Ar. 277. flbonncmcntS'Bcdingungfn: rooitncmcnlä- Preis pränumerando: Bicrteljäbrl. ZLl> Mk, monotl. 1,10®f.. wöchenlljch LS Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags« Beilage»Die Neue Welt" 10 Psg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Posl-Acilungs- Prelslisle. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn afiO Mark, für das übrige Ausland s Mark pro Monat. Postabonnenients nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Porluga!. Kiunänien. Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. £rld)()nt täglich. Verlinev Volktsbl�tt. Zcntralorgan der foztaldctnohrat« fehen parte» Deutfcblands. Die Tniertions- Gebühr veträgl für die sechSgefpallenc Kolonel- geile oder deren Raum 00 Pfg., für politische und gewerlschaftlicho Vereins. und Lersnmmlungs-Anzeigen 00 Pfg. „Kleine Hn-eiz-n", das setlgedrrickle Wort 20 Pfg. l zulässig Lseltgedrucktc Wortes, jedes weitere Wort'10 Pig. Stellengesuche und Echlasslellcnan. zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 15 Büch. 1 laden zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Nummer müsieu bis » Uhr nachmittags in der Erbedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „Sojialätrachrai Rtrlia". Redaktton: 8 LI. 68. Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Morisiplasi, Rr. 1983. Die Hrbeitslofcnverlidjcrung. L Der Hunger der Arbeiter ist der gewaltige Dämon»m Dienste der Kapitalisten. Er peitsckst die Arbeiter an, sich im Arbeitsverhältnis Bedingungen zu unterwerfen, die ein wirklich freier Mensch höhnend zurückweisen würde. Der Kapitalist befindet sich ivohl dabei, und darum müssen die im Solde der Kapitalisten stehenden Organe immer behaupten, daß es uw möglich ist, die Ursachen des Hungers, die Arbeitslosigkeit, zu bekämpfen und dessen schlimmen Folgen zu mildern. Es wird wohl keinen Menschen geben, der an den der heerenden Wirkungen der. Arbeitslosigkeit zweifelte. Sollten solche Zweifler existieren, dann kann man ihnen den Rat geben, in die Korrektionshäuser zu gehen und dort die Verkommenen zu fragen, wie sie auf die abschüssige Bahn gekommen sind. Man wird dort keinen Menschen finden, der mit denr Vorsatz ins Leben getreten ist. Vagabund zu werden. Jeder von den Armen und Elenden hat einst davon geträumt, sich eine goldene Zukunft zu erringen. Die Träume sind Träume geblieben, und nach langem harten Kampf sind die meisten unterlegen. Die Leidensgeschichte fast aller dieser Arnieu wird mit Arbeitslosigkeit anfangen. Erst längere Zeit keine Arbeit, dann Hunger und Obdachlosigkeit. �In der Not sucht der Hungernde sich durch Betteln oder Stehlen etwas Nahrnngs mittel zu verschaffen. Er wird gefangen und bestraft. Schließ lich bricht er moralisch zusammen und wird unbrauchbar fiir das geregelte Leben. Würde über jeden Menschen Buch ge führt, was er kostet, dann würde man sehr oft finden, daß ein int Elend verkommener Mensch der Gesellschaft gar nicht billig gekommen ist. Was er an Bettelpfennigen erhalten oder als Dieb genommen hat, was seine Verurteilungen und der Strafvollzug gekostet haben, werden oft Summen sein, wovon ein geringer Bruchteil ausgereicht hätte, ihn dauernd als fleißigen Arbeiter und nützliches Glied der Gesellschaft zu erhalten, wenn nian ihn über die Tage der Not, an denen er die ersten Schritte auf der abschüssigen Bahn unternahm, hinweggeholfen hätte. Der Bourgeois ist leicht bereit zu behaupten, daß die Verkommenen selbst schuld sind an ihrem Elend. Er kennt Fälle, bei denen einem solchen Menschen Arbeit angeboten ist, die er nicht genommen hat. Es ist doch von keinem Menschen zu verlangen, Waren zu jedem Preis und zu jeder Bedingung zu verkaufen. So wenig wie man einem Fabrikanten zu- mutet, seine Waren für jeden Preis loszuschlagen, ebenso wenig wird man von einem Arbeiter verlangen können, Arbeiten für einen Preis zu übernehmen, der nach seiner Auffassung nicht zur Ernährung reicht. Die persönlichen Auffassungen spielen aber eine untergeordnete Rolle. Für gewöhnlich wird die Arbeit, die heute von einem Arbeiter ausgeschlagen wird, niorgen von einem anderen Arbeiter übernommen. Jetzt blieb der Arbeiter, dem man zuerst die Arbeit anbot, arbeitslos, während sonst der Arbeiter überzählig geblieben wäre, der «un die Arbeit angetreten hat. Die Arbeitslosigkeit ist eine dauernde Erscheinung, die in Zeiten der Krise verschärft wird. Nach den Berichten' der Ver- bände, die Arbeitslosenunterstützung zahlen und die regelmäßig an das Statistische Amt des Deutschen Reiches berichten, schwankte die Arbeitslosigkeit seit Ende 1906 zwischen 1,3 Proz. im März 1907 und 4,4 im Dezember 1908. Sie sank wieder auf 1,5 im September 1912 und hat im Sommer dieses Jahres eine Höhe erreicht wie sie nie in den Sommermonaten ermittelt wurde. In diesen Verbänden sind annähernd zwei Millionen Arbeiter organisiert. Tatsächlich ist aber die Arbeitslosigkeit größer als sich aus dieser Statistik ergibt, weil gerade solche Arbcitergruppen, die mit großer Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben, wie z. B. der Bauarbeiterverband, in der Liste fehlen. Forscht man nach den Ursachen der Arbeitslosigkeit, dann findet man Ursachen, an denen der Arbeiter völlig unschuldig ist. Für eine Reihe von Gewerben ist die Witterung Ursache der Arbeitslosigkeit. Bei andauerndem starken Frost können Bauhandwerker, Erdarbeiter, Binnenschiffer, Land- arbeiter usw. nicht arbeiten. Wo diese Arbeiter gegen Stunden-, Tage- oder Wochcnlohn beschäfttgt werden, bleiben ie ohne Verdienst. Nach den Rcchnungscrgebnissen der enlfsgenosfenschaften sind die Bauarbeiter durchschnittlich an 218 bis 222 Tagen im Jahre beschäftigt. Der durchschnitt- lichc Tagelohn ist in Thüringen. Ivo 3,37 M. 1911 gezahlt wurden, am niedrigsten und in Hamburg mit 4,84 M. am höchsten. Da einzelne Kategorien, wie z. B. Putzer, Maurer über diesen Durchschnitt verdienen, kann man ermessen, welche kärgliche Löhne an andere Arbeiter bezahlt werden. Rechnet man durchschnittlich zehn Krankentage ab. dann bleiben hier im Durchschnitt alljährlich 70 Tage Arbeitslosigkeit. Andere Arbeiter wie Schneider, Kürschner usw., haben alljährlich mit einer oder zwei Saisons und zwischen den Saisons mit Arbeitslosigkeit zu rechnen. Hiervon bleiben selbst die jämmerlich bezahlten Heimarbeiter"der Konfektion nicht verschont. Mit banger Sorge studieren oft Textilarbeiter die Moden-; Zeitungen. Nicht um Kleider für sich und ihre Angehörigen auszusuchen, sondern weil der tonangebende Modenschneidi «st die Person ist, die s zum Hungern verurteilt. Verpönt der Modenschneider Samt, dann stehen bald die Stühle in den Samtwebereien still. Von der Verwendung von Spitzen oder Stickereien hängt das Schicksal der armen Klöpplerinnen oder der Sticker ab. Ost ist die Acnderung der Geschmacksrichtung ausschlag- gebend für viele Arbeiter. Längere Zeit sah man in den Mobilienhandlungen Möbel, an denen viel Drechsler- und Bildhaucrarbeit verwendet war. Dann kam die Periode, in der man einfache, schlichte Formen bevorzugte. Die Geschmacks- änderung mag von Aesthetikern als gesunder Fortschritt ge- priesen sein, aber sie warf taufende Arbeiter auf die Land- straße. Ganz leicht ist es nicht für einen gelernten Arbeiter, Drechsler oder Holzbildhauer, zu einem anderen Beruf über- zugehen. Vielen Arbeitern gelingt es nie. Sie gehen im Sumpf der Landstraße verloren. Auch die technische EntWickelung wirkt oft verwüstend Die Erfindung der Drahtstiftmaschinne raubte den meisten Nagelschmieden, die sonst in jedem Dorfe vertreten waren, die Existenz. 1897 waren in Deutschland in 186 Schweiß- eisenwerken noch 39958 Arbeiter beschäffigt. 1911 war die Zahl der Schweißeisenwerke auf 86 und die Zahl der Arbeiter auf 13 004 zusammengeschmolzen. Nicht weil weniger Eisen gebraucht wurde. In den Flußeisenwerken stieg die Zahl der Arbeiter in dem gleichen Zeitraum von 91 526 auf 192 419 Köpfe. Es läßt sich aber nicht annehmen, daß alle brotlos gewordenen Puddler lohnende Beschäftigung in den Flußeisen werken gefunden haben. So ließen sich noch hunderte Ursachen der Arbeitslosigkeit aufzählen. Alle diese Ursachen sind Erscheinungen des täg- lichcn Lebens, die selbst in Perioden der höchsten Prosperität eintreten. Ist die Saison für den Schneider vorbei, dann wird er arbeitslos und da kann es ihm wenig nützen, ob im Baugewerbe oder bei der Holz- oder Metallverarbeitung Ar- beiter gesucht werden. In diesen Betrieben ist er so wenig zu verwerten, wie ein Maurer oder Grobschmied in der Schneiderwerkstatt. In den Zeiten vorübergehender Arbeits- stockungen gehen die Menschen verloren, die aber bei der nächsten Prosperität wieder gebraucht werden könnten. Eine Armee von Arbeitslosen ist immer vorhanden. Selbst in Zeiten höchster Prosperität sind an vielen Orten überzählige Arbeiter, weil zufällig die Betriebe, in denen die Arbeiter sonst beschäftigt waren, ihre Waren nicht absetzen konnten, und in den Betrieben, die mit Bestellungen überladen sind, fehlt es an Platz und an Maschinen, die Arbeitslosen einstellen zu können. Erst zweimal haben wir über das ganze Reich eine Arbcitslosenzählung gehabt. Es war im Jahre 1895 als die in den Jahren 1892 bis 1895 abgeschlossenen Caprivischen Handelsverträge eine neue Prosperitätsperiode herbeiführten. 1895 wurden am 14. Auni von 15 497 600 Lohnarbeitern 143 200 als arbeitslos gezählt. Am 2. Dezember waren von 15 641 100 Lohnarbeitern 479 100 arbeitslos. Nach den Erfahrungen, die durch die Arbeitslosenstatistik im„Reichs' arbeitsblatt" gesammelt sind, kann man annehmen, daß iin Januar 1906 die Zahl der Arbeitslosen ans die doppelte Höhe de.s 2. Dezember gestiegen war. In der Regel ist im Januar die höchste Zahl der Arbeitslosen. Wie wirkt eine Krise? Einige Anhaltspunkte geben die Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften. Da die größeren Betriebe schneller wachsen als die Kleinbetriebe und immer mehr Maschinen im Gewerbe eingeführt werden, die Zahl der versicherten Arbeiter schneller als die der tonangebende Modenschneiocr � tausende armer Weber und Sticker! Bevölkerung. In den Gewerben, die nicht, wie das Bau gewerbe, voll versichert sind, tritt die Versichcrungspflicht erst ein, wenn entweder mindestens zehn Arbeiter beschäffigt werden, oder mit Elementarkraft betriebene Maschinen verwendet werden. Von 1902 bis 1911 sfieg die in den 66 gewerblichen Berufsgenossenschaften versicherte Zahl der durchschnittlich be- schäftigten Arbeiter von 7 100 500 auf 9 346 600. Es war also ein durchschnittlicher jährlicher Zugang von 305100 zu verzeichnen. 1907, im letzten Jahr vor Ausbruch der Krise von 1908, waren 9 018400 Versicherte gezählt und das Krisen- jähr brachte statt einer Steigerung von 305 100 eine Ab nähme von 100 600, die Zahl der Versicherten sank ans 8917 800. Wohl in den meisten Berufen mit gelernten Arbeitern war der Zugang auch vorhanden, denn die Lehrlinge, die 1906 oder 1907 ihre Lehrzeit begonnen hatten, waren vor- handen. Man kann also für 1908 mit einer um rund 405 000 vermehrten Zahl der Arbeitslosen rechnen. Hinzu kämen noch die Arbeitslosen, die durch die Krise aus den Werkstätten nicht- versicherter Betriebe vertrieben wurden. So grauenhaft die Zahl der Notleidenden erscheint, so er- scheint sie doch harmlos gegenüber den Erscheinungen, die zu- tage treten, wenn man die Verheerungen in einzelnen Be- rufszweigen betrachtet. Die LanätagKpahlen in Baden. Mannheim, 21. Oktober.(P r i v a t t e l e g r a m m des „V 0 r w ä r t ä") Die Sozialdemokratie erhielt im ersten Mahlgang b i s j e tzt neun Sitze, und zwar in Mannheim vier, wo die Genossen Deis. Süßkind, Böttger und Krause gewählt sind. In Karlsruhe sind die Genossen Kolb und Dr. Frank gewählt, in Pforzheim-Stadt Ge- Expedition: 8LI. 68» Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moriüplav, Nr. IS84. »osse Deck und in Psorzheint-Lmid Genosse Stockinger, in Durlach Genosse Webe r. Verloren haben wir Heidelberg-Wiesloch und Heidelberg- Oberau. Wir stehen in sechs aussichtsreichen Stichwahlen. Die Fortschrittler dürften zwei Sitze an das Zentrum verlieren, die ötationalliberalen erhielten bis jetzt sechs Sitze, davon vier mit Uiiterstiitzimg des Zentrums. Das Zentrum hat im ganzen Land gut abgeschnitten. Bis jetzt hat das Zentrum 12 Sitze und kommt außerdem in einer Reihe aus- sichtsvoller Stichwahlen. Auch die Konservativen haben mit Untersfiitzung des Zentrums verhältnismäßig gut abgc- schnitten. Die Stellung der Linksparteien dürfte geschwächt, die der Rechtsparteien gestärkt werden. Aimn draußen und drinnen. Wien, 21. Oktober.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Die Großmachtsnarrcn vom Ballplatz haben also wieder einmal einen jener diplomatischen„Siege" erfochten, die allgemach das Hohngelächter aller vernünftigen Leute erregen. Nur eine innerlich ganz bankerotte Polittk, wie es eben die Balkanpolitik des Ballplatzes ist, kann an diesem ewigen Theaterdonner Gefallen finden und sich ein- bilden, mit derlei schäbigen Effekten ihre totale Erfolglosigkeit zu vertuschen. Hoffentlich wird die Kulissenreißerei nun auch in Deutschland nach ihrem wahren Wert gewürdigt; in Oester- reich selbst ist sie allen Leuten zum Ekel geworden. Und daß sie doch noch immer fortgesetzt werden kann, beruht da- rauf, daß die sogenannten„Maßgebenden" anscheinend jede Ueberlegung verloren haben und den Jammcrmann ans dem Ballplatz noch immer agieren lassen. Man weiß nur nicht, ob diese Schwindeleien mehr dumm oder ob sie mehr frivol sind. Wenn die Herren Albancsen in Serbien einfallen, so erklärt Oesterreich Ungarn, das gehe es nichts an, denn Albanien sei ein„selbständiger Staat".(Da- bei unterliegt es keinem Ztveifel, daß der Ballplatz bei diesen Aufständen und Einbrüchen auf seine Weise die Hand im Spiele hatte; denn woher sind die.Albaner Plötzlich zu Waffen gekommen?) Wenn sich aber Serbien wehrt und sich, was man ihm gar nicht verdenken kann, durch strategische Be- setzung der Grenze gegen die Wiederholung dieser Einbrüche sichern will, so hört Albanien auf, ein unabhmigiger Staat zu sein lind seine Unautastbarkeit wird österreichische Sache l Und was gibt vor Europa dem Ballplatz das Recht, Albanien so gleichsam als seine Privatangelegenheit zu betrachten, da dessen Umfang und Grenze doch eine gesamteuropäische Sache ist? In welche Dummheit aber diese Theaterpolitik mündet, wird schon sichtbar: das Verhältnis mit Serbien, das einige Ansätze zum Besseren zeigte und dessen normale Gestaltung wirklich ein Lebensinteresse Oesterreichs wäre, sind von neuem vergiftet; sie macht in Serbien die Ueberzeugung allgemein, daß die Großmacht es darauf abgesehen hat, Händel zu suchen unv den kleinen Nachbarstaat zu demütigen. Derlei ist die Methode beschaffen, nach der die Schwarzgelben ans dem Balkan moralische Eroberungen machen wollen! Und man könnte nieinen, daß die Großmacht genug Sorgen zu Hause habe, und ihr Augenmerk einen Augenblick auch den Völkern widmen sollte, die das zweifelhafte Gluck genießen, Oesterreicher zu heißen..Heute ist das Abgeordnetenhaus zusammengetreten und hat die Spezialdebattc der Finanzvorlagen begonnen. Aber kein Mensch weiß zu sagen, wie es mit seiner Arbeitsfähigkeit be- schaffen ist. Die sagenhaften Ausglcichsverhand- tun gen Zivi scheu Deutschen und Tschechen sind gescheitert, bevor sie angefangen haben. Der Ausgleich zwischen Polen und Ruthenen in Galizien ist ebenfalls ganz ins Stocken geratern der galizische Landtag ist zwar nengewählt worden, kann aber nicht einberufen»verden. Ueberall sieht man Zerriittung, Mutlosigkeit, Verdrossenheit; allmählich verliert jeder den Glauben an diesen Staat, der alles in den Sumpf hineinzieht und keine Frage zu lösen vermag. Das wirtschaftliche Leben ist von einer Krise heimgesucht, die Slrbeitslosigkeit, Not und Elend in einem wahrhaft entsetzlichen Ausmaß im Gefolge hat. In Galizien selbst herrscht eine wahre Hungersnot, und wenn die Leute dort der Heimat ent- liehen und zu Hunderttausenden auswandern, so ist daran nicht bloß die Verlockung durch die Canadian-Schiffahrts- gesellschaft, deren Direktoren und Agenten man jetzt unter schloß und Riegel gesetzt hat, sondern noch weit mehr die Schandpolitik des Ballplatzcs die Schuld, die alle Wirtschaft- lichen Hilfsquellen verschüttet und große Menschenmaffen un? jede ErwerbSgclegenheit bringt. Was aber hat die Regierung an Vorlagen dem Abgeordnetenhaus vorbereitet? Eine Er- höhung der Rekrutenziffer unr 31 000 Manu und neue Militärvorlagen unl etwa eine halbe Milliarde! Es ist wirklich, als ob die Machthaber mit Blindheit ge- ch l a g c u wären und außer denr blödsinnigen Albanien in ihren ausgetrockneten Gehirnen nichts mehr Platz hätte! Das Entsetzliche ist aber, daß die Völker diese sinnlose, nur auf die dümmste Effekthascherei gerichtete Politik mit einer Gleichgülfigkeit tragen, die an Stumpffinn grenzt. Es ist nichts anderes, als ob allmählich alle die Hoffnung auf diesen Staat aufgegeben hätten und nur noch den Tag erwarten tvürden, da ein gerechtes Schicksal sie von ihm befreit! poUtiTcbe OeberHcbt. Herr Paul Timan und der Kronprinz. Die„Leipziger Neuesten Nachrichten" schreiben am Dienstag als Antwort auf die Erklärung in der„Nordd. Allg. Zeitung": „Daß der Kronprinz dem Reichskanzler in dein Schreiben er- klärt hat, er bedaure es. wenn sein erster Brief so ausgelegt worden sei, als stelle er sich in Opposition zum Kaiser, mag zu- treffen, da diese Mitteilung natürlich aus dem NeichSkanzlerpalais stammen wird. Dast aber der Kronprinz sein Bedauern darüber ausgesprochen habe, dast sein Brief an den Reichskanzler überhaupt öffentlich erwähnt worden sei, ist wohl nicht gut möglich. AuS dem zweiten Schreiben des Kronprinzen an den Kanzler scheint sich zu ergeben, daß er dem weiteren Verlauf der braunschweigischen Thronfrage gegenüber ein« neutrale Hal- tung einnehmen will." � Diese Angaben werden von der„Vossischen Zeitung" bestätigt. Das fortschrittliche Blatt besagt: „Wie ivir erfahren, ist in der Tat der Brief des Kronprinzen an den Reichskanzler einem Vertreter des Blattes zum Zweck der Veröffentlichung zugegangen, nur daß der Kronprinz unliebsam überrascht ivar, daß sich die„Leipziger Neuesten Nach- richten" nicht aus eine Inhaltsangabe beschränkten, sondern einzelne Sätze im Wortlaut und in Anführungszeichen wieder- gaben." Die„Vosflsche Zeitung" wünscht schließlich, daß man den Krön- Prinzen aus Langfuhr wieder nach Berlin versetzen möge, damit er den alldeutschen und konservativen Ein- flössen entzogen werde. Die Antwort der deutschen Regierung an Churchill. Die„Köln. Ztg." veröffentlicht folgendes offiziöse Tele- gramiii aus Berlin: „Mr. Winston Churchill hat mit seiner erneuten Anregung eines FeierjahreS im Flottenbau bei der englischen und bei der deutschen Presse wenig Zustimmung gefunden: die ab- lehnenden Urteile sind in der Mehrzahl diesseits wie jenseits des Kanals. Die Kritik scheint mitunter die Grenzen einer sachlichen Abwehr zu überschreiten. Was man auch gegen die Durchführbarkeit des Churchillschcn Gedankens an- führen mag, an der guwn Absicht des englischen Marineministers und an der Ehrlichkeit seiner Darlegungen kann nicht gezweifelt werden. Mr. Churchill hat kein Wort gesagt, daS die freundschaftliche Eni- Wickelung der deutsch-eaglischen Beziehungen beeinträchtigen könnte. Die Anerkennung dieser Tatsache kann aber nicht hindern, in der Sache selbst offen auszusprechen, daß der Weg, auf dem Mr. Churchill eine Erleichterung der Flottenrüstungen sucht, für absehbare Zeit kaum zum Ziele führen dürfte." In diesem Telegramm werden zwar die Pöbcleien der „Deutschen Tageszeitung", der„Post" usw. zurückgewiesen, aber in der Sache bedeutet diese Antwort doch eine glatte Ablehnung des Vorschlags der englischen Regierung. Herr v. Bethmann Hollweg hat semerzeit im Reichstag bei Besprechung des Flottcnfcierjahres konkretere Vorschläge von England verlangt. Man sollte nun meinen, daß es der deutschen Regierung, wenn es ihr nur Ernst wäre, ein Leichtes sein müßte, solche konkretere Vorschläge zu erhalten, sobald sie nur Verhandlungen begönne. Und wenn ihr der Weg Churchills ungangbar erscheint, so hindert sie nichts. einen anderen vorzuschlagen. Aber die deutsche Regierung scheint vor jeder positiven Arbeit Scheu zu haben und sich) rein negierend verhalten zu wollen. Und das zeigt freilich voit schlechtem Willen.._ Wie viele Opfer«och? Tic 28 Toten des zerstörten Zeppelin-Luftkreuzers sind am Dienstag beerdigt worden. Es werden bei weitem nicht die letzten sein, wenn nicht bei dem Bau neuer Luftschiffe mit weit größerer Sorgfalt verfahren wird als bei dem letzten Zeppelin-Luftschiff „L. 2". Es gibt viel Urteilsfähige, die der Meinung sind, daß die großen Lcnkballons überhaupt keinen Wert für militärische Zwecke habe», da sie ja doch durck, die Fluginaschincn allzu leicht zerstört werden könnten. Aber selbst wenn man nicht auf diesem Stand- Punkt steht, Iväre doch die erste Voraussetzung jedes militärischen Lenkluftschiffes die Beobachtung aller gebotenen Vorsichts- Leipziger flilerlei. So ist er denn verrauscht und verklungen, der große Leipziger Tag, mit seinen Potentaten, Patrioten und Polizeispitzeln, mit seinen Trinksprüchen und Stafettenlüufen, mit seiner Bierbankbegeisterung und seinem Plempengerassel und seinem heimlichen Drum und Dran in jenen Gäßchen, in denen die jungen Leute der inneren Misston zu ihrem Entsetzen vor ein paar Monden die teutschen Turner in Scharen verschwinden sahen. Alles ist programmäßig abgelaufen, wie es sich von der patriotischen Kinderstube Leipzig nicht anders er- warten ließ. Aber allerhand liebliche Blüten hat der Festrummel doch geirieben, von denen einige de» HerausgreifcnS wahrhaftig wert sind. Daß es nicht daS höchste der Gefühle sein muß. einen ge- schlagenen halben Tag in einer Menschenmenge eingekeilt zu stehn, haben manche Gemüter schon in der Vorahnung empfunden und darum hat ei» Leipziger Blatt seinen Lesern den wohlmeinenden Rat erteilt,.am Freitag früh so wenig Flüssigkeiten usw. wie mög- lich einzunehmen, da ja ei» Aufsuchen von Anstalten während 3 bis 10 Stunden durch die wahrscheinlich festgekeilte Menschenmasse hin- durch, entlang der Feststraße, als auch um den Feftplatz herum, nicht möglich ist, oder aber nur unter Verlust des vielleicht stundenlang � mühselig behaupteten Standplatzes." Ei» guter Rat. ein weiser Rat I Denn sächsischer Kaffee und Leipziger Gase haben eine un« heimlich treibende Kraft, und eS wäre eine allen Patrioten mehr als peinliche Besudlung des schöne» Festes gewesen, wenn sich auf offenem Platz, in drangvoll fürchterlicher Enge, ein Teil der Gaffer jener Tätigkeit hingegeben hätte, die von der berühmten Brunnenfigur in Brüssel jahraus jahrein geübt wird. So ober wirkte der Rat und die Scharen der Patrioten hatten in dieser Hinsicht wenigstens Gelegenheit, jene eiserne Selbstbeherrschung zu zeigen, die ihre Ahnen 1813 auszeichnete. Aber die Geschäfthuberei blühte auf dem Felde. Da berichtet der in patriotischen Dingen gewiß sehr unverdächtige Berichterstatter der.Deutschen Tageszeitung": Anno 1813 mußte eine Warnung davor erlassen werden, daß die französischen Ouartiermeister beim Fouragieren nicht über« teuert werden sollten. Die alten Leipziger haben sich also ganz offenbar von der napoleonischen Herrlichkeit nicht überall „imponieren" lassen. Ich vermute, ihre Enkel erzeigen sich der Vorväter bei dem Massenanstunn der Feiernden durchaus würdig! sie lassen sich nicht verblüffen, sondern sehen zu, was von den Lebenden zu holen ist. So etwa« an Andenkenhandel hat die Welt noch nicht gesehen. Taschen- »ücher mit eingedruckten, eingewebten, eingestickten Völkerschlacht- denkmälern, Unterröcke mit eingedruckten, eingewebten, eingestickten Bölkrrschlachtdenkmälern. Unterh— Verzeihimg, daS darf man maßregeln. Diese Vorsichtsmaßregeln aber sind zweifellos nicht beobachtet worden. Wird doch von Personen, wie dem besonders berufenen Dr. Eck en er, behauptet, daß die Explosion auf das Vorhandensein von Knallgas zurückzuführen sei, das durch das Näher- rücken der Gondeln an den Ballonkörper zu einer b c- sonders schweren Gefahr geworden sei. Wie konnte man also die Gondeln so nahe an den von einer Knallgasatmosphäre umgebenen Körper des Zeppelin legen? Zeppelin selbst soll nach Dr. Eckener nur widerstrebend dieser Forderung der Marineverwaltung nachgegeben haben, während umgekehrt offiziöserscits behauptet wird, daß Zeppelin niemals genötigt sei, entgegen seiner Ansicht eine Aenderung vorzunehmen. Dann beweisen also beide Teile nicht die notwendige Einsicht. Wenn ferner behauptet wird, daß es möglich sei, durch einen Stickstoffgürtel das explosible Wafferstoffgas von der Luft ab- zuschließen und dadurch gegen Feuersgefahr zu immunisieren, so wäre es wirklich erstaunlich, wenn. man sich dieses Hilfsmittels noch nicht bedient hätte. Die häufige Vernichtung früherer Zeppeline durch Brandkatastrophen hätte doch die ungeheure Feuergefährlichkeit der Zeppelinschiffe zur Evidenz bewiesen haben sollen! Allerdings behauptet man, daß diese Sicherung der Lenk- luftschiffe eine allzu große Belastung bedeute und die Nutzlast allzu sehr vermindere. Sollte das wirklich der Fall sein, so wäre damit den Zeppelin- Luftschiffen, zum mindesten für den militärischen Dienst, das Urteil gesprochen. Luftkreuzer, die durch jedes Zündgeschoß herunter- geholt werden können oder die gar schon in Friedenszeitcn mit unheimlicher Regelmäßigkeit den Flammen zum Opfer fallen, sind wirklich wertlos. Die Vernichtung der beiden letzten Zeppeline innerhalb kaum sechs Wochen hat 44 Todesopfer gekostet. Woher will man über- Haupt ausgebildetes Personal nehmen, wenn die Geschichte so weiter geht? Arbeitsloseufürsorge i« Bayern. Die Abgeordnetenkammer begann am Dienstagnachmittag die Verhandlung über Arbeitslosenfürsorge und Arbeitslosenversicherung. Die liberale Interpellation begründete Abg. H ü b s ch. Er forderte 1. einen Antrag Vaherns im Bundesrat auf Einführung einer Reichs- Arbeitslosenversicherung; 2. sofortige Staatszuschüsse zu einer baycri- sche» Gemeindeversicherung: 8. die Ermächtigung der Gemeinden zur Einführung der Zwangsversicherung. Minister v. Soden beantwortete die Interpellation. Zunächst schien er sich ablehnend zu verhalten; er wiederholte alle Gründe, die die Arbeilgeberverbände gegen die Arbeitslosenversiche- rung anzuführen pflegen; zum Schluß aber erklärte er seine Bereitwilligkeit, einen StaatSzuschuß für freiwillige gemeind« liche Arbeitslosenversicherung zu gewähren. In dieser unter dem Druck der wirtschaftlichen Lage, des bekonnten Priuzregenten- erlasses und der höchst gespannten innerpolitischen Verhältniffe abgegebenen Erklärung liegt die erste prinzipielle Anerkennung der Arbeitslosenversicherung in einem deutschen Staate. Insofern ist dieser Erfolg der unermüdlichen sozialdemokratischen Agitation trotz aller voraussichtlichen Dürftigkeit der Mittel und trotz oller Vorbehalte und Einschränkungen des Ministers zu begrüßen; ein Erfolg, der seine volle Bedeutung erst dadurch erhält, daß noch in voriger Session daS Zentrum einen ähnlichen Antrag der Sozial- dernokraten auf Staatszuschüsse zur Eemeindev'ersicherung ab- gelehnt hat. Die Ausführungen des Ministers gingen im wesentlichen dahin An die Einführung einer reichsgesetzlichen Arbeitslosenversicherung, die verhältnismäßig die beste und zweckmäßigste Lösung des Problems scheine, könne in absehbarer Zeit nicht gedacht werden. Es ständen dem außergewöhnliche technische Schwierigkeiten entgegen. Außerdem habe erst vor kurzem die Reichsversicherungsordnung und da« Ber- sicherungSgesetz für Angestellte eine bedeutende Ausdehnung der Sozialversicherung und erhebliche Neubelastung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gebracht. Noch weniger werde es möglich sein, daß Bayern allein mit einer landesgefetzlichen Zwangsversicherung bor- geht. Bayern bildet kein selbständiges Wirtschaftsgebiet. Zudem befindet sich die bayerische Industrie an sich in wenig günstiger Lage, so daß«S nicht angängig erscheine, hier den Wettbewerb in der Industrie mit den anderen Bundesstaaten noch durch Auf- erlegung von Arbcitgebcrbeiträgcn für die Arbeitslosenversicherung nur sehen, nicht schreiben. Wer nicht wenigstens zwei„Vivat- bänder" auf seine Brust heftet, wird überhaupt nicht gesehen. Chausseeschotlersteine pflegt man nicht aufzu- heben. Eltons anderes ist es, wenn sie aus dem Granit des Völkerschlachtdenk maleS bestehen, dann losten sie drei Mark und sind„offiziell". Schokolade kauft man nur in Kugelform mit der Aufschrift„Bombenfund vom Völker- schlachtfeld". Es gibt Völker schlachtzigarren, Völker- s ch l a ch t b r a t e n in den Speisewirtschaften, ich glaube sogar „Völkerschlachtbananen". Aber das beste Stück wird mit den„offiziellen" F e st p o st k a r t e n ge- leistet. Da stehen � die Händler in Reih und Glied, alle ivobldisziplinierte Soldaten einer im Unternehmer- s ö l d e stehenden Armee. Sie fragen den ersten, was seine Karten kosten.„Dreißig Pfennige."—„Nanu?"„Passen Sie ans, bei den anderen kosten sie mehr!' beschwichtigt der Händler ihr Entsetzen. Und richtig, beim zweiten kosten sie fünfzig Pfennige, beim dritten eine Mark und der vierte sagt Ihnen, er wolle Ihnen die Karten für zwei Mark lassen, in einer Stunde kosten sie einen Taler. Da lehren Sie schleunigst zum ersten zurück und kaufen die Karte, die als künstlerische und typographische Leistung durch das Wort „offiziell" gekennzeichnet wird, für billige dreißig Pfennige. Auch die armen Antisemiten, die so ganz und gar auf den Hund sind, ivolllen einen Schnitt machen und vertrieben eine ihrer blöden Sudeleien, gezeichnet von Dr. Heinrich Pudor, als „Fcstzeitung". Auch ein Zeichen der Zeit! Von den zahlreichen Inden ganz zu schweigen, die Gut und Blut einsetzten in dem großen Ringen de? Volkes um die Befreiung vom fremden Joch, hieß der Mann, der 1813 die preußischen Prinzessinnen zu einem Aufruf an die Frauen und zur Gründung des„Vaterländischen Frauenvereins" inspirierte— es läßt sich nun einmal nicht ändern!— LouiS Eppe» st ein und war der Sohn eines Schutzjuden aus Lublienitz in Schlesien. Hundert Jahre danach werden die Juden just von den Elementen angerülpst, die den Patrio- tiSmuS in Erbpacht zu habe» behaupten. Aber Patriotismus hin, Patriotismus her— ein echter deutscher Mann lann keinen Franzen leiden, doch seine Taler nimmt er gern! Denn eS hat die Blätter des schwarz-weiß-roten Chauvinismus in ticffter Seele betrübt, daß die Firma Pathö Fröre? u. Co. in Paris daS alleinig« und offizielle Kmematographeu-Aufnahmerecht von Enthüllung und Einweihung des Völkecschlachtdcukmals er- werben durste. Welch eine Wendung durch des Profites Fügung I 1813 wird Napoleon von den Deutschen bei Leipzig geschlagen— 1913 schlägt der Napoleon deS FilmS bei Leipzig die deutsche Kon- kurrenz I Sintemalen er mehr zu bieten wußte, und auch der deutsche Patrioteubund. selbst auf dem Höhepunkt des Völkerschlachtjubiläums- taumels, nimmt lieber hundert Mark aus französischer Hand als fünfzig aus deutscher. Geschäft ist Geschäft! zu erschweren. Dieselben Gründe sprächen aber auch gegen den vom bayerischen Städtetag ausgesprochenen Gedanken, durch Landes« gesetz die Städte zur zwangsweisen Einführung einer Arbeitslosen» Versicherung unter Heranziehung der Arbeitgeber zur Beitragsleistung zu ermächtigen. Der Minister empfahl, den Weg weiter zu der- folgen, den bereits sein Amtsvorgänger beschritten hat. Dieser hat die Errichtung gemeindlicher Anstalten zur Versicherung gegen Ar- beilSlosigkeit dadurch zu fördern gesucht, daß er ein Musterstatut sür eine derartige Anstalt ausarbeiten ließ. Obwohl diese Regelung den verschiedenen Einwendungen Rechnung trug, verhielten sich die Städte jedoch zunächst ablehnend, mit Ausnahme von Kaiserslautern. In neuerer Zeit haben sich aber auch München, Nürnberg und Ludwigs« Hafen zur Einführung einer gemeindlichen Arbeitslosenversicherung bereit erklärt. Dieser Umstand im Verein mit der hauptsächlich in München und Nürnberg hervorgetretenen außerordentlichen Arbeits- losigkeit vcranlaßte die Staatsregierung zur erneuten Prüfung der Frage, ob denjenigen Gemeinden, die eine den Anforderungen der Staatsregierung entsprechende Versicherungseinrichtung schaffen, staat« liche Zuschüsse in Aussicht gestellt werden sollen. Auf Grund des Ergebnisses der nunmehr abgeschlossenen Verhandlungen ist die Staatsregierung, trotz der Fortdauer der ungünstigen Finanzlage, bereit, die Gewährung staatlicher Zuschüsse zur gemeindlichen Arbeits- losenvcrsicherung in Aussicht zu nehmen und die Bereitstellung der hierfür erforderlichen Mittel aus der allerdings sehr knapp bemessenen Budgetreserve zu beantragen._ Die Ersatzwahl im erste» Hamburger Reichstagswahl- kreis. Endgültiges amtliches Wahlergebnis: Bei der Reichstags« ersatzwahl im Wahlkreise Hamburg I am 17. Oktober wurden von 35 818 Wahlberechtigten 25 936 gültige Stimmen abgegeben. Davon erhielten Redakteur Otto Stolten-Hamburg Meinung deS Amtsvorstehers den preußischen Staat ins Wanken. Dabei ist der gleiche Vortrag mit denselben Licht- bildern schon in zahlreichen anderen Orten gehalten worden, ohne daß auch nur ein einziges Mal etwas Ungesetzliches darin erblickt worden tvärc. Nur Peisterwitz hat den Vorzug, etwas Ungesetzliches darin zu erblicken. Ein hochnotpeinliches Halsgericht. Köln, 21. Oktober.(Privattelegramm deS„Vor- lvärts".) I» Köln scheint ein großer Polizeiprozeß bevorzustehen. Gegen den Redakteur der„Rheinischen Zeitung". Soll- mann, ist ein Verfahren wegen Beleidigung der Kölner Polizei ein- geleitet worden. Die Beleidigungen sollen begangen sein in einem Artikel, der die Aussagen des Kriminalkommissars Hannemann in seinem letzten Prozeß über die Annahme von Geschenken bei der Kölner Polizei beleuchtete. Es fanden bereits Haussuchungen in der Redakiion sowie in der Privatwohnung statt, sie verliefen jedoch ergebnislos. Fortgesetzt finden zahlreiche Vernehmungen Kölner Bürger sowie hiesiger Kriminalbeamter statt. Preßprozeß. Das Schöffengericht in Trier verurteilte den Redakteur der „Rheinischen Ztg." in Köln, Genossen Beier, wegen Be- leidignng zu drei Wochen Gefängnis. Die Beleidigung wurde in der Wiedergabe eines Briefes gefunden, der aus den: Wahlkreise Trier an den ZentrumSabgeordnetcn Trimborn gerichtet war w'd schwere Angriffe gegen den jetzigen ultramontänen Landtagsab- geordneten Schmidt-Trier enthielt. Die markantesten Stellen in dein Schreiben waren von der„Rhein. Ztg." weggelassen worden— trotzdem diese hohe Ssiafe._ Jugendbewegung. Jugendbewegung i» Holland. Die proletarische Jugendbewegung in Holland, die erst seit zwei Jahren im Gange ist, zählt zurzeit 1490 Zugehörige. An: Sonntag wurde in Amsterdam die erste Jugendkonfcrenz abgehalten, die von 49 Parleisektionen und örtlichen Jugendorganisationen beschickt war. Die Konferenz beschloß, den Parteivorstand zu ersuchen, eine Landes- kommisfion zur Förderung der Jugendbewegung einzusetzen. DaS Alter, bis zu welchem die Jugendlichen in den Jngcndorganisationcn bleiben dürfen, wurde von 18 auf 29 Jahre erhöht. Die holländische Jugendorganisation wird fortan in: Internationalen Bureau der ozialfemokrattschen Jugendbewegung und auf den internationalen Jugendlonferenzen vertreten sein. Dem Wünsche der Konferenz zur Gründung eines JngendorganS wird der Parteivorstand nach- kommen. Jiiis Industrie und Handel. Militarismus und Fiuanzwirtschaft. Die militaristischen Forderungen, deren Erfüllung die öfter- reichische Regierung vom Parlament verlangen will, sind vor einigen Tagen der Oeffentlichkeit bekannt gegeben, und es ist an dieser Stelle darüber berichtet worden. Bescheiden ist das Verlangen der Re- gierung keineswegs.„Der österreichische Volkswirt" sagt von den neuen Forderungen, daß sie den Niedergang der Staatsfinanzen und der österreichischen Volkswirtschaft in verhängnisvoller Weife be- schleunigen müssen. Oesterrreich hat in diesem Jahre etwa 1 Milliarde für militaristische Zwecke ausgegeben. Die Kriegsbereitschaft, die der ärmeren Bevölkerung die allerschwersten Opfer auferlegte, hat anch d:e Staats- und Votkswirtschaft stark in Mitleidenschaft gezogen. Die 4-prozent:gen österreichischen Staatsanleihen, die am längsten den: allgcineinen Kursrückgang der festverzinslichen Papiere Stand gehalten haben, stehen heute nur»venig höher als 39 Proz.,„w e i t t i e f e r als die Renten der Türkei.... Alle Wirtschaftszweige leiden unter einer Prodicktions- und Absatzkrisc. Industrie' und Handel können nur mit den größten Opfern Kredit finden, die- Bautätigkeit ist durch Kreditmangei nahezu vollständig unterbunden." Die Bedenken der sonst so rüstungsfrohen Unternehmerkreise, wie sie in der genannten Zeitschrist in einem Artikel„Wehrreform und Finanznot" zun: Ausdruck kommen, sind darum wohl verständlich. Mit Recht wird gefragt:„Ist es nicht genug� daß unsere Renten tiefer stehen als die aller anderen europäischen Staaten, daß Ungarn für die Schatzschcine, die es soeben ausgegeben hat, 7>/z Proz. Zinsen zahlt? Sollen unsere Renten von 89 Proz. auf 79 und 69 Proz. fallen?" Und weiter fragt„Der österreichische Volkswirt": „Weiß unsere Militärverwaltung nicht, daß die finanzielle Kriegsbereitschaft nicht minder wichtig ist als die militärisch«? Hat sie vergessen, waZ sich im Dezember vorigen Jahres abspielte, als man noch an eine aktive Politik dachte und etwa 899 Millionen Kronen aufnehmen wollte und von den Finanz« instituten die Antwort erhielt, daß dies unmöglich sei? Er- innert man sich nicht, daß man damals auch die 259 Millionen Kronen, auf die die belden Finanzverwaltungen schließlich ihre Forderungen herabgeschraubt hatten, � im Inland nicht aufzubringen vermochte und zu 7 Prozent ins Ausland gehen mußte...?" Dann wird festgestellt:.... nirgends ist das M:ßverhaltn:S zwischen Rüstungsaufwand und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit so kratz wie in Oesterreich-Ungarn." Der Artikel schließt: .... ihren Patriotismus werden die Abgeordneten heweisen, wenn sie diese Vorlagen ablehnen, nicht, wenn sie sie annehmen. Sie haben nicht zu befürchten, daß man ihnen einst vorwerfen wird, daß sie für die Bedürfnisse der Wehrmacht kein Verständnis gezeigt haben.??ehmen sie die Vorlagen an, dann werden sie mit der Kriegsverwaltung und mit den Finanzverwaltungen dafür die Verantwortung teile::, daß dieser Staat finanziell und Wirt- schaftlich und damit auch militärisch dem Ruin zugeführt wird." Die österreichische Regierung ist solch schweren Angriffen von bürgerlicher Seite noch mcht ausgesetzt gewesen. Sie mag deren Berechtigung' wohl selber fühlen und verspricht deshalb in einer offiziös verbreiteten Notiz, daß in Berücksichtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit die Durchführung des neuen Organisations- Programms auf mehrere Jahre verteilt werden soll. DaS ist nur ein schwacher Trost. Notwendig wäre eine entschiedene Abkehrung von der imperialistischen Machtpolitik. Dafür müßte intensive Friedens- arbeit im eigenen Lande geleistet werden. Der Auteil der öffentliche» Lasten am ProduitienSertragc im Kohlenbergbau ist im Juli 1912/13 zurückgegangen, wie eine Statistik für die Harpener Bergbau-A.-G. zeigt. Auf eine Tonne Förderung entfielen an 1919/11 1911/12 1912/13 in Mark' Steuern........... 0,33 0,26 0,25 Soziale Versicherung(einschließlich Arbeiteibeiträge)......■. 0,77 0,78 0,76 Summe der gesetzlichen Anfwendungen 1,19 1,97 1,93 Freiwillige Aufwendungen..... 0,14 0,14 0,13 Summe aller Aufwendungen.... 1,24 1,21 1,16 Nach den von der Verwaltung gemachten Angaben hat also die Gesellschaft in den Hochkonjunkturjahren 1911 nnd 1912 relativ weniger an Steuern. Versicherungsbeiträgen und sonstige::„Wobl- fahrt?"aüZgäben~ vrafgetnuchi uls in den J vorgehendeck,' JckhW schlechterer K.oujunktur. Von den gesancken Prodnkcköyskosten der Gesellschaft nahmen die öffentlichen Lastet: im Jähre. 1912/13 nur 12,8 Ptöz. ein, während- sie im Vorjahte-'nirch 14,4 Proz.- uud iyi Jahre 1919/11 rund 15 Proz. ausmachten. Ebenso sank der Anteil der öffentlichen Aufwendungen an: Erlös aller Bcrgwcrksprodukte (Rohgewinn) von 11,1 Proz. im Jahre 1919/11 auf 9,4 Proz, im Jahre 1912/13. Bei einer Gesanneinnahme aus Bergwerlsprodukten von etwa 194 Millionen Mark stellten sich die sozialen Lasten auf wenig mehr als 19 Millionen. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß neben den Steuern auch die A r b e i t e r b eit r ä g e für die soziale Versicherung mit in dieser Zahl enthalten find. Letzte Nachrichten« Sozialdemokratischr Interpellationen im österreichischen Abgeordnetenhansc. Wien, 21. Oktober.(W. T. B.) In der bcutisien Sitzung des Abgeordnetenhauses brachten die Sozialdemokraten und Tschechisch-Nadikalen eine Interpellation ein, welche sich Pegen den letzten Schritt Oestcrrcich-Ungarntz in Belgrad richtet. Ferner ist von den tschechischen Sozialdemokraten eine Jnter- pellation eingegangen, die die Einführung eines Schiffsban- feiertages für die österreichische Flotte im Einvernehmen� mit Italien fordert. �n der Spezialdebatte über den Finanzplan erklärte der Ukrainer Abgeordnete Folis: seine Partei werde, da die Re- gierimg die"nationalpolitischen Forderungen der Ukrainer, insbesondere die galizischc Wahlrcform vernachlässige, den Finanzplan mit den schärssten Mitteilt bckäinpfen. � Sodann hielt der Ahgeordnetc eine vierstündige Rede über die Forde- rungen der Ukrainer._ Gefangennahme von Europäern in Torreon. Paris, 21. Oktober.(P.-C.) Depeschen aus Mexiko besagen, daß der Rebellengeneral Villa in Torreon 12 Engländer, 49 Fran- zosen, 43 Deutsche und mehrere Spanier gefangen genommen hat. Er betrachtet diese Europäer als Geisel» und hat erklärt, daß er alle erschießen lassen werde, wenn die Rcgierungstruppcn ihre Anstrengungen zwecks Wiedereroberung Torrcons nicht einstellen. Chlorvergistung infolge einer Explosioi,. Königsberg, 21. Oktober.(W. T, B.) Eine schwere Explosion ereignete sich heute abend auf dem in der Nähe der Holzbrücke liegenden Dampfer«Königsberg". Eine große Flasche mit flüssigem Chlor» die verladen werden sollte, fiel beim Transport auf Deck und explodierte. Die Explosion ereignete sich gerade, als der von Memel kommende Dampfer„Phönix" löschen und Leute ihre Waren abholen wollten. Die Flüssigkeit verbreitete einen so starken Dunst, daß sowohl von den auf dem Dampfer„Königsberg" wie auch von de» am Ufer befindlichen Personen verschiedene sofort bewußtlos wurden. Etwa sieben bis acht Personen, darunter Frauen und Kinder, wurden unter sehr schweren Bergiftungsevscheinungen ins Krankenhaus befördert, wo sofort Wiederbelebungsversuche angc- stellt wurden. Eisenbahnunglück in Japan. Tokio, 21. Oktober.(P. C.) Ein Expreßzng, in dem. sich 499 Pilger befanden, ist bei Togama mit einem Güterzug zu- sammengestoßcn. Sechs Wagen des Expreßzuge» wurden voll- kommen zertrümmert. 29 Personen wurde« getötet; über 199 haben schwere Verletzungen erlitten. ttr Helir Verwaltuugsstellt Kerlin. C 54, Finienstr. 83—8 Telephon: Anlt Norden 185. 123«. 1987. 9711 Donnerstag, den 23. Oktober 1913, abends 8 Uhr, in den Borussia-Sälen, Ackerstr. 6/7: Versammlung � »litt in den Eisengießereien besWigte» Pntzer nnd Schleifer. Tagesordnung: 1. Neuwahl von drei KommissionSontgliedern. 2. Branchenangelcgenheitcn. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreiches und pünltlicheS Erscheinen erwartet 12816_ Die Ortwvorwaltnng. Filiale GroB-Berlln. Donnerstag, den 23. Oktober 1913, abends S'/* Uhr, im Gewerkschaftshaus(großer Saal), Engelufer 13: Generalversammlung. Tagesordnung: i- Kasseilbericht für Juli-September 1913. Berichterstatter: Kollege Hoffmann. 2. Ersatzwahl zur Ortsverwaltung. 3. Anstellung eines BureauhilssarbelterS. 4. Aenderung der GehaltSslala für die Agitationslommission. S. Verbands- angelegenhciten. Das Mitgliedsbuch gilt als Legitimation. vm den wiederholten Beschwerden wegen zu späten Beginns der Ver- sammlungcn Rechnung zu tragen, wird kiiuftig Präzis S'U Uhr angefangen werden. Erscheine also jeder rechtzeitig! 35/16__ Die Ortsverwaltnng. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Zentrale: I, ichtcnberK. Rltiergattttr. 16- »O. Mittwoch, den 29. Oktober, abends 8 Uhr, im groften Saale der„Neuen Welt": General-Versammlnng. Tagesordnung: 1. Jahresbericht e) des Vorstandes, b) des AussichtsrateS, c) der Revisions lo mmission. 2. Entlastung des Vorstandes. 3. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinns. 4. Aenderung der§§ 2 und 14 des Statuts und Bericht der Statntcnberatungskomuiission.' 5. a) Wahl von 9 Ausfichtsratsmitgliedern, b) Wahl von 5 Ersatzpersonen jür den Aus- sichtsrat. 6. Anträge. {JV Der Eintritt in den Saal kann nur Mitgliedern gegen Vor- zeigung der braune» Legitimationskarte gestattet werden. Für Angehörige der Mitglieder ist die Galerie reserviert. 107/11 Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. Eingetragene Gcnosscnschast mit beschränkter Hastpflicht. Zentrale: Lichtenberg, Ziittergutstraße 16—26. Der Borftand: Der«usfichtsrat i R. Junger. O. Schultze. I. A.: H. Stühmcr. JStmsrnmsSi II..... T-r n' r"-"i m Ich Soli Doch noch«tWA? mitbringend Misthungen JUarke Gelb: pro Pfund HVloo Miarui Bitte probieren Sie: Rauers feinste Mischung pro Pfund 1,10 Mark. Rauers Marke weiß pro Pfund 80 Pfennig. Kaff ee' Rösterei Rauer& Co. Spezialgeschäft mit Kaffeemischungen, bestehend aus Bohnenkaffee mit bewährt Kaffeezusatzstoffen Nur C 54, Neue Schönhauser Str. 3. Wir bitten, auf die UauBnammcr achton zu wollen, da wir weder Filialen noch Niederlagen unterhalten. P 03 •w u O C CQ CQ a I Vohnungs-Einrichtungen Herren-, Speise- und Schlafzimmer. KlnbsofaN. 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Oktbber 1913 in das Handelsregister eingetragen worden sind, fordern wir die Aktionäre auf, das Bezngsrecht unter fofgenden Bedingungen auszuüben: 1. Die Anmeldung zur Ausübung des Bezugsrechts hat bei Vermeidung des Ausschlusses vom 23. Oktober 1913 bis 7. Aovember 1918 cinschlleBllch bei der Commerz- und Disconto-Bank, Berlin, Hamburg, Hannover, Kiel und Leipzig, bei der Nationalbank für Deutschland, Berlin, bei der Bankfirma Darens Nelken& Sohn, Berlin u. Breslau innerhalb der bei jeder Stelle üblichen Gesohäftsstunden zu erfolgen. 2. Bei der Anmeldung sind die alten Aktien, auf welche das Bezngsrecht geltend gemacht werden soll, ohne Dividendenbogen, unter Beifügung von zwei gleichlautenden, mit arithmetisch geordnetem Nunamernverzeichnis verseheneu Anmeldescheinen, zur Abstempelung einzureichen. Entsprechende Formulare sind bei den oben erwähnten Stellen kostenfrei erhältlich. Die alten Aktien werden abgestempelt zurückgegeben. 3. Der Bezugspreis von 162'/, Proz. sowie der halbe Schlußscheinstempel sind bei der Anmeldung in bar zu entrichten. 4. Beiträge von weniger als nom. M. 4800.— bleiben unberücksichtigt. Jedoch Ist iedo Beznarsstelle bereit, die Verwertang oder den Enkanf von tezngsrecntcn zu vermitteln. Die Aushändigung der bezogenen neuen Aktien erfolgt nach Ablauf der Bezugsfrist bei derjenigen Stelle, bei welcher die Anmeldung erfolgt ist. Berlin, den 20. Oktober 1913. Actien-Brauerei-Gesellschafl Friedrichshöhe vormals PATZENHOFER. potsdam-Nomms. für Potsdam und Umgegend c. G. m. b. H. Am Sonntag, den 26. Okt. 1013 mittags i Uhr. findet im Frieiiricbs. garten, Alte Luiscnstraße 36, unsere Ordentliche General-Versammlung statt 107/13 Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Bericht des Aussichtsrats. 3. Bcschlutzsaflung über die Geivion» Verteilung. 4. Entlastung des Vorstandes. 3. Bericht über die stattgefundene Revision des Verdandsrevisors. 6. Ersatzwahl zum AufsichtSrat. Beschlußfassung über Ausgabe ran HauSantcilschcincn. 8. Genosscnschastlichc Angelegenheiten. Einem zahlreichen Besuch sieht ent» gegen Der Aussichtsrat der Konsum- Genoffenschast„Hoffnung" für PotSdam und' Umgegend e. G. m. b. H. Max Hausmann, Vorsitzender. 8!e fühlen sich wie neugeboren, wenn Sie schnupfen. Bester russischer Augentabak. MllO gegen Schnupfe» MliO gegen Verschleimung MSIm gegen Trockenheit tut ■TIICD Rasenschleimhäuie MÜO belebt die Sehkraft ■HSIn ist frei von schädlichen """O Substanzen ||fl|g|n der beste Schnupftabak der "WniUI Gegenwart lind Zukunft wird nach altbewähriem ■WillU lOOjähr. Rezept hergestellt MilO kostet die Dose 10 Pf. minlrh durch den Zigarrenhandel mllO beziehen Geoeral-M'eb für Deotseblanii S. Rund Zigarren- und Tabak- General-Agenturen BerUn STW 87. Tel. Moabit 8157. aben Sie Stoff' davon Anzug od. Puotoi Sehlde, dauerh. Zutaten Mark an. Moritz Labend, Promenade S, il. fSladtb. 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In der Broschüre hat auch unser Genosse Heinemann, der der Vertreter des Metallarbeiterverbandes bei jenem Prozesse war, in längeren, außerordentlich interessanten Rechts- ausführungen darzutun gesucht, aus Ivelchen Gründen solche Abzüge von der Firma unmoralisch sind. Er setzt sich dabei auch mit der auch von den Hirsch- Dunckerschen Gewerkveremen gern gepflegten Terrorismus- legende auseinander und führt aus, daß die energische Tätigkeit, die von den freien Organisationen zur Aufklärung der Massen betrieben wird und die viele ihrer Mitglieder veranlaßt, sich mit aller Energie am Kampfe zu beteiligen, ein Ausfluß des Erkenntnisses sei, daß die Organisation für den Arbeiter eine Notwendigkeit ist, weil nur durch straffe Organisation der Selbsthilfe der Ohnmacht der Arbeiterklasse Abbruch getan werden kann. Heineman u gebraucht dabei die Frage: „Denkt man denn gar nicht daran, daß sich dieser angebliche Terrorismus, den man richtiger höchstes Pflichtbewußtsein und vollendetstes>solidaritätseinpfinden nennen sollte, mit Notwendigkeit entwickeln mußte, weil er die wirtschaftliche Lebensbedingung der Arbeiterklasse ausmacht?" Dieser Satz hat es dem Hirsch-Dunckerschen„Regulator" angetan. Er, der den Mitgliedern des Gewerkvereins all- wöchentlich vorreden muß, daß der Gewerkverein auch die Interessen der Arbeiter vertrete, verrät mit den: Seelenerguß, den er dem Zitat zusetzt, das er aus dem Organ„Der Arbeiter" entnommen hat, wider seinen Willen die wahre Natur des Gewerkvereins. In einer Schimpfkanonade, wie sie widerlicher nicht gedacht werden kann, weil sie auch in einer schlimmen Verdächtigung des verstorbenen August Bebel ausklingt, sagt der„Regulator": „Der Herr Rechlsanwalt Dr. H e i n e m a n n ist durch die vielen Prozesse, die er für die Gewerkschaften führte, bereits so einseitig im Denken geworden, daß er ernsthah den Terrorismus gegen Andersdenkende als eine notwendige Waffe im Klassenkampf ansieht. Also: wenn ein„Genosse" seinen Nebenarbeiter, der vielleicht Familienvater ist und für Frau und fünf Kinder zu sorgen hat, deswegen brotlos madbt und ins Elend stößt, weil dieser Arbeiter politisch oder wirtschaftlich anders denkt als der Genosse es fordert, dann ist eine solche Handlungsweise nach Dr. Heinemann höchstes Pflichtbewußtsein und vollendetstes Solidaritätsempfinden." Weiter kann eine Begriffsverwirrung nicht inehr getrieben werden, ohne daß der Geisteszustand des betreffenden defekt sein müßte. Den deutschen Arbeitern hat dieses höchste Pflicht- bewußtsein und vollendetstes Solidaritätsempfinden bisher weiter nichts gebracht, als Zerrissenheit unter sich selbst und Einflußlosig« keit gegen Unternehmertum und Regierung. Die Arbeiter haben also von dieser Begriffsverwirrung des Herrn Dr. Heinemann noch keinen Vorteil gehabt, aber vielleicht hinterläßt Herr Dr. Heinemann auch einmal ein so großes Vermögen, als das bei August Bebel der Fall war. Dann haben die vielen Terrorismusprozesse wohl ihm genützt, die Arbeiterbewegung aber wird durch solchen Wahn« witz schwer geschädigt." So der„Regulator". Wir haben seine ganzen Aus- führungen wiedergegeben, damit sich jeder denkende Ardeiter ein Urteil bilden kann. Aber mit der Haltung seines Organs ist der Gewerkverein auf das Niveau der Gelben herab- gesunken. Denn die fragliche Broschüre, in der Genosse Heine mann seine Ausführungen macht, richtet sich gegen die Ausbeutung der Arbeiter, gegen die Abzüge für die gelben Organisationen. Entweder kennt der„Regulator" aber den Nachsatz in der Broschüre nicht, oder er unterschlägt ihn. Wir kleines feuilleton. Filmschau. Kinodämmerung?— Fast scheint» so, obgleich die Leute noch in hellen Haufen abends zur Leinewand strömen, die die Welt be- deutet. Aber eine gewisse Müdigkeit ist schon da, niemand begeistert fich mehr so wie früher, niemand verläßt das Kino anders als mit einem ziemlich gelangweilten Gesicht... Was sah er?— Wenn er in das Admiralstheater gegangen war. eine Scheußlichkeit:„ZZn diesem Zeichen wirst du siegen!"—(In diesem nicht, Kino, in diesem nicht.) Es handelte sich angeblich um ein„ge- waltigeS Stück Weltgeschichte",— und was den Begleittext anging, so mochte das seine Richtigkeit haben. Man denke aber ja nicht, daß man seine Sach auf Statisten stellen dürfe, denen die Worterklärung eine wellgeschichtliche Bedeutung anklebte. Kaiser Konstantin sollte zu einer Bühne gehen und dort melden, daß die Pferde gesattelt seien, fierr Graf!— und die andern waren nicht besser. Was erstaunlich leibt, ist die Fähigkeit des Regisseurs, auch nach so langer Zeit noch nichts gelernt zu haben.... Roch kaum einer weiß, wie man mit dreißig Statisten ein Heerlager darstellen kann. Es geht schon, nur darf man's nicht so ungeschickt anfangen und fortwährend zeigen, daß man nur dreißig Leute sein eigen nennt. Beim„Shylock von Krakau"(Union-Theater) hatte man sich in der Premiere richtig ereifert. Aber es lohnt sich gar nicht, über diese Beiläuftgkeit eines Wiener Journalisten viel Worte zu verlieren. Den Film trifft der schlimmste Vorwurf, den man dieser Gattung machen kann: er war langweilig. Rur ganz wenige Szenen waren aus Krakau, die meisten wiederum aus Pappe und Leinwand. Auch wenn man einen so großen Schauspieler wie S ch i l d k r a u t bezahlen kann, muß man noch nicht die Geschmacklosigkeit haben und einen jüdischen Gottesdienst auf die Leinwand bringen. Schildkraut siegt, trotz, nicht wegen des Kinos. Ein paarmal— so als er seiner Tochter nachblickt(„Wie sie sich wiegt, das hübsche Kind!" spricht sein Körper)— so, wenn er mit den Mädels scherzt... das springt heraus. Der Rest: Kientbpp. Vorher gaben sie einen Film mit Prince, der betrunken in einen Park kommt, eine Venus auf einem Sockel sieht und einschläft.... Dem Betrunkenen wird sie lebenoig, er läßt sie neu einkleiden, aber sie gehen in ein Museum, ohne daran zu denken, daß Mars, der grimme Gatte, dort ausgehauen steht. Die eifersüchtige Statue wird lebendig, es gibt ein Duell zwischen Moritz und Mars. Neuzeit gegen Altertum. Schild gegen Regenschirm. Es endet ganz toll; das Ganze dauert ein paar Minuten und man kommt aus dem Lachen über so viel Esprit, Witz und Körpergrimassen nicht heraus. Das soll der Kino: mich unterhalten. Der Eines versucht'S mit Kino und Bariets. Nicht mit allzu« diel Glück. An den Wintergarten konimen sie nicht heran, und wenn sie nicht eine große Nummer haben(neulich Lloyd, jetzt Baggesen). dann ist'S nicht allzuviel mit dem Varietöprogramm. Es ist nicht schlecht, es ist ungleichmäßig. Hinter einer so guten Nummer, wie die wundervoll blöden Sänger Ibs Gotharn i'our sind, stehen:»Illustrierte lvollen deswegen den weiteren«wtz der Heinemannschen Ausführungen zitieren, denn erst durch seine Kenntnis weiß der Leser, um was es sich handelt. Er lautet: „Nur durch eisernen Zusammenschluß und organisierte Selbst- Hilfe Ivird die Ohnmacht des einzelnen Arbeiters gegenüber dem Unternehmertum aufgehoben, nur durch sie erlangt er die Un- abhäugigkeit anderer Warcnverkäufer." Wer diesen Satz nicht unterschreibt, der hat eben von den Machtverhältnisse» der Unternehmer und der Arbeiterschaft gegeneinander so wenig Ahnung, daß die von ihm geleiteten Arbeiter den Kenner der Verhältnisse nur jammern können. Wenn man sich auch noch mit dem„anderen wirtschaftlichen und politischen Standpunkt der Anhänger des Gewerkvereins" abfinden kann: damit, daß sie ihren Harmoniestandpunkt zwischen Kapital und. Arbeit so weit treiben, daß sie sich auf das Niveau der Gelben selbst hcrabdrücken, kann sich kein ernstdenkender Arbeiter abfinden. Weiter gehts nimmer. kerlin unck elmgegcnck. Neue Ausnahmegesetze gegen Bäckereiarbeiter. Dies Thema wurde am Dienstagnackimittag in einer sehr stark besuchten Versammlung erörtert, die der Bäckerverband nach Kellers Saal in der Koppenstraße einberufen hatte. Es handelt sich, wie der Referent H e tz s ch o l d ausführte, um folgendes: Die Bäckerei- Verordnung vom 3. Juni 1908 bedroht im 8 14 diejenigen Personen mit Strafe, welche, obwohl sie mit ekelerregenden Krankheiten be- haftet sind oder offene Wunden an den Händen haben, bei der Her- stellung oder dem Verkauf von Backwaren beschäftigt werden oder sich beschäftigen zu lassen.— Diese Strafbestimmung, die in gleicher Weise gegen Arbeiter wie gegen Arbeitgeber gerichtet ist, gefällt den Jnnungsführern nicht. Sie wollen deshalb die Polizei veranlassen, die Bäckereiverordnung in der Weise abzuändern, daß nur Arbeiter bestraft werden, die, obwohl sie mit den bezeichneten Krankheiten behaftet sind, sich beschäftigen lassen. Aus einem Schriftstück des Polizeipräsidenten, welches dem Referenten in die Hände gefallen ist, geht hervor, daß ein dahingehender Antrag „von einer Seite" an das Polizeipräsidium gestellt worden ist. Wer die„eine Seite" ist, kann nicht zweifelhaft sein. Zur Begründung des Antrages wird gesagt, es käme oft vor, daß Arbeiter derartige Krankheiten verheimlichen und so den Arbeitgeber der Bestrafung aussetzen. Diese Begründung trifft vollständig daneben, denn nach dem Wortlaut der bestehenden Verordnung sind ja Arbeiter, die sich trotz ekelhafter Krankheit beschäftigen lassen, schon jetzt strafbar. Die„andere Seite" kann also nur die Absicht haben, Arbeit g e b e r, die mit ekelhaften Krankheiten behaftet sind und sich trotzdem an der Herstellung der Backwaren beteiligen, vor Strafe zu schützen. Was von der„anderen Seite", hinter der ohne Zweifel gewisse Jnnungskreise zu suchen sind, ge- fordert wird, das ist nichts anderes als ein u n v e r h ü l I t e s Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter. Dagegen erheben die Arbeiter den schärfsten Protest. Dk organisierten Bäckereiarbeiter sind stets dafür eingetreten, daß die größte Sauberkeit in den Bäckereien durchgeführt wird; sie haben auch die dahin- gehenden Bestrebungen der Polizeiverordnungen rückhaltlos unterstützt und gegen den Ansturm der Jnnungsscharfmacher verteidigt. Die Arbeiter wehren sich aber mit der größten Entschiedenheit dagegen, daß alle in Bäckereien vorkommenden Ilnsauberkeiten den Arbeitern zur Last zu legen sind. Es ist schon oft bewiesen worden, daß sich Bäckermeister die größten Schmutzereien haben zuschulden kommen lassen. ES liegt also nicht der geringste Anlaß vor, die Bäckereiverordnung in dem von der„anderen Seite" befürworteten Sinne zu ändern. Alle dahmgehenden Versuche müssen energisch zurückgewiesen werden. Zu der Versammlung war außer Vertreten: des Zweckverbandes der BSckertnnungen auch das Polizeipräsidium eingeladen. Erschienen war keiner der Eingeladenen. Der Polizeipräsident v. Jagow schrieb, er habe Kenntnis genommen von dem die Versammlung anzeigenden Flugblatt, welches von einer angeblich beabsichtigten Aenderung der Bäckereiverordnung spreche. An der Versammlung teilzunehmen ver- biete ihm Form und Inhalt des Flugblattes. Hierzu bemerkte der Referent, es sollte doch dem Polizeipräsi- dentcn mehr auf die Sache, als auf die Form ankommen, über die sich die Verfasser deS Flugblattes von der Polizei keine Vorschriften machen lassen brauchen. Die Versammlung endete mit der einstimmigen Annahme einer Protestresolution, die sich gegen die gekennzeichnete Absicht einer Verschlechterung der Bäckereiverordnung wendet. Lieder". Ein Mädchen singt ein Schmalzlied, und oben wirst eine Laterna magica ganz bunte kitschige Bilder an die Wand. Die Films sind meistens italienischer Herkunft, also schlecht. Diese zerbrechenden Teller. fallenden Hunde, rasenden Fahrräder mögen im Süden bleiben.— wir sind versorgt sind mögen das nicht mehr sehen. Das beste, was ich von Films sah. war„Germinal" in den Lichispielen im Mozartsaal. Von dem Roman Zolas war nicht mehr allzu viel übrig geblieben, aber immerhin: der Film war nicht schlecht. Aesthetisch ist er unbedingt zu loben: Paths hat gezeigt, daß er noch allen Rivalen die Stange hält. Hier sind die Bildausschnitte gut, im Dunkel leuchtet wohl ein Metallteil auf, die Romantik eines gefährlichen Betriebes ist gut herausgeholt. Aber: der soziale Gegensatz ist lange noch nicht scharf genug betont. Wenn man sich schon nicht so eng an den Zolatext hielt— was ja auch nicht nötig ist—, dann hätte man keinen Pappsalon des Groß- industriellen ausbauen, sondern wirklich zeigen sollen, wie es bei den Arbeitern aussieht.... Hier war schärfste Realistik am Platze!— Aber im Ganzen und Großen ist dieser Film, der im wesentlichen eine Grubenkatastrophe zeigt, interessant und empfehlenswert. Das sind so die FilmS der letzten Woche. WaS geht vor? Was wird?— Das Reinigungsbad muß kommen. Es kann nicht so weiter gehen. Daß hier keine Kunst vorliegt— wenn man von den paar seltenen Ausnahmen, meistens französischer Herkunft, ab- sieht— ist längst klar. Ebenso, daß dieses minderwertige Material nicht das Element ist, Kunst zu geben. Es ist ja nicht bloß die Un- intelligenz der Filmisten, die einem die Branche verleidet, sondern ihre Skrupellosigkeit, ihr Mangel an jeder andern Ueberzeugung als der, möglichst viel Geld zu scheffeln... Das sind die Leute nicht, die berufen sind, dem Volk Kunst zu geben. Das Volk braucht ganz andere Films. Und die kann man nicht fabrizieren. Dazu gehört Gesinnung. Oder man unterhalte uns: dann aber anständig, ohne Kitsch, ohne die Anmaßung, Kunst zu geben. Unterhalten ist schon schwer genug... I Im„Germinal" ist ein Weg. Der Film der Zukunft wird entweder belehren oder auf- wühlen oder unterhalten— nur langweisen soll er nicht.—. _ Jgnaz W r o b e l. Helden unter Tag. Ein erhebendes Bild von dem wortlosen Heroismus, mit dem in den Tiefen des brennenden Kohlenbergwerks bei C a r d i f f die Männer der Rettungsabteilung den Kampf mit den Flammen führten, gibt der englische Parlamentarier Clement Edwards, der sich am Freitag den Rettern anschloß und so Augenzeuge dieses Ringens mit dem feindlichen Elemente wurde. „Ich fuhr am Mittag hinab, und wir drangen durch den Haupt- stollen vor bis zu der Stelle, wo das Feuer wütet. Wa» wir hier sahen, war erschütternd und ließ doch wiederum das Herz höher schlagen. Hier arbeiteten die Männer, die seit drei Tagen ohne Unterbrechung in höchster und unmittel- barer Lebensgefahr die Flammen bekämpfen, um, wenn nrög- lich, den unglücklichen 368 Kameraden Hilfe zu bringen, die jetzt vielleicht jenseits der Brandstätte verschmachten. Die Hitze ist unerträglich, alle 29 Minuten müssen die Männer, die dort vorne das Feuer niederzuzwingen suchen, abgelöst werden, da sie sonst er-> Achtung, Gipsbaubranchc! Um die noch nachträglich bewilligie Unterstützung für die Kollegen, welche während der Lohnbewegung der Gipsbaubranche die Arbeit niedergelegt haben, zur Auszahlung bringen zu können, ist folgendes nötig: Kollegen, ivelche auf den Bauten, wo die Arbeit niedergelegt wurde, Vertrauensleute oder Deputierte waren und im Besitze von Baudcputiertenliften sind, haben diese abzugeben oder einzusenden an das Bureau, Geluerl- schastshanS, Zimmer 46. Auch Kollegen, welche Auskunft über die Anzahl und die Namen der in Frage kommenden Kollegen auf oben- genannten Bauten geben können, sollen sich ebenfalls während der üblichen Zeit sofort dort melden. Um Iveitestc Verbreitung dieser Mitteilung unter den Kollegen wird gebeten. Der Vorstand. Ter Streik der Glasarbeiter. Bei der Firma R e d e r u. Meyer ist die Situation bisher unverändert geblieben, während es der Firma S a I o m o n i s ge- lungen ist, einige Streikbrecher aus Z e h d e n i ck zu ge- Winnen. Allerdings sind dies durchweg solche Arbeitskräfte, die der genannten Firma auf die Dauer nicht aus der Patsche Helsen können. Im übrigen geht der Kampf weiter. veutlcbes Reich. Eine uene Scharfmacherlüge. Die Schweinburgsche„Neue Reichskorrespondenz", die der ge- samten Scharf», acherpresse allerhand Unsinn über und gegen die Sozialdemokratie liefert, versuchte kürzlich den„zweifelhaften Wert der Tarifverträge" mit einem Zitat aus dem„Proletarier", dem Organ des Verbandes der Fabrikarbeiter, zu belegen. Sie schrieb: „Die zum großen Teil unter Vertragsbruch inszenierten Streiks der letzten Jahre erhärten die Behauptung, daß die Arbeiterschaft ihrerseits sich durchaus nicht an feste Tarisabkonnnen gebunden hält. In einer der letzten Nummern des„Proletariers", des Organs des sozialdeniokratischen Fabrikarbeiterverbandes, wird das in einem Aufsatze über Tarifverträge und die in ihnen liegende moralische Pflicht ganz offen eingestanden. Es heißt darin: „Sie(die Tarifverträge) gleichen Friedensverträgen, die ein im Kriege geschlagener Staat unterzeichnet. Es ist nur natürlich, daß die geschlagene Partei die erste Gelegenheit benutzen will, um bessere Bedingungen durchzusetzen. Die für die Unterzeichnung des Vertrages verantwortlichen Führer werden sich in die Lage fügen, aber die Masse, die sie ver- treten, wird die moralische Verpflichtung, den Vertrag einzu- halten, loeniger empfinden." Die Masse, die unklare aufgeputschte Masse darf sich alles erlauben. Sie schreitet über ihre Führer himoeg und unternimmt auf eigene Faust, ohne Achtung vor bindenden Verträgen, ihre Aklionen. Und da will man noch von gewerkschaftlicher Seite den Unternehmern zumuten, mit den beamteten Funktionären der Ge- werkschasten als den Vertretern der Arbeiterschaft zu unterhandeln. wo ganz offen ausgesprochen wird, daß für die Masse eine mora- lische Verpflichtung, die von diesen ihren Vertreter abgeschlossenen Verträge einzuhalten, nicht besteht?" Selbstverständlich hat sich die arbeiterfeindliche Presse diesen fetten Happen nicht entgehen lassen. Die„Hainburger Nachrichten" überschreiben die Notiz:„Tarifverträge, keine moralische Ver- pflichtung", die„Tägl. Rundschau" betitelt sie grobschlächtiger: „Sozialistische Moral" und der„Arbeitgeber", das Organ der ge« einigten Scharfmacher, setzt über das Zitat die tiefsinnige Ueber- schrift„Dokumente aus der Gewerkschaftsbewegung". Nun ist es an sich fast gleichgültig, ob die Scharfmacher für ihren schoflen Kamps gegen die Gewerkschaften und gegen die Tarifverträge einen Bolzen mehr oder weniger im Rohre haben. Trotzdem mag hier wieder einmal an einem Beispiel dargetan werden, tvie skrupel- loS die arbeiterfeindliche Presse lügt und verdreht. Das angezogene Zitat findet sich nämlich im„Proletarier"(Nr. 37/1913) in einem Artikel über den Bericht, den der von der englischen Regierung im Jahre 1911 eingesetzte Jndustrierat über die ihm aufgetragene Untersuchung der Tarifverträge erstattet hat. Und daS Zitat ist ei« referierender Auszug aus diesem Bericht! WaS also unsere Scharfmacher als„sozialistische" Moral des„Proletariers" an den Pranger stellen wollen, ist das Urteil einer englischen Kommission, die aus Arbeitern und Unternehmern zusammengesetzt ist. Und die Unternehmer haben. mit einer Ausnahme, den Bericht mit unterzeichnet. UeberdieZ handelt es sich bei dem Zitat, wie aus dem Zusammenhang klar schöpft zusammenbrechen. Ein Teil der Decke ist eingestürzt, überall bröckelt über den Rettern die Steinwand herab, knirschend bilden sich Risse, und jeden Augenblick können die vom Feuer erfaßten Gesteins- maff'en einstürzen und alle Retter unter einer Lawine von glühenden Kohlen begraben. Das sind Verhältnisse, die wie kaum andere ge- eignet erscheinen, Mut und Unerschrockenheit in Zagen und Furcht zu verwandeln, aber über diese Männer hier unten icheinen sie keine Macht zu haben, ununterbrochen arbeiten sie weiter und achten nicht die Gefahr. An derselben Stelle kämpfen sie jetzt, an der gestern Morgen William John durch einen Einbruch der Decke getötet wurde. Die Menschheit müßte erfahren, was dann geschah; denn es zeugt von einenr Heldenmut, dem Worte nicht gerecht werden können. William John war aus der Stelle tot, alle anderen mußten damit rechne», in der nächsten Sekunde daS gleiche Slbicksal zu finden, aber nicht einen Augenblick ward die Ar- beit unterbrochen, nicht einen Augenblick gab es ein Zögern, denn alle diese ruß- und rauchgeschwärzten Helden dort unten beherrscht nur die eine Vorstellung, daß weiter drinnen in der Tiefe noch Menschen am Leben sein können und hoffen." „Der Rauch und die Hitze sind so groß, daß meine Kleider ver« sengen und meine Schuhsohlen anbrennen.... Aber die größte Gefahr ist dabei nicht einmal diese Hitze, nein, sie kommt aus dem tiefer liegenden, ebenfalls brennenden Nebenstollen: sie kommt aus den Gaswolken, die von hier ausgehen, emporziehen und alles ringS- um zum Herd einer furchtbaren Explosionsgefahr machen. Jeder weiß: wenn dieser so harmlos aussehende Dunst mit einem Funken in Berührung kommt, oder wenn nur die Hitze auf einen Augenblick ein wenig höher emporsteigt, dann wird sich die Katastrophe vom letzten Dienstag wiederholen, dann wird eine neue Explosion ein« setzen." Arbeitersolibarität in alter Zeit. Ein hübsches Beispiel vom Korpsgeist der alt nürnberger Bierführ er wird in den Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg er- zählt. Anfang Juni 1639 machte der kaiserliche Generalissimus Wallenstein einen Besuch in Nürnberg. Er wohnte mit einigen seiner Offiziere inr„Wilden Mann" am Weinmarkt. Der Gewaltige scheint ein sehr aufgeregter und nervöser Herr gctvcscn zu sein, der absolute Ruhe um sich haben wollte, was auch dem Nürnberger Rat wohl bekannt war, denn er hatte nicht versäumt, die Umwohner anzuweisen, auf ihr Geflügel, auf Katzen und Hunde wohl acht zu geben, damit kein Krähen, Miauen oder Bellen den erlauchten Gast störe. Aber obwohl die Anwohner des Wein- Marktes dieser Aufforderung gewissenhaft nachkamen, beklagte sich Wallenstein doch über den' ständigen Lärm. Er war ungehalten, wenn ein Reitersmann sporenklirrend an seiner Wohnung vor- überschritt, schimpfte, wenn die Glocken bei St. Sebald zu läuten anhüben, er war verzweifelt, als mitten in der Nacht ein kleines Kind zu schreien begann, und äußerte zu seinem Kammerdiener: „So er den Racker hätt', wollt' er ihn gegen die Wand schmeißen." Aber seine Wut kannte keine Grenzen inehr, als beim dänrmerndeu Morgen ein Bievwagen über das holprige Pflaster fuhr und de» General aus dem best«, Schlummer riß. Wallenstein stürzte an» hervorgeht, nicht um eine Billigung, sondern um eine TrNSrung begangener Vertragsverletzungen. Diese Richtigstellung wird natürlich die Scharstnacherprefie nicht veranlassen, ihre Lügen zu widerrufen. Es ist auch gar nicht der Zweck dieser Zeilen, jene Presse zu einer Richtigstellung zu der- anlassen. Es lag uns nur daran, wieder einmal zu zeigen, mit welchem Grad von Unverschämtheit die moderne Arbeiterbewegung verleumdet wird. fiii' die Freiheit des Handwerks! Eine öffentliche Versammlung der selbständigen Handwerker Groß-Berlins, oie Stellung nehmen sollte zu der geplanten Neugestaltung der Gewerbeordnung, war zu Montag von den vereinigten Vorständen der freien Ver« einigungen aller Handwerker Groff-Berlins einberufen worden. Wie lebhaft in den Kreisen des Handwerks das Interesse für das zur Erörterung stehende Thema ist, zeigte der außerordentlich starke Besuch der Versammlung, die den großen Saal der„Neuen Phil- Harmonie'(Köpenicker Straße) bis auf den letzten Platz füllte. Sogleich bei Beginn der Versammlung tarn es zu erregten Auftritten und heftigen Zusammenstößen zwischen den Gegnern der Z w a n g S i n n u n g. die weitaus in der Mehr- heit waren, und den Freunden dieses Mittels zur Knebelung des Handwerks, die trotz all ihrem Lärm und Geschrei fich als klägliche Minderheit erwiesen. Der Streit brach los, als der Einberufer der Versammlung, Schuhmachermeister Ege, die Wahl eines Bureaus vornehmen lassen wollte, wobei gegenüber dem Vorschlag eines Bureaus aus Anhängern der freien Vereinigungen die Freunde der Zwangsinnung zun, Versammlungsleiter den Handwerlskammer- Vorsitzenden Obermeister Ra Hardt empfahlen. Handwerkskaminer-Syndikus Dr. Heinzig entfesselte einen Sturm des Widerspruchs durch sein Wort, daß Herr Rahardt das gesamte Handwerk vertrete und unparteiisch sei. Die Versammlung wurde wegen dos unaufhörlichen Lärms auf zehn Mnuten vertagt, nachher aber erklärte der Einberufer, er brauche überhaupt kein Bureau wählen zu laffen, leiten werde er selber. Unter dem aufs neue anhebenden Lärm der Rahardt-Leute, die offenbar die Versammlung zu sprengen beabsichtigten, begann Uhr- machermeister Ritter sein Referat. Er war kaum über den ersten Satz hinausgekommen, da steigerte da§ wütende Geschrei der Jnnungsschwärrner fich zu einem tvahren Toben, so daß alle Versuche, die Ruhe wiederherzustellen, zunächst erfolglos blieben. Die Schreier wurden erst still, als Obermeister Rahardt die Redner- bühne betrat und auf seinen Wunsch das Wort„zur Geschäfts- ordnrmg' erhielt. Er bezweifelte, daß die Versammlung in Ruhe und Ordnung verlausen werde, darum muff« er seine Freunde auf- fordern, mit ihm— den Saal zu verlassen. In das Bei« fallsklatschen, das ihm antwortete, mischten sich Zurufe der Ent- rüstung, aber auch Worte der Genugtuung darüber, daß man so die Störer vou Ruhe und Ordnung los werde. Nachdem unter dem schallenden Gelächter der zahlreichen An- Hänger der freien Vereinigungen die meisten der Rahardt-Leute das Feld geräumt hatten, konnte der Referent Ritter ungehindert sein Referat über die Wünsche des Handwerks zur Neu- gestaltung der Gewerbeordnung halten. Er beleuchtete den sogenannten.Handwerkrschutz', der das schwache Handwerk nicht zu stärken vermocht und ihm nur noch neue Lasten aufgepackt habe. Dem Handwerk sei dabei auch die Z w a n g s i n n u n g be- schert worden, jene rückständige Organisationssorm, die für so viele kleine Handwerker eine Quelle der Schika- nierungen und Drangsalierungen sei. Was werde da au Bevormundung und Rechtlosmachung geleistet, um„den Gemeingeist zu pflegen' und„die Standes- ehre aufrechtzuerhalten' l Da habe zum Beispiel eine Uhrmacher- inming in einem Zeitungsartikel eine Verletzung der Standesehre gesehen, eine Photographeninnung wegen einer durch JnmmgSbeschluß verbotenen Bekanntgabe von Preisen hohe Geldstrafen festgesetzt und für den Fall der Zahlungsunfähigkeit lächerlicherweise sogar Haft- strafen angedroht, eine Bäckerinnung die Verhandlungen mit der Lohnkommifsio« der Bäckereiarbeiter abgelehnt und den Abschluß von Einzelverträoen mit der Organisation der Arbeiter den Jnnungs- Mitgliedern bei Strafe verboten, und so loeiter. Referent gab eine lange Blütenlese solcher und ähnlicher Borkornnmiste, von denen manche, z. B. im Bäckereigewerbe die von Jnnungöbrüdern versuchte Hefesperre gegen nicht gefügige Mitglieder, fich als schlimmsten Terrorismus darstellten. Er rechnete auch ab mit den Wort- fiihrern des Gewcrbekaminertages, die durch eine Erweiterung der Fenster«nh rief nach seinen Pistolen. Bis diese zur Hand ge- bracht wurden, war indes der Bievwagen um die Ecke verschwunden. Die Nürnberger Bierführer aber erklärten fich mit ihren, Kollegen solidarisch, verbaten sich solche Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit und wären am liebsten alle erst recht über den Weinmarkt gefahren. Ja, wer weiß, ob es nicht der BräuerS- knechte wegen„och zu ernstlichen Verdrießlichkeiten für den Rat gekommen wäve, hätte Wallen stein nicht seinen für vier Tage be- rechneten Aufenthalt abgekürzt und sich bereits am zweiten Tage von Nürnberg fortgemacht. Notizen. — Vorträge. Otto Ernst wird in seinem Vortragszyklus „Nietzsche der falsche Prophet' im Choralionsaal am 1. Abend(27. Oktober) das Einzelthemo„Nietzsche, der Zweifler und feine zweifelhaste Werttheorie" bebandeln.— Die von Karl Scheffler und Bruno Casfirer veranstalteten Kunftvorträge eröffnet am 2g. Oktober Dr. Gustav Pauli in Lepkes Kunst Haus mit dem Thema„Die historische Mission des Impressionismus'. — Musikchrouik. Raoul Koezalskis zweiter Chopin- Abend findet Mittwoch, 8 Ahr abends im großen Saal der kgl. Hoch- schule stir Musik statt. — Was soll aus der Welt denn noch werden... Ein Anschlag dsö akademischen Senats an, Schwarzen Brett der Universität Bonn macht die Studenten darauf aufmerksam, daß in Zukunft bei der Entscheidung über Disziplinarfälle Trunkenheft nicht »»ehr als Milderungsgrund anerkannt wird.— Ja, wenn die Hüter der Sauftradftion nicht mal mildernde Umstände mehr bekommen, dann ade akademische Freiheit, dann aber auch ade teutscke Tüchtigkeit. — Handschriftliche Kleinodien. Der Handschriften- sannnlung der Berliner kgl. Bibliothek wurden außer zahl- reichen Briefen de« Philologen Moritz Haupt und Jean Pauls alle an S. M. anläßlich setner Schweizerreise im Jahre 1g12 gerichteten Begrüßungsschreiben von Schweizern zugeführt.— Hoffentlich wird diese letztere bedeusame Bereicherung der Mitwelt nicht vorenthalten, sondern in einem Prachtbande publiziert. — Elefant und Erfinder. Einem Elefanten, der sich bei einem Attentat auf den Vizekönig von Indien resolut benahm, wurde eine lebenslängliche Penston von 2000 M. jährlich ausgesetzt. Der Erfindung TellierS verdankt es die Menschheit, daß heute einige hundert Kältevampfer Eier aus Australien. Pfirsische aus dem Lop- lande, Lachse au» Alaska, Hammelfleisch aus Argentinien und Neu- seeland nach Europa befördern. Tellier. der reich und arm den Tisch gedeckt, durfte verhungern.... — Die Schwankungen der Sonnenwärme. Genaue Mefiungen der Sonnenwärme und ihrer Schwankungen find in den letzten Jahren mit größter Sorgfalt angestellt worden, weil fie von grundlegender Bedeutung für die Beurteilung des Ganges der Witterung in längeren Zeiträumen werden können. Nach 700 Be- stimmungen, die in den letzten zehn Jahren in verschiedenen Welt- teilen und in verschiedenen Höhen ausgeführt worden find, haben sich in bestimmten Zeiträumen Schwankungen der Sonnenwärme nach der Fleckentätigkeit eroeben. Unregelmäßige Schwankungen «rfolaen häufig schon M Zs, träumen von zehn Tagen und haben chee Ursache wahrscheinlich»« Vorgängen innerhalb der Sonne selbst. Jnnungsaukgaben und JnnungSrechte die Knebelung des Handwerks noch vervollständigt sehen möchten..Pflichtinnung' wolle man daS Ding jetzt lieber nennen, aber man solle eS nur ruhig weiter als .Zwangsinnung' bezeichnen und brandmarken. Leider sei das Wesen der Zwangsinnung und ihre Ge« fahr den meisten Kleinhandwerkern wenig be- kannt, sonst würde eS wohl nicht so oft zur Errichtung von Zwangs«,, nungen gekommen sein. So mancher Meister, der solchen Plänen gleichgültig gegenüberstehen zu dürfen meine, wisse nicht, daß hinterher auch er gezwungen wird, Mitglied zu sein. Ein Licht gehe ihm erst auf, wenn er in der Mausefalle drinsitze. Zur Abwendung der schlimmsten Schädigungen machte Referent eine Anzahl Verbesserungsvorschläge, die bei der Neu- gestaltung der Gewerbeordnung zu berücksichtigen seien. Er forderte unter anderem, daß zum Schutz gegen Ueber- r u m p e I n u g e u bei Errichtung einer Zwangsinnung die vorherige Bekanntgabe des Antrages auch durch Fachblätter veröffentlicht werden müsse, die Errichtung nur nach Be- teiligung von mindestens zwei Dritteln der Gewerbetreibenden an der Abstimmung durch Mehrheitsbeschluß dieser zwei Drittel herbeigeführt werden dürfe, das Statut durch Mitarbeit der Jnnungs- Versammlung festzusetzen sei, und so weiter. Von besonderer Wichtigkeit sei, daß§ 100 q, der den Innungen untersagt, ihre Mitglieder in der Festsetzung von Preisen oder in der Annahme von Kunden zu be- schränken, bestehen bleibt. Rekerent forderte weiter, daß bei der Kostenaufbringung für die Innungen der Beitrag gerechter- weise nach dem Reingewinn abgestuft werde. Die Auflösung der Innungen dürfe nicht erschwert werden, sondern sei zu erleichtern. Unter stürmischem Beifall der Zuhörer rief Referent schließlich auf zu einem Bund der freien Handwerkerorgani- s a t i o n e n, der für die Freiheit deS Handwerks kämpfen solle. ES folgte eine Diskussion, die sich weit bis nach Mitter- nacht ausdehnte. In ihr sprachen noch verschiedene Gegner der Zwaiigsinnuiigen und erklärten sich einverstanden mit dem Referat. Betont wurde unter anderem vom Friseur Lupert, daß eine Gleichstellung der freien Vereinigungen und Gcwerbevereine mit den Innungen erstrebt werden muffe. Graveur G u t t rn a n n wies darauf hin, daß die.Handwerksrettung' auf ihrer weiteren Bahn zur Vernichtung der Gewerbefreiheit und der Freizügigkeit führen werde. Von den paar JnnungSschwärmern, die im Saal doch noch zurückgeblieben waren, ließ nur Tapezier Feder sich hören. Er fordert von der Umgestaltung der Gewerbeordnung noch mehr.Bewegungsfreiheit' für die Innungen. Zu diesem Zweck solle man den K lOOq— aufheben. Die größere .Bewegungsfreiheit' der Innungen läuft also auf eine noch schärfere Knebelung der Mitglieder hinaus. Diesem sonderbaren �Freiheitsmam,' blieben Redner der freien Vereinigungen, besonders Schuhmachermeister Müller und Bäckermeister P e t e r s o n, die Antwort nicht schuldig. Gegen 1 Uhr wurde ein Antrag auf Debattenschluß angenommen. Die Versammlung beschloß dann nahezu einstimmig eine lange Res olution, die die gesetzgebenden Körperschaften ersucht, bei Neugestaltung der Gewerbeordnung zu verhüten, daß Zwangsorgani- sationen zu selbstsüchtigen Interessen ausgenutzt werden können. Sie enthält die vom Referenten aufgestellten Forderungen, verlangt vor allem die Beibehaltung des§ 100 q, protestiert gegen Erschwerung der JnmrngSauflösungen, erwartet Ausdehnung des Wahlrechts zur Hand- werkerkanmrer auf alle Handwerker. Schließlich betont sie unter Hinweis auf den wachsenden Ucbermut der Zwangsinnungen die Notwendigkeit eines Bundes der freien Vereinigungen Groß-BerlinS. Gegner der Zwangsinnung und Freunde der Freiheit deS Hand« Werts mögen ihre Adresse mitteilen an Uhrmachermeifter Ritter, Lichtenberg, Kroffener Str. Sb. Soziales. Arbeitslosigkeit— Arbeitermangel. Da» Heer der Arbeitslosen schwillt«rn, immer mehr; die Zahl der Auswanderer wird größer. Es fehlt an Arbeitsgelegenheit.— Und aus den Reihen der Unternehmer, der landwirtschaftlichen und industriellen, ertönen Klagerufe über Arbeitermangel. Selbstver- ständlich gilt die Sehnsucht dem bedürfnislosen, unwissenden und vor allem wehrlosen auSIändisrhen Arbeiter. Die Deutsche Arbeiter- zentrale berichtet über den Begehr importierter Ware Arbeitskraft: In Oberschlesien macht sich ein etwas stärkeres Angebot von Gruben- arbeitern geltend, ohne aber den Bedarf decken zu können.— Die rheinische Montanindustrie hatte dauernd genügende Arbeitskräfte zur Verfügung.— Das Baugeschäft fragte trotz der geringen Be- schästigung zeitweise nach Arbeitern an, und auch Ziegeleien, Stein» bruchbetriebe, sowie Tiefbauunternehmen waren noch beschäftigt... Nur für Spinaereien konnte di« Nachfrage nach holländischen Ar- beitern nicht immer gedeckt werden... Der Zuzug von Wander- arbeitern an der oft- und westpreußischen Grenze reichte bei weitem nicht dazu aus, allen Wünschen Rechnung zu tragen.— Die Nachfrage nach galizischen Arbeitern konnte nur zum Teil Befriedigung finden.— Bei den italienischen Arbeitern war der Zuzug nicht be- deutend.— Die holländischen Arbeiter zeigten wenig Neigung zur Abwanderung, doch war im großen und ganzen ein befriedigender Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage möglich.— Der Bericht liefert eine prächtige Illustration der kapitalistischen MrtschaftSordnung im allgemeinen, des berühmten Schutzes nationaler Arbeit im besonderen. Er enthüllt auch die bemerkenswerte Datsache, daß die Zentrale in umfassender Weise die Industrie mit ausländischen Arbeitern versorgt. Anscheinend besteht eine dauernde Verbindung, die sicher auch dem Zweck der Streikbrechervermittelung dient. Bei der Tätigkeit der Zentrale handelt eS sich nicht um die Beschaffung mangelnder Arbeitskräfte, sondern um eine Hilfe- leistung bei den Bestrebungen, die Löhn« zu drücken. Daß es z. B. im Baugewerbe irgendwo au Arbeitern gemangelt haben könnte, ist nach der Verfassung des Arbeitsmarktes im Baugewerbe auSge- schloffen. Die nationalen Unternehmer benutzen die schlechte Kon- junktur als Mittel des Lohndrucks; um ihn zu verschärfen, holt man noch ausländische Arbeiter heran und die Deutsche Arbeiter- zentrale leistet dabei Handlangerdienste. Die Vorgänge passen vorzüglich zu dem TalmipatrwtismuS, der fich nun überall lärmend zur Schau stellt. Christlicher Mißbrauch von Kraukeukaffengeldcrn. In welch slrupelloier Weise christlicbe 5trankenlassenverwaltungen Kassengelder verschwenden, zeigt folgendes Beispiel: In Heilsberg (Ostpreußen) fand kürzlich die Vertretelwahl zur ÄreiSkrankenkasse att. Man war sehr erstaunt, als zur Wahl au« der Stadt Gutt- adt, die zu diesem KrerS gehört, 800 christliche Arbeiter anrückten, um ihr Wahlrecht auszuüben. Die Leute hatten einen halben Tag geopfert, 2 20 M, Bahngeld ausgegeben, und allgemein wunderte man sich über dieses Interesse an der Wahl und insbesondere über die.Opferwilligkeit' der christlichen Arbeiter. Es stellle sich aber heran«, daß dre OrtSkrankenkass in Gutt st adt. die zum 1. Januar eingeht, beschlossen habe, aus Krankenkassen- mittel» den Wählern von Buttstädt das Fahrgeld im ve- trage van 2,20 Mark und 3 Mark Entschädigung zu gewähre«. Diese günstige Gelegenheit hatten sich natürlich die Gutlftadter Ar- beiter nicht entgehen lassen, und deshalb waren sie in großer Zahl zur Wahl gefahren, so daß die Kasse die erhebliche Summe von 1500 Mark für diesen Zweck misgegeden hat. Nach der ReichSver- sicherungSordnimg darf eine Krankenkasse für solche Dinge kein Geld verwenden. Die löOO M. sind in völlig ungesetzlicher Weise ver« pulvert worden. Man hätte in Guttstadt eine Wahlstelle einrichten können. Dann hätten hier die Wähler ihr Wahlrecht ausüben können. Aber jetzt liegt ein ganz unerhörter Mißbrauch vor, über den die Ehristlicheu und Nationale« in Schreikrämpfe verfalle« wären, wenn er in einer Krankenkasse passiert wäre, die von freigewerkschaftlich organisierten Arbeitern verwaltet wird. Aber sowohl Guttstadt wie Heilsberg sind christliche Domänen. Gerichts-Deining. Die Breslauer Sittlichkeitsaffäre vor Gericht. Die Begründung des bereits gestern von uns mitgeteilten Urteils in dem Breslauer Skandalprozeß war eine höchst seltsame. Es erklärte nämlich der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Mundry:„Wir stehen am Schlüsse des Dramas, das unter dem Namen.Breslauer Sittenskandal' in höchst unerfreulicher Weise bekannt geworden ist. Eine Sittenfäulnis, so meldeten manche Blätter, habe sich kundgetan, das war allerdings wenig schmeichel- hast für das alte Breslau. Im ersten Teil des Prozesses haben sich sexuelle Verfehlungen schwerer Art ergeben, aber doch kann von einem sexuellen Panama keine Rede sein. Es handelt sich hier um zwei Mädchen, die trotz ihrer Jugend bereits als gewerbsmäßige Dirnen ihr unsauberes Handwerk trieben, aber es waren keine unschuldigen Kinder, sondern sittlich durch und durch verdorbene Mädchen, die auf den Männerfang aus- gingen. Tief beschämend ist diese Sachlage. Aber jeder welterfahrene Mann weiß, daß solche Dinge in jeder Groß. stadt vorkommen. Im Interesse der Breslauer Bürgerschaft, so fuhr der Vorsitzende fort, halte ich es für notwendig zu erklären: beide Mädchen waren demoralisiert; nicht sie sind die Opfer gewesen, sondern die M ä n n e r, die nicht genügend sittliche Kraft besaßen, um der Versuchung zu widerstehen. Die Mädchen haben auf leichte Weise sich das Geld verschafft und vernascht. Aber ganz verloren sind auch diese Mädchen noch nicht. Eine gewisse Gutmütigkeit, die den Dirnen oft eigen ist, war auch bei diesen jugendlichen Personen zu erkennen. Daß die Angeklagten mit der Ausrede kommen, nicht gewußt zu haben, daß die Mädchen noch nicht über 14 Jahre alt waren, ist nur zu erklärlich. In den Fallen, wo diese Frage nicht ganz geklärt werden konnte, hat eine Verurteilung selbstverständlich nicht erfolgen können; hter lag dolus eventualis vor, aber in den meisten Fällen war ein Zweifel hieran nicht anzunehmen. Die Abstufung im Strafmaß ergibt sich aus der Anzahl der Fälle, die jedem einzelnen der Angeklagten zur Last fallen.' *» * . Eine eigenartige Auffassung: Die Männer, nicht die Kmder seien die Opfer gewesen. Danach hätten wohl gar die Kinder und nicht die Männer verurteilt werden sollen? Das Gesetz steht glücklicherweise noch nicht auf dem Tiefstandpunkt, der in der Anschauung liegt, erwachsene Männer, die mit Kindern unter 14 Jahren Unzucht treiben, seien die Opfer sexueller Unmoral, nicht die mißbrauchten Kinder. Nicht nur unsere Weltanschauung, sondern die des weitaus größten Teils der Bevölkerung ist der Ansicht: das Kind ist zu schützen, das Kind ist das wertvollste Gut, das wir zu hegen und zu schützen haben. Auch ein bereits verführtes oder, wie das Urteil meint,„durch und durch verdorbenes' Kind ist zu schützen. Und nicht seiner Person allein wegen, sondern auch der Gefahr wegen, die aus den Handlungen der skrupellosen Mißbraucher der Kinder anderen Kindern und der allge- meinen Kultur droht. 36 Leute sollen mit den zwei Kindern geschlechtlich verkehrt haben; von ihnen gelangten zunächst zehn zur Aburteilung. Landgerichtsrat Mundry meinte aber: von einem sexuellen Panama könne keine Rede sein. Was ist denn nach seiner Auffassung noch alles erforder- lich, um festzustellen, ein sexuelles Panama liege vor? Ge- nügt es noch nicht, daß allein drei Dutzend Personen mit zwei Kindern untn 14 Jahren nachweislich verkehrt haben? Soll die ganze Stadt mit ihnen verkehren müssen oder sollen alle Kinder unter 14 Jahren mißbraucht sein müssen, um von einem sexuellen Panama reden zu dürfen? Die Welt- anschauung des Landgerichtsrats Mundry ist nicht nur in der Frage des Kinderschutzes mit Entschiedenheit zu be- kämpfen. Er ist der aus Prozessen gegen Sozialdemokraten sattsam bekannte Richter. Wir erinnern nur an jenen Aus- spruch: Beamte, die sozialdemokratischen Redaktionen Mitteilungen machen. sind Schweinehunde. Wer auf diesem mehr durch Temperament als durch Richtigkeit und Tiefe fich aus- zeichnenden Standpunkt steht, mag freilich nicht erkennen können: Erwachsene, die gegen Kinder unter 14 Jahren sexueller Verfehlungen sich schuldig machen, sind Schweinehunde. Traurig, daß der strafrechtliche Schutz der Kinder auf sexuellem Gebiet Richten, anvertraut ist, die auf der durch die Urteilsbegründung betätigten Weltanschauung stehen. Eine Abschreckung für gemeingefährliche Wüstlinge ist die Auffassung wahrlich nicht: die Lüstlinge, nicht die Kinder, die sie mißbrauchen, siikd die Opfer. Und kein Zufall, daß diese eigenartige Moralauffassung eine Kammer beherrscht, die wegen ihres als ungerecht empfundenen Vorgehens gegen die Sozialdemokratie bekannt geworden ist. Ist doch die Sozial- demokratie die Partei, die den tugendsatten Pharisäismns und die Schäden unserer Gesellschaftsordnung bekämpft. denen an, letzten Ende das sexuelle Panama in Breslau ent- sprossen ist._ Ein unerkennbarer Kriminalpolizist. Das Amtsgericht Berlin-Mitte verhandelte gestern gegen einen Mechaniker Jammer wegen eines Strafmandats, das ihm von einem Kriminalwachtmeister Dittmar besorgt worden war. Jammer sollte am 20. August, abends um 10 Uhr. sich an einem Auflauf beteiligt haben, der vor dem Hause Fehrbelliner Straße 6 infolge einer WirtShauSszene entstanden war. und er sollte dann der Aufforderung deS Beamten. weiterzugehen. nicht Folge geleistet haben. Der Angeklagte behauptete, daß er vielmehr, zufällig hier vorbeikommend, in einiger Entfernung vor dem Auflauf stehen geblieben sei, um nicht in ihn hineinzugeraten. Wegen der Ansammlung von Passanten habe der Schankwirt die auf der Straße verweilenden Frauen und nachher auch ihn in häßlicher Weise beschimpft. Der Kriminalbeamte habe sich in der Tür deS Lokal« neben dem Wirt gezeigt, wie wenn er ein Gast wäre, und sei nach seinem ganzen Benehmen nicht al« Beamter zu erkennen gewesen. Als er später, durch den Wirt veranlaßt. Jammer wegbringen wollte und dieser ihn nach seiner Legitimation fragte, habe er aus der Hosentasche ein Schlüsselbund herausgeholt und eine daran hängende Blechmarke vorgewiesen, deren Schrift nicht zu lesen war. Schließlich habe Jammer den angeblichen Beamten, den er nicht für einen solchen hielt, selber aufgefordert, zur Polizeiwache mitzukommen, der Beamte aber habe dann ihn fistiert. Kriminal- Wachtmeister Dittmar gab vor Gericht zu, daß die Erkennungsmarte damals am Schlüsselbund hing und auch jetzt noch konnte er dem Richter seine Marke nur zusammen mit dem Schlüsselbund vorweisen, an dem sie wie eine Schlüsselmarke baumelte. Man erfuhr auch, daß die da- malige Marke inzwischen durch eine neue ersetzt worden war, weil jene nicht mehr recht leserlich war. Dittmar versicherte, daß er nicht auf einen von dem Schankwirt geäußerten Wunsch, sondern aus eigenem Antrieb gegen Jammer eingeschritten sei. Dieser sei selbst dann noch nicht weitergegangen, al« im Publik»« di»«enßenmg fiel: »DaS ist ja unser Wachtmeister!' Zwei von der Verteidigung ge-> ladene Zeuginnen bestätigten im wesentlichen die Darstellung deS Angeklagten. Eine bekundete auch, der Schankwirt habe dem Beamten gesagt, er solle mal den da„wegholen". Der Amtsanwalt selber beantragte Freisprechung. Dabei rügte er das Verhalten des Kriminalwachtmeisters, der nicht die Erkennungsmarke zusammen mit dem Schlüsselbund habe vorweisen dürfen. Der Verteidiger Rechts- anwalt Karl Liebknecht hob zur Begründung der Notwendigkeit eines Freispruchs auch das hervor, daß der Beamte durch die ganze Art des Auftretens geradezu den Verdacht habe wecken müssen, man habe in ihm überhaupt keinen Beamten vor sich. DaS Urteil lautete auf Freisprechung._ Stellenvermittelung auf Umwegen? Eine bedenkliche Entscheidung fällte gestern die 141. Abteilung des Schöffengerichts Berlin-Mitte. Nachdem durch das freisprechende Urteil des Kammergerichts vom 12. Juni d. I. zugunsten der Stellenvermittlung betreibenden Kellnervereine Berlins festgelegt war, daß die Zahlung von Eintrittsgeldern und Mitgliedsbeiträgen die Vermittelungstätigkeit des Vereins nicht zu einer gewerbs- mähigen mache, da die Zahlung keine Gegenleistung für vermittelte Stellen, sondern nur eine solche für die Eröffnung der Aussicht auf Vermittelung bedeute, ging die Polizei auf anderem Wege gegen diese Vereine vor. ES wurden Strafbefehle wegen Uebertretung der Ziffer 9 der Vorschriften des Ministers für Handel und Gewerbe vom 2l. August 1919 beantragt, die derartigen Vereinen überhaupt die Erhebung von Eintrittsgeldern und Beiträgen verbietet. Gegen einen solchen Strafbeschl halte der sogenannte„Verein der Gastwirtsgehilfen Grotz-Berlin" Einspruch erhoben. Rechtsanwalt Dr. Frey machte geltend, datz die Ministeralvorschrift nur Vereine treffen solle, die ausschließlich oder vorwiegend Stellen- vermittelung betreiben, während im vorliegenden Falle nur ein Teil der Einnahmen zur Bestreitung der durch die Stellenvermittelung entstandenen Ausgaben verwendet worden sei, das übrige aber zur Pflege der Geselligkeit, Arbeitslosenunterstützung usw. Da die Stellenvermittelung nur ein Nebenzweck sei. müffe Frei- sprechung erfolgen. Das Gericht schloß fich diesen Aus- führungen an und erkannte auf Freisprechung. Der Verein, der die Interessen der Kellner wahrnimmt, ist der .Zentralverband der Ga st Wirtsgehilfen." Es hätte deshalb eingehend geprüft werden müssen, ob der obengenannte Verein nicht etwa nur zum Schein als Verein mit anderen Zwecken, tatsächlich aber zwecks gewerbsmäßiger Stellenvermittelung errichtet ist. Diese Prüfung ist leider unterblieben. Versammlungen. Eine Branchenversammlung der in der Zigarettenindustrie bc- schäftigten Personen beschäftigte sich mit dem Thema:„Die Situation in der Berliner Zigarettenindustrie und die Arbeits- Verhältnisse bei der Firma Garbath". Der Referent W. Tschenschrer führte nach einer Schilderung der Antitrust- bewegung im Unternehmerlager aus: Für die in der Zigaretten- industrie beschäftigten Arbeiter komme es in erster Linie darauf an, eine menschenwürdige Behandlung, anständige Löhne und die Sicherung des Koalittonsrechts zu erlangen. Daß es mit diesen Rechten oft hapert, beweisen die Arbeitsverhältnisse in der Zigarettenfabrik Garbaty-Pankow. Schon wieder- holt wurde darüber Klage geführt, daß Arbeiter, die sich erlaubten, im Betriebe laut zu sprechen oder zu lachen, als Strafe ein oder mehrere Tage aussetzen mußten. Auf wiederholte Vorstellung der Organisation ist diese Dkaßregel eine Zeitlang unterblieben, neuer- dings beliebt man es bei Garbath wieder, diese Art Strafe zu ver- hängen. Eine eigenartige Methode herrscht bei Garbath für Ar- beiter, welche sich nach einer Krankheit wieder zur Arbeit melden. Wochenlang müssen sie oft vom Betriebsleiter zum Chef und um- gekehrt herumlaufen, bis sie wieder eingestellt werden. In dieser Zeit werden aber andere, dem Betriebe fremde Arbeiter eingestellt. Der Betriebsleiter der Firma kann sich auch nicht daran gewöhnen, die Vertretung der Arbeiter als zu Recht bestehend anzuerkennen. Auch die Lage der Hilfsarbeiterinnen ist keine beneidenswerte. Sind doch Löhne von 6,89 bis 7 M. an der Tagesordnung. Dazu kommt, daß die jugendlichen Arbeiterinnen weder vormittags noch nachmittags Pausen einhalten dürfen. Für die Firma Garbath scheint keine Gewerbeordnung zu bestehen. Für ihren geringen Lohn werden sie durch Anschreien entschädigt, wenn sie des Morgens eine Minute zu spät kommen. Auch ein Teil der Zigarettenhand- arbeiter wird niedriger entlohnt als in anderen Berliner Be- trieben. Durch eine Lohnbewegung im Juni d. I. wurde den Rund- und Mundstückarbeitern der Lohn pro 1000 Zigaretten um 15 Pf. erhöht. Diese Lohnerhöhung suchte die Firma dadurch illu- sorisch zu machen, daß sie die Arbeitszeit der Rundarbeiter um zwei Stunden täglich verkürzte. Andererseits werden Zigaretten durch Ueberstundenarbeit aus der Maschine hergestellt. Dafür läßt die Firma den Arbeitern den Segen eines Sportvereins ange- deihen. Während es bei Garbath streng verboten ist, in der Kan- tine Zettel zu Betriebsversammlungen zu verteilen und jede Be- tätigung für die Organisation von der Betriebsleitung unterbunden wird, hat man die Einladung zur Gründungsversammlung des sogenannten Sportklubs öffentlich in der Fabrik ausgehängt und zur Versamnilung selbst Fabrikräume zur Verfügung gestellt. Die Spiele finden unter Aufsicht des Meisters statt. Der Zweck dieser Mache ist klar. Man will die Organisation vom Betrieb„Gar- baty" fernhalten. Ist das durchgeführt, dann wird aus dem Sport- klub ein gelber Werkverein werden. Die Arbeiter bei Garbath werden dafür sorgen, daß dieser Wunsch sich nicht erfüllt, dafür aber die Organisation ausgebaut wird, damit auch in diesem Bc- triebe einigermaßen annehmbare Arbeitsverhältnisse Platz greifen. In der Diskussion wurden die Ausführungen des Referenten in verschiedenen Punkten ergänzt. So wurde u. a. festgestellt, daß noch heute Arbeiter im Betriebe arbeiten, die krank sind, aber aus Furcht davor, nicht wieder eingestellt zu werden, es unterlassen, sich krank zu melden und so ihre Krankheit verschlimmern. Wie der Referent, so tvaren auch die Diskussionsredner darüber einig, daß alle Mißstände bei Garbath nur durch eine starke Organisation beseitigt werden können. «»SSSSSSa � Unserem Parteiveteran l-eopold Renkwitz Ä zu seinen! heutigen TSjäbrigen A Geburtsaae die herzlichsten U) Glückwünsche. 79« V Die Genossen des Bez. 766a, � 2t. AM. für < Unserem allen Kämpser i Freiheit und Recht Emil Retzerau J nebst Gemahlin ( überbringen wir hiermit die herz- i ( lichsten Glückwünsche zur Silber-» ' Hochzeit I 1521» Mögest Du, Emil, die solgendcn k 25 Jahre mit aller Krost und! t Rüstigkeit weiterstreiten für die{ Völkerbefreiung. I Freuude u Genossen Neuköllns.> Unserem Genossen | Ernst Berger Ä, � herzliche Glückwünsche zur Silberhochzeit l h Die Genossinnen und Ge« ch nossen der 81. Gruppe. M Lichtenberg. 96A Todes-Anzeigen I SoziaMeaskratiseiier WaWverein I. iL i Befi. RökJlßtagswaMkreis. Landsberger Viertel. Bez. 396, 1. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Arbeiter Ridiarä Mellenthin Wilh.-Stolze-Str. 7, gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung stndet heute Mittwoch, den 22. Ottober, nachm. •Ist. Ubr, von der Leichenhalle des Auserstehungs- 5«irchhoses in Beigcnfee aus statt. 218/2 Um rege Beteiligung ersucht Reo Voi-»,t»ii«>. ßeuiselier IraBsponarMterVerbaoil. BezirksverwaHung QroB-ßerlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. baß unser Kollege, der Haus- dien er August Weigt am 18. d. M. im Alter von 72 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 22. d. M., nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle de? Georgen- FriedhoseS, Landsberger Allee aus statt. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Haus- Diener Richard Mellenthin um 18. d. M. im 2llter von 25 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch. den 22L d. M., nach. mittags 4st, Uhr. von der Leichen- d ille des Autei itehungS- irrted- boses, Wetuenjee, Lichtenbergei Straße, uns Hall. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung SozialdeinokratiselierWahivereiD 1. lyerl. Reiclistags-Walteis. Am 18. d. MtS. verstarb unser Genosse, der Schlosser (hi8tavl>tawks Rostocker Straße 26 Bezirk 693. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch in Kottbus statt. 231/8 vei> Voratand. Deutscher Transportarbeiter-Verbanil. Bezirksverwaltung Greil-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Droschten. sührer 68/18 Emil Abraham am 19. d. Mts. im 2llter von 68 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 23. d. Mts., nachmittags 3st, Uhr, von dei Leichenhalle des Zentral- Fried- hoseS m Friedrichsseide auS statt. Die Bezlrksverwaltung. Am 19. Ottobcr entschlles nach schwerem Leiden mein lieber Mann und Sohn, der Maurer VVilhelm Lange Danziger Str. 67. Die trauernde Witwe: 9221 Emilie Lange. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 23. d. Mts., nachmittags 3 Ubr, von dcrLcichcn- Halle des St. Georgen-Kirchhojes in Wettzensee.Rölckcstraße aus statt. Am 20. Oltober verstarb nach schwerem Leiden unser lieber Sohn, der Maurer Willi Nerhert im 22. LcbenSjabre. 105A Die tiesbetrübten Eltern: August Ulrich und Frau. Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 4 Uhr, von der Halle der Emmaus- Gemeinde, aus statt. Deutscher Netallarbeiter-VerbäDil Verwaltungssteile Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser MUglied, der Drucker ttermann Lescau Wassertorstr. 60 am 18. d. Mts. an Lungenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 22. Oktober, nach- mittags 31/, Uhr, von der Leichen- Kalle deS Simons-Kirchhoses in Britz, Tempelhoser Weg, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schlosser Gustav Nowka Rostocker Str. 26 am 13. d. Mts. an den Folgen eines Unfalles. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 22. Oltober, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Gemeinde-Friedhofes in Ströbitz bei Kottbus ans statt. Ferner starb der Klempner unser Mitglied, Ladislaus rtypnlsty am 20. b. MtS. an Schlagansall. Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 23. Oktober, nachmittags 3 Uhr, im Kremato- rium sneuer Treptower Kirchhos) Kiesholzstraße statt. Ferner starb unser MUglied, der Former Vilh.Zehosi'edemloi'l Graunstr. 21 am 19. d. MtS. an Magenleiden. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 23. Oktober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle deS Himmelfahrts- KirchhoteS in Nicdcr-Schönhausen- Nordend aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. 128/7 Die Ortsverwaltung. E. G. m. b. H Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend Zentrale: liichtenberg, Rittergutstr. 16/26. in imkeren Terkanfs- ft stellen: ÖSCIBÖWIC zu kolgenden Preisen: Schellfisch� ohne Kopf per Pfd. 26 Pf. 1 KabHaiJ, ohne Kopf, per Pfund 23 Pf» Seelachs, ohne Kopf, per Pfd. 21 ,, Seeaal, ohne Kopf, per Pfund 24„ Schollen, per Pfund..... 24 ,, Knurrhahli, per Pfund..24 Seehecht, per Pfund.... 28 ,, I RotAUnxen, per Pfund... 30 99 99 Heute und morgen: Frisclie Räucherwaren. Freiiag II. sonnsbend: Ganse, Suppenhühner, Tomaten. 107/12 Täglich Aepfel, Birnen und anderes Obst. Der Vorstand. [: Alle» Freunden und Bekannten, dem Gesangverein„Morgengrauen-, sowie dem Bäcker- und Konditoren- Beiband, dem Sozialdemokratischen Wabwerein des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises, Bezirk 196, spreche ich sür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Melcher den herzlichsten Dank aus. Berlin, den 21. Oktober 1913. Auguste Melcher nebst Kindern. Dr.Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41,"""" IO— 2. 6—7. Moritzplatz SonntsgB 10—12. Tanksagung. Anläßlich der großen Teilnabme, die uns bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten BalerS Gustav Mdkner zuteil geworden in. sagen wir allen unteren derzltchen Dank. 4721 Die trauernden Hinterbliebenen. Ww 6 M«!8i)«r geb. Lehmann. Otto MeiSner und Familie. Danksagung« Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzipenden bei dem Begräbnis meines lieben Mannes sage ich der Direltion der Eisengießerei Siemens u. Halske und den Kollegen meinen herzlichsten Dank. krau Johanna Sperling. MohrerotnSt Kolervopopfv ör Prookfurter>tr tto Trauer- Magazin jm� nusiersrerkeiie-Ms „ Tarbige Konfektion m groiitem Maßstabe Zu t>ll ligiten -Preisen— Westmann MtnKel s Bleich- Soda Bruchbandagen, IM 9* i-eihbinden. Geradehalter, Irrigateure, Spritzen etc., Sngpcnaorien, sowie alle Artikel z. Krankenpflege empfiehlt• Fabrikant Pollmann, jetzt Berlin N., Lothringer Str. 60. Eigene Werkstatt. Lieferant für Krankenkass. Fachgem. Bedienung. Keine Reklame! Wissenseh erprobt Haarausfall tifetliflt Reichels im schädliches, na« Lrzil. Borlchriil beretliteS Nest-Mmf „Reell" EmhSlt die wirtlamsten. >de» Haai wuchs an- legenden«rlnilpien in wissenschattllch richtiiee Ausammenletzung. ftäiti und ntiiichi wodliuend d-e ttovi- neiven beleiiigl Jucken der ttovtdaui und Schinnen«rNndtiai und dauernd. Macht du»n»s chaar voller und laeter. enx wlctell bei voidandenkN Vapwen auf bereits labirn»leiten wieder neu. krä tine H.ar- WuchSb Id. Ut.®r— neb» wtssenschatll. .Zvei.-Vl olchltre»Die rxionelleHaarpflege-. Otto Reichel, Berlin 43, Elsenbahnstr. 4. Stärkungs-i Rotwein Ige blutarme o. kranke Rc« konvaleszcntcn. tcolhek. Orog.• D«l>k«t■Ceich. FU.50o.Zkl. Santa Lada esMraFOntt ewrlln H4. Arbeiter- ss Notiz- ss tCalender f 1914[ a Aus dem Inhalt des soeben ■ erschienenenKalenderser- J wähnen wir folgende inter- h essante Abhandlungen: S August Bebel(mit PortrSt in ■ vier Farben) r. Wie erzieht " man die Jugend zn freien ■ selbstbewußten Menschen. ■ Von Emil Sonnemann u ' Krankheitsverhütung und a erste Hilfe. Von Dr. J.Zadek ■;: Schöffen u. Geschworene. ■ Von Karl Freter s Der r Reichsetat. Von E.Oaamlg. ■ Außerdementhfilt der ■ Kalender unter anderem: J Alle für Arbeiter wichtige ■ Adressen— Reichhaltiges ■ statistisches Material über J dieReichstagswahlenl9I2 ■ und die Nachwahlen— ■ BiographischeNotizender J sozialdemokr. Reichstags- ■ abgeordneten— Die öe- ■ werkschaften iJahre 1912. [ Kalendarium, Geschieht»- b kalender, Portotaxe, Merktafeln, Notizbuch. \ Preis geb. 50 Pf. Zu beziehen durch: ■ Buchhandlung Vorwärts S Lindenatraße 69. wuLfttA�e-(ßif fcetWfe/ cJtAw 2/Ö' Die VIiisUol- und Knochcnblldnng der iSfiiiglingc wird durch die Ernährung mit„Kufeke" und Milch aufs hoste gefördert, so daß das Körpergewicht in normaler Weise zunimmt. Mit„Kufeke" ernährte Kinder sind ruhig, leiden nicht an Blähnngen, haben gesunden Schlaf, guten Appetit� geregelte Verdauung und gedeihen in jeder Weise voraüghoL Stoffe "eg Wanzüge, Paletots Meter Al.ö.7.g Kostüm- und lflsterstofleMtr.X.8,4,5 Persianer imit. Plüsche 130Ä3irr Seiden-Seal primaÄW.lS KstrachanÄer%r»so«so Meter M. 4 0 Tuchlager Koch& Seeland G. m. b. H. GBrlraüilteDStr.M,,-*-T,#-'r %\ Alleiniger Fabrikant auch der soneliebten Schuhcreme.Nigrin': Carl Gentner, Göppingen. Die reellsten nnd billigsten Möbel Uld Poluterwaren erhält man zu Kassapreisen in der seit 86 Jahren bestehenden Möbelfabrik von A. 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Hörsaal 8 Uhr: Dr. 23. verndt: Die{tröste der Umformung und die Faltoren der Auswärts« entWickelung. tiammeripiele. Benet. Abenteuer. Heirat wider Willen. {deutsches Künstlertheater. Ge« spenster. {deutsches Opernhaus. Der Troubadour. {deutsches Schauspielhaus. Die heitere Residenz. Neues Operntheater sKroll). Herrgottschnitzer von Ammergau. Berliner. Wie einst im Mai. Ttialia. Die Tangoprinzessw. Sheater am Nollendorfplatz. Die Heimlehr des Odhsseus. Komödienhaus. Das Paar nach der Mode. Theater des WesteuS. Gräfin Schwer«. Jugendsreunde. Schiller Eharlottenburg. Die Großstadtwst. Montiö Operetten. Der lachende Ehemann. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Kasino. Ferdinand der Tugend» haste. Kleines. Belinde. Trianon. Seine Geliebte. Herrnfeld. Was sagen Sie zu Leibusch? Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stetttner Sänger. Eine« Apollo« Theater. Variete« Lichtspiele. «ineS Friedrich« WilhelmstSdt. Batietä-Lichtspiele. Ansang 8'/, Uhr. Rose. Im weihen Röhl. Residenz. Die Frau Präsidentm. Lustspieldau». Puppenllwil. Luisen. Die Allwördens. FolieS Eaprice. Ritter Baldrian. Die Mitzgeburt. DaS Adoptw- lind. Walhalla. Der LiebeSonkel. Aniang 8'/, Uhr. Reue» BolkStheater. Die Sieb« zehnjährigen. Ansang 9 Ubr. «dmirals�a iaft. Die lustige Puppe. EinesNollendorf-Theater.Variets« Lichtspiele. .•« Sternwarte, Jnvalidenstr. 57—62 J>ea(«chcsSchaa»pleltaaan 8 Uhr: Die heitere Residenz. Theater des Vesteos. svhr- Gräfin Fifi. Sehlller-TheaterO.lgLT«: Mittwoch, abends 8 Uhr: Jagendfreande. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wenn der neue Wein blüht Freitag, abends 8 Uhr: Jagendtrcande. Schiller-Theater ChabrXen' Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: twötx von Berllchingen. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Großstadtlnft. Donnerstag, abends 8 Uhr: Boftenmontag. Freitag, abends 8 Uhr: Zloeal. 7'/. Uhr: Braniin Komödienhaus. 8 uhr- Das Paar Dach der Moöe. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Lessing-Theater. Aniang VI, Uhr. Peer Qynt. Deutsches Könstlertheater Sozietüt. Nürnberger StraBe 70/71, am Zoo. s uhr: Gespenster. & Residenz-Theatern Die Frau prößdeutiu. Freitag, den 24., 7'/, Uhr, zum l.Male: Boholt— der Franz! Musikalische Groteske von 2l. Lands- berger und Willi Wolff. Sonntag, 26. Okt., nachm. 3 Uhr: Dl« Frau Früzldontln. Theater am Nolleniiorfplatz 5. Täglich abends 8 Uhr: Die Heimkehr des Odysseas. Burleske-Operette. (Ae der Kelter- Wilhtlm- Sedlohtnl*- Klrche) Kurf ürstendamtn 236 DerZwerchfell- •rechUtternde Lacherffolg wird immer grSsseri „Die bleue Maus" Schwink in vier Akten. — Anfang— 9, 7 und 9 Uhr. Montis Operetten-Theater Schiffbaucrdamm 4a. 8 Uhr: Gastspiel Jul. spielmann: Der lachende Ehemann. Sonnt. 3 Uhr: Der Vogelhändler. lOSEfTÜIMEI Trotze Frankiurter Str. 132. Ansang 8'/. Uhr. Zum ersten Male: Im welfien ROss'l. Lustspiel in 3 Akten von Blumenthal und Kadelburg. Donnerstag: Im weitzen Rötzl. Sonnabend 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Voigt- Theater Badftrafte 58. Mittwoch, den 22. Oktober 1913: fint tollt Kocht. Große Operetten-Posse in 4 Bildern von I. Freund und W. Manniiädt. Kasseneroffnung 7 Uhr. Ans. Sll, Uhr. Admiralspalast. Elz- Arena.— Allabendlich das neue mit durchschlagendem Erfolg aufgeführte Eisballett Vis lustige?upps. Bef ig a*/. um is 6 Uhr und von l

/, Uhr: Dl« Allwördens. Der Elebesonkel. Schauspiel in 7 Bild, o. E. Ritterseldt. I Posse mit Gesang u. Tanz in 3 Akten. &-Clon" Mauflpstrafie 82.—/ :: Berliner:: Konzerthaus MauerstraOe 82.— Zimmerstraße 90/91. Großes Ihoppel- Konzert! Berliner Konzerthaus-Orchester. Leitung: Komponist Frz. v. Blon und als Gastdirigent; Hofkapellmeister Prof. Traugatt Ochs. Musikkorps Garde-Füsilier-Regiments. Dirig. Oberm. Dippel. Anfang 8 Uhr.' Eintritt 50 Pt Anfang 8 Uhr. Wochentagen: Gf. Nachmittags-Konzert �Efntmr1 ✓--- VERBHÜGUNG5-PMÄ5T iSIDDDQi POTSDAMER 2�72« HOCHBAHN: BÖIDWSS EröDuung: Freitag, den 24. Oktober. Brauerei Friedrichshain am Königstor. Oekonom: Ernst Liebing. mittwoch, den LS. Oktober er.: Heiterer Künstler-Abend. | Anfang 8 Uhr. SöN8gti0N8- FsMSIW. Entree 30 Pf Zirkus Alb. Schumann. Heute Mittwoch, 22. Oktober, abends 7'/, Uhr: Große Sport-Vorstellung. U. a. 10 Bengal-Königs-Tiger 10 vorgeführt von Herrn Sawade, und weitere 12 Attraktionen. DM- Um IJ'/j Uhr:-«S Tango vor Gericht! Eine Pantomimen- Burleske mit Gesang u. Tanz in 3 Akten. 1. Akt: Im Artisten-CafA 2. Akt: Oer Tango-Taumel und die Verhaftung. 3. Akt: Die Angekl. vor Gericht. Apollo-Theater Anfang 8 Ubr. Palast am Zoo Anfang 6 Ubr. Frledr.-Wllfielmst. Anfang 8 Uhr. Komplettes Programm grosser Variete-Akte sowie unsere renommierten Lichtspiele Nachmittags Lieh tspiel- V o rs tellungen Apollo-Thealer Anfang Uhr. Friedr.-Wilhelmst. Anfang 3 Ubr. Nur zwei Preis« 35 Pfennig und 60 Pfennig Nollendorf-Theater Cleopatra Dl« Herrin des Nils Das Filmwnnder der Well Anfang ß1/- und 9 Ubr. Jogend-Torstellnng Wochentags 4 Ubr zu halben Preisen. Folies Gaprice. Anflug «'/.Dhr Ritter Baldrian Das Adoptivkind Die Mißgeburt Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Der neue Saison-Possen-Schlager Ferdinand der Togendhafte. DaS droll. Stück seit Bestehen d. Theat. Vorher das erstll. Spezialität., Progr. Sonntag, nachm. 4 Uhr: Zlm grünen Strand der Spree Zirkus Busch. Heute Mittwoch, den 22. Ottober, abends VI, Uhr: Menschen-Affen oder Affen-Menfchen? Karl Hagenbecks berühmteste Dressurnummer. Ferner dai glänzende Spezialitäten-Programm. Zum ischlutz: Die neue AuSstatt.>Pantomime ins kh Kolonien. Metropol Theater Abends 7 Uhr 55 präzise; Gr. AuSstattungsst. m. Ges. u. Tanz ist 19 Bild. m. vollständ. freier Benutzung des lulos Verne'lchen Romanes von Jnllns Freund. Musik von Jean Gilbert, In Szene ges. v. Dir. lllohard Schultz. Karl Bactimann. Joseph Giampietro. Guido Thielscher. ÄUred Schmasow. Leopold Voll. Ludwig Wolf, ReleneBallot. IdaRusska. J. de Lande. Ken k»an 9-1 Uhr: Seu! Metropol-Bar Rendezvous der vornehmen Lebewelt. 2 Kapellen. Relehshallen-Theater Stettiner Sänger Alarm!" Milit. Humoreske. Ansang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr zu er- mätzigt. Preisen: „Alarm!" Log. 1 M..!Bfllf.75Pj.. Entree 39 Pf. r Kastanien. Allee 7—9. Jeden Mittwoch: Jamilien-Xabarett-Abend. Anfang S'/. Uhr. Eintritt 39 Ps. Nach der Vorstellung: Freitanz. Germania-Prachtsäle Chausseestr.tid. K.Richter. Jeden Mittwoch: Paul Mantheys lustige änger. Ansang 8 Uhr. Eintritt 30 Ps. Nachdem Freitanz. — Borzugskarten gelten.— Jede» Donnerstag:• GroBes Militär-Streich-Konzert anschl. Familienkränzche«. Sonnt, nachm. 8'/.:0or lieho Augustin__— "TliaBVtMtaiätf Ktiolteui: aiitc� SBielepfa geuIöHa, güs fetn Inseratenteil oerantw.: TS. Glocke. Berlin. Druck».Lerlag: Vorwärts Buchdruckeret u. VerlagsanjtaU Kaut Singer u. So., Berti«» Kr. 277. 30. Jahrgang. 2. KeilU in Jorroärts" Derlim galMliilt Mitwch, 22. WM 1913. Der neue KranhenverfidKrungsverein für Dienftboten und Herr Roienow auf der Mgliederiuche. 21m 1. Januar 1914 treten die Bestimmungen der neuen Reichs- versicherungsordmmg in Kraft, wonach auch die Dienstboten, zu denen auch Kinderfräulein, Auftvärterinnen, Portiers u. dergl. gehören, der reichsgesetzlichen Krankenversicherungspslicht unter- stellt werden. Gegen den bisherigen Zustand, wonach im allgemei- nen die„Herrschaften" int Falle der Erkrankung eines Dienstboten nur für sechs Wochen aufzukommen hatten, zweifellos ein Fort- schritt, der nicht zuletzt dem immerwährenden Drängen sozialdemokratischer Vertreter in den gesetzgebenden Körperschaften zuzu- schrerben ist. Leider hat die konservativ-klerikale Mehrheit des verflossenen Reichstags mit Unterstützung der Liberalen Ausnahme- bestimmungen für die gleichfalls der Versicherungspflicht unterstellten Landarbeiter eingefügt, die zum Teil auch für die städti- schen Dienstboten gelten. Nach§ 418 der Reichsversicherungsordnung werden auf Antrag des Arbeitgebers Versicherte von der Zugehörigkeit zu einer Krankenkasse befreit, wer an den Arbeitgeber einen Rechtsanspruch auf erne Unterstützung hat, die den Leistungen der zuständigen Krankenkasse gleichwertig sind. Voraussetzung dieser Befreiung ist, daß der Arbeitgeber die volle Unterstützung aus eigenen Mitteln deckt, seine Leistungsfähigkeit sicher ist und er den Antrag für seine sämtlichen Beschäftigten stellt, soweit sie durch Vertrag zur regel- mäßigen Arbeit für mindestens zwei Wochen verpflichtet sind. Nach 8 435 des genannten Gesetzes gelten diese zunächst für die Land- arbeiter getroffenen Bestimmungen auch für die Dienstboten. Die Folge dieser Bestimmung des§ 418 der Reichsversicherungsordnung wird sein, daß die Krankenfürsorge für die Landarbeiter zum Teil illusorisch gemacht wird. Wer die Fürsorge der Junker und Groß- grundbesitzer auf dem Lande kennt und wie sie Verträge halten, weiß, daß durch diese Bestimmung der Nachlässigkeit und Saum- seligkeit Tür und Tor geöffnet ist und die zuständigen Kranken- lassen in letzter Linie die Leidtragenden sein werden, da diese in Ermangelung der Fürsorge durch den Dienstherrn letzten Endes Unterstützung zu leisten verpflichtet wird. Diese Gefahr besteht in gleicher Weise für die städtischen Dienstboten und Krankenkassen. Es muß daher gegen solche Pläne energisch Front gemacht und die Beteiligte» auf die Gefahr solcher eintretenden Mißstände auf- merksam gemacht werden. Gegenwärtig wird an die Herrschaften Grotz-Berlins ein Zirkular versandt, worin zum Beitritt in den ..Abonnementsverein von Dien st Herrschaften für kranke Dienstboten auf Gegenseitigkeit" aufge- fordert wird. Der neue Berein ist die Fortsetzung des bisherigen Abonnementsvereins für Dienstboten. Unterzeichnet ist die Bei- trifttseinladung von dem Landtcogsabgeobduete» und Stadtver- ordneten Leopold Rosenow. Recht interessant ist» mit lvelchen Argumenten Herr Rosenow, der nebenbei bemerkt als Direktor des Abonnementsvereins ein jährliches Gehalt von achttausend Mark beziehen soll, den Eintritt in seinen Verein empfiehlt. Zu- nächst wird den Herrschaften nach Art des billigen Jakob ange- priesen, daß der jährliche Beitrag an den Verein, der sich also als ein Rückversicherungsverein darstellt, jährlich nur 36 M. betrage, während bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse 43,29 M. gezahlt werden müßten. In diesem Satze wird zunächst verschwiegen, daß bei den Beiträgen zur Ortskasse die Herrschaften nur ein Drittel des Beitrags, nämlich 14,49 M., zu zahlen haben, während der Versicherte zwei Drittel zu tragen hat. Bei dem Abonnements- verein müssen die Herrschaften den vollen Beitrag von 36 M. aus eigener Tasche zahlen und dürfen dafür auch nichts vom Lohn abziehen. Herr Rosenow meint, daß es überhaupt kaum durch- führbar sein würde, einem Dienstboten den auf ihn entfallenden Teil von monatlich 2,49 M. Lohn abzuziehen, vielmehr werde es, wie bei den Beiträgen zur Invalidenversicherung wohl die Regel werden!! daß die Dienstherrschaft den vollen Beitrag aus ihrer Tasche deckt, wenn sie sich nicht gezwungen sehen will, eine Lohn erhöhung eintreten zu lassen. Wo mag Herr Rosenow diese Weisheit, die er hier verzapft, herhaben? Aus der Praxis des Lebens sicherlich nicht. Er sollte sich bei den Rechtsauskunftsstellen und Arbeitersekretarlaten erkundigen. die ihm sagen werden, daß es leider heute noch eine erhebliche Anzahl Herrschaften gibt, die eine soziale Verpflichtung für ihre Dienstboten nicht anerkennen wollen und erst auf dem Wege gerichtlicher Klage dazu gezwungen werden müssen. Dar- unter befinden sich Leute, die den Gesellschaftskreisen des Herrn Rosenow sehr nahe stehen. Wir wollen es offen aussprechen: Herr Rosenow spekuliert bei der Suche nach Mitgliedern für seinen Verein auf die Bequemlichkeit der Herrschaften. In dem von ihm verschickten Zirkular werden die Herrschaften mit den vielen Un bequemlichkeiten, die mit der Zugehörigkeit zur Allgemeinen Ort� krankenkasse angeblich verbunden sind, graulich gemacht. Herr Rosenow als liberal sein wollender Biann ist nicht für die Erziehung der Herrschaften nach der Richtung, für die Dienstboten etwaige Unbequemlichkeiten mit in den Kauf zu nehmen, sondern durch den von ihm empfohlenen Verein ihrer Nachlässigkeit Vorschub zu leisten. Besser verstehen es die 2lgrarier auch nicht, ihre sozial politisch-reaktionäre Gesinnung zu verteidigen! Herr Rosenow schildert die großen Schwierigkeiten bei der ordentlichen Krankenkasse also: Jeder Dienstbote wäre beim Zuzug an- und beim Fortgang abzumelden; Unterlassung würde bis zu 199 M. bestraft! Außerdem könne der fünffache Beitrag einge- fordert werden._ Ehe der Dienstbote zum Arzt ginge, müsse er von der Kasse einen Medizinschein haben, bei Arbeitsunfähigkeit einen Hauskrankensckiein, der alle Woche zu erneuern wäre. Per- Ordnungen von Bandagen, Brillen und anderen Heilmitteln wären vor der Beschaffung im Kassenlokale abzustempeln. Ein krankes, aber nicht erwerbsunfähiges Mädchen, das nach dem Kassenlokale gehen müßte, würde ihrer Arbeit stundenlang e n t- zogen. Also ganz fürchterlich I Mit solchen und anderen ähn- lichen Argumenten fordert Herr Rosenow zum Beitritt in seine Kasse auf. Mehr kann wirklich an sozialpolitischer Pferdeschwanz- Politik nicht geleistet werden! Die hiesige Allgemeine Ortskranken- kasse, mit der, wie es im Zirkular steht, ein Abkommen dahin getroffen ist, daß sie unter den im Statut des Vereins aufgestellten Bedingungen diesen als leiftungsfähia ansehen wird, muß es sich zum Dank gefallen lassen, daß ihre Verwaltungskosten als erheb- lich höhere bezeichnet werden, als im Abonnementsverein des Herrn Rosenow. Zunächst wird abzuwarten sein, ob die Allgemeine OrtSkasse mit ihrer neuen Slufmachung nach dem 1. Januar so hohe Per- waltungskosten haben wird wie Herr Rosenow behauptet, daß sie jetzt habe; er stellt das indes bereits vorher als unumstößliche Tat- fache fest, um auch mit diesem Argument auf den Mitgliederfang auszugehen. Voraussetzung zum Beitritt in den Dienstboten- Krankenversicherungsverein soll sein, daß die Herrschaft ein Ge- samteinkoinmen von mehr als 4599 M. im Jahre bezieht oder Sei einem solchen von 4999 M. ein Vermögen von mindestens 6999 M. besitzt. Wir fragen: Wer nimmt diese Einschätzung vor, die Herr- fchaften selbst oder die Kasse? Nach den gesetzlichen Bestimmungen muß der Dienstbote im Vertrage mit der Herrschast den Befreiungsantrag ausdrücklich be- scheinigen. Es wird Aufgabe der politisch und gewerkschaftlich organisierten 2lrbeiter sowie des Verbandes der Hausangestellten sein, die Dienstboten bezw. Hausangestellten darauf hinzuweisen, solche Verträge nicht zu unterschreiben, wenn diese von den Herr» schaften zur Unterschrift vorgelegt werden sollten. Die Hausangestellten sollen den auf ihnen entfallenden Bei iragsteil selbst zahlen und gleichberechtigte Mitglieder der Kranken kasse werden, damit dienen sie ihren Interessen am besten, im entgegengefetzten Falle denen des Herrn Rosenow und seinem Verein, der sie wie früher in voller Abhängigkeit erhält. Das letzte ist eigentlich die Hauptsache, gegen die sich die Hausange- stellten energisch zur Wehr setzen sollten. Im Rosenowschen Verein haben Dienstboten keinerlei Recht, auch kein Wahlrecht. 2luch für die Herrschaften kann der Llbonnementsverein recht unangenehm fühlbare Folgen haben, unter anderem für den Fall eines Zusammenbruchs würden sie mit ihrem ganzen Vermögen für die schulden des Vereins haftbar gemacht werden können. Partei- Ungelegendeiten. Adlershof. Heute Mittwoch, abends S'/a Uhr; Außerordentlicher Zahlabend m den Bezirkslokalen. Teltow. Heule Mittwoch: Mitgliederversammlung. Auf der Tagesordnung steht u. a. Berichterstattung vom Parteitage. Referent A. Pageis. Reinickendors-West. Donnerstag, den 23. Oktober, abends 8 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Biesdorf. Am Donnerstag, den 23. Oktober, abends 8'/z Uhr. findet im Lokal von Sievert, Königstr. 129, eine öffentliche Ver sammkung statt. Tagesordnung: Vortrag von Frau Klara Bohiw Schuch über die Ursachen des Geburtenrückganges in Deutschland. Die Genossen wollen für Massenbesuch dieser Versammlung agitieren. Potsdam. Heute Mittwoch findet in allen Bezirkslokalen Zahl abend statt. Bernau. Sonnabend, den 25. Oktober er'., abends 8 Uhr, findet im großen Saale von Salzmann unser 23. Stiftungsfest statt. Eiw tritt 30 Pf._ LerUner Nacbrlcbten, Laubenpächter und Generalpächter. Eine gründliche Abrechnung mit dem Lauben-Gencralpächtertum hielt eine von mehr als 2599 Personen besuchte öffentliche Protest Versammlung, die am Montag bis nach Mitternacht im Elysium in der Landsberger Allee tagte. Durch die schon im„Vorwärts" vom 6. Oktober genauer geschilderten Mißstände auf der großen, von Kommerzienrat Bötzow an eine Witwe Keucher in Generalpacht ge- gebenen Pflanzerkolonie„Nordring" an der Kniprodestraße sind die bekannten schauderhaften Verhältnisse auf die Spitze getrieben worden Die Versammlung war diesmal vom Verband der Großberliner Laubenkolonisten einberufen, den der„Pflanzerverein Nordring" um seine bisher vergeblich gebliebene Vermitielung bei Kommerzienrat Bötzow gegen das an der Grenze zwischen bitterem Ernst und verwunderlicher Komik stehende Regiment der Witwe Keucher ersucht hat. Der Verbands� Vorsitzende Steinweg gab noch einmal in große», wuchtigen Zügen ein mit Galgenhumor und beißendem SarkasmuS umrahmtes Bild von der Sachlage im allgemeinen sowie von den Zuständen im be� sonderen, die auf der Kolonie Nordring eingerissen sind und ein geschlossenes, ganz energisches Vorgehen gegen die General pächterin Keucker und ihre Hinter, nänner ersorder». Dabei betonte der Redner ausdrücklich, daß es auch noch miständige, humane Generalpächter gebe, der Kampf sich aber hauptsächlich gegen die auspowernden Elemente richte, wenn es auch das höchst« Ziel sein müsse, das private Generalpächtertum überhaupt lahmzulegen und dem Bet bände, der ohne Verdienst schon 28 Kolonien i» Generalpacht habe, auch die eigene Regie der übrigen Laubenkolonien zu sichern. Zahl reiche Einzelheiten illustrierten, daß der Ring des privaten GeneralpächtertumS unbedingt gesprengt werden muß. Der Generalpächter Bensch sKolonie Kapland) hat sich 5999 Bier flaschen herstellen lassen, die Vi« Liter weniger fassen als die gewöhnlichen Bierflaschen.„Je dicker die Generalpächter werden, desto schlanker werden die Bierflaschen"(Große Heiterkeit). Der Generalpächter Wendt mit seinen zwölf Kolonien ist im Nebenamt— Berliner Armcnvorsteher! Mit dröhnendem Gelächter wurde quittiert über die Mitteilung, daß Generalpächter Bensch ein Plakat an- geschlagen habe, wonach er„wegen der Preissteigerung für Lebens mittel die Pacht erhöhen müsse". Auf der Kolonie Nordring(236 Pächter) sind 18 Pachtstücke genau nachgemessen worden. Dabei ergab sich gegen die Maße in de» Pachtverträgen eine Differenz von zusammen 69 Ouadratruten. Dieses Messen mit dem sa genannte»„Generalpächtermaß", das in allen Kolonie» zu ent- decken sein soll, bedeute schon bei jenen 13 Pachtstückcn eine gänzlich unberechtigte Mehreinnahme an Pacht von 369 M. pro Jahr. Durch die willkürliche Verschiebung der Pachtperiode um eiu Vierteljahr hg) auf derselben Kolonie Nordring, wie erklärt wurde, die Generalpächterin Keucher einen Extrarebbach von 1333 M. ge> macht. Nicht weniger als 15 Vereinspflanzer sind von der Witwe Keucher gekündigt und einige, welch, gegen die Kündigung pro testierten, zur sofortigen Räumung binnen 24 Stunden aufgefordert worden. In schärfsten Worten geißelte Steinweg dieses System, mit Pachtverträgen, deren Inhalt mindestens schon gegen die guten Sitten verstoße, die Pächter zu allem gefügig machen zu wollen. Der Zwang zur Räumung binnen 24 Stunden sei vielleicht die größte Schmutzigieit des ganzen Systems. Noch immer ist Kommerzienrat Bötzow nicht zu einem Einschreiten zu bewegen, wie eS von ihm nun auch die Oeffentlichkeit verlangen muß. Selbst der Berliner Magistrat hat Generalpachtverlräge nicht mehr zu erneuern gedroht, wo die Generalpächter allzu selbstherrlich ver- fuhren. Kommerzienrat Bötzow aber bleibt für die Beschwerdeführerun- sichtbar, läßt sie von seinem Privatsekretär mit überflüssigen Friedens- schalmeien abspeisen. Er läßt die unwahre Angabe der Witwe Keucher auf sich sitzen, daß die obigen 1338 M. in die kommerziell rätliche Tasche geflossen sind, und hält seiner Generalpächterin und Bierabnehmerin die Stange. Gegen solche Zustände gibt es, wie Steinweg unter Hinweis auf den Wortlaut der einstimmig an- genommenen Resolution ausführte, imr das Mittel energischer Selbst- Hilfe: die Zaubermacht der Organisation und Solidarität, die schon so oft zum Siege geführt hat._ Strasse, ibohnverbindung Lichtenberg— Hundekehle und Roseneck. Eine Verbindung zwischen Lichtenberg, dem Osten, der Mitte und dem ganzen Westen von Berlin mit Hundekehle und Roseneck richtet die Große Berliner Straßenbahn am Sonnabend, den 25. Oktober, ein. An diesem Tage wird die Linie 76 vom Bismarckplatz im Grüne- wald durch die Hubertusallee, HubertuSbader und Teplitzer Straße bis Roieneck verlängert. Gleichzeitig wird die Lime 79 aus der HubertuSallee zurückgezogen und durch die KönigSallee bis Hundekehle, Kurmärkerplatz, geführt. Beide Linien werden nach wie vor in Abständen von 15 Minuten betrieben, so daß auf dem größten Teil de« ganzen Wege» eine Wagensolge von 7 bis 8 Minuten be- teht. Werktags beginnt der Betrieb in Lichtenberg vom Viktoria- platz 5™, von der Lückstraße S34. von der Frankfurter Allee 7°°. von Halensee 5". Sonntags gehen die letzten Wagen von Roseneck lO33, vom Bismarckplatz 1230, von der Frankfurter Allee 12u usw. Der Oberstabsarzt a. D. auf dem Kriegspfade. Als ein erbitterter Feind der Arbeiter-Sanitätskolonnen entpuppte sich der Oberstabsarzt a. T. Dr. Hering gelegentlich seiner Festrede bei der Jubiläumsfeier des' zehnjährigen Be-. stehens des Verbandes der freiwilligen tsanitätswachcn. Herr Dr. Hering glaubte, sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen zu dürfen, heftige Angriffe gegen die Sozialdemokratie zu richte«. Insbesondere haben es ihm die Arbeiter-Sanitäts- kolonncn angetan, denen er— man höre!— mangelhafte Ausbildung vorwarf. Er verstieg sich zu der Denunziation, daß die Amts- und Gemeindevorsteher sich gewiß nicht dazu hergeben würden, dieser sozialdemokratischen Organisation das- selbe Entgegenkommen zu bezeigen wie den vaterländisch gc- sinnten freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz, wenn sie von dem umstürzlerischen Eharakter auch der Arbeiter- Sanitätskolonnen nur eine Ahnung hätten. Das Rückgrat der vaterländisch gesinnten ftciwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz sei gerade das patriotische Empfinden, und es werde von ihnen"schmerzlich empfunden, mit den Arbeiter- Sanitätskolonnen in puncto Anerkennung auf die gleiche Stufe gestellt zu tverden. Die Verwendung des roten Kreuzes als Abzeichen der Arbeiter-Sanitätskolonnen sei ein arger Mißbrauch, der leider nicht strafrechtlich verfolgt werden könne! Zum Schluß sprach Herr Dr. Hering die Hoffnung aus. daß den Behörden bezüglich der Arbeiter- Sanitätskolonnen bald die Erleuchtung kommen möge und daß sie als das erkannt würden, was sie in Wahrheit seien, nämlich eine politische Organisation. Die Aberkennung des roten Kreuzes als offizielles Abzeichen sei dann eine selbstverständ- liche Folge, und zwar nicht zuletzt im Interesse der Vater- ländisch gesinnten freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. Der Herr Oberstabsarzt a. D. kann sich beruhigen. Seine Darlegungen werden die Mitglieder der Arbeiter-Sanitäts- kolonnen in ihrem menschenfreundlichen Streben, Verunglückten schnelle Hilfe zu leisten, nicht im geringsten beirren. Die Mit» glieder haben schon längst die Anerkennung all derer errungen, welche die Arbeiter-Sanitätskolonnen an der Arbeit gesehen haben und ihre Tätigkeit kennen. Schwerer Betriebsunfall. Ein schwerer Betriebsunfall ereignete sich in der Winsstr. 62/68 in der Wäschefabrik von Wolffrath u. Wolff. Dort geriet der Zu- schneider Richard Tieck beim Reinigen einer Plättmaschine mit dein rechten Arm in die Speichen des Zahnrades. Ein herbeigerufener Schlosser befreite den Unglücklichen aus seiner schrecklichen Lage, doch war ihm der Unterarm bereits mehrmals gebrochen. Nachdem ihm ein Arzt Verbände angelegt hatte, wurde T. nach dem Kraukenhause Am Friedrichshaii, transportiert. Ein Parteiveteran. Leopold Renkwitz, im 6. Kreise tätig. wird heute 75 Jahr alt. Renkwitz gehört zu der alten Garde, die in Sturm und Wetter und in der schwere» Zeit sozialistengesetzlicher Verfolgungen unerschrocken für die Verbreitung des Sozialismus wirkten. Wege» Verbreitung deö Züricher„Sozialdemokrat" wurde Renkwitz aus Stettin ausgewiesen. Seit 1882 in Berlin, wirkte Renkwitz bis heute trotz seines hohen TllterS, trotzdem unser Veteran teilweife gelähmt ist, unerschrocken für unsere Sache und wurde ein Vorbild für unsere junge Generation. Renkwitz hat auch im„Dienste des Vaterlandes" die Kriege 1866 und 1879 mitgemacht, ihm lvukde der Dank des Vaterlandes zuteil in der Abweisung einer Veteranen- beihilfe, worauf Renkwitz seine Orden und Ehrenzeichen vernichtete. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, in geistiger Frische noch lange für unsere Sache wirken zu können. Vom Automobil des Prinzen Eitel Friedrich überfahren und schwer verletzt wurde am gestrigen Dienstagvormittag der fünffährige Knabe Franz Henschel aus der Wallstraße 12 in Eharlottenburg. Der Kleine pielte mit anderen Kindern in der Bismarckstraße und wurde, als er über den Fahrdamm hinweg die andere Seite des Bürgersteiges erreichen wollte, von dem Automobil des Prinzen Eitel Friedrich, in dem der Prinz mit feinem Adjutanten faß, umgestoßen und über- überfahren. Prinz Eitel Friedrich ließ dos verunglückte Kind in 'einem Wagen nach der Unfallstation in der Berliner Straße bringen. Der Knabe hatte einen Bruch des rechten Ellenbogengelenks und eine chwere Kopfwunde davongetragen. Er wurde nach dem Kranken- Hause Westend gebracht. Herr Richard Prawiv, Gaiidystr. 12, 1 Treppe, bei den Eltern wohnhaft, legt Wert darauf, festzustellen, daß er mit dem im Jahre 1912 entlarvten Polizeivigilanten Georg Prawitz, geb. 23. August 1839 zu Neu-Ruppin, nicht identisch ist. Wegen eines gefährlichen BranbeS wurde gestern nachmittag die Hauptwache der Berliner Feuerwehr nach der Krausenstr. 40 alarmiert. Dort waren Zelluloidabfälle in der orthopädischen Schuhwerkftatt von Stiller in Brand geraten. Zlls die Feuerwehr erschien, waren die Räume schon zum Teil verqualmt und mit Dämpfen von Zelluloid gefüllt. Um Luft zu machen, wurde ein« mechanische Leiter genommen. Die Rohrführer mußten mit Sauer. iofsapparaten und Rauchschutzhelmen ausgerüstet werden. Erst igchdem kräftig Wasser gegeben worden war, gelang eS, die Gefahr Är die übrigen Betriebe zu beseitigen. Die Arbeiter hatten sich chon zu Beginn des Brandes in Sicherheit bringen können. Kleine Nachrichten. Im Tiergarten erschossen hat sich ein junger Mann von 29 bis 25 Jahren, dessen Persönlichkeit noch nicht fest« gestellt werden konnte. Der Tote scheint ein Arbeiter gewesen zu ein. Er ist mittelgroß, hat dunkelblondes-Haar und ein bartloses Gesicht und trug einen dunklen gestreiften Jacketlanzug und Schnür« liefet. Auf beiden Unterarmen hat er Tätowierungen, die auf dem linken einen Schmetterling und auf dem rechten einen Totenkopf mit zwei übereinander gekreuzten Messern darstellen.— Nahrungösorgen und Krankheit haben die 48 Jahre alte Näherin Auguste Strelau aus deö Simeonstr. 4 in den Tod getrieben.— Einem langjährigen und un- heilbaren Lungenleiden machte der 59 Jahre alte Maurer Karl Rückardt aus der Willibald-Alexis-Str. 32 ein Ende, indem er sich gestern am Bettpfosten erhängte. Vorort- JNtechncbten. Charlottenburg. Der Verkauf von russischem Rind- und Schweinefleisch wird in Char« lottenburg voraussichtlich am Donnerstag, den 27. Oktober, in folgenden besonders dazu eingerichteten Verkaufsstellen beginnen: Horstweg 32. Fritschesiraße 58, Nordhausener«traße 23. Als Verkaufspreise sind festgesetzt für das Pfund Rindfleisch: Filet unauS« geschält und Zunge je 1 M.; Roastbeef ausgeschält 1.29 M.: Leber 9,85 M.: Fehlrippe 9,89 M.; Hackfleisch und Brust 9,75 M.; Suppen« fleisib 9,55 M.; Talg 9,45 M.; Kopffleisch 9,49 M.; Lunge 9,29 M.; das Pfund Sckiweinfleisch kostet: KoUelets und Leber 1 M.; Schinken und Zunge 9,99 M.; Kamm und Bauch 9,85 M.; Hackfleisch 9,75 M.; MckeNfett oder Siefen 0,75 M.; Dickkein 0,60 M.• Kopf mit Fettbacke 0,50 M.; Spitzbein, frisch oder gepökelt 0,25 3)1 Schöneberg. Ein schwerer Automobilunfall hat sich am Montagnachmittag in der Tempelhofer Strasse zugetragen." Dort wurde beim Spielen der 10jährige Ernst Paul, dessen Eltern in der Tempelhofer Str. 7 wohnen, von einem herannahenden Automobil überfahren. Der Knabe erlitt einen doppelten Bruch des rechten Armes, Quetschungen an den Beinen und Hautabschürfungen am Kopfe und/ im Gesicht. Der.Verunglückte erhielt auf der nächsten Unfallstation Not. verbände und wurde dann nach dem städtischen Krankenhause ge- bracht. Trevtow-Bamnschulenweg. Am Sonnabend, den 26. Oktober, veranstaltet der in den Räumen des Gesellschajtshauses(früher Speer) in Baumschulenweg einen Elternabend. Künstlerische Darbietungen, be stehend in Konzert, Rezitation, Gesang sowie eine der Bedeutung des Abends entsprechende Ansprache werden denselben ausfüllen. Anschließend gemütliches Beisammensein mit Tanz. Es ergeht nun- mehr an alle Arbeitereltern die Bitte, die Bestrebungen des Jugend ausschüsfes durch recht zahlreichen Besuch dieser Veranstaltung unter stützen zu wollen. Anfang pünktlich'/zö Uhr. Tempelhof. In dem BerwaltungSstreitverfahren gegen die Gemeinde wegen Ungültigkeitserklärung des Mandats des Genossen Ewald war gestern Termin vor dem Kreisausschuß. Der Vertreter der Gemeinde. Syndikus Seyffart, konnte nicht bestreiten, daß vom Gewählten alles getan worden sei, um in formeller Beziehung dem Gesetze genüge zu leisten; anders stände es allerdings in öffentlich-rechtlicher Be- ziehung. Den Vertrag sei E. nur eingegangen, um die Wählbarkeit als Hausbesitzer zu erlangen und um das zu beweisen, berief sich der Jurist auf die nicht-juristischen Ausführungen der beklagten Gemeinde- Vertretung. Genosse E. ließ erkennen, daß er nicht nur in privat- rechtlicher Beziehung, sondern auch in öffentlich-rechtlichem Sinne die Qualifikation des Hausbesitzers erworben habe. Nicht er, sondern der Besitzer des Hauses sei an ihn herangetreten, er partizipiere an seinem Teil an dem Gewinn des Hauses, wie er ja auch seine aus ihn entfallende Steuer bezahle. Der Kreisausschuß beschloß, unter Hinzuziehung' des Eides einen neuen Termin anzuberaumen. Teltow. In einer sehr gut besuchten öffentlichen Versammlung sprach Gen. Dr. Moses über das Thema„Vom 13. Okiober bis 18. März". Die Ausführungen des Redners wurden mit allgemeinem Beifall auf- genommen. AlSdann ermahnte Genosse Dalihor die Anwesenden. zu den am 17. November stattfindenden Stadtverordnetenwahlen jetzt bereits eine rege Tätigkeit füc die Wahl der sozialdemokratischen Kandidaten zu entfalten. Schönholz. DoS Tnrnlokal der„Freien Tnrnerschaft Schönholz" befindet sich jetzt in Ramlows Kastanienwäldchen, Schönholz Nr. 13. Die Männer- abteilnng turnt Dienstags und Freitags von 8—10 Uhr abends, die Damenabteilnng Donnerstags von 8—10 Ubr abends. Am Freitag, den 24. Oktober, abends- 9-, Uhr, findet im Turn- lokal eine Versammlung� statt zwecks Gründung einer ÄlterSriege und einer Fußballmannschaft. Alle Turnfreunde sind hierzu herzlichst eingeladen. Spandau. Ein Fiasko erlebten die Spießbürger Spandaus, welche am Sonnabendabend zum Gedenktage der Völkerschlacht einen Fackelzug durch die Stadt veranstalteten. Sie hatten eine große Propaganda inszeniert, die ihnen jedoch nichts nützte. Nunmehr suchte man unter den Fortbildungsschülern die nötige Jugend zusammen zu treiben, die aber mit launiger Miene die Frage stellten, ob denn nach dem Fackelzuge auch Knobeländer verteilt würden. Auch von den Schülern hatten sich zu dem Zuge gerade nicht viele eingefunden. Der Männer-Turnverein zählte mit Fahne und Mitglieder ganze 40 Mann und die Spandauer Turnerschaft war gerade mit 30 Mit- gliedern vertreten. Rechnet man die Jungdeutschlandbewegung und die Lehrlinge der technischen Institute, die bei der- artigen Veranstaltungen beordert, werden und noch einige ForrbildungSschüler hinzu, so umfaßte der.'.Zug höchstens 250—300 Mann, � Dieses Fiasko mußten selbst die bürgerlichen Zeitungen zugeben. Vor dem. Rathausplatz-, wurden Festreden gehalten, die aber keiner von dey außen-Umstehenden' hören loimte.i Nach Absingen einiger patriotischer Lieder harte die Feier ihr Ende erreicht. SDör Arbeiterschaft' zeigte(ich so recht, wie die beteiligten Vereine' unter' ihrer Jugend Politik treiben; Arbeiterturnvereine Werden für politisch erklärt und drangsaliert. lieber die Stadtverordnxtcnwahl �der dritscu Abteilung tappen' die Wählir noch vollständig im'Dünkeln. Vom Magistrat war zwar die Wahl der dritten Abteilung auf Montag! den-3. November, festgelegt, worden, aber nachträglich hat bekaiinilich die Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag vergangener- Woche Sonntagswahl' beschlvssem' Bis, gestern, 12 Tage vor der angesetzten Wahl,. lag jedoch ein- Beschluß des Magjstrass darüber, ob>er der Sonntags- wähl beitritt oder dieselbe ablehnt, nicht vor. Auch aus der gestern den Wählern- zugesandten Wahleinladung, ist nichts l übtr.die Festlegung- der Wahl zu ersehen. Es ist in der Einladung nur. folgender PaffuS vermerkt:-„Tag und Stunde der Wahl sowie das Wahllokal werden- durch Bekannt« machung in den hiesigen'Blättern oergffcntlicht." Eine beschleunigte Beschlußfassung des Magistrats ist zur Vermeidung- der Irreführung. der Wähler dringend- am Platze.-,;, Die erste Thcateraafführung des Bildungsausschusses findet am Freitag,' den LI. Oktober, abends 8 Uhr, nn' alten Schützen- Hanse in der Neuendorfer Straße statt. Aufgeführt wird„Jugend" von Map Halbe, in Szene gesetzt von Witte-Wild, Regisseur der Freien Volksbühne in Berlin. Der Bildungsausschuß kommt mit der Veranstaltung guter und billiger Theaterausführungen einem dringenden Bedürfnis nach. Theaterkarten inkl. EiniührungS- und Besetzungszettel sowie freier Garderobe sind bei allen Funktionären sowie in den auf den Plakaten verzeichneten Geschäften zu haben. Zum Boykott dcS„Roten Adlers". Alle Hoffnungen, welche die Pächter des Lokals auf die bürgerlichen Vereine gefetzt hatten, scheinen zu Waffer zu gehen. Ohne jede Einwirkung der Lokalkommission haben schon'mehrere bürgerlichen Vereine, die kein Defizit erleiden wollten, ihre bereits- festgesetzten Vergnügen im „Roten Adler" wieder abbestellt. Ein großes Fiasko erlitt kürzlich der Theaterberein„Faust", der eine zweite Theatervorstellung im gesperrten Lokal abhielt. Fast die gesamten hiesigen Krieger- vereine, die zur Unterstützung des boykottierten Lokals am Sonn- abend dort einen Kommers abhielten, waren nicht in der Lage, ein- schließlich der, Mitglieder des mitwirkenden Männer-Turnvereins sowie des Gesangvereins.Liederfreunde" mehr wie 300 Mann auf die Beine zu bringen. All dies dürfte Herr Leichter bald zu der Einsicht bringen, daß es in einer Arbeiterstadt wie Spandau, wo bei der letzten ReichstagSwahl die übergroße Mehrzahl der Ein- wohner sozialdemokratisch gewählt hat, schlecht angängig ist, der organisierten Arbeiterschaft seine Räume zur Abhaltung von Ver- sammlungen zu verweigern. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Mariendorf. Donnerstag, den 23. Oktober, nachmittags 5 Uhr, im Rathause, Kaiserslraße. Reinickendorf. Donnerstag, den 23. Oktober, abends 5 Uhr, im Rathaus, Hauptstraße 38/40(großer Sitzungssaal). Diese Sitzungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehirige tfi berechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Hu 9 aller Melt. Opfermut In geradezu heroischer Weise hat sich bei der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig der Vorsitzende de? Deutschen- Patriotenbundes, Kammerrat Thieme, im Jntereffe des Vaterlandes aufgeopfert. Mit der einem Untertanen so gut an- stehenden hoffähigen Verbeugung nahm er die Gratulationen der unterschiedlichen deutschen LandeSväter mit lächelnder Miene entgegen. Doch nur rein äußerlich war das Wohlgefallen: während der jüngste Ehrenbürger der Stadt Leipzig mit ergebenem Lächeln seinen Dank quittierte, zerrissen wütende Schmerzen sein Herz. Und das kam nach dem Leipziger Limanblatte also: „Man wird sich erinnern, wieviel seinerzeit in amerikanischen Zeitungen von den Händedrücken geschrieben wurde, die während der Wahlkämpfe Teddt) Roosevelt, als er auf der Höhe seines Ruhmes stand, von den Bürgern der Vereinigten Staaten empfangen hatte. Es gehörte schon- ein starker Mann dazu, das auszuhallen. Am 18. Oktober hat nun einer unserer Mitbürger, Herr Geheimer Hofrat Thieme, Händedrücke erhalten, die auch recht bemerkenswert sind, durch die Mustelkraft sowohl, mit der sie gegeben wurden, wie auch durch die Persönlichkeiten, von denen sie kamen. Herr Thieme kann sich rühmen, an einem einzigen Tage fast von allen deutschen Bundessürsten und oben- drein noch von ihrer hervorragenden Gefolgschaft die Hand gedrückt erhalten zu haben, und daß viele der Herren eine recht deutliche Handschrift schreiben, wie man zu sagen pflegt, das empfand Herr Thieme noch am anderen Tage; denn die Rechte war ihm gestern so angeschwollen, daß er kaum noch den Federhalter führen konnte. An den Nägeln hatte sich das Fleisch zurückgeschoben, so daß es sogar schmerzliche Spuren gegeben hatte. Eine sehr kräftige Hand führt bekanntlich der Kaiser. Von den Herren des Gefolges ist Herrn Thieme der herzhaste Handschlag des Herrn Reichskanzlers unvergessen ge- blieben... Wir haben ja immer gesagt, der Reichskanzler bats in sich! Wenn man eine Ahnung von der rem physischen Aufopferung des Herrn Kammerrats gehabt hätte, wäre aus dem roten Vogel vierter Garnitur vielleicht doch noch der dritte geworden! Zur Grubenkatastrophe bei Cardiff. Die Rettungsmannschaften auf der Grube Universal, die von drei verschiedenen Stellen aus vordringen, sind durch eine un- durchdringliche Gasschicht ausgehalten worden. Sie sind jetzt etwa% englische Meile von der Stelle entfernt, wo ohne Zweifel die Leichen der Mehrzahl der Vermißten liegen. Jede Hoffnung, noch irgend jemand am Leben zu finden, ist endgültig ausgegeben worden. Es wird Wochen dauern, bis alle Leichen geborgen find..__ v Die Jubelbrüder unter sich. Der Kriegerverein von Brechten bei Dortmund hatte aus Anlaß der Jahrhundertfeier Kirchgang befohlen. Nach dem Kirchgang lourde die festliche Stimmung durch Alkohol gesteigert. Es. gab in der Wirtschaft, wohin sich der Verein begab, unter' den Mitgliedern Streit, in dessen Verlauf ein ööjähriger Krieger ein Messer zog und einen 66jährigen Krieger einfach iiber den Haufen stach mit dem Erfolg, daß derGestochenesoforttotwar. Der österreichische Nustvandererskandal. Wie ein offiziöses Telegramm aus Wien meldet, veranlaßten die großen Dimensionen, die die österreichische A n S- w ä n d e r u n g in der letzten Zeit angenommen hat. die Regierung, deren Ursachen zu untersuchen. Da die Gefahr besteht, daß infolge der sich häufenden Abwanderungen die Wehrkraft der Monarchie in Mitleidenschast gezogen werden konnte, hat die Regierung bereits vor Monaten in allen Kronländern die weitestgehenden polizeilichen Ueberwachungsvorkehrungen, und zwar insbesondere an den Grenzen, angeordnet. Diese Vcr- sügungen hatten zur Folge, daß bis in die jüngste Zeit an ver- chiedenen EisenbahnkreuzungSpuntten hunderte ausweislose bezw. mit falschen oder zweifelhaften Legitimationsdokumenten versehene wehrpflichtige junge Männer aus Oe st er- reich und Ungarn ausgegriffen und den Gerichten Wege» Verletzung des Wehrgesetzes eingeliefert wurdest. Da Anzeichen vor- lagen, daß es sich um eine planmäßig betriebene, verbotene An- Werbung handle, wurde die Tätigkeit jener Personen genau über- wacht und hierbei wurde festgestellt, daß in der Tat und zwar zu- meist im Nordosten der Monarchie eine weitverzweigte, wohl organisierte Propaganda zur Förderung der AuSwande- rung überhaupt sowie der Auswanderung militärpflichtiger Personen insbesondere besteht. -In den Auswanderungsskandal ist eine ganze Reihe höherer und niederer Beamten ebenso verschiedene Ver- treter von Schiffahrtsgesellschaften verwickelt. In Wien wurde am Dienstag der Leiter deS Reisebureau» Universal, in Eger der Vertreter der Hamburg- Amerika-Linie verhaftet. Beiden wird strafbare Begünsti- gung der Auswanderung Militärpflichtiger zur Last gelegt. Ein Doppelleben. Die Verhaftung eines seit 26 Jahren gesuchten Verbrechers er- regt in Paris das größte Aufsehen. Es handelt sich um einen gewissen Marius T h a u st, der als Spezialität den Hoteldiebstahl betrieb und dem eine Reihe verwegener Einbrüche in den an- gesehensten Hotels der ganzen Welt zur Last gelegt wird, bei denen ihm bares Geld, Juwelen und Schmucksachen von bedeutendem Werte in die Hände gefallen sind. Thaust, der seit 1895 verheiratet ist und in einer Vorstadt von Paris eine elegante Villa bewohnt, führte die ganze Zeit hindurch ein Doppelleben. Er war Ritter der Ehrenlegion, Mitglied mehrerer angesehener Klubs und genoß in seinem Wohnorte ein großes Ansehen. Sein Monatsverbrauch wird auf 3 bis 4000 Frank geschätzt. Mit seinem langen, weißen Bart und Haar machte er durch- aus den Eindruck eines ehrbaren, vermögenden Mannes. Seine Frau und seine Familie, die aus fünf Kindern im Alter von 4 bis 17 Jahren besteht, hatte keine Ahnung von seinem Treiben. Seine Abwesenheit motivierte er mit wich- iigen Geschäftsreisen. Bereit« seit einiger Zeit stand er bei der Pariser Kriminalpolizei im Verdacht des Hoteldiebstahls, aber erst gestern gelang es, ihn in einem großen Hotel in der Nähe des Nordbahnhofs zu verhaften, wo er unter dem Namen Rolle aus Lugano abgestiegen war. Einige Kriminalbeamte beobachteten ihn und überraschten ihn. wie er von Kopf bis Fuß in ein schwarz- seidenes Trikot gehüllt auf Gummisandalen durch die Korridore schlich. Bei der Untersuchung fand man bei ihm eine vollständige Ausrüstung technisch vollendeter Diebeswerk- zeuge. Als Thaust sich entdeckt sah, machte er einen Selbst- Mordversuch, der jedoch früh genug verhindert werden konnte. Kleine Notizen. Fünf Personen beim Kelter» erstickt. Während fünf Winzer in Brugier-Corröze beim Keltern beschäftigt waren, fiel ein Mädchen in den Trog, wo sie erstickte. Vier Mann stürzten ihr nach, um ihr zu helfen, erstickten aber gleichfalls, so daß man nur fünf Leichen emporziehcn tonnte. Proletarierleben. Am Montagabend gegen 11 Uhr gerieten in K a l b a ch(Heffen-Nassau) die Wohnwagen zweier Schirm- flickerfamilien in Brand. Die fünf Kinder der beiden Schirnrflickerfamilien, die darin allein schliefen, erlitten schwere Brandwunden. Eins der Kinder ist bereits gestorben, zwei sind schwer, zwei leichter verletzt. Absturz zweier französischer Flieger. Bei Chaumont sind zwei Militärflieger, ein Pionierleutnant und ein Soldat infolge einer Motorexplofion abgestürzt. Beide Flieger sind tot. SchiffSkataftrophe im Ochotskischen Meer. Der Dampfkutter des Dampfers„Tula", der drei bemannte Barken schleppte, rannte bei O ch o t S k(Ostasien) auf eine Sandbank auf und wurde von den Wellen an das Ufer geschleudert. Die erste Barke sank mit tl Mann Besatzung und der Fracht, drei Mann wurden ge« rettet. Die zweite Barke erreichte ungefährdet das Ufer. Die dritte Barke wurde mit der Mannschaft ins Meer hinaus« getrieben. Ihr Schicksal ist unbekannt. Marttpretse von Berlin am 20. Oktober 1913, nach Ermittelungen des kgl VoiizeivräfidiumS. Mais(mixed), gute Sötte 16.40— 16,80, mittel 00,00— 00,00, geringe 00,00— 00,00. Mais(.runder), gute Sötte 14,20—14,70. Richtstroh 0,00. Heu 0,00. Marttbailenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00— 50,00. Sveisebobnen. weiße 35,00—60,00. Linien 36,00— 70,00. Kattoffeln(Kleinhdl.) 4,00— 7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70—2,40. Rindfleisch. Bauchfleisch 1,30—1,80. Schweinefleisch 1,50-2,00. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,60—2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,20— 6,50, 1 Kilogramm Karvlen 1,20—2,40. Aale 1,40-3,00. Zander 1,20-3,20. Hecht« 1.20—2,80. Barsche 1,00—2,40. Schlei« 1,60—3,20. Bleie 0,80-1,80. 60 Stück Krebse 1,00-36,00. BSttternngSüberficktt vom 31. Oktober 1913. fftfftiyHfn Swinemde. Hamburg verlin Franks. a.M München Wien !»« rt« fi Ick «4* t' lä Ii Haparanda Petersburg ©ctHl} Aberdeen Patt» 755 769 751 W S W 74S!S 755DSO 4!bedeckt Zibedeckt 4 halb bd. halb bd wollig tt Ii fii 5 3 9 11 13 Wettervrognose für Mittwoch, den 33. Oktober 1913. Mild, jedoch vielfach wolkig, bei ziemlich lebhasten südlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbnrean. «SailerstandS-Rachrichten der LandeSanflalt lür Gewäfferiunde. mttgeteill vorn Berliner Welterbnrean Wafferstand M e m e l, Tilfit P r e g e I, Jnfterdurg Weichsel. Thorn Oder. Ratwor , Krassen „ Frankiutt Warthe, Schttmm , Landsberg Netze. Bordamm Elbe. Leitmetttz , Dresden , Bardo Magdeburg am 20.10. ein 153 18 220 136 137 137 44 18 —12 -29 -148 85 73 seit 19, 10. ein1) +4 —4 —7 —5 —3 —4 —2 —3 —4 —-6 -i +3 +2 Wasserstand Saale, Grochlitz Havel. Spandau») , Rathenow») Spree, Spremberg») , Beeslow Weser, Münden , Minden Rhein. Maximiliansau , Kaub , Köln Neckar, Heilbronn Main, Hanau Mosel. Trier am 20.10. era 76 28 2 82 91 118 180 352 150 130 50 118 31 feil 19.10. orn1) +12 0 +1 0 —2 —8 —4 —2 _ 2 +10 ---2 +4 »)+ bedeutet«uchS.— Fall.—*) Unterdegel. Jedermann Klast Ober die Teuerung. Das Nahrungsmittel, welches nicht im Preise gestiegen ist, ist QuaKer Oats. Der Absatz von Quaker Oats ist niemals so gross gewesen wie jetzt, ein Beweis seiner Sparsamkeit im Gebrauch, Gratls-l-BHel für Quaker Osts Konsumenten Quaker Oats Pakete enthalten Gutscheine, für welche wertvolle, schwer versilberte Löffel gänzlich kostenlos erhältlich sind. Orunow's Kuffee-Versd. DrMdMnt.70 CUionh Undenstr. 105 ■ lllol!IS£»k-»a jSehiiitMMittTtl. Franz Abraham Htffb. Messina-u.Römertrank-Kcll. C.25 gtiieli'.r. tt, Fernan. Kg«t.13708 Keiner, Otto, Oerlchtntreße M. Partie wareng., Tegel, Binowtt-H F. Ziilat, Wuldemaratr. fUa, AI lito-Fahrictiuie Centr.AntoTecbnlkBiBNoHfiD Prinzen- Allee*243 Chutteznebile Tages- und Abend-Kursus ginn»)Ml?rnit. PfwptH» irttii. Qonlra Gr- Frankfurterstr. U OaUhO Eintr.tilgl.,Teilz.g est. HMMZU Arkona-Bid, Anklamor-Str. M. BaöSlt-WitlfiiÄÄ. «tb«-9 Landsbergerstr. 107 ■343.0 Collnowstr. 41. latial-Bai Ay�be�.o». fi 1 | Bad Frankfurt. Gr.Frklt.8tr. 136. Lieferant eämtl. Krankenkassen Bad Ilofclozid, Hufelandstr. 45. Kaisep-Friedrlchs-Bod.Ckai'I.E.BlL I indflnhüil ündeuitr. 109 Sdoiqadle LüiaBllflöO Wedrlcist 8. lief. 5. Kill. Nationol-Bad, Lrunnenstr. v. Bad Ostend "Sririnul Loli'.auuin Bad Wailsir. 70,71 trüb. Müosel I Sinti. Bäder, auch, f. Krankenk. Passage- faaTSX Refonu-Bad. Wiener ßtr. 65. Reform-Bgd Welßepsce, Leb4enU04 Silesia"8"0---- ■ Bchlesisehe Str. 81. p andren. BuniniHwrM R Baske, Stralauer Str. 56. Berkholz, Köpenickeretr. 70. A. E. Lanfife, Brunnenstr. 166 Liepe, Scb öneborg, Gmewaldstr.SO. M©ver,P.,MklliLtB«r4iner«trA9— 60 H. Neusdi, Breitest. 24, Spandau. J. Ch. PoHmonn. UtkriageMtr.«0. BlSatiSSä ��Wst�Iarktst-l�mMMM cht, E., Frul frotbävker. 1 A.AlbotJIarktst.12 IS�elalckeiilerl AI brecht, E� Fruohtatr. 29. Landbrotbficker. Kenn Ai brecht P. Andersch, Zionskirchstr. 17. R. Anderson, Thüringer» tr. 83 Asmus, Wilh., l'eckerffliDdarstr. II. K. Aust, Drontheimer Str. 40. Wllh. Bagge, Wicletetr. 68/8. WlUy Bür, Stromstr. 48. Paul Berger, Mirbachstr. 29 Josef Brefta....... Kirchhofatr. 48/47 WuilmannStrailo 32 ________ 1 Gr.Frai»klnrter»tr. Bt E. Beyer, TbornerStr.(1. ........ 33. Otto EUlepp, guUaiea-AllN 21 a»» Alw. B ämer, Bomioteneratr. 40 Brotfabrik Reinergdorfcr Mühl« F. Bockenkamp, Cam phausenst.ß PBolBodmlg.l�akow�iörscbstr.ll Rudolf BrechUn,Ockerst. 8 KkllL F. Breitkopf, Rxorzierstr. l»a. Hermann Büß, Grünauorstr. 12. Ewald Buchlsr, Weseretr. 47. Ernst Butler, Brüsselerstr. 43. ßust. Böhm, Oubenc-rstr. 28 O. Büchner, Nordhauaenerstr.SS Alb. Dadiwifc, Kameruner» tr. 1«. Paul Delly, Markusstraße 15. Albert venkewlK, Jalloiiklitr. 14 Oollwa, Ferdinand ToroUatr. 4 Otto Donath, Stolplschestr. 22. B. Donner, ScbönfUoßeretr. 3 Rad.Duncker, Pankow, KltkleuLTl W. Ernst, Pücklenrtr. 42. Franz Faulwetter,«aDtanWslt.87, Carl Feist, Frledenstr. 101. -- �-*" ils�sen____ rarteratr, 13. �ai I A-Ciav, Friedr.Flemming, Boxh»ffCDontr.J7. Paul Freitag, Stuttgarterstr. 18. E. Freyer, Blomenstr. 7z, E. karkuaitr. Erscheint 2 mal w&ohentlich. [ BeziagsqyeiiewVepzelchnBSs| Untenstehende Geschäfte empfehlen sich b. Einkauf. Schäfte| In kauf.| Em*» c. jr �a,»r»M*uvnQ.*.. k, R.FrIedridi, Maricnbur�erstr. 36. KelnrlcfaFristei'lriikov,Fiorast.50 F. George, WilätlarbaTesuitr. 22 B. Glerszowskl, Waideuserstr.O. Fritz Glanner, Chaussoestr. 00. Guninior, R. Poseneratr, 18. Wllh. Godt, Emdeneratr. 69. B. tionalor, Treptow, Grätzstr. 65. Croße- RboaeReinickcndorfcrat. 95 Oro3-Bäckerei„Beroünn" i.We.t. P«nIGrlsard,Pankow�FlorastrJO. Paul Gärtner, Treskowstr, 44 A. Günther, Ge Frankfurterst. 76 F.Hiite.Vertr.W.VekDeHaritnlsrgMit.? KarIHeklenreIch,Sünchenerst.44 Franz Heil mann, 3cli«li4a4ärletJl. 14 Karl Hennig, Steinmetzstr. 74 Gast. BelntstheMlmlbarjwilr. 25 G.Henning, Schmidtstr. Sa. Job. Hildebrandt, Rykoatr. 82 Paul Hoppe, Hermsdorf erste. 8 hoppe'iÄehr.Kramarek.AdslbsrtiUB PJluBgen,B«rl«rth-,KJj i»aiir»4»r»t L. Ihle, Gericbtsstr. 53. Max Jacob. Pflfl�erBtr. 70-1 läcker- u. conditoreien P. Lamla, Immanuelkirchstr. 30 Ew. Uesegang. Danzigerstr. 42 Adolf Linde, Wilhelmstr. 75 Carl Lindenberg, Lyrlieietitl. 4. Fritz Lnngwip, Hohenioheatr. 3. W. Luzemann, 0.,GabrielMaxst.2 W. Hegow, Llchtenbg., Garlaent 5 R. Markworth, Pflügerstr. 11, R. MasdUer. UchUsb-ta. Odarrtr. 27» AntonMelynar.Landsbergerst.l? Alfred Metzner, Fuldaatr. 55/8 feäcksrei Nordstern" Inb.: Gast. Müller Filialen i. verschied. Stadtteilen MQhlsteff, Spandau, ßuBirckitr. i. O. Hosler, Weiflenburgerstr. 42 E. Muhle, Manteuffelstr, 87 Mas Math, Falkenstcinstr. IT Roman Nowak, Wienerstr. 8. Carl Neuendorff, Sickingerstr. 76 Wilhelm Nlklau, Malplaqnetst. 6. Gustav Nielsen. Lindowerstr. 9 Fritz Otto, Warsohaucrstr. 80. Panl Otto, Danzigerstr. 31 RobertPatschke, Sprengeis tr.4AS. J.Q.Fopp. Amfsd-jlr.lW, EtUncUsd.-Oil Herm.Prager.Gr.Frankfnrtorst.S Richard Raasch, Weichseis tr. 84 W.MIMWSS C.Relach,Ea(Aer.,Uarnaault.lt.Ilk5lli. AlfredRost, Reichenhergerst.lSS ZN____ IT»___\' a. OT Gust. Rautenberg, Jdetzerstr. 11 Kurt Relnedce, Franzstr. 12 PRelnholz, Treptow KiefholzstlT R i chardRieger,InItst. 55. Spimt.2 1 GttcRootwisch, ßimonDachstr.l, F. Risleben, Saraaritsrstr. 11. Paal RiobenstaaLTeltsgksfclstr.iS WlUy Rohde, Zellestr. 11 Hubert Rösaer, Triftgtr. 4 F.Sandmann, lrspl»w,Grätzstr.2ö. Wilhelm Sauter, Uadaatrdztsuc. 2«. E. Scbada,Pall8»-St.9 FU. O u-NO Emil SdiaUer, Scoreinerstr. 52. P. Schlnauer, Anklamerstr. 15. Carl Schleich, O., Wühlischst.} Wilhelm Schmidt, Emsorstr. 103 Wllh. Schmidt, Uebenwslderst.10 Paul Schmoll, Amsterdamerstr.O. Gustav Schölisch, Dolxigerstr. 3} Paul Schön, Kopenbagenentr. 74. EberhardSch5nwleBe,läd«rltiitr.8 Panl Schröder, Ucinendprlentr. 27 B. Schön, Kniproderstr. 8 W. Schfinwlese, Romin tenerat. 54 Carl Schulz, Neukölln, Iissstr.28 Paul Schul», Hufelandatr. 2 Paal Schuncrt, Stolpiachestr, 36, Adolf Schulz, Florastr. 78 Pank. Paul Schfirer, TUaiterstr, 13. Reluh.Sdcurwnnz.KastaalM-AlleelO Karl Schwarz, Thaerstr. 21 P, Schwarzbeck, Widofstr. 27. Bruno Schwarz, Andreasplats 3. EnnlSctwan, We'.dcaiea.Un jluuitl 48 Schwende e, Herrn. Rykcstr. 23 E. Seeländer, Lonaustr. 7. Ernst Seifert, Reuters tr. 75 Robert Seil, Mainzerstr. 15 P. Sygusch, Schönh- Allee 150 Georg Tank, Christburgcrstr. 20 Carl Tänlgei, Wildenowstr. 17 Carl Tennert, Schlesischostr. 19. E.Tessmer.Keiideaiil.l25,E«UIGead. Emil Thomaa, Yoigtatr. 17 Johann Troffer, AUeestr. 48 Tiixhon Filiale»>»«Ue» I iiroan StadtteUen. F. Tzschetzsch, V,'rangelst 45 Otto Wagnltz, Müllorstr. 28 n«mh. Jahn. Keeidenzat. 75. T. 683 Reinickendorf, HansersG. 3, Faul Jarrasch, üprengOlatr. 83 Jendreyko, Immanuellorchstr. 10 Naz Jeaae, Bändels tr. 27. O. Jesko, Libaucrstr. 1 B. Kanthak, Liohtenbergorstr.äl Georg Kappe, WllbelmihsTeiMitt. 8. A. Kelb, Rostoekerstr. 21. F. Klosewetter, SebtrellieiMTitl. 15. Friedr. KUnder, Mirbachstr. 37 R. Klinke. Weißens., Lehderst.120. kKludc, Hesidenzst.liS, SdnlckaBd. . Kleiner. Schulstr. loa l'liärlorci fniirfitnroi t>au'K<"l"'l IllcStin.lOflllllUlEl Baadslitt. 42. Max üjimsrt, Landab. AUeo 29. Friedrich Rnop, Bodestr. 31 Panl Kci bornick, WUh.Stolzestr,35 A. Koaubeck. Sparrstr. 4 Josef Krell, Woserstr. 179 Alb. Kratky, Cadlnerstr. 19. Max Kühl, Triftstr. 9 ii! Hoiiefie ixengestr. 40. „mi> rau...J Torltlo. IIockd«oUthe ßacfeereilaascher Kastanien-Allee 57 Felix Kyhaat, vinenslr.(, Rolnhold Sperling, Jahnatr. 19. E Splettsiö 8er1Charrottb.,Kont»tA8 Otto S ticler, Warachauerstr. 89. i8P, '.37. OJh. FV«*15C*tz _ Weher, trotinuiAS, iUulcUtd.-O. S. Well. Köpenickerstr. 140. Karl Weinholz, Kamerunerstr.*7 W.ffelloiU.Kop cnuiacit- tWuüsdtsiJf ArthurWesser, SchillerpiomsnadsM Clemens Welse, Joblonslastr, 1 Otto WInklor, Nannynstr. 73. O. Wolzchendorf, Wudaszmtr. 22. Otto Wowerlers, Oldenburgatr. 8 fachao, Gr.-Licbtort.,CkitMM»L85a Paul Zaslrow, Stromstr. 3?. M.Zeese, Immanuelkirchstr. 29 J.Zlndler, Bschwg., Behringstr.9. Zühlke, Cnatzerstr.T, Gürtelst J9a pesptf�saiiil Sargniopz. Berl.H.-Szrjfabr.A.lslir'aBcTIeridilMLJS J. Clszcztnskl, Gerichts tr. 20. HäXfllt&SFrÄ�AUMlTO F. Hcrtzog, KottbuserstT. 7. i.lteiMllSSffÄS Milde, r.cijccksadirf-WAoj.-fikt-AU. 85 W, Pude, Rcinickendorfcrstr. 119 H. Petermeier, SGelitzemr. 8. Tlieod.Poe»chk«,E.U»iplil.�!r.E.-AllM A.Sprinkniann,6lucIi>aev.lUlliaBUt.47 B Büttner, A., Danzigerstr. 95. »ettiedera, Betisn HJloltz.ßraunsbergcrsts.lKebilJI. W. Liebreich, Jablonsklstr. 4. B lumen und Kränze G roter jan HälZtier.FrlMes AUe« 79/80.».5758 Drescherlr., Landsbergerstr. 118 Blucnen- Flscher-ZöUn er SeestSO JnL Großer, Pankow, Florastr. 94 Menzel. Neukölln, Bergstr.UOJUl A)IieUU,Si:liaraweb«rsU,F,oIaickud.W A.Schneider, B«hwg.,l!aaascli.8LP6. Toraaszcwskl, VYeUleni.J,lcliteab§il.l8. B,W agner.f ank«*,W oUankstr.114 «. Wlike Frledenstr. 98 �ierorsuerci., Bioptiandlg. Ä JÄO 8 liOffläCl! Akt..Brauer.Potadam.Elg.8i(dilL Berlin SW, Tempelhofer Ufer- 15 Btudisbarg a E,Wilb«lmitlürf«ritl 1t Spez. Potsd. Stangenbier Berliner Bierbraiieral- l Geoelisohaft in. b. H. i auebk. BmztaitrA KastaalaiisUw 81 feinste Quairtätsbiere. Ender's Brauerei j:'i | Malzbier, Ch»iii;tMt40;4lT.5'. 1065.5 IflEissbiep- CapamEibiep Braueret E. WUlnec Pankow. Scholz, Berak, SehOnleinstr, 23 Luisanbrauorel Weißens*«. Hempeli Eq Müllorstr. 1384. ü. Habels Brauerei hell— HabelbrÜM— dunkel. Dnser Goldbier ist nicht nur eis Erfrltcbnngsgetrftak, sondern such ein GesundbelislHcr ersten Ranges. Berliner BDlfln8-Branerel,BgrlHiS. Löwen-Braaerei vorsügUcho Faß- und Flaschon-Btero. MQnchener Brauhaus Borlin und Oranienburg ülBQu&liidt Ist hervorragend Weissbier, t). BreithsBpt, PalisadlQnBtr�Tj�jre�� BüESl LeHartungr.PankoWjBrelimestr. 62 O. Klose, Reiulckenfiorferstr. 86. F. jaKoii, niuiiersir.12. O. Knnze, Reinickendorfer St. 14 F.Laufmanii,Reinickendorfer9t92 M.Torge,Schoncberßt,Kd)0BTienit.66 Ch. V o s kerau ,Pank. Berl i nerstjt. RipfinKOGisKTTcT M. BröSlIng.Weilenaee, Liuigbiuit.145 Otto OiUlo, Prenzlauer Allee 27 lifAQl Reinickendorf iUSfll Üauptstr. 26-27. lielich- u. tuurstujaren M.BIauer8berger,biklln..Kaimeritr]l6 Martin Wo8lgtSenlesische Str. 36 und Farben Beussel-Drogerie Scocz, BeosselitSb E. Beckmann, Woldenbergstr. 10 Drogerle Lippchnerstr. 33 Drogerle Sudrow, Ebertystr. 28. Alt-Cllcnlcllr.2t Augast Fenger, Grünauers tr. 8 - erttnufa-HaUe~ ter, Co theniusg tr. 12 Ick, lia!eJcJiior«tr. 27 Panl Friedrlcka, etephanstr, 44 Frltschl4Bdabg.All»el23K.l).KroBei»U Oskar Gabler IFlelschwarea u. Worsttahrik I Berlin N.> Oranienburgeratr. 6. _ Oetztaff, Trcsleowstr. 43 ladolt Galle, Psnlg«, Florastr. 43. ?. Görlitz, Chodo wieckist r. 41 181 erstr.21 O. GSrlng, Greifswalderstr. WUlyOerlck*, Petersburgers Albert Golz, Frankf. Allee 121 Fr. Oerlach, Tauroggonerstr. 1 a. K. Germann, Schreinerstr. 22 Gasmtfe, Rieh. sSo n. MfflaDD'sÄwÄo: F. Gotsckmiedt, Koloniestr, 82. E. Harzbecher W/z Rudolf Hamann, Ackerstr, 62 Q.Heirmann, Lichtnbg.,Od«r»t.4 F. Ulndemlth, Cadlnerstr. 14 A. Hönisch, Kniprodestr. 18 v! Hubalöviiw, Zollers�r. 10 Janik, O. KÖÄer- Fr.JeatreIi,Ka«ta.bia« 55,Fl«l»ti,Wjnl H. Junge, Pasteurs tr. 13 Robert Kaoar, Weinbergsweg 6 Emil Krüger, Bkalltzcrstr. 3L Bruno Rusche, Ftuchtstr. 28. Ernst Kolbe, 0.ll3.WelchseIstrJ5 Krumm,Rclnh.,(irflfeiihage»erSir 16 H. Knnert, Behonebg. Gothen»!. G A. Lange,!Uiiick4f.l8<&nvel)etitr.U3 Roh. Lindfler,"SSä. a istLiacke, Alte.Tacobstr. 26. cke.w«..___ Am.«aar, Reinickendorf MärLneIsctakons.tKklb>,W>ctIi2A72 Panl Matschke, Thaerstr. 17 Moers, Wo<,re»9,2ner- �. j|g..... •rd-r-uhicbeFleiieb-aiViiril-Zeslril? Secstr. 113. Anklsnent. 17 A. Hobes Ndif. Fleischwaren u. Wurstfabrik �rlinN�Ornnicnburgerst, Ott" MSfler�ormtörTomrTTS! Jos. Otte,0., Scharnweberstr.6/7. Tb.Prenxlow.Naunynstr. 6 CurtPassow, Schulzen ilorfsntr. 3 a. GustavPfennlg, OolzkowskysLig Horm. Rauchhold, Eiethenstr. 12- HermaunRauhut.Elipabethstr.SA Fritz Reichelt, Emdenerstr. 45 Ailr.Rltter,Charlottbg.1Kantst.89 G. Roh'.off, Naunynstr. 8 W.Rolotf,tr.A.Haffcr,Ka»tao.-GlM82 E. Rummelandt, Thaerstr. 60. Alfr. Richter, Stralauerstr. 10 Joo.Rltzkc, Stralauer Allee 31a H. Schmidt, Friedelstr. 51 Lebcredzt Schröder, Waldst. 48. Scyfart, Gr.-Lichterf., Clauietit. 84. Hermann Schmidt, Thaerstr. 48, K. Schettler, Chodowickistr. 23 J. Snchorsky, O., Lihnuerstr. 12 Gebr. Schulz, Lithauerstr. 7. Willi Schwarz, K0nigsbereerst.28 ßüsiauseiciiiep'Är Belnr. Sthllz, Danzigerstr. 37 C. Schtrzberg, Ueiaietcud;., Harijast. 9. Otto Schreiber PaulSonnabend, CrosEeDerstr.35 Suriird.Fleiich-ZcntrzIe.SljrgarJetst.ea Gustav Stolz, Hussitenstr. 44. P. Tauche. Wrangelstr. 129, Crosseuoc. Str. 15. Koperulkasätf. 19. SiederbaraiBilr. 10, Fritz HUbner, Bcblieniannstr. 11. SpelselelnOI, Marke Spreewälderin d. Best«. A. Lange, Weißens., Berl. AUoo255. P. Lange, Waldemarsir. 40 B.Ludwig, S cbarnw.-8t. 65, Rokd.-W. Fr. Pawlitzld. Provinzst. 103, Rokd. O. Pötzscb, gebwedenstr. 18. A. Ramhold, Prinzen-AUeo 18. Altred Rlzhter, Stromstr. 24. Runge, Otto,Kklla,Hormannst.55. A. Slgebarth, Fehrtellltir Sti.24. Fritz Scheel, Sohwedtorstr. 47. ScMentber, Emil, Huttenetr. 7. EnillSchulze,Eo3idenzBt.50,Reinlehd. A.Silklnat,iIUcUidIg.Kelmchnd. 81.108 Wllh. Thomas, Beiaiekesl.-in.-AllfB56 �ajjnajeiiep Max Alm, Franseckistr. 15 P. Bareio, Steinmetzstr. 30. W.Best, Skalitzerstr.62 E. Wrangelitr. M.Dresler, Grätzstr.701, Treptow. Düby, H., Neukölln, Bergst, 48X-K 1 179 Alb. Endter, Alveuslebenst. 21 Goetze, Kais.-Friedr.-Sl. 198lItK.-KöIla. E. Junk, Blumenstr. 88 Kgst. 13846 W. Eyrath, 0. 112, Voigtstr. 8, I. Ilen!.LayEl(DepsnhaÄ�9 H. Lindeke, Warschauerstr. 90. R.Mende, Schulstr.117, EekeMaxsfr. Ernst MUÜer, Invalidenstr, 160. Zahn-Atel.Volkswoh1,Hüller3t.l26e� M. Rasenke, Birkenstr. 22. Reimmann, llesidenzst.l 15, Seiniekend. E. Sager, N.-TSBu, ßnrfskf 3, Te 1.9594. Hermaun Schult*©, Beusselstr.ir» i Fmil Cann Große Frankfnrterst. 4 1[lull Jullli Ecke Fruchtstraße. j Karl Sommer, Frankfurter Alles 104. iStraucbraann�ÄÄ W.Thledt, Reiniekendorferstr. 7. Wnieo U, T RrinirlMdrfrjt. 110 n ü 1 o* ,BI II AT.iUlf.gen. BtrlO* 0 Wiedstrack Nchf. P. SchaltzeFluil. 1 Witta U— T* Mustcaerstr. 16 TI lllö, aal tet« ButectfelMr. Z»iifnxi3.Kord»B',Sstzetst.t2,feUihlg. dierstiof J.Belowsky, FI»iitk-WiirstT.,Bisn.St.3 O. 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