Nr. 302. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertelfährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big fret In's Haus. Einzelne Numme: 6 Pig. Sonntags- Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter& reuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Gingetr. tn der Poft Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Rain 40 Big., für Vereins: und Beriammlungs Anzeigen 20 Pig Inierate für die nächte Muntmer mufen bis 4 Uhr Nachmittags in der Ervebition abgegeben werden. Die Grvedition in an Wochen. tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die nächste Nummer des ,, Vorwärts" erscheint des Weihnachtsfestes wegen am Donnerstag, den 28. Dezbr. Abonnements- Einladung. Sonntag, den 24. Dezember 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Unmittelbar nach den Weihnachtsferien tritt der Reichs- Dinge verbrachten die Hausgenossen mit einander die tag wieder zusammen und seine Verhandlungen werden von ungewöhnlicher und unmittelbarer Wichtigkeit ſein. Unter solchen Umständen haben wir ein doppeltes Recht, auf die Unterſtützung der Genossen zu rechnen, und die Berbreitung des Vorwärts" von ihnen als eine Pflicht heischen zu können. Mit dem 1. Jaunar eröffnen wir ein neues Abonnement auf den weihevolle Nacht. Und Weihnacht wurde es genannt, seitdem die christliche Kirche sich dieses alten Naturfestes be mächtigt, ihm ihren Mythus von der Geburt des Weltder christliche Aufputz nichts geändert. Eine Naturfeier, eine Huldigung dem segenspendenden Lichte ist es geblieben; und je mehr der Kirchenglauben verblaßte, je inniger sich das Gefühlsleben entfaltete, wurde es um so mehr für die Familien ein Fest der glückschaffenden Liebe, Die Fest sagenhaften Gestalten, die der mythenbildende Volksgeist in gläubiger Zeit, in der des Heidenthums, wie in der des Christenthums zur Belebung der Weihnacht geschaffen, sind dent heilandes einverleibt hatte. Aber am Wesen des Festes hat „ Vorwärts" Berliner Volksblatt fehnsüchtiger Kinderluſt. mit der illustrirten Sonntags- Beilage Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises zum 1. Januar thätig zu sein. Es ist das eine Partei pflicht. Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Presse je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat cs, und wer dem Partei- Organ neue Leser zuführt, stärkt Beiträgen einen fonach die Partei. Der Vorwärts" hat allezeit fein Möglichstes gethan, die Interessen der sozialdemokratischen Partei zu fördern, seiner Doppelaufgabe des Lehrens und Kämpfens zu ge nügen und durch seine Leistungen mit dem Wachsthum unserer Partei gleichen Schritt zu halten. Diesem unserm ernsten Bestreben haben freilich Niemand weiß das besser als wir die Leistungen nicht immer entsprochen; allein ter Wille war jederzeit vorhanden und daß der Vorwärts" sich stetig vervollkommnet hat, wird auch der schärfste Kritiker billigerweise nicht bestreiten können. 1 " Wir haben, unterstützt von der Partet, in letzter Zeit unferen Juhalt bedeutend erweitert und auch dem Feuilleton erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt. Der Roman „ Helene" von Minna Kautsky, welchen wir jetzt veröffentlichen, reiht sich den besten Schöpfungen der modernen Romanliteratur au. " ,, Die Neue Welt". cit Auch die Neue Welt" wird neben gediegenen Kleineren Voltsbewußtsein nicht verloren gegangen, sie haben nur überaus spannenden Roman Armer Leute Kind von Ed. Wengraf vom 1. Januar ab veröffentlichen. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Hans, wöchentlich 28 Pfennige. wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 Mark für das Quartal entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste. für 1893 unter Nr. 6708.) Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflichst, das Abonnement rechtzeitig aufzugeben, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes teine Unterbrechung erleidet. Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene Theil des Romans „ Helene“ von Minna Kautsky In einer Zeit, wie der gegenwärtigen, wo alle Parteien auf Verlangen gratis nachgeliefert. der kapitalistischen Gesellschaft, gleich dieser selbst in Zerjehung begriffen sind, und in der allgemeinen Berfahrenheit den Faden verloren haben, thut jedent, der den Weg ihren Wesensinhalt gewandelt. Aus guadenreichen Helfern der Menschengeschicke sind sie zu freundlichen Glückbringern der Kinderwelt geworden. Allvater Wodan mit dem weißwallenden Bart pilgert als grimmig blickender und gutherziger Knecht Ruprecht Hand in Hand mit dem Christkindlein, Geschenke bringend, von Haus zu Haus. Die Göttermythen find zur Märchenpoesie geworden. So allgemein übt das Weihnachtsfest seinen Zauber auf die Kindergemüther aus, daß es seine Macht über die Menschen, die einmal unter bewährt seinem Banu gestanden, das ganze Leben hindurch. Kein ergreifenderes Beispiel dafür, als die Erzählung jener schiffbrüchigen Nordpolfahrer von der ersten deutschen Nordpol Expedition unter Kapitän Koldewey im Jahre 1868! A13 den kühnen Männern hoch oben an der Osttüfte Grönlands das Schiff zwischen dem Eise zerquetscht war, und sie, von der Küstenströmung erfaßt, auf einer Eisscholle langsam nach Süden trieben, monatelang den stündlichen Tod vor Augen, da haben die von den Ueberlebenden, die nicht dem Wahnsinn verfallen waren, doch das Weihnachtsfest begangen nach heimischer Weise. In ihrer Hütte aus zus jammengefrorenen Kohlenstücken errichteten sie den Weihnachtsbaum: einen Besenstiel mit eingebohrten Besenreisern, lichtergeschmückt. Von Kindheitserinnerungen überwältigt und sehnsuchtsvoll nach der Heimath die Gedanken richtend fals erhoffend, inmitten der Schrecken des Eismeeres das Fest der Wintersonnenwende. Tief eingegraben in das Gemüth, eine Familienfeier für alle, hat das Weihnachtsfest für Wer er griffen ist von der großen Voltsbewegung unserer Zeit, Eine uralte Naturfeier ist es, der wir entgegengehen, wer bewußt mitwirkt zur Herbeiführung der Weltenwende, In allen Kulturstaaten, namentlich auch in unserem das Fest der Winter- Sonnenwende, das den germanischen dem lenkt sich auch jetzt der Blick hinaus über den engen Teutschland bereiten sich gewaltige Umgestaltungen vor. Völkern das höchste des Jahres war, da ihnen in der Kreis des Heims, der gedenkt bei Lichterglanz und Kinder Niemals war die innere Lage tritischer. Die Frage des tiefen, froststarren Winternacht die wieder höher am jubel der Millionen und aber Millionen, denen ein herbes Militarismus drängt gebieterisch zu einer Entscheidung. Himmel emporsteigende Sonne das Wiedererwachen der Geschick, eine ungerechte, glückzerstörende GesellschaftsDie Quellen des wirthschaftlichen Lebens und die Grund- Natur, das Nahen des Frühlings verhieß. Die Winter- ordnung, wie das ganze Dasein, so auch die harmlosen lagen der nationalen Existenz sind bedroht durch das tälte drängte dieses Fest in die Häuser und die Familien Freuden des Weihnachtsfestes vergällt. Fühlen wir mit herrschende Syftem. Und mehr und mehr drängt sich jedem hinein; durch Entzündung mächtiger Holzklöße auf Allen, die uns Genossen sind in der Noth des Lebens, so Dentfähigen die Ueberzeugung auf, daß nur der Sozialismus dem Heerd oder durch einen Lichtbaum wurde symbolisch schlägt uns höher noch das Herz im Gemeingefühl mit denen, Hilfe und Rettung gewähren kann. dem segenspendenden Licht gehuldigt. Fröhlich und guter die, erkennend und begeistert, uns Genossen geworden sind in der nicht verlieren oder den richtigen Weg finden will, ein Führer noth, der mit dem Kompaß des sozialistischen Prinzips durch die verschlungenen Pfade der Politik Licht hindurchleitet, bringen sucht in das zu Die Redaktion und Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. feierten sie, eine heilbringende Wendung des eigenen SchickBun Chaos und Die Bedeutung und Tragweite der Winter- Sonnwendteft. noch eine andere, eine höhere Bedeutung. sich überſtürzenden, immer wuchtiger hereinbrechenden Ereignisse festen Blicks zu ermessen bemüht ist. Feuilleton. Nachdruk verboten.] Helene. [ Alle Rechte vorbehalten. Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. I. Connenschein im März! Wie da im Menschen das fehnsüchtige Verlangen emporquillt nach Luft und Licht; wie er der dumpfen Stube entrinnen möchte, um in der Natur mit fröhlichen Augen nach den ersten Zeichen zu spähen des wieder erwachenden Lebens! zugelächelt, oder die man mit einem tiefen Neigen begrüßt hatte. Diese Menschen verband kaum ein sympathischer Zug, und doch konnten sie nicht von einander los tommen. Der soziale Trieb war hier fünstlich bis zum Uebermaße gesteigert. Reiner vermochte sich allein zu vergnügen; er bedurfte äußerer Reizmittel, und er mußte seine Persön lichkeit unaufhörlich an Anderen messen, diese nach Möglichkeit herabdrücken, um sich in seiner Bedeutung zu erkennen und in feiner Ueberlegenheit zu schwelgen. uns doch stets anwachsende Zahl seiner Freunde rühmte auch seinen Karakter. Er war großmüthig, freigebig und verschwiegen. Er selbst nannte sich einen Jdealisten und guten Kerl, und man wußte in der That, daß er von den privilegirten Spaßmachern, die ihn umdrängten, vielfach angegangen und ausgebeutet worden war, ohne daß seine Laune darunter gelitten hätte. Er besaß ein liebenswürdiges Naturell und jung, voll Zwei junge Männer, die plaudernd neben einander Lebensfreudigkeit, lechzend nach Genuß, war er stets bereit, her gingen, hielten sich ein wenig außerhalb des Stromes. seiner Begehrlichkeit und seinem Vergnügen neue Opfer zu bringen. Sie gehörten zur Elite der Gesellschaft und besaßen Aber er behauptete, was ihn reizte und ergößte, auch Aber in den großen Zentren des städtischen Lebens find jene vornehme Bescheidenheit, die es vermeidet, sich mit ein seelisches Interesse abzugewinnen. Die Erfahrungen, die Massen an die Arbeit gebannt, noch lange nachdem die Anderen in eine Reihe zu stellen, um so, von vornherein, die er auf diese Weise sammelte, sollten seinen Horizont erEonne gesunken ist, und die Müßiggeher haben es in ges hors concours zu bleiben. 2 wohnter Trägheit vorziehen gelernt, das hauptstädtische Sie waren beide von jener bewußten Distinktion und weitern und ihn, wenn er auch ein unverbesserlicher Idealist Pflaster nicht zu verlassen und ihren Frühlingssonnenschein Sicherheit in der Haltung, die eine bevorzugte Lebensstellung war und bleiben wollte, zugleich von manchen gefährlichen Illusionen befreien. in aller Ordnung und Disziplin unter dem Aufwande der verleiht. neuesten Toiletten zu genießen. Der Aeltere, blond, von hohem Wuchs, mit einem interAn einem solchen Nachmittage des Vorfrühlings enteffanten, nervösen Bug im Gesicht, dem ein wohlgepflegter wickelte sich denn auch der Korso in der Maximilianstraße Bollbart wohl zu Statteu tam, war der Legationssekretär in München lebhafter als sonst. Baron Morre. Der Menschenstrom hatte sich getheilt, und während Er rauchte langsam seine Zigarre, wie ein Gourmand, nicht bedeutendes Vermögen start zusammenschmelzen lassen. seines regelmäßigen Auf- und Niederfluthens wurden Blicke während er die Augen zusammenfniff und dem Geplauder Aber er besaß eine enorm reiche Tante, die ihn anbetete und Grüße getauscht; da ein rasches Wort, dort ein Hände seines Freundes mit einem mehr höflichen als theilnehmen- und ihn bereits zu ihrem Haupterben eingesetzt hatte. Sia druck, um sich schon im nächsten Augenblick, dem allgemeinen den Interesse zu folgen schien. Und doch schien Erich Hart- bewohnte ein Landhaus in der Umgebung Münchens, wo Zuge gehorchend, wieder zu trennen. mann, Doktor sämmtlicher Rechte, dasselbe wohl zu verhin sie sich, um ihre schwankende Gesundheit zu stützen Man plauderte, lachte, fritisirte sich gegenseitig. dienen. zurückgezogen hatte. Leider hatte sich ihr Zustand in der Scharfzüngiger Spott und selbst niedere Verleumdung Dieser besaß nicht allein das einnehmendste Aeußere, letzten Monaten bedenklich verschlimmert und so draug de trafen oftmals Diejenigen, denen man soeben vertraulich eine den Weibern gradezu gefährliche Schönheit, die große, dortige sie behandelnde Arzt energisch darauf, daß sie seine. Kurz, auch er befolgte die Pädagogik der höreren Klassen, jede ihrer Jugendthorheiten als Forschungs- und Bildungsmittel in Anschlag zu bringen. Die Kosten dieser Erziehung hatten sein, allerdings hüllt Leichen in weihe Tücher ein, um die Verwesung zu ver« decken. Wenn dcis Leichentuch fehlt, starrt die Zuschauer ein entsetzliches Bild der Zersetzung an. So scheinen die Elemente dies Jahr zu Weihnachten demonstriren zu wollen. Der Zauber der schützenden Schneeflocken, der auf keinem Weihnachtsbilde fehlt, der von den Dichtern der Bourgeoisie so sinnig als poetisches Moment verwerthet zu werden pflegt, ist weggeblieben, und nun starrt die Noth unverhüllt und schrecklich denjenigen ins Gesicht. die sich anschicken, ein frohes Schenkfest zu seiern. Roth und Elend ohne Decke und Verhüllung— das ist das Zeichen, unter welchem das bevorstehende Weihnachtsfest in die Lande geht. Noth und Elend in den Groß- und Kleinstädten l In der Reichshauptstadt füllen sich die Asyle für Abdach- lose noch beängstigender, als voriges Jahr. Aber das Stadtoberbaupt erklärt als Beauftragter der besitzenden Klassen, daß dies die Behörde nicht kümmern könne. Sie verfahre mit den städtischen Arbeitern, wie der Privatunternehmer mit seinen Lohnsklaven— wenn im Winter Arbeiten wegfielen, jage sie ihre Arbeiter auf die öde Straße, wie jener. In Leipzig macht die Armenverwaltung zum Trost für die Elenden kurz vor Weih- nachten bekannt, daß sie ihre Mittel für die kommenden Monate noch mehr eingeschränkt habe. Die Befitzenden sind es müde ge- worden, ihre sauer verdienten Groschen in die unersättlichen Mäuler der Armen zu werfen. Sie nehmen zu ihrer Gewissens- beruhigung an, daß in diesem Winter die Noth gelinder auf- treten werde— wir haben ja keinen Schnee, kein Eis, die Jrühlingsluft geht schon in die Welt.., Und dabei glotzt das Elend nur desto unverhülltey aus allen Ecken. In M a g d e- bürg haben die Arbeitslosen nur einen geheizten Aufenthalts- räum gewünscht, nur eine menschliche Stätte, an der sie hungernd fitzen konnten— kein Brot, keine Arbeit, kein Mitleid. Mit Hohn hat sie die Stadt und die Bourgeoisie abgewiesen. Auch noch Sammelstädten für das Lumpengesindel, für die Hetzer und Faullenzer?— so haben sie entrüstet gerufen, dieweil sie in ihren warmen Amts- und Bürgerstuben saßen. Die Lust geht ja draußen so linde wie nie, kein Schnee, kein Eis— und so schreit auch hier das unverdeckte Elend zum Himmel. In Crefeld wüthet eine beispiellose Jndustriekrisis. Von gestampften Kartoffelschalen nährt die Arbeitermulter ihre hungernden Kinder. Da war das Elend zu kraß ohne schützendes Leichentuch, auch für die trunkenen Augen der Be- sitzenden. Da entschloß man sich zu Nothstandsarbeiten für— demnächst, vielleicht nach Weihnachten. Nach bewährtem Muster vom Vorjahr sollen sie vorgenommen werden. Wer seine Eni- laffung„selbst verschuldet hat", wird nicht beschäftigt. Ja, die Bourgeoisie ist auch bei Nothstandsarbeiten, und fielen sie mitten in die Weihnachtszeit, hochmoralisch. Sie vergißt ihre Sitten- richterrolle auch den elendesten gegenüber nicht. Und die Löhne der Arbeitslosen dürfen um keinen Preis sich über ein Almosen erbeben— um die Pfennige wird gerechnet, ans daß keiner mehr als 1,50 M. mit nach Haus zu seinen frierenden Kindern bringe. Mehrere Mitglieder einer und derselben Familie dürfen nicht mehr als 2,50 M. pro Tag verdienen— sie verfielen sonst in die Lebensweise des Berliner Bourgeois mit IL 500 M. Jahres- einkommen, dessen Budget die„Hamburger Nachrichten" kürzlich veröffentlichten, und der für Wein, Bier, Zigarren. Badereise, Theater und Konzerte allein 2000 M. im Jahre ausgiebt. In Gießen ist man freilich noch schlauer: da setzte die Handels- kammer zunächst eine Kommission zur Entscheidung der Frage ei», o b überhaupt ein Nvlhstand bestehe; inzwischen ist das Weihnachtssest verstrichen und inan kann sich auf neue Aushilfs- mittel besinnen. Und i» Hessen ist das wohl die allgemeine Weih- nachtsbestimmung der besitzenden Klassen; denn auch die Satdt- verordneten-Versaminlung in Mainz beschloß die Vertagung der Nothsiandsfrage— natürlich, soweit sie die Stadtverordnelen angeht!— bis nach den„christlichen" Feiertagen. In Man n- heim wiederum ist die innige Seelenverwandtschaft mit den Krcfclder Machthaber» zum Durchbruch gekommen— Steine klopfen. Steine klopfen sollen die Beschäftigungslosen vor und »ach Weihnachten, aber den geforderten Lohn von 2,30 M. für den Familienvater kann man nicht bewilligen. In der bittersten, grausamsten Noth niüssen sich die Arbeiter selbst helfen: die leistungsfähigen, kräftigen geben von ihrem Lohn für die Schwachen, Elenden ab und schleppen sie unter Verzicht aus einen Theil ihres Verdienstes durch die harte Nothstandsarbeit mit durch. Das ist freilich kein weihnachtliches Christenthtun, aber es ist schöne, herzerquickende Proletariersolidarität. In Stuttgart streiten sich Bürgermeister und Genieinderath darum, ob sie mir Unterslützungswohnfitzberechtigte oder auch andere Bedürfiige zu Nolharbeiten zulassen wollen, und an der Isar in München haben sie ein paar Quaimauern an- gefangen, um dem Massenelend abzuhelfen.... Und über all' dieses Pharisäertbum für das Elend dort deckt Weihnachten dies Mal keine verhüllende, schützende Schneedecke... Ein schwarzes, melancholisches Nothstands-Weibnachten, eine würdige Szene aus dem Schlußdrama der bürgerlichen Gesell- schaftsordnung! Weshalb auch den lügnerischen, gleißenden Schimmer herbeiwünschen, der die paar Freudenlichter der P r i- vilegirten in Millionen Strahlen widerspiegelt, als feierte das Volk ei» Fest? Das Volk hat mit dem bürgerlichen Weih- nachten nichts mehr zu lhun. Es trägt sein schwarzes Weih- nachten mit der Zuversicht, daß es aus keinen einzelnen Erlöser zu warten braucht, sondern daß eS sein eigener Erlöser werden wird am Ente dieser Nothstandszciten!— PoItliCtfie Ltelrorlrrkik. Berlin, den 23. Dezember. Als die Mobilmachung der Schule gegen die Sozialdemokratie vor etlichen Jahren auf's Tapet gebracht wurde, sagten wir, wenn es zum Versuch der Aus- führung käme, dann würde es sicherlich recht schlimm sein für die— Schule, und wir erinnerten an das Wort des berühmten englischen Ingenieurs Stephenson, der vor Er- bauung der ersten Eisenbahn in England, als die Sache im Parlamentskomitee erwogen ward, auf den Einwurf eines Lords: ob es nicht sehr gefährlich sei, wenn dem Eisenbahnzug eine Kuh in den Weg käme, die lakonische Antwort gab: Ja— fürdieKuh? Für die Schule wäre es gewiß sehr gefährlich, wenn sie als Sturmbock gegen die Sozialdemokratie gebraucht würde. Sie ginge zu Grunde und sänke zur militärischen Drillungs- anstatt herab, die jedes intellektuellen und moralischen Werthes entbehrte. Mit anderen Worten, die Schule würde zum Anhängsel der Kaserne. Das hat, trotz systematischer Erziehung zur Servilität und mechanischem Gehorsam die Mehrzahl der deutschen Lehrer begriffen, und die Rc- gierungen, die bei den Schulvorständen anfragten, haben— wie wir jetzt erfahren— mit wenigen Ausnahmen die— freilich in vielen Fällen höflich verklausulirte— Antwort erhalten: Geht nicht. Freut uns für die Kuh!-- Wo ist der Ritter? Die„Kreuz-Zeitung", die gestern noch so kühn das„Tafeltuch" für durchschnitten erklärte und Caprivi den Fehdehandschuh hinwarf, sucht sich heute mit talmudistischen Spitzfindigkeiten über den Erlaß des 4. Januar 1882 hinwegzusetzen. Sehr scharfsinnig aber auch sehr— semitisch, und wohl kaum sehr klug.— An den internationalen sozialistischen Studenten- kongrcst in Genf haben die sozialistischen Studenten der Universiläten Berlin, Freiburg, Münster, Marburg. Kiel die folgende Erklärung gesandt: Zum ersten Mal unternimmt es die deutsche sozialistische Studeptenschast durch Beiheiligung an dem internationalen Kongreß ihre sozialistische Gesinnung und ihre Solidarität mit dem revolutionären Proletariat öffentlich kund zu lhun. Erst jetzt ist es ihr gelungen, die Scbwierigkeiten, welche ein Zu- sammengehen der revolutionären Elemente unter den deutschen Studenten unmöglich zu machen schienen, durch eigene Kraft zu überwinden. Um unserer sozialistischen Gesinnung einen offenen Aus- druck zu geben, haben wir beschlossen, einen offiziellen Ver- treter nno eine Adreffe zu senden, in welcher wir unsere Stellung zum internationalen sozialistischen Kongreß und zu den Hauptpunkten der Tagesordnung folgendermaßen fornmliren: Wir sind der Meinung, daß das geistige Proletariat eine bedeutende Rolle in der sozialistischen Bewegung spielt, einer- seits als Lehrer und Aufklärer des Volkes in wissenschaftlichen und sozialen Problemen, andererseits als Fortbildner der sozialistischen Theorien entsprechend dem allgemeinen Fortschritt aller Wissenschaften. Wir betonen aber, daß dies nur möglich ist, wenn das gei st ige Proletariat sich in engster Verbindung mit der kämpfenden Arbeiterklasse hält. Deshalb verwerfen wir durchaus eine gesonderte Organisati on und isolirte Stellung der Akademiker im all- gemeinen, überlassen es aber den Kommilitonen der einzelnen Länder, an ihren Universitäten in spezifisch akademi- schen Organisationen und Agitationen für die sozialisn- scheu Bestrebungen thätig zu sein, unter der Voraus- setzung des lebendigen Zusammenhangs mit der allgemeinen proletarischen Bewegung. In diesem Sinne kann auch eine internationale sozialistische Studenten-Föderation nur als ein Glied in der allgemeinen Bölkerverbrüderung für uns gelten, und wir begrüßen daher mit Freuden die Begründung einer Bundeszeitung für den internationalen Geistesaustausch zwischen den Akademstern aller Länder. Wir sind heute noch nicht in der Lage, uns öffentlich innerhalb der Studentenschaft zu organistren oder uns den proletarischen Organisationen anzuschließen, doch mächtig regt sich an den deutschen Universiläten unter unseren Kom- militonen das Interesse für die kommende soziale Umwälzung. In voller Uebereinstimmung mit den Zielen des Proletariats und den Bestrebungen des internationalen Sozialismus, treten wir ein in die Reihen der kämpfenden Genossen und sprechen dem Kongreß die Versicherung aus. daß wir trotz aller politi- schen Knechtung und öffentlichen Unfreiheit mit größter Energie und allen sich uns bietenden Mitteln für die Verbreitung und Vertiefung der sozialistischen Ideen eintreten werden, um die Deutsche Studentenschaft vorzubereiten aus die Aufgaben, welche ihrer warten! Bekämpfung dieser Noth und ihrer Ursachen. Wir möchten uns freuen mit Allen, freuen können des freiheitsdurchtränkten und sonnenbeschienenen Menschheitsglücks, aber angesichts des namenlosen Elends durchschauert Mitleid das Herz. Doch das ist nicht das thränenselige Mitleid, das in Jammer und Winseln sich selbstgefällig Genüge tbut; es ist das Mitleid, das in blutheißwellenden Wehen den Zorn gebiert, den lodernden Zorn, der mit Geißelhheben die schachernden Mammonsdiener aus dem Vorhofe des Tempels treibt; den Zorn, der, be- geisterungdurchgiüht, in Zungen redet zu allen Völkern, um die Heilsbotschaft zu verkünden von der Erlösung der Menschheit aus Knechtschaft und Schmach durch die eigene Kraft der freihettsdurstigen Menschen selbst. Und so lassem auch wir den Erweckungsruf erschallen: Kommt her Alle, die ihr mühscltg und beladen seid! nicht, daß wir niit euch jammern,, licht, daß wir euch mit Vertröstungen auf das Jenseits abspeisen,— nein, damit ihr unsere Mitstreiter werdet m dem großen Freiheitskampfe der Zeit! Den Lichtbaum haben ivir entzündet, der euch ein Wahrzeichen sein soll der Weltenwende. Die Tage längen sich, die Ahnung wiedererwachenden Lebens durchschauert die Menschheit, die Sturm nächte der Zwölften nahen! Einst hielten die Götter unserer Vorfahren, unter Stunues- gebrause, die Naturkräfte aufrüttelnd, ihren Umzug in den weihevollen zwölf Nächten, die der Wintersonnenwende folgen. Zum wilden Heere wurde der Götterumzug in späterer christlicher Zeit. Auch wir begrüßen die luftremigenden Winterstürme, die die Wälder durchbrausen. Doch nicht den Götternmzug, nicht das Toben des wilden Heeres erkennen wir darin. Uns sind sie ein Symbol der aufrüttelnden Geisteskämpfe der Wellenwende; wir erschauen in dem nächtigen Sturnreswirbel die Geister aller Freiheitskämpfer, aller derer, die im blutigen Kanipfe den Untergang fanden, die in Noth und Elend dahinsiechten, die in der Verbannung verkamen, die auf dem Schaffot starben oder im Kerker zu Tode gemartert wurden. Sie ziehen uns voran m unendlichem Zuge zu einer neuen Geisterschlacht auf den catalaunischen Gefilden") der Zukunft. Kommt her zu uns Alle, die ihr mühselig und beladen seid! Werst von euch die Demuth und Unterwürfigbeit, die euch die Priester gepredigt und die Frohnvögte der volksausbeutenden Herrscherkasten ein- geblänet haben! Durchglüht euch mit dem Muth und dem Stolze freier Männer, nehmt in euch auf die Lehren, die die Wissenschaft für euch geschmiedet zu geistigen Waffen: Erfüllt euch mit dem Bewnßlsein, daß nur in gemein- sainein Ringen Allen das Heil erkämpft werden kann, daß aber auch ein jeder arbeiten muß an seiner Selbstbefreiung von engherzigen Vorurtheilen, die er unbewußt mit sich herum- trägt als Erbtheil verkommender Gesellschaftseinrichtungen, daß ein jeder streben muß, reis zu werden für die großen Aufgaben, die seiner harren. Kommt her zu uns alle, ihr Kampfgeivillten, die ihr euch empört gegen das Unrecht! Erhebt euch über die Roth des Tages! Der Lichtbaum ist entzündet, allen Völkern, allen Unterdrückten ein Symbol der Auftläruug und Be- freiung. Die Tage längen sich, das Frühjahr naht, unter Stürmen bricht es herein. Kommt her, leideusgewohnt und thatgewillt, ihr Männer und Frauen mit ivarmem Herzen und klarem Blick, mit euren Kindern kommt, die ahnung- durchschauert dem Völkerfrühting eutgegeujauchzeu. Der Lichtbaum brennt! Feiert mit uns das Fest der Winter- Sonnenwende, das Fest der begiuitenden Menschheitsbefreiung! flotljstands-Welhttachteu. lemente der Natur sind zum Welhnachisfesie. das vor dex Thür steht, barmherziger als die Menschen. Eine milde Luft geht über die Lande, und kein Schneetreiben, kein eisiger Wind niache» den Armen auf der Landstraße und in geheizter Stube das Blut in den Adern erstarre». Welche Kritik unserer sozialen Zustände liegt allein in der Thalsache, daß dies schon von Tausenden Armer und Elender als Wohlthat empsunde» wird! Dennoch hat das Fehlen der Schneedecke zu diesem „christlichen" Feste auch noch eine andere Bedcutmig. Man *) Die Schlacht auf den cata'amiischen Gefilden(bei Chalon, in der Champagne) fand im Jahre 451 statt zwischen den nach Westeuropa vorgedrungenen Hunnen unter Altila und den West- pothen unter Thorismund. Die Sage geht. mit solcher Er- btlternng sei gekömpst worden; daß die Geiiter der Erschlagenen sich in die Liisie erhoben und dort unter Anführung der gleich- falls gefallene» Könige Attila und Thorismund die Schlacht fort- gesetzt hätten. Kaulbach hat diesen Vorgang aus einein seiner Wandgemälde im Berliner Museum dargestellt. weiteren Behandlung nicht mehr entzogeil würde, was auch ihren Erben einleuchtend erschien. Erich besuchte sie, so oft er für einen Tag Urlaub be- kommen konnte, was in seiner Stellung als Volontär im Ministerium nicht allzu schioierig war. Er hatte die Bcamtenlanfbahn ergriffen und sich dem Slaatsdienste zugewendet, wie es in neuester Zeit Diejenigen mit Vorliebe thnn, die einige Jahre aus jedes Gehalt ver- zichken können, wohl wissend, daß man nachher um so raschere Karriere mache, vorausgesetzt, daß man zugleich die nöthrge Protektion besitze. Demgemäß kosteten auch Hartmanns bisberige Dienste dem Staate nichts als die Tinte, die er verschrieb; und das jährliche Fixum, das ihm dafür ausgeworfen war, wurde für ihn und seine Freund- der Gegeustatid des über- »nüthigsieil Spottes. Wußten sie doch alle, daß ihm ein bedeutender Posten über den Köpfen vieler anderer hinweg gesichert sei. In dem Augenblick kam Mimsterialrath v. Lermina, seine um vieles jüngere Gattin am Arme führend, an ihnen vorüber. Dr. Hartmann grüßte tief und respektvoll. Morre's scharf analysircnde Augen folgten der Dame, die ganz in Schivarz gekleidet war und sehr vornehm aussah. „Ein prachtvolles Weib!" sagte er, die Augen noch mehr zusammenkneifend, mit einem verstohlenen Blick nach Hartmann. „Eine vollkommene Frau— verehrungsivürdig," ent- gegnete dieser, ohne mit den Wimpern zu zucken, im Tone einer warmen aber respektvollen Huldigung, so daß Morre das Wort, das sich auf seine' spöttisch geschwungenen Lippen drängte, rasch unterdrückte und nur die kühle Be- merkung von sich gab:„Du bist in dem Hanse xorsoua grata?— oder gratissiina?* „Ich bin Herrn von Lermina durch meine Tante empfohlen." „Dem künftigen Ministerialdirektor, willst Du sagen." Hartmann bejahte lächelnd:„Ganz recht, man spricht von seiner nahen Ernennung." Moue neigte vor Hartman» sein Haupt: „Ich gralulire. Aber Du willst ihnen vielleicht nach- gehen, genire Dich nicht." „Nicht doch. Ich werde oen ganzen Abend wit ihnen beisammen sein. Erst in der Oper—" „Man giebt Fidelio, zu Ehren der hier zum Kongreß versammelten Landwirthe— leider muß�ich auch dahin, da ich einem dieser ländlichen Wirthe und Schnapsbrenner die Honneurs zu machen habe." „Gut. Und nach der Vorstellung giebt ihnen Lermina ein Bankett; da kommst Du doch auch? Ich werde Dich Frau von Lermina vorstellen, sie hat schon von Dir gehört. Morre verbeugte sich ironisch. „Ich danke Dir, aber meine Schwester, Frau Gebhart, die eine Pcnsionsfreundin von ihr ist, hat mich für diese Ehre bereits in Aussicht genommen und—" er zuckte die Achseln,„ich darf ihr die Freude nicht verderben." Sie waren an der Ecke der Kanalgasse angelangt. Morre warf die herabgebrannte Zigarre bei Seite. „Ich gehe ins Opern-Cafö, ich möchte noch eine Partie Karambole spielen— kommst Du mit?" „Unmöglich." „Dann Adieu." Schon hatte Morre die Schwenkung vollzogen, als die an der Ecke angebrachte Aushängetasel eines Photographen seine Aufmerksamkeit fesselte. Er blieb davor stehen und betrachtete aufmerksam das Bild eines jungen Mädchens, das, in großem Format gehalten, die Mitte der Tafel einnahm. Im nächsten Augenblick war Hartmann wieder an seiner Seite. „Etwas Neues, wie?" fragte er in sicherer Witterung des Gebotenen. „Netter Kerl" murmelte Morre. „Ah, wirklich reizend!" rief Hartmann, der, beide Hände in die Taschen steckend, noch näher herantrat, um sich in den Anblick tiefer zu versenken. Es waren kundige, lüsterne Äugen, die auf diesem lieb» lichen Gcsichtchen ruhten, und jede Linie dieses erblühenden Körpers verfolgten. Es ivaren die Augen von Männern, die durch die Heimlichkeit ihrer geschlechttichen Beziehungen die Sitte zu wahren glaubten, aber zugleich jedes Weib als Beute ansehen, die zu gewinnen ist, sobald nur ihre eigene Liebesflamme so hoch cmporschlägt, daß sie einigen Mühe» sich noch gewachsen erweist. „Sehr jung," bemerkte Morre,„daS blickt noch so frisch aus den großen Augen heraus, ffast knabenhaft." Erich schüttelte den Kops und mit den» Zeigefinger die Umrisse der Büste nachzeichnend:„Das formt sich schon. wenn auch alles noch zart und knospend ist. Sieh' nur. die feingeschwungene Linie des Halses, und wie lief sich das Haar ins Genick herab kräuselt— wirklich enl- zückend!" „Wüstling, da schwelgt er in Sinnenlust," spöttelte Morre,„komm. Du wirft Dich doch nicht in diese Photo- graphie vergaffen wollen." „Ich möchte nur wissen—" „Wer sie ist, diese Kleine? Nun, das dürfte vielleicht zu erfahren sein..... Jndeß"— Morre zog seine Uhr, „es ist halb sechs und meine Karanibole-Partie—" „Schon so spät!" rief Harlmann, mit einem Ruck sich wendend,„und ich habe noch ein Bouquet zu besorgen und mich umzukleiden." «Adieu also." Die Freunde trennten sich rasch. Die Leonoren- Ouvertüre war zu Ende, als Frau v. Lermina ihre Loge betrat, gefolgt von Hartmann und ihrem Gatten. Einen Augenblick stand sie aufrecht, gegen die Brüstung gelehnt, mit raschem Auge den Saal überblickend, der heute durch die Anzahl und die Festtoilette seiner Besucher den Wenn wir diese Erklärung abdrucken, so geschieht eS, weil wir alle zum Sozialismus führenden Strömungen be- achten müssen, nicht aber weil wir die hier ausgesprochenen Ansichten theilen. Wir glauben vor allem nicht, daß die Studenten das Recht haben, im Namen des„geistigen Proletariats" sprechen zu können. Wir halten überhaupt den Ausdruck „geistiges Proletariat" für nicht allzu glücklich gewählt, und sind auch nicht der Meinung, daß jemand, der eine Universität besucht oder besucht hat, deshalb schon berufen ist, die„sozialistischen Theorien fortzubilden" und„Lehrer und Aufklärer des Volkes" zu sein.— Deutsche Ehrlichkeit. Ueber die Vorgänge in Italien schreibt die„Vossische Zeitung":„Hätten sich die Kammer oder das Ministerium auf der Höhe ihrer Aufgabe befunden, so würde die Forderung, über den ganzen unseligen Bank- skandal, der nichts genützt und den Kredit des Landes schwer geschädigt hat, nun endlich einen dicken Strich zu machen, mit überwältigender Mehrheit durchgegangen sein." Im Land der Gottesfurcht und frommen Sitte schädigt man selbstverständlich nicht den Kredit, blos um ein paar große Gauner zu fassen. Man thut vielmehr so, als sei man von der Integrität aller mit der Leitung der Ge- schäfte in Verbindung stehenden Personen überzeugt und läßt sich diese felsenfeste Ucberzeugung durch keine ministe- riellen Stempelnachlässe noch durch den Welfenfonds stören, schlägt sich vielmehr an die Brust und sagt: Seht! Wir sind doch sittliche Menschen, wir machen beide Augen zu, und daher giebt's bei uns keine Gauner und Diebe. Ob man sich das wirklich einreden will und thatsächlich denkt, solche Heuchelei verfange dem In- und Auslande gegenüber? i Mit dem Anarchistengesetz schien die schweizerische Regierung fürchterliche Eile zu haben, sie war allen anderen reaktionären Regierungen um mehrere Eselsohren-Längen voraus. Die schweizerische Volksvertretung schien aber die Sache als wenig dringlich zu betrachten, sie vertagte sich nämlich bis zum März ohne vorher in die Berathung des Gesetzentwurses einzugehen.— Aenderung des militärischen Gerichtsverfahrens — in Dänemark. Aus Kopenhagen wird telegraphirt: Die Kommission zur Ausarbeitung von Vorschlägen zur Reform der seit 200 Jahren geltenden Militär-Gesetzgebung hat ihren Bericht erstattet und will unbedingt die Zulassung von Vertheidigern vor den Kriegsgerichten eingeführt wissen, eine Minorität beantragt auch, die Appellation einzuführen. Die Kommission ist sich aber darüber einig, daß einer Reform der Militärgerichte die der bürgerlichen Rechtspflege voraus- gehen muß.— Herr Kasimir Perier hat den Spruch beherzigt: man muß das Heu einbringen, so lange die Sonne scheint. Er hat die sämmtlichen Kochtopf-Gesetze so rasch durch alle Stadien der parlamentarischen Gesetzfabrikation hindurch- gepeitscht, daß das„llouroal officiel"— der französische „Reichs-Anzeiger" sie gestern schon als perfekte giltige Ge- setze veröffentlichen konme. Zu solcher Schnelligkeit hatten es selbst unsere Nationallibcralen in ihrer besten Zeit nicht gebracht. Nun— Geschwindigkeit ist keine Hexerei; und und die Herren Staatsmänner, die solche Stegreif-Gesetz- macherei treiben, sind gewiß keine Hexenmeister. Die Koch- topf-Gesetze werden den Kochtopf nicht lange überleben, allein im Gedächtniß der Nachwelt werden sie noch lange fortleben als ein Denkmal der Unkultur und Verkommenheit unserer absterbenden BourgcoiSgesellschaft.— Ter Bankskandal und die Mitglieder des italienischen Senats. Aus Rom wird telegraphirt: Ter Senat beschloß mit 102 gegen 10 Stimme», eine Kom- Mission von 5 Mitgliedern zu ernennen, welche darüber Bericht erstatten soll, ob in der Banken- Affäre Senatoren kompromittirt sind.— Italienisches Elend. Wenn der Betrag der Spar- lassen- Einlagen auch keinen Schluß auf die Lage der a r- b c i t e n d e n Klasse gestattet, wie die Anhänger der heu- tigen Gesellschaftsordnung behaupten, so giebt er doch einen Maßstab für die Lage der Bevölkerungsschichten, die Sparkaffen- Einlagen machen: der kleinen Bauern, Hand- wcrker, Dienstboten u. f. w. Vergleichen wir nun die Anblick eines tbeütro paree bot. Ehe sie Platz nahm, hatte auch sie dem Publikum hinlänglich Gelegenheit geboten, sich an ihrer blendenden Schönheit und herrlich sitzenden Robe zu weiden. Sie war ganz in Weiß gekleidet? ein schwerer, matter Seidenstoff schmiegte sich eng, ohne jeden Putz an ihren vollen Körper. Ihr Haar war sehr lichtblond und wngab in einem stark verwirrten aber lieblichen Gekräusel ihre Stirne, während es nach rückwärts glatt und glänzend in einem einfachen Knoten tief in den in einem zarten Inkarnat schimmernden Nacken hinabreichte. Und hell wie diese ganze Gestalt war auch der Aus- druck ihres Gesichtes, das freundlich lächelnd all die kleinen Aufmerksamkeiten entgegen nahm, mit denen sich Hart- mann um sie bemühte. Und jetzt entfaltete sie den großen Fächer aus weißen Straußenfedern, den reichen zitternden Flaum an sich preffend, daß er sie wolkengleich bis an den Hals verhüllte. Es lag eine reizende Koketterie in ihrem Wesen, jener moderne Zauber, wo die berechnende Kunst wieder den glück- lichen Ausdruck einfacher Natürlichkeit gefunden hat. Jung-Hartmann saß stolz und glücklich an ihrer Seite, er wußte, daß ihn mehr als Einer darum beneidete. Der Gatte im schwarzen Kleide, tadellos und vor- nehm in seiner Haltung, mit einem haarlosen Kopf und einem gescheidten, blutleeren Gesicht, bildete einen starken Kontrast zu den Beiden. Piiinsterialrath v. Lermina war einer der fähigsten und geschicktesten Beamten des Ministeriums und zugleich einer der eingeweihtesten, die um all die geheimen Ab- machungen zwischen Preußen und den süddeutschen Staaten wußten, die damals, im Jahre 1875, im Gange waren und dem Lande erst später zur Kenntniß kommen sollten. Aber nicht nur die hohe Politik, auch die Tagesereignisse, nicht nur die äußeren, auch die inneren Fragen beschäftigten seinen Geist. Ter Schluß des Landtages war vor der Thür. Die sechsjährige Legislaturperiode war abgelaufen und die Neu- wählen für das Abgeordnetenhaus mußten vorgenommen werden. Eine ungeheure Agitation hatte platzgegrissen. Klerikale und Liberale bekämpften sich mit allen Waffen und Lermina war bei dem Kampfe nicht unbetheiligt. Höhe der Einlagen in Italien mit denen des fast gleichbevölkerten Preußen(Italien hat ungefähr 400 000 Einwohner mehr), so ergiebt sich für 1891/92 folgendes Resultat: Preußen: 9 547 050 000 Mark— etwa drei und eine halbe Milliarde; Italien: 1 300 000 000 Mark(1025 Mill. Lirt)— etwa eine und ein Drittel Milliarde. Das heißt, der Gesammtbetrag der Spareinlagen in Preußen verhält sich zu dem des einwohnerreicheren Italien wie 354 zu 130, ist also weit mehr als doppelt so h o ch. Und wie groß ist schon der Nothstand und die wirthschaftliche Misere in Preußen!— Neues aus Afrika—> und natürlich nichts Gutes für die Kolonialpolitiker; und zwar hat die Pandorabüchse dieses Mal ihren Inhalt mit rührender Unparteilichkeit über alle Gerechten und Ungerechten: Engländer, Franzosen, Italiener und Deutsche ergossen. Die Engländer in Süd- afrika müssen sich wieder mit den Matabela-Kaffcrn herum- schlagen— die Kaffern sind also nicht besiegt. Die Fran- zosen haben in Dahomey wieder einen Sieg über König Behanzin erfochten— dieser ist also noch auf dep Beinen. Die Italiener haben bei Massaua ein großes Araberheer geschlagen, das sie plötzlich angriff— die Araber denken also nicht daran, die italienischen Eroberungen anzuerkennen; und uns Deutschen endlich hat der hundert Mal besiegte Witboie in Südwest-Afrika die beste Plantage zerstört und die besten Biehheerden entführt. Kurz immer Ruhm und immer Pech— mit obligater Schießerei und Räuberei.— Brasilianisches. Da es für uns ganz gleichgiltig ist, ob der Präsident der„Vereinigten Staaten von Brasilien" Prixoto oder anders heißt, und da die angeblich aus Brasilien einlausenden Nachrichten so widerspruchsvoll und und so offenbar verlogen sind, daß ihnen durchaus kein Glaube zu schenken, haben wir über die brasilianischen Katzbalgereien bisher nur sehr wenig geschrieben. Wie recht wir hatten, erhellt aus nachstehenden Bemerkungen der in St. Paulo(Brasilien) erscheinenden„Germania". In ihrer Nummer vom 11> November schreibt dieses Blatt unter der Ueberschrift:„Revolution": Wenn man den mit den europäischen Posten uns zugehen- dm deutschen, Pariser und Londoner Zeitungsnachrichten glauben wollte, so hätte die brasilianische Revolution an alle» ?Zunklen gesiegt, und für die gegenwärtige Regierung hätte die etzte Stunde geschlagen. Das Gesamnitbild, das man sich nämlich etwa um die Mitte Oktober von dem Stand der brasilianischen Revolution in Europa machte, ist ungefähr folgendes: Die Flotte, durch Frigorificos und Transportschiffe des Lloyd Brasileiro verstärkt, hat sich sämmtlicher Barrenforts mit Ausnahme von S. Cruz bemächtigt. Wann letzteres fällt. ist auch nur eine Frage der Zeit. Riclheroy ist in den Händen Cusrodios, ebenso wie ein großer Theil von Rio de Janeiro, aus dem sich die Regierung zurückgezogen hat. Der Präsident soll mit der Armee sich in Snnt' Anna verschanzt haben: ob hiermit der Stadttheil von Rio oder ein iveiler landeinwärts gelegener Ort gleichen Namens gemeint ist, läßt sich mit Sicher- heit nicht bestimmen. Die Erfolg« der Ausständischen seien aber nicht auf die Bundeshauptstadt selbst beschränkt, sondern die Erhebung gegen die augenblickliche Regierung schreite beständig weiter fort. So hätten sich nach einander die Provinzen S. Paulo, Paran-i, Rio Grande S. Catharina nnd das nördlich gelegene Pernambuco sowie Bahia für die Rebellion erklärt. Alls Hauptzweck der ganzen Revolution wird die Lostrennung der Südstaaten von der Republik, und möglicheriveise die Auf- lösung deS ganzen Staatswesens in eine Zahl von Einzel- republiken angegeben. Unsere Kollegen von drüben scheinen also über unsere Ver- hnltiiisse viel mehr zu wissen, als wir. Woher kominen nun all' diese sensationellen Nachrichten über eine Revolution, die in Wirklichkeit gar nicht ereiguißärmer gedacht werden kann? Brasilianische Korrespondenten sind es gewiß nicht, die den europäischen Blättern derartige Tele- «ramme Übersenden, denn die brasilianische Preß- und Postpolizei würde dieselben gar nicht eininal passircn lassen, da sie selbst ganz harmlose Blätter ans dem Süden der Republik, die an uns abgeschickt sind, nicht passiren läßt. Nach Deutschland kommen diese Nachrichten von Paris oder London aus, und diese richten sich nach Telegraniineli, die von Buenos Aires und New-Uork kommern In beiden letzteren Dieser Kongreß der Landwirthe, die zugleich Wähler waren, bot ihm Gelegenheit für allerlei Jntrignen, die er geschickt einzufädeln dachte und er lehnte sich in sein Fauteuil zurück, ließ die herrlichen Melodien sein Ohr um- schmeicheln und Schwarze und Rothe dazu ihren Reigen tanzen. Von Zeit zu Zeit wendete seine Frau sich ihni zu, um ihm ein Wort zuzuflüstern, und einen zärtlichen Blick zu schenken. Er nickte zerstreut. AIS nach dem ersten Akt der Vor- hang gefallen war, wandte sich seine Fran ganz nach ihm um. Nach ihrer Lebhaftigkeit und dem Blitzen ihrer Augen zu urtheilen, hätte man glauben müssen, daß sie ihm, Gott weiß wa-. Wichtiges und Zärtliches zu sagen hatte, aber es war nur ein nichtssagendes Geplauder, das ihn unsäglich langweilte und das er mit einer lächelnden Grimasse beant- wartete. Hartmann hatte sein Opernglas genommen und begann das Auditorium zu mustern. Bald hatte ein Gegenstand seine Aufmerksamkeit gefesselt und er begann ihn genauer in's Auge zu fassen. War es möglich! Den jugendlichen Mädchenkopf, der ihn in der Photographie entzückte, glaubte er hier in aller Lebendigkeit vor sich zu sehen. Er täuschte sich nicht; das war wirklich das kleine reizende Ding und diese Gewißheit erfüllte ihn mit unbeschreiblichem Vergnügen. Sie saß im ersten Range neben zwei älteren Damen, gehörte also offenbar den besseren Kreisen an, sicher de» wohlhabenden. Sie trug auch das Köpfchen hoch und frei und ihre Haltung war sicher und unbefangen.! Er fixirte sie durch sein Glas, bemüht, ihre Auf- merksamkeit auf sich zu ziehen; es wollte ihm jedoch nicht gelingen. Sie blickte wohl einige Male grade zu ihm hinüber, ohne von ihm irgend welche Notiz zu nehmen, als wenn er Luft wäre. War sie denn blind, oder so stumpfsinnig, daß sie diese schmeichelhafte Auszeichnung nicht bemerkte? Als aber jetzt die Leonoren-Ouvertüre Nr. 2 begann, durchfuhr diesen jungen Körper ein Beben, dann saß sie wieder unbeweglich und lauschte. Und nun begann etwas Seltsames in ihr vorzugehen; ihre Wangen brannten Städten haben wir also die Ursprungistätte dieser Schauer- märchen zu suchen. Seit dem 11. November hat sich die Lage der Dinge allerdings geändert, aber dieselbe„Mache" die dis dahin bestand, besteht nnzweifelhaft auch heute noch. Von Interesse für uns könnte blos die Frage sein, ob die Rebellen eine Wiederherstellung der Monarchie planen, allein auch diese Frage verursacht uns kein Kopfzerbrechen, weil wir wissen, daß, selbst wenn es in Brasilien eine kaiserliche Partei gäbe, die Regierung der Vereinigten Staaten die Wiederherstellung des Kaiserthums nicht dulden ivürden.— Eine Bliithe des Sozialistengesetzes stand gestern vor dem Schöffengericht in Braunschweig. Der Polizei-Jnspektor Bussenins hatte die Köchin des frommen Polizeidirektors mit Gc- walt umarmt und abgeküßt und wurde auf deren Klage zu 45 M. Geldstrafe verurtheilr. Dieser Borfall soll nun noch im Disziplinarversahren ein Nachspiel haben. Es wäre eigenthümlich, wenn dieselbe Ursache, welche die Erhebung des Herrn BusseniuS herbeigeführt, auch seinen FKll bewirkte. Vor etwa 9 Jahren wurde Herr Bussenins aus Wolfenbüttel nach Braunschweig als einfacher Polizeisergeant befördert und erhielt als solcher zugleich die Verwaltung der gesammteii politischen Polizei. Welchen Verdiensten Herr B. das ihm zugewandte Vertrauen zu danken hatte, ist in Dunkel gehüllt. Gemunkelt wurde nur, daß er seine Entfernung aus Wolfenbüttel einem zärtlichen Renkontre mit der Frau eines Gastwirlhs zu danken hatte, welches dieser entdeckte. Die ihm zugewiesene Machtvollkommenheit wurde von Herrn B. weidlich ausgenutzt. Versammlungsverbote und Auslösungen waren an der Tagesordnung; er war der ständige Anklagezeuge bei gerichtlichen Verhandlungen gegen Sozialdemokraten. Unicr ihm wurde für alle Lokale, in denen Versammlungen stattfände». die Polizeistunde auf ll Uhr Abends festgesetzt, Versammlungen von Maurern wurden aufgelöst, weil ein Zimmermann in den- selben das Wort nahm oder umgekehrt. Woher Herr Bussenius zu der Vertrauensstellung kam, wissen wir nicht, zumal der Polizeidirektor, wie orthodox-reaktionär er auch sein mag, doch als ein ehrenhafter Mann galt. Jetzt scheinen die Tage des Bussenius gezählt zu sein; in den letzten Wochen war er beur- laubt, uud, wie es heißt, wird auch der Polizeidirektor Prötzel seinen Abschied nehmen. Depeslsien. (Wolff'S Telegraphen-Bureau.) Schwerin, 28. Dezember. In dem Fahrkartenprozeß gegen Angestellte der Mecklenburgischen Friedrich-Franz-Bahn wurden 5 Schaffner zu je 8 Monat-Gefängniß, 8 zu je S Monat, 3 zu je 4 Monat, einer zu einer Woche, einer zu 4, einer zu 5 Wochen Gefängniß verurlheilt. 7 Schaffner wurden freigesprochen. Von den angeklagten Fahrgästen wurde einer zu 4 Monat Gefängniß, einer zu 10 Tagen verurtheilt, 2 wurden freigesprochen. Bei allen Schaffner» sind mildernde Umstände angenommen worden. Petersburg, 22. Dezember. In den Gouvernements Beß- arabien, Wolhynien, Kiew und Tschernigow kommen täglich noch einige Erkrankungen an Cholera vor. In den übrigen Gouver- nements hat die Cholera fast gänzlich aufgehört. In größerem Umfange tritt die Epidemie nur noch in Petersburg aus. (Depeschen des Bureau Herold.) Lüttich, 23. Dezember. In der Kohlengrube„Piquette' stürzte die Gallerie auf einer Strecke von 000 Metern ein. Ueber die Zahl der Verunglückten ist noch nichts bekannt. Die Rettung-- arbeiten werde» in vollem Umfange betrieben. Dviefkspkeu ver Medaktion. S. Fricke. Was wollen Sie denn wissen? Krause, iooooooooo. Wette 100. Abgesehen von Sanitätsoffizieren giebt e? zur Zeit keinen jüdischen Offizier im stehenden Heere. Hoffnung. Gewiß ist ein Fahrgast verpflichtet, nack beendeter Fahrt seine Fahrkarte abzugeben, da er nicht die für ihn an sich werthlose Karte, sondern die Gelegenheit erkauft, eine von ihm gewünschte Strecke der Bahn durchfahren zu dürfen. Die Karte dient nur als Ausweis. F. B. 127. Häuser(inkl. der Hofivohnungen) mit 1000 und mehr Wohnungen giebt eS vereinzelt in Berlin; so z. B. das Mayer'sche Grundstück in der Ackerstraße. :, ihr Mund öffnete sich leicht, wie bei starkem Herz- z und aus den wunderschönen und sprechenden Augen dieses Kindes strahlte das sIener innerlicher Begeisterung. Dieser Ausdruck war für Erich ebenso neu als -esselnd. „Ich wußte es ja." sagte er gleichsam triumphirend zu sich selbst,„das ist kein Kind mehr, da ist schon Tempera- ment und Leidenschaft vorhanden." Er athmcte tiefer auf, unter den angenehmen Vor- 'tcllungen, die ihn erregten. Ueber dieser starken Wirkung auS der Ferne hatte er seine Nachbarin fast vergessen, als ein leises Kichern jinter ihrem wehenden Fächep ihm ihre Nähe in Erinnerung brachte. „Was haben Sie?" fragte er leise. „Meine Augen folgten den Ihrigen und— hihi, sie sind wirklich höchst ergötzlich?" „Ergötzlich, wer?" „Nun, die Damen da drüben, die ans den geschenkten Sitzen sitzen." „Geschenkt, wieso?" fragte er betroffen und einigermaßen geärgert. „Sie werden sie doch nicht für Habitues halten, diese Damen mit den rothen Gesichtern und rothen Schleifen? Sie wirken wahrhaft grotesk...... haben Sie bemerkt, daß sie große Stücke Kuchen auf ihrem Schooße geborgen halten— sie naschen immer verstohlen davon, bald die Eine bald die Andere..." Und Frau v. Lermina preßte ihr Spitzeutuch an den Mund, um nicht laut heraus- zulachen. „Es scheint eine Gutsbesitzer- Familie vom Lande zu ein," sagte Erich gereizt. „Die, bewahre. Das ist die Sorte von Leuten, die man in unseren Biergärten findet," entgegnete sie in einen» so malitiösen Ton, als wolle sie ihn damit selbst verletzen. Er biß sich auf die Lippen, aber als er sich ihr entgegenneigte, hatte er sein anmuthiges Lächeln wieder gewonnen. „Meiner Treu. gnädige Frau, ich habe diese Prosa von rechts und links gar nicht bemerkt und nur Augen gehabt für die lebendig gewordene Poesie in der Mitte." (Fortsetzung folgt.) Für den Inhalt der Injerate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, ben 24. Dezember. Freie Volksbühne. IV. Abtheilung. National Theater. Nach mittags 21/2 Uhr. Die Weber. Opernhaus. Geschlossen. Montag: Margarethe. Dienstag: Mara, Bajazzi. Die Puppenfee. Mittwoch: Der Freischüß. Schauspielhaus. Geschlossen. Montag: Basantafena. Dienstag: Die Jungfrau von Orleans. Mittwoch: Ein Sommernachtstraum. Deutsches Theater. Geschlossen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Der Herr Senator. Berliner Theater. Geschlossen. Montag: Aus eignem Recht. Dienstag: Rean, Mittwoch: Aus eignem Recht. Leming- Theater. Geschlossen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Ein Millionär a. D. Der ungläubige Thomas. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Geschlossen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Der Lieutenant zur See. Rehdenz- Theater. Geschlossen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Der Mustergatte. Neues Theater. Geschlossen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Sappho. Central- Theater. Geschlossen. Montag, Dienstag: Hochzeitsflammen. Berlin 1893. Adolph Ernst- Theater. Geschlossen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Geschloffen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplat Theater. Sefchloffen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Die lustigen Weiber von Berlin. National- Theater. Geschlossen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Der Teufel in Berlin. Theater Unter den Linden. Geschlossen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Die Kosatin. American- Theater. Geschlossen. Montag, Dienstag und Mittwoch: Die Gründung Roms in der MöckernStraße, oder: Die Nache des Gänserichs. 0 Wintergarten. Spezialitäten Vorftellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitätens Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Heute, Sonntag, Voltsvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Anfang 4 Uhr. Die Räuber. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Sonntag, den 24. Dezember geschlossen. Montag und Dienstag: Hochzeitsflammen. Präuscher's Museum.| Ad. 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Feiertag im neu renovirten Saal: traurige Nachricht, daß mein lieber Großer Ball. Abonnement 1 M. Die weiteren Sonntage Abonnem. 75 Pf. 954b Ergebenst M. Landsberg. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreasßtraße 64. 1. Weihnachtsfeiertag: Gr. Arnold- Konzert. 2. Weihnachtsfeiertag( großer Saal): Gr. Arnold- Konzert. Nachdem: Großer Ball. 2 Orchester. Oberer Gr. Konzert. Saal: Ausgeführt von der Kieler Matrosen Kapelle in Uniform. 3. Weihnachtsfeiertag: Großer Ball. Anfang 5 Uhr. 5 Riesen Weihnachtsbäume mit feenhafter elektrischer Beleuchtung 959b nach langem, schwerem Leiden ver: storben ist. Montag, den 25. Dezember, Nachm. Die Beerdigung findet 3 Uhr, von der Halle des Jakobitirch hofes aus statt. Jeremias Nisbel Die trauernde Gattin Rosa Nisbel. Danksagung. Für die zahlreiche Theilnahme und tostbaren Kranzspenden allen Freunden und Bekannten, sowie den Mitarbeiterinnen der Fabrik des Herrn Lehmann, Schönweide, für ihre freundliche Unterstügung unseren herzlichsten Dant. 956 Die trauernden Hinterbliebenen Mutter und Geschwister Bär. Danksagung. Allen Freunden und Kollegen, die meinem lieben dahingeschiedenen Gatten Franz Schwarzer, Steinmetz, die letzte Ehre erwiesen haben, sage ich meinen herzlichsten Dant. 9756 Frau Schwarzer nebst Rindern. Bahn- Arzt Rob. Wolf, jetzt Leipzigerstraße 22. Spr. 8-7 Uhr. 919b burch Taufende von bunten Glüh- Drts- Krankenkasse der lampen. Avis! Sonntag, den 31. Dezember 1893: Großer Sylvester- Ball oofung u. fonſtigen Ueberraschungen. mit Punsch- Polonaise, Gratis- Ver6501 C. Saeger. Fachverein der Lapezirer. Am 3. Weihnachtsfeiertag, Abds. 8 Uhr, Montag, den 25. Dezember: Zwei bei Freyganz, Schüßenstr. 18/19: Musik von Th. Krause. Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei): Grosses Programm. Zum Schluß: Huldigungs,, Sanssouci", gruss an Berlin. Abends 71/2 Uhr: Kottbuserstr. 4a. Anfang 4 Uhr. An allen 3 Weihnachtsfeiertagen Stettiner Sänger. Anfang Trauerspiel in 5 Atten von Friedr. von Schiller. Regie: May Sam ft. Raffeneröffnung 3 Uhr. Anfang der Vorstellung 4 Uhr. Montag, den 25.( 1. WeihnachtsFeiertag), Abendvorstellung: Der Teufel in Berlin. Burleste Posse mit Gesang und Tanz in 3 Atten von Eugen Prudens. Dienstag, den 26.( 2. Weihnachts7 Uhr. Entrée 50 Pf. Jeden F 3um 1. Male: Ein Künstlerfest. Bollständig neue und glänzende Ausftattung. Ueberraschende Wasser- und Lichteffekte. Neue Einlagen. Preise der Pläte wie gewöhnlich. Dienstag: 2 Vorstellungen.( Nachm. 4 Uhr 1 Kind frei): Huldigungsgruss. Abends 71/2 Uhr: Ein Künstlerfest. Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Strumpfwirker. Das Kaffenlokal befindet sich vom 2. Januar 1894 ab Gr. Frankfurterstraße 124 bei Voigt und ist geöffnet Vormittags von 8-1 Uhr, Sonntags Vormittag von 8-9 Uhr. 287/6 Der Vorstand. Märkischer Hof, Admiral Strasse Nr. 13 c. Am 1. Weihnachtstag: Konzert u. Ball. Am 2. und 3. Weihnachtstag: Großer Festball. Sylvester und Neujahr: Großer Ball. Die beiden Spiegelfäle find zu Hochzeiten und jeder Festlichkeit und Versammlung( auch Die nächste Vereinsverfamm- Sonntag) zu vergeben. lung findet Dienstag, den 16. Januar 1894, ftatt. 312/11 Tischler- Verein. Montag, den 25. Dezember 1893 ( 1. Weihnachtsfeiertag), in Keller's Hotjäger( Sajenbaide): Freunden und Bekannten hiermit zur Nachricht, daß ich von Wienerstr. 17 nach Wienerstr. 57 a ver 80gen bin.( 9476) Otto Zierath. Allen Freunden und Bekannten empfehle ich nach wie vor meine[ 53892 Destillation n. Restauration, Fr. Renz, Direttor. Vokal- u. Instrumental- Mittagstisch mit Bier für 50 Pf., ſowie A: Circus G. Schumann, Neues Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Programm. Sonntag, den 24. Dezember, ( Heiligabend), Sonntag, den 31. Dezember: Konzert und Tanz. mein vorzügliches Culmbacher Bier. Abends: Musikalische Unterhaltung. Eduard Bleuel, Gastwirth, Anfang Abends 7 Uhr. Jerufalemerstr. 66( Ecke Lindenstr.) Billets zu haben bei den Herren qua un pyy B. Wolf, Prinzenstraße 8, Matthes, ftraße 44. Feiertag), Vittags 13 Hits: Hattinee. Großer Sylvester- Ulf. Gr. Extra- Vorstellung Berti, 34, Kreuschner, Raufiser, quos que te as the Nachmittags 3 Uhr: Voltsvorstellung: Wilhelm Tell. Abends: Der Teufel in Berlin. Mittwoch, den 27.( 3. BeihnachtsFeiertag), Nachmittags 3 Uhr: Voltsvorstellung: Demetrius. Abends: Der Teufel in Berlin. Adolph Ernst- Theater. Montag und Dienstag: Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Mittwoch: Zum 100. Male: Die: felbe Vorstellung. Zum Schluß: Epilog, verfaßt von Gustav Görß, gesprochen von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Jeder Besucher der JubiläumsBorstellung erhält ein Souvenir- Exemplar gratis. und Militär- Konzert, Tanzkränzchen Neujahrs- Ueberraschungen. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53 Annenstr. 42/43 Ganz neues Programm. 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Serpentintanz von 4 Damen. Montag, Dienstag, Mittwoch, den 25., 26. und 27. Dezember je 2 Vorstellungen, Nachmittags 4 und Abends 71/2 Uhr( Nachniittags 1 Kind frei). Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. Charlottenburg! empfehle den Genoſſen mein Spielwaaren- u. Puppenlager sowie Schulmappen u. Schulartikel in größter Auswahl. A. Fiedler, Krummeſtr. 27 Am Diennag, den 27. Dezember ( 3. Feiertag), findet Abends 6 Uhr im Lokale von Wilke, Andreasstr. 26, eine ftatt. Korbmacher- Versammlung longso' bueso oбnH ulounaal un p oing to aluv sv i m pa ga vo vý ' un' ugplä ne aqu ( pana an Bunga : aqulnaz qun jaja ja usu Tagesordnung: 1. Vortrag; t 2. Distusfion. Gäste haben Zutritt.png Nach der Versammlung: gemüthl. Beisammensein 203/4 ( Tanz). Der Vorstand. Ein im besten Betriebe befindliches Besedn Briefmarken, einzelne, aus alten Briefschaften und ganze Sammlungen, tauft u. verkauft Julius Kaim, 52522* Cigarren- Import, Schanklokal und Restauration, Berlin SW., Friedrichstraße Nr. 236, Amt VI, Nr. 2295. Räumlichkeiten, im neuen, zum Theil Eckladen mit ausreichenden bequemen noch auszubauenden Theile des Westens Bettfedern, breifach gereinigte, belegen, ist anderweitig an einen neue, vorzüglich leistungsfähigen Bächter zu vermiethen. füllend, Pfund 50, 70, 90 Pf. HalbReflektirende wollen ihre Adressen daunen Pfd. 1,10. Halbdaunen, silberunter X. 3. in der Expedition dieser hell, Pfd. 1,60. Daunen von vorzügl. Zeitung niederlegen. 988b Füllfraft( 3 Pfb. genügen zum größten Oberbett) Bfb. 2,75, empfiehlt das als streng reell bekannte, 1870 begründete Spezial- Geschäft von S. Pollack, Oranienstr. 61, am Moribplay. 5104L* Hierzu drei Beilagen nußb. sehr bill. Tischlerei Oranienstr. 153. Mallon. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ar. AYA. Sonntag, den 24. Drzrmber 1893. 10. Jahrg. Lokksles� Eine öffentliche Weihnachts-Bescheernng für die Ber- lincr Kellner fand am Donnerstag im Verein-Haus des„Christ- lichen Vereins junger Männer" statt. Nahezu 600 Kellner hatten sich zu dieser Feier eingefunden. Nachdem man dieselben viel- leicht eine halbe Stunde mit Gebet und Gesang traktirt hatte. glaubte man. daß jetzt der eigentliche Hauptfeetz der Bescheerung vor sich gehen würde. Weit gefehlt. Herr Pastor Evers, welcher unter den Berliner Kellnem ge- nügend bekannt ist, hielt es jetzt erst noch für seine Pflicht, den Anwesenden vor der leiblichen die nöthige geistige Nahrung zuzuführen. Aus dem Vortrage selbst war nichts'Neues berauszusinden, es waren die schon so oft gehörten alten Worte: Ihr Armen, seid nur getrost, wenn es Euch hier auf dieser Welt auch schlecht geht, ertragt dieses mit Geduld, seid aber überzeugt, es wird Euch im Jenseits doppelt durch ein Besseres belohnt werden. Hierauf sprach Herr v. Rothkirch. Oberförster a. D. den Anwesenden den Wunsch aus. die vor ihnen aufgestapelten Geschenke bestehend in 2 kleinen Pfefferkuchen. 4 Nüssen und 3 Acpfelchen, möchten jetzt mit Rührung in Empfang genommen werden; nicht er. nicht der Christliche Verein junger Männer sei es, welcher diese Gaben hier spende, sondern das ganze Land habe taza seine milde Hand aufgethan. Jetzt wurde auch noch der obligate Thee verabreicht, wobei, was ja selbstverständlich, noch ein frommes Lied gesungen werden müßte. Aber auch das Ge- schüft durste bei dieser Gelegenheit nicht aus dem Auge gelassen werden, denn es wurden alle Anwesenden herzlichst ge- bete», Mitglieder des Jünglingsvereins zu werden, und wenn irgend möglich, sich gleich eine Bibel für I Mark oder ein neues Testament für 20 Pfennig zu kaufen, denn kein Mensch könne ohne Bibel leben. Zum Schluß bemängelte Herr v. R. noch sonderbarer Weise, daß sich die Kellner nur immer bei der Weihnachtsbescheerung sehen ließen, jedoch bei anderen Andachten und frommen Versammlungen stets vermißt werden. Ein all- oeweinss Vaterunser schloß diese für den Geist des modernen Christenthums so überaus charakteristische Feier. Hoffentlich ist die Zeit nicht mehr fern, wo auch bei den Kellnern so viel Selbstbewußtsein eingekehrt ist, als man benöthigt, um sich von christlichen Bescheerungen fern zu halten. Möge die klassenbewußte Organisation der Kellner im nächsten Jahre in diesem Punkte vollauf ihre Pflicht thun. Der von im 5. Wahlkreis thätigen Genossen gegründete Gesangverein Freie Liedertafel feiert am 1. Weihnachtsfeiertage im Schweizergarten sein I. Stiftungsfest. Da der Ueber- schuß zu guten parteilichen Zwecken bestimmt ist, ist ein zahl- reicher Besuch sehr erwünscht. Die große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft sorgt dasür, daß sie immer in Erinnerung des Publikums bleibt— freilich stets in unangenehmer. Von der Heizung chrer Wagen verspricht sich bekanntlich, wie die„Polem. Korresp." schreibt, die Direktion der Pferdebahn- Gesellschaft nicht viel; ja sie war be- sorgt genug um das leiblichen Wohl ihrer Fahrgäste und weigerte sich, die Wagenheizung einzuführen. Angeblich aus Gesundheits- rüctsichten, freilich nicht aus solchen auf das Publikum, als viel- mehr aus Rücksicht auf die— Aktionäre. Ein ähnlicher Grund soll die Pferdebahn auch abhalten. ihre Wogen genügend zu beleuchten; denn die wenigen Gefährte, welche bereits probe- iveise elektrische Lampen besitzen, werde» dieselben verlieren. Es soll, wie die Allerweltsweiseu im Direklionsbureau der Pferde- bahn- Gesellschaft meinen— den Augen schädlich sein. Und so wird es bald wieder in allen Wagen der Großen Pferde- bahn-Gesellschast so dunkel sein wie in den Köpfen der Direktoren. Gegenwärtig ist für ein normales Auge die Zeitungslektüre nicht einmal möglich, geschweige denn ein Erkennen des Textes der Fahrscheine, und es ist nochwendig, daß man seine eigene Kerze bei sich führt, ums seinen Fahrschein zu entziffern. Unbegreiflich ist nur der Langmuch des Berliner Publikums und die Geduld der sonst so ungeduldigen Polizei. Den Hauswirthen wird be- kanntlich von seilen der Polizeibehörde genügende Treppen- bcleuchtung zur Pflicht gemacht— aus Sicherheilsgründen! Aus Sicherheitsgründen sollte die Polizei, so meint die„Polenr. Korresp.". auch auf eine genügende Beleuchtung der Pferdebahn- wagen bedacht sein. Em öffentliches Verkehrsinstitut, das oben- drein die Kräfte und Leistungsfähigkeit seiner Angestellten in solch' empörender Weise ausbeutet wie die Große Berliner Pferde- bahn-Gesellschast, sollte etwas eindringlicher an ihre Pflichten er- innert werden. >,& du fröhliche Weihnachtszeit" Erzählung von E. Br. Es war zwei Tage vor Weihnachten. Der Tischler Fritz Lehnert war schon vom frühen Morgen an unterwegs, um Arbeit zu suchen. Längere Zeit ohne Beschäftigung, die letzten Groschen verbraucht, sollte er noch zu allem Unglück zum neuen Jahr exmittirt werden. Im Hause die größte Noth, das kleinste Töchterchen erkrankt und nun die Feier- tage... Von Stunde zu Stunde wartete he Familie auf den Vater. Er sollte ja die frohe Kunde bringen. Hoffnung und Zweifel— das war die Stimmung der armen Tischler- frau. Die beiden größeren Mädchen saßen still in der Ecke des Stübleins und schauten, ohne zu sprechen, die Unglück- liche Mutter an. Plötzlich klopfte es an der Thür. Es war Lehnert. „Wieder nichts/ sagte er mißstimmig und ließ sich er- müdet auf einem Stuhl nieder. Er stützte seinen Kopf mit beiden Händen und starrte vor sich hin, ohne ein Wort zu reden, nur die Lippen bewegten sich und man merkte, welch' furchtbarer Kampf in seinem Innern vor sich ging. „Verfluchte Geschichte!" rief er aus. Bin ich denn faul oder etwa dumm, daß man mir keine Arbeit giebt, da ich doch unbedingt welche brauche!...„Nach den Feiertagen", „nach den Feiertagen" leiert einer nach dem andern her- unter... Was soll ich denn jetzt ansangen? Zum Teufel noch einmal!.. �, „Nun. Vater, wir werden uns schon irgendwie durch- schlagen, bis Du Arbeit findest, wenn nur unser Lieschen wieder gesund wird." „Ach ja, was macht sie?" „Immer noch Hitze/ sagte die besorgte arme Frau. Er trat an das Bett seines kleinen Töchterchens und küßte seinen Liebling auf die heiße Stirn. „Ja, Mutter, heute läßt sich schon nichts mehr machen. Ich werde morgen nach der Tischlerei in der X-straße gehen, da arbeitet unser Genosse, vielleicht kann er bei seinem Ueber eine unglaubliche Polizeithat wird uns aus Wilmersdorf von mehreren Augenzeugen folgendes berichtet: Im Etablissement Viktoria- Garte», Wilmersdorf, trug sich in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag voriger Woche folgendes Vorkommniß zu. Es mochte ungesähr halb zwei Uhr geworden sein, als der Wirth seine Gäste daran erinnerte, daß bald Feierabend sei. Man beachtete diesen Wink allgemein und schickte sich an, das Gastzimmer zu verlassen. Inzwischen erschien der mehreren Gästen bekannte Amtsdiener Heinrich und zwar im Zivilanzug mit der Pudelmütze auf dem Kopf. Der p. Heinrich richtete nun, ohne sich an den Wirth zu kehren, an die Gäste die Aufforderung, das Gastzimmer zu räumen. Die Gäste erinnerten den Mann daran, daß es ihm glcichgiltig bleiben könne, wo sie ihre Zeit zubrächten, aber trotzdem gingen sie, nicht in Rücksicht auf den Amtsdiener mit der Pudelmütze, wohl aber in Berücksichtigung des vorhin vom Wirth gestellten Ersuchens, zur Thür hinaus. Der p. Heinrich folgte ihnen nach und wiederholleim Garten seine vorige Aufforderung, worauf einer der Gäste sich schließlich ungeduldig umdrehte und dem Mann noch ein- mal darauf aufmerksam machte, daß er sich ruhig zu verhalten habe. „Wenn Sie die Straße nicht verlassen(die Szene spielte sich im Garten ab!) sind sie mein Arrestant, war die Antwort. „Kennen Sie mich denn nicht?" fragte der derart Beschiedene. „Gewiß, Sie sind der Steinmetz Lück. Bald hatte Heinrich den Steinmetz Lück auch schon an der Brust gepackt und aus die Straße geschleudert. Während Lück aufstehen wollte, bekam er mit einem Ochsenziemer einen Schlag aus den Kops, einen zweiten Schlag wehrte er rechtzeitig dadurch ab, daß er den Stock des Schlägers ergriff. Während dessen kamen drei Gestalten mit der Waffe heran und nun wurde Lück nicht allein unter beständigen Schlägen zum Polizeilokal geschleift, es sprang auch, als es ihm gelungen war, seinen Peinigern aus einen Augenblick zu entrinnen, der Hund des Wächters auf ihn zu und riß ihm die Hosen vom Leibe. Endlich war der Prügeltransport beendet und'Lück wurde in eine Zelle gesperrt, aus der er nach einstündiger Gefangenschaft ohne Ver- hör entlassen wurde. Wir bringen diese MittHeiluug selbstredend unter allem Vor- behalt, sprechen aber zugleich die dringende Forderung ans, daß im öffentlichen Interesse der unglaublich klingende Fall von zu- ständiger Seite aufs Eingehendste untersucht werde. Angesichts des Weibergefängnisses in der Barnimstraße hat die 30 Jahre alte Wittwe Ed. einen Selbstmordversuch unter- nommen. Sie war zu einer kleinen Strafe verurtheilt worden, die sie hinter den düstern Gefängnißmauern verbüßen sollte. Der Aufforderung, sich zum Strasautritt zu stellen, leistete sie bis an das unheimliche Thor Folge, kehrte aber aus Furcht um und trank an den Umsaffungsmauern aus einer Flasche eine giftige Flüssigkeit. Auf dem Bürgersteige liegend, wurde sie später von einem Schutzmann aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichshai» gebracht. Ihr Zustand läßt Gefahr für das Leben nicht befürchten, so daß die Strafe dennoch angetreten wer- den muß. DaS Lokal des Herr» Bagand, Parkrestaurant in Schön- holz, fehlt infolge Versehens der Lokalkommission aus der neulich veröffentlichten Liste. Wir tragen den Namen des betr. Wirths mit dem Vermerk nach, daß derselbe sein Lokal jederzeit zu Ver- sammlunge» hergiebt. „Das Wnuderland der neue» Welt", den Kontinent von Nordamerika, durcheilen wir— 100 Kilometer in der Minute— mit des Gedankens Flug, an der Hand kundigster Führer, Männer bester Kunst und Wissenschast; wir machen eine Reise, für die unsere Führer ein paar Monate gebraucht haben, in ebensoviel Stunden, sehen alle die Wunder, die Menschenhand, mehr noch solche, die die gewaltigen Kräfte der Natur dort schufen, und staunen über die technische Geschicklichkeit der Männer, die es verstehen, durch Licht und Farbe, Leinwand, Papier und ähnliche einfache Mittel jene Dinge aus der Bühne des wissenschaftlichen Theaters der Urania uns vorzuzaubern, als wären sie Wirklichkeit. Es war durchaus ein guter Gedanke der Urania-Direklion, das von unseren Dutzend- tonristen bisher noch nicht heimgesuchte Binnenland von Nord- amerika uns zu erschließen und an den geologischen Bildungen dieses, nicht nur seiner Entdeckung, sondern auch seinen Werden nach, jüngsten Theiles der Erdoberfläche allgemeinen'' Er- scheinunge» der Erdformationen zu veranschaulichen. Gerade der vielfach noch jungfräuliche, von menschlicher Kultur unberührt gebliebene Bode» Nordamerikas mit seinem gigantischen Formen des Gesteins und der Eigenart des Terrains ist für derartige Demon- Meister etwas für mich ausrichten. Viel Hoffnung Hab' ich zwar nicht,— versuchen werde ich es dennoch." Hungrig und voller Sorgen legten sie sich zu Bett. Die Kleine hustete und weinte während der ganzen Nacht. Lehnert wälzte sich, ohne die Augen zugedrückt zu haben, hin und her im Bett, einem Hungrigen fehlt ja auch der Schlaf, und das war nicht die erste Nacht, daß er und die Seinigen sich zur Ruhe begeben mußten, ohne etwas Warmes genossen zu haben. Er dachte sich alles Mögliche zusammen, wo er sonst noch was ver- schassen könnte, wenn ihm sein Freund nicht wird helfen können.„Borgen?— wo sollt ich borgen?" —„Versetzen?— was wäre denn noch zu versetzen bei uns?" In aller Frühe stand er auf, schnitt sich zwei Scheiben Brot auf den Weg und ging abermals auf die Suche nach dem Glück. Aber das Glück rennt in solchen Fällen mit Siebenmeilen- Stiefeln davon. Und kann hier denn vom Glück die Rede sein? Er hatte sein Recht zu fordern. Er wollte doch arbeiten, und war er denn der einzige, der Arbeit suchte? War Lehnert denn der einzige, der arbeiten wollte, seine Arbeit verstand und dennoch keine Beschäftigung finden konnte?!— Es ist des Menschen Wahnsinn, der solche unnatürlichen Verhältnisse erschuf... Um vier Uhr kehrte er zurück— ohne etwas aus- gerichtet zu haben und fand seine Familie in Thränen. Das kleine Lieschen war inzwischen gestorben. Sein Liebling war todt. Verzivcifelnd brach er an dem Bette der kleinen Leiche zusammen.„Sie ist die Glücklichste von uns Allen", sagte er weinend.„Sie ist erlöst aus diesem Jammerthal. Ach, wenn mich doch auch blas der Teufel holen würde!.. Nu, was ist jetzt anzufangen? In der Tischlerei ist nichts; August, an den ich dachte, konnte mir auch nichts geben. Er ist selbst in großen Sorgen, seine Frau hat gestern ge- boren,— weiß der Teufel!... und diese Feiertage noch dazu!..» Er ballte seine Hände zusammen und ging auf und ab im Zimmer, dann und wann beim tobten Kinde stehen bleibend. Die Frau begleitete ihn mit ihren Blicken. strationen sehr geeignet; wir würden nur wünschen, daß auch der Vortrag selbst gerade nach dieser Seite seiner Aufgabe hin, etwas mehr bieten würde, als geschieht, und würden dann gern auf einige an sich ganz hübsche Stückchen der Rhetorik und Wortbeschreibung verzichten. Herr W. Kranz, der mit dem Direktor der Urania, Dr. M. Wilhelm Meyer und Schauspieler Sommerstorff im vergangenen Sommer auf der Rock-Jsland-Route das Innere der Vereinigten Staaten durchquerte, und von New-Iork über Chicago bis St. Francisco zum Stillen Ozean seine Studienmappe mit Bildern aus Amerika füllte, hat so viel des Schönen und Interessanten dem Publikum der Urania von dort mitgebracht, die projektirten farbigen Wandeldioramen, ebenso wie die groß gemalten Dioramen, Arbeiten der Herren H. Harber und H. H a r t m a n n. deren Leistungen in' der Külissenmalerei weit über das gewöhnliche Maß hinausgehen, in Stimmung und Farbe geradezu einen hohen künstlerischen Werth beanspruchen dürfen, bieten so viel des Guten und Schönen, daß daneben das zu schöne Wort geradezu gar zu schön wirkt, selbst wenn es von dem gewiegtesten Rezitator, wie jetzt hier von Herrn Sommerstorff, noch so tüchtig vorgetragen wird. Ein Weniges weniger an Farbe und Stim- mung in der Wortmalerei, ein Weniges mehr an der Stange des wissenschaftlichen Grundgedankens festhalten und— die„Reise- betrachtungen über die Entstehung eines Erdtheils" werden gleichen Beifall finden, wie— die„Bilder". Wegen eines Weihnachtspackets nach der Polizeiwache sistirt wurde am Freitag Abend um 7>/sUhr ein hiesiger Schriftsteller mit seiner Gattin zusammen. Beide hatten in der Belle- alliancestraße Zuckerwaaren eingekauft, die der Gatte in einer großen gelben Tüte im Arm trug. Als das Ehepaar langsam die Zossenerstraße entlang schritt, bemerkte es, daß es von einem Manne verfolgt wurde, ohne ihm eben Aufmerksamkeit zu schenken. Plötzlich in der Gneisenaustraße trat ein Schuhmann an den Ehemann heran und lud ihn höflich zu einem Besuch der Polizei- wache des 67. Reviers ein, da das Packet nach Angabe des Ver- solgers diesem von seinem vor dem Hause Zossenerstraße 61 hallenden Milchwagen zusammen mit einem Zweiten gestohlen worden sei. Das„verdächtige Ehepaar" folgte anstandslos dem Wächter des Gesetzes. Auf der Wache schienen die Sistirten den Beamten eine nicht genügend ausgeprägte Verbrecherphysiognomic zu haben; denn lächelnd machte sich der Wachtmeister an die Aufklärung des Vorfalles. Zum Glück stellte sich heraus, daß das Packet nicht solche Waaren enthielt, wie dem Milchkutscher gestohlen waren; denn dieser hatte in anbetracht der schlechten Zeit für 12 M. eingekausl, während sich der Schriftsteller mit 2 M. begnügt hatte. Das Ehepaar wurde nach wenigen Mi- nuten aus freien Fuß gesetzt, während der angeblich Bestohlene der Milchfahrer Steffin aus der Philippstraße, unbefriedigt über seinen Mißerfolg von bannen trollte. Der schläfrige Omnibusverrehr ist schon seit vielen Jahren Gegenstand des Unwillens und des Spotte- der Ber- liner. Fahren doch unsere Omnibusse auf den meisten Linien nur alle acht bis zehn Minuten. Ehe man so lange wartet, geht man lieber bis zur nächsten Pferdebahnlinie, wenn man auch aus dieser Linie nicht das Ziel erreicht, zu dem der Omnibus geführt hätte. Der schläfrige Omnibusverkehr ist schuld an der übermäßigen Entwicklung des Pferdebahnweses, das in vielen Beziehungen trotz seiner Vortheile doch ein Verkehrshinderniß im Innern der Stadt geworden ist. Geringe Straßenunsälle erzeugen schon, Pferdebahn-Wagenkorso von Straßenläuge.- Das Oinnibuswesen unter Leitung geschäftsgewandter Direkt.vn hätte bei uns längst zu einem großartigen Verkehrsmittel für die Volksmassen werden müssen. Statt dessen wetteifert uujsere Omnibusbummelei seit Jahrzehnten aufs Eifrigste mit tfoäh- wiukel. Mühsam hat man in allerneuester Zeit erreicht. A>iends bis lO'/s Uhr, in Glücksfällen bis 11 Uhr befördert zu morden. Dabei braucht Berlin nichts dringlicher als den Spät- verkehr der gewiß auch einzurichten ist ohne jene lange Dienstzeit der Angestellten wie sie heute schon üblich ist. Es ist unverständlich, warum die Direktionen den Wageiwerkehr nicht nach den Geschäftsbediirfniisen w e n i g st e n s einiger- maßen einrichten: Morgens, Mittags und Abends am stärksten, Nachts von 16—1 Uhr halbstündlich. In den Wagen hängen unzweckmäßige Fahrpläne, gute Auskunft über die Linie, auf der man fährt, fehlt: noch nicht einmal die Wagen- Verkehrs- Richtung ist im Inneren der Wagen zweck- mäßig und auch für Kurzsichtige und für Fremde leserlich angegeben. Nothdürftige kleine Zettel hängen in einer Ecke, während dasselbe Schild, das jetzt nach außen„Ganze „Weißt Du, Mutter, ich werde Deine Bolzen nach dem Leihhaus bringen. Wir müssen doch das Kind be- erdigen, man muß auch anmelden und Attest nehmen. Glückliches Kind! Bei Gott, Mutter, sie ist jetzt besser dran wie wir Alle! Ihr seid wohl sehr hungrig, Kinder?" wandte er sich an die beiden übrigen. Weinen war die Antwort darauf. Und so ging er mit dem Bügeleisen weg. Der erste Wucherer wollte es nicht, der zweite bot erst eine Mark, sah aber, daß der Griff ziemlich wackelte und lehnte ebenfalls ab— und nun stand Lehnert wieder auf der Straße. Es war die letzte Hoffnung und die wollte er nicht so schnell aufgeben. Er wollte glauben, wenn ihm auch der Glaube fehlte. Der Aermste besann sich, wo er noch Pfandleihen wüßte... Ja, es war noch eine, aber in dem anderen Stadtviertel. So matt und erschöpft er auch war, ging er doch hin. Viele Männer, Frauen und Kinder standen hier und lange mußte man warten, bis man an j die Reihe kam. Hier brachte einer ein Paar Hosen, ein anderer Bettwäsche, diesem wurden zwei Mark gegeben, jenem blas eine, einem dritten— einer ganz alten Frau— abgeschlagen„kann nicht nehmen!"—„Nu nehmen Sie bitte doch", flehte sie den satten Wucherer an.„Ich löse es ja ein".—„Brauch es nicht", war die barsche Antwort. Und so mußte die arme Alte, die schon genau be- rechnet hatte, wie sie die erzielten Groschen bis auf den letzten Pfennig vertheilen würde, ihr Heil wo anders ver- suchen... Schließlich kam auch Lehnert heran. „Was— Bolzen?" sagte der Wucherer.„Neh, mein Lieber, das packen Sie man wieder ein." Der heilige Abend war schon herangerückt. Hier und da sah man erleuchtete Fenster, hier und da brannte schon der Weihnachtsbaum. Lehnert trat betrübt und erbost seinen Heimweg an. Es war kalt und windig, aber er spürte nichts davon. Thränen liefen ihm die Wangen und den Umstehenden erzählte, daß er mit feiner Familie feit vier Wochen nichts anderes als trocken Brot und Gerstenkaffee Sabrt 10 Bi." anzeigt, im Innern die 28 agenrichtung betrag bestimmten Tage, nicht früher, gekündigt werden könne, zeichnen könnte. Alle Einrichtungen tragen den Charakter des ist irrig. dividenden- gierigen Kapitalisten, dem jede Verkehrserleichterung fürs Publikum gleichgiltig bleibt, wenn sie nicht vorher durch für den fünften Berliner Reichstags- ah hungerten die Summe von 4,60 m. ein. Der Vorstand des sozialdemokratischen Wahlvereins genossen hätte. Eine veranstaltete Kollekte brachte für den VerDividendenzunahme garantirt ist. An der Spitze der Gesells reis ersucht die Mitglieder, so schnell wie möglich ihre ge= Durch Spielen mit Streichhölzern sind heute früh in schaften stehen Juristen, Doktoren, Militärs und Beamte a. D., naue Adresse bei dem Kassirer W. Schulze, Muladstr. 17, oder der elften Stunde wieder zwei Kinder in schwere Gefahr geaber leider fehlen intelligente Verkehrstechniker; daher der lang- bei einer der nachstehenden Zahlstellen aufzugeben: F. Krüger, kommen. Die Bewohner des Hauses Naunynftr. 71 gewahrten ftielige schläfrige Omnibusbummel. Jeder Kremserbesizer, der mehrere Wagen auf einer alten Omnibuslinie einschiebt, ist Hirtenstr. 10, Wittchow, Kl. Hamburgerstr. 27, Richter, Neue plöglich verdächtigen Rauch, der aus einer Wohnung hervorquoll. heute im stande den Verkehr zu heben. Die Omnibus- Königstr. 90, F. Weber, Landsbergerstr. 41, Achilles, Greiss Man drang sofort ein und konnte zum Glück noch rechtzeitig die direktionen schnarchen seit Jahrzehnten! walderstraße. in der Stube allein zurückgelaffenen Kinder im Alter von 3 und von 2 Jahren verjähren die Forderungen der Fabrit Play- Botanischer Garten eine junge Dame, die eben einen Wann verjähren Forderungen? Mit dem Ablauf Spittelmarkt von dem Omnibus Nr. 107 der Linie Oranien tanden bereits in hellen Flammen. Ueberfahren wurde gestern Abend in der Leipzigerstraße am 4 Jahren in Eicherheit bringen. Die im Zimmer stehenden Betten Bei einem Einbruch in die Haupt- Kadetten unternehmer, Kaufleute, Krämer, Künstler, Handwerker und Bferdebahnwagen verlassen hatte, ohne sich zu vergewissern, ob anstalt zu Groß- Sichterfelde haben Diebe einem HauptApother für Waaren und Arbeiten. Ausgenommen von dieser Apother für Waaren und Arbeiten. Ausgenommen von dieser furzen Verjährung sind solche Forderungen, welche in bezug auf sie das gefahrlos thun tönne. Die Dame fam so unglücklich mann 1000 m. gestohlen. den Gewerbebetrieb des Empfängers der Waare oder Arbeit das eine Vorder- als auch das eine Hinterrad quer über ihren unter den voll besetzten schweren Omnibus zu liegen, daß sowohl In der Zelle erhängt hat sich in der Moabiter Strafentstanden sind. Mit dem Ablauf von 2 Jahren verjähren ferner deib ging, der Kutscher konnte beim beiten Willen die Pferde anstalt am Freitag der 23 Jahre alte Dachdecker Wilhelm Schult die Forderungen der Fabrikunternehmer, Kaufleute, Krämer, nicht gleich zum Stehen bringen. Die Verunglückte wurde fofort aus der Oderbergerstraße 39, der eine längere Zuchthausstrafe Künstler und Handwerker wegen der an ihre Arbeiter gegebenen Vorschüsse, der Schul- und Verpflegungsanstalten auf Anordnung der Polizei mittels Droschte nach dem Kranken- zu verbüßen hatte. für Unterhalt, Unterricht und Erziehung, der haus überführt. Sicherlich würde manches derartige Unglück ver Polizeibericht. Am 22. d. M. Nachmittags fiel ein fechsLehrer, der Fabrikarbeiter, Handwerksgefellen, Tage: hütet werden, wenn nicht in den Verkehrsbetrieben die maßlose jähriger Knabe an der Luisen- Brücke beim Spielen in den Kanal, der Fabrikarbeiter, Handwertsgefellen, Tage, Ausbeutung der Kutscher bestände. Daß dieselben nach 15 oder wurde besinnungslos aus dem Wasser gezogen und erst nach Iöhner und anderer gemeiner Handarbeiter" noch mehrstündigem Dienst ohne jede längere Paufe nicht mehr längeren Bemühungen ins Leben zurücfgerufen. Am Spittelmegen rückständigen Lohnes, der Fuhrleute und die Aufmerksamkeit anwenden können, die nöthig ist, um der markt wurde Abends eine Frau durch einen Omnibus überfahren Schiffer wegen Fuhrlohn, Frachtgeld und Auslagen, der Gast: artige Unfälle zu verhindern, ist wohl jedem Verständigen flar. und so schwer verlegt, daß sie auf dem Wege nach der Charitee wirthe für Wohnung und Beköstigung. Mit dem Ablauf Im Interesse der öffentlichen Sicherheit müßte endlich eine Ver- starb. Vor der Schankwirthschaft Meyerbeerstr. 9 entstand von 4 Jahren verjähren die Forderungen der Kirchen, Geiſt fürzung der Arbeitszeit eingeführt werden. Aber das ist ja das eine Schlägerei, bei der ein Arbeiter durch einen Schlag mit lichen, Rirchenbeamten wegen der Gebühren für kirchliche Hand: Elend, jebe Werbesserung ihrer Klassenlage, und sei es auch einem Bierglase am Stopfe bedeutend verlegt wurde. Im Laufe lungen, der Anwälte und Aerzte wegen ihrer Gebühren und die geringste, müssen sich die Arbeiter erst erkämpfen, auch wenn des Tages fanden vier kleine Brände statt. Auslagen, der Handlungsgehilfen und des Gesindes wegen Gehalt, Lohn u. f. w., der Lehrherren hinsichtlich des Lehrgeldes, dieselbe noch so sehr im Interesse der Allgemeinheit läge. des Prozeßgegners wegen Erstattung verauslagter Prozeßkosten, des Fistus auf Nachzahlung für garnicht oder zu wenig geforderter Gerichtskosten. In 4 Jahren verjähren ferner die Rückstände für vereinbarte Binsen, die Rückstände an Mieths und Bacht. geldern, Pensionen, Besoldungen, Alimenten, Renten und allen anderen zu bestimmten Zeiten wiederkehrenden Abgaben und Den Splitter im Auge des Gegners sehen sie wohl, die fatten Moralhelden unserer konservativen, ultramontanen und Leistungen, desgleichen die Rückstände an Wage- und Bachtgeldern. Die Verjährung beginnt bezüglich der Gebühren und Auslagen. liberalen Ordnungsstüßen, nur den Balken im eigenen beDie Heiligkeit der bürgerlichen Ehe. Wegen Heirathe- merten sie nicht. Als vor kurzem in einem unserer süddeutschen Wo diese kurzen Verjährungsfristen von 2 und 4 Jahren schwindels sind, gegen einen im Süden der Stadt wohnenden Parteiblätter ein oder mehrere Inhaber von Sammelliſten zum nicht Anwendung finden, sowie für die Fälle, in denen die For: ehemaligen Landwirth, der gegenwärtig eine Stellung als Stadt Bahlen aufgefordert wurden, biß sich die ganze ultramontane derung eingeklagt ist und eine Berurtheilung stattgefunden hat, reisender für ein Kurzwaarengeschäft bekleidet, mehrere Straf- Breßmeute an diesen Fall fest und verunglimpfte die ganze Partei findet im allgemeinen eine Verjährungsfrist von 30 Jahren Anwendung. Von den noch fürzeren als zweijährigen Berjährungs- anzeigen erstattet worden. Der Beschuldigte ist verheirathet und in der unfläthigsten Weise. Jegt find wir in der Lage, der wendung. Von den noch fürzeren als zweijährigen Berjährungs- Bater mehrerer Kinder; es wird ihm von seinen Hausgenossen ultramontanen Partei einen Sittenspiegel vorzuhalten, fristen ist vor allem der Anspruch des Militärsoldaten auf Ent- auch nachgesagt, daß er für seine Familie nach Kräften sorgt. den sie nicht von sich stoßen kann, währenddem von den obigen schädigung für durch den Dienst herbeigeführte Verlegungen hervor. Bei seinen geschäftlichen Wanderungen in der Stadt hat er nun fäumigen Bahlern gar nicht feststand, ob sie überhaupt Barteizuheben: solche Ansprüche müssen innerhalb 6 Monaten gerichtlich Gelegenheit gefunden, mit mehreren Frauenspersonen Be- genossen waren. Wir entnehmen füddeutschen Blättern geltend gemacht werden. Was die Berechnungsart der zwei- und vierjährigen Verjährungsfristen anlangt, so ist hervorzuheben: die diehungen anzuknüpfen, die durch Darlehne, welche der Stadt- folgende Nachricht: Der ultramontane Landtagsabgeordnete und reisende von ihnen erbat und erhielt, noch mehr gefestigt wurden. Bürgermeister von Geroldshofen, Schmitt, ist mit der Verjährungsfrist beginnt rücksichtlich der in Prozessen und Unter- Vor einigen Tagen fand sich vor der Wohnung des Don Juans Kaffe des Gerold shofener Kreditvereins durchgebrannt. suchungen vorkommenden Gerichtskosten und desgleichen mit dem eine Frauensperson ein. Die auf die erhaltene Auskunft, daß wie verlautet fehlen 27 000 mark. Daß derartiges Bech aber letzten Dezember desjenigen Jahres, in welchem der Prozeß oder der von ihr gesuchte Reisende nicht zu Hause sei, der Frau des- auch immer den ordentlichsten" Menschen passiren muß, die die Untersuchung durch rechtskräftiges Urtheil, Entsagung oder selben von dem Betragen ihres Mannes Mittheilung machte. doch so nothwendig gebraucht werden im Kampfe gegen die Vergleich beendet worden ist. Bei den anderen Forderungen Diese aber vermochte sich über das Verhalten des Gemahls nicht 3erstörer des Eigenthums", ist wirklich bedauerlich. beginnt die Verjährung mit dem auf den festgesetzten Zahlungsfonderlich zu erregen, was die Antlägerin so im Harnisch brachte, tag folgenden letzten Dezember, und wenn ein Zahlungstag nicht daß die übrigen Hausbewohner sich ins Mittel legten und die besonders festgesetzt ist, mit dem letzten Dezember desjenigen laut Schreiende und Schimpfende hinausbeförderten. Vor der Jahres, in welchem die Forderungen entstanden. Durch Hausthür wartete sie dann bis zur späten Abendstunde, um dem ein ausdrückliches Anerkenntniß wird die Verjährungs- heimkehrenden verheiratheten Liebhaber einen lärmenden Empfang frist unterbrochen. Den vorstehenden Bemerkungen geben wir zu bereiten. Inzwischen sind aber auch anderweit Anzeigen Raum, um wiederholten Anfragen aus unserem Leserkreise zu genügen, ersuchen diese Zeilen sich aufzubewahren und fügen zur Er- gegen den Reifenden eingelaufen; auch die Frau desselben wurde vernommen und gab zu, daß ihr Mann in der letzten Zeit oftläuterung ein praktisches Beispiel an. Der Schauspieler Schulze mals mehr Geld gehabt habe, als nach seinem gewöhnlichen Einfauft im Jahre 1891 einen Anzug( nicht zu feinem Gewerbe- fommen anzunehmen gewesen sei. Auf die Frage, ob sie ihrem betrieb), anerkennt seine Schuld nicht und wird im Jahre 1894 Manne wohl die Dinge zutraue, deren er beschuldigt worden auf Zahlung der Kaufsumme verklagt. Die Forderung ist seit dem 31. Dezember 1893 verjährt, die Klage ist auf den Einwand sei, erwiderte die Frau ganz zuversichtlich: Ja, so wat der Verjährung hin abzuweisen. Wer also die Verjährung bhut er! unterbrechen will dieser Rath gilt insbesondere fleineren Ge schäftsleuten trage Gorge dafür, daß seinen seit 1891 restirenden Schuldnern noch vor dem 31. Dezember 1893 Bahlungsbefehl oder Klage zugestellt wird. Bei der Kündigung von Wohnungen wird häufig, insbesondere in Berlin, infolge der mit allerlei Chikanen gespickten Ein Unfall, wie er sich häufig ereignen dürfte, hat gestern den Steinseher Kr. betroffen. Beim Pflastern sprang ein Splitter von einem Stein ab und drang demselben kurz über dem Handgelent in den Unterarm, dabei eine Arterie durchschneidend. Das Blut sprigte hervor. Zum Glück war ärztliche Hilfe nicht weit, so daß gleich ein Nothverband angelegt werden konnte und der Blutverlust fein allzu großer war. Wegen Wuchers beim Pferdehandel verhaftet sind auf Grsuchen des Untersuchungsrichters in Dresden ein hiesiger Hypothekenmakler und ein Pferdehändler vom Schiffbauerdamm. Beide sind nach Dresden gebracht. Ihnen wird zur Last gelegt, Difiziere der sächsischen Armee beim Pferdehandel geschädigt zu haben, indem sie die erhaltenen Wechsel sofort verkauften. " Soziale Uebersicht. Eingelaufene Druckschriften. " Die von uns in Nr. 300 angezeigten Druckschriften: Boetius, Tröftungen der Philosophie". Aus dem Morgenlande"," Jo hann von Paris", 2 Kriminalnovellen", Anleitung zur Pflege des Kanarienvogels", Allotria"," Die Unehrlichen", Verschwunden" find sämmtlich bei Philipp Reclami. in Leipzig erschienen. " Bist du, der da kommen foll? Ein Weihnachtsgedicht. Berlin. Magazin für Boltsliteratur. F. Harnisch u. Co. Preis 25 Pf. Der Sohn des Landwehrmanns. Eine Geschichte für seine jungen Freunde und Freundinnen.( Für die Kinder des arbeitenden Volkes.) Vom Onkel Filling. Berlin W. 57. Verlag von D. Harnisch. Selbsterlebte römische Propaganda. Von Franz Delitzsch. Leipzig. Akademische Buchhandlung( W. Faber). Methsverträge, von den Miethern die Frist versäumt. Es sei noch nicht, daß Offiziere auch das Vorrecht haben, Wechsel aus. Friede auf Erden! Eine Weihnachtsbetrachtung. Von J. zustellen, die nicht verkauft werden dürfen. auf folgendes hingewiesen: Die in dem Miethsvertrage ange gebene Frist ist maßgebend. Wenn dort zum Beispiel angegeben ist, es muß innerhalb 3 Monaten und 3 Tagen vor Ablauf des§ 278 des Strafgesetzbuchs bedroht mit Gefängniß einen Vertrages gekündigt sein, so muß die Kündigung spätestens Arzt, der wissentlich falsche Atteste zum Zweck des Gebrauchs dem Wirthe gegenüber am 28. Dezember ertlärt sein. Er bei Versicherungsanstalten ausstellt. Diese strafrechtliche Befolgt die Kündigung schriftlich, so muß der die Kündigung ftimmung tommt nur sehr selten zur Anwendung. Heute ist aber enthaltende Brief spätestens am 28. Dezember in die Hand ein hiesiger Arzt festgenommen, dem ein solches Bergehen zur des Wirths gelangt sein. Es ist zu empfehlen, mit der Kündi- Last gelegt wird. gung nicht bis zum legten Termin zu warten: die früher, also etwa am 24., erklärte Kündigung ist giltig. Die vielfach verbreitete Ansicht, daß nur an dem im VerFestnahme der flüchtigen Bankiers Jean und Louis Halberstedt, Die Staatsanwaltschaft Altona hat telegraphisch um die bedeutende Summen unterschlagen haben sollen, ersucht. 28 000 Gänse sollen seit Montag in der Zentral- Markthalle verkauft worden sein. Trogalledem wird es auf Proletarier tischen wenig Gänsebraten geben. H. Franzen. Solingen. Verlag des sozialdemokratischen Bolksvereins. wunden. Vermischtes. Worme, 23. Dezember. Bei einem Zimmerbrand find gestern zwei Kinder erstickt; ein drittes erhielt erhebliche BrandKopenhagen, 23. Dezember. Aus Hanstholm an der Wefttüfte von Jütland wird gemeldet, daß wieder fünf Fischer ertrunken sind, während ein Fischer in sehr verkommenem Zustande gerettet wurde. Er herunter. Sein Weg führte über den Weihnachtsmarkt. Er aber ging, ohne was zu sehen, was zu hören. Nur Nach einem Leben, das ihm manch bittere Enttäuschung einen Gedanken hatte er und der war trübe wie die Nacht. gebracht hat, hat in New- York dieser Tage ein deutscher Erfinder Eine bürgerliche Liebesheirath" und ihre Folgen. Das Zeitliche gefegnet, ohne die gefeßliche Anerkennung feiner Was soll blos jetzt werden?" dachte er und fand und Gefälligkeits- Accepte" haben gestern Vormittag einen im Thier- Ansprüche erlebt zu haben: Henry Göbel, der eigentliche Erfinder fand keinen Ausweg. Plötzlich steht er etwas vor seinen garten- Viertel wohnenden Rentier Siegmund F. zu einem Selbst der elektrischen Glüh- und Bogenlampen. Er war am 20. April Füßen liegen. Ein Geldbeutel? Er traut nicht seinen mordverfuch getrieben. Wir ermittelten über die Angelegenheit 1818 in Springe, Hannover, geboren. Im Jahre 1820 wurde fein Augen. Er denkt, es ist eine Täuschung, aber nein! er folgende Details: F., ein im Anfang der 50er Jahre stehender Bater Konsul in New- Yort und lebte hier längere Zeit. Heinrich bückt sich, er hebt ihn auf es ist keine Halluzination... Mann, der bis vor kurzem Sozius einer großen Fabrik im Göbel lernte in der alten Heimath als Uhrmacher und besuchte Er eilt zur Laterne, ja, richtig, da ist auch Geld drin Norden der Stadt gewesen, hatte sich mit einem Vermögen von das Polytechnikum in Hannover. Seine Erfindungen der beiden Er läuft auf die andere Seite der Straße, läuft wieder ca. 14 Million Mark zurückgezogen und vor zwei Jahren elektrischen Lichtarten wurden 1846 in Deutschland bekannt. Die gelegentlich einer Badereise die 20 jährige Tochter eines füd- unruhige 1848er Zeit trieb ihn wieder nach Amerifa. zur Laterne, sieht nochmals nach- ja, -ja, es ist eine Geldbörse deutschen Grossisten kennen gelernt und dieselbe ohne Mitgift wohnte in Monroe Street. Ginft hatte er auf seinem Hause eine Ha, ha, ha!" schreit er plötzlich laut auf. Hier ist geheirathet. Bald nach der Hochzeit gab der junge Ehemann Bogenlampe aufgestellt. Als man die Lichtquelle entdeckte, wurde das, was ich brauche... Lieschen, Lieschen stirb nicht, ein bedeutendes Kapital in das Geschäft des Schwiegervaters, Göbel verhaftet und wegen Ruhestörung bestraft. Zu seinen warte... ich bringe gleich Brot und Fleisch... Hahaha! welches übrigens für sehr solid galt, und er diskontirte auch Glühlampen benutzte er Eau de Cologne- Flaschen und die erſte Donnerwetter, ich brauche keine Arbeit, ich halte jezt selbst bei seinem Bantier deffen Accepte. In letzter Zeit gab F. Rohlenfaser war seinem Pfeifenrohr entnommen. Erst kürzlich Tagelöhner und Sklaven... Ich bin Herr Lehnert, auf Burathen seiner Gattin und der Angehörigen derselben entfann man sich des Erfinderers, der im beutschen Freibei Gott Herr Lehnert!... Mutter, da hast du. Gefälligkeitsatzepte, die sich auf ca. 80 000 M. belaufen haben maurerheim in Tappau am Hudson ein stilles und beHier ist auch dein Bolzen! Und dabei schwenkt er die müssen, jetzt fällig, jedoch nicht eingelöft wurden. Ein Protest schauliches Dasein führte. Die außer dem Verbande der EdisonGeldbörse hoch in der Luft. Um ihn herum sammelt folgte auf den andern und F.'s Schwiegervater meldete vor acht Gesellschaften stehenden„ Incandescent Light" Kompagnien waren Tagen Konturs an; der bedauernswerthe Schwiegersohn, welcher mit jenen in Streit gerathen, und ein langwieriger Prozeß hatte sich bald eine Menge Neugieriger. hr könnt den größten Theil feines Vermögens verloren, hat nun am Frei sich entsponnen. Die Beklagten, die sich in ihrer ganzen Griftenz alle Morgen mit der Arbeit beginnen. Ich gebe tag Bormittag, wohl in einem Anfall von Berzweiflung sich zu gefährdet sahen, dachten an Göbel, und dieser vermochte denn Euch allen Arbeit. Ihr sollt nicht hungern, nein- töoten versucht. Als der Diener gegen 9 Uhr Freitag früh das auch tlar darzuthun, daß er schon 1854 mit Glühlampen bei Gott Ihr sollt nicht hungern und in Zumpen bei dieser Zimmer feines Herrn betrat, fand er diesen mit durchschnittenen experimentirt, also lange schon vor dem ersten Auftreten Edisons. Kälte herumlaufen Ihr sollt auch keine Bolzen ver- Bulsadern fast verblutet auf dem Sopha liegen. Der Be Damals es ist wohl kaum ein Jahr her flog Göbel's sehen und von Pontius zum Pilatus damit rennen dauernswerthe wurde, da die Gattin sich bei ihren Eltern zur Name durch das ganze Land und ellenlange Zeitungsartikel beHahaha! Wollt Ihr was davon? Nein, ich fann nichts Beit befindet, nach einer Privatklinik überführt; der Zustand des schäftigten sich mit dem deutschen Erfinder. Jetzt ist der Greis Lebensmüden ist ziemlich hoffnungslos. geben, sonst stirbt noch Lieschen! Hahaha! der Mitwelt entrückt, und ob ihm die Nachwelt geben wird, was Schließlich kommt auch ein Schuhmann. Erst ermahnt Der Antisemit Paasch soll jeht aus der Heilanstalt, in jene ihm versagt wer weiß es? er ihn, dann aber nimmt er ihn am Arm und führt ihn der er internirt war, als nicht gemeingefährlich" entlassen sein. nach der Woche. Auch ein Beitrag zu dem Umfang der herrschenden Hahaha!... Hier, hier ist das Geld. Jetzt darf Arbeitslosigkeit. Die fönigliche Verwaltung der Armee- Kon- Briefhaften der Redaktion. feiner hungern und darben! Hahaha!" hörte man noch fervenfabrit in Spandau ersucht uns um Aufnahme folgender Tange. Notiz: Genoffe S. Hamm, Gießen. Die Kosten find verjährt Was ist da los?" frug ein vorbeigehender Gentleman. Wie uns aus zuverlässiger Quelle mitgetheilt wird, sind die mit Ablauf des 4. Jahres, gerechnet vom 31. Dezember des Ein fatter Bürger, der diese Szene mit angesehen hatte, Spandau zur Zeit sämmtlich besezt und liegt es deshalb Antwort zu 1 war durch Verstellung eines Rommas verkehrt. Arbeiterstellen in der Armee- Konservenfabrik Haselhorst bei Jahres an, in dem die Strafe verbüßt war. zur Alter Abonnent J. J., Neuhaldensleben. Die gestrige Vermeidung von unnöthigen Portofofteu im Intereffe der Ar„ Ein Besoffener revoltirte hier." beiter, die Einreichung von Arbeitsgesuchen zu unterlassen. Die bezahlte Miethe braucht nicht noch einmal gezahlt zu werden, aber nach dem Inhalt der Verfügung vielleicht die fünftige. S. M. 10. Sie müssen bezahlen. fagte ihm: # Giebt es immer noch feinen offiziell anerkannten Rothstand? Um zweiten Weihnachtstage saß die bedauernswerthe Ein Bild des Elends entrollte sich gestern in der KaiserFrau Lehrert im Wartezimmer des städtischen Frrenhauses straße. Der in der Andreasstraße wohnhafte Arbeiter S. war und wart te bis sie herausgerufen wird, um ihren Mann baselbst ohnmächtig zusammengebrochen. Mitleidige Paffanten besuchen zu können. brachten ihn nach einem Hausflur, wo er sich allmälig erholte A. R. 24. Gerichtliche Scheidung muß vorausgehen. K. Wahlkreis Köln- Land. Derartige Berichte fönnen im 3entral- Organ teinen Play finden, gehören vielmehr in die Provinzpresse. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Der wahre Jakob" mit illustrirtem e Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt 110 2. Beuth- Straße. Berlin SW. Beuth- Straße 2. Für den Weihnachtstisch empfehlen wir: Nenjahrs- Almanach Buch der Freiheit. gelangt am 27. Dezember( 3. Feiertag) von Morgens 8 Uhr ab zur Ausgabe. Sozialistische Neujahrskarten. 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Der Boykott der Charitee. 2. Die Zentralisation der Krankenkassen. Referenten: Adler, Assmann, Gutheit, Metzner, Nather, Robert Schmidt, Zubeil, Dr. P. Bernstein, Dr. Heymann, Dr. Kollwitz, Dr. Weyl. Die Arbeiter- Sanitätskommission. Die Krankenkassen- Kommission. Große öffentl. Volksversammlung im Lokale von Joël, Andreasstr. 21, am 26. Dezember( 2. Feiertag), Bormittags 91/2 Uhr. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen H. Peus( Dessau) über: Der heuchlerische Friede der Gegenwart. 2. Diskussion. Der Einberufer. 981b Maler- Fachschule der Berliner Filialen. Der Halbjahrs- Kursus beginnt mit dem 3. Januar 1894 im Schullokal, Mariannen- Ufer 1a( Aula der 37. Gemeinde- Schule), Anmeldungen werden im Schul lokal bei der Kommission entgegen genommen. Die Fachschul- Kommission. 442/9 Achtung! Achtung! Mittwoch, 27. Dezbr.( 3. Weihn.- Feiertag), Vorm. 9 Uhr: Große öffentliche Versammlung Spieldosen, 49220* 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Achtung! Achtung! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Verbreitung der Protokolle Leierkästen, Harmonitas, Bithern, Geigen, vom Parteitag zu Köln am ersten Weihnachtsfeiertag stattfindet. Diefelben Trommeln gut und billig Perleberger- find mit dem Stempel des Vereins versehen und ist dafür ein Extrabetrag straße 26f, 2d. 907b von 20 Pf. zu entrichten von denjenigen, welche dasselbe haben wollen. Die Bezirksführer sind mit Legitimationstarten versehen. 241/15 Der Vorstand. Die Restbestände Konkurs- Masse der J. Adler Söhne, Spandauerstraße 30, vis- à- vis dem Rathhause, bestehend aus Teppichen in echt Smyrna, Brüssel, Velour, Perser, ozialdemokratischer Agitationsklub für den Often Berlins. Sonntag, den 26. Dezember, Abends 6 Uhr, im Lokale ,, Bum Freischük", Fruchtstr. 36a( aberer Saal): Große öffentliche Bersammlung für Männer u. Frauen. 1. Vertrag des Genossen Peus( Dessau) über:" Der Mensch sein eigener Erlöser" 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Der Einberufer. Entree 10 Pf. Axminster in allen Größen, ferner Achtung! Portieren, Gardinen, Tischdecken, Möbelstoffen, Läuferstoffen, Steppdecken, Reisedecken, fowie einer Partie Angorafellen, wer den, um zu räumen, 8966 zu noch nie dagewesenen billigen Preisen ausverkauft. Ad. Kurth's Konzert- Haus, Hasenhaide 52/53, nahe der Blücherstr. Sonntag: Gross. Militär- Concert und Ball. aller in den mechanischen Schuh- Fabriken anfang& Uhr. Entree 30 Pt. beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen in Joel's Festsälen, Andreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Situationsbericht aus Breslau, Glah, Mittelwalde und die Stimmung der czechischen Kollegen. 2. Die Manipulation des Reichstags- Abgeordneten Bock. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Alle Genoffen und czechischen Kollegen sind hierzu besonders eingeladen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Einberufer. 462/11 J. Pfeifer, Grenadierstr. 42. Restaurant Moritz Uhle, Kreuzbergstr. 32/33, früher Paradegarten. Am 1. und 2. Feiertage: Gemüthliche Morgensprache. Reichhaltige Speisentarte( Stamm- Frühstück). Kleine Preise. Von 4 Uhr an: Unterhaltungsmusik. Hochfeines Glas Bier( Münchener Brauhaus). bestens zu empfehlen. Spezialität: Eisbein, Gänse- und Hasenbraten. Vereinszimmer 6 neue Winter- Kegelbahnen. Säle für Vereine zc. 982b Maurer. Achtung! Montag, den 1. Weihnachts- Feiertag, von Nachmittags 6 Uhr an, im Lokale des Kollegen F. Wilke, Andreasftr. 26: 476/1 Geselliges Beisammensein, bestehend aus Festrede, Gesangsvorträgen und Tanz. Entree à Person 10 Pf. 3u zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Der Vorstand des Vereins. J. A.: C. Blaurod. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 14. Januar, in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57: 3. Stiftungsfest bestehend in unter Mitwirkung Gr. Konzert, Gesang und humoristischen Vorträgen des Gesangvereins ,, Liedesfreiheit" sowie der Gesellschaft Strzelewicz. Nach dem Konzert in beiden Sälen: Groker Ball. Anfang 4 Uhr. Einlaßtarten à 30 Pf. Um einer Ueberfüllung vorzubeugen, stellen wir den Mitgliedern die Einlaßkarten bis 1. Januar 1894 zur Verfügung und sind dieselben in den Bahlstellen bei Gründel, Dresdenerstr. 116; Börner, Ritterstr. 108; Wolksdorf, Wasserthorstr. 20; Kehr, Röpnickerstraße 126; Schöning, Stallschreiberstr. 29; Gottfried Schulz, Admiralstr. 40a; Baake, City- Passage und Lenz, Alte Jakobstraße 69 zu haben. Das Comité. Neujahrskarten Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer für Händler 2c. in größter Auswahl zu enorm billigen Preisen. Wilhelm Wustrow. Luruspapierfabrik, Neue Jakobstr. 15. 984b Billigſte Bezugsquelle für Baarcinkäufe zu Engrospreisen. Imhoff's Patent- Gefundheits- Pfeifen Sub. Rem.- Uhren v. 11 2. an. Reinigungs- Patronen enthaltend. Preisgekrönt, auch mit künstlich angerauchten Köpfen. Jmhoff's Patent- Gesundheits- Cigarrenspitzen, Reinigungs- Patronen enthaltend. Unfauberkeit und Geruch durchaus ausgeschlossen. Absolut giftfreies Rauchen. In allen Größen direkt zu beziehen durch Ed. Reiss, infäft, Artilleriestr. 22. Berlin, Regulateure 5338L* mit Schlagwert u. Federzug v. 15 M. an. mit Gewichtszug von 22 M. an. in den geschmackvollsten Gehäusen. Uur 1 Mark toilet jebe Uhr zu 960b Bei allen Reparaturen wird der Preis Verein Berliner Hausdiener. Donnerstag, den 28. Dezember, Abends 9 Uhr, imt ,, Louisenstädtischen Konzerthaus", Alte Jakobstr. 37: Großer geselliger Abend, 9536 bestehend in Vorträgen besonderer Neuigkeit und Tanz. NB. Wir bitten, diesmal möglichst pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Dorber Otto Eleser( Fachmann), gefagt. Mariannenstr. 50, Ede Naunynstr in großer Auswahl Teppiche enorm billig. Gardinen. H. Marcus, Reinickendorferstr. 7a. ( E. H. No. 2 Hamburg) Oertliche Verwaltung Berlin.. General- Derlammlung am Donnerstag, den 28. Dezember, Abends 8 1hr, in Bol Lokal ( unterer Saal), Alte Jakobstraße Nr. 75. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Neuwahl des Gesammt- Borstandes. Gründung einer Filiale in Süd- Ost. 3. Der Boykott der Charitee. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes erscheinen. Der Vorstand. 866/20 J. A.: A. Gruse, Barnimftr. 41a. Großes Weihnachts- Vergnügen, veranstaltet vom Verein deutscher Schuhmacher( Filiale Berlin) am Montag, den 1. Feiertag, 461/4 im Lokal Freischütz, Fruchtstr. 36a, 1 Treppe, bestehend aus Konzert, Vorträgen und Tanz. Grosse Verlcosung. Anfang 6 hr. Entree à Person inkl. Tanz 30 Pfg. Um rege Betheiligung bittet Die Ortsverwaltung. Achtung! Achtung! Grosses Weihnachtsvergnügen des Verbandes deutscher Schneider, Freie Vereinigung der Graveure und Ziseleure. Sileiderstoff- Reite Schneiderinnen und verw. Berufsgenoffen Am 1. Weihnachts Feiertag im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: = Frühschoppen. Ebendaselbst am 3. Weihnachts- Feiertag: 168/15 Familien- Abend mit Ueberraschungen für Kinder. Am 8. Januar 1894: General- Versammlung. Verein sämmtlicher Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäscheund Kravattenbranche Berlins. Versammlung am Donnerstag, den 28. Dezember, Abends 7½½ Uhr, in Pastor's Salon, Neue Königstr. Nr. 7. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Revisorenwahl. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein ersucht. 384/16 mit Tanz und Vorträgen. am Montag, den 25. Dez.( 1. Weihnachts- Feiertag), bedeutend unter Preis. im Friedrichstädtischen Kafino( Martens), H. Marcus, Friedrichstr. 236, verbunden mit Grokem Konzert, Reinickendorferstr. 7a. ausgeführt von der Hauskapelle. Geschenke- Verloosung, wozu jedes Kind Steinmetzstraße 40, nach dem Konzert: Tanzkränzchen. Während der Kaffeepause: Vorträge. Ecke Groß- Görichenstraße. 5134L* Nur Hüte mit Kontrollmarken. Grosse Auswahl in Schirmen. W. Wolff. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Um rege Betheiligung wird Detailverkauf sämmtl. Sorten Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste sind willkommen. Schweizer Garten, Der Vorstand. am Königsthor. Haltestelle der Pferdebahn. Am 2. u. 3. Weihnachts- Feiertag: Im neu parquettirten Saale: Grosser Ball. vergeben. Roh- Tabak beim Eintritt ein 2003 gratis erhält. Eröffnung 41/2 Uhr. Anfang präzise 6 hr. Bu recht zahlreichem Besuch labet ein Die Lokalverwaltung. Billets find zu haben im Zentral- Arbeitsnachweis und AuskunftsBureau der Schneider und Schneiderinnen, Restaurant Freygang, Schüßenftraße 18/19; Stramm, Ritterstr. 123( Herberge); Ernst Danzig, Tieckstr. 34, vorn 1 Tr.; Frau Schwarz, Wienerstr. 68, v. 4 Tr.; Frau Reimann, Wrangelstraße 53, vorn 4 Tr.; sowie bei allen bekannten Kollegen und in den mit Blakaten belegten Handlungen. 270/20 Achtung! Weissensee. Achtung! Der Sozialdem. Arbeiter- Verein für Weißensee u. Umg. feiert am Mittwoch, den 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag), sein 4. Stiftungs- Fest in Dewein's Gesellschaftshaus, Königschaussee 94. 114/5 Rud. Völcker& Sohn, verbunden mit Konzert und Gesangsvorträgen. Ferner Auftreten des Gesangs- Humoristen Richard Heise, Köpnickerstr. 45.[ 681b Festrede, gehalten vom Genossen Wilhelm Liebknecht. Nur I Mark. Nach d. Ball: Gratis- Verloosung zur Weihnachtsbescheerung f. Kinder. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Klagen, Eingaben, Reklamationen, Raffenöffnung 4 Uhr.- Anfang des Konzerts präzise 6 Uhr. Entree 20 Pf. Rath im Zivil- und Strafprozeß. Ein- Billets sind in allen mit Plataten belegten Handlungen und bei den Sonnabend, den 3. Februar, ist der Saal noch an Vereine zu ziehung von Forderungen. Pollak, Mitgliedern zu haben. jeztBlumenftr.19 IIr.Auch Sonntags. Hierzu ladet ergebenft ein Das Komitee. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Anfang 4 Uhr. 2. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 302. Sonntag, den 24. Dezember 1893. 19. Jahrg. Eine Kase der dingen Eise. Es ist nicht nur schwer, es allen gleich recht zu macheu, es scheint auch schwer zu sein, etwas allen gleich klar zu machen Da hatten wir am 15. Oktober den Nachkommen der klugen Else, den mallhusianistischen Professoren auf deutschen tochschulen, eine Betrachtung gewidmet und glaubten, daß die ache damit vorläufig für uns abgethan sei. Doch scheint die Beewandtschast der klugen Else größer zu sein, als wir an- nahmen, denn dieser Tage ging uns ein langer Schreibebrief zu, dessen Verfasserin, augenscheinlich eine emsig spintisirende Base der klugen Else, uns den Kopf zurechtsetzt, daß wir.über un- fruchtbarem Theoretistren die praktische Lebensbeobachtung ver- geffen" hätten. „Glauben Sie wirklich," ruft sie entrüstet aus,„daß zur Schaffung einer Familie physische Kraft berechtigt?" Des weiteren entwirft sie dann einige Bilder aus dem Leben, die unserer bescheidenen Vermuthung nach den Zweck haben, nachzuweisen, daß es Arbeitern mit zahlreichen Familien trotz persönlicher physischer Kraft in der heutigen Gesellschaft recht miserabel gehen, kann. Folgt dann eine Lobpreisung der Vor- theile, die den Frauen aus einer selbstthätigen Lebensstellung er- wachsen, Vortherle, welche die Verfasserin allerdings stark über- schätzt, indem sie zu dem Ausspruch gelangt:„Nicht nur Madame Boucicaut in Paris hat es als einfache Verkäuferin bis zur zwauzigfachen Millionärin gebracht J; auf andern Gebieten haben befähigte Mädchen aus kleinen Anfängen Exportgeschäfte gegründet." Sie schließt ihre Betrachtungen dann mit den Worten:„Den Gegnerinnen der Frauenerwerber sei das Nach- stehende gesagt: Es ist für jede Frau peinlich, wenn sie beim Kauf von Kleiderstoffen, Mänteln, Schuhen, Weißwaaren, Wäsche, Nähzeug u. s. w. von Männern bedient wird, doch sind die größten Geschäste darauf eingerichtet." Dieser Stoßseufzer mag berechtigt sein; wir vermögen indeß nicht einzusehen, was das denn eigentlich mit unserer Be- kämpfung des Malthusianismus zu thun hat. Es ist uns absolut nicht bewußt, daß wir in dem fraglichen Artikel oder bei anderen Gelegenheiten irgend ein Wort haben fallen lassen, das uns zu Gegnern der Erwerdsthäligkeit der Frauen hätte stempeln können. Wir meinen, daß die heutigen Verhält- nisse der Proletarierin genau so wie dem Proletarier den harten Kampf ums Dasein auszwingen und wir stimmen der Brief- schreiberin gern darin bei, daß ein junges Mädchen sehr übel daran thut, wenn sie über den Spekulationen auf eine gute Hcirath es versäumt, sich durch Eingreifen in das Erwerbsleben die persönliche Selbständigkeit zu sichern. Und auch daS geben wir zu, daß die Lebensuinstände die Proletarierin zwingen, dem Manne eine arbeitende Gehilfin im Kampf ums Dasein zu sein. Nur möchten wir die Proletarierinneu dringend warnen, nicht in solchen Phan- tasiegebilden zu schwelgen, wie sie die Briesschreiberin mit der Geschichte der zwanzrgfachen Millionäri» Madame Boucicaut uns vorzaubern will. Da hat die gute spintisirende Elsenbase ohne Ueberlegung die Schönfärbereien der Beschwichtigungshof- rälhe nachgeschwätzt. Vermögenslose ArbciUr könnten ebenso gut aus den erwarteten Gewinn des großen Looses ihren Lcbensplan aufbauen, als aus die Möglichkeit, Millionäre durch eigene Arbeit zu werden. Und die Proletarierin hat es er- sahrungsgcmäß weit schlimmer im Erwerbsleben als der Prole- tarier; sie wird grausamer ausgebeutet vom Kapitalismus, weil sie widerstandsunfähiger ist. Weit mehr noch als ihre männ- lichen Genossen hat sie ein Interesse an der Umgestaltung der heutigen Gesellschaftsordnung zu einem freien Gemeinwesen, das Mann und Weib unterschiedslos ein menschenwürdiges Da- sein verbürgt. Doch in diese Spekulationen über die Erwerbssähigkeit der Frauen ist die Briesschreiberin in ihrem Eifer nur so nebenbei bincingerathen. Was sie zu ihrer entrüsteten Polemik bewogen hat. war augenscheinlich die folgende Stelle in dem Artikel vom 15. Oktober: „Es ist der schwere Jrrthum der Malthusianer, daß sie die Einschränkung der Kindererzeiijzung. die den einzeluen Ehepaaren aus Gesundheilsrücksichlen und auch aus ethischen Gründen unter Umständen geboten erscheine» kann, aus ökonomischen Gründen zu einer sozialen Pflicht für die Gesannnlheil machen wollen. Die Gesammtheit hat vielmehr das Interesse, daß gesunde und kräftige Eltern viele Kinder, schwache deren wenige erzeugen. Die durch die Besitzvertheilnug erzwungene Regulirung der Kindererzeugung führt, da sie häufig die Schwachen aus Kosten der Starken bevorzugt, wie die ganze kapitalistische Mißwirthschast zur Schwächling und Entartung eines Volkes." Gegen diese Stelle wendet sich ihre Polemik im Anfang, trifft sie aber nicht, denn wir haben keine Silbe von der„ve- rechtigung physischer Kraft zur Gründung einer Familie" ge- Weihnachtsbetrachtnng eines Tabaimrbeitevs. Weihnachten! du schönes Fest! Schön für Alt und Jung. Allüberall Goldflitter und Kerzenglanz. Selbst in ärmlichen Hütten sieht man ein niedliches Weihnachtsbäumchen, wenn auch mit wenigen und dünnen Lichterchen besteckt; ärmlich gekleidete und kümmerlich genährt aussehende Kinder jubeln nichtsdesto- weniger dem Wenigen zu, was sorgende Väter und Mütter für sie unter den Baum gelegt; selbst die Großen suchen neugierig !»n Weihnachtstisch ab, ob für sie nichts aufgebaut worden ist. Die Tabakarbeiter haben nicht lange zu suchen. Obenauf liegt ein starkes Heft von ca. 60 Seiten, welches von der Re- gierung vorsorglich und väterlich für sie beschcert worden ist. um sie nicht leer ausgehen zu lassen. Dieses Heft enthält in ca. 60 Paragraphen den Gesetzentwurs der Tabak- Fabrikat st euer. Tie Feiertage werden emsig benutzt, die cinzeli'.en Paragraphen zu studiren und die Begründung aus ihren wahren Werth zu prüfen. 11 Anlagen sind dazu an- gethan, durch tabellarische Uebersichten das Verständniß zu er- leichtern. Andächtig studirt der Tabakarbeitcr aus diesen Paragraphen und der Begründung, sowie den An- lagen sein künftiges Schicksal. Die alten Tabakarbnter von Pfungstadt haben dieses freilich nicht nöthig; denn tiefe haben ja schon abgeschlossen und glaubten diese Weihnackten kaum noch zu erleben, da sie ja schon in Berathung darüber ge« trete» waren, wie man sich am leichtesten das Leben nehmen könne, da man ja doch die Aussicht habe, Hungers zu sterben. Die armen Kerle glaubten, daß die Steuer schon vor Weihnabten eipgeführt werden solle und sahen mit Bangigkeit dem 16. No- vember entgegen, der Eröffnung des Reichstages. Ter Reichstag hat ein Einsehen gehabt und hat sich mit der Steuersrage vor Weihnachten nicht besaßt; er hat den Tabakarbeitern allen, aicht bloß den Pfungstädtern, eine Galgen-— nicht doch— eine Gnadenfrist bewilligt und ist bis zum 9. Januar des nächsten Jahres in die Ferien gegangen. Tie Pfungstädter können ihre Berathung weiter fortsetzen, falls sie noch nicht zu Ende gekommen sind. Die Uebrigen malen sich ihre Zukunft in rosigen Farben aus. Bor ihrem geistigen Auge zieht der Reichstag und seine sprachen. Wir haben gesagt, im Interesse der Gesammtheit liege es, daß vorzugsiveise die kräftigeren Individualitäten sich durch zahlreichere Nachkommenschast sortpflanzen, und haben es be- dauert, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die ungleicheBesitz- vertheilung diesem allgemeinen Volksinteresse direkt entgegen wirke. Den Malthusianern aber machen wir den Vorwurf, daß sie ganz schablonenhaft aus den bestehenden ökonomischen Verhältnissen die Beschränkung in der Kindererzeugung als Verhaltungs- Maßregel allen Familien predigen. Doch um nicht abermals mißverstanden zu werden, wollen wir diese Frage jetzt etwas gründlicher behandeln. Fassen wir einmal das Volk als eine Gesammtheit aus und denken wir, daß alle die ökonomischen Hindernisse, die der Be- gründung der Familie und Kindererzeugung entgegenstehen, völlig beseitigt seien, daß also alle Kinder, sobald sie ins Leben getreten sind, im wesentlichen der nämlichen Pflege ihrer körperlichen und geistigen Kräfte sicher sind, da wird es doch im Interesse der Gesammtheit liegen, daß unter den jährlich geborene» Kindern möglichst viel kräftige und möglichst wenig schwächliche vorhanden sind. Die Lebenskraft eines Kindes hängt aber ab von der Lebenskrast der Eltern. Anstatt zu sagen: es liegt im Interesse der Gesammtheit. daß möglichst viel kräftige Kinder und möglichst wenig schwäch- liche geboren werden, kann man also auch sagen, es liegt im Interesse der Gesannnlheil, daß kräftige Eltern viel, schwächliche wenig Kinder in die Welt setzen. In der Zukunft-gesellschast, wie wir sie uns denken, wird eine solche Erkenntniß sich ver- muthlich sehr bald Geltung verschaffen und aus das Eheleben bestimmend einwirken. Wie steht die Sache aber nun in der Gegenwart? Längst, ehe Malthus mit seinen Theorien auftauchte, und auch bis aus den Heuligen Tag ganz unbeeinflußt von ihm, haben Eltern aus den verschiedensten Gründen sich in der Kindererzeugung Be- schränkungen auferlegt. Zum Thcil stimmen diese Gründe mit den vorhin im Interesse der Gesammtheit geforderten zusammen. Schwächlichkeit der Frau oder ähnliche Umstände sind dafür ans- schlaggebcnd. Anderseits wirken aber ökonomische Rücksichten in entgegengesetzter Richtung. Eltern, die in kärglichen Lebens- umständen sich befinden und die deshalb außerordentliche Schwierigkeiten vor sich sehen, ihre Kinder auch nur einigermaßen erträglich zu nähren, zu kleiden und zu erziehen nehmen davon Abstand, mehr als ein oder zwei Kinder in die Welt zu setzen; auch wenn sie persönlich von großer Lebenskraft und blühender Gesundheit sind. Daraus ist ihnen nicht der ge- ringste Vorwurf zu machen, ebenso wenig wie weniger lebens- kräftigen Eltern, die aber in behaglichen Einkommensverhältnissen leben, ein Vorwurf daraus zu machen ist, wenn sie sich keine Beschränkung in der Kindererzeugung auferlegen. Tie einen wie die andern werden bestimmt durch die heutigen ökonomischen Verhältnisse. Aber im Interesse der Gesammtheit liegt das nicht; im Interesse der Gesammtheit, im Interesse der fort- dauernden Krasterhaltung und Krasterhöhung des Volkes würde das umgekehrte Verhalten liegen. Offenbar also wirken die gegenwärtigen ökonomischen Verhältnisse, die mit Lottcrielaune schwächlichen Personen günstige Lebensumstände und somit eine erhöhte Fortpflanzungsfähigkeil in den Schooß werfen, kräftige Personen durch ökonomischen Druck zur Beschränkung der Fort- Pflanzung zwingen, auf die Verschlechterung der Rasse, aus die Entartung eines Volkes hin. Was sagen nun die professoralen Malthusianer zu dieser Frage der Volksernenernng durch Fortpflanzung? Sie glauben, daß die Vermehrung der Unterhaltsinittel nicht Schritt halten kann mit der natürlichen Volksvermehrrmg und daß binnen nicht zu kurzer Frist, wenn die dichtbevölkerten Länder ihren Geburten- Ueberschnß nicht mehr nach unbesiedelten Gebieten abfließen lassen-können, die Kulturwelt vor die Nothwendigkeit gestellt wird, die natürliche Volksvermehrung einzuschränken. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, daß die gelehrten Herren dabei die Enlwickelnngsfähigkeit der Produktion von Unterhalts- Mitteln durch die Erfindung neuer ungeahnter Produktions- Methoden völlig außer Acht lassen. Hat doch bisher schon Jahr- hunderte und Jahrtausende hindurch mit der fortschreitenden Volksvermebrung die Vervollkommnung der Produktionsmethoden stets Schritt gehalten. Wir wollen uns deshalb mit dieser Seite der Frage hier nicht weiter befassen. Aber die professoralen Elsenenkel haben auch für das Ehe- leben dcS heutigen Geschlechts schon tiessinnige Verhaltungs- maßregeln herausspintisirt. Sie meinen, auch jetzt schon trete in den Kulturländern eine relative Ueberbevölkerung ein, und als Heilmittel dafür befürworten sie nicht mit uns die Entfesselung aller Kräfte der Nation durch Beseitigung jedweder wirthschaft- lichen und politischen Knechtschaft, sondern sie wollen die Ein- schränkung der Kindererzeugung zu einer sozialen Pflicht machen. Es soll also ein jedes Ehepaar, ganz gleichgiltig, ob seine physische Beschaffenheit ihm eine kräftige oder schwächliche Nachkommen- Berathung über die Tabaksteuerfrage vorüber. Die Agrarier wülhend über die Annahme der Handelsverträge rächen sich an der Regierung durch die Ablehnung der Steuer. Herr von Hammerstein und die„Kreuz-Zeitung" schießen eine mächtige Bresche in die feste Position der Regierung. Hat doch dieser Herr seinen Wählern versprochen, gegen die Mehrbelastung des Tabaks zu stimmen; es wäre ja auch gar nicht möglich, daß er sein Wort brechen kann; es könnte sich empfindlich an ihm selber rächen. Und das Zentrum! Ja du lieber Himmel, müssen denn diese Herren nicht auch gegen das Projekt stimmen? find es doch meist sehr fromme Leute, welche es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, so viele, viele tausende von Arbeitern mit ihren Familien dem Elend, dem Hunger, ja dem Selbstmorde überliefert zu sehen. Der Kongreß der Tnbakarbeiter hat ihnen allen die Augen geöffnet. Mit Schauder und Entsetzen haben sie die Berichte aus den Verhandlungen des Kongresses gelesen; ja gelesen, denn wenn sie auch nicht der Einladung Folge gegeben haben, so haben sie doch Kenntniß von den Verhandlungen ge- »ommen und sich bekreuzigt ob solcher Summen menschlichen Elends. Auch heute, am frohen Weihnachtsfeste geloben sich diese Herren, mitzuarbeiten an der Aufgabe der Menschheit, die Worte der himmlischen Botschaft:„Friede auf Erden" zur Wahrheit zu machen. Auch an ihrem geistigen Auge ziehen herrliche Bilder von Frieden und Völkerglück vorüber. Sie geloben mit feierlichem Eifer, die Forderungen der Regierung für das Militär hinsüro abzulehnen und so an den Tabakarbeitern gut zu machen, was ihre Partei inkl. Windthorst bisher ver- schuldet. Sie geloben heute, die Regierung zur Abrüstung zu drängen, weil heute auf dein ganzen Erdenrund in allen Sprachen und Mundarten der Ruf ertönt:„Friede auf Erden!" Darum fort mit dem Militarismus! Abrüsten! ist die Parole. Friedens- und Festbilder, vermischt mit den Bildern abziehenden Militärs, wechseln mit einander ab und selbst im Schlafe noch fetzt sich dreses Bilderspiel fort. Doch schließlich verschwindet die Abgrenzung und die Bilder fließen ineinander, lieber die verhungerten Tabakarbeiter, die Pfungstädter voran, marschirt das Militär mit klingendem Spiel! Friedens-, Freiheits- und Weihnachts-Engel strecken segnend ihre Hände aus und schmücken mit Kränzen und Schleifen Gußstahl-Kanonen, Torpedos. Hinter- lader, 5-, 6- und S millimetrisches treffsicheres, fünf Menschen schaft verheißt, sich möglichst auf zwei, höchstens drei Kinder be- schränken. Die Befolgung dieser Lampenweisheit würde den degeneriren- den Einfluß der heutigen Wirthschaftsordnung nur noch ver- stärken, und darin liegt die große Gefahr der Malthusianischen Lehre. In Frankreich, wo nicht die Befolgung einer dürren Theorie, sondern ökonomische Ursachen, nämlich die Zersplitterung des Grundbesitzes, und daraus hervorgehend die Polenzirung der bäuerlichen Habgier auf dem Lande, der kleinbürgerlichen in der Stadt, dem Zweikindersystem Eingang verschafft haben, hat dieses System wohl die Anzahl philiströser Sechsdreierrentiers vermehrt, aber nicht eine Erhöhung der Volkskraft herbeigeführt, da Starke und Schwache sich gleichmäßig jetzt den zum Sittengebot verknöcherten Forde- rungen dieses Systems unterwerfen. Es zeigt sich auch hier wieder, daß Leute, die in ihren Gedankengängen sich nicht von der heutigen Wirthschaftsordnung emanzipiren können, mit ihren fein ausgeklügelten Verbesserungsvorschlägen immer nur die üblen Einwirkungen auf das Meuschheitswohl verschlimmern, an an- derer Stelle vielleicht, als�wo sie Hand angelegt haben, aber doch stets verschlimmern. Also nicht der Malthusianismus, nicht da? Zweikinder« system bieten eine glückliche Lösung für die Fortpflanzungssrage der Menschheit. Diese Lösung ist einer Zukunftsgesellschaft vor- behalten, welche die ökonomische Sorge für die Kinder den ein- zelnen Elternpaaren abnimmt, aber diesen Elternpaaren gleich- zeitig die sittliche Verpflichtung auferlegt, nur dann und nur so- lange Kinder in die Welt zu setzen, als ihre eigene Lebenskrast Gewähr leistet, daß diese Kinder, an Körper und Geist gesund, ein reiches Menschenleben voll ausleben und dem Gemeinwesen nützliche Glieder sein können. Wenn es dazu gekommen ist, dann werden die Stimmen der heute laut schwatzenden malthusianischen Professoren verhallt sein und ihre trockenen Schriften werde» mit den Gebeinen der klugen Else vermodern. Gcwerbegericht. Ein sonderbares Lehrverhält- n i ß beschäftigte ani 19. Dezember die Kammer I. Gegen die Besitzerin eines Konsektionsgeschästs, Frau Müller, klagte Fräulein Schossow, die behauptete, am I. November als Lehrmädchen in die Dienste der Beklagten getreten und am 3. bereits wieder ent-. lassen zu sein. Klägerin beansprucht eine Entschädigung für die ihrer Meinung nach ungesetzliche Entlassung im Betrage von 25 M.; 20 M. als Entschädigung für K o st und Logis und M. als die Hälfte des mit 10 M. vereinbarten Monats- lohnes. Die Beklagte wendet ei», sie habe Klägerin nach ihrer Entlassung in Gegenwart des Polizei-Lieutenants Körnig wieder- holt aufgefordert, die Arbeit wieder anzutreten; Klägerin habe es nicht gethan, sei also„selbst gegangen". Polizei-Lieittenant Körnig, als Zeuge vernommen, weiß sich nicht zu erinnern, ob die Beklagte jene Aufforderung thatsächlich an die Klägerin hat ergehen lassen. Durch seine Vernehmung kommt die eigenthüm- liche Thatsache zumVorschein, daßderweiblicheZuschneider-Lehrling Schossow als— Dienstmädchen bei der Polizei angemeldet war. Die fragliche Aufforderung zur Rückkehr in das Arbeits- oder Dienst-(?) Verhältniß soll bei Gelegenheit eines Sühneversuchs erfolgt sein, den Herr Körnig als Reviervorstand zwischen den streitenden Parteien zu machen verpflichtet war, sosern der Streit aus einem D i e n st verhältniß entsprang. Vom Vorsitzenden über ihre Funktionen bei der Beklagten befragt, giebt Klägerin an, daß sie den ganzen Tag am Zuschneidetisch gestanden und nur wenig häusliche Arbeiten verrichtet habe, z. B. hätte sie die Arbertsstube reine gemacht. Auf das Eigenthümliche des Verhältnisses zwischen den Parteien venviesen, äußert der Zeuge Körnig:„Die Cchneidermeiftcr machen es meistens so, daß sie Dienstmädchen miethen und diese vorwiegend in der Schneiderei beschäftigen." Die Beweiserhebung ergab ferner, daß Fräulein Schossow in einem Gesindevermiethungs-Komtor engagirt wurde, daß sie 3 M., den sogenannten„Miethslhaler", beim Engagement erhielt und daß ihr gesagt winde, sie solle das Zuschneiden erlernen und „etwas m der Wirthschaft helfen". Das Gericht erklärte sich durch Mehrheitsbeschluß als unzuständig: das Verhältniß der Klägerin zur Beklagten sei ein Gesinde- bezw. Dienstverhältniß und kein Arbeitsverhältniß gewesen. DiefeAnnahme beruhe auf dem Sühneversuch durch die Polizei, aus die Zahlung und Jnempfang- nähme des„Miethsthalcrs", ferner darauf, daß Klägerin im Gesindemiethsbureau„gemiethet" wurde, daß sie wirklich Haus- dienste geleistet hat und auch ein Dienstbuch besaß. Das in diesem Prozeß enthüllte sonderbare Lohnverhältniß — und mit einem solchen hat man es hier zil thun— dürfte geeignet sein, die Beisitzer, natürlich meine ich die Arbeitnehmer. durchschlagendes Jnfanteriegewehr. Herrliches Bild! Allegori- 'ches Gemälde! Würdig eines Horace Vernet! Die Feiertage ziehen vorüber; das neue Jahr ist ange- krochen; der 9. Januar bringt uns den Reichstag wieder; die Arbeiten der Rcichsboten beginnen von Neuem; auch sie haben daS Heft, welches den Tabakarbeitern von der Regierung unter den Weihnachtsbaum gelegt worden ist, eingehend auf seinen Werth geprüft und wissen genau, wie sie sich zu diesem Entwurf zu verhalten haben. Wie wird die Entscheidung fallen? Nicht nur die Tabakarbeiter blicken gespannt auf die Verhandlungen des Reichstages; nein, die Arbeiter aller anderen Berufe sind ebenfalls in ihren Erwerbsverhältnissen bedroht; denn die Existenzlosigkeit von Hunderttausenden muß doch wohl störend und hemmend in die Erwerbslhätigkeit der anderen Branchen eingreifen. Sind doch die 80 bis 100 Millionen Arbeitsverdienst der Tabakarbeiter, der Arbeiter in den Nebenzmeigen und kleineren Betriebsinhaber nicht auf die Sparkasse, sondern in Konsnmartikeln, Lebensmittel, Kleidung, Wäsche u. dgl. m. um- gesetzt worden. Das Interesse aller Arbeiter fordert die Ablehnung dieser Steucrprofekte; es fordert auch, daß bald Klarheit geschaffen werde; dieses ewige Hangen und Bangen in chwebender Pein ist nicht mehr zu ertragen. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Heraus mit dem Flederwisch, Herr Staalsminister! sagte Grillcnberger vor einigen Tagen. Heraus aus der Ungewißheit! rufen wir alle! Wir fordern die Entscheidung. Heraus mit der Sprache, Ihr Reichsboten! Wir hoffen von Euch Ablehnung der Tabak- Fabrikatsteuer! Wir hoffen, daß Ihr jeder Mehrbelastung des Tabaks Eure Zustimmung versagt. Theilet der Regierung alles mit, was Ihr von dem Kongreß der Tabakarbeiter gelernt. An Material soll es Euch nicht schien. Wenn Ihr zum 9. Januar nach Berlin kommt, werdet Ihr ein Büchlein der Tabakarbeiter vorfinden, welches in gedrängtem Räume nach statistischen Er- Hebungen ein getreues Bild giebt von den Freuden und Leiden der Tabakarbeiter. fMit diesen� Büchlein in der Hand soll es Euch leicht werden,'die Projekte der Regierung zurückzuweisen. Doch sollte es nicht möglich sein, sollte die Regierung mit ihrer Forderung durchdringe», so werden wir auch hierauf zu ant- worten wissen; wir sind ans alles gefaßt. Wir antworten mit einem neuen Kongreß. Omega. der Kammern 1 und II näher zu beschäftigen.„Meistens" sollen eS ja nach deS Zeugen Körnig Aussage„die Schneider- meister so machen" wie Frau Müller. Unseres Erachtens bleibt ein Lehr- oder Arbeitsverhältniß ein Lehr- bezw. Arbeits- verhältniß auch unter den Formen des Dienstverhältnisses. Andernfalls ginge ja das winzig« Recht, welches die Gewerb* Ordnung den gewerblichen Arbeitern und Arbeiterinnen mit b* zug auf die Gestaltung u. s. w. des Arbeitsverhältnisses giebt, für viele Arbeiterinnen verloren, wenn wirklich„die meisten Schneidermeister eZ so machen". Und an letzterem zu zweifeln, liegt kaum Ursache vor. Jedenfalls ist den Beisitzern, namentlich von Kammer I, zu empfehlen, den Prozeß Sch. gegen 501. zu ver- werthen, wie man Erfahrungen verwerthel. Die Red.) Gewerbegericht. Kammer VII. Vorsitzender: Assessor Dr. Meier. Sitzung vom 21. Dezember. Der Droschkenkutscher Strenge klagt gegen den Fuhrherrn Veit unter folgender Begründung auf Zahlung einer Lohn entschädigung. Für seine Droschke habe er täglich K M. Pacht zahlen müssen. Am 23. Oktober früh wäre der Inspektor Wiltzke erschienen und hätte plötzlich 7 M. statt der 3 M. verlangt. Das habe er nicht zahlen wollen, worauf der Inspektor gesagt hätte Tann müssen Sie Ihr Fuhrwerk stehen lassen. Infolge dieser, einer Entlassung gleich kommenden Worte sei er, Kläger, ins Komtoir gegangen und habe sich Buch und Karte geholt. Als Zeuge wird der Buchhalter Wegner vernommen. Derselbe weiß betreffs der Entlassung nichts auszusagen. Bezüglich der Pachterhöhung führt er aus, daß vor zwei Jahren die Kutscher des Herrn Weit die Herabsetzung der bis dahin 7 M. betragenden Pachtsumme auf 6 M. durch einen Streik bewirkten. So viel er, Zeuge, wisse, habe der Beklagte jetzt, als die Winterkoupees„herausgebracht" wur- den, verlangt, daß nunmehr wieder einPnchtsatzvon? M. platzgreife. Die Folge sei die Arbeitsniederlegung von 46 Kutschern gewesen, von denen 43 wieder„antraten", um nach Rücksprache mit dem Beklagten bei 6 M. Pacht weiter zu arbeiten. Der Inspektor Wiltzki, welcher den Beklagten vertritt, behauptet, schon vor dem I. Oktober sei laut auf dem Hof gesagt worden, wer ein Koupee nehmen wolle, müsse 7 M. Pacht zahlen. Er vermag aber nicht zu bekunden, ob er auch dem Kläger gegenüber eine derartige Er- klärung abgegeben hat. Der Beklagte wurde zur Zahlung von 49M. verurtheilt. Gründe: Das Gericht sei der Meruung gewesen, daß Beklagter nicht berechtigt war, einseitig, aus einmal, die Pacht zu erhöhen. Wenn es sich auch so ver- halt«, wie der Vertreter des Beklagten behauptet, das nämlich bereits vor dem 1. Oktober die Pachterhöhung in Aussicht gestellt wurde, so habe derselbe doch nicht behaupten können und auch nicht behauptet, daß dem Kläger gegenüber es geschehen sei. Eine derartige Ansage könne also für den Kläger nicht in Be- trucht kommen; ihm sei der Vertrag gebrochen worden und sein Anspruch prinzipiell berechtigt. Das Gericht habe der Ab- Messung der Entschädigung den täglichen Durchschuittsverdienst für Droschkenkutscher, 3,30 M, zu gründe gelegt. Der Bereiter Thiem beansprucht von dem Pferdehändler Cronheim 70 M. als Lohnentschädigung für unrechtmäßige E»t- lassung. Die Klage richlet sich formell gegen die„Inhaberin" des Geschäfts, Josephine Cronheim. Der Beklagte behauptet. mit dem Kläger die Kündigung ausgeschlossen zu habe». Der Zeuge Dobrin sagt aus, in seinem Beisein habe der Beklagte mit Herrn Thiem ausgemacht, daß Thiem jeden Tag gehen könne, während Beklagter ihn jeden Sonnabend zu eut- lassen daS Recht habe. Da die Gewerbeordnung Abmachungen als nichtig bezeichnet, welche für beide Theile nicht gleiche Bedingungen festlegen, mußte die Beklagte verurtheilt werden. Die Nichtigkeit der getroffenen Abmachung schließt eben dir Giltigkeit der gesetzlichen Kündi- fl» n g S f r i st in sich. Der Kläger wurde in eine Ordnungs- träfe von 6 M. genommen, weil er trotz mehrmaliger Ver- warnung durch den Vorsitzenden mit Bezug auf den Zeugen von Lügen und Gemeinheiten gesprochen hatte., Gewerbegericht. Kammer IV. Sitzung vom 22. Dezeniber. Die Arbeiterin Petrick fordert vom Knopffabrikanten Marold 12 M. als Lohnentschädigung; sie hält sich für unrechtmäßig entlassen. Der Beklagte macht den Einwand, der Klägerin sei beim Arbeitsantritt eine Arbeitsordnung ausgehändigt worden, durch welch« die Kündigungsfrist ausgeschlossen sei; außerdem habe sie die Arbeitsordnung durch ihre Unterschrist besonders anerkannt. Die Klägerin, ein kaum 15 jähr. Mädchen, bestreitet die Aushändigung der Arbeitsordnung. Betreffs ihrer Unterschrift bemerkt sie, ihr fei daS fragliche Buch hingelegt worden, mit der einfachen Auf- forderung, zu unterschreiben. Sie habe nur die Seiten zu Gesicht bekommen, welche die Namen der Arbeiter und Arbeiterinnen enthielten. Daß vor diesen Namen das Buch die Arbeitsordnung enthalte, davon sei sie gar nicht unterrichtet worden. Die angezogene Arbeitsordnung liegt dem Gerichtshof vor. Darin ist folgender PasfuS, in den, der Vertreter des Beklagten den Kündigungsausschluß sieht, enthalten: Die Auslösung des Arbeitsver- hältnisfeS ist jederzeit statthaft. Nach der Ver- nehmung und Vereidigung zweier Zeugen fällte der Gerichtshof folgendes U r t h e i l: Eine Arbeitsordnung habe nur den Zweck, den Arbeitern eines Betriebes klar und deutlich ihre Haupt- pflichten und die im Betriebe geltenden Arbeitsbedingungen vor Augen zu führen. Der einzige Paragraph, welcher sich in der vorliegenden Arbeitsordnung der Firma Marold mit der Auf- lösung des Arbeitsverhältnisses befasse, genüge aber nicht, dem Arbeiter klarzumachen, daß er jederzeit entlassen werden und gehen könne. Selbstverständlich sei die Auflösung des Arbeitsverhältnisses jeder Zeit statthaft", wie in der Arbeitsordnung stehe; es frage sich nur, unter welchen Bedingungen. Die Kündigung sei auch eine Auf- lösung eines bestehenden Verhältnisses. Wenn der Beklagte eine Kündigungsfrist nicht gelten lassen wollte, hätte er bei sonst gleichbleibendem Inhalt der Arbeitsordnung sagen müssen:.... jeder Zeit ohne Aufkündigung u. s. w. Mit Rücksicht auf die angeführten Gründe sei Beklagter zur Zahlung von 12 Mark verurtheilt worden, obgleich durch die beiden Zeugen n a ch g e w i e s e n ist, daß der Klägerin die Arbeitsordnung aus- gehändigt wurde. Magyarische Preßsrelheit. In dem in Klausenburg ver- handelten Preßprozeß gegen den Redakteur Russu und den Heraus- geber deS rumänischen Blattes„Fora Poporulu" namens Necsa wegen des in einem Leitartikel begangenen„Verbrechens" der Ausreizung gegen die ungarische Nationalität wurden beide An- geklagte von den Geschworenen schuldig befunden. Russu wurde zu einer Freiheitsstrafe von 3 und Necsa zu einer solchen von 2 Monaten verurtheilt. Eine de« Berliner Flaschenbier-Berkauf der Brauereien betreffende gerichtlich« Entscheidung erregt in den belheiligten Kreisen Aufsehen. Den Abnehmern von Flaschenbier wird ge- wöhnlich in gedruckten Zirkularen von den Brauereien mit- gelheilt, daß die Faschen Eigenthuni der Brauerei bleiben, un- verkäuflich sind und ein Pfand für dieselben nicht erhoben wird. Gleichzeitig aber besteht gewöhnlich zwischer der Brauerei und den Flascheubier-Kuischern ein Abkommen, wonach die Kutscher für die richtige Ablieferung der aus dem Flaschenbier-Verkauf telösten Einnahmen und für die Zurücklieferung der den Kunden berlassenen Flaschen eine Kaution zu stellen haben. In einem solchen Falle halte ein Kutscher seine Stellung in einer hiesigen Braueret aufgegeben; bei der Abrechnung stellte sich heraus, daß er von den ihm übergebenen Flaschen«inen ganz bedeutenden Posten, dessen Werth den Betrag der hinter- legten Kaution erheblich überstieg, nicht zurückgeliefert hatte. Er klagte gleichwohl gegen die Brauerei auf Zurückzahlung der Kaution und die Brauerei wurde unter Verwerfung ihres Ein- wandes, daß ihr Anspruch an den Kläger sich höher belaufe als der Betrag der Kantion, zur Zahlung verurtheilt. Es ist zur Begründung namentlich auf das vorerwähnte, allgemein übliche Zirkular der Brauerei Bezug genommen und aus demselben, in Verbindung mit anderen, rechtlich erheblich erachteten Momenten des Geschäftsbetriebes der Brauerei deren Verpflichtung zur sofortigen Zurückzahlung der Kaution hergeleitet worden. Die Entscheidung ist eine erstinstanzliche. Böse Folgen hat ein ehelicher Zwist gezeitigt, welchen der Garderobier B r a n i tz k i eines Abends mit seiner Ehefrau hatte. Die Eheleute hatten ein häusliches Thema mit solchem Nachdruck erörtert, daß als Schlußeffekt eine beiderseitige Mißstimmung übrig blieb. Herr Barnitzki kannte den Spruch von altcrsher: „Wer Sorgen hat, hat auch Likör" und suchte seinen Kummer durch gebranntes Wasser zu ersticken. Er trank zum Entsetzen der Eheftau nach und nach für 80 Pf. Rum mit Ingwer herunter, dann verließ er barhäuptig die Wohnung, um unten vor der Thür Lust zu schnappen. Unten traf er lustige Gesellschaft, mit welcher er noch verschiedene Biere vertilgte. Sein Thatendurst war dadurch sehr hoch gestiegen und er machte demselben in unvcrant- wortlicher Weise Lust. Das alte Ehepaar Barkel, welches in der Brunnenstraße ein Tanzlokal besitzt, war kurz vor Morgen- grauen nach dem Schluß des Geschäfts auf dem Heimwege begriffen, als es an der Ecke der Elsasserstraße aus den ihnen gänzlich unbekannten Brauitzki stieß. Dieser vertrat der alten Frau Bartel den Weg und gab ihr wiederholt zu verstehen, daß er der„Nachtwächter" des Bezirks sei. Er wurde aufgefordert, den Weg frei zu lassen, that dies aber nicht, sondern ließ sich von einem seiner Zechgenossen einen dicken Spazierstock zureichen, mit dessen Krücke er die alle Fran wiederholt heflig auf den Schädel schlug. Das Blut rann sofort herunter, Frau Bartel fiel in Ohnmacht und der Schläger wurde durch einen herbeigeholten Nachtwächter zur Polizeiwache gebracht. Barnitzki stand gestern unter der Anklage der gefährlichen Körperverletzung vor dem hiesigen Schöffengericht und hatte eigentlich nur die eine Eiltschuldigung: daß er sehr betrunken gewesen sei. Die Augenzeugen des Vorfalls hatten von einer sinnlosen Trunken- heit des Angeklagten nichts gemerkt und das Überfallene Ehe- paar konnte sich sogar von der Ueberzengung nicht los machen, daß es in Wahrheil auf einen Raubanfall abgesehen gewesen seih dieser Meinung mar nun allerdings der Staatsanwalt nicht, er wollte aber bei dieser Rohheil einer alten Frau gegenüber eine nachdrückliche Strafe angewendet wissen und beantragte sechs Monate Gefängniß.— Rechtsanwalt Dr. Rich. Wolfs machte aus der offenbar vorhanden gewesenen Trunkenheit des Angeklagten Milderungsgründe geltend. Der Gerichtshof erkannte solche nicht an. Der Borsitzende verkündete die einstimmige An- sicht des Schöffengerichts dahin, daß, wenn solche Rohheiten verübt werden, Trunkenheit nicht als Milderungsgrnnd ange- sehen werden könne. Wer eine rohe Natur habe, solle sich nicht betrinken oder müsse seine Handlungen voll verantworten, denn das harmlos die Straße passircnde Publikum sei nicht dazu da, um als Versuchsobjekt für d>e Radaulust angetrunkener Menschen zu dienen. Der Gerichtshos verurtheilt« den Angeklagten zu drei Monaten Gefängniß. Die Chambregarnisten. Im gewöhnlichen Leben mochte sie eine ganz gute Frau sein. Jetzt schössen ihre Augen aber Blitze, ihre Hände ballten krampfhaft das Taschentuch und„ein Thränlein hing ihr an der rothen Wang'". Ihre Erregung war begreiflich, sie befand sich auf der Anklagebank.„Zum erste» Mal in meinem Leben, Herr Jerichtshof, und denn so jerade vor't Weichnachtsfest!" jammerte sie auf Befragen. Und nun kam die Thräne ins Rollen und ihr folgten andere nach.— Vors.: Frau Schulze, beruhigen Sie sich nur, die Sache ist nicht so schlimm. Sie sind der Sachbeschädigung beschuldigt und wohl auch geständig?— A n g e k l.: Aber ick bestreite, det ick jewußt habe, det det Zeichs noch zu jebrauchen war. Un wejen solche Sache muß ich hier uf't Kriminal?— Vors.: Ja, das ist nun mal nicht anders, der Chemiker S. hat Straf- antrag gegen Sie gestellt. Er war ja wohl Ihr Chambre- garnist?— A n g e k l.: Un wat for eener! Mir soll wieder eener kommen, det er bei mir mielhen will, die Treppe schmeiß ick ihm run, det er die Beene nach'n Himmel kehrt. Wat habe ick für Erfahrungen mit die Chambrejarnisten zehalt! Da is't Ende von weg.— Vors.: Uns interessirt nur, was Sie mit dem Chemiker S. vorgehabt haben.— A u g e k l.: Herr Präsident, et jiebt drei Sorten von Schamber- jarnisten. Die ecne Sorte tritt bramsig uf un hat Jeld un bezahlt ooch— wer Jeld hat, is inuner bramsig, Herr Präsident— un die behandeln eenen so, als wenn man ihr Dienftmächen wäre. Manchmal bezahlen se aber ooch nich. Denn is da noch 'ne zweete Sorte, die merschtendeels zu'n merkantilen Handelsftand jehören, die sind ja höflich, indem sie immer keene Stellung haben, die Miethe schuldig bleiben un mit eenem Male wegbleiben. Die dritte Sorte sind die Studenten und det sind die schlimmsten. Bezahlen thun sie eenen nich, aber die halten ihre Wirthin für eene Art Julinsthurm un pumpen ihr obendrin an. Wenn ick davon— Vors.: Aber Frau, halten Sie uns doch hier nicht einen Vortrag über die Chambregarnisten, wir haben doch nur mit dem Chemiker zu thun.— A n g e k l.: I» meinen Leben nehme ick keenen Chemiker wieder, det will ick mit bloße Knieen uf'n schwarzen Deckel beschwören. Als er bei mir mielhen dhat, hatte ick ja keene Ahnung, wat en Chemiker is, er sprach von seinen Torten, ob die ooch Platz in't Zimmer hätten un det er Schwefelstoffe machen dhäte, wobei die Fenster offen sind müßten, aber wat kennt'ne olle ehrliche Frau von so'ne Jeschichten? Also ick nehme ihn an. Den ersten Dag jing Allens jnt. Aber gegen Abend höre ick«en Bums in seine Stube, det det janze Haus zittert un det wieder- holt sich noch drei Mal. Die Nachbarin von unten kömmt ruf un beschwert sich, ihre Kinder wären ufjewacht und schrieen un wat det for en fürchterlicher Lärm wäre. Ick ieberrede ihr. det sie mit in seine Stube rin jeht und nachsieht, wat da los ist. Ick kloppe an un er ruft ooch„Herein"! Als wir aber jerade die Thüre ufgemacht haben, kömmt uns en Knall entgegen, det wir beede laut ufschreien. Herr meines Lebens! sage ick. Herr S. wat bedeutet det? Un er sitzt uf'n Kanapee und lacht und sagt, det det eene eijene Erfindung von ihm wäre. Un denn zeigt er uns eene Maschinerie bei'» Ofen, mit'n Stock un eenen Bindfaden uu eenen mächtigen Ziegelsteen, der daran bammelte. Un denn hatte er noch eenen anderen Bindfaden, der wurde anjestochen un wenn der bis an den ersten Bindfaden hinjebrannt war, dann brannte dieser durch un der Steen fiel vier Fuß hoch runter uf'ne eiserne Platte un Sie können sich denken, wat det für'n Spektakel machte. Un ick fragte ihn. wat der Mumpitz zu bedeuten hätte, wodruf er mir erklärte, det der Bindfaden jerade vier Minuten brennte un wenn er ihn anstecken dhäte, denn dhäte er ooch die Eier, wo er alle Abend äße, in det kochende Waffer un wenn denn der Steen fiel, denn wären sie weech un er könnte det nich ver- passen. Un er war janz stolz uf seine Erfindung, wo er»en Patent uf nehmen wollte. Na, ick stoße ihn denn nu derbe Bescheed, un er solle seine Eier ohne Bums un Skandal kochen. Det hatte ihn nu etwas verschnupft. So nach en Dagener achte komme ick von't Jnholen nach Hause. Slls ick in die Hausthür rtnkomnie, denke ick, ick muß lang hinschlagen. Mir kam en Duft entjejen, wo der dollste Jestank Wohljeruch jejen is. Det roch, als wenn eener Rühreier aus zehn Mandeln faul« Eier macht. Der Jeruch kam aus dem Chemiker seine Stube. Na, denke ick, det is der Dank, weil er keene Eier kochen derf. Ick rin bei ihm un da steht er mang allerlei Gläser nn Bütteln un kocht wat ieber die Spiritus- lampe, wat eenen jräulichen Jestank verübt.„Ja, meent er, un lacht, det is der sojenannte Schwefelstoff, der hat immer son bisken apartigen Jeruch an sich. Natürlich hielt ick mir die Reese zu un kündigte ihn uff Kie Stelle. Nu fing er an. mir zu ärgern; Jott soll mir bewahren, wat jiebt det doch für � allerhand Jeruche in die Welt. Eines Morgens wurde mir de�' zu voll un als er fortjegangen war. jehe ick in seine Stube rin Als wenn eener in eene lebendige Leichenzruft kömmt. Luft un Athen: blieben eenem weg. Un wat sehen meine Oogen? Uff die Fensterbänke liegen een dodet Karnickel, zwee todre Mäuse un zwee dodte Frösche. Nu wurde ick falsch un ick habe nich nur sämmtliche Leichen, sondern ooch den sauberen Herrn seine sämmtlichen Torten un Buddeln un Röhren un wat er da Allens liejen hatte, zum Fenster rausjeschmissen.— Vors.: Das dursten Sie eben nicht. Sie haben dem Manne einen großen Schaden zugefügt.--- A n g e k l.: En halbes Dutzend dodte Mäuse un en ollen Karnickel will ick ihm jerne wieder- jeden un ooch die Padde, wenn er warten will, bis welche reif sind. Muß ick meine Wohnung denn zu'ne Privat-Leichenhalle machen lassen?— Vors.: Sie hätten sich an die Polizei wenden sollen.— A n g e k l.: Ick habe mir jar nich mal wat dabei jedacht, indem mir vor Wuth die Jeistesjejenwart abhanden jekommen war.— Vors.: Das werden wir bei der Straf- abmessung berücksichtige». Frau Schulze soll 5 M. Strafe zahlen. Die angebliche Vernrtheilnng eineS Gastes wegen Entwendung dreier Streichhölzer hat am Sonnabend den Gastwirth Herrn Georg Kampmeyer, Lübekerstr. 50, Moabit, zn uns geführt. Herr Kampmeyer macht geltend, daß es einem Wirth Namens Kampfmeyer, der als Denunziant genannt wurde, überhaupt nicht in Berlin gebe und daß somit vielfach er selber als der betr. Uebelthäter angesehen worden sei. Die betreffende Nachricht habe ihm daher erklärlicher Weise inancherlei Schaden zugefügt. Wir schenken selbstredend gern der Versicherung des Herrn Kampmeyer Glauben, daß er seinen Gästen nicht mit solchen gemeinen Denunziationen kommen werde und verössenl- lichen ebenfalls hiermit seine Erklärung, daß er mit dem als Denunzianten aufgeführten Wirth nicht identisch ist. Verlnintttlungeit. Der Fachverein der Holz- und Bretterträger hielt am 17. Dezember eine Mitgliederversammlung ab. Die Versammlung beschloß zunächst für das nächste Vierteljahr den monatlichen Beitrag von 50 Pf. auf 25 Pf. herabzusehen. Ferner wurde§ 3 des Vereinsstatuts, welcher besagt: Das Organ des Vereins ist das in Braunschweig erscheinende Vereinsblatt und erhalten die Mitglieder dasselbe unentgeltlich, gestrichen. Der Maskenball findet am 20. Januar statt. Die Freie Vereinigung der Zivil-BerufSmustker hielt am IS. Dezember eine Generalversammlung ab. Zum 1. Punkr der Tagesordnung erstattete im Namen der Revcsoren Kollege Kummer in aussührlicher Weise Bericht über die Verwaltung des Vereinsvermögens. Hierauf werden die Kollegen Kinne, Hoch und Linde»berg zu Revisoren, Kollege G. Schoners zum 1. Schriftführer und Kollege G u t s ch m i d t als 2. Schriftführer gewählt. Sodann erstattet der Arbeitsnachweis-Vorsteher Kollege Voigt Bericht über seine Thätigkeit. Im 4. Quartal sind 62 Musikaufträge abgeschlossen(für den Gesammtlohn von 2754 M.), woran 388 Kollegen betheiligt waren. Für das erste Vierteljahr 1894 wird Kollege T a u s e n d f r e u n d als Arbeits- nachweis-Vorsteher gewählt. Eine Angelegenheit Zehlicke kontra Vorstand, zu welcher ein Schiedsgericht gewählt wurde, findet nach längerer Debatte keine Erledigung. An der Anmanistirchen«»metnd», Nommandancenftr. 7», hält am l. WeihnackitZf-ierlag,«ormtttags Uhr, Herrft-l»«r i« Aerltn. Montag, den Dezember(t. W-ihnacht»lei«rtag>. Abend»« Uhr:«emuthttche» Beisammensein. verbunden mit Weihnachtsfeier und Kinderbescherung in Bot»' �Mittwoch Ä Dezember l»«». Abend« Uhr, im Kommandanten- «..»nacht, f-i-r.-»,. im Restaurant Alb-ri, LandSbergerstr. S3, rechte««ereinSzimmer:«t. Familienabend. Um 0 Uhr: WeihnachtS-Berloofung. Tanztränzchen. Uheaterverei»„iluiliiira". Dienstag, den ae. Dezember 18»»,, Uhr Sitzung.« Uhr Zheater-Vorstellung. Tan,. Äorlräae bei �ller,«atserstr. U. Geselliger Merein..Aertssa". l. Wethnachlsfeiertag: Fidelita, und ll Adalberlstr. ai. Anfang 5 Uhr.__ «adatlarbeiter und«at-akarbriteriu»,«. Mittwoch, den-7. Dezbr. (z We>h»acht«feierlag>, Vormittags i» Uhr, bei Bötzow, Bor dem Prenzlauer Tbor: Grobe öss-ntliche Bersammluug.. � m, Kauchklut,„tsiserne pfeife". Mittwoch und Sonnabend bei Wetnerl, Adotvbstr. 2o, Adend»» Uhr. �„...._, Steet-ellaise»on Arbeitern der Seriinrr Waschinenbau- Putten Gesellschaft. Heute AUerstr. 123 bei Tiümte und Siallschretberstr.«8 det " u,rg„jigun««»»r»in ,,Frat»r»it««", l. Feiertag,« Uhr, im König- stadt-Kastno Holzmartistr. 72 u.»ieranderstr. 2l: Tan», Bortrüge, Berioofung. Eilltritt:.Herren 26 Pf., Dnmen frei..... »riunt-DsseatergeseUschaft..Pomelia" bei Gründer«, Köpntilerftr. loo. « Uhr: Hu»,ortst>lck>e Sitzung mit Damen, Ftdelita«,«mertkantsche Auktion, " pcraniigungover.in..Etuigsseit". Nachmittag« 3 Uhr:«itzung bei Bachmann, DreSdenerstr. 45. Am 1. Feiertag: Kränzchen im Englischen Hof, 31 6 j|l« 06t1 ügaag•»» r»> n �«,s.Ui,k»ii". 2. WethuachiSfetertag,» Uhr. im Restaurant Belvedere, Siralauerbrücke: Tanz und Vorträge. Freie Vrmeinde in Zlirdsrf. Oeffemltche Versammlung für Männer und Frauen am Montag, den 26. Dezember, Nachmittags 4* Uhr, in der Neuen Welt(Hasenhaide). Tagesordnung: Freie Weihnachten. Referent: Waldeck Manasse.(WeihnachlSfest.) Vevitrilthkes� Wanderuug de» Nordpols. Nachdem vor einigen Jahren aus der Berliner Sternwarle beobachtet und durch besondere Exveditionen sicher gestellt war, daß die Erdaxe, die wir bisher als unverrückbar fest iin Räume liegend augesehen hatten, nichl unbedeutende Schwankungen ausführt, hat sich jetzt herausgestellt, daß der Nordpol seine Lage fortwährend ändert.� Bei gc- naueren Prüfungen der geographischen Breite europäischer und amerikanischer Nationen hatte sich herausgestellt, daß in Amerika die Breite beständig zu-, in Europa beständig abnimmt; das war nur dadurch zu erklären, daß der Nordpol sich regelmäßig von Europa entfernt und Amerika nähert. Nun unternahm man systematische Messungen und fand, daß der Pol in der That, unzesähr der Richtung der Westküste Grönlands folgend, wandert, und zwar ist der Betrag dieser Südwest- Wanderung gar nichl so unbedeutend: er beläuft sich auf vier Fuß im Jahre. Neben der astronomischen hat diese Entdeckung aber noch eine andere Bedeutung. Man hat im hohen Norden, im ewigen Eis, vielfach Ueberbleibsel von Pflanzen und namentlich auch von Thieren gefunden, die nach ihrer ganzen Organisation nur in tropischem Klima epistiren können, und deren heat lebende Verwandte in der That nur in der Nähe des Aeyuators vorkommen. Diese alten Funde hatte man nun ge- wöhnlich durch die Annahme erklärt, daß zu der Zeit, in welcher jene Thier« und Pflanzen lebten, die Abkühlung der Erde noch erheblich weniger fortgeschritten war, als sie«S heut ist, dergestalt, daß es damals in Grönland und Spitzbergen so heiß war. wie heut am Congo. Nach der Beobachtung der Wanderung des Nordpols braucht man diese Erklärung nicht heranzuziehen, so»dern es ist wohl möglich, daß die im Norden gefundenen Ttiere und Pflanzen zu einer Zeit lebten, in der die Abkühlung der Erde im Wesentlichen denselben Grad hakte, wie heut, und doß auch jene Thier« und Pflanzen in der Nähe des Aequators lebte», nur ging damals der Aequakor nicht dort entlang, wo er flch heut befindet, sondern er ging durch Sibirien und Grönland. DER INDU Arbeiter Genossen! Kauft nur( Cigarren mit der Kontroll marke der Tabakarbeiter. the Nachfolgend verzeichnete Fabrikanten und Händler führen nur Cigarren Kontroll- Schuhmarke der Ta bakarbeiter. mit der Händler können nur veröffentlicht werden, wenn dieselben ausschließlich Waare mit Schuhmarke führen, jede andere Beröffentlichung beruht auf Täuschung S. * Wilhelm Börner, Ritterstr. 108. H. F. Dinslage, Kottbuserstr. 4. R. Fiebig, Böchftr. 21. Carl Werner, Gerichtstr. 25. May Weidner, Hochstr. 46. Rosenthaler Vorstadt. Reinhold Anders, Streliherstr. 45. Guft. Lochmann, Brandenburgstr. 82. Carl Basemanu, Prinen- Allee 57. Otto Leh, Schönleinstr. 17. Michaelis, Alerandrinenstr. 40, $. G. Schmidt, Gräfeftr. 68. Carl Schonheim, Gräfeftr. 8. Julius Stark, Schönleinstr. 10, SO. Das der Neuzeit ents ( prechend eingerichtete, feit 16 Jahren bestehende, große 5. Baumgarten, Swinerhtünderstr. 48. Franz Döring, Ruppin erftr. 21, R. Gefelle, Ruppinerstr. 19. Gustav Hennig, Colonieftr. 147. August Sirte, Swinemünderstr. 67. Emil Höhne, Ackerstr. 89. Joseph Hufam, Grünthalerstr. 9. Louis Knoch, Grünthalerstr. 5. ffler, Badstr. 42-43. B. Moritz, Bernauerstr. 18. F. Stern, Putbuserstr. 42. Albrecht Steinide, Stralsunderstr. 23. Hermann Vogel, Demminerstr. 62. C. Walter, Hussitenstr. 85. Max Winkelmann, Ackerstr. 153. Georg Wolter, Ackerstr. 58. H. Zechert, Putbuserstr. 37. Carl Abert, Bücklerstr. 6. and Behuke u. Kinkel, Schmidstr. 21. Carl Böhlert, Mariannenstr. 5. G. Carl, Admiralstr. 25. 6. Fischer, Staligerstr. 128. George, Mariannenstr. 35. E. Getschmann, Görligerstr. 68. Theodor Goecke, Wrangelstr. 125. E. Godda, Manteuffelstr. 8. A. Kunze, Forsterstr. 2. desal. Grünauerstr. 34, Lobbes, Adalbertstr. 58. * Wilh. Mertens, Cuvrystr. 34. Otto Röhl, Sorauerstr. 10. Carl Schindler, Görlitzerstr. 53-54. Christ. Schneider, Köpnickerstr. 26a. Theodor Stampehl, Mariannenstr. 26 Stübuer, Reichenbergerstr. 157. Herm. Wicht, Dresdenerstr. 16. SW. W. Kinhel, Alexandrinenstr. 103. * Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. E. Schulze, Friesenstr. 23. 0. Uhrenund Goldwaaren Schönhauser Vorstadt. Wilhelm Brall, Swinemünderstr. 4. C. Herm. Diet, Pappel- Allee 2. Johann Hahn, Fehrbellinerstr. 3. Rudolf Maguns, Weinbergsweg 10. Lorenz Heidemann, Danzigerstr. 10/18. 2. Malkowik, Kastanien- Allee 95/96. $. Mehnert, Diedenhofenerstr. 3. Gustav Pinner, Trešdowstr. 32. Aug. Schönfeld, Danzigerstr. 16 Lager von W. Lindemann, Heimstraße 24, empfie in von Gigarren und Cigaretten Alle Sorten Tabake. 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An die Handels- Hilfearbeiter Deutschlands, at Geschäfts, Haus- und Komtoirdiener, Martt belfer, Bader, Speicher, Speditions und Rellerarbeiter, Geschäftstutscher und per wandte Berufsgenossen! Kollegen! Unsere Prinsipale schließen sich zur Wahrung ihrer Interessen in Vereinigingen zusammen, sie wiffen ganz genau, daß man den Kampf ums Dasein heutzutage nicht vereinzelt führen kann. Die Be strebungen ihrer Organisation dienen, wie dies der nicht enden wollende Kampf um die Verlängerung der Sonntagsarbeit schlagend beweist, lediglich der Uebervortheilung ihrer Arbeiter Sonntag, den 24. Dezember 1893. " " 2013 10. Jahrg. Berufsgenossenschaft Berufung eingelegt hatte. Von der königlich preußischen Gewerberäthe für 1892." In dem dem Termine Termine der mündlichen Verhandlung solle er neulich von uns zitirten Auszug aus diesem Bericht, den das so heißt es dort in Kenntniß gesetzt werden. Deutsche Wollengewerbe" in Grünberg bringt, heißt es zum Bis heute, nach 16 Wochen, ist der betreffende Arbeiter Schluß: noch ohne jeglichen Bescheid geblieben. Wir sind über die Ver- Die Vortheile, welche sich für den Arbeitgeber(!) aus hältnisse des Gesuchstellers nicht näher informirt. Höchstwahr der Schaffung gesunder und billiger Arbeiterwohnungen nicht scheinlich aber werden es keine glänzenden sein; wenn er nun allein in petuniärer Beziehung, sondern auch dadurch ergeben, als Invalid, arbeitsunfähig, 16 Wochen warten muß, ehe nur daß die Arbeiter feßhafter werden, kennzeichnet der Gewerbefeine Rentenansprüche geregelt, so fann er unter Umständen dem Inspettor in Düren folgendermaßen: bittersten Elend verfallen. Sollten hier nicht genug Beamte vorhanden sein. Die Höhe der Verwaltungskosten läßt dies doch faum annehmen. Leinwandweberei Es brauchen voraussichtlich im laufenden Betriebsjahr nur 50, also gegen den Durchschnitt der beiden ersten Betriebsjahre - 50= 137 Personen weniger angelernt zu 164211 2 13 700 . • " Eine große Weberei hatte unter starkem Wechsel des Arbeiterpersonals zu leiten. Im Betriebsjahr 1888/89 mußten infolge Wechsels der Arbeiter 164 Personen angelernt werden, im BeZur Errichtung eines Arbeitsnachweis- Bureaus ge- im Betriebsjahr 1890/91( Bau von 17 Wohnhäusern) 112 Pertriebsjahr 1889/90( Bau eines Mädchenpensionats) 211 Personen, Wenn nun schon das Unternehmerthum heute troß seiner wirth von 800 M. unter der Bedingung, daß Arbeitnehmer feine Gefonen, im Betriebsjahr 1891/92 54 Personen. schaftlichen führt, wie soll dies erst der hilflose, einzelne Hilfsarbeiter verbühren für Arbeitsvermittelung zu zahlen haben. mögen ohne Vereinigung? Die Bäckergesellen Madrids beabsichtigen die Arbeit Die Arbeiter der Industrie haben längst erkannt, daß sie niederzulegen. Die Mainzer Stadtverordneten Versammlung beabnur vereint eine Macht bilden, die seitens des Kapitals respektirt sichtigt, sich mit der Frage der Arbeitslosigkeit zu beschäftigen. werden. Da nachweislich das Anlernen einer Person der werden muß; sie haben sich deshalb in Berufsorganisationen zusammengeschlossen, um das gemeinsame Interesse auch ge. Es wird geplant, eine Herabsetzung der Arbeitszeit der bei dem Weberei etwa 100 m. foftet, ergiebt sich aus dem Umstand, daß meinsam zu wahren. Nicht so die Arbeiter im Handelsgewerbe. städtischen Straßenbau und den Reinigungsanstalten beschäftigten in 1 Mädchenpensionat und 17 Wohnhäusern den Arbeitern gute meinsam zu wahren. Nicht so die Arbeiter im Handelsgewerbe. Tank ihrer langen Arbeitszeit und miserablen Lebenshaltung ist Arbeiter von 10 auf acht Stunden einzuführen; diese soll indeß Wohnungen geboten wurden, die sie an die Arbeitsstelle feffeln, eine jährliche Ersparniß an Betriebskosten von es ihnen bisher nur mit verhältnißmäßig geringem Erfolg ge- nur vom 1. Januar bis 1. April Platz greifen. lungen, sich in Fachorganisationen zur Wahrung ihrer Interessen Die Lage der Weberfamilien in der Niederlanfit 137 x 100= 13 700 m. Das Mädchenpensionat kostete 29 000 m. zusammenzufinden. Diese Arbeiter bilden heute infolge dessen wird illustrirt durch eine Zuschrift an die„ D. W." aus Linde Die Wohnhäuser fofteten 17 x 3500: 59 500 unbewußt einen fortwährenden Hemmschuh der Bestrebungen der rode, welche befagt: Der Grund und Boden kostete Einer traurigen Zukunft blicken die hiesigen zahlreichen 8.000 organisirten Arbeiter. Ihr Indifferentismus ist ein willkommenes Werkzeug der Reaktion, sie sind es großentheils, die bei Streits Leinwandweberfamil en entgegen. Da in früheren Jahren die Summa 96 500. die Lücken der Kämpfer ausfüllen. Dem muß, unserer Ansicht Nachbarstadt Sorau für die hierselbst und in den umliegenden Die Zinsen dieses Kapitals zu 5 pet. betrugen 4825 M. nach, endlich kräftig gesteuert werden. Zu diesem Behufe hat die großen Dörfern gefertigten Leinenwaaren ein gutes Abſatzgebiet Die Miethe je eines Wohnhauses für eine Familie beträgt 96 M. unterzeichnete Agitationsfommission einen Kongreß sämmtlicher bot, haben fast sämmtliche Grundbesizer ihren Erwerb in der oben bezeichneter Hilfsarbeiter im Handelsgewerbe zu Pfingsten Leinenindustrie gesucht und die Landwirthschaft, welche bei dem jährlich. Die 80 Mädchen zahlen für Wäsche und Schlafen ( 13. nnd 14. Mai) nächsten Jahres nach Halle a. S. einberufen. fast durchweg schlechten Ackerboden nur färglich ernährte, auf- wöchentlich 0,30 M. Der Ertrag der Häuser ist demnach Der Zweck dieses Kongreffes ist, eine tüchtige Berufs- gegeben. Auf diese Weise ist fast der gesammte Grundbesiz der jährlich: ( 1796)+( 80 x 0,3 x 52)=... 2870 m. organisation für die genannten Arbeiter zu schaffen, sowie zur hiesigen Familien in die Hände der großen Grundbesitzer übergeplanten Sozialreform der Regierung, betreffend die Arbeits gegangen, so daß es gegenwärtig in unserem Drte allein fünf ersten Jahre des Beſtehens also: Die gesammte Betriebsersparniß der Fabrik beträgt gegen die verhältnisse im Handelsgewerbe, Stellung zu nehmen. Soll dies große Rittergüter giebt. In den letzten Jahren hat ( 4825-2870) 11745 M. erreicht werden, dann ist vor allem nöthig, daß die Kollegen sich nun in der ein gewaltiger UmDie Großindustriellen Sorau's haben( 17 X 96)+( 80 X 03 X 52) ist 2880 statt 2870. Der Ge wobei noch ein Rechenfehler von 10 M. untergelaufen ist, denn allerorts sich mit der Agitationskommission in Verbindung setzen. schwung vollzogen. sämmtlich mechanische Webereien eingerichtet und Da nun aber, wie die Erfahrung lehrt, unsere Berufstellegen fast fämmtlich besonders in kleinen Orten infolge ihrer miserablen Arbeits- können die Waaren bedeutend billiger herstellen, als die kleinen winn des Fabrikanten beträgt also noch 10 m. mehr. Daher der Name Wohlfahrts Einrichtungen". verhältnisse, relativ wenig Verständniß für die Aufgaben der Weber in der hiesigen Gegend. Während die Aktiengesellschaft modernen Arbeiterbewegung besigen, so appelliren wir an das Mechanische Weberei Sorau" ihren Aktionären im vorigen Weshalb die Arbeiter keine gefunden Wohnungen Solidaritätsgefühl der organisirten Arbeiter der Industrie; Jahre ere Dividende von 10 pCt. auszahlen konnte, find die haben können, erfahren wir durch Herrn Polizeirath Frey in Pflicht dieser ist es wohl, uns hilfreiche Hand zu leisten, den In Löhne de Handarbeiter aufs Aeußerste gedrückt. Schlimmer als Darmstadt, welcher gelegentlich der Berathungen des Darmdifferentismus der Arbeiter im Handelsgewerbe beseitigen zu dies abe ist für die letzteren der Umstand, daß sie sich fast städter Orts- Gesundheitsraths erwähnte, daß die Befürchtung helfen. Die örtlichen Gewerkschaftskartelle ersuchen wir ganz sämmtl) in der Hand eines einzigen Fabrikanten befinden, und laut geworden:" Die Eingriffe in die Verhältnisse der Hauszufämmtl besonders, sich, falls noch keine Organisation unferes Berufes am sobald uch dieser eine Fabrit anlegt, würde vielen Hunderten eigenthümer habe ein rasches Steigen der Miethspreise zur Folge Drte besteht, unserer Kollegen anzunehmen und ihnen mit Rath armer deberfamilien der Absatz ihrer Waaren unmöglich sein. und dadurch werde eine Preissteigerung der Wohnungen verund That zur Seite zu stehen. Alle derartigen Anstrengungen In antracht der traurigen Lage sind die hiesigen Weberfamilien ursacht." Dies müßten allerdings die Ausführungsbeamten zu müssen der Gewerkschaftsbewegung im allgemeinen nüßen. bemüt den Rest ihrer Ländereien wieder zu vergrößern, um verhüten suchen.( Aha!) Die wirthschaftliche Seite des GegenWir sind gerne bereit, auf alle diesbezüglichen An- wenig ens durch deren geringen Ertrag vor dem Verhungern standes dürfe bei der Behandlung der hygienischen Gesichtspunkte fragen eingehendste Antwort zu ertheilen resp. das nöthige bewat zu sein. nicht außer Acht gelassen werden; es sei auf eine Verbesserung Agitationsmaterial zu senden. Da der beabsichtigte Kongreß für fa schwach zur Arbeit. Unsere herrlichen Zustände haben der Miethswohnungen ohne Bertheuerung hinzuwirken. Wir die gewerkschaftliche Bewegung der im Handelsgewerbe be es so eit gebracht, daß ein großer Theil Arbeiter von den Wohl- sind doch gespannt darauf, was nach obigen Ausführungen des schäftigten Hilfsarbeiter von grundlegender Bedeutung ist, so ist thaten, sie ihnen nach langem Drängen die herrschende Klasse Herrn Polizeiraths aus dem Kindlein werden wird? Wohl- Herrn Polizeiraths aus dem Kindlein werden wird? es Pflicht jedes Berufsgenossen, Sorge zu tragen, daß derselbe darzubieten. gebenft, gar keinen Gebrauch mehr machen kann. Zum Juvaliditäts- und Alters- Versicherungsgeseh. seine Aufgabe voll und ganz erfüllt und von allen Orten, wo das Maheimer Liefbau Amt hatte 66 A 66 Arbeitslose ein- Quittung smarten. Ein Arbeiter hatte eine Anzahl Berufskollegen vorhanden ist, auch beschickt wird. gestellt, sec davon fanden sich jedoch nur am Arbeitsplaße ein. Quittungsfarte einige von seinem Arbeitgeber für ihn einaus seiner Jeder Handels- Hilfsarbeiter, der mit uns auf dem Boden des Mit vielen Behagen drucken die Blätter der Bourgeoisie diese geklebte, aber nicht entwerthete Beitragsmarken abgelöst und Klaffentampfes vorwärts streben will, fei uns auf dem Kongresse Nachricht d, womit fie offenbar nachweisen wollen, wie fürsorg- einem Dritten zum Kauf angeboten. Er wurde in allen Inherzlich willkommen. Diese Aufforderung ist zugleich als lich die 2 fhenden und wie undankbar die Arbeiter sind. Die stanzen von der Anklage der Unteafchlagung freigesprochen; offizielle Einladung zum Kongreß zu betrachten. Alle Briefe, Nachricht schweigt jedoch, welche Beschäftigungsart die Arbeiter ebenso wenig wurde angenommen, daß er sich eines versuchten Anfragen 2c. find an E. Kaßler, Berlin E., Burgstr. 18, zu richten. vorher hen und es erregt dies in uns einen begreiflichen Ver- Betruges schuldig gemacht habe. Denn die Marken seien durch Die Agitationstommission der Hausdacht, den wenn Kaufleute, Schneider, Friseure und Kellner, die durch das Einkleben Bestandtheil oder doch Zubehör der Geschäftsdiener und verw. Berufsgenossen jett masseft arbeitslos find, als Grundarbeiter bei Kanal- Quittungskarte und damit Eigenthum des Versicherten geworden. Deutschlands. bauten eingellt werden sollen, so ist das gleichbedeutend, wie Andererseits wäre auch durch den Verkauf der bereits verwendeten Alle Arbeiterblätter werden um Nachdruck gebeten. wenn man dem Kanarienvogel zumuthete, er solle Milch geben. Marken weder der Käufer, noch der Arbeitgeber, noch die VerBehörde, als an den Arbeitslosen. Diese Armen sind durch des Königl. Schöffengerichts zu Breslau vom 14. Mai 1892, der Die Schuld er Arbeitsverweigerung liegt somit mehr an der sicherungsanstalt an, ihrem Vermögen geschädigt worden.( Urtheile lange Arbeitssigkeit törperlich so ausgemergelt, durch das II. Straffammer des Königl. Landgerichts ebenda vom 4. Juli andauernde Eid aber auch oftmals geistig und moralisch so 1892 und des Straffenats des Königl. Oberlandesgerichts ebenda gedrückt und aestumpft, daß es uns allerdings auch erklärlich vom 7. September 1892.) ist, daß es wo auch einzelne geben mag, welche schließlich die " Au alle Gewerkschaften Deutschlands! Um den vielen falschen Gerüchten entgegenzutreten, die auch besonders vom Schuhmacher Fachblatt" gegen unsere Streitbewegung in Umlauf gesetzt werden, sehen wir uns veranlaßt. folgende Dar stellung den organisirten Arbeitern über unsere Bewegung zu geben: G3 find über 200 Mitglieder im Verein der Zwicker und Luft zur Arbeit verlieren. Dafür kann aber nur die herrliche Freunde erworben; ganz Prenzlau hat durch irrthümliche Perufsgenossen und wir können versichern, daß 4/5 der Mitglieder" Ordnung" verotwortlich gemacht werden, in der wir leben. streng zur Partei halten. Um unsere Berufsgenossen zur Organisation # Mark, Das schöne Klebegesetz hat sich wieder einmal viele Auffassung der behördlichen Bekanntmachungen falsch geklebt". heranzuziehen, faben wir uns genöthigt eine eigene Organisation An Zöllen nd gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern, Anstatt 24 Pfennig- Marten hat man solche zu 20 Pfennig verzu gründen, weil unsere Kollegen zu einer anderen Organisation sowie anderen Enahmen im Deutschen Reiche sind für die Zeit wandt. Diese wurden nun vom Revisor als ungiltig vernichtet vorläufig nicht zu gewinnen waren. Wenn nun in der Organi- vom 1. April 18 bis zum Schluß des Monats November d. I. und müssen als Ersatz 24 Pfennig- Marken aufs neue eingeklebt sation persönliche Gehässigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zur Abschreibung langt: 3ölle 238 936 088 m.( gegen denselben werden, An einzelnen Stellen find 100-800 Marken vernichtet vorhanden find, so sind wir trotzdem nicht berechtigt, die Leute Beitraum des rjahres 22 655 267 m.), Tabaksteuer worden. Das wird wieder viel Begeisterung für die„ Krönung deswegen auszuschließen. Diese Kollegen stehen aber nicht an 6 529 917 M.( 410 071 M.), Buckermaterialsteuer des Gebäudes" hervorrufen. der Spize, wie fälschlich behauptet wird, sondern sind Mitglieder, 1 688 300 M.(+2 161 946 M.), Buckerſteuer 50 957 291 M. die sich der Majorität fügen müssen. Wenn nun aber der Ar-(+5 221 927 m.), Salzsteuer 28 825 125 M.(+468 341 m.), rath von London hält fonsequent an der Gepflogenheit Was die Zwischenunternehmer fressen. Der Stadttitelschreiber im Schuhmacher Fachblatt" so weit geht und die Maischbottich und Branntweinmaterialsteuer 3711 943 M. fest, städtische Arbeiten in eigener Regie ohne DazwischenArbeiter auffordert, den Ausgefperrten teine Unter( 2 301 992 Art), Verbrauchsabgabe von stützung zu gewähren, so ist es uns unmöglich, die Kollegen wein treten eines Unternehmers ausführen zu laffen. So wurde und Zusag zu derselben 82 865 369 auf den richtigen Weg fürzlich eine große Kanalisationsarbeit derart selbständig bringen zu und fchädigt(+4 985 092 m.), Braufteuer 17 716 816 m.(+ 529 673 uns in unseren Bestrebungen, wie es bisher von organisirten Mart), Uebergangsdabe von Bier 2 389 836 M.(+56 618 eifrig bemüht, etwas an den Regieleistungen auszusetzen. Der unternommen und durchgeführt. Natürlich war die Kritik Arbeitern noch nicht geübt wurde. Wäre es nicht flug gewesen, Mart); Summa 43044 085 Mart. das Ende des Streits abzuwarten und dann die Mängel an 830 538 M.(+ 5701); Wechsel- Stempelsteuer 5 466 188. trotz Zahlung voller Löhne und Gewährung angemessener ArbeitsSpielfarten Stempel Stadtrath aber hat trotz Verwendung des besten Materials und fritifiren? Die Verleumdung, daß der Streit durch einzelne(+ 203 684 m.), Steelsteuer für: a) Werthpapiere 1949 799 geit, wie sie die Gewerkschaften fordern, durch die Uebernahme Berfonen leichtsinnig in Szene gefest ist, müssen wir entschieden Mark(+ 34 818 M.) b) Kauf- und sonstige Anschaffungs in eigene Regie 100 000 m. gefpart. Die in den deutschen zurückweisen und die Versammlungsberichte werden wohl hingeschäfte 5 348 829.595 848 M.), c) Loose zu: Privat: Rathhäusern herrschende Vetternwirthschaft läßt solche SparfamM. reichend unser berechtigtes Vorgehen largelegt haben. Kollegen lotterien 1 245 504 9.( 235 890 M.), Staatslotterien 4 294 436 feit nicht zu, unfere Stadtväter knaufern desto mehr mit den aller Drganisationen, wir appelliren an Euch, zu entscheiden, Mart(+58 367 M.), Bost und Telegraphen- Verwaltung Löhnen der im Dienste der Stadt stehenden Arbeiter.e 166 813 173 M.(+751836 M.), Reichs- Eisenbahn- Verwaltung waren wir im Recht, b 42 449 000 M.(+ 1890 m). Die Zollmaner, welche die Vereinigten Staaten Die zur Reichstaffe langte Jft Einnahme bezüglich der Nordamerikas durch die berüchtigte Mac Kinley Bill um Ausfuhrvergütungen und erwaltungskosten beträgt bei den ihr Gebiet gezogen, dürfte in Bälde mehr oder weniger durchnachbezeichneten Einnahm bis Ende November 1893: 3ölle brochen werden. Einem eigens hierzu gebildeten Ausschuß des 206 202 355 m.(-32 4214 M.), Tabaksteuer 8 072 323 m. Parlaments liegt es ob, einen Entwurf durchzuarbeiten, nach (-81 463 M.), Zuckermateri teuer- 1681 071 m.(-18 118 625 welchem die Bölle auf eine Anzahl Produkte ganz, andere theilMark), Zuckersteuer 50 610 m., darunter Verbrauchsabgabe weise aufgehoben werden sollen. Nach Einführung des neuen nach dem Gesetz vom 9. Juli 1 gleich 1 371 919 m.(+ 15 554 842 Tarifs dürfte der Rückgang der Zolleinnahmen 50 Millionen Mart), Salzsteuer 26 551 976,(+786 906 m.), Maischbottich Dollars betragen. Um diese immense Summe würde somit das und Branntweinmaterialsteue 753 153 m.(-2 229 750 m.), amerikanische Volt entlastet werden. Berbrauchsabgabe von Brani ein und Zuschlag zu derselben 69 074 770 m.(+4293 634 Braufteuer und Uebergangs- zubringen vermögen, geht wieder recht deutlich hervor aus einer Welch' große Summen die englischen Gewerkschaften aufabgabe von Bier 17 085 094(+ 496 506 M.); Summa Statistik, welche die englische Arbeitskammer über den 384 669 129.( 31 719 46m.). Spielkartenstempel Umfang der Arbeitslosen Unterstützung vom Jahre 1891 auf765 645 M.(-651 M.). genommen hat. In diesem Jahre verausgabten 202 Gewerkschaften Daß die sogenannten Wahrts Einrichtungen der mit 682 025 Mitgliedern im ganzen 222 088 Pfund Sterling oder Nächstenliebe für die Arbeiter entstanden sind, dern vielmehr aus wohlDie Schiedsgerichte der Berufsgenossenschaften haben verstandenem eigenen Intereffe dei rbeitgeber, die dadurch ihre sich, wie es scheint, in der Handhabung ihrer Geschäfte dem in Arbeiter an die Scholle feffeln ihnen das Verlassen der Deutschland fattsam bekannten bureaukratischen Arbeit erschweren wollen, wenn die leitsbedingungen ungünstig Was will die deutsche Rechtspartei? Protokoll des KonSchnedengang angeschlossen, der überall da besonders grell werden, ist allgemein bekannt. Date Herren dabei auch sehr zu. Tage tritt, wo es sich um die Interessen der Arbeiter handelt. gut zu rechnen wissen und bei dies Wohlfahrts Gin= Eine vor uns liegende Postkarte des Unfall- Schiedsrichtungen" noch ein schöne Stück Geld verdienen, gerichts trägt das Datum vom 5. September d. J. und ist ist zwar nicht so bekannt, aber des b nicht weniger wahr. gerichtet an einen Arbeiter, der gegen den Bescheid der Selten aber ist das wohl von offler Seite so offenkundig Settion I der Nordöstlichen Baugewerts. und zahlenmäßig nachgewiesen worden sie in dem Jahresbericht Wenn Ihr bedenkt, daß in unserem Gewerbe die Noth schon groß war bei völliger Arbeit, so werdet Ihr wohl glauben fönnen, daß die Familien der Ausgesperrten nach Brot schreien und die Noth jetzt doppelt groß ist. Wir appelliren nochmals an Euer solidarisches Gefühl und wir hoffen, daß Ihr uns that fräftig unterstüßt. Wir werden fest stehen trotz der Noth und Sorgen! Wir werden die Arbeit nicht eher aufnehmen bis unsere Forderungen bewilligt sind! Lasset Euch nicht beirren; unser Sieg ist der Eure. Es werden arbeiterfreundliche Blätter um Abbrud gebeten. Die Ausgesperrten gez. Richard Zemmler. Aufforderung. Diejenigen Bauarbeiter( Maurer, Steinträger u. f. m.), welche am 11. resp. 12. Oktober bei der Lohnzahlung auf dem Bau Arndtstraße 1d zugegen waren, ersuche ich, ihre Adresse bei mir abzugeben. B. Gaßmann, Bauarbeiter, Fabritanten nicht aus reiner Weblichfeit nichtungen liebe 4 441 760 m. W. Grünthalerstr. 67. 15 Eingelaufene Druckschriften. greffe 1893 in Frankfurt a. M. Leipzig. Verlag der Akademischen Buchhandlung( W. Faber). Warum verarmen wir und wie ist dem abzuhelfen? Ein Weck- und Mahnruf von Victor Bruching. Berlin. Verlag von Rich. Wilhelmi. Achtung! Achtung! Orts- Krankenkasse Handschuhmacher Genossen des V. Wahlkreises! I. Stiftungsfest des Gesangvereins Freie Liedertafel ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) 447/8 am 1. Weihnachtsfeiertage, Abends 5 Uhr, im großen Saale des Schweizergartens, am Königsthor. Botal- u. Instrumental- Konzert, Theater- Vorstellung u. Ball. Eintrittspreis 25 Pf. 1 Herren, welche am Tanze theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Billets find in den bekannten Geschäften des V. Wahlkreises zu haben. Der Ueberschuss ist zu guten Zwecken bestimmt. Orts- Krankenkasse der Tischler und Pianoforte Arbeiter. und Befanntmachung. Die nach§ 24 und 54, 3iffer 10 bes Statuts in der Generalversammlung Ethische Gesellschaft. Am Montag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), Nachmittags 5 Uhr, in den Gesammträumer der Berliner Resource, Rommandantenstraße 57: Kinder- Bescheerung verbunden mit! Theater, Konzert und Tanz. Zur Aufführung gelangt zum 1. Male in Berlin: am 19. November b. F. befchloffenen Friede auf Erder, oder: Die Ausweisung am Weihnachtsabend. Berhaltungsmaßregeln für erfrankle Mitglieder, welche Krankengeld beziehen, am Soziales Drama in 3 Atten von R. Lipinski. find von der Aufsichtsbehörde agrafenfit. 102; Deriner, Naunynfir. 11a, 2. Quergeb. 1 Er.; Raddatz, Elfaffer. Das Nähere die Programme. Billets à 20 Pf. find zu haben bei Sass, Mart11. Dezember cr. genehmigt worden. Wir bringen dieses zur öffentlichen firaße 11; Donath Saarbrückerstr. 11; Lenz, Alte Jafobstr. 69. Kenntniß, und machen darauf aufAn der Kasse findet ein Billet- Verkauf nicht statt. merksam, daß dieselben sofort in Kraft treten. Berlin, den 24. Dezember 1893, Der Vorstand. Verthold Hollubarsch, 149/14 Zentralverband deutscher Maurer. Zahlstelle I Berlin( Putzer). 249/8 Vorsitzender. 9586 Am 26. Dezember( 2. Weihnachtsfeiertag), im großen Saale des Böhmischen Brauhauses: Der Zu den anfangs nächsten Jahres stattfindenden Neuwahlen der Berfeiert am Montag, d. 25. 5. M. sein treter der Kassenmitglieder finden die wie folgt ftatt: Vorversammlungen s 819/11 Osten. Bezirk des Raffirers Schulz I, am Mittwoch, den 27. Dezember, Vorm. 10 Uhr, im Lokal Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117. Süd- Osten. Bezirk des Kassirers Stäbs, am Mittwoch, den 27. Dezbr., Vorm. 10 Uhr, im Lokal Süd- Os, Waldemarstr. 75. Westen. Bezirk des Kassirers Schulz II, am Sonntag, den 31. Dezbr., Vorm. 10 Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstr. 5-7. Norden. Bezirk des Kassirers Kröhn, am Sonntag, den 31. Dezember, Vorm. 10 Uhr, im Lokal Wedding- Park, Müllerstr. 178. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Die Bedeutung der Delegirtenwahlen. 2. Bericht der Delegirten. B. Aufstellung der Kandidaten. Diejenigen selbstzahlenden Mitglieder, welche ihre Beiträge auf dem Raffenlokal entrichten, sind im Norden, Bezirk des Kassirers Krohn, wahlberechtigt und wählbar. In anbetracht der überaus wichtigen Tagesordnung in diefen Versammlungen ist es nicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. ( Siehe Soziale Uebersicht" in gestriger Nummer.) Die Kommission. J. A.: E. Hinz. Spandau. Abends 7% Uhr, Donnerstag, den 28. Dezember d. J., Abends 7% Uhr, im Lokale des Herrn Bork, Stäfenerstr. 14: Große öffentliche Volksversammlung. Zagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Singer über:„ Die Steuervorlage der Regierung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet 462/10 Der Einberufer: 0. Grieben, Bergstr. 12. Tempelhofer Berl. Bockbrauerei Tempelhofer Berg Berg Mittwoch, den 27. Dezember( 3. Weihnachts Feiertag), Nachmittags 5 Uhr: Weihnachts- Vergnügen. Großes Konzert. Ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker ( Kapellmeister: Gustav Grass) " unter Mitwirkung des Gesangvereins Almenrausch", Mitgl. d. Arb.-S.-B., Dirigent: Herr Loheit. Verloosung des Tannenbaumes und Ball. Entree incl. Tanz 30 Pf. Billets sind in folgenden Verkaufsstellen zu haben: Schulze, Friesenstraße 21( Bigarrengeschäft), in den Restaurationen von Reibnitz, Fidicinftr. 40, Faulseit, Solmsstr. 52, Wessel, Gneisenaustr. 10, Kirstein, Santwigstr. 9, Zachowski, Brandenburgstr. 38. Andreas893/18 Strasse 64. Strasse 64. Joel's Feltstäle. Andreas Sonntag, den 31. Dezember 1893: Sylvester- Vergnügen. Veranstaltet vom Verband deutscher Zimmerleute ( Lokalverband Berlin) unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins ,, Froh' Hoffnung"( B. W.) ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Dirigent: Herr Dillenberger und des Gesangshumoristen Herrn Heise. 860/20 Herren- Billet 50 Bf. Festrede Das Komitee. polniſche ſozialdem. Serein Wohlthätigkeits- Matinée. 3. Stiftungsfest Anfang präzise 12 Uhr. Programme à 25 Pf. find zu haben bei F. Schulz, Butbuferstr. 43; im Lokale des Herrn Brochnow, A. Kelpin, Demmtinerstr. 54; Hannemann, Heimstr. 23; Köller, Borsigftr. 24; Sebastianstr. 39, wozu Freunde und L. Simanowski, Acterstr. 73; Thonig, Oppelnerftr. 19; Nordmann, OppelnerGönner eingeladen werden. 964b ftraße 34; Bolze, Weidenweg 28; Kuhring, Mariendorferstraße 16; Matthes, Billets zu 50 Pf., Damen zu Diedenhoferstr.5; Gräschke, Stephanftr. 36; H. Thielecke, Schöneberg, Marstr. 2. f. find zu haben bei Herrn Um rege Betheiligung bittet Jendryczka, Alte Jakobstr. 53. Das Komitee 25 Buchbinder- Männerchor Berlin ( Mitglied des Arb.-S.-B.) Sonntag, den 24. Dezember, in Bolt' Salon, Alte Jakobstr. 75, 9306 Weihnachts- Feier verbunden mit Kinderbescheerung, vozu alle Kollegen, Kolleginnen und Freunde freundlichst einladen sind. Anf. 6 Uhr. Entree 30 Pf. Der Vorstand. Das Comité. Tabakarbeiter und Tabakarbeiterinnen. Mittwoch, den 27. Dezember, Vorm. präzise 10 hr, bei Bötzow, Bor dem Prenzlauer Thor: Versammlung. Zagesordnung: Der Entwurf des Tabaksteuergesetzes und die fernere Agitation gegen denselben. Bemerkenswerthes vom Zabalarbeiter- Kongreß. Abrechnung der Kongreß- Kommission. = 321/18 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, weil der Saal um 1 Uhr geräumt werden muß. Die Kongress- Kommission. Grosse öffentliche Viktoria- Säle, Rigdorf. Versammlung f. Männer u. Frauen 1. Feiertag: großes Frühschoppent am Mittwoch( 5. Feiertag), den 27. d. M. cr. Abends 6 Uhr, Konzert. 2. und 3. Feiertag: großer im Lokale des Herrn Brüchner, Bellealliancestr. 87. Ball. Tages Ordnung: 904b Sylvester: großer Wiener Mastenball. 1. Neujahrstag: großer Ball. 8 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fris 8ubeil über:„ Die 3ftände der französischen Wolfsschule im Gegensatz zur preußischen". 2. Dis Der Einberufer. Helmuth Nieke, ion, Hermannstr. 45. Félicie von Prof. Graef ( Modell Bertha Rother) Friedrichstr. 191. Entree 50 Pf. H. Richter, Optiker, Berlin, C. Spittelmarkt,( Wallstr. 1) und Weinbergsweg 15b, nahe am Rosenthaler Thor. Anerkannt beste und billigste Bezugsquelle aller optischen Artikel " Rathenower Alumingold- Brillen und Pincenez, garant. nie schwarz werd. M. 2,50 Nickelbrillen u. Pincenez, 1,50 do. allerfeinste Qualität 2, Rathenower Stahlbrillen 1, Alles mit den besten Rathenow Krystallgläsern I. Qual. versehe Operngläser, rein achromat. M. Neu! Richter's Opern- u. Reisegs " Excelsiorff " inkl. 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Vereins zimmer find zu v82n bei 967b R. Schroeder fiberstraße 41. ( Früher suffelftr. 9). Kranzbinde und BlumenM. Hung Konzerthaus Sanssouci. Rottbuserstr. 4a. Dienstag, den 16. Januar 1894, Abends pünktlich 81/2 Uhr: III. Abonnements- Konzert der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. tw Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Tans, veanstaltet vom" Sozialdemokratischen Wahlverein für den 2. Berliner Reichstag- Wahlkreis. 373/5 Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Central- Kranken- und Sterbekasse der Tischler and anderer gewerblicher Arbeiter( E. H., Hamburg). Donnerstag, den 28. Dezember 1893, Abends 8 Uhr: Gr. Mitglieder- Versammlungen Jämmtlicher Verwaltungsstellen Berlins. Zages Ordnung: 1. Die am 21. Januar 1894 zu Hannover stattfindende General- Versammlung; Berathung der vom Vorstand und Ausschuß gestellten Anträge zu derselben event Stellung weiterer Anträge. 2. Wahl der Delegirten zur General- Versammlung. 3. Berschiedene Kaffenangelegenheiten. Die Versammlungen finden statt für die Verw. A: in Hoffmann's Festsälen, Oranienstr. 180. B: im Märkischen Hof, Admiralstr. 18e. " C: in Lehmann's Lokal, Kreuzbergstr. 48. D: im Viktoria- Salon, Perlebergerstr. 13. E: ladet die Mitglieder brieflich ein. " It F: in Nagel's Lokal, Schwedterstr. 23. " G: im Freischütz", Fruchtstr. 36a. H: in Schweißberger's Lokal, Köpnickerstr. 3. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen, da die Vorlagen des Vorstandes zwecks Weiterbestehen der Kasse von großer Bedeutung sind, müssen fämmtliche Mitglieder in den Versammlungen erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Ortsverwaltungen. Charlottenburg. 305/7 Mittwoch, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag), Nachm. 4 Uhr, in ,, Bismarckshöhe", Bismarckstr. 80: Große öffentliche Boltsversammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: # Vortrag des Genossen Reichstags Abgeordneten Fritz Zubeil über: 423/17 Unsere Weihnachten". Nachdem: Gemüthliches Beisammensein, bestehend aus Konzert, Gesang und Tanz. Kinder haben nur nach der Versammlung Zutritt. Um recht zahlreiche Theilnahme ersucht Der Einberufer. Freireligiöse Gemeinde Berlin. 35292 Donnerstag, den 28. Dezember 1893, in Joël's Festsälen, von J. Meyer, Wierstr. 1( nur dort) Guirlanden à von 15 Pfg. an. Telephon it 4, 9482. reparire unbed Neues Programm u. A. Violin- Konzert Nr. 7 von Beriot. Solift: Jede Nähmasne gun unb bidig. Violinvirtuose Joh. Tomscha. Dirigent: G. Grass. Programm 5 Pf. Orchester: 60 Musiker. Erfaßtheile bered& Selbstkostenpreise. Schiffchen 70 P Singerspulen 5 Pf., mache besond. merksam. Andreasstraße Nr. 21: 720 b Großes Weihnachtsfest verbunden mit Kinderbescheerung. Billets à 50 Pf. find zu haben bei Günther, Große Frankfurterstr. 74; Röpnicerſtr. 126; Abonnementskarten à 50 Pf. für 4 Konzerte in allen mit Plakaten W. M.- Spulen Pf. zc. Parteigenojen Peege, Rüdersdorferstr. 48; Pistor, Göbenstraße 9; Pütter, Gerichtstraße 28; 398/17 belegten Handlungen und Lokalen. Abendkasse: 20 Pf. pro Person inkl. Programm. Nach dem Konzert: Tanz- Kränzchen.( 30 Pf. Stachzahl. f. Herren.) Der Vorstand. W. Maa Schwedterftr. 31. Kanarienbuchen i. gr. Auswahl vert. Krebs, pnickerstr. 154a, v. IV. W. Rübenow, Brunnenstraße 184; E. Vogtherr, Stephanstraße 27a( Moabit); W. Börner, Ritterftr. 108; H. Gumpel, Barnimftr. 42; P. Tutzauer, Röpnickerstraße 25; J. Heuer, Waldemarstr. 47; R. Stöpel, Dresdenerstr. 82; R. Amelung, Waßmannstr. 12 und in den Sonntags- Versammlungen Rosenthalerstraße 38. Zum 5239L Roth. Cylinderhut Hüte mit Arbeiter- Kontrollmarke. Größte Auswahl. neben Frister Staligerstraße 131, und Rosmann Wilhelm Zapel, sutmacher. Weihnachts- Ausverkauf. Kinderwagen. Neul Neu! Puppenwagen mit Musit, Kasten- und Leiterwagen, Kinder- Klappstühle, Kindermöbel 2c. 2c. Theilzahlung gestattet. A. W. 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