Ar. 256. Jahrg. Hbenncments-Bcdingungen: I i1�kx/ihNn�i' Die Tnfcrflons-Geböljr UlonnementZ- Preis pränumerando: WW»W■EB hB 19 Em WW SMff>-* beträgt für die sechSgcsvaUenc Nolonel. «ierleljährl. ZLV Ml, monatl. 1,10 Ml, W»'�W Mg MM // DW WM WM DI» fsSS IM Zeile oder deren«aum>« P'g, für wöchenrlich SS Psg. frei ins Haus. EsBI l�-MW RH MA I» WM MZ E9' Mg HS DM // M MM 7*�// politische und gewerlschasttiche Vereins Einzelne Ruimner 5 Pfg. Sonntag?. ���M I IM WM MM WW BH| MW DM|A DM WM r— y/ und Versnininlungs-Anzeigen 30 Pia. Nummer mit illustrierter Sonntags. IjSMM QM KS JKS MW SEH �3 WZ WM IM HM) WW IM //„Kleine Hnrcigen", das fettgedn.cfto Beilage„Die Neue Welt' 10 Psg. Post. WMW WW HS BS M JJa iW MZ l?W WW kM �— WM HB 1 iSt� Wort 20 Pfg. t zulässig L fettgedruckte NbonnemeM: l,10 Marl pro Monat. �e�W WM �M MW DM MM MM WM �M MW �M Worte), jedes weitere Wort>0 Psg. Eingetragen in die Post-Zeiwngs- HB HH DM MI svSLV jffljd, MMA\ MM HH Hri Stellengesuche und Schlafstellen rii Preisliste. Unter Kreuzband für WM �M MM l, WMv �— �WMKl�ar/ �HbiX MI �7/ SB zeigen das erste Wort l0 Pfg, ,edcs Deusichland und Oesterreich. Ungarn Mb» �Mt �W/ �Vz'" /mlW/ HB-, Ae RM weitere Wort ö Psg. Worte über löÄuch' LchO Marl, für das übrige Ausland MB�v ▼/ V V �MMX. A' MW staben zählen für zwei Worte. Inserate s Marl pro Monat. Postabonnements BS� �___ Ts MÄ\ für die nächste Nummer müi;ni bis nehmen an: Belgien. Dänemarl,_y f__-------- O ▼/» Uhr nachmittags in der Expedition Holland. Italien. Luxemburg. Porwgal. C/(,------ abgegeben werde!:. Die Erpedition ist «mnänien, Schweden und die Schweiz. �S\______ � S_ J— � bis 7 Uhr abends geöffnet. Verlinev 1�0111 ölilstlf. äs». Zcntralorgan der rozialdcmohratifchcn Partei Deutfchlands. Redahtiom SRI. 68, Ltndcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Morinplati, Nr. 1983. vie künftige lllilitärvorlage. Die neue Militärvorlage ist noch nicht in ihreni vollen Umfange zur Durchführung gelangt, und schon tritt der W e h r v e r c i n mit einem Programm für eine weitere Heercsvcrm ehrung vor die Oefscntlichkcit. General- leutnant z. D. Litzmann bezeichnet in der„Täglichen Rund- schau" dieses Programm als das Ergebnis einer Vorstands- sitzung des Wehrvercins, die in diesen Tagen in Berlin statt- gefunden hat. Wieder sind es Frankreich und Ruhland, die als Popanz herhalten müssen. Ruhland soll in aller Stille vier neue Armeekorps an der deutschen Grenze aufgestellt haben. In Wirklichkeit handelt es sich um eine V e r- s ch i e b u n g russischer Truppenkörper als eine Folge der deutschen Militärvorlage, die ihre Spitze ganz selbstverständlich auch gegen Ruhland richtete. Ganz besonders wird immer auf die Erhöhung der Dienstzeit in Frankreich von zwei auf drei Jahre hingewiesen, aber verschwiegen, dah damit die Kriegs- stärke der französischen Arnicen auch nicht um einen einzigen Mann erhöht worden ist. Frankreich ist eben, was die Vermehrung der Armee betrifft, an der Grenze feiner Leistungsfähigkeit angelangt. Ob die Widerstandskraft der französischen Armee durch die Erhöhung der Dienstzeit ge- steigert tvird, ist sehr fraglich, jedenfalls aber haben die im Interesse der Rüstungstreiber tätigen Generale noch nicht ernstlich behaupten können, dah die Schlagfertigkeit der deutschen Armee durch die Verkürzung der Dienstzeit ge- litten habe. Die treibenden Kräfte im Wehrvercin halten sich be- scheiden im Hintergrund, der Rüstungsindustrie dürften sie bestimmt nicht allzu ferne stehen. Der Wehrvercin erstrebt nun nichts weniger als eine Verlängerung der aktiven Dien st zeit aus dem Verordnungswege. Durch ein Gesetz soll der Heeresverwaltung das Recht eingeräumt werden, den zur Entlassung stehenden Jahrgang auf die Dauer von sechs Monaten länger bei der Fahne zube- halten. Eine solche Befugnis würde auf eine Verlängerung der Dienstzeit von 24 auf 80 Monate hinauslaufen! Dah diese Mahregcl nur im Notfalle ergriffen werden soll, ist eine oberfaule Ausrede, denn darüber, ob ein solcher Notsall vorliegt, hätte einzig und allein die oberste Kommandobehörde zu bestimmen, die den Notfall natürlich stets für gegeben erachten würde. Damit hätte man auch die schönste Gelegenheit, fortgesetzt Angst und Unruhe zu erwecken und das wirtschaftliche Leben auf das allerschwcrstc zu schädigen. Die Zurückbehaltung der Reservisten wäre der Revolver, den mau dem Reichstag auf die Brust setzen könnte, wenn er sich einmal weigern sollte, den Wünschen der Heeres- Verwaltung zu Willen zu sein. Diesen teuflischen Plan rechtzeitig enthüllt zu haben, ist immerhin ein Verdienst, das sich der aus dem aktiven Dienst ausgeschaltete General z. D. Litzmann, wenn auch wider Willen, erworben hat. Man kann nicht mehr im Unklaren darüber sein, wohin die Fahrt geht: Verlängerung der Dien st zeit auf dem Verordnung s.w ege unter völliger Aus- schaltung des Reichstags. Darüber kann kein Zweifel bestehen, was es für das Wirtschaftsleben Europas zu be- deuten hätte, wenn Deutschland plötzlich seine Reservisten bei der Fahne behielte. Das wäre aber auch der Auftakt zu einem neuerlichen europäischen Wettrüsten, und der Augenblick, der den Funken in das Pulverfah fliegen läht, wäre in bedenkliche Nähe gerückt. Das aber ist es gerade, was gewisse Interessenten- kreise, deren Gewissenlosigkeit nicht mehr zu über- bieten ist, anstreben. Der Reichstag hat der Heeresverwaltung nahegelegt, das Einjährig- Freiwilligen- Privileg zu erweitern. Es war das eine Anregung von bürgerlicher Seite, denn von sozialdemo- kratischer Seite konnte nur die Forderung auf völlige Auf- Hebung des Einjährigen- Privilegs durch allgemeine Ver- kürzung der Dienstzeit auf ein Jahr erhoben werden. Die Heeresverwaltung verhielt sich gegen die Forderung der Erweiterung des Einjährigen-Privilegs nicht direkt ab- lehnend. Der Wehrvereiu erblickt jedoch in jeder Erweiterung des Privilegs eine Durchbrechung der zwei jährigen Dienst- zeit und wünscht, daß das Einjährig-Freiwilligen-Privileg überhaupt beseitigt werden soll. Dagegen wäre, wie gesagt, nichts einzuwenden, wenn gleichzeitig die einjährige Dienstzeit für die gesamte Armee verlangt würde. Das aber will der Wehrverein selbstverständlich nicht, er wünscht nur, daß auch die künftigen Offiziere eine zweijährige Aus- bildung in der Front erhalten. Die Wünsche des Wehrvereins gehen allerdings noch er- heblich weiter. Neben einer Vermehrung des Trains und der Pioniere wird wieder auf einen Lieblingswunsch der Rüstungstrciber zurückgegriffen, nämlich auf die Aufstellung kriegsbereiterKavalleriedivisionen bereits im Frieden. Und damit nicht genug, iverden auch Meldereiter für die Infanterie verlangt. General Üietzmann hebt hervor, daß wir bereits die Infanterie und Kavallerie für zivci neue Armee- korps haben und daß demnach die Aufstellung dieser For- mationen eigentlich mit wenigen Kosten zu ermöglichen sei. Richtig ist. daß wir Jnsi.lterie und Kavallerie für zwei neue Armee- korps haben. Zu neuen Armeekorps gehört aber auch Artillerie, eS gehören dazu die technischen und die Vcrpflegungstruppen Mittwoch, de« 1. Oktober 1913. mit all dem gewaltigen Anhängsel, das damit verbunden ist. 'Die Aufstellung zweier neuer Armeekorps würden eine neue dauernde Millionen ausgäbe bedeuten. Daß sie später einmal kommt, ist allerdings mit Sicherheit anzunehmen; die Rüstungstreiber wünschen aber, daß diese Aufstellung so rasch als möglich zu erfolgen habe. Das ist der Inhalt einer kommenden Militärvorlage. Vielleicht, daß die HeereSverivaltung den Lietzmann und seine Gcsimlungsfreundc zunächst einmal gründlich ab- schüttelt, denn schließlich soll doch der Schein gewahrt werden, daß die Heeresverwaltung es ernst gemeint hat mit der Versicherung, daß durch die letztbcschlossene Militärvorlage den Bedürfnissen auf lange Zeit hinaus Genüge getan sei. In Wirklichkeit allerdings wird man den Treibereien des Wehrvercins gar nicht so ablehnend gegenüberstehen, der Wehrvercin soll ja in der Bevölkerung Stimmung machen, damit die HeereSverivaltung später sagen kann, daß sie mit Einbringung einer neuen Vorlage nur den Wünschen weiter Volkskrcise Rechnung getragen habe! Eigent- lich überflüssig zu sagen, daß der Wehrvercin auch nichts wissen will von den Resolutionen und Anträgen, die im Reichs- tag Annahme gefunden haben und die darauf hinzielen, teils Ersparnisse zu machen, teils aber den Soldaten mehr Rechte einzuräumen. Nur mit„Unterdrückung von Wohlleben und Lurus im Heere" und mit einer„zeitgemäßen Reform der Militärjnstiz" will sich der Wehrverein gütigst einverstanden erklären. Damit zeigt sich mit erschreckender Deutlichkeit, wohin wir treiben. Es wird Aufgabe der klassenbewußten Volksmasscn sein, mit einem energischen Protest gegen diese weitere Ueberspannung des Rüstungswahnwitzes vor- zugehen, um zu verhüten, daß schließlich noch diesem Reichstag ein neuer Aderlaß zugunsten des Militarismus zu- gemutet wird. Ganz besonders aber ist es nötig, der breitesten Ocffentlichkeit die Gemeingefährlichkeit der Be- strebungen vor Augen zu führen, wie sie im Wehrverein ver- körpert sind. �____ Wilhelm Gewehr gestorben. Ein tragisches Geschick entriß Montagabend unserer Armee einen Soldaten, dessen Opfermut und Pflichttreue allen ein leuchtendes Beispiel bleiben wird, die ihn kannten: den Genosien Wilhelm Gewehr. Jahrzehntelang stand er in der vordersten Reihe derer, die das steinige Feld Rheinland-Westfalens für den Sozialismus zu beackern hatten. Und wie hat er seine Arbeit getan! Bei kargem Lohn, wie ihn die Verhältnisse der Parteipresse bis vor nicht gar langer Zeit geboten,„gesegnet" mit einer überaus zahlreichen Familie, von privatem Unglück verfolgt wie selten einer, versagte doch nie seine Kampf- natur. Und nun, nachdem seine Kinderschar fast erwachsen, nachdem ein verhältnismäßig ruhiger Lebensabend ihm ivinkte, befiel ihm tückische Krankheit, von der er seit zwei Jahren wußte, daß sie un- weigerlich zum Tode führen müsse. Als vor zirka zwei Jahren die Diagnose auf Darmkrebs gestellt wurde, als man ihm die Wahl ließ: Operation oder nicht, und er erfuhr, daß bei der Operation für einen glücklichen Ausgang keine allzugroße Hoffnung bestehe, daß er aber, wenn nicht operiert würde. Aussicht habe, noch zwei bis drei Jahre zu leben, da traf er den Entscheid: Dann will ich solang wie mög- lich bei meinen 5iindern bleiben I Bis zuletzt war er auf seinem Posten; wenn er nur eben wieder kriechen konnte, war er in der Redaktion, in Konferenzen und Sitzungen. Vom Krankenbett aus diktierte er seinen Kindern die Artikel für die Agitationsschrift des Niederrheins, das„Morgenrot". Er starb in den Sielen. Geboren am 29. Dezember 1858 in Klein-Rechtcnbach im Kreise Wetzlar, kam der junge Schreinergeselle, nachdem er es beim Militär in Mainz zum Unteroffizier gebracht, anfangs der achtziger Jahre in Elberfeld in die Parteibewegung. Im Elternhaus scheint er keine sozialistischen Anregungen erhalten zu haben, wenigstens läßt darauf die Talsache schließen, daß einer seiner Brüder ein energischer christlich-sozialcr Parteigänger war. In Elberfeld betätigte sich der junge Genosse zunächst in Krankenkassen und ähnlichen Vereinen, die unter dem Sozialistengesetz Stützpunkte unserer Bewegung waren. Später zählte der Elbcrselder Fachverein den Tischler Gewehr zu seinen Mitbegründern. Als 1888/89 oer Elbcr- selber Gehcimbundprozeß 87 Genossen auf die Anklagebank brachte, war unter ihnen auch Genosse Gewehr. Er gehörte noch nicht zu den bekanntesten Geiiosseu, er wurde freigesprochen, während über 44 andere Angeklagte zehn Jahre fünf Mo- nale vierzehn Tage Gefängnis verhängt wurden. 1888 ge- hörte Gewehr mit Jeup und Ullenbaum zu den Gründern des „Volksbildungsvereins", sowie 1389 zu den Gründern des„Vereins für volkstümliche Wahlen". Diese Vereine hatte» selbstredend unter polizeilicher Chikane, Versammlungsauslösung usw. zu leiden, doch sie blieben bestehen und konnten sofort nach dem Fall des Sozialistengesetzes zur Parteiorganisation verschmolzen werden. 1889 sprang Gewehr in die durch den Geheimbundsprozeß gerissene Bresche und war längere Zeit Verbreiter des„Sozialdemokrat" für das Wuppertal. Am 1. Dezember 1385 gründeten die Elberfelder Genossen das Partei- blatt, die. F r e i e P r e s s e". 15 Tage später erfolgte das Verbot des Blattes. Von der nachfolgenden„Bürgerzeitung" erschienen nur zwei Nummern, der dann folgende„Generalanzeiger" wurde schon nach der ersten Numiner verboten. Im Frühjahr 1886 erfolgte die Anfhebung des Verbots; seit dem 26. März erschien dann das Parteiblalt regelmäßig. Im März 1892 trat Genosse Gewehr als Nachfolger des ins Gefängnis wandernden Genossen Linzweiler in die Redaktion der„Freien Presse" ein, in der er bis zu seinem Bxpeditton: 8vas sich ja auch in den gricchisch-türkischcn Verhandlungen geltend uiaä sehr zum Nachteil der Griechen, die den günstigsten Moment zum Friedensschluß ungenützt haben verstreichen lassen. Die Unterzeichnung des Friedens. Konstantinopel, 30. September. Die gestrige Schlußsitzung der Friedenskonferenz trug einen intimen Charakter. Der Vertrag wurde Punkt 7 Uhr abends unterzeichnet. Der Groß- wesir, welcher der Sitzung beiwohnte, hielt eine Ansprache, in der er sagte: Ich beglückwünsche die Delegierten, daß es ihnen in so kurzer Zeit gelungen ist, das grandiose Werk des Friedens im Geiste des Ausgleichs, der Eintracht und Versöhnlichkeit zum Ab- schluß zu bringen. Der Grohwesir dankte sodann den bulgarischen Delegierten und schloß mit der Erklärung, er sei überzeugt, daß der Friedensschluß für beide Nationen eine neue Aera des Glückes und Gedeihen? eröffne. Der bulgarische Delegierte S a w o w dankte in ungefähr den gleichen Worten. Der Delegierte T o s ch e w sagte auf türkisch: Jnschallah, d. h.: So Gott Willi, worauf Talaat Bei das Zeichen zum Beifall gab. Die albanischen Kämpfe. Wie«, 30. September. Die Südslawische Korrespondenz meldet aus Belgrad, daß es den Serben gelungen sei, M a w r o w o und G a l i t s ch n i k zu nehmen, wobei die Albanesen große Verluste erlitten. Bei Ochrida finden seit Sonntag sehr erbitterte Kämpfe statt. Saloniki, 30. September. Da die ganze serbische Garnison die Stadt M o n a st i r verlassen hat, um gegen die Albanesen zu marschieren, haben die serbischen Behörden in Monastir zur Verteidigung der Stadt und zur Ueberwachung der albanesischen und türkischen Stadtbewohner eine Volks- miliz gebildet. Valona, 30. September. Dreihundert k r i e g s- gefangene serbische Soldaten aus Dibra sind nach Tirana gebracht worden. Die Verluste der Serben in Dibra betragen, wie die„Neue Freie Presse" meldet, 1200 Tote.(?) Die bnlgarischen Verluste in den zwei Balkankriegen. Sofia, 30. September.(P. C.) Nach einer Statistik, die das Ministerium des Aeußern über die Zahl der Toten und Ver- wundeten in den beiden Balkankriegen veröffentlicht, verlor Bulgarien im Kriege mit der Türkei durch den Tod 313 Offiziere und 29 711 Soldaten, während 915 Offiziere und 52 550 Soldaten verwundet wurden. Die Zahl der Vermißten beträgt 2 Offiziere, 3139 Soldaten. Der Krieg mit Serbien und Griechenland kostete Bulgarien 266 Offiziere und 14 602 Mann an Toten, an Ver- wundeten 816 Offiziere und 15 305 Mann, während 69 Offiziere und 4560 Soldaten vermißt werden. Der G e s a m t v e r l u st an Toten und Vermißten beträgt also 52 760 Mann. Von den Ver- wundeten dürften 10 000 für Lebenszeit Krüppel bleiben. Sei' neue Knittel-Prozcß. Einen breiten Raum in der Beweisaufnahme erforderte die Zeugenvernehmung über die Persönlichkeit des Hauptmanns Kammler, des Offiziers, der Knittel wegen seiner angeblich antinationalen, ordnungsfeindlichen Gesinnung bei den höheren Stellen denunziert hat. Es war gerade kein anmutiges Bild, das die Zeugenaussagen von diesem Bezirksoffizier entwarfen. Selbst die mildesten Beurteiler mußten zugeben, daß er mit allerhand Wunderlichkeiten behaftet sei. �pbszöne Ausdrucke" sollen bei ihm nichts Seltenes gewesen sein, gnd auch in Damengesellschaft pflegte er sich keinerlei Reserven aufzuerlegen. Ein ihm wohlgesinnter Zeuge bestätigte ausdrücklich, daß die Damen diesen Bezirks- offizier für ein„bißchen taprig" gehalten hätten. Seiner, des Zeugen Frau hatte er einmal geklagt, daß er«fort- während zur Tante Meyer laufen" müsse, worin der Zeuge aller- dingS nichts Besonderes fand. Andere Zeugen bekundeten, daß Hauptmann Kammler, offenbar als Folge eines Unfalls, eine auf« fallende Gedächtnisschwäche zurückbehalten habe, in seinen Reden überaus fahrig gewesen sei und die langweiligsten Geschichten immer wieder von neuem zum besten gegeben habe. Seine Kollegen im Bezirkskommando hätten sich denn auch oftmals in der despektier- lichsten Weise über ihn unterhalten und ihn einfach für verrückt erklärt. Wes Geistes Kind dieser Bezirksoffizier in der Tat war, ergibt sich aus seinem eigenen Geständnis, daß er bei Kontrollversamm« lungen den Leuten gegenüber eine besonders kräftige Sprache führen zu mllffen glaubte, weil ihn ja sonst«die Leute nicht verstanden" hätten. Den Knittel denunzierte er, weil er nach seinen eigenen Worten«nicht vorschriftsmäßig gewählt" hatte. Das schlimmste aber sei gewesen, daß er sich in einen„Verein" habe wählen lassen,«in dem Pollacken saßen". Von dem Borsitzenden darauf aufmerksam gemacht, daß es sich hier doch um keinen Verein, sondern um einen Kirchen- v o r st a n d gehandelt habe, replizierte er, daß das doch auch ein Verein seil Da nimmt es weiter nicht wunder, daß dieser Haupt- mann auch für die Lösung der Polenfrage ein höchst einfaches Rezept parat hielt. Hatte er doch erklärt, daß er, wenn er Bülow wäre. ganz einfach den Belagerungszustand über die ganze Ost- inark verhängen und die Polen über den Haufen schießen lassen würde! Daß ein solcher Mann, den seine Umgebung teils für einen harmlosen Trottel, teils für einen tückischen Geisteskranken, jedenfalls aber für einen Trottel hielt, BezirkSosfizier bleiben konnte, wirft ein eigenartiges Licht auf unsere militärischen Organisationsverhält- nisse. Roch reizender aber ist, daß ein Kriegerverein das Urteil des Landgerichts Ratibor, das den Hauptmann Kammler für einen böswilligen, heimtückischen und geistesschwachen Menschen erklärt hatte, just für den richtigen Anlaß hielt, um Kammler zun, Ehren» Mitglied zu ernennen I Sonst bot die Zeugenvernehmung wenig von Belang. Hö chstens verdienen noch die heillosen Ausreden festgenagelt zu werden, mit denen fich auch der als Zeuge vernommene Generalmajor von Wundt, der die Versetzung Knittels zur Landwehr verfügt hatte, aus der Affäre herauszuwinden versuchte. Auch er behauptete, daß Knittel nur aus« dienstlichen" Gründen versetzt worden sei. Nicht sein Eintreten für einen polnischen Wahlmann habe seine Versetzung verursacht, sondern nur der Umstand, daß in Rybnicker Kreisen und namentlich in Offiziers- und Reserveoffiziers- kreisen des Regiments, dem Knittel angehörte, allgemeine Er- b i t t e r u n g über sein Verhalten geherrscht habe. Danach wäre also Knittel nicht versetzt worden, um ihn für sein unpatriotisches Verhalten zu maßregeln, sondern um ihn vor u n l i e b s a m e n RekooterS mit seinen ehemaligen Kameraden zu bewahren. Dabei gestand derselbe Offizier zu, daß Knittel in den Kreisen seiner Kameraden außerordentlich beliebt gewesen sei. Die Ausrede ist also gar zu durchsichtig. Man maßregelt einen Reserveoffizier, aber man tut es nur aus z a r t e r R ü ck s i ch t für ihn. Fühlt er sich dadurch gekränkt und fordert ein ehrengcricht- liches Verfahren wider sich zur Aufhellung des Tatbestandes, so erklärt man ihm einfach, daß ja gar nichts Ehrenrühriges gegen ihn vorliege und daß die Versetzung nur aus„dienstlichem" Interesse olgt sei. Im Grunde handelt es sich ja bei der ganzen Knittel-Affäre nur um lächerliche Lappalien. Es kann der Oeffenlichkeit furchtbar gleichgültig sein, ob Knittel Reserve- oder Landwehroffizier ist. Aber das ganze Drum und Dran ist darum doch nicht uninteressant. Der unsäglich engherzige Gamasckenknopfstandpunkt, den unser Mili- tarismus in politischer Beziehung einnimmt, ist nicht minder charakte- ristisch wie andererseits daS unaufrichtige Versteckspielen, das man beliebt, um bei den Herren vom Zentrum und gewissen polnischen Magnaten nicht allzusehr anzustoßen l polWchc Geb er Hebt» Noch etwas vom Pferdehandek. Im Leitartikel unserer Montagsnummer berichteten wir von den sonderbaren Praktiken eines Majors der Remonte- ankaufskommission für Ostpreußen und einer Pferdehändler- firma. Beide betrachteten den Ankauf von Dienstpferden aus Staatsmitteln, d. h. vom Gelbe der Steuerzahler, als ein gutes Geschäft auf Gegenseitigkeit. Daß dieser Fall einer privaten Schröpfung des Staatssäckels mit Hilfe der neuen Heeresvorlage nicht vereinzelt dasteht, beweist folgendes, in ganz großer Schrift gedrucktes Inserat in der agrarischen „Deutschen Tageszeitung": Landwirte können viel Geld verdienen! Großer Verdienst an Pferden durch Ver- und Ankanf. Die Militärkommission kauft ca. 30 000 volljährige Pferde und zahlt ca. Mark 1500,— pro Stück und gleich Kasse. Der Verdienst für Landwirte liegt darin, brauchbare Pferde an die Kommission zu verkaufen, junge angefahrene Pferde von dem Straßenreinigungs- und Feuerwehrbespannungswesen und Pferdeverkauf zu billigen Preisen von Mark 400,— an zu kaufen. Junge angefahrene Pferde für den billigen Preis machen dieselbe Arbeit, denn sie sind an schwere Arbeit gewöhnt und außerdem steigt der Wert der angefahrenen Pferde durch Landarbeit ganz enorm. Durch Ver- und Ankauf hat jeder Landwirt am Stück 700,— bis 1000,— M. Ueberschuß. Es sind viele Landwirte, welche sich täglich Pferde zu diesem Zwecke vom Fuhrivesen ankaufen. Es werden von jetzt ab zirka 2000 Pferde zum Verkauf gestellt. Berkaufsdepot: Berlin, Köthener Straße neben 26, Direktion: Inhaber Robert Hennecke. Unverfrorener und offener kann wohl nicht zugegeben werden, daß Pferdezüchter und Pferdehändler durch die ge- waltige Vermehrung des Pferdebestandes der Armee glänzende Geschäfte machen wollen. Kein Wunder, daß diese Herr- schaften für jede Heeresvorlage begeistert sind. Sie sind eben das auf agrarischem Gebiete was Krupp und Konsorten auf industriellem sind: Schmarotzer am Lebensmark des deutschen Volkes.___ Die Hetze gegen die russischen Studenten. Die fortgesetzten Klagen der sogenannten patriotischen Presse über das Ueberhandnehmen fremder, besonders russischer Studierender an preußischen Universitäten hat einen gewissen Erfolg gehabt. Die «Nordd. Allg. Ztg." meldet: «Bekanntlich werden seit einiger Zeit in steigendem Maße Klagen darüber geführt, daß durch das übermäßige Anwachsen der Zahl der ausländischen Studierenden die Inländer in der zweck- entsprechenden Benutzung unserer Universitätseinrichtungen behindert würden. Die Prüfung hat ergeben, daß diese Klagen der Berech- tigung nicht entbehren. Der Kultusminister hat sich deshalb ver- anlaßt gesehen, eine bestimmte Höchstziffer fest- zusetzen, die von den Studierenden keiner fremden Nation überschritten werden darf. Wegen der Ausführung dieser Anord- nung sind die Universilätskuratoren mit Anweisung versehen. Die Maßregel erstreckt sich nicht auf diejenigen Studierenden, die jetzt schon zugelassen sind, sondern hat nur für die künftigen Immatrikulationen Bedeutung." Ultramontane Intoleranz. Ein Akt uliramontaner Intoleranz ereignete sich am Sonntag in Frankfurt a. M. Dort hatte der frühere katholische Ordens- Priester, Dr. Alb er ti, der zur altkatholischen Kirche übergetreten ist, für diese Gemeinde seinen ersten Gottesdienst gehalten. Als der Priester die Kirche verließ, erwartete ihn eine große Menge, die ihn mit Beschimpfungen empfing-.JudaS",.Verräter",«Schuft", „Lump" und andere liebliche Zurufe legten Zeugnis von der Toleranz der Ultramontanen ab. Ein großer Zug verfolgte den Priester. Als man in die Nähe des Mains kam, ertönte aus der erregten Menge der Ruf: «In den Main mit ihm I" In dem Frankfurter Zentrumsblatt war in Beziehung auf einen Vortrag von Dr. Alberti die Hoffnung aus« gesprochen worden, daß man ihm die richtige Antwort geben werde. Wahrscheinlich konnte die kochende Volksseele den Vortrag, der für Montag angekündigt war, nicht abwarten und mußte ihrer Meinung vorher Ausdruck geben. Und so etwas erlaubt sich, von Verhetzung der Arbeiter durch die Sozialdemokratie zu reden. Das letzte Opfer der Streikjustiz. Dieser Tage, mehr als 1 Vj Jahre nach dem Bergarbeiterstreik, beschäftigte die Bochumer Strafkammer eine recht seltsame Straf- fache. Eine Bergmannsfrau aus Eickel war wegen Beleidigung von Arbeitswilligen, denen sie aus ihrer im ersten Stock gelegenen Wohnung Pfeffer in die Augen geschüttet haben sollte, zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Es gelang ihr im Wiederaufnahmeverfahren ihre Unschuld zu beweisen. Sie wurde darauf freigesprochen. In diesem Termin wurde aber nun eine andere dort wohnende Frau dieser Tat beschuldigt, weshalb der Staatsanwalt gegen sie vorging. Die Zeugen, meist Frauen und Kinder, wußten in einem Lokal- termin, den das Gericht am Tatort abhielt, sich der so lange Zeit zurückliegenden Vorgänge noch so genau zu erinnern, daß das Gericht die betreffende Frau zu 14 Tagen Gefängnis verurteilte. Damit ist die Strafliste der Opfer der Streikjustiz hoffentlich geschlossen._ Massenmorde in der Kaserne. Vor einigen Tagen richtete der in Stuttgart er- scheinende„Beobachter" an die Adresse des württem- bergischen Kriegsministers folgende Anfrage: „Der Herr Kriegsminister täte wohl, endlich einmal auf die seit einigen Monaten durch die Presse gehenden Meldungen über Soldatenselbstmorde beim Dragonerregiment 26 zu ant- Worten. Am 18. August berichtete die«Schwäbische Tagwacht" von einem zwei Tage vorher stattgefundenen Soldaten- selbstmord sowie von Desertion eines zweiten Soldaten in gleicher Nacht, nachdem sich im Juli bereits ein ähn- licher Fall ereignet hatte. Am 9. September berichtete die «Schwäbische Tagwacht" über den Selb st Mordversuch eine« Sanitätsunlerosfiziers des gleichen Regiments, der am 31. August stattfand. Der Unteroffizier hatte sich an seiner Bett- lade aufgehängt, konnte aber im letzten Moment noch abgeschnitten werden. Am 15. September registriert die«Tagwacht" den vierten Fall, einen weiteren Selbstmord eines Unter- offiziers. Alle diese Meldungen sind recht auffallend, und werden es noch mehr durch den geheimnisvollen Schleier, mit dem die Militärverwaltung die Ereignisse bedeckt. Keine offizielle Meldung über die Selbstmorde wird herausgegeben, sie finden meistens erst nach einiger Zeit auf dem Umwege über die sozial- demokratische Presse den Weg an die Oeffentlichkeit. Wir meinen, daß die Oeffentlichkeit ein dringendes Interesse daran hat, nicht zufällig über solche tragischen Ereignisse unterrichtet zu werden, sondern daß sie eine amtliche und zuverlässige Berichterstattung verlangen kann, denn es handelt sich um Söhne des Volkes, die ihrer Ehrenpflicht im Heere Genüge leisten. Wo bleibt die Dar- stellung des Kriegsministers?!" Das württembergischc Kriegsministerium hat bis auf den heutigen Tag auf diese Anfrage keine Antwort gefunden. Seit der Affäre des Frankfurter Generals Schenk weiß man, daß die obersten Mandarinen der preutzisch-deutschen Militärkaste grundsätzlich alle Anfragen gewöhnlicher zivilistischer Staats- bürger hochmütig mit verachtungsvollem Schweigen oder nichtssagenden Redensarten übergehen dürfen. Nur wenn es sich um eine neue Heeresvorlage oder Bewilligung von neuen Steuern zu diesem Zwecke handelt, da können auch diese Herren im Generalsrock beredt werden und die öffentliche Meinung bearbeiten. Dem Bürgertum mit seiner Militär- begeisterung und seineni Scharwenzeln vor der Offizierkaste geschieht mit einer solchen Nichtachtung ganz recht. Und uns kann die bei Selbstmorden, Mißhandlungen usw. beliebte Schweige- und Vertuschungstaktik der Militärbehörden schließ- lich recht sein. Werden doch dadurch immer mehr Leute auf die UnHaltbarkeit des militärischen Systems mit seinem Äasernengeiste, seiner Kasernenroheit und seinem Kasernenelend hingewiesen._ Berichtigung. Bei der telephonischen Aufnahme des in der gestrigen Nummer enthaltenen Berichts über die Eröffnungssitzung des bayerischen Landtags haben sich zwei Fehler eingeschlichen. Es muß nicht heißen: die Zivilliste wurde von 1 069 000 M. auf 5 400 000 M. erhöht, sondern: die Zivilliste wurde um 1069 000 M. auf 5 400 000 M. erhöht. Ferner ist nicht eine Kommission für die Arbeitslosenfürsorge eingesetzt worden, vielmehr bezweckte der Antrag aller Parteien nur, die Regierung zu ermächtigen, wegen der Arbeitslosigkeit mit den notwendigen Staatsbauten sofort zu beginnen._ Ocftermcb. Hötzendorff wieder im Amte. Wien, 30. September. Der Chef des Generalstabes Baron Konrad von Hötzendorff ist vom Urlaub nach Wien zurück« gekehrt. Wie verlautet, bleibt Konrad im Amte, der Kaiser hat sein Abschiedsgesuch abschlägig beschieden. Schweiz. Eine militärische Meuterei. Zürich, 26. September.(Eig.©er.) Auch der schweizerische Militarismus feiert seine Orgien. In diesem Jahre hat er es auf die höchsten Berge abgesehen. Auf der 4200 Meter hohen und mit ewigem Schnee bedeckten Jungfrau mußten Soldaten die schwierigsten und anstrengendsten Kletterpartien ausführen; im Kanton Wallis und im Kanton Graubünden gab es andere militärische Bergpartien. An sich sind militärische Bergpartien in der gebirgigen Schweiz, die selbst hoch oben auf Bergen, wie z. B. auf dem Gotthard, Festungs- anlagen hat und unter dem harmlosen Namen der«Festungswache" stehendes Militär unterhält, Selbstverständlichkeiten und für die ans Bergsteigen gewöhnten schweizerischen Soldaten auch nichts Beson- dercs. Darum liegt auch in keiner Beziehung eine dringende Notwendigkeit vor, die Soldaten zu solchen militärischen Spielereien zu mißbrauchen, um ihre«Leistungsfähigkeit zu erproben". Auf dem 2300 Meter hoch gelegenen Flüelapaß im Kanton Graubünden ist es jetzt deswegen zu einer Meuterei gekommen. Die Soldaten waren, nach stundenlangem Marsche im schneereichen Gebirge verschwitzt und durchnäßt und da ließ sie der Kommandant Oberst Bridler, der im bürgerlichen Leben sich in Winterthur als Architekt betätigt, zirka 2 Stunden lang bei Sturm und Kälte im Schneegestöber untätig stehen und warten, bis vor den Offizieren in warmer Stube die Kritik beendet war. Die Soldaten erstarrten während dieser langen Zeit und fingen zu johlen und zu pfeifen an und als darauf die Leitung nicht reagierte, marschierten sie einfach davon, hinunter nach Davos, wo sie menschliche Unterkunft fanden. Dieses unverantwortliche zwei- stündige Stehenlassen der durchnäßten und erfrorenen Mannschaft gehörte natürlich auch zu der sogenannten«militärischen Er- ziehung". Unter solchen Umständen war diese«Meuterei" ein Akt berechtigter Notwehr, der Sieg der gesunden Vernunft über den.Uebermilitarismus" maßloser Offiziere. Die„Meuterer" haben dabei sämtliche Aerzte des Regiments auf ihrer Seite, die zusammen einen Kollektivprotest gegen diese Soldaten- schinderei einreichten. Und bei der Entlassung der Truppe spendete ihr der Oberst Schießle die rückhaltlose Anerkennung,«daß sie in diesem Gebirgsmanöver hervorragendes geleistet hat". Anders aber der preutzisch-schneidige OberstkorpSkomman- dant Wille, der sich— ein Hohn auf militärische Disziplin!— sofort hinsetzte und einen wutschnaubenden Artikel für die«Neue Zur. Zeitung" schrieb, in dem er die meuternde Truppe als völlig un« fähig und unerzogen beschimpft. Der schweizerische Militarismus, wie er heute besteht, ist Wille» ureigenstes Werk und ein Ausfluß desselben war auch die mörde- rische Mißhandlung der durchaus tüchtigen und bewährten Soldaten auf dem Fluela. Was da Bankerott gemacht hat, ist das«System Wille", für das anscheinend noch nicht alle Schweizersoldaten im Sinne des Kadavergehorsams vollkommen gedrillt find. Gegen Wille und sein System wendet sich auch ein Teil der bürgerlichen Presse mit aller Entschiedenheit und die in Chur er- scheinende„Neue Bündner Ztg." fordert sogar die Beseitigung des verfehlten Systems Wille im Interesse unserer Landesverteidigung als eine dringende Notwendigkeit." An diesem rabiaten Radikalismus bürgerlicher Blätter kann man sich ja ergötzen, aber auch nickt mehr. Die gleiche bürgerliche Presse schreit bei jedem Streik nach Militärausgebot und fordert dann den Kadavergehorsam nach Willeschem System und schreit dann nach den strengsten Strafen, wenn d a Soldaten meutern. Die gleiche bürgerliche Presse hat auch zu gleicher Zeit füll- schweigend den preußisch-schneidigen Dienstbefehl eines Hauptmann? Schorderet passieren lassen, den unser Oltener Parteiblatt, die„Neue Freie Ztg.", veröffentlicht und der folgendes besagt: «ß 3. Die Unteroffiziere sollen ihren Rang aufrechterhalten. Ich will, daß sie mit allen Mitteln ihre Autorität bewahren. Sie sollen unbedingt die militärische Ehrenbezeugung verlangen; sie sollen gesondert essen; es ist ihnen verboten, sich selber zu reinigen. Absolutes Verbot, Platten, Kisten usw. zu tragen, das ist die Arbeit der Burschen. § 5..., ich werde kein Gespräch in den Reihen dulden. Ich zähle besonders auf den Eiser und den guten Geist der Unteroffi« ziere für den ausgezeichneten Marsch der Kompagnie; ich verlang« viel von ihnen, werde sie aber immer und in allen Fällen unter- stützen."— Die Fluela-Meuterei wird voraussichtlich auch in der nächste Woche in Bern zusammentretenden Bundesversammlung zur Sprach« kommen. Aber an dem Willeschen System wird nichts geändert werden. Es ist auf den Boden des Kapitalismus erwachsen und es paßt mit seinem militärischen Kadavergehorsam sehr gut in den Rahmen des Kapitalismus, der auch in Fabriken und Werkstätten für die Arbeiter den Kadavergehorsam proklamiert. Italien. Die Auflösung der Kammer. Rom, 30. September. Das Amtsblatt veröffentlicht ein gestern Vom König unterzeichnetes Dekret, welches die Kammer aus« löst, die Wahlen auf den 26. Oktober, die Stichwahlen auf den 2. November anberaumt und den Zusammentritt des neuen Parlaments auf den 27. November festsetzt. In dem Exposs, das dem Auflösungsdekret vorangeht, wird hervorgehoben: Das neue Wahlgesetz bringt die Notwendigkeit allgemeiner Wahlen mit sich, damit die Kammer zur Ver- treterin aller Bürger werde, die neuen Listen gewähren 8 672 249 Bürgern das Wahlrecht. was eine Vermehrung um ö 323 249 bedeutet. Da daS neue Gesetz den Ad- geordneten eine billige Entschädigung gewährt, versetzt es die Wählerschaft in die Lage, ihre Vertreter auch unter denen zu wählen, die nicht die Mittel besitzen, ihre mit der Ausübung des Mandats zusammenhängenden Ausgaben zu bestreiten. Das Exposö führt dann die wichtig st en Reformgesetze an, so die neue Strafprozeßordnung, die Justizverfassung sowie zahl- reiche Gesetze über öffentliche Arbeiten und verweilt namentlich bei drei Reformen, die einen politischen und sozialen Charakter haben, bei den Gesetzen über den Volksschulunterricht und über die Verstaatlichung des Lebensversicherungswesens und bei dem politischen Wahlgesetz. Das Gesetz über den Volksschulunterricht, das bestimmt ist, die Schande des An- olphabetentums auszulöschen, hat die jährlichen Kosten des Volksschulunterrichts von 29 auf b8 Millionen er- höht,'das nationale L e b en S v e r s i ch e r u n g s i n st i tu t hat in wenigen Monaten die Zahl von 22 119 Policen erreicht bei einem Kapital von 172 721391 Lire, außerdem über- nahm es 122 20S Policen von 23 früheren Gesellschaften über ein Kapital von 796 Millionen! das ist ein neuer Beweis für das Ver« trauen, das die staatlichen Einrichtungen einflößen. Das Expose preist dann den tripolitanischen Er- »berungszug. Die auswärtigen Beziehungen seien ausgezeichnet. Die Erneuerung des Dreibundes sei die sicherste Garantie des Friedens. Schließlich wird angekündigt, daß sich die kommende Legislatur- Periode mildem Arbeitsvertrage, der Unfallversicherung, der Altersversorgung, der Abschaffung des Frei- willige njahres und einer Anzahl weiterer sozialer, hygienischer und Unterrichtsfragen zu beschäftigen haben wird. Portugal. Die politischen Verurteilungen. Lissabon, 39. September. Der Ministerrat hat einzeln die von 287 verurteilten politischen Gefangenen eingereichten Gnadengesuche geprüft. Die Gesamtzahl der Verurteilten be- trägt 379, die Regierung hat in 268 Fällen die Begnadigung empfohlen._ Hus der partei. Zum Fall Brückner. In der Göppinger„Freien Volkszeitung* antwortet Genosse Hildenbrand aus die unseren Lesern bekannte im Austrage des früheren Kreisvorstandes veröffentlichte Erklärung des Genossen Kopp wie folgt: In der Nr. 223 der„Freien Volkszeitung* wird durch eine von Genossen Chr. Kopp„im Auftrag* unterschriebene Erklärung der Versuch gemacht, mich der Verbreitung„unwahrer Behauptungen* aus dem Parteitag zu beschuldigen. Wahr ist, daß Genosse Kinkel zu mir kam und mir erklärte, daß er einsehe, daß es nicht gut sei, seine Kandidatur aufrecht zu erhalten; wahr ist serner, daß vorher eine Konferenz und Be- spiechungen stattfanden, die den Genossen Kinkel zu diesem Entschluß führen mußten. Wenn sich jetzt Genosse Kopp beauftragen läßt, zu erklären, daß die Mitglieder des Kreisvorstandes zu dieser Ueber- zeugung nicht gekommen waren, mutz ich es glauben; gewußt habe ich das nicht. Wahr ist, daß wenige Wochen vor der Wahl ein Mitglied des Göppinger Krcisvorstandes mit Genossen Kinkel zu mir kamen und den Landesvorstand offiziell ersuchten, er möchte einen Kandidaten für den zurückgetretenen Genossen Kinkel suchen. Wahr ist ferner, daß, nachdem uns Genosse Dr. Lindemann, bei dem wir angefragt hatten, ablehnte und nachdem andere Vorschläge nicht realisierbar waren, im Bureau des Landesvorstandes mehrere Mitglieder des- selben den Genossen Herpich dringendst überredeten, im Interesse der Partei daS Opfer zu bringen und in diesem späten Zeitpunkt die Kandidatur übernehmen. Genosse Kopp war meines Wissens Zeuge dieser Bemühungen. In Jena habe ich übrigens natürlich nicht ge- sagt, der Landesvorstand habe einen neuen Kandidaten„ernennen*, sondern ich sagte:„suchen* müssen. Meine Behauptungen sind also wahr. Nur mit der An- nähme hatte ich unrecht, daß der Kreisvorstand so klug gewesen fei wie der Genosse Kinkel. Das tut mir leid, böse Absicht war es gewiß nichl. Nun bitte ich nur noch die„Schwäbische Tagwacht*, den „Vorwärts* und die„Bremer Bürgerzeitung*, die prompt und kritiklos die Erklärung gegen mich abdruckten, dies jetzt auch zu tun, damit die angerufene„Parteiöffentlichkeit" mein Gebaren auch richtig beurteilen kann. Hamburg, 27. September 1913. Karl Hildenbrand. Wir hälten auch ohne die liebenswürdige Aufforderung des Genossen Hildenbrand von seiner Erklärung Noiiz genommen. Die Organisationen zum Parteitag. In Halber st adl erstatrere der Delegierte Genosse Bartels Bericht vom Parteitag in Jena, wobei er sich rückhaltlos auf den Boden der Parteitagsbeschlnsse stellte. In der Debatte wandte sich Arbeitersekretär Genosse Schulze gegen den Berichterstatter. Zur Steuersrage meinte er u. a., die Reichstagsfraktion habe sich infolge ihres früheren Verhaltens nicht anders'helfen können, als für die Besiysteuern zu stimmen. Wäre die frühere Situation ausgenutzt worden, so hätte die Fraktion wohl gegen die Besitzstenern stimmen können und auch müssen. Eine Reichstagsauslösung hätte nicht gescheut werden dürfen. Was hätte es geschadet, wenn wir einige Manddte verloren hätten?! Ebenso wandte sich der Redner gegen den Massenstreikbclchluß des Parteitages. Er blieb indessen mit seinen Ansichten allein. Alle übrigen Diskussionsredner, besonders Genossin B o l l m a n n. traten ihm scharf entgegen. » Im Sozialdemokratischen Verein Stuttgart erstattete W e st m e y e r am levlen Freitag Berich! vom Parteitag. Wenn eine Arbeit des Parteitages voll befriedige, so sei es die Erörterung der Arbeitslosenfürsorge. In Stuttgart allein betrage die Zahl der Albeitslosen niindestens 6999, zum großen Teil Familienväter.— Wie kann die herrschende Klasse es wagen, das arbeitende Volk solchem Elend zu überlassen, ohne be- fürchten zu müssen, durch einen VolkSslurm weggefegt zu werden? Die Antwort laute: Noch können sich die Herrschenden auf die Machtmiuel des Staates, insbesondere auf die Bajonette, verlassen. Die Ausbeutung des arbeitenden Volke? ist nur noch möglich unter dem Schutz der Maschinengewehre und Bajonette. Dieses stärkste Machtmittel der herrschenden Klassen noch zu vergrößern sind darum alle bürgerlichen Parteien, von den Konservativen bis zu den Fort- schrittlern bemüht. Früher konnte die Drohung mit Besitzsteuern noch als Kampfmittel gegen das Rüstungsfieber dienen, kleinbürgerliche Parteien zu Gegnern der Militärvorlagen machen. Heute nicht mehr. Umso schärfer hat das Proletariat den Kampf gegen den Militarismus zu führen. Ob direkte oder indirekte Steuern, die Bajonette und Maschinengewehre, die für diese Gelder angeschafft werden, richten sich auch gegen die Brust unserer Arbeitsbriider. Darum hat unsere Reichstagsfraktion nicht gut getan, die Deckungs- Vorlage zu bewilligen. Die Behandlung dieser Angelegenheit auf dem Parteitag bat die erforderliche Klärung nicht gebracht. Ver- ständlich ist die Entscheidung der Rcichstagsfraktion vom rein parla- mentariscken Boden aus. Anders aber ist es, wenn man über die Parlamentsmauein hinaus sieht. Warum hat die Fraktion nicht ans den Urquell unserer Kraft, auf die Massen selbst zurückgegriffen? Man sagt, das habe man getan, doch die Massen hätten versagt. Das ist falsch. Die Massen sind gekommen, so lange sie der Meinung waren. daß es nicht bei Versammlungen und papiernen Resolutionen bleiben werde. Sie haben aber die Gefolgschaft verweigert, als sie er- kannten, daß die führenden Parteigenossen selber schwankend und zaghast waren und den Kampf zu einem parlamentarischen Handel um die Steuern degradierten. Dieses Mißtrauen in den Kampfes- mut und die Geschlossenheit der Massen hat die Wurmsche Steuer- resolution geboren, hat auch der Massenstreikresolution des Partei- Vorstandes den Stempel aufgedrückt. Darum habe er und Genosse Crispien die beiden Resolutionen abgelehnt, darum haben wir der Resolution Geher und der Resolution Luxemburg unsere Unterschrist gegeben. In der Diskussion äußerten sich Schönlank, Ulmer, Frischer und Crispien im Sinne des Referenten, B u l l m e r vertrat den Stand- Punkt der Mehrheit des Parteitags. Letzterer führte u. a. aus: Der Stillstand der Organisation gab zu ernstlichen Bedenken keinen Anlaß. Die Mitgliederbewegung sei nie gradlinig aufwärts verlaufen. Dafür iei sie um so mehr in die Tiefe gegangen. Die Ausführungen Scheidemanns, Eberts und Silberschmidts lassen deutlich erkennen, daß sie unentwegt ans dem Boden der Jenaer und Mannheimer Massenstreikresolution stehen, den Massenstreik sowohl als Verteidigungs- wie als Angriffsmittel der Partei erhalten wollen. Sie lehnen aber die neue Taktik der Genossin Luxemburg ab, Massenaktionen ohne Rücksicht auf deren Konsequenzen zu propagieren. Die Parteigenossen seien noch ebenso opfer- willig wie unter dem Sozialistengesetz. Aber beim Massen« streik mit gekreuzten Armen werde es nicht lange bleiben. Bald würde die Gewalt an ihre Stelle treten, nach der die Macht- haber lechzen. Für eine derartige Taktik konnte ich mich nicht ent- scheiden. Nicht um das preußische Wahlrecht, sondern um das Koalitionsrecht oder um den Zolltarif würden Massenkämpfe ent- brennen; vielleicht viel früher als man annehme. Für direkte Steuern sei die Fraktion eingetreten, weil sonst unfehlbar indirekte ge- kommen wären. Die Fraktion habe nicht anders gehandelt als früher auch. Genosse Frick teilt in der Hauptfrage weder den Standpunkt der Mehrheit noch den der Minderheit. Beide Resolutionen seien ver- fehlt. Die Versammlung wurde vertagt. Auch in den schwärzesten Gegenden geht es vorwärts. In Aschaffenburg, der Hauptstadt des Wahlkreises, der einen Liborius Gerstenberger in die Parlamente geschickt hat, ist die Arbeiterbewegung so weit vorgeschritten, daß sie daran gehen konnte, sich ein eigenes Heim zu schaffen. Es wurde die ehemalige Kleider- fabrik von Kann u. Obernbauer in der Eisenstraße auf mehrere Jahre gepachtet, um sie zu einem VolkshauS umzugestalten. Die Umbauten sollen sofort in Angriff genommen werden. Außer einem geräumigen Wirtschaftslokal wird ein größerer Saal, mehrere kleine Vereinszimmer, die Bureaus für das Arbeitersekretarial und die Gewerkschaftsbeamten und eine Zentralherberge eingerichtet werden. Die Umbauten solle» so beschleunigt werden, daß der Betrieb am 1. Januar 1914 eröffnet werden kann. Gemcindevertreterkonferenz. Eine Konferenz der sozialdemokratischen Gemeinde- Vertreter der Provinz Hannover fand am Sonntag im Gewerlschaftshause in Hannover statt. Die Konferenz war außerordentlich zahlreich besucht; 197 Gemeindcvertreter und 12 Bürgervorsteher sStadtverordnete) waren anwesend. Genosse L e i n e r t hielt zunächst einen Vortrag über die hannoversche Land- gcmeindeordnung. Seine Darlegungen zeigten deutlich, wie un- bedingt notwendig eine gründliche Reform dieser„Ordnung* ist. Sie stammt aus dem Jahre 1869 und zeichnet sich bor allem durch ihre große Unklarheit aus. So haben nach einer von der Partei- leitung angestellten Umfrage von 41 Gemeinden, aus denen Mitteilungeir eingingen, 16 drei Stimmrechtsklassen. 16 vier, 2 fünf, 4 sechs und 3 Gemeinden gar acht Stimmrechts- klaffen. Auch die Zahl der Ausschußmitglieder sowie deren Ver« teilung auf die einzelnen Klassen ist sehr verschieden. DaS Wahl- recht zum Ausschuß ist obendrein allgemein, öffentlich oder geheim, je nachdem es das jeweilige Ortsstatut vorschreibt. Uebcrhaupt „regelt* das Ortsstatut die kommnnalpolitischen Verhältnisse der hannoverschen Gemeinden völlig selbstherrlich und da den reichen Steuerzahlern und den ansässigen Besitzern auf jeden Fall die Mehrheit gesichert ist, so ist klar, daß die hannoversche Landgemeinde- ordnung mehr als die für die anderen Provinzen Preußens geltenden Selbstverwaltungsgesetze die Möglichkeit einseitigster Interessen- Vertretung bieter. Und das will gegenüber dem Dreiklassen- Wahlrecht im übrigen Preußen schon etwas heißen.— Wie ungemein schwierig es für unsere Genossen ist. unter solchen Verhältnissen für den Ausbau der kommunalen Ver- Hältnisse zu wirken, zeigte das folgende Referat des Genossen Schneider über die Aufgaben der Gemeinde- Vertreter und die rege Aussprache, die sich an beide Vorträge schloß.— Zur Richtschnur für daS Verhalten unserer Vertreter soll ein Kommentar zur hannoverschen Landgemeindeordnung heraus- gegeben werden. Ferner wurde beschlossen, allen sozialdemokratischen Gcmeindevertrelern in der Provinz die„Kommunale Praxis* unent- geltlich zu liefern. Personalien. Genosse Kilian, seit acht Jahren Lokalredakteur am Kasseler„Volksblatt*, geht am 15. Oktober in gleicher Eigenschaft an das größere„BolkSblatt* in Halle«. S. fim Industrie und Kandel. Amerikas Tarifreform perfekt. Washington, 30. September. Die Tarifbill wurde heute von dem vollzählig versammelten Konferenzkomitee in der ihr von dem Komitee gegebenen Fassung angenommen. Die Tarifsätze sind jetzt durchschnittlich niedriger als diejenigen, welche das Repräsentantenhaus und der Senat ursprünglich festgesetzt hatten. Die Bill wird vom Repräsentantenhause wahrscheinlich morgen und übermorgen vom Senat ratifi- ziert werden. Die Bill tritt in Kraft, sobald sie vom Präsidenten unterzeichnet ist, was wahrscheinlich innerhalb einer Woche geschieht. Ausgenommen sind die Bestimmungen für Rohwolle, für welche die freie Einfuhr nach Ablauf des Dezember in Kraft tritt und für Wollfabrikate, die vom 1. Januar ab den neuen Bestim- münzen unterliegen. Die ermäßigten Zölle für Zucker treten nach dem 1. März, die freie Einfuhr von Zucker nach dem 1. Mai 1916 in Kraft. Ilm den Fiskus für den durch die Zollherabsetzungen ent- stehenden Ausfall an Einnahmen aus Lebensmittclzöllen zu entschädigen, wird eine Einkommensteuer eingeführt werden, die prozentualster abgestuft ist. Sie beträgt für Ein- kommen von 250 000 Dollar i Proz. und steigt bis auf 6 Proz. für Einkommen über 500(.00 Dollar. Die Einnahmen aus Dividenden, die von amerikanischen Papieren herrühren, werden steuerfrei bleiben, da die amerikanischen Papiere auf dem Weltmarkt nicht gedrückt werden sollen. Die Bestimmung, daß 5 Proz. aller Waren erstattet werden müssen, die nicht auf amerikanischen Schiffen eingeführt werden, gilt nur für die aus solchen Ländern, die keinen Handelsvertrag mit der Union geschlossen haben. Verboten wird die Einfuhr von Gegenständen, die in Gefängnissen hergestellt wurden, ebenso die Einfuhr von wildlebenden Vögeln, sofern sie nicht wissen- schaftlichen Zwecken dienen. Nach den Beschlüssen des Konferenzkomitees betragen die Zollsätze und Zollermahigungen u. a. für: Baum- wollene Taschentücher und Halstücher 25 Proz., Ermaßt- g u n g 20 Proz., Strümpfe 20—40 Proz., baumwollene Unterkleider 30 Proz., Tischdamast 25 Proz., Ermäßigung 15 Proz., Handtücher und Bettbezüge 25 Proz., E r m ä ß i- g u n g 20 Proz., Scidengarn 35 Proz., Seidensamte und Plüsche 50 Proz., Ermäßigung 4 Proz., seidene Taschen- tücher, Halstücher und Bänder 40 Proz., Ermäßigung 10 Proz., Chiffon-Bekleidungsstücke 50 Proz., Ermäßigung 10 Proz., Wollgarn 18 Proz., Ermäßigung 22 Proz., Wolltuche 35 Proz., gestrickte Wollstrümpse 20—40 Proz., wollene Bekleidungsstücke 35 Proz. Die A. E.-G. in Lippe-Detmold. Der preußische Staat, vertreten durch die Weser-Strombauver- waltung in Hannover, verhandelt gegenwärtig mit der Regierung des Fürstentums Lippe wegen Versorgung deS Fürstentums mit elektrischer Energie aus den staatlichen Talsperrenwerken im oberen Ouellgebiet der Weser. Demgegenüber bemüht sich die A. E.-G., das Elektrizitätswerk der Stadt Lemgo, dessen Versorgungsgebiet für eine einheitliche Versorgung des Fürstentums von wesentlicher Be- deutung ist. in ihre Hände zu bekommen. Sie hat zu diesem Zweck der Stadt Lemgo ein Pachtangebot auf das Elektrizitätswerk für die Dauer von nicht weniger als 46 Jahren vorgelegt. Nimmt die Stadt Lemgo das Angebot an, dürfte es der A. E.-G. ein leichtes sein, auch die übrigen Teile des Fürstentums unter ihre Kontrolle zu bekommen. Daß die A. E.-G. mit einer Pachtung des Lemgoer Elektrizitätswerkes einem staatlichen Eingreifen vorbeugen will, geht deutlich aus folgender Verlragsbestimmung hervor: „Löst einer der Vertragschließenden auf Grund gesetzlicher Be- stimmungen diesen Vertrag vor Ablauf der vertragsmäßigen Frist auf, hat er dem anderen Vertragschließenden eine Entschädigung im Betrage von 299 990 M. in bar zu zahlen.* Da das Lemgoer Elektrizitätswerk gegenwärtig einen Wert von rund 469 999 M. hat, bedeutet diese Vertragsbestimmung, daß dieser Wert gegenüber dem Staat um mehr als 49 Proz. erhöhl wird, um ihm von einer eventuellen Uebernahme abzuhalten, im Hinblick auf die Dauer des Pachtvertrages eine sehr schwerwiegende Be- stimmung, die die lippcsche Regierung veranlassen sollte, sich ein- gehender damit zu befassen. Wie man hört, besteht in der Stadt- verordnetenversammlung eine scharfe Opposition gegen den Pacht- vertrag, so daß seine Ablehnung nicht überraschen würde. Sie wäre im Interesse der Allgemeinheit auf das lebhafteste zu begrüßen, mehrt sich doch die Zahl der Städte zusehends, die die innere Natur der Verpachtung kommunaler Elektrizitätswerke und ihrer Ueber- traguug au sog. gemischtwirtschaftliche Unternehmungen klar erkennen, und sich daher den darauf hinzielenden Anträgen der Eleltrizitäts- Konzerne gegenüber ablehnend verhalten. Der böhmische Kohlengroßhändler in Deutschland« Der Bund deutscher Bodenreformer, welcher zurzeit in Straßburg tagt, faßte am Montag einstimmig folgende Resolution: Die 23. Hauptversammlung des Bundes deutscher Bodeureformcr lenkt die Aufmerksamkeit des deutschen Volkes nachdrücklichst auf die drohende Monopolisierung der deutschen Braunkohle durch dew böhmischen Kohlengroßhändler I. P e t s ch c k. Die deutsche Braun»' kohle ist bereits beute für weite Kreise der deutschen Industrie Rohtj stoff und Kraftquelle sowie ein sehr wichtiger Heizstoff des mittleren und kleineren Haushalts, sie ist bereits noch der stärkste Schutz gegen eine übermäßige Verteuerung der Steinkohle, sie ist für die Elektrizitätsversorgung zahlreicher Städte und Ueberlandzentralcir sowie für die Elektrisierung der deutschen Bahnen unentbehrlich. Petschek hat bereits maßgebenden Einfluß auf die wichtigsten beut- schen Braunkohlenunternehmungen gewonnen und bedroht dadurch die gesamte deutsche Volkswirtschaft in nicht abzusehendem Umfang. Der 23. Bundestag der deutschen Bodenresormer fordert den Buüdeö- vorstand auf, sich unverzüglich mit den bedrohten Kreisen und den Regierungen in Verbindung zu setzen, um die deutsche Volkswirt- schäft vor den drohenden Gefahren zu bewahren.— Wir sehen weniger darin, daß Petschek ein Böhme ist, als in der Tatsache der Monopolisierung überhaupt eine Gefahr. An dieser Stelle haben wir aber darauf aufmerksam gemacht, daß u. a. im Interesse der Zivilliste eines bundesstaatliihen Souveräns Braunkohlengruben von dem Parlament an Petschek verschleudert worden sind. Wir glauben daher nicht, daß der Appell der Bodenreformer an die Re- gierungen irgend einen Erfolg haben wird, zumal diese Stellen auch auf anderem Gebiete lz. B. in der Elektrizitätsversorgung) den Mo- nopolverbänden dauernd in die Hand arbeiten. Ermäßigung der Roheiscnpreise. Der Roheisenverbcmd beschloß in seiner Hauptversammlung Preisermäßigungen für das erste Semester 1914 von 2 bis 4 M. je nach Qualität und Berkaufs- gebiet. Betriebsstillegung. Wie die„Frankfurter Zeltung' aus Düffel- darf erfährt, haben die M a n n e S m a u n- Werke in Düffeldorf das zu ihrer Interessengemeinschaft gehörende Werk Raunheim käuflich erworben, um es zum Teil stillzulegen, und die Produktion auf andere Werke der Berkaufsgemeinschaft zu übertrage«. LrCtzU Nachrichten« Die Lage in Serbiea. Belgrad, 39. September.(Meldung deS fetcksischen Preh- bureaus.) Nach Meldungen des Präfekten von Prizrend hat sich eine kleine Zahl von Albanesen aus Ljuma mit anderen vereinigt, die church Pranitsch auf Prizrend zogen. Zum größten Teile stammen diese aus Matchija in Albanien. Für Prizrend ist jede Gefahr beseitigt. Im ganzen Departement Prizrend und auf der Grenze bis Djakowitza, ebenso im Departement Bitolia(Monastir) herrscht Ruhe und Ordnung. Die serbischen Truppen zogen nach Ochrida, um sich dhs bulgarischen Bandenführers T s ch a u l j e f f zu bemächtigen. Sie zogen in Galitschnik und in Chernownitza ein, wo sie Behörden einsetzten. Es wird amtlich ge- meldet, daß die Mobilisierung der Drinadivifion auf den ersten Aufruf hin erfolgt ist. Kriegsmaterial mit der Bestimmung nach Bulgarien hat auch gestern noch Orchowa passiert. Tic Republik China von den auswärtigen Mächten anerkannt. Peking, 39. September.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Eine Versammlung von Vertretern der auswärtigen Mächte wurde sich im Prinzip über die Anerkennung der Republik einig, die wahrscheinlich unmittelbar nach der Präsidentenwahl er- folgen wird, welche man für den 8. Oktober erwartet. F u a n- s ch i k a i s Wahl erscheint sicher. Unwetter in Spanien. Madrid, 39. September.(W. T. B.) In ganz Spanien sind schwere Regengüsse niedergegangen. Der Eisenbahnverkehr in Südspanien ist durch Ueber schwemmungcn abgeschnitten. Mehrere Dörfer fordern Hilfe. Wie gemeldet wird, sind m e h- rere Personen ertrunken. Die Ernten sind vernichtet. Die Flüsse Noya und Llobregat haben eine Höhe von 7 Meter. Aufruf! Seit geraumer Zeit wenden sich weite Kreise des Volkes gegen ein drohendes Privatmonopol des englisch-amerikanischen Tabaktrustes in der deutschen Zigarettenindustrie. Als diese Bewegung einsetzte, erschien als einziges und nächstliegendes Mittel gegen das gefürchtete Privatmonopol die Aufforderung an Händler und Konsumenten, alle Fabrikate trustverdächtiger Firmen zu meiden. In kurzer Zeit aber stellte sich heraus, daß dieser Boykott— ganz abgesehen davon, daß viele leistungsfähige Detailhändler sich durchaus ablehnend gegen ihn verhielten— eine sehr gefährliche und zweischneidige Waffe ist. Er rief einen Konkurrenzkampf mit übermäßigen Rabatten, Zugaben und Reklamen hervor, in dem schließlich nur die unabhängigen mittleren und kleineren Fabrikanten geschädigt wurden. Er läßt jeden Unabhängigen in der ständigen Furcht leben, daß morgen vielleicht durch irgendwelche Verdächtigungen er selbst auf die Proskriptionsliste gesetzt wird.(Gegen Auswüchse in dieser Richtung sah ich mich ja in den letzten Wochen gezwungen, energisch und scharf Stellung zu nehmen.) Es rückt mit jedem Tage die Gefahr eines Staatsmonopols näher, das allen Fabrikanten, den Trustfirmen und den Unabhängigen, wohl eine Enteignung zu Preisen bringen würde, die in gar keinem Verhältnis zu dem von ihnen angewandten Kapital stehen und das wohl auch von den Händlern und Konsumenten mit gemischten Gefühlen begrüßt werden würde. Deshalb mußten jene, die nicht nur Konkurrenzinteressen vertreten, sondern für die gesamte Branche und für das Gedeihen unseres Wirtschaftslebens wirken wollen, nach anderen Wegen suchen, auf denen man der Gefahr des Privatmonopols entgegentreten kann. Diesen anderen, besseren Weg sehen maßgebende Kreise heute darin, daß die British-American Tobacco Co. und alle direkt und indirekt angegliederten Firmen sich unabhängigen Fabrikanten und maßgeblichen Händlergruppen gegenüber gegen hohe Konventionalstrafe verpflichten: keine weitere Fabrik und kein weiteres Details geschäft der Tabakbranche Deutschlands, und zwar weder von denjenigen, welche sich diesem Vertrage angeschlossen haben, noch von solchen, die ihm fernstehen, weder durch Kauf, Pachtung oder Be* teiligung, noch durch Gründung, weder direkt noch durch Mittelspersonen sich anzugliedern. Der Vertrag, dessen Mandatare über die augenblicklichen Beziehungen genau informiert werden müssen, soll durch das Aufsichtsrecht einer bedeutenden wirtschaftlichen Korporation gesichert werden. Es ist selbstverständlich, daß einzelne Personen und einzelne Firmen heute an der Aufrechterhaltung des Kriegszustandes in der Tabakbranche ein persönliches Interesse haben. Von dieser Seite wurde bereits der Versuch unternommen, die bisherigen Verhandlungen zu stören, obwohl diese einerseits die Gefahr eines drohenden Privatmonopols beseitigen und der Antitruslbewegung ein greifbares Resultat geben, andererseits geeignet sind, der Tabakbranche Ruhe und Frieden und damit die Möglichkeit zu geben, viele schwere Schäden zu heilen, die in der Zeit des Kampfes sich ungestört entwickelten. Solchen nicht ganz uneigennützigen heimlichen Störungen entgegenzutreten, ist der Zweck dieses öffentlichen Aufrufes, der verbunden sei mit der Aufforderung an alle interessierten Personen, Firmen und Körperschaften, ihre Ansichten und Wünsche, zu dieser Vertragsbildung dem Unterzeichneten zugehen zu lassen. Ueber den endgültigen Abschluß der Verhandlungen wird an dieser Stelle berichtet werden. Prankfurt am Main, den 1. Oktober 1913. Westendplatz 40. Rudolf Goerrig;, Syndikus. —...'v:...- �••.- ym&t...... v-.<>.v cj: a.-'-ä-T. >'■* Jr,;•< VW, ,V>».*•...v- Höbe!-Cohn 1. 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Verlag:VorwärlsBuch!>r.u. Lerlagsa:istalf'HaulSinger�l!o.,BerllnLVV. H erzu ZBeilagcnu. Untrrh»U«igSbl. ». 256. so. z-w-, t Keilllge des„Dmillts" KerliUl Mlksbllltt. I Awn.0.3. GeilverksckaftUckes. Die ecldfcbrankrcblülTel und anderes. Peinliche H i st ö r ch e n aus einer christlichen Gewerkschaft. Herr Matthias Schiffer, Reichstagsabgeordneter des Zentrums, erster Vorsitzender des christlichen Textilarbeiter- Verbandes und des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften, steht im Mittelpunkte schwerer Anschuldigungen, die der frühere Redakteur des christlichen Textilarbeiterverbandes, Herr Rohling, gegen die Leitung des Verbandes erhebt. Rohling hat über die Vorgänge eine Broschüre versaht, die dieser Tage in Massen verbreitet ist und bedeutendes Aufsehen erregte. Die Vorwürfe sind zum Teil so ungeheuerlich, dah sie vorerst nur rein referierend wiedergegeben werden können. Herr Schiffer wird sich unbedmgt sofort und gründlich dazu äußern müssen, wenn sich nicht ein Skandal entwickeln soll, wie er sich selten an den Namen eines deutschen Parlamcn- tariers geknüpft hat. Zu den interessantesten Teilen der Röhlingschen Broschüre gehört das Kapitel„Die Gcldschrankschlüssel". Es wird da zunächst geschildert, wie man im Vorstände des Verbandes die Anschaffung eines Geldschrankes beschlossen habe, für den bei der Ablieferung von dem Fabrikanten nur ein Paar Schlüssel geliefert worden sei. Dann erzählt Röhling wörtlich: „Ein halbes Jahr später! Der Kassierer rennt wie ein Besessener durch die Bureau- räume und schreit:„Ich werde be stöhlen, i ch werde be stöhlen!" Offenen Mundes glotze ich ihn an und denke zunächst: der ist plötzlich wahnsinnig geworden. Llber schnell ist die Situation aufgeklärt. Staunend vernehme ich, datz unser absolut diebessicherer Geldschrank nicht sicher ist, datz— und stets während der Mittagspause— Geld daraus entwendet wird. Einmal verschwand daraus der Betrag von 128 M., dann 7(1 M., dann 1,98 M., dann 50 M., dann IVO M. in Gold und 2 M. in Silber. Diese Diebstähle wurden im II. Ouartal 1996 begangen. Vom I. Quartal 1996 hatte der Kassierer dem Vorsitzenden bereits ein Manko von 193 M. gemeldet, welches letzterer in den Büchern„st immig" gemacht halte, ohne davon dem Zentralvorstande Mitteilung zu machen. An der Entdeckung des Diebes waren wir alle gleich interessiert, denn in Verdacht kam doch jeder, der zum Bureau Zutritt hatte. Wir beschloffen, während der Mittagszeit abwechselnd auf dem Bureau Wache zu halten. Der Kassierer gab dem ebenfalls auf dem Bureau tätigen Kollegen Kolh einen Kassenschlüssel, so datz der eine Kollege nur im Beisein des anderen den Schrank zu öffnen vermochte. Jeden Mittag wurde der Kaffenbestand genau festgestellt und nach der Mittagspause wieder genau geprüft. Nach etwa acht Tagen, Sonnabendmittags, fehlten dann wieder 49 M. in Gold und 1 M. in Silber. Aber kein Dieb wurde erwischt. Inzwischen hatte der Vorsitzend« seine Englandreis« ange- treten. Darüber waren wir u»S klar: es mutzte, trotz der gegen- teiligen Erklärung des Fabrikanten, ein zweites Paar Schlüssel in Düsseldorf existieren, denn die komplizierten Federschlösser mit Nachschlüsseln zu öffnen, war einfach undenkbar. Der Kassierer telephonierte an die Fabrik und erhielt den Bescheid:„ E S s i it d zwei Paar Schlüssel da, das zweite Paar hat der Bor sitzende".... Der Fabrikant stellte dein Kassierer dann folgende Be- scheinigung aus: Duisburg, 6. b. 98. An den christlichen Textilarbeiterverband Düsseldorf. Der im Jahre 1995 an Sie gelieferte Geldschrank hatte zu jedem Schlotz zwei Schlüssel und habe ich die Reserve- schlüssel nicht an den Kassierer, sondern an den Vor- sitzenden übergeben. Hochachtend W. H o u b e n. kleines-feuilleron. Schundliteratur der Kolonialbcgeistcrung. Vor kurzem wurde im Unterhaltungsblatr des„Vorwärts" die neueste ivilde Sorte Schundliteratur gebrandmarkt, die sich jetzt im nationalen und patriotischen Theatermantel spreizt, in wüsten Kriegsszenen schwelgt und ihren Teil zur„Ertüchtigung" Jungdeutschlands beitragen soll. Zu dieser Art Schundliteratur gehören auch Kolonialgcschichten. WaS in derartigen, das überseeische Deutschland verherrlichenden Machwerken zusammengelogen wird, geht selbst alten Astikanern, die auf die Vortrefflichkeit unserer Kolonialpolitik schwören, gegen den Strich. Hat da der Verlag W. v. Frankenstein in Berlin ein Buch auf den Markt geworfen, das den Titel führt:„Zugvogel, Reiseerinne- rungen und Erlebnisse aus Deutsch-Ostafrika zur Zeit der ersten Landerwerbungen." Verfasser des Buches ist ein gewisser E. Rcdzich. Oberstleutnant z. D. Richelmann schreibt darüber in der„Deutschen Kolonialzeitung":„Afrikaner, praktische wie theoretische, mutz dieses Buch in Erstaunen setzen. Mancher Forscher oder Kriegsmann hat dort drautzen allerlei erlebt, aber so etwas wohl keiner. Die Phantasie ist grenzenlos. Im Kanal schon tritt ein 299 Meter hoher Eisberg auf, dann geht es in Ostafrika— ohne Träger usw.— mit dem Rucksack auf dem Rücken durch dick und dünn, den wildesten Abenteuern entgegen. Ein Topf mit Menschenfleisch wird für Hühnerfleisch gehalten und halb verzehrt, ein Gefecht mitgemacht, so blutig, wie es keiner von uns alten Kämpfern erlebt»sw. Schlietzlich hören wir von Nachtigal, der den Kilimandscharo besteigt und ihm diesen Namen gibt. Wie unverzeihlich von den Biographen des groben Forschers, ja von ihm selbst, datz diese seine Tat bislang verschwiegen blieb," Der Herr Oberstleutnant meint dann allerdings wohlwollend, datz der hanebüchene Schwindel um seiner flotten Schreibweise willen wohl gelesen werden könne, ergötze man sich doch auch an den Streichen eines Münchhausen. Ach nein, Herr Oberstleutnant, in dem Geleit- wort des Machwerkes wird ausdrücklich gewünscht,„datz das Buch die größere Wertschätzung unserer Kolonien im Volke anbahnen möge". Es soll also zur Züchtung einer kritiklosen Kolonial- begeisterung beilragen. Der Schwindel will sich als lautere Wahr- hett geben und wird damit zur Schundliteratur schlimmster Art. Das Buch wird seinen Weg in manche Schulbibliothek finden. ES ist daher angebracht, diesem Schunde im patriotischen Gewände. der gefährlicher ist als Sherlock Holmes und Konsorten, die Schelle anzuhängen. Eine neue Siedelung von Einfamilienhäusern. Der Beamten- Wohnungsverein hat in Zehlendorf 92 Einfamilienhäuser gebaut. Damit hat auch diese Genossenschaft, die bisher nur große Etagen- Häuser baute, sich für das Prinzip des Kleinhauses erklärt. Sie tat das aber, wie sie in einem Rundschreiben richtig bemerkt, nicht in der Absicht, künftighin das Etagenhaus ganz zu meiden. Die Leitung des Beamten-Wohnungsvereins weiß, datz das im Vorort ge- legene Einfamilienhaus immer nur einem kleineren Kreis von Konsumenten dienen kann. Es sollen also nach wie vor die vortrefflichen Blockanlagen, mit denen gerade diese Genossenschaft unter Leitung des Baumeisters Paul Mebes vorbildlich wirkte(besonders durch die Dahlemer und Pankower Gruppen), weiterentwickelt werden. In der nächsten Zentralvorstandssitzung wurde dann beschlossen, die Angelegenheit bis zur Rückkehr Schiffers von England zu ver- tagen. Wir hatten die Rechnung aber ohne den Kollegen K o t h ge- macht. Diefer hatte von Schiffer den Austrag erhalten, ihm fort- laufend über den Stand der Dinge nach England zu berichten. Einen solchen Bericht hatte Koth fertiggestellt und ließ ihn den Kassierer und mich lesen mit den Worten:„Seht, ich habe von der Geschichte nickls geschrieben". An sein Pult zurück, schrieb er dann mit Bleistift auf ein Stück Papier etwa folgendes:„Gewitterwolken ziehen sich zusammen, bitte sofort zurückzukommen." Zwischen dem Vorsitzenden Schiffer und dem Sekretär Koth bestanden im Gewerkschaftsleben sonst unbekannte Umgangsformen, so etwa wie zwischen ein ein großen Herrn und einem Kutscher. Schiffer redete den Koth mit„D u Peter" an, und Koth den Schiffer mit„Sie, Herr Schiffer". Wenn Schiffer von einer Reise zurückkehrte und Koth mutzte zur persönlichen Berichterstattang antreten, so hatte er zunächst die Tür zu meinem, dem anstoßenden Redaktionszimmer, fest zu- zuschließen. Wenn ich mit dem Kassierer allein war, so sprachen wir von Koth als dem„Geheimsekretär". Auf den erwähnten Zettel von Koth hin, wovon wir anderen keine Ahnung hatten, kam Schiffer sofort von England zurück. Es wurde dann in der nächsten Zentralvorstandssitzung beschlossen, im Interesse unserer Bewegung die ganze Sache totzuschweigen und das vorhandene Manko auf das Konto der Lohn- bewegung in Aachen zu buchen. Der letzteren Aufgabe unterzog sich der Vorsitzende Schiffer. Er mutz dies aber doch nicht geschickt genug gemacht haben, denn der Revisor Alois Steinbeck war, wie er mir auf der Fahrt zur Augsburger Generalversammlung vertraulich initteilte, dahinter gekommen, lind die Delegierten in Augsburg hatten gar keine Ahnung, warum die Aachener Delegierten so entschieden für die Bildung eines VerbandsauSschusses eintraten, In der erwähnten Zentralvorstandssitzung wurde dann, in Abwesenheit von Schiffer, beschlossen, datz die größten Einkäufe nicht mehr von Schiffer allein, sondern von den Beamten aus dem Zentralbureau gemeinsam gemacht werden sollten. Mit diesem Beschlutz glaubte man auch im Interesse des Zentralvorsitzendeu zu handeln. Ueber diesen Beschluß, der in der Folgezeit noch verschiedent- lich bekräftigt wurde, ebenso wie noch über andere Beschlüffe des Zentralvorstandes, hat sich der Zentralvorsitzende Schiffer glatt hinweggesetzt." Das ist keineswegs alles, was Röhling öffentlich von Herrn Schiffer behauptet, aber es genügt hoffentlich, um Herrn Schiffer zu entsprechenden Aufklärungen zu veranlassen. Nicht minder interessant ist, wie der christliche Verband seine Beamten zu Streikbrecheragenten degradiert. Als die christliche„Streiktaktik" beim Krefclder Färberstrcik nicht schnell genug zum Erfolge, d. h. zur Niederringung der klassenbewußten Arbeiterschaft fiihrte, da wurden sämtliche Beamten des Verbandes von der Verbandsleitung aufgefordert, Streik- brecher auf Kosten des Verbandes nach Krefeld zu liefern. Das betreffende Kulturdokument hat folgenden Wortlaut: Zentralverband christlicher Textilarbeiter Deutschlands. Zentralstelle Düsseldorf. Düffcldorf, den 8. April 1913. An die Beamten unseres Verbandes! Werte Kollegen! Die Situation in Krefeld liegt zurzeit so, datz alles getan werden mutz, um dem Deutschen Textilarbeiter- verband eine Schlappe beizubringen; das ist für uns von der grötzten Bedeutung. Es kommt zurzeit alles darauf an, eine hin- reichende Zahl von Arbeitern in die Färbereien zu dirigieren, Es werden dort auch ungelernte Arbeiter in großer Zahl an- genommen. Der Lohn beträgt, je nach dem Alter, 18 bis 25 M, pro Woche. Wir bitten die Kollegen, uns umgehend mitzuteilen, ob aus dem dortigen Bezirk auf Zuzug nach Krefeld gerechnet werden kann, sei es auch nur für vier bis sechs Wochen. Datz auch die Einfamilienhaussiedelung ausgebaut werden wird, dafür garantiert der schöne Erfolg deS ersten Zehlendorfer Versuches. MebeS hat das gegebene Terrain gewandt ausgenutzt; er schuf ein Wohnviertel, ohne allzu sehr die sentimentale Prunkstratze zu pflegen. Die Häuser stehen in Reihen, ohne Bauwich. Die einzelnen Zeilen schmiegen sich gut in das Terrain und öffnen sich gegen die sonnen- reichen Himmelsgegenden. Die Grundrisse unterstützen solche Abficht. Es gibt mehrere Typen, kleine und grohe. DaS Menschen- Material des Beamtenvereins ist nicht einheitlich, Geheime Regierungs- räte sitzen neben Rechnungsräten; da gibt es(so rächt sich der Klassenstaat) mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden, denn die Einfamilienhaussiedelung fordert Einheitlichkeit. Die Zehlendorfer Gruppen wirken ein wenig bunt; Mebes scheint aus der Not eine Tugend gemacht zu haben, er beharrle darum weder bei durch- gehender Gesimsgleichheit, noch bei einem einheitlichen Bau- Material. Er gab hier und da wohl ein wenig zuviel Architektur, so bei den Türumrahmungen. Auch dies leichte Schwanken mag aus dem Charakter seiner Bauherren zu deuten sein. Es ist eben metaphysisch begründet, datz der Architekt die Seele der Bauenden enthüllen mutz. Eine Beamtenstadt mutz wohl so ein wenig kompromisseln und schön tun. Das alles ändert aber nichts daran, datz MebeS das dankenswerte Werk der WobnhauSreform auch durch die Zehlendorfer Siedelung außerordentlich förderte. Die Inneneinrichtung der einzelnen Häuser ist durchgängig sehr zu loben; der Grundritz zeigt eine restlose Ausnutzung des gegebenen Platzes, die Räume wurden gut geschnitten, sie sind groß und hell, Zu den besonderen Wohltaten gehört die Hauslaube, die, zuweilen auch wintergartenartig ausgebildet, den Uebergang vom Haus zum Garten selbstverständlich macht. rbr. DaS letzt« Geleit. Aus L u n d(Schweden) wird uns geschrieben; Sonntag, den 28. September, versenkten wir. was sterblich war an Bengt Lidfortz, dem Professor und Mann des Volkes. Die ganze skandinavische Halbinsel trauerte um den Kämpfer, der so wacker im Streite gelegen gegen alles Halbe und Heuchlerische. Die wissenschaftliche Welt verlor in ihm den Biologen von internatio- nalem Werte. Die Sozialdemokratie vermißt schmerzlich den Genossen, der mit seinem umfassenden Wissen der Partei diente und mit der Geschichte der schwedischen Sozialdemokratie aufs engste verknüpft ist. Aus akademischen Kreisen l�xvorgegange», empfand Lidfortz bald, wieviel hier noch dogmatisch war. Nicht lange dauerte es, bis er in einem anderen Geselljchaftsreformator, Axel Danielson, dem Begründer der schwedischen Bruderpartei, einen Kampfgenossen fand. Die Schwerthiebe dieser Bundesgenossen waren im Bürgertum ge« fürchtet, doch fruchtbringend für die erstarkende rote Armee. Als dieser Zweibund durch das Ableben Danielsons gelöst wurde, war Lidfortz inzwischen dem inneren Wesen der Partei aufs engste verbunden. Sein WirkungSfeld war groß und vielseitig. Liebevoll pflegte und hegte er seine Pflanzen im Botanischen Garten. Unversöhnlich und vernichtend schleuderte er seine Polemiken gegen das Philister- hast erstarrte Bürgertum. Seine Feder führte er in einer Weise, datz er August Slrindberg zur Seite gesetzt werden und als bester sozialistischer Schriftsteller Schwedens angesehen werden konnte. Stets war er dabei im Kontakte mit der Arbeiterklasse. Die Fahrtkosten trägt der Verband. Mit freundlichem Grutz Die Zentralstelle. XL, Dieses Zirkular mutz streng vertraulich behandelt werden. Eine feine Gewerkschaft dieser saubere Christenvcrband. Man kann seinen Mitgliedern herzlich kondolieren. Kerlin unck Umgegend. Tie gelbe Gefahr bei Aschinger, welche vor allen Dingen die g a st w i r t s ch a f t l i ch e n Angestellten bedrohte, dürfte bis auf weiteres gründlich beseitigt Jew. Dieser Erfolg ist nicht zum mindesten den Solidaritätserllärungen der für die Aschinger-Betriebe in Betracht kommenden Organisationen zu danken. Es sind dies, wie bereits einmal erwähnt, die Bäcker. Fleischer, Maschinisten und Heizer und die T r a ir s- Portarbeiter. In einer wiederum sehr stark besuchten Nachtversammlung nahmen die gastwirlschaftlichen Angestellten das Ergebnis der Ver- Handlungen entgegen, welche inzwischen von den Vertretern der be- teiligten Organisationen mit der Geueraldirektion der Firma Aschinger geführt lvorden waren. Einleitend hielt Genosse H e tz s ch o l d vom Verband der Bäcker ein instruktives Referat über das Thema„Betriebskrankenkasse oder allgemeine Krankenkasse". Am Schlüsse seiner Ausführungen konnte er die äußerst beifällig aufgenommene Mitteilung machen, datz die Gcneraldirektion der Firma Aschinger nach Anhören der Organisationsvertreter von der geplant ge- wesenen Errichtung einer Betriebskrankenkassc Abstand genommen habe. lieber die Beilegung der übrigen Differenzpunkte, welche speziell die unerträglich gewordene gelbe Agitation betrafen, berichtete Seiffert vom Verband der Gastwirtsgehilfen. Zunächst gedachte er in einigen Worten des kläglichen Verlaufs der letzten von zirka 39 Personen besuchten Versammlung der blau-weitz-gelben Garde, welche zwar ihren Namen, nicht aber ihre gelben Tendenzen geändert hat, und bereits erheblich zusammengeschrumpft ist. DaS Ergebnis der Verhandlungen mit der Generaldirektion war die Ab- gäbe folgeitder Erklärungen: 1. Keinem der Angestellten soll wegen seiner Zugehörig- keit zur Organisation(dem Verbände der Gastwirts- gehilfen) irgendwelche Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden; 2. der Verein„Blau-weitz" hat keinerlei Verbindung mit der Firma Aschinger. Den Mitgliedern dieses Vereins ist jede Belästigung anders Denkender auf das st r e n g st e u n t e r s äg t. Wer sich diesen Bestimmungen nicht fügt, hat Entlassung zu gewärtigen; 3. alle Kellner haben die gleichen Pflichten im Geschäft zu erfüllen, keiner von ihnen, auch die sogenannten Oberkellner nicbt, haben eigenmächtig irgendwelche Bestimmungen zu treffen. Sie unterstehen alle, samt und sonders den Geschäfts- führern, welche ohne Unterschied der Person die Reviereinteilung usw. zu überwachen haben; m 4. etwa notwendig werdende Entlassungen sollen in Zukunft in jedem einzelnen Falle von der Direktion eingehend geprüft werden. Der Organisation wird von den in Aussicht genommenen Entlasiungen rechtzeitig Mitteilung gemacht, damit vermieden werden kann, datz Entlassungen aus blotzer Willkür oder nach Gutdünken erfolgen; 5. die Frage des Arbeitsnachweises wird dahin ge- regelt, datz neben dem eigenen Arbeitsnachweis der Firma nur der Nachweis derjenigen Organisation in Frage kontmeu kann. mit der die Firma im Vertragsverhältnis steht; das ist also der Arbeitsnachweis des Verbandes der GastwirtSgehilfen. Privat- st ellenver mittler sollen auf keinen Fall benritzt werden. Die Firma behält sich vor, nach Inkrafttreten deS städtisch-paritätifchen Arbeitsnachweises die ArbeitSvermittelung für ihre Betriebe neu zu regeln. 6. Von der beabsichtigten Errichtung einer Betriebs- kranken lasse nimmt die Firma Abstand. Der Versammlungsleiter Hegewald wie? mit eindringlichen Worten darauf hin, datz es nach dem erfreulichen Abschluß der schwebenden Fragen nunmehr erst recht die verdammte Pflicht und Dieser Sonntag war mit Flor behangen. Von seiner täglichen Wirkungsstätle, dem Botanischen Garten, gaben wir Lidfortz das letzte Geleite. Nächst dem Sarge und den Anverwandten schritt die letzte ihm zur Erziehung anvertraute Studentengeneration. In langer Reihe defilierten die weitzbemützten Studenten vorbei. Dicht anschließend kamen die roten Fahnen mit taufenden Arbeitern im Gefolge. Der Klosterfriedhof konnte die Scharen nicht aufnehmen. Eindrucksvoll war der Moment, als die Wissenschaft mit der Arbeiter- schaft von ihm Abschied nahm. Für die sozialdemokratische Partei rief Hjalmar Branting dem Toten unseren Dank und letzten Grutz ins Grab. Mit Achtung und Wehinut senkten sich die Fahnen über sein Grab. Notizen. — Theaterchronik. Im Theater a>n Nolle»- d o r f p I a tz beginnt die heute stattfindende Premiere von „Odysseus Heimkehr", burleske Operette in zwei Akten von Karl Ettlinger und Erich Motz, Musik aus Werken von I. Offenbach, zusanrinengestellt und bearbeitet von Leopold Schmidt, um Vjb Uhr. Als erste der auch in diesein Winter stattfindenden Klassiker- Vorstellungen zu kleinen Preisen wird am Sonnabend, 4. Oktober, nachmittags Uhr. Lesfings„Minna von Barnhelm" gegeben, am 19. Oktober folgt„Wilhelm Tell". — Der verpönte Klatsch. Im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten ist neuerdings ein Gesetz gegen den Klatsch geschassen worden und zwar im Staate Wisconsin. Zunächst ist ein— Mann in die Maschen seines Netzes geraten, der des„eitlen, unnützen Schwatzes und Klatsches" beschuldigt wird. Schade, daß solche Ge- setze nicht auf gewisse öffentliche Veranstaltungen Anwendung findet. — Der Erfinder der Influenzmaschine, der Greifswalder Physiker W i l h e l m H o l tz, ist gestorben. Die von ihm 1865 erfundene Maschine diente lange fast ausschließlich zur Er- zeugung statischer Elektrizität. — Kapitän Scotts Tagebuch, das unter dem Kopf des toten Polarforschers gefunden wurde, wird als erster Band der deutschen Ausgabe der Polarfahrt Scotts im Verlage von Brock- haus in Leipzig erscheinen. — Musik f ür'§ Auge. Einen tönenden Notenapparat, der besonders für den Schulgesangs- Unterricht von Bedeutung werden kann, führte der Erfinder Ernst Gelbhaar in Leipzig vor. Der Apparat besteht aus einer schwarzen Holztafel mit weißen Noten- linien und einer kleinen Orgelklaviatur von zwei Oktaven. Jede hierauf gegriffene Note erscheint gleichzeitig mit ihrem Ertönen auf den Linien in der üblichen Notenschrift. — Eine Volksausgabe von EckermannS Ge- sprächen. Mit Unterstützung des Goethe-National-Museums und der Grotzherzoglichen Bibliothek zu Weimar wird demnächst im Leipziger Verlag Hesse u. Becker eine neue, mit zahlreichen authentischen Abbildungen geschmückte wohlfeile Ausgabe von Ecker- manns Gesprächen mit Goethe erscheinen. — Monzel nicht Menzel. In dem gestrigen Bericht über den Stamintisch der Allgemeinen deutschen Kunstgenossenschaft stand ein Druckfehler. Der Setzer vergriff sich und wählte(geistig ge» sprachen) KorpuS statt Petit. Nicht der grotze Berliner Meister. sondern der kleine akademische Bildhauer ist einer der Häuptlinge der Genoffenschast. Schuldigkeit eines jeden GasttvirtSgehilfen sei, sich im Betriebe so zu betragen, wie man eS von einem organisierten Arbeiter erwarten dürfe. Streik der Glasarbeiter. Die Glasarbeiter beschlossen gestern in einer Versammlung der Verwaltungsstelle Berlin, am Heutigen Mittwoch die Arbeit nicht wieder aufzunehmen, die Verhandlungen mit den Unter- nehmern aber weiter zu führen. Die Akkordarbeiter dürfen ihre angefangene Akkordarbeit fertigmachen. Die Unternehmer haben sich bereit erklärt, trotz des Streiks weiter zu verhandeln. Heute(Mittwoch) abend um VeK Uhr findet bei Boeker, Wcbcrftr. 17, wieder eine Versammlung statt, in der das Resultat der Verhandlungen bekanntgegeben wird. Die Notlaue der Drechsler. Unter dem Einfluß der neuen Stilrichtung im Kunstgewerbe, welche auf die Verwendung von Drechslerarbeit fast ganz verzichtet, ist die Arbeit im Drechslerberuf seit Jahren rapid zurückgegangen. Zu diesem Uebelstand gesellt sich neuerdings noch der allgemeine Rückgang der wirtschaftlichen Konjunktur der besonders schwer auf der Holzindustrie lastet und deshalb die Drechsler, soweit für sie überhaupt noch Arbeitsmöglichkeiten vorhanden waren, sehr stark in Mitleidenschaft zieht. So hat also die gegenwärtige Arbeitslosigkeit im Drechslergewerbe eine zwiefache Ursache und deshalb macht sich die Not stärker fühlbar als in manchem anderen Beruf. In einer am Montag abgehaltenen Branchenversammlung der Drechsler des Holzarbeiterverbandes wurde der ungeheure Rückgang an einigen Zahlen illustriert. Durch eine Statistik des Verbandes wurden im Jahre 1900 m Berlin 1200 Drechslergehilfen festgestellt. 1911 konnten nur 898 Gehilfen ermittelt werden. 72 Betriebe, die im Jahre 1900 noch 416 Drechsler beschäftigten, hatten im Jahre 1911 nur noch für 200 Drechsler Arbeit. In den größten Betrieben ist die Zahl der Beschäftigten sehr stark zurückgegangen. Die Kleinmeister, die noch in verhältnismäßig großer Zahl vorhanden sind, beschäftigen überhaupt keine Gehilfen mehr, weil sie für sich selbst nicht einmal genug Arbeit haben.— Unter dem Einfluß der wirtschaftlichen Krise sind die Verhältnisse seit der Stasistik für 1911 noch schlechter ge- worden. Auf dem Arbeitsnachweis sind täglich 60—80 arbeitslose Drechsler, und die wenigen, welche gelegentlich Arbeit erhalten, werden immer wieder durch neuhinzukommende Arbeitslose ersetzt.— Daß etwa» getan werden müsse, um die durch große Arbeitslosigkeit geschaffene Notlage der Drechsler zu beseitigen, war die allgemeine Ansicht der Versammlung. Der Streik der Militärsattler in den Offizierausrüstungsbetrieben hat zu einem weiteren Erfolg geführt, indein jetzt auch die Firma F. Damaschke den neuen Tarifvertrag unterschriftlich anerkannt bat. Im Streik befinden sich nur noch die Kollegen bei der Firma C. Pose, Schlesische Straße 18, und bei der Deutschen Militär- ausrüstungsgesellschaft, Alexandrinenstraße 14/16. Von beiden Be- trieben ist jeder Zuzug fernzuhalten. Gesperrt ist ferner die Kommißwerkstelle von L u d e w i g, Lindenstraße 93. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Sattler und Portefeuiller. Oeutfchea Reich. Der Streik in der AscherSlebener Maschinenbau-Akticngesellschaft ist nicht, wie die bürgerliche Preffe berichtet, beendet, sondern er dauert unverändert fort. Es sind noch daran die Berufe der Former, Kernmacher, Putzer, Schmiede, Schloffer»nd Dreher beteiligt. Die Fortsetzung der Arbeit ist mit den angeworbenen Streikbrecher- kolonnen unvollkommen, weshalb durch den Arbeitsnachweis des Metallindustriellenverbandes Arbeitsvermittelung nach dort betrieben wird. Es ist Aufgabe jedes organisierten Arbeiters, auf den Streik hinzuweisen. Kutscherstreik in Essen. Montag morgen haben bei der Speditionsfirma Gebr. von E u p e n in Essen 60 Kutscher und Faktoren wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Die Stück- gutabfuhr stockt vollständig. Die Firma bemüht sich um Ersatz- kräfte. Bisher haben ihre Bemühungen aber keinen Erfolg gehabt. Der Streik steht günstig und wird, wenn die Streikenden einig bleiben, mit einem Erfolg für sie enden. Die Streikenden find alle im Transportarbeiterveiband organisiert. Ein Gewerkschaftshaus in Fulda. Nach langjährigem Kampf um die Lokalfrage ist eS unseren Fuldaer Genossen gelungen, ein eigene» Heim zu erlangen. Ein freundliches Gastzimmer, anschließend ein kleiner Saal, schöner Garten usw. bieten angenehmen Aufenthalt. Zugereisten stehen gute und billige Betten zur Verfügung. Bad ist ebenfalls vor- handen. Noch ist Fulda eine Hochburg der Schwarzen. Diese verstanden eS seither, unseren Genossen jede Möglichkeit zur Erlangung von Versammlungsräumen zu nehmen. Sie ließen auch kein Mittel un- versucht, die Errichtung eine? eigenen Lokals zu hintertreiben. Das ist ihnen nicht gelungen. Genossen, die Fulda besuchen und durchwandern, wollen im Gewerkschaftshaus „Zur Erholung*, Florengasse 18, Einkehr halten. HueUnd. Achtung, Fabrikarbeiter! Zwischen der Firma N. V. Hertel in A m st e r d a m, Asbestbekleidung und Verpackung und dem Verbände der Niederländischen Fabrikarbeiter sind Diffe- renzen ausgebrochen, die zur Arbeitseinstellung führten. Die Ursache der Differenzen sind schwere Verstöße der Firma gegen das Ver- einigunaSrecht der Arbeiter. Weder die wegen ihrer Verbands- Zugehörigkeit entlassenen Arbeiter, noch der Niederländische Fabrik- arbeitervcrband. Abteilung Amsterdam, sind gewillt, die Angriffe ohne Abwehr hinzunehmen. Die deutschen Arbeiter werden dringend ersucht, Arbeitsangebote der Firma abzulehnen. Die Arbeiter in den Wurstfabriken in Bukarest iRumänie») stehen in einer Lohnbewegung. Die Arbeitsverhältnisse sind noch fchlechter als in Deutschland, die Arbeitszeit ist unendlich lang, die Löhne sehr niedrig, die Behandlung ist roh zu nennen. Die Ar- beiter fordern eine bescheidene Lohnerhöhung. Die Fabrikanten lehnen diese Forderung ab und drohen mit Aussperrung und Zuzug von Streikbrechern au« dem Auslände. Da anzunehmen ist, daß die Fabrikanten auch in Deutschland Umschau nach Streikbrechern halten werden, werden alle Fleischergesellen ersucht, jede Anwerbung nach Rumänien zurückzuweisen. Die Jugendabtcilungcn des Cunwereins „flehte" exmittiert! Dem Vorsitzenden des Turnvereins„Fichte* ging jetzt ein Schreiben seitens des Magistrats zu, durch da« dieser den Jugend- obteilungen des Vereins„Fichte*, deren Mitglieder da» 18. Lebens- jähr noch nicht vollendet haben, die Weiterbenutzung städtischer Turnhallen vom heutigenTage ab ent- zieht. Dem Turnverein„Fichte* war bekanntlich durch Magistrats- Verfügung vom 20. Mai der Termin zur Erteilung von Unterrichts- erlaubnisscheinen auf Antrag bis zum 1. September verlängert und erklärt worden, falls bis dahin die Scheine nicht beigebracht seien, müßten die Hallen für Lehrlinge am 1. Oktober geräumt werden. In der Stadtverordnetenversammlung war darauf von unseren Genossen der Antrag gestellt, den Magistrat zu ersuchen, dieBenutzung der städtischen Schulturnhallen den I u g e nd ab teilun g en des Turnvereins„Fichte* auch fernerhin. zu überlassen oder dem Turn- verein, Fichte* Räume zur Verfügung zu stellen, auf deren Benutzung dem Provinzialschul- kollegium eine Einwirkung nicht zu st eh t. Die An- gelegenheit wurde zur Beratung einem Ausschuß überwiesen. Die Ausschußsitzung fand gestern abend statt. Ohne das Ergebnis der Beratungen der Stadtverordneten abzuwarten, hat der Magistrat kurzerhand die Räume zum 1. Oktober gekündigt I Unsere Genossen legten im Ausschuß dar, daß die Beschwerde des Turnvereins„Fichte" wegen Nichterteilnng von Erlaubnis- scheinen an den Minister gegangen sei und daß der Verein evenwell das Staatsministerium anrufen wolle. Der Verein habe auch ge- beten, deshalb ihm die Frist zu verlängern. Unter allen Umständen solle man den Magistrat ersuchen, mit der Kündigung zu warten, bis das Staatsministerium entschieden habe. Das durch das Provinziaychulkollegium und dem Minister veranlaßte Vor- gehen gegen die Jugendabteilungen sei durchaus ungerecht- fertigt. Die bekannte Plenarentscheidung des Reichsgerichts betreffe den Turn Unterricht überhaupt nicht. Jedenfalls be- rühre sie keineswegs Turn Übungen. Nur um Turnübungen handle es sich aber in den Jugendabteilungen des Turnvereins„Fichte*. Hier wäre der Unterrichtserlaubnisschein Leuten, die fähig seien zum Unterricht, lediglich wegen ihrer politischen Gesinnung nicht er- teilt. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung dürften ihre Hand zu der politischen Drangsalierung nicht reichen. Der Magistratsvertreter erwiderte, das Reichsgerichts- erkenntnis sei für sie bindend; wenn ein neues Erkenntnis ergehe oder die Staatsministerialinstanz anders entscheide oder Unterrichts- erlaubnisscheine erteile, so würden die Räume dem Verein wieder zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt könne aber nicht in Kom- petenzen von staatlichen Behörden eingreifen. Ein Antrag auf Ver- längerung der Frist über den 1. Oktober hinaus befinde sich nicht bei den Akten; eine solche Beschwerde sei ja wohl auch aus- sichtslos. Auch wenn es sich nur um Turn Übungen handle, könne die Stadt die Räume nicht zur Verfügung stellen, denn es liege doch dann Turnunterricht oder eine Umgehung vor. Von den Vertretern der bürgerlichen Parteien sprach sich nur der Stadt» verordnete Schulz mit Entschiedenheit gegen die Politik der kleinen Nadelstiche aus. Er erklärte auch, daß Turnübungen und Turnunterricht etwas ganz verschiedenes sind. Er sei mit beiden Teilen des Antrages einverstanden. Einige andere Stadtverordneten erklärten, der Antrag sei ihnen zwar sympathisch, gegenüber den Entscheidungen des Reichsgerichts und dem Vorgehen der Staatsbehörden sei aber ein Vorgehen fruchtlos. Dem Stadtverord- neten Sonnenfeld blieb es vorbehalten, zu erklären, ihm sei der Verein durchaus nicht sympathisch, auch ohne den Beschluß der ver- einigten Senate des Reichsgerichts würde er für ein Vorgehen gegen den Verein„Fichte* sein, denn— der Turnverein„Fichte* fei sozial- demokratisch. Das gehe aus der Broschüre„Die bürgerliche Jugend- erziehung' von Karl Korn und aus einem Liederbuch hervor, in dem sich ein Lied abfällig mit der Heimatliebe beschäftige! Die unge- heuerliche Intoleranz, die in diesen Ausführungen des freisinnigen Stadtverordneten liegt, wurde von unseren Genossen und auch von einigen bürgerlichen Stadtverordneten zurückgewiesen. Der noch von Oberbürgermeister Kirschner proklamierte Grundsatz dürfe nicht ver- lassen werden: unsere Turnhallen, wie überhaupt unsere städtischen Einrichtungen, stehen jedem Verein ohne Rücksicht auf die politische oder religiöse Ueberzeugung seiner Mitglieder offen, solange nicht etwa ein Mißbrauch getrieben wird. Bei der Abstimmung wurde der sozialdemokratische Antrag in beiden Teilen abge- lehnt. Für denselben stimmte von den bürgerlichen Stadtverord- neten nur der Stadtverordnete Schulz. Wahrlich kein Ruhmesblatt im Kranz des Freisinns. Gerichts-Leitung. Kampf gegen die Reaktion als Gotteslästerung. Ein umfangreicher Prozeß wegen Gotteslästerung wurde gestern vor der 6. Strafkammer des Landgerichts III unter Vor- sitz des Landgerichtsrats Jaschkowit? verhandelt. Die Anklage richtet sich gegen den Arzt Dr. med. Georg Zepler in Charlotten- bürg und den Schriftsteller Otto Lehmann-Ruhbüldt. Sie sind angeklagt, im April 1913 in Eharlottenburg gemeinschaftlich da- durch, daß sie öffentlich in beschimpfenden Aeußerungen Gott lästerten, ein Aergernis gegeben und durch dieselbe strafbare Handlung öffentlich eine der christlichen Kirchen bezw. deren Ein- richtungen beschimpft zu haben. Als Verteidiger für Lehmann traten die Rechtsanwälte Robert Heine-Berlin und Dr. Lothar Schücking-Dortmund, für den Angeklagten Dr. Zepler RechtSan- walt Dr. Löwenstein auf. Der Angeklagte Dr. Zepler ist Herausgeber und Verleger der in Charlottenburg erscheinenden Zeitschrift„Der Weg, Freiheitliche Zeitschrift für Politik und Kultur". In der Nr. 4 des Jahrganges 1913 war ein von dem Angeklagten Lehmann-Rußbüldt verfaßter Artikel erschienen, der die Ueberschrift trug:„Mißbrauch der Jahr- Hundertfeier durch das Komitee Konfessionslos." Der Artikel pole- misierte gegen die Auslassungen reaktionärer Blätter, die sich über ein Flugblatt beklagten, das vom Komitee„Konfessionslos* am Tage der Jahrhundertfeier verbreitet wurde und sich mit der Aus- trittsbewegung beschäftigte. Unter Anklage gestellt sind folgende Stellen:„Wenn Ernst Moritz Arndt dichtete:„Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte", so hat er sicher bei diesem Gott nicht an das blutleere Gespenst der Theologen gedacht, das 325 mehrere hundert Meilen von Deutschland fort auf dem Konzil Nicäa aus dem Gehirn orientalischer.Theologen mit drei Köpfen geboren wurde und an dessen merkwürdigste und unmöglichste Lebensumstände Millionen deutscher Kinder glauben sollen" und: „Das alles aber hat gar nichts mit dem zum großen Teil voll- kommen bewußten Schwindel zu tun, den die Landeskirchen uns im Apostolikum als„Glauben" aufzwingen wollen." Als erster Zeuge wird der Lizentiat Rcichstagsabgeordneter Mumm vernommen. An dem Artikel will er Aergernis genommen haben, der christliche Gottesbegrisf und der Stand der Theologen sei durch den Artikel beschimpft. Drei weitere Belastungszeugen gehören der christlich-sozialen Partei an. Lizentiat Mumm hat ihnen den Artikel vorgelesen. Der Artikel, behaupten sie, habe bei ihnen Aergernis ausgelöst. Pastor Falk legt dar, das Apostolikum sei nur eine geschichtlich gewordene Form des Glaubens, die nicht für alle Zeiten festgelegt ist. Auf Befragen erklärt er: kaum jemals hat sich ein Mann, der ein offizielles Kirchenamt bekleidet, so scharf über die Unwahrhafttgkeit in der Kirche geäußert, wie Professor Harnack. Der Ausdruck„Schwindel" komme mehrfach in theolo- gischen Streitschriften vor. In den Polemiken zwischen Orthodoxen und Liberalen kämen noch viel schärfere Ausdrücke vor. Dr. Biel- Haber erklärt, die angeklagte Zeitschrift ist zwar radikal, aber ver- folgt ernste ideale Ziele. Wenn in ihr um den Gottesbegriff ge- kämpft wird, so geschieht das nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil der Begriff sich im Wandel der Zeiten ebenfalls verändert. Graf Hoensbroech legt ebenfalls dar, daß der Gottesbegriff fortgesetzt in der christlichen Kirche Wandlungen durchgemacht habe. Der Ausdruck„bewußter Schwindel" fei wohl nur eine Art Entgleisung, der die Tatsache aussprechen will, daß die Landeskirche die objektive Unwahrheit des Apostolikums als Glauben aufnötigen wolle. Ob- jektive Unwahrheit liege vor, denn durch das Wort Apostolikum Ivürde der Wahrheit zuwider im Volke die Vorstellung erweckt, als ob es sich um den Glauben der Jünger Jesu handele. Davon könne aber gar keine Rede sein. Staatsanwalt Dr. Mix beantragte das Schuldig. Das Aposto- likum bestehe als Enirichtung der christlichen Kirche. Der Artikel müsse Aergernis bei religiösen Leuten erregen. Unter Anerkennung, daß die Angeklagten aus idealen Motiven gehandelt, beantragte der Staatsanwalt je 2 Monate Gefängnis. Nach längeren Plaidoyers der Rechtsanwälte Schücking, Nob. Heine und Dr. Löwenstein, die die Freisprechung beantragten, ver- kündete der Vorsitzende des Gerichts das Urteil dahin: Objektiv liegt eine Gotteslästerung und Beschimpfung einer Einrichtung der Landeskirche vor, auch subjektiv ist über die Schuld der Angeklagten kein Zweifel. Es ist gesagt worden, daß der Gottesbegriff unbestimmt und wandelbar sei. Wem die Mutter- liebe in der Kindheit die Hände zum Gebet falten ließ, weiß, was er sich bei dem Begriff Gott zu denken hat; es ist ein Gott, an den Millionen Kinder glauben sollen und um diesen Gott handelt es sich, nicht um den Gott des Konzils von Nicäa. Der Ausdruck „Schwindel" ist auf das Apostolikum selbst gemünzt, denn es handelt sich ja um den Kampf um das Apostolikum, von dem sich ein Teil der Pfarrer befreien will. Es besteht also als Einrichtung der Kirche. Wenn die Angeklagten auch aus idealen Motiven gehandelt haben, so hätten sie doch Rücksicht nehmen müssen auf die Ideale derjenigen, die auf entgegengesetztem Standpunkte stehen. Das Gericht verurteilte Dr. Zepler zu 3 Tagen» den Angeklagten Leh- mann-Rußbüldt zu 1 Woche Gefängnis und sprach die Unbrauch- barmachung der Platten und Exemplare aus. Der Mord in der Mariannenstraße vor Gericht. Eine mysteriöse Mordaffäre bildet den Gegenstand eines um- fangreichen Prozesses, welcher gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I begann. Aus der Untersuchungshaft wurde der 43jährige Gärtner bezw. Schleifer Bruno Bierwagen vorgeführt. Er ist des Totschlags an seiner Ehefrau, der Portierfrau Martha Bierwagen, beschuloigt. Die Tat selbst soll am 6. Januar 1303 in dem Hause Mariannenstraße 30 verübt worden sein. Es handelt sich um eine 4�- Jahre zurückliegende Bluttat, welcher die Portierfrau Martha Bicrwagen zum Opfer gefallen war. Frau B. war am Morgen des 4. Januar 1909 von der Haus- eigentümerin inmitten einer großen Blutlache in ihrem Bette liegend tot aufgefunden worden. Die Obduktion ergab, daß der Tod durch zwei Messerstiche herbeigeführt worden war. Der Ver- dacht der Täterschaft lenkte sich damals auf den Ehemann, der nach der Tat spurlos verschwunden war. Alle Ermittelungen der Kriminalpolizei blieben erfolglos.— In der gestrigen VerHand- lung gab der Vorsitzende zur besseren Verständlichmachung deS nicht ganz einfachen Sachverhalts folgende Tarstellung: Im Jahre 1898 hatte sich der Schleifer Bruno Bierwagen vor dem Schwurgericht l Berlin wegen Totschlags zu verantworten. Dieser Biertvagen wurde beschuldigt, bei einem Streit mit meh- reren Männern einen Wächter erstochen zu haben und wurde zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Zur Verbüßung dieser Strafe wurde er nach dem Zuchthause in-Sonnenburg übergeführt, in welchem Biertvagen bis zum Jahre 1906 verblieb. Er kehrte dann zu seiner inzwischen von ihm geschiedenen Ehefrau zurück, die in dem Hause Mariannenstr. 30 eine Portierstelle angenommen hatte. Die�Frau gewährte ihm auch Aufnahme und Bierwagen soll nun ein bürger» lich solides Leben geführt, sich durch Kranzbinden ernährt und zu diesem Zwecke außerhalb Berlins ein Stück Land gepachtet haben, um.Kranzlaub zu bekommen. Da? Eheleben soll ganz glücklich gewesen sein und um seine Frau gänzlich wieder auszusöhnen, schenkte ihr Bierwagen zu ihrem Geburtstag einen goldenen Ehe» ring. Anfangs Januar 1909 wurde nun Frau Bierwagen tot in ihrem Bette aufgefunden, der Ehemann war verschwunden. Bei der Leiche wurden zwei Briefe gefunden, in welchen der Ehemann Bierwagen schrieb, daß er über seine Tat Reue zeige und ankün- digte, daß er sich das Leben nehmen werde. Trotz aller Recherchen blieb Bierwagen spurlos verschwunden, so daß man zu der Ansicht gelangte, daß B. seinen Entschluß, sich umzubringen, ausgeführt habe.— Dies war, wie der Vorsitzende bemerkte, gewissermaßen der Tragödie erster Teil, wenn der Vorhang zum zweiten Male aufgegangen ist, sieht man wieder einen Schwurgerichtssaal und ztvar steht jetzt der angebliche«Monteur Ernst Kirschnrr" vor den Geschworenen unter der Anklage des Münzverbrechens. Der da» malige Vorsitzende gab sich die erdenklichste Mühe, in die Perso- nalien des angeblichen Kirschner Klarheit zu bringen...Kirschner" war ein unbeschriebenes Blatt, so daß ihm die Geschworenen mit Rücksicht auf seine bisherige Unbescholtenheit mildernde Umstände zubilligten und..Kirschner" nur zu einer Gefängnisstrafe ver- urteilt wurde. Kurze Zeit darauf stand derselbe„Kirschner" wiederum unter der Anklage des Münzverbrechens vor den Ge- schworenen, die ihn dieses Mal schärfer anfaßten, so daß„Kirschner" zu einer Zuchthausstrafe verurteilt werden konnte. Der Zufall fügte es, wie der Vorsitzende weiter ausführte, daß der angebliche „Kirschner" dem Zuchthaus in Sonnenburg zugeführt wurde, in welchem bekanntlich auch der seinerzeit_ spurlos verschwundene Bierwagen die gegen ihn verhängte 8 jährige Zuchthausstrafe ver- büßt hatte. Mehrere Aufseher, welche diese 8 Jahre lang mit Bierwagen täglich in Berührung gekommen waren, erklärten sofort, als sie des angeblichen..Kirschner" ansichtig wurden:„Da ist ja Bicrwagen wieder." Nachdem„Kirschner" dem in Frage kommen- den Aufseherpersonal gegenübergestellt worden war, welches ihn als„Bierwagen" erkannte, wurde der Staatsanwaltschaft Mittet- lung gemacht. Das Verfahren wegen des Totschlags in der Ma- riannenstraße wurde wieder aufgenommen, nachdem etwa zwei Dutzend Zeugen erklärt hatten, der ihnen vorgestellte Mann sei Bierwagen. Es wurde deshalb zuerst ein Strafverfahren wegen intellektueller Urkundenfälschung gegen„Kirschner* eingeleitet, daß er sich unter diesem Namen in die Gefangenenregister hatte ein- tragen lassen...Kirschner* wurde auch von der Strafkammer zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Angeklagter bleibt auf Befragen dabei, er heiße Kirschner, nicht Bierwagen. Eine große Anzahl Zeugen bekundeten die Identität des Angeklagten mit Bierwagen. Große Erregung rief die Vernehmung der 70 jährigen Mutter des Angeklagten hervor, die schließlich erklärte, um ihren Sohn nicht zu belasten, wolle sie nichts aussagen. Einige Aerzte be- kündeten, daß die Armtätowierungen, deren Fortätzung versucht war. genau dieselben wie gleiche bei dem unzweifelhaften Bier- mann seien. � Die Geschworenen bejahten nach kurzer Beratung tne Schuldfrage nach Körperverletzung mit TodeSerfolg unter Berfaguug mildernder Umstände. Der Staatsanwalt beantragte zu der gegen den Angeklagten wegen Münzverbrechens erkannten dreijährigen Zuchthausstrafe auf noch 10 Jahre Zuchthaus zu erkennen. Das Urteil lautete auf 8 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehr- Verlust. Bei dem Rücktransport in das Gefängnis äußerte der An- geklagte vergnügt lächelnd, daß er sehr zufrieden sei. so„bMg- davongekommen»u sein._ Vom Streikpostenstehen. Aus Anlaß des Streiks in einer Fabrik war Walter aus Frankfurt a'. O. vor der Fabrik aus und ab promeniert, um die Arbeitswilligen zu kontrollieren. Er wurde von einem Polizei- beamten aufgefordert, sich zu entfernen. Walter ging jedoch nicht alsbald, sondern erklärt« dem Beamten, daß da? Streikpostenstehen erlaubt sei. Auf die Anzeige deS Beamten, der von der OrtSpolizei- behörde den Auftrag hatte, Streikposten überhaupt wegzuweisen. wurde Walter wegen Uebertretung der Straßenpoltzeiverortmung angeklagt. Das Landgericht zu Frankfurt a. O. als Berufungsinstanz verurteilte den Angeklagten, weil er nicht unbedingt der Aufforde- rung des Beamten gefolgt sei. Das Kammergericht als Rcvisionsinstanz hob jetzt das Urteil auf und verwies die Sache in die Vorinstanz zurück. Be- gründend wurde ausgeführt: Die Vorschrift der Verordnung sei allerdings gültig. Es könne sich bei solchen Anordnungen aber niemals um generelle Anweisungen der Polizeibehörde selber han- dein, wie sie hier aus Wegweisung der„Streikposten" seitens der Bchörde vorliege. Denn an sich sei das Strcikpostcnstehen nicht verboten. Anordnungen im Sinne derartiger Straßenpolizeivor- schriften seien nur Anordnungen der Exekutivbeamten für den gegebenen Einzelfall, d. h. es müsse ein eigener Entschluß des Be- amten vorliegen, bei dem er auf Grund eigener Erwägung davon ausgehe, daß er die Wegweisung„Zur Erhaltung der Sicherheit usw. des Verkehrs" vornehme. Die Nichtbeachtung einer derartigen Anordnung sei strafbar. Es mühte also geprüft werden, ob der Beamte lediglich auf die Anweisung seiner Dienstbehörde gehandelt habe oder ob er trotz dieser auf Grund eigener Erwägungen zur Erhaltung der Sicherheit einschritt._ Streiksünder vor Gericht. Am 31. Juli kam es während des Bauarbeiterstreiks in Stolp in Pommern aus dem Bahnhofsplatz zu einer Auseinandersetzung zwischen Streikposten und Hirsch-Dunckerschen Arbeitswilligen, in dessen Verlauf ein Arbeitswilliger mit einem Revolver schoß, zum Glück, ohne zu treffen. Es kam zu Tätlichkeiten, bei der die Polizei eingriff und vier Beteiligte verhaftete. Nicht der Revolver- schütze, sondern nur Streikende wurden verhaftet und angeklagt. Die Strafkammer verurteilte nun die Bauarbeiter Zühlke zu 9 Monaten, Felgner zu 7 Monaten, Frank zu 4 Monaten und Radtke zu 3 Monaten Gefängnis. Schwer bestraft wurde ein Fortbildungsschüler aus Greiffcnberg in Schlesien. Er soll während des Unterrichts einen Lehrer bedroht und beleidigt haben. Außerdem soll sich der Fortoiloungsschüler des Haus- friedensbruchs schuldig gemacht haben. Wegen dieser Rüpelei ver- urteilte ihn das Schöffengericht zu zwei Monaten Gefängnis und Neberwcisung in Fürsorgeerziehung. Das Gericht scheint die unheilvollen Schäden einer Fürsorge- erziehung nicht zu kennen. Versammlungen. Erwiderung. Auf die Erklärung de? Genossen Wels vom 80. September habe ich zu erwidern, daß der Genosse vergessen hat, in seiner Erklärung zu bemerken, daß er selbst Mitglied des Zentralvorstandes war und als solches sehr ivohl verpflichtet gewesen wäre, die einstimmig ge- faßten Beschlüsse desselben zu respektieren. Genossen Wengels und Brühl waren einstimmig als Beisitzer zum Parteivorstand vorge- in solche �" haben, wo ganz besondere Umstände es erheischen,' daß einer von schlagen. Die Abstimmung sollte nur in solchen Fällen Geltung den beiden zurücktreten mußte. In diesem Fall, so ward entschieden, sollte Wengeis als langjähriges Mitglied im Parteivorstand bleiben. Dies wurde ausdrücklich betont. Ob Genosse Wels in dieser Sitzung zugegen war oder nicht, spielt keine Rolle. Auch nicht anwesende Vorstandsmitglieder haben die Pflicht, sich den Beschlüssen zu fügen. Unterrichtet war der Genosse Wels zum mindesten sehr gut von der Sitzung. Ob nun der Borschlag Wels ein ganz„besonderer Umstand" war, dres zu entscheiden überlasse ich den Berliner Parteigenossen. Gewählt ist er zum mindesten unter»ganz besonderen Umständen". R. Schwarzburger. 1013 1914 Erzeugnisse unserer einzig in IKrer Art dastelnencleii K-leider wer Re, welche die größten Peutsdilancls sind Nr. 3. Dunkel und hell gemusterte fvT Cheviots mit gestreifter Abselfe..... 1 1. Ulster T II C:"f�hr-« Nr. 4. Fein gemusferte Cheviots In K/f W den neuesten Ferbensfeilungen...•» t. Ulster Ulster Ulster Nr. 3. Oreu, oliv und braune Phon- xx laslestoffe, sehr schick.......... t l. Nr. 7. FlauschsfofTe in 18 neuesten V/f Forbensfell. ganz besonders empfohl. t l. Nr. 8. Dunkelgrau melierter Cheviot vx mit feinen tcrblgen areifen....... s f. 24 27 30 30 40 T TT e•fdh'r« Nr. lO.„Spezial-Marke B. S." 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Am Sonntag» den 3. Oktober d. J.» vormittags 10 vhr, finden Zwei Mitglieder-Versammlungen statt mit der Tagesordnung: „Die Arbeitslosigkeit unter den Berliner Bauarbeitern und die hiergegen zu ergreifenden Matznahmen." Für Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdors und alle anderen Vororte im Westen, Nord-Westen und Norden sowie für die Bezirke Moabit, Wedding, Norden 2 und Oranienburger Vorstadt im Lokal lavpnHsms»TaIo, Chausseestr. 110. gür Weißensee, Lichtenberg, Neukölln und alle anderen Vororte im Nord-Osten, Osten und Süd-Osten sowie für die Bezirke Norden 1, Nord-Osten, Osten 1 und 2, Süd-Osten, Süden, Slld-Weften und Westen Im Lokal Kellers Festsäle, Koppenstr. 29. Von allen augenblicklich noch in Arbeit stehenden Kollegen, Maurern. Putzern. Stukka- teuren. Spannern, Zementierern, Isolierern, Steinholzlegern und Hilfsarbeitern müssen wir unbedingt verlangen, daß sie selber in den Versammlungen erscheinen und durch rege Agitation für guten Besuch Sorge tragen helfen I „In dl« Demonstrations-Tersammliiug!" muß es bei jedem einzelnen heißen. 145,1»» Der Vorstand des Deutschen Bauarbeiter-Verbandes. Zwelgverein Berlin. Konsum-Genossenscliaft Berlin u. Umg. E. G. m. b. H Zentrale: I/ichtenbers» Rittergntstr. 16/26. Heute Eingang einer großen Sendung frischer Räucherwaren. Vorrat in allen unseren Verkaufsstellen. Ferner morgen Donnerstag; Seefische Stahellflseh per Pfd... Ä4 Pf.| Schollen per Pfd. ÄÄ PI. Kabilan ohne Kopf per Pfd. 24„ j Seelachs». 17„ 407/1______ Der Vorstand. „Yolks- Handbohrmaschine". D. R.-G.-M. Ven! Kräftig! Kugellager! Bohrt Holz, Metalle und Steine bis 5 mm Weite. Im Hause wie in der Werkstfctte ist sie nötig. Der Besitz überzeugt davon. Hit Mrei Bohrern und zwei Bohrfuttern nur 1,85 M. 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Das Bureau des Kreises bleibt umzugshalber bis Freitag geschlosien. Von diesem Tage ab befindet sich das Kreisburcau Neue Bahnhofstr. 31(Post 0. 112) in Lichtenberg. Telephon Königstadt 3912._ Zweiter Wahlkreis. Am Freitag, den 3. Oktober, beginnt der Vortragszyklus:.Imperialismus und Militarismus", Referentin: Genossin Rosa Luxemburg, im kleinen Saale der Bockbrauerei, Fidicinstrahe. Ansang pünktlich Uhr abends. Billett, gültig für den ganzen Zyklus, 40 Pf. Die folgenden Vorträge finden statt am 10., 17. und 24. Oktober. Arbeitslose Mitglieder des zweiten Kreises haben gegen Ausweis der Arbeitslosenkarte und des Mitgliedsbuches freien Eintritt. Der Bildungsausschuß. Berliner bfodmcbtem Nationale Jugenddemonstration. Jungdeutschland will wieder einmal demonstrieren. Nicht das wahre Jungdcutschland, das sich in den heranwachsenden Söhnen und Töchtern des wirklich arbeitenden nach Luft und Licht ringenden Volkes verkörpert, sondern jene unter staatlicher Förderung zusammengekommene Liga zur Förderung Vater- ländischer, treu ergebener Gesinnung. Tie Jungdeutschlandgruppe Groß-Berlin will auch ihren Jahrhundertklimbim haben und ruft auf zu einem historischen Festzug„Die Erhebung Preußens 1813 bis 1815", der am 19. Oktober mit sattbekanntem Schaugepränge über die Linden und den Lustgarten nach dem Kreuzbergdenkmal gehen soll. Die Feier des Tages von Sedan fand keine Gegen- liebe mehr. Nun muß die Jahrhundertfeier vorläufig noch die Patriotennerven kitzeln. Ein Festkomitee, für das in weitesten Kreisen unbekannte Größen verant- wortlich zeichnen, meint in seinem Ausruf treuherzig, daß Standesunterschiede nicht existieren dürfen. Gleich dahinter aber wird unter den aufgezählten Ständen ostentativ, aller- Vings mit richtigem Instinkt, der deutsche Arbeiter fortgelassen. Man weiß oder fühlt doch, daß auch der Arbeiter in der Gefahr sein Vaterland verteidigt, aber nicht zu haben ist für nationale Kundgebungen, die auf die Verhimmelung des Dynastischen zugeschnitten sind. Der programmäßige Weg des Festzugcs von der Kupfergrabenkaserne vor das Schloß zeigt ja ganz genau, daß es auch diesmal hauptsächlich auf den sicher nicht ausbleibenden Beifall des Hohenzollerntums ab- gesehen ist, das ja in unserer Zeit mehr denn je für glänzende Kostümfeste schwärmt. Wer echte Trachten der Zeit 1813 oder einen eigenen Gaul besitzt, ist besonders herzlich will- kommen geheißen. Da kann also das„Theater der Moden" aus dem Zoo mitmarschieren und auch die Berliner Sonntagsreiter sowie die Tattersallgrößen dürfen sich sonnen an der Sonne. Dazu ist der Spatz billig, kostet nur einen Meter, noch weniger als ein Kattnnlappcn auS der MaSkengarderobe. Die Monturen und Waffen werden unentgeltlich geliefert, also offenbar auf Pump aus dem Zeughause entnommen. Bis jetzt sollen sich ohne die„deutschen" Turner der Berliner Turngcmeinde, die ja bei allen solchen Gelegenheiten als Staffage mit dabei sein müssen und mit ihrem einst vom„dankbaren" Vaterland ins Gefängnis geworfenen Vater Jahn paradieren. 16 bis 26(XX) Mann zur Teilnahme gemeldet haben. Der Berliner Turnrat war wenigstens noch so vernünftig, die Festmedaille dankend abzulehnen. Dagegen werden die Jungdeutschland» bündlcr, Pfadfinder und Konsorten sämtlich mit dem lächcr- lichen Stück Blech dekoriert sein. Wie muß da den irre- geleiteten jungen Leuten der Kamm schwellen! Und das nennt man Jugenderziehung. Hinter dem vorgeschobenen patriotischen Zweck des Fest- zuges" steht zweifellos der Zweck der Demonstration. Die so- zialdemokratische Jugendpflege, gegen die sich letzten Endes der auf das Auge wirkende Mummenschanz mit Hurragcbrüll und Freudenfeuern richtet, darf es verschmähen, mit solchen Knkerlitzchen für sich Stimmung zu machen. Der bunte Rock tut's nicht. Im Herzen sitzt die Begeisterung. Und die ist bei uns echter als bei den anderen. Scharen von Vögeln, die im Sommer uns verlassen hatten, kehren gegenwärtig aus dem Norden wieder zurück. Vor allem sind es Finken, Meisen und Zaunkönige, die sich winterlich einzurichten beginnen. Die Schwalben, Stare, Amseln usw. haben ihnen Platz gemacht, so daß sie sich jetzt ganz nach ihrem Belieben ausleben können. Von dieser Frei- heit machen sie denn auch ausgiebigen Gebrauch. Schon in den Vororten, wo es noch einige Gärten gibt, kann man da seine Beobachtungen anstellen. Der Zaunkönig trippelt und hüpft an Zäunen und Hecken herum, die Meisen suchen nach geschützten Höhlungen und nagen sich sogar in die Oeffnungen hinein, die für die Pumpenschwengel sich in alten Holzbrunnen finden. Die Finken sitzen ausgeplustert und laut lärmend auf Zäunen und Gittern. Die Krähen machen sich gleichfalls inehr bemerkbar als im Sommer. So sorgt der Herbst da- für, daß sich die Natur auch in der Vogelwelt auf die rauhe Jahreszeit einrichtet._ Geschäftliche Ausnutzung des Andenkens Bebels. Findige Geschäftsleute haben es wiederholt verstanden, die An- hänglichkeir der Pärteigenossen an bekannte leitende Parteigenossen zu ihrem persönlichen«ortelle auszunutzen. Das tritt jetzt aus An- laß des Todes August Bebels in besonders krasse Erscheinung. Das Konzertetablissement der Aklienbrauerei Friedrichshain ver- sendet an Gewerkschaften ein Rundschreiben, in welchem unter Hin- weis auf ein am 14. Oktober stattfindendes Konzert um Vertrieb von Einlaßkarten zum Preise von 30 Pf. ersucht wird mit dem Be- merken,, daß die Hälfte der Einnahme, also 1b Pf. pro verkauftes Billett, ungekürzt dem Bebelfonds zugeführt werde. Wenn im vorliegenden Falle es sich auch um ein Konzert handelt, gegx,, das kaum etwas eingewendet werden kann, so muß doch diese Art. Geschäfte zu machen mit dem Namen Bebels, entschieden zurückgewiesen werden. Die Gewerkschaftskommlssion hat das an sie gestellte Ansinnen um Billettvertrieb abgewiesen und deutlich zu erkennen gegeben, daß sie es unter allen Umständen ablehnt, die Gewerkschaftsmitglieder in diesem Falle mißbrauchen zu lassen. Schlimmer liegt es mit einem anderen spekulativen Unter- nehmer, der mit Bebelnadeln Geschäfte machen will. Dieser Unter- nehmer ist an den Zenttalvorstand der Wahlvereine herangetreten mit dem Ersuchen, Bebelnadeln zu vertreiben unter Gewährung eines größeren Rabatts für den Bebelfonds. Organisationen sollen besondere Vorzugspreise erhalten. Die Dutzendpakete erhalten die Bezeichnung: Zum Bebelfonds. Ohne jede Debatte lehnte der Zentralvorstand das an ihn gestellte Verlangen ab und gab der Meinung Ausdruck, daß die Parteigenossen hoffentlich selber gegen einen derartigen Unfug Front machen werden. In den letzten Tagen sind in Gastwirtschaften und Zigarren- Handlungen Plakate ausgehängt, in denen Bebelzigarren angepriesefi werden; derselbe Mißbrauch. Es ist an unseren Genossen, diese Ungehörigkeiten gewisser Geschästlhuber abzuweisen als unvereinbar mit dem Andenken an unseren Altmeister Bebel._ Die Schleifeuausstellung im Gewerkschaftshause ist von 16 Uhr vormittags bis 16 Uhr abends geöffnet. Der Revolvcranschlag in der Oranienburger Straße, über den ausführlich berichtet wurde, hat jetzt ein zweites Opfer gefordert. Nachdem der Sattler Hermann Ockert an der Schußverletzung, die er sich auf der Straße selbst beibrachte, gleich nach der Aufnahme schon in der Königlichen Klinik gestorben war, ist jetzt dort auch die Abwäschen» Hedwig Martin, der er mehrere Kugeln in den Rücken und Unterleib geschossen halte, verschieden. Der Konditor Loh. der von dem Uebeltäter einen Schuß in den Kopf erhielt, befindet sich noch in der Klinik. Seine Verletzung ist nicht schwer. Die Kugel befindet sich aber noch im Schußkanal und soll heute durch einen ärztlichen Eingriff entfernt werden. Dann wird der Verletzte die Anstalt wohl bald verlassen können. Mußte das sein? Weil eine 7SjShrige, bisher unbestrafte Greisin auf dem Kirchhose in Tempelhof eine Rosenpflanze von dem reichlich geschmückten Grabe eines Wohlhabenden entnommen hatte, um damit den öden Hügel ihres Mannes zu schmücken, wurde dieselbe vom Schöffengericht zu einer Mark Geldstrafe verurteilt. Mußte das sein? Mußte die alte Frau angezeigt werden? Die Entgleisung zweier Personenzüge auf dem Charlottenburger Bahnhos rief gestern früh gegen 7 Uhr eine längere Verkehrsstörung, die sich auf den Stadtbabn- und den Ringbahnverkehr erstreckte, her- vor. Die beiden Personenzüge versperrten die Gleise, was zur Folge hatte, daß die Züge auf der Strecke liegen blieben. Erst nach 8 Uhr konnten die Züge wieder verkehren. Personen sind bei dem Unfall nicht zu Schaden gekommen. Der Materialschaden ist angeblich nicht bedeutend. Eine Protestversammlung, die sich gegen die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts betreffend das Wohnungsverbot in Sommer- Häuschen richtet, tagte am Montagabend im Prälaten am Alexander- platz. Die Versammlung, zu der etwa 60 Vorort-Grundbesitzervereine 300 Delegierte entsandt hatten, kritisierte sehr scharf die oben er- wähnte Entscheidung. Eine Kommission wurde beauftragt, sofort die nötigen Schritte gegen die Entscheidung des Oberverwaltnngsgerichts zu unternehmen. Nachstehende Resolution wurde dann einstimmig angenommen:.Die am 29. September er. stattgehabte Delegierten- Versammlung von etwa 60 Grundbesitzervercinen bittet die Staats- regierung und den Landtag, eine Abänderung des AnsiedelungS- gesctzes sofort in die Wege zu leiten, um den Besitzern und Pächtern von Grundstücken auf dem Lande das zeitweilige Wohnen sowie daS Kochen und die Kleinviehhaltung zu ermöglichen. Bis zur Aenderung dieses Gesetzes wird erwartet, daß die Behöreen allen Ansiedlern auf dem Lande in weitgehendster Weise entgegen- kommen." Grostfeuer in einer Dampffchneidemiihle. Die Dampfschneidemühle und Holzbearbeitungsfabrik von S. Schaul in der Reinickendorfer Straße 118 wurde gestern früh von einem Großfeuer heimgesucht. Der Brand zer- störte ein ganzes Fabrikgebäude, und mußte von der Feuerwehr, die mit sieben Löschzügen zur Stelle war, mit vierzehn Schlauchleitungen bekämpft werden. Trotz der gefährlichen Situation sind Unfälle während der Löscharbeiten nicht vorgekommen. Der Schaden, den die Firma Schaul erleidet, ist sehr bodeutend, aber durch Versicherung zum Teil gedeckt. Im einzelnen wird uns über den gewaltigen Brand folgendes berichtet: Die Fabrikräume der Dampfschneidemühle und Holzbearbeitungs- fabrik befanden sich in einem zweistöckigen Ouergebäude, das etwa 30 Meter breit und 20 Meter tief war. Das Feuer entstand im Erdgeschoß dieses Fabrikgebäudes und wurde kurz nach 6 Uhr morgens bemerkt. Da in den Räumen auch größere Posten Hölzer und Spähne lagerten, so fanden die Flammen reichliche Nahrung. Noch ehe die Feuerwehr aus dem benachbarten Depot in der Pank- straße zur Stelle war, hatte sich das Feuer auch schon den oberen Fabrikräumen mitgeteilt, sodaß das ganze Fabrikgebäude ein Feuer- mecr bildete. Der leitende Offizier gab sofort die Nachmeldung .Mittelfeuer" an alle Feuerivachen, worauf sechs weitere Löschzüge zu Hilfe eilten. Auch Branddirektor Reichel erschien auf dem Brand- platz, um die Leitung der Löscharbeiten persönlich zu übernehmen. Es traten zwei Dampfspritzen und eine der neuen Motorspritzen in Tätigkeit, die in der Reinickendorfer und in der Müllerstraße an- gelegt hatten. Der Löschangriff war anfangs aber mit großen Schwierigkeiten verknüpft, da der enge Hof mit hohen Bretter- stapeln verbaut war, die an einer Seite schon Feuer gefangen hatten. Außerdem standen auf dem Hof zwei große mit Holz voll beladene Wagen, die erst von den Feuerwehrmannschaften entfernt werden mußten. Die Hitzeentwicklung war so enorm, daß sich die Rohr- sührer hinter Asbestschirme und Türen stellen mußten, um Stand halten zu können. Im ganzen wurde aus vierzehn Rohren Wasser ge- geben. Das Hauptaugenmerk mußte darauf gerichtet werden, den an- grenzenden linken Seitenflügel, in dem sich die Säge befindet, zu halten. Durch Funkenflug gerieten verschiedene Dächer an der Seite der Müllerstraße in Brand. Es mußten daher mehrere Mannschaften nach dorthin beordert werden, die die Dächer unausgesetzt mit Wasser berieselten. Gegen 7 Uhr konnte die Hauptgefahr als be- seiligt gellen. Die Leitung der weiteren Löscharbeilen übernahm dann Brandinspektor Hammer. Das zweistöckige Ouergebäude ist vollkommen ausgebrannt und auch das Dach wurde zerstört. Da der Feuerschein in den frühen Morgenstunden weithin sichtbar war, so hatten sich in der Reinickendorfer und Müllerstratze große Menschenmengen angesammelt.— In den Vormittagsstunden konnten fünf Löschzüge wieder in ihre Depots zurückkehren. Zwei Züge blieben an Ort und Stelle, um die vollständige Ablöschung mit den Aufräumungsarbeiten durchzuführen. Ueber die Ursache des Großfeuers ließ sich nichts Bestimmtes feststellen. In der Fabrik waren die Arbeiter bis Montagabend 7 Uhr beschäftigt. Vermutlich hat das Feuer schon die ganze Nacht über geschwelt. In der H u s s i t e n st r. 65 wütete in der letzten Nacht ein größerer Dachstuhlbrand. Die Feuerwehr trat mit zwei Zügen in Tätigkeit und hatte über drei Stunden mit den Löscharbeilen zu tun. Der Dachstuhl ist zu einem erheblichen Teil vernichtet worden. Noch immer nicht erkannt ist die Persönlichkeit eines ManneS, besten zerstückelte Leiche am Sonntagmorgen um 5 Uhr auf dem Ferngleise der Rordbahn bei Wittenau aufgefunden wurde. Ob sich der Mann hat absichtlich überfahren lassen oder verunglückt ist, weiß man nicht. Er war etwa 22 bis 25 Jahre alt und 1,65 Meter groß, hat dunkelblondes Haar und einen Anflug von Schnurrbart und trug einen grauen Jackettanzug, ein Vorhemd mit Stehkragen und rot- punktierter blauer Krawatte, einen braunen weichen Filzhut und Schnürstiefel. Sein Barchenthemd und sein rotgelbes Taschentuch sind?. L. gezeichnet. Mitteilungen zur Feststellung der Persönlichkeit nehmen der Amtsvorsteher zu Wittenau und der 13. Kriminalbezirk im Polizeipräsidium entgegen. Der Verein Müttcrhort und Erholungsheim(früher Mutterschutz- Haus) E. V. Pankow, Hartwigstr. 39, hat sich die Ausgabe ge- stellt, Müttern, ob verheiralat oder nicht, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und von einer Stelle aus ihnen alles zu bieten, was ihre Lage erleichtern kann. Er bemüht sich, die Ansprüche der Mutter an den Vater ihres Kindes zu regeln, führt die Verhandlungen mit den Behörden, sorgt auf Wunsch für Unterkunft des Kindes in sorglich geprüfte Pflegestellen und gewährt ganz Unbemittelten eine oder zwei Freistellen. Das Heim ist geeignet, auch Mütter mit ihren Kindern aufzunehmen im Falle einer Ehescheidung oder bei vorüber- gehender längerer Abwesenheit des Mannes, die ihrer Familie den Schutz eines Heims zugänglich machen wollen. Es enthält für diesenZweck nebeneinander liegende Zimmer, die getrennt vom Mütterheim sind. Das Heim hat drei Klassen: I. Klasse täglich 5 M., II. Klasse 3 M., die III. Klasse 1 M. mit Verpflichtung zur Hausarbeit. Die Pension ist monatlich im voraus zu zahlen. Sprechstunden täglich außer Sonntag von 10—12 Uhr vormittags, DienSlag und Freitag außer« dem von 7—9 Uhr abends. Verloren wurde am 29. September morgens zwischen 6 und 7 Uhr, in der Elektrischen Bahn, Linie 28, ein Paket, das zwei Bücher enthielt. Der Finder wird um Abgabe gebeten an Nebel, Maxstr. 13d oder an Äohlmetz, Neukölln, Fuldastr. 57. Anläßlich des am Sonnlag in Kaulsdorf-Süd stattgefundenen Waldfcstes der Arbeiterjugend sind folgende Sachen verloren worden: 1 Portemonnaie mit Inhalt und 2 Tamburinbälle. Aufgefunden wurden: 1 Taschenmesser. 1 Kochergriff und 1 Paar Schlüssel. Die Gegenstände sind abzugeben bezw. abzuholen im Jugendsekretariat, Lindenstr. 2.____ Vorort- JVacb rieb tem Neukölln. Die Krankenkassenwahlen finden am Sonntag, den 26. Oktober statt. Es ist notwendig, daß sich sowohl die wahlberechtigten Arbeitgeber wie Arbeitnehmer in die Wähler- liste eintragen lassen. Die Eintragung geschieht im Kassen- lokal Weichselstr. 8(Jdeal-Passagc). Eine besondere Benach- richtigung ergeht an die Wahlberechtigten nicht. Die Anträge zur Aufnahme in die Wählerliste können auch durch Beauf- tragte eingereicht werden. Für die Wahlangelegenheiten ist die Kaste geöffnet: Werktags von 8—3 und von 5—7 Uhr, Sonntags von 16 bis 12 Uhr vormittags. Alle Funktionäre und Vertrauensmänner werden hiermit aufgefordert, in ihren Bezirken oder Betrieben darauf zu achten, daß die Eintragung geschieht.— Heute abend bei Bartsch, Hermannstr. 49: Versammlung der I u g e n d s e k t i o n. Genosse B ö l i a n spricht über: „Christliche Gewerkschaften und katholische Fachabteilungen." Es wird uin recht zahlreiche Beteiligung ersucht. � Ei« zweites Arbeitcrjugcndhcim. Als vor ungefähr vier Jahren die„Vereinigung Jugendheim Neukölln" ihr erstes Heiin den Jugendlichen zur Verfügung stellte, war wobl niemand so optimistisch, zu glauben, daß kaum ein paar Jahre später ein noch schöneres Heim eröffnet werden würde. Da« damals Unwahrscheinliche ist nun eingetreten. Bei einer Leserzahl der„Arbeiter-Jugend" von zirka 1700 genügte das alte Heim allein bei weitem nicht mehr den Bedürfnissen. So rückte die Notwendig- keit der Erbauung des zweiten Heims in„bedenkliche" Nähe. Be- denklich deshalb, weil uns Neuköllnern, wie immer, die nötigen Geldmittel mangelten. Doch auch in Reukölln brach Not Eisen. Die „Vereinigung Jugendheim" brachte es fertig, schon am vergangenen Montag den geladenen Gästen das neue Heim, Jonasstr. 15. zu präsentieren. Mit bescheidenen Mitteln ist hier Großes geleistet worden. Schon beim Betreten der Vorräume bekommt man eine kleine Ahnung,, daß hier der„verdammten Bedürfnis- losigkeit" ein Ziel gesetzt wird. Links ladet ein großer, freundlich ausgestatteter Vortragsraum(200 Personen) zum Näher- treten ein. Zugleich dient dieser auch als UnterhaltungS- räum. Auf der anderen Seite liegen ein dem Zweck entsprechendes Diskutierzimmer und in weilerer Flucht ein Lese- und Schreibrauin. All' diesen Räumen merkt man an, daß, bis auf einzelne Bilder, guter Geschmack waltete. Der Eröffnungsrede von Klara Bohm-Schuch, die in den Worten„Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag" gipfelte, folgten musikalische und rezitatorische Darbietungen Jugend- licher. Alle Festteilnehmer waren sich darin einig, mit erneuten Kräften für ihre Zukunft, die Jugend, zu sorgen, nicht nur ideell, sondern auch finanziell, was letzten Endes— die„Vereinigung Jugendheim" steht stark in Kreide— sehr notwendig ist. Karlshorst. Amcrikanismus in Deutschland, so lautete das Thema, welche? Genosse R. Woldt in der letzten Mitgliederversammlung behandelte. An der Hand reichen Tatsachenmaterials zeigte der Referent wie die amerikanische Ausbeutungsmethode der Arbeitskraft auch in Deutsch- land immer mehr Anwendung findet. Der ausgezeichnete Vortrog wurde mit reichem Beifall autgenommen. Folgende Resolutton, die den Inhalt einer rege» Diskussion über den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete, wurde einstimmig angenoinmen: „Die heutige Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins Karlshorst' ersucht den Geineindevocstand von Friedrichs- felde, unverzüglich Matznahmen zu treffen zur Linderung der Arbeits- losigkeit und der damit verbundenen schweren Schädigung der arbeitenden Bevölkerung der Gemeinde Friedrichsfelde- Karlshorst, ohne daß etwaige Beihilfen den Charakter einer Armenunterstützung tragen. Die Versammelten ersuchen ferner den Gemeindcvorstand, dafür Sorge zu tragen, daß der Einwohnerschaft auch in den kommenden Monaten gutes und billiges Fleisch zugänglich gemacht wird. Die Versanimlung ersucht, den Mitgliedern der Gemeinde- Vertretung von dieser Resolution Kenntnis zu geben." Friedrichshagen. Die erste Gcmcindevcrtretersltzung nach den Ferien beschäftigt» sich mit dem Antrag unserer Genossen betreffend Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit. Genosse T a r n o w be- gründete den Antrag in eingehender Weise und wies darauf hin, daß alle beschlossenen und für die nächsten Jahre in Aussicht ge- nommenen Arbeits- und Bauprojekte so beschleunigt werden sollen, daß ihre Inangriffnahme möglichst bald erfolgen kann. Insbesondere seien unverzüglich Straßenpflasterungen und die Errichtung der be- schlossenen Gemeindeturnhalle vorzunehmen. Auch der Er- bauung der in Aussicht genommenen Gemeindesckule sei näher- zutreten. Im weiteren sollte der Gemeindevorstand an den zurzeit von den Grotz-Berliner Gemeinden geführten Be« ratungen zur Förderung der Arbeitslosensürsorge teilnehmen, um gegebenenfalls die dort beschlossenen Maßnahmen auch für Friedrichs- Hägen zur Durchführung zu bringen. Genosse Barth regte die sofortige Planierung der Gemeindewiesen an und schlug ferner vor� da die neuangelegten Rasenstreifen in der Ahorn alles allgemein An- klang gefunden haben, auch die anderen Straßen in dieser Weise herzurichten. Gemeindevorsteher Dr. Stiller erklärt hierzu, daß sich der Gemeindevorstand schon ebenfalls mit der An- gelegenheit befaßt habe und die Bestrebungen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in jeder Weife unterstütze. Die Straßen- regulierungen im Osten könnten sofort in Angriff genommen werden, wenn die Vertretung in diesem Sinqe beschließt. Mit der Errichtung der Gemeindeturnhalle ginge es allerdings nicht so schnell, da das Bauamt augenblicklich überlastet sei, doch hoffe er, daß auch damit in absehbarer Zeit begonnen werden kann. Es wird darauf be- schloffen, daß mit den Straßenregulierungen usw. sofort begonnen wird und daß die Vorbereitungen für die Bauarbeiten möglichst beschleunigt werden sollen. Zur nächsten Sitzung wird der Vertretung noch eine besondere Vorlage in dieser An- gelegenheit gemacht werden. Im Anschluß hieran wurde die Pflasterung der Straße 2 am Bahnhof Hirschgarten, desgleichen die Vergebung der Rohrleitungen und Kanalschächte für die Strotzen 50 und 14 beschloffen.— Der Festausschuß zur Gedenkfeier des 13. Ol- tober hat an die Gemeindevertretung den Antrag gestellt, 150 M. als Beihilfe zur Feier zu gewähren, damit alle Einwohner des Orts das Fest unentgelrlich besuchen können. Genosse Miele ersuchte, den Antrag abzulehnen, weil die Gemeinde für derartige Feste keine Gelder bewilligen dürfe. Wenn die bürgerlichen Parteien Feiern veranstalten, müffen sie auch selbstverständlich die Kosten dafür auf- bringen. Nachdem noch Schöffe Dr. Kohli für den Antrag gesprochen, und unsere Genoffen Barth und Tornow sich ebenfalls dagegen gewandt hatten, wurde der Antrag des Festausschusses mit acht gegen acht Stimmen abgelehnt. Der Pachtvertrag über den westlickien Teil der Müggelsee-Eisbahn mit der Regierung für das Jahr 1913/14 wurde genehmigt. Die Pacht betragt für den Winter 500 M. Zur Erweiterung des Gewächshauses wurden 300 M. bewilligt. Der Vertrag mit der „Niederbarnimer Zeitung", betreffend Veröffentlichung amtlicher Nachrichten, wird auf 3 Jahre verlängert gegen eine Entschädigung von jährlich 500 M.— In der geheimen Sitzung wurde die Pflasterung der Kastanien Allee und die Stelle eines Gemeinde- baumeisters vom 1. Januar 1914 ab beschlossen. Mariendorf. Aus der Gemeindevertretersitzung. Eine längere Debatte rief der Erlaß eines OrtSstatuts über Gewährung von Reisekosten bei Dienst- reisen hervor. Der Gemeindevorsteher Dr. Prühß begründete in längeren Ausführungen die Notwendigkeit eines solchen, weil das bestehende Ortsstatut sich den heutigen Verhältnissen nicht mehr an- paßt. Genosse Weber ersuchte im Namen der sozialdemokratischen Fraktion um die Zustimmung zu dieser Vorlage. Dieselbe wurde hierauf angenommen. Beim Erlaß eines Ortsstatuts betreffend die Gewährung von Witwen- und Waisengeld monierte Gemeinde- Vertreter Sauer, daß ihm die Vorlage viel zu weit gehe. Ein Ver- tagungsantrag wurde angenommen und die Vorlage zur nockimaligen Beratung einer Kommission von 5 Mitgliedern überwiesen; derselben gehört u. a. auch Genosse Welk an. Eine größere Debatte rief der Punkt: Abänderung des§ 32 der Ortspolizeiverordnung vom 2. Mai 1905. betreffend die Befestigung der Bürgersteige hervor. Der Gemeinde- Vorsteher betonte, daß die Bürgersteige nicht mehr zeitgemäß seien. Die Baukommission habe sich mit dieser Sache beschäftigt und ist zu dem Entschluß gekommen, Plattenbahnen einzuführen. Nachdem ver- schiedene Gemeindevertreter sich gegen eine sofortige Umändetung ausgesprochen, weil dadurch die Hausbesitzer und Bauunternehmer ge- schädigt würden, machte Genosse Reichardt den Vorschlag, nur all- mählich bei Neubauten und Umbauten mit der Legung von Fliesen zu beginnen. Herr Noack betonte noch, daß die Hausbesitzer die Mehrausgabe in die Miete mit einbeziehen könnten, aber die Villen- besitzer hätten die Kosten allein zu tragen. Gemeindevertreter Schmidt beantragte, die ganze Sache an die Baukommission zurück- zuverweisen. Dreser Antrag wurde angenommen. Ein weiterer Antrag des Gemeindcvorstandes auf Abänderung der OrtSpolizei- Verordnung betreffend die- Straßenreinigungspflicht■ wurde nach Iingerer Debatte mit dem Zusatz.ausschließlich der Baumgrenze" mit neun Stimmen angenommen.— Der Gastwirt Stechert will aus dem Gelände neben dem Lyzeum einen Spiel« und Sportplatz einrichten: demselben wird gegen eine Anerkennungsgebühr von jährlich 25 M. unter Vorbehalt der Kündigung innerhalb eines Vierteljahres das der Gemeinde gehörige Terrain überlassen. Der Gemeindevorsteher machte hierauf Mitteilung von der An« gelegenheit des Eisenbahnüberganges an der Großbeerenstraße. Er habe sich an den Regierungspräsidenten gewandt und denselben darauf hingewiesen, daß dieser Bahnübergang eine große Gefahr für Fuhrwerk und Publikum bilde. Es herrsche an dieser Stelle ein ziemlich starker Verkehr; an einem Tage seien 1587 Personen, 237 Fuhrwerke und 39 Automobile gezählt worden. Auch hätten sich am 24. Dezember und 7. April zwei Unfälle ereignet. Die Ersenbahnverwaltung unternehme nichts, um für Abhilfe dieser polizeiwidrigen Zustände zu sorgen. Er, der Amtsvorsteher, müsse jede Verantwortung für ein etwa entstehendes Unglück unter allen Umständen ablehnen. Die Baukosten seien von der Esienbahnbehörde auf 435 800 M. veranschlagt; hierzu wollen die beiden Gemeinden zu- sammen 100 000 M. zusteuern. Da der Eisenbahnfiskus jedoch nur 92 000 M. übernehmen wolle, so bleiben immer noch über 200 000 M. ungedeckt. Unter diesen Umständen sei aus Jahre hinaus auf eine Aenderung dieses Mißstandes nicht zu rechnen, wenn nicht einmal, wie in Steglitz seinerzeit, ein größeres Unglück dazu zwingen werde. Gemeindeverlreter Sauer ergänzte die Ausführungen des Vorstehers. Genosse Reichardt kritisierte noäi besonders das Verhalten des Regierungsvertreters sowie der Eisenbohnbebörde. Ein von ihm gestellter Antrag, eine Petition an den Preußischen Landtag einzu- reichen, fand einstimmige Annahme. Lankwitz. Den Bericht vom Parteitag erstattete in der Generalversammlung des Wahlvereins Genosse Tielicke. Der Redner erklärte sich, nachdem er die Verhandlungen des Parteitages im einzelnen hatte Revue passieren lassen, mit den dort gefaßten Beschlüssen einverstanden. In der Diskussion betonte Genosse Barwig, daß er sich mit den Arbeiten de» Parteitages nicht so zufrieden erklären könne, wie der Referent. Der Parteitag habe nach seiner Ansicht vielmehr einen erheblichen Ruck nach rechts getan, was auch in der liberalen Presse mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck komme. Scheidemann habe in feinen Ausführungen eine sachliche Untersuchung über die Ursachen de§ Stillstandes der Organisationen und der Unzufriedenheit der Mafien manches vermissen laffen. Mit aller Schärfe sei.er dagegen gegen die Nörgler und Störenfriede zu Felde gezogen, die Kritik an der Taktik der Partei übten. Auch die Stellungnahme des Partei- tages zu den Steuerfragen halte er für bedauerlich. Die Resolution Wurm bedeute für die Partei eine schiefe Ebene, auf der weiter zu wandeln für die Partei gefährlich sei. Redner empfahl, für mehr wissenschaftliche Durchbildung der Parteigenossen zu sorgen, da es den Anschein habe, als ob eine größere Anzahl von Delegierten den Problemen nicht habe folgen können. Genosse Radike schloß sich im wesentlichen diesen Ausführungen an.— Nachdem noch einige interne Angelegenheiten erledigt waren, schloß die gutbesuchte Ver- sammlung. Mühlenbeck. Eine öffentliche Versammlung tagte am hiesigen Orte am Sonn- tag mit dem Thema:.Was will die Sozialdemokratie?" Der Re- ferent Genosse K l ü h»- Neukölln schilderte zunächst in eingehender Weise den Werdegang der ökonomischen EntWickelung, um dann die Forderungen der Sozialdemokratie vor den Zuhörern darzulegen. Mit einem warmen Appell des Referenten sowohl al» auch des Versammlungsleiters Genoffen Buchweitz an die Versammlung, mehr als bisher der gewerkschaftlichen sowie der politischen Organisation beizutreten, schloß die Versammlung. Britz-Bnckow. In der Mitgliederversammlung des Wahlvereins erstattete Genosse Haß einen beifällig aufgenommenen Bericht über den Parteitag. Mit den Beschlüssen des Parteitags war die Versammlung, mit AuZ- nähme einiger Redner, wie die darauffolgende Diskussion ergab, einverstanden. Die Kritiker befriedigte die angenommene Reso- lution zur Maifeier nicht. Bezüglich des Massenstreiks wurde von denselben betont, daß auch weiterhin die Propagierung desselben nicht umerbleiben dürfe. Eine Resolution lag nicht vor. Bruchmühle. Aus der Gemeindevertretung. Der wichtigste Punkt der Tages- ordnung, ein bürgerlicher Antrag, das Gemeindevorsteheramt betreffend, war in die geheime Sitzung verlegt. Unser Vertreter stellte den Geschäftsordnungsantrag, diesen Punkt in öffentlicher Sitzung zu verhandeln. Weil er dabei von Kuhhandel sprach, verbal sich das der Gemeindevorsteher und wurde der Antrag rundweg abgelehnt, weil es sich um eine persönliche Angelegenheit handelt, die gehöre in die geheime Sitzung. Die bürgerlichen Herren hatten unter sich be- schloffen, wenn der Gemeindevorsteher sein Amt weiter behält, ihm 300 Mark für Schreibhilfe zu bewilligen. In seinem Kündigungs- schreiben und auch mündlich erklärte der Gemeindevorsteher wieder- holt, das Amt wegen Zeitmangel nicht weiterführen zu können. Nachdem ihm nun aber die bürgerlichen Herren 300 Mark bewilligten, ist der Grund beseitigt, so daß er mit Hinzurechnung der bereits be- willigten 200 Mark jetzt 500 Mark bezieht. Die Furcht, unseren Gemeindevorsteher zu verlieren, ist nun glücklich noch einmal ver- scheucht._ Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Temvethof. Morgen Donnerstag, den 2. Oktober, nachmittags 5*1, Uhr, im GemeindesitzungSzimmer, Dorfltr. 42. Spandau. Morgen Donnerstag, den 2. Oktober, nachmittags 41/. Uhr, im neuen Rathause. Rosenthal. Morgen Donnerstag, den 2. Oktober, abends 6 Uhr, in der Aula der Gcmeindeschule Schillerstraße. Diese Sitzungen sind Ssseiitlich. Jeder GemeindcangehSrige ist be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Jugendverauftaltuuge». Britz. Morgen Donnerstag, den 2. Oktober, pünkllich 8 Uhr: Vortrag des Herrn Gräs: AuS der Geschichte der Jugendbewegung. Am Freitag: Agitationsversammlung sür Mädiven. Rescrentin: Frau Klara Böhm- Schuch. Beginn 8 Uhr. Beide Veranstaltungen im Heim Rungiusstr. 3. Jugendausschntz Treptow- Baumschulenweg. Am Sonnabend, den 4 Oktober, abends 8 Uhr: Vortrag des Genoffen Däumig über .Land und Leute in Nordasrika" im Lokal von Graupe, Kiesholzstr. 35. 3iis aller Welt. Cbcologlfcbe RcTcrvcoffxziere. Es gibt kaum etwas, das so wehmütig und zugleich so beißend sattrisch wäre, wie das Schicksal, das die Lehre des gekreuzigten NazarenerS in der Welt gefunden hat. Säbelrasselnde Monarchen, volksbedrückende Junker, herrsch- süchtige Pfaffen, hartgesottene Kapitalisten: sie alle führen das Wort des Mannes im Munde, der keine Stätte hatte, wo er sein Haupt hinlegen konnte und als ein Verbrecher unter Verbrechern hin- gerichtet wurde. Wir find an diese blutige Farce so gewöhnt, daß wir nahezu gegen ihre aufreizenden Wirkungen abgestumpft sind. Gelegentlich aber formusiert sie sich doch zu einem Schlager, der selbst in unserer verlogenen Zeit die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken weiß. In Dessau tagte kürzlich der Verband evangelischer Pfarrvereine und bei dieser Gelegenheit kamen auch die Militärverhältnisse der Theologen gründlich zur Sprache, wobei sich dann herausstellte, daß vielen dieser christlichen Herren sehr viel am Reserveoffizier zu liegen schien. Ein Christ, der sich als gemeiner Soldat in der Kunst des Tötens ausbilden läßt, ist auf dem Hintergrund der Evangelien bereits eine sehr sonderbare Erscheinung, ein christlicher G e i st- l i ch e r ist es selbstverständlich noch mehr. Beide können aber immerhin für sich in Anspruch nehmen, daß sie durch die allgemeine Wehrpflicht zum Kriegsdienst gezwungen werden. Was aber soll man zu einem christlichen Geistlichen sagen, der nach der Würde eines Offiziers trachtet, zu der ihn kein Mensch der Erde zwingen kann? Ein christlicher Geistlicher, der so sehr von Mord und Militaris- muS besessen ist, daß er innerhalb des Heeres eine Führerstellung wünscht, ist eine Possenfigur, unß die Sache wird nur noch Hätz- lich er, wenn man sie nicht aus einem unbezähmbaren Blutdurst, sondern aus der menschlichen Eitelkeit erklärt. Ein christlicher Geistlicher, der die Heimat seiner Seelen in einer anderen und besseren Welt suchen sollte, dabei aber den Lockungen einer bunten Offiziersuniform nicht Stand halten kann, ist erst recht eine traurige Karikatur.— Wie sagt doch der Nazarener? .In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost: ich habe die Welt überwunden". Die Herren, die sich in Dessau nach dem Reserveoffizier sehnten, haben nicht einmal die peinlichste Eitelkeit der Welt, geschweige denn die Welt selber überwunden. Sie sind offenbar heilfroh, wenn man sie mit so schwierigen Dingen, wie Wrltüberwindung. ungeschoren läßt. „Kollegialität bei Ordnungshütern. In Breslau gerieten am Sonnabendabend zwei Schutz- leute in Uniform, die von einem Gefangenentransport kamen und nach dem Besuch verslbiedener Bierlokale in einem Nachtcafv landeten, dort in Streit. Im Verlauf desselben zogen beide ihr« Säbel und lieferten sich gegenseitig im Bei- sein zahlreicher Gäste ein regelrechtes Säbel- d u e l l. Dabei wurde dem einen der Ordnungshüter von feinem Kollegen der Z e i g e f i n g e r der rechten Hand ganz abgeschlagen und der Mittelfinger sehr schwer verletzt. Die Verwundungen waren so gefährlich, daß die Ueberführung in ein Krankenhaus erfolgen mußte. Wenn die Schutzmannösäbel schon gegenüber den eigenen Kollegen so lose in der Scheide stecken, dann braucht man sich über Verschiedenes aus Breslau allerdings nicht mehr wundern. Eisenbahnkatastrophe in Südrustland. Wie aus R o st o tv am Don gemeldet wird, ist in der Nähe des Bahnhofes S o s y k a der Wladikawkas-Bahn der Personenzug Baku-Batum entgleist. Sechs Wagen wurden vollständig zertrümmert, 33 Personen getötet, etwa 30 verletzt. Der Unfall ist, wie amtlich behauptet wird, darauf zurückzuführen, daß Uebeltäter die Schienen gelockert hatten, um den Zug zur Entgleisung zu bringen und dann auszuplündern._ Ei« deutscher Militärflieger in Frankreich gelandet. Der deutsche Militärflieger Oberleutnant Steffen, kommandiert zum Fliegerkorps in D ö b e r i tz, ist ain Montagabend mit einem Zweidecker auf französischem Gebiete bei Boulogne- sur-Mer gelandet. Leutnant Steffen wurde zur Feststellung seiner Persönlichkeit mid Rachprüfung der gemachten Angaben in Frankreich festgehalten. Der Flieger erklärte bei seiner Ver- nehmung, daß er sich bei einem Fluge nach Calais verirrt habe und schließlich genötigt gewesen sei, eine Notlandung vor zunehmen. Oberleutnant Steffen hat die deutsche Botschaft in Pari« von seiner Notlandung benachrichtigt; diese hat unverzüglich den zuständigen deutschen und franzöfischen Behörden von dem Vorfall Mitteilung gemacht. Aus Boulogne-sur-Mer sind fünfzig Mann zum Schutze des Flugzeuges entsandt worden. Seitens der französiichen Behörden wird dem deutschen Flieger großes Entgegenkommen bewiesen. Man ist überzeugt, daß die An« gelegenheit rasch und ohne Schwierigkeit geregelt werden wird. Alles in Ordnung? Ueber das Befinden der vor kurzem in München erkrankten Prinzessin Auguste Viktoria von Sigmaringen gaben die be» handelnden Aerzle am Dienstag folgendes Bulletin heraus: Ihre Majestät die Königin von Portugal erkrankte am 13. d. M. mit Fieber und gastrischen Symptomen. Die Er- krankung ist durch Darmbakterien verursacht, welche das rechte Nierenbecken in Mitleidenschast gezogen haben. Die hohe Kranke suchte aus unseren Rat am 22. d. M. die medizinische Abteilung des mitunterzeichneten Professors von Romberg im Krankenhause links der Isar auf. Es besteht begrünbete Aussicht, daß dte Wiederherstellung in absehbarer Zeit erfolgen wird. Seine Majestät der König Manuel hat ebenfalls im Krankenhause Wohnung genommen. gez. Allwein. Romberg. Schwaß. Durch besondere Klarheit zeichnet sich der Bericht nicht aus. Man kann nicht einmal daraus erkennen, ob eS sich um eine oder zwei Kranke handelt.___ Kleine Notizen. Hinrichtung eines Schutzmanns. In Göttingen wurde am Dienstag der frühere Lalai des Kaisers und späKre Schutz- mann Romahn aus Hannoverich-Münden durch das Fallbeil bingerichtet. Romahn war zum Tode verurteilt worden, weil er absichtlich seine Frau in die Weser gestoßen haben soll, um sich ibrer zu entledigen. Tod des Fahnenjunkers Förster. Der in Diedenhofen von dem Leutnant Tiegs durch Revolverschüsse schwerverletzte Fahnen- junker F ö r st e r ist am Montagnachmittag seinen Verletzungen erlegen. Unwetter in Südfrankreich. Ein heftiger Gewittersturm rief gestern nacht in Cerbere eine Ueberschwemmung hervor. Der Blitz tötete drei Personen und setzte mehrere Häuser in Brand. Drei vom Blitz in Brand gesetzte Häuser sind ein- gestürzt. Dabei wurden acht Personen getötet und mehrere Personen verletzt. ExplosionSkatastrophcn. Bei Eisenbahnarbeiten aus der spanischen Eisenbahnstrecke Jrun— Elizondo wurden durch vorzeitiges Losgehen eines Sprengschusses vier Arbeiter getötet und drei verletzt.— Im großen Bagtsche-Tunnel der Bagdad- bahn erfolg:« Montag nacht bei den Arbeiten eine Explosion. Eine Anzahl Arbeiter verunglückte, bis jetzt sind d r e i T o t e ge- borgen. Ermordung eines indischen Polizeichefs. In Kalkutta wurde am Montagabend der Polizeichef Saripade Beh aus offener Strotze von drei jungen Bengalen erschossen. Die Mörder sind entkommen. Es wird vermutet, daß die Tat aus politischen Beweggründen erfolgt ist. Furchtbares Unwetter am Bosporus. Ein furchtbares Un- Wetter richtete am oberen Bosporus gräßliche Verwüstungen an. In Bujukdere und den benachbarten Ortschaften ertranken gegen 80 Personen, etwa 100 Häuser wurden fortge- schwemmt._ Bricfbaften der Redabtioi». Xie Inriftilchc eprcwstundc stndet Lt»»enftra»e 69, vor» vier Treppe» — F a h r ft» h t—, wochentäglich von 4� big TV? Uhr abends, SonnädendS, von tVj vis 6 Uhr adenvS statt. Jever sür den Brieslaslen beltimmie» Änsragc ist ein Bvchseade and rine zahl al« Mrr«, eichen deizusügen.«rtestiche Antwort wird nicht ertcUt. Ansragea, vcnca trinc AbonnrmentSontttung deigefstg« ist, nerven«ich» bcautwartel. Eilige Fragen trage mau in ver Sprrchslnnv« vor. H. F. New, jedoch ist eine Adoption möglich.— O. N. K. 101. Eine mündliche Vereinbarung ist gültig. Der Ausgang des Prozesses würde voraussichtlich davon abhängen, ob der Aussage Ihrer Frau Glauben bei- gemessen wird oder nicht. DaS läßt sich von hier auS n-cht beurteilen.— Auskunft 80. Die Frau hastet nicht für die Schuld. Ob die Schenkung anfechtbar ist oder nicht. lägt ihr Schre ben nicht erkennen.— Persönlich 100. Nein.— A. R. 45. Der Gerichtsvollzieher ist zur Pfändung be- rechtigt. Kostenerstattung kann von Jbnen verlangt werden.— F. Z. 100. Nein, sofern Ihre Behauptung bewiesen werden kann.— N. 100. Aus Anfrage erhalten Sie Nachricht.— B. B. 80. Wenden Sie sich mit dem Antrage aus Vermittlung der Auseinandersetzung an daS Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser verstorben fft.— A. B. 35. 1. Das Gesetz schreibt allerdings vor, daß die Aussteuer bei der Auseinandersetzung zur Ausgleichung zu bringen ist. Da die Auseinandersetzung aber bereits erfolgt ist und der Halbbruder Ihrer Frau einen solchen Anspruch nicht geltend gemacht hat, halten wir Ihre Frau jetzt nicht mehr zur Rück- Zahlung für»erpflichtet. 2. Unseres EvachtenS ja, daS muß aber sofort geschehen. 3. Die Erklärung können Sie beim Standesamt abgeben. Von dem Geld dürfen Sie nur mit Zustimmung des Vormund- ichaftSgerichts ctwaS abheben. 4. Richten sie ein Gesuch an die Armen» Verwaltung. Die von Ihnen genannten Ausgaben sind zu berücksichtigen.— — H. L. 30. 1. und 2. Bis zum 1. Oktober abends.— H.®. 68. Die Kündigung erscheint gültig. Sie können die Räumungsklage erheben.— Marttpretie von Perlin am 87. September 1013, nach Ermittemngcn deS tgl. Polizeivräsidiumi. Mais(mixed), gute Sorte 18,80— 17,10, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00—00,00. Mais(runder), gute Sorte 14,70—15,00. Richtstroh 0,00. Heu 0,00. Marithallcnpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00— 50,00. Speis ebobnen. weiße 35,00—60,00. Linsen 36,00— 70,00. Kartoffeln(Kiembdi.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70—2.40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30—1.80. Schweinefleisch 1,50—2.10. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,60—2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,00—6,00. 1 Kilogramm Karpfen 1,40—2.40. Aale 1,40—3,00. Zander 1,30-3,20. Hechte 1,20—3,00. Barsche 0,80—2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80—1,80. 60 Stück Krebse 1,50—40,00. WtttrrungSüberstcht vom 30. September 1913. etattonen ii - s f* Swinemde. Hamburg Berlin Franks. a.M München Wien £1 i« 7671 SD 766:0910 7650 762310 7621® SD 764'SO «Setter wölken! 3 Dunst 2heiter Äwolkenl Swoltenl 2 bedeckt »K ck» S» sr M» «tattonen ü iä il«f aaparanda eterSburg Sei Hl) Aberdeen Paris ls a-.' 7S5:NW 759! WNW 7580 7690910 759 ND Wetterprognose für Mittwoch, den 1. Oktober 1913. Ziemlich mild bei mäßigen ösllicken Winde» und langsam zunehmender Bewölkung; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. WafferftandS-Rachrtchten der LandeSanftalt sür Gewässerkunde, mitgeieili vom Berliner Betterbureau Wasserstand Memet, Tilsit P r e g e t, Lnfterburg Weichsel, Thorn Oder. Ratibor , Krassen , Frantwrt Warthe. Schrimm , JandSberg Netz«, Vordamm Elbe, LeUmeritz , Dresden , Barby , Magdeburg »)+ bedeutet Wuchs,— Fall.— � Unterpegel. Erscheint 2 mal Schentlich. | BezugsqueilewVerzeichms.| ächer- u. conüitoreien Allred Mehner, Fuldastr. 65 H Bäckerei„Nordstern" Inh.: Gnst. Müller Filialen i. vergchied. Stadtteilen Fr an z Abr ah am Haab. Messina-ti.Kemertrank-Kell. C.25 Bartelatr. 8a, Fernap. Kgst113708 Seiner, Otto, Gericbtstraße 86- Partiewareng., TegeljErnnowst.!® F. Zillat, WaTdemarstr. 64a. �[ito-Fshrlctiule Centr. 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M��ram�er�Reinickend�Str,�� �ächepjjonflitBPeiw A.Albat,Marktst.l2 in.Reinlekeidort A! brecht, E., Fruchtstr. 29. Landbrotbäcker. Herrn. Albredit R. Anderson, Thüringerstr. 32 Asmna, Willi., UeckirmüDderitr. 11. K. Aust, Drontbeimer Str. 40. Wllh. Bagge, Wiclefstr. 65/6. Willy Bär, Stromstr. 48. Paul Berger. Mlrbachstr. 29 Josef Bretka, Kirchhofstr. 46/47 E. Beyer, Thornerstr. 6. lEitM, ElbiwtraQe 33. Alw. Brämer, Romintenerstr. 40 Brotfabrik Heinersdorf er Mühle F. Bockenkamp, Camphausenst.d Paul Boihnig, Görschstr. 11 Rudolf Brechlln,0cker8t. 8 Nklli. F. Breitkopf, Exerzierstr. 19 a. Hermann Büß, Grönauerstr. 12. Ewald Buchler, Weserstr. 47. Ernst Bnller, BrüsBelerstr. 48. [8rot-h aörik„Vorwärt8" Hermann Ullrich, Köpenick. ■ fiSkn �- lust. Q öh ry, Gubenerstr. 26 G. Büchner, Nordhausenerstr.SS Alfa. Dachwig, Kameruneratr. 16 Paul Delly, Markusstraße 15. Albert Dcnkewiij, Jabloartiitr. 14 Doltwa, Ferdinand Torellstr. 4 Otto Donath, Stolpischestr. 22. H. 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HUdebrandt, Rykestr. 32 Paul Hoppe, Herinsdorf erstr. 8 Hoppo�achf-KramaraMdaibertilAß P,Husgen,Harfurtl>-,B.LicbiaDrader8t L. Ihle, Gerichtsstr. 53. Max Jacob, Pflügerstr. 70-1. Bernk. Jahn, Residenzst. 76, T. 682 Reinickendorf, Hauserstr. 8. Faul Jarrasch, Öprengelstr. 88 Jendrey ko, Iramanuelkirchstr, 10 Max Josse, Bändelst!*. 27. O. Jeske, Libauerstr. l Georg Kappe, WUh�mahaTenwstr. 8. A. Kelb, Rostockerstr. 31. F. Kiesewetter, ßchivelbelasritr, 18. R. Klinke, Weißens., Lehderst.120. LKlndc, Residenzst.lSö, Bainickeni R. Kleiner, Schulstr. 102 I Bandelstr. 41. Jinx Kniiiert, Lundsp. Allee 29. -"rledrich Knop, Bodoetr. 31 PanlK6berni(i[,Wilh.8tolze8tr.S5 A. Kesnbeck, Sparrstr. i Joaef Kreil, Weserstr. 178 Alb. Kratky, tadinerstr. 19. Max Kühl, Heiftetr. 9 Karl toi! jna�k. Felix Kynast, Uinenstr. 6. P. Lamia, Imraanuelkirchstr. 20 Ew. Liesegang, Danzigerstr. 42 Carl Lindenkerg, Ljcheacrstr. 4. W. Luzemann, 0.,GabrielMaxst.2 W. Megow, Lichtenbg., Gärtnerst'5 Otto Kann, lüdeMS! 38 R. Markworth, Pflügerstr. 11. R. Nastblar, LMtukeil, Odurtr. 27 t Hilhlstefl, Spandau, Biamarctslr. 5. G. Mosler, Weißenburgerstr. 42 E. Muhle, Manteuffelstr. 87 Max Muth, Falkensteinstr. 87 Roman Nowak, Wienerstr. 8. Carl Neuendorff, Sickingerstr. 76 Wilhelm Nlklau, Malplaquetst. 6. Qnstav Nielaon, Lindowerstr. 9 Paul Otto, Danzigerstr. 31 Robert P5tschke,Sprengelstr.4/5. J.B.Fopp, Amesdeiw. 104, B.imekegd.-O.t Richard Raascb, Weichselstr. 64 MDinilnl Rekordbrotbädterel . illöllul SohuJzendorferat.23. C.Re!sch,Bicker.,llermaiiDStr.l6.Sl[611n. AifredRost, Reichenbergerst.lSS Osw. Rauhut, Gürtelstr. 27 Gust. Rautenberg, Metzerstr. 11 Kurt Reiuetke, Iranzstr. 13 P-RelnhoIz.TreptowKiefbolzstl? RlchardRlegcr,l'rlftat.S5,flp«nsl.29 OttoReetwiscb, SimonDachstr.l. F. Rlsleben, Samariteratr. 11. Paul Riebens taal.FelteDkoferatr. 18 Willy Rohde, Zellestr. 11 Hubert RBsner, Triftstr. 4 F. Saudmann, Grätzstr. 25. Wilhelm Sauter.Oudeoardantr. 16. R. Schade,? aliss-St.9 Fil. O u.NO F. 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AUetl6 Ke«leriBa;.-Wsik»t.H«iBlck«il.-8LI07 O.Aiamann,Tuap lung auch darin, daß zwei Vertreter der Deutschen Bank in den Aufsichtsrat der Werke gewählt wurden. Unter den neuen Aus- sichtsratsmitgliedern fällt weiter der Name des böhmischen Braun- kohlenindustriellen P e t s ch ek aus, der seil einigen Jahren im deutschen Braunkohlenbergbau festen Fuß gefaßt und vor einigen Monaten auch Aktien der Hohenlohewerke sowie der früher zum Fürstenkonzern gehörigen Niederlausitzer Braunkohlenwerke und der Kohlenhandels- gesellschaft Wolff u. Co. G. m. b. H. erworben har. Die Geldbedllrftnffe des Fürstenirusts haben nicht nur zu einem Verkauf von Aktien verschiedener Unternehmungen geführt, die bisher von der Handelsvereinigung kontrolliert wurden. Sie zwangen die beiden Großaktionäre, den Fürsten Hohenlohe und den zu Fürstenberg, auch zu neuen persönlichen Opfern. In der vergangenen Woche wurde gleichzeitig bekannt, daß beide Fürsten eine H y p o- thekenan leihe auf ihren Familiengrundbesitz nehmen müssen, unr ihre persönlichen Schulden zu decken. Der Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe- Oehringen will etwa 20 Millionen Mark aufnehmen. Vorläufig hat er ein fünfzig Jahre laufende i1!« prozentige hypothekarische Anleihe von 12 Millionen Kronen mit der Pcster Ungarischen Kommerzialbank abgeschlossen. Als Pfand gelten die ausgedehnten ungarischen Besitzungen des Fürsten. Der Fürst Max Egon zu Fürstenberg gibt eine 4'/z pro- zentige Hypothekenanleihe von 22 Millionen Mark aus. Zur Siche- rung der Anleihe sind rund 36 000 Hektar land- und forstwirlschaft- liches Gelände im Gesamtwerte von 9t Millionen Mark verpfändet worden. Die Güter erstrecken sich in Baden, Württemberg, Hohen- zollern und Oesterreich. Da sie zur Standesherrschaft(Familien-Fidei- kommiß) gehören und die Verpfändung sich nicht allein auf die Erträgnisse sondern auf die Substanz(den Grund und Boden) beziehen, soll, war für die hypothekarische Eintragung die Zustimmung der Erben und des Landesherrn nötig. Der Zeichnungsprospekt weist denn auch ausdrücklich auf die Genehmigung deS badischen Ministeriums der Justiz und des Innern hin. Hypothekarische Be- leihungen von Fideikommissen gehören zu den Seltenheiten, da diese Art des(Erb-) Besitzes gerade die Möglichkeit des Erwerbe? durch Personen, die nicht erbberechtigte Familienmitglieder sind, aus- schließen soll. Daß die beiden Fürsten dennoch zu dieser Form der Geldbeschaffung griffen, ist daher ein Beweis für die Dringlichkeit des finanziellen Bedürfnisses. Die Anleihe des Fürsten Fürstenberg soll augenscheinlich der Rückzahlung von Vorschüssen dienen, welche der Fürst bei der Deutschen Bank entnahm. Da die Deutsche Bank selbst die Anleihe vermittelt, zieht sie zweimal ihren Profit aus der Kredit- beschaffung für den Fürsten. Den Erlös der Anleihe wieder wird nun der Fürst nicht für sich persönlich verwenden, sondern damit Ver- pflichtungen einlösen, die er als Finanzier des Fürstentrusts und Aktionär der vom Trust abhängigen Unternehmungen eingegangen ist. Die Liquidation des Fürstentrusts hat aber wiederum die Deutsche Bank in Händen, so daß auf diesem Wege ein weiterer Teil der Anleihe ihr zufallen wird. Die ganze Transaktion stellt sich also als ein sehr profitables Geschäft für die Deutsche Bank dar, das der bürgerlichen Presse natürlich alle Veranlassung gibt, der größten deutschen Bank für die Reinigung des deutschen Wirtschafts- lebens von dem unsoliden Geschäftsgebaren einer großagrarischen I Kapitalsgruppe lebhaftesten Dank und lautes Lob zu zollen. Kranke Nerven Gesunde Nerven sind die Quelle zahlreicher Leiden und Schmerzen, von denen der Kulturmensch nur zu häufig heimgesucht wird. Nervöse Kopfschmerzen, nervöse Magenbeschwerden, nervöse Muskelschmerzen, nervöse Sehschwäche und zahlreiche andere Leiden haben ihren Grund darin, daß die Nerven, die die betrefienden Organe durchziehen, überanstrengt, überreizt und in ihrer Leistungsfähigkeit herabgesetzt sind. Dazu die große Zahl der auf allgemeiner Nervosität beruhenden Beschwerden, wie Reizbarkeit, Unlust zur Arbeit, leichte Ermüdbarkeit, Gedächtnisschwäche, Schlaflosigkeit, Unruhe u. dergl. mehr. Sie alle können nur dann erfolgreich bekämpft und beseitigt werden, wonn es gelingt, die Nerven zu regenerieren, aufzufrischen und ihre frühere Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. sind die Quelle eines wonnigen Kraftgefühls und ungetrübter Lebensfreude. Gesunder Schlaf, Arbeitslust, Ausdauer, Energie sind die Kennzeichen eines gesunden, in gutem Ernährungszustände befindlichen Nervensystems. Denn auch der Nerv bedarf, ebenso wie alle anderen Organe des menschlichen Körpers, einer ausreichenden und zweckmäßigen Ernährung, um auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit zu bleiben. Unter normalen Verhältnissen reicht die tägliche Nahrung auch für diesen Zweck aus. Ist aber durch übermäßige Inanspruchnahme der .Nerven für Arbeitsleistung oder Genuß, durch Aufregungen irgendwelcher Art, die Nervensubstanz, iiisbesondere ihr wortvollster Bestandteil, das Lecithin, in hohem Maße verbraucht, dann muß dieser lebenswichtige StoS dem Organismus wieder zugeführt werden, Biocitin Ist die Nerven»Nahrung: die dem erschöpften Nerv seine Leistungsfähigkeit widergibt. Biocitin führt den Nerven das physiologisch reine Lecithin zu, jene Substanz, die zu den unentbehrlichen Bestandteilen des Gehirns, Rückenmarks und Nervs gehört, deren Verlust eine Zerrüttung des Nervensystems bedeutet und deren Zufuhr das gesamte Nervensystem regeneriert und seine normale Leistungsfähigkeit wieder herstellt. Lecithin nach dem patentierten Verfahren des Herrn Professor Dr. Habermann wird lediglich für Biocitin verwendet. Wir bitten daher, unbedingt minderwertige Nachahmungen und lose abgewogenes Präparat zurückzuweisen. Biocitin ist nur in Originalpackungen in Apotheken und Drogerien käuflich. Ein Geschmacksmuster nebst einer populär wissenschaftlichen Abhandlung über rationelle Nervenpflege sendet auf Wunsch kostenlos die Biocitin-Fabrik, Berlin S 61/c9. Groß-Dampfwäscherei Hilda Inhaber: /NgFtlN SchleCf& CO. Lothringer Str. 16. Telephon: Amt Norden 6190. Bitte Prelskurant zu verlangen. 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Sonntagnachmittag 3 Uhr: Pr»kes»«r Bernhardl. Borverkaus an der Tbeaterkasse von 10—2 Uhr, bei liermann Tieiz, Leipziger Straße, Alexanderplatz, Franlsurter Allee, und im Juvalidenoank. Thealer des Veslens. 8 Uhr: LNSFlN Sonnt, nachm. 3>s,: 0er liebe bugustia Dentaebeiidiebnnsplelban» 8 Uhr: Frl. Julie u. Erste Warnung. □ □□ DÖO □□□ 8'/< Uhr Residenz-Theatern Im Ehekäfig. (Les Maris en oage.) Schwank in 3 Akten v. Antens Mars und Maurice Oesvalliers Morg. u. folg. Tage; Im Ehekäfig. Sonntag, 5. Okt., nachm. 3 Uhr: Die Fi-nn Pfßsldentin. Montis Operetten-Theater Schiffbauerdamm 4a.(fr. Neues Th.) Nachm. 3 Ubr: Der Vogelhöndler. Täglich abends 8 Uhr: Den laebende Ehemann. tl. Heute Mittwoch 71/. Uhr, z. 1. Male Sie Heimkehr d. 6dysseus Burleske-Operette. Deutsch. Künstler-Theater Sozietät Nürnberger StraBe 70/71, am Zoe. 7'/. uhr: Wilhelm Teil. OSE=THEATE| Große Frankfurter Str. 132. Abends 8'/. Uhr: Die Ahnfrau. Trauerspiel in 5 Alten von Grillparzer. Donnerstag: Die Fthnlnan. Sonnabendnachm. 4 U.: llotldippcben. Möllllplll IIikRlkT Abeniis 7 Uhr 55 präzise; Gr. Ausstattungsst. m. Ges. u. Tanz in IS Bild. m. vollständ. freier Benutzung des Jules Verne'schen Romanes von Jnllns Freund. Musik von Jean Gilbert. In Szene ges. v. Dir. ftlchard Schultz. Karl ßactimann. Joseph Giampietro. Guido Thieischer. Alfred Sctimasow. Leopold Wolf. Lndffig Wolf. Helene Bailot. IdaRnsska. J. de Lande. Bleu! Bon 9-1 Uhr: Ken! Metropol-Bar Rendezvous der vornehmen Lebewelt. 2 Kapellen. Passage-Panoptikum Mundmaler Sehuldls der Rafael ohne Arme bei seinen Arbeiten. Lebend zu sehen! Der Mann mit der eisernen Hand und die anderen Attraktionen. Admiralspalast Einziger Eispalast mit prunkvollen Eisballeiten. Flirt In St. itlopitas. Tango a. d. Eise— Hilde RUckert. Bis 6 Ubr und von lO3/. Ubr halbe Kassenpreise. Restaurant 1. Ranges. Wein- u. Bier-Abteilung. Beginn d. Vorstellung 3/,S Uhr. Auch während der Vorstellung kann gespeist werden. Reichshallen-Theater im Singer „Älarm!" Ansang 8 Uhr Sonntag nachm. 3 Uhr zu er- mäßigt. Preisen: ..Sanatorium Sonnenstich", Balkon 75 Pf.. Entree 3» Ps.) (Logen So�ialckemokk'atIsekep MaklveZ-eßn «les«Intten Bert. Rcichstagswahthrefscs. msmmsnamm i■um■ i.■iiiiiiiiMiiiUiiiiiii'iii jiawKBBBMHWBgBaByBBMaH— mbwbb——a— Sonnabend, den 11. Oktober, In der Neuen Welt(großer Saal), Hasenheide 108* 1U Herbst-Fest Mitwirkende: Herr G. Kutschke, Herr Paul Kursch, Frl. Halm, Herr Artur Bund, Herr F. Lederer-Prina, Frl. Susanne Frledburch. M Nacb dem Konzert: Ball, Herren, die am Tanz teilnebmen, zahlen 50 Pf. nacb. Eintrittskarten 30 Pf. 208/20 ♦ Anfang S1/, Ubr. Der Bildnngsausschnß. ■■ i Vereinigte Berliner Volksbühnen. Enlsen-Theater. Walhalla-Theater. Mittwoch, 1. Oktober. 8'/, Uhr: Täglich 8'/« Uhr: Die Intrigantin. Der Elebesonkel. schaufpiel in 6 Bild v. E. Ritierseldi. s Posse m. Gesang u. Tanz in 3 Akten. Jb»01«°" � Sb Ik Mauerstraße 82.— Z :: Berliner Konzerthaus MauerstraBe 82.— Zimmerstrafle 90/91. Großes Doppel-Konzert! Musikkorps Garde-FUsilier-Regiments. Oirig. Oberm. Dippel. Berliner Konzerttaans-Orcnester mit seinem Vokal-Quartett. Leitung: Komponist Frz. v. Blon and eis Gastdirigent; Holkapellmeister Prof. Traugatt Ochs. Anfang 8 Uhr. Eintritt SO Pf. Anfang 8 Ubr. woohtÄ,.,: Er. Ilaehmillags-Konzerl Zirkus Busch Heute Mittwoch, den 1. Oktober, abends 7'/, Uhr: Die neue Pantomime Aus unseren Kolonien. Besonders hervorzuheben: Unter Afrikas Sonne.— Kspännig über die Felsen.— Afrikanische Reiterstückchen. Vorher das gr. Gala-Programm: R. Weise mit seinen Wnnderbftren. Briant, Mensch oder Puppe? Das Rirakel? Frl. Martha Mohnke. Schulreiterin auf.Goldbird" etc. etc. City- Park Am Bahnhof Friedrichstraße. Grüßt. Volksschau Berlins 50 Schaugeschäfte 50 Hohns Gr. Hippodrom-Nohlesse und 10 Attraktionen. Geöffnet: täglich nachm. 4 Uhr Sonn- und Feiertage nachm. 3 Uhr bis 11 Uhr abends. ■HF*' Eintritt frei.~WKl Zirkus Alb. Schumann Mittwoch, den 1. Oktober, abends 7'/« Ehr: 10 Bengalische 10 Königstiger vorgef. von Herrn Sawade Die boxenden Katzen Die boxenden Hunde Zoolog. Potpourri v. MiB Octavia 10 Luftvoitigeure 10 Hegelmann-Trnppe und die Dbrigen 14 Attraktionen. URANIA Ta48Tostr- Mittwoch, 4 Ubr; Eeber den Brenner nach Venedig. 8 Uhr: Bit d.„Imperator" nach New York. Invalidenstr 57-82; Sternwarte. Geöftn. b. klaremWetter: Sonntag, Dienstag u. Freitag v. 8— 11 Ubr abends. Eintritt 50 Pf. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Seine Geliebte. Folies Oaprice. Anfang 8-/« Uhr1 Ritter Baldrian Das Adoptivkind Die Mißgeburt Voigt- Theater Badstrafte öS. Heute Mittwoch, den 1. Oktober: Eva. Schausp. In 5 Slulg. von Rich. Voß. Kasseneröffnung 7 Uhr. Ans. 8ft. Uhr. Kasino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis 9. Oktober-MV Dol Aktien-Tenor u. das glänzende Varietä-Programm. Freilag, d. 10. Ottober, zum 1. Mal: Ferdinand der Tugendhafte. Sonntag, nachm. 4 Uhr: Am grünen Strand der Spree, GennaniA-praehlsale N., Chausseestr.flO. K.Richter. Jede» Mittwoch: Paul Mantheys lustige änger. Ansang 8 Uhr. Eintritt 8« Pf. Nachdem Freitanz. — VorzugSkarten gelten.— Jeden Donnerstag:* GroBes Militär-Streich-Konzert anschl. Familtenkränzchen. H-— Berliner- umor-flBarteil W. Wntzky RgSdechergerStt-R Jeden Freitag in allen vier Theatern f neues Programm. Apollo-Theiiter The Rag-Time dix Erste Original- Vor'ührung neuester a'» erikanischerT&nze und populärer Melodien. Baggessen der König der komischen Jongleure. The Aeroplane Ladies Zahnkraft• Evolutionen am Aeroplan. Ferner ein reichhaltiges Programm eretkl. Varietc-Akte u. unsere renommierten Lichtspiele! Anfang 8 Uhr, Sonnt. 4 u, 8 Uhr. Eintrittspreise einschliesslich Garderobe, Programm und Steuer von 65 Pf. an. FrieUIHl. Iii. Anfang 8 Uhr; Quo vadis? der größte Erfolg, den je ein Film-Drama hatte. Beginn des Variötös-Programm 16 Uhr; Alexander's Raptime Band Das rerrückte amerikanische Radau-Ensemble. Werds Bros Die komischsten Humpsty- Bumpsty- Akrobaten. Ferner ein reichhaltiges Programm erstklassiger VariCte-Akte. Eintrinspreise einschließlich Garderobe, Programm und Steuer von 50 Pf. bis X.SO M., Logenplatz 2 M. Anfang 8 Uhr, Sonnt. 4 u. 8 Uhr. Poiost am Zoo Morgen letzter Tag! „Eine Meile in der Minute'