Ztr. 225. HbonntmcntS'Bcdingungen: ilbonnements. Preis pränumerando! Lierteljähri. Z�0 Mk, monatl. 1,10 Sif, wöchenLich 28 Pfg. frei ins Hau». Einzelne Nummer 5 Pfg. Eonmags, rmminer mit illustrierter Sonntags. Beilage.Die Neue Welt« 10 Pfg. Post. ilbonnemeni: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Post.ZeitungS. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Austand S Marl pro Monat. Postabonncments nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. erlchtlbt IZgllch, Vevlinev Volksblatt. Zentvalofgan der fozialdemokratifcben Partei Deutfchlands. Die MerfionS' Gebühr beträgt für die scchsgespaltcne Kolonel- zeile oder deren Raum 00 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versnnimlungs.Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Mnzelgen", das setigedrullte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse: „Zos>ltlllem»li»t Berlin". Redaktion: SRI. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplaff, Nr. 1983. Mitgliedern ermöglicht, einen Gesetzentwurf einzureichen und zu begründen. Der erste Anfang der Arbciterschutzgcfctz- gebung in Holland ist eben auf diesem Wege im Jahre l874 entstanden durch die Initiative des Mitgliedes Van Honten. Tast eine gewisse Enttäuschung unter den neuen Wählern nicht unwahrscheinlich sei, wollte die Mehrheit nicht leugnen. Aber gänzlich verfehlt schien ihr eine Taktik, welche sich nach den unsozialistischen, oft kleinbürgerlichen Wünschen und Meinungen der Wähler richten würde, welche noch nicht genügend in unsere Gedankenwelt eingedrungen sind. Tie gesellschaftliche EntWickelung und unsere fortgesetzte Pro- paganda würde sie bald des besseren belehren und unschwer ließe sich ein etwaiger Verlust an der Peripherie der Be- wegung wieder einholen, wenn nur der sozialistisch geschulte Kern ungebrochen einig da stände. Und daß dieser fest cnt- schlössen war, die Ministerposten abzulehnen, erwiesen die Er- gebnisse der Abstimmungen in den Ortsgruppen, welche vor dem Parteitag zusammentraten und von denen alle Groß- städte(Amsterdam, Rotterdam, Der Haag) mit überwältigen- den Mehrheiten das Eintreten in das Ministeriuni ablehnten und dies wider den Willen der Mehrheit der hervorragenden Parteiführer. Was ist nun die allgemeine politische B e- d e u t u n g des angenommenen Beschlusses? � Um dies einzusehen, muß zuerst ins Auge gefaßt wer- den, daß im holländischen Parlamente die Parteien sich trennen in eine rechte, christliche Hälfte— gebildet aus zwei evangelisch-klerikalen Parteien und einer(der weitaus stärksten) katholischen Partei, die zusammen die sogenannte Koalition bilden— und in eine linke Hälfte— gebildet aus drei, jetzt eng zusammengehenden freisinnigen Parteien (die Konzentration) und der Sozialdemokratie. Diese Trcn- nung, die sogenannte Antithese zwischen Gläubigen und Un° gläubigen, lastet schwer auf der inneren Politik und schwächt besonders die Arbeiterklasse, die durch sie aufs schlimmste gespaltet wurde, weil die klerikalen Parteien eine beträcht- liche Zahl Arbeiter unter ihren Wählern zählen können. Allerdings hat durch den scharfen und selbständigen Kampf der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, besonders für das allgemeine Wahlrecht, jetzt zum ersten Male in fühl- barer Weise eine Loslösung dieser christlichen Arbeiter und ein Abschwenken in das sozialistische Lager begonnen. Dieser höchst erfreuliche Prozeß wäre aufs schlimmste gehemmt wor- meinten die Wortführer der Mehrheit, daß die Sozialdcmo-i.den durch eine Verschärfung der Antithese, eine Verschärfung S n>> fi,*» Sitrt Art£»•/••£ 4-,»>, 7-a CV S». 1»«> I S. L c.... � r... r. T p 4 ,, A n.'1 Tl.* /iv* aT? Die ßiiniiierlsrife in Rolland und die Sozialdemokratie. 11. Bei der Erörterung der Gründe, welche zu dem Beschlüsse des Parteitags geführt haben, ist es natür- lich untunlich, alle in der Partei vertretenen Mei- nungen zum Ausdruck zu bringen. Einige der wichtigsten möchte ich aber im folgenden erwähnen. Mit dem Eintritt in das Ministerium würde sich die Kampfesweise unserer Partei und ihre Stellung den anderen politischen Parteien Hollands gegenüber, wenigstens für einige Zeit, völlig geändert haben. Es wäre in diesem Falle ein Waffenstillstand geschlossen worden zwischen ihr und der linken Hälfte der bürgerlichen Parteien. Da es sich hier um eine Verfassungsrevision handelt, die eine zweimalige öffentliche Behandlung im Parlamente und sogar eine Auf- lösung der beiden Kammern und Neuwahlen nötig macht, würde dieses enge Zusammenwirken sich über eine Reihe von Jahren(wenigstens fünf oder sechs) fortgeschleppt haben. Während dieser Zeit würde die Partei als politische Organi- sation des Proletariats in seinem Kampfe gegen die Bourgeoisie fast vollständig lahmgelegt sein. Dr. Bos hatte schon in seinem ersten Angebot der Portefeuilles die For- derung eines Zusammengehens der bürgerlichen Linken in der Regierung, in der Zweiten Kanimer und im Lande auf- gestellt. Das wäre um so schlimmer, weil gerade die letzten Jahre in Holland eine bedeutende Verschärfung des Klassenkampfes auf gewerkschaftlichem Gebiete gebrocht hatten. Eine Störung des recht guten und segensreichen Verhältnisses zwischen der Partei und der freien Gewerkschaftszentrale würde wenigstens wahrscheinlich. Auf rein politischem Gebiete war— der Meinung der Mehrheit nach— eine Diskreditierung des Sozialismus in der Regierung unausbleiblich. Eben weil die Sozialdcmo- kraten, kraft der unzerbrechlichen und unumgänglichen Ein- heitlichkeit der Aktion eines Ministeriums, die Verantwort- lichkeit für olle Taten des Kabinetts mitzutragen hätten, kraten, ohne Schaden für die Werbekraft unserer Ideen in den Massen, nur dann in die Regierung eintreten sollten, wenn sie darin die große Mehrheit bilden können. Ob aber in diesem fortgeschritteneren Stadium des Klassenkampfes, sobald einmal die Kraft des Proletariats sich in solcher Weise entwickelt hätte, uns noch Portefeuilles angeboten werden würden, ist zum mindesten fraglich. Ist doch die Heran- zichung unserer Partei zur Regierung mehr ein Zeichen unserer Schwäche als der Ausdruck unserer Kraft. Diese beiden zu befürchtenden und fast unausbleiblichen Gefahren würden dadurch noch verschlimmert werden, daß die Einheit innerhalb der Partei aufs schwerste beeinträchtigt zu werden drohte. Eine solche totale Aeuderung der Taktik würde scharfe Auseinandersetzungen zwischen den beiden Flügeln mit Notwendigkeit hervorrufen, was ebenfalls die Tatkraft und die Aktionsfähigkeit schwer benachteilige): würde, besonders wenn sich(wie zu erwarten war) der Zwie- spalt bis in die Kammerfraktion fortpflanzte. Tics geschähe eben in einer Zeit, in der die verschiedenen Feinde der Be- wegung, die noch immer in einigen Betrieben ziemlich star- ken Syndikalisten, und die jetzt verschwindend kleine Partei der Marxisten, welche sich 19(19 von der alten Partei abgetrennt hatten— Vorteil von unserer schweren Lage ge- habt haben würden, wodurch die nur langsam wachsende Einheit des niederländischen Proletariats sehr bedroht werden könnte. Allerdings meinten die Befürworter des Eintritts in das Ministerium,� daß diese Gefahren überschätzt werden. Sie befürchten vielmehr, wir würden durch unsere Ab- lehnung große Massen Wähler, welche diesmal— obwohl noch keine bewußten Sozialdemokraten— unsere Kandidaten zum Sieg gebracht hatten, abstoßen. Besonders die For- derung der unentgeltlichen Alterspensioncn, für deren Ein- führung schon mehr als 13 Jabre lang gekämpft worden war, ist in dieser Zeit mehr und mehr populär geworden. Und die Parteitagsminderheit meinte, daß die Partei nichts unerprobt lassen dürfte, um diesen Wunsch der leidenden Alten zu befriedigen. Ohne Schaden— so behauptete sie— konnte die Einführung dieser Reform, welche kurz nach den Wahlen so nahe geschienen hatte, nicht wieder in die Nebel der Un- gewißheit zurückweichen. Eine Erniattung des nun mühsam geweckten politischen Interesses wäre dann zu befürchten und damit ein Zurückkehren der dumpfen Mutlosigkeit, welche lange Jahre wie Blei auf das niederländische Proletariat gedrückt Halle. Dagegen meinten die Gegner des Ministerialismus, daß durch unsere Weigerung unsere Forderungen noch keineswegs verloren waren. Selbst wenn eine Regierung auftreten würde, welche diese Forderungen vernachlässigte, hätte die sozialdemokratische Kammerfraktion noch immer die Möglichkeit, diese Forderungen öffentlich auf die Tages- ordnung zu stellen. Sie könnte dabei Gebrauch machen von dem wichtigen Recht der Initiative, die es den Kammer- die durch nichts mehr hätte begünstigt werden können, als eben durch das(sei es auch zeitweilige) Aufgehen der So- zialdcmokratischen Arbeiterpartei in einen Block der Linken. Dies wäre, auch rein parlamentarisch genommen, für das Zustandekommen des allgemeinen Wahlrechts sehr schäd- lich, weil sich hiermit die Möglichkeit, einen Teil der kleri- kalen Parteien für unsere Forderung zu gewinnen, beträcht- lich verringerte. Und doch wäre dies unbedingt nötig, weil für dessen Einführung(wie für jede Verfassungsrevision) zwei Drittel der Stimmen gebraucht werden und die linke Hälfte nur 34 Sitze von 199 einnimmt. Warum ist nun der Beschluß des Parteitags, welcher dies verhinderte, von solch einer außerordentlichen Be- dcutung? Weil aller Ansicht nach eine neue Phase der hol- l ä n d i s ch e n P 0 l i t i k eingetreten ist. Ter stetige Verfall des einmal übermächtigen Liberalismus in Holland ist jetzt so weit fortgeschritten, daß unter einer ganz vorzüglichen politischen Konjunktur die gesammelten Liberalen nur 39 Proz. der Stimmen auf sich vereinigen und(mit unserer Unterstützung) 38 Sitze erobern konnten. Damit ist— solange die heutige Teilung der Parteien fortdauern wird— der Zustand eingetreten, daß der Liberalismus aus eigener Kraft nicht mehr regieren kann. Bildete nun die freisinnige Konzentration eine tatkräftige Demokratie, so würde sie sich nicht scheuen, die großen Reformen, die in unserem rück- ständigen Ländchen dringend nötig sind, mit unserer Unter- stützung durchzuführen. Meinen doch die liberalen Professoren und ihre Nachsprccher in der Presse, daß eine wirkliche De- mokratie dem Sozialismus ein rasches Ende bereiten würde! Aber— auch hierin gleicht die holländische Bourgeoisie ihren Schwestern im Auslande nur zu sehr. Ihr dcmo- kratischcr Flügel ist zu trauriger Ohnmacht verdammt und äußert sich nur kühn und selbstbewußt, solange er— in der Opposition ist. In Holland muß man sich obendrein wohl hüten, die Linke mit der Demokratie zu verwechseln. Die Rechtsparteien haben viele demokratische Anhänger (sogar Freunde des allgemeinen Wahlrechts), wie aus deren sozialen Herkunft auch leicht erklärlich, welche nur durch die Schulfrage am Gängelbande der reaktionären Führer gc- halten werden. Dagegen hat der Antiklerikalismus sehr verschiedene Elemente zusammengetrieben und in der Kammer werden zehn Sitze durch die sogenannten Freilibcralen besetzt, die durch und durch konservative Vertreter der niederländischen Großbourgeoisie und des Scharfmachertums sind. Diese haben sich nur durch die harte Not des Liberalismus, und wohl besonders durch die Furcht vor der drohenden Einführung des von dem klerikalen Kabinett geplanten Tarifcntwurfs unscreu Forderungen gebeugt. Nur auf eine Weise konnten diese reaktionären, arbeiter- feindlichen Elemente sich versöhnen mit der Einführung der genannten Reformen, welche sie bis vor kurzem noch aufs Expedition: SRI. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moriffplatz, Nr. 1984« ' energischste bekämpft hatten: wenn dadurch die Kraft ! d e r p r 0 l e t a r i s ch e n Aktion gebrochen werden könnte. Vieles spricht dafür, daß die langsame Umbildung � unserer eben kräftig emporwachsenden Partei zu einer : liberalen Arbeiterpartei das geheime Ziel war, das die Frei- ! sinnigen mit dem Versuche, uns an ihre absterbende, alters- ! schwache Partei aufs innigste zu binden, anstrebten. Dieser � Versuch ist kläglich zerschellt an dem harten Fels unserer Einheit. Der Freude über die ungebrochene Einheit der Partei gab eine am Ende des Parteitags mit allgemeiner Zustim» mnng angenommene Resolution Ausdruck, welche zu gleicher Zeit die Arbeiter zur energischen Fortführung des Kampfes für das allgemeine Wahlrecht aufrief. Denn dies ist die letzte und nicht die unbedeutendste Folge des gefaßten Beschlusses: Ter Parteitag erkannte offen an, daß die parlamentarische Aktion allein nicht ausreicht, das allgemeine Wahlrecht zu erobern. Seit 1919 war unsere Wahlrechtsaktion wesentlich, und bis jetzt mit unerwartetem Erfolge verschärft worden. Die immer umfangreicher werdenden, jetzt an einem Wochentag stattfindenden Demonstrationen, an denen die freien Gewerkschaften sich immer mebr beteiligten, haben die Wahlrechtsfrage in den Mittelpunkt der aktuellen Politik ge- bracht. Diesen Weg will die Partei weiter verfolgen. Er führt zu immer schärfer werdender Agitation, zu immer mäch- tiger anschwellenden Demonstrationen. Er erhöht die Kampfeslust der von uns geführten Massen, und schult sie in und durch den Kampf. Er rückt den demonstrativen politischen Streik immer näher heran. Die Zukunft wird uns lehren, ob es nötig sein wird, zu dieser schärfsten Waffe zu greifen. Auf diese Weise werden wir unser Ziel erreichen, ohne daß dadurch die Einsicht, das proletarische Bewußtsein der Massen getrübt, ihre revolutionäre Gc- sinnung geschwächt, unsere Kraft und Einheit gefährdet wird. So hat der jüngste Parteitag für unsere Partei eine mehr als gewöhnliche Bedeutung. Tie wirklich proletarische Disziplin, mit der sich die Minderheit dem Willen der Mehr- hcit gefügt hat, hat die Tatkraft der Partei nicht wenig gestärkt. Hoch über die Meinungsverschiedenheiten ragte die sozialistische Solidarität empor. So kann sich die holländische Sozialdemokratie im ruhigen Bewußtsein ihrer wachsenden Kraft, mit unge- brochcner Einheit und Kampfesbcgicrde den Schlachtruf unseres unvergeßlichen Bebels zu eigen machen:„Vorwärts, vorwärts und immer vorwärts!" I. F e d d e r- Amsterdain. Zum Liieuer Stempelfällcberprozeß. Ein gefnhrUcher Mangel bei der Prüfung von Eiscnbahnmaterial. Aus Essen wird uns geschrieben: Der Stcmpclfälscherprozcß, der am Montag bor der Straf- kammer des Landgerichts Essen stattgefunden hat, hat nicht nur schwerwiegende Beweise dafür zutage gefördert, wie skrupellos die Besteller von Eiscnbahnmaterial� in erster Linie die preußische Eisenbahnverwaltung, betrogen werden, es ist auch nebenbei ein gefährlicher Mangel bei der Prüfung der gelieferten Ar- beiten festgestellt worden. Dieser Mangel geht die Oeffcntlichkcit in weitestem Maße an. Deshalb sei diese Seite der Angelegenheit noch etwas näher besprochen. Es ist das um so mehr angebracht. als die bürgerliche Tagcsprcsse sich bemüht zeigt, die in dem Prozeß aufgedeckten skandalösen Vorgänge bei der Lieferung von Eisenbahn Material totzuschtoeigen. Zwei Dinge fallen auf: die verblüffende Ungeniertheit, mit der die Schiebungen jahrelang geübt worden sind, und das Einstellen des Verfahrens gegen den anfänglich Mitangeklagten Direktor Reinhardt. Nach der eidlichen Bekundung dcS langjährigen ehemaligen Buchhalters der Firma sind bei Hunderten von Materialabnahmen falsche Stem. pel zur Anwendung gekommen. Da ist keine einzige Lieferung nach der Prüfung des Abnahmebeamten mehr die er- forderliche Stückzahl aufzuweisen hatte, sind die fehlenden Stücke immer nachträglich aus der Reihe der verworfenen ent- nommen, heimlich mit einem falschen Abnahmcstcmpel versehen und der Lieferung beigefügt worden. Und zwar hat man nicht nur Stücke mit„Schönheitsfehlern" oder solche, die ungenau gearbeitet waren, mehr oder minder glücklich„repariert" und mit falschem Stempel versehen, sondern cS sind auch Stücke mit groben Materialfehlern auf diese Weise durchgeschmuggelt worden. Rissige Stücke hat man mit einer Kittmasse verschmiert und in den Regen gestellt, damit sie einen die Mogelei verdeckenden Rost Überzug bekamen! Für bestimmte Arbeiten, z. B. für Kuppelungen� war Qua- litätsmatcrial vorgeschrieben. Für solche Sllickc mußte die Firma Zerreißproben vorlegen. Ein Zeuge bekundete, daß auch Zerreißproben fälschlich gestempelt worden sind. Jedoch mit dem echten amtlichen Abnahmcstempcl! Die Meister und Arbeiter, die da? Stempeln zu besorgen hatten, haben sich, wie sie angaben, nichts Arges dabei gedacht. Und wenn man hört, wie sorglos sie im„Bau" wie am Biertisch sich darüber unterhalten haben, daß sie„selber Abnehmer spielten", wenn die Abnehmer einmal„schlecht gelaunt gewesen, dann könnte man ihnen fast Glauben schenken. Jedenfalls wird man ihnen mildernde Umstände zubilligen müssen, wenn man hört, daß sie vom BetriM» assistenten, ja vom Direktor selbst zu ihrem sträslichen Tun veranlaßt bezw. ermuntert worden sind. Besonders dann,-wenn man hört� daß der Direktor dem einen der Angeklagten aufgegeben, ablehnende Kreidezejchen des Abnahmebeamten mit Petroleum auszulöschen und ihm ein Stück gleichfarbiger Kreide gegeben, da- niit er die betreffenden Stücke mit dem An nahmezeichen der- sehe, so daß die Stempelung erfolgen konnte. In einem Falle hat der Direktor zum Weiterstcmpeln(mit einem falschen"Stempel) ermuntert und hinzugefügt, daß er davon aber„nichts wissen" dürfe. Bei der Stempelung von 200 für Rumänien bestimmten Kuppelungen, von denen die Abnehmer wiederholt eine große Zahl verworfen hatten, die aber immer wieder zur Prüfung gestellt worden waren, hat der Direktor nach der glaubwürdigen Angabe eines der Angeklagten, die nachträglich durch einen Zeugen gestützt wurde, die Rolle des Zählers übernommen. Nicht weniger denn 80 Stück waren es, die bei der letzten Manipulation für diese Lieferung auf die gekennzeichnete Weise unterschoben wurden. Trotzdem kam nichts„heraus", und das„Abnchmerspielen" wäre wohl noch lange tveiter gegangen, wenn Direktor und Betriebsleiter in ihrem Sicherheitsgefühl sich nicht hätten verleiten lassen, gegen einige Arbeiter gar zu herrisch vorzugehen. Was den zweiten höchst merkwürdigen Punkt bei der Sache anbetrifft, so wird man fragen: wie war es möglich, daß die An- klagebehörde nach Abschluß des Vorverfahrens bei der Beschluß- kammer die E i n st e l l u n g des Verfahrens gegen de» leitenden Direktor und M i t i n h a b e r des Werkes und gegen den schwer belasteten Betricbsassistenten beantragen konnte? Ist doch schon in der Voruntersuchung, die fast ein Jahr gedauert hat, durch um- fangreiche und eidliche Zeugenvernehmungen im wesentlichen alles das ermittelt worden, was die Hauptverhandlung zutage brachte. So kam es, daß der schwer belastete Direktor als Zeuge auf- treten konnte. Wohl dürfte er sich zwar auch in dieser Rolle nicht gefühlt haben; dazu gestaltete sich seine Vernehmung, be- sonders die Konfronticrung mit einigen wichtigen Zeugen viel zu kritisch für den Herrn. Dabei hat er noch insofern Glück gehabt, als ihn niemand auf einen sehr heftigen Widerspruch festnagelte, in den er auf fol- gcnde Weise geriet. Bei semer Vernehmung hatte er wieder- holt versichert, daß er zweimal von seinem Betricbsassistenten darauf aufmerksam gemacht toorden sei, daß das„Gerede von falschen Stempeln" umgehe. Das erstemal habe er der Sache keine Bedeutung beigelegt. Das zwcitemal habe er„sofort eine ganz energische Untersuchung" eingeleitet und alles versucht,„der falschen Stempel habhaft" zu werden. Das Gerede habe sich jedoch wieder als grundlos erwiesen. Erst bei seiner ihm„ganz über- raschcnd gekommenen gerichtlichen Vernehmung" habe er sich von der Existenz falscher Stempel überzeugen müssen. Im weiteren Verlaufe der Beweisaufnahme bekundete der Zeuge Werkmeister Förster, daß er die Schieberei nicht habe mit ansehen wollen. Er habe deshalb gekündigt und dem Direktor geschrieben, was in seiner Fabrik vorgehe. Der Direktor habe ihm im Beisein des Mitinhabers der Fabrik, Stadtverordneten Brune, die Sache auszureden versucht und ihn zum Wiedereintritt bewogen. Das war 1011. Herr Reinhardt aber versuchte dieses sein merkwürdiges Verhalten dem Zeugen gegenüber nunmehr damit zu erklären, daß der Zeuge ihm mit der Mitteilung über den Gebrauch falscher Gtempel nichts Neues gesagt hätte, da er ja davon schon 'früher Kenntnis gehabt. Somit hatte Herr Reinhardt iy seiner Aufregung wohl vergessen, daß er ein paar Stunden '„zuvor versichert hatte, er hätte sich von der E x i st e n z der falschen Stempel erst bei seiner Vernehmung im Sommer 1912 überzeugt. Bemerkenswert ist, daß das Gericht sich keinen Augenblick darüber im Zweifel zeigt«, die Vereidigung des Herrn Direktors abzulehnen. Und nun die Abnahmeprüfungen durch die Eisenbahnverwal- tung. Der früher mit der Abirahme betraute Regierungsbaumeister W e d e l l, der an seinem jetzigen Wohnort Charlottenburg kommissarisch vernommen worden ist, hat ausgesagt, daß die Ar- beiten der„Rheinischen Hammerwerke" sehr schlecht und die Firma alles daran gesetzt habe, die Wertstücke„zur Ab- nähme zu bringen", deshalb habe er sich einer genauen Prüfung der Stücke befleißigt. Ob die von der Firma angegebene Stückzahl gestimmt habe, könne er aber nicht sagen, da ihm dazu die Zeit gefehlt habe. Er hätte sich da auf die Angaben der ihm von der Firma zur Hilfe gestellten Arbeiter verlassen müssen. Wenn die Zahl der abzunehmenden. Saücke sehr groß gelvesen oder verschiedene Prüfungsplätze in Frage gekommen wären, so hätte er mehr als einen Stempel herausgegeben. Ob er Stücke ge- prüft habe, die schon verladen waren, wisse er nicht.— Diese sehr bedeutsamen Aussagen wurden in der Hauptver- Handlung noch in folgender Weise ergänzt. Einige Angeklagte gestanden und Zeugen bestätigten, daß bei gleichzeitigem Zur- prüsungstellen von Arbeiten an zwei verschiedenen Stellen der Abnehmer abwechselnd nach der einen und anderen Stelle gegangen sei, und daher die mit dem Abstenipeln beschäftigten Meister bezw. Arbeiter zeitweise und abwechselnd allein waren. Es sei auch vorgekommen, daß der Abnahmebeamte abends v e r- g e s s e n habe, die von ihm ausgehändigten amtlichen Stempel wieder einzufordern.— Auf diese Art war es möglich, daß z. B. die 7000 Klemmplatten, die der Beamte eines Tages verworfen, am anderen Morgen prompt gestempelt sein konnten. Der jetzige Abnahmebeamte, Regierungsbaumeistcr Lauben- heim vom Eisenbahnzentralamt in Essen, bestätigte, daß die Arbeiten häufig grobe Materialfehler aufweisen, daß rissige Stellen verschmiert waren usw. Er zähle die Stückzahl selbst und prüfe die Stücke möglichst genau. Das sei aber so z e i t r a u b e n d, daß jedes einzelne Stück unmöglich näher geprüft werden tonne. Er müsse sich deshalb mit Stichproben begnügen. Wenn die Absicht des Betruges bestehe, so könne sie ausgeführt werden. Die Nachrevision auf den Zentrallagern und Werkstatt- ämtern beziehe sich im wesentlichen nur auf die Zahl der Stücke. Was folgt aus diesen festgestellten Tatsachen? Daß die Ab- nahmcbeauiten außerstande sind, eine genaue Kontrolle vor- zunehmen, daß sie beim Abstempeln auf die Hilfe von Angestellten der Lieferanten angewiesen sind und sich mit bloßen Stich- proben begnügen müssen, und daß daher jederzeit ein Betrug der Lieferanten� möglich ist! Wie sagte doch der alt« Baare vor 22 Jahren, als im Bochumer Steuerhinterziehungsprozeß der Ange. klagte Fusangel u. a. unter Beweis stellt«, daß auf dem Bochumer Verein mit Wissen BaareS Stempelfälschungen allerschlimmster Art vorkämen?: „Daß einmal geflickte Schienen bei einer Lieferung mit unterlaufen, kommt bei jedem Werkevorl..." Kuppelungen und Klemmplatten(die zur Befestigung der Schienen auf den eisernen Schivellen dienen) sind für die Sicherheit des Betriebes nicht minder bedeutsam als die Schienen. Was gedenkt also die preußische Eiscnbahnverwaltung zu tun, um sich vor dem.„Unterlaufen" geflickten Eisenbahnmaterials zu schützen? Und noch eine Frage: War der preußischen Eiscnbahnverwal- tung bekannt, daß die Arbeiten der„Rheinischen Hammerwerke" so schlecht" waren, wie es von den Beamten bezeugt worden, ünd daß die Firma alles daran gesetzt hat, die Arbeiten zur Abnahme zu bringen? Wenn das der Fall— warum wurden dann die geschäftlichen Verbindungen nicht abgebrochen? Politische Qcberficht. Ein nettes Tebüt. Der deutschen Reichshauptstadt ist Heil widerfahren. Seit dem 30. August 1913 erscheint in Berlin eine neue Zei- tung, der„Deutsche Courier" genannt, der sich als hochoffi- ziöses Organ der nationalliberale u Partei Bassermannschen Kalibers ankündigt. Herr Bassermann hat dieser neuen Blüte der Berliner Zeitüngskunst in einem langatmigen phrasengeschwollenen Leitartikel seine Weihe gegeben und die Führer des sächsischen und badischen National- liberalismus stehen gleichfalls Pate. Sehr nett ist der Bassermann-Byzantinismus, der sich in dem einführenden redaktionellen Artikel breit macht. Wir hören, dnß der„hochverehrte Parteiführer Bassermann" in dem„gütigst gewidmeten Geleitwort in klarster und er- schöpfendster Weise" sich über die Aufgaben der national- liberalen Partei ausgesprochen hat, und zwar dermaßen klar und erschöpfend, daß es„nur anmaßend wäre, wenn die Re- daktion des„Deutschen Courier" diesen autoritativen Dar- legungen, noch etwas hinzufügen wollte." Daß die Redaktion des„Courier" neben der Form des Byzantinismus noch andere erhebende Qualitäten besitzt, be- weist eine Notiz über angebliche„belgische Propagandeure des Massenstreiks". � Es wird vom Hörensagen berichtet, daß am 12. September in der„Neuen Welt" in der Hasenheide eine Versammlung sozialdemokratischer Vertrauensleute stattfinden soll, in der die belgischen Genossen V a n d e r- s m i s s e n und H u y s ni a n über die Erfahrungen beim belgischen Generalstreik berichten sollen. Die Notiz schließt mit den Worten: „Wenn Ausländer der Grundsatz ist unter anderem vom Fürsten B ö l o w Jaurös gegenüber bestimmt worden— in Deutschland in irgendeiner Form sozialistische Propaganda treiben wollen, so erweisen sie sich als l ä st i g. Die polizeiliche Praxis lästigen Ausländern gegenüber steht ein für allemal fe st." Also ein rundes nettes Denunziatiönchen. Wir gratulieren der nationalliberalen Partei zu ihrem erfreulichen Familienzuwachs._ Aus der Stadt des Grauli. Das Lokalkomitee des Metzer Katholikentages erläßt folgende kuriose Erklärung: „In einigen Blättern sind Artikel erschienen, die schwere Anklagen gegen Teilnehmer des Metzer Katholikentages erheben und allgemeine Schlüsse daraus ziehen. Wir haben bei der Kriminalpolizei genaue Erkundigungen über die an- geblichen Vorkommnisse eingezogen. Danach ist festgestellt, daß wohl eine Slnzahl Teilnehmer des Festzuges, auch mit Fahnen, durch den Zeug Haus st adenge- zogen sind, daß aber Ausschreitungen" irgend. welcher Art nicht vorgekommen sind. Direkt erlogen ist die Behauptung: es sei von auswärts besonderer Zuzug in�diese Häuser erfolgt. Der Besuch der Häuser war an jenem Sonntag geringer als sonst. Ueberhaupt ist anerkannt worden, daß Trunkenheit und Störungen an jenem Tage in keiner Weise bc- merkt worden sind. Der Durchzug durch gewisse Straßen be- ruht auf dem Mangel an Ortskenntnis seitens der Fremden. Iluf den Ton und die Absicht jener Artikel einzugehen, erübrigt sich." In Wirklichkeit bestätigt die Erklärung nur, was aus Metz gemeldet worden ist. DaS Lokalkomitce gibt zu, daß viele Fest- tcilnehmer in den Bordellgasscn waren, auch, daß diese mit Fahnen hindurchgezogen sind; nur sollen nach Aussagen der Kriminal- Polizei„Ausschreitungen" nicht vorgekommen seien. Sehr wohl möglich— aber von„Ausschreitungen", die durch Polizei- gewalt unterdrückt werden mutzten, hat der„Vorwärts" gar nicht berichtet. Das„sündhafte" Treiben hat sich vielmehr ganz ge- mütlich abgespielt. Auch unser Korrespondent schreibt uns aus Metz: „Wir haben über die Vorkommnisse, die sich am ersten Tage der Metzer Katholikenvcrsammlung in einem gewissen Viertel der Stadt zugetragen haben, mit gelassener Ruhe und lächelnder Nach- ficht berichtet. Wir wissen, daß wenn 2S 000 bis 30 000 Schafe zusammenkommen, sich darunter auch leicht tausend und einige Böcke befinden, die ein unfrommcr aber natürlicher Drang abseits von der sanften Herde treibt. Wir hätten nun gedacht, daß die Zen- trumspresse die Sache mit derselben Ruhe betrachtet oder, wenn sie sich nun mal aufregen wollte, dann sich über die Böcke aufgeregt hätte und nicht über diejenigen, die über deren Treiben berichtet haben. Aber wir haben uns getäuscht. Die„Germania" bringt unter der Spitzmarke:„Eine gemeine Verdächtigung der Teil- nehmer am Metzer Katholikentag" einen lautenden Artikel, worin sie die Mitteilungen über das, was sich in der Moselgasse in Metz zugetragen hat, unter vielem Geschimpfe als„böswillige Erfin- dung" erklärt. Und warum das? 1. Keiner der nach Metz gekommenen Korrespondenten— so schreibt die„Germania"— habe auch nur die Spur von derartigen Vorkommnissen bemerkt und berichtet; es sei im Gegenteil von allen Seiten berichtet worden, daß alles in Ordnung und Ruhe zugegangen sei.— Denkt die„Germania" so gering von den Katholikentagen, daß sie annimmt, die Presseleute würden sich alle- mal sofort in die anrüchigen Straßen begeben, in der Erwartung, dort die katholische Volksseele von einer besonders interessanten Seite beobachten zu können? Nein, nicht die Presse, wohl aber die Nachbarschaft der Mosclgasse war aus alter, bei patriotischen wie bei frommen Veranstaltungen immer wieder bestätigten Erfahrung auf die kommenden Dinge vorbereitet, wenn auch ihre Erwartun- gen, was die Stärke und Lebhaftigkeit des Verkehrs betrifft, durch den Katholikentag erheblich übertroffen wurden. 2. Ein Lothringer Blatt, das ebenfalls über die Vorkommnisse berichtete, hatte mitgeteilt, daß die Polizei im Interesse der Ord- nung hatte einschreiten müssen. Die„Germania" hat erfahren, daß von einem Einschreiten der Polizei an zuständiger Stelle nichts bekannt sei. Die Behauptung des Lothringer Blattes, schreibt sie. „ist damit als eine Lüge entlarvt. Danach lassen sich auch die anderen Behauptungen als frei erfundene Schmähungen erkennen". — Großartige Logik! Niemand hat behauptet, daß die Polizei mit Säbel und Verhaftung hätte einschreiten müssen. Sie hat sich sehr ruhig und taktvoll benommen und. soweit sie zum„Einschreiten" genötigt war, das mit höflichen Worten getan. Daß sie keinen Anlaß hatte, darüber an„zuständiger Stelle" zu berichten und daß diese von einem Einschreiten keine Kenntnis hat, ist selbstverständ- lich, aber doch kein"Grund, die Vorkommnisse abzuleugnen. Die Metzer Polizei hat dem Treiben mit philosophischer Ruhe zugesehen und sich gesagt, daß es nicht ihre Aufgabe sei, die schlechten Er. ziehungsergebnisse der schwarzen Sittenpolizei wieder gutzu- machen. 3. Nachdem die„Germania" alles abgestritten und als „Lüge",„Verleumdung" und„böswillige Erfindung" bezeichnet hat, Hüft sie wieder ein Ende zurück, indem sie schreibt:„Es ist freilich nicht ausgeschlossen, daß, angelockt durch die billige Fahr» gelegenheit, auch Elemente nach Metz gekommen sind, denen es um alles andere zu tun war, als um den Besuch des Katholikentages. Es wird selbst solche Leute geben, die sich extra ein Fcstabzeichen kaufen, um unter diesem Schilde ungescheut Ausschreitungen zu begehen und dadurch absichtlich der guten Sache einen Schandfleck anzuhängen." Die„Germania" tut uns leid in ihrer Not. Wir wollen ihr zunächst danken für das Geständnis, daß es Leute gibt, die die billige Fahrt und das mehr oder weniger billige Vergnügen zu den Katholikentagen lockt. Dann aber wollen wir sie auf die richtige Spur weisen und ihr mitteilen, daß die vielen Hunderte, die sich am Sonntag der großen Katholikenparade in der Metzer Mosel- gaste auf und ab, ein und aus bewegten, aus verkappten Frei- maurern und Sozialdemokraten und solchen Leuten bestanden, die von der Loge und der sozialdemokratischen Partei angeworben waren, in christlichem Gewände der Unzucht nachzugehen und so die „gute Sache" des Zentrums zu schänden. Auch die Bekränzung der Wirtshäuser an der Moselgasse ist mit frcimaurerischem und sozial- demokratischem Geldc geschehen. Hätte man die Fahnen, die von den Besuchern der Moselgasse an dem bewußten Sonntag mit- geführt wurden, ihrer Hülle entkleidet, würde man der Sache auf die Spur gekommen sein: es waren durchweg Fahnen sozialistischer Organisationen. Die Metzer Freimaurer feierten den gelungenen Streich am Abend durch eine wüste Orgie, bei der Grauli, das ge- schwänzte Ungeheuer, die Hauptrolle spielte." Nachklänge der Metzer Tagung. Trotz der schönen Metzer Friedenserklärung nimmt die Katz- balgerei zwischen der Berliner und der Kölner ultramontanen Richtung ihren Fortgang. Die jungfräuliche„Germania" leistet sich in letzter Nummer folgenden brüderlichen Angriff auf die «Osnabrücker Volkszeitung": „Eine„Korrektur des Erzbischoss von Köln" wird der„Ger- mania" in der„Osnabrücker Volkszeitung"(Nr. 200 vom 29. August) vorgeworfen. Es handelt sich um die Ansprache, die Erzbischof v. Hartmann beim Besuche der Zentralstelle des Volks- Vereins für das katholische Deutschland in M.-Gladbach gehalten hat. Nach dem Bericht der„Köln. Volkszeitung" soll der Herr Erzbischof erklärt haben, daß er dem Volksvercin das gleiche Wohl- »vollen entgegenbringe, wie sein Vorgänger auf dem erzbischöflichen Stuhle, nach dem Bericht der„Germania" hat er gesagt, daß er dem Volksverein großes Vertrauen entgegenbringe, da er ja hoffen dürfe, daß der Volksverein seine Tätigkeit im engsten Anschluß an die kirchliche Autorität ausüben werde. Gegenüber dem Vorwurf in der„Osnabrücker Zeitung", die„Germania" habe den Bericht „willkürlich abgeändcr t", ein Vorwurf, für den auch nicht die Spur eines Beweises vorbanden ist, halten wir die Wiedergabe der Worte des Herrn Erzbischoss v. Hartmann in dem Bericht der „Germania" vollständig aufrecht, und damit erhebt sich von selbst die Frage, wer diese Worte„willkürlich ab- geändert" hat. Ter Bericht, den die„Germania" veröffentlicht hat, war uns von einer vertrauenswürdigen und hochangesehenen Stelle handschriftlich zugegangen und ist von uns unverändert zum Abdruck gebracht worden. Bon einer„Korrektur" unsererseits kann deshalb überhaupt keine Rede fein, eine solche ist uns auch von der„Kölnischen Volkszcitung" selbst, welche doch die nächste Veranlassung dazu gehabt hätte, nicht vorgeworfen worden, sondern auffälligerweise von der„Osnabrücker Volkszei- tung". Wer hat dieses Blatt in diesem Falle so falsch informiert und zur Erhebung eines so schweren, durchaus ungerechten Vorwurfes der- anlaßt? Diese Frage zu stellen, erscheint uns nach manchen Vorkommnissen der letzten Zeit berechtigt und angezeigt. Wenn dann in der„Osnabrücker Volkszeitung" schließlich bemerkt wird. es sei„jedenfalls sehr auffällig, wenn ein katholisches Blatt lediglich auS Rücksicht auf gewisse Gegner des VolkSvercins sich erkühnt, die Worte eines Erzbischoss zu korrigieren", so müssen wir diese ebenso haltlose als perfide Verdächtigung auf das entschiedenste zurückweisen." Germanisatoren in Elsah-Lothringen an der Arbeit. Wenn Elsaß-Lothringen auch noch keine preußische Provinz ist, so will man der Bevölkerung doch alle Augenblicke zeigen, welcher Herrlichkeiten sie sich bei einer nach preußischem Muster durch- geführten Germanisation zu erfreuen haben wird. Als im Land- tage der P o l i z e i m i n i st e r Mandel anläßlich einer Interpellation wegen der Deimlingparaden in den Straßen der reichsländischen Hauptstadt erklärte, daß neben den vielen Unzu- fricdenen, die sich durch die Stratzenabsperrungen in ihrer Erwerbs- tätigkcit beschränkt sehen, es auf der anderen Seite auch viele Bür» ger gebe, die an solchen Truppendurchzügen mit Musik Gefallen finden, hat diese ministerielle Weisheit bei der elsaß-lothringischen Bevölkerung— Einheimischen und Eingewanderten— ein Hohu- gelächter hervorgerufen, bei denen aber, gegen die die Interpellation gerichtet war, scheint die Ministerrede als Aufmunterung gebucht worden zu sein. DieTruppcndurchzügc durch diever- kehrsreichsten Straßen wurden fortgesetzt und in Hagenau hielt der kommandierende General v. Deimling ebenfalls auf einem öffentlichen Platz in der Stadt die ihm lieb- gewordene Parade ab. Die Proteste der Bürgerschaft und der ge- samten elsaß-lothringischen Presse— mit Ausnahm� einiger Lakaienblätter— waren fruchtlos. Die Herren vom Militär hatten ja die Ministerrede in der Tasche. � Am Donnerstag, den 28. August, ereigneten sich>n Straßburg allein drei Fälle, die den preußischen Kommiß in ferner herrlichsten Blüte zeigen. � � � Der erste Fall spielte sich in der Brandgasse ab, wo sich das Generalkommando und da« Bürgermeisteramt befinden Nach. mittags um 5 Uhr wurde plötzlich die Brandgasse militärisch unter Assistenz der Polizei a b g e s p- r r t. 1 Offtzrer. 2 Unterojj.z.ere, 5 Soldaten und 2 Schutzleute hielten Wacht, daß kein Fugganger und kein Wagen passieren konnte. Der gqamU Verkehr war lahm. gelegt. Warum? Vom Generalkommando wurden die Fahnen eines der vielen in Straßburg statlonierten Jnjantericregimenter abgeholt. Diese Behandlung des steuerzahlenden Publikums veran- laßte sogar ein regierungsjreundUches Blatt, die„Straßburger Bürger-Zeitung". zu folgender Kritik:„Die Willkür desjenigen Herrn, der diese Absperrung anordnete, ist aufs schärfste zu tadeln! Die Straßen und ihr Verkehr gehören in allerer st er Linie der steuerzahlenden, gewerbetreibenden Be» völkerung. Schade, daß Unterstaatssekretär Mandel gestern nicht zufällig Augen- oder besser gesagt Ohrenzeuge der Vorgänge war; es wäre ihm klar geworden, wie unangebracht seine AnsichtS- äuße'rungen im Landtag über die bürgerliche Auffassung gelegentlich der Broglieparada in Verbindung mit der GießhauSgassensPerrung war." Das war am Nachmittag? In der Nacht gegen Vsi tnjr spielte sich der zweite Fall ab. Von der Hauptwache her zogen 4 Militär- musiker in Begleitung von 2 Osfizieren— alle in Uniform— unter Trompetengeschmetter mit Geigenbegleitung durch die Straßen, indem die Musik das in Stratzburg so beliebte Lied:„Ich bin ein Preuße.. in allen Tonarten zu Gehör brachte. Der Gesellschaft, die anscheinend angeheitert war, trat bald darauf eine Schutzmannspatrouille entgegen. Der Erfolg? Die Trompeten schmetterten, angefeuert durch die befehlenden Zurufe der beiden Offiziere, einfach weiter. Die Schutzmanns- Patrouille war für die Gesellschaft Luft. Z§u diesen militärischen Glanzleistungen gesellt sich noch der Fall, der sich, wie wir bereits berichtet haben, am Donnerstagabend am Bahnhof abspielte, wo ein Offizier von einer Dame geohrfeigt wurde. Der Offizier ging daraufhin bekanntlich gegen die Dame mit gezücktem Degen vor, um seine verletzte Ehre zu reparieren. Dieses Heldenstück wurde von einem dazwischentretenden Feldwebel mit dem Ausspruch gegeißelt:„Pfui, das ist eine Schande für die gesamte deutsche Armee!" Der Bevölkerung Elsaß-Lothringens müssen sich bei einer derart betätigten Germamsationsmethode doch wohl eigenriige Gefühle bemächtigen. Aus der Waldenburger Tenunziantengesellschaft. Vor dem Schöffengericht in Waldenburg i. Schl. fand am Freitag eine Verhandlung statt, die mit einer schweren Ver- u r t e i l u n g eines früheren Ange st eilten des konser- vativen„Neuen Tageblattes" endete. Ter Haus- meister Voigt wurde wegen schwerer Beleidigungen dreier Zeitungs- trägerinnen zu ll Monaten Gefängnis verurteilt. Die An- gelegenheit hat folgende interessante Vorgeschichte: Vor längerer Zeit erhielten mehrere ZeitungSträgerinnen des konservativen Tageblattes anonyme Drohbriefe, in denen ihnen Gewalttaten an- gedroht wurden, wenn sie das Austragen des konservativen Tage- blatte? nicht einstellen würden. Die ganze Abfassung der Briefe ließ durchblicken, daß die Drohungen und Beschimpfungen von haß- erfüllten Sozialdemokraten ausgingen. In der Tat fiel das kon- servative Blatt des Herrn Lippold auch in einer unglaublichen Weise über die Sozialdemokratie her, die er für die anonymen Briefe verantwortlich machte. Jetzt nach vielen Monaten hat diese Geschichte eine für da? konservative Blatt überaus blamable Auf- klärung gefunden. Vor Gericht wuvde einwandfrei durch Schrift- sachverständige festgestellt, daß der Angestellte Voigt vom „Tageblatt" die Briefe aus Rache gegen die Frauen ge- schrieben habe. Das Tollste aber an der Sache ist das, daß der konservative Expeditionschef Kohlberg vor Gericht aussagte, daß es ihm sofort, als er die Briefe zu Gesicht bekam, klar war, daß Voigt und kein anderer die Briefe geschrieben habe; und Herr Kohlberg war damals die rechte Hand des Lippold. Trotzdem eS also den Herren bekannt war, daß der eigene Angestellte diese gemeinen Briefe ge- schrieben hatte, wurden sie in mehreren Artikeln des kon- servativen Hetzblattes den Sozialdemokraten ange- hängt. Mit voller Absicht wurde also gelogen und wider besseres Wissen der politische Gegner in der gemeinsten Weise verdächtigt. -1- Gegen die Fremdenlegion wird zurzeit in Deutschland mit Recht viel geredet und geschrieben, aber leider auch viel gelogen. Ueber den Kölner Schwindel- Legionär Hasselmann, haben wir bereits berichtet; in ländlichen Gegenden ward aber' anscheinend an Entstellungen noch mehr ge- leistet. So heißt es z. B. in einem Bericht des„Wests. Volksbl." aus Geseke i, W. über einen Vortrag: „Der Erzähler selbst hat 7 Jahre der Fremdenlegion angehört und eS bis zum Feldwebel gebracht. In den 7 Jahren hat er bei seinen Mahlzeiten auch nicht ein einziges Mal ein Stückchen Fleisch erhalten; die Nahrung bestand nur aus Reis und Brot. Ferner bat er im Laufe der ganzen Zeit nur 43mal das Vergnügen gehabt, auf einem Strohsack zu schlafen, sonst hat er immer im Freien nächtigen müssen. Mit gespannter Erregung verfolgten die Zuhörer die Ausführungen des Erzählers über die verhängten Strafen. In einem der angezogenen Fälle wurden dem Sträfling �die Ohren, Nase und einige Finger abgeschnitten, dann wurde der Unglückliche bis an den Oberkörper in die Erde eingegraben mit eisernem Drahtgeflecht in Form einer Glocke überdeckt. Unter dieses Geflecht setzte man eine Anzahl ausgehungerter Ratten, die den Sträfling bei lebendigem Leibe zerfleischten, bis er endlich seinen Geist aufgab. In einem ähnlichen Falle ließ man den Verstümmelten und Eingegrabenen elend verhungern usw." In dieser Weise„erzählte" der frühere Feldwebel seine„Er- fahrungen". Die Kalkanfragen. Der Verzicht auf Adrianopel. Die offizielle Einleitung direkter Verhandlungen zwischen Bulgarien und der Türkei bedeutet den endgültigen Verzicht Bulgariens auf Adrianopel. Die Hilfe der Großmächte, um die man in Bulgarien nach dem militärischen Zusammenbruch immer wieder gefleht hatte, ist ausgeblieben und Bulgarien muß nun auch den Platz aufgeben, um dessentwillen es den zweiten Krieg mit der Türkei begonnen hat. Keiu Finanzboykott. London, 80. August. Das Reutersche Bureau erfährt die in Wien verbreitete Nachricht, daß die Mächte zu einem grundsätzlichen Einverständnis über einen finanziellen Boykott der türkischen Anleihen vermittelst ihrer Ausschließung vom Börsenhandel gelangt wären, entbehre jeder Begründung. Es wäre zwar ein Vorschlag m diesem Sinne von Rußland gemacht worden, aber noch keine Entscheidung darüber getroffen. Man betont, daß England an einem solchen Schritt nicht aktiv würde mitwirken können, weil die Regierung keine Kontrolle über die Zulassung von Werten an die Fondsbörse besitze. Griechenland»nd die Türkei. Athen. 30. August. Die Besprechungen zwischen Griechenland und der Türkei, die auf den A b s ch lu ß ei n e S en d g ü lt i g e n Frieden« abziele», werden beschleunigt. Ein Einvernehmen zwischen den beiden Staaten erscheint als sicher. Der Vertrag wird in einigen Tagen durch den Minister des Auswärtigen unterzeichnet werden. Die Pforte hat den griechischen Schiffen die Durchfahrt durch die Meerengen unter der Bedingung gestattet, daß sie vorher ihre Flagge einziehen. Die griechischen Reeder bekrachten diese Bedingung als nach einem siegreichen Kriege demütigend. Sre werden heut« zusammentreten, um einen end- gültigen Entschluß zu fassen. Die Eholera. Bukarest, 30. August. Amiliche Berichte melden, daß die Eholeraepidemie nn Abnehmen begriffen ist; von ihrem Auftreten am 23. Juli bis zum 28. August zählte man 63« Er- krankte, von denen 275 gestorben sind. Dagegen erhalte» wir ein Privattelegramm, das vor Reise» nach Rumänien wegen der herrschenden Eholeragefahr warnt. � Die rumänische Armee hat während des Krieges bis einschließlich 24. August sechs Offiziere und 1149 Mann durch den Tod ver- loren. Norwegen. Nordische Friedenstauben. In Skandinavien existiert ein Nordischer interparlamen- tarischer Verband, der auf bürgerlicher Grundlage für den Frieden tätig ist und insbesondere das friedliche Zusammen- wirken der nordischen Länder auf dem Gebiete des Völker- rechts zum Ziele hat. Allzu ernst braucht man die Sache kaum zu nehmen, denn die gleichen bürgerlichen Abgeordneten Pflegen in ihren respektiven Parlamenten für die Ver- mehrung der Rüstungen einzutreten. Diese Tat- fache führte seinerzeit dazu, daß unsere norwegischen Partei- genossen die Humbngmacherei einiger ihrer bürgerlichen Landsleute in verdienstvoller Weise entlarvten und, wenn wir richtig unterrichtet sind, sich seitdem nicht mehr daran be- teiligen wollen. Eine aus je 15 Vertretern dar skandinavischen Länder bestehende Konfereenz hat letzte Woche in Stockholm getagt. Man beschäftigte sich besonders mit zwei Fragen von größerer Bedeutung- Die eine betrifft den Abschluß von zwischen- staatlichen Verträgen zwecks friedlicher Beilegung, eventuell durch Schiedsspruch, von entstehenden Streitig- ketten, und die zweite war die Frage der N e u t r a I i t ä t s- i n st i t u t i o n. Die letztere Frage wurde von dem dänischen radikalen Verteidigungsminister Münch behandelt, der eine Darstellung der Arbeiten der auf internationaler Grundlage wirkenden Interparlamentarischen Union gab. Die Natur dieser Frage schließt ja einen größeren Einfluß der kleinen Länder auf die endgültige Gestaltung der Neutralitäts- lnstitution aus, weil der Wert oder Unwert einer Neutralitäts- erklärung von dem guten Willen der Großmächte abhängig ist. Dieser„guter Wille" wird bestimmt von den realen Machtinteressen dieser großkapita- l i st i s ch e n Staaten, die sich gar nicht um die schönen Theorien kleinbürgerlicher Friedensfreunde kümmern. Daher war auch die Behandlung dieser Frage in Stockholm wertlos. Man begnügte sich mit einigen Redensarten darüber, ob neutrale aneinander grenzende Staaten im besonderen Falle gemeinsam ihre Neutralität verteidigen dürfen sollen oder nicht. Die Konferenz nahm bezüglich der Schiedsgerichts- Vereinbarungen eine Resolution an, die sich an die Regierungen der nordischen Länder richtet und ver- langt, daß bei Abschluß oder Erneuerung von Schiedsgerichts- Verträgen mit anderen souveränen Staaten versucht werden soll, nach Möglichkeit alle entstehende St reitig- keiten den respektiven Verträgen zu unter- stellen und daß dies besonders bei Erneuerung der jetzt geltenden Verträge zwischen den nordischen Ländern geschehen soll. Allein schon in dieser relativ ein- fachen Frage konnte die Konferenz zu keinem einmütigen Er- gebnis kommen. Die Norweger enthielten sich der Abstimmung, angeblich weil ihre Regierung sich mit der Frage beschäftigt und dem norwegischen Parlament ihre Auffassung bald mitteilen wird. Ergo konnten sich die norwegischen Parlamentarier auf der Konferenz nicht binden? Die Haltung der Norweger charakterisiert diese Friedens- komödien bürgerlicher Halbheitspolitik vortrefflich. Und trotzdem hat der anarchosozialistische Bürgermeister von Stock- Holm solchen Gefallen daran gefunden, daß er die D e l e- giertenkonferenzen durch allgemeine Ta- gungen sämtlicher Mitglieder der Friedens- gruppen zu ersetzen beantragte. Der Antrag fand jedoch keine Unterstützung und unser dänischer Genosse S t a u n i n g bekämpfte ihn mit dem Hinweis, daß durch die größere Teilnehmerzahl die Tagungen arbeitsunfähig würden. Das ist gewiß richtig; denn schon heute besteht eine positive Arbeitsfähigkeit nicht, wie Figura zeigt. ?Zu3 der Partei. Eine Bebel-Büste, modelliert von dem Berliner Bildhauer Obst, wird in kurzer Zeit fertiggestellt sein. Es soll dafür Sorge getragen werden, daß die Abgüsse der Büste, deren Herstellung vom Künstler persönlich über- wacht wird, in den weitesten Kreisen der Parteigenossen Eingang finden. Es sind aus diesem Grunde drei verschiedene Größen in Porbereitung. Größe A ist 80 Zentimeter hoch und besonders für Säle ge- eignet. Der Preis beträgt 20 M. Größe ö ist 60 Zentimeter hoch und eignet sich für kleinere Säle und Vereinszimmer. Ter Preis ist 15 M. Für das Heim der Arbeiter wird besonders eine Aus- gäbe geeignet sein, eine Büste, die 20 Zentimeter hoch ist und einen würdigen Zimmerschmuck bildet. Diese Büste wird zu dem ge- ringen Preis von 2 M. abgegeben. Den Generalvertrieb für diese Bebelbüsten hat unser Berliner Parteiverlag, die B u ch h a n d- lung Vorwärts, übernommen. Bestellungen nehmen jetzt schon alle Parteibuchhandlungen entgegen. Zum Fall Radek. Wir erhalten von den Vertretern des Parteivorstandes der Sozialdemokratie Polens und Litauens mit dem Ersuchen um Veröffentlichung nachfolgende Erklärung, mit dem Beifügen, daß deren Inhalt von den Genossen I. Karsli, Rosa Luxem- bürg und I. T Y S k a vertreten wird. Die Erklärung selbst lautet: Der Bericht der Bremer Untersuchungskommission in Sachen Radek hat eine Anzahl deutscher Genossen zu einer Erklärung im „Vorwärts" veranlaßt. Sie übernehmen hier eine Reihe von Be- hauptungen des erwähnten Berichts, die sie selbst freilich nicht kontrollieren konnten, die Jedoch der Mehrheit der Bremer Kom- Mission, von der sie herrühren, nachweisbar als wahrheitswidrig bekannt sein mußten. 1. Die Erklärung spricht dem Bericht der Bremer Kommis- sionsmehrheit nach: „... Der Vorstand der Polnischen Partei ist auf den Bor- schlag bcS deutschen Parteivorstandes, ein außerstatutarisches Schiedsgericht einzusetzen, nicht eingegangen. Dieses Schieds- gericht, dessen Spruch Radek sich unter allen Umständen fügen wollte, sollte aus je drei vom polnischen Parteivorstand und von Radek ernannten Beisitzern und aus einem vom deutschen Partcivorstand bestellten Vorsitzenden bestehen." Diese Behauptung will den Eindruck hervorrufen, als hätten wir einen von der obersten Instanz der deutschen Partei als ge- boten erachteten und uns vorgeschlagenen Weg zur Erledigung der Radek-Sache abgelehnt. Tie Behauptung fft unwahr. Der Deutsche P a r t e i v o r st a n d hat uns einen solchen Vorschlag nie gemacht, und konnte ihn auch gar nicht machen. Es wäre eine Ungebührlichkeit, von der polnischen Sozialdemo- kratie zu verlangen, sie soll sich mit einem von ihr wegen ge- meiner Delikte ausgeschlossenen Mitglied vor dem Forum einer deutschen Parteiinstanz stellen und sich wegen des von ihr ge» fällten Urteil« mit ihm prozessieren, Der betreffende Vorschlag rührte denn auch nicht vom Deufr schen Parteivorstand her, wie die Mehrheit der Bremer Unter- suchungskommission wahrheitswidrig berichtet, sondern— von dieser Mehrheit selbst. In einem uns in Abschrift über- mittelten Briefe an den deutschen Parteivorstand vom 20. Januar oieses Jahres, gezeichnet„Im Auftrage A. Henke", heißt es: „...Die Bremer Untersuchungskommission kam am Sonnabend, den 18. d. M., nach längerer Beratung zu dem Beschluß, den Parteivorstand dringend zu ersuchen, sich erneut um das Einverständnis des Vorstandes der S. P. u. L. zwecks Einsetzung einer Kommission bemühen zu wollen, die zu gleichen Teilen aus Vertrauensmännern des polnisch- litauischen Parleivorstandes sowie Rädels und einem unpar- teiischen Vorsitzenden, den der deutsche Parteivorstand zu stellen hätte, bestehend, den„Fall Radek" zur— wenn möglich endgültigen— Erledigung bringt." Wir haben allerdings diesen Bremer Vorschlag in einer Zu- schrift an den Deutschen Parteivorstand entsprechend qualifiziert und als einen bloßen Vcrschleppungsversuch bezeichnet, da die Ablehnung einer solchen Zumutung von vornherein feststand. 2. Die Erklärung spricht ferner dem Bremer Mehrheitsbericht nach: „Es kommt hinzu, daß der Vorstand der Polnischen Partei sich rundweg geweigert hat, der Bremer Untersuchungskommission sein Radek angeblich belastendes Material herauszugeben." Diese Behauptung der Kommissionsmehrheit enthält in dem wichtigsten Punkt eine Verschweigung, die sie zu einer Unwahr- heit stempelt. Schon im Oktober 1912 schrieben wir an den Deutsche« Parteivorstand: „Wenn jetzt deutsche Parteigenossen eine Untersuchung der Angelegenheit Radek wünschen, so wird unser Parteivorstand zweifellos dem lein Hindernis bereiten. Allerdings bemerken wir ausdrücklich, daß wir die Bremer Kommission und die ganze Art und Weise, wie in Bremen die Angelegenheit be- handelt wird, für eine würdelose Farce halten. Einer solchen Kommission, die von vornherein in ihrer Zweidrittelmehrheit aus eingeschworenen Anwälten Rädels zusammengesetzt ist, und einer Mitgliedschaft, die es für möglich hält, bevor noch die Untersuchung einer Kommission überhaupt begonnen hat, Radek durch die offizielle Wiederaufnahme seiner Mitarbeiterschast an dem Parteiorgan zu rehabilitieren, würden wir jede Teil- nähme unsererseits an der Untersuchung rundweg verweigern. Für uns als Vertreter einer anderen Sektion der Jnternatio- nale existiert nur die offizielle Vertretung der deutschen Bruder- Partei, der P a r t e i v o r st a n d, und nur diesem sind wir bereit, auf Wunsch alles einschlägige Material zu unterbreiten und die Zeugen namhaft zu machen, die in Betracht kommen und die sämtlich bis auf einen, der neuerdings in Rußland verhaftet worden ist, im Aus- lande weilen, daher ihre Aussagen machen können." Dasselbe schrieben wir an den Parteivorstand nochmals im Januar 1913. Und schließlich antworteten wir dasselbe im März 1913 direkt an die Bremer Kommission selbst, als sie uns um das Belastungsmaterial anging. Dabei teilten wir ihr ausdrück- lich mit: „Wir sind dagegen bereit, jederzeit einer vom Vorstande der Sozialdemokratischgn Partei Deutschlands eingesetzten Kommission— selbstverständlich ohne Anteil der am Ausgang der Untersuchung interessierten Bremer Genossen— da s gesamte Material vorzulegen, falls der Partcivorstand eine Nachprüfung der Angelegenheit für erforder- l i ch h ä l t." In diesem Briefe erklärten wir noch zum Ueberfluß, daß wir in einer eventuell vom deutschen Vorstand eingesetzten Kommis- sion auf jede Stimme im voraus verzichten wollten. Damit nicht genug. Am 15. März konstatierte der Deutsche Parteivorstand selbst — wie uns aus einer Abschrift bekannt— in einem Briefe an A. Henke: „daß der Vorstand der S. D. P. L. Ihnen die Ueberlassung des Materials verweigert, weil es die Bremer Organisation als parteiisch ansieht; daß der Vorstand der S. D. P. L., was er uns früher schon mehrfach mitgeteilt hat, bereit ist, das Vkaterial uns einzusenden, falls wir in eine Nachprüfung der Angelegen- heit N. eintreten wollten." Indem die Bremer Kommissionsmehrheit diese Tatsachen ver- schweigt, erweckt sie wider besseres Wissen den Eindruck, als hätten wir eine Nachprüfung der Sache R. verhindern wollen, und sucht so ihr eigenes merkwürdiges Untcrsuchungsverfahrcn sowie die Radeksche Sache selbst in günstigem Lichte erscheinen zu lassen. Die Bremer Untersuchung, wie sie danach durch die Mehrheit der Kommission geführt worden ist, stellt sich als eine Farce dar. Es genügt festzustellen, daß der Kommission nach ihrem eigenen Bericht«IS einziges Belastungsmaterial oas nackte Urteil des polnischen Parteigerichts vorlag. Radek selbst war nach demselben Bericht der einzige Zeuge und Sachverständige, der in Sachen Radek vernommen worden ist. Die Behauptung des Mehrheits- berichts, das Urteil„dürste alles enthalten, was Radek vorgeworfen werden konnte", wird in ihrem Wert durch die Tatsache be- leuchtet, daß unser Dossier in Sachen Radek über 100 Schrift- stücke enthält, und wir stellen fest, daß nur die völlige Unkenntnis dieses Materials es der Kommission ermöglicht hat, die Vertei- digungsargumente Radek» ernst zu nehmen. Daß oie Kommissionsmehrheit unter diesen Umständen— ohne einen einzigen Be- lastungszeiigcn vernommen zu haben, ohne da? umfangreiche Be» weiSmaterial kennen gelernt zu haben— für möglich erachtet, eine„Untersuchung" durchzuführen und ein Urteil zu fällen, ist die beste Bestätigung unserer Ansicht, daß ihr die nötigen Quali- fikationen in diesem Falle abgingen. Die Erklärung behauptet,„daß das(polnische) Verfahren gegen Radek aller jener RcchtSgarantien entbehrte, die wir in der deutschen Partei an ein Schicosgerichtsverfahren zu stellen gewohnt sind". Diese Behauptung ist grundfalsch und als solche bereits im einzelnen von uns in eurer Dokumentensammlung widerlegt worden, die der deutsche Parteivorstand ivl Sachen Radek im vergangenen Jahre der Parteipresse hat zugehen lassen. Wir können nicht umhin, unser Befremden darüber auszu- sprechen, daß eine Reihe wohlmeinender Genossen ihre Unterschrift unter derartige Behauptungen gesetzt haben, ohne den Tatbestand im geringsten zu kennen und ohne die Behauptungen nachgeprüft zu haben. Ferner ersucht uns Gen. L e d e b o u r um die Mitteilung. daß er sich den Unterzeichnern der von uns am Donnerstag veröffentlichten Erklärung anschließe. letzte JHaebnebten. Ein Cholerafall in Wien. Wien, 30. August.(W. T. B.) Bei dem am 26. d. M. aus Saloniki in Wien eingetroffenen Kaufmann Pardo, der am 29. in da? Spital aufgenommen wurde, ist heute abend asiatische Eho« lera festgestellt worden. Die Erkrankung zeigt bisher einen leichten Verlauf. Die serbisch-montenegrinische Grenzfrage geregelt. Belgrad, 30. August.(W. T. B.) Die serbisch-montenegrinische Grenzfrage ist zur vollen Zusriodenheit Montenegros geregelt wor» dech das Protokoll wird heute unterzeichnet. 7 Die neuen Herbst-Dekorationen unserer vielen Schaufenster sind fertiggestellte Sie werden in ihnen viel Interessantes» Apartes und Ihrem Geschmack Zusagendes finden. Königstrasse 33 Chausseestr. 113 J. Baer Die reellsten und billigsten Möbel »MI JPrinz.-AIIee i Herren- und Knaben- : Moden, Berufskleidung, . Eleg. Paletots. Einsog- f nungs-Anzfige. Großes Stofflager zur Anfertigung nach Maß. Allerbilligste streng feste Preise. nnd Polsterwaren erhält man zu Kassapreisen in der seit 35 Jahren bestehenden Möbelfabrik von A. Sctiulz, Reichenberger Straße 5. Größte Auswahl in allen Holz- und Stilarten mit zehnjähriger Garantie.(5 Proz. Kassaskonto.) Hv. auf Ratenzahlung. QualiMisraucher Grimm& Triepel Kautabak dick mitteldick dünn iltmärker Braunscbveiger Shipmansgarn Stange 5 Pf. Stange 5 Pf., Rolle 10 Pf. 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Inseratenteil verantw.. rh.Alockc.Lczlili. Druck u. verlas: vorträrt» Buchdr. u. LerlaaSanftaU KäüsSlNger& Co., Berlin S\V............. Hierzu 4 Beilage». Nr. 225. 80. Iahrgaug. 1. Sfilnjc Ks Lsmiick" firtlintt JJollislilatt. Sonutag, 81. August 1918. Gewerkrcbaftlicbea. Streiks in London. London, 28. Zlugust. lEig. Bcr.) In London finden zurzeit eine Zlnzcrhl Streiks statt, die von der bürgerlichen Presse eine sehr eingehende Behandlung erfahren. Man liest von einer Streikepidemie und ein Fremder muh nach dem Studium der sensationellen Prehplakate zur Anschauung kom- men, dah in dieser Stadt alles drüber und drunter geht. Die ein- fache Tatsache ist, dah die Londoner Anstreicher streiken und unter anderem auch vor einem königlichen Palast, der gerade renoviert wird, ihre Streikposten aufgestellt haben. Solche Vorkommnisse geben der bürgerlichen Presse, der es sehr an Stoff mangelt, Gc- legenheit, durch aufsehenerregende Plakate und Uebcrschriften die Käufer anzulocken. Die Londoner Anstreicher unv Dekorateure haben seit dem Jahre 1892 keine Lohnerhöhung erfahren. Sie haben nun diese Zeit der Sommerfcrien, während welcher die reichen Leute und Klubs ihre Häuser renovieren lassen, ausgenützt, um von den Unternehmern die Anerkennung ihrer Forderungen durchzusetzen. Sie verlangen Anerkennung ihrer zwei Gcwerk- schaften seitens der Unternehmer, die die anderen Gewerkschaften im Londoner Baufach schon längst anerkannt haben. Ferner wün- fchen sie eine Arbeitsordnung, in der die Arbeitszeit in den 13 Winterwochen auf 44 und die in den 39 wärmeren Wochen des Jahres auf 50 Stunden festgesetzt wird. Der Lohn soll von 9 Pence die Stunde auf 19� Pence erhöht werden. Eine ganze Reihe größerer Geschäfte hat diese mäßigen Forderungen schon bewilligt, so dah die Arbeit teilweise schon wieder aufgenommen worden ist. Auf der anderen Seite dehnt sich der Streik auch auf andere Be- triebe aus, so dah die Zahl der streikenden Anstreicher während der bisher viertägigen Dauer des Streiks fortwährend schwankt. Die Zahl der Streikenden hat zwischen 19 999 und 13 999 betragen. Außer diesem größeren Streik finden noch eine Reihe kleinerer Kämpfe statt, die teils mit dem Ausstand der Anstreicher zusammen- hängen, die aber je nur einige hundert Mann betreffen. Es mag hier auf eine Erscheinung hingewiesen werden, die für die inter- nationale Arbeiterbewegung nicht ohne Bedeutung ist. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre bekommt das englische Bürgertum jetzt regelmäßig einen Angsfanfall, wenn eine Handvoll Arbeiter in den Streik tritt und in den syndikalistisch angehauchten Kreisen Englands fängt man dann an, zu spintisieren und in Verzückung zu geraten. Die Aufbauschung dieser kleinen Kämpfe findet auch im Auslande, namentlich bei den Syndikalisten Frankreichs und Italiens ein Echo. Davon zeugen die Vorgävge auf dem zurzeit in London abgehaltenen Internationalen Kongresse der Transport- acbeiter, wo sich die Syndikalisten bemühen, den Sitz des Zentral- rats der Internationalen Transportarbciter-Föderation von Berlin nach London zu verlegen. Sic erklären, wie unsere Leser aus unserem ausführlichen Kongrcßbericht wissen, daß in Deutschland kein Kampfgeist herrsche, daß die deutschen Gewerkschafter eine von Bureaukraten regierte willenlose Masse seien, daß England das wirkliche Zentrum der Bewegung sei, da hier die. Arbeiter noch Kampflust an den Tag legten. Die nüchterne Erklärung eines deutschen Delegierten, daß der Deutsche Transportarbeiterverband im letzten Jahre allein VA Millionen für Kampfzwccke ausgegeben habe, machte auf die Kritiker keinen Eindruck, die ganz von der Streikberichterstattung der bürgerlichen Presse beherrscht waren, die längst allen Sinn für das Verhältnis verloren hat. Berlin unck Ctmgcgcnd. Achtung, Mcssingglascr! Tie Firma Lorette u. Co., Schlesischc Straße 26, hat den vorgelegten Tarif nicht unterzeichnet. Deshalb haben die Dkessingglaser die Arbeit e i n g e st c l l t. Der Bc- trieb gilt als gesperrt. Leider ist wieder ein Anhänger der angeblich schärfsten gewerkschaftlichen Richtung, der Lokalist Hans Eisermann- Westend, im Betrieb stehen geblieben und hat seinen Mitarbeitern die Solidarität verweigert. Tie Lrtsverwaltung Berlin des Zentralvcrbandes der Glaser. Achtung, Testillationsgchilfen! Die Grosidestillation von A. Meyer, Fennstr. 1. ist für organisierte Gehilsen gesperrt. Verband der Gastwirtsgehilfcn, Lrtsverwaltung Berlin. Ter Inhaber des Cafe Hofbaucr, Schönhauser Allee 187, hat einen Tarif mit dem Verein der Caföangesteten abgeschlossen. Da- durch sind die Differenzen erledigt und die Sperre i st auf- gehoben. Verband der Gastwirtsgehilfen, Zweigvcrein der Cafeangcstclltcn. Deutsches Reich. Die Bremer Holzarbeiter und der Konflikt auf den Werften. Nachdem am Donnerstag die streikenden Holzarbeiter in Bremerhaven den Beschluß gefaßt hatten, sich bezüglich der Wieder- aufnähme der Arbeit auf den Werften den übrigen Arbeitern anzu- schließen, blieben als letzte Gruppe, die sich der Wiederaufnahme der Arbeit widersetzte, nur noch die Bremer Holzarbeiter übrig. In einer allgemeinen Mitgliederversammlung der Zahl- stelle Bremen des Deutschen Holzarbeitcrverbandes am Freitag- abend wurde die gegenwärtige Situation eingehend erörtert und zum Schluß an die Streitenden das Ersuchen gerichtet, sofort am anderen Tage in geheime r A b st i m m u n g darüber zu ent- scheiden, ob unter den oblvaltenden Umständen von einer Weiter- führung des Kampfes die Rede sein könne. Sowohl die Ortsver- waltung wie auch der Hauptvorstand des Holzarbeitcrverbandes nahmen den Standpunkt ein, daß natürlich ebenso wie die übrigen Werftarbeiter und insbesondere auch die Holzarbeiter in den übrigen Wcrftorten sich zur Beendigung des Kampfes bereit erklärt hatten, nunmehr auch die Bremer Mitglieder einen gleichen Beschluß fassen müßten. Die A b st i m m u n g der Streikenden hat am Sonn- abendnachmittag stattgefunden und wider Erwarten ergeben, daß die Streikenden an ihrem alten Standpunkt fe st halten. Es wurde eine Mehrheit für Weiterführung des Kampfes erzielt. Zum Konflikt im.Haupttarifamt für das Baugewerbe veröffentlicht die neueste Nummer des„Zimmerer" ein Schreiben, welches Herr v. Schulz namens der Unparteiischen am 18. August an die am Reichstarisvertrag beteiligten Organisationen gerichtet bat. In dem Schreiben wird gesagt, die Unparteiischen könnten sich nicht damit zufrieden geben, daß Bringmann im„Zimmerer" bedauert hat, daß sich die Unparteiischen beleidigt fühlen. Sie müßten darauf bestehen, daß der fragliche Artikel des„Zimmerer", soweit er persönliche Kränkungen der Unparteiischen enthalte, mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen werde, um so mehr, als es sich um den Vorwurf der„Fälschung und Machenschaften" handele. Hierzu erklärt Bring mann im„Zimmerer": „Ich komme dem Wunsche der Herren Unparteiischen hiermit gern und in vollem Umfange nach und erkläre, daß auf sie der Vorwurf der Fälschung und Machenschaften in keiner Weise zu- trifft; ich bedaure auch, daß mein Artikel in Nr. 39 des „Zimmerer" die Auffassung zuließ, daß die Ausdrücke auf sie gemünzt sein sollten. Ferner sei bemerkt, daß ich diese Erklärung nicht bloß zu dem Zweck abgebe, nach Kräften dazu beizutragen, den bcdauec- lichen Konflikt beizulegen, sondern aus Uebcrzeugung und inne- rem Antrieb. Meine Einblicke in die ganze Angelegenheit sind jetzt umfassender und tiefer als zur Zeit der Abfassung meines Artikels in Nr. 39 des„Zimmerer". Diese Erklärung hätte ich ohne Verzug schon auf das erste Schreiben der Herren Un- parteiischen abgegeben, wenn es nicht allgemeiner gehalten gc- wcscn wäre als das vorstehende." Diese Erklärung kommt dem Wunsche der Unparteiischen nach; der Konflikt kann also nunmehr als erledigt angesehen werden. Nacht- und Sonntagsruhe im Binnenschifiahrtsgewerbe. Schon seit längerer Zeit schweben Verhandlungen und Er- Hebungen über die Beschränkung der Arbeitszeit in der Rhcinschiffahrt. Tie„Kölnische Zeitung" meldet jetzt, daß die Regierung beabsichtigt, eine Regelung der Arbeitszeit des Schiffspersonals für den Rhein herbeizuführen, und zwar ist in Aussicht genommen, daß der Bundesrat auf Grund des 8 129i der Gewerbeordnung eine entsprechende Verordnung erläßt. Ihr Inhalt soll in der Hauptsache folgender sein: Dem Schiffspersonal, mag es auf Dampfern oder Kähnen in einem gewerblichen Arbeitsverhältnis stehen, ist eine zusammen- hängende sieben st ündige Nachtruhe zu gewähren, die in der Regel in die Zeit von 6 Uhr abends bis 8 Uhr morgens fallen muß. Ferner ist an mindestens sechs Sonn- oder Festtagen in jedem Kalcnderviertcljahr das Personal von jeder Arbeit frei- zulassen; zu diesen Sonn- und Festtagen müssen der erste Oster-, Pfingst- und Weihnachtsscicrtag, sowie der Karfreitag und der Fronfeichnamstag gehören. Es schweben zurzeit Ermittelungen bei den Interessenten darüber, ob sich die Nacht- und Sonntagsruhe des Schiffahrtspersonals auf dem Rhein in dieser Weise regeln ließe. Wenn man, wie das in der Regel bei derartigen Ermittelungen zu geschehen pflegt, nur die U n t c r n e h m e r als Interessenten ansieht und nur ihre Ansicht hört, dann können die Ermittelungen natürlich kein objektives Bild geben. Unbedingt müssen auch Per- tretcr des Schiffspersonals gehört werden. Tarifabschlüsse im Tachdcckergewcrbe. Vor kurzem wurde in Oelde i. W. erstmalig für das Dachdeckergewerbe ein Vertrag zwischen dem Zentralvcrband der Dachdecker und den dortigen Meistern abgeschlossen. Ter Vertrag hat Gültigkeit bis 1. April 1917. Der Lohn steigt in dieser Zeit von 55 auf 57 Pf. Ferner wurden alle übrigen Positionen des Tarifs wesentlich verbessert. Die Gesellen mußten aber den Untcrnebmern erst durch einen zweitägigen Streit klarmachen, daß diese Verbesserungen der Zeit entsprechend sind. Nach langwieriger Verhandlung kam auch in Bremer- Häven ein Tarif zustande. Dort steigen die Löhne in der Vor- tragszcit bis 1916 um 11 Pf.; 1913 um 2 Pf., 1914 um 4 Pst, 1915 um 5 Pf. Vom 1. April 1915 ab tritt dann auch eine Arbeitszeit» Verkürzung von>/» Stunde täglich in Kraft. Ter Stundenlob» steigt damit von 61 auf 72 Pst Der Vertrag gilt für die drei Städte: Bremerhaven, Lehe und Geestemünde. Ausland. Börsenspekulation und Streiks. Große Streiks sind in letzter Zeit in Rußland eine alltägliche Erscheinung geworden. Sie sind Gegenstand ernster Erörterungen sowohl in Arbeitnehmer- als auch in Arbcitgebcrkrcisen. Aber daß Streiks zu Zwecken der Bereicherung von Kapitalistcngruppcn benutzt werden, das dürfte wohl zu den Seltenheiten in Rußland gehören. Von zwei Schiffswersten in Nikolajew, wo so ziemlich die gleichen Verhältnisse in bczug auf Arbeitszustände herrschen, streiken nur die Arbeiter der einen Werft, wobei der Streik, mit kleinen Unterbrechungen, kein Ende zu nehmen scheint. Diese sonderbare Erscheinung soll ihre speziellen Gründe haben. Der größte Teil der Aktien des Unternehmens gehört einer PeterS- burger Bank. Der andere Teil der Aktien befindet sich in den Händen anderer Personen, welche die Aktien ständig verwarfen, da die Aussichten, eine genügende Dividende zu erhalten, der Streiks wegen immer trüber werden. Je öfter die Streiks sich wiederholen, desto größer wird der Wunsch der Aktionnärc, von ihren Aktien loszuwerden und desto niedriger sind die Aktien im Preise gesunken. Da die Bank einen starken Ankauf der Aktien betreibt, so ist ihr Gewinn größer, wenn der Aktienpreis sich er- mäßigt. So sind nun auch die Gerüchte entstanden, daß die Streiks künstlich hervorgerufen werden usw. Daß solche Streiks den Arbeitern nur bittere Not, aber keine ökonomischen Errungen- schaften bringen, liegt klar auf der Hand. Nur eine Berufsorgani- sation der Arbeiter könnte diesem schändlichen Börsenspiel ent- gegentrcteu. Leider sind in Rußland keine starken Gewerkschaften, weil die Regierung die Organisationen unterdrückt. kleines femUewn. Die kleinen Patrioten. Ein-, zweimal in der Woche muß ich durch die Siegesallee. Nun ja, es ist der nächste Weg nach meinem Ziele. Aber, wenn ich die Vikloriastraße hinter mir habe und zum Nolandbrunnen komme, dann passen sich meine Augen stets dem Milieu an. Sie werden starr, starr, blicken geradeaus, geradeaus. Und die Puppengaleric rechts und links sehe ich dann nicht. Also wieder einmal vom Rolandbrunnen an die Augen gerade- aus, geradeaus. Weit unten sehe ich eine Kinderschar, die hier und da stehen bleibt und eine der historischen Puppen betrachtet. Und mitten unter den Kindern ein Erwachsener— ich kenne dieses Schau- spiel: ein Lehrer, der seiner Klasse historisch-patriotischcn Anschauungs- Unterricht erteilt. Aber, wie ich zur Ahornallee komme, stutze ich. Wahrhaftig, die Jungens dort— nach ihrer Kleidung lauter„besserer Leute Kind'— singen, singen mitten im historisch-patriotischen Unterricht das neueste Straßenlied in Gegenwart des Lehrers. Oder ist vielleicht, n ach dem Prinzip der Heilsarmee, dem Gassenhauer ein besonderer Text untergelegt, so ein patriotischer? Aber nein— ich komme näher, der Lehrer schweigt, die Kinder ziehen zur nächsten Statue und singen: „Puppchen, du bist mein Augenstern I Puppchen, Hab' dich zum Fressen gern'... Ich folge ihnen, höre vergnügt zu. und freue mich, freue mich. wenn nach jedem Halt bei einem dieser Standbilder und nach dem historisch-patriotischen Vortrag, die Kinder zu singen be- ginnen:„. „Puppchen, du bist mein Augenstern..." Und ich grüble: sind das gerissene JungenS, die in dieser Form ihr künstlerisches Urteil ausdrücken wollen und legen sie dabei das Hauptgewicht auf das Pupp che»? Oder sind sie schon to patriotisch erzogen, daß sie jedem steinernen Fürstenbild ihre Verehrung darbringen wollen und greifen sie nach dem aktuellen Lied, mit dem Hauptgewicht auf Augen- st e r n? . Ich grüble und grüble und kann die Antwort nicht sinden. Aber schließlich hör' ich zu grübeln auf und lache, lache, denn jetzt Hab' ich den tieferen Sinn dieser Szene erfaßt, diese enge Verschmelzung von Gassenhauer und Patriotismus. Sie tollen wohl dazu erzogen werden, selbst im Tingel-Tangel einzu,etzen mit:„Heil im Siegeslranz... Arsenvergiftung Kindcrspiclzcug. Durch die gewcrbe- hygienischen Bestimmungen � eg Ölungen, die früher keineswegs selten chronischen Ar,envergiftungeii, die infolge von arsenhaltigen Farben, Tapeten und anderen Gebrauchsgegenständen die Bewohner der Räume überfielen, ganz erheblich zu beschränlen. Von großer praktischer Bedeutung rst es nun. daß neuerdings wieder ein sehr hoher Arsengehalt in einem von Kindern beliebten und in neuerer Zeil sehr in Aufnahme gekommenen Spielzeug nachgewiesen worden ist. Es sind dies die ausgestopfteil kleinen Enten und Hühner. deren Haut und Fedcrllcid in ausgezeichneter Weise erhalten ist. Diese Erhaltung ist aber erzielt worden, durch Füllung deS BalgeS mit einem stark arsenhalugen Pulver. Auch die Flaumfedern des Tieres enthalten meistenteils Aqenik. So sind in einem Enten- klicken bis 9,5 Gramm Arsenik nachgewiesen worden. Auf diese nicht zu unterschätzende Gefahr macht eine Polizeivcrordnung in den„Ver- öffentlichuiigen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes" aufrikerksam. Auch die Hamburger Polizeibehörde hat eine Warnung vor dem Gebrauch ausgestopfter japanischer Hühner- und Enteukückcn als Kinderspiel- zeug erlassen. Es ivird vor der Verwendung der Spielwaren ge- warnt, da sie als Kinderspielzeug nach ärztlicheni Gutachten Gefahren für die menschliche Gesundheit hervorzurufen geeignet sind. Theater. Kammerspiele des Deutschen Theaters: Venezianisches Abenteuer eines jungen Mannes, Pantomime von Voll möller; Die Stärkere. Szene von Strindberg.— Das erste ist ein buntes Traumspicl, sommer- lich unterhaltsam allenfalls; es zieht vorüber und ist hin. Das zweite ist eine kurze Szene, sechs Seiten nur füllt sie in den Strindberg-Werken, und von zwei Frauen spricht nur eine zu der andern, aber wenn der Vorhang sich schließt, ist das Spiel nicht aus; es wirkt wie ein Steimvurf in ruhendes Meer; Wellen wandern aus in immer weiteren Kreisen. Es kostet lieber- Windung, sich auf Vollmöllers Bilderbogen zurückzubesinnen. Der„junge Mann" den ein venezianisches Abenteuer ein- spinnt, ist ein sanfter deutscher Traumhans, höchst romantisch und höchst harmlos, ein stiller seliger Schwärmling, täppisch, ungelenk und unglaublich brav. Wenn er wacht, steht er überall im Wege und heimst Knüffe und Püffe ein; wenn er schläft, träumt er Schrecken, Heldentaten und Höllenängste. Tagsüber krümmt er keiner Laus ein Haar� nachts aber ficht er Verbrecher für Heilige an und rettet sie. In dieser venezianischen Nacht richtet eine Rose von schöner Hand in seinen Träumen ein wildes Unheil an; sie war nicht für ihn, sondern für einen Offizier bestimmt, auf den eine bräutliche Marchesina freventlich ihr Auge geworfen hat, aber sie flog ihm in den Weg, und er hob sie auf, legte sie in sein Taschenbuch und so an sein Herz. Nachts umkreist sein Traum die Marchesina, die inzwischen ihren dicken Bräutigam versetzt und sich mit dem schlanken Offizier eingeschlossen hat. Er sieht Spuk, Mord und Totschlag uns gerät mitten hinein, als Retter, als Verfolgter, ein Held im Nachthemd. Das gibt eine Menge schnell wechselnder Bilder, bunt und immer bunter, bis in eine Hätz hinein, in der alle Wirklichkeit närrisch aufgehoben ist. Ausgelassener Traumulk, von der Drehbühne förderlich unter- stützt. Ulk, aber auch nicht mehr. Ein Filineinfall und durchaus silmmäßig abgewickelt. Ein Varieteespaß, der von dem exzen- irischen Drunter und Trüber anglo-amerikanischcr Grotcskszenen gelernt hat. Eine Pantomime, die der Kunst, farbige bewegte Szencnbilder zu ordnen, eine Menge Gelegenheiten gibt, sich zu bewähren. Es ist aber doch nur ganz geringes Werk, was da getrieben wird: großer Aufwand um eine Nichtigkeit. Auch die schauspielerischen Aufgaben sind nur eng. Den jungen Mann typisierte Paul B i e n s f e I d l: er gab das Ergötzlichste an Einzel- Zeichnung. Tie Szene Strindberg s ist in die Ecke eines Damen- cafes verlegt. Zwei Schauspielerinnen. Freundinnen in ver- gangcnen Tagen, begegnen sich dort am Weihnachtsabend; die eine beglückt von Einkäufen für Kind und Gatten, die andere, die weder Kind noch Gatten hat, in illustrierten Blättern lesend. Nur die Verheiratete spricht, die Unverheiratete gibt dem, lvaS in ihr borgeht, Ausdruck nur durch Blicke, Gesten, einmal ein An- setzen zum Sprechen uno doch wieder Schweigen, ein paarmal ein Lachen und wieder durch Blicke- und begrenzte Bewegungen. Sie haben sich einmal nahe gestanden; aber dann mied die Unverheiratete das Haus der Verheirateten. Nun jene diese wieder- sieht, spinnt auf einmal das Einzelne des Vergangenen sich logisch zusammen. Bisher Unbegriffencs tritt aus dem Dunkel heraus: ztvischen dem Gatten und der Freundin woben sich Liebesbande. und mehr als bloß eine Erinnerung ist in beiden geblieben, seit die Freundin aus dem Hause des Geliebten fernblieb. Die Rede der Verheirateten wird zum Schleier, hinter dem sich in iinnier deutlicheren und doch nie ganz deutlichen Umrissen das Schicksal zweier Menschen enthüllt. Und wie die Wahrheit sich der Reden- den zeigt, wird sie zugleich auch wieder verscheucht: die Unter- legene wehrt sich gegen das Gefühl, daß ihr nicht gehört, was sie scheinbar besitzt, sie spinnt sich in eine Illusion ein und merkt nicht, daß sie sich belügt. Sie fühlt sich als die Stärkere, aber die Stärkere sitzt ihr gegenüber und schweigt, und ihr Schweigen ist beredt, nur nicht für jene, die den blinden und tauben Glauben ihrer Liebe hat. Leopoldine Konstantin gab die Sprechende, Gertrud Eysoldt die Schweigende. Jene war etwa Silber, diese tvar Gold. Es liegt im Wesen der Szene, daß man mehr auf diese als auf jene sah. Im immer forschenden Befragen ihrer Mienen prägte das Bild sich tief ein. krd. Schiller-Theater Charlottenburg. ABn Tage des Gerichts. Pei»t R o s e g g e r ist Nur- Epiker. Diese Eigenschaft erweist auch lein Volksschauspiel, das erst Erzählung war und dann in ein Theaterstück umgeschrieben wurde. Ihre Vorzüge gereichen der Dramatisierung zum Schaden. Durch bloße, noch so liebevolle Milieuschilderung, durch bloß redende und wenn noch so gescheit redende Personen wird keine Handlung ersetzt. Ein weiterer Mangel des Werkes ist in der zeitweilig allzu lehrhaft hervortretenden ethischen Tendenz zu erblicken. Aber der Gehalt an edlem Gefühlssozialismus sichert dem Stück sein Recht auf Aufführung. Und dann diese zwei rückfälligen Sträflinge, un- mitteldar aus dem Leben gegriffene Typen, gezeichnet mit allem Galgenhumor, der ihnen ansteht. Dieser Kadercr und dieser Grciffel haben diesmal in Max Pategg und Max Gülstorfs ihre Meister gesunden. Das"sind wahre Kabinettleistungcn— unbeschadet gewisser schauspielerischer Unterstreichungen! Neu ist Leonore E h n. Ihre schlichte natürliche Darstellung der so jung verwitweten Oberförstersfrau Martha läßt eine schöne Begabung erkennen. Gut Ivaren auch Ella F i ch t n e r tJessel), Ludwig L i n d i k o f f(Oberförster) und, zumal im Schlußakt, Hans F. Gerhard, obwohl seine kluge Routine nicht immer ein aus innerlicher Nötigung entsprungenes Spiel zu ersetzen vermag. Hvmor und Satire. Der Friede. Sie saßen beisammen christgläuwich Und hatten einander so lieb, Und wünschten nichts weiter vorläuwich, Als daß es doch immer so blieb'. Der Friede wurde geschlossen, Und was ihr Oeberster schrieb, Daß wurde einstimmig beschlossen. Vergessen der Bruderhieb' l ek. Internationaler Transportarbeiter-Kongreß. i London, den 29. August. Die heutige Sitzung, die unter Leitung von Schumann- Berlin stand, förderte die Arbeiten des Kongresses um ein beträcht- lichcs Stück. Zunächst sprach H c y k o o p- Holland für die Vol- harding und gegen die Syndikalisten. Dann folgten die Schluß- Worte. Jochade, der internationale Sekretär, widerlegte eingehend die Einwendungen, die in der Debatte von den Franzosen und Jta- licncrn gegen seine Tätigkeit und gegen seinen. Bericht erhoben worden sind. Ueber die Entstehung des französischen Eisenbahner- strciks hätten sich die R e f o r m i si e w und Syndikali st cn lange herumgestritten. Jedenfalls kani er überraschend, denn noch in Kopenhagen erklärten zwei Vertreter der französischen Eisen- bahner, daß an einen Eisenbahnerstreik nicht zu denken sei. Ueber die Stellung der Transportarbeiter im Falle einer Mobil- n> a ch u n g lägen die Beschlüsse früherer Kongresse vor, die man doch eigentlich kennen müsse. Die neuen Leute, die diesmal aus Frankreich gesandt worden seien, könnten doch nicht alles umwerfen. Ter letzte Londoner R i e s e n st r e i k sei entstanden wegen der Weigerung eines Mannes, der Organisation anzugehören. Die deutschen seien nicht Anhänger dieses Systems, aber jede Schub meisterei läge ihnen fern. Bei den häufigen Besuchen von englu scheu, französischen und belgischen Gewerkschaftlern sei ihnen immer nur gesagt worden: Seht Euch unsere Einrichtung an, prüft sie und sucht Euch das Beste heraus. Niemals aber habe man ihnen gesagt: Ihr müßt sie einführen. Auf diesem Kongreß habe kein französi scher Eisenbahner gesprochen, sondern nur Rivclli für die Hafew arbeiter. Vermutlich aber seien die Eisenbahner nicht derselben Meinung. Redner hält seine Bemerkungen gegen Wilson aufrecht und wendet sich dann gegen die italienischen Redner. Die i t a l i e- nischen Eisenbahner hätten diesmal zwei Vertreter ent- sendet, die die Entwickelung der I. T. F. absolut nicht kennen. Die Vorschläge, die sie machen, lassen sich nicht durchführen. Selbst wenn der Mitgliedsbeitrag für die Internationale auf 12 Pf. pro Jahr und Mitglied erhöht wird und damit dem Zentralrat größere Mittel zur Verfügung gestellt würden, was an sich zu begrüßen wäre, so bliebe immer noch die Frage, wie die Beschlüsse des internationalen Rats durchgeführt werden können. Da die einzelnen Landesorgani- sationen Selbstbestimmungsrecht hätten, ließen sich internationale Aktionen nicht auf ein Dekret des Zentralrats hin durchführen. (Beifall.) Die Taktik des Zentralrats verteidigt dann nochmals Döring: Er hält an der Hoffnung fest, das; es auch in Frankreich über kurz oder lang zu einer Zusammenfassung der See- leute und Hafenarbeiter kommen werde, wenn auch jetzt nur ein Kartcllverhältnis und noch nicht die Fusion bestände. In den hol- ländischen Streitigkeiten habe natürlich nur der Kongreß das Ent- schcidungsrecht, ob die Volharding zuzulassen sei. Der Zentralrat habe sie nur vorläufig aufgenommen, gerade in der Absicht, damit die beiden Organisationen einander näher zu bringen. Wilson habe die Zcrssilittcruiig der englischen Seeleute bestritten. Tat- sächlich aber hätten sich in Eouthampton und anderswo Teile los- gelöst, weil sie mit der Leitung nicht einverstanden gewesen seien. Wenn seinerzeit nicht die Dockcrorganisation helfend eingegriffen hätte, würde Englaist) heute wahrscheinlich zwei oder drei See- mannsorganisationen haben. Im Bericht der englischen Trans- portarbeiter-Föderation wird festgestellt, daß erst die Docker die disziplinlose Masse der Seeleute zusammengefaßt haben; 25 Streik- Icitcr seien dagewesen und jeder einzelne habe für sich gewirtschaf- tct, so daß selbst Wilson damals jede Verantwortlichkeit abgelehnt habe, wenn diese einzelnen Leiter nicht unter einen Hut gebracht würden. In der Kommission von sachverständigen Seeleuten, die in Antwerpen ihre Konferenz abgehalten, seien die englischen See- leute tatsächlich durch einen katholischen Pfaffen und die französi- schcn durch Madame Sorgue vertreten gewesen. Pater Hopkins sei höchstens ein Himmclspilot und Mcibomc Sorgue sei wohl auch nicht als Kohlenziehcr oder Matrose in der französischen Marine gefahren. (Große Heiterkeit.) Sachverständig aber seien sie beide nicht ge- Wesen.— Auf dem Kopenhagener Kongreß sei der Syndikalismus eingehend erörtert worden. Er, Döring, habe als Referent fol- gcndc Grundsätze aufgestellt: „Für eine gesunde gewerkschaftliche EntWickelung sei erstens notwendig: politische und konfessionelle Neutralität; zweitens: straffe Zentralisation; drittens: möglichst hohe Beiträge und viertens: Ausbau der UnterstützungSform." Der Kongreß habe sich mit diesen Grundsätzen ausdrücklich ein- verstanden erklärt. Wenn der Zentralrat also den Boden für eine Es war eine rührende Szene, Und jedem Zuschauer lief Vom Auge hernieder die Träne, Er lachte sich bucklig und schief. Denn wer zu ihren genauen Bekannten gehörte, der weiß: Sie werden einander verhauen Bald wieder mit christlichem Fleiß Natürlich die Balkanbrüder In Bukarest Hab ich gemeint, Nicht unsere Glaubenshüter, Die der Friede von Metz geeint. („Jugend".) Notizen. — Theaterchronik. Joseph-Kainz-Theater am k l e i n e n W a n n s e e, Station W a n n s e e. Heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr:„Schneewittchen"; abends 5>/z Uhr:„Iphigenie". Hebbels„Gyges und sein Ring" wird am 1. und 4. September, nachmittags fünf Uhr(nicht, wie im Programm st e h t, um 3 U h r) wiederholt; Dienstag, den 2. September, nachmittags 5 Uhr, wird noch einmal„Des Meeres und der Liebe Wellen" gespielt. — Neue B ü h n e n st ü ck e. P a u l A p e l s neuestes Drama „Gertrud, die Tragödie deS Herzens", wird Ende September seine Uraufführung am Münch euer Schauspielhaus erleben.— Peter Egge, der auch in Deutschland bekannte dänische Dichter, hat ein neues Werk vollendet,„Die Geige", ein Schauspiel in vier Akten. — Ein neues Büffelparadies hat die amerikanische Bisongesellschaft von der Slaatsrcgierung zugewiesen erhalten. Es handelt sich um ein Gebiet von etwa 7000 Hektar im Staate Süd- Dakota, wo früher die winterlichen Sammelplätze der großen Büffel- Herden lagen. ES ist der Gesellschaft gelungen, die Zahl der rein- blutigen Büffel in den Vereinigten Staaten und Kanada von 2780 auf 2907 Köpfe zu erhöhen, für ein im Aussterben begriffenes Tier ein ungeheurer Erfolg. — 40 000 Mark für einen Brenn st off. Einen 40000-Mark-Preis für einen neuen, leicht vergasbaren Brennstoff für Explosionsmotoren, der entweder selbst oder dessen Rohmaterial in ausreichender Weise in Großbritannien gewonnen werden muß, hat die British Society of Motor Manufacturers and Trabes ausge- schrieben. — Wo st erben die meisten Menschen? Den wenig beneidenswerten Ruhm der höchsten Todesrate der Welt hat die Stadt Cochabamba in Bolivien. Die Zahl der Todesfälle beträgt dort jährlich 75 auf tausend Einwohner. Die Todesrate der Haupt- siadt der Republik La Paz stellt sich auf 33. Die ungewöhnliche Sterblichkeil ist nicht sowohl auf klimatische Verhältnisse, als viel- mehr auf die Unfähigkeit der Eingeborenen zurückzuführen, die selbst die elementarsten Hygienematzregeln nicht beachten. — Gegen Verkrümmungen d e r W irb el s äul e hat der Prager Orthopäde H a a S einen Geradehalter konstruiert, der jetzt auch auf dem Londoner Aerztekongreß preisgekrönt wurde. zenkralistische Organisation in den Ländern, To sie noch nicht be- stehe, vorbereite, so handle er nur im Auftrag des Kopenhagener Kongresses. Wer die Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung kenne, wisse, daß man vor 25 Jahren dort auch die von den Jta- lienern und Franzosen vorgetragenen Grundsätze befolgt habe. Was die Franzosen als Gipfel gewerkschaftlicher Weisheit anpriesen, sei für Deutschland längst überholt. Als Klassenkampf verstehe man in Teutschland den Kampf gegen den Kapitalismus und nicht den Kampf gegen die Sozialdemokratie. Es werde behauptet, die Massen in Deutschland hätten kein selbständiges Denken und Fühlen, und müßten nur tun, was die Führer wollten. So etwas kennen wir nicht. Aber wir kennen etwas anderes: daß die Führer und die Mit- glieder sich um die Dinge bekümmern, die den Arbeiter angehen, um die politischen Dinge. Die Italiener verlangen, daß der Zentralrat große Taten ausführe. Wenn sich das nur so leicht machen ließe. Schon das Zusammenhalten der sich widerstrebenden Richtungen und Organisationen ist in der I. T. F. ein Kunststück. Da heißt es, die Gegensätze zu überbrücken. Kleine Differenzen müssen die Landcsorganisationen erledigen. Nur in großen Kämpfen könne sie eingreifen. Aber zum Krieg gehöre in erster Linie Geld. Viel- leicht lasse sich der nächste internationale Transportarbeiterkongreß in Deutschland abhalten, dann würden viele Mißverständnisse der Franzosen und Italiener über die deutsche Bewegung schwinden. (Lebhafter Beifall.) Nachdem Didegarnh- Frankreich, dessen Wortmeldung über- sehen war, für die Hilfe beim Eisenbahnerstreik 1910 gedankt, die Anwendung der Sabotage in Ausnahmefällen gebilligt und trotz aller' deutschen Erwiderungen die Behauptung wiederholt hatte, daß niemand zugunsten des Klassenkampfes gesprochen und nur die syndikalistischen Gewerkschaften das Ziel hätten, den Kapitalismus zu zerstören, schließt die Debatte mit der e i n st i m m i g e n Ent- lastung des internationalen Sekretärs. Von der französischen Delegation liegen zwei Resolutio- n c n vor, in denen der Kongreß seinen Willen ausdrücken soll, alle Mittel anzuwenden, um jede Kriegserklärung zu verhindern. In der zweiten Resolution wird noch hinzugefügt, daß dem Zentralrat das Recht genommen werden müsse, jede Aktion der internationalen Transportarbeiter gegen den Krieg zu verhindern. Der Vorsitzende Schumann erklärt zu diesen Resolutionen folgendes: Beide Resolutionen verlangen eine politische Aktion. Deshalb darf der Kongreß nicht über sie abstimmen. Wohl sind wir alle darüber einig, daß wir die blutigen Ausein- andersctzungen zwischen den Völkern zugunsten der herrschenden Klassen auf das schärfste verurteilen und bei entstehenden Diffe- renzen ein schiedsgerichtliches Verfahren wünschen. Aber wir als Transportarbeiter haben durch die Satzungen und Beschlüsse unserer früheren Kongresse unseren Aufgabenkreis scharf umgrenzt. Die I. T. F. hat die Aufgabe, die wirtschaftlichen Kämpfe der Transportarbeiter zu organisieren, und der Zentralrat solle alle Maßnahmen treffen, um die Verständigung der angeschlossenen Nationen bei den wirtschaftlichen Kämpfen der einzelnen Berufs- gruppcn herbeizuführen. Wir haben also kein Recht, auf diesem Kongreß Beschlüsse zu fassen, die dazu führen können, der organi- ätorischcn Tätigkeit unserer Berufskollegen in den einzelnen Ländern Hindernisse zu bereiten. Wenn wir so stark organisiert sind, wie wir wünschen, wie wir es sein müssen, um die kapitalistische Gesell- schaft zu überwinden, dann erübrigen sich derartige Resolutionen von selber. Der Kongreß tritt dieser Auffassung des Vor- sitzenden bei. Ein weiterer Antrag der Franzosen, eine Sonderkonfe- renz derSeelcute abzuhalten, wird abgelehnt. Tann werden die einzelnen Anträge begründet, die organisatorische und taktische Fragen behandeln. Der schwedische Transportarbeiterverband verlangt in einer Resolution, die L i n d l e y begründet, die Errichtung einer i n t e r- nationalen Unter st ützungskasse für alle großen Kämpfe und mit festen Beiträgen, die nach bestimmten Grundsätzen zu be- rechnen sind. Diese Kasse soll nur in Anspruch genommsn werden, wenn die nationalen Hilfsquellen erschöpft sind. Mehrere Anträge betreffen die internationale Kon� t r o l l k a r t c für die Seeleute. Während die Norweger Vcr bcsserungen der Karte vorschlagen, verlangen die dänischen Sccheizer und Matrosen, eine internationale Beitragskarte an ihrer Stelle einzuführen, die vom internationalen Sekretariat bezogen werden muß. C i a r d i- Italien begründet den bekannten Antrag auf V e r- legun'g des Sitzes der Föderation nach London oder nach Paris und auf Einsetzung eines Generalrats des Verbandes aus je einem Mitglied für jede Nation neben dem Zentralkomitee. Der Verband der Handels-, Verkehrs- und Transportarbeiter und Arbeiterinnen Oesterreichs beantragt, den Zentralrat aufzu- fordern, ein Regulativ für den U ebertritt von Mir- gliedern einer Landesorganisation in die andere auszuarbeiten. Alle diese Anträge werden an das Reorganisations- komitce überwiesen, das in Verbindung mit dem Zentral- rat dem nächsten Kongreß bestimmte Vorschläge unterbreiten soll. falls don außen setzt er die reale weit größere Gefahr der Zer- klüftung des Volkes aus sozialen Ursachen ins richtige Licht und verlangt, daß vor den Forderungen des Militärs die sozialpolitischen Forderungen erfüllt werden sollen. Also eine Umkehrung der Herr- schenden Praxis, die in den Militärfragen„nationale Lebens- Notwendigkeiten" ficht, für die Fragen der Sozialpolitik aber Dinge von untergeordneter Bedeutung sind, über die man auch in guten Treuen verschiedener Meinung sein kann. Im dritten Kapitel wer- den einige Grundfragen der Heeresorganisation erörtert; insbe- sondere die Frage, ob so etwas wie Demokratie innerhalb des Heeres möglich sei. Die matzgebenden Militärs der Schweiz ver- neinen fast durchweg diese Möglichkeit, wer sie bejaht, wird ver- ächtlich beiseite geschoben und als„Einsiedler" verschrien. Wir sind nun sehr gespannt, wie diese maßgebenden Leute die eingehenden und scharfsinnigen Erörterungen Gerbers über das Gehorsams- Problem in der Demokratie widerlegen wollen. Der Verfasser schildert sehr richtig, daß es unmöglich sei, daß eine reine Demo- kratie ein autokratisches oder hierarchisches Heer mitschleppe. Ee- für einen, der logisch en Schweizer Normal- literarisches. Demokratie und Militarismus. Betrachtungen über die Voraus- setzungen schweizerischer Militärpolitik, Von Max Gerber. «Sozialpolitische Zeitfragen der«chweiz, herausgegeben von P a u l P f l u g e r. Heft 24/25. Zürich 1913. Buchhandlung des«Schweiz. Grütlivcreins'.) Die Frage nach der Stellung des Militärs im Gcsamtorganis- mus des demokratischen Staates hat die schweizerische Sozialdcmo- kratie in früheren Zeiten oftmals beschäftigt. In der Person Karl Bürklis als Landwchrhauptmann konzentrierte sich diese«Seite der Parteitätigkeit. Seit Bürklis Tode jedoch fehlte es an Persönlich- leiten, die sich hätten der Mühe unterziehen können, die neueren und neuesten Entwickelungstendenzen des schweizerischen MilitariS- mus zu beleuchten. Auch der Kampf um die neue Militärorgani- sation, der im November 1907 zu Endx ging, brachte keine solche Schrift hervor. Die Arbeit Gerbers ist nun das Fundament, auf dem eine grundsätzliche Kritik wird aufbauen können. Sie will keine in die Breite gehende Kritik sein, sondern, wie ihr Untertitel sagt,„Be- trachtungen über die Voraussetzungen schweizerischer Militärpolitik" bringen. Hervorgegangen ist sie aus dem Bestreben, die unauf- hörlichen Diskussionen über Soldatenschindereien zu vertiefen. Wir stehen nicht an, diese Arbeit als ein wertvolles Ergebnis dieser Dis- kussionen zu bezeichnen. Wenn es die Absicht des Autors war, die Diskussionen auf ein höheres prinzipielles Niveau zu erheben, so kann man ihm ehrlicherweise die Anerkennung nicht versagen, daß er das Ziel erreicht hat. Aber leider ist dieses Niveau zu hoch für unsere bürgerliche Presse. Keines der führenden Blätter der Schweiz hat bis jetzt von der Arbeit Notiz genommen. Offenbar wollen sie alle miteinander warten auf die Parole, die Herr Oberst Wille auszugeben geruht. Sic wollen nicht warten, nein, sie müssen warten, denn sie haben gegenüber den schweizerischen Militär- Konzen schon längst das Opfer ihres Intellekts und ihres Gewissens gebracht und in militärischen Dingen die Theorie des beschränkten Untertanenverstandcs akzeptiert. Die Arbeit verdient aber auch über die Schweizergrenzen hin- aus Beachtung. Hin und wieder wird in Ländern mit stehenden Heeren auf die schweizerische Miliz hingewiesen. Da ,st es gewiß am Platze, auch die Kritik, die an ihr in der Schweiz selbst geübt wird, kennen zu lernen. Wir verzichten darauf, den Inhalt der Schrift hier zu resümieren; wir deuten bloß an, was in den vier Kapiteln behandelt ist. Der Verfasser geht aus von der internationalen Stellung der Schweiz, von den Neutralitätsvcrträgen usw., und er untersucht dann sehr genau die möglichen Kriegsfälle und Kriegsfolgen. Hier räumt er mit manchen Vorurteilen auf, die bis weit in unsere Partei Witz ist das eine unvollziehbare Vorstellun und auch ruhig denken kann. Aber für bürger sind eben viele Dinge möglich. Es läßt sich sehr leicht ein- sehen, warum weite Kreise des Bürgertums es ruhig über sich er- gehen lassen, wenn militärische Führer demokratische Prinzipien verachten und bekämpfen, und auch der Grund, weshalb die burger- liche Parlamentsmchrheit jeweilen vor der„höheren Einsicht" dieser Führer zusammenklappt, ist leicht zu finden. Es ist die Furcht vor einem wirklich demokratischen Heer, einer Volkswehr im wahren Sinne. Hätte die Schweiz eine solche, dann wäre es mit den leicht- fertigen Streikaufgeboten zu Ende. Da liegen die Hauptwider- stände, die hier wenigstens angedeutet werden mußten. Das letzte Kapitel bringt eine wuchtige Abrechnung mit den christlichen Ver- hcrrlichern des Krieges und eine ernste und treffende Rcchtserti- gung der Friedensidee.— nw— Soziales. Nochmals die Mißstände bei der Milchproduktion in Berlin. Nahezu Fünfvierteljahre hat es gedauert, bis die Berliner Molk er ei besitz er den Mut fanden, die in einer Broschüre des Deutschen Landarbeitervcrbandes geschilderten und durch Phcho- graphien belegten erbärmlichen Wohnungs- und Arbeitsverhältnisse der«Stallschweizer— abzuleugnen. Als das Schriftchen vor mehr als Jahresfrist in Tausenden von Exemplaren in Berlin und den Vororten verbreitet wurde, beschäftigte sich die Tagespresse ein- gehend mit der Frage, was angesichts der geschilderten greulichen Mißstände in der Berliner Milchproduktion, zu deren Beseitigung geschehen müsse. Damals verhielten sich die Molkereibesitzer ruhig. Tie belastenden Abbildungen der erbärmlichen Wohngelasse waren ja mit der genauen Adresse der Molkerei inhaber versehen. Ein Ableugnen war nicht möglich. Inzwischen war auch die Polizei in den namhaft gemachten „Wohnungen" erschienen und hatte verschiedentlich Aendcrungen angeordnet, das Bewohnen der Räume aber nicht verboten. Für die Molkereiunternehmer war die Sache damit erledigt. Denn nun war der„Beweis" erbracht, daß es mit der Beschaffenheit der Melkerlogis in Berlin nicht so schlimm bestellt fein konnte, wie behauptet war. Darauf stützte sich dieser Tage der Verein B e r- liner Molkereibesitzer in einer Bbitgliederversammlung. Nach einem Bericht in der bürgerlichen Presse stellten sich die Mol- kereibesitzer auf den Standpunkt, daß ihnen keine Schuld bei- zumessen sei, wenn die Wohngclasse der Melker gelegentlich die wünschenswerte Sauberkeit vermissen ließen. Schuld seien viel- mehr die S t a l l sch w e i z e r selbst, denen der Reinlich» k e i t s s i n n» fehle. Dagegen sei der Unternehmer machtlos. So müsse es der Molkereibesitzer in der Regel dabei bewenden lassen, daß der Stallschweizer wenigstens bei der A r b e i t, das heißt beim Melken, mit sauberen Händen und in gereinigter Kleidung erscheine. Weil also die Melker in Kellerlöchern wohnen müssen, deren Boden mit Kohlen, Holz, Kartoffeln, schmutziger Wäsche, oft mit Futtermitteln und anderem bedeckt ist, die nie gereinigt, deren Betten monatelang nicht mit frischer Wäsche überzogen werden, wo die Wände feucht sind, schadhafte Abortröhren durchlaufen, wo kein Licht und keine Luft Zutritt hat, wo ein Fetzen von Handtuch höchstens alle Woche mal erneuert wird, wo jegliche Badegelegenheit oder oft auch ausreichende Waschgclegenheit völlig fehlt: deshalb sind die Melker selbst s ch u l d, wenn sie unreinlich sind. Unverfrorener kann man die ekelerregenden Wirkungen des Kost- und Logiszwangcs im Nahrungsmittclgewerbe»zicht dem Ar- bester zur Last legen. Ein in der Molkercibesitzerversammlung anwesender Vorsitzen» der eines Stallschweizervercins sprang den Arbeitgebern noch zu Hilfe und fand die Arbeitszeit der Melker nicht zu lang. In der Landwirtschast sei sie n o ck länger. Der Mann weiß, weshalb er so redet. Er ist, obwohl Vorsitzender eines Vereins für Arbeiter, s e l b st M o l k e r c i b e s i tz e r. Schließlich versicherten sich dre Molkcreibesitzer gegenseitig ihres Wohlwollens in der Arbeiterfrage. Jeder Melker, der länger als drei Jahre in einer«Stelle aushalte, soll vom Verein der Arbeitgeber ein Geschenk von 50 M. erhalten. Die Molkercibcsitzer wissen, daß sie dieses Geld bestimmt sparen, da kein Melker so lange in den erbärmlichen Berliner Arbeitsstellen auszuhalten vermag. Wenn die Berliner Molkereibesitzer glauben, daß nun die Sache erledigt sei und ruhig Gras wachsen würde über die Ent- hüllung der skandalösen Mißstände im Molkcreigewerbe, dann irren sie sich gewaltig. Die Berliner Melker werden in einer ö f f f e n t- l i ch e n Versammlung in den nächsten Tagen daS Verhalten der Molkereibesitzer und die„Reinlichkeit" in der Berliner Milch- Produktion einer Würdigung unterziehen. Aus dem Gewerbegcricht. Der Maschinenarbeiter B. klagte gestern vor dem Gewerbe» gcricht gegen die„O t i s"- F a h r st u h l f a b r i k. Dem Kläger waren Gleitschienen zum Fräsen, aber ohne Akkordzettel, in Arbeit gegeben.� An dieser Arbeit war noch ein anderer Arbeiter tätig. Beide lösten sich schichtweise ab. Eines Tages sollte der Kläger die angefangene Arbeit unterbrechen, um eine eiligere fertigzustellen. Es wurde ihm jedoch gestattet, die begonnene Operation zu Ende zu führen, und sein Kollege nahm erst die andere Arbeit in Angriff. Am Abend des gleichen Tages brach der Streik bei der Firma aus und es wurden ihm jetzt nur 56 Pf. pro Stunde für die-"best gezahlt, obwohl er durchschnittlich 90 Pf. verdient hatte und auch durch Zusicherung der Direktion bei Arbeiten, die ohne Akkord- zettel begonnen werden mutzten, der Durchsch"rt'»berDrenst garantiert war.. mi Die Beklagte trat nun mit der Behauptung auf. eine Gleitschiene sei unbrauchbar, weil verfräst, und nhr Jet L9uUV$ ein«Schaden von 15 M. entstanden. Außerdem erfordere die Nacharbeit avch noch zirka 3 M. Kosten und sie erhebe deshalb Wi d e rk l a g e; konnte jedoch weder den Schaden nachweiien. noch, daß der Kläger und nicht dessen Mitarbeiter den Schaden veruriachte. Deshalb wurde die Widerklage abgewiesen. Daß aber auch der Kläger mit seiner Forderung abgewiesen wurde, erscheint nicht gans.serechtkertigt im Hinblick auf den oben wiedergegebenen«Sachverhalt, den der Kläger freilich nicht in dieser prägnanten Form vorzutragen wußte, der n>-1 fll /T#_•. O-V r» � 4 4 � /TTs T j**-*• X* 1 M immer wieder auftauchte. Gegenüber der so oft an die Wand ge- Die noch minderjährige Lageristin Grete N- hatte mit Erlaubnis zauberten möglichen nationalen.Gefahr infolge eines Ueber- l ihres Vaters eme Stellung bei dem Kaufmann<5. angenommen, Während ihrer Tätigkeit erkrankte sie und blieb auf Grund eines ärztlichen Attestes etwa zwei Wochen dem Geschäft fern. Als sie sich zum Antritt wieder meldete, wurde sie nicht wieder eingestellt, auch das Gehalt wurde ihr verweigert. Die Klägerin veranlatzte darauf ihren Vater, zum Chef zu gehen und von ihm das Gehalt bis Ablauf der Kündigungsfrist zu verlangen. Sie warnte ihn, da er des Kaufmännischen wenig kundig, ausdrücklich, sich nicht etwa mit einer geringeren Summe zuni Ausgleich zufriedenzugeben. Trotzdem nahm der Vater das Gehalt bis zum Entlassungstage an. Er unterschrieb auch eine einen Ausgleichsrevers enthaltende Quittung, protestierte allerdings gleich hinterher gegen die Be- hauptung des Chefs, das junge Mädchen hätte jetzt nichts mehr zu fordern. Die Klägerin ihrerseits erhob auch sofort gegen den Ausgleichsvermcrk Widerspruch und reichte die Klage ein. Der Be- klagte hingegen stützte sich auf den Revers und hob hervor, daß der Vater für seine noch minderjährige Tochter bindende Abmachungen treffen könne. Wenn eine Minderjährige ohne Erlaubnis des Vaters Vereinbarungen treffen darf, so dürfe es um so mehr der Vater ohne Erlaubnis der Tochter. Das Kaufmannsgericht verurteilte den Beklagten zur Zahlung des Nestgehalts von 77 M., indem es den Ausgleichsrevers als ungültig ansah. Die Klägerin habe die Verfügung über das Gehalt. Nur wenn sie dem Vater eine besondere Vollmacht erteilt hätte, konnte der Vater darüber verfügen. Aber auch dann wäre hier der Ausgleichsrevers nach Z 118 des Bürgerlichen Gesetzbuchs un« gültig, weil die Willenserklärung nicht ernstlich abgegeben war und der Beklagte den Mangel der Ernstlichkeit erkennen mußte. Wohlfahrtsplagc. Ter erzgebirgische Marktflecken S ch ö n h e i d e ist bekannt als ein Hauptsitz der B ü r st e n i n d u st r i e. Es existieren � dort einige Großbetriebe dieser Branche, deren Inhaber große Reich- tümer erworben haben. Tie Arbeiter allerdings werden ganz miserabel entlohnt. Ist die Bürstenmacherei an sich schon ein Elends- beruf, so gehören die Schönheider Bürstenmacher zu den am schlechtesten gestellten Berufsgenossen in Deutschland. Es könnte wundernehmen, daß trotz der schlechten Erwerbsverhältnisse der Nachwuchs immer wieder in die Bürstcnfabriicn strömt. Dieses Rätsel findet seine Lösung, wenn man die Mittel betrachtet, mit denen die Arbeiter an die Fabriken gefesselt werden. Typisch hier- für ist eine Bekanntmachung der Firma F l e m m i n g, in der es heißt: „Unterzeichneter dieses muß notgedrungen mit aller Strenge verlangen, daß diejenigen Kinder, von denen Vater oder Mutter in der Fabrik arbeiten, auch bei uns in Arbeit treten, und würden wir uns genötigt sehen, bei dem Gegenteil ent- sprechende Maßregeln zu ergreifen. Es wäre doch auch ganz widersinnig, wenn Vater oder Mutter in unserer Fabrik einen schönen einträglichen Posten bekleiden und die Kinder wollten etwas anderes und nichts Besseres lernen oder gar in andere Fa- briken gehen. Die Eltern müßten dann eben auch dorthin gehen. Ich hoffe also bestimmt, daß ich wegen dieser Angelegenheit zu Ostern mit betreffenden Eltern keine Differenzen habe und daß ich sämtliche Kinder in die Fabrik hereinbekomme." Dieser Ukas ist zwar schon im Jahre 1908 herausgekommen, aber eS wird dort noch heute nach den gleichen Grundsätzen ver- fahren, wie das folgende zeigt. Natürlich machen die Schönheider Bürstensabrikanten auch in „Wohlfahrtspflege". Insbesondere stellen sie ihren Arbeitern W o h- n u ng e n zur Verfügung, die freilich oft den bescheidensten hygie- nischen Anforderungen nicht genügen. Der empfindliche Woh- nungsmangel am Ort zwingt aber die Arbeiter, von dieser„Wohl- tat" Gebrauch zu machen. Welche Fesseln den Arbeitern damit angelegt werden, illustriert folgender Brief: Schönheide, den 9. August 191Z. Herrn........ Da heute Ihre Tochter..... gekündigt hat, und zwar ohne jedweden Grund, und nun weiter niemand von Ihnen bei uns arbeitet als Ihr Sohn, so können wir auch Ihre jetzt innehabende Wohnung in unserem Hause für Arbeiter, die bei uns arbeiten und alle ihre Kinder bei uns arbeiten lassen, besser verwerten, weswegen wir uns genötigt sehen, Ihnen das Logis unter heuti- gem Tage zu kündigen und wäre die Wohnung dann uns am ö. September a. c. abends als geräumt zu übergeben. Sollte Ihre Tochter die Kündigung nächsten Montag zurücknehmen, würden wir uns dann bereit er- klären, die Wohnungs-Kündigung ebenfalls zurückzunehmen. Eine Hand wäscht die andere! Sächs. Kardätschen-, Bürsten- und Pinselfabrik. Ed. Flemming u. Co., Kommandit-Gesellschaft. gez. Ed. Flemming. Die junge Arbeiterin wollte ihren Arbeitsplatz wechseln, weil sie bei der Firma Flemming nicht genug verdient. Der Unter- nchmer stellt nun die Eltern des Mädchens vor die Wahl, ihm ihr Kind zur weiteren Ausbeutung zu überantworten, oder mit seiner ganzen Familie auf die Straße gesetzt zu werden. Man kann dem Bürstenfabrikanten Flemming eigentlich Tank wissen für die bru- tale Offenheit, mit welcher er Maßnahmen trifft, die andere„Wohl. täter" vom gleichen Schlage sorgfältig zu verbergen bemüht sind. Ein unhaltbarer Vorstoß gegen die Konsumvereine. Nach dem Gesetz betreffend die Erwerbs, und Wirschaftsge- nossenschaften vom 1. Mai 1889 war es den Konsumvereinen bisher unbehinoert gestattet, Waren, die in der Eigenproduktion erzeugt worden sind, an jedermann zu verkaufen. Auch die Konsum- und Produktivgenossenschaft Halle-Throtha, die in ihrer eigenen Bäckerei Brot- und Weißwaren herstellt, ließ durch Austrüge- rinnen jene Waren auch an NichtMitglieder verkaufen. MlIlIIl!lIIlIII!lIIIIIIIIIIIIlIIIIIllI!lIIIIIIiIII!IIIIIIIII!IllIIIlIiIIIIlIIlIIIIlllIIli!IlI!IIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIiIII!llIIIl!IlllllI>I>!>lI>IIII!IlI!lIlII!!IIII!IIIIII!>IIIIlIIIlIlIIIIII«II!IIIII>!II>I»I!lf»I!!I»IIIIl»I»I»III»I»!!»I»»I»l»»Il»»»!l»»II»iIlIII!IIIIlIIlIIII!!II»IIIIIlD j Grosser Handschuh-Ver Kauf! V Damen-Glace-Handschuhe mit Druckverschluss......... Herren-Glace-Handschuhe Druckverschluss............. Ar* V Damen-Suede-Handschuhe mit Druckverschluss......... Herren-Suede-Handschuhe Druckverschluss.............«£/«3 Pf. s = Damen-Waschleder- Handschuhe mit Druckverschluss..... 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Ein rastloses, em opfervolles und doch auch siegcs- freudiges Leben ist abgeschlossen. Der Schlag traf uns alle hart. Aber wir mühten keine kämpfende Partei sein, mühten nicht einen Atom von Bebels Feuergeist in uns haben, wenn wir an diesem Tage nicht voll Liebe und voll Dankbarkeit für unseren grohen Toten gelobt hätten, in seinem Sinne rastlos und unbeugsam weiter zu arbeiten. Kein Widerstand soll uns beugen, kein Kampf uns zu heiß sein. Nirgends aber ist der Kampf Heiher, ist das Ziel lohnender, als auf dem Gebiete der Jugenderziehung im proletarischen Sinne. Millionen gibt der Staat aus, um die Jugend von uns abzuwenden, sie zu Feinden der Arbeiter- bcwegung zu machen. Die proletarische Jugendbewegung aber wird drangsaliert, wo es nur möglich ist. Polizei und Staatsanwalt haben ein ganz besonderes Interesse für unsere Jugendbewegung und Ihr wiht, was das zu bedeuten hat. Im Sinne unseres August Bebel handeln wir, wenn wir uns durch keinerlei Mahnahmen hindern lassen, die freie Jugend- bcwegung zu fördern. Wir haben daher beschlossen, für Groß-Bcrlin einen Bebel-Fonds für die Jugendbewegung zu gründen, um aus diesen Mitteln Heime für unsere Jugend zu errichten. Genossen und Genossinnen! Wir appellieren an Eure Opferwilligkeit! Wir fordern Euch auf, in der Werkstatt und in Versanimlungen zugunsten des Bebel- Fonds zu sammeln. Parteigenossen! Es gilt das Andenken unseres unvcr- geglichen Toten in einer Weise zu ehren, die des grohen Mannes würdig ist. Dazu trage jeder sein Scherflein bei! Niemand stehe zurück! Etwaige Geldsendungen sind zu richten an Emil Böske, Lindcnstr. 2, vorn 1 Tr. Ter Aktionsausschuß. I. A.: Eugen Ernst. Partei- EtogekgenKeitm Zur Lokalliste. In Rudow bei Johannisthal T. B. feiert der Nauchklub.Dampf- walze" sein dreißigstes Sliftupgssest in den Näuineu. des Iuliuspads. Da das Lokal der yrgfmipeueii Arbeiterschaft für Leriammluizgen Vettvcigert wird, in Arbeiterkreisen Berlins ober Billetts angeboten werden, ersuchen wir dringend, dieselben zurückzuweisen. Das Lokal ist streng zu meiden. In Fredersdorf 2�. B. steht uns das Lokal von Kirchner zu allen Veranstallungen zur Verjügung, die übrigen Lokale sind gesperrt. __ Die Lokalkommission. Zweiter Kreis. Am heutigen Tage findet die Urwahl der Dele- gierten zum Parteitag in Jena und des Schicdsgerichts-KommissionS Mitgliedes für Groß-Bcrlm statt. Die Wahl beginnt um 3 Uhr vor mittags und wird um 12 Uhr mittags geschlossen. Eharlottcnburg. II. Gruppe. Die Genossen werden ersucht, sich in recht zahlreicher Weise an der Beerdigung des Genossen Strahl zu beteiligen� Treffpunkt: Restaurant Müller, Knobelsdorfs- und Danckelmannstraße-Ecke Sonnlag nachmittags um 4�, Uhr. Wcißensce. Am heutigen Sonntag feiern die vereinigten Ar beitervereine im Schloß Weißensee ihr diesjähriges großes Sommer- fest. Dasselbe trägt vollständig den Charakter eines chinesisch- japanischen Blumonsestes. Alle Freunde gesunden Humors sind dazu eingeladen. Der große Festzng beginnt pünktlich mittags 2 Uhr an der Prenzlauer Promenade. Wir bitten nicht nur unsere orts- angehvrigen, sondern auch die Groß-Berliner Parteigenossen, daran teilzunehmen. Das Komitee. Nieder- Schöncwcidc. Dienstag, den 2. September, abends Zl/z Uhr: Versammlung im Waldhansvar die Umgebung der Brandstelle von einr großen Menschenmasse umlagert. Im Kino vom Tode ereilt wurde vorgestern abend die 66 Jahre alte Arbeiterin Marie Röchelt aus der Oppelnerstr. 4. Als diese sich in einem Kinematographentheater in der Schlesischen Straße befand, wurde sie plötzlich während der Vorführung eines Film« von einem heftigen Unwohlsein befallen. Man brachte die Ohnmächtige nach der Sanitälswnche am Görlitzer Bahnhof, doch verstarb sie bereits auf dem Wege dorthin. Die Leiche wurde von der Polizei be- echlagnahmt und zur Feststellung der Todesursache nach dem Schau- Hause gebracht. Ein großer Hypothekenschwindel ist in Schöneberg aufgedeckt worden. Der in der Nassauischen Straße zu Wilmersdorf wohnende Grundeigentümer R., der dort mehrere Häuser besitzt, wollte auf seine Häuser eine Hypothek von 199 999 M. aufnehmen. Er wandte sich zu diesem Zwecke an den ihm seit langer Zeit bekannten Hypothckenvermittler S. aus der Hewaldstraßc in Schöneberg mit dem Ersuchen, ihm auf zwei Häuser je 69 999 M. zu verschaffen. Der Hausbesitzer begab sich deshalb mit S. aus das Grundbuchamt und ließ dort auf den Namen des S. auf beide Grundstücke je 59 999 M. hypothekarisch eintragen. Die nicht unerheblichen Stcmpelkostcn trug selbst- verständlich der Auftraggeber. Zwischen beiden war vorher aus- gemacht worden, daß S., nach Erledigung der Formalitäten, eine angemessene Provision erhalten und mit den beiden insgesamt auf 199 999 M. lautenden Hypothckcninstrumcnten nach Hamburg zu einem bekannten Geldgeber fahren sollte, um dort�die Summe zu erheben und sie dem Auftraggeber abzuliefern. S. begab sich nun nach Hamburg, wo er nach inzwischen cingcholre?! Erkundigung volle Valuta von dem Geldgeber erhielt. Der Vermittler hatte dem Hauswirt versichert, daß er sofort nach Empfang des Geldes mit dem nächsten Schnellzuge nach Berlin zurückfahren werde, und hatte erklärt, daß er in spätestens 24 Stunden zurück sein werde. Als er jedoch am nächsten Tage nicht zurückgekehrt war, zog der Hausbesitzer telcgraphisch Erkundigungen bei dem Geldgeber in Hamburg ein. Von diesem erfuhr er, daß die 199 999 M. an S. gezahlt worden seien. Nun erst wurde R. mißtrauisch und zog über die Person des S. Erkundigungen ein, die außerordentlich ungünstig aussielen. Er hörte, daß der Vermittler in mehreren Fällen Hypothekcnschiebungen verübt und sich schon vor drei Monaten einen Auslandspatz besorgt habe. Nach Feststellungen der Polizei ist S. nicht mehr in seine Schönebcrger Wohnung zurück- gekehrt, sondern hat die Reise über den„großen Teich" angetreten. Nach einer Meldung von gestern abend ist der Urheber des Schwindels, der Vermittler S. aus der Heivaldstraße, verhaftet worden. In Hamburg hatte S. den kleineren Teil der Hypotheken- summe in barem Geldc erhalten, während der größere Teil rn Wertpapieren bestanden hatte, die nicht sofort zu Gelde gemacht werden konnten. Um aber auch hierfür möglichst sofort bares Geld in die Hände zu bekommen, hatte S. sich noch von Hamburg aus mit eine»? Geldmanne in Bad Schandau an der Elbe telegraphisch in Verbindung gesetzt und von diesem die Antwort erhalten, er möge selbst nach Schandau kommen. Mit Unterstützung des Ham- burger Geldgebers gelang es schließlich, diese Spur des betrügen- scheu Vermittlers aufzufinden und von einein zwischen S. und dem Schandauer Geldmannc gewechselten Tclcgrainm Kenntnis zu er- halten. Auf tclegraphisches Ersuchen wurde ain gestrigen Sonn- abend der Hypothekcnvermittler von der Schandaucr Polizei fest- genommen und vorläufig in Haft behalten. Die Wertpapiere und ein großer Teil des in Hamburg erhaltenen Bargeldes konnte dein Verhafteten abgenommen werden, so daß der Hausbesitzer R. vor größerem Schaden bewahrt geblieben sein dürste. Auf der Neubaulinie der nördlichen Umgehungsbahn Nauen- Oranienburg wird demnächst der Zlrbeitszugbetrieb eröffnet werden, und zwar zwischen Nauen und Kren?n?en Mitte September und zwischen Kremmen und Oranienburg am 1. Oktober d. I. Der Rc- gierungspräsident hat hierzu die landcspolizeiliche Genehmigung erteilt. Die Wegeübergänge werden während des Arbeitsbetnebes unbewacht bleiben, sollen jedoch mit Warnungstafeln ausgerüstet und- durch Läutepfähle vorschriftsmäßig gesichert werden. Eine eigenartige Liebestragödie hat sich in der Lothringer Straße abgespielt. Dort hatte im dritten Stockwerk des�Hauscs Nr. 68 ein 69 Jahre altes Fräulein Barnetzki eine aus Stube und Küche bestehende Wohnung inne. Die Stube vermietete sie vor zwei Monaten an einen 25 Jalste alten Kaufmann Walter Hofftnann, der ohne Stellung war. Vor einem Monat zog zu diesem noch ein Freund. Hoffmann, der völlig inittcllos war, gewährte das Fräulein Kost und Logis. Es irfird angenommen, daß zwischen dein alten Fräulein und dem jungen Mann ein Liebesverhältnis bestanden habe, derrn als ein Bruder des Hoffmann diesem eine Stellung im Rheinland habe verschaffen wollen, hätte sich die Wirtin dagegen gesträubt. Sie sei untröstlich geworden, als der junge Mann sich zur Ucbernahme der Stellung bereit erklärt hätte. Vorgestern aßen die beiden Mieter und die Wirtin je ein Ruinsteak, zu dem sie Kognak tranken. Bald nach dem Genuß des Fleisches erkrankte Hoffmann, während sein Freund und das Fräulein nichts verspürten. Der Zustand des Hoffmann verschlimmerte sich im Laufe des Abends immer mehr. Ilm Abend ging nun der Freund Hoffmanns zu einem Arzt, der die Ursache der Erkrankung Hoffmanns jedoch nicht bestimmr feststellen konnte. Am anderen Morgen um 7 Uhr verstarb dieser im Beisein seines Freundes. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhausc gebracht. Nach dem Tooe seines Freundes zog der andere Mieter sofort aus. Abends fand inan nun die Wirtin tot in? Bette liegen. Sie hatte sich mit Salz- säure vergiftet. Ob der Verdacht, daß die Barnetzki den jungen Hoffmann vergiftet habe, zu Recht besteht, dürfte erst die Unter- suchung ergeben._ TodcSsprung nuS dem vierten Stock. In der Friedenstraße 62 stürzte sich gestern vormittag der 43 Jahre alte Schneidermeister Werblow aus einein Fenster seiner in? vierten Stock gelegenen Woh- nung auf den Hof hinab. Er blieb mit zerschmetterten Gliedern liegen ll??d starb wenige Augenblicke später. Nahrungssorgen sollen das Motiv der Tat sein. In der Liebenwalder Straße 38 sprang gestern vormittag ein 32 Jahre altes Fräulein T. auS einem Fenster des zweiten Stockes auf den Hof hinab. Es wurde in schwerverletztem Zustande in das Virchow-jkrankenhaus gebracht. Der Flug rund um Berlin. Bei herrlichem Wetter und gutem Besuch hat am gestrigen Sonnabcndnachmittag der Flug„Rund um Berlin" seinen Ansang genommen. Wenn das Wetter auch für das Publikum recht ange- nchn? zu nennen war, so waren die Flieger in den ersten Nach- mittagstundcn dalnit nicht zufrieden. Aus Südsüdost kamen heftige Böen bis zu 8 Sekundenmeter Stärke, die sich vom Boden bis zu 2999 Meter Höhe hinzogen und den Führern, wie man nachher sah, viel zu schaffen machten. Die Zahl der Teilnehmer von 27 war durch das Ausscheiden von Rosenstein, Hirth, dem Favoriten Laitsch und Savbatnig auf 23 zusainmengeschmolzen. Das Hauptinteresse konzentrierte sich deshalb auf Linnckogcl, der vorgestern mit knapper Not und Mühe einem furchtbaren Tode entgangen ist. Der junge Deutschspanier inachte vorgestern lnit einer neuen Militärmaschine einen Flug in 1699 Meter Höhe, als plötzlich der Vergaser Feuer fing. Die Flammen sprangen auf den linken Flügel über, so daß die Maschine brannte. Mit großer Geistesgegenwart ging Linnckogel im Sturz- flug nieder, und es gelang ihm, auf dem Erdboden die Maschine zu verlassen, ehe er noch selbst Schaden gelitten hatte. Um 8,26 Uhr kam Schüler mit seinem Ago-Doppeldecker an den Start. Nach kurzem Anlauf verließ er das Feld und rundete alle Wendemarken vorschriftsmäßig. Nach einer Stunde 18 Minuten hatte er die Runde beendet und landete in wunderhübsche?» Gleitflug« aus 1699 Meter Höhe. Die von ihin erzielte Zeit ist nicht gerade glänzend zu nennen, doch muß man damit rechnen, daß Schüler durch seinen Höhenflug viel Zeit eingebüßt hat. P. V. Stösfler, der u?n 3,37 Uhr startete, konnte die 192 Kilometen in 1 Stunde 5 Minuten 1 Sekunde zurücklegen. Dann starteten Böhm auf Albatros-Eindecker um 3,46 Uhr, Stösfler II zur selben Zeit, Janisch auf L.-B.-G.-Doppeldecker um 4,14 Mr. Bis Potsdam kam er glatt durch, bann aber setzte der Motor aus, und er mußte auf freiem Felde landen. Friedrich verließ auf Etrich-Eindecker den Flugplatz um 4,22 Uhr, Stiefvater um 4,2S Uhr, Vollmöller auf Albatros-Eindecker um 4,41 Uhr, Theten, auf Albatros-Doppeldecker um 4,55 Uhr. Letzterer mußte schon nach wenigen Augen- blicken bei Niederschöneweide landen, weil der Motor defekt geworden war. Krieger auf Harlan-Taube flog um 5,08 Uhr ab. Roth, der ebenfalls einen Harlan-Eindecker steuerte, hatte mit dem Motor Schwierigkeiten, so daß er nicht vom Boden hoch kam. Wehl auf Otto-Doppeldecker startete um 5,34 Uhr, während Reichelt an- dauernd in den Sand geriet und nicht frei kam. Linnekogel sRumpler-Eindecker) flog um 5,34 Uhr ab, Langer auf dem Pfeil- Dopeldecker um 5,33 Uhr, Baierlein um 5,37 Uhr, Stiploscheck auf Jannin-Etahltaube um 5,42 Uhr, Kießling auf Ago-Doppel- decker um 5,44 Uhr, Beck auf Kondor-Eindecker um 5,46 Uhr. Die Resultate des gestrigen Tages sind folgende: Böhm lAlbatroS-Eindecker) 1 Stunde 6 Minuten 25 Sekunden, E. Stöffler stklbatros'-Doppeldecker) 1 Stunde 5 Minuten 20 Sekunden, Theten fAlbairoS-Doppeldecker) 1 Stunde 12 Minuten 13 Sekunden, V. Stöffler(Aviatik-Pfeil-Doppeldecker) 1 Stunde 5 Minuten 1 Sekunde, Krieger(Harlan-Eindecker) 1 Stunde 13 Minuten, Stiefvater(Jeannin-Stahltaube) 1 Stunde 10 Minuten 56 Sek., Stiploscheck(Jeannin-Stahltaube) 1 Stunde 4 Minuten 55 Sek., Beck(Kondor-Eindecker) 1 Stunde 19 Minuten 40 Sekunden, Fiedler(Luftfahrzeug-Taube) 1 Stunde 13 Minuten, Baierlein (Otto-Eindecker) 1 Stunde 35 Sekunden, Wehl(Otto-Doppeldecker) 1 Stunde 21 Minuten 42 Sekunden, Linnekogel(Rumpler-Ein- decker) 1 Stunde 8 Minuten 23 Sekunden, Schüler(Ago-Doppel- decker) 1 Stunde 13 Minuten 15 Sekunden, Friedrich(Etrich- Taube) 1 Stunde 25 Minuten, Vollmöller(Albatros-Eindecker) 1 Stunde 5 Minuten 25 Sekunden. Sieger des gestrigen ersten Tages ist demnach Baierlein. Einige Bilder der heutigen Nummer der„Neuen Welt" werden unsere Leser bereits aus dem Bebel-'Gedenkblatt kennen, das dem „Vorwärts" am letzten Sonntag beilag; da jedoch die„Neue Welt" verschiedenen Parteiblättern als Beilage dient, müssen diese Dupli- kate schon in den Kauf genommen werden. In den AusbildnngSkiirscn für Hauspersonal deS Fentralvereius für Arbeitsnachweis sind zum 1. September einige Plätze frei ge« worden. Die Kurse finden einmal wöchentlich von Vz8—'/zl0 Uhr in der Abteilung für Hauspersonal, Eichhorns. 1, Ecke Potsdamer Straße, statt und kosten vierteljährlich Mark 4,50; für junge Mädchen unter 16 Jahre 3 Mark. Gelehrt wird im SÄneiderkursuS das Zuschneiden und Abändern nach Schnitte::, Anfertigung von Hauskleidern, einfachen Röcken und Blusen und Kinderkleideru. Im Ausbesserungskursus das Stopfen feiner Leib- und Tischwäsche, Flicken einsetzen, Hand- und Maschinennähen ec. Anmeldungen werden in der Zeit von 8—11 und 4—7 Uhrent- gegengenommen. Telephon: Lützow 8753. CineS-Apollo-Theatcr. Das alte Apollo-Theaier zeigte sich am Freitagabend zum ersten Male den Besuchern in einem völlig neuen Gewände. Der Film hat sich nun zum Teil auch diese Stätte er- obert und daS, was am ersten Abend an Abwechselungsreichem auf dem Gebiete der kinematographischen Aufnahmen geboten wurde, konnte sich schon sehen lassen. Es zogen Naturaufnahmen, Lichtfpiel« Novellen, Burlesken an den Zuschauern vorüber. Doch nur zur Hälfte beherrscht die Lichtbildkunst das Programm. So ganz hat diese erst- klassige Varietöbühne die alte Kunst nicht abgestreift. Das Unter- nehmen zeigt sich uns— und das bedeutet eigentlich die Verüude« ruug seines Charakters— als ein Theater mit kombiniertem Kino- Barietsprogramm. Auf dem Gebiete der Varietökunst leisteten Horden Sisters in ihren Produktionen auf dem Trapez Vorzügliches, und der Melangeakt von Francini Alloms und Page ist ein Schlager ersten Ranges. Spanische Tänze führt die Mareky-Truppe auf, während Emerson und Baldwin eine lustige amerikanische Variets- Komödie spielen. Die abwechselungsreichen Darbietungen fanden großen Beifall. Das neue Aquarium im„Zoo" erfreut sich des größten Jnter- esses, wie die Zahl von 40 000 Besuchern in der ersten Woche be- weist. Zu den größten Schau, und Prunkstücken gehört das bisher noch niemals in Berlin lebend gezeigte„Wandelnde Blatt", be- kanntlich ein berühmtes Schulbeispiel für die Darwinistische An- Passungslehre. Diese indische Heuschrecke, die mit Vorliebe an der Unterseite von Blättern sitzt, hat von oben her so vollkommen das Aussehen eines Blattes, daß sie nur mit größter Mühe vom Blatt zu unterscheiden ist. Die Anpassung geht sogar so weit, daß die Flügel auch die braunen Herbstflecken bekommen und gelb werden, sobald die Natur die Blätter zu färben beginnt. Das interessante Schaustück befindet sich im Jnsektarium des zweiten Stockes, und zwar in der Warmabteilung an der Straße. Im Zoologischen Garten erregt ein neues männliches Elefanten- babh, das im Aller von einem Monat in der Landschaft Kribi ge- fangen wurde und jetzt als Geschenk aus Kamerun hierher kam, das größte Aufsehen. Nach l>/z Jahren ist seine Schnlterhöhe bis auf 108 cm gestiegen und die'Stoßzähne sind 10 cm lang frei vorragend. Der wertvolle Ankömmling nimmt sich im Elefantenhause zwischen seinen erwachsenen Verwandten zwergenhaft drollig aus. Bei der etwa dreißigjährigen und bereits 26 Jahre im Garten lebenden afrikanischen Elefantin, dem östlichen Verwandten aus dem Sudan, sind die Ohrscheiben länglich-rund mit spitzen, nach vorn ge- richteten langen Ohrlappen, während das Ohr des westafrikanischen Elefanten fast kreisrund ist mit kurz entwickelten spitzen Ohrlappen. Zeugen gesucht. Personen, die gesehen, haben, wie am 29. August, abends 9% Uhr, unter der Gleimbrücke ein Mann über- fallen wurde, werden gebeten, ihre Adresse an A. Ostrowski, Graunstr. 34, gelangen zu lassen. Bei der am Sonntag im Gewerkschaftshaus stattgefundenen Bebel-Versammlung ist ein Portemonnaie mit 3,20 M. Inhalt ge- funden worden. Der Eigentümer kann dasselbe bei Pohl, Nauuhn- ftraße 30, in Empfang nehmen. Der Schlosser Ernst Lemke aus Arnswalde, Neumark, gebürtig, bittet uns mitzuteilen, daß er mit dem in der DonnerStagnummer des„Vorwärts" erwähnten Schlafstellendieb gleichen Namens nicht identisch ist, Vorort- Nacbrlcbten* Charlottenburg. Leihweise Ucbcrlassung von Betten. Das städtische Wohnungs- amt hat jetzt mit der Armeuverwaltung eine Vereinbarung getroffen. daß in Fällen, in denen die Wohnungsaufsicht bei nicht der Armen- pflege unterliegenden Familien den Mangel an Betten feststellt, vom Wohnungsamt Betten leihweise überwiesen werden sollen. Au Familien, die der Armenpflege bereits anheimgefallen sind, erfolgt die Ueberweisung von Betten wie bisher durch die Armenverwaltung. Die Veranlassung zu dieser Vereinbarung liegt in der leider in den proletarischen Schichten nur zu oft wiederkehrenden Tatsache,� daß oftmals zwei und mehr Personen in einem Bett schlafen müssen. Durch die Wohnungspfleger ist bei der Besichtigung der Wohnungen ärmerer Bürger festgestellt, daß sich Familien von sieben Köpfen mit drei Betten einrichten mußten. Gchöneberg. In dem Friedenauer OrkSteil von S ch ö n e b e r g ist. unmittel- bar neben dem Eingang zum Wannseebahnhof Friedenau—- Bahn- hofsiraße—, eine Fischverkaufsstelle eröffnet worden, in welcher täglich frische Seefische, die von der Stadl Berlin-Schöaeberg ge- liefert werden, in bester Qualität und zu billigen Preisen zum Per- kauf gelangen. Bisher stehen weitere Kreise der Bevölkerung dem Seefisch noch abgeneigt gegenüber. Der Magistrat von Schöneberg läßt es sich daher ganz besonders angelegen sein, durch Abhaltung praktischer unentgeltlicher S e e fi s ch k o ch k u r s e in den Küchen seiner Volksschulen der Verbreitung der Seefischnahrung weiteren Eingang zu verschaffen. Der nächste dieser Kurse findet am DienS- tag, dem 9. September d. I., nachmittags 6 Uhr, in der Volksschule am Tempelhofer Weg statt. Anmeldungen hierzu sind an den Ma- gistcat oder die städtische Seefischhalle unter genauer Angabe der Adresse zu richten. Auf dem Friedhofe gestorben ist die 70jährige Witwe Kielend aus der Golhaer Str. 4. Die Greisin hatte vorgestern nachmittag das Grab ihres vor zehn Jahres verstorbenen Mannes auf dem Kirchhof in der Maxstraße beiucht. Als sie sich dort auf dem Wege zum Brunnen befand, um Wasser zum Begießen der eben gepflanzten Blumen zu holen, wurde sie plötzlich von einer Ohnmacht befallen und' stürzte zu Boden. Andere Friedhofsbesucher nahmen sich der Erkrankten an und riefen einen Arzt herbei. Dieser konnte aber nur noch den inzwischen infolge Herzschlages eingetretenen Tod fest- stellen. Die Leiche wurde nach dem Schöneberger Schauhause ge> schafft. Strastenbahnunfall. An der Ecke der Schloß- und Schöneberger Straße wollte der Kaufmann August Karenstädt vor einem Straßen- bahnwagen der Linie V das Gleis überschreiten. Er wurde von dem Bahnwogen umgestoßen und erlitt bei dem Fall auf das Straßenpflaster eine Gehirnerschütterung. Der Verunglückte fand im Schöneberger städtischen Krankenhause Aufnahme. Die Spielabende der Freien Elternvercinigung finden in den nächsten zwei Wochen wegen Renovierung der Neuen Raihaussale auf dem städtischen Spielplatz, Nubensstraße, Dienstags und Freitags von■V36— Vzti Uhr abends statt. Montag', den 1. September, abends 9 Uhr: Versammlung im Tunnel der Neuen Rathaussäle. Wichtige Tagesordnung. Das Schauturnen des Arbcitcrturnvercins, das am 17. d. M. wegen Regenwetters nicht abgehalten werden konnte, findet heute nachmittag 3 Uhr auf dem Spielplatz an der Rubensstraße statt. Programm: 3—4 Uhr leichtathletische Weltlämpfe, dann Frei- Übungen, Riegenturnen, verschiedene Wettspiele, u. a. Fußballwettspiel gegen den Luckenwalder Ballspielverein, Stafettenläufe. Zutritt frei. Steglitz-Friedenau. Der Jugend- und BildungSausschuß veranstaltet am Sonntag, den 28. September, nachmittags 3 Uhr, im Albrechishof eine Schul- entlassungsfeier. Eine Ansprache, die dem Sinne der Feier entspricht, Klavier-, Harmonium- und Gesangsvorträge werden die Stunde ausfüllen, in der sich die junge» Menschen des Ernstes der Lebenswende, die ihnen bevorsteht, bewußt werden sollen. Zur Er- innerung an den Tag wird den anwesenden Jugendlichen, die am 1. Oktober aus der Schule treten, ein Buch überreicht werden. Die Arbeilereltern, deren Kinder jetzt die Schule verlassen, mögen durch zahlreiche Beteiligung an der Feier dartun, daß sie auch in diesem Punkte die innerliche Trennung von bürgerlicher Denkweise und Lebensauffassung vollzogen haben. An die Stelle hohler kirch- licher Zeremonien müssen wir eine würdige Feier im Kreise von Gleichgesinnten und im Geiste modern-proletarischer Weltanschauung treten lassen.— Der Jugend- und BildungSausschuß ersucht die in Frage kommenden Eltern, ihre Kinder möglich st bald zu der Feier anzumelden. Meldungen nehmen folgende Mit- glieder deS Ausschusses entgegen: R. Buth, Friedenau, Rheingau- siraße 20; K. Paulus, Friedenau, Kaiserallee 112, Gartenhaus III; M. Peters. Steglitz, Ahornstraße 12s.' W. Pieck, Hardenbergstr. 2; R. Seidel, Südende, Potsdamer Straße 4. Zehlendorf(Waimseebahn). In der letzten Mitgliederversammlung beS Wablvereins referierte Genosse Pagets über den Jenaer Parteitag. Die Ausführungen deS Redners deckten sich mit dem in der Generalversammlung des Zentralwahlvereins für Tellow-Beeskow gehaltenen Referat. In der Dislussion verteidigte Genosse G ö h r e die Haltung der Fraktion in der Dcckungsfrage. Nachdem Genosse Krekeler den Bericht von der KreiSgeneralversammlung gegeben hatte, folgte der Bericht deS Kassierers für das 1. Quartal 1913. Danach steht einer Einnahme von 204,82 M. eine Ausgabe von 164,72 M. gegenüber. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten schloß der Vorsitzende die Versammlung mit warm empfundenen Worten zum Andenken an oett verstorbenen Genossen August Bebel. Adlershof. Die letzte Sitzung der Gewerlschafts- Unterkommission be- schästigle sich' mit der Neugestaltung d e r O r t S k r a n k e n- lasse AdlerShof und Umgegend, nachdem es der Kreisausschuß für nötig gehalten hat, die bestehende Oriskrankenkasie aufzulösen, da der Ort Müggelheim mit zirka 8—14 Mitgliedern jetzt mit au- gegliedert wird. In Wirklichkeit aber haben Personen ihre Hände im Spiele, denen die jetzige bewährte Leitung nicht paßt und welche die Kasse so reaktionär wie nur möglich ausgestalten wollen. Dies zeigt bereits der Statutenentwurf, der jetzt auf den Gemeinde- ämtern ausliegt und der ein ganz Teil Verschlechterungen gegen früher enthalt. Die Verwaltung der Kasse soll wieder einigen wenigen Großindustriellen ausgeliefert und der wirtschaftlich Schwächere völlig ausgeschattel werden. In den Ort- schaften Grünau, Johannistal und Nieder-Schöneweide, wo zurzeit der Statutenentwurf für die neu zu bildende OrtSkrankenkasse auf den Gemeindeämtern ausliegt, hätten sich zusammen zirka 900 Mitglieder eingefunden, um Protest gegen die ge- planten Verschlechterungen einzulegen. Deshalb muß die Arbeiterschaft alles daran setzen, um bei den Wahlen des Aus- schuffeS denselben so zu gestalten, damit letzten Endes den Herren doch noch ein Strich durch die Rechnung gemacht wird. Der Ob- mann Kronewald machte dann auf das Programm deS Arbeiter- Bildungsausschusses aufmerksam und ersuchte die Delegierten, in ihrem Kreise tüchtig Propaganda zu machen.— Für die„Volks- fürsorge" soll jetzt ebenfalls eine Agitation entfaltet werden, es spricht am 8. September Kollege Ritter über diese« Thema.— Un- entschuldigt fehlten die Delegierten der Bäcker, Tabakarbeiter und Tischler. Strausberg. Einen gräßlichen Tod fand die achtjährige Tochter Erna deS Arbeiters Hanne aus Ihlow bei Strausberg. Da« Mädchen hatte für den Vater Kaffee zubereiten wollen, und als es eine Handvoll Reisig auf das Feuer warf, um dies stärker zu entfachen, schlug plötzlich eine große Stichflamme empor und traf unglucklicherwetse die Kleidung der H. In wenigen Sekunden brannte das Kind lichterloh. Gleich etner lebenden Feuersäule rannte die Brennende ans dem Hanse heraus, und auf der Straße warfen hinzuspringende Nachbarn Decken und Tücher über sie hinweg. Leider war es be- reiis zu spat, das Mädchen starb bald darauf an den Brand- Verletzungen. Bruchmühle. Aus der Gemeindevertretung. Nach einem vom Schöffen Krämer verlesenen Schreiben legt der Gemeindevorsteher sein Amt zum 1. Oktober nieder, und zwar, wie er angibt, aus Mangel an Zeit. Es scheint, als ob die unerquickliche Auseinandersetzung mit dem Steuererheber nicht ganz ohne Einfluß auf die Entschließung deS Gemeindevorstehers gewesen ist. In der Steuerabrechitung besteht bekanntlich eine Differenz von zirka 400 M. Da die RechnungS- prüfungskommissibn den Fehler nicht finden konnte, so wurde der behördliche Revisor zur Nachprüfung damit beauftragt. Auch er vermochte nichts zu entdecken, so daß der Steuererheber noch 185 M. an die Gemeinde zu zahlen hat.»us diesem Grunde hat derselbe seine Kündigung zum 1. Januar eingereicht. Ferner wurde be« schloffen, die Schule, den Kirchpark und den Friedhof an das Kreis« Wasserwerk anzuschließen. Tegel, Borsigwalde, Reinickendorf. _ Der Konsumverein für Tegel und Umgegend ist bekanntlich auf Beschlutz seiner Generalversammlung der Berliner Konsumgenossen- schaft seit dem I.Juli d.J. mit seinen sämtlichen Filialen inHerms- dorf. Borsigwalde, Reinickendorf-Wesi, Wilhelmsruh-Rosenihal. Freie Scholle und zwei Verkaufsstellen nebst einer selbständigen Bäckerei in Tegel angegliedert. Der größte Teil der bisherigen Mitglieder hat ihren Uebertritt zur Groß-Berliner Konsumgenossenschaft recht- zeitig vollzogen; diejenigen Mitglieder, die der Berliner Konsum- genossenschafl noch nicht beigetreten find, tun gut, dies baldigst zu bewerkstelligen, um die alten acht Tegeler Geschäfte mehr wie bisher florieren zu lassen. Am Donnerstag, den 23. August, hat der Tegeler Konsumverein in Liquidation seine letzte Versammlung abgehalten und die Jahres- und Liquidationsbilanz für 1913 vorgelegt und durch den bisherigen Geschäftsführer, Genossen Lichtenberg erläutern lasten. Die Schluß- bilanz schließt nun nicht gerade glänzend ab, denn sie verzeichnet unter ander meinen Verlust von 5215 M., der nach den gegebenen Erläuterungen wesentlich daher kommt, daß die Neueinrichtung der zwei Tegeler Verkaufsstellen, die auf Verlangen der Mitglieder, aber gegen den Willen der Verwaltung vorgenommen wurde, allzugroße Anforderungen stellte, außerdem ist die notwendige Steigerung der Mitglieder und deren Kaufkraft nicht eingetreten; im Gegenteil, der Umsatz dieser zwei Geschäfte ist dem deS einen alten Geschäfts fast gleich geblieben, bei doppeltem Personal und doppelten Mieten und Unkosten. Unter diesen mißlichen Umständen konnte die Liquidationskommission einen befferen Abschluß des Geschäfts nicht vorlegen und war ge- zwungen, für das Geschäftsjahr 1912/13, um die Gewinn- und Ver- lustkonten ins Gleichgewicht zu bringen, von einer R ü ck v e r- g ü t u n g abzusehen. Diese Maßnahme hat unter den Kon- iumenten Aergernis erregt, da sie größtenteils wohl auf die sonst übliche Dividende zu Weihnachten gerechnet haben. Wie der Bericht« erstatler wiederholt hervorhob, sei dies aber auch teilweise der Mit- glieder eigene Schuld, weil sie ihre eigenen Geschäfte nicht gehörig mit ihren Einkäufen berücksichtigt hätten. Eine weitere Ein- büße als lediglich diese einmalige Dividende haben die Mitglieder aber keineswegs zu erleiden, da die eingezahlten Guthaben und Spargelder durch den Ueber- tritt zur Berliner Konsumgenossenschaft von dieser vollauf ge- deckt sind. Letztere hat das eigene HauS des Konsumvereins itebst sämtlichem Inventar und den vorhandenen Waren- beständen übernommen; dadurch entsteht den Mitgliedern kein Verlust. An die Mitglieder ergeht daher der Ruf, mehr wie bisher die Kaufkraft zu betätigen, damit die Geschästsunkosten der acht Tegeler Geschäfte auch in ein richtiges Verhältnis zum Konsum ge- bracht werden können. Spandau.( Das Ergebnis der hiesigen Gewerbegerichtswahl hat es dem gelben„Bund" angetan. In der Einleitung eines Artikels seiner letzten Nummer, der von der„Svandauer Zeitung" wört- lich abgedruckt wird, halt er da? Ergebnis des scharfen Wahlkampfes als ein erfreuliches für den Unterstützungsverein der Siemens- werke. Gleich hinterher kann er das Wahlergebnis als ein ge- rechtes nicht anerkennen, da die Wahl in einer Weise vor sich ge- gangen sei, die einer dringenden Abhilfe bedürfe. Die Schuld wird von dem gelben Organ allein dem Spandauer Magistrat gegeben, der sich leider durch das sozialdemokratische Geschrei habe einschüch- tern lassen und die Wahlzeit und die Wahlstellen in den Siemens- werken trotz der 13 000 Wähler derart beschränkte, daß eine ge- ordnete Abwickelung des Wahlganges nicht möglich gewesen sei. Der größte Teil der Arbeiterschaft der Siemcnswerke hätte ihr Wahlrecht nicht ausüben können. Ueber angeblichen TerroriSmüs unserer Genossen schreibt der„Bund", daß im Dvnatnowerk und im Wernerwerk Rotten roter Gewerkschaftsbeamter im Wahllokal An- sprachen gehalten hätten, und mit allen Mitteln einen Druck auf die Wählerschaft ausübten. Im Dynamowerk sollen die Verbands- beamten sogar die Parole ausgegeben haben:„Genossen vor"; in diesem Sinne wird noch weiterer Blödsinn vom„Bund" verzapft. Wo sollen denn unsere Gewerkschaftsbeamten alle in die Wahl- lokale in den Siemenswerken hineingekommen sein, da doch nur zwei bis vier Genossen zu der Wahlhandlung zugelassen wurden. Dem hiesigen Magistrat kann es ja wirklich nichts schaden, daß ihm von den Obergclben eins ausgewischt wird, nachdem er der Firma Siemens in jeder Weise entgegenkam und als Wahllokale sogar Speisesäle der Siemenswerke bestimmte, trotzdem genügend andere Lokale zu haben waren. Mit welcher Dreistigkeit der„Bund" aber die Tatsachen über den Terrorismus auf den Kopf stellt, zeigen die Vorgänge bei der Wahl, insbesondere im Wernerwerk. Hier standen unsere Zettelverteiler noch 20 Minuten nach Beginn der Wahl vor dem Werk, ohne hineingelassen zu werden, 55 Stimmen waren bereits abgegeben, als unsere Genossen hineingelassen wur- den. Auf Protest des Genossen Richter wurde die Urne hierauf ge- leert und die abgegebenen Legitimationen zurückgegeben, so daß mit der Wahl noch einmal begonnen werden mußte und zwar mit über 30 Minuten Verspätung. Das Gedränge war mittlerweile so groß geworden, daß einige große Scheiben eingedrückt wurden. Die Siemensschen Arbeiter waren durch das anfängliche Nichtzu- lassen unserer Stimmzettelverteiler und durch daS Verzögern der 25?aH derart ausgebracht, daß der Wahlvorsteher sich keinen Rat mehr wußte. Alles drängte nach der Wahlurne und einzelne Gelbe versuchten, selber die Zettel in die Urne zu stecken. Erst als auf Veranlassung des Magistratsassessors Voigt Genosse Richter eine kurze Ansprache an die Arbeiter hielt, trat sofort Ruhe ein. Da durch die Verzögerung viele Wähler um ihr Wahlrecht kamen, ließ Genosse Richter sofort einen schriftlichen Protest ins Protokoll auf- nehmen. Die Stimmzettel der Gelben waren auch trotz zweimali- gen Zusammenlegens sofort zu erkennen, da die zwei weiiauSein- andcrstehenden Zeilen wohl absichtlich so stark durchgedruckt waren, daß jeder Wähler zu kontroUieren war. Vor dem Wahltisch hatte Obermeister Rehfeld, in dessen Nähe sich mehrere Obergelbe be- fanden, Posta gefaßt, um die Wähler zu beeinflussen. Sechs gelbe Stimmzettelverteiler schrien sich in den einzelnen Speisesälen die Kehle heiser, während von unseren Genossen nur zwei bis vier da waren. Vor dem Wahllokal„Heidekrug" auf dem Nonnendamm wurde unser Zettelverteiler von einigen Gelben derart umringt, daß einige handfeste Genossen ihn aus seiner bedrängten Lage be- freien mußten. Wenn trotzdem die übergroße Mehrzahl der Siemensschen Arbeiter auf die Liste I der freten Gewerkschaften ihre Stimme abgaben, so kann man sich ja tn die �mächtige Wut der Obergelben hineinversetzen. Wenn dicielbengegendie Wahl Protest einlegen wollen, so kann das den freten Gewerkschaften nur recht sein.___ Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Hermsdorf b. Berlin. Dienstag, den 2. September, abend« 8 Uhr, CÄÄW. M°nt� den L September, abends 5 Uhr. tat Rathaus, Hauptstraße 38/40(qmB« Sitzungssaal.) Diese Sitzungen'ÄJ.hnm«-meindeangeh-rige tf be- rechtigt, ihnen als Zuhörer detzuwopnen. stelle sür. Handlung Vorwärts. �"'unsere WohnungSenqnete im Jahre ISIS. 3» Auftrage deS Bor- stände« der Ortskrankenkasse sür den Gewerbebetrieb der KmlfleMe. dclSleute und Apotheker. Bearbeitet von A. Kohn. �4 Ocilen. Mt v.slrationen.— Geschäftsbericht 1918 der gleichen Kasse. 60®. Selbstverlag, Berlin, Klosterstr. 71/72. Elnfe&nuiicrs Tauenfiien Sirasse 30 Oranien Sfrassc 34 Köni� Strasse 34 Moabit. Turmstr. 50 leipziger Strasse 65 Friedenau. Rheinst. 14 Oranien-Strasse 47a Neukölln, Bergsti: 7/8 Müller Strasse Ja � für Knaben felldclcrien Fadrmiebrafeb ricbf iger ScbaMibnitf"Keue Formen MÖBEL in 20 Etagen l-Ziramer-Wohnung besteh. 2 Bettstellen. 2>alent-lUtretzen 2 Auflege- iv;«trelzen mit Keilkissen 2 Schonerdecken, I Kleiderschrank 1 Wäschesohrank. 1 Zweiiugtiseh 4 med. Stühle. 1 farbige Küche. Ttellig kompl. 415 Mark | Anzanlung 4U W)., Wochenrate 3 Mark.| Z-Zimmer-ll/olinuiig Ä furniert m. Schnitzerei, best, aus 2 Bettstellen, 2 Patent- Matratzen 2 Auflege- Matratzen mit Keilkissen 2 Schonerdecken, 1 Kleiderschrank 1 Wohnzimmerichrank, 1 Zweizugtisch 4 mcderne Stühle, 1 Trumeau mit Stufe 1 Sofa in Moketfe, 1 färb. Küche, 7teilig kompl. nur Mark | Anzahlung 65 M.. Wochenrate 4 Mark KREDIT FEDER Zenlralo Norden: Brunnenstrasse 1 I. Filiale: i II. 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August, nachm. 3 Uhr: Deutsches Opernhaus in Charlotten- bürg: 4,. 7. u. IIa. Abt.: Die lustigen Weiber von Windsor. Neues Volks- Theater: 12. Abt.: Mudder Mews. Von Montag bis Freitag abends 81;, Uhr: 16.. 17., 18,, 19. u. 20. Abt.: Mudder Mews. Schiller-Thealer"ÜS" Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Teil. Sonntag, abends 8 Uhr: Am Tage des Gerichts. Monlag, abends 8 Uhr: Hnsemanns Töchter. Dienstag, abends 8 Uhr: Am Tage des Gerichts. Sachse-Oper Schiller-Theater O.lSen"": Heute letzte Aufführungen! 3 Uhr kzu ermäßigten Preisen): Oer Troubadour s uhr: Die Hugenotten. DentscbesSchaaspIelhaus 8 Uhr: Sieben tolle Tage. Berliner Theater. s uhr: Filmzauber. Theater in der Köuiggrätzer Straße 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Theater des"Westens. Abschieds-Borstellnng: 8Ubr: WylvesterSchllßcr. Vorher: Das starke Stuck. Sin angebrochener Abend. � Theater am NoMorlplaiz. ' Gastspiel lies Berliner Metropol-Mers: Die Kino-Königin! Anfang 8 Uhr. % Residenz-Theater 8'/. Uhr Die Frau Präsidentin. (Madame la Presidente.) Schwank in 3 Akt. v. M. Hennequin und P. Veber. Morgen u. folgende Tage: Die Fran Prlisldentln. Montis Operetten-Theater Schiffbauerdamm 4a.(fr. Neues Th.) Gastspiel Julius Spielmann: Der lachende Flhcmann. _ Ansang 8 Uhr. IOSE=THEATE (Rroßt Franknn-Ier Str. 132, Blcderlentc. (Vampire derGroststadt.) Ansang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr(halbe Preise): Die Waise ans O-nn-nnd. Auf der Gartenbühne: llekem großen Teich. Ansang 4 Uhr. Montag: Die Schiffbrüchigen. Voljxl- Theater Badstrasie 58. Sonntag, den 31. August: Unsere blauen Jungens. Posse m. Gesang u. Tanz in 3 Alten. Vollständig neue Spezialitäten. Kassenöfsn. 10 Uhr. Ansang 4 Uhr. Passage-Panoptikum Die Offenbarungen der Traummalerin Frau Assmann, d. Aufseh. d. wissonsoh. Kreise. AGA die schwebende Jungfrau. Buddha die geneimtdsvolle Tafel. Alles ohne Extra-Entree! Berliner Prater-Thealer 7-9«astanien.Allee 7—9. Täglich:-VE JoKanniszauder. Oper.»Burleske in 3 Akt. v. W. Gericke. Musik von M.«chmidt. Erftklafs. Spezialitäten. Konzert. Ans. 4'/, Uhr. Eintritt 3« CsSBendix Oranlenstraße 68. Täglich Martin u. M Beniiix und das neue Ppoffrnnim. Wöchentlich Programmwechsel 29. August bis 4. September „CINES" Apollo-Theater Variit�- Lichtspiele Polidor als Akkumulator Kino-Burleske Romantische Natur Original-Aufnahme The Garden Sistcig Gymnastischer Akt Elwchens Papp© Lichtspiel-Novello Francini Glioms u. Page Melange-Akt Getjensat/.ö Moderne Komödie Les Marekys Spanische Tänze Regimcnts-Fxerzleren Italienische Feld-Artillerie Emerson u. Baldwln Amerikanische Variötd-Komödic Frankfurter u. Rcbhülincr Burleske Uoldens Orlg.- Mannequins Vari�tö en miniaturo TSg!. ununterbrochene Vorstellung von tt Uhr an Eintritt Jederzeit. Jeden Sonntag 3 Uhr Sonder-Vfrstellung Eintrittspreite einschl. Garderobe, Programm, Steuer von 66 Pf. an. »CINESTALAST am Zoo Variete- Lichtspiele Von der Titelsncht geheilt Humoreske Rembrnndt Karikaturist und Rauchmaler Julius als Billardfex Burleske Joburg-Girls Englischer Gesang und Tanz Der Feind im Land Tragödie a. d. Kriegsjahr 1870-71 4 Koncrz Neuar.igcr Diabolo-Akt Frankfurter n. Rcbhflhncp Burleske Sllbuns Ratzen Humoristischer Dressur-Akt Üegiments;« Exerzieren Italien. Feld-Artillerie Eine Melle in- der Minute Der sensationelle techn. Sketch Tagl. ununterbrochene Vorstellung von G Uhr an Eintritt Jederzeit. Jeden Sonntag 3 Uhr Sonder-Vorstellung Eintrittspreise einschl. Garderobe, Programm, Steuer von 65 Pf. an. „CINES" NOLLENDORFTHEATER Nollendorfplafz 4. Einziges Theater Deutschlands mit rerschiobbarem Dach. DerFeindimLand TragüÄle aus dem Kriegsjahr 1870/71 in 3 Akten mit Henny Porten in der Hauptrolle Ferner: Gegensätze Moderne Komödie und da» übrige völlig neue Programm- Vorsteil. Wochentags 6V2 u. ÖUhr Sonntags 4, Ö1/» und 9 Uhr. Sämtliche Plätze sind numeriert. Die neuen fifSiigiiedskarten müssen aus den Xahlstollon abgeholt worden. Für neue Mitglieder sind noch in den Abteilungen 16—20 in den bekannten Zahlstellen Qroß- Berlins Mitgliedskarten zu haben. Diese Vorstellungen beginnen bereits heute: Sonntag, 31. August, nachm. 3 Uhr 14,, 7., IIa. Abteilung) Deutsehes Opernhans: Die lustigen Weiber von Windsor. (12. Abteilung) Kenes Tolkstheater: Mudder Mews. Montag, 1. September, 8'/, Uhr(16. Abt.) Dienstag, 2. September, 8'/, Uhr<17. Abt.) Mittwoch, 3. September, 8'l, Uhr(18. Abt.) Donnerstag, 4. September, 8'/, Uhr(19. Abt.) Freitag, 5. September, 8"/, Uhr(20. Abt.) Mudder Mudder Mudder Mudder Mudder Mews. Mews. Mews. Mews. Mews. Neuen Volkstheater, Köpenicker Straße 68. Die Monatsschrift„Freie Volksbühne" IDW Das Programmheft No. 1— 5 mit den Einführungs- crlautemngen der Stücke, dem Spielplan für September bis November und den Vereinsmitteüungen ist für die Mitglieder unentgeltlich in den Zahlstellen des Vereins Freie Volksbühne erhältlich. 245/5 Die Geschäftsstelle: Q. Winkler. SO. n. 31. Angnst, 3'/, bis 8 L'hr nachmittags Flugplatz Johannisthal-*; Flug: Rund um Berlin Eintrittspreise: 5.—, 4.—, 3—, 1.—, O.SO JI. Täglich 1225__ Mark Prämien für die Besucher, die Sieger und gebrauchte Flugzeit am richtigsten angeben. Für Mitglieder des Luftflottenvereins sehr billiges Flugplatz- abonnement durch dessen Geschäftsstelle Schinkelplatz 1—4, z. H. des Herrn von Grumbkow. 137/5 Weiubergs- weg 16-17 (2 Minuten vom Rosenthaler Tor). 4>V-V'lV.v':''--"' UT Lichtspiele. Weinbergs- weg 16-17 (2 Minuten vom Rosenthaler Tor). Täglich Das glänzende Eröffnungs= Programm. Anfang 4 Uhr. Eintrittspreinc an Wochentagen von M. 0,30, am Sonntag von M. 0,40 an. Berliner Kindl-Brauerel- Ausschank Hermannsfr. 214/18 Neukölln Fernspr.: Neukölln 79. 14422* Qekonom: Robert Bergner______ Tä�H�iTöroßes Gartenkonzert Anfang Wochtags 7 Uhr, Sonntag nachmittags 4 Uh. fintree: IVochentags 15 Pf., Sonntags 20 Pf. KaffeekGche ist täglich geöffnet,>/, Liter 80 Pf., /�Liter 40 Pf. Im Parkettsaal Großer Ball. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Euisen-Thenter. Nachm. 3 Uhr; Torf und Stadt. Abends 8'/. Uhr: Weh' dem. der lügt. Waihalla-Theater. Sonntag, den 31. August, 8'/,: Eröffnung der Direkrion Hans Ritter. Ter Ltebcsonkel. �Fbeiter-WulideFbund „Die Naturfreunde". VW WeUlirt in den ßH-SpuiliL Am 7. September Besuch der schönsten und interessantesten Punkte des Bher- Spreewaldes. Wanderung durch die Bmger Kolonie an der Mühlspree entlang nach Burg zum Kirchgang der Wenden. Kahnsahrt von Burg über Forsthaus Eiche durch den herrlichen Eilenvoald, vorüber an Kanaomühlc, SchühcnhauS und Wolschoslska zum Laguncndorse Ledde und dann nach Lübbenau. ========== Rückfahrt nach Berlin. TeiMmikarte 6,75 M.»aK'ÄiC.Sr AuSsührlichc Programme und Teilnebmerlartcn sind bis Freitag, den 5. September, bei HcNse. Boycnstraffe 19, Horsch, Engeluser 15, und Zcpineisel. Neukölln, Hcrmannstr. 176, zu haben. «m Branvrvi Friedrichshain m Ain Königstor. Cot.: Ernst Elebing. - Jeden Dienstag- und Oonnerstagnachmittag:-- «inj. 4 /j vginimi od■�i*■—---■,—... i— 7~ ' KMntwortfjcherRedalteur: Alfred Wieleyp, Neufölln. Für den Inseraten teil verautw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag:«vrwart» Usfjes-Frsi-VorstsNung der Zior«l«lent»ehen und Apollo- Sänger bei freiem Entrce. Freitags: Frci-Konzert. Nieller-Schönhausen, Limlenstralle 43. Zleplisns l.jildellgzrtell. GroHe Spezialitäten-Porftellung. Austreten d. berübmt. württcmbergisch.Krast- RllN 9 Ilplnllniinn demjenigen, der menschen mit seinen unerreichten Leistungen huu m. unuiiiuilli) nnrfimaät Entree 40 Pf. Im Saale: Llino. Entrce 10 Pf. DteKasfecküche ist von 2 Uhr an geösfnet. 2041b Schwarze-r Adler, Lichtenberg Frankfurter Chaussee 5. am Ringb.hnhof Frankfurter Allee. Haben Sie schon das erstklassige Augustprogramm im Schwarzen Adler gesehen? Trianon-Theater. abenAmr: UntNSU. Vorher: Der abgerissene Giookenzug. \UMA_ ARK Heute Sonntag: 50 Pf. ElntFilt 50 Pf. Sämtliche Attraktionen ab 3 Uhr in vollem Betrieb. jyftliför' Konzert. Volksgarten- Theater. Badstr. 8 und Bellermannstr. 20/25. Sonntag, den 31. August: AuS dem wilden Westen. Posse m. Gesang u. Tanz in 4 Allen. Dazu: Das glänz. Spezialitäten» Programm. Ansang 4 Uhr. Voranz. Donnerstag, 4. Scpt: Benesiz sür Er*. Becker, Ernst Loewe, Friedrich Haase, Willi Günther: _ Tie lusttgeli Heidelberger. Gasino- Theater Lothringer str. 37. Täglich 8 Uhr. Der neue Verl. Possenschlagcr: „Höf AI Am Eriedriohshaiu 29/32. Beute Sonntag: 'Theater und Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. Entrep 30 Pf. Alhambra Wallncr-Theatcr-Strasie 15. Großer Ball. gl -/gtsid Komiker Jeden MM Rnselli. Sonntag; GroffeS Orchester. Anfang Sonntags 7',, llhr. z ull. A. Zameltat. Luchdruckerei u. V« rtagSanstalt Paul Singer u. Co., Berlin LZIL Dr.ZZö. 30. Iahrgavg. X KtilU des Jormirte" ßttlintt ßolblilntt. 31. JupS 1913. Nlrtichswicher Aochenbericht. Aohlenpreise. Berstaatlichung der Hibernia. Kohlensyndikat «nd Fiskus. Im Oktober jeden Jahres setzt das R h e i n i s ch- w e st f ä tische Kohlensyndikat die Richtpreise für das folgende Betriebsjahr fest. Die Normierung der Preise in diesem Jahre muß ganz besonderes Interesse hervorrufen, da wir uns gegenwärtig in einem Zeitabschnitte deutlich absteigender Konjunktur befinden, Die Konsumenten haben natürlich alles Interesse, daß die Kohlen preise ermäßigt werden. Sie leiden heute stark unter dem im bergange nen Jahre beschlossenen und in diesem Frühjahr realisierten Preis erhöhung, die gerade in Kraft trat, als der Konjunkturrückgang, ver- stärkt durch den Balkankrieg und die Geldteuerung, einsetzte. Die Konsumenten müssen selbstverständlich fordern, daß diese vorjährige Preissteigerung nicht nur rückgängig gemacht wird, sondern daß die Preise auch noch unter das vorjährige Niveau heruntergehen! denn im Vorjahre rechnete man mit steigender Hochkonjunktur, während man sich heute bereits auf eine Krisenzeit einrichtet. Viel Neigung ist natürlich in Syndikatskreisen zu einem solchen Schritt nicht yorhanden. Da ist es charakteristisch, daß ein Unternehmerblatt, das sich selbst stets zum Sprachrohr für die Interessen des Kohlensyndikats macht, daß die„Rheinisch-Westfälische Zeitung* den Zechen zur Preisermäßigung für Koks zuredet. Man darf zwar nicht erwarten, daß die«Rheinisch-Westfälische Zeitung* an die Interessen des Klein- konsumenten denkt, der im privaten Haushalt seinen Ofen und Herd mit Kohle oder Briketts heizt. Sie nimmt sich vielmehr der Groß- konsumenten auS der Roheisenindustrie an. Bekanntlich zeigte sich die Konjunkturabschwächung am ehesten und stärksten in den Eisenpreisen an allen internationalen Eisenmärtten sind die Preise seit den Wintermonaten im Weichen. Die Ermäßigung der Roheisen- preise wird den deutschen Industriellen aber durch die hohen Kokspreise im Inlands erschwert. Das hat eine Hemmung des Ab- satzes im Ausland zur Folge und vergrößert die Gefahr, daß aus- ländisches senglischesj Roheisen in Deutschland eindringt. Tritt eine weitere Roheisenpreisermäßigung auf dem Weltmarkt ein— und sie wird als unvermeidbar erwartet— so hängt die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Roheisenindustrie wesentlich von der Ermäßigung deS Kokspreises ab. So kommt die.Rhein.-Westf. Ztg.* zur Warnung „den Profit st andpunkt zu stark zu betonen*. Die Mäßigung in der Kohlenpreispolitik ist für das Kohlensyndikat auch durch die zunehmende Stärkung der Außenseiter geboten. Seit der Erneuerung des(1903 zum erstenmal abgeschlosienen) Syndikats- Vertrages im Jahre 1907 ist der Anteil der syndikats freien Zechen an der Gesamtförderung im Ruhrkohlengebiet von 1,7 Proz. aw 7,1 Proz. gestiegen. Unter diesen Außenseitern des Syndikats nimmt der p r e u ß i s ch e B e r g f i S k u S eine besondere Stellung ein. Seit 1904 ist seine Kohlenproduktion im Ruhrrevier um das Vierfache gestiegen. Der kleineren selbständigen Zechen würde das Syndikat leichter Herr werden; aber der geschlossenen Macht de» Fiskus gegenüber fühlt eS sich in die Enge gedrängt. Daher gehen seit langem Bestrebungen des Syndikat« dahin, den Fiskus zum Eintritt in das Syndikat zu bewegen. Im vergangenen Jahr war bereits ein Einvernehmen zwischen Fiskus und Syndikat dahin erzielt worden, daß der Fiskus dem Syndikat den Verkauf seiner Förderung übertrug und als Entgelt zur Shndikatsumlage beisteuerte. Im Herbst 1912 wurde dieser Vertrag aber wieder gelöst, als das Syndikat auch die Preise für Hausbrandkohlen erhöhte. Trotzdem damals Kirdorf, der Vota des Kohlen« syndikats, behauptete, der Anschluß eines von Parlamentsmehrheiten abhängigen FiSkuS sei für das Syndikat völlig bedeutungslos, hat doch ein lebhaftes Liebcswerben um den Fiskus eingesetzt. Es wird sogar behauptet, daß nicht die Beteiligungsfrage oder die Regelung des Verhältnisses zwischen reinen und Hüttenzechen, sondern der Anschluß de? FiskuS für daS Zustandekommen deS Syndikats entscheidend sein werde. Da der Fiskus auch im Saargebiet und in Oberschlesien Kohlengruben besitzt, ist seine Stellung in der deutschen Kohlenproduktion eine recht gefestigte, und er ist Wohl in der Lage, die SyndikatSpolitik empfindlich zu durchkreuzen. Die private Kohlenindustrie sucht deshalb durch besondere Zugeständnisse den Fiskus zum Anschluß zu bewegen. An der Börse verlautete in der vergangenen Woche das Gerücht, daß die Verstaatlichung der Hibernia als«ine derartige Konfession zu erwarten sei. Schon vor einiger Zeit teilte der Oberbürgermeister von Herne in einer Stadtverordnetensitzung mit, daß der Fiskus über kurz oder lang die Hibernia schlucken würde und auch die Wahl de? Vor- sitzenden der kgl. Bergwerksdirektion zu Recklinghausen in den Aufsicht«- rat der Hibernia im April d. I. wurde allgemein al« erster Schritt der Verständigung zwischen Hibernia und FiskuS aufgefaßt. Denn obgleich der Fiskus für 27>/, Millionen Hibernia-Aktien von 60 Millionen Gesamtaktien besitzt, war er bisher aus dem Aufsicht«- rat ferngehalten worden. Um die Bergwerksgesellschaft Hibernia hat bekanntlich vor einigen Jahren ein lebhafter Kampf zwischen Fiskus und privater Kohlenindustrie stattgefunden. Durch die Dresdner Bank kaufte der FiskuS im Jahre 1904 Hibernia-Aktien auf und trat gleichzeitig an die Gesellschaft mit dem Anerbieten heran, da« ganze Unternehmen zu übernehmen. Der AufsichtSrat lehnte aber das Anerbieten ab. Um auch eine spätere Erwerbung der Hibernia durch den FiSkus unmöglich zu machen, vereinigten sich mehrere Banken(Handelsgesellschaft, Darmstädter Bank, Diskonto- Gesellschaft, Deutsche Bank, S. Bleichröder) mit dem Kohlensyndikat zur»Herne*, Vereinigung von Hibernia-Aitionären. Die Herne verfolgte die ausgesprochene Absicht, den FissuS am Erwerb weiterer Hibernia-Aktien zu hindern. Durch Ausgabe von neuen Aktien unter Ausschluß deS Bezugrechtes der alten Aktionäre, gelang es dem Privaikapital, den FiSkuS noch mehr in die Minderheit zu drücken. Heute hat daS Bergbaukapital kein Interesse mehr daran, den FiskuS am Erwerb der Hibernia zu hindern, denn seit 1904 hat sich per Besitz deS BergfiSkuS trotzdem rasch vergrößert. ES mehren sich sogar Stimmen in Unternehmerkreisen, die den Kampf gegen die Verstaatlichung bedauern.»DaS Syndikat hat die Folgen empfiydlich spüren müssen: an die Stelle des geplanten Staats« besitzes, der vollverpflichtetes Mitglied des Syndikats hätte bleiben müssen, ist ein völlig freier Betrieb(von StaatSzechen) getteten, der dem Absatz der SyndikatSzechen nachhaltigen Abbruch getan hat*(Wiedenfeld). Jetzt will man umgekehrt die Ueberlassung der Hibernia an den Staat als Köder für den Beitritt zum Syndikat benutzen. Die Befürchtung, daß der FiSkuS auS seinem Besitz »staatssozialistische* Betriebe mit vernünftiger Lohn- und Preis» Politik machen könne, hegen die Syndikatsherren nicht mehr. Der FiSkuS ist in der Knebelung der Bergarbeiter und der Bemessung der Preise mit so»gutem* Beispiel vorangegangen, daß sie ihm jetzt volles Vertrauen schenken. In dem Abge'ordnetenhause sorgen alle Parteien, einschließlich des Zentrums(dessen Vertreter nur im Plenum etwa, Opposition machte, in der Kommission aber mit dt« nationalliberalen Scharfmachern Hand in Hand ging), dafür,'! daß die Regierung nicht etwa auS ihren Werken sozialpolitische Muster- bettiebe gestalte. Je ausschlaggebender die Stellung de? BergfiSkuS aber wirb, um so mehr muß die Sozialdemokratie darauf dringen, daß diese Stellung zugunsten der Arbeiter und Konsumenten ausgenutzt wird. Die Sozialdemokratie bekämpft entschieden den EinKitt des FiskuS in das Syndikat, denn— wie selbst bürgerliche Blätter ausgeführt haben— in einem Privatmonopol wird der FiSku« immer eine klägliche Rolle spielen. Sobald er sich seiner staatlichen Machtmittel und seiner Selbständigkeit begibt— und das muß er als Mitglied unter Gleichberechtigten—, wird er immer ins Schlepptau der ihm an Kapital überlegenen Unternehmer genommen werden. DaS Syndikat gewänne durch den Beitritt nur an Macht und moralischem Einfluß, ohne daß der FiSkuS die Interessen der Konsumenten wahren könnte, selbst wenn er es wollte? denn sogar nach dem literarischen Verteidiger deS Syndikats, Professor Wiedenfeld, ist „die nackte Tatsache unbestreitbar, daß der shndikatlichen Preispolitik das Bestreben einer Preis st eigerung zugrunde liegt". Allen erneuten Versuchen, den FiskuS in das Syndikat zu ziehen und dadurch die Erneuerung des Syndikats zu sichern, muß schon jetzt mit aller Entschiedenheit in der Oeffentlichkeit entgegen- getteten werden._ Legen den Ledärittelk! Die Frage des sogenannten Gebärstreiks, über die Klara Zetkin am 22. August in einer großen Volksversammlung rcse- riert hatte, wurde am letzten Freitag in einer zweiten, ebenfalls überfüllten und bereits vor 8 Uhr polizeilich abgesperrten Volks- Versammlung in der„Neuen Welt" weiter erörtert. Dr. Alfred Bernstein(den ein Teil der Versammlung leb- Haft begrüßte): Ich bitte, den einfachen Deduktionen eines Arztes zu folgen, der vielfach Schreie der armen Arbeiterfrauen gehört hat, die unter der Geburtenlast leiden. Wenn Genossin Zetkin sich gegen die Geburtenbeschränkung ausspricht, begibt sie sich unter die Führung eines Regierungsrats Bornträger in Tüjscl- dorf, der ein gehässiges Pamphlet gegen die Arbeiter und Arbeite- rinnen geschrieben hat. Nachdem wir Aerzte zur Bekämpfung der Tuberkulose die verschiedensten Mittel vergeblich versucht haben, müssen wir ein letzte» Mittel heranholen. Dieses besteht darin, daß der Arzt schwangeren Tuberkulosen die Frucht durch eine kleine unschädliche Operation abtreibt. Alljährlich werden auf dem Altar des Kapitalismus 000 000 Säuglinge geopfert. Sehr wenig Ar- beiterfrauen sind physisch in der Lage, ihren Kindern den Born der Mutterbrust zu geben. Und wenn drei Millionen Mark bewilligt würden, würde das nicht genügen, um die große Säuglingssterblich- keit aushören zu lassen. Da sind v�lmehr gewaltige soziale Re- formen notwendig, da muß das ganze wirtschaftliche Leben um- gewälzt werden. In Berlin sterben 20 Proz. der Säuglinge. Im Tiergartenviertel sind es aber nur 6 Proz., und im Gebiet des Elends, oben am Wedding, sind es 43 Proz. Tvmit ist der Jammer aber nicht genug charakterisiert. Mütter werden Mörderinnen ihrer Kinder. Sie geben ihnen verdorbene schlechte Milch, um sie rasch loszuwerden und Platz zu schaffen für neue.— Ein Zuviel an Kin- dern übt seine Wirkung bei der Rekrutierung der Prostitution Es ist eine anerkannte Tatsach«, daß die Prostituierten namentlich aus mehrki aderigen Familien stammen. Auch bei den Fürsorge- zöglingen ist es so. Sieht man das Elend der kriminellen Aborte da sagt man sich: ist es nicht besser, vorzubeugen durch den Prä- ventivverkehr? Den Staatsanwälten will man noch mehr Opfer ausliefern, indem man die Aerzte anhalten will, Anzeige zu er- statten, wenn der Verdacht eine« kriminellen Abort« vorliegt. Wenn da« zu einer Gesetzesbestimmung verdichtet werden sollte, dann lege ich meine ärztliche Tätigkeit nieder. Denn ich bin nicht dazu da, Arbeiterfrauen ins Gefängnis zu bringen. Die Frauen, die wir als Führerinnen ansprechen, sehen den Wald vor Bäumen nicht. Sie leiden an einer„Raserei der Zahl". In der Zeit der Eisenbahnen, deS lenkbaren Lustschiff» usw. sehe ich den Fortschritt nicht in der rohen Kraft, sondern in der Kraft deS Geistes. Man soll daran denken, daß die Leute, auf die wir einst zählen müssen, kräftig und gesund sind. Czerny hat daS goldene Wort ausge- sprochen: ES soll niemand mehr Kinder erzeugen, al» er ernähren kann. Der gegen mich angeführte Karl Marx hat den Satz aus- gesprochen, daß jede ProduktionSepoche sich ihre eigenen Bevölke- rungSverhältniffe schaffe. So müssen sich die Arbeiter neue Be- Völkerungsverhältnisse schaffen.— Nun tun Sie, Arbeiterfrauen, Ihre Schuldigkeit und soraen Sie dafür, daß der Geburtenrückgang ein immer größerer wird. Der Geburtenrückgang, wie er jetzt eingeleitet ist, der trifft den Kapitalismus an seinem Lebensmark. Wenn wir die Ausbeutungsobjekte nicht rekrutieren, wenn wir das Heer nicht vermehren, dann ist der Kapitalismus am Ende.(Starker Beifall.) Vorsitzender Eugen Ernst: Es ist eine Resolution eingegangen. Es handelt sich hier aber um eine Klärungsversammlung, wo Rede und Gegenrede klären soll. Da ist es unnötig, Resolutionen vor zulegen. Pieck: Hätten Dr. Moses und Dr. Bernstein sich darauf be schränkt, die Frauen im Hausarztverein oder sonst über die Mittel aufzuklären, wie zu zahlreichem Kindersegen vorzubeugen sei, dann bätte dagegen niemand etwas unternommen. Die Argumente der Genossin Zetkin gegen die Erklärung deS GebärstreikS als politisches Kampfmittel find treffend. Es darf sich niemand dem törichten Glauben hingeben, daß er durch die Selbsthilfe der Geburten- beschränkung dazu beitrage, den Klassenkampf der Arbeiter zu starken.(Widerspruch und Zustimmung.) Paatz vertritt den Standpunkt, daß auf jeden Fall der Mili tavismuS durch den Gebärstreik getroffen wird. Damit wird aber auch der Kapitalismus getroffen. Dr. MoseS geht mir nicht weit genug. ES mutz dafür«ingetreten werden, baß K Jahre lang überhaupt keine Kinder geboren werden; dann wird es schon besser gehen.(Heiterkeit, Beifall und Zischen.) Randler faßt seinen Standpunkt dahin zusammen: Ich will nichts empfehlen, sondern ich sage: wer innerhalb seiner Klasse sich dessen bewußt ist, was er wn und lassen soll, und wer doch mehr Kinder erzeugt, als er ernähren kann, der versündigt sich an seiner Klasse. Klingler: Genossin Luxemburg hat in der vorigen Versamm- lung den Versammelten Oberflächlichkeit vorgeworfen, im Hinblick auf den Baifall für Dr. MoseS'� Ansichten. Sie hätte sich aber an «in« ander« Adresse wenden müssen. Di« Berliner Parteileitung hat zu wenig für Aufklärung getan. Nur durch zähen Kampf können wir etwas erringen, aber nicht durch Einschränkung der Geburten. Indessen müssen wir mit dem Geburtenrückgang rechnen, ohne daß wir ihn aber fürchten brauchen. Im Gegenteil habe ich die Er- fahrung gemacht, daß wir in Familien mit weniger Kindern noch aufrechte freie Menschen anfinden, die leichter gewonnen werden können. Vorsitzender Eugen Ernst: Der Vorredner hat die Parteileitung für das Verhalten der vorigen Versammlung verautwotlich gemacht. Wir lehnen daS ab! Frau G tildner(von der Arbeiterinnenkommission der Metall- arbeiter) schildert auS ihrer praktischen Erfahrung die Schwierig- ketten, die der Werbearbeit unter den mit Kindern gesegneten Ar- beiterinnen erwachsen. Frau Mendels: Amb die preußischen Junker haben sich im Parlament über de» Geburtenrückgang unterhalten. Dazu hat auch ein Redner von uns gesprochen. Er hätte recht scharf zum Ausdruck bringen müssen, daß die. die die Lebensmittel verteuerten und die Kulturbedürfnisse der Arbeiterschaft herabdrücken wollen, die Schul- digen seien. Wenn Genosse Bernstein, der Arzt, so austritt wie hier, dann kann ich das verstehen. DaS aber, waS«r wünscht, unserem Kampfe von Nutzen sein soll, kann ich nicht einsehen. Die Frage gehört überhaupt nicht in die Partei. Jede einzelne Familie soll das mit sich abmachen.(Beifall.) Barth: Die Frage deS Geburtenrückganges ist sehr wichtig, auch im Interesse des Klassenkampfes. ES ist aber Unsinn, zu sagen: die Beschränkung der Geburtenzahl sei eine revolutionäre Waffe und etwa mit dem Massenstroik auf eine Stufe zu stellen. Aber die Klasse wird durch den Gebärstteik gestärkt, und wenn man dafür eintritt, etwa wie man den Alkoholmißbrauch bekämpft, dann wird der Erfolg bedeutend sein und der Partei nutzen.(Beifall.) Mathilde Wurm: Ich wünschte, die Sache wäre geblieben, wohin sie gehört: im Sprechzimmer des Arztes und im Schlafzimmer des Ehepaares. Rednerin vertritt ihre in der«Gleichheit* wieder- gegebene Auffassung, die sich wesentlich mit der der Genossin Zetkin deckt. Sie betont: Niemand wird einen Vorwurf erheben, wenn jeder nach seinen Verhältnissen seine Kinderzahl beschränkt: aber niemand darf glauben, daß auch nur um Haaresbreite die heutige Gesellschaft mit allen ihren bösen Erscheinungen durch die Ge- burtenbeschränlung von ihrem Fleck gerückt wird. Kampf gegen die Ursachen des Elends und der Entrechtung der Arberterklasse, daS ist das Entscheidende.(Lebhafte Zustimmung.) Schulz begrüßt mit Freuden, daß wir nun seit Jahren im Gebärstreik stehen. Weniger Menschen, aber glücklichere. Frau Herrmann: Genossin Zetkin hat nicht so recht in die Verhältnisse der Armen hineingesehen. Ich rate: streiken sie weiter. (Zustimmung.) Es wird nunmehr auf Antrag aus der Versammlung Schluß der Diskussion beschlossen. Luise Zieh(in einer persönlichen Bemerkung): Ein Redner hat unter Hinweis auf meine Ausführungen gesagt: ich wollte, daß die Heimarbeiterinnen ihre Kinder vom dritten Jahre an als Mitarbeiter ansehen sollten. Das habe ich natürlich nicht gesagt. Ich habe vielmehr gesagt: Gerade in den Kreisen der Arbeiter, die am meisten verelendet sind, der Heimarbeiter, ist die freiwillige Geburtenbeschränkung am wenigsten oder gar nicht vorhanden; sie sind zu unwissend oder so arm, daß sie sich die Mittel nicht kaufen können. Und hinzugesetzt habe ich: Wenn überhaupt eine dieser Frauen nachdenkt über die Möglichkeit und wendet die Mtttcl nicht an, so hindere sie, wenn nicht Fatalismus, dann der Gedanke, daß die Kinder nicht bloß Mitesser seien, sondern auch mitarbeiteten, oft schon vom dritten Jahre an.(Sehr vichtig.) Klara Zetkin: Ich habe lediglich die Frage vom Standpunkt der proletarischen Klassenintercssen aus geprüft und habe nicht mit den einzelnen abgerechnet. Nichts hat mir ferner gelegen, als mich irgendwie in Vorurteilen zu ergehen über die, die aus irgend welchen Gründen freiwillig ihre Kinderzahl beschränken. Ich bin der Meinung, daß— wie Liebe, Religion, literarischer Ge- schmack usw.— es auch eine Privatfrage ist, wer Kinder erziehen will und wieviel Kinder er erziehen will. Ich wende mich nur dagegen, daß man die Beschränkung der Kinderzahl als revolutionäre Waffe anpreisen, eine persönliche Frage zur Parteisache machen will. Unter Ihrem Beifall habe ich erklärt: wenn aus den Kreisen der Besitzenden gegen den Geburtenrückgang das nationale Interesse und die vaterländische Pflicht angerufen werde, und wenn die- selben Kreise den Arbeiterinnen Moralpredigten wegen der Gc- burtenbefchränkung halten wollten, daß dann die Proletarierin mit Recht antworten kann: Unter dem Stachel der Not tun wir nur, was Ihr aus Wohlleben, aus egoistischen Gründen uns seit Jahrzehnten vorgemacht habt. Und als ich die schlimme Lage der proletarischen Frau schilderte, da habe ich erklärt: ich sei die letzte, die Steine auf die arme Proletarierin wirst, die unter dem Zwange der Not ihre Kinderzahl beschränkt.— Hüten mutz man sich, an Stelle eines sozialen einen moralischen Maßstab anzulegen. Denn die Gründe sind die ver» schiedenartigsten, die achtungswürdigsten, aber auch die gemeinste«. Also kühle soziale Würdigung vom Klassenstandpunkt aus. Es gibt eine Reihe von Fällen, wo die Unterlassung, Kinder in die Welt zu setzen, der Allgemeinheit gegenüber sogar sittliche Pflicht ist. ES ist ein Mißverständnis, daß ich geprediot haben soll, die Frauen sollten viele Kinder haben.— Von der Qualität wurde gesprochen. Gewiß, die gute Qualität ist ein gutes Ding. Aber auch die Massen sind für den Aufstieß des Proletariats durch den Kampf eine un- abweisbare Notwendigkeit. Auch hier vollzieht sich das Gesetz, daß die Quantität in die Qualität umschlägt.— Auf eine Frage Alfred Bernsteins, wie ich mich zur Frage der Aborte stelle, die gesetzlich geahndet werden, kann ich nur sagen: auch dem Genossen Bernstein müßte bekannt sein, daß die Sozialdemokratie seit langen Jahren die Bestimmung des Strafrechts gegen die Aborte bekämpft, gerade im Hinblick auf die furchtbaren sozialen Erscheinungen, die die Grundlage bilden.— Moses gegenüber mutz ich erklaren, daß ich mit keiner Silbe gesagt habe: es kommt auf den einzelnen nicht an. Ich denke deutlich betont zu haben, daß wir viele Einzelne wollen. Ich habe nur erklärt, daß die Klassen läge nicht gehoben werden könnte dadurch, daß die einzelnen ihre persönliche Lebens- Haltung durch Geburtenbeschränkung veränderten. Dagegen wirkt die allgemeine Klassen läge erheblich auf die einzelne Familie zurück. Eine Verschlechterung der sozialen Verhältnisse, die das Proletariat nicht durch Kampf verhindert hat, macht sich auch den Klassengenossen empfiodlich bemerkbar, die sich an eine etwa» höhere Lebenshaltung gewöhnt haben, auch denen, die die Zahl ihrer Kinder beschränkt haben.— Genosse Moses hat als Kronzeugen für sich die Genossen Kautskh und Bebel angeführt. Es stimmt, daß KautSky mal Anhänger der Herabsetzung der Kinderzahl durch den Präventiv- verkehr gewesen ist. Die Abhandlung ist aber schon 1880 beröffent- licht worden und, als sich KautSky zum Sozialismus hindurch- gearbeitet hatte, da hat er seinen Neu-MalthusianismuS feierlich widerrufen.— Auf derselben Höhe steht die Zitierung Bebels durch Moses. Ist doch der ganze Schlußteil de» fraglichen Absatzes darauf gestimmt, daß hinieden genug Brot für alle Menschenkinder wächst. Bebel sagt auch: schließlich lverde die Regulierung der Volkszahl ohne gesundheitsschädliche Enthaltsamkeit>md ohne wider- liche Präbentivmaßrcgeln sich bollziehen.— Moses hat prophezeit. daß die Regierung freiwillig Reformen anbieten werde, wenn erst recht wenig Geburten erfolgen. Ach, der Reformeifer wird nicht angespornt durch Verminderung der Volkszahl. Da» sehen wir an Frankreich. Manches ist ja dort geschehen zur Bekämpfung des Kinderelends, aber in bezug auf durchgreifenden Mutterschutz, auf. durchgreifenden Arbeiterschutz, auf eine Sicherung des Koalition«- rechts, in bezug auf die Lebensmittelverteuerung durch ein Abgehen vom Sochschutzzoll, hat die französische Regierung vollständig versagt trotz des Geburtenrückganges. Für England gilt da? gleiche.—■ Um das Bild auch von der anderen Seite zu sehen, muh auch darauf hingewiesen werden, daß Aerzte im Präventivverkehr die Ursache mancher Frauenkrankheit sehen, und auch mancher nervöser Erscheinungen bei den Männern,— Die kapitalistische Ordnung beschmutzt das Tiefst« im Menschen. Die Empörung darüber müssen wir in die Bahn des politischen und gewerkschaftlichen Klassenkampfes leiten. Nicht durch den Präventivverkehr, sondern durch den Kampf der Klasse ßegen wirtschaftliche Ausbcu- tung und politische Entrechtung, wie wir ihn schon jetzt führen» nur durch die Heranziehung und Heranbildung der Massen kommen wir zum Ziel.(Lebhafter Beifall.) Marktpreise vo« verkin am 8g. August I»1S. nach Ermittelung m des igt. Polizeipräfidiums. Mais(mixed), gute Sötte 16, b0— 16,80. MaiS (runder), gute Sorte 14,60�15,00. Rtchlslroh 0,00—0,00. Heu, neu 7,70. Markthallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30.00—50,00, Spesseiobnen, weiße 35,00—60,00. Linsen 36,00—60,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 5,00—9,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70—2.40. Rindfleisch. Bauchsteisch 1,30—1.60, Schwomefleilch 1.60—210 Kalbfleisch 1.40-2.40. Hammelfleisch 1,60—2,40. Butter 2,20—3,00, 60 Stück Eier 3,60—5,50. 1 Kilogramm Karpsen 1,40—2,60. Aale 1.40-3,00. Zauber 1,40—3,20. Hechte 1,40—2.80. Barsche 1.00-2.40. Schleie 1.70-3.50. Bleie 0.60-1.60. 60 Stück Kreise 1,00-46.00. CQocbcn-Spielplan der Berliner Cbeater. Königl. Opernhans. Sonntag: Aida.(Anfang 8 Uhr.) Montag: Carmen.(Ansang 8 Uhr.) Dienstag: Der große König.(Ansang 8 Uhr.) Mittwoch: Violetta.(Ansang 7'/z Uhr.) Donnerstag: Die Meistersinger von Nürnberg.(Ansang 7 Uhr.) Freitag■ Figaros Hochzeit. Sonnabend: Mgnon. Sonntag: Die Zauberslöte.(Ansang 7'/i Uhr.) Montag: Lohengrin.(Ansang 7 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Ariadne aus Naxos. Montag: Die Welt, in der man sich langweilt. Dienstag- Der Barbier von Sevilla. Mittwoch: Flachmann als Erzieher. Donnerstag: Der Kaujmann von Venedig. Freitag: Goldsische. Sonnabend: Maria Stuart.(Ans. 7 Uhr.) Sonntag: Die Quitzows. Montag: Ariadne aus Naros.(Ansang 7'/, Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Der lebende Leichnams(Ans. 8 Uhr.) Montag: Der lebende Leichnam. Dienstag: Der blaue Vogel. Mittwoch: Der lebende Leichnam. Donnerstag: Hamlet. Vom Freitag bis Montag: Der lebende Leichnam.(Ansang 7'/, Uhr.) Kammerspiele. Sonntag: Eine venezianische Nacht. Die Stärkere. Montag: Kaiserliche Hoheit. Dienstag: Eine venezianische Nacht. Die Stärkere. Mittwoch: Kaiserliche Hoheit. Donnerstag: Eine venezianische Nacht. Die Stärkere. Freitag: Franziska.(Ansang 7'/, Uhr.) Vom Sonnabend bis Montag: Franziska.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Zillabendlich: Filmzauber.(Ansang 8 Uhr.) Theater in der Königgrätzer Strasse. Sonnlag und Montag: Die süns Frankfurter. Dienstag: Das Buch einer Frau. Mittwoch: Die süns Franksurter. Donnerstag: Das Buch einer Frau. Freitag: Die süns Franksurter. Sonnabend: Das vierte Gebot.(Anfang 7'/z Uhr.) Sonntag: Das vierte Gebot. Montag: Die süns Frankfurter.(Ansang 3 Uhr.) Deutsches Schauspielhaus. Allabendlich: Sieben tolle Tage. Intrigantin. (Ansang 8'/. Uhr.) Kleines Theater. (Ansang 8 Uhr.) Komödie»» (Ansang haus. Sonntag: Hochhcrrschastliche Wohnungen. S'l, Uhr.) Vom Montag bis aus weiteres geschlossen. Theater des Westens. Sonntag: Das starke Stück.(Ansang 3 Uhr.) Von Montag ab bis auf weiteres geschlossen. Deutsches Opernhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. Abends: Die Königin von Saba. Montag: Der Freischütz. Dienstag: Die Königin von Saba. Mittwoch: Die lustigen Weiber von Windsor. Donnerstag: Figaros Hochzeit. Freitag: Zar und Zimmermann. Sonnabend: Eugen Onegin. Sonntag: Der Mikado. Montag: Die Königin von Saba.(Ansang 8 Uhr.) Luftspielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Majolika. Abends: So'n Windhund. Montag und Dienstag: So'n Winddund. Mittwoch � und Donnerstag: Majolika.(Ansang 8'/, Uhr.) Freitag bis Montag: Unbestimmt. Thalia-Theater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: CharlehS Tante. All- abendlich: Puppchen.(Ansang 8 Uhr.) Residenz-Theater. Sonntag nachmittag 3 Ubr: Der Schlaswagen- kontrolleur. Allabendlich: Die Frau Präsidentin.(Ansang 8>/, Uhr.) Trianon-Theater. Allabendlich: Untreu. Der abgerissene Glocken- zug.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Theater Charlottenburg. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Am Tage des Gerichts. Montag: Hasemanns Töchter. Dienstag;.Am Tage des Gerichts. Mittwoch und Donnerstag: Die Stützen der Gesellschaft. Freitag: Am Tage des Gerichts. Sonnabend bis Montag: Die Stützen der Gesellschaft.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Theater O. Sonntagnächmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Weuds: Die Hugenotten. Montag: Moral. Dienstag: Hasemanns Töchter. Mittwoch: Moral. Donnerstag: Gh ges und sein Ring. Freitag: Zwei Wappen. Sonnabend bis Montag: Am Tage des Gerichts. (Ansang 8 Uhr.) Luise»> Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Dors und Stadt. Abends: Weh' dem, der lügt. Montag: Die Intrigantin. Dienstag und Mittwoch: Die Intrigantin. Donnerstag: Weh' dem, der lügt. Freitag: Die Allwördens. Sonnabend: Weh' dem, der lügt. Sonntag: Die Montag: Unbestimmt. Bis aus weiteres täglich: In Ewigkeit, Amen! Paul und Paula. Der Barbier von Berriac.(Anfang 8 Uhr.) Walhalla-Theater. Bis auf weiteres täglich: Der Liebesonkel. (Ansang 8-/. Uhr.) MontiS Operetten-Theater. Allabendlich: Der lachende Ehemann. (Ansang 8 Uhr.) Neues Volks-Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Mndder Mcws. Allabendlich: Die Schiffbrüchigen.(Ansang 8'/, Uhr.) Rose-Tbeater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Waise aus Lowood. Abends: Bicderleute. Vom Montag bis aus weiteres: Die Schiffbrüchigen. (Ansang 8-/, Uhr.) Urania- Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Der Groffglockner, Gastein und Salzburger Alpen. Abends bis aus weiteres: Mit dem Imperator nach New Kork.(Ansang 8 Uhr.) Gebr. Hcrrnscld-Theater. Allabendlich; Endlich allein. Die Schon- zeit-Jäger.(Ansang 8 Uhr.) Kasino-Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ein tolley Ehemann. Allabendlich: Der Akticntenor.(Ansang 8 Uhr.) Prater- Theater. Allabendlich: Johanniszauber(Ansang 7'/. Uhr.) Folies(k aprice. Allabendlich: Die keusche Toinctte. Schlase patent. (Ansang 81/, Uhr.) Tbeater am Nollendorfplah. Allabendlich: Die Kino- Königin. (Anfang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich Spezialitäten.(Anfang 8 Uhr.) NeichShnllru> Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger.(An- sang 8 Uhr, Sonntags 7°/- Uhr.) Admiralspalast. Eisballctt: Flirt in St. Moritz.(Ansang 9 Uhr.) frauen-IUseabende. Friedrichshagen. Montag, den 1. September, S1� Uhr, im Jugendheim, Friedrichstr. 60, 2. Hos Part, links. Vortrag des Genossen Dr. Ernst Meyer. Lanktvitz. Montag, den 1. September, im Lokal von Schulz. Kur- fürftcnstr. 37) Vortrag der Genossin Wolf über„Heimarbeit ini Erz- gebirge". Wilmersdorf. Montag, den 4. September, bei Schilling, Lauen- burger Str. 20, 8'/z Uhr. Vortrag der Gen. R. Scholz:„Bürgerliche und Proletarische Jugenöbewegung". Jugendveranstaltunge«. Charlotteuburg. Die Arbeiterjugend CharlottenburgS veranstaltet am heutigen Sonntag eine SpiclparNe nach der Jungsernheide. Abmarsch 2 Uhr Wilhelmsplatz. Gleichzeitig sei in Erinnerung gebracht, daß das große Sportmceting unserer Arbeiterjugend am Sonntag, den 7, September, stattfindet. Nähere Auskunst im Jugendheim, Rosincnslr. 3. Tempelhof-Marieiidorf. Die arbeitende Jugend veranstaltet am heutigen Sonntag Spiele im Freien(an den Schctzclbergen(östliche Burg- grasenstraße), denen sich ein Unterhaltungsabend im Jugendheim anschließt. Jeder bringe Freunde und �Bekannte mit. Am Mittwoch, den 3. Scbtember, abends 8 Uhr, soll im Jugendheim eine Gedächtnisseier für August Bebel siattjindeu, aus die unsere Jugendlichen ganz besonders hin gewiesen seien und zu der Freunde unh Bekannte, besonders die Arbeitereltern eingeladen werden. Briefkasten der Expedition. F. R» 3. Fragen Sie bei der Kasse direkt an.— O. E. 141. Im Jahre 1300 wurden 97 199 meijt katholisch magyarische Einwohner gezählt. Neuere Zählungsergebnisse stehen' uns nicht zur Verfügung.— Manitoda. Auskunst erhalten Sie durch den Genossen Fritz Loobeeck wutreal, Kanada, 157 Ontario W.— R. S. 13. Für den Menschen un-- gesährlich. Sie benagen reife süße Früchte, zerfressen Nelken, Georginen usw. Man vertilgt sie, indem man kleine Blumentöpfe oder kleine Bündel von Reifig auslegt und aufhängt. Bei Tagesanbruch suchen die Würmer die Verstecke gern aus und werden am Morgen herausgeklopft und getötet.— Gewissensfrage. Ein anständiger Mann würde das nicht tun.— E. G. 11. Städtische Sparkasse. Von einer Mark an.— G. 39. Der moderne Ausbau des Städtehildcs ist nach Westen ersolgt.— R-sw-f. 1. und 2. Beschwerden an die Expedition. 3., 4. und 5. Im Briefkasten nicht zu beantworten.— 3t. B. Ihr Mißtrauen teilen wir.— K. H. 81. Zum Unterhalt ist der Vater verpflichtet. Wenden Sie sich an das städtische Waisenhaus, Alte Jakobstraße.— R. W. 91. Der Kompas�in horizontaler Lage gibt die Richtung nach Norden an, daraus wollen Sie ersehen, wo Sie stehen. Eingegangene Druckschriften. Ilm Grund und Boden. Vierteljahrshefte des Schutzvcrbandes für deutschen Grundbesitz, Berlin. Heft 2. Herausgegeben von Prof. Dr. R. van der Borght und Dr. R. Görnandt. Jährlich ein Band zu vier Heften. 6 M. C. Heymann, Berlin W 8. Witteruiigöüberficht vom 39. August 1913. Ii Stationen iE B- n 3 3? Bettet Swinemde. 762,3 Hamburg(760, OSO Berlin 76 lO Franks. a.M 758 SO München ,758130 Wien 759jSSO »86 Ä II t? Mjö 19 17 2, wolkig 4 wolkig � 2jlooltciil 18 18 15 18 I!-wolkig 2woliig ' Theiter Stationen iz 11 Haparanda Petersburg Scilly Aberheen Paris 768 -o 5 n-Z ef Setter K* wolienl .„SB---- 770OSO 1 Dunst 756MNW' 3�wolkig 758 Still � Regen 754 SSW 2 Regen 15 15 16 14 17 Wetterprognose für Sonntag, den 31. August 1913. Zunächst vielsach wollig bei mäßigen südlichen Winden, etwas Regen ) Gewitterneigung; später wieder ziemlich heiter, aber kühler, Berliner W etterbureau. WasserftandS-Nachrichten der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau Wasserstand M e m e l, Tilsit reget, Jnsterburg e i ch s e I, Thorn Oder, Ratibor Krassen . Frantsurt a r t h e, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden Barby . Magdeburg am 29. 8. om 232 415 304 327 310 80 4 —18 13 -102 193 164 seit 28.8. cm') —13 —27 —18 —6 +20 +6 +4 0 —11 —6 — 25 -24 Wasserstand ')+ bedeutet Wuchs,— Fall. Saale, Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Spremberg') , Beeslow Weser, Münden Minden Rhein, Maximiliansau , Kaub Köln Neckar, Heilbronn Main, Hanau Mosel, Trier -') Unierpegel. Todes-Anzeigen SozialjieinokratiscIlerWatilvereiii I.[|.2.Berl.Reietistags-Waiilkreis. Bezirk 105. Dm Freitag verstarb unser Mit- glied Wally Bolljahn geb. Zitzow. Ehre ihrem Andeuken! Die Beerdigung findet Montag, den 1. September, nachmittags 2'/, Ubr, von der Halle des Zentral-Friedhofes in Friedrichs- selbe aus statt. Um reg« Beteiligung bittet 206/3 Der Borstaud. Allen Bekannten und Freunden die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Tochter, Schwester und Schwagerin >Vgllx kolljakn geb. Xltzow am Freitagvormittag nach langem Leiden sonst entschlajen ist. Dies zeigt mit der Bitte um stille Teil- nähme an Im Namen der Hinterbliebenen: Kirnst Bolljahn. Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags'Iß Uhr, von der Kapelle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 2078b Eialdemokratischfir Wahlverein UerLReietistagswahlkreis. itralauer Viertel. Bez. 318 11. Den Mitgliedern zur Nachricht, [ unsere Genossin -au Anna Homuth (Posener Str. 31) torben ist. Ehre ihrem Andenken k Die Beerdigung findet am cnstag, den 2. September, hmittagS 3-/, Uhr, von der lle des Zentral- FriedhoseS in edrichsselde aus statt. Im rege Beteiligung- ersucht (20 Der Borstand. Sozialdemokratischer Wahlverein l.d.6.6erl.Reiehstags-Wahlkreis. Am 28. August verstarb unsere Genossin Frau WM» Steinke Fennstr. 48. Bezirk 740. Ehre ihrem Andenken'. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Septembe r, nach- mittags 5 Uhr, von der Halle des Dankes. Kirchhofes, Blanke- straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 229/18 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 6. Herl. Reichstagswahlkreis Am 29. August verstarb unser Genosse, der Schlosser Paul Jodenschvager (Fehmarnstr. 12, Bez. 760). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. September, nach- mittags 4'/, Uhr, aus dem städtischen Friedhos, Müllerstraße, Ecke Seestraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht Bor Vorstand. Deutscher Metallarheiter-Yerhand Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser KsHI Klauke Lehrter Straße 49, am 28. August an Schlagansall gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. September, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des Zentral< FriedhoseS in Friedrichsselde aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Dreher Otto Lindenau Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde-Frted- hoses in Neukölln aus statt. Ehre seinem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. Xaehrnl. Ferner starb unser Mitglied, der Metallarbeiter pauITpnituile. Ehre seinem Andenke«! 125/1 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroS-Borlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bier- sahrer 67/17 HVilltelm �i!aß am 29. August im Alter von 36 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag. den 1. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des FriedhoseS in Plötzensee aus statt. Die Bezirk«Verwaltung Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei der Be- erdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter sagen wir allen Freun- den und Bekannten, besonders den Kollegen unseren herzlichsten Dank. Joseph Kläger 28016 nebst Kindern. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. 2. Gruppe. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Maurer Wildelm 8trakl Knobelsdorffstr. 60 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnlag, den 31. August, nachmittags S'/j Uhr, von der Halle Luisen-Kirchhoses, Fürstenbrunner Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 250/20 Der Vorstand. Deutscher Rauarheiterverhand. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Wilkelm Strahl am 28. August gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 31. August, nach- mittags 5>/, Uhr, von der Halle des Luisen- Kirchhoses, Neuer Fürstenbrunner Weg, auS statt. Ber Vorstand. Sozialdemokratischer Wahiverein Adlershof. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse Heinrich Molitor nach langem, schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. September, abends 6'/, Uhr, von der Leichen- Halle des hiesigen Gemeinde- Friedhofes aus statt. Ferner starb unsere Genossin Ida Sternherx am Freitag, den 29. August, an Leberleiden. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. September, abends 6 Uhr, von der Leichen- Halle des hiesigen Gemeinde- FriedhoseS aus statt. Ehre ihrem Andenke»! Um rege Beteiligung ersucht 202/13 Der Vorstand. Am Mittwoch, den 27. August, verstarb meine liebe Frau �knna Donau geb. Zimmermann. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 31. August, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Jakobikirchhoses in Neukölln aus statt. Otto Donau nebst Kindern ISA und Verwandte. Banhsagnnx. Für die überaus zahlreiche Betei- lizung bei der Beerdigung meines inniggeliebten Mannes, unseres lieben Sohnes, Bruders und Schwagers, des Schristsetzers und Einkassierers Otto Llehtenberg sagen wir allen Freunden und Be- kannten unseren tiesgesühlten Dank. Insbesondere danken wir dem Ches der Nähmaschinen-Firma Littauer für die Kranzspende, dem'Personal der Firma sowie sür die von den Kollegen ausgeführte Grabmustk. Ferner herz- lichen Dank den Genossen und Ge- nossinnendes 6. Wahlkreises, Bezirk 567, dem Handels- und Transportarbeiter- verband, dem Lotterieverein„Glücks- rad", dem Verein„Volta" und dem Sparverein„Hohe Kante" und den Mietern des Hauses. 34a �Vwe. Johanna Uchten- berg geb. Günther. Ansäst Uehtenberg. Dr.Simmel Spezial-Arzl für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, ÄPr.z 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. Von der Reise zurück. Zahnarzt Pmid Fabian, Wilmersdors, Hohenzollerndamm 192. Zurück Privatdozent Dr. IdkMaiM, Frauenarzt. 139/3 Fasanen-Straße 41. Ich habe L-nlsenstraße ß» eine Poliklinik iiir nervöse und schwach- begabte Kinder errichtet. 137/16 Sprechstunde wochentäglich 3-4 Uhr. Prof. Ii. Jacobsohn Nervenarzt. Von der Reise zurück 138/12 Prof. Df.Tü. Sommerfelil Arzt für Lungenkrankheiten. Gebrodt-ADZügesfflSu. Smokiog'fiizügeK�Ov | Cutaway u. Weste Beinkleider 1®- lo5; 8m. Fertig© schwarze Kleidung| für Knaben und Jünglinge; .. in größter Auswahl Feine Maß• Anfertigung' :: in ca. 10 Stunden:: 1 Baer Sohn Kleider.Werke Berlin. Gegr. 1891. Chautseestraße 29— 30 II. BrlickeiKttaO« li| Gr. Frankfurter Str. 20. Schoncbera. Mauptttr. 10. Von der Reise zurück 191/17 Dr. A. Freudenberg. MohrenstrJfä Kolannaden. örfranKfurteritr TIS Trauer- Magazin Kleiohitlüteetc je- Äußerste Preise-«r Tarbige Konfe in grö ton ößterr» stabe Maßa ru billigsten -Preisen— Westmann Gneisen austraße 10,� 8. Gran, billigste u. beste k Bezugsquelle für•" �SAöbel jeder F Kassa und Teilzahlung. Spezialarzt für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata. 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Sept. erscheint Nr. 1 der Lichtstrahl-«. »nsräff Herausgegeben von Julian Borchardt. Preis 10 Pf. pro Hest. au haben bei allen Straßen- bändlern und bei den Kolporteuren der„Vorwärts--Buch Handlung. Fernspr. 12 948 Königst. empfiehlt den geehrten Vereinen u. Gewerkschasten Saal m. Neben- räumen sür Versammlungen und Festlichkeiten.* Kegelbahnnoch einige Tage srei. Cnisenstadt-Casitto :: 180 Oranien-Straße 180:: Empfehle meine neu renovierten Säle, bis 400 Personen fassend,� sür Vereine und Gesellschaften. Im«ep» tember noch mehrere«omzabende u. Sonntage srei. Georg Folsmann. Königsbanb 117 Gr. Frankfurter Straße 117. Sonnabend, den 11. Oktober und 8 November, frei geworden.' Sonnabende im Winter 1914 noch srei.— Werte Bestellung erbittet Curt Breuer, Könjgstadt 1374. Beremszimmer mit Pianino(120 Personen) sür Ver- sammlungen, Werkslattsitzungen. Ver. eine usw. zu vergeben.-6o7o Müller, Alexandrinenstraste 33» PATENTE I„Wirkt u vorwerfet in allen Staaten] , i eh iah ran anerkannt schnell riw.Inn. Jaeger& Dr. Breslauer Berlin wtaohlnoratr. 106 n. d. Pat-Amt I Da. Buch„Wie muaa cina Erfind. Eiafia 1 1 V VirwartunQ ba.chaflen«ain' IMU| Verwaltung Berlin. Montag, den 1. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufcr 15: General-Bersammlung. Tagesordnung: I. Wahl eines unbesoldeten Mitgliedes im Hauptvorstand. 2. Ersahwahl der Lrtsvcrwaltung und der Angestellten. 8. Die Stellung des Holzarbeiter-Berbandes im Werftarbeiterstreik. Referent: Kollege Adam Neumann. 4. Anträge. Bezirk Ober-Schöneweide. Dienstag, den 2. September, im Lokal von Warnecke, Wilhelminenhosstr. 18: Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht von der General-Bersammlung. 2. Verbandsangclegenheiten. Mittwoch» den 3. September 1913: Vertranensmänner-Versaminlimtien der Bezirke und Branchen. Die Versammlungslokale werden am Dienstag bekannt- gegeben. Die Ortsverwaltung. DeiMos Kürschner-Verband. Filiale Berlin. Bureau u. Arbeitsnachweis: NO. 43, Weinstr. 8. Fernspr.: Königstadt 878?. Montag, den 1. September 1913, abends punkt 8 Zlhr: Große KeWilhe Uchmimz aller Ardeiter und Arbeiterinnen der === Pelznmrenbranche in den„Musiker-Sälen", Kaiser-Wilhelm-Str. 31. Tagesordnung: 1. Tituationsbericht über die Arbeitsniederlegung. Referent: Kollege Wilhelm Lcisler-Hamburg. 2. Diskussion. 3. Verschiedene». Kollegen. Kolleginnen! Laftt von morgen Montag ab in alle» Betriede« die Arbeit ruhen, werdet nicht zum Berräter an Euch und Euren Kollegen. Jeder melde sich morgen Montag zur Eintragung in die Ttreiklisten im Streiklokal, Seydclstr.:tv, bei Wagner. 100f8_'_ Ple OrtgYerwaltung. 15 der Mittwoch, den 3. September, abends 8'/, Uhr, bei Boeker, Weberftrastc 17: JlnßerorMiehe Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dittmcr über: üunnt, Blickung unck •Art, elter. 2. Anträge betreffend Verschmelzung der Zahlstelle Ehar- lottenburg mit Berlin. 3. Die Wahlen zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse. 4. Verschiedenes. 189/12 - Mitgliedsbuch legitimiert,—mm Vollzähligen Besuch erwartet Die OrtSverwaltung. Montag, den 8. September, abends 8'/, Uhr, bei Boeker, Wcberstraste 17: Versammlung der Ballschuhmacher und mech. Wendearbeiter. DienStag, den S. September, abends 8'/, Uhr, bei Boeker, Weberftraste 17: Versamtnlung der Zuschneider und Stanzer. Guten Besuch erwarten Die Branchenlettungen. Hensum-Verein für Tegel und Umgegend Eingetragene Genoffenschast mit beschränkter Hastvflicht in Liquidation. Jahres- und Liquidations-Btlanz per 30. Juni 1S13. M.! Kaffa-Konto..... 1 537,75 Bank-Konto I..... 320,80 Bank-Konto II.... 8 600,48 Darlehns-Konto I... 54 348,90 Darlehns-Konto II.. 32 676,18 Waren-Konto..... 30 322,58 Debitoren-Konto..'.. 1326,47 Stammantcil-Konto.. 3 980,75 GaSanstalts-Konto... 310,— Saugen..Freie Scholle" 115,35 BersicherungS-Konto.. 671,13 Bäckereieinricht.-Konto.. 8 450,75 Maschinen-Konto... 3 267,31 Inventar-Konto.... 26 521,28 Gewinn- u. Verlust-Konto 5 215,06: R. GeschästSanteil-Konto.. 20 174,87 Rcservesonds-Konto... 5 164,72 DiSpostttonssonds-Konto. 50,34 Kreditoren-Konto.,.. 16 318,37 Hausanteil-Konto... 49 900,— SparfondS-Konto... 79 251,93 Tpannarken-Konto... 296,25 Noch zu zahlende Zinsen. 1 013,86 Noch zu zahlende Unkosten 489,45 . 1742 332 Summa. 172 664,79 Mitgliederbewegung. Mitgliederbestand am 1. Juli 1912 Eingetreten............_ Zlusgeschiedcn durch Verzug, Auskündigung usw..■__ Bestand am 30. Juni 1913••• Die eingezahlten Geschästsguthaben der Mitglieder be- trugen am 1. Juli 1912............ Die eingezahlten Geschästsguthaben der Mitglieder bc- trugen am 30. Juni l913--. Summa. 172 664,79 2074 Mitglieder 173 1901 Mitglieder 17 835,35 M. 20 174.87 ,. �,, Mithin mehr Die Hastsummc der Mstglteder betrug am 106,1« 1. Juli 1912 30. Juni 1913 Mithin mehr Die Liquidatoren. Max Lichtenberg. Hugo Köhler. Friedrich Hülle. 2 339,52 M. 52 260,— M. 57 030,—.. 4 V70,—;)i;, per der Am Sonntag, den Ztl. August 1V13 findet Urabstimmung die Wahl Delegierten zum Parteitag Eichberg, Naunynstr. 67. Wählisch, Skalitzer Str. ±Z. Laaser, Lausitzer Str. 25. ssreihöfer, Glogauer Str. 4. Schulze, Förster Str. 17. Pommvrenke, Wiener Str. 11. Lier, Naunynstr. 9. Grunduiaun, Pücklerstr. 29. Engel, Oppelner Str. 47. in folgenden Lokalen statt: Schötzick, Wrangelstr. 58. Mix, Skalitzer Str. 59 o. Otto, Markusstr. 17. Boeker, Weberstr. 17. Teter, Palisadenstr. 52. Kluge, Langestr. 53. Gruuwald, Memcler Str. 67. Beutling, Rochowstr. 12. (Salle, Tilsitcr Str. 12. Hohle, Liebigstr. 17. Fr. Schulz, Schreinerstr. 18. Lemui, Zorndorfer Str. 18. Guddat, Wilhelm-Stolze-Str. 39. Rott, Straßmannstr. 39. Jerasch, Ebertystr. 16. Elsholz, Elbinger Str. 9. Zwarg, Friedeberger Str. 1. Wahlberechtigt ist nur das Mitglied, welches seine Beiträge bis Mai dieses Jahres bezahlt hat. Die Wahl beghmk um 8 Uhr früh nnd endet 12 Uhr mittags. Das Zentral-Wahlbureau besindet sich bei P. Hoffmann, Königsberger Straße 23. 216/18* Der Vorstand. Steinarbeiter. Mittwoch, de» 3. September 1913, abends 8 Uhr, in den ,lrinlnlia!len, Koinmaiidantcnstr. 58/59: Kombinierte Versammlung. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Bniiarbeiterschuü-Koiiqreft. 2. Stellungnahme zur Errichtung von AgitationSbezirken. 3. Verschiedenes. sfäp- Die„Steinarbeiter"-Adressen für das nächste SÄF Quartal müssen bis IV.Sept. abgegeben werden. 171/17*_ llie OrtRverwaltnng. tcdlliig i Schöneberg, "■s:rr"sr."- Grosse und kleine Säle bis 80« Personen. 1629L* = Inhaber Emil Ebrecht.= Den geehrten Vereinen und Parteigenossen empsehle meine Säle zu Fest- lichkeiten unter ganz günstigen Bedingungen.— Sonnadonö, öon 27. 8og- tembee, und einige Sonnabende im Oktober und November zu vergeben. Verdend des Sehler iiini ferteseniller. OrtSverwaltung Berlin. Kranchen Uersammtungen tk»si/, Uhr, im Dlllhlll-zllllllllsk. Gewerkschaftshause, Engeluser 15. AroiHriotttonbriittcho• Sonnabend, den 6. Sept.. abends 8'/, Uhr, in (Unorirmnilirulllp. achuli' Prachtsälen, Münzstr. 17, Eingang Königsgraben. Portefeuilles- und ReiseurtiKelbranche: �°n1.'»�.uh�'' bei Graumann, Naunynstraffc 27. Militär.aranch»- Mittwoch, den 3. September, abends 6 Uhr, in den MUUIU-xulUIIIjk. Prachtsälen Alt-Berlin. Blumenstr. 10. Linoleumleger u. 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Verbandsangelegcnheilcn. —>— Eintritt nur mit Mitgliedsbuch l==- W Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen!-Mi! Ble Ortsverwaltuug. Zähne Zalmärzlliche Klinik,«7n.°e.»."i°ewin'.' mit echten Stisten Plomben v. 1,50 M. Fast vollk. schmerzlos. Zahnziehen. RdnsvBr Umarbeitung schlechtsitz. Gebisse. Reparaturen sofort. IVlcli K. U|n(lorl,Di1«nJ|l|nn zu ermäßigten Preisen. 5 Jahre Garantie. MnOerDenSnülUntj Sprechzeit 9—8 Uhr.* Wel'tolin !. Mail: Gr. Frankfurter Str. 58 2. Geschält: Grüner Weg 109 g/VT Bitte genau auf Hausnummern zu achten."tWU Möbel aufKredit SÄ?" Riesen=Auswahl Anzahlungen auf Stube und Küche; Mark 15 30 50 75 bis 25 bis 45 bis 70 Bodcrno bis 160 Schlaf-, Speise-, Herren- � Wolmzimmer jeder gewünschten Art von 40 IH. Anzahlung an. Einzelne Möbelstücke von 5 B. Anzahlung an. 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Sie müssen bei dem Standesamt, wo der Gcburtssall des Kindes eingetragen ist. zusammen mit Ihrer Frau die Erklärung abgeben, dag das Kind Ihren Namen fähren soll. Sosort nach der Äbgabc dieser Erklärung kann das Kind Ihren Namen annehmen.— L. N. 55. Sic können von dem Eigentümer Abänderung des Zeugnisses verlangen und für den Fall der Ablehnung Klage erheben. Waren sie in einem gewerblichen Betriebe an- gestellt, so muh beim Gcwerbcgcricht, andernfalls beim Amtsgericht geklagt werden.— Porwärtsleser. Er soll sich nachträglich anmelden. Die höchst zulässige Polizcistrase sind 60 M. Geldstrafe. Aus Gesängnis kann nicht cr- kannt werden.— B. P. 45. Die Veranlagung erfolgt nach dem Gesamt- einiommcn.— L. K. K. Ja.— E- S. Die Evben sind für die Miete hastbar, falls sie nicht der Erbschaft entsagen. Doch kann der Mietsvertrag zu dem nächsten gesetzlichen Termin bis zum dritten Tage des Quartals zum Quartalsschlusi ansgekündigt werden.— Dr. P. B. 10 bis 20 000 M. — Walter H. 41. Zur Annahme der Teilzahlungen sind Sie nicht ver- pflichtet, doch gehen durch die Annahme der Zahlungen ihre Rechte nicht verloren. Im Termin kann dann Verurteilung wegen des Restbetrages beantragt werden. Die Kosten wurden nach Ihrer Darstellung der Bc- klagten zur Last fallen.— Geiz. 30. Nein, falls nicht etwa der Erblasser bei Errichinsi des Teslameirts geistig nicht normal war. Die Kinder können nur ihren Pflichtteil, d. i. äie Hälfte des gesetzlichen Erbteils, verlangen. — Putz ÜO-. 1. Nicht notwendig. 2. Nein.— F. S. Schulstr. Die Gc- meinde Lichtenberg ist im Recht. Eine Beschiverdc, eventuell Klage, ist daher aussichtslos.— Ä. B. 100. 1. Berechtigt nicht. Doch entstehen daraus keine Nachteile. 2. Ja. 3. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. 4. Das Testament muh. sofern es nicht zu notariellem oder ge- richtlichem Protokoll erklärt ist. vom Testator eigenhändig geschrieben sein. — R. 13. Ja. sofern Sic invalide find.— G. W. 100. Der Antrag ans Invalidenrente muh bei dem Pcrsichernngsamt Berlin. Am Köllnischen Park 3, gestellt werden.—. kl � Auch Einzelmöbel jeder Art Gegründet 1876 UA» lilftl iitBi BeHin 0. 83, Rigaer Straße 71-73a Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Klein© Anzeigen ANZEIGEN für die nächsfeNummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. TePPictvThomas. Oranienstr. 126, verkauft iarbsehlerhaitc Tcppiche ipott- billig; Gardinen, Steppdecken. Tisch« decken halben Preis. VorwärtSIescrn 5 Prozent Eptrarabatt. 78551* Betteustans 9,- ftrahe 70, im Keller. Brunnen. 12V0K* TepptcUe t Uebleroatie; m alle» Gröhcn, fast für die Hülste deS Wertes Tevvichlager Brünn. Hackcscher Markt 4. 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