Nr. 105. no Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl 1,10 ML, wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 30. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte fiber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berila Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1983. Donnerstag, den 1. Mai 1913. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. Die gemeinsame Aktion. Von Jean Jaurès. Die militaristische und chauvinistische Strömung, die fich heeres umzubilden. Bemühen, den Steuerapparat paganda in diesem Sinne unternommen. Die Krise des über Europa ergießt, hat die Wirkung gehabt, das Band umzugestalten, um das finanzielle Gewicht der raff 3weijahrgesezes so wie es in der Hand der Generalstäbler zwischen den deutschen und den französischen Sozialisten wo- gierigen, voraussichtslosen und anarchischen Politik auf die geworden ist, die gerade das beste in ihm verabscheuen, möglich noch enger und stärker zu knüpfen. Niemals hat sich Schultern der besikenden Klassen abzuladen, war unvermeidlich. Einerseits gibt es nicht und will es ihre Kampfsolidarität glänzender und wirksamer bekundet. die sie betreiben und darum für die tiefgreifende Unordnung auch nicht genügende effektive Kasernenbestände geben, die den Der Kampf der einen kommt dem Kampf der anderen zugute. Europas verantwortlich sind. Die Schlacht entwickelt sich auf Kasernenbeständen der deutschen Armee ein Gleichgewicht bieten Dder vielmehr- es ist ein und derselbe unteilbare Stampf. jeglichem Gebiet. Und sie seht gleichzeitig einen großen könnten. Da andererseits die reaktionären oberen Chefs, die Als wir anläßlich der reaktionären Gesetzesvorlage über revolutionären Elan und eine täglich an Genauigkeit und das Gesetz, nachdem sie es bekämpft hatten, anzuwenden die Wiederherstellung der dreijährigen Dienstzeit im Schärfe zunehmende technische Kenntnis des ganzen militärischen, berufen worden waren, seine wesentlichsten Verfügungen und Parlament und im Lande einen machtvollen Protest fiskalischen und diplomatischen Mechanismus voraus, den die die in ihm enthaltenen Zukunftsfeime vernachlässigten, und da erhoben, sagte uns die nationalistische und bürgerliche herrschenden Klassen errichtet haben und handhaben. Das Wort weder die Erziehung der Jugend, noch ein ernsthaftes Presse: Frankreich wird die Haltung der französischen Marrens von der Diplomatie gilt heute von allen Ge- Enkadrement und eine schnelle Mobilisierung der ReservistenSozialisten nach der der deutschen beurteilen. Diese werden bieten. Das Proletariat muß fähig werden, nicht nur die masse organisiert wurde, stellt das Zweijahrgesek zu dieser gegen die Steigerung der Rüstungen nur, um den Anschein diplomatische Intrige, sondern auch den ganzen militärischen, Stunde ein Werkzeug dar, das zu starr und zu karg ist. zu wahren, kämpfen. Sie werden nur einen schwachen Wider- fiskalischen und journalistischen Apparat zu analysieren und Trotzdem hat die zweijährige Dienstzeit eine starke Armee erstand leisten und diesen noch mit dem heimlichen Wunsch, zu das Räderivert seines Betriebes in allen seinen geheimen richtet, mit der, wie ich ernstlich glaube, derzeit keine unterliegen.- Aber je mehr sich die Debatte entwickelt und Details kennen zu lernen. andere europäische Armee fertig werden könnte. Aber je mehr die deutschen Sozialdemokraten alle Gefahren der Auch in Frankreich hören wir nicht auf gegen das sie entspricht nicht mehr den täglich stärker drängenden uferlosen Rüstungspolitik enthüllen, desto mehr sind selbst diese Wachstum der Rüstungen und gegen die Umtriebe der neuen Bedürfnissen und den Bedingungen der SicherBeitungen gezwungen, die Tonart zu wechseln. So groß auch Kapitalisten der Metallindustrie zu kämpfen. Aber vor allem heit Frankreichs in der Zukunft. Darum mag wohl ihre Schamlosigkeit in der Regel sein mag, find sie gilt es für uns, gegen die militärische Reaktion zu in diesem Augenblick der Kampf zwischen den Verteidigern der doch gezwungen, ihren Lesern zu bekennen, daß der Kampf streiten, die uns vermittelst der Rückkehr zur drei- zweijährigen Dienstzeit und den Anhängern der Rückkehr zur der deutschen Sozialisten ernst ist und daß ihre Hiebe sigen. i ährigen Dienstzeit und durch das System dreijährigen entbrannt scheinen, aber der wahre Kampf wird Die Enthüllungen über die Treibereien der großen Metall- der gegen Prämien Angeworbenen zur Berufsarmee im Grunde geführt zwischen denjenigen, die zur Berufsarmee industriellen haben in unserem Lande einen tiefen Eindruck zurückführen will. Die Kampagne der Chauvinisten und zurückgehen und jenen, die in der Richtung dessen, was man gemacht. Sie haben auf einem anderen Gesichtsfelde das be- Reaktionäre ist durch die Unruhe, die sich in den Massen ver- Miliz nennt, vorwärtsschreiten möchten- einer wahrhaften stätigt, was wir selbst über die in der Quenza- Affäre offenbar breitet hat, erleichtert worden. Diese Massen wollen nicht nationalen Volksarmee entgegen. gewordene nationale und internationale Intrige der Kanonen- den Krieg, aber man hat es dahin gebracht, sie glauben zu Ich bin tief überzeugt, daß die jetzige Krise selbst, mag und Panzerplattenfabrikanten des Konsortiums Krupp- Schneider machen, daß Deutschland Angriffsabsichten habe und in jedem sie auch in der scheinbaren Rückkehr zur dreijährigen Dienstund über die Organisation der systematischen Preßlüge gesagt Fall davon träume, Frankreich eine Art Vasallentum aufzuzeit ihre Lösung finden, in Frankreich den Sieg des hatten. Die schändlichen, vergifteten Quellen der chauvinisti- erlegen durch die Drohung einer überlegenen Macht wahrhaft modernen Systems der bewaffneten Nation, des schen Feldzüge wurden bloßgelegt. In vielen Bürgern er- für den Fall, daß es sich nicht in allen Welt- mächtig gerüsteten, vollständig kriegsgeübten und allgemein wachte die Hoffnung, daß diese Enthüllungen die Be- begebenheiten gelehrig und gefügig dem Ehrgeiz und verwendbaren Volksheeres beschleunigen wird. Mag auch der mühungen der Friedensfreunde, die Massen vor den den Absichten des deutschen Imperialismus unter Dreijahrdienst und in welcher Form immer beschlossen werden, unheilvollen Hetzereien zu behüten, fördern würden. ordnen wolle. Der Streit von Agadier, die Brutalitäten mag er unbeschränkt oder mit Zugeständnissen bewilligt die Entwickelung der Attion unserer deutschen des Buchs des Generals v. Bernhardi, die wachsende werden, er wird sich bald als sozial und militärisch undurchGenossen hat die unsere in Frankreich fortschreitend ebenso Vermehrung der Effektivbestände in der Kaserne, die nach den führbar erweisen. Und so wird der in der Richtung der Beerleichtert, wie ich hoffe, daß unser Kampf dem ihren nüht. eigenen Worten des deutschen Generalstabs dazu dienen sollen, rufsarmee unternommene Versuch nur auf einem merkwürdigen Gleich den Alpen, die von ihren beiden Abhängen aus durch- mittels einer raschen Mobilisation Ueberrumpelungen zu er- Umwege zur Idee des Volksheeres führen, das zugleich eine bohrt wurden, wird der Berg der Verleumdungen, der Frank- leichtern, die Gewalttätigkeiten und Beleidigungen der all- Bürgschaft des Friedens und eine unvergleichliche Bürgschaft reich und Deutschland trennt, durch die gleichzeitige verdoppelte deutschen Presse- alles dies brachte Tausende Franzosen der Unabhängigkeit und Unverleglichkeit der Nation sein wird. Arbeit der französischen und der deutschen Proletarier, die, dazu, sich zu fragen, ob nicht von heute in einem Die Militaristen Frankreichs und Deutschlands mögen nur den Spaten in den Händen, durch den Gräuel aufgetürmter oder in zwei Jahren eine verderbenbringende Lawine nach Belieben spotten. Wenn die französische Demokratie als Vorurteile und Lügen hindurch einander zustreben, durchbohrt der Invasion auf unser Land herabrollen würde. erste es fertig bringt, dieses Organisationssystem zu verwirkwerden. Schon beginnt der Tag von einem Land zum anderen Viele, die die dreijährige Dienstzeit nicht als eine lichen, wird sie eine nationale Verteidigungskraft erster Drdnung zu leuchten. normale und dauernde Einrichtung dauernde Einrichtung annehmen möchten, besitzen. Und Was dem jezigen Kampf der französischen und deutschen erklären, daß sie eine notwendige Vorkehrung für die nächste Auch auf dem finanziellen Gebiet stehen große Schlachten Sozialdemokratie ein ganz besonderes Interesse verleiht, ist Zeit, das einzige Mittel fei, Frankreich gegen den binnen bevor. Die Regierung wird gezwungen sein, eine Anleihedie Tatsache, daß er sich, wenn ich so sagen darf, auf einem furzem bevorstehenden Angriff zu decken. Unsere abscheuliche, operation im Betrag von mehr als einer Milliarde und Feld gewaltigster, umfassendster Probleme abspielt. Es ist chauvinistische, den Kolonial- und Metallkapitalisten dienende wenigstens vierhundert Millionen neuer Steuern zu be ein Kampf, der zugleich weit ausgebreitet und scharf umrissen, reaktionäre Lügenpresse beutet diese dumpfe Unruhe aus und antragen. Unser Bestreben wird sein, diese Finanzkrise zu Leidenschaftlich und aufs Detail gehend, allgemeiner und tech- verschärft sie noch. Und die Gewalt der Sturmflut würde uns benußen, um die Neugestaltung unseres ganzen Steuersystems nischer Natur ist. Schiedsgerichtsfrage und Rüstungs- fortreißen, wenn wir nicht imstande wären, zu beweisen zu fordern. beschränkung; Bemühen um die Sicherung des Friedens und wenn wir es nicht in der Tat bewiesen daß die Es ist also in der Tat ein unerineßlicher Kampf, zugleich mittels der internationalen Vereinigung der Bürgschaft für die Sicherheit, für die freie und friedliche ein Eins und ein Vieles, zugleich revolutionär und technisch. Arbeiter in der sozialistischen und proletarischen Entwicklung Frankreichs nicht in der Rückkehr zu ver- Und in diesem Ringen selbst werden wir nicht ablassen, unsere Aftion und gleichzeitig ehrliche Bereitschaft, die auf- alteten Maschinerien, nicht in einem blinden und Idee in der ganzen Fülle ihres Lichtes auszubreiten, nicht aufrichtigen Bemühungen zu unterſtügen, die ohnmächtigen Abklatsch des deutschen Militarismus und hören, mit dem wachsenden Glauben, den uns der Anblick des von Angehörigen aller Parteien und Klassen, seiner Kasernenarmee, sondern in der Organisation eines kapitalistischen Wahnsinns gibt, das schmachvolle Grundlaster in der endlich errungenen Erkenntnis der Schrecken des Krieges gewaltigen Heeres auf demokratischer Grund einer Gesellschaft aufzuzeigen, das die Völker zur erschöpfenden und des Unheils des bewaffneten Friedens gemacht werden lage gegeben ist, das in Wahrheit die ganze, zu ihrer Barbarei des bewaffneten Friedens, zur immerwährenden Gekönnten. Buchtige und auf Urkunden gestützte Anklage Verteidigung organisierte und gleichzeitig von fahr verbrecherischer Kriege und zum furchtbaren, uns mit Vorgegen die Standale des Geschoß, Kanonen- und jedem Gedanken des Angriffs wie von jeder Furcht stellung von Ruinen, Verbrechen und Mord erfüllenden AlbMitrailleusen Kapitalismus. Energisches Be- vor dem Angriff befreite Nation wäre. druck verdammt. mühen, um dem Bolt neue Militärlasten zu Derart steht heute in Frankreich die Frage der Heeres- Möge an diesem ersten Maitage das internationale ersparen und auch, um die ungeheuren Organismen der organisation im Vordergrund. Ich hatte dies seit Jahren Proletariat sich höher und stärker als je über die VerderbtAbenteuer- und Angriffspolitik in der Richtung eines vorausgesehen und darum noch, bevor die Krise ihre Schärfe heit und die Verwilderung, über die verpesteten und blutigen demokratischen und rein defensiven Volts angenommen hatte, einen Versuch der Darlegung und Pro- Dünfte erheben, die ringsum den Horizont erfüllen! Lin entkleidender tag. Ist blutigerer Hohn und frechere Provokation je verübt worden? Heute am Ersten Mai, an dem Tage der Demonstration für Völkerfreiheit und Völkerfrieden, treten in London die Diplomaten zusammen und von ihrem Entscheid soll das Lebensschicksal der Nationen abhängen! Die österreichische Regierung erklärt, die Botschaften konfercnz nur deshalb abwarten zu»vollen, uni den Mächten Gelegenheit zu geben, sich den österreichischen Zwangs- niaßnahmen anzuschließen. Sie sei aber entschlossen, unter allen Umständen vorzugehen. Unterdessen wird zwischen Ron: und Wien ununterbrochen verhandelt. Italien will kein separates Vorgehen Oesterreichs und steht darin zunächst aus der Seite der Tripelentente und nicht auf der des Dreibund- genossen. Es scheint aber andererseits entschlossen, im Falle Oesterreich losgeht, selbst vorzugehen, um seine Interessen in Albanien wahrzunehmen. Aber nicht im Interesse Oesterreichs, sondern im eigenen. Schon spricht die italienische Presse von einem Vorgehen in Sudalbanicn, von einer Besetzung V a l o n a s, der heißbegehrten Hafenstadt an der Adria. Und so könnte die erste Folge der österreichischen „Energie" die Aufrichtung der italienischen Herrschaft in Süd- albanien sein, also gerade da?, was die österreichische Politik bisher stets als unerträglich bezeichnet hat. Aber selbst wenn cS gelänge, vorerst eine gemeinsame italienisch-österreichische Aktion zustande zu dringen, diese Gemeinsamkeit wäre nicht von Dauer und bürge in sich die Keime schwerer künstiger 5konflikte. Und eine solche Politik der Sprengung des Drei- bundes sollte von der deutschen Regierung gefördert, sie sollte nicht vielmehr mit allen Mitteln verhindert werden? Gerade die schwere Komplikation, die durch den Hand- streich E s s a d Paschas in Albanien eingetreten ist, läßt jede Separataktion einer Macht unverantwortlich erscheinen, so unverantwortlich, daß man trotz all des Tobens der Wiener Presse noch immer nicht daran glauben möchte, daß keine andere Lösung als die gewaltsame gefunden werden wird. fnk Rand für das örtemichifcbe Verbrechen. , Aus Wien wird uns vom 29. April geschrieben� Das Ultimatun?, das Oesterreich-Unganr Europa ge- stellt hat— man könnte schier von einem Erpressungsversuch reden— ist erfolglos geblieben und die gestrige Botschafter- konferenz hat deir Beschluß, den Oesterreich gefordert hat, iiicht gefaßt. Also, erklären die Ballplatzoffiziösen, sei der Augenblick gekommen, daß Oesterreich selbständig handeln müsse und handeln werde. Es habe nun freie Hand erlangt und werde sie zu gebrauchen wissen. Was wird nun geschehen? Daß man sich in Wien auf den Krieg mit Montenegro alle» Ernstes vorbereitet und die Kanonen schon förmlich geladen werden, daß also, niilitärisch betrachtet, der Einmarsch in Montenegro jeden Augenblick erfolgen kann, ist sicher; man macht auch kein Hehl daraus. Inr Gegenteil, man demon- stricrt damit: offensichtlich zu dem Zwecke, dein Nikita klar- zumachen, daß es, wenn er in seiner Stützigkeit verbleibt, denn doch Ernst werden könnte, man unterstreicht all die Bor- bereitungen, um ihn noch im letzten Augenblick einzuschüch- tern. Aber ein gewisses Zögern deutet doch wieder darauf hin. daß man sich der weltgeschichtlichen Lächerlichkeit dieses Krieges der Fünfzigmillionen-Großmacht mit deni armseligen Zwergstaate immerhin bewußt ist. und auch nicht recht weiß, wie der Krieg geführt werden solle, bei dem die Bezwingung des Gegners eigentlich nicht ins Auge gefaßt wird. Die Hoffnung, daß sich der Skutarifkandal schließlich doch noch schlichten lassen werde, hat also im Augenblick zwei Chancen: erstens, daß der montenegrinische Dickkopf, die Aussichtslosig- keit seiner„Eroberung" erkennend, im letzten Moment doch noch einlenken werde, und zweitens, daß sich Oesterreich, den Un- sinn dieses„Krieges" begreifend, den Ausgleichsversuchen verschiedener Mächte zugänglicher zeigen werde, als es jetzt der Fall ist, wo ihm das marktschreierische Bedürfnis, sich „stark zu zeigen", uni alle Vernunft gebracht hat. Der Ausgleich könnte einleuchtenderweise nur darin be- stehen, daß Montenegro fiir den Fall der freiwilligen Räu- ,nung irgendwelche Kompensationen zugesichert werden, wo- rauf offenbar der Wunsch Rußlands zielt und was. da an dem Skutarifkandal niemandes Herz hängt, von allen Mächten akzeptiert werden würde, wenn Oesterreich-Unganr zustimmen wollte. Natürlich hätte auch in Oesterreich kein Mensch etwas dagegen, wenn den Montenegrinern irgendwie der Mund gestopft werden könnte: doch ist rnan hier jetzt in dem Rausche der Prestigepolitik so gefangen, daß nian sich Gott weiß was zu vergeben fürchtet, wenn man das leiseste Zeichen von„Schwäche" gäbe. Eine gewisse Hoffnung bietet Italien: ohne Zustimmung des Kompagnons bei der Griindung Albaniens kann Oesterreich den Einmarsch eigentlich nicht wagen, und diese Zustimmung ist bisher recht fraglich geblieben. Betvahrt man sich in Rom die Besonnenheit und verharrt der Wiener Abenteuerpolitik gegenüber in der bisherigen Zurückhaltung, so kann dein armen Oesterreich das Sckiauipiel dieses albernen Krieges vielleicht doch noch er- spart bleiben. Im übrigen können den genarrten Schwarzgelben noch weitere erkleckliche Lächerlichkeiten blichen. Es ist zun: Bei- spiel gar nicht ausgeschlossen, daß die Herrschast des Herrn Nikita mit Skutari zugrunde geht, daß mit dem Verlust der„eroberten" Stadt auch die Dynastie Njegusch verloren sein wird. Was werden die Schwarzgelben dann machen? Dann könnte Montenegro an Serbien fallen, und dann, niit der Verschmelzung der beiden Serbenstaaten, käme Serbien an die Adria. was aber, wie man weiß, als österreichische Hauptgefahr ausgerufen ist. Dann aber wäre wieder die Er- Haltung der Dynastie Negusch. die Erhaltung Montenegros die österreichische Lebensnotwendigkeit, und dann können die Schwarzgelben wieder mit Serbien Krieg führen f ii r Montenegro! Und was wird sein, wenn Oesterreich Skutari befreit haben wird, wem wird eS Skutari übergeben? Das war bis vor wenigen Tagen, wenigstens auf dem Papier, keine Frage: Skutari gehört zu Albanien. Aber der Handstreich Essad Paschas— auch einer der Helden der österreichischen offiziösen Presse—, den zu preisen b's vorige Wockie schwarz- gelhe Pflicht war, wogegen er von diesem Sonntag an von jedem guten österreichischen Patrioten zu verfluchen ist— bat in diesen Papierplan ein arges Loch gerissen. Den Essad Pascha, den Albanerkönig von Montenegros Gnaden, wird Oesterreich doch nicht an- und hinnehmen können: dem kann es Skutari doch nicht übergeben. Aber Essad Pascha reprä sentiert doch wieder das. was von Albanien militärisch existiert, und um das Albanien zu begründen, das auf dem Ballplatz ausgeheckt worden ist. muß seine Waffenmacht erst gebrochen werden. Offenbar gehört auch das zu Oesterreichs Zukunftsgaben, und so kann eS noch ernstlich dahin kommen, daß Oesterreich, um den albanischen Staat zu begründen, mit den Albanern Krieg wird führen müssen! Wenn der Prä- tentent auf dem Thron Albaniens nicht auszukaufen sein wird, so blüht Oesterreich allen Ernstes die Aufgabe, erst Skutari den Montenegrinern abzunehmen und dann die Albaner zu bekriegen, um sie zu veranlassen, Skutari zu nehmen! Und für diese Tollhäuslerei wird Gut und Blut der Völker in Oesterreich gefordert, und sie sollen es sein, um die sich ganz Oesterreich einmütig und begeistert zu scharen habe! Und für diese Vernunftlosigkeiten eschauffiert sich auch die bürgerliche Presse im Deutschen Reich und diese hohle Prestigepolitik nennt sie eine Offenbarung von Kraft! � In Wahrheit ist mit deni Handstreich des Essad Pascha die Wiener Albanerpolitik vollends zusanlmengebrochen, und um der getäuschten Illusionen des Ballplatzes willen die europäische Welt dauernd in Unruhe zu halten, ist eine eckste Anmaßlich- keit! Daß Deutschland gar so lüstern danach sein sollte, die Blamage seines Bundesbruders mitzutragen, zeigt eine Gut- mütigkeit an. die schon an Einfalt grenzt. Tie Auffassung in London. London, 30. April.(Privattelegramm des „V o r w ä r t s".) Die Spannung, die das offiziöse Wiener Kommunique zuerst in London hervorrief, hat merklich nach- gelassen, was heute morgen auf der Börse deutlich zum Ausdruck kam. Einzelne Blätter reden von einem Bluff der österreichischen Kriegspartei, während andere die Gefahr offenbar überfteiben. Tie„Times" schreibt, daß der poliftsche Hinimel uni einen Schatten dunkler geworden sei, mehr be- deute das Kommunique nicht. Das Blatt zählt die Gründe auf, weshalb es nicht im Interesse Oesterreichs sei, einen übereilten Schritt zu tun: Wir können uns nicht entschließen zu glauben, daß Oester- reich-llngarn alle Früchte seiner Geduld und Mäßigung, die es bisher an den Tag gelegt, aufgeben wird, falls es nicht und bis es nicht findet, daß Europa es tatsächlich im Stiche gelassen hat. Es ist nötig zu sagen, daß wir jetzt nicht die geringste Spur einer solchenAbsicht von feiten Europas entdecken können. Im Gegenteil, die Mächte bezeigen samt und sonders den unbeugsamen Entschluß, von der einmal gefaßten Entscheidung nicht abzugehen. R u tz l a n d ist in dieser Hinsicht ebenso fest entschlossen, als die übrigen. Wir erfahren von Paris, daß die russischen Botschafter in allen wichtigen Hauptstädten identische Erklärungen abgegeben haben, die ausdrücklich besagen, daß, nachdem Rußland die Note unter- zeichnet hat, die König Nikolaus zur Aufgabe SkutariS auf- fordert, eS daran f e st h ä l t, daß Montenegro den Ort nicht bekommen darf. Bon Petersburg hören wir dasselbe. Nichts kann klarer oder kategorischer sein. Die„Times" schließt:„Die Mächte sind daher in bezug auf das Wesentliche einig und nur geteilt in bezug auf die Art des Vorgehens. Wir glauben nicht, daß eine von ihnen deswegen einen europäischen Krieg riskieren wird. In linksliberalen Kreisen, wo man anfänglich im Skutaristreit für den König Nikita eintrat, weil er gar so klein ist, hat sich in den letzten Wochen ein bemerkenswerter Meinungsumschwung vollzogen. Man sieht dort jetzt die Räumung Skutaris durch Montenegro als die einzig mögliche Politik an, um den per- fahrenen diplomatischen Karren aus dem Dreck zu ziehen. Diese Vereinheitlichung der öffentlichen Meinung Englands ist eine weitere Bürgschaft für die Erfüllung der österreichi- schen Forderungen und es muß dies auch ein weiterer Grund sein, daß sich Oesterreich nicht zu übereilten Schritten hin- reißen lassen sollte." „Daily Telegraph", der die Lage sehr ernst auffaßt, appelliert an die deutsche Regierung, den Verbün- deten zurückzuhalten oder ihm wenigstens starken und nach- drücklichen Rat zu erteilen. Mahnungen der englische« Regierung. London, 30. April.»West min st er Gazette" schreibt» Die albanesische Frage ist leine solche Frage, bei der die Mächte ein lange? und breites reden und sodann von der Bühne abtreten dürfen in der behaglichen Ueberzeugung, daß für keine von ihnen eine Lebensfrage auf dem Spiele stehe. Gleichdiel, ob ihre Worte wirksam wären oder nicht, daS Abkommen, das sie erzielten, war ein Kom- promitz zur Erhaltung des Friedens und ihrer Lebensintereflen. Wenn das Abkommen zusammenbricht, fällt dieLage in das ge- fährliche Chaos zurück, aus dem dieBotschafterkonferenz sie befreite. Die Freunde Montenegros, die das Konzert beschwören, nicht zu handeln, werden dem König Nikolaus keine dauernde Stellung in Skutari verschaffen, sie könnten aber die Dinge so gestalten, daß nicht Albanien, sondern Oe st erreich- Ungarn sein Nachfolger in Skutari sein wird, oder fie könnten einen Konflikt zwischen Oesterreich-Unganr und Rußland herbeiführen. Es besteht ein natürliches Empfinden zugunsten der schwächeren Partei, auch wenn fie im Unrecht ist. Aber hier müssen wir uns erinnern, daß Nachsicht gegen den König Nikolaus ein wirkliches Unrecht gegen Oe st erreich- Ungarn bedeutete, daS den verbündeten Balkanstaaten auf Veranlassung der Mächte und auf Grund ihrer Zusicherung, daß Skutari albanisch sein solle, sehr wesentliche Zugeständnisse gemacht hat. Oesterreich-UngarnS Stellung ist so stark, daß es Geduld beweisen kann in der Gewißheit, daß die Mächte ihr Wort halten werden, während eS anderenfalls den Chauvinisten Rußlands einen erwünschten Vorwand gäbe, den Handel rückgängig zu machen. Wir hoffen, daß dieser Gesichtspunkt, sowie die komplizierten Verhältnisse. die zwischen Oe st erreich- Ungarn und Italien ent- stehen könnten, in Wien dauernd berücksichtigt bleiben. Andererseits müssen wir hier daran denken, daß Oesterreich-Ungarn enischlossen ist, die Mächte beim Wort zu nehmen, und daß sie, wenn sie sich drücken oder die Taktik des AufschiebenS verfolgen, den König Nikolaus in Skutari nicht halten, sondern seine Vertreibung nur zu einer gefährlichen Frage für sich selbst machen werden. Dns Vorgehen Oestemichs. Wien, 30. April. Die„Neue Freie Presse" meldet: lieber den Verlauf der nächsten'Tage verlautet: Die Aktton Oesterreich-Ungarns wird mit größter Rasch- h eit durchgeführt. Morgen oder übermorgen erwartet man die Bekanntgabe des Entschlusses der italienischen Re- g i e r u n g. Sodann wird Oesterreich-Ungarn allein oder gemeinsam mit Italien an König Nikolaus eine befristete Aufforderung zur Räumung. Skutaris richten. Sollte dieser Forderung nicht entsprochen werden, wird der österreich-ungarische Gesandte in Cetinje abberufen, und die militärischen Operationen werden unverzüglich beginnen. Oestcrreichische Preßstimmen. Wien, 30. April. Die bürgerlichen Blätter begrüßen freudig den Entschluß der Regierung, die Durchführung der inter- nationalen Abmachung über Skutari jetzt selbst energisch in die Hand zu nehmen. Sie betonen dabei, daß das Vorgehen Oesterreich-Ungarns an die Stelle einer europäischen Gesamtaktion treten und Oesterreich-Ungarn jeden Anschluß einer anderen Macht willkommen heißen würde. Sie erwägen auch die Möglichkeit, daß König Nikolaus in letzter Stunde nachgibt, wodurch ein Ein- schreiten gegen Montenegro mit bewaffneter Hand vermieden würde, halten es aber nicht für wahrscheinlich. Der eventuellen Beteiligung Italiens an dem Vorgehen der Monarchie stehen die Blätter mit großer Sympathie gegenüber. Die Beteiligung Italiens wäre«in großer Gewinn und würde dem diplomatischen Bündnis zunehmende Volkstümlichkeit sichern. Die Haltung der deutschen Regierung und die Stimmung des deutschen Volkes für Oesterreich-Ungarn wird mit aufrichtiger Genugtuung empfunden. Eine italienische Darstellung. Rom, den 30. April. Die öffiziöse Tribuns veröffentlicht einen Artikel, in welchem die Schwierigkeit der Lage be- tont wird, deren Gefahren infolge des Handstreichs Essad Paschas sich vermehrt hätten, und in welchem der Wunsch aus- gesprochen wird, daß die morgige Vereinigung der Botschafter end- lich ein Uebereinkommen erzielen werde, das eine gemeinsame Aktion Europas gestatte, die allein ein Herauskommen aus der gegenwärtigen Sackgasso mit möglichst geringer Gefahr und kleinstem Schaden gestatten könne. Eine weitere Unschlüssigkeit oder Verzögerung könnte die Wirkung haben, die am meisten betroffen«acht, zu alleinigem Vorgehen zu be- stimmen, und fügt hinzu: Wir waren immer gegen ein isoliertes Borgehen Oesterreichs und haben getan, was bei uns stand, um ein solches zu verhindern, nicht aus irgendeinem Gefühl des Arg- wohns, sondern weil wir immer der Ansicht waren, daß das isolierte Vorgehen einer Macht Gefahren in sich schließe, die jedermann klar vor Augen liegen. Die Tribuna ftagt dann, waS Italien tun solle. Angesichts dieser feierlichen Frage gäbe es und könne es im Volke und bei der Regierung keine Unentschlossenheit geben. Italien werde niemals zugeben können, daß die Lage aus der gegenüber- liegenden Küste des Adriatischen Meeres ohne seine Teil- nähme entschieden werde. Italien könne in diesem Entscheidungsaugenblick nicht beiseite bleiben. Wenn Italien sich nicht bereit zeigte, seine Pflicht zu tun und den ihm zufallen- den Teil der Aufgabe zu erfüllen, würde es nur das Recht haben, sich über sich selbst zu beklagen, wenn die weitere Entwicklung der Lage auf dem Balkan zum Schaden seiner höchsten Interessen vor sich gehen würde. Die Tribuna beschränkt sich darauf, die Slot- wendigkeit hervorzuheben, daß Italien nicht untätig bleibe, und die Aufmerksamkeit der Regierung auf diese Notwendigkeit zu lenken. Die Wahl der Mittel und der Form komme ausschließlich der Regierung zu. welche die ganze Verantwortung trage. Die Tribuna bemerkt dann weiter: Nach den letzten Ereignissen um Skutari und in Albanien, die einen byzantinischen Charakter tragen, ist der Weg ftir uns leichter. Wenn sittliche und Gefühls- gründe gegen eine Zwangsaktion Italiens gegen Montenegro sprachen, die nicht ein Teil einer europäischen Gesamtaktion war, so gibt es keinerlei Einwand gegen unsere Teilnahme an einem Vorgehen, das darauf abzielt, die Herstellung der Ordnung und die Ausführung der Entscheidungen Europas in Albanien zu sichern. Nehmen wir für den Fall, daß das europäische Konzert versagt, Anteil an diesem Werke, so werden wir die internationale Würde Ivahren und zugleich unsere Interessen durch das einzige Mittel schützen, das auf internationalem Gebiete wirksam ist. Wir werden unsere Aktion in den Grenzen halten, die uns durch unsere Abmachungen gezogen sind. Wir werden demnach Grund haben, zu erwarten, daß auch Oesterreich, so sehr es für den Fall eines Vcrsagens des europäischen Konzerts auf die Verteidigung seiner Interessen bedacht sein mag, sich gleichfalls in diesen von den älteren gegenseitigen Abmachungen klar gezogen Grenzen halten werde. Die Herzlichkeit, in welcher diese Ab- machungen sich entwickelt haben und immer respektiert worden sind, lassen uns in dieser Hinsicht keinerlei Zweifel hegen. HnarcHc m Hlbamen. Ermordung Niazi Beys. Rom, 30. April.»Giornale d'Jtalie" meldet aus Brindisi: Niazi B e y und sein Adjutant schifften sich gestern in Valona an Bord des Dampfers.Adriatico" nach Brindisi ein, als sie auf der Landungsbrücke von einigen Revolverschüssen � e t ö t e t wurden. Es scheint, daß die Mörder I s s a B o l j e- . i n a z und mehrere Begleiter waren, die sich nach der Tat ruhig entfernten. In Valona herrscht völlige Anarchie. Tie Bc- völkerung lebt in der größten Furcht, da sie Repressalien von D s ch a v i d P a s ch a. der ein Freund Niazi Beys war, befürchtet. Dschavid steht mit 2S 000 Mann türkischer Truppen in der Gegend von Sdieri.(?) Auch die Annahme erscheint als wahrscheinlich. daß Balona von Dschavid Pascha angegriffen wird. Der italienische Konsul hat die Regierung ersucht. schleunigst Kriegsschiffe zum Schutz der italienischen Inter- essen zu entsenden. Niazi Beh hat neben Enver Beb als erster das Signal zur jungtürkischen Revolution gegeben. Im Jahre t90S führte er seine Truppen von Resna, wo er als Vizemajor stand, in die Berge, womit der Kamps gegen Abdul Samid begann. Im April l90S führte er die Vorhut der Revolutionsarmee nach Konstant,- nopel und nahm Abdul Hamid gefangen. Zw" Jahre spater nahm er seinen Abschied aus der Armee. Daz Opfer- und aunderjaljr 1913. Im Jahre 1913 wird der finanzielle Zusammenbruch des Reiches mit solcher Gründlichkeit vorbereitet, daß der Name „Opferjahr" wohl für alle Zeiten erhalten bleibt. 1913 ist aber auch ein Wunderjahr. General Wandel und General Oberarzt Schulz teilten am 29. April der erstaunten Budget- kommission mit. daß man im Jahre 1913 beim AushebungS- geschäft so viele für den Militärdienst Brauchbare gefunden habe, daß man nicht nur den durch die Vorlage geforderten Rekrutenbedarf decken kann, sondern noch eine erhebliche An- zahl Ueberzähliger behält. Wie ist das möglich? Die Wehrordnung ist nicht ge- ändert. Die Wehrordnung enthält ganz bestimmte Vorschriften, wonach die Stellungspflichtigen eingeteilt werden in Taugliche, künftig Taugliche, minder Taugliche, Untaugliche und Un- würdige. Wer ein bestimmtes Maß in Körperlänge, Brust- umfang, gut entwickelte Muskulatur und keine oder nur ge- ringere Fehler hat. ist tauglich und kann ausgehoben werden. Schwächere und solche mit etwas größeren Fehlern werden als künftig tauglich der Ersatzreserve überwiesen, aus denen im Mobilmachungsfall die Ersatzmannschaften genommen werden sollen. Solche mit größeren Fehlern werden als minder tauglich dem Landsturm überwiesen. Notorische Krüppel werden als untauglich bezeichnet, ferner werden mit Zuchthaus bestrafte Leute als unwürdig ausgeschloflen. Für den Grad der Tauglichkeit hat die Wehrordnung ganz bestimmte Vorschriften. An der Hand der Wehrordnung kann schon jeder Arzt feststellen, ob ein Stellungspflichtiger brauch- bar ist, oder ob er der Ersatzreserve oder dem Landsturm überwiesen wird. Sind mehr Taugliche vorhanden als Re- kruten gebraucht werden, dann werden die Ueberzähligen der Ersatzreserve oder dem Landsturm überwiesen. Taug- liche, die die einzigen Ernährer hilfsbedürftiger Eltern, oder die Verwalter von landwirtschaftlichen oder gewerblichen Betrieben sind, können dem Landsturm oder der Ersatzreserve überwiesen werden. Bei Begründung der Heeresvorlage stellte es der Kriegsminister so dar, als könne der gesamte Mehrbedarf an Rekruten aus den Ueber- zähligen entnommen werden. Er sagte in seiner Rede am t. April: „Wir verzichteten bisher auf einen großen Teil unserer wehrfähigen Bevölkerung zum aktiven Dienst. Wir überwiesen ihn den Ersatzreserven oder ließen ihn ganz unausgenutzt zum Landsturm übertreten." Der Kriegsminister unterließ es aber, für diese Be- hauptung Zahlen anzugeben. Offenbar hat er nicht daran ge- dacht, da man die genauen Zahlen aus der Statistik des Deutschen Reiches ersehen kann. Das letzte Jahr, für welches genaue Zahlen vorliegen, ist das Jahr 1911. Von den Tauglichen wurden wegen bürgerlicher Verhältnisse also auf Reklamation 366 dem Landsturm und 7079 Ersatzreserve überwiesen. Von den Ueber- zähligen wurden 182 dem Landsturm und 2460 der Ersatz- reserve des Heeres oder der Marine überwiesen. Da man die bürgerlichen Verhältnisse auch ferner berücksichtigen will und den armen hilfsbedürftigen Eltern den einzigen Ernährer lassen will, so kommen für die Heeresverstärkungen mir die 2642 Ueberzähligen in Betracht, die aber nicht reichen, den Rekrutenbedarf der 1912 beschlossenen Vermehrung des Heeres zu decken. Ein weiterer Faktor ist das Wachstum der Be- völkerung. Sind in den Jahren 1893 und folgende so viel Knaben mehr geboren, daß man mit einer erheblichen Steige- rung der Stellungspflichtigen rechnen kann? Die Zahl der geborenen Knaben betrug: 1891... 980 318 1892... 956 743 1893... 992 486 1894... 979 076 1895... 998 926 Von diesen sind in Abzug zu bringen 3,4 Proz. als totgeboren. Ferner starben von 100 000 lebcndgeborenen Knaben 34951 vor Vollendung des 20. Lebensjahres. Auch sind unter den Geborenen Kinder der Ausländer und solche. die als Kinder auswandern. Wie das Verhältnis der Stellungspflichtigen zu den vor 20 Jahren Geborenen ist. kann man daraus ermessen, wenn man die Zahl der bei der Volkszählung gezählten männlichen Einwohner im Alter von 20 Jahren mit den Geburtenziffern von vor 20 Jahren vergleicht. 1880 wurden in Deutschland 908 579 Knaben geboren und 1900 wurden 513 624 männliche Eimvohner im Alter von 20 bis 2l Jahren in Deutschland gezählt. Die Geburtenziffer ist in den folgenden Jahren gestiegen, aber die Freude an den gestiegenen Geburten ist eine vorüber- gehende. 1901 wurden zwar 1080180 Knaben in Deutschland geboren, aber jetzt ist die Zahl wieder unter die Zahl gesunken, die wir schon Anfang der siebziger Jahre hatten. Die Tauglichkeit ist aber auch nicht gestiegen. Von 100 Abgefertigten waren 1903 57,1 tauglich, 14,7 künstig tauglich, also Ersatzreserve, 19,5 minder tauglich, also Landsturm, 8.5 untauglich und 0,2 unwürdig. Die entsprechenden Zahlen sür 1911 sind: 53,4 tauglich, 15,1 künftig tauglich. 25,1 minder tauglich, 6,3 untauglich und 0,1 unwürdig. Weder in der Geburtenziffer noch in dem Grad der Tauglichkeit sind Sprünge hervorgetreten. Nur die Militärverwaltung macht Sprünge. 191 1 wurden 292 155 Mann ausgehoben oder traten frei- willig in das Heer oder in die Marine ein. 1912 tritt eine Aendcrung des Militärgesctzes in Kraft, wodurch der Rekruten- bedarf um zirka 11 000 Mann gesteigert wird, 1913 tritt eine weitere Steigerung von 63000 Mann ein, auch die Marine braucht mehr Menschen und die Aushebung von 1913 be- weist, daß allen Anforderungen entsprochen werden kann. Wie ist das zn erklären? Zweifellos kann man in einem Jahre die Aushebung er- heblich steigern. Weil die jungen Leute drei Jahre stellungs- pflichtig sind, werden wohl oft Brauchbare ein Jahr zurückgestellt, weil es wünschenswert ist, daß der junge Mann sich noch mehr entwickelt. Wenn die Leute, die bisher zurück- gestellt wurden, ein Jahr früher genommen werden, dann hat man zwar in einem Jahre erheblich mehr Brauch- bare, aber man verbraucht die Kräfte der Zukunft und schon im folgenden Jahre tritt der Rückschlag ein. Will man das erkennen, dann muß man es einmal an konkreten Zahlen untersuchen. 1909 stellten sich»34 310 zwanzigjährige junge Leute. Von diesen wurden 98 ausgeschlossen, 17 369 waren untaug- lich, 16 048 wurden als minder tauglich dem Landsturm überwiesen, 30 wegen bürgerlicher Verhältnisse und 6679 als künftig tauglich der Ersatzreserve des Heeres und 301 der Ersatzreserve der Marine, 100 721 als tauglich ausgehoben und 393 064 wurden ein �ahr zurückgesetzt. Ferner stellten sich 361759 21jährige. von denen 100 ausgeschlossen. 5589 als untauglich befunden, 13100 in den Landsturm, 5207 in Ersatz- reserve des Heeres. 389 in Ersatzreserve der Marine. 54078 ausgehoben und 283 296 zurückgestellt wurden. Von den 283 674 22 jährigen wurden 170 ausgeschlossen. 10140 als untauglich befunden, 439 tvegen bürgerlicher Verhältnisse, 87 als Ueberzählige und 100782 als minder tauglich dem Landsturm, 7331 wegen bürgerlicher Verhältnisse. 4088 Ueberzählige. 65680 oIS fixnstig tauglich der «Oatzreserve überwiesen und 61 /34 als tauglich aus- gehoben. Dazu wurden noch 46 987 ältere abgefertigt. Jnsgesanrt waren 230698 Brauchbare ausgehoben. Wollte man 1909 die Zahl der Brauchbaren steigern, dann müßte man die nehmen, die 1909 zurückgestellt, aber schon 1910 als tauglich befunden wurden. Das waren aus dem Jahrgang der 20jährigen 53262 und dem Jahrgang der 21jährigen 70 699. Die Zahl der Brauchbaren wäre nun 1909 auf 354 659 gesteigert, aber die Zahl der 1910 gestellten einundzwanzigjährigcn und zweiundzwanzigjährigen wäre um die Zahl der 1909 mehr ausgehobenen vermindert worden. Verfährt man nun 1910 nach demselben Modus, dann bringt der Jahrgang der Zwanzigjährigen 154442 und der Jahrgang der 21jährigen 72 3i9. Der Jahrgang der 22jährigen fällt ganz aus, weil alle Tauglichen dieses Jahrganges schon 1909 genommen sind. Man ist also wieder auf der Zahl an- gelangt, die man vor 1909 auch hatte. Die Grundlage für die Rekrutierung bildet die Zahl der vor 20 Jahren geborenen Knaben. Von diesen werden in den nächsten Jahren 570000 bis 580000 das 20. Lebens- jähr erreichen. Nimmt die Brauchbarkeit nicht noch mehr ab, dann werden wir im Durchschnitt auf 307 050 Taugliche rechnen können. Hiervon werden durchschnittlich 7500 wegen bürgerlicher Verhältnisse nicht eingezogen. Der Rekrutenbedarf wird aber die Zahl 355000 übersteigen. Um diese Zahl einstellen zu können, wird man die Wehrordnung ändern und die Ansprüche an die Tauglichkeit erheblich herab- setzen müssen. Fast die ganze Ersatzreserve, in welche bisher reichlich 80000 Mann überwiesen wurden, wird man als brauchbar erklären müssen. Da man aber die Ersatzreserve für den Mobilmachungsfall gebraucht, so wird man den größten Teil des Landsturms in die Ersatzreserve überweisen müssen. Wird aber die Wehrordnung nicht geändert, dann werden die Verteidiger der Heeresvorlage sich an den Kopf fassen und es nur schwer begreifen, wie es kommt, daß 1914 die älteren Jahrgänge so wenig ergiebig sind. Man wird dann wohl er- klären, daß das Jahr 1913 ein Wunderjahr war. Sie tzeerezvorlage in Sei' Budget- Kommiiiion. Zu Beginn der A!ittwock)sitzung forderte Gen. Ledebour, der Staatssekretär v. Jagow solle zur Sitzung gebeten Werden, um über die Situation auf den: Balkan Auskunft zu geben. Die Aeußerungen des Staatssekretärs vom Dienstag hätten in Wien große Unruhe hervorgehoben. Die Kommission müsse dem Staats- sekretär Gelegenheit geben, sich aufklärend äußern zu können. Der Staatssekretär ließ der Kommission mitteilen, er könne infolge dringender Geschäfte unmöglich zur Beratung erscheinen. In einer recht eingehenden Debatte wurde sodann die ge- forderte Vermehrung der Kavallerie um sechs Re- gimenter behandelt. Die Volksparteiler beantragten, statt sechs nur drei Regimenter zu bewilligen. Sowohl die Redner des Zentrums wie auch die der Volksparteiler betonten, die Notwendig- keit, daß sechs neue Kavallerieregimenter errichtet Werden, sei nicht überzeugend nachgewiesen Worden.— Die Genossen No s k e und Schöpf! in bekämpften die Forderung; Noske unter be- sonderer Darlegung der Verhältnisse an der Ost- und Westgrenze. — Abg. Basser niann machte darauf aufmerksam, daß selbst nach Bewilligung der sechs Regimenter immer noch sechs weitere Kavallerieregimenter fehlen. Diese indirekte, an die Regierung gerichtete Aufforderung, recht bald abermals eine Vermehrung zu fordern, stieß in der Kommission auf lebhaften Widerspruch. Gen. S ü d e k u or zeigte, daß sehr wohl zum Schutze der Grenze aus dem Innern des Landes Kavallerieregimenter abge- schoben werden können. Bestimmte Kavallerieregimenter werden lediglich zur höfischen Repräsentation disloziert. Das dürfe aber natürlich der Kriegsminister nicht eingestehen, ohne seine Stellung zu riskieren.— Abg. Basser mann beantragte, für den Fall der Ablehnung von 6 Regimentern vier zu bewilligen.— Genosse Frank beleuchtete kritisch die Argumente der Militärvorlage, die trotz allem Eifer nicht von überzeugender Kraft sind. Man kann sich dem Eindruck nicht erwehren, daß Rücksichten auf den Grenz- schütz hinter höfischen zurücktreten müsse. Bei der Llbstimmung Wurden die geforderten sechs K a- vallcriere gimenter mit 15 gegen 13 Stimmen abge» lehnt, ebenso mit der gleichen Stimmenzahl der Antrag auf vier Regimenter, dagegen wurden drei neue Kavalier i�e- regimenter mit Mehrheit bewilligt. Die sozialdemokratischen KommissionSmit- glieder haben folgende Anträge gestellt: t. Im§ 1 wird der Absatz 4 dahin gefaßt: Die Einjährig. Freiwilligen kommen auf die Friedenspräsenzstärke in An- rcchuung. 2. Im Z 1 Wird der Absatz 6 dahin gefaßt: Die sämtlichen Oekonomie-Handwerker Werden durch Zivilhandwerker ersetzt. 3. Im§ 1 Wird ein Absatz 7 hinzugefügt: Das Burschen- Wesen Wird aufgehoben. 4. Im§ 1 wird ein Absatz 8 hinzugestigt: Die Militär- kapcllen Werden abgeschafft. S. Ein Artikel la ist einzufügen: Keinem Soldaten darf der Besuch eines Lokals untersagt Werden, Weil der Inhaber eine bestimmte politische Ueberzeugung hat oder einer bestimmten Partei oder Gesellschaft Räumlichkeiten zu Versammlungen und Veranstaltungen überläßt. Volk gegen 0ffirier;ksmsrills. In dem Augenblick, wo die Balkankrise ihren Höhepunkt erreicht hat, Wo die Lunte am Pulverfaß unheimlich glimmt und Wo kaum noch Aussicht besteht, daß die diplomatische Löschmannschaft in London bei ihrem arglistig einander in die Quere fahrenden Hantieren den tückisch sich immer Weiter heranfressenden Funken zu ersticken der- mag, wird in der Presse ein neues Buch des deutschen Krön« Prinzen angekündigt, das nicht nur die überschwenglichste Ver« herrlichung de? Militarismus darstellt, sondern in seinem innersten Kern sogar auf eine Verherrlichung des Krieges hinausläuft I Bekanntlich hat der Kronprinz schon einmal ein Buch veröffent- licht. DaS war jedoch harmloser und handelte nur von der Jägerei, von den Nervenspannungen des Schützen, der arglosem Wild den bleiernen Todcsboten zusendet. Das neue Buch trägt dagegen hoch- politischen Charakter. ES nennt sich„Deutschland in Waffen", ist Wilhelm II. gewidmet und trägt das Motto:„Die Welt ruht nicht sicherer auf den Schultern des AtlaS als Deutschland aus seiner Armee und Marine". Der politische und politisch überaus bedenkliche Charakter des Büches wird dadurch keineswegs abgeschwächt, daß es sich auS einer Reihe von Abhandlungen zusammensetzt, die aktive und in- aklive Offiziere der Annee und der Marine geschrieben haben und von einer Anzahl von Künstlern illustriert worden sind, während die literarische Mitarbeit des Kronprinzen nur in einem Geleitwort und einem kleinen Spezialartilel über das Regiment der GardeSdukorpS besteht. Denn vom Kronprinzen stammt die Anregung zudem Buche, dem schon durch daS Motto sein eigenartiger Stempel auf- gedrückt worden ist. Aber auch das Kronprinzliche Geleitwort und der erwähnte Artikel geben dem ganzen Werke seine besondere Note: eine Ueberschätzung und Verherrlichung des Militarismus und eine Freude am soldatischen Draufgängertum, die dem preußisch-deutschen Militärstaat weder drinnen noch draußen Freunde zu erwerben der- mag, im Gegenteil nur von ausländischen Chauvinisten zum Beweis dafür mißbraucht Werden kann, daß das ehemalige Volk der Dichter und Denker völlig soldatischer Renommisterei und ödestem Kommißgeist zum Opfer gefallen sei. Heißt eS doch in dem vom Kronprinzen verfaßten Vorwort: „Mehr wie andere Länder ist unser Vaterland darauf an- gewiesen, seiner guten Wehr zu vertrauen. Schlecht geschützt durch seine ungünstigen geographischen Grenzen, im Zentrum Europa? gelegen, nicht von allen Nationen mit Liebe beobachtet, hat das Deutsche Reich vor allen anderen Völkern unserer alten Erde die heilige Pflickit, Heer und Flotte stets auf der größten Höhe der Schlagfertigkeit zu erhalten. Nur so, auf das gute Schwert gestützt, können wir den Platz an der Sonne erhalten, der uns zusteht, aber nicht frei- willig eingeräumt wird." „Gewiß kann und soll diplomatische Geschicklichkeit wohl eine Zeitlang die Konflikte hinhalten, zuweilen lösen. Gewiß müssen und werden sich in der ernsten Entscheidungsstunde alle Berufenen ihrer ungeheuren Verantwortung voll bewußt sein. Sie werden sich klar machen müssen, daß der Riesenbrand, einmal entfacht, nicht mehr so leicht und rasch erstickt werden kann. Aber wie der Blitz ein SpannungsauSgleich zweier verschieden geladener Luftschichten ist, so wird daS Schwert bis zum Untergange der Welt immer der letzten Endes ausschlaggebende Faktor sein und bleiben." Der Kronprinz ist dreißig Jahre alt und mag sich wohl auf der Höhe des Lebens und im Besitze aller Lebens- und GeschichtS- Philosophie wähnen. Kein Mensch würde denn auch etwas dagegen haben, wenn der Kronprinz im Familienkreise oder unserthalben auch beim LiebeSmahle im Kreise seiner Offizierskameraden Ansichten zum besten giebt, die dort umsoWeniger Auffehen und Widerspruch erregen werden, weil sie ja die landläufige Meinung jedes von des Ge- dankens Blässe nicht angekränkelten Gardeleutnants sind. Daß jedoch der mutmaßliche Thronfolger solche Anschauungen in bitter- ernster Zeit in einem Buche niederlegt, also der weitesten Oeffentlichkeit preisgiebt, die daraus die Verhängnis- vollsten Schlüsse zu ziehen vermag, das verrät einen Drang zu öffentlicher Betätigung, den sich das deutsche Voll ohne schärf st en Einspruch nicht gefallen lassen kann! Was soll man vollends dazu sagen, wenn in einer Zeit, wo die ungeheuerlichen Rüstungen Deutschlands ohnehin das stärkste Mißtrauen der Auslandsmächte erregen müssen, der Kronprinz in seinem Beitrag über die GardeSdukorpS schreibt: „Wer solche Attacke mitgeritten hat, für den gibt» nichts Schöneres auf der Welt. Und doch: noch eines erscheint dem echten Reitersmann schöner: Wenn alles dies dasselbe ist, aber am Ende des schnellen Laufes uns der Feind entgegenreitet und der Kampf, für den wir geübt und erzogen sind, einsetzt; der Kamps auf Leben und Tod. Wie oft bei solcher Attacke hat mein Ohr den sehnsüchtigen R u f eines daherjagenden Kameraden aufgefangen:»Donner- weiter, wenn das doch ernst wärel" Reitergeist I Alle, die rechte Soldaten sind, müssen'S fühlen und Wissen:„Dulcs et deconirn est pro patria mori!" Man wird uns nicht zumuten, daß wir uns mit dem also verherrlichten.Reitergeist' kritisch auseinandersetzen. Bei wem die schweißtreibende Erregung eines forcierten Rittes trotz tausendjähriger ethischer und intellektueller Erziehung des deutschen Volkes zu einer Kulturnation nichts anderes auszulösen vermag, als den„sehnsüchtigen" Ruf nach einem echten Schädelspalten, für den haben die Kant und Goethe eben umsonst gelebt! Die„Weltanschauung" des Gardeleutnants kann eben nicht„widerlegt" werden, die kann nur politisch unschädlich gemacht werden! ES ist deshalb ein besonders gutes Zusammentreffen, daß zur Zeit der neuesten kronprinzlichen Publikation nicht nur die Londoner Botschafterkonferenz tagt, sondern auch das internationale Parlament der modernen Arbeiterklasse: daß am Donnerstag, den 1. Mai Millionen von Proletariern ihre Kund- gebung veranstalten, die nicht der Verherrlichung von Militarismus und Krieg, sondern dem unerschütterliche» Willen zur friedlichen Kultmentmickelung gilt! Und im Völkerlcben und in der Geschichte ist doch der Wille der Massen noch stets das oberste Gesetz ge- Wesen! poUtflcbe debcrficbt» Berlin, den 30. April 191S. Kehraus im Abgeordnetenhause. Das Abgeordnetenhaus hat sich am Mittwoch nach Er- ledigung der dritten Lesung der Sekundärbahnvorlage auf unbestimmte Zeit vertagt. Ob es vor Auflösung des Land- tags überhaupt noch einmal zusammentritt, hängt von den Beratungen des Herrenhauses ab.?!ur wenn daS Herren- haus an diesem oder jenem Gesetzentwurf Aenderungen vor- nimmt, wird der Präsident die Mitglieder noch einmal zu- sammenberufen. Andernfalls hat die fünfjährige Tätigkeit der„Volksvertreter" ihr Ende erreicht. Viel herausgekommen ist dabei nicht._ Das Herrenhaus beriet am Mittwoch deit Etat zu Ende. Der berflossene Kultus- minister Dr. v. S t u d t gericrte sich bei der Weiterberatung des Etats des Ministeriums des Innern wieder einmal als Sitt- lichkeitsapostel. Er Wetterte gegen das Ueberhandnehmen von Animierkneipen in den Großstädten, beklagte die angeblich zu- nehmende Verrohung unter den jugendlichen Arbeitern. Nach Herrn Studt ist das Revolvertragen bei den jungen Berliner Ar- beitern geradezu obligatorisch geworden! Natürlich gab dieses Urbild eines verknöcherten Bureaukraten auch der Sehnsucht nach einem Arbeitswilligengesctz Ausdruck. Ein Regierungs- kommissar erwiderte ihm, daß ein Gesetz gegen unerlaubtes Waffen. tragen in Vorbereitung sei. In der Tat ist eS nur zu begrüßen, wenn den Arbeitswilligen das Waffentragen verboten wer- den würde. Beim LandwirtschaftSetat sprach der Berliner Ober- bürgermeister Mermuth über die Versorgung der ReichShcmpt- stadt mit russischem Fleisch durch die städtische Verwaltung. Er zerstörte die Legende, die geflissentlich von agrarischer Seite ver- breitet Worden ist. daß die Stadt bei der ihr von der Regierung aufgezwungenen Flcischversorgung ein gutes Geschäft gemacht habe. Eine zeitlang war allerdings ein kleiner Ucbcrschuß vorhanden, in letzter Zeit hat sich aber sogar ein Defizit ergeben. Interessant war es, daß der Oberbürgermeister prinzipielle Bedenken gegen die Mitwirkung der Kommunen bei der Flcischversorgung erhob. Er meinte, eine Einrichtung von derartig öffentlichem Charakter, wie sie doch die Kommune darstellt, lasse sich nicht in der Weise hin- und hcrwenden wie ein Handelsbetrieb es erfordere und Warnte davor, die Mitwirkung der Gemeinden aus solchen Gebieten zu übm> schätzen. Aus dem Bundesrat. Jn müde und schläfrig sich hinziehenden Verhandlungen wurden Verhandlungen des Oberkirchenrats sind nicht öffentlich; jede Kon- statt. An Sen Regierungswahlen beteiligten sich unsere Genossen dann noch die Etats der Eisenbahn- und Bauberwal- trolle über die richterliche Tätigkeit des Oberkirchenrates fehlt. nicht mit eigenen Kandidaten. Die Kantonsratswahlen hatten tung verabschiedet, ohne daß irgend wie bemerkenswerte Dinge Es ist möglich, daß sich der Pfarrer in der Form seiner An- folgendes Ergebnis: 32 Sozialdemokraten( bisher 23), 52( 62) zur Sprache gebracht wurden. Nach Erledigung einiger fleinerer griffe vergriffen hat; aber die ganzen Vorgänge sind doch so eigen- Radikale und 29( 27) Liberale( eigentlich Konservative). Unsere Borlagen wurde die nächste Sigung auf Freitag anberaumt, artig, daß es sich wohl gelohnt hätte, sie vor dem Forum eines Partei hat also 9 Size gewonnen. bürgerlichen Gerichts aufzurollen. Der Pfarrer, der seit Jahr und Die Kantone Obwalden, Unterwalden und die beiden Appenzell Tag kein Gehalt mehr bezieht, wird nun nach irgendeinem ent- hatten ihre Landsgemeinden, diese Urform der Demokratie. legenen Reste versetzt, und die Grundstücksspekulanten freuen sich, Die Landsgemeinde des Kantons Appenzell- Außerrhoden brachte uns daß sie ihren mühelos erworbenen Gewinn nicht weiter zu ver- den ersten sozialdemokratischen Regierungsrat von den sechs Landsgemeindekantonen und zwar in der Person teidigen brauchen. Der Fall Stier schließt sich der Rechtsprechung des Oberkirchen- unseres Genossen Eugster, der früher Pfarrer war und nun rates in den Fällen Jatho und Traub würdig an, wenn er auch seit Jahren Zentralpräsident des Schweizerischen Textilarbeiter. verbandes sowie Redakteur des Textilarbeiter", ferner sozialdemo in seiner Wirkung ungleich tragischer ist. kratischer Abgeordneter im Nationalrat ist. Die„ Lücke" in der Deckungsvorlage. Die Deckungsvorlage der Regierung entbindet im§ 44 außer den Postanstalten und der Verwaltung der Schuldbücher öffentlicher Körperschaften und Sparkassen auch andere mit der Verwaltung und Berwahrung fremden Vermögens befaßte öffentliche Anstalten Verwahrung fremden Vermögens befaßte öffentliche Anstalten von der Verpflichtung, den Veranlagungsbehörden Auskunft über die Vermögensverhältnisse der Beitragspflichtigen zu erteilen und ihnen Einsicht in Bücher und Aften usw. zu gewähren. Sind also den Besitzenden schon genug Möglichkeiten gegeben, ihr Vermögen zu berheimlichen, so sollen die Geldinstitute, die nicht unter diese Bestimmung fallen, die Attien banten und die Privatbanten, auch noch von der Auskunfterteilung entbunden werden, so will es nämlich die Handelskammer in Hildesheim, deren geschäftsführender Ausschuß in seiner jüngsten Sigung einem Beschlusse zustimmte, worin es u. a. heißt: Im neuen Großen Stadtrat von Zürich ist unser Genosse Oberrichter Wyz zum Präsidenten gewählt wor den, nachdem er vorher schon erster Bizepräsident gewesen. Auch in einigen Kommissionen sind Sozialdemokraten Präsidenten. England. In der heutigen Sihung des Bundesrats wurde dem Entwurf eines Gesetzes betreffend die Feststellung des Reichshaushaltsetats für das Rechnungsjahr 1913, und dem Entwurf eines Gesezes betreffend die Feststellung des Haushaltsetats für die Schuhgebiete auf das Rechnungsjahr 1913, in der vom Reichstage angenommenen Fassung die Zustimmung erteilt. Die gleiche Beschlußfassung erfolgte zu dem Entwurf eines Gesezes betreffend die Gewährung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer. Der Entwurf von Bestimmun- Zusammenstöße im württembergischen Landtag. gen für die Vornahme einer Zwischenzählung der Schweine in den Bei der Fortseßung der Debatte über den Justiz etat tam Jahren 1913 und 1914 und der Gesehentwurf betreffend die Ent- es zu äußerst heftigen Auseinandersetzungen, wie sie in diesem schädigung von Schöffen und Geschworenen gelangten zur Annahme. auf seinen vornehmen Ton" arg stolzen Landtägle bisher kaum zu Die Renderung der Sahungen der Haftpflichtversicherungsanstalt verzeichnen gewesen sind. Gegen die Angriffe des Genossen der land und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften für das Mattutat zog der Justizminister v. Schmidlin zu Felde. Großherzogtum Hessen wurde genehmigt. Börsentermingeschäfte Die Beweise Mattutats für die auch in Württemberg stets krasjere Die Hintermänner in der Rüstungspolitik. in Attien der Schantung- Eisenbahn- Gesellschaft in Berlin wurden zu widerlegen. Die bürgerlichen Parteien jubelten Beifall. ZenFormen annehmende Klassenjustiz suchte der Minister aftenmäßig London, 29. April.( Eig. Ber.) In der Budgetdebatte im für zulässig erklärt. trumsabgeordnete jammerten über den„ Terrorismus" der frei- englischen Unterhaus kritisierte Genosse Wardle gestern in newertschaftlich organisierten Arbeiter. Der Zentrumsabgeordnete scharfer Weise die Ausgaben für das laufende Finanzjahr, die die raf bekannte sich sogar als Anhänger von Ausnahme= gefeben gegen die freien Gewerkschaften. Genosse ungeheure Summe von 196 Millionen Pfund erreichen. Im Namen at tutat gab den Herren eine Antwort, die Zähne und Hörner der Arbeiterpartei protestierte er gegen die gewaltigen Rüstungshatte. Zeitweise war die Aufregung so start, daß die Fortführung ausgaben, die in den letzten fünf Jahren um 15 Millionen Pfund der Verhandlungen gefährdet schien. Ihren Höhepunkt erreichte gestiegen sind. Dann ging er auf die Geschäftspraktiken der die Erregung am Samstag bei den Ausführungen Westmeyers Rüstungsunternehmer ein und bemerkte, daß die Enthüllungen über die Beköstigung der Gefangenen in den württem- im Reichstag von gewaltiger internationaler bergischen Gefängnisanstalten. Im Etat wird der Nahrungsauf- Bedeutung seien. Achnliche Enthüllungen feien vor noch nicht wand pro Tag und Kopf auf 47, 6 Pfennig berechnet, ein Be- langer Zeit in England gemacht worden. Eine Anschuldigung sei trag, der unmöglich genügen fann, einen erwachsenen hart arbeiten die, daß ein Trust der Rüstungsfabrikanten bestehe, dessen Zwed den Menschen zu sättigen. Den bürgerlichen Parteien erschien es die, daß ein Trust der Rüftungsfabrikanten bestehe, dessen Zweck ungeheuerlich, daß in diesent hohen Hause" auch der Opfer der es ſei, ähnlich wie in Deutschland der Regierung 10 Pro3. mehr heutigen Wirtschaftsordnung gedacht und versucht wurde, den ele- für Rohmaterialien anzurechnen. Wenn das wahr sei, müsse der Zeitweise schien das Haus in Tobsucht verfallen zu wollen. Durch der Anschuldigungen sei, daß die Rüstungsinteressenten mit der mentarsten Forderungen der Menschlichkeit Gehör zu verschaffen. Sache ernsthaft auf den Grund gegangen werden. Die schlimmste persönliche Beleidigungen schlimmster Art suchten insbesondere Furcht der Völker Handel trieben, daß der Kriegslärm mit VorZentrumsleute den Redner zum Schweigen zu bringen. Silflos bedacht fünstlich fabriziert werde. Es sei sehr bezeichnend gewesen, Würden diese( die Banten) der Auskunftspflicht unterliegen, stand der konservative Präsident den wildgewordenen" Christen" daß die Mitteilungen über die deutsche Flotte, die vor etlichen so würde das Vertrauen zwischen Banken und Kundschaft eine gegenüber. Auch der Stuttgarter Oberbürgermeister a. außerordentliche Störung erfahren, und es ist zu befürchten, daß v. Gauß, der sich zur Volkspartei rechnet, glaubte den Augenblid Jahren die Konservativen veranlaßten, den Ruf nach der sofortigen die Depotinhaber in diesem Falle ihre Kapitalien zurückziehen und gekommen, durch persönliche Beleidigungen gegen den Redner sein Herstellung von acht Dreadnoughts zu erheben, diesen von einem an anderer Stelle, vielleicht sogar im Auslande, unterbringen. Renommee als„ staatstreuer Mann" heben zu können. Genosse Dr. englischen Regierungslieferanten übermittelt wurden. Nachdem bereits die Handelskammer Freiburg sich an den Herrn Bindemann" versuchte den Präsidenten, der die tollen Aus- in anderen Ländern, sondern auch in Großbritannien habe man Reichskanzler gewendet hat, um eine Aenderung des§ 44 im schreitungen ungerügt passieren ließ, über seine Pflicht zu be- mit der künstlich erzeugten Panik zu rechnen. Die Angelegenheit Interesse der Banken herbeizuführen, wird die hiesige Kammer den lehren. Ein vergeblicher Versuch. Das Echo, das diese Vorgänge müsse gründlich untersucht werden, damit man sicher sei, daß man Deutschen Handelstag ersuchen, diese Angelegenheit möglichst bald in der Oeffentlichkeit wedten, mag ihn aber doch wohl belehrt sich nicht zum alleinigen Nutzen der Unternehmer in riesige Aus in die Hand zu nehmen, um in dem Entwurf die Auskunfts- haben, daß diese Art Geschäftsführung nicht geeignet ist, sein gaben stürze. verpflichtung der Banten und Bankiers zu beseitigen." Prestige zu erhöhen. Zu Beginn der Montagssigung erteilte er Was Wardle hier ausführt, wird durch die Tatsachen vollSo sieht die Bereitwilligkeit der Patrioten des mobilen Kapitals, dem Zentrumsmann, Arbeitersekretär Andre, noch nachträglich kommen bestätigt. Gerade heute bereiten sich die Leute, die mit zu den Rüstungslasten ihr Teil beizutragen, in der Pragis aus. einen Ordnungsruf. Dann wurde es hochpolitisch. Der Führer der Volkspartei, K. Haußmann, brachte beim Kapitel Staats- der Furcht der Völker Handel treiben, auf einen großen Fischfang ministerium seine Rede über auswärtige Politik, Wechsel vor. Die Flottenliga und die Luftschiffahrtliga haben sich zu dem im Staatssekretariat fürs Auswärtige, Wehrvorlage usw. an den Unternehmen die Hand gereicht und die hohe Finanz zu interIn einer Danziger Versammlung hatte jüngst der Vorsitzende Mann. Genosse teil verlangte energisch, der Ausschuß des effieren gewußt. Das Schredgespenst sind diesmal die deutschen des dortigen konservativen Vereins, ein Pastor Wichmann, be- Bundesrats für auswärtige Angelegenheiten möge dahin wirken, Zeppelins, die es nach den Aussagen der Rüstungspatrioten zuhauptet, Fürst Bülow habe im Oktober 1908 den bekannten Bassus, daß dem deutschen Volke Krieg und Blutverstande gebracht haben, England seines insularen Charakters zu der, die Fortentwicklung des preußischen Landtagswahlrechts für gießen erspart bleiben. Der Ministerpräsident antwortete berauben, wodurch die englische Kriegsflotte natürlich zu altem " eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart" erklärt, ohne sehr diplomatisch". Der Reichskanzler habe immer sehr bundes- berauben, wodurch die englische Kriegsflotte natürlich zu altem Wissen Wilhelms II. in die damalige Thronrede präsident mit einer hochpatriotischen Phrase die Wehrvorlage ver- bürgermeisters von London eine Versammlung im Mansion House freundlich gehandelt. Zum Schluß glaubte der Herr Minister- Eisen geworden ist. Am 5. Mai wird unter dem Vorsitz des Oberhineingebracht. herrlichen zu müssen. Das Echo aus dem Haus war aber sehr abgehalten werden, die auf die Regierung einen Druck ausüben Die Danziger Zeitung" machte dem Fürsten Bülow von dieser dürftig. Von nationaler" Begeisterung feine Spur mehr. Etwas soll, damit sie mehr Geld für den Luftmilitarismus ausgebe. Anunerhörten Behauptung Mitteilung und erhielt jetzt folgende verdukt fekte sich der Ministerpräsident wieder auf seinen Stuhl. fänglich fragten sich viele Leute, wozu denn das viele verlangte Stom, den 26. April 1913. Sehr geehrter Herr! Im Auf- shaften in München und Berlin lehnte die sozialdemo- bisher noch keine großen Luftschiffe bauen konnte. Jezt kommt Auf- aften München ürttembergischen Gesandt- Geld verwendet werden sollte, in Anbetracht, daß man in England trage Seiner Durchlaucht des Fürsten Bülow dante ich Ihnen fratische Fraktion ab. Nur der Volksparteiler Bez stimmte mit den allmählich Vicht in die Angelegenheit. Die Firma Biders hat die verbindlichst für Ihre beiden Briefe sowie für die freundliche Sozialdemokraten. Alle anderen Volksparteiler stimmten für diese Batente der Astra- Torres- Luftschiffe gekauft und es verlautet, daß Uebersendung der Zeitungsnotizen. Die Haltlosigkeit der von früher auch von ihnen bekämpften Forderungen. In Baden haben Bastor Wichmann aufgestellten Behauptung dürfte inzwischen sogar die Nationalliberalen den unnüßen Aufwand für eine andere Firma die Patente der Parseval- Gesellschaft erworben wohl allgemein erkannt worden sein. In vorzüglicher Hoch- diese Sinekuren abgelehnt. Im Schwabenländle fühlen sich die und auch Armstrong, Beardmore, Scott, White und andere Gesellachtung bin ich Ihr sehr ergebener Herren Demokraten geehrt, für diese Versorgungsposten hober, schaften bald in der Lage sein werden, Bestellungen auf Luftschiffe sonst nicht brauchbarer Diplomaten zu stimmen. anzunehmen. Unter diesen Umständen wird es den Rednern im Mansion House nicht schwerfallen, haarscharf zu beweisen, wie drin. gend die Nation der militärischen Luftschiffe bedarf. Antwort: Faules Geschwäh. G. Friedrich, Privatsekretär Sr. D. des Fürsten Bülow. Eine Zeitungsente. Marokko. Kämpfe und kein Ende. Nicht nur Paris, 30. April. Nach einer Meldung aus Rabat fties Landwirtschaftskammern und Fleischversorgung. Die von dem„ Berl. Tagebl." aus Gmunden gemeldete Nach- westpreußischen Landwirtschaftskammern, den größeren Städten im Nach langen Verhandlungen sind die Bestrebungen der oſt- und richt, daß der Prinz Ernst August, der zukünftige Schwiegerjohn Diten Schweine zu liefern, gefcheitert. Sowohl Danzig wie auch Wilhelms II., zum Großherzog von Lüneburg ernannt und zu Rönigsberg und Tilfit haben es abgelehnt, auf das Andiesem Zweck ein neues Großherzogtum Lüneburg geschaffen werden gebot der Landwirtschaftskammer einzugehen. Die Landwirtschaftssolle, wird von der„ Köln. 3tg." in einer offiziösen Berliner Mel- kammer für Ostpreußen teilt mit, von Landwirten der Provinz die Kolonne Mangin am 26. April in der Nähe von Ain Serga mit dung dementiert. Das rheinische Blatt schreibt: wären der Kammer für fünf Jahre im ganzen über 18000 Schweine einer Abteilung der aufständischen Schloe zusammen, die sich nach im Lebendgewicht von 2 bis 24 Zentnern zum Preise von 45 M. einem heftigen Kampfe, in dem sie namentlich durch das franzö= pro Bentner zur Verfügung gestellt worden. Die Landwirtschaftstammer hätte dem Königsberger Magistrat das Duantum von fische Artilleriefeuer beträchtliche Verluste erlitten, zurückziehen 15 000 Schweinen jährlich frei Schlachthof Königsberg zum Preise mußten. Die Franzosen hatten vier Tote und 25 Ver von 49,50 m. pro Zentner angeboten und zwar mit Rücksicht auf wundete. den auf zirka 7 Prozent zu schäßenden Transportgewichtsverlust, im Mindestgewicht von 190 Pfd. Der Magistrat hat dieses Angebot jedoch abgelehnt und als Mindestgewicht in der Zeit vom 15. August bis 15. Dezember 240, in der übrigen Zeit 200 Pfd. verlangt. Darauf ist die Landwirtschaft stammer nicht eingegangen. Sie hat bereits ihre Lieferanten von der übernommenen Lieferungspflicht entbunden. „ Das„ Berliner Tageblatt" wärmt eine bereits abgetane Rombination erneut auf, indem es sich aus Gmunden melden läßt, die Erweiterung Lüneburgs aus hannoverschem Gebiet entspreche der Wirklichkeit, und Prinz Ernst August werde bei seiner Thronbesteigung den Titel" Herzog zu Braunschweig und Großherzog bon Lüneburg" führen. Es sei wiederholt festgestellt, daß diese Mitteilung erfunden ist." Gleichzeitig werden die" Braunschwv. N. Nachr." von maßgebender Seite" zu einer ähnlichen Erklärung ermächtigt. Wir haben gestern bereits die Meldung des Berl. Tagebl." als unwahrscheinlich bezeichnet. Damit ist die große Aktion", die feinerzeit eingeleitet wurde, um den Konsumenten billiges" Schweinefleisch unter Ausschaltung des Großhandels zu liefern, endgültig gescheitert. Die Kirche im Dienste des Kapitals. Der Oberkirchenrat entfaltet eine sehr segensreiche Tätigkeit. Er arbeitet mit unleugbarem Geschick daran, die evangelische preu- Die Städte hatten zu dem Experiment wenig Neigung- wei I Bische Landeskirche zu diskreditieren. Jetzt hat er wieder eines ihnen die Händlerinteressen über alles gehen feiner bekannten weisen Urteile gefällt. Er hat nach langen Unter- und die Agrarier wollten sich auf Jahre hinaus hohe Preise sichern. suchungen den Pfarrer Stier aus Mohen zur Strafversehung und zur Tragung sämtlicher aus seinem Prozeß erwachsenen Soften verurteilt. ( Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage.) Letzte Nachrichten. Bulgarien und Griechenland bleiben neutral. hält die„ Neue Freie Breffe" aus Sofia folgende Mittei Wien, 30, April.( W. T. B.) Von besonderer Seite er Kulturarbeit mit Pulver und Blei. lung: Bulgarien steht auf dem Standpunkt, daß seine Interessen von der Stutarifrage nicht im mindesten berührt Amtlich wird gemeldet: 30. April. Die Expedition gegen die werden, es denkt nicht daran, sich in den Streit Montenegros Der Fall, um den es sich handelt, dürfte, da wir wiederholt Mörder der im Oktober 1912 auf der Insel Imboi( Deutsch mit Desterreich- Ungarn einzumengen. Serbien scheint seine darüber berichtet haben, den meisten Vorwärts" lejern bekannt sein. Neuguinea) ermordeten Pflanzer Gebrüder Weber ist vom Kaiser- Haltung von Rußland abhängig zu machen, aber auch, falls Als vor einigen Jahren die Heeresverwaltung bei Boffen, einen lichen Bezirksamt Friedrich- Wilhelms- Hafen in der Zeit vom 25. Fe- Serbien aktiv in den Kampf, Montenegros gegen Desterreich großen Schießplak ankaufen wollte, fanden sich schleunigst einige bruar bis zum 4. März ausgeführt worden. Dabei wurde nach eingreift, würde für Bulgarien keine Verpflichtung bestehen, Grundstücksschieber, die den dortigen Anwohnern die Grundstücke einem soeben eingetroffenen Bericht des Gouverneurs festgestellt, feine Truppen gegen Oesterreich zu entsenden. Soweit man für ein Spottgeld ablauften. So wurden sechs Grundstücke für daß die Tat von den Kumlungan, einem Bergstamme auf der Süd- hier informiert ist, besteht auch für Griechenland keinerlei 51000 m. verkauft, die dann die Heeresverwaltung später für weitſeite der Insel, wohl aus Habsucht nach den Warenvorräten der hier informiert ist, besteht auch für Griechenland keinerlei Verpflichtung, Montenegro und eventuell Serbien in einem 249 000 M. wiedererwerben mußte. Aehnlich war das Verhältnis Gebrüder Weber, begangen worden ist. bei weiteren acht Grundstücken. Die Gemeinden, die durch diesen Die an der Ermordung unmittelbar beteiligten Eingeborenen, Kampfe gegen Desterreich zu unterſtüken. Grundstückswechsel betroffen wurden, sind arm, und Pfarrer Stier deren Namen vorher ermittelt worden waren, fielen im Kampfe versuchte, für diese Gemeinden etwas zu retten. Er setzte es durch, gegen die Truppe; nur einer der Mörder wurde bei dieser Gelegendaß eine kommunale Abgabe beim Grundstückswechsel von den Ge- heit lebend ergriffen und st andrechtlich erschossen. meinden beschlossen wurde, um auf diese Weise auch den Gemeinden Rom, 30. April.( Privattelegramm des o ra Die Eingeborenen, um die es sich hier handelt, stehen auf prietwas von dem enormen Gewinn zukommen zu lassen. Diese neue mitibster Stulturstufe. Sie sind sich der Tragweite ihrer Handlung wärts".) Die Maivorbereitungen sind im ganzen Lande Gemeindeabgabe bedurfte aber der landrätlichen Genehmigung, faum bewußt gewesen. Die blauen Bohnen, die man einer Anzahl imponierend. Die Arbeitsruhe wird fast überall auf das und diese Genehmigung traf erst ein, nachdem der Grundstücks- von ihnen in den nackten Leib gejagt hat, werden den Ueberlebenden städtische Verkehrswesen ausgedehnt. Die Demonſtration handel bereits abgeschlossen war, so daß er von dieser Steuer nicht eine innige Berehrung der Kultur des weißen Mannes beibringen. wird diesmal einen ausgesprochenen Charakter gegen die mehr erfaßt werden konnte. Pfarrer Stier erhob nun gegen den Bulber und Blei- andere Straf- und Belehrungsmittel kennen Striegsrüstungen und für den Weltfrieden tragen. PolizeiLandrat den Vorwurf, daß er die Genehmigung der kommunalen die kapitalistischen Kulturpioniere nicht! liche Verbote der Umzüge sind fast gar nicht zu berzeichnen. Abgabe verzögert habe. Daraus entspann sich ein Rattenkönig von Prozessen. Schließlich begutachtete dann der Psychiater Dr. Leppmann, daß Pfarrer Stier Querulant sei. Alle Versuche des Pfarrers, vor den ordentlichen Gerichten die Angelegenheit aufzurollen, Scheiterten. Er wurde im Gegenteil vom Amte suspendiert. Und nun befaßte fich der Oberkirchenrat mit seinen Verhalten. Die Berantw, Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil berante.: Schweiz. Wahlen und Landsgemeinden. Maifeiervorbereitungen in Italien. Schwerer Fliegerunfall. Conftantine( Algerien), 30. April.( W. T. B.) Der Flieger leutnant Jolein ist heute früh mit seinem Bassagier, dem LeutZürich, 28. April.( Eig. Ber.) Im Kanton Neuenburg nant Dernondesit, abgestürzt. Beide Offiziere sind schwer fanden am Sontag die Regierungs- und Kantonswahlen verlegt worden. b, Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Gerlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Kt. 105. 30. Iahrzimg. 1. ßtilajr des Jorairts" Ktllim NcksM Dounerstag, 1. Mai 1913. Resolution für die lllalseier' Versammlungen. Am 1. Mai demonstriert das klassenbewußte Proletariat aller Länder erneut für den Ausbau der Arbeiterschutz forderungen, die der Internationale Arbeiterkongreß zu Paris am 20. Juli 1889 erhoben hat. Sie fordern deshalb in erster Linie die gesetzliche Ein- führung des Achtstundentages für alle in der Industrie, im Handwerk, im Handel und Verkehr Beschäftigten, sowie wirkliche Koalitionsfreiheit. Angesichts der Tatsache, daß der Imperialismus infolge seiner immer gemeingefährlicher werdenden Rüstungspolitik, die nicht nur die Kriegsgefahr steigert und am Marke der Völker zehrt, die Sozialpolitik nahezu zum Stillstand gebracht hat, erheben die Versammelten energischen Protest gegen die Rüstungen zu Lande, zu Waffer und in der Luft. Sie wenden sich deshalb im besonderen gegen die neuen Heeres- und Marinevorlagen, die dem Reichstag zur Be schlußfassung vorliegen. Die Versammelten wissen sich in diesen Protesten einig mit der klaffenbewustten Arbeiterschaft der ganze« Welt. Sie übersenden den heute versammelten Maidemonstranten brüderliche Grüste und geloben erneut, unermüdlich kämpfen zu wollen str üen Sozialismus, gegen den Kapitalismus und Imperialismus, gegen die Kriegshetzereien und Kriegsrfistungen! Sozialiftifcfte Friedenskundgebungen. Die Gewerkschaftsunion von Konstantinopel hat folgendes Mnikelt zum i, Mi 1913 erlassen: Genossen! Zum dritten Male, seit wir zum Klassenbewußtsein und zum solidarischen Handeln für die Befreiung unserer Arbeiter« klaffe in der Türkei erwacht sind, benutzen wir die Gelegenheit, gegen die Ausbeutung und die behördliche Unterdrückung zu dcmon striereu, unter der unsere ganze große Familie seufzt. Der 1. Mai des Jahres 191S sieht un§ im tiefften Elend und in großer Trauer, die verursacht werden durch die Verbrechen, die die Bourgeoisie und die feudalen Elemente des BalkanS um ihrer imperialistischen Jntereffen willen an unserer Klasse begangen haben. „Der erste Kai". Nicht um den Weltfeiertag der proletarischen Revolution hau- delt es sich im folgenden, sondern um einen ersten Mai, der ein Tag der bürgerlichen Revolution werden sollte— wenigstens wenn eS nach dem Willen des Verfassers einer anonymen Schrift ge- gangen wäre, die unter dem Titel„Der erste Mai' vergilbt und verschaffen vor uns liegt, das Druckjahr den Druck- ort Straßburg aufweist und in all ihrer revolutionären Naivität und Herzenseinfalt ein interessantes historisches und politisches Dokument darstellt. Dem ungenannten und wohl für immer un- bekannten Verfasser hat jene unruhige Zeit die Feder in die Hand gedrückt, da sich in deutschen Gauen die Herzen an der französischen Julirevolution wie an dem polnischen Ausitand gegen das Mosko- witertum entzündeten, da die Braunschweiger ihren würdigen Karl zum Teufel jagten und die Kurheffen gegen ihren sozusagen an- gestammten Souverän und seine Mätresse rebellierten, da die Sachsen ihre überlieferte Gemütlichkeit einbüßten und es in Han- novcr ernst auszusehen begann— mit einem Wort, jene Zeit, die das erste starke Atemholen der bürgerlichen Klasse Deutschlands kennzeichnet. Was der Verfasser der Brandschrift vorschlägt, ist nicht weniger als eine leibhastige Revolution, die pünktlich am 1. Mai ausbrechen soll und zum Ziel hat Freiligraths„Auktion von dreißig Fürsten- hüten", das will sagen: die Vertreibung der dreißig Potentaten, unter deren Hut Deutschland schnarchte und ihren Ersatz durch einen vom Volk zu wählenden König— ein Reichstag, zusammentretend am 15. Mai, soll im einzelnen darüber Beschlutz fassen. Im ganzen spricht die Broschüre, die sicher von einen« braven Bürger Süd- oder Westdeutschlands stammt und auch nicht einen Hauch von sozialen Kämpfen verrät, nur Gedanken und Anschau- ungen aus, die damals Allgemeingut in weiten Schichten der Be- völkerung waren und wie kleine Münze von Hand zu Hand gingen. verdient aber gerade deshalb, verloren und vergessen wie sie ist. in ihren entscheidenden Sätzen hier wiedergegeben zu werden. Sie geht aus von der Voraussetzung, daß zwischen dem neuen Frank- reich und den deutschen Fürsten auf die Dauer Frieden nicht be- stehen könne und fährt dann fort:„Ist es nun nicht besser, das Feuer in der Geburt zu ersticken, d. h. den Fürsten die Waffen zu weisen, daß sie abdanken? Wollen die Franzosen dann was weiter, so werden wir ihnen was zu erzählen wissen. Vielen unter ihnen steht die Nase nach dem linken Rheinufer, aber nicht nagelbreit sollen sie von deutscher Erde bekoinmen. Gesetzt, die Fürsten sagten allzumal: Wir wollen Kriegsstcucrn und Aiauthen abthun? Was tvären wir dadurch gebessert?'So viel wie Nichts. Das würde eine Weile währen, dann wäre wieder die alte Leier. Gottes Wort sagt: "erlaßt euch nicht auf Fürsten l Ich will damit nicht sagen, daß alle Fürsten Lügner sind, aber sie können nicht der hohen Steuern Genossen, an uns ist es heute, die Aufgabe zu vollbringen, die die anderen vernachlässigt haben, wir haben die Pflicht, ein Beispiel zu geben, dem die anderen folgen sollen. Erheben wir unsere Stimme zum Protest gegen die Verbrechen unserer Herrschenden: die Ausbeutung unserer Arbeitskrast, den Kreuzzug der Balkanheere, die arbeiterfeindliche Reaktion. Handeln wir, um unsere wirtschaftlichen, moralischen und politischen Rechte zu verfechten. Am 1. Mai wollen wir demonstrieren, damit die Bourgeoisie und ihre Anhänger den drohenden Protestruf der Ausgebeuteten vernimmt. Arbeiter der Türkeil Erwacht und hört auf Eure Brüder, die gleich Euch in Elend und Sklaverei leben. Unser gegenwärtiges Elend und unser Unglück ist nicht das Werk einer rächenden Gottheit, noch die Folge unserer Sünden. Es ist das Werk einer uns feindlichen Klasse, der Reichen und Herrschenden, die von ihrem wilden und grausamen Egoismus getrieben werden, uns zu Sklaven ihrer Herrschsucht zu machen und dank unseres Elends ein Wohlleben zu führen. Erwacht! Kommt in unsere Reihen; organisiert Euch in Ge- werkschaften und handelt geschlossen, um Eurem Elend ein Ende zu machen. Erwacht, damit der 1. Mai 1S13 für unS der Vorabend für den Kampf gegen unsere Gegner werde. Ihr Waisen des Balkans! Vergeht nicht, daß unsere Väter und Brüder sich auf Befehl unserer Tyrannen auf den Schlacht- feldern erwürgen mußten. Wir wollen unS das Gelöbnis der Solidarität geben und an unserer Befteiung arbeiten. Genossen der Internationale! Wir wenden uns heute an Euch und bitten um Eure moralische und materielle Hilfe m unserem ungleichen Kampfe. Ermutigt uns durch Eure Bücher, Zeitungen und Broschüren und seid versichert, daß Eure Brüder im Orient, die jetzt unter dem grausamsten Joch seufzen, in besseren Zeiten für die anderen tun werden, was diese anderen heute für sie tun. Der Sekretär: Zacharias VezeSteniS. *« * Das Zentralkomitee der rozialdemohratifchcii Arbeiterpartei Bulgariens verbreitet am 1. Mai folgendes M a n i f e st: Der Krieg gegen die Türkei ist noch nicht zu Ende und schon werden die Balkanvölker von einer neuen, schrecklichen Gefahr bedroht. Es gewinnt den Anschein— die Haltung der chauvinistischen Bourgeoispresse in den Balkanstaaten und die Mitteilungen der großen Presse des Auslandes beweisen es—, daß die Regierungen der Balkanstaateu ihre Völker in einen neuen, einen bruder- mörderischen Krieg verwickeln wollen. Diese Staaten, d. h. die Bourgeoisien und Dynastien der Balkanländer, die gestern noch Ber- bündete waren, sind heute Todfeinde, bereit, die Völker gegeneinander zu Hetzen und im Blute zu ertränken. Der Balkanbund, d. h. jeder zwischen den Monarchen und der Bourgeoisie der vier Staaten zum Schaden der Völker geschlossene Pakt, ist aufgebaut auf den egoistischen Sonderinteressen der Bour- geoisie und der Dynastien. Die nationale Unabhängigkeit und Ein- heit, wie auch die Entwicklung der nationalen Volkswirtschaft sind eine Existenzbedingung der Balkanvölker. Aber die Dynastien und die Bourgeoisie haben dieses Lebensinteresse der Vermehrung ihrer eigenen Herrschaft geopfert. Es steht außer allem Zweifel, daß der Balkanbund und der Krieg gegen die Türkei die Erwerbung neuen Landgebietes zum Ziel hatten, ohne sich dabei an die nationale Ein- heit zu kehren und auf Bedingungen Rücksicht zu nehmen, die die Unabhängigkeit der Nationen und die Entwicklung der nationalen Produktivkräfte ermöglicht. Die Erfolge des Krieges find der Beweis dafür. Unter den entbehren. Ihr sprecht: Sonst könnten sie doch zurecht kommen, ohne die Menschen zu schinden. Freilich! Da war auch nicht Alles so auf dem großen Fuß wie jetzt. Was jetzt ein König ist, war sonst ein Herzog, was sonst ein Landgras oder Markgraf war, ist jetzt ein Großherzog. Und auch die, so geblieben sind, wie sie waren, mußten es den Großen nachmachen, um sich nicht lumpe« zu lassen.... An den Polen könnt ihr sehn, was die Einheit thut und der Gedanke:„Wir sffw ein un getrenntes Volk; der große Gott ist mit uns!" Die Polen sind drei Millionen Menschen und nehmen es mit den sechzig Millionen Russen auf: Sollten wir dreißig Millionen Deutsche uns nicht schämen, daß wir mit den dreißig Fürsten nicht fertig werden können?... Für etliche Pfennige oder Kreuzer macht euch jeder Dorfschmied «ine Zwinge an die Sense, daß ihr sie als Spieß brauchen könnt, denn im Krieg wird nicht gemäht, sondern gehauen oder gestochen. Kommt aber ein Scherg und will das dem Schmied wehren, so stecht den Hund mit der Heugabel übern Haufen und zwingt den Schmied zu arbeiten. Wer ein Gewehr hat und sich aufs Schietzen versteht, der schaffe sich Pulver und Blei an. Aber eilt, daß ihr bis zum ersten Mai streitfertig seid. Dann aber vergießt kein unschuldig Blut! Selbst die Rache an einer Handvoll Menschen steht einem großen Volk übel an.... Will euch aber einer hindern, euch zu waffnen und euch zu versammeln, dann schlagt ohne Erbarmen drauf. Rücken Soldaten an, dann bilden die Sensenträgcr ge- schlossene Reihen, die Schützen feuern von der Seite aus Hecken und Gräben. Wohlgemerkt: Sonntag den ersten Mai er- hebt ganz Deutschland die Waffen, nicht ftüher und nicht später, auf daß es mit einem Schlag losbreche.... Wir brauchen eben so wenig dreißig souveraine Häupter wie die Ungarn, Russen, Normannen(?), Engländer, Franzosen und Spanier.?ln einem König ist's genug..." Die Fürsten redet der Verfasser an:„Aber— die Hand aufs Herz!— sprecht, was ist denn eure jetzige Herrlichkeit! Da sind die zwei großen Hansen aus Schwaben, der von Habsburg und der von Zollern. Die stellen allerdings etwas vor. Und doch— wie hat sie der Corse unterm Daumen gehabt! Hätte das einem König des freien deutschen Volkes geschehen können? Da sind etliche von der Mittelsorte, die oder deren Väter waren die größten Hansen im Rheinbund; d. h. wenn der Corse pfiff:„Allans über die Pyrenäen!" flugs waren sie drüben;—„Allons nach Rußland!" flugs tvaren sie über den Riemen. Und nun die Kleineu— lieber Gott! welche traurige Figur spieltet ihr im Vorzimmer des Corsen, wo die Marschälle von Frankreich euch den Rücken wiesen. Ich denke, damals hättet ihr den Souveränetätstraum satt kriegen sollen....".' An die wirtschaftlichen Gründe der allgemeinen Mißstimmung sticht das Schriftchen hinab:„Der Handel will Freiheit d. h. freien Weg für die Waaren. Da sind aber im deutschen Land so viel Schloabäumc, daß er überall anrennt. Das kommt von den dreißig Fürsten. Bon der Hälfte des Geldes, das. diese für sich, Landstrichen, die von Bulgarien besetzt worden sind, gibt es solche, wo die bulgarische Nationalität überhaupt nicht oder nur schwach vertreten ist. Serbien und Griechenland haben andere Gebiete besetzt, wo es weder Serben noch Kriechen gibt oder wo nur ganz unbedeutende Minoritäten dieser Nationen vorhanden sind. Ei- listria mit seiner Umgebung ist soeben an Rumänien abgetreten worden. Kurz, die Verbündeten stehen vor einem schweren Kon- flikt wegen der Verteilung des eroberten Landes. Der Krieg wurde seinerzeit erklärt unter dem Vorwande, die christliche Be- völkerung vom ottomanischen Joch zu befteien. Er wurde geführt für die nationale Einigung und fiir die Unabhängigkeit der Balkan- Völker und die freie Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Kräfte. Man sagte uns, der Krieg sei die Verwirklichung der Formel:„Der Balkan den Balkanvölkern". In Wirklichkeit hat uns der Krieg in-eine neue politische und wirtschaftliche Sklaverei gebracht. Er hat uns vor die Gefahr gestellt, unsere Unabhängigkeit zu verlieren und die Beute der großen kapitalistischen Staaten zu werden. An 'Stelle der nationalen Einigung haben wir die nationale Trennung, ein fruchtbares Feld für neue Intrigen der europäischen Diplo- matie und damit neuer Hindernisse der wirtschaftlichen Entwicklung in den Balkanländern. Diese Erfolge des Balkankrieges zeigen uns handgreiflich, daß die Befreiung, die Unabhängigkeit und die Einigung der Nationen wie auch die wirtschaftliche Entwicklung durch einen Krieg nicht verwirklicht werden konnten und nicht verwirklicht werden können. In viel höherem Grade würde ein Krieg der Vtrbündeten gegen einander eine Katastrophe bedeuten, er würde die Un- abhängigkeit der Balkanstaaten bedrohen und würde uns an den Rand des Abgrundes führen. Der soziale Fortschritt, die Unabhängigst und die nationale Einheit können nur verwirklicht werden durch eine Föderation der Balkaniölker. Aber die Bourgeoisie ist noch weit entfernt von diesem Ge- danken. Getrieben von dem wilden Egoismus des Eroberers, lakaienhaft den Dynastien gegenüber, geschoben von den Intrigen der großen kapitalistischen Staaten, die die Eroberung des Balkans im Auge haben, bereitet die Bourgeoisie des Balkans den Baikau- Völkern ein neues Blutbad vor, das zu ihrer Vernichtung führen wird. Die sozialdemokratische Partei Bulgariens protestiert energisch gegen dies Politik der Spaltung und des Verrats, wie sie von der Bourgeoisie und den Dynastien der Balkanstaaten geübt wird. In diesem für die Balkanvölker so gefährlichen Momente erklärt die Sozialdemokratie, daß sie das Heil nur in einer föderativen Republik der Balkan st aaten erblickt. Indem die bul- garische Sozialdemokratie die gefährliche Politik der Bourgeoisie und der Dynastien aufdeckt, verlangt sie die sofortige Beendigung des Krieges, den Abschluß einer Zollunion, die Einrichtung eines allen Balkänstaaten gemeinsamen Parlaments, eine einheitliche Finanzpolitik und volle Freiheit für alle Nationalitäten, die in der Balkanföderation vereinigt sind. Die Sozialdemokratie der Bal- kanstaaten, vor allem die S e r b i e n s ist mit uns vollständig einer Meinung. Wir sind überzeugt, daß die Völker nach der grausamen Eni- täuschung, die der Krieg gegen die Türkei den Balkanvölkern be- schert hat, und nach den gewaltigen Opfern, die sie gebracht haben und noch bringen müssen, ohne die gewünschten Erfolge zu erzielen, die Politik akzeptieren werden, die ihnen das Proletariat der Bal- kanstaaten vorschlägt: Die Politik einer föderativen Balkanrepubkik, — das einzige Mittel, das ihnen ihre Freiheit, ihre Unabhängigkeit, ihre nationale Einigung und den sozialen Fortschritt garantieren kann. Nieder mit dem Krieg! Es lebe der Frieden! ES leb« die föderative Balkanrepublik! Für das Zentralkomitee: D. Blagocff. ihre unnötigen Schreibfedern und ihre Lakaien den Völkern ab- pressen, ließe sich eine schöne Flotte bauen, daß der deutsche See- fahrer sich nicht von jedem Räuber zu hudeln lassen brauchte... Zum Schluß kommt eine kräftige und nicht ungeschickte Abrech- nung mit den Pfaffen:„Nun noch ein Wort an die Wölfe in Schafskleidern. Ihr, die ihr euch die Verkünder des heilsamen Wortes nennt, seid großen Theils die niederträchtigsten Verdreher desselben. Ihr macht den Fürsten und den Völkern weiß, die Fürsten hätten ihre Gewalt von Gott, eine Auflehnung gegen sie sei eine Auflehnung gegen Gottes Ordming. Ihr schreit mir ent- gegen: Willst Du den Apostel Paulus meistern? Nein, ihr Esel! euch will ich meistern. Wohl ist die Obrigkeit Gottes Ordnung — und wenn ich dem rohsten Sackträge«! sagte: Hör! wir wolle«« alle Obrigkeit abschaffen! so würde er mir aufs Maul schlagen als einem Narren. Wenn ich ihm aber sagte, die und die schändliche Obrigkeit ist von Gott verordnet, so würde er mir wieder aufs Maul schlagen und sprechen: War Karl X. von Gott verordnet? Und euch Pfaffen frage ich: Welches Urtheil werden denn die Franzosen und Braunschtveiger empfahen, weil sie sich wider ihre Fürsten gesetzt haben? Zu wem ist denn gesagt:„Jeder sei unter- than der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat?" Ist's zu einem Volke gesagt? Nein, ihr Lügner! sondern zu einer Gemeinde von Juden und Griechen, die sich aus ihrem Volke ausgesondert hatte. Wer sich aber von der Gemeinschaft seines Volks absondert, wer kein Vaterland hat, den gehen auch die Verhältnisse eines Volks oder des Volks, unter dem er wohnt, nichts an, der hat lediglich der an seinem Aufenthaltsort bestehenden Ordnung zu gehorchen.... Aber schwätzt ihr weiter— es steht doch geschrieben:„Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet." Freilich! Von Gott ist Alles verordnet, sonst wäre nichts. Wenn ich morgen mit 20 000 Mann in dein Nest komme und ernenne einen Schulzen oder Bürgermeister, so ist der eine Obrigkeit, also von Gott verordnet. Uebermorgen kommt mein Geg«ier mit 40 000 Mann, der setzt eine andere Obrigkeit ein, die ist wieder von Gott verordnet. Am vierten Tag komm ich wieder und jage die 40 000 mit sammt ihrer Obrig- keit fort; da ist meine wieder von Gott verordnet.... Ihr aber deutsche Rkärmer allzumal! Merkt euch das Wort des großen Meisters und besinnt euch auf die rechten Leute, die ihr zum Reichstag wählen wollt, zum Reichstag, der seinen Anfang nehmen soll am fünfzehnten Mai dieses Jahres. Berathet am ersten Mai, stimmt ab, so daß man an jedem Ort in« Reinen ist über den Abgeordneten bis die Ausforderung zur Ernennung kommt." So die Stimme eine? deutschen BüvgerS von 1831, der ftir den 1. Mai mit der größten'Seelenruhe zu Flinten, Heugabeln, gradc- geschmiedeten Setzen und zur Vertreibung der Fürsten aufruft. Der deutsche Bürger von 1013, miirdcr revolutionär gestimmt, drückt sich schon ängstlich in eine Türnische, wenn er an« 1. nur von fern den Demorrstrationszug der sozialistffchen Arbeiterschaft er- blickt. H, ,W.ch Dte Sfterrefdjffche an die rufftfdjc öozfal- demokratie. Dko Fraktion der deutschen Sozialdemo- traten Hat die Zuschrift der sozialdemokratischen Abgeord- neten der russischen Duma folgendermaßen beantwortet: An die sozialdemokratischen Abgeordneten der Reichsduma, Petersburg! Werte Genossen! Mit Frende und Genugtuung haben wir, haben hunderttausende österreichische Arbeiter Euren Brief gelesen. Unzerreißbare Bande verknüpfen uns mit Euch, nicht nur die Bande, die die Gemeinschaft des Zieles knüpfen, auch die Bande gemeinsamer Geschichte, gemeinsamer Erinnerung. Mit Euch haben wir die großen heldenmütigen Kämpfe der Jahre 1905 und 1906 durchlebt. Eure großen Kämpfe haben unter den Arbeitermassen Oesterreichs jene leidenschaftliche Entschlossen� heit ausgelöst, die sie zum Siege im Wahlrechtskampf geführt hat. Mit Euch haben wir gelitten, als feindliche Gewalten Euch.be- siegten. Mit Euch jubeln wir über alle Zeichen der Wiederbelebung der russischen Arbeiterklasse: über die großen Massenstreiks, über die Erfolge bei den Dumawahlen, über die prächtige EntWickelung. Eurer Presse. In Eurem Aufstieg, in Eurem furchtlosen Kampf gegen p an slaw i sti sch en Chauvinismus sehen wir eine der festesten Bürgschaften der europäischen Demokratie und des europäischen IriedenS. Wie Ihr erblicken auch wir die Lösung der Balkan- frage nur in der demokratischen Selbstbestimmung der Balkanvölker selbst, nur in der demokratischen Föde- ration der Nationen des Balkans, die gleich frei fein soll von den - Einflüssen der Wiener und der Petersburger HerrfchaftSgelüste. Wie Ihr weisen auch wir mit leidenschaftlichem Abscheu jeden Gedanken an die furchtbare Katastrophe eines Krieges zwischen Oesterreich und Nußland zurück. Wie Ihr setzen auch wir seit Monaten alle Kraft in dem Kampfe gegen alle krie- gerischen Gelüste ein. Wie Ihr haben auch wir nie einen Feldzug mit größerer Leidenschaft geführt als den Krieg gegen den Krieg. Euren Bedrückern gilt unser unversöhnlicher Haß. Die Völ- ler Rußlands aber sind uns verbündet durch das unzerreißbare Band des gemeinsamen Kampfes um die Freiheit und den Frieden. Für den Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich: Ferdinand Skaret. Dr. Viktor Adler. Mai und Zugend. %-9 Der Maientag ist für die Arbeiterklasse zum Symbol ge» jvorden. Sie feiert ihn inmitten einer neuerwachten, der- jungten Natur. Millionen von Proletariern auf dem weiten Erdenrund blicken an diesem Tage hoffnungsvoll auf. lassen die Hände ruhen und grüßen den jungen Mai. den frisch- fröhlichen Gesellen. Sie alle wissen und fühlen es an diesem Tage: einst wird, einst muß ein Völkermaientag kommen, ein Tag, der auch ihnen, die unausgesetzt die Hände rühren, die rastlos schaffen und dafür nichts ernten als Mühsal und Ent» behrungen, das zuweist, worauf sie Anspruch erheben können: die Früchte ihrer Arbeit. Auch die arbeitende Jugend vertraut auf den Maren» tag. Mit Stolz dürfen wir' es bekennen: Wir sind jugend- liche Arbeiter und Arbeiterinnen, wir sind es im wahren Sinne des Wortes, durchdrungen von echt proletari- schem Empfinden. Wir sind es und wollen es bleiben. Und mögen noch so viele Schreier und falsche Freunde auferstehen und versuchen, die Arbeiterjugend den Idealen, der Gedanken- well ihrer Klasse zu entfremden, zu Heuchlern, zu Verrätern zu erziehen, möge es der Staat selbst versuchen mit all seinen Machtmitteln: an der harten Wucht der Tatsachen, an der nackten, rauhen Wirklichkeit des Lebens werden all diese Be° mühungen früher oder später zerschellen. Die Forderungen der Arbeiterschaft find auch die Forderungen der Arbeiterjugend. Nach Licht. Lust und Frei- heit geht unser Sehnen und Wollen. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend ins Arbeitsjoch gezwängt, so gehen unsere Tage sang- und klanglos dahin. Ob der junge Körper dabei zerrüttet wird, ob der Geist abstumpft, wer fragt danach? Es sind ja nur Proletarierkinder. Kinder der Armen, und deren gibt es übergenug. Lange genug hat es gedauert, ehe der Staat, der Sachwalter der herrschenden Klassen, dazu über- ging, Arbeiter, und Jugendschutzgesetze zu schaffen. Jugend- schutzgesetze, die die Jugend schützen sollen vor allzu schlimmer Ausbeutung und Mißhandlung. Wirft es nicht ein grelles Licht auf die vielgerühmte„Ordnung", unter der wir leben, daß solche Gesetze notwendig sind? Der Unternehmer ist skrupellos', sein ganzes Sinnen und Trachten steht nach Pro- fit. Kinder und Jugendliche werden rücksichtslos seinem Profitinteresfe geopfert. Da blieb denn selbst dem Staate — freilich nach langem Drängen— nichts anderes übrig, als die Jugend wenigstens vor den schlimmsten Ausbeutungsge- lüften des Unternehmertums zu schützen. Aber wie unzu- länglich find die geltenden Jugendschutzbestimmungen und wie zahlreich find die Verstöße dagegen I Selbst die Kinder- arbeit, dieser schlimmste Auswuchs unserer heutigen Wirt- fchaftsweise, ist noch nicht einmal durch die Gesetzgebung unter- Kunden, sondern bewegt sich immer noch in recht ausgedehnten Grenzen. Darum gilt eS, im Interesse der arbeitenden Jugend, im Interesse ihrer Gesundheit, ihrer körperlichen und geistigen EntWickelung, gerade am Maienfesttage den Ruf zu erheben: mehr Jugendschutz! Nach Wissen und Bildung lechzt die Arbeiterjugend. Nicht nach de» verstaubten Thesen und Heilslehren der christ- lichen Kirche, die dem jungen Proletarier für das Leben nichts geben und nichts bedeuten können, die ihn zum Vertrauen auf eine höhere Macht erziehen, ihm dafür aber jedes Ver- trauen auf sich selbst, auf seine eigene Kraft rauben. Der Mensch gestaltet sein Schicksal s e l b st— nur im Bunde mit seinesgleichen vermag er Großes zu leisten. Der Mensch soll und mutz«in Kämpfer sein. Das Leben ist erfüllt von Gegensätzen und Widersprüchen. Der Kampf ums Dasein, den jeder einzelne zu führen hat, erfordert die Anspornung aller Kräfte, die Heranbildung aller Fähigkeiten; der Kampf um bessere Existenzbedingungen, um eine Hebung unserer traurigen materiellen Lage, den wir gemeinsam mit unseren Kameraden und Kameradinnen zu führen haben, verlangt einen geschärften Blick und eine klare Erkenntnis der Gesetze, die unser wirtschstastliches und gesellschaftliches�Leben be- stimmen. Die Bildungsgelegenheiten, die den Söhnen der Besitzenden zur Verfügung stehen, fehlen dem jugendlichen Arbeiter gänzlich. Darum muß er versuchen, aus eigener K r a f t die bedenklichen Lücken in seiner Bildung auszufüllen und sich mit dem modernen aufklärenden Wissen zu versehen, das uns ein lebendiges Bild gibt von der Entwickelung in der Natur und der menschlichen Gesellschaft. Eines aber sei vor allem unser Bestreben: zu Persönlichkeiten, zu ge- festigten Charakteren zu werden. Wir tragen ein großes Verantwortlichkeitsgesühl in uns, das uns unsere Pflichten gegenüber uns und den anderen vorzeichnet. Diese Pflichten zu erkennen und zu erfüllen, klar zu sein im Wollen und Denken, konsequent im Tun und Handeln, unerschütter- l i ch in der Ueberzeugung, die wir als die richtige erkannt haben, das sei die Losung, mit der wir als jugendliche Ar- heiter und Arbeiterinnen das Maienfest begehen. Die Arbeiterjugend lebt in einer schweren Zeit. Alle Machtmittel des Staates werden aufgeboten, um ihre geistigen Regungen zu unterdrücken. Mit brutaler Gewalt versuchen die Behörden die freie Jugendbewegung zu erdrosseln. Ver- lorene Mühe! Mögen auch die Formen wechseln, unter denen die freie Jugendbewegung ihre Ziele verfolgt— sie bebt als Ganzes, sie gedeiht, stark und fest im Innern, weil ihr idealer Geist das Band ist, das die Tausende und Aber- tausende ihrer Anhänger umschlingt. Freilich, die bürger- lichen Jugendvereine erfreuen sich der Gunst der Regierungen. Sie werden zärtlich gehegt und gepflegt und reichlich unter- stützt, während die arbeitende Jugend, wenn sie einen eigenen Willen, eine eigene Meinung bekundet, die schlimmsten Drang- salierungen erdulden muß. Doch dieses Ausnahmerecht trägt keit klargemacht, daß wir in einem Staate leben, in dem mit seine guten Früchte: wird uns dadurch mit Eindringlichkeit zweierlei Maß gemessen wird. Je mehr inan uns unterdrückt, je weniger Rechte man uns gewähren will, um so mehr ge- loben wir uns, mit aller Kraft und zu jeder Zeit für unser Recht einzutreten. Wie die erwachsene Arbeiterschaft kein Opfer und keine Mühen scheut, um vorwärts zu gelangen, wie sie alles für ihre Sache einsetzt, so wollen wir in diesem Bei- spiel lernen und das gleiche tun. Wenn der Gruß der Maienglocken an unser Ohr schlägt, dann verkündet er uns nicht den Himmelfahrtstag der christ- lichen Kirche, sondern die Botschaft einer neuen, einer kommen- den Zeit, der auch die arbeitende Jugend mit Zuversicht und fröhlichem Vertrauen entgegensehen darf. Die Landtags-Aahlbemgung. Vierter Landtagswahlbezirk. In Habels Brauerei, Bergmcmnstraße, sprach vor stark besuchter Versammlung Genosse Leid über das Thema:„Das preußische Volk und die Landtagswahlen". Seine von großer Sach- kenntnis zeugenden Ausführungen lösten lebhaften Beifall aus. Ohne Zwischenfälle verlief dann die Aufstellung der Wahlmänner. Genosse Dupont verstand eS im„Hofjägerpalast", Hasenheide, der Zuhörerschaft die Sünden und Schäden de? persön. lichen Regiments, der preutzisch-deutschen Politik usw. recht grell vor Augen zu führen. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Referat schritt die Versammlung auch hier zur Aufstellung der Wahlmänner, die ebenfalls glatt verlief. Vor überfülltem Saal, bei Raabs, Fichtestraße, referierte Genosse Dadidsohn. Des öfteren von lebhaftem Beifall unter- brachen schloß Davidsohn seine Rede mit den Worten:„Wie jetzt das Proletariat feine Blicke nach Belgien richtete, so erwartet auch die Internationale, daß das preußische Volk am 16. Mai der preußi- schen Reaktion einen neuen Stoß ins Herz versetzt. In diesem Sinne müssen wir arbeiten."(Stürmischer Beifall.)— Die vorgeschlagenen Wahlmänner, über 100, wurden einstimmig bestätigt. In den„R i t t e r s ä l e n", Ritterftr. 75, war der Raum bis auf den letzten Platz befetzt. Hier hatte eS Genosse Landtagskandidat Dr. Alfred Bernstein übernommen, die Wähler aufzurufen zum Sturm gegen die Junkerfeste, gegen die preußische Dreiklassen- schmach. Unter dem lebhaften Beifall der Versammlung schloß der Redner seinen Vortrag mit dem eindringlichen Appell, alles auf- zubieten, um in das preußische Abgeordnetenhaus eine verstärkte Schar von wirklichen Volksvertretern zu senden, auf daß sie der gegnerischen Mehrheit wirksamer entgegentreten könne. Nachdem die Aufstellung der Wahlmänner einstimmig er. folgt war, schloß der Vorfitzende die Versammlung mit einem drei- fachen Hoch auf die Sozialdemokratie. Zwölfter Landkagswahlbezirk. Am Dienstag fanden wieder zwei Versammlungen im zwölften Wahlbezirk statt. Im„ArtuZhof" in der Perleberger Straße sprach Adolf Hoffmann vor einer zahlreichen Zuhörerschaft. AuS der Fülle der Erfahrungen, die er auf unserem Vorposten im Junkerparlament gesammelt hat, führte der Redner eine Reihe von Einzelfällen an, welche zeigen, wie schwer unfemn sechs Vertretern die Wahrnehmung der Interessen der Entrechteten gemacht worden ist und noch täglich gemacht wird. Daß ihre Zahl stärker werde, daß der Wille des Volkes um so energischer und wirkungsvoller zum Ausdruck komme in der Hochburg der Reaktion, dafür werden die Wähler sorgen, und die Genossen des zwölften LandtagSwahlbezirkS werden alles aufbieten, um ihren Kandidaten der kleinen aber kampfentschlossenen Schar der sozialdemokratischen Abgeordneten zu. zugesellen. In der Patzenhofer Brauerei(Turmstraße), deren Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war, sprach Genosse Ledebour. Er kennzeichnete die politische Situation im Reiche und in Preußen. Die Junkercligue, welche das Ohr des Monarchen hat, glaubt, auf den Willen des Volkes keine Rücksicht nehmen zu brauchen, und so sehen wir denn, daß in der Junkerdomäne Preußen die Rechte des Volkes mit Füßen getreten werden. Das schändliche Unrecht der Dreiklassenwahl schließt ja das Volk fast gänzlich aus von der Ver- trctung im preußischen Abgeordnetenhause. Darum gilt unser Kampf nicht nur der Eroberung weiterer Mandate, wozu die Ge- nossen des zwölften LandtagSwahlbezirkS ihr Teil beitragen werden, sondern wir haben auch einen energischen Kampf zu führen, um das die Geldfatfsinteressen begünstigende Dreiklassenwahlrecht zu Falle zu bringen, ein freies Wahlrecht zu erobern und Preußen da- mit unter die Kulturstaaten einzureihen. Unser Kandidat, Eugen Ernst, hielt Ansprachen in beiden Versammlungen. Auch er rief die Wähler auf zum energischen , Kumps für bessere Zustände in Preußen. Zu lange habe das Volk feine Rechtlosigkeit ertragen. Solange die von den Liberalen ge- stützte Herrschaft der Junker anhält, ist an eine Verbesserung der Verhältnisse nicht zu denken. Darum fort mit der Junkerherrschaft, fort mit dem Dreiklassenwahlrecht. Auf zum energischen, leiden- schaftlichen Kampf für ein fteies Wahlrecht. Durch lebhaften Beifall bekundeten die Zuhörer, daß sie ent- schlössen sind, diesen jtampf mit aller Kraft zu führen. Die frauen im LandtagewaMfcampf. Die proletarischen Frauen bekunden ein erfteuliches Interesse an der diesjährigen Landtagswahlbewegung. Obwohl am Abend vorher der Leseabend viele Frauen in Anspruch genommen hatte. eilte doch eine große Anzahl von ihnen in die für den 9. Landtags- Wahlbezirk einberufenen öffentlichen Frauenversammlungen. Bei Franke in der Badstraße referierte der Landtagsabgeordnete Ge- nosse Ströbel. Er zeigte die Rechtlosigkeit der Frauen auf allen Gebieten des öffentlichen und privaten Lebens und die Notwendig- keit ihrer Gleichberechtigung sowohl im eigenen als auch im all- gemeinen Interesse. Dann fesselte er im besonderen die Ausmerk- samkeit der Anwesenden mit einer eingehenden Schilderung der ver- brecherische» Wettrüstereie» und der dahinter steckenden mpitalisti- schen Interessen. D« Empörung über das Treiben der Kriegshetzer kam wiederholt durch eine lebhafte Bewegung zum Ausdruck. Die Aufforderung der Vorsitzenden zu fleißiger Mitarbeit wird hoffest, lich guten Erfolg haben. In einer gutbesuchten Versammlung in den„Mila-Säle»"� sprach Genossin Rüben unter großem Beifall über das Thema: „Welche Bedeutung haben die Landtagswahlen für die Frauen?" Eingehend behandelte sie die Frage des Schulwesens. Auch mit der Erörterung einer Reihe anderer Fragen wußte sie das Interesse der Frauen für die bevorstehende Landtagswahl zu wecken. Mit zwingender Logik bewies sie, daß es ohne die Eroberung eines wirk- lich freien Wahlrechtes, das selbstverständlich das Fräuenwahlrecht einschließt, in Preußen keinen kulturellen Fortschritt gibt. Daher sei die energische Mitarbeit der Frau bei den Wahlen, wie über- Haupt in der proletarischen Bewegung, unerläßlich. Nach einem kurzen Schlußwort der Genossin Lohse endete die gutverlaufene Ver- sammlung. Hier wie auch in der Versammlung bei Franke wurde eine größere Anzahl don Frauen in die Partei aufgenommen. csvcktsgztvsvlel'vei'ssmmluvgen in den Vororten. Neukölln. Am Dienstag, den 29. April, hatten sich die Land- tagswähler von Neukölln in der„Neuen Welt" zusammengefunden, um den Vortrag des Kandidaten Otto Hue zu hören. Der große saal war dicht gefüllt. Genosse Hue zeigte in seinen Ausführungen an verschiedenen Beispielen, daß es eine irrtümliche Auffassung sei, den Einfluß der Junker auf die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse nur nach ihrem Verhalten im preußischen Ahgeord- netenhause selbst zu beurteilen. Ihr Einfluß gehe viel weiter und übertrage sich auf andere gesetzgebende Körperschaften direkt und indirekt. Dabei schrecken sie vor keinem Mittel zurück. Sie könnten dieses um so mehr, weil ihnen vom Zentrum und den National- liberalen, die keinen Deut besser seien, sekundiert werde. Nur umkleideten sich diese Parteien mit der heuchlerischen M cus k e der Volksfreundlichkeit. Die Halbheiten der Frtisinni- gen, ihr Verhalten bei den verschiedenen Gesetzen wurde einer gründlichen Kritik unterzogen. Kein Arbeiter, kein freiheitlich den- lender Bürger könne diesen seine Stimme geben. Mit der Auf- forderuna an die Wähler, voll und ganz ihre Schuldigkeit zu tun und mit dem Versprechen, daß, wenn er gewählt werde, er genau wie bisher die Interessen des werktätigen Volkes vertreten werde, schloß Genosse Hue seine mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede. Trotz schriftlicher Einladung waren die Kandidaten der bürger- lichen Parteien nicht erschienen. Graf v. Matuschka hatte sich wegen Verhinderung wenigstens entschuldigt, während der Herr Stadtrat Mier dieses nicht mal für notwendig hielt. Da sich trotz Aufforde. rung kein Gegner meldete, schloß der Vorsitzende die Versamm- lung mit einem wuchtigen Appell an die Anwesenden, sich keiner Illusion hinzugeben, sondern eifrig mitzuarbeiten, damit der Kreis von uns vertreten wird. Lichterfelde. Eine gut besuchte Landtagswählcrversaminlung hörte am Dienstagabend bei Richter ein Referat des Landtags- abgeordneten Genossen Borchardt. Aus eigener Anschauung entwarf der Redner ein Bild der preußischen Zustände. Am Schlüsse seiner mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Darlegungen forderte er die Versammelten aus, rege an den Wahlarbeiten teil» zunehmen, damit die kleine sozialdemokratische Fraktion selbst unter dem elenden Wahlrecht eine Verstärkung erhalte. Diskussion fand nicht statt. Weißensee. Im Schloß Weißensee tacsie am Dienstag eine öffentliche, von über 800 Personen besuchte Landtagswähler- Versammlung, in der Genosse D ä u m i g referierte. Ausgehend von den historischen Ereignipen des Jahres 1813, dessen hundert- jährige Wiederkehr zurzeit alle patriotischen Gemüter umnebelt und in einen Jubiläumsrausch versetzt, gedachte er jenes ersten„roten Sonntags" am 21. Januar 1906, an dem die Proletarier Preußens eine so machtvolle Demonstration gegen die Dreiklassenschmach und zum Andenken an die ebenso glorreiche Erhebung des russischen Volkes veranstalteten. Im weiteren Verlauf seiner Rede zeichnete er ein umfassendes Bild preußischen Elends und erinnerte hierbei an die erst kürzlich gehaltene Rede deö HerrenhausmitgliedeS v. Kleist, daß, wenn das Reich den Kampf gegen die Sozialdemo- kratie nicht aufnehme, Preußen diese Aufgabe erledigen müsse. Die Arbeiterklasse sei in diesem Kampfe auf sich selbst angewiesen, alle bürgerlichen Parteien bis zum Freisinn herab hätten ein Interesse an den bestehenden Zuständen. Die Ausführungen fanden in der Versammlung einen lebhaften Widerhall. Nunmehr erfolgte die Nominierung der im Ort auszustellenden 157 Wahlmänner, die einstimmig gewählt wurden. Prächtiger Gesang deS Weißenseer Männerchors, der die Versammlung einleitete, beschloß die ein» drucksvolle Kundgebung. Strausberg. Hier referierte im Gewerffchaftshaus(Otto Weiß) Reichstagsabgeordneter Otto Büchner über die Herrschaft der Junker und die Landtagswahl. Der Redner schilderte die schmach- vollen Zustände in Preußen und übte scharfe Kritik an Polizei und Justiz.— Stürmischer Beifall lohnte den Redner für seine vortrefflichen Ausführungen. Nach einem kurzen Schlußwort d«S Versammlungsleiters, in welchem er zum Abonnement der Arbeiter- presse und zum Beitritt in den Wahlverein aufforderte, wurde die Versammlung geschlossen.__ 20. Gtlleralvtrsavmlllug des Derbaudes der Kergarbeiter > Deutschlands. Hannover, 29. April. Die Sitzung beginnt mit zwei prinzipiellen Abstimmungen über die B e i t r a g s f r a g e. um die Arbeiten der Kommission zu er- leichtern. Zunächst wurde über die Frage abgestimmt, ob die Bei- träge allgemein in den drei Beitragsklassen erhöht werden sollen. Dafür stimmen nur wenige Delegierte; eine allgemeine Beitrags- erhöhung ist also abgelehnt. Die zweite Abstimmung geht da- hin, ob eine oder zwei weitere freiwillige Beitragsklassen eingeführt werden sollen. Dafür erklären sich 69 Delegierte, dagegen 48 De- legierte. Die Einführung erhöhter Beitragsklassen fft damit be- schlössen. Den Bericht des Borstandes erstattet dann Verbandsvorsitzender Sachse- Bochum. Dieser wandte sich zunächst gegen einen verlogenen Bericht der hiesig«» Zentrumspresse über die Eröffnungssitzung der Generalversamm- lung. In seinem Geschäftsbericht gab Sachse einleitend ein Bild der wirtschaftlichen Verhältnisse im Bergbau in der Berichts- zeit; er zeigte an Hand eines reichen Zahlenmaterials, wie enorm die Produktion und die Gewinne der Grubenherren ge- stiegen und wie wenig dieser Steigerung gegenüber die Löhne der Arbeiter in die Höhe gegangen sind.(Wir haben die Zahlen bereits im Vorbericht gegeben.) Die Christlichen hätten den Vorwurf erhoben, der Verband habe in Niederschlefien nichts für die Bergarbeiter getan. Diesen Vorwurf müsse er entschieden zurückweisen. Der Verband habe dort getan was er konnte. In bezug auf die Schichtzeit seien allgemein keine Fortschritte gemacht worden. Der Schutz vor allzu großer Ausbeutung, der durch gefetz- liche Regelung der Schichtzeit erfolgen muß. würde den Berg. arbeitern noch immer vorenthalten. In Preußen gelte zwar die Bestimmung, daß die in der Arbeitsordnung festgelegte Schichtzeit durch die Ein- und Ausfahrt um höchstens eine halbe Stunde ver- längert werden darf. Diese Schilymaßregel werde aber hinfällig. indem den Werksbesitzern das Einlegen von Ueberschichten mcht ver- boten sei. Sie ließe im Bedarfsfalle einfach Ueberschichten ver. fahren, was auf eine allgemeine Verlängerung der normalen Schichtzeit hinauslaufe. Gegenwärtig grassiere die Ueber. schich tenseuche in beängstigender Weise. Die Unternehmer wollten aus der guten Geschäftslage möglichst hohen Gewinn schla. gen. und die Bergarbeiter seien zum großen Teil töricht genug, die Unternehmerhabgier auf Kosten ihrer Gesundheit zu befriedigen. Diesem Uebel könne abgeholfen werden durch gesetzliche Beschräu.. kuug der Schichtzeit und das Verbot der Ueberschlchten. Bisher habe sich aber noch kein deutscher Bundesstaat dazu aufschwingen können. Sachse kam nun auf die Lohnbewegungen zu sprechen. Wenn der Vorstand getadelt worden sei, eine zu vorsichtige Taktik eingeschlagen zu haben, so habe sich im Vorjahre bei dem großen Streik gezeigt, daß die Taktik des Verbandes die richtige'war. Es könne im Bergbau nicht so leicht gestreikt werden wie in anderen Berufen. Bei einem Streik könne nicht nur das eine oder andere Werk, sondern müsse das ganze Revier stillgelegt werden. Wenn die bedauerliche Zersplitterung der Arbeiterorganisationen nicht vorhanden wäre, dann hätte man da oder dort erfolgreicher vor- gehen können. Der Redner kritisierte dann das Verhalten der christlichen Berga rbeiter bei dem Ruhrarbeiterstreik. Die Haltung der Christen sei bei der günstigen Konjunktur uner- klärlich gewesen, sie könne nur von politischen Gründen diktiert worden sein. Die Gelben hätten es ebenso schlimm ge- trieben wie die Christen. Ein Teil der polnischen Berufsvereine, die ja mitstrcikten, habe die schwersten Vorwürfe gegen den Verband erhoben; dieser solle zahlreiche Arbeitserlaubniskarten, ausgestellt und so den«treikbruch begünstigt haben. Der Verband habe gegen diesen ungeheuren Vorwurf Klage erhoben. Bei der Verhandlung habe der Wahrheitsbeweis für diese Behauptung nicht erbracht werden können und es sei eine Verurteilung er- folgt. Es wäre tief bedauerlich, daß eine befreundete Organisation solche unbegründeten Vorwürfe machte. Sachse kam nochmals auf das Verhalten der Christlichen zurück und bemerkte unter Zustim- mung der Generalversammlung, bei den Christlichen sei nicht das Grubenkapital der Hauptseind, sondern der Bergarbeiterverband wäre es, der am meisten be- kämpft werden solle. Wenn die Christlichen wollten, könnte eine Verständigung erzielt werden, sie müßten aber Ernst zeigen, und auch eventuell vor einem Streik nicht zurückschrecken. Redner ging nun auf die Arbeitsnachweise der Zechen- Herren ein. Diese selbst würden ja keine Matzregelung vornehmen, die Zechenherren wüßten dies viel schlauer anzufangen. Das Werk, auf das ein Arbeiter hingewiesen wird, habe nicht die Verpflichtung, den überwiesenen Arbeiter anzunehmen. Den Terrorismus würden die Zechenherren durch ihre„freundnachbarlichen Abmachungen" und durch schwarze Listen ausüben. Tie Entwickelung des Verbandes sei nicht in dem erwünschten Matze vor sich gegangen. Leider habe sich die Mit- gliederzahl nicht aufwärts, sondern abwärts bewegt- Es sei ein Verlust um 937S Mitglieder in der Berichtszeit zu verzeichnen. Die Hauptursache liege in dem vorjährigen Streik. Hätte man aber voriges Jahr nicht gestreikt, dann wäre die beste Kerntruppe des Verucmdes gegangen, so hätten nur die Lauen dem Verbände den Rücken gekehrt.— Sachse bespricht in diesem Zusammenhang mehr innere Verbandsangelegenheiten, so die Unterschlagung des Hilfskassierers Kreitz. Der aus dem Meineidsprozeß bekannte frühere Kamerad Beckmann habe in liberalen Versammlungen den Vorwurf erhoben, seine Frau habe seinerzeit von den gesammel- ten Geldern nichts erhalten. Da müsse festgestellt werden, daß Frau Beckmann eine Unterstützung von den„Roten" abge- lehnt hat. Das B i l d u n g s w e s e n sei vom Verband eifrig gefördert worden. An den Unterrichtskursen der Generalkommiffion und an der Parteischule hätten mehrere Kollegen teilgenommen. Zur Schu- lung der Funktionäre seien aber in den einzelnen Bezirken Unter- richtskurse abgehalten worden. Im Ruhrrevier nahmen an Kl) Kursen 300Ö Kameraden teil. Wenn die Winterarbeit überblickt werde, dann könne man ohne jede Ueberhebung konstatieren, daß ein verheißungsvoller Anfang in der Bildungsarbeit gemacht sei. Die insgesamt aufgewandten Kosten hätten nicht gescheut werden dürfen. Es müsse nun dafür gesorgt werden, daß in allen Ver- bandsbezirken auf der beschrittenen Bahn weitergegangen werde. Der proletarische Befreiungskampf erfordere tüchtige Männer und Kämpfer. Immer gröfjerfc Anforderungen werden an unfern Ver- band und seine Funktionäre gestellt. Es müsse deshalb Aufgabe des Verbandes sein, den Funktunären das notwendige Rüstzeug mitzugeben. Sachse schilderte nun, wie man versuche, den Verband zu b e- spitzeln. Er betonte, die Polizei suche Material, um den Ge- werkschaftcn einen Strick zu drehen. Da heiße es, noch vorsichtiger als bisher sein. Man möge bei den Landtagswahlen kein Geld aus den Lokalkassen bewilligen. Der Verband habe ein Interesse daran, nicht als politischer Verein gestempelt zu werden. Redner erörterte noch die Gründung der„V o I k s f ü r s o r g e". Die Mitglieder sollten behilflich sein, diese in die Höhe zu bringen. Er bat zum Schluß um eine sachliche Kritik. Kritisieren Sie, aber kritisieren Sie gerecht. Hoffen wir. daß wir in zwei Jahren einen besseren Bericht als diesmal geben können.(Lebhafter Beifall.) Den Kassenbericht erstattete S t ü h m c h er- Bochum, der die Kassengebarung des Verbandes eingehend erörterte. Wir haben im Vorbericht bereits die wichtigsten Zahlen wiedergegeben, so daß wir darauf verweisen können. Redner wandte sich in seinen Ausführungen auch gegen die Anträge, die Unterstützungssätze zu erhöhen. Der Bergarbeiter- verband sei keine UnterstützunAseinrichtung. sondern in erster Linie eine Kampforganisatiom Er hätte erwartet, daß aus den Reihen der Mitglieder Anträge gekommen wären, einen Extra- beitrag auszuschreiben, damit die Lücke in der Kasse, die der vor» jährige Slreik gerissen habe, wieder ausgefüllt werde. Stühmeyer wandte sich dann gegen einen Antrag Caternberg, daß bei Streiks den Verbandsangestellten das Gehalt um ein Drittel zu kürzen sei Redner ist der Ansicht, daß die Beamten selbst das Gefühl haben müssen, daß sie, wenn die Kollegen im Kampfe stehen, auch ein Opfer bringen müssen. Es sei bisher von den Angestellten viel mehr bezahlt worden, als der Antrag fordere. Man solle daher den Antrag ablehnen. Den Bericht der Firma Hausmann u. Ko., Druckerei und Buch- Handlung, gab deren Geschäftsführer S ch r e i t e r- Bochum. Die Einnahmen und Ausgaben dieser Firma balancieren im Jahre 1911 mit 224 177 M. und im Jahre 1912 mit 219 861 M. Für den Kontrollausschuß berichtete Mundsbcck- Oespel. Der Ausschuß hatte 27 Beschwerden in der Berichtsperiode zu erledigen. Diese Beschwerden wurden eingereicht: eine wegen Versetzung eines Angestellten an eine andere Arbeit, eine wegen Streikabbruchs auf Zeche„Glück-auf-Segen", eine wegen Verweige- rung von Kur und Arzneien'für einen früheren Angestellten, eine wegen Verweigerung von Rechtsschutz, drei wegen Verweigerung der Gemaßregeltenunterstützung, acht wegen Ausschluß, drei wegen Nichtanstellung tn Verbandsdienste, eine wegen des Wahlregle- ments zum Aktionsausschuß, eine wegen Verweigerung der Kartell- beitrüge, zwei wegen Zahlungsverweigerung von Strafen und Ge- richtskvsicn für Frauen und zwei wegen Verweigerung der Um- zugSbeihilfc. Von den 27 Beschwerden wurde in vier Fällen der Vorstandsbeschluß ausgehoben, und in einem Falle wurde dem Be- schwerdesührer die Umzugsbeihilfe gewährt. Die übrigen 23 Be- schwerden mußten abgewiesen werden.— Der Ausschuß hat wieder- holt die Kasse revidiert und stets Bücher und Kasse in bester Orb- nung befunden. In der N a ch m i t ta g s s i tz u n g wurde über den Vorstands- bericht debattiert. Die Diskussion dauerte nur zwei Stunden, dann machte ihr ein Schlußantrag ein Ende. Die Redner erklärten im allgemeinen ihr Einverständnis mit der Tätigkeit des Vorstandes. Sie besprachen in der Haupt;ache Bczirksangelegenheiten. Verlangt wurde die Herausgabe einer Monatsschrift zur weiteren Aus- Bildung der Funktionäre. Bei der A b st i m m u n g über die vorliegenden Anträge werden fast alle abgelehnt. Dem Vorstand überwiesen werden zwei An- •pfuge, die wünschen, daß eine Monatsschrift zur weiteren Ausbildung der Funktionäre herausgegeben wird, ferner, daß für *-berschlesicn eine weitere Agitationskraft angestellt wird.— Dem Vorstände wird einstimmig Entlastung erteilt. Die Generalversammlung nimmt nun den Bericht der Presse entgegen, den Redakteur Wagner-Bochum gab. Er schilderte ein- Wteild die Macht der Presse und zeigte, wie die Preßzentrale deS lLerautmortftcher Redakteur: Alfred Wiejepp, Neukölln. Für de» Zechenverbandes öffentliche Meinung macht. Die Arbeiter würden leider den Wert der Presse nicht so würdigen, wie das Kapital. Bei dem Streik im Ruhrgebiet hätten alle bürgerlichen Zeitungen die Interessen des Grubenkapitals vertreten. Nur die sozial- demokratische Presse habe sich auf Seiten der kämpfenden Arbeiter gestellt. Auch bei Grubenkatastrophen zeige sich die gleiche Erscheinung. Die bürgerliche Presse führe die Unglücke auf die „höhere Macht" zurück. Merkwürdig sei es aber, daß diese„höhere Macht" immer nur die Arbeiter treffe. Das Verbandsorgan, das im Jahre 1912 eine durchschnittliche Auslage von 139 7S9 Exem- plaren hatte, hat in der Bertchtszeit einen außerordentlich schweren Stand gehaht. Es mußte in verstärktem Maße nicht nur gegen das rücksichtslose Grubenkapital, sondern leider auch gegen seine gelben und„christlichen" Helfershelfer den Kampf führen. Obwohl das Verbandsorgan sich in der Berichtszeit buchstäblich gegen eine Welt von Feinden zu wehren hatte, hat es seine vornehmste Auf- gäbe, die schwachen und Bedrückten zu schützen, nicht vernach- lässigt. Hier versagen allerdings die„christlichen" und gelben Ar- beiterzersplitterer völlig. Wir haben mit aller Energie den Kampf geführt gegen die unhaltbaren Verhältnisse im Bergbau und die Ursachen aufgedeckt, die zu den Katastrophen auf Osterfeld, Lothrin- gen und Minister Achenbach führten und notwendigerweise immer neue Massengräber zur Folge haben müssen. Auch das unerhörte Kesseltreiben gegen pflichttreue und darum unbequeme Arbeiter- Vertreter und Sicherheitsmänner haben wir nach Gebühr gebrand- markt. Verfolgungen aller Art, auch gerichtliche, sind uns darum nicht erspart geblieben. Doch das wird uns nicht abhalten, auch fernerhin wie bisher unsere Pflicht zu tum Wir haben auch in der Berichtszeit versucht, den oft geäußerten Wünschen unserer Käme- raden auf Ausgestaltung unserer Presse nach Möglichkeit gerecht zu werden. Wenn uns das nur zum Teil gelungen ist, so liegt das nicht am guten Willen der Redaktion. Auch da setzen uns leider die Verhältnisse Schranken. Die Berichterstattung für die einzel- nen Reviere müßte noch besser ausgebaut und damit das Interesse für die Presse gesteigert werden. An den Bericht knüpfte sich eine Debatte, in der Delegierte Vorschläge für die Ausgestaltung des Verbandsorgans machten. Helfer- Weißstem wünschte, daß die„Bergarbeiter-Zeitung" in zwei Ausgaben(außer der polnischen) erscheinen soll. Zu diesem Zweck soll das Hauptblatt derartig umgestaltet werden, daß es ein in sich abgeschlossenes Blatt bildet. Das zweite Blatt soll zu einer Beilage umgewandelt und für die Gebiete, in denen der„christ- liche" Gewerkverein nicht dominiert, mehr den lokalen Verhältnissen Rechnung tragen. Kühl mann- Dahlhausen verlangt, daß für die Aufklärung der Massen mehr getan wird. Er begründet einen Antrag, alle 14 Tage oder auch monatlich eine vierseitige Beilage in handlicher Größe(etwa 25 X 39 Zentimeter) der„Bergarbeiter-Zeitung" bei- zufügen, welche nur ausschließlich Berichte und Abhandlungen auf dem Gebiete der einschlägigen Gesetzgebung, des Berggewerbege- richts und des Knappschattswesens bringt. Der Vertreter der Generalkommission, Um breit- Berlin. weist darauf hin, daß eine ganze Anzahl Belehrungsmittel bestehen. Unterrichtskurse usw. Die Arbeiterrechtsbeilage des„Korrespondenz- blatts" würde den Wünschen der Dahlhauser Kameraden sicherlich entsprechen. Es dürste daher nicht notwendig sein, eine neue Rechtsbeilage für die„Bergarbeiter-Zeitung" zu schaffen. Brandt- Altenessen will, daß der Versammlungskalendcr abgeschafft wird. Dadurch würde Platz für Artikel geschaffen. Die weitere Debatte wurde aus Mittwoch vertagt.' Sechster Verbandstag des Jeutraloerbaudes der Fleischer und Kerufsgenossen Deutschlands. Dresden, den 28. April 1913. Die Debatte über den Vorstandsbericht war ausgedehnt und gründlich, sie wurde von dem Delegierten K 5h l e r- Hamburg eröffnet, der die Gründung der Produktivgenossenschost in Hamburg zu erklären versucht. T c ch a m- Hamburg bemängelte die Heraus- gäbe des gedruckten Geschäftsberichtes in vorliegender Form. Die Haltung des Vorstandes zur Gründung der Hamburger Produktiv- genossenschaft hält er ebenfalls nicht für recht. Auch hält er es für bedenklich, daß die Verschmelzung zu einem allgemeinen Nahrungs- mittelverband nach Aussage des Vorfitzenden in so weite Ferne ge- rückt sei. Riedl- München betont die Notwendigkeit der Staffe- lung der Beiträge, da es(beispielsweise) in Nordbahern in den kleinen Orten noch Wochenlöhne von 3, 4 und 5 M. gibt, diese Kollegen können keinen Beitrag von 59 Pf. bezahlen. Im wetteren meint er, daß durch Gründung von Produktivgenossenschasten mancher ältere oder alte Kollege Lohn und Brot finden kann.— Welz- Hannover glaubt, daß man die Fluktuation der Mitglieder dadurch hemmen kann, daß die Gewerkschaftskartelle der einzelnen Orte sich der Sache mehr annehmen. DeS weiteren schildert er die christliche Organisation der Nahrungsmittelbranche Rheinlands und Westfalens, die der Ausbreitung deS Zentralverbandes viel Schwierigkeiten in den Weg legt.— Gaier-Köln will, daß der Hauptvorstand die Arbeitsvermittlung in den Konsumvereinen besser organisiert. In der Kölner Genossenschastsfleischerei seien in dieser Beziehung sehr schlechte Erfahrungen gemacht worden.— Schäfer- Berlin gibt wertvolle Anregungen, wie man das Organ so gestalten kann, daß es wirklich zur Bildung klassenbewußter Arbeiter dient. Zauke- Dresden plädiert ebenfalls dafür, daß im„Fleischer" Artikel volkswirtschaftlicher Art gebracht werden. Bergmann- Berlin verweist betreffs Gründung von Produktiv- gcnossenschaften auf �einen früheren ablehnenden Verbandstagsbeschluß. Daß die Gründung eines allgemeinen Nahrnngsmittelver- bandes noch in weiter Ferne stehe, begrüße er lebhaft.— S o n j o n- Hamburg steht hetreffs der Hamburger Gründung der Produktivgenossenschaft auf Seite des Vorstandes. Durck die Gründung einer Pnvcrtschlächterei würde der Lohnkampf gefährdet. Es mache übrigens keinen guten Eindruck, wenn der Leiter einer Ge- werkschaft eine Privatschlächtcrei unterstützt. Zudem haben wir die„Produktion" in Hamburg, die gegen 299 Metzger beschäftigt, der man dadurch Konkurrenz macht. Die Debatte. wurde durch Schlußantrag beendigt. Nach den Schlußworten des Referenten wurden folgende Be- Müsse gefaßt: Das Fachorgan soll allwöchentlich achtsettig erscheinen. In Zukunft soll den Ortsverwattungen ein gebundener Jahr- gang„Der Fleischer" kostenlos vom Vorstand geliefert werden.— Im weiteren wird der Vorstand beauftragt, eine praktische Organi- sation unter den Lehrlingen zu betreiben. Ferner bringt der Verbandstag zum Ausdruck, daß die Er- richtung von Produktivfleischereien vornehmlich Aufgabe der Kon- sumgenossenschafte'n sein muß und schließt sich demzufolge den am 8. Gewerkschaftskongreß in Dresden 1911 gefaßten und in der Re- solution 6 des Gewerkschaftskongresses festgelegten Beschlutz an. Dann wurde dem Vorstand emstimmig Entlastung erteilt. Ueber das Gegenseitigkeitsverhältnis mit den ausländischen Bruderorgani- sationen referierte Krause- Berlin. Er teilt mit, daß am Montag eine Verständigung mit den Kollegen aus dem Auslande stattgefunden habe. Das Resultat dieser Besprechung ist Gründung einer i n t er- nationalen Zentralstelle mit dem Sitz in Berlin, Aus- wcchselung der Reiseunter st ützung. Ferner haben die angeschlossenen Länder die Verpflichtung übernommen, mit allen Mitteln auch die unorganisierten Kollegen aus den bestreikten Län- dern fern zu halten. Beschlossen wurde weiter, daß anläßlich des Sozialistenkongresses in Wien eine internationale Konferenz statt- finden soll. F i e dl e r-K i e l regte noch an, die Reiselegitimation eben- falls gleichmäßig einzuführen.— Zauke- Dresden rät der öfter- reichischen Bruderorganisation, sich um die separatistische Bewegung zu kümmern und speziell in Reichenberg zu versuchen, die Organi- sation zu sich herüberzuziehen. Die geschaffenen Bestimmungen fanden die Zustimmnng deS VerbandStages. Vorsitzender H ensel referierte sodann über die__ Inseratenteil verantw,: Th. Glocke. Berlin. Druck«.Verlag: Vorwärts Tarifbewegung in den Genossenschastsfleischereie«. Es gibt zurzeit 21 Konsumfleischereien, davon ist die Fleischerei der Produktion in Hamburg die größte; sie beschäftigt 288 Personen und hat eine Arbeitszeit von 8� Stunden; in Leipzig waren Ende Februar 215 Personen in 8 stündiger Arbeitszeit beschäftigt, in Köln 22, in Altendurg 15, in Gotha sind ebenfalls 15 Personen beschäftigt, die übrigen Konsumfleischerien beschäftigten unter 19 Personen. In 11 Konsumfleischereien sind Tarife abgeschlossen, weitere sind in Vorbereitung. Die Errichtung von Konsumfleische- reien ist u. a. auch in Berlin, Madgeburg und Dresden geplant. Auch gibt es noch Werkskonsumvereinsschlächtereien, so hat z. B. die Firma Krupp eine solche mit zirka 139 beschäf- tigten Personen. Hier sind die Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht glänzend. In den W e r ks k o n sum s ch l ächte re i en wird es noch Arbeit erfordern, um die Kollegen zum Anschluß an die Organisation zu gewinnen. Redner warnt die Kollegen, auch nicht übertriebene Forderungen an die Konsumvereine zu stellen, sondern wohl zu erwägen und Verhandlung sfähige For- derungen zu erheben. Redner schließt seine Ausführungen mit den Worten, daß gerade die Konsumfleischer ihre Kräfte der Organisation zur Verfügung stellen müssen, damit die Lohn» und Arbeitsbedingungen in allen Fleischereien einer Neuregelung unterzogen werden. Die Arbeitsnachweisfrage bedarf der größten Beachtung, weil diese manchmal auch von der Konsunwcrwalwng bei Anstellungen nicht berücksichtigt wird. H e n s e l gab dann noch einen Ueberblick über die Konflikte, die an einigen Orten zwischen Kollegen und Ver- waltung entstanden sind und zum Teil unter Mitwirkung des Vor- standes beseitigt wurden. Es schloß sich hieran eine kurze Debatte, in der im allgemeinen zum Ausdruck komm!, daß die Arbeitsbedingungen in den Genossen- schaftsbetrieben vorbildlich sein müssen. Es wird aufs neue der Beschluß gefaßt, daß in die Genossen- schaftsfleischeveien in der Regel nur Kollegen vermittelt werden sollen, die mindestens 1 Jahr der Organisation angehören und sich agitatorisch betätigt haben. In einer Resolution ersucht der Verbandstag den kommenden Gewerkschaftskongreß, Vereinbarung mit dem Zentralverband deutscher Konsumvereine zu treffen, um der Lehrlingszüchterei innerhalb des Fleischergewerbes, daß neuerdings auch in den Kon- sumvereinen sich einzubürgern droht, energisch entgegen zn treten. Während des übrigen Tages wird in geschlossener Sitzung der Punkt Taktik nnd Lohnbewegungen erörtert. Jugendbewegiiiig. Arbeiterjugendbildung in Dresden. Der Jugendbildungsverein kann auf eine fünfjährige erfolg- reiche Tätigkeit zurückblicken. Die diesjährige Generalversammlung zeigte wiederum schöne Fortschritte, die zum Teil der Neuregelung der Leitung und dem dadurch bewirkten innigen Zusammenarbeiten mit der erwachsenen Arbeiterschaft zu danken sind. Mit wenigen Mitteln sind künstlerische und geschmackvolle Veranstaltungen ge- boten worden, u. a. zwei Sinfoniekonzrrte und ein Handwerks- burschenliederabend, die äußerst zahlreich besucht waren. Die Auf- klärungs- und Agitationsarbeit wurde planmäßig betrieben. JnZ- gesamt fanden 1599 Veranstaltnngen statt, darunter 9 Vortrags- reihen, 311 Einzelvorträge, 133 literarische Abende, 188 Spielabende, 71 Wanderabende, 112 Lieder- und GesangSabende, 123 Diskussions- abende, 137 Mitgliederversammlungen, 35 Exkursionen, 69 künstlerische Veranstaltungen, 89 Tageswanderungen und 182 Halb- tagswanderungen. Die gewaltige Erziehungsarbeit wurde gelohnt durch das Wachsen der Mitglicderzahl: am Anfang de? Berichts- jahres 2483, am Schlüsse 3654, davon sind 899 weibliche Mitglieder. Der monatlich erscheinende„Jugendruf" in der„Dresdener Volks- zeitung" und die gut ausgestatteten Jugendheime in einzelnen Be- zirken kamen der Bewegung gut zustatten. Auch die Gruppe Rat»'- beul hat sich gut entwickelt, trotz des Feldzugs der Behörden, die sie absolut zu einem politischen Verein stempeln wollten. Die Ein- nahmen und Ausgaben bilanzieren mit 3299 M. Die Einsetzung einer literarischen Kommission, die die Aufgabe hat, die Gruppen- Programme nach künstlerischen und ästhetischen Gesichtspunkten zu prüfen und den Jugendlichen auch sonst mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, hat sich gut bewährt. Ihr ist das gute Gelingen der verschiedenen Feste und besonders der Konfirmandenfeiern zuzu- schreiben. Der Jahresbericht bildete in allen Teilen em sehr er- freuliches Bild der Fortentwickclung des Jugendbildungsverein?. SrncKts- Zeitung Bestohlru und beinahe gelyncht. Ein Akt seltener Diebessrechheit, durch welche der Bestohlene selbst beinahe das Schicksal erlitten hätte, als vermeintlicher Dieb einer Lynchjustiz unterzogen zu werden, kam in einer Verhandlung zur Sprache, welche gestern die 2. Strafkammer des Landgerichts II beschäftigte. Angeklagt wegen schweren Diebstahls im sträfschärfen- den Rückfalle war der GelegenheitSkellncr Paul Krohn. Der schon mehrfach vorbestrafte Angeklagte, auf dessen Schuldkonto zahlreiche Einbruchsdiebstähle in Charlottenburg und Schöneberg fallen, drang eines Nachmittags in die am Königslveg gelegene Wohnung eines Kaufmanns Lehmann ein, nachdem er sich durch Klingeln und Klopfen vorher überzeugt hatte, daß sich anscheinend niemand in der Wohnung befand. Tatsächlich hatte sich Herr L. aber gerade zu einem Mittagsschläfchen niedergelegt, so daß er daS Klingeln uberhörte. Als er munter wurde, sah er sich plötzlich dem An- geklagten gegenüber, der gerade im Begriff war, einen Schrank auf- zubrechen. Im nächsten Augenblick begann eine wilde DiebeSjagd die Treppen hinunter und die Straßen entlang. Als der Einbrecher sah, daß es kein Entrinnen mehr gab, drehte er plötzlich in aller Gemütsruhe um, ging auf L. zu und packte ihn an den Armen mit der gleichzeitigen Erklärung an die Umstehenden, daß L. ein Einbrecher sei. Da der wirkliche Einbrecher gut gekleidet war, der Bestohlene jedoch in seiner Mittagsschläfchentoilette war, ergriff das Publikum für den frechen Patron Partei und machte Miene, über den„Einbrecher" herzufallen, bis jemand den Vorschlag machte, daß alle beide zur Polizeiwache gebracht werden müßten. Hier klärte sich dann der Sachverhalt auf und der Einbrecher saß in seiner eigenen Falle. Das Gericht erkannte gegen Krohn auf 3)4 Jcchre Zvchthaics und die üblichen Nebenstrafen. Nichtiger Kartellvertrag gegen Krankenkassen. Im Oktober 1998 schlössen sieben Zahnärzte in Solingen und. Umgegend einen schriftlichen Vertrag auf die Daner von 19 Jahren, wonach sie sich verpflichteten, den Krankenkassen gegenüber für jede Einzelleistung mindestens die Mindestsätze der amtlichen preu- ßischen Taxe für Zahnärzte zugrunde zu legen und den Kassen auf diese Sätze höchstens 19 Prozent Rabatt zu gewähren. Sie ver- pflichteten sich ausdrücklich ehrenwörtlich zur genauen Befolgung des Abkommens und setzten für jeden Fall der Zuwiderhandlungen eine von dem betreffenden Vertraysgenossen zu zahlende Konven- tionalstrase von 59 M. fest.' Zwei der Unterzeichner dieses Ver- trags, Zahnärzte in Solingen, fochten den Vertrag später an, indem sie geltend machten, das Abkommen sei, ebenso wie von ihnen, so auch von den anderen Vertragsgenosscn nicht gehalten worden; jedenfalls verstoße der Vertrag aber wegen der Bindung duxch Ehrenwort gegen die guten Sitten. Das Landgericht Elberfeld erklärte den Bertrag für nichtig. Das Oberlandesgericht in Düsseldorf wies jedoch die Klage ab. Auf die von den Klägern eingelegte Revifio« hat am Dienstag das Reichsgericht das Urteil des OberlandeSgerichtK aufgehoben und im Einklang mit dem Urteil des Landgerichts den Bertrag für nichtig erklärt. Buchdrucker«, ju Berlogsanstalt Paul Dinger n. fo, Jackett- Anzüge Neue Moden. Neue Stoffe. Neue Farben. Hervorragende Erzeugnisse unserer Kleiderwerke, Arbeitsteilung nach amerikanischem System. 27.- 30.- 36.- 40.- 45.- 50.- 60.- 70.- 75.Cutaway u. Westen Marengo und schwarz 33.- 36.- 40.Modernste Formen.. 45.- 50.- 60.Entzückende Knaben- Anzüge Modernste Jünglings- Anzüge Himmelfahrt nur von 8-10 geöffnet. 66666# 99999 Unserem Freund und Kollegen Richard Witting nebst Gemahlin die herzlichsten Glückwünsche zur Silberhochzeit. W. Sch. 1. Sch. V. A. E. R. Fr. M. K. N. J. Sch. W. KI. B. N. Chr. W. P. J. A. B. W. W. J. H. St. N. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 2. Berl. Reichstagswahlkreis. Am Montag, den 28. v. Mts., verstarb nach längerer Krankheit unser Mitglied, der Maurer Wilhelm Freidank Steinmenftr. 36a, Bez. 66. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstagnachmittag 3%, Uhr auf dem Luther- Kirchhof in Lantwig statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege Wilhelm Freidank am 28. April im Alter von 42 Jahren an Lungen- und Kehltopfschwindsucht gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 1. Mai, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle der Luther Gemeinde in Lantwit aus statt. = Um rege Beteiligung ersucht 142/8 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 27. April verstarb unser Parteigenosse, der Töpfer Wilhelm Preußner ( Barthestr. 30, 16. Bezirk). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 1. Mai, nachmittags 31, Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. am Um zahlreiche Beteiligung ersucht 237/2 Der Vorstand. Verband der Buch- und Steindruckerei- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Am 28. April verstarb nach langer, schwerer Krankheit unser Mitglied Willi Krüger im Alter von 23 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Mai, nach mittags 3 Uhr, auf dem Bartholomäus Kirchhof in Weißensee, Faltenberger Chaussee, aus statt. 27/16 Die Ortsverwaltung. BaerSohn Kleiderwerke, Deutschlands größte Fabrik dieser Art. Chausseestraße 29-30 BERLIN 11 Brückenstraße 11 Gr. Frankfurter Straße 20 Schöneberg, Hauptstr. 10 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Georg Borchert ( Borhagener Straße 7) im Alter bon 36 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des städtischen Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 82/12 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Haus diener Karl Brandt am 23. April im Alter 65 Jahren verstorben ist. von Ehre seinem Andenken! 64/13 Die Bezirksverwaltung. Am Montag, den 28. April, vormittags 9, Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, guter Vater, unser Bruder, Schwager, Onkel und Schwiegerfohn, der Musiker Karl Böhm im vollendeten 50. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Lina Böhm, geb. Schindhelm, Bruno Böhm, Invalidenstraße Nr. 30. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 2. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Zentralverband 6785 der Zivilmusiker Deutschlands. Nachruf. Am 28. d. m. verstarb nach längerem Leiden unser Kollege Karl Böhm, Der Verstorbene war uns ein fleißiger Mitarbeiter und werden wir ihm ein treues Andenken bewahren. 50/6 Der Hauptvorstand. Zentralverband der Musiker. ( Ortsverwaltung Berlin.) Am 28. April verstarb unser langjähriger Kollege Karl Böhm im 51. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Freitag, den 2. Mai, am nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 50/0 Danksagung. 6776 Für die Beweise herzlicher Teilnahme an der Beerdigung meines lieben Mannes sowie für die Kranzspenden der beiden Bezirke des vierten Wahltreises sagt herzlichen Dant geb. Elisabeth German Schröder. Gegr. 1891 Haupt- Katalog Nr. 47( Neueste Moden) kostenfrei. Am 29. April verstarb mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, der Bodenleger Wilhelm Kleinvogel Lübecker Str. 37, im Alter von 73 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Mai, nach mittags 3 Uhr, in Stahnsdorf statt. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden sagen wir allen, insbesondere dem Gesangberein der Puzer unseren herzlichsten Dank. 82/12 Witwe Emilie Hübner nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben unvergeßlichen Frau Alma Jestram sage ich hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten, inss besondere dem Rauchtlub Often I und dem Lotterieverein Dften meinen 30A herzlichsten Dant. Otto Jestram nebst Töchterchen. Orts- Krankenkasse Der Klempner. Am Donnerstag, den 8. Mai 1913, abends 8 hr, findet in der Neuen Philharmonie, Köpniderstr. 96/97 eine Außerordentliche Generalversammlung der Vertreter der Kaffenmitglieder und Arbeitgeber unferer Staffe statt. 6766 Tagesordnung: Beschlußfassung über die der R.B.-D. angepakten Sagungen. Der Vorstand. Patzenhofer Kottbuser Damm 9. Empfehle m. gutgepflegten Biere 3 Zehntel 10 Pf. * 2 W. Kunnemann. Einheitspreis für Damen und Herren M. 1250 Nächsten Sonntag von 8-10 u. 2-6 geöffnet. SALAMANDER LUXUS Luxusausführung für Damen und Herren M. 1650 Fordern Sie Musterbuch. V Salamander Schuhges. m. b. H., Berlin Zentrale: W 8, Friedrichstrasse 182 1. W8 Friedrichstrasse 182 2. W8 Unter den Linden 5/6 3. SW Friedrichstrasse 221 4, SW Friedrichstrasse 204 5. N Friedrichstr. 118/19, 6. C Königstrasse 47 7. W Potsdamer Strasse 5 8. C Rosenthaler Tor 9. W Tauentzienstrasse 15 10. N Badstrasse 20 Neu eröffnet: Unter den Linden 5/6 Kaulsdorf Ortskrankenkasse der Gastwirte Stadtb.- u. Vorortstation. Neu erschloss. Gelände, 1 Min. v.Bahnh, beginnend Rute von 12 M. an Kostenfreie Auskunft bei uns. Vertreter W. Lehmann in unserm Verkaufsbureau Kaulsdorf, Uckermarkstrasse 3. Von Joh. Schulze, Greiz i. V. kauf. Sie sehr gut und billig neueste Berlin NO 43, Neue Königstr. 16 Kleiderstoffe Permen Fernsprecher: Königstadt 6376 Resten. Gewicht u. i. Kommission! Für Nieschalke& Nitsche und Verkf Herren, Frauen u. Geschäfte ges. Kaurlich Bittarme u. Kranke trinken wahrend der Reconvalescenz Santalucia in Apotheken, Drogerien und Delikateß- Gefchäften Heute von 8-10 geöffnet. Stärkungs Rotwein Flafche 11. W Martin- Luther Strasso 2 12. NO Gr. Frankfurter Str. 102 13. S Oranienstrasse 42 14. NW Turmstrasse 9 15. Charl., Wilmersdorfer Str.126 16. Steglitz, Schlossstrasse 20 17 Friedenau, Rheinstrasse 1-3 18. Spandau, Breite Strasse 30 19. Potsdam, Nauener Strasse 24 20. Neukölln, Bergstrasse 4. und verwandten Gewerbe Dr. Simmel zu Berlin. Bekanntmachung. Die außerordentliche General versammlung der gewählten Kassenvertreter findet nicht am Donnerstag, den 8. Mai 1913, 271/6 sondern erst am Freitag, den 9. Mai 1913, nachmittags 3, Uhr, im Lokale des Herrn A. Kube, Dresdener Str. 96( Dresdener Casino) mit der gleichen Tagesordnung statt. Berlin, den 24. April 1913. Der Vorstand. H. Poppe, D. Schilling, Borsitzender. Schriftführer. Am 1. Mai bleibt auch in diesem Jahre mein Geschäft geschlossen. Arbeits- Anzüge Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz 10-2.5-7. Sonntags 10-12. ardinenGardi Spezialhaus Emil Lefèvre 150u2 Mk. Wilhelm Pahr, Brannen Berlin, Oranienstr.158. Nachahmung bitte zurückweisen Ohne Anzahlung liefere an jedermann Möbel auf Kredit bei Zahlung einer Monatsrate laut Vereinbarung und bequemster Abzahlung komplette Wohnungs- Einrichtungen sowie einzelne Möbelstücke, Polsterwaren, farbige Küchen, Portieren, Gardinen, Betten, Kronen, Kinderwagen usw. Leib- und Bettwäsche, Steppdecken, Teppiche, in modernster Ausführung. Ferner Garderobe für Herren, Damen u. Kinder Größte Auswahl neuester Fassons. Heute von 8-10 geöffnet. S. DORN, Weinmeisterstraße 9 Ecke Alte Schönhauser Straße. str. 116. Tom Billys Wunderbare Neuheiten, Gardinen, Stores, Vitrages, TüllRancher Show bettdecken etc. in allen Stilart. ,, Stadtpark" Schivelbeiner und Behmitr.- Ecke. Das Leben und Treiben auf einer Farm Wildwest- Amerikas täglich von 4 Uhr an. 6962 Manager Georg Süßmilch. Spezialarzt f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata- Kuren in u. Co. fonz. Laborat. f. Blut Dr. Homeyer untersuchung., Fäden i. Harn usw. Friedrichstr. 81, gegenüber Panoptikum. Spr. 10-2, 5-9, Gonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Portieren, Möbelstoffe, Tischdecken, 1 Posten reich- Erbstüllgestickter Bettdecken mit Volant à 335 485 ( bisher 6 bis 8 M.). mit Volant Erbstüll- Stores à 335 475( bisher Spezial- Katalog 6. bis 8 M.). 650 Abbildungen gratis u.franko Br. 105. 30. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Zum Landtagswahlkampf. Donnerstag, 1. Mai 1913. Deutschen Reichstage ist den Junkern und Junkergenossen ein Dornt im Auge, sie sehen ihren Einfluß mehr und mehr schwinden, ihre fünstlich errichtete Macht in Preußen soll ein Ersatz für ihre Machteinbuße im Reichstage sein. Von Preußen aus soll das Reich regiert werden, mit Hilfe der preußischen Stimmen im Bundesrat 41,2 Proz. der Bevölkerung unter dem ibre unabläffige Stritik dazu beigetragen, daß dem deutschen Volle wollen die Gewalthaber Preußens die Reichsgesetzgebung beein Existenzminimum. Nach den Ergebnissen der Einkommensteuerberanlagung gab es in Preußen 1911: 39773 029 Einwohner. Davon hatten ein steuerpflichtiges Einkommen von über 900 Mart nur 7191 920 Benfiten. Diese machten mit ihren Familienangehörigen insgesamt 23 390 060 Personen oder 58,5 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Von diesen Steuerpflichtigen mußten weiter noch 635 741 8ensiten, mit den Angehörigen zusammen 3547233 Personen, auf Grund der§§ 19 und 20 des Einkommensteuergesetzes von der Steuer befreit werden. Somit waren von der Gesamtbevölkerung nur noch 6 551 705 Zenfiten, gleich 16,5 Proz. einschließlich der Angehörigen 19 842 827 Personen, 49,8 " V die Augen über die von diesem Preußen aus drohenden Gefahren flussen und ihr den Stempel ihrer reaktionären Gesinnung aufgeöffnet wurden. Dazu kamen die fortwährenden, von der Mehrheit brüden. provozierten Zusammenstöße mit den Vertretern des Proletariats, die So wird zweierlei erreicht. Nicht nur, daß die preußische Gesetzvollends dazu angetan waren, die allgemeine Aufmerksamkeit nun gebung nach wie vor eine Gesetzgebung gegen das Volk bleibt, wird auch dem Preußenparlament zuzuwenden. auch im Reiche jeder Fortschritt verhindert. Unter dem Zeichen des Wahlrechtskampfes Wie aber sieht es in Preußen selbst aus? Offizielle und offiziöse Lobredner rühmen die in Preußen erzielten Fortschritte auf allen Gebieten. Mit Stolz bezeichnen sie Breußen als das Land der Schulen. find die ersten Sozialdemokraten in das preußische Abgeordnetenhaus eingezogen, unter dem Zeichen des Wahlrechtskampfes haben die Be ratungen des Landtages die ganzen fünf Jahre hindurch gestanden Welch blutiger Hohn! Nicht nur, daß die Volksschule mehr und und unter dem Zeichen des Wahlrechtskampfes werden sich auch die mehr der Kirche ausgeliefert wird, nicht nur, daß man das HauptNeuwahlen vollziehen. Dem immer gewaltiger werdenden und immer gewicht auf die Heranziehung eines" tönigstreuen" und" gottesschärfere Formen annehmenden Ansturm des Nassenbewußten fürchtigen" Geschlechts anstatt auf die Befähigung der Jugend legt, Proletariats weichend, nicht dem eigenen Willen folgend, hatte der dermaleinst den Kampf ums Dasein zu bestehen, auch sonst lassen Rönig von Preußen im Oktober 1908 eine Reform des Dreillaffen die Volksschulen noch sehr viel zu wünschen übrig. Noch immer wahlsystems verheißen. Die Wahlrechtsvorlage tam, aber sie be- ist trop der gegenteiligen Behauptungen der Regierung der Lehrermangel deutete nicht ein Entgegenkommen gegen die Forderungen des Pro- nicht überwunden, noch immer begegnen wir zahlreichen sogenannten letariats, sondern die blutigste Verhöhnung der um ihr höchstes Halbtagsschulen, ja sogar Dritteltagsschulen, noch immer besteht das Recht kämpfenden Massen. Die Massen, denen die Regierung Sand Unwesen der Rübenferien, noch immer werden Kinder im schulin die Augen streuen zu können, die sie einlullen zu können glaubte, pflichtigen Alter zu landwirtschaftlichen Arbeiten mißbraucht, noch durchschauten das frebelhafte Spiel, und da sich auch die bürgerlichen immer stoßen wir auf Schulgebäude, die jeder Kritik spotten. Vollends Parteien über den Anteil an der Beute nicht einigen konnten, wurde im argen liegt das der Regierung ihr Wechselbalg vor die Füße geworfen. Fortbildungsschulwefen. Steuerpflichtig. Weil sie das steuerpflichtige Einkommen von 900 M. überhaupt nicht erreichten, bleiben 8251 707 Benfiten, gleich 20,7 Proz., einschließlich der Angehörigen 16 382 969 Personen, Aber die Regierung irrt, wenn sie mit dem preußischen Polizei hat es doch die konservativ- lleritale Mehrheit zu verhindern vergleich 41,2 Proz. der Gesamtbevölkerung steuerfrei! minister Herrn v. Dallwig wähnt, daß die Massen sich beruhigen standen, daß der von der Regierung eingebrachte Entwurf eines Was das bedeutet, ist zu ermessen, wenn man bedenkt, werden. Je dreister sich das Ministerium einer wirklichen Reform Fortbildungsschulgefeges troz seiner Unzulänglichkeit Gesezeskraft daß das durch Pfändungen usw. angreifbare Einkommen des Wahlrechts widersetzt, je mehr es dem Befehl der Junker ge erlangt hat! Und auch die höheren Schulen, namentlich die Unials das dem Schuldner unbedingt zu sichernde Eristenz- horchend das elende Dreitlassenwahlsystem zu verewigen trachtet, versitäten, werden mehr und mehr ihres Charakters als reine Bildungsminimum 1500 M. übersteigen muß! desto mehr werden die Scharen der Wähler aufgepeitscht werden anstalten entkleidet, auch sie werden mehr und mehr in den Dienst und desto lauter wird der Ruf nach einem freien Wahlrecht in der herrschenden Klassen gestellt. Von einer Freiheit der wissenschaftPreußen erschallen. Fast die Hälfte der Bevölkerung Preußens- 41,2 Proz. muß demnach mit einem Einkommen begetieren, das um mindestens 600 M. unter der Grenze des erwähnten Existenzminimums bleibt. fönnen. Landtagsschluß. - Die Bilanz. Die Nicht um seiner selbst willen fordert die Sozialdemokratie einlichen Forschung ist in Preußen keine Rede. freies Wahlrecht in Preußen, sondern als Mittel zum Zweck, um endlich auch einmal in dem führenden deutschen Bundesstaate freiheitliche Zustände herbeizuführen. direkten Steuern deren Gestaltung der Landesgesetzgebung vorbehalten ist und die Reaktion auf allen Gebieten! einstmals eines gewissen sozialen Charakters nicht entbehrten, find Der preußische Landtag hat am Mittwoch seine Tätigkeit beDer oberste Grundsatz steuer dieses Charakters längst entkleidet. In diese vier Worte läßt sich die innerpolitische Situation in licher Gerechtigkeit, die Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit, iſt endet. Fünf Jahre hindurch haben die im Jahre 1908 erwählten Breußen zusammenfassen. Reaktion in der Gesetzgebung, Reaktion über den Haufen gerannnt, Arbeiter werden verhältnismäßig weit erlauchten, edlen und geehrten Herren", die sich zu Unrecht den in der Verwaltung, und daneben eine unheilvolle junkerliche Höher zur Steuer herangezogen als die Besitzenden, die es verstanden Namen„ Volfsvertreter" beilegen, ihres Amtes gewaltet. Nun ziehen Scharfmacherei, die einer Desperadopolitik verteufelt ähnlich sieht. haben, Lücken im Gesetz offen zu halten, durch die sie hindurchsie heim in ihre Wahlkreise, sich ihrer Heldentaten zu rühmen, um zwei Gründe sind es, aus denen die herrschenden Klassen Preußens schlüpfen und sich einer gerechten Besteuerung entziehen können. dann gestützt auf das Vertrauen des Geldsacks aufs neue fünf Jahre an dem Dreiklassenwahlsystem unentwegt festhalten. Einmal behindurch das entrechtete preußische Volt knechten und ausbeuten zu trachten fie es, wie erst fürzlich der Minister des Innern unter dem wertes nicht erhöht worden, die Grenze ist heute sogar niedriger, Das steuerfreie Eristenzminimum ist trotz des gefunkenen GeldWas der abgelaufenen Legislaturperiode ihr besonderes Gepräge Jubelgeheul der Rechten im Abgeordnetenhause nachdrücklichst hervor als die Regierung selbst vor 20 Jahren als angemessen bezeichnet hatte! gegeben hat, war der Umstand, daß zum erstenmal ein neues Element, gehoben hat, als billig, daß angesichts des gleichen Wahlrechts im Neiche in den der Landesgesetzgebung vorbehaltenen Fragen, insdie Sozialdemokratie, im Dreitlassenparlament vertreten war. besondere in Angelegenheiten der Kirchen und Schulen, dem UnterVöllige Stagnation herrscht auf dem Gebiete der inneren VerZwar hat sich dadurch an der Zusammenfegung des Abgeordneten- richtswesen, ben direkten Steuern und der inneren Verwaltung, ein waltung. Die zur hauses so gut wie nichts geändert, die Reform der inneren Verwaltung der wirtschaftlichen und kulturellen Gliederung der Bevölkerung mehr entsprechendes abgestuftes Wahlrecht vorgesehen ist". Zweitens aber berufene Immediatkommission gibt sich, nach dem, was bisher in blieb genau so bestehen wie die konservativ- nationalliberale Mehr- erachten sie das Geldsadswahlrecht als ein zwingendes Gebot die Deffentlichkeit gedrungen ist, au urteilen, mit Kleinigkeiten ab, Die Macht der Landheit, und die Regierung war nach wie vor in der glücklichen Lage, politischer Notwendigkeit, weil Preußen als der führende Bundes- aber fie legt nicht die Hand an die Wurzel. sich nach Gutdünken bald der einen, bald der anderen Majorität staat im Reiche in erster Reihe die Verantwortung für die räte bleibt unangetastet, vielleicht wird sie sogar noch erweitert; bedienen zu können, der einen zur Verwirklichung ihrer mucerischen, Geschicke des Reiches trägt und darum verpflichtet ist, dasjenige die mehr als 100 Jahre alten schmählichen Gesindeordnungen sollen der anderen zur Verwirklichung ihrer scharfmacherischen Pläne. Aber Maß von innerer Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen innere verewigt werden, an eine freiheitliche Gestaltung der veralteten etwas anderes hat die Anwesenheit des halben Dutzend Sozial- und äußere Gefahren sich zu wahren, deren auch das Reich für Städte und Gemeindeverfassungsgesetze ist nicht zu denken; die demokraten bewirkt: die Verhandlungen des Junkerparlaments, an seinen Fortbestand, für seine Machtstellung nach außen und für Polizeigewalt, die die Staatsbürger wie unmündige Kinder behandelt, denen bis dahin der weitaus größte Teil des Volkes achtlos feine gedeihliche innere Entwickelung auf die Dauer gar nicht ent- wird nicht eingeschränkt. borübergegangen war, standen plötzlich im Mittelpunkt des raten kann". Kaum ein Gesetz, das einen großzügigen Charakter aufweist, ist öffentlichen Interesses. Unsere Genossen haben nicht nur die Dieser legte Grund dürfte ausschlaggebend sein. Das allges in den legten fünf Jahren verabschiedet worden, und den kleinen Verhandlungen zu beleben verstanden, sie haben auch durch meine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für die Wahlen zum Fortschritten, wie sie vielleicht als einziges das Feuerbestattungsfonservativ- klerikale Zweidrittelmehrheit Kleines feuilleton. Moderner Glaube. Die Wahrheit ist ein Reichtum, den wir um so schwreer einzuheimsen vermögen, je älter wir werden. In der Jugend meinen wir, es gälte bloß die Hand danach auszustrecken: der Väter Glaube und der Wissenstram unserer Schulen versorgt uns mit diesem Gut, und sicher, fest, unerschütterlich steht es uns da. Allein von dem Tage an, wo wir nachzudenken beginnen nicht mehr auf Grund unantastbarer Bücherweisheit, sondern auf Grund der wirklich vorhandenen Realität kommen uns allmählich Zweifel, und die Leuchten des Lebens verdrängen eine nach der anderen die abgestorbenen Leuchten. fein. Humor und Satire, Schieber! der Goetheforschung, mit der die Gründung der Goethe- Gesellschaft| Symbol der ganzen französischen„ Administration". Was der Vollund des Goethe- Archivs zu Weimar zusammenhing, brachte seinen ständigkeit halber durch die Bemerkung ergänzt sei, daß wir in Ramen zuerst in den Vordergrund. An Lessing, Kleist und Uhland Deutschland in solchem Artikel leistungsfähig konkurrieren können. setzte er den Hauptteil seiner Lebensarbeit. Als Lehrer erbte er den Einfluß, den einst der frühgestorbene Wilhelm Scherer auf den germanistisch- philologischen Nachwuchs ausgeübt hat. Das Arbeitsgeug materialistisch schürfender und prüfender Geschichtsforschung fehlte ihm. Das stempelt ihn trob seiner Rolle und unermüdlichfeit in der Literaturarbeit von heute zu einer Größe von gestern, die das Abschließende auf ihrem Felde nicht geleistet hat. Die Presse bringt Detalchnachrichten, wie sie mit Sturm Stutari frichten. Derweil schiebt Nikli im Café drei Mart in Effads Portemonnai. Für einen Café und die Strone Albaniens ist das gar nicht ohne Wer vorne brüllt und hinten schiebt, den nimmt man ernst, der ist beliebt. Muß man bei uns die Schieber suchen? Die Witwe wird dem Dinge fluchen, für das ihr Mann ins Sterben zog: bem Panzerplattentatalog... # Notizen. Ignaz. Die Geschichte vom Scharpiebausch. Eine Sanitätswache in einer Hafenstadt der Bretagne fo erzählt ber Matin" hatte einen alten, feuchten, abgenutzten und nicht mehr zu gebrauchenden Eines Tages beScharpiebausch zur Hemmung von Blutungen. antragte der Leiter der Sanitätswache auf dem üblichen Instanzenwege die Ersetzung des alten Scharpiebauschs durch einen neuen. Freilich gibt es Menschen, die mit voller Absicht sich zurück in Nachdem der... Minister lange über den schwierigen Fall nachgedacht die Welt der Kindheit flüchten und sich darauf versteifen, unbrauch- hatte, ließ er anfragen, ob der alte Scharpiebausch wirklich nicht mehr bar gewordene Leuchten für noch gut und zweckdienlich auszugeben. benugt werden könne. Zwei Zeugen mußten auf drei verschiedenen Bei den Ehrlicheren aber und den Temperamentvolleren berfangen Blattfeiten bescheinigen, daß mit dem Bausch nichts mehr anzufangen die alten Auskunftsmittel nicht, und müßten sie bis zum Tode darob sei. Auf demselben Instanzenwege gab dann der Minister der in Nöten schweben, sie wollen doch ihren Kurs nur nach der echten Sanitätswache die Erlaubnis, einen neuen Bausch zu kaufen, unter Ein Salon der Zurückgewiesenen 1913 ist von Leuchte steuern, mag deren Helligkeit auch noch so unvollkommen der Bedingung jedoch, daß ihm die Rechnung in drei Eremplaren den Künstlern gebildet worden, deren Werte die Sezession ausschloß. eingeschickt würde. Man sollte nun meinen, daß die schöne Geschichte Schon am Sonnabend wird die Ausstellung dieser Werke in einem Bei solchen Spekulationen leidet die Wahrheit immer mehr hier zu Ende wäre. Weit gefehlt! Man mußte doch jetzt erit be- Privathause am Kurfürstendamm eröffnet. stimmen, was mit dem alten Scharpiebausch zu geschehen habe. WegPer Gynt" im Lessing- Theater. Zu Anfang der Einbuße an ihrer hohen Bewertung. Wir sind froh, daß wir einen werfen fonnte man ihn nicht, denn mit Staatseigentum darf man nächsten Winterspielzeit wird das Lessing- Theater Ibsens„ Per Begriff mit ihr verbinden können, wir befehren uns mühelos zu nicht so fündhaft leichtsinnig umgehen. Der Leiter der Sanitätswache Gynt" ungekürzt zur Aufführung bringen. der Ansicht, daß ein gewöhnliches Menschenleben nicht dazu hin- bat daher immer auf dem Instanzenwege den Minister um Theaterchronit. Im Theater des Westens wird reicht, ihre Gesetze zu bestimmen. Welche Generation nimmt die Erlaubnis, den Scharpiebausch der Hafenverwaltung schenken zu in Abänderung des Spielplans am Sonnabend und Sonntag dieser In übrigens wie eine unumstößliche Regel das hin, was ihrer dürfen, damit er mit anderen Sachen zum Besten des armen Fischer- Woche Eysler's Operette Der Frauenfresser" gegeben. Vorgängerin als für alle Zeit festgelegt und gesichert gegolten hat? Dorfes verkauft würde. Nach reiflicher Ueberlegung erklärte der Montis Operetten Theater beginnt am Das einzige, was die Folge der Generationen hindurch bestehen Minister, daß er gegen die großartige Schenkung nichts einzuwenden Sommerspielzeit, in der die Eintrittspreise ermäßigt find. bleibt, ist die Anspannung, der Kampf und die Arbeit. habe. Da entstand plöglich eine neue ungeahnte Schwierigkeit: die Der Schauspieler Harry Walden tritt in den Verband Ideen, Glaubensartikel, Ueberzeugungen sind dem Wechsel Hafenverwaltung verweigerte die Annahme des Geschenks, da der des Wiener Burgtheaters ein. Er soll einen Teil der Rollen überunterworfen, aber das Streben nach den zahllosen Zielen der Berkaufspreis nicht die( durch Eintragungen usw. entstehenden Stoften nehmen, die von Stainz gespielt wurden der Annahme des alten Scharpiebauschs decken würde. Diese WiderPlöhliche Demission eines SoftheaterMenschen ist ihm nicht unterworfen. Die Arbeit, wird uns erzählt, feglichkeit der Hafenverwaltung mußte wieder in drei Gremplaren Intendanten. Der Intendant der braunschweigischen Sof fei eine Strafe des Himmels. Nur die Religion behauptet das. dem Minister gemeldet werden; die beiden Chefs der Sanitäts- bühne, Herr v. Frandenberg- Ludwigsdorff, hat plötzlich sein Amt Ohne Arbeit wäre feinerlei Optimismus möglich. Verzweiflung wache, die den Bericht an den Minister unterzeichnen mußten, niedergelegt und ist sofort aus dem Verbande des Hoftheaters gewäre die Frucht der Langeweile, der Eintönigkeit und des Müßig erlaubten sich gleichzeitig anzufragen, ob sie vielleicht unterschieden. Ueber die Gründe des Rücktritts wird geschwiegen. ganges. Alles Streben ist mit Hoffnung gesegnet, alles Wagen ist sotanen Umständen den Umständen den alten Scharpiebausch feierlich Der Dichter als Theaterdirektor. Der franreich an Niegekanntem, alles Sichaufraffen vermag ein Wunder mit brennen dürften. Dagegen empörte sich aber der Sparsamteitssinn zösische Theaterdichter Henry Bernstein wird die Leitung des Theaters Menschenhand herzuzaubern. In der Arbeit ruht unser moderner des Ministers. Sollte man wirklich den Scharpiebausch nicht zu Geld der Bouffes- Parifiens übernehmen. Er mußte aber erst die Erlaubnis Glaube. Sie füllt allein den Platz der drei christlichen Kardinal- machen fönnen? Es wurden zwei Sachverständige ernannt, aber beide der Organisation der französischen Dramatiker einholen. Sie wurde erflärten nach gewissenhafter Brüfung des Scharpiebausches unter ihm erteilt, aber nur unter der Bedingung, daß der Direktor und tugenden aus. Das gilt es denen, die da konummen, zuzurufen. ihrem Eide, daß der Bausch tatsächlich nicht mehr zu verwenden sei. Autor im Laufe einer Spielzeit nur ein einziges von seinen Stücken Emile Verhaeren. Der Minister gestattete nun( wahrscheinlich schwer feufzend) die Ver- zur Aufführung bringen dürfe". nichtung des unglücklichen feuchten Scharpiebausches, unter der Be- Musitchronit. Auf der Tonkünstlerversammlung des Erich Schmidt, die wichtige Persönlichkeit im Reiche bürger- bingung jedoch, daß ihm in drei Exemplaren ein amtliches Protokoll Allgemeinen Deutschen Musikvereins, die in Jena abgehalten wird, licher Literaturgelehrsamkeit in Deutschland, seit einem Viertel- über das unselige Ende des Bausches zugesandt würde. Und also soll ein neues Männerchorwerk von May Reger Römischer jahrhundert Lehrer an der Berliner Universität und mit allen Ehren geschah es! Und es wäre nur noch zu bemerken. daß der Einkaufs- Triumphgesang" aufgeführt werden. Der Komponist hat es der beutscher Professoren seiner Stellung beladen, ist gestern als ein preis des neuen Scharpiebausches 1 Fr. und 50 Cent. betrug.... medizinischen Fakultät der Berliner Universität geividmet, zum Dank faft Sechzigjähriger aus dem Leben geschieden. Die neue Epoche Der Matin" meint, daß diese schöne Geschichte ein Symbol sei, das für den Ehrendoktor, den sie ihm zugeteilt hat. ber= " gesetz bebentet, stehen auf der andern Seite doppelt und dreimal fo-| tungen wiederholt Ausschreitungen vorgekommen find, welche die|( heinland) einen neuen Gasbireffor belam, der borher in Bonn viel Rückschritte gegenüber. Auf fozialpolitischem Gebiete öffentliche Sicherheit gefährdet haben und deshalb... Gefahr für angestellt war. Dieser konstatierte eines Tages, daß die Firma die öffentliche Sicherheit zu befürchten ist." Die Polizei hat der dieselben Gasmesser, für welche die Stadt Lennep 50 M. pro Stüd organisierten Arbeiterschaft überhaupt noch keinen Umzug gestattet. zahlen mußte, nach Bonn für 37,50 M. geliefert habe. Dann Es hat daher auch noch nie eine derartige Veranstaltung" in forschte man nach und bekam schließlich heraus, daß die Preise in bollends betrachten die gesetzgebenden Körperschaften Preußens nicht Braunschweig stattgefunden, wie sie ein geordneter Umzug sein verschiedenen Orten um bis zu 15 M. pro Stüd differierten. So den Schutz der Schwachen, sondern den Schutz der Starken als ihre wird. Die Polizei stüßt sich auf Straßendemonstrationen für das sah sich die Stadt Lennep durch die Firma um 3800 M. geschädigt. Aufgabe. Nicht Arbeiterschutz, sondern Arbeitertruz ist die Parole! Wahlrecht, bei denen erst ihre Säbel- und Gummiknüppelattacken Darauf erbot sich die Firma, der Stadt Lennep die Apparate auch Die mit jämmerlichen Löhnen abgespeisten Staatsarbeiter werden die Dinge gezeitigt haben, die vorgekommen sind. für 37,50 M. zu liefern. Die Gemeinde verzichtete aber dankend der ihnen durch die Verfassung gewährleisteten Rechte beraubt, statt Jahre sogar die Genehmigung für einen Rüdmarsch vom Festplate( Rheinland) hatte 300 Gasmesser zu 50 M. pro Stück bezogen. In Frankfurt a. M. versagte der Polizeipräsident in diesem auf fernere Geschäftsverbindungen. Auch die Stadt Ronsdorf freier Männer müht man sich Gesinnungssklaven zu züchten. bis zur Grenze der inneren Stadt. In der Begründung heißt es um die Sache zu vertuschen, erklärte sich die Firma hier bereit, Wohin wir blicken, feiert die Reaktion ihre Drgien. Das ist u. a.:„ Die sozialdemokratische Maifeier ist gegen die bestehende der Gemeinde 2250 m. zurückzuzahlen, wenn gerade die unausbleibliche Konsequenz eines Wahlsystems, das zuge- staatliche und wirtschaftliche Ordnung gerichtet; bei der gegen Stillschweigen darüber beobachtet würde. In schnitten ist auf die Bedürfnisse der befizenden Kreise und das durch wärtigen tiefgehenden Erregung der Bevölkerung wirkt fie be- geheimer Stadtverordnetensizung wurde davon dann Mitteilung eine längst überlebte Wahlkreiseinteilung der Junkerkaste einen weit sonders aufreizend und trägt den Charakter einer demonstrativen gemacht. Verschiedene Stadtverordnete machten vor Gericht diese über ihre Bedeutung hinausgehenden Einfluß auf die Gesetzgebung Provokation gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft.. Die Aussagen. Der Wahrheitsbeweis konnte vollkommen erbracht werund Verwaltung verleiht. Rundgebung bildet durch ihren Umfang und ihren Tharakter nach den. Nur wegen des Ausdruces geschröpft" wurde wegen den hier und anderwärts gemachten tatsächlichen Erfahrungen eine formeller Beleidigung auf 20 M. Geldstrafe gegen den verantwort werden." In Frankfurt a. M. hat noch nie ein Umzug, den die ernste Gefahr für die öffentliche Sicherheit und muß daher versagt lichen Redakteur erkannt. Polizei nicht gestört hat, zu Unzuträglichkeiten geführt. Dieses erbärmliche Wahlsystem zu stürzen, ist die vornehmste Aufgabe aller derer, die in der Demokratisterung Preußens das Heil nicht nur für das preußische, sondern für das gesamte deutsche Volt erblicken. Die Befreiung des preußischen Volkes von dem auf ihm lastenden Druck der Junker und Pfaffen ist die Parole, mit der die Sozialdemokratie in den Wahlkamp zieht, und sie wird alles aufbieten, um dieses gie zu erreichen! Aus der Partei. " Das Nachspiel einer Schultheißenwahl. Das Gewerkschaftskartell für Bünde und Umgegend ( Westfalen) hatte für einen Ausflug die Erlaubnis für Musik beim Anläßlich der im Oktober 1912 ftattgefundenen Schultheißwahl Landrat des Kreises Herford nachgesucht. Durch die Amtmänner in der Gemeinde Dietharz i. Th. tam es dort zu erregten Ausder Aemter Ennigloh und Rödinghausen, durch die sich einandersehungen zwischen Gemeindemitgliedern und dem alten der Ausflug bewegen sollte, wurde aber beides, Ausflug und Schultheiß, dem schließlich der Vorwurf gemacht wurde, er, sein Musit, verboten. Bei der ländlichen Bevölkerung, die gut Vater und sein Bruder hätten 1896 die Wasserleitungsröhren verpatriotisch und gut firchlich gesinnt sei, könne der Umzug beunruhi- ftopft, damit dieselbe nicht funktioniere. In einem Artikel des gend und erregend wirken, und es könne deshalb zu Reibungen und Gothaer Boltsblattes" wurden die Behauptungen wiederAusschreitungen zwischen den Teilnehmern des Zuges und den holt und gründliche Untersuchung der Sache gefordert. An Stelle Anhängern der bürgerlichen Parteien kommen, wodurch die öffent- des bisherigen Gemeindevorstehers wurde ein anderer gewählt. Es liche Ruhe und Sicherheit gestört würde. So antworteten im Sinne wurde von den drei Beschuldigten sogleich Strafantrag gestellt gegen gleichlautend beide Amtmänner. den Verbreiter der Bezichtigungen und gegen den Redakteur des Gothaer Voltsblattes". Die Wasserleitung mußte freigelegt und ausführliche Sachverständigengutachten erstattet werden, ob etwas Wahres an den Behauptungen sein könne. In sechsstündiger Verhandlung fand am letzten Dienstag der Prozeß vor dem Landgericht in Gotha seine Erledigung. Die drei Herren, namens Henneberg, beschworen, daß sie nichts in die Röhren gesteckt, der Wasserleitung keinen Schaden zugefügt haben. Der Hauptangeklagte, Schneide= müller Rt a ab, hat bewußt unwahre Angaben gemacht; er wird zu bier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Redakteur Kühn wird auf Grund des§ 21 des Reichsspreßgefeges zu 60 M. Geldstrafe oder 12 Tagen Gefängnis verurteilt. Vom Staatsanwalt ware vier und zwei Monate Gefängnis beantragt worden. = " Aus den Organisationen. Der Bericht, der in der Generalversammlung des 9. sächsischen Reichstagswahlkreises( FreibergDederan) gegeben werden konnte, war in allen Teilen sehr erfreu- In dem sächsischen Bergstädtchen Brand bei Freiberg wollten lich. Durch eine rührige Hausagitation war es möglich, fieben neue die Genoffen am 1. Mai einen Umzug durch die Stadt veranstalten. Ortsgruppen zu gründen, so daß, deren Zahl jest 20 beträgt. Die Der Stadtrat versagte aber die erforderliche Genehmi Mitgliederzahl ist von 1276 auf 1688, also um 412, gestiegen. Mit gung und begründete die Ablehnung damit, daß durch den gleich der Werbung neuer Mitglieder ist auch die innere Festigung durch zeitig stattfindenden Jahrmarkt der Verkehr durch die Buden ohneVorträge und Diskutierabende in den einzelnen Gruppen, und hin schon stark beengt werde und daher durch den Maiumzug Verweiter die Heranziehung zur Parteiarbeit erstrebt worden. Drei fehrsstörungen zu befürchten seien. Da aber der Umzug schon am Flugblätter wurden in einer Auflage von 70 000 verbreitet, außer Vormittag stattfinden sollte, der Jahrmarkt aber erst nachmittags dem 25 000 Exemplare der Propagandaschrift Der arme Konrad" beginnt und fich überdies der Zug nur durch die Bahnhofsstraße und 20 000 Stalender. 15 öffentliche Versammlungen fanden statt; nach dem Ortsteil Erbisdorf betegen sollte, wo sich Jahr in acht davon referierte der Abgeordnete des Kreises, Genosse marktsbuden gar nicht befinden, läßt sich deutlich erWendel. Der Freiberger Volkszeitung" ist ein Lokalredakteur tennen, daß es dem Brander Stadtrat bei dem Verbot gar nicht gegeben worden. Die Frauenbewegung und trotz der behördlichen um eine Verkehrsstörung, sondern nur um eine Störung der Schikanen auch die Jugendbewegung machten gute Fortschritte. Die Maifeier zu tun war. Einnahmen betrugen in den letzten neun Monaten 6556 M., während sie im vorlegten Geschäftsjahr mit vier Quartalen nur 4496 Mark betrugen. Damit kommt der Kreis der finanziellen Selbständigkeit immer näher. Die Schaffung eines Wahlfonds, die wurde vor dem Schöffengericht in Elberfeld verhandelt. Infer in der letzten Generalversammlung abgelehnt worden war, wurde dortiges Parteiblatt hatte mitgeteilt, daß die Gasautomatenfabrik diesmal gegen 14 Stimmen beschlossen. Die Wahl des Vorstandes der Gebrüder Pipersberg in Lüttringhausen brachte keine Aenderung. ( Rheinland) mehrere Gemeinden dadurch geschröpft habe, daß sie reagierte gestern auf die Zuspigung der politischen Situa Die Landesversammlung der Sozialdemokratischen Partei ihre Apparate, die doch alle von gleicher Konstruktion und Qualität tion mit erneuten erheblichen Kursabschwächungen. Verschärfend Sachfens wird für den 22. Juni und die beiden folgenden Tage seien, zu verschiedenen Preisen verkaufe. Auch die Stadt Elberfeld wirkten noch die Nachrichten über Kursrüdgänge an den provin= nach Plauen i. B. einberufen. Auf der Tagesordnung steht habe böse Erfahrungen mit der Firma gemacht und deshalb die ziellen Börsenpläßen und den ausländischen Weltbörsen. Die außer den verschiedenen Berichten, Wahlen usw. ein Referat des geschäftlichen Beziehungen abgebrochen. Dadurch fühlte sich der In- Aktien der großen Montangesellschaften verloren bis zu 2 Proz., Genossen Uhlig über Gemeindewahlrechtsbewegung und ein Referat haber der Firma, der selber erstklassiger Stadtverordneter, Bei- Elektrizitätsaktien 1% Broz., Bantaftien 1 bis 2 Prog. Auch die geordneter und als solcher Stellverteter des Bürgermeisters in Nurse der Staatsanleihen santen wiederum beträchtlich. Am des Genossen Seeger über Gemeindeſtenerrecht. Lüttringhausen ist, beleidigt und verklagte deswegen den berant Raffaindustriemarkt gaben die Aktien verschiedener Maschinenwortlichen Redakteur unseres Elberfelder Parteiorgans, Genossen fabriken bis zu 10 Proz. nach. Am Geldmarkt war die Nachfrage Emil Quizau. Die Beweisaufnahme entrollte ein erbauliches Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Bom Polizeikampf gegen die Maifeier. Ein kommunalpolitischer Breßprozek. Aus Induftrie und Handel. Die Börse Bild von den Geschäftspraktiken dieser Firma, die nach zahlreichen lebhaft; für tägliches Geld mußten 6 bis 6% Prog. gezahlt werden. Der Polizeipräsident von Braunschweig verbot den ge- Gemeinden des ganzen Deutschen Reiches ihre Gasautomaten Der Binsfuß für Wechsel erfuhr eine Steigerung auf 47 Proz. planten Maifeftumzug, weil bei früheren derartigen Veranstal- liefert. Die Sache kam dadurch heraus, daß die Stadt Lennep und näherte sich damit dem Reichsbankzinsfuß von 5 Prog. 疗 V & Für Pfingsten& Neue bequeme breite Formen! Eine Wohltat für jedes Kind! Mädchen- und Knaben- Schnürstiefel: Boxleder, Derbyschnitt, durchgenähte Randsohle 25-26 27-30 31-35 extra preiswert... Braun Chevreau.. Schuh295 375 425 25-26 27-28 29-30 31-33 34-35 36-89 Schnürschuhe braun Ziegenled. 25-28 27-28 29-30 31-33 34-35 Lackkappe..... 360 400 450 500 550 SANDALEN bindbraun 25-26 27-28 29-30 31-33 84-35 36-42 48-46 leder, genäht, mit Absatz.. 200 230 260 290 320 350 425 ..... 475 525 575 625 675 750 Für kleine Kinder! Schnürstiefel Ziegenleder braun 18-21 22-24 25-26 145 195 245 Fabrik Conrad Tack& Cie. Akt BURG bei Spittelmarkt 6.Rosenthaler Strasse 14 W, Bohillstrasse 16 Ges., Magdeburg 129 Verkaufsstellen im Reich, davon 21 in Berlin und Umgebung: W, Potsdamer Strasse 50 NW, Wilsnacker Strasse 22| NW, Beusselstrasse 29 N, Mullerstrasse 8 IN, Brunnenstrasse nur 8710.Andreasstrasse BO NW, Turmstrasse 41 N, Friedrichstrasse 127 N, Reinickendorfer Str. 28 N, Danziger Strasse 1 BO, Oranienstrasse 82 SO, Oranienstrasse 2& SO, Wrangelstrasse 49 SW, Friedrichstr. 240-241 Neukölln: Bergstrasse 80-81 Charlottenburg: nur Wilmersdorfer 122-123 Potsdam: Brandenburger Strasse 54 10, Frankfurter Allee 185 Donnerstag, den 1. Mai 1913. Anfang 3 Uhr. Neues Volkstheater. Ernst sein. Montis Operetten. Der fidele Bauer. Deutsches Opernhaus. Fidelio. Kleines. Lottchens Geburtstag. Der Unverschämte. feiner Ehre. Der Arzt Trianon. Der selige Toupinel. Thalia. Polnische Wirtschaft. Schiller O. Das Konzert. Schiller- Charlottenburg. Rönig Lear. Anfang 3 Uhr. Nii Theater und Vergnügungen Nachm. 3 Uhr: Neues Bolts- Theater: Ernst sein. Schiller- Theater O.: Das Konzert. Schiller- Theater Charl.: König Lear. Theater in der Königgräger Straße: Hundstage. Metropol- Theater: Leichte Kavallerie. Flotte Bursche. Neues Theater: Der fidele Bauer. Kleines Theater: Lottchens Geburtstag. Der Arzt seiner Ehre. Der Unverschämte. Trianon- Theater: Der selige Toupinel. Deutsches Opernhaus: Fidelio. Theater des Westens: Der liebe Augustin. Abends 8 Uhr: Theater des Westens. Der liebe Neues Bolts- Theater: Die Here. Augustin. Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Die Walküre. Freitag 7, Uhr: Der Wildschütz. Anfang 7, Uhr. Königl. Schauspielhaus. Journalisten. Freitag: Die Neuvermählten. Zwischen den Schlachten. Die -RO Deutsches. Der lebende Leichnam. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 8 Ubr. Abends 8 Uhr: Neues Bolts- Theater: Sonnabend: Ernst sein. Freitag: Die Here. Schiller- Theater 0.alner. Donnerstag, nachmittags 3 Uhr: Das Konzert. Donnerstag, abends 8 Uhr: Geographie und Liebe. Freitag, abends 8 Uhr: Gyges und sein Ring. Sonnabend, abends 8 Uhr, Die Jüdin von Toledo. Urania. Werden und Bergeben im Schiller- Theater CharlottenWeltenraum. Freitag: Die moderne Biologie als Bildungsmittel. Kammerspiele. Frühlings Erwachen. Freitag: Die Einnahme von Bergop- Boom. Lessing. Die Ratten. Freitag: Die Weber. Königgräger Straße. einer Frau. Das Buch Freitag 7, Uhr: Macbeth. Theater des Westens. Wiener Blut. Freitag: Dieselbe Borstellung. Montis Operetten. Der Zigeuner primas. Freitag: Diefelbe Borstellung. Deutsches Schauspielhaus. at Heidelberg. Freitag: Der König. Berliner. Filmzauber. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Kleines. Professor Bernhardi. Freitag: Dieselbe Borstellung. Deutsches Opernhaus. Martha. Freitag: Das Mädchen aus dem goldenen Westen. burg. Donnerstag, nachmittags 3 Uhr: König Lear. Donnerstag, abends 8 Uhr: Klein Dorrit. Freitag, abends 8 Uhr: Hedda Gabler. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zwei Wappen. Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. Theater in der Königgrätzer Straße Sente suhe: Das Buch einer Frau. Freitag, 7%, Uhr: Macbeth. 8 Uhr: Theater am Nollendorfplatz An allen Tagen der Woche 8 Uhr: Extrazug nach Nizza. Sonnab., 3. 5., nahm. 3, Uhr: 5. Auff. der Dpernschule d. Sternschen Konserv. Schiller O. Geographie und Liebe. Theater des Westens. Freitag: Gyges und sein Ring. Charlottenburg. Klein Dorrit. Freitag: Hedda Gabler. Komödienhaus. Hochherrschaftliche Wohnungen. Freitag: Dieselbe Borstellung. Kurfürsten- Oper. 777: 10. Freitag: Dieselbe Borstellung. 8 Uhr( Bolkstümliche Preise"): Wiener Blut. Sonnab, u. Sonnt.: D. Frauenfresser. Donnerst. u. Sonntag 3, Uhr: Der liebe Augustin. Montis 6peretten- Theater Neues Volkstheater. Die Here.( fr. Neues Theater). Amt Norden 1141. Freitag 82 Uhr: Die Here. Metropol. Die Kino- Königin. Freitag: Dieselbe Borstellung. Trianon. Madame X. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Residenz. Die Frau Präsidentin. Freitag: Dieselbe Borstellung. Thalia. Puppchen. Freitag: Dieselbe Borstellung. Quisen. Zaza. Freitag: Die zärtlichen Verwandten. Walhalla. Parole Walhalla! Freitag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten. Casino. Arturs Flitterwochen. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Theater am Nollendorfplatz. Extrazug nach Nizza. Freitag: Dieselbe Borstellung. Friedr. Wilh. Schauspielhaus. Das Farmermädchen. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Lustspielhaus. Majolita. Freitag: Dieselbe Borstellung. Roje. Napoleon Bonaparte und seine Frauen. Freitag: Dieselbe Borstellung. Folies Caprice. Die Bant. Sein legter Bille. Der Cowboy. Freitag: Dieselbe Borstellung. Anjang 9 Ubr. Admiralspalast. Eisballett: Flirt in St. Morig. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Neue Freie Volksbühne. Donnerstag, 1. Mai: nachm. 2, Uhr: Deutsches Theater: Benthefilea. Rammerspielhaus: Erdgeist. Abends 8 Uhr: Der Zigeunerprimas. Heute nm. 3 Uhr: Der fidele Bauer. Residenz- Theater. Abends 8 Uhr: Die Frau Präsidentin. ( Madame la Présidente). Morgen und folgende Tage: Die Frau Präsidentin. Deutsches Schauspielhaus 8 Uhr: Alt- Heidelberg. ( Starl Heinz... Harry Walden.) Freitag, 8 Uhr: Der König. ( Harry Walden. Elsa Galafrès.) DOSE THEATED Große Frankfurter Str. 132. Täglich abends 8 Uhr: Gastspiel Alfred Dedak: Napoleon Bonaparte und seine Frauen. Gr. Ausstattgsst. i. 4 Aft. b.Wille u.Luz. Reichshallen-Theater Stettiner Sänger. Neu! Café Größenwahn" 99 Burleske von Meysel. Anfang 8, Sonntags 7, Uhr. 99 66:: Berliner:: Clou" Konzerthaus Mauerstraße 82. Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel- Konzert. Urania Taubenstraße 48/49. Wissenschaftliches Theater. 4. Festvortrag zum 25jähr. Jubiläum der Urania( 28. 4. bis 4. 5.): 8 Uhr: Direktor Prof. Dr. P. Schwahn: Werden und Vergehen im Welten19 Musike. Garde- Füsil.- Regiments, Dirigent Oberm. Dippel, raum." Musikc. Kaiser- Alexander- Reg., Dirig. Kgl.Musikdir. Brase. Anfang 5 Uhr. Anfang 5 Uhr. Eintritt 50 Pf. Morgen: Großes Extra- Konzert! Der ,, Clou" bleibt bis auf weiteres geöffnet. Berliner Kindl- Brauerei- Ausschank Hermannstr. 214/18 Neukölln Fernspr.: Neukölln 79. Oekonom: Robert Bergner. Täglich Großes Garten- Konzert. Anfang der Spiel- Saison schon Freitag, den 2. Mai. Anfang: Wochentags 7 Uhr, Sonntag nachmittags 4 Uhr. Entree: Wochentags 15 Pf., Sonntags 20 Pf. Saisonkarte pro Person i M. U.T Licht- Spiele Moritzplatz Hasenheide Vom 1. Mai an Quo vadis? Filmdrama aus dem alten Rom. · Szenisches Arrangement von Prof. Ordinsky vom Deutschen Theater. Keine erhöhten Eintrittspreise. Freitag, 8 Uhr: 5. Festvortrag zum 25jähr. Jubiläum Folies Caprice. Die Novitäten: Die Bank. Sein letzter Wille. Der Cowboy. Anfang 8 Uhr. Borbert, 11-2 Uhr. der Urania( 28. 4. bis 4. 5.): Casino- Theater Dr. W. Berndt: ,, Die moderne Biologie als Bildungsmittel für Roturinger Str. 37. weitere Kreise." ZOO LOGISCHER GARTEN Heute am Himmelfahrtstage: Eintritt 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Ab nachm. 4 Uhr: Gr. Militär- Doppelkonzert Metropol- Theater. Heute nachm. 3 Uhr: Täglich 8 Uhr Nur noch bis Montag, den 5. Mai: Der urkomische Possenschlager: Arturs Flitterwochen ut. das glänzende erstklass. Programm. Sonntagnachm.: Die Hochstaplerin. Schluß der Saison: Montag, 5. Mai. Eis Admiralspalast Arena Angenehm kühler Aufenthalt. Abends 9 Uhr: Das sensationelle Eisballett Leichte Kavallerie und Flotte Bursche Flirt in St. Moritz, Abends 8 Uhr: Die Kino- Königin. Operette in 3 Aften von Jul. Freund und G. Dlontomsti. Mufit von Jean Gilbert. In Szene gefekt v. Dir. Rich. Schult. Karl Bachmann G. Thielscher J. Giampietro V. Norbert H. Ballot J. Russka Ly Winter Passage- Panoptikum Jon Got der akrobatische Schlafwandler! Der Mann mit der eisernen Hand! die schwebende Aga, Jungfrau! Alles lebend! Alles ohne Extra- Entree! Trianon- Theater. Täglich 8 Uhr: Madame X. Sonntag 3 Uhr: Der selige Toupinel. Die kleine Charlotte. Bis 6 Uhr und von 10%, Uhr halbe Kassenpreise. Restaurant I. Ranges. Wein- und Bier- Abteilung. Voigt- Theater. Badstraße 58. Morgen Freitag, den 2. Mat: Abschiedsvorstellung für die Freitags- Abonnenten: Die Näherin. Boffe m. Gef. i. 4 2. v. Heldu. Jacobson. Staffeneröffn. 7 Uhr. Anfang 8%, Uhr. UNA ARK Donnerstag( Himmelfahrt): Doppel- Konzert! Große Illumination! Alle Attraktionen neu! Eintritt 50 Pf. Saisonkarten 3 Mark. Typographia. Sonntag, den 4. Mai: Herrenpartie nach Rüdersdorf- Strausberg. Näheres fiehe„ Norrespondent vom Sonnabend. 59/3 Achtung, Sänger! Donnerstagmittag 12 Uhr: Bock- Brauerei. Nachm. 5 Uhr: Café Gärtner, Bahnhof Bellevue. Vollzähliges Erscheinen erwartet Der Vorstand. Brauerei Friedrichshain Del.: Ernst Liebing. Am Königstor. Ab Pfingsten: Jeden Dienstag- und Donnerstagnachmittag: Kaffee- Frei- Vorstellung der Norddeutschen und Apollo- Sänger bei freiem Entree. Freitags: Frei- Konzert. Max Kliems Festsäle und Sommertheater Berlin S 59, Hasenheide 13-15. Säle von 100 bis 1500 Bers. für Hochzeiten, Festlichkeiten u. Bersammlungen. Vollständig der Neuzeit entsprechend eingerichtete Räume. Zum Ausschant gelangt von jest ab Schultheiß- Märzen. Täglich Gr. Theaters und Spezialitäten Vorstellung auf 2 Bühnen. Jeden Sonntag: Gr. Ball in allen Sälen. NB. Gleichzeitig mache ich die werten Bereine darauf aufmerksam, daß noch einige Tage für die Sommer- und Wintersaison frei sind, auch bitte ich die Borstände, die Kontratte, soweit dieselben noch nicht abgeholt sind, zu regeln. Passepartouts und Vereins- Freibillette werden jegt vergeben. Eröffnung des Sommer- Theaters am 9. Mat. J. A.: Adolf Schmidt. Leipzig 1913 MORGEN Internationale Baufach- Ausstellung mit Sonderausstellungen Welt- Ausstellung für Bau- und Wohnwesen Mai bis Ende Oktober Täglich große Konzerte; Besondere Sehenswürdigkeiten: Leipzig zur Zeit der Völkerschlacht, Sächsisches Dörfchen, 50000 qm großer Erholungspark mit vielen neuen Attraktionen usw. Eröffnung am Sonnabend, den 8. Mai, Charlottenburger Festsäle Charlottenburg, Kaiser- Friedrich- Straße 24. Heute am 1. Mai: Großer Ball in beiden Sälen. Einige Sonnabende noch frei. A Dampierstation Neu- Spreeufer an der Michaelbrücke, gegenüber der Stadtbahn. Himmelfahrt und Sonntag nachher: Gr. Dampferertrafahrt n. Woltersdorf Schloß Abfahrt vormittags 8%, Uhr, Hin- und Rüdfahrt 0,75 M. mit Mufik. nachmittags 2 Sonntag vormittags 8 nachmittags 2 " " " " " 19 0,59 0,59 " 0,50 Kinder die Hälfte. Reederei Fr. Saewert, Amt Morigplatz 12715, Amt Erfner 149. Lokal Schloß Woltersdorf frei, nur durch Irrtum Januar nicht aufgeführt. Achtung! Schmöckwitz. Es gibt nur ein„ Gasthaus zur Palme am Seddinsee", Endpunkt der Grünau- Schmöckwitzer Uferbahn, herrlich an der neuen Zugbrücke und am Walde gelegen. Vereinen und Gesellschaften bestens empfohlen. An Wochentagen stelle Partien von mindestens 200 Personen Beteiligung das gesamte Lokal zur Verfügung. Hermann Peter. Café Leitmeyer Petersburger Str. 91, Ecke Frankfurter Allee Das feinste Konzert- Café des Ostens Täglich: Erstklassiges Künstler- Konzert Ziehung schon 8. Mai 1913 in Kiel. SchleswigHolsteinische PferdeLotterie 3261 Gewinne im Gesamtwert von Mark 80000 spez, 49 Pferde und 4 Equipagen Mark 63500 3216 vollwertige Silbergewinne Mark 16500 1. Hauptgewinn: ein eleganter Vierspänner Mark 10000 Lose Mk. 11 Lose BERLIN N Sie kaufen Möbel am vorteilhaftesten 120 Brunnenstrasse 120 Otto Piehl 120 Brunnenstr. 120 das bedeutendste Möbelmagazin Berlin N. Kompl. Einrichtungen.... von 230 M. an Moderne Schlafzimmer... von 210 M. an Komplette Küchen schon 48 M. an 140 M. an 52 M. an 28 M. an 28 M. an von Gut gearbeitete Garnituren von Moderne, sollde Sofas.... von Bettstellen mit Matratze.. von Waschtische mit Marmor.. von. Ausziehtische Am Lager Brautleuten zirka Sonderofferte 100 Musterzimmer! 10 Mk. Wo? aus verschiedenen Tausenden Porto and Liste 30 Plg. extra empfiehlt und versendet General Gust. Pfordte, Essen- Ruhr Debit sowie in allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen. Möbel 15 M. an Fahrstuhl nach dem neuen Lager zu obigen sehr billigen Preisen auch auf Tellzahlung 1. Etage. Otto Piehl ist der herrlichste Naturgarten an der Nordbahn? Nur im Gasthaus Kurfürstinbrunnen, Borgsdorf 5. Birkenwerder bet M. Meißner. IL SS S A. Hoffmanns Verlag 52Berlin W. 27, Blumenstr. 22, I. Am 1. Mai geschlossen. Bom 2. Mai bis 30. September geöffnet von 12-2. 44 Von 24 252730liefere Mark an elegante fertige HerrenGarderobe Anfertigung nach Mass mit Garantie für tadellosen Sitz Julius Fabian Schneidermeister I. Geschäft: 26Gr. Frankfurter Str. 37' 36 II. Geschäft: Laden. Turmstrasse 18 Kein Kottbuser Str. 142. Etage 46 III. Geschäft: 39. 5. 8 「 0 」 8 」 」 833 」 3 」 3 」 b/ 8/ 41 Der gutsitzende Anzug macht den Gentleman. Heute und folgende Tage: Verkauf von großen Posten neuer oder gebrauchter Monatsgarderobe, Anzüge, Ulster, Paletots, Beinkleider, getragen, teils von ersten Schneidern aus feinsten Maßstoffen angefertigt( auch auf Seide) für jede Figur( auch den stärksten Herrn) passend am Lager. Anschaffungswert bis M. 120. zu folgenden billigen Preisen: Jackett- Anzüge M. 9.- 12. 16.- 20.- etc. bis zu d. teuersten Rock- Anzüge 12.- 16.- 20.- 24.Gehrock- Anzüge 18.- 22.- 27.- 32. Herren- Ulster 10.- 16.- 18.- 22. Sommer- Paletots 6.- 8.- 12.- 14.2,3, 6.Jünglings- Anzüge 7.- 10.- 14.- 18.Hosen TO " 90 Frack- u. Gesellschaftsanzüge werden verliehen. Garderobenhaus Gr. Frankfurter Straße 116 an der Andreasstraße. Sie finden bei mir ca. 5000 Damen u. Herren Konfektions- Piecen, als wie eleganteste Phantasie- und Schneider- Kostüme Bast-, Frotté- u. Taffet- Kostüme, hochaparte Voile-, Stickerei- u. Musseline- Kleider Backfisch- Kleider, Backfisch Kostüme, Backfisch- Mäntel, Backfisch- Blusen Staub- u. Frauen- Mäntel in Popeline, Alpaka, Voile u. Seide, Kimonos in Tuch u. Seide Röcke, schike Fassons, in einfarbigen u. gestreiften Wollstoffen, Voile, Seide u. Leinen Blusen, entzückende Neuheiten, in Spachtel, Tüll, Voile, Stickerel, Batist- u. Frotté HERREN Anzüge, Paletots, Ulster Farben Fassons Hosen, Westen, Lüster- Joppen in jeder gewünschten Grösse, Jünglings- und Knaben- Bekleidung. Anzahlung nach Ueber einkunft! Korb- Möbel für Balkon u. Diele Spezial- Abtellung: GRATIS U. T. Billette Straussenfedern, Damenhüte, Stangenreiher Kompl.Wäsche- Ausstattungen, vom einfachsten bis zum elegantesten Genre Schuhwaren schwarz und farbig|| Panamahüte in jeder bellebigen Preislage KREDIT- FEDER Filiale Osten: Zentrale Norden: Filiale Süden: Frankfurter Allee 89 Brunnenstrasse 1 Kottbuser Damm 103 Biesdorf Station der Stadtbahn Rute 20 Mk. an Neu- Sadowa Stat.Sadowa, a.d. Strasse n.Biesdorf Rute 15 Mk. an Auskunft bei unserem Vertreter Neugebauer, Blesdorf, Karlstrasse, No. 39, Neu- Sadowa: Restaurant Waldfrieden". 99 Nieschalke& Nitsche Berlin NO 43, Neue Königstr. 16 Fernsprech. Amt Königst. 6876. Neu erschlossen. Die Wasser- waldreiche LandhausSiedelung Neue Mühle 15 Min. vom Bahnh. Königs- Wusterhausen ist unstreitig die schönste und zukunftsreichste im Berliner Vorortbereich. Auskünfte, Pläne, und Prospekte durch den Generalvertreter Wittich, Neue Mühle. ☐ R. von 15 M. an mit Wassergerechtsame. Auskunftsbureau nur an der Schleuse Neue Mühle. 102/ 1* Hoffnung 66 Berliner Schneiderei- Genossenschaft( E.G.m.h.H.) gegründet von organisierten Schneidergehilfen Berlin N. Brunnenstr. 185( am Rosenthaler Tor). Heute geschlossen Heute von 8-10 Uhr, Sonntag von 8-10 und von 2-6 Uhr geöffnet. Berantwortlicher Rebatteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil berantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW Nr. 165. SO. IahrgllUtz. 3. KmW i>es Jotiörts" Kerl« AcksdlÄ. Donuerstag, 1. Mai 1913. Sexverksckaftlickes. Berlin und Gmgcgcnd. Achtung. Metallarbeiter! Aus Budapest erhalten wir die Nachricht, daß von einer dortigen Firma versucht wird, deutsche Metallarbeiter nach Budapest zu bekommen. Verschiedene Kollegen, die sich daraufhin gemeldet haben, sind getäuscht worden, da sie nicht das bekommen haben, was ihnen versprochen war. Wir er- suchen deshalb die Kollegen, wenn sie irgendwelches Angebot nach Ungarn bekommen, sich zuvor in unserem Bureau, Linienstr. 83/85, zu melden, damit in genügender Weise Vorsichtsmaßregeln ge- troffen werden, die geeignet sind, unsere Lio liegen vor Schaden zu bewahren. Deutscher Metallarbeiter-Verband, Ortsverwaltung Berlin. Die Lohnbewegung der Maler. Am Dienstag war der große Saal der.Neuen Welt" wieder don einer Mitgliederversammlung des Verbandes der Maler'ge- füllt.— Der Bericht, den M i e tz über den Stand des Lohnkampfes gab, ließ erkennen, daß wesentliche Aenderungen nicht eingetreten sind. Die Äampfesstimmung der Ausgesperrten und Streikenden ist immer noch ungetrübt und die Entschlossenheit, auszuhalten, bis annehmbare Friedensbedingungen geboten werden, ist nach wie vor bei allen am Kampfe Beteiligten vorhanden. Vergebens haben die Arbeitgeber gehofft, den Verband durch Belastung seiner Kasse kampfunfähig machen zu können. Die Filiale Berlin gewährt den Streikenden und Ausgesperrten zu der Unterstützung aus der Haupt- kasse noch einen wöchentlichen Zuschuß von 8 M. und außerdem zum 1. Mai einen Mietszuschutz. Die Kämpfenden sind also in der Lage, es noch lange auszuhalten. Wie es in dieser Hinsicht bei den Arbeitgebern steht, das ist freilich eine andere Frage. Da mag wohl mancher, der mit grimmer Gebärde den Kampf predigte, jetzt das Ende herbeisehnen.— Es soll übrigens Aussicht vorhanden sein, daß es in nächster Zeit zu einer Vereinbarung zwischen den Parteien kommt. Oberbürgermeister Mermuth hat den Ver- such unternommen, die Vertreter der Parteien zu neuen Verhand- lungen zusammenzuführen. Eine Vorbesprechung hat bereits statt- gefunden. Man will erst den Abschluß der Verhandlungen im Maurer- und Zimmerergewerbe abwarten. Nach Beendigung der- selben sollen die Verhandlungen der Maler wieder aufgenommen werden unter Leitung der Unparteiischen, denen Vertrauensmänner der Parteien zur Seite gestellt werden sollen. Die Versammlung beschäftigte sich außerdem mit dem bevor- stehenden Verbandstage. Auch bei diesem Punkt der Tagesordnung spielte die Lohnbewegung eine gewisse Rolle. Ein Antrag an den Verbandstag wurde beschlossen, des Inhalts, daß die Entscheidung über die Fortdauer eines Streiks nicht mehr von einer Zweidrittel- Mehrheit der Beteiligten, sondern von einer Zweidrittelmehrheit der in der Versammlung Anwesenden erfolgen soll.— Ein anderer Antrag besagt, daß über die endgültige Annahme von Tarifver- trägen nicht der Verbandstag, sondern die Mitglieder, entweder in Versammlungen oder durch Urabstimmung entscheiden sollen.— Ferner wird an den Verbandstag der Antrag gestellt, Berlin mit seinem Vorortsgebiet als besonderen Gau mit dem Filialvorsitzen- den als Gauleiter zu konstituieren. Ein weiterer Antrag will, daß die Filialbeamten, die jetzt nach erfolgter Wahl vom Hauptvorstande mit sechswöchiger Kündigung angestellt werden, alle zwei Jahre zur Wahl gestellt werden._ Achtung, GastwirtSgehilfen! Zum Streik im.Hackepeter", Münzstr. 20, Jnh. Martin, ist ergänzend mitzuteilen, daß sich unter den Arbeitswilligen auch der Gastwirt Heinrich Starke, Jmmanuelkirchstr. 13, Fernspr. Kgst. 1264, befindet. Der Gastwirt Starke ist ein ehemaliger Angestellter des„Verbandes deutscher Hoteldiener", welcher Verband sich im Jahre 1909 mit dem„Ver- band der GastwirtSgehilfen" verschmolzen Hai. Der Betrieb bleibt für organisierte Gehilfen gesperrt. » Erledigt find die Differenzen mit dem Inhaber deS„Hacke- Peter", Grüner Weg Ecke Andreasstraße, Herrn D o b b e I. Es kam hier ein Vertrag zwischen der Organisation und Herrn D. zustande, nach welchem die Forderungen des Verbandes anerkannt wurden. Die Sperre ist aufgehoben. » Tarifliche Vereinbarungen wurden ferner mit der Firma E n g e l m a n n u. Comp., G. m b. H., Inhaberin der Hacke- peterbetriebe Schöneberg, Hauptftr. 139, und Berlin Reinicken- dorfer Str. 14, abgeschlossen. In Betracht kommen hier zirka 20 Angestellte, Kellner und Hilfspersonal. Verband der Gastwirtsgehilfen, Ortsverwaltung Berlin I, Deutlches Reich. Streikbrecherkrawalle in Solingen-Wald. Seit dem 4. Februar streiken die Arbeiter in der Gießerei Gebr. Rautenbach m Wald bei Solingen. Von den 120 streikenden Formern und Gießereiarbeitern sind 100 bereits anderwärts unter- gebracht nur noch 20 befinden sich am Platze. Der Betrieb soll von der berüchtigten Ferberkolonne, meist ungelernten Arbeitern, auf- rechterhalten werden. Die Herren Streikbrecher genießen natürlich den besonderen Schutz der Behörden und sind auch hier mit Re- volvern, Schlagringen und anderen Mordinstrumenten bewaffnet. Schon vor Wochen bedrohten sie Streikposten mit ihren Waffen, und der davon benachrichtigte Polizeikommissar Naumann gab einem Vertreter deS Streikkomitees und dem Verantwortlichen un- seres Parteiblattes die Erklärung ab, daß, sobald ihm der Beweis von der Richtigkeit der gemachten Angaben erbracht werde, den Ar- beitswtlligen die Revolver abgenommen würden. Durch skandalöse Vorgänge am Sonntag und Montag ist nun dem Polizeikommissar Naumann dieser Beweis erbracht worden; er stand quasi im Kugelregen. Doch die Streikbrecher befinden sich immer noch auf freiem Fuße und sind im Besitze jhrer Revolver! Natürlich berichtet die bürgerliche Presse, daß die Krawalle donStrelkenden provoziert worden seien. Durch 100 Zeugen kann bewiesen werden, daß Streikende an diesen Vor- g ä n g e n g ar nicht beteiligt Ware,:. Der Vertauf wird uns wie folgt dargestellt: Sonntagmittag gegen 12 11h L machte eine Anzahl Streikbrecher einen Spaziergang, kehrte jedoch �lch ganz kurzer Zeit wieder in den Betrieb zurück. Hier machten sie es sich recht bequem. Sie setzten sich in das Fenster der ersten Etage und beichimpften die vorübergehenden Passanten. Als diese sich das verbaten, begann auf sie ein Bombardement mit Eisenstücken, dle stch me Streikbrecher schon zurechtgelegt hatten. Die benachrichtigte Polizeibebörde mußte die Störenfriede zur Ruhe bringen. Doch bald gmg dieselbe Szene von neuem los. Ein Arbeitswilliger sprang dabe, mU der Drohung auf die Straße, heute werde er den Streckenden einen Denkzettel geben, worauf ihn jedoch einige seiner Kumpane m,t Gewalt ,n den Betrieb zurückführten. AIS nachmittags em unbeteiligter Arbeiter am Betriebe vorbei- ging, warfen sie auch diesen mit Eisenstücken. Als der Arbeiter sich dös verbat, stürzten acht dieser„nutzlichen Elemente" aus dem Be- triebe heraus und packten ipn. Ein Streikbrecher hielt ihm dabei einen Revolver auf die Brust D'eier Vorfall rief eine ungeheure Erregung bei der Einwohnerichaft hervor. Nach kurzer Zeit sam- melte sich eine nach Hunderten zahlende Menichenmenge an, die immer größer wurde, und die Straßen in der Umgebung deS Be- triebs voll besetzte. Erregte Rufe flogen hin und her; schließlich lombardierten sich die Passanten und die Streikbrecher gegenseitig mit Steinen. Die Streikbrecher Wcwen u. a. auch mit langen �fcnsttmgen bewaffnet Ein Polizetbeamter versuchte, die Ruhe- störer in den Betrieb zurückzudrängen. Diese leisteten jedoch Wider- stand und schlugen nach dem Beamten, so daß dieser| gezwungen war, von seiner Waffe Gebrauch zu machen. Erst nach- dem einige Streikbrecher verwundet waren, gelang es, sie in den Betrieb zurückzubringen. Im Betfiebshofe ging dann der Radau weiter. Abends gegen 8 Uhr trat etwas Ruhe ein. Montagabend setzten sich die Tumulte in verstärktem Matze fort Schon von 7 Uhr abends ab trieben sich die Streikbrecher auf den Straßen in der Nähe des Betriebes herum und belästigten ununterbrochen die Passanten, wodurch die Erbitterung der Arbeiterbevölkerung aufs höchste ge- steigert wurde. Gegen 9 Uhr passierten fünf mit Revolvern bewaffnete Streikbrecher, die außerdem die Taschen voll Steine und Eisen st ücke hatten, den Ort Mangenberg. In der Nähe der Wirtschaft, m der sich das Streikbureau befindet, schimpften sie auf die dort anwesenden Personen. Als diese sich das verbaten, wurden sie von den Streikbrechern mit Steinen beworfen; einer gab kurzerhand fünf R e v o l- verschüsse auf die Menge ab, von denen glücklicherweise nur einer einen Arbeiter leicht traf. Darauf zogen sich die fünf Streikbrecher nach dem Tor des Betriebs zurück, wo unterdessen sich die anderen Arbeitswilligen eingefunden hatten. Die Erregung der ungefähr 5—600 Personen zählenden Menschenmenge stieg nach dieser Schießerei immer mehr, und empörte Rufe gegen die Re- volverhelden wurden laut. Nach einem Kommando:„Jetzt aber los!" stürmten zirka 20 bewaffnete Streikbrecher das Lokal, in dem das Streikbureau tagte, wobei sie mit Steinen und Eisen st ücken warfen und u n- unterbrochen schössen. Mindestens 100 Schüsse wurden bei dieser Gelegenheit von den Streikbrechern abgegeben. Ein noch schulpflichtiger Junge, der ganz abseits stand, wurde a m Kopf verletzt, außerdem wurde ein Arbeiter, der weder am Streik noch an den Unruhen beteiligt war, so schwer verletzt, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Zwei Schüsse fielen in die Wirtschaft hinein, von denen einer die Tochter des Hauses am rechten Arm streifte. Als die Revolver- Helden mit Hilfe der endlich erschienenen Polizei in den Fabrikhof hineingedrängt waren, begannen sie von dort aus ein Bombardement mit Steinen, Bierflaschen und Eisen stücken. Der Polizei, die ver- suchte, in den Hof einzudringen, schlugen sie das Top vor der Nase zu. Nach der Schlacht sah es fürchterlich aus. Viele Fensterscheiben der Nachbarhäuser sind demoliert, darunter auch das Schaufenster einer Bäckerei; hier blieb ein zwei Pfund schweres Eisenstück im Schaufenster liegen. Die Polizei, die erst eine halbe Stunde später erschien, unterzog sich lediglich der Aufgabe, die angesammelten Menschen zurückzudrängen. Dienstag früh befand sich noch keiner der Revolverhelden im P o l i z e i g e w a h r- s a m. Die Einwohner sind also den Angriffen dieser Revolver- Helden nach wie vor schutzlos preisgegeben. Der Kamps in der Binnenschiffahrt. In einer Reihe von Versammlungen in den Haupthafenorten der Elbe, der Oder und der Märkischen Wasserstraßen haben die Maschinisten und Heizer am 27. und 28. April in gut besuchten Versammlungen zu dem Angebot des Unternehmervevbandes Stellung genommen. Da? Angebot der Unternehmer wurde allgemein als unannehmbar bezeichnet, um als Grundlage eines dreijährigen Tarifvertrages gelten zu können. In allen Versammlungen wurde unter großem Beifall anerkannt, daß Verhandlungskommisfion und Verbandsleitung keine Mühe und Kosten gescheut haben, um die berechtigten Forderungen der Kollegen zur Anerkennung zu bringen. Eine Reihe von widrigen Umständen aber habe den Kamps verlängert und erschwert. Nach eingehender Aussprach« wurde in sämtlichen Versammlungen ein- stimmig beschlossen, auf einen Tarifvertrag infolge der geringen Zugeständnisse zu verzichten und die Arbeit tariflos wieder aufzunehmen. Der Ver. bcmdsleitung wurde das größte Vertrauen ausgesprochen und dabei wurde gelobt, den Verband in unwandelbarer Treue auch in Zu- kunft mit allen Mitteln und Kräften zu unterstützen. Der Geist unter dem Maschinenpersonal ist� angesichts des langen, harten Kampfes geradezu bewunderungswürdig. Nirgends zeigte sich Mißmut oder Niedergeschlagenheit. Die Versammlungen wurden unter dreifachem, brausendem Hoch auf den Verband ge- schlössen. Der Arbeitgeberverband für Binnenschiffahrt hat gestern be- schlössen, nachsiehende Mitteilungen an die Arbeiterverbände ge-. langen zu lassen: 1. An den Zentralverband der Maschinisten und Heizer: „Durch ein von Ihnen neuerdings verbreitetes Flugblatt werden die Mitglieder Ihres Verbandes zu neuem Kampfe aufgefordert und zwar zum Kampfe in Permanenz. Diese Tatsache nötigt unS zu der Erklärung, daß wir uns an unsere Vorschläge vom 28. Januar d. I. nicht mehr gebunden erachten und die Verhandlungen mfi Ihnen als durch Ihre Schuld abgebrochen ansehen müssen" 2. An den Deutschen Transportarbeiterverband(Mitglied- schaft der Binnenschiffer):„Ihre Mitteilung vom 26. i». müssen wir als ausdrückliche Ablehnung unserer Vorschläge vom 28. Januar d. I. ansehen. Wir halten uns deshalb an diese Vorschläge nicht mehr gebunden, wie wir auch die Verhandlungen als durch Ihre Schuld abgebrochen betrachten." Die Scharfmacher haben also im Arbeitgeberverband wieder die Oberhand gewonnen und der Verband setzt sein« unzuverlässige und zwiespältig« Haltung fort. Offenbar rechnet man mit der anhaltenden Trockenheit und dem daraus notwendig entstehenden Niedrigwasser, das zur Versommerung und damit zur Einstellung der Schiffahrt führt. Während dieser Zeit spart man die Mann- schaftslöhne und will die Unterhaltung der Mannschaften den Or- ganisationen aufbürden. ES bleibt abzuwarten, wie diese den Schlag parieren werden. Der Streik in Oberschlesien. Am Dienstagmorgen Haben alle Bergarbeiter im Bergrevier Zabrze sich dem Streik angeschlossen. ES streiken jetzt 89 099. Die Polen geben die Zahl der Strei- kenden sogar auf über 92 000 Mann an. Gestern fand in Kattowitz eine Versammlung der Delegierten der polnischen Berufsvereini- gung statt. Zu der Versammlung hatten sich 150 Delegierte ein» gefunden. Es wurde einstimmig beschlossen, weiter im Streik aus- zuHarren. In der Versammlung wurde bekannt gemacht, daß die besser gestellten Bergleute beschlossen hätten, auf Zuwendungen aus der Streikkasse zu verzichten zugunsten der nicht organisierten Bergarbeiter und derjenigen Streikenden, die zahlreiche Familie haben. Terrorismus gegen Sicherheitsleistung. Brauereibesitzer Rad in Aldingen veranlaßte die Arbeiter durch Drohung zum Austritt aus der Organisation. Einem Ar- berter, der sich nicht einschüchtern ließ, kündigte er. stellte ihm jedoch, da er ein tüchtiger Arbeiter war, die Weiterbeschaftigung in Aus- ficht wenn er folgenden Revers unterschreivc: „Der linterzeichnete H. verpflichtet sich, die Mitgliedschaft beim Verband« der Brauereiarbeiter unverzüglich aufzugeben und demselben während der Beschäftigung in der Brauerei von I. Rad nicht wieder beizutreten. Als Sicherheitsleistung werden dem Unternehmer nach und nach 50 Mk., sage fünfzig Mark, vom Lohn einbehalten, welche der Kleinrinderschule m Aldingen zufallen, wenn der Unterzeichnete seine Versprechungen nicht hält." Wie erfinderisch doch die Unternehmer find, um ihrem Terror die nötige Wirkung zu geben. Reichsverband und Scharfmacher werden diesen Fall hoffentlich auch ihrem Material über den Terro- rismus einverleiben. Soziales. Absolutistische Gelüste. Es gibt infolge der Herrengelüste von Bürgermeistern in Pommern eine ganze Anzahl kleiner Städtchen, in denen die Stadl- verordneten in ewiger Fehde mit ihrem Bürgermeistsr liegen. Der neueste Streitfall dieser Art ist jetzt in Triebsee, im Kreise Grimmen, ausgebrochen. Dort wurde gegen eine starke Mino- rität von den Stadtvätern der Gehalt des Bürgermeisters aufge- bessert. Das nahm dieser zum Anlaß in einer Form zu danken, die das Protokoll der Stadtverordneten so aufzeichnet: „... er danke der Majorität dafür, daß sie ihm die Jahre seiner Referendarzeit bei der Gehaltsbemessung angerechnet hätten. Diejenigen Mitglieder, die gegen diese Festsetzung ge- stimmt hätten, seien nicht so intelligent, das Gehalt eines ju- ristischen Bürgermeisters aufzubessern, sondern hätten nur ein Verständnis für Ochsen, Kühe und Schweine. Es seien Elemente im Kollegium, die nicht würdig seien, im Kollegium zu sitzen.'' Die Stadtverordneten nahmen darauf einstimmig eine Re- solution an, die vom Bürgermeister Genugtuung verlangt Als Antwort erhielten sie einen Brief, in dem eingangs gesagt wird: „Auf die mir seitens des Bürgcrschaftlichen Kollegiums mittels eines Zettels übermittelte Resolution... erwidere ich, daß ich meiner... in Gegenwart des gesamten B. K. abgegebenen Er- klärung nichts weiter hinzuzufügen habe. Wenn es etwa meint, die Angelegenheit trotzdem weiter verfolgen zu müssen, so mag eS dasselbe ruhig wn, ist es ja gerade noch in der Hebung bezüglich der Führung nutzloser Prozesse. Es bleibt ihm also eventuell eine Beschwerde beim Herrn Regierungspräsidenten und Erhebung der Privatklage unbenommen." Die Hommerschen Bürgermeister scheinen anzunehmen, daß, wenn eine Krähe der andern kein Auge aushackt, auch ein Bürger- meister frei von Rektifikation ist— notabene, wenn er stramm kon- servativ sich gebärdet.. Borsicht bei Kautionen! Das Erschleichen von Kapitalien unter dem Deckmantel der ge- sicherten Kaution ist in Berlin immer noch ein Gewerb«, dem � ständig leider zahlreiche Leute, oft mit ihren gesamten Ersparnissen, zum Opfer fallen. In der letzten Sitzung der 1. Kammer des Berliner Kaufmanns- »erichts wurde ein Fall verhandelt, in welchem die Jagd nach der Kantion ausnahmsweise nicht glückte. Verklagt war ein Unter, nehmen, das sich„Berliner Elektrizitäts-Haus" nennt und dessen Inhaber die Kaufleute Abramowski und Czeskleba sind. Wie die Verhandlung ergab, betrieben die Beklagten die Filialgrüniderei in größerem Maßstabe. Sie mieteten in den verschiedensten Ge- genden der Stadt Läden und suchten Filialleiter mit Kaution. Diese„Kaution" betrachteten sie dann nach ihrem eigenen Zuge- ständnis als Kapital, mit dem sie nach Belieben schalten und walten konnten. Auch dem Kläger in diesem Prozeß, dem Verkäufer P.. sollte gegen Stellung einer Kaution von 2000 M. die Leitung einer Filiale übertragen werden, P. hatte sich aber vorsichtigerweise aus- bedungen, daß das Geld auf der Bank sichergestellt werden sollte. Er wollte diese Sicherheit in Pfandbriefen im Nominalwerte von 1500 M. und in 500 M. bar leisten. Als der Kläger am L März antrat war die erste Frage des Inhabers„Wo ist das Geld?" und als P. erklärte, die Ueberweisung an die Bank solle noch heute vor sich gehen, wies ihn der Inhaber barsch mit den Worte« ab:„Storn hat es keinen Zweck. Wenn Sie das Geld nicht ausliefern, dann gilt der Vertrag für aufgehoben. Wir haben geuug Bewerber, die sich darum reißen. Gestern hat erst einer für 5000 M. eine Filiale übernommen." Der Kläger erkundigte sich jetzt bei der Bank der Beklagten und erfuhr, daß diese dort ein ganz minimales Gut- haben besitze. Als sich dann Kläger noch einmal fchristlich zur Ver- fügnng stellte, lief ein Antwortschreiben ein. in dem eS bezeichnenderweise heißt:„Wir müssen über die Kaution verfügen kSnueu. So haben wir es immer gemacht, und so werden wir eS auch in Zukunft handhaben. Bewerber haben wir genug." Charakteristisch ist auch, daß die„hinterlegten" 4prozentigen Pfandbriefe dem Kläger mit 5 Proz. verzinst werden sollten. Der Vorsitzende, Magi- stratsrat Techow, meinte, daß unter diesen Umständen die Pfand- briefe doch zum mindesten sofort lombardiert werden sollten. Das KaufmannSgericht verurteilte die Beklagte zur Zahlung des Monatsgehalts von 299 M.— Die Art, wie Beklagte die Kaution verwenden wolle, bedeute eine völlige Ignorierung d«S Begriffs „Kaution". Kläger brauchte sich nicht darauf. einzulassen« Stellungnahme zu den Berichten der technischen AufsichtSbemntrn. In die ReichsversicherungSordnnng ist seinerzeit durch Kam- missionsbeschluß der§ 857 eingefügt worden, nach de« der Vor- stand der Berufsgenossenschaft alljährlich unter Hinzuziehung der gewählten Arbeitervertreter zu den Berichten der technischen Ans- sichtsbeamten Stellung nehmen und die Maßnahmen anregen soll, die zur Verbesserung der UnfallberhütnngSvorschrift�t geboten er- scheinen. Zur Durchführung dieser Bestimmung hat baS MekchS-Berstchc- rungsamt an die Berufsgenossonschaffen ein Rmidschoeiben«lassen, das durchaus nicht genügt. Zunächst sagt das Amt ganz richtig, daß unter de» Berichten, über die beraten werden soll, die Einzelberichte zu verstehen sind, welche die technischen Beamten den Genossenschaftsvorständen über ihre Tätigkeit erstatten müssen. Sodann wird aber bemerkt daß. da diese Einzelberichte meistens nicht durch Druck vervielfältigt wer. den, an ihre Stelle ine_ von den Genossenschaftsvorstanden dem Reichs-ÄZersicherungsamt über die Tätigkeit der technischen Auffichts- beamten alljährlich einzureichenden zusamwensassenoen Berichte den Verhandlungen zugrunde gelegt werden können. Das Rundschreiben beruht Wohl auf Besprechungen mst den Vertretern deS Verbandes der Berufsgenossenschafte». DaS Reichs- VersicherungSamt mit seiner Bestimmung über die Borlage der zusammenfassenden Berichte ist zu Unrecht de« Wünschen der Be- rufsgenossenschaften nachgekommen. Die zusammenfassenden Berichte deS GenvssenfchastSvorstandeS geben bei weitem nickst alles wiever, was die einzelnen Berichte der technischen Aufsichtsbeamten enthalten. Manche Anregung» Bemerkung oder Wahrheit, die sich im objektiven Einzelbericht des technischen Auffichtsbeamten findet, wird in den Gesamtlbertcht deS GenossenschaftsvorstandeS aus irgend welchen Gründen oder Rück- sichten nicht aufgenommen. Deshalb gibt der zusinmnenfassendc Bericht natürlich kein vollkommenes, oft sogar«in falsches Bild. Auf diese Weise wird man den Vertretern der Arbeiter, denen ja nach der Anweisung des Reichs-BersicherungSamtes nnr die zu- sammengefaßten Berichte des GenossenschaftsvorstandeS vorgelegt werden sollen, manches vorenthalten. Dadurch kann aber der Zweck der gemeinsamen Verhandlungen, Verdesserungen der Unfallvep- hütungSvorschristen anzuregen oder herbeiznfüihven, leicht in Frage gestellt werden. Das Reichs-BersicherungSamt sollte dahin wirken, daß üba�ll da, wo nicht etwa die absolute Gewißheit einer völlig aenaueiJti- jektiven Wiedergabe der einzelne« Berichte der tw�ffche» Ms- fichtsbeamten vorliegt, diese Ginzelberichte den Verhandlungen mit| Gold. hielt es, wie er in der Verhandlung erklärte, für richtig, den] ben Arbeitervertretern zugrunde gelegt werden. Landarbeiterlos. Abessinier- Brunnen zum Selbstaufstellen für 3 m Tiefe schon v. 12 M. an. Hofpumpen, Gartenund Druckpumpen usw. 5 Jahre Garantie. Juustrierte Preisliste gratis. Koblank& Co., Bumpenfabrik, Berlin N Reinickendorfer Str. 95. Keglerheim", am Treptower Park 19, schattiger Garten, 5 Sommer- und Winterlegelbahn., neu renoviert. Saal. Vereinen best. empf., reichhalt. Speises farte, gute Biere. Heinrich Kempf. Franz.- engl.- ital.- deutsche Zeitungen f. Sprachi. Fortbild. liefert z. Brobe gratis C. Lüthy, Chaux- de- Fonds- 31( Schweiz) Charlottenburg. S. Hoffmann, Wilmersdorfer Straße 12, Schulstraße empfiehlt sein reichhaltiges Lager von guten, selbstangefertigten Frühjahrs- Anzügen und Paletots Maß- Anzüge für Herren und Knaben zu sehr soliden Preisen. aus den modernsten Stoffen unter Garantie guten tadellosen Sitzes von 45 Mark an. Beiwen zur Polizeiwache zu bringen, um weitere Ausschreitungen, die bei solchen Festen an der Tagesordnung seien, zu verhindern. Der Hinausgeworfene habe aber das Zelt wieder betreten wollen. Weil zu befürchten gewesen sei, daß es in dem Zelte durch die Zu Lendershagen im Kreise Franzburg wurde kürzlich ein Rückkehr zu einem Tumulte tomme, habe er dann den Händler geHaus verkauft, in dem der Arbeiter Tornow mit seiner acht- waltsam zur Wache gebracht. Auf der Wache sei Leiwen in drohentöpfigen Familie wohnte. Da der neue Besitzer dessen Wohnung der Haltung auf ihn zugekommen. Um einen Angriff abzuwehren, für seine eigenen Bedürfnisse brauchte, wurde dem Tornow ge- habe er dann den Leiwen mit dessen Spazierstock in die Seite gekündigt. Am 1. April mußte er ausziehen, trotzdem es ihm nicht schlagen. Infolge beleidigender Aeußerungen des Verhafteten sei gelungen war, eine andere Wohnung zu finden. Eine schon ge- er in große Aufregung geraten und habe den Mann dann mit der mietete Wohnung wurde ihm anscheinend auf Betreiben der Ge- Hand in das Gesicht geschlagen. Auf die Frage des Vorfizenden, meinde wieder entzogen; da sie ihn mit seiner starken Familie ob er sich denn dazu für berechtigt gehalten habe, entgegnete der Angeklagte, die Erwiderung der Beleidigung mit einem Schlage nicht den Unterstüßungswohnsiz erlangen lassen will, weil sie be- ins Gesicht sei nach seiner Ansicht nicht strafbar. Dem hielt der fürchtet, daß der Arbeiter bald Armenunterstützung benötigt. Die Borsigende entgegen, daß das doch eine eigentümliche Anschauung Familie wurde auf die Straße gefeßt und auf Anordnung des fei, die jedenfalls nicht auf der Polizeischule beigebracht worden sei. Amtsvorsteher vorläufig in einen Stall untergebracht. Als sich Wesentlich anders stellte der Mißhandelte den Vorfall dar. Er Tornow wegen der Treibereien der Gemeindeverwaltung auf dem bekundete: Der Beamte habe ihn, als er aus dem Zelte hinausLandratsamt beschweren wollte, wurde ihm die höhnische Antwort, geworfen wurde, ohne weiteres festgehalten und nicht mehr loser möge sich doch selbst ein Haus bauen. Nun wurde dem Obdach- gelassen. Auf dem Wege zur Wache habe Gold gesagt:„ Wir wollen Dich Bürschchen schon kriegen!" Im Hausflur der Wache ist lofen gar noch angedroht, Strafe zu erhalten, wenn er nicht innerhalb acht Tage eine Wohnung besorgt habe. Daß, wenn sie in eiwen von hinten anscheinend mit dem Säbel über den Kopf ge= schlagen worden, so daß er in die Knie sant. Dann habe ihn der solchen Fällen ihr späteres Schicksal vor Augen sehen, die jüngeren Schuhmann in die Wachstube gestoßen und unbarmherzig auf ihn Lieferant der Konsumgenossenschaft E. G. m. b. H. Berlin und Umgebung. Landarbeiter Beschäftigung in den Städten suchen, ist sehr ver- eingeschlagen. Auf dem Wege von der Wache zum Arrestlokale ständig. Trotzdem jammern die Förderer der Landflucht am in der Bügelstraße hat Leiwen dem Beamten gegenüber geäußert, meisten über dieselbe. er habe ihn nicht für einen so schlechten Kerl gehalten, er sei wirklich der schönste Junge in Meiderich. Als Antwort habe er von Gold drei Fauftschläge ins Gesicht erhalten. Trotz seiner wiederHolten Bitten sei er nicht nach Hause entlassen worden. Polizeifommissar Limbed stellte dem Beamten ein gutes Zeugnis aus, Schwere Ausschreitungen eines Schuhmanns. jedoch sei er dem Publikum gegenüber zu schneidig gewesen. In Duisburg, 29. April. Unter der Anklage der Freiheits- Gegenwart des Kommissars war zunächst zwischen dem Angeklagten beraubung und vorjählicher Körperverlegung im Amte stand der und Leiwen ein Vergleich zustande gekommen, nach dem der AngeBolizeisergeant Hans Gold, früher in Meiderich, jest Schuhmann flagte als Sühne einen Geldbetrag an die Armen der Stadt zahlen in Brig bei Berlin vor der Straffammer. Der Strafverhandlung sollte. Auf Drängen seiner Freunde hielt Reiwen jedoch an diesem lag folgender Vorfall zugrunde: Am 11. Juni vorigen Jahres Vergleiche nicht fest, sondern erstattete Anzeige. Diese beantwortete wurde in Meiderich in einem Zelte ein Polenfest veranstaltet. Gold mit einer Anzeige wegen Widerstand leistung, SachbeschädiGegenüber dem Belte stand Gold auf Posten. Gegen Mitternacht gung, Beleidigung und wissentlich falscher Anschuldigung. Gemäß wurde der Kolonialwarenhändler Wilh. Leiwen gewaltsam aus dem Antrage des Staatsanwalts wurde der Schußmann unter dem Belte entfernt, weil er sich flegelhaft benommen haben sollte. Ausschluß mildernder Umstände wegen vorfäßlicher Körpervers Restaurant zum Deutschen Sport legung und Freiheitsberaubung im Amte zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Gerichts- Zeitung. In der Tat war Leiwen versehentlich statt eines anderen hinausgeworfen. Angeblich um festzustellen, was Leiwen verbrochen habe, ging der Beamte auf ihn zu und fragte ihn nach seinem Namen. Heute von 8-10 Uhr geöffnet. Nur seinem hervorragend feinen Geschmack verdankt der Kapitän- Kantabak den guten Ruf, den er unstreitig besitzt. Machen Sie einen Versuch mit dem echten Kapitän- Kantabat und Sie werden von seiner Güte überzeugt sein. Verkaufsstellen, wo auch die II. Rautabakdosen gratis berabfolgt werden, weist gern nach: C. Röcker, Berlin, Grünerweg 119( Stönigst. 3861). Jnh. Alb. Müller, Mahlsdorf a. Ostbahn, Berliner Str. 93 empfiehlt seine neu renovierten Lofalitäten den Arbeiter- Radfahrern und Ausflüglern zur gefälligen Benuzung. 4705 Wie man über Kathreiners Malzkaffee urteilt: Ich lehrte immer wieder zu Katheniners Malzlaffen zurück. Der Markn, din fält was sin verspricht." Auf der Husftellung„ Das Kind" in den Fallen am Zoo wird richtig zubereiteter Kathreiners Malzkaffee jedem Befucher koftenlos ferviert; überzeugen Sie fich von dem vortrefflichen Geschmack! R Die ersten Sommer.Tage haben natürlich sofort eine starke Nachfrage nach Popeline- Paletots zur Folge gehabt. Bei enormer Auswahl in Farben und Grössen ( auch für starke Damen) können Sie diese ideale Sommerkleidung bei uns schon jetzt zu ganz billigen Preisen haben C& A BRENNINKMEYER.G.M.B.H. Jug. Kostüm aus gut, blauem Kammg. m. reiz. Bulgarenkrag. 16.75 Kostüm reich verschnürt, blau Kammgarn, la. Qualität und Verarbeitung 31.00 Hocheleg. Kostüm aus pa. blau Kammg., Twill, ganz vorzügl verarb. u. tadellos.Sitz 32.50 Königstrasse 33 Chausseestrasse 113 Am Himmelfahrtstage bleiben unsere Geschäfte geschlossen! Popeline- Paletot Popeline- Paletot auserles, gute Qualltät in vielen schönen Sommerfarben 20,50 mit schönem Imitlert. Spachtelkragen und Seldenpaspel nur 9.75 Reiz. Kleid aus vorzüglichem Wasch- Volle mit Imit. Handstick 21.25 Vornehme HerrenFahrräder! Garantie Fahrräder Tourenräder M. 43. Vorteile, wie sonst nirgends geboten, finden Sie bei uns. Unsere neuen Modelle 1913 Fakir- und Limania Räder" sind erstklassige, dauerhafte Präzisionsmaschinen. Es kostet Sie nichts! Sie erhalten bei uns Mark fertige neue Fahrräder mit Gummi schon v. Besichtigen Sie ohne Kaufzwang unser Lager von über 3000 Rädern. 32 82. Volksliebling", vollständig komplett mit Gummi. Halbrenner M. 47.50. Damenräder M. 54 Modell Bls 50%, billiger als gleichwertige sind unsere ,, Fakir"- u. ,, Limania"-Räder 191 Markenräder Bekleidung Gratis! Umsonst! erhält jeder Käufer eines Fakir- oder Limania- Rades fertig und nach Maß erhalten Sie in der modernen Mass Schneiderei 1 elegante CarbidLaterne 1 Glocke Reserve- Reifen gegen gegen Garnitur 1000- Mark- Versicherung Todesfall, Invaliditāt | Alle Fahrrad- Ersatzteille! Alle Fahrrad- Zubehörteile zu vollkommen kon- Keine Lockpreise! J. Kurzberg Billige, aber reelle Katalogpreise! Wir liefern alles, was wir inserieren. auf Wunsch Wochenrate von 1 Mark an Nur: Rosenthaler Strasse 36 1. Etage. Frankfurter Allee 104 Ecke Friedenstrasse. Reinickendorfer Str. 4 Weddingplata. AbessinierPumpen zum Selbstaufstellen für Gartenbefizer u. Laubentolonisten von& M. an Flügelpumpen, Gartenspritzen, Filter, Röhren, Schläuche usw. billigst. Erdbohrer leihweise. Karl Kōchlin& Co. Berlin SW., Mpl. 1676. Alte Jakobstr.20/ 22 Unser Schlager Rund am Deutschland" 15 Monate Garantle Laufmantel M. 5.Laufmäntel M 1.80, 2-, 8.-, 12 Monate Garantie: M. 4.50, 15 Monate 5.25 5.50, 6.15 Monate M. 8.-, 8.25, 4-. legenheitskäufe! Keine Partieware. Luftschläuche M. 180, 240, 12 Monate Garantie: Unter Garantie! Frische diesjährige Ware. Keine GeCarbidlaternen! Pedale M. 1.-, Ketten 85 Pf., Sättel, Gamaschen. Eigene Fahrrad- Reparatur- Werks att für alle Systeme! Schnelle Ausführung! Billige Preise! Gewissenhafte Arbeit! Sie sparen Geld beim Einkaut, wenn Sie bei uns kaufen! auf Verlangen Jetzt! erschienener Prachtkatalog, Fahrradkatalog Saison 1913 umsonst u. portofrei! M. Liemann, Berlin, Prenzlauer Strasse 46, 2 Minuten vom Alexanderplatz. Beste Verbindung überallhin. 10,000 qm Geschäftsräume in eigenen Häusern. Ständiges Warenlager Wert über 1,000,000 Mark. Seit 25 Jahren bekannt als reelle und leistungsfähige Bezugsquelle. Fahrgeldvergütung bei Ein- Donnerstag( Himmelfabrtstag) geöffnet käufen von 40 Mark an. von 8-10 u. 12-2 Uhr. Sonntag, den 4. Mai, geöffnet von 8-10 und 12-6 Uhr. JUNO 2Ffg. QUALITÄTS CIGARETTE JUNO JUNO 900 709190 QUE 2794911 GLOGA Sonntag von 8-10 a. 2-6 Uhr geöffnet. Auf Abzahlung Möbel Möbel 1 Zimmer Mark 138 1 Zimmer Mark 187 2 Zimmer Mark 389 2 Zimmer Mark 537 3 Zimmer Mark 772 Komplette Anzahlung 13 Mark Mark Mark Anzahlung 18 Anzahlung 35 Anzahlung 45 Anzahlung 65 Mark Mark Wohnungseinrichtungen von Mark 400 bis Mark 5000 Einzelne Möbel Anzahlung von Mark 3 an Auf Abzahlung Moderne JackettAnzüge In allen Farben Blusen, Kostüme Kostümröcke Anzahlung 5 Keine Filialen. 1Mark wöchentliche Tellzahlung liefere elegante HerrenModen fertig und nach Mass! Garantie für tadellosen Sitz. Jonas Kurzberg Oranienstr. 160¹ zwischen Moritz- u. Oranlenpla 7 Brite genau auf Strasse u Hausnummer zu achten. OR. v. M. 6.- a an Petershagen Neu erschlossenes Gelände, beginnend ca. 7 Min. v. Bahnh. Fredersdor, Strecke Strausberg. Kostenfreie Auskunft b. u. Vertreter Puh'e i. u. Verkaufspavillon a. Bahnh. Fredersdorf. Mieschalke& Mitsche, BERLIN, Neue Königstr. 16. Fspr- Amt: Königst 6876. Josetti JUNO JUNO Falkenhagen Preis M. 10000 monatlicher Mietsaufwand M. 35.Neuerschlossenes Waldgelände. -Rute von 15 Mark an ab Lehrter Bahnhof in 30 Min. Direkt am Bahnhof Seegefeld, ab Charlottenburg( Bahnhof Jungfernheide) in 20 Minuten. FertigeSommerhäuschen von M. 300, 500, 700 aufwärts. Eigenheime bereits M. 6500 an. Auskunft auf dem Terrain: Hansastrasse. Billigste und schönste Kolonie westlich Berlins Hochwald-, Villen- u. Landbaustellen. monatl. Zins resp. Mietsaufwand M. 25.der Nähe Prels M. 6 500 Jagdgelegenheit event. auch Jagdmitbenutzung Jähr. Amortisat., Hypothek BERLIN NO 43, Nene Königstrasse 16 Kleine Anzahlung. Lang: Nieschalke& Nitsche,( Amt Königstadt 6376). Jllustr. Prospekt gratis. Würzburger Hühneraugenmittel bon Dr. H. Unger. Gegen 30 Pfennig auf 10 Bf. Anweisung frei. Ohne Zweifel die bequemste u.wirksamite Hilfe. Der Schmerz ist in 5 Min. fort. Das Hühnerauge selbst in 3 Tagen.( Enthält Salicylsäure u. indischen Hanfertrakt.) Dr. H. Unger in Würzburg. Berlin( 20 Bf.): Salomon Apotheke, Charlottenstraße 54. GreifApotheke, Barnimstr. 33. Wo nicht, zu haben: Rosen- Apotheke, Würzburg. Moor- u. Stahlbad BUKOWINE Reg.- Bez. Breslau, direkte Bahnverbindung Linie Öls- Ostrowo. Heilbewährt seit 1786 gegen Rheumatismus, Oicht, Blutarmut, Nerven- und Frauenleiden.- Natürliche, Moor- u. Stahlbäder, Elektrische- und Kohlensäurebäder, sowie alle anderen mediz. Zusatzbäder. Wohlfeiler, angenehmer Badeaufenthalt. Neues modern eingerichtetes Loglerhaus. 25 Zimmer. Herrliche aus gedehnte Waldungen. Badeärzte: Medizinalrat Dr. Furch, Dr. Kummer und Dr. Oczegowski. Prospekte bereitwilligst durch die Gräf.- Strachwitz'schen Badepächt. Nitta u. Woltzendorff Die neuesten Frühjahrs- Herren- u. DamenPaletots saubere Konfektion Schicke Kleider Anzahlung 8 ALIE JACOB Alte Jakobstr. 73 1., II., III., IV. Etage. Sonntag von 8-10 u. 2-6 Uhr geöffnet. Apotheker Kumbier's Berliner Stahlbrunnen" seit 27 Jahren von bewährter Heilkraft bei 届 Blutarmnt, Bleichsucht, Nervenleiden, Wagen, Darm-, Leber, Gallenstein, Nieren- und Blasenleiden, Rheumatismus, Gicht, Ischias, Lungenfatarrh, Atembeschwerden, Herzleiden, Leiden der Wechseljahre, Epilepsie, Schlagader- Verfaltung, Zuderfrankheit Bequeme Hauskur ohne Diät.- Garantiert unschädlich. Einige Erfolg- Bestätigungen, freund geworden, welchen ich nicht mehr entbehren tann. Bei brunnen bei Eiterung und Blutung der Lunge fowie bei träger Verdauung, Nierenbeschwerden, Leberleiden Verdauungsbeschwerden und Hartleibigkeit sehr gute wie sie uns täglich einlaufen, sämtlich streng wahrheitsgemäß. und besonders Gallensteinen hat er mir die unschägbarsten Dienste geleistet hat und ich mein heutiges gutes Aussehen Originale können eingesehen werden. Ich ersuche hierdurch, die leeren Flaschen abholen zu laffen, gleichzeitig bemerke ich, daß mir die Rur sehr gute Dienste gegen mein Rheumatismus getan hat, sodaß ich mich entfchloffen habe, dieselbe jedes Jahr zu wiederholen. Ich geftatte Ihnen, meinen Rurerfolg in Ihren Anzeigen zu veröffentlichen. Berlin, 16. Mära 1913. Emil Umnuss, Pasteurftr. 39, IV. Berzeihen Sie, daß ich Sie solange auf mein Schreiben Ihr Berliner Stahlbrunnen ist mir ein sehr lieber HausErleichterungen verschafft. Eine solche Rur ist mir immer ausgezeichnet bekommen, zumal diefelbe nicht die geringsten Be schwerden verursacht und ohne jede Berufsstörung ausgeführt werden kann. Ich hatte stets einige Flaschen auf Lager, um immer auf obige Leiden gerüstet zu sein. Bon meiner Aeuße rung wollen Sie, bitte, durch Veröffentlichung Gebrauch machen zu Nug und Segen der leidenden Menschheit. Wronke, Prov. Posen, 18. Oktober 1912. Eccius, Pfarrer. Aerztlich empfohlen. Jch bestätige Shnen hiermit, daß mir Jhr Berliner StahlThrem Brunnen zu danken habe. Ich erlaube Shnen, zum Wohle der Leidenden hiervon Gebrauch zu machen, und bin gern bereit, jedem Anfragenden Auskunft zu erteilen. Berlin, 21. August 1912, Warschauer Str. 46. Frau Ottilie Habenstein. Ich bestätige hiermit, daß mich Jhr Berliner Stahlbrunnen vor Jahren von Magen- und Leberleiden geheilt hat. Im vorigen Jahre aber stellten sich wieder Beschwerden ein, ich fühlte mich trant, es wurde wieder beffer, ich was mißmutig, und so wechselte das. Im April habe ich dann wieder die Rur begonnen und bin mit dem Erfolg wieder zufrieden. Die Magen- und Leberbeschwerden haben aufgehört, die Nachdem ich 60 Flaschen von Ihrem Berliner Stahlbrunnen warten ließ. Ich wollte sehen, ob sich Rückfälle einstellen getrunken habe, teile ich Ihnen hierdurch mit, daß er mir sehr würden, was bis jetzt noch nicht der Fall ist, wofür ich herzlich gut bekommen ist. Ich war so steif in den Gliedern, banke. Ich litt an so hartnädiger Verstopfung, hatte oft hauptsächlich in den Füssen, daß es mir eine Qual war, Seitenschmerzen find bis jezt fort, ich fühle mich ganz 4-5 Tage keinen Stuhl, bazu Kopfschmerzen und wenn ich Treppen steigen oder überhaupt gehen sollte; die Seitenschmerzen find bis jetzt fort, ich fühle mich ganz Rückenschmerzen. Ferner litt ich an Verdauungs- Strümpfe anziehen mußte mein Mann mir. Auf einen Stuhl störungen und an Schlaflosigkeit. Schon nach Verbrauch steigen, war ein Ding der Unmöglichkeit. Dank Ihrem Stahl Don 30 Flaschen Thres„ Berliner Stahlbrunnens" ver- brunnen ist mir wieder so leicht und gelentig in den Füßen, spürte ich Besserung, nun hat mich der Gebrauch von 60 Flaschen daß ich gar nicht müde werde. Ich werde Ihren Stahlwieder hergestellt, Effen und Trinken schmeckt und schlafen tann brunnen daher auch jedem weiterempfehlen. ich auch sehr gut. Ich werde jede Gelegenheit wahrnehmen, Ihren Brunnen zu empfehlen. Postlin, 7. februar 1913. Maria Gothan, Mit Freuden teile ich Ihnen mit, daß ich durch Ihren ,, Berliner Stahlbrunnen" von meinem Herz- und Magenleiden berartig hergestellt bin, daß ich seit einigen Wochen meinem Dienst wieder vorstehen kann. Ich war sehr matt, hatte keinen Appetit und schwitzte bei der geringsten Anstrengung. Nachdem ich ungefähr 10 Flaschen getrunken hatte, machte fich auch der übelriechende Nachtschweiss nicht mehr bemerkbar. Vor mehreren Jahren hatte ich Ihren Brunnen schon mit Erfolg angewandt und kann ihn jedermann empfehlen. Lindow( Mark), 30. Januar 1913. Lemke. Gendarmeriewachtmftr. Bin sehr zufrieden mit der Brunnentur, mein Allgemeinbefinden hat sich enorm gebessert, was bei meinem Rörperzustand und Lähmung viel fagen will. Auch den krankhaften Fettansatz habe viel verloren. Neukölln, 22. Januar 1913, Reuterstraße 84. Frau Martha Altmann, Berlin, 16. Oktober 1912, Hochstr. 32 d, II. Frau Marie Schulz. Indem ich Sie bitte, die leeren Flaschen abholen zu laffen, tann ich Ihnen mitteilen, daß Ihr Berliner Stahlbrunnen meine Magen- und Kreuzschmerzen gänglich geheilt hat, und spreche ich Ihnen dafür meinen besten Dank aus. Berlin, 15. Oktober 1912, Rorförer Str. 22. Grau Anna Reek. Ich bezog von Ihnen 4 Riften à 30 FL. Berliner Stahlbrunnen. Heute sandte ich die leeren Fl. zurüd und bitte mir den Restbetrag nach Abrechnung der Fracht gütigft einzusenden. Ich habe Ihren Stahlbrunnen weiterempfohlen, und wenn Sie von hier noch nicht Aufträge erhalten haben, werden Ihnen solche wohl bald zugehen. Nachstehendes Schrei ben können Sie veröffentlichen, denn sehr viele Patienten wissen von Ihrem Brunnen nichts. Ich habe gelegentlich von einem Pfarrer Ihre Adresse erfahren. Hohensalza, 20. Septbr. 1912, Kirchhofstraße 4. W. Drews, Inspettor. gefund. Wenn Sie von meinem Bericht Gebrauch machen wollen, so würde es mich freuen, wenn hierdurch Leidende gebessert oder noch besser geheilt würden. Mir sagte man vor 4 Jahren, lieber Freund, Ihre Schmerzen können gelindert werden, aber ,, was zerstört ist an Ihrer Leber, läßt fich nicht mehr heilen". Jedenfalls hatte man sich geirrt, und ich werde im Bekanntenkreise Ihren Berliner Stahlbrunnen empfehlen. Lichtenberg. 15. August 1912. Neue Bahnhofftr. 20. Wilhelm Carls. Bor 6 Jahren habe ich zum erstenmal Shren„ Berliner Stablbrunnen" gebraucht. Damals war mein Magen durch häufiges Ausspülen so geschwächt, daß die Verdauung völlig versagte. Nach dem Gebrauch von 30 Flaschen Stahlbrunnen war ich wieder völlig hergestellt und konnte alles vertragen. Zwei Jahre später trant ich wieder 30 Flaschen wegen allgemeiner Schwäche und Blutarmut, auch ließ ich ein bei mir in Diensten stehendes schwächliches Mädchen die Kur gebrauchen und der Erfolg war jedesmal vorzüglich. Da ich mich augenblidlich wieder nicht ganz wohl fühle, so will ich meine Kräfte auffrischen und ersuche Sie daher um 30 Flaschen. Charlottenburg, 14. August 1912. Eofanderstr. 32. Frau Olga Göhring. Meine Frau war trant an Herzbeutel- Wassersucht. Alle Meditamente waren vergebens, so daß an ihr Austommen nicht mehr zu denken war. Da wurde mir Ihr Stahlbrunnen empfohlen. Nach Gebrauch der vierten Flasche stellte sich schon Besserung ein und nach Gebrauch der Rifte war meine Frau wieder gesund hergestellt, so daß sie ihre häusliche Arbeit wieder machen kann, wofür ich Ihnen noch nachträglich meinen besten Dant ausspreche. Ich litt seit 30 Jahren an chronischem Magen- und Dickdarmkatarrh verbunden mit hartnädiger Stahlver. stopfung, Blutandrang nach dem Kopfe, heftigen Kreuz schmerzen und allgemeiner Körperschwäche. Ich fonnte zulegt die Stelle eines Landwirtschaftsinspettors nicht Sch litt an großer Blutarmut und tonnte nicht schla- mehr ausfüllen und begab mich 13 Wochen nach Posen zu fen, auch hatte ich heftige Magensohmerzen und tonnte einem Spezialarzt. Habe Karlsbader, Kissinger und Marienbader Brunnen getrunken, aber dieselben wirkten bei der hartfaft tein Essen mehr vertragen. Nachdem ich 120 Flaschen von nädigen Berstopfung nicht genügend. 3hr Stahlbrunnen hat Threm ,, Berliner Stablbrunnen" getrunten habe, habe ich wieder alle anderen Brunnen übertroffen, er hat mir außerordentliche Blut bekommen, der Schlaf hat sich wieder eingestellt und die Magenbeschwerden sind besser geworden. Ich bin 61 Jahre alt. Dienste getan und ich kann ihn ähnlich Leidenden nur empfehlen. Meine Tochter trant 60 Flaschen„ Berliner Stahlbrunnen" Sch hatte mir das Leiden durch ein kaltes Glas Bier zugezogen. Darm- und Magenkatarrh. Magenkrampf und VerHohensalza, 20. Septbr. 1912, Kirchhofstraße 4. gegen rheumatische Rückenschmerzen. Schon bei der 8. Flasche machte sich der Erfolg bemerkbar und besserte sich täglich zusehends. Jezt kann sie sich wieder flint bewegen. Meine Tochter wird die Kur im Frühjahr wiederholen. Wir sind Ihnen sehr dankbar und werden Ihren Berliner Stahlbrunnen mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Berlin, 5. Januar 1913. Gozkowskystr. 24, IV. Sr. E. Zepernick, Auf Ihre gütige Anfrage teile ich Ihnen mit, daß ich Ihnen nicht nur die Erlaubnis gebe, sondern ich möchte Gie sogar bitten, meinen guten Erfolg mit Ihrem Berliner Stahl brunnen zu veröffentlichen. Ich danke Gott, daß ich durch Bufall The Snferat in der Beitung vom 18. August gelesen habe, bin ich doch durch die Kur so gut geholfen worden. Ich werde Ihren Brunnen überall empfehlen. Berlin, 16. Januar 1913. Goglowslyftraße 24 IV. Frau E. Zepernik. W. Drews, Wirtschaftsinspettor. Brieskow, 10. August 1912. Aufseher Friedrich Brunnert. Shr Brunnen hat mir bei starker Blutarmut, chronischem stopfung gute Dienste getan. Bin ein ganzes Jahr nicht vom Arzt fortgekommen. Nach dem Verbrauch von 30 Fl. fühle Ihr Berliner Stahlbrunnen hat meiner Frau bei ihrer ich mich gestärkt, habe ganz anderen Lebensmut. Effen und Basedowschen Krankheit wunderbare Dienste geleistet. Trinken schmedt wieder, was ich nur Ihnen zu verdanken habe. Als einziges Mittel galt die Entfernung einiger Herz- Ich bitte Sie, dies zum Wohle der Meuschheit zu veröffentlichen. Rodmals meinen herzlichsten Dank! drüsen. Ihr Stahlbrunnen aber hat meine Frau wieder auf Berlin, 9. August 1912. die Beine gebracht, und ich habe ihn schon sehr viel weiter empfohlen. Berlin, 26. August 1912, Carl Jürschke. Prenzlauer Str. 27. Teile Ihnen gerne mit, daß ich den Berliner Stahlbrunnen wegen Appetitlosigkeit und allgemeiner Körper schwäche getrunten habe, und hat mir derselbe stets gute Dienste getan. Lengte, 27. Angust 1912. Fran E. Gande. Jch teile Jhren hierdurch mit, daß ich dank Ihrem Berliner Stahlbrunnen von meinem Blasenleiden( owie Kopfsohmerzen gänzlich befreit bin. Berlin, 28. August 1912. Bitte hiermit, die 30 leeren Flaschen abholen zu lassen, da Schererstraße 5, II. Fran Hulda Schneege. nach Anordnung des Arztes bie Kur beendet ist. Mein Gelenkrheumatismus hat sich so gebeffert, daß ich wenig meiner Schwiegermutter von einem Nieren- und BlasenRann Ihnen mitteilen, daß Ihr Berliner Stahlbrunnen mehr davon spüre, was ich wohl erst dem Stahlbrunnen ver. Leiden geholfen hat. Außerdem hat sie guten Appetit und dante, denn trog der Krankenhausbehandlung, der verordneten Lohtannin- und Glühlichtbäder, elettrischer Bestrahlung und gesundes Allgemein befinden danach bekommen. Einreibungen der verschiedensten Art wollten Schmerzen und Steifigkeit der Gelenke nicht weichen, teilweise war sogar wieder starke Geschwulst vorhanden, besonders im Anie, daß Berlin, 18. Auguit 1912, Antwerpener Str. 6. R. Resohke. mir das Gehen schwer fiel und ich schon dachte, wieder arbeitsräumen von 2-4 Wochen von schweren Gallensteinkoliken Meine Frau wurde schon mehrere Jahre lang in Swischen. richtige Befferung verspürt und jegt fühle ich mich wirklich befallen und geplagt, so daß ich mich zu einem Versuch mit wohl. Die Gelentigkeit hat sich wieder eingestellt; ber Appetit Ihrem Stahlbrunnen" entschloß. Nach Gebrauch von 120 war vorher nicht der beste, jegt aber schmeckt alles ausge- Flaschen ist das Befinden so gebeffert, daß wir schon beinahe zeichnet und auch an Rörpergewicht habe ich zugenommen. Jahr kein Heilmittel mehr brauchen. Die Anfälle kommen Seinerzeit war bei meiner Arbeitsunfähigkeit die ia vereinzelt noch wieder, sind aber ganz leichter Natur und Diagnose auf Gelenkrheumatismus und im späteren Ver- glaube ich, daß nach einer noch beabsichtigten Nachkur mit dem lauf auf Neuralgie gestellt worden, so daß also beides vor- ch werde den Stahlbrunnen", schon weil er sich so gut und Brunnen auch der lezte Rest des Leidens behoben sein wird. handen gewesen ist. leicht nehmen läßt, stets weiter empfehlen. Charlottenburg, 4. Dezember 1912. Tempelhof, 10. August 1912 Potsdamer Str. 44. Berliner Str. 41-42. Friedrich Kokert. Liebenwalder Str. 16a. Fran Berta Hildebrandt. Teile Ihnen hierdurch mit, daß mir Shr Berliner Cingl. brunnen sehr gute Dienste geleistet hat, da ich doch jahrelang Kopf- und Magenschmerzen, gelitten habe. Seht will ich an Herz- Nervenschmerzen, verbunden mit furchtbaren verjuchen, mit Ihrem Stahlbrunnen gegen Veitstanz bet meiner Entelin, da ich hoffe, derselbe wird auch gegen diefes Leiden helfen. Berlin, 5. Juni 1912, Stolpische Str. 43, Quergebäude I. Frau Wilhelmine Füting. Ersuche um Abholung der leeren Flaschen. Der Brunnen hat meiner Frau gegen Nervenschmerzen und mir zur allgemeinen Hebung der Körperkräfte geholfen. Charlottenburg, 13. Mat 1912, Wilmersdorfer Str. 107. Paul Haring. Ihr Stahlbrunnen bat sich bei meinem langjährigen Gelenkrheumatismus sowie Blutarmut sehr gut bewährt. Um einer Jahr im Frühling und Herbst eine Trinktur zu wiederholen. Wiederkehr meines Leidens vorzubeugen, bin ich entschlossen, jebes. Georgenkirchstr. 1a. H. Glösenkamp. Thr Stahlbrunnen hat mir sehr gute Dienste getan, Luftröhrenkatarrh und Asthma find gänzlich verschwunden, wofür ich Ihnen meinen besten Dank sage. Ich kann es jedem Leidenden empfehlen. Pankow, 9. Mat 1912, Grunowstraße 4. Frau Natisch. Drucksachen mit weiteren Hellertolgen kostenlos Ferdinand Gleiohmar Analyse: triamchlorid 1.202, Natriumsulfat 20.920, Kaliumsulfat 4.172, Magnesiumsulfat 1.160, Mangansulfat 0.14, Eisenkarbonat 2.197 in 10 000 Teilen. Wir liefern für Groß- Berlin frei Haus und nehmen die leeren Flaschen zurück. Für Stadtinneres erfolgt tägliche Bufstellung, für Stadtäußeres zweimalige Buftellung à 15 Flaschen( Pfand 1.50), für Vororte Bustellung von 30 Flaschen zusammen( Pfand 3.00), für Provinz oder Ausland Bahntiste à 30 Flaschen( Pfand 5.00) frei zur Bahn. Der Kur- Preis ist vorauszuzahlen und fosten 30 Flaschen 10.- Mark, 60 Flaschen 17., 90 Flaschen 24.-, 120 Flaschen 30.-, Nachbestellungen vor Ablauf von 10 Wochen find 2.- Mark billiger. ,, Berliner Stahlbrunnen( Apotheker Kumbier's Erben) G. m. b. H., Berlin NW, Marienstrasse 30. Fernsprech- Anschlüsse: Amt Norben 5631 und 4832. Fabrik gearündet 1885. Berantwortlicher Rebatteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil berantw.: Tb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderet u. Beclagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. r. 105. 30. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Hus der Frauenbewegung. Wir feiern unfer Blütenfest! Kein geftgeläute von den Glockenstühlen, kein frommes Orgelspiel, fein Kerzenschimmer und keines Priesters Singen und Beten in den Brachtgewölben düsterer, kalter Kirchen, unserem Fest zu Ehren. Aber draußen in den Wäldern spielt der Frühlingssturm sein urgewaltig festlich Lied und auf Bergen und Tälern liegt weich und warm wie Mutterliebe der Maiensonnenschein und läßt Millionen Tautropfen an den jungen Blüten und Gräsern glißern und funkeln. Als das internationale Proletariat 1889 aus eigener Machtvollkommenheit den Tag des ersten Maien zum Weltfeiertage einsetzte, da stockte der Bourgeoisie der Herzschlag vor feiger Angst. Sie witterte es mit haßgeschärften Sinnen: da wird ein Wegzeichen aufgerichtet, das aus den glorreichen Tagen der Kommune, der ersten proletarischen Revofution, in die Zukunft weist, das den Gedanken dieser RevoIution verkörpert. Der Haß der besigenden Klassen entflammte, ihre Brutalität wurde wach und suchte sich ihre Opfer. 1891 empfing der Weltfeiertag seine Bluttaufe in Frankreich, dem Lande der bürgerlichen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit." Das Proletariat ließ sich die Freude an seinem Feit nicht nehmen und nicht die trogige Zuversicht. Es wußte und der Haß seiner Feinde bewies es ihm, daß es mit der Maifeier seiner Rüstkammer eine neue Waffe einverleibt hatte, die sich in seinem Befreiungskampfe bewähren würde. So sah es ruhig hinweg über die schändlichen Provokationen und Gewaltakte, mit denen die herrschenden Klaffen seine Willensäußerung zu unterbinden unterbinden trachteten. So er trug es gelassen den Spott und Sohn über das„ totgeborene Kind", mit dem es überschüttet wurde, als die Machthaber angesichts der weiteren friedlichen Entwickelung der Arbeiterbewegung das Uebermaß ihrer Furcht losgeworden und nun nach Kinderart verlachten, wovor sie erst gezittert und gebangt. Suffragettes und Suffragifts. Donnerstag, 1. Mai 1913. Frauenftimmrecht. Handwerkerinnen; es sind jetzt 63, 1911 waren es 5. In 36 Kammer bezirken sind jetzt 939 Frauen Mitglieder der Gesellenprüfungss Zwei Engländerinnen hielten in diesen Tagen öffentliche Vorausschüsse, in 39 Bezirken 585 Frauen in den Meisterprüfungsträge über die Frauenstimmrechtsbewegung in ihrem Lande ab. Der fommissionen. Demgegenüber bestehen einschließlich Berlin für Sozialethischer Fragen, hatte sich in Mrs. Ashton eine Suffragette, bildungsschulen, davon 6 in Süddeutschland, Fachschulen Kulturbund Asgard, ein bürgerlicher Diskutierklub zur Erörterung Mädchen bislang nur in 9 Kammerbezirken Pflicht- Forteine Vertreterin jener streitbaren Richtung der Stimmrechtsbewegung bezw. Fachklassen bestehen in 8 Bezirken. An männlichen Fachschulen verschrieben. Mrs. Ashton begründete furz die Notwendigkeit der sind die Mädchen in 9 Bezirken meist für einige Gewerbe zugelassen. Erringung des Bürgerrechts für die Frau, die durch total veraltete Dr. Rosa Kempf behandelte darauf das Interesse der Industrie Gefeße in England dem Manne gegenüber noch weit mehr benach an der fachgewerblichen Ausbildung der weiblichen Arbeiterschaft. teiligt sei als in anderen Ländern. Diese rechtlichen Benachteiligungen, Ihre Ausführungen gingen dahin, daß eine spezifisch fachgewerbliche dazu ungemein niedrige Frauenlöhne, bewirten eine erschreckende Bu-( Handwerksmäßige) Ausbildung mit mehrjähriger Lehre nur für eine nahme von Unittlichkeit und Verbrechen. Der Beseitigung dieser fleine Zahl von hochqualifizierten Arbeiterinnen nötig sei, während Zustände durch das Stimmrecht gelte der Kampf der Suffragettes. für die große Zahl der ungelernten Arbeiterinnen eine Ausbildung Wie sich mit diesem Radikalismus diesem Radikalismus die oft und deutlich einfacher Art( technische Schulung zu einfachen handlichen Fertig genug ausgesprochene Abneigung der Suffragettes gegen ein all- feiten) zu fordern sei. In diesen Fachschulen hätte eine Erziehung gemeines, allen Frauen und Männern zustehendes Wahlrecht, ihr zur allgemeinen Gewandtheit, ruhigen Ueberlegung und geistigen begeistertes Eintreten für ein beschränktes Damen- Wahlrecht verträgt, Beweglichkeit an der Arbeit an einfachen Maschinen zu erfolgen; verriet Mrs. Ashton nicht. Sie fezte dann auseinander, warum die eine einseitige Ausbildung( Trainierung zu bestimmten Fertigkeiten) Suffragettes so rabiat geworden jeien". 50 Jahre ruhigen Arbeitens fei dagegen nicht anzustreben. Wichtiger noch für die Induſtrie sei hätten zu nichts geführt. Sie machten von dem durch englisches Gesetz die algemeine Ausbildung der gesamten Arbeiterinnenschaft durch gewährleisteten Rechte der Anfragen an die Minister über ihre ein modernes Unterrichts- und Erziehungssystem, dessen Krönung Demonstrationen Gebrauch, wobei es zu den bekannten Zusammen- lichen Wirkung wegen für die späteren Mütter müßten diese Fort Stellung zum Frauenwahlrecht, vom Rechte der Deputationen und die gewerbliche Pflichtfortbildungsschule bilden würde. Der erzieh fößen mit mit der Polizei kam. Die Erbitterung stieg in bildungsschulen für alle Mädchen obligatorisch sein. Weitere gebeunehrlichen Haltung des Miniſters Asquith den Vorträge behandelten Lehrwerkstätten und Schulen in der TextilFrauenforderungen gegenüber und nicht nicht zuletzt durch die industrie, Schulen für Wäschekonfektion, das Bukmachergewerbe und unwürdige Behandlung verhafteter Suffragettes im Gefängnis. die Frau im Friseurgewerbe. Weil man sie nicht als politische, sondern wie gemeine Verbrecher, Spizbuben, Zuhälter usw. behandelte, traten die gefangenen Suffra gettes in den Hungerstreit ein. Der Hungerstreit endete gewöhnlich Frauen bor dem englischen Unterhause. Genosse Keir mit der Zwangsfütterung der Inhaftierten, wobei es zu den unglaublichsten Brutalitäten fam. Durch diese Folterungen glauben Hardie hat der englischen Volksvertretung eine Betition bie Suffragetten- damit schloß Mrs. Ashton- neuen, berechtigten unterbreitet, die die Unterschriften der Schriftführerinnen folgenAnlaß zu haben zu ihren bekannten Racheaften. der Frauenorganisationen trägt: der Genossenschaftsgilde der Als Vertreterin der Suffragist- Bewegung, der ge- Nationalen Verbandes der Hebammen. Der Inhalt der Bittschrift mäßigten, älteren und viel umfassenderen Richtung in der englischen lautet: Da der Speater uns mitgeteilt hat, daß es in der Macht Frauenstimmrechtsbewegung sprach Miß Sheepsbants im Ver- Ihres ehrenwerten Hauses liegt, eine Resolution anzunehmen, die band für Frauenstimmrecht. Die Referentin würdigte in einem es den Frauen erlauben würde, vor dem Hause zu erscheinen, Rückblick auf das neunzehnte Jahrhundert das Erwachen der bitten wir, die wir 34 500 Arbeiterinnen vertreten, das ehrentverte Frau zum Verständnis öffentlicher Angelegenheiten. Auf Haus, eine derartige Resolution anzunehmen, damit wir dem Hause vielen Gebieten schienen selbst dem Staat die Erfahrungen der deren besondere Ansprüche auf das Stimmrecht unterbreiten können, Der revolutionäre Geist ist in der Maifeier heute noch Frauen unentbehrlich, und so wirken jetzt Frauen in der Kranken- da wir fühlen, daß der Ausschluß der Arbeiterinnen von den lebendig. versicherungskommission, in der Fabrik- und Gefängnisaufsicht. In Bürgerrechten für die Nation aus folgenden Gründen schäd Er spricht aus der Forderung nach politischer der Gemeinde betätigten sich die Frauen bei der Gründung von lich ist: Erstens Gleichberechtigung für alle Glieder des Proletariats Schulen, in der Reform der sozialen Hilfstätigkeit, in der Armentveil die Frauen als Lohnarbeiterinnen in der wirtDie Eroberung der politischen Macht ist für die unterdrückten fürsorge usw. Fortschritte auf allen diesen Gebieten wurden nicht schaftlichen Welt eine schwächere Position einnehmen als die Männer Massen die erste Vorbedingung zur Beseitigung des Klaffen- nur ungemein erschwert, sondern vielfach unmöglich gemacht, und deshalb besonders des Schutzes des Stimmrechts bei der wirt. weil die Einwirkung auf die staats, zum Aufbau der neuen Gesellschaft. Gesetzgebung durch das schaftlichen Gesetzgebung, die Arbeiterinnen betrifft, bedürfen. Die VerZweitens die Mehrheit weil der verheirateten Arbeiterfrauen, politische Stimmrecht der Frauen versagt war. Er spricht aus der Forderung nach Verkürzung der leihung des beschränkten aktiven und passiven Kommunalwahlrechts die feine Lohnarbeiterinnen sind, als Ausgeber der Löhne von aller Arbeitszeit, nach durchgreifendem Schuß der Ar- an die Frauen erfolgte 1867; bei der Gründung der Grafschaftsräte wirtschaftlicher Gesetzgebung und sozialer Fragen wie Steuer-, Schul-, beitskraft. Im Zehnstundentage, sagt Marr, beginnt 1888 jedoch wurden sie vom Wahlrecht ausgefchloffen. Erst 1907 Wohnungs und Landreform tief betroffen werden. die geistige Wiedergeburt des Proletariats, im Achtstunden- wurde ihnen auch dieses Stimmrecht gewährt und das Kommunalweil das Leben der Frauen durch Fragen wie die tage wird sie vollendet. Der Arbeiter muß Muße haben, um wahlrecht, das bisher nur Witwen und alleinstehende Frauen ein allgemeine Wehrpflicht und die auswärtige Politit sehr beeinflußt feinen Geist bilden zu können und die Erkenntnis in sich auf- fchloß, auf die verheirateten Frauen ausgedehnt. Die Bewegung wird und sie deshalb als Bürgerinnen mit entscheiden sollten. zunehmen, die allein ihn für den Kampf seiner Klasse be- für das politische Stimmrecht erhielt einen mächtigen Antrieb, als fähigt. Das gilt doppelt für die Arbeiterin, die unter die englischen Kolonien in Neuseeland und Australien ihren Frauen das Wahlrecht gaben, das sich dort glänzend bewährt hat, wie u. a. ziviefacher Arbeitslaft in der Fabrik und im Haushalte die warmen Anerkennungen der Minister jener Länder beweisen. feufzt und die als Glied des unterdrückten Geschlechts Gleichzeitig verschärfte sich die Unzufriedenheit der Engländerinnen auch noch die Hemmnisse der tausendjährigen Unfreiheit zu mit ihrer rechtlichen Stellung, mit all' den Gesetzen, die überwinden hat. Auch förperliche Kraft und Gesundheit vielmehr den Schutz des Eigentums als den der Person zum muß das Proletariat sich erringen durch Verbesserung der 3wed haben. Dazu kam die veränderte wirtschaftliche Lage, Arbeitsbedingungen und Verbilligung der Lebenshaltung die gegenwärtig 5 Millionen Frauen aus dem Hause und in die Zu gleicher Zeit reichte auch Lord Robert Cecil eine ähnliche wenn es den zermürbenden Einflüssen des Kapitalismus Industrie hineingerissen hat. Nur 250 000 Frauen find in den Ge- Petition für vier bürgerliche Frauenorganisationen ein. standhalten und seinen Kampf zum Siege führen will. werkschaften organisiert. Mit der ersten Bittschrift, die 1867 der Herrn Dickinson eingebrachte Frauenstimmrechtsvorlage wird am Der revolutionäre Geist unseres Maienfestes offenbart Regierung von Frauen überreicht wurde, begann der Kampf um 6. Mai zur zweiten Lesung kommen. Es wird dann ein Antrag gepie Erringung des Frauenwahlrechts. Siebenmal hat inzwischen stellt werden, die Petitionen zu beraten, und wenn dieser Antrag fich aber am deutlichsten in der Forderung des Völfe ein Gesezentwurf über das Frauenwahlrecht die 2. Lesung im Bar- durchgeht, wird ein weiterer Antrag, die Bittsteller anzuhören, gefriedens. Mit dieser Forderung sagt das arbeitende lament passiert. Jedesmal scheiterte er an dem Widerstande der stellt werden. Es besteht somit die Aussicht, daß in einigen Tagen Volf dem mächtigsten Zwvinguri des Kapitalismus Kampf an Regierung, die in dieser Frage uneinig ist. Seit 1886 ist in der die englischen Frauen durch den Mund ihrer Organisationsleiter dem und Vernichtung. Kampf diesem waffenſtarrenden fonservativen wie in der liberalen Partei eine Mehrheit für das Unterhause ihre Forderungen unterbreiten werden. Frieden", der mit erzenen Sandalen über die Erde schreitet, Frauenstimmrecht vorhanden, aber feine der beiden Parteien will Eine Männerliga für Frauenstimmrecht soll nun auch in Wien auf ihrem Antlige greuelvolle Spuren der Verwüstung zu geschlossen dafür eintreten. Die Frauenstimmrechtsbewegung 000 und ebensoviele fon- der rücklassend. Er reißt den Habenichtsen das Hemd vom Leibe fervative organisierte Frauen, die bei allen Wahlen mitarbeiten. Frauenstimmrechtskonferenz in Wien, der die Tagung des Weltbundes und treibt ihre und treibt ihre Söhne in immer größerer Rahl in die Die Arbeiterpartei hat auf ihrem letzten Kongres beschlossen, in Budapest vorausgehen wird, soll die Konstituierung der MännerKasernen. Dort stempelt er sie zu willenlosen Werkzeugen jebe Wahlreform abzulehnen, die nicht die Frauen einschließt. Die liga erfolgen. der herrschenden Klassen und zwingt sie nicht nur, auf ihre Suffragists wollen nun bei den Wahlen für die Arbeiterpartei Bei den italienischen Parlamentswahlen wird zum ersten Male Brüder jenseits der Grenze, sondern im Notfall" auch auf arbeiten, um der liberalen Partei möglichst viele Sige im Barla- auch eine Frau kandidieren und zwar ist es die Dichterin Grazia Bater und Mutter zu schießen. ment zu entreißen und schließlich ein einiges, dem Frauenstimmrecht Deledda. günstiges Ministerium zu bekommen. Kampf und Vernichtung dem Imperialismus, der nur dem Profitinteresse der Kapitalisten dient. Um feinetwillen bleichen die Knochen unserer Söhne in den Sümpfen Chinas, in den Sandwüsten Südwestafrikas. -frauenarbeit. Drittens Viertens weil die Fähigkeit der Frauen für den öffentlichen Dienst, so lange sie von dem Nate der Nation ausgeschlossen sind, dem Staate verloren geht. Fünftens tveil die Gerechtigkeit die politische Freiheit für die Männer wie für die Frauen verlangt und die Vorenthaltung dieser Freiheit die Arbeiterinnen in dem Kampfe hindert, den sie täglich führen, um die Last der Armut von ihrem Heim zu heben und für ihre Kinder eine glücklichere Zukunft zu gewinnen." Mutter und Kind. Die von Ein merkwürdiger Gerichtsfall, der einen Einblick in die Ent wicklung der englischen Frauen zur Selbständigkeit gewährt, ereignete sich vor einigen Tagen in einer fleinen Stadt in Lancashire. Eine Weberin, die 25 Schilling die Woche verdiente, verklagte ihren bes Beklagten war, daß er sich mehrere Male bereit erklärt habe, Liebhaber, den Vater ihres Kindes, auf Alimente. Die Verteidigung Arbeiterinnenausbeutung und bürgerliche Wohltätigkeit. Das Aus dem Völkerfrieden nur kann die Völferfreiheit er- gute Herz" der Bourgeoisie will sich oft betätigen, wo Verstand blühen. Erst müssen wir weit über wüſtes Land, über harte, und soziale Einsicht die schärfsten Maßnahmen fordern müßten. So blühen. Erst müssen wir weit über wüſtes Land, über harte, wurde dieser Tage in der bürgerlichen Preſſe aus Brüssel berichtet, blutgetränkte Felder schreiten, erst müssen wir die dichten es habe sich dort aus wohltätigen Damen und freigebigen Männern" ein das Mädchen zu heiraten, worauf diese jedoch nicht eingehen Dornenhecken niederreißen, bevor wir unseren Fuß jegen somitee gebildet, um den armen Mädchen Blumen in die Wohnung zu wollte. Die junge Mutter leugnete nicht, daß ihr der Vater können in das gelobte Land des freien Menschentums. Immer schenken, den Mädchen, die vierzehn Stunden des Tages in Schneidermehr, immer mehr reihen sich in den Zug, immer ungestümer werkstätten nähen, deren Beine müde werden hinter dem Ladentisch, ihres Kindes Heiratsanträge gemacht und ihr erklärt habe, drängt es vorwärts. Die am meisten gefnechtet waren und die außer dem halben Sonntag und dem Zahltag und einem freund- er tolle eine Wohnungseinrichtung auf Abzahlung kaufen. Sie hatte ihm erwidert, fie zöge cå vor, gequält, die am tiefsten im Dunkel standen die Frauen lichen Bewunderer sonst nichts Erheiterndes besigen." Nach noch einige Jahre bei ihren Eltern zu bleiben. Des hungernden Volfes, sie strömen in hellen Haufen herbei Geschmack und Sehnsucht sollen diese Mädchen von den„ begüterten fragte die Klägerin, ob es denn nicht besser sei, die Vorschläge seines Der Rechtsantvalt des Beklagten und nehmen sich den einen Tag voraus auf die kommende Spendern" Blumen geschenkt bekommen. Und dieſe, zarte Betätigung Klienten anzunehmen, anstatt ein uneheliches Kind zu haben. DaFreiheit: bleiche Mädchen, deren verkümmerte Jugend heute sich dabei um keine geringe Arbeit handelt. Denn„ von den armen anwalt:„ Sie sehen es nicht ein; aber alle anständigen Leute sehen des Wohltätigkeitsfinnes nehmen die Herrschaften auf sich, obwohl es rauf erwiderte das Mädchen:„ Nun, das sehe ich nicht ein." Rechtsfür einige Stunden erblüht, junge Mütter, das Kind an der Mädchen sind die meisten recht schüchtern, sie wagen nicht oft, ihren es ein."" Mädchen: Alle anständigen Leute sehen es nicht ein; Brust, Greifinnen, die in langen Jahren ihres Lebens härteste Wunsch nach einem Rosenstrauch oder Azaleentöpfchen auszusprechen... einige haben ein, zwei und drei Kinder und sind dennoch anständig. Zucht erfahren. Und die hehrste Frauentugend die Hingabe, Sie wohnen auch(!) in Brüssel sehr dürftig, sehr hoch und Der Anwalt der Klägerin hatte 4 Schilling die Woche Alimente gedie nicht deutelt und fragt was werde ich dafür leiden müssen? dennoch sehr dumpfig." Das wird nun anders werden, die diese demütigste und stolzeste Tugend, die in Millionen schlief abgeschundene, abgehegte Arbeiterin oder Ladenmamsell findet nun auf fordert. Diese Summe fetzte der Gerichtshof in Anbetracht der oder nur kümmerlich, verzerrt ans Licht treten konnte, sie dem Fensterbrett ihrer elenden Behausung Reseda, Geranien, Rofen eigentümlichen Umstände auf 32 Schilling herab. Der halbe bricht mit urgewaltiger Kraft hervor. oder Azaleen, die ihr ein„ begüteter Spender" dorthin brachte. Schilling war wohl die Sühne für die Mißachtung der bürgerlichen Das ist es, was der Maientag uns Frauen gibt: Schidialsgenossinnen der Arbeiterin selbst, bestimmt zu darben und Moral und die Weigerung der Mutter, ihr junges Leben auf dem daß er uns hinaushebt aus dem engen Kreis unseres Arbeitszeit, freier Sonntag können das traurige Dasein der Arbeitezu verwelfen! Nicht Blumen, sondern höherer Sohn, fürzere Altar des Abschlagszahlungssystems zu opfern. Schaffens, unserer Sorgeit, daß er uns die Schönheit der rinnen freundlicher gestalten. Bürgerliche Bewegung. Welt sehen und das Glück der Freiheit ahnen läßt. Und jedes Frauenherz wird den lichten Strahl hegen, der lung des Verbandes für handwerksmäßige und fachgewerbliche Graz abgehalten. Frau Daith Minor fegte sich besonders für die Die Frau im Handwerk und Gewerbe. Auf der Hauptversamm- Der österreichische Frauenbundestag wurde in da in sein Dunkel gefallen ist und wird ihn sorglich in das Ausbildung der Frau( am 25. und 26. April) berichtete Dr. Ausgestaltung der Kostümleihanstalt für Schauspielerinnen ein. Frau Kleine Herz des Kinder senken. Und die Heranwachsenden Elisabeth Lüders in ihrer Begrüßungsrede über den Stand der Ilstein forderte eine ländliche Pflichtfortbildungsschule für werdens den Müttern danken, daß sie nicht hoffnungslos im heutigen Ausbildung der weiblichen Arbeiterschaft Die Zahl der Mädchen. Von Vereinen in Mähren und Schlesien wurde zur Dunkel irren mußten, bevor sie den Weg zum Reiche der Handwerkskammern, die das weibliche Lehrlingswesen regeln, be- förperlichen Ertüchtigung des Frauengeschlechts gefordert, daß Freien fanden. trägt 64. Doch steht die Ausbildung der Mädchen immer noch hinter der Bund österreichischer Frauenvereine Jugendspiele, Turnen, Zu Millionen stehen wir. Unsere Saaten keimen, die der der Knaben zurück. Gleiche Lehrzeiten für Knaben und Mädchen Wanderungen, Schwimmen, Eis- und Schneelauf arrangiere und Anospen schwellen am Baume unserer Zukunft und öffnen in allen Berufen gaben 27 Stammern an. Die Anzahl der ordnungs- daß die Unterrichtsverwaltung an allen Mädchenschulen drei obligate mäßig in Lehrlingsrollen eingetragenen weiblichen Lehrlinge Spiel- und Turnnachmittage einführe. An sozialpolitischen Fragen fich im Maiensonnenschein. beträgt jezt in 45 Stammern 18 700. Aehnlich ist die Entwickelung wurde noch die der rechtlichen Stellung der Privatlehrerinnen bein den Gesellenprüfungen. 1909 hatten 23 Kammern weibliche Ge- handelt, und Frau Meisel forderte namens des Reichsvereins der fellen, 1913 zählten 45 Kammern 5912 weibliche Gesellen und 2041 Postbeamtinnen die Beistellung weiblicher Aerzte für die UnterMeisterinnen, Auffallend ist die große Zahl der Fachvereine für suchung weiblicher Beamten. Wir feiern heut das Blütenfest: Die Sonne der Menschheit steigt und läßt Unsern Enteln die Früchte reifen." " Achtung! Gewerkschaften. Achtung! Oeffentliche politische Versammlungen am 1. Mai Sämtliche Versammlungen finden mittags 12 Uhr mit Hilfsarbeitern und Frauen statt. Die Tagesordnung in sämtlichen Versammlungen lautet: Die Bedeutung des 1. Mai. Glafer. Ausflug mit Frauen nach Friedrichshagen am Müggelfee. Treffpunkt um 8 Uhr im Gewerkschafts. haus; Abmarsh um Bunit 8%, lhr nach dem Schlesischen Bahnhof. Nichteilnehmer am Ausflug Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen. Santurer Str. 111. Ref.: Gen. Wtag Sele), schließen sich der Versammlung der Glasarbeiter an. Glasarbeiter, Glasschleifer, Glasbläser, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen. Comenius. Säle, Memeler Straße 67. Referent: Genosse J. Knoll. Treffpunkt um 10%, Uhr bei Lohann, Neue Jakobstraße 26. Abmarsch 11 Uhr. Referent: Genosse Maffini. Graphisches Gewerbe. Gruppenversammlung: Bockbrauerei leia. Am Tempelhofer Berg Alle dazu gehörigen Branchen: Buchdruder, Buchdruckereihilfsarbeiter und Arbeiterinnen, Schriftgießer, Photographen, Stereotypeure, Lithographen und Steindruder, Xylographen, Notenstecher, Formstecher und Tapetenbruder kommen in der Gruppenversammlung zusammen. Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen, Kaufleute und Lagerhalter. In den Brachthälen Handels, Transport- und Verkehrsgewerbe. In den Konkordia- Festfähen, Andreasſtr. 64. Alt- Berlin, Blumenstraße 10. Referent: Genosse Erich Kuttner. Referent: Genosse Ströbel. Ehrenfache eines jeben Kollegen muß es sein, für einen wirklich guten Besuch dieser Versammlung zu forgen. Erscheint wie immer in Massen, Lederbearbeitung. Gruppenversammlung bei Schmidt, Prinzenallee 33. Referent: Genosse Fromte. Brauerei und Mühlenarbeiter. in Saverlands Festfälen( früher Dräſels Festfäle), Neue FriedrichNahrungs- und Genußmittelgewerbe. In Boerers Festfälen, Beberſtraße 17. Referent: Genoffe straße 35. Referent: Genosse Gustav Link. Stefan Hulitschke. Fleischer. Treffpunkt 11 Uhr bei Bächtler, Elisabethstraße 11. Gastwirtsgehilfen, Caféangestellte, Hoteldiener, Friseure, Barbiere, Gärtner, Muster, Schneider und Schneiderinnen, Wäsche- und Krawattenarbeiterinnen und Zuschneider. Tabafarbeiter und Arbeiterinnen, Zigarrensortierer gehen direkt in die Versammlung. Jm Elysium", Landsberger Allee 40. Referent: Genosse Sabath und in Kellers Philharmonie", Köpenider Straße 96/97. Referent: Genosse Schärtl. Stönigstr. 7. Wäsche, Krawatten- und Korsettbranche. Treffpunkt vormittags 10 Uhr: Lunafäle, Reue Asphalteure und Pappdachdecker. Im„ Gewerkschaftshaus"( Saal 3), Engelufer 15. Referent: Bäcker und Konditoren. Im Marinehaus"( großer Saal), Brandenburger Ufer 1. Referent: Genoffe A. Nitter. Genoffe Frit Zubeil. Holz, Stein- und Gipsbildhauer und Modelleure. In der„ Alhambra“, Wallner- Theater Straße 15. Referent: Genosse Rudolf Wiffell. Bootsbauer. Sm Arbeitsnachweislokal, Stralauer Allee 17e. Referent: Genosse Richter. Bureau- Angestellte begeben sich in die ihnen am nächsten gelegenen Bersammlungen. Jm Lokal( Breuers Festfäle), Treffpunkt: Buchbinderbranche 10 Uhr bei Berch, Ritterstr. 75. Kartonbranche 10 Uhr im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Luxuspapierbranche 10 Uhr im Fürstenhof", Köpenider Straße 137. Referent: Genosse S. Katzenstein. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Ane Branchen in der Berliner Bockbraueret, Tempelhofer Berg. Dachdecker. In Fris Wilkes Feſtſälen, Sebaſtianſtr. 39. Referent: Genoſſe Robert Feubel. fabrikarbeiter. 2 Versammlungen im Englischen Garten“, aleganderstr. 27c. Referenten: Genoffe Adler- Harburg und Genosse Kamp- Bielefeld. Gemeindearbeiter. In den„ Andre as- Festiälen"( großer Saal), Andreasstr. 21. Referent: Genosse Dr. Breitscheid. Holzarbeiter. Für alle Branchen in der„ Meuen Welt", Safenheide 108-114. Bürsten macher. Treffpunkt vormittags 10 Uhr, bei Preuß, Holzmarktstraße 65. str. 6/7. Ref.: Gen. Frau Klara Weyl. Referent: Genoffe Franz Scheffel. Hntmacher, Blumen-, Federnarbeiter und-Arbeiterinnen. In Wolfgramms Feſtjälen", Ader. Kupferschmiede. Bei Obiglo, Schwedter Str. 28/24. Referent: Genosse Hecht. Kürschner. In den, wufikerfälen“, Kaiser- Wilhelm- Straße 18a. Referent: Genoſſe Klük. Maler und Lackierer. Sn tiems Bestfälen, Hasenheide 14/15. Referent: Genosse E. Dittmer. Metallarbeiter. In der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23. Referent: Genosse Robert Schmidt. Maschiniften und Heizer. In den„ rminhallen", Stommandantenstraße 57. Schuhwaren- Industrie. Im Schweizer Garten", Am Friedrichshain 29/32. Referent: Genoffe Saffenbach. Porzellanarbeiter und Schildermaler. Im Gewerkschaftshause( Saal 1), Engelufer 15. Sattler und Portefeuiller. In den„ Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59. Ref.: Gen.O. Büchner. Steinarbeiter. In den„ Germania- Prachtsälen, Chauffeeftr. 110( großer Saal). Steinseher, Rammer und Steinhauer. In den„ Sophien- Sälen( großer Saal), Sophienſtr. 17/18. Tapezierer. In wendts Festsälen", Beuthstraße 21. Referent: Genosse F. Spliebt. Textilarbeiter. In den„ Prachtsälen Alt- Berlin", Blumenstr. 10. Referent: Genosse Karl Schrader Theater- und Kino- Angestellte begeben sich in die ihnen am nächsten gelegenen Bersammlungen. Töpfer. Sm, Gewerkschaftshaus"( großer Saal), Engelufer 15. Referent: Genosse A. Schmit. " Referent: Genosse Johann Schneider. Referent: Genosse Georg Ledebour. Referent: Genoffe Dr. Wehl. Böttcher treffen sich vormittags 10% ung ber Bolsarbeiter nach der" Reuen Welt", sehen in die Zimmerer. In der„ Brauerei Königstadt“, Schönhauser Allee 10. Referent: Genoffe Dr. Moſes. Alle in Berlin stattfindenden Versammlungen gelten durch dieses Juserat als genügend angemeldet. Außerdem finden in Groß- Berlin noch folgende Versammlungen der Unterkommissionen zur Gewerkschaftskommission und anderer Vororte statt: Adlershof. Nachmittags 2 Uhr bei Wöllstein, Bismarcftr. 24. Referent: Genosse S. Weber. Paukow. In Roczidys Gesellschaftshaus, Kreuzftr. 3/4. Referent: Genosse Schlichting. Charlottenburg. Im„ Volkshause“, Rosenstr. 3( großer und Keiney Saal). Referenten: Schöneberg. In den„ Neuen Rathausfälen", Meininger Str. 8. Referent: Genoſſe Eruft Obst. Erkner. Tegel. In trapps Festfälen, Bahnhofstr. 1. Referent: Genosse R. Bahn. die E. Bernstein H. Lehmann. Im Lokal„ Zum alten Krug", Inhaber Degebrodt. Referent: Genoffe Klingler. R. Heinig. Groß- Lichterfelde. Bormittags 8 Uhr bei Nichter, Chausseestr. 104. Referent: Genoffe Tempelhof- Mariendorf- Marienfelde. Bei rahl, Mariendorf, Chauffeestraße, Köpenick. Im„ Köpenicker Geſellſchaftshaus", Inhaber Jarins, Grünauer Str. 31. Referent: Weißensee. In Schloß Weißenfee", Königs- Chauffer 1/4. Referent: Genoffe Koblenzer. Steglitz- Friedenau. Im„ Birkenwäldchen, Schüßenstraße. Referent: Genosse Sillier. Friedrichshagen.( baſelbft Bücher abstempeln). Um 9 Uhr: Gemeinſamer Sapaziergang Ober- Schöneweide. In„ Moerners Blumengarten. Referent: Genoffe 6. Zernice. Genosse Mag Groger. Bormittags 8 Uhr: Busammenkunft in Konrads Festfälen, Friedrichstr. 137 nach Ravenstein. 2 Bellevue", 2. Nöffel. P. " Genosse Lithin. . Düwell: Hennigsdorf a. H. Referent: Genoffe Stahl. 23. Martha Demmning. Referent: Alt- Glienicke. Bei Rodenbusch, Rudower Str. 54. Referentin: Genoffin Berta Lungwik. Bruchmühle. Im Hungrigen Wolfe bei Eggersdorf: Referentin: Genoffin Königs- Wusterhausen. sm„ Alten Schükenhaus". Referent: H. Wahler. Schenkendorf. Bei Otto Pätsch. Referent: Fr. Reit. Lichtenberg. 3m Reſtaurant V. Schwarz, Möllendorffli. 25/26. Referent: Genoſſe Nieder- Schönhausen. Im„ Carlshof“, Inhaber Wahnke, Charlottenstraße. Reinickendorf- Oft. Im Seebab, Residenzftr. 49. Referent: Genoffe Mirus. Reinickendorf- West. Im Restaurant„ Waldschlößchen", Eichbornstraße, Ede Baldstraße. 3 Bersammlungen: Bartich's Festfäle, Hermannstr. 49/50; R. Felich's Feitfäle, Stuefebed ſtr. 48/49 und five ben: Die Geben Sie ein, 3. Hartmann. Neukölln. Referent: Genoffe Künstler. ftraße 147. Referenten: Genossen Zieh, Stühmer, J. Schmargendorf. 3m„ Waldkater, Warnemünder Str. 14/15. Referent: Genosse Johansen. Die Anmeldung der Versammlungen der Vororte haben die Funktionäre der einzelnen Orte in der ortsüblichen Weise zu bewirken. Die Bureaus der Versammlungen werden beauftragt, über die Zahl der Versammlungsbesucher der Redaktion des Vorwärts", LindenStraße 69, schriftliche Mitteilung zu machen. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Alwin Körsten, Engelufer 15 I. Mai- Feier der sozialdemokratischen Wahlvereine am Donnerstag, den 1. Mai 1913. Nachmittags- und Abend- Veranstaltungen. Tagesordnung in den Versammlungen: Die Bedeutung des 1. Mai. Café Gärtner, Holsteiner Ufer 27/28. Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Kliems Festsäle, Hasenheide 13/15. Neue Welt, Hasenheide 108-114. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Ludwig, Treptow, Am Treptower Part. Boekers Gesellschaftshaus, Weberstr. 17. 2 Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain Nr. 16-23. Berlin. Mentes Volksgarten,( Inh. W. Schröter, Lichten-| Josef Frankes Testsäle, Badstr. 19. berg, Röderstr. 28/29. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Konzert- und Festsäle, Roppenſtr. 29. Schweizergarten, Am Königstor. Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 148. Prater- Theater, Kastanien- Allee 7-9. Obiglos Festsäle, Schwedter Str. 23/24. Borussia- Säle, Aderstr. 6/7. Bockbrauerei, Abt. II, Chausseestr. 64. Voigt- Theater, Badstr. 58. Volksgarten- Theater, Badstr. 8. Pharus- Säle, Müllerstr. 142. Brauerei Patzenhofer, Turmstr, 25. Stadt- Theater, Alt- Moabit 47/49. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24 Kastanienwäldchen, Inh. Walter, Badstr. 16. Insel- Restaurant, Plögensee. Referenten: -Oskar Riedel Dr. A. Bernstein Otto Büchner- Klara Bohm- Schuch- Martha Demmning- Wilh. Dentzer- Oskar Ewald Richard Fischer- Paul Hirsch- Karl Jahn- Martha Jeetze Hermann Kuntze Wilhelm Kubig- Willi Kühne- Joachim Klüß- Paul Litfin Andreas Mirus Anna Nemitz- Wilhelm Pfannkuch Fritz Ruf Max Sallen- Karl Thielicke Georg Ucko- Hans Weber- Hermann Weise- Walter Zimmermann. Wahlkreis Teltow Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Adlershof. wollstein, Bismardir. 24. Alt- Glienicke. Rodenbusch, Rudower Str. 54. Baumschulenweg. Sauers Gesellschaftshaus, Bohnsdorf. vula Kahl. Baumschulenstr. 78. Brit. Raddatz, Chauffeeftr. 39. Charlottenburg. Volkshaus, Rojinenstr. 3. Köpenick. Stadttheater, Wilhelmstraße. Dabendorf. Haaker. Diensdorf. Restaurant Zum Scharmützelsee, Eichwalde. wittes Waldschlößchen. Gr.- Besten. Restaurant Meinicke. Wahrendorf, Baeteftr. 7. Gr.- Lichterfelde. Konzert und Tanz bei Erpel, Berliner Straße 129 und E. Richter, Chauffeefstr. 104. Max Barth Heinig Grünau. Duchauffour, Gravelotte. Halbe. Karl Schulze. Schützenhaus. Johannisthal. Lindenhof, Friedrichstr. 60. Königs- Wusterhausen. Wedhorn, Altes Gemeinsamer Spaziergang nach Neue Mühle( Tormann). Lankwik. Prochatzka, Bittoriastr. 41. Lichtenrade- Marienfelde. Wirtshaus Lichtenrade, am Bahnhof. Mariendorf. R. Laar, Chauffeeftr. 305. Mittenwalde. Ernst ingen ann, Gasthof zum Kron: Neumann, prinzen. Neukölln. Vereinsbrauerei. Nieder- Schöneweide. Neptunshain. Nowawes. Ernst Schmidt, Wilhelmstr. 41/43 und . singer, Priesterstr. 31. Petersdorf. Restaurant Schweizergarten. Referenten: Rudow. Restaurant Linderpark. Schenkendorf. Otto Pätsch. Schmargendorf. Schützenhaus, sunbakehleftrake. Schöneberg. Schloßbrauerel, Sauptſtr. 122/124. Steglitz- Friedenau. Birkenwäldchen, Schütenstraße. Teltow. Restaurant Bonow, Berliner Str. 16. Tempelhof. wilhelmsgarten, Berliner Str. 9. Trebbin. Gesellschaftshaus. Treptow. Beylers Gesellschafthaus, Treptower Wannsee. Fürstenhof, O. Ackermann. Wilmersdorf. Viktoriagarten, Wilhelmsaue. Zehlendorf. Wilhelm Miek, Gesellschaftshaus, Bernsdorf- Friedersdorf. in Dannenreich. Karlstraße 12. Versammlung Marie Böhm Hermann Clajus- Wilhelm Conrad Ernst Däumig- Agnes Fahrenwald- Theodor Glocke- Julius Grunow- Konrad Hänisch Paul John Richard Küter Paul Lange Altlandsberg( Süd). Thomas Schmidt. Bernan. Franz Salzmann, Basdorfer Straße. Bruno Lieske Hermann Sonnenburg Albin Mohs Alfred Scholz Leo Ostrowski Theodor Richter Tost Fritz Voß. Wahlkreis Niederbarnim. Hohen- Neuendorf- Bergfelde- Stolpe. Waldschänke, am Bahnhof Stolpe. Paul Schwarz, Möllendorffftr. 25. Birkenwerder- Borgsdorf. Birkenwerder, Hauptstr. 90. Karlshorst. Fürstenbad, Jnh. Bartels. Gesellschaftshaus, Hohen- Schönhausen. Weber, Wilhelmsberg. Borsigwalde. Borsigwalder Festsäle, Konradstr. 42. Raulsdorf. wilder Eber, Giesestraße. Bruchmühle. Hungriger Wolf, Börjee bei Eggersdorf. Lichtenberg, Cafe Bellevue, Sauptstr. 2. Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee Erkner. Alter Krug, Inh. Degebrodt. Franz.- Buchholz. Kähne, Berliner Str. 39. Friedrichsfelde. allee 30. Bürgers Volksgarten, Prinsen Friedrichshagen. Eiskeller, Friedrichstr. 96/97. Friedrichsthal. Zu den vier Linden. Hermsdorf- Glienicke. Agente. Glienice, Kron Herzfelde. Goldener Stern, Hauptstr. 57. prinzenstraße. Mahlsdorf. Linke, Grunowstraße. Mühlenbeck- Buchhorst. Witwe Meyer. Nieder- Schönhausen. Manke, Charlottenstraße. Ober- Schöneweide. Wilhelminenhof. Oranienburg, Waldhaus Sandhausen. Pankow, Zum Kurfürst, Berliner Str. 102. Roczycki, Kreuzftr. 3/4. Referenten: Kurt Minna Reichert- Regina Ruben Volksgarten, Sauptstr. 50/51. weberstr. 101-104. Reinickendorf- Off. Kastanienwäldchen, Schönholz 14 Reinickendorf- Weft. Hartmanns Brauerei, Scharn Rosenthal. Milbrodt, Kronprinzenstr. 15. Röntgental. Marx, Bärwolfstr. 12. 5. Rüdersdorf. Misler, Kalkberge, Schulstr. 45. Schöneiche. Mahms Waldschlößchen, Inh. Nauendorf, Rahnsdorfer Mühle. Stralan. Markgrafensäle, Markgrafendamm. Tegel. n. Klippenstein, Spandauer Str. 4. M. Gamm, Bahnhofstr. 1. Waidmannsluft. Schweizerhaus, Dianaftr. 25. Weißensee. Schloß Weißensee. Wittenau. Schulz, Hauptstr. 65. Woltersdorf. Joseph Hartmann- Max Hecht E. Hegewaldt Max Wilhelm Nitschke Albert Regge August Pattloch Franz Wendel Fritz Tarnow- Max Thieme Hermann Barenthin- Ernst Blanke Martha Demmning Robert Fendel August Gebert- Karl GiebelJakobsen - Karl Klingler F. Künstler- H. Langhammer Franz Marks Karl Melle Franz Stimming Hermann Spieckermann Wilhelm Schenk- Max Schütte- Alwin Schulze Hermann Wilke Adolf Zeuner. - Karl Knoll Artur Stadthagen Die Abendfeiern sind zusammengesetzt aus feftreden, Konzert- Hufführungen, turnerischen Aufführungen, Gefangsvorträgen des Arbeiter- Sängerbundes, Darbietungen des Arbeiter- Radfahrerbundes sowie Spezialitäten- Vorftellungen. Anmeldungen der Festreden sind durch die Kreise resp. Orte zu bewirken. Verband fozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. Anarchisten! Sozialisten! Deutscher Metallarbeiter- Verband. Donnerstag, den 1. Mai, mittags 12 Uhr, bei Fey, Brunnenstraße 184: Geffentliche Mai- Versammlung Verwaltungsstelle Berlin. Tagesordnung: Der erste Mai. Referent: Genoffe Hans Loos. Freie Aussprache. Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Einberufer Union anarchistischer Vereine Berlins und der Umgebung. Verwaltung: Telephon: Amt Norden 1987. Sonntag, den 4. Mai 1913, Kassierer: Amt Norden 185. 6755 von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags finden die Verband der Sattler und Portefeuiller. Wahlen der 44 Delegierten Achtung! Ortsverwaltung Berlin. Treibriemensattler. Achtung! für den diesjährigen Verbandstag in Breslau sowie der Sonnabend, 3. Mai, abends 8½ Uhr, in Schulz's Prachtſälen, 2 Reviforen für die Ortsverwaltung Münzftr. 17( Eingang Königsgraben): Branchen- Verfammlung. 156/17 die Kollegen, recht zahlreich zu erscheinen. in folgenden Lokalen statt: Da eine sehr wichtige Tagesordnung vorliegt, so ersuchen wir Kaczorowskis Restaurant, Ravenéstr. 6. Die Branchenleitung. Schwedlers Restaurant, Ackerstr. 123. Zentralverband der Lederarbeiter Obiglos Festsäle, Schwedter Str. 23/25.. und-arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin I. Sonnabend, den 3. Mai 1913, abends 8 Uhr, in Schmidts Festfälen, Prinzen- Allee 33: Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erivartet Gliesches Restaurant, Kopenhagener Str. 74. Swinemünder Swinemünder Gesellschaftshaus, Straße 42. Voigts Theater, Badstr. 58. Frankes Festsäle, Badstr. 19. Nebels Restaurant, Maxstr. 13 b. 134/5 Funkes Festsäle, Triftstr. 63. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Achtung! Arbeitslose. Achtung! Wegen des großen Andranges im paritätischen Arbeits nachweis ist für die arbeitslosen Kollegen, die im Osten und Nordosten wohnen und bei der Arbeitsvermittelung noch nicht an der Reihe sind, in der Zorndorfer Straße 47, Hof parterre, eine Kontrollstelle errichtet worden, in der sich die Arbeitslosen täglich in der stempeln lassen können. Zeit von 9 bis 11 Uhr vormittags die Arbeitslosenfarte ab Drechsler-, Treppengeländer- und Lurusmöbel- Branche. Montag, den 5. Mai 1913, abends 8% Uhr: Branchen- Verfammlung im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. Tagesordnung: 1. Beratung der Anträge zur Generalversammlung.- 2. Berbanb Die Ortsverwaltung. und Brandjenangelegenheiten. 82/12 KREDIT gewähre ich einem jeden mit kleinster Anzahlung GARDEROBE für. HERREN DAMEN KINDER in ganz kolossaler Auswahl. Speziell empfehle ich - zu billigsten Preisen Anzüge. Paletots Kostümen Kleider Damen wäsche Schuhwaren schwarz u. farbig. MOBEL Komplette Wohnungs- Einrichtungen, 1- u. 2- Zimmer- Wohnungen in jeder gewünschten Holzund Stilart. Hugo Udo Cohn Nr. 13 Kottbuser Damm Nr. 13 Gratis! Kino- Billette. Heute von Sonntag von 8-10 Uhr 8-10 Uhr Gratis! u, von 2-6 Uhr geöffnet! Kino- Billette. C. 54, Linienftr. 83/85. Arbeitsnachweis: Amt Norden 1239, 9714. Wildau, Kordaneek, wildaner Hof. Weißensee, Peukert, Berliner Allee 251. Tegel, Heinicke, Brunowstr. 23. Reinickendorf, Glende, Schillingstraße, Ecke Spandau, Mudetzky, Bismarckstr. 8. Pankow, Rozycki, Krenzstr. 3/4. Auguste- Victoria- Allee. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Die Stimmzettel werden am Eingang zu den Wahllokalen verteilt. Wahlleiter ist der Kollege Wilhelm Siering, Linienftr. 88/85. Montag, den 5. Mai 1913: Bezirks- Verfammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: Norden: Pharussüle, Müllerstr. 142, abends 8, Uhr. Norden: Obiglos Festsäle, Schwedter Straße 23, abends Norden: Frankes Festsäle, Babstr. 19, abends 8%, Uhr. No calnom Norden: minber trake 42, abends 8, Uhr. ,, Swinemünder Gesellschaftshaus", Swine. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Patzenhofer Brauerei, Turmstr. 25/26. Wiemers Festsäle, Bülowstr. 58. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Fröhlichs Restaurant, Muskauer Str. 1. Nitschkes Restaurant, Reichenberger Str. 86.. Eickes Restaurant, Schönleinstr. 6. Schünemanns Restaurant, Alte Jakobstr. 144. Späths Restaurant, Georgenkirchstr. 65. Heekers Restaurant, Samariterstr. 11. Comenius- Säle, Memeler Str. 67. Boeker, Weberstr. 17. Rott, Straßmannstr. 29. 02998 Neukölln, Bartsch, Hermannstr. 49. nstr. 49. Zibell, Elbestr. 8. 99 99 99 Iden, Harzer Str. 88. Rückheim, Bergstr. 97. ada straße 67. Schöneberg, Vereinshaus, Hauptstr. 5. Baumschulenweg, Boches Restaurant, BangchalenTempelhof, Wilhelmsgarten, Berliner Str. 9. Charlottenburg, Volkshaus, Rosinenstr. 3. Köpenick- Friedrichshagen, Lehmann, Köpenick, Bahnhofstr. 44. Stralau- Rummelsburg, Blume, Alt- Boxhagen 56. Lichtenberg, Ertelt, Pfarrstr. 74. Steglitz, Albrechtshof, Albrechtstr. 1a. straße 18. 81/2 Uhr. abends 8, Uhr. Vereinshaus, Schöneberg, Tegel: Müllers Restaurant, Berliner Str. 84, abends 6 Uhr. Moabit: Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24, Westen und Schöneberg: aptitr. 5, abends 8%, libr. Osten: Comeniussäle, Memeler Straße 67, abends 8, Uhr. Lichtenberg: abends 8%, Uhr. Restaurant J. Ertelt, Pfarrstraße 74, Café Bellevue, Hauptstr. 2, Stralau- Rummelsburg: abends 8, br. abends 5 1hr. Weißensee: Peukerts Festsäle, Berliner Allee 251, Südenbezirke: Hohenstaufen- Säle, Rottbuser Damm 76, Südost: Waldemarstr. 75, abends 8 Uhr. abends 812 Uhr. 812 Uhr. Neukölln: Petris Karlsgarten, Knesebeckstr. 113, abends Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenſtr. 3, abends 8½ Uhr. Steglitz: Albrechtshof, Albrechtstr. 1a, abends 8%, Uhr. Köpenick u. Friedrichshagen: Sie köpenick, Stippekohls Festin Schönerlinder Str. 5, abends 8, Uhr Oberschöneweide, Niederschöneweide, Johannisthal u. Umg.: weide, Rathausstr. 13( gegenüber der Boff), Prochowski, Ober- Schöneabends 8 Uhr. Spandau: Dertz' Festsäle, Surstr. 21, abends 8, Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: Bericht von der Generalversammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Sonnabend, den 3. Mai, nachts 12 Uhr, in Witwe Auguftins Festsälen, Oranienftr. 103: Allgemeine Versammlung der Kino- Operateure Groß- Berlins. Tagesordnung: Ober- Schöneweide, Warnicke, Wilhelminenhof 1. Welche Lehren ziehen wir aus der gegenwärtigen Kinokrisis? Adlershof, Restel, Friedenstr. 14. Zentralverband der freien Händler! Varteigenossen! Berücksichtigt bei der kommenden Maifeier unsere Händler. Die diesjährige Kontrollfarte ist grün. 6625 Die Gauleitung. Vom 5. bis 10. Mai 1913 werde ich im Hotel Prinz Heinrich, Dorotheenstr. 22, anwesend sein, um künstliche Augen direkt nach der Natur für Patienten anzufertigen und einzupassen. 130/6 F. Ad. Müller, Augenkünstler aus Wiesbaden. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet An diesem Schild sind die Läden erkennbar, ORIGINAL SINGER NAHMASCHINE 117/9 Die Ortsverwaltung. in denen SINGER Nähmaschinen verkauft werden. Mustergültig in Konstruktion und Ausführung, gleich vorzüglich für Hausgebrauch u. Industrie. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Erstklassig! BERLIN, Leipziger Straße 92. Läden in den verschiedenen Stadtteilen. Unsere Marine 2 Pfg. Cigarette Georg A.Jasmatzi Akt. Ges.Dresden Größte deutsche Cigarettenfabrik Leibhaus Moritzplatz 58a CICARETTE Unsere Marine GEORGA. JASMATZI AKT.GES. DRESDEN kaufen Sie von Kavalieren wenig getragene sowie im Versatz gewesene Jackettanzüge, Rockanzüge, Paletots, größtenteils auf Seide gearbeitet, von 9-18 M. Ferner Gelegenheitskäufe in neuer Maßgarderobe enorm billig. Riesen- Posten Kleider, Kostüme, Mäntel, auf Seide gearbeitet, früher bis 150, jetzt 20-35 M. Extra- Angebot in Lombard gewesener Teppiche, Gardinen, Portieren, Betten, Wäsche sowie Uhren und Goldwaren zu enorm billigen Preisen. Vorwärtsleser erhalten 10% extra Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchbruderei n. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW Nr. 105. 30. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reffeltreiben gegen ArbeiterTurnvereine. meiden. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Donnerstag, 1. Mai 1913. Polizeibureaus in die Zahlabendlokale gekommen waren und ohne weiteres die Gast toirte aufgefordert hatten, ihnen Namen und Wohnung der Bezirksführer anzugeben. Wohlgemerkt: nicht gewöhnliche Achtgroschenjungen hatten diese ,, Materialbeschaffung“ überAus Neu- Zittau wird uns mitgeteilt, daß der Gastwirt Gärisch, nommen, sondern richtige Kriminalbeamte, die den Wirten als solche Gasthof am Spreebad" fein Lokal für die organisierte Arbeiterschaft bekannt waren und auch selber annehmen konnten, daß sie bekannt seien. ständig verweigert, aber am 1. Mai eine Maifeier Jetzt wird uns weiter aus dem Reichstagswahlkreis Berlin IV mitauf eigene Rechnung veranstaltet, um die Ausflügler irre zu führen, geteilt, daß noch am nächsten Tage, am Sonntag, in einigen anderen und fein Bortemnnaie auch mit Arbeitergroschen zu füllen. Wir Bezirken die Polizei ihre Fragerei nach den Bezirksführern fortgesetzt ersuchen die organisierte Arbeiterschaft dringend, das Lokal streng zu hat, und zwar wieder durch die Kriminalbeamten der Reviere. Die früheren Fälle waren aus dem Nordosten und dem Osten gemeldet Folgende Lokale stehen der Partei und Gewerkschaften zu den worden, die neuesten dagegen sind im Südosten vorgekommen. Uns bekannten Bedingungen zur Verfügung. In Weißensee N.- B.. Das Lokal Alpenrose" Inh. Franz Spata, wird gesagt, daß in zwei Lokalen die Wirte, ungeachtet unserer am Berliner Allee 60 und Gustav Seifert, Lichtenberger Str. 15. Sonnabend veröffentlichten Warnung, den Kriminalbeamten noch am In Neu- Zepernit. Das Restaurant zum Feldschlößchen", Jnh. Sonotag die gewünschte Auskunft gegeben haben. In einem Paul Burczyk, Buch, Bernauer Chaussee. dritten Lokal dagegen hat die Frau des Wirtes dem Beamten weiter In Johannisthal T.-B. Das Lokal„ Bürgergarten", Inh. nichts als die Adresse des Vereinsvorsitzenden genannt, die der Polizei H. Böhme. ja bekannt ist. Wir stellen nochmals fest, daß niemand vera heim der Gasthof zum alten Strug den Besitzer gewechselt. Beide dienen. Und wir wiederholen: Vorsicht gegenüber der Wißbegier In Köpenick hat das Lokal Weltrestaurant", in MüggelBeiberichtet ist, der Polizei auf solche Fragen mit einer Auskunft zu Lokale stehen uns nach wie vor zur Verfügung. Der ungeheuerliche, von uns bereits besprochene Beschluß der vereinigten Straffenate des Reichsgerichts vom 6. Februar 1913 hat die Schulbehörden wieder angereizt, gegen Arbeiter Turnvereine vorzugehen. Bekanntlich hatten die Senate ganz im Sinne der Schmalzgesellen aus der tollsten Reaktionszeit die Ansicht des zweiten Straffenats umgestoßen, der dem Gesetz entsprechend unseren verantwortlichen Redakteur, Genossen Weber; und den Genossen Wildung von der Anklage der Aufforderung zum Ungehorsam gegen die gesezwidrigen Anordnungen des Kultusministers Holle und seiner ihm nachgeordneten Behörden freigesprochen hatte. Der Stultusminister Holle hatte sich angemaßt, in einem Geheimerlaß vom 7. August 1907 die ihm unterstellten Schulaufsichtsbehörden anzuweisen, die Kabinettsorder vom 10. Juni 1834 und die Ministerialinstruktion vom 31. Dezember 1839 zum Vorwand zu nehmen, um den Arbeiter- Turnerbund zu hindern, In Rudow bei Johannisthal ist das Lokal von Fritz Heinze, von Polizisten! der nicht mehr schulpflichtigen Jugend Turnunterricht zu erteilen. Restaurant zum Juliuspart, gesperrt und wird ersucht, dasselbe streng Es sollte ein Erlaubnisschein gefordert und die Ausstellung zu meiden. Durch das Ableben des Stadtverordneten K. Bracke ist im wegen Mangels sittlicher Tüchtigkeit" versagt werden, wenn In Lichtenrade weigern sich die Lokalbefizer Sommer, Tätsch die zum Turnunterricht durchaus geeignete Person ein Sozial- und Stieler, ihre Lokale uns zur Verfügung zu stellen; wir ersuchen 3. Gemeindewahlbezirk der 2. Abteilung( südliche Friedrichstadt) eine demokrat wäre. Der zweite Senat nahm an, zum Verlangen deshalb, die Lokale streng zu meiden. Dasselbe trifft für Schöner- Ersazwahl notwendig geworden. Das Mandat von Brace lief 1915 eines Erlaubnisscheins sei die Schulbehörde überhaupt nicht und Schiffe wiederholt die Vokalkommission abgewiesen und ber. Bitterhoff, der den 38. Gemeindewahlbezirk vertrat, soll vorläufig linde N.-B. zu. Dort haben die Herren Gastwirte Koep, Salzmann ab. Die Ersazwahl soll Mitte Juli stattfinden. Eine Erfazwahl für den kürzlich verstorbenen Stadtverordneten berechtigt. Die vereinigten Straffenate erklärten hiergegen, weigern beharrlich ihre Lokale. Wir ersuchen, auch hier dieselben. ohne auf den Erlaß des Kultusministers ein- streng zu meiden. nicht stattfinden, weil dessen Mandat sowieso abgelaufen wäre. Die zugehen, zur Jugend im Sinne jener Kabinettsorder geNeuwahl soll im Herbst mit den allgemeinen Stadtverordnetenhörten auch nicht mehr schulpflichtige Personen, die in einem wahlen stattfinden. Herr Bitterhoff vertrat die 3. Abteilung im 38. Gemeindewahlbezirk. noch schußbedürftigen Alter, Privatunterricht" erhalten. Nunmehr scheinen einige Schulaufsichtsbehörden von neuem auf dem vom Reichsgericht, II. Straffenat für gesezwidrig anerkannten Wege vorzugehen. Wir bitten, die Lokallifte genau zu beachten. Die Lotalfommission. Landtagswahlagitation. Am Sonntag, den 4. Mai, findet im 5., 6. und 7. Landtagswahlbezirk eine Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus statt. Um rege Beteiligung ersuchen Die Komitees. Stadtverordneten- Ersahwahl. Verlängerung der Hunde- und Katzensperre. sperre bald ihr Ende erreichen und damit auch viele UnWenn die Hundebefizer gehofft hatten, daß die HundeInsbesondere richten sich die Verfolgungen gegen den bequemlichkeiten verschwinden würden, so sehen sie sich in Turnverein Fichte. Die Schulaufsichtsbehörde hatte dieser Hoffnung getäuscht. Die Polizeibehörde in Spandau einigen Lehrern untersagt, Unterricht in den Jugendabteilungen des Turnvereins Fichte" zu erteilen und scheint nun Bierter Wahlkreis: Abteilung 34 und 35 veranstalten am hat gestern durch eine Verfügung über den Landespolizeibezirk erneut den Magistrat zu Berlin aufgefordert zu haben, die Sonntag, den 4. Mai, im Rosetheater eine Theatervorstellung. Spandau die Sperre auf die Dauer von drei Monaten verTurnhallen zu entziehen, falls die Leiter keinen Unterrichts- bis 1,00 m. sind noch zu haben bei F. Schulz, Schreinerstraße 18. nachdem gestern festgestellt worden war, daß ein Rehpinscher Zur Aufführung gelangt Napoleon Bonaparte". Billetts a 30 Bf. hängt. Diese Maßregel hat sich als notwendig herausgestellt, erlaubnisschein aufweisen. Dafür, daß sie keinen Erlaubnisschein erhalten, soll wohl dann die Behörde nach Schema Holle für die Frauenversammlung am Montag, den 5. Mai statt. Neukölln. Am Freitag abend findet die Flugblattverbreitung einer Spandauer Familie von der Tollwut befallen worden Die war. Der Hund war entlaufen und hatte sich längere sorgen. Barteigenoffinnen und Genossen wollen vollzählig in den Lese- Zeit in Charlottenburg aufgehalten. Als er wieder abendlotalen erscheinen, damit die Verbreitung prompt erfolgen nach Hause zurückkam, fiel es auf, daß das sonst sehr tann. zutrauliche Tier ein eigenartiges Benehmen an den Tag legte Gleichzeitig gelangen die Plafate zur Ausgabe. und nach allen Personen, die sich ihm näherten, in bösLichtenberg. Die Genossen zur Landagitation( einschl. Ober- artiger Weise schnappte. barnim) treffen sich morgen, Freitag abend 8 Uhr bei Megger, rechnete mit der Möglichkeit, daß der Rehpinscher in CharDie Eigentümerin des Hundes Gürtelstr. 4, Groß- Schönebed und Obleute um 8 Uhr. lottenburg von einem tollmütigen Hunde gebissen wurde. Sie Fredersdorf. Am Sonntag, den 4. Mai, nachmittags 4 Uhr, benachrichtigte die Polizei und den zuständigen Tierarzt. findet im Lokal von Kirchner( am Bahnhof), eine öffentliche Land- Dieser untersuchte den Hund und tötete ihn wegen dringenden tagswählerversammlung statt. Der Magistrat hatte leider früher einem solchen Anfinnen des Provinzialschulkollegiums entsprochen, hatte aber auf sozialdemokratische Anregung hin, als das Erkenntnis des Reichsgerichts ergangen war, die Benutzung der Hallen abermals gestattet. Jetzt hat der Oberbürgermeister Wermuth aber folgendes Schreiben an den Turnverein " Fichte" gerichtet: An den Turnverein Fichie", 3. H. Heren Eugen Gottschalt Neukölln. Magistrat Berlin, den 4. April 1913. ist am Sonnabend abend vom Genossen Große abzuholen. Handzettelverbreitung hierzu am Sonntag vormittag. Material J.-Nr. Gen. 144/15 Sch. III. 13. Nach dem Beschluß der vereinigten Straffenate des Reichs- Mühlenbeck( Bezirk Niederschönhausen). Sonntag, den 4. Mai, gerichts vom 7. Dezember 1912 unterliegt der an jugendliche nachmittags 4 Uhr im Gasthof zur Sonne( Inh. A. Bärsch) öffentPersonen erteilte Privatturnunterricht den Bestimmungen der liche Versammlung. Tagesordnung: Die preußische Boltsvertretung Staatsministerialinstruktion vom 31. Dezember 1839, ohne daß es im Dreillaisenhaus!" Referent: Parteisekretär Genoffe Braun dabei, wie bisher angenommen wurde, auf den Gesichtspunkt des Berlin. Diskussion. Parteigenossen Mühlenbecks, agitiert für guten Ersages oder der Ergänzung des Unterrichts einer öffentlichen Besuch dieser Versammlung. Schule antommt. Es bedürfen deshalb die Leiter des Privat- Drewit bei Wannsee. Am 1. Mai, nachmittags 2½ Uhr, findet turnunterrichts jugendlicher Personen der Erlaubnis der Schul- im Lokal Bur freien Aussicht" eine öffentliche Wählerversamm aufsichtsbehörden. Demgemäß werden die Turnvereine, denen für lung statt, in der Genosse lüß über die bevorstehende Landtags= die Turnübungen ihrer Jugendabteilungen städtische Schulturn- wahl referieren wird. Die Genossen von Drewiß und Umgegend hallen überlassen sind, hierdurch aufgefordert, uns bis zum werden ersucht, für zahlreichen Versammlungsbesuch zu sorgen. 1. Juni d. J. die Unterrichtserlaubnisscheine für die Leiter dieser Turnübungen einzureichen. Wird uns dieser Nachweis nicht erbracht, so müßte die Benutzung der städtischen Schulturnhallen den Jugendabteilungen vom 1. Juli d. J. ab entzogen werden. Wermuth. " Berliner Nachrichten. Flugblattverbreitung am Sonntag " Tollwutverdachts. Der Kopf des Tieres wurde an das Institut für Infektionskrankheiten in Moabit gesandt, wo festgestellt wurde, daß der Rehpinscher tatsächlich tollwutfrank war. Auf dem Berliner Polizeipräsidium wurde mitgeteilt, daß infolge des Spandauer Tollwutfalles die im Landespolizeibezirk Berlin zurzeit bestehende Hunde- und Kazensperre auf Grund der geseglichen und polizeilichen Bestimmungen auf weitere drei Monate verlängert werden müsse, da der tollwutkranke Spandauer Hund sich auch im Landespolizeibezirk Berlin aufgehalten hat. Die Jubiläumsfeiern wollen in diesem Jahre kein Ende nehmen. Noch haben die Jahrhundertfeiern nicht ihr Ende erreicht, so beginnen in gut gesinnten" Kreisen die Vorbereitungen zu dem Regierungsjubiläum des Kaifers, das um Mitte Juni stattfinden soll. Die deutschen Städte bereiten Huldigungen und Stiftungen vor und in Berlin ist ein Komitee zusammengetreten, das sich die Ausschmückung der Berliner Straßen zum Ziel gesezt hat. Künstler sind unter Diese Aufforderung ist durchaus nicht durch den Beschluß ist selbstverständlich erlaubt, wenn sie in der bisherigen der vereinigten Senate gerechtfertigt. Diese haben keineswegs Weise unter Beobachtung der über die Sonntagsheiligung" dem Bürgermeister Reide zusammengetreten, um die Ausdie Fragen erörtert, ob der" Turnverein Fichte" Unterricht gegebenen Vorschriften ausgeführt wird. Daß an Sonntagen schmückung der Straßen und Pläke systematisch zu organierteile. Turnübungen gehören nicht zum Unterricht. bis 10 Uhr vormittags Flugblätter ausgetragen werden sieren. An die Berliner Bürger ist ein Aufruf erlassen worden, Die vereinigten Senate haben ferner nicht entschieden, ge- dürfen, weiß jeder und jede unserer tätigen Genossen und in dem zur Straßenschmückung aufgefordert wird. Die Straßen schweige bejaht, daß Turnunterricht Unterricht im Sinne Genosfinnen und sollte auch jeder Polizist wissen. Am in der Nähe des Schlosses sollen besonders individuell ausder Kabinettsorder von 1834 sei. Sie konnten das auch nicht, legten Sonntag hat im Hause Eberswalder Straße 16 ein gestattet werden, da auf Wunsch des Kaisers von einer Illu denn Turnen war ja damals als höchst staatsfeindlich in Striminalbeamter schon nach 10 Uhr einen unserer Genossen, mination abgesehen werden soll. Preußen verboten und wurde erst durch Kabinettsorder vom der dort soeben seine Flugblätter abgegeben hatte, angehalten 6. Juni 1842 in Preußen zugelassen, die das vordem ver- und zum Polizeibureau abgeführt. Unsere Byzantiner und Hoflieferanten werden sicherlich Der Beamte machte die Jubiläumsfeier erneut dazu benutzen, sich in empfehlende botene Turnen als einen notwendigen und unentbehrlichen dem Sistierten Vorhaltungen darüber, Bestandteil der Erziehung der männlichen Jugend" an- Flugblätter austrage, was nicht erlaubt sei. Auch im Bureau daß er jekt Erinnerung zu bringen. erkannte. Aber ſelbſt wenn man annehmen würde, wurde ihm für seine Siftierung kein anderer Grund an Spandau und Berlin resp. Charlottenburg weist eine ganz erhebliche Der am 1. Mai in Kraft tretende Eisenbahnfahrplan zwischen die Schulaufsichtsbehörde tonne Erlaubnisscheine für gegeben. Vielleicht haben die Polizeibeamten es für staats- Bermehrung der Sonntagszüge auf. Von Spandau nach Berlinden Turnununterricht verlangen und der Verein" Fichte" und firchengefährlich gehalten, daß unser Genosse in diesem Zehrter Bahnhof verkehren jegt 24 Sonntagszüge gegen 9 im Vorerteile Turnunterricht, so muß man im vorliegenden Falle Hause die Flugblätter in einem Augenblick verteilte, wo auf jahre, von Berlin- Lehrter Bahnhof nach Spandau jezt 18 gegen 8 annehmen, so lange der Geheimerlaß des Kultusministers dem Hof gerade ein Sängerchor versammelt war und fromme im Vorjahre. Auch die Sonntagszüge nach Charlottenburg refp. nicht aufgehoben ist: die Schulaufsichtsbehörde will nicht ihrer Lieder vortrug. Daß unser Genosse sich in der Erfüllung Schlesischen Bahnhof haben eine Vermehrung erfahren. Der Bochenvermeintlichen Pflicht genügen, sich zu überzeugen, ob die feiner Pflicht dadurch nicht stören ließ, konnte vom tagsfahrplan weist nur unwesentliche Veränderungen auf. Leiter des Turnunterrichts die, fittliche Tüchtigkeit" hierzu be- Bolizeibureau aus bemerkt werden. fizzen, sondern beabsichtigt, im Sinne des Holle- Erlaſſes findet sich nämlich im Hause Eberswalder Straße 16, Das Bureau be- Nochmals: Für Arbeiterwitwen kein Geld in der unter dem Vorwande ihrer Aufsichtspflicht und während der Gesangsvorträge standen Kasse! zu genügen, den Turnlehrern die Genehmigung zu Fenstern einige Beamte, Im Rathaus unserer Stadt Berlin fann man fich noch immer bersagen, die Sozialdemokraten sind. den Sängern zuhörten. nicht darüber beruhigen, daß der Vorwärts" festgenagelt hat, wie Das wäre aber Auch der Genosse, dem hier die Flugblattverbreitung über- es am 1. April vielen Witwen ehemaliger Gemeindearbeiter mit den ein offensichtlicher grober Verstoß gegen die Verfassung, tragen worden war, wohnt zufällig in demselben Hause und ihnen aus Mitteln der Gaswerte zu zahlenden Unterdie Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz ber- zwar schon seit 14 Jahren. Auf dem Polizeibureau fonnte iti Bungen ergangen ist. Daß die Zahlung der Unterstützung langt. Die Stadtverwaltung macht sich zur Mitschuldigen an daher seine Persönlichkeit mit geringer Mühe zweifelsfrei fest- für April zunächst verweigert wurde mit dem Bemerken, es sei hierdiesem der Verfassung, und der Gleichberechtigung der Bürger gestellt werden, da ja zur Prüfung seiner Personalienangaben für noch fein Geld in der Kasse, hat bisher niemand zu bestreiten ins Gesicht schlagenden und nichtigen Absicht des Kultus- nicht erst eine Anfrage bei einem anderen Bureau nötig war. versucht und es tann ja auch gar nicht beftritten werden. Zum miniſters Holle, wenn sie jetzt die städtischen Schulen dem Man prüfte aber so gründlich, daß man zu weiterer Ston- weiten Male wird aber jetzt das Nachrichtenamt des Magistrats Turnverein Fichte" verschließen will. Steineswegs endlich trolle ihm auch noch die Personalien seiner Angehörigen ab- gegen den Vorwärts" in Bewegung gefeßt, um in unserer erneuten folgt aus dem Beschluß der vereinigten Straffenate, daß die fragte. Sein Aufenthalt auf dem Polizeibureau wurde da Schulhallen dem Verein zu entziehen seien. Der Turnverein durch beträchtlich in die Länge gezogen, aber die ganze Zeit ist um Rücknahme der Verfügung eingekommen. Wir zweifeln bis 10 Uhr ging schließlich doch nicht drauf. Er mußte entnicht daran, daß seinem berechtigten Verlangen Rechnung ge- lassen werden, noch ehe 10 Uhr herangekommen war. Die tragen wird. Polizeibeamten hatten wohl inzwischen selber erkannt, daß feine Gesezesbestimmung und teine Polizeiverordnung das Auch an anderen Orten wird gegen die Turner mobil berbietet. Hätte er durch die Flugblattverteilung sich einer gemacht. So hatte in Friedrichsfelde der Amts- Uebertretung schuldig gemacht, so wären ihm ja auch nicht die borsteher untersagt, in der Bubeschen Privatturnhalle zu Flugblätter anstandslos zurückgegeben worden. turnen, weil den baupolizeilichen Vorschriften nicht genügt sei. Leider ist unterlassen worden, gegen diese Verfügung * die Von dem Wissensdurft der Polizei, an den " korrigieren, wie wenn dadurch die Hauptsache, die Zahlungsverweigerung, etwas von ihrer Bedeutung verlieren könnte. Welche Bedeutung sie für die davon betroffenen Arbeiterwitwen und erwerbsunfähigen Arbeiter hat, davon kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man sieht, um was für Personen es sich handelt. Viele davon sind hochbetagt und gebrechlich, so daß fie bei ihrer Erwerbsunfähigkeit die Unterstützung bitter nötig haben und jede Zahlungsverzögerung schwerempfinden müssen. Bedürftig aus irgend einem Grunde sind natürlich alle, sonst würde ihnen ja überhaupt teine Unterstützung gegeben werden. Daß es nicht Pensionen sind, auf die sie einen Anspruch hätten, sondern Unterstützungen, die man drücklich hervor. Selbstverständlich wußten auch wir das, ohne daß ihnen aus Barmherzigkeit bewilligt, hob das Nachrichtenamt ausbas Verwaltungsstreitverfahren zu beschreiten. Nunmehr ist die es zur besseren„ leberwachung" der sozialdemokratischen Partei eine Strafe von 30 M. festgesetzt, weil in der Privatturnhalle für dringend nötig zu halten scheint, sich eine Liste der Bezirks- wir deshalb auf das Wort„ Bension" verzichten wollten. Die Aufgeturnt sein soll. führer anzulegen, werden uns weitere Proben gemeldet. Am traggeber des Nachrichtenamts scheinen aber nicht erkannt zu Sonnabend berichteten wir, daß im Reichstagswahlkreis IV in haben, daß durch diese Feststellung die ganze Angelegenheit in mehreren Bezirten die Kriminalbeamten der zuständigen lein noch schlimmeres ht gerüdt wurde, Nur aus Gnade Und Barmherzigkeit, und Kei zweifelsfrei nachgewiesener Be- dürftigkeit werden die Unterstützungen gegeben— und trotzdem bringt man es fertig, die Bedürftigen aus lediglich formalen Gründen mit leeren Händen nach Hause zu s ch i ck e n! Trifft die durch das Nachrichtenamt dargelegte Meinung zu, daß die Gaswerke am 1. April noch nicht zahlen durften, dann müssen wir annehmen, daß sämtlichen 109 Personen, die jetzt aus Mitteln der Gaswerke unterstützt werden, am 1. April zunächst die Zahlung verweigert worden ist. Verweigert wurde die Zahlung also z. B. einer 76 jährigen Witwe, einer 79 jährigen Witwe. einer 71jährigen. rheumansmusleidenden Wilwe s deren Mann, nebenbei bemerkt, 30 Jahre hindurch Arbeiter der Gaswerke war), einer 73 jährigen kranken Witwe sderen Mann es auf nicht weniger als 44 Jahre Dienst bei den Gaswerken gebracht hatte), einer 80 jährigen kränklichen Witwe sderen Mann 33 Jahre den Gaswerken diente), einer 79 jährigen sehr gebrechlichen Witwe, einem 74 jährigen ehemaligen Arbeiter, der wegen eines Nervenleidens ebenso wie seine kränkliche Frau erwerbsunfähig ist, einem 86 jährigen ehemaligen Laternenwärter, der durch Betriebs- Unfall seine Erwerbsunfähigkeit verlor, einem 86 jährigen ehemaligen Arbeiter, der 33 Jahre den Gaswerken diente, bis er durch Rheumatismus erwerbsunfähig wurde, und so fort. So sehen die Leute aus, für die am Monatsersten kein Geld in der Kasse war I Diese Angaben über ihre Verhältnisse sind das Ergebnis nicht unserer Ermittelungen, sondern der amtlichen Feststellungen, die als Grundlage für die Bewilligungen der Unterstützungen gedient haben. Gegenüber einer solchen Fülle allerkläglichster Be- dürftigkeit, von der wir hier nur ein paar Proben an- geführt haben, hat man im Rathause noch den Mut, zum zweiten Male gegen den„Vorwärts" das Wort zu er- greifen und jene nach wie vor unbegreifliche Verzögerung der Auszahlung zu beschönigen! Die 109 Unterstützungs« empfänger erhalten im Monat zusammen 2366 Mark. Es wäre unzulässig und unmöglich gewesen, diese 2366 Mark sogleich am 1. April auszuzahlen? Ach, man soll sich doch nicht lächerlich machen mit dieser Behauptung! Nein, die ver- antwortlichen Personen hätten wirklich bester daran getan, still zu schweigen und jeder weiteren Erörterung dieser unrühmlichen An- gelegenheit aus dem Wege zu gehen. Es wird übrigens beabsichtigt, sagt zum Schluß die neueste Zuschrift deS NachrichtenamteS, künftig ein anderes Versahren einzuführen,»um so unerfreuliche Vorkommnisse zu vermeiden". Jawohl, sie find in der Tat höchst unerfreulich! Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir an- " ehmen, daß die A e n d e r u n g und Besserung wieder mal dem »Vorwärts" zu danken ist. Die aus Eifersucht erstochen. Gestern nachmittag 1>/, Uhr erstach mit einem Mester nach boraufgegangenem Streite aus Eifersucht der 29 Jahre alte Rohr- leger Bruno Siewert seine 29 Jahre alte, von ihm getrennt lebende Eheftau Martha, geb. Deutschmann, in ihrer Stolpische Str. 40 ge- legenen Wohnung und'brachte sich hierauf selbst mehrere Messerstiche bei. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht und der Täter als Polizeigefangener zur Charitb übergeführt. Einen tödlichen Ausgang hat ein Unfall genommen, über den wir bereits berichteten. In der Leipziger Straße geriet der Friseur Paul Süsemann auf der Heimkehr von der Baumblüte in Werder unter einen Kraftomnibus und erlitt Beinbrüche und innere Ver- lctzungen. Der Verunglückte ist gestern in der Charitee gestorben. Eine« unheimlichen Fund machte gestern der Sohn eines Kauf- mannS aus der Kurzestraße 13. Als er abends nach Hause kam, lag vor der Tür auf der Treppe ein Paket, ein verschnürter brauner Pappkarton. In der Meinung, daß jemand irgend etwa? für ihn habe abgeben wollen, nahm er den Karton mit in die Wohnung und öffnete ihn dort. Zu seinem Schrecken aber fand er darin jetzt die Leiche eines 14 Tage alten Mädchen«, das erdrosselt worden war und die Schnur noch um den Hals hotte. Der junge Mann übergab den grausigen Fund der Revierpolizei, die ihn nach dem Schauhause bringen ließ. Wer die Mutter ist, und wer den Karton auf die Treppe gestellt hat, konnte noch nicht ermittelt werden. Bei einer Gasexplosion schwer verunglückt ist gestern gegen abend der Hauswirt Ludwig Wulff in dep Taborstr. 24. Im ersten Stock des Hauses war nachmittags ein starker Gasgeruch von jden Metern wahrgenommen worden. Wulff wurde infolgedessen herbei« gtrufen und beging nun die Unvorsichtigkeit, die Gasleitung mit einem brennenden Streichholz abzuleuchten. Plötzlich entzündete sich ausgeströmtes Gas und es erfolgte eine heftige Explosion. Durch den Luftdruck wurde der Hauswirt von der Trittleiter geschleudert und eine lange Stichflamme fügte ihm schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Händen zu. Die alarmierte Feuerwehr legte dem Verunglückten die ersten Verbände an. Feuer war bei der Explosion in der Wohnung weiter nicht entstanden. An die Neue Freie Bolksbühnr ist jetzt das im Scheunenviertel liegende Gelände für den Theaterbau aufgelassen worden. Die Bauausführung dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Man hofft bis zum 1. Junß nächsten Jahres das Theater fertigstellen zu können. In das Tchmicrgeldermlwesen leuchtete eine Verhandlung hinein. die gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Schmidt die erste Strafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Unter der Anklage der Bestechung hatte sich der Stgdtgärtner Georg Blau zu ver- antworten. Der Angeklagte, welcher früher den Posten eine? städti- schen GartentcchnikerS in Bromberg bekleidet hatte, war von dem Berliner Mggistrat als Stadtgärwer angestellt und als Beamter vereidigt worden. Zu seinen Obliegenheiten gehörte u. a. auch die Bestellung der verschiedenen Gärtnereiutensilien, wie Gummi- schläuche, Messinghähne usw., welche die Stadtverwaltung seit längerer Zeit von der Firma Otto Meyer bezog. Nachdem der Angeklagte eine Bestellung von Gartenschläuchen und anderer Artikel in Höhe von 880 M. gemachthatte, erhielt er von der FirmaMeyer eine Provision von 99 Mark. Wie der Inhaber der Firma, der Kaufmann Lenz, vor Gericht bekundete, sei eS in seiner Branche gang und gäbe, daß" an die Landschaftsgärtner eine Provision gezahlt werde und zwar 13 Proz. auf Messingteile und 25 Proz. auf Gummischläuche. Der Zeuge bekundete ferner, daß er jedenfalls diese übliche Provision nicht gezahlt hätte, wenn er gewußt hätte, daß Blau städtischer Beamter sei. Rechtsanwalt Dr. Max Levi machte für den An- geklagten als strafmildernd geltend, daß er aus seinen früheren Stellungen in Privatgärtnereien noch gewohnt sei, Provifionen zu erhalten, und er sich deshalb der Strafbarkeit seiner HandlungS« weise gar nicht recht bewußt gewesen sei.— Da« Urteil lautete dem Antrage deS Staatsanwalts gemäß auf SO Mark Geldstrafe. Die Sonne als Ruhestöreriu! Im Deutschen Opernhause in Charlottenburg fuhren gestern mittag 2 Uhr zwei Löschzüge der Feuerwehr vor. Die Uriache des Alarms war die hohe Temperatur, die auf die automattschen Feuermelder derart einwirtte, daß eine Klappe sich selbsttätig auslöste und die Feuerwehr unnötig alarmierte. Abends machte sich um so angenehmer die Druckluftvorrichtung de« Deutschen Opernhauses geltend, die an warnten Tagen kalte Luft in den Zuschauerraum preßt und die Temperatur während der Vor- pellung auf einem stets gleichen und angemessenen Niveau hält. Unfall oder Selbstmord? Aus dem Wasser gelandet wurde gestern abend gegen 7'/, Uhr die Leiche eines jungen Mannes, der Papiere auf den Namen eines 21 Jahre alten Schlossergesellen Bruno Weitner bei sich hatte. Sie trieb ,m Engelbecken, wurde von Schutzmännern Seborgen und auf Beranlasiung der Revierpolizei nach dem Schau- ause gebracht. Wo der Verstorbene gewohnt� hat, weiß man nicht. Auch über seine persönlichen Verhältnisse ist nichts Näheres bekannt. Spuren äußerer Gewalt waren an der Leiche nicht zu sehen. Ob ein Unglücksfall oder ein Selbstmord vorliegt, läßt stch vorläufig nicht sage». Vorort-l�acbrickten. Lichtenberg. Zur Ungültigkeit der Gemeindewöhlerliste. Der Bezirksausschuß hat, wie wir im letzten Stadtverordnetenbericht bereits mitteilten, der Klage des Genossen Stadtverordneten John auf UngültigkeitS- erklärung der Liste der stimmfähigen Bürger der Stadtgemeinde Berlin-Lichtenberg insoweit stattgegeben, als er anerkannt hat, daß der Preußische Eisenbahnfiskus und die Friedrichsberger Bank zu Unrecht in die Wählerliste auf- genommen find. Durch die gesetzwidrige Ausstellung der Wählerliste sind etwa 600 Wähler der zweiten Klasse in die dritte verschoben. Der Bezirksausschuß nimmt in Uebereinstimmung mit der Judikatur deS Oberverwaltungsgerichts an: der FiskuS durste nicht eingetragen werden, da er Staatsfteuern nicht zahlt; die Friedrichsberger Bank durfte als eingetragene Genossenschaft Aufnahme nicht finden. Trotz der Klarheit der Rechtslage haben die bürgerlichen Vertreter im Lichtenberger Parlament Anfechtung der Entscheidung beschloffen. Neukölln. Aus der Magistratssitzung. Das für den Neubau der städtischen Desinfektionsanstalt benötigte Grundstück am Mittelbuschwege soll zum 1. September 1913 miet- bezw. pachtfrei gemacht werden.— Zur Veranstaltung kostenloser populärer Vorträge zur Aufklärung der minderbemittelten Bevölkerung über die wichtigsten Fragen des Zivil-, Prozeß- und Versicherungsrechts durch die hiesige Rechtsauskunfts- stelle an 12 Abenden in der Zeit vom 1. Oktober d. IS. bis 1. April n. Js. soll der Sitzungssaal im alten Rathause unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.— Der Entwurf des Vertrages mit der Gemeinde Berlin-Britz wegen Uebernahme des Anschlagwesens in Berlin-Britz wird gemäß dem Beschluß der Verkehrsdeputation ge- nehmigt.— Der Magistrat beschließt die Vermehrung der Zahl der Anschlagsäulen entsprechend dem vorgelegten Plane um 30 Stück.— Wegen des Rückganges des städtischen SecfischverkaufS wird der Verkauf vom 1. Mai d. IS. ab bis auf weiteres eingestellt. Die Wiedereröffnung im September d. IS. wird vorbehalten.— Die Inbetriebnahme der neuen Pavillons rm städtischen Krankenhause soll Anfang Mai d. Js. erfolgen. Eine Familienpartie»ach den Müggelberge» veranstaltet am Sonntag, den 4. Mai, der hiesige Wahlverein. Treffpunkt: Morgens 7 Uhr am Rathause. Bahnfahrt mit zweimal llebersetzen pro Person 60 Pf. Kinder unter 10 Jahren 33 Pf. Für Nachzügler mittags 1 Uhr im Gasthof zum Müggelheim. Um rege Beteiligung, besonders von Kindern, wird gebeten. Steglitz. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins nahm zunächst einen interessanten Bericht des Genoffen Aßmann aus dem Gemeinde- Parlament entgegen. Einige aus dem Kreise der VersammlungS- besucher an ihn gerichtete Wünsche versprach unser Vertreter nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Den Quartals- und Jahresbericht erstattete Genosse �jplieS, den von der Verbandsgeneralversammlung Genosse Bierschenk. An den Bericht deS letzteren knüpfte sich eine kurze Diskussion. Der Vorsitzende ermahnte am Schluffe der Ver- sammlung noch zu reger Beteiligung an den Maiveranstaltungen. Treptow-Baumschulenweg. Eine liberale Wählerversammlung tagte am Dienstagabend im Sauerschen Saal in der Baumschulenstraßc. Die liberalen Mannen nahmen die ganzen vorderen Tifchreihen ein, war doch die Besucher« zahl nach und nach auf fast 80 Personen»angeschwollen". Pfarrer Traub, der auf den Einladungen wohl nur als Zugmittel an- gekündigt war, erschien nicht. Dafür sprang ein Rechtsanwalt aus Charlottenbnrg ein. Dann bemühte sich der angeblich nasional- liberale AmtSgerichtSrat Liepmann konservative Auffassungen zu ver- treten. waS ihm auch sehr gut gelang. Bezuglich der Heeresvorlage waren sich beide Redner einig, daß im Wettrüsten gar nicht genug getan werden kann. Weil sie aber auch das KoalftionSrecht erhalten und nur die „Auswüchse" bestraft wissen wollen, glaubten sie ein Anrecht auf die Stimmen der sozialdemokratischen Wahlmänner ohne jede Gegen- leistung zu haben, zumal doch ihr Kandidat Traub auch für ein besseres Wahlrecht eintrete. Genosse Germroth trat den Herren be- sonder« mit dem Hinweis auf da« zwiespältige verhalten der Nationalliberalen in der Wahlrechtsftage und der Stellung der an- geblich Liberalen zu den Arbeiterfragen entgegen und wie» auf die Naivilät ihres Verlangens der sozialdemokratischen Stichwahlhilfe ohne Abtretung eines Mandates hin. Freilich, unsere Liberalen tragen sich mit großen Hoffnungen: sie glauben im Kreis an die erste Stelle zu rücken. Das ist für sie um so leichler. da sie allein in unserem Ort für sich mehr Wahlmänner herausgerechnet haben, als überhaupt zu wählen sind. Doch lassen wir sie, der Wahltag dürfte sie eines anderen belehren trotz der ungerechten Drecklaffenteilung. Weisteusee« Aus der Gemeindevertretung. Der Gememdevertreter Kohler, Vertreter der 1. Abteilung, hat sein Mandat niedergelegt mit der Begründung, daß er den Vorwürfen aus dem Wege gehen wolle. zu unrecht in der Vertretung zu sitzen. Bei der Neuwahl stellte er sich wieder zur Verfügung. Bei Bekanntgabe der Berichte des Gemeinde« und des Schularztes erwähnte Genosse Taubmann die im Hochsommer borigen Jahres herrschend« Diphtherie-Epidemie und die Unmöglichkeit der Isolierung der Kinder, da da« hiesige Krankenhaus wegen Platzmangel die Aufnahme versagte.. Bürger- meister Dr. Woelck verurteilte eine darauf bezugnehmende Notiz im.Vorwärts", durch welche angeblich unnötigerweise die Bevölkerung beunruhigt worden sei. Die Notiz habe oeranlaßt, daß der Kreisarzt eine peinliche Untersuchung vor- genommen und festgestellt habe, daß Pie Diptheriefälle durchaus den Normalzustand nicht überschritten hätten. Die Ausnahme im hiesigen Kranlenhause habe des Umbaues wegen nicht erfolgen können, jedoch sei Ersatz geschaffen worden durch Vereinbarungen mit dem Pankower und Reinickendorfer Krankenhause. Ihm schloß sich der Gemeindearzt, Dr. Dyrenfurth. an. Genosse Taubmann wies nach, daß alle diese Maßnahmen erst nach dem Erscheinen der.Vorwärts'- Notiz erfolgt seien, WaS jedoch von der Gegenseite bestritten wurde. Der Vertrag mit einer Firma, die im Ort drei öffentliche Telephon- zellen ausstellen will, soll gelöst werden, wenn die Firma sich nicht verpflichtet, bis zum 1. Juli d. I. den Bertrag zu erfüllen. DaS Schulgeld für die zweite Klaffe der Präparandenanstalt soll auf 130 M. jährlich festgesetzt werden, während das Schul- geld für die dritte Klasse 120 M. beträgt. Die Gemeindevertretung hatte sich mit der Petition des Bürgerverein» in der Frage des Wald- und Wiesengürtels um Berlin zu beschäftigen. ES wurde bervorgehoben, daß die großen Waldankäufe deS Zweckverbandes für die nordöstlichen Vororte, und speziell den unsrigen, gar keine Vorteile böten, da die Entfernungen 12—16 Kilometer betragen; um zu ihnen zu gelangen, bedürfe es größerer Zeitverlufte und Strapazen. Die von den Gemeinden aufzubringenden Kosten stehen in keinem Verhältnis für die Bevorzugung deS Westens. Die Gemeindevertretung wünscht die Aufforstung eines Gelände» des nordöstlichen Teiles von Groß-Berlm und schloß sich der Petition deS Bürgervereins an.— In der geheimen Sitzung wurde über mehrere GrnndstückSverkäufe verhandelt. Eine Mit- teilung der Eisenbahndirettion, die Ringbahnstation Weißen- s«e in Greifswalder Straße umzuändern, fand Zustimmung, man hätte sogar gewünscht, daß es schon früher geschehen wäre, denn die trostlosen Zustände der Greifswalder Straße, die zum Teil auch heute noch nicht behoben sind, gingen stets auf das Konto Weißensee, weil der 1 Kilometer von der Grenze liegende Bahnhof Weißensee auf den Ort hinwies. Ober-Schöneweide. Die zweite Flußbadeanstalt soll auf der Wasserfläche zwischen der allgemeinen Clektrizitätögesellschaft und dem Restaurant Strand- schloß ihren Platz erhalten. Das Projekt sieht im Gegensatz zu iÄ ersten Anstalt eine nach der Wasserseitc vollständig offene Halle vor mit einer durch Bojen abgegrenzten Wasserfläche für Schwimmer. Die Arbeiten sollen so gefördert werden, daß mit der Eröffnung in Bälde gerechnet werden kann; die Kosten des Baues werden sich auf zirka 8000 M. belaufen. Rettungseinrichtungen auf den Sprcebrücken. Die hiesige Arbeiter- Samariterkolonne ist mit einem Antrage an die Gemeindeverwaltung herangetreten, für genügende Rettungseinrichtungen Sorge zu tragen. Die Gemeindebaukommission hat daraufhin beschlossen, auf dem Kaiser sieg einen zweiten und auf der T r e s k o w b r n ck e vier Rettungsringe anzubringen. Wegen der Stubenrauchbrücke, die Eigentum der Kreise ist, soll besonders verhandelt werden. Friedrichshagen. Aus der Gemeindevertretung. Zunächst wurden die Kassen- revisionen vom 27. Februar und 23. März sowie die außerordent- liche Revision vom 8. März zur Kenntnis genommen. Bei der Ver- gebung von Arbeiten und Lieferung für die neue Gemeindebadeanstalt erhielt die Firma Müller auf Antrag des Gemeindevorstandes den Zuschlag für Lieferung einer elektrischen Hebeanlage, die-a» durch erforderlich wurde, weil die Abortanlagen an die Kanalisation an- geschlossen werden sollen. Durch die Uebernahme der Müggelsee- Eisbahn find der Gemeinde außer der Pachtsumme von 1000 M. noch 337,30 M. Unkosten entstanden, die einstimmig bewilligt wurden. Ein Antrag, die unterirdische Entwässerungsanlage in der Straße 14 vorzunehmen, fand Annahme. Eine ausgedehnte Debatte entstand bei dem Punkt Errichtung eines kommunalen Fried- hofeS. Diese Angelegenheit beschäftigt die Vertretung schon seit einigen Jahren. Bürgermeister Dr. Stiller teilte hierzu mit, daß die Regrerung dem Antrag der Gemeindevertretung auf Errichtung eines kommunalen Friedhofes nicht zugestimmt habe, da nach Ansicht der Regierung die Kirchengemeinde die Wünsche der politischen Gemeinde nach Möglichleit berücksichtigt hätte. Für die Errichtung eines Urnenhain» mit Urnenhalle neben dem kirchlichen Friedhof ivolle die Re- gierung die Zustimmung erteilen. Interessant war dann die Mit- teilung des Bürgermeisters, daß der informierende Bericht der Gememdevertretung an die Regierung zwecks Anlegung eines kommunalen Friedhofes im Landratsamt liegengeblieben war und die ablehnende Antwort ohne Kenntnis dieses Berichts erfolgt sei. Trotzdem der Bericht nachträglich der Regierung noch vorgelegt wurde, konnte sie sich nicht entschließen, von dem gefaßten Beschluß abzugehen, da die Kirchengemeinde der politischen in weitestem Maße entgegengekommen sei. Auf Grund dieser Ausführungen stellten sich alle Gemeindevertreter. auf den Standpunkt, von dem früher gefaßten Beschluß nicht abzugehen. Nur der Ver- treter Görling, welcher gleichzeitig Mitglied der Kirchen- gemeinde ist, vertrat die Ansicht, daß die Kirchengemeinde alles getan habe, um eine Einigung zu erzielen und die Gemeindevertretung sich nun doch endlich zufrieden geben solle, da doch alle staatlich aner- kannten Religionsgemeinschaften in würdiger Weise ihre Toten be- statten könnten. Nur bei den Dissidenten müßte man eine AuS- nähme machen, da eS doch nicht anginge, daß schließlich auch dissi- denttsche Reden auf dem kirchlichen Friedhof gehalten werden.— Unsere Genoffen T a r n o w und Miele vertraten ganz entschieden die Auffaffung, sich nicht bei dem Bescheid der Regierung zu be» ruhigen, sondern weiter zu gehen und ev. im Verwallnngsstreitver- fahren die Angelegenheit zu regeln. Im übrigen sei es von der Kirchenbehörde nicht loyal, bei der Regierung gegen den kommunalen Friedhof Protest zu erheben. Es sei festgeitellt, daß der Friedhof bis vor etwa 20 Jahren der politischen Gemeinde gehört habe. Mit welchem Recht wolle man nun die Dissidenten anders behandeln, indem man bei Begräbnissen nicht die geringste Toleranz walten laffe. Selbst bei Beerdigungen von Kirchenangehörigen, an denen kein Geistlicher teilnimmt, verbiete man Grab- gesänge usw. Aus all diesen Gründen sei die Anleguug eines kommunalen Friedhofes die einzig richtige Lösung. Mit allen gegen eine Stimme wurde beschlossen, auf dem früher gefaßten Beschluß bestehen zu bleiben und dem Gemeindevorstand die weiteren Schritte in dieser Angelegenheit zu übertragen. Zossen. lieber die Aufhebung des BürgerrechtSgcldcS wurde in der letzten Stadtverordnetenversammlung beraten. Der Magistrat machte den Borschlag, dos Bürgeraeld ab 1. April nicht mehr zu erheben. Dagegen wandten sich verschiedene Stadtverordnete; sie hielten es an der Zeit, dasselbe sofort aufzuheben. Beschlossen wurde, für das nächste Etatsjahr da» Bürgergeld nicht mehr zu erheben. Recht rück- ständige Ansichten vertrat hierbei der Stadtv. Präger der sagte, er hätte e« bezahlen müssen, dann könnten es die andern auch bezahlen. — Zum RatSmann wurde bis 1. April 1917 Stadtv. Guericke gewählt. Als Schiedsmann fungiert auf 6 Jahre Kaufmann Weege, als Stellvertreter Böttchermeifter Wuthe. Der Bericht des Schul- arztes lautete im allgemeinen günstig, sowohl für die neu einge- schulten, als auch für die älteren Kinder. Nieder- Tch önh aus en. Das erste Anspielen für unsere Kinder findet am Sonntag, den 4. Mai statt. Die Eltern werden ersucht, sich mit ihren Kindern recht zahlreich einzufinden. Treffpunkt pünktlich ll22 Uhr am Hertaplatz, von da Abmarsch nach dem Lokal von Settekorn, Bismarckplatz, wo auf dem Spielplatz die Spiele beginnen. Bernau. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde zunächst von der Forstdeputation erklärt, daß die Forstarbeiter weder bei den Förstern noch bei der Forstdeputation irgendwelche Beschwerden wegen Lohnzahlung vorgebracht hätten; es sei daher die 5kritik bei der Etatberatung wohl nicht berechtigt gewesen. Genosse Krüger erwiderte, daß ihm wiederholt Beschwerden von den Arbeitern darüber zugegangen seien, daß ihnen die Preise der Schlagclöhne nicht bekannt wären. Die Tatsache, daß ihnen bei Beginn der Arbeit der Tarif vorgelesen werde, schließe das nicht aus, daß die Arbeiter die Preise nicht behalten konnten. Genosse Krüger beantragte daher, die Tarife drucken zu lassen und jedem Arbeiter bei Beginn der Arbeit ein Exemplar auszuhändigen, diesem Vorschlag wurde auch zugestimmt. Der Magistratsvorlage betreffend Anschaffung von Pendelapparaten für das Krankenhaus erteilte die Versammlung gleichfalls die Genehmigung. Gegen die Stimmen unserer Genossen wurde sodann die Magistratsvorlage angenommen, wonach sich Bernau an der Ldresie des Reichsverbandes deutscher Städte zum Regierungsjubiläum des Kaisers beteiligen wolle. Der Antrag unserer Genossen die Wahlmännerwahlen durch Fristwahlen voll- ziehen zu lassen, wurde gegen die Ssimmen unserer Genossen sowie eines Bürgerlichen abgelehnt. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Marieudorf. Morgen Freitag, den S. Mai, nachmittag« 5 Uhr, im Sitzlmgssaale des Rathause«, Kaiserstraße. Dirfe Sitzungen find öffentlich. Jeder«emeindeansehörige i» de- rechtigt. ihnen als Zuhörer beizuwohnen. sssaiversammlungen. Teltow. Nachmittag« L Uhr Berfammlung. Hieraus Umzug mit Mufik durch die Stadt. Riederlehme. Der Abmarsch zur Versammlung erfolgt 11 Uhr vor. mittags vom Lokal Jägersruh(®. Hoch)., ,. Adlershof. Di- angekündigte Mawerfammwng um 2 Uhr findet nicht statt. Dafür wird während des Vergnügens welche» um 3 Uhr bei Wöll. st-m beginnt, Genosse Glocke die Festrede'halten. Grünau. Der geplante Maiumzug ist polizeilich verboten worden. Die Versammlungsteilnehmer wollen irch daher an dem gememichafllichen Ausflug nach Eichwalde und an dem dort um 3 Uhr stattfindenden Umzug beleiligen. »ritz. L Uhr nachmittag« GewerNchastSversammlung bei A. Raddatz, Chausseestr. 3S. Franz. Buchbolz. Treffpunlt zur Beteiligung au der Vormittag«. Versammlung in Nieder. Schönhaujen um 10 Uhr in Höhne« Gefeilscht. braunChe- vreau. WelB NuqucK- ooodye® g��rorz. Cnra��erv �elQe �■!5iuncnevre� grau, er® E>oxcal V,••• Oranlen-Sfraße 47a Kö�lSTstrSße" 34 Friedenau, Rhelnsfr.14 ,,, Oranlen- SIraSe 34 TauenufslenöraiieZO Neukölln, Bergsfr. 7-Ö '** Müiier-Siraße 3a Leipziger Straße 05 Moabit, Turmairaße 30 ®_» a --------- I.* 4 /Sf M M? 0oSly�Se" Herren-Halbschuh, braun Che vreau, braun Boxcall auch mit Schnallen und Riemen, la Chromlack Hus aller Weit. Vom Schlachtfeld der Arbeit. In der ÄckHIanlage der Brikettfabrik Mariannes Glück bei Kausche(Lausitz) ereignete sich Mittwoch vormittag 10% Uhr eine Kohlen st aubexplosion. Drei Monteure wurden schwer, drei Hilfsmon teure und vier Arbeiter leichter verletzt. Sämtliche Verunglückte wurden in das Knappschaftskrankenhaus nach Klettwitz übergeführt. Mit der Löschung des durch die Ex- plosion entstandenen Brandes sind drei Feuerwehren beschäftigt.__ Krieg im Frieden. Ein schweres Unglück ereignete sich, wie die„Vottszeitung für Meißen" berichtet, auf dem Pionierübungsplatz Weida bei Riesa. Mannschaften des sächsischen Pionierbataillons Nr. 22 waren mit S p re n g üb u ng e n beschäftigt. Dabei wurden neun Pioniere und ein Unteroffizier schwer verletzt; ein Gefreiter ift bereits gestorben, 3 Mann haben das Augenlicht ein- gebüßt. Alle Verletzten sollen schrecklich zugerichtet sein. Die Ursache des Unglücks soll in unzulänglicher Beschaffenheit der Zündschnur ßu suchen sein. Schwarz-gelbe Justiz. Die Wiener Geschworenen, vor die das Justizministerium alle politischen Prozesse gegen italienische Staatsangehörige wegen der .Unzuverlässigkest" der Triester und Südtiroler Geschworenen verweist, haben nun zum überhaupt ersten Male in einem H o ch» verratsprozetz ein„Schuldig!" gesprochen. Ein junger Triestiner von 18 Jahren hat als IT'/s jähriger in Rom eine Schrift drucken lassen, die zur Tötung des Kaisers von Oesterreich aus- fordert. Per Post ließ sich der„Verbrecher" die Flugblätter nach Trieft schicken, obgleich er wußte, daß alle Postpakete aus dem Aus- lande natürlich zollamtlich geöffnet werden müssen. Zum Ueberfluß hob er sein Manuskript noch sorgfältig daheim auf— kurz, ein dummer Junge, wie er im Buche steht. Die Wiener Geschworenen aber sprachen ihn schuldig und die Richter schickten ihn auf fünf Jahre insZuchthaus nach dem Hochverratsprozeßparagraphen, nach dem jeder ein Verbrechen begeht, der„etwas unternimmt", um den Kaiser körperlich zu verletzen. In Südungarn dagegen, wo man wahrlich keine Sympathie für die Minderheitsnation hat, wurde ein großserbischer Agitator. der„Es lebe Serbien! Bei Durazzo sehen wir uns wieder!" gerufen hatte, von der Anklage des Hochverrats freigesprochen! Aus dem Lande der Yankees. Daß im Lande der Trusts auch Särge wie jede beliebige andere Ware behandelt werden, wird niemand wundernehmen. Ist es doch allgemein bekannt, daß in Amerika der Mensch, kaum daß er ge- starben ist. zum Spekulationsobjekt wird. Der LeichenbestattungS- Unternehmer übernimmt die Leiche, wäscht sie, macht Einspritzungen, die die Verwesung verzögen» sollen, rasiert den Leichnam, zieht ihn an, schminkt ihn, parfümiert ihn, legt ihn in den Sarg und bahrt ihn aus. Den Gipfel der Spekulation auf diesem so interessanten Gebiete ha: man aber, wie dem„Giornale b'Jtalia" aus New Dork berichtet wird, vor kurzem erreicht: man hat in einer größeren amerikanischen Stadt einen ganzen „Stock" Särge, die zum größten Teil schon bei überseeischen Leichentransporten benutzt waren, zu Ausnahmepreisen— ob mit oder ohne Rabattmarken, wird leider nicht mitgeteilt— verkauft; man konnte einen leidlich anständigen Sarg schon für 40 Pfennig haben, und wer gar 1,bl) M. ausgab, konnte sich einen schweren Eichensarg mit Metallverzierung nach Hause tragen. Eine Leichenbestattungsgesellschaft hatte diese Särge vor fünfzehn Jahren im großen gekaust, um die Preise auf dem Sargmarkte diktieren zu können und den Yankees das Sterben zu verteuern; jetzt waren die Särge aber unmoderne, veraltete Stapelware geworden: denn der Mensch ist eitel und wünscht auch im Tode frische und nicht übertragene Trödelware; dazu kam noch, daß das ganze Kirchhofsterrain, auf dem die gebrauchten Särge untergebracht gewesen waren, feucht war, so daß die Leichenkasten sehr gelitten hatten. Der Kirchhofswächter und Totengräber hatte bereits einige Särge zerschlagen und die Bretter beim Bau eines Getreidespeichers benutzt. Die anderen Särge wurden zum größten Teil von Bauern gekauft: sie wollen Krippen für das Vieh und Dachschindeln daraus machen._ Kleine Notizen. Genickstarre in Hannover. Unter dem Verdacht der Genickstarre sind bcini 2. Bataillon des Jnfanterie-Regiments 74 drei Soldaten in das Garnison-Lazarett gebracht worden. Die Feststellungen der A'crzte ergaben verhältnismäßig leichte Erscheinungen von Gehirn- Hautentzündung. Die Erkrankten befinden sich angeblich bereits aus dem Wege der Besserung. Die bakteriologische Untersuchung nach Erregern der epidemischen Genickstarre ist negativ ausgefallen. Daher glaubt man, daß die zur Vorsicht getroffenen strengen Ab- sperrungsmaßnahmen in kurzer Zeit aufgehoben werden können. Opfer eines militärischen Gewaltmarsches. Aus Straßburg wird gemeldet: Bei dem Gewaltmarsch am Mittwoch sind unter dem Einflüsse der Hitze etwa 150 Mann zusammengebrochen. Die vor der Stadt Zurückgebliebenen konnten, nachdem sie ausgeruht hatten, dem Lazarett zugeführt werden. Von den in der Stadt zusammengebrochen wurden 17 in das Lazarett gebracht, 3 von ihnen sind schwer erkrankt, während die übrigen als r e v i c r- krank bereits wieder entlassen wurden. Im Laufe der Rächt wurden weitere 10 von der Kaserne ins Lazarett gebracht.— So sehr übertrieben waren also die zuerst aufgetauchten Gerüchte doch nicht, wie es das offiziöse„Wolfffche Tclegraphcnbureau" hinzu- stellen suchte. Eisenbahnkatastrophe in Frankreich. Wie aus Rodez(Departe- ment Aveyron) gemeldet wird, ereignete sich bei©ebetae ein schwerer Eisenbahn Unfall. Mehrere Reisende sollen ge- tötet und gegen zwangig verwundet worden sein. Erdbeben. In Patras(Griechenland) sind um Mitternacht zwei starke Erdstöße wahrgenommen worden. Die Bevölkerung ver- ließ erschreckt ihre Häuser. Zur selben Zeit verspürte man Erd- stoße in Phrgos, Zantc, Acgion und Missolonghi. Jugendveraustaltunge». .Neukölln. An den Pfingsffeiertagen finden für die Jugend Neuköllns außer einer eintägiqen,'olgende größere Wanderungen statt: I. 2— Ztägige Wanderfahrt nach Mecklenburg: Neuswelitz—Stargard— Neubrandenburg— Penzlin— Ncuswelitz. Fahrgeld und Ucbcrnachtm stellt fich für 2 und 3 Tage gleich hoch und zwar 6 M.— II. 2— Ztägige Wanderfahrt nachdem Schlaubetal. Fahrgeld und Schlafen für 2 Tage 5 M., für 3 Tage S M.— III. Nacht-Wanderfahrt nach dem Blumental. Fahrgeld, Uebernachten, Kaffee und Kuchen 2.10 M. Für diese Wanderungen liegen im Jagendheim Teil- nehmerlisten aus. Schluß der Listen Montag, den 5. Mai. Am gleichen Tage findet im Heim«'/, Uhr eine Teiluehmerzusammcnlunst statt.— Die Sonderaue-gabe ünfereS Mitteilungsblattes für Spiel, Sport und Wandern ist erschienen. Spiel und Sport Arbeiter- Radfahrer- Bund„Tolidarität-(Ortsgruppe Berlin). Samltliche Touren am 1. Mai fallen aus. ' Touren zum Sonntag, den 4, Mai, 1. Abt., 6 Uhr: Lanle (Scharmützelsee). 1 Uhr: Buch. Start: Bülowstr. 58. 2. Abt. 5'/, Uhr: Brieselang. 1 Uhr: Papenberge(Donarz). Start: Schönleinslraße 6. 3. Abt. k Uhr: Streifzüge über Erkner, Gosen. 12'/. Uhr: Eichwalde (Witte). Start: Lansitzer Platz 12. 4. Abt. 5 Uhr: �eupip. 12 Uhr: Mittenwaldc. Start: Küstriner Platz. 5. Abt. S Uhr: Lipnitzsce. 1 Uhr: Gorinsee. Start: EIhsium. 6. Abt. 6 Uhr: Berliner Schweiz(Gärtner). 1 Uhr: Köpenick(Schweizer Garten), kstart; Odcrberger Str. 28. 7. Abt. - Mf"1-■~" mm 7 Uhr: Fintenkrug(Baumgartner). Ist, Uhr: Saatwinlel(Jägerhaus). Start: Schulstr. 29. 9. Abi. 8 Uhr: Beelitz. Ist, Uhr: Zehlendorf(Mick). 11. Abt. Am 7. Mai, 9 Uhr: Gorinsee. Start; Gr. Hamburger Str. 18/19. Arbeiter- Touristenvcrein„Die Naturfreunde�, Ortsgruppe Berlin. Sonntag, den 4. Mai: Wanderung von Grüncberg nach Liebem bcrg, Oranienburg. Abfahrt nach Grüneberg vom Stcttiner Bahnhof 5.42 (Fernzug). Gäste willkommen�������������M��������� Arbeiter- Wanderbund„Die Naturfreunde«.(Sitz Berlin.) Sonntag, 4. Mai. 1. Zäckericktal der Liebe— Schwedt a. O.(Nachttour.) Abf. Sonnabend 9.05 Uhr abends. Schlesischer Bahnhof(Wriezener Balm- steig). 2. Birlenwerder— Lebnitz. Abs. Stettiner Borvrtbahnhos S.4S Uhr vormittags. 3. Schmöckwitz— Stahwerg— Erkner. Abf. Görlitzcr Bahnhof 7.40 Uhr vormittags. 4. Spandau— Tegel. Abf. Lehrter Fernbahnhof 1.35 Uhr. Gäste willkommen. Zur Beachtung! Das Pfingsttourprogramm ist erschienen. Interessenten erhallen dasselbe kostenlos in der Geschäftsstelle des Bundes: Herm. Heys«, Berlin N, Boyenstr" 19. Unternommen werden Tomen m die Sächsische in die Prignitz, Redernswalder Forst, Templiner Schweiz, Schlaubetal, Ringenwalder Forst u. a. Teilnehmer wollen sich wegen Quartier, Treff Punkt und event. Ratschläge schriftlich an die im Programm bekannt ge- gebenen Führer wenden. Freie Turnerschaft Neukölln- Brist. Am Sonntag, den 4. Mai, findet eine Jugendwrnsahrt über Grünau— Müggelheim nach Friedrichs- Hagen statt. Treffpunkt: Morgens 7 Uhr am Rathaufe. Bahnfahrt mit zweimal Uebersetzen pro Perfon SO Pf., Kinder unter 10 Jahren 35 Pf. Für Nachzügler: Mittag« 1 Uhr im Gasthof„Zum Müggelheim". Schweiz, nach Rügen, : Schweiz, Eingegangene Druckrcbriftcn. Das deutsche Gespenst in England. Politischer Roman von E. Phillips Oppenheim. Ueberfetzung von F. v. H. Berlin W 9, Hermann Hillgcr Verlag. 2 M. lieber die Schönheit häßlicher Bilder. Von M. Brod. 3,50 M., gebd. t M.— Gesichte. Essays und andere Geschichten von Elfe Laster- Schüler. 4 M., gedd. 5 M. K. Wolff, Leipzig. Marktpreise von Berlin am Lg. April 1V1Z, nach Ermittelungen des königl. Polizeipräsidiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 20,88 bis 21,00, mittel 20,64—20,76. geringe 20,40—20,52. Roggen, gute Sorte 16,38—16,40, mittel 16,34—16,36, geringe 16,30—16,32(ab Bahn).. Futter- gerstc, gute Sorte 16,20—16,70, mittel 15,60—16,10. geringe 15,00—15,50. Hafer, gute Sorte 18,00—19,80, mittel 17,00—17,90(frei Wagen und ab Bahn). Mais(mired), gute Sorte 15,20—15,40. Mais(runder), gute Sorte 15,60—15,80."Richtstroh 4,00—4,40. Heu 5,60—7,40. Markthallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00—50,00. Speifebohnen. weiße 35,00—60,00. Linsen 35,00—60,00. Kartoffeln(Kleiiihdl.) 5,00—8,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindsleifch, Bauchfleisch 1,30—1,80. Schweincfleifch 1,40—2,00. Kalbstetich 1.40— 2,40. Hammeifleifch 1,50— 2,40. Butter 2,20—3,00. 60 Stück Eier 2,80— 4M 1 Kilogramm Karpfen 1,40—2,40. Aale 1,80—3,20. Zander 1,40—3,60. Hechte 1,40—2,70. Barsche 1,00—2,40. Schleie 1,60—3,20, Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 1,60—45,00. Witterungsübersicht vom 30. April 1913. Stationen Swinemdc. Hamburg Berlin Franks. a.M München Wien SO OSO SO SW 7S1SW 764150 Wetter 3 wolkenl Lwotkenl llwolkenl 1 Dunst 2|wollenl llffiOlfcnl Ctottoncn Haparanda 773 SO Petersburg! 773QNO 757teä 754 SO 759,©SD Sctlly Aberdeen Paris 59|© Vetter 4 Schnee 2 wolkenl halb 6b. bedeckt 2 heiter Wetterprognose für Donnerstag, de» 1. Mai 1913. Zunächst vorwiegend heiter, sehr warm, bei ziemlich lebhaften südlichen Winden; lpäicr zunehmende Bewölkung und Gewitterneigung mit etwas Abkühlung. � Berliner Wetterbureau. WafierftandS-Nachrichte« der Landesanstalt für Eewäfferiunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau Wafferftaud M e m e I, Tilsit P r e g e l, Jnflerburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krassen , Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz „ Dresden , Barby , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Spremberg') , Beeskow W e f e r, Münden , Minden Rhein, MaximilianSau . Kaub . Köln Neckar, Heilbronu Main, Hanau Mosel, Trier am 29.4. cm HO 40 50 76 80 173 254 448 242 268 89 164 seit 28. 4. cm1) >)+ bedeutet Wuchs,— Fall.—') Unterpeael.—») Nach telegraphischer Meldung hat die Weichsel bei Thorn heute mit S78 cm ho« tftrirMHfrmh her htPÄmnfirtMt SlttftfitaP.Hllttft PfTpimt. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Kleine Anzeigen Zehn Prozent Rabatt Vorwärtslefern. Gardinenreste, Fenster 1,55, 1,95, 2,45, 2,85, 3,50, 4,25, 5,50, 6,75 usw. Betten, Stand 9,-. Brunnen. G. Weißenbergs Gardinen- und ftraße 70, im Keller. 1200* Teppichhaus, Große Frankfurter straße 125, im Hause der Möbelfabrik an der Koppenstraße. Ohne Geld 0,50 wöchentlich: Bardinen, Portieren, Teppiche, Decken, Uhren, Bilder, Möbel, Polsterwaren, Betten, wäsche, Kinderwagen. Besuch oder Postkarte. Meisels( selbst), Andreasstraße 4( Schlesischer Bahnhof). Hermannplaz 6. Bjandleibhaus. Extrabillige Jadettanzüge. Bebrod anzüge. Herrenpaletots. Herrenboien. Allerbilligster Bettenverkauf. Wäscheverkauf. Gardinenverkauf. Teppichverkauf. Plüschdeden. Steppdeden. Goldsachen. Taschenuhren. Wandubren. Wandbilder. Warenverkauf ebenfalls Sonntags. * Teppiche( Farbenjehler) enorm billig. Mauerhoff, nur Große Frankfurter Straße 9, parterre. Kein Laden Vorwärts" lejer zehn Prozent! Steppdecken, direkt Fabrik, nur Große Frankfurter Straße 9. 247* Gardinen, Tüllbettdecken, Plüschportieren. Fabrik Mauerhoff, nur Große Frankfurter Straße 9, Flur eingang!" Vorwärts" leser zehn Prozent! Pfandleihhaus, Wilmersdorf, Augustastraße 66. Spottbilliger Bettenverkauf, Wäscheverkauf, Gardinen verkauf, Teppichverkauf, HerrenSonntags garderobe, Goldsachen. 1178* geöffnet. Borjährige eleganteherrenanzüge und Baletots aus feinsten Mazitojen 20-40 Mart, Hojen 6-14 Mart. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. Sonntag von 8-10 und 2-6 geöffnet. Teppiche mit Webefehlern 7,50, 9,50, 11,50, 13,50, 16,50, 19,50, 22,50, 25,50, 29,50 usw. Teppichhaus Große Frankfurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik. Nestbestände, 1-3 Fenster Tuchportieren, Plüschportieren, Madrasportieren, neueste Muster, Fenster 2,85, 3,50, 3,95, 4,85, 5,75, 6,50, 7,50, 9,50,11,50, 14,50,18,00 usw. Portierenhaus, Große Frankfurterstraße 125. Tuchdecken, Leinendecken, Plüsch deden 1,35, 1,65, 1,95, 2,45, 2,95, 3,65, 4,25, 4,85, 5,50, 6,75, 8,50, 9,70 bis 45 Mart. Steppdecken, Similiseide, vornehme Ausführung 3,75, 4,85, 5,75, 6,50, 7,85, 9,50, 12,50, 14,50 usw. Große Frankfurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik. 571 Teilzahlung. 50 Pfennig. Herrenanzüge, Damengarderobe, Wäsche, Portieren, Gardinen, Teppiche, Steppdecken, Tischdecken, Spiegel, Bilder, Betten, Uhren, Möbel, Polsterwaren, bunte Küchen, Kinderwagen, Zithern, Mandolinen, Grammophone. Schmidt, Petersburger Straße 23. 563 Brunnen 6 Mark an. Filter, Gasrohr billigst. Bergstraße 39, Neutölln. + 33* Wenig getragene, aus vornehmen Häusern tadellos erhaltene Anzüge, Sommerpaletots, Ulster, Hosen( Gehrodanzüge, Fradanzüge Maßsachen] * auch leibweise), Damenkleider, Blusen, Stiefel usw. verkauft billig( auch Sonntags) Weiß, Blücherstraße 67 I, Hallesches Tor( Haltestelle Mitten walderstraße). Teppiche!( jehlerhafte) in allen Größen, fast für die Hälfte des Bertes Teppichlager Brünn Hadejcer Marit 4, Bahnhof Börje.( Lejer des Borwärts" erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet! 476* Monatsgarderobe spottbillig, große Geldersparnis. Sommerpale Radfahrerkarten. Wir empfehlen tots 6,50 an, Jadettanzüge, Gehrod Rad- und Auto- Fahrern Straubes anzüge, Hosen, für jede Figur passend. Karte 1200 Quadrat Meilen um Aussteuerwäsche, Steppdecken, Teppiche. Berlin. 2 Teile a 1,50 Mart. Nörd- Goldsachen, Operngläser. Nur Prinzenliche Hälfte der Provinz Branden- Pfandleihe, Prinzenstraße 34, eine 100 Sofas! Prima Ausführung ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. 20 a 6706 Betten, Stand 11,00, hochfeine Zahngebisse, Goldsachen, Silber- Zeugen gesucht. Personen, welche 21,00. Brautbetten, Steppdecken, 54,-, 65,-, 75,-, Chaiselongues, sachen, Blatinabjälle, sämtliche Metalle gesehen, wie am Montagabend( 28.) Anzüge, Hosen, Uhren spottbillig. prima 25, Sofaumbauten, Barni höchstzahlend. Schmelzerei Christionat, gegen 9 1hr, ein Mann einen zwölf( gegenüber jährigen Jungen geschlagen, werden Leihhaus Osten, Königsbergerstraße 19. furen, Ledermöbel, riesig preiswert. Röpeniderstraße 59/ 1* um Angabe ihrer Adresse gebeten. Taschenbuch für Gartenfreunde Polsterwerkstätten Staligerstraße 25, Manteuffelstraße). 502 Goldschmelze tauft Silber, Platin- Schulz, Hausburgstraße 19, born IV. Ein Ratgeber für die Pflege und an der Hochbahn. Zahngebisse, Möbel! Für Brautleute günstigst. abfälle, sachgemäße Bewirtschaftung des häusQuecksilber, Unkosten vergütet. lichen Zier, Gemüse- und Obst. Gelegenheit, sich Möbel anzuschaffen Stamniol, alle Metalle, höchstzahlend gartens von Mar Hesdörfer. Zweite mit kleinster Anzahlung gebe schon Witwe Marie Nieper. Nur Köpenicker4798* bermehrte Auflage. Mit 137 Tert- Stube und Küche. An jedem Stüd ftraße 157. Preis. Uebervorteilung abbildungen. Preis 3,50 Mark. Expe- deutlicer Zahngebisse, Gold, Silber, Treffen, daber ausgeschlossen. Bei Krankheits- Platina tauft höchstzahlend Blumenfällen und Arbeitslosigkeit anerkannt reich, Brunnenstraße 3, Rosenthaler dition Borwärts, Lindenstr. 69. größte Nüdsicht. Möbelgeschäft M. Lor. Goldftaub, Bossenerstraße 38, Ede 2901 Gneisenaustraße. Geschäftsverkäufe. Lokal, Parteiverkehr, Fabrifliefes rung und Vereine, billige Miete, preiswert zu verkaufen Demminerstraße 35. Kaufen Sie direkt beim Tischlers meister. Komplette Wohnungs- Ein+ 87* richtungen in allen Preislagen. BeAusstellung. Seifengeschäft, sechs Jahre eine fichtigen Sie meine Hand, alterswegen billig verkäuflich. Harnad, Stallschreiberstr. 57( MorizAuskunft Stolpischestraße 26, Milch plat). Verkauf nur im Fabrikgebäude. +78 Bahlungserleichterung. geschäft. Milchgeschäft, reelles, tadellos, fofort verkäuflich, Steglig, Halste straße 43. 6726* Installationsgeschäft billig verfäuflich. Wilmersdorf, Bieseler straße 10. 82/16 * Möbelkredit. Ich bin billig und gebe langen Kredit. Stube und Küche mit 15 Mart, einzelne Stüde 4 Mart Anzahlung, fleinste Raten. Tannenzapf, Blumenstraße 2. 5108* Stellmacherei, Vorort, schöne Musikinstrumente. Pianinos, Harmoniums, Flügel Kundschaft, Maschinen und Holzvorrat, wegen Berufswechsel zu verkaufen. jeder Preislage, gebrauchte 120,00 an, Offerten an Karl Scholz, Berlin, Teilzahlung. Scherer, Chauffees Schulstraße 58, vorn 3 Treppen. enorm 82/3 billig, 682b 534*. straße 105. Existenz! Gemüse, Geflügel, Bianino, treuzfaitig, 120,( Teil Obstgeschäft, mit auch ohne Fuhrwert, zahlung). Bander, Turmstraße 9. verkauft billig, schöne Wohnung, Pianino, gutes, 150,-, Krüger, Bülowstraße 70. Neue Königstraße 31( Meranderplat). Schankgeschäft, Pianino, billig. Kripschinski, Ritterstraße 114. Kopenhagenerstraße 5 II. Restauration, westlicher Vorort, Anfänger passend billig verkäuflich. Auskunft Lantmiş, Hauptstraße 13, Restaurant. Möbel. umständehalber 6815 * Bilder. +78 Bilder. Sie kaufen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder Bogdan, Weinmeisterstraße 2. 2248 698* * Fahrräderantauf, Preiserzielung. Weberstraße 42. Kupfer 1,10-1,25, Messing 65-85, Stanniol, Zinn bis 3,8C, Bint, Blei, wie alle Arten Metallabfälle höchst zahlend. Meyer, Elisabethstraße 56. Königstadt 13976. Vermietungen. Wohnungen. * Kleine freundliche Wohnungen per allerhöchste fofort oder später von 19 Mark an, Lichtenberg, Herzbergstraße 125/127. Direkt am Friedrichshain, Georgenkirchstraße 63, Stube, Küche, korridor, renoviert, sofort. 79/3 Spottbillig Stube, Küche, Zubehör, 20 Mart, sofort, Steglit, 83/2 Herderstraße 5. 82/5 Pfandscheine, Gold- und Silbersachen, Schreibmaschinen, Möbel, Pianos, Zigarren, Pelzsachen, Teppiche, Kleidungsstücke, Wäsche, Stoffe, fauft, beleiht, höchstzahlend, Leihhaus Chauffeestraße 60 I. Norden 10 845. Unterricht. der englischen Unterricht in Sprache. Für Anfänger und Fort geschrittene, einzeln oder im Zirtel, wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Ueberlegungen gefertigt. G. Swienty- Liebknecht Charlottenburg, Stuttgarterplay 9 Gartenbaus III. an 448* Auto- Fachschule( Ingenieur Scha piro), staatlich fonzessioniert, mit großer Reparatur- Werkstätte, BerlinBerlinerstraße 16. Wilmersdorf, Honorar 137K* Technischer Unterricht. Regierungs- Baumeister Dr. Werner, In haber, Schinkel- Akademie, Berlin, Neamderstraße 3 und Rathenowertraße 3. Tag und Abendkurse. 100 Mart. Klavier, Violine-, Gesang-( Stimmbildung), Blasinstrumente-, Mandolines, Laute-, Gitarre, Zitherunterricht. Monatshonorar 4,00 an. Tagesturse, Abendkurse. Gormannstraße 1( Rosen; thalerstraße). 247/17 Zimmer. Kleine möblierte Stube( separat), billig. Dranienstraße 35, vorn I links. Ungeniertes möbliertes Zimmer zu vermieten bei alleinstehender Dame. Manert, Reichenbergerstr. 90, 82/1 horn III. Möbliertes Zimmer, preiswert. Simon- Dach- Straße 26 Seitenflügel links I, Bogel. +7 Flurzimmer, möbliert, Herrn, 16,00. Waldemarstraße 40a, born II. Vorderzimmer, sauber, Kaffee, Bad, Woche 3,50. Rodenbusch, AltStralau 59 II.( Nähe Bahnhof Treptow.) +105 Möbliertes Zimmer, allein, 15,-, vermietet Witwe Hoffmann, CarmenSylbastraße 162. Schlafstellen. Möblierte. freundliche Schlafstelle bermietet Dresdenerstraße 107/8, born 80/ 16* II links. Möblierte Schlafstelle zu vers mieten. Kleine Hamburgerstraße 5, +35 of II links. Schlafstelle, Herr oder Dame. Didmann, Lychenerstraße 29, Hof II. Schlafstelle für Herren bei Dresdenerstraße 79, born IV. Didlaukys, 6745 Möbel ohne Geld! Bei fleiner Anzahlung geben Wirtschaften und Fahrräder. einzelne Stude auf Kredit unter äußerster Preisnotierung, auch Waren Erstklassige Fahrräder, Monats. aller Art. Der ganze Dften lauft bei rate 10 Mart. Louis Barth, Brüden uns. Kretschmann u. Co., Stoppen- ftraße 10a, I. Etage. 798* straße 4.( Schlefischer Bahnhof.) Fahrräder, Riefenlager vorhanden. Wer Möbel reell und dabei billig Außergewöhnlich billige Preise gefaufen will! Mein Spezialgeschäft brauchter und neuer Fahrräder, Speburg reicht bis Stettin- ledermünde, Treppe, neben Bauzaun Wertheim, für Ein- und Zweizimmer- Einrich- zialität: Markenräder! Jedermann füdliche Hälfte bis Halle- Leipzig, fleiner Eingang. Fahrgeld vergütet. tungen bietet Ihnen Vorteile. Gebesichtige die Riesenläger! Leihhaus, Dresden Görlig. Buchhandlung Gastronen ohne Anzahlung, Woche fchmadvolle Musterwohnungen, auch Neue Schönhauserstraße 11. 247/ 18* Klavierkursus. Erwachsenen Möblierte Schlafstelle, 12 Mart Borwärts, Lindenstraße 69( Laden). 1,00. Riefenlager! Louis Böttcher gute gebrauchte sowie zurückgesezte Fahrräder, Teilzahlungen, größte Schnellmethode. Monatspreis 3.00. influſive, Herr, Teilnehmer, vermietet Littauers berühmte Nähmaschinen,( selbst!), Stronleuchter- Spezialhäuser. Möbel, Bequeme Zahlweise gestattet. Auswahl, billigste Preise. Lothringer20 Slaviere. Admiralstraße 18b, Duergebäude drei Dranienstraße 147, Treppen rechts. Zeilzahlung, fulanteste Bedingungen. Betriebsleitung: Borhagenerstraße 32 Kassapreis Binsvergütung, fleine Unstraße 40. Filialen: Steglit, Schloß- Musikakademie Gebrauchte Maschinen spottbillig. Sta-( kein Laden).( Fahrverbindung Warzahlung. Bekannte Ruchfichtnahme straße 116. Wilmersdorf, Uhland. Morigplak, Uniontheater. ligerstraße 99, Barschauerstraße 65.* schauerstraße.) Filiale: Neukölln, bei Krankheit, Aussperrung usw. straße 100. Charlottenburg, Kant- Klavierschule, Harmonium-, Violin Rottbuser Damm 41, Eingang Her Tischlermeister Gabbert, Ader1203 Mandolines, Gitarre, Zitherunterstraße 57. Gardinen! Steppdecken! Portieren! 28418* ftraße 54. mannplay. 245/ 20* Tischdecken! außergewöhnlich billig! Herrenfahrrad verkauft Witwe richt, 4,00, einen Monat gratis, Schönhauser Allee 64. 82/19 Vorwärtslejer 5 Prozent Rabatt Prachtvolle Nußbaum- Wirtschaft, Düwel, Neukölln, Friedelstraße 47. Eleganter, weißer Kinderwagen egtra! Gardinenhaus Brünn, Hades zu verkaufen, 30 Mart. Steglit, alles noch neu, verkauft( Spottpreis), neuFreilaufrad, Herrenrad, born +139 Rosenthalerstraße 57, III, scher Markt 4( Bahnhof Börje). Renbachstraße 2, Bäckerei. Kraus, Andreas 80/11 erhalten, 30,-. Blas. Sonntags geöffnet. ftraße 54. Rennmaschine, Holzfelgen, 45, raus, Andreasstraße 54. 82/15 Blendenkniff- und Toll- Maschinen für Hand- und Fußbetrieb, Gas- und Bolzenheizung, billigst, mur prima, bei Teilzahlung günstige Bedingungen. Bellmann, Gollnowstraße 26. 2948* Anerkannt billigste Bezugsquelle für Teppiche, Gardinen, Steppdecken, Tischdecken usw. ist Wolfs Teppich haus, Dresdenerstraße 8( Kottbusertor). Abonnenten noch zehn Prozent Rabatt. Wundervolle Steppdecken! Similiseide: 3,85, 4,85, 6,00 bis 13,50. Elegante Tüübettdecken 2,50 bis 10,00. Abonnenten erhalten 10 Prozent Rabatt. Wolfs Teppichhaus, Dresdenerstr. 8( Stottbusertor). Abonnements Monatsanzüge, speziell Maßanzüge, Sommerpaletots, Gehrod anzüge, Bauchanzüge, verkauft sehr billig( auch leibweise) Prinzenjtr. 64, Ede Annenstraße. 480s Monatsanzüge, Sommerpaletots, Gehrodanzüge, Smolinganzüge, rad- Nußbaumwirtschaft, bildschöne anzüge, auch neue Garderobe, spott Stube, herrliche Kücheneinrichtung billig. Rosenthalerstraße 48, eine für jeden annehmbaren Preis verTreppe. 82/ 1* täuflich. Händler verbeten. Bauer, Eisspinde verkäuflich, Königs- Große Frankfurterstraße 85, eine 81/ 3* bergerstraße 35, Seifengeschäft. +7 Treppe. moderne 685b Tandem, tadellos, nur abends. Genwermann, Schwedenstraße 11 a. Klavierüben frei. 87/22 Verschiedenes. +58 Saubere, möblierte Schlafftelle +42 bei Schufft, Breslauerstraße 11. Möblierte Schlafstelle für zwei Wallner Herren zu vermieten. theaterstraße 42, born III, Slee.+42 Möblierte Schlafstelle, Kugler ftraße 41, born III, Suder. Schlafftelle. Bierente, Dresdener straße 107/8. +144 83/2 Arbeitsmarkt. Frischaufrad mit Torpedofreilauf, Lewandowsky- Gesellschaft Duizow+ 60* Rüdtritt, wie neu, 65,-. Paul ftraße 105. Bohm, Graeßstraße 27 I Patentanwalt Müller, Gitschiner 24399* ftrage 81. Patentanwalt Bejjel, Gitschiner Stellengesuche. straße 94a. Schlofferleerling sucht Lehrstelle Vereine, Gewerkschaften! Sonn- per sofort, erfragen bei Glumm, 41, Seitenflügel abende frei. Ludwigs Bittoriagarten, Balisadenstraße Treptow. + 135* 3 Treppen. +42 Hausdiener sucht Tauerstellung. Bendt, Sebastianstraße 79. Kaufgesuche. 81/ 14* Platinabfälle, Gramm 5,70, Altgold, Silber, Zahngebisse, Stanniol, Duedfilber fauft höchstzahlend Blümel, Schmelzerei, Auguststraße 19 III.+ 3* 5808* Kunststopferei Große Frankfurter. 2399* straße 67. Stellenangebote. 6716 668b Privatleuten verkaufe Nußbaum Geld! Geld! Sparen Sie, wenn Sie im Leihhaus„ Rosenthaler Tor", wirtschaft, Stube, herrliche Küche, noch Linienstraße 203/4, Ede Rosenthaler- neu, für jeden annehmbaren Preis. traße tausen. Anzüge 9,-, Ulster, Abram, Neue Schönhauserstr. 11 II.* Nußbaumwirtschaft, Baletots 5,-, Silberuhren 3,-, gol dene Damenuhren 8,-, Goldwaren, herrliche Kücheneinrichtung, passend Betten, Wäsche, Gardinen, Teppiche, Brautleuten, billig verfäuflich. KinderTischdecken, Diwandeden, Freischwin- mann, Adalbertstraße 3, II. ger, Fahrräder. Alles enorm billig. Moebel Boebel, Draniens Jede Uhr zu reparieren 1,25 Sonntags geöffnet. 570st* ftraße( Morigplay) 58, Fabrikgebäude, Ein- und ( außer Bruch), fleinere Reparaturen billiger. Sariel, Uhrmacher, Brunnen365* Es lohnt nur bei Mar Weiz, liefert als Spezialität: Gesellen auf Scheffeltörbe, Reichert, Blatinabfälle, alte Goldsachen, straße 118, Ede Usedomstraße. 63* 6645* 88, Große Frankfurterstraße 88, alt- 3weizimmer- Einrichtungen. Größte In Freien Stunden. Wochen bekannte Firma, zu kaufen. Man Auswahl. 9 Etagen in 2 Fabrit Bruchgold, Silber, Gebisse, alte ihren, Wer Stoff hat, fertige Anzug noch Marzahn. Schrift für das arbeitende Bolt. Nontane Bauschloffer verlangt Nachtigall, wird reell und billig bedient. gebäuden. Billigste Preise. Ein Zimmer Stebrgold, Goldwatten, Duedfilber, und Erzählungen. 335,-, 407,-, Stanniol sowie sämtliche Gold, zum Fest von 16,00 an. Kaczynski, 82/8 Lindenstraße 78. Wenig getragene, teilweise auf und Küche 230, Silbers, platinhaltigen Rückstände Lichtenbergerstraße 9. wöchentlich 10 Pj. nehmen alle Aus- Seide, von Kavalieren nur turze 475,-, 496,-, 537,-, 574, 609, Pfandleihe Markusstraße 27. Verlangt wird ein Mädchen zum gabestellen des Vorwärts" entgegen Beit getragene Jadettanzüge, Rod- 651, bis 1000,-. 8mei Zimmer und tauft Broh, Edelmetallschmelze, Berlin, immer Sonnabend 690, Röpeniderstraße 29. Telephon Moriz Waschanstalt Frau Waste, Adlers- Reinemachen, Probehejte gratis. Offerten plag 3476. anzüge, Gehrodanzüge, Fradanzüge, Stüdhe 445, 536,-, 640, hof, Friedenstraße 20, wäscht sauber, nachmittag, in Neukölln. Smokinganzüge, Baletots, Ulster, 756,-, 895,-, 939,-1035,-, 1105, bis 2000, Schlafzimmer 189,-, Zahngebiffe, Platinabfälle, Gold- schonendst, chlorfrei, Laten, Reib- unter B. A. Borwärts"-Ausgabe+33 Hosen, einzelne Frads und Smokings 262, echt Eiche 343,-, 371, einlauf, Silber, Duedfilber, Stanniol wäsche, drei Handtücher 0,10. Ab- stelle Nedarstraße 2, Neukölln. 6805 Krauserinnen sucht bei hohem werden zu billigsten Preisen verkauft. 434, Wohnzimmer, modern 215, höchstzahlend Schmelzerei Müller, holung täglich. Die elegantesten Sachen sind auch 5315* Speisezimmer, Teltowerstraße 10. 268,-, 306,-, 341, Expreß- Heilgehilfen, Masseure Gehalt Adolf Rosen, Straußfedern 6416* leibweise sehr billig zu haben. 88, 414,-, 475,-, alle Krankenkassen. Kaffen- fabrit, Wallstraße 16. Große Frankfurterstraße 88. Bitte echt Eiche, 341, Zahngebisse, Zahn bis 1,25( fomme für Ohne Anzahlung, Woche 50 Pfennig. im eigenen Interesse auf die Firma 562, Herrenzimmer 334,424,- felbft), Platina 5,80, Altgold, Altfilber. patienten, welche sich zur Behandlung Bilder, Spiegel, Steppdecken, Tischenglische Bettstelle mit Matraße Goldschmied Brucard, Muladstr. 22, melden, erhalten 10 Prozent Ver: 6695 becken, Teppiche, Portieren, Gardinen, zu achten, 2 große Fenster. 40,-, Trumeau, geschliffen 36,-, 4066* gütung. Hallesches Ufer 14. Bezüge, Uhren. Ferner Möbel, Reiſemuster. Anzüge, Paletots, Plüschsoja 58,-, Umbau 50,-. Be nahe Rosenthalerstraße. Zahngebisse, Bahn bis 1,25, Platin Patentzeichner. Steher, ArndtPolsterwaren liefert Weber, Neue Ulster, Hosen verkauft billig Herren- fichtigung ohne Kaufzwang erbeten. 6876* Königstraße 34. Besuch oder Post- Kleiderfabrik Alex Hirschberg, Stönig- Fünf Jahre Garantie. Eventuell abfälle 5,75, Goldfachen, Silbersachen, straße 38. 1488* ftraße 50 III, Wochentags 8-7 ge- Bahlungserleichterungen. Geöffnet Kehrgold, Goldwatten, gold, filbers Achtung, Musikverein Norden. Rückstände, Duedfilber, Allen Freunden und Gönnern hier6846 8-8. Sonntags 8-10. Kein Laden. haltige Monatsanzüge und Sommer198 Stanniolpapier, Zinn 3,80, Stupjer mit zur Kenntnis, daß unsere Herrenpaletots von 5 Mart jowie Hosen Kinderwagen, Teilzahlung, Woche Verkauf im Fabrikgebäude. am 1,26, alle Metalle" höchstzahlend. partie( wegen der Maifeier) bon 1,50, Gehrodanzüge von 12,00, 1 lappwagen! Riesenauswahl! Teilzahlung. Möbel bei fleinster Frads von 2,50, sowie für forpulente pottbillig. Meisels Nachf., Warschauer- Anzahlung. Ich nehme ältere Möbel Edelmetall- Einkaufsbureau Weber Sonntag, den 25. Mai, nach MüggelStraße 31. 4708* heim stattfindet. Abmarsch 6 Uhr 581 in Zahlung. Offerten Lagerkarte 130 Figuren. Neue Garderobe zu stauneut straße 80. 509* Kaufe Frauenhaare, ausge. früh vom Vereinslokal, Bornholmerbilligen Preisen, aus Pjandleihen verMonats- Garderoben- Hans ver- Bostamt 102. Näheres siehe Platate. Englische Bettstellen 25,00, Chaise: tammte. Zable höchste Preise. Kafka, straße 7. fallene Sadjen taust man am billigsten tauft spottbillig' erftflassige wenig geNeukölln, Ertstraße 3. bei Nap, Muladstraße 14. tragene Jackettanzüge, Gebrodanzüge, longues Plüschsofa 40,00, 18,00, Bober, Sig Smofinganzüge, Fradanzüge, Som- Seleiderschrant, Ausziehtisch, Trumeau Zintwaschfäffer, Rober wannen, Badewannen. Spezialfabrit merpaletots, Beinkleider, auch Bauch- 33,00. Tapezierer Walter, Stargarders Reichenbergerstraße 47. Lejern 5 Proz. anzüge. Brinzenstraße, 28, I( Edstraße 18. haus Ritterstraße). Leihhaus Morigplaz 58a! farte. öffnet. 82/7 5838* 562* Kom Der Vorstand. Verband der Maler, +78 Achtung! Holzarbeiter. Wegen Streit oder Sohn, differenzen sind gesperrt: Bautischlerei Gebr. Raabe, Usedomstr. 31, und die Bauten: Wittenau, Charlottenburger Straße, Fabrik Löwe. Hohenzollerndamm, Bau Boswau und Knauer. Zehlendorf- Mitte, Beamtenhäuser und Krüppelheim. Bankow, Bigarettenfabrik Garbath. Oberschöneweide, Lampen- Fabrit Gutmann. Potsdamer Str. 20. Arbeitsnachw.: Rüderstr. 9. Genter, Ecke Luxemburger Str. Möbelspeicher verkauft Kleider Lackierer, Anstreicher etc. Laujen Sie spottbillig von Stavalieren Humboldtleihhaus! Brunnen schränke, Vertikos, bon 12, wenig getragene ſowie im Berſak ge- ſtraße 58, Eckhaus Stralſunderſtraße. moden, stüchern, seu, 20, Tische Bureau: Melchiorstr. 28, part. Filiale Berlin. npr.: Amt Norden 6708 Friedrichstr. 225( Friedrichshaus). weiene Jadettanzüge ,, Rodanzüge, Extrabillige Jadettanzüge, Sommer- 20,-, Ruhebetten, Baletots, größtenteils auf Seide paletots, Gehrodanzüge. Allerbilligster 3, Stühle 1, Spiegel 1,50, Fernspr.: Amt Morigpl. 4787. gearbeitet 9-18 Mark. Gelegenheits- Bettenverkauf, Aussteuerwäsche, Gar- Schreibtisch 25,-, Waschtoiletten 15, dinenauswahl, Plüschgarnituren, an usw. Neue Einrichtungen billig. Prachtteppiche. Spottbilligster Uhren- Teilzahlung. Kulante Bedingungen. verkauf, Uhrfetten, Wandbilder, Musik- Stargardt u. Zubeil, Prinzenstr. 71/72. instrumente. 5688 Liste der vom Verbande der Maler gesperrten Firmen: Riftenfabrit von Gramsch, Wirtschaft( ganz modern), ver- Noad, Boddinstr. 22. Arbeitsstelle: Fassade, Kaiser- Friedrich- Straße Ede Weichselstraße. Damenhemden mit gestickter Basse fäuflich. Pianino, Schreibtisch, Plüsch1,15, Herrenhemden 1,15, Normal fofa, Gastrone. Königsbergerstr. 11, wäsche, Arbeiterhemden, sowie ele- born I, Fischer. 82/11 Der Griginal- Hackepeter Martin Inhaber: Martin, fäuje in neuer Maßgarderobe, enorm billig. Riesenposten Seleider, Kostüme, Mäntel, auf Seide gearbeitet, früher 3is 150, jest 20-35 Mart. ExtraAngebot in Lombard gewesener Teppiche, Gardinen, Portieren, Betten, Basche, Uhren und Goldwaren enorm 194* billig nur Morigplaz 58a I. gante Reisemuster bis zur Hälfte des Plüschumbausofa, moderneSchränke, Grundbegriffe der Politit, von Wertes. Wäschefabrit Salomonsky, Trumeau, Englischbetten, HerrenGastronen, Friedrich Stampjer. Gebunden 3 M. Dirdjenstraße 21, Alexanderplat. schreibtisch, Teppiche, Buchhandlung Borwärts, Pianino, Küche, Wandbilder, Porzellan Linden- Klappsportwagen, Kinderdrahtbett. Joachim, Frankfurter Allee 128 III. verkauft Liese, Zorndorferstraße 4, I. Teppiche, Riesenauswahl in allen Möbel- Teilzahlung liefert Messing, Kinderwagen, zusammenlegbar, Größen: 4,85, 6,75, 10,50 bis 54,00. Dresdenerstraße 124, am Stottbusertor, Bettvorleger, Felle, Läuferreste spott- Stamrath, Grünerweg 3. Auf Kredit und bar. Stube und Küme, ist wegen Nichtanerkennung der Organisation für organisierte billig, Wolfs Teppichhaus, Dresdeners Klappsportwagen, Rinderbett: Anzahlung von 15. Mart an. Die zurzeit da beschäftigten Gastwirtsgehilfen gesperrt. straße 8. Abonnenten 10 Prozent stelle, zurückgesezte, Potsdamer- amien ohne Anzahlung. Liefere auch Rabatt. 3678 straße 61. auswärts. Borzeiger dieses erhält Kellner gehören gelben Organisationen an. Verband der Gastwirtsgehilfen. Klappsportwagen Kinderwagen Laube an der Oberspree verkauft 5 Mart gutgeschrieben. Heute 8-10 Ortsverivaltung Berlin. +30 geöffnet. Spottbillig Kaut, Barschauerstraße 73. Mai, Elisabethufer 36. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. straße 69( Laden). 83/6 686b Be 226* Münzstraße, Ecke Kaiser- Wilhelm- Straße, Oranienburger, Ecke Ziegel. ftraße( Postgebäude). Tischfabrik Brämer, Lichten. berg, Möllendorffitr. 53. Dresdener Straße 97. Das Berliner Arbeitswilligen. vermittelungsbureau d. gelben " Handwerkerschutzverbandes. Arbeitsnachweis d. Stellmacher. innung und der Wagenfabri fanten, Kaiser- Franz- Grenadier. Plaz Arbeitswilligen Vermittelungs. bureau Schen, Stralsunder Str. 10. Klinti, Pantom, Berliner Str. 92 ( Seifengeschäft). Zuzug ist streng jernzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gloce, Berlin. Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW