Nr. 290. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Bierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 m, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pig. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter freuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Einger:. in der Bont Beitungs: Breisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Beritzeile oder deren Raum 40 Big., für Vereins: und Beriammlungs Anzeigen 20 Pig Inferate für die nächte Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Ervedition ist an Wochen, tagen bis 7 lbr Abends, an Sonnund feftagen bis 9 Uhr Bor: mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Quittung. An die Parteikasse sind im Monat November folgende Beiträge abgeliefert worden: on " Sonntag, den 10. Dezember 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. in Lünen " fächs. Reichstags- Wahlkreis) 2000,-. Legan, rothe Hochzeit im der Titel VII gegen den heiligen Geist der„ Ethit" und der Danziger Landkreis 1,50, Lütgendortmund 2,- Ueberschuß im Munde von Unternehmern so schön klingenden Gleicheines nicht zu stande gebrachten Klubs fremder Genossenheit vor dem Geseze" enthält! Er birgt Bestimmungen in a. Lippe, Westfalen 9,- Malchow i. M. Altona, sechs Genossen vom weichen Kehrichthaufen der freise d. d. Vertrauensmann 20,-. Mundenheim b. Ludwigshafen und Willen des Arbeitgebers das Gesezt verlegt hat, straf6,-. Mylau, rothe Hochzeit 9,-. Minden- Lübbecke, a. d. Wahl- sich, die nicht nur den Arbeiter, wenn er gegen Wissen Gewerkschaftsduselei, durch E. K. 3,- Augsburg, luftiger Geig- A. W. W. 30,--. Malchin, V. Deutsche Zimmerleute 10,-. Mann los lassen, sondern für derartige aus Gigennuz oder Bosheit bruder 10, Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 2. Kreis 617,19 im Mond 1000,- Mylau, rothe Kindtaufe 1, Nienburg seitens des Arbeiters begangene Gesezesübertretungen wird ( Darunter amerit. Auktion 18,05. Gedächtnißfeier der Maurer im a. W., amerik. Aukt. auf d. Kränzchen d. Liedertafel Frohsinn der Arbeiter allein in Strafe genommen." Westen 10,- Amerikanische Auktion v. Schonheim M. K. durch 17,-. Neudamm, zielbewußte Genoffen 6,-. Oberstein, von Wer hätte in der Gewerbenovelle, die der Volksmund Ghling 80,- Sterbetag des Lese- und Diskutirklub Vereinte dem Rothen beim Wasserfrit 10,- Oberlinghausen, auf als Unternehmerschutz-- Arbeitertrug deutlich gekennzeichnet Kraft" 22,-). 3. Kreis 600,-. 4. Kreis, Südost 729,72( darunter Sammellisten 15,90, Sonstiges 20,-, Summa 35,90. Pforzheim, hat, solche verborgene Tücke gesucht? Ist es zu glauben, eine Gesellenfeier Stallschreiberstr. 3,70). 6. Kreis, Rosenthaler Genossen im Thal 10,- Rigdorf, Pugerkolonne, Rosenstraße Vorſt. 250,- 6. Kreis, Moabit 200,-( darunter Theaterverein 8,03. Striegau 40,-. Schwerin i, M., G. G., 3,50. Schwiebus, daß für die braven, fittenreinen, felbloſen, ſeelenguten, i. Nord 7,30. Dimei Beußelstr. 20 1,-.) 6. Kreis, Oranienburger Beitrag zu den Kosten der Militärvorlage durch Engler 9,- uneigennüßigen Kapitalisten in diesem Geseze Selbstschüsse Vorstadt, Wedding und Gesundbrunnen 1000,-( darunter trockener Geburtstag der Glühlichtdreher Hartungplay 6,-. Amerikanische Tiefenfurth 8- und Fußangeln gelegt find? Auktion Linsen- und Gerichtsstraße Ecfe 7,60.) 6. Kreis, Schön hauser Vorstadt 200,- Berlin diverse Beiträge: A. B. 50, P. S. 50,-. Dr. A. A. 20,-. Spar- und Kreditverein Ginig feit 12,35. Sozialdemokratische Hochzeit, Lausigerstraße 3, 5,20. Vom Meister Kitt 2,50. Gekrönte Häupter" 100,-. Rauchklub Brüderlichkeit 15,-. Budiker 3,-. Ueberschuß v. Bettelstudent 22,50. Kayser'scher Männerchor Norm" 15, Gesangverein Wacht Auf" 12,30. A. Hübner 3,-. Amerit. Auktion bei Meißner, genannt Ziethen 2,35. Konto bucharbeiter Rochstraße 9 ,. Gießerei Drauienftr. 9 mit zwei " " Gesangverein Kollegia I 10,-. Halel Lipmann'sche HochSchöneberg, die Edeldenkenden, 6,-. Thorn, amerit. Aukt. bei der doppelten Geburtstagsfeier Kirchhofstraße 4,53. Inna, amerit. Auft. rother Jungens 3, ein Fabritbesizer in Anflagezustand versetzt worden in Doch die Petition führt den Nachweis. In Forst ist Werther 6000,-( darunter noch für das Rechnungsjahr 1892/93 folge der Denunziation eines Arbeiters, der aus Rache 3000,-). Waldheim, engere Genossen 10,-. wegen erhaltener Kündigung das Organ der Sozialdemo Berlin, den 8. Dezember 1893. fratie, die Märkische Voltsstimme", veranlaßte, in diesem Blatte den Fabrikanten zu beschuldigen, eine Arbeiterin über die gefeßliche Arbeitszeit beschäftigt zu haben". Für den Parteivorstand A. Gerisch, Razbachstr. 9, I. " 0 Kehren wir uns nicht an das zweifelhafte Fabrikanten deutsch und halten wir uns an den unzweifelhaften ThatAusnahmen 3,80. Stailub Tourné Wrangelstraße 84 10, Kapitalistische Unverfrorenheit. bestand. Ein Unternehmer wird in einem Arbeiterblatt beschuldigt, sich gegen eine Bestimmung der Gewerbezeit 30,70. H. Bredereck 10,- Amerit. Auft. eines Heine- Dem Reichstage ist soeben eine Petition des Fa bris Ordnung vergangen zu haben. Die Justiz beschäftigt sich mit Portr. b. Hans 7,20. Drei v. Frege'sche grüne Jungens austantenvereins zu Forst i. L. zugegangen, die eine dieser Angelegenheit und findet Anlaß, gegen den BeschulMoabit 3,- Gesammelt im Rheinfall bei Schaffhausen 1,50. Abänderung des Titels VII der Gewerbe- Ordnung fordert. digten die Anklage zu erheben. Die Behörde war dazu ver Geburtstagsfeier Grenadierstraße 1,-. Die rothen Buchbinder aus der Grünstraße 5,-. Pfeiffer's Bäckerei 1, Ueberschuß Der Fabrikantenverein des durch seine Textilindustrie weitpflichtet, so gut wie ein die Arbeitersache verfechtendes Was vom Neue Welt- Kalender, Hollmannstraße, 22,50. A. R. 30,- bekannten Industrieorts umfaßt nach der Angabe der Zu- Blatt zur Aufnahme der Nachricht verpflichtet war. Budifer 3, Ges. Arbeiterverein Hoffnung" 5,-. Bier schrift 233 Fabrikanten, bei denen etwa 8000 Arbeiter be- geschieht? Das Schöffengericht, dessen Laien- Mitglieder prozente der Tischlerei Peutert u. Horst, Elisabethufer 11, 5,30. schäftigt find. Als Unterzeichner der Betition erscheint der sich aus den Kreisen, wozu die UnternehmerKolonne Dobrich 7, G. J. 1,-. Nicht abgegebene Garderobe Vereinsvorstand G. Brauer, Mitglied des preußischen Abschaft das Haupt Kontingent bildet, zusammenzu1,-. G. 6. W. 4,-. Auf einer amerik. Auktion durch R. E. 1,76. geordnetenhauses. setzen pflegt, spricht den spricht den Angeklagten frei, weil, Amerikanische Auftion 1 Spigbeen b. Krüger, Stallschreiberstraße Es versteht sich am Rande, daß ein Unternehmerverband, wie die Petition fagt, es nachgewiesen wurde, daß 1. das 1,-. Von den vereinigten Anglern Tegelorts bei Tegel, Nicht- wenn er seine ftets bescheidenen Wünsche in angemessener Arbeiten über die gesegliche Dauer ausdrücklich und streng verein Aalemann 5,-. Vom Athleten" Atlas", Berlin, 10, Bruch i. W. 5,-. Bramsche, aus der rothen Ecke 1,80. Bunzlau, Form kundgiebt, stets zu Nutz und Frommen des Gemein- allen weiblichen Arbeitern untersagt war; 2. außer dem organisirte Maurer 20,- Beckum i. W., von den rothen wohls vorgeht und die Interessen der Ordnung, Familie, hef noch mehrere Angestellte angewiesen waren, die Kons Brüdern 5,50. Bremerhaven, rothe Geburtstagsfeier 3,82. Cott Religion und Sittlichkeit mit aller Entschiedenheit vertritt. frole in der Fabrit auszuüben und 3. die in Betracht bus, v. d. Genossen 100,-. Gaffel, vom rothen Kurfürst und Wie könnte ein Fabrikantenring mit ca. 8000 Arbeitern" fommende Arbeiterin als Beugin bekundete, daß ihr streng Genoffen, amer. Auft. 5,38. Döbeln, gemischte Gesellschaft 19,- etwas anderes im Schilde führen," als„ das Gute, Wahre verboten gewesen sei, über die vorgeschriebene Zeit hinaus Ellerbeck: Wellingdorf 117,78. Eimsbüttel- Hamburg, Meister und Schöne". Ueber alles die Moral, heißt die Losung, zu arbeiten, und sie heimlich weiter gearbeitet habe, um Spahr's rothe Zimmerleute 25,- Forft i. 2., v. Genossen 150, fern sei die schnöde Gewinngier, die nach irdischen Gütern, anderen Arbeitsgenossen, für die sie Vorarbeiten zu liefern Forchheim, von einer rothen Hochzeitsfeier 3,-. Friedrichs hatte, einen Vortheil zu verschaffen." felde, die bezichtigten Unabhängigen 3,60. Frankfurt a. m, so Rost und Motten fressen, öde schnappt! 6. Sch. 30,-. Gera( Reuß) 50,- Hamburg, rother Turner Kein Wunder also, daß der Forster Fabrikantenverein Die Verhandlung hatte jedenfalls ergeben, daß ein Hamburg, 1. Wahlkreis 2000,-. Hamburg, die lichten Grundsäße der Ethik verficht gegenüber der un- Verstoß gegen den§ 137 der Gewerbeordnung vorlag, daß 2. Wahlkreis 2000,-. Haspe i. W., einige Genossen 4,50. sittlichen, unchristlichen Gesinnung verworfener Proletarier eine Arbeiterin über die gefeßlich erlaubte Zeit in dem Hannover 500,-. Hamburg, von den Tabakarbeitern von Böhling frevlerischer Sozialisten, ordnungsfeindlicher Umstürzler. Lokale des Angeklagten thätig gewesen war. Für die Güte u. Muhle 5, Desgl. 10,20. Desgl. 18,95. Von der Fabrik„ Die Gewerbe- Ordnung", so hebt die Petition an, ent- der Kontrole" spricht dieser Sachverhalt nicht. Wenn ein Röhler, Rampftr. 9,40. Von den Tabatarbeitern Härter 15-16 hält in ihrem Titel VII: Gewerbliche Arbeiter betr. Be- Arbeiter, dessen Arbeitstag ohnehin lang und aufreibend 10,-. Rothe Bude Hopfenmarkt 10,-. Desgl. 14, Satinmungen, die nicht nur gegen die Ethit, sondern auch genug ist, über die Zeit hinaus arbeitet, so muß 72,55. Hagen, Ueberschuß der Volkswacht" 100,-. Hamburg, Personal der Tabatarbeiter- Genossenschaft 3. V. N. gegen die Gleichheit vor dem Geseze verstoßen und infolge doch eine zwingende Ursache dafür vorhanden sein. 100,- 3lmenau, Ueberschuß v. Bigarrentonjum d. Weißgerber dessen derjenigen Bestimmungen ermangeln, die dem Gesetz Es ist bekannt, daß z. B. die übermäßige An10,- 2. Dr. M. 10, Leipzig, Stadt u. Land( 12. u. 13. Achtung verschaffen." Hören wir, was für schwere Sünden spannung der Arbeitskräfte zu solchen Ueberschreitungen der R. Sch. 2, Nachdruck verboten.] Feuilleton. Skizzen " müßten, um ihn zu befreien, aber er zweifelte doch an ihrer Bereitwilligkeit. Es giebt schon ein Mittel," antwortete er, aber, trotzdem ich Sie als Verbrecher verfolge, achte ich Sie doch Der Gedanke an den Galgen ließ ihm Tag und Nacht als Mensch zu hoch, um Ihnen dieses Mittel zu nennen." [ 29 teine Ruhe und quälte ihn sehr. Er wollte nicht an Ardaljon gefielen diese Worte sehr. den unvermeidlichen Tod und an die Unmöglichkeit Aber worin besteht dieses Mittel?" fragte er. seiner Flucht glauben. Zuweilen erschrat er bei dem" Wenn Sie darauf bestehen, werde ich es Ihnen 01 ens der sozialistischen Bewegung Gedanken, daß es möglicherweise zu spät ſei, irgend etwas sagen, aber nur unter der Bedingung, daß Sie mir Ihr in Rußland. zu unternehmen, daß in turzer Zeit die Verhandlung statt- Wort darauf geben, daß Sie nicht daran glauben, daß ich finden könnte, noch ehe er wußte, wie er am besten sein Sie zu diesem Mittel fähig halte." Leben erhalten könnte. Der Staatsanwalt besuchte Ardaljon oft, um sich mit ihm zu unterhalten und behandelte ihn stets sehr zuvortommend. " Ich schätze die wahre Ueberzeugung auch bei meinen Feinden", sagte der Staatsanwalt. " But"... sagte Ardaljon. Dieses Mittel besteht darin, der Regierung die Mög lichkeit zu geben, die Revolution mit den Wurzeln aus zurotten." ( Aus dem Russischen überfekt.) Sein Egoismus sagte ihm, daß er unerseßlich sei, daß ohne ihn der Terrorismus niemals einen Erfolg haben würde: folglich müßten sich die Gedanken seiner Kameraden Ich bin kein Denunziant!"... rief Ardaljon ans. nur auf den Plan seiner Befreiung richten. Er stellte sich " Ich bin davon überzeugt nur ein Schuft kann die Ausführung dieses Planes so vor: entweder bes Er wollte Ardaljon kennen lernen, um zu erfahren, Denunziant ſein... Aber zwischen Denunziation und stechen seine Kameraden einen Wächter oder einen wo dieses Mitglied des Exekutivkomitees seine Achillesverse Denunziation besteht noch ein Unterschied. Und außerdem Gendarmen; oder sie schicken ihm eine zusammenlegbare Feile hätte, damit er ihn dann zu einem offenen Geständniß leben wir in einer Zeit, in der ganz Rußland auf eine 31; oder sie überfallen seinen Wagen, wenn er zum Ver- veranlassen könne. Das Ardaljon kein Feigling war, hatte Denunziation wartet, durch welche die Organisation der höre fährt. Um diefes letztere zu ermöglichen, erklärte er, er bald eingesehen und man konnte ihn nicht einschüchtern, Sozialisten aufgedeckt werden würde. Ich bitte Sie, denken daß er geneigt sei, Aussagen zu machen, und während der daß er aber fein überzeugter Sozialist, sondern ein Mensch Sie nicht, daß ich Ihnen als Staatsanwalt das gesagt Fahrt sah er sich nach beiden Seiten um, und erwartete mit sehr beschränktem Verstande und von grenzenlosem habe... ich bin ein Anhänger der Freiheit, ich liebe Rußseine Befreiung. Egoismus ebenso. Der Staatsanwalt näherte sich langsam land. Ich wünsche so eine Denunziation nur aus dem Während des Verhörs erzählte Ardaljon ganz genau seinem Ziele, indem er sein Opfer an der schwächsten Stelle, Grunde, weil sie unserem Vaterlande von dem größten den Hergang der von ihm vollbrachten politischen Morde, seinem Egoismus angriff. Ardaljon fühlte sich sehr ge- Nuzen sein würde, sie würde ihm das geben, wonach die er prahlte gern mit seiner Kühnheit und seinen Erfolgen. schmeichelt durch die Zuvorkommenheit des Staatsanwalts. Terroristen streben die Konstitution... Einstweilen bis Bugleich erfuhr er, daß drei seiner Kameraden, die an Während einer Unterhaltung stellte Ardaljon ihm die auf Wiedersehen." der Berathung in der Wohnung von Frau Jsjumkin sich naive Frage: Ardaljon's Gedanken nahmen eine andere Richtung. betheiligt hatten, infolge der Aussagen der letzteren auch " Sagen Sie, ich bitte, giebt es denn kein Mittel, wo- Es giebt ein Mittel, die Freiheit zu erlangen, aber arretirt worden waren. durch ich die Freiheit erlangen könnte?" ich bin kein Verräther." Diese Nachricht machte seine Hoffnung auf Befreiung Der Staatsanwalt sah ihn scharf an und überlegte Mochte Ardaljon den Gedanken an Berrath noch so zu nichte. Ardaljon sagte sich, daß die Sozialisten aus sich, ob das der günstige Moment sei, um den Angriff zu oft von sich weisen, er kehrte immer wieder zurück, besonders Petersburg und den anderen Städten sich zusammen thun eröffnen, und nach kurzem Besinnen entschloß er sich dazu. in den Augenblicken, wo er, gequält von seinen Gedanken, Arbeitszeit geradezu zwingt. In Ruhepausen, nach Schluß| der Arbeit werden dann Stoffe für die nächste Schicht hergerichtet, Maschinen gereinigt oder vorgerichtet, weil eben der nominelle Arbeitstag für diese vorbereitenden Arbeiten nicht ausreicht, vielmehr in der wilden Setze um den kargen Lohn vernugt wird. Ohne Entgelt sind so zahlreiche Ar beiter genöthigt, wenn anders sie und die mit ihnen gemeinsam schaffenden, in einem Akkord u. s. w. stehenden Genossen nichts versäumen sollen, gesundheitsschädliche Ueberstunden zu machen. Die Fabrikanten ziehen aus solcher unbezahlten Neberarbeit erklecklichen Nutzen, und sie haben deshalb Recht, wenn sie die Ueberarbeit durch Eigennut oder Bosheit seitens der Arbeiter" erklären. " Der öffentliche Ankläger aber beruhigte sich bei dem Entscheide der Schöffen von Forst nicht, sondern legte Be rufung ein, und die Straffammer zu Guben verurtheilte denn auch den Fabrikanten aus dem Grunde", wie es in der Petition heißt, daß so lange eine Uebertretung seitens der Arbeiter möglich sei, auch die Kontrolle als unzulänglich und mangelhaft anzusehen sei". " Der Aber die„ Edelsten" haben alle Ursache zu klagen. I werth, auf seiner Scholle zu fizen." Hektische, ausges Denn: mergelte Berliner sinds es, die der Reichskanzler schützt!" " In Gegensatz zu den früherlin öffentlicher Bekannt Der sozialdemokratisch- jüdisch freisinnige Fanbagel wird machung angesagten polizeilichen Revisionen sind über sich die Köpfe an der Mauer einrennen, die der Bund der raschende" Revisionen angeordnet, was die Polizeiorgane Landwirthe aufzurichten vermag, wenn er will." dahin interpretirt haben, daß sie ohne Meldung bei Arbeit fonservative Abg. Lutz, der bekannte Renommirbauer, schloß gebern oder deren Stellvertretern zu jeder Beit die Ar- feine Rede, wie folgt:" Jeder, der den rumänischen beitsstätten betreten dürfen. Diese Handhabung der polizei: lichen Vorschriften ist als ein schwerer Eingriff Handelsvertrag oder einen ähnlichen unterstützt und anin das Hausrecht empfunden worden. Auch ist die nimmt, ist der schlimmste Demagoge und stünde Möglichkeit nicht ausgeschloffen, daß Unberufene, die sich er dem Throne am nächsten!" Kenntniß irgend eines Geschäftsgeheimnisses zu ver schaffen, in der Kleidung eines Polizeibeamten die FabrikIm Dunkeln ist gut munkeln, und bei unklaren räume betreten, da eine Legitimation nicht verlangt werden politischen Zuständen, wie wir sie jezt in Deutschland haben, Tann. Ebenso ist es leicht möglich, daß Polizeibeamte, wenn wird viel gemunkelt und spielt der politische Klatsch eine fie die Fabrikräume ohne Anmeldung und Führung betreten, Rolle. Jezt wird wieder einmal mit besonderem Eifer gebei den Betrieben verunglüden fönnen, besonders des munkelt und geklatscht. So heißt es z. B., zwischen der Abends und des Nachts. Wer trägt alsdann die Schuld Reichsregierung und der württembergischen Reund die Kosten?" gierung sei es zu Friktionen" gekommen, und zwar aus Der Reichstag hat deshalb die Pflicht zu beschließen: Anlaß von Versuchen, für das württembergische Militär Bolizeibeamte sind bei Revisionen der Arbeits die preußische Schablone und Strammheit bis in alle Einzelstätten verpflichtet, sich beim Arbeitgeber oder heiten einzuführen. Auch zwischen Bayern und Preußen So kam es, daß die Forster Fabrikantenschaft auf dem dessen Stellvertreter zu melden und zu legiti habe es auf militärischem Gebiete Frittionen gegeben. Wir nicht mehr ungewöhnlichen Wege des Petitions, sturmes" miren." über die dem Geseze entsprechende Entscheidung des Gubener wollen uns mit diesem Klatsch nicht weiter beschäftigen. Was verschlägt es den Fabrikpafchas von Forst, daß Jedenfalls hat er die thatfächliche Grundlage, daß der Fünfmänner Gerichts wehklagte und kurzerhand den der§ 139b der Gewerbe- Ordnung, der die Aufsicht be- Militarismus in Deutschland eine streitige Frage geworden Titel VII der Gewerbe Ordnung nach rückwärts revi- handelt, ausdrücklich den Aufsichtsbeamten„ das Recht zur jeder ist. Und das ist ein Fortschritt. Wie weit die Friktionen zeitigen Revision der Anlagen" verbürgt, daß die Revisionen( Reibungen) der Regierungen unter sich gehen, das Die Mannen der beleidigten Fabrikanten Ethit zu jeder Zeit, namentlich auch in der Nacht, während des ist für uns nur von untergeordneter Bedeutung- tausendschreiben: Betriebes" gestattet sind, daß vorbehaltlich der Anzeige mal wichtiger ist für uns, daß das deutsche Volt mit Es ist aber absolut unmöglich, daß der Arbeitgeber oder von Gesezwidrigkeiten, die Geheimhaltung der amtlich zur einen Regierungen scharfe Friktionen" hat, und deffen Stellvertreter jeden Arbeiter so bewachen kann, daß es Kenntniß der Beamten gelangenden Geschäfts- und Betriebs daß es von dem Militarismus überhaupt nichts mehr demselben nicht gelänge, muthwillig die festgesetzte Ar verhältnisse" vorgeschrieben ist? Darf die Polizei die wissen will.- 2-81m el Wand beitszeit zu überschreiten. Zegteres geſchiebt ja in der Gefibres Unternehmers, barf fie fein„ Pausheiligsten er wa Rege I nur aus Eigennut, oft aber auch aus Ra che, wie im angeführten Falle, um den Arbeitgeber bestraft zu fehen. Der Arbeiter hat ja in allen Fällen feine Strafe zu erwarten, also taun er sich ja etwas erlauben, da er nur nöthig bat, fein sozialistisches Parteiblatt davon in Diven will mamien, bee beletbigten Fabrita entititigen Reviſion der Anlagen" verbingt, baß die Reviſionen Kenntniß zu sehen, wonach dann stets durch die Behörde die Untersuchung gegen den Fabrikanten ein geleitet wird." recht" verlegen, darf sie zur Nachtzeit, wo das Gesetz so oft umgangen wird, in die umfriedeten Räume der Mehrwertherzengung eindringen? Nein, nicht blos muß der Arbeiter bestraft werden, wenn der Kapitalist sich durch Frevel gegen die Schuh bestimmungen vergeht, die Aufsichtsbeamten müssen sich vorher anmelden und unter Leitung des alles vorbereitenden Fabrikanten die Anlage, wo natürlich alles vorschriftsmäßig klappt, besichtigen. Rührt nicht jeden das gute Herz der Fabrikantenschaft? Es könnte so ein fürwißiger Polizist, der unangemeldet kommt, zwischen die Schwungräder gerathen! Düber diese leichtfertigen Proletarier, die länger als vorgeschrieben arbeiten, aus purem Uebermuth, die sich nicht genügen lassen, elf, zwölf, dreizehn Stunden und länger sich in der staubigen Luft des Werksaales abzu racern, umtoft vom Lärm der Maschinen, raftlos thätig, Nerv und Muskel aufs äußerste anspannend, schaffend zu Hungerlöhnen, die rachsüchtig und frivol dem scharfen Auge des wachthaltenden Kapitalisten sich entziehen und schuften, schuften, schuften! Dann eilen fie auf die Redaktion des Parteiblatts, die Geschichte wird publik und der Staats- Wir kennen unsere Pappenheimer. Und deshalb ist anwalt greift ein. Wir begrüßten es freudig, wenn in der die Eingabe des Forster Fabrikantenvereins, unterzeichnet That die Arbeiterpresse von den Staatsanwälten hierauf von einem Erwählten des preußischen Zensus, der Höhe so genau gelesen würde, wie die Forster Fabrikantenvereinler punkt der Unverfrorenheit des Geldprozenthums. behaupten.... Eine klaffende Lücke im Gesetz ist demnach vorhanden. Die Herren aus Forst nehmen sich kein Blatt vor den Als ob nicht der Polizeibeamte sich als solcher legitimiren müßte! Als ob nicht die Herren in einem Städtchen wie Forst mit 20 000 Einwohnern ihre Bolizisten sehr genau feunten. Freundnachbarlich war stets der Verkehr zwischen den Monarchen und politischen Polizeibeamten Preußens und Rußlands, jetzt wird auch von freundnachbarlichen Be ziehungen russischer und deutscher Offiziere und Postbeamten berichtet: leszok into mi duit of storie de Kürzlich ging durch die Tagespresse die Nachricht, daß den Offizieren der Garnison Soldau eine Einladung des russischen Dragonerregiments Nr. 18 geworden sei und fie dort die liebenswürdigste Aufnahme gefunden hätten. Als Seitenstück zu diesem Bilde kameradschaftlichen Einvernehmens zwischen Offizieren der Grenzgarnisonen wird der N. A. 3." mitgetheilt, daß die höheren russischen Postbeamten auf Schloß Eziernewice am 8. Dezember der Einweihung des neuen Reichspostgebäudes in Kattowih beigewohnt und aus diesem Anlaß dem Staatssekretär Dr. v. Stephan ein Begrüßungstelegramm übermittelt hätten. Dieser habe in einem Telegramm gedankt und dabei seiner besonderen Freude über die freundnachbarliche Betheiligung seitens der russischen Kollegen Ausdruck gegeben. Mund. Sie finden, die Arbeiterschutz- Gesetzgebung mache Politische Leberlicht. fann man ein befanntes Sprichwort mit Beziehung auf Der Stimmung des deutschen Volkes gegen Rußland entsprechen diese freundnachbarlichen Beziehungen durchaus nicht. Was scheeren sich aber die von den Steuergeldern des Volkes lebenden Beamten und Offiziere um die Stimmung des Volkes, wenn ihr Auftreten nur oben Beifall findet. Reaktion schlägt sich, Reaktion verträgt sich, so schon den Eindruck, daß die der Industrie feind unsere Beziehungen zu Rußland abändern. lichen Parteien die staatsfeindlichen Berlin, ben 9. Dezember. 9. Elemente von sich ab und auf das den Arbeitern Ver Aus dem Reichstage. Den Hauptgegenstand der Die schweizer Genossen sind unschuldig an einem dienst und Brot schaffende Kapital hätten leuken wollen." heutigen Tagesordnung bildete der Antrag Aichbichler und warmen Lobe, das ihnen die„ Norddeutsche Allgemeine Sie finden, daß das Gewerbe- Ordnungs- Gesetz die Genossen, die Regierungen zu ersuchen, mit Rücksicht auf Beitung" spendet. Es wird diesen in einer Korrespondenz Autorität unseres Richterstandes zu unter die allenthalben fühlbar gewordenen Schäden des in Nord- des offiziösen Blattes aus der Schweiz nachgerühmt, daß sie graben" geeignet sei. Entrüstet rufen sie:" Gerade in deutschland Klebegesetz, in Süddeutschland Wapperigesetz sich streng national organisiren und die Einmischung der heutiger Zeitströmung sollte dem Hasse des Arbeiters genannten Invaliditäts- und Alters-Versicherungsgesetzes deutschen Genossen zurückweisen. Daher erscheinen sie als gegen den Arbeitgeber nicht noch durch Gesetze mehr Erhebungen anzustellen und die Novelle zum Unfall- Ver- recht gesunde und klare Köpfe, deren Biele so gerichtet sind, Nahrung gegeben und ausschließlich der Arbeitgeber sicherungsgesetz bald vorzulegen. Die Debatte wurde um daß sie zunächst nur den begrenzten Boden der Heimath unter Polizei- Aufsicht und unter Kontrolle 5 Uhr vertagt. Sie hatte ein zu der Wichtigkeit des Gegenzusammenfassen sollen. Man kann ihnen nur zurufen: des Arbeiters gestellt werden." Es solle deshalb§ 146 standes der Berathung in erheblichem Widerspruch stehen- Nur zu, nur so weiter! Auf diesem Wege würde man zu Ziffer 2 der G.-D. dahin abgeändert werden, daß bei des langweiliges, eintöniges Gepräge. Die Abgeordneten soviel sozialdemokratischen Organisationen tommen, als es lebertretung der in den§§ 135, 136, 137 Tit. VII der Michbichler( Zentrum), Staudy( kons.), Gamp( freifons.) bisher Staaten gab. Die natürliche Folge wäre doch, daß G.-D. getroffenen Bestimmungen sowohl der Arbeitgeber, wetteiferten in dem Bemühen, in langweiligster Weise ledig- die Sozialdemokratie überall dem beherrschten Boden gemäß wie der Arbeiter zu bestrafen sei". lich die Oberfläche der Schäden des Klebegesetzes zu streifen. andere Gestalten annähme und auch die Wege zum Ziel Das heißt: Das bischen Arbeiterschutz der Gewerbe- Minister vou Bötticher und der bayerische Bundesraths- müßten überall andere sein. Wenn solche Gedanken in die novelle solle so gehandhabt werden, daß auch der Arbeiter bevollmächtigte vermochten die Debatte auf ein höheres Sozialdemokratie einziehen, dann werden sich wohl die bestraft wird, wenn der Unternehmer direkt oder mittelbar Niveau nicht zu bringen. Der Vaterlands- Sigl kam über Führer selbst allmälig überzeugen, daß eine tosmopolitische die zum Schuße der Arbeiter getroffenen Bestimmungen verletzt. den Versuch, das Wapperlgesetz mit Witz zu beleuchten, bei evolutionspartei nur im Fiebertraum zur Herrschaft geMitgefangen, mitgehangen! Wird der Proletarier wider seinem Mangel an Kenntniß des Inhalts des Gesetzes nicht langt. rechtlich ausgebeutet, soll er dafür auch noch auf die Arme hinaus. Durch die Bertagung war es unserer Partei nicht welche in den vordersten Reihen der schweizerischen BruderGemach, gemach! Die Seidel, Greulich, Manz u. a., sünderbank, soll zu Geld- und Haftstrafen verdonnert werden. möglich, die Hohlheit, Ungerechtigkeit und Reformbedürftig- welche in den vordersten Reihen der schweizerischen Bruderdenken, der Gipfel der Unverfrorenheit ist in dieser Petition mals schon heute darzulegen. Die Fortsetzung der Debatte der deutschen Sozialdemokratie. Doch das muß ein wahrjoll, falls die überreiche Tagesordnung es gestattet, am scheinlich in der Wilhelmstraße zu Berlin schreibender Montag erfolgen. Schweizerischer" Korrespondent des Pindterblattes nicht wissen, dagegen müßte er doch davon schon etwas gehört die ominöse Schlinge zu sehen glaubte. In solchen Augen Eine ganz unvernünftige Stener nennt der ehe- haben, daß sämmtliche schweizerischen Arbeiterorganisationen, blicken fiel ihm der Ausspruch des Staatsanwalts einmalige Reichsgerichtsrath D. Bähr im letzten Hefte der die sozialdemokratische Bartei, der Gewerkschafts" Zwischen Denunziation und Denunziation besteht ein Grenzboten" die Quittungssteuer, er faßt sie als eine Be- bund Unterschied." dis sid und der nationale" Grütliverein gemeinsam steuerung der Rechtssicherheit auf, die ebenso unberechtigt den diesjährigen Arbeiterkongreß in Ardaljon ärgerte sich sehr über seine Kameraden, daß wäre, wie eine Steuer auf ärztliche Rezepte ober Medi- Zürich arrangirt hatten, daß dort die Arbeiter aller diesjährigen internationalen sie nichts zu seiner Rettung unternahmen, und das schien tamente. Eine Reihe schlimmer Prozesse mit unabsehbaren Länder mit den schweizerischen fraternifirt haben, wie wohl ihm ein Beweis dafür zu sein, daß sie sich wenig um die Folgen werden durch dieselbe erzeugt werden. Auch das der Kunstausdruck lautet, daß die schweizer Sozialdemokratie Partei fümmerten. Denunziantenwesen wird hierdurch gefördert werden. Zum stets den größten Werth auf die wärmsten Beziehungen zu " Das sind schöne Revolutionäre, die ihr eifrigstes Mit- Schlusse schreibt der selbst für die Miquel, Riedel und Po- den sozialdemokratischen Parteien der anderen Länder ge glied im Stiche laffen!" Sadowsky einwandsfreie Gewährsmann: Sind wir denn legt hat. Ardaljon's Phantasie malte die Zukunft nicht mehr so aber schon so weit heruntergekommen, daß wir eine so häß- Auch hier war wieder der Wunsch der Vater des Geaus, wie damals, als er sich noch in der Freiheit befand. liche Steuer, wie diese Quittungssteuer, auf uns nehmen dankens! Wir wissen, wie sehr unsere Feinde, die Bourgeois Damals glaubte er an die zukünftigen glänzenden Erfolge müßten." Man sieht die verbündeten Regierungen haben und Regierungen aller Länder, die unzerstörbare inter und an die Einführung des sozialistischen Staates in Ruß es wohl verstanden, durch ihre Steuerprojekte neue Freunde nationale Solidarität des Proletariats fürchten, deshalb land binnen Jahresfrist. Jetzt dachte er ganz anders: jich zu erwerben. Uus tann's recht sein. Nichts werden die Kameraden thun," sagte er sich. Dieser Unterschied in der Anschauung kam daher, daß damals Ardaljon fich noch in der Partei befand, jetzt aber nicht mehr, und deshalb sich einbildete, daß ohne ihn alles zusammenbrechen müßte. erreicht. Der Sozialismus, das bin ich. dachte Ardaljon. Jede Thätigkeit der Partei schien ihm ohne seine Mitwirtung unvernünftig, jeder Erfolg war absolut aus geschlossen, jedes Opfer ein nutloses, und der Sozialismus, der so einen bedeutenden Menschen, wie er war, umkommen ließ, ein Wahnsinn. " Das ist alles ein Unsinn," dachte er sehr oft. Die Sozialdemokratie und die Jesuiten. Der Magdeburgischen Zeitung", eine der verbisfensten Sozia listenfeindinnen in der deutschen Presse, wird aus ElsaßLothringen geschrieben: werden wir diese Waffe nie rosten lassen, deshalb wird sich auch keine auf dem Boden des Klassenkampfes stehender Arbeiterpartei, und somit auch nicht die schweizerische Sozialdemokratie, sich das wenig ehrende Lob einer„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" verdienen. Man lächelt hier allgemein über die im Reichstage von Mit dem Bergarbeiter- Ausstande wird sich aus Meritaler Seite vorgebrachte Behauptung, man bebürje der Auslaß einer Interpellation Basly's die französische Jesuiten und sonstiger Orden zur Bekämpfung der Sozialdemokraten. Weiß man doch hier sehr wohl, daß das benach Rammer am Montag beschäftigen. Die Regierung wird die barte Belgien von nicht weniger als 30 098 Ordenspersonen, Diskussion in dieser Angelegenheit annehmen und falls darunter 4775 Mönchen, überschwemmt ist. Die Jesuiten allein nöthig, die Kabinetsfrage stellen, obschon der Ausstand unter zählen 25 Anstalten mit 876 Angehörigen. Trotzdem den dem Kabinet Dupuy ausgebrochen ist. Die BergarbeiterOrdenspersonen, insbesondere den Jesuiten, in jeder Beziehung Syndikate senden Deputationen nach Paris, um der Kammer freie Hand gelaffen wird, haben sie der Sozialdemokratie und der Regierung die Forderungen der Bergarbeiter zu gegenüber feinerlei Erfolge aufzuweisen; im Gegentheil ist unterbreiten. Die Arbeiter verlangen: 1. eine Pension von diese in Belgien so üppig ins Kraut geschossen, wie sonst wohl nirgends in Europa. Es ist zum Mindesten naiv, anzunehmen, täglich 2 Fr. nach 25jähriger Arbeit ohne Rücksicht auf das daß die Jesuiten in Deutschland nach dieser Seite hin bessere Alter; 2. proportionelle Bension für Arbeiter, welche Erfolge erzielen würden." 10 Jahre in Bergwerfen beschäftigt waren; 3. 8stündigen Sie sollen erst das durchmachen, was ich durchzuArbeitstag; 4. Durchsicht der Gesetze über die ArbeiterDelegirten. In parlamentarischen Kreisen wird es für mögmachen habe, und dann über Sozialismus disputiren," Zur Agitationsweise des Bundes der Land- lich angesehen, daß die Kammer am Montag trotz der abfagte er sich, und von sich auf andere schließend, war er wirthe. Bei der jüngsten Versammlung des Bundes in lehnenden Haltung der Regierung einen Theil des Anüberzeugt, daß auch sie seine Thaten als Dummheiten Meiningen äußerte Amtmann Findeis:" Derjeniger, der trages Basly, welcher eine Enquete über allgemeine Bebetrachten würden. die Bestrebungen des Bundes der Landwirthe nicht unter- ftimmungen betreffs der Grubenarbeit verlangt, annehmen ( Fortfehung folgt.) ftüßt, ist nicht werth, zu seinem Gott zu beten, ist nicht wird. Er ärgerte sich darüber, daß er sich diesen Dumm töpfeu, wie er jegt die Sozialisten nannte, angeschlossen hatte. Er hatte niemals seine Kameraden als Parteigenossen oder als ihm sympathische Menschen geliebt; jetzt, da sie ihn nicht aus dem Gefängniß befreiten, haßte er sie und wollte sie gar nicht mehr sehen. 916 Ganz einverstanden! Em Den sozialistischen Gemeinderath von St. Denis will die französische Regierung widerrechtlich auflösen.— In Italien— das geht übereinstimmend aus allen an uns gelangenden Berichten hervor-- ist die Lage sehr ernst. Von einer M i n i st e r k r i s e kann gar nicht mehr die Rede sein. Herr Giolitti war, nachdem alle anderen sogenannten Staatsmänner des Königreichs Italien, voll- ständig abgewirthschaftet hatten, der einzige, an den die Hoffnungen auf eine parlamentarische Lösung der Krise sich noch knüpfen konnten. Er war der einzige, der einen Ruf zu verlieren hatte und zugleich in dem Geruch staatsmännischer Befähigung stand. Der Ruf ist flöten gegangen, und für einen Staatsmann wird Herr Giolitti von Niemand mehr gehalten. Und er war der letzte der Kabinetmacher. Zanardelli erkannte das bald— er mußte die Flinte ins Korn werfen; und Crispi, der jetzt ausgetaucht ist, geht schon über den parlamentarischen Rahmen hinaus. Er„pfeift" auf Majoritäten, er„pfeift" auf Verfassiing und Gesetz— und er würde sich, falls es ihm nützlich erschiene, im Hand- umdrehen für einen frischen, fröhlichen Krieg, einen Staats- streich und, wenn die Sache schief ginge, auch für eine Straßen-Revolution entscheiden. Er war ja bis zu seinem Eintritt ins Ministerium Republikaner und alte Liebe rostet nicht. Der König weiß das und wandte sich deshalb mit großem Widerstreben an Crispi. Er ahnt, daß er selber und daß seine Dynastie am Spiele ist und auf dem Spiele steht. Anders wäre es gar nicht zu erklären, daß der 5iöttig, der sich vorher sorgsam im Hintergrunde gehalten, seit Giolitti's Fall, ungenirt mit seiner Person hervor- und in den Parteikampf eintritt. Thun Monarchen dies unter dem zwingenden Druck der Verhältnisse, so erkennen sie an, daß der Anfang vom Ende da ist; und thun sie es ans freien Stücken— nun, so treiben sie es mit oder ohne Erkenntniß der Sachlage zu einer Katastrophe.— Vom Panannno. Zum italienischen Bankskändal werden immer noch weitere Details gemeldet, so wird z. B. aus Rom telegraphirt: Der Präsident des Schwurgerichlshofes beauftragte den Untersuchungsrichter, ein Packet zu öffnen, welches Tanlongo beim Notar Bertarelli deponiren lieh. Man fand in demselben ein kleines Buch, in welchem nach Monaten geordnete Ans- Zeichnungen über Reutenankäufe aus den Jahren I8Sl bis 1838 enthalten sind. Der Gesammtverlust bei diesen Ankäufen soll die Höhe von l8Vs Millionen erreichen. Und dieser Mann war einer der bei der Bourgeoisie geachtetsten und in den Ministerhotels einflußreichsten Par- lamentarier des Königreichs Italien.— Internationale Arbeiter-Ausstellung zu Mailand. Im Jahre 1894 soll in Verbindung mit anderen Aus- stellungcn auch eine internationale Arbeiter- Ausstellung stattfinden. Die erste der drei Grustpen, in welche die Ansstellnug eingetheilt wird, beschäftigt sich mit der individuellen Arbeit, d. h. mit den Erzeugnissen einzelner Arbeiter und solchen, die nicht mehr als zwei ihnen untergeordnete Hilfsarbeiter besitzen. Dieselbe Gruppe umfaßt die Kategorie des Kleingewerbes, des Hausgewerbes, der kollektiven Arbeit(einerseits organisirte Prodnktions- nnd Arbeitsgenossenschasten, andererseits zeitivcilige Genossen- schaftcn für bestimmte Unternehmungen) Erzeugnisse der Werkstätten- und Feldarbeiter. Trotz der Sympathien, die wir für einzelne an dieser Ansstelluiig betheiligten Personen haben, können wir es ans prinzipiellen Gründen nicht unterlassen, unseren Standpunkt rückhaltlos zum Ausdruck zu bringen. Wir haben nie begriffen, welchen Werth den sogenannten „Arbeiterindustrie-Auestellungen" beizumessen sei. Was soll durch sie bewiesen werden? Daß die Arbeiter die Dinge machen tonnen? Wer macht denn die Sachen, die aus anderen Ausstellungen zu sehen sind? Oder, daß man auch ohne Kapital, d.h. ohne ausreichende, auf der Höhe der Zeit stehende Arbeitswerkzeuge produziren kann? Der Erfolg dieser Ausstellungen zeigt, wie wenig das gelingt. Der einzige Sinn liegt vielleicht darin, daß die persönliche Ge- schicklichkeit des einzelnen Arbeiters auch unter einem Namen zur Geltung gebracht wird, während der Name des Unter- nehmers sonst das Verdienst des Arbeiters deckt und ver- schwinden macht. Wie wenige Arbeiter finden aber heute Zeit und Gelegenheit, für Ausstellungen derartige Arbeiten zu leisten. Sicherlich nicht die Arbeiter der Großindustrie, denn sie können nicht ohne Maschinen produziren. An der Erhaltung des Handwerks und der Hausindustrie sind aber wir am allerwenigsten interessirt. Endlich darf nicht ver- gcssen werden, daß auch hier dann der Unternehmer den Hauptprofil hat und nicht der Arbeiter. Aber im Uebrigen: es giebt keine anderen Ausstellungen als„Arbeiterindustrie-Ausstellnngen". Alles was da zu sehen ist, sind eben„Erzeugnisse der Arbeiter". Wenn aber bei Ausstellungen zwischen„Erzeugnissen der Arbeiter" und den„Erzeugnissen der Arbeitgeber" unterschieden werden soll, so läßt sich von organisirten Arbeitern wohl diese Idee ausgreifen, freilich in etwas anderer Form, wie seitens des Mailänder Komitees. Es würde sich in der That aber empfehlen, wenn man einmal eine Spezial- Ausstellung der„Erzeugnisse der Arbeitgeber", also statt einer„Arbeiterindustrie-" eine„Kapitalindustrie-Ausftellung" veranstaltete. Viel Raum würde sie. ja nicht beanspruchen! Wir fürchten nur, daß sie auch nicht sehr reichhaltig und anregend wäre, sintemal die„Arbeits" weflkzeuge der Uuter- uehmerklasse sich fortwährend vereinfachen, und schon heute beinahe aus die— Kouponscheere reduzirt sind.— Partei-Literatur. Die uuler dem Titel: Gegen den Militarismus und gegen die neuen Steuer« in Druck er- scheinenden Etatsreden unserer Abgeordneten Bebel und Liebknecht werden am nächsteif Freitag erscheinen. Der Umfang beträgt nicht 84, sondern nur S6 Seiten, und ist der Preis daher für Einzelbezüge von!S auf 10 Pf., für Partien- Kezug auf. 8 Pf. pro Exemplar herabgesetzt worden.— Be- stellungen sind zu richten an die Buchhandlung des„Vorwärts", Berlin SW, Beulhftr. 2. Varlennenksvifitzes. Die VI. Kommission(für die Handelsverträge) hat gestern, Sonnabend, Nachmittag 3 Uhr, glücklich ihren schriftlichen Bericht fertig bekommen. Am Montag über die Resolution Lieber zu diskutiren, hatte Niemand Verlangen. Sie soll aber doch noch an einem folgenden Tage die Kommission beschästigen. Vielleicht macht die Majorität kurzen Prozeß und beschließt Uebergang zur Tagesordnung. Lokales. Fernsprechanschluß der N edaktion, Expedition und Buchhandlung des„Vorwärts" Amt l Nr. lZV8. Ist die Stadt Berlin pleite geworden? Diese Frage richteten wir in Nr. 269 des„Vorwärts"(vom 15. v. M.) mit Rücksicht darauf an den Magistrat, daß ein städtischer Chaussee- arbeiter ohne Gruttd entlassen, daß ihm der bis zum II. Noveniber verdiente Lohn vorenthalte», er mit seiner Bitte, ihn den fälligen Lohn auszuzahlen, nnter dem Hinweis, daß kein Geld da sei, aus den„Zahlungstag" vertröstet und endlich selbst das Krankenkasseubuch ihm bei seinem Fortgang nicht ausgehändigt wurde, so daß der Arbeiter andere Arbeit nicht finden konnte. Der betreffende Arbeiter, der 1'/, Jahre im städtischen Dienst sich abge- rackert hatte, hat sich daraufhin direkt an den Oberbürgermeister mit dem Gesuch gewendet, ihm doch schleunigst zu seinem Recht zu verHelsen. Daraufhin wurde am 13.— also eine Woche nach der Fälligkeit— dem Arbeiter der Lohn ausgezahlt und ihm an demselben Tage auch endlich das Krankenkasseubuch eingehändigt. Im Dezeniber erhielt der Arbeiter ferner folgendes vom 29. No- vember datirendes Schreiben der Baudeputation: „Auf das an den Herrn Ober-Bürgcrineister Zelle gerichtete, hierher zur Erledigung abgegebene Schreiben vom 15. d. Mts. lheilen wir Ihnen mit. daß Sie nach den angestellten Er- Mittelungen Ihre Versicherungskarte am 12. d. Mts., Ihr Krankenkassenbuch am 18. d. Mts.. den bis zum 11. d. Mts. verdienten Lohn am 18. d. Mts. aus- gehändigt erhalten haben. Ihr hierauf gerichteter Antrag ist somit erledigt. Was sodann den Ansp"uch auf Zahlung des Lohnes für 2 Wochen anbetrifft, weil Sie ohne Kündigung entlassen sind, so ist derselbe linbegründet. Die Bc- ftimmung des Z 122 der Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni 1369 findet nur auf das Verhältniß von Gewerbetreibenden zu den Gesellen und Gehilfen Anwendung, nicht aber auf das Verhältniß der Stadtgemeinde zu ihren Chaussee-Arbeitern, da die Unterhaltung der Chausseen und Straßen durch die Stadtgemeinde keinen Ge- werbebetrieb darstellt. Die Stadtgemeinde macht aus der Unter- Haltung von Straßen und Chauffeen kein Gewerbe, sondern übt die diesbezügliche Thätigkeil nur aus, weil sie Eigenthümerin der Straßen und Wege ist oder weil sie kraft öffentlichen Rechtes zu der Instandhaltung verpflichtet ist. Für das Verhältniß der Stadtgemeinde zu den Wegearbeitern ist die Bestimmung des § 905 I. A. L- R. maßgebend, nach welcher mangels be- sonderer Vereinbarung der Arbeitsvertrag nur als auf einen Tag geschlossen anzusehen ist. Eine vierzehntägige Kündigung war des- halb nicht erforderlich, und lehnen wir demgemäß die Zahlung des zweiivöchentlichen Lohnes ab. Schließlich bemerken wir noch, daß am II. d. M. wegen des eingetretenen Frostes ein Theil der Arbeiter entlassen werden mußte, weil der Winter eine natürliche Einschränkung der Arbeiten zur Folge hat. Städtische Baudeputatiou, A b t h e i l u n g II. Böig t." Ob und inwieweit das Geschäft der Baudeputation oder des Magistrats als gewerbliche- Unternehmen zu erachten ist, wird am 19. Dezember vor dem Gewerbcgerichl zur Entscheidung gelangen. Daß ein Arbeitgeber, der durch Einbehaltung eines Kraukenkassenbuches einen Arbeiter hindert, anderen Erwerb zu siudeii, haben bislang Gewerbegericht, Jnnungsschiedsgenchl und Amtsgericht fast ständig übereinstimmend, anerkannt. Für die städtische Baudeputation enthält das Gesetz keine Ausnahmebe- stimmung.— Bezeichnend für den Geist, von dem die städtische Verwaltung durchdrungen ist, ist der Schlußpassus der oben mit- gelheilten Verfügung. Zahlreiche arme Arbeiteritiueu sind in Rixdorf durch einen Slicker, Namens Göhring, Bergstr. 22, geschädigt worden. Dieser Mann übernahm aus größeren Konfektionsgeschäften Stickereiarbeiten und gab diese dann Mädchen und Frauen ins Haus, ohne ihnen in den meisten Fällen Lohn für ihre Arbeiten zu zahlen. Wie uns mitgetheilt worden ist, haben die Ge- schädigten, deren Zahl überraschend groß ist, den Göhring wegen Betrugs bei der Staatsanwaltschaft augezeigt. Da bekannt ge- worden, daß der Zigarrenhändler Herr Leopold Magerl, Rix- dorf, Hobrechtstr. 10, sich der Arbeiterinnen angenommen hat, so lause» bei dieser Adresse fortwährend noch neue Meldungen von früheren Arbeiterinnen des Göhring ein. WeShalb wird militärische Vorbildung für Schutz- leute, GenSdarmen, Nachtwächter u. f. w. gefordert? Vor einigen Tagen lag eine mit de» ärmlichsten Lappen bekleidete, etwa 40jährige Frau um 1 Uhr Nachts an der Ecke der Schar»- Horst- und Jnvnlidenstraße. Ein Kreis Neugieriger bildete sich um das arme arbeitslose Wesen, die— wer weiß durch welche Sckicksalsschläge so weit heruntergekommen— der Schnapsflasche so viel zugesprochen, daß ihr seitens der armen nothleidenven Großbrenner ein Ehrenzeichen als guter Kundin gebührte. Vor der Unglücklichen stand ein Nachtwächter, der auf die wehrlose nrsreiwillige Patronin der Schnapsbrenner etwa löMal mir blanker Klinge einHieb, forderte die Gemißhandelte auf, ihre» Platz zu ver- lassen, legte schließlich der Wehrlosen Polizeiknebel an und zerrte sie nach der Polizeiivache in der Wöhlertstraße. Ein Herr ver- langte hieraus gleichfalls Einlaß in die Wache, damit er zu Protokoll gebe, wie die Frau behandelt wäre. Es zog die Glocke, ein Schutzmann öffnet daraus ein Fenster und fragte nach seinem Begehr. Als er das Begehr gehört, schloß er wiederum das Feuster— zu solchen Angaben, meinte er, ist das Polizeibureau nicht da. Der Herr mußte unverrichleter Sache abziehen.— Wozu sind denn die Polimbureaus da? Mit welchem Recht webrt man selbst die Aufnahme über Anderen widerfahrenen Mißhandlungen? Ist der Bürger nur dazu da,„das Maul zu halten und Steuern zu zahlen"? Aushilfskräfte für die Post. Zu diesem Kapitel wird uns aus unserem Leserkreise noch folgendes mitgetheilt: Es heißt ganz richtig in dem unter obiger Spitzmarke in Nr. 289 erschienenen Artikel des„Vorwärts", daß lausende Arbeitsloser sich melden, um eine solche vorübergehende Beschäftigung während der Weihnachtswoche bei der Post zu erhallen. Aber— viele sind berufen und nur wenige auserwählt. Wie schon früher so haben wir auch im Vorjahre gesehen, wie ein großer Theil der erforderlichen Arbeitskräfte durch Einstellung von Solaten gedeckt wurde, trotzdem tausende und abertausende Arbeiter auf dem Pflaster lagen und trotzdem die Presse gegen diese eigenartige Auffassung und Behandlung des herrschenden NotystandeS entschieden prolestirt hat. Nachdem die amllichen Berichte die Ansichten des fjerrn v. Äötticher über den Nothsland korrigirl haben, kann der aiserliche Ober-Postdireklor Griesbach, der die Direktiven über die Einstellung von Hilfskräften für Berlin geben muß. sich in feinen sozialpolitischen Maßnahmen nur noch auf Herrn v. Forken- deck berufen. Wir bezweifeln deshalb auch nicht, daß für Herrn Griesbach die Arbeitslosen auch in diesem Jahre nicht da sein werden und er wiederum zu den Soldaten seine Zuflucht nehmen wird. Was kümmern auch die Herren am grünen Tisch die Sorgen lausender Familienväter, die nicht wissen, wie sie ihre Familien durch den Winter bringen sollen. So wuchert der Militarismus in doppelter und dreifacher Gestalt am Marke des werkthäligen Volkes! Druckfehlerberichtignng. In der gestrigen Notitz„Noch- mals die Antisemitenkneipen" lese man Zeile 4 statt in diesen Anltsemitenknetpen: in d, versen Antisemilenkneipen. „Nur", ohnmächtig geWord«» vor Huuger ist indem Asyl für männliche Obdachlose in der Büschingstraße em junger Lehrer. Man fragt dort bei der Ausnahme nicht nach Namen und Stand, sondern nur nach dem Alter, und so fragte auch diesen Unglücklichen niemand nach seinen näheren Verhältinffen; er bekam die Abends verabreichte„kräftigende Suppe und nachdem er sich soweit erholt hatte, daß für sein Leben nicht zu fürchten war, überließ man ihn sich selbst und des Morgens konnte er weiter wandern.— Er war gerade noch zurecht ge- kommen, ehe die Tafel mit der Inschrift:„Das Asyl ist besetzt, es kann daher niemand mehr Aufnahme finden", herausgehängt war; er war dankbar für das Glück, daß er des Nachts nicht draußen zu bleiben brauchte. Wenn er keinen Einlaß gefunden hätte und erfroren wäre— wäre es viel schlimmer für ihn gewesen t—— „Flickmaterial wird verabfolgt", heißt es auf einer Tafel im Innern des Hauses. Ach, die Aermsten haben meist gar nichts zu flicken, oder sollen sie einen Lumpenlappen auf den andern setzen? Oftmals« haftet auch der Baden nicht einmal mehr an dem mürben Zeug. a. warum arbeiten denn die Leute nicht? Ach. sie wollten es gern thun! Wie sie sich drängen, die Morgens herauskommen, wenn über Nacht Schnee gefallen ist! Sie lassen den Kaffee und die Suppe im Stich, nur um zuerst draußen zu sein, und ein paar Groschen mit Schneefegen zu verdienen. Können sie dann auch kein Diner& quatre zu 157 M. einnehmen, so reichts doch für die Volksküche und sie können wenigstens von dem so verdienten Gelde sagen: von olot! es riecht nicht— pardon! es richt allerdings nach„Straßen- schmutz" aber er klebt ehrlicherweise daran!— In wenigen Wochen wird von den Kanzeln die Advents- botschaft verkündet werden: „Eure Lindigkeit lasset kund werden allen M e n s ch e n!"— Wo ist die l i n d e Hand, die sich auf die Schulter der Hungernden und Frierenden legt? Beim heutigen Gesellschaslssystem mit dem herrschenden Kapitalismus ist sie n i ch t zu finden— dieser kennt nur den Egoismus. Erst die Weltanschauung des Sozialismus kann hier helfend und heilend den Schaden unserer Zeit vertilgen. Ju der Poliklinik von Professor Dr. Litte», Dorotheen- straße 8, werden unbemittelte innerlich Kranke wochentags von 12— L'/z Uhr unentgeltlich behandelt. Au die falsche Adresse hat sich die Rixdorfer Polizei- behörde in einer Sache gewandt, die uns von der Arbeiter- Sanitätskommission in Rixdorf unterbreitet wird. Die Kommission hat eine im Hause Hermannstr. 14 belegene Wohnung der Polizei als gesundheitsschädlich bezeichnet und die Behörde hat darauf die gemachten Angaben vollinhaltlich bestätigt gesunden. Der Hauseigeulhümer ließ nun schnell die betreffende Wohnung im Wege der Exmission räumen, vermiethete sie aber gleich darauf ander- weitig. Die neue Mietherin erhielt nun bald eine polizeiliche Aufforderung, die Wohnung binnen drei Tagen zu räumen und als sie derselben nicht nachkam, einige Wochen später eine weitere Zustellung, wonach die Wohnung bei Vermeidung des Zwangsverfahrens binnen 2t Stunden geleert sein müffe. Es ift recht, daß die Rixdorfer Polizei das Bewohnen gesundheits- schädlicher Räume zu verhindern sucht, aber wären die betr. Slufforderungen statt an die Mietherin nicht besser an die Adresse de» Hauseigenthümers gerichtet gewesen? Vom Tode plötzlich ereilt wurde am Freitag Vormittag um 11 Uhr in einem Omnibus der Linie Kursürstenstraße- Stettiner-Bahnhof der 37 Jahre frühere Bankdirektor Otto Marienseld, Golzstraße 49. Ihm wurde unwohl, sodaß er mittels Drosche in das Krankenhaus gebracht wurde, wo aber keine Hilfe mehr geleistet werden konnte. Nahrungssorge» haben den 32 Jahre alten Tischler Rudolph Klaus, der Alte Schönhauserstraße 4 im Keller bei seiner Mutter wohnte, in den Tod getrieben. Er war arbeits- los und mußte von seiner verwittweten Mutter unterhallen werden; hierüber fühlte er sich derartig gedrückt, daß er wieder- holt der Absicht, sich das Leben zu nehmen, Ausdruck verlieh. Als am Freitag Mittag die Mutter sich entfernt hatte, um Wäsche fortzutragen, benutzte er das Alleinsein, um sich in der Wohnung zu erhängen. Um 5 Uhr Nachmittags wurde er als Leiche aufgesunden. Der ans Wien flüchtige Bankier Lejeuve, dem zur Last gelegt wird, große Beträge veruntreut zu haben, ist in einem hiesigen Gasthofe festgenommen. Er bestreitet, sich Unterschlagungen zu schulden konime» gelassen zu haben und behauptet, er habe nur Differenzen nicht ausgleichen können und Wien nur deshalb verlassen, um seine Angelegenheit mit fremder Hilse zu ordnen. Inwieweit dies richtig ist: läßt sich hier nicht berurtheilen. Lejeune, der übrigens belgischer Unterthan sein will, wird voraus- sichtlich bald nach Wien ausgeliefert werden. Polizeibericht. Am 8. d. M. Morgens versuchte ein Dienstmädchen, in der Wohnung seiner Herrschast. in der Regenten- straße, sich mittels Salzsäure zu vergiften. Es wurde noch lebend nach der Charitee gebracht.— In seiner Wohnung in der Koppen- straße erschoß sich ein Arbeiter.— Bor dem Hause Chausseestr. 1 wurde Vormittags eine Frau durch einen Arbettswagen über- fahren und am Bein so bedeutend verletzt, daß ihre Uedersührung in die Universitäts-Klinik erforderlich wurde.— Als Nach- mittags ein Schlosser im Hause Blumenstr. 70 einen Fahrstuhl in Ordnung bringen wollte und unter denselben getreten war, fiel der Fadrstuhl plötzlich herab und tödtete ihn.— Abends wurde ein Tischler in der Wohnung seiner Muller, in der Alten Schönhauserstraße, erhängt vorgefunden.— In einem Echank- geschäft in der Demmtnerstraße fiel ein Handelsmann beim Ringen mit einem anderen Gaste zu Boden und brach den Ober- schenke!.— Im Laufe des Tages fanden drei Brände statt. TTzenker. Lessing-Theater. Frau Elenore Duse trat vorgestern zum ersten Male in Berlin in„Frou-Frou", einem älteren Stücke von M e i l h a c und H a l e v y auf. Das Stück hat lediglich den Werth, daß es einer Schauspielerin Gelegenheit giebt, alle Gesühlsphasen darzustellen, deren ein reiches, nur zu Tändeleien erzogenes, leichtlebiges, aber im Grunde gut angelegtes weib- liches Wesen sähig ist. Und das that Frau Duse in meister- hasler Weise. Die Liebeswürdigkeiten, die Naivetät, die Anmuth und die Uebersülle sprudelnden Leichtsinns und herziger Gut- müthigkeit eines reichen Backfisches im ersten Akte, d,e leicht- fertige Lebeuslustigkeit der jungen Frau im zweiten Akt, das zu späte Erwachen zur Selbstachtung, die Liebe, Eifersucht und das Rache gefühl der aus den Träumereien aufwachenden Gattin und Mutter in den späteren Akten, die Liebe, die Seelen- angst, die Reue und den Gram im letzten Akt verstand der italienische Gast in meisterhafter Weise wiederzugeben, wie sie auch nur annähernd gleich naturwahr, erhebend, hinreißend und erschütternd bislang auf Berliner Theatern nicht vorgeführt sind. Der Ton, die Sprache, der Mund, das Auge, der Körper, jede Muskel bis zur Fingerspitze hinab, wirken bei Frau Duse mit: auch wer kein Wort italienisch versteht, muß den Gang de» Gefühlslebens der Schauspielerin Duse, die alle Theatermätzchen verschmäht, erkennen, fühlen, mitempfinden.— Schade, daß die hohen Preise dem Proletariat die Vorstellungen zu den Duse-Abenden verschließen.— Die Mitspieler blieben mit Ausnahme des Fräu- lein Magazzari, die die sich ausopfernde, liebevolle Schwester darstellte, leider auf dem mehr als nnttclmäßigen Nweau des Stückes selbst. Zu wünschen wäre, daß trotz des hohen Genusses, den selbst die Darstellung einer Frou-Frou durch Frau Duse zu be- reiten vermag, aus ihrem Reperto» derartig unterwerthige Stücke verschwinden. Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Vublikum Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Schwank in 3 Alien v. Brandon Thomas. Theater. Sonntag, den 10. Dezember. Opernhaus. Lohengrin. Montag: Cavalleria rusticana. ( Bauern- Ehre.) Das goldene Kreuz. Schauspielhaus. Der Kaufmann von Venedig. Montag: Ein Sommernachtstraum. Drutsches Theater. KollegeCrampton. Montag: Ein Sohn der Wildniß. Berliner Theater. Wallenstein's Tod. Montag: Ans eignem Recht. Lessing- Theater. Mein neuer Hut. Ein Knopf. Nach dem Balle. Ein schlimmer Handel. Montag: Heimath. Friedrich- Wilhelmstädt.Theater. Der Bettelstudent. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Die Dragoner. Montag: Diefelbe Borstellung. Neues Theater. Jugend. Montag: Diefelbe Vorstellung. Central- Thenter. Die eiserne Jurgfran. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft D. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gefeht von Adolph Ernst. Anfang 2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53 Annenstr. 42/43 Täglich: Theater- u. SpezialitätenVorstellung. Francis Era am afatisch. Luftapparat Arthur Valleno, der fünfjährige Wunderknabe. Neu! Neu! Von der Straße. Posse in 2 Aften von A. Anno. Entree: Wochentags 15 Pf. der in HolzbearbeitungsPassage- Fabriken und auf Holzplätzen Hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Lackirer Ferdinand Zöllner Panopticum. besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen am Donnerstag, den 7. d. Mrs., nach Ein WeihnachtsMärchen von Dr. Jul. Lohmeyer. Musik von Th. Krause. Circus Renz, ( karlkraße.) Sonntag, den 10. Dezember 1893: 3wei Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei): Komiker- Vorstellung mit eigens zur Belustigung der Jugend gewähltem Programm. Auftreten fämmtl. Clowns mit ihren besten Nummern. Abends 71/2 Uhr: Huldigungsgruß au Berlin. Gr. Parade- Schaustück v. Dir. Fr. Renz, mit Aufzügen, Festspielen, Solo- und Ensemble- Tänzen von 80 Damen." Außerdem: 4 arab. Schimmelhengste, als Fahnenpferde vorgeführt vom Dir. American- Theater. Fr. Renz. Konkurrenzschule, geritten R. Winkler. Heute zum 54. Male: Die Gründung Roms in der Möckernstrasse. Auf vielseitigen Wunsch!! Die Trockenwohner oder: Das Kind in der Kommode. !! Neue Aufführung!! Montag: Defelbe Vorstellung. Adolph Eraft- Theater. Charley's!! Tante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Aleranderplah- Theater. Ein Kind !! Nur 10 Vorstellungen!! von Frl. Oceana Renz und Frau RenzStark. Cyd, geritten von Hrn. R. Renz. Die Afrobaten Gebr. Frediani. unnachahmliche Clown Imitator Mr. Der Deutschlands. Filiale Berlin II( Nord). Versammlung Dienstag, den 12. d. M., Abds 81/2 Uhr, Bergstr. 12. Togesordnung: 1. Diskussion über Die in der letzten Generalversammlung angenommene Resolution( betr. des Industrieverbandes). 2. Wahl eines elegirten zur Generalversammlung. 51/2 jähriger schwerer Krankheit ver6506 schieden ist. Die tiefgebeugte Wittwe M. Zöllner. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Dezember, Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle der St. Elisabeth- Gemeinde, Prinzen- Allee aus statt. Danksagung. geschiedenen Manne, dem Werkführer Allen Denen, welche meinem dahinHermann Wolff, 3. Abrechnung von den letzten Ver gnügungen. 4. Verschiedenes. halber, find fämmtliche Mitglieder ver auch dem Herrn Prediger BayrDer Wichtigkeit der Tagesordnung pflichtet pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. 174/19 Der Vorstand. die letzte Ehre erwiesen haben, sowie hoffer für seine trostreichen Worte, sage ich hierdurch herzlichsten Dank. Anna Wolff, geb. Mosczinsky. Arbeiter Bildungsschule( Nord). Sonntag, den 10. Dezember, Abends 6 Uhr, in den Germania- Sälen, Chauffee- Straße 103: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Witz über: Die Pariser Kommune. 2. Diskussion. Nach der Versammlung geselliges Beifammensein und Tanz. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Die Schulkommission. Deffentl. Schuhmacher- Versammlung 565b Ybbs. Der Clown Merkel mit seinem am Sonntag, den 10. Dezember, Abends pünktl. 6 Uhr, im Lokal Zum Freischüß". Fruchtstr. 36a. Tagesordnung: Gjel Pipifax 2c. Preise der Pläge wie gewöhnlich. Montag: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Fr. Renz, Direktor. 1. Vortrag des Genossen d. Hoffmann( fr. 3eiß) über: Die zehn Gebote und die besitzende Klasse. 2. Distulfion. Entree 10 Pf. Nach der Versammlung geselliges Beisammensein und Tanz. NB. Die Versammlungen des Vereins deutscher Schuhmacher finden Montag, den 11. Dezember, Abends 8 Uhr statt und zwar für Filiale I bei Bewegung und die Bildung des Volkes. Diskussion. Verschiedenes. VerFiliale 1 bei Werner, Bülowstraße 59. Vortrag. Diskussionen. schiedenes. Um zahlreiches Erscheinen sämmtlicher Mitglieder zu diesen Ver der Sünde, öder: Gabriele Marcu. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Circus G. Schumann, Bile, Andreasſtr. 26. Vortrag des Fri. Wab niz über: Die GewerkschaftsMontag: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Der Glöckner von Notredame. Hierauf: Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Montag: Faust. Theater Unter den Linden. Der Mikado. Hierauf: Pierrot Gavotte. Montag: Diefelbe Vorstellung. Freie Volksbühne. V. Abtheilung. Lessing Theater. Der Meineidbauer. Anfang 2/2 Uhr. National Theater. II. Ab theilung. Die Weber. Anfang American Theater. Die Troden 21/2 Uhr. wohner oder das Kind in der Kommode. Die Gründung Roms in der Möckernstraße. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Borstelling. Spezialitäten Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Anfang Wochentags 7, Uhr, Sonntags 61/2 Uhr. Moriz Play. Moriz Plag. Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Sonntag, den 10. Dezember: Etablissement Nachm. 4 Uhr und Abends 71/2 Uhr. Buggenhagen. Beide Vorstellungen sind mit ver Täglich): Gr. Instrumental- Konzert. fchiedenen Programinen ausgestattet. Gr. Frühstücks- n. Mittagstifd. In beiden Vorstellungen Auftreten Spezial: Ausschank von Pakenhofer sämmtl. Künstler sowie Künstlerinnen. Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde meines Marstalles. Komische Entrees sämmtlicher Clowns. Zu der Nachmittags: Vorstellung hat jeder Besucher das Recht, auf das von ihm gelöste Billet 2 Große Extra- Vorstellungen 2 fammlungen wird dringend ersucht. Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurations räumen, Entree 10 Pf., Sonutag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säle für Bersammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. ein Kind unter 10 Jahren frei miteinzuführen. In der Abend Vorstellung: Gast berühmten ratweil'sche terinnen Geign. Ferno. GB Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Neues Programm. Täglich von 6 Uhr ab: National- Theater. Concert D. ungarisch. Große Frankfurterstraße 132. Doppel- Vorstellung zu einfachen Preisen. Anfang 7 Uhr. Anfang 7 Uhr. Der Glöckner von Notredame. Schauspiel in 5 Aften von Charlotte Birch- Pfeiffer. Regie: May Samst. Hierauf: Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Aften v. Gugen Brudens. Musik von Adolf Wiedecke. Regie: May Samft. Raſſeneröffnung 6 Uhr. Anfang der Worstellung 7 Uht.j Morgen: Bolte- Vorstellung." Faust". Central- Theater. Alte Jafobftraße 30. Vorlette Woche. Zum 32. Male: Die eiserne Jungfrau. Poje mit Gefang in 3 Akten von Charles Clairville. Musik von Louis Barnay. Anfang: 1/2 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Die eiserne Jungfrau. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Grosse Spezialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges: Bernhard Leitner, Athlet und Breisringer. Kraftproduktion m. 2 Pferden. Familie Ueberle, Barterre- Gymnastiter. Gebr. Palmer, Gymnast. Zahnproduktion. Signorina Kathi, Drahtseilfünstlerin. Frl. Möller, Schlangendame. Frl. Torci Kör, Ungarische Sängerin und Tänzerin. Georg Cordes, Gesangshumorist. Anfang: Entree: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 75 Pf. Wochentags 50 ẞf. A. Zimmermann. Magnaten- Kapelle und Anftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Auf. Wochent. 7 Uhr. Entree 15 Bf., refervirt 30 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pi. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versammlungen. 3 Kegelbahnen, 6 Bill., pr. Std, 60 Pf. Spieler zahlen kein Entree. Carl Koch. Zum 1. Male: Cancan vor Gericht. Ballet Burleske in 2 Tableaug. Montag: Große Vorstellung. Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. FRIEDRICHSHAIN AktienBrauerei Friedrichshain ain Königsthor. Heute Sonntag: Achtung! Uhrmacher! 464/2 Heute Abend, 1/26 Uhr. in den Armiu- Hallen, Kommandantenstr. 20: Versammlung mit Frauen. 糖 Vortrag von D. Baader über: Die Stellung der Frau in der heutigen Gesellschaft." Diskussion. 473/1 Nachdem gemüthliches Beisammensein und Tanz. Der Vertrauensmann: Otto Naether, Anklamerstr. 44. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Charlottenburg). Oeffentliche Versammlung am Montag, den 11. Dezember cr., Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Krause, Bismarckstraße Nr. 74. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Hoffmann. 2. Diskussion, 3. Stellungnahine zur statistischen Erhebung. 318/13 Das Erscheinen aller in der Holzindustrie beschäftigten Arbeiter ist nothwendig. Die Ortsverwaltung. Ethische Gesellschaft. Sonntag, 10. Dezember, Abends 6½ Uhr: Zwei Versammlungen. 1. In den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. Vortrag des Herrn Mattutat über: Idealismus und Materialismus". 2. Im Lokale des Herrn Nagel, Schwedterstraße Nr. 23. Konzert Bortrag des Herrn Dr. Pinn über:" Geistige Knechtschaft". Nach beiden Großes der Kapelle des Rönigin AugustaGarde- Grenadier- Regiments Nr. 4. ( Coblenz). 53062* Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Versammlungen: Geselliges Beisammensein und Tanz. Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Zur Deckung der Un foften wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. 149/12 Kinder frei. Programun unentgeltlich. Boltz' Festsäle, S. Normals G. Feuerstein 75, Präuscher's MUSEUM Concordia- Festsäle anatomisches Friedrichstraße 65a, Ede Mohrenstraße darunter der Schußkanal der Kugeln des Viel Neues, deutſchen Militär³, fünf Körper gehend durch Geöffnet von früh 9-10 Uhr Abends. für erwachsene Herren. Dienstag u. Freitag: Damentag. Entree 50 Pfg. Sanssouci, Kottbuserstrasse No. 4 a. Heute: Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. WeihnachtsProgramm. In der folgen den Woche fallen die Soireen in: Berlin Gantspiels halber aus. Nächste Soiree in Sanssouci am Sonntag, den 17. Dezember. Castan's Panopticum. Ohne Extra- Entree. Die 17jährige Siamesin „ Krao" der Uebergang vom Affen zum Menschen. C. Saeger, 64. Andreastraße 64. Heute Sonntag: 64/17 Großes Arnold- Konzert. Nach dem Konzert: Grosser Ball. 2 Orchester. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Avis! 1. Weihnachtsfeiertag: Grosses Arnold- Konzert. 2. Weihnachtsfeiertag: Jm gr. Saal: Grosses Arnold- Konert. Jm oberen Saal: Grosses ExtraKonzert, ausgeführt von der Kieler Matrosen- Kapelle in Uniformt. In allen Sälen: Großer Ball. 3. Weihnachtsfeiertag: Gr. Ball. Anfang 5 Uhr. 5 Riesen- Weihnachtsbäume mit feenhafter elettrischer Beleuchtung durch Tausende von bunten Glühlampen. C. Saeger. Neues Club- Haus Alte Jakobstrasse Säle zu Festlichkeiten und Versammlungen. Amt I, 1082. W. Noack's Concert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstrasse No. 16. Heute, Sonntag, sowie täglich: Gründer's Festsäle ( früher Mundt) Köpenickerstrasse 100. Theater Spezialitätenvorstellung An größere Vereine gebe auch Sonnmit durchweg neuem Programm. Nach der Großer Ball. Borstellung: Empfehle meine hocheleganten Säle mit elettr. Beleucht. f. Vereine, Privatfestlichkeiten zu toul. Bed. W. Noack. Ad. Kurth's Konzert- Haus, Hasenhaide 52/53, nahe der Blücherstr. Sonntags von 6 Uhr und Mittwochs von 72 Uhr ab: Großes Militär- u. Kirchenorgel- Konzert und Ball. Entree 30 Pf. 508b Alle übrigen Tage: Konzert. 6 neue Winter- Kegelbahnen. Bestellungen per Telephon erbeten. Säle zu Bersammlungen u. Festlichfeiten für Gefangvereine noch einige Tage in der Woche frei. Fortuna- Säle abends meinen größten Saal für Bälle ab. NB. Meine 5 Vereins- Säle von 50 bis 200 Personen halte ich Vereinen, Gesellfchaften 2c. bestens empfohlen. 41811 Arbeitsmarkt. Ich suche einen 6236 tüchtigen Gesangshumorist ( Parteigenosse) und eine junge Dame ( 8nm Vortragen von Duetten 2c.) Rich. Heise, Berlin N., Zionstirchstr. 11, Eingang vom Play, vorn 3 Tr. Ein tüchtiger Schriftlithograph wird fofort verlangt. 582 J. Aberle u. Komp., Louisen- Ufer 11. 1 Annouzenjammler 3. Straußberger- Straße 3. sub. D. 3878 an Rudolf Moise in Jeden Sonntag: Grosser Ball. Jeden Donnerstag: Große Gesellschaftsstunde. wird gesucht und erbitten Offerte Stuttgart. 584 72, Kommandantenstr. 72. 5 Säle( Bühne) zu Festlichkeiten u. Versamml. Amt 1 7421. H. Ebert. Für unsere hiesigen Abonnenten Empfehle meine Säle zu allen Privat- liegt der heutigen Nummer ein Freunde und Bekannte ladet zur Festlichkeiten und Versammmlungen; Prospekt der Firma Ferdinand Morgensprache ein [ 646b auch find einige schöne Vereinszimmer Neumann, Berlin SW., Leipziger C. Böhm, Dresdenerstr. 57. zu haben. 3670L ftraße 50, Ecke Dönhoffsplan, bei. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu drei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 290. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 16. Sigung vom 9. Dezember 1893. 2 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher. Auf Antrag des Abg. Liebermann v. Sonnenberg wird beschlossen, die gegen die Abg. Leuß und Dr. König schwebenden Strafverfahren einzustellen. Zur Berathung steht zunächst der Antrag des Zentrums auf Vorlegung eines Gefeßentwurfs über Revision des Gesetzes, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung vom 22. Juli 1889, sowie einer Novelle zu den Unfallversicherungs gesetzen. Der Präsident v. Leve how hatte vorgestern verkündet, daß in Verbindung damit der Antrag v. Staudy, welcher denselben Gegenstand betrifft, verhandelt werden sollte. In einer Gefchäftsordnungs- Debatte wird festgestellt, daß nur durch ein Versehen des Bureaus dieser Gegenstand nicht auf der Tagesordnung steht; es wird beschlossen, ihn ebenfalls zu verhandeln. Der Antrag des Zentrums lautet: 1. Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, mit Rücksicht auf die allenthalben in den betheiligten Kreisen bestehenden schweren Klagen über das Gesez, betr. die Invaliditäts- und Altersversicherung vom 22. Juni 1889, Erhebungen zu veranstalten, inwieweit eine Abänderung dieses Gesetzes insbesondere in bezug auf Ausdehnung und Organisation der Versicherung erforderlich erscheint, und auf grund dieser Erhebungen thunlichst bald dem Reichstage einen bezüglichen Gesetz entwurf vorzulegen; 2. der Erwartung Ausdruck zu geben, daß die feitens der verbündeten Regierungen in Aussicht gestellte Novelle zu den Unfallversicherungs- Gesezen möglichst noch in diefer Session dem Reichstage zugehe. Der Antrag des Abg. v. Staudy lautet: " Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, baldmöglichst dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen das Gesez, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung vom 22. Juni 1889 dahin geändert wird, daß eine Vereinfachung desselben, insbesondere Surch Beseitigung der Mißstände, welche eine nothwendige Folge des Markensystems sind, herbeigeführt werde." Sonntag, den 10. Dezember 1893. M 10. Jahrg. verkehrsreichen Weiten. Gerade die Gegenden, wo es noch gar keine durch die berufsgenossenschaftliche Organisation gewaltig gesteigert Sozialdemokratie giebt, sind am meisten belastet durch die Ver- werden. Aber die Vorliebe für die Knappschaften ist nur eine ficherung, die bestimmt ist, die Sozialdemokratie zu bekämpfen. platonische; was der Antragsteller will, ist das vollständige AusNur die verbündeten Regierungen sind in der Lage, an die scheiden der Landwirthschaft aus der Versicherung. Das wäre Menderung eines solchen Gesezes heranzutreten. Der Einwand, aber ein Aufgeben des Prinzips des Gesetzes. daß es nicht anders geht als mit Markenkleben, darf allerdings Abg. Dr. Sigl( wild): Wenn Sie es mit diesem Gesetz nicht geltend gemacht werden. Ich persönlich denke an ein beim alten lassen, noch einige Handelsverträge und MilitärUmlageverfahren, welches die Verhältnisse jedes Einzelnen be- vorlagen hinzuthun, dann werden Sie im Reiche Ihr blaues rücksichtigt.( Burufe links: Wie denn?) Dazu müßte natürlich Wunder erleben.( Große Heiterkeit.) W Wir in Bayern haben es die Wartezeit abgeschafft werden; an ihre Stelle müßte die ichon erlebt. Der Staatssekretär hat auch dem Reichstage einen Fiktion treten, daß der Arbeiter bis zu dem Zeitpunkt gearbeitet Theil der Vaterschaft an diesem Gesetze belassen; er hat ferner hat, in welchem er die Rente beantragt. Höchstens tann man zugegeben, daß Mängel an dem Kindlein sind. Diese Mängel die Rente versagen, wenn bestimmte Dinge nachgewiesen werden sind so groß, daß der ganze Reichstag sie zu beseitigen wünschen fönnen: Schwere Bestrafung und namentlich der Umstand, daß muß. Eine Probe mit einem anderweitigen System wird wohl der Betreffende schon lange von Armenunterstüßung gelebt hat. taum Jemand in diesem Hause wünschen, denn das Gesetz hat Wenn wirklich einmal eine Rente zu Unrecht gegeben wird, so sich eben als ganz verfehlt erwiesen. Der Staatssekretär fordert ist das nicht so schlimm, als die übermäßige Sirenge, die jezt uns auf, an die Zukunft zu denken; das thun wir ja gerade, angewandt wird, wenn ein Arbeiter nicht nachweisen fann, daß wir denten auch daran, daß dieses Wapperlgesez" dem Volke er diese oder jene Bedingungen erfüllt habe. Man wird auch Ausgaben auferlegen wird, daß uns die Haare zu Berge ſtehen vielleicht zur Normalrente zurückkehren tönnen, für welche bei werden( Heiterkeit). Herr Aichbichler will, daß das Gesetz in Berathung des Gesetzes ein großer Theil des Hauses eingetreten der gegenwärtigen Form fallen soll, zum Allermindesten für die ist. Gegen alle diese Dinge können erhebliche Einwendungen ge- landwirthschaftliche Bevölkerung aufgehoben oder doch ganz bemacht werden. Eine Kommissionsberathung ist nicht nothwendig, deutend abgeändert wird. Das wünschen in Bayern nicht nur sie hätte auch feinen Zweck, weil die Kommission doch nicht im meine Wähler, sondern alle Zentrumsleute überhaupt. Wenn in Stande wäre, speziellere Vorschläge zu machen.( Beifall rechts.) die Reservefonds jetzt schon 150 Millionen Mark zurückgelegt Staatssekretär v. Bötticher: Die Regierung ist bereit, in find, so wird das Geld den Arbeitern und den Arbeitgebern aus eine Prüfung der Angelegenheit einzutreten. Wir machten einen der Tasche gezogen und diese Millionen thun dem Lande sehr Sprung ins Dunkle; es gab nirgend eine Gesetzgebung, die uns weh; daher der Jammer und die Sorge um das Gesetz, von einen Anhalt geboten hätte; wir mußten auf grund unserer welchem mit Recht gesagt wird, es sei das verhaßteste Geſetz. eigenen Erfahrungen einen Weg suchen. Ich gebe zu, daß eine Das Gesetz muß aufgehoben oder wenigstens so geändert werden, Mißstimmung in einzelnen Theilen des Landes besteht; in daß die Lasten sich erheblich vermindern. Die sämmtlichen anderen Kreisen besteht sie aber nicht, und ich schreibe das dem Aristokraten des Zentrums sind verschwunden, sie sind gefallen Umstande zu, daß man in den Kreisen, soweit es sich um terri- als Opfer des Wapperlgefeyes( Heiterkeit). Wenn das Zentrum toriale Abschnitte handelt, veritanden hat, die Hilfsmittel, die feine Size behalten will, wenn es vermeiden will, daß Bauerndas Gesetz selbst giebt, ausgiebig zu benutzen. Im Königreich bündler oder gar Sozialdemokraten an seine Stelle treten, so Sachsen, im Großherzogthum Baden, in verschiedenen Bezirken muß es für die Aufhebung dieses Gesetzes stimmen. Preußens, z. B. in Hildesheim besteht Zufriedenheit, weil man Abg. Gamp( Reichsp.) Bezüglich der Revision der das Martenfleben durch die Arbeitgeber zu vermeiden gewußt Unfall Versicherung empfiehlt Redner die landwirth hat, indem man die Arbeit in die Hände der Gemeinde, der schaltlichen Nebenbetriebe den landwirthschaftlichen Be Krankenkassen oder besonderer Organe gelegt hat. In den rufs Genossenschaften, nicht den gewerblichen zuzutheilen. Abg. Aichbichler( 3.) begründet den Antrag damit, daß die ländlichen Bezirken kann man davon allerdings feinen Ge- Wenn die Rente nach der Beitragsleistung bemessen werden soll, Invaliditätsversicherung große Unzufriedenheit erregt habe, brauch machen, denn in Gutsbezirfen ist es gleichgiltig, ob dann können wir um die Marke nicht herumkommen; aber man namentlich in Bayern, sodaß schon im vorigen Jahre Petitionen der Gutsbesitzer als Arbeitgeber oder als Gutsvorsteher flebt. brauchte das Prinzip der Leistung und Gegenleistung nicht bis aus Nürnberg mit mehr als 200 000 Unterschriften an den Herr v. Staudy hat einen sehr radikalen Borschlag gemacht; er in die äußersten Konsequenzen hierin zu verfolgen. Bei den Reichstag gekommen wären, welche die Aufhebung des Gesetzes will jedem eine Rente geben, auch dem, der sein Leben lang Uebergangsbestimmungen hat man dieses Prinzip auch nicht so verlangt hätten. Die Versicherung sei belastend für das gefaulenzt hat; er hält das für besser, als wenn jemandem ftreng festgehalten, die jetzigen Altersrentenempfänger haben zum Handwerk, für das Kleingewerbe und für die Land- so viele Schwierigkeiten gemacht werden, wie jetzt. Dann kommt Theil gar keine Beiträge geleistet. Bei der großen Mehrzahl wirthschaft, für welche lettere die Kosten ungefähr der man doch auf ein ganz anderes Syftem, als das, von dem wir der Arbeiter kann man ein dauerndes Arbeitsverhältniß voraus Grundsteuer sich gleich stellen. Die Arbeitgeber und die Arbeiter ausgegangen sind. Reichstag und Bundesrath waren überein- feßen, namentlich auf dem Lande; und auch bei den andern seien unzufrieden. Hätte man das Umlageverfahren statt des stimmend der Meinung, daß die Rente niemals den Charakter Arbeitern, die nicht ständig sind, könnte man leichter die Zeit Deckungsverfahrens eingeführt, so würde die Belastung eine ge- einer Prämie auf die Faulheit haben soll; die Rente soll steigen fontrolliren, während welcher sie nicht gearbeitet haben, als die ringere sein. Auch die Belastung der Gemeinde- Organe durch nach Maßgabe der Beiträge. Nach dem Vorschlage des Herrn Arbeitszeit. Den Wechsel der Arbeiter zu kontrolliren, wird das Schreibwerk in unerträglich; das Unerträgliche ist aber das v. Staudy) würde die Rente eine Unterstützung sein; dann wäre nicht überall nothwendig sein; es wird zwischen den verschiedenen Klebewesen, welches man vielleicht ganz beseitigen könne; aber es einfacher, von Staats wegen jedem Hilfsbedürftigen eine Versicherungsanstalten eine Abrechnung nicht mehr nothwendig es wäre doch vielleicht möglich, Vierwochen- oder Vierteljahrs- Rente zu gewähren. Das das zu einer großen finanziellen und sein. Manche Arbeiter werden dadurch, daß sie Quittungstarten marken einzuführen, um die Arbeit etwas zu erleichtern. Be Arbeitsbelastung führen würde, ist selbstverständlich. Wenn man vorlegen müssen, direkt in ihrem Arbeitsverhältniß geschädigt. sonders hoch sind auch die Verwaltungskosten, nicht gerade in zum Anlageverfahren übergeht, so wird man die Marken auch Die Kosten der Unfallversicherung steigen ganz erheblich und man Bayern, wo man sich sparsam eingerichtet hat, aber in anderen nicht los; denn man muß dem Arbeiter doch den Nachweis er wird bald bedenklich werden, ob dadurch unsere Industrie nicht Versicherungsanstalten. Redner empfiehlt die Anstellung möglichen, daß er in Arbeit gestanden und Beitrag gezahlt habe. in ihrer Konkurrenz beeinträchtigt wird. Da es sich hauptsächlich von Erhebungen über die Klagen, welche allseitig auftauchen. Das Prämienverfahren, wie wir es jetzt haben, erfordert einen um Erhebungen handelt, so können wir den gestellten Anträgen Aufheben werde man das Gesetz nicht ohne weiteres tönnen, Jahresbedari von 120 Millionen; beim Anlageverfahren steigt zustimmen. weil doch Rechtsansprüche entstanden sind. Aber es wäre viel der Betrag dessen, was aufzubringen ist, von 7 600 000 Mark im Etaatssekretär von Bötticher: Wenn Herr Sigl das Gesetz leicht möglich, das Prinzip der Freiwilligkeit zur Geltung ersten Jahre bis 158 Millionen. Ich habe noch feinen Vor- näher fennen würde, würde er nicht behauptet haben, daß in der bringen, namentlich für die Landwirthschaft und das kleine schlag entdeckt, den man als einen bequemen und gangbaren Landwirthschaft weder der Arbeitnehmer noch der Arbeitgeber Handwerk. Besonders dringend nothwendig ist aber die Novelle betrachten kann, wenn man die Grundlage des Gesetzes nicht von dem Geseze Vortheil hätte. Ich verweise ihn auf den Bericht zur Unfallversicherung, welche von der Regierung schon lange verlassen will. Ginige Erleichterungen für die Arbeitgeber und der Versicherungsanstalten seiner Heimath. Der Bericht von versprochen ist. Falls das Heilverfahren vor Beendigung der für die Arbeiter müssen eingeführt werden, darüber sind wir Nieder- Bayern ergiebt, daß auf die Landwirthschaft 809 Renten 13 wöchentlichen Karenzfrist beendet ist, ohne daß die Arbeits- uns flar; aber die Prinzipien müssen beibehalten werden. entfallen, während auf die übrigen Erwerbszweige nuc 557 fähigkeit wieder eingetreten ist, so muß eine Rente gewährt Der Staatssekretär wendet sich darauf gegen einzelne Bemer- Renten entfallen. Vielleicht macht Herr Sig! feinen Wählern werden; jetzt fällt das Krankengeld weg mit der Beendigung der fungen der Antragsteller und bestreitet, daß eine Belastung der von diesem Vortheil für die Landwirthschaft Mittheilung und Heilung. Ferner müßte im Interesse der Landwirthschaft die Gemeinden entstanden sei. Die Verwaltungskosten find weit befreundet diese mit dem Gefeße, wenn er auch nicht selbst ein aushilfsweise in der Landwirthschaft beschäftigten Bauhandwerker zurückgeblieben hinter der Annahme, von der man beim Erlaß Freund desselben wird. nach den Sägen für das Bauhandwerk, nicht nach den des Gesetzes ausging. Die Verwaltungskosten betragen nur Darauf wird um 5 Uhr die Berathung abgebrochen. Es niedrigeren landwirthschaftlichen Löhnen entschädigt werden. 40 Pf. pro Kopf der Versicherten und man hatte 1 M. an entspinnt sich eine längere Geschäftsordnungs- Debatte darüber, Der Antrag der Konservativen sei entsprechend dem Antrage des genommen. Uebrigens darf man die Verwaltungskosten nicht ob die Berathung am Montag fortgesetzt werden soll, was Abg. Zentrums; wenn die Regierung ohne besondere Erhebungen an in ein Verhältniß zu den Renten sezen; im Verhältniß zu den Sie beantragt, und ob der Antrag v. Benda wegen der eine Revision des Invalidenversicherungs Gesetzes gehen wolle, Prämien betragen sie nur 4,16 pet. Die Lebensversicherungs- Eisenbahn Fahrkarten zur Verhandlung gestellt werden soll. so habe er nichts dagegen. Redner bittet um Annahme des An- Anstalten erfordern ganz andere Verwaltungskosten. In den Gegen den legteren Vorschlag erklärt sich Abg. v. Mantrages.( Beifall im Zentrum.) ersten Jahren ist ja die Zahl der Renten naturgemäß eine sehr teuffel, weil es sich hier um eine eigene Angelegenheit des Abg. v. Staudy( dt.) begründet den Antrag der Kon- geringe, auch der Rentenbetrag ist ein geringer, er steigt nach Hauses handele, die man nicht vor allen anderen Initiativfervativen; man habe diesen immer den Vorwurf gemacht, daß Maßgabe der Beiträge; es sind demnächst auch Rückzahlungen anträgen verhandeln dürfe. Der Antrag v. Benda wird gegen fie selbst für die Invalidenversicherung geftimmt hätten. Es zu leisten. Man darf also aus der jetzigen Höhe des Reserve- die Stimmen der Konservativen und der Reichspartei auf die handelte sich bei diesem Gesetze um eine Geistesarbeit erften fonds nicht schließen, daß eine Ermäßigung der Beiträge er Tagesordnung des Montag gestellt; Abg. v. Karborff, der Ranges; es wurde damals von allen Seiten, auch von der Re- folgen kann. Ghe man dazu kommt, muß man doch noch einige durch Bezweiflung der Beschlußfähigkeit des Hauses das vergierung anerkannt, daß man hier einen Sprung ins Dunkle thue, Erfahrungen sammeln. Die Zusammenfassung der Versicherten hindern sollte, kam mit seinem Zweifel zu spät. daß wir nach einigen Jahren, wenn es nothwendig wäre, zu einer nach einzelnen Gruppen würde viel ungünstiger und viel theurer Schluß 54 Uhr. Nächste Sigung Montag 1 Uhr.( VerRevision des Gesetzes fommen müßten. Also eine Infonfequens fein, als das jetzige Verfahren. Aus der Zwangsversicherung ordnung betreffend den Kampfsoll gegen Rußland, Handelsder konservativen Partei liegt durchaus nicht vor, wenn sie jetzt eine freiwillige Versicherung herzustellen, daß möchte ich nicht vertrag mit Kolumbien, fleinere Vorlagen: Interpellation Werner eine Revision des Gesetzes verlangt. Der Antrag der Kon- empfehlen. Das wäre das Verlassen eines Grundgedankens des wegen des Geschäftsschlusses am 24. und 31. Dezember, Gesez servativen betrifft Punkte, die schon bei der Berathung des Ge- Gefeßes, über den damals, als das Gesetz gemacht wurde, alle betreffend die Invalidenpensionen, Antrag v. Benda betreffend seges zu den umstrittensten gehörten, gegen die ein Theil der Betheiligten einig waren. Eine Einschränkung der Versicherung die Eisenbahn- Fahrkarten und Fortsetzung der heute abgebrochenen Deutschtonservativen sich eifrig gefträubt hat und die einzelne wollte man wohl, aber nicht eine freiwillige Versicherung. Berathung.) Konservative schließlich dazu gebracht haben, gegen das ganze Man wollte den Arbeiter der Armenpflege entziehen und ihn Gesetz zu stimmen. Der Widerstand betrifft nicht die wohl nöthigen, wo er selbst nicht für sein Alter forgt, es zu thun. thätige Tendenz und die eminent sozialpolitische Bedeutung, Die verbündeten Regierungen sind bereit, die wirklich bestehenden sondern nur die Konstruktion des Gesetzes, und nur gegen diese und als solche anzuerkennenden Mängel des Gesetzes zu besei richtet sich die weit verbreitete Unzufriedenheit im Volfe, welche tigen. Sie werden auch die heutigen Ausführungen prüfen und Arqeiterinnen. Sonntag, den 10. Dezember: Nachmittags 4 Uhr, ArminSchlächter und die in Schlächtereien beschäftigten Arbeiter und so groß ist, daß die Schwierigkeiten einer Neuordnung nicht ge- sich die Frage vorlegen, ob man ohne Verlassen der Grundlage ballen, Kommandantenftr. 20: Deffentliche Versammlung. Tagesordnung: schent werden dürfen. Der Antrag des Zentrums geht nicht des Gesetzes zu einem anderen System übergehen kann, welches 1. Die Etlaverei im Schlächtergewerbe und das unwesen der Stellenvermittler. weit genug. Das Markensystem ist unhaltbar und der ganze die beklagten Uebelstände nicht hat. In bezug auf die Unfall- Referent: Kollege Schwarze. 2. Boykottantrag. Mechanismus so komplizirt, daß dadurch die Verwaltungskosten versicherung kann ich dem Abg. Aichbichler sagen, daß die Vorfehr erheblich find. Auf 13 Millionen Mart Renten kommen lage über die Ausdehnung der Unfallversicherung auf die bisher nicht weniger als 3 692 000 M. unmittelbare Verwaltungskosten noch nicht betroffenen Kreise vollständig ausgearbeitet ist. Ein ( Hört! rechts), wozu noch 908 000 M. an weiteren Verwaltungs- zweiter Gefeßentwurf, welcher sich damit beschäftigt, die Mängel abgaben hinzutreten, welche zusammen aljo 4 600 000 M. oder des gegenwärtigen Unfallgesezes zu beseitigen, ist ebenfalls fertig. erheblich mehr als 1/3 der Renten betragen. Zu verkennen Es wird darüber nur noch torrespondirt mit einzelnen Stellen, ist natürlich nicht, daß die Rentenerträge erheblich wachsen von denen man eine Auskunft über die streitigen Fragen er werden, jodaß die Kosten fich entsprechend steigern. warten könnte. Es ist alle Aussicht vorhanden, daß die EntDie Arbeiter sehen den Beitrag als Abzug vom Lohn an, und würfe noch diesem Reichstage vorgelegt werden. Ob Sie danach dadurch wird das gute Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Ar- einen Antrag annehmen wollen, stelle ich anheim. Erhebungen beitnehmer zerstört. Ferner kommt dazu, daß der Verdacht sind eigentsich nicht nothwendig; es soll wohl eine Vorbereitung herrscht, daß mit den Marken Malversationen vorkommen, die für die vorzunehmenden Aenderungen getroffen werden. niemals fontrollirt werden können. Daher kommt es, daß das Bayrischer Bevollmächtigter Ministerialrath Landmann: Klebegesetz ein verhaßtes ist, daß bei den Reichstagswahlen feine Taß dte Verwaltungskosten der bayerischen LandesversicherungsInterpellation häufiger tam als die: Kann das Klebegesetz nicht Anstalten niedriger find, als die der übrigen, ist richtig. Sie geändert werden? Durch die Beseitigung des Martensyitems betragen nur 17-20 Pfennig pro Kopf des Versicherten, wäh- bergerſtr. 82, rechtes Vereinszimmer, Sigung mit Damen. würde allerdings ein gewaltiger Einbruch in die ganze Organi rend sie im Durchschnitt des ganzen Reichs sich auf 40 Pfennig bet Ballacz, Raupachstr. 6, Gigung mit Damen. Uhr Fidelitas. Aufsation der Versicherung stattfinden. Man hatte das Kapital- ftellen. Die Erklärung dieser Thatsache liegt darin, daß die nahme. Dedungsverfahren beschlossen und ging dabei von der Annahme Organisation fich angeschloffen hat an die Provinzial- und Kreis- Vergnügungsverein Einigkeit. Nachmittags 3 Uhr Sigung bei Bachaus, daß für den Beharrungszustand ein Kapital von 1/2 Mil behörden. Wenn Herr Aichbichler die Organisation der Knapp- mann, Dresdenerstr. 45. liarde angesammelt werden soll, dafür nahm man einen Beit- fchaften verlangt, so komme ich dadurch auf ein anderes Mit- mgegend. Versammlung am Montag, den 11. Dezember, Abends 8 Uhr, Fachverein der Konfektions- und Maakschneider Berlins und raum von 50 Jahren in Aussicht. Es zeigt sich jezt, daß die glied des Zentrums, welches bei der Berathung des Gesetzes die im total des Herrn Bernau, Gasthof zum schwarzen Adler, Hirtenstraße 21. Kapitalansammlung viel zu schnell erfolgt das beweist der Ver- berufsgenossenschaftliche Organisation für die Invalidenversiche- sordnung. Die Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung. Referent: Reichstags- Abgeordneter A. Kühn. mögensstand der Versicherungsanstalten. Ein Uebelstand ist die rung verwendet wissen wollte. Man wird aber wissen, daß dieser gleichartige Belastung im Westen wie im Often; das Geld hat Antrag nicht auf altbayerischem, sondern auf rheinischem Boden einen anderen Werth im Westen wie im Osten. Dazu kommen gewachsen ist.( Redner meint mit dem andern Zentrumsmitgliede die Absatzverhältnisse, die im Osten nicht so günstig sind wie im den Frhr. v. Hertling.). Die Kosten der Verwaltung würden W 3 Versammlungen. Sterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- AktienGesellschaft. Heute Ackerstr. 123 bei Stümte Bahltag. verwaltungen Berlins und Umgegend verfammeln sich am Sonntag, den Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler u. f. w. Die Orts10. Dezember, Nachmittags 3 Uhr, bei Schöning, Stallschreiberstr. 29. Theaterverein Unikum. Sonntag, den 10. Dezember, Nachmittags um 5 Uhr, S.Bung mit Damen. Nachdem Tanz und Vorträge. Gründer, Köpenickerstr. 100. 9lach der Sigung Tanz. Privat- Theaterverein Romelia. 5 Uhr Sigung mit Damen bei Privat- Theatergesellschaft Preciofa. Sonntag, den 10. Dezember, nachmittags& Uhr, Reſtaurant„ Berliner Klubhaus". Ohmgaffe 2, Sigung und Tanz. Theater- und Vergnügungsverein Fritillaria. Sonntag, den 10. Dezember, Abends 6 Uhr, Sigung bei Dreßler, Barnimftr. 16. Fidelitas und Tanz. Vergnügungsverein Italia. Nachmittags 5% Uhr Sigung. 6 Uhr Vergnügungsverein Geselligkeit. Restaurant Belvedere, Stralauerbrüde, 6% Uhr Sigung mit Danten. Nachher Tanz und Vorträge. uhr Sigung uno Fidelitas. Vergnügungsverein Eintracht. Landsbergerstr. 38, oberer Saal, Vergnügungsklub Eichenlaub. 5 Uhr im Restaurant Albert, LandsVergnügungsverein Heitere Gesellschaft. Sonntag, den 10. Dezember, Vereinigung der Schmiede. Montag, den 11. Dezember, Abends 8 Uhr, Versammlung Rosenthalerstr. 38. Rontobuch- Arbeiter. Montag, den 11. Dezember Abends 8 Uhr, bet Ghrenberg, Annenstr. 16: Deffentliche Bersammlung. Die gegenwärtige Lage der Kontobuch- Arbeiter; Wertstuben- Angelegenheiten. Sprechfaal. Tie Redaktion stellt die Benutzung des Sprechjaals, soweit der Raum dafü: abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Aufruf! Derjenige Parteigenoffe des 6. Kreises, der in der Versamm lung des 3. Wahlkreises vom 29. April 1892 bei Brochnow ( früher Orschel's Salon), Sebastianstr. 39, am Eingang Mai billets verkaufte und mit dem ich dann am Abend des 26. Mai vorigen Jahres( Himmelfahrtstag) auf dem Bahnhof Hohen: Neuendorf vor seiner Abfahrt noch gesprochen wenn ich nicht irre, war derfelbe mit einem Gesangverein dort- möchte ich bitten, mir umgehend seine Adresse mitzutheilen. St. Friz, Fürstenstr. 11, 4 St. msisid tim Depeschen. ( Deveichen des Bureau Herold.) Paris, 9. Dezember. Von einem unbekannten Individuum wurde eine Dynamitbombe in die Deputirtenkammer geworfen. Ter Abbé Lempre ist so schwer verwundet worden, daß sein Ableben stündlich eintreten kann. Auch sechs andere Deputirte sind verlegt. Offerire von meinem verstorbenen Mann, dem Genossen Ostar Schu mann, folgende hinterlassene Schriften: Brockhaus Konversatious- Lexikon, Originalband, wie neu, 13. Auflage, für 50 M., Jnternationale Bibliothek und andere bei Dies erschienenen Echriften zum billigen Preis. 616b Ww. Schumann, Brunnenstr. 53, LV. Schürzen. dar Tamen- u. Kinderwäsche jeden Genres verkaufe ich zum Weihnachtsfeste, auch einzeln zu Engros- Preisen. Nur gute reelle Waare. Billigste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. 6156 Berkauf 1 Treppe, fein Laden. Wäsche- u. Schürzenfabrik Max Lebedow, Straußbergerstraße 2. Roh- Tabak billigste Preise. Sumatra, schönste Farben, 1/2 Pid. zum Taufend, à Pf. 1,75 M. 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Es ist bisher noch nicht möglich, die genaue Zahl der Verwundeten anzugeben. Dieselben wurden nach der Quästur gebracht, wo ihnen ärztliche Hilfe geleistet wurde. Ein verwundeter Zuschauer behauptet gefehen zu haben, daß einer feiner Nachbarn etwas in den Saal warf. Die Zahl darunter mehrere Frauen. Es wird versichert, daß Niemand der auf den Tribünen Verwundeten dürfte etwa 20 betragen, getödtet oder tödtlich verlegt sei. Die als getödtet gemeldeten Deputirter Abbé Lemyre und ein Huissier sollen nur ziemlich schwer verlegt sein. 12307 Teppiche!! Portieren!! Gardinen!! Steppdecken!! fauft man am billigsten in der Fabrik von Hackescher J. Brünn, Markt 4. Stadtbahnhof Börse. Sofort oder später helle Fabrik. räume mit Doppellicht, Fahrstuhl, miethen Gerichtstr. 2. Näheres beim für jeden Betrieb geeignet, zu ver: Verwalter Breitung oder Friedrich straße 104a, I. 5626 Die Mundharmonikafabrik CONRAD WEISS in Gosheim, Württembg., empf. ihre Spesialität in 96tön. 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Vortrag des Herrn Dr. Heymann über: Die Organisationsform des Proletariats. Diskussion. 2. Rückblick auf den beendeten Streit der Wiener Bildhauer. 3. Verschiedenes. Sorge jeder Kollege für Erscheinen der Abseitsstehenden und für Verbreitung dieser Bekanntmachung. Ferner sind ungesäumt die noch ausstehenden Listen für Wien zurückzugeben, leer oder mit Beiträgen. Der Streit dort ist beendet. 2. Rückblick auf den beendeten Streit der Mitglieder- Versammlung. Die Agitationskommission der Bildhauer Berlins. J. A.: P. König. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 17. Dezember, Vormittags präzise 9 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Rassenbericht. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Anträge: a) Abänderung des Statuts, b) betreffs Mitwirkens bei Arbeiterfentlichkeiten. 107/1 NB. Laut Statut ist. jedes Mitglied des Bundes berechtigt u. verpflichtet, an der General- Versammlung theilzunehmen, und wird um pünktliches Erscheinen ersucht. Nu Mitgliedstarte legitimirt. Der Vorstand. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Engel über: Die Ernährung des Menschen". angelegenheiten. Mitgliedsbuch legi2. Disfusion. 3. Verschiedene Rassentimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Orts- Krankenkasse des Gewerbes der Lackirer. Außerordentliche Generalversammlung am Montag, den 18. Dezember 1893, Abends 8 Uhr, im Restaur. Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Tages Ordnung: höhung der Beiträge resp. Herabfeßung 1. Antrag des Vorstandes auf Erder Leistungen. 2. Beschlußfassung über das Gehalt des Kassirers. 3. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Er Der Vorstand. Allg. Hilfsarbeiter- und Arbeiterinnen- Verein Berl. u. Umg. scheinen bittet Mittwoch, den 13. Dezember, Abends 82 Uhr, im Saale des Herrn Schäfer, Jufelstr. 10, 1 Tr.: General- Versammlung. Tages Ordnung: 15/30 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten H. Förster über: Die Ur sachen der Arbeitslosigkeit. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Kassenbericht vom 4. Quartal und jährlicher Rechenschaftsbericht des Kassirers. 5. Wahl des gesammten Borstandes. 6. Anträge und Vereinsfachen. Wir erfuchen sämmtliche Mitglieder unferes Vereins im Interesse der Sache in der Versammlung zu erscheinen, auch die arbeitslosen Mit glieder. Der Vorkand. Oeffentliche Versammlung der Töpfer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend am Dienstag, den 12. Dezember 1893, Abends 5 1hr, im Lokale des Herrn Philipp, Rosenthalerstraße 38. Tages Ordnung: = 1. Die Neugestaltung unserer Organisation über Deutschland. Referent: C. Thieme. 2. Protest gegen die Handlungsweise des Vorstandes unserer Orts- Krantentaffe. Referent: S. Hoffmann. 3. Bericht des Delegirten 201/10 J. V.: C. Müller, Vorsitzender. Verband der Bäcker Sonntag. den 10. Dezember, Abds. 62 Uhr, in den KonkordiaFestfälen( oberer Saal), Andreasstr. 64: Große öffentliche Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Joel über: Moderne Natur. anschauung. 6426 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Entree 10 Pf. Maler, Lackirer und Anstreicher! Versammlung der Filiale VI( Moabit) am Dienstag, den 12. d. Mts., Abends 8 Uhr, bei Littko, Stephan und Havelbergerstraßen- Ecke. Tagesordnung: 1. Wahl eines Bevollmächtigten, 2. Vortrag. 3. Diskussion. 4. VerDer Bevollmächtigte. schiedenes. Kistenmacher! Montag, den 11. d. Mts., Abends 82 Uhr, in Gründer's Lokal, Röpnickerstr. 100: Mitglieder- Versammlung mit Frauen. Tagesordnung: 487/7 1. Vortrag des Genossen Mattutat über Boltserziehung und Voltsbildung. 2. Der Antrag des Fabrikantenvereins. 3. Der Entwurf des Reglements für die Arbeitsnachweis- Kommission. Achtung! Achlung! Große öffentliche Versammlung der in der u. Berufsgen. Deutschlands. mechanischen Schuhindustrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen Mitgliedschaft Berliu. Regelmäßige Monatsversammlung am 12. Dezember, Nachm. 3½ Uhr, bei Pyrtet, Gipsstr. 3. Tagesordnung: 1. Regelm. Monats= geschäfte. 2. Ergänzungswahl des Sonntag, den 10. Dezember, früh 9/2 Uhr, in der Königsbank, Große Frankfurterstraße 117. 2. D.: 1. Der Streitbericht des Streiffomitees. Wie stellen wir uns zu der Lohukonzession der Fabrikanten? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer: Paul Hildebrandt. 462/6 Hauptvorstandes. 3. Die Agitations Achtung. fommission und wie soll sie sich in Zukunft gestalten? 4. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches ErZimmerer. Achtung. Oeffentliche Versammlung scheinen ersucht m 86/1 der Bimmerer Berlins und Umgegend Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Mechaniker, Optiker am Mittwoch, den 13. Dezember, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Boltz, Alte Jakobstr. 75( oberer Saal). Tages Ordnung: 1. Bericht des Kassirers über restirende Schuldner. 2. Wahl eines Vertrauensmannes. 3. Gewerkschaftliches. 368/12 und verwandten Gewerbe. Kameraden! Im Interesse Eurer Sache ist es Pflicht eines jeden General Versammlung sämmtlicher Vertreter am Montag, den 18. De- Simmerers, in der Versammlung zu erscheinen. Die Vertrauensmänner. J. A.: H. Thamm, Wollinerstr. 13. gember 1893, Abends 8-9 Uhr, im Dantenſtr. KommanBestenjtr. 20, bebują Reus refp. Gria: Verein Berliner Hausdiener. der Gewerkschafts- Somnusfion. 4. Gewerkschaftliches. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist es Pflicht eines jedes wahl zum Vorstand. Kollegen in dieser Versammlung zu erscheinen. NB. Die Versammlung wird präz. 51/2 Uhr eröffnet. Der Vertrauensmann. Gustav Melzer, Friedrichsfelderstr. 26. Große öffentliche Versammlung 326/17 der Schneider und Schneiderinnen am Montag, den 11. Dezember, Abends 8% Uhr, in Marten's Salon, Friedrichstrasse No. 236. Tages Ordnung: 1. Welches Interesse haben die Schneider und Schneiderinnen an der bevorstehenden Stadtverordneten Neuwahl im 4. Kommunal- Wahlbezirk. Referent: August Täterow. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Insbesondere sind die Wähler des 4. Kommunal Wahlbezirks zu dieser Versammlung eingeladen. 398/8 Die Agitationskommission der Schueider und Schneiderinnen Berlins. Achtung! Sonntag, den 10. Dezbr., Abends 6 Uhr: Achtung! Deffentliche Versammlung In getrennter Versammlung: Dienstag, den 12. Dez., Abends 9 Uhr, I. Für die Herren Vertreter der Arbeit im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37: geber( im kleinen Saal) Wahl von einem Mitgliede zum Vorstand". II. Für die Herren Vertreter der Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Mittheilung. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Der Vorstand. Arbeitnehmer( im großen Saal) Fragekasten. " Wahl von drei Mitgliedern zum Vorstand". [ 6276] In gemeinschaftlicher Versammlung Allgemeiner Deutscher Tapezirer- Verein um 9 Uhr im großen Saal: 1. Wahl von 3 Rassenrevisoren. ( Filiale Berlin). Montag, den 11. Dezbr., Abds. 81/2 Uhr, b. Boltz, Alte Jakobstr. 75: Versammlung. Tagesordnung: 2. Anträge Berger und Genossen: a) Beschlußfassung über Verfolgung von Ansprüchen, welche der Kaffe gegen Vorstands- Mitglieder aus deren Amtsführung erwachsen sind. b) Wahl von drei Mitgliedern, welche diese Verfolgung zu führen haben. Am 25. Dezember fällt die Versammlung aus und findet die nächste c) Wahl von vier Kassenmitgliedern am 8. Januar 1894 statt. [ 6286] Die Ortsverwaltung. zum Vorstand. d) Etwaige Beschwerden gegen den Vorstand. 3. Beschlußfassung über den Antrag der Gewerbe- Deputation betreffend die aller im Tapezirer- Gewerbe beschäft. Personen Fürsorge für geschlechtlich erkrankte ( Gehilfen, Näherinnen ze.) im Lokole des Herrn Boltz, Alte Jakabfte. To( oberer Haal). Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Adler über: Bürgerliche Götterdämmerung. 2. Diskussion. 637b Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. NB. Da in diesem Jahre kein Weihnachts- Vergnügen stattfindet, so erfuchen wir, zahlreich und pünktlich in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Agitations- Kommission der Tapezirer Berlins und Umgegend. AndreasMitglieder. Wird die Tagesordnung nicht ergleichen Lokal die Fortsetzung statt. ledigt, so findet am 21. Dezember im Berlin, den 9. Dezember 1893, Der Vorstand. Zuschneiden, Maaßnehmen, Modellzeichnen, 67/9 Wiener, englische, französische Schnitte, erlernt man schnell und praktisch. Nanny Laufer, Naupachstr. 16, part. Andreas Joel's Fenttäle. Strasse 64. Anfertigung eigener Garderobe Sonntag, den 31. Dezember 1893: Sylvester- Vergnügen. Veranstaltet vom Verband deutscher Zimmerlente ( Lokalverband Berlin) unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Froh' Hoffnung"( B. W.) ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Dirigent: Herr Dillenberger und des Gesangshumoristen Herrn Heise. 360/20 Herren Billet 50 Bf.. Festrede gehalten vom Genossen K. Stehr. Während der Kaffeepause: Bilder Verloosung. Damen- Billet 25 Pf. Kaffenöffnung 5 Uhr. Aufang 6 Uhr. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Das Komitee. Billets find in den mit Plakaten belegten Geschäften sowie an der Kaffe und bei folgenden Komiteemitgliedern zu haben: Ad. Nid ert, Rurfürstenstraße 41; Serm. GIsner, Belle- Alliancetr. 21a; Wilh. 3 ippfe, Marius straße 14; May- Leonhard, Magstraße 15 und Hera. Scharleth, Schulzendorferstr. 10. Aufforderung! Troy öffentlicher Ausforderung an unfere früheren Mitglieder Joseph Sturm und Richard Hohlfeld ihren Verpflichtungen gegen den Verein nachzufi mmen, haben sich dieselben hartnäckig dagegen geweigert, und theilen vir dies allen Vereinen zur Beachtung mit. Den Genossen zur Beachtung! Meyer& Eichler Buchdruckerei 5426* 52 Chauffeeftraße 52. Anfertigung fämmtlicher Druckarbeiten. NB. Kollegen, die gewillt sind, dem Verein zur Gründung einer Bibliothek Bücher zu leihen, können dieselben daselbst abgeben. Maler und Anstreicher. Dienstag, den 12. Dezember, Abends 8 Uhr, in ,, Gratweil's Bierhallen", Kommandantenstr. 77-79: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 235/4 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Herbert( Stettin). 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht = Der Vertrauensmann. hallen, Kommandantenſtr. 20( unterer Saal): Arbeiter Bildungsschule( Süd- Ost). Sonntag, den 10. Dezember, Abends 62 Uhr, in den Armin Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Magnetismus und Hypnotismus. Referent: R. Gerling. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Nach der Versammlung gemüthliches Beisammensein und Tanz. Gäfte, Damen und Herren, willkommen. Die Aufnahme neuer Mitglieder findet in der Versammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Schulkommission. 603b Zum bevorſtehenden Weihnachts Arbeiter- Bildungsverein Friedrichsberg. feste empf. allen Freunden u. Genossen mein Geschäft in großer Auswahl von Spiel und Böttcherwaaren, Haus- und Küchengeräthen. 518b G. Michelchen, 1. Geschäft: Kottbuser Damm 94, 2. Geschäft: Dresdenerstr. 15. Rechts- Bureau. Mendelsohustraße 14 von 8-9. Nath und zuverlässige Ausführung in allen Rechtsangelegenheiten.[ 5163L* Topolinski, fr. Bureauvorsteher. Preise event. Theil Olga Jacobson, 145, Invalidenstr. Arzt Dr. Hösch, LinienHomöopath. Sonntags 8-10 Uhr. Zahu- Klinit. zahlung. Dienstag, den 12. Dezember, Abends 81/2 Uhr, im Saale des Herrn Paul, Rummelsburgerstraße Nr. 24-25; Versammlung.60 Zagesordnung: dämmerung. 2. Diskussion. 3. Kommunales. 4. Verschiedenes. 1. Vortrag des Genossen Adler über:" Die bürgerliche Götter Gäste sind willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 122/4 Lithographen und Steindruder! Am Montag, den 11. d. Mts., Abends 8 Uhr, findet die Ersazwahl zum Vorstand der Ortskasse im großen Saale des Handwerker Vereins, Sophienstraße 15, statt.( Wahlperiode 1891-93). Wir ersuchen die Kollegen, welche Delegirte dieser alten Wahlperiode sind und mit den vorgeschlagenen Personen nicht einverstanden sind, pünktlich 210/12 J. A.: Friedewald und Genossen. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Im Auftrage: Der Vorstand des Lokalvereins der Konditores Berlin, paly, straße 149, 8-10, 5 bis zu erscheinen und andere Personen vorzuschlagen resp. zu wählen. 料 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 290. Die gute Erute in Rußland. Sonntag, den 10. Dezember 1893. ein allgemein in Rußland angewandter Ausdruck. Die Steuern Ich sagte das Herausfchlagen der Steuern. Das ist werden aus den Bauern wirklich herausgeschlagen, da der nicht zahlungsfähige Bauer einer törperlichen Strafe ausgesetzt ist; man peitscht ihn einmal, zweimal, dreimal, bis er fich durch die Bezahlung der schuldigen Summe lostauft. 10. Jahrg. " Anzahl verringerte sich immer mehr. Um sich die Möglichkeit In denjenigen Städten, in denen noch keine Organisationen zu verschaffen, die auf ihm lastenden ungeheuren Abgaben zu bestehen, müssen Organisationen geschaffen werden, besonders in zahlen, vermiethete fich der Bauer bei dem benachbarten Groß- den großen Handelsstädten Bremen, Halle, Chemnik, Stuttgart, Volle zwei Jahre herrschte bei einem großen Theil, fast grundbesitzer, und zwar in der Form, daß er das Geld immer Mannheim, Frankfurt a. M., Breslau, Danzig, Königsberg i. Pr. bei der Hälfte der europäisch- russischen Bevölkerung Hungers im Voraus nahm und sich deshalb sehr ungünstige Bedingungen und Stettin. noth. Das Uebel nahm noch nie dagewesene Dimensionen gefallen laffen mußte, so daß ihm fast nie genug Zeit blieb, feinen Die Agitationstommission richtet an die Kollegen und Gean und nur mit Schrecken fonnte man die Beschreibungen eigenen Boden wenigstens so zu bearbeiten, wie es ihm bei seiner noffen dieser Städte die dringende Bitte, ihr die Adressen gleichüber die Leiden des Volkes leſen. Selbst die Regierung, elenden wirthschaftlichen Lage möglich war. In einigen Ort- gesinnter Kollegen zuzuschicken. die dem Leiden des Volkes immer eine erhabene schaften pflügt der Bauer gar nicht mehr feinen Boden, sondern Wenn der erneute Kampf Erfolge zeitigen soll, so muß die Ruhe entgegenstellte, zeigte fich etwas beunruhigt! streut einfach die Saat aufs Feld und greift dann zur Egge. Agitationskommission gestärkt werden. Die Hungersnoth bedeutet den Ruin des Bauern. Der Bauer Schon in den fiebziger Jahren fiel der Niedergang der alle gleichgesinnten Vereine und Kollegen die dringende Bitte, Wir richten daher an aber ist die zahlende Macht des Staates. Gleichzeitig fürchtete ackerbauenden Bevölkerung in Rußland allen auf. Anfangs die Agitationskommission mit Geldmitteln zu unterstüßen. die Regierung den Ausbruch der Unzufriedenheit des Volkes, der neunziger Jahre kam es so weit, daß die Mißwelche thatsächlich in verschiedenen Ortschaften bereits zum Aus- ernte zur Regel und eine erträgliche Ernte zur glüdlichen Bresse sein. Wir richten an alle zielbewußten Kollegen die Ein wesentliches Kampfmittel ist und wird in Zukunft die bruck zu kommen begann. Was nun? Wohin gelangen wir im Falle Ausnahme wurde. dringende Aufforderung, für weiteste Verbeitung des Handelseiner neuen Mißernte? Unter den Dienern des russischen Das heurige Jahr bildet eine solche Ausnahme. Wir sehen, Angestellten"( Redaktion Berlin SW., Solmsstr. 24)" Sorge zu Baren war faum ein vernünftiger Mensch, der nicht die große daß die Regierung alles that, was in ihrer Macht war, um den tragen; das Blatt hat bisher unermüdlich unsere Interessen ver verhängnißvolle Bedeutung dieser Frage verstanden hätte. Nur Bauern zu verhindern, von dieser Ausnahme Nugen zu ziehen. theidigt, wir müssen dafür Sorge tragen, daß das Blatt in den eine Hoffnung blieb ihnen: Die Hoffnung auf einen Das Herausschlagen der Steuern erzeugt jest in den weitesten Kreisen der Kollegenschaft gelesen wird. Man abonnirt glücklichen Zufall, auf eine gute Ernte für das Jahr 1893. Man russischen Dörfern eine ebensolche Hungersnoth, wie im vorigen den Handels- Angestellten", der alle 14 Tage erscheint und fann sich daher ihre Freude vorstellen, als diese ihre Hoffnung infolge der Dürre. 55 Pf. pro Quartal toftet, bei der Post( Nr. 2820a) und bei sich zu verwirklichen schien, als die neue Ernte eine ziemlich gute zu werden versprach. Die offizielleu und offiziösen Schrift Beuthstr. 3. allen Spediteuren, sowie bei der Buchhandlung des Vorwärts", fteller jubelten, als ob das Schicksal der sie beeinflussenden PerDie Agitationskommission hat beschlossen, in der nächsten fonen günstig entschieden und sicher gestellt wäre. Beit ihr Hauptaugenmerk auf die Die Ernte von 1893 war in der That ein schönes Geschenk legen, die Thätigkeit der Gewerbegerichte auf die Handlungsalte Forderung zu für die russische Regierung. Ohne sie wäre es dem Baren gehilfen auszudehnen. Nur Gründe der Bequemlichkeit, nicht thum sehr schlecht gegangen. Aber obgleich das Sprichwort sagt: Dem geschenkten Gaul sieht man nicht in's Maul, mußte bei dem Eintreiben der Steuern nicht nur entsetzlich, sondern dieser Institution ausschlossen. Wir müssen durch rege Agitation Das ist entfeßlich, doch die russische Regierung benimmt sich fachliche Gründe waren es, die die Handlungsgehilfen bisher von man bei näherer Betrachtung zugeben, daß das Ge= felbst ohne Berechnung. Hier ein belehrender Fall, den wir einer und durch den Nachweis der unhaltbaren Zustände, der Rechtschent bei weitem nicht so hoch war, als es an fänglich schien. Die Ernte erwies fich durchaus nicht Minifteriums für das staatliche Vermögen. Im Jahre 1885 begann die gefeßgebenden Körperschaften ausüben, diese Bequemlichkeit offiziellen Quelle entnehmen, nämlich dem Bericht des losigkeit unter der die Handlungsgehilfen leiden, einen Druck auf überall als eine gute. Im Gegentheil. Das Getreide gedieh man die Rüdstände im Streife Ronenburg im Gouvernement fallen zu lassen. in vielen Ortschaften in diesem Jahre gar nicht und die Rjäsan, einzutreiben. In einem Dorfe, welches aus 50 Höfen Die Agitations- Rommission richtet an alle Kollegen die Bauern waren von neuem dem Hunger preisgegeben. Doch bestand, behielten nur 6 Bauern ihr Erbtheil; in einem andern, dringende Aufforderung, über Gerichtserkenntnisse Mittheilung nicht genug damit. Die Mißernten der vorangegangenen Jahre welches aus 80 Höfen bestand, behielten nur 10 Bauern ihr an den Unterzeichneten gelangen zu lassen, die deutlich zeigen, hatten dermaßen die an und für sich geringe Wohlhabenheit des Erbtheil. Im allgemeinen" heißt es in dem von uns zitirten wie die Handlungsgehilfen unter der jeßigen Rechtsprechung Bauernthums untergraben, daß viele Felder( in manchen Ort- offiziellen Berichte- tann man ohne Uebertreibung sagen, leiden. Die juristische Bearbeitung dieser Fälle bat in freundschaften bis zu einem Drittel der Ackerfläche) unbefäet blieben daß in den Dörfern der ehemaligen Leibeigenen, wo die Rücklicher Weise Herr Rechtsanwalt Dr. Herzfeld, W, Leipzigerstr. 95, und zwar infolge Mangels an Arbeitsvieh. Ein stände eingetrieben werden, nicht mehr als ein Drittel übernommen. französisches Sprichwort sagt nécessité fait loi( Die Nothwendig ihr Erbtheil behalten. Alle übrigen verpachteten ihr Besitzteit schafft Gefehe) und in Rußland hat es sich verwirklicht. Ethum." Und nun an die Arbeit, Kollegen! Ohne Kampf kein Sieg! Die Agitations Rommission wurden Pflüge erfunden, in welche sich die Bauern felbst, sowohl Männer als Frauen, anstatt der russische Bauer sein Erbtheil verpachtet? Da die Abgaben, welche Sie verpachteten ihr Grbtheil... Wist Ihr aber, wie der der Handlungsgehilfen Deutschlands. Pferde einspannten. Es ist aber wohl selbstverständlich, auf dem Boden lasten, oft die Einnahmen übertreffen, empfängt J. A.: Julius Türt, SW, Solmsstr. 24. daß eine solche Bearbeitung des Feldes durchaus kein be- der Eigenthümer nicht nur nichts von dem Pächter, sondern er beten. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck dieses Aufrufs gefriedigendes Resultat herbeiführen fonnte. Die Ernte endlich zahlt noch eine gewiffe Summe zu. Das ist unwahrscheinlich und und das ist das Wichtigste brachte auch da, wo fie gut aus- dürfte deshalb zum mindesten unklar erscheinen. An einem Beigefallen war, den Bauern wenig Freude. Brot hatten sie spiel wollen wir's erläutern. Nehmen wir an, daß die Abgaben, immerhin nicht, ebenso wenig wie in den Jahren der Miß die auf dem Boden lasten, 10 Rubel betragen und die ernte. Das scheint sonderbar, ist aber Thatfache. Ginnahme 7 Rubel, dann läßt sich der Nachtheil des Bodenbesitzes mit 3 Rubel feststellen. Deshalb sagt der Pächter, mußt bu mir, wenn ich deinen Boden ohne Nachtheil für mich nehmen soll, wenigstens 3 Rubel zuzahlen. In der Wirklichkeit zahlt er aber mehr. Der Grund ist darin zu suchen, daß während der Jahre der Mißernte der Bauer mit Steuern und Einzahlungen sehr in Nüdstand gekommen war. Ueberdies hatte die Regierung den Hungernden nicht umsonst eine Unterstüßung gewährt, sondern unter der Bedingung, diese Unterstüßung bei der ersten sich bietenden Möglichkeit zurück zu erstatten. In diesem Jahre hielt man diese Möglichkeit für gekommen und so stellte die Regierung an die Bauern die Forderung, zu zahlen: i. die Steuern, 2. die Rückstände der letzten Jahre, 3. die Vorschüsse. Diese Forderung zwingt die Bauern, die ganze Ernte dieses Jahres auf den Markt zu bringen. Der Markt, welcher ohnedies infolge des Bollkrieges mit Deutschland beschränkt war, erweist sich als überfüllt; die Preise fallen ungeheuer und der Bauer, der der Regierung alles gab, was er durch den Verkauf des Getreides auf dem Markte erzielen konnte, bleibt sowohl ohne Nahrung als ohne Geld. Ein neues Hungerjahr bricht somit an, ein Hungerjahr durch die Regierung selbst herbeigeführt. Uebrigens wäre es ein Jrrthum, wollte man die Mißernten der vorangegangenen Jahre ausschließlich den zufälligen metereologischen Einflüssen zuschreiben. Friedrich Engels bezeichnete die Ursachen dieser Mißernten sehr treffend, indem er sagte, fie seien das Resultat jener sozialen Revolution, die Rußland seit der Abschaffung der Leibeigenschaft, d. h. seit dem Jahre 1861 erlebte. " So steht es um unseren bäuerlichen Grundbesitz! So find unsere landwirthschaftlichen Zustände. So fägt unsere Regierung selbst an dem Aft, auf welchem G. Plechanow. fie sitzt! Soziale tebersicht. An die Handlungsgehilfen. Die Zeit der Geschäftsstille nach Weihnachten muß zu unaufhaltsamer Agitation benutzt werden. Schon sind unsere Gegner bei der Arbeit, den ungeheuren Eindruck, den die Aufbeckung der traurigen Verhältnisse im Handelsgewerbe durch die Statistik der Reichskommission gemacht hat, wieder zu verwischen, schon wird es für unmöglich erklärt, eine Berkürzung der Arbeitszeit, eine Festsetzung der Ladenzeit zu bestimmen. All' jene traurigen Gründe, die bei Vertheidigung der Sonntagsarbeit ins Feld geführt wurden, werden wieder hervorgeholt, die bürgerlichen Und in der That wurde der russische Bauer bei der Ab- Parteien sind fräftig bei der Arbeit, jeden Fortschritt in der schaffung der Leibeigenschaft in die schrecklichsten ökonomischen Lage der Handlungsgehilfen zu verhüten und der ganze Werth Verhältnisse versetzt. An den Boden gebunden, dem zu ent- der Statistit wird bald vergessen sein, wenn wir nicht energisch sagen er nicht das Recht hatte, mußte er für denselben un an die Arbeit gehen und unermüdlich die Verkürzung der täggeheuere Steuern zahlen, welche nicht selten sein Einkommen lichen Arbeitszeit und Ladenzeit fordern. Wo es möglich ist, bei weitem übertrafen. Sein wirthschaftliches Inventar befand sich müffen aufs neue Versammlungen einberufen werden, um den immer im elendsten Zustande. Der Boden mußte gedüngt Gegnern zu zeigen, daß die Handlungsgehilfen nicht mehr gewillt werden, aber der Bauer hatte wenig Vieh und diese geringe sind, sich jede Unterdrückung ruhig gefallen zu lassen. Sonntagsplauderet. Worten des Juden Nathan einen handelsklugen Sinn unter. Kluge Handelschaft geht ihm über die Gutthat. Liebe und Tropetenblasen sind gar gut zu manchen Im großen wie im tleinen Stil kann man seine IndiDingen. Liebe und Trompetenblasen hilft manch schweres vidualität bethätigen und sich Besitz schaffen. Mit großen Werk vollbringen." So fingt der gute, alte Viktor Scheffel, und kleinen Spezialitäten kann man Gewinn ergattern und der immer noch unserer biermörderischen, herrlichen Korps- sich dann breit niederlassen und ausrufen: Seht, ich bin ein burschenschaft feuchtfröhlicher Kumpan ist. Es ist ein Mensch. Ja, wer das Trompetenblasen verstünde, oder Jammer auf Erden, wenn man vom Trompetenblasen nichts andere Künste auch! versteht und nichts von anderen Spezialitäten. Wie will Warum fann unsereins nicht sein, wie der Barbier, man sich fortentwickeln, der Höhe nachstreben nach berühmten auf den der junge Herr v. Hülsen den Kaiser aufmerksam Mustern, wie will man sich konkurrenzfähig erhalten? Ach, machte und von dem ich neulich in den Blättern so viel wenn man so gar keine Spezialität erlernt hat, so gar kein Rühmens las. Niemand von der Zunft der Perrücken Budelkunststückchen zum Ergößen der Herrschenden. Ein macher lebt in Berlin, der es wie jener Barbier versteht, undressirter Mann schleicht man unter den Vielzuvielen einen Schnurrbart so aufzuwirbeln, daß die Zierde des umber, auf der Stufenleiter der Gesellschaft flimmt Männerantliges den richtigen Ausdruck soldatischer Schneidigman feine einzige Staffel aufwärts und zum Schluß keit bekommt. Aufruf! An die Arbeiterschaft Deutschlands. Ein heißer Kampf ist es, der uns seitens unserer Arbeitgeber" aufgezwungen wurde. Schon längst fühlten die Arbeiter der mechanischen Schuhfabriken zu Berlin das drückende ihrer age; was sie zurückhielt den Fabrikanten die Stirn zu bieten, das war die Sorge um ihre Familien. Die Forderungen, welche wir stellten, waren äußerst bescheidener Natur und dennoch wurden wir abgewiesen. Die Unternehmer fümmerte es wenig, daß der Winter vor der Thür, sie frugen nicht, ob unsere Fa milien vor dem äußersten Mangel geschützt. Es tam zum Bruch. Eine 9 stündige Arbeitszeit, 10-15 pet. Lohnerhöhung, Einrichtungen, die in sanitärer Beziehung den Gesezen entsprechen, Abschaffung des Materials und vor allen Dingen eine menschenwürdige Behandlung das war es, was wir von den Fabrifanten verlangten. Nun, Kollegen und Genossen! Wir legen Euch diese Forderungen zur Prüfung vor. Ihr werdet gleich uns zu der Ueberzeugung gelangen, daß wir in den Kampf getrieben worden sind, den wir nun auch bis zu Ende zu führen gewillt sind. Wir hoffen denn in dem Kampf, der uns aufgezwungen, auf Gure petuniäre und moralische Unterstüßung. Das Ringen um den Sieg wird ein überaus hartnäckiges sein, da die Fabrikanten das Aeußerste daran setzen, uns zu beugen und dann um so mehr zu knechten. Unsere Parole aber ist: Siegen oder Unterliegen. Mit proletarischem Gruß und Handschlag Die Ausgesperrten. J. A.: König, Frankfurterstraße. Die Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Lehrkurse über Gesetzeskenntniß den unteren PolizeiOrganen ertheilen zu laffen, wäre seitens der Behörden ein recht löbliches Beginnen, denn die Uebertretungen, die sich die ersteren namentlich Arbeitern gegenüber zu Schulden kommen lassen, find oft der trasfesten Art. In Magdeburg glaubte sich in einer Versammlung des Vereins deutscher Schuhmacher", Bahlstelle " blasen seines Kollegen in Apoll, des Herrn v. Wildenbruch, seinen goldenen Lohn trägt und wie Herr v. Wildenbruch zum uckermärkischen Shakespeare wurde, so wollte Herr Wichert für sein Theil wenigstens ein Stück Rönigsbergschen Shakespeare's werden. Die Schablone ist so leicht zu treffen! Alte Sargdeckel werden gesprengt und aus den Särgen steigen in Glorienbeleuchtung todte Herrscher. Alle Weisheit, alle Erfahrungen späterer Geschlechter werden den Ahnherren in den Mund gelegt und das staunende Bürgerthum im Theater nimmt einen patriotischen Kurs in unbedingter Fürstenverehrung vor. Besiegt liegen die Feinde erhabener Fürstengröße zu Boden, Flinten knallen, Kanonen donnern und die künftige Größe brandenburgpreußischer Nation wird mit Hurrah auf der Bühne und im andächtigen Zuhörerraum begrüßt. Wie Herr v. Wildenbruch in seinem neuen Herrn den Kurfürsten Friedrich verliert man den Stolz und das Bewußtsein feiner Herr v. Hülsen, der junge Offizier und Sohn des Wilhelm zu seinem Helden macht, der die Leute vom alten Menschenwürde. Denn was ist ein Mensch, ein früheren Generalintendanten der königlichen Schauspiele, ist Kurs zerschmettert, so machte es auch Wichert. Auch bei würdeloser, dessen Trachten nicht nach Besih geht, fragt der auch sonst ein Kenner der Berliner Gesellschaft und des ihm ist der Held des Dramas jener bittende Bürger, dem Herr Finanzminister. Der Besiz ist die nothwendige Be Berliner Gesellschaftslebens. Sein flug- praktischer Sinn, die hösische Geschichtsschreibung den Beinamen des großen fchäftigung menschlicher Individualität, sagt Herr Miquel, seine heitere Offenheit, sein Geschick im Erzählen von Kurfürsten gab. Auch sein Beispiel soll vorbildlich sein und hunderte und aberhunderte Millionen von Menschen luftigen Anekdoten gewannen ihm die Geneigtheit des für die Gegenwart. Der Kurfürst hat die slavischen find stumme Hunde. Mit andächtigen Schwärmern mag Kaisers. Heute freilich drücken dem lebensfrohen Mann Horden" geschlagen und für seine Krone will er das Herzogder weise Miquel nichts gemeinsam haben. Er klagt nicht, Amt und Würde. Heute lasten mancherlei Arbeitssorgen thum Preußen und seine Hauptstadt Königsberg gewinnen. wie der Dichter im Vorspiel zu Goethe's Faust: Gieb meine auf ihn. Er ist aus der Reihe der Leutnantswelt empor- Preußen war zweihundert Jahre lang dem Reiche Polen Tugend mir zurück, er bricht nicht in bittere Verzweiflung gestiegen und wirkt als Intendant des Hoftheaters zu zu Lehen gegeben. aus, wie der gescheiterte Philosoph Ulrik Brendel in Jbsen's Wiesbaden. Die Bürger von Königsberg fühlten sich frei und wohl Drama, der um ein paar abgelegte Ideale winselt. Er Den jungen, elastischen Männern sollen es die alten auf Grund ihrer verbrieften Privilegien und wollten sich stellt sich in stramme Positur und sagt mit wilder Fronie nicht gleichthun wollen. Das habe ich in den letzten Tagen nicht als Eroberte behandeln lassen. Auf Recht und Ver31 Bebel, seinem Genossen von ehemals, wie Nathan der an einem besonderen Beispiel gesehen. Herr Kammergerichts- trag pochte der Schöppenmeister Rohde, das Haupt der Weise zu seiner Pflegetochter Recha sprach:" Begreifft Du rath Ernst Wichert wollte auch gerne Trompeten blasen. Herr Partei, die sich nicht ergeben wollte. Aber der Kurfürst nun, um wie viel leichter andächtig schwärmen als gut Wichert huldigt außer seinem Amt auch der Dichtkunst. fam mit seinen brandenburgischen Reitern und seinen handeln sei?" Ich theile die Ansicht des Herrn Ahl- Heiß mühte er sich sein ganzes Lebenlang, aber über ge- Artilleriften und die Thore Königbergs wurden ge= wardt nicht, und ich bin persönlich überzeugt, daß der weit diegene Langeweile und flache Harmlosigkeit tam er nicht sprengt, und die papierenen Rechte zerrissen. Kraft berühmte und gelehrte Rabbi Miguel zu Cordova nicht der hinaus. So war er grau geworden, kahl und Vorsitzender seiner Herrschergröße" gab der Kurfürst sich sein Ahn des Herrn Miquel ist; aber ich meine, der unermüd- des Vereins Berliner Presse. Aber wenn der Literaten- eigenes" Recht." Mein Wille ist höchstes Gesetz", sagt liche Steuern- Erfinder Miquel lege den allgemein- menschlichen Ehrgeiz an Einem frißt! Er sah, wie das Trompeten- ler; mir soll der Bürger nicht mit verstaubten Rechten " Magdeburg- Altstadt, ein Beamter berechtigt, die Frauen aus dem Versammlungslokal auszuweisen. Der Bevollmächtigte des Vereins, Genosse Albert Lichten berg, reichte hierauf Beschwerde beim Polizeipräsidium ein und erhielt folgenden Bescheid: Königl. Polizeipräsidium ( Abtheilung III.) Magdeburg, 8. Nov. 93. Bevor über Ihre Beschwerde vom 20. Oftober 1893 betreffend die Ausweisung von Frauen aus der auf den 16. Oftober 1893 angemeldeten Mitgliederversammlung des Vereins deutscher Schuhmacher, Zahlstelle MagdeburgAltstadt, durch den überwachenden Polizeibeamten Entfcheidung getroffen wird, wollen Sie die Namen der betreffenden Frauen, sowie den Tag ihrer Aufnahme als Mitglieder in den Verein hierher anzeigen. Wayer. In einem weiteren Schreiben an das Polizeipräsidium führte Genosse Lichtenberg an, daß die ausgewiesenen Frauen allerdings noch nicht Mitglieder seien, dieses aber durchaus nicht nöthig sei. Da der Verein deutscher Schuhmacher den Beschränfungen des§ 8 des preußischen Vereinsgesetzes nicht unterstellt werden kann, kann ihm die Aufnahme weiblicher Personen nicht verwehrt werden, somit dürfen auch weibliche Personen, ohne Mitglieder zu sein, die Versammlungen des Vereins besuchen, damit sie die Bestrebungen des Vereins kennen lernen, eventuell zur Mitgliedschaft bewegt werden können, wie z. B. die männlichen Personen. Es ist demnach lediglich Sache der Mitgli.dec, ob sie auch Nichtmitglieder in ihren Bersammlungen dulden, nicht aber Sache der überwachenden Behörde." Ich erwarte nun, daß das tgl. Polizeipräsidium Remedur schaffen wird und wir in Zukunft ungestört uns vereinigen und versammeln fönnen, wie dies das preußische Vereins- und Versammlungsrecht es uns gewährt." Die hierauf eingegangene Antwort lautet: Königl. Polizei- Präsidium ( Abtheilung III). Magdeburg, 23. Nov. 93. Auf Ihre Eingabe vom 20. Oftober und 18. November 1893 erwidert das Polizei- Präsidium, daß die Entfernung von Frauen aus der Mitglieder Versammlung des Vereins deutscher Schuhmacher, Zahlstelle Magdeburg- Altstadt, am 16. Oftober 1893 von dem die Versammlung über wachenden Schuhmann zu Unrecht verlangt worden ist. Der Beamte ist dieserhalb rettifizirt( zurechtgewiesen). Keßler. An den Vorsitzenden des Vereins deutscher Schuhmacher ( Bahlstelle Magdeburg- Altstadt) Herrn 2c. 2c. Dieser Vorfall beweist wieder zur Genüge, wie nöthig die Arbeiter haben, die Geseze genügend zu studiren, um gegebenen Falls die Hüter" derselben zu belehren. Wie aber, wenn der betreffende Vorsitzende weniger energisch und weniger unterrichtet gewesen wäre? " so verlangt sie die Ginfegung einer Inspektion für das Handels- ftrenge Ueberwachung der Botale, namentlich mit weiblicher Be gewerbe analog der Thätigkeit der Gewerbe- Inspektion für die dienung, zu empfehlen, dagegen die Errichtung von Kaffee Industrie. Sie verlangt, daß die Geschäftsordnungen in gleicher schänken zu fördern fei; endlich habe die Entmündigung noto Weise geprüft und genehmigt werden müssen wie die Gewerbe- rischer, die Griftenz ihrer Familie gefährdender, den Kommunen Ordnung es für die Fabrik- und Arbeitsordnungen vorschreibt. zur Last fallender Trunkenbolde zu erfolgen. Sie verlangt obligatorischen gewerblichen Fortbildungs- Unterricht Es hätte wahrlich nicht einer mehrstündigen Berathung be für Lehrlinge während der Tagesstunden, und zum Schluß, aber durft, um zu diesen durchaus nicht neuen Vorschlägen zu ge durchaus nicht in letzter Reihe, die Ausdehnung der Gewerbe- langen. Der Branntweinpest" läßt sich nicht durch Polizei gerichts- Buständigkeit auf die Handlungsgehilfen. Im Großen vorschriften und derlei Maßnahmen begegnen, auch nicht durch und Ganzen bietet das Gutachten der Orts- Krankenkasse im die so beliebte Förderung der Errichtung von Kaffeeschänken, so lange Gegensatz zu gewiffen anderen, bereits an anderer Stelle be- der Branntwein ein Bedürfniß des Proletariats und dieses auf jenen sprochenen Machwerken eine herzerfrischende Zusammenfassung angewiesen ist. Eine Hebung der Lebenshaltung der proletarischen alles deffen, was den Handelsangestellten noth thut, und wir Klassen allein wird den Branntweinkonsum vermindern. Dieses fnüpfen an diese Besprechung nur den Wunsch, daß dies aus Universalmittel gegen vielfache gesellschaftliche Schäden wird aber unanfechtbaren Thatsachen sich herleitende Dokument die Wirkung natürlich nicht in Vorschlag gebracht, ist den Herren am grünen ausüben möge, welche es verdient, nämlich daß die darin ge- Tische der Gewerbekammer wohl nicht einmal in den Sinn geforderten Maßregeln den Handlungsgehilfen und Gehilfinnen fommen, wie man denn überhaupt nicht diefes probate HausDeutschlands möglichst bald zu theil werden mögen. mittel zur Anwendung bringt, sich vielmehr in Quadsalbereien aller Art gefällt. Statt die Lebenslage des Proletariats zu heben, Freie Aerztewahl. Alle Vorstände der Stuttgarter wird dieselbe nach allen Regeln der Kunst immer mehr herabKrankenkassen sprachen sich einstimmig für Einführung der freien gedrückt und in demselben Maße wird auch der BranntweinAerztewahl aus. Wie nothwendig eine Reform der ärztlichen fonfum vermehrt, die Trunksucht" gefördert. Aber wir leben Hilfeleistung ist, möge durch ein Vorkommniß, welches die nun einmal in einer verkehrten Welt, wo der Arbeitende hungert Münchener Post" kürzlich veröffentlichte, von Neuem beweisen: und trinkt, und der Nichtsthuende im Vollbesitze aller LebensAm Sonntag, den 26. November, erkrankte der 33jährige genüsse ist. Es wird wahrlich Zeit, daß einmal Ordnung" gemagistratische Arbeiter J. M. an der Influenza. Nach langem schafft wird. Bitten leistete der Rassenarzt, ein Herr Dr. W., gegen Abend desselben Tages die erste Hilfe und Hilfe und verordnete einige Die Sonntagsruhe auf den prenßischen Staatsbahnen, Pulver und ging wieder fort. Dann fam er am welche vor Jahresfrist zunächst nur in einigen Direktionsbezirken, Montag wieder, that daffelbe und hierauf jeden zweiten wie Breslau, Berlin und Hannover eingeführt wurde, ist be Tag das Gleiche. Am legten Sonnabend verschlimmerte fich der reits wieder aufgehoben worden. Selbst die Arbeiter sind damit Zustand des Patienten zusehends. Um den Unwillen des wenig zufrieden, so mangelhaft und ungeschickt war die ganze Einrichleutseligen Arztes nicht zu erwecken, schob man deffen Jnan- tung dieser Sonntagsruhe. Die Züge, von einer Anfangsstation spruchnahme bis Sonntag früh 5 Uhr hinaus. Doch auch da abgelassen, wurden des Sonnabends, Nachts, bis zur zweiten leistete der Arzt den inständigen Bitten nicht Folge. Er gab an, oder dritten Station gefahren, dann wurden sie nach Vorschrift" vor 10 Uhr nicht kommen zu können, da er erst zur Kirche gehen stehen gelassen; die Zugbediensteten mußten noch mehrere Stunmüffe. Gegen 8 Uhr suchte ein zweiter Bote auf den Arzt ein- den warten, bis sie mit dem nächsten rückfahrenden Personenzug zuwirken, den Kranten doch besuchen zu wollen, da es mit dessen dienstfrei nach Hause fahren konnten; ehe sie auf die DomizilBefinden immer schlechter werde. Endlich kam der Arzt um ftationen famen, war der halbe Sonntag Vormittag vergangen, 9 Uhr, sagte der Frau des Patienten, daß die Sache sehr schlimm in welcher Zeit sie auf der Endstation eingetroffen und in der stehe, zu Influenza habe sich Lungenentzündung geschlagen, fie Gewohnheit geblieben wären. Die Ruhezeit von ungefähr folle nach St. Ludwig um einen Geistlichen schicken, verschrieb zwölf Stunden, die ihnen bis zur fahrplanmäßigen Abwieder Pulver und versicherte nochmals, daß kaum zu helfen fahrt des Zuges, mit welchem der reguläre Dienst wieder besein werde. gann, der Dienstturnus bot, mußten sie zur Ruhe ihres Körpers 3wei Tage früher lachte der Herr über die Aengstlichkeit verwenden. Zu einem Spaziergange mit der Familie blieb nicht der jungen Frau und behauptete, die Sache sei ganz ungefähr Zeit übrig. Also dem Personal selbst bot die Sonntagsruhe lich. Ein anderer zugezogener Arzt verordnete schleunigst Um- feine Erleichterung. Was sie des Sonntags weniger an Arbeit schläge, doch war das Mittel schon zu spät angewendet und nichts hatten, mußten fie in den nächsten Tage wieder einholen. Dazu kam mehr zu machen. Am Dienstag Nachmittags ist der Mann ge- der Ausfall der Fahrgelder, der das Zugpersonal nur noch verstorben. stimmter machte. Die städtische Krankenkasse ist von dem Vorfall unterrichtet worden und darf man gespannt sein, welche Schritte sie thun wird, um das Leben des Proletariers etwas mehr zu schützen. wir glaubten bisher, daß die Aufgabe des Arztes in erster Linie darin zu bestehen habe, den Erkrankten zur Verfügung zu stehen, anstatt in die Kirche zu laufen. Möge der Herr Doktor feinen religiösen Bedürfnissen dann genügen, wenn seine Berufspflichten als Arzt erfüllt sind. Die Unzufriedenheit der Bahnbediensteten selbst wird als willkommenes Mittel angesehen werden, gegen die Sonntagsruhe Stimmung zu machen. Man wird nicht berücksichtigen, daß die Mißstimmung sich nur gegen das unzulängliche der Neuerung richtet. So lange nicht eine 36stündige Ruhezeit gewährt wird, kann von einer die Beamten befriedigenden Reform nicht die Rede sein. In diesem Falle aber müßte eine Vermehrung des Personals eintreten, und dazu werden sich unsere Lohngewaltigen nicht verstehen, von denen im Gegentheil bekannt ist, daß sie mit immer wenigeren Beamten auszukommen suchen. Die Reichskommission für Arbeiterstatistik hat bei der bekannten Umfrage über Arbeitszeit, Kündigungsfristen und Lehrlingsverhältnisse im Handelsgewerbe auch die Orts Krantentasse für Handlungsgehilfen und Lehr= Aus dem Reichsversicherungsamt. Revisionsentscheidung. linge" zu Berlin berücksichtigt. Das Gutachten derselben ent: Die in Armenhäusern untergebrachten Personen tönnen insoweit hält manche interessante Thatsache, die über die Wirkungen des versicherungspflichtig sein, als sie einen den freien Unterhalt über Begünstigung des Kapitalismus durch die säch Sandlungsgehilfen- Berufes auf den Organismus und die Ge- steigenden Lohn oder Gehalt für ihre Arbeit beziehen. Letzteres fifche Staatsbahn Verwaltung. Wieder einmal sundheit der männlichen und weiblichen Handelsangestellten wird aber lediglich in denjenigen Ausnahmefällen angenommen tritt die Neigung staatlicher Institute, die befizenden Klassen auf lehrreichen Aufschluß giebt. So erfahren wir, daß die durch werden dürfen, in denen aus dem Maß und Werth der geleisteten Kosten der nicht befizenden zu bevorzugen, recht deutlich hervor. lange Arbeitszeit sich auszeichnende Bazarbranche auf 1000 Arbeit und aus der Höhe des Entgelts deutlich zu ersehen ist, Bis jetzt fonnte ein intelligenter junger Mann, wenn er lange männliche erwachsene Personen 182,26 Erkrankungen liefert, die daß der Empfänger nur eines Zuschusses zur Erlangung des im genug wartete, Bahnassistent werden, durch neuerliche Bestim günstigere Bank- und Bureaubranche dagegen nur 103,51. Auf übrigen noch aus eigener Krast erzielbaren Lebensunterhaltes be- mungen hat sich das geändert. Die Prüfungsordnung für Eisen1000 weibliche Mitglieder über 16 Jahre tamen in der Bank durfte, und daß daher die aus Mitteln der Armenverwaltung bahnbedienstete schreibt vor:" Stationsassistenten und-Aufseher und Bureaubranche 52,90 Erkrankungen, in der Bazarbranche bezogenen Leistungen gleichzeitig Unterstüßung und Arbeitslohn 2. Klaffe. Zur Prüfung werden nur solche Bewerber zugelassen, Dagegen 105,97, in der Kolonialwaarenbranche sogar 120,33 Gr in fich schließen. Dagegen hat das Reichsversicherungsamt in welche a) die Abgangsprüfung auf einer Realschule oder auf frankungen. Der Beruf übt besonders harte Wirkungen auf den einem anderen Falle, in welchem der in einer kleinen Stadt einer, nach Bestimmung des Finanzministeriums den Realschulen Körper der weiblichen Angestellten aus, die fast durchgängig an Bleich- Württembergs wohnende Kläger sich vor Jahren nicht auf grund in dem Lehrziele gleichstehenden Unterrichtsanstalt bestanden, oder sucht und Blutarmuth laboriren. Im höchsten Grade anzuerkennen der Armenfürsorge, sondern auf grund eines Alimentationsver- ein Gymnasium oder Realgymnasium wenigstens bis einschließist nun, mit welcher Rücksichtslosigkeit die Orts- Krankenkasse die trags in das städtische Spital hatte aufnehmen laffen, die Frage, lich Unterfefunda mit Erfolg besucht; b) eine Dienstzeit als Konsequenzen aus diesen erschreckenden Thatsachen zieht. Die oh die von dem Kläger durch Vermittelung der Anstaltsverwaltung Expeditions- Hilfsarbeiter von mindestens 4 Jahren, einschließlich Frage der Reichskommission, ob, vielleicht" eine 14 stündige Laden- für die Stadtgemeinde geleisteten Arbeiten der Versicherungspflicht mindestens eines Jahres im Stationsdienste, zurückgelegt haben und Arbeitszeit angebracht ist, beantwortet sie mit der energisch unterliegen, bejaht. und durch ein Zeugniß des Bezirks- Telegraphen- Inspektors ausgesprochenen Forderung, daß die Arbeitszeit 10 Stunden nicht Die erforderliche Fertigkeit im Telegraphiren und die überschreiten dürfe. Für jugendliche Arbeiter verlangt sie eine Die Gewerbekammer der Provinz Brandenburg, welche Kenntniß der Bestimmungen über Behandlung und Geentsprechende Verkürzung auf 8 Stunden. In anbetracht des in der legtvergangenen Woche hierfelbst zu ihrer neunten Jahres- brauch der telegraphischen Apparate und Lettungen nachweisen." starten Prozentsatzes der Magenkrankheiten verlangt sie die sigung zusammentrat, hatte sich u. A. auch mit folgender Vor- Die Sächs. Arb.- 3tg." bemerkt dazu: Bis jetzt hat der BahnMindestdauer von 2 Stunden für die Mittagspause, und in anlage der Staatsregierung zu befassen:" Hat die Trunksucht in betrieb nicht darunter gelitten, wenn junge Leute aus der Voltsbetracht des großen Angebots von Arbeitskräften eine Minimal- den Städten und auf dem platten Laude der Provinz Branden- schule diesen Dienst verrichteten, der nun den Gymnasiasten vorkündigungsfrist von 4 Wochen, um den gekündigten Kollegen burg einen Umfang erreicht, welcher die sittlichen und wirklichen behalten bleiben soll. Man hat noch nicht verlangt, daß ein wenigstens Zeit zur Besorgung einer neuen Stellung zu gewähren. Intereffen der Bevölkerung zu gefährden droht? Welche Maß: Diätist Latein und Griechisch konnte und unsere Bahn ist nicht Besonders hervorheben möchten wir noch, daß die Orts- Kranken- regeln sind bejahenden Falls, abgesehen von dem Entwurfe eines dabei zu Grunde gegangen. Wir fönnen aber auch durchaus taffe auf das Bestimmteste davor warnt, vor hohen Festen oder nicht einsehen, inwiefern sich auf einmal höhere wissenschaftliche bei sonstigen Gelegenheiten eine ausnahmsweise Ausdehnung der Bildung bei diesen jungen Leuten nöthig machte. Man darf Laden- und Arbeitszeit zu gewähren, da derartige Wünsche nicht doch wirklich neugierig sein, womit die Bahnverwaltung diese einem Bedürfnisse des Publikums, sondern nur dem in völliger Aenderung begründet. So lange uns teine genügende Erklärung Verkennung der Interessen der Allgemeinheit sich bewegenden wird, muß man uns freilich gestatten, anzunehmen, daß der Erwerbssinn der Prinzipale entsprechen. wahre Grund der ist, das niedere Volt aus den legten Stellen, wo ihm noch eine einigermaßen erträgliche Griftenz winkte, zu verdringen und dieselben den befizenden Klaffen zu referviren. Die Ortskrankenkasse beantwortet jedoch nicht nur die Fragen der Reichskommission, sondern sie weist sehr treffend darauf hin, daß die Regelung der angeregten Dinge einer Ergänzung durch durchgreifende Reformen allgemeinerer Art bedarf. Und Gesetzes über die bei Bekämpfung des Mißbrauches geistiger Getränke in Aussicht genommenen allgemeinen Vorschriften und Ein richtungen zu empfehlen, um diesem Uebelstande zu steuern und erscheint hierfür insbesondere die Gründung und Förderung der Trinterheilanstalten angezeigt?" Welcher Art die " Wenn von„ Trunksucht" gesprochen wird, so wird allüberall selbstverständlich nur das Branntweintrinken verstanden, das Schnapstrinken" der unteren Wolfsklassen". Bei den höheren" und bemittelten Gesellschaftstlassen wird ein„ Mißbrauch geistiger Getränke" nicht vorausgesett, obgleich er in diesen Kreisen mehr Krankenversicherung in Württemberg. Im Jahre 1891 zu Hause ist, als in den unteren Schichten des Bolkes, nur daß gab es in Württemberg 19 Gemeinde- Krantenversicherungen mit diese Kreise mehr Wein und Bier als Schnaps konsumiren und 14 100 Mitgliedern, 120 Orts- Krankenkassen mit 118 745 Mittommen. Will der Unterthan sich anmaßen, in die Zukunft diese geistigen Getränke infolge der befferen Lebenshaltung der gliedern, 248 Betriebs( Fabrik-) Krankenkassen mit 58 410 Mitzu schauen, die nur des Herrschers weitsichtiges Auge, seine Konsumenten nicht eine so augenfällige und verderbliche Wirkung gliedern, 1 Bau- Krantentaffe mit 146 Mitgliedern, 3 Innungsscharfe Erkenntniß höherer Staatsraison erkennen fann. ausüben, als der Schnaps auf die ausgemergelten Körper der Krantenfaffen mit 276 Mitgliedern, 95 eingeschriebene Hilfskassen Der Kurfürst will seine Preußen nach vorwärts treiben, Proletarier. Der Fufel, der in Afrita als modernes Kultur mit 25 085 Mitgliedern und 114 landesrechtliche Krankenverund Männer, wie dieser Rohde, Vertreter eines alten mittel Verwendung findet, der dem Staate hohe Steuererträge ſicherungen mit 125 068 Mitgliedern, zusammen 595 KrankenKurses, wagen den neuen Kurs zu hemmen? So muß erbringt und den Schnapsbrennern die unerfättlichen Taschen faffen. Die Zahl der gegen Krankheit versicherten Personen be Rohde ins Gefängniß wandern, indeß die anderen Bürger füllt, wird auf der anderen Seite für höchst gemeingefähr- trug insgesammt 341 830, gleich 16,75 pt. der Bevölkerung. Die lich gehalten, ber mit werden Krankenkassen hatten zusammen 3 887 339 M. Einnahme und Königsbergs dem Kurfürsten huldigen, nicht weil sie wissen, muß. Mittel der Bekämpfung sind, 3 708 514 M. Ausgabe. Die Zahl der Krankentage betrug er wolle Preußens Größe gründen, sondern weil sie in bat der seinerzeit im Reichstage regierungsfeitig ein- 1733 929, die der Krankheitsfälle 103 931. Die VerwaltungsFurcht und Aengften leben. Ich erwähne des Schauspiels gebrachte Trunksuchtsgesetz- Entwurf erwiesen. Auch die hoch foften beliefen sich bei den Orts- Krankenkassen auf 1,72 M. pro Aus eigenem Recht" an dieser Stelle, weil es mir fultur- gelahrten Herren am grünen Tische der Gewerbekammer haben Mitglied, bei den eingeschriebenen Hilfskaffen auf 1,28 Mart. ethisch bedeutsam erscheint. An dröhnendem Wortschwall sich bezüglich der Bekämpfung der Trunksucht zu Vorschlägen 322 Krankenkassen schlossen mit einem Ueberschuß, 270 mit einem kann es sich mit Wildenbruch's Hurrah- Dramatik nicht emporgerungen, welche aus dem bisherigen altbekannten Geleife Defizit ab. meffen. Aber es ist charakteristischer noch für den geistigen nicht herauskommen. Die Gewerbekammer beschloß nämlich Biergewinnung, Bierbesteuerung und Bierverbrauch Tiefstand in breiten Bürgerschichten und für den Grad, bis folgende Resolution: Die Trunksucht hat zwar in den Städten und auf dem betrugen im Jahren 1892 im Deutchen Reiche: zu welchem die Entmannung dieser Kreise kommen platten Lande der Provinz einen nicht unerheblichen, aber doch Biergewinnung Biersteuer Bierverbr. Biersteuer fonnte. Die Gesellschaft der Duckedich und Denkenicht nicht solchen Umfang angenommen, daß die sittlichen und wirthHektoliter Mart Lit.pro Kopf pro Kopf fann in Verzückung schwelgen; die Unterwürfigkeits- fchaftlichen Interessen der Bevölkerung als direkt gefährdet er in Bayern 15 100 000 32 300 000 227,8 5,72 literatur hat das äußerste geschaffen, was sie schaffen scheinen, indessen ist es geboten, der Zunahme derselben durch ge- in Württemberg 3 700 000 fonnte. Vertraue blindlings dem Herren über Dir und eignete Wohlfahrtseinrichtungen, sowie auch durch gesetzliche Vor- in Baden in Elf. Lothringen 900 000 jede Kritik an seinem Thun ist Frevel und Verbrechen. Er schriften und Bestimmungen entgegenzutreten. wird Dich lenken, er weiß die Wege, die Dir unerforsch- Es erscheint dringend nothwendig, daß der Ausschank von im übrig. Deutschlich, find das ist der ideelle Kern von Wichert's Drama. Spirituosen zum Verkehr im Lokal von den Materialwaaren land( BrausteuerHandlungen getrennt werde, daß Branntwein zum Genuß auf gebiet) Herr Wichert hat erreicht, was er erreichen wollte. Hat der Stelle im Kleinhandel über die Straße nur gegen Baarihm das Volt den Dichterlorbeer nicht im Jubel entgegen- zahlung verabfolgt werde, Trinterschulden nicht eintlagbar feien, Die organisirten Buchbindergehilfen in Zürich sind in gebracht, er wärmt sich am Leuchten der kaiserlichen die Bestimmung, nach welcher bei Gesebesübertretungen die eine Lohnbewegung eingetreten. Ihre Forderungen find täglicher Gnadensonne. Der Kaiser ließ sich sein Werk allein in Trunkenheit als Milderungsgrund anzusehen sei, aufgehoben werde Minimallohn von 4 Franks und Neunstundentag am Sonnabend. einer Generalprobe vorspielen, und am Tage der ersten und im Allgemeinen diesen Umstand strafverschärfend wirken Die Buchbindermeister antworteten in einem Schreiben, daß man öffentlichen Aufführung im Berliner Theater überreichte er zu lassen, daß den Konsumvereinen feine Ausnahmeftellung ge- früher noch mit 6 Franks Wochenlohn ausgekommen sei und er dem Dichter einen Orden; und nun ist Herrn Wichert währt werde, Schülern unter 16 Jahren, auch Fortbildungs- bazu hätten die Arbeiter immer noch etwas auf die Seite gelegt, schülern und Lehrlingen der selbständige Besuch der Schant- um sich später selbst zu etabliren. Die Arbeiter sollten das Geld geschehen, wie es in dem Spruch des genialen und tief- ftätten polizeilich verboten, von seiten der Gewerbe- Inspektoren nur nicht zu Streits und Vergnügungen brauchen, sondern in unglücklichen Schweizers Leuthold heißt: Wem tein Talent auf Einschränkung des Branntweingenuffes in allen gewert eine Sparkasse legen. Früher sei ein Arbeiter mit 50 Cts. an geworden, dem deck' man gnädig und dezent die Lücke zu schaftlichen Anlagen hingearbeitet werde, daß zur Einschränkung einem Sonntage ausgekommen. Dieser Brief erregte allgemeinen mit einem Orden! der übergroßen Zahl von Schantstätten die Bedürfnißfrage und Unwillen. Man hofft, etwas ohne Streit zu erreichen, da vier Alpha. die gesundheitliche Beschaffenheit der Lokale zu prüfen, auch eine Firmen bereits die ganzen Forderungen bewilligt haben. 9 200 000 184,2 4,50 1 700 000 5 700 000 103,0 3,38 2 800 000 69,6 1,71 33 200 000 30 900 000 88,7 0,78 Das fprechend eingerichtete, feit der Neuzeit ent 16 Jahren bestehende, große Uhrenund Goldwaaren. Lager von Kur- Bade- Anstalt und Massage von H. Mania, Brunnenstr. 16. Für Agitation in Stadt und Land. Anfang nächster Woche erscheint im Berlage der„ Münchener Poſt": Katechismus Dampf- und Heißluft- Kastenbäder, Wannen- und medizinische Bäder. Sozialdemokratischer Fuß-, Arm- und einzelne Glieder- Bäder 49769* ohne den ganzen Körper zu strapaziren. Lieferant und Masseur sämmtlicher Max Busse Drts- Krankenkassen und freien Hilistassen. Dienstag und Freitag von 1 Uhr ab nur für Damen. Die Filiale nur für Massage ist Zhurmstraße 46, 4 bis 51/2 Uhr. 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Auch die Kölnische Volts- Zeitung" will hof fähig werden und wie Vorgänge der letzten Zeit gezeigt haben, Herrn von Stephan nur noch mit Hand schuhen anfaffen. Wir wissen aber, daß eine Sentgrube nicht mit Rosenöl zu reinigen ist, daß es dazu vielmehr ganz anderer Mittel bedarf und daß, um die Lage eines großen Beamtenheeres zu bessern, die Sonde rücksichtslos in die Wunde gesentt werden muß. Sonntag. den 10. Dezember 1893. -O 10. Jahrg. tehrs- Zeitung noch den traurigen Muth, bei Gelegenheit der schwerer Körperverlegung zu verantworten. Eines Sonntags sah Besprechung des französischen Poftetats mit heuchlerischem Augen- der Arbeiter Broste, daß sein Sohn auf der Straße von einem aufschlag zu behaupten, daß seine(- des französischen Be- anderen Knaben geschlagen wurde. Er wollte den letzteren amten-) Lage teine„ beneidenswerthe" sei, weil er der greifen, dieser flüchtete aber in den Laden seines Vaters, des Sicherheit fast ganz entbehrt, welche bei uns die bei uns die Be- Angeklagten. Broste folgte ihm auch hier hinein und stellte das amtengefeße gewähren." Den" Höheren gewähren", hat anwesende Ehepaar Rother wegen der Unart des Knaben zur dieses Blatt vergessen einzuschalten. Als ob es Rede. E3 tam zu einem Wortwechsel, bis schließ Schlimmeres geben fönnte, als 30 Jahre das Damokles- lich Broste mit seinem Stock auf die Frau Rother schwert über sich zu haben und schließlich doch noch auf das einschlug. Nun ergriff Rother einen schweren eisernen während dieser Jahre zu wenig Erhaltene die Pension ver- Schirmständer und versette damit dem Broste einen zichten zu müssen. so heftigen Stroß gegen den Oberkörper, daß der Wie es mit dem Einkommen der unteren Postbeamten be- felbe rücklings zur Thür hinaus und auf das Straßenstellt ist, darüber giebt es nur eine Stimme. Aber zwischen Be- pflaster stürzte. Er erlitt Verlegungen, die ihn längere Zeit mitleidung und thatkräftiger Hilfe ist ein großer Unterschied. arbeitsunfähig wachten. Der Gerichtshof folgte dennoch den In der Hervorkehrung der ersteren Eigenschaft find alle Ausführungen des Vertheidigers, und fällte ein freisprechendes anderen Parteien eifrig genug, aber wenn es ans Bewilligen Urtheil. Zweifellos habe der Angeklagte das Recht der NothIn dem Leiter des Post- Refforts ist wirklich noch, wie die geht, dann wird erst der Anfang gemacht mit Moloch und zum wehr überschritten, aber ihm komme der§ 53 des Str.-G.-B. zu Köln. 3tg." sagt, ein Theil des Geistes des eisernen" Staats: Schlusse bleibt nichts. Wie immer, wo der Staat feiner gute, wonach die Ueberschreitung der Nolhwehr nicht strafbar mannes vorhanden. Vorhanden wenigstens insofern, als auch Pflicht nicht genügt, stehen die Wohlthätigkeitsanstalten in ist, wenn der Thäter in Bestürzung, Furcht oder Schrecken über ihm das Bestreben eigen ist, mit Aeußerlichkeiten zu blenden. höchfter Blüthe, denn den Herren und Herrschenden ist es stets die Grenzen der Vertheidigung hinausgegangen ist. Wie hätte 3ahlen beweisen"! In der Hervorkehrung dieses Grundfages ist viel angenehmer gewesen, ein Chor von devoten Schmeichlern um das Urtheil gelautet, wenn Herr Rother nicht Fabrikant, sondern Herr v Stephan groß. Wenn man sich jedoch erinnert, daß in sich zu haben, die durch Unterstützungen und Remunerationen Arbeiter? Auf Verurtheilung, wenn das Gericht angenommen der Sigung des Reichstages vom 29. Januar 1891, die Schwäche ihnen Dank schuldeten und in ersterbender Unterthänigkeit" hätte, ein Arbeiter gerathe nicht in Bestürzung, Furcht oder der Statistik der Reichs- Postverwaltung" selbst von national- verharrten, als eine fich ihres Rechts auf genügende Schrecken. liberaler Seite anerkannt werden mußte, und wenn man sich Existenzmittel bewußte Arbeiterschaft. Keine andere Reichs weiter aus der Broschüre„ Die Neue Zeit und die Alte Deutsche behörde sehen wir derartig in Wohlthätigkeitsanstalten" machen, die Franzosen, die Helgoland und Kiel im Sommer abzeichneten, Der Prozeß wegen angeblichen Landesverratha gegen Reichspost" darüber informirt, wie bei der Deutschen Reichspost wie die Reichs- Postverwaltung. Aber auch keine gewährt uns foll bestimmt am 14. Dezember beginnen. Bei der Heimlichkeit Statistit gemacht wird", dann muß man das umfangreiche eben dadurch so tiefe Aufschlüsse über die thatsächlichen Lebens- des bisherigen Verfahrens ist kein Schimmer der Verdachtsgründe, Zahlenaufgebot in dem dem Etat beigegebenen statistischen Hefte verhältnisse eines so großen Personals. Während Herr v. Stephan aus denen auf Spionage zu schließen wären, bislang in die mit sehr mißtrauischen Augen betrachten. in der 57. Sigung des Reichstages 1893 die Zahl der unter: Deffentlichkeit gedrungen. stützten Beamten und Unterbeamten auf 38 000 angab, ist dieselbe Ende 1876 31 078 Personen, 1892 62 760 " Bunahme 100 pt. Davon waren etatsmäßig angestellt: . Poftetat 1876 24 377 Personen, 1892/3, 34 731 Zunahme 42 pet. Die Postverwaltung zahlte nach dem Etat ( Zit. 34): 1876 für Poftboten, Hilfs- und Privatpost Unterbeamte 3 105 300.; 1892/3 für„ Posthilfestellen" und für Hilfeleistungen im Unterbeamtendienst 18 242 700 M., Zunahme 487 pCt. 81 " Verweilen wir kurz bei diesem Punkte und lüften wir ein wenig im Jahre 1892/93 nach bem Post- Amtsblatt Nr. 44 bereits auf die 9. Straffammer hiesigen Landgerichts I eine umfangreiche Ein Gesammtpersonal Ende 1892 von 137 028 Personen! Zum Bauschwindel. An drei Sigungstagen verhandelte den Schleier. 43 000 gestiegen. Mit welchen Beträgen Beamte und Unter" Um die Zahl der Hilfsarbeiter in ein angemessenes beamte an dem unter Tit. 8 und 38 ausgeworfenen anderthalb Anklage, welche manche bezeichnende Streiflichter auf die VerVerhältniß zur Zahl der vortragenden Räthe zu Millionenfonds partizipiren, darüber kommt kein Sterbenswörtchen hältnisse des Berliner Baumarktes warf. Aus der Untersuchungsbringen." so wird die Umwandlung einer in die Oeffentlichkeit. Und doch wäre eine solche Beleuchtung baft vorgeführt wurde der Maurermeister Adolf Wachtel, Hilfsarbeiterstelle in eine Stelle für vortragende Räthe wohl angebracht; denn des unteren Perfonals und des welcher sich wegen Verleitung zum Meineide, Be= in den Etat pro 1894/95 unter Titel 2 beantragt. Und wie Publikums haben sich angesichts der in letzter Zeit veröffentlichten truges in neun Fällen und Urkundenfälschung zu stellt sich das jetzige, nicht mehr angemessene" Verhältniß? Vorkommniffe( 600 M. Unterstützung an Posträthe, 20 M. an verantworten hatte. Neben ihm saß seine Ehefrau Elise Wachtel 19 vortragenden Räthen stehen 5 Hilfsarbeiter gegenüber. Be- Unterbeamte) arge Vorstellungen über die Bewilligungspraxis be- unter der Anklage des Falscheides und sein Bruder, der Technifer sehen wir uns nun das Gesammtverhältniß, so finden wir, daß mächtigt. Daß einer einzelnen Person dem Bezirks- Ober- Hugo Wachtel, welcher des Betruges beschuldigt wurde. unter dem Personal von 137 028 Röpfen nach dem Postetat postdirettor so ausgedehnte Geldmittel zur Vertheilung zur Adolf Wachtel betrieb früher in Rathenow eine große Rohr1892/93 nur 54 867 Personen etatsmäßige Stellen inne hatten, Sand stehen, fördert auf der einen Seite nur das selbstherrliche weberei, deren Besigthum er, um vor seinen Gläubigern gesichert daß also 82 161 als Hilfsarbeiter oder Lehrlinge gegen Tagegeld Gefühl, auf der andern Seite, wie wir schon erwähnten, die zu sein, an seine Frau übertrug. Im Dezember 1891 ging die oder Lohn beschäftigt wurden. Man sieht, sobald die Interessen Entwickelung von Schmeichlernaturen und deshalb muß auch, so Fabrik durch Pachtvertrag an einen gewissen Bierschröder über, der höheren" Herren in Frage kommen, ändern sich sofort die lange derartige Fonds bestehen, der Beschluß über event. Be- sämmtliche Utensilien und Zubehör verblieben jedoch Eigenthum Ansichten über angemessen" und nicht angemessen", und der willigungen einer aus Beamten der verschiedenen Kategorien zu der Frau Wachtel. Durch ungünstige Konjunkturen im Bauärgste Zustand in den Verhältnissen der unteren Kategorien findet sammengesetzten Sommission übertragen werden. geschäft, Nichtbeschaffung zweitstelliger Hypotheken 2c. gerieth immer noch seine Vertheidiger, wenn diese Vertheidiger nur selbst Ueber 5 Millionen Mark an Vorschüssen sind im Jahre 1892 Adolf Wachtel, der Generalbevollmächtigter und Prokorist seiner ein molliges Plätzchen drücken. aus den Post- Spar- und Vorschußvereinen an 34 734 Beamte und Ehefrau geworden war, in Vermögensverfall. Es wurden verWir selbst sehen in dem gezeigten Verhältniß durchaus Unterbeamte geleistet worden und als Gewinn aus dem An- schiedene Schiebungen, Geldoperationen 2c. unternommen, die nichts Neues, wir kennen den Arbeitgeber Staat und seine kaufe noch nicht fälliger Zinsscheine sind den Vereinen 10 172 M. Fabrit in Rathenow ließ sich aber nicht mehr halten und Frau Jagd nach dem Profit; nur um das Halloh der annoch un- zugeflossen. Mit Blut follte diese Zahl geschrieben werden, haben Wachtel mußte den Offenbarungseid leisten. Das Vermögensgläubigen Naturen verstummen zu lassen, geben wir ein zweites diesen Gewinn" doch die zum Verkaufe ihrer Scheine( zu ihren verzeichniß, auf grund dessen die Frau den Eid leistete, war Beispiel. Rautionspapieren gehörig) gezwungenen unteren Angestellten zu- vom Ehemann Wachtel aufgestellt worden und soll Vermögens Die Poftverwaltung beschäftigte an Unter- sammengebracht. Die auf grund des Gefeßes vom 22. März 1893 stücke unterdrückt haben. In den Jahren 1889 und 1890 betrieb beamten): zum 1. Januar 1894 anzulegende„ Kautionsmasse der Reichs- Post- Adolf Wachtel in Berlin zusammen mit seinem Bruder Hugo ein und Telegraphenverwaltung", wird ja offen dufumentiren, wie Baugeschäft unter der Firma Hugo Wachtel. Zu dem Bauviele Unteren ihre Koupons mit Verlust an den das Wohl" der geschäft gehörte ein Grundstückskompler an der Ecke der GneisenauBeamten vertretenden Verein verkaufen mußten. und Bärwaldstraße. Adolf Wachtel soll ber eigentliche Leiter „ Um seiner Ehefrau, die aus guter Familie stamme, ein des Geschäfts gewesen sein und namentlich auch die vielen befferes Leben verschaffen zu können, als es sonst ein fleiner finanziellen Transaktionen und Schiebungen, welche schließlich zu Beamter fönne" dadurch wurde ein Briefträger auf den der Anklage geführt haben, inszenirt haben. Nach der Bea Weg des Verbrechens gedrängt und kürzlich zu einer harten hauptung der Antlage habe er auch im Jahre 1891, als bie Strafe verurtheilt. Ja, das Verlangen nach besserer, den Firma Hugo Wachtel zahlungsunfähig wurde, die aktiven Kulturverhältnissen angepaßter Lebensweise geht mächtig durch Bestandtheile seines Vermögens an seine Ehefrau bezw. Schwiegerdie arbeitende klasse, die ungestüm die ungestüm dagegen protestirt, mutter verschoben, während er felbst als Prokurist das Baudaß der Staat den nothleidenden" Herren, deren Söhne sich gewerbe weiter betrieb. Zur Anklage ftand zunächst eine Hier haben wir das Geheimniß des Stephan'schen Finanz- Mittagessen zu 157 M. leisten, noch weiterhin reiche Einnahme- Hypothekenoperation, welche von beiden Brüdern gemeinschaftlich genies. Eine ungeheure Vermehrung des Gesammt quellen schafft. Hält den unteren Beamten aber sein gefefteter ausgeführt war, zum Schaden des Töpfermeisters Titel, der personals, eine lächerlich geringe Zunahme der etats Gaarakter von Betrügereien ab, sucht er nach dem von dem dabei um 20 000. zu Schaden gekommen sein soll. Für mäßigen Stellen, eine alles Maß übersteigende Vergrößerung Ministerialdirektor Fischer in der 59. Sigung der Etats- den Bau- Inspektor a. D. Deymann stand auf dem dem Hugo des Fonds für Hilfskräfte( Pofthilfeboten). Das Taschenspieler berathungen 1893 empfohlenen Rezepte durch Vermiethen von Wachtel gehörigen Grundstück Große Frankfurterstr. 80/81 eine stückchen, die Verknüpfung der Ausgaben für die Posthilfsstellen" Stuben oder durch sonstige Hilfeleistungen wirthschaftlicher Art Sypothek, welche Adolf Wachtel verkaufte. Er ließ mit diesem Titel ist zu durchsichtig, um nicht sofort erkannt zu sein Einkommen zu verbessern", so ist die Behörde sofort bereit, fich von Herrn Deymann gegen Verpfändung eines werden; es beeinflußt das obige Resultat auch nur um ein die aus diesem Nebenerwerb" stammenden und am Munde und Hypothekendokuments Don 15 000 m. eine Summe Don Geringes, da die Ausgaben für die 12 414 Posthilfsstelleninhaber Leibe abgesparten Groschen mit einer innerhalb des Postbetriebes 700 M. vorschießen. Am 13. Juli v. J. bat Adolf bei einer Remuneration von ca. 50 mt. pro Kopf nur den Betrag nur zu häufig vorkommenden Unterschlagung oder Beraubung Wachtel den Deymann schriftlich, ihm das Hypothekendokument von ca. 600 000 Mt. erreichen.**) von Briefen in Bebindung zu bringen, daraus die Antiage zu auf eine halbe Stunde zu übersenden, damit er sich einen Auszug Wenn die Köln. Ztg.", das Organ des ärgften Ausbeuter erheben und den Mann vor den Staatsanwalt zu bringen, wie machen könne. D. lehnte die Herausgabe ab. Darauf wiederthums, in ihren nach den verflossenen Etatsberathungen( 1893/94) es ja türzlich dem Posthilfsboten Thau pafsirt ist. holte Adolf Wachtel mündlich die Bitte um Herausgabe, damit zu Stephan's Lobe geschriebenen Artikeln die auf die Vervoll- Naiv, sehr naiv, muß der Verfasser der Broschüre„ Die Neue er das Hypothekeninstrument lombardiren und aus dem Erlös tommnung des Fernſprechwesens in den legten 10 Jahren ver- Beit und die Alte Dt. Reichspost" sein, der da die Frage auf den D. sofort befriedigen könne. D. gab das Instrument aber wendeten 46 Millionen Mark als aus den„ Einnahmen des Be- wirft, ob Herr v. Stephan vor dem eigenen Gewissen" oder erst heraus, nachdem Adolf Wachtel sich schriftlich verpflichtet triebes gedeckt" binstellte und diese Leistung des Herrn v. Stephan vor dem höheren Richter" berartige Verhältnisse und Zustände hatte, sofort nach Empfang des Geldes den schuldigen Betrag eine„ finanzpolitische erſten Ranges" nannte, so ist dies nur ein verantworten könne. Möge er fich den Brief des Er- Rom- au entrichten, oder die Sypothek wieder herauszugeben. Beweis für die Seelenverwandtschaft beider. Den unteren Be- munisten Miquel vom Jahre 1850 nachlesen, dann hat er die Wachtel lombardirte die lettere hierauf, zahlte aber Herrn amten wird es ob dieser finanzpolitischen Leiſtung", die sich Antwort. Deymann das Geld nicht. Die Antlage behauptet, bei ihnen in mageren Gehältern, ortsüblichen" Tagelöhnen und Das System aber, das die Massen auspowert, um Wenigen ferner, daß der Angeklagte in einer ganzen Reihe von Recht Hinausschiebung der etatsmäßigen Anstellung äußerte, um dafür zu geben; das System, das dem Militarismus Millionen über handlungen, die er während der letzten Jahre vorgenommen, den Besitzenden Verkehrserleichterungen zu gewähren, wie Schuppen Millionen in den Rachen wirft und Kulturfragen vernachlässigt, feine Kontrahenten durch Vorspiegelung falscher Thatsachen bei von den Augen fallen und der bestehende Klassengegensatz zwi- dieses System und diejenigen Parteien, die Wechsel- Schiebungen, Hypotheken- Geschäften, Hausverkäufen 2c. schen Besitzenden und Besitlosen wird auch ihnen flar werden. Moloch zu einem neuen Siege verholfen, Reformen der unteren um beträchtliche Summen gebracht zu haben. Nach den BeEin Beamten" personal von 140 000 Menschen" so Beamtenverhältnisse in die Ferne geschoben haben und das hauptungen der Anklagebehörde sollte namentlich ein Agent Emil nannte Herr v. Stephan bei der Einweihung des Postgebäudes arbeitende Bolt von Neuem belaften wollen, diese- an den Kaiser im Herbst 1890 um mindestens 10 000 m., 1891 um in Memel kürzlich sein" Personal. Bleiben wir bei der in der Pranger. 20 000 m., im Jahre 1891 um 5-10 000 m., ein Sattlermeister amtlichen Statistit angeführten Zahl von 137 028. Friedrich Unglaube um etwa 5000 M. geschädigt worden sein. Von den in dieser imposanten Zahl steckenden 58 470 BeIm Sommer 1892 wurde das Grundstück in Rathenow auf amten waren ca. 15 000, und von den 62 760 Unterbeamten dieKaiser's Antrag, welchem Adolf Wachtel Hypothekenzinsen schuldig jenigen, die ein Dienstalter von 30 Jahren hinter sich hatten,***) geblieben war, zur Subhastation gestellt und Termin auf den dem Wohlwollen" ihrer vorgesehten Behörde entzogen, das 20. Juni bestimmt. Der Angeklagte theilte nun dem Kaiser mit, heißt, sie waren untündbar angestellt und durften im Falle einer Maßregelung oder Entlaffung nur, wie es das Reichs- Beamten Aufreizung zum Widerstand gegen die Staatsgewalt war im von 3000 m. habe. Er versprach, ihm diesen Betrag sofort nach Bergarbeiterbewegung und Rechtsprechung. Wegen Cornelius in Charlottenburg einen Provisionsanspruch in Höhe daß er auf Grund eines Hypothekenverkaufs an den Spediteur gesetz vorschreibt, vom Disziplinarhof abgeurtheilt worden. Der Anfang dieses Jahres der Bergmann Franz Ludwig Schröder Emgfang auszuhändigen, wenn er die Subhastation einstweilen Menschen ist wohl dem Namen nach Beamter, hat wohl alle Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hatte jedoch das Reichs er die Aufhebung desselben mit Hilfe einer gefälschten, Rest von 137 028, eine große ungeheure Maffe von über 100 000 in Dortmund zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Empfang auszuhändigen, wenn er die Subhastation einstweilen einstellen ließe. Kurz vor dem Subhaftationstermine erreichte aus dem Beamtengefeß sich ergenden Pflichten, aber gericht theilweise das Urtheil aufgehoben, weil in einem Falle angeblich von teine Rechte. Bon dieser Menschenmaffe, die ent- Freisprechung erfolgt war. Schröder soll nämlich aus Anlaß den Inhalts: Bezahle Hypotheken Cornelius herrührenden weder auf Kündigung oder gar auf täglicher Entlassung des Bergarbeiterausstandes in Gelsenkirchen in einer von etwa heute zur Regelung nach Dresden." Auch bei dem Verkaufe des Depesche folgan am 1. Juli, fahre steht, sagt das Reichs Beamtengefeß, daß fie einen 250 Bergleuten besuchten Versammlung eine Rede gehalten in Anspruch auf Pension nur dann hat, wenn sie zur Erfüllung derselben über den Ausstand Bericht erstattet, zur Unterstützung der Hauses Bärwaldstr. 46 an den Kellermeister Unglaube foll Adolf ihrer Amtspflichten dauernd unfähig" ist und deshalb in den Bergarbeiter im Saarrevier aufgefordert und, als auch die An- um außerordentlich verwickelte Verhältnisse handelte und die Ver Wachtel mehrfach falsche Angaben gemacht haben. Da es sich Ruhestand versetzt" wird(§ 34 und§ 37), und weiter, daß eine wesenden den Ausstand beschlossen, seine Rede mit den Worten theidiger einen umfangreichen Beweis zur Erschütterung der Glaub Dienstentlassung„ den Verlust des Titels und Pensionsanspruchs gefchloffen haben: Nachdem der Beschluß gefaßt, giebt es nur würdigkeit, namentlich der Zeugen Deymann und Kaiser an von Rechtswegen zur Folge" hat(§ 75). ein Wort, und das heißt: Vorwärts! An das souveräne Volt traten, so zogen sich die Verhandlungen unendlich in die Länge. So sieht das„ Beamten" personal der Postverwaltung aus schließe ich mich an, sein Wille sei mir Gesetz!" Nach noch Der Staatsanwalt beantragte auf Grund der Beweisaufnahme und angesichts dieses Zustandes hat die offiziöse Deutsche Ver- maliger Verhandlung der Sache wurde Schröder vom Landge- die Freisprechung der Frau Wachtel und des Angeklagten richt zu Effen am 22. Aug. d. J. wegen Aufforderung zum Un- Hugo Wachtel, dagegen gegen Adolf Wachtel das Amtl. Beiheft zum Postamtsblatt:" Postarchiv" 1879 und gehorsam gegen die Gesetze und zur Niederlegung der Arbeit zu Schuldig wegen zweier Urkundenfälschungen, Verleitung zum Statistik der Poftverwaltung für 1892. Herr Dr. Fischer gab in der 2. Lesung des Etata feine Revision, in der er bestritt, daß seine Aeußerungen anwalts ging insgesammt auf 5 Jahre 3uchthaus. Es Falscheide und 9 Betrugsfälle. Der Antrag des Staats1893/94 solche Aufforderung enthielten, vorgestern vom ( amtl. Protokoll Seite 1424). Das diesem Etat beigegebene statistische Heft weiß nur von 12414 Inhabern. Einer der Fehler, wie sie Herrn Fischer öfter passiren. der *** Wie hoch sich die Zahl dieser Glücklichen beläuft, darüber schweigt sich die Verwaltung aus. Gerichts- Beitung. " verworfen. und des Hugo Wachtel. Der Hauptangeklagte Adolf Wachtel Nothwehr? Daß der Begriff der Nothwehr bisweilen recht wurde von der Anklage der Verleitung zum Falscheide, der weit ausgedehnt werden kann, lehrte eine Verhandlung, schweren Urkundenfälschung in einem Falle und von sieben Bewelche gestern vor der 138. Abtheilung des Schöffengerichts statt- trugsfällen freigesprochen, dagegen wegen einer Urkundenfälschung, fand. Der Hutfabrikant Wilhelm Rother hatte sich wegen eines Falles des versuchten und des vollendeten Betruges unter 21 Bubilligung mildernder Umstände zu 1 Jahr 3 Monaten Gast vertreten, was die D. G- 3." als vollkommen im Sinne Gefängniß verurtheilt. Zwei Monate wurden auf die Unter- unserer ganzer Kollegenschaft gehandelt" bezeichnet, denn nicht der suchungshaft angerechnet. Gast, sondern der Wirth habe sich gegen die geheiligten Institutionen des Gastwirthsberufes vergangen. Die Revision des Redakteurs der Magdeburger Bolts: stimme", Löste, wegen Beleidigung eines Gutspächters( durch Abdruck einer Nachricht aus einem andern Blatt) wurde vom Reichsgericht verworfen. In erster Instanz war auf drei Monate Gefängniß erkannt, wiewohl die Volksstimme" sofort eine Be richtigung veröffentlicht hatte. Hut ab! Gestern wurde ein Zeuge, der den Gerichtssaal der ersten Straftammer des Landgerichts I mit dem Hut auf dem Kopie betrat, in eine sofort zu verbüßende Haftstrafe von sechs Stunden genommen. = Dermischtes. munales Finanzwesen: Gemeindliche Verzehrungsabgaben in Baden. Vermischtes: Gemeindevertretertage im Rönigreich Sachsen. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Diet' Verlag) ist soeben das 10. Heft des 12. Jahrgangs er schienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Blinder Taumel. Stizzen zur Tabatsteuer. Von Unus.( Fortfegung.) Eine materialistische Propagandaschrift. Von Ed. Bernstein. Herr v. Mayr und die Reichs- Finanzreform. Literarische Rundschau. Notizen: Zur Gewerkschafts- Debatte. Von K. Kautsky. Wer unterschiebt? Der deutsche Postverkehr in den letzten zwanzig Jahren. Zur Selbstmordstatistik in Deutschland. Die Kultur kein Privilegium der Weißen. Feuilleton: At- Davan. Stizze aus dem sibirischen Leben von Wladimir Korolento. Deutsch von Norbert Hoffmann.( Fortsetzung.) Wegen Ueberschreitung des lehrherrlichen Züchtigungs rechtes hatte sich heute der Stellmachermeister Otto Jänicke aus Neu- Weißensee vor der zweiten Strastammer am Landgericht II zu verantworten. Der Angeklagte hatte einen Lehrling Namens Das neue Reichstagsgebäude ist nunmehr auch an die Zimmermann, der mehr zu allerlei dummen Streichen Neigung Rohrpost angeschlossen worden; außerdem find acht Fernsprech gehabe haben soll, als wie zur Arbeit. Der Meister wollte den stellen geschaffen. Die Räume für die Postbureaus befinden sich Lehrling entlaffen; dieser bat aber, ihn lieber ordentlich zu ver- in zwei Stockiverken vertheilt, die durch eine besondere Treppe hauen, als wie hinauszuschmeißen." Bei der nächsten Gelegen- mit einander verbunden sind. In umfangreichster Weise werden heit machte denn auch der Meister einen derartig ausgedehnten auch für den inneren Verkehr des Hauses Telegraphen- und Gebrauch von seinem Züchtigungsrecht, daß der Lehrling 14 Tage lang Telephon Verbindungen hergestellt. Die Gesammtlänge der Briefkaffen der Redaktion. start aufgeschwollene Schwielen am Körper hatte. Dr. Döbler als dazu benöthigten Drähte beläuft sich auf 112 000 Meter oder ärztlicher Sachverständiger erklärte, daß der Meister ein ganz rund fünfzehn deutsche Meilen. Vom Tisch des Präsidenten Voigt. Die Adresse des Vorsitzenden des Arbeiter Sängereigenartiges Büchtigungs- Instrument anwende, nämlich einen gehen Verbindungen nach allen Sälen des Hauses. Speziell bundes ist Ad. Neumann, Brunnenstr. 130, 2 Tr.( Die Adresse diden Gummifchlauch. Das Schöffengericht am Amtsgericht II zum Sammeln der Mitglieder dienen elektrische Glocken, in Nr. 287 ist irrthümlich.) hatte eine Ueberschreitung des Büchtigungsrechtes nicht für und zwar solche verschiedener Größe, so daß der Mahuruf p. 75. Gewiß ist Kräge verhältnißmäig leicht zu heilen; vorliegend erachtet, weil der Junge eine energische Züchtigung mehr oder weniger energisch ertönen fann. Eine eine Angabe des Verfahrens paßt aber nicht in den Rahm des verdient gehabt habe. Es war daher auf Freisprechung weitere Zentrale der elektrischen Verkehrsleitungen bildet das Briefkastens. erkannt worden. Die Straffammer, welche sich auf Berufung Zimmer des Bureaudirektors, der mit sämmtlichen Pförtnern, C. G., Rigdorf. Diese Zustände müssen zuerst in der der Staatsanwaltschaft noch einmal mit der Sache zu befassen dem Hausinspektor, dem Hausingenieur, sämmtlichen Bureau Fachorganisation der betreffenden Arbeiter zur Sprache gebracht hatte, gelang zu einer entgegengesetzten Anschauung als das räumen, dem Rorreftorzimmer, der Hausdruckerei und so weiter Schöffengericht. Die Züchtigung des Lehrlings fei eine ganz verbunden ist. Besonders intereffant ist die elektrische Fernbrutale, das Recht des Lehrherrn weit überschreitende gewesen, Thermometeranlage, die auf elektrischem Wege nach einer Zentrale weshalb auf 25 M. Geldstrafe oder 5 Tage Gefängniß er hin die jeweiligen Temperaturen aller Räume des Roloffalbaues meldet und damit die Möglichkeit bietet, von einer Stelle aus diese Temperatur in beliebiger Weise zu reguliren. Vorgeschlagen war auch von der mit der Ausführung der elektrischen Anlagen betrauten Firma Töpffer u. Schädel die Einrichtung eines Übstimmungsapparats, der aber abgelehnt ist als der Würde des Hauses nicht entsprechend". fannt wurde. Das Reichstelephon Kopenhagen- Stockholm ist am Mittwoch für das Publikum eröffnet worden und funktionirt ausgezeichnet. Die Entfernung beträgt 150 Meilen. # werden. E. P. Den Marktbericht bringen wir nicht mehr, weil er in der Allgemeinheit in der er gehalten, fein zutreffendes und llares Bild von den Preisverhältnissen giebt und daher ohne Werth ist. Stender. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. Chr. Kulofa. Polizeiliche Aufforderung ist nicht erforderlich. F. K., Siebmann und Blücherstr. 18. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. P. L. F. Aufforderung ist nicht erforderlich. S. 100. Gegen das Urtheil des Schiedsgerichts ist Rekurs an das Reichsversicherungsamt zulässig. C. H. A. Sie irren; eine preßgefeßliche Berichtigung ist wörtlich zum Abdruck zu bringen. H. F. Wenn fein Testament gemacht wird: Ja. .. 104 und Kleinen. Tod des Miethers hebt den Miethsvertrag nicht auf. Stirbt ein Miether während der Kontratszeit, so sind dessen Erben nur noch ein halbes Jahr lang vom Ablauf desjenigen Quartals, in welchem der Tod erfolgt ist, an den Bertrag gebunden. Der Erbe einer halben Million saß dieser Tage auf der Anklagebant, um sich wegen Betruges zu verantworten, weil er die Kaffe der töniglichen Oftbahn um 30 Pf. geschädigt habe! Der Beschuldigte, ein 24 jähriger Mann, Sohn eines Fabrikanten im Osten der Stadt, hatte im Auguft d. I. mit einem jungen Mädchen eine Partie nach Friedrichshagen verabredet, und im Befize zweier Billets war das Pärchen die Treppe des Berliner Bahnhofes Friedrichstraße hinaufgestiegen. Eben foupirte der Rigdorf. Falls Ihr Anspruch bestritten werden sollte, Flucht aus Sibirien. Amerikanische Walfisch so berufen Sie sich auf die Bestimmungen des Landrechts über Schaffner beide Billets, als das junge Mädchen mit den Worten:„ Adieu, Franz, ich fahre nicht mit," verschwand und fänger, die, von dem Polarwinter zeitig aus ihren Jagd- Arbeitsverträge. Sie haben keinerlei Pflicht, Gesetzesparagraphen den Bersetzten" mit den beiden Billets auf dem Berron allein gründen verscheucht, bereits nach San Francisco zurückgekehrt anzugeben. Ihnen steht angemessener, D. h. Durchschnittslohn, zu. zurückließ. Herr Franz war Anfangs untröstlich, fuhr aber trotz sind, stießen im Meere von Ochotst auf ein offenes Stralau. Das Amtsgericht ertheilt das Auseinandersehungsdem nach Friedrichshagen und amüsirte sich vortrefflich. Als Boot, in dem sich zehn nach Sibirien verbannte russische attest, ohne welches die zweite Heirath unzulässig. Der Antrag er nach etwa 8 Tagen das bereits toupirte Billet seiner Sträflinge befanden. Die Flüchtlinge, die bereits tagelang ist schriftlich oder zu Protokoll zu stellen. Begleiterin im Portemonnaie fand, da stieg das Bild Friedrichs- ohne Lebensmittel und ohne Wasser gewesen, wurden in be- 100. J. Ein Wirth darf ohne gerichtliches Urtheil hagens wieder vor ihm auf und er benutte die Karte am nächsten dauernswerthem Zustande angetroffen. Die Leute hatten unter feineswegs die vermiethete Wohnung schließen oder dergleichen. Sonntag zu einer abermaligen Fahrt nach diesem Vorort. Dabei ſtrenger Bewachung als Holzschläger in einer Straffolonie der Thut er es, so steht dem Miether frei, vom Vertrage abzugehen aber wurde er abgefaßt, als er diesmal am Schlesischen Bahn- Insel Sa chalin arbeiten müssen. Monate brauchten sie, um ohne und auf Schadenersatz zu klagen oder sich, eventuell im Klagehofe mit dem„ gelochten" Billet einsteigen wollte, und Herr Aussehen sich Gegenstände zu verschaffen, die für ihre Flucht unent- wege in den Besitz der Wohnung zu sehen und auf Schadenersah Franz S. wurde dieser Tage dem Schöffengericht zu Köpenick behrlich waren. Zuerst gelang es ihnen, einen Refsel und eine Pfanne zu lagen. vorgeführt. Da der junge Mann erst auf dem Schlesischen Bahn verschwinden zu lassen und im Walde zu verstecken Nur der Weg hof in dem Vorortzuge das Billet vorzeigte, außerdem aber eine aufs Meer stand ihnen zur Flucht offen, und sie beschlossen, in Bahnsteigkarte von Friedrichstraße bis Schlesischen Bahnhof ge dem offenen Boot der Wachtmannschaft diese zu bewerkstelligen. löst hatte, nahm das Gericht an, daß der Passagier selbst nicht aber da ihre Peiniger die Ruder forgfältig unter Verschluß an die Giltigkeit der bereits gelochten Karte geglaubt hatte, und hielten, so mußten sie sich erst solche unter unsäglicher Vorsicht verurtheilte den Erben der halben Million" zu 30 M. Geld: felber heimlich anfertigen. Als Proviant brachte jeder täglich ftrafe! Ebenso wurde von demselben Schöffengericht ein eine Tasche voll Reis bei Seite. Um sich des Bootes zu beLehrer in dieselbe Geldstrafe genommen, weil er mehrfach bei mächtigen, mußten sie die Wächter überrumpeln, die jeden Fahrten von Berlin nach Köpenick den Bahnfiskus geschädigt linge auf dem Meere waren entfehlich. Nicht bloß der Hunger falls ins Meer gestürzt wurden. falls ins Meer gestürzt wurden. Die Leigen der Flücht habe. und Durst, sondern auch der fast wahnsinnige Eifer, durch Der Nestor der Berliner Kugelsucher, Handelsmann angestrengtes Rudern eine möglichst große Strecke zwischen sich Albert Göbe I stand heute vor der zweiten Straffammer am und dem benachbarten Lande zu bringen, erschöpfte ihre Landgericht II, um seine 24. Bestrafung wegen Munitions: Kräfte bis aufs Aeußerste. Auf alle Fälle wollten sie lieber verdiebstahls entgegen zu nehmen. Im September wurde Göbel hungern, als wieder in die Hände ihrer Peiniger fallen, und auf dem Kummersdorfer Artillerie- Schießplate abgefaßt, als er jo ruderten sie, trotzdem schon alle ihre Lebensmittel ca. einen Zentner Blei und Messing von den bei den Uebungen und ihr Bischen Wasser verbraucht war, als sich ihnen schon ein der Artillerie verschossenen Granaten gesammelt hatte. Böbel, rettendes Schiff nahte, von diesem weg, da sie es für ein russisches dem schon in seiner Jugend eine trepirende hielten. Erst als man dort ihr Gebahren richtig deutete und Granate einen Arm wegriß, hat sich später dadurch das Sternenbanner aufzog, hielten sie auf das Schiff zu und eine gewiffe Berühmtheit erworben, daß er mit Hilfe wurden an Bord gastlich aufgenommen. Auf die drei Schiffe von drei Kumpanen ein 12 Zentner schweres Geschütz- der Walfischflotte vertheilt, sind sie nun inzwischen in San rohr vom Tegeler Schießplate stahl, obwohl die vorher Francisco angekommen, Unmittelbar nach dem Eintreffen der Walavisirte Polizei auf der Lauer lag. Unbemerkt wurde das fischfahrer begab sich sofort ein Matrose mit Briefen der Flüchtlinge Geschüß durch ganz Berlin hindurch bis zu einem Schloffer an dort wohnende Russen in aller Stille ans Land, und ehe noch meister in der Naunynstraße gebracht, wo dasselbe zerfägt werden etwas von der Anwesenheit der Flüchtlinge bekannt wurde, follte. Als man damit nicht zu stande tam, erstatteten die Diebe waren sie trotz ihrer Sträflingskleider von ihren Landsleuten in felbft Anzeige bei der Polizei. In der heutigen Verhandlung fichere Verstecke gebracht, um dem russischen Konsul zu entgehen, fragte der Vorsitzende, Landgerichts- Direktor Renkhoff, den Anfalls die russische Regierung ihre Auslieferung verlangen sollte. geflagten, ob er denn das Kugelsuchen gar nicht lassen könne, worauf derselbe trocken erwiderte:" Ich bin ein Krüppel, arbeiten fann ich nicht, leben will man, was foll ich machen?" Er wurde zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt, wovon zwei Monate auf die Untersuchungshaft an- Drachenhort. Gedichte von Engelbrecht Albrecht. München. gerechnet wurden. Und was wird der Mann thun, wenn er aus dem Gefängniß entlassen ist? Eingelaufene Druckschriften. Verlag von Dr. E. Albert u. Ko. Arbeitgeber für Bußtag, Charfreitag u. f. w. Abzüge vom WochenMehrere Arbeiter u. J. N. in 45. Die Frage, ob ein lohn machen darf, ist an dieser Stelle wiederholt verneint und diese Ansicht näher begründet. Sch. 2. 1-3: Nein, 4-7: Ja, 8; Ja. K. 100. Erhalten Arbeit. W. O. Sie find leider zur Zahlung verpflichtet. $. 24. Sie müssen beim Gericht den Antrag auf Fest. sehung der Höhe der Ihnen zu ersehenden Kosten stellen. E. M., Wienerftr. Da Sie die Frist zur Einlegung des Einspruchs gegen den Zahlungsbefehl leider vertrauensvoll versäumt haben, müssen Sie Zahlung in vollem Umfange leisten. Gabriel. Als Vertreter tann auf Antrag der Partei auch ein Anderer als ein Anwalt zugelassen werden. Bolke. Da nach Ihrer Darstellung ein festes Engagement als Werkmeister nicht getroffen ist, so steht Ihnen nur 14tägige Kündigungsfrist zu. A. 2. Eine Strafe die das Vierfache des Stempelbetrages ausmacht. Kr. und Jean 93. Ein Zeuge hat nur auf Befragen anzugeben, ob er bestraft ist. Dari aber, wenn er befragt ist, die Strafe nicht verschweigen. M. S. 1001. Auslieferung würde erfolgen. 2. Gefängniß, möglicher Weise auch Buchthaus. N. M. Ehe- und Erbrecht sind in den verschiedenen Theilen Deutschlands sehr verschiedenartig: sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. Piete. 1. Ja. 2. Auf Antrag des verletzten Ehemannes. A. W. Stralan. Amtsgericht. Robert. 1 und 2 ja. 5. 100. Nein. M. G. 2. Nein. Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist uns soeben die Nr. 24 des 3. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Her mit dem freien Vereins- und Versammlungsrecht für die Frauen! Resolutionen des sozialdemokratischen Parteitages zu Köln.-Zur Lage der westböhmischen Borzellanarbeiterinnen. Der Dohje. 1. Es hängt von dem Inhalt des aint gerichtlichen Lockout der englischen Bergarbeiter und ihre Frauen. Feuilleton: Eine Nacht in dem Asyl für obdachlose Frauen Beschlusses ab, ob und in wie weit Sie ein Zutrittsrecht haben. in der Rue St. Jacques in Paris. Von Angéle Devancaze. 2. Den Besuch bei der Frau darf deren Gatte verbieten. Klage Arbeiterinnen- Bewegung. Kleine Notizen. ( Gedicht) von Leopold Jacoby. Eine unbeschreibliche Rohheit, die nahezu ein Menschenleben vernichtet hätte, führte heute den Maurer Hermann Brückner und den Arbeiter Julius Lehmann aus Könige Wusterhausen unter der Anklage der qualifizirten Körperverlegung mittels eines Messers und einer das Leben gefährdenden Be handlung bezw. der Beihilfe dazu vor die zweite Straffammer am Landgericht II. Am 17. Juli d. J. gerieth der 28 jährige Brü.cfner mit dem gleichalterigen Arbeitsgenossen, dem Maurer Larnow, in einer Kneipe wegen einer fast werthlosen Schnapsflasche in Streit, der bald geschlichtet wurde. Brückner lauerte aber dem Gegner auf der Straße auf und schlitte ihm mit einem Messer den Bauch auf, so daß die Eingeweide heraustraten und Tarnow nach ärztlichem Gutachten fast nur durch ein Wunder am Leben erhalten wurde. Lehmann follte dem Brückner das Messer zu der That geliehen haben, was der Gerichtshof aber nicht für ausreichend erwiesen hielt, weshalb Lehmann freigesprochen, Brückner aber zu vier Jahren Geleber Deffentlichkeit im fünftigen Deutschen Militärfängniß verurtheilt wurde. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Beitungsliste für 1893 unter Nr. 2609) 53 f.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zwei beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld gespaltene Petitzeile 20 Pf. 55 Strafprozesse von M. Gr. Schultheiß. Preis 80 Pfg. Sozialdemokratischer Katechismus für das arbeitende Volt von Ludwig Knorr. 2 Bogen in Taschenformat. Preis 15 Pf. Jnhalt nach Kapiteln: Kapital und Arbeit. Bon der Lage des Voltes. Was will die Sozialdemokratie? Was über die Sozialdemokratie gelogen wird. Statistisches. Die zehn Gebote des Kapitalismus. Programm der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Aufs Sonnwendioch! oder: Er soll einen Vortrag halten. Lustspiel in Aft von E. Deschauer. Schwabach. J. G. Schreier'sche Buchhandlung. Preis 60 Pf. Diebstahl von 3 Streichhölzern? Große Entrüstung herrscht in Gastwirthskreisen über die Denunziation eines Gastes feitens des Schankwirths Kammermaier wegen Entwendung von brei Streichhölzern, und wird die erfolgte Verurtheilung wegen Diebstahls zu einem Tage Gefängniß auf das Lebhafteste bedauert. Auch das offizielle Organ des Verbandes der Gafts und Schantwirthe Berlins und Umgegend, die Deutsche Gastwirth Beitung", bringt zu dieser Affäre an leitender Stelle einen geharnischten Artikel und stellt sich in demselben auf einen anderen rechtlichen Boden, als der betreffende Gerichtshof, indem es meint: nach unserem Gefühl und nach unserer Kenntniß Nr. der einschlägigen Verhältnisse besaß der Wirth überhaupt lein Verfügungsrecht über die zu dem Belieben feiner Gäste ausgestellten Streichhölzer. Die zur beliebigen Benugung in den Lokalen ausgestellten Verbrauchsgegenstände, wie Streichhölzer, Salz, Pfeffer, Mostrich 2c. gehören nach den hiesigen Ansichten dem Gafte und sind ihm zur freien Verfügung gestellt. Es ist seinem Belieben überlassen, ob und wieviel er von diesen Gegenständen benutzen will. Das von dem einzelnen Gaft verbrauchte Quantum repräsentirt denn auch nur den Bruchtheil von einem Pfennig Werth. Die Voraus segung des Diebstahls oder der Unterschlagung aber ist, daß ein derartiger Gegenstand mindestens den Werth der kleinsten Münze, also eines Pfennigs haben muß. In dem Vorliegenden ist dies aber nicht nur nicht der Fall, sondern es ist dem Bestohlenen" sogar der Vorwurf der Arglist zu machen, während der Bea fchuldigte" sicherlich nicht das Gefühl haben konnte, etwas Gesetz widriges begangen zu haben." In zweiter Instanz wird der Syndikus des Verbandes nicht den Schankwirth, sondern den M. K. 1 und 2. Ja, es ist das möglich. 3.( Streitfrage) Ja. F. G., Beusselstr. 30. Eine Verlobung kann jederzeit von einem der beiden Theile rückgängig gemacht werden. Ein Genoffe 100, geilkundiger und Fr. Gr. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. A. 2, Sch. 1. Innerhalb 3 Tage. 2. Ja. Arbeitgeber hat herauszuzahlen und ist straffällig, wenn er das M. K. 1. Kündigungsfrist steht Ihnen nicht zu. 2. Der gefammite Krankengeld Ihnen abgezogen hat. Risdorf 1000. Das Gericht des Ortes ist zuständig, in dem die Arbeitsstätte liegt. 23. M. 105. Wenden Sie sich an den Verein der Maschinisten. 1. 2. 3. Nach Ihrer Darstellung liegt kein Diebstahl des Hundes, wohl aber ein Erpressungsversuch seitens des Birthes vor. W. L. Wenden Sie sich schriftlich beschwerdeführend an den Oberbürgermeister. Scholz 32. Die Schuldenlaft der französischen Republik beläuft sich zur Zeit auf 25 Milliarden 633 Millionen Mark; an Zinsen werden dafür gezahlt 1042 300 000 Mart. 49 der Blätter für soziale Pragis"( Frankfurt a. M., Oktavblättchen. Den traurigen und entfeßlichen Zustand, Verlag von Joseph Baer u. Co.) hat folgenden Inhalt: daß nicht Geistestrante in Irrenhäuser gesperrt werden, haben Das Elberfelder System und seine Umgestaltung. Von Bei- wir wiederholt ausführlich behandelt und manchem zu seinem geordneten Ernft. Der Mangel an Strantenpflegerinnen. Recht verholfen. Sie nüßen der Sache aber dadurch, daß sie Bon Dr. med. Emanuel Cohn. Notizen: Schulwesen uns anonyme Bufendungen machen, wenig. Daß sie anonym Hygiene der Schulzimmer. Untersuchungen des Gehörs bei bleiben wollen, ist ja erklärlich: wollen Sie nicht gelegentlich in Schultindern. Erhebungen über hungernde Schulkinder in der Redaktion zwischen 12 und 1 Uhr vorsprechen? Ihr Name Danzig. Speisung von Schulkindern aus Gemeindemitteln gelangt nicht in die Deffentlichkeit. in Weißenfels. Armenpflege: Armenpflege in Mann- 1. M. Charl. Auf anonyme, jeglichen Anhaltes baare heim. Turnuskost in Bayern. Krantenpflege: Beschwerden fönnen wir nicht eingehen. Berufsgenossenschaften und Krankenpflege. Aufhebung der Nordische Klänge. Wie häufig betont, wird fchriftPoliklinik in Stralsund. Rekonvaleszenten Anstalt für liche Auskunft feitens der Redaktion nicht ertheilt. Der MusikWiener Arbeiter.- Arbeiterversicherung: Aerzte und Ortsverein, deffen Mitglied unbejugt eine Zuba mitnimmt und Heraus frankentaffen in Koblenz.Gefundheitspflege: Gesundheit- gabe der Bücher ablehnt, tann einen Beschluß dahin fassen, daß liche Verhältnisse in Soest. Rieselfelder- Anlage für Braun- das Vereinsmitglied Blech und Bücher an ein bestimmtes Mitschweig. Neue Bolts- Bade- Anstalten für Berlin.- Wohnungs- glied des Vereins zurückgebe, und eventuell tlagen. wesen: Zonen- Bau- Ordnung für Hannover. Auflösung einer A. 2. 19. Ein Bruder kann als Zeuge vernommen, auch Baugenossenschaft in Berlin. Gewerbewesen: Städtische beeidet werden, fann aber auch ablehnen Zeugniß abzulegen. Unterstützung von Vereins- Arbeitsnachweisen, Rome A. M. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. # # Soeben ist erschienen und durch alle Partei Buchhandlungen und Rolporteure zu beziehen: Sammlung sozialistischer Jugendschriften. Hans Nöders Abenteuer. Von Theobald Werra. 32 Seiten mit 15 vorzüglichen Illustrationen. Preis 10 Pfennig. Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. E Diese überaus fesselnde und spannende Erzählung ist eine der schönsten Weihnachtsgaben für das Kind des Arbeiters und gehört mit zu den ersten literarischen Erzeugniffen, welche den häufig geäußerten Wünschen der Parteigenossen nach einer sozialistischen Jugend- Literatur Rechnung trägt. 5184L* Ernst Wiest, Berlagsbuchhandlung, Leipzig. Weihnachts- Ausstellung. H. Richter, Optiker, Berlin, C. Spittelmarkt,( Ballstr. 1) und Weinbergsweg 15b, nahe am Rosenthaler Thor. D 02822 Rathenower Alumingold- Brillen und Pincenez, " " garant, nie schwarz werd. M. 2,50 Nickelbrillen u. Pincenez 1,50 do. allerfeinste Qualität 2, Rathenower Stahlbrillen 1, Brillen u. 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