründe vorgebracht wurden, den Betrag wieder eingestellt. Dies gab dem Genossen Richter Veranlassung, seinen Antrag, der Arbeiterferienkolonie 200 Mark zu gewähren, wieder einzu- bringen. Natürlich wurde der Antrag wieder stumpfsinnig niedergestimmt. Zur Charakterisierung dieses Verhaltens der Gemeindevertretung sei hier nur kurz die Tatsache erwähnt, daß bei der letzten Gewerbegerichtswahl in Friedenau für die freien Ge- werkschaften, von denen die Arbeiterferienkolonie inS Leben gerufen wurde, 1170 Stimmen abgegeben wurden, während der sogenannte Evangelisch-nationale Arbeiterverein trotz aller Anstrengungen nur 40 Stimmen erhielt. Unter demselben Titel wurde der bei der ersten Lesung beschlosiene Aufsichtsaus schuß sür Jugendpflege, nachdem Herr Kalkbrenner darauf hingewiesen hatte, daß die Errichtung einer AuffichtSstelle den Sozialdemokraten zugute käme, abgelehnt. Ver- schiedene Anzapfungen von bürgerlicher Seite gaben unserem Ge- nossen Richter Veranlassnng zu erklären, daß er als Vertreter der Arbeiterschaft d-S Ortes entschieden gegen die Verwendung von Gemeindemitteln zur Jugendversimpelung protestiere. Eine Gemeinde, die den Arbeiterlurnern und deren Jugendlichen Uicht einmal eine Turnhalle zur Verfügung stellt und so die jungen Leute direkt in die Kneipe treibt, sollte� den vielen Lächerlichkeiten, womit sich die Gemeindevertretung behaftet hat, nicht noch eine hinzufügen. Man solle ehrlich sein und die bewilligte Summe als:„Zur Bekämpfung der Arbeiterjugendbewegung' eintragen. Der von den Wählern der dritten Klaffe abgeschüttelte jefcige Vertreter der ersten Klasse, Herr Kunow, hielt die zu diesem Thema übliche Kriegervereinsrede. Auf Antrag Berger war bei der ersten Lesung eine Erhöhung der Hundesteuer von 30 auf 50 M. beschlossen worden. Auch dieser Beschluß wurde wieder aufgehoben und es bei 80 M. belassen.___ ' Verantwortlicher Redakteur; Alfreh Wiclepp, Neukölln. Für he« Tcmpelhos. Mit einem erfreulichen Siege für unsere Partei endete am Sonn- tag die Gemeindevertreter-Ersatzwahl der dritten Klasse im zweiten Kommunalwahlbezirk.. An der Wahl, die zum ersten Male an einem Sonntag stattfand, beteiligten sich von 970 eingeschriebene» Wählern 333. Hiervon entfielen auf unseren Kandidaten, den Eigentümer Schriftsetzer Oskar Ewald, 248 und auf den alleinigen bürget- lichen Kandidaten, Eigentümer Steinsetzmeister Hein, 84 Stimmen; eine Stimme gilt als zersplittert. Noch vor vier Jahren glaubten die Bürgerlichen, daß in das königstreue Dorfparlament kein Sozialdemokrat hineinziehe, und nun haben sie während dieser Zeit auch das letzte Mandat in der dritten Klasse verloren. Auch die nach dem Einzug der ersten drei Soziaidemolraten schleunigst in Szene gesetzte Bezirkseinteilung, die einem weiteren Vordringen unserer Partei Einhalt gebieten sollte, konnte die Wahl des fünften Sozial- demokraten nicht verhindern. Stcglitz-Friedenau. Tie Schulentlaffungsfeier, die der Jugendausschuß am letzten Sonntag im.Albrcchtshof" veranstaltete, darf in ihrem Eharaller und in ihrem Berlauf als.wohlgelungen bezeichnet werden. Die Genossin Klara Bohm-Schuch hielt eine zu Herzen gehende An- spracke, die von Liedervorlrägen eines Männerquartetts und von Harmoniumspiel stimmungsvoll eingerahmt wurde. Den Schul- entlassenen wurde die Gedichtsammlung„Bon unten auf" überreicht. Leider halten sich nur fünf Mädchen und ein Knabe zu der Feier angemeldet. ES ist die Rücksicht auf die Anschauung von lieben Bekannten oder Nachbarn oder eine falsche Besorgnis um die Zukunft de? Schulentlassenen, die immer noch viele Arbeiterellern wider ihre bessere Ueberzeugung veranlassen, ihre Kinder konfirmieren zu lassen. Wer sich am Sonntag an der Feier beteiligt hat, wird die Ueberzeugung gewonnen haben, daß dadurch dieser Lebens- abschnitt des Kindes viel würdiger und der Weltanschauung des Pro- letariats entsprechender gefeiert wird, als durch frömmelnde kirchliche Zeremonien. Stralau. Eine AiiSkunftstelle über Ttcuerreklamation ist von unseren Ge- nossen für die Einwohnerschaft errichtet worden. Die Sprechstunden sind Mittwochs und Sonnabends von 8—9 Uhr abends im Lokal Schmidt, Markgrafendamm 6. Es ist erwünsckt, bei in Jnanspruck- nähme der Auskunftsstelle gleich einen Auszug über den Verdienst vom Arbeitgeber mitzubringen. Treptow-töaumschulcnwcg. Tie Einteilung der Urwahlbezirke zur Landtagswahl ist nunmehr erfolgt. Der Berliner Ortsteil stellt danack in zehn Bezirken zu- sammen 49 Wahlmäimer. der mittlere OrtSteil in zwei Bezirken deren zehn und Baumschulenweg mit acht Bezirken 35 Wahlmänner. Im ganzen Ort haben sechs Bezirke je sechs, sieben je fünf, zwei je vier und fünf je drei Wahlmänner zu stellen. Weihensee. Zur geplanten Arbeitslosenversicherung veröffentlicht der Gemeinde- vorstand folgendes: Alle männlichen oder weiblichen Arbeiter, die in Berlin-Weißenjee ihren Wohnsitz haben und einer eventuell zu errichtenden Arbeitslosen-VersicherungSlaffe beitreten wollen, werden hiermit aufgefordert, sich bis zum 1. Mai d. I. christlich bei dem Wohlfahrtsamt der Gemeinde zu melden. Ver- bände und Vereine können ihre Mitglieder listenweise anmelden. Die Anmeldung muß enthalten: Vor- und Zunamen? Geburtstag und Jahr? Wohnung? Beruf; Arbeitsstätte; Name deS Arbeitgebers? Mitglied welcher Krankenkasse; seit wann in Berlin-Weitzen- see wohnhaft; bei Arbeitslosen Angabe der letzten Arbeitsstelle und seit wann arbeitslos. Die organisierte Arbeiterschaft wird ersucht, der Aufforderung Folge zu geben, damit nicht etwa durch Nachlässigkeit der An- Meldungen die Notwendigkeit der Einführung einer Arbeitslosen- Versicherung aberkannt wird. Reinickendorf. Die EtatSberatirng wurde fortgesetzt mit der Beratung deS Etats der A r m e>i- und Wohlfahrtspflege. Er schließt in Ein- nähme mit 44 600 M.(im Vorjahre 40 625 M.) und in Ausgabe mit 155 900 M.(146 625 M.), erfordert also einen Zuschuß don 111800 Mark(106 000 M.). Die Etatsposition„KrankenhauSver- w altling" weift keine Einnahme aus, sondern bringt in Ausgabe nur den auf 112 000 M.(119 000 M.) gesckätzten Zuschuß sür daS VerbandSlrankenhauS. Ter Etat des KranIenhauseS geht den Ge- meindevertretern nur zur„Kenntnisnahme" zu. Festgesetzt wird er vorläufig noch von den Gemeindevorstehern der vier am KranlenhauS beteiligten Gemeinden. Anträge unserer Ge- nossen auf Verbesserung der AnstellungSverhällnisie der An- gestellten usw. haben daher wenig Aussickt auf Verwirklichung. Die„FriedhofSverwaltung" erfordert bei sich aus- gleichender Einnahme und Ausgabe in Höhe von 16 100(14 000) M. keine Aufwendung aus Gemeindemitteln. Die„Gchrtnerei" erfordert in diesem Jahre einen Zuschuß von 13 730 M., bei einer Einnahme von 5700(7000) M. und einer Ausgabe von 19 430 (7000) M. Die Einnahmen der Straßen- und Weg'everkvaltung be- tragen 48 100(47 000) M. und die Ausgaben 2 375 000(287 000) M. Der Versuch unserer Genossen, den Zuschuß um 10000 M. zu er- mäßigen, durch stärkere Heranziehung der Grundbesitzer zu den Straßenreinigungskosten mißlang. Vor etwa zwei Jahren war aus Antrag unserer Genossen beschlossen worden, den Gemeindearbeitern in Krankheitsfällen einen Zuschuß zum Krankengelde in Höbe von 1 M. pro Tag zu gewähren. Doch sollten die Arbeiter während einer längeren Periode beweisen, daß sie sich dieser„unverdienten Wohltat würdig erweisen". Diese Probezeit ist jetzt um. Große Kosten sind der Gemeinde daraus nicht erwachsen; trotzdem soll den Angehörigen der Arbeiter sür die sich Krankenbausbehandlung als notwendig erweist, nur der halbe Betrag aiS Zusckuß gewährt werden. Falls Kinder vorhanden sind und die Bedürftigkeit anerkannt wird, soll der Gemeindevorstand als gütige Vorsehung walten dürfen. Unsere Genoffen verlangten, daß in allen KrankheitS- fällen der volle Betrag gezahlt Iverde. Wie wenig die Gemeinde- arbeiter nach dem vorgeschlagenen und leider beschlossenen Modus zu erwarten haben, verrät ivohl nichts deutlicher als die Antwort des Bürgermeisters auf die Gründe unserer Genossen. Er sagte: „Wenn auch diesen Kranken die volle Mark gezahlt werde, würde es den Frauen so gut gehen, daß sie ihre Männer veranlassen würden, recht lange im Krankenhause zu bleiben". Die Abstimmung bewies, daß sich die Anschauungen der Bürgerlichen auf der gleichen geistigen Höhe bewegen. In Arbeiterfragen verzichten sie völlig auf eine eigene Meinung. Die Etats der„Schlachtvieh- Fleischbeschau- sowie Freibank-Verwaltuug" er- fordert bei 28020(23 600) M. Einnahme und 23 515(23 600) M. Ausgabe einen Zuschuß von 495 M. Jnlereffont ist gewiß— und der Schlächtermeister Henschke bestätigte sie durch Kopfnicken— die Behauptung des Bürgermeisters, daß die hiefigen Schlächtermeister aus Profilrücksichten die hiesige Freibank meiden und ihr trickinöses Vieh der Berliner Freibank überweisen. Das sind dieselben Herren, für die der Gemeindevorstand so besorgt war, als die Frage des russischen FleischverkausS.akut wurde. Die'„Konalisations- Verwaltung" sckließt in Einnahme und Ausgabe mit 184 000 (172 000) M. Zur Deckung der Kosten werden werden 3 Proz. vom Nutzungswert der angeicklosienen Grundstücke<5 062 000 M.) erhoben. Beschlossen wurde, die Aufsichtsbehörde zu ersuchen, von der Forderung aus Amortisation und Verzinsung auck der nicht aptierten Flächen der RieseUändereien durch laufende Mittel Abstand zu nehmen. Rosenthal. Eine starte Wahlbeteiligung war bei der am Sonntag statt- gefundenen Ersatzwahl zu verzeichnen. Die Gegner unter Führung Injeratenteli verantw.,' Th. Glocke, Berlin. Druck lt. Berlage Kgrwärl« I de» BürgervereinS Vorsitzenden, Lehrer Ouastenderg, hatten ver» zweifelte Anstrengungen gemacht, um uns das Mandat zu entreißen. Unter Hinzuziehung der Mitgliederliste der Hirsch-Dunckerscken Ge- werkschaft wurden deren Mitglieder per Zirkular aufgefort�rt und auch teilweise geschleppt. Ihre fleißige Arbeit wurde jedoch nicht von dem Erfolg gekrönt, wie sie es sich wohl gedacht hatten.' Tie Wahlbeteiligung war denn auch eine sehr starke. Als Durchfalls- kandidaten hatten die Bürgerlichen wiederum den Kaufmann Martini aufgestellt.— Unser Kandidat, Schlächtermeister Genosse Karl G a h l, wurde mit 294 Stimmen gegen 136 bürgerliche gewählt. In der uns sonst von der Regierung vorenthaltenen Turnhalle, wo die Wahl stattfand, brachte eine große Anzahl Genossen bei Bekannt- gäbe des Wahlresultats ein Hoch auf die Sozialdemokratie auS. Hiis aller Weit. Opfer der Autoraserei. Das wahnsinnige Darauflosjagcn vieler Kraftwagcnbesitzer hat in M ü l h e i m a. R h. und in H a y u a u i. S ch l. zu schweren Unglücksfällen geführt. Ein Chauffeur der Zeche Viktoria Mathias aus Effcn hatte niit zwei Bekannten eine Autofahrt unternommen. Die Teilnehmer befanden sich in animiertester Stimmung, als sich plötzlich an einer Kurve in der Nähe der Zeche Hunlboldt bei Mülheim das Auto infolge Achsenbruchs überschlug und vollständig zertrümmert wurde. Der Chauffeur und ein weiterer Teil- nehm er an der Fahrt wurden sofort ge- tötet, während der dritte Insasse l e b c n s- gefährliche Verletzungen erlitt.— Ebenso furchtbar waren die Folgen des zweiten Automobil- Unfalles, der sich bei Haynau zutrug. Die Gastwirte Graf und Thomas und der Kaufmann Müller aus Haynau hatten am Sonnabend eine Spazierfahrt unternommen. Auf dem Heimtvege am Abend fuhr der. Chauffeur in ziemlich scharfem Tempo. Plötzlich versagte bei dem Dorfe Ober- michelsdorf zwischen Licgnitz und Haynau die Steuerung und das Auto fuhr mit einem so heftigen Anprall gegen einen Baum, daß sich der Kraftwagen überschlug und sämtliche Insassen in weitem Bogen auf die Straffe geschleudert wurden. Der Gastwirt Graf, der Kaufmann Müller und ein Monteur wurden auf der Stelle getötet. Der Chauffeur hat so schwere Verletzungen davongetragen, daff an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die Verletzungen des Nestaurateurs T h o m a s sind gleichfalls schwererer Natur, aber nicht lebensgefährlich. Aus dem amerikanischen Ueberschwemmungsgebiet. Während die Lage in der eigentlichen Ueberschwemmungszone sich weiter bessert, verschlimmert sie sich i m Tale des Ohio, besonders in West-Virginien und Kentucky, wo Tausende durch die Fluten von ihren Wohnstätten vertrieben-worden sind. Auch die Handelszentren am Ohio wurden von der Ueberschwemmung heim- gesucht. In Huntington in West-Virginien sind 15 000 Menschen obdachlos. Der Schaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. Das ganze Geschäftsviertel steht bis zum zweiten Stock- wer! unter Wasser. Covington in Kentucky und seine Umgebung sowie Kairo in Illinois sind von den Fluten ein« geschlossen. In E i n e i n n a t i hat sich die Lage nicht ge» ändert. Der Schaden wird sich dort auf etwa drei Millionen Dollar belaufen. In L o u i s v i l l e. wo die Flut stündlich erwartet wird, flüchten die Bewohner.____ Ein französischer Tampfer gescheitert. An der Küste von Neuseeland bei Howick Burn ist der mit einer Besatzung von 28 Mann ausgerüstete französische Dampfer„Tadorve" aus Boulogne gescheitert. 24 Mann der Besatzung konnten sich in einem Rettungsboot retten? sie wurden von einem anderen Dampfer aufgenommen? zwei Matroien, die sich am Hauptmast festgeklammert atten, sind infolge der Kälte erstarrt und ins Wasser ge- allen. Zwei andere Matrosen, die sich durch Schwimmen retten wollten, sind ebenfalls ertrunken. Ein neuer Flugrekord. Die beiden deutschen Fliegerosfiziere Canter und Böhmer von der Militärfliegertruppe in Döberiy haben am Montag einen neuen Weltrekord sür Dauerflug ausgestellt. Auf einem Taube-Eindecker haben die beiden Flieger die 595 Kilometer lan ge Strecke Jüterbog— Berlin— Lübeck— Plön— Malente in 6 Stunden 9 Minuten ohne Zwischenlandung durchflogen. Die Landung in Malente erfolgte glatt. Sie beabsichtigen, morgen weiterzufliegen. Heftiges Erdbeben im ostindikchen Archipel. Wie ans einem erst jetzt von der holländiscken Regierung veröffentlichten Bericht hervor- geht, wurden am 14. März die Inseln Siaö, Tangi und Taland im oslindischen Archipel von einem Erdbeben heimgesucht. Die Dorf- schastMeneloelvurde vollständig zer st ort. in einer anderen wurden 107 Einwohner unter den Trümmern begraben. Der durch Zerstörung der Wege, Brücken und HSuier angerichtete Schaden ist groß. D>ie Zahs der Toten soll jedoch eine verhältnismäßig geringe sein. Kleine Notizen. Selbstmord eineS Gefreiten. Aus Furcht vor einer gering- sügigen Arreftstrase beging der Gefreite Leyendecker von der 3. Kompagnie des Telegraphenbataillons Nr. 3 in Koblenz einen gräßlichen Selbstmord. Er versetzte sich mit einem Brotmesser mehrere Stiche in die Brust und trank dann Salz- säure, Ein Banklehrling mit 80 000 M. ausgerückt. Der seit dem 19. März vermißte Banklehrling Karl S t e u e r n a g e l au? Frank- surt q. M. hat. wie sich jetzt herausstellt, in dem Bankgeschäft A. Mumm u. Co., in welchem- er angestellt war, achtzig- tausend Mark unterschlagen und ist damit geflüchtet. Gräßlicher Tod eines EisenbahnfchaffnerS. Auf der Eisenbahn- strecke Allenstein-Soldau ist der Schaffner OppenkowSky� aus Allenstein in einem Abteil 2. Klaffe mit gespaltenem Schädel tot aufgefunden worden. Nach den angestellten Ermittelungen ist er. als er sich z u m Fenster h i n a u s b e u g t e. von einem Pfeiler der Schönwieser Brücke kurz vor Soldau getroffen und ge- tötet worden. Eisenbahnunglück in Rußland. Bei der Station Murawjewo in Kurland ist ein Personenzug mit einem Güterzuge z u s a mm e n- gestoßen. 17 Personen wurdxn verletzt, Mafieiierkrankung an Fleischvergiftung, In Solingen und Um- gegend sind eine Anzahl Familien, im ganzen etwa 40 Personen, an Fleischvergiftung bedenklich erkrankt. Die Erkrankten haben sämtlich Pferdefleisch gegessen, das von eintm Metzger in Vohwinkel verkauft wurde. Die Aerzte führen die Erkrankung hierauf zurück. Mehrere der Erkrankten sind unter lebensgefähilichen Erscheinungen erkrankt.___ eingegangene Druchrchrifcen. Die Wunder der Statur. Lieser. 23—26. Erscheint in 65 Liese» rungen a 60 Ps, Bong u. Co.. Berlin\V. 57. Der Thcoiopvische Pfad, n labig. Rr, 10. Intern, illujlr. Monatsschrift. Unter Leitung von Katherme Tingley. Jährt. 10 M. I. Th. Heller, Nürnberg._'_ lßuchdruckeret lt. VerlagSanjtalt Pnul«singer u. Cer, Berlip SH£,~