Nr. 287. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Viertei: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big. fret m's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags Beilage Neue Belt" 10 Big. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter freuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingerz. In der Poft Beitungs- Breislife für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins: 1.1D Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochen. tagen bis 7 lbr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Am Ende des Jahrhunderts. - Donnerstag, den 7. Dezember 1893. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " bad es ist ja ein altes Rezept- tann dem siechen, Kurz Lord Salisbury hat keineswegs aus der ausgemergelten, durchseuchten Leib unserer hinfälligen Gesell- Phantasie geschöpft, als er von dem allgemeinen Durch schaft noch auf einige Zeit das Leben fristen. Das Prole- einander", von der in Permanenz erklärten Ministerkrise tariat tühn voranstrebend, das Bürgerthum feig und ver- auf dem Kontinent" sprach. Bor hundert Jahren um diese Zeit hatte die französische fumpft- und dazu der Nationalitätenhader und das Ge- Auch Deutschlands erwähnte er, und auch die Revolution ihren Gipfelpunkt erreicht die Republit fpenft des Staatsbankrotts- das ist Desterreich, einst an Lage Deutschlands bezeichnete er als kritisch. Und er hat hatte nach titanischem Ringen die inneren und äußeren Ehren und Siegen reich". Recht. Feinde niedergeworfen und zu gleicher Zeit, mit wunder- Noch schlimmer ist's um unseren zweiten Verbündeten Die deutsche Regierung, die sich mit Vorliebe eine bar schöpferischer Kraft, die Grundlagen der neuen bürger- bestellt, das arme Italien. Der thönerne Topf wollte feste", eine starte" Regierung nennt, ist thatsächlich nichts lichen Gesellschaft gelegt. Der dritte Stand, aus im Dreibund mit zwei eisernen Töpfen den Bach hinab- weniger als" fest" und" start". Wohl verfügt sie über eine dessen Schooß die moderne Bourgeoisie hervorging, schwimmen- und der Topf von Thon ist natürlich in ungeheuere Armee und unzählige Zerstörungsmaschinen, mit war Sieger. Das feudalistisch monarchische Europa Scherben gegangen. Das Volk hungert und Hundert- denen sie jeden gewaltsamen Widerstand gewaltsam niederwar besiegt und, mit Ausnahme Englands, Englands, dessen tausende verhungern. Ein glänzendes Elend außen werfen kann. Doch daß in mechanischen Macht- und Mordherrschendes Anti- Jakobinerthum aus dem Boden der dort Glanz und Flitter, innen Elend und Noth, Bankskandal mitteln nicht die Stärke und Feftigkeit einer Regierung schon zu voller Entfaltung gelangten bürgerlichen Gesell- über Bankskandal, Ministerkrise über Minifterkriseund oder eines Staates besteht, das weiß heutzutage ein jedes schaft üppig nährende Lebenssäfte sog, wirthschaftlich und der Staatsbankrott zwar noch nicht angemeldet, aber eine Schulkind. Gerade diese mechanischen Macht- und Mordpolitisch bankrott. vollendete Thatsache. mittel sind es, welche die wirklichen Machtfaktoren erWer hätte damals gedacht, daß ein Jahrhundert später, Rußland, unser einstiger Erbfreund", verdankt es schüttern und zerstören: den Wohlstand des Volkes und nahe der Schwelle des neunzehnten Jahrhunderts, jenes nur der Freigebigkeit und Leichtgläubigkeit der belle France), feine Bufriedenheit, wenn auch nicht mit den bestehenden Zualte Europa noch immer in seinen entarteten Ueberresten, der er nicht um ihrer schönen Augen willen den Hof ge- ständen, so doch mit den bestehenden Staats- und Gesellwie in Spiritus aufbewahrt, vor uns daliegen werde, und macht hat, daß er den Staatsbankrott bis heute hat verschaftseinrichtungen. Und in Deutschland- das wird selbst neben ihm, gleichfalls bankrott und entartet, das Bürger- meiden können. Der Koloß auf thönernen Füßen" ist der optimistischste Bertheidiger des status quo nicht in Abrede thum damals der stolze Bannerträger der Revolution wirthschaftlich zu Grunde gerichtet, das despotische Re- stellen- glänzt der Wohlstand ebenso sehr durch Abwesenund Vorkämpfer der Menschenrechte, des internationalen gierungssystem hat in den letzten zwei Jahren der Hungers- heit als diese Zufriedenheit. Die ökonomische Lage ist Weltbürgerthums! noth seine völlige Impotenz bewiesen, und die Verschwörungen, notorisch die denkbar ungünstigste, und in ganz Deutschland Vergangene Woche hielt der vorige Minifter welche allwöchentlich in verschiedenen Theilen des Riefen- giebt es notorisch nicht eine einzige Partei, die mit der bestehenpräsident Englands, der konservative Staatsmann Lord reichs ausbrechen, läuten dem„ Hort der europäischen Ord- den Zuständen zufrieden wäre. Die große Majorität des Salisbury, eine Rede, in der er ausführte, wie das nung" die Todtenglocke. deutschen Volkseine Millionenmehrheit hat bei der ganze festländische Europa gegenwärtig das Schauspiel Und Frankreich, der Erbfeind", hat sich wohl legten Reichstagswahl ihre Unzufriedenheit mit der höchstdes Niedergangs, des Zerfalls, der Berfahrenheit biete, und von dem Schmutze des Panamasumpfes, in dem er monate möglichen Deutlichkeit bekundet. Wäre Deutschland ein konwie diese allgemeine Auflösung der Verhältnisse in dem lang gesteckt, durch eine Neuwahl einigermaßen gereinigt, ftitutioneller oder falls man einen Unterschied machen will Umstand zum Ausdruck gelange, daß fast in allen Staaten allein auf die Füße fann er nicht kommen. Das ein parlamentarischer Staat, so wäre Herr v. Caprivi des Festlandes jetzt Minister- und Regierungskrisen seien Ministerium, welches die Wahlen gemacht hat und sich eine heute nicht mehr Reichskanzler. Und auch wie die Dinge oder bevorständen. sichere Mehrheit geschaffen zu haben glaubte, verlor in stehen, ist es sehr zweifelhaft, ob er es morgen noch sein wird. Das ist allerdings richtig, und Aehnliches ist niemals feinem ersten Zusammenstoß mit dem Jung- Siegfried So- Nur scheinbar herrscht im Deutschen Reiche eine größere Stain diesem Jahrhundert gewesen, wenn wir von dem zialismus, der ein wirklicher Drachentödter ist, Ehre bilität oder Beständigkeit des Regiments als in demokratischen tollen" Jahr 1848 absehen, wo der in Paris entfesselte und Leben; und das neue Ministerium, das am bösen oder parlamentarischen Staaten in Wirklichkeit ist das Wirbelsturm über Throne und Ministersessel hinwegfegte, zweiten Dezember, dem Tage des Napoleonischen Staats- aber nicht der Fall. Und Starrheit der Form bei wogendem die Länder aus einer Krise in die andere stürzte, bis streichs, ins Leben trat( obgleich es ihn aus abergläubischer Wechsel des Inhalts ist ein die Krisen er schwerendes es wieder ruhig ward die Ruhe der Brigittenau und Scheu als Geburtstag verleugnet), ist auf dem besten Wege, Moment. der Laufgräben von Rastadt. ein Gleiches zu thun. Die Zeit wird bald vorbei sein, wo Von England hat der englische Staatsmann nicht Blicken wir um uns! In unserem Nachbar und von der Lage in Frankreich das Wort galt: der Kapi- gesprochen. Und doch hätte es ihm nicht an Stoff gefehlt. Bundesstaat De sterreich ist soeben mit Ach und Krach, talismus ist nicht mehr regierungsfähig, der Sozia- Der Stand der irischen Frage, das schwankende Verhältniß nach wochenlangen Geburtswehen, ein Berlegenheits- lismus no ch nicht- die legten französischen der beiden offiziellen Regierungsparteien, zwischen denen ein ministerium auf den Trümmern des Taaffe'schen Mini- Wahlen haben eine ungeahnte Stärke des Sozialismus Zufall jeden Tag eine andere Entscheidung herbeiführen steriums zu Stande gekommen, das ebenfalls schon ein enthüllt; er fängt schon an, das französische Parlament zu fann der wachsende politische Einfluß der ArVerlegenheitsministerium gewesen war. Das neue Ver- beherrschen der Anfang vom Ende der Bourgeoisie. beiterklaffe, die Geschäftskrise in Permanenz, die legenheitsministerium heißt Windischgräß, und nomen In Spanien, in Portugal, in Serbien, schlimmer ist als die Ministerkrise in Permanenz, est omen der Name ist eine Vorbedeutung, und mehr: in Griechenland und den meisten anderen Klein die Sadgasse, in welche die kapitalistische Proer ist ein Programm. Er sagt: wir wissen fein anderes staaten Ministerkrisen, Verwirrung jeder Art. duktion auf zweien der wichtigsten Industriegebiete: Heilmittel, als das nackte Schwert wir sind am Ende dem der Baumwollen und der Bergwerks Industrie unseres Lateins, und höchstens ein frisches, fröhliches Blutgerathen ist, so daß seit Jahren eine völlige Stockung Nachdruck verboten.] Feuilleton. Skizzen [ 26 " *) Der schönen Francia, des schönen Frankreich. feiner Parteigenoffen erklärte er sich zu jeder terroristischen Kameraden auch nur für einen Moment in den verborgenen That bereit. Er prahlte damit durchaus nicht: als Winkel von Ardaljon's Herzen hätten blicken können, da, energischer Mensch war er stets bereit, zu handeln, wo sich seine wahre Gestalt zeigte, hätten sie dort anstatt sobald er nur sah, daß er dadurch seine ruhmbedürftige des unterdrückten Volkes Ardaljon's unterdrücktes„ ich" Natur befriedigen und sich einen Vortheil verschaffen erblickt. Die Kameraden begriffen nicht, daß Ardaljon kein tauglicher Boden für die Aussaat des Sozialismus war; Er vermied aus Egoismus jeden Streit; die einzigen er war durch und durch Egoist und trachtete nur danach, fonnte. aus der sozialistischen Bewegung Beweise, die er besaß, waren nur Ausrufe des Unwillens. fich vor den anderen auszuzeichnen. in Rußland. Ardaljon mochte nichts lesen liebte das Denken nicht, und um seine Unwissenheit zu mastiren, hielt er folgendes Verfahren ein: wenn jemand ihn fragte, weshalb er bei den Debatten schweige, antwortete er: Jetzt hat man teine Zeit zum Lesen und Reden, jetzt Nachdem Ardaljon mit den Sozialisten näher bekannt geworden war und ihnen eine gewisse Achtung durch seine Energie eingeflößt hatte, wurde er in das Geheimniß einer sozialistischen Unternehmung eingeweiht und übernahm es, die Hauptrolle darin zu spielen, und führte sie mit Kühnheit und Erfolg durch. ( Aus dem Nussischen überfest.) In dieser neuen Umgebung, in welcher alle von der Gleichheit sprachen, fühlte sich Ardaljon nicht mehr unterdrückt, was ihn sehr angenehm berührte, und er sagte muß man handeln." sich, daß er es hier zu einem Anführer bringen Solche Worte imponirten feinen Kameraden, und nies Das verschaffte Ardaljon mit einem Schlage eine be tönnte und auf diese Weise seine durch die ver- mand ahnte, daß diese Energie eine vollkommene Gedanken vorzugte Stellung, nach der er stets gestrebt hatte; sein unglüdte Karriere im Gymnasium und als Schreiber armuth und das Fehlen einer jeden Ueberzeugung mastirte. Name befand sich jetzt auf der goldenen Tafel verzeichnet, gefränkte Eigenliebe befriedigen konnte. Ardaljon Ardalion that es gar nicht leid, daß die Sozialisten wonach er im Gymnasium vergebens gestrebt hatte. begriff es, daß er in dieser Sphäre bald eine führende ihre friedliche Propaganda aufgeben und den politischen Es schwindelte ihm bei den Lobgesprächen seiner Stellung einnehmen und von sich reden machen konnte. Zu Kampf beginnen mußten. Er konnte darunter nicht leiden, Kameraden, welche seine Kühnheit rühmten; ste verlieren hatte er nichts, und so entschloß er sich, durch da er, obgleich er sich den Sozialisten angeschlossen hatte und schmeichelten ihm, er ging mehrere Tage lang aus irgend eine terroristische That, die nebenbei es ihm gestattete an ihren Unternehmungen sich betheiligte, dennoch kein Sozialist einem Caffee in das andere und las mit Vergnügen in den seinen Haß gegen alle Vorgesetzten zu befriedigen, eine im wahren Sinne des Wortes war. In seinem Herzen Zeitungen die Beschreibungen seiner verwegenen That. revolutionäre Karrière zu machen, und anstatt bas arm- befand sich nicht jener Gott, dem die Sozialisten dienen; er Er veränderte seine Beziehungen zu seinen Kameraden; selige Leben eines Schreibers zu führen, auf Kosten der liebte das Volk nicht. Wenn Ardaljon einem Voltsgänger er wurde zurückhaltender, sprach mit ihnen bald in einem Partei als ein berühmter Held zu leben. begegnete, so sagte er diesem solches gerade heraus; er stritt gönnerhaften, bald in einem befehlenden Ton; bei jeder Wenn Ardaljon früher mit den Sozialisten bekannt ge- sich nicht mit ihnen, sondern schimpfte sie. sich darbietenden Gelegenheit gab er es zu verstehen, worden wäre, ehe diese den politischen Kampf begonnen Das Volt ist ein Dummkopf, ein Esel, und Ihr daß er sich über die Regeln, die für Alle bindend hatten, hätte er sich wohl schwerlich ihnen angeschlossen. seid auch Esel, sobald Ihr Euch auf das Volk verlaßt"... waren, erhaben fühlte. Seine Kameraden liebten ihn Die Propaganda in den Dörfern und unter den Arbeitern jagte er. nicht, man konnte mit ihm nicht auf gleichem Fuß " ift eine sehr mühsame, verlangt viel Geduld, viele Kennt- Während der Berathungen der Sozialisten schwieg verkehren; nur ein blinder Anbeter konnte sein Freund niffe, und man kann damit keinen Effekt haschen; sie ist Ardaljon faft immer, nur zum Schlusse rief er energisch werden. Aber wie wir es im vorhergehenden Abschnitte nur für einen überzeugten Sozialisten werthvoll. Die terro- aus: Den Tod den Unterdrückern des Volkes!" ristische Thätigkeit dagegen macht von sich reden, sie ist nicht Und dabei drohte er mit den Fäusten und blickte wild allein den Anhängern der Partei, sondern ganz Europa vor sich hin. bekannt. Ardaljon begriff das, und in den Berathungen Das machte einen gewissen Effekt, wenn aber feine gesehen haben, verziehen die Kameraden Ardaljons hochmüthiges und durchaus nicht kameradschaftliches Vorgehen in Anbetracht, daß er der Partei von Nutzen war. Es war eben ein Unglück, daß sie nicht davan dachten, daß der Produktion Monate lang periodisch eintritt- dies lichen Machtmittel vielfach gefeßlich bessgeordnete Vollmar hat das Verdienst, vom Kriegsminister und noch so vieles Andere wäre doch wahrlich geeignet, schränkt sei", die Sehnsucht nach einem neuen Siese interessante Enthüllung erzwungen zu haben. Der Lord Salisbury die Ueberzeugung beizubringen, daß Eng Sozialistengeset herauslesen eine Leistung, zu Erklärung des Kriegsministers ging folgende Rede Vollland von dem allgemeinen Zersegungs- und Auflösungs- der es allerdings keiner sonderlichen Kunst des Gedanken- mar's voraus: prozeß nicht ausgenommen ist. lesens bedarf. Was wir unter unseren Augen sich vollziehen sehen und was den Glauben an die Festigkeit der politischen und sozialen Einrichtungen als findlichen Köhlerglauben er scheinen läßt, das ist der Todeskampf der alten und die Geburt einer neuen Welt. Wir leben in einem Interregnum in einem Zwischenreich zwischen der Aera des Kapitalismus und des Sozialismus. Der Kapitalismus stirbt ab und für die Gesellschaft giebt es keine„ Rettung", außer im sozialdemokratischen " Zukunftsstaat". Politische Lebersicht. Berlin, den 6. Dezember. Der Herr Kriegsminister hat in Beziehung auf das Militär- Gerichtsverfahren erklärt, daß er hoffe, es werde ein Reichsgesetz zu ftande kommen, wo unsere gemeinsamen Wünsche zum Ausdruck tommen werden. Ich kann in diefer Aeußerung feine festen Anhaltspunkte finden, denn, was diefe gemeinsamen Wünsche betrifft, so besteht in höheren Kreisen, wie bekannt, tein so großes Verlangen nach Beibehaltung des öffentlichen Berfahrens. Was den Vorsitzenden beim Militärgericht betrifft, so hat schon der Abg. v. Stauffenberg darauf hingewiesen, wie unwürdig die Stellung desselben sei, und ich glaube, daß dies in Militärkreisen sehr lebhaft empfunden wird. Die Sache steht jedoch so: entweder verzichten die Herren einfach auf die Ehre des Vorsizes oder aber müssen wir fagen, wenn sie nicht verzichten wollen, daß eine Ausdehnung ihrer Befngniffe in feiner Weise eintreten darf. Denn die Autorität eines hohen Offiziers würde auf die Richter einen wenn auch unbeabsichtigten Druck ausüben.- Sodann will ich mir noch eine Anfrage an das Kriegsministerium erlauben. Mein Freund Grillenberger hat gestern mitgetheilt, daß Gerüchte verbreitet seien, es hätten bereits zwischen den Regierungen Vereinbarungen über ein einheitliches Militärstrafverfahren stattgefunden. Es verlautet sogar, der Entwurf sei schon fertig, er sei im Wesentlichen mit den alten Bestimmungen identisch, so daß von einer Unabhängigkeit und Deffentlichkeit des Verfahrens feine Rede sei. Und es wird weiter behauptet, daß dieser Entwurf sämmtlichen Generalfommandeuren übermittelt worden sei und daß die Kommandeure der beiden bayerischen Armeekorps diesen Entwurf gebilligt haben. Ich möchte den Herrn Kriegsminister fragen, ob dies geschehen ist. Aus dem Reiche der Denker. Die An= alphabeten, d. h. des Lesens und Schreibens Unkundigen, unter den im Ersatjahr 1892/93 in die deutsche Armee und Marine eingestellten Refruten betrug nach amtlicher Feststellung 715 oder 0,38 pCt. der Gesammtzahl gegen 0,45 im Vorjahr und 0,54 im Jahre 1890/91, bewegt fich also, wie offiziös mit Genugthuung bemerkt wird, fortlaufend in absteigender Linie. Einen ungemein großen Prozentsatz nehmen unter den Analphabeten die Eingestellten aus den Regierungsbezirken Marienwerder mit 5,44, Danzig mit 2,10, Posen mit 2,06, Königsberg mit 1,42, Bromberg mit 1,33, Oppeln mit 1,31, Gumbinnen mit 1,23 pCt. ein, während die Regierungsbezirke im Westen Deutschlands durchweg mit sehr Aus dem Reichstage. Die heutige Fortsetzung der geringen Prozentzahlen vertreten find. Für Danzig Debatte über die Börsen- Stempelsteuer brachte zunächst eine und Marienwerder ist ist das Verhältniß auch ins recht lendenlahme Rede des Zentrums- Abgeordneten von sofern ein besonders ungünstiges, als hier die Buol- Berenberg. Daß das Zentrum für eine höhere Be- Bahl der Analphabeten eine bedeutende Zunahme steuerung der Börse zu haben ist, ist aus früheren bezüge aufweist, nämlich von 1,24 auf 2,10 bezw. von 3,74 lichen Erklärungen dieser Partei bekannt; daß die katholischen auf 5,44 pt., während die anderen Bezirke mit der höheren Herren fich aber auch für die Quittungssteuer entschieden Prozentzahl doch gegen das Vorjahr sich nicht unerheblich haben, muß um so mehr überraschen, daß es kein geringerer gebessert haben. Ueberhaupt weist die Provinz Westpreußen als Windthorft selbst war, der dieser Steuer 1884 ein ent- eine Bunahme der Analphabeten von 2,75 auf 4,01 pCt. nach. schiedenes Niemals" entgegenseßte. Daß es in Deutschland überhaupt noch Analphabeten giebt, ist eine Schande. Wenn für die Schulen auch nur Die Leipziger Stadtverordnetenwahl bedeutet einen annähernd so viel Geld ausgegeben würde, wie für die Kasernen, dann wäre das unmöglich. Gewiß, wir müssen großen Erfolg der sozialdemokratischen Partei, da ihre die Einwanderung aus Rußland und anderen halbbarbari- Stimmenzahl im Verlaufe nur eines Jahres von 4800 auf Den Standpunkt unserer Partei vertrat Genosse Singer fchen Ländern in Betracht ziehen, allein es sind auch unter 5945, demnach um faft 24 pCt. gestiegen ist. Da aber alle in prinzipiell und sachlich scharfer Weise. Dem Militär- den in Deutschland Geborenen noch viele Analphabeten, bürgerlichen Parteien von den Antisemiten bis zur Freimoloch keinen Mann und keinen Groschen! Das bleibt die was sich nur dadurch erklärt, daß der Staat Steuerzahler sinnigen Volkspartei gegen die Sozialdemokratie fest zuParole auch der Börsensteuer gegenüber. Wollen die Herren, und Rekruten besser zu finden weiß, als schulpflichtige sammenstehen, und diese Parteien 170 Stimmen mehr als die Sozialdemokraten auf ihre Kandidaten vereinigt hatten, welche sich mit ihren Deklamationen über den Giftbaum" Kinder. so ist auch diesmal fein Sozialdemokrat gewählt worden. gar nicht Genüge zu thun wissen, den Ertrag der Börsen- Fast 4000 Millionen Mark Militärausgaben hat Desto sicherer ist der Sieg bei der Wahl im nächsten Jahre, steuer zur Beseitigung anderer drückender Konsumabgaben Europa alljährlich! Wir geben nachstehend eine nach den da unsere Stimmenzahl stetig steigt, die des„ Kartells" un verwenden, z. B. der Salzsteuer, so ist unsere Partei zu Angaben des belgischen Bulletin de la presse et de la unterbrochen sinkt. einer solchen Maßnahme jede Stunde bereit. In diefem bibliographie militaires"( Uebersicht der militärischen Presse Falle find die Stimmen unserer Abgeordneten auch für die und Bibliographie) bearbeitete tabellarische Uebersicht der Der dicke Dupuy ist zwar nicht wieder aufgestanden, weitgehendste Besteuerung der Börse zu haben. Dazu aber, Militärausgaben der europäischen Staaten im laufenden aber die französische Kammer hat ihm ein Pflaster auf die um den Moloch Militarismus zu füttern, bewilligt unsere Jahre, die im Reichstage wegen der eben begonnenen Debatten Beule gelegt, welche er bei seinem jähen Fall sich geholt: Partei keinen Groschen und mag sich die Steuer in einer über die Steuervorlagen zur Deckung unserer Heeresvermehrung sie hat ihn mit einer Mehrheit von 251 gegen 213 Stimmen Form präsentiren, welche sie will. auf allgemeines Interesse Anspruch erheben darf. Wir zum Kammerpräsidenten gewähltan Stelle seines NachDie Versuche des Herrn von Buol, einen Unterschied zwischen der jetzigen Vorlage und ihrer Vorgängerin nach zuweisen, mißlangen vollständig. Es bleibt dabei, daß die Herren in dieser Frage umgefallen sind. " Eine recht charakteristische Rede hielt heute der Ab- entnehmen einem Auszuge aus diesem Artikel, den die folgers im Minifterium, des Herrn Casimir Perier. Die geordnete Meyer( Halle). Dieser Herr hat sich in seinem nationalliberale Rheinisch- Westfälische Zeitung" veröffent- Majorität für Dupuy ist dieselbe wie die für Perier Bestreben, regierungsfähig zu werden, bereits so weit nach licht, daß die Gesammtausgaben Europas für militärische genau ebenso zusammengesezt. Herr Casimir Perier weiß -im alfo ziffernmäßig, daß er gerade so stark ist wie Dupuy, der freifinnigen Partei nicht mehr durchweg mit ihm gehen laufenden Jahre die Höhe von rund 4 Milliarden erreicht der vor 14 Tagen so elendiglich gestürzt wurde. Und wenn wollen. Mayer stimmt für die Vorlage, und er hofft, daß haben, mithin fast dem Betrage gleich kommen, welchen Frank- er sich Dupuy's traurige Majorität und Geschichte betrachtet, dieselbe unter seiner Mithilfe Gesez werden wird. Warum reich allein an Kriegsentschädigungen für den Feldzug von dann kann er sich sagen: fabula de te! Da stehst Du der Herr nicht wieder bei den Nationalliberalen eintritt, 1870/71 hat bezahlen müssen, ganz abgesehen von den un- Dein Schicksal. Warte nur, warte nur, balde purzelst ist wirklich nicht ersichtlich. geheuren Verlusten und Schäden des Krieges selbst. auch Du! Und lang wird er schwerlich zu warten haben. Als letter Redner wetterte Finanzminister Miquel noch einmal gegen die Reichs- Einkommensteuer lo3. Morgen Fortsetzung und wahrscheinlich Schluß der ersten Lesung. Armee Staat Fort dauernde Einmalige Ausgaben Flottes Ausgaben Ausgaben. Im Ganzen m. 745 398 496 465 708 904 94 791 400 41 979 200 40 087 044 3.920 000 159 656 969 204 480 344 88 858 596 284 802 000 24 945 360 79 791 315 Bundesrath. Auf der Tagesordnung der morgigen Sigung des Bundesraths stehen die Denkschriften über das Patentgesetz und über das Gesetz, betreffend den Schuß von Rußland Gebrauchsmustern, ferner über Anwendung des Militär- Frankreich tarifs für Eisenbahnen bei der Beförderung von Kriegs- Deutschland bedürfnissen; die Neuwahlen von fünf Mit England gliedern der Kommission für Arbeiter. Desterreich statistik, sowie Ausschußberichte, darunter über den Italien Entwurf von Spanien Bestimmungen wegen der Niederlande Nachmittagspausen der in Spinnereien Belgien beschäftigten jugendlichen Arbeiter, und Portugal Eingaben. 428 172 898 157 125 040 848 825 844 220 941 556 5 065 985 13 728 712 180 360 10 123 246 1867 590 24 755 944 13 636 884 9 488 867 191 701 222 112 512 797 Schweiz 23 696 390 37 440 922 23 280 806 25 522 944 23 879 504 30 933 585 11 769 402 1 103 215 915 672 18 250 275 18 597 239 11 491 384 9 062 187 8 074 343 520 748 Rumänien 999 797 865 712 168 448 674 151 484 633 627 844 285 973 960 275 412 537 112 512 797 53 518 319 35 646 190 51 169 634 87 098 150 84 730 451 Der Erlaß des Grafen Eulenburg hat nach keiner Schweden 31 849 257 Seite hin befriedigt. Mit Ausnahme der Regierungs- Dänemark 21 122 892 Jasager, deren Urtheil nicht in die Wagschale fällt, wird Bulgarien 18 597 239 er ob seiner Unentschlossenheit, Halbheit und schwächlichen Griechenland 11 491 384 Inkonsequenz von allen Seiten getadelt. Das war zu er- Serbien 9 062 187 warten und sei nur nebenbei erwähnt. Bemerken wollen Norwegen 8 595 091 wir hier blos, daß die Münchener Neuesten Nachrichten" aus dem Satz, daß die Anwendung der staat Europa 3 996 524 679. Mithin Gesammt- Ausgabe für militärische Zwecke in " Nach einem Jahre wird alles erreicht sein", sagte er oft bei den Berathungen seiner Kamer.den Ganz wie bei uns. Die Petite Republique" von Paris veröffentlicht Proben der Uriasbriefe, die in den französischen Norddepartements mißliebigern Bergarbeitern Seitens der Minengesellschaften verabreicht werden- in der bekannten Abficht und mit der bekannten Wirkung. Die Worte: Hat sich am Streit betheiligt" oder„ War ein thätiges Mitglied der Gewerkschaft", genügen, dem Geächteten jedes Bergwerk zu verschließen. Wir kennen das. Und wie sind diese Geldproßen einander doch ähnlich. Wo ist da ein nationaler" Unterschied zwischen einem deutschen Grubenbefizer und einem französischen? Und beide sind auch gleicheifrige Patrioten" und Chauvinisten. Aus England fangen die Dynamitberichte an einzutreffen. Wir hatten sie eigentlich schon früher erwartet. Das Lockspigel- Gesindel, dem gleich nach den Barcelonaer Attentaten der Baumpfahlwink zuging, England, dem Soupthinderniß des internationalen Anarchistengesetzes, etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, war offenbar durch die unbequemen Enthüllungen Labuchère's für einige Zeit aus der Fassung gekommen. Judeß jetzt scheinen sie das Verfäumte nachholen zu wollen. Und es wird noch besser kommen. ir kennen unsere Pappenheimer. Ueber einen der Pappenheimer weiß der Telegraph in bekanntem Stil und bekannter Manier zu melden: London, 6. Dezember. Der Anarchist Schneider, in deffen Wohnung eine große Masse Dynamit gefunden wurde, soll einer über ganz Eugland und Nordamerika verbreiteten anarchistischen Bande angehören, auf deren Gefährlichkeit die Polizei schon vor längerer Zeit aufmerksam gemacht wurde. Bon wem? Wir kennen das Lied, wir kennen den Text, wir kennen die Herren Verfasser. D gerade im Interesse der Partei fie Ardaljon das nicht verDer bayerische Kriegsminister wird froh sein, zeihen durften, was sie ihm eben verziehen. wenn die bayerische Abgeordnetenkammer den Militäretat Aber Ardaljon dachte auch nicht daran, auf seinen zu Ende berathen haben wird. Während früher die De= Lorbeeren auszuruhen. Sich an der Herrschaft in seiner batten über denselben sehr bald beendet waren und alles Partei zu erfreuen, war für seinen Egoismus durchaus nicht sich dabei in vollster Ruhe und bayerischer Behaglichkeit abgenügend, der Erfolg erweckte in ihm einen unstillbaren spielte, hat sich nun nach dem Einzuge der sozialdemoUnsere fratischen Fraktion das Bild vollständig geändert. Durst nach immer höherem Ruhm. Ueber das Londoner Anarchisten Meeting vom abgeordneten machen dem Minister das Leben sauer, sie vorigen Sonntag, für welches die gesammte Reaktions- und zeigen sich über die militärischen Verhältnisse ausgezeichnet Polizeipresse acht Tage lang die higigste Propaganda geEr meinte nicht damit das nächste Ziel, das damals informirt und zwingen so den Kriegsminister einzugestehen, macht hatte, erfährt man nachträglich, daß es noch flagdie Befreiung Rußlands von Alexander II. war, sondern den daß manches im Staate Bayern faut ist. Interessant war licher verlaufen ist, als selbst von uns erwartet worden. endgiltigen Triumph des Sozialismus. Ardaljon war 3. B., daß der Abgeordnete von Vollmar behaupten konnte, Nicht einmal Neugierige waren erschienen, die in London es gleichgiltig, ob nach einem Jahre die sozialistische Re- daß ein bayerischer Prinz eine ihm als General zustehende wie in jeder Großstadt doch so leicht zu haben sind. volution ausbrach ober nicht, nein, nicht das Amtswohnung zwar nicht benute, da er in einem eigenen Freilich, etwas muß geboten werden. Und wenn irgend Bolt, sondern er selbst wird Rußland umgestalten, und Palais wohnt, daß er aber die Amtswohnung weiter ver- ein Individuum, das einem Heilsarmee- Soldaten ähnlich seine Rameraden werden nur die Vollstrecker seines miethe. Der Kriegsminister konnte darauf blos erwidern, fieht, sich auf irgend einen Plaz stellt, und wie ein HeilsWillens sein. daß nur ein Theil dieses Miethserträgnisses vom Prinzen in armee Soldat unverständliches Zeug hervorsprudelt, so ist Oft dachte Ardaljon über dieses Thema nach. Zu- Anspruch genommen werde. Wir können auf alle Einzel- das für die Londoner Neugierigen ein gar zu gewöhn weilen ärgerte er sich über die Attentate eines Raratosow, heiten der Debatten nicht eingehen, es ist uns aber erfreuliches Schauspiel. Und das Publikum ging am Sonntag Beresowski und Solowjewic, wie fonnten diese sich unterlich, zu konstatiren, daß jetzt lebhaftes politisches Leben im vorüber, obgleich das" Maffen Meeting" auf dem stattfand, wo ein bestehen, das ausführen zu wollen, was nur ihm zukam. bayerischen Landtage herrscht, was einzig dem regen Ein- felben Play TrafalgarsquareDann fielen ihm ihre Mißerfolge ein, und er beruhigte sich greifen der sozialdemokratischen Fraktion zu danken ist. tanuter Wizbold einfimalen auf eine Wette hin etliche hunderttausend Menschen durch die Bemerkung versammelt In ihrer heutigen Sihung nahm die bayerische hatte, er habe gesehen, wie sich der Schwanz des ehernen „ Das waren dumme Kerle", sagte er, ich werde ihnen Kammer der Abgeordneten einstimmig den Antrag Löwen auf Northumberland Hause bewegt habe. Genug, zeigen, wie man solche Attentate ausführen muß." der Liberalen an, daß der Artikel 138 der Militärftraf das Bolt blieb weg. Die Arbeiter glänzten durch AbEr zweifelte nicht an den Erfolg, er konnte gar nicht gerichts- Ordnung authentisch dahin auszulegen sei, daß der wesenheit, und die paar Dugend„ Anarchisten" ließen sich ausbleiben, wenn ein Ardaljon die Sache unternahm. Seine Ausschluß der Oeffentlichkeit nur vom Beginne lammfromm von der Polizei nach Haus schicken. Phantasie malte ihm das aus, was nach diesen Erfolgen des Verhörs bis zum Schluffe der Verhandlung zulässig sei. eintreten mußte. Er, an der Spitze der Sozialisten stehend, Der Kriegsminister erklärte, die Staatsregierung erkenne die In Bulgarien versucht Herr Stambulom sich wird sich der Herrschaft über Rußland bemächtigen; er wird Nothwendigkeit des Antrages anläßlich des Prozesses Hof- iegt in Gesellschaftsretterei. es verstehen, die erste Stelle einzunehmen und wird seine meister nicht an. Die Kammer möge erwägen, ob der allein kann er nicht leben, und so hat er denn vor einigen Kameraden in respektvoller Entfernung von sich halten. Gegenstand unter Wahrung der Interessen des militärischen Tagen in Sofia eine Sozialistenhay veranstaltet. Die Er wird nicht warten, daß das Volk endlich erwachen Dienstes nicht an die Fassung des bezüglichen Paragraphen 40 Anarchisten", die er verhaften ließ, find sozialdemound seine Rechte verlangen wird fratische Arbeiter und Studenten. Wir werden morgen er des bürgerlichen Gesetzbuches anzuschließen sei. selbst wird ihm das geben, Näheres mitzutheilen in der Lage sein. Für heute nur so Kameraden phantasiren. Er wird das Volk mit seinen Die Reform der Militär Strafprozeß Ordnung viel: Herr Stambulow möge fich hüten. Wer mit dem Manifesten beglücken, und dieses ihn natürlich als seinen scheiterte, wie der bayerische Kriegsminister v. Asch in der Sozialismus anbindet, kommt dabei zu Schaden. Er sollte bayerischen Abgeordnetenkammer erklärte, schon zwei Mal doch an dem Beispiel der Bismarck, Dupuy und Konsorten am Widerstande des Kaisers. Der sozialdemokratische Ab- genug haben. wieder. Wohlthäter preisen. ( Fortsetzung folgt.) nein, dem Do11 seine 0 Bon russischen Attentaten 著 Der Kongreß der Bereinigten Staaten( unserem[ mehr geben, die Schädigung der Landwirthschaft nachzuweisen;[ Hoffnungen darf niemand auf fie gründen. Sie fann nur nüßen Reichstage beiläufig entsprechend), trat am 5. Dezember zu neue Waffen hatten sie nicht mehr ins Feld zu führen. Die in Verbindung mit einer politischen Organisation. Nach kurzer Diskussion fand folgende Resolution einstimmige sammen. Man fann ohne Uebertreibung behaupten, daß Bemühungen des Abg. Bachem, die Herren aus dieser die ganze Welt mit Interesse den Verhandlungen desselben Stellung herauszulocken, waren fruchtlos und so wurde Annahme: nach kurzer Berathung der Handelsvertrag mit Serbien Der Kommunistische Arbeiter- Bildungsverein erklärt sich mit folgen wird, denn der Hauptgegenstand feines Berathungs: mit 13 gegen 7 Stimmen angenommen. Die Mehrheit den Beschlüssen des Kölner Parteitages völlig einverprogrammes ist die Aufhebung der Mac Kinley Bill. Es fetzt sich aus, den oben genannten Abgeordneten zusammen, zu ft anden und spricht dem Parteitage seine ganz besondere Antdarf erwartet werden, daß die unerhört hohen Zölle wesent- benen sich noch der Abg. Schmid- Immenstadt( 3entrum) gefellt, erkennung dafür aus, daß endlich das so lange ersehnte und für lich verringert werden dürften. Ueber die Geschäftslage welcher bei dem Vertrag mit Rumänien gegen denselben geftimmt das Ausland besonders unentbehrliche Partei- Wo che n- Blatt dieser Vorlage liegt folgende Meldung vor: hatte. Zum Referenten für das Plenum wird Abg. Dr. Paasche bewilligt worden ist. Zu gleicher Zeit verpflichten wir( der Die Finanzkommission des Repräsentantenhauses zu( natl.) gewählt. Die Berichterstattung soll eine schriftliche sein. Sommunistische Arbeiter- Bildungsverein) uns, das wöchentliche Washington hat beschlossen, die Berathung der Tarifvorlage Alsdann wird debattelos noch das Uebereinkommen mit Serbien Bentral- Parteiorgan nach Kräften zu unterstützen. Ein gleiches wünschen und erwarten wir von allen im Auslande lebenden am Montag zu beginnen. Dem von der Kommission vor: über den Muster- und Martenschutz angenommen. Parteigenoffen. bereiteten Anschlag zufolge würde das Gesetz im ersten Jahre das bestehende Defizit um 60 Millionen Dollars vermehren. *** Parlamentarisches. enburg, Brühne, Samp, von Gerlach, Gölüner, tann, jedenfalls nicht in nennenswerthem Maße. Der Sieg der Wiesite, Die VII. Kommission des Reichstage zur Vorberathung des Entwurfs eines Gesezes, betreffend die Aenderung des Ge Aus New- York wird uns unterm 21. November geschrieben: feges über den Unterstütungswohnsiz und die Er- Im vorigen Briefe war bezüglich des Wahlresultats von einer gänzung des Strafgesetzbuches, besteht aus folgenden Abgeordneten: allgemeinen Ueberlauferei demokratischer Wähler ins republiGraf von Holftem, Borsigender; Greiß, Stellvertreter des Bor. tanische Lager die Rede; es hat sich aber nach Bekanntwerden fizenden; Kramer, Rembold, Schriftführer; Dr. Böckel, Bohm, der Stimmenverhältnisse ergeben, daß davon keine Rede sein Brandenburg, Freiherr von Gültlingen, Klose, von Roscielsti, Marbe, Republikanner beruht fast lediglich auf einer ganz außerordentlich Die Budgetkommiffion des Reichstags bielt beute ihre oltenbuhr, Mooren, Dr. Dsann, von Salisch, Schröder, starten Wahlenthaltung demokratischer Wähler. So find 1891 erfte Sigung. Auf der Tagesordnung stand der der Kommission ( die Präsidentenwahlen tönnen mit anderen nicht in Vergleich zur Berathung überwiesene Gefeßentwurf betreffend die Ge gestellt werden) im Staate New York für die republikanische währungen und Unterstüßungen an Invalide aus den Kriegen Die VIII. Kommission des Reichstags zur Vorberathung des Bartei 588 797 Stimmen abgegeben worden, diesmal 541 368, vor 1870 und an deren Hinterbliebene. Referenten waren die Entwurfs eines Gefeßes, betreffend Abänderung des Gejeges über also nur 3500 mehr; die demokratische Partei dagegen erhielt Abgeordneten Dr. Pieschel und Dr. Schädler. Ersterer die Abwehr und Unterdrückung von Bich feuchen, in ersterem Jahre 576 970 Stimmen, und diesmal nur 518 856, tam in feinem Referat auf die Mängel zu sprechen, die der besteht aus folgenden Abgeordneten: Dr. Stephau( Beuthen), also ein direkter Verlust von 63 000 Stimmen! Wir haben es Gesetzgebung über das Invalidenwesen anhafteten. Der Ab- Vorsitzender; Rettich, Stellvertreter des Vorsitzenden; von hier sonach mit der in gewisser Beziehung erfreulichen Thatsache geordnete Dr. Schädler wies nach, daß die für Bayern aus Dewig. Dr. Müller( Sagau), Schriftführer; Bantleon, Bod zu thunda die außerdem in Betracht kommende Peoples geworfenen Beträge für das Militär- und Invaliditätswesen( Gotha), Brund, Conrad, von Czarlinsti, Hauffe- Dahlen, Barty" teinen Vortheil davon hatte, im Gegentheil ebenfalls nach der Kopfzahl der Bevölkerung für Bayern ungünstige seien, Sumann, Klose, Dr. Kruse, Bingen, Scherre, Schmidi ganz bedeutend zurückgegangen ist daß ein großer Theil der indem dieses nahezu eine Million Mart mehr zu bezahlen Frankfurt). Steininger, Stephann( Torgau), Thomsen, Will, Wähler vollständig das Vertrauen zu beiden alten Parteien hate, als ihm durch das Reich zugewiesen würden. 23 urm. verloren hat. Das muß in verhältnißmäßig turzer Zeit unserer, Abg. Singer brachte zur Sprache, daß die Zu der sozialdemokratischen Partei zu gute fommen, welche die einzige wendungen aus dem Dispositionsfonds des Kaisers an Das Zentrum beabsichtigt in der Kommission für Be- Partei ist, die dort, wo sie überhaupt tonsequent an der Wahl Invalide nicht dem Zweck des Dispositionsfonds entsprächen. rathung der sog. Kleinen Handelsverträge nachfolgende Resolution theilgenommen, stetig gewachsen ist. Ich habe schon in einem Generallieutenant v. Spit gab Erläuterungen über den Untereinzubringen: früheren Berichte darauf hingewiesen, daß während der legten schied der zwischen den gefeßlichen Zuweisungen und den auf Wahlbewegung bie englisch sprechenden Arbeiter( hier und da grund des Dispositionsfonds erfolgten Gnadenbewilligungen be auch andere anglokanische Glemente) unsere Versammlungen weit stehe. Abg. Beber war der Meinung, daß der bestehende Zuzahlreicher besucht haben, als zu irgend einer früheren Beit, und stand unhaltbar sei und eine Umgestaltung der ganzen Invalies ist bestimmt anzunehmen, daß der bedeutende Zuwachs von ditäts- Gesetzgebung nothwendig werde. Er beantragte, da der Stimmen, den wir in den Staaten New- Yort, New- Jersey, vorliegende Gefehentwurf diese Umgestaltung nicht ermögliche, Conecticut und besonders Massachusetts zu verzeichnen hatten( in eine Resolution zu fassen, durch die die Regierungen zur VorBoston, welche Stadt verhältnismäßig den stärksten Prozentlage eines entsprechenden Gefehentwurfes aufgefordert würden. fat anglofanischer Bevölkerung in den Bereinigten Staaten Dieser Vorschlag fand allseitig Zustimmung und sollen die Abgg. aufweist, von 244 auf 600) ein großer Theil aus jenen Kreisen Bebel, Bieschel und Schädler versuchen sich über eine fam. Die weitere Entwickelung der ökonomischen Verhältnisse in solche Resolution zu verständigen. diesem Lande, die aller Voraussicht nach mit stets rapiderer Schnelligkeit, die Verschlechterung der Lebenshaltung der arbeitenden Klasse im Gefolge haben wird, muß in ebenso rapider Weise diefelben zur Erkenntniß bringen, daß der lediglich gewerkschaftliche Kampf teine dauernde Befferung bringen tann, sondern eine Umwandlung der ganzen Produktionsweise durch Eroberung der politischen Macht zur Nothwendigkeit geworden ist. An der weiteren Debatte betheiligten sich die Abgg. Prinz Ahrenberg, Bebel, Frigen, Möller, Dr. MüllerSagar, Bieschel, v. Reibnih, Schädler und Singer und der General Lieutenant v. Spih. Auf Antrag des Abgeordneten Pieschel wurde eine Aenderung des§ 3 des Entwurfs beschloffen, wonach den Hinterbliebenen von Theilnehmern an den im§ 1 gedachten Kriegen, falls die falls die letzteren im Kriege oder infolge von Kriegsverwundungen verstorben sind, fortlaufende Unterstüßungen oder Zuschüsse zu den Bewilligungen gewährt werden müssen. Den Hinterbliebenen solcher Theilnehmer, die an den ihre Invalidität bedingenden Leiden gestorben find, tönnen diese Unterstützungen oder Zuschüsse gewährt werden. Die Kommission beschloß weiter von einer zweiten Lesung abzusehen und mündlichen Bericht an das Plenum zu erstatten. Zu Berichterstattern wurden die Herren Bieschel und Schädler bestimmt. Ferner beschloß die Kommission in die Berathung der ihr zugewiesenen Etatsabschnitte erst nach Ablauf der Weihnachtsferien einzutreten. Die Kommission wolle beschließen, folgende Resolution anzunehmen: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regie rungen zu ersuchen: I. beim Abschluß von Handelsverträgen oder im Anschluß an solche nicht nur auf Vereinbarung der vom Reichstage schon am 25. Januar 1892 einstimmig befür collworteten Schiedsgerichte über alle aus diesen Verträgen etwa entspringenden Streitigkeiten, sondern auch auf die Erlangung einer für die Kulturstaaten gemeinsamen Regelung des Währungssystems, des Börsenwesens und der Arbeiterschutz- Gesetzgebung Bedacht zu nehmen; II. die berufsgenossenschaftliche Organisation der deutschen Landwirthschaft mit allem Nachdruck zu fördern; III. im Wege der Reichsgefeßgebung für die Schaffung eines den eigenartigen Verhältnissen des ländlichen Grundbesitzes entsprechenden Agrarrechtes Gorge zu tragen. Parteinachrichten. Troß des Widerstandes der Führer fängt diese Erkenntniß in den Kreisen der organisirten Arbeiter an um sich zu greifen, und hier und da mußten erstere der Strömung schon Rechnung tragen Sie werden zwar alles versuchen, um indirekt das alte Im 4. hannoverfchen Reichstags- Wahlkreis erstattete profitable Geschäft der politischen Drahtzieherei im Gang zu er= Im§ 6 wurde ein Antrag des Abg. Singer angenommen, Genosse Schrader in den Orten Osnabrück, Bramsche und halten, aber dies kann ihnen nur eine furze Zeit gelingen! Auf der in Philadelphia tagenden Genossenschafts- Assembly wodurch die Bestimmung, daß gegen die Entscheidungen der Quakenbrück Bericht über die Verhandlungen des Parteitages in des Ordens der Knight of Labor liegt ein Antrag Militärbehörden der Rechtsweg ausgeschlossen sein sollte, ge- Röln. In allen Bersammlungen wurden Refolutionen an auf Gründung einer selbständigen Arbeiterpartei unter strich en wurde. genommen, worin sich die Anwesenden mit der Haltung ihres dem Namen" Industrial Army" vor; man hat dabei augenVertreters auf dem Barteitage einverstanden erklären und ver- scheinlich nicht an die zahlreiche Armee der Farm- Arbeiter sprechen, mit aller Energie für die Durchführung der dort ge- gedacht, um die sich die Arbeiterführer, weil sie nicht gut als faßten Beschlüsse eintreten zu wollen. Als Vertrauensmann für den 4. hannoverschen Reichstags: find, bisher nicht im Geringsten bekümmert haben. Ist aber erst regelrecht zahlende Mitglieder einer Organisation heranzuziehen Wahlkreis wurde gewählt: Genosse Joh. Steen, Osnabrück, einmal eine reine Arbeiterpartei im Felde, die sich vollständig Rothenburgerstr. 15. vom Einfluß der kapitalistischen Parteien emanzipirt hat, so wird auch die Bewegung auf dem Lande in Fluß kommen. Auf der bevorstehenden Konvention der Am. Föderation of Labor" wird voraussichtlich der Kampf für selbständige politische Aktion ein heftigerer werden, wie je zuvor, und es ist leicht möglich, daß die Vertreter derselben diesmal den Sieg davon tragen. Gompert wird freilich vielleicht auf sein verunglücktes Experiment im U. Y. verweisen, um den„ Vettern vom Lande", den Delegirten aus den Fabrikdörfern, bas Gruseln vor der leidigen Politit" zu erhalten; aber damit wird er hoffentlich fein Glück haben! Depeschen. VI. Kommiffion. Handelsverträge. Nach einem kleinen Das Schöffengericht zu Darmstadt verurtheilte den Re, Zwischenfall über einen Artikel der Kreuz- Zeitung", bei welcher dakteur der Mainzer Boltszeitung", Genossen Gelegenheit zwischen den Abgg. v. Hammerstein und Dr. Lieber Sprenger, wegen Beleidigung der Darmstädter Schußmannschaft recht spize Bemerkungen ausgetauscht wurden, nahmen die zu dreißig Mark Geldbuse. Die Beleidigung wurde gefunden in heutigen Verhandlungen einen recht schnellen Verlauf. Bei einer Korrespondenz aus Darmstadt, welche vor einigen Monaten Artikel 10 der mit Rumänien getroffenen Vereinbarungen, frug in der jegt eingegangenen Hessischen Volksstimme", für welche Abg. Graf Arnim an, ob es nicht möglich sei, Rumänien zur Sprenger als„ Berantwortlicher" zeichnete, erschienen war. Der Einführung von Getreidezöllen gegenüber Rußland zu ver- Amtsanwalt hatte eine Geldstrafe von 100 Mart beantragt. aulaffen. Staatssekretär Frhr. v. Marschall verneinte dies, hielt es auch gar nicht für nöthig. Eine längere Debatte rief sodann London, 1. Dezember. Sonnabend, den 25. November, gab Artifel 12 hervor. Es ist darin gesagt, daß für eine Reihe von Genosse F. eßner im Kommunistischen Arbeiter= Gegenständen in Städten oder andeuen engeren Bezirken Bildungsverein 49 Tottenham Street W seinen Bericht Atzifegebühren ausnahmsweise erhoben werden können. Es soll über den Kölnischen Parteitag. Redner schilderte zu dabei vorausgesetzt bleiben, daß die im Inlande erzeugten oder nächst den günstigen Eindruck, den er von den deutschen Genossen ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) hergestellten Kategorien, wenn sie in dem Erhebungsbezirk der gewonnen betreffs ihrer Organisation, Agitation und ihrer beMagdeburg, 6. Dezember. Die königliche EisenbahnAtzife zum Verbrauch gestellt werden oder zur Einfuhr gelangen, wunderswerthen Disziplin. Das freie Wort, wie es von ihnen von denselben Atzisegebühren wie die fremden Erzeugnisse ge- gebraucht werde, brächte es mit sich, daß die Kritit ihre folge Direktion Magdeburg macht bekannt: Heute Nachmittag 1 Uhr troffen werden. Abg. v. Hammerstein knüpft hieran die Be- Bierde sei. Eingehend auf die Anträge und Resolutionen hebt stieß der Güterzug 1156 bei Einfahrt in das Gleis 30 im Bahnhof merfung, daß in Rumänien eine deutschfeindliche Strömung Redner speziell den Bericht Legin's über die Gewerkschaftsbewegung Buckau mit einem in demselben Gleife ihm entgegenkommenden herrsche; die Lieferung zu den Befestigungsarbeiten Bukarests hervor, und glaubt voll und ganz den Standpunkt der Mehrheit Rangirzug zusammen. Die beiden Maschinen der Züge sowie elf hätten die Franzosen erhalten. Abg. v. Stumm erklärt, daß bei theilen zu müssen. Den Ausführungen Leßner's follte allseitiger Beifall. Wagen entgleisten, und wurde der Heizer der Rangirmaschine gediesen Lieferungen technische Schwierigkeiten in Betracht ge- Genosse Schumacher, der nach ihm sprach, äußerte betreffe der tödtet sowie der Zugführer des Güterzuges und der Führer der tonimen seien, und ein Regierungskommissar theilt mit, daß von Gewerkschaftsfrage ungefähr: Bebel setze die Gewerkschafts- Rangirmaschine leicht verletzt. 7 Wagen find erheblich und die deutscher Seite große Mengen Bement geliefert worden feien. bewegung der politischen zu weit nach. der Hinweis auf den Mafchinen und 4 Wagen wenig beschädigt. Das Gleis LeipzigEine recht bezeichnende Mittheilung macht hierbei der Vorsitzende Kohlenarbeiterstreit im Saarrevier treffe nicht zu, denn diefem Magdeburg ist auf etwa 8 Stunden gesperrt. Es fahren sämmtHammacher. Er jagt, daß in Rumänien eine deutschfeindliche sei der jetzt hier in England siegreich beendete Rohlenarbeiterliche Züge von Westerhüfen bis Buckau auf dem Gleife MagdeStimmung nicht herrsche, daß aber das Verhalten der deutschen streit entgegenzustellen, da doch hier in England die Konzentration burg- Leipzig. Der Zusammenstoß ist durch Mißverständniß des Raufleute in Rumänien nicht immer tadelsfrei war. So hätten des Rapitals weiter vorgeschritten sei als in Deutschland. Die telegraphirenden Weichenstellers über das bestellte Einfahrtsgleis die deutschen Industriellen bei einer Lieferung, als sie erfuhren, Lebenshaltung der englischen Arbeiter fei, fraft der Gewerk- und durch starken Rebel hervorgerufen. Der Weichensteller ist daß andere Länder billiger waren, ihre Forderung um eine schaften, eine günstigere als die der deutschen, darum sei die Ge vom Dienst zuzudgezogen. Million ermäßigt. Das sei doch nicht Vertrauen erweckend. werkschaftsorganisation in Deutschland eine Nothwendigkeit, Abg. v. Hammerstein beantragt nunmehr, die Worte zum Ver- den Arbeitern durchweg eine bessere Lebensstellung zu ver= brauch gestellt werden", zu streichen. Nachdem Abg. Dr. Lieber schaffen. Sind nicht die Streitbrecher eine Schmach? Daß die Briefkaffen der Redaktion. darauf hingewiesen, daß es sich nur darum handeln fönne, den deutschen Gewerkschaften nicht so stark sind wie die englischen, Herm. Müller. Ueber die Trades Unions finden Sie Handelsvertrag mit dieser Bestimmung entweder abzulehnen oder das fei freilich nicht die Schuld der deutschen sozialdemokratischen Einiges in Schippel's Gewerkschaftsbroschüre. Eine sehr inanzunehmen, wird der Antrag wieder zurückgezogen. Nach Be Partei, die Gewerkschaften haben immer ihre Pflicht gethan, ftruttive Artikelreihe bringen auch die ersten Seite der Neuen endigung der Berathungen über den Handelsvertrag mit Rumänien große Summen haben sie für die Partei dargebracht. Ferner Beit" des Jabrganges 1883. Zu eingehendem Studium müssen will Abg. Schulze- Henne wissen, ob man mit Annahme dieses trägt Redner noch die Rede Paul's( Hannover) vor, welche wir Sie auf Brentano's Arbeitergilden verweisen; letzteres Wert Vertrages sich moralisch für einen russischen Vertrag gebunden felbiger auf dem Parteitag in Köln gehalten. Dem Genoffen ist aber in manchen Punkten mit kritischen Augen zu mustern. habe. Der letztere könne nur auf der Grundlage des 5 Mart Schumacher wurde erwidert, daß es nicht Schuld der sozial- Eine auf sozialistisch materialistischem Boden stehende WeltBolles zur Annahme gelangen. Staatssekretär Frhr. v. Marschall demokratischen Führer sei, wenn in Deutschland der Stand der geschichte, die zu empfehlen wäre, giebt es nicht. Mit Ausnahme verneint diese Frage. Jeder Vertrag müsse selbständig geprüft Gewerkschaften ein schlechterer fei als in England. Die sozial ber von nationalliberalen Professoren verhunzten Geschichte der werden. Auf Anfrage des Vorsitzenden wird mit 10 gegen 9 demokratischen Führer hätten ihre Schuldigkeit den Gewerk Beit nach 1815 halten wir Schlosser's Wert für das relativ beste, Stimmen beschloffen, in eine Debatte über allgemeine Grundfäße fchaften gegenüber gethan. Der Vergleich zwischen dem wenn in ihm selbstredend auch nicht die werthvollen Resultate nicht einzutreten. Nachdem aber Abg. Schulze Henne erklärt, Kohlen Arbeiter- Streit im Saarrevier gegenüber dem der neueren Forschung aufgenommen sind, daß seine Anfrage nicht richtig beantwortet worden sei, wird die Kohlenstreit in England sei hinfällig. Einerseits ist dem eng Hilgert. Können Sie noch mehr glaubwürdige Zeugen herDistussion wieder aufgenommen. Er will wissen, ob aus der lischen Arbeiter volle Versammlungsfreiheit, das ausgedehntefte beischaffen? In Ihrer persönlichen Angelegenheit wäre auch Annahme des rumänischen und Ablehnung eines russischen Koalitionsrecht gefichert, andererseits ist hier derjenige fast immer eine Beschwerde beim Bolizeipräsidium am Play. Handelsvertrags politische Folgen entstehen können. Staats: der Sieger, der die öffentliche Sympathie für sich hat, und das sekretär Frhr. v. Marschall verneint auch diese Frage. Abg. hatten die hiesigen ausgesperrten Kohlenarbeiter in einem solchen Schulze- henne macht die weitere Mittheilung, welche wieder Maße, wie es vielleicht nur vor 4 Jahren die hiesigen Doctarbeiter einmal beweist, daß die nationalliberalen Mannen noch nicht wissen, batten. Die öffentliche Sympathie brachte den Bergarbeitern die auf welche Seite fie fallen follen. Er selbst sei nicht gebunden, nöthige moralische wie materielle Hilfe, ohne welche auch die habe aber schwere Bedenken gegen den Vertrag. Ein Kollege Arbeiter hier zu Grunde gegangen wären.*) habe ihm gesagt, er sei nicht reich, aber er würde 5000 M. geben, wenn er nicht vor diese Entscheidung gestellt fei. Der deutsch- rumänische Handelsvertrag wird schließlich mit 12 gegen = Keinem Sozialdemokraten fann es einfallen gegen die Gewerkfchafts- Organisation etwas einzuwenden; jedoch überschwengliche 8 Stimmen angenommen. Dafür stimmen die 3 fozialdemo* Aber wenn sie nicht organisirten Widerstand gefratischen, 2 freisinnigen und 3 nationalliberalen Mitglieder der leistet, und aus Mangel an Organisation auf Guade und UnKommission, vom Zentrum die Abgg. Dr. Lieber, Gröber und gnade sich hätten ergeben müssen, so würden sie niemals die Bachem und der Abg. v. Stumm. Es folgt die Berathung des öffentliche Meinung für sich gehabt haben. Dem Schwachen Handelsvertrags mit Serbien. Die Agrarier erklären, daß nach tommt die öffentliche Meinung niemals zu Hilfe es fei denn, Annahme des rumänischen Vertrags die Annahme des serbischen er läge gebrochen im Staube und appellire an das Mitleid. sicher sei, und aus diesem Grunde wollten sie sich keine Mühe l Red. d. V. " F. N. 100. In§ 135 der Gewerbe- Ordnung steht: Junge Beute zwischen 14 und 16 Jahren dürfen in Fabriken nicht länger als zehn Stunden beschäftigt werden. . S. 10. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. In Erbschaftsfachen tommt es auf das Recht des Ortes an, an dem der letzte Wohnsiz des Verstorbenen sich befand. Voigt. Der Vorsitzende des Arbeiter Sängerbundes ist Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. G.. Plenus venter non studet libenter heißt auf deutsch: Ein voller Bauch studirt nicht gern. Arbeiter- Bildungsschule. Folgende Geschenke gingen ein: Direktor S. 10 M. Ethische Gesellschaft 50 M. VersammlungsUeberschuß: von der Nordschule 30 M.; von der Südost- Schule 18,86 M.; von der Südschule 5,50 M. Ruderverein„ Borwärts" 3,50 M. Zusammen 112,86 9. Besten Dank. Berlin, den 16. Dezember 1893. H. Königs, Kaffiver, Dieffenbachstr. 30. Morih Etablissement Morih Für den Inhalt der Inserate über. Blab. Buggenhagen. a. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, d. 7. Dezember. Opernhaus. Der fliegende Holländer. Schauspielhaus. Die Ahrenshooper. Eingeschlossen. Militärfromm. Deutsches Theater. Rain. Die Mitfchuldigen. Berliner Theater. Aus eignem Recht. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial Ausschank von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., ftatt. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Castan's Die glückliche Geburt eines fräftigen Rnagen zeigen hiermit an Anna u. Albert Hess. Freie Volksbühne. Berlin, den 6. Dezember 1893. Dem Restaurateur Carl Tichter zu feinem heutigen Wiegenfeste ein don V. nerndes Lebehoch! von seinen treuen Stammgäften, Holladrie! 585b Carl, merkst Du nichts? Laß nur fleißig gießen. Holladrie! Todesanzeige. Allen Freunden und Bekannten theile Leiden mein lieber Mann, der Werk100. u. 101. Vorstellung. Abtheilung im Lessing- Theater: Am Sonntag, den 10. Dezember, Nachmittags 22 Uhr, für die Der Meineidbauer. Bon Anzengruber. Für die. Abtheilung im National Theater: Die Weber. Schauspiel aus den vierziger Jahren. Von Gerhard Hauptmann. Die Mitglieder werden dringend gebeten, nicht vor 1½ und nicht 575b nach 22 Uhr zu kommen. Panopticum. ich mit, daß nach langem, schwerem Ohne Extra- Entree. führer Leffing- Theater. Mein neuer Sut. Die 17jährige Siamesin Das Spiel mit dem Feuer. Nach dem Balle. Ein schlimmer Handel. „ Krao" Friedrich- Wilhelmätädt.Theater. der Uebergang vom Affen zum Menschen. Der Bettelstudent. Rekdenz- Theater. Die Dragoner. Neues Theater. Jugend. Central- Theater. Die eiserne Junge frau. Adolph Ernst- Theater. Charley's Stante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die sieben Raben Alexanderplat- Theater. Am Altar. National- Theater. Schneewittchen und die sieben Zwerge. Hierauf: Der Schloffer. Theater Unter den Linden. Der Mikado. American Theater. Die Trodenwohner oder das Kind in der Kommode. Die Gründung Roms in der Möckernstraße. Wintergarten. Spezialitäten Vorftelling. = Reichshallen- Theater.SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Vorstelling. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Grosse Spezialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges: Bernhard Leitner, Athlet und Preisringer. Kraftproduktion m. 2 Pferden. Familie Ueberle, Barterre- Gymnaftiter. Gebr. Palmer, Gymnast. Zahnproduktion. Signorina Kathi, Drahtseilkünstlerin. Frl. Möller, Schlangendame. Prl. Torci Kör, Ungarische Sängerin und Tänzerin. Georg Cordes, Gesangshumorist. Anfang: Entree:{ Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 75 Pf. Wochentags 50 3f. A. Zimmermann. National- Theater. ratweil'sche sche Große Frankfurterstraße 132. Boltsvorstellung für Erwachsene und Kinder zu bedeutend ermäßigten Preisen. Anfang 7 Uhr. Anfang 7 Uhr. Schneewittchen und die sieben Zwerge. Zaubermärchen in 8 Bildern von Georg 3immermann. Regie: Hugo Hummel. Hierauf: Der Schloffer. Soziales Lebensbild in 5 Aufzügen von Franz Gottscheid. Regie: Kaffeneröffnung 6 Uhr. Anfang der Borstellung 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwant in 3 aften v. Brandon Thomas. Borher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Neues Programm. Täglich von 61/2 Uhr ab: Concert D. ungarisch. Magnaten- Kapelle und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Anf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 30 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versammlungen. 3 Regelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf. Spieler zahlen kein Entree. Carl Koch. b. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Alcazar. In Szene gefekt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Zum 29. Male: Die eiserne Jungfrau. Poffe mit Gefang in 3 Atten von Charles Clairville. Musit von Louis Barnay. Anfang: 71/2 Uhr. Morgen und die folgenden Zage: Die eiserne Jungfrau. American- Theater. Heute zum 51. Male: Die Gründung Roms in der Möckernstrasse. !! Auf vielseitigen Wunsch!! Die Trockenwohner oder: Das Kind in der Kommode. !! Neue Aufführung!! !! Nur 10 Vorstellungen!! Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Anfang Wochentags/ Uhr, Sonntags 61/2 Uhr. Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Donnerstag, den 7. Dezember: Lette Donnerstag- Soiree ber Stettiner Sänger Dor Weihnachten. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Im Vorverkauf 40 Pf. ( siehe Plakate). Urkomisches Programm. Freitag: Letzte Soiree vor Weihnachten in der Viktoria- Brauerei. Dresdenerstr. 52/53 Annenstr. 42/43 Täglich: Theater- u. SpezialitätenVorstellung. Francis Era am affatisch. Luftapparat Arthur Valleno, der fünfjährige Wunderknabe. Im vierten Stock. Charakterbild in 1 Art. Entree: Wochentags 15 Pf. R. Winkler. PassagePanopticum. Ein WeihnachtsMärchen von Dr. Jul. Lohmeyer. Musik von Th. Krause. Circus Renz, ( Karlraße.) Donnerstag, den 7. Dezember, Abends 71/4 Uhr: Gala- Vorstellung. 1. a.: Grande Quadrille de la haute équitation, ger. v. 6 Damen u. 6 Herren. Die Springpferde Parthenia u. Paria, geritten von Frl. Oceana Renz und Fr. Renz- Stark. 6 Rappen u. Karoussel von 30 Pferden. vorgeführt von Herrn R. Renz. Mr. Rodgers mit seinen neu Hermann Wolff, Neue Mitglieder fönnen vorläufig nicht aufgenommen werden. am 5. d. M. fanft entschlafen ist. Wer Die Zahlstelle Richard Schulz, Razbachstr. 21, ist aufgehoben; die ermessen tönnen, welcher Verlust mich oder C. Behrend, Blumenthalftr. 5, zu zahlen; desgleichen die Zahlstelle den Verstorbenen näher gekannt, wird Mitglieder dieser Zahlstelle werden gebeten bei Alb. Böttger, Bossenerstr. 31, betroffen hat. Die Beerdigung findet Aug. Fellenberg( May Schmah), Brunnenstraße; die Mitglieder dieser Zahlam Freitag, den 8. d. M., Nachmittags ftelle werden gebeten, bei H. Vogel, Demminerftr. 62, oder Ernst Beyer, 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Beteranenstr. 14, zu zahlen. Thomas- Kirchhofes aus statt. Die tiefgebeugte Wittwe Anna Wolff, geb. Mosczinsky. Beerdigungsverein 396/18 Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. SW., Solmsftr. 24. Deffentliche Berliner Zimmerleute. Volks- Versammlung Sonntag, den 10. d. 6 Uhr, Sigung bei Seefeldt, Grenadierstraße 33. Nach Schluß derselben um 71, Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Christeller über: Die erste Hilfe bei Unglücksfällen". Hierzu ladet die Mitglieder bestens ein. 583b " Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Montag, den 4. Dez., früh 91/4 Uhr, mein lieber Sohn, unfer guter Bruder, der Schlosser Paul Weirich, nach längerem Leiden sanft verschieden ist. Um stilles Beileid bittet nebst Töchtern. 579b Freitag, den 8. Dezember, Abends 8½ Uhr, in den Germania- Sälen, Chauffeeftr. 102. tranten. Der Boycott der Charitee. 1. Unsere Forderungen und die Charitee- Direktion. 2. Unfere Forderungen und der preußische Staat. 3. Die Ausnahmestellung der GeschlechtsHerr Geheim- Rath Spinola und die dirigirenden Aerzte der Charitee sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen worden. Kranken- Kaffen- Kommiffion. Die trauernde utter Ww. Weirich Die Beerdigung findet am Freitag, für den 8. Dez., Nachm. 3 Uhr, von der Halle des Sophien- Kirchhofes, Gesundbrunnen aus, statt. Circus G. Schumann, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Donnerstag, den 7. Dezember, Abends 71/2 Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Gastauf treten der berühmten J. A. Albert Herrmannn, Lindenstr. 95. Sozialdemokratischer Wahlverein den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 7. Dezember, Abends 8% thr, bei Philipp, Rosenthalerstr. 38: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Gen. R. Schmidt über: Die neue Steuervorlage". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. 379/1 Bund der geselligen Arbeiter- Vereine Berlins und Umgegend. Derlammlung. Fechterinnen Geschw. Ferno. Sonntag, den 17. Dezember, Vorm. 10 Uhr, in den Arminhallen, a. Grand salut, Assaut, ital. Fleuret. 1. Vortrag des Genossen Thredor über: Das alte Rom. 2. Aufnahme b. Contre- Fechten, deutscher Säbel. neuer Vereine. 3. Bundesangelegenheiten und Fragekasten. c. Akademisches Mensur Fechten mit Schlägern d. Assaut, spanischer Dolch. Doppel- Bolero, geritten von Fris. Adele Schumann u. Footitt, den Herren Adolf Achtung! Große öffentliche Versammlung 172/18 Achtung! Schumann ut. Ackermann.„ Fidibus", der in der mechanischen Schuhfabrikation beschäftigten Springpferd, vorgeführt vom Direktor. The Eugene Troupe. Damen Jokey = # Arbeiter und Arbeiterinnen Zages Ordnung: Miss Oxford. Orig.- Clown Olschansky. hente, Donnerstag, 8½½ Uhr, in Joel's Fettsälen, Andreasstr. 21. Luft Potpourri Geschw. Lecusson. Ungarischer Nationaltanz 20 Damen. 1. Wie stellen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen zu dem ausgebrochenen Potpourri mit 6 Pferden, Orig. Dreffur Streit bei Simonsohn& Stern, Kluge, Mauf, Buchholz. 2. Diskussion. des Herrn Max Schumann u. f. 1. 3. Verschiedenes. 462/3 Preise der Pläge wie gewöhnlich. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen sind verpflichtet in der Versammlung Der Einberufer. Büttner. Freitag: Gr. Vorstellung mit neuem zu erscheinen. Programm. Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. Präuscher's MUSEUM anatomisches Friedrichstraße 65a, Ecke Mohrenstraße darunter der Schußkanal der Kugeln des e Viel Neues, deutschen Militärs, fünf Körper Geoffnet von früh 9-10 Uhr Abends gehend durch für erwachsene Herren. Dienstag u. Freitag: Damentag. Entree 50 Pfg. Zum Ungegypsten Leipziger Str. 119/20. Geöffnet Tag und Nacht sowie Tag und Nacht Ia. Austern gratis. 572b Oswald Nier. vormals H. Matthées H. Matthées A. Hänsel Mehlgeschäft erfundenen Euftapparaten. Der unnach- Grüner Weg 70, nahe der Koppenftr., ahmliche Clown- Imitator Mr. Ybbs. empfiehlt in bekannter feinster Qualität Jones u. Robinson, Clowns am Barren zu billigsten Preisen: u. f. w. Zum Schluß: Huldigungsgruß an Berlin. 52878* Kaiserauszug- Mehl 5 Pfd. 1 M. Gr. Parade- Schauftück v. Dir. Fr. Renz, Bestes Weizenmehl 5 Pfd. 70 Pf. mit Aufzügen, Festspielen, Solo- und Weizenmehl II 2 Pfd. 25 Pf. Ensemble- Tänzen von 80 Damen. Preise wie gewöhnlich. Billet- Bor- Vorzüglich kochende Hülsenfrüchte, verfauf an der Birkuskaffe und beim Backobst, türk. Mus, Vogelfutter, il. Invalidendant, Markgrafenstr. 51a. Erbsen für Tauben zc. Freitag: Große Vorstellung. Fr. Renz, Direktor. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth Straße 2. = Freitag, den 15. Dezember 1893 gelangt zur Verfendung: Begen den Militarismus und gegen die neuen Stenern. Zwei Reichstags- Reden von N. Bebel und W. Liebknecht gehalten bei der Berathung des Reichshaushalts- Etats am 27. und 30. November 1893. 64 Seiten Großoktav mit Umschlag. Preis einzeln 15 Pfg., für Colporteure 10 Pfg. franko. Die Schrift eignet sich vorzüglich für den Massenvertrieb, namentlich auf dem Lande; die beiden Reden enthalten nicht blos die rückhaltlose Verurtheilung der neuen Steuervorlagen, sondern zugleich auch die schärfste Kritik der gesammten RegierungsPolitit, die gegenüber den Anforderungen des Militarismus die hauptsächlichsten Kulturaufgaben vernachlässigt. Bestellungen sehen wir umgehend entgegen, um in der Verfendung keine Unterbrechung eintreten lassen zu müssen. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuth- Straße 2. Beuthit. 11. v. Bangutt. Künstl. Zähne, Porzügl. u. Garantie, fermentlanders, fettigt, fchmerz C. 51498 Berantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 287. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Donnerstag, den 7. Dezember 1893. 14. Sigung vom 6. Dezember 1893, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: Graf v. Caprivi, v. Riedel, v. Bötticher, Graf Posadowsky, Miquel. Die erste Berathung des Gefeßentwurfes wegen bände rung des Gesezes, betreffend die Erhöhung von Reichs Stempelabgaben wird fortgefeßt. 4 5 10. Jahrg. nicht die Beseitigung aller Staatelotterien, sondern die Einführung gramm vorgeschlagen, ersteres, weil das Publikum zuviel mit einer Reichslotterie. Nach seiner Ansicht würde es wunderschön im Drucksachen überschwemmt würde. Nach Herrn v. Frege's MeiReiche bestellt sein, wenn nur noch von Reichswegen ,, Gottes Segen nung sind wahrscheinlich Traktätchen die einzige Drucksache, mit bei Cohn" gespielt werden dürfte. Seine Ausführungen zeigen nur der das Publikum versehen werden dürfte. Durch Drucksachen den Neid darüber, daß Hamburg und Braunschweig größere wird Aufklärung in weite Volksklassen getragen. Nur in der Einnahmen aus dem Lotteriestempel ziehen als Preußen. Er reaktionären Stellung des Herrn v. Frege fann man wünschen, daß sprach davon, daß die Rapitalisten sich beim Herabgehen des der Staat nach dieser Richtung eine Verminderung herbeiführt. Binses einschränken müßten. Schränken sich denn Graf Ranih Rein besseres Mittel, den Verkehr zu unterbinden und die Postund die Agrarier ein, wenn sie durch Verhältnisse in Situationen einnahmen zu verringern, als die Erhöhung des Tarifs. Die Abg. v. Buol( 3.) spricht im Namen feiner Freunde die fommen, die sie zwingen, weniger auszugeben als ihren Lebens- Quittungssteuer schlägt Ihren Versicherungen für das Wohl des Zuftimmung zu der Vorlage im allgemeinen aus. Redner be- gewohnheiten entspricht?( Jawohl! rechts.) Oder etwa die Mittelstandes geradezu ins Gesicht. An dieser Stelle möchte ich Er will bauert, daß die Differenzgeschäfte nicht besonders besteuert werden Herren, die die Üeitschule in Hannover besuchen? Um ihre dem preußischen Finanzminister einen Rath ertheilen. könnten, und daß es nicht mittel und Wege gebe, die Arbitrage, Lebenshaltung aufrecht zu erhalten, schreien fie nach Zucker- seine Muße dazu benutzen, um ein Buch über den Sozialismus die nicht nur ein legitimes, sondern ein absolut nothwendiges prämien, Erhöhung der Getreidezölle u. f. w.( Widerspruch rechts), au schreiben. Möge es ihm dabei nicht ergehen, wie dem Abg. Geschäft sei, zu schonen. A13 1885 die Börsensteuer berathen statt ihre Ausgaben auf ein vernünftiges Niveau herabzudrücken. Richter, der auch mit seinem Buch die Sozialdemokratie ver wurde, sprach man in den Kreisen der Interessenten von dem Was nun die Börsensteuer Vorlage anlangt, so ist die Haltung nichten wollte, und was feine Partei anbelangt, in einem der Ruin des Geschäfts. Jetzt find auch solche Zuſchriften an den meiner Freunde durch unsere prinzipielle Auffassung gegeben. Bernichtung sehr ähnlichen Zustande hier wieder ins Hans geReichstag gekommen, wenn auch in etwas abgemilderter Form. Wir stimmen gegen die Börsensteuer( Aha! rechts) das tann tommen ist. Ich möchte dem Finanzminister wünschen, daß er soRedner spricht sich für die Lotterieloossteuer aus und doch nach unseren Ausführungen in der vorvorigen Session nicht bald als möglich Muße zur Anfertigung dieses Buches bekommt, für den Quittungsstempel. Er erfennt allerdings den wunderbar sein aus dem Grunde, weil wir nicht einen denn nach meiner Ueberzeugung fann der Finanzminister für Grund des bayrischen Finanzministers nicht an, daß niemand Groschen zur Deckung derjenigen Kosten bewilligen, gegen die Preußen als Schriftsteller dem deutschen Volke nicht entfernt so gezwungen fei, sich eine Quittung geben zu lassen; aber er hofft, wir uns grundfäßlich gewehrt haben. Wir lassen uns nicht das viel schaden, wie er als Finanzminister.( Heiterkeit und sehr daß niemand sich durch den Stempel abhalten lassen werde, eine durch einschüchtern, daß es sich hierbei um eine sogenannte gut! bei den Sozialdemokraten.) Auch der im Lohnverhältnisse Quittung zu fordern. In England, Frankreich und Desterreich populäre Steuer handelt. Wir haben bei unserer Stel- befindliche Arbeiter muß den Quittungsstempel bezahlen, wenn besteht eine Quittungssteuer, ohne daß erhebliche Klagen laut ge- lung das nicht nothwendig. Unsere prinzipiellen Gründe er sich einen Anzug für über 20 M. tauft. Die Quittungssteuer worden sind. Daß der kleine Mann belastet wird, tönne man gegen diese Steuer sind durchaus richtig und durchschlagend. trifft vorwiegend den Handwerker, den Mittelstand, und ich bin nicht behaupten; daß der Mittelstand auch etwas betroffen wird, Wollte uns die Regierung die Börsensteuer als geeignetere Steuer neugierig, wie die Herren vom Zentrum diese Steuer mit dem ist richtig, aber er wird nicht überlastet. Die Checksteuer ist nicht an stelle anderer, aufzuhebender indirekter Steuern vorschlagen, Schutz des Mittelstandes und des Handwerkerthums vor ihren in Einklang bringen werden.( Sehr richtig zu umgehen, wenn man eine Quittungssteuer einführt. Wenn so würden wir wahrscheinlich mit uns reden lassen, denn an sich Wählern Millionen und Abermillionen der Geldumsatz besteuert wird, dann ist es selbstverständlich, daß ist die Börsensteuer anderen Steuern, welche die wirthschaftlich bei den Sozialdemokraten.) an Löhnen ausder Waarenverkehr besteuert wird. Das Zentrum werde daher Schwachen mehr belasten, vorzuziehen. Aber die Regierung verwerden von Kleinen Handwerksmeistern In nicht die Vorlage verwerfen, sondern vorbehaltlich einiger Mende langt die Börsensteuer als eine Blume ihres Steuerbouquets zur gezahlt; welche Belastung nun durch diese Steuer. rungen bezüglich der Quittungs- und Frachtbriefstempel sich ihr Deckung der Militärkosten und zur Füllung des Reservoirs, das ben Motiven heißt es, meistens würden in den Geschäften freundlich gegenüber stellen. auch der bayerische Finanzminister für so nothwendig erflärte. teine Gehaltsquittungen gegeben. Die Herren am grünen Tisch Abg. Singer: Der bayerische Finanzminister hat uns Eine Petition behauptet eigenthümlicher Weise, daß die Börsen- wissen eben nicht, daß in den allermeisten unserer größeren Gegestern erklärt, daß die bayerische Regierung das größte Gewicht steuer auch die Arbeiterinteresseu verlege. Was an der Börse ge- schäfte von den Angestellten Gehaltsquittungen ertheilt werden. auf die Annahme der Vorlage legt. Diese Erklärung hat er und verhandelt wird, ist allerdings nichts anderes als gemünster Es herrscht in diesen Instituten dieselbe Ordnung wie bei den durch sein Erscheinen noch erheblich verstärkt, und er würde den Arbeiterschweiß und Arbeiterfleiß( Sehr richtig! bei den Sozial- Behörden. Die Reichs- und Staatsbeamten befreien Sie aber Reichstag nicht einer persönlichen Auseinandersetzung gewürdigt demokraten), aber eine Verlegung der Arbeiterinteressen liegt hier von dieser Steuer! Die Folge desselben werden zahllose Dehaben, wenn er nicht von der Nothwendigkeit überzeugt gewefen nicht vor. Wir haben unseren Standpunkt zur Börsensteuer fraudationen sein. Um den Stempel zu sparen wird man vielfach wäre, daß er seine Beredsamkeit zur Unterstützung des preußischen nicht geändert, dagegen hat eine Betition gegen die Börsensteuer auf die Quittung verzichten. Zahllose Prozesse werden angestrengt Finanzministers in Altion treten lassen mußte. Daran haben früher als Oberbürgermeister von Frankfurt der heutige preußische werden, in denen irrthümlich oder mit Absicht doppelte Zahlung wir nie gezweifelt, daß die bayerische Regierung auf die An- Finanzminister unterschrieben.( Heiterkeit, links.) Man brauchte verlangt wird, und diese Forderungen würden nicht zurückge= nahme dieses Gesetzes großen Werth legt, wohl aber daran, ob gegen die Börsensteuer sonst nicht zu sein, schon um dem wiesen werden, weil man eine Quittung nicht vorweisen könnte. fich Herr v. Riedel damit auch in Uebereinstimmung mit der Knopflochtonsortium an der Börse, welches im Sommer Etwas Besseres für die Unzufriedenheit und Erregung im Volke verdienten Lohn tönnten sie nicht thun als diese Steuer annehmen, und auch wir bayerischen Bevölkerung befindet. Denn auch in Bayern sind für die Militärvorlage agitirte, den jene Streise sehr stark vertreten, die sich gegen die Militär- dafür nicht vorzuenthalten. Die Sozialdemokratie sieht die nicht, wollten wir nur auf unseren politischen Vortheil bedacht vorlage erklärt haben und die Begeisterung für die neuen Börse als echtes und rechtes Kind der heutigen bürgerlichen sein. Wir haben es aber nicht nöthig, auf den Wahlfang zu Steuervorlagen durchaus nicht theilen. Die Vorgänge im Gesellschaft an und nicht als schlechter oder besser als die anderen gehen, wir fühlen uns verpflichtet, so weit unsere Kraft reicht, bayrischen Landtage hätten ihm Gewißheit darüber geben tönnen, bürgerlichen Institutionen.( Sehr richtig! bei den Sozial- das Volk vor Schaden zu bewahren( Sehr gut! bei den Sozialdemo das auch dort der große Theil des Voltes, der hinter unseren Partei- demokraten.) Die Partei, die sich zum Borkämpfer der Börse traten). Die Steuersucht der verbündeten Regierungen zeigt sich darin genossen ist, durchaus nicht seiner Meinung ist in Bezug auf macht, thut nichts anderes als sich für blankes Geld zum Kupp recht deutlich, daß sie auch an den Check- und Girostempel, welcher Bie Harmlosigkeit der Quittungssteuer und die Nothwendigkeit ler der Börse zu machen. Wir toleriren solche Institutionen nicht lumpige 500 000 m. bringen soll, nicht achtlos vorübergegangen der Tabak- Fabrikat- und der Weinsteuer. Uns ist nichts davon deshalb, weil sie eine Steuer zahlen, wir sind nicht der Meinung find. Es wäre traurig um das Reich bestellt, wenn man um bekannt, daß es, wie Herr v. Riedel behauptet, dem Herrn wie jene Päpste, die, um Geld zu machen, eine Steuer auf öffent diefer Summe willen einen Verkehr, der erst in den GeburtsSchatzsetretär gelungen wäre, die Ausführungen gegen die neuen liche Häuser legten, oder wie jene römischen Kaiser, die, um Geld wehen liegt, die Lebensader unterbinden müßte. Auch der Steuern zu entfräften. In der Militärtommission wurde von zu machen, eine Steuer auf Kloaken legten, woher bekanntlich Frachtstempel würde eine schwere Belastung des Verkehrs in sich Seiten der Regierungen ausdrücklich festgestellt, daß zum Zwecke das Wort non olet stammt. Wir müssen Organisationen schaffen, schließen. Darin stimme ich mit dem Grafen Kanit überein, der Ergänzung der Kosten der Militärvorlage ein großer bei welchen folche Schwindelinstitute nicht möglich find. daß es eine Ungerechtigkeit allerersten Ranges wäre, Waggon Theil aus den steigenden Reichseinnahmen zu decken wäre und So lange die kapitalistische Produktionsweise und die bürgerliche und Schiffsladungen verhältnißmäßig hoch zu besteuern, während daß dies ganz unabhängig von der sonstigen Gestaltung der Gesellschaft mit ihren Ausbeutungseinrichtungen existirt, werden die einzelnen Frachtbriefe 60 Pf. steuern müssen. In Geestemünde Dinge fich aus dem natürlichen Zuwachs der Bevölkerung ergebe. Sie bie Börse nicht los werden, denn sie ist nicht die Ursache giebt es 18 Fischhändler, welche 182 000 Frachtbriefe im Dann hat Herr v. Riedel mit der erfreulichen Offenheit, die ihn der Noth, sondern nur eine Erscheinung, die wesentlich zur Aus- Jahr verschicken. Jeder dieser Händler würde jährlich 1400 m. ziert, auseinandergesetzt, es würde viel zu viel Geschrei von diesen plünderung der Majorität des Voltes mit beiträgt. Die anti- Frachtstempel zu zahlen haben.( hört! hört! links.) Natürlich Steuern gemacht, es fönne ja niemand gezwungen werden zu femitische Presse wirft uns vor, wir feien an die Börse verkauft würden die Händler den Stempel auf die Konsumenten wälzen rauchen. Wo glaubt er denn den Ertrag aus der Tabaksteuer und schützten die Interessen der Börse. Ja, wenn Sie mir um und eine weitere Vertheuerung der Lebensmittel die Folge fein. herzubekommen, wenn die Raucher anfangen zu streiken? alles in der Welt auch nur annähernd einen Grund dafür sagen Die Regierung giebt offen zu, daß die Steuer den Verkehr nicht ( Heiterkeit.) Die ganze Voraussetzung der Steuern bafirt auf der wollten, was denn die Sozialdemokratie für ein Intereffe an der erheblich" belasten würde. Der Kreis der Steuerzahler ist erHoffnung, daß der Konsum nicht erheblich eingeschränkt werden Börse hat.( Ruf rechts: Aber Singer!) Unsere Stellung zu heblich größer, als der Kreis der Regierungen. Wollen Sie wird. Herr v. Riedel meint, der Handwerker und kleine Gewerbe- dieser Einrichtung ist durch unser Programim gegeben. Im Deckung für die Kosten der Militärvorlage, so fuchen Sie dieselbe treibende werde durch die Quittungssteuer nicht getroffen. Wenn Interesse der schnellen und gründlichen Abwirthschaftung bei den Reichen und Wohlhabenden. Die Majorität der Bevölke er einmal eine Anfrage an jene Kreise in Bayern gerichtet hätte, der heutigen Verhältnisse hätten eigentlich nicht rung, die wirthschaftlich Schwachen, zahlen ihre Steuern für dem Wagen, würde er eine ganz der zum den Militarismus schon reichlich, indem sie die Blutsteuer für den andere Antwort bekommen haben. nöthig, solche Institutionen in rollt, aufzuhalten. Das ist eine derjenigen Unverständlichkeiten, die wir in der Abhang Ich stehe auf demselben Militarismus aufzubringen haben. Wir wollen zu dieser BlutBegründung der Steuervorlagen vom Regierungstische öfter hören. Standpunkt wie Mary. Mary ist Freihändler, weil er darin steuer nicht noch eine Gutsteuer fügen. Und wenn der FinanzIch hätte es nicht für möglich gehalten, daß es hier im Reichs- die schnellste Abwirthschaftung der bürgerlichen Gesellschaft fieht. minister doch noch dem Gedanken einer Reichs- Einkommensteuer tage als eine Verkündigung der volkswirthschaftlichen Weisheit Ebenso tann man wünschen, daß auch die Börse sich ungestört wird näher treten müssen, dann empfehle ich ihm nicht zu ver ausgesprochen wird, die darin gipfelt: eine unzweckmäßige Ver- weiter entfalte, weil das auch die Vernichtung der heutigen Ge- geffen den Besitz und das Einkommen der regierenden Fürsten in theilung der direkten Stenern schädige den Arbeiter mehr als die fchaft fördert. Aber so stehen wir nicht zur Sache. Wir be- Deutschland mit in Rechnung zu ziehen( Sehr gut! bei den Das wäre ein nobile officium für indirekten Steuern. Es ist wirklich schwer, mit solchen Auf- willigen die Börsensteuer nicht wegen ihrer Verwendung und Sozialdemokraten). Herren. faffungen zu diskutiren, gegen einen Ausspruch, der alle bisher weil wir uns nicht abkaufen lassen wollen die Zustimmung zu diese Im Falle eines doch Krieges wird Ober geäußerten voltswirthschaftlichen Grundsätze direkt auf den Kopf den Börsengeschäften dadurch, daß man eine Steuer auf die vorwiegend das Besitzthum der Reichen geschützt. stellt. Freilich, wenn die bayerische Regierung einmal dazu Börsengeschäfte legt. glauben Sie, daß die Billen und Schlösser, Bergwerke und schreiten sollte, eine Einkommensteuer einzuführen, dann würde Bezüglich des Lotterieftempels erinnere ich an das Urtheil Eisenbahnen im Besitz der Arbeiterbevölkerung sind? Nein, alle fie wohl auf das allerunzweckmäßigste gemacht werden, wenn man in dem Prozeß gegen den Banterotteur Löwy, in deffen Gründen diese Werthe, die allerdings erst geschaffen sind durch die Arbeit nicht davon ausgeht, daß eine solche auf die leistungs- fich folgender Sah findet: Der Gerichtshof hat auch auf Ehrverlust der unteren Klassen, sind Eigenthum einer verschwindenden fähigen Schultern gelegt werden muß. Nach unserer Auf- erfannt, da er auch die Erweckung der Spiellust für ehrlos an- Minorität. Wir haben nicht die geringste Luft für den Schuß faffung tann eine Einkommensteuer überhaupt von sieht, sei es bei Wetten, auf den Rennplägen oder beim Karten- dieser Minderheit dem Volte noch weitere Lasten aufzubürden. denjenigen getragen werden, die schon von vornherein spiel oder bei anderen Glücksspielen." Man möchte der Regierung Diese Steuervorlage in ihrer Gesammtheit charakterisirt sich als in der Lage sind dadurch, daß sie ein bestimmtes Einkommen fast rathen, dafür zu sorgen, daß die deutschen Gerichtshöfe etwas ein Monument von der Zeiten Schande, an dem wir nicht mithaben, steuerfähig zu sein. Es ist charakteristisch für die Auf- weniger unvorsichtig sich über die Handlungsweise der Regierung bauen wollen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) faffung der verbündeten Regierungen, wie sie sich eine Steuer- ausdrücken( Heiterkeit bei den Sozialdemokraten), denn daß die Bayerischer Finanzminister v. Riedel: Der Vorredner hat reform denken, wenn von vornherein der einzig vernünftige Lotterie die Spielsucht erweckt, ist zweifellos. Wenn man an die gesagt, bei der bayerischen Voltsvertretung( Buruf Singer's: Reformgedanke aus den Plänen der deutschen Finanzminifter Gestattung von Kirchenbau- Lotterien, an die Schloßfreiheits- Wolf!) würde ich keine Begeisterung für die Steuern finden. Eine ausscheidet. Es wirkt geradezu fomisch, wenn Graf Kanit für Lotterie, die Antiftlaverei- Lotterie denkt, muß man sagen, daß es solche Begeisterung herrscht wohl nirgends, ich kann fie also auch alles Unglück in der Welt die Handelsverträge und die Gold einer Regierung, deren Sozialreform wesentlich auf moralischen nicht von der bayerischen Boltsvertretung verlangen. währung verantwortlich macht. Wenn ich nicht fürchtete trivial Gründen bafirt, schlecht ansteht, aus solchen Quellen Einnahmen bayerische Kammer aber war mit Ausnahme weniger Herren, der die an sich verwerflich find. Wir wollen Gesinnungsgenossen des Vorredners, einig darüber, daß für die zu werden, könnte ich sagen: Sogar dafür, daß ein Droschken- zu schaffen, weil die Sucht Deckung der Vorlage gesorgt werden müsse ohne Rücksicht darauf, gaul stürzt, macht er die Handelsverträge und die Goldwährung auch keine Wohlthätigkeits Lotterien, verantwortlich. Wenn er meint, diejenigen, welche für die nach mühelofem nicht begünstigt werden soll. ob man für die Militärvorlage geftimmt habe oder nicht, ferner Handelsverträge gestimmt haben, mußten auch für die Deckungs- Was berechtigt Sie, die Lotterie dadurch zu toleriren, daß Sie darüber, daß das Reich den Einzelstaaten zur Hilfe tommen mittel der infolge derselben entstehenden Ausfälle an Zoll- Ein- den Lotteriestempel erhöhen. Je drückender die Noth sich in müsse und endlich darüber, daß es Aufgabe der Regierung sei, nahmen forgen, fo erwidere ich, der Haupttheil der von der weiteren Bevölkerungsflaffen geltend macht, je weniger die Ein- dahin zu wirken, daß eine Erhöhung der direkten Steuern vers Regierung geforderten Mittel wird für die Militärvorlage ge- nahmequellen aus Beruf und Geschäft genügen, desto eher erwacht hindert werde. Das sind die Hauptgrundlagen meiner gestrigen braucht. Also müßten gerade Sie( rechts) und die anderen die Neigung, auf anderem Wege Geld zu schaffen. Durch die Ausführungen gewesen, und man fann sich also gegen diefelben Parteien, welche der Militärvorlage zugestimmt haben, es als Lotterie verstärkt der Staat das Elend und die Noth des größten nicht auf den Bayerischen Landtag berufen.( Bustimmung rechts.) ein nobile officium erachten, für ihre Standesgenossen die Kosten Theils der Bevölkerung. Das Geld, das in schlechten Verhält- Abg. Gamp( Rp.): Der Vorredner aus dem Hause hat aufzubringen. Daß Graf Kanig vor allzu großen Hoffnungen niffen aufgewendet wird, um dem Glück die Hand zu bieten, zwei Irrthümer begangen gegenüber dem Grafen Kaniz; derinfolge der Börsenenquete warnt, ist ganz natürlich. Sie, die würde besser zur Ernährung der Familie verwendet. Die Wohlfelbe hat nicht bloß von der Deckung des Ausfalls von ZollVertreter der bürgerlichen Gesellschaft inkl. der Regierungen, thätigkeitslotterieen, die stempelfrei bleiben sollen, werfen ein einnahmen infolge der Handelsverträge gesprochen, sondern auch brauchen die Börse als nothwendiges Produkt der heutigen ge bezeichnendes Schlaglicht auf unsere gesellschaftlichen Ver- von der Deckung der Kosten der Militärvorlage; Graf Ranih hat Die Gesellschaft tann nicht mehr wohlthätig ferner darauf hingewiesen, daß auch die Landwirthe fich einsellschaftlichen Verhältnisse, die mit allen ihren Auswüchsen nichts hältnisse. anderes ist als ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft. Das heißt fein, ohne durch Konzert, Theater, Vortrag einer berühmten schränken; das können alle die Handwerker der kleinen Ackerstädtchen bezeugen, welche unter dem Rückgange der Kaufparteipolitische und fistalische Demagogie, wenn man die Börse Sängerin 2c. einen Ersatz dafür zu haben. Daß der preußische Finanzminister auch auf die Quittungs- traft der Landwirthe leiden. Die Börsenenquete hat dahin verdammt, während dieselben Kreise, die heute gegen die Börse auftreten, diejenigen find, deren Mitglieder dasjenige Geschäft ausführen, fteuer gekommen ist, ist nicht wunderbar. Ich bedauere, daß der geführt, daß eine wesentliche Besserung eintreten wird. welches Sie so tieffittlich verdammen. Die Streise, die ein Betermordio Borrebner die früheren Ausführungen Windthorst's hierüber bei Der Frage der Emissionssteuer, d. h. der Besteuerung der Unterüber die Börse ausbringen, fiellen das Hauptkontingent der Seite gesetzt hat. Wir haben vor einigen Tagen ein Theil des nehmungen, deren Aktien an der Börse gehandelt werden, hätte Börsenspekulation dar. Sehen Sie doch die Kundenregister der Bermächtnisses Windthorst's, den Jesuitenantrag behandelt. Ich man doch näher treten sollen. Die Obligationen ausländischer Börse an; Sie würden viele der Edelsten der Nation darin wünschte, daß das Zentrum einem anderen Theil dieses Ver- Unternehmungen sollten nicht so sehr begünstigt werden. Amerifinden.( Sehr richtig! links.) G3 ist bei den Tendenzen des mächtnisses, der sich auf die Quittungssteuer bezieht, mehr Auf- fanische Eisenbahnen, z. B. Northern Pacific, sind ja meist aus Windthorst wäre Grafen Kanit sehr begreiflich, daß er auf Mecklenburg verwies, merksamkeit schenkte. heute ebenso Obligationen gebaut worden, darüber wird ja Herr Barth gewiß wo die Staatseinnahmen und Ausgaben nicht angeschrieben gegen die Quittungssteuer wie 1881. Die Aufforderung Auskunft geben können, und solche Papiere sollte man vom werden. Das wäre allerdings der Idealstaat des Grafen Kanit des preußischen Finanzministers, andere Steuervorschläge deutschen Markte fernhalten. Daß bei den fremden Aktien die nicht machen, ist ja fruchtlos geblieben. und Genossen, wo Dorchläuchting alles allein macht und das zu machen, Herr soliden Papiere höher belastet würden als die unsoliden, ist nicht dumme Bolt blos bezahlt.( Zustimmung links.) Das Jdeal, v. Frege hat die Abschaffung der Dreipfennigbriefmarke zuzugeben; denn die soliden stehen gewöhnlich höher im Kurs welches Graf Kanig in Bezug auf den Lotterieftempel hat, ist und einen Stempel von 5 Pf. auf die Postpacete von 5 Kilo: als die unfoliden, der Stempel richtet sich aber nach dem nur Erwerb # wir Die Lokales. Bum Charitee- Boykott. Die Generalversammlung der feine Kranken der Charitee zu überweisen. In der Praxis Drts- Krankenkasse der Töpfer Berlins beschloß am 23. November, wurden schon seit drei Monaten feine Krankenkassen- Mitglieder der Charitee zugesandt. Auf verblüffend einfache Weise weiß ein hiesiges Blatt den üblen Wirkungen abzuhelfen, die es für die Gesundheit mit fich bringt, wenn Kinder mit durchnäßtem Schubzeug in die Schule kommen: Sie tönnten bei naffem Wetter ein Paar Hausschuhe in den Ranzen steden." Dieser pyramidale Vorschlag erinnert lebhaft an die französische Prinzessin, die auf die Nachricht, daß das Volt revoltire, weil es tein Brot zu essen habe, erstaunt fragte: Ja, aber warum Nominalbetrage. Bezüglich des Checks hat Herr Richter davon Deckung der Roften aufkommen will, wie Herr Meyer, der muß dann an arme Kinder verliehen werden. Wenn möglich, will gesprochen, daß in England Checks über 2000 Pfund erst eine praktische Vorschläge machen( Buruf Rickert's: Das ist aber man den Aermsten auch freien Eintritt auf bestimmten Gisbahnen Mark Stempel foſten. Dieser Stempel wird schon bei 2000 m. gelungen!) und nicht mit Scheinvorschlägen fich begnügen. Man erwirken. Auch wir wünschen den armen Kindern von Herzen ( Buruf des Abg. Richter: Habe ich gefagt!) erreicht; bei uns hat sich nicht einmal bemüht, mich zu widerlegen, daß die Ein- den Genuß des Schlittschuhlaufens und verkennen nicht die mannigbeträgt der Stempel bei 2000 m. 0,4 m., bei 4000 m. 0,8 M. fommensteuer im Reich tief in die Verhältnisse der Einzelstaaten fachen Vortheile, welche die törperliche Uebung bietet. Aber die und erst bei 6000 M. wird der englische Stempel von 1 M. er eingreifen würde. Ich habe den Grundsatz immer vertreten; Idee erinnert doch ein wenig an so manche ähnliche bee, die reicht. Daß eine Schädigung der fleinen Bantiers eintreten die Realsteuern den Gemeinden, die Personalsteuern den Einzel- von verwandten Bereinen ausgeheckt worden ist und in letter tann, ist richtig. Der fleine Betrieb leidet auch auf diesem Ge- staaten, die indirekten Steuern dem Reiche. Auf grund der Linie auf das eine, von der besitzenden Klasse mit banger Sehnbiete durch den Großbetrieb; aber einen entscheidenden Werth Ginkommensteuer wird niemals ein Mehrheitsbeschluß des Reichs- sucht erstrebte Biel hinauslief, auf die Beförderung des fozialen können wir darauf nicht legen. Das Verlangen, die Termin- tags und Bundesraths zu erreichen sein. Daffelbe sage ich Friedens". Wir können uns der Befürchtung nicht erwehren, daß geschäfte mit einer höheren Steuer zu belegen, entspringt nicht mit derfelben Offenheit inbezug auf die sogenannte Liebesgabe. auch der Verein für gesundheitgemäße Erziehung der Jugend" der Auffassung, daß sie sammt und sonders Spielgeschäfte sind. Ich habe diese Liebesgabe nicht erfunden. Sie bestand in Bayern vielleicht bald auf diese Bahn gerathen wird. Wir wollen jedoch In dem Verkauf oder Ankauf von Waaren auf 12 Monate vor und ist auf das Reich übertragen worden. Die große Mehrheit feine weitere Entwidlung abwarten. Es soll uns freuen, wenn aus liegt ein spetulatives Element; die Preisschwankungen während des Reichstags hat diese Liebesgabe für nöthig erachtet. Ich sie sich in entgegengesetzter Richtung bewegt. dieser Zeit tönnen sehr erhebliche sein und ein Stempel weiß nicht, ob viele Mitglieder des Reichstags ihre Ansicht von 4/10 vom Tausend fann dabei gar nichts ausmachen. geändert haben, ich habe sie nicht geändert. Die Liebesgabe Wie das arbeitende Volk mehr und mehr verelendet. Besonders hoch scheinen aber die Courtage- Säße bemessen zu sein; wurde gewährt, nicht um einzelnen Staatsbürgern etwas zuzu- Der Fleischkonsum vermindert sich von Jahr zu Jahr. So wurden es erscheint mir ungerecht, daß das Reich so wenig, die Makler wenden, sondern um zu verhüten, daß an die Stelle der land- verbraucht in Berlin pro Kopf im Jahre 1880: 180 fb., 1889: für ein ganz rifitofreies Geschäft so hohe Beträge erhalten, ob wirthschaftlichen Brennereien die großen städtischen Brennereien 170 Pfund, 1890: 147 Pfund und 1891: 140,6 Pfund. In gleich fie fehr wenig dabei zu thun haben. Giner besonderen und die großen Magnatenbrennereien treten wie in England. München 1889: 180 Pfund, 1890: 162,72 Pfund und 1891: Fürsorge möchte ich die Prämiengeschäfte empfehlen, die eine Mehr als je, nach den Erfahrungen, die ich als Minister ge- 158,44 Pfund. In Leipzig 1890: 108,14 Pfund, 1891: 98,28 Pfd. Steuer wohl verdienen. macht habe, bin ich der Ueberzeugung, wenn die Steuerdifferenz und 1892: 95,82 Pfund. In Nürnberg 1890: 1321/10 Pfund, Für den Lotteriestempel sind meine sämmtlichen Freunde. verschwindet, wird in wenigen Jahren die größte Zahl der 1891: 1272/10 Bfund und 1892: 1203/10 Pfund Fleisch. Daß die verbündeten Regierungen genöthigt gewesen sind, auf fleinen Brennereien verschwunden sein. Das bedeutet für die Es ist natürlich ein Irrthum, wenn man annimmt, daß das einen Quittungsstempel zurückzugreifen, finden wir nicht angenehm. ärmeren Landstriche des Oftens: Keine Brennnerei, feine arbeitende Volk so besonders schlimm von dem steigenden Elend Aber dagegen müssen wir Berwahrung einlegen, daß die An- Schlempe! Keine Schlempe fein Vieb! Kein Vieh kein betroffen wird. Der Arbeiter nimmt vielmehr in den Augen der hänger der Quittungssteuer nicht für den Mittelstand forgen. Dünger! Rein Dünger feine Kartoffeln und tein Korn! berufsmäßigen Apologeten der heutigen Gesellschaft fort und fort Der landwirthschaftliche Mittelstand kommt wohl überhaupt nicht( Bustimmung rechts) und was würde die Folge sein? Die an den Errungenschaften der modernen Kultur theil. Wer eigentin die Lage, eine Quittung auszustellen und er läßt sich auch Kiefer!( Zustimmung rechts). Wir werden nun eine Vorlage lich leidet, das ist der schreiende junterliche Agrarier, der sich anvielfach gar keine Quittung ausstellen. Wir würden nicht ab- machen bezüglich einiger Erleichterungen in der Branntwein- gesichts des herrschenden Nothstandes mit drei Kumpanen ein geneigt fein, eine Erhöhung der Minimalgrenze eintreten zu lassen, steuer; dabei tönnen wir uns über diese Frage vielleicht weiter Mittagessen zu 157 M. theilen muß. Nicht wahr, liebe„ Kreuzvielleicht auf 40 Mart. Wie Herr Singer im Namen der Arbeiter unterhalten. Die Sache tönnte in anderer Weise geordnet wer: Beitung"? der Duittungssteuer widersprechen fann, verstehe ich nicht. Der den, aber ich weiß nicht, ob sie den Herren( links) besser gefallen Si beiter Komint selten in die Lage, so hohe Beträge auszugeben, würde. daß sie quittungssteuerpflichtig werden. Der Frachtbrief- In allen Einzelheiten werden die verbündeten Regierungen stempel wird die Landwirthschaft nur wenig berühren, nicht auf ihrem Schein bestehen. Man kann der Meinung sein, aber einzelne Industriezweige werden erheblich darunter daß die Quittungssteuer nicht als Firsteuer au behandeln ist, leiden. Aber es wird sich hier auch nur um einen Ueber: sondern abgestuft werden kann.( Widerspruch links.) gangszustand handeln, der leicht überwunden werden könnte. Gegen 5 Uhr wird die weitere Berathung bis Donners. Herr Richter hat allerdings damit Recht, daß bei der Stempel- tag 1 Uhr vertagt. steuer nur geringe Defraudationen von 138 bezo. 115 M. sich ergeben haben, bei der Branntweinbrennerei aber erheblich höhere. Aber wenn darin die Verdächtigung liegen sollte, daß die Landwirthe sich nicht von den Grundsäßen der Moral hätten leiten laffen, so muß ich das zurückweisen( Unruhe links). Die DeEine prächtige Weihnachtsfrende ist den Hilfsbremsern fraudation von 115 M. Stempel ergiebt eine Anzahl von Ge auf dem Bahnhof Johannisthal- Niederschönweide befcheert worden. schäften im Betrage von mindestens 11 500 000 M.; die Defrau Am Montag, den 27. November wurde diesen bisher mit 2 Mr. elfen die Leute denn keinen Kuchen? dation bei der Brennerei umfaßt 1860 Hektoliter im Werthe von 50 Pig. pro Tag entlohnten Arbeitern angekündigt, daß am nur 30 000 M. Ich wundere mich, daß der Reichs- Schatz- 1. Dezember ein Lohnabzug vollzogen werde, und zwar in der sekretär nicht daraus gefolgert hat, daß bei der Stempelsteuer Art, daß der Betrag der bisher gewährten Meilengelder vom schärfere Kontrollmaßregeln nothwendig sind. Ich verweise auf ohne abgerechnet werden solle. Und so geschah es. Als die eine Publikation des Vereins zum Schutz der Besizer von Werth- Hilfsbremser am 1. Dezember die Auszahlung des, wohlgemerkt papieren, Vorsitzender Justizrath Feichtmayer, in welcher davon bereits im Monat November erarbeiteten Lohnes erwarteten, die Rede ist, daß in der Kulisse an der Börse sehr viel Geschäfte wurde ihre Hoffnung, daß man ihnen wenigstens diesmal noch ohne Stempel gemacht werden, indem die Differenz sofort auf den vollen Lohnbetrag auszahlen werde, nicht erfüllt. Die die Hand gezahlt oder einem anderen Geschäfte zugeschrieben Direktion hatte es vielmehr fo eilig, daß fie den so wie so schon fequenz unferes zustimmenden Botums zur Militärvorlage be- je nach der Höhe des bisher verdienten Meilengeldes 20 Pf. Abg. Meyer Salle( Freis. Vg.): Wir sind uns der Kon Monat einen Betrag in Abzug brachte, der, auf den Tag berechnet, biot oder fouft jemand an Caprivi und den Kaiser adressirt wußt. Aber ich habe nicht dafür gestimmt, weil die Strömung resp. 25 Pf. aus macht. So sorgt im herrlichen Johannisthal, im Bolte es verlangte. Ich war der Ansicht, daß die Sicherheit wo die Lebensmittel 2c. noch theurer im Preise stehen, als in in der Droschkenfutscherstube des Anhalter Bahnhofes ging es Wie das Volk zur Welt kommt. Bei dem Gastwirth B. des Reiches die Vorlage verlangte; das war der durchschlagende Berlin selber, der Staat für seine" Arbeiter. Grund, nicht die Strömung im Volte, auch nicht die Erwägung. leuchtendes Vorbild giebt doch dieser Staat etwaigen Fabrikanten, lichen Gesellschaft. Während dieser Zeit hatte sich ein junges Welch ein hoch her: der Wirth beging sein Wiegenfeft inmitten einer fröhdaß die Steuern sehr schwer aufzubringen sein würden. Ich bin die in einer Anwandlung von Menschlichkeit sich bisher noch Mädchen in der Gaststube eingeschlichen, dem man die Noth anzuversichtlich überzeugt, daß es in diesem Hause kein einziges geschämt haben mochten, ihren Arbeitern das nahende Fest der sah und das hochschwanger, obdachlos in der Großstadt umberMitglied giebt, welches gegen die Vorlage gestimmt hätte, wenn christlichen Liebe durch Lohnreduktionen zu verkümmern. Hoch irrte. Plötzlich mischte sich Kindergefchrei in die Geburtstags= es die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit derselben gehabt der faiserliche Erlaß vom 4. Februar 1890, der in jetziger Zeit ftimmung: das Mädchen hatte einem Knaben das Leben geschenkt hätte. Die Herren der Freisinnigen Volkspartei haben diese Ueberzeugung nicht gehabt. Wir haben, gleichgiltig ob Muth verdiente, in einer Massenauflage im Reiche des Herrn Thielen in dem Augenblick, als die Gläfer auf das Wohl des Geburtstagsdazu gehört oder nicht, mit patriotischer Hingabe gehandelt, ob vertheilt zu werden. findes erklangen. Die junge Mutter, in der die 19 jährige Marie wohl ein großes Opfer zu bringen war. Daß die Lasten nicht auf das ärmere Volt abgewälzt werden sollen, darüber haben Jugend", dessen Begründung wir bereits furg mitgetheilt haben, für ihre Ueberführung nach dem Krankenhause. Was wird Der Verein für gesundheitsgemäße Erziehung der Krause aus Glogau festgestellt wurde, irrte schon seit vier Nächten am Bahnhofsgebäude umher. Ein Schuhmann sorgte wir gewisse Vorbehaltungen schon im Juni gemacht und zu bat am Dienstag Abend feine erste öffentliche Versammlung im später aus der Unglücklichen und ihrem armen Kinde werden? ficherungen vom Herrn Reichskanzler erhalten, die uns allerdings Bürgersaale des Rathhauses abgehalten. Prof. Dr. S ch w albe schlecht gehalten worden sind. Er hat allerdings danach ge- sprach über:„ die Bestrebungen des Vereins", Prof. Dr. Anger- Eine eigenartige Blutvergiftung wird aus der Luthertrachtet und gestrebt, die schwächeren Schultern zu entlasten. ite in über:" Schäden und Mängel in der Erziehung unserer straße gemeldet. Der Gastwirth Köhler, der in dem Hause 19b Aber dann hat er nicht genug getrachtet und gestrebt.( Heiter Jugend." Beide Herren haben sich mit keinem Wort, oder wohnt, spülte vor einiger Zeit Flaschen und schnitt sich dabei an feit.) Wenn ihm von feinen finanziellen Helfern teine wenigstens mit feinem deutlichen Wort, darüber ausge- einem Glasscherben in den rechten Arm. Obgleich die Wunde anderen Gründe vorgebracht sind, als die hier gehörten, dann sprochen, daß der allergrößte Theil der Jugend, die proletarische bereits geheilt war, stellten sich plötzlich am Montag starke Anbegreifen wir nicht, daß er seine Zusage nicht erfüllt hat. Jugend nämlich, eine gesundheitsgemäße Erziehung überhaupt schwellungen an der rechten Körperseite ein, die nach dem Urtheil Wir halten die Schwierigkeiten einer Reichseinkommensteuer nicht nicht erhalten tann, weil es den durch eine lange Arbeitszeit eines Arztes auf Blutvergiftung infolge der Verlegung zurüdfür so erheblich; denn wir wollen dieselbe nicht auf die breiteren dem Hause fern gehaltenen, müde an Leib und Seele heim- zuführen sind. Köhler wurde deswegen mittels Krantenwagens Schichten des Volkes legen, sondern auf einen kleinen Kreis von kehrenden Eltern nicht möglich ist, sich ihrer Kinder hinreichend in das Elisabet- Krankenhaus gebracht. Begüterten. Die Arbeit der Einschätzung wäre also zu be- anzunehmen. Von den Kindern der Befihlosen ist überhaupt wältigen gewesen; überhaupt kommt es darauf nicht an. Wir kaum geredet worden. Der Angerstein'sche Vortrag beschäftigte muß der 65 Jahre alte Schloffermeister Albert Gabriel, JoachimEinem Raubanfalle, der noch sehr der Klärung bedarf, sind ferner der Ansicht, daß die Liebesgabe für die Branntwein sich fast ausschließlich mit denjenigen Echäden in der Erziehung, straße 22, zum Opfer gefallen sein. Am Sonntag Morgen um brenner beseitigt werden muß. Wir haben immer die Beseitigung die nicht der Mangel, sondern der Ueberfluß hervorruft, die 5 Uhr fanden zwei Droschkenkutscher vor dem genannten Hause der Zuckerausfuhrprämien gefordert. Zulegt ist die Regierung also nicht die Kinder der Besiglosen, sondern der Befizenden in einer Blutlache liegend einen bewußtlosen Mann. felber zu der Ueberzeugung gekommen, das die Zuckerprämien sich treffen. Da wird es denn auch begreiflich, daß in einer Vor- riefen Hausbewohner herbei, welche in dem Verwundeten nicht mit der Finanzlage des Reichs vertragen. Sie wird mil versammlung, Beitungsberichten zufolge, als Aufgabe des Vereins riefen Hausbewohner herbei, welche in dem Verwundeten der Zeit auch bezüglich der Liebesgabe zu derfelben Erfenntniß hingestellt worden ist, sich nicht etwa blos auf die GemeindeSchlossermeister Gabriel erkannten. Auf Befragen fommen. Graf Ranis hat die Gefchente bei den Handelsver- schultinder zu beschränken, sondern sich auch der Schüler und in seinem Stammlokal sagte Gabriel aus, daß er am Sonnabend Abend trägen geschildert. Wir haben viel zu viel verschenkt; daran ist Schülerinnen der höheren Lehranstalten anzunehmen. An sich allee gewesen und von dort um 11/2 Uhr vor seinem Hause von Pohl in der Landsberger das gute Herz des Finanzministers schuld: Er hat die Liebesgabe muß man dem beistimmen; denn in der That werden auch in der angelangt sei. Beim Aufschließen der Hausthür sei ein Pärchen den Branntweinbrennern geschenkt, den Standesherren eine Ent besitzenden Klasse infolge unzweckmäßiger, jedoch ohne Noth an ihn herangetreten und habe ihm, dem alten Manne, ein schädigung für die Aufgabe ihrer Steuerfreiheit, die Grundsteuer unzweckmäßiger Erziehung zahlreiche Kinder ganz gründlich ver: Riechfläschchen unter die Nase gehalten. Was dann mit ihm hat er geschenkt, den Pfälzer Tabakbauern will er die Tabat- pfuscht und in ihrer förperlichen, wie geistigen Leistungsfähigkeit vorgegangen ist, will Gabriel nicht wissen; er ist aber der AnRiechfläschchen unter die Nase gehalten. Was dann mit ihm anbausteuer schenken. Merkwürdig ist es, daß solche Geschenke ichwer geschädigt, die bei vernünftiger Behandlung zu brauchficht, daß er durch Schläge auf den Kopf vollends betäubt worden immer dann kommen, wenn das Reich Geld braucht. Uebrigens baren und nüßlichen Gliedern der Gesellschaft erzogen werden sei. Er will noch gefühlt haben, daß eine Hand ihm die Börse rührt dieser Ausdruck Liebesgabe" von dem verstorbenen Herrn könnten. Aber es hat den Anschein, als ob der Verein darin, wird. wenn In der Gesetzeskunde findet am Freitag, den 8. d. Mts., Abends in Arbeiter Bildungsschule Südost, Reichenbergerstr. 133. 29 Uhr, eine Besprechung der wichtigsten Paragraphen des Vereinsgefeßes statt, wozu die bisherigen Theilnehmer und etwaige Interessenten hierdurch höflichst eingeladen werden. Geraden Weges aus Paris sollen nämlich zwei französische Poliziften angekommen sein, um bez hiesigen Anarchisten() nach dem Gewaltige Ehre wird den hiesigen Anarchisten angethan. Ursprung der Sendungen nassen Pulvers zu recherchiren, die ein den Sie v. Wedell- Malchow her. Diese Art der Begünstigung ist schlecht trotz einer am Dienstag Abend abgegebenen gegentheiligen Er aus der Tasche gezogen habe, worin 16 M. enthalten gewesen hin nicht zu halten. sie ist das Ungerechtefte, was jemals von der flärung des Prof. Schwalbe, seine Hauptaufgabe erblicken will.[ eien. Merkwürdig bleibt nun, daß die leere Börse sich später Steuergesetzgebung produzirt worden ist. Im Mai handelte es Vielleicht wird ihm auch nichts anderes übrig bleiben als, sich in der Tasche vorgefunden hat; dagegen ist durch einen Zeugen sich um eine Biersteuer, daß diese nicht wieder kommen sollte, auf dieses Gebiet zu beschränken; denn er erst zu erweisen, daß G. schon um ein Uhr Nachts vor dem Hause hat der Reichskanzler uns zugefagt. Dafür kommt die Tabat einmal anfangen wollte, die Schäden in der Erziehung gelegen hat. Sein Zustand hat sich inzwischen so verschlechtert, fabrikatsteuer. Wäre diese im Mai vorgelegt, so hätte der Un- auch der proletarischen Jugend einer Erörterung vor der Deffent daß er heut Morgen nach der Charitee übergeführt ist. wille fich dagegen gerichtet, und wir würden uns heute mit der lichkeit zu unterziehen, dann würde er wohl sehr bald in die Biersteuer beschäftigen. Von der Wehrhaftmachung des Reichs Brüche fommen. Er würde zugeben müssen, daß eine wesentliche Tagen eine Zeitungsfrau in der Bellealliancestraße, als sie des Von einem jähen Schrecken ergriffen wurde in diesen hat nicht dieser oder jener Stand, diese oder jene Provinz einen Aenderung in der Erziehung der proletarischen Jugend ohne Abends in gewohnter Weife thren Botengang verrichtete. Beim Vortheil. Nicht im Interesse der Konsumenten trete ich gegen eine fundamentale Umgestaltung der Gesellschaft gar nicht möglich Betreten eines nur spärlich beleuchteten Hausflurs stieß sie undie Steuern ein, fondern weil man die Steuervorlagen fo macht, ist, und daß, wer diese nicht will, auch jene nicht ernsthaft versehens an einen offenen Sarg und kam unwillkürlich in Bedaß tausende von Arbeitern auf das Pflaster geworfen werden. wollen kann. Der Verein stellt sich aber auf den Boden der berührung mit der darin liegenden Leiche. Damit hatte es die Die Ueberzeugung von der Unannehmbarkeit der Weinsteuer ist stehenden Gesellschaftsordnung und rechnet, wie alle diese Ver- folgende Bewandtniß. Die beschränkten Raumverhältnisse hatten wohl heute schon in einem großen Theile des Reichstags ver eine, mit den durch diese Gesellschaftsordnung gegebenen Be- es nicht gestattet, daß der Sarg mit der Leiche geschlossen die breitet. Das vorliegende Gefet a limine zurückzuweisen, find dingungen. Daraus ergiebt sich dann seine Haltung in der Treppe herunter geschafft wurde. So war zuerst der Sarg und wir nicht in der Lage. Wir werden uns an der Berathung des Frage einer gesundheitsgemäßen Erziehung auch der proletarischen dann die Leiche heruntergebracht worden. Während nun der felben betheiligen. Ich halte das Lotteriespiel für verwerflich; Jugend von selbst. Er wird sich auf Einzelheiten und Aeußerlich- Sargdeckel zuletzt herbeigeholt wurde, mußte die Frau, ohne daß da es aber nicht gelingt, die Lotterie abzuschaffen, so feiten beschränken müssen, die Wurzel des Uebels dagegen unan- Jemand inzwischen bei dem Sarge geblieben wäre, gerade hinzus wollen wir wenigftens möglichst viel herausschlagen und getastet laffen müssen, wenn er sich nicht die Sympathien der befizen- tommen. Die sonst nicht schwächliche Botenfrau wurde von uns Freunde schaffen mit dem ungerechten Mammon. Den Klassen verscherzen will, deren Geldbeiträge er nun einmal nicht einem derartigen Schrecken erfaßt, daß sie mehre Tage das Bett Die Mehrheit meiner Freunde ist gegen die Quittungssteuer, entbehren kann. Prof. Schwalbe meinte, die Bestrebungen des zu hüten gezwungen ward. Auf alle Fälle verdient es scharfen Check- und Frachtbriefsteuer; ich halte den Checkstempel für zu Vereins stünden zu feiner der bestehenden anderen Bestrebungen, Tadel, daß die Angehörigen des zu Bestattenden den Sarg mit läffig. In vielen Kreifen besteht die phantastische Idee, daß die weder der politischen, noch der religiösen, noch der sozialen, in der Leiche auch nur wenige Augenblicke im Hausflur ohne AufBörse ein Ort sei, wo ohne jede Mühe ungemessene Reichthümer, Gegenfat. pierin dürfte er sich täuschen. Die Bestrebungen, ficht hatten stehen lassen. Die Frau ist infolge des erfahrenen erworben werden; aber der Ertrag der Börsensteuer hat niemals welche der Verein angeblich verfolgt, müffen, wenn sie erfolg Schreckens auf mehrere Tage ihrer Erwerbsthätigkeit entzogen. den Erwartungen entsprochen. Soviel Geld wird niemals daraus reich sein sollen, sehr bald in einen entschiedenen Gegensatz zu gezogen werden, wie man gern möchte. Wenn man annimmt, den politischen und sozialen, oder vielmehr nicht sozialen BeFür die Herstellung einer Masse zur Anfertigung der daß das Einkommen aus Werthpapieren mit leichterer Mühe ge- strebungen der Bourgeoisie gerathen; in einen ebenso entschiedenen Formen für den Bronzeguß im Wachsschmelzverfahren hat wonnen wird als das andere, so tönnte man dieses Ginkommen Gegensatz zu den politischen und sozialen Bestrebungen des Pro- der Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes in den preußischen höher besteuern; man könnte die Thätigkeit an der Börse als letariats aber dann, wenn sie erfolglos fein wollen. Daß Staaten einen Preis von 2000 Mark und die filberne Denteine mühelosere betrachten und sie höher besteuern. Die Stempel- zum mindesten ein Theil der Begründer des Vereins von ehr- münze ausgefeßt. Der Bronzeguß ist bekanntlich durch das aus fieuer würde also eine Vermögenssteuer darstellen. Ich hoffe, lichen Absichten befeelt ist, wollen wir gern glauben und zugeben; Italien eingeführte Wachsschmelzverfahren wesentlich gefördert daß eine Verständigung über die Vorlage auch unter unferer Mit- aber das ändert nichts an der Anssichtslosigkeit des Unternehmens worden. Das Berfahren ermöglicht den Guß größerer Stücke wirkung stattfinden wird. hinsichtlich der proletarischen Jugend. Uebrigens will der Verein und bringt den Abguß viel schärfer und feiner heraus, als beim Finanzminister Miquel: Wenn ich gegen die Einkommen bereits in allernächster Zeit eine erste Probe feiner Thätig- alten Formsandverfahren. Die Materialien aber, die bisher für steuer im Reiche bin, so ist mein erster Einwand der: Wir feit liefern. Er will einen Aufruf an Die Be- die Formen zum Wachsschmelzverfahren benutzt wurden, müffen die Deckung der Kosten für die Militär vorlage haben, mittelten richten und um Ablieferung alter Schlittschuhe Mischungen mit Gips oder Lehm, lassen noch viel zu wünschen und auf diesem Wege kommen wir nicht dazu. Wer für die an eine Sammelstelle bitten. Diese Schlittschuhe sollen übrig; die mit Gips hergestellten genügen zwar im allgemeinen 0 Schuhbrandje! Mechanische Arbeiter und Arbeiterinnen. Donnersfammlung. Tagesordnung: Wie stellen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen den Anforderungen, verlieren jedoch in der Glühhize leicht ihre An die Schuhmacher Deutschlands! Mit dem heutigen im Februar bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen hin, bei denen Härte; die mit Lehm hergestellten leiden zwar weniger unter der Tage sind die Kollegen und Kolleginnen der mechanischen Schuh- es den Gegnern nicht so leicht gemacht ist, Siege zu erringen, Glühhike, nußen sich aber schnell ab. Die Preisaufgabe bezweckt fabriken von Simonsohn u. Stern sowie Mauch wegen wie bei der Kommunalwahl; das Stichwahl- Resultat werde den nun, die Ermittelung anderer Materialien anzuregen, die den Lohndifferenzen und schlechter Behandlung, sowie noch anderer Parteigenossen ein Sporn sein zu thatkräftigem Eintreten für Grfordernissen einer guten Gußform besser entsprechen. Die spezialen abnormen Berhältnisse in den Kampf eingetreten. unsere Kandidaten bei der Gewerbegerichtswahl. Nachdem Bewerbungen für die speziell aus den Kreisen der Kunstindustrie Wir appelliren an die Kollegen und Kolleginnen und an alle noch mehrere Genoffen sich im gleichen Sinne wie die angeregte Preisaufgabe müssen bis zum 15. November 1895 ein- gleichgesinnten Arbeiter, uns in unserem Kampf zu unterstützen, Borredner ausgesprochen, nahm die Versammlung den Bericht gesandt werden. sowie vor allen Dingen den Zuzug aus allen Gauen im In- der Vertrauenspersonen Genossen Sellin und Stüwnhofer entDas umfangreiche Terrain des alten Berliner Schlacht. und Ausland zu vermeiden. Wir haben einen schweren und gegen. Dieselben haben in Charlottenburg im Ganzen 2982,56 M. eingenommen, wovon zur Zeit noch ein Bestand von 136 M. hofes zwischen Brunnen- und Ackerstraße wird nun in nächster heißen Kampf vor uns, der Generalstreik steht in Aussicht. Zeit eine so durchgreifende Umgestaltung erfahren, daß kaum noch Die Agitations Rommission. vorhanden ist. 21 öffentliche Versammlungen sind im abetwas an die ehemalige Benuhung des Grund und Bodens in J. A.: Paul Sildebrandt, Wrießenerstr. 24. gelaufenen Jahre abgehalten. Auf Antrag der Revisoren er jener Gegend erinnern wird. Die gegenwärtige Besizerin des Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruckt gebeten. hielten die beiden Genossen Decharge, worauf für das neue Jahr Terrains, die Aktiengesellschaft Berliner Lagerhof, hat die An- Für allen in Färbereien, Appretur- und Dekaturfieben weitere Genoffen als Lotalfommission gewählt wurden. die Genossen Sellin und Gehrte als Vertrauenspersonen und legung dreier neuer Straßen auf dem Raume zwischen der Anstalten beschäftigten Arbeiter und Ar= Usedomstraße und dem Humpoldthain nachgesucht, deren Gebeiterinnen findet am Sonntag, den 10. d. M., bei Grün- Parteitage und Diskussion darüber vertagte die versammlung Die auf der Tagesordnung stehende Berichterstattung vom Kölner nehmigung faum zweifelhaft sein dürfte. Fraglich möchte nur der's, Köpenickerstr. 100, eine öffentliche Versammlung statt. Die wegen der vorgerückten Zeit bis zu der in Kürze einzuberufenden erscheinen, ob das Eisenbahngeleise, das gegenwärtig von den Kollegen und Kolleginnen werden erfucht nach besten Kräften wegen der vorgerückten Zeit bis zu der in Kürze einzuberufenden Lagerräumen zur Stettiner Bahn führt, fortbestehen soll oder dahin zu wirken, daß diese Versammlung eine gut besuchte wird. Die Mitglieder des Wahlvereins noch die Aufforderung, die nächsten öffentlichen Volksversammlung. Zum Schluß erging an nicht; diefes Schienengeleife würde das letzte Ueberbleibsel des Gleichzeitig richtet der Unterzeichnete an alle Arbeiterinnen den Bibliothek desselben mehr als bisher zu benußen. alten Schlachthofes sein, dem es zum Transport des Schlacht- Mahnruf, sich ihrer Organisation anzuschließen. Kolleginnen, viehes diente. gerade Jhr, die Ihr am meisten unter den jezigen Verhältnissen Zu einer öffentlichen Kalamität gestalten sich allmälig zu leiden habt, die Ihr am meisten vom Unternehmerthum ausdie sogen. Antisemitenkneipen. In den meisten dieser Lokale ist gebeutet werdet, die Ihr von Morgens bis Abends in dumpfigen ein Mann, der sich irgendwie das Mißfallen des Wirthes oder ungesunden Räumen bei langer Arbeitszeit und niedrigen Löhnen Der Stammgäste zuzieht, kaum seines Lebens sicher. Das rüpel- Reihen der Kämpfer. Beigt den Unternehmern, daß Ihr nicht Guer Leben fristet, wacht auf aus Eurem Schlaf, tretet ein in die hafteste Gesindel, das im christlich germanischen Berlin länger gewillt seid, Euch ausbeuten zu laffen, erscheint alle in der von der Sonne beschienen wird, treibt sich hier umher und wehe demjenigen, Versammlung. Keine Arbeiterin, kein Arbeiter darf fehlen, seid der es wagt, der fauberen alle am Blaze! Gesellschaft vor die bier- und schnapsseligen Augen Elisabeth Drews, Sebastianstr. 74. zu treten. An einem Abend der vorigen Woche kam ein armer Handelsmann, dessen Aeußeres nebenbei bemerkt auch nicht im Um die Lage der Dienstboten und Kellnerinnen, hauptentferntesten auf jüdische Abstammung hindeutete, in ein bekanntes fächlich in bezug auf das Vermittlungswesen bezw. das Aus: vokal der Friedrichstadt, verzehrte fein Glas Bier und bat den beutungsſyſtem gewiſſer Stellenvermittlerinnen zu erforschen, hat Birth dann um Erlaubniß, Kalender feilbieten zu dürfen. der Münchener Magistrat Fragebogen ausgegeben. Dieses Statt eine Antwort zu geben, trat der Wirth mit den Worten| Vorgehen ist hauptsächlich dem energischen Eintreten unseres wieder so ein Jude" auf eine Gruppe seiner Münchener Partei- Organs für genannte Dienstbotenbranchen zu 31 und damit bas Signal gu einem danken. Die Arbeiter können daraus wieder ersehen, welch' großen ebenso rohen wie feigen Ueberfall. Der Arme, der Werth die selbständige Arbeiterpreffe für sie hat. vom Charakter des Lokals feine Ahnung gehabt hatte, wurde von etwa zehn Menschen an die Wand gedrängt, geprügelt und dann aus der Thür herausgeworfen. Eine zerschundene Hand war, abgesehen von den ruinirten Kleidungsstücken, das Resultat des Verkehrs bei diesem Wirthe wundermild. Möge sich jeder anständige Mann, gleichwie er sich vor dem Betreten von Diebesspelunken hütet, auch vor dem Besuch der antisemitischen Rauftneipen in Acht nehmen. da Gäfte gab ein Ju Potsdam ist eine Stütze der konservativ- antisemitischen Bartei, der ehemalige Regierungssekretär Franz, wegen Unterschlagung, unter anderem auch an den Kassen seines Parteivereins, am Sonntag verhaftet worden. Franz hatte sich schon vor sechs Jahren an fremdem Eigenthum vergangen, der Borstand des neuen Wahlvereins" sah aber in diesem Umstand kein Hinderniß, den eben aus dem Gefängniß in Plößensee entlassenen eifrigen Anhänger als Sekretär anzustellen. Da das Gericht Fluchtverdacht nicht angenommen hat, wurde der Verhaftete am Montag wieder entlassen. Ein Oleum- Attentat in einer Droschte ist in der Nacht zum 4. b. Mts. gegen einen Photographen verübt worden. Der Verletzte tam am Morgen mit schweren Brandwunden im Gesicht zu seinen Eltern und verfiel augenblicklich in Bewußtlosigkeit. Zu Anfang besorgte man, es müßte das Sehvermögen des einen Auges zerstört fein, doch scheint das nicht der Fall zu sein. Die Thäterin ist eine verheirathete Frau, die den Photographen, dem fie feit längerer Zeit sehr zugethan war, mit Liebe und Gifer: fucht verfolgte, da sich dieser nicht entgegenkommend zeigte. Auch hatte sie ihm schon gedroht, fie werde ihn blind machen, damit er von ihr völlig abhängig bleibe. Rigdorf. An die Sattler, Tapezirer und verwandten Berufsgenossen. Der Verband der Sattler, Zapezirer 2c. beabsichtigt, für Rigdorf eine Verwaltungsstelle zu gründen, zu welchem Zwecke am Sonntag, den 10. d. M., Bor: mittags 11 Uhr, in Nitschte's Lotal, Steinmetzstr. 45, eine öffentBortrag über unsere Lage halten wird. Kollegen, die Ihr auf liche Versammlung stattfindet, in der Kollege Saffenbach einen dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht, Ihr wißt, wie nothwendig eine Organisation gerade in unserem Gewerbe ist. Die Lage unseres Berufes ist eine so gedrückte und unsere Löhne so niedrig, daß es jeder Kollege als seine Pflicht betrachten muß, dieses Unternehmen zu Stande zu bringen. Kollegen, agitirt von Mund zu Mund, holt vor allem die Indifferenten heran, erscheint daher Mann für Mann in jener Versammlung und erklärt Guren Beitritt. J. A.: P. Erhardt. Der Sozialismus macht auch unter den Bauern Fortschritte. Aus Auggenthal bei Haugsdorf( Desterreich) wird berichtet: Eine Versammlung, die von etwa 500 Bauern besucht war, beschloß nach einem zweistündigen Vortrage des Genossen Grosse aus Wien die Gründung eines Bauernvereins auf sozialdemokratischer Grundlage. Bravo! Mit dem Wachsen der sozialistischen Erkenntniß unter den Bauern wird die Bewegung unwiderstehlich. In der Lorenz Scheide'schen Möbel- und SpiegelrahmenFabrit in Fürth in Bayern find Differenzen mit dem Werkmeister entstanden und wird es jedenfalls zu einer Arbeitseinstellung fommen. Der Zuzug nach Fürth ist daher fernzuhalten für Stuhl macher, Bildhauer und Rahmentischler, wie auch für andere Holzarbeiter. tag, den 7. Dezember, Abends 8 Uhr, in Joel's Feftfälen, öffentliche Berzu den ausgebrochenen Streits bei Simon u. Stern, Buchholz, Kluge und Maul. Bereinslotal Rosenthalerfir. 38. ( 3weigverein Berlin.) Mitglieder- Versammlung. Nichtmitglieder willkommen. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. Geselliger Verein Hertha". Donnerstag, den 7. d. Mts., Abends 9 Uhr, bet Boll, Adalbertstr. 21, General- Versammlung. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8%-10% Uhr: Nord: Schule, Müllerstr. 179a; Unterricht in Deutsch( unt.) Ost- Schule, Martusstr. 31: Unterricht in Gesundheitslehre. Südost Schule, Reichenbergerftr. 133: Unterricht in Kaufmännischem Rechnen, Korrespondenz und Geschichte( alt). Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. SAWW gefe- u. Diskutirhlubs. Donnertag. Dies gen, Abends sy ubr bei Gebröder, Wieſenſtr. 39. Neue Beit, Boyenstr. 40, bei lub Gieshott. Süd- Ost, bei Zoltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ede. der Freunde bet Gnadt, Swinemünderftraße 120. safenclever, Abends 8 Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg Treptow. Sosialistischer Lese- und Distuttrtkub Abends 8% Uhr, Reichenbergerftr. 157, Gigung. Distutirflub, 8eitgeist" jeden Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel, Langestr. 65, Abends 8 Uhr. Brüderlichkeit; Abends 9 Uhr, im Reftaurant Wernau, Diskutirflub Gleichheit"( Weißensee) bei Juzi, LanghansArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im bei Drüggemüller. Rosenstr. 30. und Wilhelmstraßen- Ece, Abends 8% Uhr. August Getb Abends 9 Uhr im teſtaurant Zubeil. Bereinstalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Annenstr. 16, bet Ghrenberg.-28 et Be Rofe, Reinickendorf, Seeschlößchen bei Se ornblume, Blumenstr. 54, bei St. Urban, Annenstr. 9, bet Bros. Wuttte. Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner. Bregelschluß, Böttcher.- Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friesecke. Dorf glödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguftstr.- Ecke bei Schulz. Tempelhof, Dorffir. 10, bet Gerth.- Dst- und Westpreußischer MännerEinigtett( outmacher), Bappel- Allee 3/4, b. A. Meinhardt.- Harmonie, Gefangverein, Neue Königstr. 78, bei Hahn.-Edelweiß 2, Potsdam Brandenburger Kommunitation 16 bei Glajer. Borar, Grünauerstr. 16 Freie Sänger, Krautstraße 6, bet Rudolf. 8utunft 3, Belten, bei W. Grunow. Kreuzberger Sar monie, Fichteftraße 29, bei Krösche. Morgengrauen,( Bäcker), 4-5 Uhr Nachm, Gipsftr. 3 bei Pyrtect. Steinfeger Sängerchor uftanten Allee Nr. 28 bet Maiwald. Stedes Echo, Reichenbergerftraße Nr. 145-146 bet Brandt. Liedertafel Westend. BlumenthalStraße 5 traße 80. bei Behrendt. Vorwärts 9, Charlottenburg, Bismarck= Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei Mälter. Gefangverein der Stucateure Berlins und Umgegend, Seydelftr. 30 bei Preußer. Arbeiter- Gefangverein Span da u Lynarstraße Restaurant Kiekers. Vorwärts 2 Schönhauser Allee 28 bei Kuhlmey. Byra 2, Char= tottenburg, Wallstraße 54, uſe Felsenfest( Gemischter Chor), Badstr. 12, Victoriagarten. Gefangverein der Kürschner, Landsbergerstr. 31 bei Seehaufen. Glockenrein( gemischter, Chor) Kaftanien- Allee 95/96. Steinnette, Röslinerstr. 17.- Sangerrunde, Kottbuserstr. 6 bei Braun. Frohsinn 2, Friedrichsberg- Sichtenberg, Frankfurter Chauffee fchaft Stallschreiberstraße 29" bei Müller. Treu undFest, Lebuserstr. 5 bei Nemig.- Brüder= Sum eichenen Stab". FreundesGintracht 2, treue( gem. Thor), Landsbergerir. 31 bei Seehausen. Fris Naunynstr. 86, bei Neu- ttenice, Rudowerftraße bet Hasdorf. Fritz Zubeil. Walbesgrün( gem. Chor) Böchftr. s bet A. Moewes. Arbeiter- Gesangverein Oranienburger Borstadt, Sochraße 32a bei wire. Feldblume Lübbenerstr. 30 bei Wilhelm Meyer. 2ibertee 1, Cuvryftraße 24, bei Thtelsch. Flöter'scher Gefang verein, Koppenftr. 43 c bei Lorenz Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstraße 77 bei Düball. Zitania, Cuvrystr. 48 bet Tielsch. bel= morgenroth 4 in Köpenick, Müggelheimerstr. 4 bei Held. weiß 1, Melchiorftr. 15 bei Stehmann. Der frühere Besitzer des Café Bauer, Matthias Bauer, ist nunmehr in Konkurs gerathen, nachdem er durch misglückte Spekulationen schon seine Vermögensverhältniffe zerrüttet hatte. Das Organisationskomitee für den Generalstreit in Das bekannte Café Unter den Linden wird von einem aus Frankreich übersendet der Generalfommission folgende Busch alle zuschriften den Bund betreffend sind zu richten an: Sentel, Gläubigern des früheren Besitzers gebildeten Konsortium ver- zur Veröffentlichung: waltet. Wir danken im allgemeinen dem deutschen Proletariat, besonders demjenigen der Städte Hamburg, Berlin, Stuttgart und Wandsbet, welches so sehr dazu beigetragen hat, die nothleidenden Bergleute zu unterſtüßen. Paris, 20. November 1898. Das Organisationskomitee für den Generalstreit beauftragt Polizei- Bericht. Am 4. d. M. früh wurde ein Mechaniker mich, Ihnen im Namen der französischen Proletarier, die von von einer Frau, mit der er ein Liebesverhältniß unterhielt, ihren deutschen Brüdern mit so viel Eifer unterstügt worden wahrend sie in einer Droschke durch die Andreasstraße fuhren, sind, seinen aufrichtigen Dank zu übermitteln, und bittet, mit Oleum begossen und im Gesicht arg verlegt. Am 5. d. M. diese Dantjagung in den deutschen Arbeiterblättern bekannt zu Vormittags brachte sich ein Barbier in seiner Wohnung in der geben. Sophienstraße mit einem Rasiermesser einen tiefen Schnitt in die Rehle bei. Er wurde nach der Charitee gebracht. Auf der Pferdebahubaltestelle an der Weidendammer Brücke wurde ein Pferdebahnkutscher durch eine Droschte umgestoßen und durch Ueberfahren an beiden Beinen nicht unbedeutend verlegt. Nach Die That der Solidarität der deutschen Arbeiter hat einen mittags wurde in der Invalidenstraße ein Arbeiter durch einen großen Widerhall gefunden bei den organisirten französischen Arübermäßig schnell fahrenden Rollwagen überfahren. Er erlitt beitern, und wir hoffen es zu erreichen, daß die Organisationen außer mehreren Berlegungen am Kopfe einen Bruch des rechten in weiten Ländern so gestärkt werden, daß wir den BruderHandgelenks und wurde, nachdem ihm ein Nothverband angelegt frieg zwischen dem deutschen und dem französischen Volke, worden, nach dem Krankenhause gebracht. Ferner wurde unter welchen unsere Regierenden langsam vorbereiten, unmöglich der Stadtbahn- Ueberführung im Zuge der Prinz- Louis- Ferdinand machen. ftraße ein Arbeiter durch einen Geschäftswagen umgestoßen. Er Das Komitee für den Generalstreif, welches die Sammlung renkte sich beim Falle den linken Arm aus und wurde nach der für die Bergarbeiter veranstaltet hat( zu welcher von den deutCharitee gebracht. Im Laufe des 5. d. M. fanden fünf un- fchen Arbeitern so große Beiträge geleistet worden find), erstreckt bedeutende Brände statt. feine Thätigkeit auf alle Gewerkschaften Frankreichs und verfichert Ihnen, daß, wenn ein Streit in irgend einem Industriezweig in Deutschland ausbrechen sollte, es uns als eine Pflicht gelten wird, einen Aufruf zur Unterstützung der mit dem Kapital Rämpfenden zu erlaffen. Für das Komitee des Generalstreifs: Berger, Soziale Leberlicht. Achtung, Filzschuh- Arbeiter und Schuhmacher! In der Fabrik von Buchholz, Lottumstr. 12, find die Arbeiter fast alle entlassen( angeblich wegen Arbeitsmangel). Der Herr fucht aber tüchtige Schuhmacher als Lehrlinge zum Zwicken, und sucht den im Frühjahr errungenen Lohn wieder zu kürzen. Wir machen die Schuhmacher darauf aufmerksam, denn bei Herrn Buchholz ist der Lohn schon so gering, daß ein ganz flotter Arbeiter nur wenig verdienen kann, weit schwerer wird es für denjenigen sein, der das Zwiden erst lernen soll. Am Donnerstag finbet in dieſer Angelegenheit eine öffentliche Verfammlung aller in der Schuhbranche beschäftigten Arbeiter Abends 8 Uhr bei Joel, Andreasstraße, statt und ersuchen wir die KolTegen, in derselben zahlreich zu erscheinen. Die Agitationsfommission der Filzschuh= Arbeiter. J. A. Karl Willner, Elisabeth- lfer 20. Aide- lam Sekretär und Kassirer. Versammlungen. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Bergmannfir. 14, Sof 2 Tr. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruder= bund, Andreasstr. 3 bei Noll. Rauchtlub Graue Wolte, Krautftr. 48. Musikverein Osiris, Adalbert Straße 21. Verein Grüne VerRauchklub Giche( vor dem Salle'schen Thor), Sohmsstr. 1 bet Razorfe. gnügungsverein Jugendlust, Dhmgaffe 2 bei rebs. Frisch auf, Roppenftr. 43 bei Lorenz. Rauchtlub Dezimalwaage, krautstraße 36 bei Infinger, Rauchtlub Erholung, Wienerstr. 13 bei Drieschner. Rauchilub Gleira, Abends 9 Uhr bei Bringborn, Madaistraße Nr. 12. 11 Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Donnerstag. MännerGefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei find, Wrangelfir. 91. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; bet püüer( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. Männer Gefangverein Tyrolienne, Abends 9 Uhr bet Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Gefangverein Godenrein, gemischter Chor, Abends von 9 bis 11 Uhr bei Snapp, Kastanien- Allee 95/96. Theaterverein Fideler Geist 2, Abends 9 Uhr, Große Frankfurter traße 99 bei Martini. Theater- Berein ,, Bultania 2" 9% Uhr, Borstädtisches Kasino, Ackerstr. 144. Theaterverein Freundestrets 9 Uhr im Restau Theaterverein Crescendo bei Maißner, rant Bräuer, Solmsftr. 47. Gartenstr. 162. Theaterverein Maiglöckchen, Englischer Hof, Neue Roßstr. 3.- Theater- Gesellschaft Harmonie, Donnerstag Abends 9% Uhr, Chortnerstr. 55. Geselliger Klub Blau Veilchen, Abends 9 Uhr, bet Schönwälder, Oranienftr. 135. Verein ehem. 22. Gemeindefchüler, puntt uhr bei Schröder, Stegligerſtr. 18. Pfropfenverein Wedding, Abends 8% Uhr, bet Selterhoff, Antonstr. 5. Vergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, Gefangverein Proletariat Abends im Restaurant Gös, Oranienftr. 158, ( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Böchstr. 8. Geselligererein univerfum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr bei Sagemann, Lothringerstraße 81. Borträge, Fidelitas. Geselliger Berein üniversum, Sigung Abends 9% Uhr, im Restaurant Neumann, Linienftr. 19: Borträge, Fidelitas. Verein Gemüthlichkeit und Klub Sumor, Abends 9% Uhr, Lothringerftr. 105: Geselliges Betsammensein mit, Damen, Fidelitas und Tanz. Männergesangverein Gangesfreunde, Verein Abends 9-11 Uhr, Pagenhofer Ausschant, Landsbergerstr. 82. Die alten Moabiter jeden Donnerstag Abends 8% Uhr und jeden Donnerstag nach dem 15. d. ts. mit Damen bei Schirmer, Emdenerstr. 47. Gefelliger Verein Sertha", Donnecstag, Sigung bei Roll, Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Verein Wanderttub( Norden), Gizung jeden Donnerstag von 9 Uhr Abends im Restaurant G. Baatsch, Hennigsdorferür. 24.Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. Bithertlub Gleichheit, 9 Uhr abends, bei H. Reimann, Alte Schönhauferstr. 42. Gefelliger Club der Alten Moabiter: Jeden Donnerstag der Emdenerstr. 47 bei Schirmer. bend von 9-10 und jeden Donnerstag nach dem 15. Sigung mit Damen in auspur, Buber, Grafeftraße 18. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Hermann Rohr, Naunynstraße 78. Rauchtlub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant 2.- Rauchtlub Ohnesorge, Abends 9 Uhr Rauchflub ernipige. Abends s uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8.- Rauchklub Arabi Pafcha, Abends 9 Uhr, b. Restaurateur Schröder, Stephanstr. 45.- Klub Dh neftreit, Abends 9 Uhr Springftubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonftr. 23 bei Flict. Rauchklub Rauchklub Brüder: In Charlottenburg fand am 4. Dezember eine öffentliche, von Männern wie Frauen gutbesuchte Voltsversammlung statt, in welcher Genosse er bei der Hauptwahl der Freifinnige das Resultat der Stadtverordnetenwahl mittheilte. Während bei 159, der Sozialdemokrat 154 Stimmen bekommen, erhielt bei der Stichwahl der Freifinnige, Lehrer Otto, 388 und unser Genosse Siegerist 272 Stimmen. Die Liberalen haben indeß kein Recht, Aftolz zu fein auf ihren Sieg; sie haben denselben nur durch un- liteit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernac, Bucklerstraße 49. Rauch= erhörte Wahlbeeinflussung der von ihnen abhängigen Arbeiter tub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bei 6. Seinide, Friedrich Starlstraße 11, Friedrichsberg.. erzielt. Nicht genug, daß im zweiten Bezirk der Freifinnige matra, Abends 8 Uhr, im Restaurant Krause, Gitschinerstr. 93. Rauch Der Streit der Angestellten der ebig Valley leber nach der Hauptwahl zwei seiner Arbeiter maßregelte, weil tub Fibelta, Abends 8 Uhr im Reſtaurant Seine, Eisenbahnstr. 23. Bahn ist beendet. Beide Theile ließen von ihren Forderungen fie sozialdemokratisch gestimmt hatten, bei dieser Stichwahl tamen Rauchklub Pfeifendedet, Sigung Abends 8 Uhr, bet Jeratich, Langegar die liberalen Herren mit ihren Rutschern und mehreren Ar- ftraße 24. Die schottischen Berglente beschlossen, die 17 000 Mann, beitern an den Wahltisch. Genoffe Siegerift bemerkte, die bewelche legthin eine Lohnerhöhung von 1 Schilling erhielten, zu beutende Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen bei der veranlassen, die Arbeit einzustellen und an Gladstone zu schreiben, Stichwahl laffe einen Rückschluß betreffs der Betheiligung der um die Bermittlung der Regierung zu erbitten. Sozialdemokraten bei der Hauptwahl zu. Er wies dann auf die etwas nach. コ Rauchklub Su= Stat Stattlub Tournee, Abends 8 1hr, bei Ulrich, Wrangelstr. 84. lub Rückwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Ballifabenstr. 47.- Stat lub Gordischer Knoten abends 9 Uhr, bei Schilling. Schießflub Tell, Abends& Uhr bei Nagel, Schwedterstr. 23. Tambour Berein Ginigteit bei Haupt, Staligerstr. 102. Um 9 Uhr uebungsstunde, nach derfelben Sigung. Aufnahme neuer Mitglieder. Grösstes Manufactur- und Mode- Waaren- Haus des Grüner Weg 32 -Haus des Ostens 5195L Grike Andreas Platz. M. Löwinsohn( Juh. L. N. Jacob) Grüner Weg 32 Ecke Andreas- Platz. Verkauf nur gegen Baar. Streng feste Preise. Bekanntmachung. Pelzwaaren Orts- Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeiter und verwandten Gewerbe zu Berlin. Die Wahl von 61 Vertretern der Arbeitgeber für die General- Versammlung findet am 15. Dezember d. I., Einzelverkauf 5135L* zu Engros- Preisen direkt in der Fabrik von Goebel& Reinecke, Stallschreiber- Strasse 50/51, 1 Treppe, Ecke Alexandrinen- Straße. Bestellungen und Reparaturen billig. Als anerkannt reelle und thatfächlich billigste Einkanfsquelle des Süd- Ostens für Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Gig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. 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Der Zutritt zu dieser Ver= sammlung ist nur mit Legiti mation geftattet, welche im Rassenlotal ver abfolgt wird. Orts-Krankenkasse der Gürtler. Die Herren Arbeitgeber, welche Bei träge zur oben genannten Raffe aus eigenen Mitteln zahlen, werden zu der am Sonntag, den 10. d. M., Borm. 10 Uhr, Oranienftr. 51, H. L. 1 Tr., stattfindenden Versammlung zur Wahl von 57 Vertretern für die Generalversammlung hiermit eingeladen. 574b Der Vorstand. G. Kneiff, Vorsitzender. Legitimation zum Zutritt für diese Versammlung wers ben in unserem Rassenlokal verabreicht. Allgemeine deutsche ZuschußKranken- und Sterbekasse. ( Mainz.) 406/10 Abends 8 Uhr, in Arnim's Bierhallen, Sonnabend, den 9. Dezember 1893, Kommandantenstr. 20, Familienkränzchen, verbunden mit Gesangs- und anderen Vorträgen, erstere werden ausgeführt von Mitgliedern des Gesangvereins " Typographia". Billets à 50 Pf. für Herren und 25 Pf. für Damen sind in den Zahlstellen und bei den Vorstandsmitgliedern, sowie beim Restaurateur Schöning, Stallschreiberstraße 29, zu haben. Des wohlthätigen ersucht, für eine zahlreiche Betheiligung Sorge zu tragen, wie auch alle Freunde Instrumente wie Zithern, Geigen, Guitarren, Mandolinen u. s. w. Grösstes Lager Harmonikas jeder Grösse. Spieldosen zum Drehen und selbstspielend( alle mit Arbeiter- Liedern), Schweizer Werke. 3weds wegen werden die Mitglieder Herophons, Aristons u. s. w. 5165L Lausitzerstr. 51, Aug. Kessler, Lausitzerstr. 51. und Gonner des Vereins hiermit einVortheilhaftester Weihnachts- Einkauf. Ausverkauf. Mein feit 18 Jahren bestehendes Geschäft verlege ich Mitte April 1894 nach Brunnenstv. 163 und bringe mein großes Lager in Uhren, Gold-, Silberund Alfénide- Waaren bei 10 pCt. Preisermässigung zum Ausverkauf. 51862* Reinh. 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Steinfeldt, ftellvertr. Vorsitzender. Eduard Maether. Gegen den vorstehenden Nachtrag zum Statut der Drts- Krankenkaffe der Maschinenbau- Arbeiter und verwandten Gewerbe werden Bedenken unsererseits nicht erhoben. Berlin, den 17. Oftober 1893. Der Bezirks- Ausschuß. Kayser. Bu 3942 G. S. II 93. Berlin, den 7. Dezember 1893. Der Vorstand. Carl Thieme, Borsitzender der Orts Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeiter und verwandten Gewerbe zu Berlin. Bücher- Ankauf 2206 Meyer's u. Brockhaus Lerika, Brehm's Thierleben und andere Werke kauft Antiquariat Kochstraße Nr. 56 1.1 7, Sonntags 8-10 Uhr. ARONEN 1000 GARN YARDS 50582* Bestes Nähgarn! Streng feste Verkaufspreise. liehen. Zu fomischen Vorträgen Artisten- Instrumente gleichfalls am Lager. 5126L*] Robert Effner, Solmarktr. 9. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplak Kinderwagen, größtes Lager Berlins. Musterbücher gratis. 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Frau Förster, Ritterstr. 116, IV. 578H Berantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin, Druck und Nerlagvon Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.