Nr. 13en Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pig. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für Ausland 3 Mt.pr.Mon in der Post- Beitunas übrige Eingetr. Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raun: 40 Bfg., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pfg Snierate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Grvedition abgegeben werden. Die Ervedition ift an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Fefttagen: bis 9 Uhr Vor: mittags geöffnet. Fernsprecher: 3mt I, 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlins Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. = Mittwoch, den 3. Januar 1894. Prätorianer Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach nannte man in dem niedergehenden Römerreich, als dasselbe Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises den Zäsaren oder Kaisern" in die Hände gefallen war, zum 1. Januar thätig zu sein. Es ist das eine Partei- eine Abtheilung Polizeisoldaten, die, unter Prätoren und pflicht. Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Presse Präfetten( Polizeipräsidenten und Landräthen) stehend, je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat im besonderen als Leibwache für die persönliche Sicherheit es, und wer dem Partei Organ neue Leser zuführt, stärkt des Kaisers, und im allgemeinen als Ordnungsstüte für die sonach die Partei. öffentliche Ordnung, je nach Bedarf für die Rettung der GeWir haben, unterstützt von der Partei, in letzter Zeit sellschaft zu sorgen hatten. Sie waren halb Militär- halb unseren Inhalt bedeutend erweitert und auch dem Feuilleton| Bivilbeamte, das Militärische wog aber vor und beherrschte erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt. alles in jener Aera des staatlichen und gesellschaftlichen Der Roman Verfaulens. Die Prätorianer, die sich zum größten Theil aus dem heruntergekommenen Adel( den Nobiles und Equites, d. i. den Junkern und Edelſten) rekrutirten, jedoch auch zu ihrer Verjüngung" hergelaufene Abenteurer aus allen Herren Ländern in ihre Mitte aufnahmen, wachten mit vers „ Helene" von Minna Kautsky, welchen wir jetzt veröffentlichen, reiht sich den besten Schöpfungen der modernen Romanliteratur an. Unmittelbar nach den Weihnachtsferien tritt der Reichstag wieder zusammen und seine Verhandlungen werden von ungewöhnlicher und unmittelbarer Wichtigkeit sein. Unter solchen Umständen haben wir ein doppeltes Recht, auf die Unterstützung der Genossen zu rechnen, und die Verbreitung des Vorwärts" von ihnen als eine Pflicht heischen zu können. Mit dem 1. Januar eröffnen wir ein neues Abonnement auf den Vorwärts" Berliner Volksblatte mir oder ber Büfer?" Und die Antwort ergab Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Cordelier*), der den armen Camille Desmoulins, vor hundert Jahren ungefähr, durch einen allzu treffenden Vergleich des Robespierre'schen Regiments mit dem römischen Kaiserthum auf das Blutgerüst brachte? Je nachdem! Nicht daß wir daran dächten, das Deutsche Reich mit dem römischen auf eine Stufe zu stellen. Im alten Rom war das ganze Staats- und Gesellschaftswesen bis in den innersten Kern faul; bei uns hat die Fäulniß den Kern und wird ihn nimmer erdes Volkes nicht ergriffen greifen. Dafür bürgt die gesunde Reaktion der„ Volksseele" und des Volkskörpers, die in der sozialdemokratischen Bewegung sich äußert. Wir haben auch keine Prätorianer- Armee behüte! aber wir haben Prätorianer: Edelste in Armee und Bivil, Landräthe- furz Junker! Und gleicht die Rolle, die unsere Junker jetzt in Deutschland und dem Reich spielen, in den springenden Punkten die Prätorianer im alten Rom spielten? nicht wie ein Ei dem anderen der Rolle, welche einst zehrendem Eifer darüber, daß keine umstürzlerischen Ideen hatte, auch den richtigen Mann wählte- und daß der Kaiser, in das Volk kamen, daß das Volt, wenn es zu wählen ihr oberster Kriegs- und Friedensherr, ruhig schlafen und Halten sie nicht sich für die eigentlichen Herren im regieren fonnte. Der Wille des Kaisers war ihnen oberstes Lande? Sehen sie in dem Kaiser nicht ihren unterthänigsten Gesetz und sie vollstreckten ihn unerbittlich und unnachsichtig. Diener, dem sie Gehorsam und Treue nur so lange schulden, Die Kaiser zeigten sich dankbar- sie überhäuften ihre als er ihnen den Mund mit Liebesgaben, mit Zuckerprämien Prätorianer, die zivilen sowohl wie die militärischen, mit und Kornzöllen stopft? Oder hat die Fronde", die das Liebesgaben, und verliehen ihnen immer mehr Macht, so Juukerthum gegenwärtig in Szene setzt, etwa nicht zum daß den Prätorianern zuletzt der Kamm schwoll und sie sich Zweck, sich der Person des Kaisers zu versichern? Nur die Frage vorlegten:" Wer ist denn eigentlich der Herr im feine Verdunkelung der Thatsachen! Nur keine Täuschung über die Natur der Krise, die, seit Jahren schleichend, nun sich von selbst:„ Oberster Herr ist, wer die höchste Macht endlich akut geworden ist! Nicht zwischen der Regierung hat. Und die höchste Macht haben wir, denn die Macht und den Junkern ist der Kampf. Es ist ein Kampf innerdes Kaisers kommt nur von uns- was er ist, ist erhalb der Regierung ein Kampf um die Auch die„ Neue Welt" wird neben gediegenen Kleineren durch uns, und ohne uns ist er nichts. Der Kaiser Regierung. Die Regierung ist zum Theil in den Beiträgen einen überaus spannenden Roman ist Kaiser von unser Gnaden; indeß, seine Macht soll Händen der Junker, und sie hoffen, den Kaiser zwingen zu ohne Schranken sein dem Volt gegenüber vorausgesetzt, fönnen, daß er für sie Partei ergreift und, indem er dem daß er unseren Willen thut." Namen nach die höchste und scheinbar absolute Gewalt Und Menschenalter hindurch thaten die Kaiser den ausübt, ihnen die ganze Regierungsgewalt ausliefert. Willen der Edelsten in Militär und Zivil, so da hießen Daß solche, an das türkische Serail erinnernden Dinge Brätorianer. Allein es tamen auch Zeiten, wo sie ihn in Deutschland überhaupt möglich sind, ist ein wuchtiger nicht thaten. Und da machten die treuen Vasallen kurzen Beweis für die Unfertigkeit, Verworrenheit und RückständigProzeß und setzten die rebellischen Kaiser ab, und andere feit unserer politischen Zustände. Kaiser ein, die ihnen den Willen thaten und Liebesgaben eine fest auf ein festes Biel lossteuernde Regierung Wenn wir eine einheitliche und feste, das ist in den Schooß warfen. mit der illustrirten Sonntags- Beilage " Die Neue Welt". Armer Lente Kind von Ed. Wengraf vom 1. Januar ab veröffentlichen. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 Mart für das Quartal entgegen.( Gingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708.) Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflichst, das Abonnement rechtzeitig, aufzugeben, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes teine Unterbrechung erleidet. Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene „ Helene" Theil des Romans von Minna Kautsky auf Verlangen gratis nachgeliefert. Die Redaktion und Expedition des „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. " Und schließlich verfielen die Edelsten, die zu allen Zeiten hätten, eine Regierung, welcher der Wille und das ein scharfes Auge für das Geschäft" hatten, auf einen Wohl des Voltes oberstes Gesetz wäre, dann könnten genial- praktischen Gedanken:" im Jahre 193, genau vor die Junker was wir früher schon sagten- es gar nicht 1700 Jahren, als gerade ein Kaiser gestorben war, veran- wagen, sich auch nur zu mucksen. Die Wahl wäre dann für stalteten sie auf dem Forum von Rom eine öffentliche fie: entweder über den Stock oder über die Auktion und versteigerten die Raiserkrone Klinge springen! Ueber den. Stock ohne, über die und Kaiserwürde an den Meistbietenden, Klinge mit Neuwahlen. Sie müßten sich ducken oder sie nämlich an den, welcher ihnen die cinträglichsten Aemter würden an die Wand gedrückt und zerquetscht. Denn und die fettesten Gnadengeschenke und Liebesgaben darbot. und hier ist der Unterschied zwischen ihnen und den alten Die Prätorianer befanden sich wohl dabei, wie der Prätorianern- während ohne diese die Regierung nichts liebe Gott in Frankreich oder der gottesfürchtige und war, sind unsere Junker nichts ohne die Regierung. dreiste" Junker in Preußen nicht wohl dagegen befand sich das römische Kaiserreich, das fortfaulte und schließlich in seinem Golde und seinem Schmutz erstickte. Soll das eine Satire sein in der Manier des„ Vieux Lene durfte in den nächsten Tagen das Haus nicht allein verlassen. Zwei weitere Briefe, die für sie abgegeben wurden, waren nicht angenommen, sondern uneröffnet [ Alle Rechte vorbehalten an das Sekretariat der österreichischen Gesandtschaft, der Baron Morre als Attachee zugetheilt war, zurückgeschickt [ 6 worden. Aber wenn Röder meinte, dieser energische Protest müsse den Baron rasch von der Nutlosigkeit seiner Bemühungen überzeugen, so täuschte er sich. Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. " Solche Briefe verdienen keine Antwort," sagte er rauh, als spräche er zu einer Schuldigen," Du wirst Dich überhaupt in keiner Weise mit diesem Herrn einlassen, versprich mir das.", Sie nichte, ohne zu sprechen, denn ihre Lippen zuckten unter den aufquellenden Thränen. Er bemerkte es und es befriedigte ihn, daß es ihm gelungen war, sie einzuschüchtern, aber sie that ihm auch leid. " An jedem Nachmittag zu einer bestimmten Stunde raffelte jetzt ein eleganter Biererzug, von dem Kavalier selbst kutschirt, durch die Straße. Die erste sensationelle Auffahrt war von Lene und ihrem Bruder mit großem Jubel begrüßt worden, auch die Fenster der übrigen Häuser öffneten; sich rasch und füllten sich mit neugierigen Köpfen. *) Der Alte Cordelier"- Titel einer Zeitung in der franzöfifchen Revolution; sie wurde von dem berühmten„ Advokat der Laterne" geschrieben. Sobald der gleichmäßige, rasche Hufschlag der gut geführten Pferde ertönte, gerieth sie in eine zitternde Aufregung, ihre fleinen Fäuste ballten sich und sie preßte die Zähne zusammen. Der Schimpf, den man ihr zufügte, war ein öffentlicher geworden, und sie glaubte, vor Scham vergehen zu müssen, als Konrad über das Benchmen dieses Mannes sich höchst aufgebracht zeigte und die erregte Aeußerung that, er werde den Kerl durchprügeln. Er war überhaupt nicht mehr so fröhlich und freundlich mit ihr wie sonst; das Vergnügen, das ihr seine Gesellschaft bereitet hatte, war dahin, und wenn sie ihm früher absichtlich in den Weg gelaufen war, so mied sie ihn jetzt, so viel sie nur konnte. An einem der nächsten Tage war Röder während des Essens ungewöhnlich wortkarg und zerstreut. Seine Jungen hatten das gleich weg und sie Bald hatten die Leute herausgefunden, wem diese erlaubten sich allerlei Späßchen, die auch wirklich ungerügt Du kannst nichts dafür, ich weiß es wohl," sagte er Fensterpromenaden galten und das arme Kind kam un blieben. milder, bei unseren verlotterten Sitten kann so etwas schuldiger Weise in's Gerede. Frau Röder sorgte indeß Als der Vater den Löffel weggelegt hatte, starrte er sie jedem hübschen Mädchen passiren. Aber Du mußt eben selbst dafür, daß der Klatsch Nahrung gewann und sich eine Weile an und sagte dann:" Geht hinaus. Ihr könnt einsehen lernen, daß das keine Huldigung ist, sondern eine weiter verbreitete. Der Viererzug hatte ihre mütterliche| auf der Straße spielen." Nachstellung. Es ist ein Schimpf, den dieser Mann Dir, Eitelkeit nicht wenig gestachelt und wenn der Baron damit Die Jungen, die sich sonst so etwas nicht zwei Mal den er mir damit angethan hat, begreifft Du das, Lene?" an ihren Fenstern hin und her manovrirte, konnte sie es sagen ließen, zögerten und machten lange Gesichter. Er stellte sich vor sie hin im Gefühl seiner Autorität nicht unterlassen, heran zu treten. Sie war es, die„ Aha, da ist wieder was los, wegen der ihrem Ges und moralischen Ueberlegenheit. seinen suchenden Blicken begegnete, während Lene es liebten, was wir nicht hören sollen," wisperte Marchen dem " Ich begreife es, Vater," stammelte sie, aber sie begriff absichtlich vermied, sich auch mur flüchtig zu Bruder zu. es doch nicht. zeigen. Sie hatte der Mutter gestanden, daß er ihr Ihr Mistbuben!" rief der Vater und hob die Hand, Aber mit ihrer Freude war es vorbei. Sie fühlte gar nicht gefalle; das war fein Jüngling, wie ihr aber schon waren sie aus seinem Bereich und aus der Thüre. eine tiefe und schmerzliche Beschämung über ihren Frrthum junges Herz sich ihn vorgestellt hatte, das war ein älterer Er war aufgestanden und statt in die Locken seiner Jungen, und in diesem Augenblick noch den Kummer, ihren Bater Herr mit einem stolzen Zug im Gesichte. Sie hätte ihn griff er in seinen schütteren Bart: erzürnt zu haben. gerne verspottet, aber es fehlte ihr die Ueberlegenheit dazu. Er kann möglicherweise gleich da sein," sagte er. Aber wo ist heute die Regierung? Wer und was ist heute die Regierung? Sie ist in sich gespalten. Caprivi, der preußische Minister- Präsident, der Kaiser, die Bureaukratie, das Junkerthum am Hof, in der Armee und in der Verwaltung das ist, alle 3 Regierung, und alles ist verschiedene Regierung. Ein Wort, und die Junker haben aufgehört zu sein. Doch das Wort wird nicht gesprochen, weil der einheitliche Wille fehlt. Die Glieder versagen den Dienst, der Arm des allmächtigen Staats wird nicht erhoben- oder wenn er sich einmal emporrect, erlahmt er sofort und ver mag feinen Streich zu führen, nicht einmal gegen eine dicke Brummfliege, wie Ahlwardt, die der gestrengen Justiz seit Jahren um die Nase herumsummt und auf ihr herum frabbelt. Die Lösung des Räthsels der„ Krise" ist sehr einfach: die Staatsmaschine funttionirt nicht normal nur ruckund stoßweise, und manchmal gar nicht. Der Ahlwardt soll gepackt werden. Und der Ahlwardt figt in der Regierung. Die Junker sollen zur Raison gebracht werden, und die Junker sizen in der Regierung. Und wo, wer, was ist die Regierung? Wie das enden wird, fragen wir nicht. Das kann Jeder, für den die Geschichte kein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch ist, sich selber sagen. Aber wa un? 19 191 Politische Uebersicht. Berlin, den 2. Januar. Der Neujahrstag hat für die offizielle Welt die üblichen Neujahrsempfänge mit den üblichen Neujahrsreden gebracht. Alles hübsch schablonenmäßig Friede, Freundschaft, die reine Schäfergedichtsstimmung, als ob es in Europa keine zwölf Millionen Soldaten gäbe und keine Echraube ohne Ende als ob nicht jeder Tag neue Mordinstrumente brächte; als ob die Völker nicht vom Kapitalismus ausgesogen und von dem Militarismus erdrückt würden; als ob alle Menschen Brüder wären und der Anarchistenspuk blos ein wüster Traum, den die Sonne des 1. Januar weggescheucht hat. Der 1. Januar scheint mit dem Weihnachtstag, wo das Friede auf Erden"- nicht als Mahuruf, sondern als Eignatur der Zeit in die waffenftarrende Welt hinausgerufen wird, sich in die Ehre theilen zu sollen, die Heuchelei der absterbenden Bourgeoisgesellschaft zu trasfester Darstellung zu bringen. Und niemals zeigte diese Heuchelei sich krasser als biesmal. Während der Präsident der französischen Res publik von Friede und Versöhnung überfloß und alle Menschen in Worten beglückte, veranstaltete seine Polizei ,, mit erfreulichem Eifer", wie Tante Voß schmunzelnd be= merft, ein förmliches Kesseltreiben auf die Anarchisten", die sie vorher selbst sich systemathisch gezüchtet hatte. F Telegraphenbureau", wird aus Rom unterm 2. Januar| faffer, augenscheinlich einem Angestüten Hamburger telegraphirt: Nachrichten" auf grund von Tagebuch Aufzeichnungen erDas neue Jahr wurde in verschiedenen Gemeinden Si- brachten Beweisen wird nichts über die innere Politik oder ziliens durch schwere Ausschreitung() der bekannten Art ein- gar über den Fürsten Bismarck in den Hamburger Nachgeleitet. In Castelvetrano erregte die Verhaftung von richten" gedruckt, außer den gleichgiltigsten Kleinigkeiten, vier Tumultuanten unglaubliche Erbitterung unter einer was nicht die volle Billigung des Fürsten Bismarck tausendköpfigen Menge von Männern, Weibern und Kindern, die unter Vorantragung der Bildnisse der Majestäten gefunden hat und dessen ureigenste Meinung ist". Die mit wüstem(!) Geſchrei die Freilassung der Verhafteten ver-" Hamburger Nachrichten" standen bereits während der langten. Karabinieri und Polizeisoldaten, die das Gefängniß legten Amtszeit Bismarck's in lockerer Beziehung mit dem= deckten, waren in Gefahr, überrannt zu werden. Als ein Theil selben. Nach seiner Entlassung knüpfte er sofort die engste der Tumultuanten sich mit Büchsen, Pistolen und Sensen be- Verbindung mit dem Besitzer des Blattes, Dr. Hartmeyer, waffnete, befahl der Präfekt, um Blutvergießen zu vermeiden, und dem hauptsächlichen Redakteur, Dr. Hofmann, die Freilassung der Verhafteten, die mit Triumph- an. Seit jener Beit besteht täglich ein mündgeschrei durch die Stadt geführt wurden. Hierdurch kühner licher, schriftlicher und telegraphischer Verkehr zwischen gemacht, rotteten sich Tausende vor dem militärisch besetzten Stadthause zufammen und fordern tobend die Beseitigung Friedrichsruh und der Redaktion der Hamburger = 1 der Verzehrsteuern. Mitglieder des Arbeiterverbandes Nachrichten". Alles auf die innere Politik und auf fommen mit einer rothen Fahne und tragen ihren Vorsitzenden ihn selbst bezügliche Material von Zeitungs- Ausherbei, andere bringen Trifoloren, Tausende schreien: Fori schnitten u. dgl. wird Bismarck zugesandt, der es persönlich mit den Steuern! Nieder mit dem Bürgermeister!"" Ein mit dem Dr. Chrysander, seinem Sekretär, aufarbeitet. Arbeiter hält vom erhöhten Plage eine donnernde Rede gegen Dies ist eine der wichtigsten Tagesarbeiten des Fürsten." die Gemeindeverwaltung, erklärt unter betäubendem Beifall Unter Umständen wird auch Dr. Hofmann telegraphisch den Bürgermeister für abgefekt und ernennt herzitirt, der auf grund der erhaltenen Instruktionen dann den Borsigenden des Arbeiter Vereins dazu. einen Artikel zu schreiben hat. Somit wissen wir, woran Dieser verspricht vom Stadthausbalkon die Auflösung des Gemeinderaths, was der Polizei- Inspektor wir sind mit den Hamburger Nachrichten". Es ist bestätigt. Die Menge sieht hieranf truppweise durch die Stadt ja nur anerkennenswerth, daß der ehemalige Reichskanzler und erzwingt von den Händlern die Busage der Herabfehung unter die Journalisten gegangen ist. Schaden kann er nicht der Lebensmittelpreise. Höchst bezeichnend ist ein anderer Vor- mehr, er belebt durch seine Ausfülle und Enthüllungen gang: Wegen Einäscherung des Hauses eines Schiedsrichters immerhin die Tagespolitik. Der Vater ist noch ein besserer bei einem früheren Tumult war dessen Amtslokal in die frühere Journalist als der Sohn Reichstags- Abgeordneter. Papa fäfularisirte Kirche Sant Agostino verlegt worden. Ein Bolts würde sicher besser daran thun, ihn bei den Hamburger haufe trug eine Anzahl Heiligenbilder herbei und hängte sie Nachrichten" in irgend einer Stellung unterzubringen, wo unter frommen Zeremonien auf, ein anderer Haufe holte die veräußerte Kirchenglocke von dem drei Kilometer entfernten er sich nicht so gründlich blamiren kann, wie er es im Landgute des abgefeßten Bürgermeisters herbei und hängte sie Reichstag noch stets gethan hat. jubelnd an der alten Stelle auf. Der Widerspruch soziali stischer Arbeiterbündler wurde namentlich von den Frauen entschieden zurückgewiesen. In Palermo wurde gestern gegen Abend Beunruhigung hervorgerufen, weil die Drahtverbindung mit mehreren Provinzorten plöglich unterbrochen war. Militär, von Palermo nach Nezzojuso gerufen, konnte das gewaltsameGindringen mehrerer Tausend Tumultuanten aus dem benachbarten Belmonte Mezzagno nicht hindern, die mit fliegenden Fahnen den dortigen Aufständischen die Hand reichen wollten. In Campobello di acata wurden die Mauthhäuser verbrannt. In Marineo mußte das Militär die Bajonette gebrauchen, und mehrere Personen ver wunden. Aus Duhenden von Landstädten und Dörfern wurden lärmende Kundgebungen gegen 2otalverwaltung und Steuerdruck gemeldet. Das Zugeständnisse vieler Munizipien, die Steuern erleichterten oder sich auflösten, erweckt in anderen das gleiche Verlangen. Man ist auf den Anschluß zahlloser anderer Gemeinden gefaßt. Die Arbeiter bunde beuten die Gährung nach Kräften aus. Verhaftungen und militärische Maßregeln erhöhen diese vieler Orten. Es mehren sich die Zusammenstöße zwischen Steuerpächtern und Bauerrn, welche die Verzehrungssteuern verweigern. In Camporeale wurde ein Schuhmann, der einen Revolver zog, mit dem Tode bedroht und nur durch den Vorsitzenden des Arbeiterbundes gerettet. Der Bürgermeister mußte zu Pferde fliehen. Man stoße sich nicht an das heulmeiersche Kolorit, betrachte die Thatsachen und das Gesammtbild ergiebt sich ganz Sizilien im Aufstand. Herr Karl Schneidt, weiland Anarchistenführer und Expedient der Most'schen Freiheit", veröffentlicht in den Münchener Neuesten Nachrichten" ein Feuilleton: Aus dem Anarchistenlager". In diesem Anfsatze finden sich folgende, von uns wörtlich wiedergegebene Säge: " In jahrelangem Verkehr mit zahlreichen namhaften Vertretern des Anarchismus hat sich mir die Ueberzeugung aufgedrängt, daß es zwei Hauptgattungen unter ihnen giebt. Die Einen find jene rücksichtslosen, haßerfüllten Umsturzmänner, deren einseitig geschärfter Verstand ihnen nur die Nachtseiten der heutigen Gesellschaftszustände zeigt, deren leidenschaftliches Temperament bei diesem Anblick wild aufwallt und ihnen den Vernichtungskrieg gegen das Bestehende als Pflicht erscheinen läßt. Die anderen sind gutmüthige, weichherzige Menschen, denen fremdes Elend und fremder Jammer näher gehen als die eigene Noth- Jdeologen sind es zumeist, die mit glühenden Schläfen und fiebernden Pulsen sich in die Betrachtung eines gesellschaftlichen Jdeals vertiefen, Schwärmer, die bei den Worten Freiheit, Gleichheit und Brüderlichfeit in Berzücfung gerathen. Sie berauschen sich an dem Studium volkswirthschaftlicher und politischer Systeme, die ihnen was auch der nüchterne Verstand gegen ihre Durchführbarkeit einwenden möge dennoch geeignet erscheinen, mit einem Schlage ein ideales Gesellschaftsgebilde hervorzuzaubern. Ein paar Tausend Haussuchungen und Hunderte von Erst in geraumem Abstand von diesen kommen jene Verhaftungen wurden gleichzeitig in Paris und dem übrigen haltlosen Abenteurer in Betracht, deren geistige Frankreich vorgenommen. Und diese Razzia war oben Physiognomie fortwährend Wandlungen unterdrein eine ganz gemeine Polizeikomödie, denn es handelte Die Friktionen sind noch lange nicht zu Ende. Eine worfen ist, deren Gesinnung lediglich von Zufich bei ihr viel weniger um die" Anarchisten", Erklärung des Reichsanzeiger" gegen die Junker soll be fälligkeiten bestimmt wird und deren Handlungen nicht praktische Nuzanwendungen einer extrem entwickelten die der Polizei und Regierung sehr angenehme und vorstehen, der Rücktritt des preußischen Ministerpräsidenten politischen und sozialen Auffassung, sondern zumeist nur die nützliche Personen sind, als um unbequeme Sozialisten v. Gulenburg soll erwogen werden. Diese soll"," dürfte" zc. Ergebnisse äußerster sittlicher und geistiger und um die Wiederauffrischung des rothen alle zu registriren, katin unsere Aufgabe nicht sein, wir überVerworfenheit sind. Sie sind die verächtlichsten ReSchreckens, der seine Wirkung auf die Nerven der lassen dies gerne der berufsmäßig tannegießernden Presse. präsentanten, find die Marodeure des Anarchismus. französischen Angstphilister zu verlieren beginnt. Wenn die Sicher ist aber, daß die holde Eintracht bei unseren obersten Ta Herr Schneidt weder zu den rücksichtslosen, haßbürgerliche Gesellschaft nicht zittert, fann sie nicht mehr Behörden nicht herrscht, und das eine Lösung der Krisis erfüllten Umsturzmännern, noch zu den gutmüthigen, weichregiert werden, und in der Erzeugung von Bitterfieber be- schwer ist. Ob es gelingen wird, sie vor dem Zusammen- herzigen Schwärmern gezählt werden kann, so bleibt keine steht heutzutage ja fast die ganze Staatskunft. tritt des Reichstags zu Ende zu führen, erscheint wohl andere Wahl, als ihn in die dritte Gruppe einzureihen, in Beiläufig ist der in Paris angeblich behaussuchte Reüberall zweifelhaft. die der haltlosen Abenteurer, deren Gesinnung ständigen clus nicht der bekannte Geograph Elysée, der in Brüssel Der geheime Chefredakteur der Hamburger Wandlungen unterworfen ist, die sich lediglich von den Zuwohnt, sondern dessen weniger bedeutender Bruder Elie. Nachrichten. Wer der ist, darüber ist seit Jahren nie- fälligkeiten beeinflussen lassen und deren Handlungen Ermand im Zweifel, der sich mit Politik befaßt. Untlar war's gebnisse äußerster sittlicher und geistiger Verworfenheit sind, bisher nur, wie viel von dem Inhalt des Hamburger Bourgeois- die, wie sein Aufruf so treffend beweist, am besten als Marodeure Organs auf das Konto des Schloßherrn von Friedrichsruh des Anarchismus zu bezeichnen sind. Daß eine Person, die sich so kommt. In den polemischen Artikeln, die sich gegen den Nenen charakterisirt am Schlusse des Artikels aus dem AnarchistenKurs richteten, in den Enthüllungen aus der Reichspolitik lager", in dem nur von Anarchisten gesprochen wird, plötz der letzten zwanzig Jahre erkannte man fast stets die Spuren lich an Stelle des Wortes Anarchisten tonſequent Bismarck's. Wie weit beeinflußte er indeß sonst das Blatt? Sozialisten setzt und diesen die Explosionen und Darüber ertheilt eine Broschüre Auskunft, die demnächst in Bombenattentate der letzten Wochen in die Schuhe schiebt, Berlin erscheinen wird und von der in einem öster wird niemanden verwundern, der in manchen„ Anarchisten" reichischen Blatte, dem„ Neuen Wiener Journal", jetzt Ergebnisse äußerster sittlicher und geistiger Verworfenheit Auszüge veröffentlicht worden sind. Nach den vom Ver- sieht. Dies das Neujahrsgeschenk für Frankreich. Und in Italien hatten die Friedensworte des Königs einen noch kräftigeren Kontrast: während sie die Ohren der Großwürdenträger und der fremden Gesandten idyllisch tigelten, loderten auf Sizilien die Flammen des Bürger frieges wild empor. Der Aufstand, der nach Crispi's verLogenen Mittheilungen unterdrückt sein sollte, brach am Neujahrstage auf vielen Punkten zu gleicher Zeit los, und er ist nun allgemein. " Der Bossischen Zeitung", die in bezug auf auswärtige Nachrichten weit besser bedient ist, als das" Wolff'sche Wer denn?" fragte die Mutter. Wer denn," äffte er zornig nach, wer denn sonst, als der Baron. 〃 Vater!" rief Lene; sie war ganz blaß geworden. Was, er kommt zu uns?" stammelte die Mama, schier entgeistert. Der Mensch ist von einer unglaublichen Frechheit, oder er ist ein Narr," erklärte Röder, bemüht, die eigene Erregung zu meistern. Er hat mir heute ein Billet in die Kanzlei geschickt, worin er mich in meinem Hause um eine Unterredung unter vier Augen bittet; ich habe ihm sagen Lassen, daß ich ihn erwarte." leidenschaftlicher Erregung stopfte sie sich mit beiden kleiner, vergrämter Mann, beide im Rahmen einer ärmFäusten die Ohren zu und schloß die Augen, die in Thränen lichen Behausung. standen. In dem Augenblick ertönte die Klingel; bald darauf stürzten beide Jungen in die Stube. W Er steht schon draußen- er hat einen Spazierstock sollen wir ihm aufmachen?" Ein Augenblick unsäglicher Verwirrung folgte. Wie verlegen ihn dieser Röder empfangen hatte, fast devot, und doch schon feindlich. Weshalb? Er hatte seiner Meinung nach keinen Grund dazu. Er hatte die heifle Angelegenheit mit Glaceehandschuhen angefaßt und nachdem er seine Absicht kundgegeben, hatte er sich als vollendeter Gentlemann verpflichtet, mehr verHelene flüchtete hinter den Ofen, der Vater faßte sich sprochen, als ihm zu halten vielleicht möglich war. Die rasch und ging dem Baron entgegen. IV. Einige Tage später verließ Morre das Spielzimmer des Klubs in übelster Laune. Er hatte eine ansehnliche Summe verloren und wollte sich den Verger nicht merken lassen. feinste Erziehung wollte er seiner Tochter angedeihen lassen, und sollte es jemals zu einem Bruche kommen, was feineswegs vorausgesetzt werden mußte, so wollte er die Zukunft des Mädchens in großmüthiger Weise sicher stellen. Kann ein Vater in seiner Lage mehr für sein Kind verlangen? Er hatte auch erwartet, daß er ihm keine Schwierigkeiten bereiten und höchstens seinerseits einige Bedingungen stellen Aber würde. nein, nichts von alledem:„ Das Nhinozeros!" Morre rief es laut und stieß mit dem Fuße ein schwach brennendes Scheit tiefer in die Flammen, dann lachte er zornig in fich hinein: Er will feine Aspasia aus seiner Tochter machen der Esel als ob das, was ich ihr biete, heutzutage nicht die günstigste nnd freieste Stellung für eine Frau wäre; jedenfalls ist es die unabhängigste und angenehmste.... es giebt feine bessere.... Er aber will sie lieber einem Proletarier geben... natürlich auf Lebenszeit... damit Hunger und Elend ihr für immer gesichert bleiben... eine schöne Existenz! Als ich ihn fragte, ob ihm das gar so verlockend erscheine, da sagte der Edle" Ja" und es sei ihm das lieber, als wenn sie als meine Mätresse aus goldenen Schüsseln speise. Was kann man mit einem so stupiden Menschen anfongen! Das ist nicht mehr die landläufige Tugend, das ist einfach eine Dummheit, für die ihm Das Mädel feinen Dank wissen wird.... Schade um das ( Fortsetzung folgt.) Die Mutter war aufgesprungen, mit einem ängstlichen Blick sah sie sich in der Stube um, die ihr plötzlich so armselig erschien und so wenig in Ordnung gebracht. Wenn ich das nur früher gewußt hätte, gestern wollte Er gedachte einen Spaziergang zu machen, als er ich sie scheuern lassen und just ist der Strohsessel auch aber durch das Fenster auf die Straße blickte, sah er, daß noch nicht eingeflochten, der muß in die Küche und wie es regnete. ich aussehe und Du zieh die blaue Blouse an, die Er kehrte wieder um, unentschlossen, ob er in die steht Dir so fein." Bibliothek oder ins Billardzimmer treten solle und entschied Sie bleibt, wie sie ist", entschied Röder, oder soll sie sich für das erstere. der Mann, der sie fortdauernd beleidigt, in Festkleidern Der große Raum war erleuchtet und leer. Unhörbar empfangen?" schritt er über den mit einem dicken Teppich belegten Boden, Aber wenn er jetzt zu Dir kommt, das ändert doch um vor einem der Bücherkästen Halt zu machen. Alles." Frau Röder blinzelte ihrem Gatten zu, und eine Seine Augen irrten über die darin aufgestellten präch freudige Hoffnung leuchtete in ihrem Gesichte auf; dann ging fie auf ihn zu und tuschelte ihm in die Ohren: Wenn er sich jetzt erklärt und Du mit ihm herauskommst, sollte er fie doch ein wenig hübsch finden, dächte ich soust Rede nicht so albern", unterbrach sie der Gatte. Du bift immer die ganz Gescheite, Du weißt jetzt schon, was er Morre, die Hände in den Taschen, ein Bein über das will und weshalb er kommt, ich nicht, aber natürlich ihr andere geworfen, horchte auf den Regen, der prasselnd Weiber" Lene wandte sich rasch nach ihm um. ans Fenster schlug, und starrte mit halbgeschlossenen Augen " Vater," rief fie, ich weiß nichts von dem Baron ins Feuer. und will auch nichts von ihm wissen, ich wollte nur, ich Eine schlanke jugendliche Mädchengestalt tauchte vor hübsche, kleine Ding, das diesem Spießbürgerthum zum brauchte auch nichts mehr von ihm zu hören", und in ihm auf- er verscheuchte sie nicht dann erschien ein Opfer fällt." " tigen Bände, müde, zerstreut, dann wie angewidert von all dieser Weisheit wandte er ihr den Rücken und ließ sich vor dem Ramin in einem bequemen Sessel nieder. Ein helles, knisterndes Holzfener war darin angezündet und wirkte an diesem feuchten Aprilabend durchaus behaglich. 88 Abgeordnete gehören zugleich dem Reichstag und dem preußischen Abgeordnetenhause an. Es sind 14 Konservative, 6 Freikonservative, 16 Nationalliberale, 39 Zentrumsmänner, 4 Polen, 6 Mitglieder der Freisinnigen Bolkspartei, 1 der Freisinnigen Vereinigung und 2 Fraktionslose. Ans Kamerun sind teine weiteren Nachrichten ein getroffen. Aus den Zeitungskommentaren wollen wir blos die der kolonialbegeisterten National- 3tg." erwähnen. Dieselbe schreibt: " Bu einer Meuterei von schwarzen Polizeifoldaten und Meibern gegen die deutsche Autorität könnte es schwerlich gefommen sein, wenn nicht vorher in der Behandlung der Gingeborenen einige Fehler begangen wären." Sprengstoffmonopole sollen aus Anlaß der Bomben Attentate die Staaten anstreben. Wirthschaftlich betrachtet tann es uns gleich sein, ob die Herren Nobel oder die Staaten das Dynamit- Fabritationsmonopol haben und politisch kann es uns nur recht sein, wenn damit das Unwesen, das die Lockspigel treiben, durch den Umstand, daß die anzuwendenden Sprengstoffe fünftighin staatlichen Stempel tragen, etwas erschwert wird. Ueber die Monopolifirungspläne liegt die folgende Budapester Depesche der Frankfurter Zeitung" vor: Das neue Agrarblatt" Hazant" meldet: Ein hiesiges Kon sortium wendete sich an den Minister des Innern um die Konzession für eine Fabrik zur Erzeugung von Sprengstoffen. Der Minister verweigerte die Konzession mit der Motivirung, daß Verhandlungen im Zuge feien, die Erzeugung von Spreng ftoffen staatlich zu monopolifiren. Die Verhandlungen dürften internationale sein. Ueber den politischen Mord in Prag schreibt die Miener Arbeiter Zeitung": " des bösen Gewissens, die nicht geeignet ift, das Vertrauen des Mann nieberbrüden lassen." Ich ließ ihn auf die Voltes zu seinen obersten Behörden zu stärken, erblickt werden Knie drücken." müsse. Millière, der wie gesagt, außer den Zeitungsartikeln, die Der Berner Abgeordnete Brunner hat im Nationalrath eine Herrn Thiers' Wuth erregten, feines Vergehens und feiner GrauMotion eingereicht, nach der anstelle des fakultativen das obliga- famkeit" fich schuldig gemacht hatte, starb mit dem Ruf!.3 torische Referendum, neben der bisherigen Verfassungs- Initiative lebe die Menschheit! vive l'humanité. auch die Gesezes- Initiative eingeführt und anstelle der 50 000 Und sein Mörder, diese Bestie in Menschengestalt, Garcin, Unterschriften für eine Initiative deren nur 30 000 verlangt ist von der französischen Bourgeoisrepublik jeht zum Divisions werden sollen. Diese Motionen tommen jedoch erst in der general ernannt worden! Wie der Herr so der Diener- und Märzsession zur Behandlung. umgekehrt! Das Initiativbegehren für unentgeltliche Krankenpflege und Tabakmonopol hat den schweizerischen Bigarren- Ein Tageblatt besitzen nun auch die italienischen Bes arbeiter Verband veranlaßt, für legten Sonntag eine noffen. Seit 1. Januar erscheint in Reggio- Emilia Delegirtenversammlung nach Lenzburg einzuberufen. Die Dele- Il punto nero"( Der schwarze Punkt). Wir wünschen dem girten waren von Haus aus einig über die Wünschbarkeit der neuen Mitstreiter bestes Gedeihen und erfolgreichste Wirkunentgeltlichen Krankenpflege, dagegen sehr verschiedener Meinung famkeit im Interesse des tief leidenden italienischen Broüber das Tabakmonopol, von dem eine Berminderung der Bahl letariats. der Zigarren- und Tabafarbeiter befürchtet wird. In den hierüber gepflogenen Verhandlungen wurde konstatirt, daß seitens der Gladstone hat mit vielen anderen Staatsmännern Fabrikanten eine ganze Anzahl Arbeiter- Unterschriften gegen das das gemein, daß er sehr oft das Gegentheil dessen thut, Tabakmonopol theils erschlichen und theils erzwungen wurde. was er sagt, und daß er in der Oppofition ganz andere Das Resultat der Verhandlungen war eine in geheimer Abstim Grundsäße und Ansichten hat, als in der Regierung. Vor mung mit allen gegen vier Stimmen angenommene Resolution, wenigen Tagen wurde er bekanntlich 85 Jahre alt. Bei welche gegen die oben geschilderte Unterschriftensammlung der dieser Gelegenheit haben verschiedene Blätter an eine Fabrikanten protestirt und fich für das Monopol erklärt. Aeußerung, erinnert, die Gladstone vor 30 Jahren. gegen Der Gerichtshof von Angoulème hat, wie wir den damaligen Bischof von Winchester, Wilberforce, rnachte: schon in der Sonntagsnummer telegraphisch mittheilten, Ein Politiker, der über die Sechziger hinaus ist, sollte sich sämmtliche Angeflagte freigesprochen. Nach dem ins Privatleben zurückziehen; er hat nicht mehr die nöthige Urtheil der französischen Justiz ist also die Arbeitermezelei Beweglichkeit des Geistes." Daß es dem alten Gladstone, von Aigues Mortes etwas gewesen, was nach dem der seit einem halben Menschenalter schon aus den Sechbestehenden Gefeß nicht bestraft werden kann. Das ist eine sigern heraus ist, an Beweglichkeit des Geistes" fehle, schmachvolle Prostitution der Justiz. Nicht, daß wir den wird Niemand behaupten fönnen, was man auch sonst von armen Teufeln, die vor den Geschworenen standen, eine dem großen alten Manne" denken mag. harte Bestrafung gewünscht hätten wir haben uns, im Die Sittenreinheit der anarchistischen Splitterrichter. Einklang mit dem Hauptorgan der französischen Sozialisten, Der Vorwärts" hat neulich des nichtswürdigen Figaro". Die Ermordung des Lockspikels Rudolf Mrva ist ein un- bereits dahin ausgesprochen, daß wir sie für vergleichsweise Artikels des Herrn A. Cohen gedacht, deffelben Herrn, der unter verantwortlicher Streich, der von den beklagenswerthesten Folgen begleitet ist. Ein so verächtliches Subjekt ein Lod unschuldig halten, obgleich es entsetzliche Rohheiten sind, dem Namen Souvarine Pariser Mitarbeiter des techt voor spigel ist, immerhin bleibt er ein Mensch, und wir verurtheilen die bei jener Gelegenheit von Arbeitern gegen Arbeiter allen" ist. Die Anarchisten werden nicht müde, von der Korjede Verhängung von Todesstrafen. Für die Mitglieder der verübt worden sind. Was wir brandmarken, ist, daß die ruption der sozialdemokratischen Führer zu schwagen, und von Omladina aber, die gefangen figen und des Tages harren, moralischen Urheber dieser Metzelei nicht auf die dem verpestenden Einfluß des Parlamentarismus auf die wo sie vor ein Ausnahmegericht gestellt werden, ist jene That Anklagebant gebracht und nicht zur verdienten Strafe ge- Arbeiterabgeordneten. Nun, die Arbeiterabgeordneten, die in des blinden Fanatismus geradezu verhängnißvoll. Sie erspart dem Staatsanwalt sehr viel Arbeit und recht: 80gen worden sind. Aber freilich, diese Verbrecher gehören ben parlamenten zu Verräthern der Arbeiterfache geworden, laffen fertigt in den Augen der urtheilslosen Menge die härteste zu den Stüßen der kapitalistischen Gesellschaft, und wie ich an den Fingern abzählen, und dabei sind diejenigen, die gewöhnlich als Beispiele genannt werden, auch nur dadurch Verurtheilung. Für die Prager Polizei und für die fann die Klassenjuftig ihre eigenen Gönner und Herren forrumpirt worden, daß sie keine organisirte Partei hinter Anstifter des Rigoletto von Toscana" ist dessen Beseitigung bestrafen? sich hatten. Wie aber steht es mit der Sittenreinheit der ein ganz unerwarteter Glücksfall. Der unbequeme Zeuge anarchistischen Splitterrichter? Ist es nicht die höchste Korrup fehlt, welcher der Vertheidigung die Handhabe gegeben hätte, tion, in einem Organ der Erz- Bourgeoisie, wie es der Figaro" ist, für ein Judashonorar Männer herunterzureißen, die, welches darzuthun, aus welchem Bureau die Fäden jenes Reges laufen, Der sozialistisch boulangistische Deputirte das als finstere Verschwörung Motive für den Prager Ausauch immer ihre Fehler sein mögen, die Vertreter von HundertMery hat eine Liga zum Schuße der nationalen Arbeit getaufenden sozialistischer Arbeiter sind, und diese Arbeiter selbst nahmezustand bieten muß. Aber noch mehr. So unglaublich es ruhig und logisch gründet mit der Devise: Keine fremden Arbeiter als eine Heerde gedankenloser Hammel hinzustellen? An dieser Denkenden erscheinen mag, es muß auch diese Blutthat selbst in unseren Wertstätten, teine fremden Er- Handlungsweise fand aber der tugendhafte Domela Nieuwenhuis, zeugnisse in unseren Geschäften." den Preßorganen der Koalition als Vorwand dienen, um die der sonst überall Korruption riecht, nichts auszusehen. Den sozialistischen" Deputirten hat das Wolff'sche Fortdauer des Ausnahmezustandes zu begründen. So lange Herr Cohen ist jedoch nur einer unter vielen. es in Prag aber feinen Ausnahmezustand gab, sind politische Bureau zum boulangistischen hinzugelogen. Statt er hat, soviel ich weiß, sich vorläufig auf GelegenheitsMorde nicht vorgefallen, man müßte denn die Niedersäbelung solche Allotria zu treiben, und solche Alfanzereien zu vifiten bei der Bourgeoisiepresse beschränkt. ganzen Weg zurückgelegt. der Arbeiter in Straschiz als solche bezeichnen, was aus ver- registriren, thäte das Wolff'sche Bureau beffer, uns über gegen haben schiedenen Gründen nicht zulässig ist. Erst mit und durch die Ge st ändnisse des Lockspizels Munoz zu Beispiel ein Herr Emile Gautier, der Anfang der achtziger den Ausnahmezustand ist eine Blutthat wie die Beseitigung unterrichten, die es hartnäckig todtschweigt. Wir Jahre in Paris als wüthender Anarchist auftrat, in Broschüren Mrva's möglich geworden. Hieraus folgt für jeben ver freuen uns beiläufig über diesen Todtschweigungsversuch, die Sozialdemokratie der Preisgabe der Arbeiterfache be nünftigen Menschen die dringende Nothwendigkeit, den Ausden Einschläferern" dann plößlich eines Tages als Mitarbeiter nahmezustand sofort zu beseitigen. Aber für unsere liberale Denn er beweist, daß die Leiter des Wolff'schen Bureaus schuldigte eine der Broschüren trägt den Titel„ Nieder mit Bresse, für die Satelliten der Koalition, folgt daraus eine fich durch diese allerdings sehr unbequemen Geständnisse der opportunistischen Republique Française" auftauchte und Beschönigung des Ausnahmezustandes, und sie geben schon und Enthüllungen getroffen wollen wir nicht sagen, icht, wenn ich nicht irre, beim Figaro" ist. Von zwei Dingen heute der Regierung ihre Zustimmung, den Ausnahmszustand aber sehr peinlich berührt finden, was entschieden nicht Gines. Entweder Herr Gautier ist im Stillen noch Anarchist, vorläufig nicht aufzuheben. für ein gutes Gewissen spricht. und dann ist er ein Zump, der seine Feder ohne Wahl dem verfauft, der sie bezahlt, oder er hat mit der Feder auch seine Ueberzeugung verkauft, und dann steht er als Verräther wahrhaftig tief, tief unter jenen Arbeitern, die, auf sich gestellt, im Barlament strauchelten. Unsere Genossen in Frankreich wissen aber noch viel mehr Helden seines Schlages zu nennen und ich würde es für feine verlorene Arbeit halten, wenn in allen Ländern einmal festgestellt würde, wie viel solcher Ueberläufereien wenig zahlreiche anarchistische Bewegung aufzuweisen hat. Das würde nach verschiedenen Richtungen hin aufklärend und nüßlich zur und Durchstechereien mit der Bourgeoisie die doch relativ so wirken. Niemand verurtheilt schärfer wie wir den nationalen Fanatismus, der in jungen, unreifen und leicht erregten Leuten romantische Vorstellungen züchtet und mitunter auch zu Blutthaten führen kann. Aber wir halten es für geradezu niederträchtig und verbrecherisch, eine solche Einzelthat an die Rodschöße einer großen politischen Partei zu heften. Es giebt nicht eine einzige Partei, es giebt nicht eine einzige politische Bewegung in der Geschichte, welche nicht in ihrer In den allermeisten Fällen aber ist das vergoffene Blut nicht Entwidelung manche blutbefleckte Blätter aufzuweisen hätte. so sehr den Verübern der Blutthat zur Laft zu legen als jenen, welche wider Recht und Gesetz jede politische Bewegung gewaltfam unterdrücken wollten. Chauvinistisches aus Frankreich. Wolff's Telegraphenbureau meldet: " den Und Andre daSo zum Eine Bestie. Am Schluß des Jahres ist in Frankreich der General Garcin zum Divisionsgeneral befördert worden. Der eine und andere wird bei dem Namen auf: zuckenden meisten wird er unbekannt sein. Denn nur einmal wurde er genannt und das vor mehr als 22 Jahren. Nur eine That hat der General Garcin gethan, aber es war eine That, die mit unverlöschlicher Blutschrift in den Annalen der mitten in der blutigen Woche". Die Kommune ist gefallen, Geschichte verzeichnet ist. Es ist der 26. Mai 1871; und Paris die Versailler megeln. Der Schriftsteller und Abgeordnete Kommune- Aufstand und an der Kommune- Regierung feinen horchend sich entschlossen, für bürgerliche Blätter zu schreiben, Millière wird auf der Straße verhaftet. Er hatte an dem Ich spreche nicht von Fällen, wo arme Teufel der Noth ge Antheil genommen und hielt es darum für unnöthig, aber sich auf fachliche Referate beschränkten oder Gebiete wählten, Aus der Schweiz wird uns geschrieben: sich zu verbergen oder zu fliehen. Doch als Redakteur die mit der Arbeiterbewegung in feinem direkten Zusammenhang Die schweizerische Bundesversammlung hat am Sonnabend der Marseillaise" hatte er den Zorn des boshaften stehen. Ich spreche von wirklichen Mogeleien mit der Arbeitern ihre dreiwöchentliche Wintersession wieder geschlossen. Die letzte Bwergs" Thiers erregt, und dieser hatte den Befeht aus und Sozialisten notorisch feindlichen Presse. Aber freilich, der Weche brachte dem Nationalrath einen interessanten Tag, näm- gestellt, ihn zu verhaften und summarisch zu erschießen. Stampf mit allen Mitteln mag auch das erlauben, wie ja auch lich die Interpellation Bogelsanger über die Millière wurde auf der Straße verhaftet und unter strömendem auf der Londoner Konferenz den Genossen der Anarchie vom Wirthschaft des Oberst Schmidt in der staatlichen Waffenfabrit Regen, infultirt und geschlagen von dem Ordnungspöbel, zum 26. Dezember die vollste Aktionsfreiheit in jeder Richtung" zuin Vern. Der Herr ist durch die Behandlung der ihm unter- Oberst Garcin geführt. Lassen wir nun diesen selbst er gesprochen wurde." Warum soll es da einem ehrlichen Gemüth fellten Arbeiter bereits zu einer, allerdings nicht vortheilhaften, zählen.( S. La Petite République" vom 31. Dezember.) Sind benommen sein, an Bourgeoisblätter zu verkaufen, was nur zu Verühmtl, t gelangt. Es ist noch in frischem Gedächtniß, daß Sie Millière" fragte ich ihn." Ja, aber Sie wissen doch, daß verkaufen ist? Der Zweck heiligt die Mittel. Wenn man nur verkaufen ist? Der Zweck heiligt die Mittel. Wenn man nur auf die dringenden und wiederholten Beschwerden der Arbeiter ich Abgeordneter bin." Das ist möglich, aber ich glaube, daß andererseits dann wenigstens nicht gar so ungeheuer moralisch das eidgenössische Militär- Departement Verhältniffe Sie den Abgeordneten- Charakter verloren haben. Uebrigens thun wollte! in der Waffenfabrik durch eine Rommission unter: haben wir einen Abgeordneten bei uns, Herrn Quinsonas, der fuchen ließ und daß diese die Arbeiterklagen in Sie rekognosziren wird." Ich sagte dann Millière, daß ich Be- Attentate auf den Zaren werden in der letzten Beit der Hauptsache begründet erflärte. Die vom Bundes- fehl habe, ihn zu erschießen. Er antwortete: Aber warum?" häufig gemeldet und natürlich ebenso häufig in Abrede rath Fren getroffenen beffernden Anordnungen scheinen sehr Ich erwiderte:" Ich fenne Sie nur dem Namen nach. Ich gestellt, was aber die Glaubwürdigkeit dieser Mittheilungen Eurzzeitige Wirkungen gehabt zu haben, denn die Klagen der habe Artikel von Ihnen gelesen, die mich nicht erschüttert. Vor allem scheint die letzte Meldung von Arbeiter werden immer wieder erneuert, und es ist offenbar, daß empört haben. Sie sind eine Statter, die man zertreten einer Vergiftung des Zaren wahr zu sein. Ein Wiener die Schuld daran einzig Oberst Schmidt, der Chef der Waffen- muß. Sie verabscheuen die Gesellschaft." Er sah mich mit einem fabrit, trägt. Der Rampf der Arbeiter mußte deshalb nun ein bezeichnenden Blick an und sagte:„ Ja, ja, ich basse Telegramin des Bureau Herold meldet hierüber: persönlicher werden und in einer in der Züricher ,, Arbeiterstimme" diese Gesellschaft!" ,, Gut, sie wird Sie aus Ihrem unter dem Titel, Giebt es ein Panama im Schweizer: Busen herausreißen und Sie über die Klinge springen lassen." land?" erschienenen Artikelferie wurden ihm geradezu haar- Das ist summarische Justiz! Das ist Barbarei, eine Grausamfträubende Dinge vorgeworfen, die, wenn wahr, eine ganze Reihe feit!"" Und alle Grausamkeiten, die Sie begangen haben, ist das Vergehen und Verbrechen einschließen. Die Artikel, von denen, Nichts? Wie dem sei, von dem Moment, wo Sie zugestehen, daß nebenbei gesagt, die großen bürgerlichen Blätter feine Notiz Sie Millière sind, ist nichts Weiteres zu machen." nehmen, erschienen zusammengefaßt als Broschüre, die an Be- Der Befehl war, daß er am Pantheon und auf den hörden und Parlamentarier geschickt wurde, aber feinen Erfolg Knien erschossen werde, damit er die Gesell. hatte. Infolge Beschlusses des sozialdemokratischen Parteitages fchaft für das Böse, daß er ihr zugefügt, um interpellirte nun Nationalrath Vogelsanger den Bundesrath. Berzeihung bitte. Bundesrath Frey antwortete, daß er Oberst Schmidt deswegen So Herr Garcin vor dem Kriegsgericht. Ein Augenzeuge befragt und von ihm die Antwort erhalten habe, ein Advokat erzählt: habe ihm von einer gerichtlichen Klage abgerathen, da die Man schleppte Millière zum Pantheon, ließ ihn die Stufen Broschüre anonym erschienen sei, er also gegen die Redaktion der emporsteigen und stellte ihn zwischen die zwei Mittelsäulen. Er ,, Arbeiterstimme" in Zürich flagen müßte, was einen weitschichtigen knöpfte ruhig den Rock auf und entblößte seine Brust. Darauf und kostspieligen Prozeß zur Folge haben würde, und endlich, stellte der Offizier ibn so, daß er von hinten erschossen weil seine persönliche Ehre durch die Ergebnisse der Unter- würde. Millière drehte sich mit heftiger Geberde um, und schaute, fuchungstommiffion vollständig gerechtfertigt sei. Deshalb meinte mit gefreuzten Armen, den Soldaten ins Gesicht. Bis dahin war Herr Frey, sollte der Rath die Suche auf sich be- er ganz ruhig gewesen. Das ist die einzige Bewegung der Entlich ruhen laffen. Die Interpellanten erklärten fich jedoch rüstung oder des Zorns, die ich an ihm bemerkt habe. Einige nicht befriedigt und Bogelsanger fagte, die vorgeschützte Worte wurden gewechselt. Millière schien einem Befehl den Anonymität der Broschüre sei blos ein Vorwand, der Verfasser Gehorsam zu verweigern." " " Großes Aufsehen erregen die Meldungen polnischer Blätter in Lemberg, nach welchen es fich bestätigen soll, daß vor furzer Zeit am 3aren ein Vergiftungsversuch durch Fische gemacht sein soll, welche mit Arsenit versetzt gewesen sein sollen. Der Zar sei in der That leicht erkrankt, obgleich er nur sehr wenig von den Fischen genossen. Das japanesische Parlament ist aufgelöst worden. Das ist das dritte Mal. Und da jede Wahl bisher ein radikaleres" Parlament brachte, so können wir uns über die Auflösung uur freuen. Briefkaffen der Redaktion. Altersversicherung. Aufwartefrauen sind von der Invaliditäts- und Altersversicherungspflicht ausgenommen. R. M., Lehrterstr. Ja, wenn nicht der Lohn ausschließin freiem Unterhalt besteht. Alter Abonnent, Weißensee. Ja, sobald der Gläubiger vollstreckbares Urtheil erftritten hat. A. Sch., Altenburg. Wir bedauern, Ihnen die Bezugsquelle nicht angeben zu können. J. Wolf. Wie alle unter das Preßgesetz fallenden literarischen Erzeugnisse, so giebt auch die„ Neue Welt" auf jeder Nummer den Ort bekannt, wo sie gedruckt wird. Also, klapp de dunen Dogen apen. P. Meusel. Wittwe Tölcke, Dortmund. Diese Adresse genügt. 21. 400. Sprechen Sie zwischen 71/2 und 8%, Uhr mit dem Miethsvertrag in der Redaktion vor. W. W. 1. Ja, wenn der Ausschluß vor Ablauf der Wochen, die eingeklagt werden, nicht erfolgt ist. 2. In Jahren. sei bereit, vor Gericht zu seinen Aussagen zu stehen. Außerdem So der Augenzeuge, Louis Mie. Und will man nun wissen müßte Herr Schmidt gar nicht mehr nach Zürich gehen, da die was geschah? Herr Garcin selbst erzählt es uns zuvorkommend: Berner Tagwacht" die Beschuldigungen reproduzirt habe. Er wollte nicht auf den Knien erschossen sein. Ich sagte ihm: das Da die Interpellation ausging wie das Hornberger Schießen, ist der Befehl: Sie werden auf den Knien erschossen, und nicht anders. beantragten Bogelfanger und Freunde eine Motion, welche den Er spielte ein wenig Komödie; er öffnete den Rock und Bundesrath einladet, gegen Oberst Schmidt eine Untersuchung zeigte dem Peloton, das die Exekution auszuführen hatte, seine führen zu lassen und über deren Ergebnisse zu berichten. Brust. Ich sagte ihm:" Sie wollen sich in einer Wie wenig das Volk mit solcher Behandlung der Angelegen- hübschen Rolle zeigen( vous faites de la mise en heit zufrieden ist, merft man aus zahlreichen Zeitungen, und der scène); Sie wollen, daß man erzähle, wie schön Grütliverein Zürich beschloß am Sonntag eine Resolution, Sie gestorben find! Sterben Sie still, das ist in welcher er erklärte, daß die bundesräthliche Auskunft den besser."" In meinem Interesse und in dem Anschein erwecke, als wollte man aufgedeckte Uebelftände meiner Sache habe ich das Recht zu thun, wie ich 30 verschweigen, und hinzufügt, daß unter diesen Umständen in der will." Gut, aber fnien Sie nieder!" Darauf sagte er:" I ch Vorlage des sogenannten Anarchistengefehes nichts als eine Frucht thue es nicht, wenn Sie mich nicht durch zwei " 13 S. W., Ruheplatstraße. Nein. Gerechtigkeit. 1. Nein. 2. Nein. Für den Inhalt der Inferate übernimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 3. Januar. Opernhaus. Der Barbier von Sevilla. Cavalleria rusticana. Schauspielhaus. Ein Sommernachtstraum. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Berliner Theater. Julius Cäsar. Leffing- Theater. Ein Millionär a. D. Der ungläubige Thomas. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Moritz Etablissement Morik Danksagung. Allen denen, die meiner verstorbenen Blas. Buggenhagen. Plaz. Frau Hedwig Ollmann die letzte Ehre Täglich Gr. Instrumental- Konzert. erwiesen, herzlichen Dank. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. 67/17 Caesar Ollmann. Spezial- Ausschant von Patzenhofer Zum Jahreswechsel die besten GlückD. D. Lagerbier, hell und dunkel. wünsche. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren RestaurationsArbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr 1893/1894. Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von bis 10% Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in Präuscher's Museum. 8 dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Tausende von anatomischen Präparaten. Säle für Versammlungen, Kommerje, hukkanal durch fünf Körper. Gladiatoren- Kampf. Festlichkeiten 2c. Castan's Montag • . • . Wunder d. Ceroplastik u.Mechanik. Dienstag Täglich von 9 früh bis 10 Abends für erwachsene Herren. Mittwoch. Panopticum. Dienstag und Freitag: Damentag. Donnerstag Residenz- Theater. Der Muftergatte. 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An den mit bezeichneten Zahlstellen sind auch Billets zur Urania à 25 f.( welch' letztere dann nur eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Die Zahlstellen sind folgende: S. Börner, Ritterstr. 108. Schöning, Stallschreiberstr. 29, SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 133. * Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. Windhorst, Junkerstr. 1. 0. * Ostschule, Markusstr. 31. Ungering, Breslauerstr. 27. 454/ 7* C. Wernau, Rosenstr. 30. N. Nordschule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Swinemünderstr. 120. * Gleinert, Müllerstr. 174. NO. * Gumpel, Barnimstr. 42. NW. Vogtherr, Stephanstr. 27a, Der Vorstand. Freie Volksbühne. Um vielfachen Wünschen der Mitglieder entgegenzukommen findet am Sonntag, den 7. Januar 1894, ein Extra- Vorstellung im National- Theater statt. Zur Aufführung ges langt zum 6. Male: Die Weber. Bon Gerhard Hauptmann. Zutritt zu dieser Vorstellung haben Mitglieder aller Abtheilungen, die unter Vorzeigung ihrer Mitgliedstarte eine Extrakarte erwerben. Extrakarten sind nur zu haben im National- Theater, der Verkauf beginnt am Tage der Vorstellung Nachmittags 1 Uhr. Die Billets werden wie üblich von 1 Uhr ab verlost. Beginn der Vorstellung 21/2 Uhr. Spielplan für Monat Januar 1894: Am Sonntag, den 7. Januar findet für die I. Abtheilung, " " " " " " 14. 21. 28. II. " " " " " " " III. " " IV. " " " " bei Herrn Heise, Lichtenbergerstr. 21. eine Vorstellung im Lessing- Theater statt." Zur Aufführung gelangt: Tagesordnung: 1. Wahl eines Arbeitgebers und fünf Das Fallissement. Schauspiel in 4 Aften von Bjernste Björnson. Mitwirkende: Die Damen Detschy, Geister, Wagen; die Herren Höcker, Panopticum.ahl mehrerer Krankenbesucher Rober, Brechtler und Waldow. und Kaffenangelegenheiten. 113/1 Beginn der Vorstellung 2/2 Uhr. Seemann, Vorsitzender. Der Vorstand der Freien Volksbühne. Weihnachts- Aufforderung. 397/2 J. A.: Julius Türk. SW., Golmsstr. 24. Märchen von Dr. Jul. Lohmeyer. Musik von Th. Krause. G. Schumann, Wir bitten die Mitglieder der Freien Vereinigung der Raufleute in Berlin, ihre einzufenden. Gleichzeitig theilen wir Adressen umgehend dem Kollegen Eduard Adler, Markus str. 48, mit, daß am Donnerstag, den Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. 4. Januar 1894, Abends 812 Uhr, Mittwoch, den 3. Januar, eine Abends 7/2 Uhr. Gr. Extra- Vorstellung. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Familie Brann auf Reisen, fomiſche Gr. Mitglieder- Versammlung Donnerstag, den 4. Januar 1894, Abends 8½ Uhr, Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen! Deffentliche Versammlung im Märkischen Hof, Admiralstraße 18( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Th. Glocke. 2. Diskussion. 3. Bericht der Delegirten der Gewerkschafts- Kommission. 4. Verschiedenes. im Saale der Berliner Ressource, Die Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, in dieser Versammlung Stallschreiberstr. 41/42, stattfindet, in recht zahlreich zu erscheinen. welcher die neuen Statuten und Mit: 161/11 Die Agitations- Kommission. gliedsbücher zur Ausgabe gelangen. J. A.: Schüler, Tresckowstraße 30. Tagesordnung: Verband deutscher Zimmerlente. Besonders hervorzuheben: 13 Hengste, in Freiheit dressirt und oder: Die Rache des Gäuserichs. vorgeführt von Herrn M. Schumann. Reitszene von mehreren Herren der In Borbereitung: Die Obdachlosen, Gesellschaft. 1. Vortrag des Reichstags- AbgeSpring- Potpourri von ordneten Ewald Vogtherr über„ Christoder: Lumpen- Susanne. Parod.- real. sämmtlichen Klowns. Auftreten der liche Weihnachten, Freifinn und AntiReitfünstlerin Frl. Blennow. Damen- femiten." 2. Disfusion. 3. Geschäft Mittwoch, d. 3. Januar, Abends 8i Uhr, bei Boltz, Alte Jakobstr. 75: Hurdle- race, geritten von 14 Damen liches. mit englischen Halb- und Vollblut bringend ersucht, zu erscheinen. Gäste Traumstück von Oscar Wagner. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 61/2 Uhr. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung Men! und Konzert. Nen! Ein Stiergefecht in Cadix. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und sämmtlichem TheaterPersonal. Sonntags 6 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. Alle Mitglieder werden 189/15 Der Vorstand. E. Adler, Rohnke. Ehlert'sche Kranken- und Sterbekasse pferden. Mr. Lecusson als englischer haben Zutritt. Jockey. Die Riesenköpfe, fomisches Entree der vorzüglichen Klowns Paul und William. Doppel- Bolero, span. Nationaltanz, ger. v. b. Frls. Adele Schumann u. Elly Footitt, der Herren Ad. Schumann und Ackermann. Rom. Entree des Original- Klowns William Oischansky. Auftreten der 10 Amerikanerinnen. Cavallerie zu Pferd, höchft fomisches Intermezzo von sämmtlichen Clowns. Donnerstag, den 4. Januar, Abends 71/2 Uhr: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Auftreten des neu engagirten rühmlichst bekannten Klowns Little Fred. Nr. 27. Sonntag, den 7. Jan. 1894, Vorm. 10 Uhr, im Raffenlofal Lindenstr. 110 bei Schwede, General- Versammlung. Tagesordnung: 1064b Lokalverband Berlin. Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag. Referent: Genosse Timm. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 472/2 Der Vorstand. Lese- und Diskutir- Club Süd- Ost. Donnerstag, den 4. Januar 1894, Abends 8 Uhr: General- Versammluug. Wahl des gesammten Vorstandes. Verschiedene Anträge der Mitglieder. Die Mitglieder sind verpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. 919b Bahn- Arzt Rob. Wolf, jetzt Leipzigerstraße 22. Spr. 8-7 Uhr. 1. Jahresbericht pro 1893. 2. Wahl 199/16 eines Vorstehers. 3. Wahl dreier Vorsteher- Stellvertreter. 4. Wahl der Kontroll- Kommission. 5. Geschäftliches. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Bor Beginn der Versammlung werden BeiHochachtungsvoll und ergebenst träge von männlichen Mitgliedern entG. Schumann, Direktor. gegengenommen. Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstrasse 32, empfehle meine hocheleganten Säle Grünauerstr. 25 freundl. Wohnungen zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. preiswerth zu vermiethen. 1085b Wwe. E. Schmiedel. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 1. Aus England. London, 27. Dezember 1893. Der durch das Marchal- Vaillant'sche Attentat verursachte Anarchistenschreck ist nun doch vernünftiger Ueberlegung gewichen, und mindestens für diesmal noch scheint das Asylrecht unangetastet bleiben zu sollen, während gegen etwa in England auszuführende Bomben 2c. Attentate die Regierung in der be stehenden Gesetzgebung genügende Mittel der Bekämpfung zu befizzen erklärt hat und auch erklären konnte. Wie der Walsall prozeß und der Prozeß gegen das„ Commonweal" gezeigt haben, genügt schon der bloße Besitz von Hülsen und chemischen Mate rialien, die zur Fabrikation von Explosionsapparaten erforderlich find, um Berurtheilungen bis zu 10 Jahren Zuchthaus herbei zuführen, und können Artikel, die zu Attentaten auf bestimmte Personen auffordern, ihren Verfasser oder Verbreiter auf Jahre hinaus hinter Schloß und Riegel bringen. Hierbei will ich gleich bemerken, daß D. Nicoll, der f. 3t. verurtheilte Mit- Redakteur des Commonweal", jüngst auf freien Fuß gesetzt worden ist, ohne natürlich im geringsten von seinen Absichten bekehrt zu sein. Dagegen scheint die lange Einzelhaft auf sein Nervensystem sehr ungünstig eingewirkt zu haben. Nicoll hat fich bei der ganzen Affäre so muthig und ehrenhaft benommen, daß man wohl seine Ideenrichtung bedauern, für ihn selbst aber nur Sympathie empfinden kann. Wenn ich sage, daß das Asylrecht für diesmal noch unangetastet bleiben dürfte, so gilt das in bezug auf die Unlust, gesetzgeberisch sich mit der Materie zu befassen. Dabei ist jedoch nicht zu vergessen, daß die Handhabung des Asylrechts zu einem großen Theil bei den Richtern liegt und diesen ein ziemlich weiter Spielraum in bezug auf die Beurtheilung des Charakters der in Frage kommenden Handlungen gelassen ist. Es bleibt also abzuwarten, wie fich in vor sie gelangenden Fällen die englischen Richter zur Auslieferung politischer Verbrecher stellen werden, bevor man wird sagen können, daß das Asylrecht überhaupt nicht Schaden gelitten. Bor 14 Tagen spielte sich vor dem Polizeigericht in Bow Street ein Fall ab, der in gewisser Hinsicht hierfür von Bedeutung werden kann. Ein Mann namens F. W. Hoppe war von Geheimpolizisten verhaftet worden und zwar, wie es scheint, auf grund eines von Deutschland ausgehenden Steckbriefes. Hoppe soll sich unter falschen Vorspiegelungen in Deutschland Geld und Waaren verschafft haben, und es handelte sich nun um die Frage seiner Auslieferung. Einer der Polizisten bemerkte in seiner Erzählung mit bezug auf die bei Hoppe vorgenommene Haussuchung, man habe bei demselben eine Menge anarchistischer Schriften gefunden.„ Das haben Sie hier nicht vorzubringen", unterbrach ihn sofort der Richter, in dem Moment durchaus nicht in feindlicher Absicht gegen Hoppe. Er wollte ersichtlich die zu Belastungszwecken erfolgte Hineinziehung der politischen Ansichten desselben in dem Fall zurückweisen. Aber die Sache hat noch eine andere Seite. Wenn es richtig ist, was der betreffende Polizist hinzufügte, daß Hoppe Mitglied der Leitung des Klubs Autonomie ist, so liegt der Schluß nahe, daß derselbe die ihm zur Last gelegten Handlungen, wenn überhaupt, so aus politischen Motiven begangen hat. Er mag Gründe haben, dies nicht geltend zu machen, und der Rüffel der Richter durchaus mit seinen Wünschen und Absichten übereinstimmen. Ich kann und will das nicht untersuchen. Nun sind doch aber sehr viel Fälle denkbar, wo durchaus politische Handlungen die Form sogenannter gemeiner Vergehen annehmen- es braucht nicht gerade Betrug oder Diebstahl zu sein und die Angeschuldigten sehr großen Werth darauf legen, diesen Zusammenhang zu be tonen. Wie wird sich alsdann der Richter stellen? Das ist nach alledem heute sehr viel zweifelhafter geworden als es früher war, und Fälle, wie der hier geschilderte, nur zu geeignet, böswilligen Entscheidungen reaktionärer Richter Vorschub zu leisten. Es fehlt unter den Anarchisten nicht an Leuten, die das einsehen, aber die Konfusion, die die famose Phrase von der absoluten Eelbstherrlichkeit des Individuums in diesen Kreisen angerichtet, und die Diktatur, die infolge derselben die kompletten Narren und die stillen Alliirten der Polizei über die noch halbwegs zurechnungsfähigen Elemente ausüben, läßt es nicht zum Ziehen der nothwendigen Konsequenzen tommen. Mittwoch, den 3. Januar 1894. Es ist nach meiner Ansicht der Mühe werth, von solchen Dingen gelegentlich Notiz zu nehmen. Ueberhaupt tönnte in mancher Hinsicht ein bischen mehr Aufmerksamkeit der anarchistischen Bewegung gegenüber nicht schaden. Wir brauchen sie deshalb nicht zu überschäßen. Die anarchistische Bewegung ist da, und sie hat viel mehr der stillen Freunde und Gönner als man glaubt. Und weit mehr als die von den Phrasen des anarchistischen Evangeliums bethörten Arbeiter, die in gutem Glauben ihre Haut zu Markte tragen, wären diese stillen Gönner zu kennzeichnen, die sich von den von ihnen bekämpften sozialdemokratischen Führern vor allem dadurch unterscheiden, daß sie regelmäßig andere die Kastanien aus dem Feuer holen lassen und, wenn ihre Proteges den Tod oder so und so viel Jahre Gefängniß ernten, selbst wie die Razen heil auf die Pfoten fallen, beglückwünscht von derselben Presse, die für den andern die volle Strenge des Gesezes verlangt. Wer den Einzelheiten der mit dem Fall Marchall- Baillant verknüpften Untersuchungen folgt, wird in bezug auf diesen Punkt auf sehr merkwürdige Thatsachen stoßen, die indessen besser ein anderes Mal beleuchtet werden. Chronik der wichtigsten politischen und Partei- Ereignisse im Jahre 1893. Juni. 1, Die obligatorische Stimmenabgabe Dom Repräsentantenhause angenommen. Streit der Seidenweber in Mährisch- Trübau. belgischen 2. Bei der Neuwahl der Stuptschina wird eine erdrückende radikale Majorität gewählt. Streitigkeiten zwischen italienischen und französischen Arbeitern in Toulon. 3. Graf Kalnocky, der österreichische Minister des Auswärtigen, betont zum Aerger Caprivi's, daß die Situation durchaus friedlich ist. 4. Der Kanton Bern giebt sich in einer Volksabstimmung mit 55 000 gegen 15 000 Stimmen eine neue fortschrittliche Verfassung. 6. Maurerstreit in Malmö. Das argentinische Kabinet tritt zurück. 8. Kohlenarbeiter- Streit in Fünfkirchen( Westungarn.) 9. Im Leipziger Hochverrathsprozeß werden die zwei Angetlagten zu 14 Jahren Zuchthaus verurtheilt. 12. Bankprozeß in Italien; ehemaliger Direktor der Bank von Neapel Cuciniello zu 10 Jahren, der Kassirer zu 61/2 Jahren verurtheilt. 13. Bergarbeiterstreit in Kladno. Kutscherstreit in Paris. 14. Lawroff's 70. Geburtstag. Kunert in Halle verhaftet. Die Millionendiebe Lesseps, Fontane und Eiffel wurden durch den französischen Raffationsgerichtshof freigesprochen. Großer Weberstreik in Biddeford( Nordamerika). 15. Ein herrlicher Siegestag für die deutsche Sozialdemokratie, der Tag der Reichstags- Neuwahlen; große Niederlage der Freisinnigen, doch konnte der Sieg die Verschiebung der Majorität zu gunsten der Militärvorlage nicht hindern. 17. Aufruf des Parteivorstandes zu den Stichwahlen. 18. Temonstrationen zu gunsten des allgemeinen Wahlrechts in vielen Städten Desterreichs; in Brünn, bei Prag und anderen Drten arge Uebergriffe der Polizei. Arbeiterunruhen in Bern. 19. 11. Jahrg. Das norwegische Parlament beschließt die Kündigung der Ronsulargemeinschaft mit Schweden. 20. Das norvegische Parlament setzt die Zivilliste des Königs und des Kronprinzen herab. 22. Die französische Deputirtenkammer geschlossen. 23. Metropolit Clement wird, der Aufwiegelung gegen Fürst Ferdinand von Bulgarien und gegen die Regierung schuldig, zu lebenslänglicher Verbannung verurtheilt. 24. In Pforzheim fiegen die Sozialdemokraten bei der Stadtverordnetenwahl. Große Demonstration für das allgemeine Wahlrecht in Brünn. 25. Die Reform des belgischen Senates wird beschlossen. 26. Unterzeichnung des deutsch englischen Vertrages über die Kilimandscharo- Abgrenzung; das ganze Gebiet fällt in die deutsche Interessensphäre. = Großer Banktrach in Amerika; viele Banken stellen Zahlungen ein. 28. Erklärung des Zollkrieges an Rußland. 29. Siam unterwirft sich Frankreichs Forderungen. 30. Große, wohl vorbereitete Revolution in der Provinz Buenos Ayres und in der Provinz Santa Fé; die Aufständischen( Radikale) gewinnen die Oberhand; der Aufstand verbreitet sich über das ganze Land. Darteinachrichten. Ju bezug auf unfern Bericht über die Parteitonferenz des I. Nassauischen Wahlkreises werden wir ersucht, ergänzend mitzutheilen, daß der seitherige KreisVertrauensmann Andreas Sauer, Homburg, wiedergewählt wurde. * # Das Verbot des Parteitags der ungarischen Sozialdemo tratie ist vom Ministerium als ungesetzlich aufgehoben und wird derselbe nun doch noch in Arad am 6. und 7. Januar stattfinden. # Bei den Gemeinderaths- Wahlen in Salzungen haben unsere Parteigenossen zwei ihrer Kandidaten durchgebracht. Die Wahlbetheiligung war eine sehr starke; von 470 Wahlberechtigten haben 433 ihr Wahlrecht ausgeübt. " * * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Die strengere Handhabung des gemeinen Rechts" gegenüber den Sozialdemokraten scheinen sich die fächsischen Behörden zur ganz besonderen Pflicht zu machen. So wurde Genosse Schöne in Lohmen bei Pirna als Vorsitzender des sozialdemokratischen Arbeitervereins in eine Polizeiftrafe von 30,45 M. genommen, weil an dem stattgefundenen Stiftungsfest obigen Vereins 3 Nichtmitglieder theilgenommen hatten. Außerdem wurde auch der Wirth, bei welchem das Fest stattgefunden hatte, mit einer Strafe von 10 M. belegt. Die Berufung des letzteren wurde verworfen. Schöne habe im Voltsfreund" annoncirt und damit sei das Fest zu einem öffentlichen geworden". Leider hat Schöne ohne gerichtlichen Entscheid zu beantragen, die Strafe sofort bezahlt, die wir für eine vollkommen unberechtigte halten, denn es kann Vereinsmitgliedern nicht verboten werden, Gäste bei Vergnügungen einzuführen. Des weiteren scheint man auch eine schärfere Braris in bezug auf die Versammlungsanmeldungen anwenden zu wollen. Bisher brauchten die Versammlungen in der Amtshauptmannschaft Birna nur beim Gemeindevorstand angemeldet zu werden. Aufgeregte Debatten in der Pariser Kammer über die Neuerdings dringt dieselbe darauf, daß auch sie davon Meldung Panamaskandale. 20. Große Futternoth in Deutschland. Kohlenarbeiterstreik in Dur( Böhmen). Ergebnißloses Attentat gegen den Führer der spanischen Konservativen, Canovas. 21. Anschuldigung gegen Clemenceau, in Diensten Englands zu stehen. 22. In der französischen Deputirtenkammer wird der Beweis erbracht, daß die Beschuldigung gegen Clemenceau auf gefälschten Attenstücken beruht. Englisches Panzerschiff„ Victoria" geht infolge Zusammenstoßes unter. 23. Stichwahlen zum Deutschen Reichstage. Die Frage der internationalen Schiedsgerichte im englischen Unterhause verhandelt. 24. Die Regierung des Kantons Bern verbietet alle öffentlichen Aufzüge und Demonstrationen. 26. Der Gouverneur von Illinois, Altgelt, begnadigt die drei Anarchisten Fielden, Neebe, Schwab. Der Indische Rath in Indien schafft die freie Silberprägung ab; die Goldwährung soll baldigst eingeführt werden. 27. Beginn des russisch deutschen Zollkrieges; durch Verordnung des Baren tritt Deutschland gegenüber der russische Maximal- Zolltarif in Kraft; dadurch der deutsche Export nach Rußland fast ausgeschlossen, weil Zollzuschlag von 30 Prozent auf 117, und 20 Prozent auf 68 Artikel. 28. Das allgemeine Wahlrecht mit geringem Mehr im norwegischen Parlamente abgelehnt. 4. Der Reichstag tritt zusammen. Da hat, wenn die Blätter recht berichtet sind, gestern im Klub der„ Autonomie" eine große", von verschiedenen Orten beschickte Anarchistenkonferenz stattgefunden und ein Manifest vereinbart, das angesichts der jüngsten Vorkommnisse die Grundsätze der Anarchisten klarlegen soll. Verwirrteres Zeug aber als dieses Manifest ist mir sobald noch nicht vorgekommen. In einem Athemzuge werden die Arbeiter vor den Schwindlern und Projettenmachern gewarnt, die sich als Arbeiterfreunde aufspielen, Spaltung und Mißtrauen anstatt Solidarität säen und, heißt es weiter, indem sie unsere Ungeduld und Leichtgläubigkeit sich zu Nuße machen, die verschiedenen Bewegungen in politische Kanäle leiten, was ihnen nur Macht und Vortheil, den Arbeitern aber blos einen Wechsel in den Personen ihrer Herren und Blutsauger bringen fann. Damit, daß ihr eure Macht in ihre Hände legt, kommen sie, dank der Kenntniß der politischen und sozialen Wissenschaften, die ihr zu erwerben keine Möglichkeit habt, euch zu täuschen und zu dem Glauben zu verlocken, daß die Peitsche leichter fällt, wenn sie von andern Händen geschwungen wird." Schön, was sollen aber dafür die so leicht zu foppenden Arbeiter thun? Alles, was fie individuell oder in Gruppen, in der Richtung auf Kooperation, Tradeunionismus, Antialkoholismus, Sparen 2c. thun Juli. mögen, werde sie als Klasse in derselben Sklaverei, Armuth und Degradirung laffen als vorher," nur die Abschaffung der Klassen, der Privilegien und Auszeichnungen kann diese Bedingungen ändern, und diese Abschaffung nur bewirft werden durch man höre und staune die vom Bolt selbst entwickelten intellektuellen und physischen Kräfte?" Den Arbeitern, die man soeben noch als unwissend, leichtgläubig und ungeduldig hingestellt, bietet man eine nichtsfagende, jedem Humbug, jedem Schwindel die Thür öffnende Phrase. Weil man in der Verwerfung aller vorläufigen Mittel, durch welche die Arbeiter ökonomisch und politisch ihre Position zu bessern suchen, gar nicht radikal genug sein kann, verkündet man als Summe der Weisheit eine Phrase, wie sie gehirnverfleisternder fein Zeilenreißer der Kapitalistenpresse hätte fertig bekommen können. Und nach solcher Leistung fehlt dann hinterher nicht die, für leichtgläubige und in ihrer Ungeduld der Verführung durch Schwindler ausgesetzte Arbeiter, von denen vorher die Rede war, so geeignete Erklärung: In einem Kampf wie dieser halten wir alle Mittel, wie verzweifelt sie immer seien, für gerechtfertigt. Wir werden alle sogenannten Staatsmänner und Reformer, ob sie Aristokraten, Plutokraten oder Demokraten sind, und die, welches auch ihre Absichten, blos die Uebel und Ungleichheiten, die wir ausrotten wollen, verlängern, bloßstellen und brandmarken." Von der Debatte theilt der als offiziell" bezeichnete Bericht noch mit, daß in bezug auf das den anderen Sozialisten" gegenüber zu beobachtende Verhalten eine Stimmung zum Ausdruck tam, die diesen für die Zukunft keineswegs mehr Ruhe und Befriedigung verspricht, als ihnen zuvor gelassen. Und das theilt man der Bourgeoispresse offiziell" mit!! Großes Grubenunglück bei Torn Hill( England), 5. Der preußische Landtag geschlossen. Die Nürnberger Landtagssige von den Sozialdemokraten crobert. Sieg der Sozialdemokraten bei der Landtagswahl in München II. Beginn des französisch- siamesischen Krieges. 6. Die Pariser Arbeiterbörse wird geschlossen. 7. Berathung der Miltärvorlage im Reichstage. 8. Interpellation über die Bankstandale in der italienischen Deputirtenkammer. 14. Ausbruch der Revolution in Brasilien. 15. Der deutsche sozialdemokratische Parteitag wird auf den 22. Oktober nach Köln einberufen. Cipriani aus Frankreich ausgewiefen. 16. Die Militärvorlage in dritter Lesung mit 16 Stimmen Majorität angenommen. Schluß des Reichstages. Die Konferenz deutscher Finanzminister wird einberufen. 17. Gladstone verspricht, ein Achtstundengesetz dem Parlamente. vorzulegen. Erster bulgarischer Sozialistenkongreß in Tirnova. " 18. Der Vorwärts" veröffentlicht die Straflisten Unterm neuen Kurs" für die Monate April, Mai und Juni. Summe 14 Jahre Zuchthaus, 17 Jabre 10 Monate 18 Tage Gefängniß und 6592,80 M. Geldstrafe. Textilarbeiter- Konferenz für Rheinland- Westfalen. 19. Delegirtentag des englischen Bergarbeiter- Bundes. Französisches Ultimatum an Serbien. zu erhalten habe; Versammlungen, die leßterer nicht angemeldet, dürfen nicht stattfinden. Sollte diese strengere Handhabung des gemeinen Rechts" mit dem Erlaß des Ministers zusammenhängen? Jm Uebrigen fönnen diese Verbote uns wenig bes irren auch derartige fleinliche Chikanen werden unsere sächsischen Parteigenossen überwinden. . Die - Der Genosse Fischer, Redakteur ber Sächs. Arbeiter Zeitung war bekanntlich wegen eines Artitels, der mit der Jubiläumsfeier des Königs von Sachsen sich beschäftigte, durch einen richterlichen Strafbefehl zu 14 Tagen Haft verurtheilt worden. Gegen diesen Strafbefehl war Berufung eingelegt und stand am 30. Dezember Termin an. Anfangs erhobene Anklage wegen Majestätsbeleidigung mußte fallen gelassen werden, die Berufung im übrigen aber wurde verworfen, so daß Genosse Fischer nue des geoben unfug 3" beschuldigt, 14 Tage hinter die schwedischen Gardinen muß, wo er Betrachtungen anstellen kann über die Dehnbarkeit der Kautschukparagraphen. Oftober. " " Unterm neuen Kurs. 2. Görlitz. Schuhmacher Lindemann aus Girbigsdorf wegen Majestätsbeleidigung( Sigenbleiben beim Kaiserhoch in einer Wahlversammlung) 3 Monate Gefängniß. Wurzen. Genosse Diehl, Redakteur der Wurzener Zeitung", von der Anklage der Beamtenbeleidigung freigesprochen. " 3. Guben. Genosse Müller von der Anklage der Gotteslästerung freigesprochen, OF Neichenbach. Genosse Kühn aus Langenbielau wegen Gendarmenbeleidigung 50 M. Geldstrafe. „ Oderberg. Genosse Küne de wegen Vergehens gegen " § 153 der Gewerbe- Ordnung 3 Tage Gefängniß. Altenburg. Genosse Käppler, Redakteur des„ MüllerFachblattes", 14 Tage Gefängniß wegen Beleidigung eines Mühlenbesizers. Berlin. Genosse Brandt wegen unerlaubter Rols portage 6 M. Geldstrafe. 4. Magdeburg. Genosse Stolberg aus Burg wegen Meineids 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Wiesbaden. Tischler Selig wegen Bedrohung und Beschimpfung eines nichtstreikenden Arbeiters 2 Monate 3 Wochen Gefängniß. 00 19 " Großgerau. Genosse Müller- Darmstadt wegen unerlaubter Tellersammlung mit 30 M. Polizeibuße belegt, vom Schöffengericht freigesprochen. Dortmund. Genosse Gölger von der Anklage der Polizeibeleidigung und des Widerstands gegen die Staatsge: valt freigesprochen. " Breslau. Genosse Henning, Redakteur der Volkswacht", wegen unerlaubter Rollefte 6 M. Geldstrafe. Oldenburg. Genosse Duden, Redakteur der Nordwacht", wegen Fabrikantenbeleidigung drei Monate Ge fängniß. " 5. Eckernförde. Wegen unerlaubter Tellersammlung Genosse T. 6 Wi. Geldstrafe. Kaffel. Genosse Huhn, Redakteur des Volksblatt", wegen groben Ünfugs( Boykott- Inferate) 14 Tage Ge fängniß. Clober " 6. Höchst. Wegen groben Unfugs( Hoch auf die internationale, revolutionäre, völferbefreiende Sozialdemokratie) Buchbinder N. vom Schöffengericht 6 Wochen Haft. Frankfurt a. M. Genosse M. Schmidt wegen Polizeipräsidenten- Beleidigung 30 M. Geldstrafe. a # Dresden. Dreizehn Vorstandsmitglieder des Arbeitervereins Döhlen, von der Amtshauptmannschaft wegen groben Unfugs( Publikation eines Boykottbeschlusses) mit je 10 Tagen Haft belegt, vom Amtsgericht wegen Geschäftsschädigung 5 bis 100 m. Geldstrafe. " Elberfeld. Genosse Gewehr, Redakteur der Elberfelder Freien Presse", wegen Aufreizung 14 Tage Ge fängniß. 7. Zierlohn. Genosse Raue wegen Fabrikantenbeleidigung 2 Monate Gefängniß. 17 " Kiel. Genosse Wegner Wankendorf wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes 20 M. Geldstrafe. Caffel. Genosse Huhn, Redakteur des Boltsbl.", wegen Pfaffenbeleidigung 70 M. Geldstrafe. " 9. Planen. Genosse Künzel, Redakteur der Vogtl. Volfsztg.", wegen Gendarmenbeleidigung 14 Tage Gefärgniß. " " . W # M " Oftober Wähler", 25. Maunheim. Genosse Pfeiffer, Redaft. d. wegen Beleidigung 10 Tage Gefängniß. Leipzig. Genosse Heinisch, Redakteur des wegen Offiziersbeleidigung 250 M. Geldstrafe. 26. Duisburg." Anarchist" Derter wegen Widerstands, Aufreizung und Vergehens gegen das Dynamitgesez, Geheimbündelei 8 Jahre Zuchthaus. fangen ihren Fuß auf die schöne deutsche Erde geseht haben, 10 Boltsst.", müßte doch die Hand des Teufels im Spiele fein, wenn nicht jeder Interessent an der heutigen Ordnung seine tausend Mark für eine Attie spendete. Tausend Mark! Ein Lumpengeld, wenn man fich dafür nicht nur seinen Arnheim gegen Langfinger fichern fann, sondern welche Perspektive eröffnen nicht die tuschelnden Andeutungen betreffs des Ministers des Innern auch gar thatfräftigen Schuhes gewiß ist, wenn die Massen in ihrer gefährlich überhandnehmenden Begehrlichkeit einmal den lofen Versuch machen sollten, den ganzen heutigen Ordnungsrummel über den Haufen zu werfen! Und obendrein noch eine eine lohnende Verzinsung des Geldes, das zu dieser weltbeglückenden ,, patriotischen" That hergegeben ist. Nur immer heran, meine Herrschaften, es ist die höchste Zeit für den, der noch nicht sein Geld los geworden ist. 27. Weißenfels. Genosse Fischer wegen Wahlvorsteher Beleidigung 5 M. Geldstrafe. Dresden. Genosse Knöfel, Red. d.„ S. A.- 3tg.", 100 M. Geldstrafe wegen Beleidigung. 30. Wurzen. Genosse Diehl, Red. d.„ Wurzener 3tg.", wegen Architektenbeleidigung 75 M., wegen Beleidigung des Grafen Könnerit 2 Monate Gefängniß. 61. Dortmund. Genosse Lehmann wegen Uebertretung des Preßgesetzes 50 M. Geldstrafe. Insgesammt im Monat Oktober 11 Jahre Zuchthans, Jahre 3 Monate 27 Tage Gefängniß und 3636 M Geldstrafe. Der Parteivorstand. 4 Tokales. gebrochen. Kurz vor 12 Uhr zog ein dichtes schwarzes Gewölt Mit Blih und Donner ist das neue Jahr heranleuchten, das sich gegen 122 Uhr in den nördlichen Vororten zu im Norden auf, und bald darauf sah man ein starkes Wettereinem schwachen von Blitz und Donner begleiteten Gewitter entfaltete. neue Jahr sein. Schwül genug liegt es in der Lust, trotz der Möge dies Donnerwetter von guter Vorbedeutung für das bitterlichen Winterkälte, die dem gewaltigen Heer der Armen Elend, Hunger und Arbeitslosigkeit doppelt furchtbar macht. " Wir Sozialdemokraten gehen in uns und geben kleinlaut zu, daß es auch um die Unternehmungslust des Bourgeois in dieser traurigen Zeit verteufelt schlecht bestellt sein muß, wenn es bei einer neuen Gründung einer solch plumpen Reklame bedarf. Die neueste Militärboykottliste ist uns zugegangen. Auf thr stehen 90 Berliner, 8 Charlottenburger und 2 ReinickenRajjel. Genosse Huhn wegen Theilnahme an einem dorfer Gastwirthschaften, sowie ein Zigarrengeschäft als für nicht angemeldeten öffentlichen Umzuge 15 M. Geldstrafe. Mannschaften und Unteroffiziere verboten verzeichnet. Eine beMagdeburg. Genoffe Löste, Redakteur der„ Volksftime", wegen Gutsbesitzer- Beleidigung 3 Monate Ge im Bejiz von bekannten Sozialdemokraten oder wird, wie dies trächtliche Anzahl der auf den Inder gefeßten Lotale ist natürlich fängniß. 10. Teffau. Wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes Genosse Man sieht, die Militärbehörden wissen, so weit äußere, mechanische ja leicht an zuständiger Stelle bekannt werden kann, notorisch Gondlach 15, sechs andere Genossen je 20 M. Geld Mittel in Betracht kommen, recht umfassend zu agiren, um die zurechtvon unseren Parteigenossen zu Versammlungszwecken benutzt. strafe. Euhl. Genosse Hülle Erfurt wegen groben Unfugs ( er behauptete in einer Versaminlung, Friedrich Wilhelm II. suchet, wenn sie verschlinge, möglichst zu bewahren. Wer wollte zudrillenden jungen Proletarier vor der Sozialdemokratie, die da sei ein Trottel gewesen) mit 60 m. Polizeibuße belegt, Bontott beim Militär durch die empfindlichen Arreststrafen nicht ferner bestreiten, daß ein Vergehen gegen den ausgesprochenen vom Landgericht freigesprochen. München. Genosse Schmid, Redakteur der Münch. viel strammer geahndet wird, als beim Zivil? Der Fabrikant, Po", wegen Restaurateur- Beleidigung 150 M. Geldstrafe. Die Weißlackirten" stehen gegenwärtig im Mittelpunkte der in feiner Herzensnoth die Satzungen seines Ringes durchEnarbrücken. Graveur Hoff- Oberstein von der An- des lokalen öffentlichen Interesses. Bekanntlich ist auf Betreiben bricht, fann schlimmstenfalls mit einer Ronventionalstrafe bedacht flage der Majestätsbeleidigung( Sißenbleiben beim Kaiser- einiger großer Taxameter- Droschkenfuhrherrn eine polizeiliche Be- werden und gar eine Arbeiterorganisation fann überhaupt nur hoch in einer Wahlversammlung) freigesprochen. stimmung erlassen worden, nach welcher vom 1. Januar d. J. durch moralische Mittel wirken, die allerdings bei dem PflichtReichenbach. Genosse Kühn, Redakteur des„ Prole- ab die Taxameter- Droschtentutscher nur noch mit weißladirten bewußtsein des flassenbewußten Proletariats viel schneidiger" tarier", wegen Gendarmenbeleidigung 50 M. Geldstrafe. Kopfbedeckungen im Tienste zu erscheinen haben. Da die Kutscher wirken, als der Arrest beim Kommiß und die Geldstrafe beim 11. Dortmund. Genosse Spiekermann wegen Ueber- sich die Hüte auf eigene Kosten zu beschaffen haben und die Unternehmer. Ueber die endgiltige Wirkung des Militärboykotts tretung des Vereinsgesetzes( Bildung einer Gewerkschafts- Rutscher zudem befürchten, daß es mit der Einführung der wollen wir bei alledem denn auch lieber den Schleier der Liebe fommission) 50 M. Geldstrafe. Genosse Block, Re- Weißlackirten" nicht sein Bewenden haben, sondern daß viel- decken und für heute nur auf den Umstand hinweisen, daß in dakteur der Rheinisch- Westfälischen Arbeiter- Zeitung", mehr den Weißlactirten" nach und nach noch weitere befondere jeßiger aufgeflärter Zeit noch manche Staatsanwälte und wegen Fabrikantenbeleidigung 150 M. Geldstrafe. Uniformstücke folgen werden, um die Tayameterfutscher Richter, sowie der liebe Mob der öffentlichen Meinung Beter 11. Kiel. Genosse Ströbel, Redakteur der Volts: 3tg.", vor anderen Droschkenfutschern im Interesse der Tarameter- und Mordio über den unfittlichen Arbeiterboykott schreien, wowegen Brauerbeleidigung 60 M. Geldstrafe. Droschten- Fuhrherrn, auszuzeichnen", so hat am 29. Dezember v. J. gegen es niemandem einfallen dürfte, sich über den 11. Berlin. Von der Anklage der Uebertretung des Preß- eine öffentliche Versammlung von Droschkenkutschern einhellig Militärboykott sonderlich zu entrüsten. Wer das Eine gesetzes( Nichtaufnahme einer Hans Blum- ,, Berichtigung") beschlossen, die weißlackirten Behauptungen mit aller Energie will darf das andere nicht lassen und die Arbeiterwelt wird sich Genosse Schröder, Redakteur des Vorwärts", frei- zurückzuweisen, und so lange die Kutscherböcke der Tarameter den Teufel um moralische Entrüstung scheeren, sondern nach dem gesprochen. Droschten oder, wie die offizielle Bezeichnung laufet, der Muster militärischer Strammheit tapfer weiter boyfotten, wo es Iserlohn. Wegen Fabrikanten und Werkmeister Belei- Droschten mit Fahrpreisanzeiger", nicht zu besteigen, bis die ihr gut scheint. Da das herrliche Kriegsheer sozusagen der höchste digung Genofie Raue 1 Monat Gefängniß. Polizeiverfügung, gegen welche übrigens bereits beim Minister Hüter der heutigen, grenzenlos heiligen Ordnung ist oder wenigstens Stuttgart. Genosse Tauscher, Redakteur der„ Tag des Innern remonstrirt wurde, wieder aufgehoben ist. Mit be sein soll, so ist der Boykott der legale, ja gewissermaßen legitime wacht", von der Auflage der Majestätsbeleidigung frei- greiflichem Interesse wurde daher nicht allein in Droschten Ausfluß des Ordnungsprinzips. Weshalb sollen die Arbeiter gesprochen. futscherkreisen dem 1. Januar entgegengesehen; war doch wohl viel- also nicht nach so erhabenem Beispiel handeln? 12. Breslau. Genosse Henning, Redakteur der Volks- fach angenommen, daß dieser Hutstreit" der Tarametertutscher von wacht", wegen Fleischermeister Beleidigung( anläßlich der vornherein in anbetracht der überaus schlechten Erwerbsverhältnisse Ein Sylvester- Idyll. Mit der blanken Waffe in der Hand Tumulte) 300 Mark Geldstrafe. Genosse Schübesonders auch im Droschkenfuhrgewerbe ins Wasser fallen" hat die Schuhmannschaft in der Sylvesternacht ein Wirthshaus von der Anklage der Polizeikommissar Beleidigung frei- würde. Mit um so größerer Genugthuung fann nunmehr aber geräumt. Von betheiligter Seite wird der Vorfall folgendermaßen gesprochen. die Thatsache konstatirt werden, daß die Droschkenkutscher in er dargestellt: In dem Lokal von Weczerek an der Ecke der LandApolda. Genosse Haupt, Redakteur der Freien freulichster Weise dem gefaßten Beschlusse nachgekommen sind wehr- und Gollnowstraße war eine große Anzahl von Gästen Presse", wegen Lehrerbeleidigung 14 Tage Gefängniß. und ein schönes Beispiel ihrer Solidarität gegeben haben. Von beiderlei Geschlechts, darunter Angehörige der Wirthsleute, verDresden. Wegen groben Unfugs( Boykott Inserat) den 487 im Betrieb gewesenen„ Droschken mit Fahrpeis- Anzeiger" fammelt, als um 1114 Uhr ein Nevierwachtmeister des 19. Polizei Genoffe Knöfel, Redakteur der Sächsischen Arbeiter wird wohl kaum eine im neuen Jahre von eigentlichen Rutschern Reviers mit zwei Schuhmännern eintrat und, als der Beitung", 14 Tage Gefängniß. gefahren. Die„ Weißlackirten", die nur sehr vereinzelt in den Wirth die Frage, ob er für den Tag eine besondere Magdeburg. Genoffe Beer, Redakteur der Volks- Straßen Berlins auftauchen und allgemeines Aussehen erregen, Bolizeistunde habe, verneinte, Feierabend bot. Auch ftir me", wegen Blum- Beleidigung 100 M. Geldstrafe. dienen einigen großen" Fuhrherrn zur Bedeckung, welche, der Weczeret schloß sich diesem an, und die Gäste schickten 13. Stralsund. 17 Mitglieder des Arbeiterinnenvereins von Noth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, nach 15 bis 20jähriger fich an, das Lokal zu verlassen. Ehe dies gefchehen war, hatten der Anklage der Vereinsgefet- Uebertretung freigesprochen. Pause wieder den Kutscherbock bestiegen haben. Die ca. 20„ Ein- sich die Veamten von der Revierwache weitere Hilfe geholt, und Saalfeld. Genosse Becker, Redakteur des Boltsblatt", fpänner, welche den Fahrpreis anzeiger an ihren Droschten an- alsbald betraten der Wachtmeister mit sieben Schußmännern, wegen Beleidigung des meiningischen Ministeriums 60 M. gebracht haben, fahren zwar, aber nicht mit„ Weißlackirtem", einem Nachtwächter und zwei Kriminalschußmännern das Innere Geldstrafe. sondern mit dem" Pudel" als Kopfbedeckung, was nicht verboten des Wirthshauses. Die uniformirten Beamten hatten ihre Säbel Frankfurt a. M. Zwei Genossen aus Rödelheim vom ist. Sie haben sich in übrigen mit den Streifenden solidarisch erklärt gezogen, und es habe so ausgesehen, als ob dreingeschlagen werden Echöffengericht wegen Flugblattvertheilung mit je 5 M. und unterstützen dieselben ebenso, wie die anderen Droschien sollte. Bum Schutze seiner Ehefrau habe deswegen ein Arbeiter bestraft, vom Landgericht freigesprochen. tutscher nach Kräften. einen Stuhl vorgehalten. Nun sollen sämmtliche Gäste, auch die Mit Beginn des nenen Jahres hat auch die Arbeiter: Verwandten der Wirthsleute und sogar diese selbst angefaßt und Bildungsschule wieder ein neues Unterrichtsfach dem Lehrplan auf die Straße befördert worden sein. Der Wirthsfrau sei hierder Ostschule, Markusstr. 31 hinzugefügt. Am Montag den bei der linke Ohrring ausgerissen worden. Die Ehefrau des 8. Januar beginnt ein Kursus in Gesegestunde, worauf wir die Brauers Schmidt aus der Stettinerstraße, die einem FamilienElberfeld. Genosse Gewehr, Red. d.„ E. Fr. Pr." Nord- und Ostschule find Genossen ganz besonders hinweisen möchten. Für die Ereigniß binnen furzem entgegensteht, ist ohnmächtig geworden im Unterrichtsfach Gesund und mußte mittels Droschte nach Hause befördert werden. Als wegen Polizei- Inspektor- und Kommissarbeleidigung zehn heitslehre" Kurse für„ Erste Hilfe bei Unglüdsfällen" der Wirth und dessen Bruder Max, der feit Oktober bei ihm Wochen Gefängniß. Staatsanwalts- Antrag 8 Monate in Aussicht genommen( siehe Lehrplan der Schule in heutiger beschäftigt ist und auch in dem Hause 5/6 bei ihm wohnt, in das Nummer des„ Vorwärts"). Das Institut der Arbeiter- Bildungs- Lokal zurücktraten und ihr Recht, dort zu bleiben, betonten, habe Zwickan. Genosse Trognik, Red. des„ S. Wolfsbl.", schule fann der Arbeiterschaft Berlins nur aufs Wärmste em- der Wachtmeister den letteren auf die Straße ziehen wollen. wegen Kaufmannsbeleidigung 5 Monate Gefängniß. pfohlen werden, und wir wollen hoffen, daß die Schule auch im Eine Zivilperson, die den Beamten davon zurückhalten wollte, Leipzig. Genosse Wittig, Red. des„ Wähler", wegen neuen Jahre weiter arbeite an ihrer hohen Aufgabe, Licht in habe einen Säbelhieb von einem Schußmann, und dieser habe indirekter Aufforderung zur Kollekte 20 M. Geldstrafe. Magdeburg. Buchdrucker Arnold wegen unbefugten weitere Kreise zu bringen, die Arbeiter aufzurütteln und so mit darauf von einem Unbekannten einen blutigen Schlag erhalten. Magdeburg. Buchdrucker Arnold wegen unbefugten Plakatanheftens an den Fenstern seiner Druckerei 20 M. aus geistiger und physischer Knechtschaft.- Vorwärts im neuen diesem Augenblick, als das Lokal von Hunderten von Menschen Plakatanheftens an den Fenstern seiner Druckerei 20 m. zuarbeiten an dem einigen Werk des Proletariats: Befreiung Max Weczereck sei nach der Polizeiwache fiftirt worden. In Jahre! umlagert worden sei, habe der Reviervorstand den Ort betreten und dem Vorgang dadurch ein Ende gemacht, daß er die BeNationalökonomische Aufgabent, patriotische Thaten amten zurückzog. und Begehrlichkeit sind zu einem Ragout geschmackvoll ver- Von anderer Seite wird zwar gemeldet, daß die Gäste des 17. Magdeburg. Wegen Beleidigung Genosse 253ke, Re- einigt in einem Profpeft, den das Komitee zur Gründung einer Lokals durch Aufheben von Stühlen den Beamten Wiederdakteur der Volkswacht", 100 M. Geldstrafe. Versicherungs- Attiengesellschaft gegen Einbruchsbiebstabl stand entgegenzusetzen versucht hätten; aber selbst wenn dies der zum Besten desjenigen Theils der Kultur- Menschheit, dem noch Fall gewesen wäre, so hätte unseres Erachtens durchaus noch etwas gestohlen werden kann, herausgiebt. An und für sich läßt sich tein Grund für die Schuyleute vorgelegen, in der geschilderten ja gegen die Gründung einer derartigen Gesellschaft nicht viel sagen, und von keiner Seite bestrittenen Manier vorzugehen, Leute, die Warum soll der sorgenbedeckte Bourgeois, der sein theueres mit Weib und Kind in einer Gastwirthschaft anwesend find, Leben mit 50 000 m. versichert, in jetziger Zeit, wo, wie der Prospekt sich temperamentvoll ausdrückt, das Bestreben, fremdes Gut mit Gewalt sich anzueignen, genährt durch die sozialen Verhältnisse, von Tag zu Tage wächst", nicht auch das Heiligste von Allem, was es auf dieser sündigen Welt giebt, das Eigenthum, gegen die Begehrlichkeit derjenigen schützen, die Dank unserer göttlichen Weltordnung zu Dieben geworden sind? Die Butterfälschungen. Wie sehr wir mit unserer neuSoweit ließe sich ja nicht viel Aufhebens von der aller- lichen Behauptung recht hatten, daß die Butterfälschungen teinesnenesten Gründung machen, wenn sich nicht in das achttöpfige wegs erst von den Detailhändlern in Berlin verübt zu werden Komitee, das auch zwei adlige Namen zieren, ein offenbar recht brauchen, beweist der Umstand, daß in 530 Fällen, in denen komisches Element Eingang zu verschaffen gewußt hätte. wegen Vermischung von Naturbutter mit Margarine Strasbefehle 17 " " " 14. Saargemünd. Wegen unbefugter Schriftenvertheilung Genossen Emmel und 2ang je 100 M. 12 andere Gereffen je 40 M. Geldstrafe. " " " " Augsburg. Genosse Breder, Red. d. Volts- 3tg.", wegen Fabrikantenbeleidigung 125 M. Geldstrafe. Gefängniß. " Geldstrafe. Genosse Lanka u freigesprochen. 16. Güstrow. Tischler Eck werth Malchin wegen Beleidigung des Reichstagsabgeordneten Malyan- Molzow ( in einem Wahlprotest) i Monat Gefängniß. " " Stargard. Genosse Brandt wegen unbefugten Plakatanheftens 3 M. Geldstrafe. Chemnik. Genoffe Franz Hofmann wegen Gendarmenbeleidigung 1 Monat Gefängniß. 18. Planen. 3 Paufaer Genossen wegen Flugblattvertheilung je 3 M. Geldstrafe. Neumünster. Genosse Blockhaus wegen Polizisten beleidigung 1 Monat Gefängniß. Rudolstadt. Genosse Be cer, Redakteur des„ Saalfelder Boltsblatt", wegen Ministerbeleidigung 3 Wochen Gefängniß. " " " fühlen im Allgemeinen durchaus keine Luft, mit sechs oder acht bewaffneten Schuyleuten ernsthaft anzubandeln. Gine eingehende Aufklärung des unerhörten Borfalles ist daher dringend geboten und wir nehmen an, daß die Betheiligten nicht verfäumen werden, energisch ihr Recht zu suchen. Potsdam. Genosse ücel in Gliedow 1 Woche Haft wegen groben Unfugs( Hoch auf die Sozialdemokratie). 19. Kiel. Genosse Ströbel, Redakteur der Schlesischen Boltszeitung", wegen Denunziantenbeleidigung 4 Wochen Gefängniß. Die Versicherungsgesellschaft will nämlich, und das ist das in Höhe von 10 bis 100 Mart erlassen wurden, sich Wriezen. Genosse Salomon wegen Beleidigung Seitere an der Geschichte, eine nationalötonomische zirka 300 Geschäftsleute bei dem Strafmandate be= 1 Woche Gefängniß. Aufgabe erfüllen. Das ist viel auf einen Sieb. Nament ruhigt haben, wogegen die Uebrigen gerichtliche Ent20. Arnstadt. Wegen Beleidigung Genoffe Hägerich 20 M. lich da der Hede Sinn in diesem tiglichen Punkte etwas scheidung forderten, die sie damit begründeten, daß sie die Geldstrafe. dunkel gehalten ist. Den Versicherten soll thatträftiger" Naturbutter" in dem Zustande, in welchem sie sie verkauften, Frankfurt a. M. Genosse Schmidt, Redakteur der Schuß, und, was ja nationalökonomisch nicht so besonders auch vom Lieferanten erhalten hätten. Die Behörde, die das " Voltsfiimme", wegen groben Unfugs in 16( Boykott-) Fällen staunenswerth erscheinen dürfte, den Aktionären eine lohnende Publikum vor Betrügereien zu schüßen hat, thut daher gut, wenn 320 M. Polizeibuße. Berzinsung ihres Geldes geboten werden. Thatkräftiger Schuß sie nicht allein bei Detaillisten, sondern möglichst an erster Stelle 24. Berlin. Wegen Abhaltung nicht angemeldeter Versamm ist gut sehr gut und selige Ahnungen müssen im Gemüth eines Stichproben vornehmen läßt. Lungen und Aufreizung( Liederbuch) die Genossen jeden Spießbürgers aufsteigen, wenn ihm weiter zu Gemüthe geSchrinner 4 Monate und 50 M., Witzel 3 Monate, führt wird, daß in demselben Maße, in welchem die wirthschaftliche Der postalische Weihnachts- Packetverkehr hatte diesmal Bingau, Hartmann, Schulz, Werle je Entwickelung der Nation in der Hand des Geschäftsmannes, wie wieder eine erhebliche Steigerung aufzuweisen. Die Zahl der 2 Monate Gefängniß, Kuhlmey und Stiefel je 50 M. im Privatbesitze Werthe von früher nicht gekannter Höhe ver zur Festzeit in Berlin angekommenen Packete betrug 510 193 Geldstrafe, Gieshoit und Marten freigesprochen. einigt, die Begehrlich teit wächst und die Anzahl gegen 498 883 im Jahre 1892; die Zunahme beziffert fich mithin Chemniz. Genosse Heinig, Redakteur der Burgstadier derer, die tyre Hand nach fremdem Gute ausstrecken!! Sehr auf 11 310. In Berlin aufgegeben wurden 812 913 Packete gegen Boltsstimme", wegen Fabrikantenbeleidung 1 Woche Ge- wahr, sehr wahr, wird der Philister im Hinblick auf die be- 806 202 im Jahre 1892; die Zunahme beträgt alfo 6711. Auffängniß. trübenden und gefährlichen sozialen Erscheinungen der Jehtzeit fallend ist hierbei die Zunahme der eingelaufenen Sendungen, die 23. Breslau. Genosse Kühn wegen Sachbeschädigung( er ausrufen, und er muß völlig aktienreif werden, wenn er noch die der abgegangenen erheblich übersteigt. Zur Bewältigung des hatte an verschiedene Häuser eine Wablaufforderung an sieht, daß mit dem obersten Beschützer des h. Eigen Weihnachtsverkehrs mußten wieder bedeutende Hilfskräfte in Angeschrieben) 51 M. Geldstrafe. Staatsanwalts- Antrag: thums Staate ber und Polizei der Intelligenz, spruch genommen werden, über deren Ausnutzung und elende 1 Monat Gefängniß. dem Minister des Innern in faum mißzudeutender Weise herum- Entlohnung wir heute noch einen neuen Beitrag bringen; auch Halberstadt. Genosse Traute wein Quedlinburg gesuchtelt wird. Und da sich rein zum Ueberfluß noch die ganze zahlreiche Privatfuhrwerte Kremser, Möbelwagen und andere wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen zwei Gründung als patriotische That offenbart, indem darauf hin- Behikel wurden von der Postbehörde zur Dienstleistung heranMonate Gefängniß. gedeutet wird, daß Albions Neidlinge bereits zu ähnlichem Unter- gezogen. OP " im Ein NormalarbeitStag eigener Art ist eS, den die Post behörde den zu Neujahr angestellten Aushelfern beschieden hat. Einer dieser Hilfsarbeiter, der drei Tage bei dem Postamt 26 in der Adalbertstraße angestellt war. theilt uns mit, daß er am Sonnabend von S Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends bei zwei Stunden Mittagspause gearbeitet habe. Am Sonntag habe er von 6 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends bei einer Mittagspause von ebenfalls 2 Stunden arbeiten müsse, und am Montag sei die Arbeit um 4 Uhr Morgens begonnen und ohne jegliche Pause ununterbrochen bis 9 Uhr Abends fortgeführt worden. Diese durchschnittlich 13 stündige Arbeitszeit ist aber auch entsprechend honorirt worden, für jeden Tag gab es einen blanken Thaler aufgezählt. Was will der Mensch im Zeitalter obrigkeitlicher Sozmlreform mehr? Ein Rohrpostbetrieb wird am 5. Januar 1894 bei dem Postamt in S ch ö n e b e r g bei Berlin eingerichtet. Der Rohr postverkehr findet täglich im Sommerhalbjahr von 7 Uhr. im Winterhalbjahr von 3 Morgens bis 19 Uhr Abends statt. Wozu das Militär gut ist. Einen zur Zeit gerade nicht seltenen Anblick genossen am Dienstag Morgen die Passanten der Kurstraße. Die Kleiderfirma Baron, die von ibrem allen Geschäftshause in ein Nachbargebäude zog, ließ ihren Umzug un- renirt durch Soldaten bewerkstelligen, gerade als ob es in Berlin keinen einzigen Arbeitslosen gäbe. Man konnte denn auch von den vielen Hungernden, die mit ungewollter Muße dies Schau- spiel betrachten konnten, manche bittere Bemerkung sowohl über den arbeitersreundlichen Geschäftsinhaber hören, als auch über die Mililärbehörde, die ohne weiteres zu dulden scheint, daß das bischen Arbeitsgelegenheit, das sich hier und da etwa bieten könnte, dem Arbeitslosen durch die Ferienkolonisten genommen wird. In der Streitsache mit der Direktion des städtischen Krankenhauses Am Urban, betreffend den Transport von Kranken mittels Droschken nach der Irrenanstalt Herzberge, theilt die „Allg. Fahr- Ztg." behufs Entkräftung der Behauptungen der Direktion des Krankenhauses folgenden Fall mit: Der Fuhrherr Kemnitz hatte im November v. I. den Auftrag erhalten, vom gu. Krankenhause einen Kranken mit zwei Wärlern nach der be- zeichneten Irrenanstalt zu fahren. Schon beim Einsteigen hatte das Personal alle Mühe, trotz gütlichen Zuredens den Kranken in die Droschke hineinzubringen, denn derselbe schien Lunte ge- rochen zu haben. Schließlich gelang es aber doch und die Eahrt ging ohne Unterbrechung"fort bis zur üldalbert- caße. Da mit einem Male klirrten die Glasscheiben der Droschke und entstand ein großer Tumult. Eine Menge Neugieriger sammelte sich an und der Kutscher wurde zum Stillhalten genölhigt. Nach langer Zeit gelang es endlich, den Kranken zu beruhigen und zu binden. Gleichzeitig mußte er aber auch verbunden werden, denn er hatte sich beide Hände durch die Glassplitter total zerschnitten. Bei diesem Intermezzo war nun nicht allein das Innere der Droschke durch Blut stark besudelt, sondern auch das hintere Sitzkissen zerrissen worden. Als Kemnitz seine Fahrgäste in Herzberge absetzte, waren nahezu vier Stunde» verflossen. Obwohl er 9 M. Fahrgeld zu liquidiren berechtigt war, liquidirte er dennoch nur 3 M. und l.bv M. für die zerschlagene Thürscheibe von Doppelglas. Seine berechtigte Forderung auf Entschädigung für Versäumnisse— denn seine Droschke war betriebsunfähig geworden— sowre für Reinigung der Droschke und Reparatur bezw. Erneuerung des Sitzkissens hat Kemnitz bisher noch nicht geltend gemacht. Trotzdem hat die Direktion auch gegen ihn eine Anzeige wegen Tarisüberhebnng erstattet, die allerdings nach eingeleiteter Untersuchung ein negatives Ergebniß hatte. Von einem Eiseubahnznge zermalmt und sofort ge- tödtet wurde am Nenjahrsnivrgen der auf der Berlin-Potsdam- Magdeburger Eisenbahn beschäftigte Heizer Kapperl. Derselbe hatte seinen Nachtdienst beendet und wollte, nachdem er die Ma- schine in den Schuppen gefahren, über das Geleise hinweg seine in Ncuendorf bei Potsdam belegene Wohnung aufsuchen. Gerade in dem Moment, als er das Geleise passirte, brauste der um 6 Uhr 5 Minuten von Berlin fällige Personenzug heran. Vom Nachtdienst übermüdet und, da eine Kurve den Zug seinem Blick bislang entzog, wurde der Heizer zu snät aufmerksam und gerieth infolge dessen unter die Räder der Maschine. Nachdem der Zug voriibergebranst, fand man hier einen Arm des Unglück lichen, dort ein Bein; der Kopf war durch Vornüberbeugen zu einer unförmigen Masse mit der Brust zusamniengequetscht. Der Ver- unglückte war über 69 Jahre alt und hinterläßt Frau und Kinder. Von einem Augenzeugen des entsetzlichen Vorfalls wird uns noch die Miltheilnng gemacht, daß in dem Augenblick, als das Un- glück passirte, der Bahnhof in völlige Finsierniß gehüllt gewesen sei. Erst einige Zeit, nachdem das Unglück geschehen, sei Licht angezündet worden. Es ist ja schwer zu entscheiden, ob der Un- glücksfall bei genügender Beleuchtung hätte verhütet werden können, aber an so gefährlicher Stelle sollten doch jederzeit alle möglichen Vorsichtsmaßregeln in Anwendung gebracht werden. Alö Einbrecher und Brandstifter zugleich haben sich Diebe erwiesen, die am Sylvesterabend in dem Hause Oramem straße 23a gehaust haben. Dort liegt zu ebener Erde das Wirth& Hans des Gastwirtbs Wilhelin Buckows, während sich die Wohnung im dritten Stock befindet. Die Diebe haben sich nun die Feier des Sylvesters im Lokale zu Nutze gemacht und sind während dieser Zeil in die Wohnung eingebrochen. Nachdem die Versuche, die Thür- sülluiigen auszusägen, an der inneren Eisenbekleidung gescheitert waren, wurde das Schloß gesprengt. Die Beute stand m keinem Verhaltniß zu der anstrengenden Arbeit und der Gefahr der Entdeckung; denn die Gastwirthsleute bewahren Geld und Werthsachcn stets bei sich im Lokal auf, bis sie die Wohnung betrete». Tie Diebe, die alle Behälter hurchsuchten, haben nur eine goldene Damenuhr, einige Schmucksachen, Versichcrungs- Policen und Ausweispapiere initgenomme». Wohl aus Wuth über den Mißerfolg haben die Einbrecher in der Wohnung Feuer angelegt. Sie entzündeten in der Küche ein Bett und Wäsche und stellten unter das Sopha in der Wohnstube drei brennende Lichte, um einen größeren Brand herbeizuführen. Die ruchlose Absicht ist ihnen eben nicht völlig geglückt. Nachdem in der Küche das Bett, ein Korb mit Wäsche und eine Kommode vom Feuer fast vernichtet waren, bemerkten Hausbewohner einen brandigen Geruch und benachrichtigten den Wirth, der mit Hilje von Gästen die Flammen ohne Zulhun der Feuerwehr löschen konnte. Der Zugang zu der Wohnung war den Dieben dadurch geglückt, daß eine elektrische Klingel, die das Lokal mit der Wohnung verbindet, zufällig abgestellt war. Als Aufpasserin muß ein etwa 12 jähriges Mädchen gedient haben, das auf der Treppe Aufstellung genommen hatte, sowie ein Mann im Lokal. Die entwendete Uhr trägt auf der rückseitigen Kapsel ein emaillirtes Wappenschild. Im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater gerieth am Sonnabend Abend gegen 9 Uhr während der Vorstellung eine Koulisse durch einen Kontakt mit glühenden Drähten in Brand. Das Feuer, das übrigens schnell gelöscht wurde, rief auf der Bühne sowohl wie im Publikum für einige Zeit nicht geringen Schrecken hervor. Folgende Unglücksfälle haben sich in der Neujahrsnacht ereignet: Erschossen hat sich am Sylvester-Nachmittag um S Uhr auf dem Abort einer Gastwirthschaft am Schiffbauerdamm der 23 Jahre alte Kellner Konstantin k�ckel. der in der Lützowstraße wohnte. Er verließ plötzlich das L.>l und jagte sich eine Re- rolverkugel in das Herz.— Der achtzehn Jahre alte Sohn des Kaufmanns S. in der Kaiser- Wilhelmstraße mute Sonntag Mittag eine Bierreise durch verschiedene Lokale angetreten. Gegen 7'/* Uhr Abends befand er sich am Luisen-Ufer und setzte sich dem Grundstück 38 gegenüber ermüdet aus die eiserne Umsriedigung deS Kanals. Wahrscheinlich ist er dort eingeschlafen und rücklings in das Wasser ge fallen. Die Hilfe von Schiffern kam zu spät; er wurde als Leiche aufgefunden.— Fast um dieselbe Zeit starb in einer fröhlichen Gesellschaft Leipzigerstraße 96 der 36 Jahre alte Sänger Mellin, Bergstraße 46. Ein Herzschlag scheint seinem Leben ein jähes Ende gesetzt zu haben.— Auch ein Todtschlag wurde in der Neujahrsnacht vollzogen. Der 24 Jahre alte Ar beiter Franz Böbm wurde in der Gubenerstraße nahe seiner da> selbst belegenen Wohnung in eine Schlägerei verwickelt, kehrte aber heim, ohne daß er Spuren äußerer Gewaltanwendung ausi wies. Um 3 Uhr früh jedoch ist er in der Wohnung gestorben. Das zuständige Polizeirevier ließ die Leiche ärztlich besichtigen, wobei die Möglichkeit eines Zusammenhanges zwischen der Schlägerei und dem Ableben hervorgehoben worden ist. Ueber daS Benehmen des Bademeisters der städtischen Badeanstalt an der Schillingsbrücke gehen uns weitere Klagen zu. Ein Badegast hatte am Donnerstag seine Seife in der Aus- kleidezelle vergessen und bat höflich den gerade müssig vor der- selben stehenden Bademeister, dvcb noch einmal die ins Schloß gefallene Thür zu öffnen. Der Bademeister hatte aus diese Bitte folgenden Anschnauzer: Wie kommen Sie dazu, die Seife in der Halle liegen zu lassen? ich brauche jedem Gaste nur einmal die Thür zu öffnen! Der also in's Bockshorn Gejagte wagte fubmissest zu entgegnen, daß solche Versehen doch nichts Verbrecherisches an sich hätten und auch dem anständigsten Menschen passiren könnten. Sie sind mir überhaupt viel zu dumm, war die Antwort. Einem anderen Gast, der im Brauseraum in Gegenwart von sechs Personen seine Badehose während des Brausens anbehalten hatte, schrie der Bademeister mit den Worten an: Vorwärts, die Badehose herunter; was soll die Spielerei hier! Wann wird der Magistrat dem Bademeister endlich angenehme Umgangsformen zur Pflicht machen? Erschossen hat sich, wie der hiesigen Kriminal-Polizei aus Norderney durch den Draht miigetheilt wird, daselbst ein früherer Rittmeister aus Berlin. Eine Irrsinnige machte sich vorgestern auf dem Bahnhofe Bernauerstraße durch ihr auffälliges Benehmen bemerkbar. Die- selbe, in eleganter Kleidung, trug ein Kind auf dem Arme, das, nur ganz nothdürftig gekleidet, in ein Tuch eingewickelt war. Die Bedauernswerthe gab auf Befragen an, daß sie nach Velten wolle. Auf die weitere Frage, ob ihr Mann dort weile, erklärte sie, ihr Mann sei iin Himniel. Einen Grund, weshalb sie nach Velten wolle, vermochte sie nicht anzugeben. Ein Schutzmann führte die Unglückliche in ein Krankenhaus. Die Leichen eines LiebcöpaareS sind am Sonnabend in dem zu dem Gutsbezirk Hohen- Schönhausen gehörigen Orankesee aufgefunden worden. Ein junger Mann, Namens Richard Hun- zinger, hatte mit seiner Braut, Bertha Lindner, beide aus Weißensee, den Tod gesucht und gesunden. Hunzinger genügte seiner Militärpflicht in Angermüude; er war zu den Weihnachts- seiertagen auf Urlaub gekoninien. Das junge Paar war schon seit Mittwoch verschwunden; die Körper fand man in dem See zusammengebunden. Polizeibericht. Am 39. v. Mts. früh gerieth vor dem Hause Weidenweg S6 die aus Stroh bestehende Ladung eines Wagens dadurch in Brand, daß eine unvorsichtiger Weise an der Ladung befestigte Laterne explodirte. Der Kutscher ver- mochte das Feuer selbst zu löschen.— Auf der Bellealliance- brücke wurde Mittags ein Knabe durch ein an der Hand ge- führtcs, plötzlich ausschlagendes Pferd gegen den Kopf geschlagen und am rechten Backenknochen schwer verletzt.— Nachmittags machte ein Arbeiter in seiner Wohnung, in der Andreas- straße, den Versuch, sich mit seinem Taschenmesser die Kehle zu zerschneiden. Da er sich als geistes- krank erwies und sich nur unerheblich verwundet hatte, wurde er mittels Krankenwagen nach der Irren- Anstalt Herzberge gebracht.— In der Birkenstraße entstand Nachmittags dadurch Feuer, daß das aus einem vom Wagen gefallene und zertrümmerte Faß herausgelausene Petroleum von Kindern entflammt wurde.— Am 31. v. M. früh versuchte ein Weber sich im Engelbecken zu ertränken. Er wurde von Passanten herausgezogen und, obwohl er in beinahe erstarrtem Zustande auf die Polizei-Wache gebracht wurde, dort wieder soweit her- gestellt, daß er sich nach seiner Wohnung begeben konnte.— Nachmittags vergiftete sich eine Frau in ihrer Wohnung in der Forsterstraße.— Gegen Abend erschoß sich auf dem Klosel eines Schanklokals am Schiffbauerdamm ein Kellner.— In der Nacht zuin 1. d. M. wurde am Grünen Wege, Ecke des Andreasplahes, ein Handelsmann mit gebrochenem Bein auf der Straße liegend vorgefunden.— In derselben Nacht vergiftete sich ein Arbeiter in seiner Wohnung, in der Bernauerstraße, in- dem er Karbolsäure trank. Er starb bald darauf iin Lazarus- Krankenhause.— Ain 1. d. M. früh starb ein Arbeiter in seiner Wohnung, Gubenerstr. 5, nachdem er unmittelbar vorher an einer aus dem Hose dieses Grundstücks stattgehabten Schlägerei thcilgenom- nien.— Zu derselben Zeit wurde in der Gr. Franlsurterstraße ein Wächter durch einen Schlächterwagen überfahren. Er wurde nach der Polizeiwache gebracht, wo er bald darauf starb.— Nachmittags sprang ein aus dem Schlesischen Bahnhos beschäftigter Arbeiter, nachdem er bei einem Diebstahl überrascht worden war, um seinen Verfolgern zu entgehe», von dem Bahnsteige der allen Halle in den Keller, etwa 6 Meter tief, hinab und erlitt anscheinend bedeutende innere Verletzungen.— Alls dem Potsdamerplatz wurde ein Arbeiter durch eine Kutsche überfahren und am Rücken und am Beine bedeutend verletzt.— Nachmittags wurde eine Frau in ihrer Wohnung, in der Bergnianustraße, er- hängt vorgesunden.— Abends fiel ein Kaufmann gegenüber dem Hause Luisen-Ufer 36 in den Luisenstädtischen Kanal und ertrank. — In der Nacht zum 2. d.M. brachte sich ein Arbeiter in seiner Wohnung, in der Tresckowstraße, einen Messerstich in den Unter- leib bei und versuchte außerdem sich mittels Salzsäure zu ver- giften. Durch ärztliches Eingreifen wurde jede Gefahr beseitigt. — Am 31. v. M.> sowie am 1. d. M. fanden acht Brände statt, und außerdem wurde die Feuerwehr einmal nach Schöneberg gerufen. Arbeiter-Sanitätskommisston. In unserem letzten Bericht hatten wir eine Zusammenstellung derjenigen Klagen gegeben, die uns über ungesunde Wohnungen aus Arbeiterkreisen zugegangen waren. Wir tragen heute die Beschwerden über unzureichende Beseitigung menschlicher Abfall- toffe, Mangel an Trinkwasser, Rauchbelästigung zc. aus den letzten Monaten nach. W u st e r h a u s e n e r st r. 29(früher Holzmarktgasse). Für 17 Haushaltungen 2 Hofklosets, nahe bei einer der Wohnungen. Eine begreifliche Folge solch ungenügender Hofklosets ist hier wie überall, daß menschliche Defektiv nen sich in der überfüllten Müllgrube finden, die angeblich alle 3 bis 4 Wochen gereinigt wird. M o r i tz st r. 18. Die Miether der Hinterhäuser, 12 Haus- Haltungen, muffen sich mit einem, natürlich schmutzigen Hof- kloset begnügen. Zu dem auf polizeiliche Anordnung neu an- gelegten Bodenkloset(sowie einem verschlossenen Hofklos�t) giebt die Wirthin die Schlüssel nur zwei Miethern, die mehr Miethe zahlen. L i n d e n st r. 69. Für ca. 150 Arbeiter 4 unsaubere Klosets, Pissoir schmutzig. Abends ohne Beleuchtung. L i» d e n st r. 24. Für die Bewohner der Hinterhäuser (6 Stockwerke) 3 enge, unsaubere Hofklosets. Ungenügende Spülung. Unsauberer Hos(Ausspannung), traurige Wohnungs- zustände, z Lindenstr. 17. 3 Hofklosets für 13 Haushaltungen. � L i n d e n st r. 53, Für 49—59 Arbeiter, mehrere Kinder, em Kloset. Abhilfe versprochen. � Jerusalemerstr. 44-45. 2 Klosets ohne Luft und Licht, mit undichten, freiliegenden Abflußröhrm, verpesten die Ar- beitsräume der Geschäfte von Grätz. F e i l n e r st r. 3 und 3a. Gemeinsamer, schmußiger Hof nnt 2 Klosets für 59—69 Personen. Gestank durch Dämpfe einer galvanischen Anstalt. �, L o u i s e n st r. 59.(Königl. Klinik für Hals- und Nasen- leiden), 3 dunkle, unsaubere Klosels. ohne Aentrlation, neben einer Wohnung. Der Portier giebt die Schlüssel nur ungern. Gr. H a m b u r g e r st r. 24. Ein Kloset inil mangelnder Spülung für die Bewohner eines Gebäudes. Schlecht beleuchtete Wendeltreppe. Kaninchenzucht im 3. Stock des Seitenflügels. Im 4. Stock nasse Wohnung. N e u e W e l t. H a s e n h a i d e. Die zu beiden Seiten der Bühne im Theatersaal gelegenen Retiraden, Grubensystem, sind in grauenhafter Verfassung. Gestank zum Umfallen. Keine Reinigung, keine Desinfektion. Heizung im Saal mangelhaft. In der W e l l b l e ch f a b r i k von E. K a m m e r i ch u. C o.. F e n n st r. 27, befinden sich die neben der Feilenhauerei �e- legenen Klosets in einem grenzenlos verwahrlosten Zustand. Sie verbreiten einen infernalischen Gestank, der Unvath läuft fast zur Oeffnung heraus und der Arbeiter, welcher nichtsahnend ein solches Kloset benutzt, besudelt sich in der ekelhaftesten Weise. So waren die Zustände im März dieses Jahres und im Oktober waren die Verhältnisse trotz mehrfacher Vorstellungen von feiten der Arbeiter noch nicht abgestellt. Der Abort der Restauration Müllerstr. 34 ist ebenfalls gänzlich vernachlässigt; die Grube ist bis 5 Zentimeter vom Sitz- brett entfernt mit Exkrementen angefüllt und ist den ganzen Sommer nicht geleert, geschweige denn desinfizirt worden. P a n k st r. 5a sind die Pissoire voll Kolh, drei unsaubere Klosels liegen dicht neben der Parterrewohnung, sodaß der Miether den Gestank gerade vor der Nase hat. Pankstr. 5 b liegt der Brunnen 59 Zentimeter vom Pissoir 1 Meter vom Pferdeftall und 2 Meter von der bis oben an-' gefüllten Mistgrube entfernt. Das Wasser des Brunnens wird natürlich durch diese passende Umgebung nicht verbessert. P a n k st r. 6 sind Hof und Klosets unsauber. Die Mist- grübe ist überfüllt, das W a s s e r des Brunnens ist unter- sucht worden und wegen seines hohen Gehaltes an Ammoniak und salpetriger Säure von unserem Chemiker für geradezu als vergiftet bezeichnet worden. Pankstr. 31a, 32, 33, 45b und ferner Wiesenstr. 25 und 26 sind die vorgefundenen sanitären Mißstände— unsaubere Klosets und Pissoirs, überfüllte Müllbehälter— auf unsere Auf- forderung hin beseitigt worden. Swinemünderstr. 16, im Hof Pferde- und Schweine- stall. Mistgrube davor mangelhast bedeckt, zur Zeit der Unter- suchung voll bis zum Rande. Belästigung der Miether durch den Gestank. K ö n i g s b e r g e r st r. 3. Auf dein 4. Hos Molkerei und duhrgeschäfte(mit 44 Pferden) außer Kühen und Pferden, Hühner, Ziegen, Katzen, Kaninchen und Tauben. Die Arbeiter der Tisch- ereien und Färbereien klagen über den Gestank besonders von der Dunggrube, die täglich zweimal während der Arbeitszeit (3 Uhr Morgens und 4—6 Nachmittags) gereinigt wird. Emdenerstr. 45, auf dem asphaltirtem Hof ist am Brunnen der Boden aufgerissen und vom angesammelten Regenwasser verfault, Brunnenwasser schmutzig grün, ungenießbar. fm Keller des Quergebändes lagert faulendes Bettstroh und .uinpen, Schaaldecke und Staken unter der Berliner Stube von Schwamm durchfressen, theilweise abgestürzt. jFeuersgefahr. Vor- stellungen bei der Polizei vergeblich. Schönleinstr. 8. Die Miether müssen ihr Trinkwasser aus den über den dunklen Klosets(ohne Abzug) gelegenen Leilungs- Hähnen holen. Kein Becken. R o st o ck e r st r. 23(seit April 1393 bewohnt). Gesundheitsschädlicher Qualm in den Wohnungen des Quergebändes beim Feuern. Bewohner krank. W a l d st r. 39. Quergeb. 4. Et. In einer Wohnung(Stube und Küche) schlafen 7 Personen, Frauen und Männer durch- einander, außerdem zahlreiche Wanzen und Schwaben. L ü tz o w st r. 18. Dunkle, kalte lkellerwohnungen mit mangelnder Heizgelegenheit und dumpfer Luft. L ü tz o w st r. 21, im Gemüsekeller des Vorderhauses Zimmer ohne Fenster und Ofen als Wohn- und Schlafraum für drei Personen. Ein anderer Kellerraum ohne Fenster, ohne Ofen dient zwei Schlächtergesellen als Schlafraum, so eng, daß die Betten über einander stehen(pro Kops 5 Kubikmeter). L ü tz o w st r. 6, 2. Hof in der K u n st s ch l o s s e r e i von Marcus müssen ca. 59 Personen in ungeheizten Räumen bei meist zerschlagenen Fenstern arbeiten. Puttkamerftr. 9, Vorderhaus IV, müssen sich 7 Haus- altungen in noch nicht 2 Meter hohen Räumen mit winzigen �ensterchen(Oberlicht) behelfen. Eine Kammer ohne Fenster als Kochraum. Für die 4. Etage 2 Hofklosets. In der Portiere- wohnnng. Hos im Keller, Küche mit Backsteinen gepflastert, stehen Betten. Z i m m e r st r. 61, vernachlässigte Wohnungen im Seiten- flügel und Quergebäude. S e i d e l st r. 9, rechter Seitenflügel parterre links, dunkele dumpfige Wohnung über einem Lagerkeller neben einem Pferdestall und einer Fabrik mit nächtlichem Maschinenbetrieb. Gr. Frankfurterstr. 36 IV, beim Schneidermeister Niedbolle schlafen die beiden Lehrlinge in einem unsauberen Bett mit Ungeziefer das am Tage als Arbeitstisch benutzt wird, müssen Sonntags oft bis nachmittags arbeiten:c. Daß auch st a a t l i ch e Musterbetriebe sehr zur Verschlechte- rung sanitärer Verhältnisse beitragen können, zeigt folgender Fall. Hinler den Häusern P�f l u g st r. 7, 8 u n d 9 befindet sich auch in einem Abstände von ca. 3 Metern die Fettgas-Fabrik der Berlin-Stettiner Eisenbahn. Der Rauch, der aus den kleinen, niedrigen Schornsteinen hervorquillt, verpestet die Lust der Umgebung und besonders die erwähnten Häuser, die nur. von Arbeitern bewohnt sind, werden von diesem Uebel- stand betroffen. Tie Proletarierkinder, welche die Gemeindeschule Pfluastr. 12 besuchen, nehmen ebenfalls an dem Vorzug Theil, den staatlichen Gestank und Rauch zu athmen, und gewöhnen sich so frühzeitig an den ihnen zukommenden Theil staatlicher Für- sorge. Und nicht allein die Luft, auch das Wasser der Brunnen der genannten Häuser ist durch die in dem Rauch enthaltenen Gase gesundheitsschädlich verunreinigt. Das Wasser dieser Brunnen ist nach dem Untersuchungs- befund weder zum Trinken noch zu Wirthschaftszwecken zu ver- wenden. Diese Mißstände sind an das Polizeipräsidium und an den Eisenbahnniinister berichtet worden. Man hat nun zwar mit dem ganzen Apparat die Uebelstäude untersucht und be- stüligt, aber Abhilfe ist bis jetzt noch keine erfolgt, obwohl sie schon am 12. September d. I. zugesagt wurde. Gänzlich erfolglos waren die Beschwerden, die von Seiten der Bewohner H u s s i t e n st r a ß e 19 bis 22 über die Be- lästigung durch den Rauch und Qualm, der aus den Fenstern der Metallgießerei Ecke Hussiten- und Feldstxaße hervorquillt, und über den sinnbetäubenden Lärm der dort aufgestellten Maschinen. Es ist traurig, daß auf so eklatante Mißstände immer wieder erst von privater Seite aufmerksam gemacht werden muß; es ist traurig, daß in einer Stadt wie Berlin die„berufenen" Vertreter zwar bereit sind, tausende und abertausende Mark für Festessen und Festgepränge zum Fenster hinauszuwerfen, für die peinliche Untersuchung und Be- seitigung sanitärer Mißstände aber erst dann Interesse zeigen, wenn ihnen eine Cholera oder Typhusepidemie, die doch vor allem durch solche Uebelstäude begünstigt werden, die bleiche Angst um die kostbare Gesundheit ihrer eigenen Person in die befunden habe, ein Widerstand liege daher nicht vor und mußte einschreiten. Die Telegraphenleitung, welche gers Glieder jagt. . Für die Arbeiter- Sanitätstommission gingen ferner ein: Von Dr. R. 5 M., von A. Fl. 5 M., von der Tischlerwerkstatt Karl Müller u. Ko. Blücherstr. 35 10 M. Für Drucksachen zum Chariteebontott erhielten wir: 15 M. von der Meyer'schen Kasse, 5,50 M. von der Ortsrantentaffe der Goldschmiede, 20 M. von der Neuen Maschinentautaffe, 6 M. von der Orts- Krankenkasse der Möbelpolirer, b M. von der Orts- Krankenkasse der Graveure und Ziseleure 6durch Herrn Andry), 24 M. von der Zentral- Krankenkasse der ( Tischler. Gerichts- Beitung. Die Festzeitung, die unser Parteigenosse Wilfe zum 18. März vorigen Jahres herausgegeben hatte, bildete am Dienstag nochmals den Gegenstand einer Anklage, da, wie befannt sein dürfte, die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision gegen das freisprechende Urtheil des Landgerichts I insoweit Erfolg gehabt hat, als das Reichsgericht auf Wieder verhandlung erkannte. Diese Verhandlung, die gestern stattfand, bot ganz dieselben Momente, wie die erste, die in dieser Sache geführt wurde, und führte auch das gleiche Resultat herbei: Wilfe wurde abermals freigesprochen. achten enthalten ist. wurde bezüglich dieses Delikts auf Freisprechung erkannt; nur stört worden war, wurde wiederhergestellt. In Mazzara wegen Beleidigung wurde der Ehemann Kopps zu einer Woche stürmte die Menge in das Katasteramt und in die Einnahmestelle Gefängniß verurtheilt. Wegen der theilweisen Freisprechung der Kommunalsteuern, verbrannte die Papiere und zündete ein legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, und so wurden denn öffentliches und mehrere private Gebäude an; auch in das der Deffentlichkeit nochmals die Thaten des Gendarmen Gefängniß suchte die Menge einzubringen. In Belmonte fand vorgeführt. Der Gendarm mußte eingestehen, nicht ganz forrekt" eine Rundgebung gegen die Kommunalabgaben statt. In gehandelt zu haben. Er entschuldigte sein Verhalten durch die Campobello wurden die beiden Häuser, in welchen sich das große Aufregung, in welche er durch das Verhalten des An- Munizipium und die Steuereinnahme befinden, in Brand gegeklagten versetzt worden sei. Obwohl der Staatsanwalt auch die steckt. In Terrasini, Palma, Montechiaro und Camporeale fanden Bestrafung wegen Widerstandes beantragte, so stellte sich die Busammenrottungen statt, welche ohne Zwischenfall aufgelöst Straffammer in bezug auf die Beurtheilung des Verhaltens des wurden. Gendarmen genau auf den Standpunkt des Schöffengerichts und ertannte auf Verwerfung der Berufung, die Kosten der zweiten Instanz der Staatstasse auferlegend. Was wird jeht mit dem Gendarm geschehen? Eingelaufene Druckschriften. Von Weihnacht bis Ostern. I. Die jungfräulichen Mütter in der Geschichte. Berlin. Verlag von George Chafté, Sophienftr. 8/9. Briefkaffen der Redaktion. daher auch keine Auskunft darüber geben, ob er sich früher in D. 3. Wir kennen den Herrn nicht näher und können Alt- Landsberg aufgehalten hat. Klebegejet. Wenn der Lohn monatlich zahlbar war, so Herrschaft für die Invaliditätsversicherung entrichteten Beiträge dürfen höchstens die für die beiden letzten Monate von der abgezogen werden. Die erste diesjährige Schwurgerichts Tagung des Landgerichts I begann gestern unter dem Vorsitz des LandgerichtsDirektors Hoppe mit einer Verhandlung gegen den Handelsmann August Nettwald, der beschuldigt war, einen Menschen mittels eines Besenstiels derart mißhandelt zu haben, daß der Tod des Verletzten erfolgt ist. Der Angeklagte hatte im Erdgeschoß des Hauses Torfstraße 15/16 eine Wohnung inne und einen Theil des hinter dem Hause gelegenen Gartens gepachtet. Die dortige Gegend, der äußerste Norden Berlins, wird von Proletariern bewohnt und die Gärten bilden einen beliebten für Burg festgesetzt ist, fönnen wir hier nicht feststellen. Wenden C. Sch., Burg. In welcher Verordnung die Polizeiftunde Unterschlupf für obdachlose Personen. Der Angeklagte will be- Sie sich an einen dortigen Rechtskundigen. Vermuthlich wird sonders viel durch Diebstähle von Gartenfrüchten zu leiden ge- auch dort die allgemeine Polizeistunde 10 Uhr sein. Wenn der In der Strafsache gegen den Reich 3 tag3- Ab- habt haben. In der Nacht zum 7. Oktober v. J. wurde Wirth über die Polizeistunde hinaus das Verweilen seiner Gäste Er feines Kettenhundes geweckt. geordeten Ahl wardt wegen Beleidigung der Gesammtheit er durch Gebell ver= im Lokal duldet, ist er nach§ 365 des Strafgesetzbuchs strafbar. der preußischen Beamten, die zur Zeit wegen Immunität des muthete, daß wiederum Diebe ihr Unwesen trieben und Aufenthalt in einem geschlossenen für den Verein refervirten Angeklagten ruht, ist jetzt dem Letzteren das Urtheil des Reichs- ging nothdürftig bekleidet aus den Hof hinaus. Hier Vereinszimmer ist kein Aufenthalt in der Schantstube". gerichts zugegangen, wonach das in der Strafsache von dem fah er einen Menschen, den er in der Dunkelheit nicht erkennen D. 3., Schmölln, S. A. Auch ohne solche Verordnung Landgericht I zu Berlin gefällte Urtheil von fünf Monaten Ge- fonnte, er fragte ihn, was er auf dem Hofe suche, und als er ergiebt§ 133a, daß mangels anderer Vereinbarung das Arbeitsfängniß aufgehoben und die Sache zu nochmaliger Verhandlung keine Antwort erhielt, schlug er mit einem Besenstiel, den er sich verhältniß nur gelöst werden kann, wenn sechs Wochen vorher an die Vorinstanz zurückverwiesen wird. Die Anerkennung der als Waffe mitgenommen, auf ihn ein. Der Mann fiel zu gekündigt ist, und auch nur zu den Quartalstagen, ganz ebenso Revision wird mit einem Verstoß gegen§ 225 der Strafprozeß- Boden, Nettwald versetzte ihm noch mehrere Schläge und ging wie bei den Handlungsgehilfen. Wenn, wie Sie wollen, statt ordnung begründet. Der betreffende Paragraph bezieht sich auf wieder ins Haus. Inzwischen waren verschiedene Hofbewohner„ kann" ein„ muß" stünde, so würde das heißen, daß überhaupt Erklärungen öffentlicher Behörden, worin ein Zeugniß oder Gut- wach geworden, sie sahen, daß ein Mann über den Stacketen fein solches Arbeitsverhältniß von rechtswegen länger als ein zaun fletterte, der den Garten von der daranstoßenden Bierteljahr dauern dürfte. Wiese trennte und hörten die Stimmen von mehreren Personen. Der Dr. med. Blum, welcher in Haft genommen wurde, Auch der Hausverwalter Kunde war munter geworden, als er weil er als Vertrauensarzt der Lebens- Versicherungs- Gesellschaft hörte, daß Diebe auf dem Grundstücke waren, trat er mit NettVictoria" ein wissentlich falsches Attest ausgestellt haben soll, wald, der sich inzwischen angekleidet hatte, auf den Hof hinaus. ist gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er Kunde feuerte aus einem Revolver zwei Schüsse in die Luft ab, 1894. 1. Ja. 2. Wenden Sie sich mit dem Antrag um bestreitet die ihm zur Last gelegte Strafthat mit Entschiedenheit. um die Obdachlosen zu verscheuchen, dann begaben sich beide Bulassung zur Hebammen- Lehranstalt und Ihren Fragen an das Seine Vertheidigung hat er dem Rechtsanwalt Wronker über- nach der Wiese. Hier fanden sie einen Mann in knieender Oberpräsidium in Potsdam. Beizufügen ist a) ein Kreistragen. Stellung liegen, Nettwald erklärte, es sei derselbe, den er vorher Physikatsattest über Ihre törperliche und geistige Befähigung, Eine Gendarmenthat aus Berlins umgegend be. auf dem Hofe geschlagen habe. Er forderte den Mann auf, auf. b) ein ortspolizeiliches Attest über Ihren unbescholtenen Ruf, schäftigte am Dienstag die zweite Straffammer am Landgericht 11 zustehen und davonzugehen, erhielt aber eine unverständliche c) Ihr Geburtsschein. Antwort. Nettwald versetzte ihm noch einige Schläge in einer Anklagesache, die sich gegen den Arbeiter Kopps aus AdlersW. K. Ihr Wochenlohn unterliegt nicht für seit über Besenstiel und überließ ihn dann feinem hof und dessen Ehefrau richtete. Der Angeflagte zu I befand sich mit dem drei Monate fällige Steuern der Beschlagnahme. Die für Am Schicksale. folgenden Morgen wurde der am Abend des 6. Mai vergangenen Jahres in dem Poranski'schen Mann das Steuerjahr im Voraus festgesetzte Steuer bleibt troh Ihrer Lokal in Adlershof, als der berittene Gendarm Wolk eintrat todt auf der Wiese gefunden, er hatte schwere Verlegungen Arbeitslosigkeit während des Jahres unverändert zahlbar. und Feierabend gebot. Die anwesenden Gäste wollten das am Rücken und Hinterkopf. Es war der Stallmann Völker, der Wilhelm Mülling. 1. Die Veranstaltung einer TheaterAermsten einer, der sich am Abend vorher zu anderen Personen vorstellung durch einen Verein, zu der nur Vereinsmitglieder Lokal ruhig verlassen, der Gendarm richtete aber an Kopps die Frage, ob die Sache mit Richter schon erledigt sei. geäußert hatte, er wisse nicht, wo er die Nacht über bleiben und deren Gäste Zutritt haben, bedarf weder polizeilicher AnRopps soll nämlich einmal einem Rellner Richter mit der solle, er müsse im Freien nächtigen. Der Angeklagte wollte sich, meldung noch Genehmigung. G3 steht nichts im Wege, von den Zeche durchgebrannt sein. Der Gefragte hielt sich nicht für ver- wenigstens bei der ersten Mishandlung, im Zustande der Noth- Mitgliedern für die Vorstellung eine Gebühr zu erheben. pflichtet, dem Gendarmen in einem öffentlichen Lokale Auskunft ob der Fremde etwas Blinkendes in der Hand gehalten habe. Rechtskraft des Urtheils an. Die Verjährung kann aber durch wehr befunden haben, es habe ihm im Dunkeln geschienen, als W. B., Reichenbergerstr. 1. Verjährt in 5 Jahren von zu geben, er erwiderte: Quatschen Sie mich nicht an, Das geht Sie gar nichts an!" und die Frau Ropps setzte Er fönne sich auch nicht denken, daß durch seine Schläge die Handlungen der Vollstreckungsbehörde, 3. B. Steckbriefe, unterhinzu:„ Das gehört hier doch nicht her!" Ueber diese selbstverständ- schweren Felgen eingetreten seien. Durch die Beweisaufnahme brochen werden. 2. Wenn Verjährung nicht eingetreten, wird liche Antwort wurde der Beamte so aufgeregt, daß er den Mann wurde festgestellt, daß nach der ersten Begegnung des Angeklagten die Geldstrafe und, falls diese nicht beizutreiben, die Gefängnißan der Brust paďte, auf die Straße und die Frau mit Völker mehrere Personen auf der Wiese gewesen strafe vollstreckt, falls die Behörde die Sache nicht übersieht. hinterher warf. Draußen mag wohl das Ehepaar seinem sein müßten, denn die Zeugen hatten verschiedene Stimmen, das 3. Nein. 4. Nicht eingeforderte Gerichtstoften verfähren in vier berechtigten Unmuthe in einigen Worten Luft gemacht haben, osreißen von Stäben des Gartenzauns und das Geräusch 1 on Jahren vom 31. Dezember des Jahres ab, in dem das Urtheil denn der Gendarm stürzte wieder auf sie zu und Schlägen gehört. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, rechtskräftig geworden. Für die Kosten der Vollstreckung bewa rf den Mann zu Boden. Dieser rappelte sich auf und ging stützte hierauf seine Ausführungen, daß der Verstorbene wahr ginnt die Verjährungsfrist erst mit Ablauf des Jahres, in dem feiner Wege, dabei den Ruf ausstoßend:" Der verfluchte Schuft!" scheinlich noch von anderen Personen mishandelt worden sei. vollstrect wird. 5. Ja, Das war eine erneute Veranlassung für den Gendarm, den Die Geschworenen ver neinten auch den erschwerenden Umstand, Kopps zu Boden zu werfen. Wieder raffte sich derselbe auf und daß der Angeklagte durch seine Mißhandlungen den Tod des lief auf seinen Hof; der Gendarm lief hinterher, warf den Wölfer herbeigeführt habe und billigten ihm außerdem mildernde Mann wiederum zu Boden und fesselte denselben mit Umstände zu. Das Urtheil lautete auf nur 4 Monate GeHilfe des herbeigerufenen Kellners Günther. Kopps zerriß die fängniß, wovon 2 Monate durch die erlittene Untersuchungshaft um seine Hände gelegte Kette und wollte sich vertheidigen. für verbüßt erachtet wurden. Jetzt zog der Gendarm seinen Säbel und schlug dermaßen auf Koppe ein, daß derselbe al anderen Tage blutend und mit zerfetzten Kleidern dem Amtsvorsteher vorgeführt wurde. Das Ende vom Liede war zwar feine Anflage gegen den Gendarm, sondern beide Eheleute wurden ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt, der Ehemanu außerdem noch wegen Beamtenbeleidigung. Das Köpenicker Palermo, 2. Januar. Nach weiteren Mittheilungen tam Shöffengericht ging mit dem Gendarm scharf ins Gericht und es gestern in Pietraperzia zu mehreren sehr ernsten tam zu der Ueberzeugung, daß derselbe sich Tumulten, wobei verschiedene öffentliche Bureaus und Privatnicht in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes gebäude in Brand geftect wurden. Das Militär müssen. 1090b SylDepeschen. D. F., Friedenstraße. Er würde bei Rückkehr bestraft und außerdem noch eingezogen werden. H. S., Lanfitzerstraße. 1. Die Entscheidung des Vormundschaftsrichters mit Vollstreckungsklausel müssen Sie sich ausfertigen lassen und die Zwangsvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher selbst betreiben. 2. Gipsstr. 3. J. P. Die Sachen der Tochter haften nicht für die Miethsschuld der Mutter. Kl. B. Der Paragraph besagt dem Sinne nach nur, daß ein Antrag eines Mitgliedes, es nicht auszuschließen, sondern länger zu stunden, in solchem Falle nicht genehmigt werden darf. Er enthält aber nicht die Bestimmung, daß die Mitgliedschaft von selbst ihr Ende finde. Wenn also die Kasse die Frau troßdem nicht ausgeschlossen hat, muß die Frau die Beträge zahlen, so gut wie die Kasse hätte die Unterstützung zahlen vorzügl. ſchmerzl., Zahnschmerz schmerz:| Der betreffende Herr, der am Sytz Künſtl. Zähne, väg. u. Garantie, fermerët., Babul imter, Seitiste, f. 123. Weinhandlung v. Carl Bochme Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel sendet hiermit allen seinen vester Abend in der Brauerei Kunden und Freunden Bötzow, Prenzlauer Allee, eiurn fremden Ueberzieher mitgenommen, wird ersucht, denselben wieder zu bringen. Abzugeben bei Bötzow, Prenzlauer Allee. Carl Bayer, Jägerstr. 67. Zum Jahreswechsel geftatte ich mir allen Mitgliedern des Vereins Berliner Bimmerleute die besten Glück und 1096b Königlichen AmtsSegenswünsche darzubringen. 10926 Rechtsbureau- ichtersa. D. Alte JakobW. Bandelow, Langestr. 13. Meinen werthen Kunden u. 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Die Verfertigung von Spielzeug ist eine große Industrie in Versammlungen haben dieserhalb in Wien und in allen größeren Paris. Wir haben viele Nähtereien und förmliche abriken Druckorten Desterreichs stattgefunden. Paris, den 30. Dezember 1893. Sonderbarer Tag! Alle Welt macht ein vergnügtes Gesicht; wegwirft, wird hier verwandt. Die geöffneten Sardinenbüchsen öffentlichten Rechenschaftsbericht in neun Monaten vereinnahmt ausschließlich für die Herstellung von Puppen. Was man sonst Die Buchdrucker Gewerkschaft hat nach dem soeben vers man begegnet sich, das Lächeln auf den Lippen, den Mund werden, nachdem das Zinn abgeschmolzen ist, gereinigt, gewalt, gefüllt mit honigsüßen Worten, und erwartend, daß man ihn in zurechtgeschnitten, in alle möglichen Formen gebracht, ladirt; und 719 819 M., darunter laufende Beiträge 264 271 M. Ausgegeben allen Häusern, wo man zum Neujahr gratulirt, mit Buckerwert fie erscheinen dann verjüngt als Dampfschiffe, Eisenbahnwagen, wurden: für Reife- Unterstützung 121 164 M. und die Arbeitslosen und feinen Weinen und Liqueuren füllt. Und doch verwünscht Lokomotiven. Die Arbeiter, welche den Kindern diese Freude erhielten 285 221 M., während für sonstige Unterſtügungen" jeber diesen Tag, wenigstens jeder Erwachsene. Der arme bereiten, leben im größten Glend die Frauen verdienen 1 bis 218 641 M. gewährt wurden. Die Buchdrucker zahlen bekanntlich Carnot zittert bei dem Gedanken der Neujahrsempfänge, die er 1/2 Frants( 80-120 Pf.), die Männer 3 Franks( 2,40 M.), fehr hohe Beiträge und haben auch nach der Niederlage von 1891 über sich ergehen lassen muß; er ist verpflichtet, mit beglückt wenn sie vollauf beschäftigt sind. noch über 50 pCt. organisirte Kollegen. lächelndem Gesicht die Präsidenten der Kammer und des Senate, Die Fabrikanten flagen über die belgische und die deutsche Die fächsische Einkommenstatistik zeigt uns recht deutlich die Minister, die Deputirten der Regierungsmehrheit, die hohen Konkurrenz. Die Einfuhrsteuern auf die fertigen Spielwaaren wie äußerst wenige es sind, die auf Kosten der übrigen BeWürdenträger der Magiftratur nnd der Armee, die hohen Ver- find zwar enorm, aber die halbfertigen Waaren, die als Rohmaterial völkerung schlemmen, wie groß dagegen die Zahl derjenigen ist, waltungsbeamten, die großen Staatsförperschaften zu begrüßen, gelten, erfreuen sich einer bedeutenden Steuerermäßigung. Man deren Lebenshaltung bereits unter die Grenze des„ Existenzimmer diefelben Glückwünsche anzuhören und immer mit den schickt deshalb die Stücke getrennt nach Paris, und hier werden sie minimums" gesunken. Es giebt im Königreich Sachsen 11 138 Perselben Gegenglückwünschen zu antworten. Welcher Frohndienst! zusammengesetzt. An einem Tag schickt man die Eisenbahnwagen, sonen oder 0,78 pCt. der Steuerzahler, die ein Ginkommen von Die Pferde, die gar kein Interesse am Neujahr haben, sind auf- an einem andern die Räder, an einem dritten den Rest, und das über 9600 m. haben. Das Gesammteinkommen dieser paar tausend geputzt und den ganzen Tag im Geschirr: Galakarossen, herr- Alles wird dann hübsch zusammengefügt, gelöthet, lackirt und Personen beträgt netto 314 Millionen Mark oder 20 pCt. des schaftliche Kutschen, bürgerliche Modefiaker rollen von Morgen der Eisenbahnzug ist fertig, der die Kinder entzückt. Die deutschen gesammten Einkommens der sächsischen Bevölkerung. Das jährbis Abend durch die Straßen. Man jagt die Treppen hinauf, Buntdruckfabriken schicken die Chromos( Farbenbilder), die auf liche Einkommen von 3300-9600 m. haben 39 266 Personen man tritt ein, man drückt sich die Hand, man tauscht Wünsche die Bonbonbüchsen geklebt werden. Sie haben dieses Jahr die oder 2,71 pet. Das Gesammteinkommen dieser Klasse beläuft aus, man tüßt sich alles im Laufschritt, stürzt dann wieder Kalender geliefert, die von unsern französischen Briefträgern am fich auf 201 Millionen oder rund 13 pet. des zu versteuernden die Treppe hinunter, springt in den Wagen und Neujahrstage vertheilt werden. Einkommens. 439 948 Personen( 30,48 pt.) hingegen haben ein 311 einem anderen Besuch. Die beleibten Herren Aber die Kinder kümmern sich nicht um die Klagen der Einkommen von 800-3800 m. Bourgeois verlieren an diesem Tage einige Pfund Fett. Die Fabrikanten; sie sind international, und es ist ihnen gleichgiltig, 30 pt. der Steuerzahler. In der untersten Stufe sind diejenigen, Diese Klasse repräsentirt Großwürdenträger der Kirche und die Großeltern erwarten woher das Spielzeug kommt, wenn es ihnen nur Spaß macht. welche ein Ginkommen bis zu 800 m. haben. Zu dieser gehören würdevoll oder mit heiterfreundlicher Miene den Besuch ihrer und die patriotischen Kaufleute sind noch gleichgiltiger gegen das 953 360 Personen oder 661/3 pCt., ihre Einnahme beträgt zu Untergebenen und ihrer Kinder, Enkel, Neffen, Nichten u. s. w. Vaterland der Waare, die ihnen erlaubt, ein paar Sous auf sammen 478 Millionen Mark oder 30 pCt. des GesammtDie Personen, die auf ihr Ansehen halten, stürzen von den Be- Kosten ihrer Landsleute in die Tasche zu stecken. einkommens. 3wei Drittel aller Steuerzahler haben demnach das suchen spornstreichs nach Hause zurück, damit man ihnen den erbärmliche Einkommen von durchschnittlich 502 M., währenddem Besuch fofort erwidern kann. Man führt an diesem Tage das 11 138 Reiche die von der arbeitenden Bevölkerung erschafften tollste Vagabundenleben. Erträgnisse bis zum durchschnittlichen Betrage von 28 218 m. besitzen. So wird in der heutigen Gesellschaft das„ Theilen" eilt Gallus. Soziale Uebersicht. Die neugebackene Bereinigung der Zwicker und Berufsgenossen mit ihren 10 und 15 Pf. Monatsbeiträgen war eben nicht faltblütig und überlegend genug, dieses Spiel zu beobachten, sie ließ sich Kollegen, dies alles ist nun einmal geschehen und läßt sich nicht rückgängig machen. M vorgenommen. fahrungen in bezug auf Moralität infolge der Sonntagsruhe schaften und Cafés an, womit diefelben gefüllt sind. Die an noch größere Freiheit für das Personal gedacht werden kann. Man sehe sich doch nur einmal des Sonntags die WirthHandlungsgehilfen und Ladenfräuleins stellen hierzu die größte Anzahl, da dieselben jetzt dem häuslichen resp. geschäftlichen Herd entfremdet sind. gegen früber besucht ist. Verwilderung. Man sehe auch einmal des Sonntags NachAnstatt Nugen bringt die Sonntagsruhe in vielen Fällen mittags den Besuch des Gottesdienstes an, wie spärlich derselbe Die Fürsorge für das Personal scheint mir doch zu weit zu gehen. Achtungsvoll 2. J." werden sich über diese Frechheit entrüsten, wir nicht. Dazu bemerkt das„ Korrespondenzblatt" sehr richtig: Manche Mann ist wenigstens ehrlich, er spricht offen aus, was sich seine Der Klasse sonst nur denkt und mit dem Mantel des Wohlwollens verhüllt. Solchen nationalökonomischen Unsinn zu widerlegen, das wird uns niemand zumuthen. Wenn nur alle Prinzipale so offen wären, uns könnte das sehr lieb sein. Viele vornehme Leute verlassen auf einige Wochen die Stadt und gehen auf das Land oder in irgend einen südlichen Winteraufenthalt. Sie finden, daß die Vergnügungen und Pflichten dieses Tages ihre Kräfte und ihre Höflichkeit und namentlich auch ihren Edelmuth übersteigen. Auf diese Weise entgehen sie den kannt sein, daß in einigen hiesigen Schuhfabriken seit Wochen lassen wir diese Belehrung hier folgen. Es heißt dort: Achtung, Schuhmacher! Kollegen, Euch wird allen be- Wodurch die Unmoralität vergrößert wird, das lernt uns ein Einsender im, Konfektionär" Aus Dankbarkeit Neujahrsgeschenken) an die Briefträger, Lampen- ein Lohnfampf besteht. Wenn wir auch verschiedene Sachen, anzünder, Straßenfehrer, Kaminfeger und die vielen anderen die vor dem Streit begangen worden sind, nicht gut heißen, wie Wie ich aus den heutigen Zeitungs- Nachrichten ersehe, geht nüßlichen Beamten im öffentlichen Sicherheits-, Gesundheits-, auch die Zeit, in welcher der Kampf aufgenommen wurde, nicht die Regierung mit dem Plane um, eine Abkürzung der BeReinlichkeits- und Verkehrsdienst, welche Kalender und andere die rechte war, so wollen wir doch nicht die Kollegen von schäftigung für das Ladenpersonal herbeizuführen. Kleine Geschenke darbringen, und denen man dafür ein Geldstück uns weisen. Kollegen! den Fabrikanten schwebte ein Es ist mir nun unbegreiflich, wie nach den üblen Gr verabreicht, um sie für geleistete Dienste zu belohnen, und um dem allgemeiner Lohnkampf zum Frühjahr vor, und sie waren sich bezahlt, etwas aufzuhelfen. Der Staat ist so schlau, diese Neu- bedeutend schlechter, für die Arbeiter hingegen um so günstiger elenden Gehalt, welchen der Staat oder die Gemeinde ihnen wohl bewußt, daß in ganz kurzer Zeit die Verhältnisse für sie jahrsgeschenke bei Bemessung der Gehälter sorgfältig in Rechnung waren, infolge dessen profizirten diese Herrn die Kollegen bei zu stellen.**) Die Geschenke machen den Neujahrstag zu einem gefürch jeder Gelegenheit. teten Tag. Die getrocknete Feige, die Honigwabe, der Laubkranz oder die mit Goldplättchen bedeckte Dattel, welche die alten Römer sich gegenseitig verehrten, sind jetzt durch reiche Geschenke ersetzt hundertmal soviel werth ist, wie der Jubalt. Man überschüttet fich förmlich mit verzuckerten Kastanien, Pralinen, Dragées und anderen ebenso theuren als unnügen Präsenten. Man giebt die Es sind zur Zeit noch 120 Kollegen im Ausstand. Bonbons mit so verschwenderischer Hand, daß sogar die Kinder Wir möchten es jedem Kollegen zur Erwägung geben, daß ein Gesicht machen, wenn man sie ihnen darreicht. Die spar wir es augenblicklich mit feiner Freien Vereinigung der Zwicker famen Leute verschenken die Bonbon- Tüten und Büchsen, die sie und Berufsgenossen zu thun haben, sondern mit Arbeitern und empfangen haben, wieder an Andere, und so fommt es vor, daß Arbeiterinnen, die im Kampfe mit dem Kapital stehen. Thue, ein Geschenk in die Hände des ursprünglichen Gebers zurückkehrt, dessen sich bewußt, jeder Kollege und Genosse seine Pflicht so nachdem es durch viele Hände gewandert und der Anlaß vieler gut er fann, dann wird auch dieser Kampf für die Arbeiter Glückwünsche und Danksagungen gewesen war. Wie die Steine, fiegreich enden. welche man als Ballast in den Kiel des Schiffes legt, um ihm Die Agitations Rommission Stetigkeit zu verleihen, so dienen die Bonbons und sonstigen der Schuhmacher für Berlin und Umgegend. Buckersachen dazu, der Aufrichtigkeit der Glückwünsche, welche J. A.: W. Schich old, Grenadierjir. 42, 3 Tr. die guten Philister an diesem Tage mit überquellendem Munde Achtung, Schuhmacher! Den Arbeitern der Schuhfabrik austauschen, Gewicht und Nachdruck zu geben. Da die Zucker- von Fürsten beim u. Ko., Andreas str. 32, ist eine recht waaren diesem und jenem für die Leichtigkeit der Gefühle liebeswürdige Neujahrsgratulation zu Theil geworden. Vor etwas zu schwer erschienen, so ersetzten viele Bürger sie durch Visitenkarten, die man vom 1. bis 15. Januar mit der Post von Weihnachten wurde denselben mitgetheilt, daß der Betrieb Stadt zu Stadt, von Straße zu Straße in derselben Stadt, und zwischen Weihnachten und Neujahr nicht stillſtehe. Herr von Stockwerk zu Stockwerk in demselben Hause schickt. Das Fürſtenheim ließ aber in diesen Tagen nur die bereits verDie Arbeitslosigkeit in Hamburg muß einen ganz be Porto beträgt nur 1 Sou( 5 Centimes= 4 Pf.), und so wird rechnete Arbeit fertig machen. Alle Arbeiter, die geliefert hatten, denklichen Grad erreicht haben, denn das Leiborgan der rheinischen denn auch mit den Visitenkarten ein großer Unfug getrieben. Nun ist es denselben klar geworden. Er wollte seine Arbeiter es zuzugeben, und das will gewiß viel heißen. Es wird ihr von betamen feine frische Arbeit. Warum? Das wußten sie nicht. Großkapitalisten, die Rölnische Zeitung" läßt sich sogar herbei, Die armen Briefträger, welche die Visitenkarten zu schleppen möglichst aushungern lassen, um dieselben recht mürbe zu machen. dort geschrieben, daß in den Fabriken und Werften jenseits der haben, finden keinen Augenblick und keine Stätte, wo sie ein ander beglückwünschen könnten zu diesen Massen BeglückNun hat er ihnen am 2. Januar früh einen Lohntarif vorgelegt, Elbe allein 3000 Leute weniger beschäftigt waren, als im Dewünschungen der Bourgeois. Während dieser 14 Tage haben sie man staune über die Liebenswürdigkeit einen zember des Vorjahres. von Abzug die vierfache Arbeit, allein ihr Gehalt bleibt das gleiche 25-40 pet. Die Antwort der enthält. das heißt gleich elend. Man verwünscht diesen Tag und doch feiert daß sie alle die Arbeit einstellten. Herr Fürstenheim will ja Arbeiter, 50 an der Zahl, die fast alle organisirt sind, war die, man ihn jedes Jahr durch eine wachsende Masse von Visiten allerdings mit sich handeln lassen, doch die Arbeiter erklärten und von Visitenkarten. Der Neujahrstag hat ein sähes Leben. Im vierten Jahr- ihm, nichts ablassen zu tönnen. hundert verbot das Konzil von Laodicea seine Feier als Kollegen, einer solchen Zumuthung gegenüber konnten wir eine heidnische Zeremonie, und während der Revolution war nicht anders handeln. Sorgt dafür, daß der Zuzug fie als ein aristokratischer Gebrauch verboten. Man öffnete auf fern gehalten wird. der Post die Briefe und schickte die Urheber der Neujahrsgratu Sämmtliche Arbeiterblätter werden gebeten hiervon Notiz lationen als Verdächtige" vor das Revolutionstribunal. In zu nehmen. Wirklichkeit ist die Neujahrsfeier weder eine heidnische Zeremonie Die Agitationstommission der Schuhmacher noch ein aristokratischer Gebrauch, sondern ein echtes Volks fest, das die Römer in das goldene Zeitalter zurückführten, und Charlottenburg. Die Parteigenossen werden ersucht, die das die Franzosen aus der Zeit der alten Gallier herleiten und noch ausstehenden Sammellisten von der Kommunalwahl bis an das Fest des Mistelpflückens***) durch die Druiden an- spätestens am 14. Januar an den Genossen Wernicke, Krummeknüpfen. Vor der Revolution zogen in verschiedenen Provinzen straße 19, abzuliefern. # die armen Leute umber und sammelten Gaben unter dem Ruf: Der Berlins. Verunglückungen deutscher Seeschiffe im Jahre 1891 entnehmen Arbeiterrisiko auf See. Der Zusammenstellung über wir, daß von 1205 Mann Besatzung, die sich an Bord untergegangener Fahrzeuge befanden, 178 Mann ihren Tod gefunden haben. Außerdem verunglückten von 160 Passagieren 30. gebrannt ist der Hopfenhändler Sebiger aus Ottens Sittenspiegel der bürgerlichen Gesellschaft. Durch 003, nachdem er von den Bauern der dortigen Gegend Quantitäten Hopfen von nahezu 60 000 M. angetauft und das Bahlen vergeffen hatte. Nachdem er den Hopfen in Nürnberg an den Mann gebracht, ist er mit dem Gelde burchgegangen. Das Gemeine bei dieser Sache ist hauptsächlich, daß dieser saubere Patron den Bauern ihre Hopfen meist den Zentner um 6-10 M. theurer als andere Händler abfaufte, wodurch es ihm gelang, so viele arme Bauern um ihr heuriges Hopfenerträgniß zu prellen. Berhaftet wurde in Euerndorf( Unterfranken) der Posthalter Thaler wegen Raffenunregelmäßigkeiten. Der Staat foll um 12 000 m. geschädigt sein. Ueber sein Vermögen ist Konkurs eröffnet. unzucht. Der Rentierssohn L. Wertheimer in Nürnberg hat ein Mädchen unter 14 Jahren mit Zustimmung ihrer Mutter gegen Entgelt zur Unzucht mißbraucht. Die gewissenlose Mutter wurde Au gui l'an neuf! Profit Neujahr mit Mistelzweig! Und in der Ju Sachen der Lagerhafter. Der Situationsbericht ist wegen Berbrechens der Kuppelei vom Landgericht Nürnberg in Normandie verlangen die Kinder noch heute aguillettes", das zur Versendung gekommen. Alle diejenigen, welche übergangen eine Zuchthausstrafe von 1/2 Jahren verurtheilt, der Schweineheißt Mistelgeschenke. Die Neujahrsfeier ist ein Beweis für die sein sollten, den Bericht aber haben wollen, mögen ihre Adressen pelz ist durchgebrannt. Sein Vermögen hat er mitgenommen. unverwüstliche Lebenskraft von Volksgebräuchen. einsenden. Bur Agitation für unsere Bewegung können noch Sittlichkeitsverbrechen. In Hamburg wurde der Hausvater des Jedes Jahr werden neue Spielsachen erfunden. Man strengt Protokolle sowie Berichte unentgeltlich abgegeben werden. Die Asyls für Obdachlose wegen wiederholter Sittlichkeitsverbrechen fich so sehr an, Neues zu erfinden, daß man wirklich glauben sollte, Kollegen werden gebeten, uns von allen Beitungen, welche sich mit verhaftet. die Kinder wären vom Schopenhauer'schen Pessimismus ebenso ange- unseren Angelegenheiten beschäftigen, stets die betreffenden Nummern Das Proletariat im Eisenbahndienste. Der jüngst Iränkelt, wie ihre Eltern. Die Erfindungen dieses Jahres sind: zuzusenden. stattgefundene Schaffnerprozeß in Hamburg hat wieder einmal Behanzin, König von Dahomey, und seine schwarzen Amazonen; Ernst Grenz, Vertrauensmann, gezeigt, daß der Staat als Arbeitgeber genau so schlechte Löhne die russischen Bauern; das Spiel der russischen Allianz; Buffalo Chemnitz, Louisenstraße Nr. 8, 2 Treppen. bezahlt und seinen Arbeitern eine ebenso lange Arbeitszeit aufBill auf einem galoppirenden Pferd in siegreichem Wettrennen bürdet, als der Privatunternehmer. Jene Schaffner, wenn ihr mit einem Fahrrad; Kornelius Herz als Zuckerfabrikant u. 1. w. Der Streik der Maler in Mitterteich in der Por- Gehalt, namentlich schon deswegen, weil sie durch ihre AbwesenAuch die unvermeidliche Frage des Tags fehlt nicht ein zellanfabrik von Lindner u. Co. ist durch den Zuzug, besonders heit von zu Hause zu vielen Ausgaben gezwungen sind, auch ein Spielzeug, bei dem es sich darum handelt, den Kopf des Ueberall aus dem nahen Böhmen, verloren gegangen. Hier waren recht bescheidenes genannt werden muß, sind aber noch lange und Nirgends Arton+) zu finden, hinter dem die Polizei herläuft. Maßregelungen wegen Verbandszugehörigkeit der Grund des nicht die am schlechtest gestellten Arbeiter an der Staatsbahn. Die Streifs. Um sich dafür zu trösten, daß sie von Arton freiwillig geschlagen Bremser und Schmierer der preußischen Staatsbahn erhalten wurde, hat die Polizei alle Spielzeuge verboten, die einer Bombe In Eisenberg haben die Dreher der Porzellanfabrik von ein Gehalt von 680-990 m. Hierzu kommen 150 M. Wohnungsoder einem Kochtopf ähnlich sind sonst könnte der Abscheu A. Beinecke, welche wegen Zohnreduzirungen die Arbeit nieder zuschuß und etwa 250-300 M. Meilengelder. Die letzteren find als vor den Attentaten vermindert werden". Wohlgemerkt, diese Er legten, einen gangen Erfolg ebenfalls nicht zu verzeichnen; doch Ginnahme eigentlich gar nicht zu betrachten, da sie unterwegs klärung wird alles Ernstes von ernsthaften Zeitungen gegeben. traten die Reduzirungen nicht in der angekündigten Höhe ein, um Leben gebraucht werden. In Wirklichkeit haben die Leute 1000 sie *) étrennes( sprich etränn) die Festgeschenke an der auch werden die Streifenden nach und nach wieder eingestellt und bis zu 18, 16 ja 20 Stunden, sage und schreibe zwanzig Stunden die Festgeschenke an der die angenommenen Streikorecher entlassen. Jahreswende werden in Frankreich nicht zu Weihnachten, sondern im Dienst befinden. Fahrplanmäßig, das ist richtig, kommt nur zu Neujahr gegeben. Der Streik der Gerber in Wilster ist mißlungen und ein Durchschnittsdienst von 11 Stunden pro Tag heraus, die Sperre über die Müller'sche Lederfabrik zu Wilster aufgehoben, allein diese 11 Stunden stehen lediglich auf dem Papier da schon alle Pläge bejetzt sind. Schuld an der Niederlage trägt und können in Wirklichkeit niemals eingehalten werden, die schwache Organisation. **) In Deutschland thut man das nicht, ja man verbietet die Geschenke sogar. Aber das Gehalt macht man darum nicht fetter. ***) Auch den alten Germanen war die Mistel, die im Winter grünt, als Sinnbild der unter Schnee und Eis lebenden Natur heilig. Die Mistel spielt in der nordisch germanischen Winthe eine große Rolle. +) Arton, neben Herz, der Hauptvermittler bei den Panama Echweineveien. italienischer Arbeiter und Arbeiterinnen. In Bozen( Tirol) konstituirte sich dieser Tage ein Verein Die österreichischen Buchdruckerei- Arbeiter, an deren Spize die Wiener stehen, find in eine Bewegung eingetreten, welche die Einführung eines Norm altarifs bezweckt. Große da die Leute schon eine Stunde vor der Abfahrt der Büge, bei denen sie Dienst zu thun haben, zur Stelle sein müssen und am Ende des Kurses, trotz alles Hastens und Jagens, so viel Verspätung haben, daß die fahrplanmäßige Dienstzeit bedeutend überschritten wird; dazu kommt, daß es bei einem Kurs den Leuten fogar während mehr als 12 Stunden unmöglich ist, etwas warmes zu genießen sie sind darauf angewiesen, aus der Faust die Präsidenten der Eisenbahn direktionen je die Mitglieder der Eisenbahndirektionen und die Betriebsdirektoren = 10 500 M. 4200--6000 C " " Eisenbahn, Bau-, Betriebs-, Maschinen u. Verkehrsinspektoren 3600-4800 Telegrapheninspektoren 2700-3600 Hauptkassen Rendanten 4800" Neben diesen Gehältern erhalten diese Beamten auch noch dementsprechend hohe Tagegelder, sobald sie Dienst außerhalb ihres Bureaus thun, oft 6-9 Mark pro Tag. Zu diesem Verdienst" in gar keinem Verhältnisse stehend, ist die Arbeitsleistung dieser Herren. Hier bewahrheitet sich so recht das Sprichwort von dem Pferd, das den Hafer verdient aber nicht friegt. Und trotzdem schon jetzt die unteren Beamten ein viel zu hohes Maß von Arbeit zu leiſten haben, fährt man fort mit Entlassungen, so daß die Verbleibenden noch mehr überlastet werden. Das ist die Signatur der staatlichen Betriebe, die man darum auch Musterbetriebe nennt. zu essen. Für die Stunden, welche im Intereffe der Sicherheit des thätig. Mit den Bokalen ist es noch schlecht bestellt;| gnügen abgehalten. Der Dekonom, Niete, den Genossen durch Verkehrs unvermeidlich waren, giebt es auch nicht einen Pfennig. während der Reichstagswahl haben uns im ganzen Kreise nur Verweigerung seines Saales in Tempelhof bekannt der Herr Nach den Kursvorschriften ist den Leuten jede Woche ein freier 5 Säle zur Verfügung gestanden. hatte dort erklärt, er halte es lieber mit dem Militär und brauche Tag gesichert, in Wirklichkeit sind diefelben froh, wenn An der Diskussion betheiligten sich die Genossen Bräuer, Schröer die Arbeiter nicht- wollte hier, wo nach seiner Meinung andere Versie in 4 bis 5 Wochen einmal einen Ruhetag haben. So sehen und Wernau. Hierauf behandelte Genosse Wernau in einem aus hältnisse als in Tempelhof herrschen, den Saal gern zu allen Verder Dienst und die Bezahlung der untersten Schicht der Bahn- führlichen Referat die Erfahrungen bei den Reichstagswahlen sammlungen hergeben. Durch die Genossen in Tempelhof über sein beamten aus. Vergleiche man hiermit einmal die Gehälter der und die Taktik der Gegner. Dem schloß sich ein Referat des dortiges Verhalten genau unterrichtet, wurde nunmehr daz höheren und höchsten Beamten, da vermißt man die Knauferei, Genossen Schröer( Spandau) an über:" Agitation, Organisation Etablissement von der zielbewußten Arbeiterschaft gemieden. Von die sich unten so breit macht, vollkommen. und Lokalfrage". Redner bemerkt: Ueber die Art der Organi- einer beantragten Sperre des Lokals wurde Abstand genommen, Es beziehen nämlich jährlich: sation wird man den Entschluß den einzelnen Orten überlassen da der stillschweigende Boykott schon gewirkt hat und Herr Nieke müssen. Die Organisationsbestrebungen scheitern aber zumeist an bereits am 1. Februar einem anderen Dekonom das Feld räumen dem Mangel von Versammlungslokalen. Velten ist der einzige muß. Indessen wurde einem Antrage des Genossen Reherau Ort im Kreise, wo unsere Partei feine Beschränkung bezüglich zugestimmt, welcher besagt:„ Es ist Pflicht aller Arbeitervereine der Lokale findet. In den übrigen Orten haben die Genossen in Zukunft bei keinem Wirth, der seinen Saal den Arbeitern zu noch einen schweren Kampf um die Hergabe von Sälen auszu- Versammlungen vorenthalten hat, innerhalb eines Jahres weder fechten. In Spandau werden diejenigen Arbeiter, welche jetzt Versammlungen noch Vergnügungen abzuhalten." In die Lokal anderen Parteien ihre Stimme gegeben haben, sehr bald zur Be- fommission wurden wiederum die Genossen Schenk, Herr sinnung fommen. Vor der Wahl ist ihnen dort wiederholt gesagt mann, Thomas und Rothenstein gewählt. Auf Vorworden, wenn sie nicht für die Militärvorlage stimmten, dann schlag des Genossen Wurbs sollen, da alle Säle frei sind, in würden sie die Arbeit verlieren. Troßdem nun die Vorlage im Zukunft die Namen der Wirthe in der Lokalliste nicht mehr aufReichstage durchgegangen ist, vergeht doch ungefähr seit einem geführt werden, sondern analog der Berliner Lokalliste eventuell halben Jahre fast kein Lohntag, wo nicht in der einen oder nur diejenigen Lokale veröffentlicht werden, über welche die anderen Fabrit 25-100 Arbeiter entlassen werden. In der Sperre verhängt ist. Diskussion, die über beide Themata zusammen geführt wurde, forderte Scherdin, vor allen Dingen darauf zu achten, daß das sozialdemokratische Programm bei der Agitation scharf betont wird, was in Spandau nicht ganz genügend geschehen ist. Schröer- Spandau flärte dies damit auf, daß bei der Stadtverordnetenwahl vor zwei Jahren noch keine Organisation unserer Partei in Spandau bestand. Gegenüber dem Genossen Scherdin, welcher größere Sparsamkeit mit den Flugblättern empfohlen hatte, hielt Genosse Ewald- Brandenburg für nöthig, 10 viel Flugblätter wie möglich อิน ver breiten. Auf die Beschwerde eines Delegirten über unpünktliche Zusendung von Drucksachen bemerkte Genosse Gerisch- Uhr in den Kontordia- Festsälen, Andreasstr. 64( Regelzimmer), Sigung. Berlin, daß die Herausgabe des Kalenders durch die Partei ein erster Versuch gewesen und etwas zu spät erfolgt sei. In der Wahlbewegung werde übrigens ein Flugblatt kaum ausreichen. Den Vorschlag, eine Kreis Agitationskommission statt des Vertrauensmannes zu wählen, bat Redner, einstweilen noch näher erwägen. Da eine Agitationskommission nur dann arbeiten fönne, wenn ihre Mitglieder sämmtlich an einem Orte wohnen. Ob sich dann aber nicht die Bestellung nur eines Vertrauens- ieste, Schwebterfitraße 33. Gleichheit, Abends 8x Uhr bei Stramm, mannes mehr empfehle, frage fich, zumal die Agitationskommission Saferland, Bellermannſtr. 87. für die Provinz Brandenburg nicht gut mit einer anderen Kom- Ritterstraße 123.- Seine, Nirdorf Abends 8% Uhr, Prinz- Handjernstr. 60, mission, wohl aber mit einem einzelnen Genossen in Verbindung Einiateit, Abends 8 Uhr bei Beige, Triftstraße 1. treten könne. Wiederverwendung von Marken.§ 154 Abs. 2 des Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes bedroht denjenigen mit Strafe, welcher wissentlich schon einmal verwendete Marken in Quittungskarten abermals verwendet. Als verwendet" im Sinne dieser Bestimmung ist eine in die Quittungskarte eingeflebte Marke jedoch nur dann anzusehen, wenn sie thatsächlich und rechtlich zur Tilgung einer bestimmten fällig gewordenen Beitragspflicht des Arbeitgebers bezw. des Versicherten gecient hat. Ein großer Hutmacherstreik wird aus Amerika gemeldet. Derselbe ist nicht allein durch seine Größe, sondern auch durch die ihn begleitenden Umstände von ganz besonderem Intereffe. Beide Theile, Unternehmer wie Arbeiter, besigen eine gute Organisation, die sich bisher auch meist verständigten und öfter die Komödie von der Harmonie der Interessen des Kapitals und der Arbeit zusammen aufführten.- Die furchtbare Krisis, unter der Amerifa jetzt leidet, hat diesem patriarchalischen Verhältniß ein jähes Ende bereitet. Die Verluste, welche die Fabrikanten durch den schlechten Geschäftsgang erleiden, suchen sie natürlich, wie immer und überall, auf die Schultern der Arbeiter abzuroälzen durch) Lohnreduktion. Die auf Gauverein Berliner Bildhauer. Siehe Inserat in dieser Nummer. Landsmannschaft von Bad Schmiedeberg und Umgegend. shuhr im Restaurant Mar Walter, Kaiſerfir. 11, General- Bersammlung. Wahl des Freie Vereinigung der Bureau- Angestellten Berlins und Umgegend. Vereins- Versammlung am Mittwoch, den 3. Januar, Abends 8½ Uhr, bet Stein, Rofenthalerfir. 38. Vortrag, Bericht über die Konferenz mit dem unterstaatssekretär, Wahlrefultate. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 3. Januar, Abends 8% Uhr, Versammlung mit Frauen im Romman dan ten- Garten, Kommandantenstraße 10-11. Abrechnung vom Weihnachtsvergnügen. Mittwoch Verein ehemaliger Schüler der 18. Gemeindeschule. Pünktliches Erscheinen nothwendig. Zitherklub Alpenglöckchen- Edelweiß. Mittwoch Abend 9 Uhr Uebungsstunde im Restaurant Gollmann, Gipsstr. 11. Arbeiter Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Nord= Schule, Müllerfir. 179a: Unterricht in Geſchichte( mittl.). Dit: Schule, Markusstr. 31: Unterricht in Logit. Südost- Schule, Meichenbergerstraße 183: Unterricht in Rechnen und Deutsch( oberes). Bet allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jetzt, im Laufe des Semesters, eintreten. im Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bei Frig Gesundbrunnen, Abends 8% Uhr, bet 1 parterre. Otto Reimer, bei A. Brosch, Wilhelmshavenerstr. 23. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Wenderungen Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch. UebungsPiedesfreiheit 1, ftraße 22-23, Bögow's Brauerei. Silaritas, Hochstraße 32 a, bei Wilte.- Deutsche Eiche, Grüner Weg 29 bei Säger. Echo 1 Pantow, Schulzefir. 27. Steinmezen, Flemmingstr. 6 bei Mann. yra 1, Mariannen- Ufer 2 bei Wills.- Hand in Hand 1, Reichenbergerkommunikation 16, bei Glafer.- unverdrossen, Abends 8 Uhr, bei Sachs, straße 16 bei Päzoldt. Schneeglöckchen 2, Potsdam, Brandenburgerindoweritr. 26.- Rütli, Friedenau im Kurhaus.- Bor wärts 5, FriedrichsLorbeertranz, Lichtenbergerstr. 21 b. Heise. bagen, Rundtheil, 6. Berche. Südo ft 1. Köpniderstr. 191, Restaurant.- Rothe Nelte, Schöneberg, Golzfraße 43, bei Giegeler. Kupferschmiede, Weinstr. 11 bei Feind. Deutscher Männer Concordia, Gitschinerstr. 65 bei Haase. fang, Belforterstr. 15, bei Schneider. Freiheitstlänge, Alte Jakobstr. 68. Unverzagt 1 Manteuffelstraße bei Nowack. Lorbeer tranz 2, Dranienstraße 190 bei Katsch. Liebeslust in Fürstenwalde Sängerchor der Maler, Kaiser bei Taschenberg, Junterstraße 5. Freiheits- Gruß, Schönhauser Allee 46, straße Rest. Concordia.- Sanges blüthen, Stralauerplas 10/11 bet oppe. Franz- Grenadier Play 7. bet Buffe. Hoffnung 3, Brandenburg a. H., Wilhelmsdorfer Moabit, Waldstr. 52 bet Gohr. Stederlust, Stöpenickerstr. 100 - Gleichheit, Pappel- Allee 3-4 bet 2. Meinbei Gründer( fr. Mundt). yra 3, Brig, Werderstraße 15. Freiheitstlänge 2 Eberswalderstraße 5.- Kaiser'scher Quartettverein, Krautstr. 6 bet Rudolf. Arbeitergefangverein von Briz in Briz, Bürgerstr. 4 bei Dorn.- Junge Georginia, hardt. 1 ich e, Reinickendorf, Geſellſchaftsstr. 11 bei Hartmann. Manteuffelstraße 45 bei Liewald. Einig, Straußbergerstr. 8 bet Birt. Vorwärts" 7 Rummelsburg, Göthe- und Kantstraße- Ede bei Greinert. Seeger'scher Männerchor, Frankfurterſtraße 18 bei Kaprolatis. Dämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberger Allee 152 bet Strauſe. der Reichstagswahl zur Leitung der Agitation, Aufbringung und stunde Abends& Uhr, Aufnahme von Mitglieder Die Konferenz beschloß hierauf einstimmig, in Zukunft bei Bereinstalender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Verwendung der bezüglichen Gelder ein fünfgliedriges Wahl 23, Boom's Freya,( Gemischter Chor), Alte Schönhauserfomitee zu wählen. Ferner beschloß die Konferenz: früheren Konferenzen geschaffene Organisationsform soll bei Allein, wo die Arbeiter eine gute Organisation haben, geht behalten werden. Den Genossen derjenigen Orte, wo noch keine das nicht so leicht, und es gilt dann, erst die Organisation zu Organisation besteht, wird empfohlen, Gruppen zu bilden, um zerbrechen. Im Grund des Herzens ist jeder Unternehmer ein Feind der Gewerkschaften, und eine Beit der Geschäftskrisis bietet die örtlichen Angelegenheiten zu besprechen und für die Aginatürlich die besten Chancen zum Angriff auf sie. tation zu wirken. Ferner Von der wählt die Konferenz für das Unternehmer- Assoziation wurde die Stadt Danbury im nächste Jahr wieder einen Kreis- Vertrauensmann, an welchen die zur Agitation nothwendigen Mittel abzuführen sind, damit Etaat Connecticut, das wichtigste Zentrum der amerikaNach einer Pause nischen Hutfabrikation, zum Schauplatz des entscheidenden der Kampf einheitlich geführt wird" referirte Genosse Stab über die Presse und ihre Bedeutung. Kampfes erwählt. Bei einer Einwohnerzahl von 18 000 enthält Danbury 5000 Personen, die in der Hutfabrikation Der Redner bedauerte, daß nicht ein einheitliches Organ unserer tirekt beschäftigt sind, die ganze Stadt lebt von der Hutmacherei& 3 müßte ein Organ, das täglich erscheint, für die Genossen Partei im Kreise verbreitet ist, sondern statt dessen zwei bis drei. und hat sich dadurch den Spitznamen Hutbury( Hutburg) erworten. Im Mai dieses Jahres, als die Weltausstellung tam des Kreises geschaffen werden. An der Diskussion betheiligten und die Krise sich bemerkbar machte, begannen die Unternehmer sich mehrere Redner, die dem Referenten in feinem Bedauern ihre Operationen. Die Verhandlungen, dei denen die Unter- traten. Ein Antrag, das Brandenburger Blatt als Organ des beistimmten, zum Theil auch für das tägliche Erscheinen einnehmer vorerst eine Herabsehung der Löhne nicht forderten, sondern nur darauf draugen, daß eine Aenderung der gemein- Kreises einzuführen, wurde jedoch gegen wenige Stimmen abfamen Sohnregulirungs- Statuten vorgenommen werden sollte, gelehnt. Zum Kreis- Vertrauensmann wählte die Konferenz Gesogen sich unter Nachgeben der Arbeiter in einigen Punkten hin noffen Heinrich- Potsdam. Hierauf wurde die Konferenz gegen bis zum 20. November. An diesem Tage erließen die Fabri- 8 Uhr Abends mit begeistertem Hoch auf die Sozialdemokratie fanten ein Manifeft, in welchem sie jedem Arbeiter, der nicht ihre geschlossen. Bedingungen annahm, die sofortige Entlassung ankündigten. Im Agitationsklub für den Osten Berlins hielt am Die Arbeiter hatten keine Luft, sich auf Gnade und Ungnade zu 26. Dezember v. Jrs. Genosse Peus aus Dessau einen Vortrag ergeben; sie nahmen den Kampf auf, und am 26. November über das Thema:„ Der Mensch und seine eigene Erlösung." Der wurden sämmtliche Fabriken geschlossen und 5000 Arbeiter und Vortragende verstand es, den Anwesenden in fesselnder Weise Arbeiterinnen auf's Pflaster geworfen. Und gleichzeitig spielten den Gegensatz zu schildern der in dem Glauben liegt, den die die Unternehmer den letzten Trumpf aus und erklärten, von nun orthodoxe Kirche predigt, von der Erlösung der Menschheit die an nur solche Arbeiter zu beschäftigen, die der Union( der Gewerk- durch die Geburt des Heilandes gebracht sein soll, und dem Streben schaft) nicht angehören. Man sieht, überall dasselbe Spiel- in Amerika der aufgeklärten Arbeiterschaft im Verein mit der fortschreitenden wie in Deutschland, England und Frankreich. Seitdem dauert die Wissenschaft, die die Erlösung des darbenden und leidenden Aussperrung fort. Die Arbeiter haben ihre Pickete" ausgestellt, Proletariats als ihre Au gabe betrachten. Nicht der Glaube an welche die Zureisenden abfangen und vom Stand der Dinge unter das Uebernatürliche soll uns befangen halten, sondern im Wirken richten. Und den Unternehmern ist es bis jetzt noch nicht ge- für unsere Sache, für die Sozialdemokratie wollen wir thätig lungen, ihre Fabriten mit Nicht- Unionleuten in Gang zu bringen. sein. Nach einer Darstellung der hauptsächlichsten Forderungen Dieses überaus günftige Resultat in dieser Zeit der Arbeitslosigkeit des Parteiprogramms schloß Redner mit einem lebhaften Appell ist wesentlich den Frauen und Mädchen zu danken, die organisirt an die Anwesenden, für eine einheitliche Organisation Sorge zu sind sie bilden einen selbständigen Zweig der Hutmacher- Union tragen. Eine Diskussion über den Vortrag fand nicht statt. und mit bewundernswürdigem Eifer die Sache der Arbeit Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein( Filiale verfechten. Mancher, der gern den Streitsrecher machte, und der Gesundbrunnen) hielt am 28. Dezember im Kolberger männlicher Beredsamkeit unzugänglich wäre, wird durch Frauen- Salon", Kolbergerstr. 23, feine allmonatliche Versammlung ab. mund von seinem Vorsage abgebracht. Die ganze Stadt Referent war Herr Dr. Pinn, der über das Thema:" Geistige sympathisirt mit den Streifenden, oder richtiger den Aus- Knechtschaft" sprach. Redner schildert, wie die Priesterherrschaft gesperrten. Die Gemeinde hat ihnen ein Anlehen von 50 000 zu allen Beiten und in allen Ländern sich auf die Unwissenheit Tollars( 200 000 Maat) bewilligt, und da die Hutmacher der und Dummheit der Massen stüßte, und bewies dies an einigen übrigen Städte regelmäßig und reichlich Unterstützung senden, so Beispielen aus der Geschichte, leitete dann über zu den Zuständen ist zu hoffen, daß die tapferen Hutmacher von Danbury als der Jeztzeit und schloß, nur die Sozialdemokratie bemüht sich Sieger in das Jahr 1894 eintreten. überall bin das Licht des Wissens und der Vernunft zu senden, und werde der heillosen Pfaffenherrschaft ein Ende bereiten. Dem beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine Diskussion an, an der sich Frau Leuschner, Fräulein Löwenherz, Fräulein Koschnitzki und Frau Noack betheiligten. S In Zürich hat sich eine Arbeitslosen Kommission gebildet und ihr Bureau in einem städtischen Gebäude eröffnet. G3 sollen von Seiten der Stadt Arbeiten in Angriff genommen und Geldunterstützungen vertheilt werden. Versammlungen. Eine Parteikonferenz für den Wahlkreis Pots dam- Spandau Osthavelland tagte am 31. Dezember in Potsdam im Glaser'schen Lokale. Nachdem die Potsdamer Genossen die Telegirten des Kreises mit einigen gut zum Vortrag gebrachten Arbeiterliedern begrüßt hatten, tonstituirte sich die Konferenz, indem sie die Genossen Bräuer- Velten, SchröerSpandau, Froh- Potsdam und Wartich- Welten in das Bureau wählte. Vertreten waren 17 Orte durch 31 Delegirte. " Humo= Geselliger Mufilverein Verein Rhetorit Theaterverein Süd- Ost 2, Falckensteinſtr. 7 bei Trittelwig. Felsenburg, Krautstraße 6 bei Nudolph. Gemischter Chor Wedding, Müllerstraße 7 bet Glühlicht"( gem. Chor), Berlebergerstr. 28, bei HermerReichert. schmidt. Steinnette. Neue Hochstr. 49 bei Altmann. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Zuschriften sind zu richten an P. Hentet, Bergmannstraße 14, Hof 2 Tr.) Mittwoch: Pollack- klub u stige Brüder, Manteuffelstr. 46 bei Liewald. Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bei Wolff. Rauchtlub Giierne Pfeife, Triftstr. 1 bei Hoffmann ristischer Rauchttub, Görligerstraße 42 bei Bicht. Berein Brüderlich teit Georgentirchstraße 65 bet Müller. Pautenschwengel Annenstraße 16 bei Ehrenberg. Naunynfir. 86 bei Bubeit Abends 8% Uhr. Geselliger Verein Hoffnung bei Nemiz( alle vierzehn Tage). Rebuferstraße Nr. 5 Vergnügungsverein Amor II, Proletariat, Naunynftr. 83 bei Köhn. Touristentlub Freiheit und Wohl Prinzen- Allee 10 bei Bergemann. ergehen, Neuenburgerstr. 37 bei Regenberg. Rauchklub Rothe Stat ahne, Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant Taubenbörse. Regel- Klub Lustige 13", flub Kreuz- Solo Strautir. 48 bet Rattle. Abends 8 Uhr bei Sauermann, Adalbertſtraße 8. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gesangverein nospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. Musikverein Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Langestraße 108 bei Mebelin.. Männer- Gesangverein Waldtapelle 2, Abends 9 Uhr, Restaurant Kayfer, Staligeritr. 22. Mufit- Dilettantenverein Preciofa, Abends 8-11 Uhr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn- und Tegelerstraßen- Ecte. Gefangverein Apollo( gem. Chor) Abends 9 Uhr im Restaurant Schulze, Beuthstraße. Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Manteuffelstr. 8. Kraftturnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und Sonnabend 9-11 Uhr Abends bei Lade, Beughofstr. 8. Turnverein Gesund brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung furnt heute von 8-10% Uhr Abends in der Turnhalle, Freienwalderstraße 39.- Kraftturnverein Berolina, Abends 9 Uhr Uebungsstunde bet Faustmann, Reichenbergerstraße 73a. Athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde, Brunnenstraße 154, Lofal Kontordia. Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9 Uhr bei Reed, Lothringerftr. 94.- Theaterverein Bultania 2", Abends 9 Uhr, bei Schulz, Beteranenstr. 18. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringeritraße 101. Theater und Leseklub Morgenroth, jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Restaurant Diete, Lothringerstr. Nr. 67. Theaterverein erres tagt jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, bei Güzlaff, Großgörschenstr. 3. Gäste willfommen Geselliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Kreuzfidel, bet Gumlich, ReichenbergerSommer, Grünstraße 21. Touristentraße 149.- Fidele Brüder, bei 5. Mrofe, Lachmannftr. 5. verein Frei Weg", Abend 9 Uhr bet Sieblukad, Manteuffel11 " In Rigdorf fand am 31. Dezember in Gröpler's Saal, Bergstraße 129, eine öffentliche Versammlung der Parteigenossen statt. Zunächst gab Köppen den Rechenschaftsbericht über seine Thätigkeit als Vertrauensperson. Mit dem Bestand aus straße 86. Arbeiter Zitherklub Freiheitstlänge", Abends 8-11 Uhr, bei R. Bommerente, Bahnstraße 23, am Bahnhof dem Vorjahre im Betrage von 192,71 m. beliefen sich die Ein- von Großgörschenstraße. Bitherflub Alpenglöckchen Edelweiß. nahmen der Lokalkasse auf 678,58 M., die Ausgaben auf uebungsabend Gipsstr. 11 bei Gollmann. Damen und Herren als Mitspieler 642,53 M. und verblieb mithin ein Bestand von 36,05 M. Bet willkommen. Verein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9% Uhr Sizung der Reichstagswahl betrugen die Einnahmen 1079,06 M., die mit Damen bei Weigmann, Andreasstr. 32. Rauchtlub Roochloch, Abends 9 Uhr, bei Kierstein, Admiralstr. 33. Ausgaben 585,30 M., somit fonnten 493,76 M. dem Zentral: Rauchflub Rothe Nette, bet Steuer, Weinstr. 22.- Humoristischer Rauch flub Wahlkomitee des Kreises abgeliefert werden. Köppen verwies auch flub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerfir. 42. Rauchtlub Ohne 3wang, Abends 9 Uhr des Weiteren auf die Erfolge bei der Reichstags- und Gemeinde- Sanssouci, Boechstraße 51. bei Späth, Weinsir. 28. Rauchkluh Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bei Vertreter- Wahl, gedachte dabei der allezeit bereiten Unterſtüßung Echlüter, Kleine Marfusstr. 10. Rauchklub Vultan, Abends 9 Uhr bet Der Vertrauensmann Genoffe Bräuer- Belten gab sodann durch den Verein„ Vorwärts" und gab seiner Meinung dahin Rachfall, Waldemarstr. 18. Rauchtlub Goldene Quast e, Abends 9 Uhr Rauchflub Schmotes Werte, Röpenider folgende Abrechnung: Eingenommen sind in Potsdam 2211,14 M., Ausdruck, daß man in Anbetracht aller Nebenumstände mit dem bet mus, Joststraße 8. straße 121a bei Schöbel. Rauchklub Vorwärts Süd- Ost= in Spandau 1037,54 M., in Velten 996,45 M., in Nauen 155,38 M., Erreichten wohl zufrieden sein könne, jedoch feines Waldemarstraße 74 bei George. Humoristische Pfeifenbrüde in Fehrbellin 4,10 M. Ausgegeben sind in den vier zuerst ge- wegs die Hände in Nauchtlub den Schooß legen dürfe, sondern abends 9 Uhr, Klosterstraße 83, beim Genossen W. Salzwedel. Rauchklub nannten Orten in der gleichen Reihenfolge: 2168,10 m., 1000,38 m., raftlos weiter fämpfen müsse.( Beifall.) Die Revisoren Deutsche Gich e, Abends 9 Uhr bei John, Waldemarstr. 52. Lustige Brüder Abends 8% Uhr Bücklerstr. 61 bei Faulhaber. 1146,75 M., 140,23 M. Hierbei sind die fleineren Orte den Be ch er und Hoppe bestätigten die Richtigkeit der Rauchttub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Stalizerstr. 41. Städten zugerechnet. Also die Gesammteinnahme ergab verlesenen Abrechnung. Die Neuwahl der Vertrauensperson Rauch- Klub Einfach, Abends 9 Uhr, Manteuffelstr Nr. 5 bei Bogt. Rauchtlub 4404,61 M., bie Summa der Ausgaben 4305,46 M. Dem fiel wiederum auf den Genossen Köppen. Die Wahl eines Altdeutscher Rauchtlub bei Gädecke, Münchebergerstr. 5. Granada, Abends 9 Uhr, Forsterstr. 40 bei Tuguntte. Nauchklub Kreis- Vertrauensmann wurden hiervon insgesammt 1775,50 M. Stellvertreters wurde abgelehnt. Den Bericht der Lokalkommission Rothe Fahne", Mittwoch Abends 9 Uhr, Oppelnerftr. 44, Restaurant zur überwiesen, die in der Ausgabe noch um 16,70 M. überschritten erstattete Genosse Hermann. In Rixdorf stehen unserer Partei Taubenbörse. Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bei Otto Babel, Frankfurter Allee 90. sind. Während der Reichstagswahl wurden im Kreise drei Flug- sämmtliche Säle zur Verfügung. Parteiblätter liegen in blätter in einer Auflage von zusammen 145 000 Exemplaren und allen Lokalen aus, außer im sogenannten Rathsfeller; bei fattub ea re au- Aß bei lange, Friedrichsberg, Wartenbergstraße 67. Arbeiter- Zeichenverein Einigtett Abends 9 Uhr Uebungsstunde bet außerdem in einzelnen Orten noch Spezial- Flugblätter verbreitet, Christen, Berlinerstraße; Jäckel, am Rigdorfer Kirchhof; Schmidt, Wrangelstr. 141. German American Club, 9 o'clock Restaurant Belwelche letzteren zur Abwehr von Angriffen der gegnerischen Presse König, gegenüber dem Amtshaus, und Blank, HermannLadies and Gentleman sienten. Unsere Presse ist im Kreise nur schwach vertreten; nach straße 92, Ecke Mariendorfer Weg( am Emmaus Kirchhof). vedere, An der Jannowitz- Brücke. einer im Oktober gemachten Aufstellung sind im Kreise vor Siegerist warnte speziell vor dem Besuch des letzteren Lokals, are invited. English Conversational Club Shakespeare. handen: 220 Abonnenten für das Brandenburger Blátt, 554 für dessen Besitzer einen durchaus arbeiterfeindlichen Standpunkt das Volksblatt für Teltow Beeskow," 220 für den Vorwärts", herauskehre. Gine längere sehr erregte Debatte entspann sich Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at Guests are und 20 für die„ Nordwacht". Ferner für die beiden sozial- über das Verhalten der freireligiösen Gemeinde. Obgleich, wie Neumann's Restaurant, Rosenthalerstr. 36. demokratischen Wigblätter 1110 Abonnenten. Dagegen sind bei oben bemertt, in Rigdorf kein Mangel an Sälen herrscht, hat welcome. Club Uncle Sam. 9 o'clock Jack's Restaurant, der Reichstagswahl für unsere Partei 10 140 Stimmen abgegeben. dieselbe doch, noch ehe die Lokalkommission die Unterschrift des Die Verbreitung unserer Presse läßt also noch sehr zu wünschen Wirthes resp. des Eigenthümers, Maß, besaß, in den neu- 15 Hoher Steinweg. English speaking guests are quite übrig. Jm Kreise sind 12 Vertrauensmänner für unsere Partei erbauten Vittoriasälen( gegenüber der Vereinsbrauerei), ein Ber- welcome. 0 1 Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.