Nr. 4. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlic 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Preuz band: Deutschland u. Defterretch Ungarn 2 Mt.. für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Etngerr. in der Boft Beitunas: Breisliste für 1894 unter Mr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgeipaltene Beritzeile oder deren Raum 40 Big., für Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer muffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Grpedition abgegeben werden. Die Ervedition ift an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Feitragen bis 9 Uhr Vore mittags geöffnet. Fernsprecher: 3mt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sozialistische Endosmose." Soabend, den 6. Januar 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. den fnurrend, aber doch dem unvermeidlichen Geschick sich Staate sie angehören. Die deutsche Zunge erklingt nicht fügend. nur innerhalb der Reichsgrenzen, sondern auch in SiebenUnd sozialistische Endosmose ist es auch, wenn Sozial- bürgen, am baltischen Meere, in der Schweiz, in den WälDie Jdeen) und Förderungen einer großen Volksbewegung dehnen auf zweierlei Weiſe ihre Herrschaft über die die Macht der sozialistischen Ideen erkannt haben, aber fassung des Vaterlandes hat nichts zu schaffen mit erbewegung dehnen auf zweierlei Weise ihre Herrschaft über Politiker verschiedenen Ursprungs und verschiedenen Schlages, bern Pennsylvaniens und am Michigansee. Diese Aufdie Zeitgenossen naus; fie ergreifen die Einzelnen, überwinden deren Gichgiltigkeit oder Widerstreben und machen noch vor dem Sprung ins Weltmeer zurückscheuen, von den fünftelten Staatsgebilden, die nur eine praktische Bedeutung sie aus Gegnern zu Anhängern der Bewegung. Das ist aufgenommenen Ideen dies oder jenes, viel oder wenig, für die Fortführung des politischen Lebens haben. Der mit einem großen Quantum ihrer eigenen wäfferigen ideale Begriff Vaterland wird richtiger durch der eine Weg. der sie wirken umgestaltend auf die An- Gedanken versetzt, zu einem neuen Trank zusammenbrauen, Ausdruck Volksgemeinschaft" als Werthfaktor im Gefühls. schauungsweise inzer Gruppen ein, ganzer organisirter, den sie denn als probates Heilmittel für alle Schäden einem leben eines Volkes ersetzt. Die evangelisch- sozialen Pastoren, feindlicher Partein, indem sie nach und nach hineinfickern verehrlichen Publikum allersubmissest anpreisen. So ent- Doktoren und Professoren haben aber diesen Idealismus in deren Program, in deren Bestrebungsganzes, bis es immer ähnlicher wird dem Programm der neuen Be- warf der verkrachte Börsenspekulant und Finanzblattgründer längst verwunden. In ihrer fnechtschaffnen unterthänigkeit Theodor Herzka in Wien einen Prospekt für das temnen sie nur noch die offizielle Begeisterung für Kaiser wegung, gegen di es fich scheinbar feindlich abschließt, wie sozialistische Aktienunternehmen„ Freiland" und ein schönes und Reich, für Fürst und Vaterland". Ja, das„ Vaterder aufsteigende Nährsaft einer Pflanze- Endosmose nennt man dieser Naturvorgang aus einer Belle in die neues Programm zur Reform der heutigen Gesellschafts- land" ist ihnen wieder zusammengeschrumpft zum preußischen, ordnung, auf das er die Etikette Sozialliberalismus" bayrischen, reuß- schleiz- lobensteinschen Vaterland. Nun, mit andere durch alle Scheidewände hindurch übertritt. Das flebte. und flugs setzte sich auch in Berlin ein Programm- dieſem eifrig herausgearbeiteten Gegensatz gegen uns können ist der andere W. So geht es fuch mit der großen proletarischen Be- fünstler, Herr Jastrow, hinter die Lampe, um für die wir Sozialdemokraten wohl zufrieden sein. Und angesichts wegung unserer eit, die für Deutschland in der sozial- schöne von Herzka erfundene Etikette sozialliberal" aus dieses Gegensages, der zeigt, daß wir zwar Idealisten, wenn demokratischen Prtei sich ihre politischen Lebensformen allerhand sozialistischen Forderungen und manchesterlichen auch keine Ideologen, sie aber die dürrsten bureaukratisch einen eigenen Wundertrank zusammen- verknöcherten Staatsmaterialisten sind, können wir uns mit geschaffen hat. on Jahr zu Jahr, von Tag zu Tag zugießen, von dem er hofft, daß er dem Reichsbürger ölig Lächeln hinwegsehen über einen andern Gegensaz, den die gewinnt sie neue Anhänger aus allen Bevölkerungsschichten in steigender Bat; sie wächst an Ausdehnung und wächst durch die vom Hurrahschreien heiser gewordene Kehle wackern Evangelisch- Sozialen an der Spize ihres Programms herausfehren. Sie versichern, daß sie die materias an innerer Kraft, indem sie die neu gewonnenen Elemente gleiten werde. Sozialistische Endosmose bewirkte noch die Neuauf- listische Weltanschauung bekämpfen, wie sie sowohl zu den mit sich vereint gemeinsamer Arbeit und durch die ge- frischung des evangelisch- sozialen Programms, die der Aus- Ausgangspunkten als zu den Agitationsmitteln der Sozialmeinsame Arbeit das Wissen aller Genossen vertieft, ihr schuß des Gesammtverbandes der evangelischen Arbeitervereine demokratie" gehöre. Rönnen träftigt, en that- und opferbereiten Gemeinfinn foeben veröffentlicht hat. Berdanken ja doch diese evangelischen Nun, unsere materialistische Geschichtsauffassung, um erweckt. So breizt sich die sozialdemokratische Partei aus Arbeitervereine selbst einem solchen Einsicherungsprozeß die es sich hier in Wirklichkeit doch nur handelt, ermöglicht und nimmt zu Stärke durch den Aufsaugungsprozeß sozialistischer Ideen in die gläubigen Kreise des Pastoren-, uns die unablässige Bethätigung eines praktischen Idealismus, Aber daneben ger'nnen die sozialistischen Ideen an Macht über die Gemüther und Geiſter der Menschen durch den Veröffentlichung zerfällt in ein Arbeitsprogramm und ein materiellen Vortheilen schnappende, duckmäufigere Staatsüber die Gemüther und Geister der Menschen durch den Doktoren- und Professorenthums ihr Entstehen. Die neue während unter den Evangelisch- Sozialen noch stets das nach Einsicherungsprozes, die Endosmose. Ein Symptom evangelisch- soziales Programm und beide Programme tragen pfaffenthum eine Rolle spielt. dafür, wie naghaltig die sozialistische die sozialistische Endosmose in dem, was sie bekämpfen, wie in dem, was sie erstreben, Nachdem die braven Programmausbrüter durch ein wirkt, liegt in dem Ausspruch des gegenwärtigen die unverkennbaren Einwirkungen der Sozialdemokratie an unterthäniges Getafel ihren Gegensatz zur Sozialdemokratie Reichskanzlers, aß die Regierung alle Entwürfe, sich. Die evangelisch- soziale Partei wird angezogen durch kundgethan haben, geniren sie sich dann weiter garnicht alle Maßregeln einer Prüfung dahin Prüfung dahin unterziehe, wie sie der sozialemokratischen Bewegung Abbruch thun sozialdemokratischen Programms, aber der magnetischen voll und ganz" abzuschreiben. wie sie der sozialemokratischen Bewegung Abbruch thun den positiven und abgestoßen durch den negativen Pol des mehr, die Arbeiterschutz- Forderungen der Sozialdemokratie Mit einigen Aendekönnten. Denn nahdem die Versuche, die Bewegung durch Wirkung desselben entzieht sich ihr eigenes Programın in rungen allerdings, die dann aber auf sinnlose Verschlechtebrutale Unterdrückungsmaßregeln zu Grunde zu richten, so teiner Beile. In dem frankhaften Bemühen, einen Gegen- rungen hinauskommen. Während z. B. in unserm Programm kläglich mißglückt sid, sucht man ihr durch Vorwegnahme fat gegen die Sozialdemokratie herauszukehren, wird eine ununterbrochene Ruhepause von 36 Stunden gewisser Einzelfordeungen beizukommen, von denen man glaubt, daß ihre Grüllung ungefährlich sei für den Bestand gleich im Eingang des Arbeitsprogramms mit aller in jeder Woche für jeden Arbeiter" verlangt wird, fordern die der heutigen Staats und Gesellschaftsordnung. Doch was Kraft" die Fahne der Anhänglichkeit an Kaiser und Evangelisch- Sozialen ,, die Einführung einer Sonntagsruhe ist das anders als' ndosmose der sozialistischen Ideen, bei Reich, Fürst und Vaterland" geschwenkt. Recht schwungvoll von mindestens 36 Stunden." In dem Drange, ihre ganze nimmt sich das aus; es zeigt aber nur, welche Begriffsver- Sozialreform auf Bibelsprüche zu begründen, geben sie also der man den Scheir bureaukratischer Würde und der Feind wirrung bei diesen Pastoren, Doktoren und Professoren die wirkliche Bedeutung unserer Forderung einem jeden seligkeit gegen die Umstürzler wahrt, während man in Wirklichkeit sich ve ihnen duckt, widerwillig zwar und herrscht, und wie sehr das teutsche Patriotenthum herunter- Menschen eine wöchentliche Schonzeit gegen Ausbeutung zu gekommen ist, seitdem Ernst Moritz Arndt auf die Frage: sichern, völlig preis; denn sie müssen an anderer Stelle Unter Endosne versteht man in der Physiologie d. i. Was ist des deutschen Vaterland?" die ehemals in allen zugestehen, daß eine einheitliche Ruhezeit am Sonntag für Unter Endosse versteht man in der Physiologie d. i. der Lehre vom Leben.h: ozeß der Organismen, die Durchfickerung deutschen Gauen gesungene Antwort ertheilte: Soweit die alle Menschen sich gar nicht durchführen läßt. Würde also des Nährsaftes von uner Belle in die andere. Wir haben den deutsche Zunge flingt." In diesen Worten verkörperte sich auch diese evangelisch- soziale Programmforderung auss Ausdruck, für den fein ihn völlig deckendes deutsches Wort der Grundgedanke, daß uns mit allen Menschen, die das Wort erfüllt, so würde doch eine große Anzahl von Men giebt, hier angewand da er gleichartige Vorgänge im geistigen Deutsche als Muttersprache sprechen eine unzerstörbare schen nach wie vor zum unausgesetzten Schuften gezwungen Leben treffend tehnzei net. Kulturgemeinschaft verbindet, ganz gleichgiltig, welchem werden können. Wenn sie aber dasselbe meinen, wie wir, Futilleton. Nachdruck verboten.] 2 elene. [ Alle Rechte vorbehalten. [ 9 Roman in zwei änden von Minna Rautsky. Und in immeni lebendigeren Farben begann er sich dies Glück auszumen, das ihn reizte, wie nie etwas zuvor. Der laute Stunenschlag einer Uhr entriß ihn diesen Träumereien, Er blickte auf d begegnete den großen, erschreckten Augen des jungen dchens. Sie hatte sich gesetzt und starrte zu ihm hinüber. Als er eine Begung machte, sprang sie sofort auf die Füße. " Das ist absch ich!" Wie ein Zornschrei, in konvulfivischer Heftigkeit am es von ihren Lippen. Und als er nun abermals einen Schritt ihr entgegen that, lief sie mi eine Rasende gegen die Thür und stieß sie auf. Ein Ah! der Erlehterung entrang sich ihr, aber ihre Bewegung war so stutt, daß sie schwankte und sich an die Wand lehnen mußtequr nicht zu fallen. Das Alles war sorasch und ihre Abwehr so leiden" " Was gehe ich Sie an was haben Sie sich um mich sich sprechen machte. Er wollte Gewißheit haben und ging zu kümmern warum sind Sie hier-wo ist das ihr nach. Als er seinen Irrthum erkannt hatte, gedachte Mädchen?" er sie nicht weiter zu belästigen, sondern so rasch als " Ich habe es um einen Wagen geschickt", sagte er vor- möglich nach Hause zurückzukehren. nehm, im Gefühl seiner Unschuld, indeß wollte ich über Sie wachen, Sie waren eine Zeit lang bewußtlos." Weil Sie mich gejagt haben, bis ich zusammenbrach." Ich habe Sie gejagt?" Sie fuhr auf. Mit empörten Augen sah sie in das schöne Geficht des jungen Mannes, das seinen fanften, fragenden Ausdruck beibehielt. Das regte sie nur noch mehr auf. Es war doch eine Frechheit von ihm, gewiß, und sie wollte keinen Augenblick länger mit ihm beisammen bleiben. Dort lag ihr Hut, sie nahm ihre Kräfte zusammen und ging ihn holen. Aber er war ihr zuvorgekommen und brachte ihn, sammt dem Sonnenschirm. " Ich habe Sie nicht darum gebeten," sagte sie barsch, mit zusammengebissenen Lippen, die nervös zitterten. Gie nahm ihn aus seiner Hand, und ohne ihn weiter eines Blickes zu würdigen, ging sie der Thür zu. Da stellte er sich ihr entgegen. " " Und deshalb gingen Sie immer hinter mir her?" stieß sie zornig hervor, ihren letzten Trumpf gegen ihn ausspielend. Mein Fräulein, ich bitte tausend Mal um Entschuldigung, aber es war wirklich der kürzeste Weg zu meiner Behausung." Er sagte das so einfach und glaubwürdig, mit den ehrlichsten Augen von der Welt, die nur ein wenig vorwurfsvoll blickten. Dunkle Flammen stiegen in ihr Antlig und sie senkte die Augen verwirrt und verlegen. Sie hatte ihm Unrecht gethan.. Es war thr ein fürchterliches Gefühl... und daß sie seine Nachstellung vorausgesetzt hatte, vergrößerte noch ihre Pein, ließ sie in Scham vergehen. Wie lächerlich eitel mußte sie ihm ers schienen sein! Sie blieb wie angewurzelt steheit, während ihre Wangen immer höher brannten, und wußte nicht, was sie sagen und was sie thun sollte. Und als er sie jetzt in ritterlicher Weise um VerMein Fräulein, einen Augenblick. Sie haben mich zeihung bat, daß er wider Willen ihr Mißfallen erregt angeklagt, erlauben Sie mir, mich zu rechtfertigen." hatte, lispelte sie linkisch und schier ganz außer Fassung: Es nicht nöthig," D bitte verzeihen Sie mir." Dann setzte sie sich auf den Sessel nahe der Thür und brach plöglich in Thränen aus. schaftlich geweſen, da, e völlig verblüfft vor ihr stand und vorbei.tig," ſagte sie und wollte an ihm fich nicht zu rühren getaute, aus Furcht, fie könnte ihm fofort verschwinden. Ab er sie aber wieder erbleichen sah, faltete er die Hände: Verehrtes Fräul, gestatten Sie mir doch, Ihnen beizustehen. Sie hob den Rosi ihre Entrüstung schien ihr neue Rräfte zu geben: Doch, Sie sollen feine allzu schlechte Meinung von mir mit sich nehmen, ich könnte es nicht ertragen." Er lächelte; er fühlte sich Herr der Situation. Und nun war es doch die Anmuth seines Wesens, Er nahm ihr sanft den Hut aus der Hand und den seine vornehme Haltung, sein Blick, die sie bannten. Er Schirm und fragte mit besorgten, zärtlichen Worten, was erzählte ihr in raschen, überzeugenden Worten, wie er im sie habe und weshalb sie meine. Moment, wo sie die Straße überseßte, in ihr eine Dame zu Sie fuhr sich mit der Hand über die Augen und ver erkennen glanbte, die wegen ihrer Blumenliebhaberei von suchte ein trampfhaftes Lächeln: Sc wozu denn dieses überflüssige und zweckwidrige Zugeständniß an die Form alttestamentarischer Gebote? Also, liebe, Leute, wenn ihr uns nun doch einmal abschreiben müßt, so schreibt uns wenigstens wörtlich ab! : Der Bericht befaßt sich nur mit der Börse und läßt die Frage der Bankdepofiten, die eigentlich die wichtigste und brennendste ist, ganz unerörtert. Unseres Erachtens fann aber eine regelmäßige Wiederkehr solcher Fälle, wie sie die Einsegung Bilden die durch Endosmose aus unserem in das werden, daß zwischen Bank und Börse ein großer Strich gemacht der Kommission veranlaßt haben, nur allein dadurch verhindert evangelisch soziale Programm hineingefickerte Forde- wird. Der Krebsschaden steckt darin, daß bei uns ein jeder rungen dessen wesentlichsten Bestandtheil, so wurde Bankier auch eo ipso ein Börsenspekulant ist. ihm doch noch ein Zunftzopf angehängt, den sie als ehr Die Kommission hat sich ihren Stoff in fünf Abtheilungen würdige Erbschaft von ihren konservativen Stammvätern, zerlegt. Zunächst behandelt sie die rechtliche Stellung und Orga wahrscheinlich durch die Vermittelung des Hofpredigers nisation der Börsen; dann folgt das Emissionswesen( Zulassung Stöcker, übernommen haben. Abgesehen von der berechtigten von Papieren zum Handel und zur Notiz), dann der TerminForderung völliger Koalitionsfreiheit, die auch wir ver- handel. Den Schluß bilden Matlerwefen und Kursfeststellung treten, wird da im Interesse des Handwerks die Belirten und zusammengefaßten Vorschläge, die Begründung dieser und das Kommissionsgeschäft. Vorausgeschickt werden die formu schränkung des Hausirhandels und der Abzahlungsgeschäfte, Borschläge folgt hinterdrein. überwiegenden Theil bestand diese Mehrheit aus Gt: menten, auf die sich keine Reichsregierung verlassen fann aus reichs und staatsfeindlichen Parteien oder aus sonst in allen Fragen oppofitionellen oder sämmtlich unzuver. lässigen Richtungen. Die Regierungen müßten sonst ja nur um einen solchen Vertrag durchzubringen, gerade ihre ganze Macht aufbieten, um die Wahl von Sozialdemokraten, Freisinnigen, Welfen, Polen u. s. w. zu befördern. Das würde doch zu einer Verivirrung aller Begriffe ohne Gleichen führen. Und angenommen, was aber sehr zweifelhaft ist, es gelänge wirklich, durch Neuwahlen einen Reichstag mit einer Mehrheit für den russischen Handelsvertrag zu erringen, ein solcher Reichstag wäre für alle großen positiven Aufgaben des Reichs. tags unbrauchbar; er müßte voraussichtlich nach Erledigung dieser Frage in fürzester Zeit aufs neue wieder aufgelöst werden. Mit einem solchen Reichstage wäre aber namentlich die Lösung der Steuerfragen undenkbar." sowie der Wanderlager und Schleuderbazare gefordert. Am Anfang der Begründung wird ausdrücklich hervorgehoben, Dabei kommt nun alles auf die Ausführung an, und die daß die Börse ein unentbehrlicher Faktor für die heutige Volks Da wir teine Regierung haben, welche den Willen des Versuche dazu sind bisher noch immer sehr reaktionär aus wirthschaft ist und daß daher keine Maßnahmen in Frage kommen Volkes widerspiegelt, so hat die" Nationalliberale Korregefallen. Die Gefahr liegt nahe, daß die Evangelisch- tönnen, von denen eine Störung und Beeinträchtigung der be- spondenz" Sozialen sich für den christlich- sozialen Antrag der Zentrums- rechtigten und nothwendigen Funktionen der Börse zu befürchten pondenz" vollkommen recht, denn eine Reichstagsauflösung leute begeistern, die durch Beschränkung des Haufirhandels fein würde. Das ist ohne Frage richtig und vernünftig. Sind brächte eine Parlaments majorität nach Berlin, mit der die es doch gerade die Börsen, die unsere anarchistische Produktions- Herren Miquel, Caprivi und Bronsart n Schellendorf nicht die Kolportage wissenschaftlicher Werke und aufklärender weise wenigstens nothdürftig regeln und sie so überhaupt regieren könnten, der sie sich unterwerfer müßten, falls sie Schriften hintertreiben wollen. Wenn es den Evangelisch erträglich machen. Ohne Börsen würde die vollkommenste nicht vorziehen, sich ins Privatleben zurickzuziehen. Sozialen Ernst ist mit ihrer Arbeiterfreundlichkeit, werden Anarchie im Wirthschaftsgetriebe herrschen. Darum giebt es nichts So logisch richtig dies auch ist, hitorisch richtig muß fie gut thun, flipp und klar jede Gemeinschaft mit diesem Dümmeres als jene thörichten Tröpfe, die gegen den Sozialismus es nicht sein. Unsere Reichsregierung nacht eine oft ganz wüthen und gleichzeitig unberechenbare Politik, fie viellicht auch das Sozialbemotraten fönnen offen und ehrlich gegen die wahrscheinlichſte ausführt und den Reidstag auflöſt. DesBörse kämpfen, denn in unserem„ Zukunftsstaat“ hat diese In halb muß man das Bulver trocken halen und so gerüstet ſtitution keinen Platz, da wir die Funktionen, die in der heutigen sein, daß man jeden Moment losschlager kann. tionen übertragen werden. Wenn aber ein Jünger des KapiWirthschaftsordnung der Börse obliegen, ganz anderen Institutalismus die Börse beseitigen will, so zeugt das von einer gegen den Verleumder seines Vaters hat in Friedrichs Das mannhafte Vorgehen des Grafen Arnim rührenden Unkenntniß aller ökonomischen Verhältnisse. ruhe große Bestürzung erregt. De Handlungsweise Die Börse bleibt also an den Schößen der kapitalistischen Wirthschaftsordnung hängen, und die Kommission will nur durch des Fürsten Bismarck ist in so deutlichen Worten ihre Vorfchläge die auch für ein tapitalistisches Gemüth vorhan als unehrenhaft gebrandmarkt rorden, daß nach denen Mißstände beseitigen, die sich heute in der Praxis bei der dem Ehrenkoder, der in den Kreisen des Fürsten Bismarck und des Grafen Arnim herrscht, in Duell nicht zu Börse zeigen. schaftskreisen nicht selbst ausschließen vill. Da nun der vermeiden ist, wenn der eine Theil sic aus diesen Gesellalte Bismard ebenso wenig daran deft, seine Haut zu Markte zu tragen, wie seine Berlamdungen zurückzunehmen, und da er obendrein durch sin hohes Alter und seinen Gesundheitszustand entschuldigt ird, so liegt einem ſeiner Söhne die Pflicht ob, sich mit dem Grafen Arnim zu schießen. Und es soll jetzt unter der zwei Söhnen, dem großen Herbert und dem dicken Bilt ein wilder Edelmuthsstreit darüber entbrannt sein, we von den beiden sich mit dem fürchterlichen Arnimni che schießen soll. imgsfeindlichen Manöver zurückgeilen viel von den Wir müssen gestehen, daß Evangelisch- Sozialen, troß ihrer Entlehnungsversuche aus unserem Programm erwarten; wir verzeichnen diese That fachen auch nur als eine neue Erscheinung sozialistischer Endosmose. Der Werth solcher Endosmose besteht wesent lich darin, daß er eine ganze Anzahl wirklich ehrlicher und voltsfreundlicher Anhänger jener Bewegung für einzelne sozialistische Forderungen gewinnt. Gegen sie sich dereinst mit aller Kraft ein für deren Verwirklichung und kommen sie zu der Erkenntniß, daß durch ihre gegenwärtige Gesellschaft doch nichts für das Volk zu erreichen ist, dann wird die Sozialdemokratie sie unwiderstehlich an sich ziehen und sie völlig assimiliren. Der Bericht Aus dem bayerischen Landtage Der Wirthschaftsausschuß der bayerischen Abgeordneterammer lehnte nach längerer Debatte mit 10 Stimmen ir Liberalen, einer Stimme der Konservativen und einer Stimme der Bauernbündler gegen 11 Stimmen des Zentris die Anträge auf Staatliche Mobiliar Versierung ab. Im Laufe der Debatte hatte der Minise des Innern sich mit der Organisation der Börsen befaßt, entschieden der Für die unbetheiligten Zuschauer ist der erste Abschnitt, der interessanteste. Man glaubt die Statuten eines Offiziertasinos oder einer ähnlichen exklusiven Gesellschaft zu lesen. Mitglied des Kasinos pardon: Börsenbesucher darf nur derjenige werden, der drei Gewährsmänner stellen kann, von denen jeder mindestens drei Jahre der Börse angehört. Glaubt man wirklich, dadurch der Börsen- Enquete- Kommission. schlechte Elemente von der Börse fernhalten zu können? Da fennen wir unfere Börsenleute beffer. Weiter: Ein Börsens Im Herbst des Jahres 1891 riefen in Berlin mehrere große bisziplinarhof wacht über die Standesebre und ahndet VerBantbrüche" unter allen Rapitalbefizern und allen denjenigen, legungen derselben mit Strafen, die von einer Verwarnung bis Sie es werden wollten, eine starke Erregung hervor. Wieder zum dauernden Ausschluß von der Börse reichen. Als Kuriosum hörte man zum Ueberdruß das alte Lied von den sauer ersparten sei erwähnt der Regierungskommissar beim Disziplinarhof, der, Groschen der kleinen Leute fingen, die nun durch die Gewissen wenn er in die Wirklichkeit versezt würde, voraussichtlich eine losigkeit der vornehmen Gauner an den Bettelstab gebracht seien. recht lägliche Rolle spielen dürfte. In einem besonderen Absatz Als ob die Wolf und Sommerfeld nicht typisch wären für alle werden die Handlungen zusammengestellt, die insbesondere als unsere profitgierigen Bourgeois! Als ob es diesen nicht ganz Verlegungen der kaufmännischen Ehre zu gelten haben und die gleichgiltig wäre, woher der Profit kommt, den sie zu erraffen geeignet sind, den Thäter der Achtung seiner Standesgenossen zu suchen und der an ihren schmutzigen Fingern fleben bleibt; als berauben. ob sie sich darum fümmerten, welche Noth und welches Glend, Kaufmännische Ehre! Wer lacht da? Gut, daß man von welch unfäglicher Kummer die Folgen ihrer Handlungsweise sind! den Börsenbesuchern nicht Ehre schlechthin verlangt, sondern nur Aber hier war ja das Gefeß verlegt! Und die heutige taufmännische Ehre. Die schamlose Ausbeutung der Ar- Freiherr von Feilitsch sich gegen die Verstaatbürgerliche Moral lautet: Raube, stiehl, erpresse so viel du beiter und der sonstigen Angestellten thut jedenfalls dieser lichung der Mobiliar Ber, cherung erklärt tannst, je mehr, desto besser, aber der Buchstabe des Gesetzes ist Ehre feinerlei Abbruch und wird auch den Ausbeuter in der und hervorgehoben, die Privatgesellie ten seien längst zu heilig, den darfst du nicht verlegen, oder du darfst dich Achtung seiner Standesgenossen nicht herunterfeßen. Im Gegen- ausreichenden Konzessionen veranlaßt den. Eine Staats. wenigstens nicht dabei erwischen lassen. Passirt dir dieses Pech, theil. Wenn er das gut versteht, wird er bei seinen Standes- anstalt könnte weder billigere Prämi noch eine beträchtso mußt du dafür büßen; weißt du es flug zu vermeiden, so stirbst genossen nur Bewunderung und Nacheiferung finden. du glücklich und in hohen Ehren, vielleicht gar als Millionär und Für die Emission neuer Papiere soll eine besondere Behörde lichere Entschädigung gewähren, sie be nur die gefähr Geheimer Kommerzienrath, eingerichtet werden, der neben den Börsianern auch Vertreter des lichsten Versicherungen übernehmen sen. Nöthigenfalls te intereffitten Publikums angehören sollen, die von der Regierung fei die Regierung bereit, etwaige ne weiter erforderliche zu bestätigen sind. Das Verfahren dieser Behörde und die Konzessionen bei den Privatgesellschaft anzuregen.Grundfäße, die sie bei der Zulassung von Papieren beobachten soll, werden unsere Leser faum besonders intereffiren. Jedenfalls wird und kann auch diese Behörde ihren Zweck nicht erfüllen, schlechte Papiere von den Börsen fern zu halten. Die tleine Besserung, die eintreten könnte, wird mehr als aufgewogen durch das verminderte Mißtrauen des Publikums, das bei dem Bestehen einer solchen Emissionsbehörde zum großen Theil auf eine selbständige Prüfung der einschlägigen Verhältnisse verzichten zu tönnen glaubt. Wie dem auch fei, hier war nun das Kind wieder einmal in den Brunnen gefallen und hatte sich gehörig naß gemacht Und die Regierung sah sich nun vor die Frage gestellt, ob es nicht möglich wäre, diesen Brunnen, der sich schon recht häufig als ziemlich unzuverlässig und unbequem erwiesen hatte, wenigstens nothdürftig zuzudecken. Flugs wurde eine Börsenenquete Kommission" von 28 Mitgliedern ernannt, mit dem Auftrage, die einschlägigen Verhältniffe genau zu studiren und auf grund der erlangten Kenntnisse Borschläge zu machen, die geeignet wären, auf eine Beseitigung der Auswüchse des Börsenwesens hinzuwirken. Die Kommission hat nun, nach einem Zeitraum von fast zwei Jahren, in dem sie 93 Sigungen abgehalten und 115 Sach perständige vernommen hat, ihre Arbeiten beendigt und erstattet in einer sehr umfangreichen Druckschrift, die dem Reichs- AnBeiger" als befondere Beilage beigegeben ist, dem Reichskanzler ihren Bericht. Eine Anzahl dickleibiger Bände sollen noch als Anlagen folgen. Die Haftbarmachung der Emissionsbanken für böslich falsche Angaben oder Verschweigungen in den Prospekten auch gegenüber späteren Erwerbern des Werthpapiers erscheint gerechtfertigt. In der Praxis wird es nicht viel nutzen, denn die Emissionshäuser werden desto eifriger bemüht sein, so zu operiren, daß ihnen eine Böslichkeit nicht nachgewiesen werden fann. Im dritten Abschnitt folgen beschränkende Bestimmungen über den Terminhandel. Gewisse Papiere und Waaren können davon ausgeschlossen werden. Wer die rechtliche Fähigkeit zum Ich benehme mich recht dumm, ich weiß es aber Abschluß von Börsen Termingeschäften in Waaren erlangen will, ich bitte, ich muß jetzt nach Hause meine Eltern bedarf der Eintragung in ein Register. Geschäfte dieser Art mit werden in Sorge sein." Sie hatte den Hut an sich ge- anderen Personen find rechtsungiltig. Das Börsenspiel soll nach nommen, sette ihn auf verkehrt und griff nach dem Analogie des Wucherparagraphen mit Gefängniß- und Geldstrafe Schirm. geahndet werden, wenn jemand in gewinnsüchtiger Absicht unter Haben Sie nur Geduld, theures Fräulein" er hatte Benutzung des Leichtsinns oder der Unerfahrenheit eines andern bereits den überlegenen Ton des Beschützers, ich habe be- denselben in bezug auf Börsenpapiere zum Abschluß von GeWenn Sie es mir er- fchäften, welche nicht zum Gewerbebetriebe desselben gehören, reits einen Wagen befohlen... verleitet, obwohl er weiß oder nach den Umständen annehmen lauben, werde ich Sie selbst nach Hause bringen." muß, daß der Umfang der Geschäfte die wirthschaftliche Existenz Sie wollen zu uns zu meinem Vater?" rief fie des Verleiteten gefährdet. Bur thatsächlichen Anwendung dürfte erschreckt. Er lächelte vor Selbstherrlichkeit. Ich habe ein solcher Paragraph wohl nicht zu häufig fommen. feinen Grund, mich vor ihm zu verbergen." Er verbeugte sich leicht vor ihr:„ Dr. Erich Hartmann". Auch sie verbeugte sich, viel zu tief für eine Dame, aber er imponirte ihr immer mehr. ,, Sie sind Arzt?" Nein, ich bin Ministerial- Beamter," und er nannte den Namen des Ministeriums, unter welchem er diente. Mein Vater ist in demselben Ministerium." Sein Name?" " Joachim Röder." Die leßten Abschnitte treffen endlich Bestimmungen über die Rursfeststellung und über die eigenen Geschäfte der Kursmatler, sowie über den Selbsteintritt des Kommissionärs. " Alles in allem kann man zu dem Bericht der Kommission sagen: Mag er noch so gut gemeint sein, es wird nichts helfen. Die Auswüchse der Börse lassen sich bei der heute herrschenden Moral trotz aller kaufmännischen Ehre" nicht be schneiden. Wenn ihr ihr die Börse behalten wollt, müßt ihr auch ihre Schäden mit in den Kauf nehmen. Mit dem Börsenschwindel ist es ganz wie mit den Eigenthumsverbrechen und mit der Prostitution. Alle drei find Wie unzerstörbare Blüthen am Baume des Kapitalismus. ihr durch keine Männerbünde für Sittlichkeit, durch keine christlichen Vereine junger Männer und auch durch keine Zuchthäuser Sie schlug die Hände zusammen:„ Ach, das ist gut!" bas Berbrechen aus der Welt schaffen werdet, wie ihr durch feine Frauenvereine, Mädchenheime und durch keine Sittenpolizei Es flang lieb und hell, wie das Entzücken eines Kindes, die Prostitution beseitigen werdet, so werdet ihr auch nicht das einsieht, daß es sich umsonst gefürchtet hat, und in durch die gewagte Konstruktion einer kaufmännischen Standes ehre reizender Vertrauensseligkeit streckte sie ihm die Hand ent- und durch Strafandrohungen das verderbliche Börsentreiben vergegen, die sie ihm bisher verweigert hatte. nichten fönnen. Soll hier Ersprießliches geleistet werden, so Wirklich?" Kennen Sie ihn vielleicht?" Gewiß fenne ich ihn." Er führte sie an seine Lippen und als sie das nicht muß der ganze alte Baum umgeschlagen und ein neuer gepflanzt dulden wollte, rief er in schelmischer Rechthaberei: Nein, werden, der bessere Blüthen trägt. Und dieser neue Baum, dessen nein, ein fleiner Beamter darf die Tochter eines älteren Pflegung und Wartung wir als unsere Lebensaufgabe betrachten, Kollegen immer ein bischen kajoliren," und nun lachten ist der Sozialismus. sie Beide. Da tlopfte es vorsichtig an die Thür. Kommen Sie nur herein," rief Hartmann laut, und als das Stubenmädchen eintrat:" Ist der Wagen da? Gut tommen Sie, mein Fräulein, in einigen Minuten werden wir bei Ihren Eltern sein." Helene nickte mit einem rührend dankbaren Blick. Als sie hierauf miteinander die Treppe hinab gingen, hatte sie seinen Arm genommen und sie plauderten heiter und zwanglos miteinander, wie alte Bekannte. ( Fortsegung folgt.) albu N- r. Politische Leberlicht. Berlin, den 5. Januar. Keine Reichstags- Auflösung. Die nationalliberale Rorrespondenz glaubt nicht, daß die Regierung den Reichstag auflösen würde, falls sich für den deutsch- russischen Handelsvertrag feine parlamentarische Majorität finden follte. Sie begründet dies folgendermaßen: Ein Blick auf die Mehrheit bei dem rumänischen Handelsvertrag führt doch zu gar seltsamen Forderungen. Bum M Zum Fall Berger schreibt die, Sächsische ArbeiterBeitung" im Anschluß an die auch ve uns wiedergegebene Notiz der" Bossischen Zeitung": Unsere sofort angestellten Nachfohungen ergaben, daß die Mittheilung der Boss. 8tg." allerdgs insofern auf Wahr heit beruht, als der Soldat Berger tksächlich zu anderthalb Jahren Gefängniß verurtheilt worde, ist. Was die von Berger begangene Strafthat betrifft, o ist darüber nichts Näheres zu erfahren, jedenfalls dürft die obige Angabe der auswärtigen Zeitungen falsch fein. hätte Berger eine fo genannte„ Aufwiegelung von Kameren" vorgenommen, so wäre§ 100 des Militär- Strafgesetzbuch gegen ihn angewendet worden, welcher Paragraph eine Gefänißstrafe von nicht unter fünf Jahren(!) vorschreibt. Allerdingsönnte es sich außerdem vielleicht um§ 99 des Militär- Strafgeseichs handeln, der besagt: Wer eine Person des Soldatenindes zur Verweigerung des Gehorsams, zur Widersezung od zu einer Thätlichkeit gegen den Vorgesezten auffordert, ist, enn die Aufforderung oder Anreizung ohne Grfelg gebliebennit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen." " Daß Berger sich gegen diesen§ vergangen haben soll, halten wir nach allem, was wir von in wissen, für gänzlich ausgefchloffen. Sowohl der sozialo okratische Bertrauensmann in Zittau, Genoffe Brückner, Genosse Gradnauer, mit welchen beiden Berger bekannt gerden war, fönnen ihm irgend ein Unternehmen, das auf eineäufwiegelung" hinauslief, durchaus nicht zutrauen. Wir men vielmehr, nach der ganzen Lage der Dinge, der Annahm zu, daß das Vergehen Berger's in nichts weiter bestanden at, als daß er mit den bekannten Sozialdemokraten in Berkel gestanden hat. 3 be stärkt uns in dieser Annahme derzeradezu ungeheuerliche Befehl des Bittauer Regiments- Komnidos, daß den Soldaten dieses Regiments jeder Verkehr mit rückner verboten wird. Hätte Brückner einen Sohn bei dem egiment, so würde es diesem wohl auch verboten werden, seinem eigenen Vater zu verkehren. Da wir ganz Gewisses über Gründe, welche den unglücklichen jungen Menschen 1/2 r Militärgefängniß eingetragen haben, nicht feststellen tönn so enthalten wir uns zur Zeit noch einer eingehenden Kt dieses Urtheils. So viel aber sprechen wir schon heute 3: Das geheime Militär Gerichtsverfahreseigt sich wieber einmal in feiner ganzen ulturwidrigfeit! Ein Mitbürger wird zu langer, fderer Strafe verurtheilt und fein Mensch erfährt, was de be eigentlich begangen. Das ist ein schauderhafter Buitantben ein gebildetes Bolt teinen Augenblick länger ertragen far Fort mit diesem System! Was Herr Bronsart von Cellendorf nicht thun wird. In der heutigen Sigung deenglischen Unterhauses erklärte der Kriegsminister Campbebannerman, die Herabsegung der Arbeitsstunden uf 48 per Woche oder 8 per Tag sei in aen Werkstätten, Arsenalen u. s. w. des Krgsministeriums für möglich befunden woen und erfolge ohne Lohnherabfegung. Uufere Bekämpfung der Lie, Gröber, Sigereien hat die" Nordd. Allg. 3tg." aufschlauen Gedanken gebracht, den energischen Widerstandes Buchhandels gegen den Bentrumsantrag zur Erwürgung dekolportage für ein von der Sozialdemokratie eingefädeltes Wöver auszugeben. Der Bindterplan ist durchsichtig genug, glaubt durch Schwingung des rothen Sappens allerhand ängshe Philisterseelen zur Unterügung des bildungsseindlichen ehentwurfs antreiben zu können. Nun können wir den Buchhändlern bestätigen, daß sie in verschiedenen Theilen Teutschlands sofort Erklärungen gegen den Zentrumsantrag erlassen haben, ehe noch unsere Besprechung erschienen war. Es sind nur wenige rückständige Kleinkrämer unter ihnen, die, wie der von uns gekennzeichnete Kreisverein Norden aus zünftlerisckier Beschränktheit sich bereit erklärt haben, der kulturzerstörenden Reaktion Vorspanndiensie zu leisten. So hat jetzt der Börsenverein der deutschen Buchhändler, der anerkannte Vertreter der Interessen des gesammten deutschen Buchhandels, durch seinen Vorstand unter dem 20. Dezember v. I. eine Eingabe, betreffend den Antrag Gröber aus Abänderung der Gewerbe-Ordnung, an de» Reichstag gelangen lassen, in der die Bitte ausgesprochen wird,„der Reichstag wolle dem Antrag Gröber und Ge> nossen, soweit er die Abänderung der geltenden Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung über den Gewerbebetrieb im Umherziehen betrifft, seine Zustimmung versagen." Wir wollen hoffen, daß es diesen energischen Protesten und der Wirksamkeit aller der Aufklärung nicht feindlich gegenüberstehenden Volks' Vertreter gelingen wird, den Antrag Gröber zu Fall zu bringen. Politik und Geschäft. Ein Sprichwort sagt:„Im Haus des Gehängten soll man nicht vom Strick reden, und in Gesellschaft von Spitzbuben nicht von Diebstahl". Die „Kreuz-Zeitung" kümmert sich um diese praktische Lehre nicht— vermuthlich weil sie denkt, daß die gewöhnliche Aioral nicht für Junker gilt, und daß ein Junker sich nicht schämt, wo bürgerliche Kanaillen es thun. Sie bringt in ihrer heutigen Nummer ganz unverfroren einen Leitartikel, betitelt:„Politik und Geschäft" Natürlich denkt sie dabei nicht an die eigene Partei. Freilich, daß die Herren Junker den Staat als Milchkuh betrachten und melken,— daß sie dem steuerzahlenden Volk alljährlich Hun- derte von Millionen in Gestalt von Kornzöllen, Liebesgaben zc. aus der Tasche nehmen,— daß sie alle ihre„Loyalität" in den Wind schlagen, sobald die Regierung einmal Miene macht, ihren„Profit" ein klein wenig zu beschränken— das Alles hat, nach den Begriffen der„Kreuz-Zeitung", vermuthlich mit„Geschäft" gar nichts zu thun. Das ist„ritter- lich". Das ist ehrliche, selbstlose, gottesfürchtige, christliche „Politik": und wenn der Junker dem ftenerzahlenden Volk die Tasche leert, so ist das ebenso wohl sein gutes Recht, wie iveiland die Ahnen unserer Junker nur ihr gutes Recht ausübten, wenn sie als Ritter vom Stegreif auf die Land- straße gingen und die daherziehenden Bürger plünderten. Letzterer adelige und„edelste" Zeitvertreib dauerte so lange, bis die bürgerliche Kanaille der Sache müde ward und die Herren Ritter todt schlug wie tolle Hunde oder ihnen den Prozeß machte und einen Strick drehte. Wie lange wird das deutsche Volk es noch mit ansehen, daß die Nachkonimen und Geschäftsnachfolger der Raub- ritter„Politik und Geschäft" treiben?— Tie„Kreuz-Zeitung� schreibt wieder einmal wider besseres Wissen, daß wir jüdischer Geldunterstützung die Möglichkeit der großen Wahlagitation und damit unsere großen Erfolge bei den letzten Wahlen verdanken. Es ist dies eine der Ahlwardt Ehre machenden Entdeckungen der antisemitischen Presse, die ebensowenig aus der Welt zu schaffen sind wie der Irrwahn eines Insassen von Dall- dorf. En» Blick in unsere Abrechnungen, etwa? Kenntniß der Art unserer Geldsammlungen könnte der„Kreuz- Zeitung" die UnHaltbarkeit ihrer Behauptung beweisen. Doch sie behauptet wider besseres Wissen und deshalb ist sie keiner Widerlegung würdig. Ihre Leser erinnern wir aber an den Wahlaufruf der reichen jüdischen Bankiers zwr Unterstützung der Militärvorlage! Wo steckt nun der Jude?— Die sittenreine Dante Vost schreibt in einem Rück- blicke aus die Vorgänge in Frankreich während des ver- flofsenen Jahres: „Di« unterste und breiteste Volksschichte nahm an ihr (der Panama-Angelegenheit) überhaupt keinen besonderen An- theil. Sie hatte kein Geld an Panama verloren, weil sie eben überhaupt keines zu verlieren hat. Sie horchte auf den Panamalärm nur mit dem boshaften Vergnügen hin, das ehrenrühriger klatsch und tobender Streit im Nachbarhause sittlich schwach entwickelten Leuten immer bereitet, aber sie regte sich nicht besonders auf und wurde der ganzen Geschichte überdrüssig, als diese aus langweilige Wiederholungen hinauslief. Das Kleinbürgerthum, das geblutet hatte, war eine Weile sehr erzürnt, aber es wurde bald verständigen Erwägungen zugänglich. ES sagte sich, daß die mittleren Klassen in Frankreich ihr ganzes Wirthschaftsleben aus Vermittelung, Empsehlung, Be- güustigung, gegenseitiges Händewaschen zugeschnitten haben, und es fand allmälig bei Ministern und Abgeordneten recht, was ihm selbst billig ist. Kein Geschäft ohne Maklerlohn, Betheiligung, Trinkgeld— man nenne es wi« man will. Das ist nun einmal fran zö s isch e Anschauung, und als man sich erst wieder aus sich und seine tiesst wurzelnde Denk- gewohnheiten besonne» hatte, war man auch schon bereit, über die Panamatasel mit dem Schwamm zu fabren."— Ist es wirklich nur französische Anschauung: Kein Geschäft ohne Maklerlohn, Betheiligung und Trink- Selb. Liegt denn die„Bossische Zeitung" auf der Insel lobinsons oder im Deutschen Reiche, in der Stadt der Gründer, in Berlin. Ist sie so unbekannt mit dem Börsen« treiben, hat sie noch nie etwas von Preßkorruption durch die Börse gehört, daß sie derartige Erscheinungen, die überall existiren, wo der Kapitalismus herrscht, blos hinter den Vogcjku sucht? Sie thäte gut, die Werke eines Glagau und Rudolf Meyer's und die Verhandlungen des preußischen Landtages vom Jahre 1875 ihrer Bibliothek einzuverleiben und von ihren Redakteuren genau studiren zu lassen, damit diese auch erfahren, daß Panama auch in Deutschland mög- lich ist. Würden diese auch etwas genauer die französische Wahlstatistik vom verflossenen Jahre studiren, so würden fle vielleicht erfahren, daß die„sittlich schwach" entwickelten Leute aus der„untersten und breitesten Boiksschichte' noch nie so viele Sozialisten ins Parlament sandten als nn Jahre 1893 und dies nicht zum mindesten wegen des Panamaskandals. Die Sittenreinheit und das nationale Selbstgefühl der„Vosstschen Zeitung" hält eine starke Be- leuchtung nicht aus.— Die elende Polizeikomödie, welche am 1. und 2. Januar in Paris und dem übrigen Frankreich auf- gefuhrt ward, hatte neben dem Hauptzweck, das Rothe Gespenst wieder aufzufrischen und den Spießbürgern Angst zu machen, auch noch den weiteren Zweck, unbequeme S o z i a l i st e n und unbequeme Ausländer— ohne Unterschied der Parteistellung— zu belästigen und wo- möglich aus dem Lande Kinauszutrelben. Als die Agenten dcS Herrn Casimir Pener die 2000 Haussuchungsbefehle gegen„Anarchisten" ausfertigten, mögen sie bei sich nicht wenig gelacht haben über die— allerdings in den Plan paffende— Reklame fit« die Herren An» a r ch i st e n. Zwei Tausend Anarchisten in Frankreich! Zwei Tausend Ravachol's und Vaillant- Marchals! Und da jeder der Zweitausend doch über mindestens 10 Koch- topfe verfügen muß: 20 000 Kochtöpfe! O Graus! lieber die Reklame waren sogar die Herren Anarchisten selbst etwas erstaunt. Tech, gleich den meisten an- deren Menschen sind auch s i e für Schmeicheleien empfänglich. Aber die ehrlichen Arbeiter und Gesellschafts- opfer, die sich mühsam eine Existenz geschaffen hatten, und nun, als unfreiwillige Opfer der großen Gescllschaslsretterei von der Polizei zu„Anarchisten" und Versüchsthicrcn ge- braucht wurden, sind sicherlich, wenn sie es nicht schon waren, grimmige Hasser dieses Bourgeoisie- Staates ge- worden. Ter größere Theil der Behaussuchten— das wissen wir jetzt— hat nie etwas mit Anarchistcrei und Spitzelei zu thun gehabt. Die Polizei, zum Theil aus Elementen zweiselhastestcr Art bestcbend, schlenderte ihre Berhaflsbefehle gegen Jeden, der ihr auf die eine oder andere Art mißliebig geworden ist. Selbst Männer, von denen es bekannt war, daß sie den Anarchismus auf das Heftigste bekämpft haben, murden zu Anarchisten gestempelt, und viele der zahlreichen russischen, polnischen und sonstigen Flüchtlinge, die in Frankreich ein Asyl und ihr kärg- liches Brot gesunden, werden den Wandersiab ergreifen muffen und wie wilde Thicre durch die Welt weiter gehetzt werden— weil„Väterchen" es will. O Schmach über diese Kosaken-Republik!— Mit Baillant-Marchal's Prozeft hat die französische Regierung verdächtige Eile. Am 9. Dezember platzte der Kochtopf, und heute schon— nach nicht vier Wochen— sollte die Gerichtsverhandlung sein. Ter Vertheidiger Vaillant-Marchal's erklärte, daß die Frist zu kurz sei und er sein Material noch nicht beisammen habe. Das Gericht ernannte darauf von Amtswegen einen Vertheidiger. Der ernannte lehnte jedoch ab; und desgleichen ein zweiter. So wird der Prozeß doch noch vertagt werden müssen zum großen Llerger der Regierung, die gerne jetzt unter dem frischen Eindruck der Masseuverhastungeu und des künstlich aufgefrischten Sozialistenschrcckens die Verhandlungen über's Knie gebr«chen hätte. Dann wäre es so leicht gewesen, über die vielen dunklen Punkte des Kochlops-StaatsstreicheS hin- weg zu gleiten.— Auf Vertuickelungen mit Madagaskar macht man sich in Frankreich gefaßt. Zu Tongking, Dahoniey noch Madagaskar, das ist gar zu viel Segen der Kolonialpolitik aus einmal.— Der Nachrichten aus Sizilien sind heute nicht viele, aber um so gewichtigere. Ter Belagerungszustand, dessen Verhängung wir schon gestern mittheilen konnten, wird von den Agenten Crispi's in aller Strenge gehandhabt. Alle bürgerlichen Freiheiten und Rechte sind mit einem Feder- strich aufgehoben— für alle Vergehen bestehen nur Kriegs- gerichte; es herrscht die nackte Gewalt. Jetzt ist die einzige Frage die: genügen die 60 000 Mann des Generals Morra— nicht 40 000, wie einige Blätter noch heute Morgen behaupteten— zur gewalt- samen Unterdrückuug des siziliauischen Volks? Heut können wir da? noch nicht sagen. Herr Crispi meinte im letzten Ministerrath: Die ent- sandten Truppen reichten vollauf aus; und mit zynischer Heuchelei fügte er hinzu: es sei„ein Akt der Humanität", daß er gleich zu Anfang eine so große Truppenmasse nach Sizilien geschickt habe. Nun, wenn eine„große Menschen masse" nieder- geschossen wird, so ist das auch ein Akt Crispi'scher Humanität. Einschüchtern lassen die Sizilianer sich nicht so leicht, und auch gestern und heute fanden an ver- schiedenen Punkten Unruhen statt. Ob viel Blut geflossen ist, wissen wir nicht; was wir aber nachträglich erfahren haben— und was sich auch vermuthen ließ»— ist, daß die Zahl der Getödteten in den letzten Dezember- und ersten Januarlagen eine weit größere war, als die Tele- gramme gemeldet haben, Tie letzte Depesche aus Rom meldet die Verhaftung des Abgeordneten de Felice Giusfuda, des ge- schäftlichen Leiters der Arbeiterorgani- s a t i o n e n(der Fasci). Ob die Kammer sich'« bieten läßt, daß ein Abgeordneter ohne ihre Genehmigung verhaftet wird, das muß sich bald zeigen — jedenfalls hat Crispi der radikalen Minorität den Hand- schuh hingeworfen. Herr Crispi ist ganz von dem Holze geschnitzt, mit dem man Monarchien zertrümmert.— Es gingen über die siziUanischen Vorgänge noch fol- gende Depeschen ein: Neapel, 5. Januar. Wie der„Corriere di Napoli" aus Palermo vom 4. d M. meldet, hat das Zentralkomiiee der Fatzc» ein Manifest an die Arbeiter gerichlel, in welchem aus- geführt wird, die gegenwärlige Bewegung sei eine schmerz- liche und nothwendige Folge der gegenwärtigen Ordnung der Dinge. Indem eS dieselbe unerbittlich verdammt, verlangt es eine Reihe von Zugestädnissen jeilens der Regierung, um die Humanitären Versprechungen ber Bonr- geoisie zu erproben. Das Manifest ersucht die Arbeiter, sich zu organisiren, aber sich ruhig zu verhalten. da durch ein vereinzeltes Vorgehen dauernde Vortheile nicht zu erlangen feien. Zum Schluß besagt das Manifest:„aus den Emschließungen der Regierung werden wir erfahren, welche Haltung wir einzunehnien haben." Infolge dieses Manifestes, wurden der Deputirte Tefelice-Giuffrida und drei andere Häupter der Fasci in Trapani, Messtna und Girgenli verhaftet. Der Bund in Palermo wurde ausgelöst; bei der vor- genommenen Haussuchung wurden zahlreiche Papiere beschlag- nahmt. Ealatafim»(Prov. Trapani), V. Januar. Einige hundert Landleute und Kinder überfielen die Verzehrungesteuer- poste», indem sie riefen:„Nieder mit der Verzehrungssteuer Wir wollen freien Markt!" Neapel, ö. Januar. Nach einer Meldunades„Corriere di Napoli" aus Palermo den 4. d. M. fand in Macineo, einer etwa 10 000 Einwohner zählenden Ortschaft der Provinz Palermo, ein Zusammenstoß zwischen den Truppen und Ruhe- störern statt, welche die Abschaffung des Oktroi verlangten und einen Angriff auf die Bürgermeisterei machen wollten. Wie es heißt, sollen bei dem Zusammenstoß einige 30 Personen aelödlet und einige 50 verwundet worden sein. Einzelheiten liegen nicht vor. Rom, 5. Januar. Nach einer Meldung de?„Folchetto" sind auch die übrigen Führer der Fasci in Palermo verhaltet worden. Bourgeois und Spitzel. Der Prozeß wegen des „anarchistischc.t" Attentates gegen die spanische Kammer ist beendigt: Die Geschworenen haben sämmt- liche Angeklagte des Attentates für schuldig, das Geständniß de» Vi u n o z aber, daß er im Auftrag der Polizei das Attentat veranlaßt habe, für unbewiesen erklärt. Die Polizei und Regierung ist also freigesprochen. O diese guten Bourgeois! Sie können die staatsrctterischen Prak- tiken, die ihnen zu Liebe geübt werden, doch nicht ver- nrtheilen. Das wäre ja undankbar. Wir hoffen demnächst in der Lage zu sein, über den hochinteressanten Prozeß, den die bürgerliche Presse fast ausnahmslos todtgeschwiegen hat, ausführlich berichten zu können.— Tie amerikanische Regierung hat sich endgiltig für die Wiedereinsetzung der Königin von Hawai entschieden. Tie Amerikaner schwärmen bekanntlich für„lebeudigeFürsten" — als Raritäten.— Unruhen werden wieder einmal aus S a m o a ge- meldet. Dem„Reuterschen Bureau" wird unter dem gestrigen Datum über Auckland telegraphirt, daß nach den daselbst eingetroffenen Stachrichten unter den Ein- geborenen auf Samoa seit der Abfahrt der fremden Kriegs- schiffe lebhafte Erregung herrsche und neue Unruhen zu ve- sürchten seien.— Chinesisches. Der„Standard" nicldet uns Sfjangai von gestern, daß Nachrichten ans Peking zufolge wahrend des Zuges des Kaisers nach seinein Winterpalais eine An- zahl Briganten das kaiserliche Gefolge anhielten und sich einer Menge von Wcrthgegenständen bemächtigte, sowie mehrere Beaniten wegführte. Ob dies gewöhnliche Räuber gewesen sind, oder ob es sich um eine aufständige Bewegung handelt, wird man erst, wenn überhaupt, nach Monaten erfahren.— Pavfctnarfmdtlcu. Zum Protokoll vom Kölner Parteitag sendet uns Genosse Leo Arons gegen die aus S. 132 wiedergegebene Aus- führungen Fischcr's gegen seine(Arons') Vorschläge für die Re- daklion, eine Richtigstellung dahin, daß er den in den Fischer- schen Bemerkungen enthaltenen Vorwurf noch am nämlichen Verhaudlungstag in folgender— nicht abgedruckten— persön- lichen Bemerkung widerlegt habe: „Ich bemerkte, daß ich zufälligerweise an einem Tage in das Redakrionslokal des„Vorwärts" kam, an welchem die Preßkom- Mission die Wahl eines Lokalredakteurs besprechen sollte. Auf die Frage, ob ich nicht zufällig eine Persönlichieit bezeichnen könnte, nannte ich einen Namen. Kaum hatte ich denselben aus- gesprochen, als Genosse Liebknecht erklärte:„Das ist ein guter Vorschlag; ich kenne den Mann seit zwei Jahren und kann für seine Zuverlässigkeit eintreten". � Leo Arons. Die„Unterm Neue» Kurs" am 4. Oktober unter Wies- baden aufgeführten 2 Monate 3 Wochen Gefängnis) traft» nicht den Tischler Seelig, sondern den Drechsler Müller. Der schlesisch- polnische''Parteitag, welcher am 31. De- z..,,ber 1bg3 und t. Janur 1834 in Hayna» tagte, war von 34 Delegirte», 32 aus Schlesien und 2 aus der Provinz Posen, besucht, welche insgesammt 24 Ortschaften vertraten. Ferner sind anwesend die schlesischen Reichstagsabgeordneten August Kühu-Langenbielau, Dr. Bruno Schoenlank-Berlin, Franz Tutzauer-Berlin und Genosse Morawsky- Berlin als Vertreter der polnisch- sozialdemokratischen Partei. Letzterem wird durch Beschluß Sitz und Stimme aus dem Parteitage zuerkannt. Die Abrechnung der Agitationekommisfion für die beiden Provinzen ergiebt, daß sür Langagitation. Flugblätter, Referenten u. s. w., 852,35 Mark verausgabt wurden. Die Kommisston hat im verflossenen Jahre in regster Weise gearbeitet; während der Wahl sind 120 000 Flugblätter zur Verbreitung gekommen und fünf größere Land-Agitationstouren sind unternommen worden. An Korrespondenz liefen vor und nach der Wahl bei der Kom- Mission ein 263 Briefe, 37 Karten; außerdem 13 Tele- gramme. Während der Wahl gingen ein 49 Briefe und 19 Karten, Telegramme unkontrollirbar. Die Agitations- kommission stand vor der Reichstagswahl mit 23, nach dieser Wahl mit 32 Vertrauensleuten in Verbindung. Die Preßkommission der„Volkswacht" berichtet, daß an Strafen für Preßvergehen 720 M bezahlt wurden; des weiteren sind 8 Monate Gefängniß verhängt worden. Für Redaklions- zwecke(Redakteure, Mitarbeiter, Rechtsanwaltsgebühren u. s. w.) wurden insgesammt bezahlt 12 152,80 M. Der finanzielle Stand des„Proletariers" ist folgender: Die als wirklich gut zu belrach- lenden Aktiva betrugen am 31. Dezember 1898 2500 M., die Passiva 4100 M., das Defizit 1600 M. Am Ende des Jahres 1892 betrug das Defizit 4000 M. Die Auflage stand am Be- ginn des Jahres 1893 auf 3350, am Echluffe desselben auf 4200 Exemplare. Eine lange, sehr erregte Debatte wurde geführt über die Rechte und Pflichten der Redakteure. Mehrere Parteigenossen verlangten, daß die Preßkommission über die Mitarbeilerschaft am Parteiblatt zu verfügen habe solle. Die Genosse» S ch e b s- Breslau, Kühn-Langenbielau und Dr. Bruno Schoenlank-Berlin wendeten sich in ganz entschiedener Weise gegen diese Zumuthung. Genosse Schoenlank stellt den Antrag, daß den Redakteuren bei Zuziehung der Mitarbeiter das M i l b e st i m m u n g s r« ch t zugesichert werde, welcher nach kurzer Debalte auch angenommen wird.— Der Antrag Zahn-Breslau, den Porteivorstand zu ersuche», ein sozial- demokralisches Preßbureau zu errichten, durch welches der Partei- presse alle wichtigen Tagesereignisse schnellstens zugeführt werden können, wird auf Antrag Schoenlank's dem nächsten Parteitag überwiesen. In bezug auf die Organisation wurde die Theil»» g Schlesiens in vier selbständige Agilationsbezirke mit Komitees in Breslau, Liegnitz, Langenbielau und Grimberg beschloffen; Posen soll sich selbständig oigamsiren und nur seine deutschen Orte sich nach Schlesien und die polnischen Distrikte Oberschlestens sich nach Posen halten dürfen. Polizeiliches, Gerichtliches:c. — Wegen Beleidigung des Amtsvorstehers Bärwolf in Walschleben verurtheille das Schöffengericht gester» den Redakteur Hülle- Erfurt zu 50 M. Geldbuße. Der Anttsanwalt hatte 100 M. beantragt. — Aus Brünn(Oesterreich) wird die Ausweisung des sozialdemokralischen Advokaten Dr. Ingwer berichtet. Dr. Ingwer ist ein in Mähren sehr bekannter, sehrthätiger Parleigenosse. Er wurde am Neujahrstage nach Abbüßung einer dreiwöchentlichen Arreststrase, zu welcher er wegen emes revolutionären Ausrufes in einer Sozialistenversammluna in Brünn verurtheilt worden war, vom Landesgerichte entlassen. Gleich- zeitig wurde ihm jedoch der Bescheid zugestellt, daß er Mähren binnen vierzehn Tagen zu verlassen habe. Dr. Ingwer ist nach Tarnopol zuständig. Sein Vertheidiger hat gegen die Aus- Weisung Beschwerde beim Reichsgerichte erhoben. Dr. Ingwer hat sich übrigens am lO. Januar auch noch vor dem Troppauer Landesgerichle wegen Religionsslörung zu verantworten. — LehreralsZeugen. Zu der Landgerichtsverhand- lung in Bochum wegen des Hochs aus die Sozialdemokratie, worin der dortige Amisanwall durchaus einen„groben Unfug" erblicken will, find hauptsächlich Lehrer als Belastungszeugen geladen worden. Ob angenommen wird/ daß diesen Zeugen die Auesagen einigermaßen schwer werde, sie hätten an dem Hoch keinen Anstoß genommen? Wir wissen nicht, ob einer der- selben irgendwie zur Sozialdemokratie hinneigt, die Vorladung der Lehrer erregt aber allgemeine Verwunderung. sc Für den Inhalt der Injerate über. nimmt die Redaktion dem Publikum American- Theater. Täglich: Große Vorstellung. gegenüber keinerlei Verantwortung Neu! Wieder- Auftreten Neu! Theater. des urkomischen Bendix. Neu!! Auftreten des Neu!! Sonnabend, den 6. Januar. besten Bauchredners d. Jeztzeit Opernhaus. Sinfonie- Abend. Schauspielhaus. Basantasena. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Berliner Theater. Aus eignem Recht. Leffing- Theater. Der ungläubige Thomas. Ein Millionär a. D. Friedrich- Wilhelmätädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Rehdenz- Theater. Der Mustergatte. Neues Theater. Sappho. Central- Theater. Ein toller Einfall. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Rapitän Grant. AlexanderplatTheater. Die Iuftigen Weiber von Berlin. National- Theater. Der Teufel in Berlin. Theater Unter den Linden. Reine Vorstellung. American- Theater. Die Gründung Roms in der Möckernstraße, oder: Die Rache des Gänserichs. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. H. Blank. Ferner: Die Gründung Roms oder: Die Rache des Gänferichs. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. oder: Lumpen- Susanne. Parod.- real. In Vorbereitung: Die Obdachlosen, Traumstück von Oscar Wagner. Anfang Wochentags 72 Uhr, Sonntags 6 Uhr. , Sanssouci", Kottbuserstr. 4 a. Jeden Sonntag und Donnerstag: Stettiner Sänger Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Großes UITProgramm. Montag: Viktoria- Brauerei. Dienstag: Böhmisches Brauhaus. National- Theater. eris. Etablissement trib Große Frankfurterstraße 132. Sensationelle Novität! Der Teufel in Berlin. Burleste Posse in 3 Aften von Eugen Prudens. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: May Samst. Rasseneröffnung 6/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonntag: Anfang 7 Uhr, DoppelVorstellung: Hedwig, die Banditenbrant. Trauerspiel von Körner. Hierauf: Der Teufel in Berlin. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Zum 1. Male: Ein toller Einfall. Schwank in 4 Atten von Carl Laufs. Hierauf zum 13. Male: ,, Berlin 1893". Revue in 2 Abth. von L. Leipziger. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Anfang der Revue 9/4 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Akt von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musit von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. ratweil'sche Bierhallen G Kommandantenstr.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Neues Programm. Täglich von 122 Uhr ab bei freiem Entree Matinee u. Abends von 61/2 Uhr ab: National- Konzert D. Obenlandler RUF in National- Tracht und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Anf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Pf., Moriz Moriz Play. Todes- Anzeige. Am 4. Januar verstarb schnell und unerwartet unser Kollege, der Klempner Karl Teske Freie Volksbühne. Am Sonntag den 7. Januar 1894, Nachmittags 22 Uhr, statt, in der das Hauptmann'sche Schauspiel: im 40. Lebensjahre infolge einer Hals- findet auf vielfachen Wunsch im National- Theater eine Extra- Boſtellung entzündung. 1130b Er war uns ein lieber, guter Rollege und werden wir sein Andenken stets in Ehren halten. Gleichzeitig machen wir bekannt, daß zur Aufführung gelangt. Die Weber die Beerdigung Sonntag, Nachmittags haben. le Mitglieder werden dringend gebeten, von der Freiheit, die Borfind von Nachmittags 1 Uhr ab an der Kaffe des National- Theaters zu Extrafarten à 1 Mart, die zum Besuch der Vorstellung berechtigen, Die 3 Uhr, von der Leichenhalle des Heiligen Kreuz Friedhofs in Mariendorf stattfindet. Das Personal der Fabrik hygienischer Bade- Apparate S. Marcus, Staligerstr. 10. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern stellung zu besuchen, Gebrauch zu machen. Am selben Tage für die 1. Abtheilung Vorstellung im Lessing- Theater: Das Fallissement. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. SW., Golmsstr. 24. 397/3 Sozialdemort. Wahlvereins Arbeiter- Bildungsschule für den 6. Berl. ReichstagsWahlkreis zur Nachricht, daß das langjährige Mitglied 241/16 Georg Erdmann an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. Januar, Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Hochmeisterstr. 25 aus, nach dem Freireligiösen Friedhof, Pappel- Allee, statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, Vormittags 104 Uhr Rosenthalerstraße 38: Vortrag Blas. Buggenhagen. von Herrn Dr. Völkel: Täglich Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- n. Mittagstisch. Spezial Ausschank von Pabenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurations räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säte für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Sensations- Erfolg. Gottlieb im Harem! Parodistischer Scherz von Mar Larsen. Neu! HF Neu! Henry Tailory. Mr. Bollini, Eveline u. s. w. u. s. w. Anfang Wochentags 7, Uhr. Entree 15 Pf. R. Winkler. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten Borstellung Nen! Neu! und Konzert. Neu! Ein Stiergefecht in Cadix. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und sämmtlichem TheaterPersonal. PROTE Sonntags 6 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. PassageDas Wesen der Strafe. Gäste sind sehr willkommen.[ 441/3 Circus Renz, ( Karlstraße.) Sonnabend, den 6. Januar cr., Abends 7/4 Uhr: Ein Künstlerfest. Sonnabend, den 13. Januar 1894, Abends 8% Uhr, in der Brauerei Friedrichshain am Königsthor III. Stiftungs- Fest unter gütiger Mitwirkung der Typographia, Gesangverein Berliner Buchdrucker u. Schriftgiesser ( Mitglied des A.-S.-B.) und der Herren P. Kurz( Orgel) und A. Massini. Auszug aus dem Programm: 454/6 Prolog, mit Orgelbegleitung und Grande Phantasie pour l'Orgel, von Gesangseinlagen. Ouverture zum Trauerspiel Robes pierre" von Litolff. Festrede, gehalten vom ReichstagsAbgeordneten W. Liebknecht. 7. Violin- Konzert Beriot. ( Solist: Violin Virtuose Herr Tringherr.) 0 Laboin. a. Herbstnacht b. Der Soldat B Weinzierl. Silcher. c. Minnelied. W. Bünte. ( Vorgetragen vom Gesangverein.) Ein Jahrmarkt in Krähwinkel, Tanzgemälde in 12 Bildern v. Schreiner. Orchester: 42 Musiker der Freien Vereinigung der ZivilBerufsmusiker unter Leitung des Herrn Schonert. Nachher: Großer Ball( Doppeltes Orchester). Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. traße 31, Reichenbergerstr. 133, Grünstr. 10, und in den Zahlstellen, sowie in Billets à 30 Pf. sind in den Schulen: Müllerstr. 179a, Markusden mit Plakaten belegten Lokalen und Handlungen zu haben. Mus. Achtung! Vollständig neue und glänzende Ausstattung und Einlagen. Ueberraschende Wasser und Lichteffekte. Steinarbeiter Berlins und Umgegend. Achtung! Außerdem: 6 Rappen u. Caroussel Sonntag, den 7. Januar, Vorm. 10 Uhr, bei Müller, v. 30 Pferden, vorg. v. Herrn R. Renz. Die Fost, mit 12 Pferden geritten von Hervn Gustav. Cromwell und der Steiger Alep, ger. v. Frl. Oceana Renz. Die Afrobaten auf dem Telephondraht, Zalva, Espana und Alvar. Mr. Nelson, Handequilibrist; Mr. Lavater Lee 2c. Preise wie gewöhnlich. Sonntag 2 Vorstellungen, Nachm. 4 Uhr( 1 Kind frei): gr. Komikervorstellung; Abends 71/2 Uhr: Ein Künstlerfest. Der Circus ist gut geheizt. Fr. Renz, Direktor. Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Johannisstraße 20: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: = 260/16 1. Abrechnung des Generalfonds der Marmor- und Granitarbeiter. 2. Berathung über die Tarifvorlage der Marmor- und Granitarbeiter und Stellung nahme zu derselben. 3. Stellungnahme zur Unterstüßung des Bauhandwerker". 4. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vertrauensmann: J. Buchmann, Willibald- Alexisstr. 39. Verband der in Buchbindereien, Circus G. Schumann, der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen, Mitgliedschaft Berlin. Sonnabend, den 6. Jana Am Montag, den 8. Januar, Alte Jakobstraße Nr. 75: Abends 71/2 Uhr: cr., Gr. ausserord. Vorstellung. Hervorzuheben: Auftreten des beliebten Klowns Little Fred mit Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: H feiner Menagerie. 3- Etagen- Karoussel mittelalters". 2. Mitgliedschaftsangelegenheiten. 1. Vortrag des Herrn Dr. G. Heymann über:„ Die Kirche des mit 25 Pferden, Original- Dressur des 458/5 Herrn Max Schumann. Mr. Ricobono als Jockey. Spring- Potpourry von sämmtlichen Klowns. Schulpferd ,, Albert" geritten von Frl. Adele Schumann. Wiederauftreten der aus 5 Personen bestehenden GymnastikerDer Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 7. Januar, Abends 6 Uhr: truppe The Eugene. Saltomortalreiter Zwei Versammlungen. Mr. Lecusson. 4 Schulpferde zu gleicher Zeit geritten von den Herren 1. In der Berliner Resource, Eingang Stallschreiberstraße 41-42. Adolf Schumann, Aguimoff, Acker Vortrag des Herrn Dr. Pinn über: Behauptungen und Wirklichkeit". mann und v. Kotic. Jushof, arabisch. 2. Grenadierstraße 33. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über: Gemüthliches Beisammensein. Panopticum. Buchshengst, in Freiheit dreſſirt und„ Das Haus der Barmherzigkeit".-Nach den Vorträgen: 50 Pf. inkl. Theater. W. Noack's Concert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstrasse No. 16. Täglich: Gr. Theater- u. Spezialitätengeben Sonntag und Donnerstag Vorstellung. stung: Tanz- Kränzchen. refervirt 30 Pf. Unf. Sonntags 5 Uhr Säle mit elektr. Beleucht. f. Vereine und Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versammlungen. 3 Regelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf. Spieler zahlen kein Entree. 919b Avis! Empfehle meine hocheleganten Privatfestlichkeiten zu den foulant. Bed. Castan's Panopticum. vorgeführt von Herrn Max Schumann. Zum Schluß der Vorstellung: 10 Amerikanerinnen, Cavallerie zu Pferd, von fammtlichen Klowns 2c. Sonntag 2 Vorstellungen, Nachmi. 4 Uhr und Abends 71/2 Uhr( Nachm. 1 Kind frei): Rübezahl. Hochachtungsvoll und ergebenft G. Schumann, Direktor. Präuscher's Museum. Tausende von anatomischen Präparaten. Schußkanal durch fünf Körper. Gladiatoren- Kampf. Wunder d. Ceroplastik u.Medjanik. Täglich von 9 früh bis 10 Abends für erwachsene Herren. Dienstag und Freitag: Dauentag Verein der Lithographen, Steindruder u. Berufsgen. Deutschl. ( Filiale Berlin). Gäste sehr willkommen. 149/15 Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplat Kinderwagen, größtes Lager Berlins. Musterbücher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. F. Metzner. Freie Kranken- u Begräbniß-| faffe der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins ( E. H. 27). General-Versammlung am Montag, den 15. Januar 1894, Abends 8 Uhr, im Lok. d. Herrn Bolh( fr. Feuerstein), Alte Jakobftr. 75. Tagesordnung: Stube, Kammer, Küche z. 1. Februar 15 M. z. verm. Eisenacherstr. 11, H.p.* Arbeitsmarkt. Ein tüchtiger, im Zeitungswesen und Buchhandel erfahrener Buchhalter wird als Geschäftsführer per bald oder später gesucht. 1. Vierteljährlicher und jährl. Rassen- Off. mit Gehaltsansprüchen unter bericht. 2. Wahl des Vorstandes und Angabe näherer Verhältnisse sind an Vertrauensmänner- Sigung bes Ausschusses. 3. Junere Angelegen- die Exped. D.„ Borwärts" unter H. W. am Montag, den 8. Januar 1894, heit. Mitgliedsbuch legitimirt. Abends 81/2 Uhr, 1125b Carl Koch. Weihnachts- Ausstellung bei Philipp. Rosenthalerstraße 38. Bahn- Arzt Rob. Wolf, jetzt Leipzigerstraße 22. Spr. 8-7 Uhr. Es war einmal!" einmal!" " Ein Märchen- Cyclus. Um zahlreichen Besuch bittet 210/15 Die Verwaltung. 210/15 Der Vorstand. zu richten. 54162* Der heutigen Nummer unseres alle Stärken Blattes liegt die gestrige GewinnStrohhutzwirn und Farben liste der preuß. Lotterie bei. vorräthig. Katsch& Richter, Wallstr. 13 Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage Beilage zum„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 4. Chronik der wichtigsten Sonnabend, den 6. Januar 1894. Lokales. politischen und Partei- Ereignisse gewüthet und namentlich auf den Berkehr mit außerhalb einen im Jahre 1893. November. 1. Urtheilsverkündigung im Hannover'schen Spielerprozeß. Sherman- Bill aufgehoben. Eine Schiffsladung Dynamit explodirt im Hafen von Santander( Spanien) und richtet furchtbares Unheil an; Hunderte von Todten. Ende des Bergarbeiterstreits in Frankreich. bekannt. 4. Aufruf des Parteivorstandes an die Parteigenossen. Die Vorlage über die Regelung der Reichsfinanzen wird Julius Froebel, früherer Revolutionär, nachher Bis: märder t 5. Der Entwurf des Reichs- Stempelsteuer- Gesetzes wird 11. Jahrg. stellte ihm das Zeugniß aus:„ Der Arbeitsmann Ferdinand Schulz wird voraussichtlich lebenslänglich arbeitsunfähig bleiben." Die Baugewerks- Unfallberufsgenossenschaft sprach ihm denn auch Die Kälte hat auch am Freitag mit unverminderter Gewalt die volle Rente zu. Das scheint aber derfelben jetzt zu viel zu werden. Der Verunglückte vollendet am 30. März sein hemmenden Einfluß ausgeübt. Beim Landgericht II mußten 75. Lebensjahr. Gehen kann er nicht, sondern liegt den verschiedene Termine ausfallen, weil auswärtige Zeugen und ganzen Tag zu Hause, wo ihn seine hochbetagte Gattin pflegt. Angeflagte infolge der Verkehrsstockungen nicht rechtzeitig er: Jeßt, am Neujahr, erhält er von der Berufsgenossenschaft die scheinen fonnten und sich zum Theil um mehrere Stunden ver- Mittheilung, daß seine weitere Behandlung in einem Krankenspäteten. Von Fernzügen fam der Hamburger Frühzug, der um hause für nothwendig befunden worden, und die Aufforderung, 3. Windischgräß übernimmt die Bildung eines neuen öfter- 3/ 46 Uhr hier sein soll, erst um 91/2 Uhr an. Auf der Stadt- fich innerhalb drei Tagen nach Empfang dieses Bescheides in die reichischen Ministeriums. und Ringbahn trat schon um 5 Uhr eine Erschwerung des Heilanstalt des Herrn Dr. Golebiewski, Großbeerenstr. 28a zu Der arme Betriebes ein. Die starke Kälte brachte die Heizröhren zum begeben und seine Aufnahme zu erwarten. zu verlieren, beund Gefrieren aus Furcht die Rente da jede Röhre einzeln aufgethaut wer- alte Mann, den mußte, verzögerte sich schon um deswillen die giebt sich nach der Anstalt und wird dem Heilverfahren eine an unterzogen, das ihm als wahre Marter erscheint. Abfertigung der Züge. Später traten noch Defekte Maschinen hinzu. Soweit wir ermitteln fonnten, sind Was veranlaßt die Berufsgenossenschaft, plöglich das Heilverfahren vier Lokomotiven defekt geworden. In der 10. Stunde erreichte gegen den alten Mann zu eröffnen? Glaubt fie, ihn noch erdie Verkehrsstockung ihren Höhepunkt. Zeitweise war der ganze werbsfähig zu machen und so einen Theil der Rente zu sparen? Stadtverkehr gesperrt, um 10 Uhr standen auf dem Schlesischen Biel wahrscheinlicher ist anzunehmen, daß das Verfahren das Bahnhof allein drei Nordbahnzüge aus. Schließlich führte man Ende des alten Mannes beschleunigt. einen der Stadtzüge wenigstens bis Rummelsburg weiter, da das Bublifum allzu ungeduldig wurde. Von 11 Uhr an fursirten die Züge zwar wieder besser, die Nachwirkungen machten sich nun aber namentlich auf dem Südring geltend. Einen vollständig fahrplanmäßigen Betrieb erhofft man für heute überhaupt nicht wieder. Ueber die einzelnen Ursachen der Verkehrsstörungen waren selbst die Inspektionsbeamten der einzelnen Bahnhöfe Untlaren. Auch der Pferdebahn Verkehr in der Stadt Berlin wurde durch die Kalte sehr erschwert. Der starke Wind am Donnerstag hatte die Einschnitte der Schienen so mit Schmutz gefüllt, daß es nicht möglich war, überall durch greifende Reinigung vorzunehmen. Die Pferde tamen kaum von der Stelle, frochen förmlich vorwärts. In der Leipzigerstraße bewegte sich gestern Abend ein langer 3ug von Pferdebahn- finden. wagen heerwurmartig vorwärts, weil der erste nicht von der Aus dem Buch der Freiheit", der im Verlag der Stelle fonnte. Das Fahrpersonal war überaus angestrengt und hatte an den Endpunkten feine Zeit zum Ausruhen, sondern mußte Expedition des" Borwärts" erschienenen Henckell'schen Gedichtimmer sofort zurückfahren. Ob den Angestellten irgendwelche Sammlung, fiel am Freitag die Seite 383 der deutschen PreßBeihilfe seitens der Direktion geworden, ist nicht bekannt. Die freiheit zum Opfer. Es handelt sich um einen Vers in dem von immense Kälte hat auch dem Straßenpflaster Schaden zugefügt, Friedrich Freiherrn von Rhaynach verfaßten satirischen Epos: das Holzpflaster ist an vielen Stellen geborsten und zeigt Reber Gotteslästerung erblickt. Die betreffende Seite wurde aus Germania und ihre Kinder", in dem die Polizei das Verbrechen bis zu einem Zentimeter breit; selbst das elastische Asphaltpflaster hat der Kälte feinen Widerstand leisten können, an dem Frost den noch vorhandenen wenigen Exemplaren des Werkes fein säuberlich mit der Scheere herausgeschnitten. zugängigen Stellen ist die Asphaltdecke geborsten. bekannt. 6. Perdebahnstreit in Marseille. 7. Wahl des preußischen Landtages. " Bombenattentat im Theater zu Barcelona, 23 Todte. Sieg der Republikaner und Wahl Mac Kinleys bei den Staatswahlen in den Vereinigten Staaten. 9. Griechische Ministerkrisis, Trikupis übernimmt die Bildung des neuen Rabinets. Melnopolit Clement, der höchste Geistliche Bulgariens und russischer Agent, zu 3 Jahren Gefängniß verurtheilt. 10. Fischer tritt aus dem Parteivorstande aus. Neues österreichisches Ministerium Windischgrätz gebildet. Koalition der drei großen reaktionären Parteien des österreichischen Parlaments. 11. Berhängung des Belagerungszustandes in Barcelona; 46 Anarchisten vor das Kriegsgericht verwiesen. Bach, die Verkörperung der Reattion in Oesterreich. 12. Gradnauer wird aus der Militärhaft entlassen. Parteitag für den Wahlkreis Hanau- Gelnhausen. Sozialistischer Sieg bei den Gemeinderaths. Wahlen in Imola( Italien). = 13. Großer Sieg bei den Berliner Stadtverordneten Wahlen. Die Versammlung der deutschen Handelskammern und landwirthschaftlichen Vereine verwirft die Weinsteuer. Französischer General Dodds nimmt die Residenz des Königs Behanzin von Dahomey, Atscheriba, ein; Behanzin flüchtet. Unruhen in Tonking, weil die Franzosen die Eingeborenen zu unentgeltlicher Frohnde verpflichten wollen; Eingeborene niedergeschossen. 14. Cafimir Perier zum Präsidenten der französischen Deputirtenfammer gewählt. 16. Eröffnung des deutschen Reichstages. 17. Graf Hartenau, früherer Fürst von Bulgarien+. 19. Wahlkreis- Konferenz in Darmstadt. Haussuchungen und Verhaftungen von Sozialisten Warschau. 19./25. Zabatarbeiter- Kongreß zu Berlin. im = Wir werden an anderer Stelle noch dieses Verfahren zur Sprache bringen. Demnächst wird die Frau des alten Mannes ihren Mann aus der Anstalt des Dr. Golebiewski reklamiren, und sodann wird das Schiedsgericht gegen die Entscheidung der löblichen Berufsgenossenschaft angerufen werden. Nach den Entscheidungen des Reichs- Versicherungsamts braucht fein Verunglückter sich gewaltsam den von den Berufsgenossenschaften beliebten Heilmethoden unterwerfen zu lassen. Arbeiter- Bildungsschule. Der Kursus in der neuesten Geschichte findet nicht, wie in der Donnerstag- Nummer angegeben, in der Markgrafenstraße 88, sondern im Restaurant 3ur neuen Post", Beuthstr. 21, statt. Die Theilnehmer werden gebeten, sich heute, Sonnabend, um 8½½ Uhr, dort einzu" Der Berliner Asylverein für Obdachlose berichtet, daß im Dezember 9280 Personen im Männerasyl nächtigten; das Frauenasyl beherbergte in diesem Monat 1818 Personen. Ge badet haben 1318 Männer und 89 Frauen. Der Verein theilt mit, daß er einen Arbeitsnachweis errichtet hat. Anträge werden im Männerasyl, Büschingstr. 4, und im Frauenasyl, Füsilierstr. 5, find fämmtliche entgegengenommen. Aber auch sonst ist durch die strenge Kälte mancher schlimme materielle Schaden herbeigeführt worden. Namentlich sind die Standinhaber der städtischen Markthallen, insbesondere die da selbst Obst und Gemüse feilhaltenden Händler, empfindlich geschädigt worden. Durch den außergewöhnlich starten Frost die Quecksilbersäule des Thermometers war gegen 5 Uhr früh auf 20 Grad Kälte herabgesunken Gemüse- Arten, speziell aber Rohl, total erfroren und somit für den Verkauf unbrauchbar geworden. Die Wasserleitungen sind Bedeutende Verkehrsstockungen fanden heute Vormittag zum großen Theil eingefroren, ebenso haben die Gasleitungen von 91/2 Uhr ab auf der Stadt- und Ringbahn statt. Zwischen durch die Kälte empfindlich gelitten, infolge dessen die Rohrleger den Bahnhöfen Charlottenburg und Zoologischer Garten war Berlins am heutigen Morgen nicht ausgereicht haben sollen, um die Kolbenstange einer Maschine gebrochen, und der liegenin das Aufthauen der Leitungen vorzunehmen.- Schlimm daran find bleibende Zug sperrte die Strede. Die Züge nach dem Schlesischen auch die Laternenanzünder. Viele Stunden des Tages müssen Bahnhof wurden von Station Zoologischer Garten abgelaffen, sie den Aufthauarbeiten opfern, da fast sämmtliche Straßen- der Verkehr nach Charlottenburg mußte auf eine Viertelstunde Laternen und jeder Anzünder hat deren 60 zu besorgen gänzlich eingestellt werden. eingefroren sind. Bedeutend erschwert wird dabei ihr Dienst durch die unerhörte Verwaltungsmaßregel, der zufolge fich jeder einzelne Laternenanzünder den Bedarf an Spiritus für die Aufthauarbeiten in der Gasanstalt am Stralauerplaz persönlich holen muß. Aus ganz Berlin, sowie aus den Vororten, die mit den Berliner Werken verbunden sind, Pankow, Reinickendorf, Weißensee u. s. w., strömen jetzt alltäglich Hunderte von Laternen anzündern dort zusammen, um 1/2 Liter Spiritus in Empfang zu nehmen. Viele der Angestellten verfahren dabei fast mehr Geld, als der Spiritus werth it, sie wären, wie berichtet wird, troß ihrer Armuth auch gern bereit, den Spiritus aus eigener Tasche zu zahlen, ein ftrenger Ufas hat ihnen aber das bei Strafe verboten. Das sind ja wirklich niedliche Zustände. Auf den sämmtlichen Sanitätswachen der Reichshauptstadt sind in der verflossenen Nacht wie im Laufe des heutigen Vormittages Perfonen er schienen, welche erfrorene Gliedmaßen behandeln ließen. 20. Pfannkuch in den Parteivorstand gewählt. Sozialdemokratischer Sieg bei den Stadtverordneten wahlen in Charlottenburg. 21. Große, Bukunftsstaats- Debatten" im franzöfifchen Parlament. 22. Kommunales Frauen- Stimmrecht vom dänischen Abgeordnetenhause angenommen. 23. Beginn der Reichstags- Verhandlungen über die Handelsverträge. Zusammentritt des italienischen Parlaments. 25. Französisches Ministerium Dupuy zum Rücktritte gezwungen. Der englische Rohlenarbeiterstreit bis Februar 1894 volltommen beigelegt. 27. Erste Lesung des Etats im Reichstage. Große Debatten über die Steuervorlagen. Allgemeiner Kongreß der deutschen Tabakinteressenten. Scharfe Resolution gegen die Tabat Fabrikatsteuer. 28. Miquel vertheidigt sich im Reichstage wegen seiner Jugendsünden. Das italienische Rabinet Giolitti demissionirt wegen der Eleudsstatistik. Jm städtischen Obdach befanden sich am 1. Dezember v. J. 60 Familien mit 198 Personen, darunter Bankstandale. 29. Der Vorwärts" veröffentlicht einen geheimen Erlaß des 17 Säuglinge. Am 1. Januar d. I. war der Bestand 58 Fa preußischen Ministers des Innern, betreffend die Ueber- milien mit 185 Personen, darunter 17 Säuglinge. Das Asyl für nächtliche Obdachlose daselbst benutten im Monat Dezember wachung und Bekämpfung der Sozialdemokratie. vorigen Jahres 61 746 Personen, und zwar 60 519 Männer, 1227 Frauen. Der 1. Dezember war derjenige Tag in diesem Monat, welcher die höchste Ziffer der ohne nächtliches Obdach befindlichen Personen aufzuweisen hat, nämlich 2894. Wie groß mag die Zahl infolge der furchtbaren Rälte in diesem Monat erst werden! 30. Zölde+. Echluß der ersten Lesung des Etats im Deutschen Schluß der ersten Lesung des Etats im Deutschen Reichstage. Zur Nothstandsaktion in Berlin. II. Der Nothstandsausschuß der Stadtverordneten- Versammlung hat am Freitag die Berathung des Antrages Singer und Gen. fortgesezt und die Diskussion über die Punkte 3-5 beendet. Die Beschlußfassung über die einzelnen Theile des Antrages erfolgt. Ausführlichen Bericht über die Freitags- Sigung vorbehaltend, theilen wir mit, daß der Ausschuß einstimmig beschlossen hat, den Theil des Antrages, welcher den Magistrat ersucht: Schleunigst in verschiedenen Gegenden, namentlich in den östlichen und nördlichen Stadttheilen heizbare Räume zu beschaffen, in denen Arbeitslose auch am Tage Aufenthalt nehmen tönnen", der Stadtverordneten Versammlung zur Annahme zu empfehlen. Choleragefahr. Wie amtlich mitgetheilt wird, sind in den legten Tagen auf den Wasserstraßen in den Stromgebieten der Oder und der Elbe wieder Erkrankungen und Todesfälle an Cholera und zwar ohne Zweifel infolge des Genusses und anderweitiger unvorsichtiger Verwendung von Wasser aus diesen Flußläufen vorgekommen. Diese Gewässer sind daher noch immer als verseucht anzusehen. Die gesammte Schiffsbevölkerung, auch die Anwohner der sämmtlichen Wasserstraßen im Regierungsbezirk, werden deshalb dringend gewarnt. Ein aufregendes Rettungswerk hat heute Vormittag um 91/2 Uhr der Schuhmann Wendowsky vom 5. Polizeirevier an der Kronprinzenbrücke vollführt. Der 40 Jahre alte Arbeiter Robert Wegener aus der Koppenstr. 31 hatte beim Ueberschreiten der Brücke seinen Hut durch den Wind verloren und sah ihn auf der Eisdecke der Spree liegen. In dem Glauben, daß das Eis start genug sei, einen Mann zu tragen, ging er der Kopfbedeckung nach. Er brach ein, hielt sich an der noch festen Eisdecke mit den Armen und rief um Hilfe. Der Beamte tam hinzu, begab sich trotz der augenscheinlichen Gefahr auf das Eis, umwickelte Wegener mit Schlingen, die er aus der ihm vom Publikum zugeworfenen Rettungsleine gebildet hatte, und ermöglichte da= durch, daß der Gefährdete an das Land gezogen werden konnte. Wegener war durch das winterliche Bad, dem ein Theil seines Körpers längere Zeit hindurch ausgefeht gewesen war, fast völlig erstarrt und mußte der Charitee zugeführt werden. Der Kaufmann Schlüßler, der nach Veruntreuung von Geldern des Konsumvereins Friedrichshain flüchtig geworden war, hat sich jetzt freiwillig der Kriminalpolizei gestellt. Nach seiner Angabe hat er sich 4000 bis 5000 Mart, die er für Konsummarken erhalten hatte, rechtswidrig angeeignet, von dem Gelde aber nur 50 Mart mitgenommen, als er Berlin verließ. Nichtig ist auch, daß in seiner Wohnung ein größerer Geldbetrag fast 3000 Mart- nach seiner Flucht gefunden wurde. Er will durch den Zusammenbruch seines Geschäfts den Kopf verloren haben, ist zunächst nach Dresden, dann nach Breslau gereist, hier aber in Noth gerathen, so daß er seine Uhr verkaufen Die unentgeltliche Vertheilung von Suppen an Arme, welche in den Wintermonaten, in der Zeit vom 15. Dezember bis 31. März, Mittags von 12 bis 1 Uhr in den( jezt 15) Küchen der städtischen Armen- Speisungsanstalt erfolgt, hat von Jahr zu Jahr an Ausdehnung zugenommen. Es wurden 1890/91: 566 000, 1891/92: 751 180, 1892/93: 759 190 Portionen Suppe vertheilt. Die Kosten betrugen in diesen drei Wintern 61 056, 80 048 und 78 179 M. Der Magistrat läßt einen Theil der Kosten durch eine alljährlich stattfindende Hauskollekte aufbringen. Das Erträgniß dieser Kollekte ist aber in den letzten Jahren mußte. immer geringer geworden. Es belief sich 1890/91 auf 25 059, Ermunterung zur Menschenliebe. Der Dreher Paul G. 1891/92 auf 23 609, 1892/93 auf 17 779 M. Ein anderer Theil der Kosten wird gedeckt aus den Zinsen des jetzt rund 100 000 fand in der letzten Nacht zwischen 12 und 1 Uhr in der PrenzMark betragenden Kapitals der Anstalt, ferner aus Vermächt- lauerstraße einen Mann in Krämpfen liegen. G. fuchte den nissen und Geschenken. Den Rest deckt die Armendirektion. Kranken aufzurütteln und rief dann mehrere Passanten an, ihm bei dem Transport des Mannes behilflich zu sein. Die VorbeiAuf Antrag des Stadtv. Singer beschloß der Ausschuß, über Diefer Reft ist in den letzten Jahren natürlich um so größer diesen Punkt sofort besonders Bericht zu erstatten, damit diese geworden, je geringer das Erträgniß der Kollette wurde. Der gehenden achteten jedoch nicht weiter auf diese Aufforderung. Angelegenheit bereits in der nächsten Stadtverordneten- Versamm zu leiſtende Zuschuß betrug in den letzten drei Wintern 34 000, m 3weifel, wohin mit dem Unglücklichen, da die Wärmehallen lung zur Erledigung tommt. 53 000 und 60 000 m.( Im Winter 1889/90 betrug er erst geschlossen waren, ersuchte G. einen Nachtwächter, dem er endlich begegnete, um Transportirung des Armen, der, als er zur BeDie neu eingebrachten Anträge des Stadtv. Singer wegen 30 000, im Winter 1888/89 erſt 25 000 M.). Eine Verringerung finnung gekommen war, feinem Helfer erzählte, daß er obdachlos Schaffung einer Organisation zum Zweck der Beschäftigung der ,, milden Spenden" ist auch bei einigen anderen Arbeitsloser bei städtischen Arbeiten und der Aufnahme und Fort städtischen Anstalten in den letzten Jahren zu beobachten und auf der Straße umherirrend, niedergefallen fei. Der Nachtwächter entgegnete: Ich kann den Mann doch nicht in die führung einer Statistit über Umfang und Dauer der Arbeits- gewesen und vom Magistrat in den betreffenden Verwaltungs- Tasche stecken, sehen Sie zu, daß Sie ihn nach der Sanitätswache losigkeit in Berlin, wurden nach Begründung des Antrag berichten mit Bedauern hervorgehoben worden. Es scheint, stellers als nicht im Rahmen des dem Ausschusse von der Ver- daß die Bourgeoisie den Magistrat beim Wort genommen und schaffen. Vor der Sanitätswache in der Prenzlauerstraße anauf einen anderen Nachtwächter und fammlung ertheilten Auftrages liegend weil diefe Anträge seine wiederholt abgegebene Versicherung, daß von einem Noth- gelangt, traf er nun ersuchte G. diesen Mann um Rath und Hilfe. erst im Ausschuß eingebracht sind von dem Ausschuß nicht stand feine Rede sein könne, mehr beherzigt hat, als ihm selber Dieser Beamte meinte, daß in der Sanitätswache, weiter verhandelt und dem Antragsteller anheimgegeben, die lieb ist. Wenn der Klingelbeutel, der gegenwärtig wieder für in der nur Verwundete Aufnahme fänden, keine Stätte für den Anträge im Plenum der Versammlung einzubringen. Punkt 1 des Antrages( Herabsetzung der Arbeitszeit in den Sie ihn nach dem Asyl oder nehmen Sie ihn mit nach Ihrer Hilflose bleiben solle, hatte der Wächter die Antwort: Bringen Dies wird geschehen. Der Ausschuß hat nun noch über Obdachlosen sei; auf die weitere Frage, wo denn schließlich der städtischen Betrieben auf acht Stunden, damit entsprechend mehr Wohnung. Arbeiter eingestellt werden können) zu berathen. Wegen vorWohnung nicht danach eingerichtet sei, einen Kranken zu beherbergen; G. entgegnete, daß das Asyl geschlossen und seine gerückter Zeit wurden die Verhandlungen abgebrochen und auf überdies müsse doch irgendwo eine öffentliche Stätte sein, wo Dienstag, den 9. d. M., vertagt. Eine humane Berufsgenossenschaft. Der Arbeitsmann ein zu Schaden Gekommener Aufnahme finden töune; der Mann Ferdinand Schulz ist am 18. April 1887 auf einem Bau ver- fönne doch nicht auf der Straße liegen bleiben und erfrieren. unglückt. Der Arzt des Elisabeth- Krankenhauses, Dr. Hoffmann, Schließlich empfahl der Mann des Gefeßes dem freiwilligen die Kosten der in diesem Winter zu vertheilenden Suppen umherim Vorjahre, dann wird sich der Magiftrat vielleicht endlich geht, noch einige Tausend Mart weniger einbringen follte, als darauf besinnen, daß es ihm besser ansteht, auf die Bettelpfennige der Bourgeoisie zu verzichten und die Kosten der Armenspeisung nur aus Gemeindemitteln zu decken. 04 Krankentransporteur sein Heil in der Polizeiwache in der Juden und die Cholera eingeschlichen. Es giebt Juden, die, Der Gerichtshof hat den Angeklagten Größ, da es sich hier um Libmannstraße zu versuchen. Dort angekommen, wurde geöffnet fittlich höher stehen sollen und es giebt Juden, die cholera- ein Wigblatt und wesentlich um einen politischen Kampf handelt, und ein Schußmann, der mit furzen Worten von der Sachlage verdächtig sind, man muß sie nehmen wie sie kommen das zu 100 m. Geldbuße event. 10 Zagen Gefängniß verurtheilt, unterrichtet wurde, sab sich den Kranten an und sagte zu dem scheint auch in der Judenfrage das Rezept dieses großen Staats- Die übrigen Angeklagten aber freigesprochen, da nicht nachgewiesen Samariter: Nun, was wollen Sie denn, der Mann tann ja noch manns zu sein." sei, daß sie den Inhalt vor der Verbreitung gekannt haben. stehen. Kopfschüttelnd entgegnete G., daß er auf dem langen Angell. Glöß bestreitet, daß er die Absicht einer Be- Dem Grafen Caprivi wurde die Publikationsbefugniß im„ ReichsTransport Gelegenheit genug gehabt habe, sich von dem hilflosen leidigung mit dem Bilderbogen ausgedrückt habe, und behauptet, Anzeiger" und der Staatsb.- 8tg." zugesprochen. Zustande des Armen zu überzeugen. Stehen Sie mal auf", daß die Thatsachen, welche in dem Bilderbogen stehen, richtig redete der Schuhmann den Kranken an. find. Er bestreite, daß in Berlin ein Exemplar des Bilder bogens verkauft sei und müsse den Gegenbeweis erwarten. Die übrigen Angeklagten erklären, daß fie von Glöß die Bilder bogen bezogen und verbreitet haben. Sie wollen aber den Bilderbogen nur ganz flüchtig angesehen haben. " Erst nachdem der dienstthuende Schuhmann sich fest davon überzeugt hatte, daß der Unglückliche auch wirklich unfähig sei, auf eigenen Füßen zu stehen, fand er in der Revierwache Aufnahme. Eine zweite Anklage wegen Beleidigung des Reichslanglers Grafen v. Caprivi wurde vor der I. Strafkammer verhandelt gegen den Verlagsbuchhändler Glöß und die Buchhändler Rob. Schüler, Frdr. Dörge, Wilh. Törlig, Karl Wintler, Paul Hugo Struppe, Ernst Rühe, Gust. Ad. Dewald, Wilh. Hachmann, Alb. Reinhardt. In diesem Falle Froh, daß der Kranke endlich ein Unterkommen gefunden Angell. GIB behauptet, daß in diesem Straffall er handelte es sich um den„ Politischen Bilderbogen Nr. 8", unter hatte, gab G. feiner Befriedigung darüber ir kurzen Worten jährung eingetreten fei. Er habe die vorsichtige Gewohnheit, dem Titel" Juden- A- B- C." Der Buchstabe ist durch ein Bild Ausdruck, daß diesmal ein Obdachloser von dem Tode durch Er- feine volksthümlichen Schriften immer erst in Dresden einer An illuftrict, auf welchem Graf Caprivi, wie er fegnend durch eine frieren gerettet sei. Schon gut, schon gut, gehen Sie nur zahl von Personen zuzuschicken und damit zu verbreiten, und Straße zieht, die auf der einen Seite von einer Wucher- Anstalt" eigentlich gehört der Mann ja gar nicht auf dies Revier!" Starr erst nach etwa 4 Wochen mit der Versendung nach anderen auf der anderen von einer Pleite- Schule" flantirt wird. Aus vor Verblüfftheit stand G. einen Augenblick da, und als er Orten zu beginnen. Er habe den Bilderbogen am 8. Januar in beiden Häusern guckt eine jüdische Gestalt mit je einem Zettel endlich seine Schritte nach Hause lenten fonnte, tauchten ernst Dresden erscheinen lassen, indem er ihn verschiedenen Personen, heraus, auf welchem steht Konkurs von Cahn" und" Konkurs hafte Zweifel in ihm auf, ob er durch Rettung eines Menschen auf die er sich berufe, zugeftellt habe. Der Strafantrag von Cohn". Darunter steht geschrieben:" In Deutschland lebens eine lobenswerthe oder eine an Strafbarkeit grenzende fei aber später als nach dem Termin dieses Erhausen Cahn u. Cohn, Caprivi ist ihr Schutzpatron". Die That begangen hatte. scheinens in Dresden gestellt worden.- Der Gerichtshof Borverhandlungen über Zuständigkeit des Gerichtshofes zc. find Eine bestohlene Zigeunerbande. Der seltene Fall, daß lehnt eine Beweiserhebung nach dieser Richtung hin ab, diefelben wie bei der vorigen Verhandlung. Angeti. Glöß beeine Bigeunerbande bestohlen wird, hat sich am Donnerstag Abend da der Staatsanwalt nicht bestreiten will, daß die Ver- hauptet, daß er erst bei der Beschlagnahme des Bilderbogens am in dem benachbarten Marienfelde ereignet. Dort war die aus sendung einzelner Exemplare an einzelne Personen in Dresden 15. Juli v. J. von dem Inhalt des letzteren Kenntniß genommen habe. Männern, Weibern und Kindern bestehende Gesellschaft in den am 8. Januar stattgefunden habe. Sein Verlag sei ein durchaus patriotischer und monarchischer Angeklagter Glöß beantragt sodann, den Fürsten Bisund er habe für viele seiner Verlagswerte von Ministern Gasthof von Rohrbeck eingekehrt und hatte das aus einem Schimmel und einem Rappen bestehende Gespann auf der Straße mard als Zeugen zu vernehmen. Derselbe folle befunden: wie Bedlig, v. Berlepsch, v. Mittnacht, Fürst Bismarck u. a. stehen lassen. Als einer der Männer sich nach dem Fuhrwert dem Bosten des Ministerpräsidenten sei von so hohem Werth, glauben machen, daß Sie von dem Inhalt dieses Bilderbogens 1. Die Perfonalvereinigung zwischen dem Reichskanzler- Amt und Anerkennungsschreiben erhalten.- Pras.: Sie wollen also umsehen wollte, machte er die Erfahrung, daß die beiden Pferde Daß nur eine Erschlaffung der persönlichen Arbeitskraft der vor dem 15. Juli nichts gewußt haben? Angekl. Glöß: ausgespannt und verschwunden waren. Sofort gerieth die Ge sellschaft in große Erregung über den Verlust und theilte sich, einzige Grund sein kann, diese Vereinigung aufzuheben; 2. es Mein Geschäft ist sehr ausgedehnt. Solche Dinge gehen sofort - Präs.: Also, was Sie über die ganze Welt um zu Fuß die verschiedenen Richtungen abzusuchen und eine fei durchaus nicht mit absoluten Schwierigkeiten verknüpft, ein in die Druckerei. vertreiben und als Mittel eines ehrlichen Kampfes angesehen Spur des Thäters zu entdecken. Auch Weiber und Kinder mußten tüchtiger Staatsmann und ein tüchtiger Landwirth zu sein. mitwirken, und man fah noch am späten Abend eine dürftig be ab. Es fönne gang dahingestellt bleiben, ob das, was durch ja kommen, daß sich ein solcher Bogen plöglich als in semiDer Gerichtshof lehnt die Vernehmung des Fürsten Bismard wissen wollen, das sehen Sie sich gar nicht an? Da könnte es kleidete Frau in Gesellschaft eines kleinen Mädchens weinend und vor Frost zitternd auf der Landstraße nach Lankwih, um auf die Entscheidung des Gerichtshofes habe es keinen Einflußischem Sinne geschrieben entpuppt und Sie dadurch aus den Weg zu erkunden, auf dem die Pferde entführt waren. Polizeibericht. Am 4. b. M. Morgens wurde auf der Treppe des Hauses Alte Schönhauserstr. 17 ein Schneidergeselle anscheinend innerlich schwer verletzt aufgefunden und in seine Wohnung gebracht, wo er bald darauf starb. Er ist vermuthlich in der Trunkenheit von der Treppe gefallen. Auf dem Schloß plate wurde Vormittags eine Frau durch einen Schlächter wagen überfahren und so erheblich verlegt, daß thre Ueberführung in die Charitee erforderlich wurde. Nachmittags gerieth vor dem Hause Yorkstr. 71 ein Arbeiter unter die Räder eines Müllwagens und wurde an den Unterschenkeln verlegt. Auf dem Spandauer Schifffahrtskanal, in der Nähe der Stielerbrücke, brach ein 6jähriger Knabe auf dem Gise ein und erfrank. Abends wurde auf dem Laufigerplage ein Kohlen händler durch einen Geschäftswagen überfahren und anscheinend innerlich verlegt. Auf dem Flur des Hauses Mittelstraße 18 wurde eine Frau schwer krank aufgefunden und nach der Charitee gebracht. Nach ihrer eigenen Angabe bat sie sich mittels Oleums zu vergiften versucht. Auf der Treppe des Hauses Chorinerstr. 56 wurde die Leiche eines neugeborenen Kindes vor gefunden. Im Laufe des Tages fanden neun Brände statt. Gerichts- Beitung. - " antisemitischen plöglich ein semitischer Verleger Nach Schluß der Beweisaufnahme plädirt Staatsanwalt werden. Angefl.: Diese Gefahr liegt nicht vor. Oppermann auf Schuldig. Der Zweck des ganzen Bilder Präs.: Halten Sie es nun für eine Schmeichelei für den bogens sei zweifellos, die Regierungsfähigkeit und Regierungs- Grafen Caprivi, wenn er als Schußpatron der jüdischen Pleitethätigkeit des Reichskanzlers herabzusetzen und zu verhöhnen, macher hingestellt wird? Angell. Glöß: Graf Caprivi ist ihm die staatsmännische Befähigung abzusprechen, indem man Philoſemit und er kann es doch nur als Schmeichelei betrachten, ihm vorwerfe, nicht nach bestimmten Grundfäßen und Maximen wenn die Juden ihn als Schuppatron verehren. Präs.: Wie fein Regiment zu führen, sondern dem Grundfage des laisser sich die Juden zu Caprivi stellen, darauf kommt es hier doch faire, laisser aller buldige und nicht schiebe, sondern geschoben nicht an. Angek!. Glöß: Doch, der Bilderbogen heißt ja das werde. Er werde aus diesen Gesichtspunkten heraus ironisch als" Juden- A- B- G" und ist aus dem Geifte der Juden heraus hergroßer Staatsmann" bezeichnet. Das Bild werfe dem Reichs-" Juden- A- B- C" und ist aus dem Geiste der Juden heraus hergestellt. Angell. Glöß bestreitet ferner, daß er mit der Verabtanzler ganz deutlich vor: blos um sich im Amte und im Gefolgung der Bogen an die mitangeklagten Buchhändler pernusse seines Gehalts zu erhalten, protegire er das Judenthum, fönlich etwas zu thun gehabt habe. Die Mitangeklagten räume diesem den besten Platz ein und sei parteiisch aus selbst wollen die Bilderbogen vor der Verbreitung gar nicht oder nur füchtigen Zwecken. Mildernd für die Angeklagten würde nur sehr flüchtig angefehen haben. Der Angeklagte Rühe erklärte, das in Betracht gezogen werden können, wenn sie offen gefagt daß er den Bilderbogen fogar weggelegt habe, weil er die Tenhätten, daß sie ihrer antisemitischen Sache nußen wollten. Wenn dieselben dagegen doch recht erbärmliche und bedenkliche Ein- den nicht billige. Er sei nicht Antisemit, sondern habe sich die Sachen nur fommen lassen, weil er als Buchhändler Alles wände erheben, so zeigen sie dadurch nur, daß sie zwar Freude führen müsse. Staatsanwalt Oppermann erachtete die und Ritzel über Beschmutzungen des höchsten Beamten empfinden, hier vorliegende Beleidigung des Reichstanzlers für eine sehr aber nicht den Muth Der persönlichen Verantwortung schwere, da demselben nachgesagt werde, daß er das ungefeßliche haben. Erschwerend falle doch ins Gewicht, daß der Treiben verbrecherischer Juden unterstüße. Die Beleidigung sei Bilderbogen nichts als elende Tendenzmacherei sei, ohne so empörend, daß hier gewiß eine harte Strafe am Blaze sei. jeden realen Hintergrund. Wenn man lediglich aus Tendenz Wenn es sich hier auch um politische Rämpfe und um macherei den höchsten Beamten mit Schmutz bewerfe und verein sogenanntes Wigblatt handele, so set Diefer Wit" ſpotte, so müſſe auch die Strafe entsprechend ausfanie durch hatchingniß und grob, daß er gegen Glöß in gegen in die nur nur die Soweit müsse doch auch die Gefahr nicht außer Acht lassen, die durch 6 Monate Gefängniß beantrage. Was die Mitangeklagten Prozeß wegen Beleidigung des Reichskanzlers solche Machwerke heraufbeschworen werde. Schließlich müffe Grafen Caprivi. dabei ja jede Autorität untergraben werden, und wer sich dabei betrifft, so beantragte der Staatsanwalt die Freisprechung der Angeklagten Schüler, Rühe, Hachmann und ReinVor der I. Strafkammer des hiesigen Landgerichts I begann ins Fäustchen lache, seien doch die Umsturzparteiler(!). Ein hardt und die Verurtheilung der übrigen zu je 4 och en heute eine Berhandlung wegen Beleidigung gegen 1. den Druckerei derartiges verwerfliches, durch Nichts hervorgerufenes Treiben, Gefängniß. Angeklagter Glöß behauptete, daß der besitzer und Berlags- Buchhändler Ferd. Woldemar Paul G18 das nur Freude empfinde am Berunglimpfen, Herunterziehen und Bilderbogen nur ein Gesammtbild der jüdischen Denk- und aus Dresden; 2. ben Buchhändler Gustav Dewald aus Berlin; Schmugwerfen müffe mit Gefängniß geahndet werden. Er be- Gesinnungsweise darbieten sollte. Die Juden halten den Grafen 3. den Buchhändler Paul Struppe aus Charlottenburg; antrage gegen 15B 4 Monate, gegen jeden der übrigen Caprivi für ihren Schutzpatron und er fet es auch. Dies gehe 4. den Buchhändler Karl Winkler aus Charlottenburg. Den Angeklagten 4 Wochen Gefängniß. Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Ried, die Anklage vertritt Staats Angell. Glös tämpft nochmals gegen die Zuständigkeit des schon daraus hervor, daß der Reichskanzler sich noch nie immer Juden, sondern gegen anwalt Oppermann, als Bertheidiger ist R.-A. Heider Gerichtshofes und für die Verjährung. Er wolle vor seinem Antisemiten erklärt. Rechtsanwalt Heyder sucht ordentlichen Gerichtshof in Dresden abgeurtheilt werden, denn auszuführen, daß der Bilderbogen eine qus Mez zur Stelle, Heihe Bor Eintritt in die Verhandlung weist Angeklagter G15 es sei doch eine Anomalie, daß er wegen der Broschüre patriotischer Mahnungen enthalte und gar nicht behaupte, barauf hin, daß er sich auf das Zeugniß des Fürsten Bismard Die Juden in Deutschland" beispielsweise 80 Mal eingegangene Benachrichtigung, wonach unter Beifügung eines bogen verfolge teine elende Tendenzmacherei, sondern sei so treu Törlih meinie, er habe den Tegt zu dem Bilde C. nur so aufberufen habe. Der Vorsitzende verliest eine aus Friedrichsruh allen Theilen Deutschlands angeklagt werden konnte. Der Bilder: Daß Graf Caprivi sich zum Schuppatron der Juden selbst mache, sondern von diesen dazu gemacht werde. Der Angeklagte Attestes des Prof. Schweninger mitgetheilt wird, daß Fürst vaterländisch gehalten, daß er Anerkennungsschreiben der höchsten aller „ überhaupt Juden, sondern Christen" sei. Bismarck durch Krankheit am Reisen verhindert ist und der Persönlichkeiten" in Händen habe. Gs laffe sich nicht ableugnen, gefaßt, daß Caprivi der Schuspatron nicht blos der Ladung nicht folgen tann. daß unter dem Ministerium Caprivi die Juden einen besonderen Angekl. Glöß: Von vornherein muß ich erklären, daß ich Schuß genießen, dafür spreche die hohe Bedeutung, welche der Präs.: Wenn das ein Wiz sein sollte, so muß ich mir solchen entschieden verbitten!- Angel: Ich meine der Schutzmich von feinem Richter aburtheilen laffe, welcher jüdischer Finanzminister Miquel in diesem Ministerium erlangt habe. Be patron aller Deutschen. Bräf.: Meinen Sie, daß alle, bie Religion ist, von Juden abstammt oder jüdische Verwandtschaft tanntlich habe Miquel gesagt: Seien wir alles, nur nicht find? Deutschland wohnen, Juden hat.- Präf.: Soll das ein formelles Ablehnungsgesuch fein? Antisemiten". Das Bild fei nichts weiter als eine wahrheits- find wir boch nicht! Nach kurzer Berathung erklärte -Anget!: Jawohl. Bräf.: Wie wollen Sie dies be gemäße Darstellung unserer gegenwärtigen politischen Ber- fich der Gerichtshof auch in diesem Falle für zuständig gründen Angetl.: Es handelt sich um eine antisemitische hältnisse. ? und die Verjährung für ausgeschlossen. In der Sache selbst ist Broschüre und ich muß fürchten, daß Richter, die mit den er Rechtsanwalt Heider macht für die angeklagten Buch der Gerichtshof der Ueberzeugung, daß dem Grafen Caprivi der wähnten Eigenschaften behaftet find, befangen find. Präf.: händler geltend, daß es nach Maßgabe des§ 21 des Preßgefeßes Borwurf gemacht werden sollte, nicht nur die Juden an sich, Vorwurf gemacht werden sollte, nicht nur die Juden an sich, Gegen welchen Richter wollen Sie den Einwand der Befangen nicht angängig fet, die Sintermänner des Angeklagten Glöß in fondern gerade verbrecherische Thätigkeiten der Juden zu schüßen. heit erheben?- AngelL: Ich denke, wenn der Herr Vor- Gestalt der Buchhändler, die den Bilderbogen vertreiben, nun auch Das sei beleidigend. Der Gerichtshof hat dem Angeklagten Glöß fizende die Herren befragt, wird sich herausstellen, wer befangen noch anzuklagen. Er bezweifle entschieden, daß Graf Caprivi mit ift. Pr& f.: Ich habe keine Veranlaffung, die Richter zu den Hintermännern, von denen er in seinem Strafantrage spricht, geglaubt, daß er nicht der Verfasser des Bilderbogens ſei und fragen, ob fie Juden sind.-Angefl.: Dann mache ich den irgendwie an diese Buchhändler gedacht haben fönne. Der Bilderbogen hat ihn nur aus dem Fahrlässigkeits.Paragraphen 21 des Preß Ginwand der Befangenheit gegen die Gefanmtheit des Rol- fei durchaus nicht auf eine tendenziöse Herabfegung des Grafen gefezes verurtheilt. Die Strafe ist auf 30 M. bemeffen. Die legiums. raf.: Alfo, Sie wollen behaupten, daß jeder der Caprivi berechnet, sondern auf eine Glorifizirung des Fürsten übrigen Angeklagten wurden sämmtlich freigesprochen. fünf Richter Jude ist? Angetl.: Das tann ich nicht be- Bismarck. In anderen Wizblättern, im„ ult" u. bergl., werde„ Ein Gewaltakt der Berliner Bolizei." Unter dieser haupten. Präs.: Wie wollen Sie also Ihre Behauptung der Graf Caprivi allerdings oft in fehr beleidigender Weise dar- Spigmarte erschien am 17. Juli vor. J. im Kleinen Journal" Befangenheit glaubhaft machen? Anget: Ich muß gestellt, hier sei dies aber nicht geschehen. Was der Staats- ein Aufsehen erregender Artikel. Es wurde darin mitgetheilt, das bem Kollegium überlassen. Der Staatsanwalt anwalt als Beleidigungen herauslese, sei lediglich künstlich hinein- daß am Morgen des 15. Juli die Posamentier- Chefrau Klara beantragt, den Antrag des Angeklagten abzulehnen, worden sei, ohne daß folche ganz allgemeinen Bemerkungen nicht genügen, um bezeichnet werde, so entspreche das den Thatsachen und sei durch eine Berechtigung dazu vorgelegen. Die Beamten hätten ihr den Einwand der Befangenheit zu begründen. Der Gerichts- ans nicht beleidigend. Heute seien doch die Verhältnisse so zu nicht einmal so viel Zeit gelaffen, sich in anständiger Weise zu hof lehut nach furzer Berathung den Antrag des Angeklagten gespitzt, daß man entweder Antifemit oder Philosemit sein bekleiden, sie sei in rober Weise hinter dem Ladentisch hervor ab, da feiner der fungirenden Richter Jude oder von jüdischer unüffe(). Der Bilderbogen beabsichtige nicht, nach dem Grafen geholt, vorwärts gestoßen und gewaltsam nach dem PolizeiHerkunft sei. Capripi mit Schmutz zu werfen, sondern er wolle dazu bei- bureau geführt worden. Hier habe der eine der Beamten, Angell. Glöß erhebt sodann den Einwand der Unzu tragen, daß das Schmugwerfen" gegen den früheren Reichs- der Schußmann Räthke, sie durch Worte wie„ Schwindlerin" Der Polizeipräsident von Richthofen ständigkeit des hiesigen Gerichts, da die von ihm herausgegebenen fanzler endlich aufhöre. Eine kommissarische Vernehmung des u. bgl. beleidigt. Schriftwerke in Dresden erscheinen, ehe fie in anderen Orten ver- Fürsten Bismarck würde er doch für sehr wesentlich halten, weil fandte darauf eine Berichtigung ein, worin er angab, daß die trieben werden und da er in Dresden wohnhaft sei. Der derfelbe bech über manche in dem Bilderbogen angedeutete Dinge Sistirung der Frau Kulicke auf grund eines amtsrichterlichen Staatsanwalt verweist dem gegenüber auf die diesen Einwand Aufschluß geben tönnte. Befehls erfolgt fei, daß die Beamten nur ihre Pflicht gethan ablehnende Entscheidung der zweiten Straffammer, welche vom Angeti. 1öß: Er beanspruche den Schutz des§ 193 in bätten und daß diefelben in dem betr. Artikel zu Unrecht der Rammergericht auf die Beschwerde des Angeklagten Glöß be- vollem Umfange. Fürst Bismarck sei ein Stück der deutschen Ueberschreitung ihrer Amtsbefugnisse bezichtigt worden feien. stätigt worden ist, ferner auf die Entscheidung des Reichs- Voltsehre und es sei Ehrenpflicht für jeden Deutschen, für Bis- Das Kleine Journal" nahm diese Berichtigung zwar auf, vers gerichts in der bekannten Straffache Paasch. Der Gerichts- mard einzutreten. Eine etwaige Verurtheilung werde Caprivi's öffentlichte dann aber einen zweiten Artikel mit derfelben hof beschließt, zunächst in die Verhandlung einzutreten, da es ibm Stellung nicht befestigen. Ueberschrift wie im ersten, worin sämmtliche Angaben nur dadurch möglich sei, ein selbständiges Urtheil über die Zu- Nachdem der Staatsanwalt sich gegen die rechtlichen Aus- über die Art der Verhaftung aufrecht erhalten wurden. Auf ständigkeitsfragen zu fällen. führungen des Vertheidigers und der Angeklagten gewendet, grund dieser Artikel wurde gegen den verantwortlichen Redakteur Bei der Befragung über seine persönlichen Verhältnisse giebt zieht sich der Gerichtshof zur Berathung zurück. Das Gericht des Kleinen Journals", Maximilian Rapfilber, Anflage der Angekl. Glöß nur seine Namen und sein Alter, sowie feine erachtet sich zur Entscheidung für zuständig, da die Verbreitung wegen Beleidigung des Polizeipräsidiums, sowie der erwähnten Vermögensverhältnisse an, erklärt aber, daß er alle weiteren per- zwar am 8. Januar begonnen sein mag, aber doch bis zum Beamten erhoben. Gestern fand vor der Vll. Strajkammer des fönlichen Angaben verweigere, da er die Zuständigkeit des 9. Juni, wo die mitangeklagten Buchhändler Bilderbogen von Landgerichts I Verhandlung statt. Der Angeflagte behauptete, Gerichtshofes bestreite. Glöß erhalten haben, fortgedauert bat. Durch die von den daß er sich unter allen Umitänden im guten Glauben befunden Bur Anklage steht der im Verlage von Glöß 1893 erschienene Buchhändlern unter Vorwissen von Glöß hier in Berlin statt habe. Frau Kulicke sei nach der Redaktion gekommen und habe Politische Bilderbogen Nr. 9", welcher den Titel„ Bismard gefundene Verbreitung ist Berlin Thatort geworden und eine eine Schilderung von dem Vorfalle gegeben, die nach ihrer Begenau der Wahrheit entsprach. Er habe in Berlin" trägt. Dieser Bilderbogen ist, gleich seinen Berjährung ausgeschloffen. In der Sache selbst ist der Gerichts- theuerung Vorgängern, von unsäglich albernem Inhalt und läuft auf hof keinen Augenblick über den beleidigenden Charakter des Bilder der Sicherheit wegen noch andere Augenzeugen vernommen und nichts als auf eine plumpe Berherrlichung Bismarc's hinaus. bogens zweifelhaft gewesen. Dem Angeflagten Glöß ift der Schuß da deren Schilderung fich genau mit derjenigen der Frau Kulicke Inkriminirt ist der Passus im Text:" Es marschire der früh des§ 193 zugebilligt worden, da es sich hier wesentlich um einen deckte, habe er von der Wahrheit überzeugt sein müssen. Daß zeitig schlapp werdende" Reichstanzler ohne den Sandsack der politischen Kampf zivischen Antisemiten und Philosemiten handelt. Die Verhaftung der Frau Kulicke eine ungerechtfertigte gewesen, Durch die Vernehmung der preußischen Ministerpräsidentschaft." Ferner ist besonders in- Der Bilderbogen zeige aber deutlich die Absicht der Beleidigung. müffe er noch jest behaupten. friminirt folgender Paffus: Am Sockel des Dentmals fährt Der Gerichtshof hat diese gefunden in dem Bilde, welches dar- Seugin Rulide zeigte sich, daß sie den Sachverhalt dem AnCaprivi vorbei, der Mann, der die Tage nimmt, die guten und stellen sollte, daß der Geldsack das Verbindungsglied zwischen geflagten gegenüber aufgebauscht hatte, Jm Monat Mai v. J. die bösen, wie fie fommen, und unter deffen Augen das Juden- Reichskanzler und Judenthum darstelle. Der Gerichtshof hat et fie wegen einer Gewerbeübertretung mit einem Strafmandate thum in Deutschland demgemäß so üppig gedeiht; feit Bismard's ferner in dem Ausdruck frühzeitig schlapp werdender Meichs- über 5 Mart bedacht worden. Am 15. Juli sei ber Kriminals Nücktritt haben sich in Deutschland mindestens 20 000 ruffifche fanaler" den Vorwurf mangelnder moralischer Thatkraft gefunden. beamte in ihrem Laden erschienen und habe ihr mitgetheilt, da gelegt. Wenn der Reichskanzler Graf Caprivi als Philosemit Kulicke durch zwei Schuhleute die Bosamentier- Ehefrau Klara -um d BE Persammlungen. tung Berlin 1. Montag, den 8. Januar, Abends 8 Uhr, bet Säger, Grüner 4. 10 Große daß ein Haftbefehl gegen fie vorliege, wenn fie Der Streik der Klaviermacher und deren Hilfsarbeiter nachten, Freifinn und Antisemitismus" referirte. Der Rednes nicht die Strafe von 5 M. nebst den Kosten bezahle. Sie habe einer Wiener Fabrik( gegen 150 Arbeiter), welcher am 27. Nov. zeigte in flarer Weise, wie wenig sowohl der Freifinn, wie ihm erwidert, daß die Strafe längst bezahlt fei, sie wisse augen- bereits begonnen, dauert unverändert fort. Eine von dem Ge- der Antisemitismus berechtigt ist, sich als Vertreter des faufblicklich nur nicht, wo ihr Mann die Quittung hingelegt habe. werbe- Inspektor angestrebte Ginigung hatte keinen Erfolg. Die männischen Proletariats aufzuspielen. Der Freifinn als Vertreter Der Beamte habe sich dann mit der Bemerkung entfernt, daß er Streifenden find in guter Stimmung und da sie von allen Ar- des mobilen stapitals hat fein Interesse, an eine Besserung am folgenden Tage wiederkommen werde, dann müsse sie ihm heitern in bester Weise unterstützt werden, steht zu erwarten, daß der Lage der Handelsangestellten zu denken. Der Antisemitismus aber die Quittung vorlegen, oder fie wiffe, was ihr dann ge- fie aus dem Kampfe schließlich doch fiegreich hervorgehen. tritt als Beschüßer des Kleinbürger- und Handwerkerstandes auf, fchähe. Der Beamte fei auch am Montag früh in Begleitung Der Streit der Rohrdrechsler ist nach sechswöchentlicher der durch die Macht der ökonomischen Verhältnisse seinem sichern eines Kollegen wiedergekommen. Sie habe verabsäumt, ihren Dauer beendet. Untergang entgegengeht und sich in seiner drückenden Lage in Mann nach der Quittung zu fragen, da fie in Unfrieden mit ihm lebe und nur das Nothwendigste mit ihm Ein großer Schuhmacherstreik ist in Northampton in strebungen sich nur gegen das jüdische Kapital richten. Ein großer Schuhmacherstreik ist in Northampton in Verkennung der Ursachen an die Antisemiten wendet, deren Be spreche. Auf ihre Bitte an den Beamten, eine halbe England ausgebrochen. 4000 Schuhmachergesellen haben dort die Die im Reichstage von diesen eingebrachte Interpellation Stunde zu warten, bis sie ihren abwesenden Mann geholt Arbeit niedergelegt. Es handelt sich dabei, wenn der Telegraph über die Aufhebung der Sonntagsruhe vor Weihnachten, habe, fei ihr die bündige Antwort geworden, daß sie richtig berichtet, nicht um eine reine Lohnfrage, sondern die hat gezeigt, wie wenig der Antisemitismus die Interessen entweder jetzt die Quittung vorlegen oder mit zur Wache folgen Leute, welche sämmtlich dem nationalen Gewerkverein angehören, ber Handelsangestellten vertritt und sollten diejenigen müsse. Das erstere fonnte sie nicht, das letztere wollte sie nicht. fordern von den Fabrikherren Abschaffung der Hausarbeit und einmal die Augen öffnen, die noch immer die Gefolgschaft dieser Darauf sei der Kriminalbeamte Räthte hinter den Ladentisch Bau von Werkstätten in der Nähe der Fabriken. Partei bilden. Es ist daher nothwendig, daß dieses Verhalten, gekommen, ha be fie mit beiden Händen gepackt und fowohl der Antifemiten im Reichstage, wie der freifinnigen fie vor den Tisch gezogen. Der Kollege Räthfe's habe Berliner im rothen Hause zur eifrigften fte ebenfalls gepackt, von beiden Beamten sei sie auf Agitation unter den Kollegen benutzt wird, um ihnen die Straße gezogen und zur Wache geschleppt worden. Unterau zeigen, daß fie Silfe nur von denjenigen zu er wegs habe man sie losgelassen, als sie erklärt hatte, willig folgen zu wollen. warten haben, die die Vertreter der gesammten Arbeiters Zum Schuhmacherftreif. In einer gutbesuchten öffent lasse sind. Dem beifällig aufgenommenen Vortrag folgte eine Auf der Wache habe Räthte lichen Schuhmacherversammlung, welche am 4. Januar im Rönig- lebhafte Disfusion, an der sich die Kollegen Lewin, Borchardt, sie eine Schwindlerin genannt. Die Verkäuferin Der Angeklagten schwächte den Sachverhalt bet ihrer Zeugen städtischen Kasino tagte, legte Kollege Niederauer die Schweizer, Köster betheiligten. Zum Schlusse theilte der BorBernehmung ab und die beiden Beamten befundeten unter ihrem Ursachen des Streits in der Fürstenheim'schen Schuhfabrit sigende mit, daß die nächste Mitgliederversammlung lam 18. Ja Eide, daß die Beugin Kulicke in verschiedenen Punkten die Un- folgendermaßen klar: Entgegen der bisherigen Einrichtung schnitt nuar im Rosenthaler Klubhause, Rosenthalerstraße 11/12, stattwahrheit gesagt. Häthke erklärte, daß Frau Kulicke schon bei die Firma Fürftenheim den von ihr beschäftigten Arbeitern jede findet, in der Genosse Köster einen Vortrag über Aftronomie und seinem erſten Besuche ein höhnisches Benehmen an den Tag ge- sie keine frische Arbeit ausgab, und nur die bezahlte Arbeit Arbeitsgelegenheit zwischen Weihnachten und Neujahr ab, indem Christenthum halten wird. legt habe. Ihm fei von seinem Vorgefeßten der Auftrag gefertig machen ließ. Sechßter Wahlkreis. Sonntag, den 7. Januar, Bormittags 10 Uhr, im worden, Frau Kulicke zu fistiren, falls sie nicht die Quittung Die Pußer mußten schon am Freitag stolberger Salon, Kolbergerfir. 23: Besprechung der Abtheilungs- und Besirisvorlegen könne und diesen Befehl habe er mit allen Rücksichten 2. Januar ein Tarif mit einer 25- B0prozentigen Lohnreduktion vor- 8. Januar. Abends 8% Uhr: Filiale 1 im Saale des Herrn bren bet vor Weihnachten aufhören. Letzteren wurde dann am führer. Karte und Buch legitimirt. Verein deutscher Schuhmacher. Bersammlungen am Montag, den ausgefährt. Er habe schon gedacht, daß ihm seitens der Frau Unannehmlichkeiten gemacht werden würden und deshalb seinen standen erklären, setzten dieses dem Firmeninhaber auseinander, Eräntter, Solmsnr. 44. Tagesordnung in allen bret Berfamulus. Bereinsgelegt. Selbstverständlich konnten sie sich damit nicht einver- annenstr. 16; Filiale 2 bei Brüning, Rosenthalerstr. 11-12; Filiale 8 bet Kollegen gebeten, ihn zu begleiten. Wiederholt habe er fie gebeten, sich anzuziehen, denselben gleichzeitig an fein gegebenes Wort erinnernd, das er richt über die Thätigkeit des Vorstandes. 2. Vorstandswahl. 8. Vereinsihm zur Wache zu folgen, sie habe sich aber entschieden geweigert. Allerdings habe bei Gelegenheit des letzten Streits gab: feine Abzüge mehr zu angelegenheiten. Außerdem in der 3. Filiale: Vortrag des Kollegen Schmidt. Der Besuch der Urania ist Gonntag, den 7. Januar, Mittags 1 Uhr. er dann Gewalt angewendet, indem er sie an den Armen packte, machen. Dieser wußte die Angelegenheit so zu drehen, daß er Verband der in Holzbearbeitungs Fabriken und auf Holzplähen aber von irgend einer Mißhandlung könne teine Bede sein. Dag fein gegebenes Versprechen nur bis Neujahr balten braucht, er berghäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlande. Driveripaler die Kulicke eine Schwindlerin genannt, bestreite er entschieden. auch keine Lohnreduktion eintreten ließe, sondern nur frische Weg Nr. 29: Mitglieder- Bersammlung. Tagesordnung: Abrechnung vom Auch die Verkäuferin konnte auf nochmaliges Befragen nicht Preise gemacht habe, da er mit den bisherigen nicht konkurriren Quartal. Bericht von der General Bersammlung. Freie Vereinigung der Uniform- und Bivilschneider, behaupten, daß die Beamten eine größere Gewalt gebraucht, als fönne. Bei den Verhandlungen am Dienstag wollten die Buzer Bersammlung am Sonnabend, den 6. Januar, abends 8 Uhr, komman= nöthig war, um den Widerstand der Frau K. zu brechen. mit dem Inhaber zu gelangen war, hatten auch die die Zwicker außer Betracht lassen, da jedoch zu keinem Resultat Dantenstraße 20. Der Borsitzende, Landgerichts- Direktor Voigt, stellte aus verhältnismäßig schlecht gestellten Zwider einen Lohntarif, in den Aften fest, daß allerdings ein feitens fet Berfeben des betreffenden Amtsrichters begangen sei. der Höhe, wie ihn die Rogg'schen Arbeiter haben, aufgestellt, die Strafe nebst den Kosten waren von dem Ehemann der Putzer verlangten ihre alten Preise. Diesem gegenüber verhielt Angeklagten längst bezahlt, es war aber gerichtsseitig sich der Firmeninhaber gänzlich ablehnend. Die Stanzer, Fräser der Quittungsnermerk in den Atten unterblieben. Nach ab- und Binser erklärten sich ebenfalls mit den zum Ausstand gegelaufener Frist hatte der Amtsrichter das Polizeipräsidium be- burch kamen die Maschinen zum Stillstand, und mußten somit zwungenen Puzern solidarisch und legten die Arbeit nieder, daauftragt, entweder die Strafgelder einzuziehen, oder die Ver: die übrigen noch Arbeitenden auf Anordnung des Geschäftsinhabers büßung der Haftstrafe von einem Tage zu bewirken. Die Polizei hatte lediglich diesen Auftrag auszuführen. Die ganze Geschichte auch aufhören. Der Geist der Streifenden ist ein besonders hätte vermieden werden können, wenn die Beugin Kulicke die guter, fast sämmtliche Fürstenbeim'schen Arbeiter find organisirt, Quittung beschafft hätte, wozu ihr Zeit genug gelaffen war, oder und sich darin einig, daß sie auf keinen Fall die Arbeit wieder aufnehmen, bevor nicht ihre Forderungen bewilligt sind. Da die wenn sie dem Beamten noch einmal das Geld, welches ihr ja Arbeit drängt, hat sich der Firmeninhaber schon verschiedentlich Sigung. Tagesordnung: Neuwahl des Borstandes. Sandsleute und Säfte wieder erstattet werden mußte, ausgehändigt hätte. Staatsanwalt Vollmann hielt die Beleidigungen für danach erkundigt, wie lange die Arbeiter wohl nach den Feier- Turnverein Fichte.( Mitglied des deutschen Arbeiter Turnerbundes.) außerordentlich schwere, nur mit Rücksicht auf die bisherige Un- tagen noch aushalten würden, damit ist die beste Aussicht auf Die 1. Männer- Abtheilung turnt leden Mittwoch und Sonnabend von 8 bis bescholtenheit des Angeklagten wolle er teine Freiheitsfirafe, einen Sieg vorhanden. dagegen aber eine Geldstrafe von 900 Mart beantragen. gefügt batte, ging folgende Resolution ein: Nachdem Kollege Rott einiges ergänzend hinzuDer Bertheidiger, Rechtsanwalt Leipziger, verkannte nicht, fammlung erfennt den Streit bei Fürftenbeim als gerecht Die Ver Literarisches.. daß dem Polizeipräsidenten Unrecht geschehen fei, dagegen hätte fertigt an, und verpflichtet sich, die Streifenden zu unter: Der Märkische Landbote. Boltskalender für 1894. feitens der Beamten wohl unterbleiben können. Es rechtfertige fommission durch drei zu wählende Kollegen der Fürstenheim'schen die unsere Partei in den nächsten Jahren zur Durchführung die Berhaftung der Frau Kulicke bei einiger Rücksichtnahme stüßen". Ein Amendement, das besagt, die bestehende Streif Verlag von Arthur Pohliz, Berlin C. Preis 10 Pfg. Eine der nothwendigsten, aber auch schwierigsten Aufgaben, fich daher eine niedrige Strafe. Der Gerichtshof erklärte, daß die Zeugin Kulicke den An- Fabrik zu verstärken behuss gemeinschaftlicher Regelung der Arspruch auf Glaubwürdigkeit verwirkt habe, da sie in mehreren beiten nach Außen. Die Regelung der Unterſtüßungsfrage aber bringen muß, ist die Gewinnung des Landvolkes für die fostalistiBunkten der Unwahrheit überführt sei. Das vom Staatsanwalt den Fürſtenheim'schen Arbeitern, da diese zentralorganisirt sind, fchen Ideen. Die Bauern und auch die Landarbeiter haben Punkten der Unwahrheit überführt sei. Das vom Staatsanwalt hef beantragte Strafmaß sei angemessen und dementsprechend erkannt selbst überläßt, giebt Veranlassung zu einer längeren bei andere Intereffen als die städtischen Industrie- Arbeiter, auch beautragte Strafmaß sei angemessen und dementsprechend erkannttigen Debatte, es wurde für und gegen gesprochen, dafür traten ihre Anschauungen sind anderer Art. Wir müssen zu ihnen eine besonders der Genosse Faber und der Kollege Menzel ein. Beide andere Eprache sprechen, als wir sie unter Industrie Arbeitern betonten ausdrücklich, daß die Form der Organisation hier gänzlich gewohnt sind. Eine andere Sprache sprechen, wohlgemerkt, heißt außer Betracht komme, die Streifenden hätten sich durchaus nicht nicht, andere Lehren verbreiten; wir wollen ihnen die näm gegenseitig wegen einer Form, sondern gemeinsam das Kapital zu Ausdrudsweise bedienen, andere Beispiele wählen. Manches lichen Lehren bringen, wir müssen uns nur dazu einer besonderen bekämpfen. In besonderer Abstimmung wurden Resolution und Achtung, Konditoren! Die Filiale Berlin des Zentral Amendement beide einstimmig angenommen. Zum Schluß wurde müssen wir ausführlicher behandeln, was wir bei den Industries verbandes der Konditoren, Piefferküchler und verwandter Berufs- eine öffentliche Schuhmacherversammlung zum 15. Januar in Arbeitern als bekannt voraussetzen konnten. Wiederholt find genoffen veranstaltet am 7. d. Wits. bei Feuerstein, Alte Jakob- Aussicht genommen mit der Tagesordnung: Stellungnahme zum schon versuche dieser Art gemacht worden, wenige nur Straße 75, eine Versammlung, zu der Genosse Adler das Referat 1. Mai, und die am 10. Januar bei Joël stattfindende große find gelingen. Gifte der beften Agitationsschriften zur ifbernommen hat. Nachdem findet ein gemüthliches Beisammen Gewerkschaftsversammlung bekannt gegeben. ein Gewinnung der Landbevölkerung, die uns je zu Ge sein statt. Freunde und Gönner des Vereins werden ersucht, fichte tam, ift der lleine märkische Boltskalender, recht zahlreich zu erscheinen. Die Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen hatten am 4. Ja- der uns zur Besprechung vorliegt. Die Verfasser haben sich auf Alb. Haase, Schulzendorferstr. 4. nuar eine öffentliche Versammlung, die wegen ihres schwachen den richtigen Standpunkt gestellt, durch kurz gefaßte, aber voltsBesuches den auf der Tagesordnung stehenden Vortrag vertagte thümlich gehaltene Erörterungen der wichtigsten Tagesfragen die Der gleitende Lohntarif" soll, wie die Allgemeine und den Bericht des Kollegen Thal über die Verhandlungen der Leser allmälig in die sozialistischen Ideen hineinzuführen. Schon Steinfeger Beitungbei den Berliner Steinfegern ein- fich daran schloß, zeitigte die Ablehnung des von den Töpfern in Methode der sozialistischen Propaganda. Der Bauer oder Ar Steinfeger Beitung" meldet, durch die Berliner Gewerkschaftskommission entgegennahm. Die Diskussion, welche das trefflich gewählte Motto fennzeichnet diese, sozusagen induktive Steinfeger. beiter, der den Wahlspruch liest: worden. Die 5 Mark Soziale Leberlicht. " Dirigenten- Verband für Berlin und Umgegend. Nächste Bersammlung: Sonntag, den 7. Januar, Bormittags 10 Uhr, inches. Con il ubr ab: Vortrag des Herrn Profeffors Felix Schmidt. Rosenthalerstr. 36. Tagesordnung: 10-11 Uhr Geschäftliches. 11 Uhr Neuer Berliner Handwerkerverein. Vereins Versammlung am Vortrag des Herrn Dr. S. Weyl. Thema: Geschlechtstrankheiten. Nur Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 7. Januar, der Strafe." Sonnabend, den 6. Januar, Abends 9 Uhr, Rofenthalerstr. 38. Tagesordnung: für Herren. Bormittags 10% Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Böffel über:„ Das Wesen Achtung, Schaftarbeiter. Sonnabend, ben 6. Januar, Abends 9 Uhr, Generalversammlung bet Matthies, Wallstraße 20. Tagesordnung: Statutenänderung und Vorstandswahl. Tischler- Verein. Gonnabend, den 6. Januar, Abends 9 Uhr, Melchiors ftraße 16. Generalversammlung. Verein der Rügenwalder. Sonnabend, den 6. Januar 1894: Bereinswillfommen. 10% Uhr Friedenftr. 87. 08 Und Du acferft und Du sä'st, und Du nieteſt und Du näht, geführt werden. Statt des bisherigen festen Zohutarifs von 50 der Gewerkschaftskommission gemachten Vorschlages, die Geld: big to Pf. pro Stunde wollen die Meiſter" je nach Leistung und fammlungen in den Gewerkschaften in Zukunft nur auf von der Bereinbarung" bis zu 60 Pf. pro Stunde bezahlen. Bei dem Kommission geftempelte Marken zu bewerkstelligen und die Hälite ftets großen Angebot der Steinsetzer würde diese Vereinbarung" davon der Gewerkschaftskommission zu überweisen. Den DeleUnd Du hämmerft und Du spinnst natürlich stets zu Ungunsten der Arbeiter ausfallen. Diese girten zur Gewerkschaftskommission wurde zur Bestreitung zur Bestreitung Sag, o Volt, was Du gewinnst?" nik Thatsache begreifen die organisirten Steinfeger sehr wohl und ihrer Untoften pro Sigung eine Mark bewilligt, Kollege führt den einigermaßen dentfähigen Leser schon auf den rechten fie rüsten sich zum Lohnkampf, der aller Boraussicht nach im Neumann berichtete dann über die Kaffenführung der Weg zur Erkenntniß seiner eigenen Lage und der des gesammten 1891. Danach baben die Ein ausgebeuteten Boltes. Wir wünschen dem Landboten den Bu Lohnfab festgehalten wissen. RM. bie Gl. Frühjahr ausbrechen wird. Die Steinfeger wollen an dem festen Rahmen berselben 260,06 m. betragen, Belege haben fich tritt zu jeder Hütte in der Mark und weit über deren Grenzen 18 Die Orchestermitglieder des czechischen Nationaltheaters aber nur über eine Ausgabe von 247,20 W. gefunden, fodaß hinaus, denn der Inhalt eignet sich genau so gut zur Propaganda in Prag stellten am 1. Januar ihre Thätigkeit ein, weil ihren noch ein kleiner Ueberschuß vorhanden sein müßte, von dem aber unter den Landleuten anderer Gegenden und der billige Preis erForderungen einer Gehalte erhöhung nicht voustandig stattgegeben die Revisoren nichts zu feben bekamen. Bens neben noch für leichtert eine solche ausgedehnte Berbreitung. Forderungen einer Gehalte erhöhung hate ein Schauspiel ein: 40,40 m. aus, wovon 8. bereits au worden. Statt der eingefehten Oper mußte ein Schauspiel ein- find. Redner hofft, daß auch der Reſt noch eingeben wird. In Revisoren abgezahlt geschoben werden. der Tiskussion todelten verschiedene Kollegen, daß die damalige Eine Generalversammlung des Zentralvereins Agitationskommission manche Angelegenheiten, die vor die öffent deutscher Former fand am 26. und 27. Dezember in liche Versammlung gehörten, unter sich erledigt bat. In die be 3. ( Wolf's Telegraphen Bureau.) Augsburg statt. Der Vorsitzende des Verbandes, Genoffe stehende Agitationstommiffion wurde Kollege Bernau gewählt, durch schlagende Wetter drei Bergleute getödtet und vier verletzt Gelsenkirchen, 5. Januar. In der Zeche" Hibernia" find = zum Erfaß für ein häufig fehlendes Mitglied. auch wieder los würden. worden. Depeschen. Schwarz übed erstattete den Geschäftsbericht. Die Gin nahme und Ausgabe des Vereins betrug vom 1. Ottober 1891 bis 30. September 1893 40 601,06 M. Darunter wurden aus 5. d. M. im Joël'schen Saale die zweite öffentliche Versamm von heute meldet, find bei dem Zusammenstoße in Marineo acht Bum Streit der Tagameter- Droschkenkutscher fand am Rom, 5. Januar. Wie die Agenzia Stefani" aus Palermo gegeben für das Organ des Verbandes, den Glückauf", 11 462,04 m, für Verwaltungsunkosten der Hauptkaffe 4073,19 m. lung natt. Wie Schütte namens der Agitationskommission Personen getödtet und zwölf verwundet worden. Von den fix Reiseunterstügung 9987,99 M. Die Mitgliederzahl beträgt mittheilte, iſt der Stand des Ausstandes dank der Einigkeit der Soldaten, die erst nach längerem Zögern Feuer nach der Stammrolle 8377, zahlende Mitglieder sind es 2782. tungen der Fuhrherrn, daß die Kutscher sofort wieder anspannen törungen werden gemeldet aus Ober- und Unter- Ragusa, Monte Kollegen ein noch unveränderter. Die Hoffnungen und Erwar- gaben, wurden zwölf leicht verwundet. Weitere RuheJm Turchschnitt wurden in den zwei Jahren pro Kopf der würden, habe sich in feiner Weise erfüllt. Ebenso wenig sei der chiaro, Leonforte, Gebellina, Salemi und Nero. zahlen den Mitglieder ausgegeben: Für Agitation 44 Pf, für Polizeihauptmann Saul in derselben Weise, wie vordem, den Verwaltungeloften 2,86 W.( Die Materialien sind hierbei nicht Fuhrherren nunmehr bezüglich der Aufhebung der Polizei( Depeichen des Bureau Herold.) eingerechnet), für das Vereinsorgan„ Glückauf" per Jahr 2,06 W., verfügung entgegengekommen. G8 fet denselben vielmehr nahe gierung auf Auslieferung der brei nach Ungarn geflüchteten in Budapest, 5. Januar. Der Anspruch der serbischen Refür Retfeunterstüßung( zwei Jahre) 3,63 M. Die zahlenden G3 Mitglieder haben pro Kopf in den zwei Jahren an Beiträgen gelegt worden, zu ſehen, wie sie die Geiſter, die sie riefen, nun den Prozeß Avakumovic verwickelten liberalen Präfekten wurde bezahlt 10,21 M., nach den Statuten sollten gezahlt werden Ginigkeit aufrecht zu erhalten und den Fuhrherren zum nur gewöhnliche Verbrecher zur Auslieferung gelangen. Redner ermahnte, die bisherige abgewiesen, da auf grund des serbisch- österreichischen Vertrages 15,60 M., mithin zu wenig 5,89 m. pro Kopf. Beschlossen Troge in dem aufgezwungenen Kampfe auszubarren, bis der wurde, den Beitrag, der jetzt 15 Pf. pro Woche beträgt, auf Sieg errungen sei. In der Diskussion wies Fuhrherr Barth den Gegnern des bekannten Bentrumsantrages auf Abänderung Köln, 5. Januar. Die Köln. Bolts- Beitung" giebt die von 20 Pf zu erhöhen, dagegen das Eintrittsgeld von 50 auf 30 Pi. darauf hin, daß eine Aufhebung der Polizeiverordnung nicht der Gewerbe- Ordnung ftets behauptete bedenkliche Ausdehnungsherabzusehen. Von mehreren Rednern wurde betont, daß, um möglich sei, wolle sich die auch den älteren anfäffigen Mitgliedern einige Vortheile zu fchaft nicht blamiren. Diefer Umstand würde dahin führen, daß darauf hin, daß nach ihnen auch eine ganze Reihe katholischer babin herrens fähigkeit der Gröber'schen Vorschläge unummunden au und weist fichern, mit der Zeit eine Arbeitslosen Unterstüßung ber Tayameter gänzlich verschwinden würde, sofern die Kutscher Lieferungswerte vom Betrieb im Umherziehen fünftig auseintreten müsse. Es wurde demgemäß beschlossen, diefe am nur fest zusammenbielten und dies tönne er nur mit Freuden be- geschloffen, bezw. beeinträchtigt sein würde. 1. Januar 1693 eintreten zu laffen. Das umgeänderte Statut grüßen. Die weitere Debatte, die fehr lebhaft geführt be, tritt am 1. April 1894 in Kraft. In bezug auf die eiferumfaßte Alles den Streit Betreffende, ohne etwas wefentlich Unterstützung wird festgelegt, daß dieselbe für nicht mehr neues zutagezufördern. Ginig war die Veriammlung darin, den Briefkasten der Redaktion. als 1500 Rilometer à 2 Pf. betragen soll; während der Streit mit allen zu Gebote stehenden Kräften aufrecht zu er uns mit folchem Schund und Schundroman wie und Bebel 1500 Rilometer langen Tour darf jede Bahlstelle nur einmal balten. Am Sonntag Vormittag 10 Uhr findet in den Konkordia sprach" beschäftigen? Wenn wir alle Lügen über uns wider Wie können Sie verlangen, daß wir Unterstüßung zablen. Das Streifreglement behält die alte Sälen, Andreasstr. 64, eine große öffentliche Versammlung statt, legen" wollten, hätten wir nichts anderes zu thun, und das wäre Gassung. 13 Gig des Hauptvorstandes wurde Lübeck wieder Sälen, 64, eine bestimmt, der des Ausschusses Hamburg, der der Preskommission Droschtenbesitzer hat seine Unterstüßung zugesagt. zu der alle Arbeiter Zutritt haben. Der Fachverein der für die Lügner gewiß das Angenehmfte und wohl auch NüzKiel, der der Revisionstommission Braunschweig. Als Hauptlichste. Das Opus, von dem Sie reden, und oben= ist übrigens dumm, vorstand wurde Schwarz- Lübeck wiedergewählt. Hierauf wurde Die Freie Vereinigung der Kaufleute hielt am 4. Januar daß man es schon deshalb nicht widerlegen tann, und oben die Generalversammlung mit einem Hoch auf den Sentralperein in der Berliner Ressource eine Mitglieder Versammlung ab, in drein so langweilig, daß selbst die Dummen vom Lesen abund auf die moderne Arbeiterbewegung gefchloffen. der Genosse Eduard Adler über das Thema: Chriftliche Weih- gefchreckt werden. wurde, S. in Gerg. 00 Fachy. d. Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, 8. Jannar, Abends 8½ Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakob ft r. 48a: General- Versammlung. Seit dem 1. Januar gehöre ich dem Allen Freunden und Bekannten zur Neuheit! Abreisskalender, Berein der freigewählten Raſſenärzte an. Mittheilung, daß ich Rykeftr. 21 ein Bildniß Lassalle's, 54692* Weiß- und Bairisch- Bierlokal darstellend die Freiheitsgöttin, mit dem übernommen habe und bitte um ge- Farbendruck ausgeführt. Versende das geringste Quantum zu 2 Stück gegen Einsendung von 50 Pf. in Briefmarken portofrei. Wiederver: Ernst Seidel, fälligen Besuch. Ebenfalls ist mein Lokal an Vereine oder auch als 3ahl stelle für Gewerkschaften 2c. zu vergeben. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom legten Quartal 1893. 2. Antrag 1124b] August Geller, Schankwirth. täufern hoher Rabatt, auf Abänderung des§ 2 Absatz 1 des Statuts. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 474/4 Die Mitglieder werden auf§ 6 des Statuts aufmerksam gemacht. Der Umleimer Ernst Krüger aus Rixdorf, bei der Firma Mittags Nachfl. beschäftigt, ist zu der Versammlung hiermit eingeladen. Der Vorstand. !! Roh- Tabak!! Zuguspapier, Bräge- u. Presvergolde. Sämmtl. in- u. ausländischen Sorten, Anstalt Berlin N, Brunnenstr. 40. Achtung! Sehr für Hausfrauen! gute Qualität, tadelloser Brand, Achtung! in billigster Preislage, empfiehlt Rohtabakandlung, Naturheilar zt Dr.med. Böhm SW., Schützenr. 56, II. 11226 Freunden u. Gen. empf. ich meinen tägl. Fleischvert. v. Rind, Kalb- und Hammelfleisch zu den billigst. Preisen. 1126b Frau J. Schulze, Eisenbahnhalle, Stand 15. Köpenick, Grünftr. 38 L Gerth's Rechtsbureau empfiehlt sich dem Achtung! Korbmacher. Heinr. Franck, Bands: Großer billiger Fleiſverkauf. infertigung von Brieten, Eingaben, Gr. öffentl. Versammlung mit Frauen am Sonntag, 7. Januar, Ab. 6 Uhr, bei Boltz( gr. Saal), Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: Vortrag. Nachher: Gemüthliches Beisammensein. Der Einberufer. 203/5 Verein der Maschinisten und Heizer Berlins. Sonntag, den 7. Januar, Nachmittags 5 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: 298/5 Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Jugenieurs Herrn Dahlkow. 2. Berschiedenes. Gäßte willkommen. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Zahlstelle Berlin). Am Montag, den 8. Januar, Abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Joël, Andreasstraße 21( oberer Haal): Versammlung für den Offen. Tages- Ordnung: vorräthig. 37 Brunnenstr. 185. Formen( Bockfoorn) wieder 37 Als anerkannt reelle und billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Gig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 Detailverkauf sämmtl. Sorten Roh- Tabak zur Schweinekamm 65 Pf., Karbo- Bahlungsbefehlen, Klagen, Bittgefuchen nade 70, Bandh 60, fr. Schinken und zu allen schriftlichen Arbeiten. Gewissenhafter Rath 65, Rindfleisch 50-60, Schabeeid 80. Kalbfleisch 50-70, Hammelfleisch 45-60, Wurstwaaren etc. Hochachtungsvoll 1129b* H. Drange, Berlin, Frucht- Strasse 66 am Küstriner Play. Martin Klein, Uhrmacher, 5464L* 25 Neue Hochstr. 25 empfiehlt sein Lager aller Arten Wand- und Laschen- Uhren. Reparaturen in soliden Preisen Alle Uhren 5462L* werden sauber und sorgfältig reparirt Rud. Völcker& Sohn, unter Sarantie des Gutgehens für Köpnickerstr. 45.( 11276,50 Mark( außer Bruch) bei W. 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Werkstattangelegenheiten. V Hierzu sind die Kollegen der Werkstätten von Krasselt u. Schüler, Friedrichsbergerstraße 11, Salzmann, Friedenstraße 52, Behrend, Friedrichsberg, Blumenthalstraße 42, W we. Rother, Friedrich- Karlstr. 27, besonders eingeladen. Bezirksversammlung für den Weften Hermann Aepler. Schuhe und Stiefel mit Kontroll- Marke. Allen Freunden u. Genossen empfehle mein Schuh- und Stiefel- Geschäft. Große Auswahl in Winter- Artikeln zu 5465L am Sonntag, den 7. Januar 1894, Vermitt. 10/2 Uhr, im Lokal den billigsten Preisen. des Herrn Heinrich, Blücherstraße Nr. 61. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vorschläge zu Werkstatt- Kontrolleuren. 4. Verbandsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 431/15 Die Ortsverwaltung. Sonnabend, den 3. Februar 1894, in den KonkordiaFestsälen, Andreasstraße Nr. 64: Gr. Wiener Masken- Ball. Billets à 50 Pf. sind auf allen Zahlstellen, sowie bei den Mitgliedern der Ortsverwaltung zu haben. 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