Nr. TU. 30. Jahrg. \ff flbonnfments-Bcdinaungcn: H ��XAn�B I VIe Insertion;-Sedghr NbonnemcntZ- PrciS pränumerando: ALI DM>.�Aw�mr Hk Bfifl WW WW WtS l I-* beträgt für die sechsgespaltone Kolonol- Biertcljährl. SL0 Mt, monald t.IV Mt.. WM MW WW IM f/ DM MD WW M» W> WS_ I �-KAw// Zeile aber deren Raun,«1 Pfg., für wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Ü�DgW �D»W MW k�x WW jW MW FAI MV kW f/ Dj WB �»V/ politische und gewerrschaftliche Vereins. Einzelne Nummer o Pfg. Sonntags. AffSiSi I l�MM 1 Q DM MI MM DM MM WD MM Wt l-i-- LpS«K p— // und Versammlungs. Anzeigen 80 Pf� Nummer mit illustrierter Sonntags. WSEBB to-Rf« I WW MI MI WM MZ WM W»>M D» V>«g«M //„kleine Anoeigcn", das settgedructie Vellage.Die Neue Welt> 10 Pfa. 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Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindcnstraasc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplak, Nr. 1S8Z. Sie Zubelseier öer Lemlienzfreiheit. � Auf der Mitgliedskarte zum diesjährigen K a t h 0- llkentag, der heute in Metz zusammentritt, sieht man, wie ein Fahnenschaft, an dessen Spitze in einem Lorbeer- kränze das Christusmonogramm hängt, den heidnischen Drachen durchbohrt, der wutschnaubend auf den Schaft ein- beißt. Das purpurne Fahnentuch trägt in der Mitte das Medaillon Kaiser Konstantins, rechts davon das Bildnis seines Zeitgenossen Papst Melchiades und links das des Papstes Pius X.. des gegenwärtigen Oberhauptes der katho- tischen Kirche. Unten sieht man in zwei Feldern die Peters- kirche in Rom und die Kathedrale von Metz. Die oberen Ecken tragen die Jahreszahlen 313 und 1913. Die Ungeheuer, aus denen die Zahlen ruhen, deuten die feindlichen Mächte an, die damals die Kirche umtobten und— wie die Erklärung des Bildes durch die Zentrumspresse wissen läßt— auch heute noch tälig sind. Wie durch die Mitgliedskarte, so wird es auch durch die Einladung des Lokalkomitees und die zahlreichen auf die Metzer Woche hinweisenden Artikel in der schwarzen Presse kundgetan, daß der diesjährige Katholikentag besonders der Erinnerung an das Mailänder Edikt vom Jahre 313 gewidmet sein soll. Durch dieses Edikt verkündete Kaiser Konstantin in Gemeinschaft mit Kaiser Licinius. dem Herrscher im Osten, die Gewissens- und Glaubens- f r e i h e i t für das römische Reich: er gewährte diese Frei- hcit ausdrücklich auch den Christen und sprach die Rückerstat- tung ihrer in der Verfolgungszeit beschlagnahmten Güter aus. Der Anlaß nimmt Bezug auf eine Verfügung der beiden Kaiser vom Jahre 311, worin ebenfalls schon die Glaubens- und Gewissensfreiheit ausgesprochen sei, allerdings unter Be- dingungen, die vielleicht manchen vom Christentum abgehalten hätten. Nunmehr aber solle allgemein und uneingeschränkt ».den Christen sowohl wie allen andern freie Wahl zustehen, derjenigen Richtung zu folgen, der sie immer wollen, damit die Gottheit und das himmlische Wesen, was es auch sein mag, uns und allen unseren Untertanen gewogen und gnädig sein möge". Die Notwendigkeit der Glaubens- und Gewissensfreiheit wird in dem Erlaß, der an den römischen Bischof gerichtet ist, immer wieder betont und zum Schluß heißt es: «Da wir nun dieses den Christen ohne alle Beschränkung ge- stattet haben, so sieht Deine Hoheit ein, daß damit auch anderen die Freiheit gegeben ist. die ihnen zusagende Religion anzunehmen und auszuüben. Denn es ist offenbar der Ruhe unserer Zeit angemessen, daß jeder die Freiheit habe, sich eine Gottheit zu wählen und die zu verehren, welche er immer will. Dies ist aber von uns in der Absicht geschehen, damit es nicht den An- schein habe, als wollten wir irgendeine Art der Gottesverehrung und des Gottesdienstes in etwas beeinträchtigen. Ter dies verfügte, war kein Christ, sondern e i n H e i d e. Erst kurz vor seinem Tode(337) ließ Konstantin sich taufen. Das priesteriiche Amt des heidnischen I'ontikex maxinins behielt er b i s an sein Lebensende bei. Es stimmt also nicht ganz mit dem „christlichen Fahnenschaft", der den„heidnischen Drachen" durchbohrt. Man könnte auch sagen, der Heide Konstantin habe das Christentum besiegt, indem er es seinen Staats- zwecken unterordnete und damit jenes bedenkliche Verhältnis schuf, unter dem der Staat zwar viel, die Kirche auf die Dauer aber noch viel mehr zu leiden hatte. Jedenfalls waren es nicht religiöse, sondern staatspolitische Gründe, die Konstantin ver- anlaßten, dem Christentum Duldung und Gleichberechtigung zu gewähren. Er machte sich die Organisation der Christen nutzbar zur Zusammenfassung seines lockeren und unruhigen Reiches, und ihre Lehren erschienen ihm geeignet zur Er- ziehung guter Untertanen, folgsamer Soldaten, pünktlicher Stcuerzal)lcr und williger Arbeiter. Aber abgesehen von den Beweggründen, bleibt die Tat- fache bestehen, daß er für sein Reich die Glaubens- und Ge- Wissensfreiheit, allgemein und uneingeschränkt, einführte. Insofern steht er, der heidnische Uontikox niaximns Kon- stantin, über dem christlichen UoatiLex maxinius Pius X., dem Urheber des Modernisteneides. Vom sittlichen Stand- Punkt aus betrachtet, war Konstantin ein durchaus skrupel- loser Mensch, der vor keiner Gemeinheit und Ätiedertracht, nicht einmal vor de in Mord an seinen nächsten Verwandten, zurückschrak. Man könnte nieinen, es sei für Pius X. �eine Ehre, neben diesem Unhold im Bilde der- einigt zu sein. Aber nach klerikalen Begriffen ist Konstantin gereinigt. In der Vereinigung akademisch gebildeter Katho- liken in Köln hat kurzlch ein ultramontancr Professor namens Lauscher zwar die„sittliche Bedenklichkcit" gewisser Handlungen Konstantins zugegeben, aber, so meint der Gottesmann, „sittliche Entgleisungen beweisen nichts gegen die Ehrlichkeit und Festigkeit religiöser Ucberzeugungen. sonst müßte nian aiuh Karl dem Großen in Hinblick auf das Blutbad von Verden die christliche Ueberzeugung absprechen."— Grundschlecht. ab e r fromm— und das genügt! Unter Konstantin war das Christentum geduldet und gleichberechtigt mit anderen Religionen. Später wurde es Sonntag, den 17. August 1913. Staatsreligion, neben der es keine anderen Götter geben durfte. Lehnte die Kirche das aus Achtung vor der Gewissens- freiheit ab, trat sie ein für das gleiche Recht jedes Glaubens und jeder Meinung? Nein! Sie freute sich des Vorrechts und machte angemessenen Gebrauch davon durch Kriege gegen die Ungläubigen und Niedermetzelungen der Ketzer, durch Jnguisitionsgerichte mit ihnen Folterkommern und Scheiter- haufem Und heute noch verwirft die Kirche die Forderung der Gewissensfreiheit als gröbliche Ketzerei. Papst Pius IX. verdammt in seinem Syllabus vom Jahre 1864 den Satz: „Es steht jedem Menschen frei, diejenige Religion aufzu- nehmen und zu bekennen, die einer, vom Lichte der Vernunft geleitet, für wahr hält." Und weiter verdammt er den Sotz: „In unserer Zeit ist es nicht mehr zuträglich, daß die katho- lische Religion mit Ausschluß aller übrigen Kulte als einzige Staatsreligion gelte." Und im Staatslerikon der Görres-Gescllschaft. das von sich behauptet, daß es die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft „mit strenger Wahrung des katholischen Standpunktes" bc- handele, finden sich(1. Auflage 1889 bis 1897) im Band I folgende Sätze: Religiöser Jndifferentismus oder religiöser Autonomismus, d. h. die Freiheit, in regiösen Dingen sich selb st nach Belieben eine Meinung zu bilden, ist geradezu unsittlich und verwerflich.(Spalte 867.) Niemals wird man vom Standpunkt der positiven Offen- barung aus zugeben können, Religionsfreiheit sei ein wahres soziales Gut, das Christentum selb st verlange dieselbe.(Spalte 876.) Ist aber Glaubensfreiheit..> unvereinbar niit dem natürlichen und göttlichen Gesetze, so kann auch die Kirche sie nicht gestatten.(Spalte 868.) Die ersten Autoritäten der katholischen Theologie und Rechts- Wissenschaften sprechen sich dahin aus, daß ein katholischer Regent nie ohne die dringend st e Notwendigkeit Religionsfreiheit zum Gesetz machen dürfe. (Spalte 876.) Und nun vergleiche man mit diesen Sätzen des Ober- Hauptes und der Gelehrten des heutigen Klerikalismus die Sätze des Mailänder Edikts und entscheide, ob sich nicht der Uoutikox mnximns der römischen Heidenschaft, der alte Sünder und Mörder Konstantin, schamvoll im Grabe heruni- drehen würde, wenn er wüßte, was die heutigen Christen aus der Glaubens- und Gewissensfreiheit gemacht haben. Und mit welchem Rechte, so darf man fragen, soll sich die 66. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands, die heute in Metz ihre Tore öffnet, für das Mailänder Edikt und die von ihm verliehene Gewissensfreiheit begeistern? Mit dem Rechte, das die Unwissenheit der frommen Masse den klugen Leuten gibt, die davon den richtigen Gebrauch zu machen wissen. In Metz wird keine Geschichte getrieben, da wird die Volksseele zum Kochen gebracht wider die„Un- geheuer", die auf der Mitgliedskarte sinnvoll angedeutet wer- den, gegen die„feindlichen Mächte", die damals tobten und heute angeblich nicht minder wider die Kirche, ihr Oberhaupt, die Ordensgesellschaften, die christliche Schule usw. wüten. Mit einem Rauschgemisch von frommer Verzückung und roher Glaubenswut wird man, wie üblich, auch in Metz den Zweifel und den Zwiespalt, die das Innere des heutigen Klerikalismus durchfrcssen, zu dämpfen suchen. Und indem man der Masse ein Bild von Einheit. Größe und Glanz vor- malt, lenkt man den Blick ab von der Wahrheit, daß es in keiner Gemeinschaft schlimmer und wirrer, gehässiger und gewalttätiger zugeht, als iin Lager der katholischen Christen- heit, insbesondere Deutschlands. Nur in einem ist die Kirche groß und unerschütterlich, und in diesem einen würde auch Konstantin ihr die Anerkennung nicht versagen. Nämlich in dem Streben, die Massen in leiblicher und geistiger Bescheiden- heit zu halten— getreu der Hauptforderung ihres Kultur- Programms: Wer Knecht ist, soll Knecht bleiben! ver ttille Bebel. Zürich, 16. August.(Eig. Ber.) Der große Saal des„Volkshauses" ist schwarz verhüllt und eine Fülle von Blumen strömt ihre Düfte aus. Unge- zählte Kränze mit roten Schleifen und goldenen Widmungen bilden einen stillen, wehmütigen Garten, in dem der Leib Bebels die letzten Stunden schlummert, bevor ihn die Flamme in die letzte große Gemeinschaft alles Irdischen zurückführt. Rosen, Nelken, Orchideen— die letzte dichtgedrängte Volks- Versammlung... Tie Abendsonne sendet ihre letzten Strahlen, die zu Füßen des Führers erlöschen. Sonst alles still und stuinm. Ins Ewige wirkt die blühende Gemeinde und ihr Führer... Ueberall Blumen und auf ihnen ge- bettet ruht der Leib August Bebels. Im letzten Zwielicht leuchtet das Gesicht, die Schönheit seiner Züge ist durch die unveränderliche Ruhe noch geläutert— es kündet die Zu- verficht der gequälten und doch zukunftsgläubigen, weil zukunftswilligen Menschheit. Die Augen stich geschlossen, sie wollen ganz nach innen in die Tiefe schauen. Zwischen den Blumen aber wandert vom frühen Morgen bis zum späten Abend in stetem Strom das Volk von Zürich: Männer, Frauen und Kinder. Sie grüßen in Andacht das Expedition: SM. 68» I-indenstrasse 69» Fernsprecher: Amt Moriiipliiti, Nr. 1984» letztemal den ruhenden Freund. An der Bahre selbst halten vier Genossen regungslos und still die Totenwache. Seit Freitag währt der Strom der Fremden. Zürich ist für diese Tage vielen die Heimat der Welt geworden. Zum „Volkshaus" pilgern sie, vorbei an Blumenläden, die alle voll sind von rotbebänderten Kränzen, zum„Volkshaus", zu dem die sich stauende Menge schon von fern den Weg zeigt. Alles in wortlosem Schweigen, als hätten die besten und reinsten Gefühle aller Dasein geläutert. Schon tauchen aus der Menge die bekannten Führerköpfe der Internationale auf, die letzten Freunde des Toten. Auch sie sind still und ihre Züge furcht der Schmerz um August Bebel. Sie trauern nicht nur um den Führer der gemeinsamen Sache, sondern auch um den persönlichen Gefährten eines langen Kämpserlebens. Noch einmal nehmen sie das körperliche Bild des Freundes aus, das morgen für immer verfällt. -1- Außer der unzählbaren Menge der Kränze der'Sozial- demokraten aller Länder sind auch Huldigungen der bürger- lichen Welt zu schauen. Ter Stadtrat von Zürich hat einen Kranz mit weißblauen Bändern niederlegen lassen und eine Kundgebung ist zu sehen aus dem Kreise der bürgerlichen Intelligenz, in der und für die Bebel doch lange Zeit so viele Sympathien hatte. Eine Spende des Bundes freier Akademiker in München ist auch eingegangen. Ter Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie ist vollzählig anwesend, mit alleiniger Ausnahme Haases, der jüngst eine Operation durchmachen mußte und sich noch in der Klinik befindet. Aus der großen Zahl der bereits einge- troffenen deutschen Parteigenossen seien nur genannt: Richard Fischer, Ledebour, Stadthagcn, Kautsky, Rosa Luxemburg, Legten, Frank; von den Berlinern die Delegierten der Ber- liner Parteiorganisation, die Genossen Ernst, Gxoger und Fahrow, ferner Körften, Ritter und viele andere. Aus Oesterreich Viktor Adler, Adelhaid Popp und Hueber; aus Ungarn Buchinger: aus Frankreich Thomas und Bracke, während Vaillant, Jaurbs und Guesde durch Krankheit der- hindert sind; aus England ist Keir Hardie bereits einge- troffen. Der Kranz des Stadtrates von Zürich ist durch dessen Vizepräsidenten niedergelegt worden. Der Andrang des Proletariats der Schweiz zur Toten- feier ist so gewaltig, daß die Teilnehmer unmöglich am Zug selbst teilnehmen können, nur die Familienangehörigen, die Kranzträger und Abordnungen können Zutritt zur Ein» äscherung erlangen. Für die Massen wird die Traucrfeier unter freicin Himmel, auf einer Wiese, stattfinden und eine große Anzahl ausländischer und schweizerischer Redner werden hierbei Gedächtnisansprachen halten. Am Sarge selbst werden nur kurze Ansprachen gehalten werden, und zwar Voraussicht- lich zuerst Molkenbuhr für den Parteivorstand, R. Fischer für die Fraktion, dann die Redner der Generalkommission, des Internationalen Bureaus und der Schweizer Partei- le'wng., �, C-.; * Das Husland zu Bebels Cod. Frankreich. Das Zentralorgan der französischen Parter, die „H u m a n i t 6", erschien mit Trauerrand. In dem Ge- dächtnisartikel heißt es: „Ein grausamer Schmerz hat den internationalen Sozia- lismus getroffen. August Bebel ist nicht mehr... Ter Tod des ruhmreichen Veteranen wird ein schmerz. liches Echo überall wecken, wo Proletarier uin ihre Befreiung kämpfen. Ter Führer der deutschen Sozialdemokratie war bekannt, verehrt und geliebt in der ganzen Internationale. Und nicht nur die deutsche Arbeiterklasse, auch das kämpfende Prole- tariat aller Länder darf sich voll Stolz wiedererkennen in der großen Persönlichkeit des Dahingeschiedenen. August Bebel verkörperte, so darf man sagen, die besten Tugenden der aufsteigenden und kämpfenden Klasse, in der er geboren wurde und der er sein ganzes Leben gewidmet hat, ein Leben voller Arbeit, voll beharrlicher Anstrengungen, unaufhörlicher Kämpfe und Opfer ohne Zahl. Er war ein Sohn des Volkes und ein Sohn seiner Arbeit im strengstcu Sinne des Worts. Bevor er sich dem Kampfe um die Befreiung des Prole- tariats widmete, hat er sich felbst befreien müssen von den Vorurteilen des Milieus und der Zeit, in der er seine Jugend verbracht hatte. . Ist das nicht mehr oder minder das Los jedes Prole- tariers, der sich zur Erkenntnis seiner Klasseninteressen, zur Erfassung ihrer großen historischen Mission erhebt?" Tie„Humanit6" erwähnt sodann den mutigen Protest Bebels und Liebknechts gegen die Einverleibung Elsaß- Lothringens und bemerkt dazu: „In einem von seinen Siegen berauschten Lande war die Haltung einer kleinen Minderheit eine mutige Tat. die über allen Lobeserhebungen steht. Bebel und Liebknecht hatten die'Konsequenzen zll iroqen'. sie wurden zu zwei Zähren Festungshaft wegen„Hochverrats" verurteilt. Aber diese Haltung bedeutete noch etwas anderes als eine niutige Tat, noch etwas anderes als Erfüllung einer hohen Pflicht. Es gab sich darin auch die tiefe Erkeimtnis kund, daß die eben geborene Arbeiterpartei, um zur selbständigen Macht einporzusteigen, um sich nach ihren eigenen Gesetzen zu ent* wickeln, einen rücksichtslosen Bruch mit der Gedankenwelt der herrschenden Klassen vollziehen mußte. � � Im Jahre 1875 wurde die sozialisttsche Einigung rn Deutschland erreicht: die Sozialdemokatische Partei verschmolz sich mit der Lassalleanischen Organisation. Bebel vor allein war der Schöpfer dieser Einigung. ... in allen kritischen Momenten hat er stets alle anderen Gesichtspunkte dem untergeordnet, was er als das Gesetz der Entwickelung der Partei, der Arbeiterorganisation angesehen hat... Und die Geschichte hat August Bebel recht gegeben. Die glänzende EntWickelung der deutschen Sozialdemokratie ist da, um es zu bezeugen!"...„w � ,v Ter bürgerlichen Presse Frankreichs gibt Bebels Tod Anlaß, ausführlich über das Leben, die Bedeutung und die Wirkung des sozialistischen Führers zu sprechen. Rühmend wird dabei sein Verhalten während des deutsch-französischen Krieges hervorgehoben, sein Protest gegen den Krieg 1870/71 habe ihm die dauernden Sympathien aller Franzosen der- schafft. Dabei verfehlt man nicht, auf seinen„Nationalls- mus" hinzuweisen, denn Bebel gilt den Franzosen als ein „nationaler Sozialist". Der„Matin" zum Beispiel über- schreibt seinen Artikel:„Deutschland verliert in Bebel einen großen Sozialisten und einen großen Patrioten". Das „Journal" meint: Kein Franzose wird jemals vergessen, daß Bebel einer der wenigen Deutschen war, der seine Stimme gegen die Fortsetzung des Krieges nach dem Sturze Napoleons und gegen die Ancxion Elsaß-Lothringens erhob. Oftmals hat er dagegen von der Tribüne des Reichstags protestiert und seinen Mut mit langen Gefängnisstrafen gebüßt. Der Sozialismus verliert, so sagt der„Figaro", seinen be- kanntesten Führer. Ihm fehlte zwar der überragende In- tellekt, um ein wirklich großer Mensch zu sein, aber sein Ab- leben ist für die deutsche Sozialdemokratie von unberechen- baren Folgen. Aehnliche Befürchtungen über eine� innere Krise in der sozialdemokratischen Partei Deutschlands sprechen auch die anderen Bläter aus. Belgien. Das belgische Parteiblatt„Le Peuple" in Brüssel widmete dem verstorbenen Vorkämpfer des internationalen Proletariats unter dem Titel„Der alte Löwe" einen tief- empfundenen Nachruf, in dem es heißt: „Ter alte Löwe der deutschen Sozialdemokratie ist nicht niehr; die Arbeiterintcrnationale ist in Schmerz versenkt; der da von uns ging in dem Ruhmesglanz einer Laufbahn ohne Flecken, wie die untergehende Sonne sich in die Reinheit des Ozeans, den sie purpurn färbt, versenkt, war der edelste unserer Veteranen und der glänzendste Führer. Aus dcnr Proletariat hervorgegangen, hatte er keine andere Leidenschaft, als den Kampf für die Befreiung seiner Klasse. Während eines halben Jahrhunderts war er die Seele dieser außerorderitlichm Partei, die in die Arbeiterklasse den Geist der Disziplin, die geniale Methode, den wissen- schaftlichen Charakter getragen hat... Er verkörperte in sich die Aufopferung in aller Bescheiden- heit und das Heldentum in aller Schlichtheit. Er kannte das Elend und das Gefängnis; keine Bitterkeit, keine Verfolgung blieb ihm erspart; seine ruhige Tapferkeit und seine feste- Zu- verficht auf den Sieg haben ihn stets wieder aufgerichtet." Oesterreich. Die„Wiener Arbeiterzeitung" schrieb: „Wie könnten wir es in Worte fassen, was Bebel� der Arbeiterklasse bedeutet hat, wie die Größe und Schwere dieses Verlustes schildern? Nur in tiefster Ehrfurcht wird sich der Geschichtsschreiber dieser einzigen Persönlichkeit nahen, in der Fähigkeit und Wollen in so reiner Harmonie verknüpft waren, in der, wie in einem höchsten Ausdruck, zusammengeflossen ist, was an sittlicher Leidenschaft, an persönlicher Begabung, an zielbewußter Kraft in der deutschen Arbeiterklasse lebt und webt, lind wie die Fülle dieses Lebens schildern, das fünfzig Jahre Arbeitergeschichte und Geschichte der deutschen Welt umfaßt, das im Mittelpunkt geschichtlichen Geschehens stand, dessen Frucht in den Gehirnen von Millionen lebendig ist und von Geschlecht zu Geschlecht weitergetragen wird! Wie diesen edlen Menschen nachzeichnen, dessen proletarische Schlichtheit, dessen Ueberzeugungstrcue und Kampffreudigkeit uns alle er- hoben haben, wie das Bild dieses kristallklaren, lauteren Charakters in Worte bannen! Dieses Lebens unübcrseh- barer Reichtum und dieser Begabungen und Wirksamkeiten wundersame Fülle können in Worten nicht erschöpft werden. In Bebel liebten wir alle den höchsten Typus des deut- schen Proletariers. Sein unersättlicher Wissensdurst und seine unbegrenzte Lernfähigkeit, seine rücksichtslose Schroff- heit im Kampfe und seine weiche, gemütvolle Menschlichkeit, die nie versagte und jede Not verstand; seine Fähigkeit zu schrankenloser Begeisterung und Aufopferung, die ihm der Glaube an die Sache gab, und seine kühle, ordnende Klugkeit in der Herstellung aller Bedingungen des Kampfes: das war Bebel, das ist der deutsche Proletarier. Der Mann, dessen glühende Leidenschaft den Hörer widerstandslos mit sich fort- riß, vor dessen Feuergeist alles zerstob, der war auch der Or- ganisator der Partei von ihrem Anbeginn, der erste am Werke des mühevollen Aufbaues der deutschen Parteiorganisation, die jetzt ein unnachahmliches, unerreichtes, wunderbares Kunstwerk ist. So war in Bebel der feste, inbrünstige Glaube an unsere große Sache, die brennende Leidenschaft des Kampfes verbunden mit ungewöhnlicher Fähigkeit besonnener Erwägung, mit einem ganz außerordentlichen Sinn für das Tatsächliche. Darum vereinigen sich in ihm die zwei Seiten der proletarischen Taktik, die oft schwer au verbinden sind und deren Notwendigkeiten häufig in scheinbarem Gegensatz stehen: das Streben ins Weite, der Kampf für die letzten Ziele de.r Befreiung dos Proletariats und die Sorge für die schrittweise Hebung der Lebenshaltung aller proletarischen Schichten, die schrittweise Eroberung von politischer Macht, die schrittweise Gewinnung von Einfluß in der öffentlichen Verwaltung... Ein Leben von Kämpfen erfüllt, ein echtes Kämpfer- leben ist heute zur Rüste gegangen, ein Leben, das in jedem Atemzuge der Sache der Unterdrückten gewidmet war. Ein Leben, dem auch Bitternisse wahrlich nicht fremd blieben, das aber, mit und durch die Partei, zu immer mächtigerer Größe emporschritt. Die ganze deutsche Nation wird es empfinden, daß mit August Bebel einer ihrer großen und tragenden Männer, einer der großen Gestalter ihrer Geschichte aus dem Leben geschieden ist.".. Keileictskunägebungen zu Bebels Cod. Der Vorstand des Ientralverbandcs der Töpfer und Berufs- genoffen Deutschlands sandte dem Parteivorstand folgendes Bei- leidsschreibev: Werte Genossen! Anläßlich des Ablebens unseres hochverehrten Führers, des Genossen August Bebel, unser herzlichstes Beileid. Die letzte markante Persönlichkeit aus der Sturm- und Drangperiode der modernen Arbeiterbewegung ist mit ihm dahingegangen. Sein Andenken als hervorragender Bahnbrecher des Sozialismus uüd als beredter Schützer der Interessen des Proletariats wird von uns stets in hohen Ehren gehalten werden. Für den Zentralverband der Töpfer und Berufs- genossen Deutschlands. Der Zentralvovstand. I. A.: Adam Drunsel. Leileidskundgebungen der Internationale. Teilen Ihren Schmerz wegen Verlust größten Führers der internationalen revolutionären Sozialdemokratie. Am Auftrage des Zentralkomitees der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands: X i Lenin. Die ukrainische Sozialdemokratie Oester- r e i ch s ist aufs tiefste erschüttert vom Tode des teuersten und geliebten Bebel und sendet der deutschen Partei Trauergruß. Der Parteivorstand: Buniak. Baczhnski. Bukarest. Erschüttert durch die Trauerbotschaft vom Tode Bebels sendet das Exekutivkomitee der rumänischen Sozial- demokratie den Ausdruck der aufrichtigsten Teilnahme des rumänischen Proletariats, daS mit dem deutschen Proletariat und mit dem aller Länder den unersetzlichen Verlust eines Mannes mit diesem großen Wissen und edlen Herzen beklagt, der sein ganzes Leben in den Dienst des Sozialismus gestellt hat und dessen un- geheuere Erfahrung uns gerade jetzt noch mehr als je notwendig gewesen wäre angefichts der traurigen Lehren der letzten Kriege. Wir Sozialisten der Balkanländcr werden treu bleiben den Worten Bebels: Allein der Triumph des Sozialismus wird die Befreiung der Nationen sichern, Freiheit, Kultur und Frieden zur Herrschaft bringen! Uebermittelt auch bitte der schwergeprüften Tochter des großen Sozialisten den Ausdruck unseres tieftten Beileids. Für das Exekutivkomitee: Racovski. Petersburg. Tief erschütternd wirkte die Nachricht von dem schweren Verlust, den die deutsche Sozialdemokratie durch das Ab- leben ihres großen Führers August Bebel erlitten hat. Der grau- same Tod, welcher die einzelnen Menschen hinwegrafft, ist machtlos, ihre erhabenen Ideen zu erschüttern. Diese versenken ihre Wur- zeln tiefer und tiefer in die Herzen zahlloser Menschengeschlechter. Möge das nie verlöschende Bild des großen Führers und Lehrers August Bebel eine Leuchte und Stütze sein für das Proletariat aller Völker. Eine Gruppe Angestellter der Gesellschaft Prodougol. (30 Unterschriften.) Bobruisk(Rußlands. Wir bedauern tief den Tod des verstor- bcncn Genossen und Führers der deutschen und allweltlichen Ar- beiterbewegung August Bebel. Eine Gruppe Jüdischer. Berlin. Zum Ableben des greisen Parteiführers und Vor- kämpfers der deutschen und internationalen Sozialdemokratie August Bebel spricht hierdurch sein tiefempfundenes Beileid aus. Der Verein P. P. S. Berlin. KrasnojarSk(Sibirien). Mit tiefem Bedauern nehmen die sibirischen Marxisten in Krasnojarsk Kunde von dem Tode des aufrichtigen und großen internationalen Führers, des unvergeß- lichen August Bebel. Neustadt(Sachsen). Mit großem Schmerze vernehmen wir die Trauerkunde vom Tode unseres treuen Kampfgenossen und Führers August Bebel und versichern unser herzlichstes Beileid zu dem unersetzlichen Verluste, den das Proletariat der Welt betroffen hat. Die Genossen der Heilstätte Hohwald(Sachsen). Montlucon. Die sozialistische Föderation des Departements Allicr bezeugt ihre Bewunderung für das Leben und das Werk Bebels und drückt ihren tiefen Schmerz über sein Ableben aus. Es lebe die internationale Arbeiterbewegung. Paul Eon st ans. Die Camera del Lavoro von Genua-Sampierdarena sandte an die Gencralkommission der Gewerkschaften Deutschlands ein herzliches Beileidsschreiben zum Tode von Bebel. Der greise Genosse Ed. V a i l l a n t richtete aus Bourbon Lancy an den Parteivorstand und die„Vorwärts"-Nedaktion fol- gendes Schreiben: „Angesichts des schweren Schicksalsschlages, der Euch, das sozio- listische Deutschland und die ganze Internationale getroffen hat, drängt es mich, Euch allen den aufrichtigen und schmerzlichen Anteil auszusprechen, den mich meine Freundschaft mit ihm an Eurer Trauer um den teuren und großen Bebel nehmen läßt. � Ich habe an die so schwer geprüfte Frau Simon nach Zürich geschrieben. Wenn mein Brief sie nicht erreichen sollte, bitte ich Euch, ihr und ihrem Sohne meine Sympathien und mein Beileid zu übermitteln. Wie mutz ich bedauern, durch die Krankheit meiner Frau hier zurückgehalten, nicht wie ich sonst sicher getan hätte, Euch aufsuchen, meinen Schmerz den Euren zugesellen und dem Leichenbegängnis Eures dahingeschiedenen teuren Freundes beiwohnen zu können!" Ed. V a i l l a n t. Amsterdam. Die selbständigen Diamantarbeiter von Amster- dam bezeugen ihr inniges Beileid zu dem Hinscheiden unseres großen Vorkämpfers August Bebel. Alex L i f n e r. Paris. Die sozial! st ische Gruppe im französi- schen Parlament, tief ergriffen vom Tode August Bebels, drückt der deutschen Sozialdemokratie ihren ganzen Schmerz und ihr tiefstes Beileid zu dem schweren Verluste aus. Sie versichert den deutschen Sozialisten ihre Gefühle der Brüderlichkeit und inter- nationalen Solidarität. Baku(Rußland). Bin tief erschüttert von der Nachricht des Ablebens des großen Lehrers und Kämpfers des Sozialismus August Bebel, in dessen Person das internationale Proletariat einen der besten Führer verliert. Der Obmann der sozialdemokratischen Fraktion der Duma: Tscheidse. DaS Leobner Sekretariat des österreichischen Metallarbeiterverbandes schrieb dem Parteivorstand: Mit tiefem Schmerz vernehmen die soeben versammelten Ver- trauensmänner der Metall- und Hüttenarbeiter von Leoben-Dona- witz die Trauerkunde von dem Heimgange unseres unvergeßlichen August Bebel. Wir empfinden in dieser schicksalsschweren Stünde mit ihnen den Schmerz um den Heimgang unseres wahrhaft großen Vor- I kämpfers und bitten Sie freundlichst, unser innigstes Beileid mit der Versicherung entgegenzunehmen, daß wir bemüht sein werden, treue Anhänger der Jndcntionen unseres unvergeßlichen Vorkämpfers um die Interessen der Arbeiterklasse zu bleiben. In diesem Sinne werden wir das Andenken an unfern Meister ehren. Mit sozialem Parteigruß Schlager Rudolf. Weiter gingen Beileidskundgebungen em: von der Redaktion des gestern unterdrückten Arbeiterblattes„Nabotschaja" in Petersburg; von der Organisation der Arbeiterinnen Ungarns in Budapest; von der Redaktion des russisch-revolutionären Organs„Narod" aus A s h i n g t o n(Sussex); von der Londoner Filiale deS russisch-jüdischen Arbeiterbundes; von der Redaktion des„Vorwärts" in Christ i ania; von der Parteileitung der russischen sozialistischen Partei Galiziens; von dem Auslandskomitee der russischen sozialdemokratischen Partei in Paris; von dem sozialdemokratischen Verein in Gotha; von der sozialdemo- kratischen Bezirksorganisation Brüx in Böhmen; vom sozialdemo- kralischen Bezirksverein in Leoben; von den organisierten Pa- tienten der Heimstätte Buch; von der niederländischen Gewerk- schaftskommission in Amsterdam; von den deutschen Sozialisten in Cincinnati; von dem Genossen Hhndman in London; von dem Verein der armenischen Studenten in Paris; von den Eisenbahnern der transkaukasischen Eisenbahn; außerdem von Arbeitern und Angestellten verschiedener Fabriken in Peters- bürg, in Rostow am Ton, in Tiflis; von den armeni- schen Delegierten des Internationalen Sozialistischen Bureaus; von dem sozialistischen armenischen Komitee in Genf; von dem Parteivorstand der Sozialdemokratie Russisch-Polens und Litauens in Krakau; von mehreren in Kattowitz anwesenden deutschen und polnischen Genossen, den ausländischen Sektionen der Sozial- demokratie Russisch-Polens und Litauens in Krakau, der jüdi- schen sozialdemokratischen Partei in B r o d h(Lstgalizien), der sozialdemokratischen Partei in V e r s e c z(Ungarn), den Buch- druckern und Buchbindern von Hömel(Rußland), der Jntelligen- tengruppe des jüdisch-sozialdcmokratischen Arbeiterbundes in War- schau, vom zentralen BczirkSagitationsverband der Maurer Oester- reichs(Ostgalizien) in Lemberg, von der Redaktion des Robot- nik Budowlomy" in Lemberg, von der Vereinigten Arbeiter- Partei und der gewerkschaftlichen Generalkommission Bulgariens in Sofia, vom Zentralkomitee der zionistisch-sozialistischen Ar- bciterpartei Rußlands in Zürich, vom Zentralkomitee der pol- nisch-sozialistischen Partei(Sekretariat für das Ausland) in Wien, vom Komitee der ukrainischen Sozialdemokratie in DrohobySz, von der Gemeindeverwaltung der Stadt BorgoSanDonnino in Italien. Ferner erhielt der Parteivorstand noch folgende Kundgebung: Zum Tode Bebels unser aufrichtigstes Beileid. Mehrere Wirtschaft- lich in die gelbe Organisation hineingepreßte ArVeiter der Firma Siemens, Berlin-Westend. Craiierfeier in London. Aus London erhalten wir folgende Zuschrift: Die Nachricht von dem Tode unseres August Bebel er- reichte die Teilnehmer der englischen Studienreise deutscher Genossenschafter bei ihrem Besuche der Londoner Gartenstadt Hampstead. Englische Blätter waren die Uebermittler der Trauerbotschaft. Einige Parteigenossen traten sofort zusammen, um die Vorbereitungen zu einer würdigen Trauer- feier zu treffen. Diese ging Donnerstagabend in dem Saale des Kommunistischen �Arbeitervereins, einer für die Inter- nationale historische Stätte vor sich. Auf der Bühne stand das Bild des Verstorbenen, umrahmt von lebenden Blumen. Der Vorsitzende gab einleitend einen Brief des Genossen Keir Hardie bekannt, der dem tiefen Schmerz um den Verlust Ausdruck verlieh; leider sei es ihm nicht vergönnt, an der Trauerfeier teilzunehmen. In warmen Worten gedachten sodann die Genossen Feuer st ein und v. E l m des großen Toten. Besonders v. Elm gab ein charakteristisches Bild der Persönlichkeit Bebels. Ter Versammlung wohnten viele in London lebende Deutsche bei. politische deberficbt. Von der großen Kirmes. Das lustige Kirmestreiben auf den Katholikentagen mit ihren bunten Paradeschaustellungen, Konzerten, Feuerwerken, feucht-fröhlichen Trinkgelagen und Festdincrs erregt selbst in strengkatholischen Kreisen Anstoß. Die antibachcmitische„Köln. Korresp." wendet sich sehr energisch gegen die auf den Katholikentagen herrschende Alkoholbegcisterung und verlangt eine würdigere Gestaltung der Tagungen. Sie entwirft von dem letzten Kölner Katholikentag folgende niedliche Schilderung: „Als die bO. Generalversammlung der Katholiken Deutsch- lands in Köln tagte, kam ich ich mit einem Herrn des Augustinus- Vereins an dem Zimmer vorbei, in welchem die Anti- alkoholikcr versammelt waren. Mein Begleiter blieb stehen und sprach:„Diese Limonadentrinker bilden die größte Gefahr für unsere Katholikentage." Der Mann hatte nicht unrecht. Man nehme unseren Katho« likentagen den Alkohol und es schwindet die Be- g e i st e r u n g um b 0 P r o z., der politische Erfolg aber, auf den eS den Faiseuren allein ankommt, wird um mindestens 25 Proz. vermindert. Denn die Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands sind in erster Linie BegeistcrungS- institute. die vor allem den Interessen des Jen- t r u m s dienen sollen. DaS weiß bei uns jeder, der einige dieser Veranstaltungen mitgemacht hat. In früheren Jahren, als man vom BachemiSmuS noch nicht viel wußte, wurde auf den Katholikentagen offen für die Partei ge- warben. Heute geschieht das freilich nicht mehr, weil die Kölner es nicht haben wollen, aber die Katholikentage sind immer noch eine Zentrumsreklame allerersten Ranges, und kein Mensch wird etwas dagegen haben, so lange das Zentrum die Partei der katholischen Weltanschauung ist. Diesen ihren Hauptzweck erreichen die Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands um so besser, je weniger die einzelnen Mitglieder sich dessen bewußt werden. Die meisten Besucher der Katholikentage reisen nicht zu diesen Veranstaltungen, um sich bis zu den nächsten Wahlen mit ZentrumSbegeisterung zu erfüllen, sondern sie folgen anderen Trieben. Die Nächstwohnenden stehen unter dem überwältigenden Eindruck der allgemeinen Feststimmung, die die Stadt und die ganze Provinz erfüllt, und die durch die Ortsgeistlichen und die katholische Lokalpresse noch geschürt wird. Unter den Zugereisten aus anderen Provinzen kommen die meisten, um alte Freunde zu treffen, mit denen sie angenehme Jugenderinnerungen austauschen und gemütliche Tage verleben können. Vormittags schlafen sie ihre Räusche aus, nachmittags sitzen sie in den öffentlichen Ber- sammlungen und rufen Bravo, und abends geht die F i d e l i t a s auf den Kommersen wieder los. Sie Häven eS weniger auf die Katholikentage als auf die Katholikennächte abgesehen.� Eine zwar nicht sehr liebevolle, aber dafür im wesentlichen richtige Schilderung._ Hie Köln— hie Berlin! Je näher der Katholikentag rückt, desto schärfer wird der Kampf zwischen der Kölner und der Berliner Richtung im beut- schen Klerikalismus. Die Blätter, die sich in diesem Kampfe be- sonders engagiert haben, durchtobt der Streit jetzt bis in den äußersten Winkel des— Briefkastens. Ein in dem aargauischen Städtchen Baden erscheinendes Blatt, das den äußersten Flügel der Berliner Richtung wehrhaft deckt und den kriegerischen Titel „Die Schildwache am Jura" führt, bringt folgende»Briefkasten- Notiz": „D. K. in L. Sie wünschen zu wissen, was denn mit den beiden Richtungen Köln und Berlin sei. Man redet soviel davon. Wir wollen Ihnen das klar erläutern und vor allem sagen, daß die Namen verfänglich sind und von uns nicht gebraucht werden sollen. In Köln erscheint ein großes Blatt, die„Kölner Volks- zeitung". Sie ist Privateigentum der Familie Bachem. Diese hat es verstanden, das Organ zum Zentralorgan der Zentrums- Partei auszugestalten und immer größeren Einfluß zu gewinnen. Essen macht Appetit, sagt man. So waren die Bachem nicht zu- frieden, die größte und bestrentierende katholische Zeitung in Deutschland zu haben. Sie wollten das Blatt auch in protestanti- schen Kreisen verbreiten und persönlich beim Kaiser gut an- geschrieben sein. Darum zogen sie die katholische Flagge ein und singen an,„christlich" zu schreiben. Um nicht angefochten zu werden, gründeten die Bachem einen Augustinusverein beut- s6?er katholischer Verleger und Redaktoren. Diese verpflichteten sich, den Kurs der.Kölner VolkSzeitung" sklavisch nachzuahmen. Jede eigene Meinung oder gar ein Schwimmer gegen den Strom wird mit Ausschluß und Abschlachtung gerächt. Tie ganze katho« lische deutsche Presse ist darum selbstlose Kopie der„Kölnischen Voltszeitung" geworden. Die Bachem haben damit den dominie- renden Einfluß über die gesamte Zentrumspolitik und deren Presse, und sie find ausgezeichnete Kaufleute und haben kein materielles Interesse, eS anders zu wollen. Aber eine Simplizi- tät bleibt es doch, die ganze katholische deutsche Welt im Schlepp- tau einer gut rentierenden Buchdruckcrfirma. Man merkt daraus den starren Schulkindergeist so vieler Deutschen. Die von Bachem geforderte interkonfessionelle, an Protestantismus und Liberalis- mus anklingende Richtung nennt man Kölner Richtung. In Wahrheit ist es nichts anderes als katholischer Liberalismus auf Grundlage deutscher N a t i o n a l e i t e l k e i t und monarchischer Speichelleckerei— Bachemitis- mus. Die„Berliner" sind die Reaktion gegen dieses ungesunde System der Geistesknechtschaft. Weil die sich zuerst in den Katho- likenkreisen Berlins regte, heißt man sie dummerweise„Ber- liner". In Wirklichkeit sind es einfach die treuen, rückhaltlos ultramontanen Katholiken Deutschlands, die Idealisten der Windthorstzeit. Ihr Hauptorgan sind die„Pctrusblätter" in Trier, deren Abonnement Ihnen bestens empfohlen sei. Sie kämpfen für innere Werte, die Bachemiten für äußere— das ist der Unterschied." Das Präsidium des Augustinusvereins hat daraufhin der streitbaren„Schildwache" eine Berichtigung geschickt, die aber an allen fünf Punkten, auf denen sie der„Schildwache" zu Leibe rückt, recht schwach bleibt. Die Berichtigung beschränkt sich auf die Fest- stellung, daß im AugustinuSvcrein beide Richtungen vertreten seien und auch auf den Tagungen des Verein? zu Worte kämen. Weiter hängt sich die Berichtigung an die Behauptung, daß der Verein von der Firma Bachem gegründet sei. Die Gründer werden nam- Haft gemacht. Es sind aber alles(der verstorbene Weihbischof Dr. Schmitz, Kaplan Böddingshaus in Münster und Dr. Hüskes in Düsseldorf) unentwegte— Anhänger der„Kölnischen Volkszeitung" und der Firma Bachem. Das ist der Humor von der Sache! Teutschland beteiligt sich nicht an der Weltansstellung in San Francisco. Die Einladung der Vereinigten Staaten von Amerika zur Be- teiligung an der Weltausstellung in San Francisco ist deutscherseits, wie die„Norddeutsche Allgenieine Zeitung" mitgeteilt, abgelehnt worden, nachdem eine von der Reichsverwaltung veranstaltete Um- frage ergeben hat, daß sich die deutsche Industrie und die sonstigen deutschen wirtschaftlichen Kreise in überwältigender Mehrheit von einer Beschickung des Unternehmens keinen Nutzen versprechen. Wieder eine Schnapswahl? Die Konservativen in Ostelbien sind daran gewöhnt, kurz vor der Wahl die Wähler derart mit Fusel und Bier zu traktieren, daß sie bis zum Wahltage nicht mehr recht nüchtern werden. Aus den Akten der Wahlprüfungskommission könnten zahlreiche Beweise hier- für erbracht werden. Auch in Ragnit-Pillkallen greift man im„staats- erhaltenden" Interesse zu den. allen bewährten konservativen Waffen". So wird der„Tilfiter Allgemeinen Zeitung" von einem Parteifreunde geschrieben: „Ich halte es für meine Pflicht, Ihnen mitzuteilen, daß am letzten Sonnabend, den 2. August, der Parteisekretär der konservativen Partei in Dwarischken, Post Schirwindt, nach einer dortigen Versammlung am Ort den Leuten fünf Achtel Bier und 18 bis 20 Liter Schnaps gestiftet hat, so daß unter den Leuten allgemeine Trunkenheit herrschte. Ich bin der Meinung, daß der obige Herr das noch des öfteren machen wird, um sich seine Leute auf diese Weise zu ziehen." Festgestellt ist ferner worden, daß es auch in Bärenfang und Schwäbeln konservatives Freibier gegeben hat. Militärfiskalische Grundstückskänfe. Im Reichstage siizd seinerzeit allerlei fiskalische Grundstück»- geschäfte zur Sprache gebracht worden, die mit der Anlage des Truppenübungsplatzes Zossen in Zusammenhang gestanden hotten. Die ganze Angelegenheit wird jetzt, wie die„National-Zeitung" be- richtet, ein eigenartiges gerichtliches Nachspiel haben. Vom Kriegsminister v. Falkenhayn ist nämlich Straf- antrag wegen Beleidigung gegen einen Herrn Max Sebaldt in Steglitz gestellt worden. Herr Sebaldt hatte nämlich in einer Eingabe an den Kriegsminister die Einleitung eine» Disziplinarverfahrens gegen den Geheimen Kriegs- rat Selle gefordert, den er beschuldigt, an unlauteren Geldverdiensten teilgenommen zu haben. Gcheimrat Selle sollte, so behauptete die Eingabe, mit dem Amtsvorsteher Richter in Sperenberg, mit dem Landrat v. Achenbach, ferner mit dem Bürgermeister von Zossen und mit einem Berliner Bankdirektor in Verbindung gestanden haben, Herren, die angeblich an den Terrainkäufen des Fiskus stark inter- esfiert waren. Dadurch soll der Fisku» gezwungen worden sein, zu« gunsten bestimmter Spekulanten zu hohe Preise zu zahlen. Der FiskuS hat für das gesamte Gelände des Truppenübungsplatzes Zossen 13 bis 14 Millionen Mark gezahlt, von denen 3 bis 4 Millionen Mark in die Taschen von Leuten geflossen sein sollen, die hier ein besonderes Geschäft zu machen verstanden. Der Strafantrag des Kriegsministers wird hoffentlich dazu flihren, daß endlich die beim Ankauf des Zossener Truppenübungs- Platzes vorgekommenen Schiebungen gründlich aufgehellt werden. Vom guten Magen der Kirche. Im Jahre 1904 bezahlte eine katholische Frau 100 M. für zwei Plätze Erbbegräbnis an die katholische Sackheimer Kirche zu Königsberg. Im Februar diese» Jahres verstarb die Frau. In- zwischen hatte sich die katholische Haberberger Gemeinde, in der sie ihren Wohnsitz gehabt hatte, einen eigenen Kirchhof angelegt. Der Ehemann ließ seine Ehefrau aber nicht auf diesem, sondern auf dem Kirchhofe beerdigen, auf dem sich der für 100 M. gekaufte Platz Befand. Er bezahlte für ein Begräbnis II. Klasse(eS gibt wie beim preußischen Wahlrecht drei Klassen) an Kirchengebühren die recht er- hebliche Summe von 87,65 M., ohne die Kosten für den Totengräber, Ausschmückung des Grabes usw. Nach etwa einem halben Jahre erhielt der Mann, der evange- lischen Glaubens ist. vom Vorstand der Haberberger katholischen Kirchengemeinde die Aufforderung, die Summe von 87,65 M., die bereits längst an die Sackheimer Gemeinde bezahlt war, auch noch an die Haberberger Ge- meinde zu zahlen!! Der Vorstand schrieb dem erschrockenen Mann, er hätte auf Grund des Allgemeinen Landrechts die Frau in der Haberberger Gemeinde beerdigen lassen müssen, denn der Z 454 besage, jeder Eingepfarrte müsse der Regel nach in seiner Parochie begraben werden. Durch die Beerdigung auf dem Kirchhof der Sackheimer Gemeinde seien seiner Gemeinde nicht nur die Begräbniskosten im Betrage von 87,65 M. entzogen, sondern auch diejenigen Einnahmen entgangen, welche für Vornahme von Handlungen und Feierlichkeiten an die Sackheimer Gemeinde bezahlt worden seien. ES sei nicht angängig, daß die Gemeinde auf dergleichen Einnahmen verzichte. Der Vorstand kündigte weiter an, daß er wegen Ein- ziehung des Betrages, den der Ehemann für besondere Handlungen und Feierlichkeiten an die Sackheimer Gemeinde gezahlt habe, später an ihn herantreten werde. Sollte der Mann diesem Ersuchen nicht nach- kommen, so würde sich der Kirchenvorstand— der seine Forderungen auf Grund der Bestimmungen des Allgemeinen Landrechts begründete— leider gezwungen sehen, den liquidierten Betrag im Wege des V e r w a ltu n g S z w a n g s v e r f ah r e n S einziehen zu lassen. Unterzeichnet war da» Schreiben von Jablonka, dem stell- vertretenden Vorsitzenden der Haberberger Kirchengemeinde zu Königsberg. Der Mann war aufs höchste erregt, daß er die BeerdigungS- kosten noch einmal bezahlen sollte, und daß auch noch Nachforderungen kommen würden. Er wandte sich schriftlich an den Kirchenvorstand und erhielt von diesem am 5. August folgenden Brief: „Auf Ihr Schreiben vom 22. 7. er. teilen wir Ihnen ergebenst mit, daß die Begräbnisordnung nur Klassen— L, IL und IIL— enthält, wonach die Feierlichkeit der Beerdigung und dementsprechend auch die Bezahlung sich richtet. Im vorliegenden Falle ist Ihrer Ehefrau ein Begräbnis II. Klasse zuteil geworden, das tarif- mäßig einen Preis von 87,65 Mark nach sich zieht- Eine andere Spezifikation Ihnen anzugeben, ist uns nicht möglich. Ferner beanspruchen wir für Feierlich- leiten und Handlungen 1. für mehrstimmigen Gesang 6 M. 2. für«ine Leichenrede 6 M. Diese» sind dieBeträge» die Sie an dieSack« heimer katholische Gemeinde gezahlt haben und die gesetzmäßig auch a n di e d i eS s eitig e G e m e i n d e zu zahlen sind, wie wir solches in unserem Schreiben vom 16. 7. 13 bereits ausgeführt haben. Einer Erledigung dieser Angelegenheit durch Einsendung der liquidierten 99,65 M. sehen wir nunmehr binnen acht Tagen ent- aeaett' I. A.: Jablonka, stellvertretender Vorfitzender des katholischen Kirchenvorstandes Haberberg. Der Mann hat schließlich den Betrag von 88,65 M. an die Haberberger Kirchengemeinde bezahlt. Elf Mark hatte man von der Forderung noch großmütig abgelassen. In dieser Weise schröpft die Kirche die Angehörigen ihrer Mitglieder. Am besten schützt man sich durch den Austritt aus der Kirche vor derartigen Forderungen. Die amtlichen Turnvereine. In der„Staßfurter Zeitung" war dieser Tage ein mehr als sonderbares Inserat zu lesen. Es lautet: „Bekanntmachung. Am 24. August d. I. findet in Staßfurt ein von der Deutschen Turnerschaft, Kreis 3o, veranstaltetes Kreisturnen mit folgendem Programm statt... Jedermann ist als Zuschauer willkommen. Magdeburg, den 4. August 1913. Der Regierungspräsident. Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Staßfurt, den 12. August 1913. Der Magistrat: Dr. Berger. Sind die hurrapatriotischen Turnvereine nun bereits zu amt- lichen Organisationen geworden, oder wie soll man sich diese Be- kanntmachung erklären? Ein negerblütiger Soldatenquäler. Vor dem Oberkriegsgericht des Gardekorps fand gestern ein Mißhandlungsprozeß statt, bei dem es zu interessanten Erörte- rungen über Rassenabstammung kam. Auf der Anklagebank saß der Sergeant Sobeja von der 8. Kompagnie dcS 2. Gavdcregimcnts. Die Anklage warf ihm Mißhandlung sowie vorschriftswidrige Be- Handlung eines Untergebenen, des Rekruten Schmitz, vor. Bei einem Appell, den der Feldwebel frühmorgens angesetzt hatte, und bei dem die neuen feldgrauen Uniformen verpaßt werden sollten, war der Grenadier Sch. irrtümlicherweise nicht erschienen. Der Angeklagte begab sich infolgedessen in erregtem Zustand nach der Stube hinauf und fuhr dort den Grenadier Schmitz an. Als dieser erklärte, er sei ja erst um 1 Uhr zum Appell befohlen, griff ihn der Vorgesetzte an der Brust, schüttelte ihn kräftig und stieß ihn gegen das Bett. Wie Sch. bekundete, versetzte ihm der Sergeant dann noch einen Fußtritt gegen den Oberschenkel. S. vergriff sich kurz darauf noch einmal an dem Untergebenen. Vor Gericht erklärte der Angeklagte, was Schmitz und die anderen Zeugen ausgesagt hätten, sei alles unwahr. Man habe sich gegen ihn verschworen. Der Ver- teidiger des S., Leutnant d. R. v. Böhm, führte zugunsten des An- gcschuldigten folgendes aus: Sobeja stamme von den Hereros ab. Sein Urgroßvater sei ein Hereroneger gewesen und der Großvater habe eine Weiße geheiratet. In den Adern dcS Angeklagten kreise heiße? Negerblut: er, der Verteidiger, fei drüben in Afrika gewesen, und er wisse wohl, wie gefährlich ein solcher Schuß Negerblut werden könne. Solch« Menschen geraten oft in Zustände, in denen sie ihrer Sinne nicht mächtig seien. Sie gehen dabei mit einer solchen Leidenschaftlichkeit vor, daß sie später gar nicht mehr wissen, waS eigentlich passiert fei. In dieser Leidenschaft sei der Neger ein jähzorniger Mensch. Auch der Angeklagte habe i ebenfalls in einem solchen Zustand gehandelt. ES sei bedauerlich, daß er überhaupt in die Unteroffizierschule aufgenommen worden jej. Sex Nngefiagte sei eher bedauernswert als zu Verurteilen. Auch der Vertreter deö Anklage, KriegSgerichtsrat Schönewerk, war lange Zeit drüben und kennt die Schwarzen aus eigener Erfahrung sehr gut. Er ist der Ansicht, daß es um die Bastarde noch weit schlimmer stehe als um die Schwarzen selbst, und von der Anwendung des§ 51 könne daher wohl in diesem.Falle keine Rede sein. Er beantrage 14 Tage Mittelarrest. Das Oberkriogsgericht erkannte auf drei Tage Wttelaxrefß. franftmefc / Die Gärung unter den Winzertt. Paris, 16. August. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung des Departements Aube mit dem Gesetz, durch welches die Weine dieses Departements von der Zulassung zur Champagnerfabrikation aus- geschlossen sind, drückt sich hauptsächlich in der Form eine» Streikes der Gemeindeverwaltungen aus. Dieser Streik greift immer weiter um sich. In einer Versammlung des Winzersyndikates in Bar- sur-Aube wurde eine Resolution gefaßt, welche den Maire und die Gemeinderäte dieser Stadt zur Niederlegung ihrer Aemter auf- fordert. Der Maire erklärte sich zur Demission bereit« falls die Gemeinderäte sich für den Streik entscheiden sollten» tfarohko, Der Aufstand der Rifkabhlen. Madrid, 16. August. Nach Meldungen aus Ceuia griffen zahl- reiche Mauren gestern vormittag sowohl die Proviantlolonnen im Rücken der Stellung von Condesa bei Ceuta, welche fünf Tote und siebzehn Verwundete, darunter einen Leutnant und einen Sergean- ten verloren, als auch die patrouillierende Kavallerie anj Verstärkungen warfen den Feind zurück. Nach amtlicher Meldung aus Cadix haben Mauren cm der Küste von Alhucemas ein spanische.? Handelsschiff ge- nommen und vollständig ausgeplündert, so daß ein zu Hilfe eilendes Kanonenboot sich darauf- beschränken mußte« das Schiff zu PerfeMn, � Hus der Partei. ' Der Fall Radek. In der„Bremer Bürgerzeitung"'erstattet die Kom- Mission, die von der Parteiorganisation Bremens zur Unter- suchung des Falles Radek eingesetzt worden ist, ihren Bericht. Es ist nicht gelungen, ein einhelliges Votum herbeizuführen, eS wird vielmehr eine von fünf Stimmen unterstützte Mehrheits- Meinung und eine von vier Stimmen unterstützte Minderheitsmeinung mitgeteilt. Die Schuld an diesem Zwiespalt liegt daran, daß über den Umfang der Beweisaufnahme und das der Kommission überwiesene Beweisthema sowie über die Würdigung der Beweismittel jtarke Meinungsverschiedenheiten destanden. Im wesentlichen hatte sich die Kommission über drei Fragen auszusprechen. Zunächst wird Radek beschuldigt, im Jahre 1904 in Krakau einem seiner Bekannten ein Buch unter Wer- trauensbruch entwendet und verkauft zu haben. Mehrheit und Minderheit waren sich darüber einig, daß dieser Fall bereits durch ein früheres Schiedsgerichtsverfahren erledigt ist, gleichviel, ob dessen Urteil, wie Radek angibt, auf Freispruch, oder, wie seine Gegner behaupteten, auf Vertvarnung lautete. Radek war zweitens beschuldigt, im Jahre 1909 der Redaktion de?„Ropzrod" zur Re» zension eingesandte Bücher entwendet und verkauft zu haben. Angesichts der Geringfügigkeit der in dieser Weise entwendeten Bücher hat die Kommission einstimmig diese Verfehlung als keinen genügenden Grund zum Ausschluß angesehen. In der Hauptsache war Radek beschuldigt, im Jahre 1906 300 oder 500 M. Gewerkschaftsgelder unterschlagen zu haben. Hier, über entschied die Mehrheit: Die Kommission hält durch das in dem Gerichtsurteil(des vom polnischen Parteivorstand eingesetzten Schiedsgerichts) mit- geteilte Belastungsmaterial den Beweis für die Beschuldigung, Radek habe 300 bis 500 Rubel an Gewerkschaftsgeldern enr- wendet oder unterschlagen, nicht für erbracht und kann aus diesem Grunde die Einleitung eines Ausschlußverfahrens nicht vorschlagen. Die Minderheit einigte sich auf folgende Resolution: Die Kommission zur Untersuchung des Falles Radek sieht die Angelegenheit wegen der Entwendung von Gewerkschafts- geldern nicht für hinreichend aufgeklärt an, um auf Grund des ihr vorliegenden Materials ihrerseits eine Verurteilung für berechtigt zu erklären oder eine Entlastung von den ihm zur Last gelegten Delikten für gegeben zu erachten. Einige kleinere Anklagepunkte gegen Radek wurden allgemein als unbeachtlich erklärt. Die Mehrheit hat danach entschieden, daß auf Grund des deutschen Organisationsstatuts gegen Rädels Parteimitgliedschaft nichts zu unternehmen sei. Die Minderheit erklärt die Beweis- erhebung für unzulänglich und steht prinzipiell auf dem Stand- punkt, daß von ausländischen Bruderparteien ausgeschlossene Genossen in die deutsche Partei gar nicht aufgenommen werden dürfen. Auf dem gleichen Standpunkt steht bekanntlich, wie im ParteivorstandSbericht(Seite 5) zu lesen ist, der Parteivorstand, der demnach auf dem Jenaer Parteitag beantragen Wird, Radek füx nicht parteizugehörig zu erklären,.. letzte NachHcf)ten. Schreckenstat eines Wahnsinnige«. Muster. Kelim- 1 7 Gobelingewebe, 14.7(* Imitation 1'•«"» persisch gemustert Ein Posten Drwandecken a o 7c Moquetteplüsch, kleinefmod. u. Verdürenm■! o./ D Engl. Tüll-Garnituren~ 7e- 2 Schals, 1 Querbehang, creme,• J't&f 0*i0 Erbstüll-Bandstores � 7I. 7 7_ mit Volant, elf enbeinlatbig,,. O./D, l./O Erbstüll-Halbstores � ia c-js mit Volant(Bonnes femmes)«, ö-l"» D«#0 Erbstüll-Garnituren ß oa 1 a ca 2 Schals, IQuerbebg, ellenbein O.jU, 1U.OU AUover-Net-Garnituren ß~n fi 7I. 2 Schals, I Querbehang, ellenbein"-oU, O.IO Allover-Net-Stoffe med. ß9,.. Spitzenstoff, ca. 135 cm breit Mtr.*• t" 2.25, 3.73 Mullstoffe 7257m Mtr 78, 90 PC Etamine-Garnituren 7 Q rn larbigr, 2 Schals, 1 Querbehang• t»£0,«/»DU Engl. 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Der Beschluß des Verbandstages der Metallarbeiter, der die streikenden zur Wiederaufnahme der Arbeit aufforderte, wurde von einigen liyksjtehenden bürgerlichen Zeitungen als ein Zeichen der Umkehr vom Klaffenkambkstandpunkt begrüßt. Die Disziplin Habe gesiegt, so hieß es, die Arbeiterorganisation habe gezeigt, daß sie ihre Mitglieder fest im Zügel halten wolle und sei ja nun die Voraussetzung gegeben zur Schaffung eines harmonischen Verhält- Visses zwischen Industriearbeitern und Unternehmern, die ja beide zusammengehören wenn die Industrie blühen und gedeihen solle. Inzwischen, scheint eS. sind die Werftunternehmer selbst am Werk, um die Hoffnungen und Erwartungen liberaler Harmoniebegeiste- rung zuschanden zu machen. Die„Berliner Volkszeitung" ver- öffentlicht in ihrer Abendnummer vom Sonnabend folgendes Privattelegramm: Hamburg, 16. August. In den Siiuationsberichten, die dorgestern in den großen Werftarbeiterversammlungen erstattet würben, war eines der wenigen tröstlichen Momente für die Ar- beiter die Zusicherung, daß Maßregelungen nicht geschehen sollten. Von den Werstbesitzern war dies ausdrücklich erklärt worden. Entgegen dieser Versprechung wird, wie der.Hamburger Gene- ralanzeiger" erfährt, unter den Wiedereingestellten scharfe AuS- lese gehalten. Es werden Maßregelungen großen Stils vorge- nommen, von denen in erster Linie natürlich solche Arbeiter be- troffen werde», die während des Streiks irgendwie hervor- getreten sind. Wird dieses System in den nächsten Tagen fort- gesetzt, so ist sicher, daß mehrere hundert Werftarbeiter nicht auf ihre Arbeitsstätten zurückkehren werden. Die Folge wäre natür- lich eine abermalige Zuspitzung der Lage. Die Maßregelungen beziehen sich nicht nur auf freigewerkschaftliche Arbeiter, sondern namentlich auch auf Arbeiter, die den Hirfch-Dunckerschen Ge- werkvereinen angeschlossen sind. Wenn sich die Nachricht bestätigen sollte, wenn die Unternehmer wirklich planmäßig Matzregelungen vornehmen, dann würden sie ein frevelhaftes Spiel mit dem Feuer treiben und für alle Folgen ihrer provokatorischen Handlungsweise verantwortlich sein. Es mag den Werftarbeitern gewiß nicht leicht geworden sein, den Kampf bedingungslos abzubrechen, aber die höchste Instanz ihrer Organisation hatte es beschlossen und sie fügten sich dem Beschluß, wie eS organisierten Arbeitern zukommt. Doch nicht als Besiegte kehren die Werftarbeiter in die Betriebe zurück. Sie haben sich dem Gegner nicht auf Gnade und Ungnade ergeben, sondern den Frieden wiederhergestellt in der selbstverständlichen Voraussetzung, daß er auch auf der anderen Seite ehrlich gehalten wird. Wenn es richtig ist, daß die Unternehmer Maßregelungen vornehmen, dann setzen sie den Kampf fort und sind für alle Folgen ihrer Handlungsweise verantwortlich. Daß die Unternehmer in der Tat nicht überall die Zusage, die Arbeiter bedingungslos wieder einzustellen, halten, geht auch aus dem folgenden uns zugegangenen Bericht hervor: Die Arbeiter nehme» die Arbeit wieder auf. In allen Werftorten haben nun die Mitglieder des Metall. arbeiterverbandeS, dem Beschlutz der außerordentlichen General- Versammlung folgend, beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Am Freitagabend ist auch in den letzten Orten, in Bremer- haben, Geestemünde, Einswarden urtd O st e r h o l z- Scharmbeck die Aufnahme der Arbeit beschlossen worden. Die anderen Gruppen der Werftarbeiter entschlossen sich überall, dem Beispiel der Metallarbeiter zu folgen. Eine Verzögerung der Wiederaufnahme der Arbeit ist lediglich durch die Maßnahmen des Arbeitgeberverbandes entstanden, der die Einstellung durch den Arbeitsnachweis verlangte. Von der Geschäftsstelle de? Ar- beitgeberverbandes ist dem Metallarbeiterverbande die Zusage gemacht worden, daß alle Leute wieder an ihren alten Platz und zu den bisherigen Arbeitsbedingungen angestellt werden sollen. An einzelnen Orten halten sich die Werftbesitzer jedoch nicht an diese Zusage und stellen Bedingungen, die für die Arbeiter eine Benachteiligung bedeuten. Diese Beschwerden sind der Geschäfts- stelle des Arbeitgeberverbandes in Hamburg bereits mitgeteilt und sieht zu erwarten, daß diese dafür sorgen wird, daß solche Härten beseitigt werden, die neue Störungen hervorzurufen geeignet sind. Für die Werftarbeiter in Bremerhaven und G e e st e- münde findet noch am Sonntagvormittag eine Versammlung statt, die sich lediglich mit den letztgenannten Angelegenheiten be- schäftigen wird.— In Stettin sollten sich die Arbeiter, die neu anfangen, einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Dieses Verlangen wurde auf Beschwerde zurückgezogen und wird die Aufnahme der Arbeit dort nun auch am Montag beginnen können.— Auf den Werften in Hamburg, Kiel, Flens- bürg und Bremen ist eine beschränkte Anzahl Arbeiter ein- gestellt. Die Unternehmer nehmen ein« abwartende Stellung ein. Sie wollen offenbar sehen, ob auf allen Werften die Arbeit auf- genommen wird. Wie wir hören, haben die Werftbesitzer Sonn- abendnachmittag in Hamburg eine Zusammenkunft, um zu der Sache Stellung zu nehmen. ** * Die Unternehmerkonferenz. Die im dorstehenden Bericht erwähnte Konferenz der See- schiffswerftenabteilung des Verbandes der Metallindustriellen hat, einer Meldung des Wolffschen Telegraphenbureaus zufolge, folgen- den Beschluß gefaßt: „Seit Mittwoch, 13. August, sind die Arbeitsnachweise an den Werftorten wieder geöffnet. Es hat sich seitdem gezeigt, daß an einzelnen Werftorten die Arbeiterschaft teils gar nicht, teils nur in einzelnen Gewerken zur Arbeit zurückgekehrt ist. Infolgedessen sehen sich die Arbeitgeber gezwungen, am Mittwoch, 20. August, die Arbeitsnachweise wieder zu schließen, wenn sich im Laufe des Montag und Dienstag nicht an allen Werftorten die Arbeiter sämtlicher GeWerke den Anforderungen der Arbeitsnachweise ent- sprechend zur Wiederaufnahme melden." Berlin und dmgegend. Achtung, Töpfer, Mesenleger und Maurer! In jüngster Zeit sucht in der„Berliner M o r g e n p o st" der Verband der Arbeitgeber des Töpfer- und Osensetzergewerbes der Kreishauptmannschaft Chemnitz i. V. 100 Ofensetzer und Fliesenleger nach Chemnitz. Der Verband gibt an, die Chemnitzer Gehilfenschaft— sämtlich Töpfer— sei wegen grundloser Arbeits- Nachweisdifferenzen in den Ausstand getreten, eS handelt sich also nicht um Lohndifferenzen, sondern um eine Machtprobe der Ge- Hilfen. Umgekehrt wird jedoch ein Schuh draüs. Es handelt sich um eine Machtprobe der Unternehmer. Diese glauben die augenblickliche schlechte Konjunktur dazu ausnützen zu können, den seit 15 Jahren bestehenden guten gemeinsamen Arbeits» Nachweis ohne Kündigung zu beseitigen, um in nächster Zeit einen JnnungsnachweiS ins Leben zu rufen. Ein Formfehler in dem Wortlaut des Vertrages genügte den Unternehmern, den Arbeitsnachweis einfach ohne Kündigung als erloschen zu erklären, trotzdem der Lohntarifvertrag diesen Formfehler schon seit über 20 Jahren enthält, ohne daß man daran Anstoß genommen hat. AuS dem Gebaren der Chemnitzer Töpfermeister dem ArbeitSnach- weis gegenüber muß man konstatieren, daß hier die Scharfmacher de? Baugewerbes ihre Hand mit im Spiele haben, denn diesen Herren sind ja Arbeitsnachweise, die auch den Arbeitern gewisse Rechte einräumen, ein Dorn im Auge. Die Chemnitzer Topfer- meister glauben nun den Streik der Töpfergesellcn illusorisch zu machen, rndem sie versuchen, auch Fliesenleger und Maurer zu ihren Arbeiten heranzuziehen. Fast die gesamte Fliesenarbeit in Chemnitz wird schon seit Jahren von den Töpfermeistern und somit von den Töpfergesellen ausgeführt. Wer also bei den Chemnitzer Töpfermeistern Arbeit nimmt, auch Fliesen arbeit, verrichtet Streikarbeit. Wir erwarten daher, daß kein Berliner Töpfer, Fliesenleger oder Maurer bei Chemnitzer Töpfermeistern in Arbeit tritt. Filiale Groß-Berlin des Zentralverbandes der Töpfer Deutschlands. Differenzen in der Brauerei Pichelsdorf. Die Arbeitnehmer der Deutschen Bierbrauerei in Pichelsdorf bei Spandau haben wegen Differenzen mit der Direktion die Kündigung eingereicht. Verband der Brauerei, und Mühlenarbeiter, Zahlstelle Berlin. Deutscher Transportarbeiterverband, Bezirk Groß-Berlin. Verband der Maschinisten und Heizer, Bezirk Groß-Berlin. Verband der Böttcher, Zahlstellen Berlin und Spandau. Deutscher Meiallarbeiterverband, Bezirk Spandau.' Achtung, Drstillationsgchilfenl Die, Großdestillation voS H. Spitzer, Reinickendorfer Straße 03, ist für orga- nisierte Destillationsgehilfen geiverrt. Herr Spitzer weigert sich, die Löhne und Apbeitszeit der Gehilfen vertraglich zu regeln. Er erkennt dazu die Organisation als nicht berechtigt an und will das mit seinen Angestellten allein ausmachen. Sein den Verdands- vertretern wiederholt gegebenes Versprochen, das Logis im Hause abzufchasfcn, hat er nicht eingehalten. Das Logis ist im höchsten Grade mangelhaft. Die Arbeitszeit beträgt ISbis 17 Stunden. Verband der Gastwirtsgehilfen, Ortsverwaltung Berlin. � Wir ersuchen, die Sperre strenge zu beachten. Wagenarbeiter. Die Brüsseler Wagenorbeiter befinden sich seit 13 Wochen im Mreik und bitten dringend, den Zuzug fern- zuhalten. Veuvlcbes Reich. Der Konflikt im Haupttarifamt für das Bangeworde. Am 12. d. M. berichteten wir, daß die Unparteiischen des Haupttarifamts durch Herrn Magistratsrat v. Schulz erklären ließen, ihre Aemter niÄcrlegen zu müssen, weil ein Artikel des „Zimmeber" für sie beleidigend sei. Die neueste Nummer des „Zimmerer" veröffentlicht den Brief des Herrn V. Schulz. Dieser erklärt es außer Zweifel, daß B r i n g m a n n der Verfasser des Artikels sei. Herr v. Schulz erklärt im Namen und Auftrag der Unparteiischen, daß sie nicht mehr in der Lage feien, das Amt im Haupitarisamt fortzuführen, solange nicht 1. der Zentralverband der Zimmerer und verwandten Berufsgenossen Deutschlands in seinem Organ„Der Zimmerer" die Veröffentlichung de? Ar- tikels:„Die Korruptionserscheinungen im Tarifvertragsverhältnis für daS Baugewerbe" bedauert; 2. der verantwortliche Redakteur und Verfasser des Artikels, Herr Bring mann, ebenfalls die Veröffentlichung bedauert oder aus dem Haupttarifamt ausscheidet. — Herr v. Schulz will während einer angemessenen Frist, in der die vorstehenden Erklärungen abgegeben werden lönnen> die Ge� schäfte weiterführen. Der Redakteur Bringmanu berösfentlicht zu dem Brief des Herrn v. Schulz nachstehende Erklärung: „Zu erklären habe ich dazu, daß ich als Redakteur für die Artikel des„Zimmerer" selbstverständlich die Verantwortung trage. Die Absicht aber, die Herren Unparteiischen zu beleidigen, liegt mir völlig fern, und ich bedaure sehr, daß sie sich beleidigt fühlen. Das erkläre ich hier, um zu sagen» wie die Dinge stehen, Der Zweck des Artikels war lediglich der, meine Pflicht zu er, füllen, die mir unsere Verbandstagkbeschlüsse gegenüber den gegenwärtigen Zuständen im Tarifverhältnis für daS Bau- gewerbe— für die ich die Herren Unparteiischen nicht verant- wortlich mache— auserlegen. ES wird sich in den nächsten Wochen Gelegenheit bieten, darauf zurückzukommen» Demnächst beschäftigt die Angelegenheit unseren Zentralvorstand, an den das Schreiben gerichtet ist." Der Artikel des„Zimmerer", welcher den Anlaß zu diesem Konflikt gab, spricht u. a. davon, daß in dem Schiedsspruch für das Betongewerbe von den Unparteiischen nachträglich eine Aenderung vorgenommen worden sei, wodurch die Zimmerer benachteiligt würden. Diese Aenderung wurde in dem Artikel des„Zimmerer" als Fälschung bezeichnet.— Wie aus Vcröftentlichun�en in den neuesten Nummern des„Zimmerer" und des„Grundstein" hervor» geht, soll die umstrittene Aenderung der Auffassung entsprechen, welche die Unparteiischen bei Fällung des Schiedsspruchs hatten, so daß die Worte„und Zimmerer", um die sich die Differenz dreht, nur äuS Versehen in den Schiedsspruch hineingekommen seien. Nach Angabe der Unparteiischen soll ver Vorsitzende des Zimmerer- Verbandes, Schräder, mit der Streichung der beiden Worte ein- kleines feuiUeton. Patriotisch-historische Filmvcrlvgeiiheit. Im„Vorwärts" ist bereits über die halb lächerliche und halb widerwärtige Art berichtet worden, in der die Filmspekulanten ein Eisenbahnunglück in Dänemark mit Hilfe von imitierten Verunglückten und imitierten Krankenschwestern auszubeuten beliebten. Wenn eine spätere Zeit den Film als kultur- historische Quelle sollte benutzen wollen, wird sie gut tun, sich ununterbrochen den Satz vor Augen zu halten, baß nichts so ver- logen ist, wie ein Film. Zu den nervenzerstö enden und korrumpierenden Wirkungen de« schlechten Films gesellt ich noch eine künstlerische Unechtheit und Verlogenheit, die man ästhetisch als eine Pest bezeichnen muß. Ein Prachtstückchen dieser Verlogenheit, das sogar einen pikanten patriotisch-historischen Beigeschmack hat, hat sich gerade in diesen Tagen in Hamburg zugetragen und ist vom„Hamburger Fremden- blatt" ans Licht gezogen worden. Am Sonnabend erschien in einer Hamburger Zeitung daS Inserat einer Film-Gesellschaft, in dem sie mitteilte, daß sie eine Gratisfahrt noch Friedrichsruh veranstalten werde. Die Fahrt, an der sich Damen und Herren der Hamburger Gesellschaft beteiligen konnten, solle eine Huldigungsfahrt sein, die die Film-Gesellschaft für ihren„ B i S m a r ck- Fi lm" verwenden wolle. Sie solle stattfinden am Montag, 11. August, und vormittags 10,03 Uhr beim Hauptbahnhof Hamburg ihren Anfang nehmen. Die Teilnehmer an der Fahrt seien Gäste der Gesellschaft, die alle Un- kosten übernehme. Die Gegenbedingung sei nur, baß sich die Teil» nehmer— die Herren sollten im Gehrock, die Damen in heller Fest- toilette in der Tracht der 80er Jahre erscheinen— den Anordnungen des Regisseurs der Firma in jeder Beziehung fügen müßten. Die Gesellschaft müsse.sich natürlich vorbehalten, ungeeignete Kostüme und Personen von der Fahrt auszuschließen. Trotz dieses wenig konziliant klingenden letzten Satzes der An- zeige standen gegen 3 Uhr am bezeichneten Montagmorgen viele Damen und Herren bor dem Wartesaal 1. Klasse des Hauptbahn- Hofes, um sich dem„Regisseur des FilmS" für seine Fahrt zur Wer- fiigung zu stellen. Doch wer nicht kam— war der Regisseur. Es stellte sich heraus, daß die Fürstin Bismarck im letzten Augenblick die Erlaubnis zu der imitierten Huldigung verweigert hatte. Man weiß kaum, worüber man sich mehr wundern soll: lieber die Keckheit, mit der hier historische Huldigungen zusammengefälscht werden, oder über die Herren und Damen„der Gesellschaft", die sich zu einer derartigen Maskerade drängen, wenn sich nur eine Freifahrt nach Friedrichsruh dabei erschnorren läßt. Künstlertaprten und Buntpapiere. In der Bibliothek des Berliner Kunstgewerbemuseums(von 10 bis 10 unentgeltlich zugänglich) ist eine kleine Ausstellung von neuen Künstlertapeten und Buntpapieren zu sehen. Darüber läßt sich einiges sagen. Zunächst könnte man fragen, ob Tapeten überhaupt zum notwendigen Inventar der menschlichen Wohnung gehören. Es wird nicht an Leuten fehlen, die eine gut mit Leimfarbe gestrichene Wand für vorteilhafter halten. Dann werden sich Stimmen melden, die wohl da« Rollpapier zulassen wollen, die aber es nur einfarbig, oder, wie man auf deutsch sagt,„uui" wünschen. Diese Puritaner werden mcht so unrecht haben. Es ist in der Tat die einfaraige Wand der beste Hintergrund für daS Möbel und für die Raumbewohner. Es ist nicht recht ein- zusehen, warum zu all der Unruhe, die durch die Schränke, die Tische, die Stühle und durch die Bewegungen der Arme und Beine in solch ein Zimmer bereits gebracht lvurde, auch noch eine Musterung der Wand hinzukommen soll. Immerhin, es gibt Leute, die sich danach sehnen, Streifen oder Punkte, KaroS oder Buketts an den vertikalen Grenzen des Wohnraumes genießen zu können. Auch haben die Tapetenhändler kein geringes Interesse an einer Musterung der Tapete; denn ohne Muster gibt es keine Mode, wenigstens keine erheblich wechselnde. So malt nirnr also Bildchen, die freilich von vornherein darauf dressiert sein müssen, billig reproduzierbar und in ständiger Wiederkehr noch erträglich zu sein. Es ist hinlänglich bekannt, daß eS viele schlechte Tapeten gibt, Tapeten, deren Musterung und Farbgebung keinem geschmackvollen Menschen Freude zu machen vermögen. Es war auch auf diesem Gebiet eine Erziehung notwendig. Sie ist erfolgt, und so kann man denn heute schon ganz leidliche, unaufdringliche, schweigsam-rhyth- misierte und dem Wohncharakter des Raumes sich anpassende Tapeten- muster auftreiben. Zu dieser Gattung gehören die Papiere, die wir in der kleinen Ausstellung des Kunstgewerbemuseums antreffen. Es sind richtige Künstler gewesen, die sich bemüht haben, Blumen- girlanden und kleine Sträußchen oder auch nur wechselnde Streifen so zu ordnen, daß ganze Flächen solcher Mustere! dem Auge gefällig erscheinen. Wir sehen Proben, wie sie Bruno Paul(der reinliche Bourgeois), Emil Orlik(der Japaner), Emil Rudolf Weiß(der Groß- mutternde) und Thomas Theodor Heine(der Ironiker im Schlafrock) für die Druckwalze ansetzten. Daneben sind noch einigt Buntpapiere zu sehen. DaS sind Papiere, wie sie der Buchbinder für die Außenseite des EinbandeS oder als Vorsatz für die Jnnenbekleidung deS Deckels benutzt. Auch diesen Papieren mangelte es früher nicht an Geschmacklosigkeiten. Inzwischen.sind die Tunkpapiere(die lustig marmorierten) und die KIcisterpapiere(die wolkigen und schwammigen) veredelt worden. AuH die als Holzschnitt oder als Lithographie hergestellten Bunt» Papiere wurden besser. Hier treffen wir einige sehr witzige Ent- würfe dieser Gattung: spielende Ornamente von Cissarz, spaßige Babys von Freyhold und seltsam entrenkte Panther, Phönixe und Echsen, die der Phantasie der Maria von UchatioS entschlüpften. R. Br. MuM. Sommeroper(im Schiller-Theater 0.): D i e H u g e- n o t t e n von M e y e r b e e r. Mit jener wahnsinnigen Begeisterung, mit der vor 71 Jahren die Hugenotten in Berlin gefeiert wurden, issts heute gründlich vorbei. Meyerbeer—„Beerenmeyer" nannte ihn Heine— der eigenartigste kompositorische Proteus deutschen Geblüts, den eS je gegeben, kann uns nicht mehr überwältigen. So echt deursch er sich als Harmoniker offenbart, in der Melodik gibt er sich italienisch, sogar bis in solistische Parts einzelner Instrumente im Orchester, und in der Rhythmik ist er Franzose. DaS Gebräu aus allen diesen Stoffen war eine Art von Varietätenvorstellung, die Wagner mit treffendem Witz als«musikalische Mosaik" und Franz Liszl als„Goldstaub" charakterisiert haben. Aber trotzdem— ein Meister des SatzbauS und zuweilen ein großer Poet war Meyerbeer doch. ES sei, von Glanzstellen erstgenannter Art im dritten Akt abgesehen, auf einige Züge der schmerzlichen LiebeSszene zwischen Raoul und Valentine im vierten Alt. und hauptsächlich auf die tief erschüttemde Melodie in Eos-äur hingewiesen. Also den musikalischen Feinheiten der Hugenotten braucht sich ein durch Wagners Kunstwerke verwohntes Ohr nicht zu verschließen, vorausgesetzt, daß die Aufführung den höchsten Ansprüchen gerecht wird. Billigerweise kann dieser Maßstab nicht an die Sachsesche Sommeroper gelegt werden; aber sie bot doch eine Darbietung, die uns, als Ganzes betrachtet, große Achtung für die Aufwendung heißesten Bemühens aufnötigt. Im einzelnen ließe sich gewiß mancherlei bemängeln. Elisabeth Schwarz(Margarete) gibt Koloraturen von tadelloser Reinheit und stimmlicher Schönheit; nur läßt sie fast jede Beseelung und in der Aussprache jede Deutlichkeit vermissen. Je mehr sie lernt, temperamentvoll aus sich heraus» zutreten, um so höheren Genuß wird ihr wirkliches Gesangsvermögen bereiten. Darstellerische Gaben bemerkt man leider nicht. Gute bassistische und schauspielerische Oualitäten zeigten Fritz B a s s e r« mann und Theodor Simons; Adolf P ermann in seiner Baritonpartie und Mimi P o e n S g e n als Valentine, zumal im vierten Akt; bei Otto Fanger(Raoul) befremdete eine UnauS» geglichenheit der Tongebung zwischen Mittel- und Höhenlage. __ e. k. Notizen. — Theaterchronik. Galsworth YS soziales Sbrama „Kampf" wurde durch den Verband Deutscher Bühnenschriftsteller vom Deutschen Künstlertheater(Theater der Sozietäre) zur Aufführung erworben. — Die Kammerspiele des Deutschen Theaters eröffnen die Spielzeit am 22. August mit einer Aufführung von „Mein Freund Teddy" mit HanS Waßmann und Leopoldine Konstantin in den Hauptrollen. — Der Schutzname Bauanwalt soll hinfort die selb« ständigen verantwortlichen Architekten gegen unlautere Konkurrenz schützen. Der Architektenkongreß, der gegenwärtig in Leipzig tagt, fordert den Bundesrat auf, die neue Berufsbezeichnung anzu- erkennen.> — Kunstchronik. Ein neuer Kunstsalon wird im Herbst im Hause Lennöstraße 6a eröffnet werden. Er will neben klassischer Kunst in der Hauptsache die junge deutsche und französische Malerei pflegen: Picasso, Braque usw. Eine groß« Ausstellung deutscher Expressionisten— die erste in Berlin— ist geplant. — Der gefühlvolle Polizeidirektor. Der Atlanticfilm, den die Nordische Filmkompagnie für eine Viertelmillion Mark nach Deutschland verkauft haben soll, wird in Christiania „wahrscheinlich" nicht aufgeführt werden. Das Titamc-Unglück hat viele norwegische Familien betroffen, und so hält nun der Polizei- direktor von Christiania die Aufführung für„unmoralisch". — Ein Professor für Hundemassage hat sich in Paris aufgetan. Was feine Massage bedeuten kann, lehrt folgender Tarif: j, Einen Bulldogg umfärben �. Eine Schnauze umformen. Hängeohren in Spitzohren umändern und vice- versa. Einem Bulldogg Falten massieren........ Einem Bulldogg die Vorderbeine zurcchldrehen.,. Der Hundeprofessor sollte die Besitzer dieser Doggen in Behandlung nehmen. Bei denen gibts, wie die ebenfalls was»zurechtzudrehen". 30 40 20 80 100 gleich Fr. mit nsche zeigen Verstanben geKiesen sehr. DaS hat GPrSder aber, wie der .Zimmerer" behauptet, bestritten. Der„Grundstein" bemerkt zu dieser Angelegenheit, daß er die Schlußfolgerungen, Melche der „Zimmerer" aus dem Verhalten der Unparteiischen gezogen habe, nicht ziehen könne, und sagt:„Wir hoffen und wünschen im Jnter- esse aller ayr Vertrage beteiligten Organisationen, daß der be- stehende Konflikt möglichst rasch beigelegt wird." Achtung Rohrleger und Helfer. Nach Mitteilungen auS dein Bezirk Rheinland-Westfalen be- müht sich ein Teil der Berliner Rohrleger und Helfer um Arbeit in den dortigen Verwaltungsstellen. Wir weisen deshalb darauf hin, daß alle Arbeitsangebote nach Rheinland und Westfalen zurückzuweisen sind, weil die Tarifbewegung in dem dortigen Bezirk bis jetzt noch nicht erledigt ist. Deutscher Metallarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. Drohender Kampf im Fleischergewerbe. In Karlsruhe(Baden) stehen sämtliche Arbeiter der zwei größten Wurstfabriken in einer Tarifbewegung, die ohne schwere Differenzen nicht zu Ende gehen soll. Die dort bestehenden Tarife wurden selbst auf Wunsch der Fabrikanten gekündigt und neue Vor- schlagstarife eingereicht, die selbstverständlich Verbesserungen ent- halten. Darauf hatte der Arbeitgeberschutzverband für daS Fleischergewerbe gelauert, dem diese zwei Firmen unlängst beige- treten sind. Ohne in eine Verhandlung einzutreten, mußten die Firmen dem Zentralverband der Fleischer schreiben, daß der zuge- sandte Tarif hinsichtlich verschiedener Punkte für sie unannehmbar sei und daher keine Basis bilde zum Abschluß eines neuen Ver- trageS mit dem Verband. Die Firmen haben nun oder hatten viel- mehr schon längst zwar einen Vertrag mit dem Arbeitgeberschutz. verband ausgearbeitet, der nun sogleich sämtlichen Beschäftigten mit einem Schreiben zuging, das besagt, sich bis längstens Freitag, den 15. August, abends 6 Ahr, zu erklären, ob sie vom 1. September ab auf Grund dieses Arbeitsvertrages weiter arbeiten werden; andern- falls sie diese? Schreiben als Kündigung per 31. August zu be- trachten haben. Dieser Arbeitsvertrag enthält ganz bedeutende Verschlechterungen selbst gegenüber dem noch zurzeit bestehenden Tarif._ Sämtliche Beschäftigten haben sofort den Firmen schriftlich ge. antwortet, daß sie den Arbeitsvertrag nicht anerkennen, daß sie aber gewillt sind, auf Grund ihrer Tarifvorlage und des Arbeits- Vertrages der Firmen Verhandlungen zu führen. Aus einem Aufruf, den der Meisterverband in den Fleischer- zeitungen erläßt, geht hervor, daß sich die Arbeitgeber für den Kampf rüsten, der, wenn er ausbrechen sollte, einer der schwersten werden dürfte, der je im Fleischergewerbe ausgefochten worden ist. Der Zentralverband der Fleischer ersucht dringend mn Fernhaltung des Zuzuges von Fleischern nach Karlsruhe. Nkrbandstag der Lithographev, Steindrucker und vemundten Keruft. Stuttgart, 15. August. EinÄ' längere Debatte über den Chemigraphentarif, über die Differenzen mit den Tief-, Licht- und Steindruckern wegen Einbe- ziehung des Offsetidrucks in den Tarif führte zur Bildung einer Kommission aus den einzelnen Berufsarten, der die Beratung der neuen Verfahren und die dazu gestellten Anträge überwiesen wur- den. Der Verbandstag tritt dann in die Beratung der Frage der Schaffung eines graphischen Jndustrieverbandez ein. Der Referent B r a t k e- Hannover tritt sehr entschieden für eine zielbewußtere Arbeit zugunsten der Schaffung eines graphi- schen JndustrieverbandeS ein. Man solle nicht erst warten, bis man, durch die Unternehmer gezwungen, zu diesem notwendigen Schrift gedrängt werde. Es könne ein Zusammenschluß auf pari- tätischer Grundlage angestrebt werden. Der Redner empfiehlt fol- gende Resolution: „Das Streben d«S kapitalistischen Unternehmertums geht in neuester Zeit dahin, durch einen engeren und festeren Zu- sammenschluß seiner Organisationen seine Macht gegenüber der organisierten Arbeiterschaft gewaltig zu steigern und daS jdräfte- Verhältnis zu seinen Gunsten zu verschieben. Diese für die Ge- werkschaften so ungemein ungünstige Verschiebung ihres Macht- Verhältnisses zu den Unternehmerverbänden kann nur dadurch wieder ausgeglichen werden, daß die Arbeiterschaft es dem Unter. nehmertum gleichtut und ihre einzelnen Berufsorganisationen ebenfalls zu machwollen Jndustrieverbänden zusammenschließt. In Erkenntnis dieser Sachlage erwartet die Generawersamm- lung, daß mit dem Aufgebot aller Kräfte für einen Zusammen- schluß der verschiedenen graphischen Verbände zu einem gra- phischen Bunde gewirkt wird."- . Korreferent Bauknecht-- Köln ist wie der Referent An- Hänger der Zentralisation der Organisation aller graphischen Be- rufe. Er glaubt, daß der nicht sehr glückliche Verlauf der letzten Bewegungen die Agitation für den Jndustrieverband belebt habe. Was ihn aber von dem Referenten trenne, sei eine andere Ein- schätzung der gegenwärtigen Möglichkeiten zur Schaffung eines JndustrieverbandeS. Vor allem dürfe man nicht etwa auf einen ■Zusammenbruch der Tarisgemeinschaft der Buchdrucker rechnen und aus einer Wiederkehr der Situation von 18S1 und 1896 Hossnungen auf eine Belebung des Zusammenschlußgedankens in den Kreisen der Buchdrucker zu setzen. Man dürfe die Propaganda für die ■Verschmelzung nicht so betreiben, daß der Eindruck entstehe, als könne man allein nichts mehr ausrichten und das Vertrauen in die Führerschaft des Verbandes schwinde. Damit werde der Ver- band in den Augen der Kollegen verkleinert, und die Kleinarbeit werde sehr erschwert. Er halte die Zeit für die Verschmelzung noch nicht für reif. Er stehe der Verschmelzung sympathisch gegen- über, die Propaganda dürfe aber nicht unter Außerachtlassung der realen Unterlagen getrieben werden, die bei der Lösung der Frage die Hauptrolle spielen. Die Diskussion über die beiden Referate war eine sehr lebhafte. Man verweist daraus, daß die technischen Verhältnisse, die alle Grenzen der einzelnen Berufe verwischen, bei Bewegungen ■Streikarbeiten möglich machen, die Zusammenführung der Ar- beiter der graphischen Gewerbe zur Notwendigkeit machen. Man verlangt bestimmte Beschlüsse, die den Verbandsinstanzen die Pflicht zur Fühlungnahme mit den anderen Organisationen auferlegen. — Die Vertreter des Buchdruckereihilfsarbeiterver. b a n d e S und des Buchbin derverbandes drücken ihre Sym. pathie gegenüber dem Verschmelzungsgedanken aus, erklären aber die Zeit für noch nicht gekommen, besonders solange sich die Buch- drucker völlig abseits stellen. - Der Vertreter der Buchdrucker erklärt die Gründe, die seine Organisation veranlassen, die Frage der Schaffung eines JndustrieverbandeS vorerst als eine Frage zweiten Ranges zu be- handeln. Die Buchdrucker könnten sich keiner aufgezwungenen Liebe hingeben. Sei die Zeit der Verschmelzung gekommen, dann werde man auch die Buchdrucker zur Stelle finden.— Cohen- Werlin(Vertreter der Generalkommission) meint, eS könne vielleicht durch Anstrebung eines Kartellverhältnisses ein Schritt nach vor- wärts getan werden. Mit schönen Resolutionen komme man keinen Schritt weiter. DaS Ergebnis der Abstimmung ist folgendes: Die Reso- lution des Referenten wird gegen 6 Stimmen angenommen. Angenommen wird ferner eine Resolution, in der eine Konferenz der Hauptvdr stände gefordert wird, die die Jndttstrteverbandsfrage zu behandeln hat. Ebenso findet eine weitere Resolution Annahme, die die Förderung der Jndustriever- bandsfache und bis zum Zustandekommen der Verschmelzung ge- maß einem Beschluß der Hamburger Generalversammlung mit ollen graphischen Verbänden Beratungen verlangt, wonach de- stimmte Normen für Lohnbewegungen aufgestellt vezdep. Nach einem Telegramm aus Berlin protestieren die dortigen Chemigraphen gegen den neuabgeschlossenen Chemigraphen- t a r i f und stellen seine Nichtbeachtung in Aussicht. Die General. Versammlung tritt jedoch der von der Verbandsleitung und dem Vorfitzenden S i l l i e r geäußerten Auffassung bei, daß die Ver- treter der Chemigraphen zum Tarifabschluß ermächtigt waren und daß dieser Tarif bindend für die VerbandSmitglie- der sei. Redakteur B a r t h e l- Berlin referiert über Lehrlingswcsen und Lehrlingsorganisation. Diese Frage, über die eine eingehende Beratung stattfindet, wird durch die Annahme einer Resolution erledigt, in der ein ziel- bewußter Ausbau der Lehrlingsabteilung und die Schaffung einer Zentralkommis fron für die LehrlingSaus- b i l d u n g gefordert wird, deren Vorsitzender in Angelegenheiten der Lehrlingsabteilung Sitz und Stimme im Hauptvorstand hat. Die Resolution fordert weiter die baldige Einberufung einer Kon- ferenz der Leiter der Lehrlingskommissionen und überweist alle übrigen Anträge der geforderten Lehrlingszentralkommission. Die Generalversammlung nahm sodann ein Referat von Leinen- Dresden über den letzten Gewerkschaftskongreß entgegen. Die Stellung der Delegierten für den nächsten Geweri- schaftskongreß wird den Gauen Berlin, München, Hamburg und Leipzig zugesprochen. S i I l i e r-Berlin referierte über den internationalen Kongreß in Wien. Die Tätigkeit habe erfolgreich nach der Richtung eingesetzt, der internationalen Organisation mehr Orga- nisationen anzuschließen und die verschiedenen LandeSorgani- fationen zusammenzuführen.— Zum Kongreß werden delegiert H i ck m a n n- Berlin, Leinen- Dresden und H e n t s ch e l- Leipzig. Zum Schluß erstattet Haß- Berlin denBerichtderTief- druckkommission, die eine Resolution vorschlägt, nach welcher eine Zentralkommission für die Tiesdruckkollegen gebildet werden soll und keine Sparte ohne Einwilligung der anderen Tarif- abschlüsse herbeiführen darf, wenn der Tarisabschluß andere Sparten berührt. Diese Resolution findet Annahme. * Richtigstellung: In dem Bericht über die Dienstags- sitzung muß richtiggestellt werben, daß Sillier nicht auf einen Rück- gang der Chemigraphen verwies. Die Chemigraphen haben viel- mehr eine kleine Zunahme erfahren, während die Lithographen und Steindrucker etwa? zurückgegangen sind. Die politischen flrbelterturovmine. Wir berichteten vor einiger Zeit über die mündlich« Verhand- lung in zwei wichtigen Prozessen von Arbeiterturnvereinen, welche daS Oberverwaltungsgericht als Vorläufer von etwa 66 weiteren Prozessen beschäftigten und bei denen es sich um dieselbe groß« Frage handelte, nämlich darum: ob der.Arbeiterturner- bund"(Zentralsitz Leipzig) ein politischer Verein sei und ob schon deshalb die ihm zugehörigen Ar. beiterturnvereine als politische Vereine anzu- sehen wären. DaS wurde nämlich von den Polizei- und Ver- waltungsbehörden behauptet. Auch der Regierungspräsident zu Potsdam hatte das behauptet und hatte in den beiden fraglichen Sachen die Verfügungen der zuständigen Amtsvorsteher gebilligt, die die„Freie Turnerschaft Staaken" und den Turnverein „Vorwärts" zu Trebbin für politisch erklärten und den Vorständen aufgaben, die Statuten und ein Verzeichnis der Vor- standsmitglieder gemäß§ 3 des Vereinsgesetzes einzureichen. Der Vorsitzende K n o r r(Trebbin) und der Vorsitzende S ch i l- l i n g(Staaken) hatten dann gegen den Regierungspräsidenten beim Oberverwaltungsgericht geklagt, wo sie in mehreren mündlichen Verhandlungen durch Rechtsanwalt Wolfgang Heine ver- treten wurden. Unseren letzten Verhandlungsbericht mußten wir mit der Mit» teilung schließen, daß das Gericht die Entscheidung ausgesetzt habe. Das heißt, das Gericht behielt sich, ohne nochmalige mündliche Ver- Handlung, eine spätere Beratung und Entscheidung vor, sowie Publi- kation des Urteils nur durch schriftliche Zustellung. Die Urteile liegen jetzt bor. Das Oberverwaltung s- gericht hat die Klagen der Vorsitzenden Knorr und Schil- ling abgewiesen. Und zwar beantwortete das Oberverwal. tungsgericht die oben erwähnte wichtig« Hauptfrage im Sinne der Polizei- und Verwaltungsbehörden. Die Be- gründungen— mehr als 45 Folioseiten— stimmen in der Haupt- fache überein.(Aktenzeichen in Sachen Knorr-Trebbin ist I. A. 242. 12.) Wir geben das Wesentliche aus der Urteilsbegründung wieder. DaS Urteil erklärt, es habe eine Tendenz des Bundes, die sämt- lichen Arbeiter, soweit sie überhaupt als Turner in Betracht kom- men, in dem Bunde zu vereinigen, um in den Turnvereinen im Sinne der sozialdemokratischen Partei auf das politische Denken und Handeln der Arbeiterschaft einwirken zu können, bis in die neueste Zeit unverändert fortbestanden. Das ergebe sich zunächst aus zahlreichen Artikeln der„Arbeiter-Turnzeitung". Diese Zeitung sei, wie im Z 3 des Bundesstatuts angegeben werde, Organ des Bundes und ein Mittel zur Erreichung seines statuten- mätzigen Zwecks; der Redakteur sei ein besoldetes Mitglied des Bundesvorstandes(Z 4) und werde vom Bundesturntag auf zwei Jahre gewählt(Z 5); ihm liege die Redigierung der Zeitung mit Ausnahme des technischen Teils ob. Der Bundesausschuß habe die Pflicht, über die prinzipielle und taktische Haltung der Zeitung zu wachen(K 6h). Der Redakteur sei als besoldetes Vorstandsmitglied auch Mitglied des BundesturntagS. Hieraus folge, daß die Zeitung nicht eine von dem Bunde unabhängige Sonderstellung einnehme, sondern aufs engste mit ihm verknüpft sei und insbesondere seiner Aufsicht unterstehe. Daher sei auch der Bund für den Inhalt der Zeitung verantwortlich. Das Urteil zitiert nun eine Reihe von Artikeln, darunter verschiedene aus dem Jahre 1311, und fährt dann fort: Aus diesen Kundgebungen der„Arbeiter-Turnzeitung" ergebe sich deutlich, daß der Arbeiter-Turnerbund bestrebt sei, auf seine Mitglieder dahin einzuwirken, daß sie bei den politischen Wahlen sich zugunsten des sozialdemokratischen Kandidaten durch Agitation und Stimm- abgäbe beteiligen. Er fordere sie nicht nur dazu auf, sondern mache sie auch auf die für die Agitation nötigen und dienlichen Hilfsmittel(Bücher) aufmerksam.(Letzteres bezieht sich auf die Empfehlung einer Schrift von Frank und des Arbeiter-Notizkalen- derS.) Dadurch sei, so sagt daS Urteil, festgestellt, daß der Ar- beiter-Turnerbund eine politische Tätigkeit entwickele und auf politische Angelegenheiten eingewirkt habe. Dem könnte nicht ent- gegengehalten werden, daß die Mitgleder des Bundes als Arbeiter und Sozialdemokraten berechtigt seien, sich außerhalb de» Vereins, dem sie als Turner angehörten, an den Wahlen zugunsten einer bestimmten politischen Partei zu beteiligen. Wenn der Bund in der Tat sich auf die Pflege von körperlichen Nebungen als alleini- gen Zweck beschränkte, ginge ihn die politische Betätigung seiner Mitglieder nichts an. Indem er aber ihnen dies«, und zwar im Sinne einer bestimmten politischen Partei nahelege, mache er sich den Zwecken der letzteren dienstbar. Dann nimmt das Urteil auf lverschiedene Flugblätter des Bundes Bezug, worin es auch eine politische Tendenz glaubt er- kennen zu können. Ks unterstreicht Wendungen� wig«Arbeite?». schaft als Klasse",„politisches Erstgeburtsrecht" und dergleichen. Weiter sagt das Urteil: Eine Einwirkung auf politische Angelegen- heiten enthielten auch die Artikel der„Arbeiter-Turnzeitung", in! welchen die Maßnahmen der Staatsregierung bekämpft werden, welche von dieser ergriffen wurden, um die Turnvereine zur Er» füllung der ihnen nach den ZK 3 und 17 des BereinSgesetzes obliegenden Verpflichtungen anzuhalten, um der in ungesetz- licher(??) Weise erfolgten Erteilung von Turnunterricht an Jugendliche in den Arbeiter-Turnvereinen entgegenzutreten uiyd um daS unter die Leitung des Kultusministers gestellte Werk de«: Jugendpflege zu fördern. Die Kritik, welche darin an den gegeuc die Arbeitev-Turnvereine ergriffenen behördlichen Matznahmeit geübt werde, greife auf das Gebiet der politischen Angelegenheiten über, indem sie zugleich allgemeine Verwaltungsanordnungen derj Staatsregierung bekämpfe und nach Art und Inhalt erkennbarer- weise den Zweck verfolge, das Eingreifen der Behörde als ein will» kürliches oder rechtswidriges hinzustellen, die Arbeiterschaft gegen deren Matznahmen einzunehmen und aufzureizen und auf diesem Wege die staatlichen Einrichtungen und Anordnungen zu beem« flussen. Für diese Auffassung beruft sich das Gericht auf verschiedene Abwehrartikel der„Arbeiterturnzeitung", die es zitiert, und dann sagt daS Urteil: In all diesen Artikeln beschränke sich der Arbeiter- turnerbund nicht darauf, den einzelnen Turnvereinen Rechtsschutz zu gewähren und sie in der Wahrnehmung ihrer Interessen in Sachen des Turnens zu unterstützen, sondern er sei vielmehr be- strebt, allgemeine Maßnahmen der Staatsregierung auf dem Ge» biete der Erziehung und Pflege der schulentlassenen Jugend zu be- kämpfen. Dieser Kampf begnüge sich nicht mit einer sachlichen Be- sprechung, sondern versuche, indem er die Absichten und Anordnun- gen der StaatSregierung als gesetzlich nicht gerechtfertigt und rechtsbeugend hinzustellen suche, die Massen der Arbeiterturner aufzureizen und durch Drohung mit der geschlossenen Organi- sation des Bundes auf die Verwaltungsmatznahmen der Staats- regierung einzuwirken, und zwar nicht nur auf solche Matznahmen, welche sich gegen die Uebergriffe(?!) der Arbeiterturnvereine rich- ten, sondern auch auf solche, welche die von der Staatsregierung angestrebte Jugendpflege im allgemeinen betreffen. Damit b e- zwecke der Arbeiter-Turnerbund eine Ein» Wirkung auf politische Angelegenheiten. Nachdem dann einzelne Lieder auS dem Liederbuch haben her» halten müssen, sucht daS Urteil eine enge Beziehung des Arbeiter» turnerbundes mit der„sozialdemokratischen Arbeiter» jugendbewegung"(Ausdruck des Gerichts) zu konstruieren und dar- zulegen, daß sich der Arbeiter-Turnerbund in den Dienst derselben Bestrebungen gestellt habe, wegen deren das Gericht die„Freie Jugendorganisation" und die„Vereine zur Errichtung von Jugend- Heimen" für politisch erklärt habe. Angezogen wird dafür u. a. eine auf dem Parteitag in Nürnberg 1968 angenommene Resolution (Protokoll Seite 457, 548),„sowie die Vereinbarung von Grund- sätzen mit der Zentralstelle für die arbeitende Jugend".(2. Novem- ber 1916.) Auch Artikel der„Arbeiterturn-Zeitung" werden ver- wertet, sowie Aeußerungen auf dem 16. Bundesturntag in Han- notier, unter anderem solche seitens des Bundesvorstandsmitgliedes, Redakteurs W i l d u n g. Alles mögliche zieht dann das Urteil noch heran. So eine Re- solution de? vierten Bundestages des Arbeiter- Schwimmer- b u n d e s, wo ein Vertreter des Arbeiter-TurnerbundeS als Gast war, und den Beschluß einer Konferenz in Dresden auS dem Jahre 1911, obwohl eine Erklärung(Nummer 8 der„Arbeiterturn- Zeitung" von 1311) vorliegt, nach welcher die Bundesleitung des Arbeiter-TurnerbundeS als solche dieser Konferenz ferngestanden und auch der Teilnahme von Turnvereinen an ihr nicht zuge- stimmt hat. Diese Tatsache erwähnt daS Gericht, es vermißt aber eine Mißbilligung deS fraglichen Beschlusses, der freundschaftlichste Beziehungen zwischen den Arbeitersportvereinen und den Partei- Organisationen wünscht, und eS vermißt eine Entschließung dahin, daß die Bundesleitung auf einem andern Standpunkt stehe und diesen ihren Vereinen zur Pflicht mache. Dann wird noch einmal die Rede Wildungs(des Bundes- Vorstandsmitgliedes) zittert, die dieser 1911 auf dem Bundestage in Hannover zum Punkte„Jugendturnen und Jugendturnverbote" gehalten hat. Einen klaren Ausspruch über die Gleichheit der Ziele und der Bestrebungen der sozialdemokrattschen Partei und des Arbeiter-TurnerbundeS findet das Gericht darin, weil Wildung, wenn er auch die Arbeiterturnvereine für unpolitisch erklärte, ihre Wirksamkeit in Beziehung brachte zu der deutschen Arbeiter- bewegung. Als bestätigendes nachträgliches Material führt das Gericht noch die Festschrift anläßlich des Berliner Arbeiter- s p o r t f e st e s vom 8. Juni 1913 an, wo es unter Bezugnahme auf die Jungdeutschlandbewegung heißt:„Ist die bürgerliche Bewegung imperialistisch orientiert, so müssen wir die unsere sozialdemokratisch orientieren." Schließlich heißt es im Urteil: Gegenüber dem aufgeführten Material könnten die Bekundungen des mit der Ueberwachung des Arbeiter-Turnerbundes betrauten Leipziger Kriminalkommissars Förstenberg, daß nichts bekannt geworden sei über eine mittelbare oder unmittelbare Einwirkung des Turnerbundes auf den Staat, seine Gesetzgebung usw., für daS Oberverwaltungsgericht nicht von ausschlaggebender Bedeutung sein. Auf Grund des dem Gericht vorliegenden Materials habe das Oberverwal- tungsgericht sich von dem politischen Charakter deS Arbeiter-TurnerbundeS überzeugt. ES sei da- durch bewiesen, daß der Arbeiter-Turnerbund— und nur auf diesen komme es an— sich nicht darauf beschränke, die Sache des Turnens und der rationellen Körperpflege in der Arbeiterschaft als Selbstzweck zu fördern und zu Pflegen, sondern daß er diese Be- strebungen als Mittel für den Hauptzweck benutze, seine Angehöri- gen und insbesondere die heranwachsende Jugend, unter möglichster Ausschaltung jedes anderen Einflusses mit den Lehren und Ideen der sozialdemokratischen Partei zu erfüllen und der letzteren damit den Nachwuchs und Rückhalt zu sichern. Auf dem Gebiete der so- zialdemokratischen Arbeiterbewegung sei der Arbeiter-Turnerbund, ebenso wie die Zentralstelle für die arbeitende Jugend, eine der- jenigen Einrichtungen und Organisationen, welche als Werk- zeug und Waffe der sozialdemokratischen Parter dazu besttmmt seien, ihr im politischen Kampfe zu dienen. Durch den Arbeiter-Turnerbund und die in ihm zusammengeschlossenen Arbeiterturnvereine solle die Partei gestärkt und gefestigt werden; vermittels ihrer solle das Schwergewicht der Partei vermehrt und ihr Einfluß auf die Gestaltung der politischen Verhältnisse gehoben werden.— Sei hiernach festzustellen, daß der Arbeiter-Turnerbund als ein politischer Verein im Sinne des K 8 des Reichs- Vereinsgesetzes anzusehen sei, so müsse dasselbe auch von allenEinzelvereinengelten, dieinihmzusammen- geschlossen seien. Denn bei Vereinen, welche einer große- ren Organisation als Mitglieder angehörten, sei nicht erst die Tätigkeit des einzelnen Vereins. sondern schon der Charakter der grob» Organi» satton als solcher ausschlaggebend. Schon wegen seiner Zugehörigkeit zum Arbeiter-Turnev- Kunde sei somit der Turnverein„Vorwärts" zu Trebbin als ZgiitifckKx gnzufehen und. dis Klag� Müsse ghgetvis�s» I KON� Li MpM �les paachf SS Nach einem Gemälde von Tronnier-Hannover MWill in« Men aiisgesSlW Preis 1 Mark Buchhandlung Borwärks Lindenstraße 69. veaftnet V-S GegrOndet 1879 Sonntags S-IU Berlin S, Omnlenslrnsse(norltzplotz) SS � rn,„L v1.«� Moebel-Boebel gew. poschiHzt Spnioltt&t; Ein- u. Ztoei Zimnier-Einrichtiinsen toetfat Die Klage Set„Freie» Turnerschafi in Skä'aken' �Aktenzeichen I.'A. 157. 12.) wurde aus denselben Gründen abge- Viesen. Soziales. Ein sonderbarer Vergleich ist in einem vor dem Gewerbegericht Berlin-Wilmersdorf an- hangigen Prozeß geschlossen worden. Die Köchin Z. hatte gegen den Direktor und Oberlehrer O., der gleichzeitig Inhaber eines Pensionats ist, Klage auf Lohnzahlung, Herausgabe der Invaliden- karte und Ausstellung eines Zeugnisses geklagt. Die Lklägerin fyrt nach ihrer Angabe den Dienst beim Beklagten plötzlich ver- lassen, weil sie glaubte, einen wichtigen Grund zur sofortigen lLosung des Dienstverhältnisses zu haben. Nach ihrer Angabe mußte sie sowie ein anderes Dienstmädchen eine Toilette benutzen, oie sich auf dem Hof befand. Den Schlüssel zu diesem Ort behielt der Beklagte in sicherem Gewahrsam, sodass er im Bedarfsfalle immer erst um Herausgabe des Schlüssels angegangen werden mußte. Als der Beklagte eines Abends der Ansicht war, daß es eine„Frechheit" der Klägerin sei, ihn schon wieder mit der Schlüsselangelegenheit zu belästigen, wollte sich die Klägerin eine derartige Behandlung nicht weiter gefallen lassen und löste sofort das Arbeitsverhältnis. Ter Herr Oberlehrer verweigerte aber Herausgabe der Jnvalidenkarte, Ausstellung eines Zeugnisses und Lohnzahlung für die Kündigungsdauer, sodass Klägerin, um zu ihüem Recht zu gelangen, den Klageweg beschreiten mußte. Ob- wohl hiernach der Klägerin die obigen Ansprüche zweifellos zu» standen, kam vor dem Gewerbegericht— nach Angabe der Klägerin auf dringendes Anraten des Vorsitzenden, Assessors Aranke— ein Vergleich zustande, der verdient, der Oeffentlichkeit Nticht vorenthalten zu werden: „Der Beklagte verpflichtet sich, sich unverzüglich mit der Klägerin in seine Wohnung zu begeben und dort die der Klägerin gehörigen Sachen einschließlich der Jnvalidenkarte an diese her- auszugeben. Für den Fall, daß der Beklagte die Karte an dem von ihm ins Auge gefaßten Aufbewahrungsort nicht vorfinden sollte, verpflichtet sich der Beklagte, der Klägerin unverzüglich eine Arbeitsbescheinigung zu erteilen mit dem ausdrücklichen Zusatz, daß er die Jnvalidenkarte der Klägerin noch hinter sich habe und diese unverzüglich nach seiner Rückkehr von der Sommerreise der Klägerin zustellen werde. Der Beklagte verpflichtet sich, auch bis zur Aushändigung der Karte die gesetz- lichen Klcbemarken zu verwenden. Die Klägerin erklärt sich hiermit einverstanden und verzichtet auf die geltend gemachten Mehransprüche." Leider besteht bei einem Teil der Gewerberichter das Be- streben, möglichst alle Streitigkeiten durch Vergleich aus der Welt zu schaffen, selbst wenn der Tatbestand noch so klar liegt. Wenn dies Bestreben auch seine guten Seiten haben mag, so entstehen dadurch jedoch in nicht seltenen'Fällen große Nachteile für den Ar- beitnehmer. Schon zu wiederholten Malen haben wir nachge- wiesen, daß Arbeiter auf ihre Rechtsansprüche Verzicht geleistet haben, obwohl auch nicht die geringste Veranlassung dazu vorlag. Auch in dem vorliegenden Falle hat die Klägerin großen wirt- schaftlichen Schaden erlitten. Nach ihrer Angabe hat sie den Ver- gleich nur in der bestimmten Erwartung geschlossen, daß ihr für die Zeit bis zur Herausgabe der Jnvalidenkarte und des Zeug- nisses ein Anspruch auf Weiterzahlung des Lohnes sowie Ent- fchädigung für Kost und Logis zusteht. Nach dem klaren Wort- laut des Vergleichs hat sie sich jedoch jeder Ansprüche begeben. Zweifellos hat die Klägerin bei Abschluß des Vergleichs seine Tragweite nicht ermessen können. Um so mehr war es Pflicht des Vorsitzenden, die Klägerin darauf hinzuweisen und nicht einen Vergleich zustande zu bringen, der oie schwersten materiellen Schädigungen für die klagende Partei bedeutet. Uebcrhaupt be- rührt es höchst sonderbar, dem Beklagten erst seine Sommer- reise zu gestatten und ihm dann nach sein er Rückkehr die Verpflichtung zur Herausgabe der Jnvalidenkarte aufzuer- legen. Dem Vorsitzenden dürfte doch wohl bekannt sein, daß es der Klägerin infolge NichtbesitzeS der Jnvalidenkarte unmöglich ist, eine anderweite Stellung zu erhalten. Für die Arbeitnehmer erwächst aber aus diesem Beispiel wieder die Verpflichtung, bei Abschluß eßges Vergleichs recht vor- sichtig zu Werke zu g'.hen und nicht immer dem dringenden Anraten des Gewerbekammervorsitzenden zu folgen. Sie sollten möglichst immer auf die Verhandlung unter Zuziehung der Bei- fitzer bestehen, damit die Rechtsprechung der Sonoergerichte nicht zum Schaden der wirtschaftlich Schwachen ausgebaut wird. El« Kommünalkokflikt. In dem bekannten Harzer Kurorte Bad Har�hürg hält seit einigen Monaten ein Kommunalkonflikt die Gemuter in Auf- rcgung. Die reinen Badeangelegenheiten unterstehen in Harzburg der Verwaltung eines Staatskommissars. Die Kosten hat die Stadt zu tragen. Einige Mitglieder der Stadtverordnetenver- sammlung bemühten sich nun der nicht unberechtigten Meinung Geltung zu verschaffen, daß die ziemlich beträchtlichen Einnahmen nun auch in den Stadtsäckel statt in die Staatskasse zu fließen hätten. Ten Standpunkt teilten jedoch keineswegs alle Mitglieder der städtischen Körperschaften, und als erstes Opfer des Streites trat bereits am 1. Juni d. I. der langjährige Bürgermeister v. Stutterheim von seinem Amte zurück, während ein anderes Magistratsmitglied„auf unbestimmte Zeit" in Urlaub gegangen ist. Der Streit spitzte sich schließlich dahin zu, daß 4 Stadtverordnete im Stadtparlament Obstruktion trieben. Dafür wurden sie von der zurückgebliebenen, aus ö Mitgliedern bestehenden Mehrheit des Stadtparlaments„wegen UnWürdigkeit" vom Kollegium aus- geschlossen. Die Ausgeschlossenen beschritten dagegen den Be- schwerdewcg; bevor jedoch auch nur die erste Instanz über die Beschwerde befinden konnte, beraumte der neue von der Regierung eingesetzte kommissarische Bürgermeister die Ersatzwahl an. die in- zwischen auch schon stattfand. Natürlich gab es einen heißen Wahl- kämpf und die Folge war, daß drei von den vier Neugewähltcn zur Sache der Obstruierenden schwören! Für die Mehrheit im Stadtparlament war also so gut wie nichts gewonnen. Mittler- weile hat nun auch noch die Regierung die Ausschließung der vier' obstruierenden Stadträte als unberechtigt anerkannt. Was nun werden soll, das steht in den Sternen geschrieben. Einstweilen tobt der Kampf ungeschwächt weiter... Jugendbewegung. Früchte der bürgerlichen Jugenderziehung. Das bekannte Sittenbild vom Leipziger Turnfest wird jetzt ergänzt durch einen Riesenskandal in einem deutschen Turn- verein. Dem Turnverein in W a h n bei Köln gehörte ein wohl- habender Händler namens Adolf B r e i t e n b a ch an, der es mit der Zeit zum„Ehrenmitglied" gebracht hatte. Ter Mann wurde plötzlich verhaftet. Das Gerücht ging, daß er in ungefähr einem halben Hundert Fällen junge Mitglieder des Vereins und Turnzöglinge verführt habe. Jetzt wurde vor der Kölner Strafkammer gegen dieses Ehren- Mitglied verhandelt. Es wurde ihm nachgewiesen, daß er sich in 40 Fällen an jungen Leuten seines Vereins nach ß 175 vergangen hatte! In den meisten Fällen haben sich die„teutschen Jünglinge stark und sittsam" den Lockungen der gefüllten Geldbörse dieses Ehrenmitgliedes nicht gewachsen gezeigt. In der Verhandlung de- antragte der Staatsanwalt gegen den Mann drei Jahre Z u ch t b a u s. Das Gericht sah von einer Zuchthausstrafe ab und verurteilte diesen' Förderer des patriotischen Jugendcrziehungs- bestrebcns zu zwei Jahren Gefängnis. Ueber die Vorgänge bei dem Leipziger Turnfeste hatte sich die schwarze Presse Rheinlands weidlich entrüstet. Das ist jetzt dem Vereinsanzeigcr der Turngemeinde Mülheim a. Rh. zu arg geworden. In seiner letzten Ausgabe stellt das Blatt fest, daß bei dem unlängst gefeierten K o I p i ng s f e st e in Köln sKolping war der Gründer der Katholischen Gesellenvereine) sich die„K o l- pingsjünger"(katholischen Gesellenvereinler) von der erhebenden Feier am Kolpingsdenkmale direktement nach den Wohnstätten der gefälligen Damen begeben haben, wo sich genau solche Szenen entwickelt hatten wie in Leipzig. Daraufhin ist es in dem schwarzen Blätterwalde merklich still geworden! literarisches. R. Kuczynski, Arbeitslohn und Arbeitszeit in Eu- ropa und Amerika 187 0— 1 9 0 9.(Verlag von Julius Springer, Berlin 1913. Großoktav, 817 Seiten. Preis 24 Mk.) Bei der Turcharbeit des vorliegenden mehr als 800 Seiten um- fassenden statistischen Werkes aus der Feder des Direktors des Schöneberger Statistischen Amtes konnte es sich für den Referenten nicht darum handeln, eine eigentliche Nachprüfung mit Einschluß aller Einzglangaben vorzunehmen. Finden sich doch auf fast jeder Seite des starken Bandes mehrere Hundert von Zahlen und anderen Daten, deren Quellen zum Teil gar nicht zugänglich oder so ver- zkKIclSril»ff>«r, echt Eiche anpoliert.».». M 226.— Wohn- und Speisezimmer, Eiche gebeizt... M. 341.— I 1 Waschkommode ni.M»rmorM. 40.— 1 2 Naehtllsche mit Mirraor M. 40.— t BOfelt......... M. 108- I 1 Auszugtiich M. 45— I 1 Moquettesofa...... M. 75.— « Bettstellen ä 52 M..... M.104.-( 1 Keoheüpiegel....... M. 24.-| 2 Stühle i a M....... M. 12.- 1 Annchtetisoh..... M. 17.-| 4 Stuhle 1 9 M,..... M. 36.—| I Umbau estra...... M. OB.—' streut find, daß eine Prüfititg dieser Art ebenso biel Zeit ersörderl hätte wie die Sammlung und Niederschrift der verarbeiteten!Dlcte* rialien. Der Referent mutz sich daher darauf beschränken, einigtz allgemeine Bemerkungen an die Lektüre anzuknüpfen. So anerkennenswert der Fleiß ist, mit dem die Arbeit ausgeführt wurde, scheint uns doch etne Sammlung in dent vorliegenden Umfang nicht die Aufgabe einer Einzelperson, sondern! die statistischer Zentralinstanzen zu sein. Nur daraus, daß unsere deutschen staatlichen und städtischen statistischen Aemtev die Arbeitsstatistik im Vergleich zu den Leistungen ausländischer Aemter stark vernachlässigen, ergibt sich für Privatpersonen unh kleinere Organisationen der Zwang, selbst statistische Erhebungen und Bearbeitungen in Angriff zu nehmen. Wir erinnern daran« welche Unsumme von wertvollen Statistiken die Gewerkschaften mit den eigenen, jedem einzelnen Proletarier sauer abgesparten Groschen liefern, obgleich es einfach selbstverständlich wäre, daß Reich, Bundesstaaten, Provinzial- und Kommunalverbände das Geld für solche Arbeiten den Organisationen zur Verfügung stellen. Gerade die Aufstellung internationaler Vergleiche müßten sich diese Zentral- ämter angelegen sein lassen. Im Auslande werden solche Arbeiten viel mehr gepflegt als bei uns. Ein großer Teil der von Kuczynski verarbeiteten Materialien z. B. stammt aus internationalen Lohn- erhebungen des Arbeitsamtes der Vereinigten Staaten von Nord- amcrika. Die Arbeit gliedert sich in zwei große Abschnitte. Der erste behandelt Arbeitslohn und Arbeitszeit auf Grund von Lohn- b ü ch e r n einzelner Betriebe für die Zeit von 1870 bis 1903. Be- rücksichtigt sind dabei das Baugewerbe, das Stcinverarbeitungs- gewerbe, das Holzverarbeitungsgewerbe, die Maschinenindustrie und das Buchdruckgewerbe. Das Material für oas Festland (berücksicht sind neben Berlin, Nürnberg und Elberfeld auch Lüttich, Paris und Hyon) wurde von Kuczynski selbst gesammelt. Da auch die erwähnte amerikanische, von Kuczynski benutzte Ver- öffentlichung neben Betrieben in amerikanischen Städten solche in London, Manchester. Glasgow, Paris, Lyon und Lüttich er- faßte, liefert die Arbeit Material für Vergleiche in den wichtigsten Industriezentren der Welt. Der zweite Teil„Arbeitslohn und Arbeitszeit auf Grund von Tarifverträgen" umfaßt da- gegen nur Amerika und Deutschland. Ueber den Umfang dieses Teils mag man eine Vorstellung daraus gewinnen, daß für ihn 4631 deutsche und 1363 amerikanische Verträge verarbeitet würden, obgleich nur das Bau-, Steinmetz-' und Buchdruck- gewerbe berücksichtigt sind. Das ganze Werk stellt eine Sammlung von Mate- rialien dar, die nun der Weiterbearbeitung warten. Den Gewerkschaften der berücksichtigten Gewerbe wird es eine unent- behrliche Quelle für die Kenntnis der Arbeitsverhältnisse und der Entwicklung der Tarifverträge sein, eine Quelle, die durch die Möglichkeit internationaler Vergleiche noch wertvoller wird. Ein ausführliches Berufs- und Ortsverzeichnis erleichtert den Gebrauch des Werkes, das eine sehr zu begrüßende Bereicherung unserer Arbeitsstatistik bedeutet. P. dl. Dr. Walter Borgius, Z o ll p o l i t i s ch e s ABC- Buch.(Ver- lag von Duncker u. Homblot, München und Leipzig 1913: 120 Seiten, Preis 2 M.) Da? Büchlein gibt in alphabetischer Reihenfolge kurze Er- läuterungen von Grundbegriffen und Fachausdrücken der Handels- Politik und Zolltechnik. Da die bevorstehende Aenderung der 1917 ab- laufenden Handelsverträge zu einer Beschäftigung mit Zollfragen vermehrten Anlaß gibt, wird man gern das Büchlein zur Hand nehmen, um über fachtechnische Ausdrücke Aufschluß zu suchen. _ E. M. Witterungsübersicht vom 16. August 1913. etattonen Swinemde. tamburg erlin Franks. a.M München Wien Wetter 75551 75651® 763SSB 7K2W 759 W Sbcdeckt Ibedcckt 41iedeckt 1 halb bd. 4Rcgen chaw bd. C tattonen Haparanda Petersburg Scilly Aberdeen Paris 771 5lO 762-0 765!W 764IS 765152518 Bettet bedeckt 2bedeckt lAcbcl Dunst ivollenl Wetterprognose für Sonntag, den 17. August 1913. Ein wenig milder, ziemlich trübe, nur zeitweise aufheiternd mit etwas Regen und mätzigen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. I*, �— ALEXANDERPLATZ v TIETZ FRANKFURTER Al l.FF . Wäschestoffen �WMmSckeÄKSZ" 5 90 ml» breiter O'S Ii 25 I Stick, rem,*■ t vStick.-ünterröcke Baditlwiiiden iaüafs& 2" 3" Hacitlemden äisä*. 2" 3M »»wp®'-;?:;! Damen-Wäsche Untertaillen SÄ 95 UOem breit, Meter Louisiana vimiti�.? Dimitir8"1 Damast teriMrt„ Damasten, Met« 70, 78, 95 p«. breit 1 1, Meter 55, 65, 85 PL *A* ISOcm Qn vi I10 I85 breit, i,, Meter wU PL I 1 55,80,95». 90»; 1" r *r* Lrüsseler Latizst�ntertaillen Änier?\00 I35 Brüss. Spitzen-Hemden 5arniert!!h. I95 225 27t Brüss. Spitzen-Nachthemd. H 475 675 875 Brüsseler Spitzen-Rockbeinkleider sehr elegant ausgestattet. wasthBtolte HemüentuchrÄiüMtr. 35,45 pl Renforc� �.ratr, 38, 45 pl MakotuctebÄMn. 55,60 pl Louisiana � m� 40, 45, 58 p«. Wiener ßuxus- Wäsfye mm jjmbgmldi BaHst-Hemden Batist-Iiachthemden SSSt?; Batlst-Hatineen BM Bat.-Prinz.-UnterrScke Ausführung boobelegante AoMtett. vor» «BgUch. Site 2" 8" 5' 5" 8" 10" 8" 10" 10" 15" 18 50 Batlsl-Stlcfeerel ä ää*" 8" 12" 18 50 Damenliemd. r Damenheml MtSSS�ra45 Damenhemd. Beinkleider iä�ä-iI88 l85 >....490 HanilOcher Gerstenkorn Grau-Drell bflndert, 48/110 cm Gerstenkorn Reinl. Grau-Drell®. n.geb. Drell 48r HalbL Reinl. Reinl. 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I. das Mitteldeutsche Braunkohlensyndikat aus gelöst worden ist und dadurch in der Braunkohlenindustrie ein lebhafterer Wettbewerb eingesetzt hat. Die Steigerung der Braunkohlenwerte in den letzten Wochen und Tagen stand in Verbindung ryit Käufen, welche die böhmische Braunkohlenfirma Petschek in der deutschen Braunkohlenindustrie vornahm. So schnellten noch in der letzten Woche, wo die meisten Braunkohlenaktien keine Erhöhung oder gar einen Abschlag erfuhren, die Aktien der Leonhard- Aktiengesellschaft von 173 auf 190 in die Höhe, weil der Erwerb der Majorität dieser Gesellschaft durch Herrn Petschek bekannt wurde. Herr Petschek verfolgt offenbar die Absicht, neben der böhmischen auch die deutsche Braunkohlenindustrie seinem Einfluß zu unter stellen. Er ist der Begründer der Kohlenhandelsfirma Petschek in Außig sBöhmen), die er mit einem durch Erbschaft und Heirat er« wordenen großen Vermögen zu der überlegenen Konkurrentin der zweitgrößten böhmischen Kohlenfirma Weinmann in Aussig bei der Petschek selbst in jungen Jahren tätig gewesen war, aus- gestaltete. Weinmann ist auf die westlichen Gebiete beschränkt und beherrscht dort den Westböhmischen Bergbauverein sund in Deutschland die Deutsch-Oesterreichische Bergwerksgesellschaft). Petschek sicherte sich, zum Teil durch Vermittelung der Anglobank, die Nord böhmische Kohlenwerksgesellschaft, die Brllxer Kohlenbergbaugesell' schast, die Deutsch-Böhmischen Kohlen- und Brikettwerke(Sitz in DreSden-Blasewitz), die Starckschen Montan« und Jndustrialwerke. Durch verwandtschaftliche Beziehungen zu den Leitern der Bank .Niederösterreichische Eskomptegescllschaft' gewann er auch Einfluß auf Gesellschaften, die nicht in der Braunkohlenindustrie tätig sind so auf die Prager Eisenindustrie— und die Alpine Montangesell' schaft. Mit der Nennung dieser Gesellschaften ist sein Einfluß nicht erschöpft. Er ist weiter Großattionär der Banken: Anglobank und Niederösterreichische Eskomptegesellschast und mehrerer böhmischer Eisenbahngesellschasten. Sein Hauptfeld liegt indessen auf dem Ge biete der Braunkohlenindustrie. Der Mienbefltz der obengenannten Braunkohlengesellschaften dient ihm dabei nur als Stütze für seine Tätigkeit als Großhändler. Zahlreiche kleinere Braunkohlenwerke beherrscht Petschek als Kommissionär. Fast 1090 Wagen Braunkohle sollen täglich durch ihn vermittelt werden. Seit einigen Jahren nun verfolgt Petschek die Tendenz, sich auch in der deutschen Braunkohlenindustrie festzusetzen. Schon vor 1910 erwarb er Aktten deutscher Werke, z. B. der Rheinischen Aktien gesellschaft für Braunkohlen und der Eintracht(im Niederlausitzer Braunkohlenrevier). Von nun au hat Petschek planmäßig seine Stellung in der deutschen Braunkohlenindustrie befestigt; er erwarb Aktien der Werschen-Weißenfelser Kohlenwerke, der Gesellschaften Heureka, Phönix, Borna und die Ramsdorser Braunkohlen-Aktien' gesellschaft. In diesem Monat hat Petschek seinen Einfluß auf zwei der größten Braunkohlenwerke Deutschlands ausgedehnt: die Nieder' lausitzer Kohlenwerke und die Braunkohlenwerke Leonhard Aktiew gesellschaft in Wuiy. Die jüngst erworbene Leonhard-Aktiengesell' schaft rundet PetschekS Besitz in Mitteldeutschland ab. wo Petschek durch die Werke Werschen-Weißenfels, Kraft(gehört den von Petschek kontrollierten Niederlausitzer Kohlenwerken), Phönix, RamSdorf, Leonhard eine überragende Stellung einnimmt. PetschekS Interesse im Niederlausitzer Braunkohlenrevier erstreckt sich auf die Eintracht und die Niederlausitzer Kohlenwerke. Aktien des zuletzt genannten Werkes hat Petschek kürzlich von der Deutschen Bank auS der Liquidattonsmaffe des Fürstenkonzerns erworben Durch den Erwerb der Niederlausitzer Kohlenaktien sah sich Petschek auch zum Erwerb von anderen bisher dem Fürstenkonzern an- gehörigen Werken veranlaßt. Die Niederlausitzer Werke besitzen im Leipziger Gebiet daS schon genannte Werk Kraft, dessen Briketts durch die Händlerfirma Wulff u. Co. G. m. b. H. vertrieben werden. Petschek kaufte also auch für 1 Mill. M. Anteile dieser G. m. b. H. Die Firma Wulff u. Co. steht wiederrim durch einen Kohlenlieferungs vertrag in Verbindung mit der rentabelsten Unternehmung des Fürstenkonzerns. denHohenlohe-Werken in Oberschlesien. Von diesem Werk übernahm Petschek für etwa 13 Millionen Mark Aktien, so daß er auch an einem der bedeutendsten Steinkohlenbergwerke Oberschlesiens interessiert ist. In Oberschlesien unterhält Petschek bereits Beziehungen zu der KönigSbau-Akliengesellschaft in Unna- Vermittler für die etwa 29 Millionen Mark bettagenden Transaktionen mit dem Fürstenkonzern war ein von der Deutschen Bank beaufi ttagter Finanzmann, der in der Verwaltung böhmischer Unter« nehmungen PetschekS vertreten ist. Das Uebergreifen PetschekS nach Deutschland ist für ihn durch den Aufschwung geboten, den die Braunkohlenindustrie in den letzten Jahrzehnten genommen hat. Deutschland bietet der Braunkohlen« industtie viel größere Entwickelungsmöglichkeittn als Oesterreich. Im Jahre 1886 betrug(nach der.Franks. Ztg.") Oesterreichs Braun und Steinkohlenerzeugung zusammen 21 Millionen Tonnen gegen eine Braunkohlenerzeugung Deutschlands von 16 Millionen Tonnen. Im Jahre 1911 übertraf die Produktion Deutschlands an Braunkohle mit 74 Millionen Tonnen weit die Produktion Oester reichS an beiden Brennstoffen zusammen<49 Millionen Tonnen). Die Einfuhr böhmischer Kohle uach Deutschland ist zurück' gedrängt worden und nimmt auch in diesem Jahre weiter ab. Die Gründe für den Aufschwung der deutschen Braunkohlen industrie sind zunächst rein technischer Art. Die deutsche Braun« kohle läßt sich vielfach im Tagebau gewinnen. Auch bei Tiefbau liegen die Flöze höher als in Böhmen. Förderanlagen und Arbeits« aufwand find infolgedessen in Deutschland geringer. ES kommt hin« zu, daß die böhmische Kohle sich zur Brikettierung nicht eignet und daher als Rohkohle, die bei geringerem Werte größereu Raum sür die Verfrachtung beansprucht, versandt werden muß, während die stark wasserhalttge deutsche Braunkohle als Brikett ein technisch und wirtschaftlich hochwertiges Brennmaterial darstellt. Die deutsche Braunkohle hat daher in der Form des handlichen und sauberen Briketts viel größere VerwendungSmög- lichkeitener Ablehnung der Besitzsteucr versetzt. Wenn die von uns ge- orderte einjährige Dienstzeit einmal bewilligt wird, müssen wir bafür ebenso die Mittel bewilligen, wie wir es bei der Erhöhung der Soldatenlöhne getan haben. Zu wünschen wäre, daß die Bres- lauer Delegierten die Richtung unterstützen, die die Haltung der Fraktion billigt. Von einigen Rednern wird die Aufhebung des Nürnberger Be- bhlusses gefordert, der sich gegen die Lokalisten richtet. Die uhrigen lledner erklärten sich mit der Haltung der Fraktion in der Deckungs- vorläge einverstanden. Gegen nur wenige Stimmen wurde folgende Resolution an- genommen: ..Die heute tagende Partciversammlung erkennt das V e r- halten der Reichstagsfraktion in der Besitz- steuerfrage voll und ganz a n." Angenommen wurden noch Anträge, in denen auf kostenlosen Austritt mt der Landeskirche im Landtage hingearbeitet werden soll; die Frage der Arbeitslosenunterstützung auf die Tagesordnung zu setzen; die Aufhebung des Nürnberger Be- schlusses und schließlich noch ein Antrag, die Reichstagsfraktion soll unverzüglich die Regierung zu Maßnahmen gegen die wucherische Ausnutzung von Heilmitteln(Mesothorium) gegen Volkskrankheiten veranlassen. Als Delegierte für den Parteitag wurden gewählt die Genossen Darf, Ziegler, Wieczorck und Genossin Kurzer. Di« Mitgliederversam/nlung des Sozialdemokratischen Vereins Posen erklärte sich nach einem Vortrage des Genossen Hart- w i g- Bromberg über die Aufgaben des bevorstehenden Parteitages mit der Haltung der Fraktion bei der Abstimmung über die Decküngsvorlage vollkommen einverstanden. Dem An- trage des oberschlesischen Bezirks-Parteitages auf Schaffung einer Einheitsorganisation wurde ebenfalls ein- stimmig zugestimmt, nachdem hervorgehoben wurde, daß durch den. Ausbau unseres Bildungswesens eine gesundere soziali- stische Wissenschaft in den Kreisen der polnischen Genossen Wurzeln fassen kann. Als Delegierter zum Parteitag wurde Genosse M a t u c z e w s k i bestimmt. Mit dem Jenaer Parteitag beschäftigten sich die Dan- z i g e r Parteigenossen in einer gutbesuchten Versammlung. Es war dies am Tage des Ablebens von Genossen Bebel. Vor Ein- tritt in die Tagesordnung gab Genosse Sellin der Stimmung der Anwesenden in warmen Worten Ausdruck. Parteisekretär Gehl hielt das einleitende Referat über die Bedeutung des Parteitages. In Betreff der Wehrvorlage liefen seine Dar- legungen im großen und ganzen auf eine Verteidigung der Reichs- tagsftaktion hinaus, die sich in einer recht schwierigen Lage be- funden hätte und zum mindesten bei ihren Abstimmungen in der Steuerfrage mildernde Umstände beanspruchen dürfe. Bezüglich des Massenstreiks kam er zu dem Resümee, prinzipielle Gegner dieser Waffe könne es in unseren Reihen nicht geben. Die Gegensätze verschärften sich und der Sieg des Proletariats werde nicht so glatt und ungehemmt erfolgen. Wir müßten mit dem Staatsstreich rechnen und um diesem entgegenzutreten, uns mit der Anwendung des Massenstreiks vertraut machen. Zu der Haltung der Fraktion sprachen von den Diskussions- rednern die Genossen Schröder und Bartel. Beide standen der Haltung der Reichstagsfraktion ablehnend gegenüber und wünschten für die Zukunft mehr Festhalten an unseren Prinzipien. DaS zu große Entgegenkommen unserer Partei der bürgerlichen Linken gegenüber, sei geeignet, uns das Vertrauen der Massen zu rauben. Genosse B r o ß w i tz äußerte den Wunsch nach einer ausgiebigen Diskussion der Massenstreikfrage. Beschlüsse wurden nicht gefaßt, ebensowenig Anträge gestellt. Als Delegierten für den Parteitag wählte die Versammlung den Genossen Sellin, da Genosse Gehl als Delegierter für den Landkreis Tanzig aus- ersehen ist. Em Induftne und Ffandel. Ter Beutezug der Gemüsebauern. In einer„Berichtigung" protestierte der Generalsekretär des Verbandes der Handelsgärtner Deutschlands, Herr Beckmann, da- eaen, daß er auf der Breslauer Tagung u. a.«auch nur dem sinne nach" die Aeußerung getan habe: „Wir sind zwar keine Millionäre, aber die Ausgabe Jäjj: die neue Heeresvorlage zwingt uns, für neue Einnahmen zlt sorgen." Die Berechtigung dieses Protestes wird beleuchtet durch die Wiedergabe der Rede in dem Ufiternehmcrblatt der Handelsgärtner. Nach dem„Handelsblatt für den deutschen Gartenbau", Nr. 29 vom 19. Juli 1913, findet sich in der Rede Beckmanns folgender Passus: „Es ist erst kurze Zeit her, daß Reichstag und Bundesrat ein Gesetz verabschiedet haben, daS dem deutschen Volk ein Opfer von einer Milliarde Mark auferlegt. Meine Herren! In seltener Ein- mütigkeit hat das deutsche Volk, soweit es deutsch fühlt, diese Gab» entgegengebracht. Nun, meine Herren, unter unS Gärt» nern sitzen keine Millionäre, die große Beträge zablen, aber das in der deutschen Gärtnerei niedergelegte und vorhanvene Kapital, die Vermögenswerte, beziffern sich nach unendlich vielen Millionen. Und diese Millionen steuern auch ihren guten Teil zu dieser Gabe, die auf dem Altar des Vaterlandes niedergelegt wird. (Sehr richtig!) Und zu welchem Zweck ist die Gabe vom deutschen Volk' verlangt worden? Zu dem Zweck, gerüstet und geschützt zu sein gegen etwaige Uebergriffe des Auslandes, Nun, meine Herren, in allen Kreisen, die gern und freudig zu dieser Gabe beigetragen haben, wird mit vollem Recht die Frage aufgeworfen: Wo bleibt die Gegenlei st ung? Der eine wird sie auf diesem, der andere auf jenem Gebiet beanspruchen, aber wir Gärtner dürfen doch wohl von der Reichsremerung verlangen, daß sie nicht die gern gegebene Gabe des Voltes auf der einen Seite zum Schutz gegen das Ausland entgegennimmt, und auf der anderen Seite das Ausland gegen die heimische Produktion und ihre LebenSinteresien schützt." DaS Urteil darüber, ob unser Bericht dem Sinne der Beck- mannschen Ausführungen entsprach, überlassen wir getrost unseren Lesern._* Witterung und Ernte. Die Preisberichtsstelle deS Deutschen Landwirtschaftsrats schreibt: Durch das in der Berichtswoche Herr- chende kühle und feuchte" Wetter wurde die Getreideernte im janzen Reiche stark behindert. Dabei waren die Niederschläge ehr ungleichmäßig verteilt, und da, wo sie für die Futter, und Hackfruchternte hätte von Nutzen sein können, wurde ihre Wir- kung durch den Umstand beeinträchtigt, daß die Temperaturen er- heblich unter ihren normalen Werten lagen. Namentlich die Nächte waren recht kühl, so daß die.Hackfrüchte trotz des RegenS keine entsprechenden Fortschritte im Wachstum machen konnten. Aus dem gleichen Grund verzögert sich die Reife der Halmfrüchte. Es bezieht sich dies in der Hauptsache auf Winter- und Sommer- weizen sowie auf Hafer, von welchen Getreidearten noch größere Flächen der Aberntung harren. Die Gerste war zwar meist ge- mäht, aber noch nicht überall geborgen, und auch vom Roggen ind hier und da noch Reste im Felde, deren Beschaffenheit durch den andauernden Regen zu leiden droht. Die Druschergebnisse des Roggens entsprechen vielfach nicht den Erwartung�?. Während auf besseren Böden, sofern die Junifröste nicht geschadet haben, befriedigende Erträge erzielt wurden, sollen die Ergebnisse aus den leichteren Bodenarten häufig sehr zu wünschen übrig lassen. Mit dem Ertrage der Gerste ist man im allgemeinen zufrieden, ie zeigt meist ein gut ausgebildetes Korn, doch hat die Farbe vielfach durch Regen gelitten. Den Futterpflanzen kam die Feuch- tigkeit noch zustatten, ausgenommen in den bis vor kurzem unter Trockenheit leidenden Gebieten Mitteldeutschlands, wo der zweite Schnitt stellenweise vollständig ausfällt. Für das Einbringen des gut gewachsenen und in vielen Gegenden bereits geschnittenen GuinmetS ist jetzt trockenes Wetter erwünscht. Die Kartoffeln leiden vielfach unter Krankheiten, auch macht sich bei den frühen Sorten Fäulnis bemerkbar. Die Zuckerrüben zeigen üppiges Blatt- werk und haben jetzt wohl genügend Feuchtigkeit erhalten, um sich bei Wärm? und Sonnenschein günstig weiter entwickeln zu können. Theater und Vergnügungen Zediller-sdester Chcr Der Leibgardist. Komödie in 3 Ausz.». Franz Molnär. Ansang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Morgen und folgende Tage: ver IivIbKar-Sist. Lavkse-bper 8cb!l!er-7besler0.Tb°a.er' 3 Uhr(zu ermäßigten Preisen): Der'Trouballoin* 8 Uhr: Die Hugenotten Deotgches Schansplelhans S1!, Uhr: Das Farmermädchen. Berliner Theater. s uhr: Filmzauber. Theater des Westens. 8 Uhr. vorletzte Woche! Silvester i�ekÄtter. Vorher: Das starke Itück. Ein angebrochener Abend. 'U 8'/. « Residenz-Theater« Die Frau Präsidentin. (Rladame la Präsident«.) Sotwank in 3 Akt. v. M. Hennequin und P. Veber. Morgen u. folgende Tage: Die Fran Präsidentin. Trianon-Theater. abenMuhr: ÜBltreU. Vorher: Der abgerissene Glockenzug. Oastsplel lies Berliner Metropol-Tleaters: Die Kino-Königin! Anfang 8 Uhr. IOSE=THEATEI Kroße Frankfurter Str. 132. Vampire der Großstadt. (Biederleute.) Ansang S1/, Uhr. Nachmittag 3 Uhr(halbe Preise): Das Schloß am Heer. Auf der Gartcnbühne: Tehern großen Teich. Lebensbild in 4 Akt. Vorher Konzert, Einakter, bunter Teil. Ansang 4 Uhr. Voigt- Theater Badstraße 58. Täglich:"90! Der Yersehwender. Zauberposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Raimund. Gänzlich neue Spezialitäten. Kassenöfsn. 10 Uhr. Ansang 41/, Uhr. Voranzeige! Dienstag, d. 19. August: Benefiz für dcnBallettmeisterTaglionl. EöcTscher GARTEN Heute Sonntag: Eintritt 50 Pf. | Kinder unt. 10 Jahren die Hälfte. Ab nachm. 4 Uhr: Gr. Militär-Konzert. (3 Kapellen). Täglich: Milltär-Doppel-Konzert. ! Konzert-Restaurant Zentralhallen vormals Konkordia- Theater, Brunnenstr. 154. ErZfsnung nach vollsländ. Reno- vierung u. Umbau Mitte Septbr. Täglich: Konzert auf SO verschiedenen Kunst Instrumenten, Säle und Vereinszimmer zu Festlichkeiten zu vergeben. Auskunst erteilt Herrn. Neubert, Prinzenstr. 105. Amt Moritzplatz 11408. Casino- Theater „Der Aktien-Tenor oder Caruso auf Teilung". Vorverk. tägl. 11— 2 an d. Theaterkasse. „ciNUZ" Nollendorf- Theater| Nollendorfplatz 4. Jtiozige« Xbeater Deutschlands 1 mit verschiebbarem Dach. Die unterirdische Stadt j Ein Drama der Sensationen Der Liebesbrief Lustspiel. In der Hauptrolle:| Max Linder und das Ubrloe völlig neue 1 Programm. Vorstellung 6'/. und® Dhr. Sätnll. Plätze sind numeriert. :■''v,;::', V'-V/' Das neue Spieljahr beginnt am Sonntag, den 31. August 1913. Die Vorstellungen im Deutschen Theater beginnen um Z'/a Uhr, in den übrigen Theatern um 3 Uhr. Vorläufiges Repertoir der Abendvorstellungen im Neuen Volkstheater Stavenhagen. üludder Jlews. Beer-Hofmann. Graf Charolals. Anzengruber. Der ledige Hof. Sigurjonsson. Itcrg Eyvind und sein Weib. Dreyer... Die Siebzehnjährigen. Brennert... Der Kalscrjäger. Strindberg.. Rausch. Hauptmann.. Hlchael Kramer. Eulenberg.. Ein halber Held. Björnson... Wenn der Junge Wein bläht. Beginn der Abendvorstcllnngen an Sonn- und Feiertagen 8 Uhr, wochentags 81/. Ehr. Keue Mitglieder können in folgenden Zahlstellen angemeldet werden Einschreibegeld 90 Pf., Monatsbeitrag 1,10 M. sowohl für die Nachmittags-, gemischten wie Abend-Abt. N 1. Emst Beyer. Zigarrenhandlung, Veteranenstr. 11. 2. H. Koloff, Zigarrenhandlung, Wörther Str. 31. 3. A. Charlet, Zigarrenhandlung, Ackerstr. 154. 4. Paul Mazankc, Zigarrenhandlung, Pankstr. 24. 5. H. Vogel T, Zigarrenhandlung, Lortzingstr. 37. 6. C. Opitz. Zigarronhandlnng, Lynarstr. 2. 7. J. v. d. Beeck, Zigarrenhandlung, MüUerstr. 60. 8. A. Tietz, Zigarrenhandlung, Invalidenstr. 124(Stettiner Bahnhof). 37. Kriedemann, Zigarrenhandlung, Stargarder Str. 74. 45. A. Hensel, Zigarrenhandlung, Gartenstr. 71. NO 9. H. Kraft, Zigarrenhandlung, Woberstr. 24a. 10. J. Reul, Zigarrenhandlung, Barnimstr. 42. 55. M. Herforth, Zigarrenhandlung, Lippehner Str. 15. 0 12. C. Vogel II, Zigarrenhandlung, Koppenstr. 82. 13. Herrn. Dunst, Zigarrenhandlung, Cadiner Str. 15. 35. Karl Dahn I, Zigarrenhandlung, Petersburger Str. 34. 61. F. Boldt, Zigarrenhandlung, Warschauer Str. 62. 49. Gerhardt, Zigarrenhandlung, Stralauer Allee 23. SO 11. P. Horsch, Zigarrenhandlung, Engelui'er 15(Gewerkschaftshaus). i 15. B. Böttger I, Zigarrenhandlung, Skalitzer Str. 107. 16. Friedrich, Zigarrenhandlung, Mariannenstr. 5. 17. Neithardt, Restaurant, Görhtzer Straße 58. 18. Karl Scholz, Glaserei, Wrangelstr. 110. 52. Paul Ihm, Zigarrenhandlung, Wrangelstr. 58. S" SV! 36. Rud. Daehn II, Zigarronhandlg., Hagelberger Str. 27. 22. Herrn. Kraatz, Restaurant, Kochstr. 39. 23. O. Schroeter, Restaurant, Markgrafenstr. 102. 25. A. Böttger II, Zigarrenhandlung, Zossener Str. 30. C 14. R. Thiele, Zigarrenbandl., An der Stralauer Brücke 4. 29. Herrn. Hönow, Zigarrenhdl., Neue Schönhauser Str. 18, 30. K. Latschinske, Zigarrenhandlung, Auguststr. 49. 31. G. Weihnacht, Restaurant, Gtünstr. 21. 63. Kaufhaus Hahn Theaterkasse, Alexanderplatz. W 26. Wiemers, Restaurant, Bülowstr. 58. 27. Emil Sperlich, Zigarrenhandlung, Barbarossastr. 64. 60. Gust. Möller, Konfitüren, Motzstr. 73. NW(Moabit) 24. Voigt, Zigarrenbandl., Charitestr. 3. 23. Karl Göbel, Restaurant, Putlitzstr. 10. 47. C. Märker, Zigarrenhandlung, Turmstr. 52. Mcakttlln: 32. Kramer, Restaurant, Zietenstr. 69. 42. Max Zirkel, Zigarronladen, Fuldastr. 55(Tdealpassage). 62. Karl Hagedorn, Zigarrenladen, Maroscnstr. 15. 64. W. Conrad, Zigarrenhandlung, Hermanns tr. 50. Hrit»: 48. A. Mittag, Zigarrenhandlung, Chausseestr. 82. Charlottenburf;: 33. F. Schmidt, Zigarrenhandlung, Wilmersdorfer Str. 130. 56. A. Wilk, Zigarrenhandlung, Kirchstr. 30. Wilmersdorf: 38. E. Meyer II, Konfitürenhandlung, Uhlandstr. 97. Tempelhof: 39, Th, Richter, Zigarrenhandlung, Borussiastr. 8. Obcr-8chäncwelde: 40. H. Knappe, Restaurant, Westendstr. 22. Tegel: 41. Johann Lauer, Zigarrenhandlung, Berliner Str. 92. Weißensee: 43. Paul Schillert, Zigarrenladen, Berliner Allee 253. Knmmelsbnrg: 44. Max Braun, Zigarrenhandlung, Lenbachstr. 22. Pankow: 46. Janike, Zigarrenhandlung, Mühlens tr. 38. Kaumschnlcnweg: 50. Bommel, Zigarrenhandlung, Kiefnolzstr. 186. Friedenau: 51. E. Thamm, Zigarrenladen, Kirchstr. 12. Heinlckcndorf: 53. O. Brückner, Restaurant, Provinzstr. 82. Friedrichshagen: 54. Franke(Konsumgenossenschaft), Djaohholzstr. 2. Eankwltz-Elchterfelde: 57. P. Dehnst, Zigarrenhandlung, Seydlitzstr. 6. Adlershof: 58. A. Beck(Konsumgenossenschaft), Bismarckstr. 11. Frledrichsfeldc-Llchtenberg: 59. Münniot».(Konsumgenossenschaft), Caprivi-AUee 44. 65. Artur Stein, Zigarrenladen, Frankfurter Chaussee 45. Schwarzer Adler, Lichtenberg j; Frankfurter Chaussee 5, am Ringbahnhof Frankfurter Allee. Haben Sie schon das erstklassige Augusiprogramtn im Schwarzen Adler gesehen? Schloß Weißensee Heute Sonntag: Großes SlUe-Konzert ausgef. v. Itadetskl-Orchester, Dir. W. V. Leeb aus Wien. Außerdem: Gr. Land- n. Wasserfencrwerk. i zum Schluß: Die Beschießung von Ädrianopei. 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Anfang 6 Uhr. Berliner Praler-Theater 7—9 Kastanien.Allee 7�-9. gr Täglich: im Das Bummelmädcheu Gr. Ausstatwngsp. in 4 Akt. v. M.Heye Musik von Hirsch und Schleyer. Erstklass. Spezialitäten, Konzert. Ansang 4Va Uhr. Eintritt 30 Pf. . Admiralspalast Elnz. Eispalast der Welt mit prunkvollen Eisballetten. Angenehm kühler AufenthalL Allabendlich Flirt- in St. Moritz. Wiederauftr der kleinen Charlotte. Beginn d. Vorstellung V,9 Uhr. Bis 6 Uhr und von KP/j Uhr halbe Kassenpreise. < Schweizer Garten> Am Friedrichshain 29/32. Täglich: Theater und Spezialitäten. Jeden Mittwoch: Kinderfreudenfest. Ansang: Sonntags 4 Uhr, Wochentags SV, Uhr. ! Heue Veit s >. Scholz. Hasenheide 108-114' Heute Sonntag, den 17. August: Gr. Doppelkonzert und Vorstellung (vollständig neues Programm) Anf. 4 Uhr. Entree 35 Pf. Im Riesen-Festsaal; Großer Bali. EEysiym, Täglich z Konzert, Spezialitäten, Sali. Familienkaffeekocheit V,Ltr.4V Pf. Ansang SV, Uhr. Entree 10 Ps. Vereine: Sonnabende i. 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Oranienburg« Chausseestr. 16. 11 Abt � Dkmulenburger Festsälc, slraße 9. i± Tlit• Moabiter Gesellschaftshans, lt. Alll.. Wiclesstr. 24. Klif• Patzcnhofer Brauerei, Turm- Aol.. straßc 25. 16. Abt.: Junke» Triftstr. 63. t7 UM- Feibels Fcftsäle, Kolbergcr l l. AlN.. Straße 23. 18. Abt.: Franke, Badstr. 19. 19. Abt.: Schmidt, Prinzen-Allee 33. W.Abt.: Ewald, Schulstr. 29. 31. Abt.: Pharus-Säle, Müllerstr. 142. 33. Abt.: Sachon, Müllerstr. 136. f- .-v.•-.-W � •>:-..v:■..;■ Heute Sonntag, 17. August 1913 mittags 12 Uhr: Gedächtnisfeier für unseren 129/12 Tagesordnung: 1. Vortrag. 3. Stellungnahme zur Kreis-Generalversammlung am 36. August 1913 und den vorliegenden Anträgen zum Parteitag in Jena. a) Antrag des Bezirkes 745a: Ter Wahlrechtskampf in Preusten und seine Taktik. b) Antrag des Bezirkes 745a betreffend: Neueinteilung der Wahlkreise. e) Antrag des Bezirkes 785 betreffend: Ablieferung des Tagesverdienstes am t. Mai. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Borstand. August Bebel. Die Parteigenossen versammeln sich in folgenden Lokalen: Berlin. Haberlands Festsäle, Neue Friedrichstraße 35. Viktoria-Brauerei, Lützowstraße 111/112. Happoldts Brauerei, Hasenheide 52/53. Qe werkschaftshaus, Engelufer 15. Konzert- und Festsäle, Koppenstraße 29. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23. Musikersäle, Kaiser-Wilhelm-Str. 18m. Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11. Qermania-Prachtsäle, Chausseestraße 110. Moabiter Gesellschaftsbaus, Wiclefstraße 24. FSeukdlln. Neue Weit, Hasenheide, großer Saal. Charlottenburg. Volkshaus, Rosinenstraße 3. Schöneberg. Neue Rathaussäle, Meininger Str. 8. Lichtenberg. Schwarzer Adler, Fraukf. Chaussee 5. Pankow. Zum Kurfürsten, Berliner Straße 102. Weißensee. Schloß Weißensee. Spandan. Brauerei Pichelsdorf. Folgende Genossinnen und Genossen werden die Gedenkreden halten: Ed. Bernstein, Davidsohn, Däumig, Dittmer, Eichhorn, Grunwald, Haenisch, Manasse, Paetzel, Pieck, Poetzsch, Kurt Rosenfeld, Frau Ruhen, Adolf Schulz, Südekum, Emanuel Wurm, Mathilde Wurm. Veri/z Uhr, bei Boeker, Weberstratze 17: Mitglieder-Versammlnng des Frankfurter Viertels. Tagesordnung: i. Vortrag des Genossen l'nill£ichhorn über: „Der politische Massenstreik". 2. Diskussion. = Mitgliedsbuch legitimiert.■■ *_ Ple Vlertelalcitnng. ttr IVaiilvcrein Cliiirlotleiibiirg'. Dienstag, den 19. Angnst 1913, abends 8V2 Ahr, im Volkshause, Rosinenstrafte 3: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag: Masseneitrelk und Parteitag. 2. Dis kussion. 3. Bericht über die Wahlmänner, welche bei der LandtagSwahl nicht gewählt haben. 4. Wahl eines Revisors, ö. Vercinsangelegenhciten. 6. Verschiedenes. Per Verstand. I. A.: Frit? Schäfer. Dittr noMter-Ml Verwaltung Uerlin. Donnerstag, den 21. August, abends 8 Uhr, im Gelverkschaftshaus,'Engelufer 13: General-Ker sammlung. Tagesordnung: t. Bericht der Ortsverwaltung und Kassenbericht. 2. Ersatzwahlen zur OrtSverwaltung und der Angestellten. 3. Neuwahl eines Angestellten. 4. Anträge._ mascbinenarbeUer. Bezirks-Tcrfammlungcns Für Neukölln, Britz u. Treptow: Montag, den 18. August, abends 3'/, Uhr, bei Gütig, Neukölln, Erkstr. 8. Für Süd-Osten: Dienstag, den 19. August, abends 9 Uhr, im Reichen- berger Hof, Reichenbergcr Str. 117. Tagesordnung in beiden Versammlungen: l. Unsere Lohnftattstik. 2. Branchenangelegenheiten._ mW. Laden- u. Kontortischler Montag, den 18. August, abends 9 Uhr: Bvaneben- Versammlung im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Nitschke über»Soziales Empfinden nnd Handeln«. Branchen- und Verbandsangelegenheiten. Akusibinstrumentenarbetter Dienstag, den 19. August, abends 8 Uhr, im Lokal „Südost", Waldemarstr. 73: Versammlung L der Nettranenstente nnd Genkrntnkrftmmlnngs-Deltgierten. Tagesordnung: 1. Bericht der Obleute. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Branchen- angelegenheiten._ Kisten- und Hoffermaeber. Dienstag, den 19. August, abends 8 Uhr: Sran eben-Versammlung in den Andrea s-Festsälen, Andreasstr. 21. Tagesordnung: l.»Die EntWickelung der Gewerkschaften«. Referent: Kollege ermann Jaeck. 2. Bericht der Branchenleitung. 3. Branchenangelegen- etten. Die Kollegen werden ersucht, auch ihre Frauen mitzubringen. Sehirmnäberbmen. Mittwoch, den 20. August, abends 8 Uhr» bei Knörig. an der Stralauer Brücke 3: Mitglieder»Versammlung. — Mitgliedsbuch legitimiert.>, Achtung! Ansetser. Achtung! Dienstag, den 19. August, abends 8� Uhr: Sran eben»Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engclufer 13, Saal 3. Tagesordnung: 1. Wahl deS Obmanns. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 87/12 PI« Ort* Verwaltung. Einer der feinsten LlkÖTC ist eine gnte [125/60 Chartreuse. Jedermann kann sich solche mit leichter Mühe selbst herstellen und weil! dann, was er hat. Chartreuse-Gewörze für 6 Flasch. nebst Gebranchsanweis. versendet sofort franko gegen Einsendung von M. 1.30, für 12 Flaschen nur M. 2.30. E. Beck, Postfach 3, Ebingen 5 liviirttemdx.). Vemattultgssteiie Kerlm. c 54, Fimenstr. 83—85 Telephon: Amt Norden 185, 123S, 1987, 9714. Montag, den 18. August 1913: Bezirks- Versammlungen für die getarnte Uerwaltungsttelle Berlin in folgenden Lokalen: NOrdöNI Pharussaie, Müllerstr. 142, abends 8'/, Uhr. Norden' 8Vbiul0S I'cst8ttIe' Schwedter Strafte 23, abends Norden: Frankes Fest.äle, Badstr. 19, abends 8'/, Uhr. Moabit I Praektsttle Xordn est, Wiclefstr. 24, abends 8'/, Uhr. Chariottenburi}: Volkshaus, Rosmenstr. 3, abends 81/, Uhr. Tßfel* Uestaurant PUllcr, Berliner Strafte 84, abends Westen md SehSneberg: OSteQ I Comenlussille, Memeler Str. 67, abends 8»/, Uhr. Liehtenberg: Ä8""1 K,,rkow'bI' � Stralau-Rummelsburg: Weiilensee: �eukert, Berliner Zlllee 251, abends 5'/, Uhr. �NNonbovipIto' Gerverkseliaktskaus, Engelnfcr 15, aUllUlllCllll RC. Saal 4. abends 8-/, Uhr. Neukölln* tza�,,clls Pestsale, Hermannstr. 48/49, abends Steglitz*-c�Ubase8 �«»tsnie, Ahornstrafte 15a, abends Caf6 Bellevae, Hauptstraße 3, abends 81/, Ifhr. Liehmann, Köpenick u. Frledrielisliagen: Sf/iÄ-w,».«. abends 81/, Uhr. Obersehöneweide, Niedersehöneweide, Johannis- Ibal u. ümg.:«"�"-<«.»»0�., Spandau: SfÄÄI>®nnenbers'*id,eldbottet®tr' 5' Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Stkliungnohme zur ordentlicheil Gentraloersammlung. 3. Kkricht vom außerordeutlichell Uerbaudstag. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Pmiktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet. 123/19 KM«, Ortsverwaltnng. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Mittwoch, den 20. August, abends 91/, Uhr: Mitglied er-Versammlung bei WVllke, Tebastianftrafte 39. Tagesordnung: 1. Vorteile und Nachteile der Tarisvertrage. 2. Sektionsangelegen» heiten. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. i Mitgliedsbuch legitimiert. i Sektion der Patentsteinwände. Mittwoch, den 20. August, abends 8'/, Uhr, \ ersammlnng/ bei Wllke, Srbastianstrafte 39, fleiner Saal. Tagesordnung: 1. Das Berhalte« der Arbeitgeber zu den gestellten Forde. ruugen. 2. Beschlußfassung über die weiteren Maßnahmen. JMr* Zu dieser Versammlung ist das Erscheinen sämllicher Mitglieder notwendig. --------- Mitgliedsbuch legitimiert.■ 144/13* Per Vorstand. Verband der Sehneider. Filiale Berlin.■ S-baftianstr. 37/38, Ou. III._ Telephon Amt Moritzplatz 9737. dssiüHsi Panitnkoitfrktion! Achtung' Montag, den 18. August 1913, abends 7 Uhr: Versammlung für alle in den ZeotrumSgeschäften beschäftigten Kolleginnen und Kollegen bei F. LVlIke, Sebastianftrafte 39. Tagesordnung: 1. Die Situation in der Branche. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kolleginnen und Kollegen l In dieser Versammlung darf niemand fehlem Jeder hat sür einen guten Besuch Sorge zu tragen. Wediling! Achtung Montag, den 18. August 1913, abends S1/. Uhr allgemeine Bezirksversammlung im Wrddingcr Gcsellschaftöhaus, Pascwalker Strafte 3. Tagesordnung: 164/12 1. Was mutz man von der RetchsvcrficherungSordnung wissen? 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. Kolleginnen und Kollegen I Da am 1. Januar 1914 eine Aenderung in der Krankenverstcherung eintritt, ist es unbedingt notwendig, daß niemand in der Versammlung sehlt l Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. �cbtiinx! Öiiolft nnd ÄkMi! Achtung! Montag, de« 18. August 1913, abends 8'/, Uhr: veriammiung für Bügler und Stepper bei Olbiitcr, Usedomstrafte 33. Tagesordnung: 1. WaS lehrt uns die jetzige Saison? 2. DiSlusfion. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollege« erwartet Die Kommission. Eine 274/12 außerordentliche General-Versammlung der Orts-Krankenkaffe für den Gtmrbkbttritb derKauAeute Haudelslente«. Apetheher zu Skllin findet statt am Mittwoch, den 27. August d. I., abends 8 Uhr, im obere« Saale des Berliner Klubhauses, Ohmstrafte 2. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung wegen Vereint gung unserer Kasse mit der Allge- meinen Ortslrankenkasse. 2. Anpassung des PensionZregu- lativs an den Erlaß des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 2. Juni 1913. 3. Abschluß von Verträgen. Der Vorstand. Rlcdarii Nürnberg, Jonas Stahl, Borfitzender. Schriftführer. Allgemeine Orts- Krankenkasse zu Berlin. Am Montag, den 25. August 1913, abends 8 Uhr, findet im Marine- haus, Brandenburger User 1, eine Außerordentliche Generalversammlung statt, zu der die sür 1912—13 ge- wählten Vertreter hiermit ergebenst eingeladen werden. 274/13 Tagesordnung: 1. Bericht de« Vorstandes über die Vereinigung mit den m Frage kommenden OrtSkranlenkaffen. 2. Beratung und Beschlußfassung über«inen neuen Aerztevcrtrag. Berlin, den 17. August 1913. Per Vorstand. W i l h e l m P i e h l, Vorsitzender. (3ardln«i»haii« Bernhard Schwärt* »rstklasstg«»ezugSquell« für Gardinen Fortleren Teppiche «tofje Posten unter Preis! Berlin, Wallatr. IS Splndlerabof Freunden und Bekannten zur gefl. Kenntnis, daß ich das A Uen 74 ge Restaurant LYerbandshaus des Deutsch. Hoizarbeiterverbandes Rnngestraße SO übernommen habe.— Für gute Speisen und Getränke werde ich stets Sorge tragen. Heinrich Greive. 1532L Früher Eomintener Str. 2. sind Sie, wenn Sie sich vor Gründung od. bei Streitigkeiten InÄm��an den Spezialisten Dr. jr. Lorenz. Berlin 20 Oltscbioer Str. 106 wend. Tel.: Mpl. 951«. Billige Zigarren nnr I. Qnalltlit!-Mg 5 Pf.-Zigarre M. 4,20 pr. Hundert 6... 5, ,9. 7... 5.90. 8... 6,70.. 10... 8,-, Bei Abnahme von 39» Stück franko. Ein Versuch sührt zu ständiger Kund- chast. Bruno Botl» Heldenan- Presden. Wald-u.Landparzellen Wer solche billm erwerben will, III besichtige zuerH daS neu er- III schioffene Gelände der Kolonie Neu-nöbenli direkt an der Heerstraße und am Bahnh.Dallgow-Döberitz, 12MW. Fahrz. o. Spandau, vorzügl.Lage, guter Boden. Große Zukunst. tleußcrst günstige Bedingungen, kleine Anz., geringe jährl.Teilzah- lung. 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Kreis. « C W • W # W jgßmee«**«KsssssA £/ � Unserm Genossen Fritz Belger � zu seinem 60. Geburtstage V ein dreifaches„Frei Heil"! Die Altersriege der 7. Männer- Abteilung„Fichte". Unserem Kollegen und Genossen» Karl Standtke zu seinem 56. Wiegcnseste ein' dreifach donnerndes Hoch, k Die Kollegen vom Konsumbau. I Deutsch. Arbeiter-SteßDgraleB�larteti Arends— Roller. Unterzeichnete Verbände machen hier- mit auf die lediglich für die Arbeiter- schalt mBetracht lommcndcii vokalschrei- binden Stenographie- Systeme aufmerksam und nehmen Anmeldungen zu neuen Kursen entgegen. 288/29« Richard Wolf, Pankow, Rordbahnstr. 3. Am 1. Sept. erscheint Nr. 1 der Lichtstrahlen. Monatliches Bildungsorgan sür denkende Arbeiter. Herausgegeben von .Julmn Borchardt. Preis 10 Pf. pro Heft. Zu haben bei allen Straßen- Händlern. 15172 H�rn"5 und Frauenleiden— Ehrlich- Hata. Blutuntersuchung. Schnelle, sichere Heilung. Mäßige Preise.* Pr. med. Wockenfuß, Fried rieh str. 125(Oranienb. Tor) 8— 9, 12— 2, 6— 8. 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Der Plan der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft, den Stadtteil Gesundbrunnen mit der Stadt Neukölln durch eine Schnellbahn zu verbinden, hat, wie wir hören, jetzt die Zustim- mung aller Aufsichtsbehörden gesunden, so daß demnächst das Planseststellungsverfahren in die Wege geleitet werden kann. Es hat genau sechs Jahre gedauert, bis die sogenannte„Genehmi- gungs-Verfügung" erlassen werden konnte. Nachdem die A. E. G. schon im Jahre 1891 ein Schnellbahn- Projekt aufgestellt hatte, reichte sie im August 1997 den Plan einer Hoch- und Untergrundbahn vom Gesundbrunnen nach dem Her mannplatz in Neukölln ein. In städtischen Kreisen wünschte man, daß ein grösserer Teil der Sirecke, als vorgesehen war, als Unter- grundbahn gebaut werde. Dies führte zu einer Abänderung des ersten Entwurfes, der wieder lange Verhandlungen erforderte, einerseits, weil man die Schnellbahn der A. E. G. mit der städti- scherseits geplanten Linie Moabit— Neukölln im Süden zusammen- legen wollte, andererseits weil wegen der Hochbahnstrecke im Nor- den noch allerlei Bedenken zu zerstreuen waren. Am 9. März 1911 kam dann die Angelegenheit in der Berliner Stadtverord- netenversammlung zur Sprache, die sich nach Beendigung der Aus schutzberatungen am 21. September desselben Jahres nochmals mit dem neuen Plane zu beschäftigen hatte. Aber erst am 13. Januar vorigen Jahres faßten die Stadtverordneten einen Beschluß, der dahin ging, die Bahn nördlich bis zum Humboldt- Hain als Hochbahn und die übrige Strecke als Untergrundbahn ausführen zu lassen und wegen der dadurch entstehenden Mehr kosten der Gesellschaft einen Zuschuß von 5,9 Millionen Mars zu gewähren. Der bezügliche Vertrag wurde am 1. Februar d. I. von den Stadtverordneten gutgeheißen. Nunmehr begannen die Verhandlungen mit den Aufsichtsbehörden, welche neue Anforde rungen im öffentlichen Verkehrsinteresse stellten. Nach Ueber Windung so vieler Schwierigkeiten ist jetzt endlich die staatliche Genehmigung erteilt worden, deren Ausbleiben über den 18. d. M. hinaus der Stadtgemeinde ein Rücktrittsrecht(nach§ 6 des Veo träges) eingeräumt haben würde. Nach dem jetzt genehmigten Plane wird die 9,32 Kilometer lange A. E. G.-Bahn 14 Haltestellen erhalten, zu denen eventuell noch als 15. die Haltestelle Stralauer Straße, Ecke Neue Friedrich- straße, kommen wird. Die nördliche Hochbahnstrecke soll eine Länge von nur 1,57 Kilometer habem Die Bahn, deren Baukosten auf mehr als 99 Millionen Mark veranschlagt sind, wird berufen sein, jährlich etwa 99 Millionen Menschen zu befördern; sie wird nur eine Klasse führen und ihre Passagiere im Drei- bzw. Sechs- Minuten-Betriebe für 19 Pf. bis zur vierten, für 15 Pf. bis zur achten Haltestelle befördern. Eine Fahrt über die ganze Strecke soll 29 Pf.(im Frühverkehr die Rückfahrkarte 15 Pf.) kosten. Schließlich sei noch bemerkt, daß mit der Genehmigung der A. E. G.-Bahn zugleich die Ablehnung der Schwebebahn Gesund brunnen— Rixdorf indirekt ausgesprochen sein dürfte. Partei-�lngelegendeiten. Genossinnen und Genossen Grosi-Berlins! Heute Sonntag, den 17. August, mittags 12 Uhr, finden in 16 Sälen Groß-Berlins Gedächtnisfeiern für unseren August Bebel statt. Das Nähere ist aus dem Inserat in der heutigen Numnier ersichtlich. Verband der sozialdemokratische» Wahlvereine Grost-Berlius Eine grosse Volksversammlung findet am Freitag, den 22. August, abends 8 Uhr, in der „Neuen Welt", Hasenheide 108/14, statt. Genossin Klara Zetkin-Stuttgart spricht über das Thema: Gegen den Gebär st reik. Die Berliner Frauen sind zu dieser Versammlung be- sonders eingeladen. Fünfter Kreis, Abt. 1a. Am Dienstag, den 19. August, findet in den„Unionsfestsälen", Greifswalder Straße 222, eine Ab- teilungsversammlung statt. Vortrag des Genossen Wilhelm Pieck über„Parteitag und Massenstreik". Fünfter Kreis, Abt. Ib. Am Dienstag, den 19. August, 81h Uhr, findet im„Prälaten", Lehderstr. 122, Ecke Berliner Allee, eine Abteilungsvcrsammlung statt. Da«ine wichtige Tagesordnung zu erledigen ist, wollen die Genossen vollzählig und pünktlich er- scheinen. Friedenau. Am Mittwoch, den 29. August, abends 81h Uhr, im kleinen Saale des Kaiser-Wilhelm-Garten, Rheinstr. 64: Mit- gliedervcrsammlung. Vortrag des Genossen Pieck über:„Aufgaben des Parteitages". Nicderschöncweidc. Mittwoch, den 29. August, abends 81h Uhr, Versammlung des Wahlvereins im Restaurant Waldhaus, Berliner Straße. Tagesordnung: u. a.„Der politische Massenstreik", Re- ferent Fritz Zubeil. Köpenick. Am Montag, den 18. d. M., abends 81h Uhr, findet die Generalversammlung"des Vereins„Arbeitcrjugendhcim" im Stadttheater statt. Der wichtigen Tagesordnung halber ist das Er- scheinen aller Mitglieder dringend notwendig. Am Montag, den 18. d. M., erfolgt die Wiedereröffnung der Bibliothek beim Genossen E. Wißler, Kietzer Straße 6. Der erste, zirka 129 Bände enthaltende Nachtrag ist dortselbst in Empfang zu nehmen. Stralau. Die Genossen treffen sich heute vormittal 11 Uhr in den Bezirkslokalen und gehen dann gemeinschaftlich nach Lichtenberg zur Gedächtnisfeier im Lokal„Schwarzer Adler", Frankfurter Chaussee 5. Rosenthal. Dienstag, den 19. August, pünktlich 81h Uhr, im Lokale von Gust. Milbrodt, Walderseestr. 5: Mitgliederversamm- lung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder; 2. Bericht von der Verbandsgeneralversammlung; 3. Bericht von der Kreis- generalversammlung; 4. Partciangelegenheiten. Rrinickendorf-West. Treffpunkt der Genossen zur Teilnahme än der Bebel-GedächtniSfoier heute vormittag 191h Uhr im Lokal von Schulz, Scharnweberstr. 22. Dienstag, den 19. August, abends 81h Uhr: Mitgliederver- sammlung im Lokal von Gördcs, Eichhorn. Ecke Waldstraße. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder; 2. Bericht von der Ber- bands-Generalversammlung; 3. Bericht von der Kreis-Generalvcr- sammlung; 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Französisch-Buchholz. Die Parteigenossen, welche an der Bebel. MedächtniSfeiex teilnehmen, versammeln sich bis 11 Uhr bei Kähne, Berliner Straße 39. Von hier gemeinsame Fahrt nach Pankow, „Zum Kurfürsten", Berliner Straße 192. Borsigwalde-Wittenau. Dienstag, den 19. August, abends 81h Uhr, in den„Borsigwalder Festsälen": Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder; 2. Bericht von der Verbands-Generalversammlung; 3. Bericht von der Kreis-Generalversammlung; 4. Verschiedenes. Lerlmer I�acbncKteti. Skizzen aus der Stadtbahn. Ich kehrte aus einem westlichen Vorort Berlins zurück und saß bis zur Station Grunewald allein in einem Abteil dritter Klasse. Dort stieg ein Mann ein, der sich müde auf die Holzbank niederließ. Er mochte in�den vierziger Jahren stehen und trug Gummikragen und Schlips, dem Aeußeren nach schien er Bauarbeiter zu sein. Das Gesicht hatte die Farbe von dunkelgebeiztem Eichenholz und über die braunen schwieligen Hände, die untätig auf den Knien lagen, zogen sich dicke Adern wie wildverworrenes Wurzelgeflecht hin. Mit sichtlichem Behagen kostete mein Gefährte die wohlige Ruhe des Feierabends in leisem Hindämmern, so ganz in sich versunken lehnte er in der Ecke und blickte ausdruckslos zur Decke empor. Der Zug brauste an hohen Kiefern vorbei, die der Abend- wind schüttelte und an den Fensterscheiben troff der heftig einsetzende Gewitterregen nieder. Unter uns ratterten die Räder ihren wilden Rhythmus. Auf Station Eichkamp war niemand zu uns eingestiegen. Mein Nachbar hatte ein zerknittertes Zeitungsblatt aus der Innentasche seines Rockes gezogen und entfaltete es mit un- gelenken Fingern. Seine Augen hafteten sich am Leitartikel fest, ich konnte sehen, wie sie mühsam Zeile für Zeile zu ent- wirren suchten. Es fiel ihnen schwer, und sie kämpften einen hartnäckigen Kampf mit den Lidern, die immer wieder herab- zusinken drohten. Zuletzt siegte der Schlaf und bald zeugten tiefe Atemzüge, daß eine neunstündige Tätigkeit auf dem Bau ein sicher wirkendes Mittel gegen Schlaflosigkeit ist. In Charlottenburg wurden wir unserer drei Insassen. Der Hinzugekommene war noch jung und mußte wohl eben- falls aus der Baubranche sein. Er ivarf einen Sack mit Werk- zeug in das Gepäcknetz und setzte sich seinem schlafenden Kol- legen gegenüber. Einige Sekunden sah er prüfend in dessen Gesicht, dann stieß er ihn an: „He, Justav, wo kommste denn her." Der Angerufene ermunterte sich nur schwer. Er blickte schlaftrunken uin sich, dann bückte er sich und hob das zu Boden geglittene Zeitungsblatt auf. Erst jetzt wandte er sich seinem Gegenüber zu. „Ach so, Du bist es!" lachte er und reichte dem Jüngeren die Hand. „Jawoll, ick bins," sagte dieser,„Hab Schicht jemacht, die andern ooch. Haben drüben"— er zeigte mit der Hand über die Dächer hin, in unbestimmte Weiten—„jearbeet't, waren schon bis zum Trempel fertig. Na, und jetzt is Zappen duster, so'ne Schwindelbande! Du wcest ja, Justav—"— er machte die Bewegung des Geldzählens.— „Ja, ja," der mit Gustav Angeredete nickte:„da is schon besser, man haut ab, sonst kann man nach seinem Lohn in'n Mond kieken"--- „Wat machst Tu denn jetzt?" fragte der Jüngere. „Icke. Na ick bin bei Nickelmann, den kennst Du ja ooch, wir führen da in Jrunewald'ne Villa uff." „In Jrunewald?" „Ja, ick arbeete schon det zweete Jahr da draußen in de Kolonie." Der Frager streifte mit einem langen Blick den Sprecher und es klang fast wie Neid, als er endlich rief: „Mensch, hast Du Schwein!"--- Da zog vor meinem Geiste unwillkürlich die Kolonie vor- über, niit ihren entzückenden Schmuckkästchen zwischen dunklen Tannen und lichten, schlanken Birken, wo Rosen blühen und Blumen leuchten und gelbe Kieswege durch sattgrüne Rasen- flächen führen: wo auf kräuselnden Seen Weiße Schwäne gravitätisch ihres Weges ziehen und in den Büschen die Vögel konzertieren und wo im übrigen Ruhe herrscht, eine süße, köstliche, wohlige Ruhe! An all das dachte ich, und auch an die Menschen, die darinnen leben, die Tennis spielen und reiten und im leichten Boot sich schaukeln lassen und in luftigen Pavillons auf reizenden Peddigrohrstühlen sitzen und plaudern und Kaffee trinken und denen jeder Tag Feiertag ist. Mehrung der Not. Wenn die Arbeitslosigkeit zunimmt, steigert sich sehr bald auch die Inanspruchnahme der Armenpflege. In Berlin haben wir immer wieder diese Beobachtung gemacht, so oft durch eine Wirtschaftskrise die Erwerbsmöglichkeit eingeschränkt wurde. Gewiß ist es unter den brotlos gewordenen Arbeitern und Arbeite- rinnen nur eine Minderheit, die sich dazu entschließen kann, in der Not schließlich zum Armenvorsteher zu gehen. Aber in Zeiten, wo die Schar der auss Pflaster Geworfenen wächst und unaufhaltsam anschwillt, gewinnt auch jene Minderheit mehr und mehr an Be» deutung fnr den Umfang der Armenpflege. Besonders die allein- stehenden Frauen müssen, wenn sie ihr bißchen Erwerbsgelegenheit einbüßen, sehr bald den Armenvorsteher um Hilfe bitten. Anzeichen dafür, daß die Berliner Armenpflege eine beträchtliche Mehrung der Hilfesuchenden zu erwarten hat und sich wieder auf eine Periode schlimmen Notstandes einrichten muß, sind bereits vorhanden. Das neue Etatsjahr 1913, das am 1. April begann, hat schon im ersten Quartal eine recht merkliche Steigerung der Untcrstützungsziffcrn gebracht. In den drei Monaten April, Mai, Juni dieses Jahres wurden mit monatlichen Almosen laufend unierstützt 85 851, 35 749, 35 998 Per- sonen, im Durchschnitt pro Monat 35 833 Personen, während man in denselben drei Monaten deS vorigen Jahres 35 415, 35 383, 35 441, im Durchschnitt 35 413 Unterstützte dieser Art zählte. Ein kleines Plus zeigt sich auch bei der Zahl der Unterstützungen mit Pflegegeld, die an Witwen für ihre Kinder gezahlt werden. In den Monaten April, Mai, Juni wurden sie gezahlt in diesem Jahr für 12 696, 12 759, 12 924, durchschnittlich 12 799 Kinder, im vorigen Jahr für 12 693. 12 797. 12 897, durchschnittlich 12 756 Kinder. DaS Auf- sälligste ist die sehr bedeutende Mehrung derjenigen Personen, denen nur einmalige Unterstützungen gewährt wurden. Hier handelt es sich meist um einen plötzlich eingetretenen Notstand, um eine Be- dürftigkeit, die zunächst als vorübergehend angesehen wird. In Zeiten der Arbeitslosigkeit mehren sich besonders die einmaligen Unterstützungen. Für April, Mai, Juni d. I. wurden gezählt: 8847, 8541, 8273, durchschnittlich 8554 Personen mit einmaliger Unterstützung, während in denselben Monaten des vorigen Jahres nur 7641, 6867, 6919, durchschnittlich 7139 Personen so unterstützt wurden. Die Erhöhung der Durchschnittszahl von 7139 im vorigen Jahr auf 8554 in diesem Jahr ergibt ein Plus von 1415, das sind nahezu 29 Proz. Man kann diese rapide Aufwärtsbewegung wohl nicht ander? als aus einer Steigerung der Not erklären. Daß die Organe der Berliner Armenpflege ohne triftigen Grund um so viel frei- gebiger geworden wären, möchten wir nicht glauben. Eher macht in Notstandszeiten sich bei ihnen unwillkürlich eine gewisse Neigung geltend, gegenüber dem wachsenden Ansturm von Hilfesuchenden den Begriff der Hilfsbedürftigkeit noch enger als sonst zu umgrenzen. Vielleicht werden schon die nächsten Monate eine so außerordentliche Zunahme der Arbeitslosigkeit bringen, daß im Kampf gegen die Not auch die weitherzigste Armenpflege nur wenig ausrichten könnte. Was will gegenüber dem Schrei nach Arbeit die herrschende Klasse tun?_ An die arbeitende Jugend Gross-Berlins! Der diesjährige Massenausflug der Berliner Arbeiterjugend findet am heutigen Sonntag, den 17. August nach dem„Muggelschlößchen" am Müggelsee statt. Er soll zu einer imposanten Kundgebung der Jugend werden. Da heißt es, überall, in den Werkstätten, unter Freunden und Freundinnen, für diese Ver- anstaltung agitieren! Auch der letzte Jugendliche muß an diesem Tage herangeholt werden! Die Jungdeutschlandbündler, Pfadfinder und wie sie alle heißen mögen, können sich nicht genug tun in Kriegsspielereien, in Klimbim und übertriebener Sportfexerei. Demgegenüber gilt es zu zeigen, von welch idealem, brüderlichem Geiste die arbeitende Jugend be- seelt ist. Darum sei die Losung: Auf zum M a s s e n a u s f l« g der arbeitenden Jugend Groß-Berlins! Es lebe die freie Jugendbewegung! Hoch die Solidarität! In Berlin erfolgt der Abmarsch früh 7 Ilhr von folgenden Treff- punkten: Gesundbrunnen:�Vmetaplatz und Humboldthain(Normaluhren)— Bad- straße Ecke Schwcdtcr Straße— Exerzierstraße(Normaluhr)— Prinzcnallce Ecke Christianiastraße.— Fahrgeld 59 Pfennig. Schönhauser Borstadt: Bahnhos Schönhauser Allee.— Fahrgeld 60 Ps. Nordost: Arnswnldcr Platz— Danziger Straße Ecke Greifswalder Straße— Danziger Straße Ecke Weißenburger Straße.— Fahr- geld 49 Pfennig. Moabit: Stromstraße Ecke Turmftraße(Denkmal im kleinen Tier- garten).— Fahrgeld 56 Pfennig. Südost: Schlesisches Tor— Görlitzer Bahnhof— Fahrgeld 29 Pfennig. Süden: Hohenstausenplatz(Normaluhr)— Moritzplatz— Lindenstraße (Jerusalemer Kirche)— Dönhoffplatz(Stein-Dcnkmal).— Fahrgeld 39 Pfennig. Osten: Samariterstraße Ecke Frankfurter Allee— Weidenweg Ecke Zorn- dorser Straße— Comeinusplatz— Küstrincr Platz— Strausbcrger Platz— Goßlerstraße(Sportplatz)— Landsberger Ecke Höchst« Straße.— Fahrgeld 39 Psening. Wedding: Malplaquetstraße Ecke Nazarethkirchstraße— Seestraße Ecke Müllerstraße. Fahrgeld 49 Pf. Wcdding: Ncttclbeckplatz(Normaluhr)— Sparrplatz Ecke Sprengelstraße. Fahrgeld 49 Pf. Noseuthater Borstadt: Pappelplatz Ecke Ackerstraße— Gartenplatz Ecke Ackcrstraße(Litfaßsäule)— Arkonaplatz Ecke Fürstcnberger Straße— Teutoburger Platz Ecke Templiner Straße. Fahrgeld 49 Pf. Westcn-Südwesien: Belle-Alliance-Straße Ecke Aorckstraße(S'/« Uhr morgens)—Bahnhof Großgörichenstraße. Fahrgeld 49 Pf. Der Abmarsch erfolgt pünktlich 7 Uhr morgens. Proviant und Lieder, bücher sind mitzubringen. An der Veranstaltung beteiligen sich der Arbeiter-Sängerbund und die gesamten Arbeiter- Sportvereine Berlins. Auch die Arbcitereltern und alle Freunde der Jugend find herzlich eingeladen. Den Weisungen der Ordner ist unbedingt Folge zu leiste«. Auf zum Massenansflng! Bebel-Jonds für die Jugendbewegung. Aus Parteikreisen werden wir um Veröffentlichung folgender Zeilen gebeten:- „August Bebel wird heute in Zürich zu Grabe getragen. Die großen Massen der Berliner Parteigenossenschaft können ihrem Vorkämpfer nicht das letzte Geleit geben, sie können die Gefühle der Liebe und Dankbarkeit nicht so zum Ausdruck bringen, wie es bei der Beerdigung Liebknechts und Singers zur allge- meinen Bewunderung geschah, sie können unserem großen August Bebel keine Opfer bringen. Opfer hat Bebel unzählbare der Arbeiterschaft gebracht. Sollte es nicht die Parteigenossen drängen, wenigstens einmal seinem Gedächtnis zu opfern? Wem sollen diese Opfer zugute kommen? Der Jugendbewegung! Kein Glied der Arbeiterbewegung wird so verfolgt wie die Arbeiterjugend, niemand bedarf so wie sie der Fürsorge und. Unterstützung der Partei. Kein Mann ist der Arbeiterjugend, was ihr August Bebel ioat. und ist: Die Jdcalgestalt des modernen Proletariers. Wir wollen also einen Bebelfonds für die Jugendbewegung gründen! Einen unerschöpflichen Fonds der Liebe und Dankbar- keit für August Bebel." Eine Kunsttischlcrei in Flammen. Durch die Meldung„Mittelfeuer" wurden gestern in der ersten Morgenstunde mehrere Löschzüge der Berliner Feuerwehr nach der V ü l o w st r a ß e 97, nahe der Zietenstraße, gerufen. Dort stand die Kunsttischlerei von Albert D e n n e w i tz» die sich im Keller, im Erdgeschoß und im ersten Stock des Ouergebäudes befindet, fast in ganzer Ausdehnung in hellen Flammen. Die Situation war um so bedrohlicher, als die oberen Etagen deS Ouergebäudes mit Wohnungen besetzt sind. Die zahlreichen Mieter wurden durch den beißenden Oualm sehr belästigt und viele zeigten sich an den Fenstern und schrien um Hilfe. Es gelang aber der Feuerwehr, diese geängstigten Leute wieder zu beruhigen und von übereilten Schritten zurückzuhalten. Das Feuer, das an den Holz- Vorräten reichliche Nahrung fand und auch auf einen zweistöckigen Anbau übersprang, wurde mit drei Schlauchleitungen bekämpft- Die Rohrführer mußten zum Teil über die Treppen und zum Teil über zwei Steckleitergänge gegen den Brandherd vordringen. Nach halbstündigem Wassergeben konnte die Gefahr als beseitigt gelten« doch zog sich die vollständige Ablöschung des FeuerS mit den Auf- räumungsarbeiten dann noch lange Zeit hin. Der Schaden, den die Firma Dennewitz erleidet, ist sehr erheblich. Ueber die Eni- stehung des Brandes war nichts mehr festzustellen, da er bei An- kunft der Feuerwehr schon zu weit vorgeschritten war. Ueber eine Million neuer Hochbahnfahrgäste. Wie nötig im Verkehrsinteresse die neue, den Norden der Stadt erschließende Schnellbahn gewesen ist, ersieht man aus der starke» Benutzung dieser dom Spittelmarlt über den Alexanderplatz und durch die Schönhauser Allee bis zum Nordring führenden Er- tveiterungSlinie der Hoch- und Untergrundbahn. Diese in zwei Ab- schnitten eröffnete neue Linie ist in ihrer Gesamtheit jetzt drei Wochen im Betriebe. Wie wir hören, hat sich der Verkehr auf der neuen Strecke, der vom ersten Tage an in sehr bemerkenswerter Weise einsetzte, inzwischen noch gehoben, so daß insgesamt im Laufe der letzten drei Wochen über eine Million Fahrgäste zu dem sonstigen Berkehr der Hochbahngesellschaft hinzugekommen sind. Die bevor- stehende Eröffnung der neuen Erweiterungsstrecken im Westen, nach WilmerSdorf-Dahlem und nach dem Kurfurstendamm, wird die Zahl der Hochbahnfahrgäste voraussichtlich abermals um ein Beträcht- liches erhöhen. Die Scharlach- und Diphtherieepidemie i» Ober- Schöneweide hat trotz aller Bemühungen der Behörden und der Aerzte, sie zu beschränken, eine immer größere Ausdehnung angenommen. Noch in den letzten Tagen sind neue Erkrankungen vorgekommen. Die Zahl der Krankheitsfälle beträgt nunmehr insgesamt 84; davon entfallen 70 auf Scharlach und 14 auf Diphtherie. In dieser Woche ist leider auch ein weiterer Todesfall zu verzeichnen, so daß also die Epidemie bisher sieben Todesopfer gefordert hat. Von den erkrankten Kindern /z8 Uhr im kleinen Saal des.Schwarzen Adler', Hauptstraße. Weihenfee. Aus der Gemeindevertretung. Die Mittel für Reklame der Spar« lasse, die Milchkuranstalt und des Elektrizitätswerks an den Wetter- schutzhallen in der Berliner Allee und Gustav-Adolfstraße werden be« willigt. Die Fischerei auf dem Weißen See wurde für 500 M. ver« pachtet. Dem Pächter wurde die Verpflichtung auferlegt, das Angeln nur vom Bade aus zu gestatten; bisher konnte aucki vom Ufer aus geangelt werden, doch wurden hierbei die Anlagen beschädigt. Die Entsendung von Vertretern zu dem Verbandstage deutscher Gewerbe« und KaufmannSgerichte nach Leipzig stand wiederum auf der TageS« ordnung. In der früheren Sitzung konnte man über die DelegattonS« kosten keine Einigung herbeiführen. ES wurden 30 M. pro Person bewilligt. Entsendet werden von beiden Gerichten der Vorsitzende, ein Arbeitgeber- und ein Arbeitnehmerbeisitzer. Zum Branden- burgischen Städtetage in Spandau wurde Syndikus Knothe und Baurat Bühring delegiert. Für den AufsichtSrat der Weißenfeer Bank wurden von der Gemeindeverirelung die Herren Major a. D. Wesener, Leiter de» WirtschaftSamteS. Gemeindevertreter Meier und Genosse Frentz vorgeschlagen. Eine längere Debatte veranlaßte die Beitreibung der Kanalisationsbeiträge durch die Verwaltung. Die Beteiligten find der Auffassung, daß diese Beiträge ohne weiteres auf zwei Jahre gestundet werden, während die Verwaltung je nach der Vermögenslage der Betreffenden die Beiträge sofort verlangt oder auf dem Wege der Teilzahlung innerhalb zwei Jahren. Letztere Auffassung wurde auch von der Mehrheit der Gemeindevertretung geteilt. Bei den Wahlen in der 1. Abteilung wurden 33 Vollmachten und 15 persönliche Stimmen abgegeben. Insgesamt waren 156 Wähler eingetragen. Gewählt sind Bäckermeister Kohler, GaS- anstaltSdirektor Delbrück und Gärtuereibesitzer Pretzel. Johannisthal. DaS Thema Massenstreik behandelte in der letzten Mitglieder» Versammlung deS Wahlvereins Genosse Dr. Breitscheid. Redner ging unter anderem auch auf die Haltung der Fraktion bei der Hceresvorlage ein; er meinte, daß die Fraktion richtig gehandelt habe. Zum mindesten sollte man auS der Haltung der Fraktion keine Frage des Prinzips, sondern eine solche der Taktik machen. DeS weiteren sei eS verkehrt, von einem Stillstand der Parteiorganisation zu sprechen,»venu man berücksichtigt, daß wir eine Periode des industriellen Aufschwunges hinter uns haben und jetzt inmitten der Krise wären. In der Frage des Massenstreiks vertrat Redner seinen bereits in anderen Versammlungen dar- gelegten Standpunkt. Die Diskussion bewegte sich im Sinne des Referats. Den Bericht von der Verbandsversammlung erstatte»« Genosse L e h n e r. Als Delegierter zur Kreis-Generalversamm» lung wurde Genosse Steuer gewählt. An Stelle deS nach Amerika auswandernden Bezirksführers Genoffen Zimmer» mann wurde Genosse Engelmann gewählt. Genosse D ü h r i n g gab alsdann noch einen Bericht aus der Gemeinde- Vertretung. Dabei ging Redner besonders auf den vom Schularzt erstatteten Bericht ein. Die Besprechung einiger lokaler Dinge bildete den Schluß der Versammlung. Reinickendorf- West. Am Sonntag veranstaltet der Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität (Ortsgruppe Reinickendorf) sein Sommerfest im Lokal von GördeS, Eichbornsttaße, Ecke Waldstraße. Da die genannte Ortsgruppe sich stets bei Parteiveranstaktungen zur Verfügung stellt, wird die Arbeiterschaft um rege Beteiligung ersucht.____ Gerichts-Zeitung. Polizei und Arbeiterjugend. Wie die Behörden den Kampf gegen die Arbeiterjugend führen, zeigte sich am Freitag vor dem Amtsgericht in Pankow. Der ISjahrige Maler Richard Rehbock war angeklagt, einer Auf. fotzdsrung zum Auseinandergehen nicht Folge geleistet ju Men. Der Anklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Am 30. M�z dieses Jahres wurde in Pankow eine für die arbeitende Irgend «inberufene Versammlung aufgelöst. Tie Jugendlichen"zogen hierauf in zwangloser Weife nach Franzöfisch-Buchh�' Dem Polizeikommissar Becker wurde gemeldet, ein Zr.g der Ver- sammlungsteilnchmer käme anmarschiert. Er wa��e daraufhin die Kommenden ab und stellte sich ihnen entge�,� Die jungen Leute faßten die Sache von der humoristischen �Ue auf und ließen den Kommissar— hochleben. Inzwischen'�tten sich viele Zuschauer angesammelt, mehrere Polizisten Versuchten, die Menge zu zerstreuen. Der Kommissar will auch dreimal zum Auseinander- gehen aufgefordert haben. Bei dieses Vorgang wurde der Ange- klagte sistiert, da er sich aber le�-jj�jrren konnte, wieder frei- gelassen. Er gab an. die ilufsor�,.,� nicht gehört zu haben, auch habe ihn niemand davon unVcrrichtet. Das gleiche sagten zwei Zeugen aus. Auch ein Pstllßzist gab zu, nichts derartiges ver- nommen zu haben, wahr � � anderer eine zweimalige Auf- forderung geHort haben�i� Ter Amisanwalt hielt die Schuld des Angeklagten für�'..rtw lesen und beantragte eine Geldstrafe von 100 �M._ oder 20 Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld ersuchte um Freisprechung. Die ganze Angelegen- heit sei nicht di� Zeit wert, die daraus verwendet werde. Es sei durchaus nicht erwiesen, daß der Angeklagte absichtlich der Auf- forderung n'/ßt Folge geleistet habe, hätten doch zwei Zeugen und selbst ein'Polizist die Aufforderung nicht vernommen. Das Urteil lautete auf Freisprechung. In der Be- gründu'lch wurde u. a. gesagt: Die Sache sei nicht harmlos ge- Wesen, die, Beamten hätten nur ihre Pflicht getan. Man könne aller Vallz sagen, der Beamte hätte noch einigemal mehr auffordern korchen. Wie die Sache liege, beständen Zweifel, ob der Angeklagte >,le Agfforderung auch habe hören müssen. Bauschieber. In die Geschäftspraktiken der Berliner Gauschwindler leuchtete leine Verhandlung hinein, die am Sonnabend die 2. Ferienstraf- kkammer des Landgerichts I beschäftigte.— Wegen Betruges bzw. mrtbefugter Ausübung eines öffentlichen Amtes und Beihilfe dazu «waren der Bauunternehmer Johann K l i t s ch e r, der Maurer und Niesenleger.Hermann Rab« und der Malermeister Ernst Erbe angeklagt.— Der Angeklagte Klitscher hatte von der„Bank für Grundbesitz und Hypothekenverkehr" das Grundstück Stargarder Straße 48 erworben. Q'wobl fein eigenes Kapital in Höhe von baren ö000 M. schon bei der Bezahlung der Stempelgebühren ver- braucht war, fing er im Frühjahr d. I. an zu bauen. Von der „Neuen Bodenkreditbank" wnrde ihm die Zahlung des BaugeldcS tu Höhe von 108 000 M. zugesichert, das in der üblichen Weise je mach Fortschritt des VaueS von der Bank ratenweise gezahlt werden follte. Trotzdem die Bank schon 78 000 M. gezahlt batle, war K., der sich tn feiner Rolle als Bauherr verpflichtet fühlte, auch für feine persönlichen Bedürfnisse mehr auszugeben als sonst, in Schul- den geraten. Um sich von diesen zu befreien und gleichzeitig auch für sich selbst Geld übrig zu behalten, wurde von dem Angeklagten wun folgende Komödie inszeniert: Wie Klitscher vor Gericht be- hauptete, habe er nach und nach von feinem Schwager, dem Mit- angeklagten Rabe, Darleben in Gcsamthöhe von 6000 M. erhalten. Tatsächlich existierte hierüber ein notarieller Vertrag, in welchem K. in die sogen. VollsdreckungSklausel eingewilligt statte. Ali am 13. Juni wieder eine Baugcldrate in Höhe von 3000 M. fällig war, wurde der Plan«uSgefüstrt. Um einen einwandfreien Zeugen zu haben, wurde einer der Gläubiger nach dem Gebäude der Bank an der Friedrichstraße Ecke Mittelstraße bestellt. Der Angeklagte Erbe, der sich mit einer blauen Mappe bewaffnet hatte und die Rolle des Gerichtsvollziehers spielen sollte, hatte mit dem Mit- angeklagten Rabe, der die Rolle des Gläubigers spielte, in der Nähe Posto gefaßt. Als Klitfcher mit dem Gelde aus der Bank heraus- kam, äußerte er scheinbar äugftlich, daß dort ein Gerichtsvollzieher stehe, der ihm wahrscheinlich das schöne Geld abpfänden wolle. Er ergriff auch scheinbar vor dem Pseudogcricktsvollzieher die Flucht und lief die Fried richstraße entlang, um sich schließlich scheinbar widerstrebend einsangen zu lassen. In einem Hausflur ging dann die eigentliche Pfändungskomödie vor sich, bei der sich der anaebliche Gerichtsvollzieher neben den 0000 M. noch 200 M. für die„Kosten" abzog. Bor Gericht behauptete Klitscher, daß er an dieser Komödie nicht beteiligt gewesen sei und geglaubt habe, es handle sich um einen �wirklichen Gerichtsvollzieher. Das Urteil lautete gegen Klitfcher auf 5 Monate, gegen Rabe auf 3 Monate und gegen Erbe auf 3 Wochen Gefängnis. in Zelten in der Nähe der wenigen Quellen, die noch lebendig sind. Die Quellen selbst werden von Bewaffneten bewacht, und die Wasserverteilung erfolgt zu bestimmten Tageszeiten. Ein seltenes Naturschauspicl. In der Nähe der unweit Göttingen gelegenen Ortschaft Die- morden erhob sich Donnerstagnachmittag bei völlig ruhigem Wetter unter heftigem Getöse eine Windhose von ganz kolossaler Gewalt. In einer Breite von 50 Metern wurden die auf dem Felde stehenden Roggenstiegen 20—25 Meter wie Spielbälle in die Höhe geschleudert, eine Strohdieme wurde umgeworfen und die schweren Strohballen haushoch in die Bäume getrieben. Bäume wurden entwurzelt und Zweige von ziemlickier Stärke wie Streichhölzer geknickt. Ebenfalls wurde in einem Rübenfelde von dem Windstrudel ein Teil Rüben aus der Erde gerissen und hoch geschleudert. Ein derartiges Naturereignis hat man in der Gegend noch nicht erlebt. Schweres Touristcnnnglück. Wie aus Bozen gemeldet wird, sind vom Gras- leitensgrat drei deutsche Touristen abgesnirzt. Der aus Leipzig gebürtige Student Eberhard Müller und ein Dr. Lützens aus Freiburg i. B. sind tot aufgefunden worden. Ueber das Schicksal des dritten Teilnehmers an der Partie, eines Mediziners Dr. Heine, ist noch nichts bekannt. Kleine Notizen. Bergung zweier Opfer. Am Sonnabcndmorgen wurde die Leiche des bei dem Seegelbootsunglück bei S w i n e m ü n d e am 7. August ertrunkenen Kaufmanns Golde mann sen. aus Berlin an Land getrieben. Am Hafenbauhof ist die Leiche des jüngeren Fräulein H o l l a tz aus Neuftettin geborgen worden. Vermißt wird nur noch die Leiche des Göldarbciters P o r ö e aus Spandau. Aus der Haft entlassen. Die Luflschisser Karl Mann und HanS Berliner, die am letzten Sonntag mit dem Ballon„Metzeler" ausgestiegen waren, nach Rußland abgetrieben wurden und bei Sanniki sGouvernement Warschau) landeten, sind am Sonnabend aus der Haft entlassen worden und mit Erlaubnis der Militärbehörde nach Deutschland abgereist. Raubmordverfuch in Köln. Am Freitagnachmittag ist die Frau eines Gutspächters tn ihrer Wohnung in Köln von einem Manne überfallen und durch mehrere Schläge auf den Kopf so schwer ver- letzt worden, daß sie besinnungslos daniederliegt. Der Ver- brecher raubte dann aus einem Pult mehrere tausend Mark. Der Polizei gelang es noch am Abend, den Täter sowie einen Vieh- wärter, der HelferShelferdienste geleistet hatte, zu ermitteln und zu überiühren. Im Kampf mit Polizisten. Vier Personen, die ein Polizei- beamler in Kiew in einem Straßenbahnwagen als verdächtig ver« hasten wollte, feuerten auf diesen mehrere Revolverschüsse ab, die ihn löteten und einen zweiten Polizeibeamten verwundeten. Auch einer der Uebelläter wurde verletzt und verhaftet. Die übrigen entkamen. Ungetreue Beamten. Wie aus Prag gemeldet wird, sollen bei der Verwaltung der böhmischen Stadt L a u n große Unterschleife entdeckt worden sein. Die Revision der städtischen Sparkasse soll ein Defizit von drei Viertel Millionen Kronen er- geben haben._ Die gefährdete Sittlichkeit. Der Redakteur des„Pionier", Johannes L e S k i e n, hatte sich am Sonnabend vor der zweiten Ferienstraflammer des Land» gerichts I Berlin wegen Abdrucks eines Feuilletons aus der„Neuen Gefellschast". in dem die Staatsanwaltschaft eine Verletzung der öfferrtlichen Sittlichkeit erblickte, zu verantworten. Auf Antrag deS Staatsanwalts wurde wegen Gefährdung der öffentlichen Sitt- lichkeit die Ocffentlichkcit ausgeschlossen. Der Angeklagte und sein Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Roth, wiesen vergeblich darauf hin, daß da» Feuilleton unbeanstandet in der von Dr. Heinrich Braun und Lilh Braun herausgegebenen„Renen Gesellschaft" gestanden habe. Der Staatsanwalt beantragte 150 M. Geldstrafe evcntl. 15 Tage Gefängnis. Der Gerichtshof erkannte auf 30 M. Geldstrafe eventl. 6 Tag« Gefängnis und auf Unbrauchbarmachung des inkriminierten Feuilletons. Der Vorsitzende, Landaerichtsrat Dr. Davidson, bemerkte in der Urteilsbegründung: Das Feuilleton ist wahrscheinlich in der„Neuen Gesellschaft" unbeanstandet ge- blieben, da bei dem gebildeten Leserkreise dieser literarischen Zeit- schrift eine Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit nicht zu be- fürchten war. Etwas anderes ist es aber, wenn das Feuilleton im „Pionier" erscheint, der von der breiten Masse gelesen wird. Der Gerichtshof hat jedoch die Sache mild angesehen und deshalb wie geschehen erkannt. Hus aller Melt. Schreckensszene im Löwenkäfig. Eine aufregende Szene spielte sich am Freitagnachmittag in der Menagerie de? AuSstellungSparkeS Hagic Eity in P a r i S ab. Bei den Dressurvorführungen einer Löwengruppe verweigerte die Löwin Coro der Dompteuse Amedee Lecomte den Gehorsam. Die Bändigerin schenkte dem Tiere daraufhin keine Beachtung und beschäftigte sich nur mit den anderen im Käfig befindlichen Löwen. AI« sie nach Beendigung ihrer Borführungen den Zwinger verlassen wollte, sprang daS Tier von hinten auf sie loS, riß sie zu Boden und begann, sie zu zerfleischen. Unter den Zu schauern entstand eine furchtbare Erregung. Mehrere Frauen bekamen OhnmachtSanfälle, Männer schrien, und die Angestellten der Menagerie bemühten sich, mit langen Eisenstangen die wütende Bestie von ihrem Opfer abzubringen. Die durch den Lärm erregte Löwin schlug ihre Pranken immer wieder in den Körper der bewußtlos am Boden Liegenden. Erst nach miauten� langen Bemühungen gelang eS einem Angestellten, durch einen wohb gezielten Hieb auf die Ras« des Tiere«, die Löwin von ihrem Opfer abzubringen und die Bändigerin aus dem Käfig zu schaffen. Trotz dem ärztliche Hilfe sofort zur Stelle war, dürfte sie kaum mit dem Leben davon kommen, da sie durch 25 tiefe Fleisch wunden beträchtliche Blutverluste erlitten hat. Die Hitze in Amerika. Der abnorm kalten Temperatur in Europa steht eine ganz außergewöhnliche Hitze in den Vereinigten Staaten gegenüber. Ganze Städte des mittleren Westens sind völlig ohne Wasser, da Seen und Quellen völlig ausgetrocknet find und die Wasserzufuhr von auswärts mit der Eisenbahn erfolgen muß. Zahl« reiche Farmerfamilien haben ihre Wohnsitze verlassen und kampieren frauen-Lefeabende. Stegliv. Montag, den 18. d. M., bei Heizmann, Floraftr. 4. Vortrag de« Orcnösicn Dclmes über:«Die Anfänge des Christentums". Beginn hzg Uhr. Riedcr-Schönbaui'cn. Nordend. Dienstag, den 19. August, 8'/, Nhr, bei Retttg, Blmckenburger Str. 4. Veranstaltungen. Wilmersdorf. Mittwoch, den 20. August, Kasteckochen des Frauen- LeseabcndS im Cass Türk(Pein), Grunewald(Schmargendorf). Treffpunkt Lokal 3-4 Uhr. BriefhaPten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet bis einschließlich Sonnabend, de» 30. August, nur von 7 biö 9 Uhr abends statt.— Souuabrndö Sprechstunde von l/26— 6 Uhr nachmittags. C, W. t and 2. Ja.— X.®. 5. Das ist kern Scheidnngsgrund. — H. P 30. Das Testament braucht nicht unbedingt zu notariellem oder gerichtlichem Protokoll erklärt werden. Es genügt eigenhändige, mit OrtSiezeichnung, Dalum und Ilnkerlchrist versehene Niederichrisl. Der Gninb der Entziehung muß im Testament angegeben werden. Stichhallige Gründe sind angegeben im§ 2333 beäj Bürgerlichen Gesetzbuchs.— N. 1884. Bevor nicht ein Jahr verstrichen ist, dürste ein Antrag wenig Auificht aus Erfolg babcn.— E. B. LS. 1.12. Zu einer Vernichtung der Sache» find Sie nicht berechtigt. Sie könnten lediglich den Schuldner zur Bezahlung Ihrer Forderung auffordern, und für den Fall, daß Zahlung nicht erfolgt, die Gegenstände durch einen Gerichtsvollzieher versteigern lassen.— M. W. II. Soscrn durch den mündlichen P ertrag keine anderen Kündigungssristcn sesigesetzt sind, gelten die folgenden gesctz lichen Kündigungstermine: Ist der MirtszinS nach Monate» bemessen, so können Sie an jedem 15. eines Monats mit Wirkung zum darauf solgcnden 1. kündigen. Ist die Mitte nach Jahren bemessen, so können Sie bis zum dritten Tage jedes Ouariais mit Wirkung zum Schluß des Vierteljahrs kündigen.— L. X. 1789. 1. und 2. Ja. - K. L. 1711. 1. Tie Hälfte des Nachlasses. Die HauZhaliungsgegen- stände gebühren Ihnen jedoch sämtlich. 2. Ihre Angaben reichen zur B> antwortung der Frage nicht aus. Kommen Sie in die Sprechstunde und bringen Sie die Verträge mit.— F. Ä, 50. 1. In Ihrem Falle erfolgt die Veranlagung nach Ihrem derzeitigen Einkommen. 2. Nein. 3. Unseres Erachten« sind diese Beiträge nicht abzugsfähig.— M. T- 103. 1. und 2. Sie sind zur Zahlung der Kosten verpstichtct. 3. und 4. Wenden Sie sich mit der Anfrage direkt an das Münchener Arbeitersckrctattat in München, Holzstratzt 2t.— K. R. 4. 1. Nein. 2. Wenden Sie sich an die Buch- Handlung Vorwärts, Lindenstraße 69.— H. L. 43. Nach dem Revers ist der Geldvermittler zur Rückzahlung von•/, der gezahlten Veriniltlungs gebühr verpflichtet. Fordern Sie nochmals Rückzahlung(Rückerstattung ist dasselbe) unter Setzung einer Frist. Verstreicht diese erfolglos, so können Sie Klage erhebe«.— M. Tl. Es kommt daraus an, ob Ihre Schwieger- mutier Ihrer Schwägerin das Sparkassenbuch übergeben hat. Bejahenden- sallS zählt es nicht zum Nachlaß, andernfalls ja.— Otto 9. Leider nicht. — G. 87. 1. bis 3. Soweit der Lohn 25 M. pro Woche übersteigt, ist Beschlagnahm« zulässig.— W. St. Der Anspruch ist, sofern er überhaupt bestanden bat, längst verjährt.— St. 100. Die jederzeitige Aufkündigung des GesellschastsvcrhältniffeS ist zulässig, falls die Gesellschaft nicht für eine bestimmte Zeit eingegangen ist. Erfolgt die ftündigung jedoch zu einer Zeit, wo der GcsellschastSzwcck gejährdci wird, so sst der auskündigende Ge. sellichaster dem andern zum Schadenersatz verpflichtet.— Nickel, Julius- strafte. Sie können Berufung beim Obervcrsicherungsamt, in weiterer Instanz Revision beim ReichsvcrsicherungSamt einlegen.— W. X. 79. Voraussichtlich dürste vor dem JnnungSschiedsgettcht Abweisung erfolgen. Geschieht dies, so erbeben Sie Klage beim Amtsgericht.— G. 2. H. 176. Einen Anspruch aus Entschädigung haben Sie nichi: desgleichen sind Sie zu der von Ihnen angedeuteten Sclbsthilse nicht befugt. Sie haben lediglich P. 2ch. 61. Gcidstrasc bis ISOM. oder Hnsistwsc. Geschwister sind nicht zahlungspftichttg. die KündigungSmögiichtctt— Marktpreise von Berlin am 15. August 1913, nach Ermittelungen de» kgl Polizeivräfidtums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 19,66— 19,70, mittel 19,58—19,62, geringe 19,50—19,84. Roggen, gute Sorte— bis 16,30, mittel— 611—, geringe— bis—(ab Bahn). Futter. gerst«. gute Sorte 16,80—17,30. mittel 16,30-16.70. geringe 15,80-16,20. Haser, gute Sorte 17,40—19,00, mittel 16,20—17,30. Mals(mixed), gute Sorte 16,50—16,70. Mais«runder), gute Sorte 14,50—14,00. Richtstroh 0,00. Heu, alt 0,00, neu 5,80—7,00. Markthalle nprelse. 100 Kilogr. Erbse», gelb«, zum Kochen 30.00—50,00. Tpcilcbohneii, weiße 35.00—60.00. Sinsen 35,00—60,00. Kartoffrln(Kleinhdl.) 6.00—10,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1.70-2.40. Rindfleisch. Bauchflcisch 1.30—1,80. Schweinefleisch 1,60-2.10. «albfleisch 1.40—2,40. Hammelfleisch 1,60—2,40. Butter 2,80—3,00, 60 Stück Eier 8,60— 6,40. 1 Kilogramm Karpfen 1,40—2,60. Aale 1,40-3,20. Zander 1,40-3,60 Hechte 1,60-3,00. Barsche 1,00—2,40. I Schleie 1,60-3,50. Siele 0,80-1,60, 60 Stück Krebse 1,00-48,00 Todes-Anzeigen SozialöEnißkratisclierWalilVBrEiD IJ. k. BefI. Reiciistagswatireis. Stralauer Viertel. Bez. 325. Den Miigiicdern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Droschken- kut scher fieinricli Euchlow (Memeler Str. 81) gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. August, nachm. 4'/, Uhr, von der Halle des Zen- tral-FricdhoseS in FriedrichSfeldc aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 216/12 ver Vorst»»«!. Danlisa�»»!?. Für die Beweise herzlich erTeilnahme bei der Beerdigung nieines Mannes liar! tiiitllng sage ich allen Verwandten U.Freunden, dem Verein der freien Gast- und Schankwirte, dem Bezirksvercin 257, den Kutschern und Bodcnarbeitcrn der Firma Jacob u. Vallentin meinen tiesgesühltcn Dank. 1877b Frau Martha Gütling _ Holzmarktstraße 61. SozialileniokraliscliBrWalilvErEiD liir SclionEtiErg. Bezirk 12. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Steinmetz Nikolaus Mistler Sachsendamm 37, im Alter von 54 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 18. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des zweiten Schöneberaer städtischen Fried- hoss, Eythstraße(Blanke Hölle), aus statt. Ilm rege Beteiligung ersucht 15/19 Der Vorstand. Treffpunkt für Mitglieder des Gesangvereins„Sck>öneberger Männerchor" tz-,4 Uhr ans obigem Friedhos. üiE organisiEFfB ÄrliEiiEFSCha!! Zil ljFMIlilM. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, daß am Freiing früh unser langjähriges Mitglied und Stadt- verordneter, der Maurer- Karl Haberstroti im Alter von 52 Jahren verstorben ist. 289/5 Ehre seinem Andenken! Oie Organisationsleitungen. Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittag« 4 Uhr, vom Trauerhause Jägcrstr. 33 aus statt.— Antreten zum Leichenzug nachmittag« 2'/, Uhr bei Vor- werk, Berliner Slraße. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teil- nähme und reichen Kranzsvenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Max Hoffmeister sage allen Freunden und Bekannten, insbesondere der Zentral- Kranken- und Slerbekasse der deutschen Wagen- Dauer(Filiale V Berlin) und den Kollegen nebst Frauen meinen besten Wwe. Emma Hoffmeister. Deatste Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Chauffeur Paul Mund am 15 d. M.im Alter von IS Jahrcn verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. d. M.. nach- mittags»/jB Uhr, von der Leichen- Halle des Weißenseer Friedhojes, Rölckestraße, aus statt. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Packer Hennanu Restetzki am 15. d.M. im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19. d. M., nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des Lichtcnberger Gemeinde- Friedhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 67/10 01« Bezirksverwaltung. VefIi, ISdiDEidEF.ScItnBiilEFiEnEn ii. WüsEliearheilEF DEiilsdilands. '■■■ Filiale Berlin... Unseren Mitgliedern hiermit znr Nachricht, daß die Kollegin Frau Uiise Wollert (Branche Damenkonsektion) am 14. August er. im Atter von 40 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnag, den 17. August, nach- Mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des Neuköllner Gemeinde- FriedboseS am Mariendorfer Weg aus statt. 164/8 Die OrtSverwaltnng. Danksagung. Für die vielen Beweise hcrzlicher Tetinahmc und die Kranzspetiden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, sagen wir allen, be anders den Genoffen vom Wahlveretn unfern herzlichsten Dank. August Lamprecht nebst Kindern. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teil- nähme bei der Bcerdigung mcincr lieben Frau V.»»» Frleclplch sage ich allen Freunden und Be- lannten sowie den Mitgliedern der Ortsgruppe Berlin des Arbeiter- Rabsahrer-Bundes.Solidarität" und den Kollegen der Firma Eckert meinen herzlichsten Dank. 1862b Frledrlcb, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und schönen Kranzspenden bei der Bcerdigung meines lieben unvergeßlichen ManneS und unseres guten Vaters, des Durchnähet» Otto Oorn danke ich hiermit herzlichst, besonders den Verwandten, Bekannten und Kollegen, dem Zentralverband d-r Schuhmacher Deutschlands, svw. dem sozialdemokratischen Wahlverei' für den 6. Berliner Rcichstagswal kreis, Bezirk 821-,.. LT. Frau üora nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teimahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Fraa und Mutter Li Marie Scdmitlt sagen wir allen Freunden und He- lannten, sowie den Mitgliedern-des Bahlvcreins vom 6. Kreis /und Lotterievereins.Stümper" ui tsereu besten Dank.-/ Robert ScbmMt und T/ochtÜr. Spezialarrfct (. Haut-, Harn«, Fwnncnl« /iden, 1 ncrv.Schwäche, Neinkrank b jeder i Art, Ehrlich Hata- Kr sten in Or, Homejer unterinchnng., Fabelt i. H hin usw.' Friedrichstr. 81, ÄgS,., Spr. 10—2, 5—9, Sinrn 5. 11—2.| Honorar mästig, aipch Teil zahl. Separates Damcrzitnmer. Zurück -f- Fran 185-15 Agnes Leonbardi, Dentistin, Grasest jr. S. MohrenstiSil Kolonnsöeiv örfrankfurterstr{»IIS, Trauer. Mogazün Kleiaer.HüteeJci Äußerste iYem;-«c .. farbige Konfektion in größtem,■- Haßatabe zubll ligsten, '-Preisen—' Anzahl, an verk. Parz. v. bßOO M. an, lO-Pf.-Töur, elektrisch. BahnL 164. Hohen-SchSnhausen, Hauptstr.17, H.p, Fertig am Lagers KelM-MeNZgiL MioMSsWÄ». |Cu{awaya.WEste�|y|M. Beinkleider!U5; 8»- Fertige schwane Kleidung für Knaben und Jünglinge ':: in größter Auswahl:i/| Feine Maß- Anfertigung j In ca. 10 Btunde«;; Baer Sohn Kleider- Werk« Berlin. Gegr. 1891. Chaussoetfraßs 29— SO, ». 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Vierte durchgesehene Auflage. 75 Pf. j V.-A. 30 Pf. Sozialdemokratie und Antisemitismus 2. neu durchgesehene und erweiterte Auflage. 75 Pf.; V.-A. 30 PL Attentate und Sozialdemokratie Nach einer Rede, gehalten am 2. November 1898. 2. Aufl. mit einemNachwort. 80 Pf. Unsere Ziele Eine Streitschrift gegen die„Demokrat. Korrespondenz". 13. Aufl. 75 Pf.: V.-A. 30 PL Die Sozialdemokratie im Deutschen Reichstage Tätigkeitsberichte und Wahlaufrufe aus den Jahren 1811— 1893. Geb. 5 M. »* hhmo 4. ßcilugc ks„ ttlinct ilollisliintt. Sonntag. 17. Angnst 1918. Mocken-Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag,: Tannhäuser. Montag: Boheme. Dienstag: Die Königslinder. Mittwoch: Samson und Dalila. Donners. tag: Die Meistersinger von Nürnberg.(Ans. 7 Uhr.) Freitag: Mignon. Sonnabend: Lohengrin.(Ansang 7 Uhr.) Sonntag: Der Rosenkavalier. Montag: Das Rheingold.(Ansang?>/, Uhr.) Königl. Tchauspielhaus. Sonntag: Die Quihows. Montag:!8t.2. Dienstag: Die Weit, in der man sich langweilt. Mittwoch: Der große König. Donnerstag: Flachsmann als Erzieher. Freitag: Die Journalisten. Sonnabend: Wilhelm Teil. Sonntag: Kolberg. Montag: Die Ouitzows. (Ansang TL Uhr.) Deutsches Theater. Bis Donnerstag geschlossen. Freitag: Faust. 1. Teil. Sonnabend: Der blaue Bogel, Sonntag: Faust. 2. Teil.(Ansang 6-,, Uhr.) Montag: Erdgeist.(Ansang 8 Uhr/» Kammerspiele. Bis Donnerstag geschlossen. Freitag: Mein Freund Teddh. Sonnabend: Die Einnahme von Berg-op-Zoom. Sonntag: Kaiserliche Hoheit. Montag: Mein Freund Teddy.(Aniang 3 Uhr.) Berliner Thcarer. Allabendlich: Filmzauber.(Ansang 8 Uhr.) Theater in der Köuiggrätzcr Strafte. Bis Freitag geschlossen. Sonnabend und Sonntag: Das Buch einer Frau. Montag: Die siins Frankfurter.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Schauspielhaus. Allabendlich: Das Farmermädchen. (Ansang 8'/« Uhr.) Komödienhaus. Allabendlich: Hochherrschastliche Wohnungen.(An- s-mg S'U Uhr.) Theater deS Westens. Allabendlich: Das starke Stück.(Ansang 8 Uhr.) LustsPielhauS. Allabendlich: So'n Windhund.(Ansang 81/, Uhr.) Residenz-Theater. Allabendlich: Die Frau Präsidentin.(Ansang 8-,. Uhr.) Trianon-Theatcr. Allabendlich: Untreu. Der abgerissene Glocken- zug.(Ansang 8 Uhr.) Thalia-Theatcr. sonntagnachmittag 3'/zUhr: Charleys Tante. All- abendlich: Pubpchen.(Ansang 8 Uhr.) Schillcr-Theater Charlottcnburg. Allabendlich: Der Leibgardist. (Ansang 8 Uhr.) Schiller-Theatcr O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Wends: Die Hugenotten. Montag: Figaros Hochzeit. Dienstag: Die Hugenotten. Mittwoch: Der Freischütz. Donnerstag: Der Wildschütz. Frei- tag: Monna Lanna. Sonnabend: Martha. Sonntag: Der Troubadour. Montag: Die weiße Dame.(Ansang 8 Uhr.) Luisen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Geächtet. AbendS: Die Allwördens. Montag bis Sonnabend: Geächtet. Somitag: Die All- Wördens. Montag: Die Intrigantin.(Ansang 8'/, Uhr.) Neues Bolks-Tbeater. Somitagnachmittag 4 Uhr und allabendlich: Die Schifsbrüchigen.(Anfang Sonntags 8 Uhr, Wochentags 8'/, Uhr) Rose-Theater. Im Garten: Ucbcrn großen Tclch.— Im Saale: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Schloß am Meer. Allabendlich: Vampyre der Großstadt.(Ansang 8'/« Uhr.) Urania> Thcarer. Sonnlag: Von der Zugspitze zum Watzmann. Montag, Mittwoch und Freitag: An den Seen Obcrilalicus. Dienstag und Sonntag: Paris»nd die Königsschlösser von Versailles. Donnerstag und Sonnabend: Der Großglockner, Gastein, Salzburg.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Unbestimmt. Gebr. Herrnseld-Theater. Allabendlich: Endlich allein. Die Schon- zeit-Jäger.(Ansang 8 Uhr.) Kasino-Theater. Allabendlich: Der Aktientenor.(Anfang 8 Uhr.) Prater- Theater. Allabendlich: Das Lummelmädchen.(Ansang 7-/. Uhr.) Folies Gaprice. Allabendlich: Die keusche Toinette. Schlafe patent. (Ansang 8'/, Uhr.) Theater am Nolleudorfplaft. Allabendlich: Die Kino» Königin. (Ansang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich Spezialitäten.(Anfang 8 Uhr.) Admiralspalast. Eisballett: Flirt in St. Moritz.(Ansang 3 Uhr.) Reichshallen- Theater. Allabendlich: Stcttiner Sänger.(An- sang 8 Uhr, Sonntags 7'/, Uhr.) WasierftaudS-Rachrichteu der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) UnterPegel. Wieder daheim! Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zihlen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahme- stellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, l. Indenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkaufe. Tevpiche!(seblerbaste) m allen Größen, fast für die Hälfte de« Werte« Tevvichlager Brünn Hackeicher Markt 4. Sabnbos Börse.(Leier de« »Vorwärts� erhalten i Prozent Rabatt.) Sonntags geöstnet! Borjährige eleganteHerrenanzüge «nd Paletots aus jeutstcn Magnosion 20— 40 Mark, Hosen 6—14 Marl. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21.' 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Genossen, die in der Lage sind, einem Arbeitersekre- tariat selbständig vorzustehen, wollen ihre Bewerbung mit näheren An- gaben über ihre Person und ihre Tätigkeit und mit GehaltSansprüchcn an uns einsenden. 289/4 GewcrkschaftSkartell Plauen i.V. Königftrafte IS. Achtung! Achtung! Cafe-ingestellte! Das 32/4* Promenaden-Cafe Inhaber Max Schröter, Schönhauser Allee 151, sowie das Cafd Hofbauer Jnbaber Franz Enold, Schönhauser Allee 187, sind wegen Nichtanerkennung des TariseS und der Organisation bis aus weiteres gesperrt. Vöfbgntl der Gastwirtsgehilfen. Zweigverein der Caf�-Angestellten. Achtung! Holzacbeiter, Wegen Streik»»er Loh»- diflerenzcn sind gesperrt: Ktaviaturfabrik Wecncchc, Neukölln, Hobrechtstr. 63. Klobelsehmldt, Möbelfabrik Themar(Sachs.-Anhalt). Das Berliner Arbeitswilligen- vcrmittelungsbureau d. gelben .HandwerkerfchutzverbaudeS-. Arbeitsnachweis d. Stellmacher- innnng und der Waßenfabri- kauten. Kaiser-Franz-Grenadier- Platz. Zuzug ist streng scrnzuhalten. VIe Ortsverwaltung Berlin des Deutseben Holzarbeiterverbandes. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Jnjeratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Vertag: Vorwärtt Luchdruckerei u. Verlagsanstalt Paut Singer u.