Ur. 172. HbonnemcRtS'Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Vierteljährl. S,M Mt, monatl. t,!0 Mb, wöchentlich 2S Pfg, frei inS HauS. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- niinimer mit illustrierter Sonntags- Peilage„Tie Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: I,U> Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für T eutschland und Lesterreich- Ungarn Mark, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. PoslabonnemeutS nehmen an: Belgien. Diwemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 30* Jahrg. kklchcilit tZgllch. Vevlinev Volksblnkk. Die Tnlerflons-GebOfjr beträgt für die sechsgespaltene Koloncl- zelle oder deren Raum 60 Pfg.. für politische und gewerkschaftliche Verein�. und LersammlungS-Anzeigen 00 Pfg. „Aleine ZSnreigcn", das fettgedruckte Bort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Bort lO Psg. Stellengesuche xind Schlassielleua». zeigen das erste Bort lO Psg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buch. siaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: Berns*. Zentratorgan der fozialdemokrattfcben parte» Deutfchlands. Redaktion: SCQ. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz- Nr. 1983. Mittwoch, de« 9. Juli 1918. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69« Fernsprecher: Amt Mo rittplatz, Nr. 1984. sott mit den funkcrn! Am Donnerstag und Freitag dieser Woche bieten die Reichstagsersatzwahlen Gelegenheit, zwei Junker aus deni Reichsparlament herauszubringen. Es gilt, deni berüchtigten Herrn v. K r ö ch e r und dem Freikonservativen v. O c r tz e n den Abschied zu geben. Aehneln sich die beiden Vertreter des Junkertums auch in ihrem persönlichen Auftreten sehr wenig, so ziehen sie po- l i t i s ch doch am gleichen Strang. Herr v. Kröcher, der konservative Kandidat für Salzwedel-Gardelegen hat sich, neben mancher anderen reaktionären Leistung, auch das drastische Wort zuschulden kommen lassen, daß die Sozial- demokratie, die st ä r k st e Partei Deutschlands,„nicht Sub- jekt sondern nur Objekt," nicht b e st i ni m e n d e r, sondern nur leidender Teil der Gesetzgebung sein könne, seinem alten Ruf als junkerlicher Raufdegen hat er dann durch feine Geschäftsführung als Präsident des preußischen Junkerpar- laments noch in den letzten Jahren inanches Lorbeerblatt hinzuzufügen verstanden. Daß die Geschäftsordnung des Dreiklassenparlaments verschandelt und der Haus» knechtsparagraph ihr einverleibt wurde, ist eines der unvergeßlichsten„Verdienste" dieses junkerlichen Drauf- gängers. Herr v. O e r tz e n, der freikonservative Kandidat für Zauch-Belzig, ist eine anders geartete Natur. Ein Mann von konzilianten Formen und persönlicher Noblesse. P 0 l i- tisch freilich ist er nicht anders zu werten, als Herr v. Kröcher, da die Partei des Herrn Octavio von Zedlitz jeden reaktionären Vorstoß der unverkappten Junker gegen die Volksinteressen und Volksrechte jederzeit leidenschaftlich un- terstützt hat. Wer daher nureinFünkchen liberalen Geistes verspürt, muß am Ist. und 11. Juli die äußerste Tatkraft dafür einsetzen, daß bei der Wahl sowohl Herr von Oertzen als auch Herr v. Kröcher auf der Strecke bleiben!� Von den Konservativen und Freikonservativen wird in beiden Wahlkreisen mit äußerstem Hochdruck gearbeitet. In Salzwedel-Gardelegen waren die Konservativen auf den Trick verfallen, zwei Konservative aufzustellen: Neben der ernstgemeinten Kandidatur des Herrn v. Kröcher, auch einen simplen bürgerlichen Gutsbesitzer, den Herrn Schulz-Ritzc. Man rechnete darauf, daß dieser gegenüber Kröcher in der Minderheit bleiben würde. Bei der Stich- Wahl aber sollte dann Herr Schulz seine Wähler, die ihm deni Junker gegenüber den Vorzug gegeben hatten, energisch dazu animieren, für Herrn v. Kröckjer einzutreten. So glaubic man, auch solche ländlichen Wähler, die von der Kandidatur des Junkers v. Kröcher nicht erbaut waren, letzten Endes doch fiir ihn heranholen zu können. Diesem Schlachtplan gemäß vollzieht sich dannjiuch der konservative Aufmarsch zur Stichwahl. Ter schein- k a n d i d a t Schulz-Ritze tritt in konservativen Versamm- lungen mit Verve dafür ein, daß sämtliche konservative Stirn- wen für Herrn v. Kröcher abgegeben werden. Und da dieser Trick allein vielleicht noch nicht zieht, präsentieren die Kon- servativen auch noch einen„M ä r t y r e r" ihrer Sache, den Herrn Rektor Roos. Dieser konservative Agitator soll, wie die Konservativen in der Presse und den Flugblättern ver- breiten, von liberalen Wählern nach einer Versammlung kürzlich überfallen, insultiert und körperlich mißhandelt worden sein. Ob sich der Vorfall so zugetragen, läßt sich nicht beur- teilen. Sollte es mit der junkerlichen Tarstellung seine Rich- tigkeit haben, so wäre der Erzeß nicht nur auf das schärfste zu verurteilen, sondern auch als eine politische Dummheit ersten Ranges zu bezeichnen, für die sicherlich die von den Junkern dafür angeklagten Bauern- bündler und Nationalliberalen die geringste Verantwortung trügen. Denn wenn auch der Terror in der gröblichsten Forni der Mißhandlung von Agitatoren zu den Gepflogenheiten junkerlicher Wahltaktik gehört, so wäre eine nationalliberale Ausschreitung doch das Aller- dümmste und U n w a h r s ch e i n l i ch st e. was sich denken ließe. Tie skrupellose Ausnutzung des bedauerlichen Vor- falls durch die Konservativen beweist aber, welche Riesen- a 11 st r e n g u n g 0 11 die Junker machen, um den Wahlkreis zu behaupten. Wir hoffen, daß auch dieser Trick Herrn V. Kröcher nichts helfen wird/ Das sozialdemokratische Kreiswahlkomitee seinerseits hat einen Aufruf an die Parteigenossen erlassen, in dem es heißt: „Dr. Böhme hat in der öffentlichen Versammlung am 1. Juli in den„Sieben Linden" in Salzwcdel seinen Standpunkt zu unfern Stichlvalslforderungen dargelegt. Dabei haben wir die Ueberzeugung gewonnen, daß, wie die Dinge im Wahlkreis liegen, die Sozialdemokratie in der Stichwahl fiir Dr. Böhme und gegen v. Kröchcr stimmen muß. So richten wir an euch alle, die ihr für den Genossen Berge- mann eure Stimme abgegeben habt, das Ersuchen, am Stichwahl- tage Mann für Mann anzutreten, um den Junkern der Altmark eine Niederlage zu bereiten, indem ihr eure Stimme restlos Dr. Böhme gebt." Die freisinnige Parteileitung hat nunmehr gleichfalls für die Wahl in Zauch-Belzig-Luckenwalde eine offizielle Wahlparole ausgegeben. Die„Freisinnige Zeitung" veröffentlicht in ihrer Nachtausgabe für Mittwoch folgende Erklärung: Im Reichstagswahlkreis Zauch-Belzig-Lnckenwaldr haben am- kommenden Freitag die Wähler in der Stichwahl darüber zu entscheiden, ob der künftige Vertreter des Wahlkreises der Rechten oder der Linken des Reichstags angehören soll. Bei den allgemeinen Wahlen im vorigen Jahr galt die Stichwahlparole: Keine Stimme einem Kandidaten der Rcichsparteicn! Seit dgm vorigen Jahr ist keine ins Gewicht fallende Aendernng der' Parteigrup- pierung eingetreten. Eine weitere Stärkung der Linken ist dringend geboten, insbesondere im Hinblick auf die kommenden Kämpfe auf wirtschaftlichem Gebiet. Im Einverständnis m i t den führenden Vertrauens niännern des Wahlkreises empfehlen wir daher den Anhängern der Fort- schrittlichen Volkspartci, bei der Stichwahl am Frei- tag dem freikonservativen Kandidaten der Rechtsparteien und des Bundes der Landwirte jegliche Unterstützung zu versagen. Wenn wir auch gewünscht hätten, daß die fortschrittliche Parteileitung einen Schritt weiter gegangen wäre und zur entschiedenen Unterstützung der Kandidatur des Genossen Ewald durch die fortschrittlichen Wähler aufgefordert hätte, so ist doch für alle entschieden Liberalen die Parole klar genug. Sie kann nur so verstanden werden, wie sie von den wirklichen freisiiinigen Wählern auch bei den Haupt wählen 1912 verstanden worden ist: Keine Stimme für den reaktionären Kandidaten, Eintreten für den Sozialdemo kratcn! Wir erwarten denn auch, daß diese Parole im Kreise Zauch-Belzig diesmal entschiedener befolgt werden wird, als ini Vorjahre. Der rücksichtslose Kanipf gegen die freikonservative Re- aktiou muß in Zauch-Belzig� schon deshalb mit dem äußersten K r a f t a u f g e b 0 t geführt werden, da auch diesmal von amtlicher Stelle trotz der auf Grund amtlicher Verstöße erfolgten Ungültigkeitserklärung der Wahl von Ocrtzens wieder neue Ungesetzlichkeiten angelvendet iverden. Wir haben bereits gemeldet, daß schon bei der Hauptwahl einer Reihe von eingetragenen Wählern der Heilanstalt B ee l i tz die Ausübung des Wahlrechts vereitelt worden ist, weil sie die Heilanstalt vor dem Wahlterniin verlassen hatten. Jetzt soll gar die Ungesetzlichkeit so weit getrieben werden auch diejenigen Wähler der Heilanstalt Beelitz von der Teilnahme an dem Wahlakt auszuschließen, die bei der Haupt- wähl zur Abstimmung zugelassen wurden, aber.seit dem aus der Heilanstalt entlassen"worden sind..In beiden Fällen ist daS Vorgehen eine grobe Ungesetzlichkeit, ein Schlag inS Gesicht des Reichstags, der für das Wahlgesetz bindend: Normen geschaffen hat. Zur Ausübung der Wahl ist jeder Wähler berechtigt, der in die W ä h l e r l i st e e i 11 g e t r a g e 11 worden ist. Die W a h l p r ü f u 11 g s k 0 m m i s s i 0 11 hat in U e b e r e i n- st i m m u 11 g m i t d e m P l e n u m d e s R e i ch t a g s unter dem Vorsitz des Abgeordneten Spahn im Jahre 1898 be- schlössen, daß auch d i e Wähler zur Stimmenaogabe berechtigt sind, die zwischen dem Termin der Haupt- und der Stichwahl den W 0 h n 0 r t, der für die Aufstellung der Wahllisten maß- gebend war, g e w e ch s cl t haben. In der Druchsache Nr. 286 der Reichstagsakten vom Jahre 1897/98 heißt es ausdrücklich: „Wechselt ein Wähler nach der Aufstellung der Wahl- listen den Wohnort, so bleibt er in dem Orte, in desien Wahl- liste er eingetragen ist, bis zur Stichwahl wahlberechtigt." Es ist deshalb ein Unfug sondergleichen, daß den in die Wählerlisten eingetragenen Wählern von einer behördlichen Person, entgegen dem Entscheid des Reichstages, der bis zum heutigen Tage Rechtskraft behalten hat und in allen nachzu- prüfenden Fällen stets von neuem bestätigt worden ist, das Wahlrecht genommen werden soll! Es ist denn auch bereits eine Beschwerde an den Minister des Jn'nern abgegangen, durch die der Mi- nister zur sofortigen Rektifizicrung des gesetzwidrig vorgehen- den Beamten aufgefordert wird. Zweifellos wird der an- gerufene Minister nicht verfehlen, den sich über das Gesetz un- geniert hinwegsetzenden amtlichen Wahlhelfern des Herrn v. Oertzen zu bedeuten, daß sie das Gesetz zu respektieren haben. Es wäre ja noch schöner, wenn trotz der Kassation der Wahlen wegen gesetzwidriger Handlungen diese Gesetzwidrig- keiten in gar noch potcnziertcrer Form unter Duldung des Mini st er i ums weiterhin geübt werden könnten. Aber auch davon ganz abgesehen, gilt für die Sozial- demokratie in den Kreisen Zauch-Belzig und Sälzwedel-Garde- legen die Pflicht, ihre äußerste Kraft einzusetzen, um dem Junkertum die beiden Mandate zu entreißen! ver neue ßalhanlirieg. An der militärischen und politischen Situation hat sich seit gestern nur wenig geändert. Die Bulgaren gewinnen auf ihrem Anmärsche gegen das Zentrnm der Serben offenbar auf allen Seiten Terrain. Es finden dabei täglich Begcgnungs- gefechte statt, die Entscheidung wird aber erst ein konzentrischer Angriff der Bulgaren bringen. Die Bulgaren auf serbischem Gebiet. Belgrad, 8. Juli. Eine starke bulgarische Kolonne, die au der alten serbisch-bulgarischen Grenze stand, ist in die Stadt Kujazevatt eingedrungen, die von schwachen serbischen Abteilungen verteidigt wurde. Nach kurzem Kampf verließen die serbischen Ab- teilungcn die Stadt, die von den Bulgaren alsdamr besetzt wurde. Auf dem Marsch von der Grenze nach Knjazevatz steckten die Bulgaren die Dörfer in Brand. ES ist Befehl gegeben worden, daß die nötigen Verstärkungen abgehen sollen, um Knjazevatz Hilfe zu bringen. Ein serbischer Teilerfolg. Belgrad, 8. Juli. Das amtliche serbische Preffebureau er- hielt heute die amtlichen Details über den Kampf bei der Wieder- einnähme von K r i v 0 l i k(südlich von Betip) durch die serbischen Truppen. Der Angrifi fand am 6, Juli von Islam— Tschiflik aus bis zum Bahnhof von Krivolak statt und zog sich über die Höhe 213 hinüber. Er begann mittags mit einem energischen Vorstoß und um 5 Uhr nachmittags war der Feind, der drei Bataillone stark war, zerstreut und über die Wardarbrücke geworfen. Er zog sich in größter Un- ordnung in der Richtung auf Pepelichte zurück und ließ drei vollständige Lazarette mit einem Arzt und rund fünfzig Verwundeten, darunter einem Offizier, im Stiche. Die anderen Offiziere der Verteidigungsmannschaften von Krivo- lak flohen in großer Eile und ließen ihr Persönliches Gepäck zurück. Zwei Gebirgsgeschütze und eine große Menge von Gewehren und Munition, die in gar keinem Verhältnis zu der Zahl der Besatzung stand, wurde erbeutet. Es wird ver- mutet, daß hierunter auch die Gewehre der auf dem linken bulgarischen Flügel getöteten und verwundeten Soldaten sich befinden. Die Verluste der Serben sind durchaus unbedeutend, da der Feind sich infolge des überraschenden Angriffs nicht entwickeln konnte. Die bulgarischen Verluste sind sehr bc- trächtlich, viele bulgarische Soldaten ertranken auf der Flucht in den Fluten des Wardar. Die Eisenbhnverbindung über die Wardarbrücke ist ungestört. Die Verbindung mit Negotii! und Kavadar sind wiederhergestellt worden. Eine bulgarische Darstellung der Kriegslage. Wien, 8. Juli. Die„Neue Freie Presse" meldet aus Sofia: Die Armee des Generals K 0 w a t s ch e w ist in erfolgreichem Vordringen zwischen Köprülü und U e s k ü b. Man weiß allerdings, daß die Armee Kowatschews mit den zur Aufnahme der Timok-Division entsandten serbischen. Streitkräften, deren Stärke auf 2 Divisionen angegeben wird, einen harten Kampf zu bestehen hat. Von einem Rückschlag auf diesem Teil des Kriegsschauplatzes könnte jedoch, durchaus nicht die Rede sein. Vom griechischen Schauplatz hört man nur, daß General Iwanow gegen die gesamte griechische Armee defensiv ohne große Verluste manövriert und Verstärkungen erhalten hat. Er hat seine bisher auf größere Räume verteilten Truppen- körper wieder vereinigen könsien und dürfte nunmehr in der Lage sein, den Griechen längere Zeit Widerstand zu leisten. Bei U e s k ü b unternahmen gestern die Serben zwei heftige Angriffe, wurden aber durch Gegenangriffe der bul- garischen Truppen zurückgeworfen. Bei K ü st e n d i l scheinen die Serben zu versuchen, die bulgarische Kistendil- armec von der bei Kratowo-Kotschana operierenden Armee abzu- schneiden. Im Norden, auf dem sogenannten Timokschauplatz stehen bereits bei Negotine und Zajecar größere bulgarische Massen. Es verlautet, daß Negotine und Zajecar bereits in bulgarischem Besitz sind. Eine vom Süden vorrückende serbische Kolonne wurde zurückgeworfen und verlor große Fouragc- transportc, Munition und Geschütze. Ein öftcrreich-bnlgarisch-rnmänischer Zwischenfall. O r s 0 w a, 8. Juli. Der Personendampfer„Tcgethoff", welche» der DonaudampfschiffahrtSgesellschaft gehört, führte 25 0 bul» garischc Soldaten von Lompalanka nach Widdin. Die Sol- daten befanden sich auf dem Verdeck. Vom rumänischen Ufer ans wurde das Schiff bei Pojana von rumänischen Soldaten angerufen; als es weiterfuhr, wurden drei Schüsse auf das Schiff abgegeben, welche einen bulgarischen Soldaten tödlich ver» mundeten und eine« rumänischen Passagier den Arm zer- schmetterte». Bon rumänischer Seite wird erklärt, die Soldaten feien von der Annahme ausgegangen, daß die bulgarischen Soldaten rigent- lich Deserteure feien, die als rumänische Staatsbürger bulgarischer Nationalität an die Grenze geflohen seien, um in Bulgarien Dienste zu nehmen.__ Die„Deutsche Cageszeitung" für die Polen! „Es wird mehr Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut, denn über hundert Gerechte, die der Buße nicht mehr bedürfen." An diesen Bibelspruch wird man erinnert, wenn man den freimütigen und anerkennenswerten Aufsatz liest, den die Deutsche Tageszeitung" in ihrer Sonntagnummer über die rück» sichtslosen Iluterdrückungsmatznahmen gegen die polnische Sprache in den Ostprovinzen und die Erfolglosigkeit dieser Aktion ver- öffentlicht. Sie führt darin aus: „Zu den Eigentümlichkeiten des 1ä. und 20. Jahrhunderts muß das Erwachen des Interesses für die ver» schiede neu Sprachen unterdrückter Völker ge» rechnet werden. Besondere Aufmerksamkeit erregt auch der Rückgang der polnischen Sprache. r Die auf die gänzliche Ausrottung der polnischen Sprache gerichteten Bestrebungen der deutschen Regierung reichen bis in das Jahr 138(1. Die Polen wußten indessen dergestalt ihren nationalen Charakter und ihre Stammeseigenarten hochzuhalten, daß die in ihrem Gebiete sich niederlassenden Deutschen nach ein oder zwei Generationen ihre nationalen Charaktermerkmale der- loren. sogar schließlich ihre Muttersprache vernachlässigten, um sich der polnischen Sprache zu bedienen; kurz sie assimilierten sich total der polnischen Bevölkerung. Als die deutsche Regierung diese Entioickelung bemerkte, ergriff sie Abwehrmaßregeln gegen die Assimilation ihrer in die polnischen Provinzen abwandernden Staatsangehörigen." Es wird dann die gewaltsame Germanisierung der polnischen Namen geschildert, die Versuche, durch einzelne Geistliche germanisierend einzuwirken, die Gegenmaßnahmen der Polen, insbesondere durch EntWickelung des Privatschulwesens und dann— mit einer Unparteilichkeit, die wir der„Deutschen Dages- zeitung" gar nicht zugetraut hätten— die nun einsetzende r i g o- rose Schulpolitik der deutschen Regierung charak- terisiert: „Die deutsche Regierung entschloß sich nun zu einem wuch- tigen Schlage gegen die polnische Sprache, indem sie für die un- teren Bevölkerungskreise ein besonderes Schulsystem einführte, das heute noch besteht. Die leitenden Persönlichkeiten der hier- süv maßgebenden Verwaltungsstellen bestanden natürlich aus- schließlich aus solchen Personen, die dem Polnischen äußerst feind- selig gegenüberstanden, weder die Sprache kannten, noch für die polnische Literatur Interesse hatten." Dann heißt es weiter: „Jetzt glaubte sich, die Regierung der Erreichung ihres Zieles sicher zu sein. Es erübrigt sich zu erwähnen, daß Las Polnische auf dem Lehrplan der neuen Schulen keinen Platz fand. Es gab nun viele Dörfer, wo alle schulpflichtigen Kinder von ihrer frühesten Jugend an nur die polnische Sprache gehört und infolge- dessen nur diese Sprache redeten und Verstandem Sie wurden jetzt gleich bei der Aufnahme in die Schule in einer Sprache unter- richtet, die ihnen gänzlich fremd war, und durch Lehrpersonen, die sich ausschließlich der deutschen Sprache bedienten. Die bedauernswerten Kleinen verfügten beim Be- ginn des Schulbesuches über einen immerhin reichlichen Wort- schätz aus dem täglichen Sprachgebrauche, der auf etwa 3<1!X> Worte geschätzt wird. Beim Abgang von der Schule war ihr Geist abgestumpft, ihre ehemalige natürliche Denk- weise hatten sie verloren und die prächtige Mutter- spräche war in Vergessenheit geraten. Statt dessen waren ihnen etwa ölXI deutsche Ausdrücke beige- bracht worden, die sie mangelhaft aussprachen und noch mangelhafter gebrauchten. Man wird es verständlich finden, daß es nicht selten geschah, daß die Kinder vergaßen, sich in einer deutschen Schule zu be- finden und sich im Unterricht unwillkürlich des Polnischen be- dienten. Hierfür war eine besonders empfindliche Bestrafung festgesetzt. Keine Gelegenheit wurde verabsäumt, um den Schülern ein, zuprägen, daß die polnische Sprache eine ordinäre und barbarische Sprache sei, während die Kenntnis der beut- sch en Sprache ein Zeichen höherer Bildung bedeute. Un- aufhörlich wurde gelehrt, daß die Polen bis zu dem Tage so- zusagen in Barbarei lebten, da die Deutschen ihnen Kultur brachten." Die„Deutsche Tageszeitung" findet— ganz, wie wir es immer pertreten haben— diese brutale Terrorisierung einer fremden Nationalität schändlich und meint: „Es drängt sich einem unwillkürlich die Frage auf: Erhoben sich denn im Laufeder Jahre Leine P ro test st i m m e n gegen einen solchen, die polnische Sprache in brutaler Weise unter- drückenden Schulunterricht? Gewiß hat es an Pro» .� testen nicht gefehlt, aber sie prallten wirkungslos an den Matz- nahmen der erwähnten Schulkommission ab, die mit eiserner Konsequenz das gesteckte Ziel verfolgte." Dennoch hat dies Vorgehen, wie die„Deutsche Tageszeitung" mit Befriedigung feststellt, die Verdrängung der polnischen Sprache nicht durchsetzen können; im Gegenteil, eine Gegenbewegung setzte schlietzlich ein, deren Erfolge unverkennbar sind:„In wenigen Jahren machte die Bewegung große Fortschritte,... s o d a tz man hoffen kann, daß sie nicht mehr einschlafen wird, bis die polnischen Gebiete wieder in jeder Beziehung zu ihrer Sprache und nationalen Eigenart zurückgekehrt sein werden."-- Es bereitet uns eine wirklich große Befriedigung, die Erkennt- niS in die Bedeutung und Schutzberechtigung der nationalen Eigen- art kleinerer Völkerstämme innerhalb des StaatSganzen auch von so konservativer Seite jetzt anerkannt zu sehen. Allerdings müssen wir nachträglich noch einen kleinen Irrtum richtigstellen, dem wir anheimgefallen sind. ES handelte sich in dem erwähnten Artikel der„Deutschen Tageszeitung" nicht um die polnische Sprache und ihre Unterdrückung durch die pr e u ß i sch e, �sondern um die irische Sprache und ihre Unterdrückung durch die englische Regierung. Aber diese Aeuherlichkeit ist ja sachlich ohne Belang. Die von der„Deutschen Tageszeitung" gemachten grundsätzlichen Darlegungen sind so schlagend, ihre moralische Entrüstung so ehr- lich, daß sie sie doch sicher nicht ins Gegenteil verkehren wird, wenn es sich statt um Iren um Polen handelt. Oder sollte auch hier der„Junker Alexander" zu den klagenden polnischen Bauern schlietzlich sagen: Ja, Bauer, das ist ganz was anderes I polltifchc GcberRcht Russische llnverschämtheite«. Nach den bekannten Vorgängen in Alexandrien, wo der Redakteur des russischen Seemannsorgans„Morjak", Gen. Adamo,witsch, auf Geheiß des russischen Konsuls Petrow auf der Straße verhastet und an Nußland ausge- liefert wurde, kommt nun die Meldung über einen ähnlichen Vorgang in Kairo, bei dem ein Berliner, der In- strukteur Ludwig von der hiesigen Setzmaschinenfabrik „Typograph", dem Ueberfall des russischen Konsuls zum Opfer fiel. In Abwesenheit Ludwigs drang der russische Konsul mit ägyptischen Polizisten in das Hotelzimmer des Deutschen ein, durchsuchte sein Gepäck, verschloß das Zimmer und nahm den Schlüssel mit sich. Bei der Durchsuchung, die natürlich in echt russischer Weise vor sich ging, richtete der Konsul einen Schaden von etwa 1000 M. an. Mau geht wohl mit der Annahme nicht fehl, daß der russische Konsul in dem Gepäck des deutschen Instrukteurs, der für die D�ptien Mail eine Setzmaschine aufstellen sollte, eine„geheime" re- volutionäre Druckerei vermutete, und deshalb, von dem Bei- spiel seines Alexandrier Kollegen angespornt, kurzerhand in das Zimmer des Deutschen einbrach. Er mag wohl auch auf den Beistand des deutschen Konsuls in Kairo gerechnet haben, nachdem der deutsche Konsul in Alexandrien bei der Verhaftung des Russen Adamowitsch eine so unrühmliche Rolle gespiest hatte. Mag nun der Ueberfall in Kairo auch nicht gegluckt sein, so macht er doch die Frage aktuell, ob die europäischen Regierungen den russischchi Konsuln in Aegypten einen Freibrief für die Einbürgerung russischer Zustände verliehen haben? Die„Kapitulationen" in Aegypten sichern den Europäern Schutz vor den Ueber- griffen der türkischen Behörden, aber in letzter Zeit bieten sie den russischen Behörden eine Handhabe nicht nur für die Beseitigung unbequemer russischer Emigranten und ihre Auslieferung an die russischen Henker, sie ermöglichen auch solche Vorgänge wie den Ueberfall auf den Deutschen Lud- wig in Kairo. Wir haben in den letzten Jahren schon die unglaublichsten Zustände in den russischen Botschaften und Konsulaten im Auslande kennen gelernt. Wir sahen die Berliner Spitzel-Exzellenz Harting-Landesen, die Pariser Spitzelzentrale in der russischen Botschaft in Paris, den früheren axent-provoLuteur Degajew als Sekretär des russischen Konsulats in New-Iork. Wir mußten den Zu- stand dulden, daß die russischen Agenten unter dem Schutz der Exterritorialität die schändlichsten Dinge verübten und ihre Umgebung korrumpierten. Nun aber, wo sie vor Ueber- fällen und Einbrüchen in die Wohnungen von Nichtrussen nicht zurückschrecken, müssen Mittel und Wege gefunden werden, um der Gemeingefährlichkeit der russi- schen Regierungsagenten im Auslande end- lich eine Schranke zu fetzen. Die Reichstagswahlen von ISIS nach Ortsgrösten- Klassen. Der 250. Band der Statistik des Deutschen Reichs enthält in mehreren Heften die vom Statistischen Amt des Reiches bearbeiteten Reichstagswahlen von 1912. Im ersten Heft werden tabellarisch die Wahlen von 1907 und 1912 nach den einzelnen Wahlkreisen und nach Staaten und Landesteilen dargelegt. Das zweite Heft bringt die bei der Reichstags- wähl 1912 abgegebenen Stimmen und das Verzeichnis der Abgeordneten, die Bcstanisteile der Wahlkreise und ihre Be- völkerung sowie eine schematische Katte der Wahlkreise. In dem soeben erschienenen dritten Heft werden die Reichstags- Wahlen von 1912 nach Ottsgrößen-Klassen wiedergegeben. Das 125 Seiten in Quartformat starke Heft nebst mehreren Karten kostet ebenso, wie die beiden ersten Hefte je 1 M.(zu beziehen von der Buchhandlung für Staats- und Rechtswissenschaft, Puttkammer u. Mühlbrecht, Berlin). Nach dieser Statistik hatten bei der Reichstagswahl 1912 Sozialdemokratte und militärische Disziplin. Das Erfurter Bluturteil hat wieder einmal die Auf- merkfamkeit des Volkes auf die furchtbare Härte der Militärgerichte gelenkt. Wenn man von sozialdemokratischer Seite die Rechtlosig- keit des gemeinen Soldaten aufheben will; wenn man die barbarische Härte der Strafen zu mildern wünscht, von denen er bedroht ist, erschallt von der Gegenseite immer wieder doS Wort: Disziplin. Aus„Gründen der Disziplin" kann der gemeine Mann nicht mit schützenden Rechten umkleidet werden. Aus „Gründen der Disziplin" mutz die mittelalterliche Härte der Strafen bestehen bleiben. Aus„G runden der Dis- z i p l i n" können nicht einmal die entsetzlichen Soldatenmitzhand- langen radikal ausgerottet werden. Die Disziplin ist die barbarische Gottheit, der alles Menschliche zum Opfer gebracht wird. Fragen wir uns demgegenüber in aller Ruhe: Was soll durch die Disziplin erreicht werden? Es soll erreicht werden, daß die Truppe vor dem Feind den Schrecken des Krieges standhält und sich gut schlägt. Dieser Geist einer aufopfernden Tapferkeit aber wird nie- mals durch barbarische Rechtlosigkeit und durch brutale Strafen erreicht. Die feudale Fuchtel verliert im Ernstfall ihre Macht. Ver- glichen mit den Schrecken des modernen Krieges sinken alle Schrecken der Disziplin zu Nichtigkeiten herab. Die Furcht versagt als Quelle der Disziplin. Der gute Geist einer Truppe vor dem Feind fließt einzig und allein aus der inneren Politik. Nur wenn die Liebe zu einem freien Vaterlande den einzelnen durchpulst, wird er die Furchtbarkeiten des Krieges auf sich nehmen. Wer das gemeinsame Vaterland wohnlich einrichtet; wer bestrebt ist, es zu einer Stätte der Freiheit und des Glücks zu machen; wer seine Politik so ein- richtet, daß das Volk mit seinem Vaterland verwachsen kann, der schafft die Disziplin der Truppe, die im Krieg einzig und allein standhält. In diesem Sinne hat keine Partei so kräftig an der Möglichkeit eines verteidigungsfrohen VolksheereS gearbeitet, wie die Sozial- demokratie. Und niemand hat so gründlich alle Quellen der Disziplin verschüttet wie die Junker. Wenn es wirklich um die Disziplin der Truppen vor dem Feind ginge: die Anträge der Sozialdemokraten auf Schaffung eines freien VolksheereS müßten Gehör finden. Die Unmöglichkeit, den Soldaten mit einer barbarischen Fuchtel in den Kampf zu treiben, würde jedem in die Augen springen. Nun handelt es sich aber bei den feudalen Herrschaften gar nicht um die Disziplin der Truppen vor dem Feinnd. die vielmehr gerade von ihrer Politik vernichtet wird; es handelt sich bei ihnen lediglich um die Disziplin der Truppen vor dem inneren Feind. Wenn der Soldat gezwungen werden soll, auf seine Bäter und Brüder zu schießen, mutz ihm zuvor allerdings jedes Gefühl des eigenen Rechtes genommen worden und die Furcht vor barbarischen Strafen mutz ihn zu der widernatürlichen Handlung treiben. Weil der preuhisch-deutsche Feudalismus das Volksheer der allgemeinen Wehrpflicht in ein Heer gegen das Volk umgefälscht hat, darf an dem heutigen System der sogenannten Disziplin nicht gerüttelt werden. An diesen Tatbestand wollen wir immer wieder erinnern, wenn sie uns mit den Gründen der Disziplin zu kommen belieben. Die nationale Sicherheit wird in diesem Falle von der Sozialdemokratie vertreten, während es den Junkern lediglich um die Sicherung ihrer landeSschädlichen feudalen E e- waltherrschaft zu tun ist. Nun hat aber glücklicherweise die Fälschung des VolksheereS am Volksheer selber seine Grenzen. Ein Heer, das vom Volke selber gebildet wird, wird sich auf die Dauer niemals zu einem Instrument der Volksunterdrückung machen lassen. Je mehr die Köpfe des Volkes revolutioniert werden, um so mehr wer- den eS auch die Köpfe der Soldaten, die aus dem Volk hervorgegangen sinv. Heimatschutz in den deutsche« Kolonien. Unter dieser Ueberschrist findet sich in der soeben erschienenen Nummer des„Kunstwarts" ein interessanter Artikel von Eli- sabeth Kramer-Bannow, in dem nachgewiesen wird, wie die reiche Ursprünglichkeit der Eingeborenen in unseren deutschen Südsee- Kolonien von allerhand banalem Kulturkram vernichtet wird. Aus„sittlichen" Gründen werden ihnen europäische Kleidungs- stücke umgehängt, in denen sie lächerlich wirken; ihre kunstvollen Bauten werden durch schauerliche Wellblechhäuser verdrängt usw. usw. Man kann der Dame, die die Dinge aus eigener Anschauung genau kennt, ihr ästhetisches Bedauern sehr wohl nachfühlen, man wird aber doch etwas befremdet, wenn sie schlietzlich folgende For- derung an unsere Regierung richtet: Die Völker gehen unter durch das rücksichtslose Hineintragen unserer ihnen fremden Kultur und Unkultur. Möchte da die Regierung feste Normen finden, die allen Beamten als Nicht- schnür dienen, damit nicht jeder Neukommende die Matznahmen seines Vorgängers umstoßen kann!� Der Regierungs- beamte soll lernen, seine Schutzbefohlenen zu ver st ehe n, sieunter st ützen in ihren alten Rechten und Sitten, wo diese gut sind, ja diese selbst mit leisem Nach- druck verteidigen gegen unberechtigte Eingriffe von anderer Seite. Die Mission aber möchte ihre höchste und schönste Aufgabe darin finden, in aller Stille und Geduld die Gesinnung des reinen Christentums in den von Dämonenglauben aller Art geplagten Seelen ihrer Pfleglinge zu verbreiten und etwa vorhandene Roheiten gegen Tier und Mensch zu bekämpfen, nicht aber die äußeren Kennzeichen unserer christlichen Kultur ihnen aufprägen." Elisabeth Kramer-Bannow hat offenbar so lange auf den beut- schen Südseeinseln gelebt, daß sie jede Fühlung mit dem gegen- wältigen Deutschen Reiche verloren hat. Was sie hier für die Südseeinsulaner fordert, ist vorläufig noch in Deutschland selber ein unerreichbares Ideal. Weder den Polen, noch den Dänen, noch den E l s a tz- Lothringern werden ihre„alten Rechte und Sitten" gelassen. Man begnügt sich nicht einmal damit, diese„alten Rechte und Sitten" auszurotten, man nimmt den unterworfenen Völkern darüber hinaus auch noch die angeborene Sprache und begeht so die schlimmste seelische Vergewaltigung, die sich überhaupt denken lätzt. Was nun gar die Missionen und Kirchen angeht, sollte die Verfasserin im Grunde wissen, daß ihnen viel mehr an den äußeren Zeichen deS Christentums, als an der„Gesinnung des reinen Christentums" gelegen ist. Wenn diese vortreff- lichen Christen sogar den Massenmord deS modernen Krieges segnen, dürfte es nicht viel Zweck haben, ihnen mit der „Gesinnung des reinen Christentums" und mit einem Kampf gegen Roheiten zu kommen. So anregend darum der Artikel auch ist, so sehr werden wir uns zunächst bemühen müssen, in Deutschland selber ein- zuführen, was hier in schöner Naivität für die Südsee ins»- lauer gefordert wird. Ein Dokument des zweierlei Rechts kü Preußen. Die Bevormundung der Heloten, die Preußen bevölkern, geht bekanntlich so weit, daß Amtsvorsteher und Landrat ihnen genau vorschreiben können, wie oft sie sich öffentlich belustigen dürfen. Dieses Vormundschaftsrecht preuhlscher Amtsvorsteher hat in Wolmirstedt(Prov. Sachsen) ein Dokument zutage gefördert, das wieder einmal schwarz auf weiß doS zweierlei Recht für die „staatSgefährlichen" und die„königStreuen" Preußen feststellt. AlS der Arbeiterradfahrerverein Meinleben Anfang dieses Jahres um die Genehmigung eines Vergnügens nachsuchte, besann sich der zuständige Amtsvorsteher auf sein preußisches Vormundschaftsrecht und schickte dem Vereinsvorstand einen Ukas, in dem es hieß: ... Die Polizeibehörde ist nicht nur berechtigt, vielmehr verpflichtet, nur eine bestimmte Anzahl von Tanznusiken in ihrem Bezirke zuzulassen; sie muß die Verteilung derselben in der Weise vornehmen, daß diejenigen Veranstalter in erster Reihe berücksichtigt werden, welche die meisten Garantien für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung bieten, sie mutz das örtliche Bedürfnis in Betracht ziehen und würdigen. (gez.) v. Helldorf. Diese öffentliche Proklamierung des Vorrechts der„Staats- erhaltenden", die dem Verfassungsparagraphen„Alle Preußen find vor dem Gesetze gleich", direkt inS Gesicht schlägt, ,st nun nicht etwa eine amtSvorsteherliche Willkür, nein, sie ist von den„vorgeordneten Behörden" ausdrücklich bestätigt. Der L a n d r a t zu Kölleda erklärte:„er halte die vom Herrn Amtsvorsteher dargelegten Gründe der Versagung für zu- treffen d". Und auch der weiterhin angerufene Regie- rungSpräsident in Merseburg unterstreicht die offene Benachteiligung und Unterdrückung der Arbeitervereine, indem er jetzt mitteilt:„Nach Prüfung des Sachverhalts habe ich gegen die Entscheidung nichts zu erinnern!!" „Bei uns in Ostelbien machen wir das so."— Und daß die so verkündete Unterdrückung der Arbeitervereine auch praktisch durch- geführt wird, beweist die Tatsache, daß der Amtsvorsteher v. Hell- dorf durch Verfügung vom 27. Juni auch das für den 13. Juli ge- plante Sommerfest des ArbeiterradfahrervereinS wiederum ver- boten hat, weil„mit Rücksicht auf die bereits abgehaltenen und noch abzuhaltenden öffentlichen Lustbarkeiten ein Bedürfnis nicht aner- kannt werden kann". Eine treffende Illustration dazu ist eS, daß dem bürgerlichen Radlerverein für den 6. Juli und dem K r i e g« r v e r« i n für den IS. Juli Sommerfeste genehmigt wnr- den, denn diese Vereine gehören zu denen,„die die meisten Ga- rantien für die Aufr chterhaltung der öffent- lichen Ordnung bieten"; veranstalten sie Vergnügen, so sind öffentliche Arbeitervereinsvergnügen überhaupt aus der Welt geschafft. Und das soll ja durch das zweierlei Recht auch nur erreicht werden._ Gefährdung militärdienstlicher Interessen. Die„Oeffentlichkeit" des Militärgerichtsversahrens wird wieder einmal treffend illustriert durch die Art und Weise, wie das Dresdener Kriegsgericht die Straffache gegen einen Offizier behandelte. Wegen Beleidigung und schweren Ungehorsams,' begangen während der Ausübung des Dienstes, war der Leutnant Beyer. Erzieher beim Kadettenkorps in Dresden, angeklagt. Ohne daß von irgend- einer Seite ein Antrag gestellt wurde, regte der VerhandlungS- führer noch vor Verlesung der Anklageverfügung Ausschluß der Oeffentlichkeit an. Das Gericht beschloß darauf auch sofort, die Oeffentlichkeit wegen angeblicher Gefährdung militärdienstlicher Interessen für die ganz« Dauer der Verhandlung auszuschließen! Die Oeffentlichkeit. die nur aus Vertretern der Presse bestand, mutzte also den Saal räumen. Und dabei bestand die Gefährdung mllitär- dienstlicher Interessen nur darin, daß die strafbaren Handlungen dieses Erziehers gegenüber Zöglingen bekannt geworden wären durch eine öffentliche Verhandlung. Geladen waren 13 Zeugen und drei Sachverständige, darunter zwei Psychiater, die offenbar über die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten Aufschluß geben mußten. Ueber fünf Stunden verhandelte man hinter verschlossenen Türen. Das Urteil lautete auf 2 Tage Gefängnis wegen einfacher Körperver- l e tz u n g, von der Anklage der Beleidigung in drei Fällen und des schweren Ungehorsams erfolgte Freisprechung. Zkach Verkün- dung des Urteils schloß der Verhandlungsführer abermals sofort die Oeffentlichkeit wegen„Gefährdung militärdienstlicher Interessen" aus und be- gründete auch das Urteil hinter verschlossenen Türen, so daß sich die Oeffentlichkeit von den strafbaren Hand- lungen dieses erstklassigen Angeklagten denken kann, was sie will. Und da glaube noch einer dem Kriegsminister, daß die Oeffentlich- keit nur in„ganz dringenden Fällen" ausgeschlossen wird. fratikmch. Tie dreijährige Dienstzeit. Paris, 8. Juli. Kammer. Artikel 18 des Gesetzes über die dreijährige Dienstzeit wurde im ganzen mit 344 gegen 220 Stimmen angenommen. Auf einen Einwand von I a u r d s gegen die Einstellung der Zwanzigjährigen erwiderte Le Härisss, der Borsitzende des Heeresausschusses, der Ausschuß habe diese Frage noch nicht erörtert, doch würde diese Maßregel zweifelsohne die Entlassung der Jahresklassen 1910, 1911 und 1912 nach zwei- jährigem Dienste ermöglichen: sie bezwecke gerade eine rück- wirkende Kraft des neuen Gesetzes entbehrlich zu machen. (Breifall auf der äußersten Linken.) Belgten. Der Kampf gegen die Gewerkschaften. Brüssel, den 7. Juli.(Eig. Ber.) Eine Reihe von Erscheinungen der letzten Zeit zeigen, daß in dem Kampfe der Unternehmer gegen die Gewerkschaften ein System liegt Es ist nicht zu verkennen, daß hier unmittelbare Wirkungen des Generalstreiks vorliegen, wie denn auch die Aus- sperrung der 1400 Wagenbauer sich an diesen anknüpft. Daß in diesem Kampf die Unternehmersolidarität mit einer ganz be- sonderen Deutlichkeit hervortritt, beweist nur, daß eS ftch nicht um einen Schlag gegen die Gewerkschaft vonseiten des einen und andern Unternehmers, sondern um die Durchführung eines Ge- samtwillens handelt. Die Gewerkschaftsbewegung beginnt auch in Belgien eine Macht zu werden und der Generalstreik, bei dem der Willen des organisierten Proletariats so mächtig triumphiert hat, hat dazu beigetragen, die Unternehmer für die Zukunft mit Sorge zu erfüllen.— Seither schallt von allen Seiten das Kampfwort der Unternehmer: Gegen den Terrorismus der Gewerk- schaft. Bestehen die Gewerkschaften auf ihr Vertragsrecht: „Terrorismus". Verlangen sie die Einsetzung des Schieds- gerichts, wie die Wagenbauer:„Terrorismus". Fordern sie Re- spekt ihres Äoalitionsrechts: wiederum„Terrorismus".— So konnte man— und das ist unter den gegebenen Verhältnissen kein Zufall— erst vor kurzem in einem reinen Fabrikanten- und Großindustriellenmilieu dieselbe Losung hören. Sie kam dort aus dem Munde des doktrinär-liberalen Führers H y m a n S, der in einem Atem den Kampf gegen die KircheEund gegen die„Thrannie des Syndikats", natürlich nur des Ar- beitershndikats, predigte. Die„liberalen Unternehmer haben sich denn auch in ihrem Klassen- und Ukrternehmerinstinkt nicht durch kulturkämpferische Phrasen beirren lassen. Beweis, das ungemein brutale Vorgehen des L ü t t i ch e r Unternehmertums, so unter anderen der Stahl- werke von Angleur bei Lültich, die für den Generalstreik Rache üben und mit empörenden Maßregelungen vorgingen. Während des Generalstreiks klang das ja ungemein lyrisch und mensch. lich, als einzelne Unternehmer Kinder von streikenden mit Brot versorgren: es war ja ein politischer Streik, ein Streik, der sich gegen den Klerikalismus wendet»— so hieß es damals. Aber die Lütticher Unternehmer pfeifen auf solche theoretische Unter- schiede und maßregeln und schikanieren in der Praxis ihre Arbeiter und— rächen sich für den politischen Streik— und kühlen ihr Mütchen an den Gewerkschaften. Eine Aussperrung von 200 bis 300 Brüsseler Arbeitern der Hutfabrikation, die morgen beginnt, ist bezeichnend für die eingangs erwähnte Auffassung. Wieder geht es gegen die Gewerk- fchaft. gegen orgnisierte Aroeiter. Wieder zeigt sich eine ostenta- tive, hier durch nichts gerechtfertigte Solidarität der Unternehmer. Zwei Unternehmer haben die Löhne herabgesetzt, und die Arbeiter haben daraufhin die Arbeit eingestellt. Darauf erklärt die Unter- Nehmerorganisation der Gewerkschaftszentrale, daß, wenn Montag bei den beiden Firmen nicht gearbeitet wird, werden am 8. Juli sämtliche Werkstätten gesperrt. Ausnahme wird beziehungsweise nur für jene Arbeiter gemacht, die nicht der Zentrale der Hutmacher angehören— und die sich natürlich dem neuen Tarif fügen. Nebenbei liegt auch hier, wie bei den Karosseriefabrikanten, deren Aussperrungs- und Kampfesmethode die Unternehmer der Hutindustrie sichtlich in- spiriert hat, eine Mißachtung der kontraktlichen Verpflichtungen vor. Aber die Brüsseler Unternehmer sind offenbar der Meinung, daß Kontrakte nur von den Arbeitern respektiert werden müssen. Verlangen diese die Einhaltung, dann heißt es eben„Terrorismus der Gewerkschaft". Italien. Russische Spitzelwirtschast. Rom, den 5. Juli.(Eig. Ber.) Bis jetzt hatten die aus poli- tischen Gründen ausgewanderten Russen in Italien ein ziemlich sicheres Asyl, das nur durch kurze Perioden reaktionärer Wut, in denen die italienische Regierung zu Ausweisungen und anderen Scherereien griff, unterbrochen wurde. Der durch und durch reak- tionäre Geist, der sich der herrschenden Klassen Italiens seit dem Beginn des libyschen Abenteuers bemächtigt hat, scheint nun auch der Verfolgung und Schinderei der russischen Emigranten günstig zu sein. Wladimir B u r z e f f, der sich schon in der von Jaures in der französischen Kammer zur Sprache gebrachten Spitzelaffäre verdient gemacht hat, veröffentlicht nun im Genueser„Lavoro" einen Brief, der die schwersten Anklagen gegen die italienischen Be- Hörden enthält, die es dulden, daß die russische Geheimpolizei ihr Netz über alle von Russen besuchten Orte Italiens ausdehnt. Sie dulden es nicht nur, sondern sie leisten den russischen Schergen auch Handlangerdienste. Der Brief nennt dann die folgenden viex Führer der in Italien wirkenden russischen Geheimpolizei: Krasilni- koff, Jvernisi, Bittard und Durin. Den beiden letzten war es sogar gelungen, sich in eine Freimaurerloge aufnehmen zu lassen, aus der der erste auf Grund von Informationen, die Burzeff geliefert hat, ausgestoßen wurde. Der Brief gibt dann an, daß in zwei Riviera- orten der Postbeamte die Korrespondenz der Russen den russischen Geheimpolizisten zur Einsicht gibt, und daß auf Grund der so er- wordenen Kenntnisse in Rußland bereits schwere Verurteilungen vorgekommen sind. Hauptort der Tätigkeit der Geheimpolizisten ist die Riviera, und alle sind versehen mit einem Empfehlungs- schreiben des Polizeikommissars von Chiavari. Gegen diese Schand- Wirtschaft ruft Burzeff alle anständig denkenden Menschen auf. Hoffentlich verschallt der Ruf nicht ungehört. Eine gewisse Fein» Hörigkeit in solchen Dingen, die früher der italienischen Bourgeoisie Ehre machte, scheint sich in den letzten Jahren verloren zu haben: vielleicht ist der Kanonendonner des Kolonialkrieges daran schuld. jVlarokko. Ein Sturm der Marokkaner auf Elksar. Madridd, 3 Juli. Eine amtliche Mitteilung besagt: Gestern haben 5000 Rebellen Elksar und die spanischen Lager in der Um- gebung der Stadt mit Ungestüm angegriffen. Nach mehrstündigem Kampfe, hauptsächlich auf dem linken Ufer des Ued Lekku, wurde der Feind, der erhebliche Verluste erlitt, zerstreut. Er hinterließ auf dem Schlachtfelde mehr als hundert Tote, und zahlreiche Waffen nebst Munition. Die Spanier verloren einen Unteroffizier und 17 Soldaten an Toten und drei Offiziere und 18 Soldaten an Verwundeten. Das IMlenitreikproblen). IX. In einem Artikel der von einem Teile der Parteipreffe be- nutzten Artikelkorrespondenz des Genossen A. Pannekoek heißt es unter der Spitzmarke:„Flaue Stimmung": „Die ersten großen Massenbewegungen in den Jahren 1003 und 1010 weckten die Besorgnis, sie könnten zu einer Zuspitzung des Kampfes führen, für die das Proletariat noch zu schwach sei und die daher zu einer Niederlage und oem Verlust seiner Er- rungenschaften führen müsse. Daher wurde die Wahlrechts- bewegung eingestellt und der Blick der Massen auf die ungeheure Umwälzung gelenkt, die die Reichstagswahlen bringen würden. Es ist klar, daß diese Abneigung von außerparlamentarischen Massenaktionen notwendig zu parlamentarischen Kompromissen führen muß. Wer nicht die ganze im Proletariat liegende Kraft aufrufen will, und doch direkte Resultate verlangt, wird von selbst dazu getrieben, sie mit Hilfe anderer Parteien zu erstreben. Will der Radikalismus nicht einen wirklich revolutionären Kampf für neue Grundrechte führen, sondern entweoer auf revisionistischem Wege oirekten Erfolgen nachjagen oder einfach passiv abwarten, was die Zeit bringt, so wird er in einer allgemeinen Passivität der Massen die Früchte dieser Taktik ernten. Die Dämpfung des Wahlrechtskampfes, die Ueberschätzung der Ergebnisse der Reichs- tagswahlen, das Stichwahlkompromiß, die theoretische Unklarheit über oie Bedeutung der Massenaktionen,— es gehört alles zu- sammen als eine Politik, deren Wirkung auf die Partei wir jetzt vor uns sehen....... Der Massenstreik ist nicht ein Abenteuer, das in irgendeiner Situation einfach mal zu probieren ist. Er bildet den wichtigsten Teil der revolutionären Methode des Klassenkampfes seihst. Er ist die kräftigste und gewaltigste unter den Aktionsweisen der proletarischen Massen, die in entscheidenoen Augenblicken durch die Macht ihrer Zahl, ihrer klaren Einsicht, ihrer geschlossenen Organi- sation die herrschenden Mächte in wichtigen Lebensfragen zum Nachgeben zu zwingen wissen. Der Wille und die Kraft zu solchen Aktionen können den Massen nicht durch irgendeinen Partei- beschluß, ja nicht einmal durch eine bestimmte Propaganda ein- geblasen werden; sie können nur aufwachsen als Frucht eines an« haltenden prinzipiellen Kampfes, der ihnen die Ueherzeugung, daß es für sie keinen andern Weg mehr gibt, tief in die Seele gebrannt hat, als Frucht einer klaren Einsicht, die ihnen Vertrauen in die eigene Kraft gibt. Diese Vorbedingungen aller Massenaktionen, unter denen der Massenstreik als ihre höchste Steigerung hervor- tritt, entstehen also von selbst aus einer prinzipiellen Kampftaktik, wenn nur der richtige Augenblick da ist. Sie können durch die Partei nicht besonders erzeugt werden; sie können aber durch die Partei in hohem Maße verdorben werden, entweder durch eine falsche Taktik, oder wenn in den Massen das richtige Vertrauen m eine entschiedene Führung durch die Parteileitung erschüttert ist; und dann müssen sie durch die Macht des realen Klassen- kampfes langsam wieder aufgebaut werden. Es ist also jetzt nicht nötig, zu fragen, wo die Massen bleiben. Zuerst muß die Partei sich über ihre eigene Taktik klar werden, klar auch über Wesen und Bedeutung der Massenaktionen. Geht sie den richtigen Weg, dann wird sie auch auf die Massen rechnen können. Die oft geäußerte Furcht, wir können noch keinen Massen- streik machen, weil wir noch nicht alle Arbeiter haben, die nötig sind, die Herrscher von heute zu stürzen— wobei also völlig die Einsicht fehlt, daß dia Massen erst in dem Prozeß dieser Aktionen gesammelt werden können—, beweist, wie sehr Klärung der An- sichten nottut. Nur durch eine solche Klärung wird oie jetzige Depression im Parteileben erfolgreich überwunden werden können." Die„Dresdener Volkszeitung" schreibt: „Nach unserer Auffassung bestehen heute noch zum Teil dieselben, zum Teil andere, aber ebenso triftige Gründe, wie sie Bebel in Mannheim gegen die alsbaldige Jnszenie- rungeines preußischen Massen st reiks vorgeführt hat. Wir setzen dabei voraus, daß es sich für die Befürworter des preußischen Massenstreiks um mehr handeln soll, als um einen bloßen Demonstrationsstreik von etwa Halb« tagsdauer oder von einen: Tag oder auch drei Tagen Dauer, daß es sich vielmehr um eine große, fortdauernde poli- tische Streikbewegung handeln soll, die immer von neuem aufgenommen wird, die bis zum Niederzwingen der geg- nerischen Gewalten geführt werden soll und auf die deshalb alle Aufmerksamkeit und alle Kräfte der Arbeiterbewegung bis zur Erschöpfung"eingestellt werden müßten. Ein kurzfristiger Temon- strationsstreik wäre ein verhältnismäßig leichterer Kampf. Ein solcher Streik würde aber voraussichtlich auch keine besonders große Bedeutung neben den andern zur Verfügung stehenden Kampf- und Demonstrationsmitteln der Arbeiterschaft haben; auch bei seiner Anwendung müßten die Chancen des Gewinns und das Risiko gründlich erwogen werden. Die Vertreter des preußischen Massenstreiks müssen sich oarüber klar sein, daß ihre Forderung. falls sie größere oder entscheidende politische Bedeutung haben soll, über den Demonstrationsstreik hinweg auf einen Kampf abzielt, in dem die deutsche Arbeiterklasse ihre ganze Existenz, ihre ge- samte politische und gewerkschaftliche Organi- sation aufS Spiel setzen müßte. Und, wie gesagt, auf das Wagnis eines solchen Kampfes treffen alle die Gründe, die Bebel in Mannheim angeführt hat, heute noch zu. Wir können auch nicht einsehen, daß die Situation in Preußen gegenwärtig so beschaffen sei, daß ein Kampf bis aufs äußerste, ein Verzweiflungslampf, aufgenommen werden müßte. Gewiß, der Fortschritt in Preußen ist äußerst gering, die letzten LandtagSwahlen haben die preußische Frage kaum um einen Schritt vorwärts gebracht. Aber deswegen können wir die pessimistische Stimmung, die einen Teil unserer preu- ßischen Parteigenossen befallen hat und aus der heraus sie nun eine sehr gewagte Experimentierpolitik vor- schlagen, durchaus nicht als berechtigt anerkennen. Wir sind die letzten, die die Bedeutung der preußischen Wahlrechtsfrage für das ganze Reich unterschätzen. Wir sind weit enfernt, satte Zufriedenheit über den Lauf der gesamten politischen Entwicke- lung in Preußen und Deutschland zu empfinden. Wir sind auch durchaus der Meinung,� daß jeder Vorschlag zum schnelleren Vor- wärtsmarsch ernst geprüft werden soll und daß jeder zu begrüßen ist, der die Partei zu frischem Tatendrang anfeuert. Aber ebenso- wenig halten wir für berechtigt, wenn die Erfolge der deutschen Arbeiterbewegung abgeleugnet und wenn die gegenwärtige politische Situation geradezu als verzweifelt ausgemalt wird. Die preußische Wahlrechtsfrage ist schließlich doch nicht das Ganze der deutschen Politik. Die Partei� ist Jahr um Jahr kräftig vor- wärtö geschritten und es ist unnötig, kleine Rückschläge, wie sie nach großen Wahlerfolgen stets zw verzeichnen waren, allzu tragisch zu nehmen. Die preußische Wahlrechtsfrage kann nicht von ber TageS- oütmung verschwinden. Falls die Regierung bei Wiedereröffnung der Landtagssession keine Wahlreform barlegt, so werden die An- träge der Parteien den Anlaß zu neuen Bewegungen der Masse geben. Es wird zur erneuten und sicherlich verstärkten Anwendung aller zu Gebote stehenden Aktionsmittel, vor allem auch der Straßsndemonstrationen, kommen. Tann kann es sich überhaupt erst zeigen, ob die politische Gesamtsituation und die politische Stimmung in der Bevölkerung sich derartig entwickelt hahen, daß neben den anderen Kampfesmitteln die Einleitung des Massen- streiks ernsthaft in Frage kommen kann....... Nach dem bisherigen Gang der Erörterungen in Parteipresse und Parteiorganisationen ist es selbstverständlich, daß der Partei- vorstand, der Parteiausschuß und die Generalkommission der Gc- werkschaften sich sorgsam mit dieser Frage beschäftigen und an der Klärung des Problems mitarbeiten werden. Auch wenn die leiten- den Körperschaften der Partei und der Gewerkschaften der Ansicht sind, daß ein preußischer Massenstreik in baldiger Zeit nicht in Frage kommt, so ist es doch dringend notwendig, mindestens einen provisorischen Plan der vorbereitenden Maßnahmen zu erwägen und festzustellen, die beim Eintritt einer kritischen politischen Situation getroffen werden müssen. So vm- fehlt wir es halten, ohne dringende Not und ohne Aussicht auf günstigen Ausgang den politischen Massenstreik zu entfesseln, so würden wir es doch als einen nicht minder großen Fehler ansehen, wenn die maßgebenden Instanzen der Arbeiterbewegung nicht schon rechtzeitig eine Verständigung unter sich herbeiführen wür- den über die Schritte, die sic tun müssen, falls die politische Ge- samtsituation die Anwendung des Massenstreiks ermöglicht und bedingt. Die leitenden Körperschaften sollten auch jetzt schon sich nicht in Stillschweigen zurückhalten, sondern an der Klärung der so wichtigen Frage mitwirken und ihre Auffassungen zur Geltung bringen."_ Ol Jugendbewegung» Gegen den Pfadfinderunfug wendet sich der neugebildete Landesausschuß für Jugend» pflege in Sachsen. Auch er will sich der Jugend zwischen Schule und Wehrpflicht annehmen und in„nationaler Jugend- ertüchtigung" mächen, aber er lehnt bemerkenswerterweise den Pfad- fiilderunfug ab. In einer Erklärung, die dieser Landesausschuß für Jugendpflege erläßt, heißt eS: „Als seine engere Aufgabe betrachtet der Landesausschuß nach wie vor die Sorge für die männliche Jugend zwischen Schule und Wehrpflicht und auck gerade in Hinblick auf die Wehrpflicht. Er lehnt aber ausdrücklich jedes Vorgreifen bestimmt m i l i t ä r i- scher Uebungen ab, wie insbesondere das Exerzieren mit Gewehren, die Führung militärischer Titel und dergleichen. Er hat hierüber in der letzten Versammlung seiner über ganz Sachsen verbreiteten Mitglieder einhelkig eine Erklärung beschlossen als Richtschnur für die ihm angeschlossenen Verbände und zur Abwehr von ihm gegenüber erhobenen un- berechtigten Angriffen." Also mit dem Kriegs- und Geländespielunfung der Pfadfinder will dieser Landesausschuß nichts zu tun haben. Er desavouiert damit die neueste Spielart der nationalen Jugendköderung, die mehr und mehr selbst von ihren Freunden verlassen wird. J+ctzU Nachrichten« Landtagsersatzwahl im Fürstentum Lippe. Detmold, 8. Juli.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wärt s".) Bei der Landtagsersatzwahl der 3. Klasse(Stichwahl) hat unser Genosse Kronshage 1263 Stimmen, der Liberale 1416 Stimmen erhalten. Letzterer ist sonach mit konservativer Unterstützung gewählt. Russische Mobilisierung. Krakau, 5. Juli.(P.-C.) Die hiesige Zeitung„Novine" meldet aus Warschau: Im ganzen Militärgouvernement Warschau wurden außerordentliche Anordnungen bezüglich einer Mobilisierung für den 15. d. M. getroffen. Alle auf Urlaub befindlichen �Offiziere wurden einberufen. Die Reservisten des Jahrganges 1007 erhielten Auf- trag, sich am 15. Juli bei ihren Regimentern zu melden. Viele Aerzte der Reserve erhielten den Auftrag, sich bereit zu halten. Pässe nach dem Ausland werden nicht ausgestellt. Der General- gouverneur Skallon, der auf Urlaub weilte, ist vorzeitig zurück» gekehrt. Man bringt seine Rückkehr mit der Mobilisierung in Zu- sammenhang. Auch aus Kiew wird gemeldet, daß ein Mobilisic- rungsbefehl erlassen worden ist.— Die Nachricht ist natürlich mit allem Vorbehalt aufzunehmen, da die genannte Zeitung wenig seriös ist. Militär und Maschinengewehre im Mülhauser Streik. Mülhausen, 8. Juli.(W. T. B.) Der Streik im Mülhauser Nordbahnhof nimmt heute einen ruhigeren Verlauf, auch der un- aufhörliche Regen scheint dazu beigetragen zu haben, daß es zu keinen störenden Ausbrüchen gekommen ist. Heute abend trafen 50 Schutzleute aus Frankfurt hier ein. Das ganze Gebiet westlich des Jll-Hochlauflanals ist militärisch besetzt. Von 4 Uhr nachmittags an patroullieren Jäger zu Pferde und Dragoner in dem dem Streikgebiet angrenzenden Arbeiterviertel. Gegen 8 Uhr wurden die Reiter durch Infanterie abgelost. In der Markthalle bei dem Ablaufkanal sind Maschinengewehre aufge- stellt. Einige junge Burschen wurden wegen Nichtbefolgung militärischer Anordnungen arretiert und konnten ohne jede Störung noch dem Arrestlokal gebracht werden. Die von der bürgerlichen Presse gebrachten Telegramme über die Streikkrawalle sind in üblicher Weise kolossal aufgebauscht. Eisenbahnerausstand in Amerika. New Jork. 8. Juli. Auf einer Konferenz die im Zusammen- hang mit der Ausstandsbewegung bei den östlichen Bahnen von den Vertretern der Bahngesellschaften und der Gewerkschaft der Bahn- angestellten abgehalt'. wurde, wurde angekündigt, daß von 76 683 Bahnschaffnern und anderen Angestellten 04 Proz. für den AnS- stand stimmte«. Die endgültige Entscheidung wird in einer zu Sonnabend einberufenen Versammlung der Angestellten fallen. Abgewiesene Millionenklage. Leipzig. 8. Jjuli.(P.-C.) Die Continentale Tiefbohrgesell- schaft hatte gegen den Hamburgischen Staat eine Klage auf Zahlung von 3 Millionen Marl Fundprämie für Erbohrung der Erdgasquelle von Neuengamme angestrengt. Das Reichsgericht wies heute wie schon vorher das Hanseatische Oberlandesgericht die Klage der Gesellschaft ab. Wieder zwei Flieger tödlich abgestürzt. Würzburg, 8. Juli.(W. T. B.) Heute abend stieg zum Schlüsse eines Volksfestes der Flieger Lendner in Würzburg mit einem Franzosen in einem Zweidecker auf und flog nach dem sogenannten Kugelfang auf dem Exerzierplatz. Dort über- schlug sich das Flugzeug und stürzte zu Boden. Die beiden Insassen wurden noch lebend hervorgezogen, starben aber auf dem Transport ins Krankenhaus. Zugentgleisung. Petersburg, 8. Juli.(W. T. D.) In der Nähe von Saratow ist ein Güterzug entgleist. Elf Wagen wurden zertrümmert. Drei Mann vom Zugpersonal worden grtötetz sieben verwundet. 1 HpHttr«MUH 6. Bfliner BeiMapaireis. Am Sonntag, den 13. Juli 1913, im Etablissement„Schloß Weißensee": U Sommerfest U bestehend in Konzert, Massengesang, turnerischen und sportlichen Vorführungen, Feuerwerk und Volksbelustigungen. Mitwirkende: Zwei Musikkapellen, Gesangvereine des Arbeiter-Sängerbundes, Schwimmer, Athleten, Freie Turner und Spezialitäten. In den Sälen: Tanz. Auf der Wiese Kinderspiele unter Leitung bewährter Fachleute.— Die KafTeehüche ist von 2 bis 6 Uhr nachmittags geöffnet. ÄDlang mittags 12 Iflir. Billett im Vorverkaul 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Programmhefte gratis. Jedes Kind erhält am Eingang 2 Bons, einer wird gegen eine Stocklaterne umgetauscht, der andere gilt zur Benutzung des Karussells,— Fahrverbindung mit den Linien: 59, 60, 61, 62, 72, 73 sowie mit der Stadt- und Bin»bahn(Nordring). 228115* Heute Mittwoch, den 9. 3ui, abends 8% Uhr, GM Witze Milcmchumlmg der in Kerlin nrbeilenden Wähler des Wahlkreises Zaueti- Beizig- Jüterbog- Luckenwalde in den Jndustrie-Festsälen, Beuthstr. 20/21 lgroßer Saal). Tagesordnung: i Der Kampf gegen den schwarz-blauen Block. Referent: Lmidtagsabgeordneter XlSinrivI» Ströbel. 2. Freie Aussprache. 196/18* Genossen! Weist überall auf diese Versammlung hin! Sorgt dafür, daß kein Wähler am lÄ. Juli der Wahl fern bleibt! Sorgt dadurch mit für den Sieg der Sozialdemokratie! .Dzm, so�laiaeniolirntl«?!»« Wahlkomltee. I. A.: H.Jahn, Luckenwalde. Orts- Krankenkaffe der Kürschner und verwandt. Gewerbe zu Berlin. Dienstag, den 13. Juli 1913, abends 81/.. Uhr, in den Musiker- Sälen, Kaiser-Wilhelm-Stratze ISm: Außerordentliche General-Versammlung der Delegierten. Tagesordnung: 1. Entscheidung des König!. Ober- versicherungsamts, betreffend die Nichtzulassung unserer Kasse als be« sondere Orts-Krankeniasse. 2. Antrag von vier Angestellten zum Borstands- beschluff vom 2. Mai er. betreffend die Gehaltsregulierung. In Anbetracht der wichtigen Tages- ordnung wird um pünktliches Er- scheinen dringend ersucht. VM- Die zugesandte Einladung legitimiert? obne dieselbe kein Einlast. 273/19 Der Vorstund. C. Friste. Vorsitzender. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Achtung! Verwnltnng: Berlin. ' Schipmmachep! Tonncrstag, den 10. Juli, abends 8 Uhr, im Marinehaus, Brandenburger Ufer: Gr. Versammlung aller in der Schirmindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. 85/13 Taßcsorduulig: 1. Vortrag mit Lichtbildern:„Die mo- derne Arbeiterbewegung", Referent: Genosse Br. Stephan. L.�'Krattchettangclcgenhcik'kn.. Achtung! Achtung! Einsetzer. Die Bezirkssitznngen finde» am Donnerstag, den 10. Juli, abends in den bekannten Lokalen statt. Die Ortsvemnltunx. Verband der 8at!ier u. Portefeuiller —, Ortsverwaltung Berlin.- Achtung! Achtang! LinoletimBeger, Teppichnäher! Donnerstag, den 10. Juli 1013, abends 8'/z Uhr, bei Weihnacht, Grünstraße 21: Werorlientl. Versammlung ■ Tagcs-Ordnung:— T. Die Zlufstellung der Forderungen zu unserer diesjährigen Darisbewegung. 2. Branchenangelegenhetten. Das vollzählige Erscheinen der Mitgliedes: erwartet �57/1»le Brnnehenleltnng. Haben Sie Sloft? Jeh fertige davon Anzug od. Paletot nach AI ass, schick, dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Laban Neue Promenade 8y II.(Stadtb. Bors.) i?) V Möbelfabrik„Fortuna". Eiugetr. Genossensch, m. beschr. Hastpfl. Berichtigung. Die Haftsumme beträgt nicht 225(1,— SD!., sondern 4500,— M. Der Vorstand. 106/1 Gustav Berger. Fritz Wolff. Otto Schroepp. Obeater. Mittwoch, den 9. Juli 1913. Ansang 71/, Uhr. Prater. Das Bummelmädchen. Ansang 7-/, Uhr. Kroll-Lper. Die Meiitcrfinger von Nürnberg. Antang 8 Ubr. Ilrania. Im Lande der Mitten nachtssonne. Schiller O. Undine. Kleines. Prosessor Bernhard!. Berliner. Filmzauber. Tbalia. Pupvchen. Metropol. Die Kino-Königin. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8'/. Uhr. Komödienhaus. Wohnungen. Friedr.- Wilb. Buehhandlung Vorwärts Lindenstr. 69(Laden) insichtskarten vom Riesengebirge, Harz, Sächsische Schweiz, Dresden, Berlin in reicher Auswahl. Stück 5 Pf, Brauerei Friedrichshain Am Königstor. jeden Dienstag- Oel.: Ernst Uebing. und Donnerstagnachmittag: Kaffee-frei-Vorstellung der Xorddentschen und Apollo• 8änger ei freiem Entree. Freitags: Frei-Konzert. Hochhcrrschaftliche Schauspielhaus. Das Farmermädchen. Lustspielhaus. Der lustige Kakadu. Rose. Tagebuch einer Verlorenen. Luisen. Die Allwördens. Falles Eaprice. Ein Pechvogel. Die Krampssache. Ansang 8'/, Ubr. Deutsches. Die Schiffbrüchigen. Deutsches Schauspielhaus. Eine Vergangenheit. Theater am Nollendorfplast. Der Mann mit der grünen Maske. Ansang 9 Ubr. Admiralspalast. Eisballett: Flirt in St. Moritz. Sternwarte» Jnvalidenstr. 57—62. Schiller-ItiEater 0. Wallner-Theater. (Sachse- Oper.) Heute abends 8 Uhr: Undine. Berliner Theater. s uhr: Filmzauber. Dentsches Schauspieihans S'/j Uhr: Eine Bergangcnheit. »«»»»»»G« »• •••••« / Um mein grosses Lager in Herren-Hoden zu räumen, habe Ich die Preise bis zu V/ herabgesetzt. Trotzd. /O bleibt d.wöchentliche Teilzahlung von � hf3rl( an bestehen. Julius Fabian Schneidermeister I. Geschäft: II. Geschält: III. Geschäft: 6r. Frsnhfurtei1 Str. 37 Turmstrasse 18'*«(•■*• Kottbuser Sir. 14-»g. l• ••• Garbat Qualität i 300 Mark m,i* Anzahl, an vcrk. Parz. von 2000 M. an. 10 Pf.-Tour elektr. Bahn. Linie 161. Hohenschönhausen, Hauptstr. 17, Hf. Pt. Kroll-Oper 7-,, Uhr: Die Meistersinger von Nürnberg. (Gastspiel: Alois Pennarini.) Donnerstag: Cavalleria mstieaiia Theater amKoltendorlplatz Täglich a'/j Uhr: Burleske Sviele. Der Mann mit der grünen Maske Auffcrdem: Das erslkiassige Variatzprogramm und Kino. OSE=THEATE| Grotze Frankiurter Str. 132. llnsembl.-Gastsp.Dedak-Lutz Isgeblicb einer seckreiieii. Slnsang S'l, Uhr. Auf der Gartenbühne: Achtung! Es geht los! Ansang A'/j Uhr. Eintritt 1 mark, von 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Passage-Ranoptikom Der persisehe Augenfakir in seinen fanat. Derwisch- Martern (hebt u. a. mit den Augen schwere Gewichte). 3 Schwestern Liliput, die kleinst Sohwest der Welt. BF- Alles lebend! Ohne Extra-Entree! Ißetropol-Tbeater. Abend? 8 Uhr: Die Kino-Königin. Operette in 3 Akten von JuL Freund und G. Okonkowski. Musik von«fean Gilbert. In Szene gesetzt v. Dir. Rich. Schultz. VoUlssartan- Theater. Badstr. 8 und Bellermannstr. 20/25, Mittwoch, den 9. Juli: 8. Sonder-Borstellung. ElllgtucklicherFmilikuvattt Lustspiel in 3 Auszügen. hierauf: Die hervorragenden Juli» laricte-Attrakttonen. Ansang 4 Uhr. Stadt-Tlieater Alt-Moabit 47/48. I. Gala-Elite-Abend. Muttersegen. Steuerfreie Preise. Ans. 7 Uhr. Reichshatten-Theater Stettiner Sänger. Burleske von Meysel. Anfang 8 Uhr. V oigt- Theater Badstraste 58. Jeden Mittwoch: Elitetag. Gewonnene Herzen. Volksstück mit Gesang und Tanz in 3 Akten von H. Müller. Vollständig neue Spezialitäten. Kassenöffn. 10 Uhr. Ansang 4'/, Uhr. �.ÄmZralspalast Ein z. Eispalast der HVelt mit prunkvollen Eisballetten. Angenehm kühler Aufenthalt. Allabendlich Flirt in St. Moritz. Bis 6 Uhr und von 10*/, Uhr halbe Kassenpreise. Reue Welt. Arnold Scholz. Hasenheide 108/114. Heute Mittwoch, den 9. Juli 1913: 1. Großes Ernte-Fest verbunden mit Gratisverlosung I.Hauptgewinn füi-Knahen|(vstl/lono IThr und Mädchen je 1 gWUcnc Ufir. Großer Ernte-Umzug, Bonbonregen, Fackelzug. Anfang 4 Ehr. Entree 15 Pf. Voranzeige! Donnerstag, den 10. Juli: Großes BrüIantsFeuerwerk. Fort mit Waschbrett un4 Bürste! Sie schaden damit nur Ihrer Wäsche. Viel bequemer, billiger und besser waschen Sie mit Persil. Die Wäsche wird damit blendend weiss, frisch und duftig wie auf dem Rasen gebleicht. (Jeberall«rhältlich, nie lose, nur in Original-PaUelen. HENKEL& Co.. DÜSSELDORF. HpflkerS Bleich-Socka Auch Fabrikanten dtr allbelieblen_ jBeranttD.Rebafteifr: Albert Wachs, Berlw. In /eratenteil verantw.: xd.Glvlte.Berl'll. Druck».Verlag: VorwärtsBuchvr.u. verlagsanstast KauISingerä: Co.,Berlin SW. Hierzu 2 iöeilage» u. Unterhaltung»». Sr. 172. 80. Iahrgaug. 1. Stilugt des Jotniiirls" Krlim loMIntt Mittwoch, 9. Iitli 1918. GewcrhfcbaftUcbes. Die Kämpfe in der GoldCtadt London, 7. Juli.(Eig. 23er.) Die Nachrichten aus Transvaal erinnern lebhaft an die Meldungen, die zur Zeit der Reformbewegung in der Buren- republik und später und unmittelbar vor dem Burenkrieae in London einliefen. Nur sind diesmal die Bergarbeiter nicht die armen unterdrückten Heloten, denen die Burenoligarchie das Leben unerträglich macht, sondern ein„räuberisches Gesindel", eine„anarchistische Meute" und was sonst noch. Die Arbeiter- Haben mit dem Regierungswechsel in Transvaal ein schlechtes Geschäft gemacht. Die mächtigen Grubenmagnaten, deren Familiengeschichte meist mit einem Mord oder einem anderen großen Verbrechen seinen Anfang nahm, haben sich nicht gescheut, ihre früheren politischen Bundesgenossen durch das englische Militär niederschießen zu lassen. Wie viele Arbeiter ums Leben gekommen sind, steht noch nicht fest. Es heißt, daß in den Kämpfen, du? Sonnabend und Freitag in den Straßen Johannesburgs statt- gefunden haben. 2/0 Personen getötet und verwundet worden sind. Die offizielle Zurückhaltung läßt befürchten, daß das Blutbad noch größer gewesen ist. Wie es zu diesem furcht- baren Blutvergieß-m gekommen ist. läßt sich genau noch nicht feststellen. Sicher aber ist. daß die Goldgrubenbesitzer und ihre Presse darauf hingearbeitet haben. Als es in der vorigen Woche klar wurde, daß sich die Bergarbeiter in immer größeren Scharen ihren streikenden Kameraden von der Kleinfonteingrube anschlössen, daß der für den Freitag proklamierte Generalstreik wirklich ausbrechen würde, erhoben die Grubenbesitzer in ihrer Presse den Schrei nach Polizei und Militär. Sie versicherten, daß in dem Goldgrubengebiete eine wahre Schreckensherrschaft bestehe, obwohl sie zur Rechtfertigung ihrer Angabe nur einzelne Be- richte über Reibereien angeben konnten, wie sie bei den meisten Streiks, und nicht allein bei Streiks, häufig vorkommen. Gleichzeitig machten sie auch der Regierung des Generals B o t h a die schwersten Vorwürfe, weil sich ihnen diese nicht sofort zu Diensten stellet. Erst mit der Abreise des General- gouverneurs Lord Gladstone nach dem Streikgebiet scheint die Regierung willfähiger geworden zu sein. Daß auch die Bergarbeiter der Ansicht sind, daß die Grubenbesitzer für die Niedermetzelung ihrer Kameraden verantwortlich sind, beweist die Wut der Volksmassen die sich gegen die Klubs der Goldkönige und die Gebäude ihrer Presse richtete. Vielleicht wird es Wochen dauern, ehe wir aus dem Munde unserer südafrikanischen Genossen den wahren Sachverhalt erfahren. Aber so viel steht schon fest, daß die Arbeiter in Johannesburg, wie aus einem Telegramm der Johannes- burger Maschinenbauer an den Londoner Hauptvorstand der Gewerkschaft hervorgeht, das Eingreifen des englischen Militärs als in kaltem Blute an der Arbeiterschaft verübte Morde be- trachtet. Schon vor dem Freitag kam die Regierung den Gruben- Herren entgegen, indem sie nach einem Gesetz, das aus dem Jahre 189-4 stammt und damals von der Burenregierung gegen die kapitalistischen Verschwörer gerichtet war, alle Versammlungen von mehr als sechs Personen untersagte. Man wollte offenbar die Abhaltung von Streikversammlungen unmöglich machen. Aber die große Versammlung, die Freitag in Johannesburg stattsaab, scheint man zuerst erlaubt zu haben, um sie in letzter Stunde zu verbieten. Klar ist nur. daß die Polizei die Versammlung mit Knüppeln auseinandertrieb und daß von dieser Stunde an die Unruhen ausbrachen, die am Sonntag ihre Fortsetzung fanden. War dieses Vorgehen der Behörden Zufall oder Verräterei? Jedenfalls' schuf man, indem man die Versammlung zuerst genehmigte und dann in letzter Stunde untersagte, eine günstige Situation, um gegen die streikenden Arbeiter gewalttätig vorgehen zu können. Wenn diese Auffassung unter den Volksmassen herrschte, so kann man sich ihre Erbitterung leicht erklären, dann kann man auch verstehen, daß selbst die Erklärung des Standrechts am Sonnabend der Wut des Volkes nicht Abbruch tun konnte. Man schreibt es dem General- gouverneur Lord G l a d st o n e zu, daß englisches Militär gegen die Volksmassen verwendet wurde. Das mußte man auch von diesem Menschen erwarten, der seine Würde lediglich seinem Namen verdankt und den man wegen seiner phänome- nalen Dummheit seines Ministerpostens entheben und nach Südafrika schicken mußte. Schon verlangen die Arbeiter der südafrikanischen Städte die Abberufung dieses Herrn und ihr Protest imrd zweifelsohne in den Reihen des Proletariats Großbritanniens einen lauten Wiederhall finden. Wenn nicht die liberale Regierung Großbritanniens bei den Arbeiter- massen das letzte bißchen Respekt verlieren will, so wird sie mit diesem ungeratenen Sprößling ihres Parteiheiligen ernst ins Gericht gehen. Die Friedensbedingungen, die Sonnabend von dem Premier- minister B o t h a, dem Landesverteidigungsminister S m u t s und den leitenden Personen unter den Grubenbesitzern ent- warfen und von den Streikführern anerkannt worden sind, lauten: Der Streik wird sofort als beendet erklärt; die Streikenden kehren nach ihren Häusern zurück; alle weiteren Ruhestörungen hören auf und kein weiteres Eigentum wird zerstört. Die Streikenden der Grube New Kleinfontein werden wieder eingestellt und die Regierung gewährt den Streikbrechern, die in keiner Weise geschädigt werden dürfen, passende Entschädigung. Die Streikenden anderer Gruben kehrer zu ihrer Arbeit zurück und werden wieder eingestellt in dem Maße, wie der Betrieb in ihren Gruben wieder aufgenommen wird; es werden keinerlei Maßregelungen stattfinden. Den Vertretern der Arbeiter steht es frei, irgendwelche andere Beschwerden der Regierung vorzulegen, die sie untersuchen wird. Der letzte Passus enthält die erste Andeutung, daß auch „andere Beschwerden" vorliegen als die Entlassung der fünf Handwerker auf der Grube Kleinfontein. Schon im vor- hergehenden Bericht wiesen wir darauf hin, daß die Auf- regung unter den Bergarbeitern tiefere Ursachen habe als die angegebenen. Die Nachrichten aus der Goldstadt sind samt und sonders im Interesse der Gold- grubenbesitzer redigiert. Aber allmählich sickert die Wahrheit doch durch. Es wird in London jetzt angegeben, daß die Goldgräber Transvaals folgendes Reformprogramm aufgestellt haben, das die Natur ihrer furchtbar ungesunden Arbeit kennzeichnet: Jedes menschliche Wesen mutz die Grube verlassen haben, ehe ein einziger Schuß abgefeuert wird; die Schüsse müssen durch Elektrizität abgefeuert werden, und zwar nicht notwendigerweise alle zugleich. In den zwölf Stunden nach jeder Sprengung darf kein Mensch in die Grube zurückkehren; während dieser Zeit muß durch die Bewetterung jedes Teilchen Luft in der Grube erneuert werden. Die Akkordarbeit muß abgeschafft und die Achtstunden- schicht eingeführt werden. „Nicht weniger als 100(10 Menschen sterben in diesen Gruben jedes Jahr, Menschen, die in der Blüte ihres Lebens standen und in bester Gesundheit waren," hat ein südafrika- nischer Minister erklärt. Der feine Staub, den das furchtbar harte Gestein der Gruben erzeugt, zerstört in kurzer Zeit die Lungen der Bergarbeiter, so daß auch die kräftigsten Menschen bald eingehen. 4300 weiße Bergarbeiter ziehen sich in Trans- vaal jährlich die Schwindsucht zu. Nach den Angaben eines Korrespondenten des„Daily Citizen" verdient der Bergarbeiter dort im Durchschnitt fünfundzwanzig Pfund den Monat(500 M.); aber die Lebensbedürfnisse sind zweieinhalbmal so teuer als in England. Kupfermünzen oder— wie wir auf dem Festlande sagen würden— Nickelmünzen sind überhaupt nicht im Umlauf. Die kleinste Sache kostet gleich eine Silbermünze. Ein Glas Bier kostet zum Beispiel einen halben Schilling. Dabei gibt es nicht be- ständig Arbeit. Die Arbeiter werden von den Gruben- Verwaltungen wie Heloten behandelt. Die Unternehmer führen schwarze Listen. Die persönliche Freiheit des Menschen wird nicht geachtet. Ein verheirateter Arbeiter kann froh sein, wenn es ihm gestattet ivird, mit seiner Frau außerhalb der elenden Werkshütten zu ivohnen. Der Unverheiratete muß in einer kleinen aus Holz und Eisen gebauten Bude ohne Ofen hausen. Die Geheimpolizisten der Gesellschaften sind den Arbeitern stets auf den Fersen und bieten ihnen Stücke unverarbeitetes Gold an, um sie in Versuchung zu führen. An der Hand dieser Schilderungen kann man sich leicht die Stimmung ausmalen, die die Bergknappen am Rand beherrschen muß.__ Berlin und Umgegend. Wie wird der Tarif i» der Fantasiewestenbranche eingehalten? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Montag eine Versammlung der Fantasielvestenarbeiter und-Arbeiterinnen, in der K r i e n k e vom Schneiderverband referierte. In der Branche besteht ein Tarif, dem 19 Firmen angeschlossen sind. Trotz dieses Tarifs sind aber fortwährend Differenzen zu verzeichnen, da die Arbeitgeber die un- günstige Konjunktur ausnützen und die Preise herabdrücken. Zum Teil geben sie dies ganz offen zu. So erklärte u. a. der Arbeitgeber Vesser, daß er die Ätaßwesten in Zukunft den Arbeitern als.Lagerwesten" übergeben und so den Tarif umgehen loerde. Als ihm der Verbandsvertreter sagte, daß die Arbeiter sich die tariflichen Löhne dann gerichtlich erzwingen müßten, er- widerte der Herr:„Ich lasse es drauf ankommen; gutwillig zahle ich die hohen Preise nicht. Es bieten sich jeden Tag genug Arbeiter und Arbeiterinnen an, die zu jedem Preise arbeiten wollen." Zu- letzt meinte Herr L e f s e r noch, daß er allen Differenzen auS dem Wege gehen werde durch Einstellung von Zwischenmeistern. Es wurden in der Versammlung noch eine ganze Reihe von Tarifbrüchen mitgeteilt. Wenn die Unternehmer aber'glauben, daß sie einen abge- schlossenen Tarif ohne weiteres brechen können, so werden die Arbeiter Mittel und Wege finden, wie dem Tarif Geltung verschafft werden kann._ Gastwirtsgehilfen! Zu den Differenzen im Happoldt-Aus- s ch a n k Hasenheide 32-38 ist mitzuteilen, daß Verhandlungen seitens der Betriebsleitung nachgesucht wurden und diese am Donnerstag stattfinden sollen. Ueber das Resultat der Verhandlungen werden wir berichten. Verband der GastwirtSgehilsen. Deutfcbcs Reich. Es geht auch anders. Wenn die Arbeiter gezwungen find, Forderungen zu stellen und diese letzten Endes vermittelst des Streiks durchzusetzen, klagen die Unternehmer fast stets, daß sie nicht in der Lage sind, den Forde- rungen der Arbeiter nachzukommen; sie würden ruiniert, sie geben bar Geld dabei zu, sie müssen ihre Betriebe schließen. Wie wenig berechtigt solche Klagen sind, zeigt wieder folgender Fall: Bei der Firma A. W a g c n c r in K ü st r i n streiken bereits in der zweiten Woche die Former und Gießcreiarbciter. Die Firma hatte für die Putzerci ein Saitdstrahlgcbläse eingerichtet und vcr- kürzte daraufhin die Akkordpreisc der Putzer kurzerhand um 33 Proz. Obgleich die Einrichtung nur mangclbaft funktionierte und der Nutzen für die Putzer ein geringer war, wollten sie sich einen Abzug von 16—18 Proz. gefallen lassen. Der von der Firma festgesetzte Abzug bedeutete aber für die Arbeiter einen wöchentlichen Lohnaus» fall von 3—4 M. Auch bei den Formern wurden Abzüge gemacht, wie sie sonst wohl nirgends in dieser Form und Höhe üblich sind. Auf mehrmaliges Vorstelligwcrdcn der Arbeiter gab die Firma die Antwort, es müsse bei dem Abzug von 33 Proz. bleiben. Auch dem Vertreter der Organisation wurde die gleiche Antwort. Die unaus- bleibliche Folge war der Streik.— Seit Donnerstag hat die Firma nun eine Arbcitswilligcnkolonne aus Berlin engagiert. �Ein Former und Agent Karl B o>,(früher in Berlin, Landsberger Straße wohn- hast) soll der Häuptling dieser Kolonne sein, deren Mitglieder sind u. a. die in Formerkreiscn bekannten Zcterbcrg und Karl K o ch. Nun beachte man die Bedingungen, welche die Firma init den Arbeitswilligen eingegangen ist: Die st r ei k b r e ch c nd e n Former erhalten pro Woche 49 M, die Kernmacher und Putzer 36 M. und die Hilfsarbeiter 36 M. Lohn. Dazu freie Kost und Logis, sowie täglich drei Flaschen Bier. An den Gicßtagen werden außerdem noch auf Fabriksunkosten zwei Kasten Bier spendiert. Die Bckösti- gung ist nach den der Metallarbeiterorganisation vorgelegten Proben ganz vorzüglich. Die Streikenden mutzten erklären, daß sie sich solches Frühstück, wie die Firma den Arbeitswilligen liefert, nicht kleines feuiUeron Die Kartoffeln. Ich las eines dieser patriotischen Bücher, die das deutsche Heer— und wollte man ihnen glauben, so bedeute das schon Deutschland— einer genauere» Betrachtung unterziehen. Da stand auch eine historische Erinnerung, die es wert ist, daß wir sie uns genauer besehen. Bei der Belagerung von Paris 1876, erzählt der Autor, haben sich die feindlichen Vorposten ganz gut gestanden. Man schoß durchaus nicht immer aufeinander, o nein! Es kam zum Beispiel vor, daß man sich— mit Kartoffeln aushalf. Meistens werden es ja die Deutschen gewesen sein, die den Retter in der Not gcniacht haben, aber einmal näherte sich ein französischer Trupp von ein paar Mann, die Deutschen nahmen die Gewehre hoch, da sagte jemand auf Deutsch:„Nicht schießen! Wir schießen auch nicht!" und man begann sich wegen auszutauschender Getränke zu verständigen. Was liegt hier vor? Ich meine nicht die juristische Seite: man könnte da von Hochverrat sprechen, und tatsächlich untersagte nach- her ein Armeebefehl diese Annäherungen aufs Schärffte. Aber was ging hier Wichtigeres vor sich? Doch offenbar eine Diskreditierung des Krieges. Denn es ist nicht anzunehmen, daß Pflichtvergessene beider Parteien hier böse Dinge inszenierten. Es waren sicher Familienväter, Arbeiter, Landlcute, die man in einen farbigen Rock gesteckt hatte, mit der Weisung, aus anders- farbige zu schießen. Warum schössen sie nicht? Offenbar war doch der Nationalhaß, der Zorn, der angeblich das ganze deutsche Volk auf die Beine rief, nicht mehr so groß, wie damals Unter den Linden, als es noch nickt galt, aus seine Mitmenschen zu schießen. Damals hatte mancher mitgebrüllt, weil- alle brüllten, und�das verpflichtete auch zu nichts. Aber hier waren Leute, die einen Sommer und einen Winter lang an den eigenen Leibern erfahren hatten, was das heißt: Töten, und was das Heißt: Hungern. Und da verschwand der„tief einge- wurzelte Haß", und man aß gemeinsam Kartoffeln... Dieselben Kartoffeln. Dieselben Kapitalisten. Aber andere Röcke. Das ist der Krieg! DaS Deutsche Dorf. Am stillen, malerischen Gördensee bei Brandenburg a. H. soll ein Freilichtmuseum erstehen, das das deutsche Torf zur Anschauung bringen soll. Einer Denkschrift des werbenden Nationalkomitecs entnehmen wir folgendes: Alle Arten von Bauernhäusern aus Ost und West, aus Nord und Süd des llieiches ivebden hier in ihrer Eigenart vertreten sein. Durch ge- schickte Anlage und durch Äaumgruppcn getrennt, bildet jedes Ge- Höst ein abgeschlossenes Ganzes; die Inneneinrichtung soll uns die Lebensloeise unserer Ältvorderen vor Augen führen, so daß das Ganze ein„lebenswahres Kulturbild" bietet. Invaliden in alter Bauerntracht sollen die Häuser beauffichtigen. Nach landschaftlichen, kunstgeschichtlichen und geographischen Gesichtspunkten soll die Grup- Pierung der Häuser erfolgen: hier die niedersächsischen Hausthpen, auf der anderen Seite die ostelbischen Häuser, in der Mitte die mittel- und süddeutschen Häuser, weiterhin die Häuser der Alpen- länder; das märkische Dorf macht den Schluß. Die schmucklosen Häuserchen werden sich um die mit alten Linden bestandene Dorf- aue gruppieren, und die gedrungene, aus Findlingen erbaute Dorf- kirche, mit ihrem massigen Turm, überschaut diese kleine Welt. Auch die alte dörfliche Kunst und Gewerbetüchtigkeit darf in diesem„Deutschen Dorf" nicht fehlen: im schlesischen Hause wird die weltberühmte Tätigkeit der schlesischen Weber eine Stätte finden, im Schwarzwaldhaus sehen wir einen Uhrmacher aus der Zeit der „Wäldleruhren" bei der Arbeit, im oberbayerischen Haus kann man die künstlerische Gewandtheit des Holzschnitzers bewundern, in einem kassubischen Hause wird Kunstflechterei ausgeübt, dem thürin- gisch-fränkischen Hause ist eine Töpferei angegliedert usw. Ein idealeres Gelände wie das von Brandenburg am stim- mungsvollen Gördensee zur Verfügung gestellte war für das Werk kaum zu finden: Wasser, Wiese, Kiefer- und Laubwald, darunter mächtige, vielhundertjährige Eichen, Buschwerk und Hecken, Erlen, Birken und Weiden bieten den Bauernhäusern den geeigneten Rahmen. Ter Plan hat ja etwas Verlockendes, ein gut Stück deutscher Arbeit könnte in dem deutschen Dorfe dargestellt werden, und der Kulturhistoriker wie der Laie könnte aus seine Kosten kommen. Nur liegt die Gefahr vor, daß Schönfärberei und patriotischer Sport dabei das Bild der Wirklichkeit verrücken. Die Stadt des Goldes.„Am Golde hängt, nach Golde drängt doch alles"— aus keine Sicdelung, auf keine Gesellschaft der be- wohnten Erde trifft dies viclzitiertc Goethcwort so zu, wie aus die Stadt, die hoch über den Schätzen des Witwaterrandes entstanden ist: auf Johannesburg. Wenn man sich Johannesburg mit der Bahn nähert, so wird man durch die Bilder, die das Land bietet, etwa an die Szenerien unseres gewaltigen rheinisch-westfälischen Jndustriebezirkes erinnert. Durch eine wellige Ebene, die von großen dunklen Baumgruppcn angenehm belebt ist, rollt der Zug dahin, bis etwa zwanzig englische Meilen vor Johannesburg die Ricsenschornstoinc anzurücken beginnen. Und nun ändert sich das Bild mit einem Schlage: die Erde ist aufgerissen, zerfleischt, zer- stört, sie zeigt klaffende rote Narben. Traurige Dörfer aus Zinn- Hütten und schmutzige Ansicdlungen von Schwarzen erhöhen den trostlosen Eindruck. Und überall sieht man gewaltige Haufen pul- verisicrtcn Felsens, die im Sonnenglanzc weiß wie Schnee funkeln, flache, weiche Gebirge, die fortwährend wachsen— außer da, wo man sie zur Ausfüllung verlassener Bergwerke verwendet. Welch ein Gegensatz! Erst das friedliche Land, dem die Kultur bereits tiefere Spuren ausgedrückt hat, stille Bachläuse von Weiden be- gleitet, ruhig weidende Kuhherden— und nun dies wüste, wilde, grausig-großartige Schlachtfeld.... Aber der Eindruck ändert sich, wenn der Zug erst in den Bahn- hos von Johannesburg eingelaufen ist. Das ist ein stattliches Ge- bände, an dem sogleich zu erkennen ist, daß das Johannesburg von heute bei weitem nicht mehr die primitive Goldgräbcrsiedclung von einst ist. Ein reges Gewimmel von Weißen und Negern, von Hindus und Malaien belebt den Bahnhof, und wenn man dann in die Stadt selbst eintritt, so empfindet man den Vorteil ihrer Lage: -hoch über dem Rande ward sie von der Industrie nicht so durch- fressen wie manche unserer Städte im Jndustrierevier. Man sieht sich hier in einer Hochmodernen Stadt, der modernsten Großstadt von Südafrika, die, nachdem sie ihre ersten wilden Sturm- und Drangzciten durchgemacht hat, den größten Wert darauf legt, durch Pracht der Straßen, Großartigkeit der Gebäude und Bedeutung der öffentlichen Anlagen sich einzuzeichnen— gleichsam sich zu legi- timieren. Und Johannesburg hat es ja freilich dazu: da unten in der rauchenden Hölle wird jährlich für 666 Millionen Gold der Erde entrissen! An charakteristischen Zügen ist das Leben von Johannesburg nicht besonders reich. Das Bild des mächtigen Marktplatzes gehört dazu, wo die Buren von ganz Transvaal sich mit ihren Ochsen- wagen einfinden, um die Erzeugnisse des Landbaues zu verkaufen. Barfüßige schwarze Polizisten halten die Ordnung in den Straßen aufrecht; sie tragen dicke Knüppel in der Hand, die aber, wie be- hauptct wird, nie für die Schwarzen besfimmt sind. Das Gold herrscht in Johannesburg natürlich noch heute; alle Lebensbcdürf- »issc, alle Preise werden hier mit ganz anderen Maßstäben gemessen, als wir sie kennen; daß mätzig bemittelte Leute bei einer Poker- Partie ein paar tausend Mark gewinnen oder verlieren, das ist eine ganz alltägliche Sache._ Notizen. — In der Sachse-Oper im Schiller-Theater 0. gelangt am Donnerstag Mozarts Don Juan mit den Secco-Rezitativen von Levy zur Aufführung.— Sonntagnachmittag 3 Uhr wird zu ermüßigten Preisen Lortzings U n d i n e gespielt. — Die große Berliner Kun st auS st eilung wird im nächsten Jahre auch der Pastell- und Aquarellmalerei besondere Berücksichtigung gewähren. — Ein Zeppelin-Museum will die Stadt Friedrichs» h a f e n begründen. Dieser Entschluß wurde bei einem Festbankett mitgeteilt, das zur Feier von Zeppelins 75. Geburtstag in Friedrichs- Hafen abgehalten wurde. — Die Parlaments st enographie während der fran- zösischen Revolution wird in den kürzlich erschienenen Memoiren Theodore de LamethS gestreift. Der Verfasser zeigt, wie die Sitzungsberichte der gesetzgebenden Versammlung aufgenommen wurden. Auf der Tribüne, die man„Logographe" nannte, nahmen acht mit Nummern versehene junge Leute um einen Tisch Platz. Der Erste schrieb den ersten Satz einer Rede und drückte dann das Knie seines Nebenmanns, der auf das Signal weiter schrieb. So ging es fort, bis die Reihe wieder an Nunimer Eins gekommen war. — Fortschritte der drahtlosen Telephonie. Wie das„Journal" mitteilt, ist es dem Physiker D'Arsenval gelungen, einen Apparat für drahtlose Telephonie zu erfinden, der die gleiche Reichweite hat wie die drahtlose Telegraphie. leisten können; dazu langen ihre Verdienste nicht. Als am zweiten Tage die Brötchen nicht mehr geschmiert und das Frühstück nur mit Bratwurst belegt werden sollte, drohten die Arbeitswilligen mit Rebellion. Wohl oder übel mutzte es bei der guten Verpflegung bleiben. Gegenüber den jetzt von der Firma gezahlten Löhnen, die einschlietzlich der Beköstigung usw. die bisherigen Verdienste der streikenden Former weit über ein Drittel, die der anderen Streiken� den sogar um die Hälfte übersteigen, sind die Leistungen der Arbeits� willigen geradezu jämmerlich. Zehn Former haben in 2sh Tagen das geleistet, was sonst zwei Former in zwei Tagen leisten müssen. Die Qualität der geleisteten Arbeit steht im gleichen Verhältnis zur Quantität. Ein Quantum Arbeit, welches der Firma bisher nicht ganz M M. gekostet hat, muß jetzt mit über 200 M. bezahlt werden. Es ist also Geflunker, wenn die Firma behauptet, daß sie die geforderten Preise nicht zahlen kann. Den Arbeitern aber werden die Augen geöffnet, denn sie sehen, es geht auch anders. Tic Brauereiarbeiter in Lauenburg(Pommern) haben die Arbeit niedergelegt, weil die Brauereibesitzer sich weigerten, zu verhandeln. Nach zweitägigem Streik kam mit der Klosterbrauerei eine Einigung und ein Tarifvertrag zustande. Der Besitzer der Feld- schlößchen-Brauerei dagegen hat sich c i n e A n z a h l S t r ä f l i n g e als Rausreitzer zuweisen lassen. Hiergegen ist Beschwerde an zu- ständiger Stelle erhoben worden. In der Satrnpcr Wurstfabrit von H. Redlefsen und deren Zweigniederlassung in Tönning sind die Schlächtergesellen in eine Lohnbewegung eingetreten. Die Forderungen sind: Festlegung von Mindcstlöhncii, eine minimale Lohnerhöhung und Bezahlung der Ueberstunden. Die Löhne betragen jetzl für Ledige 13 M., für Verheiratete 21 M., ältere verheiratete Hilfsarbeiter erhalten sogar nur 18 M. und 17 M. pro Woche. Obgleich nun die Abnehmer deS Herrn Redlefsen zum großen Teil Komsumvereine, also organisierte Arbeiter sind, will er mit der Organisationsleitung seiner Gesellen nichts zu tun haben. Er verwehrt seinen Gesellen das Mitbestim- mungsrecht an den Lohn- und Arbeitsverhältnissen, will das viel- mehr nach„Leistung" selbst bestimmen. Die Organisationsleitung wird vorher aber noch erst alle Mittel versuchen, um mit Herrn Redlefsen in Güte auszukommen. � Die dort beschäftigten Gesellen sind fest entschlossen, alles an die Erriiigung bessererund zeitgemäßer Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu setzen und ersuchen deshalb alle rechtdenkenden Schlächtergesellen dringend, vorläufig leine Arbeit nach S a t r u p und Tönning anzunehmen. Zentralverband der Fleischer. Gauleitung Kiel. Die Arbeiter der„Palminwerkc" in W i l h el m s b u'r g bei Hamburg, Firma H. Schlinck u. Cie., haben am 2. Juli wegen Nicht- anerkennung ihrer Forderung dicjtlrbcit eingestellt. Streikbrecher- Agenten sind nunmehr auf der Suche nach Arbeitswilligen. Bc- sonders werden sie bemüht sein, geübte Oelpressenarbeiter zu be- kommen. Zuzug von Fabrikarbeitern, Arbeiterinnen, Heizern, Ma- schinisten und Handwerkern ist streng fernzuhalten. Hm der Partei. Aus den Organisationen. Der Bezirlsparteitag für die obere Rheinprovinz war am S. und 6. Juli in Bendorf bei Koblenz versammelt. Aus dem G e- schäftsbericht entnehmen wir, daß die Gesamtmitgliederzahl am 30. Juni 1012 13 303 männliche nnd lögg weibliche betrug, am 31. März 1913 13 386 männliche und 1607 weibliche. Ein kleiner Rückgang ist nur in Aachen und Mayen-Ahrweiler zu verzeichnen. DaS Bezirksgebiet, das im letzten Jahre durch den Wahlkreis Ott- weiler-St. Wendel erweitert wurde, umfaßt jetzt 22 Wahlkreise. Es wurden in neun Monaten 147 Volksversammlungen abgehalten, 1 151 700 Flugblätter, 122 475 Broschüren, 136 000 Kalender verteilt. In die Orte, wo keine Verbindung vorhanden, wurde das Agitations- Material diesmal an die einzelnen Adressen durch die Post ver- sändt. Das hat sich laut des Zeugnisses der Gegner ausgezeichnet bewährt. Als Sekretärin wurde am 1. März die Genossin I u ch a c z aus Berlin angestellt. Sie widmet sich in der Hauptsache der Frauenbewegung. In den Gemeindevertretungen ist die Sozial- demokratie in diesen schwarzen Gebieten nur wenig vertreten. Sie hat in 3 Städten 10 Stadtverordnete und in 11 Gemeinden 16 Gemeinderatsmitglieder. Der Kassenbericht weist in Einnahme und Ausgabe 20 538,55 M. auf. Der Zuschuß vom Parteivorstand hat sich verringert, beträgt aber, immer noch 7112,80 M. Es besteht ein B e z i r k s- B i l d u ii g s a u s s ch u ß, der mit sechs örtlichen BildungsauSsibüssen arbeitet. Die Bildungsausschüsse von Aachen, Koblenz und Trier haben teils wegen Geldmangels, teils wegen itokalschwierigkeiten ihre Tätigkeit eingestellt. Die Jugend- Bewegung hat nicht nur unter den Schwierigkeiten eines zum großen Teil wirtschaftlich rückständigen und klerikal beherrschten Gebiets, sondern auch unter polizeilichen Schwierigkeiten zu leiden. Trotzdem hat die„Arbeiter-Jugend* 1671 Abonnenten, darunter 261 weibliche. Angenommen wurde ein Antrag Bonn, der auf dem nächsten Parteitag ein Referat über die A g r a r v e r h ä l t n i s s e der oberen Rheinprovinz wünscht. Als Redner wird Genosse Rechtsanwalt Kirschbaum sBonn) in Aussicht genommen. Im Mittelpunkt dcL Parteitages stand eine lebhafte Aussprache über die Wahlrechtsfrage und den Massenstreik. Reichstagsabgeordneter Genosse Dr. H o f r i ch t e r führte u. a. aus: DaS wissen wir alle: Soll eine derartige Aktion mit Erfolg durchgeführt werden, so muß es im vollen Einverständnis aller in der moderne» Arbeiterbewegung zusammengefaßten Arbeiter erfolgen. (Lebhaftes Sehr richtig!) So lange diese Einmütigkeit in Frage steht, werden wir nichts erreichen. Eine neue Auflage der Massen- streikdifferenzen wünschen wir nicht. Wenn aber eine Lebensfrage des Volkes nicht anders zu lösen ist, so müssen auch Mittel angewendet werden, zu denen man in normalen Zeiten nicht greift. Die Aktion muß aber aus den Massen herauswachsen. Man darf sie nicht dazu treiben. Ist die Stimmung da, dann werden sich die leitenden Personen ihr nicht widersetzen können. Haben wir die Gewißheit über diese Stimmung und die notwendige Einigung, und lenkt dann die Reaktion nicht ein, so muß auch die Anwendung des Massenstreiks in ernst hafte st e Erwägung gezogen werden. Nach längerer Debatte wurde folgende Resolution angenommen: „Der Parteitag der oberen Rheinprovinz erklärt: Die Fortführung des preußischen Wahlrechtskampfes mit ver- schärften Mitteln ist eine dringende politische Forderung. In viel größerem Maße als bisher müssen die Massen in Bewegung gesetzt und für den rücksichtslosen Kampf gegen das Dreiklassensystem geschult werden. Die Organisationen dürfen in dem großen Kampfe um die Demokratisierung Preußens vor keinem Opfer zurückschrecken. Der Parteitag spricht die bcstimnite Erwartung aus, daß nicht allein die politischen, sondern auch die Wirtschaft- lichen Organisationen der Arbeiterklaffe in dieser Zentralfrage der preußisch-deutschen Politik ihre Pflicht erfüllen. Die Anwendung neuer und verschärfter Kampfmittel, zu denen auch der Massenstreik zu rechnen ist, muß mit allem Eifer erörtert und durch Ausbau und Stärkung der Organisationen praktisch vorbereitet werden." Am 6. Juli hielt der Sozialdemokratische Kreiswahlverein Dortmund- Hörde seine 10. Generalversammlung ab. Der Geschäftsbericht kann einen nennenswerten Fortschritt der Organisation nicht feststellen. Die Mitgliederzahl stieg vom 1. Juli 1912 bis 31. März 1913 nur um 18, nämlich von 9304 auf 9322. Weibliche Mitglieder waren 1770 vorhanden. Die Mitglieder ver- teilen sich aus 74 örtliche Filialen. Die Einnahme» stellen sich auf 26 514 M., die Ausgaben auf 26 732 M.. einer Auflage von 5010 Exemplaren. Bei den Gemeinderatswahlen, die sich recht heftig gestalteten, schnitten wir gut ab. Insgesamt zählen wir im Kreise gegenwärtig in 2 Städten und 39 Land gemeinden 92 Gemeindeverlreter. Die Bildungsarbeit wurde durch die Gründung eines Wahlkreisausschusses gefördert. Die Abonnenten zahl der„Arbeiterjugend" stieg von 500 auf 850. lieber die LandtagSwahl sprach Reichstagsabgeordneter M. König. Der Redner berührte zum Schlüsse auch die Frage deS Massenstreiks. Er hält ihn für möglich überall dort, wo die Arbeiterschaft bei der öffentlichen Wahl für die Sozialdemokratie eintritt. Dort soll man Versuche wagen. Im Ruhrrevier liege die Sache nicht so ein- fach. Ein Demonstrationsstreik von wenigen Tagen würde das Grubenkapital wenig irritieren, besonders nicht in der Krise. Hier müßte schon mit einer Dauer von 6—8 Wochen gerechnet werden. Man dürfe auch nicht darauf bauen, daß man die indifferenten Ar- beiter in einen solchen Kampf mit hineinziehen könnte. Wo man sich mächtig genug fühlt, möge man den politischen Massenstreik wagen; wir werden jeden Versuch unterstützen. Hier aber bleiben uns nur die alten KampfeSmittel: Organisation und Agitation! Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Referat folgte keine Debatte.____ Totcnliftc der Partei. Rom, 8. Juli.(Privattelegramm deS„Vorwärts".) Genosse Montemartini, der Generaldirektor deS statistischen Reichs- und Arbeitsamtes und römischer Stadtverordneter, wurde gestern abend bei einer Stadtratssitzung auf dem Kapital vom Schlage getroffen und ist nachts 3 Uhr im Rathause gestorben. Ge- nasse Montemartini ist 46 Jahre alt geworden; er war ein allgemein geschätzter Parteigenosse. Seine Leiche ist im Fahnensaal des Kapitals aufgebahrt._ es verbleibt ein Bestand von 15 229 M. Die Agitation war zwar nicht sehr lebhaft, immer- hin fanden 52 allgemeine und 13 besondere öffentliche Bcrsanim- lungcn(für die Frauen) und ferner 802 Mitgliederversammlungen statt, in welch letzteren 146 Vorträge gehalten lvurden. Es kamen zur Perteilung: 258 000 Flugblätter. 80 000 Broschüren. 100 000 Exemplare der Monatsschrift„Wahrheit" nnd 15 000 der„Frauen- zeliung". 43R Stück der.Skeu'N Zeit", 2340 Somplar« der„fiömnumalcu Praxis", weiter LgitatiouSmalerial ui Eus Induftrie und Kandel. Die Gewinne deS Petroleumtrusts in Deutschland treten in dem Abschluß derDeutsch-AmerikanischenPetroleu m-A.- G., der deutschen Tochtergesellschaft des Trusts, nicht voll zutage. In der Bilanz erscheinen: Gewinn auS Reederei 3,01 Millionen(gegen 2,5 Millionen im Vorjahr), Gewinn aus dem inländischen Geschäft 1,91 Millionen(1,81 Millionen). Abgeschrieben wurden 2,7 Millionen. Zeigte schon in früheren Jahren die Bilanz offenbare Ver- fchleierungen mit Rücksicht auf den Trust, so wird das für daS ver- gangene Jahr in Hinsicht auf den Petroleummonopol- gesetzentwurf besonders zutreffen.— Wie sehr die Petroleum- gesellschaften von der Preissteigerung im letzten Jahre profitiert haben, zeigt der Geschäftsbericht der Königlich Nieder- ländischen Petroleum-Ges., deS größten Petroleum- konzernS neben dem amerikanischen Trust. Bei der Niederländischen Gesellschaft stieg der Gewinn fast um das Doppelte, von 13,7 auf 26,7 Millionen Gulden. Diese Gewinne setzen sich fast ganz auS Dividendenanteilcn an anderen Gesellschaften zusammen, da die Niederländische eine reine Finanzgesellschaft ist. Bankkrach in Amerika. In Pittsburg sind in diesen Tagen zwei Bankinstitute auf Anordnung der Bundesbehörden geschloffen worden. Bei einer dritten Bank soll ebenfalls die Zahlungs- einstellung bevorstehen. Beteiligt sind die First-Second Nationalbank of Pittsburg mit einem Aktienkapital von 3,4 Millionen Dollar und Depositen von 83 Millionen Dollar, ferner die First Nationalbank in Nickeesport mit einem Aktienkapital von 0,3 Millionen Dollar und Depositen von 3,34 Millionen. Die dritte Bank ist die Pitts- bürg Bank for SavingS. Die beiden ersten Banken gehören dem Konzern des Pittsburger Bankhauses Kuhn an; das Kapital des Konzerns soll sich auf 110 Millionen Dollar belausen. Die Zahlungseinstellung würde also von ganz erheblichen finanziellen Wirkungen sein. Die Schwierigkeiten sind hervorgerufen worden offenbar durch die allgemeine Geldkalamität infolge der politischen Ereignisse und die damit verbundene Konjunkturstockung, die sich auch in Amerika bereits bemerkbar macht. Die dritte Bank ist wahrscheinlich in die Katastrophe mit hineingezogen worden, weil sie auf die Nachricht von der Schließung der beiden großen Notenbanken hin von den Sparern bestürmt wurde, die ihre Guthaben zurück- ziehen wollten.— Die insolvente First and Second Nationalbank of Pittsburg stand mit der Deutschen Bank in Kontokorrent« Verbindung. Bei der Berliner Hauptniederlassung hatte sie ein größeres Guthaben als Basis für ihren deutschen Scheckverkehr, da- gegen ist sie bei der Deutschen Bank in London einige tausend nd schuldig. Sozialea. Die Witwerrente. § 1260 der Reichsversicherungsordnung bestimmt: Nach dem Tode der versicherten Ehefrau eines erwerbsunfähigen Ehemannes, die den Lebensunterhalt ihrer Familie ganz oder überiwegend aus ihrem Arbeitsverdienste bestritten hat, steht den ehelichen Kindern unter 15 Jahren Waisenrente und dem Manne Witwrrrcnte zu, solange sie bedürftig sind. Witwerrente! Das klingt so sozial und manchem, der nicht aus praktischer Erfahrung die Schäden kennt, die der Kapitalismus seinen Opfern zufügt, scheint die Fürsorge für einen Mann wohl übertrieben. Aber gemach! Dafür ist schon gesorgt, daß die soziale Fürsorge, die in den 1805 Paragraphen der Reichsversicherungs- ordnung ihren gesetzlichen Ausdruck findet, die Fürsorgeberechtigten nicht ohne Wünsche läßt und die Rechtsprechung tut noch das Ihre, um den Kreis der Berechtigten nicht zu groß werden zu lassen. Der Kampf um die Renten, der täglich die Spalten der Arbeiter- presse füllt(die bürgerlichen Blätter setzen ihren Lesern solch auf- regende Kost nicht vor), kennzeichnet die Art der„sozialen Für- sorge", die als gefüllte Kompottschüssel bezeichnet wurde. Ein Elendsbild entwickelte die Verhandlung der Berufungssache des Expedienten Müller in Stollberg vor dem Oberverstcherungs- amt Ehemnitz. M. hatte Waisenrente für seinen minderjährigen Sohn und Witwerrente für sich beansprucht. Vor Jahren hatte er bei einem Betriebsunfall den linken Arm verloren. Dadurch wurde er zum größten Teile erwerbsunfähig. Die Unfallrcnte, die ihm für den unersetzlichen Verlust des Armes gewährt wird, beträgt jährlich 471,61 M. M. hat noch einen kleinen Nebenverdienst da- durch, daß er, der Einarmige, als Trompeter zur Tanzmusik mit aufspielt. Diese Tätigkeit bringt ihm ohne Abzug der Spesen 119 M. im Jahre ein. Dieses Einkommen reichte natürlich nicht hin, die Familie zu ernähren. Da griff denn die Ehefrau kräftig mit ein. Sic wurde Spulerin und als solche verdiente sie jährlich 440 M. und weitere 30 M. durch einen Nebenverdienst. Natürlich mutzte sie außerdem die Hauswirtschaft zum größten Teile noch versorgen. So hatte denn der rücksichtslose Kapitalismus das Elend in diese Arbeiterfamilie hineingebracht. Gemildert wurde es durch die entsagungsvolle Mitarbeit der Ehefrau. Diese ist nun früh- zeitig gestorben. Sic hat den im Betriebe zum Krüppel gemachten Ehemann und ein unerzogenes Kind zurückgelassen. Sollte man nicht meinen, daß dieser Fall geradezu nach Für- sorge schreit? Gewiß ist dem so. Man sollte auch meinen, daß innerhalb der 1805 Paragraphen der Reichsversicherungsordnung Raum sei für diesen Fall. Leider nein! Die Landcsvcrsicherungs- anstalt hatte dem Rentenansprechcr ablehnenden Bescheid gegeben mit der Begründung, daß seine Ehefrau den Lebensunterhalt der Familie weder ganz noch überwiegend aus ihrem Arbeitsverdienste destritten habe; damit entfalle die gesetzliche Grundlage zur Ge- Währung der beanspruchten Rente. Mit dem Rechtsmittel der Be- rufung hatte sich M. an das Oberversicherungsamt gewandt und M Begründung seines Anspruch« geltend gemacht, daß von seinem s Rente- und Nebeneinkommen noch Abstriche zu machen seien, weil ihm von den 119 M. Nebeneinkommen jährlich nur 51,35 R. übrig blieben. Ferner müsse berücksichtigt werden, daß die Ehefrau außerdem die Hauswirtschaft mit besorgt, dadurch erhebliche Aus- gaben, die sonst nötig gewesen wären, erspart habe. Es müsse des- halb der Jahresarbeitsverdienst seiner Ehefrau höher, dagegen sein Rente- und Nebeneinkommen niedriger eingestellt werden. Dann erscheine ganz klar, daß der Lebensunterhalt der Familie doch überwiegend von der Eheftau bestritten worden sei. Ter Bor- sitzende erkannte an, daß die Frau wohl tüchtig gearbeitet habe und daß sie jetzt dem Manne sehr fehle. Er bezweifelte aber, daß nach dem Gesetz die Besorgung der Hauswirtschaft als Arbeitsverdienst mit herangezogen werden könne. Dementsprechend verwarf das Obcrvcrsichcrungsamt die Berufung. In den Entscheidungsgründen Ivurdc u. a. gesagt, daß die Frau wohl bedeutend zum Lebcnsunter- halt mit beigetragen habe, aber nicht überwiegend. Diese Voraus- sctzung für die Witwerrente sei also nach dem Gesotz nicht gegeben und deshalb habe die Berufung verworfen werden müssen. So sieht die Witwerfürsorge in der Praxis aus! £lus aller Welt. Der ehemalige Staatsanwalt als 8teuer- hinterzieher. Die„Köln. Volksztg." schreibt:„Der Steuerverwaltung von Charlottcnburg ist unlängst ein unerwartet großer Betrag, mit dem sie vorher nicht rechnen konnte, zugegangen. Gegen Ende des vorigen Jahres starb der Geheime Oberbergrat Wachler, der zu Lebzeiten im deutschen Wirtschaftsleben eine große Rolle spielte. Bei der Regulierung seines nicht geringen Nachlasses wurde die Aufmerksamkeit der Steuerbehörde erregt, die schließlich auch feststellte, daß der Verstorbene lange Jahre sich seiner Steuerpflicht in großem Maße entzogen hatte. Die Erben mußten denn auch 376 000 M. nachzahlen und zwar 16 000 M. als Strafgelder und 360 000 M. in den letzten fünf Jahren zu wenig bezahlter Steuern. Hinter- zogene Steuern brauchen im Falle der Entdeckung nur für die letzten fünf Jahre nachgezahlt zu werden; es wurde aber festgestellt, daß Wachler mindestens 15 Jahre lang sein Einkommen viel zu niedrig eingeschätzt hat; er hat im ganzen fast eine Million M. Steuern zu wenig gezahlt. Wachler war erst Staats- a n w a l t, wurde später von dein Fürsten Henckel zu Donnersmarck zum Generaldirektor seiner Unternehmungen gemacht und trat so in ausgedehnte Beziehungen zur deuffchen Hochfinanz. Lange Jahre war er stellvertretender Aussichtsratsvorsitzeiider der Dresdener Bank und wurde schließlich auch vom König ins Herrenhaus berufen." Wie oft mag der ehemalige Herr Staatsanwalt, der den Staat so schändlich betrogen hat, als glühender Patriot gegen die„Um- stürzler" gewütet haben?!____ Massenvergiftung durch Schuld der Behörden. In dem Dorfe Fiores bei Avila in Spanien sind sechs Einwohner, die Fleisch von räudigen Schafen gegessen haben, gestorben, 18 liegen im Todeskampfe und viele sind schwer erkrankt. Das Fleisch tvar mit E r- mächtigung der städtischen Veterinär- behörden verkauft worden. Gegen die schuldigen Be- Hörden, die in dieser unerhört frivolen Weise das Leben der ärmeren Bevölkerung aufs Spiel gesetzt haben, ist ein gericht- liches Verfahren eingeleitet worden. Wieder zwei kompromittierte Abgeordnete. Ans Rom wird uns geschrieben: Die Gerichte springen in diesen Tagen recht erbarmungslos mit den italienischen Abgeordneten um. Jetzt hat ein römisches Gericht einen von dem Abgeordneten B u o a n n o als Verleumder verklagten Mann freigesprochen, weil der Mann den W a h r h e i t s b e w e i s der als verleumderisch an- gesehenen Behauptung erbracht hatte. Und die Behauptung lief darauf hinaus, daß der Abgeordnete 2000 Lire, die ihm als Depot gegeben worden waren, unterschlagen haben sollte! Fast gleichzeitig mit dem Ministeriellen B u o a n n o kommt der Republikaner Mirabelli bei einem Urteil recht böse weg. Er hatte vom Staat einen Schadenersatz beantragt für die Zerstörung der Reben eines Weinbergs, die angeblich von der RegierungSkommission zur Bekämpfung der Reblaus vorgenommen worden wäre. In der Tat wurde ihm in erster Instanz ein Schädenersatz von 70 000 Lire zugesprochen. Inzwischen kam aber, während der Staat die höheren Instanzen anging, zur Sprache,� daß der Herr Abgeordnete seine Reben, die gar nicht krank waren, selbst hatte ausrotten lassen, und daß die Kommission mit der Sache gar nichts zu tun hatte. Der Kassationshof hat daher das Urteil der ersten Instanz einfach kassiert, ohne es einem anderen Gericht zu überweisen. Die italienischen Abgeordneten scheinen wirklich in den letzten Jahren den Lockungen des Bösen keinen allzu großen Wider- stand entgegengestellt zu Habens_ Kubanische Staatsstützen. Wie ein Telegramm aus H a v a n a meldet, ist der kubanische General Armando Riva, der Chef der nationalen Polizei, tödlich verwundet worden in einem Pistolenkampf, den er Montag abend mit General Ernesto ASbert, dem G o u- v e r n e u r der Provinz Havana, dem Senator Vidal M o r a I e s und dem Deputierten AriaS hatte. Der Kampf fand vor dem Klub Asberts im Prado statt. Riva hatte am Sonnabend im Klub zahlreiche Spieler verhaften lassen, die infolgedessen mit Geldstrafen belegt wurden. Nach dem Kampfe suchte ASbert den Präsidenten auf. dem er Mitteilung von dem Vorfall machte und stellte sich dann dem Untersuchungsrichter. Kleine Notizen. Reue Brandstiftungen der Suffragetten. Ein Brand hat ein dem Seifenfabrikanten und Millionär Sir William Lever gehören- des Haus in Horwics in der Grafschaft �.ancafter völlig stört. Das Feuer ist durch Anhängerinncn des Fraucnstimmrechts �� PootSlmgliick auf dem Plattensee. Auf dem Plattensee in Ungarn vergnügte sich Montag eine Gesellschaft bei einer Kahn- Partie. Hierbei kenterte der Kahn, dre, Personen er- �Katastrophe im BcrgnllgungSpark. Im„Palissade Amüsement Park" in New Bork stießen auf der Berg- und Talbahn zwei Züge zusammen! 30 Personen wurden verletzt, darunter drei schwer. 30 Personen auf dem Er, esee ertrunken. Ein furchtbarer Sturm wütete am«onntag auf dem Erieiee. Zahlreiche Boote mit AusNüalern und mehrere Segelschiffe werden vermißt. Man befü rch tet, daß mehr als 30 Menschen bei dem Sturm ihren Tod in den Fluten gefunden haben. Ein achtfacher Mörder. In Los Angeles verhaftete die Polizei einen Mann namens Simon Helfenstein, der in einem Geschäft einen falschen Scheck verausgabt hatte. Beim Verhör gestand er. daß er im Staate Ohio 8 Morde begangen habe, u. a. habe er einen gewissen Brown ermordet; zwei Studenten seien wegen diese» Mordes angeklagt und auch hingerichtet worden Bmflurten der Redaktion. Sie lurißische Sprechstunde findet Lindenftraße Kg, vorn vier Treppen »- Naprstulil—, wochentöglich von tid tis?>/!, Uhr abcnds, Eon»nvends> von 4V4 bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Brieflaften bestimmte» Anfrage ist ein Bnchstade nnd eine Zahl als Mertgetchen deizufügeu.»rtestiche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine Abonnementsqnittnng beigefügt ist, '»erden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man t» der Sprechstunde vor. Alter Abonnent 57. Der Anspruch ist verjährt.— K. 105. Die Kirchensteuerpflicht Ihrer Frau besteht sür den Monal Levtcmbcr sur Berlin und sür die Zeit vom 1. Oktober bis Ende Dezember v. I. sür Britz. Der letzte Absatz ihres EinspruchscnlwursZ könnte als Beleidigung ausgelegt werden. Die Reklamation muß von Ihrer Frau mit unterschrieben sein. Auch ist es ratiam. das Gericht, vor dem der Austritt seitens Ihrer Frau crtlcrt ist sowie das aus der ZlustrittSbcschciniaung besind- liche Aktenzeichen der Kirchenbehörde mitzuteilen.— Ät. ivi. Ja. — R. 5l. 26. Die Kündigung halten wir unwirksam. Die Höhe einer etwaigen Entschädigung unterliegt der freien Vereinbarung.— L. Z.. Andrcaostr. 20. Der Abzug war unbegründet, Sic können beim Ge- »verbegerichi Wagen.— O. I. 206. DaS ist kein Hindernis.— P. g. 600. 1. und 2. Die Polizei hat das Recht der Ausweisung. Eine Erweiterung oder BcschrÄitung der polizeilichen Bcsugnisse ist nicht eingetreten. 3. Nein, losern nicht hesondere Gründe vorliegen. 4. Auch Preußen.— H. R. 120. Wir halten den Vermieter sür ersatzpflichtig.— B. St. 27. 1. Der Vater bleibt weiterhin zablungSpslichtig. 2. Anwesenheit de? Vormundes nicht ersordcrlich.— Löschung 59. Falls die Zinszahlungspflicht nicht vor- gesehen ist, können Zinsen auch nicht beansprucht werden.— 1000 A. B. 1. Nein. 2. Ja.— Bergien, Tronthcinier Strasse. Ja, sosern im Mietsvcrtrag nichts anderes bestimmt ist.— R. P. 10. Die Frage kann nicht beantwortet werden, da Sic die Höhe Ihres Einkommens nicht an- geben.— W. R. 15. Beim Standesamt, bei dem der Geburtssall ge- meldet ist.— St. 3. 2. 1. Ja. 2. Tic Hülste, ulso 1K Pf. Pro Woche. ■— A. 3. 41. Falls im Mietsvertrage nichts Näheres bestimmt ist, zwischen 10 und 6 Uhr täglich mit Ausnahme des Sonntags und zwar bis zur Ver- mictung.— A. I. 11. Einen Anspruch aus Ersatz der Wohnungsmiete baben Sie nicht nach Ihrer Darstellung. Die Beschlagnahme des Lohne? Ihres ManneS ist zulässig, sosern und soweit er mehr als 28,85 Mk. pro Woche verdient. Eine Verpflichtung sür den Gläubiger, aus Ratenzahlun- gen einzugehen, besteht nicht. Jnslilute, in denen der Kindetwandel betrieben wird, können wir nicht cmpsehlcn.— Emma 41. Es müssen 10 Monate nach Rechtskrast des Urteils verstrichen sein. Dem Standesbeamten ist austerdem das mit Rcchtskrnjtatteit versehene ScheidungSurteil, in der Regel auch die Geburtsurkunde vorzulegen.— R. X. 24. Nein. — LS. M. 22. Beschlagnahme des Lohnes ist möglich.— P. 3. 12. Sie können ein Zeugnis auch sür die vor dem Streik liegende Zeit bean- spruchcn.— grau 7. Zur Verlragslösung erscheint der Grund nicht aus- reichend. Fordern Sie jedoch unter Fristsetzung von dem Eigentümer Be> seitigung de? Ucbelstandes.— Fr. P. 300. 1. Wenn Sie Schlosser- arbeiten verrichten, können Sie von der Polizei die Ausnahme des Schlosserberuss in die Jnvalidenkarte verlangen. 2. Ecsängnisstrase, bei Zubilligung mildernder Umstände ist auch Geldstrafe zulässig. 3. Aus- Weisung wäre alsdann möglich.— L. 000. 1. und 2. Wenden Sie sich an das deutsche Konsulat, das Ihnen auch AuZkunst über die Höhe der Kosten erteilt. 3. Rem.— Ä. Alt. 100. 1. Eine Bcstrasuna ist nicht zu- lässig, jedoch können unter Umständen zivllrcchtliche Slnsprüche seitens der Braut geltend gemacht werden. Ob die Voraussetzungen dasür vorliegen, läßt Ihr Schreiben nicht erkennen. 2. Aus Ratenzahlungen braucht pch Gläubiger nicht einzulassen.— P. Z. 80. Ihre Ansicht ist richtig. — 65. 87. 1. Die länger als 4 Jahre zuriicklicgenden Ansprüche find verjährt. 2. Auch während des Bestehens derselben. 3. Zu notariellem oder gerichtlichem Protokoll. 4. Die Frau ist nicht hastbar, ganz gleich, ob Ehe- vertrag acschloflen ist oder nicht. 5. Ja. Gehören die Möbel der Frau, so kann sie intervenieren. 6. Kann nur beantwortet werden, wenn die Höhe des Verdienstes und die Anzahl etwaiger ehelicher Kinder angegeben wird. 7. Das ist zulässig und geschieht am zweckmäßigsten zu notariellem Protokoll. Die Uebcreignung wäre aber anfechtbar, sosern sie erjolgt ist zum Zwecke der Benachteiligung von Gläubigern. 8. Nur dann, wenn der Ver- trag ansechtbar ist.— 3ch. 29. 1. Polizeipräsidium. 2. Die Vermieterin hastet nur dann, wenn sie ein Verschulden trifft.— Gertrud. Nein. fSi. 7. Das Gewünschte kann mit Zustimmung der GefängniSverivaltung geschehen. Erfolgt Ablehnung, so wenden Sie sich an die Staatsanwalt- schaff.— L. Lt. 24. In solchen Fällen kommt die Herrschaft leider nicht sür die Heilkostcn aus. Es ist daher zweckmäßig, sich in die Behandlung des Hausarztes zu begeben.— 6). Z. 100. Der von der Steuerbehörde eingenommene Standpunkt entspricht dem Gesetz.— R. L. 5. Klage ist unzulässig. Richten Sie eine neue Eingabe an das Polizeipräsidium und weisen Sie daraus hin, daß Sie richterliche Entscheidung beantragt haben. — 500 H. K. Der Nießbraucher hat das Kündigungsrecht.— B. 7. Ja. Todes-Anzeigen ÄZizllieisiMgti�iiei'VsIiIvei'kiii s. i 6. Berl. Reiolistasswahlkrels Am Montag, den 7. Juli, ver- starb unser Genosse, der Barbier Robert Leusebner (Pappclallee 5, Bezirk 539a). Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 10. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Gelhi emane- Kirchhofes in Nord- end aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 228/17 Ter Borstand. Deuiselier Traiisportarlieiter-Vertianil. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Biersahrcr Paul Ldineider am 6. Juli im Alter von 39 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet heute Mittwoch, den 9. Juli, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des Steglitzer Friedhoses, Bergstraße, aus statt. Den Tlitaliedcrn ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Ulbert am 5. Juli im Alter von 54 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet heute Mittwoch. den 9. Juli. nach- mittags 4'/. Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Friedhoses, Müller-, Ecke Secstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht (57/11 Die Bezirksverwaltung. Am Sonntag, den 6. Juli, ver- starb unser Kollege, der Redakteur und Stadtverordnete krftze Zietsch. In dem Dahingeschiedenen ver- lieren wir einen treuen und bewährten Führer und Genossen, dessen opsersreudiger Tätigkeit wir stet? gern gedenken werden. Die sozialdemokratische Stadtverordneten-Fraktion Charlottcnburgs. 287/1 Or.Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Priuzenstr. 41,«tÄ 10—2. 5—7. Sonntags 10—12. SozialöeraokralischerWaWverein Ciiariottentiurg. AiK 6. Juli verstarb unser Ge- nosse, der Redakteur Stadtverordneter Fritz Zietsch im Alter von 33 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung sindet am Mittwoch, nachmittags 6 Uhr, in dem Städlischeu Berliner Krematorium, Gerichtstr. 37/38, statt. Genoffen, die an der Trauer- seier teilnehmen wollen, ver- sammeln sich zum gemeinsamen Abmarsch um'l4i Uhr bei Bade, Kaiserin-Angusta-Allee 52. Um rege Beteiligung ersucht 250/14 Der Borstand. Iferbaml iler PorzeSlanarheitep. Zahlstelle Berlin. Am 6. Juli verstarb plötzlich nach kurzem Leiden unser treues Mitglied, der Kollege Zietsch im Atter von 33 Jahren. Wir verlieren in ihm einen der besten unserer Organisation. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung sindet heute nachmittag 5 Uhr im städiischen Krematorium Gerichtstr. 37/38 statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 1482b Die Verwaltung. Wochenrate 2 Mk. Herren- Anzüge für Gesellschaft, Straße und Sport.sowie Jünglings- und Kiraben-Klcidung.— Riesen- läger— Alles in bester Kon- fektion.— Ersatz sür Maß. Golckstvln, Yorckstr. 51, an der Bülowstraße. Verkäufe. Pfandleihhaus Hermannplatz 3. Spottbilliger Bcitenverlaiis. Wäsche verlauf. Gardinenverkaus. Teppich verkauf. Goldwarenlagcr. Rieseir auswahl Herrengarderobe. Sonntags verkauf ebenfalls. Tevvieüc l lteblerdasti) tn allen Größen, säst sür die Hälfte des Wem» Teppichlager Brünn, Hackeicher Markt 4, Bahnbos Börse.(Leier des »Vorwärts- erhallen 5 Prozenl Rabatt.) Sonntags geöffnet!• Bettenstand 9,—. Brunnen. straße 70, im Keller._ 12001t* Gardine«! Steppdecken I Portieren I Tischdecken! außergewöhnlich billig! Vorwärtsleser 5 Prozent Rabatt extra l GardinenhauS Brünn, Hacke- scher Markt 4(Bahnhos Börse). SonntagS geöffnet. Borjährige elegamcHerrcnanzüge und Paletots aus feinsten Mapstoffen 20—40 Mark, Hosen 3— 14 Mari. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. Teppich-Thomas. Oranicnstr. 126, verkaust sarbsehlerhatte Teppiche spott- billig; Gardinen, Steppdecken, Tisch- decken halben Preis. Vorwärtslescrn b Prozent Extrarabatt. 78öK' Mittelbach« Radsahrerkarte, Gau SO(Berlin), reichend von Neustrctitz bis Tocgau, von Stendal bis Kott- bus, ausgezogen, in Karton 2,60 M. Buchhandlung Vorwärts, Linden- straße 69, Laden. Waschklctdcr, Waschtostümc, Blu- sen, Röcke, Lcinenröcke, Tiaubmäntel, Paletots, Aloakamäntcl, Kostüme direkt aus Arbeitsstuben, spottbillig, Blücherstraße 13, I. Etage. Sonn- tags geöffnet. 774K* Betten k Prachtvolle Betten, rosa- rote Inlett» 6,75 1 9.75, Brautbetten 12,75, 15,75, 18,75. Daunenbetten 19,75, 22,50. Prachtvolle Aussteuer- Wäsche. Teppiche. Portieren. Gar- dinen. Tischdecken. Stores. Tüll- decke». Steppdecken. Uhren. Ketten. Schmucksachen. Paletots. Anzüge spottbillig I Psandleihe Paul Krüger. Brunnenstraße 47.__ 854K' Jt-uuncuin-upv» quim■ Monatsanzüge, PalclötsT�größeS Lager, jede Figur! kauft man am billigsten beim Fachmann; jede Aenderung nach Wiinich in eigener W-rtflalt. 6 Prozent billiger für Vorwärtsleier. Fürstenzelt, Schneider. meister. Rosenthalerstraße 10. Littauer�ähmaschinc, geringste Teilzahlung. Gebrauchte spottbillig. Skatitzer, traße 99. Warschauer- straße 65.___ 113/19* In Freien Stunde». Wochen« schrist sür daS arbeitrndeVolk. Romane und Erzählungen. Abonnements wöchentlich 10 Ps. nehmen alle Aus- VwÄ""-' MonntSanzüge und(Sommer- palctols von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gebrockanzüge von 12,00, FrackS von 2,50, sowie für korpulente Figuren. Neue Garderobe zu stauneud billigen Preisen, aus Psandleiben verfallene Sachen kauft man am billigsten bei Naß. Mulackstraße 14.* „Brunnenleihhaus* Beilenstand 9,—. Brunnenstraße 118, Ecke Uscdomslraße._ 68851 „Klappwageu*. Kinderwagen. Teilzahlung 0,50 wöchentlich. Meffels. Andrcasstraße 4. 747K Möbel auj bequeme An- und Ab- zahluna. Großes Lager jeder Art. Möbel-Lcchner: t. Geschäft: Brunnen- straße 7, 2. Geschäft: Müllerstraßc 174. Sonntags 8—10 geöffnet.__ 850K Mödet odnc Geld! Bei kleiner Anzahlung geben Wirtichasten und einzelne Stücke aus Kredit unter äußerster PrciSnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten taust bei uns. Kretschmann u. Co., Koppen- straße 4.(Schlesiichcr Babnbot.)' Ätioiiats-Garderoben-HauS ver- kaust spottbillig erstklassige wenig ge- tragene Cutaway mit Weste und ge- streister Hose, Iackettanzügc, Gebröck- anzöge, Smotinganzügc, Frackanzüge, Sommerpaletots, Betntletder, auch Bauchanzüge. Prinzenstraße 28, I (Eckhaus Rittcrsttaße). 861K* K vier- Zigarreugeschäft, kleines.( zehn Jahre bestehend, sosort billig ver- läuslich. Lausitzerstraße 7.+16 verkausen. +62 3eifengesch«ft zu Oldenburgcrswaße 27. Setfengcschäst jnif elektrischer Rolle vertaust Bürknerftraße 2.+97 �Grililkramgeschäft ohne Konkurrenz, Monat 100 M. Ucberschuß, wegen PachNing billig. Zu ertragen bei Skibbc, Schneider, Swincmündcr- straße 46, 2 Treppen. 7SI Möbel. Tischlermeister gibt Möbel aus Teilzahlung bei beliebiger Anzahlung zum Kaffenprcis. Stets Gelegenbetts. käufe in gebrauchten und zurück. gesetzten Möbeln, auch aus Teil. zahlung. Nachweis von Kunden wird gut honoriert. Offerten Post. amt 90„Postlagerkarte 44"__ Trcihnildert Bettstellen, Matratzen von 5,—, Kleiderschränke, Vertikos 12,—, Kommoden, Küchenspinde, Waschtoiletlen, Spiegelspinde 10,—, Tische 3,—, Sosatische 7,50 an usw. Neue Möbel sehr billig. Möbel- speicher Prinzenstraße 71, Stargardt u. Zudeil. 66H8' Metallbcttc», zwei, modern, Kinderbett spottbillig verkäuflich Zossencrstratze lO.Hutgeichäst. 113/11* Brautpaare! Hotelbesitzer! Äußer- gewöhnlich billig wegen Filialaufiösung TrumeanS, Bettstellen, Kommoden 18.—, Plüschgarnituren, Plüschsosa 35.—, Kleiderschranle 24.—, Speisezimmer 225.—, Schlaszimmcr 300.—, Andrcasstraße 80, Dwinatzki, gerade- über Markthalle. 84951* Möbet-Eohn. 1. Geschäft: Große Franljurterjwave 58, 2. Gesd)äst: Grüner Weg 109. WohmingS- Einrichtungen aus bequeme Teil» zahiung. Stube und Küche An- zahlung von 15 Marl an. Einzelne Möbelstücke Anzahlung von ö Marl an. Moderne Schlaszimmcr, Speise- zimmer, Herrenzimmer. In bunten Küchen riesengroße Auswahl. Liefere auch nach auswärts. Abzahlung wöchentlich, monatlich, ganz nach Wunsch. Größte Rücksicht bei Krank- hcit und Ardcttslojigteit. Porzciger dieses Inserats erhält beim Kauj 5 Marl gutgeschrieben. Sonntags 8— 10 geöffnet. 739K' Riesig! billiges Spezialangeboi: Echt eichenes Schlafzimmer, drei- teiliger Spicgclschrank, komplett mit Patentmatratzen 335.—. Unerreicht preiswerte Gelegenheit für Verlobte. Möbelsabrik M. Hirschowitz, Skalitzer- straße 25, Hochbahn Kottbuscrtor. Bilder. Bilder. Sie kaufen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder. Bogdan, Wcinmeisterstraße 2. 2248K Sinnspruch, schö n gerahmt, präch- tiger Zimmerschmuck, mit Bildnis! Lassalle. Liebtnccht, Bebel— zu haben Prinz-tzandjerystraße 86, Barbier- laden."+97 Fahrräder. Brennaborrad, guterhalten, 25,00. Schräder, Weberstr. 42._ SinrFahrri>dvertrieb„Groß-Berli»* hat loloffal billige Preise, in Ihrem eigenen Interesse decken Sie Ihren Bedarj dorffelblt. Neue Fahi-räder, ohne Gummi 29,—, mit Gummi 35.—, 42,—, 48,—. 55,—. Gebrauchte 10,— au. Sämtliches Zubehör un- bedingt reell, billig und gut. Achten Sic aus unsere Perkaussstellen: Müller» straße 18, Turmstraße 25,J9a!)sIraße 9, Brunnenstraßc 145, Neue«chönhauser- slraßc 9. Eharlotlenburg, Spandauer Berg 29. 30951* Herrenfahrrad, gut erhallen, verlaust sür spottbilligen Preis Koch, Zionskirchstratzc 53._ 115/9 Freilaufrad 25,—, billig verkäuflich. Kraus, Llndreasstraße 54. Annahmestellen für„Aleine Anzeigen" »«rlliA C. A. Habniich. Ackersir. 174. tztz'.«1. Schmidt, Kirchbachsw. 14. «. R. Haselbusch, Petersburger Platz 4. Gustav Bogel, Koppen- straße«2. R. Weugcls. Gr. Franksurter Str. 120. ktz'O. 55. Zucht, Jmmanuclkirchstr. 12. I. Reut, Larnimftr. 42. X. W. Baninan», Rheinsbcrger Str. 67. H. Fischer, Bastianstr. 6. Karl Mars» Greisenhagener Sw. 22. I. Hönisch, Müllcrstr. 34». H. Bogel. Lortztngstr. 37. A. Tieu» Jnvaiidenstr. 124. XtzV. Salomo» Joseph, Salzwedelcrstr. 8. 8tzV. H. lltserner. Gneisenausw 72. Daehu» Hagelberger Str. 27. !>>. St. Friü, Priuzenstr. 31. H. Lchuianu, Kottbuser Damm 8. Ml. Paul Bölii», Lausitzer Platz 14/15. P. Horsch, Engeluser 15. .iellvrsliot. Karl Schwarzlose, Bismmckstr. 50. l»aini»st!l»ulumrev, ritte. Alfred Bader, Wilhelminenhosstr. 17, Laden. . Otto RiffMann, Müblenstt. 30. KoinlcUcndorf. P. Gursch, Provinzstr. 56, Laden. Keukitlln. M. Heinrich. Neckarstr. 2. Eonrad, Hermannstr. 50. E. Rohr, Siegsricdstr. 28/29. A. Rosenkranz. Ml-Boxbageii 06. Schonebers'. Bstlhelm Baumler, Marlin-Lukhcr-sir. 69 im Laden. dtpamkuu. Koppen. Breitestr. 64. Mcslltz. H. Bernsce, Alsenstr. 5. Tempelhof. Joh. Krohn, Borussiastr. 62. Tr-epr»«. Robert Gramenz. Kiejbvlzstr. 412, Laden. \Sr BiUcnnv-e. Fuhrmann» Sedanstr. 105. Schillert, Berliner Allee 253, M'llwrvrvlloi-k. Paul Schubert, Wllhelmsaue 27. Leulaekei'Ißelallai'likitei'-Völ'kanll Vorwaltungsstelto Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Miiglied, der Anschläger tieZni'iek Kahl Wilsnacker Str. 42 am 3. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung sindet am Mittwoch, den 9. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Südwest-Kirchhoses in Stahns- dors aus statt. Rege Beteiligung erwartet 121/13 Die Orisverwaliung Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach- richt, daß meine geliebte Frau, unsere geliebte unvergeßliche Mutter 34N Auguste Pepiora geb. Walter, am 6. Juli nach langem schweren Leiden gestorben ist. Um stille Teilnahme bitten Üelarloli Pepiora nebst Kindern und Angehörigen. Die Beerdigung sindet heute Mittwoch, den 9. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemanc-Kirchhoss aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise bcrzlicher Teilnahme anläßlich deS Hinscheidcns meine» lieben ManneS Eylert spreche ich hiermit allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Gesangverein„Neuköllner Liedertafel". dem Wahloerein und den Kollegen und Kolleginnen der Firma Wagner & Wölfl meinen tiefgesühltcn Dank aus. 51A Wwe. �iarie Ellert nebst Kindern. Spezialarzt b,??™:; Haut-, Frauenleiden. Ehrllch-Hata- Blutuntersuchung. Schnelle, sichere Heilung. Haß. Preise. Dr.melWotkeDluß, Friedrichstr. 12S, Oranienb.Tor. Spr.8-8, Sonnt. 8-11. Danksagung. Für die vielen Beweise herz- licher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters StA Hennsim Bonbsdorf sagen allen Verwandten und Be. kannten, insbesondere der Direktion und denKollcgcn der Firma Kcyting u. Thomas, ferner dem Metall- arbciterverband und der Zentral- .Krankenkasse der Deutschen Wagen- oauer herzlichsten D»�k. Witwe WandaBonlisdcri n. Kindern. Puttbuier Str. 7. MohrenstiJjä Kolonneacrv QrFrankfurteritrllS Trauer-, Magazin Kleider, Hüte etc. Äußerste Preise*«* „ rarbige Konfektion in größtem Maßstabe tu bli ligsten -Preisen— Westmann Achtung 2 2 Carmen- Deckblatt, sicher weiB brennend, hochfein in Geschmack und Deckkraft, pro Pfund verzollt M. 1,80, Filiale: Berlin X, Brunnenstraße 25. 275/6 Kindep- nahrung Kranken- Kost. Hervcrragend bewährli Nahrung. Die Kindergedeihen vorzuglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung. Gebrauchte Damensahrräder, Herrenfahrräder, Rennräder, außer. ordentliche Gelegenheit, allerbilligst. Weinmcisterstraße nur Nr. 2, Chaussee- straße 92, Große Franlsurterstraße 144, Neukölln, Hermannplatz 6, Berg- straße 4, bei Katz. Kauixesucke. Zahugebiffe, Goldsachen, Silber- fachen, Platinabsälle, sämtliche Metalle höchstzahlcnd. Schmelzerei Christionat, Köpenickcrstraßc 20 a(gegenüber Mameusselstraße). 111/1* Goldschmelze taust Silber, Platin- abfalle. Zahngcbisse, Quecksilber, Stanniol, alle Metalle, höchstzahlend Witwe Marie Niep«. Nur Köpenicker- straße 157. 47SK* Ptarinabfälle. Gramm b,70, All» gold, Silber, Zahngcbisie, Stanniol, Ouecksilber lauft höchslzahlend Blümel, Schmelzerei, Augustslraße 19 III. Zahngebisse» Plaiinabfüllc, Gold- cinlauj, Silber, Quecksilber, Stanniol höchstzahlend Schmelzerei Müller, Tcllowerstraße 10. 13825* Altmetall» Kupfer, Messing, Zinn, Blei, Stanniol usw. höchstzahlcnd. Wlllh Cohn, Brunnenstraße 25. l431b* tMemckt Unterricht in der englischen Sprache. Für Anjänger und Fort- geschrittene, einzeln oder im Zirkel, wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Uedcrsctzungen an- gejcrtigt. G. Swieniy« Liebknecht Charloltenburg. Stuttgarterplatz 9 Kartenbaus JII.___ �44K� Stellung sindet jedermann unrfj Abjotvierung eines Kurses bei der Charlottenburger Auto- Fachschule, Berlin- Charlottenburg, Bismarck- straße 100. Honorar mäßig, Prospekt gratis. 644K' Verscliieäenes. Fahrräder. Nähmaschine», Möbel, PianoS beleiht höchstzahlend Lager- speicher Beusselslr. 4b. Moabit 3184.* Parenkaiiwali Wessel, Giliehmev straze 94a.__ Parrntauwalt Müller, Gttschmer» straße 81. 243SK* Höchstbeleihend. Psandleihe. Schwedterslraße 11.__ 246/49* Naffmaschinenrepgriturcn fach. gemäß, schnell, billigst, in eigener Wertstatt, auch außer dem Hause. Bellmann, Gollnowstrage 26, nahe der Landsbergerstraße.____ 292K* ""Rehme die bei Prochowsli gegen Herrn Springmann, Ober-Schöne. weide, geäußerte Beleidigung zurück. Otto Wegn«, Oder-Schöneweide, Siemensstraße 9. Franz Müller willkommen im Rauchklub. 1479b Beleidigung gegen Herr» Ma- jewski, Sorauerstraße 3. nehme be« dauernd zurück. Walonla, Sorauer- straße 10.+16 �VollNllNFLN. Eine Stube und Küche, 30, 23, 20 Mark, zu vermieten. Oranicnstr. 2o. ~Bn I to n wohnuug, Garten li aus, zwei Stuben, Küche, 33.00, ruhiges Haus. Vom 1. August bis 30. Scp- lember mtetesrei. Kleine Markus- straße 3. 115,11 Zimmer. Kleines möbliertes Zimmer zu vermieten Schwartzkopffitraße 13. parterre links. 1343b Teilnehmer für möbliertes Vorder- zimmer, sofort, 13 Mark. Gcrnß, Graetzstraß- 62 II. � 1413b Möbliertes Balkonzimmer, 20,—. sosort bei Rösncr, Emserstraße 126, vorn 1 Treppe.+67 Möbliertes Borderziinmer, 18 Mark mit Kaffee, allein, Dresdener- straße 134, IV rechts. t400b Leklakstellen, Freundliche Schlajstcllc. Baack, Soldtncrstraßc 4.+53* r Arbeitsrnarkt. Stelienangebote. Steinnieü, tüchtiger Schristhauer, gewandter Vertäuter, als Filiallcitcr gesucht. Stahl«.Herzog, Steinmev. meist«, Neukölln, Hermannstraß« 196— l97.__+87 Maschineiischletfer sür Marmor sosort gesucht. Marmorwerk Eller, Weißensec, Lchdersttaße 41. 905K Schlosser aus Gitter und Bau! beschlag stellt ein Heinrich», Tenipcl- hos. 1480b Verband der Gastwirtsgeliilfen. Für organisierte Gastwirts- gehilfen sind gesperrt: lZsIgIngl-Ksolropoler Martin Inhaber«»rtln. Münzstraste, Ecke Kqiscr-Wtlhelm-Straste. wegen Nichtanerkennnng der Orgnpi. sation. kesiliellZ-kestsäle Inhaber HV»ltei-»teli>, Lands» berger Str. 31» wegen Tarisbruch. 81/17* Ortsverwaltung Berit». f ülkoholfrele Getränke� Frauz Abraham Hamb. Measina-u.Römertrank*Eell. C.25 Barlelstr. 8a, Fernsp. Kgst. 13708 Si-Si Bestes alkoholfreies Getr&nk. Berlin 0,Rodolfstr.4. Hambarger Laden, Charl, Willst. 69 D C Auto-Fahrschulen Qofilrn Gr. Frankfurterstr. 44 Oall Ab Eintr.tägl., Teilz.gest. f Bgciiareien, Konditor. J Blottner's GroSbäckerei Geschäfte in Berlin, Charlettanbarfl, Sohfinebora, WllmepsdoH. I AIhredit, E., Frochtstr. 29. Asmus, Wllh l'cckermdnderitr. 1 1. Friadr. Bars, Landso. Allee 146 Paul Berger, Uirbachstr. 29 E. Biedermann, Gryphinsstr. 18. Pani Delix, Markusetraße IS. Albert Denkewit), Jabloaikistr- 14 Doilwa, Ferdinand Torell�tr. 4 Brot-Fabrik„Vorwärts' Hermann Ullrich. Köpenick. Franz Faulwetter, Manteaffelitr.67. Friedr.FIemmlBg,Boih»gencr»tr.27. E. Freyer, Blamsosir. 72. E.*»rkös»tr Georg Genz, Hemelerstr. 20 Oamnior, R. Posenerstr. 16« Göring, Hugo Greifswalderst. 225 M. Gniscbka, KSnigabergerst." Oskar flanke's flrvMerei OeacliAfte in allen Stadtteilen Berlins nnd in Rixdorf. Gegründet 180g. Hoppe'sXiKbf.Kramarck, Adalberts!. 66 Max Kniffert, Landab- Allee 29. Panl Köbernidk,Wilh.Stolzestr.35 Ernst Kflster, Frank t. Allee 197. Felix Kynast, DSnenstr. 5. ladenlliiii.D.w'S'".. Emil Lieake, Grüner Weg 122. Ew. Liesegang, Danzigorstr. 42 Carl Lindenberg, lycbeirrstr. 4. August Haute, Ebertystr. 57. Hermann Markau, Rigierstr. 107 E Hertins, Keichenbergerst. 166. Müblsteff, Spandau, BMOarckitr. 5. Fritz Hülle, Gräfestr. 4 Alfred Hüller, Brunnenstr. 87. Roman Nowak, Wieneratr. 8. Friedrich Gate, Madalstr. 10. Faul Otto, Damigeretr. 31 Herrn Proell, Nonnendamm. Friedrich Probst, Andreasstr. 51 Bäckerei„Horiistern" Ind.: Gnst. Müller Filialen i. verschied. Stadtteilen Rnnfft ßeiotienbergerM flU III 11 Admiralstr.BB B.19a OttoReotwisch, SimonDachstr.l. F. Risleben, Samariterstr. 11. Arthur Roemer, K»Ub. Damit 101 Walter Rohr, Anklameratr. 26. Max Sander, Dunkerstr. 21. Otto Schmidt, Adalbertatr. 27. Heinr. SdmbcrtBoxh.Chauss. 5/6 Sikorskl.Weil«iiM,Heiieridor(«r(tr. 1 1 R. Schade,? aIias-St.9 Fil. O u.NO Panl Sorge, Froskauerstr. 21 Rieh. Schenk 38. P. Schinauer, Anklameratr. 15. Gustav Schdf isch, Dolzigerstr. 31 Paul Schul», Hufelandstr. 2 Paul Sdiürer, Tilsiterstr. 12. H. Spilimann, Grüner Weg 115. P. Sygusdi, SchSnh. Allee 150 Gaatur Tanplt», Prinzen-Allee Ol. Cerl Tennert. Sehlesisehestr. 19. F. Tioderuann, Boih.-R.. Kantitr. 47. T.._L«> Filialen in allen Stadt- Turban«eilen. Josef Ullrich, Manteuffelstr. 103. Volksbrot, LüJ.li.li. Otto Wagnltz, MüUerstr. 28 Ludwig Waller, Bufelafliistr. 37. Fritz Wahl. Koppenstr. 46 H. Walter jr., Lüwestr. 18 Clioritierstr.85 I Fil Ackerstr.l| Clemens Weise, Jablonskistr. 1 WilbelmaAnd". 3-. Otto Winkler, Nannynstr. 73. E. Wulff, Grüner Weg 75. Zühlke.Glatzerstr.", Gürtel6t.22a c Badcanafaiten z Arkona-Bad, Anklamer-Str. 84. EodllMcaliiMßU�rss. M-N_ Landabergcratr. 107 Gollnowatr. 41. Bärgsrhad Canitz-Bad, Münzstraße 2. [gütral-ßfid Anzengrubers�r. 25. MiidlBUßf Bad Hün?.benerstr.SI Bad Frankfurt, Gr. Frkft.Str. 136. Lieferant sämtl. Krankenkassen Bad Frledridisbain,I.aail9b.AiIctl 53 Bad Hufeland, Hufelandstr. 45. Kaiser-Friedrlciig-Bad.Charl.a.BlL früher Münsel, Wallstr. 70/71 National'Bad, Brunnenstr. 9. Bad Ostend Passage- Bad RefoYni'Bad, Wiener Str. 65. § Ü© S i 3 Scblesische Str. 31. TS TiKtonla- Bad Kottbuser Damm 75 FrledrlchWilhelmtbad • Cbauß&eestr. 87. Erscheint 2 mal wöchentlich. | BeaMgsqiiellen'Vepageichnis. { Bandagen, Gummlw.) R. Rauke, Stralauer Str. 56. Berkholz, Köpenickerstr. 70. Lange, A. E., Brunnenstr. 167 Liepe, Schöneberg, GrnnewaldÄtr.30. Me¥er,P.,Kklln.,Berlinerstr.49— 50 J. Ch. Pollmann, Lothriogerstr. 60. PpirfiA Ä Seydelstraße 15. ■VCICIIC H. Lief. allerKassen � BeleEicht.-Gcflen»t. Büttner, A., Danzigerstr. 96. £ Drogan u. Farben � BrDnnenslr.t08D.1S7• Reinh. Assmus, Gericbtstr. 10. Gustav Bersug, Weidenweg 80. Apotheker ___ H. Wiegel. Drogerle Sudrow, Ebertystr. 28. Prinz Handjcriestr.2NkI.G. Wolff. Krehl's Drogerie, Fennstr. 51. Klabn, H„Mült. Ktii.r-Fri«drickiL23( NeaköIIi Hermsnnst.llg. KrünlngiAdler-Drogerle.Bamltntr.?. P.Lebrke,KotlbojerDaBE81-82,Faiföm Alfr. Manch, Culmstr. 37. Carl Müßig, Grüner Weg 68. Rathaus-Drogerie, Nklln. ntiaulr. 24. iemn8tr.57G.Keuk511n PrenzeL Prinzenstr. 103 Hoffmam Fr. Schluggnus«, Liebauerstr. 22. Hugo Schultz, Müllerstr. 166 a.. Hyg.Gummiw., Photogr.-Artikel. Palisadenstr. 45 kaDri0leeidli. Oberschöiveide Wilhclminenhöfstr. 46 Erich Preuft Drogca, hyg. Gnmmiwar., Seifen billigst. Werder-Drogerie, Britx.Rüdowerst. 5a Zobel, Georg, N, Ackerstr. 50. G. Bchrends,N««k. Knesebeckstr. 106 Bulinski.Fehrbellincrstr. 1, E.SchönkÄ. Carl Henze, Andreasstr. 55, Reioigang Max Sdinne uugderA"fge.U9 (BenrdiB�-ÄiimlL. Sargni� Otto Büttner, 9ieDki>lln,BiigbakiBt.32. HPi.rhn, Mtlli., HohenzoUernpI.il . llJUIcl Backowa. Kiid. Kraakrabaii. MaxFDcnsaer;Ä..ee 170 Hanisch, WrileiseeFnnilantrFlom.lSl Htekel, Fr., Gr. Hamburgerst. 37 Gast. Nobert, Potsdamerstr. 115a H. Petermeier, Strelitzerstr. 8. Petcr-Scbley, Wllh., Ziaaenentr. II c Bbrufaklelduna D Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. RoterLaden,Schöneb..Haaptstr. 1 08 � Blerbriiuerclen,BlerhT� T 40 Filialen M in Berlin und Vororten August Holtz f, M�QEM 22 Verkaufmmtellen 22 rwiin. Plefl, Böttergroßtiillg.1! 1 Berlin C. 54, Roscnthalerst. 40 I '(HackescherHof)Feni8p.A.Nord.8837 M Schulz, Arth�NkllB�Hermannst� Eust, Scbiillze S Mo Kosmaila, E., 4 Äff Schröter, R. 43 UcrkaufsstelUn O. Naefe ' Färberei o. ehem. Wäscherei | f. Herron- u. Damcngarder. | Läden in allen Stadtteilen ) Berlin, Rixdorf, Schöneberg ! K. Kulliek. Färb.,Wäseherei Fil.GastavAdolfst.l, Weißenbnrgerst.tl Swincmünderalr. 56, Weddingstr. S Möller40a, NenköIlD,Hennann3!r. 37-38 Fleischer, u. WurstWc —II—.— II...... � G.Amllng, Neukölln, Elsenstr. 74 August Birn8teinDunkerstr.78. flngnstBienert». Hans Böhm, Weidenweg 81. A. Beutele» Thaerstr. 21. Wilhelm Behr Wurstfabrik, Spedr- nnd Schinkensalzerei. Berlin.SchSnebcrg,K«l.utiit57-58 Beste und billigste Bezugsquelle f. Wioderverkinfer. Uhly&Wolfram Vereinigte 48 Pommersche verMs- Meiereien ��CstcaQ�JChocoUide� j Adler's Konditorei, Wrangelstr. 87. AlthBns,Kr&otor-Bonb.,Li£dowerstr.l6. w. Akt.-Brauer.Potßdam.Eig.Kiederl. Berlin SW, Tempelhofer Ufer. 15 Brandenburg a. U.,Wilhelrasdorferst.l 10 Spez. Potsd. Stangenbier BergtaieiWeiflenteexiiab� �TOliWERCh� Sold [Silber | Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutschen Edelweine, nur durch ihr Aroma. )yliax,G., Filialen i. all Stadtteilen. Ferd.Hahn,B0rlin)Perlersbnrflerit.72 yiani ioigM isteüualitätsbiere.| V Fllial. in Berlin ÖtllK 1 1, U„ und Vororten Fordepn Sia Wesenberg Brauerei Tivoli Fruchtstr. 87 HEissbier- CapamelbiBP Brauerei E. Willner Pankow. G roter jans Balzbier, Scbösk-Aiiee in, t. m, 5083- C. Habels Brauerei hell— Habelbr&u— dunkel. Hempel, E., Müllerstr. 138 d. Unser Ooldisiep ist nicht nur ein Erfrischungsgetränk, sondern auch ein Gcsundheitsbier ersten Ranges. Berliner Dnions-Bfaeerei, Berlin 8, |P. Hoefer, Kottbuser-Damm 79 I [Ritt erst. 77, Adaiiralst.3. Dresdeners!. 1 6. Klein, Wilh.Ät«rm1i8.4' Krakow, Fr. NW. Wiclefstr. 47. J. Nothmacn, NW 87Turraßtr. 59. G AS.Peterke, 50.Koitbaserstr.14. W. Schuster Nf., Neanderstr. 28. Alb.Werner,£cke ElsaCorn Ackerstr c Damenkonfektion J Luisenbrauerei Weißensee. Löwen-Branerei vorzügliche Faß- und Flaschen-Biere. Schulz, Herrn., Schönleinstr. 23. ilereins-BiiiDer2iIeiit3nia,IIW87. Victoria-Brauerei Victorla-Saazerbriu Weissbier, C. Breithaupt, Palisadenstr. 97. Tel.-A.VII, 2634. QBlumenjind�Kpän�l� Oskar Albertus, Müllerstr. 41. Blnmen-Flscber-Züllner SeestOO E.Degar,Riiii.,Kai>.Friedr.St.30,Eeigst.58 O. Hahn,ätegIitz,Albrechtstr.l01 Menzel. Neukölln, Bergstr.llO/Ul F. Müller, Danzigerstr. 27. Gärtner. A.hF.Meitzner.Xkll.BingUifst. Ww.Rutschkelitlll.Herniannst.62 Topfpiianzon ollen Art Britz, Uudower8tr.92;93Tel.teiit.l34 Zastrow, H. Turinorstr. 24. Q�ButtoPjEiePjKäae�� Drei Kronen Davidsobn Daune, Karl Chorinerstr. 36. DombrowsKyÄg'Ä- I Kottboserdamm?« BnCSh«. X, J-BrnDuenstrig ��iuen-uTsinhlw., WaffTj W. Allner. Mulackstr. 24. Beutel, C.,Boxh.,SeueBahnh.St.26 Herrn. Braun, Landsbg. Allee 149. 0tt0BeliBÄreSerg539 Emil Braun, Andressst. 75 EekcBrcsl- G. Brucklacher, Flaek, E., Spandan, Sehönewaldentr. 34. Carl Jung, Stromstr. 31. FranzPleifer,O.Frankf. Allee 139. Eugen Heum, Nklln. Walters tr. 19 lungblntii, flenDaDDiti. 172. H. Rockstroh,«»Su,»,.. RQh1niaan,P.,Müllerst. 40b, E.Soest. F.Sdinbelt,ToigUt.IO,£. Schreirentr. Sellach,Th.,SklIn., Hormanns tr. 48 E.Timm, Schleif., Waldemarstr.73 fllexWelraarÄÄS:� (Inh. Otto Janke). [ FahrriJ., wahmnech.) Fahrraf-Leliiiisos LciiQiaDD Neue Schönhauser-Str 11. K. Christ, Elbingerstraße 58. Ph. Christ, Petersburgerstr. 4 a. Darge, O., Finowstr. 5. Thilo Dorgerlob, Lithauerstr, 23 St. Dorszewskl, Ebertystr. 29. W. Dörr, Schivelbeinerstr. 27. August Fenger, Grünauerstr. 8 Feyerherm, F., Alt-Boxhagen 11. W. Friedmann, Nklln., W»rlhe«lr.7. Oskar FrölHi, EbeliDgstr. 16. WillyGer!ik©,Petersburgerstr.31 Albert Golz, Frankf. Allee 121. Fr. Gerlach, Tauroggenerstr. 1 a. Gustav Oirra, Waldemars tr. 21. Rob.Gleue,WeileuM,GBst.4doiratr.lS Ott oG i,ubeH0chsutes7. Gnsinde, Rieh. Sn. G8tJ(braacD,ScenÄt.u�ei5n9: O. Gleich, Neoköllo, Hohsaxolienpl. 7 F. Gutschmledt, Koloniestr. 32. E. Harzbecher?,0Ä A. Herold, Ackerstr. 62 G. Hernnann, Lichtnbg.,Oderst.4 Heinridi Höhne, Skalitzerstr. 97. Janik, C. K8�rDiC5ter- Fr.Jentecli.KoUbi.DtmBaS.FIeiacb.Wnr«! Bimmln Fleisch- u. Wurst w. . lliiuiiy Manteuffelstr. 102. Heinr. Jochmann, Ziethenstr. 41. Wilhelm Kitz, Kniprodestr. 118. Fritz Klein, Kottbueerdamm 12. Bruno Keller huFÄ.ii. Otto Koch, Alte Jacobstr. 17. Bruno Kusche, Fruchtstr. 28. Ernst Kolb e,0.1 12. Weichselstr. 15 A.Kn]ffliD)ab"gÄiL Krumm,Reinb.,GreirenliigenerStr 16 M.Kopa, Boiaickead.. Besid.autr. 154. H.Kunert, Schöncbg. Gothenst.41 A. Lange, H«iaickdf.,ScharBweberitr. 1 1 3 Rob. Lindner, �femet»tr, s. Wilhelm Liebherr �d". Fr. Lindemann, Emdenerstr. 45. August Lincke, Alte Jacobstr. 26. Emil Lindigkeit, Michaelkirchsir. 8. Lochmann, Malplaquetstr. 32. loeikg.Joö.FÄw�sS'abl; Aug. Haar, Sehulstraße 103. Märk.F1eI>chkona.,!(klls.,WarlkeaL73 Paul Hatschke, Thaerstr. 17 M.Hanersberger,XUIa.,Ksaatritr,16 Max Metzler, Rigaerstr. 16. Maeps,OitoGrtterna»er- R. Müller, Pankow, Wollankst.lOl R. Möbes Ndif. Fleischwaren u. Wurstfabrik Berlin N 24 Oranienburgerst. 4 Georg Naumann, Gärtnerstr. 19. F. IMßfowsky ord-DeatscbeKleißcb-u. Wurst-Zentrale Seestr. 113. Anklamerst. 17 Paul Nuss stÄe Ptach E. Zawadski, Danzigerstr. 69, Panl Zwarg, Landsberg. Allee 136. L. Zimmermann, Kottb. Damm 94 (��FUcMiandlunBieii 1 E. Fehling, Elbingerstr. 56. Rob. Kortmann, Schöavalderstr. 38. H-Nixdorf,FraakfBrterAll.l97,5<>i0Eab. t Dl»» y, Porzellan) O. Krüger, Weißenburgerstr. 79. f Spammoph., Sprechm.) W.Bedter, Cblbg.1\ribB.ndoTlenil 37 t Hnu»» u. KOchenBnrate") XaiDidi, Spandau,Schönew.St.92 >, Emaille, Glts, Porzellan, L&mp. c Hepren-Artlkei H.Bock, Neakolla Kaller Fri.dricbit.10. Krauae, Wllh., Mlia-, Herrn.-St. 168 Nordring, Brunnenstr. 84. Ad. Mahnke J A. Samuel, O.Mirbachst.62, Schirme. Scholz, Osw.� H®rauMti. ni; '.45 W.SbikIIbp �lo�rrori-iKKnabononrd� JRRn a-m Badstr. 26, Ecke • Prinzen- Allee. Besser, Julius, Nklia., Bergstr. 19 Leske ASlupeckl, Schenk.-Allee 70 c Marone �' Bcr8str- i*** inarCllo, ü. fertige a. MeÄsehneiderei. Eosner, Lager fertig und nscb Maß Julius Salomen, Brunnenstr. 36« JQnlinll FriedenauRheinst.9 . OUIUII Von. d. Bl. 5®/o QHOte�lBOtxan�u�PiBlzwJ hurhaus Rorden® Brunnenstraße 52. Badstraße 65 Chausseestraße 55. Dresdnerstraßo 120_ Beiße, Rad., Chausseestr. 66. Hl. Grund Brun""1!. 177 Hat-Engr.-Lager,Boxh.,Gärtiierst.24. A. Lern aitre, W i Imsdrf. berlinerst. 132. RieckjEm.�Ä Schoerr, Herrn., Wilmarsd.-St. 46. ac45am ET Kottbuser- w esier, c.. Dimm 18/i9 Zum Hutwinkel S. Kohls, Chausseestr, 85. Aug. Wagner, Ktipeniek, Grünslr. 9 c Koufhtzuser J l AlexaDder i Fo., Badjlr. 65. B. flacDlg z Fo. � Kohlew7Kofc»rBplfc«tt«) Slemon, A. R. Kehleabhf. Weddini Karl Werner, Neuk. Göthestr. 10 c Kolonialwaren G.Behrens, SchönebergAkazienstr.9 Budach, Franz, O-, Qoßlerstr. 22. Georg Burow, Stromstraße 89. Gg. Feilt, Nkl., Weserßtr. 4. A. Fiedler, Köpenick, Mnggelh.8t.41. Fritz Gerull, Beusselstr. 75. Große Frankfurterstr. 13. Wurstfabr., Landsbg.- Allee 130, Spz. Roll.- 8chink..Nußschink.tSchiakeii8peck Rodewald, Prenxl. AIIee29 T.K8i3206. Franz Rose, Frankf. Chauiee 21 a. Ottomar Rudolph, Gfirtnerstr.l? Herrn. Rauchheld, Ziethenstr. 13. A.Rehmet,Moab.,Perlebergerst.2 E. Rummelandt, Thaerstr. 60. Hermann Schmidt, Thaerstr. 48. Gebr. Schulz, Lithauerstr. 7. W. Segllng, Christburgerstr. 43. Heinr. Schilz, Danzigerstr. 37 Max Schlack, Langestr. 67. Th. Scheunemann, Helmholtzst.l. Sdiramm,Pader8t.23,Trept.Mpl.ll707 OttoSchleusener, Nklln. Mainzers!. 8 Aug. Szczygiel, Nklln., Tenpitiersl.l 10 Oüo Schreiber Fahrrad-Haas.Frischauf Brunnenstr. 35. Gründung und Eigentum der radfahrenden Arbeiterschaft. Fahrrd.,ScfaaIlpltt.WeiCeBhiirgsl.47» W.Malloschky,Oberbaumst.2, Rep � Färborolen, Wascher, j Groß-Dampfwüsdierei „Spreenixe" Berlin SO., Forsterstr. 5 6 Tadellose Wäeche! Billigste Preise! E. Schauer, Huttenstr. 70. E. Sch.rzberg, Bciaiekeaif.. Haaaasl. 9. Max Schubert Mü,5irtr" PaulSonnabend, Crossenerstr.Sä Stamaril. Fltiick-Zeatrale.�iargaiderstCS T-hirlug. Flslaeh- u. IVarat-Fabr X F.Somm.rmasn,B.ihageBsnt36 E.Trapp.Wunttealrale.Waläfaaarilt.IS Cust Tschentke, Brüsselorstr. 53 Tscberbner, Straßmannstr. 8. Max Tümmel,Christburgerstr.24. Karl Unte Utzlg, Paul, Koppenstr. 28. G. Vettin gr7ünü w5ef J. A. Baosa Gericht8'traßc23 Tel. III 1309 Warschauer Fleisdj- u, Wurst- Centrale, Warscbauerstr. 83 Croiaener- Str. 18. K.paraikDMtr. 19. KicJerbamifflitr. 10. Hetnldte,Wilh.,Markgrafend. 27. Fritz HObner, Scbliemsnnstr. 11. Kohle, W., LicWenb«rg, Hagccitr. 50. Kramer, Rld>.,0,Kr«npriiu«itr.37,lS8 Ups, Chamissoplatz 8 Lossier, G., Warschauer Str. 5. Karl Mercier, Huttensta HMiiller Gebe aufWar. 5»/oR. .milllcr Tegclerst. 1 II 7002. IRIInF T. Kottbuser Damm 31 UlIKl, U. Herrn. St. 155, KneiebeckstlS Friede, E., Boxhag.-Chauasee 22. A. Ramhold, Prinzen-Allee 18. CarlRobra, Langhansstr.58u.148. Willy fliilW Runge, Otto, Nklln, Hermannst. 55. A. Sägebarth, Fthrbrllmcr Str.24. Sdinelder,F.,NtIIn.Kaiiar-Frial8t75 Schettler, Carl, Badstr. 16. Fritz Scheel, Schwedterstr. 47. Scfalenther, Emil, Huttenstr. 7. Rudolf Spremberg.Wörtherstr.l. Wllh. Thomas, BtiniekeiL-Str. 54. Otto TOlderstrl9- ( Optiker j Dose. Paul, N. Müllerstr. 174. Groß, Panl, Wsracbsuerstr.». Schnbert, 0ari.NkUn.Bergatr.14« Wlenstnick,Spaa6»'iP''1'j" ( P.alar. u- SchrelbwJ) o Prorhnow.Mtll» UermmDiu. 69 gl,�ift�JLools,NkUn. Berg str. 42 r Pfandleihen_ J L'ug- �"«l.lr.g;. BilligerYrrtsaf. — a Mensel, 1- Gericbtstr. 39 HiiliV"verkauf, II. Müllerstr. 1S8 Schmidt, Fennstr. 3 c Photoflp. Rteliera J W. Scharf, Eosentaler Tor. Eli&sserstl c Photgr. Apparate 3 M. Aüireöll sucbGelegÄsH: Hubo ReatorhandlunBeiT�� LuiseFrömcl, Greifswalderstr. 199. Damaschke. Invalidenstr. 144. Goldmann, SpaBdaa.SchDiw&ld«ril84 Herrn. Kärrner, Cöpenick. Ernst Müller, Teltowerstr. 59. Petersohn, Olk., Müllerstr. 155. Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. Fritz Schlott, Moabit, Waldstr. 34. Sommer, Wllh., N, Schöih.-Allee 85 V. Smlejkowski, Zornderfentr. 1t B.Wolff, Pankow, Wollankstr.117. � SchlrmeMoStflcke_ j Jehnichen, Nklln. ,K»is.Friedr.-Str, 18 G. Schleussner, Warschauerst. 86 c Seifen J Heidke, Paul, Burgsdorfstr. 13. S�mpeTcuVerelnsabzelch� Gust« Banse, Elsasserstr. 9 a. �TeppIchejKjaordln�� Gardlnenb. Bernhard Sdiwartz Berlin, Wallstr. 13(dreizehn). Arendt, H. Neukölln Bergstr. 3 Bährmann,A.,Sp«udin.ScBÖ»w.Stl06 OttoBickeU�Ä"''' A.E. Belke grSr93 Gustav Sohoder Fabrik moderner Goldw. u. Uhren Hauptgesch.S.42.0ranienst.!55,56 I. Filiale W. 80. Lützowstr. 80. II.„ Schöneberg, Hauptst. 142 MaxEisermann,Ch»rl.,N«hringitr.l6- Max Busse Br~*tr' Ellinghausen, Gebr., Griierveg 4S P.Gädtke, Elbf.-Str. 40 E.All Mcabii. J. Gebhardt gÄS Ernst Gräber, Brunnenstr. 78. Knlabuscb.W� Frft. CbausseeSl Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40 Nolle, K-, Simon-Dacbstr. 13. Alb In Pohl, Winsstr. 53. Brunnenstr. 112. 1 , Brunnenstr. 81| Quitzow, Job., Müllerstr. la. Emil Quade G. Schamow, Oranienstr. 45. R. Schmelz, bCrgerö"i4s Max Storch, Elbingerstr. 100. A.Trenner, Wilhelminb, Haoptatr. 13. Veralohapungen 1 „Deutschland" Berlin Arbeiterversicherung— Schützen- Sterbekauenvera ichcrg. etrafle 8. „Friedrich Wilhelm" Berlin W 8, Behrenstr 58—61 Leben«-, Sterbekuien-xArbeiterTcniehg. Mit u. ohne ärztl. Untersuchung Jahres-, Monats-, Wocbenbaiträg« Jduna'zu Halle a.S. Berlin, Charlottenstr. 82 Volks- und Lebensversicherung. f Wnrenhäueer) Wilh. Herrn. Lesser KoioDSt.54 Schöneberg Eolout.54 Bei jedem Einkauf Rabattm Weine, Liköre u. Fruchtsäfte ) 60 Filialen in sllen Stadteilen. C o n r ä d �°��«6ti»ation Oranienstr. 207 Krakow, FrrTW-Wi wurf mit dem abschließenden Kostenbetrag von 764 999 M. und stellte die im Etat 1911 und 1912 vorgesehenen Bauraten von zusammen 399 999 M. zur Verfügung. Seit Fassung dieses Beschlusses ist nun bald wieder ein Jahr vergangen; vom ersten Beschlutz an gerechnet sind also 2Vi Jahr verstrichen. Wie weit ist denn nun dieser Er- Weiterungsbau vorgeschritten? � Ein Bauzaun ist errichtet worden, aber weiter nichts. Aber der Kämmerer hat einen Antrag an die Deputation für .Turn- und Badewesen gestellt, der da lautet, die Arbeiten de« Er» ' Weiterungsbaues auf ein Jahr zu vertagen. Dieser Antrag wurde am 28. Juni in der Deputation beraten und abgelehnt. Mit welchem Rechte kommt der Kämmerer dazu, einen'solchen Antrag zu stellen, wo die Mittel von der Stadtverordnetenversammlung bewilligt, wo die Projekte nach eingehender Beratung genehmigt sind. Sind wir denn in Berlin soweit, daß die Ausführung aller Beschlüsse der städtischen Körperschaften lediglich von den Launen de« Stadt- kämmcrerS abhängig ist. Diese Verzögerung der ArbeitsauS- führung ist in einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs geradezu ein Frevel an dem Gemeindekörper. Die Stadt hat mit dem jetzigen Kämmerer, mit seiner kleinlichen, engherzigen Finanzpolitik noch keinen Staat machen können, die neueste Maßnahme aber setzt allem die Krone auf. Die erste Sitzung der Stadtverordneten nach den Ferien dürfte allen Anlaß haben, sich mit dieser neuen Leistung des Kämmerers doch recht ernstlich zu befassen. Nicht nur Liese beschlossenen Bauten der Badeanstalt in der Bärwaldstratze müssen unverzüglich in Angriff genommen werden, sondern auch alle anderen Bauten, für welche der Bauverwaltung die Mittel bewilligt sind. Es sind das eine ganze Anzahl; wir er- inner« nur an den Bau der neuen Fortbildungsschule in der Bad- stratze auf dem Gelände der ftühcren Markthalle u. a. Wenn unsere städtische Bauverwaltung mit etwas Dampf ar- beitet, wird sie auch ihrerseits ein kleines Teil zur Milderung der Krise beitragen können und ferner eher die Möglichkeit schaffen, daß im nächste» Etatjahre der Bauverwaltung größere Bausummen zur Verfügung gestellt werden, um die an die Stadt gerichteten dringenden Bedürfnisse/, Uhr Mitaliederversamm- lung in der„Villa Kahl" sJnh. Bukofzer).' Adlershof. Heute Mittwoch, abends 8>/, Uhr im Lokale des Genossen Kaul, Bismarckstr. IS: Generalversammlung de» Wahl- Vereins» Oder-Schöncweide. Morgen Donnerstag, den 19. Juli, nach- mittags 2 Uhr, treffen sich die Genossinnen zur Spielpartie an der evangelischen Kirche sFrischenstraße). Wir bitten, daß die Eltern die Kinder daran teilnehmen lassen. Die Bezirksleitung. Erkner. Heute Mittwoch, den 9. Juli, abends S'/s Nhr: Mitgliederversammlung bei Paul Grund. Friedrichstr. 21. Jßerliner Nadmcbten. Durch die Löcknitz nach Grünheide. Es gibt kaum schönere Szenerien in der Umgebung Berlins als im Gebiet der Oberspree und besonders im Löcknitztal. Sie erinnern lebhaft an Partien des SpreewaldcS, und kein Naturfreund sollte es versäumen, die reizenden Bilder an sich vorüberziehen zu lassen. Wir besteigen in Fricdrichshagcn daS Motorboot.— Langsant gleiten wir über die große Fläche des Müggelsees. Von rechts grüßen uns die Müggelberge, und links erfreuen uns die Friedrichshagener Gärten. Vorbei geht's an den Wasserwerken, deren Dächer weithin leuchtend uuS noch lange sichtbar sind. Die Eintönigkeit des sandigen Strandes wird unterbrochen durch die Freibadanlagen, die mit ihren stroh- gedeckten Zelten und unzähligen nackten, braunen Gestalten recht wildromantisch anmuten. Unterdessen sind wir an der von Ruderern gern gesuchten„kleinen Müggel" angelangt und nehmen Kurs auf die Spree zu. Links von uns haben wir jetzt das malerische Rahnsdorf, ein uraltes Fischerdorf. In großer Zahl zum Trocknen aufgehängte Netze beweisen uns, daß auch heute noch ein großer Teil seiner Lewobner vom Fischfang lebt. An den Ufern der Spree sitzen zahlreiche Sonntagsangler, die bekanntlich keinen Lärm ver- tragen können und ob der vielen Dampfer und Boote sehr miß- mutig dreinschauen— weil dann gar kein Fisch anbeißen will. Aus dem nahen Walde gucken einige Häuser Wilhclmshagens hervor und über die Wipfel der Bäume reckt sich wie drohend der Schornstein der sogenannten Heilanstalt für Holzarbeiter, genannt„Rentenquetsche", empor/ Dann und wann fahren wir an einem Lokal vorbei, dessen Gäste schon beim Kaffee sitzen und unwilllürlich verspüren wir Appetit und sehen uns bei Vater Fielitz vor einer dickbäuchigen Kanne sitzen, die Mutter eben aus der Küche brachte.... Wir befinden uns jetzt im Dämeritzsee. Links fesselt unsere Aufmerksamkeit die zu Rahnsdorf gehörige Kolonie Hessen- Winkel mit ihren Villen inmitten zierlicher Gärten, und rechts, mehr nach dem Ausgang des Sees zu. fallen uns nach Erkner gehörige, schloßähnlich gebaute Häuser auf. Durch eine schmale Wasserstraße gelangen wir in den Flakensee. Vor uns liegt WolterSdorfer Schleuse und im Sonnenglanze grüßen die idyllischen Kranichberge. Wir biegen nun rechts ein und der schönste Teil der Fahrt beginnt. Sahen wir eben noch Dörfer und Kolonien, so ändert sich jetzt das Bild: wir sind in der Löcknitz. In un- zähligen Windungen schlängelt sie sich durch daS Tal. Mit Gras sind die Ufer besäumt und dahinter steigt das Gelände an. Die Abhänge sind mit Unterholzfcewachsen und darüber erhebt sich der Wald. Zahlreiche Ruderer lagern an den Ufern, daneben aufgeschlagene Zelte, so verleben sie hier, fernab vom Länn der Stadt, den freien Tag. Oben im Geäst sitzen die Raben, auf den Aufbruch wartend, um dann den Lagerplatz nach etwas Genießbarem abzusuchen. Eine Kurve nach der andern macht daS Boot und jedes- mal schauen wir ein neues Bild des Friedens. Hier merkt man nichts von der„Streusandbüchse", hier entrollt uns die Mark ihr Innerstes und Intimstes.— Sie lassen sich nicht alle schildern, die Schönheiten dieses Stückchens Erde; das kann nur ein Dichter— aber empfinden kann sie jeder, der der Natur noch nicht entfremdet ist.... Wir befinden uns schon im schönen Werlsee mit der prächtig bewaldeten Insel Lindwall. Rechts grüßt uns die Kolonie Bergluch und links dehnt sich der Ort Grünhcide aus. Noch eine schmale Durchfahrt und wir sind im anmutigen, von Wäldern umrahmten Petzsee. Unser Boot legt bald an; wir steigen aus und befinden uns in dem von der Arbeiterschaft gern besuchten Lokal„Zum Vater Fielitz".— Punkt 2 Uhr fuhren wir in Friedrichshagen ab— 2 Stunden dauerte die Fahrt. Bis 7 Uhr haben»vir nun Zeit, bei Kaffee und Kuchen gemütlich plaudernd, die Eindrücke an uns vorüberziehen zu lassen.... Langsam senkt sich der Abendfrieden hernieder, nachdem wir schon den halben Weg wieder zurückgelegt haben. Wir genießen jetzt dasselbe Bild im Scheine der Dämmerung. Die letzten Ruderer rüsten zum Aufbruch.— Der Wald ruht. Er kommt uns vor wie eine Halle mit unendlich vielen Säulen, und fast scheu blicken wir in sein Dunkel... Der Müggelsee liegt wieder vor uns. Von ferne er- glänzen die Lichter FriedrichshagenS und-seine Dächer heben sich gleich Silhouetten vom Abendhimmel ab. Je näher»vir kommen, desto mehr Lärm dringt an unser Ohr. Die zahl- reichen Gartenlokale sind dicht besetzt und die unvermeidlichen Musikanten lassen jämmerliche Weisen ertönen. Um nicht allzusehr aus der Stimmung zu kommen, entivinden»vir uns den» Trubel, sobald»vir ausgestiegen sind, uiid fahren von Friedrichshagen nach Berlin per Eisenbahn zurück. Die Fahrten finden fahrplanmäßig im Sommer nur Donnerstags 2 Uhr, ab Seeschlößchen Friedrichshagen, see- straße, statt; im Frühjahr und Herbst auch Sonntags, für Vereine jederzeit. Der Fahrpreis beträgt für Hin- und Rück- fahrt 75 Pf., Kinder die Hälfte. Man karm aber auch mit der Bahn nach Erkner fahren und von hier aus das Motorboot der Stern-Gesellschaft de- nutzen, das regelmäßige Fahrten auf der Löcknitz unternimmt. An die Bildungsausschüsse und die Organisations- leitungen. Am Sonntag, den 13. Juli 1913, vormittags IV Uhr, findet im Saal 4 deS GetverkschastShauseS, Engel- iifer 15, eine Konferenz der Bildlingsansschiiffe von Groß- Bcrli» statt. Die Organifationsleitungen und Bildungsausschüsse sind durch ein Rundschreiben eingeladen»vorden. Sollte irgendeine Stelle das Zirkular nicht erhalten haben, dann bitten wir es nachzufordern. Der Bezirksbildungsausschuß, SW 68, Lindcnstr. 2, Fernsprecher: Amt Moritzplatz 14629� Unzulänglichkeit des Anhalter Bahnhofes. Der letzte Ferienverkehr aui der Anhalter Eisenbahn hat wie in den früheren Jahren bewiesen, daß die Zustände dort unhaltbar sind. Sie müssen schleunigst gebessert werden. Keine Eisenbahn in Deutschland hat auf zwei Gleisen einen solchen Riesenverkehr zu bewältigen, wie diese Bahn, die den Verkehr in der Richtung nach Halle, Leipzig und Dresden, d. h. nach Böhmen, Sachsen, Bayern und Thüringen vermittelt. In den letzten Tagen lagen teilweise so viel Sonder-, v-. Eil-, Schnell- und Lokalzüge auf der Strecke Jüterbog-Bitterfeld usw., daß den Beamten und Fahrgästen, die Kenntnis erhalten hatten, recht ungemütlich zu Mute wnrde. Da» kleinste Versehen hätte die größte Katastrophe herbeiführen können. Was soll daraus werden, wenn der Verlehr auf dieser Bahn weiter zunimmt? Die Eisenbahndirektion Halle a. S., der die Anhalter Bahn unterstellt ist, hat bei Großbeeron ein sogenannte? Ueberholungs« gleis angelegt. Sie glaubt damit anscheinend vorgebeugt zu haben. Unseres Erachten« genügt dieses Gleis keineswegs zum Ueberhole» der Lokalzüge, vielleicht nur für die in Großbeeren endenden Züge, nicht aber stir andere. Vor einigen Wochen wurden dort von noch nicht ermittelten Buben die Laschen von Schienen abgeschraubt, zum Glück konnte aber noch rechtzeitig ein Unglück vermieden werde«. Die Frage, was bei einer Sperre der zwei Gleise aus dem Fetten« verkehr geworden wäre, wollen wir hier nicht stellen, möchten aber darauf hinweisen, daß mit einer Sperre eines Gleises auf dieser überlasteten Eisenbahn der ganze Verkehr lahmgelegt werden kann. Die Verantwortung, welche die Eisenbahndirettion Halle über» nimmt, ist riesengroß, sie sollte deshalb so schnell wie möglich für eine gründliche Abhilfe und Besserung der Zustände sorgen. UnS ist bekannt, daß dies nicht sofort geschehen kann und großer Bor» bereitungen bedarf, weil die Hindernisse und verpaßten G�« legenheiten die Schwierigkeiten erhöht haben. Darum wäre eZ schon am zweckmäßigsten, die Anhalter Bahn würde der Eisenbahn« direktion Berlin unter st ellt. Die Amnestie und die Chauffeure. Die zum RegieruugSjubiläum erlassene Amnestie hat bekanntlich den Bollzugsbehörden freie Hand gelassen, in welcher Weise und auf welche Personen dieselbe angewendet werden soll. Zwar ist schon iu alle Welt hinausposaunt worden, daß 2909 Personen derselbe« bereits teilhastig geworden fekn, und noch seien die Justizbehörden emfig bemüht, weiter zu sortieren und die Anträge zu prüfen; auch auf Zollangelegenheiten sollen die Bestimmungen Anwendung finden. Von einer praltischen Wirkung der sogenannten Amnestie haben wir bis heute noch nichts»vahrgenommen. Aufmerksam gemacht werde» wir auf einen besonderen Umstand. Wenn ein Kutscher oder ei» Chauffeur etwas schneller fährt als zulässig ist, wird er aufgeschrieben und erhält prompt sein Strafmandat oder gar eine Anklage, der die obligate Verurteilung auf dem Fuße folgt. Verurteilungen zu 20, 30, 50 M. oder entsprechende Gefängnisstrafe sind ander Tagesordnung. Nach den ergangenen Urteilen sind die Kutscher„leichtsinnig schnell" gefahren. Wenn es auch in der Praxis oft anders aussieht, aber das Gericht braucht diese Begründung, um eine erhebliche Strafe verhängen zu können. Ist aber die Annahme der Gerichte über leichtsinniges Schnellfahren richtig, so wundern sich die Chauffeure, daß die Amnestie nicht auch auf sie Anwendung gefunden hat. Denn e-Z sei ja Straferlatz verheißen für Verfehlungen, die„aus Leichtsinn und Not" begangen worden sind. Statt dessen müssen die vielen zu Geld- und Haftstrafen verurteilten Chauffeure und Kutscher ihre Strafen zahlen oder abbrummen. Es wird allgemein die Frag« erörtert, ob auch die feudalen Autobesitzer. die wie wahnsinnig auf den Chausseen dahinsausen und schivereS Unheil angerichtet haben, bei der Amnestie in gleicher Weise wie die berufsmäßigen Chauffeure behandelt»verde«, oder ob ihnen der„Leichtsinn" zugute gerechnet wird und Strafbefreiung einttitt. Auf der Untergrundbahnstrecke Spittelmarkt— Alexanderplcch, welch» heute vor acht Tagen dem öffentlichen Verkehr übergeben»vurde, sind nach der vorliegenden Statistik schon weit über 200 000 Per« sonen befördert worden, ein Beweis, daß die neue Schnellbahnver» bindung einem dringenden Verkehrsbedürfnis entspricht. Der An» schlutz deS Alexanderplatzes an die Hoch- und Untergrundbahn kommt besonders der arbeitenden Bevölkerung jener Wohnbezirke durch Benutzung deS billigen Frühverkehr zustatten.(Bis 8'/� Uhr vorm. kostet die Fahrt bis zur achten Station bekanntlich 10 Pfg.) Aber auch von den Beamten des Land- und Amtsgerichtes, des Polizei» Präsidiums etc. wird die neue Schnellbahnstrecke fleißig benutzt. Der von Tag zu Tag zunehmende Verkehr macht sich natürlich auch auf den anderen Stationen der Stadtlinie deutlich bemerkbar. Aus dem vierten Stock gesprungen. Durch einen Sprung aus dem vierten Stockwerk nahm sich gestern vormittag das 63 Jahre alte Fräulein Elise Schiefer aus der Philippstr. 9 daS Leben. Die alte Dame, die im vierten Stock ve» Ouergebäudes eine Dreizimmerlvohnung innehatte und vom Ab« vermieten lebte, litt seit längerer Zeit an Rheumatismus. In den letzten Wochen war ihr Leiden so schwer, daß sie ihre Wirtschaft nicht mehr besorgen konnte. Sie sollte deshalb in ein Damenheiin kommen, womit sie auch einverstandeu war. Als sie nun davon Be« kannten erzählte, sagten ihr diese, daß sie bort sehr schlecht behandelt und sogar Prügel bekommen werde. Die Kranke glaubte diese» törichte Geichwätz und äußerte wiederholt, daß sie lieber aus dem Fenster springen werde, als sich dort aufnehmen lassen. Gestern vormittag stürzte sie sich denn auch, als sie gegen 9 Uhr allein in ihrer Wohnung Ivar, aus dem Küchenfenster auf den gepflasterten ziveiten Hof hinab, wo sie tot liegen blieb. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht.__ Der Spitzbube mit dem Angelhaken. Kürzlich sind zwei professionierte Spitzbuben verhaftet worden» welch« die ganze Welt berttften. Außer Pttvatgeschäfte haben die Dieke auch Warenhäuser heimgesucht. Beide„arbeiteten� auf ihren Streifzügen auf verschiedene Weise. Am originellsten ist der Trick eines gewissen Lerche gewesen. Er trug stets einen großen Loden- mantel, unter dem er mehrere Angelschnüre mit großen Hechthaken befestigt hatte. Wenn er sich nun die Seidenstoffe vorlegen ließ, so stellte er sich so dicht an den Ladentisch, daß er einen der Haken in die Stoffe oder Kostüme einschlagen konnte. Dann trat er in einem geeigneten Augenblick zurück und das Beutestück verschwand unter dem Mantel. Damit dieses nun nicht hervorsah, legte er sie, besonders Kostüme, mehrere Male zusammen und schlug dann den Haken durch mehrere Schichten hindurch. Dieser Schnüre hatte er mehrere unter dem Mantel befestigt, und zwar waren sie so stark, daß sie das Beutestück zu tragen vermochten. Der andere Spitzbube ging als Reisender mit einem großen Lederkoffer auf die„Tour". Diesen öffnete er, wenn er sich unbeobachtet sah und ließ die ge- stohlene Ware darin unbemerkt verschwinden. Die gestohlenen Sachen ließen die Diebe, um sie unkenntlich zu machen, schnell ver- arbeiten. Ein Automobilomnibus ins Waffcr gestürzt und umgekippt. Ein folgenschwerer Unglücksfall hat sich auf der Teupitzer Chaussee zugetragen. Zwischen dem Etablissement„Kleine Mühle" und dem Bahnhof Teupitz verkehrt seit mehreren Wochen ein Auto- mobilomnibus. Als der Kraftwagen in der Richtung nach Teupitz fuhr, versagte plötzlich die Steuerung. Der Chauffeur verlor infolge dessen die Gewalt über das Gefährt, das seitwärts den Chaussee- dämm hinunter in das angrenzende Fließ raste. Im Wasser kippte das Automobil dann seitlich um. Der Insassen bemächtigte sich eine Panik. Mehrere von ihnen erlitten durch umherfliegende Glas splitter blutende Verletzungen in: Gesicht und einer der Fahrgäste trug einen Nervenchock davon. Erst nach mehrstündiger angestrengter Arbeit konnte der Autoomnibus aus dem Wasser herausgeschafft werden. Eine Untersuchung des Steuers ergab, daß den Führer keine Schuld an dem Unfall trifft. Wer ist der Tote? Mit der Feststellung der Persönlichkeit eines unbekannten Mannes, der unter eigentümlichen Umständen am 1. Juli im Köpenickcr Forst hilflos aufgefunden wurde und bald darauf im Krankenhause verstarb, be- schäftigt sich bisher ohne Erfolg der Amtsvorstehcr von Ober- Schöneweide. Als an diesem Tage morgens gegen 8 Uhr ein Förster durch den Köpenicker Forst seinen Rundgang machte, fand er den Mann hilflos auf. Auf Befragen des Försters sagte er, daß er der Arbeiter Karl Köhler aus der Lippener Straße 23 sei und mit einem Ernst Göricke, dessen Wohnung er nicht angeben köüne. einen Ausflug gemacht habe. Hierbei sei er unwohl geworden und sei sein Freund auf dem Wege, einen Arzt zu holen, von dem er bald zurückkommen müsse. Der Forstbeamte setzte seinen Patrouillengang fort, fand aber, als er bald darauf wieder dieselbe Stelle passierte, den Mann immer noch allein daliegen. Er ließ diesen jetzt nach dem Kranenkhause bringen, wo er aber bald darauf an den Folgen eines Schlaganfallcs verstarb. Ein Mann namens Köhler hat in dem Hanse Lippehner Straße 29 nicht gewohnt. Der Verstorbene erzählte aus dem Trans- Port noch, daß er sich in der letzten Zeit viel im Gewerkschaftshanse aufgehalten habe. Dann sprach er auch davon, daß sein Jackett mit seinen Papieren und sein Hut von seinen Begleitern weggenommen worden seien. Diese Sachen fehlen ihm auch, doch scheint es sich nach, den wirren Reden, die er führte, um einen Mann zu handeln, der nicht im Vollbesitz seiner Sinne gewesen und planlos in der Forst umhergeirrt ist. Der unbekannte Tote ist ungefähr 1,78 Meter groß, hat kurzgeschorenes, graumeliertes Haar, einen ebensolchen Bart, graue Augen, große Hände und Füße und im Unterkiefer Zahnlücken und trug eine schwarze Hose init weißer Pelzeinlage und schwarzen Spitzen, schwarze jxchuhe und ein weißes Hemd.____ Die Leiche eines vierjährigen Knaben wurde gestern nachmittag vor dem Grundstück Görlitzer Ufer 8 aus dem Landwehrkanal ge- landet. Wie später festgestellt werden konnte, handelt es sich uin den vier Jahre alten Sohn Erich des Mechanikers Müller aus der Libauer Straße. Der kleine Knabe befand sich, weil die Mutter schwer krank daniederliegt, bei der Großmutter am Görlitzer Ufer. Hier muß er, ohne das jemand etwas gemerkt hat, die Böschung hinab ins Wasser gefallen sein, denn seit Freitag vergangener Woche war er spurlos verschwunden. — Gefunden ist auf dem Sonnuerfest des Wahlvereins Neukölln am Sonntag, den 6. d. Mts., ein Pompadour und eilt Schlüssel, die Gegenstände können im Sekretariat, Ncckarstr. 3, abgeholt werden. Vorort- I�acKricKtern Schöneberg. Der Betrieb der städtischen Seefischhalle wird auch in den Sommermonaten aufrechterhalten, wie wir auf Wunsch be- sonders mitteilen. Adlershof. Mit verbundenen Augen ist gestern nachmittag der 10jährige Paul Lehmann aus Köpenick von der Brücke in den Kanal bei Adlershof- Glienicke gesprungen. Er wurde herausgeholt und in bewußtlosem Zustande nach dem Krciskrankenhause in Britz gebracht. Lankwitz. Aus der Gemeindevertretung. Die Revisionskommission hat eine große Sache entdeckt. Sie hatte beanstandet, daß die neu einge- führten Wächterhunde, welche am Tage auf dem Pumpstationsgelände untergebracht sind, im Kanalisationsetat geführt werden und ver- langte, daß dieselben im Polizeietat verbucht werden, welchem statt- gegeben worden ist. Mitgeteilt wurde ferner, daß das Kriegsministerium end- gültig beschlossen hat, das zweite Trainbataillon und ein Kraft- fahrbataillon nach Lankwitz zu verlegen. Für das Parkgebäude an der Viktoria- Ecke Bernkastler Straße wurden 19 999 Mark mehr verlangt, da die erste Rechnung nur provisorisch aufgestellt ivar und die bewilligte Summe nicht ausreiche. Die Summe wurde bewilligt. Zu den Kosten des Platzes sollen die Anlieger später herangezogen werden. Mit dem von der Regierung vorgeschlageneu Grundlehr- platt für die Gemeindeschule hatte sich die Schuldcputation beschäftigt und empfiehlt daS ochtklassige Schulsystem zum 1. April 1915 einzuführen. Dem Vorschlage wurde zugestimmt. Genosse Radike wandte sich gegen die Anwendung der Prügelstrafe in den Gemeindeschuleu. Ist eS doch in letzter Zeit vorgekommen. daß eine Lehrerin der siebenten Klasse der Gemcindeschule I den Stock so gebraucht hat, daß sich bei dem kleinen Schüler etwa 39 Stockhiebe zeigten? nach der Züchtigung hat sich die Lehrerin zu einem Nervenarzt begeben und ist setzt dispensiert. Wenn die Lehrerin krank ist, so hätte man sie schon früher dispensieren sollen, denn die Klagen sind schon früher über sie geführt worden. Auch über andere Klassen wird von den Eltern viel Klage geführt über die Prügelstrafe der Lehrer. Vom Schöffen Bruchwitz wurde die Sache natürlich als aufgebauscht erklärt. Die Lehrer hätten viel unter der Erziehung der Kinder im Haus zu leiden. Im übrigen möge man sich mir Beschwerden an den Kreisschulinspektor wenden, da die Schul- deputation keinen Einfluß auf die Behandlung der Kinder habe.— Die Errichtung neuer Lehrerftellcn an der Genreindeschule II zu Ostern 1914 wurde beschlossen. Bernau. In der letzten Stadtver»rdz,etenvcrsammlung verlangte eine Magistratsvorlagc die Aushebung der Nachttoächterstellcn und die Errichtung zweier Polizeisergeantenstellen, welcher zugestimmt wurde. Es sollen für künftig die Polizeiscrgeanten abwechselungs- weise Tag- und Nachtdienst versehen. Hierbei verlangte Genosse Helbig, daß den neueinzustellenden Polizeibeamten in eni sprechender Weise anständiger Umgang mit dem Publikum einge- schärft werde. Auch rügte er die Behandlung, welche sich einige bereits angestellte Polizeibeamte dem Publikum gegenüber er- lauben. Zwei Fälle gab er der Versammlung zum besten, wo sich Polizeibeamte Rechte herausnahmen, die ihnen nicht zustehen. Genosse Helbig übte an den Vorfällen hier scharfe Kritik und ver- langte Abstellung solcher Vorkommnisse. Der Bürgermeister versicherte, daß er des öfteren die Beamten instruiere, dem Publikuni gegenüber anständig aufzutreten und er werde auch in diesem Falle sich die Betreffenden laden. Nach einigen, das öffentliche Interesse nicht wesentlich berührenden Punkten, wurde dem Dr. Wieners zur Erbauung eines Gcnesungs- Heimes die Baucrlaubnis erteilt. In nicht öffentlicher Sitzung wurde der Anstellung des Ma- gistrats-Assistenten Marr zugestimmt, sowie ein Bericht der Eick- trizitätskommission entgegengenommen. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Gliciiictc a. Nordbahn. Mittwoch, den S. Juli, 8 Uhr abends im Ge- mcindcbureau, Hauptstraße 18. Marienfelde. Mitwoch den 9. Juli, abends 6'/, Uhr. im Zcichcmaal der neuen Gemeindeschule, Dorsstraße 53. Diese Sitzungen sind»ffentlich. Jeder Gem-inde-ngehSrig- ift be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Gerichts- Zeitung« Polizeibcsuch in der Laubenkolonie. Den Laubcukolouistcn macht die Polizei ibr Pflanzerlcbcn wirklich schwer. In Treptow veranstaltet sie von Zeit zu Zeit eine Razzia auf Kolonisten, die ohne behördliche Genehmigung die Lauben als Nachtquartier benutzen. Bei einer solchen Razzia. die in der Nacht vom 7. zum 8. Dezember 1912 von einem starken Polizeiaufgebot ausgeführt wurde, kam es zu erregten Auftritten. Einen Vorgang aus jener Nacht hatte gestern das Amtsgericht Neukölln zu prüfen. Die Eheleute Feuerhcrdt, die damals in ihrer Laube von der Polizei heimgesucht worden waren, mußten sich als Angeklagte ver- antworten, der Mann wegen Widerstandes, tätlichen Angriffs und Beleidigung, die Frau wegen Beleidigung. Nach der Darstellung der beiden Angeklagten wäre Polizeiwachtmeister Tietze in Zivilklcidung mit zwei Hunden in die Laube gekommen, hätte sich nicht legitimiert und wäre sogleich tätlich geworden. Er habe das Verlangen nach Vor- Weisung einer Legitimation damit beantwortet, daß er Feuerhcrdt mit der Hundepeitsche über den Kopf hieb. F. sei dann abgeführt worden, obwohl nur der eine Fuß mit dem Pantoffel bekleidet war, und habe so in der kalten Winternachi den Weg zum Amt zurücklegen müssen. Eine 13jährige Tochter, die ihm den anderen Pantoffel noch zureichen wollte, sei zurück- gewiesen worden mit den Worten:„Der kann barfuß gehenl" Nach der Darstellung der Anklage, die aus die Angabc Dietzes und dreier anderer Beamten sich stützt, hätte F. sofort die Polizei angegriffen. Polizeiwachtmeister Dietz« bekundet, daß F. gedroht habe, seinen Hund loszumachen. F. habe ihm, dem Zeugen, einen Schlag gegen den Kops gegeben, doch habe Dietze—•Nso fügte dieser auf eine Frage des Vorsitzenden hinzu— mit der Peitsche den Schlag pariert. Auf dem Wege zum Amt habe F. geschimpft, die Behörde nehme ihm die sauer verdienten Groschen ab, eine Gemeinheit sei das von der Polizei. Frau Fcucrherdt habe, ihnen folgend, nachgerufen, sie werde sich beim Landrat beschweren, das sei ja eine traurige Polizei. Zu der Pantofselgeschichtc erklärte Zeuge auf Befragen, ihm sei„etwas erinnerlich von einem Pan- toffel", aber Näheres wisse er nicht. Auch von einem Verlangen nach Legitimierung sei ihm nichts bekannt, im übrigen sei er schon durch die ihn begleitenden uniformierten Kollegen als Poli- zcibeamter gekennzeichnet worden. Die Zeugen Pokizcisergeant Behrcnd, Potizeisergcant Ziebcll, Gcndarmcriewachtmeistcr Neu- mann unterstützten Dietzes Bekundungen. Ziebcll hat auf der Wache bemerkt, daß F. nur einen Pantoffel trug, aber von der Tochter, die dem Vater den anderen Pantoffel hatte geben wollen, weiß er nichts. Die Tochter selber schildert vor Gericht die Pan- toffclgeschichtc. Ter Vorsitzende fragte, wer denn gesagt habe: „Der kann barfusi geben!" Daö Kind drehte sich um und zeigte ohne Zögern auf den Ivohl- beleibten Wachtmeister Dietze:„Der dicke Mann da!" Dietze sprang auf, trat unaufgefordert vor und sagte in scharfem Ton: Lüge doch nicht!" Die Kleine nahm nichts zurück. Der Amtsanwalt beantragte gegen Feuerhcrdt 3 Monate Gefängnis, gegen die Ehefrau 29 Mark Geldstrafe. Der Verteidiger stiechtsnnwalt Max Schneider, bestritt, daß F. mit der Acußcriing von den„abgenommenen Groschen" und der„Gemeinheit" gerade diese vier Beamten beleidigt habe, und beantragte hier die Frei- sprcchung. Ten Widerstand des Mannes und die scheltenden Worte der Frau möge daS Gericht milde beurteilen, weil beide durch den nächtlichen Besuch der Polizei begreiflicherweise in große Erregung versetzt worden seien. Das Gericht verurteilte beide wegen Beleidigung zu je 29 Mark Geldstrafe, außerdem den Mann wegen tätlichen Angriffs und Widerstandes zu 1 Monat Gefängnis. Recht haben" und„Recht bekommen" glaubt mancher vor dem Urteil, sei dasselbe. - Er kann rechts und kann auch links reden. Vor dem Schöffengericht Bcrlin-Mittc klagte der Geschäftsführer des Deutschen Bankbcamten-BcrcinS Fürstcnbcrg gegen den Ge- fchäftSführer des Allgemeinen Verbandes deutscher Bankbeamten Marx wegen formaler Beleidigung. Der erstgenannte Verein ist die größte bcstchcndc Vereinigung von Bankbeamten in Deutschland; er vertritt der Standpunkt der Harmonie zwischen Angestellten und Unternehmern, während der erwähnte Verband eine im Jahre 1912 gegründete Gegcnorganisation mit ausgesprochenem Kampfes- charakter ist. Kläger wie Beklagter sind Redakteure ihrer Orga- nisations-Zcitschriftcn und fuhren als sochc einen erbitterte» Kampf gegeneinander. Der Klage lagen folgende Vorgänge zugrunde: Fürstcnberg war seinerzeit von den österreichischen Bankbeamten eingeladen worden, in Wien einen Vortrag über die Bestrebungen der Bankbeamten zu halten. In diesem Portrag lobte er die ge- wcrkschaftliche Taktik, die Anschaffung von Streikfonds usw. Nach seiner Rückkehr ließ er sich die Korrekturfahnen zusenden, mit dem Bemerken, daß er an dem Vortrag erhebliche Abänderungen vor- nehmen müßte, da seine deutschen Kollegen beim Lesen des Referats nicht begreifen würden, wie er, F., einer so radikalen Standpunkt habe in Wien vertreten können. In dem Organ des radikalen Per- bandes wurde daraus von„Doppelzüngigkeit", von„rechts und links reden können" geschrieben und eine recht scharfe Kritik an den Vor- gang geknüpft. Dasselbe geschah auch bei einem Teil von Ge- sinnungsgenoffen des Fürstcnbcrg. Fürstenberg erhob Klage, unter anderem auch wegen des Vorwurfs„Schmiergelder genommen zu haben". Der Beklagte erhob wegen formeller Beleidigung Wider- klage und erklärte, aus dem Artikel gehe nicht hervor, daß F. der Vorwurf der Bestechung gemacht werde. Es werde nur gesagt, was den Tatsachen entspreche, daß der Deutsche Bankbeamtcn-Verein von einer Reihe von Finanzinstitutcn unterstützt wird, und Ge- schenke berpslichten, deshalb die Bezeichnung„Schmiergelder". Im- stitutionen, die einer Arbeitnehmerorganisation Gelder geben, täte» dies nicht ohne Zweck. Daß von diesem Gelde etwas in die Taschen der Führer geflossen sei, behaupte niemand. Der Verteidiger deS Beklagten, Rechtsanwalt Tr. Halpert» führte aus, daß es völlig unzulässig sei, wenn eine Arbeitnehmer- organisation von Institutionen, mit denen man jederzeit in Konflikt geraten könne, Gelder nehme. Zweifellos werde das Verhalten einer Organisation von solchen Schenkungen bccinslutzt. Auch der Borsitzendc gab der Meinung Ausdruck, daß solche Schenkungen eine Beeinflussung zum Zwecke haben müßten, denn die Arbeitgeber gäben doch die Gelder„nicht zum Spaß". Kläger bestritt dagegen, daß sein Verein sich durch das Geld be- einflussen lassen kövne. Es kam ein Vergleich zustande, wonach die Bclcidigungtt. ocidcr- scits, soweit sie formeller Natur sind, zurückgenommen werden. Aus der Schule Mugdans und des RcichsvcrbondcS. Der Brauer Jakob Neumeier hatte sich wegen Beleidigung des, Vorstandes und des Geschäftsführers der Allgemeinen Ortskrankcn- lasse zu Neukölln vor dem dortigen Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte war früher selbst Vorstandsmitglied und Vor» fitzender der Kasse, bis er durch die Entscheidung des Preußischen Oberverwaltnngsgerichts endgültig seines Amtes enthoben wurde. Bildeten schon seine andauernden Anzeigen an die Aufsichtsbehörde über angebliche Mißstände in der Kaffenverioaltung fast den ein- zigcn Gegenstand seiner Tätigkeit, so ließ er mit den Anzeigen auch nicht nach, als er von seinem Posten bereits entfernt war. I» seiner letzten Anzeige beschuldigte er den Vorstand und den Ge- schäftsführer, sie hätten einem Angestellten den Weg zum Ver» brechen geebnet, ihn zur Unterschlagung angestiftet und ähnlicher Dinge mehr. Der Magistrat zu Neukölln hat, wie in der Ver- Handlung zur Sprache kam, nach eingehender Untersuchung des Falles dem Beschwerdeführer folgenden Bescheid erteilt: Der Magistrat. Neukölln, den 27. 2. 1913. Tie von uns angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß eine Schädigung der Kasse durch den Kassenboten Wagner nicht eingetreten ist. Dieser ist, nachdem die Unregelmäßigkeiten dem Kassenvorstande bekannt geworden waren, sofort unter Bcobach- tung der gesetzlichen Bestimmungen entlassen worden. Wcdcr.dem Kasscnvorstand, noch dem Geschäftsführer kann daraus ein Vor« Ivurf gemacht werden, daß gegen den Kassenboten Wagner keine Strafanzeige erstattet worden ist. Auch entbehrt Ihre gegen den Kassenvorstand erhobene Beschuldigung, daß er sich der Anstiftung zum Verbrechen bezw. Vergehen schuldig gemacht habe, jeder Be- gründung. Eine grobe Verletzung der Amtspflichten seitens des Porstandes und des Geschäftsführers in bczug auf die Kassen- sührung liegt nicht vor. Somit ist auch ein Einschreiten unserer- seits als Aufsichtsbehörde gemäß Z 42 des Krankenversicherungs- gesetzes nicht gegeben. Das Schöffengericht erkannte auf eine Geldstrafe von 199 M. Stndentenunfug vor dem Reichsgericht. Das Landgericht Köln hat im Februar den 21 jährigen Stu» deuten der Berwaltungshochschulc Rudolf Hahn wegen groben Unfugs zu 199 Mark Geldstrafe verurteilt, dagegen die Mitangeklagten 5 Schutzleute bezw. Hilfsschutzleute von der Anklage der Körperverletzung und Sachbeschädigung im Amte frei- gesprochen. In der Nacht zum 27. August 1912, als das Köln- Ehrenfelder Schützenfest stattfand, saß der Referendar D. in einer Wirtschaft in Ebrenfeld. Der Angeklagte, der mit zwei anderen Studenten, den Brüdern B., an einem Nachbartisch saß, suchte nnt dem Referendar Händel zu beginnen und rief ihm zu:„Prosit, Herr Assessor!" Der Referendar verbat sich solche Witze und ver- ließ gegen 4 Uhr die Wirtschaft. Der Angeklagte H. folgte ihm mit seinen Freunden und sagte:„Herr Referendar, Sic bekomme» jetzt Prügel!" Außerdem beschimpfte er ihn noch. D. erwiderte, er sei jetzt müde und wolle nach Hause gehen; er verbat sich, aber- mals derartige Anrempeleien. Als nun H. mit seincm�Stock auf den Referendar losschlagen wollte, wehrte dieser den Schlag mit seinem Schirm ab; gleichzeitig rief er:„Schntzmannl Hilfe?" Nun erschienen nach und nach 5 Schutzleute resp. Hilssschutzleute. einer mit einem Polizeihund. Inzwischen sammelte sich eine große Menschenmenge an. und die Ausforderung der Beamten an die Studenten, nach Hause zu gehen, blieb ohne Erfolg. Tie Schutzleute stießen die Studenten vorwärts und auch der Polizei» Hund blieb inchMiutätig.. indem er dem Angeklagten H. die Kleider zerriß. Eine Schuld der Beamten hat das Gericht nicht als erwiesen angesehen. Der Referendar ihat einen Strafantrag wegen Körperverletzung und Beleidigung nicht gestellt, weshalb H. insoweit nicht verurteilt werden konnte. Das Gericht hat aber in seiner.Handlungsweise groben Unfug erblickt, da er das Publikum belästigt und beunruhigt und in seinem Rechtsfricden gestört habe. Gegen seine milde Verurteilung hatte der Stu- dent Hahn Revision eingelegt. Von einer Belästigung des Publikums könne keine Rede sein, denn das balbe hundert Menschen, welches sich um die Gruppe gesammelt habe, sei nur aus� Neu- gier mitgegangen. Das Reichsgericht erkannte am Montag aus Verwerfung der Revision. Wie ist es Arbeitern ergangen, die nicht entfernt ,0 unbcrech- tigt gegen Privatpersonen oder Schutzleute vorgingen? Jugendveranstaltuuge«. Neukölln. Jeden Mittwoch und Sonnabend, abends von 7 bis g'l.Mr werden aui dem städiiicheu Spielplatz. Gevgcr Ecke Kaiser-Friedrich- Straße, für die proleiarischc Jugend Neiikölliis Spiele veranstaltet. Zahl- reiche Beiciligung wird erwartet. Marktpreifc vc», Berlin am 7. Juli mz, nach Ermittelungen des köniql. Polizeipraiidiriins. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 20,04 bis 20,10, mittel 19,92—19,98. geringe 19,80—19,86 Roggen, gute Sorte 00 00-00,00, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00—00,00(ab Bahn). Futter. aerfte, gute Sorte 16,40—16,80, mittel 16,00—16,30, geringe 15,60-15,90. Ha er gute Sorte 17,30-18,80, mittel 16,30-17,20. Mais kmixed) gute (gorte 15,80— 16,20. Mais(runder), gute Sorte 15,30— 15,90. Rlchytroh 0,00—0,00. Heu, alt 0,00—0,00, neu 0,09—0,00.,_, Marithalienpreise. 100 Krlogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen zcyoo�öo.oo. Sveisebobnen. weihe 30,00—60.00. üitilen 3a.00— 60,00. «uiicr ou®iua ütcr 3,40— j.*"-' 1.60—2,80. Aale 1,60—3,20 Zander 1.40—3,60. � Hechte 1,60—3,00. Barsche 1.00—2,40. Schleie 1 60-�3 50. Bleie 0.80— 1,80. 60 Stück Krebse 1,00—60.00. Wetterprognose für Mittwoch, den 9. Juli 1913. Vielfach heiter, wärmer bei mäßige« südlichen Wmden; keine erheblichen Niederschläge.,,_ Berliner Wetterbureau. «ngerstandS�Nachrichte» der Landcsanslalt sür<«7wäts-rlunde. mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M- m e t. Tilsit Pregel. I, isterburg Weichsel, Thorn Oder. Ratibor Krassen Frankfurt Warthe,«chrimm ItandSbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmcntz Dresden Barby Magdeburg Wasserstand Saale, Grochtitz Havel, Spandaus . Rathenow Spree, Spremberg') BceSkow Weser, Münden . Minden Rhein, MaximilianSau . Kaub Köln Neckar, Heilbronn Main. Hanau Mosel, Trier VeranÄörtlicher Redakteur� Albert Wachs, Kerlin. Für den Fnjeratenlett veraulw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Verlag; Vorwart» >)+ bedeutet Wuchs.— Fall.—') Unterpegel._ -Ksschvruckerei u. Ve clagsanstalt Paul Emger u. Co.. Bersin SM