料 Nr. 284. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Gonntags: Nummer mit Illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland s Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boft Beitungs- Breisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Beritzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Bersammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächite Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Erpedition it an Wochentagen bis 7 Uor Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 4186. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Sozialdemokratie bei den Wahlen zum Deutschen Reichstage. II. Nebenstehend sind die Wahlkreise aufgeführt, in denen es die Sozialdemokratie bis zu einem Fünfter aller abgegebenen giltigen Stimmen gebracht hat, in denen sie also eine maßgebende Stellung errungen hat. Wurde der sozialdemokratische Kandidat gewählt, so ist das durch fetten Druck der Verhältnißzahl angedeutet; kam er in eine erfolglose Stichwahl, so ist der Verhältnißzahl ein Stern beigefügt. Wir sehen in dieser Liste neben einigen, meist mit Lokalen Gründen zu erklärenden Rückschritten in den meisten Wahlkreisen erfreuliche Fortschritte gegenüber der Wahl von 1890. Und dieses Bild behält auch für die weiter folgenden Wahlkreise, in denen es die Sozialdemokratie noch nicht zu so großer Bedeutung gebracht hat, denselben Charakter. Sonntag, den 3. Dezember 1893. Nr. 1 Berlin 4. Glauchau- Meerane' Altona- Stormarn Leipzig- Land 6 Berlin 6. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. ftein Oberbarnim Wahlkreis. Erfurt- Schleusingen. Kaffel Melsungen Halle( Saalkreis). Naumburg Zeit Aschersleben- Kalbe Lennep- Remscheid = Prozent der foz. Stimmen 1893 1890 Wahlkreis. Nr. * 40,95* 34,83 107 Nordhausen Hohen* 40,60* 45,09 108 * 40,40 42,79 * 40,30* 37,64 109 Köln Stadt. 110 Würzburg 40,16 40,14 40,08* 38,27 111 Liegnitz- Goldberg. 112 Neustadta. Orla- Jena 113 Barel- Jever. 114 Berlin 1. 115 Hagen- Schwelm Wiesbaden Rheingau Löbau i. S.. Danzig Stadt Wolmirstedt- NeuHaldensleben * 38,96 86,50 * 38,92 31,76 * 38,76* 40,13 116 * 38,75 23,66 117 * 38,48 19,85 118 * 38,26 19,13 119 Wahlkreis. Prozent der foz. Stimmen 1893 1890 Nr. Prozent der soz. Stimmen 1893 1890 2 Hamburg 2. 3 4 7 Stollberg- Schneeberg 8 Chemmit. 9 Zwickau 10 Hamburg 1. 11 Nürnberg 12 Reuß j. 2. 71,36 72,48 55 66,37 66,98 56 65,01 60,20 57 63,80 62,09 58 63,72| 61,33 59 63,50 62,19 61,06 57,90 60.81 62,48 62 58,55 57,00 63 57,93 58,75 64 57,16 56,41 65 57,15 50,39 66 55 27,97 24,13 * 27,74 9,77 27,69* 30,64 • * 27,36* 33,20 60 61 27,04 22,78 Ratibor Nossen- Döbeln. Plauen- Delsnitz Dessau- Zerbst 39,80 3,28 * 39,41 36,19 * 26,94 16,03 * 26,79 14,09 . * 26,61 23,56 * 26,58 23,83 Leipzig- Stadt * 26,36 26,40 · Lauenburg 26,19 18,14 • 13 München 2. 56,58 52,31 67 Annaberg * 26,11 20,75 14 Neuß ä. 2.. 56,55 51,37 68 Pirna. 15 Hamburg 3.( Land) 56,01 53,19 69 Holzminden- Ganders26,07 30,31 16 Sonneberg- Saalfeld 55,27* 41,04 heim * 38,10 16,53 120 Rarlsruhe- Bruchsal 25,96 25,21 17 Auerbach- Reichenbach 53,81* 48,53 70 18 Gotha 58,18$ 46,07 71 Frankfurt a. D.- Lebus Straßburg i. E. Stadt * 37,94* 29,95 121 37,37 36,19 19 Mülhausen i. Glfaß. 53,09 63,44 72 20 Braunschweig78 Meißen Großenhain Harburg * 37,30 37,00 122 Hagenow Grevesmühlen Eschwege- Schmaltal * 25,79* 81,28 * 37,30* 30,44 den. 25,54 19,60 Blankenburg 21 Breslau( West) falza * 25,50 15,72 22 23 Breslau( Ost) Mittweida 25,44 21,81 * 25,15* 28,54 25 Pinneberg- Segeberg Im ersten Wahlgang wurden 1890: 20, 1893: 24 Sozialdemokraten gewählt. 1890 war unsere Partei an 57 Stichwahlen betheiligt, von denen 15 zu unseren Gunsten entschieden wurden; 1893 standen 83 sozialdemokratische 24 Riel- Rendsburg Kandidaten zur Stichwahl, von denen 20 gewählt wurden. Es ist wahr, wir haben bei der Wahl dieses Jahres sechs Mandate eingebüßt, die wir 1890 gewonnen hatten. Diese Thatsache wurde von unseren Gegnern mit großem Jubel begrüßt und als ein offenbares Zeichen unseres Niederganges hingestellt. Das ist natürlich lächerlich. Schon die Thatsache, daß wir dafür 15 Wahlkreise neu erobert haben, müßte den Jubel dieser Leute verstummen machen. Aber sehen wir uns doch einmal jene verlorenen sechs Wahlkreise näher an. Läßt sich denn aus ihrem Verlust wirklich folgern, daß die Sozialdemokratie auch nur in ihnen zurückgegangen ist? Mit nichten! Die Ursache unserer Berluste liegt nicht in einem Rückgang unsererseits, sondern darin, daß sich die bürgerlichen Parteien immer enger zusammenschließen zu der einen reaktionären Masse, die fest zusammengehalten wird durch den einen Zwed: Vertheidigung des gegenwärtigen Ausbeuterstaats gegen die siegreich vordringende Sozialdemokratie um jeden Preis. Diese Entwicklung ist aber von uns schon oft genug vorausgesagt worden, und es ist gar kein Zweifel, daß sie noch nicht zum Abschluß gelangt ist. Wir werden uns gar nicht wundern, wenn wir im Laufe der Zeit immer mehr Stichwahlen verlieren werden. Das ist die ganz natürliche Entwicklung. Wir werden aber desto mehr Mandate gleich im ersten Wahlgang erringen. Den Nachwahlen wird immer mehr nur die eine Bedeutung bleiben, Fehler wieder gut zu machen, die bei den ersten Wahlen gemacht worden sind, wie z. B. Feuilleton. Nachdruck verboten.] Skizzen ( 28 aus der sozialistischen Bewegung in Rußland. " ( Aus dem Russischen übersetzt.) Wenn Du durchaus willst, ich bin einverstanden." " Ich auch." " Du wirst natürlich die Angelegenheit am besten burchführen." Somit schließe ich die Sitzung." Ardaljon sagte das im scherzhaften Ton, trotzdem klang es ganz fo, als ob er der Präsident der Versammlung gewesen wäre. Ardaljon öffnete die Thür in das nächste Zimmer und sagte laut: " Jeßt, unsere liebenswürdige Wirthin, wäre es Zeit, Thee zu trinken." Sofort", erwiderte Frau Jsjumkin und erschien zu gleich im Salon. Sie betrachtete sich die Wände, als ob sie an ihnen Und so 26 Nieder Barnim 27 Waldenburg i. Schl. 28 Lübeck. 29 Dresden- Land 77 = Rostock Doberan Dortmund- Hörde Freiberg i. S. Dithmarschen Steinburg- Helgoland. Erlangen- Fürth Dschay- Grimma 52,10 48,63 74 51,81* 46,52 75 51,44 42,29 76 50,53 50,51 50,42$ 45,46 49,68 43,06 78 48,94 45,27 79 48,60 29,12 80 * 48,45 45,41 81 * 48,39 46,08 82 83 48,02 66,11 47,91 49,63 84 Oschersleben Halber30 Solingen 31 Berlin 3. 32 Reichenbach- Neurode 47.75* 46,94 33 Teltow Charlottenb. 34 Elberfeld Barmen 35 Magdeburg.. · 37 Dieburg- Offenbach 36 Stettin 38 Hannover- Linden. 39 Berlin 2. 40 München 1. 41 Königsberg i. Pr. 42 43 Schwarzburg- Rudolstadt Frankfurt a. M.. 44, Marienberg i. S. 46 45 Bremen Stuttgart 47 Dresden I. d. E. 48 Westhavelland 49 Hainau 50 . 51 52 Berlin 5. Dresden r. d. Elbe Sachsen- Altenburg . 53 Mainz- Oppenheim 54 Randow Greifenhagen 47,30* 38,46 85 46,57 51,46 86 87 46,42. 50,22 46,37* 45,14 88 46,27 44,69 89 89 45,93 44,44 90 45 69* 38,01 91 45,30 37,13 45,25 49,31 92 93 Sorau Wanzleben Potsdam- Spandau Mannheim stadt V Schwerin- Wismar Bernburg- Ballenstedt Luckenwalde Straßburg i. E. Land Obertaunus- Höchst Obertaunus- Höchst Schwarzburg Schwarzburg Son dershausen . Kottbus- Spremberg. Borna- Pegau. Hameln- Springe Pforzheim- Durlach * 36,72* 26,73 36,55 39,76 * 37,23* 37,50 123 Mühlhausen- Langen124 Aachen Stadt 125 Geeftemünde- Lehe. * 36,14 28,31 126 Bielefeld- Wiedenbrück 25,03* 22,96 24,93 * 36,09* 30,50 127 Gebweiler 35,88 13,00 128 Saargemünd- Forbach 24,74 25,18 129 Rappoltsweiler * 35,65 30,73 85,51 87,48 130 Breslau- Land- Neumarkt * 35,38 20,68 * 84,91 33.10 131 Güstrow Ribnitz * 34,75 24,23 132 Hildesheim- Alfeld 24,68 . * 24,61 17,97 * 24,56* 20,54 24,15 24,82 138 Flensburg- Apenrade.* 24,14* 28,88 * 34,27* 39,91 23,91 16,54 134 Göttingen- Münden 34,08 23,17 135 Oldenburg- Birkenfeld* 28,85 18,58 * 34,02, 29,01 136 Rannstatt Ludwigs = 33,85 0,84 burg = 33,83 31,14 137 Görlig- Lauban 33,37* 40,04 138 Rönigsberg i. N. M.. 139 Altena- Iserlohn. * 33,32* 29,85 140 Heilbronn Besigheim 32,97 30,26 141 Kronach Lichtenfels * 32,82* 33,82 142 Bitterfeld- Delitzsch * 32,03 24,57 94 143 Bayreuth 95 81,00* 31,96 144 Augsburg * 30,14 23,29 145 Lüneburg- Winsen 29,64 13,83 146 Parchim Ludwigslust 29,62 17,86 147 Northeim- Osteroda 29,61 14,94 29,19 26,58 * 28,80 23,90 * 28,68 20,10 * 28,50 25,46 * 45,20 21,81 43,68 42,29 42,91 33,92 96 42,61 48,72 97 * 42,30* 37,21 98 99 * 42,15 42,08 * 42,09* 36,10 100 * 42,08,* 38,63 101 41,95* 33,04 102 * 41,69 39,93 103 41,58 35,86 104 41,30 40,07 105 * 41,18 88,30 106 Darmstadt- Großgerau Goslar Zellerfeld Schleswig- Eckernförde Königsberg i. P. Land Bochum- Gelsenkirchen 3itiau Weimar- Apolda Hof 23,67 17,79 • 23,45 16,18 23,45 15,90 23,36 18,93 22,99 10,78 22,70* 28,99 22,28 12,82 22,12 7,78 · 22,04 21,75 21,99 19,41 21,86 18,38 21,80 23,95 21,66 11,87 21,48 6,85 20,77 17,01 20,57 6,10 20,55 7,04 20,41* 20,66 a. H. 148 Schweidniß- Striegau 149 Malchin- Waren 150 Querfurt- Merseburg. Greifswald- Grimmen Speyer- Ludwigshafen Wolfenbüttel= Heliftedt Düsseldorf Coburg. 151 152 Met * 28,39 19,19 153 Stade- Bremervörde Ach, meine Herren. das ist ja lächerlich.... weshalb thun Sie denn so heimlich? Sie mißtrauen mir wohl?" " Wir mißtrauen Ihnen nicht, aber unsere Regeln verbieten es uns, Fremden irgend etwas zu sagen." Ich eine Fremde?!.. Eine solche Beleidigung hätte ich nicht erwartet!" Ich habe Sie auch nicht beleidigen wollen. Selbstverständlich sind Sie für unsere Sache, im Allgemeinen genommen, keine Fremde, ich sprach auch nur in Beziehung auf die speziellen Sachen, die nur der wissen soll, dem sie aufgetragen worden sind." " Ihnen worden * 28,17* 28,25 154 Prenzlau- Angermünde 20,05 11,23 28,05 10,67 Diftator auf. Mar müßte es ihm auf freundschaftliche Weise eintränken." " Doch nicht! Laß ihn in Ruh. Er könnte sich beleidigt fühlen und sich von unserem Kreise lossagen, er ist ein nüglicher Mensch... Weshalb Aergerniß erregen. Mag er bramarbasiren, der Sache schadet das nicht, und sein Egoismus läßt sich der Sache zu Liebe ertragen." " So ist es. Aber trotzdem ist er mir nicht sympathisch." Mir auch nicht, aber der Sache schadet das nicht." Sie drückten sich die Hände und trennten sich. Unterdessen ging Frau Jsjumkin in das Kinderzimmer, küßte ihre Kinder und setzte sich in ihrem Schlafzimmer hin, unt sich mit einer sehr angenehmen Arbeit zu beschäftigen. Sie tannte in der Nachbarschaft einen Rabitalen, welcher fortwährend seine Kameraden besuchte, überall zu streiten anfing und nichts that; man vermied es sogar, ihm er im die geringsten Aufträge zu ertheilen, weil im höchsten Grade unzuverlässig war. Diefer Radikale verstande war alles verkehrt zu machen und überhaupt Bein Thee erzählten sie von verschiedenen Erlebnissen sicherte Frau Jsjumtin, als er sie besuchte, daß er in alles der Radikalen. Die Wirthin versuchte es zu erfahren, was eingeweiht sei, und sie flehte ihn an, ihr über alles zu die Reife Ardalion's nach Petersburg zu bedeuten hatte, schreiben. Er versprach es, und an demselben Abend, als aber es gelang ihr nicht. bei Frau Jsjumkin die Berathung stattfand, hatte sie einen Frau Jsjumkin blies ihre Backen auf. Ich halte es für angemessen," sagte Ardaljon, mitzutheilen, daß in der Versammlung beschlossen ist, daß ich nach Petersburg abreisen werde." Weshalb?" fragte Frau Jsjumkin. " Nun, weil es nothwendig ist." Die Kameraden sahen sich dabei an. Ardaljon ging zuerst fort, nach ihm die drei anderen. Brief von ihm erhalten. Jezt machte sie sich daran, den Ardalion ging zuerst fort, nach ihm die drei anderen. Brief zu dechiffriren. Das war für fie ein großes Vers das Protokoll der Versammlung abzulesen hoffte. Du hast es bemerkt, wie Ardaljon indiskret wurde," gnügen. Jezt strich sie die Reagenzflüssigkeit über das sagte einer von ihnen auf der Straße, das ist ein Verstoß Papier und deutlich traten die Ziffern hervor; sie lächelte Die Berathung ist schon zu Ende? schnell! vor Vergnügen... auch auf der zweiten Seite erschienen ... Gewiß waren es nur unwesentliche Sachen." gegen die Regeln der Konspiration." Alle schwiegen. Warum nicht gar... Allerdings führt er sich nicht die Ziffern und sogar auf der dritten und vierten. Ach, wie schön! Was für eine Menge Ziffern!" Nein, das sind keine unwesentlichen Dinge gewesen," gut auf... gar nicht kameradschaftlich. Dieses Prahlen rief Frau Jsjumfin aus und begann zu dechiffriren- es dachte sie, und ihre Neugirde regte sich wieder. Nachdem und Kommandiren unter den Sozialisten ist widerlich." sie furze Zeit geschwiegen hatte, sagte sie in beleidigtem Er hat auch Grund zum Prahlen." schien ihr, als ob diese geheimnißvollen Ziffern sehr was " Ja, so von ungefähr. Er spielte sich als zukünftiger Wichtiges enthalten mußten." Tone: " dieses Mal in Solingen. Es sollen aber überhaupt keine Fehler gemacht werden. der Gegner gewonnen wird. noch hinzu die widerwärtige und niederträchtige Berun- die außerordentliche Verschiedenheit in der Größe der Wahlglimpfung unseres Kandidaten Kunert. freise. Der Wahlkreis Schaumburg- Lippe zählte bei der letzten Aus diesen Gründen ist es keineswegs als ein Verlust Recht intereffant ist es, die Zahl oer Wahlkreise zu Wahl 8666 Wahlberechtigte, der Wahlkreis Berlin 6 dagegen der Partei zu beklagen, wenn in der Stichwahl durch das vergleichen, in denen bei den verschiedenen Wahlen gar keine 121 564 Wahlberechtigte! Und beide Kreise wählen je einen Zusammenhalten der bürgerlichen Parteien ein bisher inne fozialdemokratischen Stimmen abgegeben worden sind. Sie Abgeordneten, obgleich der eine Kreis 14mal größer ist als gehabtes Mandat verloren geht, während der Prozent hat sich stetig verringert. Bei der Wahl des Jahres 1871 der andere! Zwischen diesen Extremen stufen sich die andern saß der sozialdemokratischen Stimmen bei der ersten Wahl betrug sie( mit Einschluß der reichsländischen Wahlkreise) Berlin 6, Berlin 4, Teltow- Charlottenburg, Bochum, HamKreise allmälig ab. Die 20 größten Wahlkreise sind: sich gegen früher erhöht hat; und andererseite ist es306; 1874: 235; 1877: 201; 1878: 207; 1881: 224; Berlin 6, Berlin 4, Teltow- Charlottenburg, Bochum, Hamwohl als ein Verluft zu beklagen, wenn dieser Prozentsaz 1884: 178; 1887: 140; 1890: 54 und 1893: 16 Wahlburg 3, Berlin 2, München 2, Köln, Leipzig- Land, Dortgesunken ist, das Mandat aber trotzdem durch die Uneinigkeit kreise. Hierin finden wir eine hochbedeutsame Erscheinung. Frankfurt a. M., Niederbarnim, Chemniß, Kiel- Rendsburg, mund, Essen, Duisburg, Hannover, Elberfeld- Barmen, die bei keiner anderen Partei in ähnlicher Weise hervortritt: Die sechs erworbenen Mandate waren 1890 sämmtlich daß die Sozialdemokratie überall Anhänger findet, daß Hamburg 2, Düsseldorf: fast durchweg Hochburgen unserer erst in der Stichwahl errungen. Vier davon, nämlich nichts ihren Siegeslauf hemmen kann. Es wird eine Bartei. 86 Wahlkreise hatten 1893 mehr als 30 000 WahlPinneberg- Segeberg, Pinneberg Segeberg, Lübeck, Aschersleben- Kalbe und Mann- Ehrensache für die Genoffen im Lande sein, dahin zu berechtigte, das sind 21,66 aller Wahlkreise. Und in ihnen heim, weisen bei der diesjährigen Wahl ein günstigeres wirken, daß es bei der nächsten Wahl keinen einzigen Wahl- holte sich die Sozialdemokratie 32 ihrer Mandate, das sind Prozentverhältniß auf als 1890, haben also in unserem freis mehr giebt, in welchem nicht sozialdemokratische Bettel 72,73 pCt.! 75 Wahlkreise hatten weniger als 20 000 WahlSinne einen Fortschritt zu verzeichnen. In Halle und in die Urne gewandert sind. Es handelt sich rur noch um berechtigte, das sind 18,89 pt. sämmtlicher Wahlkreise. Bremen ist die eigentliche Urfache unseres Mandatverlusts einige Kreise im konservativen und polnischen äußersten In ihnen holte sich die Sozialdemokratie nur 2 Mandate die starke Wahlbetheiligung der bürgerlichen Parteien, die Osten und im ultramontanen äußersten Westen. oder 4,55 pCt. ihrer Mandate. Rechnen wir die Kreise sich in holder Eintracht auf zwei Wadelstrümpfler geeinigt zusammen, in denen die Sozialdemokratie eine maßgebende hatten. In Halle, wo übrigens unfere absolute Stimmen Nachstehend folgen noch die Prozentzahlen für die Bedeutung errungen hat( über 20 pCt.), so zählen wir 68 zahl noch eine kleine Zunahme zu verzeichnen hat, kommt Staaten und größeren Landestheile: unter den 86 größten Kreisen, also 79,07 pCt., dagegen nur 14 unter den 75 fleinsten Kreisen, also 18,66 pt.! Es ist also ganz augenscheinlich, daß die Sozialdemokratie in den großen Kreisen weit stärker vertreten ist, als in den kleinen und daher durch die heute be stehende Wahlkreiseintheilung ganz ungerechter Weise eine empfindliche Schädigung erleidet. Bezirk oder Staat pet. der sog. Stimmen Marienwerder Reg-Bez. Potsdam pCt. der foz. Stimmen Bezirk oder Staat pt. der soz. Stimmen 1893 1890| 1887 1893 1890| 1887 22,96 20,66 11,40 Großherzogth. Heffen 25 97 20,75 11,25 Mecklenb. Schw. 28,09 26,43 5,64 Sachs. Weimar 25,20 16,00 5,74 Mecklenb.- Strel. 19,85 10,84 2,39 Oldenburg. 19,70 11,27 Herzgth. Braunschw. 41,19 31,55 20,44 Sachi. Meining. 36,59 20,39 13,67 " Sachs.- Altenbrg. 41,58 35,86 14,43 S. Gob.- Gotha 45,89 36,07 28,30 Anhalt 36,28 27,09 8,82 Fürstenthümer: Bezirk oder Staat 1893 1890 1887 " " Danzig Reg.- Bez. Königsberg 14,21 12,75 5,49 Gumbinnen 3,10 0,03 0,56 11,50 10,44 5,09 1,78 0,64 0,04 Stadt Berlin... 56,05 52,80 40,17" 35,55 25,01 11,74 " • . Reg.- Bez. Kassel. Wiesbaden 21,64 21,77 11,99 Coblenz 8,81 2,06 0,29 Düsseldorf 22,03 21,77 13,57 Köln 14,66 14,98 7,62 " " " " " Trier 2,37 10,88 " " Frankfurt a. 22,89 17,84 7,80 Aachen 7,62 4,83 1,81 " " Stettin " O Röslin. 24,83 19,42 8,29 6,76 0,01 " Eigmaringen 2,56 " " 8,69 " n Posen. 3 Bromberg Niederbayern 2,67 2,20 0,35 Breslau 26,46 21,18 11,78 " " Pfalz12,26 9,65 4,05 97 Liegniz. 15,76 9,94 3,72 " Oberpfalz 10,50 4,37 1,44 " Oppeln 5,23 2,12 0,13 " Oberfranken. 19,67 17,02 9,02 " " # " Grfurt Stralsund 16,66 5,10 0,86 Königreich Preußen 20,69 17,40 53 23,85 1,34 0,57 0,13 Reg.-B. Oberbayern 27,55 23,35 12,22 8,15 2,21 0,05 Magdeburg- 30,76 29,74 18,48 Wierfeburg. O 8,90 24,12 21,27 28,44 21,76 8,32 Schlesivig 37,80 32,18 21,46 Provinz Hannover 21,78 19,98 8,12 Mieg. Vez. Münster 3,54 8,40 0,30 12,20 18,38 6,20 " " Minden • Arnsberg 21,74 14,34 3,61 " Schwrzb. Sondersh. Schwarzb.- Rudolst. Waldeck " " 33,37 40,04 8,40 6,23 4,46 Wenn die Dinge zufällig so lägen, daß in den großen Wahlkreisen vorwiegend Abgeordnete der rechten Seite gewählt würden, so hätten diese Herren durch ihren mächtigen Einfluß längst dafür gesorgt, daß eine neue Wahlkreiseintheilung vorgenommen werde, denn dadurch würden sie ja Bortheil haben. Da aber thatsächlich die größten Wahlfreise vorwiegend sozialdemokratische Abgeordnete in den Reichstag schicken, so wird diese schreiende Ungerechtigkeit der Wahlkreiseintheilung nicht beseitigt, sondern möglichst 8,28 lange aufrecht erhalten. Ja, die Herren entblöden sich 45,20 21,81 8,00 nicht, von Zeit zu Zeit eine theoretische Rechtfertigung der 56,55 51,37 41,08 Ungleichheit der Wahlkreise vorzudeklamiren, indem sie in Reuß ä. L. Mittelfranken 28,00 24,72 16,15 Reuß j. 2.. 57,15 50,39 84,68 ihrer rührenden Bescheidenheit behaupten, daß die Bewohner Unterfranken 2,35 des platten Landes viel verständiger und für den Staat 10,39 11,00 1,96 Schaumburg- Lippe 18,31 15,36 Schwaben 10,46 6,79 3,21 Lippe 9,26 7,46 viel wichtiger seien, als die Bewohner der Städte, und daher Freie Stadt Lübeck 48,45 45,41 33,41 auch mehr Einfluß auf die Gesetzgebung haben müßten. Königreich Bayern 16,28 13,90 6,62 Bremen 42,61 48,72 27,77 n Wahrheit sind sie mit diesem Zustande nur zufrieden, Königreich Sachsen 45,68 42,14 28,74 Hamburg 59,19 58,71 52,62 weil sie auf die durch das Pfaffenthum verbummten und Württemberg 13,86 8,89 3,50 Reichsl. Elfab- Lothr. 19,30 10,72 0,27 durch unsere herrliche Volksschule wahrlich geistig nicht sehr Großherzogth. Baden 14,07 11,42 4,75 Deutsches Reich 123,28| 19,75| 10,12 gehobene Landbevölkerung den größten Einfluß besitzen. Einen Rückgang gegen 1890 weisen in Preußen die Braunschweig. Gleichfalls erheblich über dem Durchschnitt Recht und Gerechtigkeit zu Gunsten persönlicher Vortheile Diese niederträchtige und erbärmliche Verleugnung von Regierungsbezirke Minden, Wiesbaden, Köln und Trier, in stehen Sachsen- Meiningen, Anhalt und Schwarzburg- Sonders nennt man mit dem hochtrabenden Namen: Realpolitit. Bayern Unterfranken, ferner Schwarzburg Sondershausen bhausen. Dem Durchschnitt näher kommen Mecklenburg: Doch die Sozialdemokratie wird diese Herren Realpolitiker und Bremen auf. In allen übrigen Staaten und Ver- Schiverin, Hessen und Sachsen- Weimar. Als erster Staat trotzdem und alledem zu Paaren treiben. waltungsbezirken find Fortschritte, oft sehr erhebliche Fort- unter dem Durchschnitt folgt Preußen, unmittelbar darauf schritte zu verzeichnen. Ohne sozialdemokratische Stimmen Mecklenburg- Strelitz und Oldenburg. Dann folgt Elsaßtreissystem und die Wahlkreiseintheilung, verschulden also, Zwei durchaus widerfinnige Einrichtungen, das Wahlblieb kein einziger Bezirk; schon 1890 war der einzige der Lothringen, Schaumburg- Lippe und die süddeutschen Mon- daß die Sozialdemokratie bei weitem nicht die Vertretung tleine Regierungsbezirk Sigmaringen. archien Bayern, Baden und Württemberg. Die Kleinstaaten im Reichstage hat, die ihr nach Maßgabe ihrer StimmenTer Durchschnitt für das Reich beträgt 23,28 pet. Lippe und Waldeck machen den Beschluß. Auf 429 abgegebene Stimmen kommen immer 100 sozial- Die Vertretung, die die Sozialdemokratie im Reichs- tommen würde. Wenn wir das einzig vernünftige Wahlzahl, die sie bei den allgemeinen Wahlen errungen, zu bemokratische. Ueber dem Durchschnitt stehen in Preußen tage gefunden hat, entspricht leider bei weitem nicht der system hätten, das Proportional- Wahlsystem, so müßte die vor allem die Stadt Berlin, dann die Regierungsbezirke wirklichen Bedeutung unserer Partei. Daran ist zunächst sozialdemokratische Partei 23,28 pCt. von 392= 92 ReichsEdleswig, Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Breslau, Stettin das unvernünftige Wahlsystem nach Wahlkreisen schuld, bei tagssite haben, während sie in Wirklichkeit nur 44 Reichstagsund Wierseburg. Nur wenig hinter dem Durchschnitt bleiben dem die Minoritäten in den einzelnen Wahlkreifen ganz size hat. Also 48 Mandate werden ihr durch das ungerechte zurück die Regierungsbezirke Kaffel, Frankfurt a. O., Düssel- unvertreten bleiben. Da nun die Sozialdemokratie im Wahlsystem geraubt! dorf, Arnsberg, die Provinz Hannover und der Regierungs- Gegensatz zu den anderen Parteien überall vertreten ist, so bezirk Wiesbaden. Erheblicher bleiben zurück die Regierungs- umschließt sie viel mehr Minderheiten, die unvertreten bezirke Stralsund, Liegnik, Köln, Königsberg, Minden und bleiben, und fie foment so schlechter fort. Allerdings hat Danzig. Und nur geringe Prozentzahlen weisen auf die sie auch Aussicht, später von diesem Wahlsystem desto mehr Regierungsbezirke Aachen, Röslin, Oppeln, Münster, Koblenz, zu profitiren. Wenn z. B. in allen Wahlkreisen auch nur Bromberg, Gumbinnen, Sigmaringen, Trier, Wiarienwerder eine Stimme über die Hälfte aller abgegebenen soziale und Pojen. Das ganze Königreich Preußen erreicht nicht demokratisch wäre, so würde der Reichstag nur aus den Durchschnitt des Reichs. Von den bayerischen Re- Sozialdemokraten bestehen, obgleich nur die Hälfte der Wähler gierungsbezirken übersteigen Mittelfranken( mit Nürnbe g) sozialdemokratisch gewählt hätte. Würden die Dinge jo liegen, und Oberbayern( mit München) den Reichsdurchschnitt dann würden die Herren, die heute das widerfinnige Wahlziemlich erheblich; unter demselben bleibt zunächst Ober- system auf das äußerste vertheidigen, weil es thatsächlich franken, es folgen in ziemlich gleicher Stärke Pfalz, Ober- im Augenblick ihnen Vortheil und uns Schaden bringt, pfalz, Schwaben, Unterfranken, und sehr zurück bleibt Nieder schon die Hände zum Himmel erheben und über die Unbayern, wo die Unzufriedenheit in dem Bauernbund einen gerechtigkeit eifern. Die Herren machen es aber in der Ableiter findet. Das ganze Bayern bleibt nicht unerheblich Politit ebenso wie im Geschäftsleben: Was ihnen nüßt, ist gegen den Durchschnitt zurück. gut und gerecht; was ihnen schadet, ist schlecht und ungerecht. Unter den Bundesstaaten stehen obenan Hamburg und die beiden Reuß. Es folgen mit sehr erheblichem Prozent- Daß dieser Grundsatz ihr Leitstern ist, zeigt sich auch satz Lübeck, Sachsen- Koburg- Gotha, das Königreich Sachsen, recht deutlich an dem zweiten Punft, der die geringe Schwarzburg- Rudolstadt, Bremen, Sachsen- Altenburg und parlamentarische Vertretung der Sozialdemokratie verschuldet: Aber ihr Bekannter, der im Grunde genommen nichts wußte, schrieb, nur um sein Renommee aufrecht zu erhalten, eine Menge allgemein gehaltener Phraseu: " Jetzt brauchen wir nicht mehr lange zu warten, die Luft riecht nach Revolution, die Stunde ist nahe. Unser Kreis wächst. Ich selbst habe einen Kapitän und mehrere Beamte angeworben." Darauf setzte er Frau Jsjumkin auf zwei Seiten aus einander, daß in einer revolutionären Angelegenheit die Verschwiegenheit das erste Gebot ist, und er daher sich so unbestimmt ausbrücken muß, fie begreift das natürlich und wird sich nicht darüber kränken u. s. m. Nachdem Frau Jsjumkin den Brief gelesen hatte, stand ihr eine andere angenehme Arbeit bevor, nämlich denselben zit beantworten, sie liebte es sehr, chiffrirte Briefe zu schreiben. In ihrer Antwort schrieb sie unter anderem: Ich kann Ihnen die sehr wichtige Nachricht mittheilen, daß Ardaljon nach Petersburg reift, Sie können sich schon benken weshalb." Als die Arbeit beendet war, legte sie sich, ermüdet von dieser angenehmen Beschäftigung, schlafen. Wahlsystem vertheilt, so würde sich die Stärke der Fraktionen Würden die Reichstagssige nach dem Proportional( mit Einschluß der Hospitanten) im jezigen Reichstag folgendermaßen stellen: Konservative Partei. Reichspartei Nationalliberale Partei Freisinnige Vereinigung. Freisinnige Volkspartei. Süddeutsche Volkspartei Zentrumspartei. Polen Elsässer Welfen Dänen. Antisemiten Unbestimmt Sozialdemokraten 54 statt 72(-18). 23 " 28(-5) 52 " 58(-1) 18 " 13(-) 34 24(+10) 9 " 11( 2) 76 " 96(-20) 12 19 7) 6 " 8(-2) 5 " 7(-2) 1 1 " 14 • n 16(-2) 6 • 92 5(+1) 44(+48) Gewinnen würden also nur die Sozialdemokraten und, in geringerem Maße, die Freisinnige Volkspartei. Dann wäre auch die Militärvorlage nicht angenommen worden, gegen die sich bekanntlich die große Mehrheit des deutschen Boltes ausgesprochen hat, und der Reichstag brauchte sich Dem Adjutanten der Gendarmerie, Jlljustow." jetzt nicht mit dem Steuerbouquet des ehemaligen Kommunisten Frau Isjumtin fiel beinahe vor Schreck hin und herumzuplagen. todtenbleich verließ sie die Bibliothek. Aber die Sozialdemokratie wird auch bei dem heutigen Aber vielleicht ist der Adjutant ein anständiger Wahlsystem weitere Erfolge erringen. Es wird nicht mehr Mensch, dachte sie unterwegs, vielleicht liest er den zu lange dauern, daß sie nicht nur die stärkste Partei des Brief nicht durch. Aber wenn er ihn lieft? Reiches, sondern auch die stärkste Partei des Reich 3Mein Gott! Der Brief enthält eine verdächtige tages bildet. Und endlich wird auch die Zeit kommen, Phrase, die ich aus Faulheit, ich war so ermüdet, nicht in welcher sie die einzige, überhaupt erwähnenswerthe chiffrirt habe. Aber ich habe den Brief nicht unterschrieben. Partei der ganzen Welt sein wird. Aber er, der Arme? Man wird ihn ergreifen. Dlich wird er natürlich nicht verrathen. Ach, du mein Gott! Eine abscheuliche Gewohnheit von mir, immer etwas zu ver gessen! t Politische Leberlicht. Berlin, den 1. Dezember. Aus dem Reichstage. Die reichliche Tagesordnung wurde heute bis auf einen Punkt, Abänderung des Unterstützungsgesetzes, erledigt. Frau Jsjumkin erwartete einen der Radikalen, um sich mit ihm zu berathen, aber Niemand kam zu ihr an diesem Tage, und vergebens blieb sie am Fenster, um falls Jemand vorbeigehen sollte, ihn hereinzurufen. Sich selbst tröstete sie damit, daß man nicht wissen konnte, wer den Brief geschrieben hatte, nur quälte sie ihr Gewissen in Hinsicht ihres Be- Im ersten Punkte handelte es sich um Abtragung einer kaunteu. alten Ehrenschuld gegenüber den Invaliden aus den Kriegen Nein, der Adjutant ist ein junger Mann.. ein vor 1870. Diese Invaliden werden nämlich bis heute, trotz Am Morgen legte Frau Jsiumkin ihren Brief in ein anständiger Mann... er wird den Brief nicht lesen"... des riesigen Invalidenfonds und der Ueberschüsse, welche Buch, welches sie umtanschen wollte, und ging selbst zuerst erwiderte sie auf die Vorwürfe ihres Gewissens. derselbe über seine Zwecke hinaus seit Jahren schon abwirft, in die Bibliothek und dann auf das Poftamt. Als sie Sie abute es nicht, daß an demselben Abend die geringer bedacht, als die Invaliden aus dem siebziger Krieg. die Thürklinke des Postamtes in die Hand nahm, sagte Gendarmerie das Verzeichniß der Abonnenten in der Diese Ungleichheit soll jezt endlich aus der Welt geschafft fie sich: Bibliothek nachgesehen hatte, aus dem hervorging, daß das werden. Aber ich glaube, ich habe das Buch mit dem Briefe Buch mit dem Briefe die Frau Jsjumkin gebracht hatte. In der Debatte brachte unser Genosse Herbert die zusammen abgegeben." Thatsache zur Sprache, daß aus den sogenannten Dis In dem neuen Buche war der Brief nicht, sie erschrat Ein neues Kapitel dieses interessanten, spannenden positionsfonds alte Soldaten, sobald sie bestraft sind, keine und kehrte eiligft in die Bibliothek zurück. Romans hatte begonnen. Eine Einzelzelle des Gejäng Unterstützung erhalten. Treffend wies der Abgeordnete darauf " Bitte, geben Sie mir das Buch, das ich umgetauscht nisses mit eisenvergittertem Fenster; der Himmel ist nicht hin, daß eine solche Bestimmung der Willkür Thür und Thor habe, ich habe einen Brief in dem Buche vergessen," sichtbar durch das matte Glas des Fensters; um dieses öffne. Abgesehen davon, daß es für den Satten sehr leicht sei, fagte fie. Fenster herum fliegen die Schwalben und preisen laut mit den Pfad der Tugend zu wandeln, kommen weiter in BeDas Buch ist bereits weiter ausgeliehen worden," ihrem Gezwitscher die Freiheit; auf dem Korridor ertönt tracht, daß die über die Gewährung von Unterstügungen antwortete das Mädchen, die die Bücher vertheilte. bas Klappern der Säbel und das Klirren der Sporen. entscheidenden Instanzen es in der Hand haben, ob sie von Eagen Sie mir, bitte, wem? Ich werde hingehen, Auf der harten Matrage liegt eine junge Frau. eventuell vorhandenen Bestrafungen Kenntniß nehmen wollen um meinen Brief zu holen." ( Fortsetzung folgt.) oder nicht. Der Entwurf wurde der Budgetkommission überwiesen. I richten heute eine andere Anfrage an den Minister, viel- Die ferbische Ministeranklage. Die Verhandlung Ebenso wurde der Handels- und Freundschaftsvertrag leicht ist er in der Lage, diese zu beantworten: Jahn hat gegen das frühere Ministerium Avakumovic wegen Verzwischen dem Reich und Kolumbien und der Muster- und endlich, am 30. November, seine Strafe verbüßt und wird, legung der Verfassung ist auf den 21. d. Mts. anberaumt. Markenschuh- Vertrag mit Serbien der Kommission für die nachdem er die schweren Strapazen ohne sichtbare SchädiHandelsverträge überwiesen. Gegen den Fürsten von Bulgarien soll von einem gung seiner Gesundheit überstanden hat, mit gewohnter Eine längere Debatte brachte die Verordnung über die Energie in die Reihe der kämpfenden Genossen wieder ein- Offizier ein Attentat beabsichtigt worden sein. Von anderer mieberete mit russischem Gelde beſtochenen ehemaligen bulgarischen Erhebung eines 50 prozentigen Zollzuschlages für die aus treten. Unmittelbar vor seiner Entlassung erhielt der Seite wird dies abgeleugnet. Jedenfalls ist dem langRußland eingehenden Waaren. rettion bichwergeprüfte Genoffe von der Gefängnißdirektion, folgenden nafigen Coburger nichts paffirt. Dr Schoenlank erklärte für unsere Fraktion, daß ergeprüfte Genosse von der Gefängnißdirektion folgenden Zwangspaß ausgestellt: wir der Verordnung unsere Zustimmung versagen müßten, weil dieselbe nur der schlecht angebrachten Mr. 5076 des Journals. Nachgiebigkeit der Regierung, gegenüber der agrarischen 1. Bestimmungsort: 1 Begehrlichkeit zu verdanken sei. Die Müdigkeit" unserer Berlin. Unterhändler sei nur eine Umschreibung für die Unerjätt- II. Dauer d. Giltig lichkeit unserer Großgrundbesizer gewesen. In der sich hieran anschließenden Debatte verlangte ein Herr von Salisch, daß sämmtliche von Rußland jezt feit: Ein Tag. noch unverzollt eingehenden Artikel- darunter speziell Signalement: Flachs- mit Zoll und Zuschlag belegt werden sollen. Von den Abgeordneten von Heeremann und Möller ( Dortmund) lag eine Resolution vor, in welcher verlangt wird, daß auch diejenigen Waaren, die ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Termine eingegangen bezw. zur Verzollung gebracht sind, deren Lieferung aber durch rechtsfräftige, nachweislich vor jenem Tage in gutem Glauben für deutsche Rechnung abgeschlossene Verträge bedungen war, gleichfalls zu den alten bestehenden Sägen des Zolltarifs( ohne Zuschlag der Kampfzölle) eingelassen werden, bezw. daß die dieserhalb bereits gezahlten Beträge der Zuschlagszölle den Betreffenden erstattet werden." Nachdem vom Bundesrathstisch aus beruhigende Zuficherungen gemacht wurden, stimmte die Majorität der Verordnung zu. Bei Auweſenheit von kaum zwei Dußend Abgeordnetene wurde die Sigung geschlossen. -1169 J 19 Iniet Reise Route. Vorzeiger dieses, Buchbinder Paul Jahn, gebürtig aus Neu- Altmannsdorf, Kreis zu melden. Parlamentarisches. Die Handelsvertrags- Kommission hielt am 2. Dezember Spanien) wurde durchberathen. ihre dritte Sigung ab. Der Tarif D( Zölle bei der Einfuhr in Münsterberg, Der Konservative Graf Arnim bemängelt unter Berufung wobnhaft zu Berlin, welcher in hiesiger Anstalt eine Gefängniß auf 3ufchriften von Vertretern der Papierindustrie die hohen strafe verbüßt hat, Tariffäße für die Position Papier, besonders für Backpapier, die erhält die Weisung, sich auf sich als Sperrzölle tennzeichneten und eine Einfuhr deutscher Ergeradeftem Wege und ohne zeugnisse nach Spanien nahezu hinderten. Aufenthalt von hier dirett Der Regierungsvertreter führt eingehend aus, daß nicht blos nach Berlin Robie ersten drei Positionen 197-199, sondern die Gesammtheit zu begeben und innerhalb 24 der Papierprodukte( 197-212) ins Auge zu faffen sei. Die Säße Stunden bei dem Königlichen für Maschinenpapier u. f. w. fielen zum großen Theil unter den Polizei Präsidium daselbst früheren Generaltarif, zum Theil unter den früheren Konventionaltarif von 1883. Inhaber darf von der vorge rge Freiherr von Stumm kennzeichnet die Schußzzollpolitik fchriebenen Route ohne die Spaniens als den Versuch zur„ Hebung des Nationalwohlstandes", hierin zu vermerkende zu dessen Rückgang offen zu Tage trete, heimische Großgewerbe stimmung der Polizeibehörde tünstlich zu fördern und großzuziehen. Der häufige Wechsel der des Orts, wo die Abweichung Ministerien erkläre sich aus der wirthschaftlichen Mothlage. Das erfolgen soll, nicht abweichen sei z. B. bei der Eisenindustrie und zum Theil bei der Spiritusund hat gegenwärtigen Vorweis an oben industrie gelungen, jezt versuche man es beim Papiergewerbe. benannten Orten, so wie überall, wo Trogdem sei die Papiereinfuhr aus Deutschland stetig gestiegen. übernachtet wird, zur Visirung vor- Wolle man die Vertragssäge und den Vertrag überhaupt verzulegen. werfen, so täme der Zollkrieg und die Sperre für deutsche Papierlebertretungen dieser Bor erzeugnisse. schriften ziehen nicht nur die Die Bedenken des Herrn von Plöh über eine Zunahme der Verhaftung, welche nach den französischen Konkurrenz, die durch hohe Papierzölle geschützt, die Umständen bis auf 14 Tage Vertragstarife genieße, werden von den Regierungsvertretern ausgedehnt werden tann, son- als unbegründet erwiesen. Der deutsche Export sei gewachsen, dern auch nach Befinden die die französische Papierindustrie falle nicht besonders ins Gewicht; Transportirung nach dem Be- habe Frankreich doch feinen Reichthum an Holzbeftand. Ein stimmungsorte nach sich. Der großer Theil der deutschen Ausfuhr transitirte über Frankreich, etwaige Transport wird jedoch, den die spanische Einfuhrstatistit verrechne diese Eingänge unter den höheren Bestimmungen nach, nur nach französischen Ausfuhrziffern. salvorgängiger Vernehmung Seitens der Die amtliche Nachweisung über den Antheil von Winzern Polizei- Behörde, welche die Verhaftung und Händlern an der Berschnittwein- Einfuhr ergiebt, daß der porgenommen hat, mit der Behörde des Händlerantheil überwiegt, etwa in einem Verhältniß von 7/8: 1/8. im Paffe bezeichneten Bestimmungsortes Es find 7555 hektoliter ausländischen und 109 407 Sektoliter erfolgen dürfen. inländischen Weines mit über 97 000 Hektoliter Verschnittweines verschnitten worden. 910 Gegeben Cottbus, den 30. November 1898. Königliche Centralgefängniß- Direktion. Langebartels. Es wird sodann das Verzeichniß 9 durchberathen( deutsche Artikel, die bei ihrem Eintritt in Spanien feinem höheren Boll unterworfen sein werden, als diejenigen irgend einer anderen Nation). Abg. Bachem, der Vertreter des seidenindustriellen Wahlfreises Grefeld, beklagt sich darüber, daß blos für so wenige Positionen des Seidengewerbes die Meistbegünstigung, nur der einfache Tarif erlangt worden sei. Es bestehe die Gefahr, daß später Frankreich geringere Säße eingeräumt würden, was dann den Export Crefelds nach Spanien unterbinde. Staatssekretär von Marschall erwidert, daß nicht blos die genannten Positionen, sondern laut Artikel 8 des Vertrages worden sei. auch den übrigen Positionen die Meistbegünstigung zugesichert Eine Anfrage Schoenlant's, ob es nicht möglich gewesen sei, Die Drehscheiben- Partei ist glücklich in die Rumpelfammer geworfen und hat glücklicherweise ebenso wie ihr Er- Göße nichts mehr zu sagen". Aber der Drehscheiben Mann ist noch am Ruder, und sagt noch 2 mi sehr viel, wenn er auch vielleicht bald nichts mehr zu sagen haben wird. Wir meinen den Finanzminister Miquel. Von den Wandlungen und Mauserungen dieses vielgewandten und vielgewandelten Herrn haben wir in jüngster Zeit gar mancherlei gehört. Und jeder Tag bringt etwas Neues. So lesen wir heute in der Frankfurter Beitung", daß der Urheber der neuesten Börsensteuer im Jahre 1884 in feiner damaligen Eigenschaft als Oberbürgermeister Unterschrift des Invon Frankfurt am Main eine Petition der dortigen habers: Bürgerschaft gegen die schon damals geplante Paul Jahn. Börsensteuer höchsteigenhändig selbst unterne schrieben hat. Damals war Herr Miquel von der Inwieweit solch' Zwangspaß auf unter Polizei Verderblichkeit" der Börsensteuer überzeugt, die er jetzt mit aufsicht Stehende angewendet werden darf, mag aller Macht einzuführen sucht. Und 1884 war er doch kein jetzt auf sich beruhen; aber auf grund welcher gesetzlichen unerfahrener Jüngling" mehr, wie weiland der atheistisch- Bestimmung erachtet der Minister die Gefängnißdirektion kommunistische Göttinger Student. obmodel für befugt, die Freiheit des lediglich wegen politischer VerDie Verkommenheit des deutschen Bürgerthums gehen verurtheilten Jahn über die Dauer der gerichtlich findet in der nationalliberalen Partei ihren erkannten Strafe hinaus zu beschränken und Verhaftung klassischen Ausdruck. Diese Partei, die sich ihrer real- ohne Gerichtsbeschluß anzuordnen? U. A. w. g. politischen Auffassung der Dinge rühmt, schwelgt Aus der bayerischen Kammer der Abgeordneten. förmlich darin, jedes Ideal und Prinzip des bürgerlichen Bei der heute begonnenen Spezialberathung des MilitärLiberalismus nicht mit Worten allein, sondern auch durch etats stimmten die Bauernbündler und Sozialisten die Ausfuhrzölle auf Kort in Platten wenn nicht zu beseitigen, die That zu verleugnen und theoretisch wie praktisch in den gegen das Gehalt des Kriegsministers, wegen der Ausichten so doch herabzusetzen, da die deutschen Kortindustriellen als einen Roth zu ziehen. Mit wahrer Wollust kazbuckelt dieses Bolt, desselben über das Duell. Der Kriegsminister von Asch Grund für die niedrigen Lohnfäße diese Ausfuhrzölle bezeichneten, das ein von Männerftolz vor Königsthronen" sprach, vor erwiderte auf die Ausführungen der Abgeordneten v. Bollmar erklärt der Regierungsvertreter, daß Spanien sich geweigert habe, jedem Machthaber, und setzt seinen höchsten Bedientenstolz und von Stauffenberg, daß in den Jahren 1890 und 1891 Die Ausfuhrzölle zu erniedrigen. Man habe sich mit einer in seine tiefste Selbsterniedrigung. Die nationalliberale zwei Entwürfe einer Reichs- Militär- Strafprozeßordnung Linderung des Bolles begnügen müssen. Partei ist die einzige des Reichstags, die den Fall Bueb ausgearbeitet worden seien, jedoch nicht die kaiserliche Sanktion spanischen Kolonien, die jetzt ausscheiden, in die Vertragspolitik Frhr. von Stumm fragt an, ob es nicht möglich sei, die zu einer weiteren Herabdrückung des Reichstags benutzen erhalten hätten. Die bayerische Regierung halte an ihrer einzubeziehen. Die der nordamerikanischen Union von den Antillen wollte, so daß sie sich sogar von der Kreuz- Zeitung" einen vorjährigen Erklärung über einen fünftigen Reichs- Gesez- zugestandenen Bollbegünstigungen schädigten, so führt Paasche aus, Fußtritt zuzog. Und jetzt, wo den Reichstagsabgeordneten entwurf fest, obwohl nach seiner persönlichen Ansicht die die deutschen Ausfuhrgewerbe, die unter einem Hochzolltarif einder lumpige Ersatz für die Diäten, den Fürst Bismarck in Deffentlichkeit des Verfahrens für die Armee faum vor- führen müßten, aufs schwerste. souveräner Hausmeierlaune ihnen einft zur Strafe" ent- theilhaft sein würde. Die Fortsetzung der Spezialberathung Regierung Deutschland so wenig wie anderen europäischen Staatssekretär von Marschall führt aus, daß die spanische zogen hatte, wieder gewährt werden soll, ist die national- wurde auf Montag vertagt. liberale Partei abermals die einzige, die gegen die Annahme Regierungen günstigere Zollbedingungen für den Handel nach der Reichsfahrkarten protestirt. Nicht weil sie es für unKirchenpolitische Vorlagen in Ungarn. Der un- Kuba und Portorito habe zugestehen tönnen, dant der ganzen würdig hielte, fich etwas schenken zu lassen, nicht weil ihr garische Justizminister legt den Gesezentwurf, betreffend geschichtlichen und politischen Entwickelung in den Kolonien. das Geschenk zu klein wäre umgekehrt, weil es zu groß die Regelung des Eherechtes, der Kultusminister den Gesez- Die spanische Regierung empfinde felber bas handelspolitische ift, weil es zu viel ist der Gnade. Und aus noch einem entwurf, betreffend Abänderungen des Geseges über das Verhältniß auf den Antillen als einen schweren Druck. Der Vorsitzende Hammacher regt, um Kuba zu Zugeständandern Grunde, der noch schlimmer ist als diese Hunds- Verfügungsrecht der Eltern hinsichtlich der religiösen Er- niffen zu erweichen, die Erhebung von Differentialzöllen gegen demuth: weil das Geschenk von Abgeordneten zu agitaziehung ihrer Kinder dem Abgeordnetenhause vor. Der die spanischen Kolonien, z. B. gegen fubanischen Tabat, an. torischen Zwecken mißbraucht" werden könnte. Ging's Justizminister erklärte, durch diese Gesetze sei das kirchen- Staatssekretär von Marschall erklärt, die Waffe der Kampfdieser Sippe nach, die, sich selber mit der Menschenwelt verwech politische Programm der Regierung abgeschlossen.( Eljen- zölle sei da, man wolle sie aber vorderhand nicht anwenden. selnd in niederſtem Polizeigeist jeden Menschen für einen gebornen rufe.) Graf Kanig meint, die Kolonien gäben ihren Tabak gerne Eduft hält, so müßte jeder Abgeordnete einen Gendarmen Die österreichische Landwehrvorlage, welche eine preis, da für sie der Rohzucker die Hauptrolle spiele, während der Tabakanbau nur wenig bedeute. - neben sich haben, der ihn auf Weg und Steg begleitet und starke Belastung des Volkes und eine Vermehrung der öster- Frhr. von Stumm weist darauf hin, daß der deutsche Käse dafür sorgt, daß er seine Privilegien" nicht mißbraucht". reichischen Streitkräfte zur Folge haben wird, wurde vom in den Kolonien ungünstiger behandelt werde, als das holländische Und was versteht dieses nationalliberale Bolt unter Miß- österreichischen Abgeordnetenhause mit großer Majorität Erzeugniß. brauch der Reichs- Fahrkarte? Daß sie zum„ Agitiren" be- angenommen, obgleich auch damit das Recht des Parlaments Staatssekretär von Marschall: Wenn die Angaben des nugt wird. Als ob das nicht ganz in der Ordnung wäre. aufgeopfert wurde, von dessen Zustimmung die Verwendung Und Recht und Pflicht jedes tüchtigen Staatsbürgers, der Landwehrtruppen außerhalb der Reichsgrenze bis jetzt und vor allem: jedes Abgeordneten! Und das nennt sich abhängig war. " Mannesseelen" und die Besten der Nation"!- d Deutsche Staatsbürger zweiter Klasse. Ueber die Entlassung eines Lehrers wegen Agitation bei den Reichstags- Wahlen wird uns mit getheilt: einem Herrn von Stumm richtig feien, fo läge eine Vertragsverletzung vor. Die Käsefrage wird dadurch aufgeklärt, daß es sich um eine besondere Spezialität, um holländischen Margarinetäse, handle. Graf Kanig beantragt zu Artikel 23, den Vertrag nicht Berathung der Feiertagsgesetze in Dänemark. auf zehn Jahre, sondern nur auf ein Jahr abzuschließen. Die, Novelle zu dem Feiertagsgeseze gab zu sehr lebhaften Der Staatssekretär von Marschall spricht gegen diesen Erörterungen im Landsthing( Herrenhause) Veranlassung. Vorschlag, der die Stetigkeit des deutschen Ausfuhrgeschäfts einAbg. Sthyr wünscht die Sonntagsfreiheit so viel wie mög: fach zerstöre. Aehnlich äußert sich Frhr. v. Stumm. lich erweitert. Der Minister des Innern will Kopenhagen auf drei, statt auf zehn Jahre. Graf Arnim beantragt die Festlegung des Handelsvertrages Der betr. Lehrer begann furz vor der Reichstags- Wahl eine Ausnahmestellung gewähren, wünscht jedoch für die auf drei, statt auf zehn Jahre. feine Agitation für den freisinnigen Kandidaten, Mühlen Sonntagsruhe Bestimmungen für das ganze Land. Die Industrie gegen den Arnim'schen Vorschlag. Handelsminister von Berlepsch wendet sich im Interesse der befizer Fraußius- Carlikau( Gegner der Militärvorlage) durch Aenderungsanträge, daß die Läden am ersten Sonntage nach Vertheilung von Flugschriften und Wahlzetteln an Abg. Schoenlant führt aus, die Agrarier wollten durch ihre Sonntage an ber Kirche, worüber die fromme Sippe sich der den Ziehtagen offen gehalten werden, daß sie dagegen am Anträge dem Reichstage, der Regierung, dem Publikum die maßen erboste, daß man dem Lehrer drohte, hiervon dem Land- Weihnachts- und Neujahrsabend um 7 Uhr geschloffen Bertragspolitit überhauptverekeln".[ Die Herren verlangten für rathe Anzeige zu machen, was auch geschah. Gleich nach der werden müssen, sowie das Recht für die Fischer, auch an sich Schonzeit, aber die Konsumenten und die Ausfuhrgewerbe 28ahl erschien der Landrath in der Wohnung des Lehrers und Sonntagen ihren Fang verkaufen zu dürfen, wurden an- wolle man durch die Kürze der Vertragsfristen stetig benahm ihn zu Protokol, worauf die Untersuchung eingeleitet genommen. 1930 unruhigen. wurde. Bei der Verhandlung am 15. v. W. hat der DisziDr. Lieber spricht im Namen seiner politischen Freunde mit Die franzöfifche Republik hat ein neues Ministerium. aller Entschiedenheit gegen die Herabsetzung der Fristen. plinar Gerichtshof in Danzig in dem Zuwiderhandeln gegen Der Sozialistentödter Dupuy war in der That zu„ dick", die Wünsche des Kaisers einen Bruch der von jedem Graf Kanig verzichtet auf die Abstimmung über seinen AnRasimir Perier trag, es genügt ihm die Aufnahme des Antrags in das Protokoll. Lehrer zu bethätigenden Treue gesehen und deshalb be- um wieder aufstehen zu können stimmt, daß dieser Bock in der Hammelheerde frommer, staats- ist an seine Stelle getreten der reinste oder unreinste Staatssekretär von Marschall hebt hervor, daß Spanien am treuer Lehrerschaft aus der Gemeinschaft der anderen Lehrer Vertreter des Kapitalismus in Frankreich, ein Bourgeois, Intereffe des deutschen Wirthschaftslebens sei der zehnjährige liebsten den Vertrag nur auf 5 Jahre gefchloffen hätte; im auszustoßen und aus dem Amte zu jogen sei. Nun hungert mit allen Hunden gehezt und zu allen Handlungen, Bünd- Bertrag nothwendig. er, und der Staat ist wieder einmal gerettet. Unter Louis Philipp, nissen und Kompromissen bereit. Zur Behandlung politischer Gefangener. Seiner dem Bürgerfönig", gab es schon einen Rasimir Perier, Beit hatten wir Mittheilungen darüber gemacht, was der der eine niederträchtige Rolle spielte, worüber das Nähere in wegen politischer Vergehen mit insgesammt 15 Monaten Louis Blanc's" Geschichte der zehn Jahre" zu finden ist. Es ist Gefängniß bestrafte Genosse Jahn in dem Gefängniß zu ein merkwürdiges Busammentreffen, daß jezt gleichzeitig in zwei Cottbus zu erleben hatte, sowie auch darüber, daß die europäischen Großstaaten die Epigonen( Nachkommen) von Mutter des Genossen Jahn aufgefordert war, die in der Männern ans Ruder gekommen sind, die in einer früheren Untersuchungsfache wieder ihren Sohn erwachsenen Kosten Generation die Schmuz- und Blutarbeit der Reaktion ver zu zahlen. Unsere damalige öffentliche Anfrage, auf grund richteten und sich mit dem Fluch der Zeitgenossen und der welcher gefeylichen Bestimmungen diese Aufforderung er- Nachwelt beladen haben ein in Frank laffen war, ist vom Minister noch nicht beantwortet. Wir reich und in Desterreich ein hä Freiherr v. Stumm hebt die Vortheile hervor, die die Kartoffeln bauenden Landwirthe, also gerade die ostelbischen Agrarier, aus den günstigen Sägen für Kartoffelprodukte( Dextrin, Stärke, Saßmehl) ziehen. Graf Arnim zieht seinen Antrag gleichfalls zurück, Herr von Stauby nimmt ihn wieder auf. Er wird mit 17 gegen 4 Stimmen abgelehnt. Der deutsch spanische Handelsvertrag wird mit fünfzehn gegen sechs Stimmen angenommen. Der Referent, Dr. Pa a fche, wird. beauftragt, den Bericht schriftlich zu erstatten, D Die nächste Sigung findet Montag Bormittag 11 Uhr statt Für den Inhalt der Jnierate über. nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 3. Dezember. Freie Volksbühne. I. Abtheilung. ( National Theater.) Die Weber. Anfang 21/2 Uhr. Opernhaus. Cavalleria rusticana. ( Bauern- Ehre). Fra Diavolo. Montag: Die Gärtnerin. Titus. Schauspielhaus. Ein Sommernachtstraun. Montag: Die Ahrenshooper. Hannele. Druisches Theater. Der Weg zum Herzen. Montag: Roineo und Julia. Berliner Theater. Graf Waldemar. Montag: Die Journalisten. Leffing- Theater. Mein neuer Hut. Das Spiel mit dem Feuer. Nach dem Balle. Ein schlimmer Handel. Montag: Casa paterno. Friedrich- Wilhelmkädt.Theater. Die schöne Helena. Montag: Dieselbe Vorstellung. Rehdenz- Theater. Die Dragoner. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ururs Theater. Jugend. Montag: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Novität! Novität! Der Schloffer. Soziales Lebensbild in 5 Aufzügen von Franz Gottscheid. Regie: Franz Gottscheid. Rasseneröffnung 5 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Nachmittags 22 Uhr: Vorstellung der Freien Volksbühne( 1. Abtheilung): Die Weber." Schauspiel aus den vierziger Jahren. Montag: Der Schlosser. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53 Annenstr. 42/43 Täglich: Theater- u. SpezialitätenVorstellung. Francis Era am asiatisch. Luftapparat Arthur Valleno, der fünfjährige Wunderknabe. Im vierten Stock. Charakterbild in 1 Akt. Entree: Wochentags 15 Pf. R. Winkler. Präuscher's MUSEUM anatomisches Central- Theater. Die eiserne Jung- Friedrichstraße 65a, Ecke Mohrenstraße frau. Montag: Diefelbe Vorstellung. Adolph Ernil- Theater. Charley's Viel Neues, Tante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplat- Theater. Die Ehebrecherin. durch darunter der Schußkanal der Kugeln des deutschen Militär, fünf Körper Geöffnet von früh 9-10 Uhr Abends für erwachsene Herren. Dienstag u. Freitag: Damentag. Montag: Dieselbe Borstellung. National Theater. Der Schlosser. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Morih Der Mikado. Montag: Dieselbe Vorstellung. American Theater. Die Trockenwohner oder das Kind in der Kommode. Die Gründung Roms in der Möckernstraße. Montag: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater. Spezialitäten Borstellung. Apollo Theater. Borstellung. SpezialitätenKaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Zum 25. Male: Die eiserne Jungfrau. Nachmttiags 3 Uhr: Drei Paar Schuhe. Schusterfrau Leim: Fr. Josephine Dora. 1. Parquet 1 M. 2. Parquet 70 Pf. Parquet Faut. 1,25 M. 1. Rang F. 1 M. 1. Hang Sperrjih 80, 60 und 40 Pfg. Loge 2 M. und 1,50 M. Stebplat 30 ẞf. Montag: Die eiserne Jungfrau. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwant in 32tien v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gejang in 1 Aft v. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gefett von Adolph Ernst. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Bovitellung. American- Theater. !! Auf vielseitigen Wunsch!! Die Trockenwohner Play. Entree 50 Pfg. Etablissement Moritz Buggenhagen. Play. Täglich): Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in bem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Castan's Allen Freunden, Bekannten und Berwandten die traurige Nachricht, Sozialdemokratischer Wahlverein daß meine liebe Frau 5355 für den zweiten Berliner Reichstagswahlkreis. Anna Messmer, geb. Brettschneider, am 1. Dezember, Abends 10 Uhr, sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Dezember, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Parochial- Kirchhofes, Box hagenerstraße, aus statt. Eduard Meßmer und Kinder. Allen Bekannten für die liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Hans sagen wir unseren besten Dant. 548b Familie Heber. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, welche meinem Manne die letzte Ehre in so reichem Maße erwiesen haben, auch den Kollegen der Hornemannschen Fabrik, sage ich hiermit meinen besten Dant. 5326 Frau Wittwe Grzezkowiak. Danksagung. Am Montag, den 4. Dezember 1893 Abends 82 Uhr, im Königshof, Bülowstrasse 37: Mitglieder- Versammlung. 1. Vortrag des Genossen A. Bebel über den Erlaß des Ministers von Eulenburg und die Sozialdemokratie. 2. Diskussion. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Mitglieder werden aufgenommen. Sozialdemokratischer Wahlverein 373/4 für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 5. Dezember cr., Abends 82 Uhr, in den Konkordia- eßfälen, Andreasstr. 64: Versammlung. Tagesordnung: Eine Beleuchtung der poliSibirien in Deutschland. fischen Zustände in ElſahAllen Freunden, Bekannten u. Partei- Lothringen. Ref.: Reichstags- Abgeordneter F. Bue b. 2. Diskussion. genossen für die herzliche Betheiligung 3. Wahl der Revisoren. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. beim Begräbniß meines lieben Mannes Jeder Parteigenosse hat Zutritt. Neue Mitglieder werden in der Ver: und guten Vaters, besonders den Versammlung aufgenommen; Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Gäste will: einen für die reichen Kranzspenden kommen. unfern tiefgefühltesten Dank. 5226 Wittwe Holzbächer und Tochter. 377/15 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. E Der Vorstand. Allen Verwandten und Bekannten, Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Am Dienstag, den 5. Dezember dem Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises und dem Meister und den Kameraden meines Bruders für die rege Betheiligung 1. herzlichen Kranzspenden bei der Beerdigung meinen im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 38: Versammlung. besten Dank. 519b J. A.: Robert Petermann. Kottbuserstrasse No. 4 a. Sanssouci, Jeden Sonntag u. Donnerstag: Tagesordnung: 241/13 Der christlich- soziale Staat der Jesuiten in Paraguay. Referent: Genosse Sassenbach. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. Frage fasten. Der Vorstand. Stettiner Sänger. Sozialdemokratischer Agitationsklub Anfang Sonntags 7 Uhr. Entrée 50 Pf. Amüfantes für den Osten Berlins. Sonntag, den 3. Dezember, in Joel's Feft- Sälen, Andreasstr. 21: II. Stiftungs- Fest bestehend in Concert, Theater Vorstellung, 460b Aufführung Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. lebender Bilder und Tanz. Programm. Billets à 30 Pf. sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Unter anderem: Britton in D diese Weiber!" Meysel als Eine geknickte Lilie". Bliemchen als Heinzius Regenwurm. Panopticum. Steidl als Sänger Trillerini". Ohne Extra- Entree. Die 17jährige Siamesin ,, Krao" der Uebergang vom Affen zum Menschen. ratweil'sche Bierhallen Montag: Victoria- Brauerei. Dienstag: Böhmisches Brauhaus. Circus Renz, ( Karlkraße.) Sonntag, 3. Dezember 1893: Zwei Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei): Komiker- Vorstellung Oeffentliche Kommunal- Wähler- Bersammlung für den 4. Kommunal- Wahlbezirk Montag, den 4. Dezember, Abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Martens, Friedrichstraße Nr. 236. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Paul Singer. 3. Verschiedenes. Alle Kommunalwähler sind hierzu eingeladen. Achtung! 2. Diskussion. 456/4 Der Einberufer. Achtung! mit zur Beluitigung der Jugend befond. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Sonnabend, den 16. Dezember 1893, Abends 8 Uhr in den Konkordia- Festsälen, Andreasstr. 64: gewähltem Programm; u. a. Auftreten der Clowns Lavater Lee, Eugen, Merkel Kommandantenstr.77-79. mit seinem Efel Pipifax, Jones und Robertsn, Ybbs, nusif. Clown- Imitator 11. f. w. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Neues Programm. Täglich von 6/2 Uhr ab: Abends 72 Uhr: 4 arab. Schimmelhengste, vorgeführt vom Dir. Fr. Renz. Konkurrenzschule, geritten von Frl. Gr. Vokal- und Instrumental- Konzert arrangirt von Parteigenossen des IV. Berliner Reichstagswahlkreises. Concert d. ungarisch. Oceana Renz und Grau Renz- Stark. Unter gütiger Mitwirkung der Gesellschaft Strzelewicz sowie mehrerer Magnaten- Kapelle und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Anf. Wochent. 71, Uhr. Entree 15 Bf., refervirt 30 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle oder: Das Kind in der Kommode. für Festlichkeiten u. Versammlungen. !! Neue Aufführung!! !! Nur 10 Vorstellungen!! neben dem stürmisch belachten Ulfstück: Die Gründung Roms in der Möckernstrasse. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Anfang Wochentags 72 Uhr, Sonntags 62 Uhr. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich Grosse Spezialitäten Vorstellung nur Künstlern I. Ranges: Bernhard Leitner, Athlet und Preisringer. Kraftproduktion m. 2 Pferden. Familie Ueberle, Barterre- Gymnastifer. Gebr. Palmer, Gymnaft. Zahnproduktion. Signorina Kathi, Drahtseilkünstlerin. Frl. Möller, Schlangendame. Frl. Torci Kör, Ungarische Sängerin und Tänzerin. Georg Cordes, Gesangshumorist.) Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree:{ Sonntags 75 Bẞf. Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. 3 Kegelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf. Spieler zahlen kein Entree. Carl Koch. AktienBrauerei FriedrichsEN- BRAVERS CTIE FRIED RICHSHAIN hain Die Post mit 12 Pferden, ger. von Hrn. Gustav. Ybbs, urfom. musikal. ClownImitator. Jones& Robertson. Mr. Lavater Lee u. f. w. Zum Schluß: Huldigungsgruß an Berlin. Gr. Parade- Schauftück v. Dir. Fr. Renz, mit Aufzügen, Festspielen, Solo- und Ensemble- Tänzen von 80 Damen. Preise wie gewöhnlich. Billet- Vorverkauf an der Zirkustasse und beim Invalidendant, Markgrafenstr. 51a. Montag: Große Vorstellung. Fr. Renz, Direktor. Circus G. Schumann, Gesangvereine.( Mitgl. d. Arb.- Sänger- Bundes.) Nach dem Konzert: Großer Ball. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Da der Ueberschuß des Festes wohlthätigen Zwecken zu Gute kommen Das Komitee. foll, ersucht um recht rege Betheiligung Berliner Arbeitervertreter- Verein. Versammlung am Mittwoch, den 6. Dezember 1893, Abends 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. 1. Besprechung über Refurßentscheidungen. Sonntag, den 3. Dezember 1893: fammlung vom 10. Dezember. 3. Verschiedenes. 2 große Extra- Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr u. Abends 72 Uhr. Noch frei Beide Vorstellungen sind mit ver- bin ich den 1. und 2. Feiertag Vorschiedenen Programmen ausgestattet. mittag und den 2. Feiertag Abends und am Königsthor. Ju beiden Vorstellungen Auftreten bitte um freundliche Berücksichtigung. Heute Sonntag: Großes Konzert der Kapelle des Königin Augusta Garde- Grenadier- Regiments Nr. 4 ( Coblenz). Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 B. Rinder frei. Programm unentgeltlich. PassagePanopticum. 50 Pf. 2. Besprechung der Wer Atheistische Gesellschaft, 462/2 Charlottenburg. Montag, 4. Dezmbr., Abds. 8 Uhr, fämmtlicher Spezialitäten, Künstler und Rich. Heise, Voltshumorist, Berlin N. Große öffentliche Versammlung 531b Künstlerinnen. Heiten und Vorführen Bionstirchstr. 11,( Eingang vom Platz), der bestdressirten Schul- und Freiheits- vorn 3 Treppen. pferde meines Marstalles. Komische Entrees sämmtlicher Clowns. Zu der Nachmittags- Borstellung hat jeder Besucher das Recht, ein Kind unter 10 Jahren frei miteinzuführen. In der Abend- Borstellung: Zweites Gastspiel der einzig dastehenden amerik. Gold- Gladiatoren Brothers Paxton, die besten Jongleur- und Kraft- Akrobaten. Montag: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Hochachtungsvoll und ergebenft G. Schumann, Direktor. Brauerei, Bock Tempelhofer Berg. Sonntag, 3. Dezember 1893: incl. Theater. Brinkmann- Konzert. Entree 30 Pfg. Anfang 5 Uhr. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreasstraße 64. Heute Sonntag: 64/14 Großes Instrumental- Konzert. Nach dem Konzert: Grosser Ball. 2 Orchester. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Säle zu allen Festlichfeiten sind noch zu vergeben. für Männer und Frauen im großen Saale des Lokals Bismarchöhe", Bismarcftr. 80. " Tagesordnung: 1. Vortrag über: Sind die Lehren des Christenthums sittlich? Referent: Dr. Völkel. 2. Diskussion. 417/15 3. Gemeinde- Angelegenheiten. Herr Prediger Thaer ist hierzu brieflich eingeladen. Der Vorstand. Die Beleidigung, welche ich dem Tischler G. Arnoldt zugefügt habe, 544b nehme ich hiermit zurück. F. Kuhnisch. NB! Unferer heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Firma Gebr. Grumach, Berlin, Königstraße 57a, bei. Berantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu drei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 284. Sklavenhandel unter deutscher Reichsflagge. Das„ Hamburger Echo" bringt folgenden Artikel, der die Beachtung in den weitesten Kreisen verdient: In Nr. 23 des Hamburger Echo" vom 20. Januar d. J. schilderten wir eingehend die Art und Weise wie eine Hamburger Firma, Wölber u. Brohm, in Afrika Geschäfte mit schwarzem Menschenfleisch" macht, und wie die ebenso ehrenwerthe Hamburger Rhederei Woermann( Hauptinhaber der ehe= malige nationalliberale Reichstage- Abgeordnete für Hamburg ill, Adolph Woermann) den Transport der schwarzen freien Arbeiter" natürlich gegen eine dem Risiko entsprechende Bezahlung besorgt. Wir bemerken, daß die Bezeichnung frei: Arbeiter" angewendet wird auf Sklaven, die von den Negerhäuptlingen auf bestimmte Zeit, mehrere Jahre, vermiethet werden. Nun giebt es im Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich eine Bestimmung, welche lautet: § 234. Wer sich eines Menschen durch List, Drohung oder Gewalt bemächtigt, um ihn in hilfloser Lage auszusetzen oder in Stlaverei, Leibeigenschaft oder in auswärtige Kriegs- oder Schiffsdienste zu bringen, wird wegen Menschenraubes mit Zuchthaus bestraft. Ferner besteht noch, als durch das Reichsstrafgesetz nicht befeitigt, in Hamburg das.„ Strafgeseh wieder den Stlavenhandel" Dom 19. Juni 1837 in Kraft. Es heißt darin: Art. 2. Der Kapitän, Steuermann oder Supercargo eines Hamburgischen Schiffes( er möge deren Namen führen oder nur deren Funktionen versehen), welcher den Transport eines oder mehrerer Sklaven übernimmt, wird mit einer sechs bis zwölfmonatlichen Zuchthausstrafe, und außerdem mit einer Geldstrafe von 50 bis 60 Rthlrn. hestraft. " Im Art. 3 desselben Gesetzes werden Rheder 2c., die ein Schiff zum Zweck des Sklavenhandels ausrüsten oder Sklaven handel treiben, mit Gefängnißstrafe von einem Jahre Zuchthaus bis zu zehn Jahren Spinnhaus nebst Nebenstrafen bedroht. Soweit die gesetzlichen Bestimmungen, die wir in dem von uns geschilderten Falle für zutreffend halten. Ob die Juristen auch unserer Meinung sind, das wissen wir nicht. Fast scheint es, als ob sie die genannten Unternehmungen unserer Hamburger „ töniglichen Raufleute" für legal und darum strafirei halten. Wenigstens ist uns bisher nicht bekannt geworden, daß die auf Grund des Artikels des Hamb. Echo" im Anfang dieses Jahres eingeleitete Untersuchung zur Erhebung einer Anklage geführt hat! Haben etwa die Aussagen der von uns genannten Zeugen zur Begründung einer Antlage nicht ausgereicht? Nun wohl, wir können der Staatsanwaltschaft jezt einen neuen, gänzlich einwandsfreien Zeugen nennen, nämlich einen Arzt, welcher damals die Sklaven( pardon, freien Arbeiter") untersuchte, und welcher sich jetzt in angesehener Stellung an einer deutschen Universität befindet. Dieser Herr, der damals auf Grund seiner eingegangenen Verpflichtung( man sieht, daß man schon in Hamburg auf den Transport sich einrichtete) die ärztliche Untersuchung vornehmen mußte, schreibt uns: X, 27. November 1893. " Sehr geehrter Herr! Sonntag, den 3. Dezember 1893. 1. daß ich die Austheilung von Salzfleisch an die Schwarzen ( abgesehen von den als Arbeiter verwendeten Krujungen) nie gesehen habe, 2. daß nach dem mir gewordenen Bescheid die Woermann Linie pro Kopf 10 Shilling für die Beförderung erhalten hat, 3. daß nicht drei, sondern nur zwei Zurückgewiesene in Whyda wieder abgeliefert wurden, da einer unterwegs starb. Im übrigen erkläre ich mich mit dem Artikel des mir unbekannten Einsenders in jeder Beziehung einverstanden. Hochachtend Dr. med. X. Soweit der Brief. Vielleicht genügt jetzt der Staatsanwaltschaft das Material, um gegen die Firma Wölbers u. Brohm und die Rhederei Woermann Anklage zu erheben, um ihnen Gelegenheit zu geben, sich gegen den Verdacht, Sklavenhandel zu treiben, zu vertheidigen. Oder will man im Interesse der nationalen Ghre" warten, bis ein englisches Kriegsschiff einen deutschen Postdampfer anhält und untersucht?" Wir erwarten, daß die Reichsregierung sich sofort über diesen dem Deutschen Reiche zur höchsten Unehre gereichenden Vorfall äußert. Sollte sie dies unterlassen, so wird ihr bei Berathung des Kolonialetats und der Dampferfubventionen hierzu Gelegen heit geboten werden. Oder wünscht sie, daß das englische Ministerium im Unterhause hierüber interpellirt wird? v. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 11. Sigung vom 2. Dezember 1893, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher, Graf Posadowsky, Marschall. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung des Gesezentwurfs, betreffend die Gewährung von Unter stügungen an Invaliden aus den Kriegen vor 1870 und an ihre Hinterbliebenen. Abg. Kropatschek( dk.) begrüßt die Vorlage mit Freuden, weil sie einem seit langen Jahren ausgesprochenen Wunsch entgegenkomme, und beantragt die Verweisung derselben an die Budgetkommission. Redner bemängelt es, daß an Bayern eine Summe überwiesen werden soll, welche berechnet wird nach der Ausgabe der andern Einzelstaaten für diesen Zweck. Bayrischer Bevollmächtigter Generalmajor Ritter vom Haag führt aus, daß eine solche Bestimmung durchaus dem Bündnißvertrage entspreche. Abg. Frigen( 3.) empfiehlt ebenfalls die Ueberweisung der Vorlage an die Budgetkommission und weist darauf hin, daß höchstens der Umstand bedenklich sein könne, daß der Rechtsweg ausgeschlossen sei. Abg. v. Schöning( dt.) spricht seine Freude über das Gesetz aus, bedauert aber, daß diejenigen Personen nicht genügend bes rücksichtigt werden, welche während des Krieges in französischen Lazarethen gelegen haben; ihnen wird das Kriegsjahr nicht an gerechnet, während dies bei anderen Personen geschieht, welche vielleicht einen ganz ungefährlichen Ritt über die Grenze gemacht haben. 10. Jahrg. vorgenommen, sondern hat die Sache der Entscheidung des Bundesraths von Fall zu Fall überlassen. Ich hoffe, daß der Bundesrath darüber zufriedenstellende Erklärungen abgeben wird; es wird auch für die zweite Lesung eine Resolution in dieser Richtung vorbereitet. Abg. Rickert( Freis. Vg.): Es sind große Schädigungen deutscher Kaufleute eingetreten. Auf Eingaben an das Finanzministerium hat dasselbe die Leute an den Bundesrath gewiesen. Man hatte gehofft, daß derselbe sich aus freien Stücken mit der Sache befassen und nicht erst auf die Anregung seitens des Reichstags warten würde. Staatssekretär Graf von Pojadowsky: Ich glaube, daß der Bundesrath bereit sein wird, in den beiden Fällen, die hier angeführt sind, von Fall zu Fall wohlwollend zu entscheiden. Wenn eine Entscheidung des Bundesraths noch nicht getroffen ist, so liegt das daran, daß die Fälle sehr verschieden liegen, sodaß man erst eine große Zahl vor sich haben muß, die man in Kategorieen theilen und dann beurtheilen kann. Abg. von Heeremann( 3.) weist darauf hin, daß er in Gemeinschaft mit dem Abg. Möller eine Resolution über diese Frage ausgearbeitet habe, die aber geschäftsordnungsmäßig erst bei der zweiten Lesung zur Sprache gebracht werden könne. Abg. Dr. Schoenlank: Die deutsche Regierung hat in dieser Frage wieder einmal eine viel zu große Nachgiebigkeit gegen das Andrängen der Agrarier gezeigt in Sachen des russischen Handelsvertrages, dessen Abschluß für die wirthschaftlichen Verhältnisse Deutschlands und die deutsche Volksernährung von der größten Wichtigkeit ist. Die Regierung hätte auch nicht davor zurückzuschrecken brauchen, den Reichstag im Sommer zur Sanktion des Handelsvertrages zusammenzuberufen. Aber es ist charakteristisch für unsere ganze Politit, daß unsere Staatsmänner immer müde sind, wenn es sich um die Interessen der großen Masse handelt. Aus der Denkschrift des russischen Finanzministers Witte haben wir ja erfahren, daß unfere Staatsmänner erklärten, wir sind zu müde durch die Militärvorlage. Ja, wer hat Sie( zum Regierungstisch) gezwungen, die Militärvorlage einzubringen? Die Reichregierung war auch zu müde einen Vertreter zum Kongreß der Tabatarbeiter zu senden. Wenn es eine Konferenz der Unternehmer gegewesen wäre, wäre vielleicht diese Müdigkeit nicht zu Tage getreten( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten). Die Agrarier spielen denn doch trotz der letzten allerdings sehr matten Kriegserklärung des Reichskanzlers die erste Geige im wirthschaftlichen Konzert. Die Regierung ist in der Rolle des Gretchen: ich habe schon so viel für jie gethan, daß mir zu thun fast nichts mehr übrig bleibt. Wir sind Gegner der schutzöllnerischen Politik und des Bollkrieges gegen Rußland. Wir werden gegen die Bollordonnanzen, welche die Einfuhr nothwendiger Lebensmittel vertheuern, stimmen. Abg. Graf Kanit( dt.) wendet sich gegen den Abschluß eines Handelsvertrages mit Rußland. Er habe noch erst heute morgen einen Brief von einen Ostpreußen erhalten, der von einem solchen Vertrage den Ruin Ostpreußens erwartet. In diesem Jahre habe man noch einmal Winterung fäen können; wenn der Handelsvertrag genehmigt würde, dann ginge das nicht mehr. Was solle man thun? Solle man Kanarienvögel mästen? ( Heiterkeit links.) Abg. Rickert meint, daß alle Geschäfte auf Spekulation abgeschlossen würden; er hofft, daß man die Sache so behandeln werde, wie dies bei den früheren auf Antrag des Abg. Windthorst beschlossenen Gesetzesbestimmungen gesehen ist. Heute kam mir die Nr. 23 Ihrer Zeitung in die Hände Abg. Pieschel( natl.) weist darauf hin, daß die Ver( 27. Januar 1893) und las ich darin einen Artikel über den stümmelungszulage 9 M. beträgt, während für die Nichtbenuyung Stlavenhandel in Dahomeh. Da ich der darin erwähnte des Zivilversorgungsscheins 12 M. gewährt werden. Das sei ein Schiffsarzt Dr. H. bin, fann ich Ihnen bestätigen, daß die falsches Verhältniß. Ferner bestehe eine Ungerechtigkeit bezüglich Abg. v. Salisch( dt.) Nicht blos die Tabatarbeiter sind in einer Angaben des Artikels im Großen und Ganzen richtig sind. der Invaliden, welche in den Reichs- und Staatsdienst eintreten; üblen Lage, sondern auch andere Arbeiter. Die Bearbeitung des Wenn es Sie intereffirt, gestatte ich mir, Ihnen im Folgenden sobald der Gehalt mit der Pension zusammen einen gewissen, Flachses gab früher schlesischen Arbeitern im Winter eine lohnende den Wortlaut eines am 7. November 1891 an meine Mutter sehr niedrigen Betrag übersteige, würde die Pension gekürzt. Beschäftigung. Das hat aufgehört durch die Einjuhr des russischen zwischen Whyda und Kamerun gerichteten Briefes mitzutheilen Dadurch wurden diese Invaliden schlechter gestellt als diejenigen, Flachs. Jest kam der Bollfrieg, aber für den Flachs konnte zur beliebigen Verwerthung: welche nicht in den Reichs- und Staatsdienst emtreten, sondern eine Zollerhöhung nicht erfolgen, weil auf Flachs tein 3oll Wie ich Euch schon mittheilte, sollten wir in Whyda 500 vielleicht in den Kommunaldienst. Redner weist darauf hin, daß liegt. Es müßte dahin gewirkt werden, daß im Falle eines bis 600 sogenannte freie Arbeiter aufnehmen, um dieselben an die Invaliden eine gefeßliche Regelung des Reliktenwesens und Bollfriegs zolljreie Artikel auch mit einem Zoll belegt werden die Kongoregierung zum Bau der Kongo- Eisenbahn abzuliefern. eine Erhöhung der Pension im allgemeinen wünschen. Finanzielle fönnen. Die Zusendung geschah auf Kosten der Hamburger Firma Bedenken fönnen dagegen nicht geltend gemacht werden, da man Abg. Dr. Schoenlank: Wenn ich allen Ausführungen des Woelber u. Brohm. Dieselbe hatte mich aufgefordert, die die Absicht hat, dem Invalidenfonds 67 Millionen zu entziehen. Vorredners folgen follte, müßte ich einen vorsintflutlichen StandLeute alle zu untersuchen und die untauglichen zurückzuweisen, Es handelt sich hier um eine Ehrenschuld des Reiches, die sobald punkt einnehmen, wo noch das Spinnrädchen sich munter drehte. da sie nur Prima- Waare" liefern wolle.... Also wir famen als möglich getilgt werden muß. Er vergißt ganz, daß vor Jahren der Abg Ludwig und mit ihm vorgestern früh in Whyda an... Am Uier angelangt, Abg. Herbert: Ich halte es für ungerecht, bestrafte und die vereinigten Agrarier und Schutzöllner sich gegen einen wurden wir von den Chiefs, welche den Transport leiteten, nicht bestrafte Invaliden differenziell zu behandeln. Als man Flachszoll im Interesse der Leinenspinnerei und weberei aussowie unserem 2. Offizier und Herrn v. G. empfangen. Zu die Soldaten in den Krieg schickte und sie bluten ließ, hat man gesprochen haben. Die Bielefelder Leinenindustrie, die 1000 Arnächst erfolgte das bei allen Negerpalavern übliche Schreien nicht danach gefragt, ob sie vorbestraft waren oder nicht, ob sie beiter ernährt, wäre ohne den ausländischen Flachs nicht existenzund Streiten, hier in noch verstärktem Maße, weil die Kerls schwarz oder roth waren. Wie leicht ist es bei dem heutigen fähig. Wenn der Abgeordnete so besorgt ist um die armen fich ihrer Macht bewußt waren und wußten, daß sie uns in Stande der Dinge, mit den Gesetzen in Konflikt zu kommen! Mütterchen im Diten, so mag er zu Hause dafür sorgen, daß die ihrer Gewalt hatten.... Endlich wurden wir zu den freien Die Satten laufen allerdings feine Gefahr, wohl aber die Landarbeiter so gut bezahlt werden, daß sie für das Alter etwas Arbeitern" geführt. Hier bot sich uns ein Anblick, der jeden Hungrigen, wegen Beleidigung der Staatsgewalt u. f. w. be- sparen können. Das angeblich warme Herz der Herren hat sie fühlenden Menschen erbarmen mußte. In einem Schuppen straft zu werden, und ich will nicht, daß den dafür bestraften jedoch nicht bestimmt, für Landarbeiterschuß und-Koalitionsfreiheit von ca. 25 Metern Länge und 6-7 Metern Breite nieten Invaliden die Pension entzogen werde. Handelt es sich hier um einzutreten. Graf Kaniz behauptet, er wäre im Interesse des zufammengepfercht 281 Menschen, 201 Männer und 80 Weiber. eine Ehrenschuld des Deutschen Reiches, dann muß sie auch den deutschen Volkes gegen eine Verschleppung des deutsch- russischen Wenn man in den Schuppen hineinsah, bemerkte man zunächst Sozialdemokraten gegenüber abgetragen werden. Handelsvertrages eingetreten. Die Agrarier, die seit der Tivolinichts, als eine Unmenge zur Hälfte geschorener Köpfe, die Abg. Böckel( Deutsche Reformpartei): Diejenigen Leute Verfammlung 10 heftig agitiren, sind aber gerade die ärgsten mit angsterfüllten Augen nach der Thür zu starrten. Bei sind am schlimmsten daran, welche im Feldzuge nicht eine Ver- Hemmnisse des Vertrages, sie sind der Block, an dem der Vertrag näherem Zusehen sah man, daß jeder der Unglücklichen, die wundung davongetragen, sondern durch die Strapazen und deren scheitern wird.( Burufe rechts: Hoffentlich!) Glauben Sie nur mit einem Tuche um die Lenden bekleidet waren, einen Nachwirkungen arbeitsunfähig geworden sind. Für diese ist( rechts) nur nicht, daß wir uns auf die Dauer durch Ihre Be Ring um den Hals trug und durch diesen mit seinem Nach- nicht gesorgt, weil sie nur schwer nachweisen können, daß ihre gehrlichkeit und die agrarischen Sonderinteressen beirren laffen. barn verbunden war. Der Ring war aus Eisen, vorn mit Eriverbsunfähigkeit im Kriege ihre Ursache hat. Wit welchen Wenn es nach Ihnen ginge, würde ganz Deutschland ein alteinem Scharnier, hinten mit zwei Desen und einem Schloß Gefühlen sollen unsere Soldaten ins Feld ziehen, wenn sie an preußischer Gutsbezirk sein, das Volt das lebende Inventar versehen. Durch diese Desen zog sich eine schwere eiserne die jeßige Versorgung der Invaliden denken? Es muß mit dem darin und Sie die Herren. Selbst die Herren am BundesrathsKette, so daß allemal 6-50 Menschen zusammengefettet bureaukratischen Formalismus gebrochen werden; man muß nicht tische müssen sich den Interessen der Allgemeinheit fügen, so fauer waren. Nur zwei Reihen Frauen waren nicht mit Ketten, von solchen Leuten ein ärztliches Attest verlangen, sondern muß es ihnen werden mag. Der Staatssekretär von Marschall, der sondern, weil diese fehlten, mit starken Baststücken mit sie unterstützen, wenn sie arm sind. Jedem Mitkämpfer der einst in Ihren Reihen saß, und der Reichskanzler Graf Caprivi, einander verbunden. Auf meine Erklärung, daß ich die Leute Feldzüge muß eine Pension gewährt werden, sobald er den der hier erklärte, daß er ein Schüler Stahl's, des Juden Stahl, untersuchen wolle, wurde nun die erste Kette heraus- Nachweis erbringt, daß er und seine Familie sich in Noth sei. Wir sind auf dem rechten Wege, wenn wir Front machen tomplimentirt. Zu diesem Zwecke packte einer der Chiefs den befindet. gegen Ihre Schutzöllnereien. Graf Ranitz erklärte ausdrücklich ersten am Arme und riß ihn aus dem Schuppen heraus, so Generallieutenant v. Spitz: Die Militärverwaltung kann bei der Verhandlung über die kleinen Handelsverträge, als Abg. daß ihm die übrigen wohl oder übel folgen mußten. Vor dem nur nach dem Gesetze verfahren, welches den Nachweis verlangt, Richter ihn ers. chte, doch einmal über seine geflickten StrohEchuppen mußten sie wieder niederknieen und nun sollte ich sie daß der Mann durch den Krieg Invalide geworden ist. An- dächer hinauszusehen nach Memel, wo die Dampfer alle still untersuchen. Wir bestanden jedoch darauf, daß ihnen zuerst die sprüche auf Invalidenpensionen werden so zahlreich erhoben, daß lägen, er sei gar nicht gegen den russischen Handelsvertrag, Ketten abgenommen werden mußten, was nach langem Hin- auf sechs Antragsteller erst einer tommt, der pensionsberechtigt ist. sondern nur gegen den rumänischen.( Hört! hört! Jetzt nimmt und Herreden denn auch geschah. Zu diesem Zwede mußte Die Vorlage wird der Budgettommission über er eine zweifelhafte Stellung ein. Erklären Sie sich doch, wie sich der erste der freien Arbeiter" auf die Seite legen und wiesen. Sie sich zu dem russischen Vertrag stellen! Wir hoffen, er wird dann wurde mit Hammer und Meißel der angeschweißte Es folgt die erste Berathung der kaiserlichen Verordnung allmählig dazu kommen, sich für denselben zu erwärmen im Schlußring der Kette abgeschlagen. Dann wurde das andere vom 29. Juli bezw. 17. August d. J., betr. die Erhebung Interesse der armen Arbeiter, das Ihnen( rechts) angeblich so Ende der Kette gefaßt und mit Gewalt durch die sämmtlichen eines fünfzigprozentigen Zuschlages für die sehr am Herzen liegt. Desen der Halsringe hindurchgerissen. Da die Defen ziemlich aus Rußland bezw. Finland tommenden Abg. Möller( ntl.) ist ebenfalls der Meinung, daß man klein, die Kette aber ziemlich dick war, und sich ziemlich oft aaren. Geschäfte spekulativen und anderen Charakters nicht von eineinklemmte, tönnt Ihr Euch denken, daß die armen Menschen Abg. Möller( nat.): Die Verordnungen haben einen Zoll- ander scheiden tönne und bemerkt bezüglich des Flachszolles, daß oft schreckliche Schmerzen auszustehen hatten. Mit beiden frieg begonnen, der sehr bedauerlich ist, über dessen Berechtigung nicht die Fruchtbarkeit anderer Länder, sondern allein die Höhe Händen griffen fie in ihre Halsringe, um sich vor dem Ein- wir nicht streiten wollen; wir können aber nur wünschen, daß der Arbeitslöhne in Deutschland den Flachsbau vernichtet schneiden des Eisens in den Hals zu schüßen. Dann wurden er recht bald beendigt wird. Denn ein Zollfrieg schlägt wie habe. Der Flachsbau würde die deutsche Flachsindustrie todt ihnen die Halsringe abgenommen, die Lumpen abgerissen und jeder Krieg Wunden auf beiden Seiten.( Sehr richtig! links.) schlagen. nun ging die Untersuchung los. Nachdem erhielt jeder einen Nach§ 2 findet der Zollzuschlag auf solche Waaren, welche vor Abg. v. Salisch meint, daß man den Flachszoll ja provisorisch Lappen neues Zeug und einen Bettel und dann wurden jedes dem Tage der Verkündigung der Verordnung die russische Grenze einführen tönne, bis ein Handelsvertrag mit Rußland abges Mal zwanzig Mann in ein Boot gebracht und mit diefem an überschritten haben, nicht statt. Verschiedene Firmen haber zur schlossen ist. Der Flachszoll sei nothwendig, da bei der Be den Dampfer. So ging die Geschichte fort, und so bei jeder Beseitigung der Futternoth Getreide in Rußland gekauft, welches arbeitung des Flachses auch alte, nicht recht arbeitsfähige Leute Kette dasselbe Bild. Die Leute waren größtentheils sie jetzt erst einführen können; ebenso geht es mit Holz. Hier beschäftigt werden fönnen. Manches alte Mütterchen habe sich junge Männer, nur einige Greise dabei, aber alle halb ver- handelt es sich um viele Geschäfte, die vor der Verordnung ab- damit noch etwas verdient. Uebrigens sei es anerkennenswerth, hungert. Einige hatten furchtbare Wundnarben über Kopf, geschlossen worden sind, ohne daß die Waare bis zum 1. bezw. daß Herr Schoenlant schon eingefehen habe, daß es auf den Hals und Bruft." 16. Oftober verzollt worden ist. Bei Zollerhöhungen bat man Gütern im Osten Strohdächer giebt; das ist ein Beichen für die früher auf Antrag Windthorst auf solche Geschäfte Rücksicht ge- Nothlage der Landwirthschaft. nommen. Jetzt hat man eine solche gesetzliche Regelung nicht Soweit mein damaliger Brief. Zu dem Artikel felbst muß ich noch bemerken: Abg. Dr. Schoenlauk: Abgeordneter v. Salisch scheint mit. der Geschichte seiner Partei und deren ausgezeichnetsten Führer da haben die freisinnigen Herren vom rothen" Hause den Muth[ mit der erforderlichen Rücksicht gegen das Punicht sehr vertraut zu sein. Sonst mußte er wissen, daß Graf dazu. blikum vorgegangen wird. Es wird sich deshalb empfehlen, Kaniß im Preußischen Abgeordnetenhause einmal mit einer ge- Dieses Vorgehen stellen wir hiermit öffentlich fest und er nicht nur die zur dortseitigen Kenntniß fommenden Beschwerden, wissen, ihm so schön anstehenden Koketterie von den geflicten heben im Namen aller auf unserem Boden stehenden, nein, im wenn erforderlich, an Ort und Stelle zu prüfen, sondern auch Stohdächern gefprochen hat. Wenn ein Flachszoll- Provisorium Namen aller denkenden Handelsgehilfen Protest gegen diesen den Mitgliedern und Hilfsarbeitern der Direktion wie der Be im Interesse der armen Mütterchen eingeführt werden soll, was Versuch, die Rechte der Handelsangestellten in rücksichtsloser triebsämter zur Pflicht zu machen, bei den Revisionsreisen ein soll denn aus diesen werden, wenn das Provisorium beseitigt Weise zu vergewaltigen, Protest gegen die Eingriffe, welche die besonderes Augenmerk darauf zu richten, ob und inwiefern bei wird? Die Herren, die heute und schon so lange fie geschichtlich freifinnige Mehrheit sich in die Rechte von mehr als 40 000 der Absperrung der Bahnhöfe im Einzelnen Mängel hervortreten in Erscheinung getreten sind, mit ihrem Nothstand paradiren, arbeitenden Einwohnern der Stadt erlaubt. werden uns nicht beirren mit ihren Klagen. Die Agrarier werden sicher feine Kanarienvögel mästen, dafür sind sie schon gesichert durch die Liebesgabe und die bestehenden hohen Agrarzölle. Staatssekretär Graf Pofadowsky erklärt, daß alle die GeFreie Bereinigung bet Rauffeute, der J. A.: Adler. Kohnte. bezw. Grund zu Beschwerden des Publikums gegeben wird. schäftigt werden sollen, welche auf reelle Lieferung abgeschlossen Charité Boykotts zu werden, welche am Freitag, den zwei Monaten erivarte ich Bericht darüber, ob und welche Uebelwerden. Für die zweite Berathung liegt ein Antrag des Abg. Dobie auch ftets den Gegner zu Wort kommen läßt, haben wir gemeine Erlasse einer sofortigen Abhilfe entgegenstehen, sind entAntrag von Salisch. wiesen " E3 Aus Anlaß besonderer Fälle mache ich noch darauf aufmerk sam, daß Reisende, welche wegen Verspätung eine Fahrkarte nicht mehr haben lösen können, an dem Betreten des Bahnsteigs nicht verhindert werden dürfen, in diesen Fällen jedoch dem betreffenden Eine Aufregung für sensationslüsterne Nerven verspricht Schaffner oder Zugführer Mittheilung zu machen ist. Binnen die nächste öffentliche Versammlung in Sachen des hervorgetreten Damit schließt die erste Berathung. 8. Dezember, in den Germania- Prachtiälen, Chaussee- und in welcher Weise dieselben abgestellt sind. Soweit etwa allstraße, stattfindet. Mit der dem Proletarier eigenen Loyalität, Salisch vor, die Regierung aufzufordern, ein Gesetz vorzulegen, nach welchem im Falle eines Boulfrieges zollfreie Waaren mit Tharitee zu dieser Versammlung eingeladen. Die Herren sollen frei von uns gebrachten Beschwerden keineswegs übertrieben waren. nach welchem im Falle eines Boulfrieges zollfreie Waaren mit nämlich Herrn Geheimrath Spinola und die dirigirenden Aerzte der fprechende Anträge bald hierher zu richten." Der Eisenbahnminister wird sich bald überzeugen, daß die einem Zoll belegt werden können. Ferner beantragen die Abgg. von Heereman und von der Leber heruntersagen, was sie gegen unfere Forderungen Indeß- darüber später. Es freut uns, aus der Verfügung zu Möller: die verbündeten Regierungen auszufordern, dahin einzuwenden haben, was sie darin für unbillig halten, was sie ersehen, daß der Minister Beschwerden in der Presse Beachtung Borsorge zu treffen, daß die Ausnahmebestimmungen des§ 2 der davon für Forderungen erklären, die nach ihrer Meinung in zn schenken scheint. Wir richten deshalb heute seine Aufmerkſameinem Schlaraffenlande, im Zukunftsstaat, aber nicht im Verordnungen vom 29. Juli 1893 und vom 17. Auguſt 1893, preußischen Staat im Jahre des Heils 1893 durchzuführend sind. beren Abstellung noch weit wichtiger als die feit nochmals auf eine Reihe von Uebelständen, nach welchen die sofort eintretende Erhöhung der Zollfäße auf Herr Spinola, wenn er fommt und er wird kommen, er hat Besserung in dem Perron- Sperrsystem. diejenigen Waaren, welche vor dem Tage des Inkrafttretens dermöge der Minister endlich die Verfügung aufheben, selben die russische, bezw. finnische Grenze überschritten haben, in der Stadtverordneten- Versammlung und in der Gesellschaft die von den Inhabern von Arbeiterkarten Borlegung keine Anwendung finden sollen", dahin ausgedehnt werden, daß für öffentliche Gesundheitspflege bisher noch stets Muth be= wird uns mit Webmuth in Blick und Geberde ver- der Invaliditätskarten beansprucht. Ferner verlangen wir auch diejenigen Waaren, die ohne Einhaltung der vorgeschriebe rathen, daß bei der Chariteeverwaltung auch etwas die preußischen nicht nur im Interesse der einzelnen Beamten und Arbeiter nen Termine eingegangen bezw. zur Verzollung gebracht sind, deren Lieferung aber durch rechtskräftige, nachweislich vor jenem Finanzen mitzusprechen hätten, und daß im übrigen die Proletarier sondern mindestens in demselben Maße im Interesse der öffentderen Lieferung aber durch rechtsfräftige, nachweislich vor jenem völlig mit Unrecht die Charitee eine Kaserne schimpften; wenn das der lichen Sicherheit, daß die folossal lange Arbeitszeit der unteren Tage in gutem Glauben für deutsche Rechnung abgeschlossene Tage in gutem Glauben für deutsche Rechnung abgeschlossene Fall wäre, hätten schon längst die Mittel zu Berbesserungen zur Beamten und Arbeiter herabgesetzt und daß das so außerordent Verträge bedungen war, gleichfalls zu den alten bestehenden Sägen des Zolltarifs( ohne Zuschlag der Kampfzölle) eingelassen vielleicht nicht gefehlt haben. Und die dirigirenden Aerzte? daß im Reiche des Herrn Thielen Arbeiter, gelernte und Säyen des Zolltarifs( ohne Zuschlag der Kampfzölle) eingelassen Berfügung gestanden, sogar ein kleines Aerztekasino würde dann lich niedrige Niveau der Löhne erhöht werde. Wir erwähnen, werden, bezw. daß die dieserhalb bereits gezahlten Beträge der Nun, sie werden kommen oder fie kommen nicht. Die diriZuschlagszölle den Betreffenden erstattet werden. ungelernte Werkstattsarbeiter und Streckenarbeiter, mit 2 M., Abg. v. Heeremann( 3.) empfiehlt die Resolution nicht girenden Aerzte, sie können höchstens ihre Ohnmacht erklären dem 2,30 bis 2,70 M. Tagelohn beschäftigt werden. Wir weisen blos im Interesse des Handels, sondern auch im Interesse der ein Helser und Heiler zu sein. Aber wenn einer von ihnen die gegen Eisenbahnbeamte und auch gegen Eisenbahnarbeiter System gegenüber, ihre Ohnmacht, nach ihrem Willen den Kranken darauf hin, daß faft allwöchentlich Anklageverhandlungen, Industrie. Den Antrag von Salisch bittet er dagegen abzulehnen, tommt und den Muth der Ueberzeugung hat, das zu erklären, wegen Zusammenstoßes von Eisenbahnzügen, wegen Durch da derselbe nur störend sein würde für die schwebenden Vertrags à la bonne heure, das ist ein ganzer Mann. Freilich, Herr stechereien und Billetschwindels geführt werden, in allerdeutverhandlungen. Abg. Sammacher( natl.) wendet sich ebenfalls gegen den Lewin dürfte es nicht sein! Nun, es ist nicht unsere Sache, uns lichter Weise klarstellen, wie berechtigt unsere Behauptung ist, die Köpfe des Herrn Spinola und der Direktoren über Kommen daß durch das übel angebrachte System, die Arbeitskräfte Staatssekretär Graf Pojadowsky beruft sich auf seinetarier, ist, daß Ihr kommt. Ihr müßt kommen. Ihr boykottirt brücken, die Sicherheit des Publikums gefährdet, Beamte und oder Nichtkommen zu zerbrechen, aber was uns angeht, Prole: bis aufs äußerste anzuspannen und die Löhne bis aufs tiefite zu frühere Erklärungen, die wohl allseitig befriedigt haben werden. Abg. v. Standy( df.): Der Antrag v. Salisch will nicht nur eigene Gesundheit, wenn Ihr nicht auf dem Plage seid, den Arbeiter in Versuchung geführt werden, strafbaren Handlungen jetzt der Regierung die Ermäßigung geben, irgendwelche zoll Boykott der Charitee durchzuführen. G3 handelt sich um das die Hand zu bieten.-- Als ferneren schleunigst abzustellenUcbelitand bezeichnen wir dem Minister den in freie Artikel mit einem Zoll zu belegen; sondern es soll eine erste und größte Krankenhaus Deutschlands, in dem jährlich den gesehliche Bestimmung erst für die Zukunft geschaffen werden und 20000 frante Männer und Frauen unter fulturwidrigen zu feiner Verfügung hervorgehobenen Mangel an Rüdständen zu leiden haben, die zu beseitigen sind, zu beseitigen sicht zwar nicht bloß für landwirthschaftliche, sondern für alle zoll durch gefchloffenes Austürmen der organisirten Arbeiterschaft und Nur gegen das Publikum". möge der freien Artikel. unter Eisenbahnchef Publikum nicht lediglich Reifende Abg. Möller: Nach diesen Ausführungen könnte der An- den wichtigen Druck der öffentlichen Meinung. erster und zweiter Klasse begreifen; der Arbeiter, der trag v. Salisch zurü8gezogen werden, da er zur Zeit einen Zweck Bum Charitee- Boykott. Wir erhalten folgende weitere dritter und vierter riasse fährt, empfindet in noch viel höherem nicht hat. Beschwerden über die Charitee. Berlin, den 19./11. 93. Ich Maße den Mangel an Rücksicht". In noch stärkerer Weise Abg. v. Salisch erklärt, daß er seinen Antrag nicht zurück begab mich nach der Charitee als Brustkrauter, tam nach macht sich ein„ Mangel an Rücksicht" in Eisenbahnwerkstätten ziehen könne. Pavillon 4 und mußte baden. Der Baderaum ist geflastert, das selbst den Eisenbahnarbeitern gegenüber fühlbar. Wir fügen nach Ueber die Resolution wird in dritter Lesung abgestimmt Wasser eiskalt, die Behandlung, die ich von Seiten des Wärters dieser Richtung hin unseren früheren Mittheilungen folgende werden. Die Zollverordnung wird genehmigt gegen die Stimmen erfuhr, war die eines Strafgefangenen. Durch vieles Reden be- Borkommnisse aus neuerer Zeit an. Der Werkmeister Böhm der Sozialdemokraten und einiger Freisinnigen. fam ich warmes Wasser. Ich bat dann, ich wollte mein wollenes hatte die Gewohnheit, die ihm unterstellten Arbeiter mit verschieUnterhemd behalten, weil ich Sommer und Winter daran ge- denen unparlamentarischen Rosenamen, die wir hier nicht wiederwöhnt war; worauf mir der Wärter barfchen Tones sagte: So geben wollen, zu belegen. Als hiergegen der Arbeiter Ausschuß was giebt es hier nicht. Als ich ein Handtuch verlangte, gab mit dem höflichen Ersuchen um Abhilfe mündlich bei dem es der Wärter vom Fußboden, total naß, schmuzig und mit Maschinendirektor Garbe pflichtgemäß vorstellig wurde, wurde Vor allen Koth besudelt, ich verlangte ein anderes Handtuch, der Wärter er mit der Begründung hinausfomplimentirt: sagte, er habe kein anderes. Ich kleidete mich nun an, ging nach Dingen verbitte ich mir, daß der Ausschuß in corpore vor mir dem Comtoir und verlangte meinen Krankenschein zurück. Es erscheint; wenn Jemand etwas will, soll er allein kommen( ab!), wurde mir viel zugeredet, doch zu bleiben, ich sollte alles er in derartigen Angelegenheiten lasse ich mir vom Ausschuß nicht halten, jedoch zog ich das Verlassen eines solchen inhumanen dreinreden"( ih!) Schon vorher hatte der liebenswürdige WerkKrankenhauses vor. meister höhnisch lächelnd geäußert:" Ich bin allein Ausschuß, Der Vorstand der Ortskrankenkasse für das Gewerbe der ich brauche Guch nicht"( jo?). Kurze Zeit vorher war das Berfertigung von Musikinstrumenten hat in der Sizung vom Ausschußmitglied Dreher Nagler, der auf eine 13jährige Thätig6 November den in der Generalversammlung vom 25. November feit in der Werkstatt zurückblicken konnte, gefündigt worden. bestätigten Beschluß gefaßt, feine Kranten mehr der Gharitee zu und wenige Tage später war nach obigem Auftritt der Werküberweisen. meister Herr Böhm so rücksichtsvoll, einen Schlosser P. Herr Thielen ist„ töniglich Bu anständig haben wir die Gasglühlicht Gesells mit Obrfeigen zu bearbeiten. fchaft behandelt, als wir in der nenlich gebrachten Notiz über preußischer" Minister. Der preußische König schrieb am 4 Fe Für die Pflege des Friedens bie von dieser Gesellschaft eingeheimsten 65 pCt. Dividende an- bruar 1890 unter anderem: nahmen, daß die von ihr beschäftigten Arbeiter halbwegs erträglich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind gesetzliche Beentlohnt würden. Wie erinnerlich sein dürfte, kalkulirten wir ſtimmungen über die Formen in Aussicht zu nehmen, in denen auf gut Glück, daß etwa 50 Mann von der Gesellschaft beschäftigt die Arbeiter durch Vertreter, welche ihr Vertrauen besigen, werden, welche nach der von uns aufgestellten Berechnung mit zur Wahrnehmung ihrer Intereffen bei Verhandlung mit den etwa 27 Mart durchschnittlich pro Woche bezahlt würden. Arbeitgebern und mit den Organen meiner Regierung be= werden. Durch eine solche Einrichtung ist den Wir haben uns, wie gesagt, gründlich getäuscht, als wir die fähigt Gasglühlicht- Gesellschaft fähig hielten, daß fie bei dem ungeheuren Arbeitern der freie und friedliche Ausdruc Gewinn, den sie einstreicht, ihren Arbeitern wenigstens feine ihrer Wünsche und Beschwerden zu ermöglichen Hungerlöhne zahlen würde. Aber Art läßt nicht von Art. Nach und den Staatsbehörden Gelegenheit zu geben, sich über die Verden uns gewordenen Mittheilungen zahlt diese Gesellschaft bei hältnisse der Arbeiter fortlaufend zu unterrichten und mit den 65 pet. Dividende ihren dreihundert Arbeitern, die sie letzteren Fühlung zu halten." Wie wäre es, wenn diesem Wunsche beschäftigt, Durchschnittslöhne von zwölf bis fünfzehn gegenüber den Eisenbahn Musterwerkstätten" etwas Mark. Der niedrigste Lohn beträgt neun Mark, der höchste, in w.niger Mangel an Rücksicht würde"? Oder wünscht das der feltenen Fällen gezahlte vierundzwanzig Mark. Aber nicht allein, Ring Metallindustrieller nicht? Soll in den staatlichen Musterdaß die Gesellschaft bei 65 pet. Dividende ihre Arbeiter mit anstalten weiter beleidigt, weiter geohrfeigt, weiter gemaßregelt Löhnen abspeist, die gerade zum langsamen Verhungern aus werden? reichen, forgt fle auch noch durch einen überaus strengen Straf foder dafür, daß die Ausgebenteten selbst der nominell gezahlten Lohnbeträge nur in feltenen Fällen froh werden. Für alle möglichen Kleinigkeiten sind Strafen angesetzt, deren verhältniß mäßige Höhe unseres Erachtens zu den gezahlten Lohnbeträgen Bei den Gewerbegerichtswahlen in Dessau errang die in gar keinem Verhältniß steht. In der vorigen Woche hat fozialdemokratische Liste einen glänzenden Sieg. Die sozial. 3. B. ein mit 15 M. pro Woche entlohnter Arbeiter für ein demokratischen Kandidaten erreichten durchschnittlich 1030 Stimmen, während die Gegner mit 90 Stimmen fürlieb nehmen Es folgt die erste Berathung des Freundschafts, Handels: und Schifffahrtsvertrages mit Kolumbien, welcher nach einer furzen Empfehlung desselben durch den Abg. Jebsen( natl.) sofort auch in zweiter Lesung genehmigt wird. Es folgt die erste Berathung des zwischen dem Reiche und Serbien abgeschlossenen Uebereinkommens betreffend den gegenseitigen Muster- und Martensch u. D # Abg. Schmidt Elberfeldt( Fr. Vg.) bemängelt, daß die Verträge über den Markenschuh nicht immer zu gunsten Deutschlands ausgefallen sind, weil Deutschland meist weniger Konzessionen als andere Staaten erhielt; er empfiehlt, dafür zu sorgen, daß bei ferneren Verträgen die Gegenseitigkeit vollständig garantirt werde. Staatssekretär im Reichs Justizamt, Nieberding, fagt eine wohlwollende Berücksichtigung der ausgesprochenenen Wünsche zu, glaubt aber, daß die Meistbegünstigung alles sei, was man er reichen könne. Abg. Hammacher( natl.) beantragt, den Antrag der Kom mission zu überweisen, welche sich mit den Handelsverträgen beschäftigt. Staatssekretär v. Bötticher will dem Antrage nicht wider sprechen, hofft aber, daß unter Leitung des Vorüßenden der Kommission( Hammacher) sowohl der serbische Handelsvertrag als der vorliegende Bertrag so schnell fertig werden, daß sie noch vor Weihnachten erledigt werden können. In erster und zweiter Berathung roird das Zusatzprotokoll zu dem vom Bundesrathe genehmigten rand vom Reichstage unter bem 8. März 1889 angenommenen internationalen Vertrages zur Unterdrückung des Branntweinwandels unter den Nordseefischern auf hoher See, erledigt. Schluß 412 Uhr. Nächste Sit ng Montag 2 Uhr. ( Unterstützungswohnsitz Novelle, Viehseuchen Gesez, kleinere Vorlagen.) mußten. Parteinachrichten. V einziges Verfahren zwei M. Strafe zahlen müssen. Derartige Strafen mag es nicht in jedem Fall setzen, aber Be ſtimmungen über 20 oder 50 Pf. Buße schwirren in einer Hülle in der Luft herum, daß der Arbeiter nur in seltensten Fallen von ihnen frei bleibt. Und das Alles wie gesagt, bei 65 pet. Dividende. Wie viel Sozialdemokraten mag diese einzige Gesellschaft auf dem Gewissen haben? O, heiliger Gulenburg! in " B " Aus der Untersuchungshaft entlassen wurde gestern Bormittag Frau Lina Sternecker. Obgleich die Untersuchung noch nicht beendet, sind die Entlastungsmomente für die angeschuldigte Dame derart bedeutend, daß eine Anklage gegen dieselbe wohl schwerlich erhoben werden dürfte. Schluß des Prozesses Lötuh. Rechtsanwalt Gotthelf beantragt Freisprechung der Frau Helene Löwy, der doch etwas Schwereres als die unendliche Liebe zu ihrem Mann nicht nachgewiesen sei. Rechtsanwälte Goldstein, Kleinholz, Drioloscynsti und Wronker suchen in 4 Stunden auszuführen, daß auch die übrigen Angeklagten nicht schuldig seien. Nach 6 stündiger BePolizeiliches, Gerichtliches ze. -Wegen Majestätsbeleidigung wurde der Tischler rathung verkünden die Geschworenen ihr Urtheil dahin: Löwy ist schuldig des betrügerischen Bankrotts unter Zubilligung meister A. Müller aus Suhl vom Schrvurgericht in Meiningen zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Majestäts- Nochmals das Schillertheater. Zur Berichtigung mildernder Umstände; er ist ferner schuldig der Begünstigung beleidigung wurde darin erblickt, daß der Verurtheilte in einer Dr. Rafael Löwenfeld's theilt uns unser Gewährsmann mit, des Gläubigers v. Arnauld, dagegen nichtschuldig eines Be truges gegen v. Arnauld; Frau Löwy ist nichtschuldig; fonservativen Wählerversammlung, die am 3. Juni d. I. in daß die Darstellung, wie er fie gab, durch die Erzählungen Ehrlich ist schuldig der Beihilfe zum betrügerischen Bankroti Suhl stattfand, ein Hoch auf die Sozialdemokratie auszubringen des Herrn Löwenfeld veranlaßt wurde. Ob er in eigener unter Bubilligung mildernder Umstände; v. Arnauld ist versuchte, als der Vorsitzende der Versammlung das Hoch auf den Person vom Kaiser in Audienz empfangen wurde Kaiser ausbrachte. ob es ein anderer Vertreter des Schillertheaters war, ist schuldig der Anstiftung Löwy's zur Begünstigung seiner Person, an sich gleichgiltig. Die Thatsache, daß der Kaiser sich fym- dagegen nichtschuldig des Diebstahls an den Wechseln; Lewin pathisch über das neue Unternehmen geäußert habe, hat Herr Löwen- ist in beiden ihn betreffenden Anklagepunkten nichtschuldig. Bum Strafmaß beantragt der Staatsanwalt Dr. Benedir feld nicht dementirt. Er selber hat die Nachricht hiervon verbreitet. Tokales. oder Als großes soziales" Beglückungswert" war das Schillertheater gegen Löwy 7 Jahre 6 Monaten, und 5 Jahre Ehrverlust, gegen übrigens schon in den ersten Aufrufen zur Gründung bezeichnet, Ghrlich 4 Jabre Gefängniß und 5 Jahre Ehrverlust, gegen und zu zeigen, welcher Art von Sozialbeglückung die Gründer v. Arnauld 1 Jahr Gefängniß. des Schillertheaters huldigen, darauf fam es an. Thielen. Der Gerichtshof verurtheilt: Die frelsinuige Mehrheit der Stadtvertretung hat wieder einmal ihren Sinn für Menschlichkeit, ihre Freundschaft Hugo Löwy zu vier Jahren neun Monaten für die arbeitende Bevölkerung in glänzendem Lichte gezeigt. Aus dem Reiche des Eisenbahn Ministers Herrn Gefängniß unter Aufrechnung der ihm schon zuerkannten 2 Jahre Da, wo felbit Ministerium und Polizei auf dem Standpunte Vielleicht die wiederholt an dieser Stelle stattgehabte 9 Monate, ferner zu 5 Jahren Ehrverlust. stehen, daß eine Verlängerung der Geschäftszeit der kaufmännischen Das Gericht war der Ansicht, daß der Angeklagte von vornGeschäfte bis 6 refp. 7 Uhr allen gerechten Anforderungen profit Hervorhebung einer Reihe von Mißständen, die durch die Perrongieriger Unternehmer für die Sonntage vor Weihnachten ge- verre veranlaßt sind, hat folgende Verfügung des Eisenbahn- herein bei Begründung seines Geschäfts die Absicht gehabt hat, nügen könne, da haben die freisinnigen Stadtvertreter den Muth, Ministers Thielen vom 10. November 1893 gezeitigt, die allen die Kunden unter Mißbrauchs der Spielsucht und Gewinnsucht zu fordern, daß Polizei und Minister noch weiter rückwärts Eisenbahn- Direktionen zugegangen ist: Bielfache Beschwerden an sich zu locken, derfelben Reichthümer für sich zu sammeln. greifen und die Ausbeutung der Handelsangestellten auch an in der Presse über die bei Asperrung der Bahniteige ich er- Der Gerichtshof hat auch auf Ehrverluft erkannt, da er die diesen Tagen bis Nachts um 10 Uhr getrieben werde. Wenn gebenden Uebelstände veranlassen mich, der königl. Eisenbahn Erweckung der Spielsucht für ehrlos hält, sei e3 gilt, die Rechte tes Volkes zu schüßen und deshalb Direktion zur Pflicht zu machen, dieser Angelegenheit eine be- es nun zu Wetten auf Rennplägen oder beim gegen Polizei und Minister aufzutreten, dann fehlt diesen sondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wenn auch die Beschwerden Kartenspiel oder bei anderen Glücksspielen. Herren der Muth dazu. Wenn es aber gilt, die Löcher, häufig übertrieben fein mögen, so scheint es doch, daß auf Der Gerichtshof hält dies für unsittlich und zur Absperrung ehrlos und das gewerbsmäßige Spiel an der welche in ein an sich schon mangelhaftes Gesetz zum Schaden der einzelnen Bahnhöfen die Einrichtungen " Handelsangestellten geschlagen werden, noch zu vergrößern, wenn nicht in zweckmäßiger Weise getroffen sind, in anderen Börse namentlich dann für strafbar, wenn es es gilt, den Handeleangestellten Berlins noch drei Stunden ab- Fällen seitens der Bahnsteig Saffner und des sonst unternommen wird, um größere Reich thümer zu zujagen an Zogen, wo sie ein gefegliches Recht auf Nube haben, bei der Absperrung des betheiligten Personals nicht erwerben. Ehrlich zu einem Jahr drei Monaten Ge- 1 Wie der Verdächtige angiebt, hat er für die Marken feine Ber- Inoffen, insgesammt zugute kommen soll. Auf welche Weise er fängniß unter Anrechnung von 3 Monaten; wendung und verkauft er dieselben deswegen bis zu 15 pet. dies in der heutigen Welt des Kapitalismus möglich machen will, unter reellem Werth. Die Polizeibehörde, welcher von dem erfahren wir leider nicht. Treiben des eigenartigen Verkäufers Mittheilung zugegangen ist, vermuthet, daß die von ihm ausgebotenen Versicherungsmarken gefälscht und ungültig sind und warnt dringend vor dem Ankauf dieser Marken. v. Arnauld zu 1 Monat Gefängniß, welche Strafe als verbüßt erachtet wird. Der Gerichtshof hat hier erwogen, daß der Angeklagte in einer üblen Lage war und es sich für ihn um den Verlust eines großen Vermögens handelte, welches nicht ihn, sondern seiner Frau und seiner Mutter gehört. Frau Löwy und der Angeklagte 2e win werden frei gesprochen. melden. Löwy erklärt, die Strafe antreten zu wollen, auch der Staatsanwalt verzichtet auf ein Rechtsmittel. Ehrlich bittet seines franken Zustandes wegen um Haftentlassung gegen Raution. Der Antrag wird abgelehnt und dem Angeklagten anheimgegeben, sich beim Gefängnißarzt zu Eine Schneckenpost. Die Neue Berliner Omnibus und Packetfahrt- Uttiengesellschaft dementirt in einer Buschrift an uns die in Nr. 281 von uns gebrachte Mittheilung über langfame Besorgung einer Packetsendung mit dem Hinweis, daß der Aufgabestempel des fraglichen Packets das Datum vom 28. November getragen habe. Demgegenüber müssen wir unsere Behauptung, daß das fragliche Packet am Sonnabend, den 25. November, auf gegeben worden ist, vollständig aufrecht erhalten. Die Polizeiverwaltung in Spandau theilt hierher mit, daß gestern Nachmittag gegen 51/2 Uhr dort einem Mädchen Unzweifelhaft ist in dem Dichter Unzweifelhaft ist in dem Dichter dieses Stückes ein Talent dieses G verborgen, das es mit der Dußendwaare, die auf„ befferen" Bühnen zum Theil vertrieben wird, schon aufnehmen kann. Muß man ihm seine minderwerthigen sozialpolitischen Kenntnisse und Polizeibericht. Am 1. d. M. Abende stieß an der Gde feine oft recht läglichen Begriffe von dem, was ein Arbeiterder Linden- und Markgrafenstraße eine Droschte, deren Pferd gemüth beseelt, auch zugute halten, so hat er doch in Charakterdurchgegangen war, mit einem anderen Fuhrwerk so zusammen, zeichnung recht Tüchtiges geleistet. Gespielt wurde so brav, wie es im Nationaltheater nur daß ein Borderad derselben zerbrach. Hierbei wurde der Kutscher möglich ist. Außer der vom Dichter selber vortrefflich gegebenen vom Bock geschleudert und am Kopfe so schwer verletzt, daß er Titelrolle thaten sich namentlich die Damen Emma Samst und nach dem Krankenhause gebracht werden mußte. Vor dem Hause Wilhelmstr. 32 wurde ein Dienstmann durch eine Rutsche Räthe Grinp, sowie die Herren Joseph, Schwendler, Vögele und Rhode- Ebeling hervor. Das zahlreich versammelte Publikum überfahren und an der Schulter und am Bein verlegt. Im fargte nicht mit dem Beifall. Laufe des Tages fanden vier Brände statt. addno W über Theater. Derlammlungen: Vergnügungsverein„ Ascania". Sonntag, den 8. Dezember, Nachm. 4% Uhr, Sigung im Saale des Herrn Matthes, Oranienſtr. 108. Hierauf um Uhr Gesellschaftsabend. Pünktliches Erscheinen der Mitglieder erbeten. Privat- Theatergesellschaft Romelia". Sonntag den 3. Dezember, Nachmittags 5 Uhr, Gigung bei Gründer, Köpnickerstr. 100. Nach der Sizung Damenabend. Vergnügungsverein Eichenlaub". Sonntag, den 3. Dezember, zimmer, Sigung mit Damen. National Theater. Der Schlosser, Soziales Lebensbild in 5 Aufzügen von Franz Gottscheid. Der Schloffer ist eine jener Tellnaturen, die ihre eigenen Wege gehen, sich unter Ihresgleichen im trägen Lebensstrom unheimlich fühlen und am liebsten Weber thut aber mehr, er vergeudet seine freien Stunden nicht daß die Beschreibung des Thäters auf den Manu past, der als nuglos, sondern sinnt über eine Erfindung nach, die, wenn sie der muthmaßliche Mörder der Hedwig Franke angesehen wird. gelingt, in der Maschinenfabrikation eine wahre Revolution hervorbringen muß. Und sie gelingt. Das Patent ist angenommen Vorsicht beim Kauf von Lokalen mit voller Kon- jund in der Freude über das Wert seiner schlaflosen Nächte beim Kauf vor zession"! In den Zeitungen findet man vielfach Ankündigungen, vergißt Weber alles Elend um sich her, die Arbeitslosigkeit, die in denen Lokale mit voller Konzession" zum Verkauf ausgeboten ihm von seinen argwöhnischen Progen beschieden ist, sein lottriges, werden. Das ist nur als eine im gewissen Sinne falsche Vortheilnahmloses Weib und feine Kollegen, die, müde des Hungers spiegelung zu betrachten, da eine Bürgschaft für das Verbleiben und der Knechtung, im täppischen Ungestüm zum Ausstand schreiten der vollen Konzession nicht besteht. In den weitaus meisten und Rache an dem herzlosen Ausbeuter und an ihn üben wollen. Fällen warten schon benachbarte Wirthe, die nur den Schank von Denn Weber hat nicht schweigen können, arglos sprach er von Wein, Bier und Kaffee mit Ausschluß von Spirituosen betreiben, der großen Erfindung, die die Hälfte Arbeitskräfte in einer Fabrit Stäufer mit den Besuchern ertheilung der unbeschränkten baß feines Genoffen ihn selber für ihren Feind halten. Dem Ber: auf der Verkauf eines Wirthshauses mit vollem Schant, um dem überflüssig machen werde und er muß nun mit Schmerzen sehen, Konzession zuvorzukommen. Die Käufer, die in den meisten dacht, daß Weber die Erfindung an den Besitzer der Fabrik verFällen schon entweder hohe Anzahlungen geleistet oder den ganzen kaufen und mit ihm Halbpart machen werde, wird neue Nahrung Kaufpreis bezahlt haben, erhalten dann abschlägigen Bescheid gegeben durch das eigenthümliche Verhalten, das er der Tochter und verlieren die Gäfte, denen sie die Verabreichung von Spiris des Eisenwalzwerk- Besizers und Kommerzienraths gegenüber antuosen verweigern müssen. Die Klausel, daß der alte Wirth so schlägt. Diese, ein standesgemäß verwöhntes Wesen, wird von Lange seinen Namen hergiebt, bis die neue Konzession ertheilt ihrem sauberen Herrn Papa beredet, den dummen Schlosser bebumen ist, schützt nicht. Gimpelruthen zu stellen und ihm bei der Gelegenheit das Geheimniß seiner Erfindung zu stehlen. Die Kommerzienrathstochter, Zum Spandauer Raubmord wird mitgetheilt, daß auch die soeben von dem Vater an einen der Kumpane des ollen ehrein zweiter Mann, der der That verdächtig erschien, feine Un- lichen Seemann verkauft worden ist, geht auf den Plan ein, läßt schuld nachzuweisen im Stande gewesen ist. Die gerichtsärztliche aber beschämt von ihrem unsauberen Vorhaben ab, als sie sieht, Leichenöffnung der kleinen Hedwig Franke hat den von Anfang daß der einfache Schlosser ein ganzer Kerl ist, der nichts von der an angenommenen Mord mittelst Erwürgens bestätigt. Die in Fadenscheinigkeit der Gecken an sich hat, mit denen sie bisher zwifchen aufgetauchte Notiz, daß der Mörder zunächst ein Sittverkehren mußte. Dies zarte Verhältniß begriffen die Arbeiter lichkeitsattentat beabsichtigt habe, beruht auf ganz willkürlicher leider nicht und im rohen Kampf, zu dem die Streifversammlung Annahme; die Spandauer Polizei hält bei ihren Nachforschungen ausartete, läßt sich die Wuth an den vermeintlichen Verräther noch an der Voraussetzung eines Raubmordes fest. ad aus. Weber wäre erschlagen worden, wenn seine untreue Frau leber Fälschungen von Alters- und Juvaliditäts- Ber sich nicht im entscheidenden Augenblick auf ihr besseres Jch besicherungsmarken der Provinz Brandenburg wird uns gemeldet: fonnen und den Schlag auf sich abgelentt hätte. An der Leiche Ein unbekannter etwa dreißigjähriger Mann besucht seit einiger feines Weibes hält Weber eine sich angesichts der traurigen Zeit die Geschäftsleute in den nordöstlichen Vororten und bietet Situation etwas merkwürdig machende Moralpredigt, in der er Quittungsmarken für die Alters- und Invaliditätsversicherung seine Unschuld nachweist und betheuert, daß die Erfindung nicht zum Kauf an, welche er angeblich in Bablung genommen hat. dem Schuft von Fabrikanten, sondern den Arbeitern, seinen Geder Straße 800 M. in Hundertmarkscheinen geraubt find, und Me Bücher oder über irgend ein Problem grübeln. Der Schlosser nachm. 5 Uhr, im Restaurant Albert, Landsbergerstr. 82, rechtes VereinsSchlacht- Fest am Sonnabend u. Sonntag, den 2. u. 3. Dezemb., wozu ergebenst einladet Otto Kühn, Gastwirth, 4946* Ober- Schönweide an der Spreebrücke. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich das Lokal vou Meinhardt i. V. übernommen habe. Ein Vereinszimmer, auch für Zahlstelle passend, zu vergeben. Achtungsvoll 240b] Th. Blauck, Wiesenstr. 6. 98b Achtung! Allen Freunden und Genossen die Mittheilung, daß ich mein Weiß- und Bairisch- Bierlokal von Forsterftr. 49 nach Forsterstr. 17 habe verlegen müssen. Dafelbst Zahlitelle der ZentralKrankenkasse der Tischler, auch ist ein Vereinszimmer frei. Um gütigen Befuch bittet Wilhelm Dierberg. Institut, F. Pietsch, Lanz- Dresdenerst. 10. Ein neuer Lehrkursus für Damen und Herren beg. Sonntag, 3. u. 10. Tezember, Machin. 4 Uhr, Dienstag, 5. Dezbr., Abds. 8 Uhr ein Kurfus für Quadrille, Contre danse, Donnerstag, 7. Dezbr., Abds.8 Uhr ein Stursus nur für Walzer. Meldungen Adalbertir. 3 u. bei Beg. des Unterrichts Gründer's Festsäle ( früher Mundt) Köpenickerstrasse 100. An größere Vereine gebe auch Sonnabends meinen größten Saal für Bälle ab. NB. 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Freie Vereinigung der Graveure und Biseleure. Montag, den 4. Dezember, Abends 8 Uhr, Dresdenerstr. 45, Bortrag des Herrn Waldeck manasse über: Das Christenthum und der Friede". Achtung, Schuhmacher! Montag, den 4. Dezember, bei Boly( Feuerftein), Alte Jakobftr. 75, Bereinsversammlung der Zwicker und Berufsgenossen, Abends overein her stueider Berlins 1. Montag, den 4. Dezember sowie der Arbeiter und Arbeiterinnen der mechanischen Schuhfabrit. Genossenschaftswesen". Schneider Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe.( E. S. 71.) Bureau: Centrum, Holzmarktstr. 67. Montag, den 4. Dezember, Abends 8 Uhr, im Restaurant P. Bodenburg, Kommandantenstr. 10-11, Borstandsfißung. Verein Berliner Portiers und Berufsgenossen, gegründet 1885. Werfammlung am Dienstag, den 6. Dezember, Abends 9 Uhr, Leipzigers ftraße Nr. 134. Depeschen: ( Deveichen des Bureau Herold.) Christiania, 2. Dezember. Bei den Sprengungen für den Eisenbahnbau bei Lillehammer explodirte zwischen den Arbeitern eine vergessene Dynamitpatrone; ein Arbeiter wurde vollständig zerriffen und die Körpertheile 3000 Meter weit fortgeschleudert, ein anderer Arbeiter wurde so schwer verletzt, daß er bald darauf verstarb. Merkwürdigerweise blieben über 30 in der Nähe arbeitende Leute unversehrt. som( Wolff's Telegravhen- Bureau.) Sagan, 2. Dezember. Landtags Erfahwahl. Wahlkreis Sagan Sprottau( Reg.- Bezirk Liegnitz 2). Amtsrath ReineckeMedniß, freitonservativ, mit 244 von 201 abgegebenen Stimmen gewählt. Christbaum- Konfekt. Schmiedel's Festsäle, Reizende Neuheiten, nur genießbare Alte Jakobstrasse 32, Waare, 1 Kiste Inhalt ca. 430 Stück empfehle meine hocheleganten Säle 2,50 m., 1 Riste Inhalt ca. 270 große zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. 62/ 9* Stücke 3 M. Brock, Berlin O, Waßmannstr. 37. 52609 09 Pape's Salon, Kolbergerstr. Montag, den 4. 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Dezember 1893, Abends 8 Uhr, im oberen Saale des Königstadt- Casino, Holzmarktstr. 72 Sophienſtr. 15 die 2. ordentliche Ge- Montag, den 4. Dezember, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Hermerschmidt, Moabit, Perlebergerstr. 28a. neralversammlung pro 1893 statt. Die Herren Bertreter der Arbeitgeber und Kaffenmitglieder, welche für die Wahlperiode 1891-1893 gewählt sind, Tages- Ordnung: 1. Meine Agitationstour nach Schlesien und Bosen und die Verhältnisse werden hierzu ergebenst eingeladen. der Schneiderei in diesen Provinzen. Referent: Kollege L. Pfeiffer. 2. Diskussion, Tages- Ordnung: 1. Ergänzungswahlen Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder in dieser Versammlung wird für den Vorstand It.§§ 39, 40 u. 50 ersucht. Gäste willkommen. Des Statuts. 2. Wahl des Ausschusses 398/7 zur Vorprüfung der Jahresrechnung pro 1893. 3. Beschlußfassung über Die Ortsverwaltung. eine Erweiterung der Fürsorge für Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzpläzen venerisch erkrankte Kassenmitglieder, bezw. diesbezügliche Abänderung des Statuts. 4. Verschiedenes. Nachdem: General- Versammlung ber Juvaliden- Unterstützungskasse, zu welcher die Herren Vertreter dieser Kasse hierdurch ergebenst eingeladen werden. Tages- Ordnung: Ergänzungswahlen für den Vorstand It.§§ 9 und 10 des Statuts. 2. Wahl des Ausschusses zur Vorprüfung der Jahresrechnung pro 1893. 3. Wahl einer Rommission zur Vorberathung einer Statutenänderung. 4. Verschiedenes. Berlin, den 2. Dezember 1893. M. Stuhlmann, Vorsitzender. 5376 Achtung. Achtung. Große Versammlung. Tages Ordnung: D 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Besprechung des Antrages Hergt über Errichtung eines gemeinschaftlichen Arbeits- Nachweises.- 4. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. Gäste willkommen. Der Vorstand. Charlottenburg. Am Montag, den 4. Dezember d. J., Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Krause( Bismarckshöhe): beſchäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen deutiglands Gr. Volksversammlung. ( Ortsverwaltung Berlin I). Montag, den 4. Dezember, Abends 82 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genoffin Frau Rohrlack über: Arbeitslohn und Kapitaleinkommen". 2. Wahl eines Delegirten zur Generalversammlung. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. 438/6 Verband deutscher Zimmerlente Lokalverband Berlin. Mittwoch, den 6. Dezember 1893, Abends 82 Uhr bei Boltz, Alte Jakobstr. 75: Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Buchholz( Beisitzer im Reichsversicherungsamt) über das Unfallgesetz. 2. Antrag Weiß. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Orts- Krankenkasse der 60/9 Weber 529b Der Vorstand. und verwandter Gewerbe. Achtung Schuhmacher! Wahl- Versammlung Montag, den 4. Dezember, Abends 8 Uhr Tagesordnung: 1. Verkündung des Wahlresultats. 2. Berichterstattung vom Kölner Parteitag. 3. Diskussion. 4. Abrechnung der Vertrauensleute und Neuwahl derselben. 5. Wahl der Lokalkommission. Die Vertrauensperson. Britz. Britz. E 1361 Am Montag, den 4. Dezember, Abends 8½½ Uhr, in Bethge's Salon( vormals Engell's): Große öffentliche Volfsversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über das Thema:„ 100 Millionen neue Steuern". Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Bericht der Vertrauensperson und Neuwahl derselben. 4. Wahl der Revisoren. 5. Bericht der Lokalkommission und Neuwahl derselben. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Die Vertrauensperson. Ethische Gesellschaft. 1362 Sonntag, den 3. Dezember, Abends 6½½ Uhr: Zwei Versammlungen. 1. In den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. fämmtlicher Arbeitgeber, welche Versammlung des Vereins deutscher Schuhmacher Bortrag des Herrn Dr. Heymann über:" Die Religion des Mittelalters". Beiträge aus eigenen Mitteln zur Kaffe leisten, sowie sämmtlicher großjährigen Mitglieder obiger Raffe am Sonntag, den 10. Dez., in Joël's oberem Saal, Andreasstraße 21: für die Arbeitgeber um 10 Uhr Vorm., für d. Kaffenmitglieder um 11 Uhr Vorm. Tages Ordnung: 1. Wahl von 72 Delegirten d. Arbeit geber. 2. Wahl von 144 Delegirten ber Kaffenmitglieder. 3. Verschiedenes Wahlberechtigt und wählbar sind fämmtliche großjährige männliche und weibliche Kassenmitglieder, Quittungsbuch ist als Legitimation von den Kassenmitgliedern vorzuzeigen. das Die Herren Arbeitgeber legitimiren sich durch Nennung der Firma. Berlin, den 3. Dezember 1893. Der Vorstand: P. Stemmler, H. Krener, Borsigender. 1- Schriftführer. Zum bevorstehenden Weihnacht fefte empf. allen Freunden u. 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Dezember, Abds. 8 Uhr, in der Brauerei Borussia zu Nieder- Schönweide: Deffentliche Bersammlung für Männer u. Frauen. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag. Referent: Reichstags- Abgeordneter Fritz Zubeil. 2. Neuwahl des Vertrauensmannes. 3. Neuwahl der Lokal. fommission. 4. Neuwahl der Revisoren. 423/11 vorzügl. Der Vertrauensmann. Der ,, Tourist Künſtl. Zähne, og u. Garantie, ſchmerzt., Zahnschmerz beſeitigt, ſch merz loses Zahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Oranienstr. 123. Illuſtrirte deutsche Arbeiter- Vertebre Treptow, Strasse. Zeitung Nr. 6 enthält Gerhard HauptPark. Bade's Volksgarten. mann's Porträt, Biographie und die Jed. Sonntag: Gr. Ball. Abonnement 1 M. Ausschank v. Weiss- u. Bair.- Bier. Weber 2c. 2. Auflage von Nr. 5 gleichfalls erschienen. Briefmarken, 546b einzelne, aus alten Briefschaften und ganze Sammlungen, fauft u. verkauft 52528 Julius Kaim, Cigarren- Import, Berlin SW., Friedrichstraße Nr. 286, Amt VI, Nr. 2295. 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Berantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW. Beuthstraße 2. 5263L 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 284. Zum Sturz Sonntag, den 3. Dezember 1893. 10. Jahrg. des Dupuy'schen Ministeriums. Aber ich frage, Sie, Derr Ministerpräsident: Im Namen welchen ihnen abhinge, eine so ausgebreitete Bewegung zu schaffen und Paris, 27. November. Nach der jüngsten Kammerfißung, die mit dem jähen und unerwarteten Zusammenbruch des Dupuy'schen Ministeriums endete, kann man wohl mit Anlehnung an ein bekanntes französisches Sprichwort sagen: Wer Sozialisten ist, stirbt daran. Wit welchem Uebermuth, mit welcher Siegesgewißheit hatte Dupun in feiner ministeriellen Erklärung vom Dienstag, dem eigentlichen Eröffnungstag der Kammer, den Sozialisten den Krieg angefündigt, und nun liegt er bereits hingestreckt. Ja Heute stolz zu Rossen, Morgen durch die Brust geschossen. " Don Willen ich möchte fast sagen, alle ihre Gedanken sind gegen uns ge- Regime oder die Rasse sei, mit sich zieht, spricht man von einrichtet. In Wirklichkeit erweist man uns die große Ehre, die zelnen Aufwiegelungen und ahnt nicht, welche Macht man denen ganze politische Bewegung mit bezug auf uns zuzuschneiden. zuschreibt, die man die Rädelsführer nennt. Als ob es von Prinzips, auf grund grund welcher Auffassung wollen Sie die als ob der schwache Hauch einiger Menschen genügte, dieses sozialistische Bewegung bekämpfen? Es giebt zwei Arten, sie zu Proletariermeer aufzumühlen. beurtheilen. Entweder betrachten Sie sie als eine oberflächliche, Jaurès weist sodann auf den Widerspruch zwischen der fünstliche, vorübergehende Bewegung, die durch etwas Regierungspolitischen und der wirthschaftlichen Ordnung hin. Durch das festigkeit zurückgehallen oder selbst beseitigt werden kann, oder allgemeine Stimmrecht, das seinen logischen Ausdruck in der Sie betrachten sie, im Gegentheil, als eine aus der Entwickelung Republik findet, sagt er, hat man aus allen Bürgern, die Lohn. der Dinge und der Geschichte hervorgegangene Bewegung, als arbeiter inbegriffen, eine Versammlung von Königen gemacht: die refultirende Kraft aller in Thätigkeit befindlichen menschlichen ihnen, von ihrem souveränen gehen Kräfte. Je nachdem Sie sich für die eine oder andere Hypothese die Geseze, geht die Regierung aus, fie wechseln entscheiden, wird Ihre Politik und die der Majorität, die Sie ibre Mandatare, die Gesetzgeber und Minister; aber im selben mit sich ziehen wollen, eine verschiedene sein. Ist die sozialistische Momente, wo der Lohnarbeiter in der politischen Ordnung Herr Dupuy wähnte eben mit den Sozialisten ebenso leicht Bewegung nur eine vorübergehende Aufwallung, nur ein momen souverän ist, befindet er sich in der wirthschaftlichen Ordnung in innerhalb der Kammer fertig zu werden, wie außerhalb derselben, tanes Fieber eines sonst gefunden Organismus, dann genügt einer Art Knechtschaft. Er, der die Minister stürzen kann, fann wo ihm Polizeikommissäre, Gendarmen, Soldaten, Richter und ein wenig Regierungshygiene. Man schickt ein paar Rund in demselben Moment aus der Werkstatt gejagt werden. Er Staatsanwälte zur Seite stehen. Die Kammer ist aber, wie er schreiben an die Präfekten, damit alle Beamten, hoch oder niedrig, arbeitet nicht an den Fabrikordnungen mit, die täglich strenger zu seinem Schaden nur allzu schnell erfahren, fein Streikgebiet, gegen den Sozialismus vorgehen; man verlangt von den Staats- und verfänglicher werden und die ohne die Arbeiter und gegen wo die brutale Gewalt der Regierung den Ausschlag giebt. Hier anwälten vertrauliche Berichte und bannt die sozialistischen Ab die Arbeiter gemacht werden. Dieser König der politischen gilt es die Sozialisten mit geistigen Waffen zu bekämpfen, geordneten in ihre Wahlbezirke. Und da es scheint, daß sie jetzt Ordnung ist allen Dienstbarkeiten unterworfen, er tann, wenn er und da zeigte es sich denn gleich beim ersten Waffengang, daß nicht mehr ohne ihre Schärpe ausgehen und daß das Volk zum zur Vertheidigung seines Lohnes sein gefeßmäßiges Recht der sie vom reinsten Blech find. Dazu kommt noch, daß Herr Fetischanteter geworden, eine gewisse Verehrung für die Ab- toalition ausübt, jeden Augenblick auf die Straße geworfen Dupuy sie ungefähr ebenso elegant zu führen weiß, wie ein geordnetenzeichen hat, wird man blos anzuordnen brauchen, daß werden, die Koalition der großen Kompagnien kann ihm die Zirkuselephant die Drehorgel. Kein Wunder darum, daß seine fie nur bei hohen Festlichkeiten, bei feierlichen Prozessionen geeigenen Leute, obwohl von seiner Erklärung höchst entzückt, nach tragen werden dürfen, wo sich, die ministeriellen Chorherren ihr ganze Gristenz nehmen. Und während die Arbeiter in der politischen Ordnung den Herrschern der jämmerlichen Replik auf Jaurè's groß angelegte Rede mit voranschreitend, die Parlaments- Bruderschaft gang entfalten wird. teine Zivilliste von einigen Millionen mehr ihm höchst unzufrieden waren, und als in der Sonnabendsizung Wenn nöthig, theilt man da und dort einige Lanzenstiche aus, zu zahlen haben, sind sie in der ökonomischen das Ministerium zusammenbrach, sich keine Hand fand, um es zieht einige Gewerkschaften vors Gericht und dann, wenn dem Ordnung verpflichtet, von ihrer Arbeit eine wieder aufzurichten. Volke, das, wie es scheint, den Sozialismus nicht ernst nimmt, Doch fangen wir von vorne an. Die Erklärung, mit der sich sondern einfach sein Spiel mit ihm treibt, bewiesen sein wird, Bivilliste von mehreren Milliarden zur Bemüßiger Oligarchien vorwegzu= das Ministérium der neuen Kammer vorstellte, war ihrem ganzen daß dies ein gefährliches Spiel ist, wird Alles zu Ende ahlung Wesen nach nichts anderes als eine Kriegserklärung an die Sozia- ſein. nehmen, welche die Herrscher der nationalen Das Proletariat wird auf seine ausgebreiteten Arbeit sind. listen; schlimmer noch eine robe Herausforderung. Das Pro- Gruppirungen verzichten, es wird feine Klassenforderungen gramm, das sie enthielt, ein Programm der Satten, das Programm mehr stellen, es wird die fortschreitende Konzentration Nachdem Jaurès weiter zeigte, wie durch den weltlichen einer Partei, die bei ihrer Verdauungsarbeit nicht gestört werden der wirthschaftlichen Macht in eine immer kleiner werdende Zahl Schulunterricht, dem er selbstverständlich das Wort redet, das will. Die eine Hälfte dieses Fortschrittsprogramms", wie Herr von Händen als ein wohlthätiges Naturgeseh, das Lohnsystem alte Lied, womit das menschliche Elend eingelullt wurde, unterDupuy die Stirn hatte, dieses rückläufige Echriftstück zu nennen, als eine endgiltige Institution begrüßen, und da es nichts mehr brochen und das Volk der Vormundschaft der Kirche entrissen ist rein negativ. G3 werden darin nämlich die Arbeiten an anzubeten haben wird, das ewige Rapital anbeten. Wenn hat, das nun seinen Antheil an der wirklichen Welt verlangt, gekündigt, welche die Kammer nicht verrichten soll: teine aber, im Gegentheil, die sozialistische Bewegung durch die Form kommt er auf die Arbeitersyndikate zu sprechen und fragt, ob Berfassungsrevision, keine Trennung der Kirche vom Staate, der Produktion innerhalb der heutigen Welt und durch den Zu- man sich denn bei Schaffung des Syndikatsgefeßes eingebildet keine Veränderung der Wahlart d. i. kein Liſtenskrutinium, stand der politischen Gesellschaft bestimmt wird, wenn sie aus habe, daß dieselben einfach Hilfsvereine seien oder etwa Anlagen endlich keine Progressiv. Einkommensteuer, so daß als positiver dem Schooße der Gesellschaft, aus dem Innern der Dinge wie zu Konsumvereinen bilden werden. Nein, denn alle diese Hilfs- und Theil nur die Berathung des Budgets und einiger Bettelsuppen aus dem Herzen des Proletariats hervorgeht, dann fordern Sie sonstigen Vereine hatten schon früher bestanden. Man konnte somit gefeße: Gesetze über Sparkassen, Hilfsvereine, Konsumvereine 2c. die Regierungsmajorität, indem Eie sie zum Kampfe gegen diese nur im Auge haben, den bis dahin zerstreuten Arbeitern durch ihre verblieb. Dafür aber und das hatte nebst dem negativen Bewegung auffordern, zum heftigsten und gewagtesten aller Vereinigung und ihren Zusammenschluß das Gefühl größerer Theil des Programms der großen Verdauungspartei der Kammer Kämpfe auf. Macht zu verleihen und der Koalitionsbewegung, falls ihre For am meisten behagt hatte Herr Dupuy erklärt, daß die RegieUnd Jaurès zeigt sodann, daß wenn man die, welche man derungen, sei es in bezug auf Arbeitszeit oder Arbeitslohn bei rung unter feinen Umständen diejenigen als Freunde oder Ver- Führer" nenne, niederschlagen, einsperren oder fnebeln würde, dem Unternehmerthum kein Gehör fänden, mehr Einheit und Zu bündete betrachten könne, die nicht das Privateigenthum unverdrossen und mit Nothwendigkeit neue aus dem Volte sammenhang zu geben. Und nun die Arbeiter in ihren Syndiund die Freiheit der Arbeit als ein nothwendiges Prinzip hervorsteigen würden; zeigt, wie die Entwickelung der Pro- katen wirklich das Gefühl einer neuen Kraft empfinden, die ihnen anerkennen; daß sie ferner die Lehren, welche die duktionsbedingungen, des Maschinenwesens und der Groß- die Verwirklichung der sozialen Gerechtigkeit zu hoffen erlaubt, anonyme Tyrannei des Staates" an Stelle der industrie den Handwerker, das Kleinbürgerthum immer mehr ins fagt man, die Syndikate träten aus ihrer Rolle heraus, sie seien individuellen Initiative seßen wollen, von sich Proletariat hinabschleudert, dessen Heer durch den Zuzug all der eine Art Schule, eine Art Werkzeug der sozialistischen Propaganda stoße und jede Agitation, welches auch die An Enteigneten und Beraubten der heutigen gesellschaftlichen Drd geworden. Es giebt aber nur zwei Mittel für die Arbeiter, eine führer und Aufwiegler" fein mögen, mit nung von Tag zu Tag mächtiger anschwillt; zeigt endlich, wo Berbesserung ihrer Lage zu erlangen: entweder die Koali Energie unterdrücken werde. Und giebt es welche, die eigentlichen Führer", die eigentlichen Aufwiegler zu suchen tionen, die man Streits nennt, behufs theilweiser, unmitteldie ihren revolutionären Prätension en internationale feien. Sie befinden sich," ruft er Herrn Dupuy zu, weder barer, vorübergehender Verbesserungen, oder die Erringung Tendenzen beifügen dem Baren zu Füßen liegen, heißt unter den Arbeitern, welche die Gewerkschaften organisiren, die der politischen Gewalt behufs einer dauernden, definiin Dupuy's Munde patriotisch, einem ausländischen oder gar Sie heimtückisch auflösen wollen, noch unter den Theoretikern tiven und normalen Verbesserung. Und diejenigen, die es den deutschen Sozialisten die Hand zu drücken, antipatriotisch- so des Sozialismus, noch unter dessen Verbreitern; nein, die Syndikaten zum Vorwurf machen, daß fie aus der einfach gewerde die Regierung sie im Namen des Vaterlandes hauptsächlichsten Anführer, die hauptsächwerkschaftlichen Agitation heraustreten, um sich zu einer allge bekämpfen. lichsten Aufwiegler sind zuvörderst unter den meinen, erhabeneren politischen Anschauung zu erheben, merken Kaum war diese neuartige Erklärung der Menschen- und Kapitalisten selbst, dann in der Regierungs- nicht, daß sie es sind, welche die Arbeiter zu den Streits als Bürgerrechte" losgelassen, als sich der sozialistische Abgeordnete partei selber." einziges Aktionsmittel drängen, während ihnen der Sozialismus von Carmaux, Jaurès, zum Worte meldete, um die Re Fortfahrend wundert sich Redner, wie die Herren so mit ein viel wirksameres und ausgedehnteres Aktionsmittel in der gierung über ihre allgemeine Politik zu interpelliren. Mehrere Blindheit geschlagen sein fönnen, um diese mächtige Bewegung, Erringung der politischen Gewalt bietet. Abgeordnete wollten die Interpellation auf zwei Tage verschoben die in allen Ländern mit kapitalistischer Entwickelung gleichzeitig Zum Schlusse tommt Jaurès auch auf die Legende vom wissen, doch da Herr Dupuy erklärte, bereit zu sein, diefelbe gleich hervortrete, einzelnen Personen zuzuschreiben und nicht zu sehen, Bauer als Besitzer des Grund und Bodens zu sprechen, eine entgegenzunehmen- obwohl, wie sich bald zeigt, er im Grunde wie sich der Sozialismus überall, selbst in dem von ihnen als Legende, die immer mehr und mehr im Schwinden begriffen sei. ebenso wenig bereit" war, als bei dem seinerzeitigen Brande des Bufluchtsort des Individualismus bezeichneten England aus: Er weist zu diesem Behufe auf die offizielle Statistik hin, wonach Wiener Ring- Theaters Alles gerettet" war, erhielt Jaurès breite, wo die Trades- Unions es aufgeben, blos gewerkschaftliche die großen mittleren Landwirthe drei Viertel das Wort, der nun in einer ebenso formgewandten als gehalt Agitation zu betreiben, sondern in die politische Aktion treten, landwirthschaftlichen Bodens besigen, während die Millionen pollen Rede dem Ministerpräsidenten und seinen Trabanten eine wo sie sich nicht mehr in ihre Insel einschließen, sondern an Bauern den vierten Theil davon besitzen. Lektion ertheilte, die ihnen wohl noch lange nachtlingen wird. allen internationalen Kongreffen theilnehmen, wo sie selbst die 7 Millionen Landarbeitern giebt es kaum anderthalb Nachdem er nämlich eingangs derselben darlegte, daß es sehr Formeln des Sozialismus, wie dies ihr Kongreß von Belfast Millionen, ihren eigenen Boden bearbeiten, leicht sei, diejenigen als schlechte Patrioten zu bezeichnen, die von gezeigt, zu den ihrigen machen, und wo unter dem Druck der dabei werden diese Bauern noch von den Steuern, dem Wucher der Rolle des Vaterlandes eine erhabenere Borstellung als Dupuy sozialistischen Ideen die Regierung gezwungen sich sehe, in den und den Hypotheken erdrückt; ihnen zur Seite 2 Millionen und Konsorten haben, sagte Jaurès:" Was uns anlangt, werden Streitigkeiten zwischen Kapital und Arbeit zu interveniren und Gutsarbeiter( Knechte 2c.) und 2 Millionen Tagelöhner, also ein wir uns bei diesen Details nicht aushalten. Für uns ist die zwar nicht wie die Minister der französischen Republik, um die enormes Landproletariat, das zu keinem Eigenthum mehr geministerielle Erklärung vollständig klar: es ist eine Kriegs- Arbeiter niederzutreten, sondern um einen ehrenhaften Waffen- langen kann und unter welchem die Sozialisten zur Vervollerklärung an die sozialistische Partei. Alle stillstand herbeizuführen. Und diefer Bewegung gegenüber, welche ständigung ihrer Macht behufs Erringung der öffentlichen GeWorte, die ganze Haltung der Regierung deuten uns den Krieg die verschiedensten Bölfer, welches auch das Klima, das politische walt und der wirthschaftlichen und politischen Enteignung der " " " 1 Sonntagsplauderet. " 0 und taum die -de Von und gegen die schwarze Rabenschaar losgelassen war, ist einer hören, in Zeitungsaufsäßen und in Bürgerversammlungen Abspannung gewichen; und es war doch solcher Hochgenuß, das Gruseln vor den Jesuiten, die nunmehr Deutschland Es kam ein Fall geflogen, ein Edelfalke war's," so sich finstere Riesen einzubilden und einen weltumspannenden überschwemmen werden, zu lehren. Aber kein Entrüstungslautele der Aufang eines mehr überschwänglichen, als ge- Bauberer zu Rom, gegen die man als lichte Heldengestalt sturm wird mehr möglich sein; man empfindet, daß selbst schmackvollen Gedichts zu Ehren des gewaltigen Kultur zu Felde ziehen konnte. Heute brennt dieser selben Bürger- die geschmeidigste jesuitische Organisation heute nicht mehr kämpfers und Ministers Dr. Falck. Der Begeisterungs- welt der Boden ganz anders unter den Füßen. Heute reicht Welt und Wissen zur Umkehr zwingen kann; und wen taumel für den Kulturkampf zum Preis des neuerstandenen ihr eine Bewegung an den Hals, die triebkräftig in leben mag das Angstgeflapper furchtsamer Leute ernsthaft preußisch- deutschen Reiches hatte den Siedegrad erreicht. bigfter Gegenwart wurzelt; und da steht es windig um stören? Gutpreußische Gemüther mögen sich vielleicht auch Eine Gedankenwelt war wieder in weiten Bürgerkreisen die Heldenhaftigkeit. Gegen schwarze Halbgespenster davor entsetzen, daß Dr. Sigl, der furchtlose Bayernpatriot, lebendig geworden, wie sie etwa in Guzkow's dickleibigem die Derrostete Ritter Rüstung anlegen, das ist die Herren Jesuitenväter so enthusiastisch die„ Edelsten der Roman vom Zauberer in Rom" offenbart wird. Ber- fein Meisterstück. Gegen die neuen Eroberer, gegen Nation" neunt. Was dieser fürchterliche Sigl lobt, wie spätete Romantik hatte die Gemüther erfaßt, und nicht viel die Kämpfer, die nicht für halbabgestorbene, sondern soll das nicht höchst schauderbar sein. Diese Leute haben fehlte, so hätte man die herrliche Anspielung auf den lebenswarme Ideale einstehen, sich zur Wehr zu sehen, dazu feinen rechten Sinn für Humor, und hat nicht der brave Minister Falck„ Es tam ein Falt geflogen" die Schultnaben reicht es nicht in diesem Bürgerthum. Da verstummt das Sigl in einem Athem die Jesuiten die sichersten Stüßen auswendig lernen lassen, auf daß auch sie im Kampf um die Heldenmaul. der Gläubigkeit und guten Ordnung genannt? Das bischen höchsten Jreale des neuen Reichs gestärkt würen. Wie in Kazenjämmerlich war es selbst den nationalliberalen von preußenfresserischem Sport, das in Herrn Sigl lebt, Guzkow's antipapistischem Roman sich die deutsche Mensch- Mannesseelen zu Muthe, als sie zum letzten Male noch im das entfremdet ihn im Grunde der Welt der Gutgesinnten heit in zwei Hälften theilt, in die Waiblinger mit strammen Reichstag und vergeblich vor der Wiedereinführung der nicht allzusehr; und der jesuitenscheueste Nazi", so nennt hegt blonden Schnurrbärten und offenblickenden blauen Augen, Jesuitenväter waruten. Selbst Herrn Marquardsen, in der man in Sigl's Heimathsstadt die Nationalliberalen und in die Welfen, die einem unsagbar grauenvollen, ges Rolle der Kassandra, der Unglücksprophetin, deren Weisheit ähnliche zarte Empfindungen, wie Dr. Sigl, sobald es gegen heimnißreichen Willen, der zu Rom seinen Ursprung hat, man nicht hören will, fehlte es an dem stolzen Krieger- den Umstürzler, den bösen Sozi" geht. Das ist drollig, unterthänig waren, so war es damals unter dem Bürger- pathos, das den kulturkämpfenden Menschen in früheren daß man um ein Häuflein von Jesuiten so viel Lamento thum felbft auf katholischen Gebieten deutscher Erde. Der Zeiten auszuzeichnen pflegte. Andere Sorgen, andere macht, daß man so ängstlich uns're edle, menschliche Bürger, der sich nur irgendwie frei wußte von starrster Schmerzen bewegen die heutige Welt. Instinktiv fühlen Moral vor den Einflüssen des Jesuitismus wahren will, Kirchlichkeit und liberalisirenden Anschauungen huldigte, das auch jene, die noch immer an romantischen indeß jede Woche, jedes Alltagsereigniß den Beweis erbringt, zählte fich ohne Zagen dem blonden Kraft- und Kulturadel Träumen festhangen und sich grausige Schattenbilder welche Verderbtheit der Auschauungen Handel und Wandel zu und nahm eine heldenhaft- martialische Haltung an. vom Zauberer von Rom und seinen geschäf- erfüllt. Zur Zeit wird in Berlin ein Prozeß geführt, der Man berauschte sich am tönenden Phrasengebimmel und zog tigsten Helfern ausmalen, den finsteren, schleichenden aus jener Zeit stammt, da die gute Ordnung unserer Gea Nachts frohgemuth seine weiße Nachtmüze über die langen Jesuiten um deren abgemagerten Glieder die dunklen Gesellschaft in einer Reihe von Bankschwindeleien und BankOhren, in dem stolzen Bewußtsein, die schwarze Raben wänder schlottern und deren raffinirt verschmigte Köpfe brüchen sich offenbarte. Hugo Löwy, der Bankier, über schaar, die um freie deutsche Höhen kreist, wieder einmal von schwarzen, tief in die Stirn gedrückten Hüten be den vielleicht, indeß ich diese Zeilen schreibe, das Strafverscheucht zu haben. Was damals für drollige Hanswürste schattet werden. Nüchtern leiern sie ihre Sprüchlein ab urtheil gefällt ist, gehört zuin Typus der Sommerfeld und in deutschen Landen ihr Wesen trieben! Das war die Zeit, gegen die Satanskinder, die Jesuiten, aber sie prahlen nicht Friedländer. Mit Raubihierinstinkten ausgestattet, sieht in der jedes blutarme Amtsrichterlein sich auf den streit mehr heldenhaft, sie donnern und wettern nicht mehr, ihre er, wo er auch weilen möchte, in Wien, Paris, in Bosnien baren Bollsaftmenschen Ulrich Hutten ausspielte. Kampfluft ist beruhigt, und sie getrauen sich nicht mehr, oder in Berlin sein besonderes Jagdgefilde. Genuß- und Heute fingt man dem Edelfalten keine Hymnen mehr; sich als die ausschließlichen Ritter und Retter des deutschen, Geldgier beherrschen ihn. Jedes Mittel ist ihm erlaubt, der Rausch ist verflogen. Die donquixotische Wuth, die freien Geistes vorzustellen. Freilich, man wird nicht auf- Geld zu gewinnen, Seine Intelligenz reicht über das A " fapitalistischen Bourgeoisie, welche den Bauer wie den Arbeiter ausbeutet, hinreichende Kräfte finden werden. Auf das Vorgehen der Regierung hinweisend, die, um die fozialistische Bewegung bekämpfen zu fönnen, sich gezwungen sehe, die Feinde der Mepublik von gestern als Herren in diefelbe einzuführen und auf allen Gebieten, dem politischen, fistalischen, wie gewerkschaftlichen, das Wert der Realtion zu verüben, schloß Jaurès seine von der sozialistischen Fraktion mit besonders lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede, deren Bann fich selbst die Diegierungsfreunde nicht entziehen fonnten, mit der Einbringung eines Schlußantrages, welcher ausspricht, daß die Kammer, die rückläufige und provokatorische Politit des Ministeriums verurtheilend, zur Tagesordnung übergeht. alle gleichgesinnten Vereine und Kollegen die dringende Bitte, werden mußte, wo der Zustand als unheilbar erkannt wurde. die Agitations- Kommission mit Geldmitteln zu unterstützen. Im Berufungsverfahren sprach das Schiedsgericht dem Arbeiter Beuthur. 3. B Ein wesentliches Kampfmittel ist und wird in Zukunft die die Rente für völlige Erwerbsunfähigkeit ohne zeitliche EinBreffe sein. Wir richten an alle sielbewußten Kollegen die schränkung, also für die ganze Dauer der Krankheit, zit. G3 bringende Aufforderung, für weitefte Verbreitung des Handels- fügte sich hierbei einmal auf den Wortlaut des Gesetzes, daß die Angestellten"( Redaktion Berlin SW., Solmsstr. 24) Gorge zu Entschädigung zu leisten ist für die Dauer der Erwerbsunfähig= tragen; das Blatt hat bisher unermüdlich unsere Interessen ver- feit", also nicht lediglich bis dahin, wo etwa ohnehin die Ertheidigt, wir müssen dafür Sorge tragen, daß das Blatt in den werbsunfähigkeit eingetreten wäre; sodann auf mehrfache Entweitesten Kreisen der Kollegenschaft gelesen wird. Man abonnirt scheidungen des Reichs- Versicherungsamts, daß gegenüber dem den Handels- Angestellten", der alle 14 Tage erscheint und gedachten Wortlaut die allgemeinen zivilrechtlichen Grundfäße 75 Pf. pro Quartal foftet, bei der Post( Nr. 2820a) und bei über Schadenersatz, was die Dauer der Entschädigung anlangt, allen Spediteuren, sowie bei der Buchhandlung des Vorwärts", nicht weiter Anwendung finden. In der Rekursinstanz wurde vom Reichs Versicherungsamt ein ärztliches Gutachten eingeholt, welches aussprach, daß der Verlegte auch ohne den Unfall spätestens in einem Jahre völlig irrfinnig und erwerbsunfähig geworden sein würde. Daraufhin entschied das ReichsVersicherungsamt, daß der Verletzte nur für ein Jahr Entschädigungsrente zu beziehen habe. Diese Entscheidung ist, wie die Bolts- Beitung" zutreffend bemerkt, infofern von hohem Interesse, als sie nicht nur eine vollständige Umkehr des ReichsVersicherungsamts von dessen früherer Praxis bedeutet, sondern auch die Frage aufwirft, inwieweit das neue Prinzip mit den positiven Bestimmungen des Unfallsversicherungs- Gesezes, fomie mit dem Willen des Gesetzgebers in Einklang steht. Könnten nicht auch mit dem gleichen Rechte die Renten für die Hinterbliebenen der durch Unfall getödteten Arbeitnehmer gekürzt werben, wenn man nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung sich zu der Annahme berechtigt glaubt, daß der Verunglückte auf natürliche Weise zu einem früheren Zeitpunkte gestorben wäre, als der gefeßlich bestimmt begrenzte Zeitraum für die Rentengewährung an die Sinterbliebenen verflossen sein würde? Die Berufs genossenschaften werden es im finanziellen Interesse natürlich nicht ungern sehen, wenn das Reichs- Versicherungsamt den jezt ausgesprochenen Rechtsgrungsab in Bukunft festhielte. Ebenso sicher ist aber auch, daß die Streitfälle sich um ein Erkleckliches vermehren werden. Und was hatte Dupuy, der sich so bereit erklärt hatte, die Die Agitations- Rommission hat beschlossen, in der nächsten Interpellation gleich entgegen zu nehmen, darauf zu antworten? Beit ihr Hauptaugenmerk auf die alte Forderung zu legen, die Außer einigen Impertinenzen, die feine Belegenheit, was er nun Thätigkeit der Gewerbegerichte auf die Handlungsgehilfen aussagen soll, nur schlecht mastirten, nichts als eine theilweise, und zudehnen. Nur Gründe der Bequemlichkeit, nicht fachliche Gründe zwar recht ungeschickte Umschreibung der ministeriellen Er waren es, die die Handlungsgehilfen bisher von dieser Institution tlärung, so daß ihm, als er von der Tribüne stieg, ausschloffen. Wir müssen durch rege Agitation und durch den nicht einmal feine engeren Freunde Beifall zu spenden Nachweis der unhaltbaren Zustände, der Rechtlosigkeit unter der wagten. Zu seiner Entschuldigung Tönnte allerdings die Handlungsgehilfen leiden, einen Druck auf die gefeßgebenden dienen, daß selbst die besten unter den ihm folgenden Körperschaften ausüben, diese Bequemlichkeit fallen zu lassen. Rednern, sowohl von ministerieller wie von oppofitioneller Seite, Die Agitations- Kommission richtet an alle Kollegen die den Eindruck der Jaurès'schen Rede nicht zu verwischen verbringende Aufforderung, über Gerichtserkenntnisse Mittheilung an mochten. Die ganze dreitägige Kammerdebatte war überhaupt den Unterzeichneten gelangen zu lassen, die deutlich zeigen, wie nichts anderes als eine offene Kundgebung des geistigen die Handlungsgehilfen unter der jetzigen Rechtsprechung leiden. Bankrotts der Bourgeoisie. Und sie zu dieser Rundgebung ge- Die juristische Bearbeitung diefer Fälle hat in freundlicher drängt zu haben, ist das Verdienst der sozialistischen Fraktion, Weise Herr Rechtsanwalt Dr. Herzfeld, W, Leipzigerstr. 95, der einzigen und zwar glänzenden Siegerin in diesem geistigen übernommen. Waffengange. Und nun an die Arbeit, Kollegen! Ohne Kampf fein Sieg! Die Agitations Kommission der Handlungsgehilfen Deutschlands. J. A.: Julius Zürt, SW, Solmsstr. 24. Einen hartnäckigen Kampf, der nun bereits 5 Monate dauert, führen gegenwärtig die Glasarbeiter Schottlands. den mit den Fabritanten stattgefunden, ohne, daß eine Einigkeit Seit dem 1. November haben bereits 3 Sigungen der Streife erzielt worden wäre. Bekanntlich handelte es sich darum, den Arbeitslohn in Schottland auf gleiche Höbe wie in England zu stellen und damit der fortwährenden Stonkurrenz unter den Arbeitern ein Ziel zu setzen. Die schottischen Glasarbeiter sind von der Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit diefer Maßregel so durchorungen, daß sich bis heute noch fein einziger Blafleg" ( Streifbrecher) gefunden hat; und auch kein einziger Lehrling arbeitet. Die Unternehmer mutheten den Arbeitern zu, 25 pt. billiger zu arbeiten, als zuvor, was dieselben zurückwiesen. Die Glasarbeiter haben auch in Erfahrung gebracht, daß die Schottischen Fabrikanten in deutschen Hütten ihre Fabritate her itellen lassen, wo die elendsten Löhne gezahlt werden. 300 Glasmacher, welche noch im Ausstand, appelliren nun an Die das Solidaritätsgefühl ihrer deutschen Kollegen, sie nach Kräften unterstützen. Soziale Lleberlicht. Aufruf! Bur Lage der ausgesperrten Glasarbeiter in Krenzuach. Kollegen! Neunzehn Wochen sind verflossen seit der Zeit, wo der Hüttengewaltige Brückmann seinen Baunstrahl gegen uns in alle Welt geschleudert hat, weil wir nicht zu Kreuze gefrochen find und uns zu willenlosen Werkzeugen erniedrigten. All' unser Bemühen, irgendwo Arbeit in unserem Berufe zu erhalten, ist gescheitert, überall tönt uns die öde, falte Antwort entgegen: " Für Euch haben wir keine Arbeit." Wo dies nicht geschieht, erhalten wir auf unsere Anfragen überhaupt keine Antwort. Nun ist der Winter da und mit ihm ziehen Noth und Kummer in verstärktem Maße ein. 3ft unser Verbrechen" so groß, daß wir eine solche Strafe verdienten? Es ist uns heute weniger denn je möglich, um die Gunft derjenigen zu bitten, die in der Unterdrückung der Arbeiter die Stillung ihres Rachedurftes versuchen. Mögen sie es mit ihrem Christenthum" und ihrem eigenen Gewissen abmachen. Weil wir aber für unsere heiligsten Menschenrechte, für die Sache der gesammten Kollegenschaft eingetreten sind, deshalb dürfen wir wohl auch auf ihre Hilfe in unferem schweren Kampfe rechnen. Wir wenden uns besonders deshalb an tie Kollegen, weil wir die Last der Unterstützung nicht ganz allein auf den Verband abwälzen wollen. Wir thun es auch deshalb aus Stücksichten für den Verdand, weil dessen Hilfe bei der gegenwärtigen Arbeitsstockung auch noch von vielen anderen hilfsbedürftigen Kollegen in Anspruch genommen ist. Wir bitten daher die Kollegen allerorts, unserer zu gedenken, uns, soweit es ihnen möglich, materielle Silie zu spenden und auch ferner das Arbeitsangebot nach hier zu vermeiden. Sendungen wolle man wie bisher an die bekannte Adresse: Alb. Gebel in Bergedorf, Hintern Graben 18, richten. Das Romitee ber ausgeschlossenen Glasmacher in Kreuznach. Alle Sendungen sind zu richten an oder an: Mr. Alfred Greenwood, 2 Wesley Street Castleford England Mr. John Linn, " 8 Carbeth Street. Possilpart. Glasgow Schottland. Dresden soll, laut Beschluß der Dresdener Stadtverordneten Versammlung anstatt drei in Zukunft sieben Schulärzte haben. Diefelben werden vom Magistrat auf je drei Jahre angestellt gegen eine Entschädigung von 500 M. Also doch einmal ein fleiner Fortschritt aus Eachsen, was wir in unserer Be scheidenheit nach dieser Richtung hin mit Befriedigung registriren wollen. Die Gewerbegerichte Württembergs sollen nach einer Verfügung des Junizministeriums den Zivilkammern der Landgerichte unterstellt sein und zwar nicht nur als Berufungs- und Beichwerde- Justanzen, sondern dergestalt, daß die genannte Auf fichtsbehörde die Gesammtaufsicht über die ganze Handhabung der Geschäftsführung der betreffenden Gewerbegerichte auszuüben hat und demgemäß jederzeit durch Einforderung von Aften und Berichten sich eine diesbezügliche Einsicht verschaffen und mahnend und korrigirend vorgehen kann. Nachstehende Bekanntmachung begegnen wir in einem westpreußischen Kreisblatte: Anstellung erfolgt auf 24stündige Kündigung gegen eine tägliche Die Stelle eines Nachtwächters ist neu zu besetzen. Die Nemuneration von 1,50 M. Die Stelle ist nicht pensionsberechtigt und erfordert kräftige Gesundheit und Energie. versorgungsberechtigte Bewerber erhalten den Vorzug. Bewerbungsgesuche find baldmöglichst einzureichen. Zivil. Stolp, den 20. November 1893, Der Magistrat. Matthes. Daß selbst zu diesem beneidenswerthen Nachtwächterposten, fich finden werden, davon sind wir leider nur zu fehr überzeugt, vielleicht auch folche, die in des Königs Rock" gesteckt haben, Ueberzeugt find wir aber auch, daß die Bürger von Stolp für ihre Nachtruhe und Sicherheit mehr auszugeben im stande seien, als solch schäbigen Lohn. Was die Volksschullehrer in Bezug der Aufbesserung ihrer wirthschaftlichen Verhältnisse vom heutigen Vater Staat zu erwarten haben, geht zur Evidenz aus einem höchst wahrscheinlich aus Lehrerkreisen stammenden Stoßseufzer hervor, den die Oldenb. Nachr." bringen. Es heißt da: Das dem Landtage vorgelegte Gehalts- Regulativ für den oldenburgischen Zivildienst wird von den betreffenden Beamten freudig begrüßt. Fast alie Kategorien sind darin berücksichtigt; selbst der geringste Subalternbeamte bekommt in Zukunft von 3 zu 8 Jahren 100 m. Alterszulage. Nur die Volksschullehrer stehen zurück; sie beziehen Alterszulagen von nur 75 M., die ihnen bei guter Dienstführung in Zwischenräumen von 5 zu 5 Jahren zu Theil werden, so daß ein Lehrer, der nicht zugleich Organist ist, als Ge baltsmaximum nach Böjähriger Dienstzeit außer freier Wohnung An die Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlaude. 1770 m. erhält. Vergleichen wir diese Einnahme mit derjenigen Tie Zeit der Geschäftsstille nach Weihnachten muß zu unaufder höheren Subalternbeamten, so erinnern wir uns mit Webhaltsamer Agitation benugt werden. Schon sind unsere Gegner muth an den Ausspruch des Herrn Landtags Abgeordneten bei der Arbeit, den ungeheuren Eindruck, den die Aufdeckung der Schröder vom 7. Dezember 1887; er hoffe, daß die Zeit kommen Traurigen Berhältnisse im Handelsgewerbe durch die Statistit werde, wo die Lehrer den höheren Subalternbeamten hinsichtlich der Reichskommission gemacht hat, wieder zu verwischen, schon des Gehalts gleichgestellt würden. Noch schlimmer sind für die wird es für unmöglich erklärt, eine Verkürzung der Arbeitszeit, Lehrer die Verhältnisse in Ostpreußen. Dort müssen junge eine Fessehung der Ladenzeit zu bestimmen. All' jene traurigen Gründe, die bei Bertheidigung der Sonntagsarbeit ins Feld ge in Genf einen internationalen Kongreß abhalten mit der Tages so lange es noch Lehrer giebt, welche sich in den Dienst fulturDie sozialistischen Studenten werden am 21. Dezember Lehrer, wie in der Preuß. Lehrer- Zeitung" zu lesen, oftmals 6-10 Jahre lang mit täglich 1,48 M. auskommen.-Freilich, führt wurden, werden wieder hervorgeholt, die bürgerlichen ordnung: 1. Das schulgebildete Proletariat und feine Rolle in Parteien sind kräftig tei der Arbeit, jeden Fortschritt in der der sozialistischen Bewegung. 2. Der wissenschaftliche Sozialismus feindlicher Parteien stellen, denen sie bei Wahlen noch SchlepperLage der Handlungsgehilfen zu verhüten und der ganze Werth und seme Stellung zuin Staatssozialismus und Antisemitismus. dienſte leisten, werden sie kaum erwarten können, daß ihre Lage der Clatifit wird bald vergessen sein, wenn wir nicht energisch 3. Die Kriminalität( Verbrechens häufigkeit) vom sozialistischen verbessert wird. Wo soll der im militärischen Drill erzogene an die Arbeit gehen und unermüdlich die Berkürzung der täg Gesichtspunkte. 4. Mehrere als dirette Folgen der gegenwärtigen Junker das Verständniß hernehmen für die Aufgaben und Be lichen Arbeitszeit und Latenzeit fordern. Wo es möglich ist, wirthschaftlichen Berhältnisse betrachtete Krankheiten. Weiter deutung der Volksschullehrer, welche die Erziehung der Kinder müssen aufs neue Bersammlungen einberufen werden, um den werden Berichterstatter aus den verschiedenen Ländern referiren, des Volkes zu leiten haben. Gegnern zu zeigen, daß die Handlungsgehilfen nicht mehr gewillt man wird über die Propaganda in Schulen und unter den Schul- Das Schulgeld nach Einkommensteuersägen zu find, sich jede Unterdrückung ruhig gefallen zu lassen. In denjenigen Städten, in denen noch feine Organisationen gebildeten sprechen; endlich will man sich über Schaffung einer regeln hat fürzlich die Stadtverordneten- Bersammlung in bestehen, müssen Organisationen geschaffen werden, besonders internationalen Föderation der sozialistischen Studenten be- Ottweiler beschlossen. sprechen. in den großen Handelsstädten Bremen, Halle, Chemnitz, Stutt gart, Mannheim, Frantfurt a. M., Breslau, Königsberg i. Pr., Danzig und Stettin. Während es fich hier aber um den Gymnasialunterricht handelte, ist in 2abr i. B. beschlossen Ein interessanter Fall aus der Rechtsprechung des Reichs- worden, den Volksschul- Unterricht unentgeltisch zu gestalten. Der Berficherungsamts wird der Bolts- Beitung in folgendem mit- tadträthliche Antrag ging freilich weiter; in diesem war auch Die Agitations- Kommission richtet an die Kollegen und Ge- getheilt: Ein Arbeiter, welcher unter einer gewissen geistigen der unentgeltliche Unterricht in den höheren Bürgerschulen benossen dieser Städte die dringende Bitte, ihr die Adressen gleich Abnormität litt, die jedoch seine Arbeitsfähigkeit in feiner Weise fürwortet für Eltern oder Fürsorger, die mit weniger als 1000 m. zur Einkommensteuer veranschlagt sind. Dazu bemerkte ein gefinnter Kollegen zuzuschicken. beeinträchtigte, wurde durch einen Betriebsunfall am Fuße schwer Kommerzienrath Sander,( natürlich ein Kommerzienrath mußte Wenn der erneuete Kampf Erfolge zeitigen soll, so muß die verlegt. Infolge dessen steigerte sich jene geistige Störung derart, es ja fein) daß er die Schulgeldfreiheit der unbemittelten Klaffen Agitations- Kommission gestärkt werden. Mir richten daher an daß er nach kurzer Zeit in einer Frrenanstalt untergebracht für die Wolfsschule gerechtfertigt finde, weil der Volksschulbesuch ein Swang sei, bei der Bürgerschule fei das aber nicht der Fall. Dutzendmaß, um so rücksichtsloser wird er in seinem Handeln. prinzipien, wie sie sich Dank dem Kapitalismus ent- mit einer prinzipiellen Schulgeldbefreiung fönne er sich also hier Mit dem Aermel streift er das Zuchthaus; in Paris widelt haben. Ich weiß, ein Vertheidiger hat nicht mit nicht einverstanden erklären, dagegen folle der Schulkommission das Recht zustehen, braven und fleißigen Schülern der Bürgerwird er sogar verurtheilt; er Aber entwischt und fest pedantisch strengen Sittenbegriffen zu rechnen. schule in weitgehendster und entgegenkommendfter Weise im ge= sein Epiel unerkannt in Berlin fort. Den Wirr in meiner Unschuld meinte ich: der geniale", vielgeeigneten Falle das Schulgeld ganz oder theilweise zu erlassen. warr Doll Gefehen, die zum Schutz des Kapitals rühmte Auwalt Friz Friedmann werde doch auf einer Für auswärtige Schüler folle ein um etwa 50 pt. erhöhtes und des fapitalistischen Verkehrs nothwendig wurden, macht höheren Warte stehen, als die ist, von der herab er ver- Schulgeld erhoben werden. Ganz recht! Wozu brauchen auch der abenteuernde Sinn Löwy's fich zu Gute. Hunderterlei fündete: Geschäft ist Geschäft. Macht es Hinz nicht, so die Kinder des Volkes bessere Schulbildung; sie würden ja später vou Schiebungen werden versucht. Eine ganze Kette von macht es Kunz, Was Wollank an den Bahlmeistern that, als Arbeiter des Herrn Kommerzienraths zu flug und in demBerwandten und Freunden leistet dem Herrn Bankier" je nun, das ist geschäftlicher Brauch. Wenn der Ratten selben Maße weniger botmäßig sein. Schlepperdienste. Schlepper niedrigster Sorte, wie der„ olle fänger Hugo Löwy sein Echelmenlied pfeift, und die dummen Begräbniß von Selbstmörbern. Das tgl. Konsistorium Binfus Ehrlich", eine Menschenseele, deren inneren Schmus Hatten ihm in den Abgrund folgen, wer fann dafür? Der hat in einem Rundschreiben den ihr unterstellten Geistlichen jeder toch bald durchschauen muß, auch ohne tiefe Menschen geniale" Friz Friedmann kennt die Vorstellungswelt jener untersagt, dem Begräbniß von Selbstmördern amtlich beizu Durch fenntniß, fönnen in Berlin ein Haus machen" und Künst- Kreise, deren gesuchtester Anwalt er ist. Wer wird sich wohnen. In dem betreffenden Schreiben heißt es u. a.: ler und Schriftsteller und Beamte als Gäste bei sich sehen. dort erdreiften, den Rattenfänger einen Schelm zu heißen? die beklagenswerthe Wahrnehmung, daß die Zahl der SelbstMan weiß, in welchen Höhlen man verkehrt, aber was Bauernfang ist nichts Uebles, und wenn man dabei erwischt morde in letzter Zeit in erschreckender Weise zugenommen hat, thuts? Mau lebt bei Bintus Ehrlich in Saus und Braus, wird, so bat man eben Wialheur" gehabt. Malheur hat wächst, alles zu verhüten, wodurch das fittliche Urtheil der Geund in Erwägung, daß der Kirche hieraus die ernste Pflicht erund die fleinen Supers bei Uhl sind auch nicht übel. Aus auch Herr Löwy gehabt; sonst kann Friz Friedmann diesem meinden über diese schwere Sünde abgeftumpft werden könnte Maitressen werden Frauen, und Nichten und Basen und Finanzgenie feine Bewunderung nicht verjagen. Leicht hat und dem Borfommen solcher traurigen Berirrungen nach MögGhegottinnen müssen Dienste leisten, wenn es gilt die Leute ja Löwy gelebt; aber Genie und Leichtsinn sind einmal lichkeit vorzubeugen, sehen wir uns veranlaßt, die uns unterzu sichern, und Echiebungen möglich Sit machen. Zwillingsbrüder, Frizz Friedmann ist selbst Genie" stellten Geinlichen anzuweisen, sich jeglicher amtlichen Thätigkeit fommt das Charakteristische. Auch das ganze Thiergarten Viertel beschwört's er bei der Beerdigung von Selbstmördern zu enthalten, namenilich dieser Geschäftswelt ersteht ein Auwalt und er muß es also wissen. Was schadet es, daß Friß nicht in Amtstracht am Sarge oder am Grabe zu reden oder die spricht ein gewichtiges Wort, ein Wort, das die Grund- Friedmann's Behauptung eine schnoddrig hingeworfene Leiche zu begleiten. Ausnahmen von dieser Regel sollen nur moral der schachernden Bourgeoisie ausdrückt. Wenn die Phrase ist? Sie verblüfft, und das genügt einem genialen" Natürlich dürfen„ Ausnahmen" nicht fehlen. Mit diesen fein im Fall nachgewiefener Unzurechnungsfähigkeit." Ratten dem Rattenfänger folgen, ist der Rattenfänger da- Anwalt. Leichtsinn und Genie haben an sich nichts mit Ausnahmen" ist es eine ganz besondere Sache. Wenn ein rum strafbar?" Diesen Ausspruch, den man sich wohl einander gemein; und wenn der geniale Mensch gemeinig. armer Teufel im Drange feiner schier unerträglichen Noth Hand merken möge, thut Herr Frizz Friedmann, der Vertheidiger lich kein Rechenmeister und Pfennigfuchser sein wird, so an sich selbst legt, dann wird wohl kaum ein Geistlicher die Hugo Löwy's, Berlins berühmtester Bertheidiger in allen braucht er barum nicht gewissenlos und verschwenderisch Unzurechnungsfähigkeit" gelten laffen. Wenn aber ein reicher zweifelhaften Fällen. Als ich Herrn Friß Friedmann zum auf Kosten Anderer zu leben. Gewissenlosigkeit und frivoler Mann, etwa, weil er zu intime Beziehungen mit dem„ ollen ersten Wiale in seinem Amte kennen lernte, da erfaßte mich Leichtsinn, die find eng verschwistert; und gewissenlose Seemann" gehabt, sich das Leben nimmt, dann wird manchem ein heftiger Widerwille gegen diesen Mann. Es war im Schelme find die dattenfänger, an deren harmlojem Treiben Geistlichen die Unzurechnungsfähigkeit" fehr wahrscheinlich ergroßen Bahlmeisterprozeß, und Rechtsanwalt Friedmann Herr Friz Friedmann, der Anwalt der Ujancen unserer scheinen. Halten wir auch in jedem Falle, ob durch Selbstmord oder eines natürlichen Todes gestorben, die Mitwirkung des vertheidigte die Armeelieferanten Wollant und Genossen, Finanz- und Geschäftswelt, so gar nichts findet. Geistlichen bei der Beerdigung für überflüssig, so waren wir doch Echon damals erschien er mir mit all seiner dialektischen bisher des naiven Glaubens, daß vor der christlichen Kirche alle Epißfindigkeit als der geborene Anwalt der GeschäftsMenschen gleich sein sollten. Und " Alpha. " " Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr 1893/1894. Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von 81/2 bis 10% Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Montag Dienstag •. . • Mittwoch. Donnerstag Freitag. Do. Sonnabend Sonntag Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Gesezeskunde. Ost- Schule. Markusstr. 81. * Kaufm. Rechnen, Korres Deutsch( unt.). spondenz. Logit. Gefundheitslehre. Buchführung.chichte( mitt.). Geschichte( mittl.). Deutsch( unt.). • Gesundheitslehre. Deutsch( ob.). . Südost- Schule. Reichenbergerstr. 133. Montag.. Deutsch( unt.) Tienstag. Mathematit. . Mittwoch..* Rechnen. 8p. . Deutsch( ob.). Donnerstag. do. Freitag 8p. • Rea en( unt.). Buchfahrung. • . * Kaufm. Nechnen, Korrespondenz. Geschichte( alte). * Gesetzeskunde. * Buchführung( doppelte). Sonnabend. Voltsthüml. Medizin. Die mit bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der DoppelRäume ertheilt. Für alle drei Schulen an jedem Sonntag von 9-11 Uhr: NationalOekonomie im Arbeitsnachweis d. Packer u. Berufsg., Neue Grünstr. 10 I. Die Theilnahme an dem Unterricht der ersten Woche im Semester steht Jedem, auch Nichtmitgliedern, unentgeltlich frei. Für sämmtliche Lehrfächer werden neue Schüler und Schülerinnen aufgenommen. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist. Beitrag 25 Pj. monatlich, Echulgeld monatlich 50 Pf. An den mit be zeichneten Zahlstellen sind auch Billets zur Urania à 25 Pf.( welch' lettere bann nur eine Nachzahlung von 20 Pf. bedingen) gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Die Zahlstellen sind folgende: S. Börner, Ritterstr. 108. Schöning, Stallschreiberstr. 29. SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 108. * Schulz, Admiralfir. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. Windhorst, Junkerstr. 1. 0. * Ostschule, Markusstr. 31. Ungering, Breslauerstr. 27. 454/ 3* C. Wernau, Rosenstr. 80. N. Nordschule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Swinemünderstr. 120. * Gleinert, Müllerstr. 174. NO. * Gumpel, Barnimftr. 42. NW. Vogtherr, Stephanftr. 27a. Der Vorstand. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt 2. Beuth Straße. Berlin SW. Beuth- Straße 2. Am 10. Dezember 2c. erscheint in unserem Verlage: Buch der Freiheit. Gesammelt und herausgegeben pon Karl Hendrell. 3mei Bände, je zirka 20 Bogen umfassend, à Mark 1,75 elegant in Prachtband gebunden, komplet Mark 5, Bei Voraus Bestellungen, die bis 10. Dezember eingehen, gewähren wir Vorzugspreise: Wart 1,50 pro Band und Mart 4,50 für den fompleten Prachtband. 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Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin, SW, Beuthitraße 2. 3. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 284. Gerichts- Beitung. Sonntag. den 3. Dezember 1893. Wilhelmftr. 119/120 inne gehabt hat, bis in das Kleinste in die geschäftlichen Unternehmungen ihres Mannes eingeweiht war. V 10. Jahrg. immer wieder auf die Beine fam. In Paris sei es endlich gelungen, den gewandten Mann einmal zur Bestrafung zu bringen. Georg Lewin, der früher ein Handschuhgeschäft und jetzt Schließlich habe er den bekannten Griff in die Kaffe der Petite Der Prozeß gegen den Bankier" Hugo Löwy und ein Herren- Ausstattungsgeschäft in der Passage auf den Namen bourse gethan, welcher eine große Aehnlichkeit habe mit dem Genossen wegen betrügerischen Bankrott u. f. w. feiner Frau( Löwy's Schwester) betreibt, ist f. 3. auf Wunsch Griffe, welchen später Arnauld in das Portefeuille der Komwird, wie wir unseren Lesern bereits mittheilten, seit dem 20. No- Löwy's in dessen Geschäft als Kaffrer eingetreten. Er soll viele manditgesellschaft Löwy u. Co. gethan habe. Löwy verschwand vember vor dem hiesigen Echwurgericht verhandelt und hat Vortheile von Löwy gehabt haben; dieser hat auch die Mitgift aus Paris und tauchte am 5. November 1888 in Berlin wieder gestern endlich seinen Abschluß gefunden. Die langen Verhand- für seine Schwester bezahlt und die Häuslichkeit eingerichtet. auf und zwar im Hotel Prinz Heinrich unter falschem Namen. lungen entrollten im Wesentlichen dasselbe Bild, wie im ersten Abgesehen von dem Arnauld'schen Falle wird er der Theilnahme Er wußte, daß man ihm auf den Fersen war. Nun ging Löwn Löwy- Prozeß. Den Hauptinhalt der Verhandlungen fassen wir an dem betrügerischen Bankrott um deswegen beschuldigt, weil zu dem Rechtsanwalt Dr. Friedmann, um mit dieſem zu nachstehend zusammen. Auf der Anklagebant nahmen play: bei ihm nach der Verhaftung Löwy's 8 Löwn'sche Wechsel vor- berathen, wie er wieder in den Besitz des abgenommenen 1. der„ Bankier" Hugo Löwy, 1852 in Tarnowit( in Galizien) gefunden wurden, weil er in das Getriebe des Löwy'schen Ge- Geldes gelangen kann. Seinem Rechtsanwalt gelang es geboren, vorbestraft in Paris im Jahre 1886 megen Bankrotts schäfts völlig eingeweiht war und bei Weiterveräußerung ein- schließlich, durch seine Schriite bei dem Staatsanwalt und dem und einfachen Betruges zu 6 Monaten Gefängniß, im Jahre 1889 gegangener Effekten wiederholt mitgewirkt haben soll. Justizminister nach Maßgabe der damaligen rechtligen Lage die wegen Vertrauensbruchs zu 2 Jahren Gefängniß, endlich durch Was endlich Ehrlich betrifft, so wird von ihm behauptet, Herausgabe des Geldes und die persönliche Sicherheit für Löwy Urtheil der IV. Straikammer des Landgerichts I vom 6. Oktober daß er bald in Ueberschuß, bald in Dürftigkeit gelebt habe. hierselbst zu erwirken und derselbe fonnte nun Deuschland als 1892 wegen Unterschlagung in 7 Fällen mit 2 Jahren 9 Monaten Nachdem er 1890 von Wien nach Berlin gekommen, soll er von den goldenen Boden betrachten. In charakteristischer Weise hat Gefängniß und 2000 W. Geldbuße, welche Strafe er jetzt verbüßt. Hugo Löwy als" Remissier" engagirt worden sein. Der Staats- er alsdann gegen seinen Vertreter, der sich so um ihn bemüht, 2. die Ehefrau Löwy, Helene, geb. Goldstein, geboren am anwalt will dieses Wort mit Schlepper" überfest wiffen. eine Klage wegen zu viel erhobenen Honorars angeftrengt, bie 24. Juni 1858 zu Potsdam, unbestraft, 3. der Schwager des Außer der Beschaffung von Kunden soll ihm auch der An- und er dann wieder als unbegründet zurückgezogen hat. Ohne Mittel Angeklagten Löwy, Agent und Kaufmann Georg Levin, ge- Verkauf von Effekten des Löwy'ichen Geschäfts obgelegen haben. ist Löwy hier angekommen, ohne Mittel hat er dann sein Geboren am 2. Mai 1865 zu Stettin, unbestraft, 4. der Bankier" Er soll nach der Verhaftung Löwy's die Frau desselben fort- schäft eröffnet, dessen Umfang bald in die vielen Tausende ging. Paul Ehrlich, geboren zu Mechowis, Kreis Brieg. Nach laufend unterstützt und auch das Geld für die Vertheidigung Es läßt sich nicht leugnen, daß er im Ueberreden und Schwatzen den Akten ist er vor 35 Jahren vom Schwurgericht Berlin Löwy's durch dessen drei Anwälte zum größten Theile hergegeben ein Meister ist. Die zahlreichen mit Beschlag belegten Briefe wegen Theilnahine an Urkundenfälschung und Betrug zu haben. Die Anklage behauptet sogar, daß das von Ehrlich seit zeigen recht deutlich, wes Geistes Kinder die Leute waren, mit 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus vorbestraft, ferner vom Berliner einiger Zeit betriebene Bantgeschäft in der Friedrichftr. 162 als deneu sich Löwy umgab: Kohnrath, der gemüthliche Wiener, der Etadtgericht im Jahre 1858 wegen wiederholten Betruges mit efne Fortsetzung des Löwy'schen Geschäfts zu betrachten sei. Er mit einer Art von Bonhommie von seinen Geldverlegenheiten 4 Monaten Gefängniß und 150 Thalern Geldbuße, event. noch babe nicht nur einen Theil des Personals, sondern auch einige spricht und seinem Freunde Hugo noch anheimgiebt, daß es doch 3 Monaten Gefängniß, endlich vom Kreisgericht Brieg im Jahre noch wenig benutzte Bücher von Löwy übernommen. Zeit sei, für die Helene ein Geschäft zu besorgen, da es ohne 1867 wegen einfachen Bankrotts mit 9 Monaten Gefängniß. Dies sind in allgemeinen Umrissen die Thatsachen, welche ein paar Jährchen wohl nicht abgehen werde; dann Kroligt, der Dazu gefellt sich 5. der nicht in Untersuchungshaft befindliche der Auflage zu Grunde liegen und die in der Beweisaufnahme Mathematifer, Ehrlich, der Remissier". Sage mir, mit wem Du frühere Kriminalkommissarius Dito v. Arnauld, geb. 6. Fe- zu Tage treten. Die Verhandlungen beschäftigen sich noch ein- umgehst und ich werde Dir sagen, wer Du bist! Man sieht bruar 1846 zu Neuruppin, unbestraft. Es sind angeklagt: gehend mit dem Vorleben des Hugo Löwy. Aus demselben staunend, wie es ihm gelang, einen föniglichen Beamten, I. Hugo Löwy: zu Berlin in den Jahren 1890 und 1891 als heben wir die von der Staatsanwaltschaft und der Ver- der seinem Gelübde der Amtsverschwiegenheit nicht treu blieb Schuldner, über dessen Vermögen das Kontursverfahren eröffnet theidigung( es vertheidigen die Rechtsanwälte Fritz Friedmann, in seine Hände zu kriegen verstand, wie er die jetzige Frau Löwn, ist, 1. in der Absicht, seine Gläubiger zu benachtheiligen, Ver- Leonhard Friedmann, Kleinholz, Dialoczinski, Gotthelf, Gold- diese viel gewandte, erfahrene Geschäftsfrau durch das Band der mögensstücke, nämlich ein Hypothefendokument, Wechsel stein, Wronker) mit Stillschweigen übergangenen Thatsachen her- Ghe an sich fesselte. Helene ist nicht bloß sein, abgöttisch geliebter und ihm von Kunden übergebene Effekten bei Seite aus, daß Löwy, wiewohl er ein Ausländer und wie Engel", sondern sie war ihm auch dienstbar und nüßlich in seinem geschafft, übermäßigen Aufwand getrieben, Handelsbücher wohl er vor seiner Uebersiedelung nach Berlin( 1890) bereits Bestreben, so lange er noch auf freiem Fuße war, alles zu Gelde zu führen unterlassen zu haben, deren Führung ihm gefeßlich ob- wegen Betruges, Bankrots und Vertrauensbruchs mit längeren zu machen, was noch da war, während sie in der Zeit, wo er lag, und seine Handelsbücher so geführt haben, daß dieselben Freiheitsstrafen belegt war, von dem Berliner Polizei- feit war, hilfsbereit thätig war, seine Lage zu verbessern. Sie feine Uebersicht des Vermögens gewähren; 2. obwohl er seine präsidium nicht ausgewiesen wurde, das etwa ist als die Seele der Abwickelung noch schwebender Geschäfte zu Bahlungsunfähigkeit kannte, einem Gläubiger, dem Kriminal- zu derselben 3eit und später wiederholt völlig betrachten, von dieser Ueberzeugung fann weder die Sicherheit tommiffarius v. Arnauld in der Absicht, ihn vor den übrigen un bestrafte Ausländer, die gegen die heutige dieser Frau, noch die Thatsache, daß sie sich wie anzuerkennen Gläubigern zu begünstigen, durch Wechselgiros zum Betrage von Ausbeutungsordnung zu kämpfen im Verdacht ist niemals in Widersprüche verwickelt hat, abbringen. Es mehr als 90 000 M. eine Befriedigung gewährt zu haben, welche ft anden, aus Berlin auswies und das a uch ist bedauerlich, daß diese Frau sich auf den Weg der Beihilfe derselbe nicht zu beanspruchen hatte; 3. in den Jahren 1890/91 Inländer, die wegen nicht ehrenrühriger Hand zum Verbrechen hat drängen lassen. Der Staatsanwalt geht den Kriminalkommissarius v. Arnauld und dessen Mutter um lungen bestraft waren, aus Berlin auswies, dann zu den Präliminarien, die bezüglich der Börsenspekulationen etwa 100 000 g. betrogen zu haben.( In dieser Sache ist am weil Berlin nicht der Geburtsort der Ausmit Göze gepflogen wurden, über, zeigt, wie es Löwy überall 7. März cr. die Entscheidung von der 11. Straikammer vertagt gewiesenen war. Löwy vertheidigte allerdings mit leb: gelang, andere Leute und fremde Gelder sich dienstbar zu machen. worden, da damals noch nicht feststand, ob gegen Löwy einfacher hafter Energie im Gegensatz zu der Mehrzahl Aus gewiesener das Auf die Solidität der Löwy'schen Geschäftsführung wirft es oder betrüglicher Bankrott vorliege.) Recht, ein arbeitsloses Leben durch Schwindeleien und Aus ein bezeichnendes Licht, daß das Gehalt des einzigen Sachver 11. Frau Löwy wird der Hilfeleistung an dem betrügerischen beutung der Gewinnsucht und Dummheit sich verschaffen zuständigen und durchaus pflichtgetreuen Angestellten Schönlant, Bankrott beschuldigt. dürfen. Mit hervorragenden Stützen der Gesellschaft, u. a. mit ebenso das Gehakt des Zeugen Berrick, gegen den nichts einzuIll. Levin und Ehrlich stehen gleichfalls unter der An- dem Kriminalkommissar von Arnold, stand er in intimer Ge- wenden sei, in gar keinem Verhältniß stehe zu den Bezügen, flage der Hilfeleistung. schäftsverbindung. Die Art seiner Schwindeleien geht aus dem welche der geschäftsunkundige Levin, Kroligt, Ehrlich erhielt. IV. v. Arnauld wird beschuldigt: a) dem Löwy Wechsel Plaidoyer des Staatsanwalts und der Vertheidiger hervor. Die Das finanzielle Fundament des Löwy'schen Geschäfts war ein zum Betrage von 94 000 M. in der Absicht rechtswidriger Bu- selben lassen wir nachstehend folgen. Staatsanwalt Dr. Benedir sehr wackliges; das einzig feststehende waren die 3000 Mark eignung weggenommen; b) am 25. November 1891 einen führt aus: Glücksgeld, welche ihm Helene Goldstein ins Geschäft geliehen Echuldner, welcher seine Zahlungen eingestellt hat, und über dessen Wir stehen heute hier, um die Frage zu entscheiden, ob es hat. Die Buchführung ist von Anfang an unordentlich und unVermögen das Kontursverfahren eröffnet ist, durch Drobung, sich nur um einfachen Bankerott handelt, welchen Löwy zugiebt, vollständig, das engagirte Personal ist den Aufgaben der Mißbrauch des Ansehens, Ueberredung oder durch andere Mittel oder handelt es sich, wie die Anklage behauptet, um be- Buchführung nicht gewachsen und Löwy zeigt durch diese ganze vorfäßlich bestimmt zu haben, obwohl er seine Zahlungsunfähig- trügerischen Bankerott? Löwy's ganzes Treiben ging nur Art und Weise nicht die Absicht, als sorgsamer ehrlicher feit fannte, einen Gläubiger( ihm selbst) vor den übrigen Massen- darauf hinaus, seinen Kunden Effekten, baares Geld und Kaufmann sein Geschäft in ehrlicher Weise emporzuarbeiten. gläubigern eine Sicherung und Befriedigung zu gewähren, welche Wechsel zu entlocken, um sie dann im eigensten Interesse gewiffer Die reklamebaften Birkulare Löwy's sind durchaus darauf be er nicht in der Art und zu der Zeit zu beanspruchen hatte. Ter maßen zu zermalmen. Es kommt nicht nur darauf an, daß die rechnet, spekulationslustige Leute einzufangen, ebenso die Zeitungs Angeklagte evin wird gleichzeitig noch beschuldigt, den An- Klientel des Angeklagten Schaden erlitten, sondern darauf, daß inferate, die in einem Vierteljahre die Summe von 15 304 M. geflagten von Arnauld zur Begehung des Diebstahls mit Rath der Angeklagte als Kaufmann systematisch seiner Klientel buch betrugen. Dazu kommt die eigenartige Macht, die Löwy auf und That wissentlich Beihilfe geleistet zu haben. führerisch nicht in der Weise gerecht wird, wie es das Gesetz seine Umgebung ausübt, er ist zweifellos ein Finanzgenie, ein Ter Angeklagte Löwy hat im März 1890 hier in Berlin ein verlangt. Die Klientel hat einen gefeßlichen Anspruch darauf, e.sklarer, aber auch eiskalter Kopf, der alle Menschen, die sich Bankgeschäft eröffnet, welches bald einen solchen Umfang an daß die Buchführung richtig, getreu und wahr gehands ihm nähern, aussaugt, ausraubt und auspreßt wie eine Bitrone. nahm, daß er neben dem Hauptgeschäft in der Friedrichstraße habt werde. Wenn gefragt wird, ob die 5 Angeklagten Löwy saß in seinem Zentralgeschäft wie die Spinne im Nez und noch vier Filialen eröffnete." Alle Effekten und Gelder, gleichmäßig zu messen sind, so nehme ich keinen Anstand zu mit Hilfe der halsabschneiderischen Geschäftsbedingungen gelang welche in den Filialen im Laufe des Tages eingingen, erklären, daß ich einen wesentlichen Unterschied mache, auch in es ihm, seine Kunden völlig in seine Gewalt zu bringen. Diese wurden Abends an die Zentralstelle abgeliefert. Der bezug auf die zu erkennenden Strafen. Nach meiner Auf- Bedingungen hat er in der That in halsabschneiderischer Weise Angeklagte soll schon bei Eröffnung des Geschäfts ohne die ge- fassung gehören Löwy und Ehrlich ins Zucht ausgenutzt. Die meisten, die den Schein unterschrieben, hatten nügenden Mittel gewesen und sich die Gelder zu seinen vielen haus, die anderen ins Gefängniß. Daß Löwy keine Ahnung von dem Inhalt desselben, weil sie eben noch auf Unternehmungen und seinem luxuriösen Leben nur verschafft Bankerott gemacht und seine Gläubiger benachtheiligt hat ist Treu und Glauben vertrauten. Sobald die Bedingungen aber haben, indem er zahlreiche Effekten von Kunden sofort lombardirte. ganz außer Frage. Gs haben sich nur 219 Gläubiger gemeldet, unterschrieben waren, bestand Löwy darauf, wie Shylock auf seinem Namentlich in der letzten Zeit foll der Geschäftsbetrieb derartig um an die Masse Anspruch zu erheben, aber viele Leute sind Schein. Jeder in seinem Geschäft nahm aus demselben heraus, gewesen sein, daß, sobald die Effekten von der Börse tamen, die gewiß froh gewesen, daß sie sich nicht zu melden brauchten, son- was er haben wollte. Hin und wieder mag ja ein reelles Bandstreifen einfach heruntergeriffen und die Effekten in den dern daß ihre Geschäfte, die sie mit Löwy in Verbindung brachten, Geschäft in redlicher Weise zu stande gekommen sein, der MehrBanthäusern weiter verkauft wurden. Löwy ist am 25. No- im Dunkel blieben. Löwy befand sich schon lange vor dem Zu- zahl nach war dies aber sicher nicht der Fall! Der Fall von vember 1891 verhaftet und über das Vermögen der von ihm sammenbruch in Gefahr, sich nicht über Wasser halten zu können, Bohlen zeigt recht deutlich, wie die Kunden bei Löwy getäuscht geleiteten Kommandit- Gesellschaft" am 29. Dezember 1891 der wenn er auch in seinen optimistischen Gefühlen glauben mochte, wurden. Als die Täuschung nicht mehr ging, erscheint der Konkurs eröffnet worden. Die Unterbilanz war eine sehr große, durch allerlei Akrobatenkunststückchen Geld austreiben zu können. lange Herr"( Ehrlich) auf der Bildfläche und will ihn zur Herdie Buchführung eine lückenhaite und unordentliche. Die Anklage Aus dem Konkurs schaut für die Gläubiger eine Dividende von gabe des Geldes bewegen, von Bohlen aber findet das einzige behörde steht auf dem Standpunkte, daß das ganze Löwy'sche 134 pet. heraus; das ist eine Kleinigkeit weniger, als f. 3. in zutreffende Wort: So dumm!" Derselbe Ehrlich kommt zu Unternehmen der foliden Unterlage entbehrte und nur darauf Paris, wo noch 2,19 pet. heraustamen. Die Anklage behauptet, dem Zeugen Denicke und sagt: Ich bin der ehrliche Ehrlich, jezt angelegt war, durch Reklame und lebertölpelung das Publikum daß Ehrlich. Frau Löwy und Levin als Beihelfer zu den Mani- wollen wir Geschäfte machen, aber der Chef darf es nicht wissen! zu bestimmen, ihm Geld und Geldeswerthe anzuvertrauen. Zu pulationen Löwy's zu betrachten sind und v. Arnauld ihn zur So suchte er die Kunden über sein Verhältniß mit Löwy zu den Opfern Löwy's will die Anklage auch den Angeklagten Bevorzugung seiner Person überredet hat. Obgleich ihm seine täuschen! Die Beweisaufnahme hat viele Fälle gezeigt, in denen v. Arnauld gezählt wissen. Dieser gebot über reichliche, theils Zahlungsunfähigkeit ganz flar vor Augen stehen mußte, hat immer wieder das Streben vorwaltete, die Kunden zu scheeren. eigene, theils feiner Mutter gehörige Mittel, wurde mit er doch seinem Freunde, dem Kriminalfommiffarius Otto Zu diesen gehört auch Arnauld, der ganz sicher durch falsche Lowy eng befreundet, machte erst fleine Firgeschäfte von Arnauld de la Perière, zum Schaden des allgemeinen Vorspiegelung zur Hergabe der großen Geldsumme bewogen bei diesem, übergab ihm dann größere Beträge seines Gläubigerchors die Kleinigkeit von 94 000 M. in Wechseln zu worden ist. Was Lewin betrifft, so. mag er ja anfänglich, ohne Vermögens und Löwn schuldete ihm schließlich über girirt. Der Angeklagte v. Arnault hat die Wechsel zunächst ohne die Sache zu übersehen und ohne die Gemeingefährlichkeit des 100 000 Mart. Die Anklage behauptet, daß ihn Löwy durch Befugniß an sich genommen und erst Tags darauf Löwy ver- Löwy zu erkennen, in das Geschäft gekommen sein, nachher hat falsche Vorspiegelungen zur Hergabe dieser großen Summe be anlaßt, dieselben zu giriren. Er ist der geistige Vater, der An- er sich aber afklimatisirt und das Fischen im Trüben mitgemacht. wogen habe. Die Anklage behauptet aber weiter, daß stifter Löwy's zu dieser That. Löwy wiederum hat dem v. Arnauld Es läßt sich nicht im einzelnen nachforschen, welche Provenienzen v. Arnauld im Herbst 1891 genau gewußt habe, daß es mit das dessen Mutter gehörige Geld durch falsche Vorspiegelungen die einzelnen Intimen" des Herrn Löwy hatten; so viel steht Löwy zu Ende gehe, dies namentlich auch durch den mit den herausgelockt. Diese falschen Vorspiegelungen liegen in dem Ge- aber doch fest, daß für sie stets ein nettes Tischlein deck' Dich" Recherchen gegen Löwy) betrauten Kriminalkommissar Wolff er- sammtverhalten Löwy's: er hat dem v. Arnauld die innere bei Fräulein Helene Goldstein bereit stand, für welche ein befahren habe. Er suchte daher sein Geld zu retten. Löwn, Thatsache verschwiegen, daß er nicht ein guter Freund desselben fonderes Wirthschaftsfräulein thätig war. Sie mögen ja vielleicht welcher von Berlin abwesend war, wurde durch v. Arnauld zur sein, sondern ihm nur sein Geld abnehmen wollte. Er hat den nicht in Champagner geschwelgt haben, sie thaten's vielleicht Rückkehr bewogen. Er fam am 25. November 1891 hier an und Kriminalkommissarius in den Irrthum eingelullt, daß Löwy sein mehr in Kognat, nach dem alten Sage: Wer Sorgen hat, hat wurde am 26 November verhaftet. Noch ehe Löwn hierher bester Freund sei, wie es einen zweiten nicht gebe. Hiernach auch Liför". Das Fräulein Helene Goldstein bekommt eine feine zurückgekehrt war, begab sich v. Arnauld am 23. oder 24. No wendet sich der Staatsanwalt dem Vorleben des Angeklagten Saloneinrichtung zum Geschenk, die Beweisaufnahme hat sich vember in das kówy'sche Geschäftslotal, um Deckung für seine Löwy von seiner Geburt an zu. Er zeigt, wie Löwy den Handel auf das feine Himmelbett und den Betthimmel erstreckt, sie hat Forderung zu erhaschen. In dem von dem Angeklagten e vin, erlernte, bald von Thatendurft erfüllt war, zuerst fern dem Welt gezeigt, wie die Goldstein ihrem Anbeter einen kostbaren Pelz als Stassirer, verwalteten Wechselportefeuille befanden sich eine getriebe an fleinem Orte, thätig war, dann aber von der Groß- zum Präsent machte 2c. 2c. Das alles tam aus den Effekten, Menge Wechsel, unter welchen v. Arnauld unter Assistenz des itadtluit" angezogen wurde." Macedonien war für ihn zu welche von den Kunden hergegeben waren! In der Löwy'schen Levin Musterung hielt und nahm Wechsel im Betrage von flein!" Er ließ sich großjährig machen und begann seine Thätig Kasse herrschte eme chronische Ebbe, Löwy tanzte fortgesezt auf 94 000 M. mit sich. Als am nächsten Tage Löwy nach Berlin feit im Großen. Seine ersten Sporen verdiente er in Wien als einem Vulkan und er mußte zu der massenhaften Effektenzurückkehrte, hat er auf Drängen v. Arnauld's die Aneignung Direktor der Provinzialbant, wo es ihm gelang, die vornehmsten verschleuderung seine Zuflucht nehmen, durch welche sich Ehrlich dieser Wechsel nicht nur genehmigt, sondern auch geschäftsmäßig Beziehungen zu pflegen. Die Bant vertrachte, Löwy verlor sein und Lewin der Beihilfe schuldig gemacht haben. die Wechsel girirt. Tarin wird der That bestand des Diebstahls, Geld, das hinderte ihn nicht, bald darauf in Schlesien ein Katastrophe sich nähert, werden die" Intimen" mobil der Beihilfe der Gläubigerbegünstigung und der Anstiftung hierzu toloffales Holzgeschäft zu begründen. In sehr eingehender Weise gemacht. Kohnradt nimmt Desterreich und die Steiermark in verfolgt der Staatsanwalt in seiner Darstellung den Angeklagten Arbeit und hat mit Seiffert zu thun, demselben Seiffert, erblickt. " " Als die Was die Frau Löwy betrifft, so stüßt sich die Anklage auf Löwy auf en verschiedenen Kreuz- und Querfahrten, er zeigt, den er einmal als einen ,, alten Narren" bezeichnet. Beihilfe darauf, daß gelegentlich einer amtlichen Durchsuchung wie derselbe an den verschiedensten Stellen auftauchte, bald als Rroligt wirkt zu gleicher Zeit in Süddeutschland. Das Geschäft in ihrem Schlafzimmer in einer Kaffette ein in Löwy's Geschäft Beützer des Café National in Berlin seinem Hauswirthe durch wird aber immer wackliger und schließlich macht sich der Herr gehöriges Hypothefendokument über 4009 M. und eine Anzahl brannte, bald als Armeelieferant in Serbien mit den Behörden Chef selbst auf die Reise. Vorher aber nimmt er noch von von Wechseln aufgefunden worden sind. Die Anklage behauptet, in Konflikt tam, bald in Paris alles mögliche probirte, aber nicht einem von der Deutschen Bant eingegangenen Betrage von daß die Angeklagte Löwy, die mit ihrem jezigen Manne die Ehe prosperirte, sondern überall Pleite machte. Ueberall habe er sich 17 000 m. an sich, wie er sagt, um den Ansturm der Gläubiger erst nach der Verhaftung desselben eingegangen ist, vorher aber als der gewandte, geschickte Industrieritter gezeigt, der aalglatt durch à Conto- Zahlungen zu beschwichtigen. Es ist aber höchst schon lange mit demselben eine gemeinschaftliche Wohnung sich durchzuwinden verstehe und mit tazenartiger Gewandtheit wahrscheinlich, daß er die 17 000 m. nicht dazu verwendet hat, die um diese Zeit in den Büchern figurirenden Ausgaben viel- leben sein Genie verwerthen und durch Spekulation ein reicher| wundern Millarg's betraf, daß zur Gewerkschaftsfenge auf dem mehr aus anderen Mitteln gedeckt find. Man darf nicht ver- Mann werden. Er hat seinen Garten gepflegt und feine Bäume Parteitage ein Storreferent bestellt worden war, so hatte dies gessen, daß um diese fritische Zeit Kroligt auf einen Tag heim- begoffen, weil er überzeugt war, daß er unter den Augen des nach den Darlegungen Auer's darin seinen Grund, daß durch lich in Berlin war und Sals über Kopf wieder verschwunden Gejeges darin einen guten Erwerb finden fann. Redner führt die Uebernahme des Referates durch Legien an Stelle Schippel's ist. Die Annahme liegt nahe, daß derjenige, der seiner Beit den Geschworenen in großem Bilde das ganze Verhalten Löwy's die Thatsache gegeben war, daß es zu Meinungsverschieden= würdig war, französisches Geld an sich zu nehmen, nun auch für zur kritischen Zeit vor, um zu zeigen, daß derselbe sich redlich beiten kommen würde. Legien war in dieser Frage Partei und würdig erachtet wurde, deutsches Geld mit über die Grenze zu abgemüht habe, aus der trüben Situation, welche mit den Bant Niemand könne es der Parteileitung verargen, daß fie nach nehmen. Kroligt ist spurlos verschwunden und alle Bemühungen brüchen unweigerlich verbunden war, herauszukommen. Damals diefer Lage der Sache sich einen Vertheidiger bestellt habe. Er auch der englischen Behörden, seiner habhaft zu werden, sind wunderte sich alle Welt, daß das alte Bankhaus Hirschfeld und verneinte, Legien mit unzulässigen Mitteln bekämpft zu haben. fruchtlos geblieben. Am 20. November machte sich nun Wolff stürzte und Hugo Löwy noch stand, daß die Sommerfeld's Auch verwies er darauf, daß ein auch noch so objektiver Bericht der Meister, Herr Hugo Löwy, selbst auf die Reise. fich erschießen mußten und Hugo Löwn noch lebte. Auch er die Vorgänge nicht so wiedergeben tönne, wie sie sich thatEr geht nach Waldenburg. Bielleicht war ihm die mußte schließlich stürzen, weil das Bertrauen des Publifums fachlich abspielen. Der Zon mache die Musik, und daß die Triminelle Atmosphäre in Berlin doch nicht geheuer, gestürzt war. Da tann niemand heute kommen und seine Weis- Delegirten auf dem Parteitage, wenigstens ein sehr großer vielleicht war ihm die reine Gebirgsluft in Waldenburg, von beit an die Stelle der damaligen Verhältnisse fezen! Nirgends Theil derfelben, feiner Meinung war, bewies deren Zustimmung wo man leichter über die Grenze kommen fann, angenehmer. Er ist erwiesen, daß Vermögensstücke bei Seite gefchafft find, am zu seinen Ausführungen. Legien sei feineswegs das unschuldige Lehrt erst zurück, nachdem ihm sein Freund Arnauld wenigften auf Seiten der Frau Löwy, bei welcher die Ver- Lämmchen, als man ihn hinstellen wolle. Er sei ein sehr geDarüber beruhigt hatte, daß nichts gegen theidigungskunst eigentlich nichts zu thun hat. Der Rattenfänger wandter Redner und wisse sehr wohl, Siebe auszutheilen. Hieraus ihn porliege. Dann benust von Arnauld die von Hameln ist nicht strafbar, weil die Ratten hinter ihm her wünschte Auer für sich mildernde Umstände hergeleitet zu wiffen. lebte Kunstpause vor dem Sturm, um 94 000 liefen. Zahllose Leute haben bei dem Angeklagten nicht nur Er, Auer, sei gar nicht in der Lage gewesen, das Referat zu Mart in Wechseln aus der Tasche Lewin's in verloren, sondern auch sehr viel gewonnen im ehrlichen Auf und halten, welches Legien halten sollte, da er nicht vorher wußte, feine eigene Rocktasche verschwinden zu lassen. Ab der Börsenspekulation, sehr viel Leute haben ihre Depots dem was Legien sagen würde. Wenn Legien so wenig fachlich ge= Gr als Kriminalfommiffarius, der 22 Jahre im Dienste war. Angeflagten gegeben, ohne daß derselbe sich daran vergriffen hätte. fprochen habe und er darauf zu antworten genöthigt war, fo mußte wissen, was Böjes darin lag, er mußte troß des schweren Der Angeklagte hatte nach seinen Bedingungen das Recht, mit sei das nicht seine Schuld. Die ihm so sehr zum Vorwurfe geinneren Konflitts, in welchem er sich zweifellos befand, die Hand den ihm übergebenen Effetten zu arbeiten und der Staatsanwalt machten Ausdrücke, wie gekränkte Leberwurst" zc., hätten für von den Wechseln lassen. Er unterlag in dem Ehrenkampje hat nicht Beranlassung, daraus nun über das„ Wirthschaften ihn als Süddeutschen gar nichts Verlegendes und sollten auch Mag mau die Sache ansehen, wie man will: Es bleibt immer mit fremdem Gelde" zu spotten. Der Angeklagte hat gearbeitet gar nichts Verlegendes enthalten. Auch waren diefelben keinesein Griff in fremdes Eigenthum, welchen Arnauld gethan hat. Zag und Nacht, er hat sich nervös halb todt gemacht und da ist wegs auf Legien persönlich gemünzt, vielmehr ganz allgemein Lewin freilich mag sich darauf verlassen haben, daß Arnauld ge- es wohl begreiflich, daß ein solcher Mann nicht so lebt, wie ein gehalten. Ebenso wenig habe er Legien Unfähigkeit vorgeworfen. wiß nichts Unrechtes thue, er mag aus diesem Grunde die harmloser Spießbürger und ohne die Erlaubniß des Staats- Ein Wort aus dem Zusammenhange herauszureißen, sei nicht Wechsel hergegeben haben und dürfte deshalb wegen Beihilfe anwalts auch größere Ausgaben macht. Alle Welt hat damals richtig. Er habe nur gegenüber der Behauptung Legiens, daß sum Diebstahl freigesprochen werden; von Arnauld mußte aber geftaunt, wie es diesem rührigen Menschen gelungen war, mit die politische Bewegung sich damit erschöpfe, daß alle 5 Jahre als erfahrener Beamter genau wissen, daß er durch Wegnahme feinem Schädel doch durchzukommen, troydem ihm überall Fuß ein Stimmzettel in die Wahlurne geworfen werde, während die Der Wechsel der Gesammtheit der Gläubiger Werthobjekte ent- angeln gelegt waren und trotzdem ihm der Kaffenverein ein Gewerkschaftsbewegung die ganze Existenz des Menschen erfordere, zog und es wäre ein Schlag ins Gesicht des preußischen Konto verweigerte. Darüber tommt man nicht hinweg, und polemifirt und mit dem Sage geschlossen: Wer dies behaupte, der Beamtenthums, wenn er teshalb freigesprochen werden sollte. wenn man noch so viel auf die Tarnowiger Herkunft des Löwy beweise damit nur seine absolute Unfähigkeit, in diesen Dingen ein Wo ist das Geld geblieben? Man denkt da sofort an die im hinweist, und wenn Löwy in Paris alle möglichen schönen Vor- Urtheil abzugeben. Ob dies richtig sei, überlasse er dem Ürtheil Auslande befindlichen Herren Kroligt und Kohuradt, vielleicht namen angenommen hätte, auch wenn Löwy noch mehr Weiber aller. Falsch sei auch, daß die Differenzen zwischen der Generalan die jeßige Frau Löwy undan Ehrlich. Dieser vielgewandte gehabt hätte, als der Staatsanwalt behauptet. Nirgends fommission und der Parteileitung in der Angst um die Beiträge Mann, der die verschiedensten Schicksale erlitten, der mehrere be hat der Staatsanwalt beweisen tönnen, daß irgendwo ihren Grund haben. Um feine Meinung über die Bedeutung der denkliche Vorstrafen hinter sich hat, dessen Fluthen bald auf, bald Werthstücke bei Eeite gebracht worden. Ein betrügerischer Generalfommission von Legien befragt, habe er ihm in dem von abwärts gingen, war der geeignete Mann für Löwy. In Wien Bauferotteur pflegt im Besten aufzuhören, wenn das Geld noch Legien auf dem Parteitage gitirten Briefe auseinandergefeßt, mag er wohl öfter dicht beim Strafgericht vorbeigekommen fein, recht fluscht, Löwy aber hat bis zum legten Augenblick fich daß er die Generalkommission für eine verfrühte Gründung halte. vielleicht rührt das Boumot, welches in Wien umlaufen foll, auch mit aller Macht gegen den Busammenbruch seines gut gehenden Dieselbe müsse das Schlußglied einer großen über ganz Deutschvon ihm her: In der Allsenstraße gehe ich blo3 bis zum Soda Geschäfts gestemmt. Daß Geld sich irgendwo hin verkrümmelt" land verbreiteten Gewerkschaftsorganisation sein. Diese Voraus waffer", Dicht hinter der Sodawasser Bube soll nämlich das hätte, ist eine Behauptung, die völlig in der Luft schwebt. Die iebung jehle, da diese Organisationen erst geschaffen werden Kriminalgericht stehen. Nach seinem Schiffbruch in Wien tommt Versicherung des Staatsanwalts, daß nun in London Herr Kroligt müssen. Weiter habe er auseinandergesetzt, daß Legien schon aus Ehrlich nackt wie ein Spaß hierher, er wird Remissier" bei Löwy mit der großen Tasche wartet, bis Löwy aus dem Zuchthause finanziellen Gründen an der Durchführung seiner Absichten verund trotzdem er Rückenmärter ist, läuft er Trepp auf. Trepp ab, herauskommt, um den Raub in Empfang zu nehmen, bedürfte hindert sein würde. Dies sei das Geheimniß. Von Eifersucht um die Kunden herbeizulocken, die bei Löwy die letzte Delung doch noch einiger Bestätigung, ehe es die Geschworenen zu glauben auf die Arbeitergroschen sei gar nicht die Rede. Der Parteitag erhalten sollten. Er war das, was die gemüthlichen Wiener brauchen. Der Angeklagte hat in ungeschmälertem Optimismus habe von vornherein Fehler gemacht in der Aufstellung der Treiber", wir aber Schlepper" im schlechten Sinne nennen. in einer Weise gearbeitet, die das Gegentheil von betrügerischen Tagesordnung. Nicht das Verhältniß der Partei zur Gewerk Ehrlich hat bene gelebt, ein molliges, behagliches Heim fich Bankerott darstellt. Weil er in leichtsinniger Weise leichtsinnige ichaitsbewegung wäre zu erörtern gewesen, denn dieses Verhältniß geschaffen, Gäste aus Schriftsteller- und Künstlerkreisen in sein Mittel unbefugt verwandt, darum ist der Angeklagte bereits be sei schon längst entschieden, sondern die Frage, was geschehen Haus geloekt. Der Pincus Ehrlich verwandelte sich in einen straft worden eine andere Frage aber ist doch die des betrüge- tönne, um die Gewertschaftsbewegung zu heben. An diese verkehrte Paul Chrlich, mit dem Namen änderte er auch seinen Gott, er rischen Bankeroits. Der Optimist Hugo Löwy mußte der Duz- Tagesordnung habe sich das verfehlte Referat nnd die Antwort des wurde„ konfessionslos", und die Polizei würde Schwierigkeiten bruder des unglaublichen Optimisten v. Arnauld werden. Dieser Torreferenten geknüpft. Wenn er, Auer, nicht wüßte und überzeugt gehabt haben, in dem confessionelofen Paul Ehrlich den por ist ein begeisterter Anhänger Löwy's geworden und bis zum wäre, daß die Gewerkschaftsbewegung unbedingt nothwendig sei, bestraften Bintus Ehrlich zu crtennen. Der Mann hat die heutigen Tage glaubt v. Arnauld feineswegs, daß Löwy ihm in ebenso wie die politische, so würde er der Meinung sein, daß der Leute, die er in sein Haus zog, arg getäuscht. Was in dem betrügerischer Absicht das seiner Mutter und feiner Frau gehörende fünftliche Gegensay, welcher jetzt zwischen der„ hochpolitischen" und Ehrlich'schen Geschäft als eigenes Rapital arreitet, iit zweifellos Geld abgelockt hat. Tie vom Staatsanwalt in dieser Beziehung Gewerkschaftsbewegung", die zusammen gehören wie Essen und basjenige, was aus dem verkrümelten Gelbe auf Ehrlich's Antheil gegen Löwy fonstruirte Betrugsauflage entbehrt absolut jedweder Trinken, der legteren nur schädlich sein könne. Nicht schön sei entfiel. Sein Geschäft ist der schöneren Mutter schöne Tochter, Unterlage und zeigt so recht, daß da, wo die Begriffe fehlen.es, jemandem einen Vorwurf daraus zu machen, daß er mir Daraus erklärt sich die Zahlung der Honorare für die Löwy'fchen fich febr leicht eine Ansicht einstellt. Dann kommt wieder die politisch thätig sei. Jeder sei anders veranlagt, der eine politisch, Bertheidiger und die Bahlung der Unterstügungen an Frau Echlange, die sich in den Schwanz heißt: öwy wird zuerst be- ber andere gewerkschaftlich, zusammengehören sie aber alle als Löwy. Wie reell es in dem Ehrlichyschen Geschäft zuging, zeigen schuldigt, in betrügerischer Absicht Herrn v. Arnauld 100 000 m. Sozialdemokraten. Dringend bat er, abzulassen von der Tendenz, die Schiebungen mit der fingirten Geschäitseinlage des Ton- abgenommen, ohne die Absicht gehabt zu haben, ihm diefelben einen fünstlichen Gegensatz zu schaffen, zwischen politischer und tünstlers Paolo Gallico und die Zession desselben an Fel. Olga Ghe jemals wiederzugeben und nun, wo er sie ihm doch wiedergiebt, gewerfichaftlicher Bewegung.( Beifall.) Prillon war nicht lich. So wirds gemacht! Wenn alle die Strafen, die hier werden foll nicht blos er, sondern auch Herr v. Arnauld verurtheilt der Meinung Bebel's, daß durch die Sozialreform den erkannt werden, verbüßt find, dann konnte vielleicht die ganze Ge- werden. Das begreife, wer fanu! Zur Begünstigung eines Gewerkschaften ein großer Theil ihrer Wirksamkeit entsellschaft diesmal nicht blos à trois, fondern zu Fünfen in Gläubigers gehört doch auch, daß der Echuldner seine Zahlungs- zogen werde. Die Gewerkschaften hätten dafür zu sorgen, irgend einem Gemein- oder Freiland zusammen, um die Früchte ihres unfähigkeit fannte. Das war bei Löwy nicht der Fall, aß die Gesetze auch ausgeführt werden. Auch war er nicht der Plaubes zu genießen, Am Schluß seines 4/ 4stündigen Plaidoyers das bestreitet er absolut und giebt nur augenblidliche Zahlungs Meinung, daß die Arbeiter in Staatswerkstätten sich nicht beantragt der Staatsanwalt das Echuldig im Sinne der An- stockungen zu. Allen Gewalten zum Truz sich erhalten rief er organisiren können. Telegirter Völkel bestritt Auer das Llage, unter Ausschluß mildernder Umstände für Lövy und Chr- Hilfe der Götter herbei, darum ging er nach Waldenburg- der Recht, von vornherein an der Objektivität Legiens zu zweifeln. lich. Wie diese beiden im Vollen geschädigt haben, so sollen sie Meister selbst, wie der Herr Staatsanwalt ihn nannte. Er Auch Legien habe auf dem Parteitage Zustimmung gefunden. auch bestraft werden! glaubte feljenfest an feinen guten Stern, nichts in aller Welt Betreffs der verfehlten Tagesordnung habe jeder HinterRechtsanwalt Er. Friedmann: Meine Herren Ge- founte ibu überzeugen, daß er sich nicht doch noch durchfressen, gedanke gefehlt. Die Absicht sei eine gute gewesen. Bon schworenen! In meiner Bertheidigung des Angeklagten Löwy doch wieder flott werden und die unglinstigen Verhältnisse den politischen Führern verlangte er ein thatfräftiges Einhabe ich mir vorgenommen, fachlich und in der Form andere swingen fönnte. Die Geschworenen dürfen ihren Epruch nicht treten für die Gewerkschaftsbewegung, ein Handeln, nicht Wege zu gehen, wie der Staatsanwalt. Ich denke, vieles pon auf Bermuthungen, sondern auf blanke Thatsachen füßen, fie nur Sympathie Erklärungen, die Umfegung der Theorien in die ben, was Ihnen von dieser Seite mitgetheilt worden, wird dürfen sich auch nicht um die sogenannte vox populi forgen. Ich könnte Praxis. Weiter sei auf dem Parteitage nichts gefordert worden. und darf leinen Einfluß auf Ihren Wahripruch ausüben. Nach hier aus meiner Rocktasche einige Drobbriefe vorlegen, welche Redner hoffte und wünschte, daß die Scharte wieder ausgewetzt dem vielfältig Novellistischen, was Ihnen vorgeführt worden tit, mich abhalten sollten, heute hier so zu sprechen, wie ich es thue. werden würde und Alle zu der Erkenntniß kommen, daß Alle zunach den menschenmordenden Bilde, welches der Staatsanwalt Die Geschworenen werden zugeben müssen: Hugo Löwy hat fammengehören. Nät her maß Refolutionen teinen Werth bei, von den einzelnen Angeklagten entwickelt hat, betrachte ich Herrn v. Arnauld nicht begünstigt, legierer ist ein Dieb und wenn sie nicht durchgeführt werden. Schon wiederholt seien € 3 als meine meine Aufgabe, die Geschworenen auf das er hat auch nicht den Hugo Löwy angestiftet. Für das Gegen- Resolutionen geiaßt worden, welche es den Parteigenossen zur Gesetz und nur auf das Gefeß binzuweisen. 3u eut theil ist auch nicht der Schatten eines Beweises bei Pflicht machen, fich gemerffchaftlich zu organisiren. Dennoch fei scheiden ist die Frage, ob hier nach dem Gesetze ber gebracht. Daffelbe gilt von Frau Löwy. Jeder, dem es gleich- allgemein die Meinung verbreitet, daß es genüge, fich politisch zu trügerischer Bankrott vorliegt? Auch die Geschworenen tönnen giltig ist, ob Belene Goldstein af der Kurpromenade in Marien- bethätigen. Gegen Legien als Referenten habe er von vornherein und sollen fein anderes Jutereffe haben und sich nicht darum bad chic ausfab oder nicht, muß es als Zeitverschwendung be- Bedenten gehabt. Die von Boillon angeführten Gesichtspunkte grämen, ob trotz aller Arbeit, trob tes Aufgebots aller mög- trachten, dieselbe gegen eine Auflage zu schützen, die gar nicht wurden von ihm weiter ausgeführt. Durch Aeußerungen, wie fie Lichen Bolizeibeamten, troß des Aurufens aller möglichen Be- vorhanden ist. Tem Angeklagten Löwy wird ein Vorwurf aus von Bebel und Schoenlank auf dem Parteitage gefallen, werde hörden und der Duraftöberung aller möglichen Korrespondenzen dem Verkehr mit Ehrlich gemacht; der Vorwurf ist unberechtigt, die Lauheit und Faulheit in bezug auf die gewertschaftliche der Etaatsanwalt am Ende doch nicht dedit behält. Die Ge- benn Löwy fonnte unmöglich wissen, daß dieser Manu, dieje Organisation begünstigt. Thatsache sei, daß der Einzelne in der schworenen sind eben nicht dazu da, ein Autodafé zu Ehren der eminent tid tige Kraft, vor 30 Jahren bestraft worden ist. Ghr Gewerkschaftsbewegung seine Haut mehr zu Markte trage, als vox populi( ciu Scheiterhausen zu Ehren der Stimmen des lich, der sein Haus zum Mittelpunkt fünstlerischen und litera in der politischen Bewegung. Bezüglich der Bedeutung der Boltes) zu veranstalten oder sich interessant unterhalten zu lassen, rischen Verkehrs machte, hat diese Thatsache natürlich niemandem Generalfommission war er der Meinung Auer's. Dennoch trat sondern Necht zu sprechen. Betrüglicher Bankrott wird die auf die Nase gebunden. In umfangreicher rechnerischer Dar er der Auffassung Keßler's im Bauhandwerker", daß die Ber Sandlung des einfachen Bankrotts genannt, wenn sie begangen legung zeigt der Vertheidiger, daß in dem aufgemachten bändler" sich auf dem Parteitage eine Niederlage geholt hätten, ist in der Abficht, die Gläubiger zu benachtheiligen". Die Status, nach welchen nur 18/8 pCt. Dividende heraus entgegen. Seine Absicht war nicht, daß die Parteiführer fich Juristen find darüber einig, daß die beabsichtigte Benachtheiligung fommt, zu ungunsten Löwy's zahlreiche Forderungen eingestellt gewerkschaftlich organisiren sollen, sondern nur, daß die politischen mit der Zahlungseinstellung und der hervorgerufenen Schädigung worden seien, die bei näherem Zusehen nicht Bestand haven, Genossen im allgemeinen sich mehr an der Gewerkschaftsbewegung in Berbindung stehen muß. Daß bloße Bewußtsein, es werde während auf der Seite des haben" große Poften außer Aufay betheiligen sollen. Die Konzentration des Kapitals werde die eine Benachtheiligung eintreten, genügt nicht, um den betrügerischen geblieben feien, die für den Angeklagten einen Werth hatten. Gewerkschaftsbewegung nicht unmöglich machen, sondern diefelbe Bankrott zu fonstruiren, wie das Bleichsgericht längst auerfannt hat. Thatsächlich tomme nur eine Unterbilang von 42 000 M. heraus, erst ermöglichen. Nicht das konzentrirte Kapital, sondern die Der Vertheidiger prüft die Frage, wie die Thätigkeit Löwy's dieien ohne die Grundstücke, ohne die Deutschlandgrube und ohne die indifferente Arbeitermasse sei der Feind der GewerschaftsStraffriterien entspricht in umfangreicher juristischer Ausführung, Hypotheken. Leytere follen plöglich ganz werthlos fein und doch bewegung. Auer nahm nochmals das Wort, un in welcher er die einzelnen Berdachtsgründe des Staatsanwalts, telle der Staatsanwalt in demfelben Augenblick die Helene Löwy falsche Schlußfolgerungen der Vorredner richtig zu stellen. welche aus dem Borleben Löwy's hergeholt worden, als durchaus unter die Auflage der Beihilfe, weil sie in einer dieser Hypotheken Die Gewerkschaften mögen alles thun, um bei einem einfeitig hinzustellen fucht. Nath ter Meinung des Etaats- ein Vermögenstück bei Seite gebracht haben soll. Das Ausschwunge der Konjunktur gerüstet bazustehen. anwalts miste der Angeklagte schon im Jahre 1890, als er die feien doch unglaubliche Widersprüche!" Da beginne der schroffe tönne alle moralischen Mittel in Anwendung bringen zum Besten Anfangsbilanz fcönfärbte, genau gewußt haben, deß er dann Gegensatz zwischen Staatsanwalt und Vertheidigung, welche den der Gewerkschafts- Organisation, aber feinen äußeren Zwang. und dann nicht mehr wird weiter können, daß die großen Bant Angeklagten Davor schützen müsse, daß nicht durch allegemeine, Wenn die Gewerkschafts- Bewegung darniederliege, so seien daran brüche eintreten und ihn mitreißen und daß er zu einem be- vielleicht für Feuilleton und Novelle, für Trama und Kultur die ganzen Verhältnisse schuld, nicht einzelne Personen. stimmten Termin vor Gericht sieben werde. Das ist denn aber geschichte interessante Darstellungen aus dem Pariser und Deutschland werde die Gewerkschafts- Bewegung stets sekundäre doch ein tübner Eprung. Bequem ist es ja, su sagen: Zer Hugo sonstigen Borleben eine Form der Belastung gefunden werde, Bedeutung haben, da der Arbeiterklasse der politische Vorkampj göny, welcher einmal in Mazas gesessen und jest in Plößensee die nicht Stand hat vor der Sonne und der Loupe. Auch ein zufalle, der nicht aufgegeben werden könne. Trozdem feien in fiet, muß nun nach Slawicz, ober: der Hugo Löwy ist schon Hugo Löwy tann nur verurtheilt werden auf grund von That den Gewerkschaften mehr Genossen organisirt, als in den poli einmal wegen Betruges beitraft, also muß sein Bankrott auch fachen und Beweisen, und nicht auf grund von Sentiment, auch tischen Vereinen. Es sprachen noch Guttmann, Habanz ein betrügerischer sein! Das hört sich sehr nett an, aber bewiesen er gehört nicht zu den Parias, die man nur mit Fußtritten zu und als Schlußredner Millarg. Derselbe verwahrte sich da ist doch damit nichts! Es hört sich sehr hübse) an, die Reklame regaliren braucht, auch er muß geprüft werden. Und dieje gegen, daß er beabsichtige, einen fünstlichen Gegensatz zwischen fucht als Echuldbeweis für Löwy hinzustellen. Mit Allgemein Prüfung tann uur tazu führen, den Angeklagten neben den politischer und gewerkschaftlicher Bewegung zu schaffen. beiten ist hier absolut nichts gethan, sondern die Geschworenen Betrugställen, wegen deren er schon verurtheilt worden ist oder Mit großer Majorität erklärten sich die Versammelten mit haben sich zu prüfen, ob gesagt werden darf: es ist nicht wahr, noch verurtheilt werden wird, nur noch des einfachen, aber nicht den Beschlüssen des Parteitages in Köln einverstanden. Das daß ich gehürzt bin, weil damals die Zeit für die Finanz: velt des betrügerischen Bankrotts für schuldig zu befinden. Andenken Töldes wurde durch Erheben von den Blägen geehrt überaus schlecht war, es ist nicht wahr, daß der Sturz Löwy's Hiermit schließt Dr. Friedmann sein vierstündiges durch den Sturz des Rommersieuraths Wolff nachgezogen worden, es ist nicht wahr, daß infolge der Verhaftung Löwy's die Werthe Zen Schluß bringen wir in der 1. Beilage. tesselben ruinirt worden sind, fontern von Anfang an bat der Angeklagte sein Geschäft nur eröffnet, um demnächst bei passender Gelegenheit mit seinem Raube in der Versenkung zu verschwinden. Ler Etaatsanwalt het den Angeklagten Löwy als ein Finanze genie ersten Ranges auerfannt, als einen eminenten Kopf; dann Tie Parteiverfammlung für den 6. Wahlkreis zur der durch den Eisenbahn- Zusammenstoß im Bahnhofe von mußte er doch weiter gehen und auch anerkennen, daß Gewinn Diskussion über die Berichterstattung vom Kölner Parteitag fand Limito verursacht wurde, wird auf 3 Millionen Lire geschäzt. and Leichtsinn zwei Hand in Hand gehende Brüder sind und daß am 1. d. M. unter wenig zahlreicher Betheiligung in den Wie es heißt, sollen bei dem Unfall 32 bis 43 Personen getödiet ein fo leichtsinniger Etlingel wie Löwy sich auf das Spefulations Germania Eälen, Chauffeestraße, fiatt. Der erste Reduer zur worden sein, doch sind bisher, wie bereits gemeldet, nur gebiet begiebt, cyne gleich genau jich zu berechnen, wann er seine Listuffion war Genosse Auer. Terfelbe ging auf die Berichte 22 Leichen fonstatirt worden. Die Strecke Treviglio- Mailand ist Gläubiger benachtheiligen wird. Rein, ein solcher Mann will' erstattung des Lelegigten Wallarg ein. Was zunächst das Bers wieder im Betriebe. Plaidoyer. Versammlungen. " Vermischtes. 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