Nr. 163. flbonnementS'Bcdingungvas die Sozialdemokratie mit dem Volksfeind- lichen, dem freihcitsfeindlichen Militarismus meint: das grau- same Werkzeug der herrschenden Klasse zur Sicherung und Erhöhung ihres Profits und zur Niederhaltung des auf- strebenden, nach Freiheit dürstenden Volkes. Diesen Militarismus bekämpft die Sozialdemokratie mit allen Kräften, die ihr zu Gebote stehen. Sic bekämpft da- mit aber nicht die Wehrhaftigkeit des Volkes, nicht die Stärke und das innere und äußere Ansehen des Vaterlandes. Das eine wie das andere wird erst wirklich herbeigeführt und dauernd gewährleistet, wenn die Sozialdemokratie die grund- sätzliche Forderung ihres Erfurter Programms durchge- setzt hat: Erziehung zur allgemeinen Wehrhaftigkeit. Bolkstvehr an Stelle der stehenden Heere. Entscheidung von Krieg und Frieden durch die Bolksvcrtretung. Schlichtung aller internationalen Streitigkeiten auf schiedsgerichtlichem Wege. *» * Die dritte Lesung der Wehrvorlage. Der Reichstag steht unmittelbar vor der Verabschiedung der größten Wehrvorlage, die Deutschland und die Welt je gesehen hat, und von der doch bis vor wenigen Monaten selbst eingeweihte Politiker, vielleicht sogar die Herren im Kriegsministerium, sich nichts haben träumen lassen. Es ist ein Zeichen der Zeit, daß dennoch keine einzige bürgerliche Partei einen entschiedenen Widerstand gegen diese Anmaßungen der Rüstungslreiber gewagt hat, daß ohne ernst- haften Widerstand die Forderungen der Militärvorlage, die anfangs wie ein Märchen aus Tausend und eine Nacht wirk- ten, alle Engpässe und Schwierigkeiten des parlamentarischen Jnstanzenzuges passiert haben. Am Sonnabend war für die eigentliche Wehrvorlagc die letzte Instanz zu überwinden, die dritte Lesung im Plenuni, die Abstimmung erfolgt jedoch erst am nächsten Mon- tag, weil man am Sonnabend die Abgeordneten nicht in ge- nügender Zahl zusammenzuhalten sich zutraute. Die zweite Hälfte der Sonnabendsitzung verlief deshalb auch in einem Zustande des Reichstages, der für die innere Anteilnahme der bürgerlichen Reichstagsabgeordneten an ihrem neuesten Gesetzeswerk einen bezeichnenden Gradmesser bildete: Ein leeres Haus, in dem unruhige Abgeordnete durcheinander- liefen, und in dem kaum einer auf das Murmeln auf dem Präsidentenstuhle hörte, weil ihn W) keiner verstand. Glücklicherweise war die Sitzung schon früh zu Ende. Andersifreilich war der erste Teil der Sitzung. Er stand unter dem Zeichen einer Rede S ch c i d e m a n n s, der als der Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion noch einmal alle Argumente, die die Sozialdemokratie zur Ablehnung der Vorlage veranlassen, knapp, klar und durchschlagend zu- sammenfaßte. Mit hellschmetterndem Tromvetenton klagte er die bürgerliche Mehrheit an: wegen ihrer Nachgiebigkeit gegen maßlose Wünsche der Militaristen mit und ohne Uni- form, wegen ihrer Feigheit in der Bekämpfung der unerhörten Mißstände im heutigen Heereswesen, wegen ihres frevelhaften Spiels mit dem Völkerfrieden. Stürmische Zustimmung unserer Fraktion fand er gleich zu Anfang, als er mit einigen kennzeichnenden Worten das ungeheuerliche Schrecken surteil des Erfurter Kriegsgc- r i ch t s geißelte. Um dieses Urteil drehte sich auch hauptsächlich— abgesehen von den sachlich unerheblichen Redensarten des Reichs- kanzlers— die weitere Debatte. Unsere Fraktion hatte unter dem frischen Eindruck der Nachricht aus Erfurt sofort aus den zahlreichen, von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnten Anträgen zur zweiten Lesung den Antrag erneut eingebracht, der die Ungeheuerlich- keit solcher Urteile in Zukunft verhindern will, den Antrag, der für eine Reihe von Paragraphen des Militärstrafgesetz- buches die jetzt noch nicht statthafte Zulassung von Straf- Milderungen verlangt. Unser Genosse Schulz, der Ver- treter von Erfurt, unterbreitete dem Reichstage auf Grund sofort eingezogener genauer Erkundigungen und an der Hand eines ausführlichen Prvzeßberichtes des amtlichen Erlnrter Blattes, dos„Allgemeinen Anzeigers", die näheren Einzel- heiten des Erturter Falles, aus denen sich ergab, daß es sich bei dem Vorkommnis, das die furchtbaren Strafen im Ge- folge gehabt hat, um eine ganz gewöhnliche Wirtshausraufe- rei handelt, die yur dadurch für die Beteiligten statt mit einigen Monaten Gefängnis mit mehreren fahren Zuchthaus geahndet wird, weil sie sich am Tage der Kontrollversamm- lung, aber stundenlang nach der Kontrollvcrsammlung und ohne inneren Zusammenhang mit ihr, abgespielt hat. Die Genossen Frank und Stadthagen wiesen ebenfalls nachdrücklich auf die Unmenschlichkeit des Urteils hin. Aber auch die bürgerlichen Abgeordneten konnten sich dem furchtbaren Eindruck nicht entziehen, daß um harmloser Alkoholerzesse willen sieben Familienväter, die sonst achtungs- volle Männer sind, in namenloses Unglück gestürmt werden— nur weil es eine überlebte Rechtsprechung und der nnbeug- same und fortschrittsfeindliche Starrsinn der Militärver- waltnng so wollen! Die Verhandlungen über diesen Gegenstand, wurden gegen die üblichen parlamentarischen Gepflogenheiten � der erschütternde Eindruck der nackten Tatsachen setzte sich einfach und unwiderstehlich durch!— abgebrochen und aus Montag vertagt. Die maßgebenden bürgerlichen Parteien haben sich verpflichtet, gemeinsam mit der Sozialdemokratie am Mon- tag durch ein Notgesetz, das an erster Stelle der Tagcsord- nung gleich in allen drei Lesungen beraten und angenommen werden soll, die notwendigsten Acnderungen des Militär- strafgesetzbuchcs zu beschließen, sofern der Reichskanzler bis dahin eine befriedigende Erklärung über die Zustimmung der Regierung zu dem Gesetz abgibt. Geschieht dies nicht, so wollen die Fortschrittler, die Nationalliberalen und das Zentrum für den sozialdemokratischen Antrag, der die Reform in die Wehrvorlagc hincinarbeilen will, stimmen. � Damit wäre eine Verbesserung erreicht, eine bescheidene nur, gemessen an dem Maß der Verbcsserungen, die die Sozialdemokratie im ganzen vorgeschlagen hatte, aber doch eine Verbesserung, die das furchtbarste Unglück in Zukunft zu verhindern vermag. Die beklagenswerten Qpfer der gegenwärtigen Militär- justiz freilich hätten noch keinen Gewinn von dieser Verbesse- rung, der Kriegsmimster vermochte nur etwas von der Gnade des Königs zu stammeln. Und die Tatsache, daß die Erfurter Opfer obne ihr Wissen und Zutun zu Märtyrern und Pio- nieren fiir eine menschlichere Handhabung der grausamen Militärrechtsprechung geworden sind, wird für die Unglück- lichen, die auf fürchterliche fünf Jahre durch hohe Kerker- mauern von dem Leben mit seiner Arbeit und seinen Freuden ausgeschlossen sind, und für ihre unglücklichen Faniilien, die in fünf schweren Fahren der Not und Sorge draußen ihrer harren, auch nur ein armseliger Trost sein. Dem System gilt nach»vie vor der Kampf! Die Sozialdemokratie wird ihn führe»! Nieder mit dem Militarismus! Das Crfurter Schreckensurteil. In Ergänzung unserer gestrigen telegraphischen Meldung wird uns noch auS Erfurt geschrieben': Wegen militärischen Aufruhrs und Widerstandes gegen die Staatsgewalt standen am Freitag sieben Landwehrleute und zwar die Arbeiter Moritz Sen, der Zimmermann Friedrich Hage ni e h e r, der Arbeiter Karl R o p t e, der Zimmermann Karl GewrgeS, der Bergarbeiter Thielo Kolbe, der Maurer Friedrich L a n g h o l m und der Knecht Karl S ch i r m e r vor dem Kriegs gericht in Erfurt. Sämtliche Angeklagten wohnen in W o l k r a m s Hausen bei Nordhausen und sechs von ihnen sind Familienväter. Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Die Angeklagten kehrten am 16. April 1913, von einer Kontrollversammlun zurückkommend, in einem Restaurant in Ruxleben ein, wo sie— wie das namentlich in ländlichen Gegenden bei derartigen Anlässen üblich ist— dem Alkohol zusprachen. Im angetrunkenen Zustande liesten sich die Leute nun zu törichten Handlungen hinreisten, die weil sie an dem Tage den drakonischen Militär-Straf gesehen unterstanden, verhängnisvolle Folgen für sie haben sollten. Die Angeklagten umlagerten die Ausschankstelle, tranken tüchtig Bier und belästigten eine am Ausschank beschäftigte Fnm Der Angeklagte Georges war auch mit einem anderen Gast Differenzen geraten. Als der Polizeisergeant Müller in das Lokal kam und die Leute zur Ruhe und zum Zuhausegehen aufforderte, kam eS zu Auseinandersetzungen. Auf Anordnung deS Polizisten forderte der Wirt nunmehr die Leute auf, daS Lokal zu verlassen Diese leisteten Widerstand und nahmen eine drohende Haltung eut Der Polizist rief telephonisch den Gendarm Stock herbei. Die Beamten drängten die Landwehrleute zur Tür hinaus, wobei sie, durch den heftigen Widerstand veranlaht, dir Waffe zogen. Der Angeklagte Sen erhielt von dem Gendarm mit dem Säbel einen Schlag auf den Arm. Der Alkoholteufel peitschte die Leute zu noch weiterem Widerstand auf. Sie versuchten gemeinsam er« neut in das Haus einzudringen, weil sie der Ansicht waren, dast sie zu Unrecht hinausgeworfen seien. Bor Gericht erklärten die Angeklagten unter Tränen, dast sie sich heute gar nicht denken könnten, wie daS alles habe so kommen können, sie hätten im Rausch nicht gewustt, waS sie taten Einige Angeklagte sollten nach Informationen, die daS Gericht ein- gezogen hatte, aufrührerische und gewalttätige Menschen sein Doch der Gemeindevorsteher von Wolkramshausen stellte ihnen das beste Zeugnis auS. Sie seien alle gute Charakteure, und man könne ihnen nichts Nachteiliges nachreden. Sie seien nur durch den Einflust deS Alkohols zu der Tat hingerissen worden Auch für die Annahme des Borsitzenden, als ob die An geklagten von»einer gewissen Seite� durch falsche Belehrungen verinffußt worden seien, wurde in der Verhandlung nicht der geringste Beweis erbracht. Während der Verhandlung spielten sich tragische Szenen ab. Die Plädoyers mustten mehrere Male unterbrochen werden, weil der Angeklagte Georges in Weinkrämpfe fiel. Die Frau eines Angeklagten mutzte ohnmächtig aus dem Zuhörcrraum getragen werben. DaS Urteil lautete gegen Sen auf 6 Jahre 3 Monate Zucht- hauS, Hagemeyer ö Jahre 6 Monate Zuchthaus, S ch i r m e r S Jahre 2 Monate Zuchthaus, Georges S.Jahre 6 Monate Ge- fängniS, Kolbe S Jahre 3 Monate Gefängnis, L a n g h e I m 1 Jahr und R o p t e 7 Monate Gefängnis. Ferner wurde gegen die ersten fünf Angeklagten die Entfernung aus dem Heere auS- gesprochen. Das grauenerregende Urteil hat am Sonnabend im Reichstage zu lebhaften und nicht ergebnislosen Auseinander- setzungen geführt. Wir verweisen unsere Leser auf den Leitartikel und den Rcichstagsbericht in dieser Nummer. Politische Cleberlicbt. Will das Zentrum umfallen? Die„Germania" schreibt zu der Reichstagssitzung vom Sonnabend, der Antrag Haase, der die S t e u e r p f l i ch t der F ü r st e n in das Vermögenszuwachssteuergcsetz hinein- schreibt, sei„anscheinend durch ein Versehen eines Teils des Zentrums" zur Annahme gelangt. Wahr- scheinlich, meint dazu das Blatt, werden ausser in diesem Punkt auch in anderen noch Korrekturen in der dritten Lesung notwendig sein. Es wäre ja für diese„Volkspartei" recht charakteristisch, wenn sie es wagte, durch ihr Votum ein unerhörtes und völlig unberechtigtes Privileg zu stützen. Denn auf die Justiz, die allerdings die Steuerfreiheit der Fürsten schon jetzt verneinen müßte, auch ohne daß der Reichstag das Gegenteil ausdrücklich beschließt, ist in solchen Fällen nur allzuwenig Verlaß. Wenn übrigens der Freiherr v. Zedlitz die Regierung auffordert, der Bcsitzsteuervorlage ihr„Unannehmbar" ent- gegenzusetzen, falls die Steuerpflicht der Fürsten nicht ge- strichen werde, so können wir uns dieser Aufforderung nur anschließen, borausgesetzt, daß der Reichstag wegen dieser Frage dann auch a u f g e l ö st wird. Denn eine bessere Pro- pagierung des republikanischen Gedankens als diese Regie- rungstat könnten wir uns gar nicht mehr denken. Streikende und Streikbrecher. ' Kürzlich wurde in Frauendorf bei Stettin ein Strei- kender von einem Streikbrecher erstochen. Die Tat des Ar- beitswilligen Brandenburg, der dem streikenden Kühl das Messer in den Leib stieß und durch die Verletzung seinen Tod herbeiführte, steht einwandfrei fest. Der Brandenburg ist nach unseren Begriffen ein Mörder, der ein blühendes Men- schenleben auf dem Gewissen hat. Trotzdem also B. dem Strafgesetz verfallen ist und auf seine Tat eine sehr schwere Strafe steht, wurde er auf freien Fuß gesetzt. Nun das Gegenstück: Es hat sich in Stolv abgespielt: allerdings handelt es sich nicht un: einen Arbeitswilligen, sondern um einen Streikenden. Vor dem dortigen Schwur- gericht standen am Donnerstag die Maurer Bauske und Willy Müller. Sie werden beschuldigt, anläßlich eines Auf laufes, der entstand, als Arbeitswillige unter polizeilicher Bewachung von einem Neubau nach ihrer Wohnung gebracht wurden, Gewalttätigkeiten gegen die Polizei begangen zu haben. Bauske soll, so behauptet die Anklage, mit einer Flasche nach einem Polizisten geworfen haben. Die als Zeugen vernommenen Beamten über die Täterschaft Bauskes verwickelten sich in Widersprüche: dagegen bekundeten der schiedene Arbeiter, die Zeugen des Vorganges waren, auf das Bestimmteste, daß Bauske nicht geworfen hat. Die Beweis aufnähme hat sonach bereits ergeben, daß wegen des ongeb lichen Täters Bauske ein Irrtum vorliegen muß: aber die Staatsanwaltschaft hatte noch einen Zeugen, der aber zur Verhandlung nicht erschienen war, und gerade auf diesen Zeugen wollte sie nicht verzichten. Das Gericht beschloß dar auf, die Verhandlung bis zur nächsten Schwurgerichts Periode im Oktober d. I. zu vertagen. Bis dahin sollen aber— und das ist das Unglaubliche— der Maurer Bauske und der Mitangeklagte Müller inHaftbehalien werden. Man beachte: in S t e t t i n handelt es sich um einen arbeitswilligen Totschläger, der doch sicher eine hohe Strafe zu erwarten hat: in Stolp ist ein Streikender angeklagt. dem die ihm zur Last gelegte Tat nicht nachgewiesen wurde und deshalb ebenso sicher freigesprochen werden muß. In: ersteren Falle wird der Arbeitswillige sofort aus der Haf entlassen, im letzteren bleibt der unschuldige Streikende im Gefängnis! Während der Mörder Brandenburg nach der Tat sofort aus freien Fuß gesetzt wurde, befindet sich Bauske wegen eines weit geringeren Deliktes seit dem 12. Mai d. I. in Haft. Bauske ist verheiratet und Vater von vier kleinen Kindern! Wo ist hier die Gleichheit vor dem Gesetz, von der man den Arbeitern in Preußen immer soviel erzählt? Will die Justizbehörde hier nicht einschreiten und die Haftentlassung Bauskes sofort anordnen?_ Die Abstimmung über das Kindeserbe. Ein Antrag des Grafen Westarp wollte, dast die im Ber- mögenSzuwachssteuergesetz enthaltene Bestimmung gestrichen werde, wonach auch das Erbe eine? Kindes als der Steuer unter- liegender Vermögenszuwachs zu betrachten ist. Im Grunde ge nommen handelt es sich also bei dieser Bestimmung um eine Aus- dehnung der Erbschaftssteuer. Für diese Ausdehnung stimnitcn: Sozialdemokraten, Fortschrittler, Nationalliberale, Freikonservative und Antisemiten, ferner die Abgg. v. Flwnming(t.) und Hansen (Däne). Dagegen stimmten: Zentrum, Konservative und Polen, Elsässer, Welsen und die bayerischen Bauernbündler. Der Stimme enthielten sich die Abgeordneten: Becker-Arnsberg(Z.),- Fahren dach(Z.), Giesberts(Z.), Dr. Pfleger(Z.), Ponschab(Z.), Schiffer(Z.), Schirmer(Z.), Schwarz-Schweinfurt(Z.), War- muth(fk.) und Dr. Werner-Gießen(Antis.). Von den„Wilden" stimmten: Becker-Hessen für, Graf Posadowskh, Freiherr v. Hehl und Graf Oppersdorfs gegen die Besteuerung. Die Wahkprüfungskommission des Reichstages hat Bericht erstattet über die Wahlprüfung deS Abg. Kopsch(Volks parte!) in Liegnitz S(Löwenberg). ES war im Protest behauptet worden, dast 16 Wähler zu Unrecht gewählt hätten, und dast ein Bahnhofsvorsteher seine 69 Beamten beeinflustt habe. Kopsch war mit 105 Stimmen Mehrheit gewählt. Selbst wenn man ihm die obigen 84 Stimmen abzöge, bliebe noch eine Mehrheit von 21 Stimmen. Die Kommission erklärte deshalb die Wahl für gültig. Die Wahlprüfungen(es sind 11) werden noch am Montag im Reichstag erledigt werden._ „Das viele Geld" und der Herr Oberst. Der Oberst deS 88. Jnfanterie-Regiments in Mainz indizierte vor einigen Tagen eine Kompagnie zur Uebung eingezogener Landwehrleute auf dem Exerzierplatz„groster Sand" bei Mainz. Ter Oberst fragte einen Landwehrmann nach seinem Bc- ruf, ob er verheiratet sei und was er verdiene. Der Gefragte ant- wartete, er sei Kernmacher, verheiratet und verdiene pro Woche 26 bis 27 M. Oberst:„Verdienen die ledigen Arbeiter dasselbe?" Landwehrmann:„Jawohl." Oberst:„Was machen denn die eute mit dem vielen Geld? Sie geben es wohl lle in die sozialdemokratischen Streikkassen? — Seid doch nicht so dumml Behaltet doch Euer Geld!—® o' n Unsinn!"— Diese kluge Rede des Obersten bildete während der UebungSdauer den Gesprächsstoff unter den Landwehrleuten, und manchem wurde so der Wert und Nutzen gewerkschaftlicher Kampffonds klargemacht. Ja, ja, der Kampf gegen den„inneren Feind"!! Zur �frage der Abonnentenverficherung. Im Februar d. I. ist im Reichstage über eine Denkschrift des Reichsamtes des Innern verhandelt worden, die sich auf die Abonnentenverficherung gewisser Zeitungen bezog. Im Reichstage wandten sich daS Zentrum und die Sozialdemokratie gegen diese Einrichtung. Es hat nun vor einigen Tagen im Reichsamt des Innern eine Konferenz über die Frage der Abonnentenversicherung tattgefunden, in der Ministerialdirektor Caspar den Vorsitz führte. Aus dem Teilnehmerverzeichnis ergibt sich, dast zwar Vertreter von Versicherungsbehörden, von Versicherungsbanken, die sich mit der Abonnentenversicherung abgeben, von Zentrumszeitungen und der Verleger der bekannten Zeitschrift„Nach Feierabend" teilnahmen, cdoch kein Vertreter der Arbeiterpresse. Vermutlich ist keiner ein- geladen worden. Tie Verhandlungen zeigten, daß sich in der Haltung der .atholi scheu Presse eine Aenderung vollzogen hat. Es wurde mitgeteilt, dast man in einer jüngst abgehaltenen Versamm- lung deS Augustinusvereins zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß bei der Ausbreitung, die die Abonnentenverficherung gefunden habe, eine Verschließung dagegen nicht mehr zweckmäßig sei.(ES ist anzunehmen, daß eine gewisse Angst vor der gewerkschaftlich- genossenschaftlichen„Volksfürsorge' an dieser Aenderung ihren An- teil hat.) Die Aussprache ergab, daß die Verbündeten Regierungen eine Novelle zum Versicherungsgesetz einbringen dürften, durch die die Abonnentenversicherung allgemein der Aufsicht des Aufsichts- amts für Privatversicherung unterstellt wird. Man kann gewist ein, daß das Zentrum dann im Reichstage nicht mehr gegen die Abonnentenversicherung auftreten wird, sondern wahrscheinlich er- klärt, durch die Unterstellung unter die amtliche Aufsicht werde Mistbräuchen der Riegel vorgeschoben. Eine nette Episode trug sich am Schlüsse der Konferenz zu: Es war von einem Vertreter der Nürnberger Lebensversicherungs- bank behauptet worden, dast die Versicherungsgesellschaften bei der Abonnentenversicherung wenig Seide spinnen. Daraufhiii crilarte der Inhaber einer infolge der Abonnentenversicherung stark der- breiteten Zeitschrift, dast die Nürnberger Anstalt im letzten Jahre an ihm allein 180000 M. verdient habe.— Taraus können die- jenigen Arbeiter, die noch immer glauben, durch die Abonnenten- Versicherung sich etwas Gutes zu tun, sehen, wem sie dadurch nützen! Die Reichstagsersatzwahl in Jüterbog-Luckenwalde. Am 2. Juli sindet bekanntlich die Reichstagsersatzwahl für den Kreis Jüterbog-Luckenwalde statt, da das Mandat des Herrn Oertzen kassiert werden mußte, weil eine Anzahl Wähler aus der Heilstätte Beelitz an der Ausübung ihres Wahlrechts verhindert worden war.� Das Ringen um diesen Kreis hat denn auch sehr scharf ein- gesetzt. In erster Linie ist es die Sozialdemokratie, die mit be- rechtigter Zuversicht dem Ausgang dieses Kampfes entgegensieht. Stand doch bei der letzten Wahl die Entscheidung auf des Messers Schneide, und hätte man einem Teil unserer Anhänger nicht in völlig unmotivierter Weise das Wahlrecht entzogen, so säße heute unser alter Genosse Ferdinand Euzald im Reichstage. Um dieses Ziel zu erreichen, muß auch der letzte Wähler an die Urne gebracht werden. Da nun viele Wahlberechtigte in Berlin wohnen, so gilt es, auch unter ihnen eine lebhafte Propaganda zu entfalten, sie auf die Wichtigkeit dieser Wahl zu erziehen. Zu diesem Zweck fand am Freitagabend in den„Jndustrie-Sälen" eine öffentliche Wählerversammlung statt, in der Genosse Oswald A i s ch e das Referat hielt. Der Redner zeichnete unter dem Beifall und der allseitigen Zustimmung der Versammlung die politischen und Wirt- schaftlichen Zustände in unserem Vaterlande. Besonders aber kennzeichnete er das Verhalten jener Parteien, die sich ebenfalls anstrengen, den Kreis zu gewinnen. Daß Herr Oertzen, der kon- servative Kandidat, persönlich ein achtenswerter Mensch sei, könne man ohne weiteres zugeben, man wähle aber in die Parlamente nicht Personen, sondern die Partei und die Ueberzeugung. Man wähle Leute, damit sie dem Willen und den Wünschen der Wähler im Parlamente Ausdruck verleihen und dementsprechend auch ab- stimmen. Ein Proletarier könne aber seine Vertretung unmöglich der konservativen Partei anvertrauen. Aber auch der Freisinn sei kein Verfechter der Arbeiterinteressen, wie der Referent besonders an einigen Aussprüchen des fortschrittlichen Kandidaten Hormann nachweisen konnte. Mit einem siegesfrohen Ausblick schloß Genosse Aische seinen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag. Jeder Wähler aus dem Kreise müsse am Wahltage nach Hause fahren und seine Stimme für die Sozialdemokratie abgeben, auf daß der Sieg unser werde. In der Diskussion ergänzten noch einige Redner die Aus- führungen des Referenten und forderten zu reger Werbe- arbeit für die Wahl und auch für das Abonnement der Parteipresse auf. Nach einem eindringlichen Schlußwort des Genossen Jahn war die Versammlung zu Ende. Die neue Valkankrile. Ein optimistisches Urteil. Wie», 28. Juni. Die„Neue Freie Presse" meldet aus Bukarest: Die Situation scheint sich gebessert zu haben. Im Laufe der Nacht hat die rumänische Negierung Nachrichten aus Belgrad und Sofia erhalten, welche darauf hindeuten. daß sich der Konflikt zwischen Serbien und Bulgarien auf riedlichem Wege lösen lassen wird. Die Mobilisierungs- Vorbereitungen der rumänischen Armee wurden deshalb vor- läufig unterbrochen._ Ein rumänisch-bulgarischer Zwischenfall. Bukarest, 28. Juni. Die Agence Tölögraphique Roumaine meldet: Als der österreichisch-ungarische Dampfer Karl Ludwig mit 300 nach Rustschuk bestimmten bulgarischen Reservisten im Hafen von Ramadam anlegte, flüchtete ein Teil der Reservisten auf einen österreichischen Schleppkahn, um zu desertieren. Die Soldaten wollten auf den Kahn schieben, wurden jedoch durch den Kapitän und durch die bulgarischen Offiziere daran verhindert. Die Deserteure wurden auf die Wache gebracht. Ein bulgarischer Unter- offizier, der an Land ging, um die Deserteure zurückzubringen, wurde verhaftet, später jedoch nach einer vom Hafenkapitän, dem Kapitän deS Dampfers und einem bulgarischen Leutnant vcr- anstalteten Untersuchung freigelasien. Der bulgarische Leutnant dankte für die Beendigung des Zwischenfalls, worauf der Dampfer nach Rustschuk weiterfuhr. Kampf zwischen Serben«ud bulgarischen KomitatschiS. Saloniki, 28. Juni.(Meldung des Wiener k. I. Korr.-Bureau«.) Eine bulgarische Bande unter dem Kommando Christows stieß zwischen Monaslir'und Ochrida auf eine starle serbische Militär- abteilung. Nach mehrstündigem Feuergesecht gelang eS den Komitat- chis, sich unter Benutzung von Handgranaten durch die Serben durchzuschlagen. Beide Teile erlitten empfindliche Verluste. ES soll der Bande gelungen sein, die Gewehre einer Anzahl gefallener erbischer Soldaten mitzunehmen. Die Zustände i« Saloniki. Saloniki, 28. Juni.(Meldung der Agence VAtheneS.) Die Polizei setzt ihre Tätigkeit fort, um die notwendigen Mastnahmen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit in der Stadt zu treffen. Am 2t. d. MlS. wurden bei einer Haussuchung, die bei Arbeitern der Eisenbahn Saloniki— Dedeagatsch vorgenommen wurde, mehrere Waffen und 24 Pakete mit Dynamit entdeckt, die offenbar dazu dienen sollten, die Eisenbahnstrecke zu zerstören. Die Ar« beiter wurden verhaftet. Am 25. d. MtS. hat die Polizei in den Wohnungen mehrerer Bulgaren ebenfalls Waffen gefunden. Ein in Zivil gekleideter Bulgare wurde verhastet, als er versuchte, in einer Kaserne zu spionieren. In dem Hotel, in welchem sich die bulgarische Post befindet, wurden Waffen und Explosivstoffe entoeckl. Bulgarische Beschwerden gegen Griechenland. Sofia, 23. Juni. Die bulgarische Bevölkerung Salo» ikis hat an König Ferdinand ein Telegramm gerichtet, in dem ie über die Bedrückungen und Massenverhaftungen seitens der griechischen Behörden Klage führt und die Hilfe König Ferdinand? anruft. Lelgien. Die Arbeiterpartei gegen"das neue klerikale Schulprojekt. Man schreibt uns aus Brüssel: DaS begrabene Schollaerlsche Schulprojekt ist in dem Projekt des Ministers Poulet, das eben der Kammer zugegangen ist, in vielleicht noch gefährlicherer Form aufs neue erstanden. Die Arbeiterpartei ist demnach entschlossen, auch dem neuen Projekt denselben scharfen Kampf und dieselbe heftige Opposition entgegenzusetzen wie seiner- zeit dem Projekt Schollaert. Die sozialistische Fraktion hat in einer der letzten Sitzungen die Stellung der Arbeiterparnei zu dem Projekt präzisiert. In oer Resolution heißt es, daß die ozialistische Fraktion Kenntnis davon nimmt, daß die Regierung endlich das Prinzip des unentgeltlichen und obliga» torischen Schulunterrichts anerkennt, daß Zlvangsvorschriften ungenügend sind; daß dem Gesetz nur Wert zukommt, wenn das Gesetz über das Verbot der Kinder, arbeit ergänzt und die Arbeitsinspektion ernsthcist durchgeführt wird; daß das Regierungsprojett den öffentliche,, Schulen ihren konfessionellen Charcckter belasse; daß ei die Wirkungen früherer klerikaler Schulgesetze in bezug auf d« privaten kongregationistischen Schulen zum Schaden der komm»- nalen noch verstärke; und daß t6 schließlich die Autonomie dir kraft usw. darf kein Abzug gewacht, Roh- und Hilfsstoffe dürfen nur zum Selbstkostcupreisc berechnet werden, ebenso verdorbenes Material.— Für Werkstätten des Bundes wird eine eidgenössische Wcrkstättenkommission von 3 Mitgliedern, wovon 1 Arbeiter, bestellt. In Beschwerdefällen werden 4 Mitglieder, wovon 2 Vertreter der beteiligten Arbeiter, zu- gezogen.— Die Arbeitszeit darf für 111 Jahre, wenn Snms- tag um 1 Uhr geschlossen und höchstens GV2 Stunden gearbeitet wird, an S Tagen lOfA statt 10 Stunden betragen. Arbeiterinnen, die einen Haushalt besorgen, haben nach 5 Jahren Anspruch auf den freien Samstagnachmittag.— Bei Schichtenbetrieb ist die Arbeitszeit 8 Stunden. Der Bundesrat darf aus wirtschaftlichen Gründen 2 Schichten mit höchstens 10 Stunden Arbeitszeit gestatten. Die Pausen müssen bei 8 Stunden s/2, bei 10 Stunden 1, bis 12 Stunden 2 Stunden betragen.— Jugendlichen Arbeitern unter 16 Iah- reu darf Schul- und Religionsunterricht nicht beeinträchtigt werden und die Fabrikarbeit mit ihm zusammen die normale Tagesarbeitsdauer nicht übersteigen. Im 17. und 18. Jahre haben sie Anspruch auf wöchentlich 5 Stunden zum Besuche beruflichen Unterrichts.— Das Lehrvcrhältnis ist den Ar- beiterschutzvorschriften unterstellt und schriftlich zu regeln. Bis zum Erlaß eines Bundesgesetzes bleiben die kantonalen Bor- schriftcn über Ausbildung usw. in Kraft.— Allgemein werden die Fabrikinhaber zur Anwendung aller erfahrungsmäßig notwendigen und technisch anwendbaren Schutzmittel gegen Krankheit und Unfall verpflichtet. Man sieht, es sind keine weltbewegenden Verbesserungen, die da vorgeschlagen werden. Uird vor allem: es sind erst Vorschläge, die noch der Genehmigung des Parlaments harren. Jmnierhin bedeuten sie, falls sie angenommen werden, eine Reihe bescheidener Fortschritte. Die Schweiz wird dann wieder in vielen Punkten auf dem Gebiete des Arbeiterrechts vor- bildlich sein— namentlich auch für das Deutsche Reich.— Kommunal- und Pr-winzberwaltungen einschränke, um der Zen- tralbehörde die Entscheidungen in Fragen der Schulspeisung, -kleidung und der Ferienkolonien in die Hände liefern. Aus allen diesen angeführten Gründen erklärt die sozialistische Fraktion dem Projekt den Krieg und protestiert von vornherein gegen eine Durchpeitschung des Gesetzes. Sngwncl. Die Nachwahl in Leicester. London, den 28. Juli 1913. sPrivattelegramm des .Vorwärts"'.) Bei der heute stattgefundenen Nachwahl in Leicester siegte der Liberale mit 19 863 Stimmen über den Konservativen, der 9279 Stimmen erhielt. Auf den Sozialisten HaNley entfielen 2589 Stimmen. Die niedrige Stimmenzahl Hart- leyS erklärt sich aus der Haltung der Zentralleitung der Arbeiter- parte!, die gegen ihn auftrat und dadurch dem Liberalen zum Siege verhalf._ Hus der Partei. Wahrheitswidrige Kritik. In dem ersten einer R. L. gezeichneten Artikelreihe der„Leip- zigcr Bolkszeitung", betitelt.Taktische Fragen", heißt es: „Hätte man zum Kaiserjubiläum, statt sich— wie das Zentral» organ— beinahe zu entschuldigen, daß sich das Proletariat an der Farce nicht beteiligt, im ganzen Reiche republikanische Masten» demonftrationen gemacht, so würde... die Position unserer Partei und die Chancen unseres Kampfes sowohl um das preußische Wahl- recht wie auch im Kampfe um die Militärvorlage bedeutend gestärkt morden sein." Wir fragen unsere Leser, in welchem unserer zahlreichen Artikel, die sich mit dem Jubiläumsrummel beschäftigt haben, so etwas wie eine Entschuldigung gestanden hat. Wir haben im Gegenteil in der denkbar schärfsten Weise gegen den Jubiläumslärm Front gemacht und unser republikanisches Bekenntnis klar und deutlich ausgesprochen. Hätte R. L. in Leipzig, Bremen, Stuttgart oder sonst irgendwo republikanische Mastendemonstrationen auf die Beine , gebracht, so hätten wir mit Freuden davon Notiz genommen und man hätte vielleicht auch in dem verlotterten Berlin nachzueifern versucht. Wir wissen aber z. B., daß in einer großen Stadt, deren Parteiblatt als ein hervorragender„radikaler" Heerrufer gilt, in einer solchen Versammlung mit einem wegen seiner scharfen Ton- ort besonders bekannten Referenten ganze 198 Mann erschienen waren. Die liebenswürdige, gegen den„Vorwärts" gerichtete Bcmer- kung in dem R.-I..-Artikel ist wieder ein Beweis dafür, wie diese Art der Kritik mit der Wahrheit umspringt. Aus einem dem Kenner der Personen und Verhältniste begreiflichen Bestreben, sich am„Vorwärts" zu reiben, wird eine Stimmung erzeugt, die den Erfolg der sachlichen Kritik völlig in Frage stellt. polireUubes, Gerichtliches ufw, Eine verpuffte Staatsaktion. Im Juli v. I. wurde vom Sozialdemokratischen Bureau für Rheinland-Westsalen in Düsseldorf die Broschüre„Der moderne Militarismus, ein Segen oder ein Unglück für das Volt?" herausgegeben. Nachdem die Schrift in� über 690 999 Exemplaren verbreitet worden war, entdeckte die Staatsanwaltschaft plötzlich, daß ihr Inhalt.staatsgefährlich" sei. Es fanden nunmehr Haus- suchungen in dem Bureau, im Parteisekretariat, in der Druckerei unseres Düstetdorfer Parteiblattes und in verschiedenen anderen Orten des Induftriegebieies statt. Die Polizei beschlagnahmte zirka 18 999 Exemplare' der Schrift, der größte Teil der Broschüren hatte seinen Weg in die breiten Masten des Volkes schon gefunden. Strafbar nach Z 131 des Strafgesetzbuchs(Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen) sollten nach der Ansicht des Staats- anwalts folgende Sätze der Broschüre sein: „Aber ist unser Heer nicht ein VolkShcer? Sind wir nicht ein Volk in Waffen? Unsinn! Nirgends kommt der Klassengegensatz schroffer zum Ausdruck als im Heer. Kein bürgerlicher Offizier in die exklu- siven Garderegimenter, kein Proletarier in das Offizierkorps, Kadavergehorsam für die Soldaten, Willkür, die nur zu oft in Grausamkeit uird Brutalität ausartet, Rescrvatrecht der Borge- setzten! Ungeheuerliche Strafen für den Soldaten, der glaubt, etlvas mehr als eine Maschine zu sein und sich deshalb nicht schicken kann in die Gesetze der„Disziplin". Genosse L i in b e r tz, der Verfasser der Broschüre, hatte sich des- halb am Freitag vor der Düsseldorfer Stafkammer zu verantworten. Die Verteidiger stellten eine große Reihe von Beweisanträgen, um darzutun, daß Genosse Limbcrh unter keinen Umständen seine Aus- führungen wider besseres Wissen gemacht habe. Es sollten u. a. mehrer hundert„V 0 r w ä r t s"- Artikel verlesen werden; ferner war als Zeuge der frühere Oberst G ä d k e erschienen. Das Ge- richt lehnte alle Betveisanträge ab, da es sich bei den unter An» klage stehenden Sätzen nicht um Behauptung von Tatsachen, sondern um Urteile und Meinungen handele. Trotzdem blieb der Staats- anwalt bef seiner Anklage aus„Verächtlichlnachung von Staatscin- richtungen". Er unterstellte dem Genoffen Limbertz einfach, dieser habe behauptet, Willkür sei ein Rescrvatrecht der Vorgesetzten! Er zog zu diesem Zwecke zwei Sätze, die ganz verschiedene Gedanken- gange zum Ausdruck bringen, willkürlich zusammen, wollte damit beweisen, daß er Recht habe und beantragte einen Monat Gefäng- nis.— Ten Verteidigern war es ein Leichtes, die Argumente des Staatsanwalts zu widerlegen: Der Angeklagte kenne doch auch die Gesetze und wisse, daß ein Rescrvatrecht der Vorgesetzten auf Will- kür im Hoere nicht besteht. Durch die Behauptung solchen Unsinns hätte er sich bei allen urteilsfähigen Leuten unmöglich gemackit. Nach kurzer Beratung sprach das Gericht den Genossen Limbertz frei. Begründend wurde ausgeführt: Wäre der inkriminierte Passus so zu verstehen, wie ihn die Anklage auffaßt, so wäre das der einzige Unsinn, den die Broschüre enthielte. Es sei nicht anzunehmen, daß der Angeklagte, der sich sonst sehr klar ausdrückt, gemeint haben könne, was ihm die Anklage unterschiebt. Das freisprechende Urteil bedeutet für Polizei und Staatsan» waltschaft eine schwere Niederlage. In ganz Rbeinland-Wcstfalen wollte man nach der Verurteilung auch noch alle Verbreiter der Broschüre der Staatsanwaltschaft ausliefern. Und nun muß die Staatsanwaltschaft auch die beschlagnahmten 18 999 Ercmplarc wieder herausgeben und zusehen, wie sie ihre aufklärende Wirkung im Volke tun. Soziales. Ein Erlaß deS Reichskanzlers zur Krankenversicherung. § 379 der ReichSvcrsicherungsordnung lautet im ersten Ab- satz:„Wird bei einer Krankenkasse die ärztliche Versorgung da- durch ernstlich gefährdet, daß die Kasse keinen Vertrag zu ange- "'esseneil Bedingungen mit einer ausreichenden Zahl von Äerzten schließen kam» oocr daß die Aerzte den Vertrag nicht einhalten? st crmächligt das Oberversicherungsamt(Beschlußkammer) die Kasse auf ihren Antrag widerruflich, statt der Krankenpflege oder sonst erforderlichen ärztlichen Behandlung eine bare Leistung bis iwei Drittel» deS DurchfchnittSbctrageS ihres gesetzliche» Krankengeldes zu gewähren." Hierzu veröffentlicht die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" folgenden Erlaß des Reichskanzlers: „Soweit die Krankenkassen ohne eigenes Verschulden außerstande sein werden, rechtzeitig mit Wirkung vom 1. Januar 1914 ab Verträge zu angemesscuen Bedingungen mit einer ausreichenden Zahl von Aerzten zu schließen, müssen sie allerdings in der Lage sein, sofort mit jenem Zeitpunkt das für diesen bedauerlichen Fall im Gesetze vorgesehene Aushilfsmittel der Zubilligung eines erhöhten Krankengeldes anzuwenden. Eine Lücke, in der die Versicherten weder die ordnungsmäßigen noch die außergewöhnlichen Leistungen ihrer Kasse zu erhalten vermögen, darf keinesfalls eintreten. Ich halte es daher für geboten, daß gegebenenfalls schon vor dem 1. Januar 1914 alle die im§ 379 der Reichsversicherungsordnung vorgesehenen Vor- kehrungcn getroffen sein müssen, welche die alsbaldige Anwen- dung seines materiellen Inhalts, d. h. der Gewährung der Er- satzlciftung an Stelle der unmittelbaren ärztlichen Fürsorge schon mit jenem Tage ermöglichen. Hierzu bedarf es indessen nicht des erbetenen Erlasses einer Kaiserlichen Verordnung wegen Inkraftsetzung jenes K 379, bielmehr reichen dafür die bestehenden Vorschriften, insbesondere der Artikel 1 des Ein- fiihrungsgesctzes zur Reichsversicherungsordnung, vollkommen aus. Die Vorschriften dieses Einführungsgesctzcs haben das Ziel im Auge, daß in dem Augenblick, mit dem die Reichsver- sichcrungsordnung voll in Kraft tritt, bereits ausnahmslos alle diejenigen Einrichtungjen geschaffen und diejenigen Maß- nahmen getroffen worden sind, ohne welche das Gesetz nicht � funktionieren kann. Hierhin gehört es, baß schon vor dem 1. Januar 1914 Organe vorhanden sein müssen, die für die Kasse die nötigen Verträge mit Aerzten zu angemessenen Bedin- gungen nicht rechtzeitig abschließen können, und wo infolgedessen die ärztliche Versorgung der Kassenmitgliedcr fiir den 1. Januar 1914 gefährdet ist, rechtzeitig vor dem bezeichneten Tage die erforderlichen Schritte tun, um wenigstens die in§ 379 der Reichsversicherungsordnung zugelassene Ersatzleistung gewähren zu können, und daß die dabei beteiligten Behörden ebenfalls rechtzeitig ihre erforderlichen Entscheidungen treffen. Sowohl die prinzipale Vertragsschließung mit den Aerzten, als auch die subsidiäre Erwirkung der Genehmigung des Oberversicherungs- amts gemäß 8 379 der Reichsversicherungsordnung sind Maß- nahmen zur Durchführung von Vorschriften der Reichsversichc- rungsordnnng im Sinne des Artikels 1 ihres Eiuführungs- gesetzes. Da es mir wichtig erscheint, daß über den bespräche- neu Punkt keine Unklarheit bestehe, habe ich alle Bundesregie- rungen von meiner vorstehend dargelegten Auffassung in Kennt- nis gesetzt und bei ihnen eine entsprechende Belehrung der bc- teiligtcn Stellen angeregt." Internationaler Jugendschutzkongretz. Pom 23. bis 26. Juli findet ein auf deutscher Seite von der deutschen Zentrale für Jugenofürsorge organisierter internatio- naler �Jugcndschutzkongreß in Brüssel statt. Der Kongreß tagt in zwei Sektionen, deren eine Fragen über die Behandlung der vcr- wahrlosten und vernachlässigten Jugend, d�ren andere die Hygiene des Kindcsalters und die Kinderpflege zum Gegenstande hat. Im Anschluß an die Verhandlungen wird die Schaffung eines Jnter- nationalen Amtes für Kinderschuh und Jugendfürsorge erstrebt. Zur Revision des schweizerischen Fabrikgcsetzcs. Der sozialpolitische Eifer im Bürgertum, von dem wohl- meinende Schwärmer früher die Ueberwindung der Klassengegensätze erhofften, ist ins Stocken gekommen. Seit die törichte Hoffnung, mit kleinen Zugeständnissen die wachsende Arbeiterbewegung zum Abrüsten zu veranlassen, aufgegeben ist, hat man nur noch sehr wenig Neigung, der„undankbaren Gesellschaft" zuliebe Opfer zu bringen oder nur auf Herren- gewohnheiten und Vorurteile zu verzichten. Man betrachtet die Kompottschüssel als gefüllt und verläßt sich im übrigen auf die überzeugenden Argumente der Mehrlader- und Ma- schinengewehre. Trotzdem maeljen die wachsende Stärke der Arbeiterklasse und manche neuen Wirkungen der'technischen oder sozialen Entwicklung es notwendig, da und dort in minder einschneidenden Fragen den Forderungen der Sozial- Politik, wenn auch ungern und zögernd, Rechnung zu tragen. Auf der 14. Generalversammlung der Schweize- rischen Vereinigung zur Förderung des internatio- nalen Arbeiterschutzes legte dies Genosse Greulich in ciuein Vortrage über den gegenwärtigen Stand der Revision des Fabrikgesetzes des näheren dar. Er betonte, daß der Schwung, der Ende der siebziger Jahre zur Durchberatung und end- gültigen Erledigung des damaligen, in vielen Dingen vor- bildlickjen Fabrikgesetzcs in der Frist von 2 Jahren geführt hat, k>eute fehlt. 1904 erschien der Revisionsentwurf der Fabrikinspektoren, der noch nicht zum Ziele geführt hat. Kenn- zeichnend sind auch die mannigfachen Interessen, die heute der Erledigung entgegenwirken. Der Entwurf des Bundes- rats, der sich schon nicht durch Radikalismus auszeichnete, wurde in der Kommission des Nationalrats in keinem Be- tracht verbessert, in vielen aber verschlechtert. Der Bundesrat hat � nun auf Grund von Verständigungsverhandlungen Eiiiigungsvorschlögc gemacht, deren Annahme eine rasche Erledigung des Gesetzes sichern würde. In: einzelnen hat man deni Widerstand des 5ilelngcwerbcs gegen die aus tcch- nischen Gründen gebotene Ausdehnung des Gesetzesbereichs Rechnung getragen, indem bis zum Erlaß eines eigenen Ge- werbegesetzcs hier weitgehende Rücksichtnahme vorgeschrieben wurde. Die geforderte Beseitigung der Bußen(Fabrikstrafen) gelang nicht; es blieb bei einigen Beschränkungen. Auch in der Frage des Tekomptc(Lobneinbehaltung für den Fall des Kontraktbruchs) wurde eine Verständigung gesucht, dagegen der gesetzliche Schutz deS Koalitionsrechtcs, als in der Praxis nnanwendbar, fallen gelassen. In der Frage der Arbeitszeit soll es bei dem Uebergang zum Zehnstunden-NormalarbeitS- tag bleiben und die Freigabe des Samstagnachmittags ge- fördert werden. Für Sch'chteiibctricbc soll der Achtstundcn- tag Regel sein. Doch sind hier wie anderwärts Ausnahmen und Uebergangsbestimmungen vorgesehen. Von den spe- ziellen Bestimmungen seien hervorgehoben: Bußen dürfen ein Viertel des Tagelobns nicht übersteige» und sind bei Beträgen über 25 Rappen(20 Pf.) vom Betriebsleiter schriftlich mit Grundangabe zu bestätigen.— Die Kündigung ist verboten: 1'. während einer unverschuldeten Erwerbsunfähigkeit infolge Krankheit oder Unfalls bis zu 4 Wochen; 2. wegen obligato- rischen schweizerischen Militärdienstes, während dessen der Ablauf der 5tündignngsfrist ruht.— Tie Lohnzahlung inuß spätestens alle 14 Tage während der Arbeitszeit an cinciu Werktage(nur ausnahmsweise am Samstag) erfolgen. Höchstens 6 Tagelöhne dürfen ausstehen, jedoch nicht als Kau- tion und dergleichen dienen; eine Vereinbarung, daß sie im Falle ungesetzlichen Austritts ohne weiteres verfallen, ist un- gültig. Für Ucberstnndeu, Nacht- und Sonntagsarbeit ist ein Zuschlag von 25 Prozent zu gewähren, auch bei Akkordarbeit. — Fiir Benutzung des Arbeitsplatzes, Werkzeug, Betriebs- Letzte Naebriebten. Landtagscrsatzivahl im Fürstentum Lippe. Detmold, 28. Jun/i.(Privattelxgramm des „V 0 vw ä r t s".) Bei der heutigen Landtagsersatzwahl der dritten Klasse gelangte der sozialdemokratische Kandidat mit dem Liberalen in Stichwahl. Unsere Stimmen be- trugen 1110, die der Gegner 1140. Ungarische Schande. Arad, 28. Juni. Ministerpräsident T i s z a ist bei der heutigen durch seine Ernennung zum Ministerpräsidenten not- wendig gewordenen Neuwahl gegen den oppositionellen Kandidaten Grafen Aladar Szechenyi mit 2479 gegen 1563 Stimmen wiedergewählt worden. Rumänisch-serbischcs Bündnis? Bukarest, 28. Juni.(P. C.) Die serbische Regierung hat in den letzten Tagen, wie der„Adcverul" meldet, auf Anregung der französischen und mit Zustimmung der russischen Diplomatie den Abschluß eines gegen Bulgarien gerichteten rumänisch-serbischen Bündnisses vorgeschlagen. Mit der Aus- führung dieses Planes soll der französische Gesandte bei der rumä- nischen Regierung, Herr Blondel, beauftragt worden sein. Sofia, 28. Juni.(W. T. B.) Der hiesige rumänische Gesandte G h i k a hat heute der bulgarischen Regierung die amtliche Er- klärung abgegeben, daß sich Rumänien im Falle eines serbisch-bul-. garischen Krieges die Freiheit des Handelns vorbehalte. Eine griechisch-türkischc Annäherung. Konstantinopcl, 28. Juni. Die von französischer Seite ge- meldete Ankunft von Jean Dragumis, einem Sohne des griechischen Staatsmannes, bezweckt nur die Wicderanbah» nung normaler Beziehungen zwischen Griechen» land und der Türkei sowie die Regelung der im Friedens» schluß noch nicht erledigten Fragen. Zu weiteren Kommentaren ist, wie der Vertreter von Wolffs telegraphischem Bureau erfährt, nach der Ansicht unterrichteter Kreise noch kein Anlaß, wenn es auch natürlich im Bereich der Möglichkeit liegt, daß diese Verhandlungen sich schließlich auch auf eine weitere Basis ausdehnen und auf Grund Entgegenkommens der griechischen Vorschläge die griechisch- türkischen Beziehungen ein« neue Orientierung erfahren. Revision im Frankfurter Jmpfgegncrprozeß. Frankfurt a. M., 28. Juni. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die geringfügige Verurteilung der Naturärzte Dr. S p 0 h r und Dr. Bachem durch die Frankfurter Strafkammer Revision beim Reichsgericht angemeldet. Die Verteidigung hat keine Berufung eingelegt. Einigung im Chaufscurstrcik. Paris, 28. Juni.(P. C.) Der Streik der Autodroschkenführcr ist nur von kurzer Dauer gewesen. In einer entscheidenden Nach- mittagssitzung zogen die Streikenden es vor, nachdem ihnen das Versprechen gegeben wrden war, daß gewissen Härten der neuen ZirkulationSvorschriftcn abgeholfen werden würde, die Arbeit wieder aufzunehmen. Sic wollen sich den morgigen guten Geschäfts- tag schließlich doch nicht entgehen lassen. Diese Entschließung der Streikenden wurde allseitig mit Freude begrüßt. Paris ohne Automobile und Droschken ist doch schließlich ein Ding der Uri» Möglichkeit. Der Bodcnsec-Wasserflug. Konstanz, 28. Juni. Der Bodensee-Wasserflug 1913 begann heute vormittag um II Uhr mit der Abnahme der Flugzeuge. Um 12 Uhr 17 Minuten startete Steffler an Land. Beim Wassern überschlug sich das Flugzeug und der Flieger wurde herausgeschleudert, konnte sich aber in ein Boot retten. Der Apparat versank mit nach oben gekehrten Schwimmern und wurde später von einem Dampfschiff mit einem Kran gehoben. Das Flugzeug ist so beschädigt, daß es an der Konkurrenz nicht weiter teilnehmen kann. Bis jetzt sind 19 Flug- zeuge eingetroffen, ein elftes wird noch erwartet. Morgen nach- mittag 3 Uhr beginnen die Flüge für den Befähigungsnachweis. Ein Eisenbahner verunglückt. Swinemünde, 28. Juni.(W. T. B.) Heute Nachmittag um 2 Uhr bekam der Heizer Löschburg, als er aus dem Lokomottv- fenster eines Personenzuges heraussah, von der Lokomotive eines einfahrenden O-Zuges einen Schlag gegen den Kopf und war als. bald tot. Montag— Dienstag— Mittwochs me letzten * * * T * ¥ * ¥ * ¥ ¥ ¥ ¥ * Cd. V 9 All Nodeme 4300 Kostome in bester Verarbeitung auch in vielen Backfisch- Größen r ir zi" 35 00 etc. In diesen 3 Tagen Verkauf der Restbestände unseres Sommerlagers zu nochmals herabgesetzten Preisen. Die Preise sind z. 1. bis auf die Hälfte u. darunter ermäßigt.' Einige Beispiele: Sport-Jacke St. Horltz aus vorzüglichem Hy Flauschstoff in»■ modernen Farben fesch verarbeitet ZI * I ¥ ¥ ¥ * * ¥ ¥ ¥ * * ¥ ¥ * ¥ ¥ * * I I * I 1 * ■5� * * | ¥ * * * * t t t * <* % t ¥ t ¥ * * * ¥ 2100 Suunef-KlßldßF CO. Sommer-i aus verschiedenen Stoffen, zum Teil reich garniert Mäntel und Capes enorm unter Preis. sMnnssiN AM ORATIIENPl. BERLIN 0. M. B. M. VCRK An*. y 1/ y y •�TT KASSEMCHCCK I DAT. Serfens+ an et -&<&/(?> StUr I MHT u. Sf. J. -■J#/#. MK. 6, & TT CO. 9?AA Re,se' 3500 Mantel aus modernen Fantasie- und Kammgarn- Stoffen M. nrrzi 50 « % * ¥ ¥ ¥ ¥ * * * * * « * ¥ etc. ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ Ein Posten Horaentacke aus Woll- mousselin od. aparten Wollstoffen 875 Seriell, M. 1Z75 Serie iii. M 16" ¥ 1 ca. 2000 Alpoko-Ricke»T5 �5 8 H in modernen hellen und dunklen Farben 1 U J§ lu IV V HM OKaasscn* 15 ¥ ¥ Ororucns irasse 1ö5 6ck� OnaniaipLat� töerlin teipzLQerstrassc 4� Sehe, IJtjoLrkgpafeaitr. ¥ ¥ ¥ t * * * * * Üebermenschen leisten mehr als das Normale, Man wird aufmerksam auf sie, man spricht von ihnen und, sie werden berühmt. Dasselbe gilt von den neuen UebergrAssen des Continental- Pneumatik, die ohne Radoder Felgenumbau auf die nächstkleinere Felgentype montiert werden können. 125 mm TJebergrösse passt auf 105 mm Felge .*« n. t-ü» n Verlangen Sie Preisliste Continental Pneumatik 10 Mark monatliche Teilzahlung liefett elegante Herrcngarderobc nach Max, eigenes Stofilag. Per Kasse Pteisermäsjigung J.TomporotvMki, schneidermst,, jem SW 47, Treibnndsir. 47, an der Bcllcallianccstr. u. Temvclboscr Feld, Verlretcrbesuch jederzeil. IMs reellsten und billigsten Möbel und Polstcpwaren erhält man zu Kassanreisen in der seit 35 Jahren bestehenden Möbelfabrik von A. Schulz, Reichenberger StraBe 5. Größte Auswahl in allen Holz- und Stilarten mit zehnjähriger Garantie.(5 Proz. Kassaskonto.) Ey, auf Ratenzahlung. Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha-Go., Hannover. .' V- i' Äa?(&i«-'•%<1 verantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. In seratenteil verantw.j Uh.Gl»cke.BerDn. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchvr. u, VerlagsanstaU Paul Singer& Co., Berlin SW. Vieri» 4 Beilagen. Zallutag, 29. Zum 1913. Reichstag 172. Sitzung. Sonnabend, den 28. Juni ISIS, vormittags 10 Uhr. Am Bundesratstische: v. Heeringen, Dr. Delbrück, Kühn. Zunächst wird der Antrag betr. die Vertagung des Reichstages bis zum 20. November angenommen. Hierauf wird debattelos in dritter Lesung das Abkommen zur Vereinheitlichung des Wechselrechts sowie das Gesetz betr. Aenderung zweier Reichstagswahlkreise erledigt. Es folgt die dritte Lcfting der Hlcbrvorlage. Abg. Tcheideman«(Soz.): Wir find der Stunde näher gekommen, in der diese Militär- Vorlage zur Annahme und damit ein ereignisreicher Abschnitt unserer Geschichte zum Abschluß kommt. Der Abschluß überrascht uns nicht. Wir haben in den letzten Monaten alle Bitterkeit eines aussichtslosen Kampfes in vollen Zügen kosten müssen. Uns stand gegenüber, wie Ibsen es nennt, die verfluchte, kompakte Majorität, der schlimmste Feind der Wahrheit und jeden Fortschritts. Wir wollen in letzter Stunde noch einmal feststellen, datz wir dies Gesetz bekänrpfr haben und das; wir Sie, die dies Gesetz annehmen wollen, und den Geist, aus dem heraus das Gesetz geboren, brausten weiter bekämpfen werden.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Die Behauptung eines Teils der französischen Presse, dah wir insgeheim das Zustandekommen der Militärvorlage begünstigt hätten, während unsere französischen Genossen alles daran gesetzt hätten, das Zustandekommen des französischen Gesetzes zu verhüten, ist zu dumm und zu kurzsichtig, als dost man sich dabei länger aufhalte.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich gestehe gern, dast uns unsere französischen Freunde weit über- legen sind, was Kraft des Temperaments und B e r« d- s a m k e i t anlangt. Aber alle Behauptungen sind hinfällig, die dahin gehen, dast auch nur ein Teil der iniernalionalen Sozialdemokratie in der Bekämpfung des Militarismus einen ichwächeren Willen halte zutage treten lasten als ein anderer Teil. Wir sind uns durch« aus einig in dem Streben. Fortschritte desMilitarismus zu verhindern, ja mehr noch, alles zu tun, was in unseren Kräften steht, um den Militarismus überhaupt auf Tod und Lebe» zu bekämpfen. Wir empfinden nur Hast gegenüber diesem furchtbaren System, in das unsere Brüder und Söhne hineingeprestt werden, indem sie zu w i l l e n l o s« n M a s ch i n e n gemacht iverden sollen, indem man von ihnen verlangt, dast sie die nächsten Bluts- verwandle» unter Umständen töten sollen. Ich erinnere daran, was wir in den letzten Tagen über die einzelnen Kennzeichen dieses Systems haben sprechen hören, ich erinnere an das neueste furchtbare Bluturtcil, das gestern in Erfurt gefällt worden ist.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.! Es ist unerhört, dah es möglich ist, dast im Deutschen Reich, einem Rechlsstaat, über- Haupt derartig entsetzliche Urteile gefällt werden können.(Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Reserve- und Landwehrmänner, verheirateteLeule.Famtlienväler. dieficham Tage der Komrollversammlung im Rausch in einer Kneipe geprügelt haben und dabei in Konflikt gekommen sind mit dem Gendarmen und Dorspolizisten, sind deshalb wegen militärischen Auf- r u h r S und wie diese entsetzlichen Änklagevunkte alle Hoisten, zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt worden!(Stürmische, anhaltende Pfmrufe und groste Unruhe bei den Sozialdemokralen. Abg. Lebe- bour ruft: Und da lachen die Herren noch I> Ich hoffe, dast das eine Täuschung des G-nosten Ledebour ist; ich will hoffen, dast in dem Zusammenhang kein Mensch eS wagt, die unglaubliche Leistung zu vollbringen, auch noch zu lachen! Aber mehr noch: der Anklagevertreter der Militärbehörde hat es fertig gebracht, gegen diese unglücklichen Männer, die im Rausche sich vergangen haben, 43 Jahre Zuchthaus zu beantragen! (Erneute stürmische Pfuirufe bei den Sozialdemokraten.) Es wäre einfach unfastbar, wenn ich nicht wüstte, dast die Herren an die Vorschriften de» MililärstrafgesetzbucheS gebunden wären. eS wäre die Frage auszuwerfen, ob es sich hiernach um Menschen handelt, die ein solches Urteil fällen können, oder ob es nicht Bestien in Menfchcngcstalr sind.(Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemo- kraten; Präs. Ka emp f: Das dürfen Sie gegen Richter nicht sagen! Groste Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Ich habe ausdrücklich gesagt: Wenn ich nicht wüstte, dast die Herren an das Gesetz ge- bunden sind. Ich bin nicht juristisch gebildet, jedenfalls aber ist eö ein unerträglicher Zustand, zu wissen, dast es überhaupt möglich ist, dast solche Dinge vorkommen.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn in solchen Fällen— die Einzelheiten kennen wir ja noch nicht— derartige Strafen verhängt werden können, so werden Sie begreifen, dast wir nur vonHast erfüllt sein können gegen dies System.'Dieser Hast ist geboren aus wohl- verstandener Bruderliebe und aus Vaterlandsliebe.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) In Frankreich gibt eS merkwürdige Leute, die der An- schauung leben, dast wir nur die besseren Gründe auf unserer Seite zu haben brauchen, um des parlamentarischen Sieges sicher zu sein. Wir wiffen alle, dast eS ganz ander? ist. Alle«, was wir hier vor- getragen haben, alle Logik, alle Mahnungen zur ruhigen lieber- legung dessen, was Sie zu tun bereit sind, alle Erinnerungen an Ihre weltgeschi-btliche Verantwortung sind abgeprallt an Ihren FraktionSbrschlüssen. Mehr noch: Wir haben die traurige Erfahrung machen müsien. dast eine ganze Anzahl von Abgeordneten ihre bessere Einsicht rein praktischen Erwägungen zum Opfer gebracht haben. i Präsident Kaempf ruft de» Redner zur Ordnung.) Es steht doch wohl die Tatsache fest, dast eS in diesem Hause zwei Mehr- heilen gab. eine die sich offen und laut zu der Mililärvorlage be- kannte und eine, die sie innerlich verdammte. Das ist mit anderen Worten dasselbe, wird aber sicherlich nicht angefochten werden. Präsident Dr. Kaempf: Auch das must ich anfechten.(Lachen bei den Sozialdemo« kraten.) Abg. Scheidemann(Soz.): Als ein freikonservatives Organ seinerzeit die erste Nachricht bon der bevorstehenden Einbringung einer Militärvorlage von riesigen Dimensionen gebracht hat, da hat Sie doch alle diese Nach- richt wie ein Blitz aus heiteren, Himmel getroffen, da? ivird niemand bestreiten. Ueberall wurden Zweifel an der Möglich- keit einer solchen Vorlage laut. Wenn eS vom Willen dieses Hauses abhängig gewesen wäre, ob eine solche Vorlage überhaupt einge- bracht werden sollte, io wäre sie zweifellos nicht gekommen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Ich frage die Herren von der Fortschrittlichen Volkspartei: Wenn Sie entscheidenden Einflust hätten auf den Gang unserer Regierungsgesetze und wenn wan seitens der Regierung an Sie mit der Frage herangetreten wäre, °b Sic eS für gut halten, dast man eine solche Vorlage einbringt, ich�bi» fest überzeugt, Sie würden gesagt haben: Um Gottes "'illx,� macht nicht derartige Sachen: seid Ihr von allen guten Geistern verlassen's Und dasselbe hätte» die Herren t'om Zentrum wenigstens aus dem Süden und Westen, die Herren Gröber, GieSbcrts usw. geantwortet. Ihr beredtes Schweigen ist deutlich genug. Diese Borlage hat Sie getroffen, als wenn Ihnen ein Dachziegel auf den Kopf gefallen wäre. Sie waren alle überrascht. Diejenigen, die dann doch schliehlich sage», man' muh in Preusten-Deutschland auf alles gefostt sein, haben diese Militärvorlage, noch ehe sie sie im Wortlaut gekannt haben, auf das schlimmste verurteilt.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Soll ich Ihnen die Urteile aus Ihrer Presse vorlesen? Ich glaube, Sie verzichten gern darauf. Nur eine einzige Probe. In der Zentrumspresse hiest es damals: »Die angekündigte neue Mililärvorlage soll nach Prest- Meldungen 100 Millionen an fortdauernden jährlichen Mehrausgaben verlangen. Hinter dieser Behauptung dürften doch mehrere groste Fragezeichen zu machen sein. Es kann zutreffen. dast einzelne mehr oder weniger verantwortliche Stellen Sehnsucht nach solchen neuen Ausgaben haben, aber irgend eine mast- gebende Behörde kann diese Forderung vor dem Reichstag nicht vertreten(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten), ohne alle bisherigen Versicherungen derselben Stelle aufs schwerste zu erschüttern.(Hört! hört l bei den Sozialdemokraten). Nach den amtlichen Erklärungen der Jahre 1911 und 1912 ist für eine neue groste Militärvorlage einfach kein Platz oder man hat den Reichstag damals mit allen öffentlichen und namentlich vertraulichen Mitteilungen irre geführt.(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten). Die Militärverwaltung könnte jenes Mast von Vertrauen nicht mehr beanspruchen, das ihr der Reichstag in weitherzigster Weise gewahrt hat. Eine solche Verleugnung der bisher vertretenen Ansichten könnte durch keinen Wechsel im Kriegsministerium und General- st a b gerechtferttgt werden.(Hört I hört! bei den Sozialdemo- kraten). Es würde dadurch Unruhe, Nervosität und U n- sicherheit in das Heer hineingetragen werden, die gerade in international unsicheren Zeiten unter allen Um- ständen zu vermeiden sind. Wenn das Gewehr zum Abschießen bereit ist, wechselt man nicht das Modell"! Nun, man hat das Modell gewechselt, man hat auch seine An- schauungen gewechselt.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Vaterschaft dieses Artikels steht fest, er stammt von Herrn Matthias Erzberger(Große Heiterkeit bei den Sozial- demokraten), der zu meinem großen Bedauern gerade jetzt zufällig nicht hier ist, obwohl er sonst immer da ist. Derselbe Herr Erz- berger hat niir auf meine erste Rede zur Militärvorlage aeant- wartet,»stichhaltige Gründe für eine unseren deutschen Bedürfniffen entsprechende Vermehrung unserer Wehrkraft lassen sich tatsächlich inS Feld führe», sie liegen für jedermann offen auf der Hand. Ich möchte die Vor« läge bezeichnen alSKonscyuenz derKorrektur der Land- karte Europas, als Abwehrmastregel gegen alle Versuche zur Erdrosselung Deutschlands". Ich glaube, ich kann Herrn Erz- b e r g e r rühig mit seinen beiden Zitaten sitzen lassen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Aber bei anderen ist die Sache leider genau so gewesen, nur waren sie nicht alle so unvorsichtig, Artikel zu schreiben. So wie Herr Erzberger geschrieben hat.' hat zuerst ein großer Teil des-Zentrums und der Fortschrittlichen Volkspartei gedacht. DaS Bild änderte sich für Sie alle in dem Augenblick, als Sie erfahren hatten, dast es sich nicht um Phantasien, sondern wirklich um eine Vorlage handelte, die bereits im Rate der Götter beschlossene Sache war. Und als Sie dann hier im Saale oder im Foyer die Schlepp säbel derHerren vom General st ab klirren hörten, da sank die bürgerliche Oppo- sition in die Knie. Die taktische Situation soll Sie angeblich zur Umkehr gezwungen haben. Tie Fortschrittliche Bolkspartei ist leider der- maßen mit den Nationalliberalen verknüpft(Abg. Dr. H c ck s ch e r(Vp.j: Bravo!— Stürmische Heiterkeit bei den Sozial- demokraten), dieieS Bravo kam aus ehrlicher Ucbcrzeugung! (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten)— andererseits aber ist das Zentrum mit den Konservativen derartig siamesisch ver- wachsen, dast in der Tat sich so etwas herausgestellt hat, wie ein verlängertes Kartell von 1887. Die beiden Mililärparteien, die Nationalliberalen und die Konservativen, waren von vornherein die Beherrscher der ganzen Situation, und wie dieDonQuichotteS auf ihren Rosinanien vorauSgaloppierteu, so trotten nachher die Sancho Pausas hinterher.(Groste Heiterkeit.) Hoffentlich haben sie alle schon den nötigen Brustton der patriotischen Ueberzeugung zur Verfügung, um zu er- klären, eS seit»notwendig", daß die Militärvorlage angenommen werde! Man sagt von den jetzigen Kriegen, wenn man auf Sieg rechnen wolle, sei es notwendig, daß jeder einzelne Soldat ein mutiger und tapferer Kerl ist. Dann möchte ich nur wünschen) dast in einer Stunde der Gefahr, die hoffentlich niemals kommen wird, in einer Stunde, wo das Vaterland wirklich bedroht sein sollte, dann sich die deutschen Soldaten nicht eine Anzahl unserer Parlamentarier zum Vorbild nähmen, sonst könnte man in der Tat sagen: I'iuls Gerrnarnae! (Mit Deutschland ist eS zu Ende!) Sie machen uns den Vorwurf, dast wir nicht umgelernt haben. In der Tat, wir sind zu„schwerfällig" dazu, so rasch umzulernen, wie Sie es fertig gebracht haben. Wir denken über den MililariS- mus und über die Vorlage noch genau so— wie Sie noch vor wenigen Monaten selber darüber gedacht haben!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wir vennögen nicht einzusehen, dast die Ent- stehung einer sogenannten und außerordentlich merkwürdigen neuen Großmacht auf dem Ballon unS zwingen sollte, 136 000 Soldaten mehr einzustellen. Wir hallen auch Ocsterreich-Ungarn immer noch nicht für ein Bollwerk des Germanentums gegen den slawischen Ansturm. Wir können auch nicht glauben, daß Frank- reich nur den Augenblick abwarte, um unS an die Kehle springen zu können. Wir wissen vielmehr, dast das unwahr ist und dast Frankreich nicht daran denkt.(Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Lachen rechts.) Die Acusterungen einzelner verrückter Franzosen etwa als die Meinung Frankreichs auszugeben, wäre so töricht, als ob wir die Reden der Keim und L i e b e r t hinstellen und ernst genommen wisien wollten im Ausland als den Ausdruck der Stimmung in Deutschland.(Sehr wahr l links.) Wir glauben aber auch nicht an die überlegene Strategie Rußlands, besten Zar kürzlich bei seinem Besuch in Berlin von 100000 deutschen Soldaten behütet und beschützt werden mußte, weil die Liebe seines Volkes so groß ist, daß man sich nichl getraut, ihn ohne bewaffneten Schutz durck die Straßen Berlins fahren zu lassen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Wir glauben auch nicht an die überlegene Strategie Rußlands, seitdem die grauenhafte Aufklärung gekommen ist durch den P i st o l e n s ch u st i n Wien: gegen einen Redl hätten unS auch 136 000 Soldaten mehr nicht schützen können.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.)— Alle diese Sckeingründe werden also durch die Tatsachen Lügen gesttaft, sie sind überhaupt nur vorgetragen worden, um die W a h r h e i l z u v e r s ch l e i e r n, dost es für diese Militärvorlage Gründe überhaupt nicht gibt.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial- demokraten und Elsästern.) Ohne jeden äußeren Anlast, ohne jedwede Not. unter dem Bruch gegebener Versprechungen— das hat auch Herr Erzberger fest- gestellt— hat man dem deutschen Volt und der ganzen Welt diese neue Militärvorlage ins Gesicht geschleudert und Deuischland wieder einmal als das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten erwiesen. Man hat damit eine politische Ueberraschung produziert, die vielleicht nur verglichen werden kann mit den Leistungen von A g a d i r und Tanger, nur dast die Militärvorlage ungleich lost- spieliger und in ihren Folgen ungleich unübersehbarer ist. Was erreichen wir aber mit dieser Borlage? Frankreich rüstet. Belgien. Rußland— die ganze Welt rüstet seit dem Augenblick der Einbringung dieser Lorlage.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir stellen in das stehende Heer um 136 000 Mann mehr ein, Frankreich vermehrt sein Heer durch die Zurückbehaliuug eines ganzen Jahrgangs, und wie Sie auch rechnen mögen, c« steht fest, dast Frankreich fein Heer um bedeutend mehr als 136000 Maua verftärtt. Frankreich will feine schwarzen Truppen aus Afrika schnellstens ausbilden, nicht um sie nach Deutschland werfen zu können, aber um 61 000 Mann seiner Truppen, daS in Afrika stehende 19. Armee- korps, für Frankreich freimachen zu können. Wir haben die größere Zahl der Reservisten, wir haben die weitaus größere Volkszahl, wir könnten durch die Wehrhaftmachung des ganzen Volkes mit Frankreich in Konkurreilz treten auf einem Gebiet, auf dem wir zweifellos für alle Zeiten der Stärkere fein würden; aber statt- besten konkurrieren wir mit Frankreich auf einem Revier, wo Frankreich unter äußerster Kraslanstrengung uns für lange, lange Zeit zweifellos noch die Stange halten kann, � nämlich auf dem Gebiet der Friedenspräsenzstärke.(Lebhafte Zuslimmsng bei den Sozialdemolraten). Trotz der Neueinstellungen im Herbst dieses Jahres wird Frankreich infolge der Zurückbehaltung des zweiten Jahrgangs, 1913/14 stärker fein als Deutschland.(Lachen und Zurufe rechts.) Ich weist, manche begreisen schwer, manche begreifen eS nie, und dazu gehören Sie!(Groste Heiterkeit bei den Sozial- demolraten.) Deutsche Militärschriftsteller aller Richtungen, Freunde und Gegner der Militärvorlage haben berechnet, dast in der»schnell bereiten Kampskraft' Frankreich unS 1913/14 um 2S 000 Mann überholt. Ein militärischer Schriftsteller in der„Kreuzzeitung" schreibt, dast daS französische Heer auf 840 000 Mann, also um 190 00 Mann mehr wie daS deutsche kommen werde.(Zuruf rechts: Na also!) Alle diese Schriftsteller stellen fest, dast die Borlage rin Schlag inS Master ist und dast wir dadurch nur Frankreich gezwungen haben, not- gedrungen gewisse MastnaHmeir zu ergreifen, die nun Ihre Absicht glatt zu Boden schlagen. Rußland baut neue Eisenbahnen, waS zweifellos für dieses groste Reich weit wichtiger ist wie Rüstungen. ES baut seine Wege aus, wirst an die polniiche Grenze zwei Armeekorps und verabschiedet eine Mililärvorlage von ungeheuren Dimensionen. Ist es nicht Wahnsinn, dast wir durch die ungeheure Heeresvermehrung nur dafür sorgen, dast ganz Europa rüstet und wir schließlich schwächer dastehen als die anderen?(Zurufe rechts.) Wenn doch die Herren nur ehrlich zugestehen wollten, dast wir unsere wirkliche Position in Wirklichkeit gar nicht verbessern I Manche Freunde der Vorlage sagen, dast die Vorlage nur die Antwort aus das französische Vorgehen sei, die dreijährige Dienstzeit wieder einzuführen. Eine verlogenere, schlimmere Unehrlich« keit kann überhaupt kein Mensch aussprechen.(Zustimmung bei den Sozialdemolraten.) Präsident Kaempf: Sie meinen doch wohl mit diesen Worten nicht Mitglieder dieses HauseS?(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Abg. Scheidemann(fortfahrend): Ich dachte gerade an das spanische Parlament.(Stürmische Heiterkeit, in der eine weitere Bemerkung des Präsidenten unver- ständlich bleibt.) Es ist unwahr, wenn behauptet wird, dast die deutschen Rüstungen eine Folge der französischen Dienstzeilverlängerung seien. Das war schon klar und von verschiedenen Seiten zugegebeir von Anfang an. Wahr bleibt, das spreche ich auf die Gefahr hin, daß Sie mich, wie es schon so oft geschehen ist, wieder als Agenten des Auslandes und als Vaterlandsverräter denunzieren (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), dast durch die von Deutsch- land beabsichtigten Rüstungen Frankreich zu Gcgenmaßregcln gezwungen, in Erschöpfung und Brr« zweifiung getrieben wurde. (Der Reichskanzler Dr. v. Bcthmann Hollweg betritt den Saal.) Von der Rechten wird mir widersprochen, nun, wenn Sie eS nicht glauben, machen Sie doch die Probe darauf. Wenn diese Vorlage zurückgezogen oder abgelehnt wird(Lachen rechts), keine 24 Stunden wird es dauern und Frankreich verzichtet auf die Zurückbchaltung des zweiten Jahrganges(Sehr wahr! links, Widerspruch rechts), auf die Wiedereinführung der drei- jährigen Dienstzeit!(Gelächter rechts.) Ich Hab- es erwartet, dast Sie so reagieren! Was wollen Sie denn anderes machen, Sie müssen doch wenigstens den A n s ch e i n erwecken, dast Sie gute Gründe haben ffir die Militärvorlage, selbstverständlich können Sie mir nicht zustimmen! Wenn man erklärt, Frankreich beweise seine Kriegslüsternheit dadurch, dast es ebenso stark sein wolle wie wir, so stelle ich fest. dast in allen Verhandlungen der französischen Depniiertenkammer über die Heeresvorlage kein kriegslüsternes Wort gesprochen wurde, weder von der Rechten noch von der Linien; in der ganzen Kammer herrschte nur ein Ton der Sorge, daß Deutschtand über Frankreich hersallen könnte. Von keiner Seite fiel ein Wort, wie daö des KriegöministerS v. Heeringen über die Notwendigkeit der Offensive(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten). Der Vorsitzende der Heeredkommission der französischen Deputiertenkammer, Herr M e s s i m y, erklärte am 2. Juli, daß das von ihm als Kind aufgenommene Bild der schreck- lichen Niederlage von 1870 seinen Geist seither nicht verlasien habe, er wolle es nicht wieder erleben und in Erinnerung an die Worte des Reichskanzlers in einer anderen Versammlung jenseits der Grenze, sagte er:»Wenn wir morgen gezwungen sind, unS zu schlagen, wollen wir nicht die Besiegten sein!" lHörl I hört! bei den Sozialdemokraten).' Immer und immer wieder kam in der französischen Kammer der Gedanke der Defensive zum Ausdruck und daß keine offensive Absicht bestehe. Das war auch die Begründung des Standpunktes meines Freundes I a u r ö s, die in Deutschland wieder so tendenziös entstellt wurde, wie wir es ja gewohnt sind; wir kemien die Gewissenlosigkeit publizistischer Fälscher, die eS zuwege bringen, dast daS Gegenteil einer Rede in die Oeffent- lichkeit komnit. JauröS hal nicht gesagt,»Deutschland wird unS an- greifen", sondern»wenn Deutschland unS angreist, wie wehren wir uns dann am besten?" UnS hat weder die Frage noch die Antwort überrascht, beides ivar ganz selbstverständlich, denn ebensowenig, wie wir gewillt sind, unser Bater- land wehrlos dem Angriff irgendeines Feinde« preis- zugeben, ebenso wenig können wir erwarten, dast unsere französischen Freunde das tun wollten.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Das eine will ich Ihnen sagen: Wir werden diesseits und jenseits der Grenzen alles tun, was in unserer Kraft steht, um einen Krieg zu verhüten.(Stürmische Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Was wir tun können, werden wir ganz bestimmt tun. (Erneute lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wir wissen, dast jeder Krieg, mag er ausfallen, wie er will, einen furchtbaren Schlag für die Völker, die Vernichtung der enro- päi scheu Kultur bedeutet. Entwaffnen wir Deutschland und Frankreich, damit sie einander nichts tun können— gut! aber den einen nur bewaffnen, damit er in der Lage ist, bei passender Gelegenheit über den anderen her- zufallen— das kann nicht die Absicht irgendeine« ver- nünsiigen, ehrlichen Menschen sein. Wir verstehen also, dast die Franzosen sich gezwungen sehen, einen von ihnen geiürchteten deutschen Einbruch abzuwehren. Wir sind aber auch überzeugt— und ich glaube dabei sogar die Zustimmung deS Krieqsministers zu finden— dast eine einfache Wiederholung v«, 1870/71 nicht nur austerhalb der pHIilischen. rrmderi, auch austerhalb der militärischen My�lichteil lieai.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Elsäffenrinnd veremzstl mich im Zentrum.) Mau spricht bei uns chon CUensive, von einem fiöhltchen Kriog und svgar daS gewissenlois Wort ist zu hören:»Wenn es nur los-, ginge!" Da mtinenkie doch auch begreifen, dast ein Volk, da« zum Aeustersten getrieben:oird, seine Widerstandskrast stärkt, um sich im Notfall zu vcrterdijzca. Sfm heutigen Tage, Ivo Sie diese Militärdorloge derabschieden wollen, lehrt zum ItHX Male der TodeStan Scharnhorsts wieder. Der würde merlimirdige Augen mache», wenn er Ihre Militärvorlage zu sehen bekäme/(Sehr wahr! bei den Sozial- deniokraten, Lachen rechts.) Das war kein preußischer Junker, kein Schwärmer für Kommißgeist, Kasernendrill usw., er war der Sah n eines Unteroffiziers und er verstand von Gamaschendienst so wenig, und war ein so schlechter Kommandeur der Wachtvarade, daß er von den junkerlichen Offizieren des ganzen Regiments aus- gelacht wurde. Aber er war ein Mann, der als Stratege und in verschiedenen anderen Dingen im kleinen Finger mehr ver- stand wie S9 Durchschnittsjunker zusammen natürlich, wenn ich von Junkern spreche, so meine ich echte und nicht Talmiju'nker!(Große Heiterkeit links.) lieber Scharnhorst heißt es heute am Schluß eines Feuilletons int„Vorwärts":„Die sogenannten Patrioten von 1913 werden des- halb an diesem 109. Todestag nur der Verdienste Scharnhorsts im Jahre 1813 gedenken, denn was er 1803 ins Auge gefaßt hatte, war mit demselben Wasser getauft wie die Forderungen, die die Sozial- demokratie heute auf dem Felde der Landesverteidigung erhebt." Ich glaubte es dem großen Scharnhorst schuldig zu sein, an seinem 190. Todestage an ihn zu erinnern.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Bei uns zu Lande gibt es Leute, die sich Hoffnung machen auf die hier und da in Frankreich zum Ausbruch gekommenen S o l- d a t e n r e v o l t e n. In den revolutionären Kräften eines Volkes, die sich gegen Tyrannei wenden, sehe ich die besten Kräfte eines Volkes.(Zustimmung bei den Sozial- dcmokraten.) Aber sehen wir lieber nicht nach Frankreich, es müßte Sie ja ein Grauen überkommen über das, was Sie angerichtet haben, denn darüber kann ja gar kein Zweifel bestehen, daß die wahren Urheber der Soldatenrevolten in Frankreich hier sitzen. (Schallendes Gelächter bei den bürgerlichen Parteien.) Mancher be- greift es nicht so ganz schnell.(Erneutes Lachen bei den bürger- lichen Parteien.) Es gibt merkwürdige Zusammenhänge. Weil der parlamentarische Kaserncngrhorsam in Deutschland sehr groß ist, rebellieren französische Soldaten. Weil deutsche Abgeordnete vor dem deutschen Generalstab stramm stehen, deshalb revoltieren in Frankreich die Soldaten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten, Lachen bei den bürgerlichen Parteien.) Ihre Nachgiebigkeit könnte sich vielleicht erklären, wenn man annähme, sie setzen ein großes Vertrauen neuerdings in unsere Heeresverwaltung, daß Sie überzeugt sind, Sie können ihr nichts abschlagen, oder Sie hätten eine so große Begeisterung für die Zustänve in unserer Armee, daß Sie sagen, einer solchen Armee und Heeresverwaltung bewilligen wir alles. Das st i m m t aber nicht, denn der Berg von Resolutionen, den Sie eingebracht haben, zeigt, wie unzufrieden Sie sind. Allerdings, was heißt Resolution? Bei uns ist eine Resolution alles andere, nur nichts Resolutes.(Sehr gut' bei den Sozialdemokraten.) Eine Reso- lulion ist nur eine Petition, nur eine Bittschrift an die Regierung, und diese Bittschristen stellen in ihrer Gesamtheit ein Bild der größten Unzufriedenheit mit den Zuständen im Heer und der Heeres- Verwaltung dar, fie geben geradezu ein großes Mißtrauens- Votum'gegen die Heeresverwaltung. In parlamen- tarisch regierten Ländern wäre eS undenkbar, daß so viel Resolu- tionen angenommen werden. Da würde die Regierung sagen, Unterlässen Sie das, oder ich lege mein Amt nieder. Bei uns aber sagt die Regierung: Lassen Sie sie nur Reso- lutionen fassen, wir haben einen großen Papierkorb. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Vielleicht sagt auch der eine oder andere von den Herren in der Regierung, wie General K e i m! Lossen Sie sie nur schimpfen, wenn sie nur bewilligen,/ 'wäs wir verlangen!"Ich will nur an einiges erinnern, was Sie in den Resolutionen verlangen: das Avancement der Privi- legtgrten soll aufhören, die Dienstzeit ist zu lang, sie soll 'verkürzt werden, der Militärbohkott von Lokalen ans politischen Gründen ist aufzuheben, die Zahl der Burschen soll eingeschränkt werden, mit dem Unfug der adligen Regi- m e n t e r soll ausgeräumt werden, die M i l i t ä r j u st i z ist reformbedürftig, es werden immer noch Soldaten mißhandelt, das muß aufhören, der Reichskanzler wird ersucht � wörtlich— endlich die längst z u g e s a g t e n E r s p a r n i s s e zu machen.(Große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.)— Die Herrschaften, die solche Resolutionen einbringen, müssen doch der Ueberzeugung sein, daß jetzt Gelder verschwendet werden. Sie verlangen also Ersparnisse und machen den Anfang mit der Bewilligung der Militärvorlage. Und sind mit den Forderungen dieser Resolutionen etwa Ihre Wünsche erfüllt? Keineswegs. Ich erinnere die Herren vom Zentrum, daß sie lebhaft den K a m p f gegen d i e D u e l l e aufgeiwmmeu haben. Wo ist die in Aussicht gestellte Kabinettsorder? Ich habe nichts von ihr gehört. Trotzdem stimmen Sie für die Militärvorlage. Ich erinnere an die liesen Eindrücke, die die Eni- hüllungen meines Freundes Liebknecht in dem hohen Hause hervorgerufen haben.(Oho! rechts.) Trotzdem bewilligen Sie, was verlangt wird. Noch ist nichts geklärt.- Noch ist die Kom- Mission, die in Aussicht gestellt wurde, nicht zusammengetreten. Nach privaten Mitteilungen muß ich sagen, ich sehe der Arbeit der Kom- Mission mit dem' größten Mißtranen entgegen.(Leb- Höfles Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Noch ist amtlich nichts festgestellt/ aber inzwischen hat Herr Krupp v. Bohlen- H a l b a ch eine» hohen Orden bekommen. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Chef einer Firma, die vor dem ganzen Volk angeklagt ist, daß sie sich auf betrüge- r i s ch e Weise Kenntnis verschafft hat von militärischen Geheim- nissen, wird mit einem hohen Orden dekoriert, noch bevor irgend etwas festgestellt ist.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemo- traten und Zurufe: Er ist auch ins Herrenhaus berufen I) Man darf sich nicht wundern, wenn sehr viele Menschen die Frage aufwerfen, sieht das nicht dem Eingreifen in ein schwebendes Verfahren verteufelt ähnlich?(Lebhaftes Sehr richtig!) Bevor irgend welche Klarheit geschaffen ist, eine Dekoration in dieser ausfallenden Weise! Das ist eine sehr charakteristische Erscheinung! Aber trotz allem, trotz Ihrer Unzu- friedenheit mit der Heeresverwaltung machen Sie Ihre Bcr- beugung vor der Kommandogewalt, bestehen Sie nicht darauf, daß da?. was Sie in Ihren Resolutionen zusammengefaßt haben, auch gesetzliche Form bekommt. vielmehr haben Sie alle unsere Versuche in dieser Richtung ab- gelehnt. Sie haben niedergestimmt unsere Anträge, die sich aus das Gardeprinzip bezogen haben, die sich auf das Adels- Prinzip bezogen haben, die die militärischen. Miß- Handlungen zur Unmöglichkeit machen konnten, Sie haben keine Ersparnisse gemacht, Sie haben sogar unseren Antrag auf Beseitigung des Einjährig-Freiwilligen- Privilegs durch gesetzliche Regelung abgelehnt. Das soll Ihnen besonders angekreidet werden.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial- deniokraten.) In dem Augenblick, wo Sie Frankreich zwingen, zur dreijährigen Dienstzeit überzugehen, in dem Augenblick, wo Italien zur völligen Gleichberechtigung beim Heeresdienst übergebt, bringen Sie es fertig, ein Privileg aufrechizuerhalten für die Besitzenden, während die Söhne der Bauern, der unteren Beamten, des kleine n � i Itelst a n d e s zwei Jahre dienen müssen. Ihre patriotische Opserwtlligleit cricheint dadurch in einem sehr incrk- wüidigen Licht.(Sehr wabr! U. den Sozialdemokraten.) Aber um eines sind Sie nicht'heraingekommtn.'/'ei der Frage, wie die Kosten auszubrlugcu äind, haben Sie den größten Teil denJb e s i tz e n d e n 41 las fen»»serlegcn müssen. Wenn wir bei der Militärvorlage ist es uns doch gelungen, r Lösung der Deckungs frage unseren E>» f l Uiß in g e- du /re» dem Maße zum Ausdruck zu br im gen.(Leb- hasles Hört! hört! rechts!) Wen» es gelungen ist, diesmal die Arheiterklaffe bor indirekten Steuern, bor Steuern auf die not- wendigsten Lebensmittel zu schützen, so ist das vor allem ein Verdienst der Sozialdemokratie. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten). Wir 119 Mann waren nichr stark genug, die Militärvorlage zu Fall zu bringen, aber wir wären stark genug, um zu verhindern, daß dem Volke die Lasten auserlegt wurden. 1997 kehrten 41 Sozialdemo- kraten in den Reichstag ein, und 1999 haben wir die Steuern auf Bier, Schnaps, Zigarren, Streichhölzer usw. bekommen. 1912 kamen 119 Sozialdemokraten in den Reichstag, und 1913 bekommen wir Steuern auf Einkommen, Vermögen, Erbschaften. Das ist ein Erfolg der Sozialdeniokratie. Am 19. Juli 1999 sprach Herr v. Heydebrand hier über die Gründe, warum die Konservativen die Erbschaftssteuer ablehnen z was im letzten Grunde und schließlich maßgebend uns bestimmt hat, sagte er, unsere Zu- stimmung zu verweigern, ist das Moment, daß wir in einer solchen Steuer nichts anderes sehen, als eine a l l g e ni e i n e Besitz- st euer, und daß wir eine solche allgemeine Besitzsteuer nicht in die Hände einer auf gleichem Wahlrecht beruhenden Körperschaft legen wollen.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Es wäre sehr schön, wenn Herr v. Heydebrand diese Rede heute noch einmal halten wollte, da würde man deutlich den Unterschied von 1999 und 1913 sehen. Wenn man von Siegern und Besiegten sprechen will, wir Sozialdemokraten sind die Besiegten nicht, wir sind uns treu ge- blieben und werden uns treu bleiben, wir halten durch, bis unsere Grundsätze durchgeführt sind.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten) Sie aber haben Ihre Grundsätze preis- gegeben.(Lebhafte Zusiimmiulg bei den Sozialdeinokrate».) Sie haben das schon mit dem Wehrbeitrag getan. Ihre Gesinnung haben Sie nicht geändert, aber Sie haben nicht den Mut mehr. sie zu bekennen, nachdem Ihnen der 12. Januar 1912 Dialektik eingepaukt hat.(Lebhaftes Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Und auch in Ihrem sietcn Rückgange von Legislaturperiode zu Legis- laturperiode, an dem wir nach Kräften arbeiten werden, sehen wir die Gewähr dafür, daß das Prinzip der Deckung, das die-smal zum ersten Male in Anwendung kommt, auch für die Zukunft ge- wahrt bleibt. Das Volk wird es verhindern, daß in Zukunft die indirekten Steuern erhöbt werden, das Volk wird es verhüten, ebenso wieivir es verhüten, daß Deutschland der ugent provocateur für Rüstungen bleibt.(Große Unruhe rechts.) Deshalb wird das Volk erkennen, daß es noch diel besser kommen muß wie 1912.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Es kommt jetzt viel mcbr darauf an. was uns bevorsteht, als was früher geschehen ist. Weil wir in der Minderheit geblieben sind, trauern wir keineswegs in Sack und Asche. Fetzt erst recht werden wir herausgehen und arbeiten und das Volk aufklären über das, was Sie an dem Volk gesündigt haben. Wir wissen, daß ein Berg von Hindernissen vor uns ausgetürmt ist, wir wissen, daß wir aus ungebahnten Wegen dem Menschheitsideal nachstreben; aber wir haben die Gewißheit, daß die Vernunft, das großePrinzip des menschlichen Fortschritts, unter allen Umständen doch schließlich den Sieg davontragen muß. Hundertmal kann die Vernunft niedergetreten, verleumdet, beschimpft werden. aber immer wieder erhebt sie sich. Die Vernunft wird sich auch bei denen geltend machen, die jetzt im Begriff stehen, etwas Unver- nünftiges zu begehen. Noch in letzter Stunde rufe ich Ihnen zu: Suchen Sie die Bcrsöhnung mit Frankreich! Gewinnen Sie den Mut, Vertreter des Volkes zu sein, das nichts wissen will von Wettrüsten, das den Frieden will und Frankreich liebt.(Lebhaste Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wir gehen hinaus ins Volk und werden sagen, was wir haben zustande bringen können, und was uns nicht gelungen ist, wir werden dem Volke sagen, daß es uns mehr Macht geben soll. damit wir weiteres Unheil verhüten können. Wir wissen auch, was das Volk antworten wird. Das Volk wird uns sagen r Ihr habt recht gehandelt, arbeitet weiter so unier der Devise: Nieder mit dem Militarismus, dieser Ausgeburt des Kapitalismus, es lebe der Sozialismus!(Lebhafter anhaltender Beifall bei den Sozialdemokraten, Zischen rechts.) Präsident Kacmpf: Sie haben den Vorwurf der Verlogenheit gegen das Parlament erhoben. Sie sagten zwar. Sie hätten dabei an das spanische Parlament gedacht. Der Vorwurf konnte aber in dem Zusammenhang, in dem er gebraucht war, auf das deutsche Parlament bezogen werden; ich rufe Sie deshalb nachträglich zur Ordnung.(Beifall rechts.) Abg. Schultz(Rp.): Herr S ch e i d e m a n n hat mit der Mitteilung eines im„Vor- wärtS" veröffentlichten Urteils deS Kriegsgerichts i» Erfurt Bewegung hervorgerufen. Auch wir haben Mitgefühl mir den Verurteilten; ob aber das Urteil angesichts der Tat zu hart ist,' könne» wir ohne nähere Kenntnis nicht be- urteilen.— Herrn Scheidemann bestätige ich, daß die Sozial- demokratie hier nichts zu dem großen nationalen Werk der Ver- stärknng der Wehrmacht beigetragen hat. Herr Scheidemann baut in vollkommener Ahnungslosigkcit auf die Friedensliebe Frankreichs. In dem Moment, wo Frankreich die Grenzländer wiederbekommen könnte, würde es über uns herfallen, und wollten die französischen Sozialdemo- kraten das hindern, ip würden sie von dem Unwillen der Bevölkerung weggefegt werden.(Lebhafte Zustimmnug rechts.) Wir haben hier unerhörte Angriffe auf unser Offizier- und UnlerosfizierkorpS erlebt. ES ist den Sozialdemokraten nicht gelungen, da? strahlende Ehrenkleid unseres Offizier- und Unteroffizierkorps zu beschmutzen. Aber Sie begehen eine Todsünde an dem deutschen Volk, wenn Sie das Verlranen des Volkes zur Armee untergraben.(Sehr richtig! rechts.) Untere Armee ist das s ch ä r f st e K r i e g S i n st r u m e n t in der Hand des ober st e n Kriegsherrn, und gerade dadurch auch die beste Friedensgarantie für die ganze Welt.(Lebhafter Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: Ich kann einige Worte des Abg. Scheideman n�nicht nner- widert in das Land hinausgehen lassen. Ter Abg. Scheidemann hat soeben, wie es vor einiger Zeit ein Parteifreund von ihm getan hat, uns dargelegt, er könne in keiner Weise eine Ueber- zeugung dafür gewinnen, daß diese Wehrvorlage notwendig sei. Es ist mir vorgeworfen worden, ich hätte meinePflicht nicht erfüllt, indem ich nicht versucht hätte, Sie(die Sozialdemokralen) von dieser Notwendigkeit zu überzeugen. Meine Herren, wollen Sie sich denn überzeugen layen? Sie stellen sich dauernd auf den Standpunkt, daß Sie sagen: Diesem Staat und dieser Armee geben wir keine Verstärkung. Wenn Sie auf dieseni«tandpunktc stehen, dann gehen Sie allerdings blind an den Tatsachen vorüber, di: vor aller Augen liegen, und die die Verbündeten Regierungen ge- meinschaftlich mit der großen Mehrheit dieses Hauses davon über- zeugt haben, daß wir Ihnen die Vorlage machen lediglich zum Schutz und zur Sicherheit des Vaterlandes. Ter Abgeordnet« Scheide man n sprach davon, wir seien uiit dieser Vorlage die agents provocateur s. Ich finde keinen Ausdruck, der geeignet wäre, eine solche Aeußerung eines deutschen Reichstags- abgeordneten zurückzuweisen.(Stürmischer Beifall bei den bürger- lichen Parteien.) Ten Vorwurf, daß wir mit unserer Wchrvorlage zum Kriege treiben, der ja von Ihrer Seite oft gemacht worden ist, weise ich mit aller Entschiedenheit zurück. Wir suchen keine Feinde in der Welt, wir sind bereit und wünschen mit allen unseren Nachbarn in Frieden und Freund schaftzu leben. Teutschland hat in einer langen Zeit den Beweis geführt, daß es nicht eine Politik des Angriffs treibt, und die Herren Sozial- deniokraten sollten ebensowenig an dieser geschichtlichen Tatsache vor- übergehen wie an der noch nicht abgeschafften geschichtlichen Wahr- heit, daß Stärke der beste Schutz vor Angrissen ist.(Lebhafter Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Der Mg. Scheidemann hak sich mit großer Emphase heute wieder als einen Feind des Militarismus hingestellt. Was ist Militarismus? Meinen Sie mit Militarismus unsere Armee? In einem großen Organismus, wie unser Heer ihn dar« stellt, ist dauernd zu arbeiten und dauernd zu bessern. TaS sieht die Armes selber als ihre Ausgabe an. Sie arbeitet daran und wir alle werden auch mit daran arbeiten.(Beifall rechts.) Wenn U n v o l l k o m in e n h e i t e n zur Sprache gebracht werden— darauf bezieht sich ja ein großer Teil der Resolutionen, die der Reichstag angenommen hat—, die Armee hat es nicht zu scheuen, wenn das geschieht. Tie Armee wird pflichtgemäß prüfen, ob Unvolllomnienhciten vorliegen und wo es Not tut, wird fie Pflicht» gemäß Abhilfe schaffen. Aber Sie, meine Herren Sozialdemokraten� stellen sich ja bei Ihrer Kritik gar nicht auf diesen Standpunkt. Ihnen ist ja gar nicht darum zu tun, zu bessern. (Lebhafte Zustimmung rechts. Stürmisch« Entrüstungsrufs bei den Sozialdemokraten:..Unerhört!" usw.) Sie haben uns ja täglich im Lause der letzten Wochen gesagt, daß Ihnen unser stehendes Heer mit seinen Einrichtungen ein Greuel ist. Sie erkennen in unserem stehenden Heer und unserer Armee eine Macht, die Ihren Zwecken nicht freundlich gesinnt ist.— Gottlob nicht freundlich ge- sinnt ist.(Beifall rechts.) Sie wollen durch Ihre zersetzend« Kritik nicht bessern, sondern zerstören.(Sehr richtig! rechts, Erneuter Sturm bei den Sozialdemokraten.) Aber trotz der hoch- tönenden Worte, mit denen der Abg. Scheidemann geschlossen hat: Wir wollen ins Volk gehen und das Volk werde ihm Dank dafür wissen, daß er als Gegner unserer Heereseinrichtung auf- getreten ist, und daß er versucht habe, wenn auch ohne Erfolg, diese Wehrvorlage zu hintertreiben— trotz dieser hochtönenden Worte(Unterbrechungen bei den Sozialdemokraten: Die hochtönenden Worte liegen bei Ihnen!) das Vertrauen des Volkes zum Heere zu ersthüticrn, damit werden Sie keinen Erfolg haben. In dem Volke und in einer Unzahl von Leuten, die Ihnen bei der Wahl den Stimmzettel gegeben haben, lebt felsenfest das Bewußtsein. was Deutschland seiner Armee verdankt. Das Volk weiß, daß wir kein einiges Deutschland hätten, wenn wir nicht eine starke und gesunde und gute Armee gehabt hätten. Das Volk weiß(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Was wissen Sie vom Volk!), daß mit unserer Webrmacht, mit unserer Wehrstärke der Wohlstand und die Macht Teutschlands steht und fällt. Das deutsche Volk erkennt in der Ehre_ der Armee seine eigene Ehre.(Beifall rechts. Zuruf bei den Sozialdemokraten: Und deshalb wählt es sozialdemo- kra tisch!) Und aus diesem Gedanken heraus ist die Wehrvorlage geboren und ist die Zustimmung geboren, die die große Mehrheit dieses Reichstages der Webrvorlage zollen will. Sie bat in einec langen und aufovfernden Arbeit geprüft, ob es notwendig ist. was wir Ihnen vorschlagen. Es sind große Forderungen, Forde- rungen so groß, wie sie noch nicht dagewesen sind. Sie stehen in dieser Stunde davor, das Ergebnis dieser Prüfung zu ziehen. Ich bin fest davon überzeugt, daß dieses Ergebnis ein Beschluß sein wird, den Ihnen das ganze Volk danken wird.(Leb- hafter Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Präsident Dr. Kacmpf: Während der Rede des Herr» Reichskanzlers ist von den Bänken der Sozialdemokraten das Wort Flegelei gefallen.(Zurufe rechts: Wer ist der Flegel?) Ich würde den Abgeordneten, wenn ich seinen Namen wüßte, zur Ordnung rufen.(Bravo! rechts.) Abg. Scheidemann(Soz.): Ter Reichskanzler hat mit großer Entrüstung den Vorwurf nrückgewiescn, daß Deutschland in der Rüstungsfrage die Rolle es agent provocateur spielt. Derselbe Reichskanzler aber hat es für richtig gehalten, hier zu behaupten, daß alle unsere Vorschläge gar nicht ernst gemeint seien, wir wollten gar keine Ver- besscrungeu in der Armee.(Sehr richtig! rechts. Große Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Ick gönne Ihnen den Beifall der Rechten, Herr Reichskanzler. Aber ich frage Sie. wer gibt Jbnen das Recht, uns gegenüber einen solchen Vorwurf zu erheben. Wissen Sie nicht, was wir alles für Anträge eingebracht baben, (Lautes Gelächter rechts) zur Hebung der VolkSgesundheit, zum Schutze der Soldaten gegen Mißhandlungen. All das soll nicht ernst gemeint sein. Ich bedaure sehr lebhast, daß das deutsche Reichstagspräsidium nicht eine Partei in is ch u tz nimmt, der ein solcher Vorwurf gemacht ist.(Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Präsident Dr. Kacmpf: Dieser Angriff auf das RcichStagspräsidium ist ungehörig. Ich rufe Sie zur Ordnung.(Bravo! rechts.) Im übrigen haben Sie vorber den anderen Parteien vorgeworfen, daß sie ihre An- sichten nicht ernst meinen.(Sehr wahr! rechts.) Ahg. Scheidemann(Soz.): Ich stelle fest, daß das ein Irrtum des Herrn Prä- si d c n t e n ist. Ich habe nur gesagt, die Herren haben ihre Au- schauungen geändert.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ter Reichskanzler hat weiter gesagt, wir wollen Frieden und Freundschaft. Ist denn das der richtige Weg, wenn man Frieden und Freundschaft will, daß man anfängt zu rüsten.(Stür- inische Zurufe rechts: Jawohl!) Nein, dann nimmt man die Hand an, die einem zur Freundschaft und zum Frieden geboten wird.(Lebhafte Zuruf«: rechts: Wo denn?) Dann er- greift man die Initiative zur Verständigung zum Frieden.(Stür- mische Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Ter Reichskanzler hat auch vom Volke gesprochen. Herr Reichskanzler, wer gibt Ihnen überhaupt das Recht, im Namen des Volkes zu sprechen'? (Stürmische anhaltende Zustimmung bei den Sozialdemokraten. Große Unruhe rechts. Abg. Dr. David: Wer hat den Reichs- kanzlcr aus seinen Platz gestellt?) Ter Reichskanzler ist nicht hierher gesetzt durch den Willen des Volkes.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Reichskanzler wird nur so lange hier sitzen bleiben, als es einem Einzigen gefällt. Ste können ihm das größte Mi ßtrauensvotum erteilen, er kann ruhig hier sitzen bleiben. Wir aber stehen hier als Vertreter der Mehrheit des deutschen Volkes. (Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wir sehen in dem militärischen Organismus nicht nur die Dinge, die wir bekämpfen« die Soldatcnmißhandlungcn. den ganzen Kasernendrill, die bar- barischcn Strafen, den Kadavergehorsam, die absolute Unterwürfig- keit, wir sehen in ihm auch das furchtbare Instrument in der Hand eines einzelnen Mannes, der eS ver- langt, daß die Soldaten auf Vater und Mutter schießen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn wir unsere Anträge auf Verbesserung der Verhältnisse stellen, so denken wir dabei an die Lebewesen, die diese militärische Organisation darstellen, die in sie hineiiigczwungen sind, an unsere Brüder, unsere Söhne, unsere Väter. Deshalb muß ich es noch einmal mit größter Entschiedenheit zurückweisen, aus ernster ehrlicher Ueberzeugung heraus, wenn aus dem Munde des Reichskanzlers uns ein solcher Vorwurf gemacht wird: Wir nehmen es nicht ernst mit unseren Anträgen. Wir nehmen es damit so ernst/ wie mit unserem Kampf gegen den Militarismus und den Kampf gegen da? ganze System, als dessen Vertreter S i e hier stehen.(Sturmtscher Beifall bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Generaldebatte. Abg. Erzberger(Z.): stellt in persönlicher Bemerkung fest, daß er durch eine wichtige B«- sprechung am Anfang verhindert gewesen wäre, im<-aa.e an» wcsend zu sein. In der S p e z i a l d e b a t t e begründet Abg. Bassermann(natl.): einen Antrag auf Herstellung der gestrichene» dU«t Kavallerieregimenter. Abg� Gans Edler zu Putlit, tt/); Äbg. scheidcmann hat die Vertretung des Volke? für seine Partei allein in Anspruch genommen. Wenn er wirklich für das Volk sorgen will, dann soll er der W i e d c r h e r st e l l u n g der abgelehnten Kavallerieregimenter zustimmen. sGroße Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Kriegsnünister v. Heeringen: Die Forderung der sechs Regimenter ist das M i n d e st m a tz dessen, was wir für den«chutz Deutschlands für erforderlich halten. Bewilligen Sie sie nicht, so bleibt eine Lücke in der Rüstung Deutschlands. Die Debatte> schlick t. Tie A b st i m m u n g wird auf Montag vertagt. Ein Antrag Alb recht stSoz.) verlangt eine Aenderung des Militärstrafgesetzbuchs dahin, daß bei gewissen militärischen Ver- gehen wie Aufruhr usw. auch mildernde Umstände zuge- lassen werden sollen. Abg.«chulz-Erfurt(Soz.): Wenn wir aus all unseren Anträgen zur Hceresvorlagc setzt noch diesen einen herausgreifen, so hat uns dazu!xis Menschlich- keitsgcfühl veranlaßt. Es handelt sich um den krassen Erfurter Fall. Ich habe darüber Erkundigungen eingezogen, will mich aber lediglich beziehen aus den Bericht eines bürgerlichen Blattes, des Ersirrtcr„Allgemeinen Anzeigers". Danach handelt es sich um e/nen Zimmermann, mehrere Maurer, einen Berg- a r b e i t« r und einen D i e n st k n e ch t. die sämtlich v c r h e i- ratet sind. Es kam nach der Kontrollvcrsammlung zu einer Prügelei, dabei entstand ein Streit zwischen den Leuten aus zwei verschiedenen Ortschaften, wie das sehr häufig vorkommt. Die Leute gaben die ihnen zur Last gelegten Straftaten nur teilweise zu, die Mehrzahl gibt an, st a r k betrunken getvesen zu sein, der eine sagte, es sei ihm vorgekommen, als habe er ein Karussell im Kopf gehabt. Der ganze Tatbestand ergibt, daß es sich um eine ganz gewöhnliche Wirtshausrauferci handelst die mit militärischer Insubordination gar nichts zu tun hat.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Gendarmerie Wachtmeister wurde aber, weil er im Unteroffiziersrang sieht, an diesem Tag der Kontrollversaminlung als militari- scher Vorgesetzter angesehen, und deshalb stellt sich das Ver- gehen als Meuterei dar.(Hört! hört! bei den Sozialdemo- traten.) Einer der Angeklagten verfiel während der Verhandlung in W e i n? r ä m p f c. Der öffentliche Ankläger beantragte Zuchthausstrafen bis zu 7 Jahren für die Einzelnen. (Hört! hört! und Pfuirufe bei den Sozialdemokraten.) Der Vor sitzende betonte, es handle sich um militärischen Aufruhr, denn es bestand die Gefahr, daß eine unbeschränkte Anzahl Leute sich an die Angriffe gegen den Gendarm anschloß. Ter eine der Angeklagten, der zu ö Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, hat einen alten Vater zu ernähren. Am Schluß der Verhandlung kam der Vater herein, er umarmte ihn schluchzend mit den Worten: ..Vater, lieber Vater, verzeih mir, was ich getan habe!"(Belvegung.) Ich habe nur die Tatsachin sprechen lassen und nichts b e- s ch ö n i g t. Natürlich verurteilen wir es, wenn sich die Leute Roheiten zuschulden kommen lassen. Wogegen wir uns wenden, ist das furchtbar grausame Militär st rafgesetzbuch, das solch ungeheuerliche Strafen bedingt. lZuruf bei den Sozial- demokratcn: Kulturschande!) Ilcbrigens läßt der bürgerlich Bc- richt alle entlastenden Aussagen fort. So hat der Ortsvorsteher des einen Ortes, der die Leute kannte, den Angeklagten das beste Zeugnis ausgestellt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Es sei ihnen nichts Nachteiliges nachzusagen, es seien harmlose Eharakterc, die sich offenbar nur durch den Alkohol zu ihren Taten hätten hinreißen lassen.(Hört! hört! bei den Sozialdcmo- lrntcn.) Der Vorsitzende der Verhandlung hat gesagt: Wenn die Angeklagten sich nicht falschen Belehr um gen und(sin- s l ü s s e n von gewisser Seite hingegeben hätten, dann wäre das schwere Uitgtück nicht geschehen. Tarin liegt offenkundig, daß die Richter sich hier von politischen Motiven haben leiten lassen. Wir wollen lediglich, haß in solchen Fällen mildernde Um- stände zugelassen werden können, was bis jetzt iticht möglich ist. Dieser Zustand muß jeden fühlenden Menschen empöre n. Es handelt sich um eine der größten Grausamkeiten und Mittelalter- liche Bestimmungen. Uns ist es bitterer Ernst mit unseren Bestre- Hungen, das herrschende Militärsystem zu verbessern. Wenn auch Sic den ernsten Willen haben, die Schäden dieses Systems zu bc- seitigen, so stimmen Sie unserem Antrag zu.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Kriegsminister v. Heeringen: Die Akten des Falles Erfurt liegen inir noch nicht vor, darum kann ich darüber nichts sagen. Es handelt sich hier auch nur um ein Erkenntnis erster Instanz, man mutz erst die Berufungsinstanz abwarten. Und wenn schließlich, wie der Vorredner sich aufrückt, solche Unmenschlichkeiten vorkommen, so kommt noch die An- r u f u n g der a l l ckr h ö ch st e n Gnade in Betracht.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Tie Resolution, die die Regierung auffordert, in Erwägungen einzutreten, wo Verbesserungen im Militärstrafgesetzbuch angebracht sind, wird in nächster Zeit zur Prüfung koinmen. Sie können sicher sein, daß die Frage geprüft wird. Aber auf Grund dieses gestrigen Erkenntnisses und von Zeitungsartikeln ein Gesetz zu ändern, das nach vielfachen Er- wägungen und Kämpfen Gesetzeskraft bekommen hat. das ü r ! a n n l ch n i ch t st i m m c n. Die Behauptung, daß unsere Richter sich politisch beeinflussen ließen, hak nicht die geringste Berechtigung. Unsere Richter urteilen lediglich nach Pflicht und Gewissen. (Brapo! rechts.) Abg. Dr. Frank(Soz.): Ter Reichskanzler hat uns vorgeworfen, wir'wollten nicht die Zustände bessern, sondern wollten lediglich die Armee zersetzen. Wenn wir wirklich lediglich Haß gegen die Armee säen wollte», dann dürflen wir unseren Antrag auf Reform des Militärstrafgesetzbuchs nicht stellen.(Sehr wahr! bei den So- zialdemotraten.) Denn mehr, als unsere Reden und unsere Agi- tatio», wird ein Urteil wie dieses dazu beitragen, im Volke draußen gegen die Einrichtungen des Heeres Haß und Verachtung zu säen.(Lcbh. Zustimmung bei de» Sozialdemokraten.) Der Kriegsminister sagt natürlich, er hat die Akten noch nicht; aber wir haben in der Kommission Fälle genug vorgetragen, deren Akten er kennen mußte(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), und es hat sich aus den bürgerlichen Parteien nicht ein einziger Abgeordneter gefnnoen, der diese emvöreirdcn Vor- schriften des Militärstrafgcschbnches z» verteidigen den Mut gehabt bette..«Hört! hört! bei den Sozialdemolraten.) Herr Schultz- Blomberg sagte, man würde den Opfern des Urteils nicht das menschliche Mitleid versagen. Hier kommt es nicht darauf an, das Mitleid zu beweisen, daS Tränen weinst sondern das Dränen trocknet.(Sehr zutl bei den Sozial- demokratcn.) Wenn wir hier nicht sofort Abhilfe schaffen, so machen wir nnS alle moralisch mitschuldig daß solche Urteile, die nicht vereinzelt sind, vorkommen. Die Zu- sage, daß die Resolution, die dasselbe will, geprüft werden soll, ist für uns keine Beruhigung. Jeder Tag. jede Stunde, dlc wir hier versäume», ist verloren.(Sehr richtig! bei den So- zialdemokraten.) Kaum eine Koutrollversammlung, kaum ein Ma- növcr geht vorüber, ohne daß ähnliche Fälle mit iinmer denselben Konsequenzen sich wiederholen. Ich erinnere an den voin Abg. Dohrenbach angeführten Fall im S ch w a r z w a l d, wo ein junger Mensch mit einem Unteroffizier aus Eifersucht in Streit geriest Er fühlte sich in dem Augenblick nicht als Soldat, k?ndern als kräftiger junger Bauernburfch. EZ(am zu einer Schlägerei, die Folge war auch hier, daß ein halb Dutzend an- »andiger junger Leute mit ihren Familien fürehrloscrklärt wurde und selbst auf 5 Jahre ins Zuchthaus kamen. i.Hört! hört!) Solche Tinge dürfen wir nicht weiter dulden. Der Reichstag hat heute die Macht, wenn er will, das Gesetz zu ändern. Tie Regierung möge es versuchen, dem deutschen Volke zn erklären, wir lehnen die Militärvorlage ab, weil damit per- bundcn ist eine Bestimmung, die diese baroarisckcn Urteile der Militärgerichte unmöglich machen ivill.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Ma?» wird gewiß ivicder sagen, man könne nicht einen Paragraphen herausgreisen, wo das ganze Gesetz reformbedürftig sei. Das ist die alte Tdsahrung, daß, wer in einem Fall nicht Helsen will, sagst es gibt so v i e l E l e n d auf der Welt. Die Paragraphen, um die es sich hier handelt, sind die, bei denen die häusigsten barbarischen Urteile gefällt werden, die, die mit dem Rechtsbcwußtsein des Volkes in sihrofsstcni Widerspruch stehen. Man kann eben nicht Leute, die in einen Wirtshausstreit kommen, zu militärischen Aufrührern und Meuterern erklären, weil sie einen Gendarm und Unteroffizier dabei angreifen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Einwand ist im voraus widerlegt dadurch, daß beim bürgerlichen Strafrecht der gleiche Reichstag genau denselben Weg gegangen ist. Tort hat man nicht gesagt, wir wollen warten bis zur großen Reform des Straf- gesctzbuchs, weil die Wucht des Rechtsbewutztseins der Massen den Reichstag vorwärts getrieben hat. Was wir vorschlagen, ist die allerbescheidenste Mindestforderung. Doppelt»nd dreifach müssen ihr die Herren von der Mehrheit zustimmen, die im Begriffe sind, die Militärvorlage zu bewilligen. Oder wollen Sie dem Volke erklären, wir waren dafür, daß der letzte Waffen- fähige Mann in die Kaserne muß, aber wir haben aus formellen Gründen, aus Schönheitsgründen abgelchnt, eine Reform durchzuführen, von deren Dringlichkeit(vir alle ohne Aus- nahine überzeugt sind. Sie haben zu wählen, ob Sie dem Rechtsbewußtsein des Volkes nachgeben oder im übelangebrachten Vertrauen warten wollen, bis die Regierung nach 20 j ä h- rigen Erwägungen endlich etwas tut.(Lebh. Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Müller-Meiningen(Vp.): Auch wir müssen dringend bitten, daß über dies drakonische Urteil so rasch wie möglich aus tele- phonischcm oder telegraphischem Wege Aufklärung ge- schaffen wird. Es ist klar, daß solche Urteile ungeheure Aufregung in den weitesten Schichten des Volkes hervorrufen müssen. Man muß der Militärverwaltung den Vorwurf machen, daß sie nicht längst für Beseitigung dieser Grausamkeiten gesorgt hat.(Sehr richtig! links.) Wir müssen erwarten, daß die Mili- tärverwaltung erklärt, sie werde dem einstimmigen Wunsch der Budgetkommission nachkommen, und werde schleunigst ein Not gcsetz einbringen. Wir wissen, wie aufreizend solche Ur teile wirken. Nötig ist, die Richier aus dem Getvissenskonflikt herauszubringen, wonach sie solche drakonische» Uricile zu fällen gezwungen sind, obwohl sie es nicht dem Falle für angemessen halten. Der Kriegsminister sollte eine Erklärung ab- geben, daß die Verbündeten Regierungen bereit sind, ein Not gcsetz einzubringen. Geschieht dies nicht, so bleibt uns nichts übrig, als trotz der formalen Bedenken für den sozial- demokratischen Antrag zu stimmen. Wenn das Ge- setz formell dann nicht so aussieht, wie wir eS wollen(Abg. Dr. Frank lSoz.): Besser!>. so ist Schuld daran die Hartnäckigkeit der Militärverwaltung.(Beifall bei den Volksparteilern.) Kriegsminister v. Heeringen: Eine Erklärung der Verbündeten Regierungen auf Einbrin- gung eines Notgcsctzcs kann ich heute nicht abgeben, dazu niüßte ein Beschluß der Verbündeten Regierungen vorliegen. Der Moment zur Beschlußfassung für die Verbündeten Regie- rungcn ist gekommen, wenn Ihre Resolution geprüft wird. Ich nehme aber keinen Anstand zu sagen: Auch ich bin über- zeugt, daß eS in einer ganzen Anzahl von Paragraphen des Mili- tärstrafgesctzbuches notwendig ist, mildernde Umstände einzu- führen. Das erwähnte Urteil aber, das noch gar nicht rechts- kräftig ist, das vermutlich noch nicht einmal schriftlich vorliegt, bitte ich hier nicht zu verwerten. Abg. Stadthagcn(Soz.): Der Kriegsminister hat die Bitte des Abg�Müller nicht er- füllen können. Er sowohl wie Herr Schultz haben zu- gegeben, daß die fünfjährige Zuchthausstrafe für die armen Lano- wehrleute denkbar ist für solche Vergehen am Tage der Kontroll- Versammlung nach abgeschlossenem Dienst. Audi die Herren vom Freisinn sind mit Schuld daran, daß diese Leute während des ganzen Tages der Kcntrollversamnilung unter der Militär- gerichtsbarkeit stehen. Auch Tinge, oic gar nicht militärischer Natur sind, will man als kriegcrisdicn Aufruhr anrechnen. Ich erinnere an die L a nd w e h r l e u t c, die durch eine Depesche an den Kaiser gebeten hatten, nicht im Viehtvagen befördert zu werden. Sie haben sechs Jahre Zuchthaus erhalten, und keine Begnadigung ist erfolgt. lHört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Herren, die nach diesen wiederholten Fällen der Militär- Vorlage ohne unseren Antrag zustimmen, erklären sirfi einverstanden damit, daß aud> die neueinzustellendcn 130 000 Mann all diesen Gefahre» unterliegen sollen, sie sind damit cinverstan- den, daß der politischen Gesinnung der Rekruten nachgespürt wird, und sie erkennen damit an, daß sie das Militär nicht zum Schutz gegen das Ausland, sondern in erster Linie zum In- st r u m e n t gegen die Arbeiterklasse haben wollen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Müller-Meiningen(Vp.): Dem Kriegsminister bemerke ich. ich mache meine Stellung- nähme nicht von dem Erfurter Urteil abhängig, das ich in den Einzelheiten nicht kenne. Aber es ist n i d) t das einzige Urteil dieser Art, sondern über ein Jahrzehnt lang haben wir eine ganze Reibe solcher drakonisd)en Urteile erlebt. In all diesen Jahren hat die Militärverwaltung nicht das mindeste getan. Die Budgetkommission hat ihre Beschlüsse sdion vor 5 bis ö Wochen gesaßt. Es wäre also Zeit gewesen, oic Meinung der Verbündeten Regierungen zu erforschen. Mit allgemeinen Redewendungen könne» wir uns nicht zufrieden geben. Entweder müssen wir dem soziatdemokratisdien Antrag zustimmen, was formell bedenklich ist, oder wir müssen einen Initiativantrag ein- bringen, der am Montag nod, aus die Tagesordnung zu stellen wäre.(Beifall bei den Volksparteilern.) Abg. tvröber(Z.) (zur Geschäftsordnung): Ein endgültiges Urteil über den Erfurter Fall können wir jetzt nicht abgeben. Jdi beantrage daher, nicht nur die A b st i m m u n g, sondern auch die Debatte bis zum Montag zn vertagen. Bis dahin kann aucb der Kriegs- minister eine Erklärung darüber vorbereiten, wie er sich die Lösung der Frage denkt. Abg. Baffermann(natl.) schließt sich diesem Antrage an. Abg. Dr. Frank-Mannheim(Soz.): Für uns hat der Erfurter Fall nidit die ausschlaggebende Bedeu- tung wie für manchen der Vorredner. Unsere Stellungnahme leiten wir aus zahlreich ähnlich gelagerten Fällen her. Wir meinen auch nicht, daß der Kriegsminister bis Montag Zeit finden wird, eine befriedigende Ertlärung abzugeben, nachdem er in den fünf Wo che n seit der Beschlußfassung der Budget- kommisiion nicht Zeit dazu gesunden hat. Nachdem aber zwei große Parteien Vertagung beantragt haben, werden wir dem Antrag zustimmen. Abg. Dr. Müller-Meiningen(Vp.) schließt sich dem Antrag auf Vertagung an. Kriegsminister v. Heeringen: Auch bis Montag bin ich nicht in der Lage, eine andere Erklärung abzugeben. Bis dahin können die Akten ja noch gar nidst hier. sein,"lieber die Frage der Einführung mildernder Um- stände sind wir auf Grund Ihrer Resolution selbstverständlich in Erwägungen eingetreten, und ich habe Ihnen vorhin schon gesagt, daß die Prüfung in wohlwollender Weise erfolgen wird. Eine bindende Erklärung tann ich Ihnen aber nicht geben, Abg. Gröber(Z.): Der Erfurter Fall bildet nur e i n Motiv für meinen Antrag, den ich aufrcchicrhalte. Der Vertag ungsantrag Gröber wird an« genommen. Abg. Irl(Z.) begründet eine Resolution des Zentrums, bei Vergebung von Ar� beitcn und Lieferungen Handwerk und Gewerbe und gewerbliche Organisationen weitgehendst zu berücksichtigen und möglichst tnlän« disches Material zu verwenden. Die Resolniion wird angenommen. Damit ist die Debatte über die Webrvorlage erledigt. DU Endabstimmungen werden Montag erfolgen. Es folgt die dritte Lesung des Wehrbeitrages. Zur Generaldebatte ergreist niemand das Wort. In der Einzelbcratung wird das Gesetz mit einigen redaktio« nellen Aendernngcn angenomme n; nur über einen Kompromiß« antrag, der bei der Veranlagung von Wertpapieren ein« Milderung herbeiführen will, soll am Montag abgestimmt werden. Es folgt die dritte Beratung der Stovelle zum Reichsstcmpelgesetz. Eine Gcneraldebatc findet nicht statt. In der Spezialdebatte beantragen Nationaliiberale, Zentrum und Volkspartei, in der gestern geänderten Bestimmung über Feuerversicherungen für un» beweglidie Gegenstände die Regierungsvorlage wieder her- zustellen. Abg. Fischbeck(Vp.): begründet einen Antrag, bei der Einbruchdiebstahls- und Glasver« stcherung 10 Proz. der Versicherungsprämie als Grundlage für die Stempelsteuer zu nehmen. Die Abstimumng über beide Anträge soll Montag statt» finden; im übrigen wird das Gesetz debattelos angenommen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. g Abg. Dr. Waldstcin(Vp.) reicht einen von allen Part.eien der Linken und dem Zentrum unterschriebenen Gesetzentwurf ein, wonach einer Reihe von Paragraphen des Militärstrafgcsctzbuches der Absatz zu» gefügt werden soll: „Sind mildernde Umstände vorhanden, s«l tritt Gefängnis st rase ei n." Nächste Sitzung: Montag 12 Uhr.(Antrag Wald st« in irt 1., 2. und 3. Lesung; zurückgestellte Abstimmungen; Rest der Decknngsvorlagen.) Schluß 2 Uhr. Llocken Spielplan der Berliner Cbeater. Neues Operutheatcr. Sonntag: Lohengrin.(Anfang VI, Uhr.) Montag: Der fliegende Holländer.(Ansang 3 Uhr.) Dienstag; Tristan und Isolde.(Ansang 7 Uhr.) Mittivoch: Tannhänser.(Anfang 8 Uhr.) Donnerstag: Die Meistersinger von Nürnberg.(Ansang 7 Uhr.) Lohengrin.'(Anfang 7>/, Uhr.) Sonnabend: Carmen. Sonnlag: Montag: Taimhänscr.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Allabendlich: Tic Schifsbrüchigen. 8'/. Uhr.) Deutsches Opernhaus. Sountagnachmiitag: Fidelio. 3 Uhr.) Abends: Die Königin von saba. Montag: Der Dienstag: Die Königin von Saba. Mittwoch: Martha. Donners- tag: Der Mikado.(Ansang 8 Uhr.) Ab Freitag, den 4. Juli: Ge- schlössen. x Kleines Theater. Sonntag und Montag: Professor Bernhardt.(An- sang 8 Uhr.) Ab Dienstag, den t. Juli: Geschlossen. Berliner Theater. Allabendlich: Filmzauber.(Ansang 8 Uhr.) Lessing-Tbeater. Sonntag und Montag: Alt- Wie».(Ans. 8 Uhr.) Ab Dienstag, den 1. Juli: Geschlossen. Montts Operetten-Thcatcr. Sonntag und Montag: Der lachende Ehemann.(Ansang 8 Uhr.) Ab Dienstag, den 1. Juli: Geschlossen. Deutsches SdiausPiclhauS. Allabendlich: Eine Vergangenheit. (Ansang sonntags 8ss« Uhr, wochentags 8'/, Uhr.) Lustsptclhaus. Allabendlich: Der lustige Kaladu.(Ansang 8',. Uhr.) Tchiller-Tbeater O. Sonntag und Montag; Der Leibgardift. Dienstag: Die Jüdin. Mittwoch: Zar und Zimmermann. Donnerstag: Fra Diaoolo. Freitag: Die Jüdin. Sonnabend; Zar und Zimmermann. Sonntag: Fra Diavolo. Montag: Don Juan.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Thcatcr tkharlvtrenburg. Sonntag: HasemannS Töchter. Montag: Freiwild. Dienstag: Zwei Wapven. Mittwoch: Zwei Wappen. (Ansang 8 Uhr.) Ab Donnerstag, den 3. Jnli: Geschlossen. Friedrich> Wilbetmstädt. DchansPielhanS. Allabendlich: DaZ Farmcrmädchcn.(Ansang 8'/, Uhr.) Thalia> Theater.' Somitagnachmittag S Uhr: Autoliebchen. All- abendlich: Puppchcn.(Anfang 8 Uhr.) Neues Bolks-Theater(Neue Freie BolkSbühne). Sonntag- nachmiltag 3 Uhr: Ernst sein. Abends und Montag: Mutter Mews. (Ansang 8 Uhr.) Ab Dienstag, den 1. Juli: Geschlossen. Nose-TI>eater. Im Garten: Allabendlich: Achtung, es geht los.-» Im Saale: Das Tagebuch einer Verlorenen.(Ansang 8'/, Uhr.) Theater am Nollcndorfplah. Allabendlich: Der Mann mit der grünen Maske.(Anfang Lss, Uhr.) Ilrania-Thcater. Sonntag. Montag und Mittwoch: AusS Matter» Horn. Dienstag, Donnerstag und Sonnaocnd: Im Lande der Mitter» nachtssonne. Freitag und Sonntag; In den /Dolomiten. Montag: Unbestimmt.(Ansang 8 Uhr.) Luisrn-Theatcr. Sonntagnachimttag 3 Uhr: Ich lasse Dich nicht. Allabeiidüch: Die Allwördens. lAnsang 8'/, Uhr.) Komödienhaus. Allabeiidüch: Hochhcrrschaftlichc Wohnungen.(An- sang 81/, Uhr.) Folie««aprice. Allabendlich: Ein Pechvogel. Di« Krampssache. (Ansang 8'/, Uhr.) ivtetropol> Theater. Allabendlich: Die Kino- Königin.(Anfang 8 Ubr.) Wintergarten. Allabendlich Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr. Admiralspalast. Eisballetl: Flirt in St. Moritz.«Ansang 9 Uhr.) Prater- Theater. Allabendlich: DaS Bummclmädchen.(Ansang 7'/, Uhr> Reick, sballen-Theater. Allabendlich: Stcttiner Sänger.(Ansang 8 Uhr, Sonntags 7'/, Uhr.)_ Wasserstandö-Nachrichten der Landeianstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Freitag: Mignon. (Anfang (Ansang Mikado. ') st» bedeutet Wuchs,— Fall.—*) Unterpegel. A.Wertheim iK � C* Ttl UBtEJ �. V F Leipziger Sirasse König-Str. AitLSut, Roscnihalcr Strasse Oranicn- Strasse �# "Bis MittWoch den 2. Juli: Crosser Verkauf R eise |IIUIIUIiniliU!IIIIIIiIIIIIIIIIIIIIIII)lllllllIIIIIIII!IIIIIIII!lilllllllllg Reise-Handtaschen dunkel- �NI!N»IlIIIIIlIIII»IN»»«»I»IIl»UIIIIIIlI»I!IIlU Rucksäcke ans starkem, grün- ZNIMllIIUIlIIUIINIIIIIIIIU!INIIIIIIIIlNI!>»»I>lII1»III»II»NIUlI D Reise• Handtaschen lange engl= S Form, aus starkem, braun. Rindleder, S = m. gut, verschliessb. Bügel""" = bezogenem Metallgriff 5»»•33 30 39 42 45 j 6Mk. 6.50 7.25 8.25 1(ha D Kupee-Koffer mit cbinesiscb.Matte= = bezogen, 8Lederecken, Schnallriemen= D und Schloss, extra breite Form = Ltage ca. 60_ 65 Bahn-Koffer aus leichtem, dauerhaft. Holz, mit braunem, wasserdicht gefjrnistem Stoffbezug, Schutzbugel u. Einsatz 70 cm= Lg. 70 80 90 100 II0cm Ljj• X W VJCVOOV-XV� aua jaguatuu, Ulli ZZ"■... iT.1.,...... � W Leder-Einfassgn Aussentasche, ü 8.75 lOil l Im. 12.75 14m, 15.50= = Scbutzklappe, Ledertragriemen 5 H s Japan. Luftkissen D S mit Satinbezug... 95 Pf.= Grösse ca. 45x42 50x46 cm H Kupee-Koffer mit braun. Pluviusin- D � L35= 4 ML 4.75 5.25 1 12.50 13.50 16 m. 18.50 21.50 1 Isolierflaschen 3 halten Getränke viele 1.60 stoff-Bczug und Ledergriff 3 Bit 1 ScUoui. Sckrallriesu Bit 2 ScUSuen Kahinen-Koff er aus leichtem= heiss oder kalt, mit dauerhaft Holz, m. wasserdicht= gebäuse, Kunstlederbezug = U = poliertem Aluminium-Trink-=. echer, Inhalt ca. Vi Liter W 1.60 breit, geschweift Lederriemen=" Grösse ca. 55x48 58x48 cm 3 | 2OMk2U0 23�0 25�0 29�0 1 1-60| 2.60 3�5 HiinfiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiniiiiiiiiiiiiiiiiiiAriiiiiiiiiiiniiiinntiifliniiiiiiiiiiinniiiiiiniiiiiiilllniiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiniiiiüiiiiftiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Bade-Anzüge SKf g,™ 1.60, 1.80 Bade- Kostüme jgSi'ISd Äid 5.10 Bade-Laken bunt Krauselstoff, Größe 130x200 cm 3.85, 160x200cm 4.90 weiss Kräuselstoff, o 71; Grösse GrösseHSxlSOcm"5*'' I60x2f ca. 4 70 160x200 cm Bade-Mänlel 4.40 Sch wimm-Trikots für Herren, rot-weiß oder blau-weiß gestreift 1.60, 1,90 Schwimm-Trikots für Damen, einfarb., schwarz, m. cröme Besatz 1.50, 1.90 j= Japan. Reisekörbe m. Stülpdeckel,=»,«»», i i rrottierhsaotuchsr = Reise- Handtaschen m. Aufspann-= bügcl, aus gtafkem, braun. Rindleder,= mit starkem, verschliessbaren Rind- Z S leder-Doppelriemea und Griff 1<«• 55 60 65 70 75 cm lg. 1 1 2.90 3.75 4.75 5.75 7 ml 1 Bade-Häntel aC/T ßA 1 in R bügei, aus starkem, braun. Rindleder,= weiss Kräuselstoff\JJ9 OU Islll D mif�iteoSchlossu. lederbezogenem s pIctAff tnif forKlopm T önacKpcoiT ä~ Länge 46 45 50 55 cm= weiss Kräuselstoff, mit farbigem Längsbesatz, Grösse ca. 140x170 cm. 3.90| _____________________ 12.75 14.50 16 ml 18 ml| ÄIII!IIIIIUl!>!IiIIIIIII!IIl!!!!I!!IIIIl!!!IIII!!i!III!II!iI!IiII!I!II>!I!!IlMlII!!I!!I!IIIiIIIIlIIIIiIIIIii!llIIliIIIiIII!I!iII>lIiIIiIIiiII!Iiii>!!!iIlliI>Il>iIIIII>!I>I!!!!Ii!I>II!III!Ii!>iIlIIIiIIIIIIl!l!I!IIIIII!I!!!!!iI>I!!lIIIl!IIIIII>II!IINIiIIiiIIiiIIi!iIIII!!ININIiiiii!iII!IIIIIIiliI>IIIMI!IiIiIIIlIiIiiIIlIIiiiiii!!!ilIiIIII!lIiiiIIl!>I!llIlÜi Montag, den 30, Juni, beginnt der S aison~V erkauf f>erahges*t2teenend Preisen. Wenn Muttorbrnst versagt oder nicht hinreicht, empfehlen Hunderte der Herren Aerzte unsere anerkannt beste Rinder- und Rur-Mileh die wir auch nach außerhalb überallhin, selbst überseeisch, einwandsfrei per Post oder Bahn nachsenden können. Ferner vorzügliche Joghurt- Ullch mit garantiert lobenden echten Joghnrtbazillen, trink- — fertig in Flaschen ll, Liter 0,35 exklusive Glas.— Jfilch- Kuranstalt am Vihtoriapark BERLIN SW. 47, Kreuzbergstr. 27/28. Tel Lzw. 1070. ftnft flttf KaittMletnMeNen u. Hautausschläge wie Viül- che». Mitesser, Finnen, Flech» ten, Pickeln, Hautröte usw. durch tägl, Gebrauch d. echtm lemckivchiMe Bergmann 8- Co.. Radedcul. Et. 50 Pf. Acberallz. haben. SirRkorzt am Ärlkt�of Xaaaenbefdv, Nordbabn dilN-te Acker- and Waldparxeilen on Chansiee und tönigl. Forst. Verkäufer am Bahnhof anwesend. 12005� Strntotcrtitr i Benimm IHO».— Xeifnr..4(6r.: Oltirtinznliau�. PMS Gardinenhaus Bernhard Schvartz Erstklassige Bezugsquelle für Gar- P%or-®Sg»ep- di- I pi- nen iT- reit» che Berlin, Wallstr. 13— Spindlershof. Gelegenheits-Posten weit unter Preis! Sie ifmita uuicciiäii»eine finalen.—. st r a tz e, waren bekanntlich die dort beschäftigten frei organisierten Lagerarbeiter und-arbeiterinncn Ende vorigen Jahres in einen Abwehrstreik eingetreten. Die Arbeitsniederlegung erfolgte, weil der inzwischen im Betrieb gegründete gelbe Verein durch die Gc- schäftsleitung besonders begünstigt wurde, während die freiorgani- sierten Arbeitnehmer allerlei Schikanen und Entlassungen aus- gesetzt waren. In dieser Angelegenheit sind in der letzten Zeit wiederholte Mitteilungen und Anfragen aus den Reihen der organisierten Arbeiter, die in größeren Fabriken und besonders in Buchdruckereien beschäftigt sind, an uns ergangen, daß von den Personen, die in diesen Betrieben den Vertrieb der Geroldschen Waren übernommen haben, das Gerücht verbreitet wird, die Firma Gerold habe sich mit ihrer Arbeiterschaft geeinigt. Wir wissen nicht, in welchem Auftrage die Leute handeln, die dies Gerede in den Fabriken verbreiten und sehen uns deshalb veranlaßt zu er- klären, daß sich die Firma Gerold nicht herbeigelassen hat, die entstandenen Differenzen mit ihrer Arbeiterschaft auf friedlichem Wege beizulegen. In dem Betriebe werden zurzeit nur unor- ganificrte Arbeiter beschäftigt, die Mitglieder des gelben Betricbsvereins werden müssen. Deutscher Transportarbeiterverband, Bezirk Groß-Berkin. Sonderbare Kampfesweise. „Ihren Zweck verfehlt haben die Denunziationen der Fleischer- gesellen H., L. und N. gegen den Fleischermeister Franz Gerigk, Ädalbertstraße 2", schrieb am 17. April d. I. die.Allgemeine Fleisckierzeitung". Die drei Gesellen hatten am 12. August d i e Arbeit eingestellt, weil sie verdorbene Fleischwaren nicht zu Wurst verarbeiten wollten. Das Sckiöffengericht Berlin-Mitte sprach Herrn Gerigk frei. Gegen das Urteil hatte der Amtsanwalt Be- rufung eingelegt. Die Sirafkammer verurteilte Herrn Gerigk zu BOO Mark Geldstrafe. Bei der Lohnbewegung in Neukölln hat Herr Gerigk die dortigen Fleischermeister gegen den Verband sck-arf gemacht. Er erzählte ihnen gar schauerliche Geschichten über seine Erfahrungen mit dem Tarif; jedes Recht habe er dadurch verloren, er sei nicht mehr Herr im Hause gewesen. Der Verband habe sich sogar um die Wurst- macberei gekümmert. Warum? Die Gesellen hatten sich geweigert, ein Gefäß, in welchem ein kranker Hund gebadet war, noch weiter zur Wurstfabrikation zu benutzen, und das hatte der Verband ge- billigt. Er hatte sich geweigert, unter diesen Umständen Herrn Gerigk, der die Gesellen entlassen hatte, andere Gesellen zuzuweisen und das Tarifvcrhältnis aufgehoben. Herr Gerigk konnte es nicht begreifen, warum der Verband solche Schweinerei nicht billigt. Jetzt versucht er nun, den Verband der Fleischer zu bekämpfen und bei den Arbeitgebern herunterzumachen. Achtung, Töpfer! Da ab 1. Juli vertragslos gearbeitet wird, erlobigen sich die im„Töpfer" wegen Tarifbruch verhängten Sperren. Die Berbandslcitnng. Achtung, Böttcher! Die mit der Direktion der Malzbier- brauerer Grotcrjan, Prinzenallee 7g/80. gehabte Tarifstreitsache ist für uns Böttcher crlebigt. Die Sperre ist hiermit auf- gehoben. Verband der Böttcher, Weinküfer und Hilfsarbeiter. Deutkehes Reich. Jubiläum des„Grundstein". Zu den Gewerkschaftsblättern, die in den letzten Jahren ih, Löjähriges Bestehen feiern konnten, gesellt sich nun auch der „Grundstein", das Organ des Deutschen Bauarbeiterverbandcs. Am 1. Juli 1888 erschien seine erste Nummer. Der.Grundstein" war nicht daS erste Blatt, das für die deutschen Maurer heraus- gegeben wurde. Schon 187S wurde vom Maurer- und Steinhauer- bund ein Blatt unter dem gleichen Titel herausgegeben. Es fand jedoch nicht genügend Leser, und als 1873 das Sozialistengesetz erlassen wurde, stellte es sein Erscheinen ein, ohne erst daS poli- kleines feuitteton. Kunst und Kaufmann. Seit ein paar Jahren fehlt es nicht an Bestrebungen, die darauf ausgehen, den unüberbrückbaren Zwischenraum zwischen Kapital und Kunst, zwischen Geld und Geist zu verwische». Früher verdiente der Kaufmann sein Geld, uno damit war es gut. Heute genügt das nicht mehr. Da hören sie so viel von Intellektuellen, und von Kunst und von Geist... und allen solchen schönen Dingen... Das müssen sie auch haben. Man bißt sich dock; nicht lumpe». Nun aber ergibt sich, daß man das nicht so einfach kaufen kann wie einen Packen Baumwolle. Man bckommi ja viel fürs Geld heutzutage, auch«chmöcke, Kunsthändler, Zeitungen, die dem Kaufmann bestätigen, daß er viel mehr tut, als nur fein Geld verdienen. Er erfüllt eine Kulturarbeit!! Ja- wohl!! Wenn man vielleicht denkt, es ist ihm um die Bilanz zu tun, so irrt man. Er ist kein Krämer, er ist ein Pionierl Man verstehe nicht falsch. Die unbeabsichtigten kulturellen Wirkungen eines großen Handels wird niemand leugnen, aber es ist nicht wahr, daß der Kaufmann auch nur im Traum daran denkt, Kultur oder auch nur Zivilisation zu verbreiten. Per- dienen will er— und widerlich ist nur, daß er'e nicht sagt. Dieser Wahnsinn, der den Prinzipal als Lichtbringer dar- stellt, hat zur Folge gehabt, daß die Formen, die äußerlichen For- men, unter denen Geld gemacht wird, sauberer geworden sind. Man richtet sich anständiger ein. man hat hübsche Briefbogen, weil man es sich leisten kann, weil die Konkurrenz es auch hat, und ivetl das Publikum so etwas liebt. Aber ist man deswegen kul- tureller geworden? Mit Nichten. Das Kapital beginnt beute das schlimmste zu tun, was es gibt: es kauft sich— nicht die Köpfe, die kann man nicht kaufen, __ aber die Mäuler. Ter Deutsche hat nicht den Mut des Ame- rikaners. Geld und nur Geld zu machen.— cr muß das bemänteln. Er muß sagen, warum er eS tut. lind engagiert sich allerlei Leute. die bas Kapital und die Industrie als Kulturveranstaltungen vreisen. Aber das Kapital hat mit Kunst und Kultur nichts zu schaffen. Ludwig Hoffmann und das Opernhaus. Eine Korrespondenz verbreitet folgende Information: Die Entscheidung darüber, ob der Berliner Stadtbaurat Ludwig Hofsmann die Projektierung und Ausführung bes Neubaus der Oper am Königsplatz übernehmen »nrd. dürfte erst im Laufe des Sommers fallen. Tatsache ist, daß das Ministerium der öffentlichen Arbeiten dahingehende Verhand- langen mit Ludwig Hofftnann angeknüpft hat, aber es war bisher nur wenigen bekannt, daß diese Verhandlungen auf Veranlassung des Kaisers begonnen wurden. Und es ist nicht unwahrscheinlich, »aß die Angelegenheit einen großen Schritt vorwärts kommt, wenn der Kaiftr stach Berlin zurückkehrt und bei nächstbester Gelegenheit dm jüngste Schöpfung Hoffmanns, den Märchcnbrunncn im Frledrichzhain. besichtigt. Daß die Verhandlungen zwischen dem Ministerium und Hostmann in den letzten Wochen ins Stocken geraten sinp, ist, wie wir hören, darauf zurückzuführen, daß der Berliner Stadtbaurat zunächst den Wunsch hat, sein ihm lieb gewordenes Amt im Dienste der Stadt Berlin zu behalten und daß außerdem auf seiner Seite noch einige Bedenken künstlerischer Natur bestehen, die vielleicht erst durch den Kaiser beseitigt werden dürften. Die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung des Auftrages liegt also bei Ludwig Hofsmann. Die mit dem Neubau des Opernbauses in Verbindung gebrachte städtebauliche Umgestal- tung des Königsplatzes dürfte erst dann wieder in den Vorder- grund rücken, wenn der Entwurf Ludwig Hoffmanns, den cr übrigens noch nicht eingereicht hat, die Genehmigung der beteiligten Instanzen gefunden hat. Soweit wir unterrichtet sind, ist Host- mann, der sein bedeutendes städtebauliches Geschick in dem Be- bauungsplan für Athen und dem Entwurf für die Umgestaltung des Berliner Universitälsiviertels bewiesen hat, ein Gegner der U in g e st a l t u n g des K ö n i g s p I a tz c s. Nicht die Bese iti- gung der Siegessäule und der sie umrahmenden Rotdornpflan- zungen wird daher wahrscheinlich die Losung sein, sondern ihre Er- hältnng, damit der riesige Platz in zwei Plätzen geteilt bleibt. Bei dem persönlichen Regiment, das in solchen Fragen bei uns noch in voller Blüte steht, ist natürlich nie mit Bestimmtheit zu sagen, welches das Schicksal der Kgl. Oper sein wird� S. M. macht das, wie er will— und das Volk darf nachher berappen. Ferdinand Hodler und Wilhelm II. Es ist ja nichts Neues, daß der Kaiser den großen Monumentalisten nicht mag. Aber da in letzter Zeit weniger über den Abscheu des hohen Anton von Wcrner-Schwärmers gegen die„gräßliche Moderne" verlautbarte, nahmen hoffnungsfreudige Leute an, auch die Kunst urteile des Kaisers möchten sich, wie so manckieS in ihm(und an ihm: zum Beispiel der epochemachende Schnurrbart) gemildert haben. Das scheint aber nun doch nicht der Fall zu sein. Es wird berichtet, daß S. M. gelegentlich der Einweihung des Rathauses in Hannover, dessen Wände bekanntlich moderne Fresken u, a. auch von einem Fritz Erler und einem Ferdinand Hodler schmücken, seine Umgebung durch einen drastischen Imperativ in Schrecken versetzte. Die Hannoveraner hatten den Mut? ihren Fcstsaal in dem neuen Rat- haus nicht nur mit Gemälden der Modernen auszustatten, sondern sie auch dem kaiserlichen Verächter dieser Kunst zu zeigen. Aber da kamen sie übel an. Der Kaiser kam und sah und— schwieg. (Man stelle sich vor...) Bis die Rundgängcr auf eine Waird des Festsaales stießen, die ihnen leer uiid unbcmalt entgegenstarrte. Was denn da noch hinkommen solle, fragt S. M. stirnrunzelnd.— „Euer Majestät Bildnis."—„So?"... fragt S. M. gedehnt. Worauf er dekrediert:„Da bitte ich aber: nicht von Hodler."... Nicht von Hodler: es bleibt dabei: die akademischen Pinseler werden in der Sonne der kaiserlichen Gunst üppig weiter gedeihen in Deutschland. Unter dem Jubiläums-Kaiser. Wie umschrieb doch ein Berliner Hellseher Wikhelms II. Kulturleistnng vor einiger Zeit? So:„Heer und Flotte haben sich durch ihn entwickelt; Sport und Verkehrswesen mit ihm; Handel, Technik und W ifenschaft ohne ihn; die Künste gegen ihn." Alkoholismus bei Schulkindern. Erzieher und Aerztc dringen dafauf, dem Kinde jeden Alkoholgenutz zu versagen. Daß die Eltern diesen Warnungen nicht immer.Gehör geben, zeigen Mit- teilungen aus der preußischen Mcdizinalstatistik. auf die die hygic- nische Rundschau hinweist. So wurden in den ostpreutzischen Kreisen Lötzcn, Ncidcnburg, Ortelsburg und Osterode zahlreiche Kinder gefunden, die täglich Schnaps trinken. In einer Schule des Kreises Sensburg führte der Lehrer den Schwachsinn eines Schülers auf Schnapsgcnutz zurück. Ter Kreisarzt von OstlStcrnberg bei Frank- furt fand bei einem einer Trinkerfamilie entstammenden ILjährigcn Mädchen bereits Zeichen des Alkoholismus. Ebenso wurde in einem Dorfe des Kreises Groß-Wartenberg bei Breslau regcl- mäßiger Alkoholgcnuß bei Schulkindern festgestellt. Diese Kinder fielen nach Aussage des Lehrers durch Schwerfälligkeit auf. Im Regierungsbezirke Trier bekommen die Kinder überall, wenn auch nur in beschränktem Maße, Alkohol zu trinken, und zwar Most, bisweilen auck Bier und Wein. Auch an Orten, wo Brennereien sind, wie in Regenwaldc(Pommern), sind die Kinder gefährdet. In Hofgeismar stellte der Kreisarzt fest, daß der größte Teil der Schulkinder, selbst der jüngste Jahrgang, sich bei den häuslichen Festen am Schnapsgcnuß der Eltern beteiligt. Auf eine besondere, versteckte Gefahr weist Landesrat Dr. Schellmann hin. Es sind dies die Likörbonbons, deren Genutz zugleich Alkoholkonsum be- deutet. Die Eltern werden also gut 1"--»iich bierauf ihr Augenmerk zu lenken._ Notizen. — Die H e'll c r a uc r Schauspiele, in denen Anfang Juli Claudels„Verkündigung" aufgeführt werden sollte, sind aus den Herbst verschoben worden,„weil sich während der Proben eine Lösung zeigte, die der Eigenart des Hellcrauer Saals besser entspricht, als der den bisherigen Proben zugrunde gelegte In- szenicrungsplan". — Di e Prinzessin geruht, ein Jahr alt zu werden! In der..Gothaischen Zeitung" war kürzlich zu lesen: „Geflaggt hatten gestern die öffentlichen Gebäude anläßlich der Geburtstagsfeier der Prinzessin Karoline Mathilde, jüngster Tochter unseres Herzogspaarcs, die ihr erstes Lebensjahr vollendet.— Auf Schloß Friedenstein liegt im Furnierzimmer eine Adresse aus zur Einzeichnung für den Geburtstagsglückwunsch." — Norwegen schafft seine Orden ab! Nachdem so- eben das norwegische Parlament das Vetorecht des Königs gegen Beschlüsse des c-torthings aufgehoben hat, hat;etzt der Kon- stitutionsausschuß des Storthings einen weiteren Beschlutz gciaßt, der von der zunehmenden Demokratisierung des Landes zeugt: Dem Parlamente fall nämlich ein Antrag zur Abschaffung oes Olafordens zur Annahme empfohlen werden, und die Anzeichen sprechen dafür, daß das Parlament den Komtteebcschluß befolgen wird. — I m Joscf-Kainz-Theater am Kleinen Wannsee finden am Sonntag, nachmittags ö Uhr, zum ersten Male Hans. Sachs-Spiele(Der Teufel nahm ein altes Weib— Das beiße Eisen— Der Roßdicb von Fünsing— Das Kälberbrüten) statt. Das Thcatcrtcrrain gilt als Festwiese, aus der der Thespiskarren erscheint, umgeben von Ausrufern, Volk usw., die selbst die Bühne austchlagen und dem Publikum ihre Schivänke vorführen. Der Theatcrdampfcr für die Borstellung fährt 5 Uhr 10 Min. zeiliche Verbot abzuwarten. 1883 und 1884 schufen sie aus ihrem ersten Kongretz den„Bauhandwerkcr" Eigentum der Maurer Berlins und in deren Auftrage herausgegeben. Als Gegner der Zentralisationsbestrebungen, die von Hamburg ausgingen, trug der„Bauhandwerker* viel zur Zersplitterung der deutschen Maurer- bewegung bei. Darum gab die Organisationskommiffion der Maurer Deutschlands, die ihren Sih in Hamburg hatte, nach dcni polizeilichen Verbot des„Bauhandwcrkers" am 4. Juli 1886 den „Neuen Bauhandwerker" heraus, der 1887 aus dem vierten Kongreß der Maurer auch als offizielles Organ der ocutschen Maurer an- erkannt wurde. Das Blatt, das unter der geistigen Leitung von Karl Frohme stand, der es auch mit begründet hatte, sah als seine Aufgabe die Aufklärung der Maurer über politische, wirtschaftliche uird allgemein kulturelle Fragen an. Es suchte die Arbeiter- bewegung im allgemeinen und die Maurerbewcgung im besonderen zu fördern und wirkte mit großem Erfolge für die Schaffung eines über ganz Deutschland ausgedehnten Zentralvcrbandes. Am 12. Juni 1888 wurde auch dieses Blatt von der Hamburger Polizei- bchörde verboten. Als sein Nachfolger trat schon vierzehn Tage später der heutige„Grundstein* auf den Plan, der unter Frohmcs Leitung die vom„Bauhandwerker* begonnene Tätigkeit fortsetzte. Als im Jahre 1891 der Zentralvcrband der Maurer Deutsch- lands gegründet wurde, machte man den„Grundstein" zum osfi- ziellen Organ, das er dann fast 29 Jahre lang blieb, um 1911 bei Schaffung des Deutschen Bauarbciterverbandcs dessen Organ zu werden. In dieser Zeit hat der„Grundstein* dauernd für die Interessen der Maurer und der Bauarbeiter gewirkt. Mit großer Schärfe hat er die polizeiliche und gesetzliche Unterdrückung der auf- strebenden Arbeiterschaft gegeißelt und das Verhalten der arbciter- feindlichen Unternehmer kritisiert. Zahlreiche Anklagen gegen seine verantwortlichen Redakteure waren die Folge. Keiner von ihnen ist ohne Strafe davongekommen. Auch Konfiskationen mußte der „Grundstein* über sich ergehen lassen, weil er sich der schärfsten Aufreizung der Arbeiterschaft schuldig gemacht haben sollte. Aber nicht nur die Polizei und die Staatsanwälte, auch die katholische Kaplanokratie verfolgte den„Grundstein" mit glühendem Haß. Und das nicht ohne Grund; hat doch der„Grundstein" in zahllose ländliche Arbeiterheime zum ersten Male den Funken der Auf- klärung getragen und den Keim zur Erschütterung der Macht des Pfaffentums gelegt. In zahlreichen ländlichen Orten waren Maurer, Leser des„Grundstein*, Pioniere der sozialistischen Be- wegung. Darum ist es kein Wunder, daß die Kapläne das Blatt von der Kanzel herab in Grund und Boden verdammten, daß sie den Beichtstuhl zur Agitation gegen den„Grundstein* benutzten, indem sie seinen noch religiösen Lesern oder ihren Frauen die Abnahme der Beichte verweigerten, solange sie nicht den„Grund- stein* ein für allemal aus ihrer Wohnung hinausgeworfen hätten. Erreicht haben sie damit natürlich regelmäßig das Gegenteil von dem, was sie bezweckten. Auch� in neuester Zeit erfreut sich der „Grundstein* noch der aufmerksamen Beachtung der Arbciterfcinde. Als der„Grundstein 1888 erschien, hatte er eine Auflage von 45») Exemplaren: bei Gründung des Maurerverbandes im Jahre 1891 waren es 12 009 und 1895, vor Beginn der guten Konjunktur. 17 999 Exemplare. Bis 1999 stieg dann die Auflage auf 97 999 und bis 1997 auf 214 999 Exemplar«. Die jetzige Jubiläums- nummer erscheint in 358 999 Exemplaren. Entsprechend der Steige- rung der Auflage wuchs auch die Mitgliederzahl, und so zeigen die Auflagezahlen sprechend die steigende Macht und Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung. In mehreren Artikeln des„Grundstein* wird denn auch festgestellt, daß sich sein« Aufgaben in den 25 Jahren seines Bestehens wesentlich geändert haben. Ehemals war seine Hauptaufgabe, die Gewinnung der Mitglieder für die Organisation und ihre Aufilärung über die allgemeinen Fragen der Arbeiter- bewegung. Er mußte in jene Gebiete, wo die andere Arbeiterpresse nicht hin kam, die erste Flamme des Wissens tragen. Heute ist die große Mehrzahl aller Berufsangehörigen organisiert, darum kann die Agitation zur Gewinnung neuer Mitglieder zurücktreten, und auch die Verbreitung allgemeinen Wissens hat heute nicht mehr ganz die Bedeutung wie zur Zeit der Gründung de»„Grundstein*; diese Aufgabe kommt heute der sozialdemokratischen Presse zu. Dafür sind im„Grundstein* andere, nicht minder wichtige Fragen in den Vordergrund getreten, von denen nur an taktische und organisationstechnische Fragen erinnert sei, die sich aus dem Wachs- tum der Bewegung und der Zentralisation des Tarifwesens er- geben. Di« Jubiläumsnummer des„Grundstein" erscheint, 16 Seiten stark, im festlichen Kleide. Künstler haben für würdige äußere Ausstattung gesorgt und alte wie junge Redakteure lieferten Textbeiträge. Den Schluß bilden Artikel über die Bauarbeiter- Internationale und ihre Presse, welch letztere selbst in einem Bilde dargestellt wird. Der Verband der Buch- und Steindruckerci-HilfSarbeiter und-arbeiterinnen im Jahre Für die Organisation der ungelernten Arbeiterschaft im Buch- und Siteindruckgewerbe war das Jahr 1912 ein sehr kritisches. und es bedurfte einer unausgesetzten anstrengenden Arbeit, um die zutagegetretenen inneren und äußeren Schwierigkeiten zu be- wältigen. Ende 1911 liefen die in 29 Truckorten seit fünf Jahren bestandenen Lohntarife ab. die zu erneuern die Unternehmer len« Lust mehr zeigten. An dieser Tarifmüdigkeit scheiterten denn auch die Verhandlungen über die Revision der zentral abzuschließenden allgemeinen Bestimmungen, weil die Vertreter der Hilfsarbeiter der Einführung bedeutender Verschlechterungen des Arbeitsver- hältnisses. besonders aber einer Verlängerung der Arbeitszeit nicht zustimmen konnten. Durch die Bermittelung de« Tarifamts der deutschen Buchdrucker kam eS dann doch zu einer Einigung für 19 Städte mit ganz annehmbaren Verbesserungen einzelner Be- stimmungen und einer Erhöhung der Minimallohnsätze um 121h. 19, 7K und 6 Proz. Die Wiedereinführung des Tarifcs in den übrigen Orten war dadurch ganz besonders erschwert, weil durch die kurz vorher beendigte große Bewegung im Steindruckgewerbe die dort dominierenden Scharfmacher ihren unheilvollen Einfluß gegen die Tarifabschlüsse teilweise mit Erfolg geltend machten. Es ist dann im Laufe deS Jahres gelungen, in noch 8 Stadien den Tarif auf der Grundlage des zentralen Abschlüsse» zur Ein- führung zu bringen und in einer Reihe von Lohnbewegungen die Lohnverhaltnisse für einen großen Teil der Mitglieder zu der- Di« Einnahmen der Verbandskasse beliefen stch auf 354 875,79 Mark, die Ausgaben auf 312 339,91 M. An Unterstützungen wurden bezahlt 174 991.68 M.. und zwar: 99 492,29 M. für Arbeitslose, 42 274 M, für Kranke, 39139,87 M. für Streikende, 5329 M. für Wöchnerinnen. 8235.92 M. für Rechtsschutz. 1836,19 M. für Gemaßregelte und 786,59 M. bei außerordentlichen Notfällen. Die Verwaltungsausgaben bezifsern sich auf 68 151,83 M. Das Ver- bandsorgan erfordert« 28 919,59 M. Der Mitgliederbestand betrug am Jabrcsschluß 7948 männliche und 8538 weibliche, zusammen 15 586 Mitglieder, die sich auf 72 Zahlstellen verteilen. Putzerstreik im Rheinland. Am Mittwoch, den 25. Juni, sind alle im Stuck- und Putz- gewerbe beschäftigten Arbeiter in Rheinland-Westfalen in den Streik getreten, nachdem die Verhandlungen mit dem Verband der Stuckgeschäfte für Rheinland-Westfalen gescheitert waren. Zehn Geschäfte, die etwa ein Drittel sämtlicher rn Betracht kommenden Arbeiter beschäftigen, haben die Forderungen anerkannt. Es stich dies Firmen, die außerhalb des Bundes stehen. Die Ver- bandskirmen weigern sich, den Streikenden entgegenzukommen und sind bemüht, Arbeitswillige heranzuziehen. Vor Zuzug wird drin- gend gewarnt. Arbeiterfrcuichlichc Blätter werden gebeten, diese Notiz abzu- drucken. Der Streik der Stukkateure in Schwcinsurt um Erhöhung des Stundeillohncs dauert noch immer an. Die Unternehmer sind schon selbst hinter den Streikposten her und versuchen sie, teilweise mit Gewalt, an der Aufklärung der Streikbrecher zu hindern. Erst kürzlich wunde ein Streikender von einem Unternehmer so miß- handelt, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Da in der Umgegend Streikbrecher nicht zu finden sind, wurden Agenten nach Württemberg geschickt, die am Mittwoch einen Trupp Arbeits- williger anbrachten. Es gelang aber den Streikenden, die Herbei- geholten, die vom Streik nichts wußten, wieder zur Abreise zu ver- anlassen. Vorsicht solchen Werbeagenten gegenüber ist für alle Stukkateure hier am Platze. IZuslanck. Bcrkehrsstreit iu Paris. Paris, 28. Juni. Die Droschkenkutscher und die Führer der Taxameterauto«nobile beschlossen einen Streik von 24 Stunden, der heute, Sonnabend, begimien soll. Ter Streik stellt einen P r o t c st gegen neue Perkehrsmaßnahmen des Polizcipräfekten dar. Es haben sich nur sehr ivenige Streikbrecher gefunden, ein Zeichen, daß die Unzufriedenheit gegen dcn neuen Polizcigewaltigen, Herrn Hcnnion, einen sehr hohen Grad erreicht bat. Von dcn 7 999 A ii t o in o b i Id r o sch kc n. die sonst täglich die Straßen von Paris beleben, sind heute nur ganze 152 aus den Gara- gen herausgekommen, und auch sie dienten nur dazu, den Streikführern den Verkehr zwischen den einzclncii<>cr- sammlungslokalen zu erleichtern. Em Induftrie und Ftendd. Das Ende der„nationalen" Vercinsversichcrungsbailk in Düsseldorf. Am 13. Juni 1919 wurde sie gegründet, am 26. Juni dieses Jahres wird sie, nach der veröffentlichten Tagesordnung, ihre Liquidation beschließen. Aiifang, Entwicklung und Ende dieser aus dcn Kreise» der Großindustriellen in Rheinland und Westfalen geborenen Aktiengesellschaft ist angesichts der erfolgten Gründung zweier weiterer„nationalen* Volksversicherungs-Aktien- gesellschaften von großem Interesse. Was war der Zweck? Politi- sierung der Lebensversicherung zwecks Bekämpfung der Geweri- schasten und der Sozialdemokratie, und genau so, wie zurzeit die gesamte reaktionäre Presse die Reklametrommel schlägt für die beiden neuen„Nationalen*, ist auch für sie der übliche„nationale" Tamtam gescblagen worden. Alles umsonst! Der Zusammen- bruch war nicht aufzuhalten. Ter Organisationsfonds der Per- cinsbank, der a londs qerdu von den Gründern gesteuert worden war. betrug Ende 1999 419 396 M., Ende 1919 312131 M.. Ende 1911 219 977 M. Alljährlich wurden demnach 199999 Mark verpulvert, ohne die erhoffte Wirkung zu erzielen. Trotz aller Opfer, die gebracht wurden, trotzdem einige rheinische Großindustrielle ihren Arbeitern sogar Policen der Bank schenken und die Prämien für sie bezahlen wollten, ließen sich die Arbeiter nicht ködern. Ende 1911 hatte die Vereinsversicherungsbank nur einen Versichcrungsbestand von 13,2 Millionen Mark, darunter die lächerlich geringe Summe von 3,5 Millionen Mark aus Volksversicherungen. Im Jahre 1912 wird wohl der Rest des Organisationsfonds draufgegangen sein, und um zu verhüten, daß nicht schließlich das Aktienkapital angegriffen wird, mutz jetzt die Liquidation erfolgen. Rückgang des Kohlenabsatzes. Aus dem der Zechenbesitzerver- sammlung des Rheinisch-Westfälischen Kohlen- syndikatS erstatteten Bericht ist folgendes zu entnehmen: Der Absatz ist in dem Berichtsmonat hinter dem Ergebnis des Vor- monats zurückgeblieben. Tie Ursache des Rückganges deS KohlenabsatzcS ist bezüglich der Gesamtmenge in der geringeren Zahl der Arbeitstage des Berichtsmonats(24'X- gegen 26), bezüglich des arbeitstäglichen Ergebnisses in der Abschwächung deS Bedarfs für Hausbrand marke und ferner in dcn Störungen zu erblicken, die der regelmäßige Verlauf der Ab- satzverhältnissc durch die Pfingstfeiertage erlitten bat. Die gleichen Gründe haben auch in Verbindung mit zum Teil unzureichenden Lieferungen der Zechen den B r i k e t t a b s a tz ungünstig beeinflußt, wozu allerdings noch kommt, daß die Absatzmöglichkeit für zweit- und drittklasstge Marken fortgesetzt zu wünschen übrig läßt. Der auf die Beteiligungsanteile in Anrechnung kommende Brikett- absatz beträgt 93,97 Prozent gegen 95,94 Prozent im Vormonat und 84,27 Prozent im Mai 1912. Der Rückgang des Kohlenabsatzes ist auf schwächeren Abruf der Hochofenwerke, in den übrigen Kokssorten auf die der Jahreszeit entsprechenden natür- lichen Ausfälle de» Verbrauchs für Haasbrandzwecke zurückzu- führen. Die Zechcnbesitzerversammlung setzte die B c t e i l i- gungsanteile für Juli in Kohlen aus 95 Prozent der votzi 1. Juli ab auf Grund deS§ 2, Absatz 2 des Syndikatsvertrages er- höhten Beteiligung(bisher 195 Prozent), in Koks auf 75 Prozent (bisher 89 Prozent) und in Briketts auf 99 Prozent(bisher 95 Prozent) fest. Kus aller Melt. Ein Muncler. GottcS Gnade waltet sichtbar über dem Hause Hckhenzollern. Rheinische Zentrumsblätter wissen über ein Naturwunder, in dem stch der liebe Gott als Hohenzollern�vildhauer gefallen hat, folgen- deS zu berichten: „Eine seltsame FelSbildung wurde vor kurzem von einigen in Brasilien lebenden Deutschen entdeckt. Es handelt sich um einen enormen Felsblock, der ein natürliches Denkmal Kaiser Wilhelm« II. darstellt. Der Fels trägt deutlich und unverkennbar die markanten Züge des Kaisers. Die Aehnlichkeit soll nach übereinstimmenden Berichten, die an der Hand der bisher hergestellten Photographien sogar kontrollierbar sind, eine wirklich verblüffende sein. Sogar von Acuherlichkeiten abgesehen, so z. B. vom buschigen aufwärts gezwirbcl- t e n Schnurrbart, der durch zweistarkeBaumanlagen gebildet wird, die den im unteren Teile ganz kahlen Block bewalden, finden sich ganz merkwürdige Aehnlichkeiten, wie diejenigen der Augenpartien, die direkt wie durch einen Porträtisten nach- gebildet find. Der Felsblock ist zirka 299 Meter hoch und dürfte von den Deutschen, die die Entdeckung vcranlaßten, zum ersten Mal« bestiegen worden sein. Allerdings haben si« späterhin der Natur noch etwas nachgeholfen, indem sie an einzelnen Stellen ausrodeten, an anderen wieder kleine Sprengungen vor- nahmen, um so die Wirkung des Gesamtbildes zu erhöhen." Da« Nationaldenkmal verdient,„ach Deutschland importiert zu werden. Hoffentlich hat der Reichstag Einsehen und bewilligt die nötigen Mittel. Wenn dann noch ähnliche Kunstwerke entdeckt werden, kann man vielleicht auf der Döbcritzcr Heerstraße eine Felsen-Siegcsallce anlegen... Oer Schluß- und ßöhcpunht der par latrscntanlchcn Saison , Naive Gemüter glauben vielleicht, daß der Schluß- und Höhe- Punkt der parlamentarischen Saison in der Sonnabendsitzung des Reichstages erreicht wurde, als das Schreckensurteil der Erfurter Militärjustiz bekannt wurde. Andere werden glauben, daß die vernichtende Niederlage, die der barbarischen Militärjustiz während der Sitzung bereitet wurde, einen würdigen Abschluß und Höhepunlt der parlamentarischen Tätigkeit bedeutet. Aber all diese werden durch das offiziöse Wolffsche Telegraphen. bureau eines Besseren belehrt. In einem Telegramm vom Sonn« abend heißt cS:„Zum Schluß- und Höhepunkt der parlamentarischen Saison hatten der Herr Reichskanzler und Frau v. Bethmann Hollwcg gestern noch zu einem p a r l a- mentarischen Abend geladen, der durch die unmittelbar be- vorstehende letzte Entscheidung über die Wehr- und Deckungsvor- lagen eine ganz besondere politische Note erhielt."— Neben den Ministern, Bundcsratsbevollmächtigten und anderen Regicrungsvertretern waren Abgeordnete aller bürgerlichen Par- teicii zahlreich erschienen. Möglicherweise hat das W. T. B. den parlamentarischen Höhepunkt darin erblickt, daß auch der unvcr- meidliche Abgeordnete Erzbergcr nicht fehlte. Erdbeben in Süditalien. Am Sonnabeiibmorgen gegen 19 Uhr ist das südliche Italien von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden, über dessen Um- fang noch nichts Bestimmtes gesagt werden kann. Besonders stark wurde die Erschütterung in der Provinz Calabrien und im östlichen Teile der Insel Sizilien verspürt. Es verlautet, daß eine große Anzahl von Menschen verletzt worden ist. Besonders heimgesucht ist die Gegend von Cosenza. Catanzaro ist voll- st ä n d i g i s o l i e r t, da die Telegraphen- und Telephonverbindung zerstört worden ist. Auch andere Gegenden sind von dem Erdbeben schwer betroffen worden, doch fehlen noch Einzelheiten. In der Provinz Messina auf der Insel Sizilien wurde die Erderschütterung nur in geringem Maße verspürt, doch genügte auch diese leichte Erschütterung, um unter den Bewohnern in Erinnerung an die früheren furchtbaren Erdbebenkatastrophen eine Panik hervorzu- rufen. Agrarier-Späste. In ein B r e s l a u e r Nachtcafe kehrten nachts fünf S t u- deuten ein und bestellten sich Suppen, die sie nach dem Servieren mit ihren Spazier st öcken umrührten. Da die Bürsch- chen auch sonst noch einen fürchterlichen Radau vollführten, und andere Gäste in gröblich st er Weise beleidigten, wurden sie aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Das war aber leichter gesagt als getan. Schließlich wurde ein Schutzmann geholt, dem einer der rohen Burschen dcn heftig st cn Widerstand ent- gegensctzte. Nur mit großer Mühe konnte er nach der Wache geschafft werden. Hier legitimierte er sich als Sohn eines Groß- agrariers aus der Umgebung von Breslau und als Student der Landwirtschaft. Aus dem Sumpf der besten Gesellschaft. Aus Rom wird uns geschrieben: Zwei bisher recht angesehene und gut konservative Rechtsanwälte von Padua, die Herren Barbasetti und Calle, sind soeben vom AppcllationS�cricht von Venedig wegen Unterschlagung zu je 6 Monaten G e f ä n g- nis und 339 Lire Buhe verurteilt worden. Diese« Urteil hat eine in vieler Hinsicht skandalöse Borgeschichte. Die Verurteilten waren die Rechtsvertreter zweier jungen Mädchen, die verschiedene Herren der Gesellschaft von Padua wegen Sittlichkeitsverbrechen verklagt hatten. Unter diesen Herren der Gesellschaft hatten ein Rechtsanwalt Albcrti und ein Arzt Marck>etti dcn jungen Mädchen 11 999 Lire zur Verfügung gestellt, wenn sie die Klage zurückzichen wollten. Die Rechtsvertreter der beiden Mädchen bewogen diewiben zum Zurückziehen der Klage, behielten aber jeder 1599 Lire von der Summe zurück, die sie ihren Klientinnen hätten aushändigen sollen. Als die Sache herauskam, gab es einen Prozeß, dessen Urteil fast das Skandalöseste an dem ganzen Skandal ist. Die unterschlagenden Rechtsanwälte erhielten wegen Betruges ie 3 Monate Gefängnis, und außerdem wendete das Gericht die bc- dingte Verurteilung an, die doch bei Verbrechen, in denen eine ge- meine Gesinnung zum Ausdruck kommt, überhaupt gar keinen Sinn hat. Den Verurteilten war die Strafe noch zu hoch. Sic appellierten mit der Begründung, daß von ihrer Seite wohl eine unkorrekte Handlung aber keine Straftat vorgelegen hätte. Ter Staatsanwalt appellierte auch, und so brachte die zweite Instanz das oben angeführte, dem Rcchtsgefühl weniger ins Gesicht schlagende Urteil. Toll ist, daß die Herren, deren Sittlichkeits- verbrechen doch durch diesen Prozeß an die große Glocke gekommen ist, ganz straffrei ausgehen. Für den, der zahlen kann, sind nach dem italienischen Strafrecht Tittlichlcitsverbrechcn eine Privatsache. Ein Kind, das Papiergeld an Passanten verteilt. Das Glück, daß einem auf der Straße Papiergeld aufgedrungen wird, als ob es sich um lästige Reklamezettel handelte, passiert gewiß nicht alle Tage. In Neapel konnte man es am 25. d. M. erleben, an der Endstation des Trams von S. Martina. Da stand ein rotbackiger kleiner Junge, der allen Vorübergcbenden 59- uvd 190-Lireslbeine aushändigte. Das geschah um cinc Zeit, in der sich vorwiegend Straßenjungen in der Gegend herumtrieben, und diese brachten der Verteilung größtes Verständnis entgegen. Ein 599- Lireschctn, der dem kleinen Spender zu groß schien, wurde zwischen zwei Jungen geteilt. Einer der glücklichen Empfänger eines 199-Lirescheins machte seinem Vater, dem Besitzer eines Nestau- rants, auf den kleinen Geldverteiler aufmerksam. Nach langem Fragen bekam� man heraus, daß der Kleine das Geld auf einem Felde gesunden hatte, das von seinem Vater bestellt wird. Er hatte geglaubt, Billetts für den Kinematogravhen vor sich zu haben und hatte sich deshalb beeilt, diese unter die Leute zu bringen. Es wurden Nachforschungen angesiellt, aus denen hervorging, daß das Geld in einem Portefeuille gefunden war, das den Namen einer bekannten Hebamme trug die vor kurzem einem Diebstahl zum Opfer gefallen war. Wahrscheinlich hatten die Diebe das Portefeuille auf dem Felde versteckt. Im ganzen enthielt es 2925 Lire, von denen aber nur 999 wieder herbeigeschafft werden konnten. Mit der fehlenden Summe sind einige Straßenjungen Neapels beglückt worden und werden sich mi» selbst die Mühe machen, sie in KinematographenbillettS. Süßigkeiten und andere schöne Dinge umzusetzen. Kleine Notizen. Bergarbeiterlos. Auf der Gewerkschaft Buttlar bei Vacha ereignKe sich gestern morgen ein schwerer Unglücksfall. Durch den Bruch einer Schwebebühne, welcher durch Herabstürzen von Tübing«(Wasserkästen) erfolgt«, wurden 6 Mann getötet, 2 erheblich und 2 leicht verletzt. Zugentgleisung. Freitag abend«ntgleiste der von Leinberg nach Podhajce gehende Personenzug zwischen Biale u»o Dunajow infolge Unterwaschung des Bahnkörpers. Beide Lokomo- tiven und drei Waggons stürzten in einen Graben. Zwei Bahn- angestellte sind getötet und zehn Personen verletzt worden. Schrecklicher Zusammenstoß im Tunnel. Ei» sckuverer stusall hat sich in dem im Bau befindlichen Tunnel des Moni d Or in der Sannpi«l>»»nn s'/« Uhr: Eine Vergangenheit. BerfmepThealer. s uhr- Fiimzauber. HcntNchc« Thenfor. Allabendlich um 8>/, Uhr: Kneemdle.(laetepiel: V! v � � la 5� cn. Kroll-Oper •'/. Uhr: LohengHn. (Gastspiel: Pennarini, LattermaAn und Gertrud Steinweg.) Montag: Der fllcscndo llnlliindor. OSE=THEATE| Grone Frankiurtir Ztr. 132. Ensembl-Gastsp Dedak-Lutz IjTafietiuch einer Verlorenen. I Ansang 6'lt Uhr. Aus der wartenbübnc: Ion! r'lnlang 4 Uhr. �a88Sge Panoptikum Die 3 Schwestern Uiiput die hletnst- Schwest der Welt Der wellberühmte amerikanische Negerboxer Andrea Johnnon bei seinem Training. Akra d»o uch webende 215» Juntcfran! gg" Alle» lobend! *>'«» ohne Kxtra-Hntree: Admiralspaiast. Ela-Arena Angenehm kühler Aufenthalt. Heute 8 VopHtellungen nachm. und abends Das sensationelle Eis-Hallett Flirt In St, Moritz. Bog. d. Kachm.-Vorst.(z. halb. Preis.) urat'/jU., Schluß 7 U Beginn der Abend-Vorst, um 9 Uhr. Einlaß ab T'/j Uhr. Ab lOVj Uhr halb« Preise. — Erstklassige Küche.— . Wein- ii. Bler-Abtetl.. V�CgXXSrKXIIIZXKX» 1 ♦ i gSXgZSZXSEZZXTOltl »iVl« 1 I MIM............•■IBI IIIIII I« III| Freier Ruder- Bund Berlin. Am Sonntag, den 6. Juli 1918: : Fünfte Regatta: Start: Eisenbahnbrücke Treptows— Ziel: Etablissement „Schwanenberg", Stralau.——— Beginn mittags 12 Uhr. Anschließend: ______ Sommerfest r. in dorn Etablissement„Schwanenberg", ' Stralau, Tunnelstraße No. 20— 24-- Konzert x Verlosung guter Blietier x Im Saale Tanz Konzertbeginn 4 Uhr. 1334b Einlaßkarte 80 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 60 Pf. nach. ===== Kinder erhalten eine Stocklaterne.== , i, i \ ♦| Sänger. Jeden Freiiaa: Paul kan!he/s lust Sänger. Passep. u. vorzngsk. güllig. Siels neues Programm! Einige Sonnabende und Tolensonntag an Vereine zu vergeben. kmsiK Keglsrlieim, Am Treptower Park 19. Jede» Milirnoch: Konzert«. Tanz. Jeden Sonnlag: Spezialitäten u. Tanz. Nenrenovicrier Saal siirVcr» eine und Geiverkschosien. Erstklassige Kegelbahn beslknö empfohlen. � �ielihoriisäle Reinickendors-West, Eichbolnstr. 60. Neu eröffnet. Bes. Und. Ütchinldt. Jeden Sonniag im gr. Saale D3!| Ans. 4 Uhr.(1150 Pcrs.): villi. Schneidiges Ballorchestcr. Tanzlehrc: Max Possart und Max Mai. Donnerstag: I.Kavalicrball. Ans. 8U. Gr. Ballorchester. Tanz frei. Im Famtltenrcstaurant Künstler. Frei« konzert. E. Hahn.— Gute Küche. Erstklassige hiesige u. München er Biere. TLallner-Theater-Ttraste Iki. rz Großer Bell. 1 GrosieS Orchester. Ansang Sonntags 5 Uhr. A. N-r»»ei1at. MSK'BlkGR' Ii 1»iU-BSra« er et- Aussah aiili.!? Hermannslr. 214/18 NcukÖlSn Fernspr.: Neukölln 79. Oekonom: Robert Borgcer.___ Tagüch Großes Öartciikorjsert Anfang: Wochentags 7 Uhr, Sonntag nachmittags 4 Uhr. Entree: Wochentags 15 Pf., Sonntags 20 Pf. Saisonkarte pro Person 1 ZI. W Schloß Welßensee Inh. E. Nitynann. Heute lüonntng: Grolles Soppel-Konzertj ausgeführt vom Iladetzki-Orchcstcr, Dir. Wilh. V. Lcob aus Wien 1 1 unter Mitwirkung der Wännergesang\"oreine Wolßcnseer| liiedcrtaf cl und Kilngorlust. Dir-: Herr R. Ooeffinger. Ferner i Großes Land- und Wasser-Feuerwerk: Apotheose: Der Boxkampf Jotinsoo-Jeffris. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Entree 20 Pf. Im Bal-champetie; GpoOer FUte-BaM. unseres sensationellen Saison Ausverkaufs! in der die Restbestände zu nochmals Herabgesetzten Preisen zum Verkauf gelangen« Moderne Kostüme 8.50 10.00 12.50 15.00 �pezlalarzt f. Hant-, Harn-, Frauenleiden, nevv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata> Kuren in irüw long. Lodorat, j Blut. Untersuchung,, Fäden i, Harn usw. Wnirato 81,«S?.. Spr, 10—2, 5—9, Sonnt, 11—2. Honorar mäftig, auch Teilzahl, Separates Tameuzimmer. i* ♦ w Dr. Homeyer Sommer- Räunnings-Verkaiif. Diverse kU �00! herah- Artikel UIutU logesetzt!! � Feinfarbige ITeppictje fraise, creme, blau, rot, •jiu. z dlckeH, ttmyrna- »rl'lsc» Gewebe, von den echten Inderteppichen kaum zu u-ntersoheidon. Größe ca. 90X185 cm... M. 7,50 130X05,..., 11,25 160X225,..., 16.50 190X205,... n 21,50 250x81®»... n.J7,oO 250X480,..., 47,50 300X400,..., 53,50 Panaeiadc Bett- und Pult Teppltilie Stck. Tl. 3,125, 4,5« n. 7,5«. Nach auswärts per Nachnahme. Teppich- Spezialfaaus SbBUKOWINE Reg.-Bez. BreslAu, direkte B.\hr.Tprb!ndung Linie Öls-Ostrowa. Hellbewährt seit 17S6 gegen Kbeumatl.smus, Qlcht, Blutarmut, Nerven- und Frauenleiden.— NstOrllche, Moor- n, SUhlbäder, Elektrische- und Kohlenssarebsder, sowie alle anderen mediz. Zasatzbnder.— Wonlleiler, angenehmer BadeanfenttaalL Neues modern eingerichtetes Logierhans. S6 Zimmer. Herrliche ans gedehnte Waldungen.— Badeärzte: Medizinalrat Dr. Furch, r- Kummer und Dr. Oczegowskl.— Prospekte bereitwilligst durch die drafI.-Stracbwitz'scnen Badeplelrt. Nittn u. Woltzendortf Rituelle Küche, Referenz Rah. Dr. Neuhaus, Ostrowo. Kaulsdorf HHIHnTmnnnHmTOITO Stadtb.- u. Vorortstation. Neu erscblos«. Gelände« 1 Min. v.Bahnb. beginnend □Rate von 1 2 H. an Kostenfr�'e Auskunft bei uns. Vertreter W. Lehmann in unserm Verkaufs- burean KaaKdorf, Ucfcermarkstrasae%. Berlin NO 43, Nene Könl�atr. IQ Fernsprecher: Königstadt 0376 Nieschalke D Nitsche Bekanntmachung. ]| mr Emil Jefevre Berlins. Seit 1882 nur Oranienstr. 158. Der neue Katalog mit bunten Teppichmustern 750 Abbild, gratis u. franko Unseren Gasabnehmern von Berlin, Berlin-Schöneberg. Berlin-Wilmersdorf, Berlin-Schmargendorf, Berlin-Dahlem, Berlin-Mariendorf, Benin-Grunewald, Berlin- Tempelhof, Berlin- Marienfelde, Rudow, Buckow, Stahnsdorf, Groß-Ziethen Groß- Waßmannsdorf, Teltow, Lichtenrade, Klein-Machnow und Nikolassee teilen wir mit, daß wir von dem Tage ab, an dem im Laufe des Monats Juni 1913 die Gasmesserstände aufgenommen werden, folgende Rabatte auf den Preis von 13 Pfennig für das Kubikmeter gewähren:, a) ohne Rücksicht auf die Verwendungsart(abgesehen von dem zur Plur- und Treppenbeleuchtung, zum Motorenbetriebe, zu Heizzwecken sowie zur zentralen Warmwasserversorgung von ganzen Häusern oder auch einzelnen Wohnungen verbrauchten Gase): 5"l, für Abnehmer, welche jährlich verbrauchen" 1— 5 000 cbm SU/o*.,' 5 001- 25 000, 9,5"/o e,, 25 001- 50 000, 10% an n n n 50 001—- 75 000 w U%, n, n T5 001-100 000, 12%„, n n 100 001-125 000. 13% n n n n 125 001-150 000„ 14%, n n 150001-175000. 15%,,,,, 175 001—200 000, 16%„ n n 200001-226000. 17%„,,„, 225 001—250 000. 18% a a a a 250 001-275 000. 19%. a a a 275 001-300 000. 20% a« a a» 300 001 und mehr a b) ohne Rücksicht auf die Höhe des Verbrauches; I. für Gas zur Flur- und Treppenbeleuchtung........ 2. für Gas zum Motorenbetriebe, zu Heizzwecken sowie zur zentralen Warmwasserversorgung von ganzen Häusern oder auch einzelnen Wohnungen verwendete Gas.......... Die Babattgowährung zu b) kann nur erfolgen, wenn die zu den unter 1. '' einen besonderen 15% 20% und 2. genannten Zwecken entnommenen Gasmengen durch je Gasmesser festgestellt werden. Auf kürzere Fristen als ein Jahr werden Rabatte nicht gewährt. Berlin, den 24. Juni 1913. Zettimgs Ausgaltestelle« und Inseraien-Annahme. Xciitoiin: Albert H a b n i s ch. Ackerstr. 174, am Koppenplatz. L, R'aklki-cls: W.:@uft. Schmidt, Kirchbachstr. 14. hochvarterre. S. und SW.: Hermann Werner, Gneisenauftr. 72. 3. 4V»l.>ki»cl»: St. Fritz. Prinzenstr. 31, Hos reibtZ Part. 4. HVezklki-cl«: Ollen: Robert W e n g e IS. Gr. Frantfnrterstr. 120. — Richard H ack e l b u s ch, Petersburgerplatz 4(Laden). 4. �Vnl.IkrQl«, I ü d o st e n: Paul Böhm. Laufttzerplatz 14/15. 5. �4»klki-ci«: Leo Zucht, Jmmanuelfirchstr. 12(Hos). ü."WiaMkrclt.(Tloubit):«nlomon Joseph. Salzwedelernr. S. 4Vehiinebeek: Ernst W-rfmann. FriedrichShagen, Käp«. nicker Slratze 15. Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 10. dohauulsthal, Rudow: Max G o n I ch u r, Parkstr. 6. Karlshorst: Richard Küfer, Rödelftr. 9, U. Königs- äVusterhansen, fVlldaa; Friedrich Baumann» BaHnHosstr. 8. Köpeulek: Emil Witzl-r, Kietzerftr. 6. Laden. Elenteuherg, Frledrlchsfelde, Roheasehödhauseiä: Ollo S- i l e l, Warienbergstraste 1(Laden). Ä Rahlsdorf, Kaulsdorf, Blesdori: P. Hebberg, floulä« botf, Ferdinandstrabe 17. .«ariendorf: August L e i p. Chausseestr. 296. Hos. Rarleufelde: Emil Weincrt, Berliner Str. 114 II. Xeuenliugen, Roppegarten: Gustav 2 eh, Wolterstrabe. Neukölln: M. Heinrich. Reckarjlr. 2, im Laden: Neukölln, Bntz: Rohr, Siegsricdstrabe 28/29. Mledep-Eehuie: Karl Freitag. � leder-diehöue weide: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 10, H. X owawes: Wilhelm I a p p e, Lutherstr. 2. Ober-Schöneweide: Alsred Bader, Wilhelminenhaistr. 17, Laden. Pankow, �ledersehöuhauseu, Mordend, Frs.-Raeh- holz, Rlankenbnrg: R i tz m a n n, Mühlenstr. 30. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Sebttnholzt P. Gursch, Provinzstr. 56, Laden.. Runinielshnrg, Rönhagen, Stralau: A. R o s e N l r a N z, Bpxdagen 56._ Schenkendort b. Königs-WustcrHanien: Chr. H a n t l ib k e, Dorsftr. 10. Mchöneberg: Wilhelm B ä u m l e r, Martin LutherstO 69, im Laden- «pandau, Nonnendanli», lütaakeu, Seegefeld und Falkenhagen: H öppen, SreiUitr. 64. Tegel, Rorsigwaldc, Wittenau, Waldmannslust, Herinsdorf, Hohen- Keucndorf, Birkenwerder, Freie Scholle n. Reinickendorf- West: Paul Kienafl, Borfigwalde, Räuichstrabe 10. Teltow: Wilhelm Bonow, Teltow, Berliner Str. 16. Tempelhof: Joh. Krohn, Borusfiastr. 62. Treptow: Rod. Gramenz. Kiejholzstrabe 412, Laden. Weiltensee, Reinersdorf: K. Fuhrmann, Sedanstr. U», pari, Wilmersdorf, lialeusee, Schiuargcndorf: Paul s chu bert, Wihelnisaue 27. ILenthen, Riepsdorf: Ernst H ü t 1 i g, Zeuthen, MierSdorser str. 14 Sämtliche Parteiliteralur sowie alle wistenschastlichen Werfe werden geliesert Lcrantwortli�er Redalteuri Albert Wachs. Berlin. Mr den Lnjeratenteit verantw.: Th. Glocke. Bertin. Druck u. Vertag; BorwärtH Buchdruckerei u. Vertagsanjtal: Daul Singer u.So� Berlin! pr.� so*., Z. Keilllge des Joriitts" Kerliller NöllisdlM. Partei-?Zngelegendeiten. Zur Lokalliste. Im vierten Kreise siebt uns das Lokal.Luisenstadt- Kasino, Oranienstr. 180 sJnhaber G. Felsmann) zu allen Veranstaltungen zur Verfügung. Aus Spandau wird uns mitgeteilt, daß das Lokal.Hotel Roter Adler' für die organisierte Arbeiterschaft zu Versammlungen nicht mehr zur Verfügung steht, deshalb streng zu meiden ist. I» Beetz bei Kremmen sp.-y.-H.) ist das Lokal von Rose eben- falls von der Liste zu streichen, weil er sich weigert, seine Räume für die organisierte Arbeiterschaft zu Versammlungen freizugeben. NB. Alle Anfragen nnd Mitteilungen für den Kreis Rieder- barnim in Lokalangelegenheiten sind an den Genossen Ernst Werk- mann-FriedrichShagen, Köpenicker Str. 18, zu richten. Desgleichen für den Kreis Potsdam- Ost- Havelland an den Genossen Karl Kasmierzak-Spandau, Elisabethstratze 1. _ Die Lokalkommission. WilmersdorstHalcnscc. Montag, den 30. Juni, abends 8>/z Uhr, Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vorirag des Genossen Dittmer:.Vor hundert Jahren'. 2. Kassenbericht vom II. Ouarial. 3. Bericht von der Verbands- und Kreisgeneralversammlung. 4. Vereinsangelegenheiten.— Mit- gliedsbuch legitimiert.' Der Vorstand. Lichtenrade. Am Mittwoch, den 2. Juli, abends 8Vz Uhr: Mitgliederversammlung im Wirtshaus Lichtenrade am Bahnhof. Reinickendorf-Ost. Die Bibliothek ist wegen Inventur bis auf weiteres geschlosien. Ausstehende Bücher müssen bis spätestens zum <0. Juni zurückgeliefert sein. Der Bildungsausschuß. ßcrltncr Nachrichten. Nachtbäder. Die sittlichkeitstriefenden Instanzen, die das sommerliche Vaden im Freien am liebsten nur in der Mönchskutte ge- statten möchten und durch ihre kuriosen Verfügungen lveniger den Zorn als das amüsierte Lachen der Groststadtbevölkerung herausfordern, haben mit ihren burcaukratischcn Spür- nascn bisher eins vergessen: auch das Baden nach Einbruch der Dunkelheit extra zu verbieten. Ob den Aktenwürmern die Mühe zu grost erscheint, mit elektrischen Schein- Werfern vom Polizeiboot herab die Ufer abzuleuchten, oder ob man dem Gendarmen die wohlverdiente Rast auf der abendlichen Bierbank nicht verderben will— wer kann es wissen? Wenigstens am späten Sommerabend sind alle durch behördliche Engherzigkeit verbotenen, deshalb noch lange nicht immer gefährlichen Badestellen vor dem Polizeiblick so ziemlich sicher. Der Burcaukrat tut seine Pflicht... mehr tut er nicht. Und die teutsche Sittlichkeit wird auch nicht beleidigt. Der verstorbene Teltowcr Landrat Stubenrauch erwiderte mal einigen Sittlichkeitsaposteln, die sich über allzu starke Nackt- kultur beschwerten, mit malitiösem Humor:„Bitte, meine Herrschaften, sehen Sie nicht hin!" Nnn, in der Dunkel- hcit läuft die Badesittlichkeit keine Gefahr, wenn nicht gerade ein paar alte Jungfern sich mit clek- irischen Taschenlatcrnen ausrüsten, wie es in Seebädern gang und gäbe ist, um abends hinter die Geheimnisse der Strandkörbe zu kommen. Es wird also an den Berliner Flutzläufcn und Seen abends im Sommer recht viel gebadet, sogar— schrecklich ists zu sagen— hier und da wie Adam und Eva ohne Höschen. Nixe und Nixen lassen es sich gern gefallen, es hat noch niemandem wehe getan. Ein Windhund ist, wer Schlechtes davon denkt. Die Nachtbadcnden lockt eine ganz andere Freude. Das Baden weit nach Sonnenuntergang in abgekühlter Flut ist ein Hochgenuß. Freilich muß auch jeder das Risiko auf sich nehmen. Hilfe in der Gefahr wird zu später, dunkler Stunde selten zu erreichen sein. Ein anderes Bild. Die gleißenden Marmorwände sind Sebadet in elektrischen Lichtfluten. Schwellende Polster, ver- hwiegene Winkel mit raffiniertestem Luxus laden zum Ruhen ein. Der nackte Fuß versinkt in kostbaren Perserteppichen und seidenweichen Fellen. So ähnlich muß es zu den Verfalls- zeiten des alten römischen Reiches, als das Genußleben zum halben Wahnsinn ausartete, gewesen sein. Und so ist es heute in unseren großstädtischen Luxusbädern, die eigens für das große Portemonnaie zugeschnitten sind. Auch hier wird ge- badet zur Nachtzeit, weit über die mitternächtige Stunde hin- Haus. Nur das Motiv, weshalb man dann noch ins Wasser statt ins Bett steigt, ist ein anderes. Lebejünglinge und Lcbegreise machen die Nacht zum Tage. Es gilt als hochvornehm, in dritter Morgenstunde nur mit Badehose bekleidet am Marmortisch zu speisen und„geistreich" zu sein. Unsinn, du siegst I Sekt gibt's hier gewöhnlich nicht. Der� ist schon vorher in den Bars und Ballsälen in Strömen geflossen. Nun stürzt man sich in das Feigenblatt aus Leinwand, nimmt sein Dampf- bad, das die Geister des Alkohols fast bis zum letzten Tropfen aus den Poren treibt, läßt sich massieren und frottieren, schlürft bedächtig den Abschiedskognak und autelt zum syba- ritischen Pfühl daheim, wenn Millionen sich zur Arbeit rüsten. Berlin, wie es weint und lacht... und badet zur?!acht! Fehlt noch das nächtliche Familienbad. Herr von Jagow wird es mit Vergnügen konzessionieren. Er hat fiir alles, was nicht Volk und Volkshygiene heißt, ein weites Herz. Ueber das Bibliothekswesen der Stadt Berlin liegt aus dem Etatsjahr 1912, das vom 1. April 1912 bis zum gl. März 1913 reichte, schon jetzt der Verwaltungsbericht des BibliolhekSkuratoriumS vor. Was die Benutzung der vorhandenen Bücherschätze durch die Bevölkerung angeht, so hat der Bericht ein günstiges Ergebnis zu melden. Die Benutzungsziffer hat bei der Sladtbibliothek wie bei den VollSbibliothcken und den Lese- hallen sich wieder erhöht. Die Stadtbibliothek vermehrte im Laufe des letzten EtatSjahreS ihren Bücherbestand von 119 012 Bänden weiter auf 124 8S6 Bände, die Nachschlagewerke des Lesesaales von 4012 Bänden auf 4079 Bände. Sie gab in dem Jahre 2792 neue Leihkarten aus. so daß die Zahl der seit ihrer Eröffnung(Oktober 1907) ausgegebenen Leihkarten auf 17 157 stieg. Ausgeliehen wurden diesmal 181 424 Bände, gegenüber 178 624 Bänden in 1911. Den Lesesaal be- suchte» 102 026 Männer und 6468 Frauen, zusammen 108 494 Per- sonen. 18 600 mehr als in 1911, wo erst 94 894 Besucher gezählt wurden. Der Bericht beklagt, die Benutzung der Stadtbibliothek werde durch die Unzulänglichkeit der Räume sowie durch ständigen Diener- Wechsel beeinträchtigt. Das Bibliothekskuratorium rügt auch, daß der Bau de« eigenen Stadtbib lio th e ks h a uses sich s» sehr lange verzögert. Wir lesen da:»So er- frculich aber diese Ergebniffe sind, so tief müffen wir beklagen, daß das seit vielen Jahren geplante Haus der Stadtbibliothek noch immer nicht Wirklichkeit geworden ist. Wir haben schon im vorjährigen Berichte mitgeteilt, daß die Hochbauverwaltung beauftragt worden war(3. Mai 1912), für das Gebäude der Stadtbibliothek auf dem Jnselspeichergrundstück eine Bauskizze zu entWersen: sie ist uns auch bis heute noch nicht vorgelegt worden. Die Raumnot macht sich in- zwischen immer fühlbarer, und die Klagen über die Enge und Un« behaglichkeit der Räume werden immer dringlicher.' Auch die Bolksbibliotheken wurden sehr viel stärker als im Vorjahr benutzt: sie liehen diesmal 1560319 Bände aus, gegenüber 1618 734 Bänden in 1911. An der Spitze steht wieder die 20. Bibliothek(Ravenöstraße) mit 135 217 ausgeliehenen Bänden. Doch ist hier gegenüber dem Vorjahr, wo diese Bibliothek sogar 150 652 Bände auSlieh, ein Rückgang eingetreten. Der Bericht er- klärt das aus wiederholtem Wechsel deS Personals. Die wieder an zweiter Stelle stehende 9. Bibliothek(Wilmsstraße) hatte mit diesmal 100 402 Bänden gleichfalls eine kleinen Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit 101 618 Bänden. Einige andere Bibliotheken hatten um so stärkere Zunahmen, hauptsächlich die 7. Bibliothek(Straß- mannstraße) von 84 482 Bänden auf 92 508 und die 19. Bibliothek (Sonnenburger Straße) von 72158 auf 90 451. Die wenigstbenutzte Bibliothek war wieder die 23. Bibliothek(Olivaer Straße), diesmal mit nur ausgeliehenen 9749 Bänden. Der gesamte Bücherbestand aller 23 Volksbibliotheken erhöhte sich im letzten Jahr von 224 829 Bänden auf 235 291 Bände. Der Bücherbestand war am geringsten in der 23. Bibliothek mit nur 5078 Bänden, am größten in der 9. Bibliothek mit 14 582. Die 20. Bibliothek hatte nur 11049, so daß bei 135 217 Entleihungen durchschnittlich auf jeden Band 12 Ent- leihungen kamen. Seit Jahren hatte diese Bibliothek regelmäßig die höchste EntleihungSziffer pro Band. Sie wird ober diesmal Lbertroffen durch die 19. Bibliothek, die bei nur 6599 Bänden 90 451 Entleihungen hatte, pro Band durchschnittlich fast 14 Entleihungen. In den 14 Lesehallen verkehrten 144 894 Personen, 132 547 Männer und 12 347 Frauen. Das sind um 7305 Personen mehr als in 1911, wo 136 989 Personen, 126174 Männer und 10 816 Frauen, gezählt wurden. Die Nachschlagewerke der Lesehallen mehrten sich von 11 423 Bänden auf 11 797. Das Statistische Jahrbuch der Stadt Berlin ist jetzt im 32. Jahrgang erschienen. Von„Jahrgang" kann man allerdings bei diesem neuesten Band noch weniger als bei dem vorhergehenden reden. Der vorletzte Band erschien als Dop- pelband im Jahre 1909 und enthielt die Statistik der beiden Jahre 1906 und 1907. Ter neueste Band ist erst jetzt im Jahre 1913 fertig geworden und bringt als dickleibiges Werk von 1350 Seiten (344 Seiten Erläuterungen, 1006 Seiten Tabellen) die S t a t i st i k der Jahre 1903, 1909, 1910, 1911. Vier Jahre haben wir dies. mal warten müssen, bis das Jahrbuch endlich wieder herauskam. Die Statistik des vierjährigen Zeitraums in einem Bande neben- einander zu haben, bietet dem Benutzer manche Vorteile. Doch bleibt bedauerlich, daß man dafür Jahre hindurch dieses Quellen- werk hat entbehren müssen. Statistik kann nicht eine Schnellbericht- erstattung leisten, wie sie unserer hastenden Zeit leider zum Be- dürfnis geworden ist. Die. Veröffentlichung der Ergebnisse statisti- scher Arbeit verliert aber viel von ihrem Wert, wenn sie allzulange sich verzögert. Indes, wir wollen uns hierdurch nicht die Freude an dein Buch trüben lassen, das wieder von der bewährten Hand che? Prof. Dr. H. Silbergleit, Direktors im Berliner Statistischen Amt, herausgegeben worden ist. Der Stoff ist aufs neue nach manchen Richtungen hin noch e r w e i t e r t'worden; wir nennen nur die eingefügte Uebersicht über die Bevölkerung der zum Zweck- verband Groß-Berlin gehörenden Gemeinden. In mehreren Ab- schnitten des Buches greift die Darstellung bereits in das Jahr 1912 hinüber, aus dessen Statistik einige Ergebnisse schon berück- sichtigt werden konnten. Es bietet auch— was bei früherem Er- scheinen Wohl kaum möglich gewesen wäre— die Hauptergebnisse der Volkszählung von 1910 und der mit ihr verbundenen Erhebung über die Grundstücks- und Wohnungsverhältnisse. Zu den Stadtverordnetenwahlen. Der Magistrat hat in seiner gestrigen Sitzung die Bestimmung derjenigen Wahlbezirke vorgenommen, in denen bei den dies- jährigen Stadtvcrordneten-Ergänzungswahlen Hausbesitzer zu wählen sind. Hiernach sind Hausbesitzer zu wählen in der 1. Abteilung: Wahlbezirk 3, 6, 15, 7, 12; L.Abteilung: Wahl- bezirk 8, 16, 14:3. A b t e i l u n g: W a h l b e z i r k 7, 8, 26, 29. 31. 33. 37. 27. 30. 16. 22. Ferner setzte der Magistrat die Wahltermine und Wahl- zeiten für die diesjährigen Stadtvcrordneten-Ergänzungswahlen wie folgt fest: Für die 3. Abteilung auf Sonntag, den 9. November 1913, von vormittags 10 bis nachmittags 6 Uhr, und für etwaige engere Wahlen für die 3. Abteilung auf Sonntag, den 30. November 1913. Die Ar»nen-Tirektion hielt gestern ihre letzte Sitzung vor den Ferien ab. Vor Ein- tritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende in ehren- den, warmen Worten des Bürgerdeputierten Koch, der nach 32 jähr.iger fruchtbarer Tätigkeit aus der Armen- Direktion ausgeschieden ist. Dem verdienten Mann soll zum bleibenden Andenken eine Adresse überreicht iverden. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Frage der Milchversorgung der Stadtarmen. SeitHerbst vorigen Jahres wird die für diese be- stimmte Milch von dem städtischen Untersuchungs-Ilmt für ge- werbliche und hygienische Zwecke untersucht. Das Ergebnis ist leider ein sehr wenig günstiges gewesen. Von 192 entnonimenen Proben wurden nur 68 als einwandfrei befunden, während die anderen zu erheblichen Beanstandungen, was Fettgehalt und besonders Sauberkeit der Milch betraf, Veranlassung gaben. Für diese im Interesse der Armen sehr unerfreulichen Verhältnisse glaubt die Armendirektion schleunigst Abhilfe schaffen zu müssen. Sie hat sich deshalb entschlossen, die Ver- sorgung der Armen mit von den städtischen Gütern gewonnener Milch zu versuchen und sich zu diesem Zwecke der Mitwirkung der Meierei Schweizerhof, welche gegenwärtig den gesamten Ver- kauf der städtischen Milch besorgt, zu bedienen. Der Versuch soll vorläufig auf einem begrenzten Gebiete begonnen und bei glücklichem Gelingen später in erweitertem Maße fortgesetzt werden. Außerdem wurden noch einige Fragen der inneren Verwaltung beraten._ Vom Altersaufban der Bevölkerung Grost-Berlins. > Die Zeitschrift„Groß-Berlin, Statistische Monatshefte", h Ausgegeben vom Berliner Statistischen Amt, veröffentlicht -'»■ine im Statistischen Amt Neuköllns bearbeitete AbHand- lung über den Altersaufbau der Bevölkerung von Groß- Berlin, wie er nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 sich darstellt. Berücksichtigt sind dabei die 6 Städte Berlin, Charlottenburg, Neukölln, Schönebera, Wilmersdorf, Lichtenberg niit zusammen 2 978 262 Einwoy, nern, 29 Landgemeinden und 10 Gutsbezirke mit 505 651 Ein- wohnern, im ganzen 45 Orte mit einer Gesamtbevölkerung von 3 483 913. Was an der Altersgliederung dieser Bevölkerungsmassö sofort auffällt, ist der hohe Anteil der Kinder und andererseits der Altersklassen zwischen 21 u n d 40 I a h r e n. Unter je 1000 Personen waren 18 Kinder des 1. Lebensjahres und 73 im Alter von 1 bis 5 Jahren, also zusammen 91 im Alter von 0 bis 5 Jahren, ferner 82 von 5 bis 10 Jahren und 77 von 10 bis 15 Jahren. Es folgen dann pro 1000 Personen der Gesamtbevölkerung 49 Personen von 15 bis 18 Jahren, womit die Jugendlichen abschließen, serner 61 Personen von 18 bis 21 Jahren, womit die Grenze der Minderjährigkeit erreicht ist, weiter 91 von 21 bis 25 Jahren. 106 von 25 bis 30 Jahren, 100 von 30 bis 35 Jahren, 80 von 33 bis 40 Jahren, 68 von 40 bis 45 Jahren, 55 von 43 bis 50 Jahren usw. Die Personen im Alter von 21 bis 50 Jahren, dw man ungefähr als das Alter größter Erwerbsfähigkeit ansehen darf, machten zusammen genau die Hälfte der ganzen Bevölkerung aus. Die höheren Altersklassen von mehr als 50 Jahren waren nur mit zu- sammen 140 pro 1000 beteiligt. Von den Ziffern Groß-Berlins weichen die für die ein- zelnen Gemeinden sehr erheblich ab. Die Einzel- Betrachtung ist durchgeführt worden für Berlin und 36 Vor- orte, und es sind dann auf der einen Seite die wohlhabenderen westlichen Gemeinden, auf der anderen Seite die ärmeren östlichen Gemeinden zusammengefaßt worden, um die B e- ziehungenzwischenAltersaufbauundWohl- h a b c n h e i t zu zeigen. Berlin nimmt da eine mittlere Stellung zwischen Ost und West ein, doch würde die Bctrach- tung nach einzelnen Stadtteilen zweifellos für den Alters- aufbau ähnliche Gegensätze von O st und W e st ergeben, wie wir sie bei den Vororten sehen. Die Zusammenstellung der beiden Vorortgruppen zeigt zunächst, daß unter je 1000 Personen der Gesamtbevölkerung Kinder im Alter von 0 bis 15 Jahren waren, z. B. in Charlottenburg 226, Schöneberg 216, Wilmersdorf 219, Grunewald gar nur 188 usw., aber z. B. in Neukölln 315, Lichtenberg 315, Oberschöneweide sogar 373, Weißensee 318, Reinickendorf 327 usw. Bei Zerlegung dieses Kindersegens in die vier Unterabteilungen von 0— 1, 1— 5, 5— 10, 10-— 15 Jahren fällt auf, daß die beiden jüngsten Alters- klassenindcnOstgemeindensehrvielstärker als in den We st gemein den besetzt sind. Unter je 1000 Personen waren 0 bis 1 Jahr alt z. B. in Grunewald nur 7, aber in Oberschöneweide 28, ferner 1 bis 5 Jahre alt in Grunewald nur 42, in Oberschönelveide 116. Auffälliger ist weiter, daß in den ärmeren O st gemein den der Anteil der Altersklassen 5 bis 10 Jahre und 10 bis 15 Jahre schneller als in den wohl- Habenderen West gemein den nachläßt� ohne Zweifel infolge der größeren Kinder st erblich ke it. Aus dem höheren oder geringeren Anteil der Unerwach- senen ergibt sich ein um so viel geringerer oder höherer An- teil der Erwachsenen, die hier von 15 Jahren ab ge- rechnet werden mögen. Die Zusammenstellung im besonderen der Personen von 15 bis 50 Jahren bringt das Resultat, daß in dieser Altersgruppe der westlichen Vororte erheblich höhere Anteilziffern als die äst- l i ch e n haben, z. B. Charlottenburg, Schöneberg, Wilmers- dorf 641, 648, 644 pro 1000, Grunewald sogar 657 pro 1000, aber z. B. Neukölln nur 593, Lichtenberg 581, Oberschönc-' weide 560, Weißensee 559, Reinickendorf 562 usw. Greift man aber die drei mittleren Altersklassen von 25— 30, 30—35, 35— 40 Jahren heraus, so zeigt sich, daß hier tm all- gemeinen die Ost gemeinden noch etwas höhere Ziffern als die We st gemeinden haben. Für die Ostgemeinden gibt die Arbeiterbevölkerung den Ausschlag. Nach dem 40. Lebensjahr sind die Reiher: der Ar- beiter schon sehr merklich durch Tod gelichtet, darum sind in den Ostgemeinden die Altersklassen von mehr als 40 Jahren im allegemeinen schwächer beteiligt als in den Westgemeinden mit ihrer meist bessersituierten Bevölkerung. Hafendeputation. In der gestern abgehaltenen Sitzung der Hafendeputation fand die Einführung der Stadträte Gcheimrat v. Borsig und Dr. Simonsohn statt, auch wurde der neugewählte Hafen- direktor Dr. Berganski vorgestellt. Die Deputation beschäftigte sich mit den für die Feuersicherhcit nnd Bewachung des Ost- Hafens zu treffenden Maßnahmen, stellte die Bedingungen für die Ausschreibung der auf dein Hafengelände einzurichtenden Arbeiterspeiseanstalt und Beamtenkantine fest und faßte ferner Beschluß über die Zahl und Besoldung des für den Betrieb zunächst einzustellenden technischen und Hafenpersonals. Im nächsten Monat wird der Hafendirektor eine Jnformations- reise zur Besichtigung verschiedener größerer Hafen- und Speicheranlagen Deutschlands unternehmen. Die Gerichtsferien beginnen nach§ 201 des Gerichts- Verfassungsgesetzes am 15. Juli, sie enden am 15. September. Während derselben werden nur in„Feriensachen" Termine abgehalten und Entscheidungen erlassen. Feriensachen sind Strafsachen, Arrest-, Meß- und Marktsachen» Micts- streitigkeiten, Wechsel- und gewisse Bausachcn. Auf Antrag können die Gerichte aber auch andere Sachen, die besonderer Beschleunigungen bedürfen, als Feriensacheu bezeichnen.— Der Bezirksausschuß zu Berlin hat seine Ferien auf die Zeit vom 21. Juli bis 1. September festgesetzt. Ter neue Erwerb der Stadt Berlin. Der Erwerb von Lanke, Prenden und Arendsee bei Wandlitz durch die Stadt Berlin findet in Stadtverordnetenkreisen große Zu- stimmung. Man ist der Meinung, daß die Gelegenheit, einen so ausgedehnten wertvollen Besitz anzukaufen, nicht unbenutzt gelassen werden darf. Man ist ferner der Anficht, daß die Zeit für den Ankauf günstig gewählt ist und mit einer bedeutenden Wertsteigerung in der Zukunft zu rechneu ist. Als im Jahre 1893 das Schloß Gütergotz vom Magistrat Berlin von der Familie v. Bleichröder für 1.4 Millionen Mark erworben wurde, schien der Prei» ein sehr hoher zu sein. Heute ist Rittergut Gütergotz mindestens viermal soviel wert. Die Trafen Boß erhielten 1896 für Buch schon SVa Millionen Mark. Gütergotz umfaßte da- mals rund 2799 Morgen und Buch rund 6999 Morgen. Die Herr- schaft Lanke dagegen ist über 18 999 Morgen groß, wovon allein 13 699 Morgen auf Buchen- und Kiefernwaldungen entfallen, die ungleich wertvoller sind als die von Buch und Gütergotz. Von ganz besonderem Wert ist aber der Wasserreichtum der Grafschaft Lanke mit ihren zahlreichen Seen und Quellen. Sollte einmal die Frage nach einer weiteren Wasserversorgung Berlins auftauchen, dann wird man zweifellos das Augenmerk abermals auf die dortige Gegend riSten, die schon einmal von namhaften Hydrologen als eine brauchbare Wasserguelle in Borschlag gebracht worden war. ES ist dort nicht nur reichlich Wasser, sondern, was noch mehr wert ist, ganz vorzügliches Wasser zu haben. Die gute Qualität wird gewährleistet durch die dort lagernden enormen Kiesschichten in dem kaum 1— 2 Meter tiefen Sand« und Lehmboden. Die Wasser- gewinnung würde dort nicht nur leicht und billig sein, sondern auch von bester Beschaffenheit. Daß mit einer größeren Versorgung der Städte mit gutem Wasser in Zukunft gerechnet werden muß, unterliegt heute wohl kaum noch einem Zweifel. Die Gesundheit, ja die ganze Lebenshaltung der Berliner Bevölkerung bedingt eine Zu- »ahme des Wasserverbrauchs von Jahr zu Jahr. Das neue Wasser- gesctz stellt die Entnahme von Wasser aus andere, neue Grund- lagen und es ist geraten, beizeiten vorzusorgen. Dazu bietet der Erwerb von Lanke eine gewisse Gewähr. Die Seen von Lanke mit dem Wandlitz-, Rahmer- und Lubowsee sind Reste eines uralten wasserreichen Stromes, dessen Ufer zum Teil noch deutlich zu er- kennen sind. Alle diese vielen Seen konnten sich nur durch unterirdische Ouellenzuflüsie bis heute erhalten. Durch geeignete Stauanlagen, die dort ohne große Kosten an verschiedenen Stellen errichtet werden können, läßt sich der dortige Wasserstand noch bedeutend heben. Fast noch von größerem Wert ist der Waldreichtum der Gegend. Gelingt es, die Gegend mehr als bisher für die Berliner Be- völkerung durch bessere Eisenbahnverbindungen zu erschließen, dann wird sich der Strom der Ausflügler nicht mehr nach dem Westen, sondern nach dem Norden wenden. Buchen- und Kiefernwälder wie bei Lanke und Wandlitz findet man selten, noch seltener aber in so prächtiger Umgebung von Seen und Wiesen, Tälern und Höhen. sympathisiere, jedoch ersuche, von einer Terminsbeflimmung in an- betracht der schon geschilderten ungünstigen Finanzlage der Stadt abzusehen.— Die Anträge wurden einer gemischten Deputation überwiesen._ Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Lichterfelde. Gemeindevertretersitzung am Montag, 39. Juni, abends 6 Uhr, im Saale des Rathauses, Schillerstraße. Diese Sitzungen sind össentlich. Jeder Gemeindcangehirige Iii be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Eine Bande von Bodcneinbrechcrn treibt zurzeit mit unerhörter Dreistigkeit in dem Nordwesten der Stadt sein Unwesen. Die Spitz- buben haben in den letzten Tagen eine ganze Reihe Häuser besonders der Nebenstraßen von Alt-Moabit heimgesucht. Am hellen Tage schleichen sie sich auf die Böden und erbrechen hier alle Verschlüge. Aus diesen schleppen sie dann fort, was sie nur finden und für mitnehmenswert halten. Wäsche und Kleidungsstücke, die dort zum Trocknen auf- gehängt sind, nehmen sie stets mit, selbst auch dann, wenn sie noch ganz feucht sind. Sie packen sie in Körbe, die sie gewöhnlich auf den Waschböden finden und verstehen es, sie wegzuschaffen, ohne daß man im Hause etwas davon merkt. Es kommt ihnen dabei zn statten, daß es sich meistenteils um ruhige Häuser handelt. An ver- schiedenen Stellen sind sie schon zweimal nnd auch noch öfter hinter einander erschienen. Trotz der umfassenden Vorkehrungen gelang es bis jetzt noch nicht, der Bande auf die Spur zu kommen. Ihr Treiben ist um so gefährlicher, als durch sie auch viele kinderreiche Familien um ihre ganzen Wäschestücke bestohlen ivorden sind. Kardinal Kopp und Gerhart Hauptmann. Der neugegründete «Bund der Konfessionslosen" beruft zum Mittwoch, den 2. Juli, abends 8>/z Uhr, nach der Viktoriabrauerei, Lützowstr. 111/12, eine Volksversammlung ein, um zum tatkräftigen Protest gegen die Haupttriebkräfte in der Hauptmann-Affäre aufzufordern. Redner sind Reichstagsabgeordneter Peus, Schriftsteller Hans Leuß, Dr. Georg Zepler. Im Zoologischeu Garten ist toiederum eine sehr seltene Tiang- Antilope aus dem ägyptischen Süden eingetroffen. Sie ist eine Verwandte der beinahe ausgerotteten Bleß- und Buntböcke Süd- afrikas und vermittelt mit ihrer gleichfalls hier zum erstenmal lebend gezeigten Gehegenachbarin, der von der Form ihrer Hörner so genannten Halbmondantilope, den llebergang zu den häßlichen, langköpfigen Kuhantilopen. Der Tiang hat mehr leierförmige Hörner, ähnlich wie Bleß- und Buntbock, nur stärker. GericKts-�eitung. Zickel gegen Nissen und Schlaikjer. In eine ganz verzwickte Rechtslage ist die Privatklage gekom- men, die Herr Dr. Martin Zickel gegen den Präsidenten der Bühnen- genossenschaft, Schauspieler Nissen und den Schauspieler Erik Schlaikjer angestrengt hatte. Die Privatklage stützt sich auf einen im„Neuen Weg" veröffentlichten Artikel unter der Ueberschrift: „Die Broschüre Nissen— bestellte Arbeit" und einen von Herrn Schlaikjer verfaßten Artikel„Enthüllungen aus dem deutschen Thcaterleben". Wie wir seinerzeit mitteilten, hatte das Schöffew gericht auf Einstellung des Verfahrens erkannt, da nach seiner Ansicht Verjährung eingetreten war. Seinerzeit hatte nämlich das Gericht beschlossen, das Verfahren bis nach Erledigung des Zickelschen Konzessionsstreites auszusetzen. Der Rechtsanwalt Dr. Frankfurter hatte damals gegen diesen Aussetzungsbeschluß Beschwerde erhoben, war damit aber nicht durchgedrungen. Später waren nur noch einige Anfragen des Amtsrichters an den Vertreter des Privat� klägers erfolgt, wie weit die Konzessionssache gediehen sei. Da diese Anfragen nach Ansicht des Schöffengerichts keine für-die Preß- vergehen vorgesehene sechsmonatige Verjährungsfrist darstellen, so kam das Gericht zur Einstellung des Verfahrens. Dr. Zickel hatte hiergegen Berufung eingelegt, über die gestern vor der 9. Straf- kannner unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. S ch w a r tz e verhandelt wurde. Nach langer Beratung verkündete der Vorsitzende des Gerichts: Das Gericht sei sich noch nicht schlüssig geworden, da die Sache in hohem Grade zweifelhaft sei und das Gericht noch nicht darüber sich habe einigen können, ob nicht der Aussetzungs- keschluß überhaupt der Rechtsgrundlage entbehre. Das Gericht wird deshalb die Entscheidung erst über 8 Tage verkünden. Das Generalkommando teilt mit Bezug auf Z 11 des Pretz- gesetzes vom 7. Mai 1874 zu dem Artikel im„Vorwärts" vom 7. Juni 1913„Selbstmordversuch eines mißhandelten Soldaten" nachfolgende Berichtigung mit: Grenadier Zimmermann der}. Kompagnie Regiments Königin August« hat bei seiner Vernehmung gerichtlich bekundet, daß er lediglich aus Furcht vor Strafe wegen unerlaubter Entfernung sich die Verletzung beigebracht habe. Er gibt wörtlich an:„Ich bin 'von meinen Vorgesetzten und Kameraden stets gut und gerecht behandelt worden, habe auch nie einem Menschen gegenüber mich über schlechte Be- Handlung beklagt." Zimmermann bestreitet, irgendwelche anders lautenden Au- gaben bei seiner Auffindung gemacht zu haben. Von Seiten des Generalkommandos. Der Chef-des Generalstabes. v. Voigts-Rhetz, Generalmajor. Vorort- l�acbricbten. Wilmersdorf-Halensee. Aus der Stadtverordneteuversammlimg. In der letzten vor den Ferien stattgefundenen Sitzung gab der Magistrat bekannt, daß der Abschluß der Stadthauptkasse für 1912 einen Barüberschuß von 499 598 M. aufweise. Bei der Vorlage des Magistrats wegen Ver- legung der«-tadtgärtnerei erfolgte die Zusage, den in Betracht kommenden Laubenkoloniften nach Möglichkeit entgegenzukommen, daß aber die Verhältnisse es bedingen, im August mit den Arbeiten anzufangen. Zu einer längeren AnSeinandersetzung führte die Vorlage deS Magistrats über den in letzter Sitzung angenommenen Antrag Schröder und Genossen, den in Betracht kommenden Schülern und Schülerinnen der Gcmeindeschulen den Besuch klassischer Theatervorstellungen und der Urania zu ermöglichen. In der Magistratsvorlage war hierfür ein Betrag von 999 M. angefordert worden, der, wie cS in der Begründung deS Magistratsantrages hieß, den Besuch einer Theatervorstellung und einen Besuch der Urania ermögliche. Mit Recht wies Genosse Riedel darauf hin, daß diese minimale Aufwendung für den gedachten Zweck Wilmersdorf nicht besonder» im Ansehen heben könne. Der Magistratsvertreter betonte, daß nicht finanzielle Momente ausschlaggebend gewesen seien, son- dern weil in Schöneberg und Charlottenburg auch nicht mehr ge- boten und weil man bei Einführung solcher Neuerungen erst Er- sahrungen sammeln müsse, sei im vorliegenden Autrage nur der Be- trag in angesetzter Höhe gefordert worden. Wilmersdorf hätte auch keinen Anlaß, den Rekord mit den benachbarten Gemeinden zu brechen. Die Entgegnung von Riedel, daß dieser vertretene Stand- Punkt doch rin unhaltbarer jri, veranlaßte jedoch nickit die Mehrheit, weitergehenden Anträgen zuzustimmen. Ein von Riedel gestellter Antrag 1899 M. für den Zweck- einzustellen, wurde abgelehnt und dann der Magistratsantrag angenommen. Eine Finanzdebatte zeitigte ein von a ll e n Parteien unterstützter Antrag Röhr um Beschleunigung deS Baues einer Badeanstalt. In der Begründung wurde daraus verwiesen, daß es nun endlich an der Zeit sei, das schon 1919 im Prinzip beschlossene Projekt zur Aus- führung zu bringen. Der Verweser der städtischen Gelder, der Kämmerer, ersuchte, die'Sache noch um einige Jahre zu verschieben. Die ungünstige wirtschaftliche Lage, die Geldknappheit auf dem Finanzmarkte, die sonstigen dringenden Aufgaben, Ivie Schulbauten, Rathaus ufw. bedingen eine äußerst vorsichtige Behandlung aller mit Kosten verbundenen Anlagen. Der Vertreter der freien Ver- emigung. Krause, erklärte, daß seine Fraktion mit dem Antrage Schadcnsersatzansprüche aus einem Unfall auf der Bühne. Die Soubrette Kugler kam am 22. September 1999 gelegentlich einer Vorstellung im hiesigen Neuen Schauspielhaus e, dMß dem„Neuen Operettentheater-G. m. b. H." zur Verfügung ge- GM war, dadurch zu Unglück, daß sie im ersten Akt der Operette «Mi tz D u d e l s a ck" von der Bühne abtanzte und mit dem linken Mß an einer eisernen Schiene hängen blieb. Dabei ist der linke Fuß umgeknickt. Die Folge war, daß die Klägerin sich einer ärztlichen Behandlung unterziehen und deshalb ihre Be- rufstätigkeit für diese Zeit ausgeben mußte. Wegen des Unfalls hat sie gegen das Neue Operettentheater zunächst auf Zahlung von 3399 Mk. geklagt. Diese Summe ist ihr in einem Vorprozesie zu- gesprochen worden. Dann hat sie Klage aus Zahlung weiterer 6119 Mk. erhoben. Eingerechnet ist hierbei, daß ihr wegen des Unfalls ein Engagement für die Zeit vom 1. Oktober 1999 bis zum 16. Mai 1919 bei dem Kolosseum in Essen verloren ge- gangen ist. Das K a m m e r g e r i ch t hat der Klage in Höhe von 5999 Mk. stattgegeben. Das Reichsgericht hat am Freitag die. von der beklagten Gesellschaft eingelegte Revision zurückgewiesen. Ein interessantes Kapitel an? der Bauwelt lieferte eine zweitägige Verhandlung, die vor der 5. Strafkammer des Landgerichts III stattfand. Die Anklage richtete sich gegen den Architekten Max Giller, dessen Ehefrau und den Kaufmann August Giller. Der erste Angeklagte ist in Baukreisen eine sehr bekannte Per- sönlichkeit. Er gründete die Firma E. u. M. Giller mit einem geringen Kapital, führte aber einen Bau auf, der 259 999 M. kostete. Die Transaktion endete auf Zwangsversteigerung und einem Ver- luste von vielen Tausenden. Giller gründete dann noch hinterein- ander eine Reihe von Baufirmen und beschäftigte sich auch viel mit Sanierungen und Taxen. Um sich Geld zu verschaffen, kaufte er gegen Wechsel Automobile, Möbel, Pianos oder Juwelen und ver- pfändete sie wieder. Er soll dabei die Gewohnheit gehabt haben, sich als„Baumeister" vorzustellen. So wurde ihm u. a. zur Last gelogt, im Dezember 1999 mit einem Dürkoppautomobil bei dem Kaufmann Hesse vorgefahren zu sein und unter falschen Vorspiege- lungen von diesem größere Tarlehen erhalten zu haben. August Giller soll sich hierbei der Beihilfe schuldig gemacht haben. Der Gärtnereibesitzer Renner besaß ein Grundstück in Maricndorf und verkaufte es an Max Gill« für 39 699 M. Giller zahlte 4999 M. in Wechseln an und August Giller versicherte, �datz Max G. 49 999 M. in Kuxen zur Verfügung habe. Als' Sicherheit ver- pfändete letzterer seine Wohnungseinrichtung unter der falschen Versicherung, daß sie sein Eigentum sei. Renner soll um 6599 M. geschädigt sein.— Der Ingenieur Sauer verkaufte dem Max Giller einen„Falkenwagen" für 6999 M. unter Eigentumsvorbehalt: bis zur Zahlung sollte das Automobil in der Garage bleiben. Der Erstangeklagt« hat den Wagen verkauft. Die als Anzahlung ge- geben«» Wechsel find zum großen Teil nicht eingelöst worden. In ähnlicher Weise sollen in anderen Fällen falsche Vorspiegelungen gemacht und vertrauensselige Personen geschädigt worden sein und der Ehefrau wurde Begünstigung in einem Fall vorgeworfen.— Staatsanwalt Dr. Linde beantragte nach den Ergebnissen der Be- Weisaufnahme gegen Max Gill« 2 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust, gegen die Eheftau 1 Monat und gegen August Giller 3 Monate Gefängnis.— Das Gericht sprach in einigen Anklage- fällen frei und verurteilte Max Giller zu 1 Jahr 3 Monaten Ge- fängnis unter Anrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft, August Giller zu 1 Monat Gefängnis.— Die Ehefrau G. wurde ganz freigesprochen._ Eine ländliche Meiueidsfabrik. Unmittelbar au� hannoverschen Eichsfclde, im Kreise Osterode, liegt der etwa 299 Seelen zählende Ort Lütgenhausen, in dem sich fast durchweg Bauerngehöfte befinden. Hierzu gehört auch der Dieterichsche Hof mit etwa 69 Morgen Land, dessen Bewirtschaftung von vier unverheirateten Geschwistern bis zum Jahre 1912 vor- genommen werden konnte. Dann kamen alle vier wegen Meineids resp. Verleitung zum Meineid ins Zuchthaus. Als im Jahre 1911 das Dienstmädchen Emma Poesch den 29 jährigen unehelichen Sohn der Karoline Ticterich wegen Alimente in Anspruch nehmen wollte, bemühten sich alle vier Geschwister Personen ausfindig zu machen, die der Wahrheit zu- wider eidlich bekunden sollten, daß sie ebenfalls in der kritischen Periode mit der unehelichen Mutter in geschlechtlichen Verkehr ge- standen hätten. Ihre Bemühungen, durch ein fetteS Schwein und Geld einen Arbeiter zu der Schurkerei zu bewegen, schlugen fehl. Von Erfolg waren sie bei einem von der Schutztruppe in Südwestafrika als Invalide entlassenen Man». Wegen des ersten Falls wurden Hermine Dieterich zu einem Jahre, ihr Bruder August zu einem Jahre und 3 Monaten Zuchthaus im Februar 1912 verurteilt. Der zweite Fall zeitigte eine Meineidsanklage gegen alle 4 Geschwister. Karoline und Heinrich Die- tcrich erhielten je 4 Jahre Zuchthaus, August eine Zusatzstrafe von 2 Jahren Zuchthaus. Her m ine Diete- rich wurde wegen Zurechnungsunfähigkeit freigesprochen: sie war im Zuchthaus geisteskrank geworden und ist jetzt in der Irren- anstalt Nietleben untergebracht. Leider gelingt es selten, solche gemeinen zu Ungunsten eines armen Mädchens getroffenen Abrede« aufzudecke«. frauen-Lefc&bende. Lanktviü. Der Frauen-Leseabcnd findet am Montag, den 39. Junt, im Lokal von Schulz, Mühlenslr. 21, statt. Weissensec. Montag, den 39. Juni, abends 8'/, Uhr. bei Pcukert, Berliner Allee 251: Fraucn-Lescabend. Genossin W o l d 1» Karlshorst spricht über:Die Heimarbeit im sächsischen Erz« g e b i r g e. Der Vorstand. Zentral-Kranken- nnd BegräbniSkaffc für Frauen und Mädchen in Deutschland(E. H. 26), Ostenbach a. M. Verwaltungsstelle Berlin l. Meawg, den 30. Juni, abends 81/, Uhr: Hauptversammlung im Gewcrl- schastsbaus, Saal 3, Erigeiuser 15. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. E. H. 29, Hamburg.(Filiale Berlin 8.) Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag 19 Uhr bei Voigt, Badstr. 58, im kleinen Saal: Bericht von der Generaloersammlung._ Marktpreise von Verlin am»7. Juni nach Ermittelungen des königl Polizeipräfidiums. 199 Kilogramm Weizen, gute Sorte 29,96 bis 29,19, mittel 19,98—29,92, geringe 19.99—19,91. Roggen, gute Sorte 16,39, mittel 99,99-99,99, germge 99,99—99,99(ab Bahn). Futter. gerste, gute Sorte 16,19—16,59, mittel 15,70— 16,00, geringe 15,30—15,60. S' aser, gute Sorte 17,39-18,59, mittel 16.29—17,29. Mais(mixed), gute orte 15,59-16,99. Mais i runder), gute Sorte 15,89—16,99. Richtstroh 4,20—4,80. Heu, all 6,60—7,40, neu 6,00—7,40. Markthallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 39,99— 50,00. Speisebobnen, weiße 35,00—60.09. Linien 35,00— 60,00. Kartoffeln(Kleinhdl.). alte 7.99—19,99, neue 99,99—99.99. 1 Kilogramm Rindsteisch, von der Keule 1,79—2,49. Rindfleisch, Bauchsteisch 1,30— 1,80. Schweinefleisch 1,40—2,00. Kalbfleisch 1.49—2,49. Hammelfleisch 1,59—2.49. Butter 2,29—3,99. 69 Stück Eier 3,99—5.49. 1 Kilogramm Karpien 1,40—2,80. Aale 1,60—3,20. Zander 1,40—3,60. Hechte 1,40—2,80, Barsche 1,00—2,40. Schleie 1,40—3,50. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebs« 1,69-60,00._ Witterungsübersicht vom 28. Juni 1913, ftattonm £■2 »— Swinemde. 761 Hamburg Berlin Franks. a.M München Wien i? WNW 764 WNW 763W 768(91 7699153 761 WNW Betta tos tiS« -4» is* mS> 4wolkig 4bedeckl 4 wollig 1(wollig 4 bedeckt 3bedeckt Etattonen 2 S l2 2| B- SS (Betta Haparanda 7 CO? Petersburg 758, SW Scilly 774 NNW Aberdeen j766(SsW Paris 7?2�NNW «Ü C* ti 4wollenl 15 1 bedeckt 18 1 balb bd 14 1 bedeckt' 12 2wollenl 15 ! 1 Wetterprognose für Sonntag, den 29. Juni 1913. Vielfach heiter, am Tage etwas wärmer bei mäßiger» südwestachc« Winden: keine oder unerhebliche Niederschläge._ Von der Reise zurück. Dr. B a d t Neue«önigstr. 32. Spezial-jlrzt Dr. med. Wockenfuss Haut-, Harn-, Frauenleiden. EhriicH- Hata-Kuren, Blutuntersuchung. Schnelle, grüadl„schmerzl.Behdlg. Friedrichstr. 125(dTKiör) Nahe Friedrichstr. n. Stett Bahnh. Sprechst. 10-1 u. 5-8. Sonnt. 9-11. Königsbank- Feslsäle 117 6r, Frankfurter Str. 117 Grosser Festsaal an SvUN- dbCItbClt vom Juli 1913 bis März 1914 unter Kulanz zu ver- geben.* Amt Königstadt 1374. Herkowskis MmGarten Jnh. Brinkmann. Andreasstr. 26 Fernspr. 12 948 Königst. empfiehlt den geehrten Vereinen u. Gewcrkschasten Saal m. Neben. räumen für Versammlungen und Festlichkeiten.* Zum neuen Schultheiß SecHtr. 40, Ecke Genter Str. Speisen zu jeder Tageszeit.* Vepelnszimmep zu pepceb. ♦♦ * QB. v. M. an Peterslmgen sHimiiiHfiüimmigimimiHiiimu 5 ca. 7 Min. r. Babnh. Fredersdorf, S ■ Kostenfreie Auskunft b. u. Yer- J ■ treter Puhle i. u. Verkaufs-» ■ pavillon a. Bahnh. Fredersdorf. J Nieschalke& NKsche J p Berlin, Nene KOnlgstr. 16 � Fspr.-Amt; Königst. 6376. JfF V Pfov. Brandenburg. In freundl. Kleinstadt geleg. i. 49 I. i. derselben Familie befindl. Gasthof inkl. kompl. Jnvcnt., 2 Gastz.. schön. Saal m. Bühne, 8 Fremdcirz.. Stamm- lokal d. Gewerkschaft u. Vereine. Ford. M. 99999. Anzahl. M. 29999. Bier ca. 120 hl., Branntw.ca.30001.tr., Nebenmiete f. Wohnhaus H. 1500 p.». Schöner Restaurationsgart., Stallg.:c. Näheres d. ZZelreudePS ckv Öo., Hannover. 205/20 zzzzaaaaaag + Magerkeit+ schwindet durch Haufe's Nährpulver„Thilossia". Preisgekrönt Berlin 1904. In 6Wochen 24 Pfund äratl. kontrollierte Zunahme. Gar. unschädl. Viele Anerk. Karton 2 M., bei Postversand Porto und Nachnahraespeson oxtra. H. Haufe, Berlin- Waidmannslust 801. Depots in folgenden Apotheken: Lothringerstr. 50, Elefanten-Apotheke, Leipzigerstr. 74, Weißen- burgerstr. 53, Potsdamerstr. 29, Turmstr. 28, Köpenickerstr. 119. Bernburgerstrallo 3, Frankfurter Ällee74, Rosenthalerstr. 61, Rei- nickendorferstr. 1. Charlotlenburg Bismarckstr. 81. Spandau; Potsdamer Str. 40._ Baer Ecke JPn'nz.-Allee Herren- und Knaben- f Moden, Berufskleidung. , Eleg. Paletots. GroBes Istoftlager zur Anfertigung nach MaS. Aller- billigste streng feste Preise. t Gneisen aostraße iO,; 2 8. tirsn, billigste u. beste k Bezugsquelle für•" JWSbeliederalrt' r Kassa und Teilzahlung.* BOO Mark 104/4* Anzahl, an verk. Parz. von 2999 M. an. 19 Ps.-Tour elellr. Bahn. Linie 164. Hohenschönhausen, Hauptstr. 17, Hs. pt. westlicher Borort, drreft am Bah». hos, besonders günst. Bedingungen. an„BorwSrts"leser schon mll 'X®' MÄr;« pm sM-li, ioüp"ä,. i* öilligc fntiöpatiEllcn, Geflentliehe politische Versammlungen. An die arbeitende Bevölkerung Neuköllns! Am Mittwoch, den 2. Juli, abends 8'/, Uhr. in der„Neuen Welt", Hasenheide 1V8— 14: Gr. Sffkntlilijk VolKsvtchmmlvng. Tagesordnung:„Was nun in Preußen?" Referent: Reichs- u. Landtagsabgcordneter Gen> Dr. Ksrl Liebknecht. Diskussion. 237/12 Die Parteigenossen und-Genossinnen werden dringend ersucht, vollzählig in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer: Hermann Radtke. Neukölln, Neckarstr. 3. Achtönt! Anarchisten! Acht'ing Reinickendorf» West. s: Oeffkntlllht itolksunfammliing � am Dienstag, den 1. Juli 1913. abends 8ll, Uhr, im Lokal von J, Wohifarth, Eichbornstr. 18, Ecke Auguste. Viktoria. Allee. Tagesordnung: i Mas wolltll die AuArchisten? G«». vXSa cahn. 2. Jreie Aussprache. Zahlreiches Erscheinen erwartet I3K0b Der Etnberufer. H. Schmidt. Reinickendorf, Auguste-Viktona-Allee 21. n nr Verwaltung Berlin. Km Mittnioch. den 2. Juli 1913. finden die Bezirks- und Branchen- Vertrauens- männer- Versammlungen statt. Die Bersammlungslolale werden am Dienstag bekanntgegeben. KezirK OestUche Uororte. Montag, de« 39. Juni, abends S'/, Uhr, in der Riebeck-Branerei, Frankfurter Allee 53: - Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht von der General-Versammlung. 2. Derbandsangclegenheitev. st. verschiedenes.___ Schirmllnherinnen. Montag, den 39. Juni, abends 8 Uhr, bei HSr-nlt, An der Stralaucr Brücke S: Srancden-Versammlung. KenrK Ober-Schöneweide. Dienstag, den I.Juli. abendS 8'/, Uhr, bei Warncch«, Wilhelminenhofstrafte 18: Mtgliecker- Versammlung. TageSordnun g: 1. Bericht don der Seneral-Bersammlung. 2. Derbandsangelegenheiten S. verschiedenes. xs/7 Die Ortsverwaltung. lerbauil der Zebueider. rillalQ Serlln. Sebastlanstr. 37/33. Qu. III. Telephon Amt Morltzplatz S737. Achtnng! �nselinelder. icdtung! Am Montag, den 39. Juni, abends K Uhr, bei Schulz, KönigSgrabcn 2: Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: Bericht über die weiteren Verhandlungen mit de« Arbeitgebern und Beschlussfassung über dieselben. Migliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe oder mit mehr als acht resticrenden Wochenbeiträgcn lein Zutritt. Die Kommission. icdt°°s! Herrcn-Knnfehtion. Achtung! Montag, den 30. Juni, abends 8'/, Uhr, in:»Elysium--, Landsberger Allee 40/41: 1S4/S ®(f. Knnftktilinsslhntihn-Nersummlmig Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Kunze. 2. Branchen- angelcgenheitcn. 3. Verschiedenes. Vollzähliges und Pünktliches Erscheinen erwartet Die Kommission. ljef tlHUlt Am 1. und 2. Juli ist das Verbandsburrau wegen Umzug geschloffen. Die an diesen Tagen fälligen Kraukenunterstützungen gelangen am 30. Juni zur Auszahlung. Vom 3. Juli ab befindet sich dasselbe Engelufer 14, vorn parterre. Geöffnet vorm. 0—1, nachm. 4—7, Freitags bis 8 Uhr Die Bibliothek des BerbandeS ist ebenfalls biS auf weiteres geschloffen. Roch ausstehende Bücher bitten wir unverzüglich abzuliefern. Zu gleicher Zeit machen wir aus das am Tonnabend, den 19. Juli, im„Elysium", Landsberger Allee 41, stattfindende Sommerfest»-s Verbandes auinierlsam. Billetts a 29 Pj. sind im Bureau, bei den Vertrauensleuten und Hauskasjierern zu haben. Auch Eintrittskarten zu den kinematographischeu und anderen vortrügen in der Dreptow-Ttcrnwarte sind im Bureau zum Preise von 49 Ps. stetS vorrätig. 189/9 Die Ortarerwaltanf. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden beim Begräbnis meines lieben Mannes, unseres treusorgenden Vaters, sagen wir allen Freunden und Bekannten, besonders auch für die uns zugegangenen Kondolenzen, unseren herzlichsten Dank. 8öA Frau Vitzenhausen nebst Kindern. Boxhagencr Chaussee Nr. 7. Br.LiminoI für Spezial-Arzt Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41,„t» 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS, unseres Vaters und BruderS, des Schankwirts 86A ttermanli Lonraät sagen wir allen Bekannten, sowie dem Wahlvcrcin für den vierten Reichstagswahlkreis deS Stralauer Viertels, Bezirk 326, dem Transport- arbeitcrvcrband und dem Spar- verein.Frohe Hoffnung' unseren hcrzilchsten Dank. Minna Eonradt nebst Tohn. Georg Eonradt. Danksagung. I Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Mannes und VaterS sagen wir allen Verwandten und Bekannten, den Genossen des 160. Bezirks, den Kol- legen der Firma A. Werlheim und Karl Pjlugbcii u. Co., dem Transport- arbeilcrvcrband, den Sängern und dem Pslanzervercin„Morgenrot" unseren herzlichsten Dank. 66a Mathilde Frischke kÄ. Wasserbaustellen, berrl am königl. Forst, Straße, Gas, ORiile 65 M. ab 190/11'; Hcssenwinkel am DämcriNsec. Vorortstalion Vlilbelmshszon».Erkner. Verband der Sattler und Portefeuiller. Fertig am Lager: GeM-llczige��SBM.| «40" iCutawayu.Weste���ü' 'MO. 36,0 18, 15, 0 12, 10, 0 Ortsvcnvaltans Berlin. Mittwoch, den 2. Juli, abends L'/-/, Uhr, von der Leichen- balle des Gnaden-Kirchhoses in der BarsuSstratze aus statt. Ehre ihrem Slndenken t Rege Beteiligung wird erivartet. 120/10 Die Örtsverwaltung. Räch langen schweren Leiden verschied mein inniggeliebter Mann und Vater 1347b Wilhelm öucrow im 52. Lebensjahre. Frau Augusle Sacrow u. Kinder. Die Beerdigung findet Montag, den 30. d. M., nachm. 4'/, Uhr, vo» der Leichenhalle des städlischen Friedhoses, Müller«, Ecke See- strasje, aus statt. Allen Bekannten, Genosfinnenl und Genossen die traurige Nach- 1 richt, dag meine liebe Frau,| unsere herzensgute Mutter Rick geb. Dietrich sanft ciitschlascu ist. Um stilles Beileid bitten Oie trauernden Hinterbliebenen Tie Beerdigung findet aml Dienstagnachmitlag 2'/, Uhr von I der Leichenhalle des Neuköllner j Friedhofs, Mariendorser Weg, aus! statt. 1424 j Stadtische Sparkasse. Am 1. Juli ISIS tvird eine neue Sparkasse der Stadt Berlin unter der Bezeichnung Sparkasse l. Gräfestr. 8S/t<8 eröffnet werde». J Die Zahl unserer Sparkassen erhöht sich daniit auf neun. Jede Sparkasse soll hauptsächlich den Sparern eines bestimmten Stadtteils dienen und soll folgende Begrenzung erhalten: Bezeichnung der TParrafie» Kasse«. Linkstrafte 7/8 (blaue Bücher) Kasse C. 31m ZlrminiuSPlaft(Markthalle) (graue Bücher) Kasse Id. PStNerstrafte 34(Markthalle) (grüne Bücher) Kasse«. TreSetowstrafte II(Markthalle) (schwarz-rotgestreiite Bücher) Kasse SchSuwalder Str. 19 (schwarz-blaugestreistc ücher) Kasse«. Zlilsster Str. 4/S(Gemeinde- schulgrundstück) (schwarz- graugestreiste Bücher) Kasse». Am Xempelhofer Nfer la (schwarz-grüngestrciste Bücher) Kasse J. Gräfeftrafte 85/88 (rot-blaugestreiste Bücher) für den Stadtteil «est Rord-West Süd-Ost NordüOst Nord Ost Tüd Süd tm Norden Charlottenburger Chaussee vom Bahnhof Tiergarten bis zum großen Stern, Sprecweg, Spree, Stadt- bahn von der Spree bis zur Fricdrichstraße Spandaucr SchiffahrtS- kanal und Weichbild- grenze Bahn und elchdildgrcnze Weichbildgrenze Weichbild grenze Straße am Friedrichs- Hain und Kniprodestraße Anhalter Bahnhos, Piltt- kamer-, Bessel«, Simeon. und Wassertorstraße bis zum Luisenstädtisch, Kanal Reichenberger Straße Grenzen des Kassenbezirks im Osten f im Süden f i« Westen Friedrichstraße, Butt- kamerstratze, Anhalter Bahnhos u, Bahngelände der Anhalter Bahn Spandauer Schissahrts- kanal bis zum Nordhasen Weichbildgrenze Kniprodestraße u, Straße am Friedrichshain Brunnenslraße u. Bahn- körper der Stettiner und Nordbahn Weichbildgrenze Luisenstädttscher Kanal, Urbanhasen und Fontanepromenade Weichbildgrenze Charlottenburger Chaussee �preeweg und die Spree bis zu,» Humboldthafen Reichenberger Straße Frieden- und Lothringer Straße Jnvalidenstraße Schlefische Bahn Weichbildgrenze Weichbildgrenze Weichbildgrenze Luisenstädttscher Kanal Brunnenstraße und Bahn- körper der Stettin«: und Nord bahn Spandauer Schissahrts- kanal und Weichbildgrenze Andreas-, Große Frank» surter, Weber-, Gollnow- und Neue Königstraß« Weichbildgrenze und Gelände d, Anhalter Bahn Kanal von Luiscnbrücke bis Urbanbasen, Platz a, Urban und Fontanepromena�e Kasse A.(Zentrale) Am Mühlendamm I (schwarze Bücher u, rote Büch«) Jedem Einleger steht traft dieser Einteilung frei, bei der An- legnng eines Sparbuchs nach Belieben unter allen nnseren Spar- lassen zu wählen? unzulässig ist ab« die Anlegung mehrerer Bücher, etwa bei verschiedenen Kassen, aus den Namen einer Person, Jede der 9 Sparkassen nimmt nur auf die ihrer eigenen Zuständigkeit unterliegenden Bücher Einzahlungen entgegen und leistet auch nur aus solch« Bücher Aus- Zahlungen, also Kasse A nur ans schwarze und rote Sparbücher Kasse» nur auf blaue Sparbücher. Kasse 4) nur ans graue Sparbücher. Kasse I» nur auf grüne Sparbücher. Kasse 13 nur aus schwarz-rotgestreiste Sparbücher. Rasse nur auf schwarz-blaugestreifte Sparbücher. Kasse« nur aus schwarz.graugestreifte Sparbücher. Kasse H nur auf schwarz-grüngestreiste Sparbücher, Kasse J nur aus rot-blaugestreifte Sparbücher. bleibt für da? Zentnim und die vorstehend nicht bezeichneten Stadtteile zuständig Einzahlungen werden außerdem auch bei jeder beliebigen der vielen über die ganze Stadt verbreiteten Annahmestellen entgegengenommen. Die Benutzung dieser Annahmestellen möglichst in allen EinzahlungSsällcn liegt (zwecks schneller« Abfertigung der abhebenden Sparer bei den Kassen selbst) im eigenen Interesse aller Sparer, Uebertragungcn von Sparguthaben zwischen den verschiedenen Sparkassen unserer Stadt erfolgen auf Antrag der Sparer jeder- zeit ohne Unterbrechung der Verzinsung. Die Ucberlragung ist bei der sür das vorhandene Sparbuch zuständigen Kasse od« bei derjenigen Kasse, welche die lünstige Absertigung übernehmen soll, unter Vorlegung des Sparbuches zu beantragen, Die neue Kasse J wird(De die Spar« werktäglich von 9 bt» 2 Uhr geössnet sein. B e r l i n, den 2l. Juni 1913, Kuratorium der städtischen Sparkasse. Die neue QUAUTÄTS- GEORG A.JASMAT2» A.G.DRESDEN GOöSSTE DEUTSCHE CIGADETT EN FABRIK Belm Vorzeigen Ulsses Inserates 4 pC!. Rsbatt. Beim riiiof DpKP MM Damm(||i|||j K6»« Mint er-JHodelte pix jilosczyiz, IlMtlMM«»,!!, Achten Sie in In rem eigenen Interesse auf die Hausnummer. eine Treppe, am Alexanderplatz. Elnrel-Verkeul nur In der I. Etage. T0C Export �Venlia� West 5» NeatneUenea« Mgelflntfe D-Botfir.fö ab Lehrter Bahnhof in 80 Minuten. Direkt am Bahnhof Seegefeld, ab Charlottenburg (Bahnhof Jung- in'Änuleo. WK�Ü.d M. 25.- L-dbeuslellen. IZW- Jagdgelcgenhelt i. d. N&be, event. auch Jagdmitbcnntsiuig. Kleine Aniahluag.— Langjährige Amortieat,- Hypothek. Jlluslr. Prospekt gratis.—(Amt Köoigstadt 6376). Niesehaik«& Nitsche �V�«aN.?r4� Fertige SOillMlläBSto von 300,500.70011. aufwärts. Eigenheime bereits ÖOtlO M. an. Auskunft auf d. Tcrr.: Hansastr. Billigste und scböuste Kolonie westlich Berlins. Hochwald«, Villen- Oe schlagen jede Konkurrenz! 100,000 Im Oebranch! Aol A reo na- Hü dem wurde rewono.n: Weümelstertchatt 1912. die Meiitertoheft«an Berlin)SIZ. Beim 2 Dresdner 6- Tage- Rennen 2.. 3, 5. Preis, beim S. Berlin»« 6-Tage Rennen 2., 4, 5., 8. Preis und viel, andere 1. 2. n. 3 Preise. Die bedeutendsten Hennfahrar d. Welt tahren die Harke firtona- dos beste»ad. weil absolut erstklassig, leiefatlaafend, unrer- wdstlicti im Qabraacb. Neue Snezial-Fahrrldsrl(eri.m.Pntain.29,32,35». Neue Oemen-FAhrrlder 38, 46, 60 M. Arconi-Fehrrlder, 15 Jihr. Ger, 33, 65, 75, 85 M. eebraacbtn rahrrider. kolÄ tZ-?1' 15.-, 20.-, SB.-, SO— H. Oapäols- Dr.t- rddar, neue u, gebrauchte, in groß. Anawahl Ca. 25,000 Lanfdeekou, der grSsste Qelepenhaitekaut, der je existiert, Stück 1.—, 1.50, 2.50. Diese Laufdecken stammen aus ersten Fabriken und kosten sonst das Doppelt« bis Dteilache. Schallplatten billiger! Onglnal-Brimmophcn-Platten(grün) statt 3A0 nur 2 30 Origlml-Zonophon-Pletlen(gelb). statt 2.20 nur l.SOl (Kolossale AuSwabt und nur das Neueste.) DriginAi-PRtde-PIktten, 29 cm groß, statt 3 M. nue 2.30 Drigmel-Hempkprd-Pletten... stau 260 M. nur 1.73 30-cm Plitien 85 Ps. Soeben noch etngeirnffen: 45.«» A cm Pleiten, sonstiger Preis eilE2-3 4», 75, 88 Ps. «atatone«der Fahrritber, Sprechmaichtnen. Schall- Plauen utw. nach auswärt« gratis und f r a n l o. ftnii Hacftnow, WßiDBieirt?nti.M. GrSOtss Fahrradhans Barlins. lahrasiiDsati über 28,000 Fakrrldtr. —— Sonctega jreöffnet von B— 10 Uhr.— I Vlerwaldsstättersee Ferienhotel„Zum Freienhof*', Stansstad(Schweiz). Durch Neubau verschönert und v«größert. Angenehmste Sommersrssch«. .. �—-- miv.»«entral- ■ß.* Troß« Garten. Schattige Punkt für große und kleine Spaziergänge. ine Ausflüge. Bäder, elektr. Licht. Pensionspreis S— S FrK Schmeitzners Kährsalz-Kaffoo KMOBION. Kein Bohnenkaffee, sondern infolge des richtigen Nährsalzgehaltes das gesündeste und billigste Kaffee-Ersfttzgetrank. Der Kaffee des deutschen Arbeiters! Schmeckt wie Bohnenkaffee! 45 Pf. das Pfand. ---------------- Ueberall käuflich! 1 Garantiert unschädlich. Schont und erhält die Wäsche, da kein Reiben und Bürsten das seibsllätige \A/ aschm i t f e I Ueberall erhältlich, niemals lose, nur in Original-Paketen. Keine Seife und sonstige Wasch- zutaten erforderlich. Diese beeinträchtigen nur die Wirkung und verteuern unnütz den Gebrauch. Der grosse Erfolg! HENKEL& Co, DÜSSELDOR fUUinig. Fabnkatitcn euch der«llbcli»W» Henkel's Bleich-Soda. Nr. 162. 80. Jahrgang. 4. KtilW des„ÖBtniartä" KMer MksM Sonntag, 29. Juni 1913. Lriekkalten cker l�eclaktion. Gernsdorf. IVO. Sofern kewe besondere Dcrewbarung getroffen ist, mug die Kündigung spätestens am 3. Juli und sosern der MietzinS nach Monaten bemessen ist, zum Schlüsse des vorausgehenden ZkalendermonatS im Besitz des Mieters sein. Ist der Mietzins nach längerem Zeitabschnitt bemessen, so ist die Kündigung zum Abiaus eineS Quartals zulässig und mutz bis spätestens zum dritten Tage deS Quartals im Besitz des anderen Teils sein.— Geld k Geld! Sparen Sie, wenn Sie im Leihbaus.Rojcnthalcr Tor', Linicnstratzc 203/4, Ecke Roscntbaler- stratze taufen. Anzüge 9,—, Ulster, Paletot» 5,—, Silberuhren 3,—, goldene Damenuhren 8,—, Goldwaren, Betten, Wäsche, Gardinen, Frei- fchwwger, Fahrräder. Alles enorm billig. Sonntags geöffnet. StZ7K' (Grundbegriffe der Polittl, von Friedrich Stampfer. Gebunden 3 M. Buchiiandlung Vorwärts, Linden- stratze KS(Laden). Bette» stand 9,—. Brunnen- stratze 70, im Keller. 120051» Monatsanzüge und Sommer- Paletot» von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gebrockanzüge von 12.00, Fracks von 2,50, sowie sür korpulente Figuren. Neue Garderobe zu stauneud billigen Preisen, aus Pjandleiben ver- sallene Sachen kaust man am billigsten bei Nag, Mulackstratze 14. Kinderwagen 1,—. Klappwagen l Riejcuauswahl! spottbillig. Meisels Nachs., Warschauer- stratze dO._____ 679fl* <£» lohnt nur bei Max Beitz, 88, Grotze Frankjurtcrstratze 88, alt- bekannte Firma, zu kaufen. Man wird reell und billig bedient. Wenig getragene, teilweise auf Seide, von Raoalieien nur kurze Zeit getragene Jackcttanzüge, Rockanzüge. Gehrockanzüge, Frackanzüge, Smokinganzüge, Paletots, Ulster, Hosen, einzelne Fracks und Smokings werden zu billigsten Preisen verlaust. Die elegantesten Sachen sind auch leihweise sehr billig zu haben. 88, Grotze Franksurterstratze 88. Bitte im eigenen Interesse aus die Firma zu achten, 2 grotze Fenster. 109/2* Teppiche. Vorwärtsleser erhallen 20 Prozent. Grotze Partien Teppiche mit kleinen Wcbesehlern, jetzt Gröge zirka 200: 300 13,50, 250: 350 22,50, 300: 400 28,50. Gardinen, Portieren, Tischdecken, Sosadecken, Felle, Läufcrftoffe spottbillig. Therese Lesevre, Tcppich- SpezialHaus mit Fabrikation, Poisdamerstratze 100b (kein Laden). Hausuuinmer beachten. Monatsgarderobe, staunend billig Kleiinnann, Rojenthalerstratze 59, lein Laden. 10g/10» KfapPsportwagen,Kinderbcli|tclle zurückgesetzte. Polsdamcrstratze 01. Eisenbrause, alkoholfrei, blutbildend, nervenstärkend, 30 Flaschen 2L5 liefert Schönicke, Heimftrage 0, Moritzplatz 9874. 83/3» Laubenbefiner, Brunnen 0 Mark an, Gartenspritzen, Gummtschlauch, Gasrohr. Bausch, Bergsttatze 3V, Neukölln.__ 196» Waschkleider, Waschkoslüme, Blusen, Röcke, Leinenröcke,«taubmäntcl, PalelolS, Alpakamäntel, Kostüme dirett aus Arbettsswben, spottbillig, Blücherstratze 13, I. Etage. Sonn- tagS geöffnet. 774K» „Klappwageii«, Kinderwagen Teilzahlung 0,50 wöchentlich. Messels, Andreasslratze 4. 747K» Pfandleihhaus, Wilmersdorf, Augustastratze 00. Spottbilliger Velten- verlaus, Wäschevcrkaus, Gardinenverkauj, Teppichverkaus, Herren- garderobc, Goldsachen. Sonntags geöffnet. 015K» Lieferwagen und alle Sorten Räder, Palisadenstratze 101. 138vb Klappsportwagen, nagelneu, billig. Mitzschkc, Exerziersttatze 21b, II. LiltauerS Nähmaschine, geringste Teilzahlung. Gebrauchte spottbillig. Skalitzerslratze 99, Warschauer. stratze 05. 110/9b» vesedüktsverliSufe. Geliiüsegeschaft zu verkausen Prinzenstrape auch aus Teil- zahlung. Nachweis von Kunden wird gut honoriert. Offerten Post- amt 90„Postlagcriarte 44»___ Getegenheits-Kanf in kompletten Schlaszimmereinrichtungen, eleganten Speisezimmern, vornehmen Herren- zimmern, gediegenen Wohnzimmern, aparten Salons, Leder-Sosas, Klub- FautcuilS, Balkon- und Dtelen-Möbcl kann jeder machen, der sich an unten- stehende Adresse wendet. Verkauf gegen bar, aus Wunsch auch aus Teil- zahlung mit kleiner Anzahlung und ans Jahre verteilte» Monatsraten. Strengste Diskretion, prima Qualität, langjährige Garantie, grotze Aus- wähl. Bcjichttgung Brunnensttatze 1, Eingang WeinbergSweg, am Rosen- thaler Platz, 1. Etage. 742K» Nnsibaumwirtschaft, bttdschöne Stube, herrliche Kücheneinrichtung, sür jeden annehmba---», Preis ver- käuflich. Händler oerdeten. Bauer, Grotze Frantjurtersttatze 85, eüie Treppe. 108/17» Metallbetten, zwei, modern, Kinderbett spottbillig verkäuflich Zossen erstratze 10, Hutgeschäst. 100)4* Wer Möbel reell und dabei billig kaufen will Mein Spezialgeschäft sür Ein- und Zweizinuner-Einrich- tungen bietet Ihnen Vorteile. Geschmackvolle Mustcrwohnunge», auch gute gebrauchte sowie zurückgesetzte Möbel, Bequeme Zahlwcise geftaticr. KassaprciS ZinSvergüiung, kleine An» zahlung. Bekannte Rüchsichtnahme bei Krankheit, Aussperrung usw. Tischlermeister Sabbert, Acker. siratze 54. 245/90* Möbel aus Bequeme An- und AB- SattUutg. Großes Lager jeder Art. Möbel-Lechner: I. Geschäst: Brunnen- straße 7, 2. Geschäft: Müllerstraße l-s. Tonutags 8—10 geöffnet. 850$ Moderne Slrbcitcrinobel in zeil- �eniäßcr Aussührung, in Eiche falle Farben! und Nußbaum, unerreichte Auswahl, zu den allcrbilligsten Preisen, in solider Arbeit, direkt vom Tischler- meister Julius Apelt, Adalbertstraße 6. am Kottbusertor. allftsf Zentrale sür Arbeilermöbel liefert Rejormeinrichtungen in gediegener Arbeit an Reelldenkende auch aus Teilzahlung und bittet Parteimitglie- der um Besuch der großen Läger. Niedrige Anzahlung. Zinsvergütung. Gelegenheitskäuse in�gebrauchten Mö- belu. Verkaufsstelle Schatz, Brunnen- slraße ISO, Eingang Anklanierslraße. Kaufe« Sie direkt bcmr Tischler- meister. Komplette Wobnungs-Ein- richtunge» in allen Preislagen. Be- sichtigen Sie meine Ausstellung. Harnack, Stallschreiberstr. 57(Moritz- platz). Verlaus nur im Fabrikgebäude. Zahlungserleichterung.* Plüschsofas von 40,00 an. Chaiselongues von 18,00 an, englische Bett- stellen 25,00, Kleiderschränke, Tru- meaus, große Auswahl. Eigene Werk- statt, kein Laden. Tapezierer Walter, Stargarderstraße 18. 7 OOS;' Gebrauchte Möbel, als wie Bett- stellen, Mattatzen, Tische. Trumeaus, Kiciderspinden, Vertikos, Sosa- Umbauten, Sosas, Garnituren, Küchen-Möbel, eiserne Bettstellen usw. find zu billigsten Preisen gegen bar oder auch zu kulanten Zahlungs- Bedingungen in diskreter Weise sosort zu verkaufen. Besichtigung täglich von 8 Uhr ab Brunncnstraße 1, Eingang Weinbergsweg, 1. Etage. 74tK' Ardeiter-Wohnun gseinrichtungcn jeder Preislage in großer Auswahl. Füns Etagen. Einlach, gediegen und. konkurrenzlos billig. Stube und keuche 195,00 an. Bequeme Teil- Zahlung nach Belieben des KäuserS gern gestattet. Trotzdem streng reelle Kassapreise und Zinsvergütung. Kein Abzablungsgcschäsl. Keine Kassierer. Empfehlenswert ist srüh- zeitige Bestellung. Anzahlung ist bei Geschäftsabschluß nicht ersorderlich, fondern erst bei Lieferung. Tischler- meister Rcjewske, Badsttaße 66, zwei Minuten vom Bahnhos Gelund- brunnen. 110/12 Kamcrlings Möbclspeichcr. Fehr- bcllincrstraße 17, 13, 21a, Verkauf um die Ecke, Kastanien-Allee 56, enorme Auswahl, Gelegcnheitskäuje, Spottpreise. Name, Hausnummer be- achten. 1404b' Brantpaare! Hotelbesitzer I Außer- gewöhnlich billig wegen Filialauflösung Trumeaus, Bettstellen, Kommoden 18.—, Plüschgarnituren, Plüschsofa 35.—, Kleiderschränke 24.—, Speise- zimmer 225.—, Schlafzimmer 300.—. Andreasstraßc 30, Dwinatzki, gerade- über Marlihalle.__ 849$* 51 Speisezimmer! nur moderne, �aedjegene Formen, in allen Größe», verlaust ganz enorm billig Möbes- sabrik M. Hirschowitz, Skalitzcrstraße 25, K Hochbahn. Kottbusertor.__ 770$ Möbel, Polslcrwaren wegen Raummangel ganz billig Neukölln. Münchencrstraße 2, Reiter._ 496 Oteues rotes Plüschsosa, Fahrrad verkaust billig Sttausbergcrstraße 48, II links._______________ 109/20 Spiegelspind, Plüschsosa, Bettstellen, Matratzen. Kleideripind billig. R enner, Wrangelstraße 125._ flö Möbel- Gelegenheitskaushaus Brückenstraße 6. Große Auswahl neuer gediegener Möbel zu Spott- preisen. 1405b' Miisilunsti'iiniente. Pianino, hohes, kreuzsaitig, 110,— (evcnt. Teilzahlung.) Zander, Turm- slraße 9.__ 109/5* �Pianino», Harmoniums. Flügel jeder Preislage, gebrauchte 120,00 an, Teilzahlung. Scherer, Chaussee- straffe 105.______ 534$*. �Pianino dillig, Kopenhagener- slraße 5 II, Kripschinski._ j88 Salonpianino, vorzüglicher Ton. 160,—. Krüger, Neue Ztönigsttaße 3! (ilttcxanderplatz). 217/20 Ratenpianiuo. zurückgenommen, Bechsleinklavier, Platzmangels, Neu- köllner Pianosabrik, Julmsstraße 59. SNtler. Bilder. Sie lausen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei BUdcr- Bogdan, Weinmeislerstraße 2. 2248K Fahrräder. Erstklassige Flahrräder, Monats- rare 10 Mark. Louis Barth, Brücken- straße 10-r, I. Etage. 79K* Teilzahlungen. Fabrradbaus In- validenslraße 20. WilhelmZhavener- straße 73(Eckhaus Turmstraße). Bmwärtsleser süns Prozent Rabatt. Nennmaschine(Holzselgen) 45.00, Kraus, AndreaSstraße 54. 107/17* �Brenuaborrad, gulerhalten, 25,00 Schräder. Webcrstr. 42. 108/6* Herrenfahrrad, gut erhalten, — Frellausrad. Kraus, Andreas- che 54. 107/16 Gebrauchte Damenfahrräder, wensahrräder, Rennräder, außer- entliche Gelegenheit, allerbilligst cköll»'. Hermannplatz 6. Berg- ße 4, bei Katz._ fahrrader. Teilzahlungen, größte jwahl, billigste Preise. Lothringer. ße 40. Filialen: Steglitz, Schloß« he 116. Wilmersdorj, UHIand- ße 100. Charlottpnburg, Kant- ße 57. 1203$ NurFahrradvertrieb..Groß-Berlin' hat kolossal billige Preise, �in Ihrem eigenen Interesse decken Sie Jbren Bedars dortselbs!. Neue Fahrräder, ohne Gummi 29,—, mit Gummi 35,—, 42,—, 48.—, 55,—. Gebrauchte 10,— an. Sämtliches Zubehör un- bedingt reell, billig und gut. Achte» Sie aus unsere Verkaussitellen: Müller- straße 13, Turmstraße 25, Badstraße 9, Brunnenstraße 145, Neue Schönhauser- straße 9, Charlotlcnburg, Spandauer Berg»9. 309$ Tandei». Herren- und Damenrad verkauft billig Verwalter Weigand- ufer 28. i390b Herrenfahrrad, modernes, sowie Motorzweirad spottbillig Große Frank- fürterslraße 14. Oucrgebäudc, Keller. Erstklassiges Fahrrad. Holzfelgen, spottbillig. Rohr, Schönlcinstraße 21. vorn IV. 1403b t Herrenfahrrad, gut erhalten, verkausl spottbillig Koch, Zionskirch- straße 53. 110/14 Herrenfahrrad, gm erbalten, verkausl billig Kuntze. Sttaßmann- sttaßc 22, Friscurgeschäst. 110/13 Herrenfahrrad, gut erhalten, 25,00, umständehalber. Schauer, Tcltowcrstraße 8. 109/14 Herrenrad übungshalber 28,00, Wittstockerstraße 5, Rottenberg, j-61 Fahrrad 20,00. Horst, Kochhann- straße 42.+80 Hochelegantes Tourenrad, Frei- laus,(alt neu, umständehalber spottbillig. Hofimann, Manteuffclitr. 99. Herrenfahrrad, Damensahrrad, nagelneu, vcrzugshalber spottbillig. Braungck, Große Franksurterstr. 137, Seitenflügel. 109/17 Herrenfahrrad 22,00, Damen- sahrrad, Freilausrad, neuerhalten, ganz billig, Oiarantieschein. Brandt. Große Franksurterstraße 122. 110/1 Rests. Frankels Restehandlung. Kott- buserstraße 2. Gut, billig: Herren- stosie, Kostümstofse, bessere Kleider- stoffe, Seide, Bcsatzartikel. 158K' Zahngebissc. Goldsachen, Silber. lachen, Plattnabjälle, sämtliche Metalle höchstzahlend. Schmclzerei Christionat, Kövenickcritraßc 20 a(gegenüber Manteulselftraße)._ SO/lt Goldschinelze laust Silber, Platin- abfülle, Zahngebisse, Quecksilber, Stanniol, alle Metalle, höchstzahlend Witwe Marie Nieper. Nur Köpenicker- sttaße 157. 479K' Platinabfälle. Gramm 5.70. Alt- gold, Silber. Zahngebisse. Stanniol, Quecksilber taust höchstzablend Blümet, Schmelzcrei. Augusinraße 19 III. Platinabfälle- alle Goldsachen, Bruchgoid, Silber, Gebisse, alte Uhren, Kebrgold, Goldwatten, Quecksilber, Stanniol sowie sämtliche Gold-, Silber-, platinbaltigen Rückstände lauft Broh, Edclmetallswmelzc, Berlin, Köpenickerstraße 29. Telephon Moritz- Platz 3476. 58051* Zahiigebisic, Zahn bis 1,30, Platin» abjälle 5,75, Goldiachen, Silbersachen, Kchrgold, Goldwatten. Quecksilber, Stanniolpapicr, Zinn 3.40, Kupjer 1,24, alle.Metalle' höchstzahlend. Edelmetall-Eintaussbureau Weber- sttaßc 31. 73651* Kaufe Kupfer, Messing, Blei, Zink, Lötzinn. MesfmgiPäne, Rotguß, Zinn, alle Metalle höchstzahlend. Schermer, RüdcrSdorferstraße 21.+45 Zahngevisse, Zahn bis 1,00, Platinabjälle, Goldankaus, höchst- zahlend.Geldkontor', Alte Jakob- slraße 139/140. Zahngebifir, Zahnbis l.25stomme abholen), Platina 5,75, Altgold, Alt- silber. Goldschmied Bruckard, Mulack- straße 22. nahe Rosenthalerftraße.* Briefmarken- Münzen kaust Groß- mann, Spandaucrbrückc 2. 107,15* Slltmctall, Kupfer, Messing, Zinn. Blei, Sianniol usw. höchstzahlend, Will» Eohn, Brunnenstr. 25. t323b* Futterrestc kaust Loewinsobn, Gollnowslraße 36. 96/18 Zaliugeviiic, Gold, Silber.Trcssen, Platina kaust höchstzahlend Blumen- reich. Brunnenstraße 3, Rosentbaler Tor. 69K* Kaufe jeden Posten ausgekämmtes Mcnschcnhaar und zahle die höchsten Prem. Otto F. Kafka, Zöpsc-Fabrik, Neukölln. Ertsttaße 3.__ 75651' Zahngebiffe- Platinabsälle, Gold- einkaui. Silber, Quecksilber, Sianniol höchstzablend Schmelzerci Müller. Teltowerstraße 10. 1382b' Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Forti geschrittene, einzeln oder im Zirkel, wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Uebersetzungen an- gefertigt. G. Swicnly- Liebknecht Charlollenburg. Stuttgarterplatz 9 Gartenbaus III. 44K* Auto-Fnchschule(Ingenieur Scha- Piro)- slaatiich konzessioniert, mit großer Reparawr-WertsläHe, Berlin- Wilmersdorf, Berlinerstraße 16. Tag- und Abendkurse. Honorar 100 Mark. 137«* Stellung findet jedermann nach Absoioierung eines Kurses bei der Charlottenburger Auto- Fachschule, Berlin- Charlottenburg, Bismarck- straße 100. Honorar mäßig, Prospekt gratis._ 64451� Chauffeur-Ausbildung erstklassig und siclluugsslcher. Verschiedene s-Zylinder-Shsteme. Honorar 100 Mk., auch Abendlursc. Kostenlose Empjeh- lung. Große Reparalurwerlstatt, Köpenickerstraße 116. 731K* Polytechnisches Gewerbe- In- stitut, Inhaber Ludwig Barth, In- gcnieur, Berlin. Chausseestraßc 1. Untersluse(Werkmeislerschule), Mittelstufe, Oberslule für Maschinenbau, Eiieukoiistrultion, Elektrotechnik. Aus- bildung von Betriebsassistenlen, Kon- strukteuren, Technikern. Maschinen- und Werkmeistern. Knrze Studien- zeit. Tages- und Abendkurse. 600 Schüler. Beste Rcserenzen. Prospekte gratis.* Klavierkursus. Erwachsenen Schnellmethode. Monatspreis 3,00. Klavierüben srei. 20 Klaviere. Musikakademie Qraniensttaße 147. Moritzplatz, Uniontheater. 110/19 VersclilLcleneZ. Ernte- und Kinderfest, Sonntag, 27. Juli. AuSlunst über Standplätze erteilt: Beirat der Baugenossenschaft »Freie Scholle', Tegel. 110/3 Humoristisches Doppelquarlett sucht 1. und 2. Tenor. Freitags 9 Uhr. Waischaiierstraße 61, Restaurant Heise. Lcwandowsky-GesellschajlQuitzöw- slraße 105.+61* Parriilaunialr Müller. Gitiwmcr- ftraß- 81. 243951* Pareiiraiiioalr Weisel. Gitichnrer- strwße 94a. Höchftbclclhend. Pfandleihe. öchwedterstraße 11. 248/15* Jede Uhr zu reparieren 1,25 (außer Bruch), kleinere Revaraluren billiger. Kariei, Uhrmacher, Brunnen- straße 118, Ecke Usedomstraße. 63K* Tampswäschcrci Gustav Brauns, Neue Königstraße 87, liefert tadellose Wäsche. Drei Handtücher 0,10, Laken 0,10, Bezüge O.'lö. Kein Vertauschen. Abbolung täglich. I3K Kunststopfcrei Große Frantiurlcr- straße 67. 2399$* Wer Stoff hat, fertige Anzug 16,00. Kaezynski, Lichtcnbcrger- sttaße 9. 109/16 Aufpolsterung- Sofa, Matratzen billig, im, außerm Hause. Chaussee- slraße 74, ischäjer. 110/2 Vermietungen. Restaurations-Röiime mit Einrichtung. tadellos erhalten, sehr billig sofort zu vermieten. Näheres bei Wilhelm Gramens, O 34, Haus- burgftraße 23. 757K* Sonneuburgerstraste 27, Laden mit Wohnung, billig, passend sür Handwerker. 134gb* Wohnunzen. Balkonwohniliix- Gartenbaus 1 Treppe, zwei Stuben. Küche. 33,00, ruhiges Haus. Kleine Markus- sttaße 3. 109/3* Sonnenburgcrstraste 27, Vorder- baus, Slubc, Küche, Zubehör, sosort. Eharlottenburg. Sophie- Char- lottestraße 84, Nähe Bahnhos Westend und Untergrundbahn, 2 und 3 Stuben, Küche, Ballon, Bad. 1358b� Zwei Stuben, Küche, Klosett, im Qucrgebäude, freundlich und hell. 85V. Teltowerstraße 31. 1262b* Stube und 51üchc 21,50. surler Allee 165. Frank- 827K Billige Ziveizimmerwohuuugen Küche, Bad, Balkon, Vorderhaus 37,50, Gartenhaus 30,—. Reinicken- darf- West, Scharnweberstraße 53, Straßenbahnhaltestelle. 601K* Greifswalderstraste 206, Gartenhaus, zweizimmerige Parterre-Wohnung, Zubehör. 1348d* Dicht am FriedrichSvain- Georgenstrchstraße 63, Stube, Küche, Korridor, sofort und Oktober. 109/8 � Schöne Zweizimmer- Wohnung, Sonnenseite, Balkon, Gas und allem Zubehör 1. Ottober zu oermieten. Erfragen bei Engel. Boxhagener- straße 10, Ouergebaude IV rechts, m Andrensftrastc 19 schöne, jrcund- lichc, helle Wohnung, 2 Stuben, Küche, Seitenflügel, per 1. Oktober zu vcr- mieten.+45 Eine Stube und Küche, 30, 23. 20 Mark, zu vennieten.+15* Ei»- und Zweiziminer-Wohnun- gen, Warmwajser in Küche und Bad, Zcnirolheizung, Drehrolle, Vacuum, billig? Neukölln, Weichselstraße 8. Ein- und Zweizimmer-Wohnun- gen, Warmwasser in Küche und Bad, Drchrollc, billig, Neukölln, Brufen- dorjerstraße 3 und Mareschstt. 14—16, 3 Minuten vom Bahnhos Kaiser- Friedrichstraße. 1367b 1, X!!. 1 Zimmer, Küche, Bad, Balkon, Zubehör, auch Hoswohnungen, sehr billig, Böbikersttaße 2. 13556* 1 und 2 Zimmer, reichlich Neben- gelaß,� moderne Gartenhauswohnun- gen, Simplonstraße 31 und 34, nahe Stadt- und Hochbahn Darschauer Brücke. 1365b* Freundliche Wohnung, Stube. Küche billig, Schönhauser Allee 97.* Limmer. Möbliertes Zimmer für zwei Herren. Adam, Franzstraße 7, Hos I. Möbliertes Zimmer zu oermieten Anncnsttaße 36 IV._ 13706 Möbliertes Zimmer mit Schreib- tisch bei Parteigenossen. Koppel, Oranicnstraße 51, vorn III. 1378b Flurzimmer, möbliertes. Adalbert- straße 85, II rechts._ 1377b GutmöblierteS Zimmer an einen oder zwei Herren zu verniielen. Weyand, Fürslenslraße 9, Nähe Moritzplatz.__ 13766 Kleines möbliertes Zimmer Oranien- straße 47, IV geradezu.__ 13506 Möbliertes Zimmer für Herrn. Korlmann, Dresdenersttaße 1 IV. Möbliertes Zimmer, 12 Mark, vermietet Heine. Neukölln, Jansa- (tröste 3, an Kaiser-Friedrichstraßc. Möbliertes Zimmer, 15 Mark. Merbach, Maltern flraße 2.+80 Freundlich möbliertes Zimmer, 15 Mark, bei Klopich, Neidenweg 43, vom IV.+80 Möbliertes billiges Balkonzimmer, 1 auch 2 Herren. Liebigslraße 10, vorn III links.+80 Möbliertes kleines billiges Zimmer. Witwe Bitterhoff, Liebigslraße 10. vom III.+80 Zimmer, 2 Herren. Witwe Scheibner, Reichenbergerslraße 19 IV.+15 Möbliertes Zinimer. 15 Mark, vermietet Kleindienst, Voiglstraße 23, Seitenflügel III, am Bahnhoj Frank- surler Allee. �+53 Möbliertes Zimmer für Herrn. Schmvldi, Adolsstiaße 21, vorn III linis.+106 Gut möbliertes Vordcizimtner, billig, Fräulein Zlppclbaum, Ruhe- plahstraße 20 II.+106 Möbliertes Zimmer bei allein- stehender Dame. Strefsing, Schön- Häuser Allee 115 I, lwf___ MöbliericS Zimmer. Bei Hei mann. direkt am Lahn; +53 16 Mark, Rosenlbalerslraße 60. Klciucs möbliertes Zimmer, einen Herrn. Rheinsbergerstraße 64 III. Sleilischmidt.+90 Einfenstriges möbliertes Zimmer, König, Gartenflraße 89. III vorn. Bordcrzimmer, feparat, Brunnen- straße 143 II, Nieola».+91 Möbliertes Zimmer, separaten Eingang, vermietet BoroSH, Neukölln, Hobrechtftraße 59/60, linker Seiten- siügel I.+14* Kleines möbliertes Zimmer zu vermieten Schwartzkopftstraßc 13, parterre links. 1343b Sounenburgerstraffe 27 leere rtubc sofort. 1351b* Möbliertes Zimmer, Herrn. ökalitzerftraßc 103. Witwe Gariig. Möbliertes Zimmer für Herrn oder Dame Wiesenstraße 10, II links. Möbliert oder Schlafstelle. Kempser, Rheinsbergerstraße 64. vorn II.+90 Zimmer, einen vdcr zwei Herren, Tübbecke, Skaliherftraße 19, vorn II. Kleines Zimmer, möbliert. Herr oder Dame, vermietet Mühlenjels, Reichenbergerslraße 50, vorn III.+15 Freundlich möbliertes, ein- senstriges Vorderzimmer, vermietet preiswert Köpenickerstraße 1 47, II links. FreundliehmöblierlesFliirzimmer, zwei Herren oder Damen, billig. Oranicnstraße 181 III.+15 Möbliertes Zimmer, Herrn, ver- mietet Friedrich, Naunynstraße 86, vorn III.__+15 Möbliertes Zimmer. Frau Schneider, Reicheubergerstraße 137. Kleines möbliertes Zimmer. Wal- demarstraße 52, SeitcnNügel IV rechts. Flurzimmer- einen Herrn, ver- mietet Bachmann, Skalitzerstraße 20 (Kottbiisertor)._+15 Flnrzimmcr, möbliert, einen oder zlvei Herren oder Damen, billig. Fabian, Oranienstraße 33, vorn 15'. Freundliches, möbliertes Zimmer, 16,00. Kräsestraße 14, vorn I links. Möbliertes Zimmer, einen oder zwei Herren. Sttausbergcrstraße 36, III rechts.>+45 Möbliertes Vorderzimmer, zwei- senstrig, an einen Herrn zu ver» mieten. 20 Mark. Wolter, Memcler- sttaße 69, vorn I._____+45 Zwei Minuten vom Hain möb- liertes Zimmer, für zwei, bei linder- losen Leuten, vermietet Vogel, Lichtenbergerstraße 20 II. 1tO/I6 Stüdchen sür einen Herrn Dres- dcncrstratze 14, vorn III links. 140lb Zimmer, möbliert, separat, 15.00, vermietet Kaehling, Planuser 92 8. Möbliertes Zimmer. Scherting, Wilhelmstraße 42 I. 13086 Möbliertes Vordcrzimmer, 18 Mark mit Kaffee, allein. Dresdener» straße 134, IV rechts�__ 14006 Möbliertes Vordcrzimmer, einen oder zwei Herren, a 15,00. Hölzer. Oranienstraße 204. 110/3 Möbliertes Borderzimmer für einen Herrn. Raspe, Stoipischestr. 48, 3. Portal III._+83 Möbliertes Herrenzimmer, 20.00, vermietet Goffert, Gitschinerstraß- 57. Möbliertes Vorderzimmer, einfach, vermietet Jäckcl, Wassertor- straße 60 II.+33 Separates Vorderzimmer, alleiniger Mieter, 18,00, Waldcmarstr. 40a II. Kleines möbliertes Zimmer, ein- zelner Herr, Luisenuser 53, Seitenflügel in.+33 Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle. Muskauer; straße 33, II, Melchert. 13* Ätvblierte Slblasilellc. Stube allein, Scholz, Sprcngelslraß« 3, vorn I.+106 Möblierte, freundliche Schlasstelle vermietet Romatzki, Dresdener- straße 107/108, vorn II links. 1345b* Möblierte Frau Wolske, vorn III. Schlasstelle, Herrn. Dresdenersttaße 19, 1330b* Alleinige möblierte Schlafstelle Oranienstraße 1, vorn III, Fischer. Freundlich möblierte Schlasstelle (Eingang separat) BorowSIi,■ Man- tcuffelstraße 22, vorn.+14 Schlafstelle, einen oder zwei Herren, Oranienstraße 31. vorn III, Weiß. Schlafstelle sür Herr», 10 Minuten bis Babichof Frankfurter Allee, Garbe, Pettenkoserstraße 27, vom 4 Treppen. Möblierte Schlafstelle Lausitzer; sttaße 45, I, Nep.+14 „hrrader, Gelegenheitskaufe. ,aus Rosenthaler Tor. Linien- c 203/4. Ecke Rosenthalerftraße...._._____ I_.,._ I_ jgermuwortUcher tflevalteur: Älbrrt Wachs« Berlin, gür bei JnjerarenteU verantw.: Td Älolle.iverltn. Druck u. Pertag: Botzwart» lvuchdrulterei u. VertagSanftatt Paul«inger u-»o-, lLerlio SVL Möblierte Schlafstelle vermietet Waldeniarstraße 70, vorn I rechts. Möblierte Schlasstelle vermietet Kißling. Waldemarstraße>6+14 'Möblierte Schlafstelle, einen oder zwei Herren, separat. Köbler, Reichenbergerslraße 144, Quergebäude III, Möblierte Schlasstelle Qraniensttaße 1. vorn II, Frau Hartmann. Möblierte Schlafstelle(Herrn) Skalitzerstraße 22, vorn I links.+14 Möblierte Schlafstelle(Herrn) Grünauerslraße 36, vorn III. Böhme. Möblierte Schlafstelle Witwe Völz, Naunlfnsttajie 8�. Sestenslügel II. Möblierte, saubere Schlasftelli, Witwe Rctmann, Britzerstraße 3, vorn III.+l4 Möblierte Schlaistrlle sür zwei Herren vermietet Link, Wassertor- straße 15, vor» I.+32 Möblierte Schlasstelle Fürsten- slraße 3, vorn III, Weber.+32 Möblierte Schlasstelle ve> mietet Wichmann, Koppenslraße 65 II.+45 'Möblierte Schlafstelle zwei Partei- genossen, separat, AndreaSstraße 52, vorn IV, Schi öder.+45 Möbliert« Schlafstelle Dresdener straße Iii. vorn l. Landgras+32 Möblierte«chlasstelle Kottbuser- sttaße 2, Hos. linier Aufgang III. Frau Rajewitz.___+32 Eine möblierte Schlasstelle Kott- buserdanim 20, vorn 3 Treppen bei Kulaezewiez.+58 "Freundliche Schlafstelle, zwei Herreu. Wildermuth, Kaiscr-Franz- Grenadicrplatz 5.+32 Billige Schlasstelle für einen oder zwei Herren bei Schufft, BreSIauer- straße II.+45 Schlafstelle Gilschinerstraßc 61. vorn III, Frau.Schulz._+32 Möblierte Schlasstelle. Herrn, 14,00. Ziebarth, Britzerstraße 12. parterre. 1331b Möblierte freundliche Schlafstelle sür Herrn. NoHbeck, Brandenburg- sttaße 49, vorn I. 1369b Freundliche möblierte Schlafstelle, auch sür älteren, anständigen Herrn. Kienzel, Britzeijtraße 34. vorn 15'. Schlafstellen für Herren. Frau Barluich, An der Fischerdriicke 11 III. Möblierte Schlaistellc. Dresdener- straße 133/ vorn 15', Kotlbuser Tor. Sauber möblierte Schlafstelle ver- mietet Neumann, Neukölln, Pflüger- straße 64. 1375b Möblierte Schlafstelle für einen oder zwei Herren bei Schimpke. Kotlbuser Ufer 52, vorn II. 1374b Schlafstelle für Herrn. Vater, Admiralstraße 22. Frau 1384b Schlafstelle sür zwei Herren. Kleiner t, Horcksttage 44, Aufg. 3, III. Flurcingaiig möblierte Schlaf' stelle Skalitzerstraße 1, Schön. 13S5b Schlafstelle für Herren. Schultze, Rüdersd orjersttaße 24 II.__+150 Möblierte Schlalstcllc. zwei Mädchen. Rißmann. Neukölln, Pan- nierstraße 27, vorn 1 links.+96 Saubere Schlafstelle Herrn, Liebig straße 33, vorn. Frau Kirsch.+80 Möblierte Schlafstelle, allein. vermietet Simon. Liebigsttatze 34, vorn II, 2. Ausgang.+80 Möblierte Schlafstelle, Herrn, 12 Mark. Frau Hädickc, Schreiner- straße 20, vorn 15'._+53 Möblierte Schlafstelle, zwei Herren oder Damen. MuSkauerftraße 31, vorn I links. Plö Möblierte schlasstelle. sauber, zwei Herren, a 12,—. Puhlmann, Chorincrstraße 46.+15 Möblierte schlasstelle. Raubul, Priiiz-Eugensttaßc 22, vorn I.+106 Möblierte Schlafstelle. Herrn, mit Kaffee 11,—. Brcslauerlttaße 22, vorn IV, Karre, nahe Schlesischer- bahnhos.+45 Schlafstelle, Herrn allein. Wcd- ding, Maxstraße 20, II geradezu. Schlafstelle, freundlich, 2 Herren. Reinickendorf, Epcnsleinstraßc 21 I. Blankenburg.____+92 Möblierte Schlafstelle� Herrn. Manteufselstraßc 81, vorn parterre, Hochbahnstation. jl-s Schlafstelle(Herr, Damc). Dick- mann, Lychenerslraße 29. Hof II. Saubere Schlasstelle sür Mädchen. Blumenstraße 66, vorn III links. Schlafstelle, separat, Herrn. Berk, Kottbuserdamm 23, vorn III. 1393b Möblierte Schlasstelle,. Praetzat, Adalbcrtstraße 96. Quergebäude II. Schlasstelle. König. Friedrich- sttaße 249, 2. Hos links III. 1396b Schlafstelle, allein oder zwei. Matz, Kraulstraße 26a. 1394b Möblierte Schlafstelle für zwei Herren Kottbuserstraße 18, vorn ft rech»._ IW» Anständiges.Fräulein findet saubere Schlasstelle. Raschle, Kott- buserstraße 4, vom III. 111/7 Möblierte Schlafstelle, separat, Herrn. Lieste, schmidsttaße 10. Möblierte Schlasstelle, Flurzimmer, vermietet Hintze, Waldemar- sttaße 19, vorn III. iio/7 Möblierte Schlasstelle. Wilwe Oppennaim, Naunqnstraße 86, vorn I. Saubere möblierte Schlasstelle sür Herren. Frau Appel, Fopsterslraßc 7, Quergcbäude IV.__ 110/5 Möblierte Schlafstelle, Herren. Witwe Wengler, Oranienstraße 195, vorn HI. 110/4 Freundliche Schlasstelle sür Herrn. Ben zw er, Wilsvackerstraße 11.+61 Schlafstelle zu vennieten. Feind, Waldemar slraße 16 Ich+14 Schlafstellc, Herrn. Reichenbergcr- straße 163. vorn II, Lecher+l4 Schlafstelle, Herrn. Eiienbahnstraße 29, Hof I. Breuer, Tl4 Schlafstelle, Herrn. Höhne, Jahnstraße 2. vorn.+14 Schlafstelle, bessere, 9,—. Arndtstraße 22, vorn III, Tödtcr+40 Freundliche Schlafstelle. Man- teuffelsttaße 115, Quergebäude Par- lerrc, Frau Rcisingcr.+14 Freundlich möblierte schlasstelle. Roiher, Fürbringerstraße 3.__+40 Freundliche Schla+icflc vermietet Holz. Wenden slraße 2, vorn 15', Görlitzer Bahnhof._+14 Bessere möblierte Schlaistelle sür zwei. Mariannensttaße 43, vorn I rechts.+14 Schlafstelle, saubere, für einen oder zwei Herren. W. Rasa, Adalbert» sttaßc 73, Hos II.+152 Saubere Schlasstelle. Strubel. Wollinerslrahe 58, 4 Treppen. 490 Gutmöblierte Schlasstelle bei Witwe Dombrowsky, Gaudystraße 39, II vorn.+30 Schlafstelle, freundliche, 1 Herrn, billig. Frau Reimann, schönholzer- straße 12, oorn.+90 Mietsgesuche. Möblierte Zimmer gesucht, Gegend gleich. Offerten„Herrmann', Mielernachweis, Holzmarktslraße 50ä. �.rbe!tsmÄrkt. LteNcngcsuche. Partcigenosie, intelligenter, sucht Stellung in Erpedition, Lager. Bureau. Kasienboic. Langjährige Zeugnisse. U. 1885, VorwärtSaus» go bestelle Weißeniee.+105 Jnrevigeüter 5 Jahr in England, K S. Postamt 20. Mann, 25, war sucht Stellung. Burrauvorsteber eines Rechts» anwall? sucht sofort Stellung auf Anwaltbureau oder im Großbetrieb. Umfassende Kenntnisse im Grund» buch- und Hypolbckenrecht. Wcrncrt, . lraßburg(Elsaß), Zimmerleut» gasse 6. �_____ 13646 Klavierstimmer. Fast erblindeter Geuosie empslchlt iich als Klavierstimmer. Hasselbach, Nculölln.Nlcmctz« sttaße 10. Stellcnangehots. Zigarren-Perkeler verlangt. Vorschußlos erhallen Herren in Groß» beirieben Kommissions-Varc zum Weilerverkauf. Offerten 8. 3, Haupt- expcdition des Vorwärts. 13736 Schrifthiiuer. tüchtigen, sosort Leuchtenberger, Weißensee, Lichten- bergerstr. 14.__+105 "Ziseleurlehrling verlangt Rauch, Oranicnstt. 36. i15 Mamsells ans Mäntel. Stücklohn v erlangt Holz, Korförerstr. 5+83 "Blusen steppcriu. perfeile,_ im, außen» Haus. Wolle. Haudnähcrm im, Suckow, Osten, Mauizerstr. 22._ Iträust fedr r-Kraus erinne u, Nähe- rinnen und Legerinnen unHausc bei hoben Löbnen verlangen Gebrüder Nelson. Leipzigerslraße 71/72._* Plcureuienknnpierivncu verlangen Gebr. Nelson, Leipziger Straße 71,72 1308b* Achtung! Holzarheiter. Wege» Streik oder Lohn- diffcrenze» sind gesperrt: Bautischlerci t-ebi-. Uaabe, Ilsedomstr. 31. Das Berliner ArbcitSwilligeu- verinittelungSbureau d. gelben »HaildwerterschunverbnildeS*. Arbeitsnachweis d.' Stellmacher- innung un» der Wageufabri- kanten. Kaiser-Franz-Grcnadicr» Platz. Zuzug ist stteng jenizuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutseben Holzarbeiterverbandes Verband der Gastwirtsgehilfen. Für organisierte(Gastwirts* gehilfen find gesperrt: llsiginsl-�eliLpstes Mzüln Inhaber llartin, Münzstrafte, Ecke Kaiser-Wilhelm Strafte, wegen Nichtanerkennung der Organisation kesiäevi-feslssle Inhaber W-rlternteii». LandS» berger Str. 31, wegen Tarijoruch. 4/16* Ortsverwaltung Berlin. Ter heutigen YInmmer unseres Blattes liegen folgende Pr»' fpekte bei: Für die Gesamtauflage' Id'akrniittel blairzstoKe»» Für den Norden und Osten: ltuanlna« zmn Stern, Berlin X, Metzer �tx. 41. 31. L-aHcrstein, öerliu X(, Wörtherstr. 29. I.ouIm Halle, Schuhware». haus, Berlin X, Ehauffee» strafte 73. Für den Westen: Hermann Heraield, Kauf. »aus. Eharlottenburg, Wil» merc-dorfer Str. 53 Zh, BirilnderA X'aestO, Mode» Warenhaus, Berlin- Schöne» derg. Hauptstr. 17- x