Nr. 228. fl bon ncmentS'BedJngungcn: ;«Sönnern cnt»• SSrciä pränumerondo: BicrtcIjSStL 3,30 MI,«nonatl. 1,10 Mk, Ivö-benllich 28 Pfg, frei ins Haus, Einzelne Nummer S Pfg, Sonntags- � Nummer mit Mustrierter Soimtags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg, Post- «boimement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungrs, Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn ZBO Marl, für das übrige Ausland « Marl pro Monat. Postabonnemems nehmen um Belgien, Dänemark, Holland, Italien. Luxemburg. Portugal. «umänien, Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. erscheint iZgNch. Berliner Volksblntk. Zcntr&Xorgan der fozialcUmokratffcbcii Partei Deutfchlands. Die TnfertionS'Gebüljr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 60 Pfg,, für politische und gewerlschastijche Vereins- und VersnmmIungS-Anzeigetl 30 Pfg. „ltleine Anreisen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg. izuiüssig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafslellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buch. i laben zählen für zwei Worte, Inserate ür die nächste Nummer müssen bis » Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expeditiorl ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm. Adresse: „Soziakeniolirat ncrlin". Redaktion: 8W. 68, Lindcnstraeac 69. Fernsprecher: Amt Morinplaff. Nr. 1983. Mittwoch, den 3. September 1013. Expedition: SÄl. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt MariKPlatz, Nr. 1984. Li« Feind der lafieniKere. 11. 1859 brach der Krieg zwischen Oesterreich und Italien vus. Mit echt österreichischer Sorglosigkeit war die Verpfle- gung der Armee vollkommen sicher gestellt— auf dem Papier. Jedem Armeekorps sollten vier Kriegstransport-Eskadrons von je 33 Fahrzeugen zugeteilt werden, zu denen außerdem noch 299 Landesfuhrwerke, ein Schlachtviehdepot und eine „Feldbackofen-Bcspannungs-Eskadron" mit sechs Backöfen treten sollten. Diese Trains, Kolonnenmagazine genannt, sollten Lebensmittel für fechs Tage nachführen. Die meisten dieser Trains erreichten ihr Armeekorps während des ganzen Feldzuges überhaupt nicht. Die Truppen hatte man mit der Eisenbahn befördert, während die Ver- pflegungstrains die Landstraße benutzen mußten. Daß die österreichischen Truppen zum Teil wenigstens vor dem Hunger bewahrt wurden, war dem Umstand zu danken, daß der Krieg sich in einer Gegend abspielte, die von der Natur überaus reich begnadet war. Für die Truppen mußten Lebensmittel an Ort und Stelle angekauft Iverden, und als die sorgfältig ausgestatteten Verpflegungstransporte auf dem Kriegsschau- Platz eintrafen, waren die Lebensmittel verdorben und mußten schleunigst- vernichtet werden. Für die mit den Italienern verbündeten Franzosen ging der Nachschub für die ganze Armee über Genua. Da die Eisenbahn indessen diese Vor- räte sehr oft nicht zur Armee befördern konnte, häuften sich im dortigen Hafen gewaltige Lebensmittelmassen an, die nun dort verdarben. Viele Fahrzeuge der Oesterreicher waren in den Reisfeldem stecken geblieben. Kein Arnicekorps wußte, wo die ihm zugehörigen Trains standen. Es wäre ohne Zweifel zweckmäßig gewesen, die Trains ohne Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit den ihnen am nächsten stehenden Armee- korps zuzuteilen, aber das hätte die Ordnung gestört, die auf dem Papier fein säuberlich niedergeschrieben war. Zu der Niederlage der Oesterrcichcr bei Solferino trug nicht wenig die mangelnde Verpflegung bei. In einer verzweifelten Lage befand sich das I. österreichische Armeekorps. Der Große Gcneralstab berichtet darüber: „Namentlich das I. Armeekorps, das noch immer keine Ver pflegungskolonnen hatte, litt unausgesetzt Hunger und bezeichnete ihn als die Ursache der großen Er- schöpfung der Truppen. Sein Führer meldete, daß, um den physisch und moralisch herabgekommenen Austand der Truppen zu bessern, die bisher vermißte geregelte Verpflegung und wenigstens einige Ruhe unerläßlich seien. Der Krankenstand steigerte sich zu bedrohlicher Höhe, wozu wohl außer der unzulänglichen Verpflegung auch der Um stand beitrug, daß das Fleisch fast stets frisch geschlachtet verzehrt wurde." Der österreichische Feldzeugmeister Heß hat später seine Erfahrungen in einen Bericht zusammengefaßt, in dem er u. a. sagt:„Es unterliegt keinem Zweifel, daß die g e r i n g e n L e i st u n g e n der Oesterreicher zum Teil durch die man- gelhafte Verpflegung verschuldet sind." Das Jahr 1866 brachte den Krieg Preußens gegen Oester- reich. Preußen hätte in langen Friedenszeiten hinlänglich Gelegenheit gehabt, Vorsorge für eine Verpflegung seiner Truppen im Ernstfälle zu treffen, um so mehr, als Preußen dieser Krieg nicht überraschend kam, sondern von ihm sorg- fällig vorbereitet war. Statt dessen zeigte die Intendantur eine geradezu phänomenale Ungeschicklichkeit. Die Oberleitung des Verpflegungswesens lag in der Hand des Kriegsministeriums, lvo man aber gar keine Voträtc zur eigenen Verfügung bereit hatte, offenbar in der Annahme, daß ein Verpflegungsnachschub in größerein Maße gar nicht nötig sein werde. Den Verpflegungsbeamten fehlte, nach den Versicherungen des Großen Generalstabs, für ihre Aufgabe nicht mehr wie alles. Ueber Hals und Kopf begann man. als die Truppen bereits in Böhmen eingerückt Waren, die Verpflegung zu organisieren. Brot ließ man in— Köln am Rhein backen! Ein Güterzug vom Rhein bis an die böhmische Grenze brauchte damals mindestens vier Tage, das Brot konnte anch erst einen Tag nachdem es gebacken war, verladen werden. Bis es an die Grenze kam, war es min- bestens sechs Tage alt, länger als neun Tage hält es sich aber nicht, so daß es meist verdorben war, bis es zur Truppe kam. Volle vier Wochen hindurch dauerte dieser Zustand, bis man endlich auf die Idee kam, das Brot in der Nähe der Truppen in Feldbäckereicn herstellen zu lassen. Nicht besser erging es den Truppen, die ihren Brotbedarf aus Berlin bezogen. Die Züge mit Brot wurden den End- stationen nicht rechtzeitig gemeldet, so daß z. B. die wichtige Linie Görlitz-Prag vollkommen verstopft war. Die Brotzüge konnten lange nicht zur Endstation gelangen,, und wenn sie endlich am Ziel waren, dann war das Brot mittlerweile ver- dorben. Selbst Vieh, Heu und Stroh bezog man aus dem Rheinland und aus dem nördlichsten Ostpreußen. Die Truppen, die ihre Lebensmittel von den Magazinen abholen mußten, behielten die Fuhrwerke gleich bei sich, weil sie nicht wußten, ob sie später wieder Fuhrwerke bekommen würden. So schleppte ein preußisches Infanterieregiment einen Troß von nicht weniger als hundert Wagen mit sich!„Die Be- ladung der Fahrzeuge wurde von der Armeeintendantur auf 50 Zentner bei chaussierten, 25 Zentner bei nicht chaussierten Wegen gesetzt. Dabei wurde nicht daran gedacht, daß man bei der Beladung im Magazin nicht vorhersehen konnte, welche Art von Wagen benutzt werden würden."(Seite 197 a. a. O.) Die Folge war natürlich, daß ein Teil der Wagen stecken blieb und fein Ziel gar nicht oder zu spät er reichte. Schließlich hatte man in Schlesien ungeheuere Vor räte an Lebensmitteln angehäuft, nun fehlten aber wieder die Transportmittel. Welche Stimmung infolgedessen bei der Armee herrschte, geht aus einem Schreiben des Kommandeurs der 16. In fanterie-Division an den Chef des Generalstabs der Elb Armee hervor, in dem es heißt: „Ich prophezeie Mord und Totschlag. Zum Schlafen kommen wir nicht, weil die ganze Nacht Trupps und Bagagen um Auskunft über ihre Truppen bitten. Gestern abend war keine Division beisammen, hauptsächlich der Bagage wegen Wir brauchen nicht die Bagage, sondern Proviant. kolonnen, denn wirhaben nichts mehr."(Seite! 14 a. a. O.) Uebereinstimmend damit berichtet der Flügeladjutant Oberst v. Stichle an den König am 2. Juli, daß mindestens ein Ruhetag nötig sei, da die Gegend von den Sachsen form lich ausgeplündert sei und er bei der herrschenden M a t t i g- keit der Truppen einem ernstlichen Gefecht mit Besorgnis entgegen blicke. Der Oberquartiermeistcr berichtete am 29. Juni an den Chef des Generalstabs der Armee:„... infolge des rapiden Vorgehens der Armee und der unglücklichen, un praktischen Anordnungen des Kriegs mini steriums, das die Bildung des Fuhrparks statt in der Lausitz in Berlin oder Magdeburg anordnete, befindet sich die Verpflegung der Armee in einer trüben Ver- f a s s u n g." Am 39. Juni telegtaphierte der Armeeführer an den König:„Erste Armee gänzlich erschöpft, bedarf mehrtägiger Ruh e." Die Truppen litten bitterste Not und schließlich stellte sich ein entsetzlicher Gast bei der Armee ein: d i e C h 0 l e r a, jene Begleiterscheinung so vieler Kriege. Der Große Ge ncralstab muß zugeben, daß an der Verbreitung dieser fürchter lichen Seuche die mangelhafte Verpflegung der Truppen mit schuld war, denn er sagt: „Nicht ohne Einfluß blieb die oft unregelmäßige Ernährung auf die Verbreitung der immer weiter um sich greifenden Cholera, und zwar dürfte die Art der Fleisch- Versorgung daran die Hauptschuld tragen. Das Vieh wurde näm lich meist erst unmittelbar vor dem Abkochen geschlachtet. Da bei der Zubereitung hierauf keine Rücksicht genommen wurde, war das Fleisch wenig genießbar und erzeugte Verdauungsstörungen. Es wäre zweckmäßiger gewesen, geschlachtetes Fleisch mitzu führen." Der Große Generalstab war sicher bemüht, alles in mög� lichst günstiger Beleuchtung erscheinen zu lassen, darauf deutet ein Passus in dem Werk hin, in dem die Klagen über unzureichende Verpflegung, die sich in privaten Veröffent lichungen finden, als übertrieben bezeichnet werden. Selbst wenn aber nur das zutreffend ist, was der Große General- stab als einwandfrei festgestellt hat, so ergibt sich daraus, daß die preußische Verwaltung, der die Verpflegung der Armee anvertraut war, im Feldzug von 1866 vollständig Schiffbruch erlitten hat. Diese Tatsache ist um so bedenklicher, als es an Nahrungsmitteln in keiner Weise gefehlt hat, wohl aber an Dispositionen darüber, wie diese Lebensmittel den Truppen zugeführt werden konnten. Die Truppen hungerten, die Cholera gras- s i e r t c in ihren Reihen und die an der Grenze massenhaft aufgestapelten Lebensmittel verfaulten und verdarben! Vier Jahre später ertönte wieder die Kriegstrompcte, diesmal zog ganz Deutschland gegen Frankreich. Wieder wurde die Frage der Truppenverpflegung brennend und wieder bewies die Intendantur, daß sie nichts gelernt hatte._ Der Internationale transportarbeiter- Kongreß. London, 30. August.(Eig. Ber.) Vielleicht hat der achte Internationale Transportarbeiter-Kongreß, der heute in London zu Ende kam. die Erwartung derer, die bc- deutende, unmittelbar praktische Resultate von ihm erwarteten, nicht befriedigt; aber eS wäre ganz falsch, seine Bedeutung für die Ent- Wickelung der internationalen Bewegung der Transportarbeiter zu unterschätzen. Ziveisellos ist zu viel Zeit auf die Erörterung theoretischer Dinge verwandt worden. Doch wer weiß, ob diese langen Diskussionen nicht nötig waren, um die nötige Klärung zu schaffen und dadurch eben das Feld für die gewünschte Praktische Arbeit frei zu machen. Drei Tage lang diskutierte man auf dem Kongreß die Berichte des aus Deutschen bestehenden Zentralrats und des Sekretärs Jochade. Die Debatte gestaltete sich zu einer regelrechten Aus- einandersetzung zwischen den Zentralisten. die in Deutschland, Oester- reich und den skandinavischen Ländern ihre entschiedensten Vertreter haben, und den Syndikalisten oder Dezentraliften Frankreichs und Italiens. Von wenig wichtigen Vorwürfen gegen die Verwaltung kam es bald zu allgemeinen Angriffen gegen die deutsche Gewerkschafts- bewegung, auf deren System man die angebliche Untätigkeit der Jnter» nationalen TranSportarbeiter-Föderation zurückführte. Namentlich die Vertreter der italienischen Eisenbahner gaben ihren Unmut über die in der Föderation vorherrschende zentralistische Richtung in scharfen Worten Ausdruck. Ihnen wie auch den französischen Transport- arbeitern paßt die ganze Organisation der I. T. F. nicht. Sie möchten keine lose Föderation haben, sondern eine Art internationalen Verband, der internationale Aktionen einleiten und durchführen soll. Wie man bei schwachen Organisationen vielfach beobachtet hat, verlassen sich auch die Transportarbeitergewerkschaften Frankreichs und Italiens auf die internationale Bewegung in betreff der Durch- führung von Aufgaben, die nur von wirksamen nationalen Ver- bänden gelöst werden können und gelöst werden sollten. Das Hindernis im Wege der Aussührung ihrer Pläne erblicken sie in Deutschland, wo zurzeit der Sitz des Zentralrats der I. T. F. ist und das den internationalen Sekretär stellt. Sie wollten daher den Sitz des Zentralrats von Berlin nach London verlegen, wo nach ihrer Ansicht mehr Leben in der Bewegung der Transportarbeiter steckt und'das die eigentliche Zentrale des Transportgewerbes ist. Sie sagten, von den Deutschen ist keine wirksame internationale Aktion zu erwarten. Die deutschen Gewerkschaften sind nichts als burcaukratische Gebilde, die zum Beiträgesammeln ganz gut sein mögen, die aber keinen Klassenkampfcharakter tragen, die den sozialen Frieden predigen, die den Ausbeutercharakter der kapitalistischen Gesellschaft nicht antasten wollen. Sie haben ihre Mitglieder wie Soldaten, wie militärische Maschinen gedrillt; von ihnen ist keine Initiative in der internationalen Bewegung zu erwarten. Von Berlin aus, so proklamierten die Italiener, ist nie der Hauch eines Idealismus ausgegangen. Man weiß, woher dieser Text stammt. Man kennt die von Paris in mehreren Sprachen herausgegeben« syndikalistische Kor- respondenz, die nichts als eine lächerliche Travestie einer gewerk- schaftlichen Information ist. Auch hier in London wird sie von einem syndikalistisch gefärbten Arbeiterblatt, dem„Daily Herald", vielfach benützt. Wenn in einein spanischen oder italienischen Dorfe zwölf Arbeiter die Arbeit niederlegen, wird das in dieser Kor- respondenz zu einer mächtigen und heroischen Aktion des italienischen oder spanischen Proletariats aufgebauscht, während mächtige Lohn- bewegungen in Ländern mit zentralistischen Gewerkschaften einfach ignoriert oder mit einigen nichtssagenden Worten abgetan werden. Es ist, als wenn eine politische Korrespondenz die Raufereien zwischen zwei zentralamerikanischen Republiken in spaltenlangen Artikeln würdigte, aber über die Machtverschiebungen zwischen den Großstaaten hinwegginge. Welcher Art die Information ist, die unseren syndikalistischen Freunden eingelöffelt wird, erhellt aus der Bemerkung eines der italienischen Delegierten,'der ernsthast be- hauptete, daß die Massen bei dem letzten Streik der Ruhrbergleute den Führern das Heft aus den Händen genommen und den Kampf zu einem erfolgreichen Ende geführt hätten. Natürlich blieben die Deutschen wie auch die Oesterreicher ihren romanischen Kollegen die Antwort nicht schuldig. Sie wiesen die Vorwürfe energisch zurück und schilderten an der Hand von nicht aus der Welt zu leugnenden Tatsachen den wahren Klassenkampfcharakter ihrer Gewerkschaften. Aber mehr als diese Information fruchtete die Lehre des Beispiels. Die Syndikalisten waren nach London, der Stadt, wo in den letzten Jahren so viele wilde Streiks stattgefunden haben, gekommen und dachten hier unter den Transportarbeitern Gesinnungsgenossen zu finden. Wie groß war ihr Erstaunen, als sie die Redner der britischen Transportarbeiter Wilson und T i l l e t kennen lernten. In Wilson, dem Führer der Seeleute und früheren liberalen Abgeordneten, vermuteten sie einen anarchistischen Shndi- kalisten, hatte er doch auf dem Kongreß zu Kopenhagen vor drei Jahren erklärt, daß die vollen Kassen keine un- bedingte Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Kriegsführung sind, und hatte er doch den Seemannsstreik des Jahres 1911 geführt, der ein Triumph der syndikalistischen Taktik ge- Wesen sein soll. Nun stellte sich derselbe Wilson hin und sprach zugunsten des gespickten Geldbeutels, erklärte, daß der Erfolg des Streiks vom Jahre 1911 nur ganz besonders glücklichen Umständen zu verdanken sei, die so leicht nicht wiederkehren würden, und lieb- äugelte gar wie sein Kollege Tillet mit der Einführung von Zwangsschiedsgerichten. Und die Deutschen, die den sozialen Frieden predigen sollen, ließen durch den Referenten Paul Mülle energisch erklären, daß sie die Zwangsschiedsgerichte, wie jeden Ver- such, die Bewegungsfreiheit der Gewerkschaften im Klassenkampf zu untergraben oder zu hemmen, zurückwiesen. Wie groß war das Er- staunen der Syndikalisten über diese Wendung der Dingel Eine ganze Welt von syndikalistischen Anschauungen ging in London in Stücke. Auf die französischen Delegierten machten diese Erfahrungen bald einen sichtbaren Eindruck, und wenn dasselbe nicht von den Italienern konstatiert werden kann, so lag das wohl hauptsächlich daran, daß sie den in deutsch, englisch und französisch geführten Ver- Handlungen des Kongresses nicht genau folgen konnten. Das Ende vom Licde war, daß das verpönte Berlin, von dem me ein Hauch des JdealisnmS ausgegangen sein soll, wieder zum Sitz des Zentralrats bestimmt, der Genosse I 0 ch a d e wieder unter lautem Beifall zum Sekretär bestimmt und der aus deutschen Delegierten zusammgesetzte Zentralrat wiedergewählt wurde. Leider kamen das interessante Referat T 0 m s ch i k s über die rechtliche Stellung der Arbeiter und Ange st eilten i n V e r k e h r S b e t r i e b e n und die so wichtigen Ausführungen Müllers über Schiedsgerichte wegen der langen Debatten zu den Berichten zu kurz. Von großer Bedeutung für die weitere Entwickelung der I. T. F. mag die Einsetzung eines Reorganisations- komiteeS sein, das unter anderem auch beraten soll, ob es zweck- mäßig ist. den Zentralrat der Organisation künftig aus Mitgliedern aller angeschlossenen nationalen Verbände zusammenzusetzen, was außer von den Italienern und Engländern auch von den Franzosen gefordert wurde. Der Zentralrat erklärte, er stimme dem Vorschlag zu, und diese Zustimmung wurde von den französischen Delegierten vielleicht nicht ohne Unrecht als Erfolg gebucht. Jedenfalls aber haben die Verhandlungen viel zur gegenseitigen Verständigung bei- getragen. Diese Verständigung war sehr notwendig, da die aus den romanischen Ländern erschienenen Delegierten noch nie auf einem internationalen Transportarbeiter-Kongrctz anwesend waren und da- her weder das Wesen der Bewegung noch die Ansichten ihrer Kollegen in anderen Ländern ordentlich kannten. Von diesem Gesichtspunkte aus muß der achte internationale TranSportarbeiter-Kongreß un- bedingt als erfolgreich bezeichnet werden. Politilcde deberficht Militärisch-theatralischer Klimbim. Das � vom„Vorwärts" wiederholt charakterisierte Treiben ge- wisser früherer Fremdenlegionäre, die die von Köln ausgehende Bc- wegung gegen die französische Fremdenlegion dazu benutzen, um sich schöne Einnahmen zu verschaffen, wird selbst dem hyperpatpiotischen Deutschen Wehrverein zu bunt. Die„Nachrichten" dieses Vereins schreiben nämlich: „Es ist mit Freude zu begrüßen, daß der Kampf gegen die Fremdenlegion in ganz Deutschland mit Tatkraft aufgenommen wird, und es steht zu hoffen, daß hierdurch Aufklärung in die breitesten Schichten hineingetragen und die Schmach allmählich beseitigt wird, dw der Zustrom zahlreicher deutscher Elemente in die fran« zösische Fremdenlegion darstellt. Daß in diesem Kampf auch Feh lgri ff e vorkommen, ist am Ende begreiflich. ES ist aber Pflicht der Oeffentlichkeit, darauf hinzuwirken, daß Ilebergriffe und Fehler sofort abgestellt werden, daniit der Kampf gegen die Legion nicht dazu führ:, dieser Einrichtung der„Kulturnation" Wasser auf die Mühle zu leiten. Nachrichten, die aus dem Rheinlande dem Wehrvercin zugegangen sind, stellen fest, daß dort im In- dustriebezirk in Veriammlungen gegen die Fremdenlegion ehe- nialige Fremden regionäre in Uniform auf- getreten find und in ihrer Uniform exerziert haben! Ein derartiges Verfahren muß als Unfug bezeichnet werden, da eS nur dazu beiträgt, die Phantasie einer abenteuerlichen Jugend anzuregen und sie auf diese Weise in die Arme der Fremdenlegion zu treiben. In Mülheim-Ruhr hat zum Beispiel, nach Berichten dortiger Blätter, eine Versammlung stattgefunden, in welcher eine Gruppe chemaligerFremdenlegionäre in Uniform mili- tärische Uebungen ausführte und in der auch ein ,U eberfall eines Legionärpostens durch Araber" zur Darstellung gelangte! Der Kanipf gegen die Fremdenlegion ist dem deutschen Volk� eine zu ernste Sache, als daß der Unfug derartiger theatralischer Darstellungen geduldet werden kann." Das Verfahren der früheren Fremdenlegionäre, die gegen Ein- trittSgeld militärisch-theatralische Darstellungen veranstalten und den „Ueberfall eines Legionärpostens durch Araber" aufführten, ist vom Standpunkt de? reinen Geschäfts gar nicht so dumm. Sie haben gesehen, wie sehr der Sinn für derartige Exerzitien in gewissen Kreisen durch die ewigen Paraden, militärischen Gedenktagsfeiern, Rcgimentsjubiläen und Manöver geweckt worden ist, und sie nutzen nun als gute Geschäftsleute die Vorliebe für militärischen Klimbim einfach zum Nutzen ihreS Geldbeutels aus. Neue Zollerhöhungen auf Lebensmittel. Bei den Hintermännern der„Korrespondenz des Bunde? der Ländwirte" scheint der zwischen den großindustriellcn Scharfmachern, IJunungsmeistern und Landbündlern' abgefchlossene LebxysmiM- Verteuerungskonzern große Hoffnungen ausgelöst zu haben: denn das Blatt kündigt an, daß die Agrarier die Agitation für erhöhte auf Obst, Gemüse und Butter sowie Mr die Einführung eines Milchzolles wieder aufzunehmen gedenken: „Wir unsererseits werden die Schutzforderungen der deutschen Gärtner, Obst- und Gemiisebauer natürlich mit derselben Energie unterstützen, wie wir sie schon vor zehn Jahren erhoben haben. Diese kleinsten Landwirte, wie man die Gärtner und Gemüse- baucrn nennen muß, sind eines solchen Schutzes ganz besonders bedürftig, weil ihr Gewerbe sehr viel Handarbeit erfordert und iveil sie einem mit den VerkehrSvcrbesscrungen ständig steigenden Wettbewerb des klimatisch und durch billigere Produktionskosten be- günstigten Auslandes ausgesetzt sind. Auch unsere alte Forderung, daß die Umgehung deS Butterzollcs durch die ebenfalls stark wachsende Rahmeinfuhr verhindert, ein Milch- und Rahmzoll ein- geführt werden müsse, bleibt natürlich aufrecht erhalten. Diese Ergänzungen des Zolltarifs würden für die Konsumenten wenig, für die Produzenten um so nrehr ins Gewicht fallen. Wenn die Liberalen trotzdem gegen dieselben Front machen wollen, so be- weisen sie damit nur, daß sie den kleinen, und kleinsten Landbauern und Viehzüchtern ebenso feindlich gegenüberstehen, wie den größeren Agrariern." Zu den hohen Fleischpreisen auch noch künstlich erhöhte Obst-, Gemüse- und Butterpreise I Wie lange wird das arbeitende Volk sich noch diese„vaterländische" Wirtschaftspolitik gefallen lassen, die auf Kosten der breiten Bolksmasfe das Agrariertum bereichert und damit zugleich feine politische Position stärkt. Keine preußische Einkommcnsteucrreform. Amtlich wird mitgeteilt: Die vom Abgcordnctenhause un- erledigt gelassene Novelle zum Einkominensteucrgesetz, die eine schärfere Veranlagung der Steuerpflichtigen und die Verewigung der provisorisch bewilligten Steuerzuschläge bezweckte, wird entgegen anderweitigen Mitteilungen dem Landtag bei seinem Wieder- zusammentritt nicht wieder vorgelegt werden. Ebensowenig trifft es zu, daß die Entwürfe im Finanzministerium teilweise neu bearbeitet worden seien. Die preußische Regierung kann sich diese Verschleppung einer zeitgemäßen Reform des Einkommensteuergesetzes leisten, sie erhebt Zuschläge zur Einkommens- und Ergänzungssteuer und ist so über die finanziellen Schwierigkeiten hinweg. Vielleicht ist ihr sogar an- genehmer, daß die ursprünglich nur auf drei Jahre gedachten Zu- schlüge verewigt werden, um so leichter lassen sie sich dann bei einer späteren Reform in den Steuertarif hineinarbeiten. Gefährdung des neuen Kaligesetzes. Wie die„Tägliche Rundschau" erfährt, ist das Schicksal de» neuen KaligesetzeS, das dem Reichstag schon in der bevorstehenden Tagung vorgelegt werden sollte, sehr fraglich geworden. Ueber eine Reihe der wichtigsten Bestimmungen des neuen Gesetzes bestehen unter den Bundesregierungen erhebliche Meinungsverschieden- heiten. Vor mehreren Wochen hat in Berlin eine Besprechung von Vertretern der Bundesregierungen stattgefunden, die die Kalifrage zum Gegenstand hatte. Die anwesenden Ver- treter der Bundesregierungen wurden mit dem vom Reichsamt des Innern sausgearbeiteten Entwurf vertraut gemacht. Eine Reihe wichtiger Bestimmungen fand aber starken Widerspruch, und man ist übereingekommen, auf dem Wege weiterer Verhandlungen eine Einigung zu versuchen. Die stärksten Meinungsunterschiede bestehen bezüglich der geplanten Aufhebung der Karenzzeit. Das bestehende Gesetz enthält nämlich eine Bestimmung, daß ein Werk seine voll- ständige Quote erst nach Ablauf von fünf Jahren er- bält. Ist aber der Fiskus mit einem Drittel an dem Werke beteiligt, so erhält er seine volle Quote sofort. Die Be- ftimmung hat mit dazu beigetragen, daß die Zahl der Kaliwerke in den letzten Jahren ganz außerordentlich zugenommen hat. Diese Be» s-itigung dieser fiskalischen Bevorzugung begegnet bei einzelnen Bundesregierungen kräftigem Widerstand, u. a. bei Baden, wo jüngst erst neue Kalilager entdeckt wurden, bei Bayern und mehreren mittel- deutschen Bundesstaaten. Auch Preußen, das ursprünglich der Auf- Hebung der Karenzzeit zustimmte, knüpft jetzt seine Zustimmung an die Erfüllung gewisser Bedingungen. In dem Entwürfe ist ferner eine Besteuerung der Ouotenübertragnng vorgeschlagen, die von einzelnen Bundesregterungen, deren Landesfinanzen an dem Gedeihen der Kali- industrie lebhaft interessiert sind, bekämpft wird. Ueber die Er- höhung der Kaliabgaben sind die Aussichten ebenfalls noch weit auseinandergehend. Wie die Dinge jetzt liegen, erscheint es sehr fraglich, ob es gelingen wird, in absehbarer Zeit eine Einigung über den neuen Kaligesetzentwurf herbeizusühren. Herrn Julius Bachems Bescheidenheit. Nach den Beschlüssen verschiedener Katholikentage verstößt es nicht nur gegen den katholischen Glauben, auf katholikenfeindliche und farblose Blätter zu abonnieren, sondern auch an solchen Blättern mitzuarbeiten. Tatsächlich sind verschiedentlich Katholiken aus dem Beichtstuhl gewiesen worden, weil sie sogenannte kirchcnfeindliche Blätter hielten. Trotzdem begegnet man Woche für Woche im „roten"„Tag" Artikeln von Julius Bachem und Matthias Erzbcrger. In der Nr. 203 deS Blattes befaßt sich Julius Bachem zum wiederholten Male mit der jüngsten ZentrumSkirmes.„Nach- lese vom Metzer Katholikentag" lautet die Ueberschrift. Nun hat die Mctzer Tagung einstimmig eS als ihre„heilige Pflicht' er- achtet,„mit allem Nachdruck die alsbaldige, vollständige und vorbehaltlose Aufhebung des Reichsgesetzes gegen die Jesuiten und die ihnen verwandten Orden zu erlangen". Was aber tut Julius Bachem, der Hauptführer der herrschenden Richtung im Zentrum? Er dingt von diesem Beschluß: „Wer für die Ausrechterhaltung des Ausnahmegesetzes gegen den Jesuitcnorden plädiert, der verschärst die konfessionellen Gegen- sätze, der spitzt sie aufs äußerste zu. Denn der katholische Volks- teil kann sich dieses gehässige Ausnahmegesetz nicht gefallen lassen: auch diejenigen Katholiken(!) können es nicht, denen etwa aus diesem oder jenem Grunde die Jesuiten weniger sym- p a t h i s ch sind. Aber hier ist das katholische Selbstbewußtsein und Ehrgefühl engagiert. Daher hat die scharfe Resolution des Metzcr Katholikentages in der Jefnitenfrage die Zustimmung aller auf dem Boden ihres Bekenntnisses stehenden Katholiken: in dieser Frage gibt es keine„Richtungen". Mit Recht hat ein freikomervaiiveS Blatt vor kurzem ausgesprochen, daß eS auf die Dauer nicht angehe, die Jesuiten sogar in ihrer seel- sorglichen Tätigkeit zu behindern und zu beschränken, während der kirchenfeindlichste und auch staatsfeindlichste Radikalismus un- gehindert und unbeschränkt seine Propaganda entfalten könne. Darum muß gerade der Freund des konfessionellen Friedens und der gemeinsamen wirtschaftlichen und politischen Arbeit der An- gehörigen der christlichen Konfessionen am angelegentlichsten hoffen und am bestimmtesten erwarten, daß aus der nun wohl bald erfolgenden erneuten Stellungnahme des Bundesrat» in der JcsuUenfrage ein Entscheid hervorgehe, welcher mit dem jüngsten, gänzlich unhaltbaren BundcSratsbeschluh aufräumt und zunächst ivcnigstenS die feelforgliche Tätigkeit der Mit- glieder des Jesuitenordens von allen Hemmungen befreit." Daß eS im Zentrum Leute gibt, denen„aus diesem oder jenem Grunde die Jesuiten weniger sympathisch sind", weiß man längst, und zu diesen Leuten gehören insbesondere Herr Bachem und seine Freunde. Womit sollte man in Zukunft noch die katholische Volksseele zum Kochen bringen, wenn das Jesuitengesetz gefallen ist. Nur noch dürftig verbirgt der oppositionelle Fetzen der Jesuiten- agitatton den gläubigen Zcntrumswählern die Regierungsergeben' heit der schwärzen-Truppe. Dazu kommt,~ daß die konservativen Busenfreunde und dieRechtsliVeralen, die daSZenirum zurzeit brünstig umwerben, um sie für die schutzzöllnerische„Arbeitsmehrheit" zu ge- Winnen, von den Jesuiten nichts wiffen wollen. IleberdieS würden die gräßlichen„U e b e r k a t h o l i k e n" Berlin-Trierer Richtung durch die Jesuiten vielfach Sulkurs bekommen. Darum erklärt Julius Bachem, daß man nur nicht sofort die Aufhebung des ganzen Jesuitengesetzes will, sondern„zunächst wenigstens usw...." I Mit Bachems bescheidenem Wunsch, in dem man vergebens ein energisches Eintreten für die Jesuiten sucht, vergleiche man den Beschluß des Katholikentages;...„h e i l i g st e P f l i ch t",„mit a l l e m N a ch- druck",„alsbaldige, vollständige und Vorbehalt- lose Aufhebung!" Das BeifallSgetöse, mit dem der Katholiken- tag diese Kundgebung begleitete, war noch nicht verklungen, als Julius Bachem sich an den Schreibtisch setzte und den Beschluß politisch verschacherte. Ter Dresdener BZahl-Kuhhandel. Zu den Kompromißversuchen, die zwischen den bürgerlichen Parteien für die ReichStagsersatzwahl im Wahlkreis DreSden-Neu- stadt gemacht worden sind, nehmen nunmehr auch die Fortschrittler daS Wort. Sie erklären, daß sie keineswegs gegen eine bürgerliche Einheitskandidatnr gewesen seien, sie hätten im Gegenteil den Ge- werkvereinSsekretär Berndt und den früheren Staatssekretär Dern- bürg vorgeschlagen, weil nach ihrer Uebcrzeuguug nur ein liberaler Kandidat den Wahlkreis zurückerobern könn?. Erst als diese beiden Kandidaturen von den Rechtsparteien abgelehnt wurden, hätten die Fortschrittler weitere Verhandlungen als überflüssig bezeichnet und wären auf ihre Parteikandidatur Klöppel zurückgekommen. Wir sind allerdings der Ueberzeugung, daß auch der frühere Staatssekretär Dernburg diesen Wahlkreis, der selbst in dem Sturm der Blockwahlen standgehalten hat, auch nicht hätte erobern können._ Amtsmüde? In der gestrigen Sitzung des Nürnberger Magistrats wurde ein Schreiben verlesen, in dem Geheimer Hofrat Oberbürgermeister Dr. v. Schuh an die städtischen Kollegien die Bitte richtet, au» Ge- sundheitSrücksichten zum 1. Januar 1914 von seinem Amte zurück- treten zu dürfen._ Dk ßalhanfrageti. Die türkisch-bulgarischen Verhandlungen. Sofia, 2. September. Der Ministerrat hat den General Sowo w sowie den früheren Gesandten in Belgrad Tasche w und den bisherigen Unterhändler N a t s ch e w i t s ch zu D e l e- gierten für die direkten Verhandlungen mit der Türkei bestimmt. Die Delegierten dürften heute nach Konstantinopel abreisen. Die bulgarischen Vorschläge. Konstautinopel, 2. September. Der Pforte liegen bereits die in großen Linien gehaltenen Vorschläge der bulgarischen Regierung über die neue Grenze vor. Der bulgarische Unter- Händler Natschewitsch überreichte sie gestern bereits dem Groß- wesier. Nach den bulgarischen Vorschlägen bleibt Adria- nopel türkisch, mit Ausnahme des Bahnhofs, derauf dem rechten Maritzaufer liegt. Dieser fällt an Bulgarien. Der ganze Maritzafluß soll ebenfalls bulgarisch werden, da Bulgarien glaubt, durch dieses Gebiet die nötige Verbindung mit Dedeagatsch, das ebenfalls bulgarisch wird, aufrechterhalten zu müssen. Von Adrianopel geht die Linie über Kirkki- l i s s e, das an Bulgarien fällt, bis zum Schwarzen Meer in die Nähe von Jndiada. Die Untersuchung der Kriegsgreucl. Sofia, 2. September. Trotzdem Serbien und Griechenland der internationalen Untersuchungskommission Carnegies gegenüber eine feindselige Haltung eingenommen haben, besteht die bulgarische Regierung auf ihrer Forderung nach einer internationalen Untersuchung der in Mazedonien begangenen Greueltaten. Snglantl. Nach den Straßenkiimpfe» in Dublin. London, 2. September. Zu den gestrigen Gerichts- Verhandlungen in Dublin, in denen es Gefängnis- und Geldstr.afen auf die Arbeiter regnete, die an den Ausschreitungen teilgenommen hatten, erschien die Mehrzahl mit verbundenen Köpfen. Viele waren, da sie aus dem Bett heraus verhaftet und ins Gefängnis gebracht wurden, in Nachtkleidern. Der Gewerkschaftskongreß, der gestern in Man- chester zusammentrat, nahm folgende Resolution an: Der Kon- greß verurteilt in formeller Weise die Regierung und den Lordleutnant von Irland wegen des Verbots der Abhaltung öffentlicher Versammlungen und wegen der brutalen Weise, in der die Bürger der Stadt Dublin durch die Polizei behandelt wurden, wobei zwei Personen getötet und einige hundert verletzt wurden. Der Kongreß ersucht den Lordleutnant von Irland, das Recht auf öffentliche Versamm- lungen wiederherzustellen und eine strenge Untersuchung über die Haltung der Polizei einzuleiten. CKina. Die Einnahme von Nanking. Schanghai, 1. September. Infolge der den ganzen Morgen andauernden Beschießung waren die Rebellen gezwungen, Nanking zu räumen. Die Taipings und die Truppen des Generals Tschanghsun rückten in die Stadt. Eine Anzahl von Rebellen entkam, wie bereits gemeldet, durch das Südtor, aber der Rest des Regiments der„tapferen Krieger" hält auf dem Löwenhügel ans und der Kampf in den Straßen dauert noch an._ Duanschikai. Peking, 2. September.(P. C.) Die Pcogresfisten planen, Duanschikai den Titel„Beschützer und Retter des Vaterlandes' und die Ernennung zum ständigen Präsidenten anzubieten. Duanschikai hat sich gegen diesen Plan ausgesprochen, da er der Hoffnung ist. die Macht vom neugewählteu Parlament und der Armee zu erhalten. Trotz der bisherigen Erfolge der Nordtruppen herrscht hier noch immer die rücksichtslose Herrschaft des Gewehr- k o l b e n s. Die Verhaftung von acht Parlamentariern schadet der Sache Duanschikais._ Hus der Partei. Aus den Organisationen. In einer Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für die Reichstagswahlkreise Köln-Sladt und Köln- Land erstattete Reichstagsabgeordneter H o f r i ch t e r Bericht über die Haltung der Fraktion zur Militär« und Deckungsvorlage. Er bezeichnete die Ausführung einer Obstruktion bei der jetzigen Geschäftsordnung ini Reichstage als unmöglich. Auch der Borwurf, die Fraktion hätte die Mafien mehr in Bewegung bringen muffen, fei unberechtigt. ES fei Tatsache, daß die Massen gegen die dies- malige Militärvorlage nur fehc schwer in Fluß zu bringen gewesen seien, weil sie sich sagten, daß die Besitzenden die Kosten zu tragen hätten. Das sei eine äußerst bedenkliche Erscheinung, und wir hätten ernstlich zu prüfen, ob wir bisher im Kampfe gegen den Militaris- »ms nicht zu sehr die finanzielle Belastung und zu wenig unsere grundsätzliche Gegnerschaft in den Vordergrund geschoben hätten. Unrichtig sei es, wenn Genosse S ü d e k u m in einer Artikelserie die Sache so hinstelle, als sei die Annahme der Militär- Vorlage an sich entschieden gewesen, und es habe sich nur noch um die Art der Deckung gehandelt. Für die Behauptung, daß die Ablehnung der Dcckungsvorlage durch uns die Massen be- lastende Steuern zur Folge gehabt haben würde, sei kein Beweis er- bracht. Ebenso nahe liege die Möglichkeit, daß besser« direkte Steuer» erzwungen worden wären. Geradezu für verwerflich halte er es, wenn von einer neuen Steuerära gesprochen und behauptet werde, die Belastung der Besitzenden werde die Rüstungen verlangsamen. Der Kapitalismus in seiner jetzigen EntwickelungSperiode könne gar nicht auf das Rüstungslrciben verzichten. Das Zentrum sei in arger Verlegenheit gewesen. Es half sich dadurch, daß eS gegen allen parlamentarischen Brauch seine Zu- ftimmung in der zweiten Lesung der Militärvorlage als provisorisch bezeichncie. Demnach sei das Schicksal der Vorlage noch nicht entschieden gewesen. Für uns lag die Frage so: Können wir Sieuergesetze bewilligen, die die Vorbedingung der Wehrvorlage sind. Für mich gab es nur ein ganz entschiedenes St e i n. Gewiß wollten wir stets alles tun, um weitere Belastung der Massen zu verhindern. Das wäre aber auch bei einer anderen Haltung der Fraktion erreicht worden und die grundsätzliche Bekämpfung des MililarismuS hätte nicht gelitten. Genosse M e e r f e l d: Nach Hoftichter lautete die Frage: Können wir Steucrgesetzen zustimmen, die die Vorbedingung der Annahme der Militärvorlage sind. Diese Fragestellung ist falsch. Die Militärvorlage war so gut wie bewilligt, denn an der end- gültigen Zustimmung des ZentrmnS zu der Vorlage konnte niemand zweifeln, der das Zentrum gründlich kennt. Es konnte sich nur noch darum handeln, auf wessen Schultern die Lasten zu legen seien. Da blieb die Mehrheit dem Grundsatz treu, der auch in dem be- kannten deutsch- französischen Manifest unter Zustimmung aller FraklionSmitglieder ausgesprochen ist, daß dw Minder- bemittelten mit aller Energie vor neuer Belastung ge- schützt werden müssen. Auch die agitatorische Bedeutung unserer Zustimmung zu den Steuergesetzen ist nicht zu unter- schätzen, lelbst wenn man der Meinung ist. daß man sich bei unseren Entschließungen immer und überall zunächst von unseren Grundsätzen leiten lassen soll. Dem Zentrum wäre nichts lieber gewesen als die Ablehnung der Besitzsteuern durch unsere Fraktion. Es hätte dann mit Fug und Recht draußen behaupten können, daß die Sozial« demokratie wohl Besitzsteuern fordere, diese aber, wenn sie vor die Entscheidung gestellt werde, dennoch ablehne. Gerade im Hinblick auf das Zentrum hätte er es lieber gesehen, wenn sich der Ab- geordnete für Köln bei der Mehrheit der Fraktion befunden haben würde. Der Parteitag muß der Fraktion die Richtlinien sür ihr zukünftiges Verhalten geben, er darf aber keine doktrinäre Prinzipien- reiterei treiben. Parteisekretär Genoffe Runge sprach in gleichem Sinne, ebens, Genosse W e n d I e r, während die Genossen Schubarth, Fries und W e n d t der Auffassung Hofrichters beitraten. Eine Entschließung wurde nicht gefaßt._ Haussuchung im„Hamburger Echo". Eine Haussuchung wurde nach längerer Pause wieder einmal in den Geschäflsräumen des„Hamburger Echo" vorgenommen. Es erschienen dort drei Beamte der politischen Polizei, um die Nummer 148 deS„Hamburger Echo" vom 27. Juni zu konfiszieren. Es wurden drei Exemplare dieser Nummer ge- funoen und beschlagnahmt. Wie unser Hamburger Parteiorgan erfahren hat, erfolgte oie Beschlagnahme wegen deS Leitartikels der Nummer, betitelt„DeuffchlandS Schande", in dem an der Hand de? im Fahre 1891 veröffentlichten Erlasse? de? damaligen Prinzen Georg von Sachsen die Soldaten mihhandlungen im deutschen Heere in kritische Beleuchtung gerückt werden. Zum Fall Rädel ist un? ein ausführlicher Artikel des Genossen H a e h n i s ch, als de? Verfassers der Erklärung, die ein deutsches Schiedsgerichtsverfahren im Falle Rädel fordert, zugegangen. Genosse Haehnisch polemisierl darin gegen die Behauptung der Erklärung des polnischen Partei« Vorstandes, insbesondere gegen dessen Kritik der Bremer Unter« suchungskommission. Wir glauben von der Wiedergabe de« Artikels um so eher absehen zu sollen, da sich daran neue Polemiken über die Einzelheiten des Versahrens der polnischen Partei und der Bremer Untersuchiingskommision knüpfen würden, die ohnehin den Parteitag beschäftigen werden. Unseren Standpunkt zu der organisatorischen Frage selbst haben wir ja bereits dargelegt. Krauzniederlcgung am Grabe LassallcZ. Am 49. Todestage Ferdinand Lassalles legten auch am Sonntag morgen der Sozialdemokratische Verein, das Gewerkschafiskartcll und viele Gewerkschaften von Breslau prachtvolle Kränze mir Inschriften auf dessen Grabe auf dem jüdischen Friedhofe nieder. Merlwürdiger« weise war� vor und nach der Kranzmederlegung auch nicht ein Schutz- mann zu sehen, während diese in früheren Jahren immer recht zahl« reich hinter Gräbern und Denkmälern versteckt das Niederlegen der Kränze beobachteten. Sie Bauarbeiten der Stadt Berlin. Unter dieser Ucberschrift veröffentlichen bürgerliche Blätter im Hinblick auf den Arbeitslosenantrag der sozialdemokratischen Stadt« verordnetenversammlung eine Zusammenstellung der Bauarbeiten der Stadt Berlin, um zu zeigen, wie sehr der Magistrat für Arbeit sorgt- In der von einer magistratSfreundlichen Korrespondenz besorgte» Zu« sammenstellung heißt es: „Der Magistrat Berlin hat schon vor Monaten die Bau« amter angewiesen, sämtliche Bauarbeiten mit Rücksicht auf die Arbeitslosigkeit zu beschleunigen. Dies ist denn auch geschehen. Es sind in Angriff genommen worden der Umbau der Haupt« feuerwache in der Lindenstraße, der Neubau einer 8. höheren Mädchenschule in der Grcifswalder Straße 24/2ö und der Neubau für die physikalische Abteilung der Dorotheenschule in der Wil- helmshavcner Straße 2(48 750 M.), vier Gcmeindcdoppelschulcn in der Lütticher Straße, Schönsließer, Gothenburgcr und Wehlauer Straße, der Neubau einer Hilfsschule auf dem Grundstück Kastanicn-Allee, ferner einer Turnhalle, auf dem Grundstück Gartcnstr. 107, einer zweiten Turnhalle, Ouitzowstr. 115a, einer dritten Turnhalle, Müllerstr. 158, sowie der Neubau einer achten Pflichtfortbildungsschule, Grünthaler Straße 3/4, und der Neu« bau eines Personalwohngcbäudes im Krankcnhausc am Fricdrichshain und eines Apothekengebäudcs im Krankenhause am Urban. Dazu kommen noch folgende Bauten, die schon früher � in Angriff genommen waren: eine Gemcindcdoppclschule in der Goßlcrstraße und fünf weitere in der Ibsen-, Pettenkofer-, Anton-, Duncker- und Zechliner Straße, die Errichtung von fünf neuen Schulküchcn, der Neubau der Baugcwerksschulc, Kurfürsten- straße 141, der Neubau der städtischen höheren Wcbeschule am Warschauer Platz, Umbauten im Waisenhause in Rummclsburg, die Erweiterung des Kinderkrankenhauses in der Reinickendorfer Straße, der Neubau der vierten städtischen Irrenanstalt in Buch, die Erweiterung der Volksbadeanstalt in der Bärwaldstraße, der Neubau eines Verwaltungsgebäudes und eines Wohngebäudcs für acht Familien und zwei Unverheiratete nebst Fahrzeug- und Geräteschuppen bei der Zentrale in Buch, der Neubau einer Feuerwache in der Stockholmer Straße, der Umbau der Feuerwache in der Rcichdnberger Sttüße, der Neubau eines Sttaßen- bahndepots in der Urbanstraße sowie mehrere der Parkverwaltung, die Bauken auf dem städtischen Friedhof in Karow bei Buch. Für diese Hochbauten sowie für den Neubau einer Pflege- ffätte für Lungen- und Kehltopfkranke in Buch sind von der Sladtverordnetenversammlung rund zehn Millionen Mark bewilligt worden und standen Anfang dieses JabreS noch zur Verfügung der Hochbauverwaltung. Auch der Tiefbauvcrwaltung standen im Frühjahr noch recht erhebliche Summen zur Verfügung. Unter anderem 3'/� Millionen Mark für Straßen- Pflasterung und Entwässerung. 90 000 M. für Chausseen und Wege, 41 000 M. für Brunnen. 81 000 M. sür Bedürfnisanstalten, 22 000 M. für Bürgerslcigbefestigungen, 1,8 Millionen Mark für die Herstellung des Rolandusers, 8,5 Millionen Mark für die Turchlegung der Linden-, der Josth- und Mittcnwalder Straße, zum Ankauf von Grundstücken zur Verbreiterung der Invaliden straße, der Alten Jakob-, Dresdener, Roß-, Landsberger und Neuen Königstraße, 140 000 M. sür die Pflasterung der Verkehr? straße am Südufer, 230 500 Mark für die Herstellung von Straßen auf dem Exerzierplatz an der Schönhauser Allee, 107 000 M. sür die Umgestaltung der Bellealliancestraße, 660 000 M. für die Vollendung der Brückenbauten, insbesondere der Insel-, Alte Jakodstraßen«. Schönflicßer«, Bornholmer-, GotzkowSky«. Föhrer Hansa« und Schloßbrücke." Diese Aufstellung ist eine recht wahllos« und liederliche, und der Abdruck in der bürgerlichen Presse zeigt aufs neue, daß die Berliner Presse von kommunalen Dingen nicht die blasseste Kenntnis hat. Wir wollen nur einiges aufs Gcradcwohl herausgreifen und zeigen, wie eS in Wirklichkeit aussieht. Da sind zunächst die Gc meindcschulbauten. Die Gemeindeschulen in der Goßlerstraße, in der Petlenkoferstraßc, in der Antonstraße, in der Gothenburgcr Straße, von denen in obiger Notiz die Rede ist, sind fertiggestellt und bereits in Benutzung genommen. Das gleiche gilt von der Schule in der Lütticher Straße, die ziemlich fertig ist Auch die Feuerwache in der Stockholmer Straße ist fertiggestellt- Dagegen ist die Bauverwaltung mit den übrigen Schulbauten wie immer stark im Rückstände. Für die Sckmle in der Zechliner Straße auf dem Gesundbrunnen bat die Stadtvcrordneten-Vcrsammlung die dritte Rate bewilligt. Der Bauverwaltung stehen für diese so dringend notwendige Schule 480 000 M. zur Verfügung, es kann also tüchtig darauf lo? gebaut werden, zumal Anfang April neue Mittel durch den neuen Etat bewilligt werden müssen. Wir haben uns diese Woche den Bau angesehen und waren schier entsetzt, zu sehen, daß das Gebäude kaum über da? erste Stockwerk hinauSgediehcn ist. An der Stelle, an der das Rektorwohngebäudc hinkommen soll, ist noch kein Spatenstich für die Ausschachtungsarbeiten gemacht, obwohl hier schwerer Baugrund ist, Bei anderen Schulneubauten steht es nicht besser. In der Grün- thaler Slraße soll auf dem ehemaligen Markthallengrundstück eine Pflichrfortbildnngsschule entstehen. Bereits im Etatsjahre 1912 sind hierzu Mittel bewilligt, auch im neuen Etatsjahre. 300 000 M. Bau- gelder stehen zur Verfügung. Das Markthallengebäude ist abgerissen, aber erst in den letzten Tagen sahen wir ein Dutzend Arbeiter mit Fundamentierungsarbeiten beginnen. An der Badstraße soll auf den- selbem Grundstücke ein Direktorwohn- und Verwaltungsgebäude er« richtet werden, wozu 100 000 M. bewilligt find. Am 1. April sind ans dem dort stehenden Hause die Mieter aus- gezogen, aber bis heute ist das alte Gebäude noch nicht einmal abgerissen. Tie Badeanstalt an der Bärwaldbrücke soll erweitert werden, feit Jahr und Tag ist da? beschlossen— keine Hand rührt sich. Wie wir vor einiger Zeit mitteilten, soll der Kämmerer den Bau auf ein Jahr whibiert haben, eine allerdings gänzlich unverständliche An- maßung, über die an anderer Stelle noch etwa? gesagt werden muß. Auf dem neuen Friedhofe in Buch-Carow sind umfangreiche Hochbauten erforderlich. E? müssen gebaut werden Jnspektorwohn- gebäude, Leichenhalle, Kapelle u. a. Die Etats von 1911, 1912 und 1913 enthalten bereits Mittel für diese Hochbauten, bis jetzt insgesamt 250000 Mark. Bis heute hat die Hochbauverwaltung noch nicht einmal die Projekte fertig, und es steht zu befürchten, daß die Stadt Berlin mit der Beerdigung von verstorbenen Bürgern sehr bald in die größte Verlegenheit kommt. Bei einem schnellere» Tempo der Hochbauverwaltung hätte schon mancher Arbeiter be« schäftigt werden können und der ohnehin daniederliegende Baumarkt wäre etwas belebt worden, ganz abgesehen davon, daß die städtischen Behörden ganz erheblich größere Mittel bereit stellen müßten, insbesondere für Schulbauten, welche die Schulvcrwaltung dringend benötigt. Soweit die Korrespondenz sich auf die Tiesbauten, insbesondere die Brllckenbontcn bezieht, so sei auch hier festgestellt, daß die genannten Brückenbauten bis auf die im Bau befindliche Bornholmer Brücke fertiggestellt und auch in Benutzung genommen sind. Die im Etat für 1913 aufgeführten Summen sind in der Hauptsache Rcstfummen. Größere Arbeiten läßt die Tiefbauverwaltung in dem Bau der Nord-Südbahn ausführen. Es sind bis jetzt zwei größere Lose vergeben worden. Das eine in Höhe von über 3 Millionen Mark ist trotz erheblichen Widerspruche? unserer Genossen der Firma Siemens und Halske gegeben worden, die die Tunnelstrecke Seestraße— Müllcr- straße bis Wedding ausführt, während der Tiefbaufirma Berger die Strecke Wöhlertstraße— Oranienburger Tor überwiesen worden ist. Leider lassen die Arbeitsverhältnisse bei diesen Firmen sehr viel zu wünschen übrig. Die Firma Siemens u. Halske sucht durch Inserat vornehmlich unorganisierte Albeiter, zahlt auch den ungelernten Arbeitern sehr mäßige Löhne, um selber desto größeren Profit ein« sacken zu können. Die Firma Berger ist bereits vertraglich ver« pflichtet worden, vornehmlich hiesige Arbeiter zu beschäftigen und muß in anderem Falle die Genehmigung der Tiefbaudeputation ein« holen. Wenn die Gemeindebehörden zur Milderung der Arbeitslosigkeit etwas beitragen wollen, so können sie da« sehr gut. Sie sollen nur größere Summen bereitstellen zum Bau der fo notwendigen Schulen und Heilanstalten sowie zur baldigen Vollendung der Nord-Südbahn und anderer Arbeiten und dafür sorgen, daß die Arbeiten nicht endlos hingezogen werden. Dann käme die Stadt bald in den Besitz der notwendigen Bauten und der Baumarkt, der so sehr daniederliegt, erfährt eine neue Belebung. Die Arbeiterschaft will keine Almosen, aber Arbeit. Auch der Staat müßte sich seiner Pflicht be- wüßt werden._ Föiister Dttbandstag der Klnmellllrbeiter und-Arbeitenuneu DeuMlands. Sebnitz. den 1. September 1913. Die weitere Tagung fand im Jugendheim der Sebnitzer Gc wcrkschaften statt. Sinn eröffnet die Debatte über die Verschmelzung. Pä che-Sebnitz sprach für die Verschmelzung mit dem Fabrik arbeitcrverband; Redner ging des näheren auf die Verhältnisse in Sebnitz ein und in welcher Weise die VcrschmelzungSfrage dis- kutiert worden sei. Er hob hervor, daß die Mitglieder in Sebnitz in ihrer Mehrzahl seit jeher Anhänger für den Zusammenschluß mit dem Fabrikarbcitervcrband gewesen sind. In eingehender Weise begründete er die Notwendigkeit des Zusammenschlusses mit de» Fabrikarbeitern. Im Heimarbcitsgebiet würde die Agitation besser vorwärts schreiten und die Mitglieder würden besser zu halten sein. Außerdem haben wir Verbindung im ganzen Sebnitzer Gebiet durch den Fabrikarbeiterverband. Frau Lutze gibt zu, daß die Zahlstellen über den Antrag Dresden erstaunt sein mußten. Der Antrag ist aus den Reihen der Mitglieder gekommen, weil sich die Verschmelzung mit de» Hut arbeitern zerschlagen hatte. Viele Blumenarbeiter sind im Fabrik arbciterverband organisiert, und sie konnten bisher nicht für unseren Verband gewonnen werden. Besonders für das Hcimarbeitsgebiet würde die Verschmelzung von Vorteil sein. Es würden Arbeitskräfte befonders für die Beitragskassierung gewonnen. Tie Ausgaben sind für unS sehr hoch und bei Bewegungen würde auch auf die Fabrikanten ein größerer Druck ausgeübt werden können, weil ein stärkerer Rückhalt vorhanden ist. Tie Verschmelzung zu Industrie- verbänden wird noch sehr lange auf sich warten lassen, und deshalb kann der Anschluß an den FabrikarbeitcrverlxlNd unbedenklich vor- genommen werden. Dicker bedauert, daß in der VerschmclzungSfrage der kleineren Verbünde vom Gewerkschaftskongreß nicht mehr getan wurde. Krause- Dresden empfiehlt den Anschluß an die Fabrikarbeiter. da sich die Dresdener nun festgelegt lzaben. Fräulein Röder- Berlin erklärt, daß i» Berlin gar keine Berührungspunkte mit den Fabrikarbeitern vorhanden sind. Bei den Arbeiterinnen in Berlin herrscht noch ein großer Standesdünkel. In Paris, in Amerika und ebenso in Berlin spielen die Blumen- arbeiterinnen die Dame und sind infolgedessen nicht sür den Bcr. band zu gewinnen. Wenn die Verschmelzung mit den Fabrik- arbeitern perfekt würde, wäre die Tätigkeit der Berliner Zahlstelle erledigt. Ter Anschluß an die Gärtner sei das günstigste für Berlin, und cS möchte diese Frage reiflich überlegt werden. Sinn: Der Zentralvoisstand habe sich bemüht, die Frage objektiv zu prüfen. Tie Zeitungsfragc spiele insofern eine Rolle, als der ,.P r o l e t a r i e r" sehr viele Branchen zu vertreten habe, und daß deshalb unsere Organisation zu wenig berücksichtigt werden könne. Bei den Gärtnern würde dies weniger zu befürchten sein. Die Gründe der Dresdener seien absolut nicht stichhaltig. Die Ausführungen der Kollegin Röder seien sehr zu bedenken. Wenn aber eine Verschmelzung geplant sei, so sei es notwendig, diese heute zu erledigen. Tic weitere Diskussion werde ja ergeben, welcher Verband zum Anschluß der geeignetste sei. Genosse Sachse als Vertreter der Generalkommission erklärt, baß er sich nicht in den Streit der Meinungen einmischen wolle. Tie Verschmelzungsfrage selbst kann nicht von der Generalkom Mission entschieden werden, sondern die Verbände selbst müssen diese Fragen entscheiden. Jedenfalls sei es zu begrüßen, daß die Bestrebungen zum Zusammenschluß vorhanden seien. Notwendig sc es jedoch, daß diese Frage auf diesem Vcrbandstage erledigt würde. Genosse Haucke vom Gärtnerverband erklärt, daß er nicht die Absicht habe, die Meinungen gegen den Gärtnerverband umzu- stimmen. Ten Wünsche» der Dlumenarbcitcr würde jedenfalls besser Rechnung getragen werden können in einem kleineren Ver- band, als in einer großen Organisation. Nach Lage der Sache sei er jedoch beauftragt, den Blumenarbcitcrn den Anschluß an die Fabrikarbeiter zu empfehlen. Genossin Vollender- Leipzig erklärt, daß es die Leipziger Mitglieder herzlich satt haben, sich mit dieser Frage immer wieder zu beschäftigen. Sie treten für den Anschluß an die Fabrikarbeiter ein. Die Leipziger sind der Ansicht, daß es zweckmäßig gewesen wäre, wenn Sinn auf dem Verbandstag der Hutarbeiter unseren Standpunkt vertreten hätte. Die rückständigen Arbeiter und Ar- beiterinnen zu gewinnen, würde bei dem Fortbcstand des Blumen- arbeitervcrbandcS keine Aussicht bestehen. Nachdem noch D i ck e-Dresden, P ä ch e-Neustadt, W e i ch o l d- Sebnitz, Frau L u tz e- Dresden, Schwarz. Sebnitz für Anschluß an den Fabrikarbeiterverband plädierten, wird dieser beschlossen. Der Anschluß soll bereits mit dem 1. Januar 1914 erfolgen. Tarauf schlägt der Vorsitzende Sinn vor, die übrigen Anträge und Beratungen von der Tagesordnung abzusetzen, da es vorteilhaft sein dürfte, den bisherigen Vorstand mit den Verhandlungen zu betrauern � � � erklärt, daß sie nunmehr der Ueberzeugung ist, daß der Antrag für Sitzverlegung erledigt ist. � Sinn schlägt vor, daß die Verhandlungen vom Vorstand ge- führt werden und, wenn es sich notwendig macht, sollen sich die Zahlstellen durch Delegierte vertreten lassen. Dem Vorschlage wird zugestimmt. Weiter wird beschlossen, das Gehalt für Werchold- Sebnitz um 109 M. zu erhöhen und die Beiträge für die Angestelltenver- sicherung zur Hälfte vom Zentralvorstand zu übernehmen, so lange, bis die Lokalkasse dieselben zu tragen in der Lage ist. Dem Kassierer wird ein Mankogeld von 60 M. bewilligt. Ferner wurde beschlossen. Sinn 200 M. als Vorsitzenden, 200 M. als Redakteur zu bewilligen und 200 M. als Miete für das Bureau des Vorsitzenden zu zahlen.. � Von der sozialdemolratische» Fraktion ist ein Schreiben ein- gegangen, das auffordert, Material für die Beratungen zu den Handelsverträgen zu schaffen. Sinn führt aus, daß die Zölle für ZykcS und Palmen die Arbeitsmöglichkeit wesentlich beschränkt haben. Die Ausführung von Fabrikaten dieser Branche nach Ruß. land, Sibirien usw. ist damit fast ganz unterbunden. Die Fabrikanten habe» sich damit geholjen, Fabriken im Auslande zu tu. richten.- Weichold führt aus, daß die Zölle in Amerika und Frankreich die Industrie schwer zu schädigen geeignet sind und versucht werden soll, dieselben herabzusetzen. Auch die Einführungszölle für Sloh- Materialien sind sehr hinderlich. Die Arbeiten des VerbandstagcS sind damit erschöpft und tritt Schluß der Tagung ein._ j' Hus Induftne und Kandel. Vom Machtbereich des A. E.-G.-Konzerns. Zur Kontrolle über Tochterunternehmungen errichten große Gesellschaften gewöhnlich besondere Finanzierungsgesellschaften. Das Hauptunternehmen besitzt dann nur die Aktien dieser Finan- zierungsgesellschast, die ihrerseits die Mehrheit der Aktien der übrigen zum gleichen Konzern gehörigen Unternehmungen in Be- sitz hat. Bei uns in Deutschland ist dieses System der Kontrolle besonder! stark ausgeprägt in der Elektrizitätsindustrie, in der zwei Konzerne(die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft und der Siemcns-HalSke-Schuckert-Konzcrn) vorherrschen. Als Finan- zierungsgesellschaft für die A.E.G. dient vornehmlich die Bank für elektrische Unternehmungen in Zürich. AuS dem soeben veröffentlichten Geschästsbericht dieser Elektrobank geht her» vor, daß sie Aktien von rund 40 Elektrizitätsgesellschaften besitzt, deren Arbeitsgebiete nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien, Frankreich. Belgien, Rußland, Spanien und in der Schweiz liegen. Insgesamt weist die Elektrobank für 119,098 Millionen Frank Aktien und Anteile anderer Unternehmungen in ihrer Bilanz auf. Ferner ist sie mit 4,58 Millionen Frank an Finanzsyndikaten zur Gründung weiterer Elektrounternehmungen beteiligt. Die Aktienbetciligungen sind übrrgenS nicht zum Kurswert, sondern nur zu dem Nennwert oder noch niedriger in die Bilanz eingestellt worden. An Dividenden brachten diese Anlagen der Elektrobank mehr als 11 Millionen Frank. Die allgemeinen Ausführungen im Geschäftsbericht beschäftigen sich auch mit dem Einfluß des B a l k a n kr i e g e k auf die Elektri- zitätSindustrie:„Der bei Beginn des neuen Geschäftsjahres noch nicht beendigte Krieg Italiens gegen die Türkei und die kriege. rischen Verwickelungen auf dem Balkan, die im Oktober 1912 ihren Anfang nahmen und bei Ablauf des Geschäftsjahres noch nicht bei« gelegt waren, haben auf das Wirtschaftsleben Europas eine un. günstige Einwirkung gehabt und zu einer großen Zurückhaltung im GeschäftSleben geführt. Im Zusammenhang damit machte sich eine Verteuerung des Zinsfußes geltend, welche die Beschaffung von Bau. und Betriebskapital für industrielle Anlagen wesentlich er- schwdrte. So war fast überall wenig Neigung vorhanden, neue Unternehmungen zu gründen, und auch bei der Ausgestaltung dor» handcncr Betriebe zeigte man größere Zurückhaltung als zu ande- ren Zeiten. Die Verteuerung des Geldwertes ist auch in dem starken Kursrückgang für Aktien von ElektrizitätSnnter, nchmungen zum Ausdruck gekommen. Selbst Aktien von Unter« nehmnngen, die seit vielen Jahren recht befriedigende Ergebnisse und steigende Dividenden bei hohen Rückstellungen aufweisen, er- litten nicht unerhebliche Kurseinbnben, wodurch die Rendite solcher Aktien namhaft erhöht wurde. Der Krieg wirkte aber auch un« günstig auf die Preise sür Heizmaterialien und Schiffsfrachten ein. Die E rz" u g u n gs kost cn de» Stromes bei den Werken, die ihre Energie nicht mit Wasserkraft herstellen konnten, mußten sich somit in vielen Fällen verteuern. Dagegen brachte die stets wachsende Verwendung des elektrischen Strome» für Beleuchtung und technische Zwecke fast durchweg eine erfreuliche Steigerung der Einnahmen. So wüchse» denn trotz der schweren Zeiten die Ueber- schüsse der uns nahestehenden Unternehmungen in den meisten Fällen über dieejnigen des Vorjahre? hinaus. Es kam dabei aller« dings der Umstand zu Hilfe, daß die Industrie— abgesehen von einzelnen Branchen— durch die unruhigen politischen Verhältnisse noch k a u m g e l i t t e n hatte und in einzelnen Staaten sogar einen Aufschwung erleben konnte. Ob diese günstigen Verhältnisse Bestand haben, läßt sich heute noch nicht übersehen." Im einzelnen wird bei den St)ndi?alsbeieingungen bon vtxi Unternehmungen der A.E.G. in Konstantinopel mitgetellt: DaS Konsortium Konstantinopcl(in Brüssel) zur Finanzierung einer noch zu gründenden belgischen Gesellschaft für elektrische Untcrnehmilngen in Konstantinopcl vereinnahmte nur Dwidenden von schon bestehenden Verkchrsunternehmungen. Der Krieg der Balkanstaaten mit der Türkei hemmt« zeitweise die Bauarbeiten in Konstantiiiopel. Der Betrieb der Straßenbahn muhte ganz ein» gestellt werden, da die türkische Regierung das gesamte Pferde» Material requirierte. Der elektrische Betrieb der Straßenbahn soll auf einzelnen Strecken noch im Laufe dieses Jahre? aufgenommen werden. Die Eröffnung des Betriebes des Elektrizitätswerke? ist für Ende dieses Jahre? in Aussicht genommen. Die Konzession für eine Hoch- und Untergrundbahn zwischen Stambul und Pera wurde erteilt»nd die gemäß dem Jrade verlangte Konstituierung einer besonderen Gesellschaft hierfür durchgeführt. DaS Opinmgift in der Mongolei. Ein Telegramm au? Urga meldet: Die Regierung der Mongolei hat einem englischen Syndi. lat die Erlaubnis zur Opiumeinfuhr und zum Opiumhandel erteilt. fiUehrSebtem Schwerer Fliegerunfall. Straßburg i. Elf.(W. T. B.) Der Fli-gerunkerofftzier Kahl von der hiesigen Fliegcrstation stürzte bei einem Probeflug aus etwa 30 Meter Höhe ab. Das Flugzeug ging in Trümmer und geriet in Brand. Kahl trug so schwere Brandwunden davon, daß sein Zustand hoffnungslos ist. Tas Eisenbahnunglück in England. London, 2. September.(W. T. B.) Nach den letzten Meldungen sind bei dem Eisenbahnunglück bei Aikgill vierzehn Per» fönen getötet und zehn verletzt worden. Die Ueber- lebenden geben anschauliche Darstellungen von den Schrecken?« szcncn, welche die Katastrophe, eine der schwersten, die sich auf englischen Bahnen ereigneten, im Gefolge hatte. Alles hatte sich verschworen, die Schrecklichkeit des Unglücks zu erhöhen, da zurzeit ein heftiger Sturm herrschte und das einzige Licht von der urchtbaren Glut des brennenden Wagen? kam. Viele der Tote» ind noch nicht identifiziert. Die Schuldfrage hat noch Nicht fest, gestellt werden können. Chausseeslr, 113 V/ ir feilige Leute! Die echten Continental- Gummi-Absätze werden nicht in Ramschgeschäften oder Ausverkäufen feilgehalten, sondern sind nur erhältlich bei Fachleuten, wie Schuhmachern und Spezial- Schuh-< Gummi- und Ledergeschäften.— Gummi- Absätze sind ein Vertrauensartikel; man kaufe sie, um sich vor Schaden zu schützen, ausschließlich bei Fachleuten. »Continental-Absätzfe" zeichnen sich aus durch erstklassige Qualität, enorme Kaltbarkeit und gewähren elastisch weichen Yang, erhöhte Qeh- teistung □ Schonung von Körper und Kernen. Verlangen Sie stets„Continental-Absätze".— Es gibt Nachahmungen. —— WM——————.......■----......, i w S ingerSi Co., Berlin LM, Hierzu 2 Beilagen«.Unterhaltung»� Fort mit Waschbrett und Bürste! Sie schaden damit nur Ihrer Wäsche. Viel bequemer, billiger und besser waschen Sie mit Persil. Die Wäsche wird damit blendend weiss, frisch und duftig wie auf dem Rasen gebleicht. Ocbcrall«rhbltlich, nie los«, nur in Original-Pakelcn. das selbsttätige I Waschmittel Der grosse Erfolg! HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Hpril�pl'c R 1£>1 eil■ S Ofla Huch Fabrikanten der � K s U i V 1 V II" O U UO. Garbat Ci�areiten Qualität Nr. 228. 30. Jahrgang. 1. KcilM i>es„Kmilris" Kerlm WlllsM Mittwoch, 3. September t9l3. Sep?erkfcdaftUckes. Die Dolsarbeiter uncl äer I�ampf auf clen Merften. Einem Antrage aus Mitgliederkreisen entsprechend war die Erörterung des Werftarbeiterstrciks auf die Tagesordnung der am Montag abgehaltenen Generalversammlung der Berliner Zahlstelle des Holzarbeitervcrbandes gesetzt worden. N e u m a n n, Mitglied des Hauptvorstandes, war als Re- ferent erschienen. Ausführlich besprach er die früheren Be- wegungen der Werftarbeiter und die Vorgeschichte des jüngst verflossenen Streiks. Er sagte unter anderem: Die weitaus größte Zahl der Werftarbeiter, 58—60 Proz., gehören dem Mctallarbeiterverbande an, während der Holzarbeitcrverband 'nur mit 8—9 Proz. beteiligt ist. Wenn ein Kampf auf den Werften eine Aussperrung zur Folge hat, dann erstreckt sich diese auf andere Großbetriebe der Metallindustrie. Es ist «also der Metallarbeitervcrband, der in erster Linie die Kriegs- lkostcn zu tragen hat, und deshalb ist es natürlich, daß die mit weniger Mitgliedern beteiligten Verbände, also auch der Holzarbciterverband, nicht das erste Wort ini Rate der Werftarbciterbcwegung zu reden haben und daß die Bewegung nicht auf den Leisten eines einzelneu Berufes geschlagen werden kann. Ans den Werften ist es so, daß die Hochkonjunktur nicht für alle dort vertretenen Berufe gleichzeitig eintritt. Wahrend für die eine Arbeiter- gruppe Hochkonjunktur herrscht, haben andere Gruppen wenig Beschäftigung. Früher haben die einzelnen Berufsgruppcn der Werftarbeiter immer dann Forderungen gestellt, Ivenn für sie gerade viel zu tun war. So konnten sie»vohl Lohnforde- rungen durchsetzen, aber an dem Rechtsverhältnis gegenüber dem Unternehmer konnten sie nichts mehr ändern. Auf den Werften aber ist es dringend notwendig, der uneingeschränkten Willkiirherrschaft ein Ziel zu setzen und den Arbeitern ein Mitbestimmungsrecht zu sichern. Um das zu erreichen, mußte mit dem System der putschartigen Streiks gebrochen und ein gewerkschaftliches System in die Bewegung der Werftarbeiter gebracht werden. Nur der regelrechte Gewerkschaftskampf der- mag grundsätzliche Forderungen durchzusetzen und die Rcchtlosig- keit, der die Arbeiter in den Werftbctricbcn ausgesetzt sind, zu beseitigen. Aus diesem Grunde haben die beteiligten Ver- bände ein Regulativ für die Wcrftarbciterbewcgung geschaffen. Bei der gegenwärtigen Bewegung waren die Vorstände be- strebt, die große Verschiedenartigkeit der Löhne in den ver- schiedenen Werftorten möglichst auszugleichen. Die aufgc- stellten Forderungen zeigten deshalb cineii großen Spielraum. — Bei den Verhandlungen, die zwischen den Vertretern der Werftarbeiter und den Werftbcsitzern geführt wurden, kam so- viel als nichts heraus. Tann ivurdc am 13. Juli die Kon- fcrenz der Werftarbeitcrvertreter mit den Verbandsvorständen abgehalten. Hier wurde beschlossen, daß nun die Organisationen die Sache in die Hand nehmen sollten. Es galt, ein Pro- gramm für die Bewegung aufzustellen, von dem jeder der Beteiligten sagen konnte: Das ist unser letztes Wort. Den Unternehmern sollte kein Zweifel darüber gelassen werden, daß. wenn es nun zum Kampfe kommt, die gesamte Arbeiterschaft hinter den Werftarbeitern steht. Die Werftarbeiter waren so auf diese Bewegung ein- geschworen, daß sich die Vorstände sagten: Ohne Kampf geht es nicht ab. Aber sie wollten doch erst alle Verhandlungs- Möglichkeiten erschöpfen um dann, wenn es zum Kampfe kam, die Macht der Organisation mit um so größerer Wucht in den Dienst der Sache stellen zu können. Es war den Vorständen bekannt, daß eine erhebliche Minderheit der Werftbesitzer zu weiteren Zugeständnissen an die Arbeiter bereit war, die aber von den Scharfmachern, welche der Führung Blohms folgen. überstimmt worden waren. Die Verbandsvorstände glaubten, wenn sie sich an den Vorstand des Gesamtverbandes der Metallindustricllen wenden, so könnte dieser die Scharfmacher um Blohm in den Hintergrund drängen und der Ansicht des entgegenkommenden Teils der Werftbesitzer Anerkennung ver- schaffen.— Auf der Konferenz am Sonntag, den 13. Juli, waren es besonders die Hamburger Metallarbeiter, welche dem Vorschlage, eine Verhandlung mit dem Vorstande des Verbandes der Metallindustriellcn anzubahnen, widersprachen. Sie sagten, es sei ausgeschlossen, daß am Montag noch weiter gearbeitet werde, die Kollegen ließen sich nicht mehr zurückhalten. Die Vorstände wandten sich dagegen, daß schon am Montag die Arbeit niedergelegt tvnrdc, denn sie sagten sich, wenn das geschähe, dann würden ja die Werftbesitzcr recht haben mit ihrer Behauptung, die Werftarbeiter seien so unbeständig, daß die Gewerkschaften keinen Einfluß auf sie hätten, es habe deshalb keinen Zweck, mit den Vorständen der Gewerkschaften zu verhandeln.— Den Wcrftunternehmern sind die wilden Streiks einzelner Gruppen lieber als das ge- schlossene Vorgehen der gesamten Arbeiter, hinter denen die Macht der Organisation steht. Deshalb wollen ja die Unter- nchmer von der Arbeiterorganisation nichts wissen. Uns aber muß es daraus ankommen, den Gelvcrkschaften Anerkennung und Einfluß auch auf den Werften zu verschaffen.— Wir haben den Hamburgern auf der Konferenz gesagt: Wenn Ihr am Montag die Arbeit niederlegt, dann verpfuscht Ihr die ganze Bewegung. Die Hamburger aber antworteten uns kalt lächelnd: Macht was Ihr wollt, es wird wohl nicht anders werden.— So war also die Arbeitsniederlegung am Montag, den 14. Juli, kein Zu- fall, sondern der beabsichtigte Kampf gegen die gewcrkschaft- liche Taktik. Tatsächlich ist ja am 14. Juli in Hamburg die Arbeit eingestellt worden. Es ging das Gerücht durch die Presse, die Unternehmer hätten die Arbeitsniederlegung provoziert durch Maßregelung eines Vertrauensmannes. Es ist aller- dings ein Teilnehmer der Konferenz vom 13. Juli am 14. Juli entlassen worden. Er wurde in einer Abteilung des Betriebes angetroffen, wo er nichts zu tun hatte. Er sprach dort mit einer Gruppe von Arbeitern. Die einen sagen, er habe sie von der beabsichtigten Arbeitsniederlegung abhalten wollen, andere behaupten, er habe sie überredet, die Arbeit nieder- zulegen. Doch darauf kommt es nicht an. Wer in einer Abteilung betroffen wird, wo er nichts zu tun hat und mit den Arbeitern konferiert, der wird entlassen. Das ist herrschender Brauch in den Werftbetricben. Eine der- artige Entlassung ruft sonst keine Erregung hervor und ist kein Grund zur Arbeitsniederlegung. Dadurch, daß in diesem Falle die Arbeit niedergelegt wurde, ist der ganze Plan, dem die Konferenz mit großer Mehrheit zugestimmt hatte, über den Haufen geworfen. Die Vorstände konnten das nicht gutheißen, sie haben sich gegen diesen Streik erklärt. Der Vorstand des Holzarbeiterverbandes konnte hier keinen anderen Standpunkt einnehmen als die Vorstände der anderen Verbände. Nachdem der außerordentliche Verbandstag der Metall» arbeiter beschlossen hatte, den Streik abzubrechen, haben wir unseren Kollegen geraten, sich ebenso zu verhalten wie die Metallarbeiter, sich nicht etwa in den Vordergrund zu drängen und nichts zu tun, was den Unternehmern Veranlassung geben könnte, die Verantwortung für eine etwaige Fortsetzung des Kampfes den Holzarbeitern zuzuschieben. Anfangs wollten ja unsere Ltollegen allein weiterkämpfen. Aber es ist uns gelungen, sie zu überzeugen, daß es ain besten ist, sich den Metallarbeitern anzuschließen. Nur in den Unterwcscrortcn fand unser Vorschlag kein Gehör. Dort haben wir die Schiffszimmerer im Holzarbeiterverband und diese haben schon immer eine eigenartige Haltung ein- genommen. So war es auch jetzt. Schließlich haben sich auch die Schiffszimmerer an der Unterwcser unseren Rat- schlügen gefügt. Nur Bremen allein ist noch übrig geblieben. Dort haben die Schiffszimmerer beschlossen, auf Kosten der Lokalkasse den Kampf fortzusetzen. Durch dies Verhalten wird nun die Wiederaufnahme der Arbeit auch für die noch außenstehenden übrigen Arbeiter verhindert und für die, die bereits eingestellt sind, ist die Situation erschwert. Sie werden in den Betrieben schikaniert und die Mehrheit, die noch draußen steht, kann nichts dagegen machen. Jetzt haben >vir die Anivcisung gegeben, daß die gesamte Zahlstelle Bremen abzustimmen hat, ob der Kampf fortgesetzt oder ein- gestellt werden soll. Bis jetzt hatten nur die Streikenden ab- gestimmt. Die Vorstände konnten in dieser Bewegung keinen anderen Standpunkt einnehmen, als sie eingenommen haben. Das Urteil darüber, ob lvir recht gehandelt haben, müssen wir den Vcrbandskollcgcn überlassen. Sic werden so urteilen, >vie es den Interessen des Verbandes entspricht.(Schwacher Beifall.) Die Versammlung hatte zuerst eine Reihe geschäftlicher Angelegenheiten erledigt, infolgedessen kam der Referent ziemlich spät zum Wort und sein l'/zstündiger Vortrag endete gegen 12 Uhr. Deshalb wurde die Diskussion bis zur nächsten Generalversammlung vertagt. » Den ersten Teil der Versammlung bildeten die statutenmäßigen Neuwahlen eines Teils der Ortsvcrwaltung und der Angestellren. Alle, die zur Wahl standen, wurden wiedergewählt mit Ausnahme des zweiten Kassierers I ä ck. Es wurde behauptet, Jäck habe im ge- schäftlichen Verkehr mit den Kollegen manchmal einen gar zu groben Ton angeschlagen. Zur Rechtfertigung Jäcks ivurde dagegen an- geführt, er fei verpflichtet, bei Auszahlung von Unterstützungen die rückständigen Beiträge und Darlehen abzuziehen. Von den betreffenden Mitgliedern würden in der Regel Einwendungen gegen die Abzüge erhoben, und so komme cS zum Wortwechsel, der manchmal auf beiden Seiten etwas erregte Formen annehme. Im übrigen sei Jäck ein sehr gewissenhafter und pflichttreuer Kassierer.— Die Ab- stimmung durch Zettel ergab 279 Stimme» für und 423 Stimmen gegen Jäck. Seine Wiederwahl ist dadurch abgelehnt. Die Stelle muß nun nach den geltenden Bestimmungen ausgeschrieben werden. Als unbesoldetes Mitglied des Hauptvorstandes wurde Schreib er gewählt._ Der Streik im Kürschnerg»»verbe. Es haben bis jetzt 42 Firmen bewilligt. Es stehen über 399 Personen im Streik. Diejenigen, die bei Firmen arbeiten, wo nicht gestreikt wird, zahlen 10 Prozent ihres Arbeitsverdienstes an die Streikkasse. Am Montag fand eine vollzählig besuchte Versammlung der Pelzarbeiter statt. Nach einem Referat des Hauptverbandsvorsitzenden Leisler und einer begeisterten, siegessrohen Diskussion wurde folgender Resolution einstimmig zugestimmt: Die heute Versammelten sind mit den Ausführungen des Re- ferenten einverstanden und erklären: Wenn auch die Orts- vertvaltung jederzeit bereit sein soll, im Jntereffe der Streikenden und des Berufs mit dem Arbeitgeberverbande zu unterhandeln, so kleines feuiUeton. Schritt! Vier Soldaten marschieren auf dem Fahrdamm: einer vorauf, die drei anderen mit„Gewehr über" in einer Reihe hinter drein. Irgend etwas Weltbewegendes haben sie vor: eine Wache ablösen oder was weiß ich.... Nebenan, auf dem Trottoir eine Allegorie.... In Wahrheit ein Hausdiener. Er hat denselben Weg, er wird also neben den Kricgöleuten marschieren. Neben?— mit ihnen und— o Selig keil!— er darf denselben Schritt wie jene gebrauchen! Er darf den linken Fuß heben, wenn sie ihn heben, und den rechten darf er im selben Augenblick niedersetzen, wenn die Soldaten es tun... Aber da machen die Marsleute„Achtung!!", weil einer vorbei kommt, der bunter aussieht als sie— das nennt man einen Vor gesetzten— und ihre Schritte dröhnen Ihm zu Ehren hart aufs Pflaster— Bum-bum— Bum-bum! I... Da kann der Zivilist natürlich nicht mit. Seine armen Hausdieuerbeine stolpern über sich selbst, er rempelt die Passanten an, er torkelt hin und wieder.. Paradeschritt— das ist eben nicht einfach! Aber man hat sich wieder beruhigt. Das hohe Tier ist vorüber, die Abteilung marschiert ivieder wie gewöhnlich. Und noch länge sehe ich ihnen nach, wie sie alle taktmäßig dahergehen, und nebenan selig, trampelnd, rhythmisch: der Hausdiener. Der deutsche Hausknecht. Theater. Neues Volks-Theater. Vorstellung der kartellierten freien Volksbühnen:„Mudder Mctvs" von Fritz Stavenhagen.— Das niederdeutsche Drania„Mudder Mews", das vor gerade zehn Jahren als das Werk eines 27jährigen Dichters entstand, erschürft in urwüchsig-naturalistischer Art einen tragischen Stoff, der in den unteren Schichten des Volkes lagert: es deckt die Hemmungen auf, die dem Menschenglück aus den seelischen Wirkungen der Verelendung erwachsen. In all den Menschen der Familie Mews ist ein grundguter Kern, der das Wollen bestimmt. In allen. Auch in dieser furchtbaren Mudder Mews, einem Typus, der überaus häufig ist. Aber der Kern liegt unfrei, seine Entwickelung ist gehemmt: bedrückendes Erleben der Vergangenheit liegt als schlechtes Erdreich um ihn her und wird, dem neuen Keim gefährlich. Das Drama zeigt also aus einer Wurzel her Tragik in zwiefacher Art. Die Mudder Mews ist eine jener alten Frauen, deren Leben nichts als Mühe und Arbeit und trübes Erleben war. Acht Kinder gebar sie, fünf sanken ins Grab, der Mann verfiel der Trunksucht, und ihr blieb das Los, Tag und Nacht am Waschfaß zu stehen. Ihr Leben war ein zäher Kampf gegen das Versinken. Das hat ihre Tüchtigkeit eingeengt und hart gemacht.— All ihre Gedanken find nichts gewesen als ein Ringen mit verbitternden Erfahrungen, ein Ringen wider Verarmung und Verkommen. Kein Auswärts- ringen, imnier nur ein Abwehren des Schlimmsten, ein Kampf am Abgrund und mit dem Blick in den Abgrund. Minute um Minute ein abrackerndes Schaffe» um Pfennige, mit Stimmungen eines gehetzten, gequälten Wildes, ein Leben in nichts als Widerwärtigkeiten und doch ein Ausharren. Und nun, da die Kinder, die am Leben Lust haben, die Möglichkeit bieten, ohne Berbitterung weiter zu leben und die letzten Tage ohne Rot zu genießen, zeigt sich, daß dieser Frau die Fähigkeit, sich und andere zur Freude zu leben, zerstört wurde. Ihr Wesen fordert gleichsam da» alte schwere Leben als ein Recht. Die Jahre der Not haben f dieses Wesen geformt. Sie haben es vergiftet. Ihr seelischer Ov ganismus ist auf einen anderen Kreis von Bewegungen eingeschränkt: sie reagiert immer nur als die Frau, die sich in ihrem Obenbleiben bedroht, sich gehetzt, mißachtet, gestoßen, vertrieben fühlt, der nichts bieibt als ein immerwährendes Ahnen kommenden Unheils, als das Anklammern an das rastlose Tätigsein ihrer Hände und an den Stolz, das Wenige, was sie ohne Bettelei erwirbt und besitzt, in Sauberkeit, Ordnung und Sparsamkeit zu halten, und deren Zwang, für alles selbst sorgen zu müssen, umschlägt in das in jeder Minute sich herrisch entladende Gefühl: sie sei die einzige, die Ordnung zu schaffen und das Leben zu leiten wisse. Der Kampf umS Dasein hat das Wesen der Mudder Mews in Enge und Einseitigkeit eingeschnürt; sie hat sich in dieser Enge kräftig bewährt, aber sie ist auch'darin erstarrt und steht nun allem Leben, das anders und weiter und tiefer ist als das ihrige, verständnislos gegenüber. Was Heldentum war, wird zur Tragik für sie selbst und mehr noch für ihre Kinder. Ihre Art sprengt den Hausfrieden der Familie des ältrstcn SohneS auseinander. Ihrem Auge, das immer nur auf die äußere Seite eines Hauswesens und immer nur auf dessen kleine Mängel eingestellt ist, entgeht gänzlich, was diesen Frieden baut und stützt: Die seelische Gesundheit und geistige Reg» samkeit der Frau des Sohnes, der Elsabe, deren Schaffenswünsche über die bloß äußere Hausfürsorge hinausreichcn. Aus den Gegen- sätzen der Mudder Mews und der Elsabe wächst die Handlung des Dramas. Schritt für Schritt entwickelt sie, daß ein Nebeneinander der beiden Frauen unmöglich ist. Elsabe, in allem, was für ihr Leben wichtig und heilig ist, immer ärger bedroht und endlich un- erträglich im Innersten ihrer reinen Natur geschmäht, stürzt sich schutzlos verzweifelnd in die Elbe. Die Aufführung war in allen Teilen von gleicher guter Höhe. Sie kann als ein tüchtiges Werk naturalistischer Milieudarstellung gelten. Die Art der Mudder Mews wurde von Agnes Werner- Wagner vom ersten Akte an in ihren Merkmalen klar versinnlicht. Eine Entwickelung hat diese Gestalt nicht: bis zum letzten Augen- blicke bleibt sie sich gleich, und was sie ist, zeigt sich dramatisch an der Wirkung, die sie auf die Menschen um sie her ausübt. An ihr schließt die Art dieser sich auf, so daß die Handlung mehr bei diesen liegt/ Die derb-schwere niederdeutsche Fischerart der beiden Brüder Mews, des älteren Willem, des jüngeren Hugo, wurde von Rudolf Werner und Aurel Nowotny lebendig gegeben: des Aclteren Handeln der Mutter gegenüber ist von Gefühlsrücksichten gehemmt, indes der Jüngere(er hätte im Bilde jünger dargestellt sein dürfen) diese Rücksichten nicht mehr kennt und aus schärferem Erfassen der Situation energischer handelt. Die Elsabe— von Martha A n g e r st e i n dargestellt— ist die schwierigste Aufgabe, die das Werk stellt. Von der Form, die sie schauspielerisch empfängt, hängt das Gelingen der Aufführung am meisten ab. Sie war so dar- gestellt, daß immer ein festes Band die Spielenden zusammenhielt und die dramatische Steigerung natürlich wuchs bis zur Katastrophe. krck. Musik. Deutsches Opernhaus Charlottenburg. Webers Oper.Freischütz", die im letzten Spieljahr achtzehnmal gegeben wurde, war ausersehen, auch die neujährige Opernkanipagne ein- zuleiten. Gleich vier neuen Kräften war Gelegenheit geboten, vor das Publikum zu treten. Elisabeth Boehm van Endert war den Berlinern schon bekannt; nicht zum letzten durch ihre Mitwirkung bei einigen Arbeiterkonzerten. Für die Agathe bringt sie alles mit, was dieser Rolle eignet: eine liebreizend« Erscheinung, ein schönes Organ, das immer voll und weich anklingt, selbst in hohen Lagen j Kinoaufnahmen verboten wird. nicht einer sinnlichwarmen Färbung entbehrt. Immer entwickelt die Sängerin eine dem Ohr wohltuende künstlerische Vortragsweise, und wo es nötig ist. gibt sie dem Spiel dramatische Beweglichkeit. Als Aenuchen führte sich auch Katharina Jüttner recht vorteilhaft ein. Den Kasper spielte Jean Müller nicht auf den Theater« bösewicht hinaus: und das war gut so. Sein Baß hat ergiebige Trag- kraft. Vierte Debütantin war Elisabeth Dänicke als erste Braut- jungser. Die Besetzung der anderen Haupt- und Nebenrollen war wohl unverändert geblieben. Die Aufführung zeigte durchweg ge- diegene Art. Das Orchester unter Rudolf Krasselt musizierte wundervoll. Die beidey Waldszenen, in denen der volle fahrbare Äuppelhorizont mit der kompletten Fortunybcleuchtung nun wieder funktionierte, sowie die technisch meisterhaste Wolfsschlucht, waren voll farbigen Zaubers. Die Direktion gibt fortan Programmhefte mit Bilduiffen und Abhandlungen heraus. Aus dem ersten Hefte sind erwähnenswert: Ein Jahr Deutsches Opernhaus nnt Rückblicken und Ausblicken. Interessant ist, daß von allen im ersten Jahre gegebenen Opern Beethovens„Fidelio" 32 Aufführungen erzielte. Ihm am nächsten stehen dann„Obcron" mit 39.„Figaros Hochzeit" mit 23, Puccinis „Mädchen aus dem goldenen Westen" und Lortzings„Zar und Zimmermann" mit je 22 Wiederholungen. An 39 Nachmittags- Vorstellungen waren beide freie Volksbühnen und der Verein für Volksunterhaltungcn beteiligt. Das erste Heft enthält auch Künstler- biographien und als willkommene Beigabe zum„Freischütz" Aeußc- rungen des Textvcrfassers Friedrich Kind über das wilde Heer und die Wolsschlucht. Man kann nun sehen, in welcher Weise die Regie jene Angaben zu Rate gezogen hat. Künftighin würde man den Theaterzettel wohl besser gleich am Kopf oder wenigstens auf der Schlußseite des Heftes sehen. Es ist nicht jedermanns Sache, sich durch eine reiche Jnseratenplantage hindurchzupirschen.«. k. Notizen. — Theaterchronik. Die Eröffnung de? Deutschen Künstler- Theaters Sozietät ist nunmehr auf Frei« tag, den 12. September, festgesetzt. Zur Aufführung gelangt „Wilhelm Teil", rnszeniert von Gerhart Hauptmann.— Kammersänger K a r l B r a u n, der erste Bassist des Deutschen Opernhauses, tritt heute zum erstenmal wieder auf und zwar als Falstakf in den„Lustigen Weibern von Windsor".—„Der große Künstler", daS neue Lustspiel des englischen Komödien- dichters Arnold Bennett, wurde von Max Reinhardt für daZ Deutsche Theater zur Aufführung erworben.— Da» Lust- s p i e I h a u s eröffnet die Spielzeit am Sonnabend mit dem neuen Turfschwank„777: 10" von Otto Schwärzt und Kari Mathern.— Das Komödienhaus, das bis zum 13. September geschloffen bleibt, beginnt die Spielzeit mit Raoul Auernheimer«„Das Paar nach der Mode". — Forscherschicksal. Nach einer Meldung aus Neu- Guinea ist der Mineraloge John Warner, ein Deutfch-Amerikaner, auf einer Forschungsreise von eingeborenen Papuas getötet und aufgefressen worden. Die Begleiter Warners, zwei Ein- geborene, entkamen. — Boccaccio-Feiern— dem 990. Geburtstag des großen Erzählers der Renaissance zu Ehren— werden vom 6. bis 8. September in Certaldo veranstaltet. — Verbotenes.Filmen'fürBerufSschauspieler. In die künftigen Verträge deS Wiener Hofburg-TheaterS soll dem Vernehmen nach die Bestimmung aufgenommen werden, wodurch den Hofschauspielern und Hoffchauspielerinnen die Mitwirkung bei Idjnen fie eS aker ab, ba% Mefe auf der Grundlage deS Visher von Arbeitgeberverbande Gebotenen stattfinden sollen. Die Versammelten verpflichten fich, bis zur Beendigung der Be- egung im Streik zu verharren und dahin zu wirken, daß die bis- «er über die Sachlage noch nicht aufgeklärte Kollegenschaft die nötige seimtnis von den Tatsachen erhält, damit fich diese auch der Be- oegung anschließen. Ein Vertreter der Hausindustriellen teilte noch mit, daß auch fiese f a st überall die Arbeit eingestellt haben. Ein Redner schilderte seine Erlebnisse mit der Polizei, die auch er wieder glaubt, im Interesse der Unternehmer eingreifen zu i llflen. Eine große Organisation der PrivatangesteNten? Die Ortsgruppe Berlin des Verbandes der Bureauangestellten ollte am Montagabend Stellung nehmen zu der Frage einer Ver- chmelzung mit dem Zentralverbande der Handlungsgehilfen. Pattloch brachte ein längeres Zirkular des Zentralvorstandes ur Verlesung, worin dessen Stellungnahme ausführlich dargelegt ist. Oer Inhalt dieses Rundschreibens läßt sich kurz dahin zusammen rflen: Eine Verschmelzung des Bureauangestellten-Verbandes mit :m Zentralverbande der Handlungsgehilfen sei im gegenwärtigen Stadium der EntWickelung nicht zweckmäßig. Erst müßten beide Organisationen einen großen Prozentsatz ihrer Berufsangehörigen imfassen; das sei am besten in Berufsverbänden zu er- reichen. In einem gemeinschaftlichen Verbände würden die einzelnen 'leineren Branchen leicht übersehen. Die Meinung über diese Bedenken sei fim Zentralvorstand keine einmütige. Die Minderheit stütze sich vor allem auf die Tragweite der Grenzstreitigkeiten, die auf dem Organisationsgebiet ser VerficherungS- wie auch Fabrikangestellten ausgebrochen seien. Stehe die Mehrheit des Zentralvorstandes einer einfachen Verschmelzung ablehnend gegenüber, so sei sie doch geneigt, der Frage der Gründung einer allgemeinen Privat« :ngestellten-Organisation näher zu treten. W i e S n e r verlas hierauf das Rundschreiben des Verbands- orstandes her Handlungsgehilfen. Dieser steht auf em Standpunkt, daß die Grenzstreitigkeiten nicht allein zur Ver- hmelzung drängen, sondern daß auch eine ganze Reihe Wirtschaft- cher Momente von ausschlaggebender Bedeutung seien. Deshalb .ete er für ei n e V er s ch m elzun g beider Organisationen ein nd er werde auch der Schaffung einer Privatangestellten-Organisation uf freigewerkschaftlicher Grundlage im geeigneten ugenblick nicht entgegenstehen. Auch die Branchenleitungen der Ortsgruppe ) erlin des Bureauangestelltenverbandes haben sich mit der Ver- chmelzung grundsätzlich einverstanden erklärt. Zu einer Entscheidung kam die Versammlung noch nicht. Die Oebatte über die wichtige Frage mußte der vorgerückten Zeit wegen chließlich abgebrochen werden und soll in einer späteren Versamm- .ung fortgeführt werden.__ Die Differenzen zwischen der Malzbierbrauerci Groterjan, ßrinzenallee 79/80, und dem Verband der Böttcher, Wein- küfer und Hilfsarbeiter sind zur beiderseitigen Zufrieden- heit erledigt. Der Vorstand. DevtTcdeg Relch. Den Stralsunder Bauarbeitern ist eS nach fünfmonatlichen Verhandlungen gelungen, mit den Unternehmern einen Tarifvertrag abzuschließen. Der Bertrag läuft bis zum 81. März 1916 und bringt für die Arbeiter folgende Errungenschaften: Die Stunden- löhne werden auf 62 Pf. erhöht; vom 1. April 1914 ab erhalten die Maurer und Zimmerer 64 Pf. Stundenlohn. Hilfsarbeiter be- zieWffiir 1913 einen Lohn von 41— 43 Pf. pro Stunde und vom 1. März 1914 ab 43—46 Pf. Die Zuschläge für Ueberzeit- und besondere Arbeit find im wesentlichen die gleichen geblieben wie bisffer, Den Junggesellen darf in Zukunft nur noch im ersten Jahre nach der Lehrzeit 6 Pf. weniger gezahlt werden. Auch bei Arbeitern unter 17 Jahren kann von den festgelegten Lohnsätzen abgewichen werden. Vom 1. März bis 30. September endet die Arbeitszeit am Sonnabend um 6 Uhr. An den Sonnabenden, möglichst vor Feier- �ibend, hat die Lohnzahlung zu erfolgen. Die Unternehmer hatten den sehnlichsten Wunsch, als Vorfitzenden des Tarifamtes den— Bolizetdirektor in Funktion zu setzen I An seiner Stelle wurde aber der Vorfitzende des GewerbegerichtS bestimmt. Die Luchbinder stehen an verschiedenen Orten in Tarif- bewegungen. So wurde der im Jahre 1909 abgeschlossene, am 80. September d. I. ablaufende Tarif für die in den Bielefelder Buchbindereien, Geschäftsbücherfabriken und Buch- und Stein- druckereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am 1. August gekündigt. Eine öffentliche Versammlung der Buchbinder beschäftigte sich mit dem von einer Kommission ausgearbeiteten neuen Tarif- eittwurf, der eine etwa zehnprozentige Erhöhung deS Minimallohn« satzeS zum 1. Oktober d. I. und eine weitere, etwa fünfprozentige Erhöhung zum 1. Oktober 1916 vorsieht. Der neue Tarifentwurf wurde den Unternehmern in diesen Tagen zugestellt.— Auch die Geltungsdauer deS im Jahre 1910 für die Buchbinder in Osterwieck abgefchlofienen Tarifs geht am 30. September d. I. zu Ende. Nachdem der Tarif von den Arbeitern gekündigt und ein neuer TarifvertragSentwurs eingereicht war, beauftragten die Unternehmer den Jndustrie-Schutz- verband mit der Führung der Verhandlungen. Diese Verhandlungen haben jedoch bisher zu keinem annehmbaren Ergebnis geführt. Eine Versammlung der Arbeiter beschäftigte fich mit den Zugeständnifien der Unternehmer, die eine Erhöhung der Minimallohnsätze um 6—7 Proz. bedeuten. Die Versammlung lehnte diese Zugeständniffe als durchaus ungenügend ab und beauftragte den Bezirksleiter des Verbandes, aufs neue mit den Unternehmern bezw. deren Vertretern Verhandlungen anzuknüpfen._ Keine Gendarmenbelohnung durch Unternehmer. Den etwa 40 Gendarmen, die im Mai d. I. beim badisch- schweizerischen Färberstreik in Basel und Friedlingcn die Ordnung aufrechterhalten und den Arbeitswilligenschutz übernommen hatten, bot die Färbereifirma S ch e t t y Söhne 1000 M. als Gratifikation an. Soweit aber badische Gendarmen in Frage kamen, gestattete die badische Regierung die Annahme der Gratifikation nicht.— Den be- teiligten Gendarmen wurde übrigens auch durch Angestellte der fteien Gewerkschaften das Zeugnis ausgestellt, daß fie fich gegen die Streikenden loyal benommen hatten. Gerichts-Leitung. Seine eigenen Kollege« vestohle». Vor der Ferienstrafkammer deS Königlichen Landgerichts I zu Berlin hatte sich der Tischler Albert Verch wegen wiederholten Einbruchs und Diebstahls zu verantworten. Der Angeklagte soll im Dezember v. I. nachts in mehrere Tischlereien eingebrochen und allerlei Gegenstände entwendet haben. In der Hauptsache hatte er eS auf Arbeitsgeräte und die B e r b a n d s b ü ch e r einer Kollegen abgesehen. In der gestrigen Verhandlung bestritt oer Angeklagte, eingebrochen und gestohlen zu haben und gab an. an Dämmerzuständen und zeitweise an vollständigem IvedachtmS. schwund zu leiden. Auch nervöse Krampfanfälle seien ärztlich bei ihm festgestellt, wodurch es ihm unmöglich sei, sich aus die Straf- twen zu besinnen. Vielleicht habe ihm einer ,n der Trunkenheit die Gegenstände, die bei einer Haussuchung bei ihm zwiichen Wäschestücken versteckt aufgefunden wurden, eingehändigt o�rwer. kauft. Mehrere Kollegen des AngeUagten bestätigen, daß ihnen habe. Ein Polizekbeamter, der die Haussuchung vorgenommen hat, sagte aus, daß der Angeklagte ihm schon längst aufgefallen sei, indem er immer gut gekleidet war, Zigaretten rauchte und stets spazieren ging. Zwei ärztliche Sachverständige erklärten, daß der Angeklagt« zwar minderwertig sei, der Z 51 aber nicht herangezogen werden könne. Daß der Angeklagte im Dämmerzustande gehandelt habe, könne nicht angenommen werden, da die Straftaten sich auf längere Zeit verteilen und ein solcher Zustand dann unbedingt von der Umgebung des Angeklagten hätte bemerkt werden müssen. Das Urteil lautete auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis. Das Gericht hat den 8 61 nicht in Betracht gezogen, jedoch dem Angeklagten, im Hinblick auf die ärztlich begutachtete Minderwertig- keit, mildernde Umstände gewährt. Ein Vcrficherungbschwindler. Betrügereien in großem Umfange hat der Versicherungsagent David Treumann ausgeführt, der gestern aus der Unter- suchungshaft der ersten Ferienstrafkammer des Landgerichts l vor- geführt wurde. Treumann ist schon viermal wegen Betruges vor- bestraft und hat zuletzt eine sechsjährige Gefängnisstrafe abgebüßt. Während viele arbeitsame, rechtschaffene Leute sich vergeblich be- mühen, eine Erwerbsquelle zu finden, ist Treumann trotz seines Vorleben» bald nach Verlassen des Gefängnisses wieder„oben auf" gewesen. Er wandte sich zunächst an den Generalagenten der „Victoria", Matiske, und ersuchte ihn� ihm eine Agentenstelle zu verschaffen. Treumann brachte dann zahlreiche Versicherungs- antrüge, von denen fich später 90 Proz. als wertlos herausstellten, und heimste daraufhin Vorschüsse in Höhe von 200 M. ein. Als die „Victoria" seine Anstellung wegen seines Vorlebens ablehnte, ging Treumann zur Versicherungsgesellichaft„Deutschland" über, war zunächst als Akquisiteur tätig und etablierte dann mit einem anderen Agenten Plato eine„Generalagentur", in welcher er wiederum— anscheinend unter Beihilfe des Plato— mit teils fingierten, teils ganz wertlosen Versicherungsanträgen arbeitete. Nachdem er entlassen war, tauchte er im Jahre 1911 als Agent für die Versicherungsgesellschaft„Vita" auf und gründete dann mit einem anderen— von ihm später auch geschädigten— Herrn eine Generalagentur für diese Gesellschaft. Auch hier entfaltete er die- selbe betrügerische Tätigkeit: von den 360 Anträgen, die er ver- mittelte, wurden 230 überhaupt nicht eingelöst, die übrigen von der zweiten oder dritten Wochenrate ab nicht mehr bezahlt. Um ihn hatten sich zahlreiche Unteragenten gruppiert, die sämtlich in schlich- tem Rufe standen und von ihm dahin instruiert worden waren, daß die Versicherungsanträge nur die erste Recherche auszuhalten brauchten und es gleichgültig wäre, ob nachher wirklich gezahlt würde.— Neben diesen Beschädigungen des Vermögens der Versicherungsgesellschaften durch die zu Unrecht erlangten Vorschüsse und Provisionen hat Treumann auch den Personen erheblichen Schaden zugefügt, die sich auf Grund falscher Vorspiegelungen darauf einließen, Agentur-Teilhaber zu werden und Geschäftsein- lagen zu machen, ferner zahlreichen Personen, die er als„Recher. cheure" anstellte und gegen die er die sattsam bekannten Kautions- schwindeleien beging, endlich hat er lich auch auf dem Gebiete des Darlehnsschwindels erfolgreich betätigt. Er mietete sich eine große Wohnung und richtete sich ein elegantes Bureau ein; er verkehrte auch viel in Lokalen mit„Damenbedienung", hielt sich ein Prwat- automobil und einen wertvollen Bernhardiner Hund und unterhielt auch Verhältnisse mit Frauenzimmern.— Vor Gericht war Treumann nur der Kautionsschwindeleien geständig, bestritt dagegen seine Schuld in den übrigen zahlreichen Punkten der Anklage. Das Urteil lautete auf d r e i I a h r e Z u ch t h a u S, 460 M. Geldstrafe und sechs Jahre Ehrverlust._ Die verbotenen Der von der Staatsanwaltschaft unternommene Versuch, die in den meisten bürgerlichen Tageszeitungen und Sportzeitschriften veröffentlichten Voraussagungen oder sogen.„Tips" als eine st ras bare Aufforderung zum Wetten hinzustellen, hat zu einer Anklage wegen Vergehen» gegen das Totalisatorgesetz ge- führt, die die vierte Ferienstrafkammer des Landgerichts I beschaf- tigte. Angeklagt war der Redakteur Charles H o b i n st o ck. Der Angeklagte, der verantwortlicher Redakteur mehrerer Sport- zeitungen, u. a. des„Sport de Paris",„Der Tip" fft, wurde be- schuldigt, fich dadurch gegen das Totalisatorgesetz vom 4. Jul, 1906 vergangen zu haben, daß er in den von ihm redigierten Zeit- schriften sogen.„Tips" veröffentlicht hatte. Außerdem hat er in einer dieser Zeitschriften in der Form einer Vssitenkarte ein Inserat aufgenommen, welches den Namen und die Adresse des in Oesterreich konzessionierten Buchmachers Artur Horner m Wien enthielt. Hierdurch soll er zu der von Horner begangenen offent. lichen Aufforderung zum Wetten Beihilfe geleistet haben.— Das Schöffengericht war in einer früheren Verhandlung in allen An- Nagepunkten zu einer Freisprechung deS Angeklagten ge- kommen. Vor der Strafkammer machte der Vertreter der Anklage geltend, daß in der Veröffentlichiing von Tips in den Sport- zeitungen zwar kein direktes, wohl aber ein verstecktes Auf- fordern zum Wetten liege. Der Angeklagte habe auch insofern ein Interesse daran, daß die Leser seiner Zeitungen wetten, da seine Zeitungen, wenn sie wirklich gute Tips enthalten, einen größeren Absatz finden. Auch in der Veröffentlichung des Hornerschen Jnse- rats sei eine Beihilfe zur Aufforderung zu erblicken. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf 260 M. Geldstrafe. Das Gericht kam unter Verwerfung der Berufung der Staatsanwaltschaft wiederum zu einer Freisprechung des Angeklagten.— Da die Staats. anwaltschaft voraussichtlich gegen dieses Urteil Revifion einlegen wird, so wird sich auch das Kammergericht noch mit dieser inter- essanten Frage beschäftigen müssen. Lriefkatten der Redaktion. ®ie juristische e»rrchst«ndc flnbtt Linden st raste 69, vorn vier rrc»»e» — Nastrftnhl—, wochcntSglich von 4>H bis Uhr abcnbS, eonnadcnbs, von b>S 6 Ustr abend» statt. Jeder für den«ricflasten bestimmten Snsrage ist ein Buchstabe nnd eine Zahi als Merlzetchen betznfügen. Briefliche«atwott vird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbonnementSgnittnng detgejügt t», »erden nicht beantwortet. Eilig« Fragen ttage man in der evrechstnnde»or. Hr. 2. 1. Ja, sallS nicht ein entgegenstehendes Abkommen getrosten ist. 2. Wenn der Erbverzicht in dem Vertrage, der notariell oder germjliiaj geschlossen sein mutz, enthalten ist, erbt der Sohn nichts, sondern nur oie Tochter. 3. Ohne Genehmigung Ihres Sohne« dürfen Sie nicht bauen. 4. Sie können von Ihrem Sohn Kostgeld verlangen, dürfen aver �yrer ftrau da» Kostgeld nicht verweigern. 5. Ja. 6. Da» hängt von dem ttcr. trage ab. 7. Nein.- H. I. Krossener Str. 18. Da fich j-denlall» in Ihrem MtetSvertrage eine derartige Bestimmung defindet, werden �ne oie Reparatur vornehmen lassen müssen. Nnen neuen Boden brauch en sie aber nicht einletzea, falls Sie den Boden nicht etwa durch Sauren haben zerfressen lassen.— R. L. Der Lehrling isl dcr � oätirlich-�Sucht�d-�ehr. meldungSerklärung ein nnd wessen Sie auf den Zeitpunkt de« Beginns der Hebung hin, damit Sie den Patz noch rechtzeitig zurück- erhalten. Von der Uebung sind Sie durch den Verzug nicht de- freit.— K. 87. Wiederholen Sie die Anfrage«nd geben sie noch an, welcher Art die Beschäftigung ist.— 8. X. 755. 1. und 2. Nein. — M. G. 1. 1. Ja. 2. und 3. Sie können fchon jetzt auf Feststellung Nagen, daß der Kausvertrag perfekt ist und der Betrag am 1. Oktober gezahlt werden soll.— I. B. 25. Wenn die Söhne nicht in der Lage sind, brauchen sie natürlich nichts zu bezahlen.— M. 8. 85. 1. Sluf Verlangen ja. 2. Wenn die Gegenstände der Ehefrau gehören, nicht. 3. 25— 30 M. 4. Ja.— K. R. 17. 1. 60—80 M. 2. Ja. 3. Nein. 4 Ja. 5. Nein.— G. P. 101. Sie können den Mietvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten, wenn er unter den von Ihnen angegebenen Vor- aussctzungen geschlossen ist.— R. B. 10. 1. Wenn Sie erfahren haben, daß die Braut Sicherheit zu leisten nicht imstande ist, müssen Sie unigehend erklären, daß Sie den Vertrag wegen Irrtum« und arglistiger Täuschung anfechten. 2. Ja.— Steglitter. 1. Nein. 2. Beim Amtsgericht, Neue Friedrichstr. 15/16, Abteilung für Handelsregistersache». 3. Der Ersolg hängt davon ab, ob Ihre Pfändung vor dem Verkauf der Gesellschaft ersolgt ist. 4. Die Kosten richten sich nach dem Objekt.— M B. 74. Komme» Sie mit den Ihnen zugegangenen Schriftstücken m die Sprechstunde. Bekanntmachung der lMlMönllgssö der Bureauangestellten zu Berlin. DaS Kgl. Obcrverfichennigsamt hat den Beschlutz unserer Generatver- sammlung vom 29.18. 13, 274/17 unsere QrtSkrankenkafie mtt der Allgemeinen Orte- krankenkaff« zu Berlin»« verewige», am 30. August er. genehmigt. Die Wahlen zum Ausschuß der„Allgemeinen OrtSkrankendaffe» finden am 28. d. M. statt. Wahlberechtigt sind die volljährigen Arbeitgeber und Bcrsichertr». Näheres über die Wahlen ist au« der Bekanntmachung der„Allgemein« Ortskrankentasse' vom 23./8. 13 ersichtlich. Berlin, den 1. September 1S13. Der Vorstand. I. A.: M a x B u schold. Todes-Anzeigen � Hierdurch zur Nachricht, daß Frau, unsere gute 16a meine liebe Mutter BvH;» Petri geb. Posch am Montagnachmitlag 3 Uhr im Alter von 56 Jahren nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Emil Petri und Sohn, Nied.-Schönhausen, Blücherstr. 14. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. Sept., nach- mittags 6 Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Schönhauser FriedhojeS(Schönholzer Heide) aus statt. straft werden.— Wittenau 7». 1. Ja. 2. Nein.— M- 0. 9iacrMn(|ä — Zi. W. 99. Von der Mitteilung raten wir ab. Da» zweckmamgste ist, fich ein Annenattest zu beschaffen und unter Ueberreichung desselben die Klage zu erheben. Nach Erlangung eines Urteil« können Sie beim Gericht die Gcbaltsbeschlagnahme beantragen, oweit der Schuldner mehr als 125 M. monatlich verdient.- St. W. 1«7. 1. Nein, sosern die Hand vorher des. inflziert worden ist. 2 In solchen Köllen ist ein Aufschlag»« bezahlen. 3. Soscrn die Ehe nach dem Zt. 12. 1899 geschlossen und kinderlo» geblieben ist. die Hälstc, ausgenommen die Haushaltungsgegenstande, die dem Mann im vollen Umfange verbleiben. 4. und 5. Leider ja.„— 19. 1, Notar. 2. Richtet sich nach der Höhe deS Objekts. 3. Testament, durch eigenhändige mit Ortsbczeichnung. Datum und Unterschrist versehene Nieder. sc�ift genügt. Der Teil, der das Testament nicht schreibt, mug den ebensalls eigenhändig geschriebenen mit Ortsbezeichnung, Datum und Unterschrift ver- sehenen �usab machen, daji das Testament auch nts das semige gilt. —<9. W. 15«. Wir halten Sie dazu nicht für verpflichtet. Sl. B. 500. Loblibefchlagnabme ist zuläsfig.—«0.»• Fragen Sie bei dem Amtsgericht. Grundbuchabteilung, unler Bezeichnung des Grundstück« an._ 50.<9. An das Amtsgericht.— L2 P. sosern eS sich um eine eingetragene Schuld handelt, tritt Verjährung nicht ein.— 30. A. Die Schwester hat»och den weitergehmden Anspruch.— H- 112. Schicken Sie unverzüglich nach Mntrrssrn w Posen de««Märpatz mit der Ad- 8li!i»IlIeiiilil?Zllzctil!f Vattlieredi Kreis Niederharnitn. Bezirk Nieder• Schönhansen. Am 1. d. M.»erstarb nach langem, schwerem Leiden unser langjährige» Mitglied, unsere erste Frauenleiterin hier am Orte, die Genossin Berta Petri geb. Posch im 57. Lebensjahre. 241/4 Ehre ihrem Nndenken k Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. d. M., nachm. 6 Uhr, von der Halle, Schönholzer Heide, Hermannftratze, au» statt Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Danksagung. Für die zahlreichen Beweis« herz» licher Teilnahme bei der Beerdigung meine» lieben Manne» frtte Neumann sage ich allen Beteiligten, dem Deut. scheu Metallarbeiter-Verband, beson- btr» den Kolleginnen und Kollegen der A. E. G. sür all die Hilse mewen besten Dank._ 24a Frau Martha Neumann. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme«nd die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meine» lieben Manne» und guten Vater« sagen wir allen Verwandten, Freunden undBekanntcn, den Kollegen der Firmen Fleisch- mann. u. Co. und Armin Tenner sowie den Sommergästen von Karo- Imenhof unseren herzlichsten Dank. Frav Helene Klanke 2093b nebst Kindern. Danksaxunx. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Krauz- spenden bei der Bestattung meiner unvergctzlichen Frau, unserer guten Schwester, Schwägerin und Tante Luise Schulze sagen wir unseren ttesgesühlte« Dank. Insbesondere danken wir dem Herrn Waldeck Manasse für feine trostreichen Worte sowie dem Gesangverein .Liedertafel'. Dank den Genossen und Genossinnen de» Wahlverrtn« und Frauen-Leseabend» Charlotten- bürg, 4. Gruppe, sowie den Kollegen der Firma®. Foerster, desgleichen allen Freunden und Bekannten. Beirn. Schulze Eharlottenburg, Windscheidstr. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines unvergetzlichen Manne» und guten Vaters sagen wir allen TAI- nehmern misern ttefgesühlten Dank. Witwe.Anna Pohl 67g_ und Sohn.___ Spezialarzt für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata. Blutuntersuchung.• Schnelle, sich. Heilung. Mäfiige Preise. Dr. med. Wockentnfi, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor) 8—9, 12—2, 6—8, Sonnt. 8—'LIO. Potsdamer Str. 4(Potedamer Platz) Spr. 10— 11, 4— 5, Sonnt. 10— lü Schumachers Festsäle ü Skalilzer Straße 126:: sind noch sür einigtz Sonnabende und Sonntage zu vergeben. 1S3Sb* r-B erleib- Institut l'ln m 1 Borehardt, FriebdchfL US, »•■•♦♦"DranbTor. Tel. Nrd. 10654, verl. Fi ack-, smoling-, Gehrockanzüge in verschied. Preislag. bi» z. elegantes:. Genre. Sehr große Audw. Mätz. Preise vl»t>«o S» t-tott? kh /«röye davon Anzug od. PtUotot nach Mass, tchick. dauerh. Zatatan •o/i 25 Mmrk mi. Moritz Lzband, Nene Promenade 8, Ii.(Stadtb. Bön.} Daraentncns?» achwÄT* o. färb. 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Bericht über den Banarbeiterschutzkongreft. 3. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten. ----------------- Nnr Mitgliedsbuch legitimiert.----------------- Die Versammlung wird pünktlich eröffnet.— Zahlreichen Besuch erwqrtet ISf/S*_ Dl« Ortsverwaltime. Sektion der Lackierer. Donneretag, den 4. September 1913, abends 8'/? Qbr: Sektions-Versammlung der Lackierer im Gewerbfcbaftsbaus, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung in Halle. 2. Diskussion. 8. Verbandsangelegenheite«. Mitgliedsbuch legitimiert. Wir erwarten, daß die Vertrauensleute sowie die Mitglieder vollzählig ersöbeinen. Die Sektion»! eltnngj. Verwaltungsstelle Berlin. G 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden tSS, 1233. 1987. 9714. Donnerstag, den 4. September, abends 8�/, Uhr, in den„Corona-Prachtsälen", Kommandantenstraße 72: Branche«- Versammlung der Graveure und Ziseleure. Tagesordnung: 1. TeschästlicheS. 2. Vortrag de« Kollegen kirnst Brltclmer- Stuttgart. 8. Diskussion. 4. Verschiedenes. Zahlreiche« und pünktliches Ersch ritten erwartet Die Ortsvemaltans. Möbel I Wir liesern direkt an Private srci HauS durch eig. Gespann Stühe u. Küche M. 208. 244.50. 276.50. 317. 357. 370. 423. 493. Ä Stuben u. Küche M. 280, 303, 353. 427,50, 501. 530. Schlafzimmer M. 223, 276, 313. 355, 429, 460, 540. Küchen M. 51. 58. 75. 32. Stand. Lager 300 Einrichtungen. Reichhalt. PreiSb. gratis u. sranlo. Abgabe einzelner Stücke ohne Preiserhöhung I HOffner's Möbel-Engroshaus Berlin N.»1, Veteranensir. 11, Ii, 11 Wahlausschreibe« der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Stadtkreis Charlottenbnrg. Aus Grund deS h 88 der neuen Kassenlahung find sür die Wahlperiode vom 1. Januar 1314 bis zum 3t. Dezember 1317 von den versicherten und den bei der Kasse zuständigen Arbeitgebern Vertreter zum Aus- schuh(srüder Generawersammluug) nach näherer Bor- schrist der Wahlordnung zu wählen. Die Vcrficherten haben 60 Vertreter und 120 Ersatz- Männer aus ihrer Mitte und die Arbeitgeber 30 Vcr- treter und 60 Ersatzmänner au« ihrer Mitte in ge- trennter Wahlhandlung zu wählen. Wahlberechtigt sind volljährige Arbeitgeber und Versicherte, welche der Kasse angehören. Tie Verficherten sowohl als die Arbeitgeber haben das Wahlrecht in Person auszuüben, dürfen sich also nicht vertreten lassen. Wählbar find nur volljährige Deutsche. Die Arbeit- geber können auch al« Vertreter und als Ersatzmänner zum Ausschuß bevollmächtigte Betriebsleiter, Geschäfts. sührer und Betriebsbeamte der beteiligten Arbeitgeber wählen. Die Wahl findet statt am Sonnabend, den 4. Oktober 19!», im„Volkab»»»«"«n txhar. lottcnburg, Rosincnftr. 3. und zwar wählen die Arbeitgeber im kletnea Saale in der Zett von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends und die Verficherten im grofien Saale in der Zeit von 1» Uhr mittags bis 9 Uhr abends. Jeder Wähler, welcher an der Wahl am 4. Ok- tober teilnehmen will, erhält aus sein Verlangen bi» spätestens 26. September im Kassenbureau während der Dienststunden von 8 bis 1 Uhr eine W a h l k a r t e ausgehändigt, die am Wahltage als Ausweis über seine Wahl- und Stimmenberechtigung dient und welche er dem Wahlausschuß vorzuweisen hat. Wähler, die nicht im Befitze einer Wahlkarte sind, werden zur Wahl nur zugelassen, wenn sie in einer sämtliche Mitglieder deS Wahlausschusses überzeugenden«eise ihre Wahlberech- tigung nachweisen können. Aus der Wahlkarte sur die Arbeitgeber wird auch die Zahl ihrer Stimmen ver- mertt. Der Wahlausschuß am Tage der Wahl ist de- sugt, die Wahl- und Slimmberechttgung jedes Wählers bei der Wahlhandlung zu prüjen. Eharlottenburg. den 23. August 131». Die Wähler können die Arbeitgeber- und Mtglleder> Verzeichnisse während der Kaffenstunden von 8 bi« 1 Uhr im Kassenbureau einsehen. Einsprüche gegen die Richtigkeit der sich au« dem Arbeitgeber- und'MitgliederverzeichniS ergebenden Wahl- und Slimmbercchtigung sind bei Vermeidung beb Ausschlusses spätestens bis zum 19. September unter Beifügung von Beweismittel« bei dem Kafienvorftand einzulegen. Wir fordern nunmehr die Wähler(Ber> sicherte und Arbeitgebers auf, bis spätestens zum 19. September schriftliche Wahlvorschläge bei dem Kassenvorstand, getrennt sür Arbeit- geber und für Versicherte, einzureichen. Die» Stimmabgabe det Wähler ist an diese Wahl- Vorschläge gebunden. Die Wahloorsckläge müssen von mindesten» je zehn Wahlberechtigten der betreffenden Gruppe mit zu- lammen mindestens 30 Stimmen unterzeichnet sein. Die einzelnen Bewerber sind unter sortlausender Nummer auszufahren, welche die ZIeihensolge ihrer Be- nennung ausdrückt und nach FamUien- und Vor-(Rus-) Namen, Berus uod Wohnort zu bezeichnen. Bei Ver- sicherten ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschästigt sind, anzugeben. Mit den Wahlvorschlägen sür Ver- sicherte ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, daß er zur Annahme der Wahl bereit ist. Bei den Wahlvorschlägen sür Arbritgeber ist eine solche Erklärung nur ersordcrlich, soweit ein vorgeschlagener Bewerber nach K 17 der ReichSversicherungSordnung zur Ablehnung der Wahl besugt ist. In jedem Wahlvorschlag ist ferner ew Vertreter deS WahlvorschlagcS und ein Stellvertreter jür ihn au« der Mitte der Unterzeichner zu bezeichnen. Ist die« unterblieben, so gilt der erste Unterzcilbuer al» Ver- Ireter des Wahlvorschlages und, soweit eme Rethenjolge erkennbar ist, der zweite als sein Stellvertreter. Der WahlvorschlaaSvertrcter ist berechtigt und verpflichtet, dem Vorstand die zur Beseitigung etwaiger Anstand- ersordcrlichen Erklärungen abzugeben. Die zugelafieucn Wahlvorschläge können von den Wählern im Kassenbureau während der Kaffenstunden von 8— 1 Uhr eingesehen werden. Der Kaffenvorstand. gez. Ahrens. Im Anschluß an die obige Bekanntmachung deS Vorstandes der Allgemeinen OrtSkrankenkaffe für den StadllreiS Eharlottenburg bringen wir jolgendeS zur öffentlichen Kenntnis: Wahlberechtigt find serner die am 1. Januar 1314 durch die ReichSversicherungSordnung neu In dieKranken- Versicherung einbezogenen volljähngen Mitglieder der Allgemeinen OrtSkrankenkasse sur den Stadikreis Char- loitenblirg und d» volliahrigen Arbeitgeber solcher Mn- gliede- Ausgenommen hiervon sind' die Arbeitgeber l''B BcschäsUgt-r al« solche sowie unständig Bc- Ichastigte. die nach z 455 der ReichSversicherungSordnung ferne BeitragSIcile zahlen, und serncr solche Verficke- rungSpflichtlgen. die Mitglieder einer Enavkasfe fmb «nd deren-igeu- Rechte und Pflichten aus ihren Anttag ruhen. Die wahlberechtigten Personen werden auf- Eharlottenburg, den 1. September 1913 Verfichernngsamt der Beknnntmachung. gefordert, sich zwecks Eintragung in die Wählerliste bis spätestens 26. September 1313 werktäglich von 8—1 Uhr im Wahlbureau der Allgemeinen OrtSkrankenkaffe sür auszuweisen..__........................ Personen wird im Wahlbureau' der"Allgemeinen Ort». Irankenkaffe eine Wahlkarte als Ausweis zur Ausübung ihres Stimmrechts am Wahltage, da« heißt am 4. Oktober 1313 ausgehändigt werden. In, übrigen wird noch daraus hingewiesen, daß die in der vorstehenden Bc- lanntmachuntj der Allgemeinen Ortskrankcukasle ent- haltenen Bestimmungen über den Gang der Wahl auch sür die hier genannten P-rjonen in allen Punkten Geltung haben. Stadt Charlottenbnrg. A B.: gez. Dr. Land««»«. 5ehr billiges Angebot! Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiimiimiiiiiimiiiiiir /\ /\ d\ wunderschöne Modelle und x Iii Iii lieisemuster von Knaben- Ca. äw W vr Anzügen, Ulstern usw. usw. in den neuesten deutschen, französischen englischen und amerikanischen Moden, in entzückenden geschmackvollen Fassons zu äußerst billigen Preisen! 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Betkenkamp, Camphausenet.S Rudolf BrechUn, Ackcrstr. S Joaef Brefka, Kirchhofstr. 46/47 Ewald Badiler, Wescrstr. 47. Ernst Baller, Brüsselerstr. 48. Alb. Dadiwlh, Kamerunerstr. 16. Fanl Delly, Markusatraßo 15. Albert Denkevlt,, Jiblouklitr. 14 Dnllva, Ferdinand Torellstr. 4 Otto Dennth, Stolpischestr. 22. H. Donner, Sehönflieflerstr. 2 „Vorwärts" Hermann tJUrich, KCpenlck. Franz Faulwetter, UaDteif elrtr.t?. Carl Feist, Friedenstr. 101, FrledrRlamming, HoiliajeneotUT, Fanl Freitag, Stuttgarterstr. 13. E. Freyer, Blueutr. 72.8. Hukimtr. Georg Gans, Memeleratr. 20 F. George, Vilk»lm,d»r«»«r»ti. 22 B. Glenzewaki, Waldenserstr. 9. Fritz Olanner, Chausaeeztr. 80. Gumnlor, R. Posenentr. 16. GSring, Hngo Greifswaiderat. 225 OikarBaDke's BrottiW' 7S aesctmOtte i eilen Stadtteilen Berllnz nnd In Rizdort. CesTtlndet 180*. Arkona-Bad, Anklamer-Btr. 34. Batl fllt-Moaliil 104 SÄs. Landsbergcntr. 107 Gollnowstr. 41. Bärgeröafl m. Canitz-Bad, Münrstraß© 2. 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Hertins, Reiehenbergerat. 168. Alfred Metjner, Fuldastr. 56/6 MUhlsteff, Spandau, BUmarckltl. S. Fritz Mülle, Gräfeetr. 4. Alfred Müller, Brunnenatr. 87. Roman Nowak, wienere tr. 8. Gustav Nielsen. Lindowerstr. 9 Friedrich Gate, Madaietr. 10. Paal Otto, Danzigerstr. 31 Robert PStschke,Sprengel3tE.4/5 Herrn. Proell, Nonnendamm. Friedrich Probst, Andreasetr. 51 Richard Raasch, Weichselstr. 64 Rnnfft BejcbeDberoerstr.176 U Ulli Ii idmiralstr.BS D.I9a ioyieielÄÄsS Bäckerei„Nordstern" Inh.: Gast. Müller Filialen L vereehied. Stadtteilen chardRleger,TriltBl.S5tSpursi.29 toReetwisch, SimonDaebatr.l. Rlsleben, Bamariteretr. 11. tbnr Roemer, Kolik. Poran 101 >nl Rlebenataal, Pettcokofentr. 38 alter Rohr, Anklamerstr. 26. ibert Rfianer, Triftatr. 4 Rheim Santer,Oiiilea.Rgil«versl. 5a Zobel, Georg, N, Ackerstr 50 f Einen- u. Stahlw-, Waf«.") w. Allner, Mulackstr. 24. Beutel, C.,Boxh.,NeueBahnh.St.26 Herrn. Braun, Landsbg. Allee 149. Grüner Weg 49 Wrangolstr. 59. 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August Lincke, Alte Jaeobstr. 26. Emil Lindigkeit, Mlehaelkirebstr.S« Lochmann, Malplaquetstr. 32. LöSllkS, JOS. pSmWu'rsf's"; Aug. Maar, Schulstraße 103. Mark. Fleisch kone./jkUa�lV irtheiL73 Faul Matschke, Thaerstr. 17 M.Mauer*berger,HkllA,Esiitntr,ll Max Hetzler, Rigaeratr. 16. Moers, Otto"»er- R. Müller, Pankow, WoIIankst.101 A. Hobes Ndif. Fleisch waren u. Wurstfabrik Berlin N 24 Oranienburgerst. 4 Georg.Nauraann, Gärtnerstr. 19. F. üGlißtcwsky F�T jord-iicutfichei'leisch-u.WDrst-Zentrale Seestr. 113. Anklamerat 17 Paul Nuss SÄ9 Pfac*Rl Große h«tmLrQI Frankfurterstr. 18. Gurt Passow, Schnlzendorferstr. 3 a. Wurstfabr., Landsbg.- —------ Allee 130, Spz. Roll.- schink..Nuß8chink.,Schinl[eB.ipeck Rodewald, Prcnxl. AIIee29 T.K8t.S206. Franz Rose, Praakf. Ckaosaee 21a. Ottomar Rudolph, Gärtnerstr.!? Herrn. Rauchheld, Ziethenstr. 13. A.RehmetlMoab.,PerlobergerfitJ2 E. Ruramelandt, Thaerstr. 60. Hermann Schmidt, Thaerstr. 46. Gebr. Schulz, Lithaneratr. 7. W. 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Gestern morgen kurz vor 7 Uhr wurde am Heiligenseer StrasteNl bahnweg, einige Minuten hinter Schlotzbezirk Tegel, die Leiche einer ungefähr 3» bis 40 Jahre alten Frauensperson, neben einem Holz- stapel liegend, mit schweren Kopfverletzungen tot aufgefunden. Die Verletzungen rühren anscheinend von Hammerschlägen her. In un- mittelbarer Nähe des Tatortes wurde ein blutiger Hammerstiel mit eingeschnittenem, grostem lateinischen M. aufgefunden. Die Tote hat kastanienbraunes Haar, braune Augen, breites, volles Gesicht. Im Oberkiefer fehlen die beiden seitlichen Schneide zähne. Sie trug an beiden Beinen Krampfaderverbände. Die Leiche war bekleidet mit langem, schwarzem Cheviotjackett, schwarzem Kleide, Taille mit schwarzem Besatz, langen, grünlichen Strümpfen, schwarzen Schnürschuhen, braunen, blutdurchtränkten Stoffhandschuhen, weißem großen Tellerhut mit schwarzem Bande. Die Wäsche der Toten ist K S. gezeichnet. Bei der Leiche wurde ein zerbrochener Damen- regenschirm mit Rohrkrücke gefunden. Tausend Mark Belohnung ist für Personen aus dem Publikum bestimmt, die Angaben machen, die zur Ermittelung des Täters führen. Personen, die wertvolle Mitteilungen über die Identität der Ermordeten machen,-werden entsprechend entschädigt werden Mtteilungen werden im' Zimmer 62ä des Polizeipräsidiums sowie von jedem Polizeirevier entgegengenommen. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei haben bisher zu einem bestimmten Ergebnis noch nicht geführt. Ein Polizeihund, der Witterung an der Leiche und seiner Umgebung nahm, folgte einer Spur, die nach dem Wasser zu ging. Es wurden hier sofort Recherchen angestellt, die ergaben, daß man hier Montag abend zwei Männer beobachtet hat, die sich dort die Hände reinigten. Ob diese aber mit der schweren Bluttat in Verbindung stehen, weiß man noch nicht, Die Umfragen und Vernehmungen zahlreicher Personen, ob die Er- mordete vorher in der Nähe gesehen worden ist, haben ebenfalls kein bestimmtes Resultat gehabt. Zwei Villenbesitzer glauben zwar, sie Montag ästend in Tegel gesehen zu haben, können aber ihre Aussagen nicht bestimmt machen. Protokollarisch festgelegt worden find auch die Vernehmungen, bei denen Leute bekundeten, daß sie Montag abend noch Paare in der Forst gesehen haben. Alle bisherigen Anzeigen haben weder zur Verfolgung einer bestimmten Spur, noch zur Feststellung der Toten beigetragen. Einer sorgfältigen Nachprüfung und weiteren Nachforschungen bedarf eine Wahrnehmung, die mehrere Personen in Tegel Montag früh machten. Sie sahen gegen S Uhr eine Frauensperson in Begleitung zweiter Männer, die vom Tegeler Forst herzukommen schienen. Es fiel den Beobachtern auf. daß die Frau Miene machte, als wolle sie wieder in � den Wald zurückgehen und ihre Begleiter sie daran zu hindern versuchten. Wo diese drei Leute später geblieben sind, ließ sich noch nicht feststellen. Andere Personen wollen zwei Männer gesehen haben, die sich am Wasser die Hände wuschen. Es war dies am Tegeler Fließ, in der Nähe der Humboldtbrücke. Auch über den Verbleib dieser Männer wird nachgeforscht. Die Obduktion der Leiche fand gestern nachmittag bereits im Königlichen Schauhause zu Berlin statt. Sie wurde ausgeführt von den Gerichtsärzten Medizinalrat Dr. Hofimann und Dr. Strauch. Sie hat ergeben, daß die Frau an Verblutung gestorben ist. Hervorgerufen worden ist diese durch die diele» Schläge, di»-mit-einem kantigen Instrument auf den Kopf geführt worden sind. Durch diese ist ein doppelter Schädelbruch her- vorgerufen worden. Der Schädel war sowohl über den Augen fa wie an der hinteren Kopsseite vollständig zertrümmert. Die sonstigen Verletzungen sind zahlreich und zum Teil schwer. So ist die Oberlippe ganz zerschlagen. Auf der rechten Gesichtsseite find mehrere längere und kürzere, bis auf die Knochen gehende Wunden. Die Vermutung, daß die Person auch gewürgt worden ist hat sich durch blutige Stellen im Kehlkopf, und in den Speise und Luftröhren bestätigt. Sie lassen erkennen, daß der Täter sein Opfer durch einen äußeren Druck am Schreien verhindert hat. Die Tote war unterleibsleidend und hat sich vielleicht dieserhalb in ärzt- licher Behandlung befunden. Auf eine frühere ärztliche Behandlung lassen merkwürdige Schnitte an den Unterschenkeln schließen. Beide Schenkel sind oberhalb des Knöchels bis unter das Knie spiralförmig aufgeschnitten worden. Die vernarbte Schnitt- wunde geht zwei- bis dreimal um das Bein herum; wes- halb diese Operation vorgenommen worden ist, läßt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Wahrscheinlich aber, weil die Patientin Krampsadern hatte. Bemerkenswert ist sodann noch eine Narbe oberhalb des Nabels. Mehrere Kratzwunden an den Händen bestätigen die durch den Befund am Tatort angenommene Vermutung, daß vor der Ermordung ein heftiger Kampf statb gefunden haben muß. Die Narben lassen aus eine starke Gegeiv wehr schließen. Die Obduktion hat auch ergeben, daß der Tod in den frühen Morgenstunden eingetreten sein muß. Einige weitere Feststellungen dürften noch für die Rekognoszierung der Toten von besonderem Werte sein. Die Frau war genau 1,72 Meter groß. Sie hatte keine ausgesprochenen Arbeiterhände. Diese lassen vielmehr darauf schließen, daß sie nur leichtereArbeiten verrichtet hat. Während, wie schon mitgeteilt, im Oberkiefer die beiden Schneidezähne fehlen, ist der Unterkiefer sehr gut erhalten. Die Augen sind hellbraun, ebenso die Augenbrauen, die fast zusammengewachsen sind. Bei den Nachforschungen am Tatort hat man auch nach dem Hammerkopf, zu dem der Stiel gefunden wurde, gesucht. Trotzdem sich die vielen Neugierigen, denen für die Auffindung eine ent- sprechende Belohnung zugesichert worden war, daran beteiligten, hat man ihn im weiten Umkreise nicht gefunden. Es muß daher an- genommen werden, daß der Täter ihn mitgenommen hat, Die Persönlichkeit der Ermordeten festgestellt. Im Laufe des Abends ist es gelungen, die Persönlichkeit der Toten festzustellen. Es handelt sich um die am 24. November 1874 in Georgsdors geborene Näherin Emma Berta Schäfer aus der Swincmündcr Straße 3g. Ten Bewohnern des Hauses war es ausgefallen, daß sich die Sch. den ganzen Tag nicht hatte sehen lassen und daß der Frühstücksbeutel noch an der Tür hing. Aus den Zeichen in der Wäsche ergab sich dann die Identität. Montag- abend hörten Nachbarn noch Geräusch in der Wohnung der Ermor- deten; seitdem war von der Sch. nichts mehr wahrgenommen worden. Der Ermordeten wird im Hause ein sehr gutes Leu- mundszeugnis ausgestellt.- Sie arbeitete für ein Wäschegeschäft und>war sehr fleißig. Soweit bekannt, hat sie sich mit Männern »ie abgegeben. Partei- EtogelegenKeiteu. Die UrWahl im S. Wahlkreise. In der Urabstimmung am Sonntag wurden die Genossen Ochröder, Rennert und Clajus als Delegierte zum Jenaer Parteitag gewählt. Genosse Julius Meyer wurde in die Schiedsgerichtskommission für Grotz-Bcrlin gewählt. Zur Lokalliste. Der Charlottenburger„Sportklub Sparta 1938" ver- anstaltet am Sonnabend, den 6. September, sein Stiftungsfest im „Kaiser-Friedrich-Zelt", Berliner Str. 88 sJnh. Noack) Da versucht wird, Billetts in Arbeiterkreisen zu vertreiben, so wird gebeten, dieselben zurückzuweisen, da uns das Lokal zu Ver sammlungen nicht zur Verfügung steht. _ Die Lokalkommission. Dritter Wahlkreis. Ain Sonntag, den 7. September, findet ein Ausflug mit Familie nach Kiekemal bei Köpenick statt. Treffpunkt nachmittags im„Restaurant zum Heidekrug". Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Neukölln. Heute Mittwochabend 8>/z Uhr findet bei Bartsch Hermannstraße 4g, die Versammlung der Jugendsektion des Wahl- Vereins statt. Tagesordnung: Vortrag, Diskussion und Verschiedenes Die jungen Genossen und Genossinnen wollen sich zahlreich in der Versammlung einfinden. Hennigsdorf. Am Freitag, den 6. d. M., abends 8l/z Uhr, findet im Lokale des Herrn Fr. Brase eine öffentliche Versammlung statt Thema:„Der politische Massenstreik". Referent: Dr. K. Lieb- k n e ch t. Nach dem Vortrag freie Diskussion. Die organisierte Arbeiterschaft ist zu diesem Vortrag eingeladen. öerliner IVsadmckteu. Ter neue städtische Friedhof in Buch genehmigt! Aus dem Rathause wird berichtet: „Die Gemeindebehörden haben bekanntlich die Anlegung eines Gemeindesriedhofes in Buch-Carow im Jahre 1913 beschlossen. Die behördliche Genehmigung hierzu, deren es nach einer noch heute gültigen Bestimmung des Allgemeinen Landrechts bedarf, ist jetzt erteilt worden. Damit ist eine Angelegenheit von grundsätzlich wichtiger und die Allgemeinheit lebhaft interessierender Bedeutung erledigt. Die Sache hat sich so lange hingezogen, weil das Konsistorium der Provinz Brandenburg gegen die Anlegung dieses Friedhofes Einwendungen erhoben hatte. Das Kon- sistorium ging von der Erwägung aus, daß das Be- dürfnis nach der Beerdigung von Angehörigen der evangeli- scheu Landeskirche in Berlin auf lange Zeit hinaus durch die Anlegung der neuen großen Zentralfriedhöfe in Mühlew beck, Ahrensfelde und Stahnsdorf befriedigt sei, zu welcher die Kirche sich unter Aufwendung sehr erheblicher Mittel entschlossen hatte. Die kirchlichen Interessen würden deshalb durch einen neuen Gemeindefriedhof in der Nähe der nördlich belegenen Zentralsried Höfe schwer bedroht sein, um so mehr, als die Stadtgemeinde die Erwerber von Grabstellen auf den Gemeindefriedhöfen nicht darrnr hinweise, daß sie den Verstorbenen aus dem Parochialzwange, welcher sich auf seine Beerdigung erstrecke, durch Zahlung der der Kirche zukommenden Gebühren auslösen müßten. Das Konsistorium und der sich ihm anschließende gcschäftsführende Ausschuß der Berliner Stadt- shnode stützten sich dabei auf die bereits erwähnte Bestimmung des Allgemeinen Landrechts, welche besagt, daß„die Anlegung neuer Begräbnisplätze nur aus erheblichen Ursachen und nur unter Ein- willigung der geistlichen Oberen stattfinden solle". Nachdem zwischen dem Magistral und der Kirchenbehörde grundsätzlich ein Ein- Verständnis darüber festgestellt worden war, daß angesichts der seit dem Allgemeinen Landrecht erfolgten Aenderung der kirchlichen Ver- fassung die kirchlichen Behörden ein Recht zur Genehmigung der Anlegung eines Gemeindefriedhofes nicht mehr besäßen, sondern nur ein Recht auf Aeußerung und auf Geltendmachung der kirchlichen Interessen, sah der Magistrat kein Hindernis, die auch von dem geschäflsführenden Ausschuß der Berliner Stadtshnode lebhaft gewünschten Verhandlungen über eine Einigung einzuleiten. Ueber die Frage, daß eine Gemeinde Friedhöfe anlegen müsse, um ihrer gesetzlichen Verpflichtung zu genügen, die Leichen von Armen und Dissidenten, welche auf kirchlichen Begräbnisstätten zur Bestattung nicht zugelassen werden, zur Ruhe zu bringen, war man sehr bald einig. Erheblichen Schwierigkeilen aber begegnete die Lösung der Frage, inwieweit die Stadtgemeinde verbunden sei, an der Erfüllung der Verpflichtungen, welche zahlungsfähigen Mitgliedern der Kirchen- gemeinden zur Auslösung eines verstorbenen Angehörigen aus dem Parochialzwang obliegen, mitzuwirken, wenn die Leiche auf dem Gemeindefriedhof beerdigt werden sollte. Nach langwierrgen VerHand lungen hat man sich dahin geeinigt, daß die Erwerber von Grabstellen im Friedhofsbureau auf den ihnen eiwa obliegenden Auslösungszwang hingewiesen und die in Frage kommenden Kirchengemeinden von solchem Erwerb baldigst in Kenntnis gesetzt werden sowie daß gleich lautende Bestimmungen in eine demnächst zu erlassende, schon früher geplante allgemeine FriedhofSordnung aufgenommen werden sollen. Die weitergehende Forderung von kirchlicher Seite, es nicht bloß bei dem Hinweis auf den Auslösungszwang zu belassen, sondern die Leichen von Angehörigen der evangelischen Landeskirche überhaupt erst anzunehmen, nachdem der Nachweis, daß die Auslösungs- gebühren der Kirchengemeinde gezahlt seien, erbracht wäre, hat der Magistrat indessen abgelehnt. Die Aufsichtsbehörde hat die erzielte Einigung als hinreichend anerkannt und die Erteilung der ortspolizeilichen Genehmigung zur Anlegung des Gemcindcsriedhofes in Buch-Carow veranlaßt. Für diesen Kirchhof ist eine vorläufige Friedhofsordnung erlassen worden, in welche die fraglichen Bestimmungen aufgenommen sind. Eine allgemeine entsprechende Friedhofsordnung für alle städtischen Kirch Höfe wird demnächst erlassen werden." Unserer Meinung nach ist der Magistrat dem Verlangen der Kirchcngemeinden viel zu weit entgegengekommen. Wie kommt der Magistrat dazu, den Kirchenbehörden von seinen geschäftlichen An- gelegenheiten auch nur Mitteilung zu machen. Das war bisher nirgends üblich. Dem Friedhofsverwaltcr des städtischen Friedhofs in Friedrichs- felde war vielmehr streng verboten, die Frage der Auslösung zu berühren. Das Begehren der Kirchcngcmeinde läuft lediglich auf die Zu« 'chanzung von Auslösungsgebühren an die Kirche hinaus. Nun beruht aber die Forderung nach Auslösungsgebühren auf einer alten Observanz vor 133 Jahren, die längst veraltet ist, an der aber die Kirche streng festhält. Danach solle» an die Kirchengemeinden Ge- bühren gezahlt werden, wenn ein Kirchenangehöriger auf einem anderen als auf dem Friedhofe der Kirchengemeinde heerdigt wird. Weil also die Kirche nichts leistet, müssen Gebühren gezahlt werden. Etwas Unsinnigeres kann man sich kaum denken. Und es ist be- zeichnend, daß dieses Verlangen nur von den evangelischen Kirchengemeinden gestellt worden ist und daß die Aufsichtsbehörde das Verlangen dieser einen Kirchengemeinschaft unterstützt hat. Wir glauben, daß die Frage der Auslösungsgebühren der evangelischen Kirchengemeinden auch dem Blödesten über den wahren Charakter der Kirche aufklären und ihn veranlassen wird, rechtzeitig einer solchen Gemeinschaft den Rücken zu kehren. � Eine neue Rettungswache. Die auf dem Gebiete des Zoologischen Gattens belegene Rettungsstelle VII des Berliner städtischen Rettungswesens, welche an Stelle der bis jetzt in Betrieb befindlichen alten Unfallstation errichtet ist, wurde gestern eröffnet. Der Eisenbahnschutzmann. Wo nach dem Schutzmann geschrien wird, steht die Scherl« presse nicht weit. Sind es nicht die Scherlschen Redaktionsmänner, die den Polizeikordon rings um Preußisch-Rußland stetig verstärkt wissen wollen, so werden die schönsten Polizei-Eier vom Höhen- leserkreis ausgebrütet. Jetzt wird im„Berliner Lokal-Anzeiger" aus Anlaß von Eisenbahnüberfällen Stimmung gemacht für eine Zugkriminalpolizei. Nicht eisenbahntechnische, sondern kriminell- polizeiliche Abwehrmittel müßten angewendet werden, da die erforderliche Sicherheit nur die Polizei gewähren könne. Den Eisenbahnbeamtcn fehle Schulung und Zeit. Der Zug trage das Opfer und den Tatort mit seinen Spuren in Windeseile davon, über das Verbrechen dadurch einen Schleier deckend, de» die Polizei nur selten zu lüften vermag. DeS- halb sollen im mittelsten Dienstwagen zwei Abteile als Dienstraum für den Zugkriminalbeamten und als Gefangenenzelle eingerichtet werden. Elektrische Leitungsdrähte führen nach allen Wagenabteilen und münden unter Druckknöpfen über der Rückenlehne jedes Platzes. Die Drähte liegen so verdeckt, daß sie nicht durchschnitten werden können. Im Dienstraum des Zugpolizeiers befinden sich Schuß- Waffen. Schließzeug, Zwangsjacke(!), Verbrecheralbum, Steckbrief« kontrolle, Fahndungsblätter, Meßkarten und ähnliche polizeiliche Hilfs« mittel. Von Zeit zu Zeit kontrolliert der Zugkriminal den Zug. Er begleitet auch den Schaffner bei der Fahrkartenrevision, um jeden Reisenden eingehend mustern zu können. An diesem Vorschlag, der aus dem Kopfe eines Amtsanwalts stammt, ficht man, wohin sich der Schrei nach dem Schutzmann ver- irrt. Solche erleuchteten Gedanken bedeuten nichts anderes, als daß in Zukunft jeder Reisende unter Polizeiaufsicht stehen soll. Nur wird vergessen, daß die Standesgenossen des Verfassers und noch„höhere Tiere", die mindestens in zweiter Klasse fahren, unter dieser Kontrolle bald am meisten leiden würden, da der richtige internationale Reise- Verbrecher seine Opfer gewöhnlich nicht in der dritten Wagenklasse sucht. Aber auch alle anderen Fahrgäste müssen sich dafür bedanken, daß der Polizeigeist in den Eisenbahnwagen hineinfährt, der bisher noch so ziemlich der einzige Ort war, wo man vor dem polizeilichen Basiliskenblick einigermaßen sicher ist. Ein Sturm all- gemeinster Entrüstung würde sich erheben, sollte dieses Eindringen der Polizei in den Eisenbahnwagen jemals sich der Absicht der Ver- wirklichung nähern. Der Erfolg könnte ja nur der sein, daß die Herren Eisenbahnverbrecher sich nicht abhalten lassen, auch dem Zugkriminalbeamten ein Schnippchen zu schlagen. Die Notbremse in jedem Abteil, resolutes Schaffnerpersonal und vor allem etwas woniger Sorglosigkeit der einzelnen Reisenden— mehr brauchen wir nicht._ Die Bebel-Nummer der„Gleichheit" ist erschienen. Dafür erscheint— tvic uns die Buchhandlung Vorwärts mitteilt— die heute fällige Nummer der„Gleichheit" eine Woche später._ Halbwüchsige Kriegsspieler. Zu welchen Auswüchsen die von dem Jungdeutschlandbund be« triebene und behördlich geförderte Kriegsspielerei führt, das konnte man dieser Tage an der Hussiienstraße beobachten. Ein Leser schreibt uns darüber: „Als ich am 29. August, abends 13 Uhr, die Huffitenstratze an der Gustav-Meier-Allee, unmittelbar am Eingang der A. E.«G. kreuzte, sah ich dort vielleicht 133 Burschen von etwa 18— 23 Jahren sich gegenüberstehen, bewaffnet mit 1—1 Vo Meter langen und ca. 1 Zenti- meter starken Knütteln, die wie Wilde blindlings aufeinander los- schlugen, umringt von zahlreichen Neugierigen, von denen manch einer auch noch in unsanfte Berührung mit den Knütteln kam. Eine Zeit- lang wurde der gesamte Verkehr dort lahmgelegt. Wie mir von anderen Zeugen mit Bestimmtheit versichert wurde, ist hierbei eine Person so schwer verletzt worden, daß die Ueberführung in ein Krankenhaus notwendig geworden sein soll. Erst der herbeigerufenen Polizei gelang es, unter Zuhilfenahme der blanken Waffe, bei der es noch manche Wunde gab, diese„Kriegsspieler" zu zerstreuen. Die Herbstparade fand gestern, wie üblich, unter Teilnahme fremder Fürstlichkeiten und ausländischer hoher Militärs auf dem Tempelhofer Felde statt; auch Offiziere eines Washingtoner Miliz- regimcnts waren unter den Zuschauern. Nach dem offiziellen Bericht seien die Truppen im Hinblick auf die bevorstehenden Manöver ge- chont worden. Besonders vermerkt wird, daß der Kaiser zwei Regi- menter seiner Frau vorgeführt habe, die Chef oder Chefin eines Regiments ist. Schwedische Abgesandte überreichten dem Kaiser einen Ehrensäbel aus Anlaß eines Jubiläums feines Regiments. Die größte Freude am Paradetage haben bekanntlich die Schul- linder, weil sie da nicht zur Schule brauchen; größten Aerger dagegen die Leute, die durch die Absperrungen in ihrem Erwerbe gehindert werden. Ueber einen neuen Grunderwcrv der Stadt Berlin bei Rüdnitz weiß eine Korrespondenz allerlei zu melden, und zwar behauptet sie, die 333 Morgen großen Kolonien Lobethal und Hofsnungsthal, die bei Nailen ein anderes Gelände erworben hätten, würden in den Besitz der Stadt übergehen. Wie uns Herr Oberbürgermeister Mermuth auf unsere Anfrage mitteilt, ist diese Meldung von Anfang bis zu Ende univahr und entbehrt jeder tatsächlichen Begründung. Zu erschießen versuchte sich gestern im Börsenrestaurant eine Büfettdame, die init einem Börseaner ein Liebesverhältnis unter- hielt, sich aber getäuscht sah. Das schwerverletzte Mädchen wurde in ein Krankenhaus gebracht.— Aus dem Fenster gesprungen ist vorgestern ein Dienstmädchen L., das bei seinem Bruder in der Raumcrstraße zu Besuch war. Es stürzte sich vier Stockwerke tief in den Hof hinab und erlitt eine schwere Verletzung der Wirbel- äule.— Das 2ljährige Dienstmädchen Marie Lischeck, das bei einer Herrschaft in der Holsteinischen Straße 33 in Wilmersdorf in Stellung Ivar, stürzte sich gleichfalls aus dem Fenster und zog sich schwere Verletzungen zu. Ueber den Grund zu der Tat verweigette die L. die Auskunft. Großer Billcubrand in Mahlow. In der letzten Nacht wütete in der Villenkolome Mahlow hinter Lichtenrade ein großer Billeu- brand. Das Feuer hatte die Villa des Artisten W ernke, verschon eit vielen Jahren in Mahlow ansässig ist, erfaßt, doch konnte sich die Familie noch rechtzeitig ins Freie retten. In kurzer Zeit stand die ganze Villa in Flammen, und gus allen umliegenden Ortschaften eilten die freiwilligen Feuerwehren der Ortswehr zu Hilfe. Obgleich init mehreren Rohren Wasser gegeben wurde, konnte von der Villa doch nichts mehr gerettet werden. Sie brannte bis auf die Um« faffungSmauern nieder. Vorort- J�acbrlcbtem Neukölln. Die zur Regelung deS SchulzarztwesenS beschlossene Neuorgani sation lag der letzten Schuldeputation zur Beschluhfassung vor. Die Deputation erklärte sich mit der von der niedergesetzlen Kommisston beschlossenen Neuorganisation einverstanden. Sie erteilte insbesondere ihre Zustimmung zu der beabsichtigten ärztlichen Untersuchung sämt- licher Schulkinder, der Einführung von Ueberwachungsbogen, regel« mäßiger Sprechstunden in den Schulen und Abhaltung von Schul« arztkonferenzen. Die Zahl der Schularztbezirke und-stellen wird verdoppelt, sodaß auf jeden Arzt etwa 3000 Schulkinder kommen. Die im Entwurf vorgelegte Dienstordnung für die Schulärzte wurde genehmigt. Den städtischen Körperschaften soll empfohlen werden, vom 1. Oktobee d. I. 15 und vom 1. April 1914 ab 16 nebenamtliche Schulärzte anzustellen.— Zur Veranstaltung von Schüler- Theater-Vorsielliingen wurden 300 Mark bewilligt.— Von der Einrichtung von Turnhallen für kinematographische Schüler- Borstellungen wird der entstehenden hohen Kosten wegen Äb- stand genommen; doch sollen die von der Schulverwaltung veran- stalteten Schülerdorstellungen in den hiesigen größeren Kinotheatern auch im Wintersemester 1913/14 fortgesetzt werden. Die Mittel hierfür sind im Voranschlage bereitgestellt. Gegen die ohne Kontrolle und Mitwirkung der Schule mit vielfach ganz ungeeignetem Pro- gramm veranstalteten wilden Schülervorstellungcn, zu der die Schüler durch Verteilung von Reklamezetteln vor den Schulgebäuden eingeladen werden, soll eingeschritten werden. Schöneberg« Die Slutomovilomnibuslinie nach dem städtischen Friedhof— Eyth- straße wird heute Mittwoch, den 3. September, mittags 1 Uhr, vom Kaiser-Wilhelm-Platz eröffnet. Der Betrieb erfolgt bis SV« Uhr, also eine Viertelstunde nach Schluß des Friedhofs in Abständen von einer Viertelstunde. In den Vormittagsstunden zwischen 7 und 9 Uhr werden mindestens vier Fahrten hinaus und zwischen 11 und 1 Uhr mittags vier Fahrten vom Friedhof zum Kaiser-Wilhelm-Platz zurückgelegt werden. Der Fahrpreis für die ganze Strecke beträgt 15 Pf., während die Teilstrecken vom Kaiser- Wilhelm-Platz bis zur Papestraße und von der Ebers-, Ecke Tempel- hofer Straße je 10 Pf. betragen. Jeder Omnibus enthält 15 Sitz- Plätze. Von besonderer Wichngkeit ist diese Verbindung für die Schulkinder, deren elterliche Wohnung weit entfernt liegt. Für die Bebauung des Geländes an�Friedhof dürfte diese Verkehrsgelegenheit gleichfalls von Vorteil sein. Charlottenburg. Beihilfe für Schwangere in Charlottcnburg. Minderbemittelten Schwangeren, welche in Charlottenburg wohnen, werden von dem Charlottenburger Hauspflegeverein vier Wochen vor der Entbindung und für die Zeit des Wochenbettes Beihilfen ge- währt, meist in Gestalt eines kräftigen Mittagessens in folgenden SpeisunaSstellen: Charlottenburger Ufer 16, Nehringstraße 11, Wil- mersdorfer Straße III, Berliner Straße 137 und Alt-Moabit 39. Meldungen nimmt die Ernährungsabteilung des Hauspflegevereins Marchstraße 7k Dienstags und Freitags zwischen 10 und 11 Uhr vor- mittags, möglichst sechs Wochen vor der zu erwartenden Entbindung entgegen. Rahnsdorf. Die Zustände am Bahnhof Rahnsdorf, die wir schon bor längerer Zeit einer Kritik unterzogen und als unhaltbar bezeichneten, bestehen noch fort. Anscheinend ist der Eisenbahndirektion noch nicht bekannt, in welchem Grade die Straßenbahn Bahnhof Rahnsdorf— Wolters- dorfer Schleuse den Bahnhof Rahnsdorf in den Morgenstunden be- lastet. ES liegt doch auf der Hand und fällt jeden, der den Bahnhos vor einem halben Jahre und jetzt deS Morgens gesehen hat, ohne weiteres auf, daß die zehn- bis fünfzehntausend Per- sonen, die die Woltersdorfer Straßenbahn wöchentlich nach der Bahnstation in Hin- und Rückfahrt befördert, den Bahnhof Rahnsdorf ganz erheblich belasten. Trotzdem ist immer noch in den Morgen- stunden von einer Vermehrung des Personals an den Schaltern und der Bahnsteigsperre nichts zu merken. Als Montag früh kurz vor sieben Uhr der Zug in den Bahnhof einlief, standen noch zirka zwanzig Personen vor den Fahrtenschaltern und doppelt soviel vor der Bahnsteigsperre, die auch nur von einem Beamten besetzt war. Um mit dem Zuge mitzukommen, durchbrachen die im Besitz einer Fahr- karte befindlichen. Personen die Sperre, überkletterten die Barriere und erreichten dadurch zum Teil noch den Zug, während die übrigen ein Nachsehen hatten und verurteilt waren, ihre Arbeits« stellen mit einer erheblichen Verspätung zu erreichen. Es dürfte nun doch endlich an der Zeit sein, daß die Eisenbahndirektion mit diesen unwürdigen Zuständen, die sich zu einem dauernden Verkehrs- Hemmnis für die arbeitende Bevölkerung entwickelt haben, ausräumt. Kalkberge-Rüdersdorf. .Eiu tödlicher Unfall trug sich am Montagvormittag gegen 10 Uhr im fiskalischen Bergwerksbetrieb Hierselbst zu. Dem im Neuen Tiefbau beschäftigten 33 Jahre alten Arbeiter Albert Leetz aus Herzfelde fiel ein großer Kalkstein, der sich von der Wand gelöst hatte, auf den Schädel. Leetz war sofort tot. Eine Witwe und noch vier unmündige Kinder trauern um ihren Ernährer. Bernau. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurden der Vor- steher, der Stellvertreter und Genosse Salzmann zu dem am 22. und 23. September 1913 in Spandau stattfindenden Städtetag delegiert. Eine Anfrage des Stadtverordneten Schulze, wieweit die Vorarbeiten zur Errichtung einer Fortbildungsschule gediehen seien, wurde vom Bürgermeister dahingehend beantwortet, daß der Magistrat, die Angelegenheit noch erwäge. Es hat bald den� Anschein, als ob die Stadt für Bildungszwecke nichts, dafür aber für Hussitenrummel um so mehr übrig hat. Dem in einer Magistratsvorlage empfohlenen Ankauf einer Wiese zum Preise von 4000 M. wurde zugestimmt. Genosse Werner richtete an die Versammlung die Anfrage, wie es denn mit dem Kuratorium der höheren Knaben- und Mädchenschule stände. Denn Genosse Krüger, der der Deputation für die höhere Schule angehört, sei bis jetzt noch nicht wieder eingeladen worden; es erwecke daher den Anschein, als existiere das Kuratorium über- Haupt nicht. Der Bürgermeister, erklärte, baß die Mitglieder des Kuratoriums außer Genossen Krüger bestätigt seien. Sonderbarerweise hatten aber die bestätigtes Mitglieder auch heute erst Kenntnis durch den Ausspruch des Bürgermeisters erhalten. Die Genoffen Knöschke und Werner rügten in scharfen Worten die Nichtbekanntgabe der Richtbestätigung sowie die Rückgratlosigkeit deS Magistrats. Knöschke hob besonders hervor, daß hier unsere Genossen als Bürger zweiter Klaffe gestempelt werden, obwohl in allen Kommunen, in denen unsere Vertreter tätig sind, man mit Achtung von ihrer Tätigkeit erfüllt sei. In Bernau berichte man der Regierung recht ehrfurchtsvoll, daß eines der Kuratoriums- Mitglieder Sozialdemokrat sei und flugs wird darauf die Bestätigung versagt. Der Bürgermeister hatte auf die Ausführungen Knöschkes nichts zu erwidern. Nieder« Schönhausen. Eine brave Genosfin, Berta Petri, ist miserer Organisation nach langen Leiden am Montag durch den Tod entriffen worden. Die Verstorbene hat namentlich: in der örtlichen Frauenbewegung rege gewirkt; fic war die erste Leiterin der Frauenleseabende und außerdem Beisitzerin in der Bezirksleitung. Tag. Ort und Zeit der Beerdigung find im Inseratenteil angegeben. Die Bezucksleitung des WahlvereinS ersucht die Genossinnen und Genossen, soweit die- selben eS irgend ermöglichen können, der Verstorbenen durch ihre Beteiligung an der Beerdigung die letzte Ehre zu erweisen. Potsdam. Die Beiträge und Leistungen der Allgemeine« OrtSkrankenkasie in Potsdam, der bekanntlich am 1. Januar die hier noch bestehenden Ortskrankenkaffen bis auf wenige Ausnahmen angeschlossen werden, erfahren mit diesem Zeitpunkte eine nicht unwesentliche Veränderung. Während nämlich die Beiträge und Leistungen für die oberen Klassen erhöht werden, sollten dieselben, für die unteren Klassen eine Herab- setzung erfahren. Wie bisher werden 6 Lohnklassen bestehen. Der Tagelohn der höchsten Klasse betrug bisher 4 M., er wird vom I.Januar ab auf 4,25 M. erhöht; für die niedrigste Lohnklasse betrug er bisher 1 M., derselbe wird auf 75 Pf. herabgesetzt. Die Beiträge für die 1. Klasse betrugen bisher 96 Pf., in Zukunft sollen sie auf 1,02 M. erhöht werden. Die Beiträge für die 6. Klasse bewogen bisher 24 Pf., sie werden auf 18 Pf. herabgesetzt. Krankengeld wurde bisher für die Mitglieder der 4. Klasse 2,40 M. gezahlt, nach den neuen Sätzen beträgt es 2,72 M., für die unterste Klasse betrug es 60 Pf. und wird nur noch 48 Pf. betragen. Neu ist die Ein- führung einer Familienunterstützungskasse, die der Kasse augegliedert wird und die sich selbst erhalten muß. Der Beitritt zu ihr ist ein freiwilliger. Als wöchentlicher Beitrag sind 35 Pf. in Aussicht genommen, wofür die erkrankten Familienmitglieder freie ärztliche Behandlung und die Hälfte der Kosten für Medizin und Heilmittel erhalten. Neuenhagen(Ostbahn). Von der Verlosung bei dem vom BildungSausschuß am Sonntag abgehaltenen Waldfeste find noch einige Gewinne beim Genossen Ley, Woltersw. 21, im Laden, abzuholen, und zwar die auf folgende Nummern entfallenen: 52, 64, 74, 96, 139. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Lichtenberg. Donnerstag, abends 5 Uhr, im Rathause, Möllendorff- straße 5. Spandau. Donnerstag, den 4. September, nachmittags i'l, Uhr, im alten Rathause. Tcmpclhof. Donnerstag, den 4. September, nachmittags 51/, Uhr, im Gemeindesitzungszimmer, Dorsstr. 42. Diese Sitzungen find Sssentlich. Jeder GemeindeangehSrige ist be< rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Eue aller Melt. Der rchleHlcbe jfugendrummel. Schlesien stand in den letzten Wochen im Zeichen des nattonalen Jugendrummels. Am 17. August fand bei strömendem Regen und total ausgeweichtem Boden eine große nationale Jugend- feier zur Erinnerung an die Schlacht an derKatzbach in der Nähe von Liegnitz in Anwesenheit von 12 000 Jugendlichen statt. Im Anschluß an diese Feier starb ein Teilnehmer kurz nach seiner Heimkehr. Er wurde am Morgen nach der Katzbachschlachtfeier von seinem Bruder t o t im Bett gefunden. Herzschlag infolge der großen Strapazen vom Tage vorher soll die Ursache des Todes gewesen sein. Am Sonnabend, den 30. August, waren wieder über 20000 Jung- deutschlandleute, Schuljungen und Schulmädchen, aus ganz Schlesien nach Breslau zusammengewieben, um Wilhelm II. und seiner Frau zu huldigen. F a st v i e r S t u n d en mußten die Be- dauernswerten auf einem Platze vor dem königlichen Schloß eng zusammengedrängt im glühenden Sonnenbrand warten, ehe sie.huldigen' konnten. Während dieser langen Zeit fielen die den Sonnenstrahlen am meisten ausgesetzten Jungen und Mädchen wie die Fliegen um. Nicht weniger als rund 150 Opfer dieser.Huldigung' mußten die SanitätSmann- schaften in Behandlung nehmen. Als dann endlich Wilhelm II. mit seiner Familie erschien uvd den Dank der schlesi- schen Jugend durch den Mund des Oberprästdenten von Schlesien für die Schenkung des Forts Silberberg entgegen- genommen und die Jungen den Kaiser angehocht, die Mädchen einen Hofknix' vor der Kaiserin gemacht hatten, konnten die zum Teil schon sehr erschöpften Teilnehmer an der Huldigung nach fünfstündigem Aufenthalt-in glühender Sonne wieder abziehen. Für die von auswärts nach Breslau gekommenen Teilnehmer an der Huldigung hatte die Bahn mehrere Sonderzüge eingestellt. Die Teilnehmer wurden zu den der Arbeiterjugend versagten Preisermäßigungen befördert. Außerdem wurden sie auf Kosten aller Steuerzahler in den Kasernen verpflegt. Für einen Teil der Jugendlichen schien es nicht mehr auf N a ch t l a g er in den Kasernen gereicht zu haben, den» man fand in den frühen Morgen- stunden des Sonntags zahlreiche noch recht jugendlicheJung- deutschlandmänner in Uniform auf Bänkeninden Anlagen der Stadt schlafend vor. Am Sonntag fand abermals ein großer patriotischer Jugend- rummel im Beisein deS Kronprinzen in R o g a u bei Zobten statt, von wo aus 1813 die Lützower Jäger auszogen. Die Kosten für das am Abend vorher von etwa 5000 Jugendlichen bezogene Biwak, deren Beköstigung usw. fallen wieder der Allgemeinheit der Steuer« zahlet zur Last. Auch bei diesem Fest fehlte es nicht an kleinen Unfällen und Erkrankungen. Damit haben die Erinne- rungsfeiern der nationalen Jugend in Schlesien ihr vorläufiges Ende erreicht. Niemand wird damit zuftiedener fein, als die zahlreichen Handwerksmeister und Kleingewerbetreibenden, die fortwährend um Urlaub für ihre Lehrlinge angebettelt wurden und aus Furcht vor wirtschaftlichen Nachteilen nicht ablehnen durften. Eisenbahnkatastrophen in England und Amerika. Fast gleichzeitig meldet der Telegraph zwei schwere Un- glücksfälle, bei denen zahlreiche Personen getötet und verletzt wurden. Am Dienstagvormittag sind zwei Schnellzüge der Midlandbahn, die mit großer Geschwindigkeit von Carlisle nach Süden fuhren, zwischen Hawes Junction und Kirkby Stephen aufeinanderaufgefahren. Nach amtlicher Feststellung wurden neun Personen getötet und zehn verletzt.— Das Unglück ereignete sich in folgender Weise: Von zwei Schnellzügen, die dicht hintereinander fuhren, hatte der erste den Höhepunkt einer Steigung erreicht, als plötzlich die Maschine versagte. In der Dampfzufuhr zu dem Kolben war anscheinend ein Ventil in Unordnung geraten. Die Maschinisten ölten sofort nach und heizten kräftig die Kessel, ohne jedoch die Maschine von der Stelle bringen zu können. Auf bisher noch unerklärliche Weise war es v e r- säumt worden, die Strecke nach hinten zu decken und die Signale auf„Halt" zu stellen. So brauste der zweite Schnellzug heran und erst als es zu spat war, be- merkte der'Maschinenführer den stehenden Zug. Ein Zu- sammenprall konnte nicht mehr vermieden werden. Der zweite Zug fuhr von hinten auf den haltenden Zug auf. Die beiden letzten Wagen des ersten Zuges wur- den vollständig zersplittert. Auch von dem auf- fahrenden Schnellzug gingen zweiDurchgangswagen in Trümmer. Das ausströmende Gas gerietinBrand und ehe Hilfe gebracht werden konnte, waren bereits ein Teil der Insassen der Katastrophe zum Opfer gefallen. Das zweite noch größere Unglück, das sich am Dienstag- morgen in der Nähe der amerikanischen Station Walking- f o r d zutrug, ist ganz ähnlich verlaufen. In der Nähe von Wallingford sind der Vorzug des Weiße-Berge- Expreß und der Hauptzug des Bar Harbor» Expreß zusammengestoßen, die mit heimkehrenden Ferienreisenden nach New Jork unterwegs waren. Die Maschine des erstgenannten Zuges drang durch zwei Schlaf- wagen am Ende des letzteren hindurch und stieß einen dritten Schlafwagen vom Bahndamm hinunter. Die Getöteten be- fanden sich sämtlich in den Schlafwagen. Wie bisher fest- gestellt wurde, waren dreizehn Personen auf der Stelle tot. Fünfzehn sind verletzt, davon wahr- scheinlich v i e l e t ö d l i ch. Das Unglück soll durch den Nebel verursacht worden sein. Noch ein schweres Eisenbahnunglück. Wie ein Telegramm aus Belgrad meldet, fand Dienstag früh 5 Uhr auf der Bahnstrecke Nisch— Wranja ein heftiger Zusammen st oß zwischen einem leeren von Nisch kommenden und einem mit Soldaten gefüllten, von Wranja abgegangenen Zuge statt. Fünf Soldaten sind tot, vierzehn schwerverletzt. Looping tke loop. Der französische Flieger P e g o u d wiederholte Dienstag bor« mittag auf dem Flugplatze Buc den Versuch, den er am Tage vorher in Juvisy gemacht hatte. Oberst Ramazottt, Adjutant des Generals Hirschauer, zahlreiche hervorragende Vertreter der Militär« und Zivilluftfahrt und Pressevertreter waren anwesend. Pegoud erhob sich um 10 Uhr 15 Minuten und stieg schnell zu größerer Höhe; dann stieg er in sehr steilem Gleitflug fast senkrecht herab bis auf 500 Meter über der Erde und beschrieb in dieser Höhe ein großes lateinisches L mit demKopf nach unten und den Rädern nach oben, ungefähr 500 Meter in 30 Sekunden zurücklegend. Dann brachte er den Apparat wieder in austechte Lage und landete um 10 Uhr 40 Minuten unter begeistertem Beifall der Versammelten._ Ueberschwemmungen in Ungarn. Infolge der aus den Gebirgen kommenden koloffalen Wasser« maffen wurde die Ortschaft Gyerghoremete binnen einer Viertelstunde derartig unter Waffer gesetzt, daß auch die festgebauten Häuser der Gewalt der Fluten weichen mußten. Bisher wurden fünf Tote aus den Trümmern der eingestürzten Häuser gezogen. Durch die Fluten sind zahlreiche Gebäude gefährdet. Die obdach« lose Bevölkerung ist in das Gebirge geflüchtet. Kleine Notizen. Der Revolver. Auf einer Baustelle in Trier kam eS am Montagabend nach Arbeitsschluß zwischen italienischen Arbeitern zu Streitigkeiten, wobei der S ch a ch t m e i st e r einen Arbeiter mit dem Revolver von hinten erschoß. Der Revolverheld wurde verhaftet. Die TyphuSerkrankungen in München haben weiter zugenommen. Am Montag sind fünf Personen wegen Typhus in das Kranken- haus eingeliefert worden. Im ganzen befinden sich jetzt fünfzig Typhuskranke und typhusverdächtige Personen in Krankenhäusern. Ein zweifaches Unglück. Bei einer Schießübung der spanischen Artillerie auf dem Schießplatz von Carabanchel explodierte eine Kartusche, wodurch ein Mann getötet, ein Wachtmeister und zwei Artilleristen schwer verletzt wurden. Ein Soldat, der Hilfe herbeiholen wollte, stürzte bei dem Versuch, seine vom Wind entführt« Kopsbedeckung zu ergreifen, aus dem Wagen und wurde getötet. Absturz eines Fliegers. Der Kapitänleutnant L e f r a n c unter- nahm Montagabend in Reims mit der Frau des Leutnants Lefebyre als Paffagier auf einem Zweidecker einen Flug. Bei der Landung stürzte das Flugzeug um und der Benzinbehälter ge- riet in Brand. Lefranc und Frau Lefebyre erlitten schwere Brandwunden. Ueberfall auf einen GeldbrieftrSger. Der Geldbriesträger Bernöde wurde Montag nachmittag in einem Hause der Rue Andullettes in Paris von einem Manne überfallen. Der Mann versetzte ihm mehrere Dolch st iche, entriß ihm die Geldtasche mit 1150 Fr. Inhalt und entfloh. Der Verbrecher konnte ent« kommen, der Bote liegt auf den Tod danieder. Schwerer Unfall beim Automobilrennen. Während eines am Montag in Nash ville(V. St. v. A.) abgehaltenen Automobil- rennens verlor ein Wagen ein Rad. Zwei Automobile stürzten infolgedessen um, wobei zweiChauffeure und zwei Mechaniker getötet wurden. Bei der Arbeit verunglückt. In den Stahlwerken von Roll in Bern platzte ein Leitungsrohr. Hierbei wurden sieben Ar� heiter durch flüssiges Eisen schwer verbrannt. Marktpreise von Berlin am 1. September ISIS, nach SrmMelungeu de» kgl PolizeiprästdiumS. Mais(mixed), gute Sorte 18,60—17,00. Mai» (runder), gute Sorte 14,80— 15,20. Richtstroh 0,00. Heu, neu 0,00— 0,00. Martthallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Koche« 30.00—50,00. Speisebohnen. weiße 35.00—80,00. Lwsen 38.00— 80.00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 4,00—8,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70-2.40. Rindsteijch, Bauchfleisch 1.30—1.80. Schweinefleisch 1.50-2,10. Kaibfleiich 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,60—2,40. Butter 2�0—3,00. 60 Stück Eier 3,60—5,50. 1 Kilogramm Karpse» 1,40—2,60. Aale 1,40-3,00. Zander 1,40-3,20. 4� 140-2, 80. Barsche 0,80-2,40. Schleie 1,70—3,50. Bleie 0.80—1.80. 60 Stück Krebse 1,00—45.00. WttternngSnberficht vom 2. September 1913. SUtflonen Swinemde. tamburg erliu Franks. a.M München Wien 761 761 762 WSW WSW SW 762Sttll ,7631®» 762NW «euer 3 bedeckt 4 bedeckt wolkig Nebel 2 heiter wolkig lö« l* «tattoae» *g b! I1 Havaranda Petersburg Scillh Aberdeeu Parts 763 761 763 in ss WNW SO ONO 768« 763 NO Vetter Llwollenl Nebel wolkig bedeckt Nebel ** Ü Sa 8 16 14 11 14 i■ x tvvMiy X I Wetterprognose für Mittwoch, be« 3. September 1913. Ziemlich warm, vielfach heiter bei schwachen südwestlichen Winden; So- witter nicht ausgeschlossen, sonst trocken.«... " Berliner W etterdnrea«. LSaficrstandS-Rachrtchte« v_■ n___ � e»»H.»...-rr, rmtnpfptlt tonttt Wasserstand Kemel, Tilsit Pregel, Jnfterburg Weichsel, Thor« Oder, Ratibor Franstnrt Warthe. Schrimm LandSberg Netze, Bordamm Elbe, L-itmerrtz ' Dresden ' Barby ' Magdeburg Wafferstand Saale, Srochiitz Havel. SpanbauA . Rathenow-) Spree, Spremberg-) BeeSkow Weier, Münden , Minden Rhein, MaximiliasSau Kaub Köln Neckar, Heilbronn Mai«. H?nau Mosel. Trier am 1. 9. cm 68 14 -16 88 82 106 180 462 231 208 58 121 U seit 31.8. cm1) +» 1! +8 0 -2 -f4 — 3 — 6 +« — 8 J)+ bedeutet Wuchs,— Fall._*) vnterpegel. 'Cbcater* Zttttwoch» L. September 1913. «nfang VI, Uhr. Prater. JohanniZzauber. Anfang Nhr. Kgl. Opernhaus. Vwletta. «gl. Schauipielhaus. FlachZmann als Erzieher. Deutsches. Der lebende Leichnam. Av>-vq 8 Wr. Urania. Mit dem Imperator nach New Dort. «ammerspiele. Kaiserliche Hoheit. Kleines. In Ewigleit Amen. Paul und Paula. Der Barbier von Berriac. Deutsches Schauspielhaus. Sieden tolle Tage. Schiller O. Moral. Schiller Charlotteuburg. Die Stützen der Gescllschast. Berliner. Mimzauber. Dbalia. Puppchen. Theater am Nolleudorsplatz. Die Kwo-Köntgin. «Sntggräher Strafte. 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