Ur. 119. flbonoementS'Bedingun�en: Kboraiemeiüä•■Creiä trönumeronio: Lierteljährl. 3�0 SKI, mcnail. LIO ffit, wöchenllich 28 Pfg. frei ins Hau-?. Emzelne Nummer S Pfg. Sanmags- nunimer nnt illustrierter Solmtags» Beilage„Die Neue Well' 10 Pfg. Post» Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Posl.Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für. Teutschland und Oesterreich, Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland- 4 Mark pro Monat. PostaboimementS nebmen am Belgien, Dänemark,' öolland. Italien, Luxemburg:-Portugal, �-mämen, Schweden und die Schweiz. klldKlirt tägHd). Verlinev Volksblstt. 30. Jahrg. Die InferllonS'Gebabr beträgt für die sechsgespaltenc Kolonel. zelle oder dcren� Raunr 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Lerems- und Bersammlungs-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Mn zeigen", das settgcdru-kie Wort 20 Pfg.«zulässig Lfettgedrurkte Worte), jedes weitere Wort>0 Pig. Stellengesuche und SchlasstcllenoN' zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Psg, Worte über ISBuckl- ftaben zählen für zwei Worte. Inserate mr die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis-7 Uhr abends geöffnet, Telegramm> Adresse: „SozlaWcraolirat RtrliD*. s w Zentralprgan der fozialdemofcratifcbcn Partei Deutfcblands. Rcdahtion: SCd. 68, Lindcnstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplan, Nr. 1V8Z. SxpedMon: 8Al.. 68, Lindensrrasse 69» Fernsprecher; Amt syiopiyplatz. Nr. 1884. Unter der Das endgültige Ergebnis der llrwahlen läßt sich zur Stunde noch nicht übersehen, da die Wahlresultake spärlich und lückenhaft eingegangen sind. Nur soviel läßt sich feststellen. daß sich die Zusammensetzung des Geldsackparlamenks kaum irgendwie verändern wird. Das war ja vorauszusehen. So lange das elendeste aller Wahlsysteme existiert, ist auch ein an- deres Resultat nicht zu erwarten. Denn der Ansturm der Massen der Wahlrechtsheloten zerschellt wirkungslos an dem Slassenwahlrecht, das dem Besitzer des größeren Geldsacks das zwanzig-, fünfzig-, ja hundertfach größere Wahlrecht ein- räumt....... Bereits die Wahl von ISSS ergab ja das ungeheuerliche Resultat, daß 600000 sozialdeinokratische Wähler nur 7 Riandate zu erobern vermochten. 600 000 Proletarierstimmen wogen nur so schwer, daß ein halbes Dutzend sozialdemokratischer Abgeordneter die ganze Vertretung bildete, während 60 000 sreikonservaliver Protzen nicht weniger als b0 Vertreter des Geldsacks in das Breiklassenparlament ent- senden konnten. Zeder Geldprotz hatte hundertmal soviel parlamentarisches Vertretungsrecht wie ein Pro- l e t a r i e r! Diesmal ist die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen noch gewaltig angewachsen. Sicherlich wird diesmal eine Willi on proletarischer Stimmen erreicht worden sein..Denn nicht nur in Berlin, sondern in ganz Preußen war das Proletariat diesmal weit zahlreicher angetreten, als vor fünf Iahren. Daß wir trotzdem zur Stunde nur 7 Mandate als erobert betrachten können, kenn- zeichnet das aller Charakteristik spottende Wahlsystem ver- nichtender, als es auch die schonungsloseste Kritik vermöchte. Die sozialdemokratische Armee hat gewalti- gen Zuzug erhalten, viel größer, als das die Mandatsziffer verrät. And das ist das Bedeutsamste und G r a v i e- r e n d st e an der Landkagswahl 1913. Denn ob die Sozialdemokratie im preußischen Iunkerparlament durch ein halbes Dutzend oder durch ein oder auch zwei Dutzend Abgeordnete vertreten ist, ist im Grunde völlig belanglos. Zwanzig sozial- demokratische Abgeordnete können unter den 443 Dreiklassen- männern ebensowenig„positive" Politik machen, ebensowenig praktische Erfolg- erzielen, ebensowenig durch ihr Votum die Gesetzgebung beeinflussen, wie 10 oder 8 oder auch nur k Abgeordnete. Wenn die Vertretung, des Proletariats nicht immer- dar eine klägliche Scheinvertretung. eine bloße Täuschung der Arbeiterklasse sein soll, ist die Gewährung des gleichen Wahlrechts die erste Voraussetzung! Bach Lage der Dinge waren unter der Herrschaft des schändlichen DreiNassenunrechts fast ausschließlich in Berlin einige Erfolgschancev gegeben.. Die Berliner Arbeiterschaft hat sich denn auch tapfer geschlagen und die bisher be- haupteten S Mandate nicht nur glatt, sondern auch mit be- trächtlich größerer Majorität behauptet. In mehreren anderen Wahlkreisen- ist ihr der Sieg nur um haaresbreiti entgangen, so im 10. und 8. Wahl- kreise. Im 12. Berliner Landtagswahlkreise wird die En!- scheidung erst durch die zahlreichen Wahlmännerstichwahlen herbeigeführt werden. Dagegen ist der Wahlkreis Reu- kölln-öchöneberg von der Sozialdemokratie neu er- obert worden! Das preußische.Grubenproletariat wird in der Person seines bewährten Vorkämpfers Hue innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion einen neuen energischen Sach- walter erhalten!... Zum mindesten hart an der Grenze des Sieges wird das Proletatiat auch in Ober- und Rieder- barnim gelangen, wo nicht weniger als drei Abgeordnete zu wählen sind. Außerdem steht die Sozialdemokratie in fünf Dahlkreisen iß der Stichwahl. Aber die Mandats erfolge find ja, das mutz immer wieder hervorgehoben werden, beim DreiNasienwahlrecht nicht das Ausschlaggebende. Die Hauptsache ist die Siimmenzahl. Und da zeigte sich bereits 1908. daß die So- Zialdemokratie in Berlin 17 8 4 0 0 Stimmen auf sich zu vereinigen vermochte, während es der Freisinn nur auf 2 3 2 8 6 Stimmen gebracht Halle. Trotzdem sielen dem Frei- sinn 7. der Sozialdemokratie dagegen nur S Mandate zu. Solche Ungeheuerlichkeiten liegen eben im Wesen des Drei- klasienwahlrechts. des elendesten aller Wahlsysteme! Ie mehr sich das Dreiklassenwahlsystem in seiner ganzen Richtswürdig- keil entpuppt, desto unausweichlicher wird die Wahlreformi Daß auch eine kleinere Fraktion ihre Schuldigkeit tun, der herrschenden Mehrheit den Spiegel vorhalten und die Massen aufpeitschen kann, das hat gerade ein Scharf- macherblatl, die„Rhöinisch-weftsälische Ztg."— wider- willig genug— der kleinen sozialdemokratischen Fraktion des verflossenen Landtags nachgerühmt. Die sechs Mann, so schrieb das Organ der Schlotbarone, hätten an ihrem Teil ebensoviel für die Aufrüttelung der Gemüter geleistet, wie die 110 sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten. Sofern das zutrifft, gebührt das verdienst solch wirksamer Agitation nicht zuletzt den Dreiklassenmännern- selbst, die durch ihre Miß- Wirtschaft und ihr unerhörtes Diktaturregi- m e n t der roten Sechs-Männer-Fraklion erst die rechte R e s 0- nanz für ihre Aktionen verschafft haben! Wie stark oder wie schwach aber auch schließlich die neue sozialdemokratische Landtagsfraklion sein wird: der Wahl- kämpf kann.nur das Vorspiel für. den Wahlrechts kämpf bilden! Die Massen müssen sich nun erst recht rühren! Die preußische Reaktion in all ihren Schaltierungeu hat ein gar dickes Fell und ein unverwüstlich robustes Gewissen. Sie wird um keinen Schritt zurückweichen, der ihr nicht von den Wahlrechtsheloten in hartem Kampfe abgerungen wird! Der Wahlkampf kann nur- die Einleitung und das Vorspiel des Wahlrechts kampfes fein, der alsbald einzusehen hat! Und wie sich die Berliner Arbeiterschaft und das preußische Proletariat bei der Wahl vortrefflich geschlagen haben, so werden sie auch in den unausbleiblichen kämpfen der Zukunft ihren Mann stehen! Die Parole lautet fürder erst recht: nieder mit der Dreiklaffeokljroaci)! Ißer mit den voiksrechten! Eroberte Wahlkreise: 5. Berliner Landtagswahlbezirk 6., 7. 9. 11 � 1•".. n. Neukölln Schöneberg Linden(Hannöver)' Noch unentschieden sind: 10. Berliner Landtagswahlbezirk 19 Lu, 11 In diesen beiden Kreisen fällt die Entscheidung erst nach den Wahlmänner-Stichwahlen. Sozialdemokratische Stich- Wahlen. ?innsderg. Stichwahl zwischen v. Elm(Soz.) und v. Moltke(fk.). Dortmund-Sand. Stichwahl zwischen Hansmann(Soz.) und Cremer(natl.). Karimrg. Stichwahl zwischen Müller(Soz.) und Just(natl.)('. ANona. Stichwahl zwischen Adler(Soz.) und Waldstein(Vp.). Osterholz. Stichwahl zwischen.Reitze(Soz.) und Martens(natl.). Bis 11� Uhr gewählt. in 221- Wahlkreisen 325 Abgeordnete, darunter 119 Konservative, 40 Freikonservative, 45 Nationalliberale, 18 Bolksparter, 89 Zentrum, 4 Polen, 2 Dänen, 7 Sozialdemokraten, 24 Stichwahlen, woran beteiligt sind: 14 Nationalliberale, 9 Konservative, 7 Volks- parteiler, 7 Sozialdemokraten� 5 Freikonservativc, 3 Zcn- trum, 1 Pole, 1 Landwirtebund, 1 Deütschsozialer. Gcwiiul- und Verlustkonto: Konservative Plus 7, Minus 7; Freikonser- vative Plus 1, Minus 4: Nationalliberale Plus 8, Minus 3; Volkspartei Plus 1. Minus 4; Zentrum Plus 1, Minus 4; Sozialdemokraten Pius i. Die Aahlen Iii Berlin. Mühevolle Arbeit war. eS, die unsere Genossen in Berlin seit Monaten geleistet hatjey, um hie. Massen zu den dies- jährigen Landtagswahlen auf die Beine zu bringen. Und wir können ruhig aussprechen: Dieser Zweck ist erreicht worden. War es uns auch klar, daß bei dem infamen Drei- klassenwahlrecht an Mandatsgewinne kaum zu denken war, so ist doch durch die Massenbeteiligung der erwerbstätigen Be- völkerung das Wahlunrecht und die Wahlentrechtung erneut in krasse Erscheinung getreten. Das Wahlgeschäst wickelte sich recht ruhig und langsam ab. In deck Vierteln des. Westens, wo nur wenige Wähler in der ersten und zweiten Wählexklgsse die Wahlmänner er- nannten, langweilten sich die Wahlvorstcher. Selten kam cm Wähler ins Wahllokal. Etwas lebendiger wurde es nur, als die Wähler der dritten Klasse zur Wahl kamen. In den proletarischen Bezirken des Nordens-und Ostens, wo die Ar- beiter um ihren Besitz kämpften, war es von vornherein leb- hafter.-'> Besonders hart ging es im 10. und 12. Landtagswahl- bezirk her. Hier, wo die Entscheidung auf des Messers Schneide stand, wandten die bürgerlichen Parteien alle Miticl an. um die Wähler, vor allem die Beamten, an den Wahl- tisch zu bringen. Im 9. und 11. Landtagswahlbezirk hatten die Frei- sinnigen von vornherein die' Hoffnungen aufgegeben. Nür in einigen UrWahlbezirken hatten die'Gegner Stimmzettel- Verteiler hingestellt, die geschriebene Stimmzettel verteilten. Unsere Freisinnigen hatten- ihre Kraft für die übrigen Bezirke aufgespart, wo ihnen das Mandat auf Grund des Geldsack-- wahlrechts sicher war. Ausfällig war bei der diesmaligen Wahl die außer- ordentlich hohe Zahl von U r w a h l b c z i r k c n mit fünf W a h l m ä n n er u. Das' hat eine Bevorzugung der ersten Klasse zur Folge und bedeutet eine weitere Verböserung des ohnehin schändlichen Wahlrechts und eine weitere Entrechtung der Arbeiterwähler. Diesem Umstand ist es auch zu danken, daß der 10. Land- tagswahlbezirk, der über eine besonders große Zahl von solchen UrWahlbezirken mit 5 Wahlmännern verfügt, gestern noch nicht in den Besitz der Sozialdemokratie übergegangen ist. Hier müssen die Wahlmännerstichwahlcn die Entscheidung bringen.......' Im 12. Bezirk müssen gleichfalls die zahlreich notwendig gewordenen Stichwahlen erst Klarheit schassen, wem das Mandat zufällt, da hier nicht weniger als vier Parteien in den Wahlkampf zogen. Unsere Genossen nuisien in den nächsten Tagen alle Kräfte anspannen, um den Sieg an unsere Fahne zu heften. Trotzdem und trotz alledem!. In den Bezirken 1, 2. 3, 4 und 8 hat der Freisinn seinen Besitzstand behauptet: unsere Genossen behielten die Bezirke 5, 6. 7, 9 und 11. obwohl die Freisinnigen sich Hoffnungen ge- macht hatten, uns einige Bezirke wieder zu entreißen. Diese Hoffnungen sind elend zu schänden geworden, denn wir haben in diesen Bezirken ganz erheblich an Terrain gewonnen. Im Nachstehenden geben wir eine Uehersicht des Wahl- ergebnisses fiir Berlin, von dem wir aber ausdrücklich be- merken wollen, daß es auf Vollständigkeit keinen Anspruch, maxSctt kann. Das bezieht sich auch auf die Ziffern von IM, weil auch von diesem Jahre zuverlässige Zahlen nicht, vor» liegen. Hinweisen wollen wir noch auf den Umstand, daß die UrWahlbezirke wie die Zahl der zu wählenden Wahl- männer sich gegen das Jahr iM zum Teil nicht unerheblich verändert haben. Berliner Wahlkreise. 1. Landtagswahlbezirk. 1. Abteilung: Wahlmänner 1913 190S 3. Landtagswahlbezirk. 1. Abteil ung: Wahlmänner 1918 1908 Sozialdemokraten... 8 S' Freisinnige...... 146 148 Konservalive.....— 2 Stichwahlen.....—— 2. Abteilung: Wahlmänner 1913 1906 Sozialdemokraten\.. 28 83 Freisinnig«...... 98 117 Konservative.....—— Stichwahlen.....— v— X. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten I i. 145 151 Freifinnige...... 7 14 Konservative.....—— Stichwahlen.....——. Insgesamt: Wahlmänner 1913 1908 �. 178 188 ... 351 379 Sozialdemokraten Freifinnige.., Konservative. Stichwahlen..... 8— Gewählt: Freifinn. 4. Landtagswahlbezirk. L Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 6— Freifinnige...... 157 161 Konservative.....~— Stichwahlen.....—— f. Abteilung: Wahlmänner 1918 1908 Sozialdemokraten Ii.38 23 Freifinnige...... 99 189 Konservative.....—"~ Stichwahlen.»... 13 i. Abteilung: Wahlmänner 1918 1908 Sozialdemokraten... 157 157 Freifinnige...... 4 7 Konservativ«.....—— Stichwahlen Insgesamt: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 300 180 Freifinnige...... 260 307 Konservative.....—— Stichwahlen..... 12— Gewählt: Freisinn. 3. Landtagswahlbezirk. 1. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 46 24 Freisinnige..... ,127 149 Konservative.— 3 Stichwahlen 4 2. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 101 104 Freisinnige...... 40 71 Konservative.....—— Stichwahlen..... 1— 3. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 179 83 Freisinnige......—— Konservative— Stichwahlen.....—— Insgesamt: 501 Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 326 311 Freisinnige...... 167 220 Konservative.....— 3 Stichwahlen..... 2 4 Gewählt: Sozialdemokrat. 6. Landtagswahlbezirk. 1, Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 30 16 Freisinnige...... 218 230 Konservative.....—— Stichwahlen•— 3. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 150 127 Freisinnige...... 76 III Konservative.....—— Stichwahlen..... 2— 3. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 254 24? Freisinnige......— 4 Konservative— Stichwahlen.....—— Insgesamt: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 434 890 Freifinnige...... 296 346 Konservativ«.....—-»■ Stichwahlen...,. 2— Gewählt: Sozialdemokrat. 7. Landtagswahlbezirk. 1. Abteilung: Wahlmänner 1918 1908 Sozialdemokraten... 64 17 Freifinnige...... 204 200 Konservative.....—— Stichwahlen.....—— 2. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 184 128 Freifinnige...... 92 96 Konservative.....—— Stichwahlen..... 2«- 3. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 273 22» Freisinnige...... 3 8 Konservative.....—— Stichwahle«.....—— Insgesamt: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 521 368 Freifinnig«...... 299 299 Konservative.....—— Stichwahlen..... Z— Gewählt: Sozialdemokrat. 8. Landtagswahlbezirk. 1, Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 10 4 Freisinnige...... 237 237 Konservative.....— 4 Stichwahlen..... 6— 2. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 90 69 Freisinnige...... 141 222 Konservalive.....—— Stichwahlen..... 8 16 3. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 271 289 Freisinnige...... 8 26 Konservative.....—■— Stichwahlen.....— 9 ÜnSgesamt: �Wahlmänn� Sozialdemokraten... 371 362 Freisinnige...... 386 535 Konservalive.....— 4 Stichwahlen.....—— Gewählt: Freisinn. 9. Landtagswahlbezirk. 1. Abteilung: Wahlmänner 1918 1906 Sozialdemokraten... 103 44 Freifinnige...... 184 130 Konservative.....— 8 Stichwahlen..... 27— 2. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 239 164 Frelsinnige...... 28 36 Konservative.....— 2 Stichwahlen..... 4 3 3. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 264 198 Freisinnige......—— Konservative.....—— Stichwahlen.....—— Insgesamt: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 606 394 Freisinnige...... 160 166 Konservative.....— 8 Stichwahlen..... 30 10 Gewählt: Sozialdemokrat. 19. Landtagswahlbezirk. I.Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 31 21 Frelsinnige...... 251 287 Konservative..... 2 8 Stichwahlen..... 13— 2. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 180 143 Freisinnige...... 120 162 Komervative.....—— Stichwahlen..... 7— 3, Abteilnng: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 264 271 Freisinnige...... 47 52 Konservative.....—— Stichwahlen.....—— AnSgesamt: Wahlmänner C 1913 1908 Sozialdemokraten... 425 435 Freisinnige...... 418 501 Konservative..... 2 8 Stichwahlen..... 20— Entscheidung fällt in bat Stichwahlen. 11. Landtagswahlbezirk. L Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 164 30 Freifinnige...... 84 108 Konservativ«..... 2— Stichwahlen.....— 3 20 Wahlen kamen nicht zustande. 2. Abteilung: Wahlmänner 1913 1908 .. 220 143 .— 23 Sozialdemokraten Freisinnige... Konservalive.. Stichwahlen,. 3. Abteilnng: Sozialdemolraten Freifinnige... Konservative.. Stichwahlen.. Insgesamt: Wahlmänner 1913 1908 220 159 — 1 Wahlmänner 1918 1908 Sozialdemokraten... 604 652 Freisinnige...... 64 132 Konservative..... 3— Stichwahlen.....— 3 Gewählt Sozialdemokrat. 12. Landtagswahlbezirk. 1. Abteilung: Wahlmänner 1616 190« Sozialdemokraten... 88 z? Freisinnige......107 49 Konservative..... 20 2$ Narionalliberale.... 14— Stichwahlen..... 74 � S. Abteilung: Dahlntänner 1313 1908 Sozialdemokraten... gg_ Freisinnige........_ Konservative..... 3 Rationalliberale.... j_ Stichwahlen..... 94_ ».«bteilnug: Wahlmänner 1918 1908 Sozialdemokraten... 196— Freisinnige...... 8— Konservative......— Nationalliberale....——" Stichwahlen..... 47-- Insgesamt: Sozialdemokraten Freisinnige.., Konservative.. Rationalliberale. Stichwahlen 23 ah lm ärmer 1913 l�08 328— 163— 22— 15— 316 Sozialdemokraten find an 105 Stichwahl«' beteurgt. Laudtagsw ahlkreis Neukölln-Schöneberg. L Abteilung: 310 Wahlmänner 1918 1908 Sozialdemokraten... 109 33 Freisinnige...... 23 108 Konservative..... 10 127 Mier(Mischmasch)... 108 8 Stichwahlen: 15 zwischen Soz. u. greif., 19 zwischen Soz. u. Mier, 19 zwischen Freis. u. Mier. 2. Abteilung: 310 Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 262 147 Freisinnige......— 60 Konservative..... 2 19 Mier........ 20 2 Stichwahlen: 13 zwischen Soz. und Freis., 4 zwischen Soz. und Mier, 5 zwischen greif, und Mier. 8. Abteilung: 310 Wahlmänner 1913 1908 Sozialdemokraten... 310 319 Die Resultate von Schöneberg stehen noch aus. Nieder- und Oberbarnim. Bislang gezählt: Sozialdemokraten... 1003(im Jahre 1908: S88) Konservative..... 563(1908 mit freis. Schepp- wählern zusammen 1019) Liberale...... 252(1908 ohne Schleppwähler 160) Stichwahlen über 100. Zu wählen sind 2332 Wahlmänner; in einem Teil ist eine Wahl nicht zustande gekommen. Die Sozialdemokraten haben demnach mindestens nahezu die absolute Mehrheit der Wahlmänner auf sich vereinigt. In Lichtenberg wurden gewählt: I. Klasie 50 Soz., 50 greis., 87 Kons. Stichwahlen: Soz. mit greis. 7, Soz. mit Kons. 3, Kons. mit greis. 6. Dem. mit greis.— II. Klasie 132 Soz., 8 greis., 6 Kons. Stichwahlen: So,, mit greis. 10, Soz. mit Kons. 4, Kons. mit Freis. 1. III. Klasse 176. Insgesamt 358 Sozialdemokraten. In den Landorlen Rüdersdorf, Tasdorf. Kaltierge find gewählt t8 Sozialdemokraten, 17 Konservative und 5 greifinnige. Teilresultate aus dem Kreise Teltow. Köpenick. I. Abteilung: 2 Soz.. 80«ib., 4 Stichw. IL Abteilung: 25 Soz.. 13 Lib. Hl. Abteilung: 37 Soz., 1 Lib. Treptow- Baumschulenweg. l. Abteilung wurden gewählt: 5 Soz.. 26 greis., 1 Kons., 1 Stichwahl. 2. Abteilung sind gewählt: 20 Soz., 7 greis., 1 Kons. 3. Abteilung wurden gewählt: 28 Soz.. 6 Frei,. Tcmpelhof. 24 Sozialdemokraten, 23 greifinnige. 4 Konservative. 16 Stichwahlen, dabei Sozialdemokraten vmal beteiligt. •130 v Die Wahl im Reiche. Lindeu-Hannover. Sozialdemokraten.. 233 Wahlmänner Bürgerl. Mischmasch. 193» Breslau(Stadt). Sozialdemokraten.. 465 Wahlmänner. Liberale..... 536 Konservative.... 888, DaS Resultat aus 41 Bezirken steht noch aus. Die sozialdemokratischen Wahlmänner erhöhten sich um ISO. Stettin(Stadt). Sozialdemokraten.. 282 Wahlmänner Liberale..... 182, * Kemel, Hehdekrug. Die Wahl der konservativen Kandümten Frentzel und Dr. Gaigalat ist mit 215 Stimmen gesichert. Schwabach (natl.) und Szuiszel(natl.) erhielten 145, die Sozialdemo- kraten 22 Wahlmänner. Tusil IStabt und Laub), Niederung. Die konservativen Kandidaten Dr. Stepputat und Meyer erhielten 297 Wahlmänner, die Liberalen 131. die Sozialdemokraten 26. Die Wahl der Kon- _'"Jcttwen ist somit gesichert. KottbuS(Stadt und Land), Spremberg, Kakau. Die Wiederwahl Hennings(k.) und die Neuwahl Schräders(fl.) ist wahr- scheinlich, doch ist das genaue Ergebnis noch nicht erhältlich. Dosen(Ost), Bosen(©est), Qboruik. giir die deutschen Kandidaten v. Tempelhoff(L) und Ku enzer(natl.) wurden je 293 Wahl- manner gewählt. Ihre Wahl ist sicher, da die polnischen Kandi- baten nur 237 Wahlmänner erhielten. Samter» Birnbaum, Schwerin a. W. Für die deutschen Kandidaten wurden 250 Wahlmänner gewählt, für Polen und Zentrum zuiammen 172. Di« Wahl öc3 Dr. v. Rospatt(fk.) und die Wiederwahl Ernst lPp.) ist also sicher. Fraustadt, Lissa, Rawitsch, Gostyu. Es wunden für die deutschen Kandidaten 376 Wahlmänner gewählt, für die polnischen 250. Die Wiederwahl der bisherigen Kandidaten ist somit sicher. Filebne, Czarnikau, Kalmar i. P. Tie Wiederwahl von Dr. v. Kries (k.) und Viereck(fi.) ist sicher. Sie erhielten je 470 Wahl- männer gegen 84�der beiden polnischen Kandidaten. Schubiu, Hobcnsalja» Sttelno. Die Wahl der deutschen Kandidaten Dr. Busse(k.) und Dr. Leby(natl.) ist nicht zu bezweifeln. Sie erhielten 635 Wahlmänner gegen 256 der Polen. fflncfen, Witkowo. Di« Wahl des deutschen Kandidaten Kandier (natl.)'st ncher. gut den deutschen Kandidaten wurden 177, für den polnischen Kandidaten 135 Wahlmänner gewählt. ©Oldenburg, Reichenbach. Die Wahl der drei freikonservativen Kandidaten Krause Freiherr v. Zedlitz und Neukirch und Dr v Seidlch-st sicher. Frankensteim BiLnsterberg Die Wiederwahl Maitz(Z.) und Berndt(Z.)'st gesichert. Tarnowitz, Beuthen i�and). Die Wahl des Grasen Henckel v �Dnner»nicrra tjt sicher. »attowitz(Land). Z°brze. Die Wiederwahl Goebel(Z.) ist ge- Janer�Bolkenhai» Landeshut. Die Wahl des konservativen Kandi- daten Frecherrn v. Rnhthofen und des Dr. Boenisch(Z.) ist Breslau.'' Stichwahl zwischen vereinigten Rechten(darunter S t r o s s e r) und Liberalen. Hirschberg, Schönau. Die Wahl deS"ationalliberalen Kandidaten Dr. Grund und des Forischrtttlers Menke ist mit 234 Wahl- Männern gegen 113 konservative und 28 sozialdemokratische Lauban, Görliti(Stadt und Land). Die Wahl b. Schenckendorff fnötL), Unterstaatssekreiar grtfich(natl.), Handschuhmacher Laase(Po) ist gesichert. Stendal. Die Wahl der konservative« Kandidaten Hoesch ?nd Bethge mit 309 Wahlmännern ist sicher. Die national- fcfctalen Kandidaten erhielten 61 Wahlmänner. Halle(Stadt), Saalkreis. Für die bisherigen Abgg. Keil(natl.) und Deiius(Bp.) sind mehr als 500 Wahlmänner von ins- gesamt 937 Wahlmännern gewählt worden. Für die Konserva- tiven wurden 110 Wahlmänner, für die Sozialdemokraten 170 Wahlmänner gewählt. Hadersleben. Die Wahl Kloppenburg(Däne) ist mit 179 Wahl- männern gesichert. Der deutsche Zählkandidat erhielt 56 Wahl- männer. Husum, Eiderftedt, Stadt Friedrichstadt iKrcis Schleswig). Die Wahl Tönnics(natl., ist mit 192 Wahlmännern gesichert. Red. Adler(Soz.) erhielt 5 Wahlmänner. Eckernförde. Die Wahl Graf v. Reventlow(I.) ist mit 112 Wählmännern sicher. Professor Leu(Vp.) erhielt 12, Fr. Bauer (Soz.) 24 Wahlmänner. Stormarn. Stichwahl zwischen Bartels(Soz.) und Bonin(k.) wahrscheinlich.' Süderdithmarschen. Die Wahl Peters(fk.) ist mit 108 Wahlmännern sicher. Auf Jbs(Bp.) fielen 58, auf Fröhlich(Soz.) 15 Wahlmänner. Celle. Stichwahl zwischen Wüsche(natl.) und Blancke(Bp.). Flensburg. Stichwahl zwischen Flebbe(natl.) und Wittstock(Bp.). Magdeburg(Stadt). Wiederwahl Gruson und Schiffer(natl.) sicher. Norden. Wiederwahl Fürbringer(natl.) sicher. Königsberg. Krause(natl.), Pachnicke und Kanzow(natl.) gewählt. Creseld(Stadt). Wiederwahl König(Z.) mit 331 Wahlmännern sicher. BrueS(natl.) erhielt 117, Horlitz(Soz.) 22 Wahl- männer. Obertaunustreis. Stichwahl zwischen v. Bülow(natL) und Schwarz(Z.). Labiau,©eblau. Die Wahl der konservativen Kandidaten Amts- rat Schrewe und Majoraisbes. v. Spaeth ist sicher. Rastenburg, Gcrdaucn, Friedland. Tie Wiederwahl der konserva- tiven Abgg. v. Brederlow und Frhr. Schenck zu Tautenburg ist sicher." StallupSnen, Goldap, Darkehmen. Es wurden nur konservative � Wahlmänner für Gutsbes. Fanny und Reg.-Rat a. D. Kreth gewählt. Osterode, Reidenburg. Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. Nehbel(f.) und Graf v. Rothenburg(L) ist sicher. Allcnstein(Stadt und Land), Rössel. Die Wiederwahl der Abgg. Graw(Z.) und Romahn(Z.) ist sicher. Oletzko(Reg.-Bez. Gumbinnen), Lyck, Johannisburg. Es wurden nur konservative Wahlmänner für Pfarrer Hensel(k.) und Landrat Braemer(k.) gewählt. Sensburg, Ortelsburg. Die Wiederwahl der Abgg. v. Bieber- stein(k.) und v. Rönne(k.) ist sicher. Stuhm, Marienwerder. Für die bisherigen beiden freikonserva. tiven Abgg. Schröck und v. Flottwell wurden je 280 Wähl- männer gewählt. Die beiden polnischen Kandidaten erhielten 90 Wahlmänner. Briefen, Thorn(Stadt und Land), Kulm. Die Wahl der Ritter- gutsbes. Schmelzer(fk.) und Kommerzienrat Dietrich(Vp.) ist sicher. Prenzlau, AngermLnde. Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. v. Arnim und v. Buch ist sicher. Jüterbog-Luckenwalde. Die Wiederwahl des Abg. v. Oertzen(fk.) ist sicher. Königsberg(Rm.). Die Wahl der beiden konservativen Kandidaten v. d. Osten und Badicke ist sicher. Demmin, Anklam, llsedom-Wollin, Ueckermündr. Die Wahl der konservativen Kandidaten Rittergutsves. v. Böhlendorff- Kölvin, Gras v. Schwerin-Löwitz und Buchdr.-Bes. Graefe ist mit 401 Wahlmännern sicher. Die Liberalen hatten 48 Wähl' männer. die Sozialdemokraten 27 und der Bund der Hand- werker 2 Wahlmänner. Randow, Greifenhageu. Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. Frhr. v. Steinacker(L) und Malkewitz(L) ist sicher. Pyritz, Saatzig, Stargard i. Pomm.(Stadt). Dia Wahl der konser- vattven Kandidaten Rentner Hammer und Landrat b. LooS ist sicher. Naugard, Regenwolke. Die Wahl der konservativen Kandidaten Rittergutsbes. v. Dorcke und Oberleutnant a. D. v. Dewitz ist sicher. Greifenverg, Kammin. Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. Justtzrat Grundmann(L) und Generalleutnant z. D. Graf v. Wartensleben(k.) ist sicher. Lauenburg, Bütow, Stolp(Stadt und Land). Es wurden nur Wahlmänner für Landrat Dr. v. Brüning(k.), Rittergutsbes. v. Boehn(L) und Oberlehrer Dr. Krause(k.) gewählt. Rummelsburg» Schlawe. Die Wahl der konservativen Kandidaten Landschaftsrat v. Puttkamer und Bauernhosbes. Fischer ist zweifellos sicher.* Schivelbein, Dramburg. Die Biederwahl des bisherigen Abgg. v. Brockhausen(k.) ist sicher. Neuftettin, Belgard. Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. v. Kleist(k.) und v. Bonin(k.) ist sicher. Mgen, Franzburg, Stralsund(Stadt). Es wurden nur konserva- tive Wahlmänner für Fldeikommitzbes. Graf V. d. Grveben und Landrat Frhr. v. Maltzahn gewählt. Grimmen, Greifswald. Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. Rewoldt(fl.) und v. HennigS-Techlin(k.) ist sicher. Meseritz, Bomst. Die Wiederwähl der konservativen Abgg. v. Wentzel und Scherz mit Sil Wahlmännern gegen 107 poln,- sche Wahlmänner ist sicher. Ostrowo, Adelnau, Schildberg, Kempen. Die Wiederwähl der polnischen Wgg. MizerSki und v. Niegolewski ist sicher. Guhrow, Steinau, W-Hlou. Es wurden nur konservative Wahb männer für Conrad und v. Gotzler gewählt. Mrlitsch, Trebnitz. Die Wahl der bisherigen konservativen Abgg. Dr. v. Hehdebrand und der Läse und v. Kessel ist sicher. Groß-Wartenberg, Ramslau, Oels.-Die Wahl der konservativen Kandidaten v. Willert, Dr. v. Korn und Martin(st.) ist sicher. Ohlau, Bneg(Stadt und Laniö. Die bisherigen Abgg. Kache(k.) und Schnaube(st.) haben sämtliche Wahlntännersttmmen erhalten. Oppeln(Stadt und Land). Es wurden nur Wahlmänner für die Äompromitzkandidaten Lücke(k.) und Wodarz(Z.) gewählt. Groß-Ttrehlitz, Lublinitz. Die Wiederwahl von Glowatzki(Z.) und Graf v. Strachwitz(Z.) ist sicher. Gleiwiy rStodt), Tost-Gleiwitz. Peter(Z.) ist ohne Gegenkandidaten wiedergewählt worden. Kasel, Lcobschütz. Die Wiederwahl der Zentrumsabgeordneten Bitta und RichtarSkY, sowie die Neuwahl Smykalla(Z.) ist sicher. Neustadt, Follenberg. Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. Graf Praschma(Z.) und Beyer(Z.) ist sicher. Wolmirstedt, Neuhaldcnslebeu. Die Wahl der konservativen Kan- didaten Fahrich und des Tischlermeisters Rähardt(st.) ist . sicher. Heiligenstadt,©orbis. Bon insgesamt 316 Wahlmännern sind 270 für die bisherigen Abgg. v. Strombeck(Z.) und Tourneau (Z.) gewählt worden. Schleusiugcn, Ziegenrück. Die Wahl des nationalliberalen Kandi- daten Dr. Hagsmeister ist sicher. Bisher Konservativ. S-geberg. Tie Wahl des Grafen Baudissrn st.) ist sicher. Hameln. Für Bürgermeister HauSmann(natl.) sind 123 Wahl- männer gewählt, für Bartels(st.) 91, Die Wahl HauSmannS ist somit sicher. Osterode, Duderstadt. Für Otto st.) wurden 121 Wahlmänner ge- wählt, für MachenS(natl.) 78 Wahlmänner, 12 Wählmänner für den sozialdemokratischen Kandidaten. Die Wahl Ottos ist damit sicher. Melle, Iburg. Die Wahl Reinhardt(Z.) erscheint sicher, wenn- gleich sich das Wahlergebnis im einzKrten noch nicht feststellen läßt. Mmden, Lübbecke. Die Wiederwahl der bisherigen konservativen Abgg. Sültemeher und Sielermann ist sicher. Lippftadt, Arnsberg:, Brilon. Die Wahl der bisherigen Zentrums» Abgeordneten Schwarze und Tinslage ist sicher. Rheinbach, Bonn(Stadt und Land). Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. Fatzbender(Z.) und Hauptmann(Z.) ist sicher. Kochem» Mayen. Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. Linz(Z.) und Jtschert(Z.) mit je 442 Waljlmännern ist sicher. Oberämter Haigorloch, Hechingen, Gammertingeu, Siguumngcn, Garnison von Rastatt. Unter ungemein schwacher Wählbe- ieiligung und bei Wahlenthaltung aller anderen Parteien nur ZeutrumSwahlmänner für Eger und Brandhuber gewählt. Siegkreis. Wahl der Zentrumskandidaten Becker, Brors, Schmidt ist sicher. Frankfurt a. M.(Stadt). Für Flesch und Oeser(Vp.) je 646, Klein- schmidt und Varrentrapp(natl.) je 227, Ouarck und Hültmann (Soz.) je 367 Wahlmänner gewählt. 146 Stichwahlen zwischen Volkspartei und NatiLnalliberalen, 83 zwischen Bolksparrei uiid Sozialdemokraten, 51 zwischen Nationalliberalen und Sozial- demokraten erforderlich. Entscheidung noch vollständig öUZLifelhaft. Wiesbaden(Stadt). Wiederwahl Bar kling(natl.) mit 273 Wahl männer ist sicher. Breidenstein(Vp.) erhielt 95, Müller(Soz.) 36 Wahlmänner. Bochum. Für Althoff(natl.) wurden 650, Weskamp(Z.) 283, Leimpeters(Soz.) 84 Wahlmänner gewählt. Wahl AlthosfS ist sicher. Weststernberg, Oststernberg. Für die bisherigen konservativen Ab- geordneten v. Bockelberg und v. Pappritz sind 280 Wahlmänner gewählt, damit ist deren Wiederwahl sicher. Rendsburg. Die Wiederwahl von Brüll(fk.) mit großer Mehrheit ist sicher. Freisinnige Wählmänner wurden nicht gewählt, für die Sozialdemokraten wurden 19 Wahlmänner gewählt. Wiedenbrück, Paderborn. Büren. Die Gesamtzahl der Wahlmänner betrug 596. Für die beiden bisherigen Abgeordneten Human'.: (Z.) und v. Savigny(Z.) wurden 525 Wahlmänner gewählt. Der Rest ist unbestimmt. Hofgeismar, Wolfhagen. Für v. Pappenheim(k.) 153 Wählmänner gewählt, für Hebel(natl.) 47. Die Wiederwahl des ersteren ist somit sicher. Kassel(Land), Witzenhause«. Stichwahl zwischen Lehrer Kimpel (Vp.) und Lehrer Heins(Deutschsoz.) erforderlich. Eschwege, Herrschaft Schmalkalden. Die Wiederwahl von Dr. Wend- landt(natl.) ist sicher. Kirchhaiu, Frankenberg. Sämtliche Wahlmänner sind für den bis- herigen konservativen Abg. Frhr. Schenck zu Schweinsberg ge- wählt worden. Heiligenbeil, Pr.-Eylau. Es wurden nur Wahlmänner für v. Kalck- stein(k.) und v. Bülow(k.) gewählt. Braunsberg, Heilsberg. Die Wiederwahl des Abg. Dtttrich(Z.) und die Neuwahl des Rittergutsbes. Hosmann(Z.) ist sicher. Pr.-Holland, Mohrnugen. Die Wiederwahl der bisherigen konser- vativen Abgg. Graf Finckenstein und Graf Kanitz ist sicher. Luckau, Lübben. Die Wahl von Dr. Bandt und Bock v. Wuel- fingen((t) ist sicher. Söslin, Kolberg-Körli», Bublitz. Die Wiederwahl der bisherige« konservativen Abgg. Buttke und v. Wenden ist sicher. Sttiegau, Schweidnitz(Stadt und Land). Die Wahl der Konser» vativen Frhr. v. Reitzenstein und Preutz ist sicher. Neurode, Glatz, Hahelschwerdt. Die Wiederwahl der bisherigen Abgg. Dr.' Porsch(Z.), Geisler(Z.) und Richter(Z.) ist sicher. Glogau, Lüben. Die Wiederwahl der bisherigen konservativen Abgg. Graf v. d. Recke und Quehl ist sicher. Nordhause«(Stadt), Grafschaft Hohenstein. Die Wahl d«S Prof. Pietzger(Bp.) ist sicher. Apenrade, Sonderburg. Die Wiederwahl des Wg. Nisse«(D.) ist sicher. Schleswig ohne Stadt Friedrichstadt. Die Wiederwahl PaulsenS(fk.) ist sicher. Herzogtum Lauenburg. Die Wiederwahl des freikmservativen Abg. Wentorp ist sicher. Hannover(Land). Springe. Die Wiederwahl deS OberamtmannS Rehren(fk.) ist sicher. Gronau, Alfeld. Die Wiederwahl des Abg. LüderS(fk.) mit großer Mehrheit ist sicher Göttingen(Stadt und Land), Münden. Die Wahl Dr. Ottos(natl.) ist sicher. Uelzen. Die Wiederwahl des bisherigen Abg. v. d. Wense(fk.) mit 133 Wahlmännern ist gegen Seminarlehrer Hinrichs(natl.), der 53 Stimmen erhielt, sicher. Lüneburg(Stadt und Land), Winsen. Die Wiederwähl des Abg. Ecker(natl.) ist mit 158 Wahlmännern sicher, gür gluegge (!.) wurden 109, für Jbina(Soz.) 35 Wahlmänner gewählt. Lehe, Geestemünde. Stichwahl zwischen Flathmann(natl.) mit 175 Wahlmännern und v. Leihe(B. d. L.) mit 103 Stimmen. Die Sozialdemokratie gibt den Ausschlag. Lüdinghausen, Beckum, Warendorf. Die Wiederwahl der bis- herigen Abgg. Wester Schulte(Z.) und Frhr. v. Twickcl(Z.) ist sicher. Wittgenstein, Siegen. Die Wiederwahl des Nationalliberalen Abg. Macco ist sicher. Melsungen, Fritzlar. Die Wiederwahl von Noll iL) mit 104 Stim- men gegen Wollenhaupt(natl.), für den 83 Wahlmänner gewählt wurden, ist sicher. Fulda. Die Wiederwahl von Rhiel(Z.) mit 235 Wahlmännern ist sicher. Düren, Jülich. Für die bisherigen Abgg. Busch(Z.) und Stupp (Z.) 507 Wahlmänner gewählt. Buchdr.-Bes. Bohle(Bp.) und gabrikdirektor Bender(natl.) erhielten 44 Wahlmänner. Ragnit, Pillkallen. Die Wahl der beiden konservativen Abgg. v. Plehwe und Gottschalt ist sicher. Neiße(Stadt und Land), Grottkan. Die Wiederwahl der Zen- trumSabgeordneten Dr. Zimmer und Stull ist sicher. Grünberg, Frevstadt. Die Wahl der konservativen Abgeordneten Prof. Dr. Leeder und v. Neumann ist sicher. Wanzleben. Die Wiederwahl des konservativen Abgeordneten v. Kotze ist sicher. Norderdithmarschen. Tie Wiederwahl Dr. GörckS(natl.) ist sicher. Reuhaus a. d. Oste, H adeln. Die Wiederwahl des Dr. Hahn(k.) ist sicher. Leer, �Weener. Für Landrat Kleine(st.) 145 Wahlmänner. für Stendel(natl.) 31 gewählt. Wiederwahl Kleines damit sicher. Rotenburg, HerSfeld. Tuerckes(k.) Wiederwahl ist sicher. Die Wahlbeteiligung war etwas reger als bei früheren Wahlen. Diepholz, Syke. Die Wahl Wehers(Diepholz)(natl.) ist mit 149 Wahlmännern sicher. Der Gegenkandidat Logemann(B.d. L.) erhielt 72 Wahlmänner. Nienburg. Hoya, Sulingen, gür Heye(natL) 178 Wahlmänner für Harries(fl.) 92 Wahlmänner gewählt, damit ist die Wahl Heyes sicher. Hannover(Stadt). Fink(natl.). Dr. Arning(natL) wiedergewählt mit 666 Wahlmännern. Die Sozialdemokraten erhielt 815, die Volkspartei 26. HildeSheim(Stadt und Land). ES wurden 191 konservative, 234 nationalliberale. 49 sozialdemokratische Wahlmänner gewählt. Es ist daher zwischen Konservativen und Nationall, beralew Stichwahl erforderlich. Tannenberg, Lüchow, Bleckede. Die Wahl des freikonservatiden Kandidaten Ebeling ist mit 40 Stimmen Mehrheit gegen Puttfarken(natl.) sicher. Harburg(Stadt und Land). Stichwahl zwischen Just(natL) und Müller(Soz.) erforderlich. Borde». Rotenburg. Zeven. Die Wahl Dr. Barenhorsts(fl.) ist. mit 165 Wahlmännern sicher. Heldberg(natl.) erhielt 91 Wahlmänner. der sozialdemokratische Kandidat 4 Wahl- männer. Singen. Grafschaft Bentheim. Die Wiederwahl von Kriege(fk.) ist sicher. Tecklenburg. Die WiederlvaHI des bisherigen Abg. v. Gescher(f.) erscheint sicher. Lteinfurt. Ahaus. Die Wiederwahl der bisherigen Wgg. Gerold (Z.) und Lohans(Z.) ist sicher. Zentrum erhielt 397, Statto- nalliberale 28 Wahlmänner. Münster lStadt und Land), Koesfeld. Die Wiedertvahl der bis- herigen Ab gg. Leppelmann(3-) und �-chmeding(Z.) ist sicher. Marburg, Höxter. Die Wiederwahl der beiden Mgg. Albers(Z.) und Wuermeling(Z) ist sicher. Olpe, Meschede. Der bisherige Abg. Klocke(Z.) wird sicher wieder- gewählt. Homberg, Zicgenhain. Alle Wahlmänncr wurden für den bis- herigen?lbg. v. Gehren(f.) gewählt. Hünfeld, Gersfeld. Die Wiederwahl des Abg. Drinnenberg(Z.) ist sicher. Westerburg, Unterwesterwaldkreis. Für Dahlem(Z.) wurden 298 Wahlmänner gewählt, die Gegner erhielten insgesamt 33, die Wahl Dahlems ist somit sicher. Unterlahukreis. Die Wiederwahl des Abg. Lieber(natl.) ist ge- sichert. Limburg. Für Cahenslh(Z.) wurden 164 Wahlmänner gewählt, die Gegner erhielten insgesamt 39, Cahenslys Wahl ist somit sicher. Wiesbaden(Land), Höchst. Die Wiederwahl Wolfss(natl.) ist sicher. Mettman«. Für den bisherigen Abg. Lukas(natl.) wurden 244, für Frhrn. v. Diergardt 1%) 112, für Büchter(Soz.) 83 Wahl- männer gewählt. Die Wiederwahl Lukas'(natl.) ist somit sicher. Kleve. Die Wiederwahl des Abg. Frhr. V. Los(Z.) ist sicher. Mörs. Für den bisherigen Wg. Borster(fk.) sind rund 469, für Müller(Soz.) etwa 28 Wahlmänner gewählt. Neust, Grevenbroich, Krefeld lLand). Die Wiederwahl der Abgg. Marx(Z.) und Graf v. Speo(Z.) mit überwiegender Mehr- heit ist sicher. Koblenz(Stadt und Land), St. Goar. Die beiden Abgg. Well- stein lZ.) und Müller(Z.) werden sicher wiedergewählt. Adenau, Ahrweiler..Die Wiederwahl deS Abg. Kuhn(Z.) ist mit 298 Wahlmännern sicher. Daun, Prüm, Bitburg. Die Wiederwahl der beiden Zentrums- kandidaten Wallenborn und Müller ist gesichert. Wittlich, Bernkastel. Die Wiederwahl der Abgg. Frhr. v. Wölfs- Metternich(Z.) und Beltin(Z.) ist sicher. Trier(Stadt und Land). Die beiden Abgg. Frhr. v. Steinaecker (Z.) und Schreiner(Z.) werden sicher wiedergewählt. Saarburg, Merzig, Saarlouis. Die Wiederwahl der beiden Zen- trumskandidaten Glattfelter und Euler ist sicher. Schleiden, Malmedh, Montjoie. Die Wiederwahl der Abgg. Kesternich(Z.) und Fleuster(Z.) ist sicher. Hus der Partei. Der Parteitag der British Socialist Party. London, 14. Mai.(Eig. Ber.) Der zweite� Parteitag der im Jahre 1911 zu Manchester gegründeten British Socialist Parly fand am 19, 11. und 12. Mai in Blackpool statt. Der Parteitag war nur schwach besucht; nicht ein Drittel der Mitgliedschaften hatte Delegierte geschickt. ES waren gegen 199 Teilnehmer anwesend. Auch der Vorstand der B. S. P. war nur schwach vertreten; nur zwei Vorstandsmitglieder erschienen auf dem Parteilag. Diese deprimieren- den Umstände, verbunden mit dem Streit um den Syndikalismus und die Rüstungsfrage, der die Partei in der letzten Zeil zerrissen hat, tragen dazu bei, daß die Eröffnungsrede des Vorsitzenden, Genossen Irving einen ziemlich pessimistischen Cbarakter annahm. Irving beklagte, daff die Partei im vergangenen Jahre nicht die Fortschritte gemaäit habe, die man mit Rücksicht aus die begeisterte Stimmung des GründungskongresieS zu erwarten berechtigt gewesen sei.. Der Parteitag mäche einen«ntmutigenderen Eindruck als irgendeiner, dessen er sich entsinnen könne.> Am ersten Tage bescbäfligte man sich mit zahlreichen Anträgen betreffend die Parteistatuten. Während der Beratungen kam es zu mehreren heftigen Auftritten zwischen dem Vorsitzenden und einigen Delegierten, die sich im Verlaufe des Parteitags wiederholten und die Beratungen sehr erschwerten. Bon besonderem Interesse waren folgende Anträge. Nachdem ein von der Mitgliedschaft in Kentish Town entworfenes Pallialivprogramm diskutiert worden war, nahm der Parteilag den Antrag an, den neuen Vorstand zit beauftragen, ein Palliativprogramm für die Partei zu entwerfen. Der Parteitag lehnte es ab, die Frage des Anschlusses der B. S. P. an die Arbeiterpartei zu diskutieren. Ebenso verfuhr er mit der Frage der Bürgerwehr und einem Antrage der Salforder Mitgliedsidast, in dem die Verschmelzung der Wirtschaft- licben und politischen Organisationen der Arbeiterschaft gefordert wurde. Ein Antrag der Mitgliedschaft von Kentish Town. in dem das Vorgehen der Regierung in der Wahlrechtsfrage und Behand« lung der Frauenrechtlerinnen seitens der Regierung verurteilt und die ordentliche Behandlung der politischen Verbrecher(die heute in England wie gemeine Verbrecher behandelt werden) gefordert wird. wurde mit großem Beifall angenommen. Der Vorstand wurde auch beauftragt, eine kräftige Agitation für die Einführung des all- gemeinen Wahlrechts für beide Geschlechter und der Verhältniswahl einzuleiten. Die Hauptangelegenheit, die den Parteitag beschäftigte, war die Rüstungsfrage, die eine Spaltung in der B. S. P. herbeizu- führen drohte. Nicht weniger als sechs Anträge standen zu diesem Punkte auf der Tagesordnung. Die von der Hampsteader Mit- gliedschaft eingereichte Resolution, die angenommen wurde, hatte folgenden Wortlaut: »Dieser Parteitag beglückwünscht die französischen und beut- schen Genosien zu ihrem iräsligen Widerstand gegen die Rüstungs- Vermehrung in ihren Ländern und verpflichtet die Britische Sozia- listische Partei als integrierenden Bestandteil der internationalen sozialistischen Partei, als welcher sie durch die zu Stuttgart und Basel im Jahre 1912 gefaßten Resolutionen über den Krieg ge- Kunden ist. dieselbe Polink in Großbritannien zu befolgen, um dem Wachstum des Militarismus in ollen seinen Formen Einhalt zu tun und die bestehenden verschwenderischen Ausgaben für Rüstungen zu vermindern." H y n d m a n, gegen den sich der Antrag hauptsächlich richtete, legte seine sattsam bekannten Ansichten über die Notwendigkeit einer großen Flotte auseinander. Er erklärte, er habe seine Ansichten nicht geändert, verpflichtete sich aber, sie in Zukunft nur als seine private Meinung zu äußern. Da Hyndman sein Amt alS Vorsitzender der B. S. P. niedergelegt hat, wird die Partei fürderhin weniger Gefahr laufen, durch ihn kompromittiert zu werden. Auch der Sekretär der Partei. Genosse Lee, hat sein Amt niedergelegt; an seine Stelle wird der bisherige zweite Sekretär Genosse Jnkpin treten. Der Vorstand hat eine gründliche Um- gestaltung erfahren; von den acht gewählten Vorstandsmitgliedern gehörten nur zwei— die Genossen Queich und Irving— dem alten Vorstand an._ PersvnaNe«. Im Befinden des Genosien August Kaden ist. wie unser Dresdener Parteiblatt mitte, lt. dl« Besierung so weit bflfe tz bö5 ftionfcnljfluS balb t&icbec verlassen kann. Hus Industrie und Kandel. Die Schlachtvieh- und Fleischbeschau im Herzogtum Gotha. Das Herzogtum Gotha zählt auf 1415 Quo�alkil°m-tei fläckeninhalt rund 185 999 Einwohner. Jedes Jahr wachst die inwohnerzahl in der letzten Zeit um mindestens-999 Kopse an. Betrachtet man nun demgegenüber den fortwahrenden Rückgang>m Fleischverbrauch, wie ihn die amtliche Statistik der letzten sunt Jabre Ißtium. Redakt.: Alfred Wiclepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.: tzvr Augen führt, so muß man kopfschüttelnd fragen, wohin mit der Ernährungsweise des Volkes soll das noch führen und welche Stellung gedenken die Gemeindeverwaltungen und die Staats- regierung den nackten Tatsachen gegenüber einzunehmen? Dabei geht im Lande selbst die Viehzucht und Viehhaltung mit Riesen- schritten zurück, in einem Jahre um einige Tausend Stück. Die Statistiken über die Schlachttiere, an denen die Beschau vollzogen wurde. liefert folgende leicht vergleichbare Uebersicht: Es wurden geschlachtet: Die größere Zahl der Schweineschlachtungen im Jahre 1911 war eine Folge der städtischen Initiative, die einsetzte, als damals die Not gar zu krasse Formen annahm und die Stadtverordneten allenthalben ein Einschreiten forderten. Seitdem ist auch die Zahl der Pferde- und Hundeschlachtungen erheblich gestiegen.� Der Ausfall im letzten Jahre gegenüber dem vorauf- gegangenen ist aber ganz eklatant. Und auch neuerdings wird ein Rückgang bei den Schlachtungen gemeldet. So ist in der Stadt Gotha im ersten Vierteljahr d. Js. nur die Zahl 7793 erreicht Worden, während im ersten Bierteljahr 1912 insgesamt 3643 Tiere geschlachter wurden, somit 830 Schlachtungen weniger; ein Rückgang. wie er fast noch nicht vorgekommen ist in diesem Schlachthause. Aber von keiner Behörde wird etwas dagegen unternommen. Hochkonjunktur in der Waffeuiudustrie. Nach einer Meldung der„Wirtschastl. Korreip." betrug die Zahl der Beschäftigten bei den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken: Gewehrbau Maschinengewehrbau Januar 1913.. 1729 289 Februar».. 2280 331 März„.. 2640 353 April„.. 2799 370 Dabei hat die Gesellschaft noch nicht die Aufträge der HeercS- Verwaltung infolge der Rüstungsvermehrung erhallen. Eine weitere Zunahme der Zahl der Beschäftigten in den nächsten Monaten ist daher noch zu erwarten. Gegen den April des Vorjahres ist die Zahl der Beschäftigten im Gewebrbau um 1999 gestiegen, im Maschinengewehrbau hat sie sich mehr als verdoppelt. Gevverkfckaftlickes. Der Zigarettetitruft und die Cabakarbeiter. Welche Wege der Kapitalismus geht, zeigt die äugen- blickliche Situation in der Zigarettenindustrie. Während bis vor einigen Jahren die Zigarettenfabrikation mit deutschem Gelde betrieben wurde, haben nach Einführung der Banderolen- steuer, welche auch einen hohen Auslandszoll mit sich brachte, einzelne ausländische Zigarettenfabrikanten, die schon ein Ab- satzgcbiet in Deutschland hatten, ihre Fabriken nach hier der- legt. Diese Fabrikanten haben richtig spekuliert. Denn trotz Einführung der Banderolensteuer im Jahre 1906, trotz Er- höhung derselben im Jahre 1909, hat die Zigarettenproduktion in Deutschland einen kolossalen Aufschwung genonimen. Die Zahlen der Statistik der Berufsgenossenschaft zeigen die Ent- Wickelung zum Großbetrieb. Die Triebkraft war der Fortschritt der Technik. Wohl selten in einer Branche hat die Maschine so schnell Eingang gefunden, wie in der Zigarettenindustrie. Die Produktion betrug im Jahre 1911 9 Milliarden und 4 Millionen Zigaretten; sie ist seit 1903 um das Dreifache gestiegen. Die Zahl der Handarbeiter ist dagegen dieselbe ge- blieben, das Mehr der Produktion stellt die Maschine her. Eine solche Revolutionierung in so kurzer Zeit hätte sich selbst der kühnste Optimist nicht träumen lassen. Diesen rapiden Aufschwung hat sich das Grogkapital zunutze gemacht und in kurzer Zeit Riesengewinne eingeheimst. Im Hintergrunde lauert aber schon ein noch größerer Kapitalist, der englisch-amerikanische Tabaktrust, der schon seit dem Jahre 1901 seine Fangarme nach der Zigaretten- Produktion Deutschlands ausstreckt. Das Vorgehen dieses Trustunternehmens hat nicht ganz mit Unrecht in letzter Zeit in den Kreisen der Fabrikanten und Händler einen Panik- artigen Schrecken verursacht. Die Maxinien und die Kampfes- weise des Trustes in Amerika und England geben einen Vor- geschmack dessen, was diese Kreise zu erwarten Hadem Aber schon sehen wir das Eigenartige, daß nicht nur ein Teil der deutschen Kapitalisten dem Trust ihr Geld zuwenden, sondern auch Inhaber namhafter Zigarettenfirmen ihre Fabriken dem Trust zum Kauf anbieten, obgleich sie nach außen den Trust angeblich bekämpfen. Nennenswerte Firmen haben dem Trust ihre Fabriken bereits verkauft resp. sind in ihm auf- gegangen. Die� Händler befinden sich in keiner de- neidenswerten Stellung.'Der Schlachtruf: Hie Trust— hie Antitrust! hat zur Schmutzkonkurrenz geführt und Blüten gezeitigt, wie sie wohl selten innerhalb der kapitalistischen Welt in Erscheinung getreten sind. Es ist den Händlern nachzu- fühlen, wenn sie glauben, in dem Trust den Hauptschuldigen dieses trostlosen Zustandes zu sehen. Diese Stimmung ist um so erklärlicher, wenn man den Artikel einer der letzten Nummern der„Tabakbörse"(Organ des Tabaktrusts) liest, Ivelcher u. a. sagt, daß, wenn der Kampf gegen den Trust verschärft wird. man eventuell ein Jahr lang ohne jeden Profit arbeiten werde, um das Feld zu gewinnen. Wie weit der Trust schon das Absatzgebiet erobert hat, geht daraus hervor, daß er von zirka 1000 Fabriken nur fünf erobert hat. aber von der Gesamtproduktion 25 Proz. herstellt. Das will etwas bc- deuten, wenn man in Betracht zieht, daß allein die Trustfirma I a s m a tz i trotz recht nennenswerter Abschreibungen am Jahresschluß 1912 25 Proz. Dividende ausgezahlt hat. Wie groß die Angst der Händler vor dem Trust ist, kam in einer Versammlung zum Ausdruck, welche die Sektion der Zigarettenarbeiter des Deutschen Tabakarbcilerverbandes ein- berufen hatte. Nach einem Referat, in welchem die oben ge- schilderte Situation beleuchtet wurde, traten die Herren Freibitter und H e i n z e als Vertreter der Händler- vereinignng auf und bedauerten, daß der Referent keine präzise Stellung im Kampf gegen den Trust eingenommen. sondern Neutralität empfohlen habe. Die Herren wiesen auf die rücksichtslose Kampfesweise des Trustes in Amerika den Arbeitern gegenüber hin. Der Trust werde in Deutschland nicht anders handeln, wenn die Gegner niedergerungen sind und er dann das Feld beherrscht. Sie forderten die Ar- beiter auf, mit ihnen den Kampf gegen den Trust auf- Uy. Glocke. Leri'n. Druck u. Verlas: Vorwärts Buchvr. u VertagsanilaU zunehmen. In der Diskussion, sowie in dem Schlußwort des Referenten wurde den beiden Herren erwidert, daß es den Arbeitern ganz egal sei, ob sie vorn deutschen oder englischamerikanischen Kapital ausgebeutet würden. Das Kapital kennt darin ebenfalls keinen Unterschied; es legt nur Gewicht auf größeren Profit. Die Händler sollten Anteil an der Erziehung der Konsumenten nehmen, indeni sie in ihren eigenen Reihen sorge tragen, daß beim Einkauf von Waren nur Fabrikanten bevorzugt werden, die Tariflöhne oder einigermaßen anständige Löhne bezahlen. Dadurch würden sie nicht nur die für so viele Händler unheilvolle Preis- schleuderet eindämmen und so mancher Manipulation von Fabrikanten Herr werden, sondern sie könnten dann auch dem weiteren Umsichgreifen, des Trusts mit größerer Ruhe entgegensehen. Für die Arbeiter � und� Arbeiterinnen in der Zigarettenindustrie heißt es, sich eine straffe Organisation schaffen, um' ihre Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verbessern und um. den eventuellen Gelüsten des Unternehmertums ein Paroli zu bieten, die darauf hinausgehen, sich bei diesem Kampf um den Profit dadurch schadlos zu halten, daß man die Lebenshaltung der Arbeiterschaft noch weiter herabsetzt. Nicht die Interessen irgendeiner Unternehmergruppe, nur die eigenen Interessen haben die Arbeiter und Arbeiterinnen der Zigarettenindustrie wahrzunehmen. Internationale Konserenz der Sattler und Portefeuiller. Die dem internationalen Sekretariat der Sattler und Porte- feuiller(Sitz Berlin) angeschlossenen Landesorganisationen tagten am 9. und 19. Mai in Wien. Aus dem vorliegenden gedruckten Geschäftsbericht ist hervorzuheben, daß die angeschlossenen Länder am Schluß des Jahres 1911 21 466 Mitglieder hatten, darunter 1329 weibliche. Seit der letzten Konferenz ist die Mitgliederzahl gewaltig gestiegen, die deutsche Organisation hat allein 4139 Mit- glieder zugenommen. Leider mutz konstatiert werden, daß die auf der letzten Konferenz angeknüpften Verbindungen mit den eng- lachen Organisationen vollständig wieder verloren gegangen sind. Auf die in der letzten Zeit gerichteten Anfragen zum Beitritt zu der Internationalen Vereinigung antworteten die englischen und amerikanischen Organisationen direkt elblehnend, zum Teil lehnen sie auch die eintriltsfreie Ausnahme ausländischer Mitglieder in ihre Organisationen ab.— Auf der Konferenz waren vertreten: Belgien, Deutschland, Frankreich. Oesterreich, Ungarn und Skandi- navien. Aus dem mündlichen Bericht des Sekretärs Sayenbach- Berlin ist hervorzuheben, daß die Tschecho-slawische Sattlerorgant- sation mit ihrem Sitz in Prag den Anschluß an das internationale Sekretariat beantragt hellte. Auf Antrag der französischen Tele- gierten wurde der Antrag abgelehnt, weil diese Lostrennung von der österreichischen Zentralorganisation aus nationalen und nicht aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt sei. In der Diskussion über den internationalen Bericht, resp. in der Berichterstattung der angeschlossenen Länder gab Blum-Berlin in längeren Ausführungen seinem Bedauern Ausdruck über die Unzulänglichkeit der internationalen Beziehungen. Insbesondere wünscht Deutschland aus rein wirtschaftlichen Gründen eine bessere Verständigung. Die Herstellung der Waren dürfe sich nicht aus ungünstige Arbeitsbedingungen aufbauen, wie das in Frankreich und England der Fall sei. Dazu komme noch, daß man in England die Einfuhr deutscher Arbeitsprodukie große Schwierigkeiten bc- reitet. In Frankreich hat sich ein Zusammenschluß der lederver- arbeitenden Berufe vollzogen. Ter österreichische Vertreter kann über gute Erfolge der Organisationsentwicklung berichten, trotz der Separierung der Tschechen. Die Konferenz behandelt ferner den Anschluß an das inter- nationelle Sekretariat der Schuhmacher und Lederarbeiter. In der Debatte nimmt auch der Reichstagsabgeordnete Simon-Nnrnberg als Vertreter dieses Sekretariats daS Wort. In der Abstimmung wird gegen die Stimmen der Belgier und Franzosen dieser An- schluß abgelehnt.— Nach Erledigung einer Reihe von organi- satorischen Fragen wird eine Ausdehnung der Berichterstattung des internationalen Sekretariats beschlossen.— Ein Antrag von Skandinavien, feste Beiträge für die Unterstützung ausländischer Streiks zu beschließen, wurde abgelehnt/ eS soll von Fall zu Fall über eine Unterstützung entschieden werden. Oberdorser-Wicn, Vertreter der Portefeuiller, erstattet ein ausführliches Referat über »Die Schäden der Heimarbeit" und fordert eine gesetzliche Rege- lung. In der Diskussion wird den Wiener Portefeuillern die größte Solidarität ausgesprochen für den Fall, daß es zu einem größeren Kampf kommen soll. Als Ort der nächsten Konferenz wird für 1917 Kopenhagen und als Sekretär Sasienbach-Berlin bestimmt. Im Anschluß an die Konferenz fand der Verbandstag der österreichischen Leder- galanterie-Arbeiter und der Sattler, Riemer und Täschner statt. Hiislanä. Ter Sechsstundentag bei normalem Tagelohn in der Schweiz. Die Krise in der Milchindustrie hat die Fabrik für kondensierte Milch in Cham(Kanton Luzern) veranlaßt, die tägliche Arbeitszeit auf sechs Stunden zu reduzieren. Die Fabrik erhält von den organi- sierten Bauern nicht mehr genügend Milch geliefert, da sie für den Liter nur noch 17VzCent. zählen will, während die Bauern 19 Cent. verlangen. Da sie'diesen Preis nicht erhalten, haben sie über die Fabrik die.Milchsperre" verhängt. In einem Anschlag teilt die Fabrik den Arbeitern mit, daß die tägliche Arbeitszeit auf sechs Stunden reduziert, der normale Arbeitslohn aber wie bisher weiter bezahlt wird und ferner, daß sie sich für den ganzen Svmmor als angestellt betrachten können. Diese Chamer-Milchgesellschaft ist eine Goldgrube für die Aktionäre, denen sie jedes Jahr die fettesten Dividenden liefert. (Siehe auch 2. Berlage.) Letzte rtacbrlcbten. Kanada liefert Kriegsschiffe für England. Montreal, 16. Mai.(Telegramm der Deutschen Kabelges.) Die Bordensche Flottenvorlage, ndch welcher Kanada dem Mutterlande 35 Millionen Dollar zum Bau von drei Dreadnoughts überweist, ist vom Unterhause in dritter Lesung angenommen worden. Ueber die Haltung des Senates verlautet noch nichts Zuverlässiges. Die Beendigung des Bergarbeiterstreiks in Südwales bevorstehend. London. 16. Mai.(W. T. B.) Die durch die Beschäftigung Nichtorganisierter Arbeiter im Grubendistrikt von Südwales hervor- gerufenen Schwierigkeiten sind so gut wie vorüber. Wie heut« ge- meldet wird, haben sich alle nicht organisierten Arbeiter in den Kohlengruben von Tylorswwn und Ferndale. die seit dem 1. Mas ütllagen, dem Verband angeschlossen. ÄlleS spricht für e,ne baldige Wiederaufnahme der Arbeit. Ein gefährlicher Schiffsbrand. Trieft, 16. Mai.(W.T.B.) Der Dampfer»Saxonia" der Cunard-Linie ist mit 499 Auswanderern in Brand g«, raten. An Bord brach eine Panik aus. Nach acht Stunden konnte der Brand gelöscht werden. Die Abreise des Dampfers mutzte verschoben werden. Der Schaden ist noch nicht festaeftern Paul Singer öt Co., Berlin LW. Hierzu 4 Beilagen u. Untcrhaltüngsbh Hr. 119. 30. Jahrgang. 1. Itilnjf Ks Jonsärts" JJttlinct WsM Sonnabend, 17. Mai 1913. politirche Qebeiilcbt. I» der Krypta des Speyerer Kaiserdoms. Dem Zentrum sind die bekannten 1899 er Wahl kompromißverhandlungen im Dom zu Speyer unter Teilnahme des jetzigen Münchener Erzbischofs Dr. v. Bcttinger höchst un angenehm und seine Blätter versuchen deshalb immer wieder, die Unterhandlungen als ganz belanglos und harmlos hinzu stellen. Auch der Reichstagsabgeordncte Dr. Jäger-Speyer versuchte jünst in der Kausenschen„Allgemeine n R und- s ch a u" eilte Art„Ehrenrettung" des Zentrunts vorzunehmen. Das ist ihm gründlich mißglückt, denn er hat dadurch einen anderen Teilnehmer an der Dom Konferenz, den bayerischen Landtagsabgeordncten Genossen Joseph H u b e r auf den Plan gerufen. Huber zerstört gründlich die Jägersche Be- schönigung. Er" erzählt in der„Pfalz. Po st" vom 15. d. M.: „Die eigentlichen Förderer der Sache waren zwei hoch- angesehene Speyerer Geistliche, von denen der eine noch dort lebt, der andere in München seinen Wohnsitz hat. Mit diesen wohnte ich einigemal und zwar in Ludwigshafen und Speyer den Be- sprechungen bei. Auch in der Wohnung von Ehrhart hatte Dr. Ziminern einmal mit diesem allein und ein anderes Mal in meinem Beisein eine Aussprache. Nachdem die Vorderhand- lungen soweit gediehen waren, ließ Ehrhart unseren Genossen v. Wollmar kommen, damit der Abschluß perfekt wurde, da ja auch das Münchener Kompromiß damit im Zusammenhang stand." Dann bestätigt Huber die Darstellung des Genossen v. Vollmar in der„Münchener Post" vom 31. Oktober 1911, in der es heißt: „Wir traten durch eine Seitenkapclle ein. an deren Eingang ein Domgeistlicher uns empfing. Unter dessen Bortritt gingen Ehrhart und ich— u n d noch einer— durch die Reihe der knienden Beter von der Seite in den Dom und dann wenige Schritte weiter in die Krypta, die der Geistliche persönlich ösinete, und nachdem wir eingetreten, wieder versperrte. In der Krypta befanden sich ein paar Altäre, vor denen einige Reihen von Betstühlen standen. Wir ließen uns auf ein paar derselben nieder, die sich nahe der Mauer der Krypta befanden. Hier wurden nun durchaus keine architektonischen oder sonstige profanen Angelegenheiten besprochen, sondern man unterhielt sich eingehend über das für die Pfalz abzuschließende Wahl- kompromiß und die dazu gehörigen Dinge. Während des Ge- sprächs wandte sich der lustige Ehrhart einmal nach der hinter uns befindlichen Mauer und meinte, indem er an sie klopfte:.O b die alten Kaiser do drinne uns wohl höre könne?" Worauf der Geistliche lachend meinte:«Wisse Se. das weeß m er noch not, ob do wirklich Eener drin is..." Kurz darauf öffnet sich rasselnd das Tor, der Kirchendiener führte einen Fremden herein, worauf wir uns erhoben und Krypta und Dom verließen." Dieser„Noch einer", von dem Vollmar hier spricht, sei, so versichert Huber, er selbst gewesen. Genosse v. Vollmar habe damals absichtlich nicht den Namen Hubers erwähnt, bannt immer noch einer da sei, lvenn man eines Tages die Sache anders' darzustellen versuchen wolle. I Huber erklärt dann, daß es eine Fabel sei, wenn Jäger behaupte, nur vier Personen hätten an der Verhandlung in x dcr Krypta des Speycrcr Toms teilgenommen. Er erklärt: „Den Besprechungen in der Krypta angewohnt haben von sozialdemokratischer Seite: v. Vollmar, Ehrhart und Hub er: als Mittelsmann Herr Schäfer; und von der anderen Seite Dom- kapitular Dr. Zimmern und„noch einer". Wer dieser„Noch einer"— der sechste Teilnehmer— ist, sagt Genosse Hubcr nicht. Es ist der jetzige Erzbischof von München.__ Neue Ausnahmegesetze für Elsast-Lothringen. Der Pariser„Matin" wußte gestern zu berichten, daß die elsaß- lothringische Regierung dem Bundesrat zwei Borlagen eingereicht hätte, in welchen dem Statthalter das Recht cingeräuntt werde, französische Vereine in den Reichslanden ohne weiteres zu unter- drücken, sobald die von ihnen geübte Tätigkeit die Sicherheit und den inneren Frieden der Reichslande gefährdet. Ferner soll der Statthalter das Recht erhalten, alle in französischer Sprache erscheinende Blätter zu verbieten, sobald ihre Haltung den Frieden störe. Die Meldung erschien höchst zweifelhaft, zumal der Pariser „Matin" nicht gerade als zuverlässige Nachrichtenquelle gelten kann. Leider bestätigt sich die ungeheuerliche Mitteilung des Pariser Blattes. Der„Berliner Lokal-Anzeiger" weiß ebenfalls von der beabsichtigten Einführung neuer Ausnahmegesetze in Elsaß-Lothringen zu berichten, und zugleich meldet das Wolffschen Telegraphen- Bureau: Straßburg i. E., 16. Mai. Wie wir hören, hat die elsaß- lothringische Regierung beim Bundesrat eine Ergänzung des Vereinsgesetzes vom IS. April 1908 und die Einführung des Reichspreßgesetzes unter Hinzufiigung einer Bestimmung über den Vertrieb ausländischer Druckschriften für die Reichslande beantragt. Die Meldung klingt geradezu ungeheuerlich. Eine Beruhigung der reichSländischen Bevölkerung kann durch eine derartige Diktatur des Statthalters sicherlich nicht erzielt werden. Die geplante Maß- regel wird im Gegenteil eine allgemeine Entrüstung hervorrufen und die Sympathien für die französische Republik wesentlich stärken. Die Vorlage stellt zunt großen Teil die Zustände unter dem Sozialisten- gesetz wieder her. Der Statthalter hätte z. B. die Möglichkeit, jeden sozialdemokratischen Verein und jede Filiale einer freien Gewerkschaft ohne weiteres ztt verbieten, er braucht nur anzunehmen, daß durch diese Vereine die Sicherheit der Rcich-slande gefährdet sei. Seit dem Sozialistengesetz ist ein derartiger Versuch, die staatsbürgerlichen Freiheiten durch eine Verfügung der höchsten Verwaltungsbehörden einfach zu beseitigen, nicht wieder unternommen worden. Die deutsche Rüstungsindustrie und der„Erbfeind". Die„Allgemeine Gesellschaft für Dieselmotore" in Augs- burV hatte ihten über alle Länder verstreuten Lizenznehmern dirVerpflichtung auferlegt, die von einzelnen Lizenznehmern erfundenen Verbesserungen des Dieselmotors allen anderen Lizenznehmern zur Ausnützung in ihren jeweiligen Lizenz- gcbieten zur Verfügung zu stellen. Als nun die„Loeiete franyaise de Moteurs R. Diesel" in Bar-le-duc Ende 1993 mit dem französischen Marineministcrium zwecks Lieferung von Dicsclschiffsmotorcn für Kriegsschiffszwecke in Verbindung trat, stellte die Lociete frauyaise int Dicselkonzcrn den Antrag, die Austauschverpflichtung insoweit aufzu- zuheben, als die gemachten Verbesserungen sich auf militärische Einrichtungen bezögen. Im Diesclkonzern, wo die Firmen Augsburg- Nürnberger Maschinenfabrik und Friedrich Krupp- Essen eine tonangebende Rolle spielen, wurde dieser Antrag jedoch abgelehnt. Die französische Gesell- schaft stellte nun einen Spezialmotor für das Kriegsschiff „Petit Pierre" und Iveitere Motore für französische Unterste- boote her, verweigerte aber die Herausgabe der Zeichnungen mit der Begründung, daß dieselben mit dem Ankauf dieses Motors Eigentum des französischen Staates geworden seien. Auch der von der russischen Dieselmotorengesellschaft mit der Rigaer Eisengießerei abgeschlossene Vertrag schloß den Aus- tausch von Zeichnungen der zu militärischen Zlvecken für Rußland gefertigten Motoren aus. Dagegen gab die franzv- fische Gesellschaft selbst an, daß an die französische Marine Dieselmotoren vom Augsburgcr Typ geliefert worden seien. Während also die französische und die russische Gesellschaft sogar die Bekanntgabe der kleinen Verbessentngeu und neuer Slusniaße verweigerte, hat die deutsche Diesel- motorcngesellschaft dem Auslande die grundlegende Idee für die Unterseeboots- und Kriegs- s ch i f f m o t o r e geliefert. Ja, noch mehr: es wurden Oclmotorc für französische Unterseeboote in der Augsburgcr Maschinenfabrik selbst hergestellt und eine Abnahmekommission, aus französischen Offizieren und Ingenieuren bestehend, vom Direktor Dr. Emil Guggenheimcr in dem Augsburger Werk herumgeführt, in demselben Werk, in dem die Motoren für die deutschen Unterseeboote hergestellt werden und unter Anwesen- heit deutscher Abnahmekommissionen je 6 Tage Probe laufen. Herr Direktor Dr. Emil Guggenhcimer ist gleichzeitig französischer Konsularagent und das Bureau der französischen Konsular- aqentur befindet sich in der Maschinenfabrik Augsburg— Nürn- berg, Stadtbachstr. 7. Man sieht, daß das nationale Rüstungsinteressentenkapital sich im allgemeinen recht gut verträgt, und daß der deutsche Teil zwar„keinen Franzmann leiden kann", aber sein Geld gerne nimmt für Kriegswerkzeuge, mit denen gewisse Kreise in Frankreich hoffen, Deutschland im gegebenen Augenblick be- siegen zu können._ Wieder nichts. Die reaktionäre Presse wiederholt in endlosen Variationen— freilich ohne dafür irgend einen Beweis zu liefern— daß der Münchener Attentäter Johann Straffer ein„Anarchist der Tat" sei, der wahrscheinlich im Auftrag einer anarchistischen Verbindung ge- handelt habe. Demgegenüber schreibt unser Müncheiter Parteiblatt, die„Münchener Post" in ihrer Freitagsnummer auf Grund zuvcr- lässiger Informationen: «In München beurteilt man den Doppelmord— nicht etwa in sozialdemokratischen, sondern in Kreisen verständiger Beamter — anders, als die Hetzartikel vermuten lassen. Man hat durchaus nicht die Absicht, dem Vaganten Strasser, einem Sohn des schwarzen Niederbayerns, zum Rufe eines anarchistischen Bluthelden kleines fcinlleton. Freundesdienste als Beruf. Warum sollte in einem Zeitalter der käuflichen Liebe nicht auch die Freundschaft für Geld zu er- werben sein?«ind doch ohnehin unsere wirklichen, echten Freunde schon dünn gesät— tauin einer oder zwei unter so vielen. Muß es deshalb nicht Wunder nehmen, daß erst jetzt'ein findiger Kopf auf den Gedanken gekommen ist, Freundesdienst« gegen Be- Zahlung zu leisten? Bedeutet diese Idee nicht eine Kulturtat ersten Ranges, eine Erlösung von unserem sogenannten„guten Freund", dessen Gefälligkeiten wir durch Geschenke doppelt und drei- fach bezahlen mutzten? „Wir sind Ihnen alles, wir kiesorgen Ihnen jeden Auftrag und erfüllen Ihnen jeden ausführbaren Wunsch", heißt es in dem Prospekt der Fir-«a Urban u. Co. in Frankfurt a. M., die diesen neuen Geschäftszweig eingeführt hat. Welcher„wirkliche" und „echte Freund" könnte da nock, erfolgreich in Wettbewerb treten? An 14 Beispielen wird uns die Vielseitigkeit des neuen Berufs- freundes klar gemacht und dabei gleichzeitig bemerkt:„die ange- führten Beispiele lassen sich natürlich verhundertfacht anführen, wir können Ihnen alles sein". Alles! Gar manche Träne.um den verlorenen Freund wird jetzt weniger geweint werden, der Bcrufsfreund wird ein vollivertiger Ersatz. Er ist in wahres Muster der Freundschaft und l>c\ Taktes. Hören wir, wie schonend er eine Trauerbotschaft übermittle:„Angenommen es ist ein Todesfall in Ihrer Familie vorgekommen, i-ie wollen dies ihren Verwandten möglichst schonend beibringen, so übernehmen mir auch diese Obliegenheit, indem wir Ihren Vcr- wandten zunächst schreiben, daß wir von befreundeter Seite erfahren hätten, ein Mitglied Ihrer Familie sei schwer ertrankt, nach wenigen Tagen melden wir dann den Tod." Oder welche im Auslande befindliche Eltern werden nicht er- freut ausatmen, wenn sie im Katalog Nr. 26 lesen:„Angenommen Ihr Sohn befindet sich in Europa in Stellung, um sich weiter auszubilden, wir lassen denselben beaufsichtigen... cvcntl. machen wir Ihrem Sohne die nötigen Vorhaltungen und drohen mit Bericht an Sic."� Doch warum noch Beispiele, der Bcrufsfreund macht ja„alles". Und die Bezahlung? Nicht der Rede loert:„Unsere verehr- lichcn Kunden dürfen versichert sein, daß wir uns in allen Fällen mit einer sehr bescheidenen Bonifikation begnügen." Welcher Freund ist so genügsam! Man zahlt die geringe Taxe und ist aller Verpflichtungen, aller Tankesworte enthoben. Darum lebe der Bcrufsfreund und der Fortschritt der Kultur. Musik. WagnerS Mei st er finger bei Kroll. Durch ein echtes Kunstwerk wird jede Stätte geadelt. Dennoch ist dies greuliche Haus mit feiner miserablen Aküstik und seinen fürchterlichen Knarrsitzen wenig für Wagners Musikfcstspiele geeignet. Am allerwenigsten für die Meistersinger, mit deren Aufführen' Direktor Heinrich Hagin die Sommeroper eröffnete. Denn man täusche sich daiübcr nicht: gerade dies Werk verlangt eine voruebme. weihevolle Darstellung; und die ward ihm nicht zuteil. Fritz Cortolezis ist zweifellos ein tüchtiger Dirigent, dem man wohl gern ein Orchester wie das vom Deutschen Opernhause mit.dieser stimmungsreichen Umrahmung wünschen möchte; aber an dreier-siaite vermißte ich die persönliche Note. Ver- wunderlich ist. daß. der Hans Sachs, der einem Baritonisten gehört, von einem Baß gesungen wurde. Theodor Lattermann verleiht der Gestalt immerhin anheimelnd sympathische Züge, die er besonders im ersten Auftritt des Schlußakts entwickelte; aber wie groß war der Abstand von einer Mcistcrleistung. die Wagners Willen ernsthaft erfüllt. Eine schone Gesangsleistung, vielleicht die beste überhaupt, bot Leonor Engelhardt als Walter Stolzing "jck dem warm und schmiegsam gegebenen PreiSlicd. Eva Vogner hatte in Bella Alien ffueder stimmlich noch darstellerisch eine mustergültige Vertreterin. Ihr Sopran klang in hohen Registern «toos spitz und kalt. Wagners Evchen ist doch ei» ganz anderes Wesen.� Robert Leonhardt als Beckmesser, Max Haase als David, Jean Stern als Veit Pogner vermochten nur teilweise zu über- zeuge»; ersterer sang zu gut, um das Grotesk-Komische im Stimm- charakter des eitlen Magistratsschreibers herauszubringen. Soviel von den Solisten. Die Inszenierung des Werkes entbehrte jeglicher Eigenart. Die Nürnberger Festwiese war ganz falsch angelegt, dem Aufzug der Meistersinger fehlte die planvolle Einordnung der Volksmasse, der nächtlichen Lehrbubenprügelei ging aller Humor ab, und die Beleuchtungstechnik verwandelte mit Hilfe eines waschblaucn Mondscheins das Straßenbild in eine Art Nürnberger Zuckerbäckerei. Alles in allem: eine mäßige Aufführung.� Dazu ein Publikum, das zumeist so gar keine Ahnung zu haben schien, daß es sich um das köstlichste Kunstwerk WagnerS handelte. e. k. Theater. Schiller-Theater Charlotten bürg:.Moral", Komödie von Ludwig Thoma. Thomas Komödie mit ihrer schneidenden Satire auf die mit tönenden Phrasen drapierte Heuchelei unserer. Staatscrhaltenden schlug, wie vordem im Kleinen Theater und auf den.Vollsbühnew so jetzt im Schiller-Theater durch. Fest gefügter Ausbau, eine Szenenführung. die ohne Mätzchen und Seitensprünge bei der Stange bleibt, verbindet sich mit einer Fülle drolliger Einfälle und spezifischer Bühnenkomik. Eines jener nicht gerade zahlreichen. Lustspiele, die der Probe öfteren Sehens gewachsen sind. Dieser wohlhäbige Rentier Beermann, liberal-konser- vaiiver Reichstagskandidat und Präsident eines SittlichkeitSvereinS, wie echt ist er in seiner Angst, sein Name prange neben denen der anderen Honoratioren auf der polizeilich beschlagnahmten Liste von Fräulein d'Hautevilles heimlichen Besuchern! Wie echt, wenn er vor dem vernagelt eigensinnigen Polizeiassessor ein Privatissimum über den wahren Zweck der sog. höheren Güter zum besten gibt! Er ist ein brillant skizzierter, bei aller Schärfe des Spotts nicht einmal übertriebener Typ des Dutzendbourgeois, der vom Geschäft zur Politik kommt. Der Kampf gegen Unsittlichkeit, sofenr es sich nicht um die der„unteren Schichten" handelt, hat eben, meint er,„Rücksichten" zu nehmen, muß sich hütem durch Skandal die Autorität der gut- gesinnten und gutsituierten Schichten zu untergraben. Sintemal eS nicht so notwendig ist, Moral zu praktizieren, als dem Volke den Glauben daran zu erhalten. Ganz wie es bei der Religion Haupt- fache ist. daß jedermann glaubt, es gäbe eine und der andere habe sie. Reden, die der Polizeiassessor vom Standpunkt der„Theorie" durchaus zu würdigen weiß, die aber seinen streberisch blinden Eifer, die Hautcville-Sache vor Gericht zu bringen, gar nicht dämpfen. „Der kategorische Imperativ des Gesetze?, die eherne Mauer der Pflicht" gestatten, so renommiert der ahnungslose Jüngling, kein Zurück. Bis das Geheimnis offenbar wird, daß ein Allerhöchster, ein leibhaftiger Prinz— Emil der Gütige— in die Geschichte mit verwickelt ist. Von ein paar Nebenrollen, dem zu pedantisch-steif gespielten Polizei- Präsidenten und dem in der Maske allzu karrikierten Hofmann ab- gesehen, war die Darstellung lebendig. Am stärksten wirkten der außerordentlich echte Polizeiassessor Alfred BraunS und Menzels pfisffg-korpulenter Bcermann. ckr. Humor und Satire. Außerdem fiel noch ein Soldat. Aus Ncu-Kamerun wird offiziell gemeldet: „Bei der Erstürmung eines Dorfes am 17. April erhielt der Vizcseldwebel Siewertsen eine» tödlichen Halsschuß. Außerdem siel noch ein Soldat/' Wer auf Schulter oder Kragen Streifen oder Stern darf tragen, so ein Mensch ist nicht gemein, sondern muß was bess'res fein. Weil er einem Halbgott ähnlich, grüßt ihn jener, der gewöhnlich, grüßt ihn, wie kein Knecht den Herrn: vorne, hinten, nah' und fern. . Einem ist dies unsympathisch, weil er selber demokratisch, sozusagen blutigrot. Dieser heißt Gevatter Tod. Ob sie. lausen ohne Litzen, ob sie voller Litzen sitzen, (ob Rekrut, ob General), dem Gevatter ist's egal! Alle fällt die Knochentatze mit der Sense' ritzeratze: Seht ihr wohl, ich mache euch, triumphiert er, alle gleich. Der Gevatter hat indessen ganz den Klaffenstaat vergessen; dieser unterscheidet streng noch im Erdensouterräng. Der Chargierten Namen funkeln, der Gememe bleibt im Dunkeln. und von ihm bemerkt der Draht: außerdem fiel ein Soldat. Franz. Notizen. — Die große Börneausgabe, die, von Ludwig Geiger und Leo Zechlin bearbeitet, im Bongfchen Verlage erscheint, ist bis zum sechsten Bande vorgeschritten und damit bis zur Hälfte fertig. Sie ist nach den handschriftlichen Unterlagen zu den Schriften und Briefen hergerichtet, die in Frankfurt gesammelt wurden. Man hat in dieser Ausgabe also zum erstenmal den von vormärzlichen Zensurfrevel- strichen befreiten Vorkämpfer der Demokratie in Deutschland. — A m u Ii d s e n tritt seine große Nordpolfahrt im Juni 1911 an. Die amerikanische Regierung hat ihn eingeladen, niit seiner „Fram" durch den Panamakanal auszufahren, falls dieser bis dahin bereits für die Schiffahrt eröffnet ist. Jenes historische Fahr- zeug würde damit als erstes den neuerbauten Kanal passtcren. Amundsen will die Einladung annehmeit und hat den Wunsch aus- gesprochen. Peary möge ihn auf der Fram begleiten. — P f ä f f i s ch e Z e n s u r. In Prag wurde Gerhart Keußlcrs sinfonisches Drama„Gefängnis" am Tage der Generalprobe im neuen deutschen Theater von der Zensur verboten. Das Stück stellt den durch die Einführnng des Zölibats veranlaßten Konflikt eines verheirateten Priesters dar. — DaS kgl. Schauspielhaus wird«volkStüm- l i ch". Da sich Jubiläen ohne Volk nicht gut feiern lassen und das kgl. Theater feine gähnende und tötende Oede bei der Gelegenheit gern beleben möchte, veranstaltet es vom 19. Mai bis 14. Juni „Volksvorstellungen". Zu Ehren von S. M. Regierungsjubiläum werden aus dem Repertoire zwanzig Stücke don Shakespeare bis Otto Ernst aufgeführt. Die Kassenpreise sind um die Hälfte bis zu zwei Drittel ermäßigt und wird auch keine Vorverkaufsgebühr er- hoben. Im Mai gelangen zur Aufführung«Julius Cäsar",«Hamlet", „Minna von Barnhelm",„Wilhelm T-ll". die beiden«Wallenstein". Abende,„Prinz von Homburg" und die«Hermannschlacht". Im Juni folgen dann die beiden ,.Nibelungen"-Abende,„Jouritalisten", „Ouitzows",«Flachsinann als Erzieher". Selbstverständlich hält es das Schauspielhaus nicht für nötig, uns davon Mitteilung zu machen. Es scheint unter„Volk" etwas- lehr Merkwürdiges zu verstehen. Ein Riesenturm. Für ein Judustriemuseum hat der Architekt Franz Pätz in Düsseldorf einen kühnen Plan ausgearbeitet, über den in der Bauwelt einige technische Einzelheiten mitgeteilt werden. Es soll ein Riesentiirm von öOO Meter Höhe,' 200 Meter höher als der Eifielturm. ganz aus Eisen gebaut werden. Die Grundform des Mittelbaues ist ein sechseck. — Eine staatliche Turnhochschule. In Schweden, dem Vaterlande der Lingschen Gymnastik, ist man an der Arbeit, das bisherige gymnastische Zcntralinstitut zum Zweck der Hebung und wissenschaftlichen Erforschung der Leibesübunaeii in eine staat- liche Hochschule umzuwandeln. zu verhelfen. Man läßt ihn zunächst auf seinen Geistes« zustand untersuchen. Und man sogt sich mit Recht: ein SuS- posaunen der Tat StrasserS als anarchistisches Attentat könnte nur andere Schwachköpfe anreizen, in ähnlicher Weise sich.einen Namen" zu machen. Haben doch in München, seit im heurigen Karneval sich ein Fähnrich mit seiner Geliebten von der Groß- hesseloher Brücke stürzte, etwa 15 Personen versucht, ihrem Leben in gleicher Weise ein Ende zu machen. Was man in München amtlich zu vermeiden sucht, das besorgen auswärts Blätter vom Schlage der.Kreuzzeitung" und des.Lokal-AnzeigerS". Und dieweil sie selbst eine skrupellose Hetze treiben, verleumden sie, um schmutzige politische Geschäfte machen zu können, die Sozialdemo- lratie, die die schauerliche Bluttat ehrlicher verabscheut als die reaktionären Geschäftemacher. Laut amtlichen Mitteilungen, die unS eben, vor Redaktionsschluß. noch zugehen, hatte Strasser absolut keine anarchistischen Beziehungen. AuS seinem Verhör konnte man den Eindruck ge- Winnen, daß Strasier ein ungemein beschränkter Mensch ist, der in seinem Innern eine fanatische Wut darüber nährte, daß er beim Verkauf seines Batergutes nicht so viel Geld herausschlagen konnte, als er erwartet hatte. Also ein rabiat gewordener Eigen- nunSfanatiker!"_ Schacher um das sächsische Landtagspräsidium. Im Präsidium der Zweiten Kammer de« sächsischen Land- tags saßen in der letzten Session bekanntlich auch Genosie Fraß- darf als erster Vizepräsident und Genosie Fleißner als Schriftführer. Letzterer wurde auch von den National- liberalen mitgewählt, während diese die Wahl eines Sozialdemo- kraten zum Vizepräsidenten ablehnten, falls er sich nicht bereit er- kläre, an der sogenannten feierlichen Eröffnung des Landtags durch den König teilzunehmen. Die Wahl des sozialdemokratischen Vize- Präsidenten kam daher nur dadurch zustande, daß in der Eile der wechselnden Verhältnisie bei der Wahl eine Verständigung zwischen Nationalliberalen und Konservativen nicht erreicht wurde. Infolgedessen enthielten sich die Konservativen der Stimme, während die Rational« liberalen dem Freisinnigen Bär bei der Bizepräsidenlenwahl die Stimme gaben. Unter solchen Umständen erhielt Genosse Fräßdorf, auf den die 26 sozialdemokratischen uud die 8 freisinnigen Stimmen entfallen waren, die relative Mehrheit und wurde so erster Vize- Präsident. Darüber soll niemand unglücklicher, wie der Borsitzende der nationalliberalen Fraktion, Landgerichtsdirektor Hettner. gewesen sein, der nach dieser Wahl mit aufgehobenen Händen zu Opitz, den Führer der Konservativen, gekommen ist und aus- gerufen hat:.So kann es nicht weiter gehen in unserem Vater« lande; wir müssen wieder zusammen kommen." So hat eS Opitz im . Landtage selbst erzählt. Jetzt scheinen nun Nationalliberale und Konser- vative dabei zu sein, wieder zusammen zu komm en. denn nach den Angaben einiger Zeitungen, die das wissen muffen, sind zwischen den Führern beider LanMagSfraktionen Verhandlungen im Gange, die eine Verständigung über die Be- sctzung des Landtagspräsidiums unter Beseiti» gung der Sozialdemokraten aus diesem zum Zweck haben. Die Beseitigung des sozialdemokratischen Vizepräsidenten ist ja für beide Reaktionsgruppen überhaupt keine Frage. Die Konservativen brauchten sich nur bereit erklären. den Posten des ersten Vizepräsidenten anzunehmen, dann würden die Nationalliberalen mit Freuden für ihn stimmen. Aber die Opitz- garde sdie Konservativen) glaubt Anrecht auf den erste» Präsidentensitz zu haben; außerdem hat sie bereits feierlich erklärt, nie in ein Präsidium eintreten zu wollen, in dem ein Sozialdemokrat sitzt. Unter solchen Umständen kann der Einigungspreis nur in der Beseitigung auch des sozialdemokratischen Schriftführers, der Herstellung eines völlig sozialistensreien Landtagspräsidiums bestehen. Das ist aber für die Nationalliberalen nicht ganz einfach, weil sie seither den Anspruch der sozialdemokratischen Fraktion auf einen Schriftführer für berechtigt erklärt und daher für einen solchen gestimmt haben. Wenn die Nationalliberalen hier nachgeben und sich der konser- vativen Forderung auf AuSmerzung auch des sozialdemokratischen Schriftführers unterwerfen würden, wäre der Verlust für uns nicht sehr groß, aber für die Nationalliberalen wäre eS der politische Bankrott. Sie würden sich geradezu prostituieren und allen politischen Kredit verlieren; sie würden sich in der Jämmerlichkeit selbst übertreffen und zum Schwänze der konservativen Fraktion werden. Ob es schon so weit ist, darüber verlautet noch nichts Bestimmtes, doch muß man an- gefichts der jämmerlichen Haltung der Nationalliberalen zu einigen Fragen bei ihnen jetzt auch mit der ärgsten Wofchlappigkeit rechnen- Preußen als konservativer Rettungsanker. Daß die Konservativen die preußischen Parlamente(Abgeord- treten- und Herrenhaus) als die Stätten betrachtet, wo tatsächlich die reichSdentsche Politik gemacht wird, ist bekannt, aber eS wird nicht oft so unverblümt daran erinnert, wie am lt. Mai in Herford . in Westfalen, wo Graf Westarp vor 800—900 Gutsbesitzern offen erklärte: »Im Reichstage hat man oft da» Gefühl, wenn wir über- ' stimmt werden: Was nützt denn all unser Tun? Aber dann hoffen wir immer aus einen festen Bundesrat, der weiß. was er will und festhält an der geschichtlichen Grundlage des Deutschen Reiches. Daß der Bundesrat fest bleibt, dafür muß die führende preußische Regierung sorgen, und deshalb ist eS so überaus wichtig, daß die preußische Regierung ein festes Parlament bat, auf welches sie sich stützen kann. wenn eS sich um das Wohl des Vaterlandes handelt- Daher ist cS außerordentlich wichtig, daß das preußisch« Abgeordnetenhaus sowohl wie daS Herrenhaus in ihrer Mehrheit aus festem, staatS- erhaltendem konservativen Standpunkte stehen." Da» ist'S: Solange die verschwindende Minderheit der Junker in Preußen kommandiert, solange kommt auch der Reichswogen nicht durch den agrarkouservativen Dreck. Das offiziöse Depescheubureau im Dienste Krupps. Im Stile einer offiziösen Rote läßt die Firma Krupp durch da? Wölfische Telegraphenbureau verkünden: .Die Firma Krupp, zu deren Geschäftsgepflogenheiten es bisher nicht gehörte, ihr zugehenden Drohbriefen irgendeine Be- achtung zu schenken, hat sich m Verfolg der bekannten Reichstags- Verhandlungen inzwischen in mehreren Fällen veranlaßt gesehen. derartige D r o h b r i e f e. die ihr in letzter Zeit von f r ü h e r e n B e a m t e n zugegangen flnd, der konialiche» T t a a t S a n w a I t» f ch a f t zur wetteren Verfolgung zu ubergeben. Wie Joeit durch die öffentlichen Erörterungen einer noch völlig unaufgellärten Sach- läge eine Verwirrung der Geister eingetreten tst, wird am besten durch die Tatsache beleuchtet, daß einer dteser Erpresier es gewagt bat. in solchem Drohbrief eine vor Jahren im Austrage der Familie Krupp durch die Firma ersolate Ueberwetsung eines Be- trage« von 250 000 SU. für das O f N zi e rS- G en e s u ng«. h e t m im Taunus, für das bekanntlich damals von ver- schiedenston Seiten zahlreiche Stiftungen gemacht sind, als Unter- Provision für das ZMlitärkabinett Setner Majestät des Kaisers zu bezeichnen." Die.Geschäftsgepflogenheiten" der Firma Krupp jcheinen dauach dringend der Reputation zu bedürfet,, wozu nunmehr die Geriete . benützt werden. Und da» offiziös« Wölfische Bureau muß diese Mitteilung in die Welt telegraphieren gleich einer Regierung»- erllärung. Die Firma Krupp weiß. waS sie gilt und was sie sich erlauben darf._ Das Encle ctes Balhanhneges. Der Balkanbund will eine Kriegsentschädigung. Pari», 16. Mai. Der bulgarische Finanzminister Theo- dorow, der als Vertreter Bulgariens auf der inter- nationalen Finanzkonferenz hier eingetroffen ist, erklärte einem Berichterstatter unter anderem: Die Balkan- verbündeten werden eine Kriegsentschädigung der- langen und nachweisen, daß sie hierdurch die Türkei keineswegs in eine Katastrophe stürzen ivollen. Sie werden übrigens mit aller denkbaren Schonung vor- gehen und der Türkei, wenn es sein muß, zur Be- Zahlung der Kriegsentschädigung selbst eine Frist von 56 Jahren gewähren. Die Balkanverbündeten werden ferner verlangen, daß ihnen im Ueberwachungsausschuß der türkischen Staatsschuld eine Vertretung zugestanden wird, die abwechselnd eiltem Bulgaren, einem Griechen und einem Serben anvertraut werden soll. Die Bürgschaften für die Bezahlung der Kriegs- entschädigung fehlen in der Türkei keineswegs. Da ist zunächst die dreiprozentige Zollerhöhung, die gerade für die von den Verbündeten eroberten Gebiete getroffen worden ist, dann die Hammelsteuer, die MilitärbefreiungStare der Christen usw. Die französische Kammer über die Balkansituatio«. Paris, 16. Mai. Kammer. Guernier begründete ein- gehend seine Interpellation über die Haltung Frankreich« in der Balkankrise und bedauerte, daß Frankreich an jeder Aktion teilgenommen habe, um von der Türlei die Abtretung Adrianopels und von Montenegro die Rückgabe von Skutari zu verlangen. Robert David trat hierauf in warmen Worten zu- gunsten der Ansprüche Griechenlands ein. Hierauf ergriff der Minister des Auswärtigen P i ch o n das Wort und gab eine ausführliche Darstellung der Balkankrise. Er be- tonte, daß die Tätigkeit Frankreichs von Anfang an darauf gerichtet war, unter den, Mächten die Einigkeit aufrechtzu« erhalten. Die Skutarifrage dürfe nicht so aufgefaßt werden, wie Guernier e» getan. ES habe sich vor allem darum gehandelt, dem Balkankrteg rasch ein Ende zu machen. Durch den Fall SkutariS, welcher allerdings mehr durch eine diplomatische als durch eine militärische Anstrengung erzielt worden seinit der Bagdadbahn verbundene» Werk zu gutem Ende führe. aber Frankreich dürfe dabei nicht leer ausgehen. Man lege durch die militärischen Rüstungen dem Bolle große Opfer auf und müsse ihm dafür auch etwas bieten. Im übrigen heg« er die Ueberzeugung, daß der knegerische Geist der europäischen Völker sich nicht in Europa selbst._ sondern zur Verbreitung der Zivilisation in Asien und Afrika betätigen werde. Der Minister des Aeußern Pichon erwiderte, die Kammer möge versichert sein, daß die Regierung die moralischen und wirt- schaftlichen Interessen Frankreichs nicht vergesse, weder in Syrien. noch sonst wo in einem Teile der asiatischen Türlei. �Lebhafter Beifall.) Darauf wurde eine die Erklärung der Regierung billigende VertrauenS-TageSordnung einmütig durch Hattdaufheben angenommen. Di« Besetzung der Douaninsel Ada Kaleh. Wien, 15. Mai. Da»..Fremdenblatt" veröffentlicht folgendes Kommuniqus: Wie wir erfahren, ist am IS. Mai auf der Insel Ada Kaleh ein ungarischer BerwaltungSbeamter eingesetzt worden. Diese Maßregel ist darauf zurückzuführen, daß nach dem Abschluß deS Frieden» zwischen der Türkei und den Ballanstaaten die Abberufung de» dort anwesenden türkischen Zivilgouverneur» zu erwarten ist, und daß e» daher geboten war. schon jetzt dafür Sorge zu tragen» daß in der Verwaltung dieser schon seit mehr als dreißig Jahren von Oesterreich-Ungarn besetzten Insel keine Störung eintrete. Die muselmännische Frage in Rußland. Roch vor wenigen Jahren war die russische Regierung so sehr von der Treuergebenheit der muselmännischen Bevölkerung über- zeugt, daß sie beispielsweise die Tataren im Kaukasus gegen die Armenier ausspielen, und mit ihrer Hilfe die Armeniermetzeleien inszenieren konnte. Seit dieser Zeit ist aber auch bei den ruifischen Muselmännern ein starker Umschwung eingetreten. Wie rückständig der größte Teil der 20 Millionen rusfischeit Muselmänner auch ist. wie sehr sie noch befangen sind von der Furcht vor dem russischen Eroberer, der sich ihnen im Kaukasus und in Mittel- asien in seiner ganzen Brutalität gezeigt hat. so haben dennoch dia Ereignisse der inneren und äußeren Politik aus- klärend und revolutionierend auf die russischen Muselmänner ge- wirkt. Die Agrarunruhen der Revolutionsjahre rüttelten auch die bisher in stoischem Gleichmut hinsiechenden tatarischen Bauern der Wolgagegenden auf, die gewaltige Sturmflut der proletarischen Be- wegung verwandelte auch die tatarischen und persischen Arbeiter, die von den Unternehmern mit Boriicbe als Lohndrücker und Streik- brecher benutzt wurden, in llasienbewußte Soldaten der proletariicken Armee. Die wirtschastspolitiiche Emwickelung, die im letzten Jahrzehnt mit Heftigkeit einsetzte, rannte auch die Mauern ein, die die große Masse der Muselmänner von der übrigen Bevölkerung schied. und trug in diese, bisher nur wenig differenzierte Maffe die Elemente des Klassenkampfes hinein. Aber auch das nationale Moment kam hierbei zur Geltung. Die allgemeine politische Bewegung, die Wahlkänipfe für die Duma usw. weckten die politische Selbst- tätigkeit der muselmännischen Bevölkerung, uud wenn ihre Abgeordneten, al» die Vertreter der kompromißsüchtigen muiel- männischen Bourgeoisie zunächst nur mit recht farblosen Forderungen auf dem Gebiete des Schulwesens usw. Herbortraten, so sorgte die allgemeine EntWickelung und die zunehmende Brutalität des Stock- ruffentumS gegenüber den„Fremdvöliern" dafür, daß auch die ftied» fertigen Muselniänner von der allgemeinen Opposition erfaßt wurden. Diese Stiinmmtg wurde verstärkt durch die Ereignisse der au«- wärtigen Politik. Die Henkerarbeit der russischen Regierung in P e r s i e n ging bei den russischen Muselmännern, die den Persern glaubenS- und stammverwandt sind, nicht spurlos vorüber. Wahrhaft revolutionierend jedoch wirkte auf sie die Haltung der russischen Regie- rung und derpanslawistischenKreise während deS Balkankrieges. Die Äannibalentänze der panslawistischen Kriegshetzer in der Duma nach deni Fall AdrianopelS. wie die von der ganzen bürgerlichen Preffe ostentativ zur Schau getragene Mißachtung und Verhöhnung aller MoSlemS mußten auf die russischen Muselmänner im höchsten Grade aufreizend wirken und daS nationale Moment bei ihnen in den Vordergrund drängen. Die russische Regierung nimmt bereits Gelegenheit, diese von ihr selbst heraufbeschworene Stimmung zu einem Feldzug gegen ihre musel- männischen Untertanen auszubeuten. Der Minister des Innern hat kürzlich an alle Gouverneure ein geheimes- Rundschreiben versandt, in dem er. unter Hinweis auf die erregte Stimmung der russischen Muselmänner, den Gouverneuren empfiehlt, diesen Umstand bei den von Muselmännern einberufenen Versammlungen. Sitzungen usw. im Auge zu haben. Er empfiehlt, namentlich aus die Kirgisen und die Tataren an der Wolga und in der Krim da» Augenmerk der Be- Hörden zu richten..Unter dem Einfluß der letzten Ereignisse auf dem Ballon— heißt es in dem Rundschreiben— zeigen die Musel- männer ein außerordentliches Interesse für die slawische Frage und erörtern, wie berichtet wird, die jetzt entstandene Lage. Sie find mit Rußland und der russischen Regierung sehr unzufrieden, weil Rußland die Slawen unterstützt hat. Es laufen Meldungen ein, wonach die Muselmänner bescblosien haben, im Falle eines Krieges mit China die Mongolen moralisch und materiell zu unterstützen." Das Rundschreiben empfiehlt ferner den Eeneralgouverneuren in Turkestan und im Steppengebiet, auf die entstandene separatistische Bewegung unter den Kirgisen ihr ernstes Augenmerk zu lenken. Dem Gouverneur von Kasan wird empfohlen, die dort i-t großer Anzahl lebenden Tataren streng zu observieren. Außerdem hat der Kriegs- minister und der Minister des Innern noch ein besonderes Schreiben mit eingehenden Instruktionen an den Statthalter im Kaukasus gerichtet. Der ganze bureaulratische Apparat ist mit einem Wort in Bewegung geraten, um die drohende.muselmännische Gefahr" abzu- wehren, und die örtlichen Behörden ziehen bereits die Konsequenzen au» den Anweisungen der Zeutralregierung, indem sie ihre Spitzel und Polizisten gegen die muselmännischen Intellektuellen loslaffen, deren Zusammenlünfte als.hochverräterisch" aufheben usw. Ueber- flüssig zu sagen, daß diese polizeilichen Mittel bei den Muselmännern auf die Dauer ebenso wenig verfangen werden wie bei den übrigen Elementen der Bevölkerung, gegen die der russische Absolutismus seinen ergebnislosen Kamps fübrt. Die neue Welle der Verfolgungen kann im Gegenteil-nur dazu führen, den Zarismus im Innern noch mehr zu isolieren, ganz abgesehen davon, daß die muselmänntsche Frage mit allen ihren Weiterungen bei der neu einsetzenden Expansion Rußland» in Mittelasien al» wichtiges Hemmnis auf- treten wird...' franhreicb. Zur Einführung der dreijährige» Dienstzeit. Paris, den 1ö. Mai 1913.(Privattelegramm des„Vorwärts".) Die heutige Sitzung der Kammer gab ein bewegtes Vorspiel zur Beratung über die dreijährige Dienstzeit. Die Radtkalsozialen sowie die Sozialisten stimmten geschlossen gegen jede militaristische Reaktion. Die Debatte erreichte ihren Höhepunkt in der Rede des Genossen Jaurös, der dem Minister Barthou die entsprechende Antwort auf den Versuch der Zurückbehaltung der Jahresklassc 1916 erteilte. Genosse Jaurös führte unter anderem aus. daß die Regierung höchstens Mittel fordern dürfe für Kasernen- bauten usw. für de» Fall einer eventuellen Zurück- behaltung der Jahresklasse. Die vom Minister verfügte Zurückbehaltung sei aber eine Ungesetzlichkeit und nur für Kasernenbauten oder im Falle einer Kriegsgefahr usw. ge- stattet. Die jetzige unzureichende Armeestärke ist nicht das Resultat„außerordentlicher Umstände", sondern gesetzlicher permanenter Bestimmungen, daher kann eine Vermehrung der Mannschastszahl sowie eine beabsichtigte Verlängerung der jetzigen Dienstzeit nur durch das Gesetz abgeändert werden. DaS Vorgehen Barthous sei daher ungesetzlich. Barthou antwortete, daß im Gegenteil die angekündigte Zurückhaltung der Truppen dem Parlament volle Freiheit in der Beratung der Militärreform gebe. Die Abstimmung zeigte, daß die Regierung in der Militär» frage die geschlossene Opposition der gesamten Linken er» warten muß. Die Gegner der dreijährigen Dienstzeit. Pari«, 16. Mai. In der gestrigen Sitzung der Kammer setzte sich die Minderheit von 155 Deputierten, die gegen die Tagesordnung Verlot stimmte, folgendermaßen zusammen: 72 geeinigte Sozialisten. 19 unabhängige Sozialisten. 6t Ra- dikale und Sozialistisch-Radikale. Ein Mitglied der geeiniaten Sozialisten, zwei unabhängige Sozialisten und 92 Radikale enthielten sich der Abstimmung. Konzentrationslager für Autimilitaristen. Pari«, 14. Mai.(Etz. Ber.) Die„Guerre sociale", dte nicht feiten in die Lage kommt. Intimitäten aus den Amtsstuben der Kriegsverwaltuna mit- zuteilen, veröffentlicht jetzt den Plan der Regierung und des GeneralstabS. am Tag der Mobilisation die bekannten Anti- militartsten und die verdächtigen Ausländer in Kon- zentrationslagern zu internieren. ES sind zwei solche Lager vorgesehen, bei A u V o u r s. einige Kilometer von Le ManS. und bei Coötquidan in der Bretagne. Die Regierung ist jetzt daran. daS Lager von Auvours durch Landantäufs zu erweitern. Die Bevölkeninq der wenig fruchtbaren Gegend ist sehr„patriotisch", abxx xst« Pauerlein find schlau genug, um bei dem Geschäft, dessen Zweck ihnen nicht unbekannt ist. möglichst viel Profit herauszuschlagen. Die Militärverwaltung will im Dorf Champognö. daS vier Kilometer vom Lager entfernt liegt, den Bahnhof für dieses errichten. Dollanck. Eine auturnlttaristische Bewegung in der SricgSwartue. Ha-S- 16. Mai. Wie amtlich bekannt gegeben wird, ist gestern em Transport von 166 Seeleuten von Indien abge. gangen, von denen 97 wegen antimilitari st eschen Verhaltens ans dem Dicnst entlassen werden sollen. Amerika. Rustuugstreibereie» iu den Bereinigten«tanten. Die internationalen Profitpatrioten Europa» habe« natürlich auch im Lande de» höchstentwickelieu Kapitalismus ihr« Kamerade». Die Enthüllungen über die Krupp und Konsorten geben daher An- laß. auch in das Getriebe jenseits des OzeanS hineinzuleuchten. So sagt Profesior Dutton, Sekretär der New Dorker Friedens- gesellschaft, daß man auch dort künstliche Mittel anwende, um den Eifer für die Vergrößerung von Heer und Flotte anzu- regen. Die Fabrikanten von Schiffs- und Kriegsmaterial ständen hinter der Navy League, deren Ziel die Vergrößerung der Flotte ist. genau so wie die deutschen hinter dem Flotten-, Wehr- und ähnlichen Vereinen. Die Boy Seouls(Pfadfinder) u. dergl., die schon dem Kinde das Soldatenspiel und Mordhandwerk mundgerecht machen sollen, würden gestützt durch Gelder jener Interessenten. Und der Ober-Bundesrickter Biewer erklärte vor kurzem: Niemand kann sich der Tatsache entziehen, daß andauernd der Versuch gemacht wird, aus uns eine große militärische Ration zu machen. Vom Fußballfelde bis zum Panzerschiffe, vom Athleten bis zum Admiral find Sprache und Gedanken nichts als Kampf. Ge- wiffe Jntereffen, die von Sckiffskonstrukiionen profitieren, sind tätig und lärmend, und ein nicht nnbedeutenderTeil derPresse hat die Lust mit Rufen nach einer verstärkien Flotte angefüllt. Ueber die edlen patriotischen Motive dieser Presse äußert fich Brewer nicht. Aber Dutton erklärt: wenn der wahre Stand der Dinge durch eine Untersuchutig festgestellt würde, würde die Korruption im Polizeiwesen da- gegen als Kinderspiel erscheinen, ja da» ganze Land in Erstaunen und Verwunderung geraten.— Man sieht, die Spe- zialisten der Vaterlandsliebe gleichen einander merkwürdig ohne Unterschied der Flagge, die sie mit ihrem Herzblut verteidigen. Uebrigens findet die berühmte amerikanische Großsprecherei hier ihre Grenze. So sagt die„N. g. Volksztg." anläßlich der Affäre des Zossener Exerzierplatzes:„Me klein fichTammanh Hall wohl jetzt vorkommen mag*. Tammanp Hall ist die weltberühmte. bisher als unübertrefflich angesehene KorruptionSclique, die New Jork beherrscht. Aber Deutschland in der Welt voran! Soziales. Zur Rechtlosigkeit auf dem Laude. Unzählige Klagen verlauten über ungesetzliche Ausübung der ländlichen Polizeigewolt durch Amts» Vorsteher. Zahlreich find die Fälle, in denen gesetzesunkundige Amt«- Vorsteher die mittelalterlichen Ausnahmegesetze gegen Landarbeiter und Gesinde derartig handhaben, daß diese gewissermaßen vogelfrei sind. Strafbefehle auf Antrag der Gutsherren oder Inspektoren werden vollstreckt ohne die Angeschuldigten zu bören. Zahlreich sind die Fälle, in denen Landarbeiter und Dienstboten infolge ihrer Gesetzes- Unkenntnis und mangelhafteu Schulbildung keinen oder zu spät gegen ungerechl« Strafbefehle Widerspruch erhoben und Geldstrafen von ö, 10, IS bis SV Mark und darüber zu Unrecht bezahlt oder entsprechende Haststrafen verbüßt haben. Selten gelingt es. Ueber- griffe der Amtsvorsteher rechtzeitig festzustellen. Fast unmöglich ist es aber, dieselben für Ungesetzlichkeiten verantwortlich zu machen oder gar gerichtliche Bestrafung herbeizuführen. Ein solcher Fall sei nachstehend alt typisch registriert: Die Frau des Landarbeiters IL auf dem Gut« Praddau im Kreise Königsberg geriet mit dem Guteinspektor in Streit. weil er ihre erwachsene Tochter geprügelt holte. Dafür wurde— die grau wegen ungebührlichen Betragens vom Amt»- Vorsteher mit g M. b e st r a f t. Der Amtsvorsteher Meyer aus Waldau hatte die Frau U. zur Vernehmung nach seiner drei Kilometer entfernten Amtswohnung bestellt, zu einer Zeit, wo sie auf dem Gut verpflichtet war, zu melken. Deshalb und weil sie begreiflicherweise auch lein Vertrauen zum LmtSvorsteher hatte, ging sie nicht hin. Darauf erhielt Frau U. ein Strafmandat über 3 M. Sie wurde dann wieder hin- bestellt. Diesmal konnte sie fich nicht stellen, weil sie krank zu Bett lag. Wieder folgte«in Strafbefehl über 3 Mark. Dann bestellte der Amtsvorsteher die Frau abermals nach dem Amt hin. Inzwischen waren die Strafen rechtSkräslig geworden. weil leider Widerspruch nicht erhoben war. Diesmal ging die Frau hin. Sie behauptet, gleich beim Betreten der Amtsstube habe der Amts- Vorsteher fie gestagt. ob sie die noch nicht bezahlten 3 M. Strafe mitgebracht habe. Als fie da« verneinte, habe der«mtsvorsteher die Tür« abgeschlossen und erklärt, sie müsse dann sofortdieStrafeverbüßen. Erst habe er aber noch dem Gutsherrn telephonisch mitgeteilt, daß. wenn die Frau nicht die drei Mark beschaffe, er sie in Haft behalte. Später kam dann der Ehe- mann der Frau und verlangte die Freilassung seiner Frau. Weil er aber die L M. nicht zu bezahlen halte, wurde er vor der ver- schlossenen Tür barsch abgewiesen. Dann habe der AmtSvor« steher seinen Kutscher herbeigerufen und mit dessen Hilfe die Frau gewaltsam nach dem unter der Amtsstube liegenden Keller, der alS AmtSgefänguiS diente. geschleppt. Erst als ihr Ehemann gegen 1 Uhr mittag« die drei Mark gebracht, sei sie freigelassen worden. Jetzt erst wandte sich die Frau U. an den sozialdemokrattschen Parteisekretär in Königsberg, aus dessen Rat hin fie nun wenigsten« gegen den letzten Etrasbefehl gerichtliche Entscheidung beantragte und gegen da« ungesetzliche Vorgehen de» AmtSvorsteherS beim Land» rat Beschwerde führte. Zu dem Termin vor dem Schössen« gericht, das über den Strafbefehl entscheiden sollte, erhielt die ijran die übliche Vorladung mit folgendem Nachsatz:.Davor« auSsichtlich wegen Ungültigkeit der Slrafver- fügung Freisprechung erfolgt, brauchen Sie, um ,,ch die Reisekosten zu sparen, zum Termin nicht zu erscheinen.* Ohne Beweis zu erheben, sprach dann da« Schöffengericht die Frau U. kostenlo» frei, weil die Siro'verfügung ungesetzlich war. Weniger Erfolg haue die gegen den«mtsvorsteher bei dem Landrat erhobene Beschwerde wegen der Einsperrung der Frau. Der Landrat erteilte den Bescheid, nach den Aussagen de« AmtSvorsteherS habe die Frau gewünscht, ein« gesperrt zu werden, auch Hab« der SmlSvorsteher die Türen nicht verschlossen. Er hätte zwar verabsäumt, die Geldstrafe bei- .�iben und dann erst die Haflstraf, ,u vollstrecken. Da» iei von ihm gerügt. Ein weiteres Vorgehen gegen den Amtsvorsteher erübrige fich aber, da dieser inzwischen seinAmtniedergelegt habe. Nun stellte Frau U. bei der Staatsanwaltschaft gegen den Amtsvorsteher Stra fantrag wegen Nötigung und Freiheitsberaubung. Sehr charakteristisch ist die Antwort deS Ersten Staatsanwalts. Sie lautet wörtlich: .Auf Ihre Anzeige vom S. Juli 1g12. gegen den früheren Amtsvorsteher Meyer in Waldau. Der Beschuldigte behauptet, daß sämtliche 3 Türen des Amtslokals, in dem Sie zurückblieben, als er durch Bermittelung des Herrn Lehmann in Praddau telephonisch die Antwort Ihres Ehemannes zu erlangen suchte, unverfchlosien geblieben sind. Diese Behauptung wird auch durch die Bekundung des Kutschers WosinSki wesentlich unterstützt, der gesehen hat, daß Ihr Ehemann durch die offene Tür in da« Amtslokal hinein- gegangen ist. Wenn Ihr Ehemann demgegenüber behauptet, er habe die Haustür, durch die man ins Amtslokal gelangt, zugeschloffen gefunden, so ist eS sehr leicht möglich, daß er sich hierbei in einem Irrtum befunden hat, denn es ist festgestellt, daß diese Tür sich stark klemmt, so daß man bei dem Versuch, fie zu öffnen. zuerst sehr leicht in den Glaube» kommen kann, fie sei verschlossen. Unter Berücksichtigung dieser Umstände reicht Ihr und Ihres Ehe- manneS Zeugnis nicht au«, um die Behauptung deS Beschuldigten zu widerlegen; eine Freiheitsberaubung ist ihm daher nicht nach- zuweisen. Ebensowenig ist eine Nötigung im Sinne des ß 33g St.-G.-B. nachweisbar; denn der Beschuldigte behauptet. Sie hätten sich auf seine mehrfachen Fragen, ob Sie die substituierte Freiheitsstrafe sofort anireten wolllen. hierzu bereit erklärt. Mangels anderer Zeugen reicht Ihre gegenteilige Bekundung in dieser Beziehung nicht aus, um diese Behauptung zu wider- legen. Uebrigens bekundet auch der Kutscher Wosinski, Sie seien ihm auf seine Aufforderung in das Amtsgefüngniö zu kommen, dorthin gefolgt, ohne daß er Sie auch nur angefaßt hätte. Diese Tatsache spricht ebenfalls für die Richtigkeit der Behauptung deS Beschuldigten. Richtig ist es allerdings, daß der Beschuldigt« auch im Falle Ihrer Bereitwilligkeit zur Berbüßung der Haftstrase erst die Bei» treibung der in erster Linie erkannten Geldstrafe im Wege de« Zwangsverfahrens hätte versuchen müssen, ehe er die substituierte Hasistraie vollstreckte. Indessen nehme ich mit Aückstcht auf Ihre ausdrückliche Bereitwilligkeit(!) zur Berbüßung der Hafisttafe—- die der Beschuldigt«, wie oben ausgeführt, unwiderlegt behauptet — an, daß der Beschuldigte sich zur Vollstreckung der Haftstrase für berechtigt gehalten hat. daß ihm also das Bewußtsein des Mißbrauch« seiner Amtsgewalt gefehlt hat. Ich habe daher das Verfahren eingestellt. Wagner. Die gegen diesen merlwürdigen Bescheid erhobene Beschwerde bei dem Oberstaatsanwalt am Oberlandesgericht wurde zurück- gewiesen. Also: Eine Sanbarbefferfrau wird mit S M. Geldstrafe belegt, weil fie die widerrechtliche Verprügelung ihrer erwachsenen Tochter nicht widerspruchslos hinnahm. Dann wird sie zum Amtsvorsteher bestellt, wiederholt— wider das Gesetz— mit je 3 M. Geldstrafe belegt und schließlich eingesperrt. Gegen den Amtsvorsteher wird kein gerichtliches Verfahren wegen Nötigung, Erpressung oder Frei- heitsberaubung eingeleitet. Denn er bestteitet, sich schuldig gemacht zu haben und die Frau habe— gewünscht, eingesperrt zu werden. Höher kann's mit der vollendeten Rechtlosigkeit auf dem Lande nicht gehen. Spiel und Sport. Der Kreis I des Arbeiter-TchwimwerbuudeS hat sich verpflichtet, bei Vergnügungen, die in am Wasser gelegenen Lokalen abgehalten werden, sowie bei Dampferpartien Rettungswachen zu stellen. Etwaige Bestellungen resp, Anfragen sind nur an den Obmann der Rettungswache, Genossen F. Menlchess Weißensee. Roelckestr. 10 II, zu richten. Arbeiter-Schwimmklub„Neptun*. Wciffensee. Anschwimmen am Sonntag, den 18, Mai, im Seebad Weißensee, Berliner Allee 200. Zur Vorführung gelangen: Reigen-Staiettenschwimmen, Jugeud-Damen« und Nädchenschwimmen, Wasserballspiel usw. Ganz besonders sei aus die Abteilung für Frauen mid Mädchen hin- gewlesen, denn hier ist auch den Frauen und Mädchen der arbeilenden Klasse Gelegenheit gegeben, sich an einer gesundhettlicheu. dem Körper dienenden LeibeSübung zu betätigen.__ Jugendveranstaltungea. Friedrichshagen. Sonntag, den 18. Mat, nachm. 2 Uhr, Abmarsch vom Jugendheim zum Ausflug nach Ravenstem-MÜHIe. Dort gemewschajt- tiche Spiele mit der Arbeiterjugend von Oder-Schöneweide. Sonntag, den 25. Mai, abends 8 Uhr: Sehr wichtige Besprechung im Jugendheim. Kaulsdorf-Mahlsdorf. Am Sonntag, den 18. Mai, find« Spiele im Freien aus dem Spielplatz am Gasometer in KaulSdors statt. An- sang 2 Uhr. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, dm 18. Rat, vormittags g Uhr. Pappelallee 15—17, Rixdors, Jdealpassage, und Tegel, Schlteper- straße 30: Freireligiöse Vorlesung,— Vormittags 11 Uhr, Kleine Frank- iutter Sttaße S: Vortrag von Herrn Dr. M. Brie:.Friedrich Hebbel, em Vorläufer JbscnS*.— Damen und Herr« als Gäste wwkomme». eingegangene Druckschriften. Die Gebrechen unseres SchulschreibsyftemS, ihre Herkunft und Heilung. Von Th. Low. 1 M. K. Th. Senger, München. Berfichernngsgesetz für Angestellte vom 20. Dezember 1S11. Hand- auSgabe mit Einleitung, Erläuterungen. AuSsührungsbestimmungen und Sachregister. Von Pros. Dr. Stter-Somlo. Geb. 4M. E. H. Beck, München. Sie tanzen Ringel-Ringel-Reihn. Roman von H. Kurz. 4 M, geb. 5 M. I. G. Eotta, Stuttgart. I«. Jahresbericht(1912) de««rbeltersekretariats Nürnberg. 112 Seiten. Selbstverlag in Nürnberg. Kerwaltanssstelle Kerlm. in C 54, Fmitilstr. 83—85. Verwaltung: Telephon: Amt Nord« 1987. Kassierer: Amt Nord« 185. Arbeitsnachweis: Amt Norden»239. 97U. Montag, den 19. Mai 1913: Bezirks- Versammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: Unrrlon* Pbarnsttille, Müllers». 142. abend« 8'/, Uhr. Fort» Itzul UCU. fetzung der Diskussion von der letzten Bezirksversammlung. NOfUeil' r1�0» Schwedter Straffe LS. abend» UNrilöN I Franke» FetttslUe, Badstr. 19, abend« 8'/, Uhr. Unprion-„Swlnemünder Geaellacbaftahaas**, Swine nOrliCU. münde» Straffe 4L. abends S>/, Uhr. l�ohltartll» kkesteKIe, Reinickendorf. Vichboruftr. 18- Wiclefffr. L4. Tegel, abend» 6 Uhr. Ilnahil' IBoablter ctesellaobattahe InUaOll. abends 8'/, Uhr. Veslen unll Lcdöoederg: Osten: wtceic, 2»..,.r, 1%. Liehlenberg:'•"• Stralau• Eummelsliurg: 5Än;V",', WelOensee: QiiHonhdTipIrP* Hohenataafen-SlUe, Kottbuser Dam« 7K, �lUiCuUCkli nC» abends 8<;, Uhr. Borwag de« Soll. Siering. 8k(l08!'«Saldemarftr. 75, abend- 8'/, Uhr. Bortr. de» Kall. Sch-rff. Neujlljllv' revtakUe, Hermannftr. 48/49, abend» Ctiarlottenburg: Volkahaaa, Roftnenftr. 9. abend« 8'/, Uhr. Steglitz! AlbPecMahof.»lbrechtftr. 1». abend« 8'/, Uhr. KOpenlel! u. Frledriehshagen: JteÄtÄ® swaße 72. abends 8V, Uhr. Oberseböneveide, Niederscböneveide, Johannis- thal II llmn* Ppochowaki, Ob©p.8chttne- lürtl U. U III y». weide, Rathausftr. 13(gegenüber der Post), « � abmd« 8»/, Uhr. Spandau!»eru'«fft«ntaKt,«um.»l, admds 3Y, Uhr. Tagesordnung in allen Bersammlangen: Stellungnahme zur Generalversammlung. ggjT Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.*MS Zahlreicher Besuch wird erwartet. llSiö vte OrtaverwaltanT- WWW____________ 1___ nachmittag iu den.Borussiasäleu*. Ackerstraffe 6/7. Eintritt frei! Eintritt frei i Räch der Ausstellung in demsewen Lokale; OeffentlicheVersammlung für Frauen und Männer. Tagesordnung: „Die Bedeutung der genossenschaftllhen Organisation im heutigen Wirtschaftsleben." Relermt Genosse A. Ritter. Gemütliches Beisammensein Zahlreichen Besuch aller Interessenten erwartet 105/2 Tie Agitationskommission der 3. Abteilung der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgrgend. 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Ter Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin konnten sich nicht entschließen, dem berechtigten Ber- langen der Handlungsgehilfen nach einer vollständigen Sonn- togsrubc nachzukommen, obgleich eine ganze Anzahl anderer Städte, wie Frankfurt a. M.. Mannheim. München, Königs- bcrg, Dresden und andere die vollständige Sonntagsruhe für' das Handelsgewerbe bereits eingeführt haben. Das Ver- langen der Handlungsgehilfen nach vollständiger Sonntagsruhe ist uin� so berechtigter, als die Handlungsgehilfen zu denjenigen Schichten der Arbeitnehmer gehören, die mit über die längsten Arbeitszeiten verfügen. Da auf dem Wege des Ortsstaruts die vollständige Sonn- tagsruhe für die Angestellten im Handelsgewerbe sich nicht erzielen ließ, so ergeht hiermit an die konsumierende Be- völkeruirg Berlins die Bitte, den Einkauf am Sonntag m ö g I ich st ganz zu unterlassen, damit auf diese Weise die Ueberflüssigkeit der Offenhaltung der Geschäfte am Sonntag bewiesen und den Handlungsgehilfen der Kampf um die vollständige Sonntagsruhe erleichtert wird. Sind es doch die Söhne und Töchter der Arbeiter, die in den Laden- geschäften beschäftigt sind und der Wohltat des freien Sonn- tags entbehren. � Mögen also die Arbeiter, soweit das in ihrer Macht liegt, mit dafür sorgen, daß auch die Handluugsge- Hilfen rech bald in den Genuß des freien Sonntags gelangen. Die Handlungsgehilfen leibst aber mögen durch den Anschluß an die gewerkschaftliche Organisation, den Zentralverband der Handlungsgehilfen, zeigen, daß sie ernstlich gewillt sind, sich die vollständige Sonntagsruhe durch Kampf zu erringen. Zentralverband der Handlungsgehilfen. Bezirk Berlin. Geschäftsstelle: E. 2s. Münzstraße 20, v. II. Serlln imcl Qmgegend. Portefcuillerstreik in Berlin. Trotz mehrfacher Verhandlungen der Leitung de-Z Sattler- und Portefeuiller-Verbande- mit der Firma Heinrich Stöhr u. Co. in Berlin, Kofferfabrik, will die Firma den für die Lederwaren- brauche geltenden Tarifvertrag nicht unterichrlftlich anerkennen, weshalb sämtliche dort beschäftigten Sattler, Täschner und Hilfsarbeiter einmütig die Arbeit niederlegten. Die bestreikte Finna ist be- müht. Arbeitswillige heranzuziehen und eilige Arbeit, vornehmlich Holzkoffer, in anderen Orten fertigstellen zu lasten.— Die Koffer- arbeiter allerorts werden erfuchr, nicht nur den Zuzug fernzuhalten, fondern auch darauf zu achten, dag jede Streikarbeir vermieden wird. Deutlcbes Reich. Neue Verhandlungen im Malcrgewerbe. Trotz des ungünstigen Geschäftsganges, der in, der AZoche vor k dem Pfingstfeste regelmäßig eintritt, ist die Zahl der Ausgefperrlen und Aibcitsloi'en vom 3,— 10. Mai weiter zurückgegangen; von bHZll auf 0576. Die Zahl der unter neuen Bedingungen arbeitenden Gehilfen ist dagegen um 672 gestiegen auf 10 400. Dieser fortgesetzte Jiückgang der Bewegung veranlaßte den Unter- uehmerverband in den letzten Tagen, seine sämtlichen Ortsgruppen- Vorsitzenden nach Berlin zu berufen. Auch eine Aufhebung der Aus- fperrung ist vom Unternehmerverband in den letzten Tagen ernstlich in Aussicht genommen, in einzelnen Städten bereits durchgeführt worden. Inzwischen wurden neue Verhandlungen von den Unparteiischen eingeleiiel, unter Hinzuziehung von je zwei Vertretern der Arbeiter- und der Unlernehmcrorganisalion. Am Donnerstag, den 15. Mai, haben diese Verhandlungen begonnen. Dabei beharrten die Unter- nehmer zmiächst bei ihrem früheren Angebot von 3 Pf, Lohn- crhöhung für drei Tarifjahre unter Ablehnung der durch die Schieds- sprüche festgesetzten Arbeitszeitverlürzungen, Die Gehilfcnvertrelung lehnte das Angebot der Unternehmer, wie schon bei den letzten Ver- Handlungen, entschieden ab und erllärte, wenn der Unternehmer- verband' nicht die Scbiedsipiüche als das mindeste, was gewährt werden müsse, anerkenne, seien weitere Verhandlungen zwecklos, Ferner reichten die Vertreter der drei Gehilfenorganisationen spezia- lisierte Anträge ein, die für 120 Lohngebiete— von 288 in Betracht kommenden— eine Verbesserung der SchicdSsprü-be verlangen. Dabei handelt es sich besonders um solche Städte, deren Verhältnisse dulch die ousge'prochencn Lohnerhöhungen nicht genügend berücksichtigl worden sind oder in denen im Verlaufe des Kampfes durch den Abichlus; von Cinzcltarifverlrägen in größerer Zahl die Schiedssprüche praktisch bereits überholt wurden. Nach einer Begründung dieser neuen An- träge durch die Gehilfenvertremiig legte das Schiedsgericht der Uniernehinervertretung nade, ihr Angebot auf eine generelle Fest- setzung einer Lohnerhöhung um 3 Pf. zurückzuziehen. Ferner stellte .das Schiedsgericht den Parteivenretern anHeim, spezialisierte An- ',?äge einzureichen. Es soll dann über die beiderseits eingereichten Anträge bezirksweise verhandelt werden. Ein Kampf gegen den gewerblichen Giftmord. Seit Mittwoch, den 14. Mai, sind die Aröetillk der„Nord- deutschen A ff in e r i e in Hamburg" ausgesperrt Der Grund der Aussperrung ist folgender: JDie Arbeiter wurden mit einer schon früher gestellten Forderung, an stelle der zehnstündigen Arbeitszeit die neunstündige zur sührung zu bringen, vor allen Dingen aber die 24stündige Wechsel- schicht abzuschaffen, durch die Direkliou damit vertröstet, daß mit Er- öffnung des großen neuen Betriebes die Bewilligung dieser Forde- rungen in Aussicht gestellt wurden. Das Verlangen der Arbeiter nach einer kürzeren Arbeitszeit ist in diesen Betrieben besonders berechtigt, verschlechtert sich doch ihr Gesundheitszustand in er- schreckender Weise. Im Betriebe werden aus Blei-, Kupfer- und Silbererzen sowie aus Nebenprodukten anderer Hüttenbetriebe, wie Bleiascke und Silberschlamin noch Blei, Ltupser, Silber, Gold, Kupfervitriol, Kupferfarbe usw. gewonnen. Der Fabri- kationsprozeß ist ein außerordentlich gesundheitsgefähxlicher. Besonders werden die Arbeiter von der furchtbaren Bleikrankheit befallen. In dem neuen Betriebs wurden in den letzten sieben Monaten 20 Fälle an Bleivergiftung, Blei- kolik gezählt. Vom Fabrikarbeiterverband sind der Gewerbeinspektion am 23. November 1912 und am 20. März 1913 insgesamt19 Fälle von Blei- Vergiftung, mit Angabe der Namen der Er- krankten gemeldet worden. Welche Mahnahmen die Gewerbeinspellion zur Bekäinpfung dieser furchtbaren Krankheit ge- troffen hat. ist unbekannt. Tatsache aber ist, daß einzelne Arbeiter, die beim Arbeitsantritt durch den Arzt der Betriebskrankenkasse als gesund und tauglich für die Arbeit in diesem Betrieb befunden wurden, innerhalb einiger Monate gesundheitlich vollständig ruiniert waren. Wie viel Arbeiter noch an Bleivergiftung in diesem Betriebe erkrankt sind und zum Teil den Betrieb schon verlassen Haben, ohne daß die Aerzte Bleivergiftung erkannten, sondern Diagnose auf Magen- und Darmkalarrh stellten, ist leider nicht restlos festzustellen. Einzelne derartiger Fälle sind aber bekannt. Äußer der Bleikrankheit kommen aber noch andere schwere Erkrankungen der Alnmngs- und Verdauungsorgane infolge des giftigen Erzstaubes und der Säure- und Laugendünste unter den Arbeitern de» Betriebes vor. Diesen Tatsachen konnte sich auch schließlich die Direktion des Betriebes nicht entziehen und bewilligte anläßlich einer Lohn- bewegung im Sommer 1912 für achtzehn Hochofenarbeiter die ge- forderte achtstündige Arbeitszeit. Vor einiger Zeit verlangten die Arbeiter durch ihre Organisationen die Verkürzung der Arbeitszeit für Tagarbeiter und Handwerker von zehn auf neun und für Schicht- arbeiter von zehn beziehungsweise zwölf Stunden auf acht Stunden bei gleichbleibenden Löhnen. Die Direktion lehnte die angebotenen Berbandluiigen mit den Verbandsleitungen ab, erklärte sich aber bereit, iibeSdie Forderungen mit dem Arbeiterausschnß zu verhandeln. Bei den Verhandlungen kam heraus, daß nur für die Hochofen- arbeiter und Schlackenfahrer die ack-tstündige Arbeitszeit zugestanden wurde. Hierfür kommen 18 Arbeiter in Frage, für alle übrigen zirka 400 Arbeiter wurde die geforderte Arbeitszeitverkürzung ab- gelehnt. Bewilligt wurde ciue Ausbesserung der Ueberstunden- vrozenle und einige andere unbedeutende Verbesserungen, allerdings sehr fragwürdiger Natur. Die Betriebsversammlung beschloß eine Resolution/ worin in Anbetracht der großen gesundheitlichen Gefahren im Beiriebe nochmals an die wziale Einsicht der-.Direktion appelliert und der ArbeiterauSichuß mit weiteren. Verhandlungen bezüglich der Arbestsztitverkürzung betraut wurde. Diese erneuten Verhandlungen endeten aber wieder mit einer Ablehnung der Arbeitszeitverkürzung. Zugleich forderte die Direktioit von sämtlichen Beschäftigten die schriftliche Anerkennung der minimalen Zu» geständn isse in kürz ester Frist in it d e m H i n w e i s: lv e r nicht unterschreibt, ist entlassen. Mit dieser Kriegserklärung hotte die Direktion nicht nur Oel in» Feuer ge- schüttet, sondern jede Verständigung vereitelt. Schon am Nachmittag des 13: Mai wurden einzelne Arbeiter durch die Meister zu den Unterschriften gedrängt. Als die TageSichicht am Mittwoch morgen die Arbeit aufnehmen wollte, standen Beauftragte der Firma am Fabrikior und verlangten die Unterschrist. Wer sie verweigerte, durste den Betrieb nicht mehr betreten. Der Betrieb liegt so gut wie stlll. Es stehen über 400 Arbeiter und Handwerler im Ausstand bezw. sind ausgesperrt. Nach den Vorbereitungen, die die Direktion nunmehr getroffen hat, scheint sie die Absicht zu haben, mit Hilfe herangeholter Arbeitswilliger der bekannten Qualität den Betrieb fortzusetzen. Im Betrieb werden zum U ebernachten für die Arbeits- willigen Betten aufgeschlagen und die i>n Betrieb Be- schädigten erhalten Anweisungen zur unentgeltlichen Entgegennahme von Speisen uiw. in der Fabrikkanline. Angesichts der großen ge- sundheitlichen Gefabren, die in diesem Betriebe bestehen und naturgemäß bei der herangeholten ungeübten Arbeiterschaft zunehme» iverdcn, darf man wohl die Frage an die Gesundheitspolizei stellen: Will sie die Unterbringung bezw. Einlogierung von Arbeitern in diesen von giftigen Gasen, Dünsten und Staub durch schwängerten Fabrik- gebäuden erlauben? Kann die Behörde die Ver- antworiung tragen, daß hier im Interesse des heiligen Profits die unter allerlei Versprechungen betörten Arbeitswilligen dem sicheren Siechtum überliefert werden? Es wäre eine schwere Vergeltung des den Unternehmern ge- leisteten Dienstes, die hier der Arbeitswilligen harrt. Denn wenn die Bleivergiftungen schon bisher in solch erschreckendem Maße zu verzeicknen waren, obgleich doch die Arbeiter nach beendeter Schicht die Gistbude verlassen konnten, um wieviel mehr Opfer wird diese furchtbare Krankheit jetzt erst erfordern, wo die Arbeiter in der giftigen Atmosphäre nicht nur arbeiten, sondern auch schlafen sollen. Alle Arbeiter ui�> Handwerker aber, die etwa durch Agenten der Norddeutschen Afsinerie für den Betrieb angeworben werden, seien hierinit vor der Arbei.tsannahme in diesem Betriebe gewarnt. Ucber den Botrieb ist die Sperre verhäng tl LohnbiUvegung im Breslauer Fuhrgewerde. Die Droschkenkutscher von Breslau haben in einer am Donnerstag abgehaltenen Versammlung beschlossen, von den Droschkenbesitzern 35 Proz. der Einnahmen zu verlangen. Sie er- warten die Antwort der Droschkenbesitzer bis spätestens zum 18. Mai. Es wurde einstimmig beschlossen, für den Fall, daß die Antwort ablehnend lauten sollte, am 20. Mai, dem Tage der Eröffnung der Jahrhundertausstellung, in den Ausstand zu treten. Mus aller Alelt. Riesenbrand in Nordamerika» In Buffalo ist ein Getreidespeicher der Eriebahn, der 700000 Bnshel Getreide und Mehl enthielt, durch Feuer zerstört worden. Auch ein W a r e n s p e i ch e r der Eriebahn fiel den Flammen zum Opfer. Die K r a ch t s ch u p p e n der New York Central-Bahn wurden z u m Teil zerstört. Der Schaden wird auf über 1000000 Dollar geschätzt. Schließung einer Spielhölle. Da§ berüchtigte Spielkasino von Enghien wird am i. Dezember d. I. endgültig seine Pforten schließen müssen. Die Budget- kommission hat einstimmig beschloffen, der Regierung unter allen Umständen vorzuschlagen, keinem Kasino im Umkreise von 100 Kilometer' von Paris Spiellonzession zu erteilen. Wie der„Malin" zu melden weiß, hat man sich offiziell bereits mit diesem Borschlage einverstanden erklärt. Vorausgesetzt, baß Senat und Kammer ihr Einverständnis geben, wird die neue Verordnung am 1. Dezember d. I. in Kraft treten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Zustimmung erfolgen wird. Kleine Notizen. Tödlicher Unfall beim Spielen. Beim spielen in einer Sand- grübe ereignete sich Freitag morgen in Stettin ein tragischer Unfall. Eine Schar Kinder, die in der Grube spielten und mit Spaten versuchten, die etwa zwei Meter tiefe Grube zu � erweiten», wurde plötzlich von herabstürzenden Sandmassen verschüttet. Nur zweien gelang es. sich zu retten, während drei andere Knaben von den Sandmassen begraben wurden. Noch bevor Hilfe zur Stelle war, war ein Kind bereits erstickt. Die beiden anderen wurden mit schweren Verletzungen aus der Grube gezogen und liegen hoffnungslos danieder. Hotelbrand in Innsbruck. Am Freitag brannte das Haupt- gebäude des bekannten Touristenhotels„Jägerhof" in Schönberg bei Innsbruck vollständig nieder. Die Nebengebäude konnten gerettet werden. Bon einer Lawine überrascht. Aus Chambery wird gemeldet, daß 18Mitglieder des Alpenklubs aus Grenoble bei einem Aufstieg auf die Polsetnadel in einer Höhe von 3600 Meter von einer Lawine überrascht worden sind. Die Alpinisten wurden vollständig auseinandergesprengt. Zwei von ihnen wurden nach stundenlangem Suchen unter einerdichten Schnee- decke wiedergefunden. Es gelang den Bemühungen ihrer Freunde. die Bewußtlosen ins Leben zurückzurufen. Durch Blitzschlag getö et. Eine aus sechs Personen bestehende Gesellschaft junger Leute hatte sich infolge eines starken Gewitters bei D u b i z a jUngarn) in eine Hütte geflüchtet. Durch einen Blitzschlag wurden zwei von ihnen getötet, vier schwer verletzt. Die Pest in Aegypten. In den letzten Tagen haben sich in Aegypten 15 Fälle von Pest ereignet, von denen mehrere tödlich verliefen. In der Jauchegrude ertrunken. Am Donnerstag hatten drei Landwirte aus der Gegend von München-Gladbach das Unglück, in eine Abortgrub e zu fallen. Während zwei der- selben nur noch als Leichen h e ra u S g e z o g en werden konnten, gelang es, den dritten lebend aus der Grube zu ziehen. Nunmehr ist auch dieser gestorben, nachdem er schon gestern das Augenlicht verloren hatte. Schwerer Unfall auf einer GebirgSbahu. Wie auS Brüssel gemeldet wird, sind ini Vergnügungspark der Weltausstellung in Gent am Donnerstagabend zwei Wagen einer GebirgS- bahn dreißig Meter hoch abgestürzt. Eine Person wurde getötet, fünf Personen wurden schwer verletzt. Wenn Sic Stiller-Stiefel tragen, werden Sie dieser Marke stets treu bleiben! 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Berliner Theater. kW Filmzauber. Töenr in der Königg Iizer Straße Ö Uw-. Das Buch einer Frau. HroU-Oper 8 Uhr: Carmen. Sonntag: CieUtiktrsmgttv.Nurllbkrg Montag: TannhfinNer. lentis dperetten-Tbeaier (fr. Neues Theater). Ann Norden IUI. Sommerpreise t Abends 8 Uhr: Dei* lachende Ehemann. Theater des Westens. 8 Uhr(»LollStümliche Preise-): Her Vogelhändler. Residenz-Theater. Schlntz der Spielzeit am 31. Mai Ble Frau Präsidentin. (Madame la Presidente) Schwank in 3 Akten v. M. Hennequin und P. Leber. Morgen und folgende Tage: Die Fran Präsidentin. Voigt- Theater. Badftratzc 28. Heute sowie täglich: Auf nach Amerika. SensationS-SesangSburleSIe i. SAklen o. Br. Zappert. Musik®.©rünicke. Auftr.'erstklasstger Spezialitaten. Kafsenöjftmng 2 Uhr. Ansang!>/, Uhr. &„Clon" ■ Mauerstraße 82.— 2i :: Berliner:: Konzerthaus MausrstraBe 82.— ZimmerstraBe 90/91. Großes Extra-Konzert! Anfanp S ülir. Eintritt 50 Pf. 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Dampfer sind an Vereine niw. kjINa: zn oergeben. Wsahri 3 Uhr hin und zurück 50 Pf. Von der �Vickselbrücke sm Stilätbsliiibogeu.." Beute Sonnabend cte>ts diesfähtixc Mondschein- Promonaden- kahrt rait. Mnalh nach Schmöckwitz, Kcstaurant Seglerscbloß. Daeelbsr, großer Ball. Abf. 9'/, Uhr abendt. Preio hin und zurück: 50 Pf.— AuBerdcm Sonntag große Extrafnhrt mit Musik nach Woltcrsdorfer Schleuse(Cafe Ruhwald). Abf. tz-/ � oi; Uhr. Preis hin n zurück vormittag 70 Pf., nachmittag 60" pf,— Von Montag ab finden die Pahrten nach Woltersdorfer Schleuse und Neu-Ahlbeck täglich statt Preis bin u. zurück 50 Pf,. Neu- Ahlbeck 30 Pf. Kinder zahlen halbe Preise. 89/ U Reederei Zachow. Tel Kgst. 6996. llranla. Xaabenstraße 48/49. Wissenschaftliches Theater. Nachmittags 4 Uhr: „HobenEollern,k-Fabrten. Abends 8 Uhr: Die Nordsee-Insel Sylt. LOSISCHER GARTEN vrw' ! Täglich nachm. lUhr: GpJililär-Doppeikoiizert Eintritt 1 Mark, von 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 J ahren die Hälfte. Jahresabonnements an allen drei Schalterkassen. OSE=THEATE ©rege gronfmrtei Str. 132. | vriu; und Ktttlerio. 1 Ansang 8'/, Uhr: Sonntag: Peine und llettlerin. Auf der Gartenbühne: Achtung! Es geht los! ©r. Posse. Konz. Bunt. Teil. Ans.!>/,. Passage-Panoptikam Der weltberühmte amerikanische Negerboxen Andrea Johnson bei sein. Training zum Kampf um die Weltrueistorsohaft. Jon Got. der akrobatische Schlafwandler! Der Mann mit der eisernen Hand Ätrn �ic•chwebe,tde (k�U, Janglran! Alle» lebend!"Tfcr Alles ohne Extra- Entrec! jfietropol- Theater, Die Kiuo- Königin. Upcxette in o Allen von Iul. Freund und©. LkonkowSki. Musik von Jean Gllh«.i.t L» Szene gesetzt v. Dir. Rsch. Schultz. Anfang 8 Uhr Morgen nkchm. Z�uhr: LdeWe la? allerie-nd Holte Bnrselie Folies Capriee. Die Novitäten: • Die Bank.• • Sein letzter Wille, ch • Der Cowboy.• Ansang&'!, Uhr. Vorverk. 11—2 Uhr. IunaI�' tÄSSSIEARU Beute Sonnabend: Elite-Tag! 3 Kapellen 3 Monster=Feuerwerk Ulnmlnation! (Bi� 3 Uhr Eintritt trejl) TFlanon-Thealer. täglich s Uhr: Madame X. Sonnlag. 23. Mai. nachm. 3 Uhr: Oer selige Tcuelnes. Reiehsballen-Tbeater Stettiner Sänger. M CrofieDwaliii'" Burleske von Mey«el. Anfang 8 Uhr. R Nene Welt| T Arnold Scholl. Hasenheide 108 Täglich Cr.[Hart ii. frttoj. 1 Anf. 5 Uhr. Entre««o Pf. Admiraispalast. EI»- Arena.— Allabendlich das gr- erfolgrcicho Eisballett Flirt In St. Moritz. Bis 6 Uhr und von 10»/. Uhr halbe Kassenprexse, Bcstanrant I. Hange». Wein* ur.d Bier-Abteilun g. I€€€€€«*«»SÄAAHS Unserem lieben Genossen Otto ISiidfsIfl Ö mib seiner lieben Braut die herzlichsten Glückwünsche JS zur Vermählung. 24St Die Genossen u. Genossinnen des Ber. 585A, 9, Abi, 6. Kr, | Todes-Anzeigen| Allen Bekannten und Genossen I hiermit die traurige Mitleilung. I dag mein lieber Onkel, der | Tisch ier Paul lioreuz Skalitzerstr. 5 am Donnerstag, den IS. Mai. plötzlich gestorben ist. 830b Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. Mai, nachmittags S Uhr. vom neuen �akobi-Kirchhos aus statt.— Die trauernde Nichte .in na Schmidt. rtrsa SozialdemokratlsetierWaiilvereiD !. i 3 JefI. Reiclisiagswalilkreis. zur i, der benosse Kenntnis, dag unser Mchler Paat Jjorenz Zkatitzer Straße 5 ("Seairf 141). gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigima findet morgen Sonntag, d. 18. Mai, nachm. ö Uhr. v. d. Leichenballe d. neuen Jalobi- �riedhoseS, Neulölln, Hermannstr., aus siati Um zahlreiche Beteiligung ersucht 208._ Per VorBtand. DEülscIierKetallarheitEF-yeFiianii Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Ziseleur >VildeIm I�euaäoffk Wasiertorstr. 18 am 14. d. M. an Nierenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 18. Mai, nachmittags t Uhr, von der Leichenhalle des Simevns-KirchhoscS inMarien- dors aus statt. Rege Beteiligung erwartet 11~ 5 Die Ortsverwaltung. Danksagung. ftue die Beweise herzlicher Teil- norme bei der Beerdigung meines I den Mannes und unseres Vaters sagen wir allen Beteiligten unseren innigsten Dank. 216/13 i\ii8U5te Putzger nnd Kinder Peltenloserstraße 3. ZeDtral-Krankeu- 11. Sterbelcasse der deutschen Wagenbauer. Filiale V. Berlin.(V. a. G. Am 14. Mai verstarb plötzlid an Lungenentzündung unser lang jähriges Mitglied �'iidelm Bekreas. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 17. Mai, nach- mittags i1/, Uhr, von der Halle der Philivpus-Apostel-Kemeinde nach dem städt. Friedhos Müller-, Ecke«eestroße aus st.ti. Rege Beteiligung erwartet 2ö8/S Tie Ortsverwaltung. Am 14. ds. Rts. verschied nach kurzem, schwerem Leiden wem ge- liebter Mann, unser guter Bater, Bruder. Schwager und Onkel, der Vrvduktenhändler Hugo Oelling im 53. Lebensjahr. stm Namen der trauernden Hinterbliebenen Zlnrie Vieilinx geb. Burmeiater, nebst Tochter. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 18. d. MtS., nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenholl« der Nckolaigemeinde, Prenzl. Allee 7, aus statt. 83Sb Danksagung. Für die herzliche Teilnahme beider Beerdigung meines lieben ManneS sagen wir allen Bekannten uniern beste» Dank. 39A M. Brandt nebst Sobn. Danksagung. Für die vielen Beweise berzltcher Teilnahme sowie sür die zahlreichen Kranzsvenden bei der Beerdigung unserS lieben Baiers, Groß- und Schwiegervaters Karl Handke sagen wir hiermit allen Freund«» und Bekannten innigen Tank. KSA Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teil- nabme bei der Beerdigung unseres lieben Bruders, des Schraubendrebers Hermann Knftrein sagen wir allen Beteiligten unseren berzlichsten Dank. 65Sl Karl Gntweln, Zopten am Berg. E. Gntwein, Strehlen b. Breslau Hoiis-CariM! 4—500 getragene Anzüge für Herren: Smoking. Frack- und Gehrock- Anzüge fauch zu ver- kechen), Sommerüberzieher sowie v. 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Sonntag, den 18. d. M., früh 8 Uhr, in allen Be« zirken des Ostens Flugblattverbreitung. Die Genossen vom Westen, welche daran teilnehmen, treffen sich um dieselbe Zeit im Restaurant.Zum weißen Mohren", Kranoldplatz, Ecke Ferdinandstraße. Montag, den 19. d. M., abends 8 Uhr: Oeffentliche Gemeinde- Wählerversammlung im„Hohenzollerngarten", Berliner Str. 131, zu welcher die bürgerlichen Kandidaten eingeladen sind. Referent: Gc- nojse Fritz Zubeil und unser Kandidat Genosse Wenzel. Steglitz. Sonntag früh: Flugblattverbreitung zur Stichwahl. Die Wahlleiter holen das Material Sonnabend abend bei Jäckel ab._ ßerllmr Nachrichten. Von der Wahlarbeit der Liberalen meldeten wir in Rr. 117, daß für sie in Berlin ein Heer von Zettelverteilern, Schleppern, Listenführern gegen Bezahlung angeworben wurde. Wir stellten fest, daß man diese Hilfskräfte nicht etwa nur aus den Reihen der Parteigänger des Liberalismus nahm. Durch Zeitungsannoncen wurden Stellunglose und Nebenerwerbsuchende, an denen ja nie ein Mangel ist, zur Be- schäftigung als Listenführer usw. für die Wahlen verlangt. Von einer bestimmten Partei stand in der Annonce nichts, und auch die sich meldenden Personen wurden vor ihrer Anwerbung, bei der sie eine Gebühr von 20 Pfennig zu entrichten hatten, nicht nach ihrer Partei- Zugehörigkeit gefragt. Die.Freisinnige Zeitung' ist wütend darüber, daß diese für den Liberalismus beschämenden Ding« durch den.Vorwärts" festgenagelt worden sind. Um die Aufmerk- samkeit von der Hauptsache abzulenken, korrigiert sie eine Nebensächlichkeit. Sie behauptet:.UebrigenS hat die Fortschritt- liche Volkspartei mit der Art, wie die Stellunglosen für den Wahltag engagiert werden, absolut nichts zu tun. Das ist Sache einer durchaus parteilosen, rein gewerblichen VermittlungS- stelle, die ebensogut wie für Liberale auch für andere Parteien Hilfskräfte anwirbt." Wir teilten noch mit, daß keiner der von uns befragten Stellungsuchenden aussagen konnte, für welche Partei er denn diese Arbeit leisten sollte. Hierzu bemerkt die.Freis. Zeitung":„Wenn sich das so verhält, wie kommt dann überhaupt der.Vorwärts" dazu, zu behaupten, in dem betreffenden Saale hätten die L i b e r a l e n die.Meldestelle" eingerichtet. Schon hier- durch kennzeichnet sich die ganze Geschichte als eine tendenziöse Ausgeburt überreizter Phantasie". So ist'S richtig I Weil die Liberalen nicht, wie wir irrtümlich an- nahmen, selber die Stellunglosen anwerben, sondern sich dazu einer.rein gewerblichen Vermittlungsstelle" bedienen, ist die„ganze Geschichte" eine„tendenziöse Ausgeburt überreizter Phantasie". Das unverfrorene FreisinnSorgan verschweigt, daß die Vermittlungsstelle den Angeworbenen sogleich eine Legitimationskarte über- reichte, auf der man den Namen des als FreisinnSführer bekannten Herrn Georg PintuS samt Adreffe Alte Leipziger Straße 7—9 las. Jntereffant ist, daß eS sogar schon eine.durchaus parteilose, rein gewerbliche Ver« mittlungS stelle" gibt, durch die sich die bürgerlichen Parteien ihr« Hilfskräfte für die Wahlen besorgen lasten. Wir nannten eS eine„Schmach", daß die Gegner der Sozialdemokratie sich Hilf«- kräst« aus den Männern de« Volkes kaufen können, weil die Arbeit»- losigkeit und die Not ihnen die Erwerbsuchenden zutreiben. Die „Freis. Ztg." bekennt:.Wir verstehen nicht recht, wo« hierbei schmachvoll sein soll." Ja, dat glauben wir ihr I * Einige« wäre übrigen« auch noch über die pekuniäre Seite der Angelegenheit zu sagen. Die Wahlarbeit, die da für die Liberalen geleistet werden mußt«, ist recht dürftig entlohnt worden. Auf den ersten Blick»tag es manchem sehr verlockend erschienen sein, daß für Zettelverteiler und Schlepper 4 M.. für Listenfühier 4.l»0 M. gezahlt werden sollten. Um diesen Preis wurde aber eine so reich- liche Arbeitsleistung verlangt, daß man ziemlich zwei Arbeitstage damit ausfüllen könnte. Einer, der gleich anderen sich gemeldet hatte, weil die Rot ihn dazu zwang, schildert unS seine Erlebnisse,«m Mittwoch hatte er. durch die Annonije angelockt, sich an die Meldestelle in der Beuthstraße begeben und nach längerem Warten seine 29 Pf. abgeladen, womit sozusagen daS Engagement perfekt wurde. Er wurde dann auf Donnerstag um S Uhr nachmittag» nach der Turmstrahe bestellt, um im Bureau deS Fortschrittlichen WahlvereinS deS 12. LandtagSwahlbezirkS von dem bekannten freisinnigen Wahlmacher Lewin die nötigen In- struklionen entgegenzunehmen. Gegen 7 Uhr wurde den Ver- sammelten gesagt, daß sie ihr Material entweder an demselben Abend um 9 Uhr oder am Freitag früh um ll£ Uhr in Empfang zu nehmen hätten. Auf Zurufe und Fragen, ob denn daS alle» für den vereinbarten Lohn mitzuleisten fei, wurde denen, die das Material noch am Abend holen würden, 20 Pfennig Fahrgeldvergütung versprochen. Am Wahl- tage hatten die Listenführer nach rhrem von früh'/»L Uhr bi« zum Abend um 8 Ubr dauernden Dienst schließlich noch das Wahlresultat der dritten Klasse nach dem Bureau in der Turmstraße zu bringen und persönlich abzugeben. Die«uSsicht. vielleicht erst um 10 Uhr den Heimweg antreten zu können, veranlaßte manchen, jetzt noch auf den so„fürstlich" entlohnten Posten eine» Listenführer« der Liberalen zu verzichten. Tie Schönheiten des preuhischen Dreiklaffenwahlrechts noch zu verbessern, bemühte sich"Ii Wahlvorsteher, Bauunternehmer GregoriuS in Karls Horst,»r duldete zunächst nur Wähler der betreffenden Klasse im Wahllokal, die augenblicklich wählten: auch verbot er die Nahrung der Wahlerlisten und verwies den sozialdemokratischen �istenführer und den der Demokraten au« dem Wahllokal. Damit nickt genug, ordnete der unkundige Wahlvorsteher"statt der vor- geschriebenen Fristwahlen auch noch Termin« wählen an. Auf bierailf von unseren Genossen berm Landrat sofort eingelegt« tele- phänische Beschwerde wurde dem Herrn die für einen Wahlvorsteher allerdings etwas notwendige Kenntnis der Wahlvorschriften bei- gebracht Die Behörde täte gut, solche ungeeigneten Leute nicht zu Wahlvorstehern zu bestimmen._ Eine Familientragödie. In der Potsdamer Forst auf dem Waldwege zwischen der Provinzialanstalt für Epileptische, dem WilhelmSstift und den Raven«- berge» wurden gestern vornrittag gegen 10 Uhr der Kellner Wielanb °us Potsdam und fein siebzehnjähriger Sohn Max sowie sein zwölf- jähriger Sohn August als Leichen aufgefunden. Wieland wurde gestern früh noch in der Gegend der RavenSberge gesehen und hat 'cheinbar in der achten Stunde den Doppelmo.d an seinen Kindern und den Selbstmord verübt. Der ältere Sohn scheint im Ein- verstäirdniz mit dem Vater gehandelt zu haben, denn er bot ihm. aus der Lage der Leiche erkennbar ,st. die entblößte Brust dar. D« Bat« tötete ihn durch einen Herzschuß. Der jüngere Sohn scheint wohl in der Angst und Bestürzung die Absicht gehabt zu haben, davonzulaufen, aber auch er wurde durch einen gutgezielten Schuß in die Herzgegend getötet. Dann erschoß sich der Vater selbst. Er soll mehrere Kinder gehabt und sich in wirtschaftlichen Sorgen befunden haben._ Die ärztliche Sonntagsruhe wird nach und nach auch in den Vororten eingeführt werden. In der letzten Sitzung des ärztlichkollegialen Vereins W e i ße n s e e wurde einst»»mig der Anschluß an den Groß-Berliner Aerzteverein für Sonntagsvertretung beschlossen. Die Sonntagsvertretung soll in Weißensee am 1. Juli d. I. in Kraft gesetzt werden. Durch den übermäßigen Genuß von Aspirintabletten hat in der vergangenen Nacht die 2S Jahre alle Verkäuferin Else Ott den Tod gefunden. DaS Mädchen, das in einem Zigarrengeschäft in einem der Stadtbahnbogen am Görlitzer Bahnhof beschäftigt war, über- nachtete gestern bei einer Freundin in der Tellstr. 3 zu Neukölln. Bevor sie sich schlafen legte, nahm sie, um ihre heftigen Kopf- schmerzen zu lindern und bald Ruhe zu finden, eine ganze Anzahl Aipirintabletten. Diese hatten zwar zur Folge, daß sie bald ein- schlief, doch wachte sie gestern morgen nicht wieder auf. Die Freundin, die die Verkäuferin besinnungslos auffand, benachrichtigte eine» Arzt, der aber nur noch ihren Tod feststellen konnte. Da dieser seiner Ansicht nach durch den übermäßigen Genuß der Aspirin- tabletten erfolgt ist, wurde die Leiche von der Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Tragödie eines Liebespaares. Ueber den Doppelselbstmord eineS jungen Liebespaare» wird uns folgende« berichtet: Der 2Sjährige Arbeiter Paul Thederjahn aus Wilmersdorf und die ebenfalls dort wohnhafte 21jährige Selma Beuster wurden gestern im Forst bei Eberswalde erschossen auf- gefunden. DaS Pärchen hat gemeinsam den freiwilligen Tod ge- sucht. Tb. lernte vor einiger Zeit die B., die bei einem Kaufmann in Wilmersdorf in Stellung war, kennen. Obwohl er bereits verheiratet ist, jedoch seit einigen Monaten von seiner Ehefrau getrennt lebt, ließ er sich mit der B. in ein Liebesverhältnis ein und gedachte sie auch zu heiraten. Die Ehe- scheidung, die Th. betrieb, war mit großen Schwierigkeiten ver- knüpft, so daß wenig Aussicht vorhanden war, daß Th. sein Ver- sprechen dem jungen Mädchen gegenüber einzulösen vermocht«. So kamen die beiden dahin überein, gemeinsam in den Tod zu gehen. Seit drei Tagen wurden beide vermißt. Gestern erhielt der Dienst- Herr der B. von dieser einen Abschiedsbrief, in dein, die B. mitteilt. sie werde sich samt ihrem Geliebten das Leben nehmen. Die sofort benachrichtigte Polizei in EberSwalde suchte den angrenzenden Forst, in dem die Verzweiflungstat zur Ausführung kommen sollte, ab, konnte jedoch das Drama nicht mehr verhindern. In der Nähe deS Barnimstegs wurde das Pärchen erschossen aufgefunden. Th. hatte erst seine Geliebte und dann sich selbst durch einen Schuß in die Brust getötet._ AuS der Selbstwordchronik. Durch einen Sprung aus dem Küchenfenster ihrer Wohnung im dritten Stock deS Hauses Hochstr. 43 nahm sich die 86 Jahre alte Ehefrau Luise deS Pensionärs Klingebeil das Leben. In einem Anfall von Geistesgestörtheit ritz die Greisin, als sie allein in der Küche war, das Fenster auf und stürzte sich in die Tiefe. Sie blieb mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. — Mit Leuchtgas vergiftet hat sich die erst 19 Jahre alte Ehefrau Mlhelmine Christine Bundt geb. Jakobsohn au« der Gaudystraße. In einem Hintenasienen Briefe teilt sie mit, daß Klatschereien sie in der Verzweiflung zu diesem Schritt ge- trieben hätten.— In der Wohnung seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau vergiftet« sich gestern abend der 27 Jahre alte Stallsckiwcizer Paul Güntzel au« der Arndt- straße 20. Der junge Ehemann, der dort in Schlafstelle wohnte, suchte gestern nachmittag seine Frau in der Elbinger Straße auf, um sich nilt ihr wieder zu versöhne». Als diese von einer Wieder» Vereinigung jedoch nicht« mehr, wissen wollte, entleert« er plötzlich eine Flasche Lyiol, die er mitgebracht hatte, und brach dann be- wußtlo« zusammen. Man brachte ihn sofort nach dem Kranken- Hause am Friedrichshain, doch konnten hier die Aerzte nur noch seinen inzwischen eingetretenen Tod feststellen. Die Leiche wurde daraufhin nach dem Schauhauie übergeführt. Gestern vormittag, kurz vor 10 Uhr, sprang die 17 Jahre alte Arbeiterin Erna Scholz aus der Schlestschen Str. 6 aus dem vierten Stockwerk de« Hause« Wassertorstr. 62, wo sie in einer Buchdruckerei beschäftigt war. auf den Hof hinab. Mit schweren inneren Ber- letzungen und ftnochenbrüchen blieb sie hier liegen, ohne jedoch die Besinnung sofort zu verlieren. Ein Arzt von der Hilfswache in der Kommandantenstraße legte ihr Notverbände an und ließ sie dann mit einem Rünzelschcn Krankenwagen nach dem UrbankranlenhauS bringen. Die Schwerverletzte konnte noch angeben, daß unglückliche Liebe sie zu der Verzweiflungstat getrieben habe. Dann verfiel sie in tiefe Ohnmacht, au« der sie kaum wieder erwachen dürfte, da die inneren und äußeren Verletzungen so schwer sind, daß keine Hoffnung mehr besteht, sie am Leben zu erhalten. Grossfeuer am Bahnhof Tempelhof. Unweit deS Ringbahnhofes Tempelhof wütete gestern in den frühen Morgenstunden ein Großfeuer, das anfangs auch die dort liegenden militärischen Baulichkeiten gefährdete. ES brannten die Fabrik« anlagen und Lagerplätze der Deutschen Miroment« und Korkestrich- werke F r i e s e r u. F r ö m l i n g G. m. b. H. in der Straß« An der Ringbahn 26 und der angrenzenden Fabrik der Berliner Stein- holzfußboden-Gesellschaft„Adler" G. m. b. H. Außer der Ortswchr von Tempelhof eilten auch die Feuerwehren von Britz, Mariendorf, Marienfelde, Lankwitz, Buckow und von der Neuen photographischen Gesellschaft in Steglitz zur Hilfeleistung herbei. Im ganze» wurden 10 Rohre ausgelegt, die von Motor- und anderen Spritzen gespeist wurden. Die Löschmannschaften hatten einen schweren Stand, da die Hitze zeitweise geradezu unerträglich war. Tie Schuppen der Militärverwaltung wurden unausgesetzt unter Wasser gehalten. Es gelang auch den Bemühungen der Wehren, daS Feuer auf jene beiden Fabriken zu beschränken, die allerdings fast vollständig nieder- gebrannt sind. In der sechsten Morgenstunde konnte ein Teil der Wehren den Biandplatz wieder verlassen. Di« OrtSwehr hatte aber noch den ganzen Tag über mit den Nachlösch- und AufräumungS- arbeiten zu tun, da sich die Ablöschung der Korkmaffen sehr mühsam gestaltete. Unfälle sind bei den Löscharbeiten nicht vor« gekommen. Der Schaden ist bei den Fabriken sehr erheblich, aber zum größten Teil durch Versicherung gedeckt. Ueber die Ur- fache des Feuers ist noch nichts Bestimmte« ermittelt, doch neigt inan zu der Annahme, daß Selbstentzündung vorliegt. Die Berliner Feuerwehr hatte in der letzten Rächt in der Schreinerstr. 2 im Osten der Stadt einen umfangreichen Dachstuhl« brand zu bewältigen. Da« Feuer zerstörte die Dachstühle deS Vorderhauses und linken Seitenflügel« fast vollständig. Erst nach mehrstündiger Arbeit konnten die Löschzllge wieder in ihre Depots zurückkehren. Auch hier steht die CnlstehungSursache des Brandes noch nicht fest.__ Erschossen hat sich geltem abend gegen SV« Uhr auf dem Fried- Hof der Märzgefallenen ein etwa 30—36 Jahre alter Mann, dessen Personalien bisher noch nicht festgestellt werden konnten. Der Lebensmüde ist 1,70 Meter groß; er war bekleidet mit braunem Anzug, blau und weiß gestreiftem Vorhemd, weißen Strümpfen und schwarzen Schnürstieseln. Schnurrbart sowie Kopfhaar ist rat. Vorort- Nachrichten« Schöneberg. Keilte Einstellung des städtischen Seefischverlaufe« während der Sommermonate. ES ist vielfach die Ansicht verbreitet, daß mit der Einstellung des städtischen SeefischverkaufeS in Berlin und den Bor» orten auch der Verkauf von Seefischen in der städtischen Seefisch- Halle Berlin-Schöneberg während der Sommermonate geschloffen würde. Wie jetzt der Magistrat der Stadt Schöneberg mitteilt, legt die städtische Verwaltung besonderen Wert darauf, die billige Fisch» nahrung gerade in den Sommermonaten wie bisher der Bevölkerung zugängig zu machen. Es dürfte auch vielen noch unbekannt sein, daß die Seefische gerade im Sommer qualitativ am beste» und schmackhaftesten und außerdem am billigsten sind und besonder« bei großer Hitze ein leichtverdauliches Nahrungsmittel abgeben. Di« städtische Seefischhalle Feurigstraße 4 ist nach wie vor täglich ge« öffnet von 8'/,— 1 Uhr und von 4—8 Uhr. Donnerstag« den ganze» Tag. Frische Zufuhr an Seefischen erfolgt täglich. Neukölln. Sein diesjähriges Anbaden hält der Arbeiter-Schwimmverei» Neukölln am Sonntag, 18. Mai, nachmittag« 3 Uhr, in der Bade- anstalt von Johannes Kort, Neukölln, Köllnische Allee 12— 18, ab. Unter anderem gelangen Stafettenschwimmen, Wurst« und Schau- springen zur Vorführung. Nachdem im Garten Kaffeekochen und Konzert. Eintritt frei. Um regen Besuch feiten« der Arbeiterschaft wird gebeten. Lichterfelve. Die bevorstehende Ersatzwahl zur Gemeindevertretung im äst» lichen Bezirk hat unter den bürgerlichen„nationalen Bereinen"— so nennen sie sich, wahrscheinlich zum Beweis für ihren unpolitischen Charakter zum offenen Konflikt geführt. Als im Oktober v. I. der F aktor Kulbe von dem Kommunalverband, der die Kandidaten für Grundbesitzer- und sonstige Interessen ausfindig macht und dann auf den Schild erhebt, aufgestellt wurde, begegnete dieser Kandidatur ein großer Teil der bürgerlichen Wählerschaft mit nicht geringem Mißtrauen, da man Herrn Kulbe alles andere, nur nicht die Qualifikation zum Gemeindeverordneten zutraute. Der Sieg de» sozialdemokratischen Kandidaten, dessen Wahl jedoch von der Gemeindevertretung für ungültig erklärt wurde und weswegen nun die Ersatzwahl stattfindet, hat die Mißstimmung und die Un- Zufriedenheit mit dem bisherigen bürgerlichen Kandidaten in solchem Maße gesteigert, daß der„Südvercin" einen eigenen Kandidaten in der Person des Gemeindebeamten Liese nomi- nierte, während der„K o in in u n a l v e r b a n d", hinter dem als Hauptschieber die Grundbesitzer und der Handwerker-Perein stehen, voll und ganz an ihrem betvährten Herrn Kulbe festhalten, der nicht versäumte, in einer Versammlung sich ausS wärmste als Vertreter der Handwerker zu empfehlen. Darin braucht man natürlich absolut keine Gegnerschaft gegen die Grundbesitzer zu wittern— sonst wäre er nicht aufgestellt worden. Es ist ergötzlich im OrtS- blatt zu lesen, wie die beiden jetzt feindlichen Brüder ihre liebenS- würdigsten Seiten sich zukehren und den' Kandidaten von viS-ä-vi» gewissermaßen als eine Doppelnull bezeichnen. Ein Wortführer des Kommunalverbandes erklärte den Erkorenen deS SüdvereinS unter anderem auch deswegen als ungeeignet zum Gemeindever- treter, weil er die Interessen der Industrie nicht ge- nügend vertreten könne, worauf ihm prompt erwideit wurde,„daß Herr Liese die Wünsche und Beschwerden etwa der Gummifadrir mit ebensolch glühendem Eifer zu vertreten bereit sei wie Herr Kulbe." Es handelt sich also bei beiden bürgerlichen Kandidaten eingestandenermaßen gar nicht darum, Gemeinde-Jnteressen im Falle ihrer Wahl im Gemeindeporlament zu vertreten, sonder» solche gewisser Koterien und Jnteresscntengruppei., die fast aus- nahmSIo« gegen das Gesamtwohl sich richten. Zu diesem schönen Eingeständnis der beiden bürgerlichen Anwärter auf den Ge- meinderatssessel, P r i v a t- Interessen mit„glühendem Eifer" wahrnehmen zu wollen, kommt noch die überaus schätzenswerte Eigenschaft der völligen Abhängigkeit des Herrn Liese, die für die ersprießliche Tätigkeit eines Gemeindeverord- neten nicht nur wünschenswert, sondern absolut geboten erscheint. Die Gemeindewähler mögen sich doch einmal die Frage vorlegen, wie ein abhängiger Beamter der Gemeinde Steglitz eS fertig- bringen soll, als Gemeindeverordneter in Lichterfelde Miß» stände und auch Personen mit gebotener Schärfe zu kritisieren. Man kann daher begreifen, daß unter diesen Umständen die Be- geisterung der bürgerlichen Wähler für ihre Kandidaten eine redst mäßige ist und manche bestimmt mit deren Niederlage rechnen. Aber cö lväre ein verhängnisvoller Optimismus der Arbeiterschaft, wollte sie angesichts des Zwiespaltes im bürgerlichen Lager den Wahlkampf leicht nehmen und eS an intensivster Agitation fehle» lassen. Das Gegenteil muß der Fall sein: mit aller Energie muß der Sieg schon beim ersten Wahlgang errungen werden; denn in der Stichwahl finden sich die beihen feindlichen Brüder wieder zusammen; der Haß gegen die Sozialdemokratie ist stärker als die augenblickliche Mißstimmung darüber, wer die Ehre genießen soll, als Gemeindeverordneter Privat- und Sonder- Jnteressen zu vertreten. Nebenbei sei noch bewexkt, daß schon seit Monaten über das Vermögen des Gemeindeverordneten Wagner in der Dürerstraße das gerichtliche Konkursverfahren e» öffnet worden ist. Obwohl Wagner sein Amt nicht auSuben karun hat er sich bis heute geweigert, das Mandat in die Hände seiner Wähler zurückzugebeiu Es ist ein skandalöser Zustand, daß ein großer OrtSteil infolge dieser Weigerung auf lange Zeit hinaus von jedem Mitbestimmungsrecht in der Gemeinde ausgeschlossen bleibt. Die Gründe, warum Wagner sein Mandat nicht nieder- legt, lieg» ziemlich nahe: Der Bezirk des fallierten Gemeindever. ordneten wurde mit großer Wahrscheinlichkeit an die Sozialdemo- kratie verloren gehe». Und das sucht man solange wie möglich zu verhindern. Um so mehr müssen jetzt die Wähler vom Osten ihre Schuldigkeit tun und alles daran setzen, den ersten soiialdemo» kratischen Eemeindeverordneten ins Rathaus zu schicken. Nieder« Schönhause«. I« der gestrigen Notiz.In« Jrrenhau»' ist ein sinnentstellender fehler insofern vorhanden, als eS in der siebenten Druckzeil« statt, rau S. war auch vorher hinreichend darüber belehrt worden beißen muß: Frau S. war nicht vorher hinreichend darüber be- lehrt worden. Witterungsübersicht vom 1«. Mai 1913. Ctafloaen Swincmde. 763 ,2®® amburg 763 ANQ Jerlin 7620 Franks. a.M 75g NO München! 757 NO Wien 1 760, SO S £| 8? Wittel »« »4 »II i* H« 2 wvlkenl 1 wolkenl 3 halb bl>. 2 wolkig 4 bald od. I halb bd. «t-twnrn Haparando Petersburg SAllh Werdeen Paris \l 754 SB 759®B 762iSD 764'Stin 758» 41 [Ifl w..„ wollen! 2 bedeckt <<* Ii k T 4 10 11 Wetterprognose für Sonnabend, den 17. Mai 191S. Etwa« kühler bei ziemlich frischen nordwestlichen Winden iu»d langsam zunehmender Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Bettervnr»«»� Buchhandlung Vorwärts Berlin, Lindenstr. 69(Laden). Sozialdetnohratiselie yiagsehriften Heft 1:(vergriffen) Heft 2 1 Volksbildung. Wissenschaft, Kunst und Sozialdemokratie. Heft 3: Sozialdemokratie in den Gemeindevertretungen. Heft i: Die Sozialdemokratie und die technischen Angestellten in Industrie u. Gewerbe, Bergbau, Schiffahrt u. Landwirtschaft. Heft 5: Die Sozialdemokratie und das Heer. Heft 6: Lebensmittelwucher u. Warenteuerung. Heft 7: Beamtenschaft und Sozialdemokratie. Heft 8; Die indirekten Steuern und ZSIIe. Wer sie zahlt und wem sie nützen. Heft 9: Warum mußt Du Sozialdemokrat sein? Heft 10; Die Sozialdemokratie als Arbeitgeberin und Unternehmerin. Heft 11: Die LandbevSlkerung und die Sozialdemokratie. Heft 12: Imperialismus und Sozialismus? Heft 13: Oer Reichsverhand gegen die Sozialdemokratie vor Gericht. Heft 14: Die Greuel desKrieges. Heft 15: Krieg dem Kriege. Heft 16: Der Wahlrechtskampf vor dem Reichstage. Heft 17: Weckruf zur Preußenwahl. Heft 18; Das Wahlrecht und die Parteien. Heft 19; Dichtung und Wahrheit über 1813. Preis nir jedes Bett 10 PI. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41, ÄÄ 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. Heideschloß Hohenbinde. Station Erkner.„Zum Gutenberg", Fernruf Erkner 293. Romantisch an Wald und Spree. Vereinen, Gesellschaften sehr zu empfehlen. Gr. Saal und Glashalle. 2 Kegelbahnen. MöbL Zimmer. Gute Küche u. Keller. Eig. Motorbootverbindung mit Erlner. Alb. Lehmann. Yeratiold •'»gBfej. ÄK qjJALITATS CIGARETTE » Iii LM KLON X1NOM Ausnahmepreise! XUIIISK Kohlen-Briketts- Großhandlung JLageppl atz n. Hauptbontor BERLIN 0. 17 Rüderadopfep Straße 71. Xel. Amt, Königstadt 3010 u. 3096. Ab Platz: la Bruch-Briketts... la Halbstein-Briketts. la Marienglück... la Diamant ges. gesoh. la Perle des Bergbaus ges.gesch. unübertroffene Qualität, größtes Format.., 1.—, la Cadh Marke Diamant, 2.20, sowie sämtliche anderen Brenn- * materialien. Von 5 Ztr. ab billigere Preise, Handwagen stehen meinen werten Abnehmern gratis zur Verfügung. 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Z.)(Nachdruck verboten) WC 87 431 501 80 620 03 69 878(800) 1441 618 39 811 TU 862 639 2 000 8 304 60 501 860|500) 323 234 621 88 802 86 4061 367 456 748 6 066 393(3000) 440 626 68 801 900 66 6002 148 500 629 762 832 45 7373 427 836 8017 19 30 178 886 607 700(500) 45 843 44 65 9019 237(3000) 687 627 67 786 810 99 970( 3000) 16104 265 78(3000) 464 81 529 788 988 11124 41 280 567 83 743 53 1 2169 360 465 620 77 768 1 3043 116 480 638 788 14061 115 400 513 609 97 811 15118 219 329 46 61 502 29 636 37 708 47 903(500) 16 1 6657 61 62 792(600) 17130 260 (600) 94 401 598 823 1 8436 697 666 82 858 73 82 963 99 19195 322 643 718 20155 242 303 638 717 978(1000) 21023 28 264 86 378 434 35 86 788 2 2042 69(1000) 95 242 81 323 406 81 88 674 622 97 821(600) 81 2 3 088 213 310 40(1000) 488 639 672 78 832 61 95 918 34 2 4449 80 681 88 693 94 829 903 83(3000) 2 5 241 343 53(1000) 91 401 666 801 28106 35(500) 246 1600) 79 81 427 745 2 7183(500) 96 227 44 722(500) 2 8009 (3000) 55 183 638 47 99 718 30 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Königl. Pre»tz.) Klassenlotterle IL«lasse«. ZiehungStag IS. Mai 1213 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich bode Gewinne gefallen,«ud zwar je einer ans die Lose gleicher Stummer in den beiden Abteilungen I u. II. 801 10(1000) 51 408 58 674 771 824 944 98»7014 83 288(500' . 575(500) 87 848 50« 3023 180 421 82 689(500) Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt (Ohne Gewähr A. Et.-«, f. Z.)(Nachdruck verboten' 82 213 482 548«38 83 713 15 1155 94 895 706 11 74 2607 261 354 905 83 3046(3006) 53 91 170 614 1500) 81 859«115 215 318 57 877 87 712 854 955(5000) SS SlSS 209 452(500) 93 545 554 796 856 96 9093 123 397 429 599 748 7010 92 159 214 78 305 424 510 725 9025 158 333 549 814 800 SS 993»011 100 SS 218 81�1000) 43 492(3000) 669 629 72 93 94 789 973 89(600) 1OO40 66 247 48 84 89 314 663 854 11022 82 100 13 38' 588 74 690 12060 82 171 314 29 461 99(500) 690 773(500 9u 92 828 942 94 13030(1000) 67 666(1000) 688 743 93- 1402= 27 119(1000) 63 279 327 44 461 644 726 67 87590 1S018 169(3000) 358 418 726 852 904 23(1000) 16006 164 265 94 437 77 624 36 766 820 1 7105 87 223 62 69 70 4& 523 43 76 86 665 1 8081 152 267 382 9? 705 66 18082 464 98 724 838 87 20016 157 89 361 588 606 67 840 42 903 21085 178(600) 385 644(500) 81(3006) 672 958 22008 249 71 3=6 504 29 766 015 2 3062 206 39 60 72 83 90 347 724 60 66 800 2 4023 146 76 238 332 447 66(10 080) 701 9 68 77 880 26253 435 66 60 519 66 723 61 28111(3000) 38 411 604 42 91 666 818(500) 47 65 977 80 2 7 060 262 91(1000) 404 704(1000 057 94 2 8046 205(500) 66(500) 394(1000) 652 731 63 92 877 843 2 9022 278(500) 394 491 621(3000) 65 86 635 85 788 30094 328 90(1000) 31048 128 654 791 816 30(600) 42 74 917 3 2064 221 94 429 63 680 784 824 8 3030 303(600. 61 89 482(3000) 602 639 91 790 84103 218 460 82 695 847 69 78 930 45 46 3 5068(3000) 169 666 650 90 722 813 972 (600) 38009 32 133 219 71 888 947 3 7030 67 126 203 309 ♦26 833 709 919(1000) 92 3 8029 229 327 433( 500) 680 604 22 6=(1000) 879 3 9067 138 70 81 281 430 87 512 619 35 729 823 48 492 41041 50 131 240 814 826 961 66 42113(1000 36 46 221 99 573 620 770(600) 91 922 4 3084 07 149 201 474 639 793 979 4 4065 148 267 302 3 13 644 600 720 87 95? 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KeDs KnlM to Joiailrls" fit Sira-P#. 17. Mai 1913. 6encbtö-Zeitun& Haftpflicht des Hausbcsifters für vcrtchrssicheren Hauseingang. Der Hauseigentümer hat dem Mieter gegenüber, und wenn er fein Haus dem allgemeinen Verkehr eröffnet hat, auch jedem Tritten gegenüber die Pflicht, für einen verkehrssicheren Zustand des Hauses zu sorgen und insbesondere Hausflur und Treppen in einem zum vertragsmäßigen Gebrauche geeigneten Zustand zu er- halten. Läßt er es hieran fehlen, so haftet er für die Folgen seines Verschuldens. Das Vorhandensein einer nicht festliegenden Trahtmatte am Hauscingang stellt sich nach einer jetzt veröffcnt- lichten Entscheidung des Reichsgerichts vom 11. April als Vcr- schniden des Hausbesitzers dar und verpflichtet diesen zum Schaden- crsatz. Der Sachverhalt war folgender: In einem in der Cheruskcrstraße in Tchöneberg gelegenen Hause wohnen die Eheleute D. zur Miete. Am 27. Januar 1911 erlitt die Ehefrau T. beim Verlassen des Hauses einen Unfall. Vor dem Eingang befindet sich im Fußboden eine Vertiefung, die in dieser liegende Matte füllte die Vertiefung nicht ganz aus, die Frau geriet mit dem Hacken des rechten Fußes in die Lücke zwischen Matte und Vertiefungsrand, kam, weil sich der Hacken in die Lücke einklemmte, zu Fall und zog sich einen Schenkclhalsbruch zu. Die Eheleute D. nahmen den Hauseigentümer wegen des ihnen durch den Unfall entstandenen Schadens in Anspruch. Die Ehefrau ver- langte außer Kur- und Pflegekostcn ein Schmerzensgeld von 10V9 M. und eine jährliche Rente von 1899 M., der Ehemann D. eine Rente von 399 M. jährlich, weil ihm die häuslichen Dienste der Frau dauernd entzogen seien. Das Landgericht III zu Berlin hat den Klageanspruch dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt. Vom Kammcrgericht da- gegen ist die Klage abgewiesen worden. Auf die Revision der Kläger hat das Reichsgericht das Bcrufungsnrtcil aufgehoben und in Uebercinstimmung mit dem Landgericht den Beklagten dem Grunde nach znm Schadenersatz verurteilt. Aus den Entscheidungs- gründen des Reichsgerichts ist folgendes mitzuteilen: Nach der Feststellung des Kammcrgcrichts füllte die auf Anordnung des Be- klagten an den Hauscingang gelegte Drahtmatte die vorhandene Vertiefung nicht vollständig aus; außerdem war die Drahtmatte etwas verbogen, biegsam und nicht gleichmäßig in der Form; sie lag nicht fest in der Vertiefung, sondern rutschte beim Darauf- treten zuweilen hin und her. Tic Klägerin ist beim Oeffncn der Eingangstür auf die Drahtmattc getreten und hat sich mit dem 5 Zentimeter langen, 6 Zentimeter breiten und 2 Zentimeter hohen Siefelabsatz in die Hintere rechte Ecke der Vertiefung zwischen der Drahtmatte und der Kante der Vertiefung den Hacken fest ein- geklemmt; hierdurch ist sie zu Fall gekommen und hat die Ver- Ictzung davongetragen. Das Kammergericht nimmt an, der durch die Lage der Drahtmatte in der Vertiefung geschaffene Zustand sei zwar nicht ganz sachgemäß gewesen, es habe sich jedoch um einen so geringfügigen Fehler gehandelt, daß die Sicherheit des Verkehrs nicht beeinträchtigt worden sei; die Anordnungen, welche in dieser Hinsicht an einen Hauswirt zu stellen seien, dürften nicht überspannt werden. Diesen Ausführungen des Berufungs- gerichts kann nicht beigetreten werden. Es kommen zwar unmittel- lijou am Hauscingang auch Drahtmatten zur Verwendung; die Er- �fahrung lehrt jedoch, daß ihre Benutzung namentlich im Winter bei Schneefall mit Gefahren verbunden ist. Handelte es sich aber, wie im vorliegenden Falle, um eine biegsame, hin- und her- rutschende Drahtmattc, so wird die Sicherheit des Verkehrs am Hauseingange in hohem Grade beeinträchtigt, und zwar nicht nur für diejenigen, die in das Haus eintreten, sondern auch für Per- soncn, die es verlassen wollen. So wie die Matte am Hausein- gang angebracht ist, muß sie von jedermann betreten werden; gerade in dem Augenblick, wo man mit einer gewissen Kraftanwcn- dung die Haustür öffnet, bedarf es eines sicheren Standortes, den man auf einer sich leicht verschiebenden, hin- und herrutschendcn und dadurch Lücken in der Vertiefung hervorrufenden Trahtmatte nicht in hinreichendem Matze findet. Bei Aufwendung der im Vcr- kehr erforderlichen Aufmerksamkeit hätte sich der Beklagte, der selbst die Anordnung getroffen hatte und die gefährliche Lage der Drahtmatte kannte, sagen müssen, daß Leute, welche den Haus- cingang passierten, leicht in die von der Drahtmatte nicht aus- gefüllte Vertiefung geraten und sich verletzen konnten. Auch wenn man Absätze von gewöhnlicher Breite und nicht besonders schmale und hohe Absätze trug, konnten infolge der fehlerhaften Anlage Un- fälle entstehen; abgesehen davon aber mußte der Beklagte seiuc Vorkehrungen auch danach treffen, daß der Zustand der Draht- matte nicht für solche Personen, die schmale hohe Absätze, tragen, gefährlich werden konnte. Der Unfall der Klägerin ist hiernach auf ein Verschulden des Beklagten zurückzuführen. Ein mit- wirkendes Verschulden der Klägerin ist nicht hervorgetreten. l Aktenzeichen: III. 598/12.) Alkoholfolgc». Eine nächtliche Radauszene lag einer Anklage wegen Wider- stands gegen die Staatsgewalt und groben Unfugs zugrunde, welche das»Schöffengericht Berlin-Mitte beschäftigte. Angeklagt war der Geschäftsführer Wilhelm Klievcrt.— Der Angeklagte hatte am 21. März d. I. an einer Geburtstagsfeier teilgenommen, bei welcher der Alkohol in allen möglichen Formen und in fast unmöglichen Quantitäten vertilgt worden war. Nach- dem K. mit seinen nicht minder unter Alkoholdruck stehenden Be- gleitern unter Absingung des schönen Liedes:„Geh'n wir noch ins Cafe" die Straßen cntlanggezogen war, suchte die betrunkene Ge- scllschaft das Cafe Skandinavia am Alexanderplatz auf.. Hier gab es bald Krakeel. 5k. wurde mit vereinten Kräften von Kellnern und dem Geschäftsführer an die frische Luft gesetzt. Auf der Straße fiel er über den Portier her und als ein Schutzmann hin- zukam, richtete sich seine ganze Wut gegen diesen. Der Beamte zog schließlich seinen Säbel und schlug den sich wie toll gcberdenden Angeklagten durch mehrere Hiebe nieder. Der Angeklagte trug drei je zehn Zentimeter lange tiefe Kopfwunden davon, die ihn längere Zeit arbeitsunfähig machten. Vor Gericht erklärte K., daß er sich an nichts mehr erinnern könne, da er völlig betrunken gewesen sei. Das Gericht nahm von einer Freiheitsstrafe Abstand und erkannte auf bö Mark Geldstrafe. Ilm Grund und Boden. 1. Jahrg., Heft 1. Vicrtcljahrcshestc des Verbandes zum Schutze des deutschen Grmidbcsitzcs und Rcalkrcdits. Herausgeber: Pros. Dr. R. v. d. Borght und Dr. R.Görnandt. Jährl. SM.. B. Heymann, Berlin W. 8. Charlottenburg. SHfuf f rn:ar*n wilmerselorfer Straße IL, ■ nOinraTEanny---— Kcte Bchulstraße------ empfiehlt zur RCISC' S�llSOD sein reichhaltiges Lager von guten Herren- und Knaben-Garderoben Zu be, deutend herabgesetzten Preisen. I Maß=AnZÜge aus den modernsten Stoffen von 45 M. an ' in eigener Itetriebsvvcrkstättc. Lieferant der Konsumgenossenschaft E. G. m. b. H. Berlin und Umgegend. Sonntags von 8—10 Uhr geöffnet. Mühelos können Sie das Geld zu einer schönen Sommerreise verdienen, wenn Sie Ihren Stoffbedarf bei mir deck.! MeinUnternehm. ist ganz einzigartig und dürfen Sie dasselbe nicht mit einem anderen Tuchgeschäft vergleichen. Ich übernehme nur große Partien in regulärer fehlerfreier Ware und bin daher in der Läge, hochfeine Qualitäten zu Spottpreisen an Private zu verkaufen. 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