Mr. 267 Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pig. frei Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags, nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 30. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Angeigen 30 Bfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 fg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin. Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1983. Chriftlichnationale Ohnmacht. II. Sonntag, den 12. Oftober 1913. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. " ein Vertreter des Verbandes evangelischer Arbeitervereine von vornherein nicht zweifelhaft sein. Fraglich war nur, ob es Württembergs den Antrag, der Kongreß solle sich für die uns gelingen werde, das Stimmenverhältnis von 1912 zu halten Einführung des allgemeinen, gleichen, ge- oder gar unseren Gegnern mit einer noch erheblicheren Majorität heimen und direkten Wahlrechts in allen Bundes- vorauszueilen. Und wir haben obgleich bei Nachwahlen fast staaten, insbesondere in Preußen, aussprechen. Der Antrag überall ein Stimmenrüdgang zu beobachten ist unsere im Jahre wurde einer Redaktionskommission überwiesen, aus der er 1912 erreichte Stimmenzahl so ziemlich gehalten und sogar infolge Der deutsche Arbeiterkongreß hatte seine zweite Tagung nicht wieder auftauchte. Die Macher des Kongresses hatten Rückgangs der bürgerlichen Parteien unseren Vorsprung von 5000 für den Januar 1907 vorgesehen. Die Reichstagsauflösung die Antragsteller mit Hinweis auf das unpolitische Wesen der auf 5925 Stimmen bergrößert. am 13. Dezember 1906 machte diesen Plan zunichte und Veranstaltung veranlaßt, den Antrag zurückzuziehen. Erst Mit außerordentlicher Schärfe und Heftigkeit ist der Wahlkampf richtete auch sonst in der christlichnationalen Bewegung einige wird auf das preußische Wahlrecht und den preußischen geführt worden, besonders in den letzten Tagen. Die Gegner haben Verwirrung an. Das Zentrum kam in die Opposition, und Landtag wegen seiner sozialpolitischen Rückständigkeit ge- mit Hochdruck gearbeitet, hatten sie sich doch zur Aufgabe gemacht, statt des christlichkonservativen gab es einen liberalkonser- schimpft und wenn nun Farbe bekannt und gefordert wer- den 4. sächsischen Reichstagswahlkreis an sich zu reißen und damit vativen Block. den soll, da verschanzt man sich feige hinter der politi- eine sozialdemokratische Hochburg zu brechen. Mit dem Brustton der Ueberzeugung Die zweite Tagung fand deshalb erst im Herbst 1907, en neutralität!" wie unsere Gegner nun einmal sind fafelten und zwar vom 22. bis 24. Oktober in Berlin statt. Der Weiter verhandelte der Berliner Kongreß über die Sonn- fie von einer Zurüderoberung des Wahlkreises für die bürgerliche hierzu erlassene Aufruf wandte sich an alle Verbindungen tagsruhe, den Arbeiterschutz in der Schwereisenindustrie und Sache. der christlichen und nationalen Arbeiter, Arbeiterinnen, Ge- die Frage der gewerblichen Arbeiterinnen. Wiederum gabs Obgleich der Verlauf des Wahlkampfes und der geradezu hilfen, Bediensteten und Angestellten". Er stellt eine fraft- viele Resolutionen, wiederum eine Deputation an den Reichs- traurige Besuch der„ königstreuen Versammlungen" ihnen hätte volle Erstarkung und eine Vertiefung der Aufgaben in den kanzler, wiederum eine schöne Rede Bülows. Und der Erftar machen müssen, daß an ein Niederreiten der Sozialdemokratic dem Kongreß angeschlossenen Organisationen fest, beklagt folg? Kurz darauf brachte die Regierung die Reichsvereins in Dresden- N. nicht zu denken war, klammerten sie sich an eine sodann im Interesse des sozialen Friedens und des An- gesetzvorlage ein, die von der gesamten christlichen Gewerk- Stichwahl. Noch in den letzten Tagen vor der Wahl hieß es siegessehens des Reiches", daß noch keine Forderungenschafts- und katholischen Arbeitervereinspresse zurückgewiesen bewußt in konservativen Flugschriften und Versammlungen", der des Frankfurter Kongresses bewilligt worden, und auch von den Reichstagsabgeordneten, die sich als Ver- Wahltag dürfte lleberraschungen bringen. Die„ Ueberraschungen" und daß die christlich nationale Bewegung von treter der christlichnationalen Arbeiterbewegung bezeichnen sind nun ausgeblieben, obwohl unsere Gegner in der Tat alles aufden sozialrückständigen und scharfmacherischen Streisen( mit Ausnahme der Blockherren Schack und Behrens) auf boten, um zum Siege oder wenigstens in eine Stichwahl zu geschroffe Ablehnung und scharfe Bekämp- das entschiedenste bekämpft wurde. In seiner letzten Nummer langen. fung erfährt, glaubt aber doch feststellen zu können, des Jahres 1907 schrieb das Verbandsblatt der christlichen Da es sich um eine Nachwahl handelte, konnten sie die ganzen ,, daß im allgemeinen der Widerstand der bürgerlichen Kreise Holzarbeiter: Kräfte auf Dresden- N. Konzentrieren. Der ganze Wahlkreis mit gegen die von den deutschen Arbeitern geforderte Aner-„ Die gelbe Bewegung schießt üppig ins Kraut und jede selb- seinen 4 Städten und 104 Ortschaften wurde mit reichsverbändlekennung der Arbeiterschaft als gleichberechtigten Teil im ständige Arbeiterbewegung hat gegenüber dem Unverstand der rischen und freisinnigen Flugschriften überschwemmt, von politischen verschiedensten Kreise einen äußerst schweren Stand. Selbst der„ Paradepferden" wirtschaftlichen und öffentlichen Leben unseres Volkes im mehr fortschrittlichen als konservativen Schwinden begriffen ist". Infolgedessen geben sich die Ein- so glanzvoll verlaufene Zweite deutsche Arbeiterkongreß hat, so- durchritten, Versammlungen über Versammlungen wurden abgeladenden der Ueberzeugung hin, daß der Staat und die Ge- weit sich übersehen läßt, nicht vermocht, die indifferenten Ar- halten. Die Wahlschulden werden nun den Durchfallskazenjammer sellschaft angesichts der immer stärker werdenden christlich- beitermassen aufzurütteln und den bei der Reichstagswahl ent- noch erhöhen. nationalen Bewegung die Erfüllung berechtigter Forderungen fachten nationalen Gedanken in nationale Taten sozialer Art Besonders dem konservativ- antisemitisch- bündlerischen Mischder vaterlandsfreudigen Arbeitnehmerschaft ihr nicht dauernd bei Regierung und Bürgertum umzusetzen." masch, zu dem sich drei Tage vor der Wahl auch noch das Zen= borenthalten können". Und man sehe sich von da bis heute die christliche Ge- trum mit einem Wahlaufruf gesellte, hat den Wahlkampf mit Es war im allgemeinen dieselbe bunte Gesellschaft, die werkschafts- und und Arbeiterpresse an: fortwährend Unterstübung des Reichsverbandes in der schäbigsten Weise geführt fidy wie in Frankfurt so auch jetzt in Berlin zusammenfand. Slagen über den Mangel an sozial- und wie wir voraussagten in den letzten Tagen mit den unIm Mittelpunkt standen die christlichen Gewerkschaften. Die politischem Fortschritt bei Regierungen glaublichsten Verdächtigungen, Verleumidungen und Verdrehungen katholischen und die evangelischen Arbeitervereine und der und Parlamenten, Parlamenten, über scharfmacherische An- gegen die Sozialdemokratie gearbeitet. Die Wählerschaft hat der antisemitische Handlungsgehilfenverband; um diesen Stern maßungen und das Gedeihen der Gelben. Der deutsche Ar- königstreuen Sippe" die gebührende Lektion erteilt. scharte sich ein noch zahlreicheres und gemischtes Kunterbunt beiterkongreß ist schmählich hineingefallen mit seinem Plan, Mit Genugtuung ist auch der Rüdgang der fortschrittlichen von Vereinen und Vereinchen als bei der Tagung vor vier durch das Aufgebot der christlichnationalen Arbeiterschaft die Stimmenzahl zu buchen. Der von den Nationalliberalen unterJahren. Diesmal rechnete man gar mehr als eine Million Sozialreform in Schwung zu bringen. Und er ist nicht stützte Fortschrittler Klöppel muß das Kampffeld mit dem empfindchristlichnationaler Arbeiter heraus, die Vertreter nach Berlin minder hineingefallen mit seinen Hoffnungen, der sozialisti- lichen Verlust von 1328 Stimmen verlassen. Die Fortschrittler entsandt haben sollten. Während der Frankfurter Rongreß schen Bewegung Einhalt zu tun. Als der deutsche Arbeiter- musterten bei der Wahl im Jahre 1912 12 363 Stimmen, fich mit einem Gewerberat, einem Gewerbegerichtsvorsitzenden kongreß im Jahre 1903 zu seiner ersten Tagung zusammen- gingen aber diesmal auf 11 035 zurüd. Und dieses klägliche Reund einigen Stadtvätern als Gäste begnügen mußte, waren trat, zählte die Sozialdemokratie drei Millionen Wähler sultat ist zu verzeichnen, obgleich die Fortschrittliche Volkspartei die christlichnationalen Arbeiter in Berlin von einer geradezu stimmen, bei der zweiten Tagung 314 Millionen und bei der bestimmt mit einer Stichwahl zwischen ihr und der Sozialdemokratic blendenden Fülle amtlicher Huld bestrahlt. Es waren er dritten Tagung, die im kommenden November in Berlin rechnete und die großen" Parlamentarier wie Naumann, Wiemer, schienen Staatssekretär von Bethmann Hollweg, der preußische stattfindet, zählt sie 44 Millionen Anhänger. Die Gewerk- Kopsch und Gothein im Wahlkreise„ arbeiteten". Handelsminister, mehrere Ministerialdirektoren und Geheim- schaftsbewegung auf unserer Seite zählte 1903 rund 900 000, Die bürgerlichen Parteien haben bei dieser Wahl zusammen räte, ferner hatten sämtliche bürgerliche Parteien( mit Aus- heute zählt sie mehr als 21 Millionen Mitglieder. Und einen Verlust von 1298 Stimmen zu verzeichnen. Während sie( einnahme der Fortschrittler), eine große Anzahl sozialer Vereine zum dritten ist der deutsche Arbeiterfongreß hineingefallen schließlich der 319 Zentrumsstimmen, die diesmal auf den Konserund auch die Firma Krupp Vertreter geschickt. Staatssekretär mit der Erwartung, daß seine Aktion den ihm angeschlossenen vativen mitvereinigt wurden) bei der Hauptwahl 1912 26 575 von Bethmann Hollweg hielt eine seiner schul- Organisationen einen ungeahnten Aufschwung verleihen Stimmen aufzuweisen hatten, brachten sie es diesmal trotz ihrer meisterlichen Reden, die angefüllt war von allerhand tugend- würde. Die Christlichsozialen im Gefolge der Herren Mumm wüsten Agitation auf nur 25 277. Dieser für die bürgerliche Sache samen Ermahnungen und väterlichen Verheißungen; er er- und Behrens sind nach wie vor die Partei, die nicht beschämende, für uns aber um so erfreulichere Wahlausfall wird klärte, daß die Arbeiter für den guten Willen, am Wohle leben und nicht sterben kann; die evangelischen Ar- natürlich in der bürgerlichen Presse lebhaft kommentiert. Natürdes Ganzen mitzuwirken, auf Gegenseitigkeit rechnen dürf- beitervereine sind bedeutungsloser denn je; die christlichen lich wird auch wieder einmal zum Sammeln aller bürgerlichen ten. Die soziale Gesetzgebung solle nicht stocken; er wies hin Gewerkschaften kommen aus ihrer Schwäche und inneren Elemente gegen den„ Umsturz" geblasen. Es wird alles vergeblich auf das Reichsvereinsgesetz, die Arbeitskammern, die Be- Bersetzung nicht heraus, und wenn die katholischen Arbeiter- sein. Die Sozialdemokratie marschiert! schränkung der Dauer der weiblichen Fabrikarbeit, womit vereine zugenommen haben, so verdanken sie das am allerfich der Reichstag demnächst zu beschäftigen haben werde. legten dem deutschen Arbeiterkongreß. Also Mißerfolg auf Die Reihe der Hauptvorträge begann mit der Uebersicht der ganzen Linie. über die allgemeine sozialpolitische Lage. Man muß sagen, Ende November dieses Jahres gedenkt der daß der Redner, Generalsekretär Stegerwald vom Ge- deutsche Arbeiterkongreß zu seiner dritten Tagung zu- Eine furchtbare Katastrophe, bei der die Zahl der Opfer samtverbande der christlichen Gewerkschaften, hier recht mann- fammenzutreten. Es wird werden wie früher. Die Zeit noch nicht feststeht, hat sich am Freitag auf hoher See abhafte Töne fand. Er rechnete mit der Regierung und den verlangt ein mannhaftes Wort! steht in gespielt. Der Dampfer„ Volturno", der Uraniumlinie bürgerlichen Parteien wegen ihrer sozialpolitischen Passivi- dicken Lettern mitten in dem Aufruf zur bevorstehenden in Rotterdam gehörig, geriet auf der Fahrt nach New York tät gründlich ab, und er versette auch Preußen wegen seines Tagung. An mannhaften Worten wird's nicht fehlen in Der Wahlileg in Dresden- Пeustadt. " 1 Ein Drama auf hoher See. Wahlrechts einen kräftigen Sieb. Er bedauerte, daß noch Berlin. Aber diejenigen, die in Preußen und Deutschland in Brand. An Bord des Schiffes befanden sich weit feine der in Frankfurt erhobenen For- die Sozialpolitik kommandieren, pflegen auf mannhafte über 500 Passagiere und 93 Mann Besatzung, derungen erfüllt sei, und daß man für die christlich- Worte nichts zu geben, wenn sie dahinter keinen mannhaften insgesamt 600 bis 700 Personen. Nur der drathlosen nationale Arbeiterbewegung nur ein platonisches Willen und eine diesen Willen stüßende Macht zu fürchten Telegraphie ist es zu danken, daß nicht all die Hunderte von Interesse zu haben scheine: brauchen. Beides aber fehlt im christlich- Menschen der Katastrophe zum Opfer gefallen sind. Auf die In der letzten Legislaturperiode des Reichstags war die nationalen Lager, wo sich hinter den funkentelegraphischen Hilferufe des brennenden Dampfers fozialpolitische Ernte äußerst arm. Beim Ueber- mannhaften Worten nichts verbirgt als eilten elf Dampfer herbei und retteten etwa 530 Personen. blid über die sozialpolitische Lage möchte man überhaupt den Ein- Feigheit und Ohnmacht. Mehr als 100 Personen werden noch verdrud gewinnen, als leihe die Regierung den Scharfmachern und mißt. Es wird beführtet, daß ein großer Teil der Versozialpolitischen Bremsern ein viel zu williges Gehör und suche diese dadurch zu befriedigen, daß sie nach jeder einigermaßen mißten dem Feuer oder dem Meere zum Opfer gefallen ist. fozialpolitisch fruchtbaren Aera eine solche der Stagnation folgen Nach der offiziellen Angabe wurden bei der am Freitag statt- Ueber das entsetzliche Unglück, dessen Umfang sich zur Stunde läßt.. In dem größten deutschen Bundesstaate, der allein gefundenen Ersatzwahl abgegeben für den Arbeitersekretär bei den widersprechenden Nachrichten noch nicht voll übersehen drei Fünftel der deutschen Bevölkerung beherbergt, in Preußen und Stadtverordneten Bud( Soz.) 31202, für art- läßt, berichten folgende Telegramme: hat man während derselben Zeit eine Sozialpolitit ge- mann( f.) 14242 und für Klöppel( Fortschr.) 11035 Bremen, 11. Oktober. Vom Dampfer Großer Kurfürst" des macht, die geradezu darauf angelegt war, die Stimmen. Genosse Buck ist demnach mit einer Mehrheit von Norddeutschen Lloyd ist folgendes drahtlose Telegramm von der Arbeiter zu probozieren und zu erbittern." 5925 Stimmen gewählt. Unfallstelle des Dampfers Volturno" eingetroffen: Wir empfingen Die sich an den Stegerwaldschen Vortrag anschließende Das Erbe unseres verstorbenen August Kaden ist also glänzend die Hilferufe vom Damper„ Volturno" Donnerstag, um 4 1hr Aussprache war sehr rege und ausgedehnt. Zweierlei kam behauptet worden. Der 10. Ottober ist ein neuer Ehrentag für nachmittags auf 48 Grad 50 Minuten nördlicher Breite und 35 Grad in den Aeußerungen der Redner in besonderem Maße zum unsere Parteigenossen in Dresden N. geworden, deren unermüd- 6 Minuten westlicher Länge. Der Dampfer„ Volturno" wurde in Ausdruck: Die Mißstimmung über den Stillstand der Sozial- licher aufopfernder Werbe- und Aufklärungsarbeit der schöne Sieg total brennendem Zustande gefunden. Das Feuer war reform im Reiche und über die sozialpolitische Rückständig- in erster Linie zu danken ist und die damit Kadens Andenken treff- anscheinend durch eine heftige Explosion im Vorschiffentkeit des preußischen Landtags im besonderen. Aber hierbei lich gewahrt haben. Nach der Struktur des Wahlkreises und in standen, wobei verschiedene Passagiere und Mannzeigte sich wieder mal die Halbheit und Unentschiedenheit im Anbetracht deffen, daß Dresden rechts der Elbe seit 15 Jahren zum schaften getötet wurden. Elf Dampfer befanden sich an der christlichen Lager. Am Schlusse der Verhandlungen stellte sozialdemokratischen Besikstand gehört, konnte der Wahlausfall zwar Unfallstelle. Es wehte heftiger Nordnordweststurm bei hoher See 41 " 11 " Politische Ueberlicht. Die Lösung der Welfenfrage. mit Dünung. Zwei Boote des Großen Kurfürst" waren die ganze nicht rechtlich zugebilligte Freizügigkeit so wenig wie möglich auf| frei. Diese Steuerfreiheit könnte durch eine einfache GesetzesNacht von 9 Uhr abends bis 3½ Uhr früh unterwegs. Eine An- dem Verwaltungswege beschränken." änderung aufgehoben und dem Staate ansehnliche Summen zu= näherung an das Wrack war fast unmöglich; Rettung war nur Die Kölnische Zeitung" würde ihre Kritik an dem Verhalten geführt werden, wenn in Preußen neben der ungleichen Gindurch Ueberbordspringen möglich. Die„ Volturno" sandte ein Boot des preußischen Justizministers vielleicht noch etwas schärfer formuliert fommensbesteuerung nicht. noch das schändlichste aller Wahlsysteme, mit fünf Mann, welche aufgenommen wurden, während das Boot haben, wenn sie einen bezeichnenden Nebenumftand des Falles Schulz das Dreitlassenwahlrecht bestehen würde. gleich darauf sant. Vom Großen Kurfürst" wurden insgesamt gefannt hätte. Genosse Schulz teilte seine Münchener Kanzlei bis gerettet 86 Passagiere, 2 Offiziere, 1 Maschinist vor furzem mit dem ihm befreundeten, gleichfalls aus Ostdeutschland und 16 Matrosen. Insgesamt wurden von allen Schiffen ge- stammenden Rechtsanwalt Dr. H. Beide wünschten aus dringenden rettet 523 Personen; zirka 100 werden vermi i t. persönlichen und familiären Gründen in ihre Heimat zurückzukehren, Die ,, Carmania" und die Touraine" suchten die Unfallstelle ab. um dort als Rechtsanwälte zu wirken. Da aber beide die zum Nach zwei vollbesetzten„ Volturno"-Booten wird gesucht. Erfolg Rechtsanwalt befähigende Prüfung in Bayern abgelegt hatten, stand wütende Proteste gegen den„ Cumberländer" vom Stapel Während die alldeutschen Blätter und Blättchen noch unwahrscheinlich. Das Wrack bleibt für die Schiffahrt ge- beiden nach Lage der Gesetzgebung fein rechtlicher, sondern nur ein laffen und dem Kaiser zu beweisen suchen, daß er, wenn er fährlich. Die Schiffbrüchigen sind wohl versorgt und gut plaziert moralischer Anspruch auf Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei Ge- nicht die Dynastie der Hohenzollern um allen Kredit bringen lassen und dem Kaiser zu beweisen suchen, daß er, wenn er und haben die Reife fortgesetzt. richten ihrer Heimat zu. Diefer moralische Anspruch war aber bei will, nicht zulassen darf, daß der Prinz Ernst August von London, 11. Oktober. Die„ Evening News" berichten aus Fish dem Genossen Dr. Schulz stärker und begründeter, denn er war ganz Cumberland ohne formellen Verzicht auf Hannover als reguard: Als der Dampfer Carmania" den drahtlosen Hilferuf unfreiwillig, durch das preußische Juſtizminiſterium gezwungen, nach gierender angestammter" Herzog von Braunschweig feiervom„ Volturno" empfing, jeste er sich mit Volldampf in Bewegung; Bayern gegangen, um hier seine juristischen Prüfungen abzulegen. lichst in seine liebe Residenzstadt einzieht, scheinen Schwiegermit Einstellung von mehr Heizern machte er 20 Knoten gegen einen Dagegen war Dr. H., der ein leidenschaftlicher Hochrasenden Sturm an. Er erreichte den„ Volturno" um Mittag und tourist ist, aus eigenem Antriebe und in Kenntnis des feit über die Lösung der großen brennenden Welfenfrage" papa und Schwiegersohn sich inzwischen in aller Gemütlichfand ihn am Vorderteil in hellen Flammen. Das Umstands, daß er sich dadurch des Rechtes auf Ausübung der Rechte geeinigt zu haben. Der unterbrochene Kontakt ist wieder brennende Schiff rollte heftig; seine Schrauben hatten sich in die anwaltschaft in seiner Heimat freiwillig begab, nach München hergestellt, und feine Unstimmigkeit" steht mehr der großen Bootstaljen verivickelt, welche dazu hatten dienen sollen, sechs Boote gekommen. Trotzdem wurde sein im Sommer dieses Jahres ge- vaterländischen Tat entgegen, daß der Bundesrat seinen zu Wasser zu bringen, von denen jedoch nur zwei gut vom stelltes Gesuch, sich bei einem Landgericht in der Proving Posen als feierlichen Beschluß vom 28. Februar 1907 umstößt und ebenso Schiff abfamen, während die übrigen vier durch furchtbare Rechtsanwalt niederlassen zu dürfen, vom Juſtizminister binnen feierlich den kaiserlichen Schwiegersohn als regierender Seen an den Schiffsfeiten zerschmettert worden türzester Frist bewilligt, offenbar, weil er politisch unserzog von Braunschweig anerkennt. So melden die waren; alle Insassen waren ertrunken. Die verdächtig ist und in dem freitonservativen Reichstagsabgeord- Braunschweig. " Carmania" versuchte vergeblich, ein Boot zum Volturno" zu neten Dr. Schulz Bromberg einen einflußreichen Für- Braunschweig. Neuesten Nachr." aus authentischer Quelle: " Die definitive Lösung der Thronfolgefrage steht unmittel= senden und manövrierte dann innerhalb 100 Fuß von dem sprecher hatte. Seit t. Juli d. J. ist Dr. H. bereits in seiner bar bevor. In den letzten Wochen ist troß der starken Bewegung brennenden Schiff. Man sah die Passagiere eng auf dem posenschen Heimatstadt als Rechtsanwalt tätig. Seinem Bureauin der alldeutschen Presse gegen die Aufhebung des BundesratsHinterteil des Schiffes zusammengedrängt, follegen Dr. Schulz dagegen, der höchst unfreiwillig bayerischer beschlusses vom 28. Februar 1907 die Verständigung zwischen während die Bejagung versuchte, die Flammen zu bekämpfen. Acht Rechtspraktikant und Rechtsanwalt geworden war, wurde gleichPreußen und dem herzoglichen Hofe in Gmunden fortgeschritten große Dampfer erschienen im Laufe des Nachmittags. Als gegen zeitig das legte in der langen Reihe seiner Gesuche, bei und nunmehr definitiv abgeschlossen worden. Abend der Sturm sich gelegt hatte, wurden von allen Schiffen Boote preußischen Gerichten zur Rechtsanwaltschaft zugelassen zu werden, ohne Im Laufe dieser Woche weilte Geheimrat v. d. Wense aus ausgesetzt, die aber den„ Volturno" nicht erreichen konnten. jede Begründung formularmäßig abgelehnt. Diese charakteristisch Gmunden in Braunschweig, um als Abgesandter des Herzogs Als die Nacht hereinbrach, machte die„ Carmania" von ihren verschiedenartige Behandlung rechtlich gleichgelagerter Fälle läßt Ernst August von Cumberland mit dem herzoglichen StaatsScheinwerfern Gebrauch, um die mit den Wellen kämpfenden feinen Zweifel darüber, daß es sich im Fall Schulz um eine fast ministerium zu konferieren. Donnerstag traf auch der braunSchwimmer und Boote aufzufinden. Um 9 Uhr brachen die durch ein ganzes Jahrzehnt sich hinziehende politische Maßregelung schweigische Bevollmächtigte beim Bundesrat, Geh. Legationsrat Flammen mittschiffs durch; eine Explosion folgte darauf. Das handelt, bei der die höchste das Recht verwaltende Behörde Preußens Boden, hier ein, der an den Konferenzen teilnahm. Der Beschluß Schiff war nunmehr dem Untergang geweiht. Es wird bei notdürftiger formaler Beobachtung der Buchstaben der Rechtseine anschauliche Darstellung gegeben, wie der„ Volturno" von anwaltsordnung ihrem Geiste und dem Rechtsgefühl dieser Konferenzen war, beim Bundesrat den Antrag auf Aufhebung des Bundesratsbeschlusses vom 28. Februar 1907 zu mächtigen Dampfern im Kreise umgeben ist, auf denen sich Tau- aller billig Denkenden zuwider gehandelt hat. sende von Passagieren auf Deck befinden, und denen es infolge der stellen. Legationsrat Boden hat diesen Antrag gestern dem Bundesrat überreicht. Da der Antrag im Bundesrat berghohen Seen unmöglich ist, Hilfe zu bringen. Um 9 Uhr 30 Miglatt erledigt werden wird, beschloß das herzogliche Staatsnuten hörte man im Wasser nahe der„ Carmania" Geschrei und ministerium in seiner gestrigen Sitzung in Uebereinstimmung ſah 3wischendedspassagiere mit Rettungs- au bringen. mit dem Cumberländer Hofe, als Einzugstag des Herzogspaares gürteln im Wasser; ein Scheinwerfermann wurde an Bord in Braunschweig den 5. November festzusehen." geholt. Andere Schreie verst ummten bald. Bei Tagesanbruch schwamm der„ Volturno" noch, und die Passagiere waren noch immer auf dem Hinterteil zusammen= gebrängt. Der Seegang haite wesentlich abgenommen und eine Flotille von Booten umgab das Heck des„ Volturno". Liverpool, 11. Oktober. Die Ueberlebenden solle alle aufgefunden worden sein. Die Zahl der Personen, welche durch zehn zu Hilfe geeilte Dampfer gerettet worden sind, beträgt: „ Carmania" 11 Personen," La Touraine" 40, Minneapolis" 30, Rappahannod" 19, Czar" 102,„ Narragansett" 29," Aevonian" 59, Stroonland" 90, Großer Kurfürst" 105 und„ Seydlik" 36, im ganzen 521 Personen. Unvollständige Listen der Geretteten befinden sich an Bord der„ Carmania" und werden von Queenstown abgesandt werden. Der Proviantmeister des„ Volturno" nennt folgende Zahlen der an Bord befindlichen Personen: 24 Bassagiere 1. Klasse, 540 3. Klasse und 98 Mann Besaßung, insgefamt 657 Personen. Von dem Dampfer„ Kroonland" wurden aufgenommen der Kapitän, der 1., 2., 3. und 5. Maschinist und zwei Telegraphisten. An Bord des„ Narragansett" befinden sich die Bäcker und der Steward der 3. Klasse, an Bord des„ Czar" der Proviantmeister und der Arat, an Bord des Großen Kurfürst" 19 Personen, deren Namen noch nicht bekannt sind. " " gleichheit. 9 Möge der Fall wenigstens dazu beitragen, den Wunsch der deutschen Rechtsanwälte, endlich das Recht auf Freizügig feit durch ganz Deutschland zu erhalten, der Verwirklichung näher Steuer- ,, Gerechtigkeit" in Preußen. " . So löst sich alles in Wohlgefallen auf. Welche WenWenn dabei die Mär vom dung durch Gottes Fügung! Gottesgnadentum und der Glorienschein der hohenzollerischen Dynastie in den Augen so manches braven preußischen Patrioten mehr oder weniger gelitten hat, so haben wir das sicherlich am allerwenigstens zu beklagen. * Die preußische Regierung hält es für angebracht, noch zu guter Lezt nach der üblichen Gepflogenheit die aus Braunschweig kommenden Meldungen über die Lösung der Welfenfrage durch eines ihrer bekannten furiosen Dementis zu bestätigen. Das Wolffsche Telegraphen- Bureau verbreitet nämlich folgendes Telegramm: " Braunschweig, 11. Oftober. Wolffs Telegraphisches Bureau wird ermächtigt, die Meldung der Braunschweiger Neuesten Nachrichten" über eine endgültige Bestimmung, betreffend die Aufhebung des Bundesratsbeschlusse& vom 28. Februar 1907 und betreffend den Zeitpunkt des Einzuges des herzoglichen Paares in Braunschweig, zu dementieren. Bebels Hinterlassenschaft. Herr Rudolf Martin, der frühere Regierungsrat im Reichsamt des Innern, hat sich eine Arbeit gemacht, der ein gewisses Verdienst nicht abgesprochen werden kann: er gibt ein Jahrbuch der Millionäre heraus, worin zum größten Verdruß der Besitzenden angegeben wird, mit wie vielen Millionen so mancher privilegierte Staatsbürger jährlich auskommen muß. Das, was Martin in feinem Buche feststellt, ist gleichzeitig ein Beweis für die vielge. priesene Gerechtigkeit" im Lande. In Preußen gibt es z. B. eine ganze Reihe von Fürstlichkeiten, die neben eineni weit ausgedehnten Grundbesitz über ein recht, ansehnliches Barbermögen verfügen und alljährlich große Summen aus dem preußischen Säckel in Gestalt von Renten beziehen; infolge des geltenden Steuerprivilege aber nicht einen roten Pfennig an Staatssteuern zahlen. Hier nur einige Fälle: Das Vermögen des Landgrafen Alexander & riedrich von Hessen auf Philippsruhe bei Hanau beträgt nach dem Jahrbuch der Millionäre in Hessen- Nassau" mindestens 25 Millionen Mart bei einem jährlichen Einkommen von 1,6 Millionen Mart. Der Landgraf gehört au den größten und reichsten Großgrundbesitzern von Preußen und befißt in Holstein die Herrschaft Hessenstein mit Schloß Panter ( 5613 Settar) und im Regierungsbezirk Kassel die Herrschaft Philippsruhe( 1237 Heftar), zusammen also 6850 Hettar. Der Einige bürgerliche Blätter behaupten, daß unsere MitTochmals von der preußischen Rechts- feineswegs allein angewiejen, da er das Haupt des reichen land- richtig sei; ſie ſtüßen sich darauf, daß Webel bei Lebzeiten Landgraf ist aber den Ertrag dieses riesenhaften Grundbejizes teilung über die Hinterlassenschaft des Genossen Bebel nicht auf gräflichen Zweiges ist und auch über ein erhebliches Barber- ein weit höheres Einkommen und ein höheres Vermögen bermögen verfügt. Der Preußische Staat zahlt ihm nämlich jährlich steuert hat. Die Summen, die Bebel bei Lebzeiten versteuert Bon jeher hat die preußische Justizverwaltung eine ihrer Haupt- aus den im Jahre 1868 mit Beschlag belegten Hausfideikommiß hat, waren jedoch für sein tatsächliches Einkommen aufgaben darin gesehen, sozialdemokratisch gesinnte Juristen zu maß des letzten Kurfürsten von Hessen- Staffel eine Rente von und für sein Privatvermögen nicht maßgebend. regeln, Studierenden der Rechte, die irgendwie in den Verdacht 606000 M. Diefer reiche Großgrundbesitzer ist in Preußen Bebel war für die beiden größten Parteiunternehmungen, die geraten waren, Sozialdemokraten zu sein, verweigerte das preußische von jeder Staatssteuer befreit. Er trägt also weder Vorwärts"-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer Justizministerium die Zulassung zum Referendareramen, oder wenn von seinem Vermögen noch von seinem Einkommen irgendeine u. Co. in Berlin und für die Hamburger Buchdruckerei und es ihnen gelungen war, durch die erste Staatsprüfung noch un- Steuerlast für den preußischen Staat. Verlagsanstalt in Hamburg einer der Treuhänder der Partei, erkannt hindurchzuschlüpfen, die Aufnahme in den Vorbereitungs- Die nichtregierende landgräfliche Linie von und er mußte als solcher für einen Teil des Geschäftsdienst bei den Gerichten oder die Zulassung zur zweiten Staats- Heffen hat eine ganze Reihe von Mitgliedern, die gleichfalls sehr gewinns und des Geschäftsvermögens dieser Betriebe Einprüfung, dem Assessoreramen. Gelang es ihnen trotzdem, Rechtsreich sind und deren Vermögen zum Teil nahe an das Vermögen kommens- und Vermögenssteuer bezahlen. Er mußte also anwälte zu werden, so versuchte man sie wenigstens dadurch zu des Oberhauptes heranreicht. Die beiden Nebenlinien Philipps aus gefeßlichen Gründen die betreffenden Beträge bei der strafen, daß man Referendaren verbot, sie in Strankheitsfällen zu thal und Philippsthal- Barchfeld erhalten zudem noch eine jährliche Versteuerung seinem Privatvermögen und seinem Einkommen vertreten. So oder ähnlich lagen die Maßregelungsfälle Lieb- Rente von je 300000 M. Wer von den Mitgliedern der land- zuzählen. Bebel hat aber aus diesen Betrieben tnecht, Heitmann, Landsberg. Diesen bekannten Fällen gräflichen Familie steuerfrei ist, bermag niemand zu sagen; der niemals persönliche Einkünfte gezogen, hat sich nun, wie bereits gemeldet, der des Genossen Dr. Artur preußische Finanzminister hat abgelehnt, eine entsprechende An- und die Vermögenswerte dieser Betriebe sind der privaten Schulz würdig angeschlossen. Ihm wurde durch eine Verfügung frage zu beantworten. Verfügung entzogen. Es bleibt deshalb bei der von uns des jezigen Staatssekretärs des Reichsjustizamts Dr. Lisco, der Das zweitreichste Mitglied der landgräflichen Linie von Hessen gegebenen Darstellung. damals als Ministerialdirektor den früheren Justizminister Schön ist Landgraf Clodwig von Hessen- Philippsthalstedt eine Zeitlang vertrat, die Zulassung zum Refe- Barchfeld. Sein Vermögen wird von Martin auf 15 bis Die Steuervollziehungsdebatte im bayerischen Landtage rendarexamen verweigert, weil er angeblich im Interesse der 16 Millionen Mark und sein Einkommen einschließlich der fam am Sonnabend, dem fünften Verhandlungstage, zu Ende. Das sozialdemokratischen Partei agitatorisch tätig gewesen" wäre. Nach vom preußischen Staat gewährten Rente von 300 000 M. auf Ergebnis ist, wie von sozialdemokratischen und liberalen Rednern dem er die juristischen Staatsexamina in dem damals etwas frei- 750000 m. beziffert. Landgraf Ernst von Hessen auf festgestellt wurde, eine schwere Niederlage des Zentrums. Die heitlicher regierten Bayern anstandslos hatte ablegen können, wurde Schloß Philippsthal im Regierungsbezirk Staffel hat nach Martin Mehrheitspartei hat zur Beruhigung ihrer über die Steuern aufge ihm durch eine ganze Reihe von Verfügungen des jetzigen preußischen ein Vermögen bon mindestens 4 bis 5 Millionen regten Wähler die Komödie dieser Interpellation aufgeführt und Justizministers Befeler die Niederlassung in feiner Mart und ein Einkommen von mindestens 460000 gegen den Vollzug der Steuergesetze gebonnert. Sie mußte aber Heimatproving Ostpreußen und in den übrigen preußi- Mart. Die verwitwete Landgräfin Anna von Hessen in schließlich selbst in ihren eigenen Reihen das Zugeständnis hören, schen Oberlandesgerichtsbezirken ohne Angabe eines Grundes ver Frankfurt a. M. hat ein Vermögen von 3 bis 4 Millionen daß in Wahrheit die vom Zentrum gemachten Steuergesetze selbst Mark und ein Einkommen von 220000 M. Der Schwager die Schuld trügen. Die Komödie mißlang auch insofern, als die jagt. Die Schilderung, die wir in Nr. 249 unseres Blattes von den des Kaisers, Prinz Friedrich Karl von Hessen, der Zentrumsredner im weiteren Verlaufe der Debatte nicht mehr Einzelheiten dieses Falles gegeben haben, hat den Erfolg gehabt, jüngere Bruder des Bandgrafen Alexander Friedrich von Hessen, wagten, sich über die Bevorzugung des Großgrundbesitzes vor den daß selbst nationalliberale Blätter das ungerechte Vorgehen des hat immerhin ein Vermögen von 3 bis 4 Millionen Bauern demagogisch zu entrüsten. preußischen Justizministers scharf mißbilligt haben. So betlagt Mark und, ohne die Apanage seiner Gemahlin, ein eigenes Ein- In die Niederlage hineingerissen wurde auch der Zentrumsbeispielsweise die Kölnische Zeitung" in ihrer Nummer kommen von etwa 240000 M. Alle diese reichen Mitglieder minister der Finanzen, der die Angriffe des Zentrums gegen die vom 25. September, daß die Sozialdemokratie wiederum aus einer der landgräflichen Familie von Hessen sind in Preußen steuerfrei. Steuerberanlagung mit feinem Worte zurüdzuweisen wagte und ministeriellen Verfügung Stoff für ihre Agitation nehmen könne. Ihr gesamtes Vermögen beträgt mindestens 54 Mil auf die wiederholten Anfragen, was er denn mit den gewaltigen Die Verfügung des Ministeriums, durch die dem Genossen Dr. Schulz lionen Mark und ihr Einkommen 3,27 Millionen politischen Einflüssen gemeint habe, die sich dem ruhigen Gang der feinerzeit auch die Rechtsanwaltslaufbahn abzuschneiden versucht Mart. Und dabei sind alle diese steuerfreien Mitglieder dieser Steuerveranlagung entgegengestellt hätten, jeder klaren Antwort wurde, nennt sie„ hart“. Und als wirklich fleinlich" bezeichnet fie landgräflichen Familie nur ganz weitläuftige Berauswich. Diese Unterwürfigkeit des Ministers wurde ihm heute cs, daß ihm jezt auch die Ausübung seines Berufs in seiner Heimats- wandte des am 6. Januar 1875 gestorbenen lebten Sturfürsten zum Schluß noch einmal von Sozialdemokraten und Liberalen rüdproving versagt wird: bon Hessen, der keine erbfolgeberechtigten Kinder hinterließ. fichtslos vorgehalten. Auch das Zentrumspräsidium beteiligte fich " In Preußen leben sicher sozialdemokratische Anwälte genug, Zu diesen privilegierten Nuznießern kommen noch alle jene, bei an der allgemeinen Blamage. Hatte der Vizepräsident Frank am als daß man ihre Zahl durch Ausländer" noch vermehren müßte. denen die Steuerfreiheit durch besonderen Vertrag ausdrücklich Freitag es für nicht erlaubt erklärt, daß man von der Zwiespältig. Aber wie liegen denn die Dinge im Falle Schulz? Schulz ist festgelegt ist, wie z. B. bei den Mitgliedern des vormals hanno- feit des Zentrums sprach, so erteilte er heute einen Ordnungsruf, preußischer Staatsangehöriger und ganz wider seinen Willen zum verschen Königshauses, ferner die Prinzen und Prinzessinnen von weil Genosse v. Haller die Zentrumspolitik ats ausländischen" Rechtsanwalt geworden. Die regste sozial- Preußen und schließlich der preußische König selbst. unfozial bezeichnete. demokratische Tätigkeit des agrarischen Theoretikers Schulz fann Während dem Arbeiter auch der letzte Pfennig seines geringen Die nächste Sibung des bayerischen Landtags findet erst am nicht entfernt so viel zur Förderung der Sozialdemokratie bei tragen als die agitatorische Ausnutzung des justigministerlichen Einkommens versteuert wird, bleiben also in Preußen Dienstag statt. Man wird den Etat der Brüden- und Wasserbauten Mieberlaffungsverbots, bas der Vorwärts" bereits als eine rein die großen Ginkommen einer fleinen bevorder Arbeitsloseninterpellation vorausnehmen, um so rasch wie mög politische Verfolgung" ausschlachtet. Allgemein betrachtet follte rechteten lasse und ein sehr großer Teil des lich den Beginn der Staatsbauten im Interesse der Steuerung der man auch den Rechtsanwälten innerhalb des Reichs die ihnen noch best en preußischen Grundbesizes gänzlich steuer- Arbeitslosigkeit zu ermöglichen. Religion und Geschäft. fohlenen Beuten:„ Wenn sich die Schweine widerfeten, JDer irische Transportarbeiterverband befikt in der Nähe Dublins Wie die ehrsame„ Tremonia", das bekannte Dortmunder Zen- dann schlagt sie hinter die Ohren auf meine Vereinen fleinen Park, den Croyden Park, der bisher von der trumsblatt, am lebten Donnerstag berichtete, hat dort vor kurzem antwortung!" zur Prügelei fam es jedoch nicht, denn die Genossen der Vorstand des Verbandes katholischer Vereine von Dortmund gingen freiwillig. Trotzdem tam der Prozeß und die Verurteilung Organisation als Kinderspielplatz benutzt worden ist. In getagt. Der Anlaß dazu war ein sehr wichtiger. Der Vorsitzende wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung des Herrn v. Nährig. diesem Part, zu dem auch ein Wohnhaus von 60 Zimmern Dieses Verbandes ist nämlich der Verleger und Besizer der Tre- Wegen der beleidigenden Aeußerungen verklagten die zu Unrecht gehört, soll aus dem Eisenblech ein Dorf gebaut werden. monia" Herr Lambert Lensing, und dieser Herr hatte Hinausgewieſen den schimpfenden Wahlvorsteher und erzielten auch zu seinem Aerger bemerkt, daß noch immer Dortmunder Geschäfts- vor dem Schöffengericht Canth dessen Verurteilung zu der gelinden firmen ihm ihren Tribut nicht entrichten, das heißt in der Tre- Strafe von 15 Mart. Damit war aber der Herr Agrarier nicht Lloyd George gegen die Grundbesitzer. monia" nicht inserieren. Das ist unerträglich, und deshalb sollten zufrieden, er legte Berufung vor der ersten Breslauer StrafLondon, 11. Oktober. Lloyd George hat den angekündigten die Katholiken auf diesen Mißstand hingewiesen werden. Nur in fammer ein und verlangte seine Freisprechung, weil er, so sagte der den Geschäften darf gekauft werden, die der„ Tremonia", also Herrn zartbejaitete Herr, solche Worte wie" Schweine" nicht in den Feldzug der Regierung gegen den Großgrundbesitz mit einer Rede Mund nehme. Höchstens fönne er von Kerlen" gesprochen haben, in Bedford eröffnet, in welcher er sagte: Die Homerule- Frage und Lensing, Inserate zukommen lassen. Um dieser sonderbaren Kund- aber auch das stellte er in Abrede, obgleich vier Zeugen eid- die Trennung von Staat und Kirche in Wales sind tatsächlich ergebung den nötigen Nachdruck zu geben, wurde versichert, daß die lich die beleidigenden Aeußerungen bekundeten. ledigt, und mit etwas gutem Willen können die letzten Maßregeln katholischen Vereine Dortmunds 7000 Mitglieder umfassen. Das Gericht erklärte den Herrn v. Nährig zwar für schuldig, sprach dafür getroffen werden. Die Regierung hatte den Wunsch, das Das war Donnerstag. Am Freitag geschah aber etwas, das ihn aber von der Anklage der Beleidigung frei, weil er in der Wolf aus dem Elend zu erheben, und die Zeit ist gekommen, gegen einen grellen Lichtstrahl in diese Affäre kleri Beleidigung eine Kompensation der Beleidigung durch die falen Geschäftsgebarens wirft. Die katholische Firma verurteilten Genoffen erblickte. Die Kosten des Prozesses muß der die große Macht der Grundherren vorzugehen. Der Minister verLudwig Clemens, eins der größten und solidesten Geschäfts- Herr Wahlvorsteher tragen, weil er, wie der Vorsitzende der Straf- weilte bei den unleidlichen Verhältnissen der Landarbeiter und häuser am Blaze, wandte sich an die Dortmunder Arbeiterzeitung" tammer sagte, Worte gebraucht hat, die besser vermieden betonte scharf, sie müßten anständig behandelt und gut untergebracht und ihnen der Weg zum Fortschritt gebahnt werden. Lloyd um Aufnahme einer Erklärung. Und diese Erklärung besagt, daß worden wären. Die Kompensation, also die ausgleichende Gerechtig- George führte in seiner Rede weiter aus, daß das Grundder katholische Feldzug zur Eroberung von Inseraten sich teit, ist demnach eigenartiger Natur. Der schimpfende besibertum das größte und am wenigsten beaufhauptsächlich gegen die katholische Firma Clemens richtet, agrarier geht straffrei aus, während die Genossen sichtigte Monopol darstelle. Der größte Teil des Landes die seit drei Monaten in Herrn Lensings" Tremonia" nicht mehr für einen angeblichen Hausfriedensbruch und angeblicher Beledigung in England befinde sich in den Händen weniger Leute, die das Land inserieren will. Herr Clemens hat für seine Weigerung gute monatelang ins Gefängnis mußten. Gründe; er fühlt sich ganz ungeheuer über das Ohr gehauen, eingestellt. daß zur Wildnis machten, es in diesem Zustand erhalten könnten, und die gefeßlichen Befugnisse besäßen, schlimmeres anzurichten als da ihm die Tremonia" schon seit Jahren alljährlich 3000 ein fremder Eindringling in erobertem Lande. Lloyd George Mark zuviel für Inserate abgeknöpft hat und sich wieder ein Spionageprozeß. weigerte, das zubiel gezahlte Geld herauszu- In dem vor dem Reichsgericht verhandelten Spionageprozeß übte dann an den Plänen der Unionisten zur Behandlung der geben oder sonstige Konzessionen zu machen. Kreutner und Genossen wurde gestern um 122 Uhr das Urteil ver- Landfrage Kritik und sagte: alle diese Pläne liefen auf den Dem Volke könne aber nicht eine riesige Herr Clemens war ein guter Inserent, er gab jährlich Herrn Len- fündet. Es erhielten Kreutner 4 Jahre Zuchthaus, 6 Jahre Ehrverlust Landantauf hinaus. fing 10 000 M. zu verdienen. Nun ist er dahinter gekommen, daß Buchthaus, insgesamt 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter fieren. Jedes Land in Europa sei sich klar darüber, daß es für uud Stellung unter Polizeiaufsicht, Dringenberg 4 Jahre 6 Monate Nationalschuld aufgebürdet werden, um den Mißstand zu kapitalidie„ Tremonia" seine Konkurrenzfirmen begünstigt hat. Er mußte Bolizeiaufsicht, Schäfers 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus, 3 Jahre Ehr- Verteidigungszwecke das Allerwichtigste sei, eine zahlreiche und seine Interate erheblich höher bezahlen als jene. Unter diesen verlust, Silvestre de Sach ein Jahr Gefängnis. Die Angeklagten fräftige Bevölkerung auf der Scholle zu haben. Die Statistik Umständen hat Herr Clemens das Inserieren in der Tremonia" find der ihnen im Eröffnungsbeschluß zur Laft gelegten Handlungen eige, dag in England der Prozentsaz des kultivierten Landes gefür schuldig befunden worden. Der Beschluß des Vorstandes des Verbandes der katholischen Krentner follte bekanntlich von Dringenberg und Schäfers bei ringer sei als in irgendeinem anderen Lande Europas. Der Mis Bereine bedeutet also einen Boykott der katholischen Krupp gestohlene Zeichnungen nach dem Auslande verkaufen, ins- nifter ging sodann auf die Lage der Aderbauer ein und erSach sollte ihm auf der Reise nach flärte, daß die niedrigen Löhne und die Lage der landwirtFirma, die gefügig gemacht werden soll, wieder in der„ Tre- besondere nach Frankreich. monia" zu inserieren. Die Sache ist kennzeichnend für das strupel- Frankreich als Dolmetscher dienen und wußte, daß es sich um ein schaftlichen Arbeiter eine Schande für das reiche und mächtige Geschoß oder ein sonstiges militärisches Geheimnis handele. The Land seien. Lloyd George erklärte zum Schluß seiner Rede, daß lose Gebaren der geschäftschriftlichen 3entrums- Streutner und Sach ihre auf den 20. April dieses Jahres festgesezte das Landmonopol fest, gründlich und drastisch behandelt werden presse. Sie zeigt aber auch, wozu die katholische Ar- Abreise antreten fonnten, wurden sie verhaftet. beiterschaft sich mißbrauchen läßt. Nebenbei bemerkt, müffe. Die ganze Lage müsse neu gestaltet werden, indem man die ist Herr Lensing zugleich Vorsitzender des Augustinusverbum besten Arbeitskräfte durch Sicherung auskömmlicher Löhne und einer besseren Lage auf das Land ziehe. Erweiterte Transportgelegenheiten müßten geschaffen werden, und man müsse dem System ein Ende machen, unter welchem gewisse Eisenbahngesellschaften fremden Ländern zweifellose Bevorzugung gewährleisten. Das Land müsse unter Bedingungen erworben werden, die für die Gesellschaft wie für den Eigentümer gleich billig feien. Die mäch tige Hilfe des Staates müsse in der Form der Gesetzgebung, Verwaltung und Finanzkraft angerufen werden, um diese Ziele au wirksamer Ausführung zu bringen. eins( des katholischen Pressevereins). Verurteilung eines dänischen Redakteurs. Der Redakteur Thomfen des dänischen Blattes Heimdal" wurde von der Strafkammer in Flensburg zu der hohen Strafe von zwei Der Wahlaufruf des badischen Zentrums. Monaten Gefängnis verurteilt, weil er durch einen Zeitungsartikel Das badische Zentrum hat am Freitag seinen Wahlaufruf für einen Amtsvorsteher beleidigt haben soll. Die Beleidigung erblidte Das badische Zentrum hat am Freitag seinen Wahlaufruf für die bevorstehenden Landtagswahlen veröffentlicht. In erster Linie das Gericht in der Kritik, die an dem Verhalten des Amstvorstehers anläßlich der verflossenen Landtagswahlen geübt wurde. wird der Kampf gegen die Sozialdemokratie und die liberalen Barber teien betont. Der geforderte Proporz diene lediglich partei- egoistischen Zielen und könne deshalb vom Zentrum nicht unterſtügt werden. Die Ausländerhete an den Universitäten. Religion und religiöser Einfluß würden mehr und mehr aus dem öffentlichen Leben und aus der Schule verdrängt. Zu bebauern ſet, geituni ben mera bereitet, bie von dem Bündlerblatt berherrdaß die katholische Kirche das Maß von Bewegungsfreiheit nicht besize, welches ihr durch die Verfassung gewährleistet sei. Beim Abschluß neuer Handelsverträge solle auf die Regierung eingewirkt werden, daß sie von den Grundsägen der bisherigen Schutzzollpolitit unter feinen Umständen abweicht. bayerische Unterrichtsverwaltung Mexiko. Verhaftung von Abgeordneten. lichte Forderung des Heimatstudiums vor dem Eintritt russischer Studenten in eine deutsche Hochschule, die seit 1911 an der Universität München bestand, aufzuheben und eine Kontingen- New York, 11. Oktober. Einem Telegramm aus Merito Gegner dieser Maßnahme, die wir mit der Würde der deutschen zeichnet hatten, in der sie erklärten, sie würden, falls das tierung der zuzulassenden Ausländer anzuordnen. Wir sind zufolge sind 110 Abgeordnete, die eine Resolution unterWissenschaft unvereinbar halten. Wir heben aber hervor, daß die erschwinden von Abgeordneten kein Ende nähme, bayerische Unterrichtsverwaltung immerhin nicht so rigoros vorgeht, die Stammer auflösen lassen und ihre Sigungen irgendwo wie die preußische. Während die letztere eine Höchstzahl für die Nach einer neueren Meldung sind die Verhafteten bereits wieder in Freiheit gesezt worden. Letzte Nachrichten. Unruhen im Kamerungebiet. Die Heeresverwaltung als Arbeitgeber. russischen Studierenden auf sämtlichen Fakultäten einführt, fest anders abhalten, verhaftet und gefangengesett Jede Militärbose 1 Mark; Zutaten werden geliefert. Bayern eine solche nur für die medizinische Fakultät fest. worden. Die Annahme der Resolution war im ZusammenIm Anschluß an diese„ völlig unverständliche" Maßnahme der hange mit dem Verschwinden des Senators Dominquez, Die neue Heeresvorlage ist bekanntlich nicht unter Dach und bayerischen Unterrichtsverwaltung setzt das Dertel- Organ seine der kürzlich eine Rede gehalten hatte, in der er Huerta anFach gekommen, ohne daß die Heeresverwaltung sich gewissen Beeze gegen die russisch- jüdischen Studierenden griff, erfolgt. dingungen terworfen hätte, durch die verhütet werden soll, daß fort. Unserer Kennzeichnung seiner strupellosen Agitation, die das weiterhin ingen zu Schundpreisen vergeben werden. Blatt als„ böllig unsinnig" abzutun sucht, begegnet es mit dem EinDie He borlage ist geborgen. Aber von dem alten System wand:„ Wir sollen nur nicht einem anderen Lande die Lasten für fönnen die verantwortlichen Stellen, wie es scheint, nicht lassen. Die Ausbildung von Elementen abnehmen, denen es selber die AusErbauliche Sachen wurden in dieser Beziehung auf der and bildungsmöglichkeit versperrt, und die es selber überdies wertertagung des Regierungsbezirks Minden vorgetragen, für minderwertig hält." Woher hat das Dertel- Blatt diese die dieser Tage in Bünde stattfand. Da teilte z. B. ein Vertreter neueste Weisheit? Glaubt es, daß die Barenregierung die Juden aus Deynhausen mit, daß die Schneiderimmung Deynhausen wie übrigens alle Fremdstämmigen" verfolgt und unterdrüdt, 418 Militärhosen in Auftrag bekommen hätte, aber zu einem weil sie sie für minderwertig" hält? Und wenn das Bündler= Machelohn von nur 1 Mart. Außerdem müßten die organ das wirklich glaubt: seit wann sind die Anschauungen Schneider, an die die Arbeiten durch die Innung verteilt worden der russischen Senutenregierung maßgebend für die deutsche feien, die erforderlichen Zutaten noch vom istus taufen. De ffentlichkeit? Für den Handwerkskammersekretär waren diese Mitteilungen der Anlag, auf die Grundsäge näher einzugehen, die vom Befleidungsamt Münster das zuständige Korpsbekleidungsamt bei der Vergebung von Lieferungen befolgt würden. Die Gutlohnungen werden nach den von den Ortspolizeibehörden mitgeteilten ortsüblichen Tagelöhnen festgesetzt. Dadurch komme es, daß beispielsweise in Löhne einem Landorte für einen Waffenrod 10 M., in Bielefeld dagegen nur 9,80 M. bezahlt würden. In Paderborn habe sich der Preis auf dieser Grundlage sogar nur auf 6,80 M. oder 7,50 M. gestellt. Die Paderborner Innung babe in folgedessen überhaupt auf Uebernahme von Arbeiten verzichtet. Das ist nun einmal der Grundsatz beim Militär: Nach oben hin scheffelweiſe, nach unten hin so, daß ein normaler Mensch kaum sein Leben davon fristen kann. Die Balkanfragen. Die Desterreicher quengeln schon wieder. Wien, 11. Oktober. Das offiziöse„ Neue Wiener Abendblatt" schreibt:" In Berichten aus Belgrad über die Mitteilungen, die der serbische Ministerpräsident vorgestern in der Konferenzz der Regierungspartei gemacht hat, wird gemeldet, daß Herr Paschitsch gesagt haben soll, Serbien werde zur Vorbeugung eines neuerlichen Einfalles mehrere wichtige Positionen in Albanien besetzen. wir können nicht glauben, daß die Aeußerung so gelautet hat, da Daß infolge gewisser Mißstände, die unsere Jnnungskrauter am flärungen des Herrn Baschitsch stünde und Serbien in vollem dies in striktem Widerspruch mit den in Wien abgegebenen Ereigenen Leibe treffen, auch diesen sonst recht militärfrommen Leuten der Star gestochen wird, bewiesen einige Ausführungen von Hand- Gegensatz zu ganz Europa( dem natürlich die Sache höchst schnuppe werksmeistern aus Minden. Nach ihren Angaben ist in umfang- ist) bringen würde. Es könnte wohl sein, daß Herr Baschitsch von reicher Weise das Ausweißen der Kasernen durch der Besetzung strategisch wichtiger Positionen an der albanischen Soldaten erfolgt; und ferner haben noch in allerletzter Zeit ein Grenze gesprochen hätte, was selbstverständlich ganz etwas anderes Offizier und ein Stabsarzt in ihren Wohnungen Maler wäre." arbeiten bis zu 600 M. durch Soldaten ausführen bracht, daß sie ausdrücklich sagen: Danews Ende. Wolffs Telegr. Bureau verbreibet folgende Meldung: Nach einer beim Gouvernement von Kamerun eingetroffenen und drahtlich hierher weitergegebenen Meldung des Postenführers von Sembe, des Gummiinspettors Treichel, sind in dem Sembe- Bezirk Ende August Unruhen ausgebrochen. Sembe liegt in der östlichen Ede desjenigen Gebietes, das durch das deutsch- französische Abkommen vom November 1911 dem Schuhgebiet Kamerun im Süden zugewachsen ist. Es liegt ungefähr 100 Kilometer westlich des französisch gebliebenen Ortes Wesso, in der Luftlinie gemessen. Die Dörfer in der Umgebung des Postens verhalten sich nach der Meldung des Postenführers ruhig. Jedoch wurden in Les Rapides am Sembe und in Symbot am Majembe die Faktoreien der Konzessionsgesellschaft Ngoko- Sanga Anfang September lich sein. geplündert und niedergebrannt. Die Warenverluste sollen erheb laijen. Das hat das Blut der Handwerker so in Wallung ges Sofia, 11. Oktober. Wie die Blätter melden, hat sich ein Teil Wenn Soldaten noch Zeit haben, derartige Arbeiten auszu- der Partei Danews von ihrem Führer losgelöst und sich unter dem Gefahr. Er verfügt über 29 Gewehre und ist zur Verteidigung einführen, dann haben die recht, die eine Verkürzung der zweijährigen Namen Progressiv- Radikale Partei konstituiert. Dienstzeit fordern." Sehr richtig! Daß die Soldaten Zeit dazu haben, wird eben Die Cholera in Serbien. durch die Vorkommnisse dieser und anderer Art zur Genüge be- Belgrad, 11. Oftober. Nach dem amtlichen Ausweis betrug die wiesen. Es ist aber sicherlich ein merkwürdiges Zeichen der Einfalt, Bahl der Cholerakranten am 7. Oftober 591. Neuerkrankt sind daß trop diefes Anschauungsunterrichts die Herren Zünftler fonier- 27 Personen, genesen 77 und gestorben 8. 6 Mann von dem in lichen Lebens mit militärischem Geiste auf ihre Fahne geschrieben choleraverdächtigen Symptomen erkrankt. bativen Spuren folgen, d. b. Leuten, die die Durchießung des öffent- Belgrad in Garnison liegenden 6. Infanterieregiment sind unter haben. Schimpffreiheit für die Herren Agrarier. " " England. Eine Abteilung der französischen Grenzerpedition unter Füh= rung des Oberleutnants Karcher wurde auf dem Marsch nach Ngoila am 19. September 5 Stunden von Sembe entfernt angegriffen. Zwei Farbige wurden getötet, einer verwundet, zwei Basten gingen verloren. Oberleutnant Karcher konnte jedoch mit 50 Trägern von Sembe und 15 Mann Begleitkommando nach Ngoila weiter marschieren. Für den Posten Sembe besteht keine gerichtet. Der Bezirksleiter von Jukaduma, Assessor Hehm, war nach Meldung des Postens Sembe mit einem Büchsenmacher, Maschinengewehren und 50 Polizeisoldaten bereits auf dem Wege von Jukaduma nach Sembe und muß inzwischen seit längerer Zeit dort eingetroffen sein, desgleichen Assistent Kehm, der mit 14 Soldaten unterwegs war, und weitere 15 Soldaten, die folgen sollten. Der westlich an Sembo stoßende Bezirk Eta verhält sich ruhig; die Unruhen beschränken sich offenbar auf ein Gebiet von wenigen Quadratmeilen, in dem die Autorität des Europäers sich noch nicht genügend durchgesezt hat. Die legte Reichstagswahl hat namentlich im Wahlkreise Hilfe für die Dubliner Arbeiter. Bulgarische Anklage gegen die griechische Regierung. Breslau Land Neumarkt durch offenbare Verlegungen der London, 11. Oftober.( Pribattelegramm des Sofia, 11. Oktober.( W. T. B.) Die Regierung ist benachrichtigt Wahlvorschriften seitens der meist agrarischen Wahlvorsteher eine ganze Anzahl von Prozessen im Gefolge gehabt, die zum Teil mit Vorwärts".) Das der Großeinkaufsgesellschaft gehörende worden, daß der frühere Direktor ber bulgarischen Post in Salonili, recht erheblichen Gefängnisstrafen für die daran beteiligten Schiff New Pioneer" kam heute mit der dritten Ladung Christoff, der zur gleichen Zeit, wie die dortige bulgarische GarGenossen endeten. So wurde zum Beispiel der Parteisekretär Lebensmittel, die von den englischen Gewerkschaften geschickt nison gefangen genommen und dann mit anderen bulgarischen Ges für den obengenannten Wahlkreis, Genosse Sro wig, au wurden, in Dublin an. bier Monaten Gefängnis und mehrere andere Genoffen zu 20 000 Pakete mit Lebensmitteln sowie 90 Tonnen Kartoffeln und ohne jebe Pflege gelassen werden, dieser Tage an ErUnter der Ladung befanden sich fangenen nach der Insel Triferi übergeführt worden war, wo die friedensbruchs und Beleidigung des Wahlvorstehers v. Nährig und mehrere Tonnen Eisenblech. Da die Unternehmer an- ichöpfung gestorben ist. Die Schritte, welche die Regierung verurteilt, weil sie das amtliche Wahllokal in Buschtowa erst gedroht haben, daß in der nächsten Woche mit der Ex- bei der griechischen unternommen hatte, um eine günstigere Bedann verließen, als der agrarische Wahlvorsteher einige Landleute mission der Arbeiterfamilien herbeiholen ließ, die den Auftrag batten, Srowig und seine Genoffen den handlung für Christoff zu erwirken, waren ohne Ergebnis geblieben. mit Gewalt aus dem Wahllokal zu bringen. Hierbei sagte der Werkswohnungen begonnen werden soll, so soll das Die griechische Regierung wollte dem Kranten nicht einmal gefeudale Wahlvorsteher zu seinen als„ Rausschmeißer" von ihm be- Eisenblech zum Bauen von Wohnungen Verwendung finden. I statten, sich durch einen Arzt behandeln zu lassen. längeren Gefängnisstrafen wegen 20000 Gefangenen in der unmenschlichsten Weise behandelt aus dn 31 Voranzeige! Mittwoch, den 15. Oktober: Reklame- Verkauf Kinder- Hüte, Mädchen- u. 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Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstals Baul Singer& Co., Berlin SW. Pf., Hierzu 5 Beilagen Nr. 267. 30. Jahrgang. 1. Beilage des„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 12. Oktober 1913. Gewerkschaftliches. Chriftliche Gewerkschaftsarbeit. Berlin und Umgegend. Lehrlingsausbildung oder Lehrlingsausbeutung? Die sein. richten der Maschinen mit einer Gratififation" bedacht, jedoch nur dann, wenn sich derselbe einwandfrei beträgt und fleißig ist. Eine Verpflichtung zur Zahlung irgendwelcher Gratifilation übernimmt Eine schwierige Frage für die Eltern ist oft die: Was soll der der Lehrherr jedoch nicht! Die Höhe der Gratifikation richtet sich Junge werden? Gar zu leicht können bei schlechter Auswahl des auch nach den Fähigkeiten des betreffenden Lehrlings. Die GratiDie christlichen Gewerkschaften entwickeln eine vielseitige Berufes oder der Lehrstelle 3 und 4 Jahre verloren gehen, ohne fikation wird nur soweit ausgezahlt, als dieselbe den Betrag von und eifrige Tätigkeit im Kampf gegen Arbeiterinteressen. daß der junge Mann lernt, späterhin sich durchs Leben zu schlagen. 2 Mart wöchentlich übersteigt! Ueber die gutgeschriebenen GratiMit der Störung von Lohnbewegungen und der Organisierung Sieht man sich die Werkstätten an, die Lehrlinge ausbilden". fikationen erhält der Lehrling jede Woche eine Quittung auf den von Streitbrüchen begnügen sie sich nicht, jede soziale Sirbeit dann kann Kennern der Berhältnisse oft ein Schauer überkommen. Lohnbeutel. Nach Ablauf des Bertrages werden dem Lehrling die der freien Gewerkschaften ist ihnen ein willkommenes Objekt So sind neben anderen Betrieben auch die Schraubendrehereien während der Lehrzeit durch die vorgenannten Gratifikationen anBerlins sehr selten in der Lage, Werkzeugmacher heranbilden zu gesammelten Beträge ausgezahlt. Der Lehrling verpflichtet sich, zersplitterungssüchtiger Angriffe. So konnte es denn auch können. Die handwerksmäßige Heranbildung eines jungen Mannes und der Vater übernimmt die Gewähr, auf Wunsch des Lehrherrn nicht fehlen, daß die Gründung der" Volksfürsorge" das zum bloßen Schraubendreher aber ist überhaupt Unsinn angesichts nach Beendigung der Lehrzeit noch 2 Jahre als Einrichter tätig zu christliche Führertum auf die Beine brachte um das Werk der maschinellen Einrichtungen in den Schraubendrehereien. Der Unternehmer hütet sich seinerseits, eine Berpflichtung zu stören. Man verbündete sich mit allerhand anderen Pseudo- jungen Leute, die in derartigen Betrieben lernen, sind selten später auf Weiterbeschäftigung des jungen Mannes zu übernehmen. Dem arbeiterfreunden, etablierte unter der Firma„ Deutsche Volts- hin in der Lage, sich ihr Brot als Werkzeugmacher verdienen zu Lehrherrn ist es anheimgestellt, ganz oder teilweise auf die Tätigversicherung Aktien- Gesellschaft" ein Unternehmen, das, wie fönnen. Sie müssen Spezialarbeiter werden in einer Schrauben- feit des Lehrlings nach Beendigung der Lehrzeit zu verzichten! die christlichen Gewerkschaften selbst, die Arbeiter möglichst im fabrik, und was das heißt, begreift jeder, der sich einmal eine Verzichtet der Lehrherr freiwillig auf diese Tätigkeit, so ist derselbe Banne der herrschenden Gesellschaft und aller Ausbeuter. jolche Fabrit angesehen hat, wo die maschinellen Einrichtungen verpflichtet, die während der Zehrzeit angesammelten Gratififaderartig entwickelt sind, daß persönliche Geschicklichkeit zur Be- tionen auszuzahlen! In diesem Falle zahlt er also gütigst einen interessen gefangen halten soll. Christlich uneigennützig Teil des zurückbehaltenen Lohnes. Sämtliche Meßwerkzeuge, wie gegen gute Bezahlung- lassen die christlichen Gewerkschaften dienung der Maschinen kaum noch nötig ist. In vielen Betrieben dieser Branche sind neben einigen Gr- Schublehren, Mikrometer usw., ist der Lehrling verpflichtet, sich nun ihre Vertrauensmänner als Versicherungsagenten umher wachsenen überdies soviel Lehrlinge vorhanden, daß von einer felbst zu halten. Der Lehrling darf vor seinem Eintritt feinem ziehen. Das Geschäft soll was einbringen. Darüber erfährt Ausbildung gar nicht die Rede sein kann. In einem Betrieb der Verein oder Berband angehören. Auch darf er nicht ohne Geman einiges aus einem von einer christlichen Gewerkschaft- Schraubendreherbranche werden 3. B. bei 6 Gehilfen 13 Lehrlinge nehmigung des Lehrherrn während der Dauer des Vertrages einem Holzarbeiter in Essen verbreiteten Zirkular. Nach Dema- beschäftigt. Diese 13 Lehrlinge haben zusammen 6 Schraubstöde Verein oder Verband beitreten. Zuwiderhandlungen haben fo= gogenart wird darin die von den freien Gewerkschaften und und 2 Drehbänke zur Verfügung. Die Entschädigung beträgt im fortige Entlassung zur Folge. Für den Fall der Nichtbeachtung Konsumgenossenschaften ins Leben gerufene„ Voltsfürsorge" ersten Jahr 3 M., im zweiten Jahr 4 M. und im dritten Jahr dieser Bestimmungen steht der Firma ein Recht der Entlassung zu. 5 M. In einem anderen Betrieb derselben Branche werden bei In den Fällen, in welchen die Firma von der sofortigen Entmit„ kapitalistischen Versicherungen" in einen Topf geworfen. 3 Gesellen 7 Lehrlinge ausgebildet. Die Lehrzeit beträgt 3% Jahr. laffung Gebrauch macht, verfällt die in Aussicht gestellte GratiEs heißt in dem Elaborat: In einem dritten Betrieb werden ständig 15 Lehrlinge gehalten fifation unter allen Umständen zugunsten der Firma. Aus diesem Grunde sehen wir uns veranlaßt, alle Kollegen, bei vierjähriger Lehrzeit. In diesem Betrieb arbeiten die Lehr- Von der Erlernung eines Handwerks in Schraubendrehereien die für sich persönlich oder für Frau und Kinder eine Versicherung linge im zweiten und dritten Jahr im Afford und erhalten die kann, wie die Dinge heute stehen, schon an sich nicht mehr die eingehen wollen, zu ersuchen, diese nur durch Ver- Hälfte des Akkordpreises für erwachsene Arbeiter. Diese Firma Rede sein. Daß aber die jungen Leute sich in Verträgen dieser trauensleute unseres Verbandes mit dem Gesichert sich die jungen Leute durch den Lehrkontrakt auf ein wei- Art auch noch aller Rechte begeben sollen, ist wohl eine Ungeheuersamtverbande der christlichen Gewerkschaften teres Jahr nach beendeter Lehrzeit. Bei einer weiteren Firma lichkeit, die ihnen nur in wenigen anderen Berufen zugemutet abzuschließen. Wir glauben nicht notwendig zu haben, noch werden 13 Lehrlinge bei dreijähriger Lehrzeit ausgebildet, und zwar werden dürfte. Mit derartigen Mitteln dürfte man das abbesonders zu betonen, daß unsere Kollegen unter feinen Umständen mit einer Entschädigung von 3 bis 5 M. pro Woche. Auch in sterbende Schraubendreherhandwerk am wenigsten galvanisieren eine Versicherung mit der roten Volksfürsorge ein diesem Betrieb arbeiten die Lehrlinge im 2. und 3. Jahr im können. gehen. Ebenso sollten wir fortan aber auch alle tapitalistischen Akkord, und zwar erhalten sie die Hälfte der Akkordsätze der Boltsversicherungen kurzerhand abweisen. Es ist eines Ar Erwachsenen. Eine Reichskonferenz der Anwaltsangestellten tagt heute im beiters geradezu unwürdig, seine fauer ver- Wenn ein junger Mann, der eine Behre" in einem solchen Berliner Gewerkschaftshaus. Die Hauptaufgabe der Konferenz ist, dienten Groschen Gesellschaften in den Hals Betrieb durchgemacht hat, seine Lehrzeit hinter sich hat, ist er alles das bisherige Ergebnis der Verhandlungen mit dem Sozialen Auszu werfen, deren Generaldirettoren mehr als andere, nur nicht Werkzeugmacher, und wenn er versucht, seine schuß des Deutschen Anwaltsvereins entgegenzunehmen und Mindeſt800 000 m. im Jahre beziehen...." erworbenen Kenntnisse in einem anderen Betrieb zu verwerten, gehaltsforderungen aufzustellen. Ferner follen die Forderungen zur Warum den Generaldirektoren gönnen, was die christ- steht er vollständig hilflos da. Die in dem Betrieb beschäftigten gefeßlichen Regelung des Arbeitsvertragsrechts besprochen und lichen Menschenfreunde selbst verdienen können! Gratis Erwachsenen fönnen sich um die Ausbildung der Lehrlinge nicht formuliert werden. wird die Zersplitterungsarbeit von ihnen nicht geleistet. Im fümmern; sie stehen im Stüdlohn, und die Preise sind derartig, Daß die Anwaltsgehilfen zu der am schlechtesten bezahlten AnGegenteil, sie wird auch vielen der Versicherten gut, ja daß ein intensives Arbeiten erforderlich ist.. So ist ein junger gestelltenschicht gehören, ist bekannt. Monatsgehälter für jüngere glänzend bezahlt. Für jede Aufnahme, die für die D. V.-A.-G. Mann sich selbst überlassen, und hat nun, ohne etwas wirklich Gehilfen von 30, 40 und 50 M. stehen nicht vereinzelt da, fondern Verwendbares gelernt zu haben, 3 oder 4 Jahre der schönsten Zeit tommen sehr häufig vor. Schon wiederholt wurde festgestellt, daß gemacht wird, werden 10 Wochenbeiträge gezahlt. Dabei ist zwecklos verschwendet. Die Meister und Werkführer in den selbst angesehene Anwälte sehr geringe Gehälter bezahlen. Immer es gleich, ob der Wochenbeitrag 10 Pf. oder 1 M. beträgt. Schraubendrehereien verstehen in den weitaus meisten Fällen von wieder mußte der Verband der Bureauangestellten öffentlich die 10 M. für eine Aufnahme, das ist zweifellos ein sehr hoher der Werkzeugmacherei gar nicht so viel, um als Lehrmeister auf- leider zahlreichen Einzelfälle schlimmster Anstellungsverhältnisse Agentenlohn. Von den 10 Wochenbeiträgen erhält das treten zu können. geißeln. Er forderte auch wiederholt in wohlbegründeten Petitionen Generalsekretariat in Köln zwei, die Zentrale des christlichen Dieselben Unternehmer, die in der obenbezeichneten leichtfertigen die Hilfe der Gesetzgebung gegen die Recht- und Schuhlosigkeit der Verbandes zwei, deren Zahlstelle zwei und der Kollege, der Weise Lehrlinge ausbilden", flagen bei Verhandlungen über Lohn Anwaltsgehilfen. Die zähe Kraft und Ausdauer der Organisation die Aufnahme besorgt, vier Beiträge. Wenn dagegen die Auf- und Verdienst darüber, daß die jungen Leute nichts verstehen, wurde zum Hebel des Fortschritts, der Verband drängte und schob nahme für die D. V.-A.-G. durch den christlichen Stonsum- und zwar weder als Schraubendreher, affondreher, Maschinen- die anderen Berufsvereinigungen, fie mußten ihr Däminerdasein aufKonsum- arbeiter noch als Werkzeugmacher. Kein Wunder. Die sogenann- geben und sich mit einigem Ernst um berufliche und gar um gewerk verein Wohlfahrt geht, so erhält diese vier Beiträge, der ten Lehrverträge zeigen deutlich, daß man sich der jungen Leute schaftliche Dinge bekümmern, wenn es ihnen auch sehr schwer fiel. christliche Verband fällt als Provisionseinheimser aus. Aus nur zu versichern sucht, um auf alle Fälle für die Dauer der Auch die Gesetzgebung mußte ihre Paffivität opfern, und vor wenigen diesem Grunde soll man aus christlicher Gerechtigkeit die Lehrzeit und eine Zeitlang darüber hinaus willfährige Arbeiter Jahren raffte sich die Reichsregierung zu einer Tat auf, zu der AufVersicherung nicht durch den christlichen Konsumverein, sondern zu haben. nahme einer Enquete. Die Anwälte verhielten sich den Forderungen nur durch die christliche Gewerkschaft bewirken. Es muß nur Für den Fall, daß der Lehrling ohne den Willen der Firma der Gehilfen gegenüber meist ablehnend. Es liegt nicht allzulang noch bemerkt werden, daß die christliche protegierte Versicherungsabgeht und seine Behrzeit nicht beendet, ohne gefeßlichen zurück, daß die Anwaltsvereine in verschiedenen Großstädten jede VerAttiengesellschaft von scharfmacherischen Elementen, unterstüßt Grund so heißt es in einem uns vorliegenden Vertrag handlung mit Vertretern der Gehilfen über die Arbeitsbedingungen bon privatkapitalistischen Versicherungsgesellschaften gegründet zahlt der Vater oder Vormund 75 M. im ersten, 150 M. im zweiten, fchroff, ja fogar in verlegender Weise ablehnten. eine Wandlung der Anschauungen im Lager der An= worden ist, mit der ausdrücklichen Bestimmung, damit die 300 m. im dritten und vierten Jahr an die Firma. Gänge, welche iſt zum Geschäft gehören, müssen vom Lehrling auf Verlangen aus- wälte eingetreten. Im Jahre 1912 fetzte der Vorstand des Arbeiterbewegung zu schädigen. Danach hat man das pro- geführt werden.( 1) Die Arbeitszeit ist von 7 bis 7 Uhr festgesetzt. Deutschen Anwaltsvereins einen Ausschuß für soziale Angelegenfitable Treiben der Christen M.- Gladbacher Observanz zu Der Lehrherr behält sich vor, hierin eine Aenderung zu treffen. heiten" ein, dem auch die Angestelltenfragen zugewiesen beurteilen. Vom zweiten Jahr ab wird der Lehrling für das selbständige Ein- wurden. Der Verband der Bureauangestellten wandte sich an diesen Die Antwort war: 4-8-8 8-3 9-13-8-9-2-9, d. 5. 1 dig ansteigt und zuletzt am Ende der Dinge das Höchstmaß erarme Meertiere tot. Der Sag erklärt sich daraus, daß die Be- reichen könnte. Dieses Leben aber würde dem Nirwana- Dasein sizerin dem Hund ein Bild gezeigt hatte, auf dem der Massenmord der Buddhistischen Lehre entsprechen, indem es ein Dasein darvon Meertieren, besonders Robben, dargestellt war. stellt, das unter Abwesenheit jeder äußeren und jeder inneren Lebensregung stattfindet. Kleines feuilleton. Der Mord von Stettin. Stettin, Prozeß. Ein Gelber angeklagt. Ein glatter Mord. So denken alle Laien. Streit. Scharfes Wort. Den Grimm wohl zu verzeihen. Dafür ein Meffer in den Bauch gejagt. Das Schwurgericht. Besetzt von fatten Herrn: Agrarier. Beamte. Fabrikanten. Sie dachten, als auf Freispruch sie erkannten, Sozial und psychologisch und modern. Doch Mord bleibt Mord! Und Freispruch?! Hier geschieht's. Fast schaudert's einen, daß man es erzähle. Die Richter forschen in des Gelben Seele, Und sonderbar verwirrt sich die Justiz. Wer zweifelt, daß dies Urteil treffend sei? Wer wagte wohl das schlimmste der Verbrechen: Von der Justiz aus Klassengeist" zu sprechen? Das Tischrücken und Geisterklopfen ist ja einigermaßen aus der Mode, aber der denkende Hund" ist eine( für die Menschen, nicht für die Hunde) ebenso bezeichnende Dekadenzerscheinung. Weltenentstehung und Weltenuntergang. Am Freitagabend eröffnete Professor Mar Weinstein im großen Auditorium der Urania den Zyklus der Gelehrtenvorträge. Er sprach über das Entstehen und Vergehen der Welten. Nun ( Der Vortrag litt unter der systematischen Anlage, die alle Anschauungen berücksichtigte. Die Theorie von der Endlichkeit und dem voraussichtlichen Untergang der Welt ist nur eine das hätte noch deutlicher gesagt werHypothese unter anderen den können. Diese Fragen lönnen zudem vorläufig wissenschaft= lich nicht beantwortet werden.) " Die Menschheit hat sich zu allen Zeiten und in allen Zonen Zur Probe im Zuchthaus. Thomas Mott Osborne, der Präsident mit der Frage nach dem Ursprung und dem Schicksal der Welt be- des vom Staate New York eingefeßten Rates für Gefängnisreform, schäftigt. Sie ist dabei dichterisch oder wissenschaftlich forschend ist am Sonntag aus dem Buchthaus von Auburn entlassen" worden. vorgegangen. Eo zerfallen die Anschauungen in dichterisch reli- Acht Tage lang hat sich Osborne freiwillig ins Zuchthaus fperren giöse und in wissenschaftliche Hypothesen. Es gibt Anschauungen, lassen, hat das Leben eines Sträflings geführt, alles nur zur Probe", die die Welt weder entstanden noch dem Untergang geweiht sein um am eigenen Leibe die Wirkungen des Gefängnislebens fennen laffen. Nach beiden besteht die Welt von Ewigkeit und erhält sich zu lernen. Das Urteil, das er nach dieser Kostprobe des Zuchthausdurch alle Ewigkeiten. Andere Vorstellungen erkennen der Welt lebens fällte, war sehr scharf; er fritisiert sehr streng das Verhalten eine Entstehung zu, nicht aber einen Untergang, weil die Gott- der Gefängnisbehörden. Vor allem wendet er sich gegen die Bea heit nur etwas Bollkommenes schaffen kann, und eine dem Unter- stimmungen, die den Sträflingen das Sprechen verbieten. Das ist gang geweihte Welt unvollkommen wäre. im höchsten Maße widernatürlich und trägt dazu bei, alle menschSchöpfungserzählungen finden sich bei sehr hoch- lichen Regungen zu unterdrüden. Wenn mein Nachbar feine Portion Ein Gelber dürft's vielleicht. Man spräch' ihn frei. stehenden Völkern wie bei primitiven Stämmen. Bei diesen lezten Bucker mit mir teilen wollte, flüsterte er das Wort Zucker in den sind sie aus ihrem, Glauben an Zauberei entstanden. Während leisesten Halbtönen. Das erste, was der Sträfling zu erlangen sucht, Wissenschaftlicher Aberglaube. Zu welchen Torheiten sich Leute die Bibel die Welt durch das allmächtige Wort Gottes hervorgehen ist die Fähigkeit, zu sprechen, ohne die Lippert zu bewegen und die mit wiſſenſchaftlicher Vorbildung und noch dazu Spezialisten ver- läßt, denkt sich der Fidjiinsulaner die Welt entstanden durch das leiſeſten Worte zu hören". Dann erzählte Osborne von den Schreckführen lassen, zeigt aufs traſſeſte ein Bericht der Gesellschaft für Zauberwort eines Dämons, das von dem des Medizinmannes nissen der Einzelhaft, die ihm einen Blick in das Inferno" gegeben Tierpsychologie, ben bie michau" berbreitet. Prof. Dr. Kramer hat zusammen mit den Tierpsychologen Prof. H. E. Ziegler und wenig abweicht. Die Wissenschaft hat sich von Beginn gleichfalls habe und kritisierte die bureaukratisch einseitigen Anschauungen der mit der Weltentstehung beschäftigt. Es handelt sich für sie darum, Behörden." Diese Tage im Zuchthaus haben mich viel gelehrt und Dr. Paul Sarasin den sogenannten fiugen Hund von Mannheim einer Prüfung unterzogen und berichtet über das erstaunliche Denf- zu erklären, wie die Welt aus den ersten Dingen entstanden ist, sollen vielen Menschen Nutzen bringen.. die als vorhanden angenommen werden müssen. Eine hochdichte- Es wäre gut, wenn jeder Richter und Staatsanwalt die Strafen vermögen" dieses Tieres. Es handelt sich bei den Aufgaben, die der rische Anschauung von der Entwickelung der Welt enthält die aus eigener Erfahrung fennt, zu denen er andere verurteilt. Hund löst, weniger um rechnerische Leistungen, als um den Ausdruc bon Gedanken in oft ganz richtigen fleinen Sägen. Er hat dazu Lehre der Gnostiker. Diese bezieht sich indessen im wesentlichen eine Tafel aus Pappe, wobei einzelne Buchstaben und Worte mit nur auf die Stufenfolge der geistigen Welt. Das Krazen mit der linken Pfote Zahlen forrespondieren. Die vollständigste und wissenschaftlich am höchsten stehende Der Verein für Frauen und Mädchen veranstaltet liefert bestimmte Zahlen, Welterzählung, die wir besiben, ist die von Kant. Kants Theorie am Mittwoch, abends 9 Uhr, in Kellers Neuer Philharmonie, aus denen sich Worte und Säge zusammenfügen. Die Prüfung geschah auf die gründlichste wird vielfach falsch beurteilt; keine spätere kommt ihr an Hoheit stöpenider Str. 96, für seine Mitglieder und deren Angehörige eine Gedenkrede: Luise Zietz. waren( na, na?). Es wurde ihm eine Ansichtskarte mit vier Kindern deutung gleich. Die Laplacesche Theorie, die man so oft der Kant Gefang: Largo von Händel und Ruhe in Frieden von Schubert gezeigt; der Hund Klopfte vier. Was vier? Kinder?"" Ja." schen vorzieht, nimmt schon fertige Sonnen und schon vorhandene( Frl. Blotnica), Streichquartett von Mozart, Adagio pathétique Wie viel davon sind denn Mädchen?"" Drei." Wie viel Jungens?" Umdrehungen an und zeigt nur, wie von diesen rotierenden von Tschaikowsky. Eintritt frei. „ Einer." Die Antworten waren richtig. Er wurde nach der Sonnen Planeten sich abspalten können. Und das geschieht im Zum Leiter der Neuen Freien Boltsbühne, Quadratwurzel aus 361 gefragt.„ Hast Du's?"„ Ja." Run, wesentlichen nach Kants Lehren, die Laplace freilich nicht ge- die im Herbst nächsten Jahres eröffnet werden soll, wurde Emil was denn?" 19", lautete die richtige Antwort. Da der Hund das kannt hat. Lessing, Brahms Regisseur, gewählt. Geld fennen sollte, legte man ihm einen Taler, ein gweimarfitüd Bei der Besprechung der Erzählungen vom Untergang-Musikchronit. Die Sonntagskonzerte de Charlottenund einen Groschen vor, worauf er richtig 5-10" fragte. der Welt erwähnt der Vortragende zunächst die Sintflutfragen, burger Schiller- Theaters beginnen am 12. Oftober, mittags 12 Uhr. Professor Ziegler zeichnete dann auf ein Blatt Papier einen die sich auf der ganzen Erde verbreitet finden und wahrscheinlich Das Programm umfaßt das Streichquartett in D- Dur von Mozart fleinen Elefanten, und der Hund wurde gefragt, ob er das auch auf tatsächlich vorgefallene Ueberflutungen der betreffenden sowie das Streichquintett in C- Dur von Beethoven, außerdem fenne. Ja." Was ist es?" Als Antwort kamen die Worte Länder zurückgehen. Die Weltuntergangserzählungen der Ger- Lieder. Das Nothemi ein Bühnenspiel in drei Aften Kama, Stral, Berto" heraus. Das Tier sagte nicht Elefant, aber manen und anderer Völker werden gestreift. Wissenschaftlich läßt von Viktor von Woikowski- Biedau, gelangt am 6. Noes wußte von seiner Herrin, daß der bekannte Lehrer der Elberfelder sich das Ende der Welt gleichfalls voraussehen. Alles Große ist vember im Deutschen Opernhaus zur ersten Aufführung. Pferde Krall einen Elefanten namens Rama unterrichte, dessen Bild aus dem Kleinsten aufgebaut, und dieses Kleinste hat die Eigen-- Vorträge. Gustav Landauer spricht Dienstag 8 Uhr ihm auf einer Postkarte gezeigt worden war. Dazu kam dann noch schaft, Energie festzuhalten und aufzuspeichern. So wird die im Salon Cassirer über Wedekind. F. T. Marinetti, der die Erinnerung an das blinde Pferd Berto, von dem Rolf gehört Energie langsam vollkommen in das kleinste hineingezogen, und Führer der italienischen Futuristen wird am 12. und 15. Oftober, hatte. Der Hund sollte nun selbst einen Saz bilden. Man ließ die Vorgänge in der Welt hören allmählich auf. Es ist jedoch auch abends 6 Uhr, im Herbstfalon, Potsdamer Str. 75, zwei Vorträge ihm dazu einige Sekunden ruhig Zeit. Bist du fertig?"" Ja." denkbar, daß die Summe des psychischen Lebens in der Welt stän- über den Futurismus halten. " " .. P Notizen. 18 " müffen. Ausschuß mit dem Ersuchen um gemeinsame Verhandlungen mit drängen und Unorganisierte mitreißen. Dieses Gefühl der Unzu- mußte auch zugeben, daß der Reisende bei Abschluß des BerBertretern der Anwaltsangestellten. Gemeinsame Verhandlungen friedenheit zu schüren und aufzurütteln, jei Aufgabe der Partei und trages sich in mißlicher Lage befand.- Der Reisende bat das fanden dann auch statt, die aber noch nicht abgeschlossen sind. Man ihrer Presse. Daß neben diesem Aufrütteln aus der Stumpfheit Gericht, ihn von der Konkurrenzklausel zu befreien. Die hat fich darüber verständigt, Grundsäge bezw. Mindest die Tagesarbeit der Gewerkschaften nötig wäre, sei selbstverständlich. Not des Lebens treibe ihn als Familienvater bedingungen für das Anstellungsverhältnis aufzustellen, die Diesen Ausführungen schlossen sich einige Redner an, wobei sie dann der Vertreterversammlung des Deutschen Anwaltsvereins besonders heftig die Ausführungen Bauers über die bessere Lebens- dazu, einen Auftrag entgegenzunehmen, wo sich ihm einer zur Beschlußfassung vorgelegt tverden jollen. Der Ab- haltung der Arbeiter zurückwiesen. Andere Redner richteten er- bietet und für welche Gesellschaft es auch sei, nur um sich die Schluß eines Tarifvertrages steht nicht zur Beratung, da neute Angriffe gegen die Delegierten und das„ Voltsblatt", das färgliche Provision zu verdienen. Der Direktor der Klägerin hierfür die Voraussetzungen auf beiden Seiten noch nicht gegeben mit seiner scharfen Schreibweise die Gewerkschaftsangestellten von erklärte, seine Gesellschaft nehme auch keine Aufträge mehr sind. Nach eingehenden Vorberatungen in den einzelnen Orten liegt der Parteiarbeit forttreibe. vom Beklagten an. Das Kaufmannsgericht kam zur Veres nun der Konferenz ob, die Forderungen aufzustellen, die bei den Reichstagsabg. Thiele bezweifelte, daß die Meinung der urteilung des Provisionsreisenden. Es wird ihm für jeden weiteren Berhandlungen mit dem Sozialen Ausschuß des Deutschen Halleschen Parteiorganisation noch mit dem übereinstimme, was Fall der Verlegung des Konkurrenzverbotes eine HaftAnwaltsvereins geltend zu machen sind. Der Vorstand des Ver- die Parteimehrheit wolle. Hier habe das Wort Radikal noch eine bandes unterbreitet der Konferenz entsprechende Vorschläge. Danach blendende Wirkung. Redner verteidigte dann besonders die Haltung strafe von einer Woche angedroht. Das Gericht habe jollen die Angestellten in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und der Fraktion zur Steuerfrage. Wer nicht in Wolfenfududsheim fich, so hieß es in der Begründung, für die Haftandrohung das Gehalt sich nach der Einwohnerzahl der Städte richten. schwebe, dürfe nicht anders handeln. entschieden, weil es im Zweifel sei, ob eine Geldstrafe die Die vorgeschlagenen Mindestsätze sind als sehr bescheiden Nach einigen weiteren Rednern, die sich für und gegen diese die Befolgung der Strafandrohung erzwingende Maßnahme zu bezeichnen; für die Gehilfen werden 60-130 m. verlangt. Für Ansichten geäußert hatten, holte der Bezirksleiter Genosse Voß darstellt. Angestellte, die selbständig Urkunden entwerfen, und für Bureau- ausführliche Zitate von Kautsky, Stolten und Bebel als Beweis Es sei davon abzusehen, ob das Gericht nicht den Anvorsteher find Säße bis zu 250 M. vorgeschlagen. Bei der Fest- für die Richtigkeit der Parteitagsbeschlüsse herbei. Er beantragte, trag der Klägerischen Firma überhaupt hätte zurückweisen jegung der Forderungen für die gesetzliche Regelung des Arbeits- um neue Schärfe zu vermeiden, den Uebergang zur Tagesordnung sollen. Auch eine vom Gericht zu verhängende Maßregel darf vertragsrechts wird die Konferenz die alte Forderung der rechtlichen sowohl über den Antrag Albrecht, der den Halleschen Delegier nicht im Widerspruch zu den guten Sitten stehen. Die Gleichstellung mit den Handlungsgehilfen erheben ten das Vertrauen ausspricht, als auch über den Antrag Thiele, Zwangsvollstreckung aus der Konkurrenzklausel steht aber im nicht im Widerspruch zu den guten Sitten stehen. der die Abstimmung der Delegierten verurteilt. Die Maschiniften und Heizer der Schultheißbrauerei beschäftigten da ja das Sch idjal des Thieleichen Antrages nach der obachtenden Grndsägen, zumal die Klägerin erklärt hat, auch Reichstagsabg. Genosse Kunert stimmte diesem Vorschlag zu, Widerspruch zu den von billig denkenden Menschen zu be fich in zwei Betriebsversammlungen mit den Zuständen in der Ab- Zusammensetzung der Versammlung nicht zweifelhaft sein sie gebe dem Beklagten keine Beschäftigung. Ein Klaffenteilung I. Es lagen Beschwerden gegen den Heizer Küster vor, fönne. Im übrigen wies Kunert in seiner längeren Rede nach- urteil aber ist das Urteil deshalb, weil es wegen der deffen Bersetzung in eine andere Abteilung die dort beschäftigten drücklichst den Verdacht zurück, als wenn die Hallesche Organisation Armut des Beklagten Saft an Stelle der Arbeiter dringend wünschen. Nach dem, was in der Versammlung nicht mehr auf dem Boden der Gesamtmeinung der Partei stehe. Geldstrafe androht. Das heißt mit zweierlei Maß je vorgebracht wurde, ist es zu verstehen, wenn die übrigen Mitarbeiter Wir in Halle fügen uns als„ gute Demokraten" und machen es auf der Entfernung dieses Stollegen nachdrücklich bestehen. Es wurden selbstverständlich nicht wie die bekannten 66 von Nürnberg und die nach den Vermögensverhältniſſen meſſen. ferner recht unappetitliche Borkommnisse mitgeteilt, die allein es 125 nach Chemnik. Redner betonte, daß es zweifellos ein Erfolg schon bedingten, daß der betreffende Heizer von den Räumlichkeiten, der Radikalen war, daß die Frage des Massenstreits überhaupt two die Zubereitung des Bieres vor sich geht, fern gehalten würde. auf die Tagesordnung des Parteitages fam, und daß eine Reso= Die Direktion hat zwar früher einmal ein dahingehendes Versprechen lution, wenn auch eine nachträglich abgeschwächte, vorgelegt wurde. gemacht, dieses Versprechen aber später nicht gehalten. Zur Steuerfrage bemerkte er, daß nach dem inneren Zusammenhang des Programms an den entscheidenden Stellen grundsätzlich„ Der Verein ist sich bewußt, daß er allein nicht die Arbeitsfür den Militarismus nichts bewilligt werden darf. Die neuen losenfrage lösen kann. Er will nichts, als einen gangbaren Weg Steuern bedeuten aber tatsächlich eine Stärkung des Militarismus finden. Er will nichts, als eine vernünftige Lösung des Problems und eine Verlegung unserer Prinzipalforderungen. Redner propagieren. Nicht ihm soll die Bahn freigemacht werden, sondern wandte sich dann ganz energisch gegen die Versumpfung unserer er will die Bahn freimachen für rationelle, wirklich soziale ArbeitsParteitaktik durch den Revisionismus, insbesondere gegen die herab- beschaffung im großen Stil. Er will die Möglichkeit weisen, den ebende, ja höhnische Art der Besprechung und direkte Verleugnung Arbeitslosen und seine Familie aus dem traurigen Zwang der des sozialdemokratischen Endziels. An dem Beispiel der Arbeits- Armenunterstüßung, der Bettelei zu befreien. losenversicherung zeigte er dann sehr deutlich, wie ein gedeihliches Zusammenarbeiten der Rechten und Linten notwendig und möglich sei. In der Diskussion wurde betont, daß Küster nicht in einen Betrieb gehöre, to Genußmittel hergestellt werden. Es wurde dann noch Stellung genommen zu dem§ 616 im Anhang des Tarifs, der in Krankheitsfällen die Differenz zwischen Krankengeld und Wochenlohn regelt. Es wurde gesagt, daß der genannte Paragraph den heutigen Verhältnissen nicht mehr entspricht und eine entsprechende Aenderung erfahren soll. Der Paragraph ist von den in Betracht kommenden Organisationen bereits gekündigt worden und die Maschinisten und Heizer werden sich den neuen Bestimmungen anschließen. Deutfches Reich. Die Leute Bom Stettiner Hafenarbeiterftreit. Der vom Magistrat eingesezte Bächter Hesberg will in seinem Vertrage, ben er mit den Arbeitern schließt, die Klaufel haben, daß derjenige, der vor Beendigung des Vertrages die Arbeit verläßt, eine Strafe bis zum Höchstbetrage von 25 M. zu zahlen hat. Wie die den Freihafen verlassenden Arbeitswilligen versichern, ift jebem der Betrag von 25 M. einbehalten worden. beftreiten übrigens ganz entschieden, einen derartigen Vertrag unter ichrieben zu haben. Sie erklären durchweg, daß ihnen im Hamburg nicht einmal gefagt worden sei, wo sie in Arbeit treten resp. daß es fich um Streitarbeit handele. Sie behaupten, es sei ihnen nur eine Namensliste zur Unterschrift vorgelegt worden, in der sie die Abgabe ihrer Arbeitspapiere( Invalidenkarte) bescheinigen sollten. Finer erzählte unter anderem: Als ich meine Entlassung forderte, weil die uns auteil gewordene Behandlung, Beköstigung und Beherbergung mir nicht menschenwürdig erschien, erhielt ich von dem Geschäftsführer zur Antwort, ich könnte meine Forderungen beim Gewerbegericht in Pinneberg bei Hamburg geltend machen. Ich habe nun 17 Tage hier im Freihafen gearbeitet. Es wurden mir heute 5,74 M. als Lohn ausgehändigt. Hesberg macht alles in eigener Regie. Der Magistrat fann von seinem Bächter in mancher Beziehung noch lernen. So schlecht wie die Arbeiter bezahlt und behandelt werden, so nobel ist Herr Hesberg gegen die Beamten und Antreiber. Den Kontrolleuren zahlt Die Situation ist die gleiche wie an den Tagen vorher. Die ankommenden Schiffe fönnen nur mit mehrtägiger Verspätung den Safen verlaffen. Die größte Anzahl der sonst im Stettiner Hafen ladenden Dampfer und Segler suchen andere Häfen auf. er 15 M. und den Vorarbeitern 10 M. pro Tag. Die Glasschleifer der Rheinischen Glashütte Köln- Ehrenfeld haben die Kündigung eingereicht. Die Firma verlangt von den Arbeitern, daß die Arbeitszeit um eine 3/4 Stunde ausgedehnt wird, was die Arbeitern verweigern. Es wird ersucht, keine Arbeitsangebote nach Köln- Ehrenfeld zu machen. Hus der Partei. Die Wirkungen des Jubiläumsrausches. Der Nat der Stadt Leipzig hat die Säulenanschläge verboten, die zum Besuch von fünf Versammlungen auffordern sollten, die die Leipziger Parteileitung für Dienstag anberaumt hatte. Der Nat stößt sich an die in dem Aufruf enthaltenen Worte Völkerschlachtrummel und Geschichtsfälschung. Die Organisationen zum Parteitag. Der Sozialdemokratische Verein für Halle- Saalfreis beschäftigte sich in drei Versammlungen mit dem Parteitag. 16 Diskussionsredner kamen in diesen Versammlungen zum Wort. Der Parteisekretär, Genosse Reiwand, erstattete den Bericht der Delegierten, die für die Massenstreikresolution Luxemburg und die Steuerresolution Geyer gestimmt hatten. Der von Voß gestellte und von Kunert unterstützte Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung über die Mißtrauens- und Ver= trauensresolutionen Thie les und Albrecht wurde angenemmen. Außerdem wurde, vorbehaltlich der Zustimmung der Kreisversammlung noch folgender Antrag angenommen: " Die Parteiversammlung beschließt, den Genossen folgenden Antrag zur Urabstimmung zu unterbreiten: Zur Arbeitslosenfrage. Unter Bezugnahme auf unseren Bericht vom 7. Oftober über den Verein für soziale innere Kolonisation Deutschlands E. V. schreibt uns Herr Hans Ostwald: Jedes Unterstützungswesen hält er für einen Notbehelf. Ihm kommt es darauf an, den Arbeitsmarkt zu entlasten, neue Arbeitsgebiete zu schaffen, die Lohndrücker vom Arbeitsmarkt fernguhalten. Wenn er im ersten Jahre nur 87 Mann, bisher seit 2. Januar 1912 im ganzen 150 Mann beschäftigt hat, so weiß er, daß damit der großen Arbeitslosennot nicht beizukommen ist. Der Verein selbst unterhält eben nur Versuchsstellen. Auch seine Ideen und Pläne müssen, wie so viele andere, erst praktisch erprobt werden. Außerdem aber ist ein praktischer Versuch, ein Beispiel die beste Der Sozialdemokratische Verein für. Halle( Saale) und den Propaganda. Mehr als ein Beispiel aber sollte die Kolonie in Saalfreis beantragt, der nächste Parteitag möge beschließen: Zur Reppen nicht sein. Mehr konnte sie auch nicht sein. Weiter reichten Durchführung notwendiger Massenaktionen auf politischem eben die Mittel nicht. Staat, Reich und Stadt gaben nicht mehr und wirtschaftlichem Gebiete und zur eventuellen dabei notwendigen her. Rebte der Abgeordnete Singer noch, wäre der Verfuch viel Unterstübung ihrer Mitglieder schaffen die Partei- leicht großzügiger möglich gewesen. Er wollte sich gemeinsam mit und Gewerkschaftsorganisationen einen Fonds, der durch feste dem Abgeordneten v. Kaphengst für die Bewilligung von einer MilWochenbeiträge der Organisationsmitglieder gegründet und ange- lion Mark einsetzen. sammelt werden muß. Die Verwaltung und Verwendung hat durch den Parteivorstand nebst Generalfommission und den Zentralvorständen der deutschen Gewerkschaften zu erfolgen." Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Presprozesse. Sie nennen unsern Lohn( 2,75 bis 3,42 M.) außerordentlich niedrig. Hierzu ist zu bemerken: 1. alle Arbeiter bekommen bei uns freie Wohnung, die wohl auch 30 Pf. wert ist, so daß sich eine Entlohnung von 3,- bis 3,75 M. ergibt. 2. Den Arbeitern wird für 1,20 M. eine volle bürgerliche Tageskost geboten. Dieser niedrige Preis muß bei dem Lohnmaß auch berücksichtigt werden. 3. Der Wert des Geldes ist in der Provinz erheblich höher als in Berlin, da fast alle Gebrauchsartikel billiger sind und viele Ter von der„ Reußischen Tribüne" wegen angeblicher Beleidigung Tagelohn in Reppen beträgt 2 M. Die Eisenbahn zahlt 2,20 M.1 Das Schöffengericht Gera verurteilte den Genossen Drechs- Nebenausgaben, wie Fahrgeld usw., fortfallen. 4. Der ortsübliche eines Lehrers zu der hohen Strafe von 300 M. Dem Lehrer war Da zahlt der Verein also stets um die Hälfte mehr! Dies war in einem Artikel zum Vorwurf gemacht worden, daß er einen ihm nur möglich, weil er jeden Unternehmergewinn entbehren Knaben, dem sonst das beste Zeugnis ausgestellt werden mußte, und laut Leitsäben eben ordentliche Löhne zahlen will. wegen einer ganz nebensächlichen Verfehlung gezüchtigt und dann, als sich der Vater beim Schulvorstand beschwerte, An der Tatsache, daß alle die Arbeiter, die bei ihm beschäftigt abermals fünf derbe Stockschläge verabreicht habe. In der Ver- waren, aus der Armenpflege herausgekommen sind, sollte nicht ges handlung wurde festgestellt, daß der Knabe am Hals gewürgt und Durch uns sind sie wieder in reguläre Arbeit gekommen. deutelt werden. Manche waren schon jahrelang Almosenempfänger! aus der Bank geschleudert und auch wegen der Beschwerde des Dem Vereinsvorstand wie der Vereinsmitgliedschaft gehören Baters gezüchtigt wurde. Deſſenungeachtet wurde auf die hohe Personen aller Parteischattierungen an. Dieſe Herren sind überStrafe erkannt. In der Begründung wurde gesagt, der Wahrheitsbeweis sei nicht erbracht. Wenn der Lehrer den Knaben zeugt davon, daß eine wirklich soziale und gründliche Linderung aus der Bank geschleudert habe, so habe er ihn damit nicht mißder Arbeitslosennot sich nur durch eine systematische Arbeitsbe= handeln wollen, und die Büchtigung sei nicht erfolgt, weil sich schaffung erreichen läßt. Dazu aber find Reichsgesetze notwendig. der Bater beschwert habe, sondern weil der Knabe seinen Vater und diese will der Verein herbeiführen. Dazu dienen seine Bei belogen habe. Dem Angeklagten sei es nicht darauf angekommen, spiele." Mißstände zu rügen, sondern er habe lediglich aus Den guten Willen der im Verein für soziale innere Koloni Standalsucht gehandelt, er habe Staub auf- ſation tätigen Personen haben wir nie in Abrede gestellt. Gewirbeln wollen. * Soziales. Ein Klassenurteil des Kaufmannsgerichts. wendet haben wir uns auf Grund der Wirkungen der Vereins tätigkeit gegen eine Ueberschäzung der Vereinstätigkeit. Bei noch so wohlwollender Betrachtung kann die Wirkung des Vereins nicht als eine in Betracht kommende Linderung angesprochen werden. Die Zuschrift vermag unsere Ansicht nicht zu ändern. Diese wird übrigens, wie Zuſchriften an uns zeigen, auch von Arbeitern, die die Verhältnisse kennen, durchaus geteilt. EEEEEEE 99991 Die herzlichsten Glückwünsche unferem Genossen Heinrich Klaus nebst Frau zur Silberhochzeit. Die Genossen des Bez. 706. Kostüme, modern Ulster, äußerst schick Plüschmäntel, elegant Einer Lehrerbeleidigung sollte sich auch die„ Nordhäuser Volkszeitung" schuldig gemacht haben. Schon im Januar d. J. fanden mehrere Prozesse wegen Lehrerbeleidigung statt. In zwei Fällen erfolgte auch Berurteilung, im dritten Falle aber Freisprechung mit der Begründung, die Nordhäuser Volkszeitung" habe nur in sachlicher und auch in der Form nicht verletzender Weise den Standpunkt der sozialdemokratischen Partei vertreten, daß förperliche Büchtigungen überhaupt in der Schule nicht angebracht seien. Wegen dieser Freisprechung hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt. Das Urteil wurde aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückverwiesen. In der erneuten Verhandlung kam da 3selbe Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Artikel beleidigend für den Lehrer sei, aus der Form gehe schon die Bezirksleiter Röhr übte im Anschluß daran eine ausführliche Absicht der Beleidigung hervor. Deswegen wurde der verant Kritit an der Haltung der Delegierten in der Massenstreiffrage, wortliche Redakteur, Genosse Probst, zu 100 m. Strafe wobei er namentlich die Ausführungen der Genossin Luxemburg berurteilt. von dem bekannten Standpunkt der Gewerkschaftler aus heftig angriff. Er sprach von Literaten, die Schuld an dem Massenstreikgerede feien. Die jetzige Zeit sei die allerungeeignetste dazu. Wenn die Konjunktur so weiter sinke, wie bisher, sei es sogar zweifelhaft, ob bei einem Angriff auf das Koalitionsrecht ein Massenstreik zustande käme. Redner warf dann dem„ Volksblatt" vor, daß es mit Eine Woche Haft für jede Uebertretung einer Ron- Kinder- Paletots feinen scharfen Artikeln die Massen unnütz gegen Angestellte und kurrenzklausel hat die 5. Kammer des hiesigen Kauf- Blusen und Röcke Führer aufreize. Die Redakteure beurteilten die Situation hin- mannsgerichts unter Vorsiz des Magistratsassessors sichtlich ber Gelben und der Unorganisierten falsch und gehörten Henschel in ihrer legten Sigung gegen einen Provisionsdeshalb nicht auf ihren Plak. Er sei mit den Beschlüssen des reisenden ausgesprochen. Das Wach- und Schließinstitut Parteitages durchaus einverstanden. Reichstagsabgeordneter Genosse Albrecht meinte, daß einer Groß- Berlin" hatte durch Vertrag mit ihrem Provisionsgewissen Richtung auf dem Parteitag der Kamm geschwollen wäre. reisenden die Konkurrenzklausel vereinbart, innerhalb eines Aber die Dämpfung werde bald schärferen Stämpfen Platz machen Jahres für feine Konkurrenzfirma in Berlin tätig zu sein. müssen. Die Vorstandsresolution fonnte er nicht annehmen, weil Das Kaufmannsgericht hatte mit Recht diese Konkurrenzaus ihr der ernste Wille zur Tat nachträglich gestrichen war. klausel für ungültig erklärt, weil es gegen die guten Sitten Die Generalfommission habe gepfiffen und der Parteivorstand habe verstoße, einen auf Provision angestellten Reisenden derart getanzt. Entgegen Röhr sei er fest davon überzeugt, daß bei einem zu binden. Das Landgericht hob indessen die Entscheidung Angriff auf das Koalitionsrecht der Massenstreit kommen muß, wie er auch schon bei anderen wirtschaftlichen und politischen Kämpfen auf und sprach der Klage erhebenden Gesellschaft das Recht zu, auf Innehaltung des Konkurrenzverbotes innerhalb eines ausbrechen könnte. Redakteur Genosse Hennig stellte fest, daß die Behauptung, Jahres nach Austritt zu bestehen. Von diesem ihr durch Landder Ruf nach dem Massenstreit sei lediglich Literatengerede, genau gerichtsurteil zugesprochenen Recht macht nunmehr die Firma dieselbe Taktik wäre, als wenn die Regierung fagt, die Forderung Gebrauch, indem sie beantragte, den Beklagten durch An der Sozialdemokratie sei nur das Geschrei der Führer. Der schärfste drohung einer Haftstrafe anzuhalten, bis August Stampf ums freie Wahlrecht in Preuzen sei trob unserer Stellung- nächsten Jahres feine Verträge für andere Bewachungsnahme gegen den Barlamentarismus nötig und berechtigt, weil wir institute abzuschließen. Der Direktor der Gesellschaft, Herr ja eben einen besseren Parlamentarismus, bei dem wirklich das Bolf entscheidet, erkämpfen wollten. Zu glauben, daß der politische Schneider, erklärt, eine Haftstrafe müsse er deshalb be- Wor Tihovnu behütt Massenstreit erst kommen fönne, wenn 70 bis 80 Proz. organisiert antragen, weil der Beklagte in sehr schlechten Berfind, sei irrig. Die klassenbewußten Arbeiter würden sich ein solches mögensverhältnissen fei und eine Geld Sinauszögern nicht gefallen lassen, sondern die Führer vorwärtsstrafe doch nicht beizutreiben sei. Der Direktor = direkt aus Arbeitsstuben billigst Meyer, Blücherstr. 13, I. Etage. Sonntags geöffnet. Kein Laden. 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Km Donnerstag hatte sich die Neuköllner Stadtverordneten- Versammlung mit der in ständigem Wachstum hervortretenden Arbeitslosigkeit zu beschäftigen. Von der sozialdemokrati- schen Fraktion lag nachstehender Antrag vor: ») Die bereits beschlossenen und noch nicht zur Ausführung gelangten Arbeiten im Hoch- und. Tiefbau schleunigst in Angriff zu nehmen; d) für die Schaffung eines einheitlichen Arbeitsnachweises für das Gebiet Groß-Berlin an maßgebender Stelle ein- zutreten und c) der Einführung der Arbeitslosenversicherung jede mög- liche Unterstützung angedeihen zu lassen; cl) für eine kommunale Arbeitslosenfürsorge Mittel bereit zu stellen und der Stadtverordnetenversammlung schleunigst eine Vorlag« zu unterbreiten. Stadtv. Grog er(Soz.) führte zur Begründung auS: Ueber den hohen Grad der Arbeitslosigkeit könne es kaum eine geteilte Meinung geben. Trotzdem habe die im Berliner Rathause statt- gehabte Konferenz von Vertretern der Grotz-Berliner Gemeinden nichts Positives gebracht. Die dort beschlossene Petition an den Reichstag um Einführung einer Reichs-Arbeitslosenversicherung nütze den notleidenden Familien der Arbeitslosen jetzt gar nichts; denn darüber werden noch Jahre vergehen. Hilfe sei aber schnellstens nötig, so daß die Stadt unter allen Umständen etwas unternehmen müsse. Mit der an sich dankenswerten Denkschrift deS Magistrats, die leider keine Grotz-Berliner Gemeinde zu einer Stellungnahme veranlaßt hat, könne man sich nicht begnügen. Wer jemals den Schrecken der Arbeitslosigkeit am eigenen Leibe er- fahren hat, kennt das damit verbundene unsägliche Elend. Er müsse daher dringend ersuchen, die Vorschläge anzunehmen. Die städtischen Bauten seien nicht bloß zu beschleunigen, sondern mehr als zur Zeit der Hochkonjunktur müsse jetzt auf Durchführung der tarifmäßigen Löhne bei den ausführenden Unternehmern gesehen werden. Es seien kürzlich von einem derselben Steinmetzarbeiten an einen Zwischenunternehmer.weitergegeben worden mit dem Effekt, daß für das Quadratmeter einer bestimmten Arbeit statt 2,3» Mk. nur 1,3» Mk. gezahlt wurden. Solcher Lohndrückerei sei energisch entgegenzutreten. Für die Beseitigung der unHalt- baren Zerrissenheit im Arbeitsnachweiswesen Groß-BerlinS werde die Versammlung hoffentlich einmütig votieren. Der Kern des sozialdemokratischen Antrages liege aber in den Punkten c und d. Vor allem müsse man der Denkschrift des Magistrats, welche die Arbeitslosenversicherung für Groß-Berlin befürwortet, grundsätz- lich und geschlossen zustimmen. Da aber der Zweckverband wieder einmal versagt habe, so wäre es hohe Zeit, dem Beispiel Schöne- bergS zu folgen und selbständig die Arbeitslosenversicherung ein- zuführen. Um so eher würde diese in anderen Gemeinden voran- kommen. Eine Arbeitslosenfürsorge nach der Art, wie sie die Fischhändler in ihrer Petition vorschlagen, d. h. auf dem Wege siber die Armenunterstützung, lehne die sozialdemokratische Fraktion ab. Der Arbeitslose sei gestraft genug, als daß er noch um seine Bürgerrechte dadurch gebracht werden müsse. In Erwägung zu ziehen sei die Gewährung von Barzuwendungen, wie schon vor drei Jahren geschehen, und eventuell Verteilung von Naturalien. Möglichst umfangreich müsse die Schulspeisung durchgeführt werden, um vor allem den Kindern der Arbeitslosen, die schon so häufig eine freudlose Jugend durchleben, zu helfen. Der Magistrat werde hoffentlich schnellstens mit entsprechenden Vorlagen kommen, damit die Stadtverwaltung der komnienden Not des Winters gegenüber gewappnet sei.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.)— Stadtv. Abraham bezeichnete die Vorschläge e, d und c als eigentlich überflüssig. Der Magistrat arbeite doch sehr flott bei den Bauten (Zuruf: Siehe Badeanstalt!!), für die Arbeitsnachweisfrage habe der Berliner Oberbürgermeister schon die Einsetzung einer Kom- Mission von Grotz-Berliner Kommunalvertretern veranlaßt, und die Erinnerung unter c sei beim Neuköllner Magistrat doch erst recht unnötig; denn ihm falle doch das Verdienst zu, die Sache in Fluß gebracht zu haben. Eine Einführung der Arbeitslosen- Versicherung von Stadt wegen lehne die altbürgerliche Fraktion ab, da das Reich dann sagen könne, das klappt ja ganz gut, und seine Pflicht so erst recht nicht erfüllen dürfte. Einer vorübergehenden Fürsorge stehe man wohlwollend gegenüber und werde daher für Ueberweisung des Antrages an eine Kommission stimmen.— Stadw. Rosenow gab der Meinung Ausdruck, daß eine Ver- sicherung gegen Arbeitslosigkeit kommen nnisse und deren Fehlen als eine Lücke in der Gesetzgebung anzusprechen sei. Es gebe nichts Schlimmeres für einen schaffensfähigen Menschen, als arbeitslos zu sein und wohl gar noch anderen zur Last fallen zu müssen. Eine Arbeitslosenversicherung auf Grund von Spar» büchern— wie sie in einer Nachbarstadt bestehe—, sei aber nur Schein, wie überhaupt eine einzelne Gemeinde nicht vorgehen könne. Bei einer kommunalen Arbeitslosenkasse für Groß-Berlin müsse selbst die Frage aufgeworfen werden, ob sie nicht zu einem Honig- topf für da? ganze Reich würde. Mit der Kommissionsberatung erklärte sich Redner einverstanden.— Einen Eiertanz zwischen Einerseits und Andererseits führte Stadtrat Dr. Mann auf, der Zweifel über das Wachsen der Arbeitslosigkeit äußerte, diese Tat- fache an der Hand von Ziffern über Angebot und Nachfrage im städtischen Arbeitsnachweis Neuköllns schließlich aber selbst nach- wies. Dann behauptete er wieder, die Arbeitslosigkeit sei nur eine partielle; einige Berufe hätten sogar eine Steigerung der Arbeits- gelegenheit zu verzeichnen, welche, wurde aber nicht gesagt. Der Magistrat tue im übrigen alles mögliche; die 1812/13 ausgeführten Bauten hätten über 13 Millionen Mark verschlungen. Ein großes Bauprogramm liege außerdem noch vor. Eine andere Organisation für die Arbeitsnachweise, deren es etwa 3»» in Groß-Berlin gebe, halte auch er für dringend nötig. Ob angesichts der Tatsache, daß 47 Proz. der arbeitenden Bevölkerung Neuköllns in anderen Ge- meinden Groß-BerlinS ihrer Tätigkeit nachgehen, eine örtliche Arbeitslosenversicherung durchführbar ist, müsse wohl erwogen werden. Für Groß-Berlin wäre dies am zweckmäßigsten und der Zweckverband könnte wohl einen Weg dafür finden; allerdings hätten Verbandsdirektor und Mehrheit des Verbandsausschusscs bereits gegen den Antrag auf Absendung einer entsprechenden Petition an den Landtag den Einwand der Ilnzuständigkeit er- hoben.— Die Wenn und Aber gegen die selbständige Einführung der Arbeitslosenunterstützung in Neukölln zerpflückte darauf Stadtv. Wutzky(Soz.). Der Hymnus des Stadtv. Abraham auf die Verdienste des Neuköllner Magistrats um das Zustandekommen der Denkschrift sei ganz deplaciert, denn die müsse in der Hauptsache auf die seit Jahren wiederkehrenden sozialdemokratischen Anträge zurückgeführt werden. Das Versteckspiel mit dem Reich könne an- gefichtS der jetzt für jedermann klar in die Erscheinung tretenden Notlage nicht mehr fortgeführt werden. Ebensowenig sei vom Zweckverband zu erwarten, der. wenn der feste Wille zur Zu- sammeuarbeit in den Grotz-Berliner Gemeindeverwaltungen vor- handen wäre, zwar das Problem lösen könnte, aber leider ja in jeder Beziehung stagniere. Von der Seite könne nichts erwartet werden, so daß die Gemeinden selbst unter allen Umständen an die Schaffung der Arbeitslosenversicherung herangehen müssen, um wenigstens in etwa? die furchtbaren Begleiterscheinungen zu lindern. Worte sind genug gewechselt, nun muß endlich gehandelt werden.— Der sozialdemokratische Antrag wurde darauf der seit langem bestehenden gemischten Deputation- zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zur Vorbcratung überwiesen. Partei-?Zngelegenkeiten. 2. Kreis. Die neue Adresse des Vorsitzenden ist: H. Schröder, SW 47, Hagelbergerstr. 53/54. Amt Lützow 9709. Vierter Wahlkreis. An, Dienstag, den 14. Oktober, abends S'/a Uhr, findet bei Boeker, Webcrstr. 17, eine Versammlung statt, in der Schriftsteller Genosse M. H. Baege einen Vortrag mit Licht- bildern halten wird über:„Die Alistamniiingslehre und ihre Beweise". An der Hand reichhaltiger Lichtbilder wird Genosse Baege in leichtverständlicher Weise den Hörern die wissenschaftlichen Grund- lagen der Abstammungslehre vor Augen führen. Zum weiteren Verständnis finden dann am 19. und 20. Okiober je eine Führung durch das Naturwissenschaftliche Museum statt. Da dieser Vortrag sowie die Führungen auch für die Arbeiterschaft von großem Nutzen sind, empfehlen wir den Genossen und Genossinnen, sich rechl zahl- reich daran beteiligen zu wollen. Die Teilnehmerkarte für Vortrag und Führungen kostet 30 Pf. Der Bilduugsausschutz. Charlottcnburg. Der letzte Vortrag unseres Zyklus, Einführung in die Grundlagen der modernen Arbeiterbewegung findet morgen, Montag, den 13. Oktober, abends Uhr, im Volksbause, Rosinen- straße 3, statt. Der Vortrag wird'u. a. eine Zusammenfassung bringen und auch diejenigen interessieren, die verhindert waren, den ersten Vorträgen beizuwohnen. Wilmersdorf. Am Montag, den 13. Oktober, abends»'/z Uhr, findet der zweite Vortrag des Kursus über„Geschichte und Programm der politischen Parteien' statt. Genosse Dr. Rud. Breitscheid spricht über„Die Zentrumspartei'. Da der Saal am ersten Abend überfüllt war, wird der Vortrag in einem größeren Saale des„Viktoria-Gartens', Wilhelmsaue 114, abgehalten. Gäste — Männer und Frauen— sind willkommen. Eintrittspreis 1» Pf � Steglitz-Friedenau. Heute findet um 11 Uhr vormittags im Albrechtshof, Steglitz. Albrechtstraße 1s. der vierte Vortrag deS Kurses des Genossen Hermann Duncker statt. Friedenau. Am Mittwoch, den 15. Oktober, abends S1/» Uhr, im großen Saale des Kaiser-Wilhelm-Gartens: Generalveriamm- lung des Wahlvereins. Genosse Thielicke referiert über den Verlauf des Jenaer Parteitages. Das Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Treptow-Baiimschulenweg. Dienstag, den 14. Oktober, abends 8'/� Uhr: Oeffentliche Versammlung im Lokal von Pcrchner, Neues Geicllschaftshaus am Bahnhof Treptow. Tagesordnung:„Die Zustände in Preußen,' Referent: Landtagsabgeordneter Konrad Harnisch. Heute Sonntag, den 12. Oktober, vormittags 8 Uhr: Wichtige Flugblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus. Britz-Buckow. Dienstag, den 14. Oktober, abends S'/s Uhr: Generalversammlung im Lindenpark, Chausseestraße 18. Tagesordnung: Bericht des GesämtvorstandeS und der Funktionäre. Vortrag des Genossen Farwig. Mitgliedsbuch legitimiert. Pankow. Der BildungSauSschuß veranstaltet am 2». und 27. Oktober sowie am 3. November d. I. einen Vortragszyklus: „Einführung in die wissenschaftlichen Grundlagen der modernen Arbeiterbewegung'. Die Vorlräge finden abends 8'/.z Uhr im Türkischen Zelt. Breitestr. 14, statt. Referent ist der Genosse Kubig. Das Eintrittsgeld für die drei Abende beträgt 0» Pf. Karten sind bei Larsen, Brehmestr. 47 und Rißmann, Mühlenstr. 3», zu haben. Arbeitslose, die'/s Jahr der Partei angehören, haben freien Eintritt gegen Vorzeigung der Legitimation. Reinickcndorf-Wcst. Mittwoch, den 15. Oktober, abends S'/s Uhr, im Lokal von Wohlfart, Eichbornstr. 18: Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag in Jena. 2. Bericht deS Vorstandes. 3. Anträge. 4. Vcreinsangelegenheiten und Verschiedenes. Tegel. Die Generalversammlung findet am Dienstag, den 14. Oktober, abends 3>/, Uhr, im Gesellschaftshause, Schloßstr. 0, statt. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht vom Parteitage. 3. Vereinsangelegenheiten. Borsigwaldc-Wittena». Dienstag, 14. Oktober, abends 8� Uhr, in den Borstgwalder Festsälcn: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag. 2. Bericht deS Kassierers. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Bezirksleitung. Spandau. Dienstag, den 14. Oktober, abends 8% Uhr, bei Koepnick, Pichelsdorfer Straße 39: ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Bericht vom Parteitag in Jena, Referent Genosse Dr. Karl Liebknecht. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Stadlverordnetenwahl. öerUner I�aedriebten. Zur russischen Fleischeinfuhr. Der Landwirtschaftsminister hat die Einfuhr von frischem russischem Fleisch gestattet. Außer Berlin, Danzjg und Kattowitz haben die Genehmigung noch andere Städte nach- gesucht und werden sie auch wohl erhalten. Mit der Einfuhr und dem Verkauf soll nun schnell begonnen werden. Die Ver- träge sind bereits abgeschlossen, und in Praga, der Vorstadt von Warschau, ist man mit den Vorbereitungen schon be- schäftigt, Warschau ist der einzige Ort, der eine direkte Eisen- Hahnverbindung mit Berlin bczw. dem Auslande zuläßt. Nach Warschau können nämlich direkte Wagen expediert werden, weil die Eisenbahn dieselbe Spurweite besitzt wie die deutschen Bahnen, so daß die Wagen nicht ausgewechselt und umgeladen werden müssen, wie dies in Eydtkuhnen und anderen Grenzstationen der Fall ist, wegen der breiteren Spurweite der russischen Eisenbahnen, von denen bekanntlich die Warschauer Eisenbahn eine Ausnahme macht. Voraus- sichtlich wird das erste russische Fleisch in acht Tagen hier ein- treffen.__ Die Zukunft der Urania. Die Urania wird in einiger Zeit ihr jetziges Heim in der Taubenstraße verlassen, um in neue, erweiterte Räume überzusiedeln. Es wird jedoch an- gestrebt, schon im alten Haus das Programm des Instituts weiter auszubauen. Die Sammlungen der Naturwissenschaft- lichen und technischen Apparate, die in fünf Sälen unter- gebracht sind, sollen vervollständigt und in moderner Weise ergänzt werden. Es wird so allmählich an dieser Stelle ein iiaturwissenfchafllich-technisches Museum entstehen, in dem jedoch das bewährte Urcmia-Prinzip der Betätigung der auf-, gestellten Apparate durch das Publikum selbst gewahrt bleibt- Im Wissenschaftlichen Theater sollen in diesem Winter neben den geographischen Darbietungen mehr noch als bisher Experimentalvorträge größten Stils über Themen auS der angewandten Physik und der Technik stattfinden. Zu diesem Zweck wird die bisherige Bühne vollkommen umgebaut, mit einer neuen Schaltanlage versehen und in ein weiträumiges Vortragspodium verwandelt. Das kleinere Auditorium, in dem vorzugsweise die systematischen Kursus- Vorträge stattfinden, ist bereits durch den Einbau ansteigender Sitzreihen ausgestaltet worden. In das Direktorium der Urania, das bisher aus den Herren Professor Dr. Schwahn und Franz Goerke bestand, sind die Herren Prof. Dr. Donath und Artur Fürst neu eingetreten. Wo die Urania ihr neues Heim errichten wirb, ist noch nicht bestimmt. Es besteht ein Plan, die Urania mit dem von der Stadt und vom Staat beabsichtigten Reichsschulmufeum in Verbindung zu bringen. Wenn dieser Plan zur AuS- sührung gelangt, dann käme die Urania nach dem Hegelplatz. Sein Stadtverordnetenmandat niedergelegt hat Genosse Max G r u n w a l d. Grünwald vertrat den"34. Kommunalwahlbezirk._ Vereinheitlichung der Fortbildnngsschnlen i« Grosi-Berlin. Eine Groß-Berliner Konferenz im Handell» m i n i st e r i u m. Auf dem Gebiete des gewerblichen FortbildungsschulwesenS der Gemeinden Groß-BerlinS hat es sich in letzter Zeit immer mehr alS ein Mißstand herausgestellt, daß den kleineren Vorortgemeinden oft die Einschulung von Lehrlingen nicht möglich ist, weil in ihren Fortbildungsschulen mangels genügender Vertretung des betreffenden Berufes überhaupt keine Sonderklassen vorhanden sind oder weil keine aufsteigenden Kurse eingerichtet werden können. Infolgedessen sind schon mehrfach diese kleineren Gemeinden an Berlin und die größeren Städte Groß-Berkins mit dem Ersuchen herangetreten, diese Lehrlinge gegen Erstattung der Kosten im Rahmen des dortigen FortbildungsschulwesenS einzuschulen. Infolge der zunehmenden Schwierigkeiten hat, wie erinnerlich, der Schöneberger Oberbürgermeister Dominicus zu Beginn dieses Jahees die Anregung gegeben, die Organisation des FortbildungsschulwesenS der Groß- Berliner Ge« meinden zu vereinheitlichen. Der Schöneberger Magistrat wandte sich an den Handelsminister und dieser erklärte sich bereit, die Vor- bereitungen für eine gewisse Einheitlichkeit in der berufsmäßigen Gliederung der gewerbliche» Fortbildungsschulen in die Hand zu nehmen. Inzwischen hat sich die Durchführung diese? Plane» als ein wünschenswertes, aber auch recht schwierige? Unternehmen herausgestellt. Es sind, wie wir hören, vom Handelsminister bei allen Groß-Berliner Gemeinden statistische Erhebungen vor» genomnien worden, deren Ergebnisse zurzeit im Handel?- Ministerium verarbeitet werden. Der Abschluß dieser Vor» bereitungsarbeit steht nahe bevor. Sobald auf Grund des vorliegenden umfangreichen Materials bestimmte Schlüsse und Vorschläge formuliert werden können, wird HandelSminister D r. S y d o w an die Vertreter der beteiligten Schulverwaltungen Groß- Berlins Einladungen zu einer Fortbildungsschulkonferenz im Handelsministerium ergehen lassen. Auch der Berliner Magistrat drängt auf eine gemeinsame Regelung der Einschulung in die Fort- bildungsschulen. In den städtischen Pflichtfortbildungsschulen, die gegenwärtig von etwa 36»»» Schülern besucht werden, ist die beruf- liche Gliederung soweit fortgeschritten, daß bereit« für 4» verschiedene Gruppen besondere Berufsklassen mit aussteigenden Kursen einge- richtet sind. Bisher hat Berlin auf den Wunsch von Vorortgemeinden und Innungen den Lehrlingen einzelner Berufe, für die in den Vororten keine besonderen Klassen eingerichtet sind, den Besuch der städtischen Fortbildungsschulen gestattet, soweit dadurch keine Mehr» kosten erwuchsen._ Berlin-Buchholz und Berlin-Johannisthal. Das nominelle Groß- Berlin macht weitere Fortschritte. Nach einer gestern veröffentlichte» Bekaiiistmachung deS Regierungspräsidenten zu Potsdam hat der Kaiser durch Erlaß vom 24. September d. I. genehmigt, daß die Namen der Landgemeinden Französisch Buchholz im Kreise Nieder- barnim in„Berlin-Buchholz" und Johannisthal im Kreis« Teltow in „Berlin-Johannisthar umgeändert werden. Diese Namensänderungen treten sofort in Kraft.___ Ei»« tragisches Ende. Vom Krankenhaus ins Wasser gegangen ist der 41 Jahre alte Invalide Robert Krumme, der seit langer Zeit schwer nervenkrank war. Der Unglückliche lag zuletzt im Rudolf Birchow-KrankenhauS. Er fand aber auch dort keine Besserung, vielmehr verschlimmerte sich sein Zustand noch weiter, so daß er jetzt nach einem anderen Pavillon verlegt werden sollte. In seinem schwerkrankhaftcn Zustande sträubte er sich hiergegen. Vorgestern fand er Gelegenheit zu entweichen und kam nicht wieder. Gestern landete man den Vermißten am Nordnfer aus dem Spandmier Schiffahrtskanal. Ein entlarvtes Schtvindelunternehmen. Einem Riesen-Adressenschwindel ist man auf die Spur gekommen. Schon seit einiger Zeit liefen bei der Schöneberger Kriminalpolizei Anzeigen ans allen Teilen Deutschlands ein, in denen sich die Ab« sender beklagen, durch den Adressenverlag und Auskunftei.Ger- m a n i a' in Schöneberg geschädigt worden zu sein. Auf Grund dieser Anzeigen und der angestellten Ermittelunge» hat nun gestern die Kriminalpolizei in den im Friedenauer Ortsteil gelegenen Geschäftsräumen der erwähnten Firma eine Haus- suchnng abgehalten, die fo viel Belastungs- und Beweis- Material zutage gefördert hat. daß die Sichtung und Prüfung der Schriftstücke mehrere Tage dauern dürfte. Der Inhaber de? Adressenverlages„Gennania", Schmedes, be» treibt seit dem Jahre 1907 den Adrejsenverlag in Groß-Berlin und hat in dieser Zeit sehr häufig das Geschäftslolal verlegt. Er in- seriert in auswärtigen Zeitungen und stellt in seinen Anzeigen „schriftlichen Nebenerwerb und bei 100» Adressen einen Verdienst von 8 M. in Aussicht'. Den zahllosen sich ans dieses Inserat Meldenden, die natürlich in dem Glauben sind, daß sie für 100» von ihnen geschriebene Adressen 8 M. erhalten, geht dann ein Schreiben zu, in dem sie»m Einsendung von 1,75 M. ersucht werden, wofür ihnen das erforderliche Material(Adressentafel) zugehen soll. Den Einsendern des Geldes geht aber statt der er- warteten Adrcssentafel ein Schreiben zu. in dem die Empfänger aufgefordert werden, täglich die größeren Zeitungen einzusehen und die Adressen derjenigen zu notieren, die Leute zu schriftlichen Arbeiten oder Hausarbeiten usw. suchen. Diesen Firmen soll dann der beigefügte Prospelt übersandt werden. Es wird dann eine recht eigenartige Gewinnberechnung aufgemacht, nach der der Verlag zum Beispiel 100» Adressen für 6 M. liefert, die der Be- Schöneberg. 08 treffende für 18 M. weiter verkaufen soll. Durch die zweideutige erstatter des Wahlausschusses, Stadtv. Kohe, ist zwar ebenfalls| Betriebsstörung tritt bei der Firma nicht ein. Der Brandschaden iff Fassung der Anzeige sollen die Leser in den Glauben versetzt von der späten Anregung der Wahl wenig erbaut, empfiehlt aber durch Versicherung gedeckt. werden, daß sie nach Einsendung der 1,75 M. sofort das Material trotzdem die Erledigung derselben, worauf die Versammlung unerhalten, um dann in ihrer Wahnung unverzüglich mit dem Adressenschreiben beginnen zu können. Die Einnahmen, den der Adressen verlag auf diese Weise erzielt hat, werden von Sachverständigen auf wöchentlich zirka 700 m. geschätzt. Wegen Wechselschwindeleien ist gestern der am Dlivaer Blak wohnende Ingenieur Baron Anton v. Boehm verhaftet und dem Amtsgerichtsgefängnis Charlottenburg zugeführt worden. v. B. hat dem Bankier Neuendorf, einem früheren Pferdehändler, der gleichzeitig in Süddeutschland verhaftet worden ist, hundert Akzepte zu je 3000 M. übergeben, die N. zu Gelde gemacht hat. v. B. bes hauptet, von diesem Gelde aber nichts erhalten zu haben. Der Verhaftete hat als Anton Böhm Deutschland verlassen, hat sich in den verschiedensten Ländern aufgehalten und dort an der Spize großer Unternehmungen gestanden. Aus dem Auslande kehrte er dann als Baron v. Boehm zurück und wurde unter diesem Namen auch Mitglied des Bundes der Landwirte. -OG Ein Sechszigjähriger. Auf 60 Jahre kann heute der Genosse Paul Schneider zurückblicken. Unser Freund gehört zu jenen Genossen, die ihr Leben lang der Partei gedient haben. Still und bescheiden wirkte Schneider von Beruf Buchbinder zu jeder Zeit für unsere Sache. Und türmten sich die Schwierigkeiten noch so hoch, waren die Verfolgungen der Partei noch so groß, Schneider wich und wankte nicht. Das Sozialistengesez fand Schneider als Sturmerprobten Mann im 4. Streise. Deffentlich wenig hervortretend, wirkte unser Freund unverdrossen im Stillen, auf seine Art seine Schuldigkeit tuend. Die Genossen vertrauten ihm ein Stadtverordnetenmandat an, das er gewissenhaft erfüllt. Wenn heute viele Freunde und Kampfesgenossen dem Jubilar Glück wünschen, so wollen auch wir nicht verfehlen, dem sturmerprobten Genossen unsere Gratulation darzubringen, mit dem Wunsche, daß es ihm vergönnt sein möge, noch recht lange unserer und seiner Sache zu dienen. besehen die vorgeschlagenen Kandidaten wählte. Es kam darauf eine größere Vorlage des Magistrats zur Verhandlung, die die Einführung von Schulärzten vorEine gut besuchte Versammlung der städtischen Arbeiter int schlug. Es wird darin beantragt, dem beigefügten Entwurf einer" Lindenpark" beschäftigte sich wieder einmal mit der VerschleppungsDienstordnung für Schulärzte zuzustimmen und im übrigen nach- politik städtischer Körperschaften in Arbeiterfragen. Am 19. September v. J. wurde dem Arbeiterausschuß ein Entwurf für die Neustehende Grundsäße aufzustellen: 1. Vom 1. Oktober dieses Jahres ab wird die Stadt in regelung der Ruhegeld- und Reliktenversorgung zur Verhandlung 14 Schularztbezirke für die Gemeindeschulen nach dem beige- überwiesen. Trok wiederholter Mahnung durch eine Interpellafügten Entwurf eingeteilt. Für jeden Schularztbezirk wird ein tion der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion und den nebenamtlich tätiger Schularzt bestellt, wobei die bisher mit der Arbeiterausschuß war eine Erledigung der Materie nicht zu erUntersuchung der Lernanfänger betrauten Aerzte vorweg berüc reichen. In einer am 2. Oktober stattgefundenen Sigung des Arsichtigt werden. beiterausschusses wurde jetzt auf erneute Anfrage der Bescheid er= 2. Der schulärztliche Dienst wird nach Maßgabe der beige- teilt, daß die Vorlage von der Deputation für Arbeiterfragen noch fügten, von der eingesezten Kommission vorberatenen und von nicht an den Magistrat weitergegeben sei. Noch unbegreiflicher ist die uns beschlossenen Schularztordnung geregelt. Erledigung der Nenordnung des Arbeiterausschuß- Reglements. Schon 1911 wurde dem Betriebspersonal des Krankenhauses zugesichert, daß es bei Neubearbeitung des Reglements eine Vertretung im Arbeiterausschuß erhalten solle. Auf eine unter dem 23. März vorigen Jahres durch die Ortsverwaltung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter ergangene Mahnung erfolgte nachstehender Bescheid: Schöneberg, den 2. April 1912. 3. Die Entschädigung der Schulärzte für das erste Halbjahr ihrer Tätigkeit( W. S. 1913/14) wird auf 400 M. festgefeßt. Die endgültige Normierung der schulärztlichen Bezüge wird der Festsetzung durch den Haushaltsvoranschlag für 1914 vorbehalten. 4. Die zur Durchführung der vorgenannten Organisation erforderlichen Mittel werden aus Position 18, Titel 1 der Schulverwaltung entnommen. Stadtv. Dr. Für st( Soz.) bezeichnete die Dienstordnung als Wir haben den Arbeitern des Krankenhauses seinerzeit mitäußerst mager, so daß durch entsprechende Abänderung die Ver- geteilt, daß auf die Ausdehnung der Bestimmungen betreffend sammlung erst für etwas Fettansah sorgen müsse. Die Pflichten, Arbeiterausschußwahl auf das nicht unter die Gesindeordnung welche darin den Schulärzten auferlegt werden, seien vollkommen fallende Personal bei einer Neubearbeitung dieser Vorschriften ungenügend und entsprächen dem schlechtesten Muster in dieser Bedacht genommen wird. In die Neubearbeitung der Bestim Beziehung, nämlich der Berliner Dienstordnung aus dem Jahre mungen sind wir, jezt eingetreten. Deputation zur Regelung der Arbeiterfragen. 1903. Heute müsse man aber mehr von der Tätigkeit eines Schularates berlangen. Deshalb hätten auch die sozialdemokratischen ( Unterschrift.)" Vertreter in der vorberatenden Kommission verlangt, daß nicht erst mit dem nebenamtlichen System der Schulärzte angefangen der Bescheid, daß der Entwurf beim Magistrat ruhe. Die Herren, Nach 1½ Jahren erfolgte auf Anfrage im Arbeiterausschuß werde, sondern unter allen Umständen gleich ein Schularzt haupt- die selbst Jahre zur Erledigung von Arbeiterangelegenheiten geamtlich angestellt werden müsse, dem, um zunächst die Kosten nicht brauchen, sind es, die vor nicht allzulanger Zeit in moralischer Entzu hoch werden zu lassen, 12 im Nebenamt tätige Aerzte ange- rüstung machten, weil die Arbeiter sich weigerten, den Entwurf gliedert werden sollten. Daß das hauptamtliche System das einzig einer Arbeitsordnung in fünf Tagen zur Erledigung zu bringen. richtige ist, bewiesen die Aeußerungen von Autoritäten wie Dr. Mit derselben Gleichgültigkeit und Nichtachtung, die die be An die Adresse der Omnibusgesellschaft richtet sich folgende Bu- Gottstein- Charlottenburg und Dr. Casper- Stuttgart. Wenn es nicht rufenen freisinnigen Stadtväter in den vorstehenden Fragen an den schrift von Lesern unseres Blattes: gelungen sei, bereits in der Kommission das durchzusehen, so sei Tag legten, werden auch alle anderen Anträge und Wünsche der Die Autoomnibuslinie 4, die bisher an der Liesenstraße ihre dies ausschließlich darauf zurückzuführen, daß ein Mitglied der- städtischen Arbeiter behandelt. Die Arbeiter können wohl Anträge Endstation hatte, ist seit dem 1. September d. J. von dort nach ſelben aus der kommunalfortschrittlichen Fraktion selbst sich um im Arbeiterausschuß verhandeln, einer Antwort aber werden ſie Pankow verlegt, zum Nachteil des stark bewohnten Wedding- eine der neueinzurichtenden nebenamtlichen Schularztstellen be- nicht gewürdigt. Die früher geübte anständige Gepflogenheit, auf stadtteils. Es ist dem hier zusammenlaufenden Publikum des worben hatte. Stadtv. Dr. Borchardt er war dieses Mit- alle Anträge einen schriftlichen Bescheid zu erteilen, ist unter dem Morgens bon 6-8 1hr einfach nicht möglich, noch einen Wagen glied soll sogar mit dem gebundenen Mandat in die Kommis neuen Regime abgekommen. Die Versammelten beschloffen, die zu benußen, da sämtliche Wagen voll besetzt teils von Pankow oder fion gegangen sein, nur für die nebenamtliche Tätigkeit der Schul- Ortsverwaltung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter Gesundbrunen den Wedding passieren. Auch die Wagen von der ärzte einzutreten. Eine derartige Haltung müsse aufs schärfste Seestraße sowohl wie von der Schulstraße sind vollbesetzt. Man verurteilt und könne mit den Pflichten eines Stadtverordneten dem Ersuchen zu übermitteln, Remedur zu schaffen. zu beauftragen, die vorgebrachten Uebelstände dem Magistrat mit muß oft die gefährlichsten Szenen mit ansehen, die sich des nicht als im Einklang stehend angesehen werden.( Stürmische Ganz besondere Empörung machte sich in der Versammlung Morgens abspielen von Leuten, die sich bemühen, einen Wagenplag Unterbrechungen und Tumult bei den bürgerlichen Fraktionen. bemerkbar, als die Arbeiterentlassungen in den städtischen Betrieben zu erhaschen. Stadtv. Abraham ruft: Das ist ja nichts als Gift gegen die Slann denn hier nicht Abhilfe geschaffen werden, indem des Konkurrenz!) Redner verwahrte sich demgegenüber, immer erneut zur Sprache tamen. Während beispielsweise in der Kanalisationsverwaltung bis zu 7 Jahre lang beschäftigte Arbeiter entlassen Morgens einige Einsetzwagen vom Wedding oder Lenzener Platz ein- unterbrochen von Zurufen auf der anderen Seite, gegen die ihm wurden, sind in der Straßenreinigung eine Reihe von Leuten neueingelegt werden?" zugefügten Anwürfe und Invektiven und stellte fest, daß ihn diese Für Gewerbetreibende gibt der Polizeipräsident bekannt: Die gar nicht treffen können, da er gar keine ärztliche Praxis ausübe eingestellt worden. Man glaubte sich nachher damit entschuldigen jenigen Gewerbetreibenden, welche in Berlin eine gewerbliche müsse er aber auch um deswillen schon sich verbitten, da die sozial- indessen nur darum, an Stelle der jahrelang beschäftigten, im und als Konkurrent gar nicht in Frage kommen könne. Letzteres zu können, daß angeblich die Kanalarbeiter für die Arbeit im Straßenreinigungsbetriebe nicht geeignet seien. Es handelte sich Niederlassung besitzen und im Jahre 1914 persönlich oder durch demokratischen Vertreter ausschließlich rein objektiv zu urteilen in ihren Diensten stehende Reisende für die Zwecke ihres Gewerbe- pflegen und gegenteilige Gewohnheiten anderen überlassen. Nur höheren Lohn stehenden Arbeiter junge und billigere Kräfte einzubetriebes Waren auffkaufen oder Bestellungen auf Waren suchen mit großer Mühe konnte der Redner infolge der allgemeinen Un- ſtellen. Das beweist auch der Fall des Arbeiters F. Derselbe mar wollen, werden in ihrem eigenen Interesse aufgefordert, die hierzu ruhe seine Ausführungen beenden.- Darauf erhob sich Stadtv. fieben Jahre lang bei der Kanalisationsverwaltung tätig. Nach gemäß§§ 44, 44a der Reichsgewerbeordnung erforderlichen Legiti- Dr. Borchardt und versuchte, die gegen ihn erhobenen Bor- feiner Entlassung wurde derselbe bei der Barkverwaltung beschäfmationsfarten für das Jahr 1914 baldigst zu beantragen. Der würfe zu entkräften. Die Tatsachen vermochte er allerdings nicht tigt. Hier wurde er als" Anfänger" mit 25 M. entlohnt, um Antrag ist, wenn die gewerbliche Niederlassung im Bezirk der zu widerlegen. Als er es aber schließlich noch fertig brachte, zu 4,50 M. pro Woche weniger, als er bis dahin bezogen. Auch der Polizeireviere 1, 2, 3, 5, 6, 12, 13, 14, 15, 16, 19, 20, 21, 22, 26, erklären, daß er es unter seiner Würde halte, sich mit dem Stadtv. ihm zustehende Sommerurlaub wurde ihm unrechtmäßigerweiſe 27, 29, 37, 38, 40, 55 und 93 liegt, bei dem Polizeibezirksamt Berlin- Fürst auseinanderzusetzen, da schlug ihm die Empörung der so- entzogen. Diese Handlungsweise steht im trassen Widerspruch zu Mitte am Moltenmarkt 1, sonst bei dem für die gewerbliche Nieder: zialdemokratischen Fraktion entgegen und der stürmische Rat, doch den Bestimmungen der Arbeitsordnung. Das darin dem Arbeiter lassung zuständigen Revier zu stellen. Anderenfalls würde bei gefälligst zu schweigen, da er als Beteiligter überhaupt nicht mit gegebene Recht ist willkürlich gebrochen worden. der großen Anzahl der eingehenden Anträge die rechtzeitige Aus- zureden habe. Stadtv. Dr. Müller bestritt die von dem so- Die Erledigung von Arbeiterfragen auf die lange Bant stellung nicht gesichert sein. Die für die Anträge zu benußenden zialdemokratischen Redner behauptete Magerteit der Dienstordnung, schieben; Nichteinlösung gegebener Zusicherungen und obendrein Formulare, welche die zur Information der Gewerbetreibenden habe eine gewissenhafte Auszählung doch ergeben, daß den Schul- willkürliches Außerkraftſeßen der Arbeitsordnung, das sind die erforderlichen Bemerkungen enthalten, sind von den Gewerbetreiben- ärzten in derselben( man denke!) 16 Pflichten auferlege.( Buruf: Wege, die heute die selbst so viel gerühmte Sozialpolitik der Stadt den selbst zu beschaffen; sie fönnen u. a. vom Formularverlag Oh! und was für welche!) Bürgermeister Dr. Weinreich Schöneberg wandelt. Es wird an den städtischen Arbeitern liegen, von Karl Kühn u. Söhne, Berlin E., Breitestr. 25, bezogen werden. bekannte sich als Anhänger des hauptamtlichen Systems, spielte sich durch energischen Ausbau ihrer wirtschaftlichen Organisation Der Zoologische Garten hat jetzt zum erstenmal einige Wald- dann aber auf den Realpolitiker hinaus, der nur das erstreben Wandel zu schaffen. Seguelle Aufklärung für unsere Jugendlichen soll durch einen ratten aus Florida erhalten, die im wissenschaftlichen System einer fönne, was erreichbar sei. Magistrat und Kommission seien eben Die sehr erregte Debatte schloß dann Vortrag der Genoffin Bohm- Schuch heute abend 6 Uhr in den ganz anderen Gattung angehören, als unsere wenig be- anderer Meinung gewesen. liebten Hausratten. Sie sind nicht so groß, als diese, und haben mit der Annahme der Dienstordnung und der Grundsäße, nur daß" Neuen Rathaussälen", Meininger Straße 8, geboten werden. Wie durch ihr weiches, blaugrau gefärbtes Haar und den nicht so wider die Entschädigung der nebenamtlichen Schulärzte von 400 auf 500 nachteilig gerade auf dem Gebiete alle Heimlichtuerei ist, lehrt uns täglich das praktische Leben, lehrt uns das Heer der Kranken und lich nackten, sondern ebenfalls bebaarten Schwanz ein viel freund- Mark erhöht wurde. licheres Aussehen. Die amerikanischen Naturkundigen, so der Ginen heftigen Busammenstoß der fozial- frühzeitig Siechen. Rege Anteilnahme unserer Genossen und GeDirektor des New Yorker Zoologischen Gartens, Hornaday, wissen demokratischen Fraktion mit dem stellvertretenden Stadt- nofsinnen an der Jugendbildung und Jugenderziehung kann da drollige Geschichten zu erzählen von ihrer eigentümlichen Sucht, den berordnetenvorsteher rief aber zuvor noch die von lekterem beab- viel ändern und bessern. Es gilt nachzuholen, was die bürgerliche Gesellschaft versäumt hat. Mögen deshalb in der Versammlung Menschen, in deren Häufern sie sich einnisten, alle möglichen Dinge fichtigte geschäftliche Behandlung der Abstimmung hervor. zu verschleppen. Die hübschen Tierchen sind im Ragetierhause unterDie sozialdemokratische Fraktion hatte folgende Interpellation Jugendliche sowohl wie Erwachsene erscheinen, damit wir der uns eingebracht: gebracht. gestellten Aufgabe mehr gerecht werden können. Die Unterzeichneten ersuchen den Magistrat um Auskunft über den gegenwärtigen Stand des Baues der städti= Gute Theateraufführungen zu bieten, ist neben sonstigen Verschen Badeanstalt und ersuchen ferner um Auskunft anstaltungen das Bestreben des Vereins für Kunst und Wissendarüber, welcher Gröffnungstermin in Aussicht genommen ist. schaft. Nach längerer Pause tritt er wieder auf den Plan. Als Stadtv. Dr. Silberstein( Soz.) erhob gegen den Magistrat erstes Stück wird Donnerstag, den 16. Oktober, in der„ Schloßheftige Vorwürfe über die unglaubliche Verschleppung, die beim Bau brauerei", Hauptstraße 121, Jbsens Drama„ Gespenster" gespielt. der Badeanstalt praktiziert wurde und fragte, ob der Magistrat Altbewährte und von früheren Aufführungen bekannte Kräfte haben etwa in dieser Zeit der Jubiläen darauf hinstrebe, das 10jährige das Spiel übernommen. Ein guter Besuch ist daher wohl sicher. Es Jubiläum der beabsichtigten Errichtung einer. Badeanstalt zu feiern. fei aber darauf aufmerksam gemacht, daß Einlaßtarten nur bei Acht Jahre seien annähernd bereits seit dem ersten Beschluß der unseren Bezirksführern erhältlich sind. Eintrittspreis 60 Pf. ProStadtverordnetenversammlung verflossen und noch immer fönne gramm gratis. Einlaß 7% Uhr, Anfang 8% Uhr. man sich keine Vorstellung von der endlichen Fertigstellung der so Die Freie Elternvereinigung begeht heute nachmittag ihr AbSängerabteilung 1" und Männerchor Norden"( M. d. D. A.-S.-B.) bitter notwendigen und von der Bevölkerung herbeigefehnten An- spielen auf dem Spielplatz Rubensstraße. Anfang 13 Uhr. Abends veranstalten am Sonntag, den 19. Oftober, ein Konzert in der stalt machen. Bürgermeister Dr. Weinreich und Stadtbaurat findet im fleinen Saal des Schwarzen Adler", Hauptstraße, ein Brauerei Friedrichshain. Mitwirkende: Frau Margarete Böhme- Best bemühten sich, den angeführten Tatsachen gegenüber ver- Elternabend statt. Montag, abends 1/9 Uhr: VierteljahresversammHeidenreich( Sopran), Herr Gustav Franz( Bariton), Herr Dr. Artur geblich den Schlendrian beim Bau der Badeanstalt zu beschönigen. lung bei Ebrecht, Meininger Straße. Böhme( Flügel und Orgel),( Konzertflügel Jbach). Zur Aufführung Bezterer versprach schließlich, im März des nächsten Jahres mit dem gelangt u. a.„ Wernher", ein Almengang vor 700 Jahren, für Bau fertig zu werden. Der vom Magistrat beantragten Verstär- Friedrichsfelde. Männerchor, Sopran und Baritonsolo mit Klavier. Orgel- und Instrumentenbegleitung. Kaffeneröffnung 5 Uhr, Anfang 6 Uhr. Billetts 60 Pf., an der Kasse 75 Pf. Arbeiter- Bildungsschule. Heute abend 6 Uhr: Vortrag des Genossen Franz Diederich über:„ Ludwig Büchner", im SchulTofal, Grenadierstr. 37. Mitglieder freien Eintritt gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Eingeführte Gäste 20 Pf. Der Berliner Arbeiter- Schachklub( Abteilung Norden IV) beranstaltet am Dienstag, den 14. Oktober, abends 8% Uhr, in Süßmilchs Festfälen, Bornholmer Str. 7, eine Blindlingsvorstellung des Schachmeisters C. v. Bardeleben gegen gleichzeitig 8 bis 10 starte Spieler, ohne Ansicht der Bretter. Gefunden. Am 8. d. M. wurde im Treptower Park in der Nähe des Karpfenteiches ein Portemonnaie nebst Inhalt sowie ein Trauring gefunden. Dasselbe kann im Treptower Rathause in Empfang genommen werden. einmütig zu. tung des Baufonds der Badeanstalt, für den 1340 000 m. veran- Im gemeinsamen Zahlabend erstattete. Genosse Lehmann fchlagt waren, um weitere 190 000 m. stimmte die Versammlung Bericht vom Parteitag. Ungeteilten Beifall, jo betonte der Redner, habe zweifellos die Sellungnahme zur Arbeitslosenfrage gefunden. Ueber die Parteitagsbeschlüsse zum Massenstreit und über die Steuerfrage gehen die Ansichten auseinander. Er, der Referent, stehe voll und ganz auf dem Boden dieser Beschlüsse, da sich die Parteivorstandsresolution zum Massenstreit, das tönne man wenigstens sagen, nur durch den Wortlaut von der andern, der Luxemburgschen, unterscheidet, dem Sinne nach aber dasselbe wolle. Verstehen könne man auch, daß Stimmen laut werden, die in der Erledigung der Maifeierfrage ganze Arbeit verlangen. Die ruhige und fachliche Art zu verhandeln habe wesentlich dazu beigetragen, daß die Gegensäße nicht mit der früheren Heftigkeit aufeinanderprallten. Die Ortskrankenkassenwahlen finden am Sonntag, den 26. Oftober statt. Es ist notwendig, daß sich sowohl die wahl berechtigten Arbeitgeber wie Arbeitnehmer in die Wählerliste eintragen lassen. Die Eintragung geschieht im Kassenlokal, Ein schwerer Verlust. Auf der Fahrt von Unter den Linden Weichselstraße 8( Ideal- Passage). Eine besondere Benachrichti ( Nähe Diskontogesellschaft) bis zum Bahnhof Alexanderplatz hat ein gung ergeht an die Wahlberechtigten nicht. Die Anträge zur taufmännischer Angestellter in einem Auto einen zur Auslöhnung Aufnahme in die Wählerliste können auch durch Beauftragte bestimmten Betrag von 2000 m., bestehend aus 2 Rollen a 1000 m. eingereicht werden. verloren. Der Verlust würde den Verlierer sehr treffen, da er Für die Wahlangelegenheiten ist die Staffe geöffnet: Werkdie Summe ersehen muß. Der ehrliche Finder wird gebeten, den Betrag an das Fundbureau des Polizeipräsidium gegen Aushändigung tags von 9-3 und von 5-7 Uhr, Sonntags von 10 bis 12 Uhr vormittags. einer Belohnung abliefern zu wollen. Neukölln. Vorort- Nachrichten. Alle Funktionäre und Vertrauensmänner werden hiermit aufgefordert, in ihren Bezirken oder Betrieben darauf zu achten, daß die Eintragung geschieht. Lichtenberg. Genoffe Sch a cht hätte erwartet, man werde jetzt praktisch der Massenstreiffrage nähertreten durch Gründung von Fonds. Es solchen Bewegung nicht zu spüren. Genoffe Schwent fritisiert sei falsch, wenn gesagt werde, die Junker bekämen die Folgen einer die Vorgänge bei der Vorstandswahl und forderte, daß Fragen, wie sie Genosse Ernst den Delegierten vor dem Parteitag unterbreitete, den Organisationen zur Beschlußfassung überwiesen werWegen eines Fabrikbrandes wurde gestern morgen furz nach den. Er bezweifelt, ob els überhaupt wählbar war, da er doch Stadtverordnetenversammlung. Die Petition des Verbandes der Fischhändler, welche den städtischen Seefisch verkauf 6 Uhr die gesamte Lichtenberger Feuerwehr nach der Aufzug- und vom Parteivorstand besoldet werde. Schacht und Waldmann auf Arbeitslose und Ortsarme beschränkt wissen will und über die Apparate fabrik von Armin Tenner, Alt- Borhagen 9, gerufen. bedauern, daß der Fall Wels in der Weise aufgebauscht werde, denn wir schon berichteten, wurde der Kommission gegen die Lebens- Als die Wehr eintraf, stand ein großer Lagerraum in hellen dadurch werde dem Vertrauen geschadet, das der Parteivorstand mittelteuerung überwiesen. Flammen. Oberbrandmeister Groß ließ sofort mit mehreren haben müsse. Genoffe Frenkel vermag in den Parteitagsver Bei dem Bericht des Wahlausschusses über die Wahl von Schlauchleitungen eingreifen, um die übrigen Fabrikräume zu handlungen wenig positive Arbeit zu erbliden. Dem trat der Re 28 Mitgliedern und 15 Stellvertretern für die Steuerein schützen. Es dauerte aber über eine Stunde, ehe die Gefahr als ferent im Schlußwort entgegen und betonte auch seinerseits, daß schäzungskommission erhob Stadtv. Groger( Soz.) Dann brachte Schwenk zur Sprache, daß die Gemeindeverwal heftigen Protest über die übereilte Art, wie die Magistratsvorlage beseitigt gelten konnte. Der Lagerraum ist vollständig aus- Wels wenig vornehm gehandelt habe. Die voll- tung dem von unseren Vertretern seit langem befürworteten Plan wieder an die Versammlung gekommen sei und verlangte Rückver- gebrannt, so daß der Schaden sehr beträchtlich ist. weisung an den Ausschuß, da die meisten Stadiverordneten nicht ständige Ablöschung mit den Aufräumungsarbeiben zog sich bis der Errichtung eines Kinderheims nähertreten wolle und einmal die 43 Kandidaten der Vorschlagsliste kennen. Der Bericht- gegen Mittag hin. Die Ursache des Feuers ist nicht ermittelt. Eine zwecks Beschaffung von Unterlagen eine Umfrage veranstaltet werden Wider zu. foll. Die Versammlung stimmte dem auch nach längerem Für und Troubadour. Sonnabend: Der Freischüß. Sonntag: Die Jülbin. Mon- dem furchtbaren Gedränge wurden fünfzehn Frauen tag: Der Troubadour.( Anfang 8 Uhr.) Lustspielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Majolika. Allabendlich: getötet und viele verletzt. Die Puppenklinik.( Anfang 8 Uhr.) Ober- Schöneweide. Mit Anträgen unserer Genossen, die auf die Ergreifung von Maßnahmen gegen die bestehende Arbeitslosigkeit hinzielen, wird sich die am Dienstag, den 14. Oktober, in der Aula des Realgymnasiums stattfindende Gemeindevertretung zu beschäftigen haben. Ferner soll versucht werden, die Frage der Einführung einer Arbeitslosenunterstützung, welche nun schon über ein Jahr in einer Kommission schlummert, öffentlich zu behandeln, um endlich positive Refultate ju zeitigen.Яб Marienfelde. Augustin. Allabendlich: Gräfin Fifi.( Anfang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der liebe Trianon Theater. Der Ritualmordprozek. Thalia Theater. Allabendlich: Die Tangoprinzessin.( Anfang Die Verhandlung gegen den des Ritualmordes angeklagten 8 Uhr.) jüdischen Arbeiters Beilis läßt immer flarer erkennen, daß der Residenz- Theater. Sonntag nachmittag 3 Ubr: Die Frau Präsi Staatsanwalt mit der ihm erteilten Weisung, auf alle Fälle dentin. Allabendlich: Im Ehekäfig.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Untreu. Die einen Mord aus ritualen Gründen zu konstruieren, schmählich Brieftasche. Allabendlich: Seine Geliebte.( Anfang 8 Uhr.) Fiasko erleidet. Die Verhandlung am Freitag war beSchiller- Theater 0. Sonntagnachmittag 3 ühr: Freiwild. Abends: merkenswert wegen zahlreicher Zusammenstöße zwischen dem StaatsWenn der neue Wein blüht. Montag: Die Großstadtluft. Dienstag: Die anwalt und den Verteidigern; jener behauptete, die Verteidigung Stützen der Gesellschaft. Mittwoch: Die Großstadtluft. Donnerstag: Die Stüßen der Geseüschaft. Freitag: Am Tage des Gerichts. Sonnabend bereite ihm fortgesetzt Schwierigkeiten, indem sie ihn immer und Sonntag: Jugendfreunde. Montag: Die Stüßen der Gesellschaft. wieder unterbreche; diese aber beschuldigten den Staatsanwalt, er ( Anfang 8 Uhr.) formuliere feine Fragen an die Zeugen mehrfach so, daß die Der Pfarrer von Kirchfeld. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Wenn der neue Wein blüht. Abends: Gök von Berlichingen. Montag: Aussagen, die das Gericht erhalte, feine 8eugenaussagen, Wenn der neue Bein blüht. Donnerstag: Die Großstadtlust. Dienstag: Die Großstadtluft. Mittwoch: sondern Staatsanwaltsaussagen seien. Freitag: Wenn der neue Wein blüht. Sonnabend bis Montag: Die Großstadtluft. ( Anfang 8 Uhr.) Kleine Notizen. In der letzten Wahlvereinsversammlung erstattete Genoffe Zabel- Adlershof den Bericht vom Parteitag in Jena. Der Redner bemerkte u. a.: Der Massenstreit werde unbedingt angewendet werden müssen, um bessere Zustände in Preußen- Deutschland herbeizuführen. Jezt könnte er uns jedoch mehr schaden als nügen. Vorbedingung für die Anwendung des Massenstreits sei, daß wir erit unsere Organisationen stärken und die Form sachlich diskutieren, damit der Massenstreit im gegebenen Fall erfolgreich anLuisen Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Allwördens. Grubenunglück in Frankreich. Ein furchtbares Unglüd hat sich gewendet werden könne. In der Steuerfrage vertrat der Redner Sonntag bis Dienstag: Bon Stufe zu Stufe. Mittwoch: Minna von am Freitag in einer Kohlengrube in Mons zugetragen. Ein AufBarnhelm. Donnerstag: Die falsche Hoheit. Freitag: Der Hüttenbefizer. den Standpunkt der Mehrheit. Von einer Fraktion von 111 Mann Sonnabend: Die falsche Hoheit. Sonntag: Bon Stufe zu Stufe. Montag: aug, der mit 22 Mann besetzt war, blieb an der ersten Etage hängen Minna von Barnhelm.( Anfang 8%, Uhr.) verlange man reale Politik. Nachdem die Heeresvorlage angenommen, sei der Fraktion nur übriggeblieben, die Kosten soviel wie möglich auf die Besitzenden zu wälzen. Zur Arbeitslosenversicherung erklärte der Redner, daß das Referat von Timm gezeigt habe, wie notwendig es sei, dieser Frage besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Lösung der Maifeier habe nicht befriedigt, sie sei ein Ballast geworden; wir sollten die Konsequenzen ziehen und sie über Bord werfen. In der Diskussion betonte Genosse Albert Greulich, daß die Tätigkeit der Delegierten in diesem Jahre mehr befriedige als im vorigen. Genosse Schindler ist vom Verlauf des Parteitages nicht erbaut; er hätte gewünscht, daß die Richtung Luxemburg mehr zur Geltung gekommen wäre. Nieder- Schönhausen, Nordend. Ueber Religion, Kirche und Schule wird in einer am Dienstag, den 14. Oktober, abends 8½ Uhr, im Lokale von Liedemit( Inhaber Perschte) an der Kirche stattfindenden öffentlichen Versammlung Redakteur Genosse Wermuth referieren. Arbeiter, Männer und Frauen, erscheint in Massen. Die Geistlichkeit am Ort ist zu dieser Versammlung besonders eingeladen. Sigungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Mariendorf. Montag, den 13. Dlober, nachmittags 5 Uhr, im RatHause, Kaiserstr. 125. Klein- Schönebeck Fichtenau. Am Montag, den 13. Ottober, abends 7 Uhr, in Waltingers Kurhaus. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Schulangelegenheit und der Antrag unserer Genossen betr. Bildung eines follegialen Gemeindevorstandes. trag unserer Diefe Sigungen sind öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige it be. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Meistersinger von Nürnberg. ( Anfang 7 Uhr.) Montag: Don Carlos. Dienstag: Samson und Dalila. Mittwoch: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Aida. Freitag: Der Rosenkavalier. Sonnabend: Sinfonicfonzert. Sonntag: Bohème. Montag: Der fliegende Holländer.( Anjang 72 Uhr.) fus. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die drei Brüder von Damas Montag: Schwanenweiß. Dienstag: Flachsmann als Erzieher. Mittwoch: Die drei Brüder von Damastus. Donnerstag: Schwanens weiß. Freitag: Die Heimannsschlacht. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: 1812. Montag: Schwanenweiß.( Anfang 7 Uhr.) B Kleines Theater. Lottchens Geburtstag. Allabendlich: Belinde.( Anfang 8 Uhr.). Sonntag nachmittag 3%, Uhr: Der Dieb. Walhalla Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Hüttenbefizer. Alabendlich: Der Liebesontel.( Anfang 8 Uhr.) Montis Operetten Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Bogelhändler. Allabendlich: Der lachende Ehemann.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Mudder Mews. Abends: Die Siebzehnjährigen. Montag: Der ledige Hof. Dienstag: Rausch. Mittwoch: Der ledige Hof. Donnerstag: Die Siebzehn jährigen. Freitag: Der ledige Hof. Neues Volts- Theater. und zerbrach. Einer der Arbeiter fiel in den 750 Meter tiefen Schacht und wurde vollständig zerschmettert. Sechs andere Arbeiter erlitten sch toere Verlegungen, zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Zwölf Fischer ertrunken. Wie aus Libau gemeldet wird, geriet ein Fischerfutter auf hoher See in einen Sturm. Der größte Teil der Fischer fonnte durch Rettungsboote in Sicherheit gebracht vermißt. werden, zwölf Insassen, die ertrunken sein dürften, werden Frauen- Lefeabende. Der ledige Hof. Montag: Die Siebzehnjährigen.( Anfang 8 Uhr.) Nose- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Schiffbrüchigen. Abends und Montag: Laura massiert. Dienstag: Die Ahnfrau. Mitt- Lichterfelde. Dienstag abend 8%, Uhr bei Erpel, Berliner Str. 129: woch: Laura massiert. Donnerstag: Die Schiffbrüchigen. Freitag bis Bortrag des Genossen Kurt Heinig über:" Aktuelle Tagesfragen. Montag: Laura massiert.( Anjang 8 Uhr.) in der Unterwelt. Allabendlich: Die Heimkehr des Odysseus.( Anfang Theater am Nollendorfplay. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Orpheus 8 Uhr.) Urania Theater. Bon Sonntag bis Donnerstag: Mit dem Imperator" nach New York. Freitag: Spektralanalyse und Elektronen theorie. Sonnabend und Sonntag: Mit dem„ Imperator" nach New York. ( Anfang 8 Uhr.) Gebr. Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Was fagen Ste zu Leibusch?!( Anfang 8 Uhr.) Kasino Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Am grünen Strand der Spree. Allabendlich: Ferdinand der Tugendhafte..( Anfang 8 Uhr.) Folies Caprice. Allabendlich: Ritter Baldrian. Mizgeburt. Adoptivfind.( Anfang 8 Uhr.) Metropol. Sonntag nachmittag 3 Uhr: 3 Nullerl. Allabendlich: Die Reise um die Welt in 40 Tagen.( Anfang 8 Uhr.) Reichshallen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Stettiner Sänger. Alabendlich: Stettiner Sänger.( Anjang 8 Uhr. Sonntags 7, Uhr.) nachmittag 3, Allabendlich: Galavorstellung. Anfang 11 Uhr: Galavorstellung Zirkus Schumann. Sonntag nachmittag 3, Uhr: Galavorstellung. Allabendlich: Galavorstellung.( Anfang 7 Uhr.) Admiralspalast. Gisballett: Flirt in St. Morit.( Anfang 9 Uhr.) 1964-1190 Jugendveranstaltungen. fiche. Seute mittag 2 Uhr findet bei Zilz, Rungiusstr. 3, eine öffentbeitende Jugend?" Wir bitten die Arbeitereltern, ihre jest aus der Schule liche unpolitische Jugendversammlung statt. Thema: Was will die arentlassenen Söhne und Töchter darauf aufmerksam zu machen. Allgemeine Familienfterbelasse. Heute Zahl- und Aufnahmetag von 3-6 Uhr im Restaurant Aderstr. 122. in Berlin tagt jeden zweiten Montag im Monat, abends von 8-10 Uhr, Hilfskaffe der Graveure, Ziseleure und verw. Berufsgenossen im Restaurant Luisenufer 1. Briefkaften der Redaktion. Berhältniffe an. Sprechen Sie in der Sprechstunde bor. Die juristische Sprechstunde findet 2tndenstraße 69, vorn vier Treppen Fahrstuhl- wochentäglich von 4% bis 7½ Uhr abends, Sonnabends, von 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten beſtimmten Aufrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzetchen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnementsquittung beigefügt tft, verben nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. D. R. 78. Die Entfernung dürfte schon überschritten sein. Pf. 35. 1. Nachteiliges ist uns nicht bekannt. 2. Stommt ganz auf die persönlichen G. R. 40. Aus aller Welt. Angenommen, aber noch nicht in Kraft. O. O. B. Berlin N, Gerichts straße. 2. Nein. G. O. 1. Waisenhaus, Alte Jakobstraße 35. Der Durchbruch des Vanamakanals... 990. 1. Ja. 2. Läßt fich nur beantworten, wenn das Alter und Am Freitag ist mit der Sprengung des Gamboa dammes Nein, da Sie offenbar die Verurteilung des Klägers zur Tragung der der Zeitpunkt, zu dem der Unfall passiert ist, bekannt ist. Beelik 66. Neues Operntheater( Kroll). Sonntagnachmittag 3, Uhr: Jägerim Panamakanal die legte Schranke der Verbindung Kosten nicht beantragt haben. Lerchenborn 99. Die freiwillige blut. Abends: Fröscht. Montag bis Mittwoch: Fröscht. Donnerstag: 3 toischen dem Atlantischen und dem Stillen Ozean Mitgliedschaft kann fortgesetzt werden. 5. R. 20. 9. März 1793 ist Baragraphenschuster. Freitag: Fröscht. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag gefallen. Die Sprengung, die das Wasser des Gatunsees in den und Montag: Fröschl.( Anfang 8 Uhr.) Culebradurchschnitt hineinließ, entfernte zwar das letzte Hindernis, Deutsches Theater. Sonntag: Torquato Tasso. Montag: Faust. doch bedarf es noch starter Baggerungen, ehe der Schiffsverkehr 1. Teil. Dienstag: Der lebende Leichnam. Mittwoch: Torquato Taffo. Donnerstag: Der lebende Leichnam. Freitag: Fauit. 2. Teil.( Anfang möglich ist. Die Sprengung nahm der Präsident der Vereinigten 62 Uhr.) Sonntag und Montag: Torquato Tasso.( Anfang 7%, Uhr.) Staaten, Wilson, vom Weißen Hause in Washington aus durch Kammerspiele. Sonntag: Maria Magdelena. Montag: Bürger Druck auf den Knopf einer elektrischen Leitung vor. Zu diesem Zwecke Schippel. Dienstag: Musit. Mittwoch: Die goldenen Palmen. Donners tag: Mufit. Freitag: Venetianische Abenteuer. Heirat wider Billen. waren Drähte auf Kabel auf eine Entfernung von über 4000 engSonnabend: Bürger Schippel. Sonntag: Benetianische Abenteuer. Heirat lische Meilen miteinander verbunden worden. In Panama waren wider Willen. Montag: Frühlings Erwachen.( Anfang 8 Uhr.) viele Sonderzüge und Sonderdampfer eingetroffen, deren Passagiere Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Professor Bernhardi. Abends: Beer Gynt. Montag: Und das Licht scheinet in der Finsternis. der Vollendung des großen Werkes beiwohnen sollten. ( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Peer Gynt. Mittwoch: Zeitwende. Donners tag: Beer Gynt. Freitag: Beitwende.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend: Beer Gynt.( Anfang 72 Uhr.) Sonntag und Montag: Zeitwende.( Anfang 8 Uhr.) Preußen in der Praxis. Jn Königsberg i. Pr. sollte im Krematorium am Freitag Berliner Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Bummelstudenten. die Ein äscherung eines verstorbenen Hauptmanns Abends und allabendlich: Wie einst im Mai.( Anfang 8 Uhr.) Rupp stattfinden. Durch letztwillige Verfügung hatte der VerTheater in der Königgräßer Straße. Sonntag: Brand. Montag: storbene die Einäscherung seines Leichnams verlangt. Nur eins hatte Macbeth. Dienstag: Brand. Mittwoch: Die fünf Frankfurter.( Anfang 8 Uhr.) Donnerstag: Macbeth. Freitag: Brard. Sonnabend: Macbeth. der Verstorbene bei seinem Wunsche nicht in Betracht gezogen. Die Sonntag: Brand. Montag: Macbeth.( Anfang 72 Uhr.) Beste. Satans Maske. preußische Bureaukratie lebt noch und sieht streng darauf, daß der Buchstabe des Gesetzes erfüllt wird. Rupp hatte für seine letztwillige Verfügung einen Briefbogen benutzt, auf dem das Wort Königsberg vorgedruckt stand. Der Buchstabe des Gesetzes verlangt aber, daß der Ort geschrieben wird. So kam es, daß die Einäscherung berboten wurde. Die preußische Bureaukratie lebt und will fich doch auch betätigen! richtig. G. M. 300. Auskunft durch die Stiftungsdeputation des Magistrats Berlin, Poststraße 16. Krantenkaffe 43. Nachteiliges nicht bekannt und können wir Ihnen den Berein aufs beſte empfehlen. A. B. C. 100. Ja. Wenn eine Nachlaßteilung in Güte nicht zu erreichen ist, muiz Stlage erhoben werden. Vorher empfiehlt sich ein Antrag an das Nachlaßgericht auf Vermittelung der Auseinandersetzung. Gropiusstraße 100. Nein. nur möglich, wenn der geschiedene Mann Klage auf Außerehelichkeits 5. D. 100. Die Namensänderung ist erflärung des Kindes erhebt. Eine solche Klage ist nur dann aussichtsvoll, Geburt des Kindes erhalten hat, noch nicht mehr als ein Jahr verstrichen wenn seit dem Zeitpunkt, zu dem der geschiedene Mann Kenntnis von der ist. A. Sch. 42. Unseres Erachtens hat eine Klage auf Erfaz des bollen Schadens Aussicht auf Erfolg, wenn die Ablegung der Garderobe verlangt worden ist und Sie Ihre Behauptung beweisen können. T. H. 29. Ja, das ist zulässig, falls der Vormund des Kindes zustimmt. Es muß beim Notar oder beim Amtsgericht ein Protokoll aufgenommen werden, welches Sie, Ihre Frau und der Vormund zu unterschreiben machen. 3. Ja, beschlagnahmefähig sind etwa 8 M. wöchentlich. 4. Ja. haben. 2. Sie können dem Vormundschaftsgericht davon Mitteilung dem Amtsgericht unverzüglich eingereicht werden. Das zuständige AmtsE. B. 36. Das Testament muß für den Todesfall des einen Teils gericht fann nicht mitgeteilt werden, da Sie nicht angeben, in welcher Straße der Todesfall passiert ist. 5. M. 88. Beim Standesamt, bei welchem der Geburtsfall gemeldet oder die Ehe geschlossen ist. Kosten entstehen nicht. 3. 2. 1. Ja, fofern der Frau fein Scheidungsgrund zur Seite steht. 2. Nein. N. 999. Nach Ihrer Darstellung liegt eine zwedmäßig. Einen bestimmten Anwalt empfehlen wir nicht. strafbare Handlung nicht vor. Die Bestellung eines Verteidigers erscheint A. 7. Ja. Marktpreise von Berlin am 10. Oktober 1913, nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Mais( mixed), gute Sorte 16,50-16,80, mittel 00,00-00,00, geringe 00,00-00,00. Mais( runder), gute Sorte 14,40-14,80. Richtstroh 4,60-4,80. eu 6,00-7,80. Martthallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen Linsen 36,00-70,00. Deutsches Schauspielhaus. Sonntag nachmittag 34 Uhr: Der gute Ruf. Abends: Der gute Ruj. Montag: Der erste Beste. Satans Maste. Dienstag: Der gute Ruf. Mittwoch und Donnerstag: Der erste Beste. Satans Maste. Freitag: Der gute Ruf. Sonnabend: Der erste Sonntag: Der gute Ruf. Montag: Der erste Beste. Satans Maste.( Anfang 8 Uhr.) Komödienhaus. Sonntag nachmittag 3. Uhr: Die fünf Frankfurter. Allabendlich: Das Paar nach der Mode.( Anfang 8 Uhr.) Künstler Theater.( Kurfürsten Oper.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Prinzip. Abends: Der zerbrochene Strug. Hanneles Himmelfahrt. Montag und Dienstag: Der zerbrochene Strug. Hanneles Himmelfahrt. Mittwoch: Gespenster. Donnerstag: Der zerbrochene rug. Ein schweres Unglück hat sich durch Feuerrufe am Freitag 30,00-50,00. Sveifebohnen, weiße 35,00-60,00. Hanneles Himmelfahrt. Freitag: Der Biberpelz. Sonnabend und Sonntag: Der abend nach einer Meldung aus Lemberg in der Synagoge Startoffeln( leinbbl.) 4,00-7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule zerbrochene Krug. Hanneles Himmelfahrt.( Anfang 8 Uhr.) Montag: des Marktfleckens Cholojow zugetragen. Während 1,70-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30-1,80. Schweinefleisch 1,50-2,00. Unbeſtimmt. Hammelfleisch 1,60-2,40. Deutsches Opernhaus. des Abendgottesdienstes fiel ein Funfe von einer Kerze auf Stalbfleis 1,40-2,40. Butter 2,40-3,00. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Figaros 60 Stüd Gier 4,00-6,00. Ein Besucher der Synagoge rief 1,40-3,00. 1 Kilogramm Karpfen 1,20-2,40. Aale Hochzeit. Abends: Die Jüdin. Montag: Lobetanz. Dienstag: Die Jüdin. einen Damenhut. Bander 1,20-3,20. Hechte 1,40-3,00. Barsche 0,80-2,40. Mittwoch: Die Königin von Saba. Donnerstag: Fidelio. Freitag: Der Feuer und verursachte dadurch eine wilde Panik. In Schleie 1,60-3.20. Bleie 0,80-1,80. 60 Stud Streble 1,00-48.00. Panik in einer Synagoge. Ausverkaufs- Angebote Herren- Ulster für Herbst u. Winter, aus den modernsten Stoffen gearbeitet, tadellos passend, in allen Grössen, Weiten und Formen, früher 21 bis 79 M. $ 400 jetzt 10 bis 50 M. bl Jünglings- Ulster in modernster Ausführung und Jeglicher Stoffart, bekannt gute Passformen Alter 15 bis 22 Jahre früher 16 bis 52 Mark jetzt 7 bis 34 M. Alter 9 bis 14 Jahre früher 12 bis 37 Mark Jetzt 5 bis 22 M. Knaben- Pyjacks und Ulster in blau und englisch gemustert, halbschwer, auch mit warmem Futter. Alter 3 bis 8 Jahre früher 4 bis 26 M. jetzt 2 bis 15 M. Wegen Auflösung unserer Firma totaler Ausverkauf der enormen Lagerbestände in Herren-, Jünglings-, Knaben-, Sport- u. 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PATH पू M Die Ritualmordanklage gegen Beilis hat der russischen| Doppeladler, dem Symbol des Pogromblattes, folgt ein Bild Heszpresse schon seit zwei Jahren Gelegenheit zu einer inferna- des ermordeten Knaben Juschtschinski mit einer Inschrift, die lischen Pogromagitation gegeben. Besonders hat sich darin deutlich genug für die Absichten ihrer Verfasser spricht. das Blatt„ Dwuglawy Drel"( Doppeladler) hervor. Die Inschrift lautet: Rechtgläubiges russisches Volt! getan, dasselbe Blatt, das jetzt grafts auf den Straßen Gedenke des von den Juden zu Tode gequälten Anaben von Siew verteilt wird und offen zu einem Pogrom. gegen Andreas Juschtschinski! Ewiges Gedenken! Ewiges Gedenken! die Juden auffordert. Um von der Art dieser Agitation einen Christen, hütet eure Kinder!!! Am 17. März beginnt das Begriff zu geben, reproduzieren wir nachstehend das Titelblatt jüdische Dsterfest. einer Nummer dieser Zeitung. Unmittelbar unter dem zarischen Wirtschaftlicher Wochenbericht. Die Preispolitik des Kohlensyndikats. Fiskus und Kohlensyndikat. piser Sonntag, 12. Oktober 1913. Man sollte deshalb ernstlich prüfen, ob dieser Weg nicht gangbar ist." Die gleiche Kölnische Zeitung" meldete nun vor einigen Tagen, daß bereits eine Beratung zwischen dem Bergfiskus und dem Kohlensyndikat in Köln stattgefunden habe. Dabei habe sich der Fiskus zur Erneuerung des Verkaufsabkommens bereit erklärt.( Dieses Abkommen wurde bekanntlich im vergangenen Herbst auf den Druck der Oeffentlichkeit hin vom Fiskus gekündigt, als das Syndikat Preiserhöhungen für den Januar d. J. beschloß.) Als Grundbedingung für die Wiederherstellung habe der Fiskus weiter eine Preisermäßigung im Interesse der Eisenindustrie gefordert, und es werde trotz des augenblicklichen Widerstandes einiger Zechen eine Verständigung auf der angegebenen Grundlage erzielt werden. Wie es scheint, soll die Preisermäßigung den Wiederbeitritt des Fiskus vor der Deffentlichkeit begründen und moralisch rechtfertigen. Das Zugeständnis des Syndikats wäre aber nur ein scheinbares und könnte keineswegs die Unterstützung eines privaten Monopolberbandes durch die Regierung entschuldigen. Jetzt gehört der Fiskus noch zu den Außenseitern des Syndikats, die wenigstens in etwas ein völliges Monopol des Syndikats verhindern. Der Fiskus, der im Ruhr- und vor allem im Saargebiet ausgedehnte Zechenanlagen befißt, stärkt durch seine Unabhängigkeit bom Syndikat auch die übrigen nicht so mächtigen Außenseiter. Der Beitritt zum Syndikat würde umgekehrt sofort auch die übrigen syndikatsfreien Zechen zum Anschluß zwingen. Die Kölnische Zeitung" meldet denn auch bereits, daß neben dem Fistus und den Zechen Trier, Auguste Viktoria, Emscher- Lippe, Vittoria- Lünen und Teutoburgia, die dem Verkaufsabkommen seit dem vergangenen Jahre angehören, sich auch vier weitere Bechen( Fürst Leopold, Westfalen, Maximilian und Jakobi) dem Syndikat anschließen würden. Zurzeit bilden noch die Außenseiter, deren prozentualer Anteil an der Gesamtkohlenproduktion des Ruhrgebiets seit Anfang dieses Jahrhunderts gegenüber dem Syndikat gestiegen ist, für das Syndikat eine gewisse Konkurrenz, die gerade in Zeiten schlechter Konjunktur für die Kohlenverbraucher sehr nüßlich und dem Syndikat sehr gefährlich werden kann. Durch den Beitritt zum Verkaufsabkommen fördert aber der Fiskus die Syndizierung der gesamten Kohlenindustrie des Ruhrgebietes. Selbst wenn ihm wieder ein Rücktritts- und Vetorecht eingeräumt werden sollte, ist damit den Konsumenten nicht gedient. Denn will der Fiskus wirklich die Interessen der Konsumenten berüdsichtigen, so fann er das besser außerhalb des Syndikats. Durch seinen Beitritt stüßt er nur bolkswirtschaftlich und moralisch einen Verband, über dessen Wucher politit selbst in Kapitalistenkreisen seit Eristenz des Syndikats geklagt wird. Tatsächlich bedeutet ein Beitritt des Fiskus nichts anderes, als daß er die Bereicherung pri= bater Bergbautapitalisten auf Kosten der Ver= braucher durch das Syndikat unterstüßt und sich selbst an dieser Bereicherung beteiligt. Daß der Wunsch nach Teilnahme an den Monopolpreisen des Synditats die ausschließliche Absicht bei dem Januar 1912 erfolgten und jetzt wieder vor der Erneuerung stehenden Anschlußz an das Syndikat ist, geht auch aus der Entstehungsgeschichte des Beitritts hervor. Seit Jahren klagten die bürgerlichen Vertreter Schließlich wurde eine Kommission eingesetzt, die untersuchen sollte, im Dreiflaffenhaus über angebliche Ünrentabilität der Staatszechen. wie der Bergfiskus, unbeschadet seiner volkswirtschaftlichen und fozialpolitischen Aufgaben", seine Einnahmen steigern könne. Die Untersuchungskommission( Session 1911) stellte sich dagegen auf den Standpunkt: „ daß der staatliche Bergbau lediglich deshalb, weil er staatlich ist, teine anderen sozialpolitischen und bolts. wirtschaftlichen Aufgaben zu erfüllen hat als der private Bergbau auch. Der staatliche Bergbau habe bei seiner Betriebsführung das Postulat der Wirtschaftlichkeit an die Spitze zu stellen. Er sei weder eine Wohltätigteitsanstalt für Arbeiter, noch eine Versorgungsanstalt für Beamte, sondern lediglich ein Erwerbsbetrieb." In Konsequenz dieser Auffassung wurde die Ablehnung aller Die Kritik der Gisenindustriellen hat um so intensiver eingesezt, als bereits zweimal seit Bestehen des Kohlensyndikats das Syndikat durch seine Preispolitik einjeßende Krisen verschärft hat. Sowohl im Jahre 1901 als 1908 erhöhte noch das Syndikat den Preis für Hochofentots, als die Koks- und Roheisenproduktion und die Roheisenpreise bereits zurüdgingen. Um ähnliche Schä- Arbeiter- und Beamtenwünsche beschlossen und dafür der Beitritt digungen diesmal zu verhindern, lauten die Proteste der Eiſenindu- des Fiskus zum rheinisch- westfälischen Kohlensyndikat empfohlen! striell enrecht scharf. Das Syndikat wird daher eine Ermäßigung Der Wunsch der Dreiklassenparlaments, aus den Bergsflaven und wenigstens der Kokspreise zum Jahreswechsel nicht umgehen können, Kohlenkonsumenten mehr herauszuholen, um neue Besitzsteuern zu zumal die Verschärfung des Konjunkturrückgangs fortgesetzt dahin sparen, ist auch heute noch das erste Motiv des Fiskus für den drängt. Macht doch sogar die„ Kölnische Zeitung" schon darauf auf- Anschluß an das Syndikat. merksam, daß man den Bogen nicht zu sehr überspannen dürfe, um nicht den Kampf auf das zollpolitische Gebiet zu übertragen und die Agitation gegen die Eisenzölle und die Kartelle im allgemeinen zu stärken. Selbst in Jahren des Konjunkturrüdgangs, die immer wie auch Selbſt in Jahren des Konjunkturrückgangs, die immer wie auch gegenwärtig mit einem Sinten der Warenpreise verbunden sind, ſuchen die Startelle und Syndikate ſich dieſer Tendenz zu Preisermäßigungen zu widersetzen. Sinkt mit der Konjunkturabschwächung die Nachfrage im Inlande, so streben sie nach einem Ausgleich der die Nachfrage im Inlande, so streben sie nach einem Ausgleich der Absazminderung im Auslande und da auch dort die Preise gedrückt sind, gewähren die Verbände an die Mitglieder Ausfuhrvergütungen, um den Export künstlich zu steigern. Auch in der gegenwärtigen Periode des Konjunkturumschlags haben sich die Verbände der Eiſenindustrie, wo die Absatminderung schon im Winter deutlich war, erst im Herbst zu Preisherabsetzungen ent ſchloſſen. Immerhin find hier Ermäßigungen vorgenommen worden, während das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat überhaupt von jeder Preisherabsetzung abgesehen hat. Diese Haltung Bor etwa einer Woche warf die„ Kölnische Zeitung" die Frage erjährt nun fortgesetzte Kritik von den Kohlenverbrauchern und speziell von der Eiſenindustrie. Am schlimmsten leidet unter den auf, ob es nicht möglich sei, das Syndikat in irgendeiner Weise zu hohen Stohlen- und Kokspreisen die Industrie für Eisenfertigfabritate, einer anderen Preispolitit zu veranlassen, und sie antwortete denn sowohl Kohle als auch Roheisen und Stahl werden durch die Rohstoffverbände im Preise hoch gehalten; auch die Eisensyndikate haben nicht Preisermäßigungen vorgenommen, die denen in der Fertigindustrie entsprechen. Die Roheisenund Stahlindustrie wird von dieser Preispolitik ebenfalls betroffen; auch für sie ist Rofsfohle ein wichtiger Rohstoff. So hat vor etwa acht Tagen der Vorsitzende des Hasper Eisen- und Stahlwerks über die Haltung des Kohleniyndikats bittere lage geführt, und die Berstimmung der gesamten Eiſenindustrie findet tagtäglich ihren Niederschlag in der bürgerlichen Presse. Zufrieden sind nur diejenigen Eisenhüttenwerte, die als gleichzeitige Stohlenbergwerksunternehmer dem Kohlensyndikat angehören. Soweit fie Kohle und Koks verkaufen, profitieren sie ebenso wie die reinen Kohlenproduzenten von den hohen Preisen, Preisen, und soweit Da sie die Kohle im eigenen Hüttenbetriebe verbrauchen, vers fie ringern ihre Gestehungskosten gegenüber den Eisenwerten, die auf den Kauf von Kohle angewiesen sind. diese Eisenhüttenwerte mit eigenen Kohlenzechen immer mehr zur Weiterverarbeitung und zur Herstellung von Fertigfabrikaten übergehen, unterstützen sie natürlich innerhalb des Kohlensyndikats eine Preispoliti, die ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber den reinen Eisenwerken stärkt. Auch die vom Syndikat beschlossene Ausfuhrbergütung( von 22 M. pro Tonne) fommt in erster Linie wieder den großen gemischten Betrieben( Bergwerken mit Hüttenbetrieb) zugute, da sie zugleich die Haupterporteure für Kohle bilden. Trotz aller Behauptungen von der sogenannten, Mittelstandspolitit des Syndikats, das angeblich den Interessen der mittelgroßen Kohlenzechen am meisten dienen soll, befördert die Preispolitit des Syndilats tatsächlich die Ueberlegenheit der Großbetriebe und beschleunigt damit die Konzentration im Kohlenbergbau. Um so interessanter ist es, daß sich die Kohlenmagnaten diesen notwendigen und selbstverständlichen Schritt einer Rotspreisermäßigung mit einem besonderen und für sie äußerst wichtigen Vorteil erkaufen wollen. darauf: Jugendbewegung. Zur Jugendbewegung in Desterreich. Dr. Danneberg auf dem Gewerkschaftskongreß mit, daß der leber die. t. österreichische Jugendpflege teilte Genosse christlich- soziale Obermacher Dr. Gaßmann bei der Gründung mert, wohl aber eine Abteilung für Jugendfürsorge" geschaffen des Arbeiterministeriums sich nicht um die Sozialpolitik geklümhat und jährlich 90 000 Stronen an die fleritale und nationalistische Jugendvereine verteilt. Die Gemeinde Wien gibt jährlich 100 000 Kronen für Jugendhorte pfäffisch- byzantinischer Art aus und über" Diese Möglichkeit scheint uns der preußische Berg- all subventionieren die Gemeinden die antisozialistischen Jugendfistus in der Hand zu haben, der sich ja ohnehin sowohl an der vereine. Es bestehen im Reiche zurzeit 369 Jugendhorte, 48 Heime Ruhr wie an derSaar über kurz oder lang darüber klar werden muß, und 61 andere derartige Anstalten. Der Inspektor fordert be wie er seine Preispolitik für das tommende Jahr gestalten will. reits die Bereitstellung von zwei Millionen jährlich im StaatsUnseres Erachtens ist der Fiskus hierbei in der Lage, auch auf haushalt. die Haltung des Kohlensyndikats einen bestimmenden Einfluß Die proletarische jüdische Jugend in Oesterreich es handelt auszuüben und dieses ebensowohl zu einer entgegenkommenden sich da zumeist um die in den elendeſten Verhältnissen lebenden besitzt einen eigenen VerHaltung gegenüber der Eisenindustrie zu veranlassen, wie er jüdischen Arbeiter Galiziens usw. auf der anderen Seite imitande ist, einer Erschütterung des band, auf dessen in Krakau abgehaltenem ersten Verbandstage Kohlenmarktes und einer Störung seiner Organisation vor- berichtet wurde, daß ihm 22 Organisationen, 17 in Galizien, 4 in der Bukowina, 1 in Wien, angehören. 13 von ihnen berichteten zubeugen. Man braucht in dieser Beziehung nur daran zu erinnern, daß der Bergfiskus im vergangenen Jahr noch ein Ver- über eine Mitgliederzahl von 1101. Es erscheint eine eigene Vertaufsabkommen mit dem Kohlensyndikat hatte, das er dann bandszeitschrift" Die freie Jugend" in Czernowitz, der Hauptstadt infolge von Meinungsverschiedenheiten über die zu beobachtende der Bukowina, in 2000 Exemplaren. how Preispolitik auflöste. Unter dem Einfluß der guten Konjunktur blieb dieser Vorgang ohne besonders tiefgehende Rückwirkung auf den Kohlen- und Kotsmarkt. Bei niedergehender Konjunktur der Landesanstalt für Gewäffertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterburean fann sich das aber sehr leicht ändern, so daß dann sowohl der Bergfistus wie auch das Kohlensyndikat die Auflösung jenes Vertaufsabkommens wohl kaum besonders günstig empfinden dürften. Damit ist aber auch zugleich der Weg gezeigt, auf dem der Fiskus eine Aenderung der bis jetzt festgehaltenen Preispolitik des Syndikats herbeiführen kann. Stellt er die Wiederherstellung jenes Verkaufsabkommens als erreichbares Ziel auf, so sollte man meinen, daß es nicht allzu schwer sein müßte, das Syndikat gegen diesen Preis zu denjenigen Preiszugeständnissen zu veranlassen, welche die gegenwärtige Wirtschaftslage zu fordern scheint. Der Fistus würde damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Auf der einen Seite wäre die im Interesse unserer Volkswirtschaft und namentlich angesichts niedergehender Konjunktur doppelt notwendige Einigkeit im Kohlenbergbau wiederhergestellt, auf der anderen Seite würde auch den Kohlen- und Kofsverbrauchern eine unter den jezigen Verhält niffen dringend notwendige Erleichterung ihrer Tage geschaffen. Wafferstand Wafferstands- Nachrichten am feit 10.10. 9.10. cm cm³) 152 0 am ſeit Wasserstand 10.10. 9. 10. em cm¹) Saale, Grochlik 66 0 22 +2 242 0 203 +9 Hasel, Spandau) 26 7 Rathenow) Spree, Spremberg) 86+10 0 +3 144-4 145 Beeskow 92 Befer, Münden 110-16 Minden 188 0 Rhein, Marimiliansau 370 -3 Kaub 162 +2 Köln 141 -148-2 Nedar, Heilbronn 53+2 84-2 Main, Hanau 112 +1 79 +2 Mosel, Trier Fall. Unterpegel Memel, Tilfit Bregel, Jnsterburg 23 eich fel, Thorn der, Ratibor Krossen Frantjurt Warthe, Schrimm 56+2 Landsberg 23 -8 Nete, Vordamm +2 Elbe, Leitmerit -19+8 Dresden Barby Magdeburg " )+ bedeutet Buchs, K-> Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis Gleimftr. 56. Am Freitag verstarb unser Genoffe, der Gastwirt Wilhelm VOB Bezirk 581. Ehre feinem Andenken! Die Beerbigung findet morgen Montag, nachmittags 4 Uhr, auf bem Georgenkirchhof, Landsberger Allee, statt. Um rege Beteiligung ersucht 231/1 Der Vorstand. BΣ Deutscher Textilarbeiterverband. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Weber Paul Heinrich Friedrichsberger Str. 16 am 10. b. M. an Gefäßerweiterung gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Oftober, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Auferstehungs- Kirchhofes, Weißenfee, aus statt. 195/16 Die Ortsverwaltung. Spezialarzt f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in ut. Co. konz. Laborat. j Blut: Dr. Homeyer untersuchung., Fäden i. Harn usw. gegenüber Friedrichstr. 81, anoptikum. Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Technische Kurse Berlin: Neanderstraße 3 und " Rathenower Str. 3. Hochbau, Tiefbau, Maschinenbau, Elektrotechnik. Kgl. Regier. Baumeister a. D. Dr. Werner. Prospette frei. * Gardinenhaus, Große Frank furterstraße 9, Flureingang. 1233* Enorm billig! Vorjährige feinste Ulster und Anzüge = von 25 bis 60 M. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Karl Havemann Andreasstraße 55, im Alter von 67 Jahren geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerbigung findet am Montag, den 18. Oktober, nach mittags 8 Uhr, von der Halle des Markus Kirchhofes in Wilhelms. berg aus ftatt. 90/4 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, ber Metallbrüder Carl Ruhnke, Cotheniusstr. 17, gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, ben 18. Oftober, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Auferstehungs- Fried. hofes in Beißensee aus statt. Ferner farb unfer Mitglied, ber Dreher Albert Krüger, Choriner Str. 82, am 10. b. M. Die Beerdigung findet am Dienstag, ben 14. Dftober, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle bes Sentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 127/15 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbelterverband. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Kollege August Müller im Alter von 65 Jahren ber storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittags 2 Uhr, bon der alle der Philippus ApostelGemeinde nach dem städtischen Friedhofe in der Seestraße statt. Um rege Beteiligung ersucht 145/18 Der Vorstand. Am Freitag verstarb nach turgen, fiveren Leiden unser innigftgeliebter Sohn Karl Ewert im Alter von 9 Jahren. 26496 am Die tiefbetrübten Eltern. Karl Ewert nebit Frau u. Tochter. Die Beerdigung findet Montagnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Michaeltirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Nachdem im vorigen Jahre unferem lieben Bruder ein Kind entrissen wurde und ihn das Schidjal zum zweiten Male traf durch den Tod seines Sohnes Karl Ewert sprechen wir hiermit unsere tiefste 26505 Zeilnahme aus. Familie Max Ewert. Familie Adolf Ewert. Familie Bruno Ewert. Statt besonderer Meldung! Hierdurch die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Ida Nahtow am 9. Oktober fanft entschlafen ist. G. Nahtow, Mutter und Geschwister, Buttbuser Straße 13. KREDIT FEDER Brunnenstr.1 Frankfurter Allee KottbuserDamm 89 81A Die Beerdigung findet morgen Montag, den 13. Oktober, nachmittags 2 Uhr, vom Trauer bause aus statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine innig geliebte Frau Elisabeth Blanbois geb. Kroschek nach langem und geduldigem Leiden im 35. Lebensjahre ver storben ist. P. Blanbois, Beißensee, Konkordia- Ede. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 12. Oftober, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Gemeinde Friedhofes, Röldestraße, aus statt. 902 AP Todesanzeige. Am 10. Oftober, vormittags 11 Uhr, entschlief nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Großmutter und Schwie germutter Wilhelmine Winge geb. Rühl im 60. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt att Die trauernden Hinterbliebenen. Berlin, ben 11. Dftober 1913. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 14. Dttober, nachmittag 4%, Uhr, von der Reichen balle des Anstaltsfriedhofs in Buch statt. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. V. a. G. Berlin 6. Abteilung Frauen- Sterbekasse. Am 9. Dftoher verstarb unser Mitglied, Frau Auguste Deniger. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. Oktober, nachmittags 12 Uhr, von der Halle des Nazareth- Kirchhofes in Reinidendorf, Kögelstraße, aus statt. 259/2 Die Ortsverwaltung. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter Filiale Lichtenberg I. Nachruf! Am 3. dieses Monats verstarb unfer Mitglied 129/8 Richard Dietrich. Chre seinem Andenken! Für die vielen Beweise herzlicher Liebe und Freundschaft beim Tode meiner lieben Frau, unserer guten Tochter und Schwester Johanna Haffner fagen wir allen, insbesondere den Zurnern, Sängern, Genoffen und Kollegen unseren Dank. Konr. Haffner. Familie Karl Göbel. Danksagung. Für die Beweise der innigen Teilnahme beim Ableben meines lieben, unvergeßlichen Mannes sage ich allen herzlichen Dant. 2651b Ida Hanke. Danksagung. der Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, des Restaurateurs Julius Last jagen wir hiermit allen Berwandten, Freunden und Bekannten, unseren Gästen und dem Wahlverein, Beairt 777, unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Ww. Anna Last und Kinder. 792 Möbel Schwarze Kleidung Fertig am Lager: 50, 40, 80,70, Gebrock- Anzüge 70; 60; 36M Smoking Anzüge 0,040 M Cutaway u. Weste 65,50,99 40,36,00 M. Beinkleider 115 8м. 12. 10. Fertige schwarze Kleidung für Knaben und Jünglinge in größter Auswahl 2 Feine Maß- Anfertigung in ca. 10 Stunden Baer Sohn Kleider- Werke Berlin, Gegr. 1891, Chausseestraße 29-30. 11. Brückenstraße 11, Gr. Frankfurter Str 20. 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B. das„ Berliner Tageblatt", das Urteil in Stettin könne dazu mithelfen, die soziale Kluft zu vertiefen. Richtig sei, daß eher ein Schuß gegen Arbeitswillige als ein Schutz Arbeitswilliger zu verlangen ist. Es sei, meint das Blatt, menschlich begreiflich, daß Brandenburg Streifbrecherdienste Teistete, unerklärlich aber sei das Urteil. Es heißt dort: Umständen tief bedauerlich bleibt, weil er ein Menschenleben ver-| der Konsulate der Süd- und Mittelamerikanischen nichtete, nur ein Beweis dafür, wie bitter notwendig ein wirk- Staaten sowie Spaniens und Portugals. samer geseglicher Schutz der Arbeitswilligen Bedeutend schwieriger ist aber die Beschaffung der fonsularisch ift. So lange dieser Schutz leider fehlt, wird für die Arbeiter, beglaubigten Ursprungszeugnisse für das Nachbarland, für Frankdie sich dem Streifterrorismus nicht beugen wollen, immer der reich und für die französischen Kolonien, wo für gewisse Gedanke naheliegen, sich auf dem Wege der Selbsthilfe gegen Waren solche Zeugnisse bei der Einfuhr erforderlich sind. Da zur die Gewalttätigkeiten der Streifenden zu schützen. Vorgänge Beglaubigung von aus Elsaß- Lothringen stammenden Handelswie die Erstechung des Arbeiters Kühl sind nur die lebten papieren überhaupt fein Konsul, sondern nur die franzö= traurigen Folgen dieses Mangels unserer sische Botschaft in Berlin ermächtigt ist, müssen die UrRechtsordnung; das würde gerade auch dann gelten, wenn sprungszeugnisse dieser vorgelegt werden, was aber in der Weise in dem Frauendorfer Falle objektiv der Tatbestand der Notwehr geschehen muß, daß das von einer Handelskammer ausgestellte nicht vorgelegen haben sollte. Auch dieser Vorgang also ist auf Zeugnis durch das Ministerium von Elsaß- Lothringen und deffen jeden Fall eine tiefernste Mahnung an unsere Gesebgebung, auf Unterschrift außerdem noch durch das Auswärtige Amt diesem Gebiete endlich ihre Pflicht zu tun!" in Berlin beglaubigt wird. Die Erfüllung aller dieser Formalitäten nimmt in der Regel 14 Tage in Anspruch. Was 14 Tage im heutigen Zeitalter, wo jede Minute kostbar ist, bedeuten, scheint für die elsaß- lothringische Regierung nebensächlich zu sein. Aus Industrie und Handel. Mittelalterliches aus Elsaß- Lothringen. Aus Straßburg wird uns geschrieben: Schamloser läßt sich eine Sachlage faum verdrehen. Nach der Wer die Dinge menschlich zu verstehen sucht, der wird bestehenden Gesellschaftsordnung haben die Arbeiter ein Recht und Entschuldigungsgründe dafür, daß Brandenburg durch Ueber- müssen ein Recht haben, zu streiken. Das Streifrecht antasten, nahme der Arbeit während des Streits seinen Kollegen in den heißt, die bestehende Rechtsordnung antasten. Umgekehrt, sagt die Es ließen sich noch eine ganze Reihe von Fällen anführen, Rüden fiel, geltend machen können. Aber auf der anderen Seite" Deutsche Tageszeitung" das ist der vielen Säße furzer Sinn die nach dem Bericht der Handelskammer sogar zu Schädigungen steht ein Menschenleben, ein fribol, ja brutal die Hingegardisten, die das Streikrecht der Arbeiter mißachten, be- einzelner Interessenten, zu verlorenen Forderungen usw. geführt hingeschlachtetes Menschenleben. Darüber finden sich in Selbsthilfe, wenn sie einen Streikenden niederschießen; haben. tommt man nicht hinweg. Der gemordete Arbeiter damit nicht wieder eine Niederschießung erfolgt, beseitige man Aber nicht nur diese Mißstände sind durch die Nichtzulassung Kühl mag wirklich ein Schimpfivort gebraucht haben; erwiesen unter dem Namen„ Schutz der Arbeitswilligen" das Streifrecht. ausländischer Konsulate hervorgerufen, auch die Anbahnungen bon ist es nicht. Daß er den Brandenburg angefaßt, daß er ihn Eine famose Argumentation. Auf das Eigentum dieselbe Argu- neuen Handelsbeziehungen sind tolossal erschwert. Ein Konsul, der ernstlich bedroht habe, davon kann nicht die Rede sein. Zu der mentation wie hier auf das Streifrecht angewendet, müßten dar- im Lande wohnt, der Land und Leute und ihre Industrie kennen rohen Tat Brandenburgs lag ein Anlaß nicht vor. Es handelt nach demnächst Geseze zum Schuße von Dieben und Räubern er- lernt, ist natürlich viel besser in der Lage, seinen Landsleuten diese sich um ein schweres Verbrechen, das ungefühnt lassen werden. Denn solange das Eigentum anderen gehört, be- und jene Produkte zu empfehlen und sofort über die in seinem blieb. Der unbefriedigte Ausgang wäre noch bedauerlicher, wenn finden sich die Herren Spizbuben und Räuber bei seiner Aneignung Heimatlande erzeugten Waren Auskunft zu geben. Auch der wirklich, wie behauptet wird, die Geschworenenbank einseitig au- in Selbsthilfe; damit solche Selbsthilfe" nicht mehr erforderlich ist, Fremdenverkehr wird durch die Nichtzulassung von ausländischen sammengesezt worden wäre. Gerade bei derartigen, auf sozia- muß zum Schuße der Diebe und Räuber also ein Gesez erlassen Konsulaten erschwert. Namentlich die widrigen Paßangelegenheiten len Gegensäzen beruhenden Konflikten sollte aufs peinlichste dar- werden, das das Privateigentum aufhebt. Die Deutsche Tages- laffen manche Fremde Elsaß- Lothringen meiden. auf gesehen werden, daß nicht einzelne Klassen und Klassen- zeitung" wird folgerichtig nicht nur als Schutzpatron von arbeitsarbeits- laffen Auf das Verhalten der elsaß- lothringischen Regierung in der interessen den Ausschlag geben fönnen. willigen Mörden, sondern auch von Dieben und Räubern auf- Nonfulatfrage ist ohne Zweifel auch ein Grund der sehr langsam Die Forderung eines Schußes der Arbeitswilligen ist zu treten müssen. fortschreitenden Industrialisierung der Reichslande zurückzuführen. einem reaktionären Schlagwort geworden. Um den Preis einer Die Arbeiter mögen aus der Art, wie mit ihrem Menschenrecht Bereits heute ist die früher blühende Tertilindustrie der Vogesengefeßlichen Aktion in dieser Richtung scheint ein großer Teil der der Koalition und mit dem Recht auf Schuh ihres Lebens Schind- täler konkurrenzunfähig. Die Maßnahmen der Regierung in der deutschen Industrie und des deutschen Handwerks bereit, sich mit Iuder getrieben wird, ersehen, wie dringend not ein Zusammen- bekannten Grafenstadener Affäre, wo mit dem Boykott den Agrariern zusammenzutun. Es kann auch nicht bestritten schluß der Arbeiter gegen die Reaktionäre aller Schattierungen ist. der elsässischen Lokomotiven gedroht wurde, wenn der angeblich werden, daß terroristische Ausschreitungen streifender Arbeiter Eine der ersten Aufgaben im Reichstage muß aber die Forderung deutschfeindliche Direktor der Grafenstadener Maschinenfabrik nicht vorkommen und daß besonders die Arbeitswilligen als die ge- eines Schutzes und einer Sicherung des Koalitionsrechtes sein. entlassen werde, haben dem Lande wie auch der Arbeiterschaft schworenen Feinde der Arbeiterbewegung angesehen und entgroßen Schaden gebracht. Auch in der Konsulatsfrage ist es die sprechend behandelt werden. Nur daß man eigentlich nicht recht elsaß- lothringische Arbeiterschaff, die wiederum viel darunter zu einsehen kann, wozu noch schärfere Strafbestimmungen gegen leiden hat. Hätten wir in Elsaß- Lothringen ein Parlament, das streitende Arbeiter nötig sein sollen, da die Gerichtsberichte voll der Regierung, von der es schon des öfteren von einer un= sind von teilweise sehr drakonischen Strafen gegen Ausfähigen Regierung gesprochen hat, in dieser Frage ein Baroli schreitungen streikender Arbeiter. Der Fall von Stettin und bieten würde, so wäre manches besser. Aber die Herrschende Partei manche ähnlichen Vorgänge lassen viel eher die Frage berechtigt Man will es nicht glauben, wenn man die Kunde bernimmt, in Elsaß- Lothringen, das Zentrum, hat andere Dinge im Kopfe. erscheinen, wie es mit dem Schub gegen Arbeitswillige und doch ist es so: Elsaß- Lothringen hat feine ausländische Kon- Für das Zentrum heißt es in den nächsten Jahren erst die Schule bestellt sei. Man braucht sie nicht alle in einen Topf aufulate. Alle Bemühungen der 4. Elsaß- Lothringischen noch mehr zu verklerikalisieren, die Gehälter der Geistlichen zu werfen. Es gibt unter ihnen gewiß auch anständige Elemente. Aber sie können feineswegs unter allen Umständen als Elite- andelskammer waren vergeblich. Sämtliche Eingaben auf erhöhen und ihre schwarzen Hände in anderer Beute Taschen zu die sich auf die Jahre 1878, steden. Um das leichter zu bewerkstelligen, macht man sich jetzt bei menschen angesehen werden, und recht häufig handelt es sich bei Bulaffung ausländischer Konsulate 1879, 1892, 1896, 1898, 1901 verteilen blieben seitens der elsaß- der Regierung lieb Kind, bei derselben Regierung, der man die ihnen um rohe und gewalttätige Personen." Als im Jahre 1907 die Absicht zutraut, sie laffe die ausländischen Konsulate nur deshalb In ganz anderer Weise schallt es aus dem Blätterwalde der Lothringischen Regierung unbeantwortet. Scharfmacher. Die" Post" schreibt in ihrer täppischen Art zu Handelskammer von Mülhausen eine Betition auf Bulaffung aus nicht in Elsaß- Bothringen hinein, weil dann auch ein franzö= unserer Kritik des ungeheuerlichen Fehlspruchs der Stettinerländischer Konsulate einreichte, erhielt sie die erste Antwort und fisches Konsulat tommen würde, das dann natürlich seine Fahne Geschworenen: die lautete, daß die Errichtung von ausländischen Konsulaten zut- zum Fenster hinaushängen würde. Und die französische Fahne in GIjab 2othringen. Brr! ber! das darf nicht Wann endlich werden unsere Arbeiter einsehen, daß es sich seit nicht beabsichtigt sei. hier abermals um eine ganz schamlose Heßerei handelt, für die Elsaß- Lothringen, das in den 70er Jahren durch Abwanderung sein. Das ist in Elsaß- Bothringen noch nicht einmal zu Fastnacht auch nicht der Schein einer Berechtigung vorhanden ist?" reicher Industrieller wirtschaftlich sehr gelitten hat, das ferner durch erlaubt. Die Hamburger Nachrichten", die„ Kölnische Zeitung" und die die Zurückdrängung seiner Tertiliaren, die früher direkt gesucht Berliner Neueste Nachrichten" heßen von neuem zu einem„ Schuh waren, auf dem Weltmarkt etwas ins Hintertreffen geraten ist, Der Arbeitswilligen". Den Vogel schießt die Deutsche Tages- leidet unter der Nichtzulassung von ausländischen Stonsulaten sehr zeitung" ab. Sie stellt die Sachlage direft auf den Kopf. Richtig start. Alle Kulturstaaten unterhalten in Industriegegenden fei ja, meint sie, daß die meisten Zeugen erklärt haben, sie hätten Konsulate, die die Staats- und Privatintereffen in bezug auf Handel nicht gesehen, daß der erstochene Arbeiter Kühl den Brandenburg und Gewerbe zu schüßen haben. Neben diesem Schuße haben die angefaßt habe. Die Zeugen haben tatsächlich mehr erklärt, jie tonfulate die Aufgabe, den Angehörigen ihres Heimatlandes mit haben ausgesagt, daß Kühl den Brandenburg nicht angefaßt hai.) Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der Präsident der HandelsGin Zeuge habe aber doch ein Anfassen gesehen. Und wenn der tammer Mülhausen referierte auf dem 1. Elsaß- Lothringischen unparteiische medizinische Sachverständige erklärt hat, der Erstochene Handelskammertag über diesen von allen Gewerbetreibenden und fonne den Brandenburg nicht angefaßt haben, die von dem Zeugen Handelsinteressenten hart empfundenen Mißstand und gab an der behauptete Stellung sei nach Lage des Stichs unmöglich, so könne Hand von jahrelangen Erhebungen ein flares Bild über den für doch der Angegriffene in einem Bruchteil einer Setunde seine ein modernes Staatswesen unhaltbaren Zustand. Stellung geändert haben! Das Blait scheint selbst zu fühlen, daß So führte der Berichterstatter als Beispiel auch den Konsul der eine solche Darstellung denn doch selbst für seine, nach Behauptung Vereinigten Staaten von Amerita an. Da der Konful des besten Mitarbeiters der Oertelgruppe geistig schwerfälligen" sich in Elsaß- Lothringen nicht niederlassen darf, eröffnete er fein Leser gar zu starfer Blödsinn ist. Es fügt deshalb hinzu, möglicher- Konsulat in Rehl, Baden. Begnügt sich der Konsul mit der ein-( unter dieser Plage. Herbstfutter ist reichlich vorhanden. Die abweise habe Brandenburg irrtümlich geglaubt, er sei bedrängt. An fachen Zusendung von Rechnungen usw., so gehen immerhin zwei solchem Irrtum seien die schuld, die von ihrem Streifrecht Gebrauch bis drei Tage verloren. Verlangi er aber das persönliche Erscheinen machten, also feien Gesetze zum Schutz der Arbeitswilligen nötig. Senful befugt iſt, jo erwachsen den Interessenten natürlich große größten Montanunternehmen Deutschlands, steigerte im Jahre 1912/13 des betreffenden Firmeninhabers oder Stellvertreters, wozu der Die Deutsch- Luxemburgische Bergwerks- Aktiengesellschaft, eins der Wörtlich heißt es in der Deutschen Tageszeitung": " Selbst wenn Brandenburg aber in der durch den Terroris- Unkosten. Wie stark der Konsul von elsaß- lothringischen Interessenten ihren Bruttogewinn um 7,2 Millionen auf 29,5 Millionen Mark. mus" der Streifenden hervorgerufenen Aufregung und Erbitte- in Anspruch genommen wird, ergibt sich schon daraus, daß z. B. eine Mit Rücksicht auf den gegenwärtigen Konjunkturrüdgang erniedrigt rung zu Unrecht angenommen haben sollte, daß eine Gefahr Mülhauser Firma jährlich allein zirka 200 Konsular die Gesellschaft aber ihre Dividendenzahlung von 11 auf 10 Broz. für Leib und Leben für ihn vorhanden sei, so würde doch die fakturen beglaubigen läßt. Der Konsul von Canada wohnt Dafür werden die Abschreibungen um 6 Millionen auf 16,1 Millionen Schuld an einem solchen Jrrtum in vollem Umfange den in Mannheim und verlangt jedesmal das persönliche Erscheinen erhöht. Diese Dividendenpolitik geschieht auch mit Rücksicht darauf, Streifterroris mus und diejenige Partei treffen, des Intereffenten. Daß dadurch die Ausfuhr gewaltig erschwert daß im letzten Jahre das Aktienkapital um 20 Millionen auf die diesen Terrorismus systematisch betreibt und wird, scheint nur die elsaß- lothringische Regierung nicht zu be- 120 Millionen erhöht wurde und große Neuanlagen geschaffen berteidigt. Ferner aber ist dieser Vorgang, der unter allen greifen. 2 bis 3 Tage Zeit vergehen auch bei Inanspruchnahme worden sind. -" Die Kartoffelernte ist nach dem Bericht des Deutschen Landwirtschaftsrats im allgemeinen befriedigend, vielfach sehr gut; schwere Böden und alte abgebaute Sorten brachten weniger gute Erträge. Die Rüben haben durch das milde feuchte Wetter noch eine Gewichtszunahme erfahren, liefern aber vielfach weniger als der üppige Blattwuchs erwarten ließ auch mit dem Zuckergehalt ist man nicht immer aufrieden. Die Herbstbestellung war bei Eintritt des Regenwetters schon ziemlich weit vorgeschritten, vielfach bis auf die Hackfruchtäcker beendet. Roggen ist fast überall untergebracht, während die Aussaat von Weizen erst zum Teil betvirkt und jetzt durch Regen unterbrochen ist. Für den Aufgang und die Entwickelung war das milde und feuchte Wetter sehr vorteilhaft. Der frühgefäte Roggen steht gut, mur machen die in vielen Gegenden auftretenden Schnecken und Mäuse großen Schaden, so daß häufig nachgefät werden muß. Auch der gut entwidelte junge Klee leidet geernteten Wiesen geben bei der herrschenden Witterung noch eine gute Weide. 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Keiner fehle! 169/14 Die Ortsverwaltung. Voranzeige. Im Namen des Reichs. In Sachen der Lichterfelder Kranken- und Sterbekasse für sämtliche Berufszweige( Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 54) in BerlinLichterfelde hat das Kaiserliche Aufsichtsamt für Brivatversicherung in der Senats sigung welcher om 20. September 1913, an 1. der Geheime Regierungsrat im Kaiserlichen Aufsichtsamte für Privatversicherung Wagener als Borsigender, 2. der Kaiserliche Regierungsrat Mehlis, 3. der Kaiserliche Regierungsrat Dr. Avellis als ständige Mitglieder, 4. der Generaldirektor der Deutschen Lebensversicherungs- Gesellschaft in Lübeck Böttcher, daselbst, und Am Sonntag, den 26. Oktober, in Obiglos gr. Festsaal, 5. der Königlich Bayrische ReKoppenstraße 29: Kunft- Abend. Billetts a 25 Pf. im Bureau und bei den Kassierern zu haben. Swinemünder Gesellschafts. Verband der Sattler u. Portefeuiller haus, Swinemünder Straße 42. Artushof, Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den 15. Oktober, abends 82 Uhr, in den ,, Armin- Hallen", Kommandantenstr. 58/59 Perleberger Straße 26. Generalversammlung. Patzenhofer Ausschank, Tagesordnung: 1. Geschäftliches. Turm- Straße 26. Frankes Fest- Säle, Schönhauser Allee 129. Bad- Straße 19. Am Mittwoch, den 15. Oktober 1913, abends 81 Uhr, in folgenden Lokalen: Süßmilchs Fest- Säle, Bornholmer Straße 7. Mila- Säle, Schönhauser Allee 130. Café Gärtner, Holsteiner Ufer 27/28. Tagesordnung: 1. Die Tätigkeit der sozialdemokratischen Stadtverordneten im Noten Hause. 2. Diskussion. Referenten sind die Stadtverordneten: Dr. Oskar Cohn, Dupont, Th. Fischer, Th. Glocke, Karl Leid, Wilh. Pfannkuch, Dr. Kurt Rosenfeld, Dr. Hermann Weyl, Emanuel Wurm, Fritz Zubeil und Redakteur Hans Weber. 230/ 20* Der Vorstand. 2. Bericht und Abrechnung von 3. Quar: tal 1913. 3. Antrag der Verwaltung auf Anstellung eines vierten Beamten und Reorganisation der Bureauverhältnisse. 4. Antrag der Militärbranche: a) auf Entschädigung der Werkstatt: trauensmännerfitzungen. 5. Verschiedenes. tommiffionen und Vertrauensleute; b) Entschädigung der VerEs Achtung! tönnen wegen der vorzunehmenden wichtigen Abstimmungen nur solche Kollegen und Kolleginnen Zutritt erhalten, die sich durch Vorzeigung ihres Mitgliedsbuches legitimieren. 158/3 Die Ortsverwaltung. Sonnabend, den 18. Oktober 1913 zur feier des 24 jährigen Stiftungsfeftes findet in Kellers Festsälen( Inhaber Paul Obiglo), Koppenstraße 29, ein Heiterer, bunter Künftler- Abend arrangiert von Herrn Karl Heinzins, statt. Saaleröffnung 8 Uhr. Anfang 82 Uhr. der gierungsdirektor. Generaldirektor Bayrischen Versicherungsbant, Aktiengesellschaft, vormals Versicherungsanstalten der Bahrischen Hypotheken- und Wechselbank in München, Ritter von Rasp in München als Mitglieder des Versiche rungsbeirats, nach mündlicher Beratung folgende Entscheidung getroffen: Der Lichterfelder Kranken- und Sterbelasse für sämtliche Berufszweige in Berlin- Lichterfelde wird unter Anerkennung als fleinerer Verein im Sinne des§ 53 des Gesetzes über die privaten Ber sicherungsunternehmungen bom 12. Mai 1901( Reichs- Gesetzblatt S. 139 ff.) die Genehmigung zu der von der Generalversammlung am 6. April 1913 beschlossenen Sabung erteilt, wobei der Abs. 2 des§ 32 die von den Abgeordneten nachträglich beschlossene Form er hält. Urkundlich unter Siegel und Unterschrift. Das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung. ( gez.) Wagener. Ausfertigung. J.-Nr. IV. 2069/25. Vorstehende Sagungsgenehmigung wird hierdurch gemäß§ 54 der neuen Eagungen mit dem Bemerken zur Kenntnis gebracht, daß die neuen Sagungen mit dem 1. Januar 1914 in Straft treten. Der Hauptvorstand der Lichterfelder Kranken- und Sterbekasse für sämtliche Berufszweige, V. V. a. G.( bisher E. H. 54). Berlin- Lichterfelde, 1. Oktober 1913. F. Geisen- Kersting, Borsigender. Billett 50 Pfennig. Jede Dame erhält ein Präsent gratis. Nach der Vorstellung: Großer Ball. Herren, die daran teilnehmen wollen, zahlen 50 Pfennig nach. Programme an der Kasse gratis. Zahlreiche Beteiligung erwartet 291/ 16* Das Komitee. atentanwalt Prillwitz Berlin N.W.21.Thurmstraße 34. Kartellverband Groß- Berlin für Sport- und Körperpflege. 12 Sonntag, den 12. Oktober, mittags 1 Uhr: Oeffentliche, unpolitische Volks- und Sportlerversammlungen Berlin: Ronfordia- Festsäle, Andreasstraße 64, Jin: Kouforbia- Feitfäl in den Lokalen: 19adi nipis Pharus- Säle, Müllerstraße 142, Hofjäger- Palast, Hasenheide 52/53. nu 922inpu9ST Tempelhof- Mariendorf- Marienfelde: Herolds Festsäle, Mariendorf, Chausseestraße 283. Lichterfelde und Umgegend: Richter, Lichterfelde, Chausseestraße 104. Neukölln, Britz und Umgegend: Bartsch, Hermann- Ober- und Nieder- Schöneweide, Karlshorst, straße 49. Lichtenberg: Steuer, Frankfurter Chaussee 128. Charlottenburg: Volfshans, Rosinenstraße 3. = Johannisthal und Umgegend: Restaurant Wilhelminenhof. Bohnsdorf- Grünau: Restaurant Gravelotte( 2 Uhr). Schöneberg: Neue Rathausfäle, Martin- Luther- Straße 69. Adlershof- Köpenick: Stadttheater. Halensee Wilmersdorf: Viktoria- Garten, Wilhelms- Reinickendorf- Ost: Anders, Hauptstraße 50/51. aue 114/115. Reinickendorf- West: Wohlfahrt, Eichbornstraße 18. Tagesordnung: 00 1. Jungdeutschlandserziehung und die Arbeitervereine für Sport und Körperpflege. 2. Freie Aussprache. Hermann Referenten: Otto Büchner, M. d. R. Redakteur Ernst Dänmig. Wilhelm Deinert. Agnes Fahrenwald. Franz Gent. Bruno Lieske. May König- Dresden, Vorsitzender des Verbandes„ Volksgesundheit". Mar Peters. Franz Preuß. Rüdiger. M. Reichert- Spandau. Frik Stühm. Richard Loppel. Wilhelm Wachs. Redakteur Frik Wildung- Leipzig. Die Tellersammlung ist für den Bebelfonds bestimmt. t Arbeitereltern und Mitglieder bürgerlicher Sportverbände sind besonders eingeladen!! of Sale Für die Einberufer. Deutscher Arbeiter- Wanderbund Verband d. Hausarzt- Vereine Möbel ,, Die Maturfreunde" ( Ortsgruppe Berlin). Sonntag, den 12. Oktober, im Moabiter Gesellschaftshause, Wiclefftr. 24: Lichtbilder- Vortrag. Von Strausberg durch das Gebiet der Rüdersdorfer Kalkberge nach Erkner. Nach Driginal- Aufnahmen der Photographen- Abteilung des Deutschen Arbeiter- Wanderbunds. Vortragender: Genosse Heinrich. Nach dem Tanz. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen Vortrag: Einlaß 6 Uhr. 50 Pf. nach. Eintritt 30 Pfennige. 1/88 Anfang 7 Uhr. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Mitglieder- Versammlungen Tischler Bezirk Wedding und Moabit. Zentrale Organisation für Volksgesundheitspflege. Wir gewähren für den geringen Beitrag von zirka 25 Pfg. pro Woche, der monatlich durch Hausfaffierer abgeholt wird, den Familienangehörigen unserer Mitglieder ohne Ansehen der Zahl und Dauer der Krankheiten, ohne lästige Formalitäten, wie Krankmeldung oder dergleichen, zu jeder Zeit, selbst bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung 291/8 Außerdem frei: freie ärztliche Behandlung( auch durch Spezialärzte), freie Medizin bei atuten Erkrankungen. Verbandstoffe, ienschaftliche Monatszeitung| Verleihung von Badewannen, Diphtherie- Serum, mit Kinderbeilage Kinder- Spielpläge. Atteste, Totenscheine. Wissenschaftliche Vorträge. 10 t. 20 Pf. pro Woche. Ferner zu Selbstkostenpreisen: Nährpräparate, Stärkungsmittel, Krankenbedarfsartikel usw. Dem Verbande kann jede Familie beitreten, deren Ernährer frankenversicherungspflichtig ist oder ein EinTommen von nicht über 2500. hat, desgleichen Witwen oder alleinstehende Personen. Aufnahmegebühr 30 Pf. für Berlin: Nähere Auskunft erteilen NW. Moabit: W. Bodin, Roftoder Str. 36. Dullin, Turmstr. 58. Norden O. Wölke, Brunnenstr. 84. " G. Lange, Malmöer Str. 26. H. Meyer, Swinemünder Str. 97. H. Münchow, Lüderigstr. 3. Osten: K. Robel, Romintener Str. 48. Süd- Ost: G. Schultz, Adalbertstr. 64. Westen: M. Erdmann, Staplerstr. 18. Süden: M. Thurm, Böchstr. 37. Für Vororte: Adlershof: A. Stamer, Bismardstr. 11. Baumschulenweg: E. Mann, Baumschulehstr. 86. Borsigwalde( fiche Tegel). Montag, den 13. Oktober 1913, abends 5 Uhr, Britz: A. Tiepke, Bürgerstr. 29. bei Kaczorowski, Ravenéstraße 6: Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Nitschke über: Die Volksfürsorge und die Schäden der Privatversicherung“. 2. Verbandsangelegen heiten. Laden- und Kontormöbelbranche. Montag, den 13. Oktober 1913, abends 6 Uhr, im Luisenstadt- Kasino, Dranienftr. 180. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbandsangelegenheiten. Maschinenarbeiter. Bezirk SO, Neukölln, Treptow und Britz. Montag, den 13. Oftober, abends 5 Uhr, im ,, Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbandsangelegenheiten. Bezirk Charlottenburg. Donnerstag, den 16. Oktober, abends 8 Uhr, im ,, Volkshaus", Rosinenſtr. 3. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten W. Richter: Die Arbeits: Losenfürsorge in Staat und Gemeinde". 2. Verbandsangelegenheiten. Kistenmacher. Dienstag, den 14. Oktober, abends 8 Uhr, in den ,, Andreas- Festsälen" Andreasstr. 21. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Freitag, den 17. Oktober 1913, abends 8½ Uhr, in Obiglos Festsälen( früher Keller), Koppenstr. 29: Zentrums- Vertrauensmännerversammlung Tagesordnung: 1. Die Bestrebungen des neuen Kartells der Grokindustriellen, Agrarier und Mittelständler". Referent: Kollege Robert Schmidt. 2. Verbandsangelegenheiten. Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter Sonnabend, den 25. Oktober 1913: Kammermusik- Abend im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59. MITWIRKENDE: Herren Peter Uschmann, 1. Violine; Hermann Walter, 2. Violine; Viktor Prosil, Viola; Franz Hollfelder, Violoncell; Frl. Gertrud Nettermann, Gesang; Frl. Marie Schipfmann, Rezitation. Am Flügel: Hr. K. Rockstroh. Konzertflügel: Ibach. Nach dem Konzert: BALL. Anfang pünktlich 8, Uhr. Billetts inkl. Tanz 50 Pf. auf den Zahlstellen der Klavierarbeiter. 90/6 Die Ortsverwaltung. Wohnungs- Einrichtungen Schlafzimmer, Herren-, Speise- und Klubsofas, Klubsessel sowie einzelne Möbel liefern wir zu den billigsten Preisen innerhalb ganz Deutschland. 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Hermsdorf: P. Schulze, Schulzendorfer Str. 71. Lankwitz( fiche Südende). Mariendorf: M. Herbst, Schwerinstr. 75. Marienfelde: K. Kalinowski, Berliner Str. 116. Neukölln: A. Kuhnert, Stuttgarter Str. 54. " " 0. Höse. Bissmannstr. 26. M. Israel, Emfer Str. 111. Nieder- Schönhausen: E. Hellrich, Kaiser- WilhelmStraße 49. Pankow: Th. Geßner, Nordbahnstr. 3. Reinickendorf- Ost: K. Irmer, Rütlistr. 14. 0. Janke, Hoppestr. 20/21. Reinickendorf- West( siehe Wittenau). " Spandau: G. Ruhnke, Weißenburger Str. 21. Steglitz: A. Damm, Zimmermannstr. 18. Südende, G. Thiele. Halstestr. 3. Tempelhof: R. Pechal, Friedrich- Wilhelm- Str. 7. Tegel: A. Becker, Brunomstr. 16. Treptow: A. Nitzky, Strüllsstr. 4. Waidmannslust( siehe Hermsdorf). Weißensee: P. Berger, Naugarder Str. 44. Wilhelmsruh: M. Kretke, Keplerstr. 26. Wilmersdorf: R. Becker, Wilhelmsaue 133. Wittenau: W. Lehmann, Charlottenburger Str. 43. Aus nichtverzeichneten Orten wende man sich an den Zentralvorsitzenden. Zentralvorfizender: G. Jacob, Berlin NW 21, Emdener Straße 45( Tel.: Mb. 1134). Hausarztverein Westen". Zwei öffentliche 99 Volks- Versammlungen Anfang pünktlich 8% Uhr abends am Dienstag, 14. Oktober, bei Ristow, Anhaltische Ressource, Möckernftr. 114, und am Freitag, 17. Oktober, in Schöneberg, Schwarzer Adler, Hauptstr. 144. Herr praktischer Arzt Dr. Alfred Bernstein wird sprechen über das alle Proletarier intereffieren de Thema: ,, Der Gebärstreik im Arbeiterhause". Die Frauen werden besonders gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Der Hausarztverein Westen" gehört als selbständiger Bezirk dem Verbande der Hausarztbereine Jan. Die Leistungen sind die gleichen, wie die in obenstehendem Verbandsinserat verzeichneten gegen einen Monatsbeitrag von 1,10 m. Aufnahmen nehmen entgegen( Gebühr 30 Bf.) für Westen: Max Erdmann, Kaplerstr. 18, Quergebäude III; für Südwesten: Hugo Döll, Teltower Str. 32, Scitenflügel II; für Schöneberg: Mar Schmidt, Cherusterstr. 29, vorn III. Hausarztverein Charlottenburg. Mittwoch, den 15. Oktober 1913, abends 8%, Uhr, im Volkshaus, Rosinenstr. 3: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Moses über:" Der Geburtenrückgang- ein Kulturfaktor." 2. Diskussion event. Fragebeantwortung. 292/9 292/8 Der Eintritt in die Versammlung ist für jedermann frei. Wer sich in der Versammlung als Mitglied des Hausarztvereins Charlottenburg aufnehmen läßt, braucht das sonst übliche Etn: trittsgeld nicht zu zahlen. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Gipsbaubranche. Rabizputer, Träger und Spanner. Dienstag, den 14. Oktober, abends 8 Uhr, im Saal 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht über das Ergebnis der Beschwerde an den Verbandsausschus. 2. Neuwahl des Gruppenvorstandes. 145/ 17* Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch aller im Gipsbaugewerbe beschäftigten Kollegen er wartet mit follegialem Gruß Der Sektionsvorstand. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein, Berlin. Sektion der Putzer. Sonntag, den 12. Oktober, vorm. 10 Uhr, in Obiglos Festsälen, Schwedter Str. 23: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Sektionsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. 145/ 16* Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Der Vorstand. teppdeden Dr. Simmel Zum Umzuge! Spezial- Arzt egtra billiges Angebot! für Haut- und Harnleiden. Satin 150/200 5.50, 7.50, 8.50 b. 15.Wollatlas 10.-, 12.-, 15.- 24.- Prinzenstr. 41. dicht am Seidenatlas " 10.-, 12.-, 15.- 30.D Daunen- Steppdecken Cretton 150/200 31 20.bunten Satin Seiden- Satin Seiden- Atlas 30. " i. allen Farb. 33." 55. " " " Reine Seide 65.B " " " * Bernhard Strohmandel Moritzplatz 10-2.5-7. Sonntags 10-12. Spezialarzt für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata. Blutuntersuchung.* Schnelle, sich. Heilung. Mäßige Preise. Dr. med. Wockenfuß, Berlin nur Wallstr. 72 Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) zwischen Roß- und Inselstraße. Sprechst. 8-9, 11-2, 5-8, Sonnt. 8-9. 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St.-A. f. 8.)( Nachdruck verboten) 65 189 611 636 37 98 895 1008 82 182 343 93 468 715 2002 626( 400) 751 840 3081 111 268 437 612 47 90 827 33 4332 44 95 514 5136 263 87 516 740 833 6337 612 981 7326 84 95 479 713 873 8122 77( 3000) 657 648 778 85 9242 476 544 760 10148 446 677 679 88 757 81 11034 115 273 495 561 678 749 943 12203 95 356 498 952 13009 76 188 290( 400) 650 936 14403 845 50 93 15356 417( 400) 660 761 873 986 16501 610 764 821 67 904 66 83 17140 399 436 600 757 821 18676 840 ( 400) 963 19185 368 680 830( 400) 751 962 20222 491 673 992 23007 241 61 74 98 453 99 618( 400) 48 67 882 900 22137 229 321 607 649 23034 500( 15 000) 628( 3000) 807 24134 216 371 836 61 906 25697 746 91 26024 48 195 271 397 553 641 27011 17 62 447 81 614 ( 100 000) 630 934 86 28202 600 24 29010 185 362 63 433 606 732 824 81 30389 694 725 989 31006 287 600 674 918 32214 487 641 773 80 33011 38 768 34320 36 627 694 35159 233 305 25 33 92 404 18 606 610 916 36012 416 48 699 37146 88027 103 354 39585 805 40283 315 464 630 681 87 727 815 41413 706 42297 99 421 778( 500) 860 43594 641 710 66 974 44048 68 430 686 879 921 45051 438 552 46017 516 91 655 717 849 47025 127 280 440 549 48274( 400) 619 62 838 904 49379 585 907 50166 99 201 322 83 426 532( 400) 63 605 44 714 51212 74 77 762 886 52153 383 500( 400) 19 663 787 839 89 53282 695( 400) 676 849 935 40 54068 146 800 55146 316 659 714 999 56678 57069 226 322 66 71 437 58394 454 67 808 964 59225 73 78 414 60131 72 241 328 605 89 610 41 328 505 MaxFriedeberg Bülowstr. 24 HOCHBAHN STATION 107169 275 109058 141 463 636 735 65 836 52 104005 288 307 23 437 64 624 41 742 105163 316 510 633 108126 244.63 856 ( 500) 643 108059 95 129 286 95 372 916 27 89 201 324 58 611 692( 400) 714 57 79 919 83 110108 271 308 81 412 111346 468 852 112170 80 884 113083 280 442 716 33 114012( 400) 680 728 887( 1000) 956 115344 641 116208 577( 400) 612 780 875 912 117004 145 301 68 414 118009 132 90 387 682 822 911 82 119040 228( 400) 377 455( 500) 594 615 39 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Vrensisch- Süddeutsche ( 229. Königl. Preuß.) Klaffenlotterie 4. Klaffe 2. Biehungstag 11. Oktober 1913 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I n. II. Nur die Gewinne über 192 M. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Nachdruck verboten) 924 107019 42 332 519 696 877 108106 201 639 671 760 912 109454 920 110055 481 112109 324 66 659 807 939 113052 382 510 768( 400) 114213 553 84 787 839 115697 116117 211 34( 400) 425 45 617 754 86 967 117003 453( 400) 605 96 607 847 939 118133 89 451 62 590 671 119932 120046 219 522 121126( 400) 265 354 586 664( 1000) 777 896 924 122188 244 308 466 519 658 828 123057 153 694 936 45 124677 791 898 935 125165 323 126226 575 766 849 57 127098 104 337 57 73 440 68 85 552 678 954 128060 126 298 484 535 655 860 76 129092 665( 400) 756 968 985 130127 364 88 924 70 131309 552 58 930 132929 133025 69 146 71 203 331 420 601 811( 400) 988( 400) 134122 202( 400) 330 482 135012 205 59 81 559 652 78 766( 60 000) 136035 268 517 738 137132 56 384 525 647 76 94 710 990 138007 11 27 349( 500) 487 691 804 73 93 952( 400) 139210 47 376 94 634 95( 400) 205 75( 400) 77 767 855 1105 500 50 53 651 712 933 2022 350 569 881( 400) 3481 865 997 4653 770 5402 524 742 87 6103 441 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Rlaffe ber 3. Preußisch Sabbeutschen ( 229. Kgl. Preußischen) Klassenlotterie findet vom 7. November bis 3. Dezember statt. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil berantw.: Th. Glede. Berlin. Drud u. Berlag: Borwarts Buchdruderei a. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin S Nr. 267. 30. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 12. Oktober 1913. Gerichts- Zeitung. Schleifen als Plakate. Das Kammergericht verwarf die Revision des Angeklagten. Es führte aus, die Vorentscheidung laffe keinen Rechtsirrtum" ertennen und im übrigen scheitere die Revision an der tatsächlichen Feststellung des Landgerichts. Mordversuch gegen seine Ehefrau. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts III stand unter der Anklage des versuchten Mordes an seiner Ehefrau der Arbeiter Johann Schilling, ein Mann, der früher bessere Tage gesehen, mit Der Gärtner Gay hatte am 14. und 15. März im Schau-„ Rechtsirrtum" vor, wenn das Landgericht das Vorhandensein und als diese längere Zeit im Krankenhause lag, verkaufte er das Auffällig ist die Annahme des Kammergerichts, es liege fein seiner Frau eine Plättanstalt besessen hat, aber später auf die schiefe Ebene geraten ist. Er lebte mit seiner Frau in Unfrieden fenster seines Geschäfts verschiedene rote Aranzschleifen aufge- eines Blatats bejahte und deshalb das Vorliegen einer Nach Geschäft und gab das Geld aus. Es tam dann wiederholt zu hängt, die zu Kränzen gehörten, welche die Arbeiter verschiedener richt über den gewerblichen Verkehr" als nicht vorhanden annahm, heftigen Szenen zwischen den Eheleuten, die sich aus der Forderung Fabriken bei ihm bestellt hatten und die sie am 18. März auf dem weil die Inschriften auch für die Ziele des Märztampfes Propa- des Angeklagten um Geld, das ihm die Frau nicht geben wollte, Friedhofe der Märzgefallenen in Berlin niederlegen wollten. Die ganda machen sollten. Ist wirklich die Annahme nur ein„ tatsäch entwidelten. Am 1. Juli d. J. befand sich Frau Schilling zu Besuch im Sinne des Freiheitstampfes gehaltenen Widmungen waren von licher" Irrtum, eine Schleife sei ein Plakat und eine gewerbliche bei der Schwester des Angeklagten, die eine Laube in der Lauben. der Beusselstraße aus, wo sich das Geschäft befindet, zu lesen. Gah Nachricht verliere diesen Charakter, weil der Inhaber seine Sache Dort erschien ihr Ehemann, verlangte wieder von ihr eine größere kolonie der Gesellschaft vom Roten Kreuz in Charlottenburg besaß. wurde wegen Uebertretung des§ 9 des preußischen Preßgesekes vortrefflich gemacht habe, daß sie Propaganda treibt? Sind Ver- Summe Geldes, und als sie sich weigerte, seinem in befehlendem angeklagt, der bestimmt: stöße gegen die Gesetze der Logik und des Sprachgebrauchs kein Tone ausgesprochenen Verlangen nachzukommen, zog er plöblich Anschlagezettel und Plakate, welche einen anderen Inhalt" Rechts" irrtum? Und beruhen nicht„ tatsächliche Feststellungen", einen Revolver Hervor und gab einen Schuß auf sie ab. Die Kugel haben, als Ankündigungen über gesetzlich nicht verbotene Ber- bie dem Gesetzgeber hahnebüchenen Unsinn zumuten, auf Rechts- traf den Hals und blieb zwischen Schlagader und Halswirbel stecken. sammlungen, über öffentliche Vergnügungen, über gestohlene, ver- irrtum"? Darin hat das Kammergericht recht: wird bei der Ver- Frau S. jant befinnungslos zu Boden und mußte in das Krankenlorene oder gefundene Sachen, über Verkäufe oder andere Nachfolgung mit zweierlei Maß gemessen, so fällt nicht dem Gericht, haus Westend geschafft werden. Die Kugel konnte bisher noch nicht richten für den gewerblichen Verkehr, dürfen nicht angeschlagen, sondern der Polizei und der Staatsanwaltschaft dies zur Last. entfernt werden. Der Gesundheitszustand der Frau ist noch ein so angeheftet oder in sonstiger Weise öffentlich ausgestellt werden." Das Gericht kann nicht anklagen, die genannten Behörden sind geschwächter, daß sie nicht imstande war, als Zeugin vor dem Schwurgericht zu erscheinen. aber zur Anklage verpflichtet. Warum haben sie, wenn Gay mit Antrage des Staatsanwalts zu 5 Jahren Buchthaus verurteilt. Der Angeklagte wurde nach dem Recht angeflagt wurde, nicht die Aussteller von Kranzschleifen mit hurrapatriotischem Klimbim angeklagt, warum ferner nicht die Personen, die zu Kaisergeburtstag, zum Jubiläumsfest und dergl. Blatate veröffentlichten? Das war ja nach§ 9 des preußischen Breßgefeßes strafbar. Weshalb gehen sie nicht gegen die Eisenbahndirektion, gegen die Mädchenrettungsheime usw. vor: sie sind ja alle nach dem Plakatgeset strafbar. Wir verlangen, daß solche Anklagen endlich erhoben und daß mit gleichem Maß gemessen werde. Geschähe das, so würde endlich der völlig überlebte§ 9 des preußischen Preßgesetzes aufgehoben werden. Der Angeklagte legte dar, er habe die Schleifen ausgestellt, um zu zeigen, wie schön er die erteilten Aufträge ausgeführt habe, also um für Fch Reklame zu machen. Die Kränze habe er nicht mit ausstellen töttnen, weil das Schaufenster dazu zu klein sei. Während der testen Jubiläumstage seien in vielen Schaufenstern Schleifen unt Inschriften von nationalen Vereinen unbeanstandet ausgestellt worden. Er stelle auch Schleifen mit Inschriften von Ariegervereinen aus, wenn sie bei ihm bestellt würden. Das Landgericht verurteilte jedoch gleich dem Schöffengericht den Angeklagten zu einer Geldstrafe. Begründend führte es unter anderem aus: Wenn nur die Schleifen als solche und die Art der Ausführung des Aufdrucks dem Publikum zur Darstellung gebracht werden sollten, dann dienten sie allerdings nur gewerblichen Zweden und § 9 würde nicht zur Anwendung kommen können. Wenn es da= gegen dem Angeklagten darauf angekommen sei, dem Publikum den Inhalt der Inschriften zur Kenntnis zu bringen, so müßten die Schleifen als Plakate angesehen werden. Das Berufungsgericht habe nun angenommen, daß der Angeklagte entweder ausschließlich oder doch hauptsächlich letzteren Zweck verfolgte. Der Angeklagte legte Revision ein. Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld bemerkte als Vertreter des Angeklagten in der Verhandlung vor dem Kammergericht unter anderem: Das Bestehenbleiben des landgerichtlichen Urteils würde in der Tat zu zweierlei Recht sprechung führen, je nachdem, ob es sich um eine nationale Kundgebung oder um eine sozialdemokratische Gedankenäußerung handele, da doch ähnliche Rundgebungen nationaler Vereine zu beobachten seien, ohne daß dagegen eingeschritten werde. Der Senatsvorsitzende unterbrach hier den Anwalt: Sie sind nicht berechtigt, uns einen Vorwurf zu machen. Wir sind doch nicht verantwortlich dafür, ob und wann eingeschritten wird, sondern höchstens die Polizei. Rechtsanwalt Rosenfeld erwiderte: Ich habe dem Gericht feinen Vorwurf gemacht und folge gern den Ausführungen des Herrn Vorsitzenden, indem ich der Polizei den Vorwurf mache. Evangelische Toleranz. 195 Beraubung eines Kaffenboten. Der freche Raubüberfall, der am 10. Mai auf einen Kassenboten der Kommerz- und Diskontobant in der Christianiastraße unternommen ist, fand ſeine Sühne vor dem Schwurgericht des Landgerichts Berlin III. In der Nähe der in der Christiania, ein Mann, versette dem völlig leberraschten einen Schlag ins straße stehenden Rotunde näherte sich dem Kassenboten Stimmel Gesicht und versuchte, ihm, während er am Boden lag, die Geldtajche zu entreißen. Der Ueberfallene wehrte sich aus Leibesträften und rief laut um Hilfe. Als auf die Rase sich Leute näherten, ergriff der Straßenräuber die Flucht; awei Schüler, Bahr und Dünnebier, nahmen die Verfolgung auf, sie burden aber durch den Flüchtling durch die Drohung in Schach gehalten, daß er sie über den Haufen schießen würde, wenn sie seine Verfolgung nicht aufgäben. Endlich gelang es einem Schußmann, den Mann zu stellen, der als ein Wilhelm Meyer festgestellt werden konnte. Er stand nun unter der Anklage des versuchten Raubes und der versuchten Nötigung vor den Geschworenen. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Zuchthaus. Stattonen Witterungsübersicht vom 11. Ottober 1918. Barometer ftand mm Bind Bunia Ein eigenartiger Hausfriedensbruch, der die Toleranz der evangelischen Pfarrer beleuchtet, wurde jezt vor der Straffammer in Stolp beendet. Zwischen der Baptistengemeinde und dem evangelischen Gemeindefirchenrat in Bütow in Pommern war es verschiedentlich zu Zwiftigkeiten gekommen. Sie führten dahin, daß dem Baptistenprediger von der evangelischen Kirchenbehörde das Betreten der Friedhöfe in amtlicher Eigenschaft, insbesondere die Vornahme von Amtshandlungen auf dem Friedhofe, untersagt wurde. Troßdem hatte am 3. Februar der Baptistenprediger Buhmann bei dem Begräbnis eines Mitgliedes seiner Gemeinde den Leidtragenden einige Trostesworte aus der Bibel vorgelesen und danach das Waterunser gebetet, weil er sich in seiner Eigenschaft als Geistlicher hierzu berechtigt und verpflichtet hielt. Anders dachten unsere Frommen. Der Oberpfarrer Wurms_in Bütow stellte als Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in dessen Swinembe. 771 Auftrage Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs. Er erzielte auch Hamburg 7710SD Berlin 771 GD vor dem Schöffengericht, daß der Baptistenprediger zu 10 M. Geld- Franki. a. 767 D a.M767 strafe verurteilt wurde. Gegen dieses Urteil legte Buhmann Be- München 768 ND rufung ein. Er wurde von der Strafkammer freigesprochen. Be- Wien gründend wurde ausgeführt, daß es sich hier um eine Rechtsfrage handelt, die vom Allgemeinen Landrecht geregelt sei. Danach sei die Baptistengemeinde eine anerkannte Religionsgemeinschaft und dem Prediger dürfe als Angestellter dieser Gemeinde nicht berwehrt werden, eine entsprechende Andacht abzuhalten. Windstärke Better 1 mollig 1 heiter 1 moltig 3beiter Temp. n. 6. 5° 6.= 4° R. Stationen Barometer Stanb mm richting Bind Binbftarle 7 Haparanda 762 4 Betersburg 761 BS 3 Scilly 755 4 Aberdeen 764 SD 761 DSD 3 Paris Better Xemb. n. 5. - BABO9 2wollen!-8 1Schnee 1 4wolfig 18 6 bebedt 10 1bededt 769 NND 1 wollent Wetterprognose für Sonntag, den 12. Oftober 1913. Trocken und zunächst vorwiegend heiter, nachts ziemlich fühl, am Tage wieder wärmer bei lebhaften südlichen Winden; nachher zunehmende Be wolfung Berliner Wetterbureau. B 18/69 00 Kein Fleisch, Kein Gemüse Nur Konfektion! Kein Geflügel, Kein Obst Nur Konfektion! Keine Möbel, Keine Klaviere Nur Konfektion! 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Herrnfeld- Theater: Familie Selide. Neue Freie Volksbühne. Sonntag, den 12. Oktober. Nachm. 22 Uhr: Deutsches Theater: Der lebende Leichnam. Kammerspiele: Die Einnahme von Berg- op- Zoom. Nachm. 3 Uhr: Deutsches Opernhaus: Die Hochzeit des Figaro. Lessing- Theater: Magdalena. Schiller Theater O: Freiwild. Berliner Theater: Bummelstudenten. Montis Operetten Theater: Der Vogelhändler. Trianon Theater: Untreut. Theater in der Königgrägerstraße: Das Lebensfest. Metropol Theater:' 3 Nuller!. Theater am Nollendorfplag: Orpheus in der Unterwelt. Nachm. 3, Uhr: Blüthnerfaal: Sinfoniekonzert. Abends 8 Uhr: Sing- Alademie: 2. Kammermusifabend. Neues Volks- Theater: Die Siebzehnjährigen. Beues Abends 8 Uhr: Volks- Theater: Montag, Mittwoch, Freitag: Der ledige Hoi. Dienstag und Sonnabend: Rausch. Donnerstag: Die Siebzehnjährigen. Schiller- Theater 0.aner.Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Freiwild. Sonntag, abends 8 Uhr: Wenn der neue Wein blüht Montag, abends 8 1hr: Die Großstadtluft. Schiller- Theater Chariottenburg. Sonntag, mittags 12 Uhr: Kammermusik. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld Sonntag, abends 8 Uhr: Götz von Berlichingen. Montag, abends 8 Uhr: Wenn der neue Wein blüht Lessing- Theater. Abends 7, Uhr: Peer Gynt. Nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: Professor Bernhardi. Berliner Theater. 8 Uhr: Theater und Vergnügungen sid CINES Palast am Zoo Sieben 7 Sieben grosse Variété- Akte und unsere renommierten Lichtspiele. Ununterbrochene Vorstellung von 6 Uhr an. Eintritt jederzeit. Sonntags von 3-4, Matinée. Eintrittspreise einschließlich Garderobe, Programm und Steuer von 65 Pf. an. URANIA Taubenstraße 48/49. Sonntag und Montag 8 Uhr: Mit dem ,, Imperator" nach New York. Hörsaal Montag 8 Uhr: Konstr.Ing. A. Keßner: Hochofenwerke. MARMOR HAUS..... ( An dor KalserWilhelm- GeLICHT dächtnis- Kirche) SPIELE Kurfürstendamm 236. Groß- Berlin spricht nur noch von der 66 Riauen Maus" Wie einst im Mai. 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