Nr- 237. flbonncmentS'Bcdingungen: kwonnemeius- Preis veänumerando: Pierteljährl. 3,30 SKI, monatl. 1,10 SKI, wöchentlich 28 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitunas- Preisliste. Unter Kreuzband sür Teutschland und Oeslerreich- Ungarn 2,ö0 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonnemenls nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. ktlcheinl«ig»». Berliner Bolkoblntl. Die TnfertionS'Gebülir beträgt für die sechsgespalteiic Kolonel- zeilc oder deren Raiiin fiO Psg.. für politische und gewcrlschastlichc Vereins- und Versainlnlungs-Aiizcigen M Psg. „Aleine zsn:«igen", das seltgcdruclte Wort 20 Psg. szulüssig 2 fellgedruckte Worte), jedes weitere Wort l» Psg. Elellengesuchc und Schlafstellena»- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über lö Puch- staben zähle» für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer inüfsen vis S Uhr nachnlittags i» der Erpcdition abgegeben werden. Die Expedition ijp bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: „SoziiiliUmokrat Rerlln". Zcntralorgan der fozialdcmokratirchcn Partei Deutfchlands. Redaktion: 8QI. 68. Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplah, Nr. 1S8Z. Freitag, den 12* September 1913. Sxpedition: 850. 68. Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moriffplap, Nr. 1384. Ililalienscheiäung im klerikalen Lager. Aus Köln wird uns geschrieben: Der„Friede von Metz", der den Streitigkeiten im beut schen Klerikalismus ein Ende macheu sollte, hat kaum länger denn dreimal vierundzwanzig Stunden gedauert. Ter Krieg der feindlichen Brüder ist wieder in vollem Gange, das Kampfgetöse erfüllt weithin die Luft. Wie zum Hohn auf den„Frieden von Metz" erschienen unmittelbar nach Sem Katholikentag zwei neue Streitschriften der orthodoxen Rich- tung: die eine vom Techanten Backes über den Gewerk- schaftsstrcit, die andere von dem früheren Zentrumsabgeord- uetcn Justizrat R 0 e r e n über die allgemeinen Grundlagen der zwischen Breslau-Bcrlin-Trier und Köln-M.-Gladbach gestehenden Tifferenzen. Warum streiten sich die schwarzen Herrschaften überhaupt?— wird der mit den Tingen weniger Vertraute fragen. Ist Bachem nicht ebenso reaktionär wie Roeren? Sind die christlickfcn Gewerkschaften nicht ebenso willige Werkzeuge der klerikalen Macher wie die katholischen Fachabteilungen? Ist der Klerikalismus der Bachcmiten weniger gefährlich als jener der Korum und Kopp? Was kümmert im Grunde der ganze Krakeel die Sozialdemokratie! Ganz sicher verdienen die klerikalen Auseinandersetzungen unsere Aufmerksamkeit. Tenn was sich hier abspielt, ist nichts anderes als der— ideologisch verbrämte— Prozeß der K l a s s e n s ch e i d u n g im Klerikalismus, der. not- wendigertveise den Zerfall des Zentrums im Gefolge haben wird. Eingehüllt in die verwirrenden Nebel scheinbarer Weltanschauungskänipfe, in seinem Kern nur wenigen der Beteiligten erkennbar, vollzieht sich in schweren Wehen die Klassenspaltung im Schöße der Partei, die bisher noch alle widerstrebenden Elemente kunstvoll zusammenzuhalten wußte und deren kraftvoller Weiterbestand fast ein lebendes Beispiel gegen die materialistische Geschichtsauffassung zu sein schien. Ter Kapitalismus auf der einen, die Arbeiterbewegung auf der anderen Seite arbeiten mächtig an der Zerstörung des Zentrumsturmes. Was unter den Namen Roeren und Bachem, unter den Losungsworten Köln und Trier aufein- onderstößt, ist nichts anderes als der Kampf des entwickelten Kapitalismus gegen wirtschaftliche Rückständigkeit, der Zusammenstoß von kapitalistischer mit keinbürgerlicher Welt- anschauung. Der alte katholische Geist mittelalwrlich-klein- bürgerlicher Geruhsamkeit steht gegen den modern heidnischen, alle Ueberlieferungen brutal über den Hausen rennenden und nur nach Geld lechzenden Kapitalismus. Und da in dem alten Geist zugleich der Einfluß und die Macht der Kirche verankert ist, deren dogmatisch gebundene Weltanschauung der vorwärts stürmenden wirtschaftlichen Entwickelung nicht standzuhalten vermag, werden die Gegensätze nur um so fester in das ideologische Gewand von Glaubensstreitigkeiten gehiillt. Die Geschickte bietet genügend Parallelen zu den jetzigen Kämpfen im klerikalen Lager.» Die alten katholischen Sozialpolitiker hatten noch Ideen; die neuen sind überzeugungs- und gesinnungslose Nachahmer. Tie alte Kirche hatte ein Gesellschaftsidcal: das Ideal der ständischen Gliederung, das von dem jüngeren Hitze, von Tberdörffer, Kcnipel und anderen Theologen wissenschaftlich vertreten wurde und, so reaktionär es in feiner rückwärts gewandten Wesenheit auch sein mochte, doch eigene Züge trug und auf einer Weltanschauung fußte— der modernisierte Klerikalismus dagegen ist nur noch eine Apologie der kapi- talistischen Ausbeutung. Noch um die Wende des Jahr- Hunderts wetteren päpstliche Enzykliken gegen den Kapitalis- mus, und Franz Hitze verweist auf dem. heiligen Thomas von Aquino, der gelehrt habe, daß den Menschen das Eigen- tum zum gemeinsamen Gebrauch von Gott übermittelt worden sei. Aber Rom preist jetzt das Privateigentum als die Grundlage der menschlichen Gesittung, und die Hitze und Konsorten haben sich längst dem Moloch unterworfen und sind zu glühenden Verteidigern der kapitalistischen Gesellschafts- ordnung herangewachsen. Köln, der Sitz der Bachemiten, und M.-Gladbach, der Sitz des Volksvereins für das katho- lifche Deutschland, haben den Kapitalismus mit all seinen Konsequenzen anerkannt und suchen Kleinbürger und Arbeiter mit ihm zu versöhnen. Tie christlichen Gewerkschaften, einer- seits Schubtruppen des Zentrums, sind zugleich moderne soziale Gebilde, eine Konzession an die unabwendbare wirt- schaftliche Entwickelung und dazu bestimmt, auf dem Wege korporativen Arbeitsvertrages die katholischen Proletarier in eine gewisse Jnteressensolidarität mit dem Kapitalismus zu bringen. Tie geistigen Häupter der Köln-Gladbacher Rich- tung schwärmen für Militarismus und Weltpolitik. Mit den protestantischen Junkern Ostelbiens und den nationalliberalen Großindustriellen Rheinland-Westfalens suchen sie eine wirt- schaftspolitische Interessengemeinschaft zu schmieden. Sie nehmen selber teil an dem berauschenden Goldregen der kapi- talistischen Entwickelung, sitzen in den Bank- und Industrie- Unternehmungen, rücken in höhere Beamtenstellen ein und versorgen ihre Söhne— und Töchter in der Armee. Zu alledem bedürfen sie eines weiteren Gewissens, als Mutter Kirche es ihnen überliefert hat. Die enge konfessio- nelle Basis genügt nicht. Die strenge Abschließung gegen Andersgläubige beeinträchtigt den Gewinnanteil der braven Katholiken, die sich um höherer Rente willen nicht allein mit kulturkämpferischen Junkern und seimaurerischen In- dustriellen, sondern auch mit dem Gottseibeiuns selber ver- bänden würden. So entstand im klerikalen Lager der Drang nach Freiheit, entstand der zähe Kampf des neuen gegen den alten Klerikalismus. Die Parole Julius Bachems:„Wir müssen aus dem Turm heraus!"— faßt die Ten- denzen des politischen Modernismus in eine knappe Formel zusammen. Freilich spielen in den Streit auch rein kirchliche uud religiöse Fragen hinein oder vielmehr: sie verweben sich mit den treibenden wirtschaftlichen Beweggründen, so daß Kette und Einschlag mitunter nur schwer voneinander zu scheiden sind. Wenn auch die katholische Kirche die kapitalistische Ge sellschaftsordnung nicht mehr grundsätzlich bekämpft, so empfindet sie dock, Grauen vor einer Entwickelung, die zu sammen niit den Geisteswissenschaften alle religiösen Ueber lieferungen zu zerstören droht und durch die Auflösung der sozialen Gebundenheit früherer Zeiten auch die tausend jährige Herrschaft der Kirche gefährdet. Ein Glied in der Kette der kirchlichen Abwehrmaßnahmen'war die Gewerkschafts-Enzyklika Pius des Zehnten, die dazu bestimnit war, die katholischen Arbeiter möglichst fest an die kirchliche Au torität zu schmieden. Die katholische Kirche hat den Anspruch nicht aufgegeben, auch die soziale Tätigkeit der Gläubigen zu regeln, sie an die römischen Weisungen zu binden, alle Organisationen nach Diözesen zu gestalten und de» Bischof in allen Fragen als die gegebene Autorität zu betrachten Diesen Anspruch widerstreiten die christlichen Gewerkschaften, die interdiözesan und sogar, wenn auch mehr dem Scheine nach, interkonfessionell gestaltet sind und einer gewissen Be� Wegungsfreiheit bedürfen, ohne die sie ein bloßes Schatten- dasein führen müßten. Eine grundsätzliche Anerkennung der christlichen Gewerb schaften durch Rom ist demnach völlig ausgeschlossen. Ebenso wenig wird es jemals zu einem erträglichen Nebeneinandeo arbeiten kommen. Rom hat von seinen Machtansprüchen noch niemals ein Tipfelchen preisgegeben und wird das den katholischen Arbeitern gegenüber erst recht nicht tun. Das Gerede von dem„Frieden von Metz" hat darum auch niemand ernst genommen, der den tieferen Zusammenhang erkannt hat und daher weiß, daß es sich bei diesem Streit doch nur um etwas mehr handelt, als um die bloße Rechthaberei einiger krakeelsüchtiger Elemente. Roeren freilich ist ganz und gar Ideologe und hat für wirtschaftliche Realitäten so gut wie gar keinen Sinn. Aber die Gefahr, die dem Klerikalis mus von dem Zusammenstoß der wirtschaftlichen Interessen- gegensätze droht, entgeht auch ihm nicht völlig. Man höre, was er darüber in seiner soeben erschienenen Schrift„Zentrum und Kölner Richtung" zu sagen hat: „Dieses Bekenntnis lzu den katholischen Grundsätzen. Die � Red.) bildet das Ferment im Innern und ist nach autzen hin der Magnet für die Hunderttausende von Katholiken, die jetzt noch abseits der Partei stehen, nicht aus Feindseligkeit, sondern aus Lauheit und die niemals durch die verschwommene Idee des Gemeinsam-christlichen, wohl aber durch das feste Programm der katholischen Grundsätze angezogen und gewonnen werden können. Mau denke sich dieses Band einmal gelöst und die Partei mit ihren mehr als zwei Millionen Wählern der ver- schiedensten Stände und Berufe einzig auf den Böden der Sozial-, Finanz-, Marine- und Kolonialpolitik gestellt,— nicht die w i ch t i g st e n Probleme dieser Politik würden vermögen, diese in ihren wirtschaftlichen Interessen und politischen Auffassungen so verschiedenen Massen auch nur für kurze Zeit zusammenzuhalten. Wegen der Vielgestaltigkeit der in ihm vertretenen Berufs- und Interessensphären würde gerade das Zentrum der Gefahr entgegengehen, d e m A n st u r m der immer möchtiger empor st rebenden Standes- organisation und Standespolitik und der imnier kühner vordringenden materialistisch- atheistischen Propaganda zu erliegen." Durch Kompromisse und Opportunitätsrücksichten, so sagt Roeren, sei da nichts zu erreichen; nötig sei vielmehr, daß man Grundsätze habe und sich offen zu ihnen be- kenne. Darum widerstreitet Roeren auch dem Zusammen- gehen mit den Konservativen und verweist auf ihre kultur- kämpferischen Taten: „Damals(in Zeiten des Kulturkampfes) haben selbst die Konservativen der positivsten Richtung bis auf vereinzelte Ausnahmen eifrig mitgeholfen, die in das religiöse Leben des katholischen Volkes so tief eingreifenden Kulturkampf- gcsetze zustandezubringen— mit dem Verbot des Messelesens und der Sakramentespendung, mit der Errichtung des kirch- lichen Disziplinargcrichtshofes in Berlin, der Aufhebung der Klöster und der religiösen Genossenschaften, der Absetzung und Einkerkerung der Bischöfe und Priester, der Vertreibung der Jesuiten usw. usw. Sie haben es mit ihrer christlichen Welt- anschauung für vereinbar gehalten, der katholischen Kirche diese Wunden zu schlagen, an denen dieselbe noch jetzt blutet, und so manche blühende Stätte kirchlichen Lebens in Ruinen umzu- wandeln, die noch heute uns mahnend hinweisen auf das, was wir von einer allgemeinen christlichen Weltanschauung, aus der die katholischen Grundsätze ausgeschaltet sind, erwarten dürfen. Auch die neuere Zeit läßt es an lehrreichen Vorgängen nicht fehlen." „Mit dem Windtborst schen Zentrum sind jene (neuen) Grundsätze unvereinbar, für das W i n d t H 0 r st s ch e Zentrum bedeuten sie S p r e n g p u l v e r," sagt der Ver- fasser an anderer Stelle. Darum, so verlangt es der Wort- führer der Berlin-Trierer Richtung, muß sich, getreu den Traditionen Windthorsts, die Tätigkeit des Zentrums im Einklang mit der katholischen Weltanschau- u 11 g halten und jedes interkonfessionelle Gemengsel streng ablehnen. Tie Tendenzen der Richtung Bachem sind verwerf- lich und unterminieren den Zentrumsturm. Weit präziser als Roeren hat der bekannte Kaplan S ch 0 p e n den Kern- Punkt des Streites formuliert. Schopen ist ein Heller Kopf, der mit klarem Blick die wirtschaftlichen Entwickelungs- tendenzen und ihre zersetzenden Einwirkungen auf das Zen- truni erkennt. In seiner Schrift„Köln, eine innere Gefahr für den K a t h 0 l i z i s in 11 s", sagt er ebenso knapp wie klar:„An die Stelle der Weltanschauungstendenz tritt das nationale Interesse der sozialen Zusammengehörig- keit." Und an anderer Stelle: Unsere alten Parteien sinö aus den verschiedensten sozialen Schichten zusammengetreten, aus Männern, die eben über dem sie beherrschenden Weltanschauungsgedanken die trennenden Siandesinteressen zurückgestellt haben. Die Stände wurden zersplittert durch die Zu sammenge» Hörigkeit der Weltanschauung. Heute setzt die ent- gegengesetzte Bewegung ein. Die Koalition der sozial gleich Interessierten, die Koalition unter beruflichen Gesichtspunkten ist zum ersten und drängendsten Ziel geworden, die m a t e- riellen Interessen beherrschen die Aeußerungen des Gemeinschaftsgedankens. Die Weltanschauungsparteien werden zersplittert durch die Zusaunueugehärigkeit der Stände. Das ist eine geradezu glänzende Formulierung. Dieser neuen Entwickelung, so sagt Schopen weiter, muß die Rich- tung Bachem sich anpassen, indem sie das Zentrum in eine rein imrtschiftlidie Partei unter Ausschaltung der positiv katholischen Grundsätze umzuwandeln trachtet. Doch mit dein Programm einer ausgleichenden Sozialpolitik werde das Zentrum Schiffbruch leiden; die wirtschaftliche Gliederung der Massen werde unaufhaltsam sein, wenn nicht an die Stelle der Partei die Kirche und an die Stelle der materi- ellen Interessen die R e l i g i 0 n gesetzt werde. Der Richtung Bachem sei die Partei letzte und oberste Devise, der Rich- tnng Roeren dagegen die katholische Kirche und die katholische Weltanschauung. An dieser Stelle versagt auch freilich die Dialektik eines Schopen. Der Theologe pfuscht dem klar denkenden Politiker ins Handwerk. Tuvon abgesehen, hat er den Kernpunkt des Streites durchaus erfaßt. Die kapitalistische Entwickelung frißt sich in den Zentrumskörper hinein und arbeitet unauf- haltsam an seiner Zersetzung und Auflösung. Gegen diese Krankheit ist kein Kraut gewachsen, und die Rezepte der einen wie der anderen, der„Kölner" wie der„Trierer", der „M.-Gladbacher" wie der„Berliner", werden den Verfall nickt aufzuhalten vermögen. Die Richtung Köln-M.-Gladbach, die Richtung der katholischen Kommerzienräte. fühlt sich bei der kapitalistischen Entwickelung ganz wohl. Indem sie ihre Gc- schäftc macht, sucht sie zugleich Zentrum und Kirche zu retten durch eine weitergehende Anpassung an die wirtschaftliche Entwickelung und den Zeitgeist; die Richtung Berlin-Trier sucht beides zu konservieren, indem sie im Bunde mit Rom die Kirche und ihre Gläubigen möglichst streng von der Um- Welt abschließt und den, modernen Geist den Krieg bis aufs Messer erklärt. Diese Richtung ist die weitaus konsequentere und ehrlichere, sie hat Grundsätze. Die andere Richtung da- gegen ist grundsatzlos bis zur Verlumpung und daher auch in der Wahl ihrer Mittel von einer unüberbietbaren Skrupel- losigkeit. Die Sozialdemokratie hat beide zu bekämpfen und wird beide überwinden. Aber wenn auch zunächst die Konimerzienratsrichtung, zugleich die Richtung des offiziellen Zentrums, des katholischen Volksvereins und der christlichen Gewerkschaften, die stärkere ist und den größeren Erfolg auf ihrer Seite hat, so wird sich doch letzten Endes die orthodoxe Richtung als zählebiger erweisen. Eine starke und auf tausendjähriger Tradition fußende Weltanschauung, wie sie sich in dieser Richtung verkörpert, wird selbst dann noch eine. Macht darstellen, wenn ihre materiellen Existenzgrundlagen schon verschwunden sind. Namentlich in den von der religiösen Ideologie beherrschten A r b e i t e r s ch i ch t e� wirkt die Tradition mächtig fort und behindert die konsequente An- Passung des Denkens an die Klassenlage des Proletariats. Aber auch das wird eine vorübergehende Erscheinung sein, und die Zeit wird kommen, wo unter dem Sturmwind des Klassenkampfes auch die letzten Säulen der KlerikalismnS stürzen.' Sie Vernichtung de; tilzrineluMchiffez. Die furchtbare Katastrophe auf der Nordsee hat, wie wir bereits gestern meldeten, nun auch ihre amtliche„Auf- klärung" gefunden. Wie wohl>. niemand anders erwartete, wird von der amtlichen Stlle die Zerstörung des Marine- luftschiffes, die Vernichtung von vierzehn Menschenleben auf die altbekannte Formel aller großen Katastrophen zurück- geführt:eshandeltsichunl böhereGewalck. Von militärischer Seite ist natürlich nichts verabsäumt woKen: nur das Zusammentreffen verschiedener unglücklicher Um- stände trägt Schuld au dein Untergang des Luftschiffes. Dicsvie mein erster Leitsatz sagt, die Verteilung der. Steuerlast eine politische Machtfragc ist, während die Sozialdemokratie die Ver- tcilung nach der>v i r t s ch a f t l i ch c n Leistungsfähig- k c i t fordert, daß ferner nicht die F o r m d e r E r h c b u n g, sondern die Wirts chaftlicheWirkung entscheidend für die Beurteilung der Steuern sein muß, das heißt, daß die Möglichkeit der ll e b c r>v ä l z n n g der Steuern vom Be- steuerten auf einen Dritten in den Vordergrund zu treten hat. „Ausschließlich der Mehrwert fGruiidreiilc, Leihzins, lliilcr- nehmergewinn) darf besteuert werde».... Die Verbrauchsabgaben belasten den Aenneren im Verhältnis zu seinein Einkommen stärker als den Wohlhabenden." In diesen beiden Sätzen habe ich gesagt,>v a r u m„die direkten Steuern ein kleineres llebel sind als die indirekten Steuern"— was der Kritiker merkwürdigerweise in meinen Leitsätzen vermißt. Dazlvischeu schiebt er den Satz: „Obwohl die direkten Steuern auch aus dem Arbeitsprodukt der Masten geschöpft werden und obwohl die besitzenden Klassen versuchen werden, den dem Staat abgetretenen Teil des Mehr- wertes durch gesteigerte Ausbeutung wieder zu erlangen." Hier ist ein Eimvurf, der bei der Beurteilung meiner Resolution auch bei anderen Kritikern wiederkehrt und der einer eingehenderen Betrachtung bedarf, denn mit ihm steht und fällt die ganze sozialdemokratische Steuerpolitik. In der letzten Konsequenz besagt nämlich dieser Einwurf: Gleichviel ob direkte oder indirekte Steuern— die Arbeiter müssen doch zahlen, denn sie sind es, welche alle Wette, auch den Mehrwert schaffen. Ter Bremer Kritiker schränkt dies zwar dahin ein, daß die besitzende Klasse ver- suchen werde, durch gesteigerte Ausbeutung sich schadlos zu halten. Andere, namentlich Redner in Parteivcrsammlungen. sagten direkt: am letzten Ende zahlen die Arbeiter doch alles! Diese Schlußfolgerung geht von der Annahme aus. daß die besitzende Klasse überhaupt alles von den Arbeitern er- pressen kann, was sie will! Gewiß liegt es in der Tendenz des Kapitalismus, den möglichst größten Profit zu erstreben und also eine Verringerung desselben infolge von Steuern dadurch wctt zu machen, daß er einen größeren Mehrwert aus den Arbeitern herauszllholcn sucht— sei es durch Erniedrigung der Löhne, der Verweigerung von Lohnerhöhungen oder Vergrößerung des Arbeits- | quantums mittels Verlängerung der Arbeitszeit oder s intensiverer Ausnutzung. Aber um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es eines Kampfes des Unternehmertums gegen die Arbeiter. Und der Ausgang dieses Kampfes ist abhängig von der gesamten ivirtschajtlichen Konjunktur einer- seits und der Stärke des gewerkschaftlichen Widerstandes andererseits— kurz, die U e b e r w ä l z u n g der Steuerlast von den Unternehmern auf die Arbeiter kann nicht so ohne lveiteres erfolgen, wie dies dann der Fall ist, ivenn die Arbeiter politisch so ohnmächtig �sind, daß die besitzende Klasse alle Lasten durch indirekte Steuern auf das Arbeits- einkoinmen legen kann und so ihnen unmittelbar eine Ver- schlechterung ihrer Lebenshaltung, eine Verringerung ihres Reallohns aufzwingt. Dieser Unterschied ist es ja, der überhaupt erst den Gegen- Wartsforderungen unseres Erfurter Programms einen Sinn gibt l Denn, wenn es richtig wäre, daß alle für den Arbeiter errungenen Vorteile doch wieder beim Arbeitsvertrag vom llntcrnehmertum dem Arbeiter entrissen werden können, dann wäre es sinnlos, daß wir überhaupt erst die Forderung er- heben, nur Einkommen und Vermögen zu besteuern. Außerdem— das Unternehmertum bildet nur einen Teil der besitzenden Klasse i der andere Teil, der sein Ein- kommen' aus Zinsen oder Gehalt bezieht, ist überhaupt nicht in der Lage, an den Arbeitern sich schadlos zu halten.— Also: es ist eine sinnlose Redensart, zu sagen, daß unter allen Umständen die Arbeiter doch letzten Endes alle Steuern zahlen müßten. Die Entscheidung, wer die Steuer- last trägt, richtet sich nach dem Stand der politischen und wirtschaftlichen Machtverhältnisse zwischen besitzender und Arbeiterklasse. Gegen einen anderen Punkt meiner Leitsätze hat Genosse H. M. in der„ K ö n i g s b e r g e r V o l k s z e i t u n g" vom 27. August Bedenken vorgebracht, die er sachlich zu be- gründen sucht. Er wendet sich gegen meine Leitsätze über die Umsatz- und W e r t z u w a ch s st e u e r: „Nicht immer über wälzbar ist die Besteuerung dcs un- verdienten Wertzuwachses an Gebäuden und Bau- Plätzen, da diese Steuer ungleich die Objekte trifft, je nach der wechselnden Höhe des Gewinnes. Leichter auf Pächter oder Mieter abwälzbar ist dagegen die G r u n d st ü ck s Mn s a tz st e u e r. die gleichmäßig vom Verkaufs- preis eines Grundstücks erhoben wird. Emscheidend sind also die örtlichen Verhältnisse. Mit- hin muß den örtlichen Verwaltungen(Gemeinden) die Einführung oder Aufhebung dieser Steuern zustehen, allerdings unter der Voraussetzung, daß nicht die Interessen der Hausbesitzer in den Gemeindeverwaltungen maßgebend sind." H. M. schließt daraus: „Wenn die Wertzuwachssteuer nur„nicht immer überwälzbar" wäre, also zumeist von dem Mieter getragen werden müßle, so hätten wir in den Stadtverordnetenversammlungen im allgemeinen die Pflicht, mit den Hausagrariern gegen die Wertzuwachssteuer zu stimmen, im allgemeinen, wenn auch vielleicht„nicht immer". Und er kommt zu der Schlußfolgerung: „Indem Umsatz- und Wertzuwachssteuer die Spekulation ver- mindern, heben sie die in ihnen enthaltenen Tendenzen zur Steigerung der Bodenpreise wieder auf und hindern ihre Ab- wälzung auf die Mieter." Genosse H. M. übersieht, daß ich ausdrücklich im Schluß- satzc erkläre:„Entscheidend sind die örtlichen Verhältnisse". Wenn er aber meint, daß die Steuer auf Umsatz und Wertzuwachs die Spekulation einschränke und dadurch auch die Steigerung der Bodenpreise verhindere, so verwechselt er Ursache und Wirkung. Die Bodenpreise steigen nicht einzig und allem infolge der Spekulation, sondern die Spekulation kann e r st dann einsetzen, wenn die örtlichen Verhältnisse in Aussicht stellen, daß die B o d e n- preise g e st c i g c r t werden können. Ohne steigende Tendenz dcS Marktes keine Spekulation, iveder aus dem Grundstücksmarkt noch ans dem Geldmarkt! Die Spekulation ivird dann allerdings die steigende Tendenz verstärken und beschleunigen. Rur dort, tvo das Angebot von Wohnungen größer ist als die Nachfrage— ein immer seltener werdender Fall—, wird die Steuer nicht auf den Käufer und damit auf den Mieter abgewälzt ivcrdcn können, und, wie ich ausdrücklich betonte, bci dcr Besteuerung des unverdienten Wertzuwachses ivird es dem Käufer viel schwerer als bei der Umsatzsteuer, den Betrag auf die Mieter zu über- wälzen,„weil die Steuer ungleich die Objekte trifft, je nach der wechselnden Höhe des Gewinns". Die Hausagrarier wissen mit den Marktverhältnissen ihres Geschäfts sehr gut Bescheid. Sobald also die Hausagrarier gegen die Wertzuivachsstcuer toben, dann können die Vertreter der Mieter f i ch e r sein, das; die Hausagrarier>v i s s c n, die Steuer m u ß von i h n e n getragen werden. Folglich iverden unsere Genossen dann in der Lage sein, f ü r die Wert- znwachssteucr zu stimmen! Die Lage des Wohnungsmarktes verschiebt sich aber immer mehr zuungunsten der Mieter, je mehr großa�T e r r a i n- ges ellschaften den noch unbebauten Boden monopolisieren und durch ihre Geldmittel in der Lage sind, in den für sie ungünstigen Jahren großen Wohnungsangebots die Terrains unbebaut liegen zu lassen und so im Interesse des Haus- besitzcrkapitals den Markt zu„regulieren". Gerade diese Steuern auf Baugrund und Häuser geben ein deutliches Beispiel, wie für unsere praktische Stellung zu Steuerfragen nicht allein allgemeine stcuertvirtschaftliche Grundsätze maßgebend sein dürfen, sondern auch die jeweiligen speziellen wirtschaftlichen Verhältnisse. Und da wir jetzt in den Parlamenten der Gemeinden wie denen der Bundesstaaten und im Reichstag zuweilen den Ausschlag dafür geben können, welche Besteuerung eingeführt wird, eben darum mußte ich in meinen Leitsätzen das „Sammelsurium" der wichtigsten heute bestehenden Steuern, zu denen wir in der Agitation wie in den Parlamenten Stellung zu nehmen gezwungen sind, ausführlich erörtern. Einer dritter Kritiker meiner Leitsätze, Genosse, 8�,. in der„Dresdener V o l k s z e i t u n g" vom 29. und 30. August tadelt zivar nicht die Fülle der Leitsätze, findet aber, daß sie„nicht genügend theoretisch marxistisch begründet" seien und tadelt gleich darauf, daß ich„noch immer meine, daß der„Mehrwert" nur in Untcrnchmerproftt, Zins und Grundrente zerfällt". � Nun ist aber diese meine Meinung entnommen aus dem letzten Kapitel des letzten Bandes dcs„Kapital" von Karl Marx. Dort heißt es im III. Bande, 2. Teil, 52. Kapital: „Die Eigentümer von bloßer Arbeitskraft, die Eigentümer von Kapital und die Grundeigentümer, deren respektive Einkommen- quellen Arbeitslohn, Profit und Grundrente sind, also Lohnarbeiter, Kapitalisten und Grundeigentümer, bilden die drei großen Klassen der modernen, auf der kapitalistischen Produktionsweise beruhenden Gesellschaft". Genosse Lp. hat freilich noch eine vierte Einkommens- quelle entdeckt: die Kartellrento,„als� besondere, eigenartige Einnahmequelle der herrschenden Klassen". Ja, ivas ist denn diese neu entdeckte Kartellrcnte? Ist sie denn etivas anderes als Profit? Profit, der freilich bei Kartellen, welche ein Monopol besitzen, größer ist als bei nichtkartellierten Unternehmungen, die infolge der freien Konkurrenz die Preise ihrer Produkte sich gegenseitig herab- drücken, während Kartelle Monopolpreise nehmen können; diese aber sind allerdings so hoch, als es ohne Rückgang des Konsums zulässig ist. ob eine Steuer vorhanden ist oder nicht. Lp. sagt selbst in seinem Artikel: „Die Kartelle können die Preise nicht mehr erhöhen, da sie in der Regel schon die höchstmöglichen Preise erhalten." In der Regel, nicht stets! Und die Grenze ist keineswegs so starr und fest, daß nicht die Möglichkeit vorhanden wäre, diese Steuer doch auf die Preise der Produkte zu schlagen und sie so von den Konsumenten zahlen zu lassen, eben wenn und weil keine freie Konkurrenz mehr besteht. Die Kartellreute ist ein Ueberprofit. Genosse Lp. will ihn daran erkennen,„daß z. B. ein Kohlenbergwerk bei entsprechend niedrigem Vermögen höhereit Profit aufweist". Aber auch dieser verhältnismäßig höhere Profit läßt sich doch durch eine genügend progressive Einkommen- und Ver- mögensteuer hinreichend scharf treffen! Eine besondere Kartell- rcntensteuer würde dabei gar nichts helfen. Lp. schreibt selbst: „Die Frage ist nur, wie die Kartelle, die die verschieden- ariigsten Formen annehmen, zu treffen sind."« Ja, das ist eben die Frage, um die es sich handelt. Genosse Lp. weiß doch, wie viel Bemühungen schon von den Mittelstandsrettern aufgewandt wurden, um ein Kartellgesetz zu schaffen. Kartellgesetze sind nur dazu da— um umgangen zu werden, schon daran scheitert der Vorschlag der Kartell- rentenbesteuerung. Andererseits— gibt es denn nicht auch Einzel- betriebe, die nicht kartelliert sind und kraft ihres Kapitals und auch ihrer Patente einen im Verhältnis zum Anlagekapital übergroßen Profit einheimsen? Erinnern»vir uns nur an Krupp, au gewisse chemische Fabriken(Farbwerke, Heil- mittelfabriken u. a. m.)! Diese Einzelbetriebe könnten auch bei höchstem Profit nicht der Kartellrentensteuer unterworfen werden! Was wäre die Folge: die Kartelle würden sich auf- lösen und durch unfaßbare geheime Preiskonventionen und Ver- träge fröhlich weiter ihren Ueberprofit � nur eben verschont von der Sonderstener— einheimsen! Genosse Lx. kommt dann nochmals ans die Kartellrenten bei der G c w e r b c st e u e r zu sprechen und tadelt, daß ich in meinen Leitsätzen erklärt habe:„Die Aushebung der Gc- iverbesteuern kann keinen Nutzen für die Konsumenten bringen." Mit Verlaub! In dieser unbedillgtcn Form steht dieser S a tz g a r n i ch t d a! Er lautet vielniehr:„Die Aufhebung der Gewerbesteuern ist, s o lange nicht durch genügende Einkommen- und Vermögenssteuer mit Deklarationszwang Ersatz geschaffen ist, o f t ein Geschenk an die Gewerbetreibenden, ohne Nutzen für die Konsumenten." Genosse Lp. betont dann noch in seiner Kritik— und zivar vorwurfsvoll, als ob ich diesen Gesichtspunkt nicht be- achtet hätte—, daß„bei der Analyse von Steuern man von der a l l g e m e i n e n wirtschaftspolitischen Situation bestimmter Wirtschaftsepochcn ausgehen muß". Gerade das habe ich ja getan, gerade deshalb habe ich in einem der Leitsätze hervor- gehoben, daß jetzt, wo der Weltmarkt die Preise für landwirtschaftliche Produkte festsetzt, die G r u n d st e u e r als direkte Belastung des Grundbesitzes ivirkt, also die Grundrente ver- mindert— eine Umänderung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation seit Lassalles Zeiten, die auch eine Acndening unserer Stellung zur Grundsteuer erfordert, wie ich sie vorschlage und auch Sp. als richtig anerkennt. Aber unsere Aufgabe auf steuerpolitischcm Gebiet ist eS weder, im Wetteifer mit den Konservativen Sonder- st e u e r n für das mobile Großkapital zu finden, noch es im Wetteifer mit den Liberalen vor angeblicher Ucberbesteuerung zu schützen. Das für uns entscheidende Moment liegt nicht in der Höhe der Steuern, sondern in deren Ver- Wendung, und zwar in Politischer wie ifi wirtschaftlicher Hinsicht. Erstens: Aus politischen Gründen wird die Sozialdemokratie selbstverständlich jede Steuer verweigern, mag sie hoch oder niedrig sein, mag sie das Arbeits- einkonlincn oder den Mehrwert treffen, die zu a r b c i t e r- feindlichen Zwecken verwendet Iverden soll. Zweitens: Aus wirtschaftlichen Gründen können Steuern auf den Mehrwert nur unter bestimmten Voraussetzungen i» unbegrenzter Höhe erhoben werden. Sobald nämlich diese Stenern nicht mehr allein aus dem Lkonsumtionsfonds der Kapitalisten ihre Deckung finden, sondern auch den A k k u m u l a t i o u s s o n d s angreifen, wirken sie nur dann nicht gegen die Interessen der Arbeiterklasse, wenn die Steuererträge in demselben Maße ztrr EntWickelung der Produktivkräfte Verwendung finden wie es der Fall wäre, wenn die Kapitalisten diese Steuer nicht zu entrichten brauchten, sie also ihren Akkumulationsfonds nicht schwächen müßten. Denn die E n t w i ck e l u n g der gesellschaftlichen Produktivkräfte ist die Voraussetzung für den Aufstieg der Arbeiterklasse; allein diese Ent- Wickelung kann,- wie uns Marx gezeigt hat,„die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden, deren Grundprinzip die volle und freie Entwickclung jedes Individuums ist". Gewiß — es scheint auf den ersten Blick als ob es ja ganz im Be- lieben jedes einzelnen Kapitalisten stünde, wieviel er von dem Mehrwert, den er aus dem unbezahlten Lohn der von ihm beschäftigten Arbeiter profitiert, zu seinem persönlichen Bedarf konsumieren will und wie- viel er zur Erweiterung seines Betriebes verwenden will. Aber in der Regel ist derjenige Teil des Mehrwerts, den der Kapitalist für seinen persönlichen Verbrauch ausgibt, nicht willkürlich bestimmt, sondern seine Größe ist bedingt durch die jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse. „Die EntWickelung der kapitalistischen Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeil und die Konkurrenz herrscht jedem Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation." (Marx, Kapital, I. Bd.) In gleicher Weise sagt Genosse 8p.: „Die Schmälerung der Produttivkräfte kann leicht den Wirt- schastlichen Fortschritt aufhalten." Und er betont, daß.zu hohe Einkommen« und Vermögensteuern die Kapitalakkumulation er- schweren, dadurch den wirtschaftlichen Fortschritt aufhalten und so auf Umwegen auch den Lohn des Arbeiters verringern können." Der Kern derFrage ist also nicht die Höhe der Steuern auf den Mehrwert! Selbst der ganze Mehrwert würde von unserem Standpunkte aus durch Steuern konfisziert werden können, sobald der Ertrag der Steuern zur Ent- Wickelung der Produktivkräfte im Interesse der Atkgemeinheit verwendet wird. Ausgaben für Zwecke, die nicht zur Ent- Wickelung der gesellschaftlichen Produktivkräfte dienen, wie z. B. für Kunst, sind an die Höhe des Ueberschussos gebunden, den die Gesellschaft über ihre einzelnen ökonomischen Bedürf- nisse hinaus produziert. Zunächst müssen diese gedeckt werden, genau wie ein Privatunternehnier seine Ueberschüsse zunächst für die Bedürfnisse seines Betriebes verwenden muß, ehe er sie für seinen persönlichen Bedarf in Anspruch nehmen darf. Wir haben also nicht nur zu fragen: welche Steuern und in welcher Höhe haben wir dem heutigen kapitalistischen Staate zu bewilligen, sondern vor allem: wann überhaupt können wir ihm Steuern bewilligen. Diese Fragen suche ich in meiner Resolution zu be- antworten, mit deren Kritikern ich mich in einem folgenden Artikel auseinandersetzen will. btacktvei'orSneten- verszmwllliig. 2ö. Sitzung vom Donnerstag, den 11. September 1913, nachmittag? 5 Uhr. Vorsteher Michclet eröffnet die Sitzung nach 6% Uhr. Als Nachtrag ist auf die heutige Tagesordnung gesetzt der Ausschutzbericht über das neue Statut für die städtische Feuer- sozietät. Für den verstorbenen Stadv. Kyllmann werden gewählt: in . die Tiefbaudeputation Stadtv. Liebherr(Fr. Fr.), in die Deputation für Kunstzwecke Stadv. Dr. Arons(Soz.). Zur Beschlutzfassung steht zunächst die Magistratsvorlage be- treffend den Ankauf der Herrschaft Lanke. Die Herrschaft gehört zum Gräflich Redernschen Familien- Fideikommiß und grenzt an die Berlin bereits gehörige Schön- Wälder Forsts sie ist zirka 4477 Hektar groß(davon 3274 Hektar Wald, 268 Hektar Seenflächen, 93b Hektar Acker- und Wiesenland) und umfaßt mit ihrem Gebiet u. a. auch den Liepnitz- und den Hcllsee. Nach mehrjährigen Verhandlungen ist der Kaufvertrag vom 18. Juni 1913 zustande gekommen. Die Kaufsumme beträgt 19 697 288 M., d. h. 4460 M. pro Hektar. Am 1. Oktober 1914, bei der Uebernahme, sollen 6 066 606 W. angezahlt und alsdann jährlich am 1. Oktober 1% Millionen zehn Jahre lang gezahlt werden. Tie Kreis umsatz st euer, die, wie die sämtlichen Stempelkosten die Käuferin zu zahlen hat, fällt der Stadt Berlin mit dem doppelten Betrage zu Last, da unmittelbar vor dem Bertragsabschlutz, nämlich am 16. Juni 1913, der Niederbarnimer Kreistag die Erhöhung von 14 auf 1 Proz. bei einem Erwerb»- preis von fünf Millionen und darüber beschloh, und dieser Be- schlutz am 17. Juni vom Potsdamer Bezirksausschutz genehmigt worden ist und am 29. Juni die Zustimmung des Oberpräsidenten „im Einverständnis mit den Herren Ressortministern" erhalten hat. Der Magistrat der Stadt Berlin erachtet dieses Verfahren, der Stadt Berlin eine größere Steuerlast als den übrigen Grundstücks- Verkäufern aufzuerlegen, als eine Verletzung der steuerlichen Gleichberechtigung und er wird, wie die Begründung sagt, be- strebt sein, diese Anschauung mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zur Geltung zu bringen.— Das Schloß, die Jagd, mehrere Seen und der größte Teil de» Ackers und der Wiesen sind bis 1923 an den Geh. Kommcrzienrat von Friedländer-Fuld verpachtet, der in einem besonderen Vertrage auf seinen Vorkaufsanspruch verzichtet hat, wogegen ihm das Recht der Verlängerung der Schloßpacht und des Hellseepachtvertrages bi« längstens 1933 zu- gestanden worden ist. Im Norden und Nordosten der Stadt ist noch auf eine Bevölkerungszunahme von mindestens 435 666 Menschen zu rechnen, und dieser Entwickelung soll der Erwerb von Lanke hygienisch und sozial dienstbar gemacht werden. Berlin erhält damit— auch abgesehen von dein Zweckverbandsprojekt der Schaffung eines Groß-Berliner Wald- und Wiesengürtels— eine neue Lunge für die Großstadtbevölkeruna: andererseits kommt für zirka 1666 Hektar der Kleinwohnunasbau, besonders nach dem System des Erbbaurechts, in Betracht. Endlich ist der Seen- reichtum von Lanke für die künftige Wasserversorgung Berlin» von größter Bedeutung. Oberbürgermeister Mermuth: Die Herrschaft Lanke ist nicht nur landschaftlich sehr schön, sondern hat auch sehr wertvollen Wald, der sich in seiner Hauptmasse um die Seenkette de» Gutes gruppiert. Nur ein Fünftel ist Ackerfläche, zerstreut über den größten Teil des Gutes. Das Gut kann den mannigfaltigsten Zivecken dienstbar gemacht werden; sein Wasserreichtum wird uns schon jetzt in Zeiten der Not von großem Werte und später für den regelmäßigen Bedarf unentbehrlich sein. Die Abrundung des Gutes wird nicht au» dem Auge gelassen werden dürfen; einzelne Teile des Gutes eignen sich schon jetzt zur Aptierung als Riesel- felder. Die Ausnutzung des Wasserreichtums und des Boden» für Rieselzwecke wird aber nicht weiter getrieben werden, als es die Erhaltung de? Gutes als einer Erholungsstätte für die Berliner Bevölkerung gestattet. Unter der geistigen Führung des Leiters der städtischen Bodenpolitik, des Ehrenbürgers Marggraff, hat der Magistrat diese Erwerbung als Krone und Schlutzstefn der ftädti- schen Besitzungen im Norden betrieben. Der rastlosen Tätigkeit unserer Kanalisations- und Güterverwaltung verdanken unsere Finanzen einen der stärksten Rückhalte; in unserer Ver- mügenSbilanz bildet der auswärtige Grundbesitz Berlins einen der wichtigsten Posten. Dieser Besitz muß gestärkt werden, namentlich auch angesichts des Sinken? der mobilen Werte, welches u. a. allein der Sparkasse in den letzten zehn Jahren einen Verlust von 36 Millionen Mark gebracht hat. Die städtischen Finanzen sind durchaus gesund, aber wir haben auch die Pflicht, dafür zu sorgen, da? Rückgrat unserer Finanzen aust lange Zeit hinaus zu festigen. Bei der Bemessung des Kaufpreises ist der Magistrat sich seiner Verantwortung gegenüber der Bürgerschaft vollauf be- wüßt gewesen. Wir boten anfangs 4666 M., der Verkäufer for- der» 6666 M. pro Hektar; in heißem Ringen ist eS nach Jahren gelungen, die mittlere Linie zu erreichen. Für die Waldung Schönwalde-Gorin haben wir 1969 an den Fiskus 4ö66 M. pro Hektar gezahlt. Der FiSku« verlangt für feine Waldungen vom Zweckverband 5366 M. pro Hektar, dafür erhalt letzterer den Wald nicht als Eigentum, sondern nur die Erlaubnis, ihn liegen zu lassen, bis der FiskuS etwa sein Rückkaussrecht geltend macht. Ter Vertragsabschluß wegen Lanke wird demnach hoffentlich den FiskuS und die Staatsrcgierung veranlassen, ihre Forderung einer gründlichen Nachprüfung zu unterziehen.(Heiterkeit.) Wir schlagen Ihnen diese Ausgabe von 26 Millionen Mark in der sicheren Erwartung vor, daß st« sich für die Zukunft reichlich lohnt. Die Meinung, baß Berlin das Objekt fremder Jnmative fem müsse und dg» Subjekt de» Zahlsns sein dürfe, ist weit ver. »reitet(Heiterkeit); gerade im Norden tun wir besonders gut, ein. mal den Hebel selbst und selbständig anzusetzen. Daß die Ab- neigung gegen Berlin im Lande groß ist, ist uns ja leider nur zu bekannt; aber daß diese Gefühle zu einqc Maßnahme wie der Niederbarnimer Steuerverdoppelung führen könnte, war doch nicht anzunehmen. Hier haben auch die Aufsichtsbehörden alle Beschleunigung walten lassen, um diese Sonder st euer zu stände zu bringen; eine gemein- nützige Handlung größten Stils mutzte zum An- laß dienen, eine namhafte Summe aus der Kasse Berlins in die Kreiskasse überzuführen.(Große Bewegung und.,Pfui!"-Rufe; der Vorsteher rügt letztere als unparlamentarisch.) Wenn nötig, wird dieser Vorgang dem Richter unterbreitet werden müssen. Denjenigen, welche die Entwickelung Berlins in Schranken halten möchten, ist der Ankauf der Herrschaft Lanke nicht angenehm; er darf aber nicht als Gegenzug gegen den Zweckverband angesehen werden, schon weil er längst vorher in die Wege geleitet war. Wir möchten damit unserer Stadt einen Zuwachs an Landbesitz bringen, deren Wert von Generation zu Generation heller hervortreten wird. Der Magistrat hat bei seinem Vorgehen zunächst den Norden und Nordosten ins Auge ge- faßt, der uns eines unserer großen Zukunftsprobleme stellt; die herrlichen Waldungen Lankes werden aber auch der gesamten Bürgerschaft bei weiterer Entwickelung der Verkehrswege zugute kommen.(Lebhafter Beifall.) Stadtv. Cassel(A. L.): Die Vorlage ist meinen Freunden sehr sympathisch und von ihnen mit größtem Interesse entgegen- genommen worden. Das Gebiet ist landschaftlich außerordentlich schön, aber zurzeit noch von Berlin aus nicht sehr bequem zu er- reichen; doch sind in dieser Beziehung in der Begründung erfreu- liche Aussichten eröffnet, über die wir näheres ja wohl im Aus- schusse erfahren werden, den wir im Verein mit sämtlichen übrigen Fraktionen für die Borlage einzusetzen beantragen. Das Gleiche gilt hinsichtlich der eventuellen Verwendung von Teilen des Gutes für Rieselzwecke und für die Wasserversorgung. Die Notwendigkeit der Verlängerung der Pacht kann für uns lein Grund sein, uns der Erwerbung zu widersetzen. An der Preisfrage können wir aber nicht ganz vorübergehen; zu einer großzügigen Bodenpolitik ge- hören auch angemessene, nicht zu teure Preise. Und hier bestehen unter uns erhebliche Bedenken. Der Nutzungswert beträgt nach der Vorlage nur 178 666 M., d. h. noch nicht 1 Proz. des Kaufpreises. Dieser Umstand erfordert eine ganz besonders gründliche Prüfung, ob gleichwohl die Erwerbung für Berlin opportun ist. Unser Aus- gabeetat wird mit dem Erwerb um zirka 1 Million Mark jährlich gesteigert werden. Wir haben auch nickst nur unsere Bilanzverhältnisse ins Auge zu fassen, sondern müssen auch an die Situation denken, wie sie unser Etat widerspiegelt. Wir haben im Süden und Südosten einen Grundbesitz, der mit 56 oder 66 Millionen Mark zu Buch steht, uns aber nicht nur nichts einbringt, sondern noch Zuschüsse erfordert. Die Maßnahme des Niederbarnimer Kreisausschusses stellt sich als eine reine Abzwackung dar; der Fall ist so kraß, daß er überall die stärkste Entrüstung erzeugt hat, ein Gefühl des Widerwillen? dagegen, daß im Rechtsstaat Preußen so etwas möglich ist. Wir werden ja sehen, was im Abgeordneten- Hause dagegen zu machen sein wird. Den Ankauf selbst werden die Gegner des„Wasserkopfes" Berlin damit nickt vereiteln. Das Zweckvcrbandsgesetz zeigt sich auch bei dieser GOTgenheit in seiner ganzen Unzulänglichkeit und in seiner ganzen Parteilichkeit gegen Berlin! Ganz nach mittelalterlichen Maximen ist der Kreis Nieder- barnim vorgegangen. Berlin muß es endlich satt haben, unter den Gemeinden stets als Stiefkind behandelt zu werden. Stadtv. BrunS(Soz.): Wir erblicken in der Erwerbung der Herrschaft Lanke durch die Stadt Berlin nicht nur für die Gegen- wart, sondern auch für die Zukunft einen großen Fortschritt. Diese Erwägung veranlaßt auch uns, der Vorlage zuzustimmen ohne Rücksicht auf einige unbehagliche Bestimmungen. Der Be- gründung der Vorlage und den Ausführungen des Oberbürger- meisterS kann ich mich im wesentlichen anschließen. Auch in unserer Mitt« sind Befürchtungen über den geforderten Preis zutage ge- treten; es ist nicht zu leugnen, daß der Preis für ein Gelänoe, das 36 Kilometer von Berlin liegt, hoch erscheint. Auf der an- deren Seite befindet sich Berlin in einer gewissen Zwangslage. Immer noch hat Berlin, wenn eS Grundbesitz ankaufen wollte, mit hohen Preisen rechnen müssen. Man bemängelt auch, daß die Verbindungen nach Lanke sehr umständlich und sehr teuer sind. Ich hoffe, daß es dem Magistrat auch hier gelingen wird, Abhilfe zu schaffen. Es handelt sich in jedem Falle um eins der schönsten Gebiete der Mark. Besonders freut uns, daß der Magistrat auch für die Bebauung Terrain dort erschließen will. Wir begrüßen die Vorlage auch als notwendige Ergänzung der Erwerbungen, die der Zweckverband vornehmen will. Auf Einzelheiten brauche ich jetzt nicht einzugehen; wir erwarten die nötige Aufklärung über die noch bestehenden Zweifel im Ausschuß. Nur noch ein Wort über die Anziehung der Steuerschraube durch den Kreis Nieder- barnim. Bei der Beratung im Kreistage ist be- fremdlicherwetfe keine einzige Stimme laut ge- worden, die vor einem solchen Schritte gewarnt hätte.(Steigende Unruhe; Glocke des Vorstehers.) Ein Teil der KreiStagSmitglieder scheint gar nicht gewußt zu haben, daß eS sich dabei um einen Schritt gegen Berlin handelte. Gestaunt haben auch wir über die Schnelligkeit, mit der die Aufsichtsbehörde in diesem Falle verfahren ist; der Magistrat wird hoffentlich bei anderen Gelegenheiten die staatlichen Behörden auf diesen Bor- gang und seine präjudizielle Bedeutung hinzuweisen nicht müde werden. Vom Abgeordnetenhause erwarten wir freilich nichts. Wir hoffen, daß die Vorlage schließlich einstimmig hier ange- nommen werden wird.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) stadtv. Mommfcn(Fr. Fr.): Dem letzten Wunsche des Vor- redners kann Ich mich für meine Freunde anschließen. Wir ver- kennen nicht die Belastung, welche durch die Borlage uns für die Gegenwart auferlegt wird aber wir dürfen und wollen uns nicht von rein finanziellen Gesichtspunkten leiten lassen. Da» eigentlich Wichtige bei diesem Ankauf ist der damit getane bewußte Schritt, eine große kommunalpolitische Aufgabe zu erfüllen, die niemand. auch nicht der Zweckverband, Berlin abnehmen kann.(Sehr richtig!) Der Entschluß, der uns heute annähernd 26 Millionen kostet, wird uns in der Zukunft mehr als 26 Millionen ersparen. Ueber die Einzelheiten werden wir uns im Ausschusse unterhalten. Wie die Vcrkehrsverhältnisse heute liegen, ist Lanke noch nicht genügend erreichbar; aber wird sich denn der Verkehr Berlins aus die Dauer nur»ach dem Westen und Süden lenken? Die VerkehrSentwicke- lung kann sehr wohl auch andere Wege einschlagen. Auch die Ein- gemeindungSfrage, die ja heute tot ist, aber doch trotz Zweckverband in uns weiter lebt, spielt hier hinein. Daß der Preis kein niedriger ist, geben wir zu; aber Preise um 1666 M. herum für den Morgen haben wir in der Umgebung Berlins doch schon seit Jahren gezahlt, und für unsere Zwecke ist der große Komplex mit 4466 M. pro Hektar nicht zu teuer erkauft. Der Grunewald ist, darin hat der Oberbürgermeister recht, im Vergleich nicht die Hälfte wert. Die Verantwortung für die Verdoppelung der Kreisumsatzsteuer trägt nicht der Landrat oder der Kreistag, die trägt die Staats- regierung; die Maßregel ist ein echtes Kind des Herrn v. Dallwitz. Möge der Ausschuß die Vorlage rasch und unver- ändert an uns zurückbringen!(Beifall.) Ttaitv. Resen-w(N. 3.): Unserm Ehrenbürger Marggraff schulden wir für seine weitsichtige und vorausschauende Boden- Politik großen Dank; der Erwerb von Lanke für Berlin kann dieses Dankaefühl nur noch steigern. Ob an dem Preise noch etwas abzu- handeln ist, mag versucht werden; ausschlaggebend kann das für unsere Entscheidung nicht sein. Im Laufe der Verkehrsentwickelun� der nächsten Jahrzehnte wird Lanke viel näher an Berlin heran- gerückt sein. Vielleicht ist es noch möglich, die Frist für die Pacht- Verlängerung zu verkürzen. Das Schauspiel, das sich im Kreistag von Niederbarnim abgespielt hat, kann nicht genug gebrandmarkt werden; es stellt sich würdig der mittelalterlichen AuSraubung der Städter durch Wegelagerer zur Seite. Ob die 166 666 M. mehr oder weniger, darauf kommt es nicht an roinim» non curst praetor. Wir werden UN» im Ausschüsse leicht verständigen. Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitglieder». Die Aufteilung und Bebauung des Beer schen Ge- ländes auf der ehemaligen„Juden wiese" zwischen Wullenweber- und Spreeuserstratze hat bisher nicht er- folgen können, da eine Einigung darüber zwischen den städtischen Behörden und den Besitzern nicht zu erzielen war. � Im Jahre 1912 beschloß die Versammlung die Aufteilung durch drei Verbindungsstraßen. Auch gegen dieses Projekt erhob-n die Eigentümerinnen Einspruch. Um die Auf- schließung des Geländes nicht länger zu verzögern, hat jetzt der Magistrat einem Ausgleich auf der Basis zugestimmt, oaß die Bebauung als Randbebauung mit Mittelslügeln erfolgt und die Errichtung von Ouergebäuden ausgeschlossen ist wodurch auch bei dem Wegfall der drei Straßen eine flache Bebauung gewähr- leistet ist; überdies sind an der Wullenweberstraße ein halbrunder Platz von 2666 Quadratmeter als Abschluß des Eyke-von-Repkow- Platzes und im Innern der Baublocks zwei Freiflächen von zu- sammen ebenfalls 2666 Quadratmeter Größe vorgesehen. An der Wasserseite bleibt nunmehr eine geschlossene Front gewahrt. Die Versammlung wird ersucht, unter Aufhebung ihres Be- schlusses vom lö. Mai 1912 dem neuen Vertrage zuzustimmen. Stadtv. Tove(A. L.) befürwortet Ausschußberatung, da gegen den neuen Bebauungsplan, der sich als eine Art„Fort Chabrol" darstelle, erbeblichc Bedenken obwalten. Namentlich beanstandet Redner den Durchgang von dem Platz bis zur Uferstraße, der viel zu eng sei und obendrein nachts gesperrt werden solle. Stadtv. Hoffmann(Soz.): Wir müßten nach der Darlegung der Vorlage eigentlich zur Ablehnung kommen, denn der Magistrat selbst hält die Einwendungen gegen unseren Beschluß von 1912 für nicht begründet. In der jetzigen Fassung der Vorlage können wir keine befriedigende Lösung sehen. Die beiden Freiflächen, die, wie Kollege Dave richtig ausführt, mir nach oben frei wird, stellen sich als eine Art von Bärenzwingern dar, die bloß für die Bewohner, aber nicht für die Bevölkerung von Nutzen sind. Die Uferstraße ist viel zu schmal gedacht und kann in der Zukunft wirklich nicht ge- nügen. Das Allerschönste aber ist der Durchgang, der von der Wullenweberstraße zur Uferstrahe projektiert ist; er erscheint als ein neuer Kröge!(Heiterkeit; Zuruf: Bullenwinkel l); vielleicht nach nicht einmal so groß wie dieser. Wunderbar ist auch die Bestim- mung, daß die Stadt sich verpflichten soll, auf dem Platz« keine Be- dürfnisanstalt zu errichten. Ueber solche Bedürfnisse darf doch nicht der Besitzer der Stadt Vorschriften machen; da» sieht wahrhaftig wie ein schlechter Witz aus. Der Durchgang soll auch für den öffentlichen Fußgängerverkehr nur von 6 Uhr morgens bis 11 Uhr abends geöffnet sein; und das nennt man einen„öffentlichen" Weg! Hier mutz eine Zufahrtstraße von genügender Breite vor- Händen und Tag und Nacht geöffnet sein. Einem solchen Plane kann die Versammlung auf keinen Fall zustimmen, wenn sie nicht kurzsichtig sein will, wenn sie später nicht gezwungen sein will, mit ungeheuren Kosten zu erwerben, was sie heut« umsonst haben kann. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Stadtv. Liebrherr(Fr. Fr.) erklärt sich auch gegen den„Bullen- Winkel" und stellt für die Ausschutzberatung anderweite Vorschläge in Aussicht. Die beantragte Ausschußberatung wird beschlossen. Hierauf berichtet Stadtv. Sonncnfcld(A. L.) über die Aus- schußverhandlungen über da» neue Reglement für die städtische Feuersozietät. Es sind nur wenige Aen- derungen vorgenommen worden, mit denen sich der Magistrats- Vertreter einverstanden erklärt hat. Ohne Debatte genehmigt die Versammlung die neue Satzung en bloc in der Fassung der Ausschußvorschläge. Schluß der öffentlichen Sitzung 8 Uhr. Die Meitslofcnfiiriorgc in eharlottenburg. Die Stadtverordnetenversammlung von Charlottenburg beriet am Mittwoch über einen von der sozialdemokratischen Fraktion ein- gebrachten Antrag, den Magistrat zu ersuchen: 1. alle Arbeiten für das Hoch- und Tiefbauamt, für welche Mittel bereits bewilligt sind, mitgrötzterBeschleunigung in Angriff zu nehmen; 2. erneut eine Vorlage einzubringen, um Arbeitslosen- unterstützungen auS städtischen Mitteln auf Grund» läge des Genter System» zur Auszahlung zu bringen. Genosse Richter, der den Antrag begründet«, wies auf die wachsende Arbeitslosigkeit hin und auf die Leistungen der gewerkschaftlichen Organisationen für die Arbeitslosen. In dem Antrag solle dem Magistrat nicht etwa der Vorwurf einer UntcrlassungS- sünde gemacht werden, sondern eS solle nur noch einmal hervor- gehoben werden, daß nichts unterlassen werden dürfe, was in irgend einer Weise geeignet sei. Arbeitsgelegenheit zu schaffen und den Arbeitsmarkt dadurch, wenn auch nur in geringem Maße. zu entlasten. Das Schwergewicht aber liege auf dem zweiten Teil des Antrages, der der Mehrheit des Hauses die Gelegenheit geben soll«, die schwere Schuld wieder gut zu machen, die sie mit der Verwerfung der Vorlage, in der der Magistrat eine Arbeitslosen- Unterstützung nach Genter System(Zuschüsse zu den UnterstützungS- sätzen der Gewerkschaften) beantragte, auf sich geladen habe. Die Vorgänge auf dem Arbcitsmarkt sowie die Beratungen d«S Jnter- nationalen Kongresses in Gent seien wohl geeignet, die Frage erneut zu prüfen und sie heute anders zu beurteilen als vor einem Jahr. An der Geburtsstätte des Genier Systems, in Gent selbst habe es sich außerordentlich gut bewährt, auch in dem Sinne, daß der Armenetat erheblich entlastet wurde; sei doch die Zahl der Almosenempfänger von 5875 im Jahre 1966, dem Jahre der Ein- führung der kommunalen Arbeitslosenunterstützung, im Jahre 1912- auf 3158 herabgegangen, also mit Berücksichtigung des BevülkerungS- Zuwachses um rund die Hälfte gesunken. Wenn die Mehrheit auf ihrem bedauerlichen ablehnenden Standpunkt verharre, so wird sie bei den Wahlen im November ron der Wählerschaft der dritten Klasse die gebührende Quittung empfangen. Stadtv. Dr. Stadthagen(Bercingung) wollte nur dem ersten Teile des Antrages zustimmen, und diesen dahin ergänzen, daß 56 666 M. für NotstandSarbciten bewilligt werden sollten. Weiter wünschte er, bei der am Sonnabend in Berlin stattfindenden Besprechung der Magistrate von Grotz-Berlin sollten die Charlotten. burger Vertreter einen Antrag einbringen: die Regierung zu er» suchen, die Aufenthaltsberechtigung ausländischer Arbeiter zu beschränken und einheimischen Arbeitern, die in der Provinz Arbeft annehmen wollen, Reiseerleichterungen zu gewähren. Stadtv. Dr. Meyer(liberal) erklärte eine Bewilligung von Mitteln für Notstandsarbeiten für überflüssig; im Etat sei eine Summe hierfür ausgesetzt, und falls sie nicht reiche, werde der Magistrat sicherlich Nachforderungen stellen; willkürlich irgend eine Summe herauszugreifen, sei vollstänolg zwecklos.&er Anregung des Vorredners in bezug auf Rciscerleichierungen werde schon gegen- wärtig entsprochen, und der Anregung bezüglich der Aufenthalt»- beschränkung von Ausländern müsse man sehr kritisch gegenüber- stehen Deshalb könne der Stadthagenschc Antrag nicht angenom« nun werden, wohl aber der erste Teil des sozialdemokratischen An» träges Den zweiten Teil müßten seine Freunde nach wie vor ablehnen, zumal die Einführung des Genter System» mit d«r augenblicklich herrschenden Arbeitslosigkeit nichts zu tun habe. Bürgermeister Dr. Maier betonte, daß der Magistrat M Sinne de? ersten Teiles des sozialdemokratischen Antrage« bereit» seit Wochen verfahre, und führte eine Reihe größerer Arbeit« a»} Kein Kredit haus! Möbe Schon von Schon von M. an erhalten Sie eine kompl. Einrichtung bei M. an ein hochmodern. Schlaflimmer.. bei EJeriin N. Otto Plehl Otto Plehl*tmm' strfisse i20 von 1 10 m.»n Lsrnitursn Von 52 M.»n Sofas von 21 u. an Chaiselongues von 28 m. an Metallbeltstelle von 38 m. an Kleiderschrank Von 48 M. an Kiichsn von 38 m. an Vertiko Von 32 M. an Irumoau Von 125 M. an Büfett Von Is50 M. an Esstische !ßi We» llefiiBS ist das S*aöbel-Nagazin OMieU das bedeutendste Bettaestell.m.Mair.| Ton 32 H. an Ankleideschränke von 95 H. an Schlafsofa m. Atisz. j von 75 M. an # fUhri dai "Möbel- Magazin MW! Brunnenstr.120 ■- ri««r" Invalidenstr. läS zwischen Acker- und Brunnenstr. Schuhhaus Neptun Invalidenstr. ISS zwischen Acker» und Brunnenstr. Sonnabend, d. 13. September, vorm. 9 Uhr: Eröffnung! 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Auch habe der Magistrat beschlossen, die allgemeinen Bedingungen bei Vergebung städtischer Arbeiten dahin zu ändern, daß die Unternehmer verpflichtet werden sollten, bei Einstellung neuer Arbeiter sich des städtischen Arbeitsnachweises zu bedienen, wodurch in erster Reihe Charlottenburger Arbeiter beücksichtigt würden. Im übrigen sei es notwendig, die Arbeitslosenversichc-- rung ebenso wie die städtischen Arbeitsnachweise für Groß-Bcrlin einheitlich zu organisieren. Stadtb. Dr. B o r ch a r d t betonte, daß niemand mehr wie seine Freunde seit jeher fü� eine einheitliche Regelung der Arbeitslosenunterstützung in Groß-Berlin eingetreten seien; ein Vorgehen Charlottenburgs auf diesem Gebiete sei keine Durch- kreuzung einer solchen einheitlichen Regelung, sondern der Beginn einer solchen, und es sei sehr bedauerlich, daß Charlottenburg in dieser wichtigen Kulturfrage Schöneberg den Vortritt gelassen habe. Dr. Stadthagen zog seine Anträge hierauf zurück. Der erste Teil deZ sozialdemokratischen Antrages wurde darauf einstimmig angenommen, der zweite Teil gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. * ♦ * Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsteher Dr. F re ntz e l in warm empfundenen'Worten unseres im Juli so plötzlich und unerwartet dahingeschiedenen Genossen Stadtv. Z i e t s ch. Die Nennung seines Namens genügt, führte er aus, um bei allen, die ihn kannten, das scharf umrissene Bild einer charaktervollen und markanten Persönlichkeit hervorzurufen, die mit eiserner Konsequenz und nie ruhender Energie trotz der größten Ungunst der äußeren Umstände an sich gearbeitet hat, um alles das zur EntWickelung, Blüte und Reife zu bringen, was die Natur ihm an Gaben mitgegeben hatte, und das nicht etwa in erster Linie, um sich selbst zu fördern, um für seine Person Borteile zu erlangen, sondern im wesentlichen und hauptsächlich im Dienste der Sache, der er sich ergeben hatte, und an deren Zukunft er fest und unerschütterlich glaubte. Wir haben in Zietsch einen Mann von reinem und lauteren Charakter kennen gelernt, dem auch die politischen Gegner die Achtung und Anerkennung niemals versagt haben. Wir beklagen und bedauern den Tod dieses vortrefflichen Mannes, der für die Arbeiten unserer Stadt, für die Arbeiten der Bürger stets ein reiches Maß von Zeit, Kraft und Anstrengung geopfert hat. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.— Auf der Tagesordnung stand neben unbedeutenderen Gegen- ständen zunächst noch die Mitteilung des Magistrats über die Unterschlagung städtischer Gelder im Betrage von 6084 M. in der Zeit vom Mai bis August Igll durch den Privatdienstgehilfen Krüger, der im Elektrizitätswerk mit der Einziehung der Strom- geldcr beschäftigt war. Von Rednern aller Fraktionen wurde gerügt, daß die Mitteilung so spät, erst nach zwei Jahren, an die Ver- sammlung gelangte. Bürgermeister Maier erklärte dies mit dem Wunsche des verstorbenen Oberbürgermeisters Schustehrus, zugleich mit dieser Mitteilung auch eine über die Neuordnung des Ein- ziehungswesens bei den drei städtischen Werken(Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerk) an die Versammlung gelangen zu lassen, durch die derartige Vorkommnisse nach menschlichem Ermessen un° möglich gemacht werden sollen. Diese Neuordnung hat sich durch die wiederholten Erkrankungen und den dann erfolgten Tod des Oberbürgermeisters bedauerlicherweise verzögert. Die oganisato« risch schwierige und komplizierte Neuregelung ist nunmehr in der Weise durchgeführt worden, daß eine am 1. November in Wirksam- keit tretende Verwaltungsstelle ausschließlich mit der Einziehung der Gelder bei sämtlichen städtischen Werken befaßt wird. Die Versammlung gab sich mit dieser Aufklärung zufrieden, ersuchte jedoch den Magistrat, die Neuordnung in ausführlicher Weise durch eine Vorlage den Stadtverordneten zur Kenntnis zu bringen. Eine Vorlage über die Versorgung von Hinterbliebenen u n- verheirateter städtischer Bediensteten, durch welche weibliche Hinterbliebene ähnliche Rechte wie eine Witwe genichen sollen, wurde einem Ausschutz von 11 Mitgliedern überwiesen. Mit der Vertretung der Stadt aus dem am 22. und 23. September in Spandau stattfindenden Brandenburgischen Städtetag wurden neben drei Magistratsmitgliedern die Stadtvv. Erdmanns- dörfcr(liberal). Scharnbcrg(Soz.) und Zander(alte Vereinigung) betraut. Zu dem am 6. und 7. Oktober in Breslau stattfindenden Preußischen Städtetag wurden neben zwei Magistratsmitgliedcrn der«tadtverordnetenvorstehcr Dr. Frentzel, der Vorsteher-Stell- Vertreter� Dr. Hubatsch und Stadtv. Hirsch(Soz.) entsandt; da aus dieiem istadtetag der Preußische Wobnungsgesetzentwurf zur Be- ratung sieht. Es folgte noch die Verhandlung über die Einsprüche gegen die Richitgkeit der Wählerliste; von den 42 eingegangenen Ein- spruchen wurden 16 zurückgewiesen, die übrigen«ls berechtigt anerkannt. Br'MfkiTtcn der Redaktion. Tie lurlftllche Eprechstunoe gndet Ltodenftraft, ev,«or» biet SttWe« — Kahrftuhl—, wocheiltägli« von WS 7� Uhr ndrnds, konnodends, von bis 6 Uhr nhenvs statt. Jever für den Brtetlaften dcfttmmtrn Anfrage ist ein Buchstadc«Iid eine Zahl als Merlzcilhen ditjufügen. Brtcsttche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonnrmentSgntttnng deigefüg« ist, verd-a nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in»er eprcchstnnde vor. At. SO in Fr. 1. Bcl dem Amlsgerlcht, in dessen Nezirk Ihr Brud-r seinou Wohnsitz hat, entweder schriftlich oder z» Protokoll des Kenchls- schreibers. Z. Bestrafung würde nur erfolgen, wenn Sie Strafantrag stellen. Die Höhe der Strase liegt im Ermessen des Richters. Einige Wochen Ge- sängms dürften verhängt werden. 3. Einfaches Schuldanerkennwis reicht ans.— P. 4009. 1. Die Festsetzung einer Kündigungsfrist von 3 Monaten 14 Tagen ist zuläsfig. 2. Der Hauseigentümer tonn die Fortschaffung der Sachen verhindern. Bringen Sie die Sachen gegen das Verbot des Ver- Mieters fort, so machen Sie sich strafbar.— W. 3. 112. 1. Sie iniissen tündigen, andemsalls die Aujwärterin nach der Gesundung Anspruch auf Weiterbeschäjtigung hat. 2. Zur Bezahlung der Arztkostcn sind Sie nicht verpflichtet, doch kamr die Kasse die Beiträge für die Zeit vor der An- Meldung nachgezahlt verlangen. Außerdem kann eine Bcstrnsung erfolgen. —<2. 18. Zt. Sie sind zur Zahlung der Miete sür die Zeit bis cm- schliejzlich September verpflichtet.—®. K. 67. Falls Ihre Frau Eigen- jümerin der Möbel ist, kann sie Herausgabe fordern.— W. A. Nach Ihrer Darstellung können Sic aus Unterstützung und Anerkennung Ihrer Mitgliedschaft klagen. Die Zuständigkeit des Gerichts läßt sich nur an der HanL der Stawien beurteilen.— 2. T. A, Falls Ihre Frau katholischer Konsession ist, ja.— L. W. Sil. 1. Za, 4 Proz. 2. Ja, 10 Proz.— 91. 58. Sosern die Ware zum Privatgcbrauch geliefert ist, ist Verjährung cingeircten. Dies ist nicht der Fall, sosern die Licserung zum Geichästs- betriebe geschehen ist.— H. K. 25. 4. Nein. 2. Ihr Schwager hat Anspruch aus Zahlung des Gehalis und auf Entschädigung für Kost und Logis bis zum 1. Januar 1914. Er ist aber verpflichtet, in der Zwischenzeit sich um anderweite Stellung zu bemühen. 3. Ja. Winter Ulster, Paletots, getragene Mo- catsgarderobe von Herrichaf- ten, Kavalieren etc. in besten Werkstätten(teils auf Beide) gearbeitet, kür jede Kigur passend auf Lager. Kiüberer Ancbaffungs- preis bis M. 120.—, zu folgenden billigen Preisen' Winter-Ulster Herren-Pnletole Jackett-Anzüge Gehrock-Anzug Jünglings Anzug Hosen M. 12, 16, 22 etc. 6, 8, 12„ 10, 16, 20„ 18,22,27„ 8. 10, 14 2, 3 bis 6- Ciar«3@robanhaus. «r. Hauptgfesehäffc; Frankfnrtei* Str. 110. I an der AndreaBslraßö. . 2. 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Um rege Beteiligung ersucht 20/11 Vvi?'Vorvstanck. Verband der Buch- und Stein- druckerei-Hsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Ortsverwaltung Berlin. Am 10. September verstarb nach kurzem Krankenlager unser Mitglied 28, g BieseEi im Alter von P9 Jahren. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 13. d. Mts., nach mittags 4 Uhr, vom Reinickcndorser Krankenhaus nach dem Gemeinde- Friedhos in Reinickendorf, Hum- voldtstraße, statt. 28/8_ Die Ortsvarwaltung. Verband d. Gemeinde- n.Staatsarh. Filiale Oroß-Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, daß der Kollege Karl Meimers, welcher im Betriebe Schöncbcrg Friedhos beschüsttgt war, ver- starben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am 13. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des zweiten städtischen Friedhojes in Schöncberg aus statt. 35/7 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiterverband. -E-weistverein Berlin. Sektion der Gips-«. Zement- brauche. Am S. September starb unser Mitglied Wilhelm Konopke (Bezirk Süden). Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. September, nach- mittags 3 Uhr. von der Halle des neuen Jakobi-Kirchhoses, Neu- kölln. Hermannsttabe, aus statt. 145/3 Ber Vorstand. Deutscher Metallarbeiter-Verband§ Verwaltungsstelle Berlin. ' Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Fritz Schoiz Charlottenb., Osnabrücker Str. 20, am 8. September an Gehirnschlag gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. September, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des katholischen KirchhoseS in Staaken b. Spandau aus statt. Rege Beteiligung erwartet 125/17 Die Ortsverwaltung. Verband der Lederarbeiter Berlin II. Der Kollege-2210b Otto Kucka ist nach schweren Leiden im Alter von 27 Jahren am 7. September gestorben. Derselbe war immer ein treues Mitglied des Verbandes. Ehre seinem Andenke«! Ber Vorstand. Mittwochvormittag entschlies nach kurzem schweren Leiden unser hoff. nuugsvoller sohnFrit� im Atter von 14 Jahren. 22026 Um stilles Beileid bittet Familie Paul Wenzel, Mariendors. Beerdigung Sonntagnachmittag 2'/, Uhr von der Leichenhalle in der Friedenstraße, Martendorf, aus. AmDienstag, den 9. September, verstarb nach kurzem Krankenlager unser langjähriges. pflichttreues Vorstandsmitglied der Zigarren- sabrikant Herr Kicharü Fricke. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 13. September, nachmittag? 4 Uhr, im Krematorium in der Gerichtstraße 37 statt. Um rege Beteiligung ersucht Ber Vorstand der 2205b Ortskrankenkasse der Zigarrenmacher, Zigarettenmacher, Zigarrensortierer und deren gewerblichen Hilfsarbeiter zu Berlin. Verband der Haler, Lackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maler Kurt Kectescty am 9. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 12. September, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des Simeon-Lukas-KirchhofeS in Britz, Germaniapromenade, aus statt. 135/7 Die Orfsverwaltung Deutseher Bauarbeiterverhand. Zweigverein Berlin. Am 10. September starb unser Mitglied, der Maurer Lrost ZebsLtisv (Bezirk Eharlotienburg). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 13. September. nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Zentral-Friedhoses in Stahnsdors aus statr. 145/4 Bor Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Marianne Stender sagen allen unseren herzlichsten Dank. Gustav Stender nebst Kinder«. 73A Danksagung. ?ar die überaus zahlreiche Teil- me svlvie die herrlichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unserer Mutier sagen wir allen Freunden, Bekannten, Ber- ivandten und Parteigenossen herztichen Dank. Besonders danken wir den Ge- nossen und Genossinnen des 520. Be- zirks(6. Kreist und den Kollegen der Finna Karl Legel, Bronzewaren- sabrik; ebenso dem Gesangverein Sänger Abt. I 80 sür den erhehenden Gesang am Grabe. 2207b Karl Ji iiiler nebst Kindern. Banksagang. Für die zahlreiche» Bewtise wohl- tuender Teitgahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vaters sage ich allen Beteiligten hier- durch meinen ilesempsundeneu Dank. Witwe /lnna Schräder nehst Kindern. Zeugen gesucht! welche am 8. Juli d. I. abends zwischen 5 und 6 Uhr gesehen habe», wie eine Frau auf Bahnhos Gesund- brunuen unter den Zug geriet. Sie werden gebeten, ihre werte Adresse zu senden an 2209b Friedr. Knauert, Erfurt, Moritzgasse 45. Event. Unkosten werden vergütet. Zpszialsrzt für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata. Blutuntersuchung.* Schnelle, sich. Heilung. Mäßige Preise. Bf. med. IVockeniuß, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor) Sprechst. 8—8, Sonntags 8—1. Potsdamer Str. 4(Potsdamer Platz) Sprechst. 10—1, 4— 8, Sonnt. 10— 1. 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Vortrag deS Kollegen Vitsekke:»Die Volksfnrsorge". i- ZKödelpolierer, Ittagipnikiln abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15(Saal 5). Tagesordnung: 1. Vortrag:„Wie könneii die Magazinarbeiter ihre Lohn- und Arbeitsbedingungen verbeffern?" 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten.__ IßnsüdnstrumentenarbeUer T i e» s t a g, den 16. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause. Engelufer 15(grofter Saal): Austerordeutliche Kroncheu-Ner sammlung. ' Tagesordnung: 1. Wie werden die Jnterefien der Mufikinstrumentenarbeiter im Deutschen Holznrbeiter-Berbaude gewahrt? Reserent: Kollege Werner(Leipzig). 2. Branchenangelegenheiten. IW Zu dieser Versammlung ist das Erscheinen sämtlicher Verbands. Kollegen u. Kolleginnen aus der Musikinstruinentenindustrie dringend nötig. Mitgliedsbuch legitimiert.-�=- 88/14 Die Ortsvcrwaltnnjg. ...... zt/ff/.Ä'kxZQKÄ-' -'.SA' geben schmutzigstem IKtetaUj Dauerglanz. Unentbehvlieh M Aulos. 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Sonntag, den 14 September 1913, von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags findet die Urabstimmung über den von der Generalversammlung gestellten Antrag betreffend die Erhöhung der Arbeitslosen- Unterstützung und des Lokalbeitrages statt. Ter Antrag ist im Wortlaut auf dem Stimmzettel enthalten. In folgenden Lokalen wird abgestimmt: Kaeroiwslns Reslauranl, r«™.«.*-.«. Waiths Restaurant,». Obiglos Festsäie, schweatep»tr. m/m. Gliescbes Restaurant, Kopcnh«Sener»4. Swinemünder Gesellsehaftshaus, Voigts Thealer,««- Frankes Festsäle, Bnd.tr. i®. Nebels Reslauranl, M»x.tr. isb. Funkes Feslsäle, Tritt.tr. es. Kronen-Brauerei, Au-Monbit 474». Patzenhofer Brauerei, Tnrn..tr.»s,«». Wiemers Feslsäle, Bäiow.tr.58. Gewerkschaflshaus, Engeimer i»,»nm s. Fröhlichs Restaurant,»».kaner»tr. i. Nilscbkes Restaurant, Kcichenbcrgcr str.«». Eiekes Restaurant, sch»nicin.tp.«. Sehlinemanns Restaurant, au« jnkob.tr. 144. Späths Restaurant, Georgenklrch.lr. 65. Comenius-Säle, Memeler Str. 67. BOeker, Weberstr. 17. ROtt, StraBniann.tr. LS. Neukölln, Bartsch, Hern.ann.tr. 4». „ Zibell, EIbe.tr. 8. ,, Iden, Harxer Str. 88. Rüekbeim, Ber-.tr.»7. „ Kokegei, Rcnter«tr. 62. Schöneberg, Vereinshaus, Haupt.tr. 5. ßauinschulenweu, Boches Restaurant, Tempeihof, Wilnelmsgarlen, Bcnmcr str.». Charlotlenburg, Volkshaus,»«.inen.tr. a. Köpeniek-Friedrichshagen, Lehmanu, Köpenick, B»hnhofstr. 44. Stralau- Ruinmeisburg, Blume, Au-Boxhagen 56. Lichtenberg, Kurkowsky, pfrr.tr. 74. Steglitz, Albrechlshof, Aibrccht.tr. 1«. Ober-Schöneweide, Warnicke,™�s£vtot- Adiershof, Beste!, Frieden.tr. 14. Wildau, Kordaneck, wudancr Hof. Weißensee, Peukerl, Benmep aucc«51. Tegel, Heinicke,»runow.tr. 23. Reinickendorf, Glende, Ang�Tc�c�rä-iuee. Spandau, Mudetzky, Bism«rck.tr. s. PankOW, ROZyCki, Kren«tr.8,4. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Die Stimmzettel werden am Eingang z« den Wahllotale» verteilt. Leiter der Abstimmung ist der Kollege Adolt Cohen, Liniot» strafte 83/85. 125/16__ Ble OrtoTcrwaltnng- >W>W>MMMWMWW>WWW»WWWWWMl ym.tVl|pcomPTie» gU IfUVCH._' 1————- i �.U/ XV---------- �Utrqntwortlicher Redakteur: Alfrep Wielepp, Neukölln. Für den Lnseralenteii veranw.: Th. Glocke. iveriin. Druck u. Vertag: Vorwar:« zvuchdruckerei u. Perlagsanstalt Paus Singer 4. ifc, iöerlm SÄ |t. 237. 30. Jahrgang. 2. KtilU Ks Jorairts" Serlim WsdlÄ Freitag, t2. September tM. SewerkfekaMickes. Sin Koykott-Interat als„grober CInfug" beftraf t! Das Modcwarcnhaus Reib stein in Erfurt hatte Verschlechterungen der Arbeitsverhältnisse seines Hausdiener- Personals durchgeführt. Als die Bemühungen des Transport- arbeiterverbandes. die Verschlechterungen rückgängig zu machen, erfolglos waren und auch die Vermittelung des Gewerkschaftskartells keinen Erfolg hatten, wurde der Boykott über das Modctvarcnhaus verhängt und dieser durch Inserate in der Erfurter..Tribüne" der Arbeiter- schaft bekanntgegeben, die einen sehr großen Teil der Kund- schaft der Firma Reibstein bildet. Darin erblickte die Polizei groben Unfug und der Geschäftsführer der Ortsverwaltuug des Trensportarbeiterverbandes, Genosse Otto Schulz in Erfurt, erhielt einen amtsgerichtlichen Strafbefchl über 90 Mark. Es wurde gerichtliche Entscheidung beantragt. Vor dcni Schöffengericht Erfurt kam die Sache am Diens- tag zur Verhandlung und da ergab sich denn auch, auf welch eigenartige Weise die Anklage wegen groben Unfugs zustande kani. Der Mitinhaber der Eisen- und Kurzwarenfirma Schneider u. Becker hat das Inserat in der„Tribüne" nicht selb st gelesen, aber er fühlte sich trotzdem durch den Boykott„beunruhigt", weil er befürchtet habe, der Transportarbciterverband könne auch einmal gegen seine Firma so vorgehen, nachdem der Angeklagte schon einmal die Kutscher der Firma in einer Versammlung„aufgehetzt" habe, mit den Arbeitsverhältnissen bei Schneider und Becker unzufrieden zu sein. Darum richtete dieser Unter- nchmer einer ganz anderen Branche eine Eingabe an die Polizei, er fühle sich durch das Inserat,„belästigt". Eine gleiche Anzeige richtete der Mitinhaber einer anderen Eisen- Warenfirma an die Polizei, die daraufhin„einschritt" und den „groben Unfug" in dem Inserat erblickte. Selbstverständlich fühlte sich auch der Inhaber der Firma Reibstein durch das Inserat„beunruhigt", weil er durch den Boykott großen Schaden hatte. Das Urteil lautete auf V c r w e r f u n g des Einspruchs. Das Gericht sah den„groben llnfug" als erwiesen an. Der Boykott sei an sich wohl gesetzlich erlaubt, aber in der Bekannt- machung liege die vom Reichsgericht für solche Fälle fest- gestellte psychische„Beunruhigung". Auf diese höchst einfache Weise, daß Leute, die eine Sache gar nichts angeht, sich„beunruhigt" fühlen durch Maßnahmen einer Arbeiterorganisation gegen eine bestimmte Firma, kann allerdings mit Leichtigkeit„grober Unfug" konstruiert und Be- strafung herbeigeführt werden. Und das Reichsgericht gibt hierzu seinen e-egen. Berlin und Umgegend. Im Kampfe um das Koalitionsrecht. Seit Miuwoch früh stehen 2 Erhöhung der LohnpfSndungSgrenze. Gelegentlich der Beratung des Konkurrenzklauselgesetzes hat der Reichstag an die Regierung die Aufforderung gerichtet, einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, in dem die Pfändungsgrenze des Arbeitslohnes erweitert wird. Die„Inf." teilt nun mit, datz Er- Hebungen über diese Frage angestellt worden sind. Nach diesen haben auch große Unternehmcrverbände eine Erhöhung der Pfän- dungsgrenze befürwortet. Es wird u. a. vorgeschlagen, eine Staffelung der Pfändungsgrenze eintreten zu lassen, durch die die Höhe des Existenzminimums auf Grund des Einkommens berechnet werden könnte und sich zwischen 1500 und 3000 M. zu bewegen hätte. Von anderer Seite wird vorgeschlagen, an der im Lohn- beschlagnahmegesetz vom Jahre 1869 vorgesehenen Pfändbarkeits- grenze festzuhalten, aber durch eine neue Bestimmung dafür Sorge zu tragen, datz bei verheirateten Angestellten und auch bei solchen, denen die Sorge für andere Familienangehörige obliegt, eine Ausnahme möglich ist, so datz in diesen Fällen auch ein höherer Betrag als monatlich 125 M. nicht pfändbar ist. Einige Schwierig- leiten dürfte die Festsetzung der Höhe des unpfändbaren Betrages bilden, über die die Anschauungen auseinandergehen.— Sicher ist, datz der Betrag von 1500 M. jährlich heute nicht mehr als Existenz- Minimum gelten darf. Ilm einen Akkordüberschuß handelte es sich in einer Klage, die der Schlosser Schulze gegen L u d w. L ö w e u. Co. vor dem Gc- Werbegericht angestrengt hatte. Der Kläger hatte einen Akkord übertragen erhalten, an dem vorher andere gearbeitet und dafür 140 M. erhalten hatten. Bei der Uebergabe war ihm nur mitgeteilt worden, datz noch 185 M. auf der Arbeit stehen, nicht aber, datz an� dem Ueberschuh auch die früheren Arbeiter beteiligt seien. Kläger arbeitete gemeinsam mit einem Kollegen an dem Akkord, konnte ihn jedoch auch nicht fertigstellen, weil er vorher entlassen wurde. Er beanspruchte nun für sich und seinen Kollegen den Ueberschuh in Höhe von 96 M., ermäßigte seinen Anspruch aber um den für Fertigstellung der Arbeit gezahlten Betrag auf 80 M. Die beklagte Firma wollte jedoch nur 25 M. zugestehen, weil auch die früheren Arbeiter Anspruch auf einen entsprechenden Anteil am Ueberschuh hätten. Das Gericht kam jedoch zu dem Urteil: Der Kläger, sein Mitarbeiter Löbel und der Schlosser Wunsch, der die Arbeit fertiggestellt hat, haben gemeinschaftlichen Anspruch auf den Ueberschuh. Ob auch die frühere Kolonne noch einen Anspruch an die Firma habe, sei dabei unerheblich, denn dem Kläger war als Mkordpreis 185 M. angegeben,, von dem Ueberschuhanteil der ersten Kolonne jedoch nichts erwähnt worden. Das war ein Irrtum des Meisters und ging den Kläger nichts an. Für Lagerverwalter genügt eine Arbeitsbescheinigung nicht! Der Lagerverwalter B. klagte gestern vor dem Gewerbegericht gegen die Ges. für Massenverpackung auf 60 M. Schadenersatz, weil ihm kein Zeugnis über Führung und Leistung bei seinem Abgange trptz seiner dahingehenden Forderung ausgestellt worden war. Die Beklagte machte geltend, sie habe ge- glaubt, eine Arbeitsbescheinigung über Art und Tauer der Be- schäftigung genüge, und sie sei auch zu mehr nicht verpflichtet, da die vom Kläger jetzt getrennt lebende Ehefrau diesen des Dieb- swhls von Metall beschuldigt habe. Beweis ivar in keiner Weise zu erbringen. Deshalb verurteilte das Gericht unter Vorsitz des Magistratsrats Dr. Wölbling die beklagte Firma zur Zahlung des Schadenersatzes, denn bei der Verantwortlichkeit, die einem Lagerverwalter zufalle, werbe es einem solchen unmöglich sein, ohne ein ausftihrlicheS Zeugnis eine neue Stellung zu er- langen. SericKts-�eitimg. Der Wohltäter als Zeuge. Eine Frau Maria Lange ynd«in« Frau Natalie N ielo w waren vom Schöffengericht Berlin-Mitte zu einer Gefängnis- strafe von je zwei Wochen verurteilt worden und hatten gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Das Schöffengericht hatte folgenden Sachverhalt als festgestellt angesehen: Der 60jährige Rentier B., der Inhaber einer bekannten Berliner Kaffeefirma, ist ein in weiten Kreisen als sehr wohltätig bekannter Herr. Eines Tages erhielt von der Angeklagten Lange einen de- und wehmütigen Brief, in welchem sie um eine Unterstützung bat, da ie keine Miete bezahlen könne und sonst exmittiert werden würde. Ihr Mann sei zu seiner schwerkranken blinden Mutter gefahren und habe dort vor Schreck einen Nervenchok erlitten, der ihn auf das Krankenlager geworfen habe. Sie befinde sich nun mit ihren drei Kindern in bitterster Not.— Herr B. war schon nahe daran. seine hilfreiche Hand aufzutun, als er durch einen zweiten, von der Angeklagten Nielow herrührenden, in der gleichen Hand- chrift geschriebenen Brief, in welchem dieselbe Leidensgeschichte aufgetischt wurde, doch etwas stutzig wurde. Da er annahm, datz es sich um die Erzeugnisse eines gewerbsmäßigen Bettelbrief- fabrikanten handelte, übergab er die Briefe der Polizei. Es stellte sich heraus, datz die Angaben in den Briefen zum Teil unwahr, zum Teil Übertrieben waren. Die Angeklagte Lange befand sich zwar tatsächlich in einer gewissen Notlage, da ihr Mann im Gc- unguis satz; sie hatte jedoch bisher ihre Miete stets pünktlich bezahlt. — DaS Schöffengericht nahm einen BetrugSvcrsuch'als vorliegend an und verurteilte beide Angeklagte. Vor der Strafkammer bekundete der von Justizrat N 0 a ck als Entlastungszeuge geladene Rentier B., datz er nur in der Meinung, datz es sich um einen Bettelbriefschwindel handle, überhaupt Anzeige erstattet hahe. Er fühle sich in keiner Weise betrogen und habe in- zwischen festgestellt, datz sich tatsächlich beide Angekagte tn einer gewissen Notlage befunden hatten, als sie die Briefe geschrieben. Wenn er die tatsächlichen Verhältnisse gekannt hätte, so hätte er auch ohne die Uebertreibungen in den Briefen eine Unterstützung an die beiden Frauen gegeben.— Der Staatsanwalt beantragte, die Berufung zu verwerfen, eventuell die Angeklagten wegen Bct- telns zu je 2 Wochen Haft zu verurteilen.— Das Gericht kam zu einer Freisprechung, und zwar auf Grund der Aussagen de? Zeugen B., der selbst erflärt hatte, datz er in dem Tun der An- geklagten einen Betrugsversuch nicht erblicken könne. Schwere Ausschreitungen eine» auf frischer Tat ertappten Diebes lagen einer Anklagesache zugrunde, welche gestern die 3. Ferien- strafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Wegen schweren Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung war der Portier Gott- hard M i n s ch k e angeklagt, während sich dessen Ehefrau Marie M. wegen Hehlerei und Beleidigung zu verantworten hatte.— Der Angeklagte Minschkc, der neben verschiedenen Vorstrafen wegen Diebstahls auch eine Strafe von 5 Jahren Gefängnis wegen Körperverletzung erlitten hat, war Portier in dem Hause Friedrich. stratze 39. Seit längerer Zeit war es dem in diesem Hause wohnen« den Kaufmann Friesick« aufgefallen, datz die in seinem Keller auf. bewahrten Vorräte, wie Obstkonserven, Kartoffeln usw., rapide ab- nahmen. Der Dieb wurde schließlich am 1. Februar durch einen Zufall von dem 20jährigen Sohn des F. in der Person des jetzigen Angeklagten auf frischer Tat abgefaßt. Anstatt sich nun als ertappter Dieb ruhig in sein Schicksal zu ergeben, wurde M. rabiat. Er schlug mit einem Schlüssel auf den Zungen Mann ein und brachte ihm eine blutende Kopfwunde bei. Die hinzukommende Ehefrau erging sich auherdem in einer Flut gemeiner Schimpfe- reien. Als der Vater des F. hinzukam und sich diese Schimpfereien verhat, versetzte ihm der Angeklagte mit einem Besenstiel einen wuchtigen Schlag über den Kopf, so datz F. längere Zeit besinnungS- loS blieb.— Mit Rücksicht auf das ebenso freche wie rohe Vorgehen der Angeklagten beantragte der Staatsanwalt gegen den Ehemann M. 1 Jahr und 3 Monate und gegen die Frau M. 2 Monate Gefängnis. Das Urteil gegen M. lautete auf 1 Jahr G e- f ä n g n i s, während die Frau unter Freisprechung von der Anklage der Hehlerei nur wegen Beleidigung zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt wurde. „Liebknecht als Erzieher". Vor ewiger Zeit erschien in der bürgerlichen Presse unter I dicjer Ueberjchrist ein Artikelchen� in dem mit bis ins einzelne gehender Ausführlichkeit behauptet wurde, datz der sozialdemokratische Abgeordnete Liebknecht eines seiner Kinder in unmenschlicher Weise geschlagen habe. Genosse Liebknecht sah sich veranlaht, einer größeren Anzahl dieser Zeitungen Berichtigungen zu senden und gegen die angeblichen Urheber dieser Tatarennachricht Klage zu erheben. Gleich zu Beginn der Verhandlung vor dem Amtsgericht Oberwiesenthal in Sachsen stellte es sich heraus, datz die in den Zeitungen erschienenen Notizen in allen Punkten aufgebauscht und ausgeschmückt worden waren. Die Angeklagten: Schmiede« meister E. H e i d r i ch, Schmiedegeselle G. H e i d r i ch und Arbeiter M. H a r t m a n n, hatten schon vor der Verhandlung die An» regung gegeben, die Angelegenhett durch einen Vergleich aus der Welt zu schaffen. Diesem Wunsche hatte Genosse Liebknecht Rech» nung getragen, und so gaben die Angeklagten folgende Erklä- rung ab: „Wir versichern, datz die Notiz„Liebknecht als Erzieher", die durch die Presse gegangen ist, nicht von uns herrührt oder von uns veranlatzt ist. Wir bestätigen als Augenzeugen, datz die in dieser Notiz gegebene Darstellung des Vorganges vom 22. Juli 1913 in allen wesentlichen Punkten falsch ist. Wir haben eine solche Darstellung auch nie verbreitet. Wir bestätigen weiter auf Grund unserer eigenen Be- obachtungen, was auch das uns vorliegende Material beweist, datz der Privatkläger seinen Knaben nicht mißhandelt, sondern nur durch Schläge mit der flachen Hand gezüchtigt hat, und datz diese Schläge wie auch die uns vorgelegten Atteste ergaben, nicht die geringst«, auch nur vorübergehend« körperliche Spur hinter» lassen haben und ohne jeden Nachteil für die Kinder« ver- laufen sind. Sollten wir uns, durch das Kindergeschrei veranlaßt, und in der Meinung, ein fremder Mann vergreife sich an fremden Kindern, zu abfälligen Aeutzerungen in bezng auf den Privat- klüger haben hinreißen lassen, so ziehen wir sie mit Bedauern zurück." Darauf erklärte Genosse Liebknecht: „Da mir, wie ich von vornherein hervorgehoben habe, nicht an einer Bestrafung der Angeklagten, sondern ausschließlich an einer Klarstellung des Vorganges vom 22. Juli 1913 gelegen ist, ziehe ich nach diesen Erklärungen der Angeklagten hiermit die Privatklage und den Strafantrag zurück. Mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage der Angeklagten sehe ich von Ein- ziehung der Kosten ab." Auf Fragen des Vorsitzenden, des Genossen Liebknecht und ihres Verteidigers gaben die Angeklagten die Erklärung ab, datz sie selbst die Anregung zum Vergleich gegeben und von niemand irgendwie beeinflußt worden sind. Ruq aller(Zielt. CHicdcr eine Kataltropbe bei JVIanörer- Lbungen. Die diesjährigen deutschen Manöverübungen werden an- dauernd von schweren Unglücksfällen begleitet. Und zwar mutz in erster Linie das jüngste Glied des Militarismus. Luftschiffahrt und Flugzeug die Kosten tragen. Nachdem erst am Dienstag vierzehn Angehörige der Marine bei der Unglücksfahrt des Marineluftschiffes in der Nordsee auf so tragische Weise den Tod gefunden hatten, am darauffolgenden Tage bei der Landung eines Militärluftschiffes bei Leipzig zwei Sol- baten tödlich abstürzten, wird heute wieder eine entsetzliche Flugzeugkatastrophe aus Anlatz der Manöverübungen ge- meldet. Ein Militärflugzeug, geführt von dem Fliegerleutnant Schneider und mit Leutnant v. T e u b e r n als Beobachter, wollte am Donnerstagmorgen in Büchenbeuren im Hunsriick zu einem Orientierungsfluge über das Manöver- gelände des 16. Armeekorps aufsteigen. Wenige Meter über dem Erdboden versagte der Motor des Apparates. Leutnant Schneider wollte eine Landung vor- nehmen und fuhr dabei mit seinem Apparate, deffen Motor plötzlich wieder einsetzte, in die zahlreiche Zuschauer- menge hinein. Ehe die entsetzt auseinanderstiebende Menge sich in Sicherheit bringen konnte, Hatto der sich mit rasender Geschwindigkeit drehende Propeller blutige Arbeit verrichtet. Vier Menschen wurden bei dem Unglück so- fort getötet, zwei andere erlitten schwere Verletzungen. Bei der Panik, die durch das Unglück hervorgerufen wurde, wurden weitere 13 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Getötet wurden der Gendarmeriewachtmeister Schmidt aus Blankenrath, der Landwirt Schneider aus Sohren, eine Frau M e u r e r aus Büchenbeuren und ein Knabe Wilhelm 0 st aus Hahn. Verletzt wurden der Vater deS getöteten ilhelm Jost und ein Knabe aus Sohren. Die Flieger selbst blieben unverletzt. Die Cholera in Ungarn. Aus Budapest wird gemeldet: Außer sieben Cholerafällen, die in B u d a p e st selbst entdeckt wurden, wütet die Seuche in ganz Ober-Ungarn mit unverminderter Kraft fort. Offizielle Nachrichten melden siebzehn Neuerkrankungen und fünf Todesfälle, bei denen Cholera durch das bakterio- logische Institut zu Budapest nachgewiesen werden konnte. Auch in Südungarn sind wiederholt Cholerafälle beobachtet worden. Das Waffer de« Flusse« T h e i« ist verseucht; die Behörde übt strengste Aufficht, datz daS Waffer zu keinem Zweck verwendet wird. Ein Dorf unter de« Hammer. Diese etwas ungewöhnlich klingende Nachricht bringt in ihrer letzten Nummer„Die Bauwell". Infolge Konkurs, der über das Vermögen des Besitzers des in Südhannover liegenden Dorfes Amelith verhängt worden ist, wurde das Dorf, da eine andere Einigung nicht erzielt werden konnte, zwangswelfe ver- steigert. ES handelt sich dabei um ein beträchtliche« Gebiet mit zahlreichen Baulichkeiten. Amelith besteht auS einer Glashütte mit ihren Nebengebäuden, einem umfangreichen GutShof, den der Besitzer der Glashüite, Landwirt Bippart bewohnte, und 24 Gehöften. DaS gesamte Areal deS Dorfes beträgt 6-0 Morgen ßanb._ Belastet ist die Siedelnng mit 579 000 M- Hypotheken. Den Zuichlag erhielt die Kohlenhandelsgesellschaft„Glück aus m Kassel mit dem Höchstgebot von 337 000 M.__ Kleine Notizen. Ein Ehedrama. Der Schloffer R 0 ch n e r aus Neu-Ruppin. der von seiner Frau und seinen vier Kindern getrennt lebte und sich zu- letzt in Hirschberg in Schlesien aufhielt, kehrte nach Neu-Ruppm zurück und drang in die Wohnung seiner Frau ein, gab sein«« siebenjährigen Sohne Lysol zu trinken und vergiftete sich selb st darauf mit Lysol. Er starb sosort. Der Knabe liegt hoffnungslos im Krankenhause danieder. � Unter Erbmassen begraben. Ein Erdstoß hat in der Nahe von F i r rn i n Y im französischen Departement Loire drei Arbeiter unter Erdmassen begraben. Einer von ihnen wurde als Leiche hervor- aezogcn. Die anderen beiden leben noch, und es wrrd eiftig daran gearbeitet, sie lebend zu Tage zu fördern. Explosion auf einem amerikanische» Torpedoboote. Auf de« amerikanischen Torpedoboote„Craven" explodierte nach einem Tel». aramm aus Savannah(Georgia) der Kessel. Zwei MODU wurden getötet, drei schwer»erletzt. Theater. Freitag. 12. Sept.emSer 1913. Ansang 7'/, Uhr. Kgl. Opernhaus. Carmen. «gl. Schauspielhaus. Die Journalisten. Deutsches. Faust.(I. Test.) Ansang 8 Ubr. Urania. Mit dem Imperator nach New Dort. «ammerspiele. Franziska. «leines. In Ewigkeit Amen. Paul und Paula. Der Barbier von Berriac. Berliner. Fllmzauber. «öniggrätzer Strafte. Das vierte Gebot, Deutsch. Schauspielhaus. Sieben tolle Tage, Deutsches Opernhaus. Die Jüdin. Mantis Operetten« Der lachende Ehemann. Schiller v. Chrano von Bergerac. Schiller Charlottenburg. Die Stützen der Gesellschast. Thalia. Pupvchen. Theater am Nollendorfplaft. Die Kino-Königin. Kasino. Der Aktientenor oder Caruso aus Teilung. Triauvu. Der abgerissene Glocken- zug. Untreu. Herrnfeld. LiebeSprobe. Schonzeit- Jäger. Praier. Johanniszauber. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshalle«. Stettiner Sänger. Anfang 8>/, Ubr. Refidenz. Die Frau Präsidentin. LustspielbanS. 777: lO. Rost. Die Schiffbrüchigen. Luisen. Die Allwördens. Folies Caprice. Ritter Baldrian. Die Mißgeburt. DaS Adoptivkind. Walhalla. Der LiebeSonkel. Voigt. Der Mann im Monde, Ansang 81/, Ubr. Neues Boltstheater. Mudder Mews. Ansang g Ubr. AdmiralSpalast. EiSballett: Flirt w St. Moritz. '.' Sternwarte, Jnvalidenftr. 57— S2 Schiller-Theater OÄ«: Freitag, abends 8 Uhr: Cyrano von Bergerac. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zwei Wappen. Sonnlag, nachmittags 3 Uhr: Freiwild. Sonntag, abends 8 Uhr: Cyrano von Bergerac. Schiller-Theater ChabrÜ?r Freitag, abends 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Sonnabend, abends 8 Uhr: Moral. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Fkarrer von Klrcbfeld Sonntag, abends 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Berliner Theater. s uhr: Filmzauber. 8 Uhr: Das vierte Gebot. Komödienhaus. Voranzeige! Dienstag, den 16. Septb, Das Paar vaed der Mode. Deatschealgcliaaspielhaus 8 Uhr:}. 1. Nt.: Frl. Jul. v. Strindberg. irfpli KnuemDie-titastspiel des Berliner Metropol-Tlieaters: Die Kino-Königin! Anfang 8 Uhr. Montis Operetten-Theater Schiffhauerdamm 4a.(fr Neues Th.) Gastspiel Julius Spielmann: Ber lachende Ehemann. _ Ansang 8 Uhr._ 8'/. Uhr a Die Frau PräsldeDtin. (Madame la Presidente.) Schwank in 3 Akt. v. M. Henneqnin und P. Veber, Morgen u. folgende Ta) Die Frau Präuidem in. OSE=THEATE f Große itzranklurter Str. 132. I.Täglich S'U Uhr: I schiffbrüchigen. I »—' Auf der Gartenvühne: UI. Tledern grollen Veich. Vorh. Konzert,«arietslünsll. Ans. 4'/.. 1 JÄetropol-Theater, In Vorbereitung: Die Reise um die Erde in vierzig Tagen. Gr. Ausstattungsstück i. 22 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Jean Gilbert. In Szene gesetzt v. Tic. Rich. Schultz. Lasino-I'keater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Der neue Berl. Poffcnschlager: „llöl �fien-Ienos odgs liasULo auf Igilung". «MM ischer Garten Tügllch: Militär-Doppel-Konzert. Eintrittspreise: Zoo: 1 M., von 6 Uhr ab 50 Pf. Aguar.: lM.T.d.Straße,0,50v.Zoo Kmder unt. 10 Jahren d. Hälfte. Ken! IVeu! AQUARIUM 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Voigt- Theater Badstrafte 58. Freitag, den 12. September 1913: Eröffnungsvorstellung für die FreitagSabonnente«. Der liiann im liionde Pofle m. Ges. i. 5 Bild. v. E. Jacobson. Kasseneröffnung 7 Uhr. Ans. 8'/. Uhr. Passage-Panoptikum Der Mann mit der eisernen Faust d.größt. Kraftphän. all A- Zeiten lebend zu sehen! Die Offenbarungen der Tranimnalerln Frau Assmann, d. Aufseh. d. wissensch. Kreise. AGA die schweb. Jungfrau. Buddha die geheimnisvolle Alles ohne Extra-Entree! Folies Caprice. Anfang 81/. Uhr Ritter Baldrian Das Adoptivkind Die Mißgeburt Berliner Prater-Theater 7-9 Kaftanien-Allee 7-9. KW- Täglich:-MG .Johsutiisiguber. Oper.-BurleSIe in 3 Akt. v. 28. Gericke. Musik von M. Schmidt. Erftklaff. Spezialitäten. Konzert. Ans. 4l/j Uhr. Eintritt 30 Ps. Reiehshallen-Theater er Minier Ansang 8 Uhr. Sonntagnachm. 3 Uhr: Famiiieu- Vorstg. mit herri.Programm zu bed. ermaß. Preis.: Log. l M. Balkon 75 Pf. Entree 39 Pf. Trianon-TTiestef. Täglich j Snf noa« abends 8 Uhr: WSlireUs Vorher: Der abgerlseeno Glockenzug. 3ARK Nur noch 3 Tage! morgen, Sonnabend: Elite-Tag mit Biesen- Pracht- Feuerwerk. III Wer hat meine Nummer? Preiswettsuchen t 10 Preise! 1 Preis: Herron- und Damenpreis, gestiftet von der Zigarettenfabrik Manoli. „Cines" Friedrich•Wilhelm- städtisch. Theater Eröffnung: Heilte� Freitag, 8 Uhr abends Künstlerisch vollendete Variete- Akte und unser als hervorragend bekanntes Lichtspiel- Programm Eintrittspreise einschl. Garderobe, 4EB Programm und Steuer..... von ww Pf. an. « Brauerei Friedridishain am Am Königstor. Oek.: Ernst Ueblng. Dienstag, den 16. September: Volks-Konscrt BlUthner-Orchester(so«-!« Dirigent Gnido von Fnehs «amm�rsMTn MsMh DSlim vsv Endert Anfang H'l, Uhr. Abendkasse 1 M. Billetts im Borvcrkanf 30 Pf. find bei den.Vorwärts-- Spediteuren Hanisch, Ackerstr. 174, und Zucht, Jmmanueikirch- straße 12, zu haben. □ I I I i yy £JSL Heiterer Abend der arbeitenden Jugend Qroß=Berlins morgen, Sonnabend, den 13. September, abends SVa Uhr, (Saalöffnung 7'/z Uhr) in den Gesamträumen der Brauerei Prledrichshain am Fried richsbain. Mitwirkende: Herr Richard vom Deutschen Theater(Rezitation), Fräulein Plrschel(Lieder zur Laute), und das Xonkünstler-Orchester (Dirigent Herr Alfred Hirsch). Eintritt LS Pf. Wach den Torträgen BAEL. Die arbeitende Jugend und die erwachsene Arbeiterschaft von Groß-Berlin sind zu der Veranstaltung herzlieh eingeladen. 290/13 [□TSi iMW City- Park Am Bahnhof Friedrichstraße. GrUßt, Tolksschan Berlins 50 Schaugeschäfte 50 Gr. flippodroDi-lioblesse und 10 Attraktionen. Geöffnet: täglich nachm. 4 Uhr und Feiertage nachm. 3 Uhr bis 11 Uhr abends. ' Eintritt frei. TM Sonw Admiralspalast Einz. Eispalast der Weit mit prunkvollen Eisballetten. Angenehm kühler Aufenthalt. AUabendlich Flirt in St. Moritz. Beginn d. Vorstellung'Ifi Uhr. Bis 6 Uhr und von lO*/, Uhr halbe Eassenpreise. Alhambra Wallner-Dheater-Sttafte 16. Großer Ball. Großes Orchester. Ansang Sonntags 6 Uhr. A. Kameltat. Jeden Sonntag: Vereinigte Berliner Volksbühnen. Enisen-Thcater. I Walhalla-Theater. 8'/. Uhr: Die Allwördens. Täglich 8>/. Uhr: Schausp. in 8 Bildern v. E. Ritterseldt. Der Elebesonkel. Sonnabend: Weh' dem, der fügt!> Posse mit Gesang und Tanz. &„Clou" mm Mauerstraßö 82.— Zi :: Berliner:: Konzerthaus MauerstraBe 82.— Zimmerstrafle 90/91. Morgen, Sonnabend, den 18. September er. abends 8 Ehr: Eröffnung der Winter-Saison 1913/14. Zirkus Busch Dörgen Sonnabend, den 18. September er., abends 8 Ehr: Gala-Eröffnungs-Vorstellung! Das in allen Teilen vollständig neue, glänzende, equestri- sche und SpezialitätensProg;ramm. Vorverkauf an der Zirkuskasse, bei A. Wertheim, Leipziger Str.u. im Invalidendank, Unter d. Linden. f\ « H. Wellmann Nadif. Stefan Esders D_„l" Kaiser- Wflhelm-Str. 41«42 Derim Etke Spandauer Strasse Rostiinie m 25- 32- 38- 45- 55- 65- 75- 90- — i Spezial-Kostum sl. Neuhelten— 45-— Mod 122. aus Hertnl oder rein wo II. Serge, marine od.schwarz. eü| Seldenfulfer... M. und Sie werden sldi von der hervorragenden Verarbeitung und Prels- würdigkeit überzeugen. 3. vrenKil'ch Anddeutsch- (339. König!, i'venli.) Klassenlotterle 3. Slasse 2. Ziehungötag 11. September 1913 Vormittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich dolie GeMinne gefallen, und zwar je einer ans die Lose gleicher Nummer i» den beide» Abteiliinge» I u. II. Nur die Gewinne über III M. sind in Klammern Seigefiigt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) SS 501 628 35 51 832 1282 411 501 842 946 2310 47(500) 195 3139 220 621 94 736 916 43 4133 386 404 43 613 62 842 50 902 65 6110 501(400) 6262 443 637 7115 28 8113 334 64 645(400) 818 60 966(3"0) 73 9100 203 450 514 868 973 10973 11018 107 276 314 708 1 2237 636 729 36 897 979 13090 349 843 1 4015 200 436 39 64 605 81 965 1 5092 117 467 610 1 60)1 160 96 206 472 1 7009 254 364 431 603 28 40 (300) 786 803 973 18041 679 912 1 9134 357 473 743 20312 66 642 619 21110 270 312 694 743(300) 80 829 978 2 2061 267 304 59 446 637 40 2 3163 272 760 941(1000) �4073 194 324 95 401 31 652 694 860 902 45 2 5011 31 157 26294 341 622 26 58 65 917 66 2 7 046 263 92 326 40 486 747 800 2 8098 193 380 636 742 2 9139 224 760 944 30498 31300 26 650 3 2160 326 450(300) 520 3 3059 80 544 833 34108 83 792(300) 840 95 35066 411 13 706(300) 048 77(300) 36204 408 835 3 7449 83 860 66 3 8083 402 95 529 971 3 9 755 40078 116 338 423 615 748 885 993 41163 330 468 94 643 42139 296 313 630 762 968 4 3 623 898 4 4027( 300) 276 312 15(300) 21 678 784 4 5231 380 601 686 905 96 4 6032 36 237 ;3 430 639 923 4 7349 723(300) 904 4 8141 370 619 630 800 47 923 4 9089 304 23 37 497 569 870 987 99 5 0035 44 88 375 897 61029 127 62 409 676 944 6 2148 73 269 342 412 660 740 93 850 5 3 691 632 718 5 4286 408 45 682 5 5 038 388 BIO 22 772 830 941 86244 369 439 610 60 746 5 7 257 419 649 963 6 8062 116 654 941 70 96 6 9188 330 53 599 700 898 937 _ 60)13 34 245 83 91 324 631 77 61034 149(300) 334 6 2914 84 6 3000 24 54 180(3000) 626 6 4098 135 40 203 724 97(400) 892 6 6038 330 61 567 943 91 66174 391 430 630(300) 6 7071 311 93 563 788 914(300) 68412 43 68 686 914 69049 235 316 69 76 822 70172 270 629 726 74 71030 323 61 690 740 910 41 7 2280 315 622 661 906 73158(400) 679 660 750 801 934 74279 679 768 74 7 5 242 341 493 679 80 7 6W3 453 690 739 77085 264 642 630 813 78042 106(600) 257 641 611 720 832 40 975 7 9008 121 424 76 77 846 800(9 39 114 334 669 81331 611 742 876 996 8 2133 54 393 530 668 907 8 3068 196 516 8 442? 842 80 916 .6023 193(400) 99 353 667 93 893 8 0 286 404 677 640 903 37 4(7400 624 731 839 906 8 8660 771 966(400) 8 9026 102 205 k l 314 86 670 771 843(300) 936 74 ,„ 80221 439 47 648 68 86 715 82 BI025 280 872 912 2046 833 9 3010 193 291(1000) 473 513 90 858 61 993 19 174 265 37° 439 628 721(1000) 95)14 38 389 6)0 94 683 960 68 9 6054(300) 63 84 141 233 309 32 819 70 :72I9 383 94 617 667 812 980 9 8083 965 8 9339 448 78 lj! 963 100158 458 584«3 101094 198 803 734 87 98« 98(300) 102)15 40 240 449 621 753 852 1 0 3068 132 57 446 511 29 55 999 1 0 4029 168(400) 705 840 93 901 105177 88 225 47 671 992 1 06103 67 314 462 615 745 96ä 10 7248 66 484 802(500) 84 959 86 83 1 0 8 309 457 635(400) 66 707 23 34 68 85 627 109)63 202 9 18 490(300) 583 110>24 590 625 955 111003 63 302 43) 673 932 112044 89 305(4)0) 305 471(5000) 663 86 685 98 113237 602 727 114201 460 622 827 115035 190 383 446 663 116219 92 582 845 117033 190 489 634 788 857 118187 602 33 712 804 943 110117 441 617 41 44 807 97 926 64 I2O016(300) 28 66 129 249 345 78 669 897 1 21256(300), 689 719 857 1 2 2 052 162 241 321 740 1 2 3 006 192 365 94 811 13 923 1 24229 36 396 626 614 738 93 926 1 2 5 060(400) 113 240 305 552 716(304) 20 848 98 1 26150 245 49 993>27700 92 820 61 12 8566 72 1 29)82 283 539 53 604 780 819 956 130187 314 512 895 1 31132 240 471 602 68 1 3 2063 319 411 17 633 86 965 1 33112 950 1 34236 364 546 832 41(400) 55 1 351)9 290 450 634 663 1 3 6072 363 425 638 99 734 13 7 020 274 76 300 10 45 809 977 94 99 1 38037 319 472 603 18 9265 580 875 87 952 73 14 0034 38 80 330 1 41044 226 646 674 704 53 813 904 88 142243 47 497 513(300) 609 58 99 143272 483 619 68 958 14 4043 70 178 454 530 066 977 1 4 5 223 83 343 442 57 612 14 6 016 58(300) 312 631 777 147158 473 93 99 674 717 14 8346 65 562 632 65 886 912 1 49039 823 80 15 9020 400(400) 9 14 17 712 1 51069 382 564 81 642 70 152555 970 163030 166 223 421 740 818 164074 340(300) 894 915 41 15 5 414 66 595 690 1 5 8442 833 44 993 96 1 5 7 787 966 1 58170 236 631 916 72 89 1 6 9 093 380 92 474 981 160095 535 605 819(300) 79 161091 248 673(300) 701 16 2016 360 492 510 653 902 7 1 63050 90 148 75 78 204 354 509 20 23 75(400) 869 1 64008 67 183 239 308 603(900) 64 941 165762 974 166259 448 922 96 167153 56 218 390 840 166285 388 754 1 69110 90 211(300) 315 456 39 750 88 990 170660 815 171567 756 172094 192 341 64 411 61 615 46 701 20 92 97 876 1 7 3377 553 649 801 36 1 7 4042 116 320 657 716 905 1 7 5219 6] 63 606 950 1 76106 545 817 906 17 7 213 417 605 694 801 178070 179 378 659 719 806 86 904 95 1 7 6077 679 611 824 55 186000 292 719 802 181090 146 88 291 646 766 862 71 182022 448 71 721 965(300) 183)42 98 206 433 84 559 758 915 1 84166 306 464 767 816 22 963 1 8 5 241 690 916 1 8 6330 491 654 707 872(400) 968 187169 96 216 394 658 1 88)05 364 85(300) 503 623 946 189)52 325 479 604 34 630 89 886 19 0398 490 623 1 91181 236 80 343 96 415 559 610 781 192075 171 374 613 193)05 713 61 194084 90 122 225 507 70 855 1 9 5013 49 61 295 396 501 997 1 9 6309 643 78 720 68 197052 383 413 44 693 733828 198304 642 840 199006 149 (300) 274 322 417 613 200066 540 702 87 201054 88 615 810 965 202133 245 495 549 84 1300) 203191 340 406 67 73 646 66 796 850 979 2 0 4362 418 512 2 0 5 045 153 258 457 632 814 208164 235 313 71 604 794 844 992 2 0 7002 117 66 213 931 2 0 8104 64 455 882 2 0 9301 90 439 72 79 722 839 73 976 21 0)06 459 76 504 631 890 948 211195 291 918 86 21 2439 617 739 942 2 1 3)85 602 906 21 4032 287 669 606 21 5046 85 32o*38 690 892 961 21 6445 583 603 977 21 7301 411 86 657 93 21 8115 200 86 334 70 95 763 21 0268 402 93(400) 697 779 2 20133 233 474 559 603 2 21132 264 356 555 711(300) 91 2 2 2177 79 267 443 638 86 80 2 2 3191 213 72 311 33 664 940 S. Pt ttchifch Düddentsche (229. König!. Krenff.) Klassenlotterie Z. Klasse 2. ZiehungStag 11. September 1913 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich bobe Gewinne gefallen,»nd zwar je einer ans die Lose gleicher Nummer tu den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 144 M. find in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 66 1225 66 390 96 776 606 2003 19 47 416 47 76(300) 786 875 910 87 3212 28 367 602 916 4891 5089 480 632 8)9 989 ,300) 6096(3»0) 233 45 778 807 7 543 708 22 833 8025 204 668 792 917 20 0092(300) 423 609 59 904 63 10036 113 207 451(300) 668 681 800 11332 417 37 76 568 893 964(300) 12113 891 909(400) 13006 166 207 356 72 693 773(400) 845 14000 358 610 37 700 1 6065 169 303 574 6)7 36 773 1 6246 508(600) 35 758 966 1 7266 647 604 792 871 18081 122 30 238 420 914 1 9073 326 442 747 2 0323(300) 42 632 40 860 937 21821 22174 2 3354 409(3000) 27 39 536 48 2 4062 83(300) 326 6)8 732 25070 141 276 83 363 703 28 2 8349 441 611 779 866 91 2 7 0)3 34 88(400) 301 450 57 642 767 883 98 2 8096 168 287 406 660 80 861 29110 292(300) 367 674 729 30)16 479 663 614 85 770 877 908 84 87 31183 210 422 67(300) 695 8 2235 331 688 642 95 890 950 8 3033 274 415 98 622 728 807 84 3 4001 169 584 734(600) 843 3 6 470 644 683 (1000) 817 3 624) 48 422 880 3 7169 411 661 75 744(300) 877 947 8 8 055 339 64 3 9042 87 178 439 88 648 772 810 93 40166 210 66 300 37 409 679 609 61 771 929(3000) 78 41664 83 4 2173 248 315 679 706 806 96 927 97 4 3004(3000) 212 405 26 92 95 692 683 787 857 74 4 4002 422 83 706 63 828 997 4 5068 74 177 421 606 81 4 6077 112 461 668 945(500) 47145 279 341 43 65 950 4 8394 527 743 95 4 9077 161 609 908 SO409 68 660 91 848 990 51402 607 5 2042 739 58 5 3064 91 153 68 6 4116 410 628 55 5 5429(300) 660 56143 764 972 5 7007 63 770 6 8069 159 339 436 93 618 33 700 926 44 5 9091 386 462 89 603(400) 876 932 603)9 429 45 84 638 721 982 91 81)66 249 97 409 22 68 604 8 2378 806 919 6 3173 81 772 814 19 73 6 4)97 1300) 256(400)433 851 65171 623 781 6 6222 841 67 84 993 6 7 036 191 220 22 356 621 83 657 987 6 8055 167 337 665(300) 816 63 6 9417 37 640 715 900 63 70324 642 71128 258 429 621 89 689 760 72080 128 39 225 81 494 946 73118 317 642 82(300) 74025 190 581 724 876 943 64 7 6 034 193 406 7 6146 584 706 966 7 7 023 123 288 714 7 8239 398 908 7 9438 810 965 "PJ11 34 87 970 81203 442 553 89 841 64 8 2448 580 603 8 3277 302 440 534 688(600) 84 020 41 122 70 497 887 8 8'23 77 322 90 403 37 9 4 613 86146(300) 78 720 44 64 654(400) 87056 623 64 806 31 923 8 6055 170 382 103 697 717 57 816(300) EO01S 140 302 ,1C•Om 208 70 404 679 91080 89 124 62 309 40 74 470 878 79 889 988 O 2069(400) 142 212 83 398 619 838 902 3 931ol 280 680 810 948 89 9 4308 57 67 437 619 9 5561 622 «1*2 88«59 792 818 72 996 9 7 212 331 45 446 671 991 98029 129 61 650 803 913 9 9022(300) 272 481 618 .„'O0"!873 880 1 01466 617 28 658 708 68 876 962 IO2707 1 03268 702 98 1 04048(300) 64 143 74 245 463 539 81? 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Klasse der 3. Prnchisch-Snddentsche»(229. Kgl. Prenöijchen) Klaljenloilerie findet am 10. und 1). Lxader i(a>(. Verkaufe. Pfandleihhaus Hermannplatz 6. Spottbilliger Bettenverkanj. Wäsche- aertaus. Gardinenverkaus. Teppich- aerkauf. Goldivareniager.� Riesen- ruswahi Herrengarderobe. Soitntags- icrkauj ebeiisalls.* Teppirl) Thomas. Oranienftr. 126 verfauit sarbsehlerbaite Teppiche ipott- billig; Gardinen, Steppdecken. Tisch- decken halben Preis. Borwärtslesern 5 Prozent Extrarabatt. 785.H' Wanderkarten und Bücher, Reise- -uhrer, Kursbücher hält stets am 'ager. Buchhandlung Vorwärts. »rdenürane 60.____ Ladeneinrichtung. Ein grotzer chranl, 3,30 Meter lang. 2,40 Meter och. Unterteil 12 Kasten, Oberteil rgjoGIaS-Schiebelüre». Ein Ladenich, billig zu verlausen. Näheres pcditio», Salzwedelerstratze� ♦ Treftrollcn(Handbetrieb, auch .eklrisch), Wiegeschalen, Milchgcräte JcUzahlima). Krigar u. Jhssen. 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September, abends 8V3.Uht, in Hermsdorf, Restaurant„Bellevue", Inhaber Albert Pfeffer: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Bruchmühle. Sonnabend, den 13. d. M., abends 8 Uhr, bei Mille: Zahlabcud. Bcvlmtv Nacbncbten, Aus der Stadtverordiietcnvcrsammlung. �Ter Plan des Ankaufs der Herrschaft L a n k e durch die«tadt Berlin, über den im„Vorwärts" vor mehreren Wochen berichtet wurde, beschäftigte gestern die Stadt- verordneten. Er ist das Ergebnis langwieriger Verband- lungcn, die zwischen dem Bcagistrat und den bisherigen Besitzery der zum� Gräflich Redernschen Familienfideikommiß gehörenden Herrschaft Laute mehrere Jahre hindurch geführt worden find. Wie dieses Projekt, dessen hohe Bedeutung für Berlin unverkennbar ist, im Magistrat einstimmige Annahme gefunden hat, so wurde es auch in der Stadtverordnetenversammlung von allen Gruppen beifällig begrüßt. Den begründenden Worten, mit denen der Oberbürgermeister W e r m u t h den Magistratsantrag vorlegte, stimmten alle Redner im wesent lichen zu. Nur die Höhe des Preises wurde allgenwin bemängelt, und hauptsächtlich das war der Anlaß zu dem Be schluß, die Vorlage einem Ausschuß zu überweisen. Für die sozialdemokratische Fraktion erklärte Genosse Bruns, daß er sich den überzeugenden Ausführungen des Oberbürgermeisters nur anschließen könne. Mit dem Ober bürgermeister ivandten alle Redner sich in scharfen Worten gegen den Niederbarnimer Kreistag, dessen plötzlicher Beschluß, die Kreisumsatzsteuer für Objekte von mehr als fünf Millionen Mark zu verdoppeln, eine arge Schröpfung des Berliner Stadtsäckels bedeutet. Genosse Bruns nagelte fest, daß auf dem Kreistag nicht ein einziger Vertreter der Vororte im Norden Berlins vor diesem Beschluß gewarnt hat. Erfreulicherweise wird das gegen Berlin gerichtete Vor- gehen des Kreistages nicht die Wirkung haben, den Plan des Ankaufes von Lankc zu Fall zu bringen. Daß er zustande kommt, ist nicht nur im Interesse der Volksgesundheit zu wünschen. Auch die Bodenpolitik der Stadt Berlin erfährt durch ihn eine Förderung, die ihr dringend not tut. Unser Redner unterstrich den in der Vorlage enthaltenen Hiw weis auf die Möglichkeit, einzelne Teile des anzukaufenden Geländes für Kleinwohnungsbau nach dem System des Erb' baurechts zu verwenden. Spätsommer. Zimschen den Häuserzeilen lichten sich die Baumkroium und während unsere gefiederten Sänger und Älapperstörchc unsere Fluren verlassen, um mit der immer tiefer sinkenden Sonne Fühlung zu behalten, erglühen in Anlagen und Gärten die Dahlien in voller Pracht, folgen die Sonnenblumen mit den gelb gestrahlten mächtigen Scheiben dem Lauf des Tages- gestirns, glänzen die bumen Farbenslecke der Balkonpflanzen so lebhaft aus das Pflaster hinab, wie nie zuvor. Der Sommer verblaßt nicht allmählich in den Herbst hinein, sondern wirft zuvor noch einmal seine Blumcngarben auf, ehe er dem Unerbittlichen lveicht. Anders als in unseren Straßen sieht es noch draußen aus, z. B. in den Laubwäldern hinter Spandau, die die Haniburger Bahn begleiten. Hier bildet das grüne Laub, dem die letzten Regengüsse neue Frische gegeben haben, noch die Mehrheit gegenüber dem vergilbenden. Aber während wir wandern, segelt doch ständig, bald hier bald dort, ein 1 die Sonne noch scheint, und mit einem Strauß heimkehren, s w'ce man ihn anderwärts um Berlin nicht zu pflücken vermag 1 Blatt schräg vor uns zu Boden, und wir wissen, daß der nächste Sturm sie milliardenweise herabzwingen und zu dem braunen Teppich verweben wird, in dem der Fuß raschelnd versinkt und der unter sich begräbt, was der Sommer Ver- gängliches hervorbrächte. Sonderbar zerzaust stehen viele Haselbüsche am Wege. Sie sind, meist unsanft genug, geplündert worden und man muß schon etwas abseits von den Wegen suchen, wenn man den Haselmäusen durchaus Konkurrenz niachen will. Ueberall an den Zweigen hängen zollange Haselkätzchcn, die mit fest geschlossenen Schuppen den Winter zn überdauern be- reit sind. Gegenüber dem Forsthaus Bredow, mit dem eine Wald- schenke verbunden ist, führt ein grasiger Weg zwischen Wald und Wiesen zur Bahn und über diese hinweg weiter durch anmutig buschig bestandene Wiesen bis zu einem Wildgatter aus Draht, neben dem er weiter gegen den Brieselang ver- läuft. Das Gatter umschließt ein Waldgehege, und wenn wir Glück haben, treffen wir einen ivahren zoologischen Garten hier an. Da lagert ein Rudel Damwild nicht lveit von unch gemächlich widerkäuend und nur ein kleiner Wald ihrer hübschen Geweihe überragt das Gras und ihre roten Rücken. Weiter hinten aber grast ein Edelhirsch, um den sich einige Hirschlühe gruppieren. Eine von diesen Hindinnen hat den ehrlichen grasigen Broterwerb, wie es scheint, zum größten Teil aufgegeben. Sic findet es bequemer, von den Ausflüglern ernährt zu werden und zieht Butterstullen den settesten Kräutern vor. Diese Bettlerin begleitet jeden am Gatter entlang Wandernden, wenn sie nicht gerade Siesta hält, ein großes Stück Wegs, streckt von Zeit zu Zeit ihren hübschen> wurde vom Kühler ersaßt, Kops durch die Drahtmaschen und bittet stumm aber beredt � tötet. mit den großen Augen. Unsere Nadelwälder sind fast leer an Blumen, aber auf den Wiesen neben jenen Wäldern hinter Spandau blühen noch immer an geeigneten Stellen die Skabiosen und blauer Enaian uu Taufenden. Hier kann man sich lagern, solange Der blühende Wannsee. Wer in letzter Zeit das Freibad Wannsee besucht hat, mutz wahrnehmen, daß daS Wasser eine grüne Farbe aufweist. Diese Farbe rührt von bestimmten kleinen Pflänzchen her, die im Wannsee vorhanden sind und jetzt ihre besonderen Eigenschaften entwickeln. Die Wirkung dieses blühenden Wassers auf die Haut ist eine recht starke. Sticht nur, daß die im Wasser Badenden grün gefärbt daS Waffer verlassen, ist auch noch eine andere Wirkung zu verspüren. Hierüber wird dem„Tageblatt" geschrieben: „Kaum war ich gestern den intensiv grünen Fluten des Wannsee entstiegen, als sich über den ganzen Körper ein intensiver Juckreiz bemerkbar machte. Ahnungslos, woher dieser stammte, ging ich schleunigst ins Wasser zurück und schwamm nochmals 29 Minuten auf der grünen Oberfläche herum. Endlich wieder„im Trocknen", legte ich mich, wie alle Tage, auf mein Badelaken zum obligaten Luftbad. Und da setzte auch schon der fürchterliche Juckreiz mit ver- verstärkter Gewalt ein. So wie mir, erging es den meisten anderen Besuchern des Bgdcs. Besonders Damen, deren Haut in allem empfindlicher ist als beim stärkeren Geschlecht, erklärten, es vor Jucken nicht mehr auszuhalten, und die Badefrau auf der Damenseite meinte: „So schnell wären die Zellen sonst nie wieder leer geworden." Auch ich zog mich schleunigst an und verlebte während des Nachhausewegs eine wahrhaft peinvolle Stunde, da der Juckreiz von Minute zu Minute wuchs. Endlich daheim, stellte ich am ganzen Körper uncnd- lich viele kleine rote Stellen fest, von denen der Reiz ausging. Ein warmes Bad brachte zwar zuerst Linderung, doch noch heute ist mir zumute, als hätte ich am ganzen Körper tausend Ameisenbisse. Vielen meiner Bekannten, die ich befragte, geht es heute ebenso, trotz der verschiedenartigsten dagegen angewandten Mittel. Worauf diese eigenartige Wirkung der grünen Wasserpflänzchen beruht, mag der Botaniker untersuchen, jeder, der gleich mir noch heute die schreckliche Wtrkung spürt, verlangt voll Schrecken eine riesengroße Warnungs- tafcl vor dem„blühenden Wannsee". Blödsinnige Pünktlichkeit. Uns wird geschrieben: Zahlreiche Bewohner der südwestlichen Vororte: Lichterfelde, Lankwitz, Südende, Steglitz. Friedenau, Mariendorf usw. haben oft im Südwesten Berlins, in der Gegend des Halleschen Tores, des Dönhoffplatzes, Spittelmarktes usw. zu tun und oft wählen sie deswegen einen dieser Vororte zum Wohn- ort. Für all diese Leute ist es ein Zeitverlust, die Vorort- oder Wannseebahn bis zum Potsdamer Bahnhof zu benutzen und von dort noch sechs Minuten bis zum nächsten Verkehrsmittel zu gehen. Man hat seinerzeit die Stationen Dorkstratze und Grotzgörschenstratze gewiß ivegen dieses Verkehrs errichtet, damit die Südwestler von dort direkt nach rechts weiter können. Was aber tun die Straßenbahnen und Omnibusse? Die Haltestellen der Elektrischen sind von den Bahn- Höfen Großgörschen- und Dorkstraße einige Minuten Fußweg weit ab— bevor man vom Zug hinkommt, sind alle Anschlußwagen weg.(„Aufspringen lebensgefährlich!") Die Haltestellen des Autobus 14 sind zwar direkt dran, aber mit staunenswerter Pünktlichkeit fährt der 14er unten immer in dem Augenblick ab, wo oben der Zug einfährt, und er bringt auf dem Rückweg die Leute immer zum Bahnhof, wenn oben ihr Zug zur Heimfahrt ab- saust. Dabei bedienen diese Straßenbahnen und Autobusse keinen anderen Vorortbahnbof, so daß ihr Fahrplan gar nicht zu recht- fertigen ist.— Was die Großen in Berlin vormachen, müssen aber natürlich die Kleinen des Kreises Teltow nachmachen. Und so ist die elektrische Verbindung dkr Bahnhöfe Steglitz und Südende für alle, die rasch den nächsten Zug erreichen wollen, einfach wertlos. Es fahren fast nur Frauen mit schweren Einkaufskörben oder müde Ausflügler darin, aber nicht die Leute, die rasch nach Berlin müssen. Die laufen zur Bahn— und dem Kreise Teltow bleibt das Defizit der leeren Straßenbahn.___ Die Arbeitslosigkeit unter den Berliner Musikern hat in letzter Zeit einen großen Umfang angenommen, die für den kommenden Winter noch erheblich gesteigert Ivird dadurch, daß verschiedene Opern- und Operettentheater, die im letzten Winter Mitsiker beschäftigten, an andere Theaterdirektoren verpachtet worden sind, die Lustspiele usw. aufführen und in- folgedessen Musiker nicht benötigen. Der Verein Berliner Musiker hat an die am Sonnabend im Berliner Rathaus tagende Konferenz der Vertreter Groß-Berlins eine Petition gerichtet, in der das Ersuchen gestellt wird, die geplante städtische Arbeitslosenfürsorge auch auf die Musiker aus- zudehnen._ Aufforderung zur Denunziation. Eine eigentümliche Auffassung von seinem Amte bekundet der Gemeindevorsteher von Zepernick. In einer öffentlichen Bekannt- machung fordert er die Bauern auf, jeden Kolonisten, meist kleine Beamte, Pensionäre usw., anzuzeigen, der sich vorübergehend in seiner Laube aufgehalten hat oder noch aufhält, wer Tauben oder Hühner hält, Kaninchen züchtet u. dergl. Dadurch würden Mißstände entstehen, die ihn zu einem unnachsichtlichen Einschreiten veranlaßten. Es sollen deshalb auch in Zukunft in kleinen Zwischenräumen gründ- liche Revisionen vorgenommen und gegen jede Uebertretung soll un- nachsichtlich vorgegangen werden. Der Storch in der Eisenbahn. In einem Zuge der Wannsee- bahn wurde gestern nachmittag ein junges, etwa achtzehnjähriges Mädchen plötzlich von Geburtswehen befallen und genas eines kräftigen Knaben. Mitfahrende Frauen nahmen sich der Mutter und des Kindes an und sorgten dafür, daß beide vom Friedenauer Bahnhof aus mittels Krankenwagens der Feuerwehr nach dem Schöneberger Krankenhause gebracht wurden. Hier erregte der un- gewöhnlich kräftige Junge allgemeines Aufsehen. Beim Wiegen er- wies er sich als ein„schwerer Junge", er wog mehr als fünfzehn Pfund. Mutter und Kind befinden sich wohl. Bon einem Automobil totgefahren. Als ein Berliner Kaufmann am Mittwoch auf der Berlin— Landsberger Chaussee mit seinem Automobil Wolffs Mühle passierte, schritten etwa öO Meter vor dem Wagen die beiden Kinder des Be- sitzers Gries auf der linken Seite der Chaussee dahin. Das Auto- mobil war schon fast an die Kinder herangekommen, als die acht- jährige Tochter des G. quer über den Damm lief, um dadurch dem Staub aus dem Wege zu gehen. Sie geriet vor den Kraftwagen, niedergerissen und auf der Stelle ge- Pom Zuge abgestürzt. Der Zugführer Hermann Schadow von der Kleinbahn Strausberg— Herzfelde war gestern damit beschäftigt, während der Fahrt die Fahrkarten zu kontrollieren, wobei er, wie das früher auch auf der Staatsbahn der Fall war, an den Tritt- brettern der Waggons entlang gehen mußte. Hierbei verlor er das Gleichgewicht und stürzte rücklings ab. Erst aus der Station Hennickendorf wurde der Zugführer vermißt. Man suchte die ganze Strecke ab und fand den Vermißten in schtververletztem Zustande neben den Gleisen liegend auf. Er hatte bei dem Absturz einen schweren Schädelbruch sowie innere Verletzungen erlitten. Revolverkampf in der Wohnnng eines Kriminalbeamten. Bezug- nehmend aus die unter obiger Spitzmarke in unserer gestrigen Nummer veröffentlichte Notiz ersucht uns der in der Carmen- Shlva-Str. 7 lvohnhaste Kontorist Ericb Hesse um die Mitteilung, daß er mit dem in der Notiz erwähnten gleichaltrigen Kontoristen Erich Hesse nicht identisch ist.__ An die Arbeiterjugend und deren Eltern. Morgen Sonnabend, den 13. September, abends 8t/3 Uhr lSaalöffnung T1/? Uhr), findet in den Gesamtränmen der Brauerei Friedrichshain für die arbeitende Jugend Groß- Berlins ein heiterer Abend statt, zu dem alle Jugendlichen und Arbeiter- cltern, sowie alle Freunde der Jugend herzlich eingeladen sind. Mit- wirkende sind: Herr Richard vom Deutschen Theater(Rezitation), Fräulein Pirschel(Lautesängerin) und das Tonkünstler-Orchester (Dirigent: Herr Alfred Hirsch). Der Eintritt kostet 2S Pfennig; den Vorträgen folgt Ball. Das Programm verspricht einen genußreichen und fröhlichen Abend._ Wegen eines größeren Bvdcnbrandes wurde die Feuerwehr in der letzten Nacht nach' der Nitterstr. 87 gerufen. Bei Ankunft des 8. Löschzuges standen auf dem Boden des Hauses Bretter und allerlei Gerumpel in Flammen. Die Wehr ging über eine mechanische Leiter und unter Benutzung einer Schlauchleitung gegen das Feuer vor und beseitigte in kurzer Zeit jede Gefahr, so daß der Dachstuhl gerettet werden konnte.— In der Köpenicker S t r. 156 brannten außerdem noch Hölzer in einer Tischlerei. Auch hier nahmen die Löscharbeiten nur kurze Zeit in Anspruch. Zeugen gesucht. Personen, welche gesehen haben, wie am Sonn- abend, den 6. d. M.. abends gegen 9 Uhr, durch das Herabstürzen eines Briefkastens, Ecke Wrangel- und Cuvrhstraße, ein achtjähriger Knabe verletzt wurde, werden gebeten, gegen Erstattung der Un- kosten ihre Adresse abzugeben'bei W. Fromke, Falckensteinstr. 28, Seifengeschäft._ Das neue Jugendheim in Tegel wird, wie wir schon mitteilten, an diesem Sonntag, den 14. Scp- tember, der arbeitenden Jugend zur ferneren Benutzung übergeben werden. Aus diesem Anlaß findet nachmittags 4 Uhr im Tegeler „Gesellschaftshaus", Schloßstraße 7/8, eine Jugendfeier statt. Der Gesangverein„Immergrün" wird einige Lieder, dem Feste ent- sprechend, vortragen und Genosse Emil Unger die Jugend- bewegung und Notwendigkeit der eigenen Arbeitcrheime würdigen. An die daraus folgende Besichtigung soll sich ein gemütliches Bei- sammensein nebst Tanz anschließen. Alle Freunde der Arbeiter- jugend, die Eltern, besonders aber die jetzt die Schule verlassenden Kinder sind herzlichst willkommen und durch die sonst noch gebotene musikalische und deklamatorische Unterhaltung dürfte jeder Teil- nehmer dieser Jugendfeier befriedigt werden. Zahlreichem Besuch sieht deshalb entgegen Der Fugendausschuß und Verein Jugendheim für Tegel und Umgegend. Vorort- Nacbricbtern Neukölln. Die kirchliche Bestencrung der Neuköllner Bevölkerung. Zu der Notiz in der Nummer vom Freitag, den ö. Sept., worin der Bau der fünften Kirche erwähnt wurde, teilt man ims mit, daß die Gesamtsumme der zu erhebenden Kirchensteuern sich auf 3—460 006 Mark im Jahre beläust. Die in der Notiz angegebene Summe von 100 000 Mark erstreckt sich auf den Teil des von der arbeitenden Bevölkerung ge- leisteten Steuerbetrages. Wie stark übrigens gerade die ärmere Bevölkerung zur Kirchen- stcuer herangezogen wird, geht aus einer vom Vorsitzenden des Neu- köllner Kirchlichltberalen Vereins, Oberlehrer G. Becher, gemachten Erklärung über die„Schuldenwirtschaft in der Kirchengemeinde Neu- kölln" hervor, wonach die schon bestehenden Kirchenschulden von 1,10 Millionen durch den Bau der fünften Kirche um eine weitere halbe Million vermehrt werden. Im Gegensatz zu Berlin würden in Neukölln die Steuerzahler der Stufen unter 1500 M. Einkommen mit 16 Prozent zur Kirchensteuer herangezogen. Die Zahl der Steuerzahler aus diesen Stufen beträgt 47 Prozent, also nahezu die Hälfte der Gesamtzensiten.— Wir machen bei dieser Gelegenheit auf die am Freitag abend stattfindenden drei Kirchenaustrittsversamm- lungen in den Hohenstaufen-Sälen, Berliner Kindl-Brauerei und Felsch aufmerksam. Die Geistlichkeit aller Konfessionen ist zur Diskussion eingeladen. Am Sonntag, den 14. September, nachmittags, findet ein Familienausflug nach der Königsheide statt. Die gewählten Bezirks- spielleiter und Leiterinnen werden gebeten, daran teilzunehmen. Abmarsch von den Bezirkssammelplätzen um 12� Uhr zum Rathaus. Für Nachzügler Treffpunkt im Restaurant Waldfrieden in der Laubenkolonie. Bei ungünstiger Witterung findet die Zusammenkunft nachmittags 4 Uhr im Karlsgarten statt. Es wird eine zahlreiche Beteiligung der Eltern und Kinder er- wartet. Ober-Schöneftieide. Gcmeindcvertretersiqung. Von den Vertretern der zweiten Klasse lag der Antrag auf Schaffung eines kollegialischen Gemeinde- Vorstandes vor; diese Einrichtung findet darin ihren Ausdruck, daß durch Inkraftsetzung eines Ortsstatutes gewisse in der Landgemeinde- ordnung genau begrenzte Gebiete der Gemeindevorstehertätigkeit, wie Vorbereitung und Ausführung von Beschlüssen der Vertretung, Aufstellung des Voranschlages usw. der vereinten Beschlußfassung des Vorstehers und der Schöffen übertragen iverden. Von den An- tragstellern wurde erklärt, daß dem Antrag keine Spitze gegen den Gemeindevorsteher zugrunde liege. Von unseren Genossen wurde vor überspannten Erwartungen gewarnt, da die Kompetenzen dieser Institution recht mager seien; jedoch wäre es zu begrüßen, wenn dadurch erreicht würde, den Gemeindevorsteher in seiner Abneigung gegen die von Außenstehenden an die Vertretung gerichteten Aitträge etwas zu beschränken. Mit Mehrheitsbeschluß wurde dem Vorsteher die Vorlegung eines entsprechenden Ortsstatutes aufgegeben. In der Angelegenheit des zweigleisigen Ausbaues der Straßenbahn wurde beschlossen, dem Zweckverband Groß- Berlin die von demselben geforderte Erklärung abzugeben. Eine äußerst erregte Debatte zeitigte die Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion betreffend den Stand des Ausbaues der Ostendstraße und des Grundstückscrwerbcs der A. E.-G. Genosse M u I h gab der Ansicht Ausdruck, daß nach den Vorgängen der letzten Zeit die Vertretung ein Anrecht darauf habe, vom Stande der Ver- Handlungen Kenntnis zu erlangen. Herr Peierls als Direktor der A. E.-G. erklärte, daß es gegen Treu und Glauben verstoße, wenn die Gemeinde jetzt nach Abschluß der TerrainanStauschverhandlungen mit Forderungen von Kostenbeiträgen zur Straßenverbreiterung hervortrete; hätte man die A. E.-G. darum gebeten und nicht gedroht, so könnte die Sache wohl friedlich erledigt werden. Der besoldete Schöffe Dr. Kühn legte entschieden Verwahrung dagegen ein. in dem von ihm berfaßtev Schreiben gedroht zu haben. Die Genossen M u t h und G r u n o w führten das Gerede von der Bedeutung der«. E.-G. für den Ort auf seinen wahren Wert zurück: gar nichts habe die Gesellschaft bisher im Interesse der All- gemeinheit, die ihr Werte schaffe, getan. Es sei bedauerlich, da« diese Millionenaesellschaft der lunipigen 23 000 M. wegen einen solchen Tanz aufführe; nimmermehr dürfe die Vertretung den der- langten Kotau ausführen.— Vom Vorsteher wurde noch versichert, das; die unterbrochenen Arbeiten an der Herstellung der Ostendstrave nun wieder aufgenommen werden sollen. Gleichfalls soll nun mit der Neuherstellung der SiemenSstraste begonnen werden, nachdem sich die Verhandlungen mit Berlin betreffs der Rohrverlegung zer- schlagen haben.— Die übrigen kleineren Vorlagen wurden ent- sprechend den Beschlüssen der in Frage kommenden Kommissionen angenommen. Trevtow-Banmschiilenweg. Sein 20. Stiftungsfest begeht am Sonnabend, den 13. d. M., der hiesige Arbeitcrturnverein Jahn in Wanzlicks Prachtsälen. Am Treptower Park 27. unter Mitwirkung des..Männerchors Ober- spree", Mitglied des Arbeiter-Sängerbundes. Die Arbeiterschaft des Ortes sowie alle Freunde der Tnrnerei sind herzlich will- kommen. Wannsee. Die Gemeindevertretersivnng beschloh, die Neuwahl für den der- storbenen Gemeindeverordneten Geh. Baurat Kyllmann bis zum Frühjahr n. I. zu vertagen, da zu dieser Zeit die allgemeinen Neu- wählen stattfinde». Dem Radfahrerklub„Stern" wurden zu seinem 15. Stiftungsfeste 50 M. bewilligt. Die vor einiger Zeit beschlossene neue Strafienreinigungsordnung ist jetzt in Kraft getreten, die Be- stimmungen hängen in, Rathanse aus. Hausbesitzer können sich durch Zahlung eines Beitrags an die Gemeinde gemeinschaftlich vor Hast- Pflicht schützen, die durch Unfälle vor ihren Grundstücken entstehen.— Die in der Alsenstrafie bestehende Postagentur geht in nächster Zeit ein. dafür wird für den unteren OrtSleil ein eigenes Postamt ein- gerichtet, was schon lange sehr notwendig war. Der bisherige Ber- Walter der Postagentnr übernimmt dann die Ortskrankenkasse, die am 1. Januar durch das neue Reichsversicherungsgesetz eine be- deutende Vergrosierung erfahren wird. Die zukünftigen Lokalitäten für die Kasse befinden sich jetzt im Bau und zwar in der Chauffee- straffe. Klein-S chöncbeck-Fichtenau. Die Gemeindevertretung wählte in ihrer letzten Sitzung zuerst eine Kommiision, die an zuständiger Stelle auf die Notwendigkeit und �Dringlichkeit einer Aenderung des Bebauungsplanes sVer- schmälerung der Wohnstrahen) hinwirken soll. Nach kurzer Be- gründung wurde dann ein von unseren Genossen eingebrachter An- trag angenommen, die Aufsichtsbehörde zu ersuchen, ihr gesamtes den Schulbau betreffendes Material der Gemeindevertretung zur Einsichtnahme zn überlassen, um daraus die Gründe kennen zu lernen, die zu dem unbegründeten ablehnenden Bescheid geführt haben. Eine lebhafte Debatte rief der Antrag des verstorbenen Schöffen Förster hervor, die Fliehpromenade wieder auS dem Bebauungsplan zu entfernen, weil diese Promenade die anliegenden Grundstücke wertlos mache und die meinde auch gar nicht in der Lage sei, die durch den Ankauf bezw. Enteignung der dazu notwendigen Grundstücke entstehenden Aasten aufzubringen. Die für diesen Antrag entfaltete Agitation hatte es zuwege gebracht, daff unter den Gemeinde- Vertretern ein wahrer Wettstreit entbrannte, Gründe anzuführen, die gegen den früheren Beschluff sprachen. WaS die Gemeindevertretung vor Jahresfrist nach reiflicher Ueberlegung geschaffen, was Kreis- ausschuff, Bezirksausschuff und Zweckverband gntgeheiffen, wurde jetzt für unbegreiflich erklärt; mit Begeisterung schlug sich die Gemeinde- Vertretung selbst tot— die Fliehpromenade soll wieder per- schwinden. Das von unseren Genossen ausgearbeitete Ortsstatut zur Bildung eines kollegialen Gemeindevorstandes ist von der Kommission durchberaten und einstimmig der Gemeindevertretung zur Annahme empfohlen worden. Nachdem im Auftrage der Kommission Herr Klesezewsli in eingehender Weise alle sachlichen Gründe vorgebracht, war die Annahme sicher gewesen, wenn nicht der Gemeindevertreter Schramm die Debatte so gestaltet hätte, daff sie zu einer persönlichen Auseinandersetzung ausarten muffte. Trotz- dem Herrn Schramm sehr gut alle Gründe bekannt waren, die zu dem Antrag unserer Genossen geführt halten, provozierte er unseren Genossen TabiaS, auch das vorzubringen, was an der Person des jetzigen Genieindevorstehers bemängelt wurde und zwang diesen, das zu sagen, was die Mehrheit der Bürgerlichen hinter dem Rücken des Gemeindevorstehers in allen Variationen sang, aber ihm offen zu sagen nicht den Mut fand. Nach einer längeren Auseinandersetzung wurde die Beschluhfassung vertagt. Kaulsdorf. Ans der Gemeindevertretung. Dem in voriger Sitzung vom Genossen Schmidt gestellten Amrag, eine Uebersicht über die derzeitigen Schulverhältnisse zn geben, wurde durch einen Vortrag des Rektors entsprochen. Derselbe führte aus, daff durch erfolgte Klassen- teilung die Einstellung einer neuen Lehrkraft im Oktober, und die eines zweiten Lehrers zu Ostern notwendig werde. Er gedenke aber bis April sich, wie im vergangenen Halbjahr, durch Ueberstunden weiter zu Behelfen und dann, mit Beginn des Sommerhalbjahres, das Lehrpersonal den Anforderungen gcmäff zu erhöhen. Genosse Schmidt wies auf die Zweckmäffigkeit seines Antrages hin und plädierte dafür, daff der Gemeindevertretung periodisch über unsere Schulzustände Bericht gegeben wird, damit sie nicht erst in letzter Stunde vor die Entscheidung gestellt werde; dabei werde da» Interesse der Lehrer und Kinder nicht genügend gewahrt. Des weiteren stellte Schmidt es als unlvürdig und nnzweckmäffig hin. die Frequenz in den unleren Klassen ans 00 Kinder zu halten. Da nach den Darlegungen des Rektors nur 54 Plätze im Klassenzimmer vorhanden seien, so sitze ein Teil der Kinder im wahren Sinne zu den Füßen des Lehrers. Den Ausführungen unseres Genoffen wurden von den bürgerlichen Vertretern zugestimmt. Sie legten dem Rektor die Frage vor, ob er als Schulfachmann die Einstellung einer neuen Lehrkraft oder aber die Erledigung der Arbeiten durch Ueberstunden für zweckmäßiger halte. Der Rektor beantwortete die Frage dahin, daß er als Schul- mann selbstverständlich für gröfftmöglichste Erweiterung deS Lehrkörpers sei, jedoch im Interesse der finanziellen Verhältnisse der Ge- meinde den Kompromitz der Ueberstunden anbiete. Weiter wies er eS weit von sich, daff, um eine gleichmäßige Klassenfrequenz zu er- halten, die Versetzung danach geregelt werden soll. Ein derartiger Vorschlag wurde nämlich von bäuerlicher Seite gemacht, mit der Begründung, daff ja dann die vorhandenen Kräfte ausreichen würden. Der Rektor betonte, daß nur Wissen und Können der Kinder maßgebend für die Versetzung sein könne. Es wurde dann der Antrag gestellt, schon im Oktober einen Lehrer einzustellen und die eventuell noch notwendigen Ueberstunden weiterzuführen; im übrigen aber den Schulvorstand anzulveisen, sich eingehend mit den Schulverhältnissen zu beschästigen und spätestens im Dezember Be- richt zu erstatten, welche Maßnahmen zum April notwendig � seien. Dieser Antrag wurde mit fünf gegen fünf Stimmen, auSschlag« gebend war die des stellvertretenden Gemeindevorstehers, ab- gelehnt. Dagegen ein solcher angenommen, der die jetzigen Zustände prolongiert. Um diese unleidlichen Verhältnisse nicht endlos hinauszuführen, stellte Gen. Schmidt den Antrag, die Kosten für die Ueberstunden nur bi« 31. Oktober zu bewilligen, da nach dem Vortrage des Rektors durch unverhofften starten Zuzug zum Quartal schon im November eine Lehrkraft notwendig wird. Der An- trag wurde angenommen. �, Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die Neu- reip. Nach- bePflanzung verschiedener Straffen beschlossen, wobei gerügt wurde, daß infolge mangelnder Pflege so viele Bäume eingegangen sind. Der Gemeindevorsteher versprach, für Abhilfe des Migstandes Sorge tragen zu wollen. Der öffentlichen folgte noch eme geherme Sitzung. Pankow. Um den Arbeitslosen in Pankow nach Möglichkeit Beschäftigung zu sichern, wurde in der letzten Gemeindevertretersttzung von un- seren Genossen angeregt, bei Vergebung von Gemeindearbeite» die Unternehmer zu verpflichten, die Arbeiten von Pankower Ar- beitern ausführen zu lassen. Es wurde darauf hingewiesen, daß einige Gemeinden Groff-Berlins, so Berlin und Tempelhof, die strikte Anweisung an die entsprechenden Stellen gegeben hätten, nur Einbeimische zu beschäftigen. Pankower Arbeiter, die dort bereits in Arbeit getreten, hätten aus diesem Grunde ihre Tätig- keit wieder einstellen müssen. Den Unternehmern strikte Vor- schristen nach dieser Richtung zu machen, wurde vom Bauamt aus den verschiedensten Gründen als untunlich, ja fast unmöglich be- zeichnet, jedoch versprochen, energisch darauf hinzuwirken, daß im gegebenen Falle im Sinne der Anregung unserer Genossen ver- fahren wird. Zpandau. Der verschärfte Boykott des„Roten Adlers" bringt viele organi- sierte Arbeiter, die leider immer noch bürgerlichen Sport- und Ver gnügungsvereinen angehören, in peinliche Situationen, da einige dieser Vereine in dem von der organisierten Arbeiterschaft boykottierten Lokale ihre Vergnügungen abhalten. Der Sportklub„Minerva", dem eine große Anzahl organisierter Arbeiter angehören, feiert am Sonn- abend, den 13. September, im„Roten Adler" sein Stiftungsfest. Jeder organisierte Arbeiter, der nicht zum Bohkottbrecher werden ivill, wird von der Organisation aufgefordert, dieses Vergnügen, ebenso wie die jetzt regelmäßig stattfindenden Theatervorstellungen streng zu meiden. Spiel und Sport. Turner. Die 5. M a n n e r- A b t. des Turnvereins„Fichte" ver- anstaltct heule. Freitag, abends gst.Uhr, ein Agitations. turnen in der Turnhalle W a t t st r. IS. Die anwohnende Arbeiterschaft findet bier lAclegenheit, einem Hallenturnen dntrittssrei beizuwohnen. Zehlendorf. Sonnabend, den 13. Seht., bei Mtek, Karlstratze. Der- sammlling des Turnvereins„Vorwärts". Referent: Zeilmger-Schöneberg. Lichtenberg. Sonntaa. den 14. Sept.. nachm. 21/, Uhr. veranstaltet das Tlirnerkartell RummelSburg-Lichtenberg-Friedrichsselde aus dem Turnplatz in Friedrichsielde, TreSkowallee, ein volkstümliches Wettturnen, be- stehend aus Freiübungen, Drei- und Fünskampf, Wettspiele und Stafetten- lause. Nachher in Otto Steuers Fest, ölen, Lichtenberg, Frantstirter Chaussee 128: Tanz, turnerische Ausführungen, Resultatverkündung. Eintritt 10 Ps. Schöneberg. Ein größeres Schauiuruen veranstaltete vergangenen Sonntag der Arbeiterturnverein. Dem Turnen gingen leichtathletische Weit- kämvse voraus, wobei Willi Stahn bester wurde. Im Speerwurf erreichte er 53, 10 M e t e r, die nächsten warfen 40 Meter, im Stabboch- sprung 3,10 Meter, 4 andere Mitglieder 2,80 Meter. Die allgemeinen Frei- Übungen wurden von über 100 Turnern und Turnerinnen geturnt. Am Geräteturnen beteiligten sich 11 Riegen. Dann wurden rr. a. mit dem Luckenwalder Ballsptewerein ein Faustball, und Fußballwettspiel ausgetragen. ErstereS gewann Schöneberg, letzteres Luckenwalde. Die Lehrlingsabteilung deS Schöneberger ArbeiterturnvereinS veranstaltet Sonntag, den 14. September, eine Spielpartie. Abfahrt 1 Uhr Bahnhos Schöneberg bis Neukölln. Turnverein„Frisch frei" Ntcderschöneiveide. Kartoffel- und Herings- Partie nach Neu-Zittau, Restaur. Ritter, Berliner Str. Treffpunkt dortselbst mittag" 1 Uhr. Freunde und Gönner des Vereins, welche sich anschließen wollen, werden gebeten, sich tm Restaurant, Baldhaus" oder bei den M tt- gliedern zn melden, welche bereitwilligst SluSkunjt erteilen. Radfahrer. Arbeiter Radfahrerbund„Solidarität"(Ortsgruppe Berlin). Touren zum Sonntaa, den 14. September. I. Abt.: 7 Uhr: Nauen (Kumpke). I1/, Uhr: Ptchelswerder(Alter Freund). Start: Bülowstr. öS. — 2. Abt.: 5 Uhr; Cborin. 1 Uhr: Bernau, Salzmann). Start: Fontane- Promenade 18.— Z.Abt.: 5 Uhr: Luckenwalde(Zipterlein). 7 Uhr: Trebbin (Knoche). I Ubr: Groß-Beeren(Fichtenwäldchen). Start: Lausitzer Blatz 12. — 4. Abt.: 7 Uhr: Drewitz(Zur freien Aussicht). 12 Uhr: Wannsee lBaherischer Hos). Start: Küstriner Platz.— 5. Abi.; 7 Uhr: Liepnitz- (ce. 1 Uhr: Gorinsee. Start: Etysium.— 6. Abt.: 7 Uhr: Zwiebusch (Berliner Schweiz). 1 Uhr: BohnSdors(Villa Kahl). Start: Oderberger Straße 28.— 7. Abt.: 5 Ubr: Freienwalde(Raddatz). 1 Uhr: AhrenS. selbe(Schneider). Start: Schutstr. 29.— 8. Abt.: 5 Uhr: Gransee. l Uhr: Heiligenseer Schweiz. Start: Wiclesstr. 15.— 9. Abt.: 1'/, Uhr: Friedrichshagen(GesellschastshauS). Start: Schillingstr. 22. DaS Ber- sammlungslokal der 9. Abt. ist von jetzt ab Metchiorstr. 15 bei Tepsara.— 11. Abt.: Arn 17. Sept. 9 Uhr: Wandlitz. Start: Große Hamburger Stolfte 18/19. Neukölln. 8 Uhr; Grünheide(Fietitz). 1 Uhr: Rahnsdorfer Mühle (Klemm). Start: Hohenzollernplatz. Wilmersdorf. Am 13. Sept. abends 9 Uhr: Wannsee(Fürstenhof) Lampiontour, Kartoffel- und Heringstour.— Am 14. Sept., nachm, 1 Uhr: Dabendorf. Eharlottenburg. Am 13. Sept.: SlistungSsest der Ortsgruppe (Volksbaus. Rosinenstr. 3, gr. Saal).— Am 14. Sept. 2 Uhr: Lichterselde- Oft(Warendorf). Lichtenberg. Am 13. Sept. StistungSsest der OrtSgnlppe, Frankfurter Chauffee 128(Steuer). Am 14. Sept. 1 Uhr: Famtlientour nach BohnSdors(Villa Kahl). Start: Psarrstraße 74. �„ Köpenick. Am 13. Sept. Parteisest des Wahlverein». Die Genossen werden ersucht, alle zu erscheiiien. Am 14 Sept. findet keine Tour statt. Treptow. 0 Uhr: Biesenthal— Hellsee— Bernau. Start: Treptow bei Ktmmel.(Ganze Tour 90 km.) Tegel. VI, Uhr: Stolpe(Bergemann). Pankow-Tchönhause«. 7 u. 1 Uhr. Tour wird am Start: Breite- strahe. bekannt gegeben. Weiffensee. 7 Uhr: Liepnitzsee(Schnitzeljagd). Start: Berliner- Allee 251/ Reinickendorf. Lehnitzsee— Brieselang. Start: 9 Uhr bei Lüning. Schöneberg. Am 13. Sept. Stiitungssest, Meiniuger Str. 8. Am 14. Sept. nach Körbislrug. Start: 12 Uhr bei Obst. Lichterfelde. Am 14. Sept. nach Rüdersdorf. Start: früh 7 Uhr bei LenSki. Lberschöneweide. Sonnabend, 13. Sept., abends 8 Uhr: StistungSsest in Witheiminenbos. Sonntag, 14. Sept.. früh 8 Uhr: Müggelberge zur Abschiedstoiir de» Spieiklub« de» Turnvereins„Oberspree." Gemeinsamer Start: Kirchplatz an der Frischenstraße. Mittags 12 Uhr: Zur Kartoffel- und Heringspartie deS Turnvereins„Frisch frei", Mederichöneweide. Neu- Zittau, Restaur. Ritter, Bertiner Straße. Nachm. 3 Uhr: Alt-Glienicke, Nalenbusch. Wanderer. Nrbeiter-Wandcrbund„Tic Naturfreunde". Am Sonntag, den 14. September, werden folgende Touren unternommen:—., � I. Betzig— Neuendorler Rummel— Burg Rabenstein— Wieienburg (36 km). Adsabrt Sonnabend abends 8.64 Uhr Bahnhol Charlottenbiwg. II. Angermünde— Alambecker Mühle— Forst Grumfin— Herzsprung. Abfahrt Sonnabend abends 7.46 Uhr Stettiner Fernbahnhos. III. Grotz-Kreutz— Kloster Lehnin und Umgebung. Abfahrt PotSd. Fernbahnhof 5.35 Uhr vorm. IV. Dablewitz-Gr..TchuIiendors— Throw. Abfahrt Potsdamer Borort. bahnhos 8.07 Uhr vorm. �. V. Wannsee— Griebnitzsee— Psaueninsel—Dannsee. Abfahrt Bahnhoj Friedrichslr. 1.2t Uhr nachm. VI. Jugendwanderung. Bernau— Tempclselde— Beiersdorf— Teuseisgriinde— Tiesensee— Werstpsuhl. Abfahrt Stettiner Fernbhf. 6.59 Uhr vornlittags.■ r VII. Kinderwan d e r u n g. Birkenwerder— Briefe— Summt— Frohnau. Treffpunkt Stettiner Bororlbhj. 7 Uhr vorm. Käste willkommen. Arbeiter- Touristenverein„Die Naturfreunde". OrtSgrupve Berlin. Sonntag, den 14. Sept. Vandeviingen: I- H?1'9c'äBcr0, Neue Mühle, Rehseide. Abfahrt nach Hangeisberg Schief. Bhs. 5.S0.— II. Treb. Nitz Eichendorfer Mühle, Buckow. Dahmsdorf Abjabrt schief Bhs.(Fern- bahnsteig) 5.25 nach Trebnitz. Gäste jietS willkommen. Arbeiter-Atbletenbunb Teutschlands(Kreis Groß-Berlsti) Am Sonnabend, de» 13. September, feiert der Li-btenberger Sportklub„For- luiia" sein drittes SlistungSseit in Kerns Festsälen. Lichtenberg, �.ünschmidt. straffe(Ecke Goethestraße). DaS Programm umlaßt Theater, Ball und Verlosung Die Arbeiterschaft Lichtenbergs sei biermit daraus hingewleien. Arbeiter-Wandcrverein Berlin. Sonntag, den 14. September: 1. Wanderfahrt nach Bort— ForfthauS Möllendorf— Rwgbahnberge— Rädel— Gohlitzfee— Lehnin(Klosterbesichtigung)— Kloftcrsee— Bogel- stangenberge— Bochow— Gr.-Kreuz. Absabrt 6 Uhr Bhs. Charlottenburg. II. Nach Grünau— KleSgruben— Müggelheim— Krumme Lake— RahnS- dorf— FriedrlchShazen. Treffpunkt 8—'/,9 Uhr am Bahnhos in Grünau Gäste willkommen. Schwimmer. Arbeirer-Tchwimmvcrci»„Berlin"(M. d. A.-Schw.-B.) Sonntag, den 14. September, vorm. 10 Ubr, hält die 1. Abteilung in der städtischen Flußbadeanstalt, Mühlenstr. 50, ihr diesjähriges'Abbaden ab. Dasselbe verspricht einen guten Verlaus zu iiebmei,. da besonders die Jugend sich in ihren Schwimmkünsten zeigen wird. Abend» findet in„süd-Ost", Waldemar» slraße 75. ein gemütliches Beisammensein statt.— Die 3. Abteilung ver» anslaitet ihre letzte Schwimmtour nach Baumwerder. Treffpunkt 8 Uhr am Bahnhos Beusselstratze. Zu beiden Veranstaitungen sind Freunde und Gönner unserer Sache stets herzlich willkommen. Die Uebungsstunden finden während der Wintermonate vom 15. September ab wie folgt statt: Abt. l: Jeden Donnerstag von 7 Uhr und Sonntags von 10 Uhr an im Voltsbad SchillingSbrücke.— Abt. II: Jeden Mittwoch von 8 Uhr(reserviert) und Sonntags von 10 Uhr an im VoilSbad Gerichtilraße.— Abt. III: Jeden Mittwoch von 7 Uhr und Sonntags von 10 Uhr an im Volksbad Tuvmstraße.— Abt. IV: Jeden Mittwoch von 7 Uhr und Sonntag» von 10 Ubr an im Volk»bad Oderberger Slraße.— Abt. V: Jeden Mittwoch und Sonnabend von 7 Uhr an im Volksbad. Dennewitzfiraße.— Neuausnahmen werden in jeder Uebungsstunde entgegengenommen. Sonntag, den 14. Sept., nachm. 3 Uhr, hält der Zlrbeiter-Schwimm- verein„Neukölln" in der Kortichen Badeanstalt. Köllnische Allee, sein Abbaden ab. Nachdem: Zwanglose» Beiiammensein im anschließenden Garten. Der Eintritt ist srei und sind Freunde und Gönner herzlichst willkommen. Fußball. Reinickendorf. Im Eröffnungsspiel steht am Sonntag um 4 Uhr auf dem neuen Hertba-Sportplatz, Scharnwebersir. 49—54, B. B. C. Hertha Spiel und Sport Lankwitz gegenüber. Vorher stehen beide Vereine mit der II. und III. Eis gegeneinander. Märkische Tpielvereinigung, Bez. Groff-Berli». Am Sonntag- nachmittag 4 Uhr treffen fich im Gesellichafts-Fußballspiei der Reinickendorfer Ballspielklub mit Weißensee(Berliner Meister). Da» Spiel findet auf dem Bundesplatz in Weißensee, Rennbahnstr. 40, statt. Vorher treffen sich die 2. Mannschaften genannter Vereine. DaS Gesellschaftsspiel zwischen der Magdeburger Freien Turnerschast und Fichte XVII am vergangenen Sonntag endete mit 4: 0 Toren zu» gunsten der Fichtemannschafi. * Arbeiter-Samariterbund. Kreis Brandenburg. Am Sonntag, den 2l. September, nachm. 2 Uhr, findet in Lichtenberg, Riltergulslr. 22/26(Konsumgenossenschast) eine Kreisübung slait. Sämtliche Kreiskolonnen haben zu erscheinen. Treffpunkt: 1'/, Uhr bei Arnold, „Schwarzer Adler", granlsurter Chauffee, Ecke Gürtelstraße. Lehrabend haben in dieser Woche(Beginn 8>/, Uhr): ' Berlin, 6. Abt. Montag, 15. Sept., Restaurant Haberlandt, Neue Frtedrlchttr. 35. Berlin, 7. Abt. Mittwoch, den 17. September, Charlottenburg, Rosinenslraße 3, Volkshaus. Ober- Schöneweide. Montag, 15. September, SiemenSstr. 12, bei Schu'z. Martendorf Montag. 15. September, Chausseeftr. 27 bei Büro. Spandau. Mittwoch, 17. September, PichelSdoiqer Straße 5, bei Danneberg. N o w a w e s. Montag, 15. September, Wilhelm- Ecke Friedrichstraße, bei Schmidt. N o w a w eS(Abt. P o t S d a m). Mittwoch, 17. September, Kaiser» Wilhelm-Straße, bei Glaser._____ Jugendveraustaltunge». Neukölln. Sonntag, den 14 September: Spielsahrt nach den Müggelberge ii(Schnitzeljaad). Abjahrt Bhf. Neukölln 7.18 Uhr. Fahrgeld und Uebersetzen 50 Pf Treffpunkt für Nachzügler: Prinzengarten am Müggelsee.— Nicht benutzte Karten süc den Flugpiatzbesuch können im Heim gegen Billetts eingetauscht werden und kann der Besuch jederzeit ersolgeii._______ Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter» ,B. a. G.) zu Hamburg. Filiale Baumschulenweg. Den Mitgliedern, welche in Treptow wohnen, zur Kenntnis, daß am Sonnabend, den 13. Sept., abends S>/z Uhr, im Lokale von Jut. Schmidt, Kiesholzslr. 22, kassiert wird. Eingegangene Drucfercbiiften. Von der„Neuen Zeit" ist ioeden da» 50. fielt des 31. Jahrgang» erschienen. Au! dem Inhalt deS Hefte» heben wir hervor: Zum Partei- tag. Von Rudolf Hilserding.— Die proletarische Frauenbewegung de» verflossenen Jahres. Von Luise Zietz.— Die deutsche Sozialdemokratie und die Agrarfrage. Von Otto Braun.— Der Jenaer Parteitag und die Agrarfrage. Von K. Schmidt(Würzburg).— Der Gebärstreik. Von Karl Kautsky.— Miliz und stehendes Heer. Von Fr. Mehring.(Schluß.) V.— Organisationsprovleme. Von Adols Braun.— Die Stellung der Sozial« demotratie zur Bewilligung von Reichsmitteln zum Baumwollbau. Von H. Krätzig.— Die ForientwickelulM der öffentlichen Arbeitslosenversicherung. Von Friedr. Kleei»(Halle a. d. Saale).— Rentendrückerei und Unfall« rechlsprechung. Von H. Mattutat.— Neueinteilung der ReichstagSwabl- kreise. Don 31. Stoib(Posen).— Die sozialistische Jugendorganisation. Von Paul Schiller(Charlottenburg).— Literarische Rundschau. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch« bandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,as M. pro Quartal zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Da» einzelne Heft lostet 35 Pf. Die Arbeitsvcrhältniffe in der Bürsten- und Piuselindustrie. Nach statistischen Erhebungen tm November 1912. herausgegeben vom Vor« stand des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes. Berlin 1913, Verlagsanstalt de» Deutschen Holzarbeiter-Verbandes G. m. b. H. 1 M. Marktpreise von Berlin am 10. September ItilZ, nach Ermittelungen de» tgl. Polizeipräsidiums. Mais(mixed), gute Sorte 17,00— 17,3p, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00— 00,00. Mai»(runder), gute Sorte 15,00—15,40. Richtstroh 0,00. Heu 6,00—7,40. Markthallenftreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00—50,00. Speisebobnen. weiße 35.00—60,00. Linien 36,00—60.00. Kartoffeln(Klemhdl.) 5,00—3.00. 1 Kilogramm Rindsteisch. von der Keule 1,70—2.40. Rindfleisch, Bauchfleiich 1.30— 1.80. Schweinefleisch 1,50—2,70. St alb fleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,60—2,40.«ntter 2,20—3,00. 60 Stück Eier 3.60—5,50. 1 Kilogramm Karvien 1,20—2,40. Aale 1,40—3,00. Zander 1,40—3,20. Hechte 1,40—2,80. Barstbe 0,80—2,40. Schleie 1,60—3,50. Bleie 0 80—1.80. 60 Stück Krebse 1,00—30,00. WitterungSüberiicht vom II. September 1»13. »s ** t- wt 11 10 10 9 11 Otattonen S S ~ S 1* P Ä'S iS |i i ■» (BeNn D■» I I» Havaraiidaj753 O Petersburg 751 93 Scilly 769 WNW Aberdeen 761 SW Paris 768|NN0 2wolkenl I 1 Regen 1 wolkig' 2bedeckt 2woikenl 4 12 14 13 10 Wetterprognoie für Freitag, de» 13. September 1913. Zunächst etwas wärmer, vorherrschend wolkig mit leichten Regensällen und siischen westlichen Winden; nachher langsam wieder austiarend und neue Zlbkühiung. Berliner Wetterbureau. BSafferftaudS-Nackirichtcn der LandeSanNalt für Gewäffertunde. mtigeteili vom Berliner Wetterbureau Wasserstand M e m e i, Tilsit P r e g e 1, Jnfterburg Weichsel. Tborn Oder. Rattbor , Strossen Frankfurt Warthe, Schrimm LandSberg Netze, Pordamm Elbe, Leitmeritz Dresden " Barby Magdeburg am 10. 9. cm 145 -8 314 184 237 227 100 29 -14 —4 -118 125 101 seit 9.9. cm1) —7 —4 +17 — 8 — 10 —8 0 +3 0 -9 0 —8 -7 Wasserstand Saale, Grochlitz Havel. Spandau') . Rathenow') Spree, Svremberg') , BeeStow Weser, Münden Minden Rhein, MarimilianSau Kaub Köln Neckar, Heilbronn Main. Hanau Mosel. Trier 4- bedeutet Wuchs,— Fall.— 1 Unterpegel. �»"rantwortlicher Redakteur: M�-dWi�Pp7NÄIkölln. Für den Inseratenteil verantw.! Tb Glocke. Berlin. Drück».Verlag! Vorwärt,»uchdrilckere. u. Vt clagSanstalt Paul Singers. E°.. Berlin SW.