Nr. 306. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Viertel jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big. frei in's Haus. Etnzeine Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit inuit:. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreic Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Einger:. in der Boit Zeitungs- Breisliite für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Bersammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Grpedition abgegeben werden. Die Grpedition in an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. Errnsprecher: 3mt I. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 31. Dezember 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Sämmtlichen Mitarbeitern und das Abonnement rechtzeitig aufzugeben, damit die regelmäßige die Massen bis in die tiefsten Tiefen aufwühlende seit Zustellung des Blattes feine Unterbrechung erleidet. Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene Genossen senden auf diesem Wege die Theil des Romans herzlichsten Neujahrswünsche Die Redakteure des ,, Vorwärts" Abonnements- Einladung. * Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises zum 1. Januar thätig zu sein. Es ist das eine Parteipflicht. Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Presse je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat es, und wer dem Partei- Organ neue Leser zuführt, stärkt sonach die Partei. Der Roman „ Helene" von Minna Kautsky, welchen wir jetzt veröffentlichen, reiht sich den besten Schöpfungen der modernen Romanliteratur an. Unmittelbar nach den Weihnachtsferien tritt der Reicha tag wieder zusammen und seine Verhandlungen werden von ungewöhnlicher und unmittelbarer Wichtigkeit sein. Unter solchen Umständen haben wir ein doppeltes Recht, auf die Unterstützung der Genossen zu rechnen, und die Verbreitung des Vorwärts" von ihnen als eine Pflicht heischen zu können. „ Helene" von Minna Kautsky auf Verlangen gratis nachgeliefert. Gründung des Deutschen Reiches. Und zum ersten Male seit Gründung des Bismarc'schen Blut- und Eisenreiches wurde bei einer Wahl dessen Fundament: der Militarismus, prinzipiell in Frage gestellt. Den Vorkampf führte die Sozialdemokratie; ihr fiel auch der größte Gewinn zu, obgleich alle Parteien ausnahmslos sich uns gegenüber zu einer reaktionären Masse zusammengeballt hatten. Die Mittelparteien, namentlich die Fortschrittspartei, die in dem Windmühlengefecht um den„ ZuDie Redaktion und Expedition des „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. funftsstaat" die geistige" Führung gehabt, unsere Vernichtung Neujahr. am hizigsten besorgt hatte,-wurden im heißen Ringen zwischen uns und den extrem- reaktionären Parteien wie zwischen zwei Mühlsteinen zerrieben, und bei dem großen Volkswahrspruch des 15. Juni 1893 wurde der MilitarisAm Schluß eines Jahres wendet der Blick sich unwill- mus von einer erdrückenden Mehrheit des deutschen fürlich zurück in das verflossene und vorwärts in das be- Volkes einer Mehrheit von einer Million ginnende Jahr. Wie der Geschäftsmann für das Geschäfts- und einhunderttausend Wählern gegen die jahr so ziehen wir die Bilanz für das politische Jahr. Anhänger der Militärvorlage-- für schuldig beWir haben, unterstützt von der Partei, in letzter Zeit ir fassen zusammen und wägen ab die Ereignisse des funden und verurtheilt. Durch dieses hochbedeut unseren Inhalt bedeutend erweitert und auch dem Feuilleton hinter uns liegenden Zeitabschnitts, welcher nun der Ver- same, folgenschwere, eine neue Aera einleitende Botum hat erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt. gangenheit angehört, und suchen mit forschendem Auge den das deutsche Volk, nachdem es Jahrzehnte lang im Banne Schleier der Zukunft zu durchdringen. Wohl selten war einer gemeinschädlichen, allen Errungenschaften der Kultur der Rückblick ein so befriedigender, ein so lehrreicher, wie ins Gesicht schlagenden Politik der Völker und Menschendiesmal. Das Jahr 1893 eröffnete sich unter Stürmen. verheßung, der Verfolgung und Unterdrückung, des Appells Die an den hundertjährigen Kalender glauben auch für an die niedrigsten Triebe gelegen, sich wieder einen ehrendie Politik, erinnerten an das große Jahr" 1793, das vollen Plaz in der Reihe der Kulturvölker errungen, und den Sieg der französischen Revolution sah und die Ver- braucht nicht mehr zu erröthen ob des Wortes, das vernichtung ihrer Feinde: die Titanenarbeit und die logene Schmeichler ihm zur Zeit seiner tiefsten Erniedrigung Titanenfämpfe eines begeisterten Volkes, das die alte Feudal zuriefen: Deutschland marschirt an der Spiße der Ziviliwelt in Trümmer schlug und den Grundstein und Unterbau sation". einer neuen Welt legte. Ganz so tragisch und gewaltig Der Mehrheit des Volkes entsprach leider nicht die Mehrwar das Jahr 1893 allerdings nicht. Aber auch fruchtbar heit der Volksvertretung. Die Sozialdemokratie, weitaus au großen, entscheidungsvollen Ereignissen, und auch einen die stärkste Partei, nahezu ein Viertel ber ge= mächtigen Fortschritt bezeichnend in der Vorbereitung und sa m mten Wählerschaft Deutschlands umAnbahnung einer neuen Welt einer neuen Welt, die fassend, würde im Reichstag, wenn die Vertretung eine einen noch größeren Bruch mit der Vergangenheit bedeutet, gerechte nach Stimmen und Kopfzahl wäre, fast ein als vor 100 Jahren die bürgerliche Revolution bedeutet hatte. Viertel der Gesammtvertretung, in die Das deutsche Volt war durch kolossale Neuforderungen neunzig Abgeordnete haben; sie hat aber thatsächlich nicht des Militaris in us bis in die weitesten Kreise und in einmal ein Achtel der Mandate nur 44, und die entferntesten Winkel aufgerüttelt, aufgeregt worden, so ist es denn erklärlich, daß für die Militärvorlage, die Auch die Neue Welt" wird neben gediegenen Kleineren wie wir seit 1848 und 1849 Aehnliches nicht erlebt, und am 15. Juni von der ungeheueren Mehrheit des deutschen Beiträgen einen überaus spannenden Roman es fand sich vor die Frage gestellt, ob ein politisches Volkes war verworfen worden, im Reichstag sich eine, wenn Syſtem, das zu seiner Erhaltung solcher Opfer bedürfe, auch nur winzige Mehrheit fand ein Ergebniß, das überhaupt werth sei, erhalten zu werden- ob es nicht obendrein schließlich nur durch den Verrath einiger sich mit endlich an der Zeit sei, mit diesem System und der zu ihm Vorliebe voltsthümlich nennenden Demagogen der Antigehörigen Schraube ohne Ende des Militarismus zu semiten herbeigeführt werden konnte. brechen. So hätte denn der Moloch des Militarismus eine Unter dem Druck der öffentlichen Meinung verwarf Galgenfrist erlangt, und der Kampf gegen ihn muß der Reichstag die Militärvorlage nach Monaten des un von Neuem aufgenommen und bis zu seiner Vernichtung würdigsten Schacherns, von dem man durch allerhand Hanswurstiaden, wie die berüchtigte Zukunftsstaats" Debatte, die Aufmerksamkeit des Volkes abzulenten versuchte. Die Regierung war nun gezwungen, den Reichstag aufzulösen und Neuwahlen anzuordnen. Mit dem 1. Januar eröffnen wir ein neues Abonnement dem 1. Janua auf den „ Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illustrirten Sonntags- Beilage " „ Die Neue Welt". Armer Leute Kind von Ed. Wengraf vom 1. Januar ab veröffentlichen. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postaustalten Abonnements zum Preise von 3,30 Mart für das Quartal entgegen.( Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708.) Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflichft, 1190 Feuilleton. Nachdruck verboten.] i Helene. Der Wahlkampf war weitaus der leidenschaftlichste, lischen Musik wiederzugeben, die sie gestern gehört hatte, und schüttelte unzufrieden mit dem Kopf. Es geht nicht, sie kann's nicht, sie kann nicht singen, [ Alle Rechte vorbehalten und das Entzücken, das ihre Nerven erregte, bleibt wie gebunden. [ 5 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky). 111. Die helle Morgensonne schien in die offenstehenden Fenster von Röders Wohnung. Lenes hübscher Kopf guckte bald aus dem einen, bald aus dem anderen heraus. Sie schwenkte, das Tuch, mit dem sie den Staub abwischte hatte, gegen die Straße, der Verordnung zum Troß, lächelt und verschwindet. fortgesetzt werden. Nicht blos im Reichstag, sondern auch außerhalb desselben stehen stürmische Debatten und heiße Kämpfe bevor, der Sieg aber muß endgiltig dem Volk zufallen; denn der Wille des Volkes ist oberstes Gesetz und höchste Gewalt.... Die Sinnlosigkeit der Politik des bewaffneten Friedens Ja, das hatte er ihr geschrieben, und sie ist stolz und glücklich darüber, und ein wenig bänglich zugleich. Karl, Baron Morre," lautete die Unterschrift dieses Briefes, und dieser Titel schüchterte sie ein.. Sie hatte noch nie mit einem Baron gesprochen und Da wird die Glocke gezogen. Sie springt hinaus, um nun war's ein Baron, der sie um eine Zusammenkunft bat. zu öffnen. Eine Minute später steht sie am Fenster, einen Noch diesen Vormittag, von zehn Uhr an, wollte er sie Brief in rosa Kouvert in der Hand. Die Adresse trägt in den Anlagen erwarten; einige Rosen, die er in der Hand ihren vollen Namen. Schier verdugt blickt sie darauf; tragen würde, sollten ihr als Erkennungszeichen dienen. Fräulein Helene Röder", dann reißt sie das Kouvert auf. Unwillkürlich blickt sie nach der Uhr. Während des Lesens röthen sich ihre Wangen und ihre Es ist halb zehn sie könnte sehr wohl zurecht Lippen, die lautlos die Worte nachsprechen, erzittern. Es tommen. waren heiße, leidenschaftliche Worte, die von dem Eindruck Sprachen, den ihre Schönheit und ihr Liebreiz auf das Herz eines Mannes gemacht hatten, Worte, die sie noch nie geSie ist allein zu Hause, im Begriffe die Stube auf- hört, die ihr den Athem raubten: zuräumen, und thut dies so lässig und tändelnd, wie eben Sie geht in der Stube auf und nieder, schüttelt den ein Mädchen, dessen Zeit ungemessen und werthlos ist. Ihr Kopf, lächelt, seufzt, schlägt die Hände zusammen und beKopf war unfrifirt und ihr Morgenanzug eher pitant als ginnt aufs Neue zu lesen. nett und sauber zu nennen. Ist es denn möglich, sie ist geliebt!! Unter dem weißen Tüchelchen, das sie müßenartig um Ein warmer Strom durchfluthet den jungen Körper, ihr Haupt geknüpft hatte, drängte sich das braune Haar und ein wonniges Empfinden, ein unaussprechliches Glücksin losen Partien und wirren Löckchen an der Stirne und gefühl geht damit einher. im Nacken hervor. Sie trug einen alten in seiner Farbe verwitterten Rock und ein knappes Sammtleibchen, das einst ein Paradestück ihrer Mutter gewesen, jetzt aber, unendlich abgenugt, einen glanzlosen Spiegel zeigte. Dem aufblühenden Mädchen sitzt es zu enge und so läßt sie es in knabenhafter Unbekümmert heit am Halse und an der Brust offen, so daß das weiße Hemdchen zu Tage tritt. Immer wieder versuchte sie einige Zatte jener himmSie ist geliebt! Es ist wie ein Aufblühen und Sich entfalten und Sichberauschen in dem frischen Duft ihrer Jungfräulichkeit. Aber wie kam es nur, wie konnte es nur sein? Wie vor einem Räthsel steht sie vor dieser geheimniß. vollen Macht, die sie auf einen Anderen übt, ohne es zu wissen, ohne es zu wollen, und die doch so start ist, daß er sich nach ihr sehnt und daß seine Gedanken unablässig bei ihr verweilen müssen. bt fie auf un Und wieder geht sie auf und nieder, in ihrer starken inneren Bewegung. Wie mag er aussehen? Sie ist gepeinigt von Neugier. Ihre Mädchenphantasie malt ihr einen jungen hübschen, sehr hübschen Menschen vor... Nun, sie wird ihn ja sehen... fie ist entschlossen zu gehen... Und jetzt bleibt sie vor dem Spiegel stehen, sieht hinein und lächelt sich zu. Da erschrickt sie über ihr nachlässiges Aussehen, sie ist nicht einmal gekämmt. Sie reißt die Müße vom Kopfe, nur mehr von dem Gedanken beherrscht, sich schön zu machen. Sie löst ihr langes Haar, und hastig, mit ungeduldigen Händen, vers sucht sie den Kamm hindurch zu bringen. Sie zauft sich unbarmherzig und verrauft es nur immer mehr. Sie kann sich nicht allein frisiren und heute schon gar nicht, sie ist zu aufgeregt. Go jetzt ist's aus, der Kamm ist mitten entzwei geSie möchte am brochen! Sie wirft ihn zu Boden.. liebsten weinen... da leuchtet ein Hoffnungsstrahl Tante Luife! die immer Hilfsbereite, soll ihre Haare in Ordnung bringen. Sie springt zur Thür und bleibt dort " " 1 " 4 „ Auf die Der Mit und der Friedensbünde" ist im Laufe des verflossenen| Bourgeoisie auf ihrem Besitz der politischen Macht be-] Als es galt, die ungeheuren Militärlasten durchzupeitschen, Jahres auch dem stumpfesten Hirn deutlich gemacht worden ruht, und die deshalb danach strebt, der Bourgeoisie die die im verflossenen Jahre dem Volfe von Neuent aufgewälzt durch die Komödie der französisch- russischen Verbrüderungs- politische Macht zu entreißen. Das Proletariat hat die worden sind, da wurde der Hund auch auf den Tisch gesetzt feste. Gegen die Poffe des„ Dreibunds" eine Poffe, die politische Macht zu erkämpfen, und zu diesem Zweck muß es sich leistungsfähigen, starken Schultern sollen alle Laften der neuen und gestreichelt und mit fetten Brocken gespeist. bem armen Italien aber zur Tragödie ward spielten als politische Parte i organisiren. Das haben jetzt, Rüstung kommen"- so hieß es da schmeichlerisch, und die die Franzosen, die als Schauspieler uns Deutschen bekannt seit die englischen Arbeiter der internationalen Proletarier Größten der Wachthaber brachten es über sich, die Hundeschüssel lich weit über sind, die Posse des Zweibundes" aus und Armee sich angeschlossen haben, die klassenbewußten Arbeiter in die fein behandschuhten Finger zu nehmen und dem arbeiten. warfen uns lächelnd alle Friedensheucheleien ins Gesicht, aller Länder begriffen, und sie haben fortan eine ge- den Wolfe die gewähltesten Brocken, die schmackhaftesten Köder mit denen die Bismarck'sche Chauvinistenpresse den Drei meinsame Zattit, wie sie ein gemeinsames Biel hinzulegen. Freilich war der Hund nicht mehr so dumm, wie bund" aus einer den Weltfrieden bedrohenden Heraus- haben. früher. Er zeigte den Herren knurrend die Zähne und fraß nicht forderung in eine Bürgschaft des Friedens" umgelogen Neben dem großen internationalen Arbeiterkongreß, mehr aus der Hand, so zahm, wie früher. Aber die Absicht der hatte. ihn ergänzend( und gleichzeitig mit ihm) tagte in Zürich eine Serren war dieselbe, wie diejenige der Dörfler, die ihr Laftthier Und das Bischen Vorsprung", den das deutsche Anzahl von internationalen Fachkongressen. noch heute zu Neujahr bewirthen. Und als der Hund mit seinem Knurren Recht behielt, als Soldatenreich durch die letzte Militärvorlage erlangt zu Und auf all diesen Fachkongreffen fam es, nach dem einen festlichen Tage wieder die Hungerpeitsche gehaben vermeinte, ist längst wieder an den Zweibund" ver- ohne die mindesten Streitigkeiten und Reibungen, schwungen wurde, als die Tabaksteuer und die Weinsteuer loren gegangen. zu einer vollkommenen Verständigung ein Beweis, famen, während die Herren im Osten an ihrem 40- millionenWeg mit solchen Gespenstern der Barbarei! Weg mit daß die Arbeiter aller Länder genau dieselben Inter Geschenk weiter praßten da versuchte man das Hundemanöver dem Zweibund", weg mit dem, Dreibund"- es lebe der essen haben, und daß diese Interessengemeinschaft zu von Neuem. Die Armen und Glenden sollten es wirklich gut internationale Völkerbund! Keine Kabinets- natürlichem Ausdrucke gelangt, wo immer die Erkenntniß haben, die Reichen sollten doch die Hauptsache der neuen politik. Bo Its politik. der Thatsachen und Interessen nicht durch Vorurtheile oder Millionen bringen die Börsensteuer gehe den Kapitalisten an den Kragen. Die paar Pfennige vom Tabak und vom Wein, Das Jahr 1893 war überhaupt ein Jahr der Phrasen getrübt wird. der Quittung und vom Stempel, die spüre ja Wahlen. In Bayern und Sachsen hatten wir Landtags- Unser deutscher Partei Kongreß, der Ende das Bolt gar nicht; aber die Besteuerung der BörsenWahlen; mit fliegenden Fahnen zogen unsere Genossen in Oktober in Köln tagte, regelte die Maifeier im Einklang geschäfte, das sei die ausgleichende Gerechtigkeit, den bayerischen Landtag ein, dessen Thür sie trotz des be- mit den Züricher Beschlüssen und erledigte glatt alle ihm ob- große Aderlaß aut den mächtigen Vermögen. schränkten Wahlrechts mit Hilfe ihrer geschickten und kraft- und vorliegenden Parteigeschäfte. Bei der Einigkeit, die in der diesem Köder sollte der Hund von Neuem beruhigt werden. vollen Agitation sich öffneten; und in Sachsen wurden neue Partei herrscht, hatte der Kongreß es nicht mit Streitfragen Schade nur, daß er auch bei diesem Manöver wieder so flug Size erobert. zu thun. Nur die Gewerkschaftsdebatte, die zu einer im- war, die Freundlichkeit seiner Herren durch energische Opposition Wenige Monate nach dem deutschen Volk trat das provisirten und darum nicht hinreichend vorbereiteten De zu vergelten. Die antisemitischen Kläffer sind vielleicht auf die Hundemahlzeit hereingefallen; während sie in der vollen Echüssel französische in den Wahlfeldzug ein. Es galt in batte Anlaß gab, förderte einige Meinungs- Verschiedenheiten fraßen, merkten sie nicht, daß die Rationen für das kommende Frankreich, die Republik von dem Panama- Schmutz zu be- zu Tage, die auch nach dem Kongreß noch in der Partei Jahr von Neuem geschmälert, die Mißhandlung nach dem Julfreien und die herrschende Bourgeoisklique von dem Staats- presse nachzitterten, jedoch mehr persönlicher als prinzipieller fraße desto gründlicher vorbereitet wurde. Wenn die Peitsche Steuer zu entfernen. Durch die willkürliche Schließung der Natur waren. Die Resolution, welche der Kongreß fast wieder knallt und das rohe Arbeitskommando der Herren wieder dann verPariser Arbeitsbörse suchte die Regierung im Juli die einstimmig annahm, zeigt, daß im Wesen Uebereinstimmung erschallt, werden sie wohl auch noch klug werden sozialistischen Arbeiter zu einer aussichtslosen Straßen vorhanden ist. fängt das Hundemanöver auch bei ihnen nicht mehr. schlacht zu reizen, welche die Kraft des Sozialismus für Zum Schluß des Jahres tagte ein österreichischer Und an diese Hundegeschichten tnüpft sich von selbst eine Um die Widerstandskraft des armen, Jahre gebrochen hätte. Die Arbeiter gingen nicht in Gewerkschafts- Kongreß, der für die Gewerks Volfez zu ſchwächen, zahlen hat der Kapitalismus nicht blos die Falle. Der Wahlkampf war heftig. Es gelang noch schaftsbewegung in Desterreich von bahnbrechender Bedeutung bie Buß- und Bettage bei aller Chriftlichkeit" der Gesinnung nicht, die Bourgeoisie bei Seite zu schieben, allein auf vielen zu werden verspricht. Punkten wurden die Vertreter des Kapitalismus überUnter den hervorstechenden Greignissen des Jahres 1893 Jahres. Dieter des heraufkommenden neuen reduzirt, sondern auch die mit ihrem ununterbrochenen Festwunden, und die Sozialisten verfünffachten die Zahl zählt noch die erfolgreiche Bewegung für das allgemeine getön früherer Beiten, mit ihrer Fröhlichkeit und ihrem Jubel, der Size, die sie in der Kammer bisher gehabt. Sie sind in gleiche und direkte Wahlrecht in Belgien sie sind auf den einen Neujahrstag zusammengestrichen worden, Frankreich die ausschlaggebende Partei geworden-die und in Desterreich. Dort wie hier war es die sozial- denn die übrigen elf Tage braucht der Kapitalismus sehr noth Achse, um die das ganze politische Leben sich dreht. Sie demokratische Partei, das organisirte Proletariat, welches wendig zur Ausbeutung. haben das Ministerium Dupuy, das die Wahl leitete den Austurm auf die volksfeindlichen Mächte leitete, und auch die Hundemahlzeit abgeschafft hat, so bewahrte es sich doch ein Geheimniß der Neujahrsfeier: Das Horchen und den Kreuzzug gegen den Sozialismus als seine dem Volt, wenn auch noch nicht das volle und ungeschmälerte in die Zukunft, das hlösen nach altgermanischem SprachHauptaufgabe betrachtet, bei bei dem ersten Zusammen- Wahlrecht mit dessen vollem und ungeschmälertem Gebrauch, gebrauch, das Zeichendeuten im besten Sinne Des stoß gestürzt, und sie hätten den Nachfolger Dupuy's, den so doch den Weg dazu erkämpft und einen festen Hebel- Wortes, nicht nach abergläubischen Gebräuchen, sondern Erzausbeuter und Erzreaktionär Kasimir Perier, gestürzt, p unft gewonnen hat, von dem aus die widerstrebenden nach greifbaren Symptomen des Lebens. Niemand weiß heute wenn nicht ein Tollhäusler, der wahrscheinlich von der Gewalten aus den Angeln zu heben sind. Polizei auf derartige Streiche gebracht worden ist, durch So sehen wir, wie überall die Arbeiterklasse sich regt einen wahnsinnigen Bubenstreich die Kammermajorität ver- und die Arbeiterbewegung sich ausdehnt und vertieft. Die alte Gesellschaft schaut grollend und rathlos zu. rüdt gemacht, und eine kurze Reaktionsperiode in Frankreich ermöglicht hätte. Der Boden schwindet ihr unter den Füßen, die Uebel der Das vergangene Jahr war auch ein Kongreßtapitalistischen Produktion machen sich mehr und mehr fegenbringenden Herrschaft, die einst das Volt führen und unter jahr. Im Auguſt fand zu Zürich der dritte geltend. Die Vlassen verarmen, die Mittelstände verfallen. ber es teine Bedrückten mehr geben wird. Die heute Mächtigen internationale Arbeiterfongreß statt, der Die Krisis ist in Permanenz, die Arbeitslosigkeit verbreitet sich aber haben das geheimnißvolle Gehör für das Kommende verloren. das Werk der Kongresse von Paris( 1889) und von Brüssel weiter und weiter, und durch gigantische Arbeits- Ein- Sie sehen das Geschehende nicht, wie viel weniger das Künftige. Ihr ( 1891) fortsette und ausbaute. Der Versuch weniger sich für stellungen, wie den großen englischen Kohlen- Dhr ist unempfänglich für das Aechzen und Stöhnen der breiten Revolutionäre" ausgebender Leute, den Kongreß entweder streit, der drei Millionen Menschen( die Massen, das den kommenden Sturm anzeigt, ihr Auge erkennt aufs zu stören, oder ihn für ihr bewußt oder unbewußt reaktionäres Familien eingerechnet) für Monate nicht die allmälige Formirung der großen Bataillone, welche das Pflaster spätere Volfsheer und seine Macht schon heute andeuten. Für Treiben zu gewinnen, scheiterte an dem gesunden Verstand warf und ein von den kapitalist en selbst herbei sie ist der Zukunftszauber der Nacht vor dem neuen Jahre verdes sozialdemokratischen Proletariats, das zwischen Phrase geführt war, um der Ueberproduktion" zu steuern, wird foren gegangen, zu ihrem und ihrer Nachkommen Verderben. und Thaten zu unterscheiden versteht. Der Kongreß ver- jeder, der Augen hat zu sehen und ein Sirn zu denken, Das ewig Junge und Lebenskräftige, was aus alter Borzeit richtete all feine Arbeiten, und der einzige Punkt, in aufs handgreiflichste belehrt, daß die kapitalistische Sagen auch heute noch wahr ist, wohnt beim Volke. Es schreitet bezug auf auf welchen noch Meinungs- Verschiedenheiten Gesellschaft die wirthschaftlichen Anforderungen der Gegen durch Sturm und Graus, durch Sput und Höllenzauber der unter den Arbeitern der verschiedenen Länder herrschten: wart nicht mehr zu erfüllen vermag, und ein Hindernißwölfnächte", durch kapitalistische Bedrückung und Verdummung thatenmuthig in's neue Jahr! die Feier des Maifestes der Arbeit, wurde der menschheitlichen Fortentwicklung geworden ist." für alle Theile befriedigend geregelt. Die Jeier am ersten Und sie weiß das. Eine Weltordnung, die vor dem Sonntag des Mai ist von den Engländern und einem Theile Kochtopf eines hirnverbrannten Gewohnheitsverbrechers " 1 Aber wenn das arbeitende Volt so gut das geheimnißvolle Rauschen einer besseren Zeit, die noch im Schooße fünftiger Jahre schlummert, troß aller Ferne besser zu verstehen, als das Proletariat. Im Sturmgeheul der Zwölfder Macht, die einst alle Privilegien wegfegen muß; im flaren nächte" hört das arbeitende Volt das wuchtige Einherschreiten Simmel des milden Wintertages erblickt es den Vorschein der der Deutschen und Schweizer aufgegeben worden und das zittert und, nachdem sie sich zu Tod geängstigt, aus diesem Politische Leberlicht. Welt Maifest wird künftighin auf dem ganzen Erdenrund Kochtopf das Baubermittel zu ihrer Verjüngung sich holen am 1. Ma i jedes Jahres begangen werden. will, hat den Glauben an sich verloren und kann uns Berlin, den 30. Dezember. Es regnet Dementis über die angebliche Reichstanzler krisis; so schreibt die„ Norrd. Allg. 8tg." in auffallender Schrift: Die über einen gemeinsamen Bortrag des Reichskanzlers und preußischer Minister bei Sr. Maj. dem Kaiser am 28. d3. von öffentlichen Blättern gebrachten Nachrichten entbehren, wie wir zuverlässig erfahren, feder Begründung. Der Reichskanzler wurde zunächst von Sr. Majestät allein empfangen, worauf der ganz andere Gegenstände betreffende Vortrag zweier preußischer Minister folgte. Und Finanzminister Miquel läßt gegenüber der ,, Kreuzzeitung" in den Berl. Pol. Nachr." erklären, daß von einer Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und dem Reichsfanzler nicht die Rede sei. Das wichtigste Ereigniß des Züricher Kongresses war nur Mitleid oder Verachtung einflößen. Und wie sollte die der Anschluß des organisirten englischen alte Gesellschaft noch Selbstvertrauen haben? Ist doch Proletariats an die große Armee des internationalen überall Fäulniß und Verwesung überall Auflösung. Proletariats. Das Riesenheer der englischen Gewerkschaften Die alte Gesellschaft ist dem Untergang geweiht. Der - der Trade Unions die Menschenalter hindurch in ökonomischen Auflösung entspricht die politische, die sich in dem Wahne befangen gewesen, die Emanzipation der Arbeit der Bersetzung der alten Parteien und in der allgemeinen Bervon dem Kapital ließe sich auf dem Boden der kapitalistischen fahrenheit und Zerbröckelung kundgiebt. Die politische und Gesellschaftsordnung durch eine vollendete Gewerkschafts- wirthschaftliche Lage ist ein wüftes, wirres, beständig sich organisation ohne politischen Kampf erringen, bildet jetzt änderndes Nebelbild. Alles zerfließt ineinander. Alles ist im einen Theil ber sozialistischen Arbeiterpartei, die Fluß. Was für fest galt, fluthet steuerlos in dem Strom der den Klaffenkampf zwar auch gewerkschaftlich führt, aber Ereignisse. Die Regierung des Deutschen Reiches treibt dabei nicht vergißt, daß die Klassenherrschaft der mit zitternder Kompaßnadel zwischen altem und neuem Kurs. Das Junkerthum, das sie für ihre sicherste Stütze stehen. Tante Luise hat so einen Blick... die kennt hielt, hat ihr, weil sie ihm die Interessen des Volkes nicht Auch wir hatten den Gerüchten über eine afute Reichsihr's gleich an... und was sie weiß, weiß Konrad auch... bedingungslos opfern mag, den Gehorsam aufgekündigt und ift in offener Rebellion; und die Regierung, die sich nur kanzlerkrisis wenige Tage, nachdem der preußische Ministerund er braucht's nicht zu wissen der würde sie schön an das Volk zu wenden hätte, um die Nachkommen der präsident den Erlaß an die Beamten vom Jahre 1882 in auslachen." Eine dunkle Wolfe ist in ihr Antlig gestiegen. Langnicht, weil sie das Bolt fürchtet, und der Friktionen stattfinden oder zum mindesten nicht ausbleiben Raubritter zu züchtigen und zu zerschmettern", ste thut es Erinnerung brachte, keinen Glauben beigemessen. Aber daß sam kehrt sie um und setzt sich in einen Winkel. Rebellen von heute eines Tages gegen das Volk zu können, scheint ums bei dem wichtigen Einflusse des JunkerSie ist nachdenklich und unschlüssig geworden. So herrscht in der Politik die thums in Preußen unausbleiblich. Die Lesart, daß Graf So findet sie die Mutter, die vom Einkauf zurückkehrt. bedürfen glaubt. Gine laute, lärmende Geschäftigkeit ist mit ihr ein- wechselnde Laune des Augenblicks, und nirgends sehen wir Caprivi die Beschlußfassung des Reichstages über den gezogen und es dauert Lange, ehe fie Zeit gefunden, ihrem Plan und zielflare Kraft. Fest in diesem wogenden, deutsch- russischen Handelsvertrag nicht lange überleben wird, gezogen und es dauert Lange, ehe fie Beit gefunden, ihrem wirbelnden Chaos ist nur die Sozialdemokratie. Und sieg scheint uns das wahrscheinlichste von all den jetzt herumharrenden Töchterlein das Haar zu machen. Das Rendez- reich und unwiderstehlich dringt das sozialdemokratische schwirrenden Krisengerüchten. Diesen Vertrag wird aber Es war Abend geworden, als der kleine Heinrich, von Heer vor. Graf Caprivi noch im Reichstage zu vertheidigen haben, der Straße kommend, mit geheimnißvoller Miene auf Lene Hoch die internationale Sozialdemo- dann aber dürften die Tage Caprivi's, Marschall v. Biebertratie! stein's gezählt sein. zutrat und ihr verstohlen einen Brief zeigte. General von Albedyll soll als Nachfolger Caprivi's dem Bunde der Landwirthe genehm sein. Von seinen staatsmännischen Fähigkeiten ist in weitesten Kreisen nicht das Mindeste bekannt, über seine Eignung zur parlamentarischen Vertretung der Reichsregierung ist auch nichts in die Deffentlichkeit gedrungen. Das Einzige, was von dem Herrn bekannt ist, ist das Folgende: vous war versäumt. Lene griff hastig danach. Der gehört inir," sagte sie. Der Knabe, um sie zu necken, zog die Hand wieder zurück, worauf sie heftiger auf ihn eindrang und ihm den. selben entriß. Der Vater fragte, was es da gebe. Heinrich antwortete ausweichend mit einer Lüge. Lene erröthete, fie schwankte und zögerte. Dann nahm sie den Brief, den sie schon in die Tasche geschoben hatte und übergab ihn dem Bater. Arbeiter- Sylvester. An einem Abend der Zwölfnächte", die von Weihnachten über Neujahr laufen und deren Feier an Stelle des heutigen, mageren Neujahrsfestes von unseren Altvordern nach gutem germanischen Brauch durch gründliches Ausruhen und gute förperliche Pflege begangen wurde, setzt man heute noch in Als gemein und eines gedienten Soldaten manchem Dorfe den Hund auf den Tisch und giebt ihm darauf unwürdig hat Herr von Albedyll, als kommandirender ein ausgesuchtes Futter. Den Städtern ist dieser alte Brauch au naiv geworden, zu unzivilifirt sie schämen fich feiner. Sie General des 7. Armeekorps bezeichnet, wenn sich ein zu " Hier," sagte sie mit einer Anstrengung über sich selbst, lassen den Hund Hund sein, auch zur Neujahrsfeier, und über einer Uebung eingezogener Wehrpflichtiger hinterher in ich will fein Geheimniß vor Dir haben." sezzen den alten Brauch in das moderne Gebildete: sie speisen öffentlichen Blättern über Soldatenmißhandlungen beschwert. Sie blieb vor ihm stehen, die Augen gesenkt, mit ihre menschlichen Arbeitsbunde mit einem Geldgeschent ab. Auch als Zeichen elender Gesinnung" und Klopfendem Herzen, beherrscht von Empfindungen, die alle Der Dienstbote erhält sein Neujahrsgeld, der Handlungs Feigheit" hat der Kavalleriegeneral solche Miffethat zart, hoffnungsfreudig und gut waren. Bei dem zornigen gehilfe feine Neujahrs- Gratifikation, und wie die schönen Dinge Durch seine Kontrolloffiziere bezeichnen lassen. Im Herbst Ausruf des Baters blickte sie empor und erschrak über den sonst noch heißen. Nach Neujahr ist der Hund wieder Hund, 1892 ließ er die Bezirksoffiziere bei den Kontrollversammfinsteren Ausdruck in seinem Gesicht, der ganz und gar nicht und darin liegt gleichzeitig die Symbolik dessen, was die lungen eine Rede über die Sozialdemokratie halten. Ob zu ihren Erwartungen paßte. arbeitenden Klaffen, wenn sie am Jahresende zurückschauen, im das und die bekannte Frömmigkeit des Generals genügt, Er hatte den Brief in der Hand zerknittert und herrschte verflossenen Beitabschnitte zu erdulden hatten, und was sie im um Reichskanzler zu werden, wissen wir nicht. ihr zu, mit ihm auf sein Zimmer zu kommen. Dort hatte kommenden wieder erdulden werden, bis das wirkliche neue" fie ihm Alles gebeichtet. Jahr, das Jahr der Befreiung des Proletariats hereingebrochen sein wird. ( Fortsetzung folgt.). der Diener wieder Sklave, der Arbeiter wieder das Lastthier. " Die kleinen Handelsverträge. Der Reichs- und Staats- Anzeiger" schreibt im amtlichen Theile: Der Austausch der Ratifitationen zu dem Handels- und an den Wahlen ausgesprochen hat, ergiebt sich doch aus der AbBollvertrag, fowie zu dem Uebereinkommen, betreffend den stimmung, daß der Einfluß der Parlamentarier im Steigen beegenseitigen Muster- und Markenschutz zwischen dem Reich und griffen ist. Die Debatten über diese Frage wurden von Serbien, ist heute im Auswärtigen Amt durch den Staats- Troelstra eröffnet, der das Eintreten der Partei in den poli sekretär Freiherrn von Marschall und dem serbischen Geschäfts- tischen Kampf vertheidigte und darauf hinwies, daß, wenn die träger erfolgt und hierbei der bisher noch vorbehalten Sozialdemokratie sich nicht an der Politit betheiligte, die bürgergewesene Termin für das Inkrafttreten des erftgedachten Ver- lichen Parteien einen größeren Einfluß auf die Arbeiterklasse ge= trags auf den 1. Januar 1894 n. St. festgesetzt worden. winnen würden. Die ökonomische Agitation könne sehr gut Der deutsch- rumänische Handels-, Zoll- und Schifffahrts: neben der politischen getrieben werden. Ein anderer Delegirter vertrag, welcher in Gemäßheit seines Artifels 20 am 1. Januar bemerkt, daß niemals so viel Propaganda für unsere Prinzipien 1894 in Kraft treten sollte, unterliegt zur Zeit noch gleich gemacht worden ist, als zur Zeit, da Domela Nieuwenhuis Mitzeitig mit einem den rumänischen Bolltarif abändernden Ge- glied der zweiten Kammer war. Genosse Benniuh hat es dafetzentwurf der Berathung seitens der rumänischen mals bedauert, daß Nieuwenhuis ein Mandat aus den Händen Kammern. Da die Tarifvorlage von der Deputirtenkammer der Bourgeoisie annahm; wir seien jedoch jetzt noch zu schwach, bereits genehmigt ist, der Abschluß der parlamentarischen um die Wahlagitation verachten zu dürfen. Auch wird darauf Berathung des Handelsvertrages sich jedoch bis zu dem ge- hingewiesen, daß die Propaganda in den südlichen Provinzen so dachten Zermine nicht mit Sicherheit in Aussicht nehmen läßt, ſchwer ist. Da muß man jede Gelegenheit benugen, um zu der so werden die beiden Regierungen vorbehaltlich der durch Masse durchzudringen. Das Volt ist da noch so weit zurück und die Genehmigung des Handelsvertrages seitens der rumänischen so ungebildet, daß der Delegirte fürchtet, es würde in der ReKammern und bezw. durch den alsdann erst möglichen Rati- volution die Rolle der Vendeer spielen. Genosse von Rol fikationsaustausch bedingten formellen Inkraftsetzung des Ver- protestirt gegen den beleidigenden Ton, in dem man immer über trages vom 1. Januar 1894 ab gegenseitig die in dem die Parlamentarier spricht. Es ist nicht wahr, daß diese glauben, die Vertrage verabredeten Zollsäge thatsächlich in Anwendung Lösung der sozialen Frage könne nur durch den Parlamentarismus bringen. Was den Handels- und Schifffahrts- Vertrag zwischen badem Reich und Spanien anlangt, so ist, da dessen Genehmigung durch die spanischen Kortes bisher nicht zu ermöglichen war, von den beiden Regierungen und zwar deutscherseits unter dem Vorbehalt der nachträglichen Genehmigung durch den Bundesrath und den Reichstag ein weiteres Proviforium beabsichtigt, wonach vom 1. bis 31. Januar t. J. gegen volle Meistbegünstigung der spanischen Einfuhr in Deutschland die deutsche Einfuhr in Spanien für die Zeit des neuen Provisoriums neben dem Minimaltarif auch alle von spanischer Seite irgend einem dritten Lande eingeräumten Zollbegünstigungen mitgenießen wird. Eine entsprechende Erklärung wird noch vor dem 1. Januar f. J. in Madrid vollzogen werden. Kamerun. Das Wolff'sche Telegraphenbureau versendet folgende Mittheilung: 3361 Nachdem die Kabelverbindung an der westafrikanischen Rüfte wieder hergestellt, ist in der verflossenen Nacht folgendes Telegramm aus Kamerun vom 29. Dezember Mittags 12 Uhr 40 Minuten eingetroffen: " Da Telegramm nicht angekommen, wiederhole ich: und das Parlament. Ueberall dringt der Parlamentarismus herbeigeführt werden. Es giebt drei Mittel: Streiks, Gewalt durch, auch in unsere Preise und in unsere Kongresse. Wir müssen fragen, was wir jet thun können. Jahre lang hat man eine Agitation getrieben, die auf die Gewalt hinaus will, aber dann übe man sich doch im Fechten. Man macht sich eine falsche Vorstellung von der Revolution; man meint, daß sie schon nahe wäre, und wird immer enttäuscht werden, wenn man sieht, daß sie noch ziemlich weit entfernt ist. Wenn man den politischen Kampf verwirft, so nimmt man uns die beste Waffe." Die entgegengesetzte Meinung wurde von Domela Nieuwenhuis und uitjes vertreten. Der erstere theilt aus seiner Erfahrung im Parlament mit, daß der Parlamentarismus auf einen schlüpfrigen Weg führt. Im Ausland regen sich die Minoritäten, die gegen den politischen Kampf sind, immer mehr, und gewinnen an Einfluß. Die parlamentären Sozialisten werden vielleicht die nächste Zukunft haben, aber den anti- parlamentären gehört die Zukunft. Die Parlamentarier werden Staatssozialisten werden. Cornelissen will die Frage nicht prinzipiell entfcheiden, weil das eine Spaltung in der Partei herbeiführen würde. Diese wird von Quitjes gerade gewünscht. Das Resultat der Debatte, wodurch der Antrag, sich unter feiner Bedingung an den Wahlen zu betheiligen, mit einer kleinen Am 15. haben 60 Dahome- Soldaten der Polizeitruppe Majorität zur Annahme gelangte, wird denn auch eine vollnebst 40 bewaffneten Weibern revoltirt, nachdem sie heim- itändige Trennung der Partei herbeiführen müssen. lich Munitionsschuppen erbrochen und die Geschütze, Während so die Mehrheit der Partei der vornehmsten Waffe, meisten Gewehre und viele Munition oftuppirt hatten. Die den fämpfenden Proletariat zur Verfügung steht, entsagte, 40 Soldaten blieben treu. Nach fünfzehnstündiger Gegen prügelte die Amsterdamer Polizei die armen Arbeitslosen durch. wehr mußten wir Gouvernementsbeamte und das zur Hilfe Als sie am zweiten Weihnachts- Feiertage in einem großen Aufgeeilte Bermessungskommando uns wegen Munitions zuge durch die Stadt zogen, stürzte sich eine Bande Polizisten mangels zurückziehen. ohne jede Warnung auf die Demonstranten. Die Menge ver suchte sich nach allen Richtungen hin zu retten. Nur der Ausschuß und einige Genossen blieben stehen, um den führenden Polizei Inspektor zur Verantwortung zu rufen. Die einzige Antwort, die sie bekamen, war eine Tracht Prügel. Genosse Geel wurde mit Säbelhieben zu Boden geschlagen. Als die anderen den Schwerverwundeten forttragen wollten, wurden sie auch noch mit Prügeln behelligt, und als sie baten, den halbtodten Genoffen doch ruhig in's Krankenhaus schaffen zu dürfen, antwortete der Inspektor:„ Laßt das as nucliegen!" Mehrere Frauen und ein neunjähriger Knabe wurden gemißhandelt. Die Erbitterung im Volte ist unglaublich. Das Auftreten der Polizei ist unbeschreiblich roh. Es geht beinahe fein Tag vorüber, daß fie die wehrlosen Bürger nicht mit Stock und Säbel bearbeitet. Wir fönnen uns auf schlimme Nachrichten gefaßt machen. Arme holländische Proletarier! Wohin hat Euch die phrasenreiche Taktik der Nieuwenhuis und Kompagnie geführt! Ohne Wehr und Waffe liefert sie Euch der Polizistenbande in die Hände! Gin Weißer und ein treu gebliebener Polizeisoldat getödtet, ein anderer Weißer verwundet; Fattoreien unversehrt. S. M. Kreuzer„ Hyäne" kam am 21. von einer Erholungsreise von San Thomé zurück. Die Geschüße, viele Munition und Gewehre sind zurückerobert, Gesammt schaden an Regierungseigenthum etwa 20 000. Da meuternde Dahomes in den Busch geflohen sind, ist be ständiger Wachtdienst erforderlich." Wie wir hören ist sofort ein weiteres Kriegsschiff nach Kamerun abgesandt worden. Der beständige Wachtdienst und vor allem die Sendung eines weiteren Kriegsschiffes nach Kamerun berechtigen leider zur Annahme, daß es sich um mehr als eine Revolte von 100 Leuten handelt. B 170 210 Mark toftet dem Bunde der( nothleidenden) Landwirthe fein Korrespondenzblatt alljährlich. Er kann fich solche Aufwendungen für die Agitation leisten, da er Die schwimmenden Särge. Ein englische 3 sofich nicht blos der moralischen Unterstützung des jezt etwas genanntes Schlachtschiff", eisengepanzerter Koloß, mit allen disharmonischen Chors der Landräthe, sondern auch der Mordinstrumenten in bester Güte versehen, die„ Resolution", Unterstützung aus öffentlichen Kassen erfreut; so hat 3. B. hatte neulich die Kühnheit, auf das Meer zu gehen, fte am 15. November der engere Ausschuß der schlesischen Land- gerieth in einen Sturm un kam als halbes Wrack wieder schaft den Antrag der Glogau- Sorauer Fürstenthums- in den schüßenden Hafen. Die Matrosen erklären, es sei Landschaft, aus dem Extra- Ordinarium einen einmaligen ein Wunder, daß das Ungethüm nicht mit Mann und Maus Beitrag von 3000 M. an den Bund der Landwirthe zu be- untergesunken. Wir können im Interesse der Zivilisation willigen, genehmigt. und der Menschlichkeit nur wünschen, daß alle dieje Schlachtschiffe und ähnliches Zeug, wenn einmal gerade kein lebendes Wesen an Bord ist, in die See versinken möge, da, wo sie am tiefsten. Und für solche kostspielige und unnüße Ruinen muthet man uns zu, Millionen auszugeben! F Gottesfürchtig sittlich müssen nach der neuen Gesinde Ordnung des Fürstenthums Reuß j. L. die Dienstboten sein, während sie früher blos einen sittlichen und anständigen Lebenswandel zu führen hatten. Auch eine Reform! Eine wichtige Frage beschäftigt jetzt die bürgerliche Breffe, nämlich die, ob die Prinzessin Elisabeth von Bayern, die Enkelin des Kaisers von Oesterreich und des Prinz regenten von Bayern, ihren Eltern durchgebrannt ist. Was die Bourgeoisjournalisten Zeit haben! 4 Bunächst geht aus allen Berichten hervor, daß die Ges meindemitglieder sich in der Kirche versammelten, um die Wegnahme des Sanktissimum durch die Polizei zu hindern, was man als eine Schändung betrachtete. Man war überein gekommen, die Beamten zu bitten, erst den Entscheid des Zaren abzuwarten, an den man eine Deputation entsandt hatte, und zum Beweise ihrer Loyalität trugen die Gemeindemitglieder die Bilder des Zaren und der Zarewna in ihren Händen. Andere trugen ein Kruzifir. Die nun in die Kirche stürmenden Polizisten zerrissen die Bilder und zerschlugen das Kruzifig, darauf umzingelte das Volk den mitanwesenden Gouverneur und forderte ihn auf, ein Protokoll zu unterschreiben, daß er ruhige Leute angegriffen und auf sie geschossen habe.( Der Gouverneur hatte nämlich während dieser Szenen in der Kirche eigenhändig einen Revolver abgeschossen.) Während man darüber noch unterhandelte tamen 300 Rosaten, mit Gewehren, Lanzen und Knuten bewaffnet, aus Worn an. Was nun folgte, berichtet die Köln. 3tg." wie folgt: Die Roſaten vertheilten sich in zwei Gruppen. Die einen umzingelten das Städtchen, während die anderen zur Kirche ritten. Hier sprengten sie sofort auf die Menge ein, schossen, stachen mit der Lanze und schlugen unbarmherzig mit der Knute auf die Köpfe der Einwohner. Wer einige Knutenhiebe erhalten hatte, dem strömte das Blut aus zahlreichen Wunden hervor. Zwei Kosaten sprengten sogar über die Hinter Köpfe der Leute hinweg in die Menge hinein. ihnen folgten viele andere Kosaken zu Fuß. In der Kirche begann nun eine gräßliche Megelei. Das Blut der wehrlosen Einwohner, die ihr Heiligthum schützen wollten, bespritzte die Wände des Gotteshaufes und Mit einer höllischen Wuth strömte auf den Fußboden. warfen sich einige Kosaten auf die Altäre, zertrümmerten die Kruzifire, Leuchter und Statuen der Heiligen und warfen fie auf die Erde. Ein Geistlicher wurde von ihnen gewaltsam in die Kirche geführt, welcher das Allerheiligste heraustragen mußte. Eine Eskorte Kosaten begleitete den Priester bis zur Pfarrkirche. Die zerbrochenen Gegenstände trug man aus der Kirche in eine nahe gelegene Sentgrube, in welche die Kosaken fie unter Hohngelächter hineinwarfen. Der Gubernator ließ dann die Kirche besichtigen, wobei man einige Leichen vorfand. Diese warfen die Kosaten in die Kaltgrube auf dem Kirchhofe. Während der Nacht zogen sie dieselben wieder heraus und führten sie in ein anderes Kirchspiel hinüber. Niemand weiß, wo man die Leichen begraben hat. Auch die Namen der Grmordeten hat man bis jetzt nicht ermitteln können. Als die Mezelei so ernst wurde, flohen die übrigen Leute entsegt nach allen Richtungeu hin, wurden aber gleich von den Rofaten verfolgt und gefangen genommen. Die meisten Flüchtlinge liefen an das Ufer des Flusses neben der Stadt. Hier begann die Mezelei von neuem. Die Kosalen drangen un barmherzig auf die Flüchtlinge ein und verwundeten sie auf verschiedene Weise. Biele Verwundete sprangen in den stark angeschwollenen Fluß und ertranfen. Die übrigen Flüchtlinge wurden von den Kosaken in die Mitte genommen und vor das Amtshaus auf den Marktplatz des Städtchens getrieben, wo ihrer andere Qualen warteten. Aus der Stadt selbst hatten die Polizisten auch eine Menge Leute znfammengetrieben. Bald erschienen vor dem Amtshause der Gubernator, sein sein Unterbeamter, umgeben von vielen Polizisten und Kosaken. Nun folgte eine barbarische Erekution, welche jeder Beschreibung spottet. Jeder Einwohner von Kroze sollte besonders bestraft werden. Ein Arzt wurde herbeigerufen, welcher feststellen mußte, wie viele Knutenhiebe ein jedes Opfer ertragen tönne. Man führte dann die Leute einzeln herbei, riß ihnen die Kleider vom Leibe und hieß sie, sich nackt zwischen zwei Reihen Kosacken auf die Erde niederzulegen, worauf sie dann auf die brutalste Weise von den Knuten derselben zerfleischt wurden. Niemand wurde davon verschont, nicht einmal die schwangeren Frauen. Die Geschagenen warf man, ohne Rücksicht, ob sie ohnmächtig oder bereits todt waren, auf einen Haufen. Die Rosaten lösten sich bei dieser unmenschlichen Arbeit gegenseitig ab; denn die ganze Exekution währte bis Sonnenuntergang. Der Gubernator ließ nach der Gretution die Geschlagenen, welche noch die nöthigen Kräfte dazu besaßen, vor sich treten und fragte sie barsch, ob sie jetzt seine Autorität anerkennten. Als ihm die Leute diese Frage nach seinem Sinne beantworteten, befahl er ihnen eine Stunde Lang zu fuieen. Dann rief er sie alle nochmals zusammen und eröffnete ihnen, daß sie nunmehr auf eigene Kosten selbst die Kirche abbrechen müßten. Wer diesem Befehl nicht nachkommen würde, solle eine ähnliche Strafe erhalten, sein Vermögen werde vom Staate eingezogen, und er selbst nach Sibirien verbannt werden. Dann wurden alle, gleichviel ob sie verwundet waren oder nicht, ins Gesängniß abgeführt. Da das Gefängniß zu klein war, sperrte man die Gefangenen in die Scheunen der Juden ein. Zwei Frauen erlagen in der Nacht den erhaltenen Wunden. Vor dem Tode baten sie um einen Geistlichen, aber auch dieser Trost wurde ihnen verweigert. Am anderen Tage wurden die Gefangenen( über 80 Ber sonen) in die Gefängnisse nach Rossijen, Schawel und Telsch übergeführt, ohne daß man Rücksicht auf ihren Zustand oder auf das große Schneegestöber nahm. In den Nachbardörfern nahmen die Rosaten auch viele Verhaftungen vor. Der Gubernator besuchte an diesem Tage die Glementarschule des Städtchens und spendete den Kindern 10 Rubel, damit sie sich Bonbons kaufen, drohte ihnen aber gleichzeitig, daß er sie von den Kosaten durchprügeln lassen werde, wenn sie weiter erzählten, was im Städtchen geschehen sei. Dann erlaubte er den Kosaken, luftig zu sein, d. h. auf deutsch, im Städtchen nach Herzensluft zu rauben, Die Kosaten ließen sich diese Erlaubniß nicht zweimal geben, sondern brachen in die Häuser ein." Rußland. Spikel und Anarchist. Unsere gestrige Notiz, betreffend die Thätigkeit des spanischen Lockspizels Munoz war insofern nicht ganz richtig, als Munoz in das Barceloner Attentat nicht direkt verwickelt ist, sondern in dem gegenwärtig vor den Madrider Gerichten sich abspielenden Anarchistenprozeß als Hauptheld figurirt. Der Telegraph hatte die beiden spanischen AnarchistenDie internationale Arbeitermetelei, welche die prozesse zusammengeworfen. Die Sache wird aber durch Habsucht französischer Kapitalisten vorigen Sommer diese Richtigstellung nur noch pikanter. Das Attentat, in Aigues Mortes hervorgerufen hatte, bildet den welches der Biedermann Munoz seinem Geständnisse Gegenstand eines großen Prozesses, der sich seit einigen Tagen nach im Auftrage der Polizei und sogar eines Mitgliedes vor dem Schwurgericht von Angoulème abspielt. Das Ge- der Regierung ange stiftet hat, entsprach nämlich richt sucht die„ Schuldigen". Und es werden auch Schuldige ganz genau dem Attentate des Herrn Vaillant- Marchal. gefunden werden. Wer aber, fragt die Kleine Republit", Es handelte sich darum, in die Kammer der find die Verantwortlichen?" Und sie sagt:" In Cortes während der Sigung eine, und womöglich diesem traurigen Prozeß sieht man als Angeklagte bie armen mehrere Bomben zu werfen. Wenn nun die Diese haarsträubenden Mittheilungen müssen in der Teufel, die während der Mordprügelei Schläge ausgetheilt spanische Polizei ein derartiges Experiment für nöthig ganzen zivilifirten Welt, hoffentlich auch in Frankreich, die und empfangen, den Tod riskirt und gegeben haben. Wie hielt, um sich und die Gesellschaft" 3n retten, warumi Ueberzeugung befestigen, daß es keinen gefährlicheren Feind ausgehungerte Thiere haben sie, Franzosen und Italiener, sollte die französische Polizei nicht zu gleichem Zweck der Kultur und der Freiheit giebt als das absolutistische sich aufeinander gestürzt, wild streitend um das gleiche Bis auf die gleiche Idee gekommen sein? chen elender Arbeit, um das gleiche Stückchen elenden Die heulmeiernden Blätter, die unsere Vermuthung, Aus dem europäischen Wetterwinkel, wie man die Schwarzbrots. Entfeglicher Kampf! Doch wer hat ihn ver. daß Vaillant- Marchal ein Polizeiagent, und sein Attentat nordwestliche Ecke der Balkanhalbinsel nennt, kommen wieder schuldet? Die Eigenthümer der Salzwerke, die Monopolisten bestellte Arbeit" sei, mit solch zeterndem Pathos für Nachrichten, welche zum mindesten die hochgradige Erregung des Seewaffers! Sie haben, um die schon so arg gedrückten widerfinnig" erklärten, sind höflichst gebeten, den Prozeß der albanesischen Bevölkerung beweisen. Aus Gettinje wird Löhne noch mehr zu drücken, Handarbeiter aus Italien her- Munoz zu studiren. nämlich depeschirt: tommen lassen und die einheimischen Arbeiter auf die Was die grauenhafte Barceloner Theaters Straße geworfen. Sie sind die einzigen wahren Schuldigen. Explosion betrifft, so haben die ergriffen, Anarchisten", Und sie sitzen nicht auf der Anklagebant, sondern spreizen wie wir mittheilten, einen Polizei genten an fich in ihren Salons als„ Stüßen der Gesellschaft". Und geklagt, den teuflischen Plan veranlaßt und entworfen zu das nennt man Justiz!" haben. Nur daß dieser Lockspizel nicht Munoz war. Serbisches. In Belgrad kam es zu anscheinend unWie ein Kaisergeschlecht herunterkommen kann, Statt eines Lockspigel- Attentats haben wir also derer zwei. erheblichen Unruhen auläßlich der Wahl des von der Regiezeigt der sogenannte Prinz Napoleon" ein Sohn des Und bei dieser Gelegenheit wollen wir gratis rung unterstützten und von der radikalen Partei bekämpften berüchtigten Blon- Plon. Der„ Letzte der Napoleone" lebt ein unfehlbares Rezept gegen anarchistische Verbrechen" Bürgermeister- Kandidaten. in Brüssel als der- Louis einer Halbweltbame vom geben. Man sperre jeden Wiinister und Polizeibeamten, der Theater, Zu Weihnachten schrieb er nach Paris einen die Anstellung von Lockspiteln verordnet oder buldet auf Bulgarien seinem blos durch eine große Nafe ausgezeichneten Bulgarien macht sich. Unlängst meldeten wir, daß Bettelbrief, in welchem er die paar Esel, die noch an die sein Leben lang ins Buchthaus, und lasse ihn jeden Tag Bulgarien seinem blos durch eine große Nase ausgezeichneten Wiederherstellung des Kaiserreichs glauben, daran erinnert, in Begleitung von zwei Gefängnißwärtern durch die Straßen Diesen Lurus und die steigenden Kosten des Militarismus, Fürstlein den Jahresgehalt auf 800 000 m. erhöht hat. der Stadt führen, damit das Volk weiß, wie ein solcher für welchen wieder 1 Millionen Franken für SchnellHallunke aussieht. Wir wetten, dann hören wir nichtsfeuer- Kanonen bewilligt wurden, deckt man, indem man Wir wetten, dann hören wir nichts 1/2 Aus Holland. Ueber den Groningener Rongreß mehr von anarchistischen Bomben und Kochtöpfen. wird uns von einem Genossen ausführlicher geschrieben: allen Beamten 5 pCt. des Gehalts abzieht, die PensionsMan schreibt uns: Der Parteitag ber holländischen Sozial- Im Auftrage des Zaren haben Kosacken unerhörte anrechte der Beamten schmälert, den Offizieren den Wohnungsdemokratie scheint für dieselbe entscheidend gewesen zu sein. Die Greuelt haten gegen die katholische Bevölkerung des litthaui- geldzufchuß abnimmt und die Verzehrungssteuer einführt. Frage des Parlamentarismus ist zur endgiltigen Entscheidung schen Dorfes Koroze verübt. Herr Stambulow versteht es trefflich, den Aft abzufägen, gelangt und, obgleich die Mehrheit sich gegen jede Betheiligung Die Kreuz- Zeitung" theilt hierüber das folgende mit: lauf dem er und der Fürst von seinen Gnaden sizt. daß er noch lebt. " " Die türkischen Behörden in Tust stellten ihre Thätigkeit ein; die Albanefenchefs nahmen die Gewalt an sich. Die Unters brechung des Verkehrs zwischen Montenegro und den türkischen Grenzdistrikten dauert fort. Für den Inhalt der Jnierate über: Inimmt die Redaktion dem Publikum Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Theater. Sonntag, den 31. Dezember. Freie Volksbühne. V. Abtheilung. National Theater. Nach mittags 22 Uhr. Die Weber. Opernhaus. Bajazzi. Die Puppenfee. Die Verlobung bei der Laterne. Montag: Lohengrin. Dienstag: Djamileb. Die Puppenfee. Bajazzi( Pagliacci). Schauspielhaus. Eingeschlossen. Militärfromm. Das erste Mittagessen. Montag: Die Ahrenshooper. Post festum. Die Komödie der Frrungen. Dienstag: Lezte Liebe. Deutsches Theater. Der Herr Se nator. Montag: Dieselbe Vorstellung. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft Präuscher's Museum. Tausende von anatomiſchen Präparaten. Shahkanal durch fünf Körper. Gladiatoren- Kampf. Wunder d. Ceroplanik u.Mechanik. Täglich von 9 früh bis 10 Abends Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreastraße 64. Heute, Sonntag, den 31. Dezember: von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Dienstag und Freitag: Pamentas. Gr. Sylvefter- Ball Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. MorigPlay. W. Noack's Concert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstrasse No. 16. Täglich: Etablissement moris Gr. Theater- u. SpezialitätenPlay. Buggenhagen. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisdj. Spezial- Ausschant von Patenhofer Lagerbier, hell und dunkel.. An den Wochentagen findet das Vorstellung. Jeden Sonntag und Donnerstag Nach der Borstellung: Tanz- Kränzchen. Avis! Empfehle meine hocheleganten Säle mit elektr. Beleucht. f. Vereine und Konzert in den unteren Reſtaurations- Privatſeſtlichkeiten zu den toulant. Beb. räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säte für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Sonntag, den 31. Dezember: Berliner Theater. Nachmittags American- Theater. Große Sylvester- Ulf- Soiree 22 Uhr: Aus eigenem Recht. Abends 71/2 Uhr: Aus der Täglich: Große Vorstellung, sowie vom tomischen Oper. Das Gefängniß. Montag: Nachmittags 21/2 Uhr: Rean. 1. Januar 1894 ab: Abends 71/2 Uhr: Aus Neu! Wieder- Auftreten Neu! eigenem Recht.. Dienstag: Aus der komischen Oper. des urkomischen Bendix. Das Gefängniß. Leffing- Theater. Ein Millionär a. D. Der ungläubige Thomas. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neu!! Auftreten des Neu!! besten Bauchreduers d. Jeztzeit Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. T Der Lieutenant zur See. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Der Mustergatte. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues Theater. Sappho. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Diefelbe Vorstellung. H. Blank. Ferner: Der Stettiner Sänger, verbunden mit mit Punsch- Polonaise, Gratis- Verloosung u. sonstig. Ueberraschungen. Anfang 5 Uhr. Morgen, als am Neujahrstag: Gr. Arnold- Konzert. Nachdem: Großer Ball. 2 Orchester. Vom 4. Januar ab jeden Donnerstag: Gr. Soirée der Norddeutsch. Unserm Pfropfenbruder Hermann Haselof zu seinem morgigen Geburtstag ein dreimal donnerndes Hoch! 1058b Der Pfropfenverein Wedding. Puppig. H. R. D. E. B. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere innigst geliebte Frau, Mutter und Schwiegermutter Therese Hubrich, geb. Dittmann, nach kurzem aber schwerem Krantenlager am 29. d. M. verschieden ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Januar, Nachm. 2½ Uhr, vom Krankenhaus Urban aus nach dem Emmaustirchhof statt. Um ſtille Theilnahme bittet tiefbetrübt Karl Hubrich, Gastiv., nebst Kindern, Lübbenerstr. 22. Todes- Anzeige. 1055b 1061b Freunden und Bekannten die traurige Norddeutsch. Sänger Nachricht, daß der Eisendreher Robert verbunden mit Tanzkränzchen. 65/2 Anfang 8 Uhr. C. Saeger. Ad. Kurth's Schulze heute Morgen 9 Uhr nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist. Berlin, den 30. Dezember 1893, Die trauernden Hinterbliebenen. Allen Genossen, Freunden und Betannten die traurige Mittheilung, daß Konzert- Haus, unfere liebe Schwester Hasenhaide 52/53. Sonntag, den 31. Dezember( Sylvester) und Montag, den 1. Januar 1894: Grosses Amanda Weis, geb. Faber, am 27. Dezember cr. nach 5/ 4jährigen, schweren Leiden verstorben ist. Die Sonntag, Militär- Militär- u.Kirchenorgel- a.hr, von der Leichenhalle Konzert der 24 Mann Konzert und Ball. starken Kapelle Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pfennig. des Herrn 6 Winter Kegelbahnen mit 508b Lehmann. elektrischem Licht. Märkischer Hof, Ende 1./1. 1894 früh 6 Uhr. Die Gründung Roms Anfang 81./12. 1893 Nachmitt. 6 Uhr. oder: Die Rache des Gänferichs. Tanz- Kränzchen. Central- Theater. Die eiſerne Jung- Auftr. sämmtl. Spezialitäten. frau. Berlin 1893, Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Die lustigen Weiber von Berlin. Montag: Dieselbe Borstellung. National- Theater. Der Teufel in Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Die Kosatin. Brahma. Montag: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Die Gründung Roms in der Möckernstraße, oder: Die Rache des Gänserichs. Montag: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. V Reichshallen- Theater. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater., Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. National- Theater. Große Frankfurteritraße 182. Sensationelle Novität! Der Teufel in Berlin. Burleste Posse mit Gesang und Tanz in 3 Aufzügen von Eugen Prudens. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Kasseneröffnung 5 Uhr. Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Montag, den 1. Neujahrstag: Der Teufel in Berlin. Montag Nachmittag 3 Uhr, Volksvorstellung: Romeo und Julin. Trauerspiel in 5 Akten v. Shakespeare. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. 3um 49. Male: In Vorbereitung: Die Obdachlosen, oder: Lumpen- Susanne. Parod. real. Traumstück von Oscar Wagner. Anfang Wochentags 72 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert. Men! Neu! Neu! Ein Stiergefecht in Cadix. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und sämmtlichem TheaterPersonal. Anfang:{ Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Anfang der Pantomime 9 Uhr. G PassageGroßes lt- Programm! 1. A.: ,, Prost Neujahr! Ensemble von Meysel. Am 1. Januar 1894. Eine Sylvester- Burleske. Entree 50 Pf. Refervirt 1 Mark. Montag, den 1. Januar 1894: Neujahrsfest- Soiree in Sanssouci. Dienstag, den 2. Januar: Soiree im Böhmischen Brauhaus. Circus Renz, ( Karlstraße.) Sonntag, den 31. Dezember cr., Abends 6 Uhr, Einlaß 5 Uhr: Ein Künstlerfest. Vollständig neue und glänzende Ausstattung. Neue Einlagen. Ueberraschende Wasser- und Lichteffekte. Außerdem: Prinz, geritten v. Herrn R. Renz; Concurrenzschule, geritten von Frl. Oceana Renz u. Frau RenzStark; der urfom. Jimitator- Klown Mr. Ybbs; Gebr. Frediani; Mr. Lavater Lea etc. Preise der Pläge wie gewöhnlich. Montag, den 1. Januar 1894: Zwei Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr( 1 Kind unter Panopticum. 10 Jahren frei): HuldigungsEin WeihnachtsMärchen von Dr. Jul. Lohmeyer. Musik von Th. Krause. ratweil' gruss. Abends 72 Uhr: Ein Künstlerfest. Dienstag: Ein Künstlerfest. Fr. Renz, Direktor. Admiral Strasse Nr. 18 c. Sylvester und Neujahr: Großer Ball. Jeden Donnerstag: Grosser BäckerBall. Anfang 4 Uhr. 200 Damen erhalten Donnerstags Kaffee gratis. Die: beiden Spiegelsäle sind zu allen Festlichkeiten auch Sonntags zu vergeben. Castan's Panopticum. Weihnachts- Ausstellung " Es war einmal!" ACTIEN- B N- BRAUER!!! Ein Märchen- Cyclus. HIEDRICHSHAIN AktienBrauerei Friedrichshain amn Königsthor. Heute, Montag ( Neujahr): Großes Konzert der Kapelle des des neuen St. Johannes- Kirchhofes bei Plößensee aus statt. Um stille Theilnahme bittet 1063b Max Faber. Allen Freunden und Genossen, welche meinem Mann Paul Rebhun die letzte Ehre erwiesen haben, sage ich für ihre Theilnahme sowie für die Kranzspenden meinen herzlichsten Dank. Die trauernde Wittwe 10666 Marie Rebhun nebst Familie. Berliner Spar- und Bauverein. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht.) Am 27. Dezember ist unser Vorsitzender, Herr Joh. F. Martin, an einem Gehirnschlage verschieden. Die Beerdigung findet am Neujahrstage, Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle der Heiligen Kreuzkirche auf dem Friedhofe zu Mariendorf bei Tempelhof aus statt. Wir bringen den Genossen diesen überaus schmerzlichen Berluft mit der Bitte zur Kenntniß, fich an der Leichenfeier allseitig zu betheiligen. Der Vorstand. Der Aufsichtsrath. Verein zur Wahrung Königin Augusta- der Interessen d. Gast- u. Schankwirthe Berlins u. Umg. Garde- Grenadier- Regiments Nr. 4 ( Coblenz). 53562* Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Programm unentgeltlich. Circus G. Schumann, Neues Club- Haus Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Sonntag, den 31. Dezember cr., ( Sylvester), Montag, 1. Januar( Neujahr): schen beiden Tagen je zwei VorBierhallen stellungen, Nachmittags 4 und Abends 71/2 Uhr. In den Nachmittags- Vorstellungen hat jeder Besucher das Recht, ein Kind unter 10 Jahren frei einzuKommandantenftr.77-79. führen. Welt. u. größt. Etablissem. Berl. Sämmtliche Vorstellungen mit ver Neues Programm. schiedenen Programmen. In beiden Täglich von 122 Uhr ab bei freiem Entree Matinee u. Abends von 6/2 Uhr ab: Die eiserne Jungfrau. D. Obenlandler National- Konzert Hierauf zum 8. Male: ,, Berlin 1893". Revue in 2 Abth. von L. Leipziger. Musik von Alexander Krakauer. HF in National- Tracht und Auftreten von Anfang der Vorstellung 7½ hr. Künstlern. Spezialitäten Anfang der Revue 9174 Uhr. Montag, den 1. Januar 1894: Zum 50. Male: Die eiserne Jungfrau. Hierauf: Berlin 1893. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Sonntag u. Montag ( Sylvester und Neujahr): Große Extra- Borstellung mit neuem, hochkom. Programm. Sonntag nach der Vorstellung Sylvester- Tanz- Kränzchen. Anfang der Borstellung 5½ Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. E 1. Ranges. Auf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Pf., Nachmittags- Vorstellungen Nübezahl. Phantastisches Tanzmärchen, in 3 Bildern, ausgeführt von 20 Damen des Corps de ballet und 40 Kindern. Sonntag- Abend- Vorstellung. Auftreten der neuengagirten 10 Amerikanerinnen. 72, Kommandantenstr. 72. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau des Kollegen Hubrich, Lübbenerstraße 22, am Freitag, den 29. d. M., verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Januar, Nachmittags 21/2 Uhr, vomi 5 Säle( Bühne) zu Festlichkeiten u. Krankenhause am Urban aus nach dem Versamml. Amt I 7421. H. Ebert. Emmaus- Kirchhof in Briz statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. 164/5. A.: W. Lorenz. stance Gründer's Festsäle ( früher Mundt) Köpenickerstrasse 100. An größere Vereine gebe auch Sonnabends meinen größten Saal für Bälle ab. Die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unfer guter Vater, nach langen schweren Leiden am 29. Dez. 1893 sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am 1. Januar, Nachin. NB. Meine 5 Vereins- Säle von 50 bis 3 Uhr, von der Wohnung Greiss200 Personen halte ich Vereinen, Gefell- walderstr. 216 nach dem alten Georgenschaften 2c. bestens empfohlen. L4131 Kirchhof am Landsberger Thor statt. Die trauernde Wittwe Marie Scheel nebst Sohn. Fortuna- Säle 1086b Allen denen, welche meinen Gatten, 3. Straußberger- Straße 3. unseren Vater, Bruder und Onkel, den Jeden Sonntag: Grosser Ball. Jeden Donnerstag: Große Gesellschaftsstunde. Arbeiter Otto Müller, 54092 zur letzten Ruhestätte begleiteten, fagen Empfehle meine Säle zu allen Privat- für diesen Beweis der Freundschaft und Cavallerie zu Pferd, höchft komisches Festlichkeiten und Versammmlungen; Achtung für den Verstorbenen innigsten Dant. Intermezzo von sämmtlichen Clowns. auch sind einige schöne Vereinszimmer Montag Abend: zu haben. refervit 30 in. Sonntags 5 Uhr. Cancan vor Gericht. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versammlungen. 3 Kegelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf. Spieler zahlen kein Entree. Carl Koch. Bock- Brauerei Sonntag, den 31. Dezember, und Montag, den 1. Januar: Brinkmann- Konzert Anfang 5 Uhr. Entrée 30 Pf. Ballet Burleske in 2 Tableaux. 1. Tabl.: Ein Maskenball im Bal mabile. 2. Zabl.: Vor Gericht. Serpentintanz von 4 Damen. Donnerstag, Abends 7½½ Uhr: G Vorstellung. Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direttor. Prosit Neujahr! Allen Freunden, Bekannten u. Genossen empfehle ich nach wie vor mein Weiß u. Bairisch- Bierlokal. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch à la carte.[ 5402L Abends: Musikalische Unterhaltung. Ergebenst Eduard Bleuel, Jerusalemerstr. 66( Ecke Lindenstr.) 3670L* Empfehle allen Freunden und Genossen des Südostens meinen reichh. Frühstück, Mittag- n. Abendtisch zu kleinen Preisen. Vereinszimmer noch mehrere Tage frei. straße 48. Franz Gittler, arianen Albrecht's Ballsalon, 48732* Memelerstr. 67. Sonntags: Gr. Ball. Entree u. Tanz frei. Einige Sonnabende noch frei. Die Hinterbliebenen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, Vormittags 104 Uhr Rosenthalerstraße 38: Dortrag von Herrn E. Vogtherr: Rückblicke". Montag Festvortrag von Fräulein J. Altmann: Neujahrsbetrachtungen. Gäste sind sehr willkommen.[ 441/2 Schmiedel's Festsäle, Affen, dene, Statens t Alte Jakobstrasse 32, empfehle meine hocheleganten Säle zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. Wwe E. Schmiedel. sing. Waldvögel, Meerschweine, Kanienchen, Zanzmäuse verkauft, fauft und tauscht Redtmann, Berlin, Madaistr. 2, Schles. Bahnh. Ranarienroller 5 M., Edelroller 8 M., 10686 Weibchen 1 M. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 306. Chronik der wichtigsten politischen und Partei- Ereignisse im Jahre 1893. April. 17. Sozialdemokratische Konferenz für die Wahlkreise Hof und Lichtenfels. Großer Streit im Kohlenbecken von Char leroi. Aufgebot des verfügbaren Militärs durch die Regierung. 18. Bedeutende Erweiterung des Wahlrechts von der belgischen Rammer beschlossen. 20. Aufruf des sozialdemokratischen Parteivorstandes zur be vorstehenden Reichstagswahl. Der russisch amerikanische Auslieferungsvertrag tritt in Kraft. 21. Annahme der Homerulebill im englischen Unterhaus. 23. Bei den Erneuerungswahlen zum Züricher Kantonsrath erringen die Sozialdemokraten einige neue Mandate. Politische Amnestie in Serbien. Im Kanton St. Gallen wird ein Gesetz zum Schuß der Angestellten im Gastwirthsgewerbe erlassen. Arizona, Bundesstaat der nordamerikanischen Union, ertheilt den Frauen das volle Stimmrecht. 25. Der deutsche Reichstag sett eine Kommission zur Prüfung der Ahlwardt'schen Akten ein. Dem englischen Unterhause geht eine Vorlage über die Arbeitszeit der Eisenbahnbediensteten zu. 27. Das Gesetz über den Verrath militärischer Geheimnisse vom Reichstage angenommen. Die Ahlwardt- Kommission erklärt die Anklagen für nicht erwiesen. Zimmermann- und Brauerstreit in Wien. Der belgische Senat nimmt das Wahlgeset an. 28. Das Wuchergesez in dritter Lesung vom Reichstage angenommen. In Nantes( Frankreich) streiken über 10 000 Arbeiter. Französischer Eisenbahnarbeiter- Rongreß. 29. Reichsjustiz- Sekretär Hanauer.+ 30. Bei den Wahlen zur bulgarischen Sobranje infolge von amtlichen Wahlbeeinflussungen großer Sieg der Regierungspartei. Mai. Aufstand in Kuba. 1. Großartiger Verlauf der Maifeier in allen Ländern. Spaltung der deutsch- freisinnigen Partei. Eröffnung der internationalen Ausstellung in Chicago. 2. Der Deutsche Reichstag schließt sich dem Urtheile der Kommission in Sachen Ahlwardt's an. Das radikale norwegische Ministerium wird gegen den flar ausgesprochenen Willen des Parlaments vom König durch das volksfeindliche Ministerium Slang ersetzt. 3. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags beschließt über ihre Haltung im Falle der Reichstagsauflösung. Antrag Huene geht dem Reichstage zu. Das Achistundengesetz für Bergleute wird im englischen Unterhause mit 279 gegen 201 Stimmen angenommen. Reichstagsnachwahl im Kreise Dortmund. Genosse Tölde fommt mit vorzüglichen Aussichten in die Stichwahl. Großer Streit in Krakau. Jutearbeiterstreit in Dundee. Der französisch- siamesische Konflikt wird akut. 5. Die Militärvorlage mit 210 gegen 162 Stimmen abgelehnt. Der Reichstag aufgelöst. Die Neuwahlen für den 15. Juni ausgeschrieben. Die fozialdemokratische Fraktion erläßt, allen anderen Parteien zuvorkommend, ihren Wahlaufruf. Großer Schuhmacherstreit in Amiens. Graf Ballestrem, der Vorsitzende der Zentrumspartei, zieht sich vom politischen Leben zurück. 6. Die französische Kammer beschließt, den Aufenthalt von Fremden in Frankreich zu erschweren. Die Bremer Bauarbeiter weisen mit Erfolg die Forde rungen der Innungsmeister zurück. Das norwegische Parlament beschließt eine Vertrauensfundgebung für das abtretende und ein Mißtrauensvotum für das neue Ministerium. 7. Sozialdemokratische Parteikonferenz für Brandenburg. Konferenz der Sozialdemokraten Nordböhmens. Die freisinnige Volkspartei und die freisinnige Vereinigung fonstituiren sich. 8. Der Wahlaufruf der freisinnigen Volkspartei wird veröffentlicht. Riemendreherstreik in Barmen. Streit der Färber und Appreteure in Roubair. Sonntagsplauderet. Sonntag, den 31. Dezember 1893. # 9. Sieg bei den Gemeinderaths Wahlen in Grabow bei Stettin. 10. Die Entstaatlichung der Kirche in Schottland vom eng lischen Unterhause in erster Lesung angenommen. Das ungarische Oberhaus erklärt sich gegen die Zivilehe. Weberstreit in Roubair. Handweberstreik in Mailand. Eisenbahnarbeiter- Streit in Montreal. 10. Jahrg. Billigung gefunden hat, hat das Komitee den Hausvogteiplatz vor geschlagen. Der Magistrat hat seine Zustimmung gegeben. Es ist eine Zeichnung über die Aufstellung des Dentmals angefertigt und sofort, nachdem von Seiten der Stadt die Genehmigung ertheilt worden war, im Februar dieses Jahres( 93) eine Eingabe an das Polizeipräsidium in Berlin eingereicht worden, mit der Bitte, nun möglichst bald die Genehmigung zur Aufstellung auf diesem Plage zu bewirken. Ich habe seit der Zeit wiederholt angefragt, wie weit die Sache gediehen sei, ich bin in der vergangenen Woche( August 93) selbst auf dem Polizeipräsidium in Berlin gewesen, habe aber nur die Antwort bekommen, es sei bis jetzt noch nichts zurück, wahrscheinlich liegt die Eingabe im Kabinet des Kaisers." 7. Parteikonferenz im 1. hessischen Wahlkreise. 11. Konferenz der Sozialdemokraten der Provinz Sachsens und Anhalts. 12. Die Berliner Sozialdemokratie tritt mit 6 großen Versammlungen in die Wahlbewegung ein. Kongreß der Lokalorganisation der Maurer in Potsdam. Wäre der Freifinn nicht er selbst, so würde er den Teufel 13. Der Vorwärts" veröffentlicht den Brief des Prinzen um einen Dentmalplatz scharwenzeln gehen, und wir glauben, Albrecht. daß der Todte selber, von denen wir Sozialdemokraten Spanische Deputirtenkammer nimmt mit 232 gegen ganz gewiß feine allzu hohe Meinung haben, doch noch Mannes7 Stimmen die Verschiebung der Munizipalwahlen an, muth und Selbstbewußtsein genug besessen haben würde, um sich, nachdem die republikanischen Abgeordneten den Saal verwenn er noch lebte, energisch ein Denkmal zu verbeten, für das laffen; infolge der Annahme große Aufregung und Unruhen im Lande. 14. Sozialdemokratischer Parteitag für Ostpreußen. Landestonferenz der elsaß- lothringischen Sozialdemokratie. Genosse Conzett in den Züricher Kantonsrath gewählt. Genosse Winterblum in München. Kämpfe im Kongostaate. 16. Cholerafall in Schiffbeck in Holstein. 19. v. Schauß, Führer der bayrischen Nationalliberalen+. Tie förperliche Büchtigung deportirtes Frauen in Rußland abgeschafft. 20. Italienische Ministerkrisis. Giolitti mit der Neubildung des Kabinets beauftragt. Jakob Moleschott+. 21. Konferenz der Parteigerossen von Reuß ä. 2. Im Londoner Hydepark große Demonstration für Homerule. Der schweizerische Unfallversicherungs- Gefeßentwurf wird veröffentlicht. Die Ulsterpatrioten Irlands demonstriren gegen Homerule. 21. u. 22. Badische Landeskonferenz. 22. Internationale Bergarbeiter- Konferenz in Brüssel. Konferenz der Genossen von Schwaben und Neuburg. Parteikonferenz des 2. meininger Wahlkreises. Ende des Dockarbeiterstreits in Hull. 23. Schmerling+. Innere Kämpfe in der Zentrumspartei. 22. Basly und Lamendin werden aus Belgien ausgewiesen. 25. Die Besetzung des Pamirgebietes durch die Russen wird bekannt. Kongreß der Arbeiter der Nahrungsmittel Industrie in Hannover. Das neue Ministerium Giolitti konstituirt sich. Streit der Wiener Zimmerleute. 26. Große Straßendemonstrationen der Jungtschechen in Prag. Giolitti erhält ein Vertrauensvotum seitens der italienischen Kammer. Streit der Steinmetzen und Maurer in Bordeaux. Porzellandreherstreit in Elbogen( Böhmen). 27. In Dänemark bildet sich eine agrarische Partei. Baumbach wird zum Austritte aus der neuen Fraktion des Herrenhauses gezwungen. 18. Die Wählerlisten werden ausgelegt. unter solchen Umständen ein Platz erharrt werden müßte. Aber der Freifinn von heute ist in solcher Selbstverkümmerung verelendet, daß er tausend byzantinische Purzelbäume schießen würde, wenn wirklich das Unzulängliche Ereigniß würde und der alte Schulze allergnädigst ein Plätzchen bescheert bekäme. " 1 Schulverfäumnisse. Unter der Ueberschrift Jugendliche Bummler" bringt die" Berliner Zeitung" einen Artikel über das an den Berliner Gemeindeschulen zu beobachtende hinter die Schule gehn" zahlreicher Kinder. Das Blatt meint," in feinem Orte seien Schulversäumnisse so an der Tagesordnung wie in Berlin. Der Ursachen seien mancherlei, eine der bedeutendsten sei aber unstreitig das mangelhafte Verfahren bei Bestrafung der Schulversäumnisse". Wenn es sich um Schulversäumnisse handelt, werden die Sünden der Kinder bekanntlich an den Eltern heimgesucht, die dafür eine Geldstrafe zu erlegen haben oder im Unvermögensfalle nach fruchtlos ausgefallener Zwangsvollstreckung sitzen müssen. Ueber das der Bestrafung vorausgehende Verfahren erzählt das Blatt, daß die Eltern dem Rechercheur der Schulfommission gewöhnlich antworteten, sie wüßten nichts von dem Fehlen des Jungen. Der hoffnungsvolle Bursche schwänze indessen wacker weiter, treibe sich wohl gar auch Nachts umher, es folge daher die zweite, dritte Anzeige, dann nach vergeblicher Verwarnung der Eltern eine vierte, fünfte, sechste, siebente und endlich Festsetzung einer Strafe. Diese werde jedoch in den seltensten Fällen wirklich gezahlt. Seien die Eltern einigermaßen gewandt, so gelinge es ihnen nachzuweisen, daß sie an den Schulversäumnissen unschuldig seien, und die Strafe werde ihnen erlassen. Für diese Behauptungen, die einen schweren Vorwurf gegen eine große Zahl von Eltern enthalten, bleibt die ,, Berliner Beitung" den Beweis schuldig. Daß manche Eltern es aus Gleichgiltigkeit oder gar aus bösem Willen unterlassen, den Schulbesuch ihrer Kinder zu überwachen, mag wahr sein. Aber in der Mehrzahl der Fälle werden die Kinder gewiß deshalb aus der Schule behalten, weil sie den Eltern beim Erwerb des Lebensunterhaltes helfen oder in Krankheitsfällen allerlei Handreichungen thun müssen. Beweisen läßt sich das natürlich auch nicht, da zahlenmäßige Feststellungen darüber nicht veröffentlicht sind. Es läßt sich eben nur vermuthen, und bei einiger unparteiischen Ueberlegung hätte der Artikelschreiber der Berliner Zeitung" sehr wohl gleichfalls auf diese nahe liegende Vermuthung kommen können. Er erzählt auch davon, daß die jugendlichen Bummler", statt in der Schule zu fißen, den Lohn31. Das preußische Herrenhaus nimmt das nicht verbesserte futschern billige und willige Dienste leisten oder sich auf dem Wahlgesetz für den Landtag an. Tokales. Viehmarkt in Rummelsburg als Gänse- und Schweinetreiber verwenden lassen. Aber daß das im Auftrage der Eltern geschehen tönne, scheint er nicht anzunehmen. Die Jungen„ schwänzen" ihm die Schule nicht aus Noth, sondern aus bloßer Lust am Bummeln, und wenn sie sich auf den Bahnhöfen um die Reisenden herandrängen, ihnen die Koffer zu tragen, so find sie ihm deshalb nur eine" Plage der Reifenden". Da ist es dann auch begreiflich, daß der Artikel der " Berliner Zeitung" dagegen eifert, daß von den über die Eltern säumiger Schulkinder verhängten Strafen so viele wieder aufgehoben werden. Die Berichte der städtischen Schuldeputation geben leider die Gründe der Aufhebung nicht an. Wenn das geschähe, würde man wahrscheinlich manch' interessanten Einblick in die wirthschaftlichen Verhältnisse vieler Eltern von Gemeindeschulkindern erhalten, und zugleich manch' interessanten Beweis für die Unmöglichkeit der Durchführung der allgemeinen Schulpflicht unter der tapitalistischen Gesellschaftsordnung. Die Zahl der Aufhebungen von Etrafmandaten und Resoluten ist in den letzten Seit einer Reihe von Jahren wird hin und her petitionirt; Jahren außerordentlich gestiegen. Sie betrug z. B. 1888: 50 pet. wir haben verschiedene Pläße vorgeschlagen. Der Magistrat und( ausschließlich der infolge der Amnestie von 1888 aufgehobenen), die Stadtverordneten Berlins haben uns Plätze bewilligt, aber 1889: 651/2 pet., 1890: 732 pet., 1891: 763/4 pet. aller Strafzur Aufstellung des Denkmals ist die Genehmigung des Kaisers mandate und Resolute.( Für 1892 ist die Prozentzahl nicht erforderlich, der zur Wahl des Plates seine Zustimmung zu geben festzustellen, da der Bericht der Schuldeputation über 1892 die hat. Nachdem im vorigen Jahre der Alexanderplatz nicht die durch Zahlung erledigten und die erlassenen Strafen Die hiesigen Abonnenten unserer Zeitung er- an halten heute unseren historischen Wandkalender durch die Spediteure gratis. Der Freifinn in Nöthen. Der selige Schulze- Delißsch ist schon vor einigen Jahren von seinen Verehrern im Dentmal verewigt worden und längst würde ihn das sozialdemokratische Berlin auf hohem Sockel schauen, wenn für den Armen einige Quadratmeter an noch so bescheidener Stelle zu haben wären. Aber daran haperts. Warum dies bescheidene Plätzchen nicht zu haben ist, ergiebt folgende Antwort, die der Anwalt deutscher Genossenschaften Herr F. Schenck einigen besorgten Fragestellern gegeben hat. Risse, die diese Harmonie leider unzweifelhaft rathen verstehen. Unsere Residenzler thun desgleichen. Da aufzuweisen hat, glücklich wieder auszubessern. Die wird allergnädigstes Lächeln und allerhöchstes Kopfschütteln zärtliche Empfindsamkeit der Weihnachtstage flingt emsig kontrolirt. Geht er, geht er nicht, der große Caprivi, Ach, wie so bald verhallet der Reigen, wandelt sich in dem lauten Freudentaumel der Sylvesternacht das ist jetzt die schicksalsschwere Frage. Fällt er, den Freude in trauriges Leid! Während und zwischen der aus. Der Neujahrkarpfen will schwimmen, darum nochmals Bauernbündlern ein willkommenes Opfer oder wird die Festtage eitel Empfindsamkeit; gerührt fällt man einander das Bunschglas hoch: Stoßt an auf ein gesegnetes neues Gnadensonne alle Nebel, die sich dicht um ihn aufan die brüderliche Brust; und sei eine Interessengruppe Jahr! Und draußen auf der Friedrichstraße da brüllt der häuften, wieder siegreich überwinden? Wie die Residenzler noch so selbstsüchtig, Frieden und Eintracht unter'm grünen angezechte Cavalier" im feinen Paletot dem Helden in fich Cavalier" im feinen Paletot dem Helden in sich die schwachen Köpfe zerbrechen. Wie sie scheu Tannenbaum preist und predigt sie doch, und wie die der Ballonmüße" gut freundschaftlich sein Prost Neujahr hin und her flattern, wie die aufgescheuchten Vögel! Wie Heuchelei das Kompliment ist, das der Lasterhafte der zu. Doch bald ist der Spuck zerronnen und die Kraft- fie gespannt lauschen, ob nichts zu erfahren sei, was in den Tugend macht, so wird in der seligen Gnadenzeit der Be- meierei verblaßt. Die weihnächtliche Rührsamkeit, wie der oberen Regionen" gesprochen und„ konferirt" wird! Wie griff Humanität aus dem Reliquienschrank geholt und der übermüthige Neujahrs- Karneval halten nicht vor, und die sie jede Lakaiennachricht gierig verschlingen! Läßt sich bürgerlichen Gesellschaft wird's weich um die Brust und sie kranke bürgerliche Gesellschaft verfällt wieder in ihre alten doch vielleicht durch fie ein Tipfelchen der geheimnißvergicßt Thränen. Solch bischen Zärtlichkeit erleichtert das hypochondrischen Wallungen. Zumal in unserem guten schwangeren Zukunft bloslegen. So sehr ist diese GesellHerz und nicht den Geldbeutel. Ein paar Tage im Berlin. Das wird immer mehr dank den leidenden Bürger- schaft aller Mannhaftigkeit und Selbstbestimmung ledig, Heilandsbewußtsein zu schwärmen, sich als gütigen leutchen, deren Spiritus heute beim Teufel ist, eine Residenz daß fie in lauernd- gebuckter Stellung hinnimmt, was ihr Gönner aufzuspielen, das thut so wohl und weckt stadt" guten, alten Stils", statt das es eine Hauptstadt bescheert wird. Kismet, wie der Orientale sagt. Alles ist so viel Behagen; und wer vollends sich entschließt, wäre für Männer der Entschlossenheit, der Luft an neuen Unter- Schickung von oben. Rührt eure Hände nicht vergebens, von seinem Ueberfluß ein Scherflein an Nothleidende ab- nehmungen, der Thatkraft. So zerfällt dies große Berlin in wozu wäre es auch nüße. zugeben, der darf doch stolz als guter Hausvater vor seine zwei Welten. Die eine, die bürgerliche mit den Interessen der Jm Staat, wie in der Stadt dieselbe Erscheinung. Familie, als Bürger von altem Schrot und Korn vor seine Residenzstadt; sie befindet sich in voller, rückläufiger Be- Herr Zelle, der Ober- Bürgermeister, kennt seine Residenzler. Gemeinde treten und sagen: Gelt, ich bin ein waderer wegung. Von ihr führt keine Brücke mehr zur anderen Er weiß, daß ihnen von jeher Demuth und Ergebenheit Mann. In den Zeitungen aber erklingt es hoch, das Lied Welt, die nicht nach einem kurzen Neujahrrausch in als die schönsten Tugenden des Menschenthums erschienen vom reichen Mann. Er hat barfüßigen Knaben ein paar Buckungen verfällt. Sie hat eine Zukunft und glaubt an find. Halb spekulirt er auf diese Eigenschaften, Schuhe- billig im Ramschlager erstanden- bescheert, ihre Zukunft. Ihr Vertrauen ist gefestigt und sie horcht halb steckt er selber mitten unter den Residenzlern und eine salbungsvolle Anrede an die Kleinen wurde ge- nicht bekümmert nach jedem Wehen des Windes, was es seiner ganzen geistigen Physiognomie nach. So kommt halten, auf daß die, wenn die Schuhe in vierzehn Tagen bedeute, und sie schaut nicht ängstlich nach den Zeichen aus, es, daß er zu fällen versucht, was nicht auf den zerrissen feien, des Dants an ihre Wohlthäter" nicht ver- die ihr die nächste Zukunft enthüllen sollen. Sie steht in ersten Hieb fiel. Sie werden schon klein beigeben, gäßen. Er hat seinen Bediensteten und Angestellten ein voller Bereitschaft da, fallen die Ereignisse wie sie mögen. bie Residenzler, in der famosen Schloßplay= Anfleines Trinkgeld zugewandt. Er ist eben der" humane Sie stellt die Bürgen für die Zuversicht, die im Volfe lebt. gelegenheit. Nun hat die Mehrheit des Ausschusses Arbeitgeber" und die Welt der Seinen ist entzückt. Sie Aber die Residenzler, die sich so gerne Weltstädter schelten der Stadtverordneten Ja und Amen gesagt. Man tröstet sich in ihrer Beklemmung und ruft aus: Seht, noch hören? soll die Gunst der Mächtigen nicht verscherzen, das ist die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit nicht ge- Wenn eine Gesellschaft altweiberlich wird, so hält sie ist ein Beweisgrund, dem sich der Ausschuß nach mehrspalten und entzwei, und wenn alle Besitzenden dem biederen sich Propheten und Kartenleger von Profession und Leute, stündiger Berathung nicht mehr verschloß. Und vielleicht Bürger gleichen, dann gelänge es uns wahrhaftig, die die aus dem Kaffeesatz die Ereignisse der Zukunft zu er wird die Komödie der Verschönerung des Schloßplates enden, " Eine neue Spezies von Dieben taucht seit einiger Zeit in der Umgebung Berlins auf. Sie haben es Waschküchen abgesehen, ermitteln solche Häuser, in denen große Wäsche stattfindet, und ersparen den Hausfrauen das Aufhängen der Wäsche, indem sie sie mitsammt dem Kessel und sonstigen Geräth( Wringmaschinen 2c.) entwenden. Arbeit außer dem Hause gehindert werden, den Schulbesuch der verloren, gab das Geschäft auf und verzog nach Hannover, wo Das Feuer ist im erschinenschuppen konnte erhalten werden. unbegreiflicher Weise zusammen angiebt. Derartige Mängel| Vom Vorsitzenden der Orts- Krankenkasse der Zigarren- Ischleife befestigt war, blau punktirten Parchendjäckchen und dunkelsind in den für die Deffentlichkeit bestimmten Ber- macher( Herrn Frand) erhalten wir soeben die Nachricht, daß blauen Flanellwindeln. Es war in ein braunes wolleres Umwaltungsberichten des Berliner Magistrats vielfach zu kon die von uns gerügten Uebelstände bei besagter Kaffe beseitigt schlagetuch gehüllt, wurde vom Hausverwalter zwischen 10 und statiren und auch wiederholt von uns hervorgehoben worden.) sind. Laut Borstandsbeschluß vom 23. Dezember darf feinem 11 Uhr im zweiten Stock gefunden. Das Kind, das erst einige Dieses Steigen läßt darauf schließen, daß man mit den Straf- Mitgliede, welchem vom Arzt Krankenhauspflege verordnet wird, Tage alt ist, wurde dem Waisenhause übergeben. verfügungen feineswegs so lange gewartet hat, wie die„ Berliner der Aufnahmeschein versagt werden. Beitung" meint, sondern oft Strafen verfügt haben muß, ehe man sich davon überzeugt hatte, ob die Schulverfäumniß nicht Vom Vertrauensmann der Geschäftsdiener Berlins doch begründet werden konnte. Die„ Berliner Zeitung" meint erhalten wir die Mittheilung, daß der in Nr. 804 des Bor allerdings, daß die Schuldeputation" zu schnell mit der Aufwärts" unter Todtenschau aufgeführte Hausdiener Georg Grüßner hebung bei der Hand sei und auch gegenüber der Versicherung nicht der sozialdemokratischen Partei angehört hat. der Eltern, an der Versäumniß unschuldig zu sein, zu Wie man ein geachteter Mann wird. Vor 12 Jahren Ieichtgläubig fei. Wir gestatten uns, bis zu einem durch war aus Berlin ein 14jähriger Kaufmannslehrling S. flüchtig ge Cine verheerende Feuersbrunft wüthet feit Sonnabend die Schuldeputation selber geführten zahlenmäßigen Beweise vom worden. Er hatte im Auftrage seines Chess 7200 m. bei der Morgen um 2½½ Uhr in Köpenick. Die an der Chaussee von Berner, Fällen durch die Noth der Eltern begründet werden kann, und schädigte, ein Herr C., der in der Spandauerstraße ein Tuchgeschäft der hier in Berlin in der Brückenstr. 7 wohnt, ist faft gänzlich daß, wo die Kinder ohne Noth fehlen, die Eltern oft durch betrieb, hat im Laufe der Jahre den größten Theil seines Vermögens eingeäschert, nur der Stock, und zwar in der in der Nähe Kinder zu überwachen. Daß die allgemeine Schulpflicht bestehen er als Agent lebt. Am Freitag voriger Woche erschien nun bei des Komtoirs belegenen sogenannten Reinigung ausgebrochen. bleibe, wünscht niemand mehr als die Sozialdemokratie. Aber C. ein junger Mann, der sich Fuchs nannte, sich als Kompagnon Die Ursache ist noch nicht zu ermitteln gewesen. Außer dem Ges zur Aufrechterhaltung dieser Verpflichtung ist die Ahndung der eines Herrn S. zu New- York bezeichnete und Herrn C., der längst bäude find mehrere tausend Bentner Getreide, Mehl und Kleie Schulversäumnisse an den Eltern eines der unwirtsamsten Mittel. Den ungetreuen Lehrling vergessen hatte, die Summe von 8000 ein Opfer der Flammen geworden. Der mächtige Feuerschein Ein Rebelstand auf den Stadtbahnhöfen, der sich gegen. Mark auszahlte, die der reuige Durchgänger als Kapital nebst alarmirte die Wehren der ganzen Umgegend, darunter auch die wärtig wieder recht läftig für das Publikum bemerkbar macht, Binsen dem geschädigten Prinzipal zurücksandte. Dem früheren von Erfner. Dreizehn Spritzen gaben ihre Wassermassen zur Leider ist auch ein ist das Abtropfen von Flüssigkeit aus den Ueberdachungen der Lehrling war es nämlich in Amerita gelungen, ein Tuchgeschäft Löschung des entfesselten Elements ab. Einfahrtshallen auf die Bahnsteige. Am schlimmsten ist dieser zu begründen, das ihm jezt gestattet, seine Schuld wieder gut Spritzenmann, der Maler Temmel aus Köpenick verunglückt. Er Uebelstand auf dem Schlesischen Bahnhof, wo in den Vormittags- 3 machen. stand auf dem Dache des Maschinenhauses und sprang herunter, stunden die Bahnsteige nicht selten von diesem Tropswasser völlig So berichten bürgerliche Blätter. Vielleicht zur Auf- als der Dampf aus den Refseln abblies. Dabei trug er einen Beinbruch davon. Während die Feuerwehren der Umgegend am naß sind und die wartenden Fahrgäste die Regenschirme auf munterung? Sonnabend Vormittag abrüden fonnten, war die einheimische spannen, wenn sie solche bei sich haben. Der Agent und Gutsbesitzer Simon Kohn, der, wie wir Mannschaft noch am Abend in Thätigkeit. Wie man Hungerude abspeist. In der„ Markgrafen- vor kurzem meldeten, mit dem Pferdehändler Hirschlaff zusammen Ans Kopfwunden blutend wurde in einer der letzten Vollstüche", so wird uns berichtet, bat heute ein Armer um ein wegen Wuchers verhaftet wurde, dürfte auch noch ein Konto bei wenig Mittagessen, da er hungrig und ohne jegliche Mittel fei. Der hiesigen Stactsanwaltschaft zu begleichen haben. Er ver: Nächte eine Frau vor dem Hause Eichendorffstr. 12 aufgefunden Die Vorstandsdame trat auch auf den Mann zu; statt des erlaufte fürzlich das Haus Alte Leipzigerstraße 6 an den Rentner und nach der Charitee gebracht. Hier zum Bewußtsein zurückhofften Mittageffens aber legte sie ihm ein Schild zur gefälligen Pollack aus der Corneliusstraße. Dieser Verkauf nun hat auf gefehrt, wurde sie als die 30 Jahre alte unverehelichte Anna Besichtigung vor, auf dem die verheißungsvollen Worte standen: grund strafrechtlich anfechtbarer Machenschaften stattgefunden. Pfaffenceller aus der Kleinen Auguststr. 11 festgestellt. lleber Bete und arbeite! Das sichere Kennzeichen praktischen In dem Hause waren Wohnungen gekündigt worden, und Kohn den Ursprung der Verletzungen macht sie ganz merkwürdige AnChristenthums ist bekanntlich, daß es nichts kostet." wußte die Miether dadurch zum Verbleiben in ihren Räumen gaben. Sie will in das Haus Invalidenstr. 131 gelockt und dann zu veranlassen, daß er ihnen für die Folge etwa den vierten überfallen worden sein. Dann habe sie sich bis in die EichenTheil der Miethe erließ. Er begründete dies ausdrücklich da- dorffstraße geschleppt und seit dort zusammengebrochen. Bis zur mit, daß durch den Auszug der Miether das Haus näheren Auklärung des Sachverhalts steht man dieser Schilderung entwerthet werde. Troh Dieser Miethszins Erlasse etwas ungläubig gegenüber. blieben aber die alten Kontrakte bestehen. Wenige Der Selbstmord eines Industriellen, welcher bis vor einem Tage nach diesen Abmachungen wurde das Haus von Kohn Jahre Prokurist der Papier Engrosfirma S. u. 2. gewesen, erverkauft. Als nun der neue Eigenthümer die Miethen einziehen regt Aufsehen. Derselbe, Kaufmann Pezold, war nach seinem wollte, stellte sich das schwindelhafte Verfahren Kohns heraus, Austritt aus der oben erwähnten Firma Direktor der Papierder bei dem Verkauf die alten Miethskontrakte zu Grunde gelegt fabrit Sednik in Sachsen geworden, einen Posten, welchen P. hatte. Der Käufer erhebt nun einen Anspruch auf Schaden mit Umsicht und Fleiß verwaltet haben soll. Trotzdem wurde ersatz in Höhe von 48 000 m., klagt aber vorlänfig nur auf dem ca. 40jährigen Manne seitens der Gesellschaft vor etwa 10 000., da nach einem Gerüchte Kohn den Offenbarungseid 14 Tagen die Stellung als Direktor gekündigt, und dies verlegte geleistet haben soll. Das Reitpferd des Gutsbesitzers foll feiner das Chrgefühl des Mannes derartig, daß er sich wenige Gattin, die Equipage mit Gummirädern dem Kutscher gehören. Stunden darauf in seinem Privattomtoir eine Kugel durch den Die in den Belten 5 belegene Wohnung, die über 5000 M. Miethe Stopf jagte. kostet, ist hochherrschaftlich eingerichtet. Aus der bezeichneten entwickeln. Biele Feiertage stehen uns im nächsten Jahre bevor. Wie eine Durchsicht des Kalenders für 189+ ergiebt, werden im nächsten Jahre sämmtliche Feiertage, welche nicht ein für alle Mal auf einen Sonntag verlegt sind, an einem Werktag gefeiert. Es kommt ein solcher Fall ziemlich selten vor, da im Laufe des Jahres in der Regel ein Feiertag oder auch mehrere mit einem Sonntage zusammenfallen. Die Zahl der Ruhetage beträgt unter Hinzurechnung der Sonntage im Jahre 1894 66, wovon allein acht auf den Dezember fallen. Da werden unsere Unternehmer also noch häufiger als sonst ihre Arbeiter in Afford schuften lassen, um ihnen nur ja nicht cinmal den Lohn für einen Feiertag zahlen zu müssen. V In der Sylvesternacht werden auf sechzehn Linien der Großen Berliner Pferdebahn Gesellschaft, die zumeist aus dem Innern der Stadt in die Außenbezirke führen, in der Zeit von 11 Uhr 44 Minuten bis 1 Uhr 50 Minuten zur Bewältigung des Verkehrs noch außerfahrplanmäßig Wagen verkehren. Am besten bedacht mit solchen Sonderwagen sind die Linien Küstriner Plat-- Zoologischer Garten und Schöneberg- Alexanderplay, auf denen nach jeder Richtung drei und vier Wagen eingelegt wer den. Der letzte Wagen fährt vom Rüstriner Play und Zoologischen Garten um 1 Uhr 50 Minuten, vom Alexanderplatz um 1 Uhr 40 Minuten. Ein nenes Nothbremsensystem wird gegenwärtig versuchsweise in einzelnen Wagen der Wannseebahu zur Anwendung ge= 4 Ziviltlage dürfte sich mit Sicherheit ein Prozeß wegen Betruges Sübner am Freitag Morgen verunglückt. Er war behilflich, einen Auf gräßliche Weise ist der 18 Jahre alte Arbeiter Paul mit Maueriteinen beladenen Wagen auf den Hof des Grundstücks Nr. 10 zu schieben. Dabei lief der Wagen wieder zurück, und Hübner gerieth im Fallen mit dem Kopf unter das rechte Hinter rad. Die schwere East zertrümmerte ihm den Schädel und verursachte eine Quetschung des Gehirns, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Abend in der Weißenburgerstraße zu Lichtenberg die Leiche eines Au einem Zaun aufgeknüpft wurde am Donnerstag etwa 45 Jahre alten Mannes aufgefunden. Zu Persönlichkeitsbekannte hat röthliche graugemischte Haare, einen kleinen blonden feststellung ist nicht der geringste Anhalt vorhanden. Der UnSchnurrbart, schlechte Zähne und war mit einem schwarzen Beinkleid, braunen Weste und einem Ueberzieher von gleicher Farbe bekleidet. Angehörige des Todten können sich im Amtsbureau zu Lichtenberg einfinden. In der Nacht zum 30. d. M. Polizeibericht. Am 29. d. M. Morgens wurde auf dem Grundstück Koppenstraße 32 ein unbekannter, etwa 65 Jahre Männer, die am Freitag der Polizei zugeführt worden sind. Am dem Grundstück Memelerstraße 10 fiel Vormittags ein Arbeiter, Nicht festzustellen gewesen sind bis jetzt die Leichen zweier alter Mann in einem Pferdestall erhängt vorgefunden. Auf Vormittag fand man auf dem Grundstück Koppenstr. 32 in einem während er einen beladenen Steinwagen zur Unterstützung der Pferdestall einen etwa 65 jährigen Greis auf, der mittels einer Pferde schieben half, zur Erde, gerieth unter die Räder und Beitschenschnur aufgeknüpft war. Er trug einen blauen Anzug. wurde auf der Stelle getödtet. Abends gegen 63/4 Uhr sahen zwei Arbeiter vor dem Hause wurde ein Arbeiter vor dem Hause Pappel- Allee 40 von vier Neue Königstr. 84 einen vornehm gekleideten Mann auf dem Männern überfallen und durch Schläge mit einem ſtumpfen Bürgersteig hilflos daliegen, nahmen sich seiner an und brachten Gegenstand am Kopfe verlegt. Im Laufe des Tages fanden ihn nach der Wache des 18. Polizeireviers. Als man dort ein- vier kleine Brände statt. Außerdem brach in der Nacht zum traf, war der Tod bereits eingetreten. Der etwa 50 Jahre alte 30. b. M. in der Werkstatt eines Bürstenmachers, Straßburgerbraunen Hut, eine weiße Weste, dunkelgestreifte Beinkleider und störte und auch den Dachstuhl ergriff. Unbekannte, der den Eindruck eines Künstlers macht, trug einen straße 41, Feuer aus, das den ganzen Juhalt des Raumes zerbracht. Während sich sonst die Bremsvorrichtung an den Koupeewänden befindet, ist dieselbe bei dem neuen System oben unter der Tecke angebracht und zwar neben den dort befindlichen Lufttlappen. Auf den ersten Blick scheint diese Einrichtung vor der anderen, älteren den Vorzug zu verdienen, bei welcher die Gefahr besteht, daß Fahrgäste beim Aufstehen vom Platze oder dergleichen, ganz unbeabsichtigterweise, fahrlässig den Bremshebel berühren und dadurch vielleicht den Zug zum Halten Bremshebel berühren und dadurch vielleicht den Zug zum Halten bringen. Bei näherem Hinsehen zeigt sich aber, daß jenes nene System nicht im mindeſten geeignet ist, ein unvorsichtiges zu bewegungsetzung der Bremsvorrichtung zu verhüten. Der mittels Plombenschlusses gegen unbefugte Anwendung gesicherte Hebel besteht hier nämlich in einer Zugstange. Diese befindet sich jedoch so nahe an demjenigen Hebel, durch welchen die Luftklappe ge- Ihren Weihnachten" haben sich in der Nacht vom geöffnet wird, und sieht demselben in der Form so zum Ver- 29. bis 30. Dezember einige unbekannte Individuen von dem wechseln ähnlich, daß die Gefahr, statt des ersteren den Brems- Inhaber eines Trödelgeschäfts in der Rosenstr. 28 geholt. DemHebel zu ergreifen und an diesem zu ziehen, um die Luft- selben wurden nämlich verschiedene gute Kleidungsstücke, goldene flappe zu öffnen, fast noch näher liegt, als diejenige des un- Uhren, Ringe u. s. w. gestohlen. Anscheinend sind die Langbeabsichtigten Berührens der alten Bremsvorrichlungen an den finger über einen Bodenverschlag dem Bestohlenen ins Fenster Koupeewänden. Die neue Nothbremse wird denn auch von dem gestiegen und haben auf dem mingekehrten Wege ihre Beute in Bahnpersonal für nichts weniger als zweckmäßig gehalten, da Sicherheit gebracht. Auf dem Boden ist dann große Toilette bei allgemeiner Einführung derselben eine vielfache versehentliche Anwendung erwartet wird. Arbeiter Sanitätskommission. Herr Bäckerei Besitzer Ziegler theilt uns mit, daß die in Nr. 301 des Vorwärts" in bezug auf das Haus Reinickendorferstraße 57 mitgetheilten Uebelstände durchaus nicht vorhanden seien; es liege daher wahrschein lich ein Irrthum des Kontrolleurs vor. Vielleicht hat die Arbeiter- Sanitätskommission Gelegenheit, demnächst auf diese Berichtigung zurückzukommen. einen blauen Rock. gemacht worden. Hier haben nämlich die Diebe ihre alten, Lumpen ähnlichen Kleider zurückgelassen. Um ibre neue Ausftattung zu ergänzen, haben sie dann noch einige weiße und bunte Taschentacher mitgehen heißen, die zum Trocknen aufgehängt Die bequeme Gelegenheit, an dem Uebrigen sich zu bereichern, ließ man außer Acht. waren. Ausgesetzt wurde am 28. d. M. Abends ein Kind weiblichen Geschlechts im Hause Fruchtstr. 84. Bekleidet war es mit gesticktem blauwollenem Müßchen, an dem eine weiße AtlasGerichts- Beifung. In der Angelegenheit des verstorbenen Rechtsanwalts Dr. Moll schreibt ein hiesiges Blatt, daß das Gerücht, der Unglückliche habe nach seiner Berurtheilung ein Gnadengesuch ein gereicht, unbegründet sei, vielmehr habe er die Einreichung eines folchen schroff abgelehnt, als er von befreundeter Seite darauf bingewiesen wurde, einen derartigen Schritt zu unternehmen. In einem hierauf sich beziehenden Briefe schrieb Moll:„ Ein Gnadengesuch dürfte ich faum einreichen: ich habe nie im Leben um Gnade gebettelt und verlange nur mein Recht, und um dieses werde ich weiter fämpfen, wenn auch meines Erachtens mit wenig Aussicht auf Erfolg." Die Publikation des Prozesses geschieht auf ausdrücklichen Wunsch Wunsch des verstorbenen Dr. Josef Moll, der in seinem Abschiedsbrief an Dr. Sello diesen bittet, die Sache dem öffentlichen Urtheil wie die Komödie der Schloßfreiheit seiner Zeit geendet hat. Menschen sind eben zu komisch. Sie können es nicht faffen, su unterbreiten. Kurz vor seinem Tode schrieb Moll an seinen langjährigen Freund und Hausarzt Dr. Philippi: Alz Residenzler sind so weich und wenig zähe von Natur. Man daß die ganze tragische Geschichte im Grunde nichts wir uns zulegt sprachen, ahnten wir nicht, daß es das letzte braucht sie nicht allzu stark zu klopfen und sie werden mit dem inneren Entwicklungsgesehen der Dichtkunst zu Mal sei. Men das Unglück so wie mich gepackt hat, den läßt mürbe. schaffen hat. Wenigstens heute nicht mehr. Ob Ludwig es nicht los; unter Verbrecher lasse ich mich natürlich nicht Die armen Residenzler! Ihnen wird auch das Leben Fulda mit dem Schillerpreis gekrönt wird, oder nicht, was bringen. Haben Sie Dank für all' Ihre Liebe, grüßen Sie Ihre zu faner gemacht. Spannung und inbrünstige Ehrfurcht, thut's der Kunst? Dem Kaiser gefällt Fulda's Talisman Frau und alle Betanute.... Daß ich schuldlos bin, bezweifelt mit der sie nach den wettermachenden Höhen spähen, laffen nicht, und es ist ja sein Recht, das Wert nicht zu krönen, Reiner, der mich kennt. Seien Sie, wie bisher, zu meiner Frau ihnen bald ein Ding wichtig erscheinen, das dem Manne, das ihm nicht paßt. Die Geheimnißkrämer raunen sich in's und meinen Kindern. Moll." der außerhalb ihrer Welt steht, durchaus nicht wie eine Ohr, wegen der Eatire im Talisman. Ludwig Fulda und Eine empfindliche Strafe ein Jahr Gefängniß war schwere Sorge aufs Herz fällt. Und jeder neue Tag bringt ein bitterer Satiriker! Ludwig Fulda, ein Empörer! dem Schneider Heinrich Schwade vom Schöffengericht aufihnen solch ein gewichtig Ding und damit eine neue Plage; Ludwig Fulda ist genan so freiheitlich, als es der Freisinn erlegt worden, weil er sich eines groben Heirathsschwindels und wo man alles im Bewußtsein der Unterthänigkeit im Thiergartenviertel billigt. An seinem Märchen vom schuldig gemacht hatte. Schwade machte im Dezember v. J. die von der Guade erwartet, da darf man nicht erstaunen, daß Talisman tönnen alle Halben, von rechts und von links Bekanntschaft eines armen Dienstmädchens, welches bei einem selbst auf dem Gebiet der freien Kraft so viel wichtigthuende Be her ihre Freude haben. Die absolute Selbstherrschaft kann Schantwirth in Stellung war. Er knüpfte mit ihr ein Liebesverhälniß fümmerniß sich breit macht. Es giebt in Deutschland eine Schiller- manchen Fürsten bedenklich zu Stopfe steigen, lehrt das dra- an und wiederholte seine Gheversprechungen, trotzdem das Mädchen Stiftung. Nach ihren Satzungen soll in bestimmten Beit- matische Märchen, darum, Märchenfürst, regiere konstitutionell. ihm auf Befragen erklärt hatte, daß es noch nicht im Stande gewefen fei, von ihrem Lohne auch nur einen Pfennig zurückzulegen. Der räumen ein deutscher Dramendichter einen Preis erhalten. Wenn ich über den Schillerpreis zu bestimmen Angeklagte erfuhr aber, daß seine Braut" von ihrer Herrschaft " Gutgefinute" Gelehrte und Schriftsteller zumeist sind die hätte, ich hätte ihn auch nicht ant Ludwig 10 Mt. zu Weihnachten erhalten hatte. Er schwindelte ihr diesen Männer, die das Drama das gekrönt werden soll, aus- Fulda verliehen, weil ich ein ursprüngliches und schwereres fleinen Betrag ab, indem er vorgab, daß er im Begriffe stehe, die wählen, dem Kaiser fällt die entscheidende Stimme zu. Im Talent dem anschmiegsamen leichtgefälligen Talent Fulda's gemeinschaftliche Wohnung einzurichten. Unter demselbe Vorwande Wesen dieser Stiftung liegt es, daß sie Dichtungen die vom vorgezogen hätte und weil ich vom Dichter meiner Tage entlockte er ihr fleine Beträge von 8 bis 5 M. und bedrängte fie Odem ihrer Zeit durchweht sind, nicht krönen fann und der reifere, soziale Anschauungen erwarte, als sie Fulda im so häufig, daß sie sich zu Unredlichkeiten gegen ihre Herrschaft Dichter von Kabale und Liebe hätte am allerwenigsten den Talisman gepredigt hat. Auch ist mir die beschauliche fie dieserhalb eine Gefängnißstrafe verbüßt hatte, erfuhr sie, daß hinreißen ließ, um seinen Forderungen genügen zu können. Als Schillerpreis erhalten, lebte er heute. Bon je drei zu drei Moral in Fulda's Talisman, die da sagt: Jeder König der Angeklagte verheirathet und Familienvater war und daß Jahren soll der Schillerpreis zuerkannt werden. Aber es und Bettler sei in den Schranken, die ihm einmal bestimmt er ferner feine evangelische Ronfession verleugnet und wird nicht immer innerhalb von drei Jahren ein Drama find, glücklich, in innerster Seele zuwider. Und um diesen sich als Katholik ausgegeben hatte, um Die von aufgeführt, das nicht an die Zeitkämpfe rührt und doch ihren Satirifer rufen nun die Residenzler Weh und Ach. ihr geltend gemachten Bedenken wegen der Religionsverschieden einigen literarischen Werth besitzt. So tam man schon Als ob in Ludwig Fulda's Roman die Kunst unterdrückt heit zu beseitigen. Der Angeklagte legte wegen des hohen Straf manchmal in Verlegenheit und man vertheilte den Schiller- worden wäre. Der Kaiser hat sein persönliches Recht maßes Berufung ein, worauf die Sache gestern vor der giveiten Die Handlungsweise des preis an Dichter, wie Theodor Fontane, der nie ein Drama geübt. Darin können nur Residenzler einen Richtspruch Instanz zur Verhandlung gelangte. Angeklagten wurde durch die Beweisaufnahme wiederum in ein schrieb. Diesmal foll die Mehrheit der Preisrichter die über die Kunst sehen. Würde Herr Fulda jemals seinem solches Licht gestellt, daß der Gerichtshof sich nicht veranlaßt Prämie für Ludwig Fulda und sein dramatisches Volke was bedeuten, so wird ihn feine Seele darum fand, an dem ersten Urtheile etwas zu ändern, der Bertheidiger, Gedicht„ Der Talisman" bestimmt und der Kaiser fragen: hast Du auch den Schillerpreis oder nicht? Rechtsanwalt Dr. Schwindt, erreichte nur, daß dem Angeklagten foll feine Zustimmung verjagt verjagt haben. Darüber sechs Wochen durch die erlittene Untersuchungshaft angerechnet wurde. große unter Aufregung den Residenzlern. Diese Alpha. Soziale Ueberlicht. für 1892. In den Angaben über die ganz elenden, den einfachsten Anforderungen der Gesundheitslehre Hohn sprechenden, Dermischtes. geradezu thierischen Wohnungsverhältnissen der Ziegelei- Arbeiter finden sich u. a. auch folgende Angaben: lager." Ein Prozek, dessen Ausgang in betheiligten Kreisen mit Hamburg, 29. Dezember. Laut polizeilicher Verfügung großer Spannung erwartet wurde, ist am 27. d. M. vom Landgericht in Stuttgart entschieden. Derselbe richtete sich gegen die " Im Erdgeschoß des Wohnhauses einer Ziegelei wurde ein muß wegen Auftretens der Maul und Klauenseuche bis auf Invalidenkasse des Verbandes deutscher Buchdrucker und Schriftgrößeres ungetheiltes Zimmer mit acht Betten vorgefunden, von Weiteres alles an den Markt kommende Vieh im ZentralSenen je zwei übereinander aufgestellt waren. Diese Betten Schlachthofe geschlachtet werden. Der Versandt nach auswärts gießer. Vom Verband war bestimmt worden, daß die von dienten vier Ehepaaren und vier jungen Mädchen zum Nacht- ist untersagt, ibm getroffenen Unterstüßungs- Einrichtungen als einheitliches Kopenhagen, 30. Dezember. In der Vorwoche wurden Ganzes zu betrachten seien und diejenigen Mitglieder, Und ein anderer Beamter berichtet: 1835 Erfrankungs- und 13 Todesfälle an Influenza angemeldet; welche aus dem Verband austreten, aber Mitglieder In einer Ziegelei war die Trennung der Geschlechter in in den beiden Epidemie- Krankenhäusern befanden sich Ende der der Invalidenkasse bleiben und die diesbezüglichen Beiträge den Schlafstuben nicht durchgeführt. Die Ghepaare schliefen zu Woche 696 Scharlach fieber- Patienten; es starben im Laufe der zahlen wollten, um die bisher bezahlten Beiträge nicht durch mehreren auf einer großen Lagerstätte mit ledigen Personen Woche 11 Personen an Scharlach fieber. Verlust des Anspruches auf das Jnvalidengeld umsonst bezahlt beiderlei Geschlechts in einem Raume." Amsterdam, 29. Dezember. Wie heute festgestellt worden zu haben, mit ihrem Verlangen abgewiesen. Infolge des Verlangens nach einem anderen Verhalten von Seiten der Regierung notorischen, D. h. fortbestehenden und nicht beweisbedürftigen Berfonen in das Wasser, von denen 20 ertranken. Mehrere Aber solche Vorkommnisse ändern natürlich nichts an der ist, stürzten gestern Abend in Folge von dichtem Nebel gegen 80 für Bayern wurde die bayrische Invalidenkaffe des Ver- Thatsache, daß den Kapitalisten die Sittlichkeit der Arbeiter Personen werden noch vermißt. bandes zu Ostern in Liquidation erklärt, weil der besonders am Herzen liegt, während den Sozialdemokraten als Das gelbe Fieber ist wieder in Ria de Janeiro aus Verband sich Existenz für bedroht erachtete. Auf der Generalversammlung untereinander der Kaninchenstall vorschwebt. durch das verlangte Verhalten in seiner Ideal( Vorbild) für die geschlechtlichen Beziehungen der Menschen gebrochen. Fünf Todesfälle tamen am Donnerstag vor. 31. Weimar wurde dann im Juli mit Rücksicht auf die Lage der Dinge die Liquidation der Zentral- nva= lidenkasse beschloffen. Die Mitglieder Frizz und Genossen klagten nun auf Herausgabe von 10 000 m. bezahlter Invalidentassenbeiträge, oder Abzweigung eines Fonds von 30 000 M. zur Sicherstellung für die eventuelle Invalidität der Kläger, bezw. gerichtliche Liquidation. Das Landgericht zu Stuttgart hat im Sinne der Beklagten erkannt und die Kläger mit ihren Ansprüchen kostenpflichtig abgewiesen. Ein Berggewerbegericht soll am 1. Januar im Oberbergamtsbezirk Dortmund in Kraft treten. Dasselbe ist zu fländig für Streitigkeiten: über den Antritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Arbeit- Verhältnisses, fowie über die Aushändigung oder den Inhalt des Arbeitsbuches oder Zeugnisses, über die Leistungen und Entschädigungsansprüche aus dem Arbeitsverhältnisse, sowie über eine in Beziehung auf dasselbe bedungene Konventionalstrafe. Eingelaufene Druckschriften. 15 rue de l'Echaude- Saint- Germain, rue de Industrie 32. Prix du Numero 1,25 Fr. " Gegen die Tabak Fabrikatsteuer haben sich bereits eine große Anzahl Handelskammern ausgesprochen. Petitionen und Eingaben an den Reichstag sind abgegangen von den La Société Nouvelle. Revue international. Bureaux: Paris Nordhausen u. f. w. Bemerkenswerth ist die Eingabe der Handelskammern in Trier, Straßburg, Hannover, Handelskammer von Halberstadt. Aus derselben geht, als interessanter Beleg für den Rückgang der Tabalfabrikation infolge der Steuererhöhung im Jahre 1879, hervor, daß im Jahre 1878 die neun Fabriken der Stadt Halberstadt Im 1250 Personen bei 600 000 M. Lohn beschäftigten. Jahre 1889 war diese Arbeiterzahl auf 960 Personen zurückgegangen bei einer Lohnfumme von 476 000 m., während diefelben neun Fabriken im Jahre 1892 nur noch 800 Personen bei einer Lohnfumme von 372 000 m. beschäftigten. Hieraus geht übrigens auch hervor, daß die Fabrikanten die Gelegenheit benutzt haben, nicht nur die Arbeiterzahl, sondern auch die Löhne zu reduziren. Denn nach obigen Angaben betrug im Jahre 1878 der Durchschnittslohn der Tabalarbeiter zu Halberstadt 496 M., während er im Jahre 1889 sich nur noch auf 465 M. belief. Versammlungen..00 Für den ganzen Bezirk bestehen 16 Kammern, deren Vorsitzende ausnahmslos hohe Beamte( Berg- und Oberbergräthe) sind, was den rechtsuchenden Arbeitern gewiß nicht sehr zum Vortheil gereichen wird. Wir kennen die Vorliebe der Herren Unternehmer für schwarze Liften und wie leicht ist dann eine Verständigung herbeizufi hren zwischen den Vorsitzenden, wenn es sich um renitente" Arbeiter handelt, welche allzu sehr auf ihr gutes Recht pochen. Wir halten es für sehr verfehlt, die Gine öffentliche Versammlung aller in mechanischen eignen Arbeitgeber als Richter über Gewerbestreitigkeiten der Schuhfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen fand Arbeiter zu bestellen. Diese Bedenken scheinen auch den Ober- am 27. d. M. statt. Im ersten Punkt der Tagesordnung gab behörden selbst innegewohnt zu haben, denn es besteht die Bestimmung, Kollege Menzel den Situationsbericht aus Breslau, Glaz und daß der Kläger Gerichtspersonen( Vorsitzender, Beisigende, Mittelwalde. Die Stimmung unter den czechischen Kollegen Protokollführer) ablehnen kann. Ein solcher Fall fann z. B. ein- schildert Redner als eine für die Kollegen günstige. Ebenso sei treten, wenn ein Bergmann gegen eine Zeche klagbar vorgeht, der Erfolg der Agitation in Den beiden Städten Glaz und ein oder mehrere Beisitzer( Betriebsführer als Arbeitgeber, und Mittelwalde ein guter zu nennen. Dasselbe sei Arbeiter als Arbeitervertreter) auf der beklagten Beche beschäftigt jedoch von Breslau nicht zu melden. Kollege Hildebrand find. Das Gewerbegericht entscheidet dann über die Ausschließung fügte hinzu, daß die Kollegen in Mittelwalde sich bei 16 bis 18 stündiger Arbeitszeit und sehr geringem Veroder Ablehnung. To dolldiams s dienst in einer recht dürftigen und traurigen dage befinden. Gine längere Debatte rujt die Erörterung des Artikels im Schuhmacher- Fachblatt" hervor, dessen Redakteur, Reichstags Abgeordneter Bock eine abneigende Stellung zu dem Streit einnimmt. Die Versammlung stimmt hierauf einer Resolution zu, Eine immerhin erhebliche Abänderung der Jahres in der sie erklärt, mit aller Energie am Streit festz halten und berichte der Gewerbe- Juspektoren ist, wie der Magdeb. Beitung" mitgetheilt wird, thatfächlich in Angriff genommen. Das Verhalten des Reichstags- Abgeordneten Bock verurtheilt. Hierbei soll es sich im Wesentlichen um vereinfachende Charlottenburg. Am 27. Dezember tagte in dem Lokale Kürzungen" handeln. Der Bundesrath beschäftige fich bereits Bismarckhöhe" eine öffentliche Versammlung für Männer und mit der Frage. Klagen sind allerdings über jene Jahres- Frauen, in der Reichstags- Abgeordneter Hubeil über das berichte" erhoben worden, aber nicht wegen deren Länge, sondern Thema„ Unsere Weihnachten" sprach. Der Vortrag wurde von im Gegentheil wegen des völlig ungenügenden Inhalte derselben. Der gutbesuchten Versammlung recht beifällig aufgenommen. Nach Deshalb wäre nicht eine Verkürzung, sondern eine Erweiterung dem folgte ein gemüthliches Beisammensein. der Berichte dringend nothwendig. Die Auflösung mehrerer Kriegervereine ordnete der Landrath von Linden an, wie es heißt, megen sozialistischer Umtricbe. Immer zu unsere Zustimmung hat er. = V Schöneberg. Der Verein der Bau- und gewerb Zu den Unfallversicherungs. Gesetzen. Rentenvorschuß. lichen Hilfsarbeiter hielt am 17. Dezember eine VereinsNach§ 5 Abjay VIII des Unfallversicherungs Gesetzes vom versammlung ab. Der Vorsitzende giebt bekannt, daß nach§ 10 6. Juli 1884 sind die Berufsgenossenschaften befugt, der Kranken- des Statuts eine Nachwahl für den Vorstand erforderlich wäre. tasse, welcher der Verlegte angehört, gegen Erstattung der ihr In anbetracht des schwachen Besuches wurde jedoch dieser Punkt dadurch erwachsenden Kosten die Fürsorge für denselben über der Tagesordnung bis zur nächsten Versammlung vertagt. Beginn der 14. Woche hinaus bis zur Beendigung des Heil- Kollege Gröbke macht darauf aufmerksam, daß in nächster Zeit verfahrens zu übertragen. Macht eine Berufsgenossenschaft von in Clausdorf eine Versammlung stattfindet, zu der ein recht zahldiesem Rechte Gebrauch, so ist die Krankenkasse zweifellos ver- reicher Besuch auch der hiesigen Kollegen erwünscht ist. Die pflichtet, außer der Fortführung des Heilverfahrens auch die vor- nächste Versammlung findet am 21. Januar statt. schußweise Zahlung der völlig werdenden Renten zu übernehmen. Dagegen erscheint es nicht zulässig, ihr nur die Rentenzahlungen aufzugeben, ohne ihr zugleich die Fortführung des Heilverfahrens aufzutragen. Aus den Ziegelhöffen. Bekanntlich giebt es feinen noch so dummen Einwand, den das Unternehmerthum nicht dem Verlangen der Arbeiter nach höheren Löhnen und kürzerer Arbeitszeit entgegenstellt. Wie oft hört man nicht auch, daß diese bösen Dinge die Sittlichkeit des Arbeiters untergraben; der Mann weiß gar nicht, was er mit dem vielen Gelde und der freien Beit anfangen foll, er läuft daher in die Kneipe und versäuft und ver thut sie mit Frauenzimmern, anstatt die freien Abende seiner Familie zu widmen. So wird das Familienleben durch zu hohe Löhne und zu kurze Arbeitszeit zerstört und damit das Fundament der Sittlichkeit. Hohe Löhne und kurze Arbeitszeit sind daher im höchsten Grade schädlich und die Kapitalisten müssen sie im öffentlichen Interesse einschränken. Orts- Krankenkalle der Böttcher. Sonntag, den 7. Januar, Bormittags 10 Uhr, bet Heise, Lichtenbergerstr. 21, Delegirten Versammlung. Es ist Pflicht zu erscheinen. Vergnügungsverein Luftige Jugend, Dresdener Garten, Dresdener: straße 45. Gigung nicht Sonntag, sondern Montag, den 1. Januar. Vergnügungsverein Bruderherz. Montag, den 1. Januar, Nachmittags 5 Uhr, im Königstädtischen Kastno, Holzmarktstr. 72. Sigung. Rauchklub Die Dampfenden. Montag, den 1. Januar, Abends uhr, bet Jeraisch, Langeftr. 24. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Sonntag, den 31. Dezember, Abends eg ühe, gemütliches Beiſammenſen, berbun mit Sylvester- Feier in Th. Folk Festfalen, Alte Jatobftr. 75.( Näheres stebe in der Annonce vom Sonnabend, den 30. Dezember) Theater- Gesellschaft Geselligkeit" tagt alle 14 Tage im Restaurant von G Schönwälder, Oranienfir. 163. Die nächste Sigung findet am 31. De zember, Abends 6 Uhr, statt. Vereinigung in Berlin. Am Januar, finder in ber Berliner pleute, Selina Dante Donnerstag den Gebastianstr. 41-42, eine Mitglieder- Versammlung statt, in welcher die neuen Statuten und Mitgliedsbücher zur Ausgabe gelangen. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Berlag) ist soeben das 13. Heft des 12. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Junkerfiches. Aus unserem modernen Kunstleben. Von Friz Runert. Moralische und unmoralische Spaziergänge. Bon Ed. Bernstein. Ein sozialdemokratischer Katechismus. Von Karl Kautsky.( Schluß.) Notizen: Zur Entschädigung Karl Kautsky.( Schluß.) e unfchuldig Angeklagter und Verhafteter.- Feuilleton: Lebensbilder aus England. Von Andreas Scheu.( Schluß.) Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Intereffen der Ar beiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Dietz' Verlag) ist uns soeben die Nr. 26 des 3. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Friede auf Ein neuer Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Tert für ein neues Weihnachts- Evangelium. Eine nette Weihnachts- Befcheerung. Die Weihnachts- Wohlthätigkeit der Bourgeoisie. Weihnacht. Von F. M. Dostojewski. Feuilletnn: Attalea principes. Märchen von W. Garschin. Arbeite Aus dem Russischen von Julie Romm.( Schluß.) rinnen- Bewegung. Kleine Notizen. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1893 unter Nr. 2609) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pi.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zwei gespaltene Petitzeile 20 Pf. thouse m Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Berlin, 30. Dezember. Nach einem weiteren Telegramme aus Kamerun ist bei der Meuterei der eingeborenen Polizeitruppe Affeffor Riebow getödtet worden. Bei der Verjagung der Meuterer wurden vom Gouvernement der Krankenwärter Siegert und Gefreiter Steinecke ferner der Faktorist Hotthusen vermundet. Die Verwundeten sind außer Gefahr. Von den Meuterern, die erhebliche Verluste erlitten, sind vier gefangen und gehängt worden. Berlin, 30. Dezember. Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine sind in dem am 20. Dezember in Kamerun stattgehabten Gefecht die Matrosen Stange und Opitz der Hyäne" verwundet, befinden sich jedoch außer Gefahr. Paris, 30. Dezember. Der Präsident Carnot hat den infolge der Affäre der gefälschten Dokumente in Haft befindlichen Direktor der„ Cocarde", Lucret, begnadigt. Wie der„ Temp3" aus Madrid meldet, haben die in Barcelona inhaftirten Anarchisten Selbstmordversuche gemacht. Codina habe sich mit einem Glasstück die Pulsadern aufgeschnitten. Angoulême, 30. Dezember. Sämmtliche wegen der Ruhestörung in Aigues- Mortes Angeklagten sind freigesprochen worden. ( Deveichen des Bureau Herold.) Langenbielan, 30. Dezember. Die 400 ausständigen Weber haben nach bewilligter Lohnerhöhung die Arbeit wieder aufgenommen. Briefkaffen der Redaktion. A. 100. Sie tönnen nicht vom Vertrage abgehen, sondern müssen weiter zahlen und abnehmen. G. K. Wenn Sie um Stundung einkommen und in Raten pünktlich abzahlen, tritt die bezeichnete Folge nicht ein. 1. R. 100. Die Eltern tönnen das Mädchen polizeilich zurückführen lassen. 2. K. X. Bitte um persönliche Rücksprache unter Mitbringung der betreffenden Verfügung. L. P., Hannover. Vorsitzender des Vereins zur Beförderung des Gewerbefleißes ist Dr. Delbrück, Staatsminister, Roonstr. 2, 3. Januar, Abends 8% Uhr, bei Bolz, Alte Jakobfir. 75, Bersammlung. Verband deutscher Zimmerleute, Lotalverband Berlin. Mittwoch, den Berlin. Tagesordnung: 1. Vortrag: Referent wird in der Versammlung befannt F. H. Dort, wo der Antrag eingereicht ist, muß die Bes Prächtige Illustrationen zu dieser zarten Fürsorge des gemacht. schwerde eingereicht werden. Vorläufig wird ein Gesuch um Kapitals für das moralische Leben der Arbeiter bietet wieder der woch, Den 3. Jantar, Mortos 8% Uhr, General- Bersammlung bet runder, schleunige Erledigung des Antrages genügen. Verband der Geschäftsdiener, Packer Berufsgenossen. Mitt 1.eueste Band der Berichte der preußischen Gewerbe- Inspektoren Köpnickerstr. 100. Mitgliedsbuch legitimirt. Kluth. Die vierzig Millionen liegen noch im Juliusthurm Achtung! Treptow. Achtung! Damen- Masken- Garderobe Sonntag, den 31. Dezember 1893, Nachm. 2 Uhr: von M. Roussel, 48. Skalitzerstr. 43. Große öffentliche Versammlung Kranzbinderei und Biumenfür Männer 1. Frauen Handlung 35292 im Restaur. Bischoff, Baumschulenweg. von J. Meyer, Wienerstr. 1( nur dort) Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeord neten Frin Bubeil über:" Die Sozialdemokratie und ihre Forderungen". 2. Diskussion, 3. Fortsetzung der Dis tuffion über den Kölner Parteitag. Guirlanden à Mtr. von 15 Pfg. an. Telephon Amt 4, 9482. Meinen werthen Genossen und meiner Frol. Schlafst. Naunynstr. 90, v. 4 Tr. Kundschaft gratulire ich und wünsche Meyer. 1085b ein fröhliches Neujahr. 10696 H. Grimpe, Genossenschaftsbrot- Vert., Adalbertstr. 10, Hof 2 Tr. bei Grönke, Mustauerstr. 49( Ecke Apotheke). möbl. Schlafft. für Herren, sep. Ging., Preis 7 M. 1088b Meiner werthen Kundschaft und faches Hoch zum neuen Jahre! meinen Gesinnungsgenossen ein drei Schlafft. f. Herren b. Kalla, Hollmann1084b straße 8, v. 4 Ir. 1067b Damenschneiderei! Akademisch. Zeichnen, Maaßnehmen, Zuschneiden, Anfertigung eigener Garde robe lehrt nach leicht faßlicher Methode 919b schnell und sicher Nanny Laufer, Raupachstr. 16, part. A. Sanne, Zigarrenhändler, Manteuffelstr. 99. Bahn- Arzt Rob. Wolf, jetzt Leipzigerstraße 22. Spr. 8-7 Uhr. Zur Deckung der Unkosten werden 10 Pf. Eintrittsgeld erhoben. 1043b Um zahlreiches und pünktliches Erfcheinen ersucht Der Einberufer. Alle Freunde ladet bestens ein Klagen, Gingaben, Reklamationen, Wippler, Simeonstr. 13. Rath im Zivil- und Strafprozeß. EinTas Lofal ist die ganze Sylvester- ziehung von Forderungen. Pollak, Kanarienhähne, Hohlklingelroller mit 105Bb jeztBlumenftr.19 II v. Auch Sonntags. Rnorre, Stamm W. Trute, verkauft Bütow, Rytestr. 3, 1 Tr 67/16 Kanarienhähne bill. Linienstr. 46, 4 Tr. Kanarienroller, WaldVogelbauer. Schnelle, Invalidenstr. 7. Nur Mark. Bapageien, vögel von 40 Bf. an. nacht geöffnet. 10 M. Belohnung. ahlung. 1082b Frdl. Schlafstelle bei Wwe. Herppol, 1050b Naunynstr. 79, Hof 3 Tr. Möbi. Schlafstelle für 1 od. 2 Herren 1051b bei Röhl, Wilhelmstr. 10. Kanarienhähne, gr. Auswahl, verk. Beifert, Reinickendorferstr. 64a. Frol. Schlafft. Marienstr. 27, H. I. III. I Frol. möbl. Schlafstelle für 2 Herren Möbl. Schlafft. f. H. Elisabethufer 33,( 6 M.) b. Pohl, Admiralstr. 4, H. 8 Tr. r. 2 Sr. I. Möbl. Schlafft. Parduhn, Naunyn 1086b straße 72, 3 Zr. Möbl. Schlafft. Langestr. 25, v. 1 Tr. I. Möbl. Schlafit., sep. Ging., Fürstenwalderstraße 13, 4 Tr. r. 1076b Möbl. Schlafft. Oranienstr. 52, S. 1. 6055 3 Tr., Rieß. Möbl. Schlafst. f. 2 Herren. Kroll, 6065 Schlafft. f. Hrn. o. Dam. b. Ginster, Prinzenstr. 8, v. 3 Tr. Bahn- Alinit. Preise event. Theil- 5176 Am 25. d. M. Vorm. ein langbaar: mittelgr. Spiß.dfchwarze Bruſt, Borberpf Olga Jacobson, 145, Invalidente. Patentanwalt Solamartijt. 12, 1. Stfl. 8 Tr. r. 10476 weiß, Nr 81014, verl. Stahlhalsband, Homöopath. Straße 149, 8-10, 5 bis Arzt Dr Höfch, Liniens A. Dammann, Ingenieur, Oranien worauf Anflam Banst. Auch zuverl. Nachr. belohnt verhältnißm. Belling, 7, Sonntags 8-10 Uhr. Kaybachstr. 6. 1059b Creunden und Genoffen empfehle meine Rosenthaler Clubhaus 25 Kaffee- und Lesehalle. 11/12 Rosenthalerstraße 11/12. Arbeitsmarkt einzusehen. Vereinszimmer 2 Säle( Bühne) bis 500 Personen fassend, und Zahlstelle zu vergeben. 1052b zu Versammlungen und Festlichkeiten. R.Maugsch, Braudenburgftr. 20.1 Amt III 2666.[ 985b] W. Brüning. strasse 61 a. Morigpl. 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Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Often Berlins. Sonntag, den 31. Dezember( Sylvester), Abends 6½ Uhr, Kranken- und Sterbekasse im Lokale ,, Zum Freischüh", Fruchtstraße Nr. 36 a( obereraal): Der Berliner Hausdiener Große öffentliche ( E. H. 61). Spittelmarkt 7. Bersammlung für Männer u. Frauen. 1. ord. General- Berjammlung 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung befannt gemacht.) am Donnerstag, den 18. Januar 1894, 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Abends 9 Uhr, im Louisenstädtischen Entree 10 Pf. Der Einberufer. Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Tagesordnung: 1077b 1. Mittheilungen. 2. Jahresbericht. Vereinigung der Maler, Lackirer, Anstreicher 8. Erledigung eingegangener Anträge und verw. Berufsgenossen Berlins: Versammlungen am Dienstag, den 2. Januar 1894, Abends 8 Uhr. Filiale I( Süd) bei Stramm, Ritterstraße 123. Tagesordnung: 1. Medizinischer Vortrag des Herrn Dr. Bernstein. 2. Vierteljahres. bericht. 3. Filial- Angelegenheiten. Filiale II( West) bei Appelt, Lützowstr. 7. Filiale III( Ost) bei Henke, Blumenstraße 38. V Tages Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Vortrag. 3. Filial- Angelegenheiten. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Kassenbericht. 3. Filial- Angelegenheit. 3. und Veränderung der Kassenstunden. 4. Festsetzung des Gehalts für den Kassirer, der Entschädigung der übrigen Vorstandsmitglieder und des Aus: schusses. 5. Wahl des Vorstandes(§ 15). 6. Wahl des Ausschusses(§ 20). 7. Frage: tasten. Nur großjährige Mitglieder haben Zutritt. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. 10346 Aufforderung. Wir bitten die Mitglieder der Freien Vereinigung der Kaufleute in Berlin", ihre " 48, Freie Arztwahl. Die Mitglieder folgender Orts-, Betriebs- und Innungs- Krankenkaffen als: Allgemeine Orts- Krankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen, Orts- Krankenkasse für das Bierbrauer Gewerbe, Orts- Krankenkasse der Bildhauer, Stuckateure 2c., Orts- Krankenkasse der Drechsler, Drts- Krankenkasse der Graveure und Eiseleure, Orts- Krankenkasse für das Goldschmiede Gewerbe, Orts- Krankenkasse der Handlungsgehilfen und Lehrlinge, Orts- Krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker, Orts- Krankenkasse der Klempner, Orts- Krankenkasse der Lackirer, Orts- Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeiter und verw. Gewerbe, Drts- Krankenkasse der Maurer, Orts- Krankenkasse der Nadler und Siebmacher, Orts- Krankenkasse der Sattler und verw. Gewerbe, Orts- Krankenkasse der Stellmacher, Orts- Krankenkasse der Strumpfwirter, Orts- Krankenkasse der Uhrmacher, Orts- Krankenkasse der Vergolder, Allgemeine Orts- Krankenkasse zu Charlottenburg, Betriebs- Krankenkasse von Hildebrandt& Sohn, Junungs- Krankenkasse der Stellmacher, Innungs- Krankenkasse der Töpfer, Ortsverein deutscher Kaufleute Filiale IV( Lackirer) bei Schöning, Stallschreiberstr. 29. Adressen ungehend dem Kollegen machen wir hiermit besonders aufmerksam, daß sämmtlich hier angeführte einzusenden. Gleichzeitig theilen wir Kassen vom 1. Januar 1894, zum Theil auch schon früher, die freie Arztwahl mit, daß am Donnerstag, den eingeführt haben. 4. Januar 1894, Abends 82 Uhr, eine Filiale V( Nord) bei Cothmann, Brunnenstr. 34. = Tages Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bibliothek. 3. Verschiedenes. Filiale VI( Moabit) b. Littko, Havelberger- u. Stephanstr.- Ecke. : Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Abrechnung der Bibliothek. 3. Verschiedenes. Filiale VII( Süd- West) bei Wesse, Nostizstr. 50. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung. 2. Vortrag des Kollegen Riesop. 3. Verschiedenes. 442/10 Die Bevollmächtigten. Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. General- Versammlung am Mittwoch, den 3. Januar 1894, Abends 8 Uhr, in Gründer's Festsälen, Köpenickerstr. 100. Tagesordnung: 1. Mittheilungen und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest und Jahresberichte.( Decharge.) 3. Anträge: Regelung der Unterstügungsfrage(§ 12 d. Str.). Eventuelle Verlegung des Versammlungslokals. ( Beschluß der Versammlung vom 6. Dezember 1893.) 4. Wahl des Gesammtvorstandes, des Bureauverwalters und der Revisoren. 5. Geschäftliches. Die Versammlung beginnt pünktlich.- Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. 171/20 Der Vorstand. Sonnabend, den 13. Januar 1894! Grosser Wiener Maskenball in den Gesammtränmen der., Konkordin- Fettsäle". Die Ballmusik wird von der Fr. Vereinigung d. Zivil- Berufsmusiker" ausgeführt. Der Eintritt für Damen und Herren beträgt inkl. Zanz pro Person 50 Pf. und sind Billets im Bureau, Neue Grünstr. 10 I und in den Versammlungen zu haben. Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 31. Dezember, Abends 6 Uhr: Zwei Versammlungen. 1. Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. Vortrag des Herrn Dr. Joel über: Wenn Menschen schweigen, werden Steine reden". 2. Rosenthalerstraße 38. Vortrag des Herrn Dr. Völkel über: Rückblicke in die Vergangenheit. Augenblicke in die Zukunft." Nach den Bersammlungen Bücherverloosung und Tanz. Herren und Damen als Gäste willkommen. Die Generalversammlung findet am 10. Januar, Abends 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33, statt. Mitgliedsbuch legitimirt. 149/15 Achtung! Marienfelde. Achtung! Am Donnerstag, den 4. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn F. Teutschbein in Marienfelde: Große öffentliche Volksversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1481* = Uni zahlreiches Erscheinen bittet Der Vertrauensmann. Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree, von 10 Pf. erhoben. Zum Frühjahr findet die Umgestaltung des Geschäfts in ein Spezialgeschäft für 604M Teppiche, Tischdecken, Gardinen etc. att Da die Räumung der Läger bis dahin geschehen sein muß, wird der Ausverkauf der Kleiderstoffe, Leinen, Baumwollwaaren, Blousen, Jupons, Schürzen 2c. zu nochmals bedeutend herabgesetzten Preisen fortgesetzt. Berlin, A. Löwenthal, Weberti, Breiter. 20. Meinen werthen Kunden und Freunden zum Jahreswechsel herzlichen Glückwunsch. Julius Lindenbaum, Herren Garderobe, Frankfurterstraße 139. Von 8 Mark. 5 M. an Billighter Detailverkauf für deutschen, engl. ciferne Bettstellen u. Matratzen. Fabrik mit Dampfbetrieb. E. Sass. Detailverkauf nur köpenickerstr. 127, Hof pt. Jllustr. Preiskourant gratis und franko Gr. Mitglieder- Versammlung im Saale der Berliner Ressource, Stallschreiberstr. 41/42, stattfindet, in welcher die neuen Statuten und Mitgliedsbücher zur Ausgabe gelangen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Ewald Vogtherr über„ Christliche Weihnachten, Freisinn und Antisemiten." 2. Diskussion. 3. Geschäftliches. Alle Mitglieder werden dringend ersucht, zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. 189/15 Der Vorstand. E. Adler, Rohnte. S S in 1 Pfund- Büchsen 60 Pf., 1/2 Pfund- Büchsen 35 Pf., zu haben in der Fabrik und in den Kolonial- und ist der beste und billigste Kaffee, Materialwaaren- Handlungen Schönhauser Allee No. 33 von C. Scheible& Schaefer Germania- Aromatique- Kaffee 1/5 Pfund- Büchsen 20 Pf. 5265L* Freie ratwahl zu machen. A. Assmann. Wir ersuchen nun die Mitglieder, sich von Niemanden beeinflussen zu lassen und sich nur den Arzt ihres Vertrauens zu wählen. Wir weisen noch darauf hin, daß die meisten Aerzte des Vereins der freigewählten Kassenärzte ein Erfennungsschild mit der Inschrift( ,, Freie Arztwah!") außer ihrem gewöhnlichen Schilde als Arzt angebracht haben. Außerdem erhält jedes Mitglied ein Verzeichniß, worin fämmtliche Vereinsärzte aufgeführt sind. Wir bitten nun dringend von diesem Recht auch ohne Ausnahme Gebrauch 1071b E. Rosmus. A. Daehne. W. Schwarz. H. Steinfeldt. H. Rautenhaus. Restaurant Moritz Uhle, 32-33, Kreuzbergstr. 32-33. Sylvester- Pfannkuchen- Schmaus, zu Neujahr: Gemüthliche Morgensprache. Stamm- Frühstück, fleine Preise. Spezialität: Eisbein mit Sauerkohl. Gänse und Hasenbraten, Karpfen in Bier, vorzügliches Glas Lagerbier ( Münchener Brauhaus), gute alte Weiße. 1070b Außerdem sage ich meinen werthen Gästen meinen herzlichsten Dank für den bis jetzt so zahlreichen Besuch meines neuen Lokals und wünsche allen ein recht fröhliches Neues Jahr! Boltz' Festsäle, S. Normals G. Feuerstein 75, Alte Jakobstrasse Säle zu Festlichkeiten und Versammlungen. Amt I, 1082. Treptow, Park Bade's Volksgarten. Strasse. Jed. Sonntag: Gr. Ball. Abonnement 1 M. Ausschank v. Weiss- u. Bair.- Bier. Künſtl. Zähne, porzügl. u. Garantie, schmerzl., Zahnschmerz beseitigt, schmerzlofes Zahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Oranienſtr. 123. Noh- Tabak 51979* billigite Preise. Sumatra, schönste Farben, 11/2 Pfd. zum Tausend, à Pf. 1,75 M. Max Jacoby, Streligerstr. 52. Strichgarne, Strumpfwaaren, Handschuhe, gestrichte Welten von 2,50 M. au, Unterjacken, Normalhemden, Unterbeinkleider, Cravatten, Kragen, Manschetten, Wäsche aller Art, Gardinen, Prosit Neujahr!! T Prosit Neujahr!! Herzlichen Glückwunsch Teppiche, Bett- Vorleger, Bett- zum Neuen Jahre sendet decken, wollene Schlaf bedien etc. Gust. Kersten, Gummischuhe. Carl Braun, Berlin S., Hottbuser Damm 5. Bitte genau auf die Firma zu achten. Uhren- Fabrik, Berlin. 5404L 1. Geschäft: Luisenstraße 30. 2. Geschäft: Rommandantenstr. 5. 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Soziale Uebersicht: Gerichts- Beitung. beweisträftiges Zeugniß hätte ablegen können, dem Werkführer zu entschuldigen. Mit beweislosen Vermuthungen dürfe man Zum Ur nämlich, habe Beklagter diese Möglichkeit dadurch genommen, nicht so umgehen, wie es Herr Krüger gethan habe. Gewerbegericht. Kammer VII. Der Privatwächter T. be- daß er sie zum Prozeßvertreter machte. Er ist somit den theil habe jedoch nicht die Vernichtung des alten Attestes geführt. ansprucht vom Kohlenhändler Sch. eine Lohnentschädigung von in Aussicht gestellten Beweis schuldig geblieben, weshalb die An- Durch den Vorgang bei Borchardt sei erwiesen, daß der Kläger 25 M. wegen unrechtmäßiger Entlassung. Der Beklagte ist der gabe des Klägers als richtig angenommen werden und Beklagter denn sonst hätte man sich ja nicht an die Firma Theo v. Kühn die fragliche Stelle nicht auf das Attest hin erhalten hätte; Meinung, den T. berechtigter Weise entlassen zu haben, weil er verurtheilt werden mußte; denn einer gegen sein um Auskunft über denselben gewandt, sondern ihn gleich auf unredlich gewesen sei. Ueber letztere Behauptung wird auf seinen Wollen an seinem fristlosen Akkord helfenden Wunsch durch Vernehmung des Platzverwalters, dem Kläger Berson brauchte der Kläger ihre diesbezügliche pflichtig, weil ihr Vertreter Thatsachen behauptet habe, die den das Attest hin angenommen. Deshalb sei die Beklagte ersatzunterstellt war, Beweis erhoben. Der Zeuge fagt folgen Thätigkeit nicht vergüten. des aus. Er habe auf einen anonymen Brief hin Gewerbegericht. Sigung vom 29. Dezember. Vor der Kläger schädigten, und für welche der Beweis nicht zu er die Weisung erhalten, aufzupassen, ob die Frau oder Kammer VI wurde ein Prozeß zu Ende geführt, der nicht bringen war. Tochter des Klägers immer Kohlen mit nach Hause nähmen, weniger als vier Termine hinter sich hat. Der Kellerarbeiter wenn sie demselben sein Essen" brächten. Eines Abends habe Tischler klagte Anfang November gegen die bekannte Firma er die zwölfjährige Tochter des Klägers anhalten wollen, als sie Theo v. Kühn( Weinhandlung) auf Zahlung einer Entschädigung mit einer Handtasche den Platz verlassen habe, um die Tasche aus folgenden Gründen. Er war eine Zeitlang von der geauf ihren Inhalt zu prüfen, das Mädchen sei schreiend davon nannten Firma beschäftigt worden und hatte, als er, angeblich gelaufen. Darauf sei er, Zeuge, zu T. gegangen und habe wegen Arbeitsmangels entlassen wurde, ein sehr gutes Zeugniß umgegend! Allen denjenigen Kollegen und Berufsgenossen, An die Töpfer nnd Berufsgenossen in Berlin und ihm auf den Kopf Kopf zugesagt, feine Tochter hätte erhalten. Auf der Arbeitssuche, kam er nach wenigen Breßkohlen mitgenommen, Kläger habe geantwortet, es Tagen auch zur Firma Borchardt. Dort war man nicht ab- welche zum Generalfonds der Töpfer Deutschlands beitragen, wären nur acht Stück, und ihn zum Betreten seiner geneigt, ihn zu engagiren, doch wollte man erst bei seinem wird hiermit bekannt gegeben, daß unsere freiwillige Sammeltarte Bude eingeladen. Hierauf wäre er nicht eingegangen, früheren Arbeitgeber über ihn Erfundigungen einziehen. Er für das nächste Jahr vom Sonnabend, den 30. Dezember 1893, fondern habe dem Chef sofort Bericht erstattet, was sollte nach einigen Tagen wiederkommen. Das that er. in der Gipsstr. 3 sowie in allen bekannten Zahlstellen an die die Entlassung des Klägers zur Folge hatte. Die ihren Mann Erkundigungen" waren noch nicht eingezogen, der Prokurist der Kollegen verabfolgt werden. Gustav Melzer, vertretende Frau T. weist dem Gerichtshof eine Lederhandtasthe lettgenannten Firma erbat sich deshalb sofort telephonisch vom als diejenige vor, welche die Kleine am fraglichen Abend ge- Geschäftsführer der Beklagten Auskunft. Dieser, ein Vertrauensmann der Töpfer Berlins. tragen habe, und behauptet, daß sich darin nur ein Topf, ein Herr Krüger, antwortete auf demselben Wege, er würde An alle Gewerkschaften! Genossen, Ihr wißt wohl, mit Teller und Messer und Gabel befunden hätten. tommen Die fofort selbst und persönlich die gewünschte welchen Mitteln man uns in unserem Kampfe zu schädigen sucht. Tasche ist so klein, daß acht Preßkohlen unmöglich Auskunft ertheilen, Herr Krüger fam und rieth vom Engagement est nicht nur das Unternehmerthum, sondern es sind auch Leute hineingehen und Topf und Teller nur darin Platz des T. ab. Gegen ihn läge etwas vor, die Polizei habe sich aus unseren Berufskreisen, die unter dem Deckmantel der Arbeiterhaben, wenn sie offen bleibt. Der Zeuge bestreitet schon damit beschäftigt, er sei verdächtig die Firma Theo v. Kühn freundlichkeit ihr Wesen treiben, und sich jetzt als unsere Gegner die Identität der vorgelegten mit der Tasche, welche er gesehen bestohlen zu haben. Herr Krüger soll bei diesen Ausführungen entpuppt haben. Aber trotzdem werden wir fest zusammenhalten, haben will. Diese sei größer gewesen, so sei seine feste leber- das von ihm selbst ausgestellte vorzügliche Führungsattest dem um unseren Forderungen Anerkennung zu verschaffen. Die Lage zeugung, obgleich die Dunkelheit nur ein schlechtes Sehen an Kläger entriffen haben; fest steht, daß er es an sich des Streifs ist trotz dieser Widerwärtigkeiten eine sehr gute zu jenem Abend ermöglichte. Die Tochter des Klägers, ebenfalls nahm und mit dem Bemerken zerfnitterte, er werde nennen. DieFabrikanten annonciren fortwährend nach Arbeitskräften, vernommen, erklärt mit großer Bestimmtheit wiederholt, ohne T. ein passenderes ausstellen. Aus der Stellung bei sie haben alles aufgeboten und scheuen auch Geldkosten nicht, um sich durch die eindringlichsten Verwarnungen des Vorsitzenden Borchardt wurde nun natürlich nichts. Durch die nur Ersatz zu bekommen. Die Haltung der Ausgesperrten ist in Dr. Meyer einschüchtern zu lassen, die vorgelegte Tasche sei die famose Auskunft" und durch die Vernichtung des Attestes war anbetracht der großen Opfer, die von ihnen verlangt werden, eine nämliche, in welcher ste am Entlassungstage ihres Vaters diesen das dem Kläger die Möglichkeit für das Erste genommen, eine mustergiftige zu nennen. Es stehen noch 120 Kollegen im AusEssen brachte. Mit derselben überzeugenden Bestimmtheit behauptet Stellung zu bekommen. Er flagte. Neben der Entschädigung stand, die glauben fest auf das Solidaritätsgefühl der Arbeiter fie, daß sie in der Tasche feine Kohlen mitgenommen habe und daß sie beanspruchte er die Neuausstellung des ihm entwendeten Zeug rechnen zu können. Genossen! zeigt, daß wir uns im Kampfe auch sonst nie Kohlen im Auftrage des Vaters nach Hause nisses. In der ersten Kammersizung, welche sich mit der Sache gegen das Kapital gleich stehen. Wir appelliren noch transportirt hätte. Als der Verwalter an sie herantrat, habe beschäftigte, hielten der Vorsitzende Leo und die Beisitzer es für einmal an Euch und geben uns der Hoffnung hin, daß fie geschrien, weil ihre Mutter ihr geheißen, auszurücken, und zu das Beste, daß Kläger beziehungsweise sein Vertreter erst beim Ihr nach Gurer eigenen Ueberzeugung handeln werdet, schreien, wenn sie ein Mann anfalle. Auf Befragen Polizeipräsidium eine geharnischte Beschwerde über des ersteren unbeeinflußt von den gegen uns erhobenen Berdächtigungen. theilt der Beflagte bezw. sein Vertreter mit, daß eine wegen der Ueberwachung durch einen Vigilanten einreiche, um Die Unterstüßung unserer gerechten Sache wird auch unser angeblich gestohlenen Kohlen gegen den Kläger eingeleitete straf- fo Klarheit zu schaffen darüber, weshalb er sich Sieg sein. rechtliche Untersuchung eingestellt wurde, weil die Beweise mangelten. dieser unangenehmen Fürsorge erfreute. Auch legte der VorDer Beklagte wurde zur Zahlung der Klagesumme verurtheilt. fißende Werth auf das persönliche Erscheinen des GeschäftsDas Gericht hielt eine Veruntreuung für nicht erwiesen. Durch die führers Krüger. Durch Androhung einer Ordnungsstrafe gelang Verhandlung fei ebenso wenig wie vom Staatsanwalt der Beweis es denn auch, diesen in eigener Person nach dem Gewerbegericht erbracht worden. Wenn der Kläger, wie der Zeuge ausführte, zu zitiren. Die vom Polizeipräsidium erwartete Klärung der auch wirklich zu diesem die Aeußerung: Es sind ja nur acht ominösen Ueberwachung blieb aus. Jetzt versuchte das Gericht, Stück," that, so falle dieselbe den durchaus glaubwürdigen Aus- den in Frage kommenden Vigilanten Klemm zum Zeugniß heranführungen des Kindes gegenüber nicht ins Gewicht. zuziehen, der war so leicht aber nicht zu finden. Man wandte sich Rammer IV. Vorsitzender: Assessor Wel B. Der Tischler darum an das Polizeipräsidium. Die Antwort war: Dsburg flagt gegen den Tischlermeister Völker auf Klemm latitirt", was auf gut Berlinisch" heißt: Er wohnt Zahlung von 14 M. mit der Begründung, für einen drei bei Mutter Grün, hat aber vergessen, seine Adresse irgendwo zu theiligen Schrank habe er 140 m. erhalten sollen, ihn seien hinterlassen. Der Kläger wurde im letzten Termin durch den jedoch 14 M. für eine gegen feinen Willen ihm gestellte Hilfe Goldarbeiter Faber vertreten. Im Namen desselben erhöhte dieser abgezogen worden, was er sich nicht gefallen lassen brauche. das Klageobjett auf 96 M. Er begründete das damit, daß Kläger Eine bestimmte Lieferungsfrist sei ihm nicht vorgeschrieben seit jener Affäre bei Borchardt und infolge derselben noch keine worden. Als Vertreter des Beklagten ist dessen Wertführer Arbeit erhalten habe. In 10 Wochen, die er bereits bummele, Die Kranken- und Begräbnikkaffe der Buchbinder und Milde erschienen. Dieser behauptet, Kläger sei damit ein- hätte Tischler bei Borchardt nach dem in Aussicht gestellten verwandter Berufsgenossen zu Berlin( E. H. Nr. 24) ist eine verstanden gewesen, daß er ihm jemanden zum Helfen gab, sowie Lohn 180 M. mindestens verdient; durch das Dazwischentreten Zuschußkasse, welche ihren Mitgliedern im Erkrankungsfalle damit, daß Kläger dem Helfer 4 Mark von seinem Afford pro des Herrn Krüger allein sei ihm diese Verdienstmöglichkeit ge- auf ärztliche Behandlung volle Freiheit gewährt. Die Leistungen nicht nur baare Unterstützung zahlt, sondern auch in bezug Tag zahle, während der Chef 50 Pf. zugebe. Der Kläger be- nommen worden. Es sei demnach noch foulant vom Kläger, der Kaffe sind: Gegen Zahlung von 30 Pf. wöchentlichem Beitrag streitet das entschieden. Er habe sich diesem Vorschlage gegen- wenn er nur 96 m. verlange und die Wiederherstellung des 12 Mart, gegen Zahlung von 40 Pf. 15 Mart Krantenunterüber ablehnend verhalten. Der Kläger bestreitet ebenfalls, zu lange alten Zeugnisses. Der Beklagte habe den gegen denselben geſtüßung pro Woche und zwar auf die Dauer von 26 Wochen an an dem Afford zugebracht zu haben, der ein sehr schlechter ge- hegten und gepflegten Verdacht als nicht stichhaltig beweisen Mitglieder, welche der Kaffe noch kein volles Jahr angehören, wesen sei. Ein älterer Gehilfe habe das Spind unter 200 m. können. nicht machen wollen. Er, Kläger, habe sich, nur der Noth ge= und 39 Wochen an solche, welche länger als ein Jahr Mitglieder Der Beklagte wurde verurtheilt, 96 M. an den Kläger zu horchend, nicht dem eigenen Triebe, mit 140 m. einverstanden zahlen und ihm binnen 24 Stunden nach der Zustellung des der Kasse sind. Ferner zahlt die Kasse gegen einen wöchentlichen erklärt. Der Beklagte wurde zur Zahlung von 14 M. verurtheilt. Urtheils das vernichtete Attest zugehen zu lassen und für Beitrag von 5 Pf. 90 M., und gegen einen solchen von 10 Pf. 150 M. Sterbegeld. Beitrittserklärungen nehmen entgegen: Gründe: Eine Lieferfrist war, wie unbestritten geblieben, für den jeden Tag der Zögerung weitere 3 M. eventuell zu Bruno Gröblehner, Wasserthorstr. 14 part., Carl Dingler, ManAfford nicht festgesetzt. Unbestritten hat der Beklagte dem Kläger geben. Der Gerichtshof war der Ueberzeugung, daß der Beklagte teuffelstraße 58 1 Tr., Robert Haase, Elisabeth- Ufer 40 4 Tr., nicht mitgetheilt, daß der Akkord ein eiliger sei. Das Einverständniß nicht in der Lage gewesen ist, den Beweis für seine Behauptungen Ernst Henke, Gräfestr. 35 4 Tr., Mar Heine, Manteuffelstr. 108 mit der Hilfe hat der Kläger im ersten Termin schon bestritten, daß Kläger sich strafbar gemacht u. s. w.) zu erbringen. Das 3 Treppen, Julius Lochte, Boeckhstr. 21 Hof 4 Tr. und der trotzdem hat die beklagte Partei sich keine Mühe gegeben, den Gericht hätte wohl angenommen, daß Beklagter in gutem Glauben Unterzeichnete Friedr. Freudenreich, Der gehandelt, das habe aber nicht, in anbetracht des schweren Gewichts Beweis für ihre gegentheilige Behauptung zu erbringen. einzigen Person, welche in der verhandelten Sache vielleicht ein feiner gegen den Kläger geübten Maßnahmen, genügen können, ihn Reichenbergerstr. 8. Das Fest der Arbeitslosen. Eine Sylvestergeschichte von A. F. Thiele. An der Thür des Redaktionszimmers des Proletarier" flopste es. H " Herein!" ertönte höflich und vernehmlich die Einladung des im Ziminer arbeitenden Redakteurs Ehrlich. Die Thür öffnete sich und in's Zimmer schob sich ein junges Männlein, dem man den Theologen auf den ersten Blick anjab. Nachdem derselbe die Thür sorgfältig wieder geschlossen hatte, blieb er unwillkürlich an derselben stehen und warf einen neugierigen Blick auf seine Umgebung. War es doch das erste Mal, daß er die Redaktion einer Zeitung betrat, und nun gar die einer sozialdemokratischen! So also sah es in einer solchen aus! Ehrlich betrachtete seinerseits den jungen Mann mit einiger Verwunderung. " Womit kann ich Ihnen dienen, mein Herr?" " Overzeihen Sie," stammelte der durch diese Frage aus seinem ihn im Augenblicke beherrschenden Gedankengange Herausgerissene. Habe ich vielleicht die Ehre, den Herrn Redakteur der.. .. des Proletarier" vor mir zu sehen?" " Zu dienen, mein Herr! Mein Name ist Ehrlich. Mit wem habe ich das Vergnügen?" " Mein Name ist Zimmperlich! Kandidat Zimperlich!" „ Ei der Tausend! Nun, sehr erfreut! Aber, Herr Zimperlich, bitte, nehmen Sie gefälligst Play und machen Sie Ihrem Namen nicht allzuviel Ehre. So! Und nun zur Sache. Vor allem eine Frage. Sind Sie Parteigenosse?" " Wie... ich... Part.. " Ich meine, ob Sie Sozialdemokrat sind?" " Sozial... demokrat... ich...? Aber was denken Sie von inir?" fein" Nun, nun! Es ist doch keine Schande, Sozialdemokrat zu " Das nicht, aber. Ich bin Hauslehrer. " Das wäre gerade kein Hinderungsgrund!" " Und Kandidat der Theologie Auch solche finden sich bereits in unseren Reihen. Indessen Kandidat und Hauslehrer, beides zusammen möge Ihnen als mildernder Umstand dienen. Was also wünschen Sie nun von mir?" Ich fomme in einer delikaten Angelegenheit." Delifate Angelegenheit? Teufel Berzeihung! Da haben Sie sich wohl an die falsche Adresse gewandt. Da müssen Sie " 1 „ Der sich an den Anzeiger" wenden. Dieses Bourgeoisblatt macht in delikaten Angelegenheiten." „ Nein, nein! Ich bin ausdrücklich hierhergeschickt worden!" Hierher geschickt... so, so... und von wem, wenn ich fragen darf?" Von Herrn Goldfuchs!" " Buzug ist streng fern zu halten. Die Agitationstommission der in der mechanischen Schuhfabrikation beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zuschriften und Geld sind zu senden an Richard Temler, Berlin, Kaiserstr. 4, Restaurant Bellin. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. ( Firma Janicke), nach der Ofenfabrik Ephraim, Rudnicze „ Der Töpfer" warnt vor 3uzug nach Rathenow bei Posen, nach der Ofenfabrik Moßler( in Firma Kühn) in Gotha und nach Wilhelmshaven. Indem er ihnen Beschäftigung und Verdienst giebt?" Das nun wohl nicht, wenigstens bin ich darüber nicht informirt. Aber soviel sieht fest, er möchte den Arbeitslosen eine Freude bereiten." " Nun, mir kann es recht sein." „ Für materielle Unterstügung hat Herr Goldfuchs bereits " Von Goldfuchs? Was haben Sie denn mit diefem Schlot- Sorge getragen durch reiche Spenden an die wohlthätigen Verbaron zu thun?" " Ich bin Hauslehrer bei Goldfuchs". " Ach! Und der schickt Sie zu mir?" " Ja... in einer delikaten Angelegenheit." ,, Da wäre ich denn doch wirklich neugierig." " ,, Wie Sie wissen, hat Gott, der Herr, den Herrn Goldfuchs Gütern reichlich gesegnet. mit verdient." " Oja! Seine Arbeiter haben ihm schon manche Million „ Aber er macht auch einen schönen Gebrauch von seinen ihm von Gott verliehenen Reichthum." zu Das muß man sagen. Badereisen, Festlichkeiten 2c., er weiß leben." Seine Arbeiter haben es nicht schlecht bei ihm." Wenigstens nicht schlechter als anderswo!" " " Er thut viel für die Armen..." Und schafft viele Arme!" „ Er ist Mitglied einer ganzen Reihe von Wohlthätigkeitsvereinen, gemeinnügigen Anstalten u. f. w." Ritter hoher Drden pp." " Das Wohlthun ist ihm Bedürfniß und er folgt dem Zuge seines Herzens bei jeder sich bietenden Gelegenheit." „ Das haben die Genossen gespürt, die kurz vor Weihnachten in seinen Fabriten gemaßregelt und mit ihren Familien brotlos geworden sind." Dennoch ist er", fuhr Herr Zimperlich fort, ohne sich durch die Einwürfe Ehrlich's aus dem Terte seiner einstudirten Rede bringen zu lassen, nicht im stande, alles Elend aus der Welt zu schaffen." Das kann niemand. Das vermag allein die Sozial. demokratie." Die Zeiten sind gegenwärtig recht sch: vere..." „ Leider! Leider!" " Es mangelt an Arbeit." Aber nicht an Arbeitern." " " Und wenn auch, wie gesagt, die Arbeiter des Herrn Goldfuchs keine Noth leiden, so giebt es doch Arme und Glende und Arbeitslose genug im Städtchen, denen Herr Goldfuchs gern eine besondere Freude bereiten möchte." eine für Weihnachtszivecke, wodurch die größte Noth gelindert werden wird." Durch Almosen!" " Herr Goldfuchs ist aber nicht nur ein praktischer Mann, sondern auch eine ideale Natur." Was Sie fagen!" " In diesem seinem Idealismus hat er sich denn auch etwas ganz Apartes ersonnen, die armen Arbeitslosen zu er freuen." ,, Aha! Nun kommt wohl das" Delikate"?" wende, die Menschen sich besonders gern zusammenfinden, um Sofort! Sie wissen, daß am Sylvester, als zur Jahresin Lust und Fröhlichkeit die letzten Stunden des alten Jahres zu verleben nach dem Grundsage:„ Ende gut Alles gut" und dem neuen Jahre hoffnungsfroh entgegen zu jubeln." Soweit die hohe Polizei dies zu gestatten für gut bes findet." Nun will Herr Goldfuchs nicht, daß die Arbeitslosen die letzten Stunden des Jahres vertrauern und das neue Jahr mit selagen empfangen sollen. Er will, daß auch sie mit den Fröh lichen fröhlich sein sollen." ,, Das ist leicht gesagt, aber schwer gethan." " " Zu diesem Zwecke will er an Sylvester ein Fest vers anstalten... Schon wieder?" Ein Fest der Arbeitslosen..." „ A... h!" " Und rechnet hierbei auf Ihre gütige Mitwirkung.". Soll ich etwa einen Vortrag halten über die Ursachen der Arbeitslosigkeit?" " Sie verstehen mich nicht recht. Sie als Redakteur einer seziald... einer Arbeiterzeitung sind naturgemäß eine in Arbeiterkreisen bekanntere Persönlichkeit als Herr Goldfuchs." „ Das fragt sich noch." " " Sie haben mehr Fühlung mit den Arbeitern." Wenigstens mehr Mitgefühl!" Und da dachte Herr Goldfuchs... ob sie nicht in seinem Dem Verband dentscher Gewerbegerichte, dessen Aus- Ischlechte Bezahlung und die erbärmliche Behandlung der Dienste| tommission wird die Leitung des Rampfes übernehmen und jederschuß seinen Siz in Frankfurt a. M. hat, sind bis jetzt leute treibt immer mehr Landbewohner nach den Städten. Die zeit Auskunft ertheilen im Lokale von Kiesel, Schüßenstr. 58. schon gegen fünfzig Gewerbegerichte beigetreten. Der Zweck des Früchte dieses Entwicklungsganges müssen zuletzt der Sozial- Am 3. Januar, Vormittags 10 Uhr, findet in den GermaniaVerbandes ist, die Erfahrungen zwischen den einzelnen Ge- Demokratie in den Schooß fallen. Die erzreattionären Sälen die erste Versammlung statt. werbegerichten auszutauschen, und die allmälige Herbei.Bauernleger führung ein er einheitlichen Rechtsprechung. revolutionär. Der jährliche Verbandsbeitrag beträgt 20 M., wofür das Verbandsorgan Blätter für soziale Praxis" unentgeltlich zugestellt wird. -" Wem die Gewerbetreibenden für die ihnen even tuell aufgehalten Quittungs- und Fracht stempelsteuer zu danten haben werden. Die Freif. 3tg." erfährt hierüber, daß die erste Anregung zur Einführung diefer Steuer von einigen großen Börsenherren in der Sam burger Handelstammer ausgegangen ist. Diese Herren von der Börse erinnerten sich des Gebets: D, Du heiliger Florian, handeln in diesem Sinne äußerst Versammlungen. In Schöneberg fand am 28. Dezember eine öffentliche Volksversammlung im Saale der Schloßbre erei statt. Die Bersammlung erledigte zunächst die Wahl der vokalkommission. Bu Mitgliedern derselben wurden gewählt: Seidel, Schubert und Freidant. Hierauf hielt Genosse Thal einen Vortrag über das Thema: Religion und Wissenschaft". Wegen der vorgerückten Mazinchefsky und Freidant traten zu einer Kommission zu Zeit wurde von einer Diskussion abgesehen. Die Genossen Köster, sammen, der die Vorarbeiten für die Ersatzwahl zum GewerbeSchiedsgericht übertragen wurden. Ihre Stellung gegen die Tabal- Fabrikatsteuer legte die Versammlung in einer längeren Resolution dar. Am 29. Dezember fand eine MitgliederversammIung der Dris Krantentaise für Handlungs. Gehilfen und Lehrlinge statt behufs Vornahme der Delegirtenwahlen. Von der gegnerischen Seite waren die äußersten Anstrengungen gemacht worden, um die Kaffe den Händen der zielbewußten Gehilfen zu entreißen. Die Agitation, welche von einigen Chefs und den in ihrem Harmonie- Schlepptau befindlichen Gehilfen in Szene gesetzt war, entsprach ganz dem Bildungsgrade dieser sich durch Besitz und Bildung auszeich Berlins und Umgegend hatte zum 29. d. M. eine öffentliche Die Agitations Kommission der Droschkenkutscher Bersammlung sämmtlicher Droschtenkutscher Berlins und Um gegend nach den Germania- Sälen in der Chauffeestraße ein berufen, deren Tagesordnung wie folgt festgesetzt worden war: 1. Welches sind die Ursachen, die zum Grlaß der polizeilichen Bekanntmachung vom 10. November d. J. betr. die Einführung der weißlackirten Hüte für die Führer der Droschken mit Fahr Behüt unser Haus, zünd' andre an." Sie veranlaßten die Hamburger Handelskammer zu einer ge- preisanzeigen Anlaß gegeben, und ist deren Einführung nothgewendig und zweckmäßig? heimen Eingabe, doch von der geplanten Börsensteuer abzusehen 2. Der event. Bescheid des königl Polizeipräsidiums und und dafür einen Quittungs- und Frachtstempel einzuführen. des Herrn Ministers des Innern auf die an dieselben gerichteten Finanzminister Miquel war sehr dankbar für diese Anregung, Gesuche wegen Aufhebung vorstehender Bekanntmachung und nahm aber von der Börsensteuer nicht Abstand, sondern brachte 3. Können wir diesen Bescheiden uns so ohne weiteres einen Quittungs- und Frachtstempel noch dazu in Vorschlag. Aus der Hamburger Initiative erklärt es sich auch, daß das fügen? Referent war der Vorsitzende des Vereins Berliner Droschten Quittungs- und Frachtstempelgeset sogleich nach seinem Erscheinen futscher, Herr Schütte. Derselbe bezeichnete die Fuhrunter- nenden Herren. Da dieselben irgend ein thatsächliches Material in der Hamburger Börsenhalle" begrüßt wurde. Jezt freilich nehmer als die Urheber der bezeichneten polizeilichen Bekannt gegen gen Vorstand und die Verwaltung der Kaffe nicht vorzuzieht man schiefe Gesichter, nachdem man erfahren hat, daß es nicht gelungen ist, durch die anderen Steuervorschläge die Begehr- Polizeipräsidenten auf die gedachte Petition des Vereins Berliner leumdungen nicht zurück; doch gerade dadurch erreichten sie das nicht gelungen ist, durch die anderen Steuervorschläge die Begehr- machung und zwar auf grund des ablehnenden Bescheides des bringen in der Lage waren, scheuten sie vor gemeinen Ver lichkeit des Fiskus von der Hamburger Börse abzulenten. Droschkentutscher. Der Referent war der Meinung, daß die Gegentheil dessen, was sie bezweckten. Die Wahl ergab einen glänzenden Sieg der von uns aufgestellten Listen, und zwar bei den Chejs mit 23 gegen 12 Stimmen und bei den Gehilfen mit 102 gegen 32 Stimmen. Sprecisaal. Inhalt desselben identifizirt zu werden. " Die„ Achtung" vor dem Gesetz vermissen wir bei den weißladirten Hüte nur der Anfang von ferneren Wünschen der Besitzenden überall da, wo es an den Geldbeutel geht. Vor uns Fuhrunternehmer betreffs einer besonderen Uniformirung der liegt eine Invaliditätskarte, ausgestellt auf den Namen W. 3., Tayameter Droschkentutscher sei, um diese nach Möglichkeit an die einer Arbeiterin, welche seit dem 1. August 1856 bis 1. November Zaxameter zu fesseln. Dies würde aber eine ungemeine Belastung 1898 bei der Rittergutsbesitzerin Frau von der Gröben der Droschfenkutscher darstellen und hätten die Droschkentutscher sich auf Rippen im Kreis Heiligenbeil bedienstet war. Die mit aller Energie dagegen zu wahren. Den Fuhrherren sei seitens Karte ist von dem eigenen Amtsverwalter der Freifrau der Tagameter Gesellschaft auf ihren Wunsch die tägliche Bacht ausgestellt und trägt das Datum vom 24. Oftober 1892. Das von 60 Pf. auf 40 Pf. ermäßigt worden. Dafür hätten sich die Gesetz ist am 1. Januar 1891 in Kraft getreten; beinahe zwei Fuhrunternehmer verpflichten müssen zur Einführung der Weiß- Die Redaktion ftellt die Benugung des Sprechjaals, soweit der Raum dafü: Jahre hat die edle Dame es also unterlaffen, die Arbeiterin zu lacirten". Da dies auf Kosten der Kutscher geschehen kann, so abzugeben ift, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen versichern, wozu sie nach dem Wortlaut des Gesetzes verpflichtet erklärten sich die Fuhrunternehmer damit einverstanden und Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit den gewesen wäre. Wir unterfangen uns natürlich nicht, etwa an- wußten diefelben auch die Behörde zu dem erwähnten Erlasse zu an die Mitglieder der Orts, Betriebs- und zunehmen, die Rittergutsbesiyerin habe mit Absicht vergessen. bestimmen. Er unterbreitete der Versammlung folgende ResoNoblesse oblige" und die gnädige Frau" wird durch die lution: Die heute, den 29. Dezember 1893 im Germania Saal, Innungs Rrantentassen mit freier Arztwahl! Bezugnehmend auf das heutige Inserat erlauben sich die Diners, die Jagden und sonstige wichtige Aftionen abgehalten Chausseestraße 103, versammelten Droschfentutscher Berlins und worden sein, sich des deutschen Reichs- Klebegeseges zu erinnern, Umgegend erblicken nach dem eingehenden Vortrage des Refe- Unterzeichneten, die Mistglieder der dort aufgeführten Kassen auf oder aber ihre Abneigung gegen die 33 Pfennigrente war nur renien in der zwangsweisen Einführung des weißlactirten Sutes folgende wichtige Punkte hinzuweisen: 1. Die Mitglieder der deshalb so groß, weil ihr diese Summie zu gering erschien. für den Betrieb des Tarameter- Droichten- Fuhrgewerbes nicht nur bezeichneten Krankenkassen haben das Recht, bei etwaigen ErWenn so, dann würde sie von vielen Seiten Recht erhalten. eine schwere Belastung für sich in petuniärer Beziehung, sondern frankungsfällen sich einen von den ca. 1000 Aerzten, welche im Schon wieder einer! Der Bankier Saar aus Halberstadt balten entgegen der behördlichen Ansicht diese Neuerung für Verzeichniß des Vereins der freigewählten Rassenärzte" aufwurde in Altona verhaftet. Er hatte sich mit Hinterlassung von haupt, als auch für höchst unpraktisch und unzweckmäßig und feinesfalls pflichtet, wenn sie einen der Aerzte konfultiren wollen, sich mit eine schwere Schädigung des gesammten Droschtenfuhrgewerbes über- geiührt sind, zu wählen. 2. Die Kaffenmitglieder sind ver 300 000. Schulden nach Amerika begeben wollen. für geeignet, die Einnahmen der Tarameter- Droschten zu erhöhen einem Medizinschein zu versehen.( Ausgenommen hiervon sind Frauenarbeit ist billiger, darum her mit der Frauen oder das Publikum vor Irrthümern oder Uebervortheilungen zu nur dringende Fälle, hier genügt zu einer einmaligen arbeit," beißt die Losung unserer Herren Kapitalisten. Grüber ichihen. Das letztere halten sie auch aus dem Grunde schon gar Verordnung das Mitgliedsbuch.) Beschwerden der Mitglieder wurden auf einem Segler, welcher Heringe nach Königsberg nicht für möglich, weil dem Publifum, welches die Zarameter- gegen Aerzte sind bei dem Kaffenvorstande zunächst einzuführt, zwei Männer zum Herauswinden der Fässer beschäftigt. Droschfen benutzt, diese zu jeder Tageszeit als auch Nachtzeit reichen. Bum Gelingen und zur Durchführung der freien Jeder von ihnen erhielt 4 M. pro Tag. Wie die Gleichheit", durch große Ausschriften an den Droschfen, Laterne mit grünem Arztwahl in Berlin und der Vororte ist es dringend Beitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen mittheilt, stellt Reflektor, roth beschriebenes Blechschild und großer eiserner jetzt der Kapitän zwei Frauen zum Ausladen an. Sie müssen Fahne, deutlich genug fenntlich gemacht worden sind. Gie nothwendig, daß sich die Mitglieder in der Wahl ihres Arztes von niemand beeinflussen lassen, sondern sich nur den die schwere Arbeit für die Hälfte des Lohnes verrichten, jede find vielmehr der Meinung, daß diese Neuerung nichts Arzt ihres eigenen Bertrauens wählen. Hierbei wollen wir nicht von ihnen erhält nur 2 M. pro Tag. Ein alter Hafenarbeiter weiter ist, als ein ein Acquivalent für die Ermäßigung sagte, daß er noch nie Frauen an der Winde beschäftigt gesehen der Pacht für den Tayameter- Apparat an die Tarameter unterlassen, darauf aufmerksam zu machen, daß die Aerzte, d. h. die Mitglieder des Vereins der freigewählten Kajjenärzte" hätte. Was wollen Sie," gab der Kapitän zur Antwort, Fabrit auf Kosten der Kutscher, denen so wie so schon nur ein neben ihrem gewöhnlichen Schild als Arzt noch nebenstehendes " Frauenarbeit ist billiger.". ganz ungenügender Lohn gezahlt wird, und sie sind ferner der Ein Greifenpaar, so berichtet das Bureau Herold" aus Meinung, daß auf Betreiben der sämmtlich in betracht tommen Erkennungsschild mit der Inschrift:" Freie Arztwah!" angebracht haben. den Fahrunternehmer und der intereffirten fapitalistischen Kreise Lille( Frankreich), hat sich gestern selbst durch Kohlengas den eine gänzliche Umformung der jezigen Livree für den Betrieb Mitglieder, da Ihr nun die freie Arztwahl in Euren Kassen Zod gegeben, weil es befürchtete, daß es infolge zunehmender des Zarameter- Droschkenfuhrgewerbes angestrebt wird und in errungen habt, sorgt aber auch dafür, daß Euch diese ErrungenBlindheit außer Stande sein werde, seinen Lebensunterhalt zu naher Aussicht steht, wodurch diejenigen R. tscher, welche mit schaft dauernd erhalten bleibt, belehrt Eure Kollegen und Gebestreiten. Hätte natürlich ebenso gut Berlin oder Leipzig einer solchen Livree ausgerünet sind, ein für alle Mal an diesen nossen, macht sie auf die oben angeführten Punkte aufmerksam, heißen können und wir würden der Nachricht ebenfalls Glauben Betrieb gebunden werden sollen. Da dies aber einer Knebelung damit sie bei etwaigen Erkrankungsfällen genau wissen, was fie schenken leider. Irgendwelche" Bergehen" sich zu Schulden der persönlichen Bewegungsfreiheit auf ökonomischem Gebiete u thun haben, denn nur so wird es möglich sein, die allen Mittommen zu lassen, um sich ins Gefängniß wollten die alten Leute wohl nicht, zum Betteln zu schwach gleichtonimt, durch welche sie noch mehr als bisher der ganz ver- gliedern zum Segen gereichende Freie Arztwahl zur volllehrten kapitalistischen Wirthschaftsordnung preisgegeben werden, tä..digen Dura führung zu bringen. und unfähig und so blieb allerdings nichts anderes mehr übrig so beschließen Air bemerken nochmals, daß diejenigen Kassent, welche die als Selbstmord. freie Arztwahl eingeführt haben, in dem heutigen Inserat betannt gegeben sind. R. Aßmann. H. Steinfeld. E. Rosmus. A. Dähne. H. Rautenhaus. W. Schwarz. - zu retten, 19 = 1. die Tayameter Droschfenfahrer, vom 1. Januar 1894 ab Die Erfolge der Junkerwirthschaft zeigen sich recht von welchem Tage die weißlactisten Hüte getragen, werden dentlich im Junter- Paradies Medienburg. Der Ueberschuß sollen den Betrieb des Taxameter Droschtenfuhrgewerbes fo der Geburten über die Sterbefälle betrug in dem Zeitraum vom lange zu meiden und demselben fern zu bleiben, bis die die weiß1. Dezember 1885 bis 1. Dezember 1890 in beiden Mecklenburg lackirten Hüte einführende polizeiliche Bekanntmachung vom 15. No32 566, die Bevölkerungszunahme in derfelben Zeit nur 3583 Köpfe, vember d. J. aufgehoben worden ist; der Verlust durch Wanderung demnach 28 938 oder 89,17 pet. des Geburtsüberschusses. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts bestanden in Mecklenburg etwa 12 000 ritterschaftliche Bauern höfe, um die Mitte des 18. Jahrhunderts waren davon nur noch 4472 übrig, und zur Zeit zählt Mecklenburg nur noch 1230 bäuer liche Anwesen. Die Konzentration des Grundbestyes ist demnach gerade in Mecklenburg bereits bis zu einem großen Grade gediehen. Das Bauernlegen der Latifundienbesizer, sowie die " Namen die Veranstaltung dieses Festes der Arbeitslosen über nehmen möchten." Was von einem Redakteur noch alles verlangt werden wird." " Die Ausgestaltung dieser Idee nnd deren praktische Berwirklichung würde natürlich Ihnen überlassen bleiben und Sie hierin vollständig freie Hand haben. Auf die Kosten würde es gar nicht autommen und übernimmt dieselben insgesammt Herr Goldfuchs." Herr Ehrlich überlegte. Ein sonderbares Anerbieten! Da plötzlich huschte es wie ein Sonnenblik über sein nach dentliches Gesicht. Ein glücklicher Gedanke war ihm gekommen. " Ich nehme das Anerbieten des Herrn Goldfuchs an", sagte er dann, sich mit feinem Lächeln Herrn Zimperlich zuwendend, ,, unter der Bedingung, daß mir betreffs der Veranstaltung des Festes vollständig freie Hand gelassen wird." ,, Sie sind sehr gütig, mein Herr! Herr Goldfuchs, der nebenbei bemerkt durchaus nichts dagegen hat, daß sein Name bei dieser Angelegenheit öffentlich genannt wird und daß in der Presse auf dieses Fest der Arbeitslosen hingewiesen wird, hat mich beauftragt, Ihnen seinen besten Dant auszusprechen". Bitte, bitte, mein Herr! Nur keine Komplimente. Was an mir liegt, foll gefchehen, das Fest in würdiger Weise zu geftalten. Herr Goldfuchs soll selber davon überrascht werden. Auch an der nöthigen Reklame soll es nicht fehlen." So bleibt mir nur noch übrig, Ihnen mitzutheilen, daß mit dem Echüßenwirthe bereits Rücksprache genommen worden ist, daß derselbe sich bereit erklärt hat, sein Lokal für die Festzwecke zur Verfügung zu stellen und Sie zit ersuchen, sich mit diesem betreffs des Weiteren gütigft in Verbindung setzen zu wollen. Zur Bestreitung der ersten erforderlichen Ausgaben wollen Sie gefälligst die mir zu diesem Behufe übergebenen 300 Mart in Empfang nehmen." Herr Zimperlich entnahm seiner Brieftasche drei sorgfältig in Papier eingeschlagene Kaffenscheine und legte dieselben auf das Echreibpult Ehrlich's. Echon gut, mein Herr! Es hätte dessen wohl faum bedurst... So, hier haben Sie eine Quittung und nun grüßen Sie Herrn Goldsachs und sagen Sie ihm, es wird alles bestens besorgt werden." So empfehle ich mich Ihnen bestens, mein Herr!" Leben Sie wohl! Adieu!" Herr Ghrlich machte sich wieder an seine Arbeit. Tags darauf erschien bereis im Proletarier" eine Notiz, das Fest der Arbeitslosen betreffend, die natürlich begreifliches Aufsehen in proletarischen Kreisen erregte. Die betreffende Notiz 2. verpflichten sich sämmtliche übrigen Kollegen, welche Droschken ohne Tayameter fahren, die obigen Kollegen in ihrem gerechten Kampfe, den dieselben auch für sie selbst aufgenommen haben, so lange petuniär zu unterstüßen, bis der endgiltige Sieg errungen ist." Dem Referate folgte eine mehrstündige erregte Debatte, nach deren Beendigung vorstehende Resolution von der gut besuchten Versammlung einstimmig angenommen wurde. Die Agitations" Briefkaffen der Redaktion. K. und S. 118. Welchen Aufschluß wünschen Sie über die Genossen Hentschel und Nauen? 3ft es ihnen einfach um Aufschluß über den tragischen Tod derselben zu thun, so lesen Sie in unserer Expedition die betreffenden Nummern nach. be= entging auch nicht dem Späherauge des Redakteurs vom An- freute sich schon im Stillen auf den Knalleffekt des Festes. War zeiger". Schnell beauftragte er einen findigen Reporter mit den ihm doch bedeutet worden, daß um Mitternacht, wenn das erforderlichen Recherchen und war bald in der Lage, feinen Lesern neue Jahr jubelnd begrüßt werden würde, das große Greigniß die ungeheuerlichsten Dinge betreffs des Festes der Arbeits- vor sich geben sollte. Dann, dachte er bei sich, würden gewiß losen und der Herzensgüte des Herrn Goldfuchs vorerzählen zu die Arbeitslosen, welche augenscheinlich anderwärts tönnen. wirthet wurden, dankerfüllt im Saale erscheinen und ihn preisen als ihren Wohlthäter, als einen Vater der Arbeiter. Er sah sich im Geiste umitrahlt von dem Glorienscheine der Humanität und in seinem Knopfleche einen neuen Orden blizen. So verflogen die Stunden in angenehmster Weise und der Arbeitslosen wurde seitens der Anwesenden faum noch gedacht. Alle gaben sich voll und ganz dem Genusse hin und begrüßten das neue Jahr mit perlendem Champagner. Inmitten dieses Jubels und Trubels ertönte plöglich ein schmetternder Trompetenton und Aller Blicke richteten sich auf eine Niesche des Saales, in welcher, so lange durch einen schüßenden Vorhang verborgen gehalten, ein Transparent sichtbar wurde, welches in rothleuchtenden Flammenzeichen folgende Inschrift trug: So standen bald Herr Goldfuchs und sein Fest der Arbeitslosen im Mittelpunkte des öffentlichen Interesses. Im ganzen Städtchen sprach man von nichts anderem, als dem bevorstehen den Feite der Arbeitslosen. Doch auch in anderer Weise machte dasselbe viel von sich reden und versetzte das Städtchen in Spannung und Aufregung. Herr Ehrlich war an der Arbeit und verstand seine Sache gar vortrefflich. Da galt es zunächst, den Schützenhaussaal in Stand zu segen. Da kamen die Maler und malten und strichen, daß es eine Art hatte; dann kamen Zimmerleute und hatten allerlei Baulichkeiten zu machen; dann kamen Tapezirer, welche den Saal dekorirten und durch Entnahme ihres Bedarfes andere Gewerbetreibende in Bewegung und Nahrung segten; dann kamen die Gärtner, welche für frischen Pflanzenschmuck zu sorgen hatten, eine Reinemachekolonne rückte heran und machte das Schießhaus blitz blant, innen und außen wurde eine Menge Aushilfspersonal auf eine geschmückt, gepuyt, ganze Woche angenommen, Bäcker, Schlächter und Konditoren wurden mit Lieferungen bedacht u. f. w., u. s. w., furz, es herrschte ein Trubel und eine Arbeit, welche alle überschüssigen Arbeitskräfte in Anspruch nahm und diesen einen unerwarteten und guten Verdienst verschaffte. Währenddem erschienen wiederholt Anzeigen in den beiden Zeitungen des Städtchens, das Fest der Arbeitslosen betreffend, mit dem Hinweise darauf, daß nur geladenen Gästen der Zutritt gestattet sei. In der Druckerei Des Proletarier" wurden demzufolge sauber ausgestattete Einladungskarten nebst Einladungsbriefen hergestellt, welche einem besonderen Boten zur Bestellung an die näher bezeichneten Adressen übergeben wurden. Ein jeder der Eingeladenen Wie die begossenen Pudel standen Herr Goldfuchs und seine rechnete es sich zur besonderen Ehre ber an, Ein Getreuen und starrten auf, dies Menetekel an der Wand. Allen leisten, ladung Folge zu um gleichzeitig seine aufs wurde klar, daß ihnen ein böser Streich gespielt worden war. Höchste gespannte Neugierde zu befriedigen. So nahte der Wenn sich auch Alle Mühe gaben, ihren Merger und ihre EntEylvesterabend heran und im strahlenden Saale des Schützen- rüstung über die Taktiofigkeit nicht merken zu laffen, so zogen hauses hatte sich eine auserlesene Gesellschaft versammelt, welcher es doch Alle vor, so schnell wie möglich zu verschwinden. Bald Herr Goldfuchs und Gemahlin die Honneurs machte. Die ganze war denn auch die glänzende Gesellschaft in alle Winde zerHaute volée des Städtchens und der Umgegend war mit ihren stoben. Mit Windeseile verbreitete sich indessen die Kunde von Familien, Söhnen und Töchtern erschienen, welche Herrn Gold- dem Geschehenen im Städtchen, die größte Sensation erregend. uchs Schmeicheleien fagten und ihn beglückwünschten wegen und als nach und nach der wahre Zusammenhang bekannt feiner genialen Joee. Herr Goldfuchs schwamm in Wonne und wurde, da lachte man erst recht über dieses sonderbare Fest der ließ sich mit seinen Gästen das lutullische Wahl munden und Arbeitslosen. " Jhr, die Ihr schwelgt im Ueberfluß, Nur lebt der Freude, dem Genuß, Auf Kosten andrer sich macht groß Ihr seid in Wahrheit arbeitslos. Die Arbeit, Elend, Sorg' und Müh Erprobtet Jhr im Leben nie; Drum feid zum Arbeitslosen- Feste, Jhr auch die einzig richt'gen Gäste. Der Proletar verzichtet gern, Auf solch' Vergnügen großer Herrn. 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