Nr. 285. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertel fährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Einger. In der Post Beitungs- Breisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Rauin 40 Pfg., für Vereins: und Bersammlungs Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. Fernspredjer: 3mt I, 4186. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 5. Dezember 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die französische Ministerkrisis. Beitungen aller Schattierung lächerlich gemacht werde, dennoch mehrere von ihnen sind aus der Wahlschlacht zurückgekehrt, 8. 2. Paris, den 1. Dezember. Kennen Sie das Mordspiel( jeu des massacres)? Auf den Jahrmärkten in Frankreich findet man stets Buden, um die sich eine große scherzende und lachende Menge versammelt, und wo man ungefähr einen halben Meter große Figuren sieht, die Voltstypen darstellen sollen, wie: Polizeikommissar, Gendarm, Hanswurst, Schwieger nutter, alte Jungfer, Dorfftuzer, Geizhals, Bucherer u. f. 10. Wer das Vergnügen haben will, diese Figuren mit Rugeln umzuwerfen, muß für 5 Würfe einen Sou bezahlen: das nennt man das Mordspiel. Ein Künstler" hatte vor einigen Jahren den wizigen Einfall, diese Phantasietypen durch Puppen zu ersehen, welche die jeweiligen Minister und Politiker darstellten. Seine Bude machte Furore. Ganz Paris lief hin, um Ferry, Goblet, Spuller, Grévy und Wilson zu tödten. Die Polizei ereiferte sich und verfügte die Schließung der Bude dieses so wenig respektvollen Gewerbetreibenden. Aber das Mordspiel mit politischen Größen, das auf dem Jahr markt verboten war, wurde in dem Parlament eingeführt. Jeder Redner, der die Tribüne betritt, schießt mit Epigrammen, Anspielungen, Beschuldigungen und Denunziationen auf die Minifter, die vor ihm aufgestellt sind. Während der letzten Legis laturperiode vergaßen die Abgeordneten die Intereffen des Landes, um sich an diesem Spiel zu ergößen. Man mordete" die Minister mit solchem Eifer, daß alle Monate ein oder zwei Minister, die ganz besonders schlecht zugerichtet waren, ersetzt werden mußten, und daß wir beständig Ministerkrisis hatten. Die Opportunisten waren in Berzweiflung. Nach den Wahlen faßten fie wieder Muth; sie dachten, sie hätten eine Regierungs- Majorität und würden bald ein festes, unerschütter liches Ministerium haben. Der fette Dupuy bildete sich das Nämliche ein. Er hatte die drei Radikalen des Kabinets: Peytral, Viette und Terrier firre gemacht. Voll Löwenmuthes zog er in den Krieg gegen den Sozialismus, den er zermalmen zu tönnen vermeinte. Doch was geschah! Das Mordspiel beginnt wieder. Jaurès wirft mit einem einzigen Treffer den schrecklichen Dupuy, das Bollwerk der Reaktion, über den Haufen; und nach Jaurès werfen die Radikalen Lockroy und Pelletan, und die Opportunisten Barthou und Deschanel die Minister Beytral, Biette und Terrier um. Das ist vielversprechend: Und wir sind erst beim Anfang einer Legislaturperiode", seufzt der Temps" schmerzvoll. Es darf kein Fehler mehr gemacht werden, die ganze Gefeßgebung wäre in Gefahr, und würde die Folgen zu tragen haben." " Mehrheit für " Aber Carnot, der an seinem Plane festhält, bleibt standhaft und schickt Méline, Raynal und andere zu Casimir Périer, um ihm zu beweisen, daß er die Bildung des Ministeriums übernehmen muß. Mit je mehr unwiderleglichen Gründen man ihm tommt, umso hartnäckiger besteht diefer darauf, der gefährlichen Ehre aus dem Wege zu gehen. In seiner Verzweiflung beruft Garnot den Vicepräsidenten der Kammer und des Senats, Loubet, und schließlich Spuller, den Bandwurm- Improvisator",- ein Bei name, den seine Mitarbeiter an der République française" ihm wegen feiner beklagenswerthen Eigenschaft, endlose Leitartikel zu improviſiren", gegeben haben. Le Temps" und alle opportunistischen Zeitungen waren glücklich. Endlich war der Mann gefunden, der Muth genug hatte, das Werk zu übernehmen und ein Ministerium zu bilden. Nach zwei Tagen der größten Anstrengung war selbst Spuller gezwungen, zu erklären, er fönne tein Ministerium improviſiren". Es blieb nur noch ein Mann übrig: Casimir Périer. Der Aermiste konnte nicht mehr ausweichen, er mußte gute Miene zum bösen Spiel machen. Wird es ihm gelingen?*) " z. B. Rouvier, Roche, Raynal, Reinach, Burdeau u. s. w. Aber sie sind zu zweiten Rollen verurtheilt. Es ist ein sehr starker Mangel an Männern, aus denen Minister zu machen sind ( hommes ministrables). Der französische Parlamentarismus ist ein Menschenfresser, der gewaltig viel verzehrt. Einige Ziffern zeigen seinen Heißhunger und seine Verdauungskraft. Seit 1870 hat er 31 Kabinette aufgespeistungefähr eins alle neun Monate, und 154 Minister, das heißt einen alle sieben Wochen. Sie sehen, das Mordspiel" blüht im Palais Bourbon), und die Abgeordneten amüsiren sich dort, als wären fie bloß dafür gewählt und bezahlt, Minister zu Boden zu schlagen. Der Sturz des Kabinets Dupuy hat der traurigen radikalen Partei, die eigentlich nur noch eine Etikette( ein Titel) war, den Gnadenstoß versetzt. All ihre donnernden Führer gelangten in das Ministerium, nur um die Reformen zu bekämpfen, die sie in der Opposition gefordert hatten. Die Barthou und die Deschanel des Opportunismus haben sich das Vergnügen gemacht, die drei Radikalen des Ministeriums mit ihrem ehemaligen Brogramm abzuschlachten: Je länger die Krisis dauert, um so mehr greift die Verwirrung im Lager der Regierungsrepublikaner um fich: fie Herr Terrier und Sie, Herr Biette, Sie Poffenreißer, die suchen im Schweiße ihres Angesichts nach Sündenböcken, die Sie behaupten, daß die Religion ein Geschäft ist, die fie für das parlamentarische Gachis( heillose Durcheinander) Sie keine Beamten wollen, die um den Nacken das Halsband des verantwortlich machen können. Sie beschuldigen Constans, die Pfaffenthums tragen,- ach! aber es will uns bedünken, Sie hätten Rombination Spuller zum Scheitern gebracht zu haben, weil die ministerielle Erklärung Dupuy's unterzeichnet; und jetzt ver Carnot ihn nicht hereinziehen wollte. Sie gehen sogar so weit, fündigen Sie, daß Sie diese berühmte Trennung der Kirche vom Staat, Carnot in die Sache zu verwickeln, dessen geheiligte Person die Ihnen zu den Stimmen Ihrer Wähler verholfen hat, nicht doch über allen Meinungsverschiedenheiten und allem Parteihader mehr wollen! Und Sie, Herr Peytral, Sie sind aus Marstehen soll. Sie werfen ihm vor, die Krisis absichtlich herauf- feille, wo man den Knoblauch liebt und die Bouillabaisse**) und beschworen zu haben, nach den Einen dadurch, daß er Dupuy ge- die schnaubenden, hochtrabenden Worte, Sie haben Ihren hindert, die drei radikalen Minister auszuschiffen", nach den Wählern die Abschaffung aller indirekten Steuern und an deren Andern dadurch, daß er verrathen habe, fie feien zum Rücktritt Stelle die Einführung einer einzigen Einkommensteuer versprochen, gezwungen. Aus diesem Wirrsal wird niemand mehr klug. Sie haben auch einmal einen prachtvollen Antrag zu diesem Zweck eingebracht und jetzt unterzeichnen Sie die Erklärung Dupuy, Es ist gleichgiltig, wie die Krise jetzt endigen wird sie welche jede Steuer auf das Einkommen zurückweist! Sie sagten hat bereits ihre Früchte getragen. Aber sie wird noch andere Ihren Marseiller Wählern, Sie seien ein unerschütterlicher tragen. Fels"; das ist richtig: um nicht in Ihrer Ministerstellung er Zweihundert neue Abgeordnete sind in die Kammer gekommen. schüttert" zu werden, haben Sie alle Ihre Grundsätze und BerSie schwanken und wissen nicht, welcher Gruppe sich ansprechungen geopfert!" schließen. Ein Ministerium, das sich gleich nach Eröffnung der Die Radikalen selbst machten mit und griffen wuthflammend Kammer fest zeigte, hätte einen Theil von ihnen um sich gruppirt, ihn die drei Pechvögel von Ministern an, die sich gar nichts unter die alten Truppen gesteckt und so eine Majorität geschaffen. Böses dabei gedacht hatten, als sie ihr Oppositionsprogramm Dupuy versuchte diese Taktik; er stellte sich als Drachentödter des verleugneten, ebenso wie ihre Vorgänger es gethan haben und Der Fehler ist gemacht worden. Sozialismus hin, um seine Stärke zu zeigen, und auf den ersten wie ihre Nachfolger bereit sind, es zu thun. Alle Abgeordneten begreifen, daß das Mordspiel fortgefeßt Sieb war er gefällt. Alle Neugekommenen haben nun Zeit sich Während der dreitägigen Kammerdebatte hat die radikale wird. Obgleich es in der Kammer von Minister- Aspiranten umzusehen, ehe fie einer Gruppe beitreten, und, einmal mißtrauisch Partei nur eine untergeordnete Rolle gespielt", stellte Herr wimmelt, so wagt sich doch keiner an die Aufgabe, ein geworden, werden sie nur mit Vorsicht ihre Unterstützung Mini S. Lacwoir selbst fest, einer der Führer des Radikalismus. Die Ministerium zu bilden. Carnot beruft Dupuy, doch der ant- sterien geben, die sich" start" nennen. Debatte ging über seinen( des Radikalismus) Kopf weg, sie anwortet:„ Ich habe keine Lust mehr; ich habe mir alle In meinem Brief nach den Wahlen sagte ich Ihnen, daß die wurde ausgefochten zwischen den Kollektivisten einer- und ihren Knochen im Leibe bei dem Fall gebrochen." Gr wendet sich neue Kammer ebenso uneinig und regierungsunfähig zu sein ver- entschiedenen Gegnern andererseits." In der That, gegen den an Meline, den Führer der Schutzöllner, die in der alten spreche, wie die letzte es war. Ich füge heute hinzu: fie Sozialismus haben die Minister Sturm gelaufen und hinter Kammer die Mehrheit hatten und sie auch in der neuen noch wird noch schlechter. Alle ihre Kräfte werden sich in un- ihnen her die Köter des Zentrums***) und die zahnlosen Krüppel haben. Aber Méline erklärt: er habe nicht Einfluß genug, um endlich viele( infinitésimaux) Gruppen zersplittern; und sie der Linken. Der Sozialismus hat es unter seiner Würde geein Rabinet bilden zu können. Carnot beruft Casimir Périer, enthält wenig Männer, die im stande sind, diese Gruppen auch halten, auf das Gebelfer und Gefeife dieser letzteren zu antworten; der davon träumt, aus dem Präsidenten der Kammer Präsident nur für kurze Zeit zu einer Majorität zusammenzuballen. Denn er stürzte sich auf das Ministerium und schlug es nieder. der Republik zu werden, aber auch sehr gut weiß, daß man nur die letzte Session mit den Panama- Skandalen hat eine große Minister zu werden braucht, um es mit aller Welt zu verderben. Bahl der parlamentarischen Führer um ihren Ruf gebracht. Er sieht die Schlinge, die man ihm legt, und versichert: Dupuy sei nur irrthümlicher Weise gefallen und er habe, obgleich er durch die Sozialisten gestürzt sei und von den Deputirten und " Feuilleton. Skizzen Machdruck verboten.] [ 24 aus der sozialistischen Bewegung in Rußland. ( Aus dem Russischen überfest.) Frau Jejumkin liebte solche Romane zu lesen. Aber mein Gott! dieser Roman- ist die Wirklichkeit, diese Heroine, welche auf der Pritsche liegt, ist kein Phantasiegebild sondern Frau Jsjumkin selbst. Sie will nicht daran glauben. Es ist ein Traum, eine Halluzination, ein schwerer Albdruck... Nein, das ist die Nein, das ist die unleugbare Wahrheit. *) Es ist ihm gelungen, niemand kann seinem Schicksal entgehen. St. d. V. mit frohem Muth vor Anfang des Spieles, das ihm gestern noch soviel Vergnügen bereitet hat, betreten hat. *) Dem Palast der französischen Kammer. * Ein in Südfrankreich sehr beliebtes Fischgericht. ***) Das französische Bentrum( eig. bas Linke Zentrum Centre gauche) entspricht ungefähr unseren Nationalliberalen. Im Geiste sah Frau Jsjumkin ihren Empfangssalon, das Schlaf- und Kinderzimmer, die Blumen auf dem Fenster Die ihr auferlegten Leiden drückten Jsjumkin ganz und die weißen Gardinen vor denselben. Alles erschien ihr nieder, sie hatte nichts, sie zu beschwichtigen, ihre Kräfte jezt doppelt so schön, wie früher. Aber was sind das für aufrecht zu erhalten. Sie leidet nicht aus Ueberzeugung, Leute, die auf ihrem Divan und ihren Sesseln sitzen? Vor weil sie nie eine gehabt hatte, ebensowenig wie leidenschaft- ihren Blicken verschwindet das heitere Licht im Zimmer und Thörichte Phantasten... Fanatiker!" lich geliebte deale. Sie gleicht nicht einem verwundeten die Finsterniß des Gefängnisses breitet sich aus. • schrie Krieg er, der in den bitteren Minuten der Agonie sich damit trösten kann, daß seine Kameraden über ihn hinweg in die sie auf. Festung eingedrungen sind. Sie kann nicht sagen, daß sie Es kränkte sie das Bewußtsein, daß sie selbst die Schuleiner geliebten Sache wegen Qualen erduldet. Nein, fie dige war, und sie beschuldigte deshalb in tindischer Weise leidet blos infolge ihres Leichtsinnes, ihrer Neugierde und Andere. Der Sozialismus, den sie sich bis jetzt in einer aus Liebe zu romanhaften Berwickelungen. unklaren Form vorgestellt hatte, nahm plöglich in ihren Augen eine verderbenbringende Gestalt an. Jezt nähert er sich ihr vom Fenster aus in Gestalt eines Bauberers, streckt eine Menge Hände aus und umfaßt sie. Selbstverständlich liebte sie die Freiheit und war unzu frieden mit der Regierung; sie verurtheilte sehr energisch dieselbe wegen der Unterdrückung der Preffe dieselbe wegen der Unterdrückung der Preffe und las gerne Romane aus dem Leben der Terroristen. Die Terroristen, die Volksgänger, die Gedichte aus dem Willen des Volkes", welche sie abgeschrieben hatte, die KonFrau Isjumkin wirft sich bitter weinend auf die ,, Aber was wünschen die Menschen nicht alles- dachte Britsche und negt das harte Kopfkissen mit ihren Thränen, sie jest gerne hätte ich meinen Wünschen entsagt, wenn ftitution, ihr Sonnenschirm, den sie als Zeichen, daß sie zu bis endlich die Thränen versiegen und die Brust, erschöpft ich gewußt hätte, daß man mich dafür in das Gefängniß Hause sei, auf das Fenster gelegt hat, die chiffrirten Briefe, die von den vielen Seufzern, Ruhe verlangt. setzen würde. Möge man meinetwegen die ganze Buch- Reihen blauer Ziffern, die Ausrufe der Radikalen, alles dieses Mit rothgeweinten Augen, angstvoll das Fenster an- druckerkunst vernichten, ich beklagte mich nicht darüber, tanzte chaotisch an ihren Augen vorüber. Alles verschwamm starrend, überlegte sich Frau Jsjumkin ihr Schicksal. Sie war wenn ich nur dadurch befreit werden würde." fest überzeugt gewesen, daß sie nie in das Gefängniß gerathen Frau Jejumkin dachte an ihre Kinder und schalt sich Arme in grauen Aermeln hervor, die Arme jener beiden in eine schwarze Masse und aus dieser streckten sich auch würde. Wenn sie das gewußt hätte, daß ihr solches bevor eine Verbrecherin. stehen würde, hätte sie feinen einzigen Radikalen in ihrer Was wird aus diesen, wenn man mich nach Sibirien Gendarmen, die sie in das Gefängniß geführt hatten. Wohnung empfangen. Sie konnte es sich nicht denken, daß schickt? D, mein Gatte, hätte ich nur gewußt, daß das „ Herr, errette mich, führe mich aus dem Gefängniß es damit endigen würde. Mein Gott, wie schrecklich! Alles so enden würde!" heraus!" rief Frau Jsinmtin aus. . In ihrem Geiste sah sie die Gesichter der von ihr empfangenen Und von Neuem begannen ihre Thränen zu fließen. Haditalen. Sie erinnerte sich der letzten Berathung, daß Die Schwalben, die an dem Fenster vorbeiflogen, Ardaljon abreisen sollte, des geheimnißvollen Salons, und zwitscherten laut, wie schön die Freiheit, wie mild der Abend dies alles wurde ihr plöglich zuwider: ebenso erscheint dem ist, wie die Wolfen sich rötheten, und wie süß es wäre, jetzt Spieler, der verloren hat, jener Saal widerwärtig, den er die Kinder küssen zu können. Sie vergaß, daß sie noch unlängst, roth vor Eifer, ge sagt hatte, daß sie nicht an Gott glaubte. Das hatte sie aber nur so gedankenlos geschwägt. Es hatten Andere es gesagt, die wirklich nicht an Gott glaubten, und sie hatte es wie ein gelehriger Papagei nachgeplappert. Es ist daher Jetzt, wo die Royalisten endgültig überwunden sind und geben. An zweitausend Personen bewegten sich im Zuge, laute des Art. 84 der preußischen Verfassungs- Urkunde überein. die republikanische Staatsform nicht mehr bestritten wird, selbst während tausende dem Zuge voraufgingen oder in den timmende Fassung infolge des Antrages eines Abgeordneten nicht mehr von dem Bapst, werden in dem Parlament Straßen, die der Bug passirte, dichtgedrängt Spalier bil- erhalten, der seinen Antrag durch den Hinweis auf die Angeawei große Parteien sich bilden auf der einen Seite die beten. Die Polizei forderte die Entfernung der rothen Interpretation des Art. 31 ein Zurückgehen auf die EntKonservativen jeder Etikette und jeder Schattirung, und auf Kranzbänder, die von den Berliner Genossen gestiftete stehungsgeschichte des Art. 84( der preußischen Verfaſſung) gerechtder anderen die Sozialisten. Um die soziale Frage bei Seite zu schieben, hatte Gambetta Schleife wurde beschlagnahmt. Eine Grabrede zu halten fertigt, und ergiebt diese, daß er aus der Verfassungs- Urkunde und hatten nach ihm die Radikalen es versucht, eine war verboten. Den ersten Kranz am Grabe legte im Auf- vom 5. Dezember 1840( Gefeßsammlung Seite 386) entfatholische Partei zu gründen, gegen die man spiegelfechte trage des Parteivorstandes Gerisch, den zweiten im nommen, welche im welche im Artikel 85 bestimmte: daß jedes risch losdonnern konnte zur Unterhaltung des Publikums, Auftrage der Fraktion Harm nieder. Dann folgten Strafverfahren gegen ein Mitglied der Kammer für die Dauer dem man Pfaffen zum Freffen hinwarf, damit es nicht daran weitere prachtvolle Kränze der Dortmunder, Hamburger, der Sizung aufzuheben sei, wenn die betr. Kammer es verlange. denke, die Bourgeois zu verschlingen. Diese ganze Politik ist Berliner Genossen, der Gewerkschaften und der rheinisch Schon diese Entstehungsgeschichte läßt erkennen, daß man darauf mit einander, obgleich die Parteigruppen noch schwankend sind. zerstört, weggefegt. Die beiden Parteien find bereits im Kampf westfälischen Parteiorte, insgesammt achtzig, die einen verzichten muß, den Inhalt des Art. 31 aus den Grundsäten Die konservative Regierungspartei wird mehr und mehr die kleinen Hügel bildeten. Die eine Stunde später statt der jetzt geltenden Strafprozeßordnung zu erläutern. Sucht man nach den Gründen, welche den Reichstag zur alten Versteinerungen( Fossilien) der geschlagenen und zur Ohn- findende Gedächtnißfeier war überfüllt. Ansprachen hielten Aufnahme des Art. 31 in die Verfassung bestimmt haben, fo macht verdammten Parteien in sich aufnehmen; die sozialistische Lehmann, Gerisch und Harm. zeigen sich als maßgebend einestheils die Furcht vor tendenziöser Partei, die von Guesde und Vaillant bis Millerand reicht, wird Verfolgung einzelner Abgeordneter seitens der Regierung oder ihrer Organe, anderentheils die Erwägung, daß der Versammlung bei ihren Berathungen die Beihilfe feines ihrer Mitglieder entzogen werden dürfe, und endlich die Betrachtung, daß das Interesse des Reichstages höher stehe, als die Einbuße, welche die Rechtspflege durch eine zeit: veife Siftirung erleide. der alten radikalen Partei ins Gehege gehen und ihr die tüchstituirung folgende zwei Resolutionen gefaßt: Die Freifinnige Vereinigung hat bei ihrer Kontigsten und thatträftigsten Leute wegholen. Die ökonomischen Vorgänge und die sozialistische Agitation außerhalb des Parlaments werden die Angriffswucht der parlas mentarischen Gruppe vergrößern, die, wenn auch wenig zahlreich, doch über bedeutende Talente verfügt, wie die Gegner zu ihrem Schaden erfahren werden. Der Sozialismus beginnt in Frankreich die politische Partei zu werden, welche die verbündeten kapitalistischen Parteien allesammt im Schach hält. Gallus. Politische Leberlicht. Berlin, den 4. Dezember. Aus dem Reichstage ist heute wenig zu melden. Vor sehr schwach besuchtem Hause wurden einige Vorlagen wie das Unterstützungswohnsitz- Gesetz und das BiehseuchenGesetz der Erledigung entgegengeführt. Große Debatten und erwähnenswerthe Reden fehlten. Morgen ist dafür wieder ein großer Tag. Die Debatte über die neuen Steuervor lagen wird morgen eröffnet. Auf der Tagesordnung stehen die Börsen, Quittungs- und Fachtbriefstempel- Steuer. 72 An der ablehnenden Haltung des Kaisers ist die Reform der Militär- Strafprozeßordnung schon zweimal ge scheitert, wie der bayrische Kriegsminister in der Abgeordnetenkammer erklärte. Die Generalversammlung spricht die Erwartung aus, daß der Borstand, in Ausführung des§ 1b des Statuts, der nächsten Generalversammlung einen Arbeitsplan vorlegen wird, der die konkreten Forderungen des Liberalismus auf fozialem, wirthschaftlichem, verfassungsrechtlichem Gebiete im Hinblick auf die praktische Verwirklichung formulirt, und daß fernerhin die Generalversammlung zur Mitroirkung an der Fortbildung dieses Arbeitsplans nach den Forderungen der Zeit berufen sein werde." Die Generalversammlung beschließt: den Vorstand zu er Generan suchen, der nächsten Generalversammlung Vorschläge über die Formulirung der aktuellen Forderungen des Liberalismus auf politischem, sozialem, wirthschaftlichem und rechtlichem Gebiete zu machen und diese Vorschläge, unter Heranziehung von Rommissionen für einzelne wichtige Fragen aus den Kreisen der Parteigenossen, vorzubereiten; 2) auszusprechen, daß es Pflicht des Vorstandes und auch der Parteigenossen ist, fofort auf diesen Gebieten, soweit als thunlich, thätig zu sein, und zwar nicht blos bezüglich der Handels- und Zollpolitit, der Steuerfragen, der agrarischen Frage, der Schulfrage, sondern auch bezüglich anderer eine baldige Behandlung erfordernder Fragen; 3. als solche andere dringliche Fragen sind zu bezeichnen: a) die Verbesserung der Arbeiterversicherung unter Aufrechterhaltung der den arbeitenden Klassen dadurch gewährten Vortheile, b) die Erweiterung der Rechte und der freien Bewegung der Vereine, c) die schwierige Lage des Kleingewerbes, besonders des Handwerks infolge Veränderung der Produktions- und Verkaufsverhältnisse, d) der Ausbau und die Verbilligung der Verkehrswege, sowie die Beseitigung der auf dem Gebiete des Militärwesens hervorgetretenen Schäden." " 1 " Da es aber trotz dieser flatschenden Ohrfeige, die das Gericht einigen Rechtsverdrehern appliziren mußte, noch Leute giebt, die den Artifel 31 auch heute noch mißverstehen wollen, so hielt es die Fraktion einschließlich Stadthagen für zweckmäßig, eine selbst für den blödesten Verstand klare Wortfassung des Artikel 31 vorzuschlagen. Diefelbe enthält feine Aenderung, fondern eine Wiederholung der in Artifel 31 festgelegten Volks rechte. - Besonders wurmt das„ olle, chrliche" Tageblatt und mit ihm die National- Zeitung" der Umstand, daß gegen die Staatsanwaltschaft seitens Stadthagens Verfolgung aus§ 106 des Str.-G.-B. beantragt ist. Hiermit verhält es sich folgendermaßen. Auch gegen die Mitglieder von Behörden, die f. 3. eine Verhaftung des Genoffen Schmidt bezüglich Kunert unzulässig" die anordneten, waren Strafanträge gestellt. Dieselben wurden lediglich deshalb zurückgewiesen, weil die in jenen Fällen( außerhalb der Tagung des Reichstages) in Betracht tommenden ftrafgesetzlichen Bestimmungen ausdrücklich das Wissen des er Beamten erfordern, daß wider das Gesetz handle. Dieses Erforderniß wurde aber damals nicht als vorbanden erachtet, weil im Fall Schmidt Rechtsunkenntniß, im Fall Kunert Unkenntniß darüber vorgelegen habe, ob auch Kunert Abgeordneter war.§ 106 St.-G.-B. sett nun dies Wiffen nicht voraus; auch ist den Hamburger Behörden zweifellos bekannt, daß Stadthagen Abgeordneter. Es ist deshalb lediglich fonfequent, daß Stadthagen den Strafantrag gestellt hat. Durch den Antrag wird er erfahren, welche Gründe nun vorliegend eine Bestrafung ausschließen. " Militär justiz. Wie die Sächsische Arbeiter- Zeitung" erfährt, ist vor einigen Tagen der Soldat Berger von der Mit solchen Resolutionen wirbt man nicht für eine Der Radieschen- Samen" will nicht aufgehen. Die 3. Kompagnie des 102. Infanterie- Regiments in Zittau Partei, die Freifinnige Vereinigung wird ihrem Schicksale, Thatsachen, welche nachträglich über die an den Reichsnach Dresden überführt und wird in Dresden im Militär- dem politischen Tode nicht entgehen. kanzler und den Kaiser adressirten Höllenmaschinen" bearrest festgehalten. Berger ist derjenige Soldat, den unser kannt werden, lassen es außer Zweifel, daß die im Anfang Genosse Gradnauer durch den Vertrauensmann unserer Tas ,, olle ehrliche" Berliner Tageblatt" tischt seinen als so fürchterlich geschilderten„ Mordmaschinen" zu einem Partei in Zittau flüchtig kennen gelernt hat. Berger soll Lesern die Mähr von einer Spaltung innerhalb der sozialdemobei seiner Kompagnie längst als Sozialdemokrat bekannt tratischen Fraktion als Sonntags Lügendessert auf. Es meint, ernsthaften Attentat völlig ungeeignet waren, und selbst Stadthagen befinde fich bezüglich der Immunitätsfrage in Wider wenn die für jeden mit den Gebräuchen der„ hohen" gewesen sein, und diese Thatsache, daß er Sozialdemokrat spruch mit seinen Fraktionskollegen, da diese einen Gesetzentwurf Gesellschaft Vertrauten ganz ausgeschlossene Möglichkeit sei, stets zugestanden haben. Von Berger war gerade an eingebracht hätten, der die Verhaftung eines Abgeordneten für angenommen wird, daß sie den Adressaten direkt zugegangen dem Tage, als Gradnaner verhaftet wurd, e ein Brief an unzulässig erkläre, während Stadthagen schon auf grund der wären, deren Leben nicht hätten bedrohen können. Unter diesen eingetroffen, den Gradnauer bei seiner Verhaftung jezigen Fassung des Artikel 31 die Verhaftung auch zwecks Straf solchen Umständen ist es einfach unmöglich, dem Bubenbei sich trug. Auf diese Weise wurde die Bekanntschaft vollstreckung für unzulässig erachte. Kann es thörichteres Zeug streich einen politischen Ursprung und eine politische BeBerger's mit Gradnauer der Militärbehörde bekannt. geben, das für die absolute Unkenntniß und wissentliche Ent- deutung beizulegen." Anarchisten" à la Navachol oder Der Brief enthielt lediglich Privatmittheilungen stellung des„ ollen, ehrlichen" Blattes beweist? Der von der Ballas hätten, auch bei sonst start ausgebildeter Verrücktüber persönliches Befinden u. f. w. Und doch Fraktion eingebrachte Antrag ist von Stadthagen mit unter: scheint es, als ob dieser Brief allein schrieben. Er bezweckt, jeden Zweisel über die Tragweite des heit, die Ladung etwas weniger harmlos gemacht. Da Anlaß Artikel 31 zu beseitigen. Bekanntlich wurden in diesem Artikel ähnliche Attentate vermittelst pulvergefüllter Kästchen zu der Inhaftirung Berger's giebt. Wie die S. A. 3." drei Streitfragen von Leuten, die das Recht der Volksvertretetung von Bappdentel, Holz oder Blech man erinnert sich der aus ganz sicherer Stelle erfährt, liegt etwas anderes gegen verkürzen wollten, hineingetragen. Artikel 31 spricht klar aus, daß famosen Sardinenbüchse) seit Menschengedenken sehr häufig Berger absolut nicht vor. Die Militärjustiz scheint daher für die Dauer einer Reichstags- Session ohne Genehmigung vorkommen, also durchaus nichts Außerordentliches oder im Falle Berger genau so zu arbeiten wie in dem Falle des Reichstages teines seiner Mitglieder zur Untersuchung ge selbst Außergewöhnliches haben, so wollen wir uns über Graduauer. Frgend etwas wirklich für Berger Belaftendes zogen oder verhaftet" werden darf und daß auf Verlangen des den Zwischenfall den Kopf nicht weiter zerbrechen. liegt in keiner Weise vor, jedoch man versucht, durch Ab- Reichstages jedes Strafverfahren" für die Dauer der SizungsAnerkannt sei bei dieser Gelegenheit, daß die Regieperiode aufgehoben ist. Trotzdem ist seit 1874, wo Bismarck behörung aller möglichen Zeugen etwas herauszufinden. fanntlich die vom Berliner Stadtgericht als ungefeßlich und vers rung, so weit sich bis jetzt übersehen läßt, teine Versuche faffungswidrig abgelehnte Verhaftung des Abgeordneten Majunte gemacht hat, den Vorgang in Bismarc'scher Weise aufzubei dem besser zusammengesetzten Kammergericht durchgesetzt puffen und zu Reaktionszwecken zu„ fruttifiziren". hatte, behauptet: 1. Sigungsperiode umfasse die Zeit der Ver Defto eifriger ist das Hetz- und Denunziationsgeschäft tagung eines Reichstages nicht in sich; 2. Verhaftet" heiße von der verkommensten aller deutschen Parteien, der nanicht zwecks Strafvollstreckung verhaften; 3. Strafverfahren" tionalliberalen, besorgt worden, die, wo es eine Wir erwarten, daß die anständige Bresse aller Partei- fei nur das Verfahren bis zur Rechtskraft des Urtels. Diese schmutzige Arbeit zu verrichten giebt, unbestritten stets vorne richtungen, welche die Heimlichkeit des militärischen Gerichts. Behauptungen stüßen sich sämmtlich auf dieselben hinfälligen an ift.verfahrens bekämpft, von diesem neuen Vorkommniß Notiz sache wider Schmidt( Burgstädt) und wider Kunert das Reichsgericht Gründe. Daß diese Gründe völlig verkehrt, hat in der Strafnimmt und hierdurch die Militärgerichtsbehörde zur Bes burch die Urtheile vom 6. Februar 1891 und 24. Juni 1892 bezüglich schleunigung und Beendigung ihres Verfahrens ebenso an- des ersten Punttes anerkannt und die gegen die genannten Abgeord treiben wird, wie es im Falle Gradnauer geschehen ist. neten eingeleiteten Strafverfahren als unzulässig" ausgehoben. Das Reichsgerichtsurtheil in Sachen wider Kunert läßt sich über die hier interessirenden Fragen wörtlich wie folgt aus: Glaubt denn die sächsische Militärjustiz, daß die öffent liche Meinung, weil es sich hier um einen noch im aktiven Dienst befindlichen Mann handelt und nicht um eine Bivilperson, wie im Falle Gradnauer, ihr Verfahren ruhig hinnehmen werde? Die Beerdigung Töldke's gestaltete sich, wie uns ans Dortmund telegraphirt wird, zu einer großartigen Demonstration. Von Nah und Fern waren die Genossen gekommen, um den Veteran der Partei das letzte Geleit zu Aber jetzt ist sie überzeugt, daß sie an Gott glaubt, und betet mit Thränen in den Augen. Wenn nur diese harte Lehre gut enden wollte dachte sie ich würde eine ganz Andere werden. Ich bin bereit, alles zu ertragen, mag auch die Konstitution niemals eingeführt werden, mag man thun, was man will, ich werde nie mehr räsonniren, wenn man mich nur aus dem Gefängniß befreien würde. Ich werde nur für meine Kinder leben, nur ungefährliche Bekanntschaften pflegen, nur das Lesen, was gestattet ist, und nicht einen Sozialisten mehr feinen Fuß über meine Schwelle setzen lassen." Wie nun die Verhandlungen des Reichstags des Norddeutschen Bundes( Stenographische Berichte pro 1867, Band I, Seite 468) ergeben, hat der Artikel seine jetzige, mit dem Wort" So lange Sie nicht gestanden haben, dürfen Sie niemanden sehen," sagte der Staatsanwalt. Frau Isjumkin seufzte tief auf und wurde in ihre Belle zurückgeführt. „ Diese Frau ist keine Sozialistin," sagte der Staatsanwalt dem Obersten, das sieht man sofort. Wenn sie erst zwei, drei Monate im Gefängniß gesessen hat, wird sie alles eingestehen. Die Leiden und die Angst nahmen nach dem Verhör Einige Tage nach der Gefangennahme wurde Frau für Frau Jsjumkin noch zu. Alle sind Jsjumtin zum Verhör gerufen. Mit ängstlichem Herzen Gegen mich liegen viele Beweise vor. setzte sie sich auf den Stuhl. dem Gendarmerie- Obersten arretirt worden und haben eingestanden." gegenüber; seitwärts saß der Staatsanwalt und beobachtete nach Sibirien verbannt worden. Sie glaubte daran folglich würde sie verurtheilt und fie mit seinen scharfen, tlugen Augen. sie besucht habe. Der Oberst richtete mehrmals die Frage an sie, wer " Ach, ich weiß es nicht"- antwortete Frau Jejumkin mit aufgeregter flagender Stimme, waren es Verbrecher, so wußte ich es nicht, weil sie mir nicht gesagt haben, wer sie sind, sie besuchten mich blos und tranken Thee bei mir. Ich begreife nicht, weshalb man mich quält. Wann werden Sie mich freilassen?" eine Kälte ausströme, gleichsam als ob sich dort ein Eisberg hr schien es, daß aus dem Winkel ihrer Belle befände, und der Polarwind sie auwehe. Die Verzweiflung überwältigte sie, und sie fiel ohumächtig auf die Pritsche hin. niemals hatte sie ihre Kinder so geliebt, als eben in diesem Niemals erschien ihr das Leben so schön als jezt, und Augenblicke. 6110 schreibt zusammenspielend mit einem Kollegen- in die, Polizeischerze. Ein humoristisch veranlagter Spigel solchen Späßen zugänglichen Blätter: 91 D In England herrscht infolge der Meldungen, daß internationale Vereinbarungen gegen das anarchistische Verbrecherthum geplant feien, große Aufregung unter den Anarchisten. Ein Theil scheint entschlossen, möglichst bald eine große Aktion ins Werk zu setzen; darauf deutet wenigstens die schon gestern mitgetheilte telegraphische Meldung aus London, es würden von dort Massenmanifeste an die fran zösische Armee zur Vertheilung gebracht, in denen die Soldaten aufgefordert würden, ihre Führer zu erschießen. Ein anderer Theil besorgt Verhaftungen und sucht Vorkehrungen dagegen zu treffen. Im Berl. Lagebl." liegt darüber folgendes Telegramm vor: London, 2. Dezember. In hiesigen AnarchistenFreisen herrscht die größte Aufregung, da ihnen durch einen ihrem Verbande angehörigen Polizisten die Mittheilung zugegangen ist, daß aus Furcht vor möglichen Gewalts thaten bei dem morgigen Meeting auf dem Trafalgar Square die gefährlichsten Elemente der Anarchisten heute Abend verhaftet werden sollen. Es heißt, es feien 28 Haftbefehle, u. a. gegen Samuels und Nicols, erlassen. Das Redaktionslokal des anarchistischen Hauptorgans Commonweal" wurde sofort in Vertheidigungszustand ge setzt, die Holztreppe zur Druckerei abgetragen, die Thüren verbarrikadirt und Drähte gezogen, die das Alarmsigual geben und das Eindringen erschweren. Für das morgige großer Menge anarchistische Flugschriften vorbereitet, die Meeting werden in der Druckerei des„ Commonweals" in in den Hüllen von Bombengestalt mit daran hängender Lunte und der Ausschrift Dynamit unter die Menge, namentlich aber unter die Polizisten geworfen werden follen. Die Anarchisten machen die größten Anstrengungen, Arbeitslose zur zahlreichen Theilnahme an dem Meeting zu gewinnen. Die gemäßigteren Anarchistenführer befürchten eine große Ausschreitung und einen heftigen 3usammenstoß. Man kann sich daher morgen auf bedeutungsvolle Meldungen aus London gefaßt machen. Die Kinder werden mich verfluchen sagte sie sich d Es liegen so viele Beweise gegen Sie vor, daß man mich nie wieder von ihnen zu trennen." ich fterbe, wenn ich nicht zu ihnen zurückkehren kann, um nicht daran benten kann," antwortete der Oberst. Der Wunsch nach der Freiheit um jeden Preis erfaßte Alles hängt von Ihrer Aufrichtigkeit abfagte der fie, und beherrschte alle ihre Gedanken. Sie dachte Natürlich ist in London gar nichts geschehen. Das Staatsanwalt Ihr Zeugnen hat für uns gar teine Be- an die Flucht. Unmöglich! Und wenn ihr auch die Flucht Ganze ist eine Hintertreppen Jagdgeschichte, berechnet auf deutung, da man alle Verbrecher, die sie bei sich empfangen gelungen wäre, was hätte das ihr genügt? Sie würde zu die Dummheit und Feigheit der deutschen Angstphilister. haben, bereits ergriffen hat; nur für Sie selbst ist Ihre ihren Kindern gehen, und dort hätte man sie wieder erUnaufrichtigkeit sehr schädlich. Sie kennen doch das Sprich- griffen. In ihrer Verzweiflung überlegte sie sich sorgfältig mit einer Erklärung" vor die Kammer getreten, und dem Das neue französische Ministerium ist gleich Dupuy wort, daß der Neuige nicht bestraft wird. Die Regierung Die Mittel, sich zu befreien, und dabei fielen ihr die Worte Inhalte nach mit der gleichen Erklärung. Es wird auch verlangt feine Opfer und unterscheidet die wirklichen Ver- des Staatsanwalts ein, daß ihr Schicksal von ihrer Auf das gleiche Schicksal haben wenn auch nicht ganz so ge brecher von den Verführten." wichtigkeit abhänge. In der Maſſe der fluſteren Gedanken, welche sie zugleich mit der Hoffnungslosigkeit quälten, sie zugleich blitzten diese Worte wie ein Hoffnungsstrahl auf. ( Fortsetzung folgt.) Frau jumtin schwieg und die Thränen traten ihr in die Augen. Laffen Sie mich meine Kinder sehen"... fagte sie mit flehender Stimme. schwind. -O Der Kampf gegen den Sozialismus. Unter diesem Titel so schreibt man uns aus Paris unterm 1. Dezember bringt der„ Temps" an der Spize seines heutigen Blattes einen zu beurtheilen vermag, wo zu große Interessen fein Verständniß wie = missar die Bemerkung, unser Genosse dürfe fich nicht wundern, wenn er( der Kommissar) mit zwei Polizisten erscheine und ihm Tische und Gläser wegnehmen würde( Anmerk. des Korrespondenten: Genosse hat im Ganzen nur 4-5 Gläser zum Familiengebrauch im Hause), worauf ihm erwidert wurde, daß in diesem Falle vom Hausrecht der ausgiebigste Gebrauch gemacht werde. Wir dürfen auf den Ausgang dieser Sache gespannt sein. Am verflossenen Mittwoch Abend hatte nun ein eifriger " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Artikel, der sich mit dem vom Vorwärts" veröffentlichten eigen- Der Wahlprüfungs- Kommiffion des Reichstags ist dies.| Polizist gegen den Genossen Anzeige wegen Beleidigung machte händig geschriebenen Birkular des Grafen Gulenburg beschäftigt mal die ungewöhnlich große Zahl von etwa achtzig angefochtenen und ihm dabei Worte in den Mund legte, die durchans nicht geund der, wie schon so oft, aufs neue bekundet, daß das Hébrard'sche Wahlen überwiesen worden. Es befinden sich darunter eine ganze fallen find. Zwei Tage später erhielt unser Genosse eine VorBlatt die sozialistische Bewegung im Auslande viel richtiger oder Reihe solcher, bei denen die Entscheidung nur mit knappfter ladung auf's Polizei- Kommissariat, allwo ihm eröffnet wurde, bielleicht besser gesagt, viel aufrichtiger als die im eigenen Lande Mehrheit erzielt wurde. daß gegen ihn Anzeige wegen Beamtenbeleidigung und GewerbeSteuer- Kontravention gemacht sei, lettere deshalb, weil er Wirthtrüben. Nachdem nämlich eingangs des Artikels ausgeführt Die dritte Kommiffion des Reichstags für den Reichs schaft ohne Konzession betreibe. Bei der Bernehmung gestand unser wird, wie in dem Umstande, daß der„ Vorwärts" schon zu ver- haushalts- Etat besteht and folgenden Abgeordneten: von Kar- Genosse unumwunden ein, daß an dem fraglichen Tage bei ihm schiedenen Malen Schriftstücke veröffentlicht hat, deren Geheim- dorff, Vorsitzender; Frizen, Stellvertreter des Vorsitzenden; Bier aus Gläsern getrunken worden sei, jedoch ohne Entgelt, niß die Regierung so sicher gehütet zu haben glaubte, allein schon Prinz von Arenberg, von Leipziger, von Reibnitz, Siegle, da gerade ein Faß abgefüllt wurde und es bei ihm üblich sei, ein unverkennbares Zeichen von der Macht der deutschen Sozial- Schriftführer; Bebel, Ehni, Dr. Enneccerus, Dr. von Frege, den gerade Anwesenden die letzten 2-3 Liter aus dem Fasse demokratie liege, weist der" Temps" auf ihre stets steigenden Gröber( Württemberg), Freiherr von Gültlingen, Dr. Hammacher, gratis zu verabreichen. Bei dieser Gelegenheit machte der KomWahlerfolge hin, die den Sozialisten, wenn ihnen nicht eine Graf von Hompesch, Dr. von Jazdzewski, Graf zu Limburggeschickte Wahlgeometrie von vornherein einen guten Theil Stirum, Dr. Lingens, Meister, Möller( Dortmund), Dr. Müller der ihnen verhältnißmäßig zukommenden Mandate ent( Sagan), Bingen, von Podbielski, Richter, Dr. Schaedler, Singer, zöge, an hundert Mandate und somit ein Uebergewicht über die von Staudy, Wenders, Zimmermann. Reichstagsvertretung des Zentrums geben würden. Er kommt dabei allmälig zu dem Schluffe, sich zu fragen, ob man nicht VI. Kommiffion. Handelsverträge. Die Verschleppungsglauben müsse, daß die Fortschritte der deutschen Sozialisten eine taktik der Agrarier setzt nunmehr bei dem rumänischen Vertrag Art historisches Verhängniß seien und daß es nur eine wirkliche mit voller Kraft ein. Erst frägt Herr von Hammerstein, von in eigenen der für einen anderen Konservativen in die Kommiſſion ein. Genoſſe von auswärten irgine einer nun stehen von Spaltungen in ihren eigenen Reihen getreten ist, ob die gegen Deutschland von Rumänien vertrags- Genossen zugesagt. Von irgend einer Seite wurde nun das und andererseits die durch die verbrecherischen mäßig herabgesetzten Bollsätze etwa in nächster Zeit in den Gericht verbreitet, Bebel und Liebknecht würden an diesem Exzesse des Anarchismus hervorgerufene rumänischen General- Zolltarif aufgenommen und dann ohne Abend erscheinen; auch der Wohllöblichen" ist dieses Gerücht zu moralische Reaktion". Denn von dem strategischen jede Gegenkonzession allen anderen Staaten zufallen würden, so Ohren gekommen. Was man nicht für möglich halten sollte, ist Blane, den Graf Gulenburg zur Bekämpfung der Sozialoemoede allen würden, hier aus Thatsache geworden: Die Polizei ist auf den Zeim getratie entwirft, verspricht sich der„ Temps" nicht viel, und zwar gessionen geradezu anderen Regierungen die Kastanien aus dem gangen und stellte Abends zwei Gendarmen in der Straße, in umso weniger, als er der Meinung ist, daß der Herr Graf selber Feuer geholt hätten. Die Quertreiberet ist ohne allen Grund, welcher unfer Genoffe wohnt, auf, um eine eventuell stattfindende Der heiligen Hermandad scheint fein großes Vertrauen auf seinen Plan setzt und sozusagen nur da selbst die Aufnahme der Vertragssäge in den Generaltarif Versammlung zu hintertreiben. feine Pflicht als Hüter der Ordnung erfüllen wollte, da man das vorausgesetzt- Rumänien ohne Gegentonzeffionen andere die Zeit doch recht lange geworden zu sein, denn nach einGeständniß feiner Ohnmacht fast zwischen den Beilen Staaten immer noch mit Kampfzuschlägen noch mit Rampfzuschlägen treffen tann: stündigem Aufenthalt zogen die Herren mit ihren Blizableitern seines Birkulars lesen fönne. Wie dem aber auch es hat seine Meistbegünstigungs Verträge nur auf je ab, ohne etwas gefischt zu haben. Hierzu bemerkt unser Rorimmer set, weist der„ Temps" darauf hin, daß die beiden ein Jahr abgeschloffen, und mit Defterreich Ungarn, respondent: So geht's in unserem Königreiche" zu! Aber deffenArten von Politit, bie Graf Gulenburg zur Bekämpfung unserem Hauptkonkurrenten, ist es überhaupt noch zu feinem ungeachtet stehen wir felsenfest zu unserer Fahne, die uns einer der Sozialdemokratie empfiehlt: die Unterdrückungsmaßregeln Meistbegünstigungsvertrage gekommen. Rumänien aber etwa die neuen forgenfreieren Zukunft entgegenführt. Wenn wir auch hier Gegenpropaganda, schon früher im Deutschen Verpflichtung auferlegen, andere Einfuhrstaaten differentiell un noch ein kleines Häuflein sind, so hegen wir doch die feste UeberReiche angewendet worden sind, daß es da zehn Jahre Be- günstig zu behandeln, widerstreitet aller europäischen Tradition zeugung, daß in nicht zu ferner Zeit auch bei uns die Wahrheit lagerungszustand, Anwendung von Gewalt und Sozialistennur die Vereinigten Staaten haben das neuerdings gegen fich fiegreich Bahn brechen wird, trotz aller Verfolgung, trob verfolgung gab, und wie man sich da auch ernstlich bemühte, den Cuba und Brasilien versucht. Dann kommt Graf Kaniß allen Warnungen, denn die Zukunft gehört uns! Sozialisten durch allerlei staatssozialistische Gesetze den Wind aus wieder mit dem alten Bedenken, ob Ungarn durch seine Eisenden Segeln zu nehmen, daß aber unter beiden Regimen die bahntarif- Politit nicht alle Einfuhrerleichterungen, die uns aus - Sozialdemokratie nicht zu wachsen aufgehört habe. Er bezweifelt dem Handelsvertrage mit Rumänien erwachsen, wieder illusorisch- Von Greifswald wird uns folgendes Polizeistücklein es darum auch schließlich, daß diese schon früher versuchten machen kann, indem es die ungarischen Produkte billiger an die mitgetheilt: Auch bei uns in Greifswald find natürlich am BußMittel, auf die nun, wenn auch unter einer milderen Form und rumänische Grenze bringt wie deutsche was auch tage die Sozialdemokraten pflichtschuldigst von den Kanzeln herin weniger derben Dosen zurückgekommen werden soll, diesmal trotz des§ 15 des deutsch- österreichischen Handelsvertrages unter todgeschlagen worden, wobei sich besonders ein Pastor hervon einem besseren Erfolge begleitet sein werden. Diese Ansicht noch immer möglich sei. Schließlich erinnern sich die vorthat, der neben vielen andern Ungeheuerlichkeiten auch zum ist wohl eine ganz richtige, nur wäre es zu wünschen, daß der Herren aber doch immer wieder zur rechten Zeit, daß gerade hundertsten Male wieder das alte Märchen vom„ Theilen" aufTemps" im eigenen Lande nicht das Gegentheil von dem ver- Preußen- Deutschland in billigen Eisenbahn- Exporttarifen groß ist wärmte und auf die grenzenlose Begehrlichkeit" der Arbeiter lange, was er, wenn es das Ausland betrifft, so richtig als und daß, wenn die Vertragsstaaten auf solche thatsächliche( nicht schimpfte. Doch scheint diese Art der Sozialistentödterei den hievergebliches Mühen kritisirt: den Kampf gegen den Sozialismus. formelle) Ausnahmetarife gegenseitig verzichten wollten, unfere figen Ordnungsbrüdern nicht zu genügen. Kommt man eben mit Exporteure dann in Deutschland auf den weiten Transportstrecken den berühmten geistigen" Waffen nicht mehr aus Die sozialistische Fraktion der franzöfifchen Kammer mehr verlieren wie etwa in Ungarn auf den relativ fürzeren mit den physischen sparen? Alle Lotale in der ganzen Stadt hatte hat, angesichts der durch den Sturz Dupuy's veränderten Strecken gewinnen würden. Schließlich hat die Sache ja auch uns die wohllöbliche Polizei glücklich abgetrieben; so hatten wir Lage, beschlossen, auf die Interpellation, betreffend den garnichts mit dem rumänischen Vertrage zu thun und der deutsch denn froh sein müssen, daß wir ein ganz kleines Lotal weit draußen Streit in Pas de Calais, zu verzichten, dagegen die Niederösterreichische steht nun einmal schon seit zwei Jahren in Kraft auf der Chaussee erhielten. Doch auch dies noch war den Wächtern segung einer Kommission von 33 Mitgliedern zu beantragen, und alles Reden in der Kommission kann das nicht ändern. So für Recht und Ordnung ein Dorn im Auge, und so wurde denn urplögwelche die Vorkommnisse während der letzten Streits, das geht die Diskussion herüber und hinüber, gelegentlich spitzt sie sich auch lich, ohne jede Begründung für dies Lokal die Polizeistunde auf 11 Uhr Borgehele 30 Vorgehen der Behörden gegen die Arbeitersyndikate u. s. w. persönlich zu. So tritt Herr v. Stauby einmal dem preußischen heruntergesetzt. Auf die Eingabe des Wirthes, in der er um Angabe Handelsminister gewaltig auf die Hühneraugen, entschuldigt sich aber des Grundes bat, erfolgte 8 Tage lang feine Antwort. Endlich zu untersuchen hat. nach einer energischen Abwehr des Handelsminifters etwas flein- wurde er aufs Rathhaus beschieden, wo ihm der Polizeilaut damit, er habe nicht unangenehm berühren wollen" tommiffarius ein Schriftstück vorlas, in dem als Grund für die fommiſſarius ein Schriftstid womit sich Herr v. Berlepsch zufriedengestellt erklärt unter der Polizeistunde man höre und staune folgendes angegeben Beifügung, Herr v. Staudy folle seinen Willen dann in Zukunft war: etwas geschickter zur Ausführung bringen. Dann fängt wieder Da in dem betreffenden2otale zum größten ein allgemeines Gerede darüber an, wie weit man auf die Theil Arbeiter verkehren, so muß das Lotal Meinungsäußerungen der Interessenten Werth Tegen tönne, ob um 11 Uhr geschlossen werden, da sonst die Arman diese Meinungsäußerungen in richtiger Weise extrahirt habe beiter Morgens au sitfrige Finger zum Aru. f. f. u. f. f. Herr v. Hammerstein erklärt, er fürchte beiten haben würden!" einen Zollfrieg mit Rumänien nicht und beruft sich dabei auf die Erfahrungen Desterreichs mit Rumänien. In Defterreich denkt man darüber freilich anders. Endlich werden die Artifel des Als weiterer Grund" wurde dem Wirthe vorgelesen, daß Vertrags der Reihe nach durchgenommen. Bei Artikel 7 fommt vor nun fast zwei Jahren einmal in Abwesenheit, ohne die Wirkung der Bollermäßigung für rumänisches Getreide auf Wissen und Willen des Wirthes von einem fremden den Getreidepreis in Deutschland zur Erörterung. Freiherr Schlächtergesellen auf dem zum Lokale gehörigen Grundstück v. Marsch a II meint, nach unseren Verträgen mit Desterreich ein Hammel gefchlachtet wurde! und den folgenden nothwendigen Zugeständnissen an die Meist Der Wirth bat, man möge ihm doch das merkwürdige begünstigungsländer, insbesondere an die Vereinigten Staaten, Schriftstück mitgeben; da erklärte der Kommissarius, daß der tomme doch nur meistbegünstigtes Getreide nach Deutschland und Polizeidirektor ausdrücklich verboten habe, ihm das Schriftstück bestimme hier den Getreidepreis; seit Rußland nicht mehr liefern mit nach Hause oder auch nur in die Hand zu geben! könne, liefern die Vereinigten Staaten oder Argentinien oder Sapienti sat! Rumänien( unter dem Zollprovisorium), aber immer nær meist--Genosse Knöfell, früherer Redakteur der Sächsischen Vom kleinen Alexander. Das radikale Ministerium begünstigte Länder. Die Gewährung der Meistbegünstigung an Arbeiter Beitung", wurde wegen Beleidigung eines BlumenDokitsch, das zu gunsten des 17jährigen Alexander den Rumänien ist also wohl für dieses Land werthvoll, nicht aber fabrikanten zu 100 Mart, wegen Beleidigung eines Freiberger Staatsstreich ausgeführt hat, tritt wegen der lebensgefähr für den Getreidepreis, den unsere Landwirthe erhalten, von Be- Schuhmanns zu 300 M. Geldstrafe verurtheilt. lichen Erkrankung des Meppelten aus Das die 2. Der deutung. Das fordert wieder die Herren v. Hammerstein 01 fleine Alexander will jetzt ein außerparlamentarisches aus und v. Staudy zu den denkbar unglücklichsten Gegenbemerkungen Generalen bestehendes Ministerum berufen. Die radikale heraus. Herrn Profeffor Paasche wird auch seine berühmte Presse macht ihn auf die Folgen aufmerksam, indem sie Erklärung aus der Wahlzeit seitens der Bauernbündler nicht ge ihn an das Schicksal des Fürsten Cusa, das heißt mit der schenkt; aus seiner Vertheidigung erfährt man, daß ihn am Sonntag die„ Agenten" des Bundes in Meiningen sogar zur MandatsVertreibung aus seinem" Lande, erinnert. niederlegung zu zwingen suchten; aber völlig gegen den Bund war er nur vor den Wahlen und der Gewalt weicht er erst recht nicht. Um 2 Uhr: Bertagung. Nächste Sigung Dienstag früh. Die Fraktion hat sich ferner mit einer Verordnung des Präfetten des Nord Departements beschäftigt, welcher dem sozialistischen Gemeinderath nicht gestatten will: 1. eine Gemeinde- Apotheke zu errichten, die zum Eelbkostenpreise verkauft; 2. ein Rechtsanwalts- Bureau zu gründen, wo jedermann unentgeltliche Rechtsbelehrung und Rechtshilfe empfängt; und 3. die Vertheilung des den Armen gespendeten Brotes in deren Wohnung. Der Präfekt erklärt all diese Neuerungen für unverträglich mit dem Geist der Gesetze wobei er Recht haben mag und, während ihm schon die zwei ersteren Maßregeln , kommunistisch" und„ revolutionär" erscheinen, hält er es für geradezu umstürzlerisch, daß den Armen das Brot ins Haus gebracht werden soll, statt daß sie es sich jedesmal Semüthig erbetteln und persönlich abholen. L018 Nimmt der Präfekt nicht schleunigst Vernunft an, so wird die Angelegenheit vor die Kammer gebracht. Parteinachrichten. wozu dann ( Warum dann wohl die anderen Lokale, in denen leider noch immer Arbeiter verkehren, nicht Polizeistunde bekommen?) Erklärung! " Ein Artikel, überschrieben: Sozialdemokratisch- Spigelisches", den der Sozialist" in feiner letten Nummer veröffentlicht, be schäftigt sich in der Hauptsache mit dem fürzlich erfolgten Abgange des ehemaligen Metteurs M. vom Vorwärts". Es wird behauptet, daß der Metteur M. Polizeifpitel ge wesen sei und daß Herr Wilhelm Werner mich von dieser That fache in Kenntniß gesezt habe. " Die Behauptung, daß Herr Wilhelm Werner mir eine ben Metteur M. vom Vorwärts" als Polizeispigel kennzeichnende Mittheilung gemacht hat, ist unwahr. Und angenommen, Herr Werner habe nicht gelogen, warum segte er die Berliner Genossen nicht von meiner Pflicht vergessenheit in Kenntniß, um das im Interesse der Partei Nothwendige zu veranlassen? Beachtet man, daß unter der Herrschaft des Sozialistengesezes Herr Wilhelm Werner selbst bei den Berliner Genoffen längere Beit unter dem Verdacht stand, mit Spigelu verkehrt zu haben, so läßt sein Verhalten in Sachen des abgegangenen Metteurs M. abge tief blicken. Berlin, 2. Dezember 1893. A. Bebel. ,, Anarchisten" haben in Bulgarien wieder ihr Wesen getrieben so lesen wir in den Blättern. Die anarchistische That", um welche es sich handelt, war ein Komplott zur Ermordung des Staatsoberhaupts. Hier. war es nicht Radieschensamen", sondern bitterer Ernst. Und die ergriffenen Verschwörer haben schon bei früherer Gelegenheit bewiesen, daß sie sich aufs Geschäft ver Arbeit machen. Man kennt die stehen und ganze Arbeit machen. Der verantwortliche Redakteur Genosse Fischer von Mäimer, man fennt auch die Hintermänner. Und doch der Sächsischen Arbeiter- Beitung" ist durch Strafbefehl wegen groben Unfugs mit einer Haftstrafe von 14 Tagen belegt worden. rebet tragen zu packen. redet kein Organ der Ordnungsparteien davon, die Urheber Diese Strafe wurde ihm zuerkannt, weil er angeblich durch AbEi am Kragen zu packen. Wie erklärt sich das? druck einer Sonntagsplauderei, in welcher das 50 jährige Militärsehr einfach. Man müßte ja über die russische Grenze dienst- Jubiläum des Königs Albert von Sachsen in höchst miß gehen und den Hort der europäischen Ordnung", das liebiger Weise besprochen und in das Lächerliche gezogen" worden Ideal eines selbstherrlichen Monarchen in's Gebet nehmen, sein soll, öffentliches Mergerniß erregt hat. Das ursprünglich damit er die von seiner Regierung bezahlten wegen Majestätsbeleidigung eingeleitete Verfahren hatte nicht zum Anarchisten" und Meuchelmörder preisgiebt. Und Biele geführt. Im Anschluß an obige Erklärung theilen wir mit, daß wir " Bäterchen" würde gegen ein so kompromittirendes und Todtenliste der Partei. Genosse Niehoff, Hannover, in einer Rücksprache mit den in dem Artikel des„ Sozialist" an gefährliches Verhör sicher gar manches einzuwenden haben. ist infolge einer Lungenentzündung im städtischen Krankenhause gedeuteten, in unserer Offizin beschäftigten Setzern folgendes festSo viel steht aber fest, unsere Anarchistengesegler könnten zu in den gestorben. Dem Verstorbenen, in der Blüthe seiner gestellt haben. Linden vom Zar aller Reußen die besten Aufschlüsse über die Jahre stehend, wird durch sein unermüdliches Eintreten für die 1. Die Gerüchte, welche in Kollegenkreisen über M. ver Propaganda der That" erhalten. gerechte Sache des Proletariats bei den dortigen Geroffen ein breitet und der Redaktion wie dem Verlag bekannt waren, konnten bleibendes Andenken bewahrt bleiben. troy eifriger Nachforschung niemals bewiesen werden. wiederholten Malen ist Thatsache festgestellt in Freundeskreisen scherzend für eine Polizeimarke ausgab. 3. Herr Wilhelm Werner hat in einer Unterhaltung, welche Der Arbeitsplan des Reichstages ist bis zum Beginn der Mit welchen Mitteln die wohllöbliche Polizei in unserem Weihnachtsferien festgestellt. Auf die ersten Berathungen jedes Kleinen Königreich" die Sozialdemokratie bekämpfen will, zeigen er vor einigen Wochen mit einem unserer Sezer hatte, erklärt, einzelnen Steuergesetzes werden mindestens drei Tage gerechnet. nachstehende drastische Vorfälle: In der Hauptstadt des genannten daß er( Werner) glaube, daß der Borwärts" den Metteur M. Das Stempelabgaben- Gesetz wird morgen den Reigen eröffnen Königreichs", dem rauchgeschwärzten Neunkirchen, allwo nur deshalb nicht als Spigel entlarben lassen wolle, weil damit und nach dieser Vorausseßung bis zum Donnerstag einschließlich das Argusauge des Schlotjunkers Stumm mit besonderer Für zugleich die Glaubwürdigkeit der Eisernen Maste" vernichtet durchberathen sein, falls man den dieswöchentlichen Schwerins- forge" über die arbeitende Bevölkerung wacht, finden sich all- würde. tag ausfallen läßt, wie es beabsichtigt ist. Am Freitag, den abendlich einige Genossen zu zwangsloser Unterhaltung zusam 8. d. M., wird die Plenarsizung wegen des katholischen Feier- men. Ein öffentliches Lokal ist es freilich nicht, wo die Genossen tags ausfallen. Am Sonnabend würde alsdann die erste Be- nach des Tages Last und Mühe sich zusammen finden, sondern rathung des Tabatsteuer- Gesetzes beginnen und bis Mitte nächster die Privatwohnung eines pens. Bergmannes, der ein FlaschenWoche, etwa 13. d. M., währen. Den Schluß würde die erste biergeschäft betreibt, um sich und seine Familie redlich durchzus nächsten Woche ausfüllen. Sollten die ersten Berathungen der an der Wohnung unseres Genossen zu spioniren, um ausSteuergesetze weniger Zeit beanspruchen, so würde noch die zweite aufundschaften, ob hier gegen das Gefeß gehandelt wird. Einige legung eines Geschäftslotals einen sog. Richtschmaus zu geben; Berathung des Weinsteuer- Gesetzes sich anschließen, höchstwahr- Tage später brachte ein Polizist unserm Genossen ein Schriftstück ein flagbares Recht hierauf steht aber den Angestellten scheinlich aber bis in das neue Jahr vertagt werden. Der zur Unterschrift; bei dieser Gelegenheit konnte der lettere es nicht durchaus nicht zu. Mr. Karelli. Ja. Reichstag beabsichtigt am 16. d. M. in die Weihnachtsferien zu unterlassen, dem Hüter des Gesetzes gehörig den Text zu lesen, ohne dabei beleidigend zu werden, und sich das fernere Spioniren gehen. J. P. 18. 1. Ja, 2. Das ergiebt sich aus, dem betreffenganz energisch zu verbieten. Die Folge davon war, daß ber den Statut. 19 Parlamentarisches. Aus dem„ Königreich Einmm" wird uns folgendes geworden, daß wt. ein geontoperen hide" bet fich frug, welches er schrieben: Das erklärt alles. Redaktion und Verlag des Vorwärts". Briefkaffen der Redaktion. Berathung des Weinsteuer- Gefeßes machen und den Rest der schlagen. Vor einigen Tagen nun erlaubte sich die Polizei, Abends M. B. u. J. B. Allerdings ist es üblich, auch bei Ver high def Für den Inhalt der Injerate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 5. Dezember. Opernhaus. Die Zauberflöte. Schauspielhaus. Vasantasena. Deutsches Theater. Dottor Klaus. Berliner Theater. Julius Cäsar. Leffing- Theater. Mein neuer Hut. Das Spiel mit dem Feuer. Nach dem Balle. Ein schlimmer Handel. Friedrich- Wilhelmkädt.Theater. Die schöne Helena. Residenz- Theater. Die Dragoner. Neues Theater. Jugend. Central- Theater. Die eiserne Jungfrau. Adolph Ernß- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Grosse Spezialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges: Bernhard Leitner, Athlet und Preisringer. Kraftproduktion m. 2 Pferden. Familie Ueberle, Parterre- Gymnastiter. Gebr. Palmer, Gymnast. Zahnproduktion. Signorina Kathi, Drahtseilkünstlerin. Frl. Möller, Schlangendame. Frl. Torci Kör, Ungarische Sängerin und Tänzerin. Georg Cordes, Gesangshumorist. Anfang: Entree:{ Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 75 Pf. Wochentags 50 Pi. A. Zimmermann. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Böhmisches Brauhaus, Aleranderplay- Theater. Die Ehe brecherin. National Theater. Der Schlosser. Theater Unter Der Mikado. den Linden. American Theater. Die Trockenwohner oder das Kind in der Kommode. Die Gründung Roms in der Möckernstraße. Wintergarten. Spezialitäten Bor stellung. V Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Central Theater. Alte Jakobstraße 30. Zum 26. Male: Die eiserne Jungfrau. 1. Parquet 1 M. 2. Parquet 70 pf. Landsberger Allee. Dienstag, den 5. Dezember: Letzte Soiree der Stettiner Sänger Dor Weihnachten. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Bi. Im Borverkauf 40 Pf. ( siehe Blafate). Urkomisches Programm. Donnerstag: Soiree in Sanssouci. Castan's Panopticum. Ohne Extra- Entree. Parquet Faut. 1,25 M. 1. Rang F. Die 17jährige Siamesin 1 M. 1. Rang Sperrfit 80, 60 und 40 Pfg. Loge 2 M. und 1,50 M. Stebplatz 30 Pf. Morgen: Die eiserne Jungfrau. Adolph Ernst- Theater. Charley's Taute. Schwank in 3 Aften v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gefang in 1 Aft v. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. !! Auf vielseitigen Wunsch!! Die Trockenwohner oder: Das Kind in der Kommode. !! Neue Aufführung!! !! Nur 10 Vorstellungen!! neben dem stürmisch belachten Ulkstück: Die Gründung Roms in der Möckernstrasse. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Anfang Wochentags 2 Uhr, Sonntags 612 Uhr. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Novität! Novität! Der Schlosser. Soziales Lebensbild in 5 Aufzügen von Franz Gottscheid. Regie: Rohde Ebeling. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. G , Krao" دو ber Uebergang vom Affen zum Menschen. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53 Annenstr. 42/43 Täglich: Theater- u. SpezialitätenVorstellung. Francis Era amafiatiſch. Luftapparat Arthur Valleno, der fünfjährige Wunderknabe. Im vierten Stock. Charakterbild in 1 Akt. Entree: Wochentags 15 Pf. R. Winkler. PassagePanopticum. 50 Pf. incl. Theater. Etablissement Morit Play. Moriz Plaz. Buggenhagen. Täglich Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial Ausschant von Patzenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Versammlung An den Wochentagen findet das Di en stag, den 5. Dezember, im Dresdener Garten, Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Präuscher's MUSEUM anatomisches Friedrichstraße 65a, Ecke Mohrenstraße darunter der Schußkanal der Kugeln des Viel Neues. deutschen Militärs, fünf Körper gehend durch Geöffnet von früh 9-10 Uhr Abends für erwachsene Herren. Dresdenerstr. 45. Zages Ordnung: 0 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Meist über: Die neuen [ 467/1 Steuervorlagen. 2. Distusfion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen bittet Große öffentliche Der Vorstand. Volks- Versammlung Mittwoch, den 6. Dezember, Abends 8 Uhr, im großen Saale der Bok braueret. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Hentig: 1. Die Schädlichkeit der Ronsums vereine für das Publikum und den ehrlichen Gewerbestand; 2. über: Beamten553b Carl Leiter( im Einverständniß mit dem Vertrauensmann). Dienstag u. Freitag: Dameutag. und Offisier- Konfumvereine. Der Einberufer. Entree 50 Pfg. Verloren! Am Freitag Abend find auf dem Wege Sozialdemokratischer Wahlverein von der Straußbergerstraße 5 bis zur für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Bentralmarkthalle und zurück von einem armen Handelsmann( Familienvater) 155 Mart verloren worden. Der ebeldenkende Finder wird gebeten, da die Familie sämmtlicher Mittel entblößt ist, felbige Straußbergerstraße 5 bei Krieger abzugeben. Soeben erschienen und durch die Leipzig zu beziehen: Boltsbuchhandlung"( G. Heinisch) in Friede auf Erden oder Die Ausweisung am Weihnachtsabend. Soziales Bild in zwei Auszügen bon Rich. Lipinski. Preis eleg. brosch 40 Pf., Porto 3 Pf. Zur Aufführung 5196L* find sieben Exemplare nöthig. Das Stück eignet sich vorzüglich zur Dienstag, den 5. Dezember cr., Abends 82 Uhr, in den Konkordia- Feßfälen, Andreasstr. 64: Versammlung. Zagesordnung: Beleuchtung der poliSibirien in Deutschland. fischen Zustände in ElsaßLothringen. Ref.: Reichstags- Abgeordneter F. Bueb. 2. Distusfion. 3. Wahl der Revisoren. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Jeder Parteigenosse hat Zutritt. Neue Mitglieder werden in der Ber fammlung aufgenommen; Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Gäste willtommen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. B Der Vorstand. 377/15 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Aufführung am Weihnachtstage oder Mittwoch, den 6. Dezember, Abds. 8 Uhr, im Colberger Salon, zur Weihnachtsfeier von Vereinen. Der Arbeitsnachweis der Colbergerstr. 23: Branchen- Versammlung der Modelltischler. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Th. Glocke. 2. Diskussion. Musikinstrumenten- Arbeiter angelegenheiten und Berſchiedenes. befindet sich Naunynftr. 78 bei Rohr. 8. Verbands Zu dieser Versammlung sind alle Modelltischler freundlichst eingeladen. Die Adressen Ausgabe findet alle Die nächste Vertrauensmänner- Versammlung für den Westen Abende von 8-9 Uhr, Sonntag findet am Mittwoch, den 6. Dezember, Abends 8% Uhr, bei au Vormittags von 10-112 Uhr, an mann, Culmstr. 36, statt. Die Ortsverwaltung. Um rege Betheiligung ersucht Mitglieder sowie an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. 253/16 NB. Die arbeitslosen Kollegen werden ersucht, sich auf dem ArbeitsNachweis zu melden, da Adressen vorhanden, aber keine Arbeiter. Vereinsbureau der Fr. Vereinigung der Büreau Angestellten, Dragonerstraße 49 a. Schriftliche Arbeiten, franz. und engl. Geschäftsdiener, Vader! 481/11 Mittwoch, den 6. Dezember, Abends 9 Uhr, in Gründer's Feßfälen, Köpnickerstr. 100: Grosse Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Ferd. Bueb( Mühlbausen i. E.). 2. Diskussion. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. eberfeŋg. u. Korreſpondenz, Rath in Jeder Hausdiener od. Serufsgenosse ist eingeladen. Gäste gern gesehen. Rechtssachen und Stellennachweis unentgeltlich. 466/1 Proppen- Verein Laßt gießen. Mittwoch, den 6. Dezember 1893: Große außerordentliche General- Versammlung. Sämmtliche Mitglieder werden erCircus Renz, fucht, Abends 8 Uhr bei Herrn G. ( Karlstraße.) Dienstag, den 5. Dezember 1893, Abends 74 Uhr: Gr.brillante Vorstellung. Praeter, Gräfestr. 18, zu erscheinen. Tagesordnung: 5566 1. Abrechnung vom November. 2. Besprechung über den am 6. Januar 1894 stattfindenden Maskenball. 3. Verschiedenes. HAR 6 Rappen und Karoussel von Der Vorstand. 30 Pferden, vorgef. von Herrn R. Renz. Die Springpferde Parthenia u. Paria, Zwei Vereinszimmer, 40-20 Per geritten von Frl. Oceana Renz und sonen, sind noch für einige Tage der Frau Renz- Stark. Prinz, geritten von Woche zu haben mit Instrument. Herrn R. Renz. Die grossen Tremplinspränge mit Brillant- Feuerwert. Die 498b Reitkünstlerinnen Geschw. Hoffmann. 1 H. Neimann, Alte Schönhauserstr. 42. 65. 5147L* Der unnachahmbare Clown Imitator Tempel's Bierhaus ratweil'scheatquereballtuff. Dir. Fr. Roll, Gr. Vereinszimmer mehrere Lage frei. Bierhallen Kommandantenftr.77-79. Melt. u. größt. Etablissem. Berl. Neues Programm. Täglich von 61/2 Uhr ab: Concert D. ungarisch. Magnaten- Kapelle und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Unf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Bf., reservirt 30 Bf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle Mr. Ybbs 2c. Zum Schluß: Huldigungsgruß Parade- Schauſtück v. Renz, mit Aufzügen, Festspielen, Solo- und Ensemble- Tänzen von 80 Damen. Preise wie gewöhnlich. Billet- Vorverkauf an der Zirkuskasse und beim Invalidendant, Martgrasenstr. 51a, Mittwoch: Große Vorstellung. Fr. Renz, Direktor. Circus G. Schumann, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Dienstag, den 5. Dezember 1893, Abends 71/2 Uhr: Louisenstadt. Klubhaus, Annenstraße 16. Slaal zu Bersammlungen und Vergnügen sowie Vereinszimmer empfiehlt L. Ehrenberg. 48402* 2 Gr. brillante Vorstellung.mt Rosenthaler Clubhaus 11/12 Rosenthalerstraße 11/12 Der Vorstand des Verbandes der Geschäftsdiener, Packer u. Berufsg.[ 171/19 Bureau und Arbeitsnachweis: C., Neue Grünftr. 10 L. Fernspr.: Amt I Nr. 810. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Vereins- Versammlung Mittwoch, den 6. Dezember, Abends 8 Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20. 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann über: Die Nervenschwäche des Menschen und die moderne Wirthschaftsordnung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Mitglieder werden gebeten, die nicht verkauften Billets vom Stiftungsfest abzuliefern, da Abrechnung erfolgen muß, auch tönnen die Mitglieder von der Bibliothek Gebrauch machen. Der Vorstand. 412/19 Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Mittwoch den 6. Dezember, Abends 7½ Uhr, im Lokale Berlins und Umgegend. des Herrn Ullrich, Waldemarstr. 75: Branchen- Versammlung der MetallschraubenFaçondreher u. Berufsgenossen. Tages Ordnung: " 1. Vortrag des Genossen Mattutat über: Die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ber231b bandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und speziell pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Gauverein Berliner Bildhauer. faff. G Versammlungen und Festlichkeiten. III 2666. 5546 W. Brüning. Dienstag, den 5. Dezember, Abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annen- Straße Nr. 16: Ausverkauf wegen Aufgabe des Geschäfts. Mache ergebenft auf meinen reellen Versammlung. Tagesordnung: Besonders hervorzuheben: DamenHurdlerace, geritten von 14 Damen mit engl. Halb- und Vollblutpferden. Mr. Ricobono, Jockey. Die Schulpferde Albert" und" Brillant", geritten von Ausverkauf nur selbstgefertigter Berathung der Anträge zum Reglement der Stellenvermittelung. Geschäftliches. Aenderung in der Verwaltung der Stellenvermittelung. HolzFrl. Adele und Herrn Max Schumann. Luftpotpourri der Geschw. Lecasson. das geehrte Publikum bei Bedarf_um Schuhwaaren aufmerksam, und bitte bildhauer- Abend.- Berschiedenes. Clown William Olschanski mit seinen Mr. gütigen Zuspruch. dressirten Ratten und Katzen. 52722* -O Da die Anträge zum Reglement für Stellenvermittelung für die Kollegen von ganz besonderer Bedeutung sind, so liegt es im Interesse aller Mitglieder für Festlichkeiten u. Versammlungen. Lecusson, als Saltomortal Reiter. Franz Schuhe Schuhmachermeister,( jeder Branche), vorzüglich der, die Stellenvermittlung öfter Benugenden, zahlreich am Plaße zu sein. Miss Margerithe, Reitkünstlerin. Promufitalische Clowns 2c. Alte Jakobstraße 48 a. Zu dem am 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag), in Schmiedel's Fest 3 Kegelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf.menade des fleurs. Paul u. William, Christbaum- Konfekt. fälen, Alte Jakobstraße, stattfindenden Weihnachtsfest find Billets à 30 Bf. bei Spieler zahlen kein Entree. Carl Koch. Parteigenossen empfehle mein Bier. Lokal und Destillation. 23246 S. Siejak, Blumenstr. 3, Ede Wallnertheaterstr. Preise der Plätze: 2ogenfit 3 M., Sperrsiz und Tribüne 2 M., 1. Plaz 1 M., 2. Platz 75 Pf., Gallerie 40 Pf. Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. 147/16 Reizende Neuheiten, nur genießbare ben Kollegen Otto Meyer, Streligerstr. 28; Karl Stötzer, Waldemarstr. 65 II Waare, 1 Kiste Inhalt ca. 430 Stück und im Vereinslokal, Annenstr. 16, zu haben. 2,50 m., 1 Rifte Inhalt ca. 270 große Stücke 3 M. loses Bahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Oranienstr. 123. Brock, Berlin O, Waßmannstr. 37. Künstl. Zähne, vorzügl. u. Garantie, ſchmerzl., Zahnschmerz beseitigt, schmerzBerantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kr. 285. Dienstag, den 5. Dezember 1893. 10. Jahrg. Vnrlmtrenksverichke. � Deutscher Reichstag. 12. Sitzung vom 4. Dezember 1833. 2 U Hr. Am Tische des Vundesraths: von Bötticher, von Heyden. Eingegangen sind die Uebersicht der Ergebnisse des Heeres- erganzungs-Geschäfts und ein Uebereinkominen mit der Schweiz, betr. den Patent», Marken- und Musterschutz. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung des Gesetzes betr. die Aenderung über den Unterstützungswohnsitz und die Ergänzung des Strafgesetzbuches. Abg. G reist(Z.) weist darauf hm, daß diese Vorlage bereits früher einer Koinmission überwiesen ist. welche darüber einen ausführlichen Bericht erstattet hat; Redner bespricht kurz die einzelnen Aenderungen, welche die Kommission vorgeiiommen habe, und weist darauf hin, daß die Vorlage sie meist berück- sichtigt habe. Er beantragt, die Vorlage wiederum einer Kom Mission von 2i Mitgliedern zu überweisen. Abg. Brühne(Soz.): Die sozialpolitische Gesetzgebung hat nicht in dem erwarteten Maße die aus sie gesetzten Hoffnungen erfüllt. Die Verwaltungskosten sind besonders bei der Unfall- Versicherung sehr groß. Nach der amtlichen Statistik wurden im Jahre IS9l zirka 26 026 000 M. als Entschädigung an die von Unfällen betroffenen Arbeiter gezahlt, die Berwaltungskosten be- trugen ca. S 333 000 M. Das weist dringend auf die Ver- besseruug des berufsgeuossenschastlichen Apparates hin, welche die Rerchsregierung bereits im vorigen Jahre versprochen hat, indem sie die Zusage machte, sich mit einer Abänderung des Beruss- genossenschastS-Gesetzes befassen zu wollen. Nach einer Statistik aus dem Jahre 1887 gab es in diesem einen Jahre 1 592 086 Personen, die gezwungen waren, die öffentliche Armenunterstützung in Anspruch zu nehmen. Es wurde» an sie ausbezahlt zirka 32 525 000 Mark. Wer mit der Armenpsiege zu thut hat, weiß, daß in dieser Beziehung niemals zu viel gezahlt wird, sondern meist zu wenig. Man kann auch sehr oft die Erfahrung machen, daß in vielen Fällen neben dem Arbeitslohn noch Armenunterstützung gezahlt werden muß. So wandte sich der Inhaber eines großen kauf- männischen Geschäftes in Frankfurt a. M. an den Vorsitzenden der Armenkommission mit der Bitte, seinem Auslaufer eine Armenunterstützung zu gewähren. Derselbe habe Familie, sechs kleine Kinder, und nur 16 M. Wochenlohn, womit er unmöglich auskommen könne. Diese Unverschämtheit ist in der That zu bewundern. Solche Fälle, welche durchaus nicht so vereinzelt vorkommen, müssen unmöglich gemacht werden. Mit dem Unter- stützungswohnsitz-Gesetz hat man sich im Reichstage schon mehrere Male beschäftigt, so 1886 aus Anlaß einer Petition, welche ver- langte, daß das Unterstützungsivohnsitz-Gesetz, wie es heute in Norddeutschland besteht, auch auf Elsaß-Lolhringen und Bayern ausgedehnt werde. Die elsässtschen Abgeordneten sprachen sich damals gegen diese Ausdehnung aus, weil die ganze Armenpflege in Elsaß- Lothringen durch Wohlthätigkeics� vereine in befriedigender Weise geregelt und kein Be dürfniß vorhanden sei, das Gesetz auf Elsaß-Lothringen aus� zudehnen. Ich weiß nicht, ob die Abgeordneten aus Elsaß> Lothringen noch dieselbe Meinung haben, denn die dortigen Verhältnisse sind in sozialer B-ziehung betrübend genug. Die- selben ungünstigen Verhältnisse haben wir auch in Bayern. In Bayern muß man erst das sogenannte Bürgergeld zahlen, ehe man heimathsberechtigt ist. und es dauert ost 5—6 Monate, ehe man das Geld erschwingen kann. Deshalb muß dieses Gesetz auch auf Bayern und Elsaß- Lothringen ausgedehnt werden. Durch die Vorlage wird ja eine bedeutende Besserung geschaffen, da jeder vom 13. Lebensjahre ab Unterstützungswohnsitz haben soll. Bedenklich ist uns der in der Vorlage enthaltene Zusatz zu Z 361 des Strafgesetzbuchs, wonach jeder, der sich der Unter- haltunßspflicht seiner Angehörigen entzieht und dadurch die öffentliche Unterstützung nölhig macht, ohne weitres strafbar sein soll. Hier muß jedenfalls eine bestimmte Grenze gezogen werden. Prinzipiell sind wir der Ansicht, daß die Lasten der Armenpflege aus das Reich zu übernehmen sind. In der Kommission werden wir unsere Grundsätze in dieser Sache vertreten. Abg. Osann(ntl.) schließt sich der letzteren Anregung an, weil die jetzigen Verhältnisse nicht mehr erträglich seien, da zeder Unterstützungswohnsitzbedürslige von Elsaß-Lothringen schleunigst abgeschoben und seinem Schicksal überlassen werde. Auf die einzelnen Fragen könnte man wohl am besten in der Kommission eingehen. Staatssekretär v. Bötticher: Der Wunsch, daß das Gesetz auch auf Elsaß-Lothringen ausgedehnt werde, wird von ver- schiedenen Seiten getheilt, auch von den verbündeten Regierunge». Prinzipielle Bedenken stehen dieser Ausdehnung nicht entgegen, aber die Regierung der Reichslande wünschte diesen Schritt erst iihne. G e r h a r t Haupti Frei« Volksbühne. T erhart Haupt in ann's vieb unlstrittenes Schauspiel„Die Weber" ist am Sonntag Nach mittag endlich auch in der„Freien Volksbühne" gegeben worden. Im Februar dieses Jahres wurde es zuerst m dem Verein„Freie Bühne" aufgeführt, der wieder einmal den Ver- mittler zwischen Dichter und Publikum machen mußte, weil die Zensur die vom„Deutschen Theater" geplante Aufführung des Stückes verboten halte. Auf diesen kleinen Kreis, der zumeist aus Literaten und Literatursreunden, daneben aus des Nerven- kitzels bedürfenden Geldprotzen und allerlei anderen Mitmachern männlichen und weiblichen Geschlechts besteht und daher nicht eigentlich gut als„Publikum" gelten kann, hat das Stück damals einen starken Eindruck gemacht. Nachher ist, mieden meisten Lesern noch erinnerlich sein wird, in einem durch mehrere I»- stanzen getriebenen Streit dem Dichter des als„vrdnungsgefähr- lich" erachteten Schauspiels das Recht erkämpft worden, wenig- stens zum Publikum des„Deutschen Theaters" zu sprechen. Das Berwallungsgericht hatte seine Bestätigung des vom Polizei- Präsidenten erlassenen Verbotes mit den Worten begründet:„Da hier in Berlin die Zahl der Arbeitslosen ständig zu- nimmt, da ferner notorisch hier viele Sozialdemokraten und viele mit ihrem Schicksale zerfallenen Menschen leben, so liegt die'Gefahr der Aufreizung bei einer Aufführung der„Weber" ans einem hiesigen Theater nahe, denn vor einem Publikum von der erwähnten Art genügt es, daß das Stück einen deutlichen Hinweis aus Gewalt und Thät- lichkeiten als Mittel zur Beseitigung der Nöthe des Lebens enthält." Vor deni Oberverwaltungsgericht(vgl.„Vorwärts" Nr. 232, 3. Oktober 1833, Gerichts-Zeitung) wies"der Vertreter Haupt- mann's, der Rechtsanwalt Grelling, unter anderm darauf hin, daß die Arbeitslosen nicht in das„Deutsche Theater", in welchem der billigste Platz eine Mark kostet, zu gehen pflegten, und daß die Sozialdemokraten die Borstellung ernes solchen Stückes in ihren der Zensur der Polizei nicht unterstehenden„Freien Volks- kühnen" bequemer hätten. Und das Gericht entschied, daß die „Weber" für das„Deutsche Theater" in Rücksicht auf das Publikum dieses Theaters freizugeben seien. Das Oberverwaltungsgericht und der„Verlheidiger" des nach Erledigung der Verwaltungs-Organisation und der Steuergesetzgebung geihan zu sehen. Was die Ausdehnung auf Bayern anlangt, so kommen hier die prinzipiellen Gegensätze zum Aus- druck. Da Bayern im Besitz eines Reservalrechts ist und also ein entscheidendes Wort mitzusprechen hat, kann ich nicht in Aussicht stellen, daß in Bälde das Gesetz auf Bayern ausgedehnt wird. Daß die Heimathgemeinde einen Unterstützten übernimmt, ist nicht blos bayerische Gesetzgebung, sondern kommt auch im Geltungsbereich des Unterstützungswohnsitzes vor; eine solche Be- stiimnung liegt im Interesse der Gemeinde, welche die Unter- stützung zu zahlen hat; eine Landgemeinde kommt besser weg, wenn sie selbst die Armenversorgung übernimmt, als wenn sie einer Stadt die hohen Unterstützungsgelder vergütet. Daß der- jenige, der zum Unterhalt seiner Angehörigen im stände ist, auch dazu angehalten wird, sollte selbst bei der Sozialdemokratie keinen Widerstand finden. Abg. v. Holleuffer(Dk.) erklärt das Einverständniß seiner Freunde mit der Vorlage, welche die markantesten Schäden be- seitige. Eine grundsätzliche Aenderung des Unterstützungswohnsitz- Gesetzes werde von keiner Seite jetzt gewünscht. Die Vorlage will die Erwerbung des Unterstützungswohnsitz-Gesetzes niit dem vollendeten 13. Lebensjahre beginnen; den wirklichen Verhält- nissen entsprechend würde es sein, wenn man dafür das 16. Lebensjahr setzte(Zustimmung rechts), denn die wirthschaft- liche Selbständigkeit beginne eigentlich schon mit der Kon- firmation. Abg. Dr. Bockel(Antis.) spricht die Zustimmung seiner Freunde zur Vorlage aus. Auf die Wirksamkeit der Arbeiter- Versicherung lege ich keinen so großen Werth, wie die Regierung; sie erfüllt durchaus nicht ihre Aufgabe, weil sie viel zu sehr bureaukratisch gchandhabt wird. Meine Freunde sind der Mei- nnng, daß mit den liberalen Traditionen endgiltig gebrochen werden muß, namentlich mit der Freizügigkeit. Die Arbeiter in den Städten schreien nach Arbeit, die Arbeitgeber auf dem Laude schreien nach Arbeitern. Diese Zustände können nicht erhalten werden; es muß an die Stelle der schrankenlosen wirthschaft- lichen Freiheit die wirthschaftliche Ordnung gesetzt werden. Abg. Gamp(3ip.) hofft, daß das Gesetz baldigst mit großer Mehrheit zur Annahme gelangen wird; erwünscht, daß die von der Kommission beschlossene Bestimmung, wonach nach vollende- lem 60. Lebensjahr ein neuer Unterstützungswohnsitz nicht mehr erworben werden kann, wieder aufgenommen wird, weil dadurch den ländlichen Gemeinden eine große Wohlthat er- wiesen wird. Staatssekretär v. Bötticher: Dieser Wunsch des Vorredners wird doch nicht überall in den ländlichen Kreisen getheilt wer- den. Wann hört die Arbeitsfähigkeit auf? Dieser Zeitpunkt tritt zu sehr verschiedenen Zeiten ei». Man müßte einen Unterschied inachen zwischen ländlichen und Fabrikarbeitern; die elfteren be- halten ihre Arbeitskrast viel länger als die letzteren. Man würde durch die Festsetzung einer solchen Grenze das Abschieben der dieser Grenze sich nähernden Personen befördern; gerade die Arbeiter aus den Städten würden auf das Land abgeschoben werden, sobald sie alt und arbeitsunfähig werden. Abg. Schröder(srs. Vg.): Alle Parteien des Hauses sind darüber einverstanden, daß die Vorlage nur die greisbarsten Mißstände beseitigen soll. Abg. v. Marqnardsen(natl.) Ich bedauere, daß der frühere wackere Vertheidiger der bayerischen Reservatrechte, Herr v. Psetten nicht mehr den, Reichstage angehört; dieses Reservat- recht muß unangetastet bleiben. Abg. Winterer(Elsasser): Die Vorbedingungen für die Ausdehnung des Unterstützungswohnsitz- Gesetzes auf Elsaß- Lothringen, die Verwaltungsorganisation und Steuergesetzgebung sind noch nicht gegeben. 'Abg. Schädler(Z.) erhebt Widerspruch dagegen, daß an die Beseitigung des bayerischen Reservatrechts gedacht wird. Abg. v. Gültliuaeil(R.-P.): Es ist ein Jrrthum, daß die Vorlage im vorigen Reichstage auf alle» Seiten Anklang ge- funden hat; der leider verstorbene Abg. v. Hornstein hat leb- haften Widerspruch dagegen erhoben. Die Vorlage bringt manche Verbesserungen, aber sie werden alle aufgehoben durch die Herab- setzung der Altersgrenze für die Erwerbung des Unterstüyungs- Wohnsitzes. Für die Süddeutschen ist das Gesetz unannehmbar. Abg. Atolkenbuhr(Soz.): Es ist eine seltsame Er- scheinung, daß gerade dieses Gesetz von allen Seiten als ab- änderungsbedürftig erkannt wird; namentlich die Herren aus den östlichen Provinzen wollen dadurch die armen Landgemeinden entlasten Aber diese Entlastung kann doch nur dadurch er- folgen, daß man die oft auch sehr armen Jndustriegemeinden belastet. Daher müssen wir erwägen, ob nicht die Lasten gleich- mäßig vertheilt werden können, nicht nur auf Land- und Jndustriegemeinden, sondern auch auf die Gemeinden, die so gut wie gar keine Armenlast haben. Das ist nur durch eine voll- ständige Reform des Armenwesens durchzuführen. Merkwürdiger Stückes hatten Recht. Zu den Besuchern des„Deutschen Theaters" können weder die Arbeitslosen noch überhaupt die Arbeiter- bcvölkerung ein großes Kontingent stellen. Demjenigen Publikum, auf das allein die Dichtung auch durch ihren Stoff wirken kann, blieb sie daher nach wie vor versagt. Zwischen dem Dichter und diesem Publikum mußten also in der That die„Freien Bolls- bühnen" den Vermittler machen. Ter Verein„Neue Freie Volksbühne" hat die„Weber" vor kurzem bereits gegeben; aber die Wirkung soll dort, bürgerlichen Blättern zufolge, nur gering gewesen sein. Wir sind nicht in der Lage, zu beurthcilen, ob und wie weit diese Behauptung zutrifft. Viel- leicht verdankt sie ihre Entstehung nur dem Umstände, daß die bürgerliche Klasse, durch das Verbot des Stückes veranlaßt, einen tobenden Ausbruch leidenschaftlicher Begeisterung, einen tumult- artigen, wüsten Beifallssturm, eine Art Theaterfkandal erwartet halte. Davon ist natürlich auch bei der vorgestrigen ersten Auf- führung in der„Freien Volksbühne" nichts zu merken gewesen. Ein Narr auch, wer etwa dergleichen erwartet hatte! Aber nach dem persönlichen Empfinden des Schreibers dieser Zeilen hat das Hauptmaun'sche Schauspiel vom Weberelend an dieser Ställe einen Erfolg davongetragen, wie bisher kein anderes Stück in der„Freien Volksbühne". Die„Freie Volksbühne" hat am Sonntag ihren größen Ehrentag gehabt, und die Bemerkung der Vereins-Monatsfchrift„Die Volksbühne", daß schon um dieses einen Stückes willen die Gründung des Vereins sich gelohnt haben würde, ist durch die Aufführung in vollem Maße bestätigt worden. Die Handlung des Stückes ist bald erzählt. In dem üblichen Sinne des Wortes hat das Stück eigentlich kaum eine rechte .Handlung". Die darbenden schlesischen Weber— das Stück .pielt„in den vierziger Jahren", genauer: 1844— gelangen zum Bewußtsein ihrer elenden Lage, erheben sich gegen die sie aus- beutenden Fabrikanten, verjagen diese, demoliren ihre Wohnungen und Fabriken und werden durch die Flintenkugeln des zu Hilfe gerufenen Militärs in ihre Hungerlöcher zurückgeschreckt. Wenn man den Begriff„Handlung" in dem weiteren Sinne faßt, den uns die moderne Dramenliteratur und vor allem Hauptmann gelehrt hat, dann hat das Stück«ine Handlung, die so reich und !>ewegt ist, wie die irgend eines anderen Dramas. Der Spektakel, den die tumultuirmden Weber verüben, macht die Handlung aller- Weise wollen die Herren auf der Rechten heute gesetzlich an- erkannt wissen, daß die wirthschaftliche Selbständigkeit der Ar- beiter bereits mit dem 13. Lebensjahre eintritt; vor wenigen Jahren bei der Gewerbe-Ordnung begann für sie die wrrlh- schaftliche Selbständigkeit der Arbeiter erst mit dem 21. Lebens- jähr. Es ist ein Uebelstand, daß Arbeiter nur deshalb abge- schoben werden, weil sie eventuell einmal verarmen und den Unterstützungswohnsitz erwerben könnten. Auch Dienstboten läßt man deshalb nicht zwei Jahre lang an einem und dem- selben Ort. In Baden soll die Verwaltung des Fürsten von Fürstenberg diese Praxis gegen die Dienstboten verfolgen. Dadurch kommen die Leute gerade recht bald dazu, die Armen- pflege in Anspruch nehmen zu müssen, die sonst noch auf Jahre hinaus davor bewahrt wären. Man will erst die volle Wwk- samkeit der Versicherungsgesetzgebung abwarten, ehe man das Gesetz über den Unterstützungswohnsitz völlig revidirt. Hätte man beim Kranken- und beim Unfallversicherungs-Gesetz nach unseren Anträgen die Versicherung bedeutend weiter ausgedehnt und die Unterstlltzungsdauer auf ein ganzes Jahr erstreckt, so wäre die Armenpflege wesentlich entlastet worden. Die Armenpflege muß auf breitere Schultern gelegt werden, es ist zu erwägen, ob nicht eine staatliche oder Reichsorganisation eintreten soll. Für die Abänderung des Strafgesetzbuches in Verbindung mit diesem Gesetz können wir uns nicht erwärmen. Zwar versuchte der Staatssekretär uns zu belehren, daß wir eigentlich für diese Be- stimmung eintreten müßten, aber so wohlgemeint dieser Rath war, wir können ihn nicht befolgen; was wir thun wollen, setzen wir auf unseren Parteitagen fest.(Abg. Singer: Herr v. Bötticher kann ja mal hinkommen!) Der Z 361 Str.- G.- B. bestraft bereits den, der durch Spiel, Trunksucht«. seine Familie der öffentlichen Unterstützung anheimfallen läßt, und solche Spieler können in das Korrektionshans gesperrt werden. Jetzt soll diese Einsperrung auch erfolgen können, wenn jemand seine Anverwandten nicht unterstützt, nachdem er dazu aufgefordert ist; es heißt zwar:„obwohl er dazu in der Lage ist", aber das ist doch ein sehr dehnbarer Begriff. Ein Handwerker, der im Sommer gut verdient, kann z. B. augenblicklich in der Lage sein, seine Eltern zu unterstützen, gäbe er aber das Geld dafür aus, so würde er im Winter mit seiner eigenen Familie die Armen- pflege in Anspruch nehmen müssen. Solchen Kautschuk- Paragraphen können wir niemals zustimmen. Und wie weit geht denn die Alimentationspflicht? Das wird in verschiedenen Landestheilen ganz verschieden beurtheilt und steht gesetzlich keineswegs fest. Auf so dehnbare Begriffe hin darf man Nie- wanden zur Korrektionshaft verurtheilen, zumal das Korrektions- Haus nicht dazu angethan ist, die Leute zu bessern. Wer dort gewesen ist, ist in den meisten Fällen nicht mehr zu gebrauchen; die Leute werden dort erst zu Vagabunden und sinken mehr und mehr herab. Wir werden also gegen diese Bestimmung stimmen. Damit schließt die Diskussion; die Vorlage wird einer Kom- Mission von 21 Mitgliedern überwiesen. Es folgt die erste Berathung der Novelle zum Gesetz über die Abwehr und Unterdrückung von Vieh- se u ch en. Abg. Pinge»(Z.) glaubt, daß die bestehenden gesetzlichen Vorschriften, wenn sie nur strenge durchgeführt würden, aus- reichend seien. Abg. Kruse(ntl.) spricht seine Befriedigung darüber aus, daß die Ausführung des Gesetzes in Zukunft der Ueberwachung des Reichskanzlers unterliegen soll. Abg. Conrad(Z.) hält es für zweckmäßig, daß die Nach- richten über die Ausdehnung der Viehseuchen möglichst allgemein hekannt gemacht werden, damit die Viehhändler in solchen Gegenden, wo die Seuche herrscht, nicht einkaufen. Die Seuche ist von auswärts gekommen. Besonders groß ist die Gefahr gegen Rußland, wo immer Seuchen vorhanden sind; darauf wird beim Abschluß eines Handelsvertrages mit Rußland besonders geachtet werden.„. Abg. Klose(Z.) wünscht, daß die Versicherungs- und Ent- schädigungspsticht für Schweine und Rindvieh, bei letzteren auch gegen Tuberkulose in diesem Gesetze durchgeführt wird. Preußischer Landwirthschaftsminister v. Heyden: Der Maul- und Klauenseuche wird dadurch vorgebeugt werden können, daß auch die Viehställe der Viehhändler unter Kontrolle gestellt werden. Eine Zwangsversicherung einzuführen, könnte man ruhig der Landesgesetzgebung überlassen. Die Versicherung gegen Tuber- kulose des Rindviehs ist noch nicht spruchreif. Ich hoffe, daß das Gesetz möglichst rasch verabschiedet wird, denn es zeigen sich Anzeichen, daß in Oberschlesien und in den östlichen Theilen Preußens ein erneuter Ausbruch der Maul- und Klauenseuche bevorsteht..„ Abg. Humann(Z.) bemängelt die gnmge Zahl der Thierärzte., �„ Abg. Böckel(Antis.): Die Vorlage enthält manches Brauck bare» aber auch manches Bedenkliche. Man sollte sich in«rsi dings nicht ans. Wenn dieser erplosionsähnlich ausflamme' Ausstand überhaupt den Namen„Revolution" verdient, so ka »ur von einer geistigen Revolution die Rede sein. Wie die in der dumpf und stumpf hinbrütenden Weberbevölkerung er. langsam anglimmt und dann rasch zu Heller Lohe entfacht wird, — diese Handlung läßt der Dichter in einer Fülle seelischen Ge- schehens vor uns sich aufrollen. Er unterscheidet im Personenverzcichniß des 1. Aktes eine „Fabrikantengruppe" und eine„Webergruppe". Diese Scheidung geht deutlich durch das ganze Stück. Zur Fabri- kantengruppe, in deren Mittelpunkt der Parchend- Fabrikant Dreißiger steht, sind auch diejenigen zu rechnen, welche zwar selber nicht viel zu beißen haben, aber doch mit dem Fabrikanten- thum marschiren, also vor allem die nach oben hin demüthigen, nach unten hin hochmüthigen Angestellten Dreißiger's, ferner alle, die sonst irgendwie von der be- sitzenden Klasse wirthschaftlich abhängig sind, weiter selbst- verständlich der Pastor und endlich, ebenso selbstverständlich, auch die Polizei. Zur Webergruppe, in deren Mittelpunkt der alte„Webermeister" Baumert steht, gehören alle, welche darben müssen, oder richtiger: alle, welche einsehen, daß und warum sie und andere darben müssen. Der Dichter hat nämlich zwischen diese beiden Gruppen zahlreiche Zwischen- glieder gestellt. Nicht zur Webergruppe gehört z. B. der alte, fromme Weber Hilfe, der mit Gott für König und Vaterland hungert und sich im Jenseits reichen Ersatz für die Leiden deö Diesseits erhofft. Nicht zur Fabrikantengruppe gehört der Haus- lehrer von Dreißiger's Jungen, Kandidat W e i n h o l d, der in all dem Glanz des Fabrikantenhauses das Verständniß für die elenden Tage der Wever nicht eingebüßt hat und auch den Muth besitzt, dem Brotherrn gegenüber seinen Standpunkt zu vertreten. Zur Webergruppe gehört der ehemalige Weber, der jetzt eben vom Militärdienst in Berlin in sein Heimathsdors zurückkehrende Moritz Jäger, dem es selber augenblicklich gut geht, der aber die Weber über Umfang und Ursache ihres Elendes aus- klärt. Zur Fabrikantengruppe gehört der ehemalige Weber und jetzige Expedient Pfeifer, der nun, da es ihm besser geht. dem Dreißiger die Weber schinden hilft. Diese mannigsachen Fäden, welche sich zwischen den beiden Gruppen hinüber und herüber schlingen, gestalten das Gesammtbild ungemein Linie an die Händler halten und solche veratorischen und lost- I spieligen Vorschriften nicht auf die Bauern anwenden. überwiesen. Preußischer Landwirthschaftsminister v. Heyden: Ich kann auch nur wünschen, daß die Kommissionsmitglieder praktische Landwirthe sind. Es ist gelungen, eine einzige Thierkrankheit auszurotten, nämlich die Räude der Schafe. Abg. Nettich( Dr.): Die Stimmung in landwirthschaftlichen Kreisen ist jetzt den veterinärpolizeilichen Maßregeln gegenüber eine wohlwollendere als beim Gelaß des jetzigen Biehfeuchengesetzes. Abg. Bantleon( natlib.) warnt davor, von der Vorlage und ihrer Wirkung abzuviel zu hoffen. Die Vorlage wird einer Kommission von 21 Mitgliedern Darauf wird die Denkschrift über die Ausführung der feit dem Jahre 1875 erlassenen Anleihegeseze durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt. Die Uebersicht der Reichsausgaben und Einnahmen für 1892 und die gleiche Uebersicht bezüglich der Schußgebiete, sowie die Rechnung der Kaffe der Ober- Rechnungskammer werden der Rechnungskommission überwiesen, die auf Antrag des Abgeordneten Letocha von 7 auf 14 Mitglieder verstärkt werden soll. Darauf erledigt das Haus noch in erster Berathung den Gefeßentwurf betr. die Kontrolle des Reichshaushalts und des Landeshaushalts von Elfah- Lothringen, sowie des Etats der Schutzgebiete, welcher der Rechnungskommission überwiesen wird. Schluß gegen 6 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr ( Börsensteuer.) Kommunales. Zu der Entscheidung des Reichs- Versicherungsamtes,[ gegangen, die trotz des bestehenden Verbots die schon in Fahrt die wir in der Sonnabend- Nummer nach der Bolts- Zeitung" befindlichen Züge besteigen. Ich habe beispiesweise beobachtet, mittheilten, wird dem genannten Blatte von fompetenter Seite wie ein Mann, der bereits die Koupeethür geöffnet und eben in geschrieben, daß die fragliche, von einem der mehr als 12 Senate das Wagenabtheil hineinspringen wollte, von zwei Beamten gegefällte Entscheidung schwerlich auf die fernere Rechtsprechung packt und vom Trittbrett des fahrenden Zuges wieder herunterdes Reichs- Versicherungsamts einen Einfluß üben werde. Die gerissen wurde, was die Gefährlichkeit der Situation nicht etwa Ansicht des Reichs- Versicherungsamts wird dahin charakterisirt: verringerte. Gestern Nachmittag in der siebenten Stunde bestieg ich Hat ein Unfall in einer für die Begründung des ursächlichen auf dem Bahnhof Alexanderplatz einen Stadtbahnzug, um nach Busammenhanges geeigneten Weise auf den Eintritt eines ge- dem Lehrter Bahnhof zu gelangen. Trogdem ich mit einer Fahrwissen Grades von Erwerbsunfähigkeit eingewirkt, so ist die Ent- tarte zweiter Klasse versehen war, zog ich es vor, die dritte zu schädigung in der Form der Rente zu gewähren, so lange dieser benutzen, denn die vier Koupees des einzigen Wagens, den der Zustand infolge des Unfalls fortbesteht, wenn auch nach mensch Bug überhaupt führte, waren überfüllt. Der Zug war bereits ficher Voraussicht der Verlegte zu einem späteren Zeitpunkte mehrere Sekunden in Bewegung, als die Koupeethür haftig ohne den Unfall in ebensolchen Zustand geminderter oder auf aufgerissen wurde und nacheinander zwei Eisenbahn- Unterbeamte gehobener Erwerbsfähigkeit( etwa infolge eines zur Zeit des hereinstolperten, denn der Zug fuhr schon recht schnell und beide unfalls bereits vorhandenen, allmälig fich steigernden organischen Männer, die nach beendetem Dienst nach Hause fahren wollten, Leidens oder infolge hohen Alters) gerathen wäre." In dem trugen Pacete. In jedem anderen Falle wird eingeschritten, von uns angeführten Falle war, wie man sich erinnert, einem hier ließ sich der bekannte Ruf" Burückbleiben" vom Perron irrsinnig gewordenen Verletzten die Rente nur auf ein Jahr zu- her nicht hören. Es wäre doch gut, wenn gerade die Bahngebilligt worden, weil er nach ärztlichem Gutachten auch ohne beamten in erster Linie dem Publikum mit gutem Beispiele den ihm zugestoßenen Unfall irrfinnig geworden wäre. vorangehen und die für dasselbe geltenden Bestimmungen nicht Die Wirkung der Untersuchungshaft. Der Verkaufe außer Acht lassen würden, zumal wenn sie sich nicht im Dienste befinden. vermittler Paul Robert Schünemann, deffen Haftentlassung gegen eine Kaution von 3000 m. bei der gestrigen Gerichtsverhandlung Gegen den Schlachtzwang wurde seiner Beit mit be beschlossen worden ist, befindet sich in schwer leidendem Zustande, fonderem Nachdruck das Bedenken geltend gemacht, daß er die was die Veranlassung zu der Enthaftung gegeben hat. Sch. Bahl der selbständigen Fleischer erheblich vermindern und das war bei Schluß der Gerichtssitzung derart entkräftet, daß er sich Schlächtergewerbe in wenigen Händen konzentriren werde. Nach faum noch aufrecht zu halten vermochte. Die beschlagnahmten den giffermäßigen Mittheilungen der Schlachthof- Verwaltung Bücher, die Herr Sch. gern zurückhaben wollte, sind von der hat sich nun seit dem Jahre 1883, wo der Schlachtzwang in Berlin Staatsanwaltschaft zurückbehalten worden; diese Behörde verlangt eingeführt wurde, die Zahl der selbständigen Schlächter von 684 auf von dem Angeklagten eine Beweisführung, daß die 1497 gegen 1136 erhoben, also fast verdoppelt. Dabei ist bemerkenswerth, ihn vorliegenden Betrugsfälle nur durch Irrthümer hervorgerufen daß bei den eigentlichen Schlächtern( Rind, Schweine- und worden sind. Lohnschlächtern) die Zunahme höher als eine Berdoppelung war, während die Zahl das Laden- und Marktschlächter nur von 509 auf 798 ftieg. " Die gemischte Deputation des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, welche über die Verwendung des von Polizeimatronen" wünscht der Verein Jugendschuh" der städtischen Verwaltung zur Förderung der Kunst in den Etat nach dem Muster einer in Chicago bestehenden Einrichtung auch eingestellten Betrages von 100 000 m. pro Jahr zu bestimmen in Berlin eingeführt zu sehen. Der Vorstand hat an den Polizeihat, hielt heute Mittag eine Sigung ab. Zum Schlendrian in der Berliner Schulverwaltung. Präsidenten eine entsprechende Eingabe gerichtet, in der darauf hin- Bekanntlich hat die Schulverwaltung auf die vielfachen Klagen Die gemischte Deputation hatte sich in einer früheren Sigung gewiesen wird, daß diese Einrichtung sich in Chicago" ganz vor unserer Genossen im Rothen Hause, daß die Lehrmittel an" undarüber schlüssig gemacht, daß die jährlich zur Verfügung stehende trefflich und fegensreich" bewährt habe. Die Polizeimatronen", bemittelte", wenn überhaupt, sehr spät geliefert werden, in dem Summe hauptsächlich zum künstlerischen Schmuck unserer Straßen die sich der Verein als„ gebildete Schutzdamen" denkt, sollen an bemittelte", wenn überhaupt, sehr spät geliefert werden, in dem der Berliner Verwaltung eigenen Ton der Selbstberäucherung und Pläße mit Bildhauerwerken verwendet werden solle. Außer- allen Polizeiwachen angestellt werden, Tag und Nacht auf dem der Berliner Verwaltung eigenen Ton der Selbstberäucherung dem soll, so weit als möglich, das Kunstgewerbe gefördert und Posten sein, die eingelieferten Frauen, Mädchen und Kinder geantwortet, die Lieferung könne, dürfe und solle höchstens ein unterstützt werden. fofort in ihre Obhut nehmen, die Unschuldigen von den paar Tage dauern. Uns gehen fortgefeht darüber berechtigte schlossen, den Alexanderplatz mit einer in Kupfer getriebenen Wenn diese Polizeimatronen" dazu dienen können, auf den Ton, hat der Vater eines Kindes der 127. Gemeindeschule vor vier In ihrer heutigen Sihung hat die gemischte Deputation be- schlechten Elementen gesondert halten", sie zum Verhör begleiten u.f.w.lagen zu, daß zwischen dem Antrag auf Gewährung von Lehrmitteln bis zur Lieferung selbst viele Wochen verstreichen. So Roloffalfigur schmüden zu lassen. Die bekannte Hanbriefer'sche in welchem Polizeibeamte die Arrestanten, auch die weiblichen, hat der Vater eines Kindes der 127. Gemeindeschule vor vier Berolina" war hierzu in Vorschlag gebracht worden. Der Vor- behandeln, ändernd einzuwirken, dann wäre ihre Einführung mit Wochen das Gesuch um Lieferung der Bücher eingereicht, vor ohne Erfolg. schlag fand allgemeine Zustimmung, nur beschloß die Deputation, Freuden zu begrüßen. Ueber den sonstigen Nutzen, welchen die etwa 10 Tagen sich dann direkt an die Schulbeputation gewendet Sein armes Kind muß noch heute ohne den Künstler zu ersuchen, der für den Alexanderplatz bestimmten Polizeimatronen" gewähren könnten, giebt sich der Verein einer gehrmittel sich behelfen. Wie wäre es, wenn das Gehalt Berolina" nicht nur den Charakter einer Willkommensgruß- und Zäuschung hin. Im einzelnen Falle mag die Einrichtung in der Magistratsräthe folange später ausbezahlt würde? Vielleicht Blumenspenderin( die Statue hat bei der Bewillkommnung des Chicago vortrefflich und segensreich sein und es vielleicht auch Königs von Italien das Licht der Welt erblickt) zu verleihen, in Berlin werden. Prostituirte, die ohne Noth der Prostitution schickt die Schulverwaltung einige solcher Klagen über Bummelei sondern die zum bleibenden Schmuck des Plates bestimmte Figue in die Arme gerathen find, tönnen dadurch zu einem anderen auf die nächste internationale Ausstellung? mit den Symbole der in Berlin betriebenen Thätigkeit zu ver- Lebenswandel zurückgeführt werden. Aber die Zahl dieser Auch ein Beitrag zum Thema: Es giebt keinen Noth sehen. Prostituirten ist gering. Den anderen, welche durch die Noth auf stand. Unter den Linden spielte sich dieser Tage ein Vorgang Ein weiterer Beschluß der Deputation geht dahin, den Bild- die Bahn des Laners getrieben" worden sind, wird auch eine Polizei- ab, wie er dort täglich duhendfach zu beobachten ist und kaum hauer v. Uechtrit mit der Ausführung seines auf der letzten Aus- matrone" nichts nühen. Auch die gebildetste" Dame wird einer eine besondere Erwähnung verdienen würde, wenn nicht ein stellung gezeigten Wandbrunnens zu beauftragen. armen Näherin nicht weis machen können, daß man bei 16 stündiger kleines Stückchen Papier, das bei dem Vorfalle eine gewisse Rolle Arbeitszeit und 1 Mart Verdienst pro Tag existiren tönne, gespielte, dabei insofern von Wichtigkeit wäre, als es auf die in schweige denn ein angenehmes Dasein führe. Das ist der Kern Offizierkreisen herrschende Lebensweise ein interessantes SchlagDer ganzen Prostitutionsfrage. Der Verein Jugendschuh", dessen licht wirft. Vor das Restaurant R. wurden an jenem Tage Bestrebungen wir an dieser Stelle wiederholt und sehr eingehend zwei Droschten gerufen und vier Herren in Uniform, augenbesprochen und als fast völlig wirkungslos nachgewiesen haben, scheinlich Offiziere, wollten die Fuhrwerke besteigen. Der eine hehandelt diese Frage nicht als eine Magenfrage, sondern als dieser Herren griff in die Tasche, um den Fahrpreis zu enteine Seelenfrage. In diesem Punkte berührt er sich, trotz des richten, faßte aber zunächst ein kleines Bettelchen, daß er hervor entschiedenen Brotestes seines Vorstandes, mit Herrn Stöcker und zog und in welches er einen flüchtigen Blick warf, dann das der Berliner Stadtmission. Auch die Polizeimatronen" sehen Papier zusammenfaltete, dasselbe ein wenig einriß und sodann verdächtig nach innerer Mission aus, worauf auch schon ihr foriwarf. Von einem Vorübergehenden wurde bald darauf der Import aus dem bigotten Chicago hindeutet. Es ist zu fürchten, Bettel, der recht säuberlich troß des Nisses aussah, aufgehoben. R. daß sie sich bald nach der Seite des kürzlich gegründeten Frauen. Sein Inhalt war folgender: Nota. Restaurant H. Unter den bundes zur Bekämpfung der„ öffentlichen Sittenlosigkeit" ent- Linden Nr... Berlin, 19. 11. 93. 4 Diners 18 M. Kaviar wickeln würden. extra 15 M. 1 Flaurenne 5 M. 2 Frron 26 M. Obst 2,50 M. 2 Latour 36 M. 1 84 er Pommery 30 m. 4 Caffee triple 3 M. 4 Bigarren 16 M. Droschte 1,50 m. In Summa 157. Gin Quittungsvermert auf der Rechnung fehlte. Sollte diese noch zur Eintragung in die Geschäftsbücher des Restaurants gelangen, so wird dabei auch vielleicht noch der interessante Additionsfehler von 4 M. entdeckt, der zu der Befürchtung um sein Trintgeld geführt, daß der bedienende Kellner tommen ist. Bum Platz für dieses liebenswürdige und graziöse Kunstwert, welches in Bronce ausgeführt wird, ist der an der Gormann- und Rosenthalerstraße frei werdende Platz bestimmt. Für die nächste Zeit ist außerdem der künstlerisch- architektonische Schmuck des Eingangs vom Friedrichshain vorgesehen. Weitere Vorschläge sind bis zur nächsten Sizung zurückgestellt worden. Tokales. " 1 Der Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend be. Der Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend beging unter reger Betheiligung der Sangesbrüder am 2. d. M. in den Gesammträumen der Brauerei Friedrichshain die Feier feines dritten Stiftungsfestes. Der große Konzertsaal hatte zu Der Verein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer diefer Gelegenheit einen dem Charakter eines Arbeiterfeftes ent- feierte ain Sonnabend sein einunddreißigjähriges Bestehen. Der sprechenden Schmuck angelegt. Das Programm war ein reich geräumige Saal der Konkordia", Andreasstraße, konnte faum haltiges und das Gebotene befriedigte vollauf. Unter Leitung die große Zahl der Festtheilnehmer fassen. Der Vorsitzende des Herrn Schonert fonzertirte eine Kapelle der Freien Vereinigung Faber gab in einer furzen Ansprache einen Rückblick über die Der Zivil- Berufsmusifer, auserlesene Zonstücke zu Gehör bringend. Entwickelung der Vereinigung und ihrer Kämpfe in diesem Jahre. Von den Gefangvereinen manches Vortreffliche geleistet. Glanz- Ihm folgte mit einem lebhaften Appell an die Berufsgenossen, treu punkte des Abends bildeten auch die Solovorträge der Herren P. Kurz zur Organisation zu halten, der Vorsitzende des Zentralverbandes auf der Orgel, Johannes Tamescha auf Violine und Wegner und Döblin. Aber auch dem Humor war Rechnung getragen. Eine Irrgang auf Piston. Das Fest verlief zu Aller Befriedigung und Anzahl mit einem Nebelbilder- Apparat reproduzirte Bilder gaben Herr Neumann vom Bundesvorstande konnte mit Recht auf die Macht Episoden aus dem Vereinsleben und dem letzten Streif wieder. Ses Gefanges, auf die Agitationskraft, die in den Arbeiterliedern Auch des hinter Kerkermauern für unsere gerechte Sache schmachruht, auf die Bestrebungen der 210 dem Sängerbunde angehören- tenden Genoffen Enders wurde gedacht, und lebhafte Be den Vereine in einer kurzen Ansprache an die Festversammlung geisterung beinächtigte sich der Festgenossen, als das sehr gut hinweisen. Erst um 5 Uhr Morgens erreichte das dritte gelungene Bild den treuen Kämpfer in Grinnerung rief. Möge Stiftungsfest des Arbeiter- Sängerbundes Berlins und Umgegend er gesund und mit der alten Energie zu uns zurückkehren, das sein Ende. war der Wunsch, von dem jeder beseelt war. Einen einmüthigen Protest gegen die Zabat: Fabrikatsteuer sprach eine öffentliche Boltsversammlung in Köln aus, nachdem der Genosse Weist über den Entwurf des Besetzes referirt hatte. " " Ist den Beamten gestattet, was dem Publifum verboten ist? Zu dieser Frage schreibt man der Volks- Beitung": Mit großer Strenge wird seit einiger Zeit sowohl auf der Stadtbahn wie auf der Wannseebahn gegen solche Personen vor Eine Neuerung ist auf den Zügen der Stadtbahn eingeführt. Die Zugführer sind seit Kurzem mit Thermometern ausgerüstet, um die einzelnen Abtheilungen auf den Wärmegrad zu prüfen. Sobald im letzten Wagen nach Reaumur 10 Grad Wärme nicht erreicht sind, hat der Zugführer durch den Maschinisten eine stärkere Heizung herbeizuführen. Die ersteren Wag en hinter den Maschinen zeigen zuerst stets eine um etwa 8 Grad höhere Wärme, als die letzten. Ein Ausgleich findet schließlich in der Weise statt, daß die Maschine an den Endpunkten der Fahrt umgelegt wird. Anders ist es bei den Zügen des Nordrings, wo die Maschine ihren Ort in bezug auf den Bug nicht wechseln. Bei ihnen werden daher die ersteren Wagen vom frierenden Publikum mit Vorliebe aufgesucht. benswahr, ohne daß fie deshalb die die Deutlichkeit hat, er stellt einen Typus ter planlos revoltirenden Masse nach entrüstet. Und mit Grund. Nicht daß es unfittlich wäre, wie r Grundtheilung beeinträchtigen. Diese Grundtheilung wirkt dar, die auch endlich einmal zulangen möchte. Die Gestalt ist, die meisten französischen Ehebruchsdramen, aber ihm fehlte die pikante irgends schematisch. Aber einmal tritt sie doch mit frappanter wie die ganze Webergruppe, stellenweise mit einer grimmen Sauce, welche die unappetitlichsten Obscönitäten aus dem Lande Schärfe hervor, gleich zu Anfang nämlich, im 1. Att. Der große Komit ausgestattet. Man kann sich ihr nur schwer ents des Erbfeindes" Geschmack oder vielmehr Hautgout beibringen. Gegensatz, der die Gesellschaft in die beiden Klassen der Besißenden ziehen, wenn Wittig, der kraftstroßende Schmied, be Strindberg schildert, halb satirisch und halb philosophisch, wie und der Besitzlosen spaltet, drängte sich hier dem Zuschauer und lustigt über das alte, dürre, schlotternde Männchen eine laute man in einer überfeierten, vom Drängen und Stoßen des niedern Hörer mit brutaler Gewalt auf. In der Schärfe der Heraus- Lache aufschlägt:" Der alte Baumert will Rebellion machen!" Erdenlebens abgewendeten Gesellschaftsschicht über das Eheleben arbeitung dieses Gegensatzes wird der 1. Att von feinem anderen oder wenn Luise Hilse, die in ihrem wilden Haß gegen denkt und geht dabei von dem sehr richtigen Grundsay aus, daß übertroffen. Darum schlug dieser Att auch schon mit seinem das Fabrikantenthum, in ihrer todesverachtenden Helden in der Welt des Genusses die wahre, heiße Liebe höchst unbequem ersten Wort die Hörer in Fesseln und hielt sie, trotzdem es ihm haftigkeit alle Männer gigantengleich überragt, im Augenblick der und störend ist. Leidenschaft läßt nie zum behaglichen Dasein beinahe an jeder dramatischen Bewegung fehlt, bis zuletzt in Gefahr, beim Herannahen des Militärs, diesen selben, alten, fommen und ist Sybariten und Schmarozern daher ein Diese blafirte Ansicht hatte fich Ansicht hatte fich auch Maler athemloser Spannung. Mit derselben knappen Klarheit zeigte trunken und müde auf die Bank gesunkenen Baumert aufrüttelt: Greuel. Knut angeeignet, dem das seltene Geschick beschieden der 4. Att das Zusammenhalten von Besiz, Kirche und Staats: Pathe Baumert, fommt so schnell wie Ihr könnt!" Wir müssen es uns leider versagen, die zahllosen Schönheiten war, die Tochter eines Kouponabschneiders zur Frau zu be gewalt. Die Leitung der Webergruppe liegt in den Händen Moris dieser großen Dichtung hier weiter zu erörtern, eine Aufgabe, tommen. Frau Kerstine, die sich im allgemeinen mit ihrem Jäger's und eines jüngeren Webers, des trozigen rothen der sich der Schreiber dieser Zeilen auch in keiner Weise ge- Gatten gut abfindet und noch nie einen ernsthaften Bank in Bader". Sie übernehmen es, durch Verbreitung eines Liedes, wachsen glaubt. Wir hoffen, daß das Stück den Mitgliedern ihrem jungen Cheglück erlebt hat, bekommt nun nicht übel Lust, das den prassenden Fabrikanten die hungernden Weber gegen der Freien Boltsbühne" zugleich auch eine Beleuchtung der Ver- mit dem Busenfreund ihres Mannes, Bildhauer Ayel, der gleichüberstellt, die Köpfe der Weber zu revolutioniren. Daß von hältnisse unserer Zeit sein werde, selbst wenn das, wie be- falls ein faible für sie hegt, anzubandeln. Die Sache wird auch diesen beiden trotzdem keiner der Held" des Stückes sein kann, hauptet worden ist, nicht in der Absicht des Dichters liegen sollte. ziemlich perfekt und Knut, der freundschaftlich von der sich vorist tlar. Wenn das Stück überhaupt einen einzelnen als„ Helden" Die Aufführung war so gut, daß sie auch einem anderen bereitenden Personenstandsveränderung in Kenntniß gesezt wird, hat, wenn nicht vielmehr die ganze Weberbevölkerung als Held" Theater als dem mit bescheidenen Mitteln ausgestatteten„ National: giebt in aller Freundschaft seinen Segen. Bevor er aber von anzusehen ist, so kann es nur der alte Baumert sein. Er ist, wie theater" Ehre gemacht hätte. Das Stück bereitet besonders dadurch seiner Frau und seinem Freunde scheidet, will er als Gemüths= oben bemerkt, der eigentliche Mittelpunkt der Webergruppe, die große Schwierigkeiten, daß darin eine ungewöhnlich hohe Bahl mensch den übrigen Familienmitgliedern, nämlich den Schwiegerjenige Gestalt, welche aus allen als die eigentlich bedeutendste von sprechenden Personen auftritt, die alle einen ausgeprägt in eltern und einer mißgünstigen Cousine des Hauses die entsegliche herausragt und auch vom Dichter am liebevollsten ausgestaltet dividuellen Charakter haben. Direktor Sam st, der das Stück Langeweile, unter der sie sich räkeln, ein wenig vertreiben und worden ist. In ihm verkörpert sich die Weberbevölkerung überhaupt, mit feinstem Verständniß einstudirt hatte, hat diese Schwierig ladet sie freundschaftlich ein, das sich auf der Bühne vollziehende Das Personal des National Liebesspiel an der Thür zu belauschen. Die Liebenden" haben in ihrem allmäligen Herabfinten von leidlichem Auskommen bis zu teiten geschickt überwunden. tiefftem Elend, in ihrem schrittweisen Versumpfen an Leib und theaters" war diesmal besonders ausgiebig durch fremde Kräfte aber mittlerweile herausgefunden, daß das Spiel mit dem Fener Wir nennen nur Friedrich Basil der Leidenschaft wirklich nichts Rechtes ist und kehren daher Seele, und wiederum in ihrer unerschütterlichen Gutmüthigkeit, verstärkt worden. in ihrem fich trotz aller Noth behauptenden Humor, freilich nur( Dreißiger), Gu ft av Radelburg( Moris Jäger), May unter dem freundschaftlichen Spott der Lauscher reuevoll zu einem traurigen Galgenhumor, in ihrer eigenthümlichen Lebens- Löwenfeld( Weber Ansorge) Sofie Bursta( Luise Hilfe) ihren rechtmäßigen Ehegesponsen zurück. Die Sache liegt näm philofophie, die sie für Augenblicke immer wieder aus allem und vor allem Paul Pauli( der alte Baumert). Der Dichter lich so, daß auch Ayel eine Frau hat; nur lebt er mit ihr in Jammer noch einmal heraushebt. Der alte Baumert, in dessen wurde von der begeisterten Aufnahme seines Werkes telegraphisch Scheidung. Die Scheidungsklage wird aber nicht anerkannt und Br. so trifft es sich denn famos, daß er am Schluß des Stückes sich mürbe und morsch gewordenen Kopf das aufreizende Lied blizz in Kenntniß gesetzt. wieder legitimen Wegen zuwenden kann. Dies kurz der Inhalt artig hineinleuchtet, der plöglich auffährt in Wuth und er Leffingtheater. Von den vier Ginattern heiteren Genres, der mit vielen psychologischen Feinheiten ausgerüsteten schnurrigen flammendem Haß und verlangt, daß es anders werde, ist hierin ein Bild der gesammten Weberbevölkerung. Und die fich Herr Mitterwurzer am Sonntag ertoren hatte, um seine Satire. Das Publikum war so empört, daß es erst bei dem wieder der alte Baumert. der sich am Wein des verjagten Bielseitigkeit als Birtuose zu demonstriren, verdient eigentlich nur legten Ginatter des Abends, einer französischen Gifersuchts. Fabrikanten berauscht und sich schon für einen Grafen hält, Strindberg's Lustspiel Das Spiel mit dem Feuer" Beachtung. pifanterie, wieder zu vollem Beifall ausholte. weil er auch mal ein„ Edelmannsfressen" in den Leib belommen Es war dies eins der Stücke, über die man sich gutem Herkommen " " " 4. Verschiedenes. autoA:: 3. Wahl von Revisoren. 196 gleichviel wie solcher heißt, vor allem der politischen und gemerl bekennenden Sozialdemokraten vor Eintritt in trgend einen Verein, fchaftlichen Organisation als Mitglied beizutreten und dafür überall zu agitiren. Vom Einfrieren der Wassermesser. Die Direktion der Städtischen Wasserwerke macht mit Rücksicht auf das Herannahen der tälteren Monate die Hausbesitzer durch Säulenanschlag und Außerdem werden die Gewerkschaften ersucht, in ihren GeZeitungsinserat darauf aufmerksam, daß sie laut Tarif und werkschaftsblättern die Adresse des Auskunftsbureaus der BerRegulativ verpflichtet sind, die Wassermesser frostfrei und in liner Gewerkschafts- Kommission bekannt zu geben. Dasselbe be= gutem Zustande" zu erhalten. Diese Mahnung ist sehr nöthig; findet sich Rosenstr. 28, vorn I, und ist geöffnet von Morgens 8 denn das Einfrieren der Wassermesser ist eine in Berlin weit bis Mittags 1 Uhr und von Abends 6 bis 8 Uhr für alle Arverbreitete und mit jedem neuen Frost sich wiederholende beiterangelegenheiten. Kalamität. Am meisten haben darunter die Bewohner der Buschriften an die Berliner Gewerkschafts- Kommission find Miethsfasernen zu leiden, deren Besitzer nicht im Hause zu richten entweder an das obige Bureau oder an B. Franke, wohnen und sich, abgesehen von der Empfangnahme der Gr. Frankfurterstr. 73, H. I. Miethen und von etwaigen Ermittirungen, auch nicht weiter Die Adressen der Ausschußmitglieder sind folgende: um ihr Haus fümmern, sondern die Verwaltung" desselben einem R. Millarg, Tischler, Lehrterstr. 22, v. 2 Tr.sten Vizewirth" übertragen. Man kann es diesen Vizewirthen", A. Massini, Buchdrucker, Solmsstr. 37, v. 4 Tr. Sie fast immer noch ein Handwerk oder ein kleines Geschäft neben- Bernizki, Former, Saarbrückerstr. 8/9, Hof 4 Tr. bei betrieben und oft mehrere Häuser zugleich ,, verwalten" müssen, R. Dost, Drechsler, Schönleinstr. 18, 2. Hof 2 Tr. wirklich kaum übelnehmen, wenn sie nicht allzu flink dabei sind, G. Busse, Lederzurichter, Sophienstr. 28/29. um bei eintretendem Frost die Wassermesser vor dem Ein- G. Winkler, Bildhauer, Wrangelstr. 185, v. 1 r. frieren zu schüßen. Daß diese Kalamität thatsächlich in solchen B. Franke, Möbelpolirer, Große Frankfurterstraße 73, Miethstafernen am häufigsten vorkommt, hat die ArbeiterHof 1 Tr. Sanitätskommission" im vorigen Winter festgestellt. Es hat sich Der geschäftsführende Ausschuß dabei auch ergeben, daß den Miethern dieser Häufer manchmal für der Berliner Gewerkschafts- Kommission. längere Zeit das Wasser entzogen geblieben und infolge dessen auch J. A.: Balduin Franke, Gr. Frankfurterstr. 78. die Spülung des Klosets unmöglich gemacht worden ist. Wir wollen abwarten, ob sich die Klagen in diesem Winter in dem- Zu dem von uns schon mehrfach erwähnten Streit der felben Umfange erneuern werden. Der in der oben erwähnten Maurer am Theaterbau zu Harburg ist weiter zu Bekanntmachung enthaltene Hinweis auf das eigene Interesse berichten: der betreffenden Hausbesißer und auf die Unannehmlichkeit einer Unterbrechung des Wasserzuflusses", dürfte sich in den meisten Fällen als wirkungslos erweisen. Die Befizer von Miethsfasernen haben von der Unterbrechung des Wasserzuflusses keinen Schaden und keine Unannehmlichkeit. Sie können höchstens noch dabei profitiren, wenn den Miethern auf einige Zeit das Wasser abgeschnitten wird. " Von einem Eisenbahnzuge überfahren und getödtet wurde in der Nacht zum Sonntag, der 49 Jahre alte Eisenbahnarbeiter Karl Sadowski, der in der Friedrich- Karlstr. 6 zu Friedrichsberg wohnte. Streckenarbeiter fanden gestern Morgen um 7 Uhr auf dem Stadtbahngeleise bei der Straße XIX furz vor der Haltestelle Rummelsburg einen Menschenkopf und nicht weit davon den fürchterlich verstümmelten Körper. Der Brustfasten war durch die Räder eines Zuges eingedrückt, die Arme waren völlig zermalmt. Wahrscheinlich hat Sadowski in der Nacht nach Beendigung seines Dienstes einen Richtweg einschlagen wollen, um nach Hause zu gehen, und ist von einem Etadtbahnzuge, der von Rummelsburg fam, überrascht worden. Der Verunglückte war verheirathet. " R. 2. Die heutige Versammlung erklärt sich mit der Haltung ihrer Delegirten in Köln einverstanden; ebenso erkennt sie die gefaßten Beschlüsse als die ihrigen an. Gegen die persönlichen Angriffe auf den Delegirten Genossen Heymann, welche in einer Versammlung des vierten Kreises, sowie in einer Versammlung in Pankow gemacht sind, spricht die Bersammlung ihre Mißbilligung aus. Die Genossen des vierten Wahlkreises verpflichten sich ferner, für die gewerkschaftliche Organisation, sowie in erster Linie für den Wahlverein ihres Kreises, soviel ihre Kräfte es geftatten, thätig zu sein. " Rigdorf. Am 26. November tagte hier eine Mitgliederversammlung des deutschen Holzarbeiterverbandes, in welcher Genosse Timm einen sehr interessanten Vortrag über die Preisfechter der modernen Arbeiterklasse" hielt. In der Diskussion Sprachen mehrere Kollegen im Sinne des Referenten. Unter Bereinsangelegenheiten brachte ein Kollege, der in Briz in der Werkstatt der Herren Wolff und Wierszbomsti auf Treppengeländer gearbeitet hatte, seine Erlebnisse zur Sprache. Die Arbeitszeit in genannter Fabrik dauert 10 Stunden. In den ihm am Sonn abend übergebenen Lohnzettel gab der Kollege in der Lohnrubrik einen Stundenlohn von 40 Pf. an, gewiß kein hoher Lohn. Wie erstaunte er aber, als ihm bei der Lohnauszahlung nur 30 Pf. berechnet wurden und da er 591/2 Stunden gearbeitet hatte, nach Abzug von Krankengeld und Invalidenkasse, 17 M. und ein paar Pfennige verabsolgt wurden. Der Arbeitsnachweis befindet sich Prinz Handjery- und Lessingstraßen Ecke. Daselbst können Beiträge entri chtet und die Fachzeitung abgeholt werden. Mehrere Maurer, die wieder angefangen hatten zu arbeiten, haben abermals aufgehört. Der Unternehmer K. giebt sich Mühe, von seinen übrigen Bauten Maurer nach dem Theaterbau hinzuziehen. Nur mit Lehrlingen den Theaterbau zu vollenden, scheint ihm selber wohl nicht rathsam. Um den endlichen Sieg der Maurer herbei zu führen, ist Zuzug streng fern zu halten. Wer arbeiten will, fann arbeiten und jeder findet dabei vember seine Mitgliederversammlung ab. Vor Eintritt in die fen suill, four arbeiten Der Verein der Filzschuh- Arbeiter hielt am 27. Nosein Auskommen. Das ist die stehende Redensart unserer Broßen, Tagesordnung ehrt die Versammlung das Andenken des verdie nicht zugeben wollen, daß Hunderte, ja Tausende troß storbenen Kollegen Julke durch Erheben von den Plägen. In eifrigen Suchens Beschäftigung nicht finden können. Von diesen einem beifällig aufgenommenen Vortrage sprach sodann der GeGesichtspunkten ließ sich jedenfalls auch der deutsche Verein für noffe Mattutat über das Thema:" Die gewerkschaftliche Dr Armenpflege und Wohlthätigkeit" leiten, als er an den Reichs: ganifation". An Der sich hieran anschließenden Disfanzler eine Eingabe machte, in der er sich beklagt, daß fussion betheiligten sich die Kollegen Menzel, Büttdie Fälle von Hilfsbedürftigkeit sich stetig vermehren, die nicht ner und Schmolling im zustimmenden Sinne zum in einer Unfähigkeit der Ernährer, ihre Familien zu verforgen, Referat. Mehrere Anträge der Agitations- Kommission 50 M. sondern in dem bösen Willen" derselben ihren Grund haben. den Lithographen in Brandenburg 15 M. und den Kollegen in Die Familienväter entzögen sich auf jede erdenkliche Weise ihren Offenbach 10 M. zu bewilligen, wurden angenommen. Kollege Pflichten, entlassene Sträflinge überließen ihre Kinder den Steffen richtet die Aufforderung an die Rollegen, mit den Billets Pflegern, bei denen sie untergebracht; andere verprassen ihren vom Stiftungsfest schleunigst abzurechnen. Hierauf trat die Ver Arbeitslohn in den Wirthshäusern, mit zweifelhaften Frauen sammlung in eine ausführliche Besprechung der Werkstattverhält Daß Hunde in Bahnhof8- Wartesäle nicht mitgenommen simmern und was sonst der Klagen mehr sind. Ein Domizil niffe bei der Firma Erfurt ein, und wurde die überlange werden dürfen, ohne daß für dieselben ein Billet gelöst ist, dürfte weg. Am Schluß fordert der Verein für Wohlthätigkeit"(!) Kritik unterzogen. Wie Kollege Büttner bekannt gab, findet wechsel helfe schließlich über alle polizeilichen Belästigungen hin- Arbeitszeit, die 14-15 Stunden beträgt, einer recht abfälligen dem Publikum wohl wenig bekannt sein. Dieser Tage hat wegen die Wiedereinführung der Befugnisse der Behörden, pflichtver- die Protestversammlung der Orts Krankenkasse am 7. Dezember solcher Uebertretung eine Verurtheilung stattgefunden. Die Eisenbahn- und Betriebsinspektion Berlin hatte gegen einen Fuhr- geſene Familienväter" in ein Arbeitshaus zu bringen. Ein ſtatt. Zum Mitglied der Arbeitsnachweis- Kommission wählte die mann M. aus Bernau eine Strafverfügung in Höhe von 3 M. gleichartiges Gesuch hat der Braunschweiger Verein die Versammlung den Kollegen Valerius. event. einem Tag Haft erlassen, weil er seinen Hofhund in den Die ganze Jeremiade beweist, wie rathlos die herrschende Klasse gegen Bettelei dem herzoglichen Staatsministerium eingereicht. Wartesaal 3. Klasse des dortigen Bahnhofsgebäudes mitgenommen allen den Erscheinungen, die sie selbst hervorruft, gegenübersteht. hatte, ohne für ihn eine Fahrkarte gelöst zu haben. Hiergegen Die Palliativmittelchen, Wohlthätigkeitsvereine, Suppenanstalten hat der Beschuldigte Widerspruch erhoben, jedoch ohne Erfolg, u. 1. w. versagen gegenüber dem bis ins Grenzenloſe anDenn das Bernauer Schöffengericht erkannte ebenfalls auf die wachsenden Elend.esitelloWidos angeführte strafrechtliche Sühne. Vom Heldengreis. Es ist nicht richtig, schreibt der„ ReichsAnzeiger", daß Wilhelm II. gesagt habe, das für Wilhelm I. zu errichtende Nationaldenkmal" folle tein Volksdenkmal, sondern ein dynastisches Denkmal werden. War die auch von uns gebrachte Nachricht in diesem Zusammenhang mithin unrichtig, so ist die Thatsache, daß dem verstorbenen König von Preußen im Herzen des arbeitenden Volkes auch nicht die geringste Spur eines freundlichen Andenkens gewahrt bleibt, troß aller„ Voltsdenkmäler" nicht aus der Welt zu schaffen. den Versammlungen. Südosten Berlins am Dienstag, den 5. Dezember, Abends 8 Uhr, in den Bentral- Festsälen, Oranienstr. 180, nahe der Adalbertstraße. Tagesordnung: i Stellungnahme der Geschäftsleute, um Abhilfe gegen die Konfumvereine zu fchaffen. Steferent: Reichstags- Abgeordneter Fritz Zubeil. Zahlreiches ErOeffentliche Versammlung aller Geschäftsleute, sowie Hausfrauen im scheinen erbeten, da verschiedene Stadtverordnete zugefagt. Verein der Bureau- Angestellten und verwandten Berufsgenossen. Jeden Dienstag nach dem 1. und 15. des Monats, Abends 9 Uhr, Nosenthalerstr. 38, Mitglieder- Versammlung. Blumen- und Puhfeder- Arbeiter und Arbeiterinnen. Heute, Dienstag, Abends 8% Uhr. bei Ehrenberg, Annenstr. 16, Bersammlung. Borlesung aus: Die Frau in der Vergangenheit 2c." Fachverein der Tapezirer Berlins und Umgegend. Dienstag, den 5. Dezember, Abends 8% Uhr, bei Bolz, Alte Jakobstr. 75. Bortrag über: Heinrich Seine". Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8X- 10% Uhr. NordSchule, Müllerstraße 179a: Unterricht in: Kaufm. Rechnen, Korrespondenz. ft Schule, Markusstraße 31: Unterricht in: Deutsch( unt.). SüdostSchule; Reichenbergerſtraße 133. Unterricht in: Mathematit. im Laufe des Semesters, eintreten. 08 0 8 Bei allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jest, Sprechlaal. Fortsetzung der Debatte über den Kölner Parteitag zum 1. De Eine Parteiversammlung im 4. Wahlkreise war zwecke zember einberufen worden. Als erster Redner nahm Genosse Sailer das Wort. Im Gegensatz zu dem Ausspruch Auer's, die Presse müsse zum Theil die mündliche Agitation ersetzen, hält Unuüte Hände haben in letzter Zeit die auf Blechschildern Redner die planmäßige, mündliche Propaganda, einmal deshalb, in den Abtheilungen der Personenwagen der Eisenbahn ange- weil in den Versammlungen direkter und drastischer gewirkt brachten Inschriften vielfach nicht nur ausgefragt, sondern auch werden könne als durch das geschriebene Wort, andererseits auch manchen Inschriften durch Entfernen einzelner Buchstaben den im Hinblick auf den trocknen, polemischen Ton, der theilweise in gerade entgegengesetzten Wortlaut gegeben. So ist z. B. das unserer Parteipreffe herrscht, für zweckentsprechender. Durch Verbot: Nicht öffnen, bevor der Zug hält!" durch Wegkragen das sogenannte Prophetenthum in der Partei und durch den Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür des N und't in Nicht und des zweiten n in öffnen in: ich öffne, Hinweis auf das Hineinwachsen in die sozialistische Gesellschaft abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen bevor der Zug hält!" umgewandelt worden. Die Stations- und werden die revolutionären Triebe der Massen zu sehr gedämpft, Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Bugbeamten haben deshalb Anweisung erhalten, auf die Schilder deshalb muß neben der politischen Partei die Gewerkschaft und die Nüpel, welche sie beschädigen, ihr besonderes Augenmerk für die Bethätigung dieses Instinktes sorgen. Die Tabat- In Nr. 277 dieses Blattes befindet sich unter der Rubrik zu richten. papierenfabrikatsteuer, so schließt der Redner, sei wahrscheinlich der Vor- Parteinachrichten" eine Notiz von Darmstadt, in welcher mein läufer des Tabatmonopols, dem andere Monopole folgen würden. Stame als Zielscheibe des Artikelschreibers dient. Ich habe zu Zum Tode des Stallmanns Winter. Der in Nr. 259 Die Absicht, die gesammte Arbeiterschaft in fflavische Abhängig erwidern, daß in den Annalen der Justiz nirgends ein Darmdes Vorwärts" als„ Kutscher der Pferde- Eisenbahn- Gesellschaft" feit zu bringen, muß frühzeitig durchkreuzt werden.( Beifall.) städter Anarchistenprozeß zu finden ist. Wäre dieses aber wirkbezeichnete verunglüdte Winter war, wie uns mitgetheilt wird, nicht als Rutscher bei der Pferde- Eisenbahn- Gesellschaft, sondern Illusion; die Maschine habe in ihrer revolutionären Thätigkeit Leser des Vorwärts" zu bedeuten, wenn der Artikelschreiber Genosse Lahrson hält die Gewerkschaftsorganisation für lich der Fall, was hätte das für meine Person und für die als Stallmann im Depot der Omnibus- Gesellschaft, Gneisenau- schon verschiedene Arbeiterkategorien zertrümmert, die übrigen nicht beweisen kann, daß ich Anarchist bin und anarchistische straße, beschäftigt. Die Straßenbahn Berufsgenossenschaft hatte daher angeblich Recherchen angestellt. Nach der obigen Vervoll- würden demselben Schicksal verfallen.( Widerspruch.) Der fol- Propaganda treibe. Der Zweck des Ganzen ist: Verdächtigung ständigung nehmen wir an, daß die zuständige Berufsgenossen- die Erziehung rednerischer Kräfte mit der Ausdehnung der Partei sehe ich mich zu der weiteren Erklärung veranlaßt, daß mir ber gende Redner, Dr. Heymann, bemerkt gegenüber Sailer, daß meiner Person. Da ich den Artikelschreiber von Person tenne, inginer Der when von mir berfchajt in gleicher Energie und mit mehr Erfolg der Sache der nicht gleichen Schritt gehalten habe, deshalb folle die Presse, felbe fammt seinem Artitel in gar feiner Weise imponirt und unglücklichen Wittwe sich annimmt. wenn auch nur vorübergehend; diesen Mangel ersetzen. Be- daß ich mich mit demselben absolut in feine weitere BeitungsPaffage- Panoptikum. Sonnabend, den 2. Dezember, sind züglich der drohenden Monopole sei man zu pessimistisch; auch polemit einlasse, da mir das Interesse der Arbeiterbewegung bei gut besetztem Hause eine Anzahl neuer Spezialitäten im die Großindustrie werde sich den ihr dadurch entgehenden Profit höher steht als Phrasenmacherei und meine Kraft besser zu verBaffage Panoptikum aufgetreten, von denen namentlich die nicht so leicht rauben lassen. Der wichtigste Beschluß des werthen weiß. Violin- Virtuosin Miß Leoni, die jugendliche Spring- Künstlerin Parteitages ist nach der Meinung des Redners die Agitation Miß May und Mis Margerita in ihrem Luftpotpourri, für für Erlangung des freien Wahlrechtes in den deutschen Kollegen der Zabat. und Cigarren Branche! befreien Brechten Bereinsrechtes. des ihre Leistungen vom Publikum mit Beifall ausgezeichnet wurden. Bundesstaaten beziehungsweise Das Weihnachtsmährchen von Dr. J. Lohmeyer mit seinen Das sei ein Gedanke, im großen Stile ausgeführt sicheren Erfolg merksam. Petitionen werden im Reichstage im Allgemeinen Transparentbildern, Musikbegleitung und Gesängen schien seine versprechend.( Beifall.) Wirkung auf Frauen und Kindern nicht zu verfehlen. diss Genosse Adler führt aus, daß bei der Gegenüberstellung nicht besonders beachtet, vielmehr einfach bei Schluß der Gefeßesvon Gewerkschaft und politischer Partei hingewiesen werden Anderes ist es bei einem Petitionssturm! Eine Petition berathungen als durch die Abstimmung erledigt erklärt. Etwas Polizeibericht. Am 2. d. M. wurden überfahren und be muß, daß keine innere Nothwendigkeit für die Zweitheilung vor mit Millionen von Unterschriften erzwingt sich Beachtung. deutend verletzt: Vormittags im Luftgarten ein 81 Jahre alter liegt. Ein freies Vereinsrecht, ähnlich wie in England, würde Kollegen! sorgt dafür, daß die Reichshauptstadt sich bei der Bes Arbeiter durch einen Postpacketwagen, Abends am Spittelmarkt auch bei uns die einigende Forur zu stande bringen. Dem wegung gegen die unserer Existenz drohende Gefahr würdig ein zehnjähriger Knabe durch eine Droschke, und in der Pots Streit mit Worten muß ein Wettstreit in Thaten folgen. Grund wegung gegen die unserer Existenz drohende Gefahr würdig damerstraße eine Schneiderin durch ein Schlächterfuhrwerk. zum Pessimismus, wie er aus einigen Reden flinge, sei nicht an die Spike stelle. Bietet Alles auf, damit wir, wie es sich Abends brannten in der Straße 11 a auf der Parzelle 18 die vorhanden; habe doch der Minister Eulenburg in dem bekannten für Berlin geziemt, einige hunderttausend Unterschriften zusammenBalten und Verschalungen in allen vier Stockwerken eines Neu- Erlaß( gegenüber Bennigfen) ausdrücklich bescheinigt, daß wir werde. Weitere Petitionsbogen find von Krieger u. Oberbed, bringen und der Wille des Volkes den Gesetzgebern deutlich baues- In der Nacht zum 3. d. M. wurde ein Hausdiener in den Höhepunkt" noch nicht überschritten haben.( Lebhafter Leipzigerstr. 63, zu entnehmen. Daselbst sind die ausgefüllten seiner Wohnung, in der Muskauerstraße, erhängt vorgefunden. Beifall.) Bogen bis spätestens 8. d. M. abzuliefern. Sorgt für vollständige Ausfüllung der Petitionslisten. Auf dem Geleise der Stadtbahn, in der Nähe des Bahnhofs An der weiteren Debatte, in welcher die Ansichten des GeRummelsburg, wurde ein Arbeiter durch einen Zug überfahren noffen Lahrson energisch zurückgewiesen werden, betheiligen sich und auf der Stelle getödtet. Am 3. d. M. Abends fiel eine noch die Genossen Bindseil, Böhm und Wengels. Frau vor dem Hause Lothringerstraße 112 beim Besteigen eines Vor der Abstimmung über die Resolutionen entwickelte sich noch in der Fahrt befindlichen Omnibus zur Erde und wurde am eine längere aber fachliche Debatte über die Beanstandung des Kopfe bedeutend verlegt. Am 2. und 3. d. M. fanden 12 fleine Heymann'schen Mandates, resp. das Verhalten des Genossen Brände statt. Heymann auf dem Parteitage. Soziale Ueberlicht. Heymann wendet sich in längeren Ausführungen gegen die erhobenen Vorwürfe und bemerkt, daß es unrecht sei, ihm, der seiner Gesinnung wegen disziplinarisch bestraft und von bayerischen an Universitäten relegirt sei, mit Mißtrauen zu begegnen. Die untenfolgende 1. Resolution( Flatow) wird ein" R. W. Braun. In letter Stunde machen wir Euch noch auf Gines aufDepeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Warschau, 4. Dez. Unter dem Verdachte der Betheiligung nihilistischen Verschwörungen wurden in Kiew und Czernikow viele russische Studenten sowie mehrere Damen verhaftet. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) " An die Gewerkschaften Berlins. Die Gewerkschafts- Kommission veranstaltet am 26. Dezember stimmig, die 2. Resolution( Böhm), gegen einige London, 2. Dezember. Trotz des Verbotes versuchten die ( 2. Weihnachts- Feiertag), Mittags 12 Uhr, in den Konfordia- Stimmen hierauf angenommen. Bu Ehren des ver- Anarchisten heute auf Trafalgar Square ein Meeting abzuhalten. Festsälen, Andreasstraße 64, eine Matinée, an deren Besuch die storbenen Genossen Zölde erhoben sich die Anwesenden, nach- Ble Neugierige hatten sich eingefunden, man bemerkte viele Gewerkschaften sich recht zahlreich betheiligen wollen. Billets dem der Vorsitzende kurz auf den Verlust, der uns betroffen, Ausländer. Das Anarchistenblatt" Commonweal", welches heute à 25 Pf. sind in allen mit Blakaten belegten Geschäften und bei hingewiesen, von ihren Plätzen. Wie bekannt gegeben wurde, einen Artikel enthielt, betitelt Bomben", in welchem das Attentat den Mitgliedern des Ausschusses, deren Adressen unten verzeichnet referirt Genosse Bueb am nächsten Dienstag im Wahlverein in Barcelona gepriesen wird, fand vielen Absatz. Bahlreiche sind, zu haben. über Sibirien". Polizeimanuschaften waren zur Stelle. Um 3 Uhr Nachmittags Resolutionen: versuchte ein Anarchist den Sockel der Nelsonsäule zu 1. Die heutige Voltsversammlung erklärt, daß die gewerk besteigen; er wurde unter dem Bischen der Wenge verhaftet. schaftliche Bewegung, gleichviel in welcher Form, für die fozial- Als die Versuche, den Sockel der Nelsonsäule zu besteigen, demokratische Partei ebenso nothwendig wie die politische Be sich wiederholten, erschienen um 3/2 Uhr 50 berittene Polizisten wegung ist, sobald sie beide geistig Hand in Hand arbeiten. Beide auf dem Plaße und trieben die Menge auseinander. Die übrigen haben ein Ziel, den Arbeiter vom materiellen und politischen Druck zu Polizeimannschaften schritten gleichzeitig ein, und da Widerstand befreien und Front gegen das ausbeuterische Kapital zu machen. Die von der Menge nicht geleistet wurde, war der Plaz bald geBersammlung hält es für die erfte Pflicht eines jeden, sich öffentlich fäubert. Ferner wird bekannt gegeben, daß am Donnerstag, den 7. Dezember, im Lofale Annenstraße 16 eine öffentliche Versamm lung der Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission mit folgender Tagesordnung stattfindet: 1. Antrag der Töpfer auf Umänderung der Kommission und Einführung einer Sammelmarke. 2. Antrag des Ausschusses bezüglich eines im nächsten Früh jahre einzuberufenden allgemeinen Gewerkschaftstongreffes. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Achtung!! 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Am Dienstag, den 5. Dezember im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 38: Versammlung. Tagesordnung: 241/13 Der christlich- soziale Staat der Jesuiten in Paraguay. Referent: Genoffe Saffenbach. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. Fragetasten. Der Vorstand. 水 DHE XOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXOXCXCX Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Straße 2. 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Der Vater und seine Söhne. Die drei Schlangen. Das Schwein Der arme Reiche. Illuſtrict. Die rothe Blume. und der Mensch. Der Wunderbaum. Illustrirt. Die Bienen. Gedicht. Die Eule und die Lerche. Unzufriedenheit und Zwietracht. Gedicht..- Der schöne Vogel. Der Mensch und das Kameel. Gedicht. Der arme Konrad. Die Affen. Zwei Brüder. Illustrirt. Das vorliegende Buch unternimmt den Versuch, in der Form des Märchens und der Fabel das junge Proletariat in die Welt der sozialistischen Jde einzuführen. Es bietet der Jugend keine trockene Lektüre, sondern reißt ihre Phantasie hin, um ihre Begeisterung für die Ideale ihrer Eltern zu erwecken. Der Verlag glaubt, das Buch allen Parteigenossen als vorzügliches Weihnachtsgeschenk für ihre Kinder empfehlen zu können. Der Preis ist trotz des außerordentlich reichen Inhalts, des starten Umfanges und der guten Ausstattung des Buches o niedrig als möglich gestellt. Das ,, Märchenbuch für die Kinder des Proletariats" ist zu beziehen durch alle ParteiBuchhandlungen, Rolporteure und Zeitungsspediteure, sowie direkt vom Verlag: Hans Baake, Berlin S., City- Passage. 316* Leipzigerstr. 91, 1 Treppe, nur bis Vollständiger Ausverkauf! Restauration, Parterre- Lokal, billig zu verkaufen. Zu erfr. bei Elias, Friedr.- Karlstr. 31, Friedrichsberg. 5555 15. Dezember. Jaquets reich garnirt Perfekte Kleidermacherin empf. sich in 7,00 M., Jaquets in großartigster und außer dem Hauſe pro Tag 2 M. Seiden- Frau Förster, Ritterstr. 161, IV. 578H Ausführung 12,50 Mart. plüsch- Jaquets bisher 60,00 Mart, jetzt 28,00 Mart, lange WinterPelzsachen paletots sonst 30,00 M., jest 10,00 m., Gapes in herrlicher Ausführung früher 30,00 M. jetzt 12,50 M. 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