Ur. 180. HbonnementS'Bedlngungen: MomiemenlZ■ Preis pränumerando: LierteljäbrI. Z,Z0 Md, monatl. 1,10 MI, Wochenilich W Pfg, frei ins Haus. Sinzeine Nummer S Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg, Post- Lbonncment: 1,10 Mar! pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Mar! pro Monat. PostabonnemeMs nehmen an: Belgien. Dänemarf, Holland. Jtolt-n, Luxemburg, Portugal, Numänicn, Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. Die InicrtionS'Gcbübr keträgt für die sechsgespaltene Kolonel- geile oder deren Rauin«0 Pfg.. für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versaniniliings-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Mnicigen", das fettgedruikle Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Wortes, jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Echlasstellenaiu zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch- 1 laben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächsle Nummer müssen bis i Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends gevssnct. vschcliit iZgllch. Berliner Volklsltlnkk. Telegramm-Adresse: „Sozlaldemolirat Berlin"« Zcntratorgan der rozialdemokratifchcn parte» Deutfcblands. Redaktion: SRI. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplav, Nr. 1983. Mittwoch, de» Üdi. Mai 1!>ll3. Expedition: SRI. 68, lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritsplatz, Nr. 198t. Legen sie Vermögens- zuivacftsfteuer! Von August Lenke, derzeit preußischer Finanzminister. Die Verbündeten Regierungen haben dem Reichstag den Entwurf eines Gesetzes, betreffend Aenderungen im Finanz- Wesen, zugehen lassen. Dieser enthält den Vorschlag, als Bs- sitzsteuergesetz eine Reichsvermögenssteuer einzuführen. Bei Einbringung des Entwurfes konnte man sich der Erwartung hingeben, daß dieser Gesctzesvorschlag das Schicksal so mancher anderer teilen und ewig Vorschlag bleiben werde. Denn nach der Absicht der Regierungen sollte diese Besitzsteuer nur in jenen Bundesstaaten in Kraft treten, die rechtzeitig ver- säumten, vernünftige Stenern für die Aufbringung der Matrikularbeiträgc einzuführen. Daß aber jeder Bundesstaat sich beeilen würde, rechtzeitig Vorsorge zu treffen, um diese Steuer von sich abzuwehren, das stand für uns olle von vornherein fest. Run aber droht von anderer Seite Gefahr. Zwischen den Konservativen und dem Zentrum auf der einen Seite, den Nationalliberalen auf der anderen Seite finden fortgesetzt Verhandlungen über die Tcckungs- frage statt, und wie ich meine früheren Parteigenossen(als preußischer Minister stehe ich über den Parteien) kenne, sind sie kapabel, den fakultativen Vorschlag der Regierung als ver- pflichtendes Reichsgesctz einzuführen. Ter Streit um die Be- sitzsteuer wäre damit freilich erledigt, und der endgültigen Versöhnung zwischen den rechtsstehenden Parteien und den Nationalliberalcn stände nichts mehr im Wege. So erfreulich für die preußische Regierung auch diese Umkehr der National- liberalen wäre, so zwingt mich doch mein Gewissen, gegen diese Art des Friedensschlusses Einspruch zu erheben. Als Finanzminister kann ich die Vermögenssteuer als eine ge- eignete Steuer unmöglich anerkennen, und ich flüchte in die Oeffentlichkeit, um noch in letzter Stunde vor dieseni Steuer- plan zu warnen. Der Gedanke hat auf den ersten Blick etwas Bestechendes an sich. Denn die Annahme liegt nahe, daß gerade der Vermögenszuwachs wegen seiner Eigenart einen erhöhten Steuerdruck aushalten kann. Ein Steuerpflichtiger, welcher die Gesamtheit der wirtschaftlichen Güter, die ihni alljährlich aus den einzelnen dauernden Erwerbsauellen zufließen, zur Bestreitung des Lebensunterhalts für sich und seine Familie nicht voll verbraucht und den unverbrauchten Teil seines Einkommens daher in neue, ertragbringende Vermögens- anlagen umsetzen kann, die sein nächstjähriges Einkommen erhöhen, erscheint uns leistungsfähiger als ein Steuerpslich- tiger, dessen Einkommen durch den Lebensunterhalt alljähr- lich aufgebraucht wird und dessen Vermögen unverändert bleibt oder gar sinkt. Es ist auch ferner nicht zweifelhaft, daß ein Vermögen, welches sich ohne den Zutritt von Ersparnissen aus sich heraus, automatisch infolge von Konjunktur, Kurssteigerung usw. alljährlich vermehrt, solange die Wertsteigerung anhält, eine bessere Fundierung des Einkommens darstellt, als ein Vermögen, dessen Wert fallende Tendenz aufweist oder mit dessen UnVeränderlichkeit nach menschlichem Ermessen zu rechnen ist. Trotzdem ist dem Vorschlage wegen der gegen ihn fprechenden schwerwiegenden ethischen, finanzpolitischen und technischen Bedenken nicht zu folgen: In der Theorie ist man sich darüber einig, daß jede direkte Staats st euer aufgelegt werden müsse nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit der Staatsangehörigen. Soeben ist gesagt worden, ein Steuervflichtiger, der das ihm zufließende Jahreseinkommen zuni Lebensunterhalte voll verbrauche, erscheine uns weniger leistungsfähig wie einer, der vom Jahreseinkommen etwas erübrigen und Rück- lagen machen könne. Dieser Satz ist indessen nur richtig, solange man voraussetzt, daß die Lebenshaltung beider Arten von Steucrpslichtmen sich in ungefähr gleichen Grenzen hält. Da dies für die Wirklichkeit nicht zutrifft, der Aufwand der einzelnen, und zwar gerade derjenigen, die ein hohes Ein- kommen beziehen, vielmehr außerordentlich verschieden ist, so folgt, daß für die steuerliche Leistungsfähigkeit nicht maß- gebend sein kann die Summe derjenigen Güter, ivelche der einzelne nach Bestreitung seines Lebensunterhalts übrig bc- hält, sondern die Summe derjenigen Güter, weicht ihm zuni Verbrauche zur Verfügung stehen, also sein l?i n k 0 m- m e n. Es ist unbestreitbar, daß zwei Steuerpflichtige mit einem Jahreseinkommen von je 100 000 Mk.. wenn sie nur in ungefähr gleicher sozialer Stellung sich befinden und einen etwa gleichgroßen Hausstand haben, gleich leistungsfähig find, und daß es für die Höhe der Leistungsfähigkeit ohne jeden Belang ist, wenn der eine von ihnen die 100 000 Mk. voll verbraucht, der andere am Jahresschlüsse aber 20 000 Mark übrig behält. Der isteuer soll jeder Wertzuwachs, der verdiente sowohl wie der unverdiente, unterliegen. Gerade die Hauptfälle des unverdienten Vermögenszuwächses, alle Erb- und Vermächt- niSanfälle nämlich und alle Schenkungen, werden nur ganz ungenügend zur Steuer herangezogen. Dies cnt spricht Vicht dem Gerechtigkeitsgefühl. auch nicht berechtigten volkswirtschaftlichen und sozialen Erwägungen. Bekanntlich hat der Staat ein sehr dringendes Interesse daran, bei seinen Staatsangehörigen den Sparsinn und damit die Bildung neuen Vermögens nach Möglichkeit zu wecken und zu fördern. Mit diesem G e- danken steht der Vorschlag der Regierung in s ch r 0 f;f c m Widerspruche. Denn er wirkt, in die Praxis umgesetzt, als Slrafe für die Sparer und— was noch schlimmer ist— als P r ä m i e für die Verschwendung. In seinem 8 19 hat das Einkommen steuergesetz bekanntlich Bestimmungen getroffen, durch die Steuerpflichtige, ivelche Familienangehörige zu unterhalten haben, bei der Steuerveranlagung begünstigt werden. Ter Vorschlag führt zu entgegengesetzten Ergebnissen. Denn der Unverheiratete, der sein Einkommen von 9000 Mk. voll ver braucht, bleibt steuerfrei, der verheiratete Familienvater, der im Interesse seiner Kinder— vielleicht unter mannig facher Entsagung von den 9000 Mk. 4000 Mk. erübrigt, ist steuerpflichtig. Von zivei Steuerpflichtigen mit je 100 000 Mark Einkommen wäre derjenige, der mehr als 3000 Mk. zurücklegt, steuerpflichtig, derjenige, der auf besonders großeni Fuße lebt, der sich Automobile, Pferd und Wagen, Rennpferde oder Rennboote hält, der denjenigen Teil seines Einkommens, den er an sich erübrigen könnte, zu dem An- kaufe wertvoller Möbelstücke, von Gemälden. Stichen, Ju- wclen oder anderen Kostbarkeiten verwendet, steuerfrei. Es ließen sich noch eine große Anzahl weiterer Einioen- düngen gegen den Regierungsvorschlag machen. Aber ich will die Geduld Ihrer Leser nicht ermüden und denke, daß das Gesagte völlig hinreicht, den Regierungsvorschlag als völlig verfehlt nachzuweisen. Nachschrift der Redaktion. Unser Mitarbeiter hat sich seine Aufgabe leicht gemacht. Er hat einfach seine Arguniente fast wörtlich der„Denkschrift des Finanzministers über die Lage des Staatshaushalts" entnommen, die dem preußischen Abgeorduetenhaus im Vorjahre überreicht worden ist. Jinmerhin ist der Mut anerkennenswert, den Herr Lentze beweist, indem er gerade jetzt auf die durchschlagenden Gründe, die in jener Denkschrift gegen die Vermögeeiszuwachssteuer, die damals nur Herr v. Dewitz, noch nicht die Verbündeten Regierungen vorschlugen, nochmals mit solchem Nachdrucke verweist. Illehr Meitertchiitz. Die Verhandlungen, mit denen der Reichstag gestern seine Arbeiten wieder aufgenommen hat, zeigen wieder einmal, wie be- rcchtigt die Forderung der Arbeiter ist, daß endlich der Reichstag an den gründlichen Ausbau unseres gesetzlichen Arbciterschutzcs herantritt. Auf der Tagesordnung stand — außer der Anfrage des Polen Sosinsky über die preußische Ver- saminlungsfreiheit gegen polnische streikende Arbeiter— eine lange Reihe von Petitionen. Auf die Anfrage des Polen antwortete die Reichsvcrwaltung, daß alles in schönster Ordnung sei, wenigstens stände das Gegenteil nicht in den Akten. Die Antwort fand lebhaften Widerspruch. Eine Besprechung der Antwort läßt aber die Geschäftsordnung in diesem Augenblick nicht zu. Von den Petitionen konnte der Reichstag nur 4 beraten, weil einzig und allein die erste— die das Offizierspensionsgesctz ge- ändert haben will— kurz erledigt werden konnte. Die drei anderen Petitionen beziehen sich auf Arbcitcrschutzfordcrungen und hier kam es zu einer längeren Aussprache. Zunächst forderten zwei Petitionen ein Reichscinigungsamt zur Förderung der Tarifverträge. Die Petitionskommission be- antragte, der Reichstag soll die Petitionen dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überweisen. Unser Redner, Genosse König, er- kannte an, daß das Rcichseinigungsamt nützlich für die Arbeiter sein— könnte, wenn die Reichsvcrwaltung es dcni Nutzen der Ar- bciter dienstbar machen wollte und könnte. Unter den gegcnwärti- gen Verhältnissen aber sei zu fürchten, daß die Rcichsverwaltung den Arbeitern ihren Kampf um bessere Lohn- und Arbeitsbedin- gungen erschweren werde. Deshalb sei es bedenklich, wenn die Reichsvcrwaltung noch mehr Rechte gegen die streikenden Arbeiter erlange. Die Hauptsache sei vielmehr, daß die Arbeiter einen immer größeren Einfluß auf die Reichsverwaltung erlangen. Nur in dem Maße, wie sie dies erreichen, werden ihnen Einrichtungen von der Art des Rcichscinigungsamtcs nützlich sein. Unsere Frak- tion werde, so schloß unser Redner, für die Berücksichtigung der Petitionen stimmen; wir halten es aber für unsere Pflicht, zu bc- künden, daß wir uns von einem Rcichseinigungsamt unter den jetzigen'Verhältnissen nicht die Vorteile' versprechen, die die bürgcr- lichen Parteien erwarten. Unter allen Umständen jedoch sind wir dagegen, daß die Arbeiter durch Gesetz gezwungen werden, sich dem Spruche des Einigungsamtcs zu fügen. Die Redner der bürgerlichen Parteien sprachen sich ebenfalls gegen diesen Zwang aus. Der Stöckcrianer Behrens hielt es aber für angebracht, sich darüber aufzuhalten, daß die Sozialdemo- kraten sich so vorsichtig gegen das Reichseinigungsamt verhielten. Er mußte sich vom Genossen Brey nachweisen lassen, daß der „Christliche" Gewerkschaftskongreß dieselbe Vorsicht für notwendig erklärt bat. Darauf blieb der sonst so redccifrige Stöckerjüngling die Antwort schuldig. Der Antrag der Kommission wurde schließ- lich einstimmig angenommen. Sehr lehrreich ist die Aussprache über ds� nächste Gruppe der Petitionen� die eine Acndcrung des jetzigen Lohnbeschlag. nahmcgcsctzes verlangte. Genosse Giebel legte dar, daß das jetzige Gesetz, unhaltbar ist. Nach dem Gesetz ist einem Arbeiter und Angestellten nur der Betrag von 1500 Gehalts gegen die Ansprüche der Gläubiger geschützt. Alles was sie mehr ver- dienen, können die Gläubiger pfänden lassen ohne Rücksicht darauf, daß dadurch die Arbeiter und Angestellten in das größte l�cnd ge- bracht werden. Die Beamten und Offiziere dagegen haben das Vorrecht, daß von dem Gehalt über 1500 M. nur ein Drittel ge- pfändet werden kann. Um so ärger ist es, daß die bürgerliche Mehrheit in der Kommission beantragte, über die Petitionen zur Tagesordnung überzugehen. Unsere Genossen beantragten, daß die Petitionen dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwicsen werden. Damit hätte sich der Reichstag dafür erklärt, daß erstens der Betrag erhöht wird, der nicht gepfändet werden kann, und daß zweitens für die besser gestellten Arbeiter und Angestellten das- selbe festgelegt wird, wie für die Beamten und Offiziere. Die Fortschrittliche Volkspartci wollte nur die zweite Forde- rung dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überweisen, und die Nationaltiberalen sogar sie nur als Material überweisen. Erbaulich wurde die Verhandlung, als der erste Redner der Nationalliberalen gegen den Antrag seiner cigeiicn Partei und für den Antrag der Sozialdemokraten sprach. Der zweite Redner der Nationalliberalcn quälte sich dann um so mehr mit dem Nach- weis ab, haß der von seinem Parteigenossen verteidigte Antrag ganz ungerecht sei. Der Redner der Fortschrittlichen Volkspartei schloß sich im wesentlichen dem zweiten nationalliberalen Redner an. Das Zentrum begnügte sich mit einem Redner, der sich ge- waltig gegen jede Verbesserung des jetzigen Gesetzes wendete. Ihm und den anderen Rednern) antwortete Genosse Ho ch. Schließlich wurde der Antrag der Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Antrag der Fortschrittlichen Volkspartei gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der Fort- schrittler und des Abg. Marquard abgelehnt und dann der Antrag der Nationalliberalen gegen das Zentrum und die Konservativen abgelehnt. Die letzte der gestern besprochenen Petitionen geht von der freien Gewerkschaft der Gärtner aus und tritt für die Gleich- stcllung.der Gärtner mit den Fabrikarbeitern in Bezug auf den Arbeitsvertrag ein, während der Deutsche Hand- Werks- und Gcwcrbckammcrtag sich dagegen ausspricht. Die Kom- Mission empfahl, die Petitionen dem Reichskanzler als Material zu überweisen. Genossen Stolle und Stadthagen wiesen nach, daß die Forderung der Gewerkschaften durchaus berechtigt ünd ihre Erfüllung dringend notwendig ist und beantragten, daß die Petitionen zur Berücksichtigung überwiesen werden. Abg. Beh- rens hielt die Sachlage für noch nicht genügend geklärt. Leider nahm das Plenum den Antrag des Abg. Behrens an und wies die Petitionen an die Kommission zurück. veuttchritter und„veutiche Cagcs- zeitung". Im„Berliner Tageblatt" hatte Paul Harms in einer Auseinandersetzung mit den Junkern von dem Deutsch- rittcrorden bekundet, er habe„das alte Ordensland Preußen mit viel Erfolg an den Rand des Abgrundes gewirtschaftet und schließlich unter polnische Herrschaft gerettet". Es lvar dies eine zutreffende, aber milde Kennzeichnung der Schand- und Untaten dieser feudalen Organisation. Gleichwohl fühlt sich ein Herr Dr. phil. Walter Wieber bemüßigt, in der „Deutschen Tageszeitung" einen klapperdürren Klepper zu besteigen und auf einer Kindertrompctc folgenden Tusch von sich zu geben; Einen solchen Vorwurf wagt er d e n D e u t s ch r i t t e r n zu machen, die sich durch ihre zähe KolonisationSarbeit u n st e r b- liche Verdien st e erworben, und völlig uneigennützig nur für Deutschtum und deutsche Kultur gearbeitet haben! Es war nicht der Wunsch, in ein Land zu kommen, wo Milch und Honig floß, wie er die Israeliten nach Kanaan trieb, noch weniger die Sorge für Familie und Nachkommen, was diese Männer zu ihrem Zuge veranlaßte, denn das Preußenland war öde und leer und die Ritter hatten weder Weib noch Kind, sondern eS war allein der nationale Gedanke! Trara! Trara! Trara! Nun ist cs wahrhaftig nicht das Bedürfnis, dem„Berliner Tageblatt" beizuspringcn, sondern lediglich der Wunsch, der historischen Wahrheit zu dienen und nebenbei der „Deutschen Tageszeitung" ein wenig auf dic� Strümpfe zu helfen, wenn wir aus einem neueren Geschichts- werk über den Deutschrittcrorden ein paar kennzeichnende Stellen wiedergeben. Dieses Werk erklärt zunächst einmal. daß die Mittel des Ordens mit den„unsterblichen Ver- dienstcn" allem christlichen Wesen ins Gesicht schlugen: Betrug, Urkundenfälschung, Bestechung, Verrat, Raub, Mord, Geiv alttat jeden Schlages, die ganze Skala verbrecherischer Handlungen bezeichnet den Weg des Ordens; es läßt sich schwer etwas denken, wovor er zurückgeschreckt lväre, wenn es seinen Vorteil galt. Eine angenehme Sippe, die sich des Schutzes der „Deutschen Tageszeitimg" erfreut! Aber cs konimt noch besser. Das Gerede von der Auf- gäbe des Ordens, die heidnischen Slawen mit christlich- germanischer Zivilisation zu beglücken, wird in dem Werk als eitel Unsinn abgetan. Machtpolitik, bare, nackte, brutale Machtpolitik— darin erschöpft sich die Ordenspolitik. Um sich j. B. der für seinen Ausfuhrhandel wichtigen Weichsel- und Nogatstratze zu versichern, brach der Orden um l240 herum mit dem christlichen Pommernherzog Swentopolk einen Streit vom Zaune. Auch hier ist das Bestreben, die Mahnahmen des Ordens im Lichte christlicher Moral erstrahlen zu lassen, nur geeignet, den Tatbestand zu verdunkeln und das Erkennen der politischen Ziele des Ordens zu erschweren: sie waren— einfach genug— darauf gerichtet. alles Erreichbare an sich zu reiße n, mochte es gehören, wem eS wollte, Heiden oder C h r i st e n. Man begreift allgemach, warum in dem Zentralorgan der aararischen Junker, deren Politik auch nur darauf gerichtet ist, alles Erreichbare an sich zu reißen, die Deutschritter so der- ständniSvollc Freunde finden. Auch in dein Zusammenstoß des Ordens mit Polen sieht das W?rk lediglich den Ausfluß selbstsüchtigster Machtpolitik, spridfi von einer„brutal- asiatischen Methode" deS Ordens und meint: Noch keineswegs erstorben ist die Meinung, daß echt ch r i st- lichcr GlaubenSeifer die Haupttriebkraft im Deutschen Orden gewesen sei und das eigentlich Schöpferische. Schaffende der Stelle, worauf alle Leistung letzten Endes zurückgehe. Ihre Verfechter werden bei dem ostpomnierschen Handel in Verlegenheit kommen, woher der moralische Mantel zur Ver- hüllung der schlechterdings nicht zu leugnenden e w a l t p o I i t i k des Ordens zu nehmen sei. Die eigeut- liche Bestimmung deS Ordens— Kampf gegen die Ungläubigen— versagt hier: seit imhr als UM Jahren war in Pommern schwer- lich noch ein Heide aufzutreiben. Auch ein sonstiges Interesse der Kirche lag nicht vor. Auch um Notwehr handelte cS sich nicht, noch um einen Kampf, für deutsches Recht: ohne auch nur den Schein eines Rechts für sich geltend machen zu künnen— es sei denn daS des Tertius gaudens—, griff der Orden neben den Polen seine treuesten deutschen Feinde und Helfer, die brandenburgischen Markgrafen und ihre gut begrün- beten Anrechte auf Ostpommern an. Das nennt man: die„nationale Idee" trieb den Orden vorwärts! Darüber sagt das Buch noch: Man hat sich gewöhnt, in dem Deutschen Orden den Vor» kämpser deutschen Wesens gegen den slawischen Osten Mitteleuropas zu sehen. E r war es in der Tat, aber cd lag weder in seinem Bcwiisitsrin»och in seiner Absicht, es zu sein.... Unter allen Umständen verfehlt ist die Annahme be- ivußter nationaler Gegensätze für diese Zeit.... Nun wird man auf der„Deutschen Tages- z e i t u>t g" wohl unsere Geschichtsqucllc als eine„ver- logenc und hetzerische Gcschichtsklittcrung" mit geringschätzigem Lächeln abtun ivollcn und in dem Verfasser einen fff Sozial- donlokraten oder zum mindesten einen Liberalen nichtarischen StammcS vermuten. Vorbei geschossen! Unsere wörtlichen Zitate stammen vielmehr aus„Geschichte des Deutschen Ritterordens" von Max Ochler, Obcrlcut- na n t t nt— das ist das Pikanteste daran!— Deutsch- OrdenS-Jnfanterie- Regiment Nr. 152 in Marienburg! Wie die Rangliste der Armee ausweist, ist Herr O e h l e r sogar kurz nach Erscheinen seines Buches zum Hauptmann.befördert worden. Nun hat, wenn er sich durch drei Kognaks notdürftig ge- stärkt hat, der historische FamuluS deS.Herrn Dr. O e r t e l wieder das Wort! �_ Gin neues Splonsgegeietr. Der dem Reichstag zugegangene Gesetzentwurf gegen den Verrat militärischer Geheimnisse entpuppt sich als ein Gesetz, das die Ausgabe hat, die Presse zu knebeln und ins- besondere zu verhindern, daß Dinge an die Oeffentlichkeit konimen, die den militärischen Machthaber» unangenehm sind. Auf den Verrat militärischer Geheimnisse werden strenge Strafen gesetzt. Unter Umständen kann auf lebenS- längliche Zuchthausstrafe erkannt tverden. Zu den militärischen Geheimnissen werden nach dem neuen Gesetz nicht nur Schriften, Zeichnungen und Gegenstände, deren Geheimhaltung ini Interesse der Landesverteidigung erforderlich ist, gc rechnet, sondern auch Nachrichten, deren Geheimhaltung den militärischen Behörden notwendig erscheint. Wer solche Geheimnisse, also auch Nachrichten, auch ohne den Vorsatz, die Sicherheit des Reiches zu gefährden, an einen anderen gelangen läßt, wird mit Gefängnis oder mit Festungshaft bis zu siinf Iahren bestraft. Auch der Versuch ist strafbar. Wie sich aus der Begründung des Gesetzes ergibt, soll verhütet werden, daß künftig militärische Maßnahmen in die Oeffentlichkeit gebracht werden können. Eine Nachricht über die Einführung neuer Patronen zum Beispiel würde zweifellos unter das Gesetz fallen und könnte den Redakteur, der sie bringt, bis zu fünf Iahren Gefängnis kosten. Die Presse würde durch dieses Gesetz auf das allerschwcrstc gefährdet, denn kein Redakteur kann wissen, ob irgendeine Nachricht, die ihm zugegangen ist, unter den Begriff„Militärische Geheimnisse" fällt, und es würde künftig, ehe man solche Nachrichten ver- öffentlicht, nichts weiter übrig bleiben, als erst bei der in Frage kommenden Kommandobchörde anzufragen, ob die Ver- öffenttichung gestattet ist. Diese neuen gesetzlichen Bestimmungen sind derart dehnbar, daß mit leichter Mühe Vorkommnisse, durch welche Osfizkere kompromittiert werden, unter Umständen selbst Soldatcnmihhandlungen, sehr wohl zu den Nachrichten gerechnet tverden könnten, deren Nichtvcröffentlichung im militärischen Interesse gelegen ist. Der§ 5 des Gesetzes scheint sich gegen Machenschaften a 1a Krupp wenden zu wollen; denn er bestimmt: „Wer sich vorsätzlich ein militärisches Geheimnis ohne die Absicht verschafft, es zu einer die Sicherheit des Reiches ge- fährdenden Mitteilung zu gebrauchen, wird mit GefängmS oder Festungshaft bis zu drei Jahren bestraft. Bei mildernden Um- . ständen kann auf Geldstrafe bis zu 6000 M. erkannt werden. Als die Krupp-Affärc im Reichstag zur Sprache kam, .erklärte der Kriegsmtnister bekanntlich, daß die Vorfälle sich nicht als Landesverrat darstellen, offenbar, weil daS seitherige Gesetz nicht genügte. Durch diesen neuen K 5 würde die Handlungsweise der Angestellten der Firma Krupp, die militärische Geheimnisse auskundschafteten im Profitinteresse ihrer Firma, unter allen Umständen zu fassen und eventuell mit drei Jahren Freiheitsstrafe zu aHuden sein. Der t; 8 enthält eine ganz n n g c h c u c r l i ch c Be- stimmung. Er führt nämlich aus, daß mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu einem Jahre oder Geldstrafe bis zu lOOO M. bestraft werden kann, wer in einer Festung, einem Rcichskriegshafen oder einer anderen militärischen Anlage einem Beamten oder einer Militärperson eine unrichtige Angabe über seinen Namen, seinen Stand, sein Gewerbe, seinen Wohnort oder seine Staatsangehörigkeit macht, wenn nicht nach den Umständen die Annahme ausgeschlossen ist, daß der Aus- enthalt an dem Ort mit landesverräterischen Zwecken zusammen- hängt. Dann wird bestimmt: „Einer Festung, einem NeichZkriegshafen oder einer anderen militärischen Anlage steht gleich der amtlich betannlgemachle Sicherungsbereich sowie Plätze, wo Gegenstände für die Bedürfnisse der militärischen Kriegsmacht hergestellt, ausgebessert oder aus- bewahrt werden." In die Praxis übersetzt, würde das bedeuten, daß ganz Deutschland einen: einzigen Festungsrapon gleich geachtet wird; denn diese Vorschrift würde auch auf Orte zutreffen, in denen sich eine Scheune befindet, in der Fourage für die Heeresverwaltung aufbewahrt wird. Die Fassung dieser Be- stimmung ist derart kautschukartig, daß wohl nur wenige Orte in Deutschland nicht unter diese Vorschriften fallen ivürden. Man denke nur daran, daß einer Festung auch Plätze gleichstehen, wo Gegenstände für die inländische Kriegs- macht ausgebessert werden! Eine weitere Bestimmung, die sich gegen die Presse richtet, findet sich in dem§ 12, der Freiheitsstrafen bis zu einem Jahre oder Geldstrafen bis zu 1000 M. androht für den Fall, daß über schwebende amtliche Ermittelungen wegen eines Verbrechens oder Vergehens gegen dieseS Gesetz ohne Erlaubnis der die Ermittelungen leitenden Behörde Mitteilungen in die Oeffentlichkeit gelangen. Unter Umständen könnte schon die Meldung der Tatsache, daß ein Spion verhaftet worden sei, etwa weil er photographiert habe, nach �12 dieses Gesetzes mit strenger Strafe geahndet werden. Der Heeresverwaltung war die Kritik an ihren Ein- richtungen seit langer �cit unbequem, und nachdem in der letzten Zeit eine Menge Spionagefälle vorgekommen sind, so daß die Erhöhung und Verschärfung der Strafen scheinbar gerechtfertigt ist,' glaubt man offenbar diese Gelegenheit be- nützen zu sollen, auch der Presse einen Maulkorb anzulegen, um zu verhüten, daß Dinge an die Oeffentlichkeit kommen, die der Militärverwaltung unangenehm sind. Der Reichstag wird dieses Gesetz genau zu prüfen haben und dafiir sorgen müssen, daß diese tautschukartigen Bestimmungen unter allen Umständen entfernt werden. polltircbe Ocbcrlicbt» Gin freisinnig-sozialdemokratisches Wahlbündnis. Die„Kreuz-Ztg." schrieb unter dieser Stichmarke am Montag: „In Ober- und Niederbarnim sind nach endgültiger Fest- stellung gewählt: 724 konservative, 529 liberale, 1084 sozial- demokratische und 9 demokratische Wahlmänner. ES muß also Stichwahl zwischen den Konservativen und den Sozialdemokraten stattfinden. Der Ausschlag liegt bei den Liberalen. Der konservative Wahlausschuß hat nun den Liberalen ein Kompromiß angeboten, daß ei» konservativer, ein freikonser- vativer und ein liberaler Kandidat gewählt werden solle. Wie wir jedoch aus bestimmter Quelle erfahren, ist zwischen der Leitung der Fortschrittlichen BolkSpartei und der sozial- demokratischen Parteileitung bereits ein festes Bündnis für die am 3. Juni stattfindenden Wahlen zum prcußi- scheu Abgcordnetenhanse abgeschlossen worden. Danach sollen sich im Wahlkreis Ober- und Niederbarnim die freisinnigen Wahlmänner der A b st i m m u n g bei der Wahl der Abgeordneten enthalten, um dadurch den drei sozial- demokratischen Kandidaten zum Siege �zu verhelfen. Als Gegenleistung werden die sozialdemokratischen Wahlmänner in den Wahlkreisen Breslau, Sarau- Guben- Forst, Pinneberg- Elmshorn, Liegnitz und Brandenburg- Westhavelland sofort im ersten Wahlgange für die freisinnigen Kandidalen stimmen, um diesen dadurch zum Siege zu verhelfen." Diesem neuen Tastversuch der von Neugier förmlich zermarterten konservativen Presse gegenüber bemerkt die.Fr eis. Ztg." am Dienstagabend. daß die Mitteilung über das konservative Kompromißangebot den Tatsachen entspreche. Offenbar habe aber auch die„Kreuz-Zeitung" selbst die Empfindung, daß ein solches Kompromiß für die Liberalen, die als Ziel des WahlkompfeS die Zurückdrängung der konservativen Ilcbermacht bezeichnet hätten, unannehmbar sei. Sie füge deshalb aus Eigenem ihre Mitteilung über ein sreisinnig-sozialdemolratischeS Stichwahlabkommen hinzu, lieber diese— von uns oben wieder- gegebene— Nachricht selbst sagt das offizielle Fortschrittsorgan: „Die Lauterkeit der„bestimmten Luelle" der„Kreuz-Zeitung" scheint uns einigermaßen verdächtig zu sein. Aber wir müssen ge- stehen: der Vorschlag ist so übel nicht! Die beteiligten Stellen werden den„guten Tip" sicherlich mit Interesse entgegen- nehmen und nicht verfehlen, der„Kreuz-Zeitung" tiefgefühlten Dank zu sagen, wenn es gelingen sollte, ans diesem von kon« servativer Seite gewiesenen Wege dem Ziele der Schwächung der Reaktion beträchtlich näher zu kommen." Ob die Junker auch nach dieser spöttischen Abfertigung noch den Frei- sinn mit erneuten Angeboten der Waffenbrüderschaft bestürmen werden? Vom Knhhandel. Es wird berichtet: Am Montag haben zwischen Ver- tretern der Regierung und einigen Mitgliedern des Reichstags Besprechungen über die Gestaltung der Wehrvorlagc in der zweiten Lesung der Budgetkommission stattgefunden, in denen versucht worden ist, ciifige Streichungen an der Vorlage in der zweiten Lesung wieder rückgängig zu machen. Die Bemühungen der Heeresverwaltung haben in einzelnen Punkten Erfolg gehabt, itzw Wiederherstellung der zwei ge- strichenen Kavallerieregimenter steht vorläufig das Zentrum noch ablehnend gegenüber. Die Heeresverwaltung hat ihrer- seits Zugeständnisse gemacht in der Richtung, den verschiedenen in Entschließungen niedergelegten Wünschen tunlichst nachzu- kommen, so in der Uniformfkage und der Neuordnung des Straf- und Uebungswesens.____ Verletzung des Budgetrcchts des Reichstags. Die Budgetkommission hat am Montag dem Kriegsminister die Ermächtigung erteilt, mit den von der Kommission bewilligten Bauten sofort zu beginnen. Der Referent hatte betont, daß damit eine Ersparnis zu erzielen sei, weil verhütet werde, daß die neu aufzustellenden Truppen- teile erst in provisorische Unterkunftsräume verlegt werden müßten, vielmehr sofort ihre Kasernen beziehen könnten. Beim Kriegsminister kam mit dem Essen der Appetit, denn er sprach nunmehr den Wunsch aus, daß man ihm auch gestatten möge, sofort die Lieferung von Waffen und Munition in Auftrag zu geben. Die einzige Partei, die dagegen Emspruch erhob, war die Sozialdemo- k r a t i e. deren Vertreter es direkt als den schlimmsten Un- fug bezeichneten. Ausgaben zu machen, die der Reichstag noch nicht bewilligt hat. Zudem handelte es sich dabei um viele Millionen Mark. Die vom Kriegsminister erbetene Er- mächtiailng. soweit es sich um die Beschaffung von Waffen und Munition handelte, wurde n t ch 1 erteilt. Der sozialdemokratische Widerspruch war völlig berechtigt, denn es hieße das Budgetrecht des Reichstags beseitigen, wenn es der Regierung gestattet würde, Gelder auf Grund von KommlssionSbeschlüssen auszugeben. Gegen die Kriegshetze. In Mannheim hielt am Sonnabend und Sonntag die Deutsch« FriedenSgesellschast ihre 6. Generalversammlung ab. Der Bericht war ziemlich pessimistisch gehalten, wenn auck eine Zunahme per Mitglieder konstatiert wird: geklagt wird sehr über den Mangel an Geldmitteln, der eS auch verbindert habe, daß ein Friedensweilkongreß abgehalten worden sei. Die Resolution zur Anbahnung internationaler Verständigung wurde, wie üblich, einstimmig angenommen. Eine von Pfarrer Wehner-Jeno� eingebrachte Resolution, die sich gegen die kriegerischen Tendenzen im Jungdeutschlandbund und Wehrverein wendete, fand lebhaften Widerspruch: sie wurde aber nach längerer Debatte mit großer Mehrheit an- genommen. Sie lautet: „Die Generalversammlung der Deutschen FriedenSgesellschast begrüßt durchaus sympathisch alle Bestrebungen, die auf die Pflege der körperlichen Tüchtigkeit der Jugend gerichtet sind. Sie ver- urteilt aber ebenso entschieden die vielfach in Gruppen deS Jungdeutschlandbundes, der Pfadfindervereine, der Wehrkraftvereine und sogar konfessionellen Jugendvereine getriebene, pädagogisch äußerst bedenkliche Kriegsspielerei, gegen die sich auch schön militärische Autoritäten mit Nachdruck ausgesprochen haben. Die Kriegsspielerei ist geeignet, die Jugend nnlitärisch und chauvinistisch zu verhetzen und zugleich den Gegensatz politischer Parteien in sie hinein zu tragen."__ Eine gemütliche Bnndlerparadc hatten die Bündler und Konservativen Württembergs am Sonntag. den 25. Mai, in Sluitgari arrangiert. Freunde eines derben Humors und unfreiwilliger Witze freuen sich das ganze Jahr aus diese Parade, denn dorr kamen sie auf ihre Kosten. Auch dieses Jahr wieder. Als Hauptredner hatte die würtlembergische Bunde»- leitung Herrn Oertcl in höchsteigener Person vorgesehen. Herr Oertel kam aber nicht. Für ihn wrang der GntSbesiser Pauli- Köln ein, der gleich einleitend versicherte, er werde im Geists Oertels reden. Das hat er auch redlich getan. Ein paar Redeblüten aus dem reichen Strauß mögen es dartun�„Die Sozialdemokratie will die Partei der Arbeiter sein, daS ist Schwindel: man sehe sich ihre Abgeordneten, ihre Führer an. Sind das ausgepowerte Prole- tarier?... Die Forrschrittliche Volkspartei ist nur noch der Schleppträger der Sozialdemokratie.... Wir gehen gerne zusammen mit den Nationalliberalen, die die alten Traditionen dieser Partei hochhalten, aber mit einer Gesellschaft, wie sie B a s s e r m a n n und der Jungliberale Kauffmann verkörpern, wollen wir nichts zu tun haben.... Aus dem narionalliberalen Parteitage wurde das Kaiierwort, worin die Freude über das Wachsen des politischen Verständnisses im Volke zum Ausdruck kommt, so apostrophiert, als oh das deutsche Volt nun reif und wert wäre, sich selbst zu regieren. Solche Worte vom„souveränen Volk" hörte man auch Anno 1789 vor de», Ausbruch der sranzöstschen Revolution." Bassermann und RobeSpicrre! Kauffmann und Marat! O diese blutroten KönigSniörder um Bassermann und Kauffmann! Gnade hingegen hat daS Zentrum bei den Bündlern gefunden. Herr Pauli schmatzte es tüchtig ab. Der GeschäflSfnhrer des Bundes in Württemberg gab bekannt, daß die Mitgliedcrzahl sich um etwas erhöht habe, sie betrage nun- mehr 20 754. Die Versammlung stimmte einer Kundgebung zu, in der dem Bundesrat und den, Reichstag gesagt wird, wie sie die DeckungSvorlagen für die neuen Rüstungen zu gestalten haben, wenn sie sich die Wohlgeneigtheit der Bündler erhalten wollen:„Wir vermisien diese Schonung ider Landwirtschaft) bei dem von der Reichsregierung geforderten einmaligen Webrbeitrag, welcher schon bei 10 0«)0 M. Vermögen, aber erst bei Einkommen von 50000 M. beginnen soll. Wir rechnen mit einer den Verhältnissen der Landwirtschaft und deS gewerblichen Mittelstandes gerecht werdenden Hinaufsetzung der BermögenSgrenze und cntiprechcnder Heranziehung größerer Ein- kommen. Wiv- bedauern, daß zur Aufbringung der sortdanernden Ausgaben der HeereSverMehtNttg das mobile Kapital, iei es durch eine Kotierungssteuer oder eine Dioidendensteusr, nicht stärker heran- gezogen wird und verwerfen nach wie vor eine den Grundbesitz wi« daS Gewerbe besonders ungünstig belastende Ausdehnung der Erb- schastSstener auf Kinder und Ehegatten." Zentrumsführer-Porträts. Der Streit zwischen Kölner und Berliner Rrchwng im Zentrum hat durch die Landtagsagitation in Preußen wesent- liche Verschärfungen erfahren. Die„Kölner" haben Agitatoren ihrer Richtung nach Schlesien gesandt, die dort gegen den schlesischen Grafen Oppersdorfs und seine Richtung redeten: auch der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, Dr. P o r s ch hat sich energisch gegen Oppersdorff gewandt. Das Blatt des Grasen Oppersdorff„Wahrheit und Klarheit" nimmt sich nun den vom jungen, gut katholischen Doktor langsam und sicher zum Geheimen Justizrat und Vizt- Präsidenten deS Abgeordnetenhauses aufgestiegenen Porsch kräftig vor. Es genügt hier, folgende Stelle aus der christlich-brüder- lichcn Abfuhr mitzuteilen: Nicht der Person des Herrn Dr. Felix Porjch galt und gilt unsere Kritik. Aber dem, wa« er in der Oeffentlichkeit selbst sagte, tat und unterließ, und dem, wa» er andere ganz ungestört tun und lassen und sagen ließ, die doch dem von ihm beanspruchten. demnach allen Seiten vorhandenen, aber ganz und gar nicht gleich- mäßig benutzten Füh rer ein flu ß unterstanden: Dem galt und gilt unsere freie Kritik: Dem muß der Personenkultus der oft gut gemeinten, oft auch nicht chemisch reinen Impulsen entspringt— weichen und geopfert werden. Un« schrieb einmal einer„ der die Dinge und Perffoneii leidlich kennt:„Ich halte Porsch vielmehr für einen geistigen SchwergewichtSheber. der unter Stöhnen fein Pensum absolviert— im Gegensatz zu JuliuS Bachem, der sich viel mehr auf die Kunst glatter, süßlich lächelnder Sophistik, des parfümierten Hexen- Einmalein« und de« jonglierenden PfiffiluS versteht. Porsch: elegisch gestimmter Dompteur; Bachem: Partei-Kine- m a k o l o r: Drogist, Farbenmischer und Filmlieferant in Einem." Nicht ganz so, aber ähnlich lautet unser Urteil. Die Besoldungetreform in Elsaft-Lothringen. Gleich nach Eröffnung des neuen Landtages unterbreitete die Regierung dem Parlament eine Besoldungsreform, an der die beiden Kammern nahezu zwei Jahre gearbeitet haben. Mehrmals schon drohte die Vorlage zu scheitern. Die Zweite Kammer stimmte einer Erhöhung der Gehälter der unteren und mittleren Beamten zu. während an den Gehältern der höchsten Beamten Ab- striche gemacht wurden. Dem widersetzte sich die Regierung und die Erste Kammer. In der DienStagsitzung unterbreitete die BudgetkomnKssioir nun dem Plenum einen Kon, promißantrag, dem alle Parteien mit Ausnahme der Lothringer zustimmten. Da- nach erhalten die Unterbeamten eine Erhöhung ihrer Gehälter, während an den höheren Gehältern einige Abstriche gemacht werden. Derjenige Punkt, an dem das Gesetz zu scheitern drohte, die Abstriche an den Ministergehäliern, ivurde in der Weise geregelt, daß die Gebälter geteilt werden, und zwar in pensionSsähige und nicht pensionsfähigc. Die Lothringer und einige nationalistisch-klerikale Abgeordnete ver- suchten in letzter Minute noch, dem Gesetz. daS gegenüber dem früheren Zustand eine wesentliche Berbefierung bringt. Schwierigkeiten zu machen, so daß der Zentrumschef alle Mühe hatte, seinen Fraktions- genossen den Trust der Situation und die Notlage der unteren Beamten plausibel zu machen. Unser Redner, Genosse P e i r o t e S, erklärte die Zustimmung seiner Fraktion, die Positive« leisten und die unteren Beamten nicht wegen der Halsstarrigkeit der Regierung und der Ersten Kammer weiter Not leiden lassen wolle. Nein ans sozialen Gründen stimmen die Sozialdemokraten für das(Bcfefc. Wenn nicht da« für die Unterbeamten erreicht wurde, wa« die Sozialdemokraten gewünscht hätten, so ist die Schuld in erster Linie dem größten Teil der Zentrumsfraktion und dem Lothringer Block zuzuschreiben. In der namentlichen Abstimmung wurde die Besoldungsreform, die dem Volke im Gegensatz zu Reformen in anderen Staaten keine Mehrbelastung bringt, mit 34 Stimmen bei IS Enthaltungen angenommen. In derselben Sitzung wurde die dritte Losung der Teuerung»- zulagen an Beamte und Lehrer erledigt. Das Zentrum hatte eine Teuerungszulage für G e i st l i ch e in diese Borlage hinein- geslbmuggelt. Von sozialdemokratischer Seite wurde zu diesen Geistlichenzulagen beantragt, die Mittel dafür sollten auf dem Wege kirchlicher Umlagen aufgebracht werden, die von den Mit- gliedern der drei anerkannten Konfessionen in Form von Zu- schlagen zu den direkten Steuern erhoben werden. Ferner hatte die sozialdemokratische Fraktion, um den Austritt au» der Kirch« zu ermöglichen, beantragt, daß Mitglieder der Religion«- gemeinschaften, die zu Protokoll de« Bürgermeister« ihren Austritt aus der Ktrche erklären, vom 1. April des folgenden Jahres ab von der Entrichtung dieser Kirchensteuer befreit sein sollen. Diese sozialdemokratiichen Anträge wurden mit 36 gegen 18 Stimmen ab- gelehnt. Daraus wurden dann die Teuerungszulagen für Beamte, Lehrer und Geistliche angenommen. Kasernenkultur. Der ISjährige Chauffeur Johann Stopfer trat am 1. Dezember 1 312 freiwillig in das 1. bayerische Ulanenregimem in Ansbach ein. Die Freude am Soldatenleben war indessen bei diesem freiwilligen Vaterlandsverteidiger rasch dahin. Ani 17. Februar d. I. wurde der Freiwillige mit einer Schußwunde in» Fuß ins Garnisonlazarett eingeliefert, er gab an, ein Unbekannter habe den Schuß abgegeben. Iii einem Schreiben an den ESkadronsches gab der Ulan indessen offen zu, daß er sich selbst den Schuß beigebracht habe. Nach sieben Wochen konnte der Freiwillige au« dbm Lazarett als diensttauglich entlassen werden, jedoch wurde er nun tvegen Selbstverstümmelung unter Anklage gestellt. Bor dem Kriegsgericht gab der Ulan an, daß er sich den Schuß nicht deswegen beigebracht habe, weil er nicht mehr Soldat sein wollte, sondern weil ihm der Dienst außerordentlich schwer gemacht wurde und weil ihn die alten Mannschafteii brutal mißhandelten. Der EskadronSchef schilderte den Angeklagten als einen schlechten Soldaten, mußte aber zugeben, daß alte Leute wegen Mißhandlung de« Freiwilligen bestraft werden inußten. Die Mißhandlungen, die der Rekrut auSzuhalten hatte, müssen sehr schwere gewesen sein, denn e» wurde festgestellt, daß bei ihm, als er ins Lazarett ein- geliefert worden war, noch tagelang blaue Flecken beobachtet tverden konnten. Der Verteidiger Oberleutnant von Belli di Pino schilderte in drastischer Form, mit welcher ordinären Brutalität in dieser Kaserne die„Alten" diesen Rekruten„erzogen". Diese Schinderei habe den Freiwilligen zur Verzweiflung gebracht, er habe, als er sich den Schuß in den Fuß beibrachte, in einem Zustand von Unzurechnungsfähigkeit gehandelt und fei freizusprechen. Das Kriegsgericht dachte anders, es verurteilte den Ulan zu vier Monaten Gefängnis. Daß der Ulan stark mißhandelt worden, nahm das Ge« riäit als Milderungsgrund an. Auch daß der Freiwillige nicht Soldat 2. Klasse wurde, hatte er nur diesem Milderungsgrund zu danken. Wenn schon Freiwillige auf diese Weise behandelt und zu solch verzweifelten Handlungen getrieben werden, so zeigt daS unsere Kasernenkultur in ihrer ganzen Schönheit! MühigeS Geredc. Auf Wunsch des Genoffen Liebknecht stellen wir fest, daß die Nachricht in einigen Blättern, Genosse Liebknecht hätte bei den Landtagswahlen nicht gewählt, natürlich falsch ist. Genoffe Liebknecht Hai im 10. Berliner Landtagswahlkreis seine Stimme abgegeben. Das Encte des Balkan brieges. Greq und die Friedensdelegiertco. London, 27. Mai. Wie das Reutersche Bureau erfährt. empfing Staatssekretär Grey heute vormittag nacheinander die.Hauptfriedensdelegiertcn. Jeder von ihnen blieb etwa eine Viertelstunde im Auswärtigen Amt. Als erster kam der serbische Delegierte Siowakowitsch, dann Dr. Danew und nach ihm Gennaduis. Staassekretär Grep soll Danew erklärt haben, daß nach Ansicht der Großmächte keine Erörterung in ehr stattfinden dürfe und daß der Friedensvertrag, so wie er sei, sofort unterzeichnet werden müsse» ganz gleich, ob alle Kiäegführenden zur Unter- zcichnung bereit seien oder nicht. Danew erklärte darauf, er sei zur sofortigen Unterzeichnung bereit. Den griechischen Delegierten Gennaduis machte der Staatssekretär eine gleichlautende Mitteilung und betonte, daß jede Erörterung einen weiteren Aufschub nach sich ziehen würde. Alle Aende- rungen, die eine unbegrenzte Erörterung mit sich brächten, müßten vermieden werden, das sei der Entschluß der Bot- schafter. Der Delegierte erwiderte dem Staatssekretär, er glaube diesen Entsckjluß seiner Regierung mitteilen und weitere Instruktionen erwarten zu müssen. Grey erklärte dem serbischen DelegiertsnNowakowitsch, daß diejenigen Delegierten, ivelche nicht bereit seien, den Vertrag zu unterzeichnen, keinen anderen Entschluß der Botschafter er- warten dürften. Grcy verlas sodann den Beschluß der Botschafter und betonte, daß die zwecklosen Verhandlungen schon eine Woche lang dauerten. Nowakowitsch erwiderte, die Mitteilung Grens ändere die Lage vollständig, er habe nicht alle Hoffnung ver- lorcn, eine Einigung zu erzielen, aber angesichts der neuen unerwarteten Haltung der Mächte müsse er den Beschluß seiner stiegierung mitteilen und deren Antwort abwarten, Staatssekretär Grey gab dem türkischen Dele� gierten Osman Nisami Pascha eine gleiche Erklärung ab, wie den anderen Delegierten. O s m a n N i s a in i antwortete, seine Telegatiop sei als erste in Lon- don eingetroffen, sei bereits am Tage der Landung zur Unter- zeichnung bereit gewesen und sei noch immer bereit, so bald als möglich den Friedensvertrag zu unterzeichnen. Obwohl die Türkei ein ebenso großes Interesse wie jeder der Ver- biindeten gehabt habe, in die Bedingungen des Friedens- Vertrages Aenderungen einzufügen, habe sie davon abgesehen, in dem ausdrücklichen Wunsche, die baldige Unterzeichnung zu fördern. Die Opfer de» griechisch-bulgarisch cu Konflikts. Athen, 20. Mai. Wie amtlich bekanntgegeben wird, betrugen die Verluste der Griechen in den Kämpfen mit den Bulgaren am PangäuSgebirge an Toten 3 Offiziere und 66 Soldaten und an Verwundeten 8 Offiziere und 134 Soldaten. Oeftermcb. Die schwarzgelbe Politik �zor dem Forum des Parlaments. Wien, 27. Mai. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses führte der deutsche Sozialdemokrat L e u t h n e r aus, daß Graf Berchtold den Fehler begangen habe, die Politik der Nichteinmischung nicht gleich von vorn- herein durchgeführt zu haben. Angesichts der Mobilisierung und der Kriegshetze habe Europa nicht an die friedliche Politik der Monarchie glauben können. Der Redner bestritt die Notwendigkeit der Mobilisierung im Süden des Reichs und stellte die geringfügigen Erfolge gegenüber dem großen militärischen Aufgebot fest. Auf das schärfste verurteilte er die Tätigkeit des Ehefs im literarischen Bureau deS Auswärtigen Amts, von Kanha, dessen einziges Ziel es sei, nach unten wie nach oben künstlich Kriegssttmmung hervorzurufen. Er wandte sich dann mit scharfen Worten gegen die Politik der Deutschen, der Tschechen und der Südslawen, wie überhaupt aller bürgerlichen Parteien.__ Militaristische Stimmungsmache auf Staatskosten. Durch eine Interpellation des demokratischen Abgeordneten Zenker erfährt man, daß in der Zeit der kriegerischen Gefahr zwischen Oesterreich und Montenegro ein Redakteur der Wiener christlich-sozialen.Reichspost" aus einem Kriegsschiff eingeschifft war und von dort auS ohne jede Vergütung drahtlos seine Berichte an seine Zeitung senden durfte. Um die Sache nach außen hin irgend- wie zu bemänteln, wurde der Redakteur Wagner in den Schiffslisten als k. u. k. Apolhekergehilfe geführt. Ueberflüssig zu bemerken, daß die, Reichspost" die militaristische Stimmungsmache im großen be- treibt, wie sie ja überhaupt der Clique sehr nabe steht, die den Thron» folger umgibt._ Die Mandate des Genossen Schuhmeier. Für das Reichsratsmandat des ermordeten Wiener Abgeordneten Genossen Schuhmeier ist Genosse Mathias E l d e r s ch als Kandidat aufgestellt, der bereits von I90l bis 1911 dem Parlament angehört hat. aber bei den letzten allgemeinen Wahlen in seinem schlesischen Wahlkreise den nationalen Wahlschwindeleien und dem Unternehmerterroris- mus erlegen ist,— Für das Landtagsmandat des Genossen Schuhmeier wurde Genosse Georg Emmerling, der leitende Verwaltungsbeamte der Wiener„Arbeiter-Zeitung", aufgestellt. Ungarn. Der Panamaprozeß des Ministerprüsideuteu. Budapest, 27. Mai. Heute wurde die Verhandlung in dem VerleumduiigSprozeß eröffnet, welchen Ministerpräsident L u k a c S gegen den Abgeordneten Zöltan D e s y angestrengt hat, weil dieser ihn den größten Panamisten Europas genannt hatte. In der ersten Verhandlung dieses Prozesio« war Desy zu einem Monat Ge- fängiti» und 460 Kronen Geldstrafe verurteilt worden. Auf seine Berufung war das erste Urteil ausgehoben und neuerliche Verhandlung unter vollständiger Zulassung deS Wahrheitsbeweise» an- geordnet worden. Zur Verhandlung ist eine große Anzahl Zeugen vorgeladen, darunter Ministerpräsident LukacS als der Beleidigte und mehrere Staatssekretäre. frankmcb. Die Gärung In der Armee. Paris, 27. Mai. Ans B a st i a auf Korsika wird den Blättern gemeldet: Ein Soldat des 11 l. Infanterieregiments sang in Gesellschaft mehrerer Zivilisten auf der Straße die Internationale. Ein Leutnant verlangte ihm seine Nummer ab, und alS der Soldat sich weigerte, riß er ihm das Käppi vom Kopfe. Die Zivilisten entrissen darauf dem Offizier das Käppi und bewarfen ihn, als er den Soldaten festnahm, mit Steinen. Döm Soldaten gelang es zu entfliehen, und als der Leutnant ihn verfolgte, wurde gegen ihn ein Schuß ab- gefeuert, der jedoch fehl ging. Eine progressive Einkommensteuer. Paris, 27. Mai. Der Finanzminister hat in der heutigen Kantmersitzung einen Gesetzentwurf eingebracht, durch welche eine progressive Steuer aus Einkommen über 19 999 Franks eingeführt wird. Die Besteuerung soll über 79 Millionen jährlich einbringen, durch welche die Annuitäten der für die' nationale Verteidigung bestimmten Anleihe von einer Milliarde Franks gedeckt werden soll. Die Steuer soll l Prozent auf Einkommen bis zu 59 999 Franks, 2 Prozent auf Ein- kommen bis 199 999 Franks und 3 Prozent aus Einkommen über 199 999 Franks betragen. Die Deckungsfrage. Pari«, 27. Mai. Kammer. Finanzminister Dumont hat den Gesetzentwurf über tza« Spezialkonto für die Lande»- verreidigung vorgelegt, welches vom 1. Januar 1916 an durch die Einnahmen aus der allgemeinen Einkommen st euer gespeist werde» soll: der Entwurf wurde der Budgelkommission über- wiesen. Darauf begann die Kammer die Beratung des Gesetz- entwürfe« über die Ausgaben für die Zurückhaltung des dritten Jahrganges bei den Fahnen. Der Abgeordnete B e n a z e t detonte als Berichterstatter unter den Zwischeiirufen der äußersten Linken, die von den Abgeordneten de» Zentrum« erwidert wurden, die Dringlichkeit für die Bewilligung der notwendigen Kredite, besonder« für Kasernenneubauten, tBeisall im Zentrum und auf verschiedenen anderen Seiten). Der repub« likanische Abgeordnete B r o u s s e kritisierte heftig das ver- schwenderische Vorgehen der Kriegsverwaltung, die jede auswärtige Krisis dazu benutze, die Folgen ihrer Kurzjichtigkett wieder gut zu machen. Kriegsminister Etienne legte gegen die Ausführungen de« Abgeordneten Brouffe Verwahrung ein. Brouffe erklärte ferner, daß in dem Lustschiff-, dem Kavalleriedienst usw. eine finanzielle Un- ordnung herrsche. Der Redner schloß mit dem Verlangen, e« sollen die zu bewilligenden Kredite einer strengen Kontrolle unterzogen werden. Der Abgeordnete Thomas, Mitglied der Partei der geeinigten Sozialisten, sagte, durch die Bewilligung der Kredite riskiere die Kammer, die dreijährige Dienstzeit zu bestätigen oder unnütz« Ausgaben zu veranlassen. Thomas warf dem Kriegsminister Etienne vor, er habe die Kammer vor die Zwangslage stellen wollen, Kredite zu bewilligen, ohne sie vorher ihrer Prüfung zu unter- werfen. Kriegsminister Etienne erklärte, er wolle dir Ausführung deS die Zurüäbehaltung de« driiien Jahrganges billigenden Beschlüsse» der Kammer so schnell wie möglich vorbereiten. Der ange- fordert« Kredit von 306 Millionen diene ausschließlich dieser Maß- reget. 234 Millionen davon würden 1913 ausgegeben werden. Der Kriegsminister widerlegte sodann die der KriegSver- waltung gemachten Vorwürfe der Hinterlist und des Mangels an Voraussicht: die Verwaltung verdiene Vertrauen. l'Lebhaftcr Bei- fall.) Er bpgründct die neugcfordertcii Kredite: seit 1011, wo die militärische Lage Frankreich erlaubt hätle, den Streitkräften anderer Mächte entgegenzutreten, seien Ereignisse eingetreten, die man nicht vergessen dürfe.(Lebhafter Beifall im Zentrum und bei einenl Teil der Linken.) Wir müssen uns nach dem richten, was anderwärts geschieht.(Erneuter Beifall, Lärm auf der äußersten Linken.) Demnach bittet die Regierung die Kammer, an da« Wohl de« Paterlcmde» zu denken.(Lebhafter Beifall im Zentrum und bei einem Teile der Linien.) Bei der Abstimmung ist der für 1018 erforderliche Kredit von 234 Millionen Frank für die Zurück» Haltung de« dritten Jahrganges bei den Fahnen mit L8o gegen 166 Stimmen d e w i l l i g t worden. Belgien. Die Erucuuung der Wahlrechtskommissiou. Man meldet uns aus Brüssel: Die Wahlrechtskommission, die die Kammer in der Streik- Woche mit der Annahme der Resolution Masson- Liebaert be- schlössen, ist de facto eingesetzt. Die Kommission wird aus 31 Mi t g l i e d e r n bestehen und Vertreter aller Parteien umfassen. Für die Rechte wird u. a. W o e st c, genannt, für die sozialdemokratische Fraktion Vandervelde und D e st r s c, für die Liberalen H y m a n S und der Antragsteller M a s s o n. Von: Kamme rscnat dürften der Kommission die bekannten liberalen Mitglieder Wiener und Goblet d'Alviella angehören. Auch die sozialistische Gruppe wird durch ein Mitglied— Lafontaine oder Coppieters— vertreten sein. Von außerparlamentarischen Persönlichkeiten, die der Kommission zugezogen wurden, werden u. a. genannt der Sozialist Guillaume de Greef, gegenwärtig Rektor an der„Neuen Universität" in Brüssel,' dann zwei Provinz- gouverneure, Staatsminister, ein Industrieller usw. )Zus der Partei. In der Kreisgencralvcrsammlung de« ersten württembcrgffchen Kreises Stuttgart-Stadt und-Amt entspann sich eine längere Debatte über einen Antrag, der von der Reichstags» fraktion ein schärfere« Vorgehen, gegen die RüstungS- und Deckungsvorlagen verlangt und an- regt, e« nicht nur bei Reden bewenden zu lassen, sondern auch die O b st r u k t i o n nicht zu scheuen. Der Parteivorstand wird aufgefordert, zu kröftigercii Mitteln als nur zur Versammlungs- kampagne zu greifen und eventuell den M a s s e n st r e i k in die Wege zu leiten. Der Antrag wurde einstimmig bei einigen Ent« Haltungen aiigenommcli. Der Wunsch der Stuttgarter Genosseii, daß der Kampf gegen die Heeresvorlagen in schärfster Weise geführt werde, ist sicherlich der der Gesanripartei und unsere Fraktion wird, wie schon bisher, auch in de» kommenden parlainentarischen Kämpfen ihre Pflicht tun. Die Aiiweiiduiig der O b st r u k t i o n wäre aber ein untaugliches Mittel, da bei der gellendeu Geschäftsordnung und der gcschloffeiien bürgerlichen Majorität ein Erfolg ausgeschlossen ist. Auch die Anwendung deS Massenstreiks wird wohl in der Gesamtpartci unter den augenblicklichen Vcrhältnifsen nicht als ein Miitel erachtet werden. das zur Ver» Hinderung der HecrcSvorlagen geeignet ist. Dazu sind jetzt und in dieser Frage die Voraussetzungen nicht gegeben, Voraus- setzungeu, die überhaupt nicht künstlich von den leitendeu Organen der Partei geschaffen werden können, sondern au« der politischen und sozialen Situation selbst erwachsen müßten. Wenn also eine von anderer Seite kommende Meldung richtig wäre, daß die General- Versammlung ihr Bedauern darüber geäujjert hätte, daß der Kampf im Parlament von der Fraktion nicht energischer geführt worden sei, so halten wir diesen Tadel für unberechtigt. » Die Kreis-Generalversammlung war von sämtlichen 26 Ort«- vereinen mit 148 Delegierten beschickt. Der Landesvorstand war durch zwei Genossen, WaSner und Fischer, vertreten. Reichs« und Landtagsabgeordneter Genosse Hildenbrand konnic infolge anderweitiger Verpflichtungen nur dem ersten Teil der Ver- Handlungen beiwohnen. Dem Bericht deS Vorsitzenden Genossen Oster zufolge erhöhte sich die Milgliederzahl deS KreiSverein« im Berichtsjahre(1. Juli 1012 bis 31. März 1013) von 11 003 auf 12 831, von denen 9954 auf Stuttgart-Sladt entfallen. Die Kassen- Verhältnisse sind dem Bericht de« Kassierers zufolge trotz der hohen Ausgaben für die itandtagswahl zufriedenstellend. Das Barvermögen erhöhte sich von 2876 auf 2489 M. In 14 Gemeinden amtieren 43 Genossen im Gemeinderat(Magistrat), in 18 Gemeinden 7» Ge- nassen im BürgerauSschuß. Den Bericht der P r c ß k o m m i s s i o n erstattete in Ver> Hinderung der Genossin Zetkin Genosse Wcstmeyer. In einer Differenz der Gesamtredaktion der„Tagwacht" mit dem Landes» vorstand und dem LandeSauSschuß über die Rechte der einzeliien Ressorlredalteure stellte sich die Kreisversammlung einmütig auf den von der Preßkommission eingenommenen Standpunkt, der dem Wunsch der Gesamtredakiion entsprechend eine neue gemeinsam« Be- ratiing sämtlicher Instanzen unter Hinzuziehimg der Redaktion für durchaus berechtigt erklärt. Der Vorsitzende Oster wurde einstimmig wiedergewählt: die bisherigen Preßkommiffionsmitglieder Genossin Zetkin, Westmeyer, Heidinger und Bullmer wurden gleichfalls wieder- gewählt._ Aus den Organisationen. Dem Jahresbericht de« soziaidemakraiischen Verein« Bremen ist zu entnehmen, daß die Mitgliederzaht am Schluß de« abgelaufenem Geschäfisjahrcs ans 13 866 gestiegen ist. E» ist ein Zuwachs von rund 666 Mitgliedern zu verzeichnen. Die „Bremer Bürger-Zeitung" hatte am I. März d. I. 22 466 Aban- nenlen. Für da» Vegefackcr Industriegebiet, das setzt>646 Avon- nenten stellt, ist vom 1. Oktober d. I. an die Schaffung eine« Kopf- blattcS der„Bremer Bürger-Zeitung" geplant. In der bremischen Bürgerschaft sitzen 16, im bremischen Landgebiete 63 sozialdemo- kratische Geincindevertretcr. Auch in de» Stadtvcrordnetenkollegien in Vegesack und Bremerhaven besitzt die Sozialdemokratie Mandate. Zur Hetze gegen die ArbeiUrturnvemne. Der sächsische Landtagsabgeordnete und nationale Wortführer LandgerichtSdireltor H e t t n e r hatte, um die korporative Betätigung der Arbeiterturnvereine in s ozialdemokratn chem Ginne nachzuweisen, in einer Sitzung der Dresdener Stadtverordneten die Be- hauptung ausgestellt, der Reichstagsabgeordnete Genosse Heine habe in einer Sitzung des Arbeiterturnvereins Leipzig- Süd er- öricrt, wie man sich in Zukunft bei der Einführung' des Fort- bildungsfchulturnens verhalten solle und dabei ausgeführt: In Preußen, wo die Teilnahme am sozialdemokratischen Turnen Leuren unter 16 Jahren versagt ist, sollen die Leiter der Abteilungen offiziell aus der Partei austrete», sich aber aus den geheimen Listen iveiter» führen lassen; sie könnten dami unbeanstandet die Jugend in» Sinne zer Partei beeinflussen. Und daS gleiche Verfahren habe Heine für Sachsen empfohlen. Auf eine Anfrage antwortete Genosse Heins: „Werte Genossen! Auf Ihr Schreiben vom 3. Mai antworte ich: Die Behauptung de« Herrn Hettner ist völlig an« der Luft gegriffen. Ich habe nie im Arbeiter- Turnverein Leipzig- Süd gesprochen und kenne diesen Verein gar nicht. Ich habe in Leipzig überhaupt noch nie in einer Versammlung gesprochen. Ich habe die mir in den Muiid gelegte Aeußerung weder in Leipzig noch sonst in Sachsen. noch überhaupt irgendwo, sei es wörtlich, sei eS dem Sinne nach, getan, auch nichts AehnlicheS geäußert, da« so verstanden werden konnte. Mit Parteigruß Wolfgang Heine." Gewerkrcbaftlichea. Mas bedeutet die Organisation? Die Notwendigkeit und Nützlichkeit der gewerkschaftlichen Organisation liegt eigentlich so klar zutage, daß ein Nachweis darüber wirklich nicht mehr notwendig sein sollte. Gleich gültigkcit und falsch verstandenes Interesse heminen jedoch die (Erkenntnis, zum Teil auch nur die Nutzanwendung aus dieser Das beweist die große Zahl Unorganisierter. Uni so inter- essanter sind daher ziffernmäßige Feststellungen, die den Wert der Organisation aus dem Rahmen der Zweifel unzweideutig heraustreten lassen. Solche Feststellungen sind in einer Au machung des Metallarboiterverbandcs über Lohnbewegungen enthalten. Wir geben daraus diese Uebersicht: Lohnbewegungen, tstreiks, Au-Z- sperrungen 433 549 954 1049 606 692 1953 1687 1772 Jahr 1904 1905 1906 1907 1908 1909 1910 1911 1912 -vjN Bewegungen mit Erfolg ohne Erfolg 375 492 878 959 583 627 1285 1583 1673 58 57 76 90 73 65 68 104 99 Zahl der Mitglieder 198 964 259 693 335 075 362 204 362 073 373 349 464 016 515 145 561 547 jeder Rubrik zeigt sich ein Anschwellen der Ziffern Die Aufwärtsbetvegimg wird durch den Wechsel der Konjunktur mehr oder minder unterbrocheix. Sieht man davon ab, berück sichtigt nur die Tendenz, was durch einen Vergleich der Ziffern des ersten und letzten Jahres geschieht, dann kommt man zu folgenden bemerkenswerten Ergebnissen: Es stieg die Zahl der Mitglieder....... um 182 Prozent Lohnbewegungen....., 300 erfolgreichen Lohnbewegungen. 346 erfolglosen Lohnbewegungen.„ 70, Heber das Wachsen der Organisation hinaus ist die Zahl der erfolgreichen Lohnbewegungen gestiegen, dagegen ging die der erfolglosen Bewegungen auffällig zurück. Kein Arbeiter wird so närrisch sein anzunehmen, daß die Unternehmer ohne das Bestehen einer starken Organisation die zu verzeichnenden Zugeständnisse gemacht haben würden. Es ergibt sich dann weiter die zwingende Schlußfolgerung, daß die Erfolge noch viel bedeutender sein würden, wenn nicht so viele Arbeiter gleichgültig beiseite ständen oder sich gar fiir gegnerische Vereine einsangen und mißbrauchen ließen. Aus den angeführten Tatsachen ergeben sich weitere Nutz anweudungen. Ein Teil der Arbeiter mag durch die erfolg� reichen Bewegungen die wirtschaftliche Lage verbessert haben, die Mehrheit muß zufrieden sein, wenn die erhöhten Löhne die gesteigerten Kosten der Lebenshaltung ausgleichen. Für viele Arbeiter bedeutet die Verteuerung der Lebensmittel zweifellos eine Verschlechterung ihrer Lebensführung. Hätte nicht die Organisation alle Kräfte für eine Ausbesserung der nominellen Löhne eingesetzt, dann würden sicherlich die aller meisten Arbeiter nun eine Einschränkung ihrer Ernährung zu beklagen haben. Das hätte lviedcrum weitergehende Wirt schaftlichc Folgen. Die Vorminderung der Kaufkraft würde eine Abschwächung der Nachfrage am Warenmarkt bedingen. Damit sänke auch der Begehr nach Arbeiten! und der ver schärfte Andrang Arbeitsloser drückte das Lohnniveau herab. Das muß man bei der Wertung der gewerkschaftlichen Organs sation ebenfalls berücksichtigen. Lerlin und dmgegend. Berichtigung einer Berichtigung. Auf unser Eingesandt am 18. 5. brachte die Firma M. Bloch, Färberei und chcinische Waschanstalt, bs., Brunuenstr. 73, eine sogenannte Bcrichligung mit der Behauptung, unser Eingesandt hätlc unrichtige Angabe» gebracht. Es wäre nicht wahr, daß die zehn entlassenen Plätterinnen pro Tag nicht mehr als 1,50 M. verdienen konnten. Und doch i st es wahr! Die Firma zahlt bei neuen Sachen fitr das Bügeln eines Rockes 15 Ps.. die Arbeitszeit hiersiir beträgt bis eine Stunde. Das Bügeln eines Kostüm- oder Balist-StickereikleideS wird mit 25 Pf. be zahlt, die Arbeitszeit beträgt l�/z bis 2 Stunden. Für Batistblusen mit Jabots lmit der Hand Plissee gelegtj gibt eS 10 Pf., Arbeits zeit>/z bis ZIA Stunde. Von dieser schlecht lohnenden Arbeit war ein solch großer Posten vorhanden, daß mehrere Plätterinnen ein paar Tage Arbeil damit hatten. Wo ist nun die Unwahrheit? Bei diesen Löhnen und bei zehnstündiger Arbeitszeit kommt nicht mehr heraus� als 1,25 M. bis 1,50 M. Nun gibt die Firma an, datz laut Statistik 3,40 M. bis 4,35 M. pro Tag verdient worden sind. Das stimmt. Nur hat die� Firma vergessen, bie Aw zahl der U e b e r st u n d e n und Sonn- und Feiertage anzugeben, die gearbeitet worden sind, und dann, datz vor Pfingsten neue Sacken sehr wenig oder fast gar nicht zum Plätten waren. Datz sich die zehn Plätterinnen lveigcrten, diese neue Sachen zu den angegebenen Akkordsätzen auszuführen, stimmt; aber auch das hat seine Ursache. Im Oktober v. I. kam es wegen dieser niedrigen Akkordsätze für neue Sachen zum Streik der Plätterinnen; eS kam nack einigen Tagen zur Einigung und Her»- Bloch versprach, solche Bestellungen auf neue Sachen nicht wieder anzunehmen. Ob dieses Versprechen gehalten worden ist, können am besten die zehn Plätterinnen beantworten. Datz die freigewordenen Plätze wieder neu besetzt worden sind, ist möglich; aber es ist auch Tatsache, datz mehrere der neuen Plätterinnen toieder davongelaufen sind, jedenfalls nicht wegen zu Hoheit Verdienstes! Datz der Firma Bloch es sehr unangenehm ist, toenn die inneren Verhältnisse ihres Betriebes der Oeffentlichkeit zur Kenntnis kommen, glauben wir. Aber daran trägt die Firma einzig und allein die Sckuld; möge sie den berechtigten Wünscheil ihrer Arbeiterschaft mehr Entgegenkommen zeigen als bis- her und sich endlich damit abfinden, datz die Arbeiterschaft laut Gewerbeordnung das Recht hat. sich zu organisieren. In keiner Färberei und chemischen Waschanstalt Berlins hat unser Verband so viel Gematzregelte gehabt, als bei M. Bloch, N., Brunnenstr. 73. Die Branchenleitung. DeutCches Reich. friede tut Baugewerbe. Am gestrigen Tage sind die V c r tr ä g c fiir das Bau- gewerbc von den Vorsitzenden der in Betracht kommenden Or- ganisationen unterzeichnet, nachdem auch für das Beton- gewerbe ein Schiedsspruch gefällt worden ist. Ausgesprochen ist, daß alle Lohnerhöhungen v o in 2. Mai rückwirkend in Kraft treten. Streik in den Kolbcrgcr Ziegeleien. In Kolberg sind am Montag 100 Ziegeleiarbeiter in den AuS- stand getreten. Sie fordern Stundenlöhne, welche in diesem Jahre 38, im nächsten 40 und 1913 42 Pf. betragen sollen. Die Löhne der Streicher sollen pro 1000 Steine jetzt 1,40, dann 1,45 und im dritten Jahre 1,50 M. betragen. Bei dem Heuligen Preisstand der Ziegeleisabrikate könnten die Ziegeleibefitzer diese Löhne gut be- zahlen, doch lehnten sie die Forderung schroff ab und versuchen durch Berliner Stellenvermittler Arbeitswillige heranzuschaffen. Um Fern- Haltung von Zuzug wird deshalb gebeten. Ende der Heinrichbriefkomödie. Die bekannte Heinrichbriefkomödie hat einen für die Christen blamierenden Abschluß gefunden. Nachdem nach soundsovielten Ver- tagungen endlich Verhandlungstermin angesetzt war, in dem vom Angeklagten Genossen Pierenkämper bewiesen werden sollte, datz der Brief ein christliches Machwerk war, hatte man Mäuse gerochen und zog den Strafantrag mit der Motivierung zurück, datz man nunmehr kein Interesse an der Sache mehr habe. Der Krefelder Seidenfärberstreik zieht immer weitere Kreise. Zu den 2000 Streikenden von Basel und Umgegend sind noch 400 in Zürich hinzugekommen. Die Seidenfärberei der Schweiz liegt fast vollständig still. Wie die Kreselder Färber verlangen auch die der Schweiz erhöhte Löhne. Die Schweizer Unternehmer sind ganz be- stürzt; sie können nicht begreifen, wie eS möglich ist, datz ihre bis- her so sklavisch ergebenen Farbgesellen plötzlich einmütig von dem Recht der Arbeitsverweigerung Gebrauch machen können. Die Ver- suche des staatlichen Einigungsamtes, die Differenzen beizulegen, sind gescheitert. Die Unternehmer wünschen zunächst die Wieder- aufnähme der Arbeit. Die Arbeiter lehnen das bestimmt ab. In öffentlichen Erklärungen behaupten die Unternehmer, die Un- zufriedenheit der Arbeiter sei durch ausländische Hetzer ohne jeden in den Arbeitsverhältnissen der Schweiz begründeten Anlaß erzeugt worden. An jeden einzelnen Färber haben sie nachstehendes Schreiben gerichtet: „P. P. Nachdem wir von einer größeren Zahl unserer Färbereiarbeitcr wissen, datz sie nur unfteiwillig, d. h. aus Furcht vor Belästigungen, den ausgebrochenen Streik mitmachen, so sehen wir uns veranlaßt, zur Ermittelung der wirklich Arbeitswilligen eine schriftliche Umfrage zu veranstalten. Wir erachten es als unsere Pflicht, den nur gezwungenermaßen im Ausstände Befind lichen gegenüber diesen letzteren Gelegenheit zu einer unbehinderten offenen Erklärung ihrer Stellungnahme zu geben. Je nach Er- gebnis werden wir prüfen, ob die Notwendigkeit zur vorläufigen gänzlichen Einstellung des Betriebes vorliegt, oder welche Maß nahmen zum gesicherten unbehelligten Weiterarbeiten für unsere willigen Leute zu treffen sind. Zu Ihrer Kenntnis, datz der Streik in Elberfeld abgelehnt und in Zürich nicht durchgeführt worden ist. Belieben Sie daher beiliegende frankierte Erklärung persönlich unterzeichnet in einen Briefkasten zu legen oder sonstwie an uns gelangen zu lassen. Achtungsvoll Unterschrift." Die persönliche Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Ich erkläre unbeschadet der eigenen Wünsche und Ansprüche auf Besserstellung in meinen Lohnverhältnissen den auSgebrochenen Streik in Ihrem Betrieb nicht zu billigen und wäre im Falle aus reichenden«chutzes vor Belästigungen bereit, die Arbeit sofort aufzunehmen. Achtungsvoll Unterschrift." Die streikenden Färber lehnten die Beantwortung der Schreiben ab; sie übergaben diese der Streikleitung. In Krefeld hat am Sonn- abend eine überfüllte Versammlung der streikenden Färber den Züricher Brüdern Dank und Anerkennung ausgesprochen. In einer Resolution brandmarkten sie die schofle KampseSweise der Schweizer Unternehmer wie folgt: „Nach einem Bericht des Baseler„Vorwärts" vom 22. Mai 1913� hat die Färbereifirma Lindenmeyer in Basel ihrer Arbeiterschaft gegenüber erklärt, datz der Deutsche Textilarbeiterverband ver- lumpt sei und kein Geld mehr besitze und in Krefeld nur noch ein paar Krakeeler streiken. Gegen diese nichtswürdige und in- fame Bezeichnung als Krakeeler erheben die Krcfelder Streikenden, die heute noch so einig und fest, mehr als 2000 Wann, zusammen- stehen als beim Beginn des Kampfes, den nachdrücklichsten Protest. Auch hat der Deutsche Textilarbeiterverband durch Erhöhung der SlreikuiUersiützung bewiesen, datz die Finna Lindenmeher die Un- Wahrheit sagt, wenn sie behauptet, daß der Deutsche Textilarbeiter- verband kein Geld mehr habe. An die Elberfeldcr Färber richtet die Versammlung folgende Atlfforderung: Von den Berufskollegen in Barmen-EIberfeld er- warten die kämpfenden Krefelder Färber strikteste Solidarität, so datz dort nicht ein Faden für Krefeld gefärbt wird. Der Sieg der Krefeldcr wird allen Färbern zugute kommen." Die christlichen Färber bemühen sich krampfhaft, ihren Verrat zu verdecken. In einem neuen Flugblatt, das bezeichnenderweise nicht im Streikgebiet verteilt wurde, wird im Fettdruck behauptet, datz erst nach stattgefundener Versammlung und Beschlußfassung der treikenden christlichen Färber die Beendigung de§ Streiks dem Ober- bürgermeister mitgeteilt worden sei. Dieser Behauptung steht die Tatsache entgegen, datz der Oberbürgermeister von Krefeld bereits m 1. April in einem Schreiben an den Deutschen Textilarbeiter- verband erklärt hatte, die christlichen Färberciarbeiter hätten be- schlössen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Versammlung der lreikenden christlichen Färber fand aber erst am 2. April statt. ES ist nicht anzunehmen, datz der Oberbürgermeister sich die Angabe aus den Fingern gesogen hat: er hat sie von den christlichen Führern. Die christlichen Führer beendeten den Streik, ohne die Streikenden elbst zu befragen. Der Stand des Streiks ist ein guter; ein Ende t noch nicht abzusehen._ Gescheiterte Machtprobe der Bremer Tachdeckermeister. In Bremen wurden bekanntlich am 1. April sämtliche Dach- decker und Hilfsarbeiter ausgesperrt. Der Grund zu dieser Aus- pcrrung war, datz die Arbeiter sich weigerten, den ihnen vom Unter- nehmerverband vorgelegten Tarif anzuerkennen. Auch in der Lohn- rage war eine Einigung nicht erzielt. Die Unternehmer wollten zwar Lohnerhöhungen, die event. für das übrige Baugewerbe in Bremen bewilligt würden, auch den Dachdeckern zukommen lassen, der Lohn der Dachdecker sollte um 2 Pf. höher sein als der der Maurer und Zimmerer. Nun standen aber die Dachdecker schon seit Jahren 4 Pf. höher im Lohn als die Maurer und Zimmerer, daher war für die Dachdecker das ganze Angebot eine Verschlechterung, es wurde deshalb von den Arbeitern abgelehnt. Die Aussperrung gestaltete sich dann recht ungünstig für die Herren Meister. Nicht nur, datz die von ihnen so sehr gewünschte Aussperrung der übrigen Bauhnndwerker ausbliest, es wollten sich auch trotz aller Bemühungen keine Streikbrecher finden in der langen Kainpfzeit von 8 Wochen. Schließlich bequemten sick dann die Herren zu Verhandlungen, in denen eine Einigung erzielt ivurde. Hiernach steigt der Lohn für Dachdecker sofort um 3 Pf., am Oktober d. I. um weitere 2 Ps., am 1. Oktober 1914 nochmals um 3 Pf. pro Stunde, so datz der Lohn am 1. Oktober 1914 auf 83 Pf. steht. Für die Hilfsarbeiter, die länger als ein halbes Jahr im Dachdeckerberuf tätig sind, steigt der Lohn sofort um 6 Pf., später entsprechend den übrigen Steigerungen. Für Asphglt arbeiter ist in Zukunft der Lohn genau so wie der Gesellenlohn. Sämt- liche Positionen, die eine Verschlechterung deS früheren Arbeits- Verhältnisses bedeuteten, mutzten die Dachdcckermeister fallen lassen. Am Montag, den 26. Mai, lvurde dann die Arbeit zu den neuen Bedingungen aufgenommen. Weitere Tariiabschlüsse im Dachdeckergewerbe sind in Wilhelms- Häven sowie in Oldenburg vorgenommen. In Wilhelmshaven steigt der Lohn in den drei Bertragsjahren um 6 Pf., und zwar steigt der Lohn hier von 68 bis 74 Pf. In Oldenburg wurde neben einer Erhöhung der Stundenlöhne um 6 Pf. eine Arbeitszeitverkürzung von einer Stunde pro Woche erreicht. Ebenfalls wurden jdie Löhne ür Hilfsarbeiter um 6 bezw. 8 Pf. pro Stunde erhöht.•' HusUncü Sympathiestreik der Mailänder Strastcnbahncr. Das Stratzenbahnpersonal von Mailand ist gestern in einen partiellen Sympathiestreik mit den ausständigen Metall- und Auwmobilarbeitern eingetreten. Der cstratzenbahnvcrkehr ist auf etwa die Hälfte eingeschränkt und ruht auf einigen Linien ganz. In Turin wollten die Automobil- und Maschinenfabriken auf den Aussperrung antworten. Ter Präsekt c den Fabriken in diesem Falle den Streik der Arbeiter mit der erklärte aber dazu, daß er ischutz nicht verbürgen könne. Die Industriellen sahen darauf von einer Aussperrung ab, protestierten- aber gegen den Mangel a» Schutz durch die Behörden. Letzte Nachrichten* Tic Hecresdcbatte in der französischen Kammer. (Siehe auch„Politische Uebersicht".) Paris, 27. Mai.(W. T. B.) Der Abgeordnete Biolette machte der Regierung den Vorwurf, datz sie über die Zurückbehaltung der dritten Jahresklasse keinen amtlichen Erlatz veröffentlicht habe, um die Soldaten zu hindern, an den Staatsrat zu appellieren. (Bewegung.) , Ministerpräsideut Barth»» unterbrach den Red'ner und sagte, die Erklärung des Abgeordneten Viollctw könnte ernste �Folgen haben, niemand könne sich darüber täuschen.(Beifall im Zentrum und bei einem Teile der Linken.) Barthou fügte hinzu: Nach Artikel 33 des Gesetzes von 1905, in dem die Zurückbchaltung der dritten Jahrcsklasse ins Auge gefaßt ist, sei bestimmt, datz die Zurückbchaltung der dritten Jahrcsklasse dem Parlament mitgeteilt werden solle; diese Mitteilung sei erfolgt.(Widerspruch auf der äutzcrstcn Linken.) Er habe nie die Verpflichtung übernommen, die Mitteilung durch einen Erlatz zu' veröffentlichen. Biolette blieb bei seiner Behauptung, die Zurückbehaltung der dritten Jahrcsklasse sei für das Wohl des Baterlandes nicht unum» gänglich notwendig; diese Matzregel würde hauptsächlich durch dir antirepublikanischen Parteien unterstützt.(Lebhafter Beifall auf der Linken, lebhafter Widerspruch im Zentrum und auf der Rechten.) Ministerpräsident Barthou machte den Deputierten Biolette Wiederholt darauf aufmerksam, datz seine Worte Folgen nach sich ziehen könnten. Die Regierung habe den Artikel 33 im Bollbewutzt- sein ihrer Verantwortlichteit zur Anwendung gebracht und so für die Verteidigung des Landes gesorgt. Wenn die auswärtige Lage zurzeit auch nicht dieselben Befürchtungen erwecken könne, wie vor einigen Wochen, so könnte sie sich doch neuerdings plötzlich verschlcch- tcrn.(Widerspruch auf der äutzcrstcn Linken und bei einem Teile der Linken.) Schwierigkeiten aller Art verzögerten den Friedens- schiutz; wer könne sagen, welche Zwischenfälle morgen oder über- morgen sich ereignen könnten.(Lärm auf der äutzcrstcn Linken.) 'Wir haben demnach Eile, daö Gleichgewicht mit der benachbarten Armee hinsichtlich der Effektivstärken wiederherzustellen, das zurzeit nicht mehr besteht. Neue Maßregeln sind also notwendig.(Beifall auf der Rechten, im Zentrum und bei fast der ganzen Linken, Lärm aus der äußersten Linken.) Barthou erklärte weiter,.er befürworte Redefreiheit bezüglich der Hccrcsgesctzcntwürfe im Parlament, aber nicht anderswo. Es gebe Leute, denen gewisse Kundgebungen nicht gestattet seien.(Lang- anhaltender Beifall auf allen Bänken, außer denen der äutzcrstcn Linken.) Das Parlament äußere sich auf Grund seiner Freiheit und seines Rechtes, aber die gleichen Aeutzcrungen in der Kaserne bedeuteten Revolte, ja Revolution.(Langanhaltender Beifall im Zentrum, rechts und links.) Gesetz und Parlament würden aufhören zu bestehen, wenn sie solche Kundgebungen duldeten(Leb- haftcr Beifall.); um so schlimmer für diejenigen, die nicht be- greifen wollen, datz augenblicklich die Verteidigung des Landes die notwendigste Form, ja der eigentliche Ausdruck für die Verteidigung der Republik ist.(Dieser Gipfelpunkt der Rede des Minister- Präsidenten wird von der großen Mehrheit der Kammer mit Beifall aufgenommen.) Nach einer Erwiderung von Bugagncur(unabhäng. Sozialist!. der die Kredite nicht bewilligen will, da er die Zurückbehaltung des dritten Jahrganges nicht für unbedingt nötig hält, und von Franklin Bouillon, der den Gesetzentwurf gleichfalls energisch be- kämpfte, stimmte die Kainmer ob, wie bereits gemeldet. Die Kammer beschlotz sodann, die Beratung der Porlage über die dreijährige Dienstzeit am 2. Juni zu beginnen. Tic serbisch-bulgarischen Vertragsstreitigkeiten. Belgrad, 27. Mai.(W. T. B.). Die Skuvtschina beschloß, die Antwort des Ministerpräsidenten Paschitsch auf die In- terpellation der Nationalisten und Jungradikalen über die serbisch-bulgarische Grenzfrage für morgen auf die Tagesord- nung zu setzen.— Ten Blättern zufolge wird Paschitsch morgen in seinem Expose darlegen, daß Bulgarien den Bund- nisvertrag vom 13. März 1912 während des Krieges in mehr facher Beziehung nicht eingehalten habe und daß demnach der Vertrag von bulgarischer Seite verletzt worden sei. Nach- dem die Türkei durch die vereinigten Kräfte der vier verbün- Veten Balkanstaaten besiegt worden sei. müßten auch die er- oberten Gebiete in gerechter Berücksichtigung der gebrachten Opfer unter die Verbündeten gemeinsam aufgeteilt werden. Dieser gerechten Forderung könne nur durch eine Revision des serbisch-bulgarischen Vertrages entsprochen werden. Vertagung der italienischen Panamadcbattc. Rom, 27. Mai.(W. T. B.) Die Kammer stimmte nach längerer Debatte über die Untersuchung der beim Bau des Justiz- Palastes begangenen Unterschleife der Vertagung der Debatte bis zum 3. Juni zu, in der Erwartung, datz bis dahin alle Schrift- stücke, auch die von Beamten der Justiz beschlagnahmten, den Bc- auftragtcn der Untcrsuchungskommission zugänglich gemacht werden. Eine geheimnisvolle Bluttat. Köln, 27. Mai.>W. T. B.) Heute nachmittag rief eine in der Friefenstratzc wohnende Frau, deren Gatte abwesend war, einen ihr bekannten Mann zu Hilfe, weil sie von eineyt in ihrer Wohnung befindlichen Manne mit dem Revolver bedroht werde. Kurze Zeit darauf hörte man aus der Wohnung Revolverschüsse und herbei- eilende Nachbarn fanden die Frau und den zu Hilfe Gerilten schwer verletzt und einen anderen Mann tot vor. Die näheren Umstände find noch unaufgeklärt. Der Erschossene soll Selbstmord verübt haben. . Ricsenunterschlcife beim Bau der Amourbahn. Petersburg, 27. Mai.(P. C.) Die„Nowoje Wremja" bringt in ihrer heutigen Ausgabe eine Nachricht von riesige nDefrau- dationcn, die beim Bau der Amourbahn festgestellt wurden. Tie Summe der durch die Beamten und Bauunternehmer unter- schlagcnen Gelder bcläuft sich auf 20 Millionen Rubel. Es wurde eine Kommission gebildet, die sich eingehend mit der Prüfung der Anlegcnhcit beschäftigen und das Resultat der Regierung vor- legen soll. Eine Eisenbahngesellschaft iiiKonkurs geraten. St. Louis(Missouri), 27. Mai. lW. T. B.) Der Sachwalter der St. Louis und San Francisco Railroad Cie. beantragte beute nachmittag die Einsetzung eines Zwangsvcrwaltcrs für diese Gesellschaft. Das Ersuchen ist wegen der Unfähigkeit der Bahn, eine fällige Schuld von 2 250000 Dollar zu begleichen, gestellt worden. Berantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil vercmtw� Tb. Glocke. Berl'u. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u VerlagsanjtaU GaulSlngeraEo.,BerlinLW. Hierzu Z Beilagen u. Unterhaltung»� ». 130 30.?.h.� i Keilllge des„Pormörts" petliner Polksliliitt Reichstag 152. Sitzung. Dienstag, den 27. Mai 1813. nachmittags 2 Uhr. Am BundeSratstisch: Kommissare. Präs. Saempf begrüßt die Abgeordneten nach der Pfingstpause, dankt der Kommission für die Förderung der Wehrvorlage. Auf der Tagesordnung steht zunächst folgende Anfrage des Abg. S o s i n s k i(Pole) vom 24. April: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß in dem Wirtschaft- lichen Kampfe, welcher zurzeit im oberschlefischen Kohlenbezirk schwebt, die Polizeibehörden in gesetzwidriger Weise gegen die Bergarbeiter Partei nehmen, insbesondere unter Verletzung reichsgesetzlicher Vorschriften Versammlungen der Arbeiter grundsätzlich verbieten bezw. auflösen, z.B. in .Königshütte, Orzegow, Michelkowitz, Janow und im ganzen Kreise Pleß? Direktor im Reichsamt des Innern Lehma»»: Eine Verletzung reichsgesetzlicher Vorschriften durch die Polizei würde der Reichs- leitung erst dann Gelegenheit zum Eingreifen geben können, wenn die Zentralbehörde des betreffenden Bundesstaates zu den Vorgängen Stellung genommen und in ihrem Entscheid eine mit den Grund- sätzen des Reichsvereinsgesetzes nicht zu vereinbarende Stellung ver- treten hätte. Nach der Auskunft der preußischen Negierung hat dieser Fall nicht vorgelegen. Es ist überhaupt nur in ganz vereinzelten Fällen Beschwerde erhoben worden. Im übrigen ist seitens der preußischen Regierung in keiner Weise eine Anordnung ergangen, daß die Polizei Versammlungen irgendwie behindern solle. Es haben in den genannten Orten vom 19.— 27. April 163 Versammlungen, davon 129 unter freien» Himmel, stattgefunden. Nur ganz wenige sind nicht genehmigt worden. In zwei Fällen, wo die Ge- nehmigung versagt war, hat der Regierungspräsident das Verbot - selbst aufgehoben. Petitionen. Eine Petition von peitsionierten und als Beamten wieder- angestellten Offizieren bittet um eine A e n d e r u n g des Offiziers- p e n si o n s g e s e tz e s und zwar Aenderung der Sätze, bis zu deren Höhe die Militärpension neben dem Zivildicnsteinkommen bezogen werden kann. Die Petition wird nach kurzer Debatte als Material über- Viesen. Die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine und das Gewerbegericht Bremen bitten um Einsetzung eiiieS Reichseinigungsamtes oder einer Zentralstelle für Förderung der Tarif- Verträge im Reichsamt des Innern. Die Kommission beantragt Ueberweisung. Abg. König(Soz.) hebt die große EntWickelung der Tarifverträge hervor, die Wohl eine Zentralstelle erfordern würden. Aber von dem jetzt in der Reichs- regierung herrschenden»sozialpolitischen' Geist, wie er sich bei allen großen Streiks nnd sonstigen Anlässen gezeigt hat, ist ein dem sozialpolitischen Fortschritt dienendes Vorgeben doch nicht zu erwarten, zumal die Regierung unter dem Einfluß der Unternehmer steht. Wie die Unternehmer jeden Fortschritt aus dem Gebiete der Sozialpolitik bekämpfen, hat wieder die Frühjahrs- Versammlung der Eisenhüttenleute bewiesen, wo man sehr scharf gegen den jetzigen Staatssekretär geredet hat, dem es doch nicht ge- lingen werde,»die Seele der Arbeiter zu eroberp.' Wie wenig die jetzige Zeit den sozialpolitischen Maßnahmen günstig ist, hat' ja erst wieder die Reichsversicherungsordnung bewiesen. Ver- langt man doch heute umgekehrt Ausnahmegesetze aller Art gegen die um ihre Freiheit ringenden Arbeiter. Präs. Kaempf: Ich bitte Sie, sich nicht zu weit vom Thema zu entfernen. Abg. König(Soz.): Das gehört dazu. Wir erstreben zunächst eine Sicherung des Koalitionsrechts. Präs. Kaempf: Ich muß Sie bitten, sich meiner Anordnung zu fügen. Abg. König: Ein Reichscinigungsamt hätte nach unserer Auffassung erst einen Zweck, wenn als Vorbedingung Reichsarbeitsämter ge- schaffen würden.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schwarz(Z.): Die bürgerlichen Parteien haben sich wieder- holt für ein Reichseinigungsamt ausgesprochen. Zwangsbefugnisse wollen wir einem solchen Amt ebensowenig einräumen wie der Vor« redner. Aber zur Verhinderung großer Streiks und Aussperrungen könnte ein solches Amt segensreich wirken. kleines fciälleton. Friedcnsstiftmig kontra Friedensarbeit. Die Art und Weise, wie die norwegische Leitung der Nobelschen Friedensstiftung ihres Amtes waltet, ist im Laufe der Jahre schon so oft klar zutage getreten, daß man sie als einen die Friedensbewegung fördernden Faktor schon längst nicht mehr in Betracht zieht. In früheren Jahren ist es doch wenigstens der Fall gewesen, daß ein Mann, wie der Schwede A r n o l d s o n, der cm Jahre der schwedisch-norwegischen Unions- lösung an der Seite der schwediichen Sozialdemokratie mannhast gegen die großschmedischen Kriegshetzer auftrat, den Nobelpreis er- hielt. Aber seitdem es immer klarer zutage tritt, daß die einzige wahrhafte Friedenswchr das internationale Proletariat ist, hat diese »Friedensstiftung' alles getan, um diese einzigen wahren Friedens- freunde zu ignorieren. Für sie existiert nicht die gewaltige Friedens- arbeit I a u r s S, nicht die Friedensarbeit deS Brüsseler sozialistischen Bureaus, und da das bedeutendste FriedcnSwerk der letzten Jahr- zehnte, die Berner Konferenz, von sozialdemokratischer Seile angeregt, organisiert und gefördert wurde, hielten die Herren von der Nobelschen Friedensstiftung den Zeitpunkt für gekommen, zum Angriff gegen— die Sozialdemokratie vorzugehen. Ihr Sekretär Ragevald Moe veröffentlicht im»Norske Jntelle- genssedler' einen Artikel über die Friedensbewegung und die Sozial- demokralie, in dem er behauptet:„Die Soziali st en wollen nicht die Forderungen der hi st orischen und natio- nalen Verhältnisse anerkennen. Nichts hassen sie erbitterter, als den Kampf der Nation em für ihre Selbständigkeit und innere Sammlung." »Die sozialistische Friedenspropaganda beruht auf einer brutalen, ja direkt empörenden Verleugnung des historischcns Werdens und der Tradition.' Mit diesen Worten quittiert der Sekretär der„Friedens'- stiftung das letzte Werk der Sozialdemokratie, die Berner Konferenz, und reißt sich damit selbst die Friedensmaske herab. Aber nicht genug daran: der Generalsekretär der interparlamen- tarischen Friedensunion in Brüssel Chr. L. Lange— der bis vor vier Jahren Sekretär der Nobelschen Friedensstiftung war— und der Herausgeber der»Friedenswarte' A. H. Fried— der vor zwei Jahren den Friedensnobelpreis erhielt!— habe» kürzlich Artikel veröffentlicht, die die bürgerliche Friedensarbeit besprachen und dabei zu Schlüssen kamen, die der sozialdemokratischen Kritik dieser bürgerlichen Friedensarbeit sehr nahe kamen. Und weil diese zwei bürgerlichen Friedensfreunde nach Mitteln für eine wirlungS- vollere bürgerliche Friedensarbeit suchen, fällt der»Friedens'sekretär über seinen Vorgänger im Amt und über den FriedenspreiSträger wütend Herl Abg. HäHnle(Vp.) spricht ebenfalls für den Antrag der Kam- Mission. Abg. Behrens(Wirtsch. Vg.) betont die Notwendigkeit der Schaffung eines solchen Amtes im Interesse des sozialen Friedens. Es ist doch Sache des Reichstags, antisozialen Einflüssen auf die Reichsregierung nicht nachzugeben, darum verstehe ich nicht den Standpunkt der Sozialdemokratie. Abg. Brey(Soz.): Sind denn Herrn Behrens die Bestrebungen nicht bekannt, die daS Koalitionsrecht verschlechtern und die Straf- bestimmungen verschärfen wollen? Sie sind getragen von einflußreichen Persönlichkeiten. Natürlich fürchten wir nicht solche Bestrebungen im Reichstag, sie sind zwar da drüben(nach rechts) auch vorhanden, aber es ist ja dafür gesorgt, daß diese Bäume zunächst nicht in den Himmel wachsen!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Weiß denn Herr Behrens nicht, daß auch der christliche Gewerkschaftskongreß gefordert hat: Erst Koalitionsfreiheit, dann Reichseinigungsamt! Und an dieser Resolution dürfte Herr Behrens auch beteiligt gewesen sein. Wir wollen, daß zuerst die Vorfrage gelöst werde. Wo aber haben wir die Anerkennung der Koalition durch den Staat, in den Staatsbetrieben und sonst überhaupt in Deutschland? I(Sehr wahr I bei den Soz.) Daß die Gewerkschaften durchaus nicht alle Differenzen durch den Streik, sondern möglichst viele in gütlichem Einvernehmen zu lösen bestrebt sind, ist bekannt und auch durch die amtliche Statistik nach- gewiesen. Die Unternehmer, namentlich die großen aber haben keineswegs den Willen, sich Einigungsbestrebungen zu fügen. Wir stimmen für die Ueberweisung zur Berücksichtigung, fordern aber als Vorbedingung volle Koalitionsfreiheit.(Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Ueberweisung zur Berücksichtigung wird beschlossen. Mehrere Petitionen verlangen 1. Erhöhung der PfändbarkeitSgrenze des Dienst- einkommens von Privatangestellten. 2. Herberführung einer gesetz- lichen Bestimmung, daß bei den Privatangestellten und Arbeitern ebenfalls wie bei Beamten nur e i n T e i l des 1S/z Millionen Kilogramni im September. Der Verlauf ist leicht erklärlich: denn zunächst ist die Milch während der heißen Jahres zeit leichter dem Verderben ausgesetzt, sodann wird aber — und das dürfte für Berlin eine gewisse Rolle spielen während der Reisezeit naturgemäß in der Stadt selbst weniger, dagegen mehr Milch an Ort und Stelle verbraucht, mithin der Versand in diesen mehr oder weniger eingeschränkt. Gegen den Herbst hin pflegt dann der Milchertrag zu sinken, was in dem vcr- hältnismäßrg immer noch niedrigen Stande der Milchzufuhr in den Monaten Oktober und November lrund 19 Millionen Kilogramm) zum Ausdruck kommt. Erst im Dezember werden wieder 29 Millionen überschritten, und auf dieser Höhe bleibt die monatliche Zufuhr bis zum Frühjahr. Die Lieferungen der einzelnen Zonen inach Entfernungen von 19 zu 19 Kilometern) find der Menge nach außerordentlich verschieden. Am stärksten sind die mittleren Entfernungen von 23— 119 Kilo Nietern an der Zufuhr beteiligt. Die Erwartung, daß die Mengen nach einem gewissen Höchststand mit wachsender Entfernung gleiche mätzig abnehmen, trifft nicht zu. Auch bei den weiteren End fcrnungen über 119 Kilometer hinaus kann hiervon keine Rede sein, wenngleich die Ziffern naturgemäß mit zunehmender Entfernung stark zurückgegangen sind. Eine Gleichmäßigkeit der Bewegung ist aber hier nicht wahrzunehmen. Die wichtigste Zone liegt zwischen 31 und 49 Kilometern: sie hat im Jahre 1911 im ganzen S4,1 Millionen Kilogramm Milch nach Berlin geschickt. Unter den Versandstationen, ragt Nauen mit einer Jahreszufuhr von 13,6 Millionen Kilo« gramm hervor, der größten Jahreslieferung, die überhaupt von einer Station nach Berlin verfrachtet wurde. Der Ort liegt in« mitten der wiesenreichen Niederung, die sich durch das Havelland am Rhinluch vorbei, es teilweise noch umfassend, bis zur Havel zieht, ein gesegnetes Gebiet der Rinderhaltung, was die reiche Milch- erzeugung hinreichend erklärt. Es handelt sich hier um das wichtigste Milchversorgungsgebiet Berlins, das im W e st e n gelegen ist. Nach rechts schließt'sich im Süden Berlins die wiesenreiche Nutheniederung als das nächste, aber weniger bedeutende Milchversorgungsgebiet an, das sich im wesentlichen bis Luckenwalde, also bis harl an den Höhenzug des Fläming erstreckt. Der O st e n teilt sich zunächst, durch das waldige Hügelland der sognannten Märkischen Schweiz und des Blumenthal getrennt, in zwei Arme, die sich jedoch später einander nähern. Es kann daher wohl noch von einem einheitlichen Bezugsgebiet ge- sprachen werden, das im Osten in fast nordsüdlicher Richtung etwa durch die Stationen Schulzendorf und DahmSdorf-Müncheberg be- grenzt wird. Mehr Bedeutung als die beiden letztbesprochenen hat wieder daS Nordgebiet, das ebenfalls noch als einheitliches Milch» Versorgungsgebiet erkennbar ist. Es verläuft zunächst in schmalem Streifen längs der Stettiner Bahn und teilt sich sodann in zwei Arme, von denen der eine dem Laufe der Oder folgt, der andere sich nach den Niederungen des großen Uckersees zu zieht. Die nörd- liche Grenze ist etwa die Linie Stettin— Prenzlau. Zwar läßt sich namentlich der westliche Arm noch weiter, bis nach Mecklenburg und Pommem sTreptow a./Tollense, Demmin) verfolgen: doch ist es nicht angängig, hier noch von einem einheitlichen Milchversorgungs- gebiet zu sprechen. In welchem Grade nun die verschiedenen Bezugsgebiete an der Milchversorgung Berlins beteiligt sind, lehrt die folgende Uebersicht, in der noch die Entfernungen bis zu 29 Kilometer als«nähere Um- gebung", sowie die Orte, die, in der Entfernung zwischen 29 bis 159 Kilometer gelegen, sich keinem der vorgezeichnelen einheitlichen Versorgungsgebiete eingliedern ließen, als«vereinzelt liegende Orte" zu je einer Gruppe zusammengefaßt worden sind. Eingeführt wurden: Insgesamt.......... Z61 966 783 davon entfielen auf: 1. weite Entfernungen(über 169 km) 14 254 346 2. die nähere Umgebung(bis 29 km Entfernung)....... 4 931919 3. das Ostgebiet........ 25 665 269 4.. Südgebiet....... 22 845 919 5., Nordgebiet....... 30 131 894 6.« Westgebiet....... 151 795 654 7. vereinzelt liegende Orte.... 3 441 899 Man ersieht daraus recht deutlich daS starke Ueberwiegen des westlichen Havelländischen Gebiets, das allein beinahe 152 Millionen Kilogramm Milch oder 57,94 Proz. der Gesamtzufuhr bestritt. Weniger wichtig, aber doch nicht ohne Bedeutung ist das Nordgebiet, das rund 39 Millionen Kilogramm oder 14,94 Proz. schickte. Es folgt das Ost gebiet mit 25'/, Millionen Kilogramm oder 9,76 Proz. der Gesamt menge und weiter daS Südgebiet mit fast 23 Millionen Kilogramm oder 8,73 Proz. Hierzu gehört dann noch die nähere Umgebung Berlins, die aber nur knapp 5 Millionen Kilogramm oder 1,88 Proz der Gesamtmenge durch die Bahn, vermutlich aber mehr zu Achfe und auf dem Wasserwege, lieferte. Aus den weiten Entfernungen(über 159 Kilometer) kamen immer noch über 14 Millionen Kilogramm oder 5,44 Proz. Die von nur 28 Stationen gebildete Gruppe der vereinzelt liegenden Orte schließlich ist mit 3>/z Millionen Kilogramm oder 1,31 Proz. an der Gesamtzufuhr auf dem Bahnwege beteiligt. Der Petroleumkrieg. Das Reichsgericht hat in dem Prozeß zwischen der Deutsch. Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft und der Deutschen Petroleum. Verkaufs-Gesellschaft in vollem Umfange zugunsten der Deutschen Petroleum-Verkaufs-Gesellschaft entschieden und sämtliche Kosten der Deutsch-Amerikanifchen Petroleum-Gesellschaft auferlegt. Eisenbahn und Industrie. Der preußische Minister der öffent- lichen Arbeiten hat die Eisenbahndirektionspräsidenten aufgefordert, enge Fühlung zwischen der Eisenbahn und der Industrie herzustellen. Die EntWickelung der industriellen Anlagen und anderer Verkehrs zubringer sei sorgfältig zu überwachen und die geplanten Betriebs- erweiterungen und dergleichen, welche Einfluß auf die Eisenbahn verkehrSverhältnisfe haben, seien in ihren EntwickelungsauSsichten genau zu verfolgen.— Man sollte meinen, das seien Selbstverständ ichkeiten, die nicht erst im Jahre 1913 angeordnet werden müßten. Proz. 5,44 1,88 9,76 8,73 14,94 57,94 1,31 Will er's nicht zunächst einmal mit der Beseitigung semer Kunst- Händler-Präsidentschaft versuchen? Nichts wäre nötiger. — Theaterchronik. Der Oberregisseur des Lessing-TheaterS, Emil Lessing, soll die Absicht haben, die Direktion des Komödien- Hauses zu übernehmen.— Heute nachmittag 6'/, Uhr beginnt die Freilichtbühne am kleinen Wannsee, das Josef-Kainz- Theater, ihre Tätigkeit mit einer Medea-Aufführnng.— Das Deutsche Schauspielhaus bringt als erste Aufführung seiner Sommerspielzeit am 1. Juni Bernsteins Schauspiel«Der Dieb" mit Elsa GalafröS in der Rolle der Marie Luise. — Der Münchener Zensurbeirat zerbröckelt. Längst haben ihm so wichtige Mitglieder wie M. G. Conrad und Max Halbe den Rücken gekehrt. Seine letzten Taten haben nun auch Thomas Mann weggeschreckt. Daß er überhaupt noch Mitglied war, beweist. daß sein künstlerisches Gewissen erstaunlich viel verträgt. Aber nun zeigt sein Austritt, daß diese Körperschaft eine Zumutung sogar für das duldsamste Gewissen ist. Als Ergebnis des gänzlich verkrachten Experiments bleibt nur der alte dringliche Satz bestehen: Nieder mit der Theaterzeusur! In München und überall. — Kunstchronik. Der große Staatspreis in dem für 1913 ausgeschriebenen Malerwettbewerb im Betrage von 3399 M. ist dem Maler Hugo Walzer zugefallen. Der Architekturpreis wurde nicht verliehen. — Ein literarisch wertvolles Stammbuch gelangt in Leipzig unter den Auktionshammer. Es hat dem in der Geschichte deutscher Schauspielkunst hervorragenden Hamburger Theatcrdirektor Friedrich Ludwig Schröder gehört und enthält Widmungs- Worte von Klopstock, Wieland, Lessing, Herder, Goethe, Klinger, Jffland. Lessing schrieb in das Buch den Spruch: Daß Beyfall Dich nicht stolz, nicht Tadel furchtsam mache I Des Künstlers Schätzung ist nicht jedes Fühlers Sache! Denn auch den Blinden brennt das Licht, Und wer Dich fühlte, Freund, verstand Dich darum nicht. — Der Kölner Männergesangverein hat nunmehr in unversöhnlichem Kaiserlettengroll beschlossen, sich künftig an Gesangswettstreiten nicht mehr zu beteiligen. Schwerlich wird er andere Gesangvereine mitziehen. Schon tauchen in der Presse An« zeichen auf, daß nichtlölnische Sangesbrüder sich freuen, den Kon« kurrenten loS zu fein. — Die Reife einer Flaschenpost. In London traf dieser Tage die Nachricht von der Auffindung einer Flaschenpost ein. die am 5. November 1912 1259 Seemeilen nordwestlich von Kap- stadt ins Meer geworfen wurde. Am 6. April dieses Jahres wurde diese Flaschenpost an dem Eingang zur Port Pbillip-Bai in Australren aufgefischt. Daraus ergibt sich, daß die Flasche in fünf Monaten eine Entfernung von nicht weniger als 7259 englischen Meilen zurückgelegt hat. Sie muß also mit einer Durchschnitts- geschwindigkeit von mehr als 3 Kilometer in der Stunde über das Weltmeer getrieben sein. Soziales. Der preußische Staat und seine Arbeiter. Die„altpreußische Sparsamkeit", die Vater Staat gegenüber seinen Arbeitern übt, wurde dieser Tage vor dem Oberversichc rungsamt Erfurt an einem recht lehrreichen Beispiele gezeigt. Em Arbeiter hatte im Jahre 1894 in der Königlichen Gewehrfabrik zu Erfurt einen Betriebsunfall erlitten und sich dabei eine Verletzung im Rücken und des linken Beckenknochens zugezogen: später machte sich dann noch ein schweres Nervenleiden bemerkbar. Von der Intendantur wurde dem Arbeiter damals die Vollrente zugebilligt, die er bis Anfang dieses Jahres bezog. Dann ließ die Intendantur den Mann wieder einmal untersuchen, wobei der Arzt der Inten dantur„feststellte", daß sich der Zustand des Mannes so weit„ge bessert" habe, daß die Rente auf 66?b Proz. gekürzt werden könne. Das geschah, obwohl die linke Körperseite des Mannes noch gelähmt ist. Der Verletzte, der inzwischen das 79. Lebensjahr erreicht hatte, geriet dadurch in eine wahrhaft verzweifelte Lage. Er legte gegen die Rentenkürzung Berufung beim QberversicherungSamt ein, die am 21. Mai zur Verhandlung kam. Nur mühsam schleppte sich der gebrechliche Mann in den Verhandlungssaal und sank hier er- mattet auf einen Stuhl nieder. Von einem anderen Arzt wurde vor dem Oberversicherungsamt bekundet, daß der Verletzte infolge feines gebrechlichen ZustandeS und hohen Alters unmöglich noch Erwerbsarbeit leisten könne. Das Oberversicherungsamt erkannte ohne Zögern, daß dem Manne die Bollrente zuzuspreche« sei. Für Neurüstungen hat der Staat Milliarden übrig: gesunde, dienstfähige Offiziere werden zu Hunderten pensioniert, aber einem im Dienste der Arbeit für den Staat zum Krüppel gewordenen Arbeiter sucht man selbst die magere Rente noch zu beschneiden. Ja, eS geht nichts über altpreußische Sparsamkeit— nach unten. Bauschwinbek. Selten blühte der Baufchwindel so üppig wie in den letzten Jahren. Das Gesetz über die Sicherung der Bauforderungen ist für die Katz. Der Schwindel wurde nur noch großzügiger: man hat ihn mehr systematisiert. In ihrem kürzlich erschienenen JahreS- hericht(1912, II. Teil) schildert die Handelskammer Berlin die Machenschaften u. a. wie folgt:„An der Peripherie sah man viel- fach unsolide Unternehmer von Spekplationsbauten, denen von interessierter Hand Baustelle und Baugelder gegeben worden waren. Da sie über eigene Mittel gar nicht oder nur in sehr ge- ringem Maße verfügen, mußten sie sich die Baustelle zu einem ihren tatsächlichen Wert weit übersteigenden Preise anrechnen lassen. Die von ihnen geleistete Anzahlung auf den Saufpreis war gering, wenn sie nicht überhaupt von den später je nach dem Fortschritt des Baus fälligen Baugeldraten abgezogen wurde. Handwerker, die einem ihrer Meinung vermögenden.Bauunter- nehmer" Kredit gewährten, sahen nicht selten den Bau, nachdem er bis zu einem gewissen Grade fertiggestellt war, wegen nicht genügenden Fortschreiten des Bauwerkes und demgemäß wegen Nichterfüllung der von dem Unternehmer übernommenen Verpflich. tungen, wegen Nichtzahlung der für die Baugelder fälligen Zinsen oder aus ein�m anderen hinreichenden Grunde der Zwangsverwal- tung verfallen. Während dieser waren die Neubauten gesperrt; weil der Zutritt zu ihnen verboten war, konnten die Handwerker ihre Lieferungen, für die sie Bezahlung gar nicht oder nur im geringsten Maße erhalten hatten, aus dem Bau nicht wieder herausschaffen lassen, auch soweit sie hierzu nach der Rechtsprechung befugt gewesen wären. Kam es zur Zwangsversteigerung, so war die Vorbesitzerin der Baustelle oder Geldgeberin für ihre Forde- rungen durch die Baustelle und da» auf ihr errichtete Bauwerk ge« deckt, und zwar um so besser, je höher die zu ihren Gunsten ein- getragene Belastung des Grundstückes war. Die nachfolgenden Forderungen der Bauhandwerker sielen aus." Hinter den Schiebungen stehen vielfach renommierte Banken. Allerdings so gedeckt, daß sie fast als Leidtragende erscheinen. In Wirklichieit sind sie die Vorbesitzer der Grundstücke und Hypotheken- gläubiger. Scharfes Anziehen der Zinsenschraube fördert die Her- bciführung der Katastrophe. Für Baugelder müssen in manchen Fällen bis zu 19 Proz., ja oft noch mehr gezahlt werden. Damit wird der vorgeschobene Strohmann oder der in die Fänge der Schieber geratene kleine Kapitalist Erwürgt. Sie gehören wie die Bauhandwerker zu den Opfern der im Hintergrunde lauernden Macher. Der Praxis der Banken und sonstigen Hypothekengläubiger verdankt man auch die„Not" der Hausbesitzer, die tatsächlich meistens nur Zinseneintreiber für die Hypothekengläubiger sind. Von diesen wird ihnen der Strick um den Hals gelegt. Zahlreiche Zwangsversteigerungen geben Kunde davon. Für Groß-Berlin liegen nun für 1912 die Zahlen der Subhastationen vor. Für Berlin, Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf, Neukölln, Steglitz und Pankow ergeben die freiwilligen Veräußerungen und Zwangs- Versteigerungen folgende interessante Gegenüberstellung. In den letzten Jahren erfolgten Besitzveränderungcn mit einem Objektwert (in 1999 M.): 1997 Freiwilliger Besitzwechsel 931 524 Zwangsversteig 1998„. 579 932 1999.. 716 999 1910„, 697 878 1911„« 624 923 1913„„ 476 819 Die freiwilligen Veräußerungen sind gesunken, die Zwangsversteigerungen haben 139 Proz. zu- genommen! Natürlich soll geholfen werden! Aber wie? Den so- genannten Hausbesitzern, den Htzpothekengläubigern, winken Er- leichterungen auf staats- und kommunalsteuerlichen Gebieten. Was wird damit erreicht? Weiter nichts als das Hochhalten der wuchert- scheu Zinsen usw. Ferner gibt man damit zu neuem Anziehen der ZinSschraube den Anreiz. Die Allgemeinheit muß die Lasten 99 917 138 712 149 414 142 513 167 622 221 289 seit 1997 auf die Hälfte I tragen, sie kommt aus den bodenkapitalistischen Fängen nicht' ! heraus. Der Staat aber erleichtert mit seinen Reformen die Plünderci!_ Gerichts- Zeitung Das Recht der Kritik des Stadtverordneten und Z 193. Das Schöffengericht in Beelitz verurteilte am 9. April dcA früheren Maurermeister Otto Lindner in Beelitz wegen übler Nach« rede zu 59 Mark. Der damalige Prozeß, der nun vor der Pots« damcr Strafkammer im Vcrufuiigsvcrfahren wieder aufgerollt wurde, greift auf kommunale Vorgänge innerhalb der Rathaus- Umbaukommission zurück, der solvohl der Angeklagte wie auch der „Beleidigte" angehörten. Während des Rathausumbaucs in Beelitz tagte eine Kommission, die alle bautcchnische Details durch- zuberaten hatte. Es gehörte auch zu ihren Obliegenheiten, die Bc- schaffung neuer Ocfen zu beraten. Auf Vorschlag des Maurer- meisters Hoteschek, der früher einmal eine Ofenfirma Zechlin in Berlin vertreten hatte, sollten Germania-Dauerbrandpatcntöfen bestellt werden. H. und der Ratsmann Keller wurden beauftragt. nach Berlin zu fahren und mit der Firma zu verhandeln. Als man die Rabattfrage erörterte, gelang es nur 19 Prozent Abzug bei einem Objekt von 699 M. zu erlangen. Das entsprach nicht den Erwartungen der Herren aus Beelitz und deshalb bewilligte die Firma der Stadt noch die Fracht. Ter Geschäftsführer erklärte, daß nur 15 Prozent Rabatt bei den Kachelöfen gewährt würden. Vor dem Weggehen betonte Hoteschek ausdrücklich, der Rabatt soll der Stadt auf der Rechnung abgeschrieben werden. Er wollte da- mit seinen persönlichen Verzicht ausdrücken, denn die Stadt würde sonst nie Rabatt bekommen haben. Zur Probe sandte man zwei Oefen. Die Kommission besichtigte sie und dabei war auch Lindner und Keller. L. erkundigte sich nach Preis und Prozent und erfuhr. daß nur 19 Prozent gewährt seien. Das überraschte ihn, denn er hatte unterdessen selbst an die Firma geschrieben und erfahren, daß laut Katalog 1b Prozent gewährt würden. L. sagte daraufhin zu Keller: Das glauben Sie wohl allein nicht. Ich wollte mal sehen, ob Sie ehrlich sind. Ich werde jetzt auch nicht zurückhalten. L. zeigte daraufhin den Brief vor und fügte hinzu: Für eine« Blauen würde ich auch mal nach Berlin fahren! Von dieser Acußc- rung erlangten Hotoschek und der Magistrat Kenntnis. Beide stellten Strafantrag gegen L. wogen übler Nachrede. Beide Paneicn legten gegen das Urteil Berufung ein. L. rügte hauptsächlich das Recht des Magistrates Strafantrag zu stellen, da gar keine Behörde und kein Beamter beleidigt seien. Schließlich bestritt er jede de- leidigende Absicht. Er wollte nur von seinem Recht als Stadwer- ordnctrr Gebrauch machen und den geringen Erfolg der Sendung nach Berlin kritisieren, da zu diesem Preis auch die Oefen in Beelitz erhältlich gewesen wären. Der Staatsanwalt beantragte gegen Lindner 199 M. Geldstrafe. Der Bcrtcidigcr Justizrat Kennes verlangte fiir seinen Klienten die Freisprechung. Die Strafkammer hob das erste Urteil auf und sprach den Angeklagten frei, da ihm als Stadtverordneter das Recht zustand, die Auge» legenheit zu kritisieren und er daher in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe._ Ein vor der Polizei abgelegtes Geständnis war das Hauptbeweismittel einer Anklage, die wegen Unter- fchlagung von Brettern gegen einen Kutscher Salata und wegen Anstiftung und Hehlerei gegen ein Ehepaar Schuhmacher Julius Kranz aus Heiligensee(bei Tegel) erhoben worden war. Das Schöffengericht Brrlin-Wcdding verurteilte im Juni 1912 Salata, obwohl dieser seine der Polizei gemachten Angaben vor Gerickt widerrief, zu 2 Monaten Gefängnis, und im wesentlichen auf Grund jenes die Eheleute Kranz mitbelastenden Geständnisses wurde gegen Kranz auf 2 Monate Gefängnis, gegen seine Frau auf 2 Monate Gefängnis erkannt. Die drei Verurteilten legten sämtlich Berufung ein, doch verschwand hinterher Salata, und auch zu der gestern angesetzten Berufsverhandlung vor dem Landgericht Berlin lll(Strafkammer 3) war er trotz öffentlicher Ladung nicht erschienen, so daß— nachdem auf Antrag des Staatsanwalts das Gericht die Berufung Salatas verworfen hatte— nur noch gegen Kranz und Frau verhandelt werden konxte. Die Vernehmung von 17 Zeugen, die auf Antrag teils der Staatsanwaltschaft teils der Angeklagten geladen waren, gewährte einen Einblick in eine Kette von Denunziationen aller Art, durch die die Beteiligten einander befehdet haben. Zum Gegenstand der Anklage behauptete Kranz, Salata habe jenes Geständnis abgelegt, nachdem man ihn in der Trunkenheit zur Polizei geschleppt habe. Salatas damalige An- gaben liefen darauf hinaus, das Ehepaar Kranz habe ihn, der mit seiner Bretterfuhrc vorüberkam, angehalten und ihn verleitet, Bretter gegen ein Billiges zu verkaufen. Polizeibeamter Raack erklärte in seiner Zeugenaussage, es sei unwahr, daß Salata be- trunken gewesen und zur Polizei geholt worden sei. Salata habe ich freiwillig gestellt und gesagt, wenn er bestraft werden solle, >ann solle Kranz mitbestraft werden. DaS Gericht lehnte ab, den ürs erste nicht aufsindbaren Salata als Zeugen zu laden, wie Kranz es beantragte. Das Ergebnis der mehrstündigen VerHand. lung war, daß das Landgericht im wesentlichen denselben Sach- verhalt als festgestellt erachtete, den das Schöffengericht ange- nommen hatte. Salata habe, so führte die Urteilsbegründung aus, freiwillig ein sehr eingehendes Geständnis abgelegt. Wenn auch 'eine Darstellung mit Borsicht aufzunehmen fei, fo werde sie doch n wichttgen Punkten durch die Aussagen anderer Zeugen unter- stützt. Die Angeklagten seien altz schuldig anzusehen, doch genüge iir Kranz 4 Wochen Gefängnis und für seine Frau 3 Wochen Gefängnis.'__ Ansichtspostkarteuhandel und Polizeiverordnungsrecht. Einer der schönsten Punkte Rügens ist Stubbenkammer mit dem Königsstuhl. Hier wurde immer viel Handel mit sogenannten An- denken und Ansichtspostkarten getrieben und zahlreiche„Märchen- erzahler", die die mit der Gegend verbundenen Sagen verwerteten, boten sich dem Publikum an, nicht immer zum Ergötzen derer, die das herrliche Fleckchen Natur in Ruhe genießen wollten. Der Amtsvorsteher in Saßnitz erließ nun im Jahre 1911 eiuo Polizeiverordnung, die er am 4. April 1912 durch eine neue, etivaS erweiterte Verordnung ersetzte. Die Verordnung bestimmt, daß aus icherheits- und vcrkehrsvoUzeilichen Gründen auf dem Königftuhl und auf den nächsten 299 Metern des Zugangsweges zu ihm alles Aufftellen zu Handelszwecken, jedes Anpreisen von Waren und An- bieten entgeltlicher Sach- und Dienstleistungen verboten sei. Der Ansichtskartenhändler Scheel sollte sich mehrfach gegen die Verordnung von 1911 und gegen die vom 4. April 1912 vergangen haben. Die Strafkammer in Stralsund als Berufungsinstanz per- urteilte ihn zu einer Geldstrafe. Auf die Revision des Angeklagten, die Rechtsanwalt Dr. OScar Cohn vertrat, hob a? Kammergericht dieser Tage die Borent- schcidung auf und Ver nes die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an die Strafkammer zurück. Begründend wurde ausgeführt: � Es stehe zunächst nicht fest, ob sich Angeklagter zu Handels- zwecken aufgestellt hatte. Wenn dies aber festgestellt werde, dann habe das Landgericht zu prüfen, ob cS sich bei dem Zugangswege, auf dem sich Angeklagter aufgestellt batte, um einen rechtlich-öffentlichen Weg handele. Denn wenn 8 6 b des PolizeivcrwaltungS- gefetzes dem Polizeiverordmingsrecht unterwerfe die Ordnung, Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, dann seien damit nicht gemeint olche Wege, Straßen und Plätze, über die sich tat- Ächlich ein öffentlicher Verkehr bewege, sondern recht- tich- öffentliche Straßen, Wege und Plätze. Nur wenn es sich um einen rechtlich-öffentlichon Weg handele, könne K 6b die Bestimmung stützen. Könne das nicht festgestellt werden, dann bleibe noch zu prüfen, ob nicht der fragliche K 4 der Polizciverord- nung seine Rcckfisstützc finde in§ 6 a des Polizeiverwaltui�gSge- etzes, wonach der Schutz der Person und des Eingentums Gegen- tand des polizeilichen Berordnungsrechts sei. Es sei dann nämlich zu prüfen, ob die Bestimmung nicht erlassen sei zum Schutze dex Sicherheit der Personen, die dort verkehrte». Mittwoch, den 28. Mai 1913. Slnsana 7'/, Uhr. Königl. Opernhaus. Violetta. «önigl. Schauspielhaus. Volks- Vorstellung: Wallensteins Tod. Pratcr. Dos Bummclmädchen. Ansang 8 Ubr. Urania, �jfn den Dolomiten, Neues Opern(Kroll). Lohengrin. Lesung. W-Wien. TeutsicheS. Der lebende Leichnam. Kammerspiele. Die Einnahme von Berg-op»Zoom. Berliner. Kilmzaubcr. Königgräher Straße. Das Buch einer Firm. Schiller<». Hasemanns Töchter. Schiller-tTharlottenburg. Moral. Theater des Westens. Der liebe Augustin. Montis Operette«. Der lachende Ehemann. Deutsches Schauspielhaus. Ein idealer Gatte.< Kleines. Proicssor Bernhardt. Deutsches'Opernhaus. Der Mikado. Komödieuhaus. Hochherrschastliche Wohnungen. Mcrropot. Die Kino-Königin. Thalia. Puppchcn. Luisen. Die drei Schwestern Ran- dols. Wintergarten. Spezialitäten. Rcichshallen. Stettiner Sänger. Ansang 8�/, Uhr. Theater am Nollendorfplatz. Extrazug nach Nizza. Friedr.> Wilh. Schauspielhaus, Das Farmcrmädchen. Residenz. Die Frau Präsidentin. L'ustspielhauS. Der lustige Kakadu. Rose. Krone und Fessel. Z�olieS<5aprice. Die Bank. Sein letzter Wille. Der Cowboy. Ansang S1/, Ubr. RcueS Bollstheater. König Krause. Ansang S Ubr. ZldmiralSpalast. Eisballett: Flirt in St. Moritz. *.* Sternwarte, Jnoalidenstr. 67—62. Theater des Westens. 8 Uhr. BolkStüml. Borstellung: Der tiede �uxustm. Sehiller-TheaterO.lS Mittwoch, abends 8 Uhr; Hasemanns Töchter. Donnerstag, abends 8 Uhr: Moral. Freitag, abends 8 Uhr: Hasciminns Töchter. Schiller-Theater Mittwoch, abends 8 Uhr: Ktai'sl. Donnerstäg, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Freitag, abends 8 Uhr: Moral. Berliner Theater. s uV Filmzauber. Theater in ilerKiiüigptzer Straße 8 Uhr: Das Buch einer Frau. Deutsches Schauspielhaus 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Kroll- Oper 8 Uhr: Lohengrin. Donnerstag: Tannhüuser. Freitag: Bajazzo. Hieraus: Cai allerla rusticaaa. Sonnabend; Meistersinger. Residenz-Theater. Schlug der Spielzeit am 31. Mai. Hie Trau Präsidentin. (Mudame la Presidente). Schwank in S Akten v. M. Henncquin und P. Beber. Morgen und solgende Tage: Die Frau Präsidentin. idmiralspaiast. Eis- Arena.— Allabendlich das er. erfolgreiche EisbaUett liUlrt In St. Moritz. Bis 6 Uhr und von 10a/4 Uhr halbe Kassenpreiae. Restaurant I. Range.. Wein- und Bier-Abteilung. TheateramKolIendorlplatz Täglich abends 8--. Uhr: blMiig»gell Hills. Wroge Franksurter Str. 132. Rrone und Pessei. Ansang S'l. Uhr: Morgen: Krone und Fessel. Auf der Garteubiihne: Achtung! Es geht los! Gr. Posse. Konz. Bunt. Teil. Ans. U/z- Montis Gperetten-Theater (fr. Neues Theater). Amt Norden IUI. Sommerpretse I Abends 8 Uhr: Gastspiel Julius Spielmann: Der laehende Ehemann. Polles Caprice. Die Novitäten: • Die Bank.• • Sein letzter Wille.« • Der Cowboy.• Ansang S'/j Uhr. Vorverk. 11—2 Uhr. Männerchor Moabit. (Mitglied des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes.) Sonnabend, den 31. Mai 1913, in der Patzenhofer- Brauerei, Tunustr. LF/iSi»: ss Großes Garten-Konzert � | uat Mitw. d. Männerchors„Freier Männerchor Stettin"(M. d.D. A.-S.) j Anfang 5 Uhr. Billett 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. Der Vorstand. WWWW'M F Brauerei Friedrichshain« t Königstor. Oek.: Ernst Eieblng. I Jeden Dienstag- und Donnerstagnachmittag;~9fS | Kaffee-Trei-Vorstellnttg| bei freiem der AlvrddviitsolKviK und- Däuser ciem Entree. Freitags: Frel-Konzert. K Neue Welt. Arnold Scholz. Hasenheide 108/114. Heute Mittwoch, den Ä8. Mal 1013: HW Kinderfest"WE verbunden mit gp. Gratis- Verlosung. 1. Hauptgewinn für Knaben und Mädchen Je eine silberne Ehr. Fackelzug, Bonbonregen, Marionetten-Theater usw. Anfang 4 Ehr. Entree 15 Pf. Im neuen 8asl: DV* Großer Ball. Voranzeige; Donnerstag, den 2fl. Mai: Elitetag verbunden mit großem Brillant-Feuerwerk. llranla. Taubenstraße 48/40. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: In den Dolomiten. OCISCHER GARTEN Täglich nachm. 4 Uhr: GrJiMr-Doppelkonzert >, Eintritt 1 Mark, i'' von 6 Uhr ab 50 Pf. Kinderunter 10 Jahren die Hälfte. Jahresabonnements an allen drei Schalterkassen. JRetropol-Theater. Die Kino-Königin. Operette in 3 Akten von Jnl. Freund und G. Okonkowski. Musik von Jleau Gilbert. In Szene gesetzt v. Dir. Aich. Schultz. '.'insang 8 Uhr:_ Voigt-Theater. Badstraste 38. Jeden Mittwoch: Elitetag. Auf nach Amerika. Sensalions-Gesangsburlesle i. 6 Akten v. Br. Zappert. Musik<8. Griinicke. Kassenöffnung 2 Uhr. Ansang 4'/, Uhr. Reiclisliallen-Theater Stettiner Sanger. Jucke's Pfiagsttalut Berliner Burleske von Meysel. Anfang 8 Uhr. Passage-Panoptikum Der weltberühmte amerikanische Negerboxes« Andrea.Johnson bei sein. Training zum Kampf um die Weltmeisterschaft. Jon Got, der akrobatische Schlafwandler! Der Mann mit der eisernen Hand. A na«He schwebende .finngtrau! Alles lebend! 1 Alles ohne Extra-Entree! lljjene Welt, Hasenheide 108-114 Heute Mittw., d 28. Mai, abds. 8'/, U.: Volks-8infonie-Konzert d. Blüthner- Orchesters RichardWagner-Äliend Dirigent: Guido von Fuchs Sol.: Konzortmst. N. Lamblnon, Viol. Karten ä 30 Pf. bei A. Wertheim, Leipziger Straße, P. Horsch, Engolufer 16, allenVerkaufsstellen der Neuen Preion Volksbühne, den Konsumgeschäften der Konsum-Genossenschaft Berlin und Umg., Vferband für Theater-Ver- günstig., Liukstr. 42, Orchester- bureau, Lützowstraße 76, und Abendkasse. LJP Saisonkarten alle Tage gültig auch für Elitetage Mark 3, efiir Den Inhalt Der Inserate übernimmt die Redaltion dem Budlitum gegenüber keiuertei Berantwortung. 2. Prettßifch.SLddeutfch« (S28. KLuigl. Prezch.) Klasseulott-r!- 6. Klasse 16. ZleHuugStag 27. Mai 1013 Vonnittag Zluf(«de gezogene Nummer sind zwei gleich hohe OieNiiuue gefalle»,»»D zwar je einer auf Dt« Lose gleicher Nummer in Den beiDeu zlbleilunaeu I n. II. Nut die iöewlune über 24» M. sind in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 248 333 406 40 659 88 705 861 931 63 1217 380 416 621 718 893 584 97 2037 46 98 168 363 78 423 838 907 3052 63(600) 63(3000) 297 4S4 507(600) 80 87 686 66 746 831(3000) 40 61 964 4101 440 643 816 770 5738(600) 68 920(3000) 97 6045 228 81 301 438 88 656 94 743 7008 17 18 68 266 428 54 684 746 66 940 8102 77 201 446 662 93 797 866(3000)«118 27 328 402 60 83 719 870 937 10003 98 199 386 474(3000) 6U 63 806 69 888 969 11197 87 97 267 87 333 428 619 25 791 819(1000) 80 963(3000) 84 12180 362 97 406(1000) 697 833 88 13033 180 395 460 563 632 820 964 88 1 4936 259 690 667 701 48 83281224 78 1 8113 61 69 213 22 397 446 666 79 612 703 1 8025 47 212 66 313 682 697 831 34 864 1 7090 192 234 343 62 430 679 787 1 0088118 237 82(500) 487 789 1 9017 597 738 850 20280 300 28 613 46(3000) 817 21462 603 71 96(600) 670 763 927(1000) 22060 163 69 470 508 689 782 874 2 3 041 109 89 225 618 640 840 986 24136 02 272 39 458 89 88 684 84 830 44 974 2 8163 221 303 491(1000) 639 67 690 743 91(1000) 872 2 6109 72 82 486 632(1000) 86 681(1000) 737 (1000) 62 67 874 2 7 010 18996 370 409 60 630 61 776 2 8004 391 693 867 741 845 2 9377 601 29 723 29 65 3 0242 313 432 791 877 97 935 31161 70 233 666(600) 664 718 866 912(1000) 26 3 2018 28(600) 68 224 26 330 474 (1000) 686 821 929»600, 3 3322 87 663 709 39(600) 91 862 902 30 3 4002 114 267 341(600) 410(600) 600 616 88(1000) 837 3 6076 81 102 62 64 216 377(3000) 493 619 711 912 31 3 6372 613 649 797 903 88 3 7027 167 74 215 71 491 708 921 38313 402 98 612 16(1000) 68«00 20 99 841 3 9068 95 168 227 423 601 21 26 623 66 764 857 914 40029 133 219 691 673 832 914 79 41321 SO 69(600) 654 86 949 77(600) 42053(3000) 66(1000) 138 290 692 694 97 (1000) 894(600) 900(1000) 43040 136 265 332 50(1000) 441 666(1000) 74 812 50(JO ODO) 44286 314 422(15 000) 66 641 813 4 5062(3000, 270 367 79 602 76 792 888 927 4 6226(500) 314 481 687 664(1000) 797 986 4 7146 311 466 677 611 727 842 07 4 8012 29 89 270 316 431(600) 632 738 66 837 71 89 969 4 9069(600) 405 43 610 633 786 5 0229 76 360 549 676 78 768 818 96 989 51520 871 989 (1000) 62128 206 23 60 777 837(3000) 40(600) 5 3 426 691 978 93 5 4069 92 166 384 436 63 638 762 81 55110 78 61 364 83(600) 657 76 853 951 69 98(3000) 6 0 000 133 212 68 80 378 463 72 661(1000) 6 7 035 92 148 76 273 87 394(600) 676(1000) 78 610 702 82 866 6 8003 80 167 77 200 26 66 388 479 796 904 5 8137 61 461 631(500) 768 926 63 76 88029 128 97 216 61 89(3000) 600 8 738 81101 208 33 74 335 64 92 467 769 966 8 2429 516 632 831 BS 994 63052 139 566 642 99(600) 977 8 4058 164 247 61 437 611 625 6 5297 327 442 583 793 801 907 6 6095 128 93 255 443 6 7313 71(£00) 666 6 8269 478(500)88 761(1000) 824 31(3000) 37 48 84 960 1600) 6 9096 167 212|600) 29 37 350 723 64 843( 500) 928 7 0203(1000) 302 22 68 83 696 96 818 732 72 828 71163 89 255 490 644 72 741 830 961 72062 606 40 95 609 42 728 818 973(3000) 7 3 043 130 291 736 74163 318(1000) 603 4 70 983(800) 7 5295 466 7 6 013 60 105 61 219 60 78 439 683 739(1000) 79 847 90 939 83(1000) 7 7 015 35 199 234 401 67 603 654 864 7 8209 352 66 404 13 579 677(3000) 807 7 8011 43(£00) 130 46 82(1000) 84 268 631 33 874 78 80026(1(00) 76 288 383 11000) 7Q1 79 94(600) 848 81091 19» 221 429 724 28 60 813 99 624 8 2001 370 8 3 026 300 474 619 721 06 808 969 8 4033 74 167 203 87 380(1000) 83 700 8 5016 76 124 89 391 705 13(600) 60(3000) 83 8 8 083 287 323 661 633 719 825 8 7118 464 699 668 81 710 819 39 963 80 68038 319 342 827 8 9169 283 862 494 040 48 73 919 9O10S V» 50 248(600) 320(1000) 63 68 600 45 767 999 91004 26 146(600) 66 88 86 276 349 683 670 773 9 3006 104(3000) 294 328 59 590 681 723 820 9 3178 271 90 998 94050 1600) 54(600) 63 318 63 67 409 86 610 45 866 806 972 95275 622 66 700 899(10001 824 86099 186 240 87 419 613 671 983 9 7000 121(600) 226 838(500) 91.661 746 74 866 87 954 9 8033 229(500) 467 538 9 9130 223 317 71 434 638 89 726 29 92 816 968 75 100128 64 77 639 64 666 83 706 11 96 813 927 81(1000) IO1031(500) 82 100 60(500) 206 18 319 622 33 64 1 0 2 3 256(1000) 64 99 324 62 663 76 77 97(600) 904 68 1 03671 74 205 23 723 1 0 4608 149(1000) 68 308 477 636 629 92 719 (3000) 67 904 20 69 1 0 5 008 58 338 87 263 383 738 48 60 859 600 10 6007 237 478 662(1000) 61 988 1 0 7 073 844 93 629 El 86 79 71S 108186 2U CS SU(000) 41 646 SOS 89 108447 au 40 86(500)' �'{ 110306 519 20 721 111064 83 229 72 485 646 710 903 62 112074 101 63 226(600) 58 408 664 70 846 971 96 113089 116 342 461 638 716 816 98 114099 114 66 371 429 608(1000) 811 115172 416(600) 20 92 698 618 116070 239 41 92 690(1000) 608 706 66 817 84 920 24 117158 396 460 81J843 67 806 13 979 118084 126 202 10 341 78 421 611 808 907 24 32(1000) 39 80 118174 210(500) 65 378 832 922 87(600) 12 0022 277 90 348(3000) 424 27 32 689 693 806 83 901 121027(3000) 128 201 343 478(1000) 700 3 826 67 948(3000) 82 1 2 2297 308 62 703 9(600) 816 906 71 ,600) 123112 43 561 612 87(600) 773 1 2 4079 326 633 61(3000) 840 939 68 (1000) 62 76 1 2 5 530 31 626 72(5001 716 49(10001 953 1 2 6404 63 625 710 877(500) 962 96 1 2 7 297 410 568 83 681 743 811 81 952 1 2 0018 68 146 13000) 203 490 061 12B048 349 443 92 597(1000) 616 130059 105 48 66(600) 72 360 498 643(1000) 730 862 908 73 93 1 31025 138(500) 235(1000) 428 82 83 550 624 780 1 3 2023 267 7 6 420(1000) 620 66 70 617(500) 812 69 85 981 133122 274 330(600) 450 606 84 667 795 1 3 4229 53 331 480 644 67 SO 864 933 63 135278 80 84 340 664 016 61 79 136023 76 126 316 26 423(600) 24(3000) 84 96(5000) 697 742 971 13 7 024 41 261 63 372 484 899 977 138003 67(1000) 138(3000) 250 365 405 41 72 604 1600) 139134 466 71 618 662 67 62 880 926 43 88 69 I4U019 43 233(600) 680 674 867 1 41268(1000) 392 593 (1000) 642 921 142207(1Ü00) 13(1000) 413 29 540 682 967 143112 223 584 676 83 858 804 88 1 4 4041 129 69 64 561 769 859 1 4 5 030(600) 287 458 95 567 721 79 942 1 46 023 26 217 612 8» 638 767 88 816 22 1 4 7 274 91 302 51 416 72 703 148113 266 380 628 43 612 21 14 8205 36 306 445 679 97 790 816 80 15 0030 118 20 769 861 161188 226 673 74(600) 90 607 726 65 82 875 85 15 2-! 09 1 5 3007 27 181 303 26 00 632(3000) 38 60 641(1000) 854 1 5 4078 267 81 302 616 42(600) 97 625 (600) 45 714 940(600) 15 5 070 136 223(1000) 300 36 74 432 627 79 837 64 87 942 73 1 5 6000 16 41 218 376 427 620(600) 603 808 905 1 5 7002 52 III(500) 79 342 603(600) 30 38 641 48 860 1 6 8083 103 14 37 417 92 861 963 1 5 0066(600) 177 236 443 52(3000) 55 643 747 834 47 869 16017(1(1000) 88 202 17 498 636 662 867 161010 142 368 (800) 478 97 647 793 606 1 62163(1000) 269 316 425 689 671 837 84 862(1000) 16 3013 134 43 214 36 434 867(15 0 0 0) 900 184021 130 322 85 854(600) 89 1 6 5051 253 302 600 63 985 94 1 66059 96 283 97 430 73 78 719 87 832 903 83(500) 18 7 0(17 345 43 64 443 98 573 629 794 031168167 347(500)489 870 803( 600) 839 81(600) 902 26 1 68270 320 726 844 69 805 170016 349(1000) 56(1000) 429 51 65 60 614 760 916 47 171236(500) 46 78( 600) 374 479 693 818 76 1 7 2018 221 306 17( 500) 429 30 504 26 71 767 1 7 3531 608 71 YS 834 (600) 17 4060 209 36 405 52 687(500) 699 780 897 961 17 5063 238 336 482 663 626 704 907 1 7 8032 110 77 463(600) 711 803 964 177172 307 33 663 719 980 178086 164 89 680(3000) 911 20 17 8079 100 246 336 81(3000) 631 96 793 810 62 188193 257 681 949 101000 46 160 243 626 621(1000) 8)6 957 182037 115 253 301 8 54 99 464 90 583 804 848 916 37 68 188424 41 567 601 61 87 707 69(1000) 630 184163 401 93 681(1000) 755 07 821 67 93 1 8 5021(10C0) 109 64 230 356 690 700 1 86214(1000) 369 67 412 40 617 40 608 94 744 (600) 847 18 7 033 823 717 30 848 49(1000) 65 1 88)86 364 411(600) 68 638 44 693 813 957 1 80032(600) 91 09 163 213 466 640 90 623(3000) 3/ 014 19 0377 652 720 803 14 36 IBI107 19 74 87 331 87 509 688 901(600) 40 1 8 2383 477 97 637 781 840 939 1 9 3067 202 73 394 661 780 008 1 94091 92 384 633(1000) 792 970 18 5 064 475 724 826 1 3 9 024 33 109 229 64 409 624 64 87 705 941 13 7068 96 153 279 607 766 914 1 88287 337 632 61 769 918(600) 24 1 9 8071 336 2 0 0275 456 614 33 807(600) 2O1023 81 99 400(600) 57 604 33(500) 858 2 0 2077 82 187 390 66 423(1000) 523 768 75 2 9 3185 402 80 519 71 906 2 9 4010 53' 600) 539 876 717(600) 28 835 2 0 6114 201(3000) 2 10 90 324 449 626 773 847 2 9 9012 97 288 419(1000) 631 718 46 891 603 20 7 324 427(1000) 643 72 673 734 816 65 2 9 8032 272 82 331 460 6U 34 38 96 621 007 15(1000) 2 00180 368 639 44 717 806(1000) 21 0166 68 202 20(1000) 316 460 562 90 634 901 37 99 211012 120 35 43 528 617 769 21 2087 254 364 690 885 904 (3000) 21 3022 116 61 265(500) 94 657 695(3000) 838 87 912 81 214009 104 79 301 431 774 841 908 70 21 5120 264 610 48 86 627 77 757 21 6004 191 331 549 736 37(1000) 50 868 907 21 7160 87 211(600) 36 333 493 568 667 779 BOO 36 62 931 21 8016 76 94 128 216(600) 18 46 67 84(600) 67t 91 738 76 825 61 81 219153 200 399(1000) 635 80 731 901 2 2 0246(10001 645 86 668 69 84 796 2 21221 619 06 695 716 946 2 2 2093 502 11 28 689(600) 995 2 2 3022 36 44 SOS 90 431 677 710 16 2 2 4 016 116 66 64 201 19 45 64 323 449 683 616 749 90 806 41 68 947(600) 2 2 5120 209 448 509 667 747 945 2 2 8029 69 104 218 62 356 434 528 64 56 730 33 2 2 7195 369 462 610(1000) 013 2 2 0003 6 6 81(600) 90 101 3 59 95 264 04 321 477 518(3000) 63(lOOOj 846 67 228263 312 663 733 39 807 936 77 23O004 138 613 700 960 65 73(3000) 231205 37 391(500) 486 671 536 69 902 232096 216 480(1000) 65 745 233083 103 21 66 245 72 468 669(3000) 717 664(1000) 934 38(600) 09 2, Vvnchifch.Siidd-utsch- (338. König». Kreutz.) Kiassenlstterie 5. Klaffe 15. Ziehungstag 87. Mai 1913 Nachmittag Auf(«De gezogen« Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefalle», und zwar je«iuer aus die Lose gleicher Nummer in de» beiden ilbteiluiigen I«. Ii. Nur die Gewinne über 240 M. sind in Klammem beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A- f. L-)(Nachdruck verboten) 232 76 646 746 867 916 47 1036 43 114(3000) 19 402(1000) 641 61 2 167 416( 600) 733 829 963 3002 294 500 62(1000) 673 91 970 4160 693 863(1000) 6072 177 222 310(3000) 676 610 21(600) 94 837 948 82 6006 62 362(600) 447 89 600 711 616 18 31(600) 39 60 7 016(1000) 61 88(500) 98 266 99 314 696 605(3000) 702 32 41 877 944(1000) 8060 274 854 72 99 (30001 601«199 260(1000) 320 628(600) El(600) 743 813 10006 64 264 336 617 44 66 11046 III(3000) 297 307 433 677 95 607(600) 749 70 820 33 88 71 12023 202 304 445 72 639 46 849 1 30 05(1000) 83 129 51 64 64 76 686 606 58 777 868(1000) 929 62 1 4217(3000) 63 637 71 703(3000) 15085 (600) 276 388 651(600) 839 1 6078 797 1 7276(1000) 360 419 604 67(600) 665(3000) 941(600) 10014 686 886 930 10003 (600) 71 110 94 283 300 28 508 2 0 004 350 463 790 935 21481(600) 717 42 804(3000) 22131 274 877 945 75 23154 277 317 402 64 79(600) 636 64 631 862 62 2 4 089 122 86 248(600) 90 666 700 24 62 921 2 5 086 160 516 89 696 800 953 64(600) 28107 36 217 305 (500) 493 2 7 042 250 405 540 97 716(590) 28101 387 664 60 763 73 880 912 2 9498 647 719 3 0 056 168 321 58(1000) 87 417 68 636(600) 82 97 808 903 6 51 31068 65 287 337 688 794 935 3 2019(600) 31 408 763 896 3 362,3 24 713 21<600, 887 88(1000) 970 13000) 34248(500) 306(600) 63 477 81 768(1000) 96 3 5 012 28 220 77 376 449 621(3000) 26 640 702(600) 903 47 3 6125 (1000) 275 416 617 66 902 36(500) 75(1000) 3 7 067 123 66 96 219(1000) 679 931 69 3 8063(1000) 86 123 360 63 634 39209 87 461(600) 606 43 74 734 804 49180 206 46 367 469 529 65(500)! 660 791 822 41029 175 223 492 667 719 74 923(3000) 70 4 2030 478 660 68 803 (600) 43 061 64 76 94 227 60 402 667 701 813 84 4 4030 79 (500) 586 766 904(3000) 48039 377 696(600) 770 838 059 4 6044 47 60 261 381 95 626 609 81 602(3000) 00 4 7133 52 66 86 261 330(600, 415 71 664 648 733 65 830 4 8341 403 37 01 670 711 32 834(600) 931 48291 424£61 678 766 340(600) 68 75 961 66 5O038(3000) 173 235 66 329 30 61 402 641 42 703 923 31 98 97 61104 274 377 80 88 463 621 67 77 640 718 910 91 02108 17 367(1000) 80 634 673 701 816 19 6 3213 71 371 72 662 716 876 913 64119 386 606 35 68 85 606 24 87 817(IQDO) 36 910 99 55136 279 345 467 81 94 836 99 8 6053 126 179 94(600) 313 491 98 839 985 37 62 6 7168(600) 308 416 37 611 699 794 6 81X0 80 88 263 316 411(1000) 16 60 538 700 (500) 13 79 803 39 41 87 974 8 9210 89 306 75497 601 28 713 £66 84 60071 286 371 424 26 94 623(1000) 897 741 940 63 61100 19 300 519 29 38 764 909 47 69 6 2144 286 837 423 645 89 018 47 766 872 6 3 060 281(500) 426 733 630 63 67 966 6 4054 116 208 341 427 688 869 68(500) 6 6025 42 48 98 168 68(600) 406 60, 27(800) 34 705 913 6 8069> 600) 687 760 70 6 7150 252 309 84(1000) 637 666 90 6 8140 254 315 42 628(6000) 32 875 904 6 9005 39(600) 79 88 206 322 72 425 94 632 768 701)# 689 698 871 71161 206 92 94 316 92 542(BOO) 73(500) 639 84 886 005 88 7 2104 239 339 80 446 897 846 7 3219 428 99(500) 603 65 804 951 74196 98 468 829 7 8 011 102 24 26(600) 67 88 70 365 476 95 566 634 72 98 7 8129 77 295 354 99 865 92(500) 77118 347(1000, 93 661(1000) 734 080 938 68 7 8037(600) 64 101 14 50(1000) 203 333 680(1000) 763 7«183 213 20 54 83 429 724(600) 37 70( 500) 8 0065 166 238 46! 84 889 90 81062 163 257 698 701(500) 78 87(3000) 821 46 8 2093 148 315 82 808 934 8 3064 66 75 316(3000) 608 12 21 79 811 68 962 8 4 038 151 88 263 348 683 619 919 48 8 5 003 78 96 331(1000) 88 438 622 609 719 76 973 88120 83 432 672 726(500) 77 88(3000) 87163 87 313 469 (3000) 582 773 98 826 956 73(600) 80 88106 488 812 16 48 820 25 922 48 8 0325(1000) 442(600) 641(1000) 73 623 713 34 9 0041 346 05(600)£9 469(1000) 643 50 752 68 74(3000) 882 982(3000)«1012(1000) 346 430 603 63 898 940«2079 101 14 291 638 49 61 70 700 64 986» 3132 208 63(1000) 651 58 93 831 47 718 883 903(1000) 13 8 4166 242 602 44 807 78« 5014 60 86 138(600) 67 67 328 49 589 644 778(3000) 831 934« 6051 109 645 736 9 7 086 229 98 348 676 90 805 96000 18 36 445 97 586 623 769 922 72««007(600) 12 80 213 45 646 47 762 987 1OO0U 123(600) 37 201 78 391 403 53 77 906(1000) 48 M 101128 333(3000) 494(8000) 615(500) 24 849 62 79 776 102002 431 643 963 1 95004 62 139 202 66 368 561 792 828 ES 104119 38(1000) 267 610 88 708 42 803 34 949 66 68 96 10 5 046 102 263 BS 336(3000) 414 29 621 663 81 730 664 006010 103 357 92 688 627 42 46 800(600) 694 10 7000 64 81 108 206 352 76 464(BOO) 604 769(3000) 878 98 108132 334(6A>) m Oäi m 108162 69 S62 446 49(3000) 671 79 633 110025 30 210 368 703 84 803 26(600) 111183 318 61 446 94 548(1000) 640 703 13 816(600) 36 958 112138 239 81 350 «95 641 668 113000 88 2+4 361 446 630 943 114016 160 69 200 406 08 716 64 94(600) 842 962 116004 152 226 59 91 410 697 (1000) 733 660 116033(600) 98 363 678 743 68 889(1000) 914 117117 42 72 378(1000) 403 611 58 60668 746 814 118085 251 64 87 377 419 667 782 953 66 119023 244 332 609 786 866(600) 88 120035 232 496 601(3000) 837 1 21029 34 80(3000) 136 87 69 442 72 749 68 96 97 1 22101 13(3000) 382 420 681 625 708 26 38 04 1 2 3361 464 70 637 744 889 918 1 24091 124 405 05 637 663(BOO) 125148 207 459 612 91 755 935.'600) 33 öS 12 6014 17 67 662 714(1000) 860 89 943 91 12 7 244 64 77 461 624 841 70 72(BOO) 918 66 1 2 8468 683 96 789 880 938 12 0038 93 248 694 679 81 791 811 83 962 79 180170 277 422 73 611 17 762 921 131153(600) 281 319 612 72 727 825 68 1 3 2038 69(1000) 81 130 373»33113 64 77 600)80 303(3000) 434 541 42 881 869 1 3 4224 465 608 821 919 92 1 3 5 238 68 312 84 95 819 22 936 1 3 6039173 209 62 97 649 694(1003) 837 900 37 1 3 7 016 29 67 129 276 370 678 84 629 (1000) 861 953(500) 67 1 3 8 434 598 622 69(600) 725(600) 943 138063(1000) 313 44 666(30001 696 806 70 912 71 91 140173 76 260 348 93 460 603 930 1 41200 368 604 66 142164 353 468 666(1000, 636 48 49(1000) 143160 270 315 436 46(1000) 669 95 634 710 19 1 44004(1000) 222 497 621 688 94 828 64(1000) 14 5 031 66 72 137 266(6001 301 32 489 752 930 1 4 8083 354 70 762 61 147186 347 657 96 785(1000) 914 38(10Ü0) 14 9076 88 115 235 322 97 432 76 614 710 63 366 1 49366 668 769 902 60 15 0008 337 613 789 908 1 51140 269 392 465 616 37 608 60 768 81 83 824 962 79 1 5 2030 77 79 316 66(600) 640 773 815 913 54 76 1 53146 220 23 477 679 712 840 1 5 4016 32 194 200 22 331 469 666 72 1 5 5048 103 423 621 70 775 806 8 26 68 92(600) 15 6012(3000) 19 170 662 867(1000) 959 93 15 7 066 273 74(600) 399 496 617 623 66 1 5 8020(1000) 76 94 169 389 410 640(1000) 666(1000) 63(600) 828 31 15 9000 51 93 430 32 748 73(600) 842(1000, 083 199160 223 76 396 631 44(3000) 96 898 861 031 161016 171 248 455 762 69 885 1 62042 471 626 76 711 1S3168 285 428 35 BIS 61 769 76 886 1 64034 186 462 73 663 98(3000) 602 36 826 626 27 1 6 5 013(1000) 83 124 47 300 11 611 38 737£26 67 1 69 064 661 987 1 67136 322 499 1 6 8206 327 66 453 685(600) 825 869 1 69144 92 284 84 443(3000) 66 83 (1000) 666 700 31 42 73 91(1000) 883 900 17 23 176106 328 34 658 707 15(3000) 42 987 1 71184 342 402 766 1 7 2045 133 54 220 60 407 79 94 697 640 682 65 1 7 3094 164 92 204 69 330 77 410 665 95 820 901 44 74 94 17-4187 248 361 625 808 1 7 5061 187(500) 235 94 314 406(500) 79 687 811 18 1 7 0004 86 236 74 698 631 802 978 1 7 7 064 451 62 642 803 62£46 1 7 8 003 176 263 68 313 581 769£79 1 7 9461 761 68 838 180136 69 76 214 676 653 707 808 908 17 69 1 81010 18 (BOO) 373 610 60 66 75 716 93 950 1 8 2359 6X3 72 708(680) 871 909 1 83183 220 79 431 629 40 61 602 26 64 666 97 932 91 184232(1000) 88 633 91 976 1 3 6 227 41 378 406(1000) 687 943 1 8 8 060 123 90(600) 368 672 74 671 799 661 88 971 76 83 1 0 7 049 230(500) 395(6000) 475 562 658 710 43 880 97 902 1 8 8059 209 32 364 92 460 613 611 918 20 81 189126 63(600l 204 516 61(600) 68 819 963(600) 190175 450 56 007 79(5001 191007 39 508 800 10 192ÜJ0 158 200 384 494 699 831 65 909(1000) 133X34 70 239 69 7X 360 435 71 614 39 743 98 815 1 94184 225 343( 600) 471 701 29 71 880 1 9 5 017 96 III 16 242 661 767 79 19Ö133 278 384 468 709 864(1000) 197141 43 387 407 33 91 669 938 19 8077 447 691(3000) 10 8006£1 202£9(600) 606 63 808£20 2 0 0063(600) 76 661 748(1000) 850 201176 375 698 734 (600) 62 827 2 0 2049(600, 98 169(1000) 399 561 746(1000) 67 862 66 69 919' 500) 69 2 0 3018 203 306 410(1000) 69 78 688 729 964 2 0 4,32 67 88 343 76 850 63 2 0 5C47 116 32 394 478 688 761 2 0 6003 61 76(1000) 392 621 48 635 711 98 655 2O 7055(3000) 108 350 481 626 2 0 8044(600) 239 373 (600) 429 621 719 35(600) 029 2 0 9238 642 709 49 63 822 936 210359 113 327 631 211X40 70 338 42X 653 838 02 701 801 IX 68(600) 90 21 2006 94 135 62 400 542 602 16 43< 500) 60 728 892 911 21 3008 93 212 417 73 605 70 701 40 58 822 21 4003 64 594 708 34(1000) 827 013 21 S 093 171(500) 293 (1000) 95 468 60 98 710 43 807 71 973 21 6023 27 68 209 60 411 63(3000) 98 647 601 790 956(500) 93(500) 21 7008 213 (6001 787 805 30 64 905(500) 69 07(500) 21 8001(1000) 160 95 258(500) 96 367(1000) 439(600) 648(3000) 218188 66 00 276 310 454 56 687(600) 729 67 94 2 2 0260(1000) 308 35 534 67 2 21058 62 161(600) 290 310 88 621 36 44 774 2 2 2127 341 61 607 73 668 791 2 2 3000 72 120(600) 247 61 588(1000) 618 68 706 923(600) 22 4031 134 76 313 649 725 2 2 5086 09 100 228 62 368 94 888(600) 2 2 6013 52 162 231 771 020 66 92 2 2 7120 268 86 406(1000) 692 2 2 8038 323 419 586 84 662 723 76 811 864 2 2 9080 140 68 85 245 366 462 80 645 757 2 3 0023 133 83 214 28 52 72 361 464 609 54 765 868 231106(600) 68 90 379 538 674 07 826 961 232087 125 223 333 62 461 628 33 709(500) 20 616 64 69 959 2 3S218£0 (600) 327 487 528 77 641(3000) 815 992 Im Seminorad« verblieben: 2 Prämien zu 309 06-6 TiAtllm» Wtceh«! Billig»!« Pniie! i�g'ConkordiäS D.W.A. Gerichtsstraße 23 Tel. III 1309 O IMäefe" Färberei u, ehem. Wäscherei 1 f. Herren- u. Damengarder. , Läden in allen Stadtteilen_ > Berlin, Rixdorf, Schöneberg W I W.Bedcer, CkIbg.,\filD �Öte�Otzen���iw� huthaus Horden Brunnenstraße 52. Badstraße 65 Chausseestraße 55. Dresdnerstraße 120 BeiBe, Rad., Chausseostr. 66. Me Grund Brun"e"ri.l77 Hut-Engr.-Lager,Boih ,Gertaerst.J4. A.Lemsitre.Wilasdrf ,Berlüienl.l32. Rscsr-Ia Fm Bsdstr. 64, nieCK, t.m« G4richtrir«3. Schoerr, Herrn., Wilmarsd.-St. 46. Uae#aM KT Kottbnaer- w esTer,«.» Damm is/fg Zum Hutwinkel S, Kohl«, Chsnsseestr. 85. Aug. Wagner, Kepenick, Grdnstr. 0 c Kaufhäuser 2. AlexaDder i Co. Baiiitr. 55. A. Möbes Ndif. Fleischwaren u. Wurstfabrik Berlin N 24 Oranienburgerst. 4 B. J Jp Landsberger. Allee 29. Georg Naumann, Gärtnerstr. 19. F. netiorowsky ord-Deatschc f leisch-u. Wurst-Zentralt F.Zimmermann ÄriuTi Paul Nuss st2lpi,cha Str. 35. Piach(3roß9 Frankfurterstr. 13. Wurstfabr., Landsbg.- Allee 180, Spz. RoU.- 8cbink..Nußschink.,8cbiiikcn«psck (�Kohlon��ka�BHkotta j Slemon, A. R, Iihliakhf. Weddisl Karl Werner, Neuk. Göthestr. 10 Kolonlalwaron G. Behrens, SchönebergAkaziaDstr.9 Bodach, Franz, G, Goßlerstr. 23. Georg Bnrow, Stromstraße 39. Gg. Feist, Nkl., Weserstr. 4. A. Fiedler, Eöpesick, Utiggclh.81.41. Rodewald, PreuLAIIeetO T.K»L320S. Franz Rose, Fmkf. Chaisiee 21s. Ottomar Rudolph, Girtnerstr.17 Herrn. Rauchbeld, Zietbenstr. 13. A Rehmet, Mos b,,Perlebergerst. 2 E. Rummelandt, Thaerstr. 60. Hermann Schmidt, Thaerstr. 48. Gebr. Schulz, Litbauerstr. 7, W. Segllng, Christburgerstr. 43. Helnr. Sdiilz, Danzigerstr. 17 Haz Schlack, Langestr. 57. Th.ScfaeunemaDn, HelmhoitzsLl. Schramm.Pudent 23, Trept.Ipl. 1 1707 OttoSchleusener, NUls. Kaiaiint. 8 Ang.SzczygleI,Nklla.,TeapltzersLt 10 Otto Schreiber E. Schauer, Huttenstr. 70. E. Schsrsbsrg, BeUiekeidl., Hsusit. 9. Max Schubert Ma�Ttr- Stsrgsrd.FIsueh-Zsstnle.Stirfsrdsnttt -T-horlag, Fleisch- a. Wurst-Fabr 1 F.Sorani«rmsna,Biiiks]tnorit30 E.Trapo.Watilieptrale.WsIdeoienlT.lä Gast Tschentke, Brüsselerstr. 63 Tscherbner, Straßmannstr. 9. Maz Tümmel, Christburgerstr. 24. Karl Unte Utzlg, Faul, Koppenstr. 28. G.Vettin gfüw6ef Warsdiauer Fleisch- n. Wurst- Centrale, Warschauerstr. 83 E. Zawadskl, Danzigerstr. 69. Paul Zw arg, Landsberg. Allee 136. L. Zimmermann, Kottb. Damm 94 C.Dittmann BerunÄ�i. E. Fehling, Elbingerstr. 56. WiDkleiißärlüollNÄcm» Neukölln Filialen in allen Stadtteilen. Fritz Gerullp Beusselstr. 75. Crossener- Str. 18. Koperniknsstr. 19. Niederbarnimitr. 10. Helnlika,WUh., Markgraf end. 27. Fritz HQbner, Schliemannatr. 11. Kohle, W., Lichtenberg, Hsgenstr. 50. Kramer, Rieh., 0,Kronprinxenitr.37/S8 Lips, Chamissoplatz 8 Lossier, G., Warschauer Str. 5. Karl Mercier, Huttenst.3 HMÜIIqP Gebe aufWar. 5-/0R. .mUlltr Tegelerst. 1 II 7002. linllßr R Kottbuser Dsmm 31 fflUIIEI, II, n"- auch Gelegenheitskf- m sauiii LuiscFrömel, Greifswalderstr. 199. Damaschke. Invalidenstr. 144. Goldmann, Spandan.SchÖav&ldsrfiSI Herrn. Kärrner, Cöpenick. Ernst Müller, Teltowerstr. 59- Petersohn, Osk., Müllerstr. 155. Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. Fritz Schlott, Moabit, Waldstr. 34. Sommer, Wilh., N, Sehönh.-Allee 85. V. Smiejkowskl, Zorndorfentr. II. � Schirme u. Stöcke J Jebnichen, Nklln., Ksü.Friedr.-Str, 1t O. Schlenssner, Warscbauerst.S« c Selten WÜh. Gabbert, Brunnen- Str. 162. Geppert, Paul, Zossenerstr. 32. Gleisen, A., ttSUfU'. G. Hacke, Wilhelmshavenerstr.20. König, A., KklIi.,Berlinerstr. 102. llArm IkAWAl Neukölln, nenu. RUgei Hermannstr.ia. Küchenmöhel Berliner Küchenmöbel- Fabrik Neue Königst 81-32, T. VII 4746 Lange, Max�Ä;' • Misch, Siegmund# DresdnerStr. 16 Schönh. Allee 6/7 WM" Teilzahlung gestattet"WW möbel-ückgenbeit Anklam, Charlottbg-, Wallstr. 59. Hngo Mob, W. 57, Potsdanerslr. 8Ze. Heidke, Paul, Burgsdorfstr. 13. Gust. Banse, Elsasserstr. 9 a. f Teppiche u. Oardlnon J Gardinenh. Bernhard Schvartz Berlin, Wallstr. 13(dreizehn). j.A;StMz"'' �IJhrenü�Oc�waren J Arendt, H. Neukölln Bergstr. 9 B ährmann, A., Spsadan, Schön w. Sil 03 OttoBiekeUS�rfr81- A-E-Deikeg�Sr'' Gustav Schooer Fabrik moderner Gold w. n. ührea Hauptgesch.S.42-Oranienat.l55 53 I. Filiale W. 80. Lützowstr. 80. II.„ Schöneberg, Hanptst. 143 MäzElsefmann, Charl., Nehringitr. 1 3. Max Busse Ellinghausen, Gebr., Gränerweg 43 Fenske, S., Kottbusscrdaram96. P. Gädtke, Hbf.-Str. 40 B. Alt Moabit J. Gebhardt ÄÄX Ernst Gräber, Brunnenstr. 78. Kniebuscb,W., Frft. CbausseeW Lebmann, Alb., Frankf. Allee 40« Nolte, K, Simon-Dachstr. 13. Albin Pohl, Winsstr. 53. Z Brunnenstr. 112.1 »Brunnenstr. 81| Qnitzow, Job-, Müllerstr. la. EmilQuade£uhÄL G. Scharnow, Oranienstr. 45. R.Schmelz, be�rs"'!« Schönemann, 0-,Nklli.,BerI.-St.71 Schumacher, O., Tegel, BerL-St.6a. Max Storch, Elbingerstr. 100. A.Trenner, Wilhelmmh. Haaytatf I». Emil Huflar Tischler-Innungsmeister Prinzenstr. 84 c Varslchepunpen D Schmidt, OttoSSiSS �iffhobn ffl Gneisenanstr. 18 UlKacny, W. eig.Tuchl.-TapL-Mkst- A. Schuster, Ob.SehöB8ireid«,Bustr»t.29.F,-Ramiiiler«t. M i I c h-Sc hm i d t * Neukölln Hermannstr. 53, Hermannstr. 05-06. Berti nerstr. 75 Bergstr. 157 „Schwelzerhof", Meierei und Milchkuranstalt. Emdener Str. 46.:: Tel. U 2565. c Musikalien Scholz Frankfurter Allee 73 b Frankf.-Chaussen 115. Klrst, R Brunnenstr. 45. Noten. Lorenz Rahmel, Oranienstr. 183 Mfihmaschinen Bellraano, E UollnowBtr- 28- Waschmasch. Nähmaschinen Läden in allen Stadtteilen. Lltlaüer.Yerlr.inike,��'� Afrana-Nähmaschinan 6. A. BstlaerAadreasztr. 79, Fetenbarger- itr. 87, Spandaa, ScliönvaldentrlS. Optiker D Oase, Paul, N. Müllerstr. 174. Groß, Paul, Warschauerstr. 66. Schubert, Cari,NkIln. Bergstr. 148 Wienstruck, SjaadM.faUdimMitr. 19. �Papier- u. Schrelbw�� Wilh. Herrn. Lesser Koloul54 Schöneberg KoUnil54 Bei jedem Einkauf Rabattm. c Weine, Liköre u. Fruchtsäfte ) Onni»Ql1 Großdestillation bUlifaU Oranienstr. 207 Krakow, Fr.i NW. Wiclefstr. 47. EinzelTerk.i.Eogr-Prsisei. MMDMdAW 1 giBtgiTerk.».Bngr.-Fr«ii 3 Großd..ZnrSonne', P. Freodenbcrg f WelB-.Wollw., Trikot. J Mai Boßliiicka Chausseestr. 87. M.Gardcls?— n-J?« Hoppe, E, Scharnweberstr. 52. Julius John Juncker, H. �SstriTj. Carl Klein, Höchstestr.ie, N.O.18. Robert Kutsche, Gubenerstr. 56. Fr. Oliwetzkl, Alt« Jakobitr. 137« Schrom, Lina, Mirbachatr. 31. Hermann Meyer, Schirelbeioer SL 3L L. Schneider, Weberstr. 61 Albert Vogt O. Prochnow.Nklls ßermsaastr. 69 Seidler, Louis, NlcIln.Borgstr. 42 c Pfandleihen 3 l�mger, WrMg«lgtr.92,BilliflerYerkauf- Ä. Meusel, I. Gericbtstr. 39 BilligerVerkauf, II. Müllerstr. 168 f Wild u. SeflOgel| C. Dittmann boS5"?. 4i. P.Hildeörandt&m. Schmidt, E., Spandau, Havelst. 19 Zastrow, Las dstien<'-A)le«U7.FUctie. c Zahn-Ateller DQby, H-, Sfükolln, Dfrgst. 4iiS-K.l 179 M.Gorodlslil,BliliNMkf.El»ioti»l.8» O. Hiller IVeiomeistsrst. 10/1 lT.Sd.7672. Her6d,H.,Elsmer3l 97■ Rosealal Plalz) Körber,0.,21arieudorr.ChaDiie«str.300 H. Liudelte, Warschauerstr. 80. M. Kasenke, Birkenstr. 22. Wiffo HFgv Sluskauerstr 16. If lUv, MGA Uuteallalstt. Btteaöoottß�« Redakteur: Alfred Wielepp, Reukölln. Für de« Inseratenteil verantw.:TH.Glocke.B«rli«. Druck u. Verlag-.Lorwärt» Buckdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u.Co., Berlin SW. Nr. 130. 30. Jahrgang. 2. KtilM ilts„Barairts" f ttlintt Poiyintt Witt«». 28. Mm 1913. Der neue Cebrplan für Groß- Berlins Gemeindeicbulen Hegt, wie wir vor einiger Zeit meldeten, in seinen Grund ziigen ausgearbeitet vor. Sein Zweck ist, für die Gemeinde schulen Groß-Berlins eine„Vereinheitlichung" herbei zuführen, beider soll aber dabei nicht das in Berlin geltende Achtklassensystem auch den Vororten gegeben, sondern das Siebenklassensystem der Vororte den Gemeindeschulen Berlin» aufgenötigt werden. Dah in Berlin die für den achten Zahreskursus bestimmte oberste Klasse beibehalten wird, hat wenig|u bedeuten. Ein Abschluß soll künftig schon n a ch dem siebenten Jahre skursus gesetzt werden, was zur s?olge haben wird, daß Gesuche um Dispensationen vom Bestich des achten Jahreskursus in großer Zahl einlaufen werden und wahrscheinlich auch meist Erfolg haben werden. Die Regierung hat jetzt den neuen Lehrplan den Magist ratskollcgien, Gemeindevorständen und Schuldeputationen Berlins und der Vororte zugehen lassen, um ihnen Gelegenheit zu einer Aeußerung zu geben. Die Einzelheiten, die aus dem Lehrplanentwurf bekannt werden, sind kneift belanglos Von Interesse ist höchstens, daß für Kinder, die in ihrer Schul laufbahn zurückbleiben und nur die Klasse des s e ch st e n Jahreskursus erreichen, besondere Abschluß- k lasse n gebildet werden dürfen. Das ist immerhin ein Fortschritt, den der neue Lehrplan bringt; denn diese Klassen geben nach einem für sie festzusetzenden besonderen Lehrplan den Kindern einen notdürfrigen Abschluß ihres Wissens. Au: Kinder, die in höhere Schulen übergehen sollen, nimmt der neue Lehrplan keine Rücksicht. Für sie wird die Einrichtung eines vorbereitenden Unterrichts empfohlen, sagt man. Die Gemeindebehörden haben keinen grund legenden Einfluß auf die Gestaltung des Lehrplans, und die von der Regierung ihnen großmütigst gestattete Aepßerung braucht in keiner Weise berücksichtigt zu werden. Viel Wert wird, was die Magistratskollegien. Gemeindevorstände und Schuldeputationen dazu sagen, wohl auch meist nicht haben. Die Vertreter des arbeitenden Volkes, die in den Gemeindevertretungen sitzen, werden ja von jeder Mitarbeit an der Lolksschulverwaltung ausgeschlossen, lieber Art und Maß der Bildung, die den: Nachwuchs der Arbeiterklasse gewährt werden soll, entscheidet die besitzende und herrschende Klasse. Partei- /Zngelegenkeiten. Neukölln. Heute Mittwoch, abends 8'/., Ubr, findet bei Bartsch, Hermannstr, 43, die Versammlung der Jugendscklion statt. Tages- ordnung: 1. Von der Utopie zum Sozialismus. Referent Schrift- stcller Mar Grunwald. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes.— Wir bitten die jungen Arbeiter und Arbeiterinnen Neuköllns im Alter von 18—23 Jahren in dieser Versammlung zu erscheinen. berliner Nacbricbten. Das erste Opfer der Flugwochc. Ein bedauernswerter Unfall hat gestern morgen gegen SV, Uhr den Chefpiloten der Sporlflieger G. m. b. H. Michaelis in Johannis thal betroffen. Beim Nehmen einer Kurve rutschte der Flieger ab und zog sich schwere Verletzungen zu. Gustav A. Michaelis, der am ersten Tage der Flugwoche durch einen prachwollen Höhenflug sein hervorragendes Können zeigte, wollte gestern morgen für das am Nachmittag stattfindende Fliegerrennen trainieren. Er benutzte dazu einen eigens gebauten Etrich-Eindecker mit 100 PS. Mercedes Motor, der eine Geschwindigkeit von 110 bis 120 Kilometer ent- wickelte. Gegen 5>/< Uhr stieg Michaelis auf und flog die Rennstrecke nach Kiekebusch entlang. Bei der dortigen Wendemarke machte er in etwa 200 Metern Höhe Kehrt und erreichte»ach kurzer Zeit wieder den Flugplatz. Er hatte eine vorzügliche Zeit erreicht, wollte aber die Maschine noch über den Platz bringen, um nachmittags im Nennen möglichst kurz wenden und so eine noch bessere Zeit erzielen zu können. Nach einigen steilen Kurven machte er in der Nähe des Wright-Schuppens wieder einen engen Schleifenflug, bei dem die Maschine einen Neigungswinkel von über 00 Grad erreichte. Wahrscheinlich besaß der Eindecker jedoch keine genügende Schnelligkeit mehr, denn plötzlich fiel der Apparat, ehe ihn Michaelis wieder ausrichten konnte, auS etwa 30—40 Meter Höhe in die Tiefe. Mit lautem Krachen schlug der Eindecker auf den Boden auf, und Michaelis stürzte aus der Karosserie heraus auf den Erdboden, wo er von hinzueilenden Monteuren besinnungslos aufgefunden wurde. In der Unfallstation stellte der Arzt des Flugplatzes Dr. Dietrich einen komplizierten Bruch des rechten Lber- und Unterschenkels sowie eine schwere Ge- hirncrichütterung fest. Michaelis wurde in das Elisabeth-Hospital in Ober-Schöneweide geschafft. Der Zustand des Piloten ist zwar ernst, doch hofft man, ihn am Leben erhalten zu können. Ober- leutnant Reetz und Rupp nahmen sofort eine Untersuchung der völlig zerschmetterten Maschine vor, bei welcher festgestellt wurde, daß alle Stcuerzüge, die VerWindung usw. in Ordnung seien. Ter Kaiser an Jagow. Der Kaiser hat dem Polizeipräsidenten v. Jaaow seine und der fremden Herrscher Anerkennung für„das in den letzten Tagen Geleistete" ausgesprochen und befohlen, der Schutz- Mannschaft diesen Dank bekannt zu geben. Mit diesem Erlaß soll Herr v. Jagow anscheinend ein Pflaster auf die Wunde gelegt werden für das ihm durch Beorderung zahlreicher russischer Kriminalbeamten nach Berlin ausgedrückte Mißtrauen, das unserer Meinung nach ganz un» gerechtfertizt war._ Eigenmächtige Verfügung über eine Leiche wurde, wie wir in Nr. 107 berichteten, dem Virchow-Kran- k e n h a u S zum Vorwurf gemacht. Von einer schwererkranktcn Wöchnerin, die mit ihrem neugeborenen Kinde aufgenommen wor- den war, hatte man nach dem dort erfolgten Tod des Kindes sich die Genehmigung zu einer wissenschaftlichen Vcrwer- t u n g der Leiche geben laffen. Als der Vater, den zu benach- richtigen man unterlassen hatte, nach zweitägiger Pause wieder im Krankenhaus vorsprach, erfuhr er von seiner noch immer schwer- kranken Frau, daß das Kind inzwischen gestorben und auch schon begraben worden sei. Auf seine an die Krankenhausdeputation ge- richtete schriftliche Beschwerde, bat er jetzt eine Antwort erhalten. die ihm zugibt, daß er nicht hätte übergangen werden dürfen. Es heißt barint „Nach dem Tode des Kindes wurde, zumal es von erheblichem Interesse war, festzustellen, welche Todesursache vorlag, ein Beamter zu Ihrer Ehefrau geschickt und diese um Ihre Einwilligung angegangen, daß die Leiche des Kindes zu wissenschaftlichen Zwecken im Krankenhause verbleibe. Ihre Ehefrau gab in völliger, ärztlich festgestellter Geistesklarheit ihre Einwilligung. Die Leiche wurde daher obduziert und die Reste in üblicher Weise vernichtet. Als Todesursache wurde Lungenentzündung fcstge- stellt." Trotz jener angeblich„völligen Geistesklarheit" hat die Frau noch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ihrem Ehemann versichert, daß sie keine klare Vorstellung von dem Hergang habe. Sie fällt noch heute allen, die sie kennen, durch eine seit damals zurückgebliebene Verwirrtheit aus. Schwerlich dürste sie damals auch gewußt haben, was die„in üblicher Weise" auszuführende Vernichtung der Leichenreste bedeutet. Zu verstehen ist darunter, daß die Reste mit den Resten anderer Leichen zusammengetan und verbrannt werden und die Asche irgendwo auf dem Gemcindcfried hos verscharrt wird. Ter Bescheid fährt fort: „Deninach hat das Rudolf-Virchow-Krankenhaus formell den geltenden Bestimmungen entsprochen. Gleichwohl erkennen wir an. daß insofern ein Verstoß vorgekommen ist, als man sich nicht mit der Einwilligung der Mutter begnügen durfte, sondern Sie als Vater hätte hören sollen. Ebenso bedauern wir, daß Ihnen nicht sofort in üblicher Weise von dem Tode des Kindes lWii- teilung gemacht worden ist. Als Entschuldigung muß vielleicht gelten, daß nach den vorliegenden Verhältnissen in ungemein zahlreichen Fällen beim Tode neugeborener Kinder, die im Kran- kenhause versterben, ein Interesse der Eltern nicht weiter ge- äußert wird und die wissenschaftliche Verwendung der Leiche ohne weiteres gestattet wird, um die Beerdigungskosten zu ersparen Wir haben das Geeignete veranlaßt." Also es ist„ein Verstoß vorgekommen" und doch hat das Kran- kenhaus„formell den geltenden Bestimmungen entsprochen"— wie soll man das zusammenreimen? Die angehängte„Entschuldi- gung" ist so toll, daß wir sie nicht für möglich hielten, wenn sie nicht schwarz aus weiß im amtlichen Bescheid stände. Weil oft an dcre Eltern beim Tode neugeborener Kinder aus Mangel an Mit- teln zur Beerdigung die wissenschaftliche Verwendung ohne weiteres gestatten, soll es entschuldbar sein, daß der Vater, der allerdings „nur" Arbeiter ist und auch nichts in die Suppe zu brocken hat, nicht gefragt und nicht mal benachrichtigt wurde? Das Vorkomm nis in diesem Licht darzustellen, hättten wir selber nicht gewagt. „Wir haben das Geeignete veranlaßt", schließt der Bescheid. Warum wird nicht dem Genugtuung erwartenden Vater in klarem Deutsch gesagt, was„veranlaßt" worden ist? Weil er daraus nicht ersieht, ob der schuldige Beamte zur Rechenschaft gezogen wor den ist, fühlt er sicb nicht befriedigt. Man ist im Rathaus rasch bereit, gegen Kränkung eines Beamten durch irgendein nicht auf die Goldwagc gelegtes Wort den Staatsanwalt anzurufen. Die notwendige Ergänzung dieser Anzcigcpraxis ist die, daß auch die Bevölkerung bei Verfehlungen eines Beamten volle Genug- tuung für den Gekränkten oder Geschädigten zu beanspruchen hat. In einem Punkt haben sie es mit dem Vater des Kindes sehr genau genommen. Als es ans Bezahlen gehen sollte, er innertc man sich seiner sehr rasch. Am fünften Tage nach Ein liefcrung der Wöchnerin in das Krankenhaus schrieb ihm das städtische Koskcncinziehungsbureau, die Verpflegung koste pro Tag 3 M., er solle 60 M. Kostenvorschutz zahlen. Diese Zahlungs aufsorderung trägt das Datum des Tages,' an dem in den Abendstunden das Kind starb. Als das Kind gestorben war, dachte im Krankenhaus— keiner an den Vater! Wege» Gattenmordversuchs verhaftet wurde gestern abend der 28 Jahre alte Arbeiter Ernst Kappelt aus der Putbuser Str. 13. K., der am Sonnabend nach einem häuslichen Streit die gemein- schaftliche Wohnung verlassen hatte, erschien gestern nachmittag kurz nach 5 Uhr dort wieder, um sich mit seiner Ehefrau Anna geborene SimanowSii auszusöhnen. Da diese aber trotz wiederholter Aus forderung nicht darauf einging, zog der Abgewiesene auf dem Trockeiv boden, wo seine Frau gerade Wäsche aufhing, einen Revolver, der aber versagte. Als sich beide dann zusammen in die Wohnung begaben, und K. dort erneut, aber wieder vergeblich seine Forderung gestellt hatte, gab er auf seine Frau mehrere Schüsse ab, die aber sämtlich ihr Ziel verfehlten. Nu» floh die Frau zu Nachbarn, noch auf dem Treppenflur von mehreren Schüssen, die jedoch�ebenfalls nicht trafen, bedroht. K. richtete dann die Waffe gegen sich, die Kugeln durch- löcherten aber nur seine» Hut. Der Täter ließ sich darauf ruhig von der herbeigeholten Polizei abführen. Ueberfahren. Am gestrigen Dienstagmorgen gegen 4 Uhr fand ein Bahw beamtet auf dem Bahnkörper nahe der Schmidt-Allee einen jungen, 16jährigen Mann, den Arbeitsburschen Max Uhle aus Lichtenberg, dem von einem Zuge das rechte Bein nahe dem Unterleib ob- gefahren worden war. Der Besinnungslose, der nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab, wurde in die Rettungswache und von dort in das Augusta-Viktoria-Krankenhaus gebracht. Ob hier ein elbstmordversuch oder ein Unglücksfall vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden._ Ein schwerer Unfall ereignete sich ani gestrigen DienStagmorgen gegen 3 Ubr in der Bismarckstraße zu Cbarlottenburg. Dort fuhr der 14 jährige Lehrling H. Pückbardt, Riehlstraße 9 bei seinen Eltern wohnhaft, den 74 jährigen Rentier Salomon Maxgonier, Herder- traße 1 wohnhaft, mit seinem Zwcirade an. Der Radfahrer kam zu Fall und zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu. Auch der Angesahrcue irug eine Gehirnerschütterung davon und wurde von der Rettungswache aus in seine Wohnung geschafft. Feuer im Finanzministerium. Gestern abend kurz nach 7 Uhr wurde die Feuerwehr nach dem Finanzministerium, Hinter dem Gieß- haus 2, gerufen, wo auf einem Boden Feuer ausgebrochen war. Es brannten Kisten und Lumpen. Der vierte Löschzug konnte aber die Gefahr in kurzer Zeil beseitigen, so daß nur geringer Schaden ent- landen ist. Auf welche Weise das Feuer ausgekommen ist, konnte nicht festgestellt werden.__ Schwerer Ueberfall an einer Fünfzehnjährigen. Ein brulaleS Verbrechen ist an der fünfzehnjährigen Tochter Margarete des Kaufmanns Tamm verübt worden. Das junge Mädchen hatte am Sonntag in Hohenbinde Verwandte aufsuchen wollen. Es fuhr bis nach Erkner und benutzte von dort aus den Weg durch den Forst. Als die D. den Fußweg, der direkt nach Hohenbinde führt, entlang schritt, trat plötzlich ein unbekannter, etwa 33 Jahre alter Mann mit gezücktem Meffer auf sie zu. Er rel brutal Lber die Wehrlose her und drohte, sie zu erstechen, falls ie sich ihm widersetze. Trotzdem setzte sich die Ueberfallene zur Wehr und stieß laute Hilferufe aus. Bald war es aber mit ihren Kräften zu Ende und nun sollte die Unglückliche eine Beute des Attentäters werden. Der Wüstling entfernte sich schließlich in der Richtung nach Fangschleuse. Er wird als ein Mensch von kleiner Statur mit dunklem Haar und dunklem Schnurrbart beschrieben. Bekleidet war der Verbrecher mit braunem Anzug. Das unvorsichtige Umgehen mit Schußwaffen hat wieder einmal ein Opfer gefordert. Gestern mittag siel es den Beamten des städtischen Straßenreinigungsdepots auf, daß der Chauffeur Robert Edlich. der einen Sprengwagen führte, nicht seinen Dienst antrat. Als man sich daraufhin in seiner Wohnung am Marheinekeplatz lO, wo er ein möbliertes Zimmer innehatte, nach ihm erkundigen wollte, fand man die Tür zu seinem Zimmer verschlossen. Aus Klopsen antwortete niemand. Die benachrichligte Polizei ließ deshalb die Tür gewaltsam öffnen. Jetzt fand man den Chauffeur in seiner Dienstkleidung tot auf dem Fußboden liegen. Neben ihm lag sein Revolver und das dazugehörige Putzzeug. Ohne Zwe»cl ist aus der Waffe ein Schuß losgegangen, als Edlich� sie reinigen wollte. Die Kugel drang in sein Herz und führte den sofortigen Tod herbei. Ein Selbstmord des 32 Jahre alten, unverheirateten Mannes er- scheint ausgeschlossen. Es lag dazu kein Grund vor. Auch eine Haussuchung förderte keine Anhaltspunkte für diese Annahme zutage. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Als einen der gefährlichsten Warenschwindler, der sein Unwesen in einem ganz großen Umfange betrieb, hat sich der 32 Jahre alte Zapfer und Pförtner Fritz Seipelt entpuppt, der jetzt festgenommen wurde. Es- sind zahlreiche Anzeigen bei der Kriminalpolizei ein« gelaufen. Ueberall ist der Schwindler mit demselben Tricks auf- getreten, doch wechselte er stets seinen Namen. Am häufigsicit nannte er sich aber Fritz oder Kurt Günther, sodann auch Kurt Hos- manu, Fritz Bergcr usiv. Außer Berlin scheint der Schwindler auch noch die ganzen Provinzstädte heimgesucht zu haben, so sind bereits Anzeigen auS Halle, Plauen und Hamburg eingelaufen. Sein Trick bestand darin, daß er Sachen aller Art bestellte, sie sich in ein vorher gemietetes Zimmer schicken ließ und dort von dem Boten in Empfang nahm, um sie seinem„kranken Freund" oder„kranken Bruder" zu zeigen, der im Nebenzimmer liege. Natürlich war dies nur ein Vor- wand für ihn, um damit zu verschwinden. Der einzelnen Fälle kann der Gauner dadurch leicht überführt werden, weil er alle seine Beute- stücke unter seinem richtigen Namen zum Versatz brachte. Dies tat er, weil er nur auf seinen Namen Ausweispapiere besaß. Die elektrische Straßenbahn von Heiligensee nach Tegel, mit Abzweig nach Feyd, Ort, ist gestern(Dienstags nach- mittag von den Aufsichtsbehörden landespolizeilich geprüft und ob- genommen worden. Die von der Gemeinde Heiligensee gebaute rund 12 Kilometer lange Bahn wird voraussichtlich schon heute dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Sie führt zum großen Teil durch die Kgl. Forst und in ihrer nordwestlichen Strecke am Ufer der Spandauer Havel entlang. Ein Strastenbahnzusammenstoß, der leicht zu gefährlichen Fol. gen hätte führen können, ereignete sich gestern abend auf dem Moritzplatz. Dort stieß ein aus Neukölln kommender Straßenbahn. zug der Linie R gegen einen Rio torivagen der Linie 33, der über die Weiche hinausgefahren war und statt in gerader Richtung nach dem Oranienplatz zu fahren, kurz vor dem Wagen der Linie R nach der Prinzenstraße einbog. Der Anprall der beiden Wagen war ein so heftiger, daß die Passagiere von den Sitzen geschleudert wurden. Der Vorderperron des Wagens der Linie 33 wurde total zertrümmert und auch der Wagen der Linie R stark beschädigt, so daß beide Wagen ausgesetzt werden mußten. Personen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Auch zwei Frauen, die sich auf dem Vorder- Perron des am meisten beschädigten Wagens befanden und aus den Trümmern erst defreit werden mutzten, sind scheinbar mit einem heftigen Schreck davonkamen. Beim Spielen ertrunken ist gestern vormittag der 9 Jahre alte Sohn Fritz des Kaufmanns Dunkel vom Maybachufechil. Der Knabe ging kurz nach 11 Uhr. als er von der Schule kam, an der recht steilen Böschung des Ufers entlang. Plötzlich fiel er mit einem lauten Aufschrei kopfüber ins Wasser hinab. Ein junger Mann, der den Vorfall wahrnahm, eilte herbei und sprang ins Wasser, um den Knaben zu retten. Da dieser nicht wieder an die Oberfläche kam, mutzte der Netter wiederholt untertauchen. Nach längeren Be- mühungen gell»g es ihm auch, den Knaben wieder an die Ober- fläche zu bringen. Am Ufer angestellte Wiederbelebungsversuche blieben jedoch ohne Erfolg. Auch die Samariter der Feuerwehr bemühten sich vergeblich, ihn wieder ins Leben zurückzurufen. Der Mänuerchor„Moabit"(M. Z>. D. A.-S.-B.), Chormeister Herr Otto Sander, veranstaltet am Sonnabend, den 31. Mai, in der Patzenhofer Brauerei, Turmstr. 25/26, ein großes Gartenkonzert unter Mitwirkung des Gesangvereins Freier.Männerchor Stettin" (M. d. D. A.-S.-B.), Chormeister Herr G. Langenhagen, und der Nölteschen Konzerikapelle. Kasseneröffnung 4 Uhr. Anfang 3 Uhr. Einttitt 23 Pf., an der Kasse 30 Pf. Berlore» wurde am Sonntag, den 23. d. Mts.. zwischen Kietz- Rummelsburg und Rahnsdorf ein Paket mit statistischem Material. Abzugeben gegen Entschädigung bei Otto Bellert, Lichtenberg, Eitelstratze 70._ Vorort- Nacbricbt«». Der ilenllöllner lilaglftrat in der Stadtverordnetenwählerliite. In die Gemeindewählerliste für 1912 hatte sich auch der Magistrat von Neukölln als gesetzlicher Vertreter der Stadtgemeinde, einer juristischen Person, eingetragen. Er hatte sich dabei auf§ 8, Absatz 2, der Städteordnung gestützt, indem er meinte, daß die Stadt eine juristische Persönlichkeit im Sinne dieses Paragraphen sei, welche von direkten Staats- und Gemeindeabgaben mehr als die drei höchstbesteuerten Einwohner Neukölln? zahle. Die Stadtverordnetenversammlung strich aber den Magistrat auf den Einspruch einiger Bürger aus der Liste, beziehungsweise sie be- chloß, daß eine entsprechende Berichtigung der Wählerliste vor- zunehmen sei. Gegen die Stadtverordnetenversammlung klagte nunmehr der Eigentümer Hüffler auf Aufhebung ihres Beschlusses. Er machte geltend, der Magisttat hätte sich mit Recht in die Wähler- liste eingetragen gehabt. Gegen den Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung auf Streichung des Magistrats aus der Liste/ könne er klagen, weil ihm dieser Beschluß der Stadtverordneten sein Recht als eines Wählers erster Klasse schmälere, und zwar insofern, als er nach Beseitigung des Magistrats aus der Liste statt init nur 303 Wählern mit 443 Wählern zusammen in der ersten Klasse wählen müsse. Der Bezirksausschuß wies die Klage ab, und zwar aus formellen und materiellen Gründen. H. sei unter den obwaltenden Ilmständen gar nicht klageberechtigt und materiell sei anzunehmen, daß der Magisttat sich nicht in die Wählerliste hätte auf- nehmen dürfen. ES widerspräche daS dem Sinne der Städteordnung. Das Ober-BerivalwngSgericht verwarf die von H. noch ein- gelegte Berufung, weil er gegen den Beschluß der Stadtverordneten« Versammlung, den Magistrat zu streichen und die Liste entsprechend zu berichtigen, überhaupt kein. Klagerecht gehabt habe. Der Senat stellte sich auf den Standpunkt, daß H. gegen jenen Beschluß nur hätte klagen können, wenn er dadurch aus der ersten Klasse in eine niedrigere Klasie gekommen wäre. Ta5 sei nicht der Fall. Somit sei seine Berufung schon wegen Mangels eines Klagerechts zu der- Wersen. Die materielle Frage hat der Senat hiernach nicht entschieden. Charlottenburg. Der Ausbau der Badeanstalt in der Krummeustraste scheint nun endlich in das Stadium der Verwirklichung zu treten. Seit Jahren ist die Badeanstaltnot eine große in Charlottenburg und Anträge und Interpellationen in der Stadtverordnetenversammlung gaben dem Magistrat immer von neuem Anregung, auf diesem Gebiet baldigst Abhilfe zu schaffen. Dann tauchte das Projekt einer großen, mit ollem modernen Komfort ausgestatteten Badeanstalt in der Nürnberger Straße auf. Jahrelang zog sich dieser Plan hin, bis dann schließlich die StaMverordnetenversammlung denselben endgültig ablehnte und den Magistrat ersuchte, in möglichst kurzer Zeit die Badeanstalt in der Krummenstraße auszubauen und außerdem in dem Stadtviertel, da§ an Moabit grenzt, eine kleinere Bade- anstalt zu errichten. Beiden Anregungen geht man jetzt nach. Doch konnte bisher ein geeigneter Platz für eine Badeanstalt in dem nördlichen Teil der Stadt noch nicht gefunden werden. Dagegen nimmt der Plan des Ausbaues der Badeanstalt in der Krummenstraße greifbarere Form an. Dortselbst ist nämlich die Errichtung eines zweiten Schwimm- bassins, daö einen Durchmesser von 3ö zu 12 Meter haben soll, vor- gesehen. Dieses Bassin soll dann die Männerschwimmabteilung bilde», während das jetzige Schwimmbassin der Benutzung durch die Frauen reserviert bleibt. Damit würde denn auch endlich einmal mit dem unleidlichen Zustand aufgeräumt werden können, daß für die Frauen daS Bad nur für bestimmte kürzere Zeiten zur Verfügung steht.— Außer dem neuen Schwimmbad werden aber auch die Brause- und Wannenbäder— die letzteren bis zu 100 Stück— vermehrt. Ebenso soll ein russisch-römischeS Schwitzbad eingerichtet werden, während ein Teil des Daches zur Herstellung eines Luft« und Sonnenbades Verwendung finden soll. Da in diesem Sommer die Badekalamität durch den Fortfall des Freibades auf Westend noch stärker fühlbar werden wird, ist eine recht schleunige Durchführung der Vergrößerung der Bade- anstalt in der Krummenstraße aufs dringendste zu wünschen. Lichtenberg. Zustimmung versagt. Der Magistrat in Lichtenberg leidet an- scheinend öfter an Streikanfällen. Wiederholt macht er sich das Vergnügen, Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung die Zu- stimmung zu versagen. Nun liegen wieder zwei Versagungen vor. Die Stadtverordnetenversammlung hatte beschlossen, daß der„Lichten- beiger Anzeiger", der als Publikationsorgan dient, den Stadiver- ordneten auf Kosten der Stadt zugestellt werden soll. Der Magistrat erklärt, die Ausführung des Beschlusses sei unnötig, sie koste auch zu viel. Darum hätten sich die Stadtväter mit dein„L. Tageblatt" zu begnügen. Fertig! Wichtiger ist die andere Angelegenheit. Es handelt sich um die Turnhallen. Bei den Turnvereinen, die das Ansuche» stellen, für ihre Uebungen die städtischen Turnhallen zu benutzen, macht man einen Unterschied nach der sozialen Stellung und auch der amtlich festgesetzten Gesinnung der Mitglieder. Wer daS Prädikat.ordnungsstramm" erobert, darf in den städtischen Hallen Bauchwellen ichlagen, sogar linksum kehrt machen. AnderS steht es mit den Arheiter-Turnvereinen. Sie gelten einfach als staatsgefährlich und dürfen sich in den Turnhallen des Stadt nicht einmal im Rechtsschwenken und ähnlichen harmlosen Uebungen ver- suchen. Trotzdem oder gerade wegen solcher offenbaren Partei- kichkeit— Parteilichkeit aus politischen Gründen— be- schloß die Stadtverordnetenversammlung, daß die städti- schen Turnhallen jedem am Orte bestehenden Turnverein zur Verfügung gestellt werden sollen. Nun erläßt der Magistrat die Mitteilung, daß er dem Beschluß der Stadlverordneten nicht beigetreten sei. Wie et begründend wissen läßt,.mangels sler erforderlichen Genehmigung der tgl. Regierung". — Zunächst ist die Frage aufzuwersen; liegt eine versagende Erklärung der Regierung bereits vor oder hat sie der Magistrat schon im voraus empfunden? Und will er etwa mit seiner Versagung der Regierung e» ersparen, sich in der Sache überhaupt zu be- mühen? Darüber muß Klarheit geschaffen werden. Liegt schon eine abweisende Erklärung der Regierung vor, dann ist die Sache auch noch nicht erledigt. Lichtenberg verfügt über Hnrnhallen— in den höheren Schulen— über welche die Regierung sicher nicht« zu bestimmen hat. Sollte der Magistrat etwa auf den Gedanken ge- kommen fein, auch für diese Hallen um die Genehmigung der Re« gierung zu bitten? Dann hätte er die Versagung provoziert und freiwillig auf ein Stück von dem kümmerlichen Selbstverwaltung«- recht verzichtet. Auf jeden Fall muß die Stadtverordneten- Versammlung korrigierend eingreifen, Ansehen und Rechte der Stadt gegenüber der Regierung und einem knickebeinigen Magistrat ver- leidigen. Bei den diesjährige» Etatsberatungen im Stadtparlament standen auch Anträge der Werksarbeiter auf Neuregelung'der Löhne zur Beratung. Angesichts der glänzenden Lage der Werke, der Ueberschuh stieg im letzten Jahre um V? Proz. und die Verzinsung beträgt nach Abzug der Amortisation rund 23 Proz., hatte man er- wartet, daß die Anträge Berücksichtigung finden- würden. Die sozial- demokratische Fraktion, die sich mit Wärme der Anträge annahm, beantragte eine generelle Erhöhung der Löhne um 10 Proz. Die Anträge wurden aber von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt. Von wesentlichem Einfluß auf die Haltung der bürgerlichen Parteien scheinen die Ausführungen des Herrn Direktors Tremus gewesen zu sein. Genosse Witzke, der Redner unserer Fraktion,� hatte darauf hingewiesen, daß Einkommen van 1400—1700 M.. wie sie bei-den städtischen Arbeitern üblich seien, als ungenügend bezeichnet werden müßten. Nach dein Bericht des..Lichtenberger Tageblattes" erklärte hierauf der Direktor Tremus, daß durch die nach und nach erfolgten Lohnerhöhungen der Durchschnittslohn der Arbeiter, z. B. beim Gas- werk, auf 2500 M. gestiegen sei.- Die bemängelte» niedrigen Löhne sdien für jüngere unverheiratete, noch nicht vollarbcitsfähtgc Ar- beiter angesetzt. Diese Ausführungen haben wohl zum großen Teil dazu beigetragen, daß die bürgerliche Mehrheit die Anträge der Ar- beiter, die wesentlich weniger beanspruchten als den„Durchschnitts- lohn" des Herrn Direktors, ablehnten. Ein Vergleich der Behanp- tungen dcö Herrn Direktors mit den Forderungen der Arbeiter würde die Herren sofort davon überzeugt haben, daß in der Rech- nung des Herrn Direktors etwas nicht stimnie. Denn die Forde- rimgen der Arbeiter dewegten sich im Durchschnitt zirka 1000 M. unter dem„Durchschnittslohn" des Herrn Direktors. Die Anfangs- löhne der ungelernten Arbeiter sollten nach den Anträgen in Zu- kunft 1430 M. betragen, und diese Gruppe umfaßt die Mehrzahl der Arbeiter. Der Herr Direktor Tremus hat seine Ausführungen im Stadtparlament augenscheinlich auf Grund unrichtiger Jnforma- tionen gemacht. Die Ausführungen beranlaßten die Organisation der Arbeiter, statistische Erhebungen über die augenblicklichen Löhne anzüitellen. Die Statistik ist insofern nicht ganz bollständig. als nur ein Teil der Arbeiter die Fragebogen ablieferte. Sie»st aber insofern günstig für die Vcrwalwng. als von den besser entlohnten Arbeitern die Fragebogen zahlreicher eingingen. Auf®nmb' der Fragebogen wurde festgestellt für den Innen- betrieb des Gaswerkes unter Zugrundelegung von 300 Arbeitstagen im Jahre ein Durchschnittseinkommen von 1530, 39 M.. mit lieber- stunden- und Sonntagsarbcit 1763,77 M.� in der Installation ein Durchschnittseinkommen von 1407,43 M. bezw. 1335,84 M.', im Röbrensystem 1543,80 M. shier konnten genaue Feststellungen be- züglich der Uebcrarbcit nicht gemacht werden); im Elektrizitätswerk 1 570,27 M. bezw. 1805,36 M.; im Wasserwerk 1608,83 M. bezw. 1987,17 M. Das Einkommen inkl. Ueberarbeit im Wasserwert be- zieht sich nur ans acht hochcntlohnte, gnalifizierte Arbeiter, bei enter umfassenderen Statistik würde auch hier der Durchschnittslohn er- heblich niedriger sein. Die Statistik hat ferner ergeben, daß die Ueberarbeit in ge- xadezu ungeheuerlicher Mise grassiert. Die acht MasserwerrZ- arbeiter leisteten rund 250 Tage Sonniagsarbeit. Im Jnnenbetrieb der Gasanstalt wurden neben 300 Ueberstunden noch 34 Sonntage von einem Arbeiter geleistet. In der Installation leisteten 13 Mann 4817 Ueberstunden und außerdem noch crbebliche Sonn- iagsakbcit. Im Elektrizitätswerk wurden von acht Arbeitern 1172 Ueberflunden und zirka 2700 Sonntagsstunden gearbeitet. Trotz dieser unmenschlich langen Arbeitszeit wurde— wie die Feststellungen ergeben— in keinem Betriebe von den Arbeitern der vom Herrn Direktor TreiuuS angegebene Durchschnittslohn erreicht. Ja, nicht einmal die Spitzenlöhne der bestbezahlten Arbeiter er- reichten denselben. E« muß daher verlangt werden, daß derartige Aeutzerungen, die einen Einfluß auf die Entschließungen der städti- schen Körperschaften ausüben, auf ihre Zuverlässigkeit geprüft werden. Zum mindesten ist in diesem Falle sehr leichtfertig ver- fahren worden. Dasselbe trifft auf die Ausführungen des Herrn Direktors über den Einstellungslohn der sogenannten jüngeren, uiwerheirateten und nicht vollarbeitsfähigen Arbeiter zu. Wir stellen diesen Behaust- tungen gegenüber fest, daß junge, nicht vollardeitsfähige Arbeiter in den städtischen Werken überhaupt nicht zur Einstellung kommen. Von jedem ncucingestelltcn Arbeiter, ob gelernt oder ungelernt, wird höchste Leistungsfähigkeit verlangt. Genau so steht es m:t der Behauptung, daß die Löhne fort- gesetzt gestiegen seien. Demgegenüber ist festzustellen, daß seit dem Jahre 1910, also seit drei Jahren, keine Aufbesserung der Löhne der Werksarbeiter erfolgt ist. Angesichts dessen ist es geradezu unver- ständlich, wie der Herr Direktor Tremus diese Ausführungen machen konnte. Ihren Zweck haben sie allerdings erreicht: die Ablehnung der Arbeitcranträge. Neukölln. Bcrloren worden ist am Sonntag früh an der Harzer Straße, Ecke Wildenbruchstraße, ein Portemonnaie mit 44 M. Inhalt: da es sich um das Geld eines armen kränklichen Arbeiters handelt, wird der ehrliche Finder gebeten, es bei de Lambre, Weigandufer 10, Ouergebäude 4 Treppen, abzugeben. �riedrichsselde. Der Dalles der Patrioten. Durch die am 10. März d. I. statt- gehabte Jahrhundertfeier scheint bei den daran beteiligt gewesenen bürgerlichen Vereinen, mit dem Kriegerverein an der Spitze, ein riesiger Dalles entstanden zu sein. Nachdem der Gemeindevorstand in seiner Sitzung am 7. März d. I. den Antrag, zu den entstandenen Kosten von 300 M. 150 M. zuzuschießen, abgelehnt hatte, haben sich die Vorstände� der bürgerlichen Bereine am 3. Mai cr�zusaminengesunden und ein Schreiben an den Gemeindevorstand gerichtet, worin es heißt: „In der am 3. Mai er. stattgefundenen Sitzung der Vereinsvorstände derjenigen Vereine, welche am 10. März er. an der Jahrhundert- feier teilgenommen, wurde das oben erwähnte Schreiben des Ge- memdevorstandes verlesen und mit allseitigem Bedauern von der Nichtgewährung eines Zuschusses Kenntnis genommen. Eine rege, sich hieran anschließende Debatte war die Folge. Auf daS lebhafieste wurde bedauert, daß sich eine derartige nationale Feier nicht einer besseren Unterstützung erfreuen durfte" Zum Schluß des Schreibens wird dann ersucht, dieses Gesuch der nächsten Gemeindeverlretersitzung zur Beschlußfassung vorzulegen. Der Gemeindevorstand folgte diesem Drucke und legt nun auch wirklich der am Freitag, den 30. Mai er., stattfindenden Gemeinde- vertretersitzung den Antrag vor, den zwölf bürgerlichen Vereinen diese Summe von 150 M. nachträglich zu bewilligen. Wenn es die Vereine so nötig haben, für jeden Verein einen Zuschuß von 12,50 M. so hartnäckig zu erbetteln, scheint ei sehr schlecht mit ihnen bestellt zu sein. Hoffentlich bleibt die Gemeindevertretung bei ihrem ersten Beschluß. Friedenau. Die jetzt abgeschlossenen Wahlmännerwahlen zeitigten folgendes Resultat: E« wurden gewählt III Liberale, 14 Konservative und II Sozialdemokraten, Bei der Hauptwahl gewannen wir den 3. und 28. Bezirk, während wir bei den Stichwahlen den 5., 9. und 11. Be« zirk eroberten. Außerdem fiel uns im l4. Bezirk«in Wahlmaiw zu. Berücksichtigt man, daß es uns bei der Wahl im Jahre 1908 trotz intensiver Agitation nur gelang, einen Bezirk zu erobern, so ist daS ,eyt vorliegende Resultat ein gutes zu nennen. Lichtenrade. I» der letzten Gcmeindevertretersitzung wurde der Punkt„Bereit- tellung von Mitteln für die laufende Verwaltung" eingehend er- örtert. Die Gemeindevertretung hatte bei der ElatSberatuug die Gemeindesteuern von 125 Proz. auf 115 Proz. herabgesetzt und dieGrund wertsteuer für bebaute auf 3 und für unbebaute Grundstücke auf 4 M. pro Tausend festgelegt. Der Etat wurde nun an den KreisauSschuß geschickt. Der KreisauSschuß hatte die Genehmigung nicht dazu ge- leben. Die unbebauten Grundstücke seien zu hoch belastet. Die Gemeindevertretung hatte sich daraufhin wieder mit der Sacke beschäftigt und erklärte, daß sie die örtlichen Verhältnisse genügend kennt. WaS man anderen Gemeinden genehmigt, darf man einer anderen Gemeinde nicht versagen. Der Etat wurde un- verändert an den KreisauSschuß wieder eingesandt. Der KreiSauSschnß hat bis jetzt die Genehmigung zum Etat der Gemeinde noch nicht erteilt. Da nun die Zinsen und Gehälter am Ende des Vierteljahres gezahlt werden und die Steuern noch nicht eingezogen werden konnten, ist die Gemeindekasse erschöpft. Der Gemeindevorsteher hatte nun au« diesem Grunde in der Sitzung zur Reserve eine aufzunehmende Anleihe von 40 000 M. vorgesehen. Die Gemeindevertretung konnte sich damit nicht einverstanden er- klären und lehnte den Antrag ab mit der Begründung, daß die Ver- waltungsbehörde verpflichtet sei, für schnellste Erledigung des EtatS Sorge zu tragen, e§ wäre doch die Hauptaufgabe der Aufsicht«- behörden, dafür zu sorgen, daß Gemeinden nicht in ZahlungS- schwierigkeiten kämen. Tempelhos. Eine Wohltätigtcitskollette für die Ferienkolonie ist gegenwärtig im Umgange. Der hiesige Bürgerverein unternimmt ti zum ersten Male, schwächliche, erholungsbedürftige Kinder auf„eigene" Kosten in die Ferienkolonie zu entsenden und versucht er nun, die Gelder durch Sammelliften, die den AmtSvorsteher-Slempel tragen, einzu- bringen. In Anbetracht der nicht geringen Summe, die erforderlich sein dürfte, alle erholungsbedürftigen Kinder in die Ferienkolonie zu entsenden, ist jedes Haus mit einer Liste versorgt worden. Auf die bürgerlichen Gemeindevertreter, die sich bei besonderen Gelegenheiten recht bewilligungseifrig zeigen, wirft es ein recht sonderbare« Licht, wenn sie sich in diesem Fall hinter den Bürgerverein stecken, damit dieser die Mittel für die Erholung armer ichwächlicher Kinder zu- sammenbettelt, die aufzubringen eigentlich die Gemeinde verpflichtet wäre. Nieder-Tchöneweide. Aus der Gemeindevertretersstzuug. Zunächst teilte der Gemeinde- Vorsteher mit, daß beim Kaufmanns- und Gewerbegericht Ober- und Nieder-Schöneweide unser Ort mit 7 Terminen beim Kaufmanns- und 31 Terminen beim Gewerbegericht beteiligt war. Die neue Alarmeinrichtung ist fertig gestellt, die Kosten belaufen sich auf 13 796 M. Die Anregung des Genossen Bengsch, bei Vergebung von Äusbesserungsarbeiten bei den Friedhofsbauten auch die ortS- angesessenen Handwerker zur Abgabe von Anschlägen aufzufordern, wurde mit 3 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Die Löhne der Straßen- reinigungSarbeiler wurden wie folgt festgesetzt: Anfangslohn pro Tag 4,50 M., jede« Jahr steigend um 25 Pf. bis 5,50 M. Außerdem erhalten die Arbeiter vom zweiten Jahre an einen Urlaub von drei Tagen, steigend jedes Jahr um einen Tag bis zu sech« Tagen. Der fortgesetzte Zuwachs an Ein« wohnern und der damit in Verbindung stehende Zuwachs der schul- Pflichtigen Kinder machte cS notwendig, daß zum Oktober dieses Jahres drei neue Lehrerstellen geschaffen werden; die Anstellung einer technischen Lehrerin soll erst dann erfolgen, wenn die Ge- nehmigung der Räume, in der die HauShalwngsschule untergebracht ist, vorliegt. Eine neue Gemeindeschule soll ihren Platz auf� dem vom ForsifiskuS erstandenen Grundstück an der Rudower Straße zwischen der alten und neuen SpindlerSfelder Bahn erhalten und zum Oktober 1914 fertiggestellt fein. Zur Gründung eines Alters- Heims wurde ein Fond von 20 000 M. bewilligt, die bürgerlichen Vertreter verbanden trotz des Widerspruchs unserer Genossen diese Gründung mit dem 25jährigen Regierungsjubiläum des Kaiser«. Den Schlächtermeistern wurden aus ihren Antrag 20 M. als AuS'all beim letzten russischen Fleischverkauf bewilligt, ebenso wurden 200 M. für die Kinder der Ferienkolonie hergegeben. Adlershof. Au« der Gemeindevertretung. Die vielen in unserem Ort vor« gekominenen Brände veranlaßten vor einem Jahre unsere Genoffen, die Bildung eines„Feuerwehrausschusses" zu beantragen. Dieser Ausschuß ist denn auch gebildet worden und sollte seine Aufgabe be- sonders darin bestehen, die am Ort bestehenden Mängel im Feuer- Wschweien— insbesondere dem Meldesystem— nachzuprüfen und abzustellen. In zwei Sitzungen hat sich der Ausschuß nach dieser Richtung betätigt und durch geeignete Vorschläge versucht. dem Uebel zu steuern. Die jetzige Alarmierung erfolgt durch eine«irene und sollte nach dem Vorschlage de« Ausschusses durch auf der Straße aufzustellende Feuermelder und durch 30 in den Wohnungen der Feuerwehrleute anzubringende Wecker ausgebaut werden. Der Antrag �.Verbesserung des Feueralarmwesens" wurde aber in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung vor Eintritt in die Tagesordnung vom Bürgermeister abgesetzt. Es sollen der Gemeinde« Vertretung erst noch andere Meldesysteme vorgeführt werden. Die Vorlage über„Beschickung der Mitgliederversammlung der größeren preußischen Landgemeinden in Breslau vom 11. bis 13. Juni" wurde angenomiqvn. Als Delegierte wurden gewählt der Bürger- meijter und Genosse Zabel. Dem Abschluß eines Vertrages mit den Berliner Elektrizitätswerken stimmte die Gemeindevertretung zu. Nach diesem Verlrage liefern die B. E.-W. Elektrizität für Lichts und Krastzwecke zu dem im Vertrage festgesetzten Preise von 20 Pf. für Licht und 10 Pf. für Kraft für niedergefpannten Strom pro Kilo- Wattstunde: hochgespannte Elektrizität ist nach dem jeweils giiltigcit Tarif zu liefern. Der Vertrag dauert bis zum 1. April 1931, doch kann die Gemeinde Adlershos bei einer eventuellen Eingemeindung mit Köpenick den Vertrag zum 1. April 1925, ferner zum 1. April 1927 und 1. April 1929 kündigen. Die Gemeinde erhält von den B. E.-W. als einmaligen Betrag 25 000 M. für die seit- herigc Benutzung des Gemeindegebietes und weiter eine jährliche Abgabe von 2l/3 beziehungsweise 1 Prozent der Einnahme; nach 5 Jahren erhöht sich diese Abgabe auf 3 bezw. l1/« Proz. Die B. E. W. gewähleisten aus dieser Abgabe der Gemeinde eine jährliche Mütdesteinnahme von 4000 M. während der ersten fünf Jahre des Vertrages und 5000 M. während der weitere» Vertragsjahre. Die Regulierung und Pflasterung der Kaiser-Wilhelm-Straße wurde beschlossen. Die Kosten belausen sich auf zirka 75 000 M. und sollen zunächst durch eine Anleihe gedeckt werden. Die Anlieger sollen nach den Bestimmungen des Flucht- liniengesetzes mit zu den Kosten herangezogen werden. Die Straße soll so ausgebaut werden, daß der mit Ouarid befestigte Fahrdamm eine Breite von 5 Meter und die zu beiden Steilen liegenden Bürgersteige je 2>/3 Meter erhalten. Die Bürgersteige sind vom Fahrdamm durch einen 2>/z Meter breiten Rasenstreifen getrennt. Unter„Verschiedenes" teilte der Bürgermeister mit, daß da« neue Ortsstatut über die Reisekostenentschädigung genehmigt ist. Genosse Zabel bemängelte den Zustand des jetzigen Anschlagwesens. Der Bürgermeister versprach Abhilfe zu schaffen. Ferner teilte letzlerer auf eine Anfrage unserer Genossen mit, daß mit dem Bau der Badeanstalt an der Spree bei„Neptunshain" begonnen sei. In der letzten Delegiertensitzung der Gewerkschafts-Unterkom- Mission, zu welcher noch die Funktionäre der einzelnen Verbände eingeladen waren, hielt Genosse F. Rader ein Referat über: Wesen uud Zweck der neugegrüudeten„BolkSsütsorge". Aus der sich an» schließenden sehr regen Diskussion ging hervor, daß die Gewerk- schaffen bereit sind, die Prämienkassierung allein zu übernehmen. DaS diesjährige Gewerkschaftsfest findet am 13. Juli in Wöll- s Lustgarten statt. Rahnsdorf. Die elektrische Strosscnbahn Rahnsdorf— Wottersdorfer-Schleuie befindet sich seit Beginn dieser Woche in Betrieb, nachdem die durch ungünstige Terrainverhältnisse entstandenen Schwierigkeiten, die die Abnahme zu den Pfingstfeiertagen verzögerten, behoben sind. Tie mit einem weißgrauen Anstrich versehenen, vorn und hinten durch Klappfenster und Schiebetüren verschlossenen Motorwagen fahren in gerader Richtung vom Bahnhof Rahnsdorf quer durch den Wald über die Kolonie Wellstein, dann durch die Fichtenauer- Straße über Schönblick und Woltersdorf nach der WolterSdorfer- Schleuse. Das Fahrgeld ist bis Schönblick auf 15 Pf., für die ganze Strecke auf 20 Pf. festgesetzt. Die ganze Fahrzeit betragt 20 Minuten. Die Wagen verkehren in der Woche halbstündlich von 5,25 Uhr, Sonntags viertelstündlich von 3,35 Uhr ab Bahnhof Rahnsdorf. Da dieses neue kommunale Verkehrsmittel die Be- sucher und Einwohner schneller und billiger an ihr Ziel bringt, er- freut es sich eines guten Zuspruchs. Trotzdem der Wagenverkehr am ersten Sonntage nur halbstündlich unterhalten werden konnte, da erst zwei Motorwagen mit den vorgeschriebenen magnetischen Bremsen ausgerüstet waren, benutzten doch 2045 Personen die Straßenbahn— ein günstige« Ergebnis angesichts der ungünstigen Witterung und der Tatsache, daß die Betriebsaufnahme fast ganz. lich unbekannt war. Bruchmühle. Die Gemeindevertretung ehrte in ihrer letzten Sitzung zunächst daS Ableben des GemeindeverireterS Böller in der üblichen Weise. Bei Vorspannleistungen für die freiwillige Feuerwehr sollen die Pferde- besitzer eine Prämie von 3,50 M. pro Kilometer erhalten. Nach einem Ortsstatut gegen die Verunstaltung der Ortschaft muß jedes Reklame- ichild erst der Gemeindevertretung vorgelegt werden, alsdann wird dasselbe vom Gemeindevorsteher weitergegeben. Der Vorortverein hat. ohne erst eine Erlaubnis nachzusuchen, drei Bekanntmachungstafeln aufgestellt. Auf ein« Anfrage unseres Vertreter« wurde dann auch eine Genehmigung nachgesucht, aber nicht erst bei der Gemeinde- Vertretung, sondern sofort beim Amtsdorsteher, der auch ohne weiteres die Erlaubnis erteilte. Hieraus ergiebt sich, daß solch- Ortsstatuten überhaupt keinen Wert haben. In die Rechnung«- Prüfungskommission wurde auch unser Vertreter gewählt. NowaweS. Ja der letzten Versammlung des Wahlvereins gedachte der Vorsitzende zunächst des verstorbenen Mitgliedes Fritz Much. — Bei der Maifeier ist es vor dem Schmidtschen Lokal zu einem Auflauf gekommen, weil der Polizeibeawte Klein versuchte, die angeblich im Saale anwesenden Personen unter 13 Jahren hinauszuweisen. Der Borsitzende,„der sich das Eindringen des Polizeibeamten in das Festlokal verbat, bat nun ein Strafmandat in Höhe vonj? M. erhalten, gegen das er im Einvernehmen des Kartellausschusses richterliche Entscheidung beantragen wird. Da auch der Geschäftsführer der Zahlstelle des Metallarbeiterverbandes, Genosse Güth, von dem Polizeibeamten mit einer Anzeige bedacht wurde, ist es dringend erwünscht, daß sich Zeugen des Vorfalles bei beiden Genossen melden.— Zum zweiten Punkt der Tagesordnung hielt Genosse Paul Neumann einen mit großem Interesse entgegengenommenen Vortrag über kommu- nalc Angelegenheiten. Er beleuchtete vor allem an Hand von Etatsauszügen die Ursachen der seit dem Jahre 1903 zunehmen- den Verschlechterung der finanziellen Lage der Gemeinde, wobei er der Befürchtung Ausdruck gab, die Gemeinde werde kurz oder lang sich genötigt sehen, der Frage der Eingemeindung nach Pots- dam ernstlich näherzutreten. Am Schluß kam Genosse Neumann noch einmal auf die in der letzten Mitgliederversammlung statt- gehabte Debatte über die Laubenkolonien zurück und verwahrte sich energisch gegen den ihn» gemachten Vorwurf, daß er ein Feind der Laubenkolonien fei. Er.habe mit seiner Äritik lediglich die Auswüchse des Äoloniesystems treffen wollen, die darin bestehen, daß die Laubenpächter durch die Bewirtschaftung des Landes der-. art in Anspruch genommen werden, das; sie für die erstrebte Muhe und Erholung keine Zeit finden und infolgedessen auch ihre Ge- werkschaft und Partei vernachlässigen. In der Diskussion sprach sich Genosse Dröscher für den Anschluß der Gemeinde an die Stadt Potsdam aus, während sich die Genossen Gomoll, Krähnberg und Gehrmang als Gegner dieser Idee bekannten. Tie Genossen Hecht, Lange und Krautspaul bestritten die Richtigkeit der vom Genossen Neu mann geäußerten Ansicht, daß die organisierten Laubenbesitzer ihre Gewerkschaften oder die Partei vernachläfsigen. Auf eine An- frage teilte Genosse Neumann mit, daß das Begießen der Grab- anlagen aief dem Gemeindefriedhof gegen Entgelt von der Gemeinde in eigene Regie übernommen worden sei und deshalb von Privatpersonen nicht mehr ausgeführt werden dürfe.— Bei Bekanntgabe des örtlichen Resultats der Landtagsurwahlen gab der Porsitzende dem Wunsch Ausdruck, daß es durch eifrige Agitation gelingen möchte, die Mitgliederzahl entsprechend den bei der Wahl für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen zu erhöhen. Die- jenigen Mitglieder, die ihr Stimmrecht nicht ausgeübt haben, sollen vom Vorstand zur Rechenschaft gezogen werden. Den Bericht über die letzte Berbandsgeneralversammlung in Berlin erstatteten d�t Genossen Paul Neumann und Müller. Reinickendorf. Bei de» a« Montag stattgefundenen Wahlmännerstichwahlen wurden drei sozialdemokratische und zwei liberale Wahl« männer gewählt._ Loffalleseiern fanden dieser Tage noch in Wilmersdorf und Mariendorf statt. Wie überall so nahmen auch in diesen Orten die ffeiern einen überaus würdigen Verlauf. In Wilmersdorf hielt Genosse Max Grunewald den Festvortrag, während in Marien- darf Genosse T a r n o w referierte. Gitzungstage von Stadt» und tSemeindevertretungen. Nowawes. Heute Mittwoch, den 28. Mai, nachmitiags S Uhr, im Rathau», Reutilln. Donnerstag, den 2g. Mai, nachmittags S Uhr, im Rathaus, Berliner Str. 63. Lichtenberg. Donnerstag, den 23, Mai, abends 6 Uhr, Im Rathaus, Möllendorff strajje. Martendorf. Donnerstag, den 23, Mai, nachmittags S Uhr, im Rat- Haus. Katferstratze. Diese Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gemcindcangchörigc lit berechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Bus aller Melt. Ded Zaren Blutrichter. Vor kurzem brachten wir die Meldung, daß«in Bergmann Ignatz I a k u b i k aus M y S l o w i tz, der während des ober- fchlesifchen Grubenarbeiterstreiks über die ruffifche Grenze nach dem Nachbarort Nifta ging, um unter den dortigen Bergleuten Streik- Unterstützungen zu fammeln, von den russische» Schergen z u lebenslänglicher Zwangsarbeit nach Sibirien verbannt worden sei. Die allgemeine Entrüstung über diesen ebenso hinterlistigen wie brutale» Streich hat nun doch die preußischen Behörden in Myslowitz veranlaßt, Ermittelungen in dieser An« gelegenheil anzustellen. Dabei bestätigte sich daS unerhörte Urteil in vollem Umfange. Die preußische Regierung hofft aber angeblich trotz- dem noch, auf diplomatischem Wege eine Milderung oder gar die Aushebimg deS Schreckensurteils zu erziele». Und um denselben Mann. in dessen Namen und mit dessen Willen daS blindwütige Treiben der verlotterten russischen Beamtenkamorra geschieht, hat man in diesen Tagen in Berlin in widerlichen! ServiliSmuS gekatzbuckelt I— Zu bemerken wäre noch, daß Jalubil 40 Jahre alt ist und in Myslowitz eine zahlreiche Familie sitzen hat, die nun der prenßische Staat bezw. die Gemeinde zu ernähren hat. Wir hoffen nun, daß die preußischen Behörden nicht nur d»e sofortige Befreiung und Auslieferung JakubitS verjüngen, sondern auch eine E n t f ch ä d i- g u n g de S Mißhandelten und eine ausreichende Ge- n u g t u u n g. Denn die preußische Regierung hat Nicht nur dem westlichen� Nachbarstaat gegenüber die Pflicht, sich energisch der Rechte preußischer Staatsangehöriger anzunehmen! Entgleisung eineS v-ZugeS. Am Dienstagvormittag 7 Uhr 30 Min. entgleiste auf Bahnhof Mülheim4 bis 6 u»r abends statt. Jeder fstr den vrtefkaften bestimmten«»trage ist rtn Luchiiadc»ad eine Zahl ms Merkzetchr» detzuiüge». Sriefttche Antwort wird nicht erleilt,«»fragen, denen trtne Udi»nemen«sa»ttt«ng detgetstg» ist, derd-a nicht beautwortrt. EUtge Fragen trage man t» drr Sprechstunde«ar I. B. 91. Sie können die Sträucher ausgraben.— I.«. 83. Sic vereinbarten Kaufpreis zu zahlen. Ob der Aufschlag ist oder nicht, läßt Ihre_ den ) Pro», vereinbart ist oder nicht, läßt Ihre Darstellung nicht er- ,— A. 10. 1. Nein, sofern die Stellung infolge ordnungSgemitzer ffkündigung verlassin ist 2. Nur dann, wenn da« Mädchen nach Aus llung de« ersten Zeugnisses sich irgendetwas hat zuschulden kommen brauchen nur von 10 Prv! kennen, Aus stcllung—.......------ W----- lassen. 3. Ja, damit die Herrichast der Abmeldepflicht genügen kann, 4, AIS Kloger nicht, wohl aber alS Prozeßbevollmächiigier auf Grund einer von dem Mädchen zu erteilenden schriftlichen Bollmachi,— A.W. II. l. Nein. 2. An das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Mann seinen Wohnsitz bat, 3, Nein. Di« Zustellung hat in der Wohnung zu erfolgen, 4. Die Kosten können Sie mit einziehen.— W. W. 200. Soimil ersichtlich, in fsins Jahren,- A. tt. 5. t. Ja, 2. Bis aus den Psiichtleil, daS ist die Hälfte de« gesetzlichen Erbteils,— A. Z. 1870. 1. Das Gesetz tritt oorauS» sichtlich am 1. Oktober in Kraft Ihr Vater bätte Anfpruch, so» fern er nicht ein höheres Einkommen als 303 M, bat, 2. Slii> trag beim Amtsvorsteher, Gegen einen abweisenden Bescheid Be- schwerde beim Landrat, in weiterer Instanz beim RegierungSpräfideiiten, — H. G. 108. 1, Vorortstrecke nach Oranienburg, Bon dort»och im- gesäbr eine Stunde Wege» 2, Ja,—S München.767SW Wien.768NQ Wetter 2 Regen 2halb bd, 1 wolkig 1 Dunst 4 halb bd, 1 woilenl dt f- Stationen ÖS ä 2 5-2« LS5 B B' ll « ■™*Pl 'aparanda 756 NO leterSburg 756 S Scilly.7e3S>ill Aberdecn 767NW Paris 765 3 S Wetter �5 2* »«s 4 balb bd, 8 1 Regen i 9 halb bd,' 12 Lwolkig! 11 1 wolle»! 21 Wetterprognose für Mittwoch, den 28. Mai 1913. Etwa« kühler, teilweise heiter, aber sehr veränderlich bei iiiäßigen süd« westlichen Winden, leichten Rcgensällen und fortdauernder Gewitter» ueigung. Berliner Wctterburean. WasierftandS.Rachrichten der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau ')-ff bedeutet Wuchs,— Fall.—') llnlerpegcl. Kalt aliwaÄr! Wirklich dauerhaft! Katalog frei! Willy Winkeln& Co. Berlin A. 14 Dresdener Straße 59; 51 Tod u. Teufel DSiCtiOi'S Wanzen- Fluid„Radikal" tötet VI« Wanzen auf der Stelle u. ist absolut stt fleckend, Kl, SO Pf,. I.«. 3, :rfl.5.~"---- Reichet'« nicht■ i.- w Ltterfl. 5. Sprühappar. 5« Pf, u. 1.59 Totale res llo« e Vernichtung der Brut. Schwaben- Special pulrer.,Po u 4re ftlartlal1*, unfehlbar sicher zur TcvwabeN'AuSroltuna Pcf 50 Pf., I, 2, Pfd. 4, Verstäuber.50 Pf. u. 75 Pr Motten Reichers llllAtton �»> rar. nnvst gtwotwti, Pck 50 Pf„t, L. Psd z, Aether, wohlriecfiend, Fl. 75 Pf., 1.50 u. 2.50. Seit Uber ÄO«lahreu al* sicherer Motten sefintz bewilhrt, Reichel'« Spczlalmittel sind von ungeheurer Starke und Ubermächliser Wirkungskraft 'M»d kaufe Wrleli«-»'» Original Packungeii u. meide unwirk- Lm-ig echt r Tod u. Teufel. Fabrikant Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. Anerkennungen aus»Her Welt. I feiocitig d7rMS&njCrä�C 7.----— �"i »»»' ■■■ Flugwoche Johannisthal Heute 5-8 Uhr und täglich bis 1. Juni. Mark 3.—, 1,—, 0.50. Wettbewerbe: Kürzester Anlauf— Kürzester Auslauf— Dauer— Zum ersten Male gleichzeitiger Start auf= Anlaufbahnen!. »»«' Todes-Anzeigen SozialüEmokratischerWalilveran f. d. 4Jerl.ISejciistagswal!lkreis. Landsberger Viertel.(Bez. 387) Den VKitf tibern zur Nachricht, baß unser Kcnosse, ber Schinnmacher Edmund Tinius Virchowstr. 3 gestorben ift. (fifttc seinem Andenken! Die Beerdigung tinbct am Donnerstag, den 2g. Mai, nach- mittags 3 Ubr, von der Leichen- balle b.-s Zentral-FriedhoseS in griebrichsvttoc aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 214/3 Idc-i- Deutseiier Soizarbeiter-Verhand. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Kamm schleifer Max Müller (Marsiliusstr.! 1) im Üllter vor 54 Jahren gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung iinbet heute Mittwoch, den 28. Mai, nach mittags 3 Uhr, von der Halle des Zeiltral-FriedhoseS in Friedrichs- selbe aus statt. Den Mitgliedern zur Nachricht, bah unser Kollege, der Schirm- macher Edmund Tuiius Vircholvstr.3, imAlter von 34Lahrcii gestorben ist. Ehre feinem Andenken t Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 29. Mai, nach- mittags 3 Uhr. von der Halle des Zentral-Fricbhojcs in Friedrichs- selbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. DeütsctierMelaliarlieiter-Vepband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Zlaibricht, das; unser Mitglied, ber Arbeiter Wilhelm Boreiiert Grünau, Jägerslr. 7, am 24. Mai an Lnngenentzüiidung ge> storhen ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. Mai, nach mittags 5 Uhr, von der Leichen Halle des neuen JakobikirchhofeS in Neukölln, Hermannstraßc, auS statt. Ferner starb unser Mitglied, der Bauanschlägcr Richard Geßner am 24. Mai an Lungenvergistung. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29, Mai, nach- mittags 2 ilhr, von der Wohnung Klosterlausnitz, Ernst-AgneSstr. 7, aus statt. Ehre ihrem Andenke«! Rege Beteiligung erwartet 118/17_ Die Ortsverwaltung. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle GroB-Berlin. Am Sonntag, den 25, Mai, verstarb unser Mitglied Reinrich Süberberg. Ehre seinem Andenken Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. Mai, nach- mittags 5 Uhr, von der Halle des Gcmeindefriedhojcs Weißen- sec, Falkensterger Straße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 5(3/ Ui Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Glasarbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Am 24. Mai verschied plötzlich unser Kollege, der GlAsschleiscr iUmKoid Lorke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 28. Mai, nachm. i'l, Uhr, von der Leichenhalle des Lichicnbcrger Gemeinde- Fried- Hofes in Marzahn aus statt. Die Ortsverwattung. Deutscher Transportarbeiter-Verband, Bezirksverwaltung GroB-Berlin. ScirtRi/gltebcrn zur Nachricht, daß unser Kollege, der Droschlen- jührer Karl Pietack am 24. b. MtS. im Alter von 54 Jahren verstorben ist. v-hre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 28. Mai, nach. mittags z.»cht, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. SS/K Oie Bezirksverwaltung. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Den Kollegen hierdurch die Nach- richt, daß am 23. Mai unser long- jähriges Mitglied, der Modelleur Otto Kaulfers im Alier von 42 Jahren ver- starben ist. Sein Andenken in Ehren! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 28. Mai, nachmittags i1/- Uhr, aus dem Friedhof der Kaiser- Wilhelm- Gedöchtniskirche in Chmlottenburg< Westend, am neuen Fürstenbrunner Weg, statt. BeleUigung erwünscht. 20/7 Vei- Voi-irtoiiel. Verband der Lilograpben, Stein- j drucker u. verw. Berufe. Berlin III— Lithographen. Am Sonntag, den 25. Mai, ver- starb unserMitgtied, derLilhograph lkorx Ehlert im Alter von 30 Jahren an Bauch speicheldrüsenentzündung. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. Mai, nachm. 3s/4 Uhr, von der Leichenhalle des PhtlippuS-'Apostel-Kirchhofes, Müllerstraße, Ecke Seestraße, aus statt. 109/13 Die Berwaltung. Hierdurch die traurige Mit- teilung, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, der Töpfer Irauxott Buder h eute früh 3'/4 Uhr nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Dies zeigen tiesbetrübt an Witwe EUii<- Bnder 46A und Kinder. Eharlottenburg, 27. Mai 1913. Die Beerdigung■ findet' am Freitag, den oft. d. Mts., nachmittags 2'/, Uhr, acks denl Süd- West-Kirchhof in Stahnsdorf statt. DivSinmHvI Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41,„t» 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. Bettwäsche, Teppiche, Gardine«, Portieren. Stepp- und Tülldeekeii. M Teilzahluög, ok ÄDiabliiog. Kein Kasslerer. Matsncr, Hufelandstr. 41, 9042' Bilderladen. Bon der Reite zurück Freisclemidt, prakt. Sivzi, öharlotrenburg, Berliner wtr. 107, Heines Werke -) Bände 4 Mark- Buchhandlung Borwäris Berlin W. IMohreiisfrJ7a(Kolonaden) 1 Berlin XO. I Große Frankforter Str. 115| Trauermagazin für Damen-KoufektioDl lt€ reii iii ßsi Pi IWestmanol Kleider, Hüte etc. IMB- AeuBerste Preise~S0 in größtem Maßstabe zu j ganz niedrigen Preisen. M Eis! Eis! HZ Zentral-Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Ortsverwaltuug Neukölln I. Nachruf. Vor kurzem verstarb unser Mit- glied >Ven2:el Hundt durch Betriebsunfall. 258IS Ein ehrendes Andenken be- wahrt ihm Die Filiale Neukölln l. offerieren frei Haus, für das laufende Jahr den großen oder pup Eimer(ca. 10 Kilo) 30 Pf den kleinen oder hnlben Eimer(ca. 5 Kilo) 20 Pf. Bestellungen erbitten nach: Köpenicker Str. 40/41, Telephon Amt Moritzplatz 1l28I. Rummelsburg,„ Königstadt 10110. Plohenfee.„„ Moabit 1344. Nor ddeut�clie Eiswerke. 1. A___• A A A OiMK. m WMM r'. r.-yt'.-j-. i-TSryt\-*•--• r•,■ I MT■ i Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mütter sagen wir allen Beteiligten unseren herzlichsten Dank. 1003b .4nsnst Franke und Kinder. (i Haben Sie Slott? Ich fettige davon Anzug od. Paletot nach Alass, schick, dauerh. Zutaten von 25 Mark an, Moritz Laband� Neue Promenade 8, Ii.(Stadtb. Bors. 51 sJ .T'.■• Xi•■ .-:-';;; �"• wil-. ,■■■■ f,'; geben sebmutzigstem MetsU Dauerglanz. Unentbehrlich(«r Hutes. ! Man verlange überall„Kaol" in Flaschen zu 10 bis 50 Pf. Fabrik: Chemische Werke Lubszynski& Co, Aktiengesellschaft,| Berlin-Lichtenberg. Verband der Jltaler, Sackterer, Jlnstreieher usw. Bureau: Melchiorstraße 28, Port. .Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. Male Berlin. Arbeitsnachweis: Rückerstraße S Fernsprecher: Amt Norden 6708. Freitag, den Sv. Mai, abends&'/? Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 13: MitKlleNer-Versammluns � Tagesordnung: Die ksu-�usstellunx ia l.eip?ix(Kichtdilder-Vortrs�). Bortragender: Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Weill- Metz. Zahlreichen Besuch erwartet-_ 139/12*_ Die Ortsverwaltnng. Garbät Ci�areden QualiMl i Morgen Donnerstag, den ÄS. Mai, abends Vi*) Uhr» im Gewerkschaftshaus, Engelufer: Oeffentticht NolksoersummlW. Tagesordnung: i- Vortrag:„Kurgerlilhe ll. prolttgrlslheGeslllldblHtspßtgt." Referent:«chriftstellcr Genosse Max König- Dresden, Borfitzender des Verbandes.Volksgesundheit-. 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch, besonders der in gesinnungsderwaudteu Organisationen tätige« Parteigenoffen ersucht Ber Finbernter: 10026 J. Massa� Tegel-Berlin, Schlieperstr. 30, Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter und -Arbeiterinnen Deutschlands - Ortsverwaltnng Berlin. Heute Mittwoch, den 28. Mai 1S13, abends Uhr, in Bötzows Brauerei, am Prenzlauer Tor: Mitglieder-Versammlnng Tagesordnung: 1. Bor dem BerbandStag. Referent: Kollege M 5 ck e L 2. Wahl eines Vorstandsmitgliedes. 3. Die kommende Filz- und Klebehgtsaison. Bei de» Wichtigkeit der Tagesordnung müssen alle Mitglieder erscheinen. 76/8_ Ber Torstand. Am Mittwoch, den 4. Juni 1913, abends 8'/, Uhr» Graste Hamburger Str. 48/19: Vorstands- u. Delegiertensitzung. Alle Betriebe müssen vertreten sein. D. O. l» Uermattullgssttilk Sellin. C 54, Limenstr. 83—85. Verwaltung: Kassierer: Arbeitsnachweis: Telephon: Zimt Norden 1987. Amt Norden 185. Amt Norden 1239, 9714. Heute Mittwoch, den 28. Mai, abends v Uhr, IM" Versammlung"MC der MeiMchltifer. Kalvamseure, Hilfsarbeiter and Arbeiterinnen in den„Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59(großer Saal). Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl des Branchenvertreters und der gesamten Kommission. 3. Branchen- und Verbandsangelegcnheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Morgen Tonnersta im Lokal von den 29. Mai, abends 8 Uhr» Hoffman«, Dragonerstt. 15: Sranehen- Versammlung W der Autogen Schweißer, Tag e s o r d n*n g: 1. Bericht über die aufgenommene Statistik und weitere Stellungnahm«. 2. Diskussion. I 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedeues. Morgen Donnerstag, den 29. Mai, abends« Uhr» in Witwe Augnstins Westfalen, Oranienstt. 103; Gruppen-Versammlung für alle in den Buchdruckereimaschine«- Fabriken beschäftigten Kollegen. Tagesordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. _ Ohne Mitgliedsbuch kei» Zutritt. AM- Zahlreichen Besuch obiger Versammlungen erwatttt 118/18 Ble Ortsverwaltnng. Ortskrankenkaffe der Gastwirte und verwandten Gewerbe zu Berlin« Kassenlokal: v. U, Roßstr. 29/30.— Kassenstunden: Wochentags 8—1 Uhr _ Kassenrechnung pro 1912. Einnahme: M. 1. Kassenbestand am Ansang des RechnungS- jahres...... 41 048.10 2. Zinsen...... 24 297.06 3. Eintrittsgelder... 29 691.89 4. Beiträge..... 792 569.07 5. Ersatzleistungen Dritter für gewährte Kranken- Unterstützung.... 6. Ersatzleistungen von BerusSgenoffenschasten, Unternehmern, Ver- sicherungsanstalten sür gewährte Kranken- Unterstützung.... 7. SluS verkauften Wert- papieren und.Ab- Hebungen von»Bank. «inlagen.... 8. Sonstige Einnahmen. 3 392.45 6 188.66 154 146.32 5 268.63 Ausgabe: 1. Arzt-Honorar... 2. Arznei und sonstige M. 76 440.17 91 893.87 eilmittel. 3. Krankengeld: a) an Mitglieder.. 241 382.29 b) an Angehörige.. S 320.22 4. Wöchnerinneounter- stützung...... 10 535.75 5. Sterbegeld.... 14704.90 6. Kurlosten an Krankenhäuser inkl. Fürsorge sür Rekoninrleszenten. 196 750.45 7. Ersatzleistungen an Dritte sür gewährte Krankenunterstützung: a) nach§§ 57 und 57a Kr..Versich.�Ses.. 72057.24 b) nachSUGew.-Uns.- Vcrsich.-Ges.... 192431 o) nach§ 1518 St« V-rfich.-Ges.... 9 076.94 8. Zurückgezahlt. Beiträge 1 198.34 9. Für Kapitalanlage und Bankeinlagen..., 195 79447 10. Verwaltungskostcn: a) persönliche... 71 979.46 b) sächliche... 39 561.54 11. Sonstige Ausgab e»r. x 747.35 12. Kassenbestand am «chlusse d. Rechnungs- jahres...... 42 966.68 Summa 1 056 602.18 Sunurjw l 056 602.18 Das Gesamtoermögen der Kasse beträgt........ 692 680.17 M. Nach dem vorjährigen Abschwß betrug das Gesamtoermögen 67 t 656.49, Vermögenszunahme 21 003.58 M. Berlin, den 31. Januar 1913. 272,20 Ber Verstand. st. poppe. Vorsitzender. 0. Schilling,«christsührer. Hdwimer, Rendant. Vorstehende Kassenrechnung ist von uns geprüft und mit den Büchern und Belegen übereinstimmend befunden worden. Berlin, den 26. Februar 1913. Ble Bevisionskommlsslon- 6. Petermann. Kart Bedke. Karl Ackermann. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wiclepp, Neukölln. Für den Lnseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co, Berlin ZM st.0«. 3. Keilllge des Lmarls" Knlitltt KIKsblM. Hrbeiterfcftutz in der(Praxis. Der gesetzliche Arbeiterschutz läßt selbst sehr bescheidene Ansprüche unbefriedigt. Das muß sogar von der Regierung anerkannt werden. Aber man beruhigt sich mit der fadenscheinigen Erklärung, daß historisch Gewordenes, wie z. B. die groben Mißstände in der Heim» arbeit, nicht plötzlich radikal beseitigt werden könne, ohne auch die Arbeiter zu schädigen. Ist es wirklich schädlich, wenn Mängel be- seitigt werden? Liegt wirklich irgendein stichhaltiger Grund vor zu dem Mangel irgendwelcher Beschränkung der normalen Arbeitszeit für erwachsene männliche Fabrikarbeiter, für die Zulassung von Kinderarbeit, für das erlaubte Hantieren mit giftigen Stoffen, ob- Wohl giftfreie Materialien vorhanden sind? Sehr geringfügig ist der gesetzliche Schutz. Aber auch hiervon steht ein gutes Teil nur auf dem Papier und hat fast gar keine praktische Bedeutung. Die Unternehmer beachten die Schutzgesetze und Bestimmungen nicht und die Rechtsprechung unterläßt es, ihnen die so dringend erforderliche Beachtung zu verschaffen. Diese beiden Tatsachen finden in den Berichten der preußischen Gewerbeinspektoren für 1912 die traurige Bestätigung. Zwei große, sehr große Konten hat die Arbeiterschaft in dieser Beziehung in das Schuldbuch der Gesellschaft einzutragen: eine auffällige und aufreizende Ver- schlechrerung in der Unfallrechtsprechung, sowie eine empörende Ver- nachlässigung des Arbeiterschutzes. Hören wir die königl. preußischen Beamten: In Königsberg wurden 52 Bäckermeister wegen uner- laubter Ausdehnung der Arbeitszeit bestrast, ferner 51 Personen wegen Verletzung des Sonntagsruhegesetzcs. In den meisten Fällen lautete die Strafe auf drei Mark. Solche Strafen wirken natür- lich wie eine Aufmunterung, in der Gesetzesmißachtung nicht zu erlahmen. Die Unternehmer pfeifen tatsächlich auf die Schutz- bestimmungen. Ein Beamter bemühte sich vergeblich, durch»schrift- liche und mündliche Belehrung" den Werkführer einer Kiesgrube— die Besitzer sind für den Arm des Gesetzes meistens überhaupt uner- rcichbar— von der gesetzwidrigen Ausbeutung russischer Arbeite- rinnen abzubringen. Schließlich erstattete der Beamte Anzeige. Und das Resultat? Für eine ganze Reihe von Uebertretungen betreffend die Beschäfligungsdaucr, wobei 19 Arbeiterinnen in Betracht kamen, erkannte die Rächerin der. beleidigten— formalen Rechtsordnung auf 5 M. Geldstrafe. Roch charakteristischer für die Praxis des Arbeiterschutzes sind folgende Mitteilungen aus dem Bezirk Allenstein. Ein Unternehmer hatte wegen des doppelten Vergehens, einmal die Be- stimmungen über die Sonntagsruhe verletzt und dazu bei der SonnlagSarbeit einen Jugendlichen beschäftigt zu haben, vor dem Amtsgericht zu erscheinen. Dieses erkannte aber auf Freisprechung — weil der Jugendliche freiwillig gearbeitet habe und„man doch niemand verwehren könne, zu arbeiten, wann, und wo er wolle". Selbstverständlich mußte daS Oberlandesgericht den Versuch, mit solch kühner Interpretation Gesetze unwirksam zu machen, abweisen. Es verschaffte der Obrigkeit Achtung, der Unternehmer mußte sein Ver- gehen durch Zahlung von 3 M. büßen! Ein Maschinenfabrikant brachte es gar fertig, Lehrlinge, die sich weigerten, Sonntags zu arbeiten, mit 1 M. z u b est r a f e n. Dieser Menschenfreund hielt die Lehrlinge wochentäglich 17 Stunden, Sonntags 4l/z Stunden in seiner Fabrik gefangen. In einer Kisten- fabril trennte eine Kreissäge einem Arbeiter eine Hand glatt vom Arm. Die Ursache war ein vom Gewerbeinspektor.oft gerügter" Mangel an der Schutzvorrichtung. Trotzdem erfolgte keine Anzeige, weil inzwischen ein neuer Betriebsleiter angestellt war. Ja, Glück muß der Mensch haben.— Vielsagend bemerkt der Beamte noch;.Zur Beseitigung von Unfallgefahren mußten zahlreiche Vorkehrungen getroffen werden". Aus dem Aufsichtsbezirk Danzig wird gemeldet, daß die verbotswidrige Beschäftigung von Kindern zugenommen habe.„Bei den Revisionen wurden vielfach Kinder angetroffen, die nicht einmal eine Sperrklinke besaßen." Die Zahl der Unfälle erhöhten sich um 13,4 Prozent. Das sind sozialpolitische Fortschritte in Preußen! Der Beamte muß mit- teilen, daß ein wegen Nichtbeachtung der Unfallverhütungsvorschriften angeklagter Unternehmer, den das Schöffengericht freisprach, ohne Strafe blieb, weil dem Gewerbeinspeklor das Urteil erst nach Ablauf der Berufungsfrist bekannt wurde.— Wie die begünstigenden Um- stände den Arbeiterschutz mißachtenden Unternehmern doch so hold sind. Umfangreiche ungesetzliche Beschäftigung von Kindern hat der Berichterstatter des Aussichtsbezirks Potsdam zu melden. Unter anderen wurden 7 noch schulpflichtige Kinder bei verbotswidriger, tägliib Ill stündiger Arbeit in ZiegeleiW angetroffen. Zwei Buchdruckereibesitzer beschäftigten 15 Schulkinder mit Falzen und Austragen von Zeitungen. Einer der Liebhaber von Kinderarbeit hatte deshalb 10 M. Geldstrafe zu zahlen. Die gleich fürchterliche Strafe traf einen Unternehmer, der trotz Verwarnung einen 16 jährigen Knaben als Kesselheizcr beschäftigte. Nach Ausweis der in den Schulen geführten Listen waren im Vezirk 2861 Kinder gewerblich tätig. Wie Ermittlungen ergaben, waren davon 878„hinsichtlich der Lage und Dauer ihrer Arbeitszeit ungesetzlich beschäftigt... und 28 in Betrieben tätig, in denen dies verboten ist." Bestrafung der Unternehmer oder ihrer Vertreter erfolgte in 231 Fällen; im all- gemeinen lauteten die Urteile auf„1 und 10 Mark". Zahlreiche Unfälle ereignen sich beim Niemenauflegcn, weites an geeigneten Einrich- lungen dafür fehlt, oder das Auflegen während des Ganges der Maschine erfolgt. Vielfach scheut man die Anschaffung von mechanischen Apparaten. Sie wird„zu teuer", bemerkt einer der Beamten. Weil Arbeiter- schütz Geld kostet, unterbleibt er. Vergeblich ist der Kampf der Beamten gegen die Abneigung der Unternehmer gegen Schutz- Vorschriften zu beachten. Allein im Potsdamer Bezirk mußten die Beamten in 37 Fällen die Beachtung ihrer Anordnungen durch polizeiliche Verfügungen erzwingen. Für Unfälle machen die Unternehmer häufig Leichtsinn der Arbeiter verantwortlich. Was zuweilen dahinter steckt, erfährt man aus Frankfurt a. O. Zwei HolzbearbeitungSbctriebe, mit den.gleichen Einrichtungen" und der gleichen Arbeitsintensität, zeigten die Verschiedenheit, daß in dem einen unverhältnismäßig viel mehr Unglücke passierten als in dem anderen. Der Aussichts- beamre kann sich die Erscheinung nicht anders erklären, als mit der Tatsache, daß oer eine Unternehmer Wert darauf legt, nur tüchtige, eingearbeitete Leute zu halten, während in dem Betriebe mit den zahlreichen Unfällen,„bei häufigem Wechsel, minderwertige Arbeiter" die Maschinen bedienen. Obwohl die Gefahr der Bleivergiftung seit Jahren in den Berichten und in der Presse erörtert wird, ist immer wieder die verbotswidrige Verwendung von Bleimennige zu melden. In einer Schleiferei benutzten die Arbeiter eine mit dem gefährlichen Material stark versetzte Farbe zum Anzeichnen fehler- hafter Stellen, auf den Tischen lagerten beträchtliche Mengen Färb- stoff. In einer Maschinenfabrik wurde Bleimennige zum Abdichten verwendet. Der Beamte meint, dem Unternehmer sei die.Giftigkeit" des Materials nicht bekannt gewesen.— Zweckdienliche Harmlosigkeit!— Die Beamten, die sich nicht wie Unterwürfige der Firma von den Unternehmern behandeln lassen, sind nicht gern gesehen. Ein Unternehmer im Landespolizeibezirk Berlin ließ den Aussichtsbeamten wie einen Bettler vor der Türe stehen, weil er es unterließ, sich vorher— im Bureau anzumelden. Solche Anmeldungen mögen allerdings in vielen Fällen sehr notwendig fein, um die erforderlichen Potemkinschen Dörfer zu errichten. Aus ver« schiedenen Aufsichtsbezirken berichten die Aufsichtsorgane, daß die Unternehmer gesetzliche Bestimmungen ganz plan- mäßig übertreten. Gegen das Entdecktwerden schützt eine beim Portier auslausende Organisation. Die gesetzwidrig Be- schäftigten sind strikte angewiesen, auf ein gegebenes Zeichen zu ver- schwinden. Hin und wieder kommt solches Treiben durch Zufall zur Kenntnis der Beamten.« Unter den Beamten gibt es leider auch solche, die einer Rück- wärtSreform das Wort reden. Der Bericht aus den RegierungS- bezirken Stettin und Stralsund enthält die erstaunliche Bemerkung, daß ein.allgemeines Bedürfnis" der Konfektionsgeschäfte, an Sonn- abenden einige Arbeiterinnen über die zulässige Zeit hinaus zu be- schäftigen, nicht verkannt werden könne. Das soll der Umstand be- weisen, daß die mit weniger als zehn Personen arbeitenden Geschäfte an den früheren Sonnabendabendschluß nicht gebunden sind und daher Kundschaft, die in den größeren Geschäften nicht wünsch- gemäß— Abänderungsarbeiten an Putzsachen— bedient würde, an sich.zögen. Da liegt es doch nahe, wenn man schon die Großunternehmer vor der Konkurrenz schützen will, auch den kleinen Betrieben die Beschäftigung über Ge- schäftsschluß hinaus zu untersagen. Der Putz, der bis Sonnabends entbehrt werden konnte, ist für den nächsten Tag auch noch nicht un- umgänglich notwendig. Andere Beamten wissen auch mitzuteilen, daß die unzulässige Beschäftigung von Arbeiterinnen durch allerhand Tricks verscheiert wird. Einmal läßt man die Arbeitsstelle wechseln, gibt Arbeiterinnen bald als gewerbliche, bald als im Handelsbetriebe Beschäftigte aus. In der Erscheinungen Flucht ist e i n fester Punkt: es ist die Milde der Gerichte, wenn sie Mißachter des Arbeiterschutzes aburteilen, muffen. Der Bericht aus Lüneburg enthält die Mit- teilung, daß in einer Konservenfabrik über 40 Schulkinder im Alter von 7—12 Jahren während der Schulferien täglich zehn Stunden mit dem Enthülsen von Bohnen beschäftigt worden waren. Den Besitzer und den verantwortlichen Buchhalter ver- urteilte das Schöffengericht zu je 3 Mark Geldstrafe. Die Be- rufungsinstanz erhöhte die Strafen auf 20 und 10 M. Schrecklich! Der Beamte von Arnsberg berichtet über folgenden, nach seiner Ansicht„wohl einzig dastehenden Fall". In einer Marmorschleiferei waren 7 Arbeiterinnen im Laufe mehrerer Wochen verschiedene Male von 6 Uhr früh an den ganzen Tag, die folgende Nacht und noch den nächsten Tag bis abends 7 Uhr mit dem Schleifen von Marmor- platten beschäftigt worden. Die nur durch kurze Pausen u n u n t e r- brochene Arbeitszeit dauerte in einzelnen Fällen bis zu 34 Stunden! Eine Arbeiterin hatte am Mittag des zweiten Tages die Arbeit einstellen müssen, da ihr die Kräfte versagten. Wegen dieser doch sicher aus edlen Motiven entsprungenen, von herz- erhebender Humanität zeugenden Gesetzesübertretung erkannte das Gericht auf die entsetzliche, unerhört harte Strafe von 100 M. resp. 200 M. Vielleicht hat der Unternehmer gar nur doppelt soviel mit der verbotswidrigen Beschäftigung„verdient". Da lohnt das Uebertreten von Arbeiterschutzgesetzen ja schon bald nicht mehr. Derselbe Beamte macht seinem gepreßten Herzen noch durch folgende Bemerkung Luft:„Manche Urteile erscheinen unier Berücksichtigung der vorliegenden Straftaten auffallend milde. So wurde eine Schneiderin, die mehr- fach Arbeiterinnen unter 16 Jahren und sogar ein Mädchen unter 14 Jahren an Sonnabenden bis 7>/-> Uhr beschäftigt hatte, mit nur 3 M. bestraft." Andere Beamte müssen wieder die Unzulänglichkeit des Kinder- schutzgesetzes konstatieren. Entweder betrachten die Gerichte Kinder, welche von ihren Eltern mit Zeitungsaustragen beschäftigt werden, überhaupt nicht als verbotswidrig beschäftigt, oder die Unternehmer schlagen mit verständnisinniger Zustimmung der Behörden dem Gesetz ein Schnippchen, indem sie formell der Zeitungsausträgerin den Vertrieb der Zeitung in eigene Regie geben, Kinder dann als im eigenen Betriebe tätig beschäftigt werden können. Wie vielerlei die Widerstände gegen Arbeiterschutz sind, dafür findet man in dem Bericht aus Düsseldorf noch eine eigenartige Mitteilung.„Wiederholt", so sagt der Beamte,„ist die Beobachtung gemocht worden, daß die Versicherungsgesellschaften Anordnungen treffen, die sich mit einem wirksamen Arbeiterschutz nicht vereinbaren lassen und zu Gegenmaßnahmen zwingen. So dringen Einbruchs- und Diebstahlversicherungsgesellschaften auf dauernden Verschluß der Notausgänge und verbieten ein ausreichend tiefes Herabführen von Notleitern..." Die Unternehmer kommen den Wünschen der Ver- sicherungsgesellschaften williger entgegen als den gesetzlichen Be- stimmungen. Das sind einige Ausschnitte aus dem Gesamtbilde. Dergleichen dunkle, ja noch tiefer abgetönte Punkte enthält es noch die Menge. Sie beweisen eindringlich, daß von einem Arbeiterschutz im all- gemeinen kaum die Rede sein kann und die minimalen g e s e tz- lichen Beschränkungen der Frauen- und Kinder- ausbeutung fast völlig unwirksam sind. Ein schärferer gesetzlicher Schutz muß mit einer Verbesserung der Aufsicht Hand in Hand gehen, um den schlimmsten Auswüchsen zu begegnen. Dazu aber ist sicher erst eine Reform des Wahlrechts in Preußen und der Einzug eines sozialeren Geistes in das Dreiklassenparlament vonnöten. ü. Sundestag der Arbeiterturner. Mannheim, 26. Mai. Der elfte Bundesturntag des Arbcitcrturnerbundes wurde Sonntagnachmittag in den Kaisersälen vom Bundesvorsitzenden Harnisch- Leipzig eröffnet. Der Bundestag ist von 1124 Dcle- gierten, 28 Kreisvertretern und Turnwarten beschickt. Außerdem sind zahlreiche Vertreter befreundeter Organisationen als Gäste an- wcsend. Es sind folgende Organisationen vertreten: Der öfter- rcichische �nrnerbund, der schweizerische GV'-tliturnerbund, die Zen- tralkommission für' Sport und Körperpflege, die Zentralstelle der Arbeiterjugend, der Arbeiterradfahrsrbund.'oer Arbeiterschwimmerbund und der Arbcitcrathletenbund. Die vorgesehene Tagcsord- nung wurde bestätigt. Die Verhandlungen wurden dann abgebrochen. Die Delegier- tcn zogen ini geschlossenen Zuge nach dem städtischen„Rosengarten", wo unter Beteiligung taufender Turngcnosscn und Genossinnen zu Ehren der Delegierten und zum zwanzigjährigen Jubiläum des Turnerbundcs ein Festbankett stattfavid. Hier wurden zahlreiche Begrüßungsreden gehalten, in denen der Freude Ausdruck gegeben wurde, daß der Bund trotz aller Anfeindungen in den zwanzig Jahren prächtige Fortschritte erzielte. Die zwanzig Jahre Bestehen des Bundes— sagte der Bundesvorsitzende— seien Jahre steten Kampfes gewesen. Gegenwärtig würde der Bund bekämpft wie noch nie. Die Gäste brachten die herzlichsten Grüße und Glück- wünsche ihrer Organisationen. Zu Beginn des zweiten V e r h a n d l u n g s t a g e s gab Bundcsvorsitzendcr Harnisch den Geschäftsbericht. Er verwies auf den gedruckten Bericht, von dem die Presse bereits einen Auszua brachte, und gab hierzu einige Ergänzungen. An der Be- richtszeit hatte der Bund eine Zunahme von 416 Vereinen mit 29 801 Mitgliedern zu verzeichnen. Er zählte am Schlüsse 1912 183 383 Vcreinsangchörigc über 14 Jahre. Harnisch besprach die Gründung der Zentralstelle für Sport und Körperpflege. Die Zcntralkommission setzt sich aus je einem Vertreter der Arbeiter- sportvcrcine zusammen. Der Arbeiterturncrbund ist auch im Ar- bcitsausschuß vertreten. Die Hauptaufgabe der Kommission solle sein, agitatorisch zu wirken. Redner ist der Ansicht, daß die kleineren Vereine sich zu größeren zusammenschlictzen sollten. Die Schwimmer und Athleten könnten sich sehr gut dem Turnerbund anschließen. Zum Schluß seiner Ausführungen betonte Harnisch, die Tätigkeit des Vorstandes sei eine sehr reichhaltige gewesen. Der Vorstand habe getan, was in seinen Kräften stand. Den Kassenbericht erstattete Schubert- Leipzig. Das Vermögen des Bundes hat sich im letzten Jahre um 20 696 M. vermehrt. Das Gesamtvcrmögen iinkl. Bundcsgeschäft und außer- ordentliche Unterstützungskasse) betrug am Jahresschluß 1912 201201 M. In der Diskussion wurden zunächst Anträge begründet. Der 16. Kreis wünscht, daß der Vorstand der Agitation erhöhte Auf- merksamkeit schenkt. Der Kampf gegen Jungdcutschland müßte energischer geführt werden. Die übrigen Anträge beziehen sich ans Verwaltungsangelegenhciten. Unter anderem wird die Herausgabe eines einheitlichen Mitgliedsbuches sowie einheitlicher Ouittungs- karten verlangt.— Kritisiert wurde die Tätigkeit der Zentralstelle für Sport und Körperpflege. Die Kommission lasse zu wenig von sich hören. Verlangt wurde von einem Redner, daß man gegen die Fußballklubs mehr vorgeht. Die Krcisorganisation sollte anders ausgestaltet, Beamte angestellt werden, die die Agitation zu b» treiben hätten. Nach Schließung der Debatte wurden Anträge angenommen, die wünschen, daß der Vorstand der Agitation erhöhte Aufmerksam- keit schenkt und bei dringeirden Fällen Referenten kostenlos zu Agitationsversammlungen den Kreisen stellt. Die An- und Ab- Meldung der Unfälle hat sowohl an den Bezirk wie an den Bund zu erfolgen. Anstelle der Bundesmitgliedskarte ist ein Mitglieds- buch mit Beitragsrubriken und Bundcsstatut herauszugeben. ES muß bis zum 1. Januar 1916 eingeführt werden. Den Bericht der Redaktion erstattet hierauf W i N d u n g- Leipzig. Das Pressewesen des Bundes hat durch die Be« schlüsse des letzten Bundestages eine wesentliche Erweiterung er« fahren, die„Moderne Körperkultur" wurde neu geschaffen und liegt in zwei Jahrgängen vor. Sie hat eine gute Aufnahme ge- funden. Die Auflage der„Arbeiterturnzeitung" beträgt rund 120 000 Exemplare, der„Freien Turnerin" 16 000 und oer„Moder- ncn Körperkultur" 17 000. Vom 1. Juli ab soll— so beantragt der Vorstand— eine weitere Zeitung„Jugend und Sport" mit vierzehntägigem Erscheinen herausgegeben werden.— Eine Aende- rung in der Tendenz der Arbeiterturnzeitung sei nicht eingetreten. In der Diskussion über diesen Bericht wurden Anträge begründet, die den Vorstand beauftragt haben wollen, die Turne- rinneabewegung in den Tageszeitungen, in der„Gleichheit" und in den Blättern derjenigen Gewerkschaften zu propagieren, die Frauen zu ihren Mitgliedern zählen. Die Arbeiterturnzeitung soll vierzehntäglich, die Freie Turnerin und die Moderne Körper« kultur vierwöchentlich erscheinen.— Diese Anträge fanden Annahme, Die Verhandlungen wurden dann vertagt, �HgeiKibewegiiHg. Der bürgerliche Jugendblock perfekt. Von dem Jungdeutschlandbund unter Führung deS General« feldmarschalls v. d. Goltz ist von seiner Gründung an eine Zusammen- faffung aller bürgerlichen Jugendvereine durch korporativen Anschluß an den Jungdeutschlandbund angestrebt worden. Längere Zeit haben dem die katholischen Jugendvereine widerstrebt. An« geblich weil ihnen der Jungdeutschlandbund nicht religiös genug ist, in Wirklichkeil aber, weil sie seine Konkurrenz fürchteten. Nun aber ist der Anschluß der mehrere hunderttausend Mitglieder zählenden katholischen Jugendvereine an den Jungdeutschlandbund vollzogen, und zwar durch folgendes Abkommen: 1. Der Anschluß von Vereinen erfolgt korporativ unter Wahrung ihrer Selbständigkeir. Junge Leute, die schon Mitglied eines Vereins sind, dürfen sich dem Jungdeutschlandbund nur durch ihren Verein anschließen. Der bei dem Jungdeutschlandbnnde geltende Grund« satz, daß er in seine selbstgeschaffenen Jungdeutschlandvereine keine Jünglinge aufnimmt, welche zu diesem Zweck aus einem anderen nationalen Verein ausgetreten sind, gilt auch für die jungen Leute aus den katholischen Jünglingsvereinen. 2. Die Jungdeutschland- Ortsvereine haben sich, wenn sie sich mit den Fortbildungsschülern in Verbindung setzen, nur an die noch nicht in nationalen Bereinen gesammelte Jugend, wie bereits allgemein üblich, zu wenden. Jugendliche, die also bereits Mitglieder von nationalen Vereinen sind, sind darauf hinzuweisen, daß sie durch ihre Vereine an den Jungdeutschlandveranstaltungcn teilzunehmen haben. 3. Falls die kalholischen Jugendvereinigungen für ihre Mitglieder Jugendabteilungen im Sinne des Jung« deutschlandbundes einrichten, ist dieser Bund bereit, für dieselben auf ihren Wunsch Führer und Hilfskräfte zu stellen. Diese Jugend- abteilungen nehmen auch an denselben Vergünstigungen und allen gemeinsamen Veranstaltungen des Jungdentschlandbundes wie alle anderen nationalen Vereine teil. 4. Die Jungdeutschlandver« einignngen mache» ihre Einzelmitglieder auf die bestehenden nationalen Jugend- pp. Vereine aufmerksam und regen den Eintritt in diese Vereine an. 5. Der Jungdeutschlandbund veranstaltet seine liebungen in der Regel an E-oiin- und Feiertagen, für den katholischen JünglingSvereinen angehörige Jugend- liche im allgemeinen außerhalb der Kirchzeit. Sollte ausnahmsweise eine Abweichung von dieser Regel für eine größere Beranstalwng gewünscht werden, so ist mit dem be« treffenden Präsides oder, falls sich ein solcher nicht am Orte be« findet, mit dem Ortsgeistlichen eine besondere Vereinbarung betreffend der katholischen Jugendvereinigungen zu treffen." Das Uebereinkommen, lvelches bereits die Zustimmung deS hochwürdigsten Episkopates gefunden hat, trägt die Unterschriften des Generalfeldmarschalls Frhr. v. d. G o l tz, als Vorfitzenden des Jungdeutschlandbundes, und deSOberpfarrerSDr.J.Drammer« Aachen, als Vorsitzenden des Zentralkomitees der katholischen Jugendvereine, und ist Mitte Mai in Kraft getreten. Damit ist die Zentralisation der bürgerlichen Jugondvereine im wesentlichen abgeschlossen. Bürgerliche und proletarische Jugend« bewegung stehen sich tief geschieden gegenüber und wir werden alle Kräfte aufzubieten haben, um die Jungmannschast des Proletariats und den Verführungskünsten der Jugendpfleger in Talar, Soutane vor Uniform zu bewahren. Jugendveranstaltunge«. Lichtenberg. Sonntag, den t. Juni: Spielpartie nach Sadoma— Ravenfteiner Mühle. Treffpunkt mittags 1 Uhr Bahnhof RummelÄurg: Abfahrt 1.10 Uhr. Das Heim ist an diesem Tage geschlossen. Bleiben Sie ehrlich in Ihrem Urteil und Sie werden nach einmaligem Versuch zugeben, dass Sie nie besser gewaschen haben, wie mit Persil. Millionen Hausfrauen brauchen und loben es täglich! Ueberall erhältlich, nie lose, nur in OriginaUPakcUn« HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Ruch Fabrikanten der allbeiiebten Henkers Bleich-Soda. |3 Fabrikanten n.Händler die Reichels Els- Aroma- Essenzen ver- arbeiten, erhöhen ihren Ab- satz durch die vollendet telne Sämtl. Sorten in Himbeer-, Erdbeer-, Ananas-, Zitronen-, Vanillegeschmack usw. und alle sonst zugehörigen Substanzen billigst. Erprobte Hezepte gratis. OttoReichel.Beriin S043,Eisenbahnst.4 I Die reellsten und billlgsteii Möbel und Pelsterwaren erhält man zu Kassapreisen in der seit 35 Jahren bestehenden Möbelfabrik von A. Schulz, Reichenberger Straße 5. Größte Auswahl in allen Holz- und Stilarten mit zehnjähriger Garantie.(5 Proz. Kassaskonto.) Ev. auf Katenzahlung. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Scblatstellen-Anzeigen 8 PfQ.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als II Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Borjlibrtge eleganteHcrrenanzüge und BaletotS aus ieinften Maßstosien 20— 40 Mari, Hosen 6—14 Wart. VerianbbauS Germania, Unter den Linden 21. Teppiche:(jebiprhaste) tn allen Größen, jaft für die HÄfle des WeNeS Teppichlager Brünn, Hadejcher Marti 4, Bahnbof BSrfe.(Leier des »Vorwärts' erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet! Betten, Stand 9,—. Brunnen. ftraß« 70, im Keller. 120051« Gardinen! Steppdecken> Portieren! Tischdecken I außergewöhnlich billig I Vorwärtslescr 6 Prozent Rabalt extra 1 Gardtnenhnus Brünn, Hacke- scher Warft 4(Bahnhof Börse). Sonntags geöffnet. Taschenbuch für Gartenfreunde Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemäße Bewirtschaftung des häus- lichen Zier-, Gemüse- und Obst. gartenS von Max HeSdörfer. Zweite vermehrte Auflage. Wit 137 Textabbildungen. Preis 3,50 Mark. Sxpe> dition Vorwärts, Lindenftr. 69. Kfuderwagen»� Teilzahlung. Woche t,—. Klappwagen I RiesenauSwahl I spottbillig. Weisels Nachs., Warschauer- ftroße 80. 581«' Teppiche, sarbiehlerhafte, lpott- billig, Gardinen, Parlieren, Stepp- decken, halben Preis. Vorwärislesern 5 Prozent Exirarabaii. Teppich- Thomas, Oraniensiraße 126. 645«' Mouatsanzüge, Paletots, großes Lager, jede Figur, kaust man am billigsten beim Fachmann; jede Aenderung nach Wunsch in eigener Werlstatt. S Prozent billiger für Vorwärtslescr. gürstenzelt, Schneider- nteister, Rosenihalerstraße 10. Pfandleihhaus Hermannplatz 6. Spottbilliger Bettenverkauf. Wäscheverfauf. Gardinenverkauf. Teppich- Verlans. Goldwarenlager. Riesen- auswahl Herrengarderobe. Sonntags- verkauf ebensalls.* Betten! Prachtvolle Betten, rosarote Inletts 6.751 9.751 Brausbetten 12,75, 15.75, 18,75. Daunenbetten 19,75, 32,50. Prachloolle Ansslcuer- Wäsche. Teppiche. Poptieren. Gar- dinen. Tischdecken. Stores. Tüll- decken. Steppdecken. Uhren. Ketten. Schmucksachen. Paletots. Anzüge spottbillig I Pfandleihe Paul Krüger, Brunnenstraße 47. 585«' .Klappwagen«, Kinderwagen, Teilzahlung 0,50 wöchentlich. Weisels, Andreasslraßc 4.__ 612«* Teppiche(Farbeniebier) enorm billig. Gardinen, Steppdecken direkt Fabrik. Mauerhoff, Große Frank- iurler Straße 9, parterre..Vorwärts"- leser zehn Prozent I 609K' Echte Plnlchteppiche mit tleinen Webesehlern, Prima Oualilät. 130/200 14,25, 160/230 20,75, 200/300 33,50 Teppichhaus Emil Lisövre, nur Oranienslraße 153. Nirgends Filialen. KlcingcuiusterteBoncle-TcpPiche, ein großer Posten diverse Größen, unter Preis. Tcppichhaus Lessvre. nur Oranienstraße 158. 270K' Klappwage». weg 3. Kamrath, Grüner- 1005b Gaszweilvchtocher, 3,50, Wohl- auer, Grüncrwcg 3. 1006b Wäschekredit! Reellen Privat- familien unter strengster Diskretton Wochenzahlungen 1,00 anfangend. Bettwäsche, Leibwäsche, Tischwäsche. Wäschesabrlk Lewin, Hirtenstraße 12. Postkartenorder— Verlreterbesuch. Gescbäftsverkäafe. Grosjbrancreicn. Vertreter empfehlen Einrichtungen Kaushilss- gelber, Ablösungen, Nachweis, Rcstaurantkäuse, Verkäufe(vor- mittags). Bierebel, Kaiserslraße 25a. Bäckeret- Niederlage, an der Hauptstraße gelegen, sofort zu ver- lausen. Offerten Pasllagerkarte Nummer 6 Weißensee.+128 Tanzlokal, nahen Vorort, schattiger Garten, Versammlungen, Vereine, vssentlicher Tanz, lange Jahre tn einer Hand, zur Ruh sehungshalbcr billig zu verkaufen. Miete 2400 Mark. Näheres Brinkmann, Andreasstraße2S. Zigarrengeschäft zu verkaufen NO, Goldaperstraße 4.+78 Milchgeschäft, guter Neben- verdienst, Familienverhältnisse wegen billig. Offerten 0, Bastianstraße 6. Selterfabrik verkäuflich. Näheres Königsbergersiraße 35, Seisengeschäsl Mobcl-Coh», 1. Geschäft: Große Franksurterstraße 58, 2. Geschäft: Grüner Weg 109. Wohnungs- Einrichtungen aus bequeme Teil« zahlung. Stube und Küche An- zahiung von 15 Marl an. Einzelne Möbelstücke Anzahlung von 5 Mark an. Moderne Schlafzimmer, Speise- zimmer, Herrenzimmer. In bunten Küchen riesengroße Auswahl. Liefere auch nach auswärts. Abzahlung wöchentlich, monatlich, ganz nach Wunsch. Größte Rücksicht bei Krank- heil und Arbeitslofigteit. Vorzeiger dieses Inserats erhält beim«aus 5 Mark gutgeschrieben. Sonntags 8—10 geöffnet. 2930K' Säulenumbau, Ankleideschrank, englische Betten, Plüschsosa, Kleider- schrank, Vertiko billig. Albrecht- straße 23 I. rechts. Händler aus- geschloffen._ 990b Ergänzungsmöbel. Nußbaum, Mahagoni. Eiche. Schreibtische, Bü< sests, Kleiderschränke, Verlilo, Bett- stellen 30,—, Sosaumbaue, Garni, Uiren, hübsche Kuchen. Leisiungs- sähsgste Bezugsquelle im Osten. Andreasstraße 30. 664K Dreihundert Bettstellen, Matratzen von 5,—, Kleiderschränke, Vertikos 12,—, Kommoden, Küchenspinde, Waschtoiletten. Spiegelspinde 10.—, Tische 3,—, Sosatische 7,50 an usw. Nene Möbel sehr billig. Möbel- spetcher Prinzenstraße 71, Stargardt u. Zubeil. K65K' Bilder. Bilder, Sie lausen Bilder nirgends billiger als direkt gabril bei Bilder- Bogdan, Weinmeisterslraße 2. 2248« Fahrräder. Erstklassige Fahrräder, Monatsrate 10 Mark. Louis Barth, Brücken- straße 10a, l. Etage. 79«« Brolstelle für Barbier Neukölln Emsersttaße 78.+66 Milchgeschäft wegen anderem Uiilcrncbmen sofort billig zu ver- kaufen Raabestraße 14. 94/7 Möbel. Model ohne»etb! Bei kleiner Anzahlung� geben Whfschasten und einzelne Stück« aus Kredit unier äußerster PreiSnotierung. auch Waren aller Art. Der ganz« One» iauii bei uns. Krettchmaii!! u. I!o., Koppen- straße 4.(Schlesischer Bahnhof.)« Monatsanzug« und Sommer Paletots von 5 Marl sowie Hosen von 1,50, Gebrockanzägr von 12.00, Fracks von 2, HO, sowie für korpulente Figuren. Neue Gardcrohe zu stauneud billigen Preisen. auS Pfandleihen ver. lallene Sachen kaust man am billigsten bei Naß, Mulackstraße 14. Teppiche, vorwärtslescr erhalten 20 Prozent. Große Partien Tcppiche mit llcincn Webesehlern, jetzt Größe zirka 200: 300 13.50, 250: 350 •22,50, 300--MO 28,50. Gardinen, Portieren, Tischdecken, Sosadeckcn, Felle, Läuserstoffe spottbillig. Therese Lesevre, Teppich- Spezialhaus mit Fabrikation. Potsdamerstraße 106d (kein Laden). Hausnummer beachten. Leihhaus.Brunnen«. Betten spottbillig Brunnenstraße 118, Ecke Usedomstraßc. 28K' Mittclbachs Radsahrerkarte. Gau 20(Berlin), reichend von Neustrclitz bis Torgau, von Stendal bis Kott- du«, ausgezogen, in Karton 2.60®. Luch Handlung Vorwärts, Linden- praße 69, Laden. Teilzahlung. Möbel bei tleinster Anzahlung. Ich nehme ältere Möbel in Zahlung. Lsserlcn Lagerkarte 130 Postamt 102. � 509«' Wöhniingseinrichtuiia, alles noch neu, stauneud billig verkäuflich. Rosen- thalerskraße 57, vorn III bei Glas.' Mcrallbettcn, zwei, modern, Kinderbett spottbillig verkäuflich Zoffcnerftraße tO, Hulgeschäst. 92/9* Tischlermeister gibt Möbel aus Teilzahlung bei beliebiger Anzahlung zum Kassenpreis. Stets Gelegcnheiis- täuse in gebrauchlen und zurück- gesetzle» Möbeln, auch aus Teil- zahlmig. Nachweis von Kunden wird gut honoriert. Offerten Post- amt 90.Postlagerkartc 44" Mahagoni! Büfetts, Änklchde- schränke, Schreibtische, VcrtikoS, Tische, Trumeaus, Sosauiubrniten, Waschkommoden, sowie lompletic QalonS verkaust enorm billig. M. Hirschowitz, Statitzerstraße 25, Hochbahn Kott- buser Tor. 632K Mödclkredit. Ich bin billig und gebe langen Kredit. Stube und Küche mit 15 Marl, einzelne Stück« 4 Mark Anzahlung, ileinile Raten. Tannen- zops, Älumenstraßc 2. S10K' SiurFahrradvcrineb..Groß-BerUn" hat lolossal billige Preise, in Ihrem eigenen Interesse decken Sie Ihren Bedarf dortselbst. Neue Fahrräder, ohne Gummi 39,—, mit Gummi 35,—, 43,—, 48,—, 55,—. Gebrauchte 10,— an. Sämtliches Zubehör un- bedingt reell, billig und gut. Achten «ie aus unsere Verlaussslellen: Müllerstraß« 13, Turm straße 25,J3nb|traßc 9, Bruunmftrage 145, Neue Schönhauser- straße 9, Eharlvstenburg. Spandauer Berg 29. 309«' Torpedonabe gratis als Pfingst- präsent erhält von heute ab jeder Käufer eines„Rund um Berlin'- Rades einmontiert.„Rund um Berlin'- Räder sind tonangebend und als durchaus erstklassig iiihrclang bekannt und besonders von Rennfahrern bc- vorzugt. Preisliste 1913 kostenlos. Spezialräder, neueste Modelle, für Händler mit Pneumatiks von Mgrk 35,— an: Zubehörteile zu Engros- preisen. Spezialabteilung Pneumattk- Eroßlager, lonturrenzlose Preise und Quasttäten. Fabrradgroßhaus Phono- graphen-Katz, Weinmeisterslraße nur Nr. 0, Chauffecstraße 92, Große Franksurterslraße 144, Neukölln, Hermannplatz 6 und Bergstraße 4(Ecke Zielen str aße)._______ 061/14* Freilaufrod. ladello», neuerhatten, 30,—, Kraus. Andreasslraße 54. Plalinabsälle, alle Goldsachen, Bruchgold, Silber, Gebisse, alte Uhren, Kehrgold, Goldwatten, Quecksilber, Stanniol sowie sämtliche Gold-, Silber-, plaiinhaliigen Rückstände lauft Broh, EdelmeiaUschmelze, Berlin, Köpcnickerstraße 29. Telephon Moritz- Platz 3476. 580K' Plannabfälle, Gramm 5.70, Ali- gold, Silber, Zahngebisse, Stanniol, Quecksilber lauft höchslzahlcnd Blämei, Schmelzerei, Auguststraße 19 III.+3' Goldschmelze kaust Silber, Plalin absälle, Zahngebisse, Quecksilber, Stanniol, alle Melalle. höchstzahlend Witwe Marie Nieper. Nur Köpenicker- straße 157. 479«» Stellung findet jedermann nach Absolvierung eines Kurses bei der Eharlottenburger Auw- Fachschule, Berlin< Charlottenburg, Bismarck- straße 100. Honorar mäßig, Prospekt gratis. 644«' Verschiedenes. Slrbeitergesangvcrcin Osten will sich verschmelzen mit ebensolchem. Antwort E. 17, Postamt 99.+78 Patentanwalt Müller, G tisch mer- straße 81. 243SK' Zahngebiffe, Zahn bis 1,25(komme selbst). Piatina 5.80, Altgold, Altfilber. Goldschmied Bruckard, Mulackstr. 23. nahe Rosenihalerstraße. 899b' Zahngebiffe, Zahn bis 1.00, Plaiinabsälle, Goioankaus. höchst- zahlend.Gcldkonwr', Fabrilvcr- kauf«Ii- Jakobstraße 139/140. Zahngebisse, Plallnabsälle, Gold- einkaus, Silber, Quecksilber, Slanniol höchstzahlend Schmelzerei Müller. Tellowerslraße 10. 941b' Kupfer 110—125, Messing KS— 85, Blei, Zink, Zinn, wie alle Arten Ab sälle höchstzahlend, straße 56( Meyer, Elisabeth- 94/10 Höchstzahlend für getragene Jackctt- anzüge usw., hole überall ab. Duhll, Saarbrückcrstraße 7. 1001b Unterricht. Auto-Fachschul«(Ingenieur Scha- Piro), staatlich lonzessionierl. mit großer Reparaiur-Werlstätte, Berlin- Wilmersdorf, Berlinerstraße 16. Tag- und Abendlurse. Honorar 100 Mark. 137K' Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fori- geschrittene, einzeln oder im Zirkel, wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Uebersetzungen an- gefertigt. G. Swienly. Liebknecht Charlottenburg, Siuttgarterpiatz 9 Gartenbaus Iii. 44«' Patentanwalt Wessel, Gitschiner- ftraße 94a. Pfandleihe, Schwedierflraße 11. höchstbeleihend, 248/5« Gevrock, Frack und smoking- anzöge verleiht LandSbergerslr. 91a, 1 Treppe. 750b' Slnhmaschinenreparaturen fach- Semäß, schnell, billigst, in eigener ierkstait, auch außer dem Hause. Bellmann. Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße. 292K' >Tie Beleidigung gegen Herrn Lochschmiis nehme ich hiermit zurück Frau Frenze!, Rhinowerstraße 3. iiimmer. Möbliertes Zimmer für Herrn oder Dame Wiesenstraße 10, II linls. 825b' Möbliertes Zimmer, Flureingang, 1 auch 2 Herren. Hinz, Jnsterburger- straße 9, Ausganz II, vorn II.+78 Möbliertes Flurzimmer, 1 oder 2 Herren oder anständige Damen. Elsasserstraße 37, vorn IV, Waller (Nähe--oteitiner Bahnhos).+36 Möbliertes Zimmer Teilnehmer. 1l Mark. Admiralstraße ISh, Quergebäude III, Reiher.+58 Möbliertes Zimmer. Reichen� bergerstraße 16, Witwe Wagner. Lchlskstellen. Möblierte Schlafstelle. Kürassier- straße 15 III, Hensel. 1000b Aufpolsierung, Sosa, Matratzen billig, im, außerm Hause. Chaussee- straße 74, Schäfer. 94/12 (idunden u. verloren Verloren von einem Arbeitslosen vom Roseneck bis PaulSbom Porte- monnaie mit Inhalt. Es wird ge- beten, dasselbe in der.Vorwärts»- Ausgabestelle, Schöneberg, Martin- Lutherslraße 69, abzugeben. 1006b Vermietungen. Laden mit Wohimiig, passend für Schuhmaibcret, sofort oder zum t. Juli zu vermieten Neukölln. Jdealpaffage. � Bordiergeichäft verpachtet ßflim. rief, Knesebeckstraße 86.+65 ilnnahmeilellen für„Kleine Anzeigen" Herrenrad, gutorhattenes, Frau Rolsiroh, Kreutzigerstraße 6(Frank- surterallee). 94/9 kauigesuche. Zahngebiffe, Goldsachen, Kilber- sachen.Pialinabsälle, sämiliche Metalle höchstzahlend. Schmeizerei Ehristtonal, «öpenickerstraße 20 a(gegenüber Manieuffelffraße)._ 69/r Kcrlin C. 51. Hahnisch, Ackerstr. 174. W. E. Schmidt,«irchbachstr. 14. tt. vi. Haitetbusch, Petersburger Platz 4. Gustav Vogel» Koppen- straße 83. R. SLeiigels, Gr. Franksurter Str. 120. Att. L. Zucht, Jmmanueitirchstr. 12. I. Renl, Barntmstr. 42. Dl. iiS. Banman». Rheinsberger Sir. 67. H. Fischer, Baftianstr. 6. Karl Mars, Greifenhagener Str. 23. I. Hönisch, Müllerstr. 34a. H. Vogel. Lortzingstr. 37. Zl. Zieu, Jnvalidenstr. 124. L. Teäiaild. Ruheplatzstr, 24. VW. Solomon Joseph. Salzioedelerstr. 8, SW. H. Werner, Gneffsnaustr 72. Tarh», Hagelberger Str. 27. d». 2t. Frin, Prinzenstr. 31. H. Lehmanu. Kotlbuser Dainm 8. isv. Paul Böhm, Lausitzer Play 14/15. P. Harsch, Engeluser 15. Adlcrnhof. Karl Schwarzlose, BiSmarckftr. 50. Itauninchnlenwes. H. Hornig. Manenchalerftr. 18, L Itorsigwalde. Paul Kieuast, Räuschstr. 10. OknelettendileK. Gustav Scharnberg. Sesenheimer Str. 1. Eeiedi-ielis-lingen. Ernst TOcrkmann, Köpenicker Str. 18. (-■rttneiii. Franz Klein, Friedrichstr. 10. dlaii«n»i«ede»I. Max Gauschur. Perkstr. 6. Kiei-Inkoent. lllichord Küter, Rödelstr. 9, II. Eliinenieli. Emil BLisiier,«ieijtiftr. 6, Laden. Eientenberg. Cl-'s Teilet. Äartenbergstr. 1. Ä'iedor-Schönewclde. Wilh. Unruh. Brückenftr. 10. Bfowawe«. Wilhelm Joppe, Lnlherstr. 2. akei-.SetiitneHveö�r. Alfred BaSc->. WUHelminenhosstr. 17, Laden. EnnKosr. Otto Ristmann, Mühlensti. 30. IkeiBielteitdeet. P. Gursch, Provuazstr. 56, Laden. /Kenkttlin. M. Heinrich, Neckarirr. 2. Eonrad, Hennaunstr. 50. 6. Rohr. Siegstckessu. 38/29. Unnimelisburs. St. Rosenkranz, Zllt-Roxhagen 56. Schonel»crg. TÄilhelm Vaumler, Marlin-Luther-Str. 69 im Laden. stipandtui. Köppeu, Breitestr. 04. fsteglit/.. H. Berusee, Alsenftr. 5. TeiupelKok. Joh. Krohn, Borussiaslr. 62. I'eepterv. Robert Gramenz, itiesbolzstr. 412, Laden. HVeilieitnev- Fubriiiaun, Sedansir. 105. Tchillerr. Berliner Allee 253. H�'ilioei'ndaek. Paul Schubert, Wilb-stmsaue 27. Möblierte Schlafstelle(Herrn). Abends 8 Uhr. Frau Lewange, Forsterstraße 7, vorn IV.+78 Möblierte Schlasstelle oermieie! Wadai, Swinemünderstr. 97, I. Auf- gang, 2 Treppen vorn.+88 Tchlafstelle für Herrn. Linien- straße 79 III, Frau«laus.+:I6 Schlafstelle Winsftr. 45, vorn lll. Moranz� �+70 Freundliche Schlasstelle. Holz', Gneisenauslraße 90. 94/5 Schönhauserallee. Bessere Schlaf- stelle, allein, Pappelallee 54, IV rechts.+86 Ftietszesuctiv. Laden mit einem anschließenden Zimmer oder Zweizimmcrrvobiiimg vorn parterre, für Zeitungsspedition, zwischen Brunnen- und Ackerstraße, nördlich der Bernauerstraße, zum l. Ottober zu mieten gesucht. Onerlen mit Preisangabe unter.Spedition" an die Expedition des.Borwärls', Lindenstraß» 69, erbeten.' �.rheitsmarkt. StellensnAebots. Laufbursche zum Mitreisen ver- langt Photograph, Freienwalder- straße 6.+57 Verband der Gastwirtsgebilfan. Für organisierte lKastwirts- gehilfe» find gesperrt: Oriningl-Nsclikpötöi' Martin Inhaber Hartin, Münzstraste, Ecke Kaiser-Wilhelm-Ttraste. wegen Nichtanerlennung derOrgani- salion. Ke5iliell!-re8l5Sle Inhaber H�'t»>ter»te!a, Lauds- bergcr Str. SM, wegen Tarisbruch. 31/16* Ortsverwaltung Berlin. liorn Wegen M a st r c g e l«« g des Plastvertreters find die Kollegen der Firma �Wlenenei-and, Reichenberger 2tr. 7S»/80 und Rittcrstraste 38, in den Streik getreten. Ter Betrieb ist g«. sperrt. 174/9« �llliÄverdziii! der Steißartör, Ortsverwaltung Berlin. ße 69, Laden._* zaps, Älumeiiftraße 8._ 510«* Manieuffelstraße). 59/1* Wilmerndorf. Paul Schubert,»ubelmsaue 37._ OrtsvorwalluBfl Bi ß�antVortlicherRedakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Jnieratenteil vermttw.: Th. Giockc/�erlin. Druck>4. Verlag: VorwartH vuchdruckerei u. Verlagsanstail Paul Singer u. Aertm SÄ