Ur. 395. n bonnemen ts-Bedi ngu mjen: Abonnements- Preis pränumerando: kierteljährl. SL0 Mt, monatl. I.1V Mt. wöchentlich 2S P?g. frei inS HauS. Einzelne Nummer S Pfq. Sonntag?» Nummer mit Muslriertcr Sonntags» Beilage.Die Neue Welt* 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post.ZcitunaS» Preisliste. Unter Kreuzband lür Teustchland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Mark, für das übrige Ausland « Marl pro Monat. Postabonnements nebmen an: Selgien. Dänemark Holland. Italien, t-uxemburg, Porwgal, jiumänien, Schweben und die Schweiz. 39. Jahrg. Crltfcelnl ttgNch. Verlinev Dolksblatt. vie Insertionz-Ledilhf beträgt für die sechsgespaltenc Kolonel» zeilc oder deren Raum 00 Pfg.. für politische und«ewerlscha'tliche BereinS- und VersainmlungS. Anzeigen so Pfg. „Ateine ZSn-eigcn", das settgedru-ktc Wort 20 Pfg.(zulässig 2 settgedruckie Worte), icdcs weitere Wort 10 Psg Stellengesuch- und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über löBuch» staben zählen für zwei Worte. Inserate sur.die nächste Nummer müssen bis l» Uhr nachmittags in der Erpediston abgegeben werden. Die Erpediston ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „SszialiKinoknt Berlin", Zentralorgan der rozialdemokrati leben Parte» Deutfcblands. Redahtton: 8W. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S8Z. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S84. WahUltg! Der Tag der Entscheidung ist da! In 17 Bezirken der Z. Abteilung soll heute entschieden werden über die Vertretung im Noten Äause. Da gilt es auf dem Posten zu sein! Infolge eines elenden Dreiklassenwahlrechts herrscht im Rathause der Geldsack. Bank- und Börseninteressenten in Verbindung mit Äausagrariern bestimmen die Geschicke der Berliner Bürgerschaft. Die große Masse der erwerbstätigen Bevölkerung hat nur einen geringen Einfluß auf die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung. Nur in der 3. Abteilung kann sie diesen Einfluß geltend machen. And das muß heute mit allem Nachdruck geschehen. Nur alle 6 Jahre kommen die Wähler der 3. Abteilung in die Lage, ihr Votum in die Wagschale zu werfen und Abrechnung zu halten mit jenen Leuten, die im Rathause die Herrschaft ausüben. Für einen Arbeiter, einen Handwerker, für den kleinen Geschäftsmann kann es heute gar keine Wahl geben: Er kann gar nicht anders, er muß einen Sozialdemokraten wählen, will er nicht gegen seine eigenen Interessen verstoßen. Die Interessen der besitzenden Klasse scheiden sich von den Interessen der erwerbstätigen Bevölkerung wie Feuer und Wasser. And wenn schon die l. und 2. Abteilung von vornherein dem Besitz reserviert ist, so muß doppelt und dreifach dafür gesorgt werden, daß die 3. Abteilung der Sozialdemokratie gehört. Das Schuldkonto des Berliner Kommunalfreisinns ist so groß, daß es eine gröbliche Verletzung der Wahlpflicht wäre, wenn die Wähler der 3. Abteilung sich heute lässig zeigten. Es ist eine Ehrenpflicht, dem reaktionären, rück- gratlosen Kommunalfteisinn das verdiente Mißtrauens- votum zu erteilen. Das kann, das muß geschehen durch Massenabgabe von sozialdemokratischen Stimmen. Wiege sich niemand in Sicherheit! Noch in letzter Stunde sind in verschiedenen Bezirken fteisinnige Kandi- daten aufgestellt worden. Der Freisinn wiegt sich in der Äoffnung, nicht nur seinen Besitzstand zu erhalten, sondern uns gehörige Be° zirke zu entreißen. Das darf nicht sein I Äände weg von der 3. Ab- teilung! Es gilt nicht nur sämtliche Sitze der 3. Abteilung zu erobern, sondern es gilt, mit dem Freisinn Abrechnung über sein volksfeindliches Tun zu halten und Veto ein- zulegen gegen die Volksentrechtung. Auf jede Stimme kommt es da an! Jede Stimme mehr stärkt die Wirksamkeit der sozialdemokratischen Vertreter im Rathause. Jede Stimme mehr erhöht die Wucht des Protestes gegen das infame Dreiklassenwahlrecht! Zeigt die Entrechtung der breiten Massen in ihrer ganzen Größe! Ein Verräter an seiner Klasse, wer heute einem andern seine Stimme gibt, als einem Sozialdemokraten! Df� 3. Abteilung muß der Sozialdemokratie gehören! Auf zur Mahl! Auf zum Sieg! vie Sühne des Krupp- Panamas. Tie Mvabiter Strafknmmer verurteilte den Angeklagten Brandt wegen Bestechung zu vier Monaten Gefängnis, den Direktor E c c i» s wegen Beihilfe zur Bestechung zu 12 00 M. Geldstrafe. T-as Urteil ist so ausgefallen, wie wir es erwartet haben und wie es nach der unglaublichen Haltung der bürgerlichen Parteien und der Hetze einslußreickfer„staatserhaltender" und offiziöser Organe nicht anders ausfallen konnte. Es ist auch so ausgefallen, wie wir es uns gar nicht besser wünschen können! Brandt, das Werkzeug, ist wegen Bestechung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden: seinem Auftrag- gebor Eccius, der ihm die Mittel zur Bestechung zur Verfügung stellte und in dessen Auftrag er sein Bestechung und Spionage betreibendes System ausübte, wurden dagegen wegen Beihilfe nur 12lXi M. Geldstrafe zudiktiert. Das Strafmaß entspricht durchaus dem, was wir von unserer kapitalistifchen Justiz gewohnt sind. Brandt, der Subalterne, kriegt Gefängnis. E r kann ja diese ehrenrührige Strafe ertragen, denn die Firma Krupp wird ihn ja für den Verlust seiner bürgerlichen Ehre finanziell schadlos halten. Anders ist es bei dem Krupp. Direktor Eccius. Ihn wegen der Beihilfe zur Be- jtechung gleichfalls zu einer Gefängnisstrafe zu verurteilen, hätte ja geheißen,„seine soziale Stellung zu vernichten". Mit beweglichen Worten ist das von der Verteidigung dar- gelegt worden. Wer sich in einer angesehenen sozialen Stellung befindet, darf ja bekanntlich bei uns schon deshalb auf ein geringeres Strafmaß, auf Vermeidung der Gefängnis- strafe rechnen, weil die Freiheitsstrafe einen Angeklagten der privilegierten Klasse in seiner sozialen Stellung schwerer treffen könnte, wie einen Subalternen oder gar einen Prvlc- tarier. So ist denn der ungleich Schuldigere— der nicht imr unserer Austastung, sondern auch nach Ansicht des Staatsanwalts ungleich'Sciruldigere!— mit einer für seine Verhältnisse lächerlich geringfügigen G c l d st r a f e davongekonunen. Freilich, wäre die Geld- strafe zehn- oder hundertmal so hoch gewesen: die Firma Krupp würde mit verbindlichem Lächeln auch diese Kleinigkeit bezahlt haben. Sind doch 1(1(1 000 oder 200 000 M. für sie nur ein Trinkgeld, ein Bettel! Wir erleben also auch in diesem Falle wieder das ewig alte Schauspiel kapitalistischer Justiz: das Werkzeug, das ausführende Organ, wird zu schwererer Strafe ver- urteilt: aber der Anstifter, der in viel höherem Maße schuldige Mittäter, komnit mit dem blauen Auge einer Geldstrafe davon. E r bleibt der Gentleman, der u n- a n t a st b a r e Ehrenmann, der honorige Beamte, dem keiner etwas nachsagen kann. Das ist die gloriose Sühne, die unsere preußische Justiz cineni der Haupt- schuldigen des Krupp-Panamas, des skandalösen Bestechungs- und Spionagesystems zum Vorteil der Firma Krupp und zum schweren Nachteil des Deutschen Reiches auf- erlegt! Brandt kann getröstet in seine Villa zurückkehren, die er sich für den Sündenlohn seiner Spionagegelder erbaut hat, und Herr v. Eccius gar kann, wenn es ihm nur seine Ge- sundheit gestattet, bei einem fröhlichen Scktgclage den so harmlosen Ausgang des Prozesses feiern! Das milde Urteil gegen Eccius begründet das Gericht damit, daß Eccius zwar durch Kenntnisnahme des Brief» Wechsels zwischen Schütz und Nötiger aus die Gefährlichkeit der Brandtschcn Spionage habe aufmerksam werden müssen, daß es ihm aber vielleicht nicht zum Bewußtsein gekommen sei, daß Brandt wirklich mit Bestechungen arbeitete. Und trotzdem Herr Eccius sich doch als so>v e l t k u n d i g e r Mann bewies— die von Liebknecht angebotenen Be- weise für die außerordentliche Vorurteils- l 0 s i g k c i t dieses Weltmannes sind ja leider abgelehnt worden, aber schon seine Aussagen über den Kruppschen Preß-Stipendiaten Major Wangemann hätten dem Gericht beweisen müssen, welcher S k r u p e l l 0 s i g k e i t in geschäftlichen Tingen dieser weltkundigc Mann sähig war!— nahm das Gericht an, daß Herr Eccius die von Brandt ver- übten Bestechungen vielleicht gar nicht gewoll t habe. Dazu gehört ein Glaube, der Berge zu versetzen vernuig! Eccius w uß t e, wie auch das Urteil zugibt, daß Brandt seine Nachrichten nur durch Indiskretionen von Militär- Personen erlangte. Er wußte, daß 3500 M. dem Brandl als Schmiergelder zur Verfügung gestellt wurden. Er wies sie s c l o(l an— und er soll nicht auch das Bewußtsein gehabt haben, daß bei diesen Aushorchungsmanövern des Brandt unbedingt Handlungen in Frage kommen mußten, die als Bestcch u n g aufzufassen waren? Es mag ja sein, daß Herr Eccius durch seine ausländischen Erfahrungeii� nicht nur, sondern auch durch seine inländische Praris bei der Firma Krupp in dieser Beziehung an starken Tabak g e- wöstnt war: aber daß er. der ehemalige hohe Justizbeamte, sich der Konsequenzen der Brandtschcn Spionage und der un- ausbleiblichcn Wirkung der Bewilligimg von 3500 M. Schmiergeldern nicht bewußt gewesen wäre, das vcrniag eben doch nur ein preußisches Gericht anzunehmen! Oder sollte vielleicht das heuchlerisch sentimentale Ge- wiinnier des Schlußwortes des Herrn Eccius auf die Nichter einen so tiefen Eindruck gemacht haben? Herr Eccius be- teuerte ja, daß er nur deshalb zur Firma Krupp gegangen fei, weil er dadurch feine ausländischen diplomatischen Er- sahrungcn in den Dienst des Vaterlandes habe stellen können. Für 100 000 M. Reichswährung nota bene! Mit einem so schönen Einkommen läßt sich ja auch der Luxus einer „vaterländischen Gesinnung" unschwer verbinden. Herr Eccius erzählte weiter, daß ihm ein hochgestellter verehrter Freund einmal die Frage vorgelegt habe, wie er nur für den Geldbeutel eines Privatmannes tätig sein möge. Dieser Vorwurf habe ihn. den mimosenhaften Gemütsmenschen völlig verstummen lassen. Aber ani anderen Tage sei er an dem Standbild Alfred Krupps vorbeigegangen und habe dort das erhabene Wort gelesen:„Der Zweck der Arbeit soll das Staats wohl sein." In diesem Sinne liabe er seine Tätig- keit alle Zeit aufgefaßt. Nun, Alfred Krupp hat ja bekanntlich seinen b e r u ch- t i g t e n Brief an den k l e i n e n N a p 0 l e 0 n ge- schrieben, in deni er zum„Besten des Staatswohls" seine technischen Erfindungen dem„E r b f e i n d" zur Ver- f ü g u n g stellte. Und Herr Eccius hat nicht nur„zum Wohle des Vaterlandes" fein sechsstelliges.Tftektorengchalt vergnügt eingestrichen, sondern auch seinen Spion Brandt auf die Fährte der Staatsgeheimnisse und der Ge- heiinniste der F a b r i k k 0 n k u r r e n z gesetzt, damit bei der Ausschüttung der Provisionen auch für ihn wieder ein Hölter Anteil abfalle. Man muß wirklich eine BindevonSack- I c i n w a n d vor den Augen tragen, um nicht dieses .tzandjnbandgehen von„ideellen" und h ö ch st m a t e r i c l I e n Interessen wahrzunehmen! Vor dem Patriotisnius aber, der sich so glänzend rentiert, der sich in Hundert- tauf e n d- M a r k- G e h ä l t e r n ausdrückt, sollte man doch wirklich keinen allzu hohen Respekt bekunden j Noch eine andere Stelle des Urteils fordert zum Wider- spruch heraus. Es wird da gesagt, daß durch die Verband- jungen des Krupp-Prozcsses„kein Makel auf unser Beamten- tum im allgemeinen" geworfen sei. Ueber das Beamtentum ini allgemeinen ist in Moabit auch nicht eine Minute lang verhandelt worden. Es war immer nur die Rede von den Kormyalzern und den Zengfeldwebeln und Zeug- offizieren, die niit der Kornwalzeraffäre im direkten Zu- sammenhang standen. Nicht einmal wurde die leiseste Frage nach der Verwendung der Repräsentationsgelder der höheren Krupp-Vertreter gsstellt! Nicht einmal auch nur wurde der leiseste Versuch gemacht, zu ermitteln, ob denn nicht auch von höheren Stellen den Krupp-Vertretern Mit- teilungcn gemacht worden sein könnten, die ebenso sträflich waren, wie die der Zeugfejdwebel und Zeugleutnants! Als jedoch in allerletzter Stunde auch die Person eines höheren Offiziers in die Verhandlung gezogen wurde, da ergab sich, daß dieser höhere Offizier, ein Major, unter dein Deck- mantel eines durchaus neutralen„militärischen Sach» verständigen" Reklamedienste siir die Firma Krupp geleistet hätte, für die er mit ck 0 0 M. ni 0 n a t l i ch b c z a h I t worden war! Die Strafkammer hätte sich also in ihrem Urteil die ganz und gar nicht zur Sache gehörigen und total un- begründeten Auslassungen über das angeblich so günstige allgemeine Ergebnis des Krupp-Prozesses doch lieber ver- kneifen sollen! Die Sozialdemokratie kann, wie gesagt, mit deni Urteil im zweiten Krupp-Prozcß vollauf zufrieden sein. Und mit gleicher Genugtuung wird sie auch die Freudenartikel der Krupp-Hehler-Presse registrieren können. Alle Beschönigungen des Kruppschen Spionage- und Bcstechungssystcnis b c- st ä t i g e u ja nur die sozialdemokratische Kritik. daß unser Kapitalismus iinmer mehr alle Begriffe der Moral unter die Fiiße tritt. Wenn die Aus- spionierung von militärischen Geheimnissen des Staates und der Konkurrenz, von Konkurrenzpreisen und von bevorstehen- den Lieferungen— alles Dinge, die Staat und Konkurrenz der spionierenden Firma im eigenen wie öffentlichen Interesse vorzuenthalten genötigt sind— etwas ganz Alltägliches, Selbstverständliches und nicht nur Einwandfreies, sondern sogar etwas Verdien st lich es sein soll, wie einer der .Krupp-Verteidiger zu behaupten wagte, so hat man in Deutsch- land wirklich keinen Anlaß niehr, sich über irgendein ausländisches Panama, über Tammany-Hall-Moral und ähnliche Dinge sittlich zu entriisten! Für unser Bürgertum mag eS ja eine Entschuldiguna sein, daß es in anderen Staaten auch nicht besser ist und biß der Großkapitalist eben gezwungen ist, auch zu den Mitteln s ch 0 f e l st e r B e st e ch n n g e n zu greifen. Für uns Sozialdemokraten, die wir das kapitalistische System und die aus der Natur des Kapitalismus notwendig entspringende kapita- listische Unmoral bekämpfen, bieten natürlich die ausländischen Bestechungen und Korruptionserscheinnngen keinerlei Grund zur Beschönigung der einheimischen Korruption. Natürlich fällt es uns gar nicht ein zu behaupten. d<4 etwa die Geschäftspraktiken ausländischer Kanonenfirmen appetitlicher seien als die der Firma Krupp. Aber aus dieser Erkenntnis ergibt sich doch nicht etwa die Folgerung, daß nun die internationale kapitalistische Korruption j�u tolerieren sei. sondern im Gegenteil die Lehre, daß der Kapitalismus überall mit gleicher Schärfe zu bekämpfen ist. Wie die Sozialdemokratie in Frankreich und England mit der gleichen Energie die gemeingefährliche Korruption des Kanonenkapitalismus entlarvt und bekämpft, so gilt der brüderliche Kampf in allen Ländern dem Ursprung aller poli- tischen und moralischen Zerrüttung: dem kapitalistischen System überhaupt! * Der Srlte Staatsanwalt bei Demi v.(Zottberg! Eine befremdende Mitteilung geht uns zu. Der Anklagevertreter im Moabiter Krupp-Prozeh, der sich zweimal mit so großer Schärfe gegen die ungeheuerlichen Verdächtigungen und Zumutungen deö Scherl-OffiziosuS v. Gottberg zu wenden genötigt sah, soll— wie uns bestimmt versichert wird— am Sonnabend mittag zwischen 2 und 3 Uhr Herrn v. G o t t b e r g in der Redaktion des.Lokal- Anzeiger" einen halbstündigen Besuch abgestattet haben! Wie kommt der Erste Staatsanwalt zu einer solchen Visite? Nach seiner anscheinend so hochgemuten Zurückweisung der Gott- bergschcn Unverfrorenheiten hätte man doch annehmen sollen, daß ein so hoher Vertreter der preußischen Justiz alles vermeiden würde. um mit einem Manne wie v. Gottberg überhaupt in Berührung zu komnien. Und nun soll der Erste Staatsanwalt sich dazu verstanden haben, sich selbst zu seinem Widersacher h i n z u b em ü h en? Die Sache kommt uns so unglaublich vor, daß wir uns einstweilen jedes weiteren Kommentars enthalten möchten. Erst wenn der Erste Herr Staatsanwalt eine Erklärung diese? auf- fallenden Besuchs gegeben oder— verweigert haben sollte, würden wir weitere Bemerkungen für angemesten halten! Wir brauchen wohl kaum zu bemerken, daß wir doch wohl eine sofortige Aufklärung über diesen Vorgang umso eher erwarten dürfen, als es ja der Herr Staatsanwalt mit seinen amtlichen Erklärungen zum Fall Gottberg während des Prozesses so außerordentlich eilig hatte! Ilm öS! schlestvig-holstelnische Kommunalwahlreclst. Aus Kiel wird unS geschrieben: Die Nachricht von der Absicht der preußischen Regierung, dem preußischen Landtag in seiner bevorstehenden Tagung den Entwurf eines Gesetzes über Aende- rung de? Kam m unalwahlrechts in Schleswig.Holstein vorzulegen, mit natürlich in erster Linie in der meerumschlungenen Provinz selbst Aufsehen erregt. Wer die Entwickelung der Dinge in den letzten Jahren in Schleswig-Holstein mit nüchternem Blick der» folgt hat, war sich allerdings darüber klar,'Saß die Reaktion in absehbarer Zeit in der Frage deS schleswig-holsteinischen Wahlrechts einmal auf» Ganze gehen würde. Die Regierung scheint es aller- dings vorläufig noch für geraten zu halten, ihre Karten nicht aufzudecken. Die.Kieler Neuesten Nachrichten" haben sofort die Nachricht dementiert. Das Blatt schreibt, es habe von unbedingt zuverlässiger Seite aus Berlin erfahren, daß beim Ministerium gar kein Gedanke bestehe, einen solchen Gesetzentwurf dem Land» tage vorzulegen, daß die Nachricht vielmehr auf freier Erfindung beruhe. Die freisinnige„Kieler Zeitung" aber hat sich direkt mit einer Anfrage an das Ministerium des Innern gewandt und dort folgende Antwort erhalten: „Auf die telearaphifche Anfrage vom heutigen Tage teile ich ergebenst mit. daß bisher ein Beschluß, dem Landtage«inen Entwurf über Aendcrungen des schleswig-holsteinischen Kommunalwahlrechts zugehen zu lassen, nicht gefaßt ist." Da» klingt schon etwas ander?. Das Ministerium weicht einer klaren bündigen Antwort au». ES sagt zwar, daß bisher ein solcher Beschluß nicht gefaßt worden ist, schweigt sich aber darüber aus, ob es dem Landtage einen Entwurf auf Wahlrechts- änderung zugehen lassen will oder nicht. Wenn jetzt das Ministerium des Innern Wahlrechtsraub be- treiben will, so setzt eS damit nur den Schluß in die Kette der seit Jahren gegen das schleswig-holsteinische Wahlrecht betriebenen Hetze. Mit den Zensuserhöhungen in den einzelnen Konmuinen begann der Kampf gegen dieses Wahlrecht. Als trotz der erfolgten Zcnsuserhöhung die Sozialdemokratie nicht unterzukriegen war, vielmehr in von Jahr zu Jahr verstärkter Zahl in das Kieler Rathaus einzog, da entstand im Kieler Magistrat der erste Ge- dank«, das gleiche Wahlrecht durch ein Klassenwahlrecht zu er- setzen. Eine dem Minister vorgetragene Bitte, dem Landtage ein Wohlnotgesetz für Kiel vorzulegen, beantwortete dieser dahin, daß Sie sozialistische lüllizidee. Gin in letzter Zeit in unseren Reihen viel gebrauchtes Wort ist: Ter Kampf gegen den Militarismus und Imperialismus müsse in der schärfsten Weise geführt werden. Die mit einem RüstungSfiebcr verbundenen imperialistischen Tendcirzen des Kapitalismus geben dieser Forderung ihre vollste Berechtigung. Es ist daher nur zu begrüßen, wenn das geistige Rüstzeug für den Kampf gegen den Militarismus durch eine neue Waffe�vermehrt wird. Eine solche ist da« Buch des Genossen H u.g o S ch u l z,„Die Welt in Waffe n"?). das soeben als neues Werk der vom Berlage der Buchhandlung Vorwärts herausgegebenen„Kulturbilder" zu erscheinen beginnt. Genosse Hugo Schulz hat schon in dem doppelt- bändigen illustrierten Werk„Blut und Eisen" die Entwickelung des Kriegswesens vom Altertum bis zu den Napoleonischen Kriegen auf Grund der Methode der materialistischen Geschichtsauffassung ge> schildert. In dem neuen Werke werden die wichtigsten Tatsachen der Kriegs- und Militärgeschichte des lg. Jahrhunderts dargelegt. Schon die Einleitung des Buches enthält eine Fülle wertvoller und anregender Gedanken. Wir geben aus ihr eine Stelle, die die sozia- listische Milizidee behandelt, hier wieder: Da der Kampf gegen den LllilitarismuS vorläufig nur auf einem Nebenschauplatz des großen Klassenkampfes der Arbeiterklasse niit der Kapitalistenklasse geführt wird, herrscht über das eigentliche Ziel der autimilitaristischen Politik im Proletariat trotz aller tbcoretischen Einsicht doch nicht immer zureichende Klarheit. Begreif- licherweise beanspruchen die Kultur- und Friedenstdeale, die der sozialistischen Idee eingeboren sind, in allen antimilitaristischen Er- wägungen einen gewissen Spielraum und es kann da oft geschehen, daß unter dem Einfluß überlieferter bürgerlicher Ideologien, die der rationalistischen Denkart des 18. Jahrhunderts entsprossen sind, dieser Spielraum zu groß wird. E» gibt zweifellos viele Sozial- dcmokraten, die sich auf dem Gebiete des Kampfes gegen den Mili- tariemus ihrer sonstigen historischen Beurteilungswcise cntschlagen und gaitz ideologisch auf die Abschaffung der militaristischen Heere hinarbeiten möchten, ohne ein anderes Wehrsystem ernstlich zu wünschen. Denn eine Wehrvcrfassung hat doch nur«inen Sinn im Hinblick auf den Krieg, und in den Jdeenkomplex des Sozia- lismuS patzt der Krieg nickt hinein. Der Sozialist verabscheut den Krieg als den Todfeind aller Kultur und kann daher im Grunde seiner Seele auch für die Miliz keine rechte Sympaihie haben, weil auch sie ja die Möglichkeit eines Krieges zwar einschränkt, aber nicht *) H u g o Schulz,„D i e W c l t i n W a f f e n". Verlag Buchhandlung Vorwärts. Sy illustrierte Hefte i 20 Pf, er nur dazu bereit fei, wenn die Mehrheit der Kieler Stadtvertretung das wünsche. So mußte der Magistrat denn die städtischen Kollegien um ihre Zustimmung fragen. Nach einem glänzend ge- führten Wahlrechtskampfe der Kieler Sozialdemokratie nach zwei langen erregten Sitzungen warf die Mehrheit des Stadtverord- netenkollegiumS dem Magistrat seinen Antrag vor die Füße. DaS Bürgertum behalf sich nun vorerst mit der Schaffung einer unge- rechten Wahlbezirkseinteilung, wie es ja auch erst kürzlich in Altona geschehen ist. Aber diese Bezirkswahleinteilung ist keine Schranke gegen eine sozialdemokratische Mehrheit auf ewig. Seit Jahren ist darum schon die Propaganda für Einführung des Drei- klassenwahlrechts betrieben worden, sie setzte bald nachher ein, als in Kiel der erste Versuch, das Dreiklassenwahlrecht einzuführen, abgeschlagen war. Der Provinzialverband schleswig-holsteinischer Bürgervercine und der Provinzialverband der Haus- und Grund- besitzervereine beschäftigten sich bald auf jeder Tagung mit der Frage der Wahlrechlsänderung. Und wenn der preußische Mi- nister deS Innern um einen Entwurf verlegen ist, er kann von diesen Körperschaften schon einen fertigen Entwurf eine? Klassen- Wahlrechts beziehen. Es kam auch gewiß nicht von ungefähr, als der Oberscharfmacher Freiherr v. Zedlitz in der letzten Session des preußischen Abgeordnetenhauses eine Attacke gegen das Kam- munalwahlrecht in Schleswig-Holstein und Frankfurt a. M. ritt. Vielleicht sind auch schon längst Fäden zwischen den Magistraten der größeren Städte und dem Ministerium des Innern gesponnen worden, denn die Herren Magistratspersonen sind dem schleswig- holsteinischen Kommunalwahlrecht erst recht nicht grün, weil es den gesamten für die Stadtverordnetenwahlen wahlberechtigten Bürgern auch die Wahl der Bürgermeister und Stadträte überträgt. Die Wählerschaft hat also die Herren vom Magistrat etwas mehr unter der Fuchtel als anderswo, und das ist natürlich diesen Herren besonders unangenehm. Alles spricht also dafür, daß die Nachricht von dem beabsichtigten Attentat auf das schleswig-holsteinische Kommunalwahlrecht zutrifft und daß mit den ganzen und halben Ableugnungen der Wähler- schaft nur Sand in die Augen gestreut werden soll. Sie soll ein- gelullt Iverden und sich an die drohende Gefahr gewöhnen, damit der Raub nachher um so leichter wird. Die„Schleswig-Holsteinische BolkSzeitung" hatte deshalb nur zu recht, daß sie. wie schon in der Mittwochnummer deS„Vorwärts" berichtete wurde, sofort Alarm schlug und die Wähler und Parteigenossen zum Schutze ihre? Wahl- rechtes aufrief. Man sollte meinen, daß die liberale Presse in diesen Ruf mit einstimmen würde. Hat sie doch immer die freie schleswig-holsteinische Städteordnung als heiliges Palladium des freien schleswig-holsteinischen Bürgers hingestellt. Statt dessen er- lebt man es jetzt, daß die freisinnige„Kieler Zeitung" den Eifer der„Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung" im Kampfe um da? freie Bürgerrecht verhöhnt, spöttisch gutes Wetter für eventuelle Stratzendemonstrationen wünscht— von denen übrigen? in dem Artikel der„Volkszeitung" gar nicht die Rede war— und meint, man solle die Gestaltung der Dinge mit etwas größerer Ruhe ab- warten. Allerdings, das fortschrittliche Bürgertum wird die Dinge in Ruhe an sich herankommen lassen, eS wird sich auch in Ruhe sein freies Bürgerrecht nehmen lassen, denn die Freude daran ist ihm seit dem Tage vergällt, seitdem feststand, daß ZensuSerhöhungen und Wahlbezirksgeometrie nicht dauernd die Sozialdemokratie in den Kommunen niederhalten. So wird denn die Sozialdemo- kratie in den bevorstehenden Kämpfen allein das liberale Wahlrecht verteidigen müssen, und sie wird es mit Ehren tun. pol'tifcbe(leberNckt. Eidesleistung Ludwigs III. In München hat am Sonnabend die Eidesleistung Konig Ludwigs III. in Anwesenheit der Prinzen des königlichen Haufe«, de« Großen Dienstes, der StaatSminisier, der Mitglieder des Staats- rate« und der Abordnungen der beiden Kammern de« Landtages im Thronsaale de« Königsbaue« der königlicken Residenz stattgefunden. Vor der Eidesleistung verlas Ludwig III. folgende Ansprache: „Ick habe Sie hier al» Zeugen einer bedeutungsvollen Hand- lung versammelt. Eine mit der Zeit fortschreitende und ihren Anforderungen entsprechende Entwicklung unsere« Verfassungs- leben« ist stets Gegenstand der ernsten Sorge der Herrscher Bayern? gewesen. ES ist daher zu beklagen, daß nicht rechtzeitig durch entsprechende Maßnahme der Entstehung eines ZustandeS vorgebeugt worden ist, der als auf die Dauer un- vereinbar mit dem monarchischen Gedanken und dem Gtoatswohl zu erachten ist. Nur die Erkenntnis, daß die Sorge für das Wohl der Monarchie und des Vaterlande« eine Beendigung diese? Zustande« dringend erheischt, hat in mir den tckweren Entschluß reisen lassen, den schritt zu tun, der tu diesem feierlichen Akte seinen Abschluß findet. Es hat mich mit Befriedigung erfüllt, ausschaltet und weil ein etwa entbrennender wirklicher Volkskrieg in gewisser Hinsicht noch greuelhaster wäre, als zum Beispiel die mit kleinen Söldnerheeren geführten Kriege de? 18. Jahrhundert», die die Masse des Volkes nichts anfingen und nicht nur örtlich loka- lisiert blieben, sondern auch nur eine ganz bestimmte, vom Kultur- leben ohnehin losgelöste Menschengruppe mit voller Wucht trafen. Gegen diese Vorstellungsweise läßt sich nun allerdings nichts ein- wenden, wenn man sie unter dem Gesichtspunkt« der letzten Ziele unserer Kultureniwickelung beurteilt, sie ist aber durchaus abzu- lehnen, wenn man den wirklichen Verlauf des historischen Prozesses und seine Niederschläge im Bewußtsein des Menschen betrachtet. Antimilitarismus als Abschaffungspolitik ist eine leere Ideologie, und zwar nicht einmal eine proletarische, sondern eine bürgerliche. Schon der Begriff„Abschaffung" ist der rationalistischen Ideenwelt der bürgerlichen Demokratie entlehnt, der proletarische Sozialismus schafft die historischen Kategorien, die seinen Tendenzen wider- streiten, nicht ab, sondern er revolutioniert sie, treibt sie auf der Bahn der Entwickelung dorthin, wo allmählich oder plötzlich ihr bisheriger Wesensinhalt abstirbt, nachdem er aus seinem Schöße einen anderen geboren hat. Mit dem Militarismus verhält e» sich da nicht anders als mit feinem Nährvater, dem Kapitalismus, der auch nicht„abolttioniert" werden kann, ehe seinen Lenden alle Elc- mente einer neuen Produktionsweise entsprossen sind. Man gerät mit einem Antimilitarismus, der lediglich die Ausrottung alle« kriegerischen Wesens im Auge hat, gar leicht in gefährliche Nachbar- schaft zu den bürgerlichen Friedensschwärmern und gelangt da im Handumdrehen in den Bannkreis von Gedankengängen, die, wofern sie nicht ganz zwecklos« Utopistereien sind, den geheimsten Wünschen der Reaktion entgegenkommen. DaS Schlagwort von der Ab- rüstung hat durchweg einen zwiespältigen Sinn und wenn man da nicht scharf unterscheidet, kann es einem leicht passieren— eS ist auch schon wirklich wiederholt passiert— daß man einen Weg einschlägt, aus dem man dann die Bannerträger des reaktionärsten Junkertums und die verknöchcrtsten Generale als Marschgenossen findet. Wir können das Wort Abrüstung nur so auffassen, wie es Friedrich Engels aufgefaßt hat, nämlich als Abdankung des stehenden Heeres zugunsten der allgemeinen Volksbewaffnung und der Demokratisierung des Wehrwesens. Das ist nun freilich, wenn man es genau nach dem Wortsinne nimmt, keine Abrüstung, son- dern kann unter Umständen sogar eine Aufrüstung sein. Im reinen Wortftnne ist die Abrüstung etwas ganz anderes, nämlich die Restringierung der stehenden Heere auf daS Maß der früheren „Elitearmeen" aus Konskribierten oder aus geworbenen Söldnern, unter Verzicht auf die allgemeine Wehrpflicht, die Rückkehr zur Be- rufSsoldateska, kurz die Aussonderung aller EntwickelungSelemente, die im Laufe der Zeit den Charakter d«S Militarismus als aus- daß eS dem einmütigen Zusammenwirken meiner Regierung und des Landtages gelungen ist. in verfassungsmäßiger Form die Wiederherstellung des Zustande? zu ermöglichen. der dem Gedanken der Erbmonarchie, dem Geiste der bayerischen Verfassung und dem Empfinden des Volkes in gleicher Weise enl« spricht. Möge eS mir beschieden sein, die erfreuliche kulturelle und wirtschaftliche Entwickelung, die Bayern in den letzten Jahrzehnten genommen hat, in gemeinsamer Arbeit mit der Volksvertretung fortzuführen. Für all mein Tun aber wird daS Wohl meines teuren Volkes die Richtlinie bilden." Roald Amundsen darf norwegisch reden. ' Der preußischen Regierung scheint die abfällige Be- urteilung, die das Verbot des Amundsenschen Vortrags in der ganzen nichtchauvinistischen deutschen Presse, besonders aber im ganzen Auslande gefunden hat, doch etwas sauer auf- gestoßen zu sein: denn der preußische Minister hat kurzweg das Verbot des Regierungspräsidenten in Schleswig zurück- genommen und diesen angewiesen, dem Vortrag Roald Amundsens in norwegischer Sprache über seine Entdeckung des Südpols keine Hindernisse in den Weg zu legen. Da für diese Korrektur des Verhaltens des Schleswiger Regierungspräsidenten eine Begründung angebracht ist, so hat man herausgefunden— was übrigens von vorn- herein fe st st and— daß das Verbot deshalb juristisch unhaltbar ist, weil es mit einer Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts im Widerspruch steht, der zufolge der be- kannte Sprachparagraph des Reichsvereinsgesetzes auf wissen- schaftliche und künstlerische Vorträge keine Anwendung findet. Interessant ist übrigens die Art und Weise, wie die „Nordd. Allg. Ztg." die Aufhebung des Verbotes mitteilt. Sie schreibt lakonisch: „Wie wir erfahren, hat der Regierungspräsident in Schleswig den Gebrauch der norwegischen Sprache bei dem vom Polar- forscher Roald Amundsen in Flensburg geplanten Vortrag auf Anweisung des Ministers des Innern gestattet." Fast scheint es, als schäme man sich doch in gewissen sog.„maßgebenden Kreisen" des Verbotes. Ein„liberales" Organ. Das„Hamburger Frcmdcnblatt", das sich„liberal" und „freisinnig" nennt, mußte kürzlich eines„technischen Versehens" wegen seine illustrierte Beilage ausfallen lassen. Was die mannhafte Redaktion„technisches Versehen" nannte, bestand darin, daß sie bei der letzten Ersatzwahl auch das Bildnis des sozialdemokratischen Kandidaten veröffentlicht hatte. Sie erhielt dafür vom Verleger einen fürchterlichen Rüffel und die ganze Auflage von 60 000 Exemplaren wurde des „technischen Versehens" wegen vernichtet. Die Angestellten mußten sich sogar einer Leibesuntersuchnng unterziehen, da- mit nur keins der gefährlichen Exemplare in die Außentvelt geriete, wo es das„technische Versehen" hätte verraten können. Ein derartiger Vorfall erregt natürlich einiges Interesse für ein Organ und seine mannhafte und charakterfeste Leitung. Und siehe da, der„technischen Versehen" gibt es mehr. In der letzten Woche hat die ganze Kulturwelt sich über die Maß- regelung des Südpolentdeckers Amundsen entrüstet. Selbst die offiziöse„Kölnische Zeitung" hat von der preußischen Regierung Rechenschaft verlangt. Es sind eigent- lich nur die„Post" und die„Deutsche Tageszeitung", die den Mut gehabt haben, den Regierungspräsidenten zu Schleswig in Schutz zu nehmen— abgesehen vom„Hamburger Fremden- blatt". Es schreibt: „Darob süber das Verbot) natürlich große Entrüstung. Wozu Frithjofstatuen usw.(?!) Wir teilen diese Aufregung nicht. Denn die Dänen selber find ti, die jede denkbare Gelegenheit öffent- licher Verherrlichung ihreSJdiomS zu einer politischen Kund» gebung machen. Unterschiede darin kann also die Regierung nicht machen. WaS einem dänischen Politiker oder Sänger recht ist, muß auch dem Polarreisenden billig sein. Wer.klug ist und taktvoll, setzt sich eben einem Verbot gar nicht erst aus. Und einö ist doch sicher auffällig: Wenn Herr Amundsen heute deutsch erzählt, warum nicht auch morgen? Verstehen tut ihn deutsch jeder, dänisch nur ein kleiner Bruchteil in Flens- bürg. Aber die Sache ist eben die, daß die Dänen mit allen Mitteln versuchen, Präzedenzfälle für eine Durchbrechung des V er e ins g es e tz e S zu schaffen. Wenn Herr Amundsen Unannehmlichkeiten hat, muß er sich also bei ihnen bedanken. Die Regierung kann schlechterdings Ausnahmen nicht machen, solange die schließlich« Macht und Schutzorganisation der herrschenden Klassen vergiftet und geschwächt haben. Das aber ist das geheime Ideal der Junker und bewußt oder unbewußt auch das Ideal der bürgerlichen Frieden»- und Ab- rüstungsapostel. In kleinen, lediglich aus Berufsmilitär bestehenden Armeen erhalten sich die Privilegien des Adels und der Bourgeoisie leichter, sie find ein reineres Gefäß des Herrn und zur Nieder- Haltung des inneren Feindes besser geeignet als die modernen Massenheerc. Gegen schlechtbewafsnete Rebellen sind nur gute Ge- lvehre und Kanonen nötig: hat man die, so ist die Ueberlegenheit gesichert, und zwar nicht desto mehr, je größer die Zahl der zu Ge- böte stehenden Truppen ist, sondern desto mehr, je verläßlicher diese sind. Dies ist auch offenbar der Grundgedanke der Friedens- Propaganda des Zaren Nikolaus gewesen, der ja zweifellos von jeher ein ganz ehrlicher FriedenS-reund gewesen ist, weil er in- stinktiv begriffen hat, daß die Weiterentwickelung der russischen Armee in den durch das international« Wettrüsten vorgeschriebenen Bahnen ihren Charakter al» ausschließliches Gewaltinstrument de» Zarismus arg gefährdet. Ebenso wie es verfehlt wäre, dem Militarismus solche Forde- rungen entgegenzusetzen, die auS der Studierstube bürgerlicher Ideologen oder gar aus den Berechnungen bürgerlicher Schlaumeier stammen, ist es auch verfehlt, den Kampf gegen den Militarismus auf dem moralischen Gebiete zu führen und das Proletariat zum Träger einer Gesinnung zu stempeln, die das Gewaltprinzip, das im Kriege zum Ausdruck kommt, in ganz besonderer Weise ver- abscheut. Ter Abscheu vor dem Kriege ist keine Klasscneiacntüm- lichkeit des Proletariats, er hat in jeder Ethik seinen Platz, selbst in der ganz wilder Völker, deren Existenz auf brutalste Gewalttat gestellt ist. Das schrecklichste Kriegervolk Nordamerikas, das Volk der Irokesen, erklärte, mit all seinen Greueltaten nichts anderes zu erstreben als die Pazifikation feines Gebietes und damit einen Zu- stand ewigen Friedens. Man braucht es auch durchaus nicht für Heuchelei zu halten, wenn bedeutende Kricgsmänner wie Mottle starke Worte gegen den Krieg gesprochen haben. Dagegen wäre es doch ein wenig Heuchelei, wenn man darauf hinweisen wollte, daß in der Ethik anderer Klassen neben dem?lbscheu vor dem Kriege auch die Verherrlichung bei kriegerischen Heldentums ihren Platz findet, weil ja dafür daS Proletariat da» unter Umständen nicht minder blutige und gewalttätige revolutionäre Heldenum mit Recht feiert. Man wirb auch wenig Glauben finden, wenn man das Pro- letariat als einen weißgekleideten Friedensengel malt und am Ende gar die absurde Vorstellung wecken will, daß der Bankdirektor ein kriegerischer, schwertrassc Inder Raufbold ist, wähcnd der ober- bayerische Flößer oder Holzknecht mit Vorliebe die andere Wang« hinreicht, wenn er einen Streich auf die eine erhalten hat. S« hat Dänen in Schleswig Lei ihrer oft schon kindi- schen Demonstrationssucht beharre n.� Diese Auslassungen stammen zum Teil wörtlich mit dem überein, was schon die„Post" gesagt hat, gehen aber im übrigen weit über alles hinaus, was die kultulfcindliche Re- aktion bei dieser Gelegenheit vorzubringen gewagt hat. Nne derartige Entgleisung wäre vielleicht bei einem den Vorgängen in Nordsckleswig fernstehenden Organ immerhin entschuldbar. Tatsache« aber, daß das„Hamburger Fremdenblatt" von allen deutschen Zeitungen über die politischen Verhältnisse in der Nordmark bisher mit am besten unterrichtet war, und Tatsache ist ferner, daß dieses Blatt bis in die allerneue st e Zeit bei jeder Gelegenheit die ganze Dänenpolitik der Negierung niit einer schärfe verurteilt hat, daß die dänischen Zeitungen beim Nachdruck der Kritik des„Hamburger Fremden- blattes" alle Vorsicht anwenden mußten, wenn sie nicht die hinlänglich große Zahl der gegen sie angestrengten Beleidigungs- Prozesse noch vermehrt wissen wollten. Es bestehen verschiedene Vermutungen über die Ursache, die die Bekehrung des Hamburger Blattes in der Dänenfrage bewirkt hat; uns interessiert sie nicht. Wir wollen nur auch auf dieses„technische Versehen" eines aufrechten und überzeugungstreuen Organs hinweisen, das vielleicht noch weitere Ueberraschungen im Schöße trägt. Ter Hansabund und der Schutz der Arbeitswilligen. Der Jndustrierat des Hansabundes faßte gestern einstimmig eine Entschließung, in der ein v e r st ä r k t e r S ch u tz für die Arbeitswilligen als eine der wichtigsten Auf- gaben des Reichstages bezeichnet und die industrie- und ge- werbefreundlichen Parteien des Reichstages aufgefordert werden, die Initiative zu ergreifen, um einen solchen per- stärkten Schutz herbeizuführen. Kreisratswahlen i« Baden. In den nächsten Tagen werden in Baden die Wahlen für die Kreisversammlungen vorgenommen. Die Sozialdemokratie be- teiligt sich an ihnen nur in einigen Orten, weil das hierfür maß- gebende, indirekte Wahlgesetz für die Parteien zu viel Scherereien hat und weil die Zusammensetzung der Kreisversammlungen doch keine Garantien bietet dafür, daß die vorwiegenden Einflüsse der agrarisch-kapitalistischen Kreise gebrochen werden können. In den Krcisversammlungen sitzen nämlich neben den durch daS Volk gewählten Abgeordneten Vertrerer der Gemeindeverwaltungen und ein weiterer Teil rückt aus den Kreisen der größeren Grundbesitzer ein. Bei der Wahl vor drei Jahren beteiligten sich trotzdem an den Kreisratswahlen die Parteiorganisationen in Pforzheim und Mannheim. Letztere mit dem Erfolg, daß sie sechs Ver- trcter durchbrachten. Dank deren Kritik ist es in Mannheim nun gelungen, eine seit dem Jahre 1864 bestehende Wahldistrikts- einteilung entsprechend der Bevölkerungsverschiebung zwischen Stadt und Land derart umzugestalten, daß jetzt wenigstens bei der Wahl der durch da? Volk zu wählenden Abgeordneten die städtische Bevölkerung nicht zugunsten der Landbevölkerung bc- nachteiligt wird. Durch diese neue Wahlkreiseinteilung wird nun die Mann- heimer Kreisversammlung sich aus 70 Vertretern zusammen- setzen. Bisher waren es nur 37. 34 müssen vom Volk gewählt werden, 2 3 davon in der Stadt iWaimheün, die unserer Partei zufallen dürften. Die Gemeindeverwaltungen delegieren 17, die Städte 7 und die Großgrundbesitzer 9 Vertreter. Aus dem KreiSauSschuß kommen noch 3 Mann hinzu. Voraussichtlich ge- lingt eS unserer Partei, von den durch die Gemeinden zu vergebenden Sitzen noch einige zu erhalten, so daß der Einfluß unserer Ver» treter gestärkt wird. Interessant ist, daß zur Vornahme der Wahl der 23 Mann- heimer Vertreter S12 Wahlmänner gewählt werden müssen. Die Schwerfälligkeit des veralteten Wahlgesetzes ist dadurch derart gut beleuchtet, daß zur Beseitigung desselben nun doch wohl bald feiten» der Regierung ernst zu nehmende Schritte unternommen werden müssen. Die Scharfmacher gegen eine Arbeitslosenversicherung. In Hannover nahm am Freitag die Arbeitsnachweis- konferenz der P ereinig ungder Deutschen Arbeit- geberverbände Stellung gegen die ArbeitSlosenversiche- rung. In der Resolution heißt es u. a.: .Die Versammlung sieht in der Steigerung der Volkswirt- schaitlichen ProdukrionSfähigkeit und in der Vermehrung der gar keinen Sinn, die Friedensliebe des Proletariats ins Ethische oder gar ins Ideologisch« zu verklären, denn sie hat im Grunde auch keinen anderen Wesensinhali als die Friedensliebe des Zaren. DaS Proletariat ist eine kriegerische Klasse, aber eS haßt den Krieg, weil er feine Kreife stört, weil er in seinen Krieg, der auf einein internationalen Schauplatze geführt werden muß, störend und hem- mcnd ingreisl. Dazu kommt allerdings noch, daß die Arbeiterklasse allein vom Krieg hart getroffen wird, und das Ungemach, das er über die Völker verhängt, in ganz anderen Umfange zu spüren bc- kommt als die Bourgeoisie. Für diese gibt eS im schlimmsten Falle materielle Verluste, für das Proletariat aber bedeutet der Krieg Hunger und Elend. Die Arbeiterklasse hat demgemäß ein stärkeres Interesse an der Erhaltung de» Frieden» als das Bürgertum und verabscheut den Krieg mehr als dieses, obgleich der Arbeiter«igent- lich aus härterem Holze geschnitzt ist als der shbaritische Bourgeois und obgleich er sein Leben bei weitem nicht so hoch bewertet wie der sporenklirrende Fabrikantensohn, der als Reserveleutnant herum- stolziert. Die Abneigung des Proletariats gegen den Krieg hat also ökonomische und politische Gründe, die sie zureichend erklären und eS ist daher ganz überflüsstg, beim Arbeiter auch noch eine be- sonders gewalt. und pulverscheue Ouäkergesiunung vorauszusetzen. Diese Voraussetzung widerspricht nicht bloß der gewöhnlichsten Lebenserfahrung, sondern sie würde auch das Proletariat in ein sehr falsches Licht bringen. Mag auch die Praxi» des Klassen- kämpfe» allen gewaltsamen Methoden mit Erfolg ausweichen, fo ist doch andererseits der Begriff der Revolution vom Begriffe der Ge- Walt nicht ganz loszulösen und die unausrottbare Furcht der Gegner vor den Gcwaltmöglichkcitcn, die in der Arbeiterbewegung liegen, ist zweifellos für die Sozialdemokratie ein Machthebel von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Deswegen darf die Friedens- Politik der Arbeiterklasse niemals in ideologische und philantropische Friedensduselei ausarten. Es darf ihr daher im Kampfe gegen den Militarismus nicht um die Betätigung von HumanitatSidealen gehen, vor denen alles kriegerische Wesen ein Greuel ist, sondern um die Eroberung der Wehr- und Waffenmacht im Staate, um die Demokratisierung der Wehrhaftigkeit. Der Sinn für die Wehrhaftigkeit, den dieses Streben vorausfetzt, ist im Pro- letariat trotz der viel verbreiteten FriedenSideolomen in hobem Maße vorhanden. Das lehrt nicht bloß die Geschickte der Revolu- tionen, sondern auch di« Betrachtung der in friedlichen Formen ge- führten Klassenkampfe. Ob sich Kämpferinsrinkte durch da» Schwert betätigen oder durch leidenschaftliche Agitationen, macht im Grunde keinen Unterschied, denn die psychologische Wurzel des Verhaltens ri" be'be11 Sollen dieselbe. Auch im Klassenkampfe bildet kriege- msche Gesinnung und Wesensart den Hauptantrieb und gewisser- maßen da, Garungsferment. Arbeitsgelegenheit den wirksamsten Weg zur Eiuschränlung der Arbeitslosigkeit und ist überzeugt, daß eine Arbeilslosenversicherung die Steigerung der Produktivität erheblich erschweren müßte. Die Unternehmerschaft muß. nachdem soeben erst die ReichsversicherungS- ordnung und das Reichsgesetz über die Angestelltenversicherung ihr namhafte Opfer auferlegt haben, die Uebernahme weiterer, aus einer Arbeilslosenversicherung ihr zugemuteten Lasten ablehnen. Die Kon- ferenz warnt auf daS nachdrücklichste vor den für die Volkswirtschaft verhängnisvollen Folgen, die auS einer Ueber'pannung des Ver- sicherunzSgedankens und einer immer weitergehenden Verminderung der Selbstverantwortlichkeil sich ergeben. Sie wendet sich endlich entschieden gegen die Förderung des sogenannten G e n t e r Systems, weil dieses eine einseitige Stellungnahme zugunsten der der Arbeiterschaft feindlichen Kampfgewerkschasten der Arbeiter bedeutet. Aus diesen Gründen bedauern die Arbeitgeber auf das lebhafteste die Stellungnahme der kgl. Bayerischen Staatsregierung, die in mehrfachen Erklärungen diese Versicherungseinrichtung empfohlen und gefördert hat." Das Problem, Krisen und Arbeitslosigkeit bei der gegen- wärtigen Produktionsweise zu beseitigen, hat noch niemand lösen können. Trotz der raschen Steigerung der Produktions- fähigkeit ist die Arbeitslosigkeit noch immer gestiegen. Um das Arbeitslosenelend zu mildern, bleibt also nur der Weg der Versicherung. Die Befürchtungen, daß eine solche Versicherung die volkswirtschaftliche Produktivität hemmen könnte, sind auch vor Einführung der schon bestehenden Versicherungs- gesetzgebung laut geworden, und die tatsächliche EntWickelung hat sie als nichtig erwiesen. Auch von der Arbeitslosen- Versicherung sind keine verhängnisvollen Folgen zu erwarten. Vielmehr wird die Beseitigung der materiellen und geistigen Schäden, wie sie heute durch die Arbeitslosigkeit eintreten, auch der wirtschaftlichen EntWickelung zugute kommen. Gegen das„Kartell der schaffenden Stände". Vom Reichsdeutschen Mittelstandsverband ging das Liebes- werben um die Gunst der Großindustriellen und der Agrarier aus. Ob schon ein festes Kartellverhältnis zum politischen Zusammengehen dieser drei durch wirtschaftliche Interessengegensätze getrennten Gruppen zustande gekommen ist, das weiß man noch nicht mit Sicherheit. Aber darüber herrscht kein Zweifel, daß die Werbung des Mittelstandsverbandes beim Bunde der Landwirte und auch beim Zcntralverband der Industriellen warme Sympathie gefunden hat. Da» Bündnis ist zwar eiw durchaus unnatürliches, denn die Großindustrie und das Großagrariertum würden ja ihre eigenen Interessen schädigen, wenn sie den Mittelstand in seinen Wirtschaft- lichen Forderungen unterstützten. Wenn aber die Vertreter des Mittelstandes kurzsichtig genug sind, sich ihren natürlichen Gegnern an den Hals zu werfen, warum sollten diese die Wahlhilfe der Mittelständler nicht lächelnd annehmen. Der Erkenntnis, daß der Mittelstand in einem Kartell mit Agrariern und Großindustriellen verraten und verkauft sein würde, kann sich denn auch ein Teil der Angehörigen des Mittelstandes selbst nicht verschließen. Die Berliner Gruppe der Deutschen Mittel- standSvereinigung hat am Freitag in einer Protestversammlung gegen die Arbeitsgemeinschaft mit dem Bund der Landwirte und dem Zentralverband der deutschen Industriellen Stellung ge- nommen. Obermeister R a h a r d t las seinen Klasscngenossen im Reichsdeutschen Mittclswndsverband den Text, weil sie sich so weit wegwerfen konnten, um das unnatürliche Bündnis mit den beiden anderen Kartellbrüdern einzugehen. Jene Leute— sagte Herr Rahardt— haben es uns zum Vorwurf gemacht, daß wir uns für den Hansabund erklärten. Sie sagten damals, ein Zusammen- gehen mit der Industrie könne es nicht geben, und jetzt haben sie selbst den Industriellen und den Landwirten das Bündnis ange- boten. Rahardt lehnte für sich und seinen Anhang den Beitritt zu dem..Kartell der schaffenden Stände" mit der größten Eni- schiedenheit ab. Er sieht ein, daß der Mittelstand von der Groß- industrie nichts Gutes zu erwarten hat und dem Bund der Land- Wirte macht er den durchaus begründeten Vorwurf, daß er durch seine Politik der Lebensmittelverteuerung die Ursache zu Lohn- bewegungcn gegeben habe, als deren Folge die Handwerksmeister höhere Löhne zahlen müßten. Unnatürlich sei da? Bündnis auch deshalb, weil die politische Vertretung des Bunde» der Landwirte, die Konservativen, gegen eine Aendcrung des preußischen Wahl- rechts sind, während der Mittelstand das geheim« Wahlrecht ver- lange, um dem durch die öffentliche Abstimmung ermöglichten Boykott von oben und unten zu entgehen. Der nationalliberalc Reichstagsabgeordnet« Freiherr von Richthofcn unterstützte in einer längeren Diskussionsrede die gegen das Kartell gerichteten Ausführungen Rahardt». Sehr begreiflich, denn Herr von R i ch t h o f e n möchte die Mittelständler dem Hansabunde erhalten. Das Ergebnis der Versammlung war die Annahme einer Re- solution, gegen die nur ein Versammlungsteilnehmer stimmte, ein kleiner Kaufmann, der sich für das Kartell erklärt hatte. Die meisten Versammlungsbcsucher waren Handwerksmeister, die meist kein anderes als ihr geschäftliches Interesse kennen und der Ar- beiterbewegung feindlich gegenüberstehen. Die angenommene Resolution lautet: „Die in der Neuen'Philharmonie versammelten Angehörigen dcs erwerbstätigen Mittelstandes erklären, daß der Bei- tritt de» Reichsdeutschen Mittelstandsverbandes zum Leipziger ..Kartell der schaffenden Stände" der Aufgabe einer Mittel- standSverirciung widerspricht, da sie den Kamps nach oben und nach unten, nicht bloß nach unten, zu führen hat. Ferner er- blicken sie in diesem Kartell auck an sich eine schwer« Gefahr für den Mittelstand, weil seine berechtigten Interessen dabei notwendig vernachlässigt, die Lebenslage noch weiter verteuert und die Jntercssenkämpfc der ErwcrbSstände unnötig verschärft werden. Spionageprozcff. Da» Reichsgericht verurteille den Kaufmann Morkowsli aus Tborn zu drei Jahren Zuchtbau», den Kaufmann Wroblewski au» Warschau. zu zweieinhalb Jabren Zuchthaus und den HandlungS- geh Ifen wollmann aus Warschau zu zwei Jabren ZuchihouS: ferner alle drei Angeklagte zu je fünf Jahren Ehrverlust DaS Ge- richt hat als �erwiesen erachiet. daß WroblrwSk« und Wollmann, beide russische Sraatsbürger, seil Januar 1913 gegen eine Entschädi- gung von se 50 Rubeln monatlich im Dienste des russischen Nach- richlenbureaus standen. Am 8. Februar haben sich beide bei Mar» Iow»I> eingemietet, der sie auf ihren Wunsch mit einem Kasernen« Wörter bekannt machte. Dieser ging zum Tckein auf die Anträge der Ruüc» ein und verschaff:« ihnen ein von ihnen gewünschtes Ge- mehiichloß, worauf die Verhaftung der drei Angeklagten er» folgte. Die Verhandlung kand unter Ausschluß der Oeffentlich- keit statt.__ Der gnechifcb-türhircbe friede vor dem Hbfcbluß. Wien, 8. November. Wie der„Neuen Freien Presse" aus Koiistantinopel gemeldet wird, bat der Minister des Innern den Korrespondenten des genannten Blattes zu der Meldung ermächtigt, daß griechisch-türkische Differenzen nicht mehr beständen. Entsprechende In- struktionen seien an die türkischen Dskegierten abgegangen, der Friede werde noch im Laufe der Woche unter- zeichnet werden._ Oerterrdcb. Der dcutschnationale Zustizminister. Eine gepfefferte Interpellation haben die Wiener sozialdemokratischen Abgeordneten im österreichischen Abgeordneten» Hause wegen des Tadclsvdtums des Justizministers gegen einen zu wenig offiziersdienerischen Richter eingebracht. Sie fragen die Ge- samtregieruny wegen dieser den Verfassungseid ver- letzenden Antastung der richterlichen Unabhängigkeit, was sie zu diesem..s ch a m l o s c n U e b e r g r i f f" dcS Justizministers Dr. v. Hochenburger sage, ob sie sich mit dem eidbrüchigen Mann solidarisch erkläre, der sein Amt zur Verletzung der Staatsgrund- gesetze mißbrauche, ob sie die Schuld des Justizministers auf sich nehme oder ob sie die Krone um die Enthebung des Justizministers von seinem Amte bitten wolle! Italien. Die dem Vatikan verpfändeten Abgeordneten. Rom, 6. November.(Erg. Ber.) Das offizielle Organ des Vatikans, der„Osservatore Romano", rückt auf einmal mit der Zahl der Abgeordneten heraus, die, um die Stimmen der Klerikalen zu erhalten, den berüchtigten„Pakt Giolitti" unter- zeichnet und sich darin verpflichtet haben, gegen ein Gesetz für die Ehuscheidung und für die Wiedereinführung des Religions- Unterrichts in der Volksschule einzutreten. Es sind dies nicht weniger als 228 von den 508 Ab ge. ordneten der italienischen Kammer. Diese Enthüllung— und um eine solche handelt es sich zweifellos auch für die Regierung— zeigt mit größter Deut- lichkeit, daß man mit der neuen Kammer nur regieren kann. wenn man entweder die Klerikalen oder die Sozialisten auf seiner Seite hat. Dies bestätigt den ersten Eindruck, den wir von der neuen Kammer hatten, daß sie nämlich nicht einem Mischmasch-Ministerium nach dem Vorbild Giolittis Lebens» Möglichkeit bieten kann. Ein Kabinett, das mit ihr fertig werden will, muß entweder klerikal-konservativ oder ausge- sprockien radikal sein. Interessant ist, daß der„Osservatore Romano" hinzufügt. daß durch die klerikale Unterstützung über 100 sozialistische und republikanische Kandidaten unterlegen sind, daß ohne sie allein rund 200 Soziali st en und Republikaner der neuen Kammer angehören würden. Diese Bemerkung zeigt, daß sich die Klerikalen durchaus als Retter von Ordnung und Besitz fühlen und einen entsprechenden parlamentarischen Einfluß beanspruchen. Sie werden also durchaus nicht geneigt ein, sich in eine untergeordnete Stellung herabdrücken zu sen. Eine 169 Mandate zählende äußerste Linke und 228 n Klerikalen verschriebene Abgeordnete— das ist das Er- gebnis der Giolittischen Politik, die die Parteien aufheben und eine nach persönlichen Kriterien ausgewählte Mehrheit stellten sollte!_ Letzte Nachrichten« Lloyd Georges Agitation gegen das Rüstungsfiebcr. London, 8. November.(W. T. 50.) Lloyd George hielt in Middlesborough eine Rede, in der er den Entwurf einer städtischen Bodenreform skizzierte und auch auf die Rüstungen zu sprechen kam. Er sagte, es würde besser für Deutschland, England, Frankreich und Rußland sein, wenn sie ihre Ausgaben für die Rüstungen in die Nordsee werfen würden, alt daß sie sie für die fürchterlichen Maschinen und Werkzeuge zur Menschenschlächterei verwenden. Ein Land allein könne das nicht tun, aber, alle zusammen könnten es, besonders wenn sie sich von gewissen Zeitungen frei machen würden. Wenn dieses Geld für soziale Reformen verwendet würde, so würde ein neues England erstehen. Die griechisch-türkischen Verhandlungen. Athen, 8. November.(W. T. B.) Da die türkischen Delegier» ten den Minister de? Aeuheren P a n a S benachrichtigten, daß sie die erwarteten Instruktionen erhalten hätten, hatte P a n a S für heute nachmittag eine Sitzung zur Wiederaufnahme der türkisch-griechi- schen Friedensverhandlungen anberaumt. Zuvor bestand er darauf» daß ihm die kategorische Versicherung gegeben werde, daß die er» ivarteten Instruktionen sämtlich eingetroffen wären, um jede neue Verzögerung zu vermeiden. 5Ran glaubt zu wissen, daß G h a l i b bei dem Minister des Aeußcren eine Note über alle Gegenstände vorlegen wird, über die die Anschauung der Pforte von der der- griechischen Regierung abweicht. Zu den Punkten, über die eine Meinungsverschiedenheit besteht, gehört die Forderung der Türkei, daß die griechische Regierung nicht allein den TekeS und Moscheen. sondern auch denjenigen Privatpersonen, die bisher von Wakus- einnahmen gelebt haben, eine Unterstützung gewähre. Unterstützung Hucrtas mit englischem Geld. Mexiko, 8. November.(W. B.) Wie die„Associated Preß" meldet, habe Huerta genügend britisches Kapital erlangt, um die Regierung bis Ende November führen zu können, die Gelder sollen durch die Bemühungen Lord Cowdrays, des Leiter? des Pearson- Syndikats, beschafft worden sein. Die Finanzlage gilt als etwas gebessert. Einige Banken geben Silber aus.— Unter den Besuchern LindS befindet sich der Bischof von Mexiko, sowie General Gonzales, einer der ältesten Offiziere der mexikanischen Armee, der kürzlich zurücktrat. Noch ein Opfer der Eisenbahnkatastrophe in Frankreich. Melun, 8. November. sW. T. B.) Unter den Trümmern deS verunglückten Zuges wurde der Oberkörper eines KindeS gefunden» damit erhöht sich die Zahl der Opfer auf 41. Zwei weitere Todesopfer in EHolet. Paris, 8. November.(P, C.) Die Vergiftung Sa fföre in EHolet hat weiter« Opfer gefordert. Zwei der vergifteten Hochzeitsgäste, unter ihnen der Bruder der beiden jungen Ehemänner, sind ge- starben. Tie Zahl der Toten beträgt jetzt neun. Die übrigen Er- krankten befinden sich nach wie vor in Lebensgefahr.. Die Aufregung im ganzen Städtchen ist ungeheuer. Ein Antomobilverbrechen. Lille, 8. November. Ein Verbrechen, daS an die Schreckenstaten der Automobilapachcn erinnert, ist hier begangen worden. In einem Abflußgraben hat man die von Rcvokverkugeln durchbohrte Leiche eine» AutomobildroschkenführerS gefunden. Sein Automobil war verschwunden. Man nimmt a», daß er von unbekannten Fahr- gasten ermordet worden ist, die sich zu irgendwelchen Zwecken seines Automobils bedienen wollten. Die ganze Polizei der Umgebung ist alarmiert Word««. ffw öefjp günstige Qelegenbeit-— wr empfehlen zum Gm- für WeibnaQts' gesQenke! ❖ Jn faß allen Abteilungen f) et vorragend preiswerte Artikel ❖ kauf die Vormittagsstunden! Taghemd Einige selten günstige Angebote: Damen-Wäsche Beinkleid 85 p,. Enorm billig! gute Stoffe, Prima- Verarbeitung, alle Preislagen mit Stickerei-Garnierungen Taghemden und Kniebeinkleider*Pf Enorm billig! 85« 1.15 1.45 1.85 Nachthemden 2.35, 3.50, 4.75, 5.50 Weißwaren oooooooooooooooooooo 25 Pf. Stickerei- u.Spachtelkragen Jackett- und Blusen-Kragen yic Tüll-, Spachtel und Pikee, durchweg Pf. Pikeekragen rund und* c sc Matrosenform........ O«? Pf. 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Sonntagnachmittag 3 Uhr: Prosessor Bernhard!. Abends: Pygmalion. Montag: Pygmalion. Dienstag: Peer Ahnt. (Anfang 71,', Uhr.) Miltwoch; Pygmalion. Donnerstag: Peer Gynt.(Ansang T'/j Uhr.) Freitag bis Montag: Pygmalion.(Ansang 8 Uhr). Berliner Theater. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Bummclstudenten. Abends und allabendlich: Wie einst im Mai.(Ansang 8 Uhr.) Theater in der Königgräher Strasse. Sonntag. Montag und Dienstag: Die Kronbraut. Mittwoch: Die fünf Franksurter. Donnerstag: Brand.(Ansang 71/, Uhr.) Freitag bis Montag: Die Kronbraut.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3'/« Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Allabendlich: Die heitere Residenz.(Ansang 8 Ubr.) Deutsches Opernhaus. Sonntagnachorittag 3 Uhr: Der Freischütz. Abends: Undine. Montag: Der Troubadour. Dienstag: Undwe. Mittwoch: Das Nothcmd. Donnerstag: Undine. Freitag: Fidelio. Sonnabend: Das Nothemd. Sonntag: Die Jüdin. Montag: DaS Nothemd.(Anfang 8 Uhr.) Koinödienhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Filmzanber. Allabendlich: Hinter Mauern.(Anfang 8 Uhr.) Künstler« Theater,«onntagnachmittag 3 Uhr: Der Biberpelz. AbendZ: Hannetes Himmelfahrt. Der zerbrochene Krug. Montag und Dienstag: Hanncles Himmehahrt. Der zerbrochene Krug. Mittwoch: Das Prinzip. Donnerstag: Der Biberpelz. Freitag: HanneleS Himmel- fahrt. Der zerbrochene Krug. Sonnabend: Die Affäre.(Ansang 7'/, Uhr.) Sonntag: Die Affäre.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Unbestimmt. Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Majolika. Bis auf weiteres allabendlich: Im grünen Rock.(Ans. 8 Uhr.) Theater des SSestenS. Sonntagnachnnttag Uhr: Der Bebe Zluguilin. Allabendlich: Polenblut.(Ansang 8 Uhr.) Thalia-Thearrr. Allabendlich: Die Tangoprmzesfin.(Ansang 8 Uhr.) Freitagnachmittag 3 Uhr: Aschenbrödel. Residenz> Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Frau Präfi- dcntin.?lllabendlich: Hoheit— der Franz.(Ansang 8 Uhr.) Trianon- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Liebe wacht. Allabendlich: Seine Geliebte.(Ansang 8 Uhr.) Srdiller-Theater<». Sonntagnachmittag 3 Uhr: Freiwild. AbendS: Jugciidsrcunde. Montag: Zwei Wappen. Dienstag: Wenn der neue Wein blüht. Mittwoch: Jugcndireunde. Donnerstag: Wenn der neue Wein blüht. Freitag: Jugendfreunde. Sonnabend: Wenn der neue Wein blüht. Sonntag: Wenn der neue Wein blüht. Montag: Hasemanns Töchter.(Ansang 8 Uhr.) Schiller• Theater Eharlotteuburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchseid. Abends: Rosenmontag. Montag: Die Jung- sran von Orleans. Dienstag: Rosenmontag. Mittwoch: Die Jungfrau von Orleans. Donnerstag: Rosenmontag. Freitag: Die Jungfrau von Orleans. Sonnadend: Rosenmontag. Sonntag und Montag: Die Jung- jrau von Orleans.(Ansang 8 Uhr.) Luisen- Theater. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Die Allwördens. Abends und Montag, Dienstag, Mittwoch: Hvpsenrats Erben. Donnerstag: Der Hüttcnbesitzer. Freitag: Bvn Stufe zu Stusc. Sonnabend: Hopjenrats Erben. Sonntag: Kasernenlust. Montag: HopsenratS Erben.(Ansang S'l, Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Liebelei. Abends, Montag bis Donnerstag: Bclmde. Freitag bis Montag: Gesinnung.(Ansang 8 Uhr.) Neues Bolkstheatcr.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Mudder Mcws. AbendS: Mudder Mcws. Montag: Die Siebzebn- jährigen. Dienstag und Mittwoch: Der ledige Hos Donnerstag: Di« Siebzehnjährigen. Freitag: Der ledige Hof.(Ansang 8>/, Uhr.) BÜnlhalla- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Allabendlich: Der Liebesonkcl.(Ansang 8>/, Uhr.) MontiS Operette»- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Bogelhändler. Allabendlich; Die ideale Gattin.(Ansang 8 Uhr.) Rose- Tbearcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Othello. Allabendlich: Im weißen Röhl.(Ansang 8'/, Uhr.) Tdearer am Nollendorsplass. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Orpheus in der llntcnvelt. Abends uiid allabendlich bis Donnerstag: Der lachende Dreibund. Freitag: Der Mikado.(Ansang T/, Uhr.) Sonnabend, Sonntag und Montag: Der Mikado.(Ansang 8 Uhr.) Urania-Theater. Sonntag: Mit dem»Imperator" nach New Jork. Montag: 1ö Jahre bei den Schioarzstlß-J.idianern. Dienstag: Die Ent- Wickelung beS Menschen. Mittwoch: Mit dem Imperator nach New Jork. Donnerstag: IS Jahre bei den Schwarzfutz-Jiidianern. Freitag, Sonn- abend und Sonntag: Mit dem Imperator nach New Jork.(Anfang 3 Uhr.) Montag unbestimmt. Gebr. Hcrrnseld. Theater. Allabendlich: Was sagen Sie zu Lei- busch? I(Ansang 8 Uhr.) Kasino-Tbratcr. Somitagnachmittag 4 Uhr: Mutterliebe Allabend» sich: Ferdinand der Tugendhaste.(Anfang 8 Uhr.) Folies<5aprire. Allabendlich: Ritter Baldrian. Mißgeburt. Adaptiv- lind.(Ansang 8'/. Uhr.) Friedrich-Wilhelmstiidtisches Theater. Allabendlich: Variets-Licht- spiele.(Ansang 8 Uhr.) Metropot. Sonnlagnachmittag 3 Uhr:'S Rullerl. Allabendlich: Die Reise um die Welt in 40 Tagen.(Ansang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich Spezialitäten.(Anfang 8 Uhr.) Reichshallen-Theater. sonntagnachmittag 3 Uhr: Stettiner Sänger. Allabendlich; Stettiner Sänger.(Ansang 8 Uhr. Sonntags 7'/, Uhr.) Zirkus Busch. Sonntag nachmittag 3>/, Uhr: Galavorstellung. Allabendlich: Galavorstellung.(Ansang 71/, Uhr.) Zirkus Schuinan». Sonntag nachmittag 3'/, Uhr: Galavorstellung. Zlllabendlich: Galavorstellung.(Anfang 7>/, Uhr.) Admiralspalast. EiSoallett; Die lüstige Puppe.(Ansang S Uhr.) WitterungSübersicht vom 8. November 11)13. Stallone» V'it ||if Swinemdc. 7SHS Hamburg 76öi«SW Berlin>757 3 Franks. a.M 760 SW München 761|g® Bettn Wien ! 759 NW 2 wolkig 2 Regen 1 wolkig t wollig sjbedeckt 3Regen »» *" h ti tj i it 2 6 Wetterprognose für Sonntag, den S. November ISIS. Biellach nebelig oder wolkig, am Tage ziemlich mild bei mäßige» südwestlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner D«tterbnren». A. WERTHEIM vvvvwpsinmwiPMw«�, «■vom Iii Kleiderstoffe p 1 i P m WW Montag bis Mittwoch: Extra-Preise Blusenstoffe»tr 95». 1.15 Oreptelme Halbseide, ca.1 tOcm q Q/\ breit, für Gesellschaftskleider... Mtr- O*«/ vJ l\�£lIlt0lsto£F6 mit karierter A tyj* Rückseite, ca. 130 cm breit.... Mtr. 4« I sind Sie. wenn Sie sich vor Gründung od. bei Streitigkeiten in0n»�4-an den Speziallsten Dr.|r. Lorenz. licrlln 2(» aitschlncrStr. 100 wend. Tel.. MpLSb'.tk Wir schwören auf Qrimni& Triepel. Es ist doch der beste Kautabak. Kerantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den gnseratenteil verantw.: Tb. Glocke, Berltn. Druck u. Verlag: Vorwärt« Luchdruckerei u. Verwgsanstalt Paul Singer u. Co, Berlrv SW. itm z«?«h's"» 2. geilügc iics„Pormiirtö" Polliölilntt 19,� linttwocl), den 12 Zu den Stadtverordnetenwahlen. Iu Berlin finden heute von 10 Uhr vormittags bis « Uhr nachmittags in 17 Bezirke» Stadtverordneten- Wahlen statt. Jeder Wähler ist verpflichtet, sein Wahlrecht auszuüben und zwar im Sinne der Sozialdemokratie! « Die Zentralwahlbureaus für die einzelneu Kommunal- Wahlbezirke find folgende: 7. Wahlbezirk bei Petermann, Gneisenaustr. 45. Fernsprecher Amt Moritzplatz 540. 8. Wahlbezirk bei Meier, Dieffenbachstr. 54. Fernsprecher Amt Moritzplatz 13172. !>. Wahlbezirk bei Wählisch, Skalitzer Str. 22. Femsprecher Amt Moritzplatz 12542. 16. Wahlbezirk bei Hoffmann, Königsbcrgcr Str. 28. Fem- sprecher Amt ttönigstadt 6192. 22. Wahlbezirk bei Detert, Palisadcnstr. 52. Fernsprecher Amt Königstadt 6355. 26. Wahlbezirk bei Brandschädel, Lothringer Str. 161. Fem- sprecher Amt Norden 16624� 27. Wahlbezirk bei Dobrohlaw, Swinemiinder Str. 11. Fem- sprecher Amt Norden 10271. 29. Wahlbezirk bei Rochaus, Schliemannstr. 39. Fernsprecher Amt Norden 2187. 36. Wahlbezirk bei Grünberg, Rodenbergstr. 8. Fernsprecher Amt Norden 3734. 31. Wahlbezirk bei Bachgänger, Schivelbeiner Straße 23. Fernsprecher Amt Norden 8854. 32. Wahlbezirk bei Gliesche, Kopenhagencr Straße 74. Fem- sprecher Amt Norden 2472. 33. Wahlbezirk bei Hofstnann, Swinemünder Straße 47. Femsprecher Amt Norden 10942. 34. Wahlbezirk bei Henkel, Stralsunder Str. 17. Fernsprecher Amt Norden 8353. 37. Wahlbezirk bei Faber, Stephanstraße 11. Fernsprecher Amt Moabit 930. 38. Wahlbezirk bei Püschel, Thomasiusstr. 18. Femsprecher Amt Moabit 7592. 41. Wahlbezirk bei Lausch, Brcdowstr. 35. Fcmsprecher Amt Moabit 7367. 44. Wahlbezirk bei Bahr, Badstraße 44. Femsprecher Amt Moabit 2448., * Tie Wähler der 1. und 2. Abteilung bereinigen am. Montag bezw. Dienstag ihre Stimmen auf den Stadtverordneten Hugo Heimann. » Ein letzter Appell an die Wähler. Äon einem Wahlkampf zu der diesmalige» Stadlverordneten- Wahl war nichts zu spüren. Das lag an den Freisinnigen, die einer offenen Aussprache aus dem Wege gingen und dort, wo für sie noch etwas zu erhoffen ist. lieber auf„unterirdischem' Wege arbeiteten. Ihre Sünden sind zu grotz, um mit gutem Gewissen vor eine Ber- sammlung von werktätigen Männern und Frauen hintreten zu können. Unsere Vertreter ini Roten Hanse, die überzeugt davon find, immer ihre Pflicht im Interesse der ärmeren Bevölkerung getan zu haben, sind dagegen öfter in deren Mitte zu sehen gewesen. Und wenn sie die.Heldentaten' der Caffel und Konsorten in das rechte Licht rückten, dann bewies ihnen der Beifall der Erschienenen, datz die AuSerwählten des Dreiklassen- Wahlrechts, die unsere komniunale Politik noch beherrschen, nicht das Vertrauen der Ootzen Bevölkerung genießen. In sechs Versamm- lungen, die sich am Freitag zum letzten Mal vor der Wahl mit den Freisinnigen beschäftigten, rechneten unsere Redner noch einmal kräftig mit ihnen ab. Es war ihncir ein leichtes, den voll Unwahrheiten und Verdrehungen strotzenden Inhalt der Flug- blälter unserer Gegner zu zerpflücken. Mit knappen Strichen zeichneten sie ein Bild von den Kämpfen im Rathause zwischen der Sozialdemokratie und den Vertretern des Bürgertums. Bor allem aber warnte» sie davor, sich in Sicherheit wiegen zu lassen. Es komme nicht nur darauf an, die innegehabten Mandate zu behalten, sondern auch durch eine möglichst hohe Stimmenzahl das Bollwerk des DreiklassenhaufeS zu erschüttern. In den drei Bezirken der dritten Abteilung, die sich noch nicht im Besitz der Sozialdemokratie befanden, mutz aber jeder einzelne Mann an die Urne gebracht werden, damit cS uns gelingt, auch die letzten bürgerlichen Vertreter aus der dritten Abteilung herauszudrängen._ Partei- Hngdcöfenheiten* Zweiter Wahlkreis. Bezirke 107, 109, 114: Gemeinsamer Zahlabend bei Karl Zemlin, Nostizstr. 63. Vortrag des Genossen Paul Lorenz. Vierter Wahlkreis. Sonntag, den 9. November, abends 6 Uhr: Oeffentliche Versammlung bei Boeker, Weberstratze 17. Tagesordnung: 1. Vortrag des Landtagsabgeordneten Genossen Adolf Hoffmann über:.Der VerzwciflungSlampf der prcutzischen Reaktion'. 2. Diskussion. Resultatvcrkündung von der Stadtver- ordnetenwahl. Grüna«. Mittwoch, den 12. November, abends 9 Uhr, im Restaurant Köpenicker Str. 88: Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen Gehrke über: Die wirtschaftlickie Entwickclung Deutsch- landö. Diskussion und Oertliches. Gäste willkommen. Alt-Glicnicke. Am Dienstag, den 11. d. MtS., findet der zweite Vortragsabend bei Rodcnbusch, Rudower Str. 54, über„Die grohen Utopisten und der wissenschaftliche SozialiSniuS' statt. Der EiiltrittS« preis ist auf 10 Pf. crmähigt. Karten sind bei den Funktionären zu haben. Arbeitslose haben freien Zutritt. Der Zahlabend für den zweiten Bezirk lRndower Stratze) und für den dritten Bezirk sOrtsteil Falkenberg) fällt in diesem Monat aus. Der zweite Bezirk hält seinen Zahlabend am Mittwoch, den 12. d. MtS., bei Nitze, Grünauer Strohe ab. Sonnabend, den 22. d. MtS.: Mitgliederversammlung bei Schäfer, Schirnerstratze. Bohnsdorf. Mittwoch, den 12. November, abends 8>/z Uhr. in Villa Kahl: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: l' Kassenbericht. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Fichtenau(Niederbarnim). Der BildungSauSschutz veranstaltet heute abend S Uhr im»GesellschaftShau»' cmen Volkslieder- November: Zatyabend Abend unter Mitwirkung des LautensängerS Dr. Heinz Schall- Caspary. Der Eintrittspreis beträgt inkl. Tanz 40 Pf. Die Partei- genossen werden um rege Beteiligung ersucht. Rowawes. Mittwoch, den 12. November, abends 8l/t Uhr, im Lokale von Schmidt, Wilhelmftratze 41/43, Versammlung des Wahl- Vereins. Tagesordnung: 1. Ist der Geburtenrückgang eine revo- lutionäre Waffe? Referent Stadtverordneter Genosse Dr. Alfred Bernstein. 2. Geschäftliches. 3. Verschiedenes. Pankow. Am Montag, den 10. November, abends 8'/, Uhr, findet der vierte Vortragsabend im Türkischen Zelt, Breitestr. 1b, über„Einführung in den wissenschaftlichen Sozialismus' statt. Der BildungSauSschutz empfiehlt den Mitgliedern, welche den Vorträgen nicht beigetvohnt haben, diese noch anhören zu wollen. Eintrittsgeld pro Abend 15 Pf. Borsigwaldc-Wittenau. Br.r Donnerstag, den 13. November, abends 8>/z Uhr, in den Borsigwaider Festsälen: Oeffentliche Ver- sammlung. Tagesordnung:„Für oder gegen den Gebärstreik?' Referent Genosse Dr. Alfred Bernstein. Diskussion. Zu dieser Ver- sammlung findet am Dienstag, den 11. November, abends 7 Uhr, eine Handzettelverteilung von den bekannten Stellen aus statt. Heute Sonntag, nachmittags 2 Uhr, in den Borsigwaider Fest- säle», Conradstratze: Oeffentliche Versammlung. Vortrag über: .Jugendschristen und Wandschmuck im proletarischen Heim'. In dem- selben Lokal findet von mittags 12 bis abends 6 Uhr eine Jugend- schriften- und Wandschmuckausstellung statt. berliner Nacbricbtem Hartes Alter. Die Großstadt ist reich an Typen, und leicht sind sie aus der Menge herauszufinden. Allabendlich treffe ich die beiden Alten. Sie wohnen in einem der nördlichen Vororte und fahren mit mir gemeinsani ein Stück der gleichen Strecke. Sie sind ausgemergelt und ausgetrocknet, müssen aber früher einmal bessere Zeiten gesehen haben. Nun hausieren sie in ihren alten Tagen in den Arbeitervierteln der Großstadt. Sie kauft ausgekämmtes Frauenhaar auf, er sucht Füllfederhalter an den Mann zu bringen. Jeder scheint tagüber seinen eige- nen Weg zu gehen. Erst abends treffen sie sich in der Bahn. Biete Begrüßungsworte kennen die beiden Alten nicht. Ein„Na?" oder ein„Nun?"— dann poltert er irgend eine Zahl hervor, die seine Tageseinnahme bedeutet! und sie nnt- lvortct ihm bekümmert mit einem Seufzer. Eine Weile schauen sie sich in die Augen; prüfend, mißbilligend. Dann stiert jedes vor sich hin. Und wieder nach einer Weile holt sie aus ihrer Glanzlcindwandtasche ein Stück Brot hervor, bricht es mitten durch und reicht ihm den einen Teil dar. Mit einem halbunterdrückten Knurren, von dem man nicht weiß, ob es Dank oder Scheltwort sein soll, nimmt er das Essen. Mit dem Kauen werden den beiden aber doch die Lippen gesprächiger. Erst stockend und stoßweise, dann jedoch immer fließender und ausführlicher erzählen sie sich ihre Tages- crlebnisse. Und da hört man dann, wie sie mit ihren alten, müden Beinen unausgesetzt treppauf und treppab steigen mußten. Wie ihnen scheltend die Türen vor der Nase zu- geschlagen wurden, wie man ihnen häufig mit der Polizei drohte. Und wieder ringt sich ein Seufzer aus ihrem Munde. Und er wippt den alten Kopf sorgfälttg-bedächttg hin und her, und beantwortet ihr Seufzen mit einem wehmütigen„Ja, ja!' DaL gelbe Gaslicht des Vorortbahnwagens umflackert die beiden alten Gestalten mit einem tanzenden Schein, daß ihre Augen bald Licht, bald Schatten deckt. Auf ihren welken, zittrigen Händen stehen die Adern in dicken blauen Schnüren. Sein eisgrauer Schnauzbart, aus dem er sich die letzten Brotkrümel gewischt hat, hängt ihm wirr über den fast zahn- losen Mund. Sie sieht ihn mit einem scheuen und sorgen- vollen Blick, in dem noch immer eine große Neigung steckt, von der Seite an.„Wie lange werden sie's wohl noch machen?" Polternd rattert der Zug weiter. Und immer, wenn eine neue Station kommt und die Wagcntüren auf- gerissen lverden, dann taucht urplötzlich die Bahnhofshelle in hren grellen Glanz die beiden alten Runzelgesichter... Arbeitsnachweis und Arbeitslosenversicherung. Unter dem Oberbürgermeister Mermuth beriet gestern eine Konferenz der Groß-Berliner Gemeinden über die Aus- gestallung eines Arbeitsnachweises für Groß-Berlin. Später fand eine zweite Konferenz von Vertretern Groß-Berlins statt, welche den Wortlaut der an den Reichskanzler zu richtenden Eingabe wegen der Einführung einer Arbeitslosenversicherung durch das Reich feststellte._ Aus der Armenpflege der Stadt Berti». Die Armendirektion hat jetzt für das Etatsjahr 1912(1. April 1912 bis 31. März 1913) den Verwaltungsbericht über den ihr vor- behaltenen Teil der Armenpflege erstattet. Ihr Arbeitsgebiet ist hauptsächlich die offene Armenpflege, die Unterstützung mit barem Geld oder mit Lebensmitteln usw., die unter ihrer Lei- tung von den Armcnkommissionen besorgt wird. Ans 191 l hatte die Armendirektion über eine kleine Ermäßigung ihrer Ausgaben und des aus dem Stadtsäckel zu leistenden Zuschusses berichten können, für 1912 aber mutz sie eine erneute Steigerung der Ausgaben und des Zuschusses feststellen. Es betrugen in 1912 die Ausgaben 13 603 030 M., die Einnahmen nur 1056 879 M., der Zuschuß 12 546 151 M.. gegenüber 13 232 405 M. Ausgaben, 1 106 621 M. Einnahmen, 12 145 864 M. Zuschuß in 1911. Der Bericht erklärt die neue Mehrung der Ausgaben daraus, daß„d i e immer größer werdende Arbeitslosigkeit" die Armenkommissionc» zu Mehraufwendungen genötigt habe. In den Berichten der Berliner Gemeindeverwaltung begegnet man solchen Hinweisen auf wirtschaftliche Ursachen und Zusammen- hänge nicht oft, und besonders über Arbeitslosigkeit und Notstand wird selbst in den Armendirektionsberichten nur selten ein Wort gesagt. Vielleicht erwartet die Armendirektion, daß man aus ihrem neuesten Bericht den Schluß ziehen wird, zur Linderung der Not und des Elends der Arbeitslosen werde in Berlin schon alles getan und sei mehr zu tun nicht nötig. Im „Vorwärts' ist erst kürzlich dargelegt worden, daß arbeitslos ge- wordenen Aroeitern von den Millionen der Armenpflege nur ein ganz geringer Teil zufließt. Den größten Teil aller Ausgaben verschlingt die Unterstützung von nur noch beschränkt crwerbs- fähigen, wenn nicht schon ganz erwerbsunfähigen Personen, von für krok- Kerlin. Personen vorgerückten Alters, besonders von, Frauen und zwar in erster Linie von Witwen. Die erwerbsfähigen Arbeits- losen denken sich ja auch den Kampf gegen das Elend der Ar- beitslosigkeit keineswegs so, daß die Gemeinden ihre Hilfe auf ein Mehr an Almosen beschränken. Zu einer Mehrung der Armenpflegeausgaben limß es in Zeiten der Arbeitslosigkeit schon deshalb kommen, weil da auch die be- schränkt Erwerbsfähigen ihr letztes bißchen Arbeitsverdienst ein- büßen und die Erwerbsunfähigen des Beistandes ihrer bisherigen, jetzt arbeitslos gewordenen Ernährer beraubt lverden. Hauptsäch- lich hieraus wird man sich auch die Ausgabesteigernng zu erklären haben, die der Armendirektionsbericht aus 1912 meldet. Die drei wichtigsten Ausgabeposten sind Almosen, Pflegegelder, autzerordent- liche Unterstützungen. Sie betrugen in 1912 7 612 860 M., 1 416 011 Mark, 1549 336 M., zusammen 19 578 207 M., gegenüber 7 425 223 Mark, 1390 571 M., 1 367 506 M., zusammen 10 183 300 M. in 1911. Eine Zunahme zeigt sich bei allen drei Ausgabeposten, die Verhältnis- mätzig stärkste aber bei den außerordentlichen Unterstützungen, durch die einem als vorübergehend angesehenen Notstand abgeholfen werden soll. Gegenüber dem Voranschlag de? Etats für 1912 sind bei den Almosen und den Pflegegeldern einige Erspar- nisse, 37 140 M. und 33 989 M., abgeknappst Ivorden, während bei den außerordentlichen Unterstützungen der Voranschlag noch um 129 336 M. überschritten werden mußte. Um noch ganz andere Summen wird in dem laufenden Etats- jähr 1913 dxr Voranschlag überschritten werden, ungeachtet des den Armenkommisfionen von der Armendirektion gegebenen Winkes, noch mehr als sonst zu knappsen. Der byzantinische Rathausfreifinn. Alljährlich am Geburtstage des Kaisers uns der Kaiserin hat der Rathansfreisinn ernste Sorgen darum, ob er auch die rechten Worte zu den üblichen Geburtstagsgratulationsadressen findet. In einem gleichen sich diese Adressen: An Unterwürfigkeit und Bauch- rutscherei enthalten sie das Möglichste. Die diesjährige Adresse an die Kaiserin sieht so aus: Allerburchlauchtigste, Großmächtigste Kaiserin»nb Königin! Allergnädigste Kaiserin, Königin und Frau! Eurer Kaiserlichen und.Königlichen Majestät zum Geburt?- tage die aufrichtigsten(Glückwünsche der Bevölkerung unserer Stadt darzubringen, ist uns, den Vertretern derselben, ebenso freudig erfüllte Pflicht wir tief empfundenes Bedürfnis. Das Lebensjahr, ans welches Eure Majestät heut zurück- blicken, umschließt zugleich nationale Erinnerungstage von er- habener Bedeutung. Am 15. Juni waren 25 Jähre verflossen, seitdem Eurer Majestät hoher Gemahl, der Deutsche Kaiser, König von Preußen, zum Throne berufen wurde, und dantbar gedachte das deutsche Volk der unvergleichlichen Steigerung natisnaler und wirtschaftlicher Kraft, die es unter der landrsväterliche» Fürsorge des Herrschers und unter dem Schutze des von ihm aufrecht- erhaltenen Friedens in dem abgelaufenen Zeiträume erfahren hat. In den letzten Monaten und Tagen durften wir ferner jener großen Zeit gedenken, in der vor 100 Jahren nach schwerem Drucke die nationale Selbständigkeit wiedererrungen und der Weg zu der Einigkeit und Größe gebahnt wurde, den Preußen und Deutschland fortan unter der Führung des Hohcnzollecn- Hauses geschritten ist. Wie während jener Zeit fremder Vergewaltigung und be- geistertcr Erhebung ein festes Band der Hingebung und Treue im preußischen Staate Fürst und Volk vereinigt hat, s» ist dieses Volk und mit ihm die Bevölkerung der Reichshauptstadt von allen Vorgängen, die da? Herrscherhaus betrafen, stets auf das leb- bafteste und innigste berührt worden. Wärmsten Anteil nahmen wir daher an der Freude unseres Kaiserhauses, als Eurer Majestät jüngstes Kind uird einzige Tochter dem Manne ijrer Wohl, dem Prinzen Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüne- bnrg die Hand zum Ehäbunt* reichte; wir bitten zu Gott, dem Allmächtigen, daß aus ihm auch dem erlauchten jnnzen Paare sowie den hohen Elternhäusern reiche Frenden entströmen. Möge insbesondere das neue Lebensjahr für Eure Majestät reich an Segen sein, und möge der Stadt Berlin wie bisher es vergönnt sein, in all ihren auf die Förderung des Gemeinwohls gelichteten Bestrebungen sich der aufmunternden Teilnahme und der hnldvollen Nnterstütznng der geliebten Landrsmntter zu u* freuen. Enrer Kaiserlichen und Königlichen Majestät treu gehör- samste Stadtverordnete von Berlin. gez.: Michelet. Bdännerstolz vor Königsthronen! Wohin bist Du entschlvunden? Wenn es im Rathause um die Interessen der breiten Masse dar Bevölkerung geht, lautet die Melodie anders. Nach oben servil, nach unten brutall Vom Automobil des Prinzen Friedrich Leopold getötet. In der Reihe der Unfälle, die durch Fahrzeuge der Söhne des Prinzen Friedrich Leopold verschuldet wurden, ist es der sechste und unter den tödlichen Unfällen der dritte, der sich gestern vormittag um }412 Uhr in der Jnnkerstraße zu Potsdam zutrug. Der Prinz kam aus der Richtung Glienicke mit seinem Auto- mobil und fuhr durch die Junkerstraße in dem gewohnten schnellen Tempo, als vor ihm vor dein Hause Junkerstr. 76 ein Bauernwagen, der vom Wochienmarkte kam, in seinem lang- samen Trabe daherfuhr. Um ihn zu überholen, bog das Auto seit- wärts aus und dabei überfuhr es die vierjährige Ell» Kirsch, Tochter des GrünkramhändlevS Kirsch in der Junker-> straße. Das Kind, das sonst beim Passieren der Stratze, die sehr häusig von prinzlichen Fahrzeugen benutzt wird, sehr vorsichtig zu sein pflogt, sah sich auch diesmal um, konnte aber das hinter dem Bauernwagen fahrende Auto nicht bemerken und lief so dem schnell- fahrenden Fahrzeuge vor die Räder. Die Mutter des Kindes war Augenzcugin des Vorfalls, und als sie die Kleine wieder aufhebe i wollte, sank das Kind bewußtlos in ihre Arme. Der Prinz ließ sein Auto halten und stellte es der Mutter zur Ileberführnng de? Kindes»ach dem St. Josefskrankenhanse zur Verfügung. Er selbst begab sich zu Fuß dorthin, um sich nach dem Befinden des Kindes zu erkundigen, das kurz nach der Einlieferung gestorben ivar. Es muß bei dieser Gelegenheit von neuem festgestellt werde», daß die königlichen und prinzlichen Automobile mit einer Ge- schwindigkeit dahersausen, wie sie nirgends üblich ist. Nicht nur in Potsdam ist da» üblich, sondern auch in Berlin. Es muß doch aus- gesprochen werden, daß die öffentlichen Straßen auch noch für andere Zivccke da find als für prinzliche Automobile. Einem ein- fachen Chauffeur wäre schon längst der Fahrschein entzogen worden, wenn er mit seinem Auto auch nur entfernt das Unglück angerichtet hätte, wie durch das Auto des Prinzen Friedrich Leopold herbei- geführt worden ist. Die Suche nach dem Frauenmörder ist bisher leider trotz an« gestrengtester Tängkeit der Kriminalpolizei ebenso ergebnislos der« laufen, ebenso auch die Suche nach den noch fehlenden Leichenteilen. Gestern nachmittag wurde die Spree von der Mühlendamm« bis zur Waisenbrücke wieder abgesucht. Weitere Absuchungen der bis nach Neukölln führenden Fluszläufe sollen folgen. Besonderen Wert legt die Polizei auf Nachrichten über den Auf- enthalt der Ermordeten in der Nacht vom 26. zum 27. Oktober. Der Geliebte der Gerhardt, der Schlosser Hodske, kommt für die Täter- schaft nicht in Frage, wurde aber wegen Zuhälterei dem Unter- suchungsrichter vorgeführt. An dem Kopf der Ermordeten hat man Spuren von Pyctanin gefunden, das als Wundheilmittel bei Pferden verwandt wird. Diese Entdeckung läßt es als möglich erscheinen, daß die G. in einem Stall getötet worden ist. Eine„Frechheit". Darf ein Lehrer mit seinen Schülern spaßen? Selbstver- ständlich darf er das, und er soll es sogar. Ein Lehrer, der Späße macht, erwirbt sich rasch die Zuneigung seiner Schüler. Aber auch hier gilt der Satz: Alles zu seiner Zeit und am rechten Ort. Bei Dingen, die keinen Spaß vertragen, soll man ihn lieber unter- lassen. Einen sonderbaren„Spaß" leistete sich kürzlich der Berliner G c m e i n d e s ch u l r e k t o r Grüß, der die 15. K n a'b e n- Gemeindeschule in der Kastanienallce leitet. Den Schü- lern der t. Klasse gab er einen Aufsatz über die H u n d e r t j a h r- feier der Schlacht bei Leipzig, worin sie die Beobach- tungen schildern sollten, die sie bei der in Berlin veranstalteten öffentlichen Feier gemacht hatten. Unter denjenigen Schülern, die sich diese Feier nicht mitangesehen hatten, war einer, bei dessen Vater der Rektor aus gewissen Anzeichen auf Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie schloß. Diesem Schüler sagte der Rektor vor versammelter Klasse etwa folgendes:„Und Du nimm Dir meinetwegen den Leitartikel des„Vorwärts" vor!" Als daraufhin der Junge zu Hause seinem Vater erzählte, er solle zu seinem Aufsatz über die Hundertjahrfeier der Schlacht bei Leipzig den Leitartikel des„Vorwärts" benutzen, hielt er das zunächst für einen„Spaß", den mit dem richtigen Wort zu kenn- zeichnen ihm der Respekt vor dem Rektor verbot. Der Junge aber versicherte immer wieder, es sei des Rektors voller Ernst gewesen. Weil er über die nicht mitangesehene Feier nichts aus eigener Kenntnis schreiben konnte, fertigte er tatsächlich seinen Aufsatz unter Benutzung eines dieses Thema behandelnden„Vorwärts" Artikels an. Als nach etwa acht Tagen die Aufsätze zurückgegeben wurden, stand unter der Arbeit dieses Schülers folgendes:„Das Thema lautete für Dich: Was habe ich am 13. Oktober erlebt? Was soll die Frechheit bedeuten, einen Bericht aus dem„Vorwärts" zu bringen? Grüß." Der Aufsatz enthielt nichts, was irgendwie darauf hindeuten konnte, daß etwa der Schüler sich einen „S p a tz" gemacht hätte. Gegen eine solche Annahme spricht des Jungen sonstiges Verhalten in der Schule; er hat während seiner ganzen Schullaufbahn sich tadelfrei geführt und im Betragen nie ein geringere? Urteil als„gut" und öfters„sehr gut" gehabt. Eine„Frechheit" nannte Rektor Grüß den Aufsatz auch vor versammelter Klasse, indem er den Jungen vortreten ließ und ihn abrüffelte. Als dieser erwiderte, der Herr Rektor habe ihn doch arrgwiesen, den„Vorwärts"-Artikel zu benutzen, wollte Herr Grüß das zunächst nicht glauben. Da aber andere Schüler es be- stätigten, so besann er sich und sagte dann:„Es war nicht c x« st g e in e i n t." Er schloß:„Grüße nur Seine, n Vater und I a ß Dich von ihm w e i ter> soierziehert." VieÄeicht folfte dieser„Gruß" ebenfalls nur„Spaß"-sein? I!-'Der Vater hat darauf verzichtet, dem Herrn Rektor zu sägen, wje er solche„Späße" findet. Aber vielleicht wird die Schul- deputation es für nötig halten, Herrn Grüß darüber zu belehren, was s i e von seinen„Spaßen" hält. Die Schließung der Antialkohol-Ausstellung im Berliner Gewerk- schaftshauS, Engelufer 13, erfolgt heute abend 3 Uhr. Da dieselbe um 13 Uhr vormittags geöffnet wird, ist noch jedem Gelegenheit zur Besichtigung gegeben. Eintritt frei. Gotteslästerung. Unter diesem Thema veranstaltet der„Bund der Konfessionslosen" am Mittwoch, den 12. November. abends 8>/-z Uhr, in den„Sophiensälen"(Sophienstc. 17/18, nahe Bahnhof JlZörse) eine öffentliche Protestversammlung) 4- bedeutet Wuchs.— Fall.—*) llntervegel. Tüles paachf Taucntzien-Strass« 20 König-Strosse 34 Leipziger Strasse 65 Oranien-Strasse 47a MQIIer-Sfrasse 3a Oranien-Strasse 34 Moabit. Turmstr. 50 Friedenau, Rhcinst. 1 4 Neukölln, Bcrgstr. 7/5 öpfen<*» .ÜPenmifPodi- Siemen Einladen Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend l G.m.b. H. 1012/18 Kontor«nd Zeutrallagcr: Lichtenberg, Rittergntstr. IS— 2«. VIlaar-Xonto 1012/13 Grundbesitz und Gebäude: M. Grundst.-Konto I Rittergut« stras;- 22/2« 2 083«83,58 Arundst.«Konto II Rittergut- '' 1/21 124 580,34 173 915,92 straße 19/! Grundst-Konto III Adlcrshos Grundst.-Konto IV Rittergut- strotze t«, IS 254 8S0.27 Grundft.-Konto V Tempelhos 228 992,20 Grundst.-Konto VI Tegel. 134 498,20 Bau-Konto II..... 179 907,32 Inventar und sonstige Einrichtungen: Automobil-Konto.... 211 720,50 Maschinen-Konto.... 1«« 429,39 Bcrcisungs-Konto.... 6694,28 Wäsche-Konto..... 2 059,74 Heizung«- u. Lichtanl.-Konto. 158 223,67 Gleisanlage-Konto.... 20 927,19 Backosen-Konto..... 116 662,98 Auszug-Konto..... 22 547.88 Uhren- u. Telephonanl.-Konto 9 965,70 Werkzeug-Konto..... 1 480,54 Einrichtungs-Konto... 24 325,88 Inventar-Konto..... 770 046,60 Zinsbar angelegte Gelder und Zluftenstände: Efselten-Konto..... 230 957,63 Banlcinlagc-Konto.... 1095 016,50 Bankdepot-Konto.... 4 000,— KautionshinterlegungS-Konto 14 141,52 Bank-Konto...... 788 890,22 Koblcn-Konto..... 5 028,80 Debitoren-Konto.... 71 446,97 Bestände an Waren und Materialien: Fastagen-Konto..... Tischlerei-Konto..... Fleischvcrkauss-Konto... Automobilunkosten-Konto. Waren-Konto...... Handlungsunkostcn-Konto. Echlosscrei-Konto.... 9 833,20 1 187,20 53 857,34 1 743,54 1 037 288,63 32 083,09 22 502,08 Beteiligung an anderen gc- »offcnsch. Ilnterncbin.: G.E.G.-Jlaminantcil-Konto 68,381,10 Betciligungs-Konto... 55 940,— Bestand an barem Gcldc: Kassa-Konto..... M. 3 185 437,83 1 512 083,85 2 209 481,64 1 158 495,08 124 321 10 23 017,54 8 212 837,04 Geschäftsauteil der Mit« glieder: GeschästSantell-Konto... Reserven: Spezial-Reservefonds-Konto ProdukttonSsonds-Konto.. Personaloersicherungs-Konto Reservesond«-Konto... DiSpositionssondZ-Konto.. M, 31 543,31 32 937.56 5 900,— 85 986,5« 20 365,97 Roch zu zahlende Zinsen und Unroftc»: Hausantellzinscn-Konto.. Bersicherung«-Konto... Rückvergütungs-Konto.. Personalversichcrungs-Konto Betriebsschulde«: Kreditoren-Konto.... Lieseranten-Konto.... Bau-Konto...... Sparsonds-Konto II.., Aufgenommene Gelder: Hhpothekcn-Konto.... Konto reservierter Sparein- lagen II....... Hau§anteil-Konto.... Kautions-Konto..... Sparsonds-Konto I... Sparmarten-Konto..,. Reingewinn: Gcwinnverteilungs-Konto. 49 105,07 193,48 12 581,11 2114,08 35 000,— 209 191,27 1 515,90 639 296,93 1 133 000,— 11 310,54 1 214,775,— 40 238,97 3 820 529,29 41 848,50 M. 809 853,99 176 733,40 63 993,74 885 006,10 6 261 702.30 15 547,51 Summa... nitgllederbewcganf;. Mitgliederbestand am 30. Juni 1912....... 56678 Reu eingetreten sind........... 26 615 83 293 Mitglieder Ausgeschieden sind durch Ucbertragung.... 138 „. Tod........ 46 UuSgeichlossen wurden........... 3 848 Freiwillig find ausgetreten........, 2 106 Bestand am 30. Auni 1913... Summa 8 212 837,04 6138 KonftnmgenosftenBchaft Eingetragene Genossenschaft Der AnfHieiitHi-at. I. A.: Ii. Stühmer. R. Die Summe der Geschäftsguihabcn erhöhte sich im Lause des GeschästS- jahrcs um.... 305 700,60 R. Die Hastsumme erhöhte sich im Lause des Gcschästsjahrcs um 1 228 620 M. ____ Die Hastsumme betrug am 30. Juni 77 155 Mitglieder 1913...... 4 629 300 M. 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Der heutige VerhandlungStag im Krupp-Prozetz, der voraus- sichtlich der letzte Tag dieses langwährenden Prozesses ist, beginnt mit einer Erklärung des Vorsitzenden Landgerichtsdirektors Dr. Karsten: Der Verteidi- ger Rechtsanwalt L ö w e n st e i n hat gestern im Zusammenhang mit dieser Sache die Namen von großen Männern genannt. Das Gericht ist der Ansicht, daß die Erwähnung dieser Namen in Vcr- bindung mit diesem Prozesse eine Verletzung des Andenkens dieser großen Männer darstellt, die besser unterblieben wäre.— Verteidiger Rechtsanwalt Löwenstein: Ich habe selbst das höchste Matz von Verehrung für diese Männer und habe nur erwähnt, dag selbst sie in einzelnen Fällen gewitzermaßen strafbare Handlungen be- gehen konnten, und habe dies nur zum Vergleich herangezogen da- für, daß Brandt aus sittlichen Motiven gefehlt hat. Wenn meine Aeußerungen mißverstanden worden sein sollten, dann bin ich der erste, der dies bedauert, zumal ich schon gestern gesagt habe, daß die Namen dieser Männer in den Sternen geschrieben stehen.— Vors.: Ich kann nur wiederholen, daß nach Ansicht des Gerichts diese Worte besser unterblieben wären. Es beginnt nur das Plädoyer des Verteidigers des Angeklagten Direktor Eccius, Jvstizrats Dr. v. Gordon: Der Oberstaatsanwalt hat die volle Schale seiner Entrüstung über die Angeklagten und auch über die nichtangeklagten Direktoren der Firma Krupp�ausgegossen und er hat eine Strafe beantragt, die, wenn sie verhängt würde, bei der sozialen Stellung des Nngc- klagten Eccius eine völlige Vernichtung seiner Persönlichkeit be- deuten würde._ Der Staatsanwalt selbst scheint seinen juristischen Konstruktion nicht in allen Stücken völlig vertraut zu haben, denn einige Sätze in seiner Rede klangen recht resigniert. Herr Eccius kann sich t r ö st e n mit dem Schicksal der übrigen Direk- t o r e n, denen vom Staatsanwalt noch viel schlimmer mit- gespielt wurde. Der Herr Oberstaatsanwalt hat geglaubt, der Verteidigung gegenüber andeuten zu müssen, daß sie nicht ganz klug nnd vornehm vorgegangen sei, weil sie der Wahrheit in bezug auf die Krupp-Tircktoren nicht zum Durchbruch verholfen hätte. Es gibt nur eine Verteidigung, die kliig und vornehm ist, nämlich die Verteidigung der Wirklichkeit. Bei den Krupp-Tirektoren liegt eme strafbare Handlung nicht vor, und man hat ihnen ja auch nur eine Moralpredigt gehalten. Da aber muß ich doch er- klären, daß die allgemein menschliche sittliche Urteilskrast genau dieselbe ist bei den Direktoren eines unserer größten Werke und bei dem Herrn Oberstaatsanwalt, und wenn auch auf der einen Seite vielleicht ein großes Matz von Unbefangenheit vorhanden ist, so auf der anderen Seite ein anderes recht großes Maß besserer Sachkenntnis. Die Persönlichkeit des Angeklagten Eccius tritt bei diesen Erwägungen, wie überhaupt in dieser Verhandlung recht stark zurück. Ich möchte ihn vergleichen mit einem Nachtwandler. Er hat von Brandt eigentlich nie etwas gewußt. Jetzt soll Herr ExxiuS ein Verbrecher sein, der sich beteiligt hat an ungezählten Bestechungen, die ein gewisser Brandt als sein Angei stellter im Laufe der Jahre vorgenommen hat. Darin liegt eigent lich etwas Unheimliches; man wacht plötzlich nach Jahren aus, hält sich für einen anständigen Mann und dann ist man Teilnehmer an Gott weiß welchen Schandtaten, von denen man gar nichts weiß. ES ist immer noch ein glücklicher Zufall, daß die Staatsanwaltschaft bei Brandt nur eine fortgesetzte Handlung annimmt, denn wenn jedes Glas Bier oder Wein, jedes Theaterbillett und jedes 5 Markstück als eine Bestechung betrachtet würde, dann würde Herr Eccius soviel Straftaten begangen haben, wie er Haare auf dem Kopf hat. Wenn Brandt wirklich über die Grenzen des strafrechtlich Erlaubten hinausgegangen fein sollte, dann hat er das nur getan im Uebrreifer für das Interesse der Firma. In einem solchen Falle schickt es sich nicht für eine anständige Firma, von ihrem Vertreter abzurücken, der in ihrem Dienst gestanden hat. Im Gegenteil, ich glaube aussprechen zu dürfen: Selbst wenn Brandt bestraft wird, dann wird die Firma diesen ihren treuen Beamten nicht fallen lassen. Das ist alte, ehrenhafte, echte Kruppsche Art. Der Staatsanwalt muß beweisen, daß Brandt seine Geschenke nicht aus Dankbarkeit, nicht allein im Rahmen des geselligen Ver- kehrs gegeben hat, sondern um die Leute zu bestimmen, die Nach- richten zu liefern. Gerade die wichtigsten und längsten Auszüge aber sind von jenen drei Militärbeamten gegeben worden, die keine Geschenke bekommen haben. Die Feuerwerker haben nichts darin gefunden, die Preise der Firma mitzuteilen, da sie auch den andc- ren Firmen gegenüber nicht als Geheimnis betrachtet wurden. Eine rechtliche Sonderstellung der Firma Krupp läßt sich nicht be- haupten, aber es bleibt docb Tatsache, daß Krupp derjenige ist, der auf vielen Gebieten allein liefert, und daß man sich auf ihn wegen seiner großen Leistungsfähigkeit im Falle der Mobilmachung stützen muß. Dies begründet eine tatsächliche Sonderstellung. Es ist nun schon einmal in die Geschichte eingetragen, daß das Werk Krupps verknüpft ist mit den Erfolgen des deutschen Heeres. Die Mitteilungen der Feuerwerker an Brandt nützten auch dem Reiche, und das haben sich die Feuerwerker selbst gesagt, denn sie führten dazu, daß bei nächster Gelegenheit Krupp mit seinen Preisen her- unterging, und daß die sonst unvermeidlichen Verzögerungen bei Lieferungen unterblieben, wenn Krupp durch Mitteilungen darüber, was demnächst bestellt werden würde, in die Lage gebracht war, seine Dispositionen vorher zu treffen. Der Verteidiger verweist dann auf den Ausspruch, den einmal jemand getan hat: Jeder Mensch hat seinen Preis. Man darf doch nicht glauben, daß die Beamten in den Zentralbehörden, die aus- gesuchtesten und durchgesiebtesten Leute, sich für solche Bagatellen verkaufen werden. Der einst diesen frivolen Ausspruch getan hat, hatte damit Summen mit mehreren Nullen im Auge, und jeder weiß, daß, wenn jemand in einem Ministerium bestochen werden soll, tief in den Säckel gegriffen werden muß. Brandt ließ die Kornwalzer ruhig und unangetastet in seiner Wohnung liegen, ob- wohl ihm doch die Drohung des Herrn v. Metzen bekannt war. Es ist das ein Beweis, datz er in seinem Verkehr mit den Kameraden nichts Gefährliches erblickte. Deshalb neige ich mich der Auffassung zu, daß bei Herrn Brandt im Sinne des Gesetzes Strafbarkeit wegen Bestechung nicht vorliegt. Nun komme ich zum Angeklagten Eccius. Diejenige Hand- lung, durch die Herr Eccius beteiligt sein soll, betrifft ausschließlich den Pertrag vom Jahre 1909, die Bewilligung der Mittel. Ich habe persönlich von Anfang an die Empfindung gehabt, daß die Konstruk- tion der Anklage unhaltbar ist, habe aber meine Ansicht durch eine juristische Autorität stützen wollen und daher ein Gutachten von Geheimrat v. Liszt eingeholt, das sich bei den Akten befindet. Es steht zweierlei fest, auch nach Ansicht des Herrn Oberstaatsanwalts: Erstens, daß� Brandt aus eigenem Entschluß gehandelt hat, zweitens, daß Eccius alle diese Leute und den ganzen Verkehr ab- solut nicht gekannt hat. Trotzdem soll er mitgewirkt haben oder, nach dem Beschluß der Eröffnungskammer, der Beihilfe mitschuldig sein. Mittäterschaft liegt vor, wenn mehrere Personen die Hand- jungen gemeinsam ausgeführt haben. TaS bedingt ein b c w u tz- t e s und gewolltes Zusammenarbeiten. Davon ist hier keine Rede; Brandt ging vollkommen selbständig vor, er hätte auch anders handeln können. Geheimrat v. Liszt hat in seinem Gutachten Fälle zitiert, aus denen hervorgeht, daß das Reichsgericht immer diese Ansicht vertreten hat. Hier aber fehlt ein derartiges Zusammenwirken. Was Herr Eccius getan haben soll, ist, datz er die Mittel für die Tat bereitgestellt hat. Ich will nun einmal an- nehmen, daß das wahr ist. Dann ist das aber doch nur eine vorbereitende Handlung und nicht strafbar. Wenn ich jemand eine Pistole gebe, so ist das nicht Teilnahme am Mord. Dagegen soll nun das Gewähren von Mitteln an Brandt Mittäterschaft an der Bestechung sein. Diese Theorie der Mittäterschaft ist ganz unmöglich. Der Oberstaats- anwalt hat lveiter gesagt: Nur zu, nur Mut, es wird schon gehen. Meinem alten Soldatenherzen hat das wohlgetan. Aber das be- deutet eine Kavallerieattacke auf wohlbewaffnete Jnfanterieregi- menter, wobei die Kavallerie aufgerieben wird. Juristisch ist das ganz unmöglich. Im Anschluß daran hat der Oberstaatsanwalt gemeint, wenn das Gericht dieser Theorie nicht folge, müsse es den Angeklagten freisprechen. Da ich nicht weiß, ob der Gerichtshof diesen Gedankengang verwerfen wird, muß ich noch näher auf die Gehilfenschaft eingehen. Geheimrat v. Liszt hat leider in seinem Gutachten theoretisch diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen, wenn er sie auch auf diesen Fall nicht für anwendbar hält. Aber auch diese Theorie des Geheimrats v. Liszt ist nicht richtig. Dieselben Gründe, die dafür gelten, daß Mittäterschaft nicht angenommen werden kann, gelten auch für die Gehilfenschaft. Es mutz eine konkrete gewollte Tat auch bei der Gehilfenschaft vorliegen. Tic Gehilfenschaft muß die ganze Tat des fremden Täters umfassen. Hier aber handelt es sich uin eine noch nicht in die Erscheinung ge- tretene Tat. Wenn Herr Eccius erklärt, daß er von diesen an der Peripherie seines Interesses liegenden Dingen und namentlich von Bestechungen nichts gewußt hat, so ist ihm das nach seiner Herkunft und dessen Milieu zu glauben. Er stammt aus der Familie eines der ersten und höchsten Justizbcamtcn. Er Ivar selbst im diplomatischen Dienst tätig und bekleidete lange Zeit die Stellung eines hohen Beamten im Auswärtigen Amt. Er hatte auch künstlerische Neigung und es widerspricht seiner ganzen Natur, sich auf derartige Tinge einzulassen. Als Diplomat des Auswärtigen Amtes, als Mann, der überall herumreiste, kannte er genau die Grenzen der Diskretion. Wird es denn im geschäftlichen Leben, bei den grosicn Werken und Gesellschaften ganz anders gc- handhabt? Aus welchem Grunde pflegen die großen Werte Gc- selligkcit? Weshalb wenden sie Millionen auf dafür? Nur um durch derartige Veranstaltungen die Fühlung mit den maßgebenden Kreisen zu behalten, nur um durch die dabei entstehende Freundschaft gewisse Schlvicrigkeiten auS dem Weg z u räumen. Das ist im ganzen geschäftlichen Leben gang und gäbe. Wir sollten uns daher hüten, datz wir das, was für die oberen Kreise als selbst- verständlich betrachtet wird— s o selbstverständlich, daß auch Herr v. Metzen in seiner Brüsseler Vertretung Reprä scntationsgelder erhielt— für die mittleren und unteren Kreise verbieten. Bei den: Zusammen- prall zwischen dem Geheimrat Hugenberg, dem Vertreter des größten deutschen Werks, und dem Herrn Oberstaatsanwalts, dem Vertreter des größten Staates, also zloischen zwei bedeutenden Autoritäten auf ihren Gebieten, konnte man wahrnehmen, wie der Herr Oberstaatsanwalt an den Ansichten des Geheimrats Hugen- berg vorbeiging. ES handelte sich dabei darum, ob die Herren in Essen aiuiebmen durften, daß mittlere Bcanite der Zentralbehörden über Vergebungen und Preise Auskunft erteilen. Ich muß in diesem einen Punkt meinem Mitverteidigcr scharf entgegentreten. Wenn wir wissen, daß der Herr Oberstaatsanwalt nicht wünscht, daß seine Beamten Auskunft erteilen, dann wird niemand in seine Bureaus gehen. Ich selbst habe einer großen Staatsanwaltschaft vorgestanden und es eben so gemacht und meinen Beamten auch streng untersagt, ohne mein Wissen irgendwelche Auskünfte zu er- teilen. Borsorglich möchte ich das im Interesse unseres Standes hier gesagt haben. Wenn das aber zutrifft, bei der Staatsanwalt- schaft, daß nur der Dezernent entscheidet, was mitzuteilen ist, so liegt es anders bei den Verwaltungsbehörden, nicht auf Grund ge- setzlicher Bestimmungen, aber kraft der Gewohnheit. Der Kreissekretär ist dazu da, in kleineren Angelegenheiten den Land- rat zu vertreten. Und bei der Regierung in Potsdam und bei anderen Verwaltungsbehörden ist es genau so. Der Referent soll nicht unnötig überlaufen werden. Der Herr Oberstaatsanwalt schließt von der Natur seiner Ressorts auf andere Ressorts und da geht er zu weit. Es geht zu weit, bei den Verwaltungsbehörden den Beamten jede Zluskuuftscrteilung zu verbieten. Vielmehr ist das dem freien taktvollen Ermessen der Beamten zu überlassen. Ter Verteidiger untersucht dann die Frage, ob Eccius von den Brandtschen Geschenken gewußt habe, und verneint sie nach eingebender Erörterung. Wenn der Oberstaatsanwalt sagt, daß die Aussagen v. Metzens plausibel gc- macht werden durch die beschlagnahmten Briefe, so vergißt er ja, daß sich Metzen bei seinen Aussagen an einen Auszug aus diesen Briefen gehalten und sein Zeugnis danach eingerichtet hat! Nach der Beschlagnahme mußte Messen selbst zugeben, daß Brandt nicht nur Nachrichtensammlcr, sondern auch ein echter und wahrer Bureauvorstcher war. Die Gewährung einer Gehaltszulage für Brandt durch Eccius ist ganz unverdächtig. Brandt klagte über seinen Gesundheitszustand, und in einem solchen Falle gibt man dem Beamten eine Zulage, wie der Mann seiner Frau, die Migräne hat. sagt, Du bekommst einen neuen Hut. Einen Brief, in dem gar nichts steht, hat v. Metzen hier als den gravierendsten erklärt, und dies zeigt, ob es nun bewußt oder un- bewußt geschehen ist, den ganzen Charakter seiner Zeugenaussage. Messen schreibt einmal, ein Umstand sei es, der ihn von Berlin weg- treibe. Nun denkt natürlich jeder, das seien die„Kornwalzer", die Bestechungen usw. Aber v. Metze» fährt fort, daß es das schlechte Verhältnis zwischen ihm und Rauscnbergcr sei. Nirgendwo hat er sich über die„Kornwalzer" beschwert, das hat er erst in dem Briefe aus Italien getan, den er dann tclegraphisch zurückverlangt hat. Er sagt selbst, daß er unehrlich ist, je nachdem es der Erfolg ver- langt. Da wir aber nicht wissen können, wo wir ihm glauben können und wo nicht, müssen wir sagen: Auf dieses Zeugnis hin kann man keine bela st enden Feststellungen treffen. Die italienische Angelegenheit ist ein Jnttigcnspiel, würd-ig einer Lefsingschen Feder. Das Zeugnis des nicht ganz einwandfreien W i n g e n wird unterstützt'durch Fabris und durch die zwischen beiden gewechselten Briefe. Es ist kein Zweifel, daß v. Messen es war, der in Rom das Gebot machte, auf die italie- nische�Vertretung gegen 100 000 Frank zu verzichten. Später ist er auf 25 000 Frank Plus dauernde Beteiligung hcruniergegangen, und plötzlich, mitten in den Verhandlungen, schreibt er diesen Brief nach Essen, wo er von einem geheime» Spionagcbureau der Firma spricht. Er fordert den Brief rechtzeitig telegraphisch zurück, ver- wahrt ihn dann verschlossen monatelang und übergibt ihn schließlich der Behörde. Er erklärt, diesen Brief geschrieben zu haben, weil er den Kopf verloren hatte, aber davon ist dem Brief gar nichts anzu- merken. Er hat ihn entweder als Bcweismaterial zurückgefordert oder weil es noch um einen Monat zu früh tvar, weil wieder Aus- ficht bestand, daß der Vertrag mit Wingen zustande kam. Zu der Tatsache, daß v. Metzen aber vor Direktor Muehlon den Wingen beschuldigte, dieser habe ihm, dem v. Metzen, Geld geboten, brauche ich kein Wort hinzuzufügen. Es könnte nur ein verletzendes Wort sein, die Tatsache wirkt auch so genug. Seine Entlassung ist vom Zivilgcrickt als berechtigt anerkannt. Vor dem Militärgericht hat er nicht ausgesagt, er war im Auslande krank, hier aber war er bereit aufzutreten. Aus der sicheren Verschanzung des„Berliner Tageblatts" fiel die Ankündigung durch den ersten Kanonenschutz:„Der Zeuge v. Metzen kommt!" Wir haben den Schuß gehört, aber wie haben nicht darauf geantwortet, weil wir wußten, daß die Schlacht kommen und daß v. Metze» geschlagen sein wird. Wer als Verteidiger tief in die Menschenseelen hineinsieht, ter weiß unter Umständen alles zu verstehen. Ich breche ungern den Stab über irgend einen Menschen, und wenn ich hier irgendwie milder auffassen könnte, ich möchte es tun. Aber eines macht mich vollständig irre und bringt mich zu einer anderen Auffassung wie meinen Mitverteidiger. Es ist mir alles begreiflich, nur eines mcht: Wenn ich nun einmal etwas derartiges hinter mir habe, wie es v. Messen in Italien getan hat, und das Schlimmste, wie er in Essen den Dolchstoß gegen Wingen geführt und ihn beschuldigt hat, ihm Geld geboten zu haben, der dann entlassen wird und es wird dann noch ganz freundlich über die Art seines Zeugnisses verhau- delt, Krupps suchen die Entlassung als Erkrankung vor Brandt zu verschleiern, um v. Metze» das Fortkommen nicht zu erschweren, da muß dieser unglückliche, tragisch veranlagte Mann nicht begreifen, daß das nun der Moment war, wo er für einige Wochen und Mo- nate zu verschwinden hatte nnd diese Dinge nicht mehr anzurühren?! Mein Gott, ein Mann von diesen Gabe»•— es war ja eine Freude, von der Sache selbst abgesehen, ihn hier zu sehen—, von dieser Intelligenz, Kombinationsgahe, von diesen Sprachkenntnissen usw., der hätte doch gewiß leicht irgendwo in der Industrie ein Unter- kommen gefunden; Krupps sind nicht diejenigen, welche einen solchen Mann mit Haß und Feindschaft verfolgen. Da mutz er auf den unglücklichen Gedanken kommen, nunmehr zu sagen: Jetzt trete ich gegen Krupp auf, hier ist mein Material, Krupp fürchtet mich, ich bin der Stärkere! Daß er ein solche? Werturteil über seine eigenen Taten haben konnte, ein Werturteil, da? dein Werturteil aller normal denkenden Menschen entgegen» geseht ist, das macht mich stutzig. Deshalb kann ich die v. Metzen- scheu Bekundungen nicht für beweiskräftig halten. Die Frage, ob er der Denunziant ist, ist für inich nebensächlich. Justizrat Dr. v. Gordon bespricht dann eingehend den Fall Dregcr-Bücking. \Sc erklärt, daß er nicht behaupten will, daß Herr v. Metzen be- wüßt die Unwahrheit gesprochen hat. Aber die Erinnerungen haben sich bei ihm vollkommen zusammengeschoben, genau wie heim Fall Wangemann. Deshalb sage ich ohne persönliche Schärfe, daß wir auf diesen Zeugen nichts geben können. Aus den Briefen folgt also nichts gegen Eccius und aus den Zeugenaussagen ebenfalls nichrs. Ein Mißgeschick für die Anklage ist es, daß bei der dritten Gruppe der Beweisführung der Anklage, bei den„.Kornwalzern", die wichHgsten Auszüge von Höge stammen, der nichts genommen hat und deshalb vom Kriegsgericht von der Bestechung freigesprochen worden ist. Der Inhalt der„K o r n w a l z c r" ist, näher betrachtet, durchaus harmlos. Eccius konnte nie auf den Gedanken kommen, daß es sich bei ihnen um unzulässige Indiskretionen handelt, selbst nicht bei den Auszügen ans dem Etat. Er konnte auch nicht wissen, daß alle Mitieihmgeii über die Preise geheimgehalten werden sollten. Ein Sachverständiger hat erklärt, daß Krupp auf Grund dieser Auskünfte mit einer guten Lösung schneller fertig werden konnte und daß die Heeresverwaltung dann bei Krupp hätte be- stellen müssen. Tie Heeresverwaltung sollte sich doch freuen, wenn die Firmen sich, bemühen, die besten Leistungen hervorzubringen. Das ist keine Schädigung der Heeresverwaltung, sondern das liegt im Staatsiytercssc. ES kwt sich auch ergeben, daß es sich um Dinge handelte, die. solch hohe Aufwendungen nicht wert lvaren. So fällt auch die dritte Gruppe des BelastuugSbeweiseS gegen Eccius in nichts zusammen. Die anderen Zeugen haben auch erklärt, daß ihnen nie der Gedanke einer Bestechung gekommen ist. Was bleibt denn da noch übtig zur Belastung des Angeklagten Eccius? Herr Eccius schied nun aus der Firma aus und nachher kamen all die dramatischen Ereignisse, die mich nicht interessieren, weil Herr Ecius nicht Mehr da war. Er war so schwer nerven- krank, daß der Arzt ihm jede Beschäftigung verboten hatte. Wenn das Ausland aus diesem Prozeß irgend etwas Nachteiliges gegen die Firma Krupp herleiten würde, so würde es sich nur noch dem Brimborium richten und nicht nach dem, was an der Sache dran ist. Wenn das Ausland den Prozeß näher verfolgen würde, würde es sehen, welch großer Apparat aufgewendet wurde, um zu ermitteln, ob eine Flasche Wein oder 20 M. ausgegeben wurden, um festzustellen, ob ein Staubkorn auf der blanken Uni- form vorhanden ist. Dann muß es erstaunen, wie sehr wir uns anstrengen, unseren Beamtenstand wirklich integer zu erhalten. Andere Länder würden für ein wirkliches Panama kaum diese?lnstrcngu ngen machen. Unserer Industrie kann ich nur wünschen, wenn wieder einmal bei einem großen Werk in allen seinen Falten so herumgekramt wird, daß es dann so rein dasteht, wie die Firma Krupp. Und unserem Beamtenstand wünsche ich, daß nie ein gefährlicherer Mann an ihn herantreten möge wie der Angeklagte Brandt und dem Brandt wünsche ich, datz er nie schlechtere Elemente darin finden möge, wie die Männer, die hier als Zeugen aufgetreten sind. Mit größtem Nachdruck und aus vollster Uebcrzeugung beantrage ich die Freisprechung des?lngeklagten Eccius.(Auch Justizrat Dr. v. Gondon hatte drei Stunden gesprochen.) Darauf erhält das Wort zu einer Erwiderung OberstaatZ- anwalt ChrzescinSki: Ich widerstehe der Versuchung, dem ersten Verteidiger zu antworten.?Ibcr ich möchte den Ausführungen dcS Justizrats v. Gordon in rechtlicher Beziehung entgegentreten. Zur Beweisaufnahme könnte ich neue Gesichtspunkte nicht beitragen und sielle alles dem Gericht änhcim. Wenn ich auf den Schluß der Rede des Juslizrats v. Gordon eingehe, so schließe ich mich seinen guten Wünschen gern an. Ich wünsche auch, daß niemals Schlimmeres passiert, als hier geschehen ist. Aber meine Entschließungen haben mit derartigen Dingen und auch mit der Wirkung im In- und Ausland nichts zu tun. Mir kommt es nur auf die Frage an, ob hier ein strafbarer Tatbestand vorliegt oder nicht. Justtzrat v. Gordon hat meine gestrige Bemerkung, daß man nur Mutz ssaben sollte, die Zlufforderung zu einer Husarenattacke genannt. Das war keine Husarenattackc. Die Sache liegt ganz anders. Es war mir entgegengehalten, daß nur zwei Möglichkeiten vorliegen, ein» mal entweder die Ausführung eines eigenen Entschlusses oder willenloses Werkzeug für die Ausführung des Entschlusses eines anderen. Wenn ich sagte: nur Mut, es geht schon, so bezog sich das auf eine dritte Auffassung. Es sind sehr wohl Fälle möglich, wo jemand den eigenen Willen hat und zugleich Werkzeug eines anderen ist.(Der Oberstaatsanwalt bekräftigt diese Ansicht durch mehrere Beispiele.) Wenn Sie der Slufsassung nicht sind, daß auch eine solche Möglichkeit gegeben ist, daß es sich hier darum handelt, daß die Firma Krupp durch den Mund Brandts und durch die Hand des Eccius an die Zeugoffiziere herangetreten ist, dann können Sie Eccius nicht vcrurtxilcn. Aber Brandt hat niemals als Person gehandelt, sondern immer nor als Vertreter der Firma Krupp, die ihm die Mittel zur Verfügung stellte. Ich will weitere Aus, führungen nicht machen, weil ich glaube, daß wir jetzt genug ge, sprachen haben und daß daZ allgemeine Interesse verlangt, daß das Gericht spricht Berteidiger Justizrat Dr. v. Gordon erwidert auf die rechtlichen Ausführungen des Oberstaatsanwalts und weist nochmals darauf hin, daß EcciuS nicht verurteilt werden kann, weil zu der Zeit, als er dem Brandt das Geld bewilligte, die Tat des Brandt noch nicht konzipiert war. Verteidiger Rechtsanwalt Löwenstein meint, daß es ein Miß- Verständnis gewesen sein müsse, wenn man seine Berufung auf die großen Männer als unzulässig angesehen hat. Er polemisiert dann eingehend gegen seinen Mitvertcidiger Justizrat Dr. v. Gordon, wird jedoch bald vom Oberstaatsanwalt ChrzeScinski unterbrochen, der erklärt, daß der Verteidiger nicht daS Recht habe zu polemi- sieren, da er(der Oberstaatsanwalts auf sein Plädoyer ja nicht repliziert habe.— Vors.: Ich rann dem Verteidiger ebenfalls nur bitten, seine Ausführungen zu beenden.— Verteidiger Rechtsanwalt Löwenstein: In dieser Hinsicht bin ich unerbittlich. Es handelt sich hier um die Kochte der Verteidigung. Die Verteidigung hat das letzte Wort und, sobald der Staatsanwalt gesprochen hat, darf ich das Wort zur Sache ergreifen und brauche mich nicht darauf zu beschränken, auf die Worte des Staatsanwalts zu erwidern. Ich kann sogar ganz neue Gesichtspunkte vortragen.— Oberstaatsanwalt: Das muß ich bestreiten.— Vors.: Die gestrigen Ausfüh- rungcn des Verteidigers sind vom Gericht nicht mißverstanden worden, denn alle Mitglieder des Gerichtshofes haben sie ebenso verstanden wie ich. Ich bitte, jetzt darauf nicht zurückzukommen, die Sache ist erledigt.— Oberstaatsanwalt: Mir liegt nichts ferner, als die Rechte der Verteidigung irgendwie zu verkürzen. Nach der Strafprozeßordnung gehört aber daS letzte Wort nicht der Ver- teidigung, sondern dem Angeklagten. ES folgen die letzten Worte der Angeklagten. Angeklagter Brandt: Ich gebe nochmals die Erklärung ab, daß ich niemals die Absicht gehabt habe und daß mir niemals der Ge- danke gekommen ist, meine Kameraden dadurch, daß ich freundfchaft- lich mit ihnen verkehrte, zur Hergabe von Nachrichten zu bewegen. Gegen diese Annahme spricht auch die ganz« Form unseres Verkehrs. Angeklagter Direktor EcciuS imit leiser Stimme): Ich bitte um die Erlaubnis, ein paar kurze Worte sagen zu dürfen, bitte aber Nachsicht zu üben, wenn ich nicht die richtigen Worte finde, denn ich bin körperlich sehr erschöpft. Der Herr Oberstaatsanwalt ist gestern streng mit mir inS Gericht gegangen und er hat auch einmal gesagt: wenn Eccius das und das nicht verstanden und nicht eingesehen hat, dann ist er für seine Stellung in der Firma nicht geeignet. Ich möchte dazu bemerken, daß ja ex post die Tinge sich natürlich ganz anders ansehen als früher. Jetzt, wo es ausgedeckt ist für alle, wie der Berkehr zwi- scheu Brandt und seinen Informatoren, wenn es überhaupt Jnfor- majoren waren, aus den Kreisen der Heeresverwaltung sich ab- gespielt hat, jetzt wird man sagen können: ja, dann hättest Du als Vorgesetzter Dich darum kümmern und der Sache mehr nachgehen müssen. Das gebe ich ja jetzt ex post zu, daß das gesagt werden kann. Ich glaube nur nicht, daß der hohe Gerichtshof und der Herr Oberstaatsanwalt diejenigen Stellen sind, die mir in dieser Beziehung Borhaltungen zu machen haben, sondern daß meine Borgeschtcn in der Firma darüber mit mir zu rechten haben. In den'Akten befindet sich der Einstcllungsbeschluß gegen meinen Freund und früheren Mitangeschuldigten Marquardt. In diesem Einstellungsbeschluß, den ich für durchaus begründet halte, ist ein Satz enthalten, bei dessen Lektüre mich ein sehr bitteres Gefühl erfaßt hat. EI ist darin gesagt, daß der Beweis einer Mitschuld für Marquardt unter anderem deshalb nicht als erbracht angesehen werden könne, weil Marquardt an den Geschäften, auf die sich die Bvandtsche Berichterstattung bezog, nicht durch eine Pro- Vision interessiert war. Ich konstatiere, daß der Herr Oberstaatsanwalt mir gegenüber eine solch« Ausführung nicht ge- macht hat. Da es aber doch möglich ist, daß der Gerichtshof auf derartige Gedanken komm«n könnte, wie sie der Herr Oberstaats- anwalt gestern in bczug aus Herrn von Metzen als Erwerbs- Wt«rnh«it angesprochen hat, so muß ich mich dagegen verwahren, als ob solche Gründe für meine Hmwlungswcise irgendwie be- stimmend gewesen sind. Ich bin dazu erzogen worden, ein Staatsbeamter zu sein; ich habe msich nicht dazu gedrängt und auch niemals den Versuch gemacht, eine Stellung in der Industrie zu haben, in der Geld vcrdwnt wird.- Ich darf hinzufügen, daß ich auch späten, als ich bereits jahrtifcng in Kruppschen Diensten stand, ein Angebot von einem jßt r größten deutschen Finanzin st itute für eineleitende Stellung er» hielt. Ich habe dieses Angebot als eine Ehr« empfunden, weil es von bedeutenden Leuten ausging, Und weil es mir das Zeugnis ausstellte, daß man mein« geschäftliche Tüchtigkeit anerkannte. Ich habe aber dieses Angebot zurückgewiesen, obgleich diese Stellung mich mindestens das Vierfache von dem hätte verdienen lassen, was ich j« bei Krupp verdienen konnte. Ich bin alz Jurist erzogen. Nachdem ich mein Assessor- examen gemacht hatte, habe ich die Möglichkeit gehabt, im Justiz. Ministerium tätig zu sein, und hätte als Jurist wohl gute Karrier« machen können. Mh habe das nicht getan, weil ich glaubte, andere Eigenschaften zu besitzen— verzeihen Sie, wenn cS ruhmredig klingt— Talente, die ich im Dienste des großen Ganzen ausnutzen zu müssen glaubte. Ich bin früh in die Lage gekommen, fremde Sprachen zu lernen, in fremde Länder zu kommen, fremde Ver- hältniss« zu beurteilen und mit fremdländischen Personen zu ver- kehren. Ich glaubte deshalb, daß ich auf diesem Gebiete eine Gabe besaß, die ja selbstverständlich seltener ist, als die eines Durch-- fchnittSjuristen, als den ich mich empfand. Daher habe ich mich, entgegen den Wünschen meines VaterS und verschiedener Freunde in der Justizverwaltung, bemüht, in der konsularischen Laufbahn ein Unterkommen zu finden. Ich wurde in das Auswärtige Amt eiubarufen und bin erst ausgeschieden, als mir der verstorben« Herr Krupp, der mich kennen gelernt hatte, das Angebot machte, in seine Firma einzutreten. D«r Entschluß, dieses Angebot an- zunehmen, ist mir nicht leicht gefallen. Ich hatte nichts anderes' vorgehabt, als Beamter zu sein. Ich war zunächst während eines Urlaub» bei Krupp tätig und erst, als ich die mir zugedachte Tätig- keit, daS Auslandsgeschäft in Kriegsmaterial, einigermaßen kennen gelernt hatte und es zu übersehen meinte, habe ich den Entschluß gefaßt, um meine endgültig« Entlassung einzulommen. Da hatte ich ein ähnliches bitteres Erlebnis, wie als ich den Satz in dem Einstellungsbeschluß gegen Marquardt las. Beim Abschiedsgesuch sagte mir ein hoher Beamter: Ich degreise nicht, wie Sie, der Sie erzogen sind in den Traditionen des preußischen Beamtentums, sich dazu hergeben können, für den Geldbeutel eines Privatmannes zu arbeiten. E? war ein von mir hochverehrter Mann. Ich konnte nichts er- widern und bin hinausgegangen. lDirektor EcciuS bricht bei diesen Worten in Tränen aus.) Am nächsten Tage, als ich in die Fabrik ginp, kam ich an dem Standbild von Alfred Krupp vorbei, an dessen Sockel geschrieben steht:„Der Zweck der Arbeit soll daS Gemeinwohl fem." Das war bis dahin und ist immer meine Auffassung von der Arbeit gewesen, die er im Leben geleistet hat, und wenn ich mich entschlossen habe, damals dem Dienst im Auswärtigen Amt Lebe- wohl zu sagen und meine Tätigkeit bei Krupp aufzunehmen, so ge- schah es aus demselben Gefühl, das mich veranlaßt hatte, dem Justizdienst seinerzeit Lebewohl zu sagen, dem Gefühl: Immer für das große Ganze. Ich sah da die Möglichkeit, schneller und erfolgreicher meine Fähigkeiten auszunutzen vor allem in der Richtung, daß meine Tätigkeit ja nun dem Zweck dienen sollte, die Arbeitsbereitschast der Firma Krupp für den Ernstfall zu sichern. DaS ganze Geschäft der Ferma Krupp hat ja nur den Sinn, daß ihre Werkstätten stets'im vollen Um- fang beschäftigt sein sollen, damit, wenn das Batcrland an sie appelliert, sie für das Baterland bereitstehen. In diesem Sinn habe ich meine Arbeit als ein« Arbeit des Gemeinwohls auf- gefaßt und ich möchte bitten, daß die Richter, wenn sie sich über «eine Persönlichkeit ein Urteil zu bilden versuchen» sich vor'Augen halten, daß die? der Leitstern meines Handelns gewesen ist. «Direktor Eccius hat auch die letzten Worte mit tränenerstickter Stimme gesprochen.)— Darauf zieht sich das Gericht zurück. Um 5 Uhr nachmittags erschien nach mehr als vier- stündiger Beratung der Gerichtshof wieder im Saale und der Vorschende Landgerichtsdirektor Karsten verkündete folgendes Urteil. Der Angeklagte Brandt wird wegen Bestechung unter Versagung mildernder Umstände zu einer G e- fängnisstrafe von vier Monaten verurteilt, welche Strafe durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wird. Der Angeklagte Eccius wird wegen Beihilfe zur Bestechung unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 1200 Mark verurteilt. In der Begründung dieses Urteils führte der Vorsitzende auS: Ohne Zweifel hatte die Firma Krupp von früher her bei uns auf dem Gebiete des artilleristischen Waffenwesens eine besondere Stellung. Dieser besonderen Stellung war sie mit der Zeit verlustig gegangen. Wegen der Höhe ihrer Preise war sie in einzelnen Fällen von der Heeresverwaltung aus- geschaltet worden. AuS dem gleichen Grund war sie Angriffen im Reichstag ausgesetzt. Nach der Ansicht deS Gerichts erblickte der damalige Dezernent für Kriegsmaterial Direktor Budde den Grund für die Verdrängung der Firma aus ihrer besonderen Stellung in einer schlechten Orientierung der Berliner Vertretung gegenüber den besser unterrichteten Konlurrenzfirmen. Direktor Budde drang daher auf bessere Informationen. Der Zeuge Dreger hat uns hier bekundet, daß es der Firma auf offiziellem Wege nicht gelungen war, hierin Wandel zu schaffen, und mit Dreger schließt das Gericht, daß Budde und v. Schütz den Gedanken faßten, Mitteilungen über die Preise der Konkurrenz und die Verteilung der Aufträge durch Anschluß einer geeigneten Persönlichkeit an Beamte der mili- tärischen Bureaus zu erhalten. Die Persönlichkeit des Brandt er- schien hierfür geeignet, v. Schütz wies dementsprechend den Brandt auf die Möglichkeit hin, von früheren Kameraden in der Militär» Verwaltung Nachrichten zu erhalten, indem er die Bedenken Brandts mit dem freilich nicht zutreffenden Hinweis beschwichtigte, daß es für die Firma auf artilleristischem Gebiet kein Geheimnis gäbe. Er zeigte Brandt den von ihm zu beschreitenden Weg: er solle auf den geselligen Abenden der Zeugoffiziere und Feuerwerker Fühlung zu nehmen suchen, die Bekannten zu sich nach Hause einladen und mit ihnen Theater und Restaurants besuchen. Zum Zwecke der Nach- richtenbeschaffung sollte Brandt also Geselligkeit üben. Die hier- durch entstehenden Unkosten wollte v. Schütz ihm aus den Mitteln der Firma beschaffen. Brandt ist diesen Weg gegangen. Zum Zweck der Nach- richtenbeschaffung auf militärischem, besonders artilleristischem Ge- biet ist er mit Beamten bezw. Militärpersonen der Feldzeug- meisteret, der Artillerieprüfungskommission und des KriegSministe- riumS in Verbindung getreten. Er hat Restaurants und Theater mit ihnen besucht und sie zu sich nach Hause geladen. Bei diesen Gelegenheiten hat er seine ehemaligen Kameraden um Auskunst ge- beten und ihnen dementsprechend« Austräge erteilt. Diese haben ihm dann die Auskünfte teils mündlich, teils schriftlich nach ihrer Aktenkenntnis gegeben. Die erlangten Informationen hat Brandt dann für die Kornwalzer verarbeitet, die, wie durch Zeugenaussagen hier festgestellt ist, für die Firma Krupp durchaus von Wert gewesen sind. Der Angeklagte Brandt hat die Kosten dieses Verkehrs fast durchweg getragen. Er hat sich aber sehr bald durch den Erfolg seiner Berichte und in dem Bestreben, möglichst Gutes zu leisten, ver- leiten lassen, in der Gewährung der Borteile weiterzugehen. Er hat seinen Bekannten nicht bloß freie Zeche gewährt, sondern ihnen auch kleine Darlehen gegeben und ist schließ- lich dazu übergegangen, ihnen Bargeld geschrnkweife bis zu 20 Mark im Einzelfall in die Hand zu drücken, WeihnachtS- präsente zu machen usw. Die Borteile, die Brandt gewährt hat, stellen nach Ansicht deS Gerichts nicht bloß eine Belohnung für be- reits erteilte Auskünfte dar, sondern sie dienten auch dazu, die ehe- maligen Kameraden zu weiteren Mitteilungen zu bestimmen. AIS ehemaliger Zeugfeldwebel und Feuerwerker wußte Brandt, daß diese Nachrichten ohne Verletzung der AmtS- oder Dienstpflicht nicht ge- geben werden konnten. Damit ist der Tatbestand des§ 333 St.G.B. erfüllt. Brandt selbst hat in der Untersuchung zugegeben, gewußt zu haben, daß er bestraft werden könnte. Seine Aeußerungen, daß er sich krank und' nicht mehr als anständiger Mensch fühle, daß er doch noch lieber die Tressen des Unteroffiziers tragen würde usw. zeugen vno seinem Schuldbewußtseim Er hatte die Hoffnung, noch einmal aus diesen Verhältnissen herauszukommen. Das Gericht hat die verschiedenen Akte der Bestechung als eine fortgesetzte Hand- lung gegen das Rechtsgut der Beamtentreuc angesehen und als eine Fortsetzung des einmal gefaßten Vorsatzes. Das erstrebte Ziel sollte durch die Gesamtheit der Handlungen erreicht werden. Im einzelnen ist festgestellt, daß die an die Militärpersonen an Bar- geld oder m Gestalt von Zechen gewährten Beträge betragen haben bei Thilian 100 M., bei Schleuder 250 M., bei Hintz 200 M., bei Schmidt 100 M. und bei Pfeiffer 575 M., zusammen 1225 M. WaS den Berrat militärischer Geheimnisse bei Brandt anlangt, so hat sich das Gericht dem Antrag des Ober- staatsanwaltS angeschlossen und auf Freisprechung erkannt. Nach dem Gutachten der Sachverständigen war die Geheimhaltung der hierbei in Betracht kommenden Dinge im Interesse der Landes- Verteidigung der Firma Krupp gegenüber nicht notwendig. Krupp genießt das weitgehendste Vertrauen. Es werden vielfach Versuche gemeinsam angestellt und es werden Versuche auf den Schießplätzen von der Heeresverwaltung und der Firma nebeneinander vorge- nommen. Es ist auch nicht festgestellt» daß die Firma Krupp zur Zeit der Erlangung dieser Nachrichten nicht bereits in Kenntnis der etwa»och geheimzuhaltenden Gegenstände gewesen ist. ES ist ja Borsorge dafür getroffen, daß die Firma Krupp und deren An- gestellte mit den Nachrichten, die sie von der Heeresverwaltung er- halten, nicht Mißbrauch treiben, und zwar durch ein Abkommen der Heeresverwaltung mit der Firma Krupp und außerdem durch eine Verpflichtung, die die Angestellten der Firma gegenüber eingehen müssen. Der Angeklagte Eccius hatte das Dezernat, zu dem das Berliner Bureau gehörte, erst nach dem Beginn der Brandtschen Berichterstattung übernommen. Er hatte für ordentlich« einwandfreie Berichterstattung zu sorgen, er ist verantwortlich für die Gestaltung der Brandtschen Ein- kommenSverhältnisse. EcciuS wußte sehr bald, daß Brandt durch den Verkehr, den er unterhielt, und durch Bewirtungen Nachrichten erlangte, die er der Firma zukommen ließ. Die Kosten wurden zunächst auf Grund der Liquidationen bestritten, die Brandt dem v. Schütz einreichte, dann wurde der Dispositionsfonds dafür ge- schaffe». EcciuS hatte Kenntnis von dem Briefwechsel zwischen v. Schütz und Rotger. Eccius hat zugegeben, bei der Festsetzung der Funktionszulage die Personalakten Brandts studiert und durch- gesehen zu haben. In dem ersten Schreiben, das v. Schütz an Rötger gerichtet hat, wurde hervorgehoben, daß direkte Geldgeschenke von Brandt nicht gemacht werden. Eccius kannte die ersten Liqni» dattonen des Brandt, wonach Brandt in neun Monaten etwa 2000 Mark für die Bewirtung seiner Freunde ausgegeben hatte. Eccius Hai weiter erfahren, daß Schütz bei Rötgcr schon im Dezember 1906 eine Exiragratifikation von 600 M. oder„lieber eine noch höhere Summe" beantragt hat. In dem Schreiben wird darauf hin- gewiesen, daß Brandt seine Aufgabe in vorzüglicher Weise löse. Es wird in diesem Schreiben hervorgehoben, daß Brandt keine illegalen Mittel anwende. Es scheint, daß v. Schütz davon aus- gegangen ist: solange keine Barbeträgc gegeben werden, liegt auch keine Bestechung bor. Rötger bewilligte auf dieses Schreiben dem Brandt die erste Gratifikation von 1000 M.; bis dahin hatte Brandt niemals eine Gratifikation bekommen. Dies« Gratifikation wurde von jetzt an beibehalten, sie steigt später auf 1500 und auf 2000 M. Als 1903 v. Metzen der Leiter des Berliner Bureaus wurde, da wollte er mit den Liquidationen des Brandt nichts zu tun haben und wünschte eine andere Regelung. WaS das Zeugnis des v. Metze» anbelangt, so steht das Gericht nicht auf dem Standpunkt, daß ihm jeglicher Glaube zu versage« ist. DaS Gericht ist vielmehr den Angaben deS Zeugen v. Metzen insoweit gefolgt, als sie durch den vorgelegten und unbestrittene» Briefwechsel zwischen EcciuS und v. Metzen auS einer Zeit bor den Vorgängen in Italien unterstützt werden. AuS verschiedenen Stellen dieses Briefwechsels, die der Vorsitzende verliest, wird gefolgert, daß Eccius und v. Metzen abgemacht haben, daß Brandt eine offizielle Position und eine feste Zulage erhalten' soll. Wenn Eccius schreibt, daß er„aus naheliegenden Gründen" auf die Angelegen- heit Brandt nicht eingehen wolle, so kann dies schon grammatikalisch nur so gedeutet werden, daß Ecciu» diese Sache nicht schriftlich erledigen wolle, daß er vielmehr nur eine Aufstellung der Brandt- schen Unkosten haben, weiter aber nichts davon wissen wolle. Der Vorsitzende verliest dann weiter Briefstellen über Gratifikationen und Gehaltserhöhungen des Brandt. In einem Jahr« erhielt er eine Gratifikation von 2000 M. und noch die auf 10 Jahre fest» gelegten Sparbeträge. Daraus ist zu ersehen, daß Brandts Ein- kommen fortdauernd erhöht wurde und wie Brandt in feiner Stellung, in der er sich bewährt hat, gehalten tssird. Es fragt sich nun, ob Eccius sich ebenfalls strafbar gemacht hat. Daß Brandt und Eccius gemeinschaftlich gehandelt haben, daß hier bewußte ge- meinsame Ausführung der Bestechungshandlungen vorliegt, hat das Gericht nicht angenommen; es ist nicht zu der Ueberzeugung ge- kommen, daß EcciuS selbst Bestechungen ausführen wollte und daß die fortgesetzte Tat seine eigene Tat war. Dagegen ist das Gericht zu der Ansicht gekommen, daß EcciuS sich der Beihilfe schuldig gemacht hat. Er hat selbst zugegeben, daß er selbst die Ansicht hatte, daß disziplinäre Verfehlungen von Militärpersonen den Nachrichten zugrunde lagen. Daß eS sich stets nur um unbedachte Aeußerungen beim Glas Wein oder Bier gehandelt habe, konnte er nicht annehmen, es lag vielmehr die Annahme nal», daß Brandt die gewährten Mittel benutze, nicht nur um bei den Gastereien mit den Beamten zu plaudern, sondern um sie dabei zur Begehung pflichtwidriger Handlungen zu verleiten. Dies lag bei den ganzen Umständen außerordentlich nahe. EcciuS mußte jedenfalls mit der Möglichkeit rechnen und hat es auch als möglich anerkannt, daß Brandt die Militärbeamten und Militärpcrsonen freihielt und ihnen sonstig« Vorteile gewährte, um sie zur Hergabe von Nachrichten zu bestimmen. Er hat für diese als möglich er. kannten Fälle die Verwendung der dem Brandt zur Verfügung ge- stellten Mittel gekannt und gewollt. Dies geht aus dem v. Metzen- schen Briefwechsel in Verbindung mit der fortdauernden ungewöhn- lich gesteigerten Bezahlung deS Brandt hervor. Damit hat er die Bestechungshandlungrn des Brandt gefördert und sich der Beihilf« schuldig gemacht. Bei der Strafzumessung sind für beide Angeklagte folgende Gründe erwogen worden: straf- verschärfend ist, daß die strafbare Handlung Jahre hindurch geübt wurde und daß sie Anlaß gegeben hat zu einer schweren Schädigung des Ansehens unserer Heeresverwaltung. Doch muß hier gesagt werden, daß, nach dem WaS unser« tagelange Verhandlung er» geben hat, kein Makel auf unser Beamtentum im allgrmeiuen fällt. Strafmildernd war zu berücksichtigen, daß beide Angeklagte durch die Beschaffung schneller und guter Informationen den Jntcr- essen ihrer Firma dienen wollten, daß die Beträge der zur Be- stechung aufgewandten Mittel, obwohl sich die Taten auf Jahre hinaus erstreckten, nach den getroffenen Feststellungen nicht hoch waren. Schließlich ivar die bisherige völlig« Unbcscholtenhcit der beiden Angeklagten strafmildernd. Hinzu kommt bei Brandt, daß seiner Verführung Leute erlegen sind, die sich sonst gut geführt haben und die deswegen in bevorzugte Stellungen gekommen waren, und daß er auch aus dem Motiv deS Eigennutzes gehandelt hat, mildernd wiederum auf der anderen Seite, daß er im großen und ganzen die Tatsachen der ihm zur Last gelegten Vergehen zugegeben hat. Bei Eccius war noch folgendes zu erwägen: Er hat den Brandt nicht angewiesen» unerlaubten Verkehr zu treiben. E r fano die Berichterstattung deS Brandt bereits vor. Er war häufig auf Dienstreisen und auch infolge schwerer Erkrankung lange beurlaubt, allein in den Jahren 1911 und 1912 je mehrere Monate. Ferner: gerade m der Zeit, als die Brandtfche Angelegenheit ins Rollen kam, im Juli und August 1912, war EcciuS wegen Krankheit beurlaubt. Er hat auch nicht aus eigen- nützigen Motiven gehandelt. Er hat die Kornwalzer nicht ver- arbeitet. Sie sind ihm nur zum Teil vorgelegt worden, und er hat nicht einen vollen Ueberblick über die Brandtstbe Berichterstattung gehabt. Bei Eccius ist auch hervorzuheben, daß die Beihilfe milder und geringer zu bestrafen ist als die vollbrachte Tat. Es sind also eine ganze Reihe von mildernden Umständen für Eccius vorhanden, der nicht selbst Täter war und nicht selbst die Personen kannte, um die eS sich handelte. Deshalb haben wir dem Angeklagten Eccius mildernde Umstände zugebilligt» sie dcm Brandt aber versagt. In Erwägung dieser Umstände haben wir über Brandt eine Gefängnisstrafe»an vier Monate« verhängt, die durch die Untersuchungshaft verbüßt ist. Di« Geldstrafe für Eccius haben wir anf tÄOO M. festgesetzt, eventuell für je 10 M. einen Tag Gefängnis. Die Kosten tragen, soweit nicht Freisprechung erfolgt ist, die Angeklagten. Der Wert der für die Bestechung ausgegebenen Beträge von 122k R. verfällt dem Staat.— Bei den Stellen, die erkennen ließen, daß das Gericht zu einer Verurteitung gekommen war, ließ bar Wv geklagte EcciuS den Kopf sinken- v VrJ--A Die reellsten nnd billigsten Möbel und Poistcrvraren erhülfc man zu Kaasapreiaen in d»f aait 86 Jahren bestehenden Möbelfabrik von A.. Schals, Reiohenberger» Straße 6. größte Auswahl in allen Holz- and Stilarten mit zehn- [ähri ger Garantie.(5 Pros. Kassaskonto.) 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November, abends 8 Uhr: vsGfsntlivb« Versammlung in den Pharussälen, Müllerstr. 142. 91 rte-t-t-Ärti»- Ueber Kirchen», istritt.(Rciercnt vom Komitee Konfessionslos.) -Wt-tltllj».» 2. Aeuerbestattnng.(Rcscrent Zahnarzt g/reund.) 3. Diskussion. 2867b Ter«orftand. Uerhand der Gastwirtsgeliilfeu Kerlin U. 34, Gr. Httutburger Str. 18/l9. Bureau: Amt Norde«, 1474. Arbeitsnachweis: Amt Narben, 1813. Ortsverwaltung I Kellner, Köche, Köchinnen, Knfettiers usw. Ortsverwaltung II Abteilung sür daS HilsSpersonal: Portiers, Hausdiener Zayfer Dtstillatitutsgehilfell usw. Ortsverwaltung III Abteilung für Kierabzieher. , Zur Legitimation sind die Mitglieder deS Verbandes mit einer Mitgliedskarte versehe«, die für das laufende Ouartal von brauner Farbe mit schwarzem Aufdruck ist und am nächsten Zahlabend zur Ansicht auslicgt.— Wahlvercinsbüchcr gelten nicht als Ausweis für die Zugehörigkeit zur gcwcrkjchasUichen Organtsatton. Zur Beachtung diene, daß von Hirsch-Dunikerscher und chrisllicher Organisation ähnliche LegitimalionS- karten verausgabt werden; man lasse sich dadurch nicht täuschen. Im übrigen bitte» wir die Partei« und Gewerkschastsgenossen. un schenken, da unser vorgehen gegen den Kostzwang, an dessen Stelle-ine seuiger NntvittS�ung bedarf. 32/13 Eenirswsrdsnü 6er AlsussngesteMen Sonntag, den 9. November, in de»„Corona-Prachtsälen", __ Kommandantenstraße 72 I: WW Oroße Versammliuig. Vortrag von Frl. LieSbeth Petze! über: TlL jBolfsfÜrforgC. Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz.' «aaiöfinung 6'/. Uhr 48/18 Beginn 7'/, Uhr. 10 Mark monatliche Teilzahlung licseit elegante Herrengarderobe nach Maß, eigene« Slofilag. Per Kasse Preisermäßigung. •J.VoiiiporoHvsIil, Schneidermsl., jetzt SW 47, Treibnndstr. 47, an der Bcllealliancestr. u. Tempelhoser Feld. Tel. Moritzpl. 2382, 4747. Bezirk Groß-Berlin. Tel. Moritzpl. 2382, 4747. ««tai Delegierte zur örtlichen Generalversammlung der ßezirltsverwalfung Groß-Berlin. Montag, den 10. November 1913, abends 8l/z Uhr, in Kellers Neue Philharmonie» Köpenicker Straße 96/97: Ordentliche Generalversammlung pro 3. Quartal 1913. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts-, Kassen- und Ai�beitsnachiveisbericht. 3. Ersatzwahl eines Mitgliedes zur Bezirksverwaltung und Erledigung eingegangener Anträge. 4. Geschäftliches. Mitgliedsbuch und rote Legitimationskarte sind am Eingang zur Versammlung zwecks Abstempelung vorzuleben ine Buch und Karte kein Zutritt Die Bezirksleitung. I. A.: A. Werner. Verband d. Hausarzt-Vereine Zentrale Organisation sür Volksgesundheitspslege. Wir gewähren iür den geringen Beitrag von zirka 23 Ptg:. pro Woche, der monatlich durch HauS» kajfierer abgeholt wird, den Famitienangehörigen unserer Mitglieder ohne Ansehen der Zahl und Dauer der Krankheiten, ohne lästige Formalitäten, wie Krankmeldung oder dergleichen, zu jeder Zeit, selbst bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung 291/8 Invio ärztliche Behandlung(auch durch zpeztalärzte), freie S�ledlZin bei akuten Erkrankungen.— Außerdem frei: Verhandsfeffe, Diphtherie-Serum, Atteste, Totenscheine. Wissenschaftliche Monatszeitung mit Kwderbeilage Kinder-Spielplätzc. Wisseuschaftliche Borträge. Dem Verbände kann jede Familie beitreten, deren Ernährer IranIenversicherungSpflichtig ist oder em Ein» kommen von nicht über 2599 M. hat, desgleichen Witwen oder alleinstehende Personen.— Ausnahmegebühr 39 Pf. Berleihuug von Badcwanue». 19 u. 29 Pf. pro Woche. Ferner zu Selbstkostenpreisen: Nährpräparate. Stärkungsmittel, Krankenbedarfsartikel usw. Nähere Auskunft erteilen— für Berlin: NA. Moabit: W. Bodin, Roitockcr Str. 36. .„ DoIIfn, Turmstc. 58. Norden: O. Wölke, Brunnenstr. 199. .<» Lange, TO ahn ö er Str. 26. H. Meyer, Swinemünder Str. 97. D. Jlänchow, Lüderitzstr. 3. Nord-Ost: P. Bepgcr, Ncmgardcr Str. 44. Osten: Ii. Dohel. Rommtencr Str. 48. Süd-Ost:«. Schnitz, Adaldertstr. 64. Westen: 91. Erdmann, Katzlerstr. 18. Süd-West: H. Döll, Teltower Str. 32. „ Fr. Vieth, Fidicinstr. 42. Süden: 91. Thupm, BockHstr. 37. A. Stelnhanep, Prinzenstr. 18. Für Vororte: Adlershof: A. Stamep, BiSmarckstr. 11. Baumschuienweg: R. Krause, Kiesholzstr. 185a. Borsigwalde /siehe Tegel). Britz: A. Tiepke, Bürgersir. 29. Charlottenburg: G. Eenpold, Kmmmestr. 7. Friedenau(siehe WilmerSdors). FOrstsnwalde; R. Flicke, Holzstr. 3. Grofi-Lichterfelde: W. Wagner, Mariannenstr. 31. Hermsdorf: P. Schulze, Schulzendorser Str. 71. Mariendorf: 99. Herbst, Schwcrinsir. 75. Marienteide: K. Kallnowskl, Berliner Str. 116. Neukölln: A. Kuhnert. Stuttgarter Str. 54. „ O. Möse. Wissmannslr. 26. 91 Israel, Emser Str. III. Nieder-Schönhausen: E. Ifellrich, Kaiser-Wilhelm» Straße 49. Pankow: Th. Geüner, Nordbahnstr. 3. Relnlckendorf-Ost; K. Inner, Rütlistr. 14. O. danke. Hoppestr. 20/21. Reinickendorf-West(siehe Wittenau). Schöneberg: 99. Schmidt, Eheruchkerstr. 29. Spandau: G. Rnhnke, Weißenburger Str. 21. Steglitz: A. Damm. Zimmermannitr. 18. Südende,: G. Thiele. HalSlestr. 8 Tempeihof: R. Pechal, Fiiedrich-Wilhelm-Slr. 7. Tegel: A. Becker, Brunowstr. 16. Treptow; A.>Tltzky, Krüllsslr. 4. Waidmannslutt: Schlenkcr, Oranienburger Chaussee 12. Weißensee: P. Berger, Nau garder Str. 44. Wilhelmsruh; 99. Krctke, Kcvicrstr. 26. Wilmersdorf: R. Becker, Wilhelmsaue 133. Wittenau: W.Eebmann, Charlottenburger Str. 47. Lankwitz(siehe Südcnde). Zentralvorfitzender: G. daceh. Berlin XIV 21, Emdener Straße 45(Tel.: Mb. 1134) AuS nichiverzeichneten Orlen wende man sich an den Zenlraloorsitzenden. 297,1 Hau5ar?tverein Cfyarlottenburg. tstag, den 11. November, abends 8'/� Uhr, im Volkshause, Rosinenstraf Oeffentliche Perlammlnug (Zutritt für jedermann frei). 1. Vortrag des Genossen Dr. Moses: „Wann dürfen Geschlechtskranke heiraten?" 2. Diskussion und eventuell Fragenbeantwortung. 297/8 IBausarztvmF Osten. Imer öffentl. Uerjammlungen: (Zutritt frei I) Freitag, den 14. November,! Montag, den 17. November, abendS 8>/, Uhr, I abends 8'/, Uhr, im„Tchtvarzen Adler" in Lichtenberg.\ in der„Urania", 80, Wrangelstr. 11/1S. In beiden Versammlungen: „Den Gebärsireik" Referent; Dr. Moses. Diskussion und eventuell Fragenbeantwortung. 297/8 I�ausarztverein Neukölln. Montag, den 10. November, abends 8Va Uhr Drei öffentliche Dersammlungen (Zutritt stei I) Petris Festsäle I Passage-Festsäle I Hohenstansen- Säle Knesebeckstr. 113.| Bergstr. 151— 132. j Kottbuser Damm 76. Ueber Frauenschutz" lverden sprechen: Dr. med. Alfred Bernstein, Berlin; Dr. med. Laserstei», Frauenarzt. Neukölln; Fräulein Dr. Blnme, Neukölln, zu dem Thema:„Wie erhalte ich mich gesund!" Ein Weckruf au die Arbeiterfrauen. WM? Arbeiter-Bildungssehule. Sonntag, den 9. November, in den Jndustrie-Festsälen» Beuthstr. 1»-üi0: Luftiger Dichter-Abend» U. Bezltatlonen mit Vorführnng von Lilchtblldern: Wilhelm Ba«ch:»Max und Moritze. Mitwirkende: t'ran Helene I,nehn,»n«I»i-diehnnl mit eigener Begleitung am Klavier; Beee Blehned<»oItz, l'ennlikuet a. ZT., Rezitationen. BillettS flnd in der Zchule. Grenadieritr. 37. in den Zigarren« bandlungcn von Horich. lrngeluscr lö, Gottfr. Schulz. Am Koltbuser Tor, Vogel. Lortzingstr. 37, und an der Kasse zu haben. Eintritt 50 Pf. Garderobe frei. S/12' Kaffenöffuung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Nachdem: Gemütliches Ktlsammeusein vud Tam. Vervaltnnx Berlin. Montag, den 19. November, abends S'/z Uhr: Mitgiieder-Uersammlungeu für folgende Bezirke und Branchen: Tages ordnung: Beratung der Anträge zur Generalversammlung und Berbandsangelegenheiten. �ifcblei'. Bezirk Siidwestcn: bei Habel, Bergmannstr. S— 7. Vortrag des Kollegen Leopold über:.Die Eeschästskonjunktur in der Holzindustrie und wie schützen wir uns gegen Verschlechterungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen." Bezirk Süden: im»Märkischen Hof», Admiralftr. ISa. „ Südosten I: im Lokal»Südost', Waldcmarstr. 75. „ Südosten II: im»Reichenberger Hof', Reichenbcrger Straße 157. „ Osten I: Diele Versammlung findet am Dienstag, den 11. November, statt bei Bringmann, AndreaSstr. 26. Vortrag des Kollegen N i t s ch k e über:„Die VolkSsürsorge und die Schäden der Privawerficherung.' Bezirk Osten II: bei Grunwald. Memeler Str. 67. Vortrag des Genossen Eugen Brückner:.Aus der Reichs- verficherungsordnung, Hinterbliebenen- und Jnvalidenvelficherung." Bezirk Osten III: in den»Prachtsälcn des Lstenö', Frankfurter Allee 155/156. Vortrag des Rollegen P. Zöllner über:.Die VolkSsürsorge.' Bezirk Oestliehe Vororte: in der» Riebed-Braserri», Frankfurter Allee 53. ., Nordosten: bei Boekcr, Weberstr. 17. Vortrag des Kollegen Wenzel über:.K 152 der Gewerbeordnung.' Bezirk Bosenthaler und Schönhauser Torstadt: bei Büttner, Schwedter Str. 23. L-acien- und Kontormöbcl-ßrancbe: abends 6 Uhr, im»Luisenftädtischeu Kasino'. Oranienstr. 180. ßuchentnöbei-ßratiche• �euds v uhr, im»Englischen unui«:. ���en-. Alexanderstr. 27 o. In dieser Versammlung werden die Delegiertenkarten ausgegeben. Modell- und fabriktircblei'. Die Mitgliederversammlung findet erst am 17. November statt. ßautircblcr. Abends 81/, Uhr, im Gewerkschnstshaufe, Engelufer 15, Saal l. Vortrag des Reichstagsabgeordneteii Genossen G i e b el über:»Die Kranken- Versicherung und die Arbeiter.' I�öbelpoliem. Bezirk Südosten: im»Märtischen Hof', Admiralftr. 18o. Vortrag des Kollegen Laughammcr über:.Organisation und Verwaltung der Berliner Zahlstell«.' Bezirk Osten: in»Fürstenbrrgs Fcstsäle', Frankfurter Allee 10«. „ Korden: im»Swinrmünder GesellschaftShauS', Swine- münder Str. 42. )>Iardrincnarbeiter. Abends 8 Uhr, in den»Andreos-ffestsälen'. AndreaSstr. 21. 1. Die Reorganisation der Branche. 2. Wahl von drei Obleuten. ßlavierapbeiter. Abends 8 Uhr, im Gcwerkschaftshause. Engcluser 15, Saal 4. Vortrag des Kollegen Ritsch ke über:„Die Volkssürsorge und die Schäden der Prillatoersichening" Celepbon-Brancbc und photograpb. Apparate. Tonncrstag. den 13. November, abends 8'/, Uhr, im GewerkschaftShause, Engel 15, Saal 5: Tagesordnung: 1. Die neuen Bestimmungen in den Krankenkassen. 2. Unsere Branchenverhältnisse. 3. Verschiedenes. 9l/l4___ l>ie Ortsverwaltang;. Picheis werder. Bnsta«, IS. Kovhr.: Mebanntez Wmt- und Well|leisch-8ssen wozu allo Bekannten einladet* Oer alte Freund. OOGO— OOHOOCOOCdOOOOHHOGOHtGHOOGHOOOi Corona-Pracbtsäle Kommandantenstr. 72 Inhaber: Oorl Fiedler. Jeden Sonntag. Dienstag und Donnerstag: Ctr. Gr. Betrieb. Anfang Sonntags 5 Uhr, herrliche Tanzmusik bis 2 Uhr nachts. Herren: Entr. inkl. Gard. 75 Pf. Damen: Entr. inkl. Gard. 50 PI. Ilm November u. Dezember noch Sonnabende, Sonntage ' und Silvester frei! Zu Kauern testen etc. stelle ich den Vereinen Dekorationen und Kielembäume gratis zur Verfügung.* ( Säle von 100— 600 fers, fassend. Paradiesgarten, Birkenwerder, UntermüHle, findet wie alljährlich am BuBtag großes Schlachtefest statt. ES ladet alle Freunde freundlichst em Ter Wirt. s. Haut-, Harn-, Frauenleiden. nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata- Kuren in Di- Homeyer M Untersuchung., Fäden t. Harn usw. Friediichstr,«I,«Sk Tpr. 10— 2, 5— 9, Sonnt. 11— 2. Honorar mästig, auch Teilzahl. Separate» Tamenzimmer. F | III. 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Zu wählen sind 4V Ber- trcter. 4V erste Ersabvertreter. 40 zweite Ersatzvertreter. Gewählt wird gemäss den Bestimmunden der Wahtordnung nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Das Wahlrecht ist in Person auszuübe«._ nehmer. bis spätestens"den 247 November 1913 einzureichen. Nur bi» zu diesem Termin eingereichte Wahloorschlöge können berücksichtigt werden. Die in den Wahlvorschlägen einzeln bezeichneten Bewerber find unter fort- laufender Nummer aufzusühren, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausdrückt und nach Familien- und Vornamen, Berus und Wohnort zu be- zeichnen. Bei Versicherten(Arbeitnehmer) ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Mit den Wahlvorschlägen für Versicherte(Arbeitnehmer) ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, dast er zur Annahme der Wahl bereit ist. Die Wabloorschläge müssen von mindestens 10 Wahlberechtigten der betressenden Gruppe mit zusammen mindestens 30 Stimmen unterzeichnet fem. In jedem Wahloorschlag ist serner ein Vertreter des Wahlvorschlages und ein Stellvertreter für ihn aus der Mille der Unterzeichner zu be- nennen. Der Wahlvorschlagsoertretcr oder sein Vertreter ist berechtigt und oerpflichtet, dem Vorstande die zur Beseitigung etwaiger Anstände ersorder- lichen Erksörungen abzugeben. Die eingereichten Wahsvorschläge liegen vom 25. November bis 2. Dezember d. I. im Kassenlolal der Gemeinsamen Ortskrankenkasse, Berliner Str. 3, während der Dienststunden von 8—1 Uhr vormittags zur Einsicht aus. Die Stimmenabgabe ist an die rechtzeitig eingegangenen Wahlvorschläge gebunden. Die Wahlvvrschlägc werden in der Reihenfolge threS Einganges in der betreffenden Gruppe mit Ordnungsnummern versehen. Die für jeden Wahloorschlag in Betracht kommende Ordnungsnummer wird von dem Vorstand der unterzeichneten Kasse mittels öffentlicher Bekanntmachung mitgeteilt werden. Sind aus gültigen Wahlvorschlägen im ganzen nur so viele wählbare Bewerber benannt, wie Vertreter zu wählen sind, so gelten sie als gewählt. Sind weniger Bewerber vorgeschlagen, so gelten diese eben falls als gewählt: wegen der noch fehlenden Vertreter sowie wegen der erforderlichen Ersatzvertreter ist jedoch alsbald eine neue Wahl vorzunehmen. Die Stimmenabgabe am Tage der Wahl erfolgt durch einen Stimmzettel, welcher die für die betreffende Gruppe bezeichnete Ordnungsnummer des Wahlvorschsages enthält. Die Stimmzettel müssen von weisser Farbe und 10 mal 8 cm sein. Wahlberechtigt und wählbar sind ausser den volljährigen Arbeit, gebern und Arbeitnehmern der bisherigen Gemeinsamen Ortskrankenkasse für Cöpenick und Müggelheim— auSschlieftlich der Gemeinde Müggel- heim— auch die volljährigen Arbeitgeber und Arbestnehmer der sich am 1. Januar 1914 auflösenden Kassen: 1. Allgemeine Unterslützungslasse für Fabrikarbeiter und Arbeiterinnen zu Cöpenick. 2. Kranken, und Sterbekasse für die vereinigten Handwerker.(Sitz Cöpenick.), Von der unter 2 genannten Kasse können nur diejenigen Arbeitgeber wählen oder gewählt werden, welche ihren Wohnsitz in Cöpenick haben; von den Arbeitnehmern dagegen alle, die bei einem in Cöpenick wohnenden Arbeitgeber beschäftigt sind, gleichviel ob sie selbst in Cöpenick wohnen oder mcht. Ferner sind wahlberechtigt und wählbar die vom 1. Januar 1914 neu durch die R.-V.-O. in den Versicherungskreis einbezogenen Personen, für welche laut Bekanntmachung deS VersicherungsamteS Cöpenick vom 12. August 1913 eine besondere Wählerliste ausgestellt ist. Zur Feststellung der Wahlberechtigung liegen die Mitgllederverzeichnisse für Arbeitgeber und Arbestnehmer wie folgt zur Einficht auS: 1. Für die bisherige Gemeinsame Ortslrunkenkasse bis zum 25. No- vembpr d. I. in der Zeit von 8—1 Uhr vormittags im Kassenlokal Berliner Str. 3. 2. Für die Allgemeine UnterstützungSkasse bi« zum 25. November d. I. in der Zeit von 8— 1 Uhr vormittags im Kassenlokal Grünstr. 11. 3. Für die Handwerkerkasse bis zum 26. November d. J. in der Zeit von 8—1 Uhr vormittags beim Kassierer, Herrn Schueidermeister Wille, Grünauer Str. 2. 4. Für die durch die ReichsverficherungSordmmg neu w den Ver- jicherungskreis einbezogenen Personen liegt die vom VerficherungS- amt ausgestellte Wählerliste ebenfalls bis zum 25. November d. I. während der Dienftstunden von 8— 1 Uhr vormittag» im Kassenlolal der Gemeinsamen Ortskrankenkasse, Berliner Str. 3. Einsprüche gegen die Richtigkeit der sich aus den Arbeitgeber- und Mitglieder, Verzeichnissen ergebenden Wahl- und Stimmberechtigung sind bei Vermeidung des Ausschlusses spätestens bi» zum 25. November 1913 unter Beifügung von Beweismitteln bei dem Vorstand der Gemein- samen Oristrankenkasse einzulegen. Ferner hat sich jeder Wahlberechtigte, sowest er seiner Person nach nicht bekannt, bei der Wahlhandlung mit einer Legitimation zu versehen. Es ist dies für die Arbeitgeber die letzte BeitragSguittung, für die Ver- sicherten(Arbeitnehmer) die Mitgliedskarte, OuiltungSbuch oder eine vom Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigung, dass der Betreffende am Tage der Wahl noch in Beschästigung steht. Legst, mationssormulare zu diesem Zweck werden den Arbeitgebern zu- gesandt werden. iföpeiiick, den 8. November 1913. 279/6 Der Vorstand. Otto Nickel, Vorsitzender. Wilhelm Plehm, Schriftführer. Gemeinsame Ortskrankenkasse für Martendorf und Umgegend. Gemäss fj 8 der Wahlordnung für die AuSschusswahlen geben wir hier- durch den wahlberechtigten Kasse» Mitgliedern bekannt, dass die fristgerecht eingereichten Wahlvorschläge als gültig anerkannt sind. Nach der ZIeihenfolge des Eingangs haben erhalten: 1. Wahloorslblag der»Freien GeUierrschaften', eingereicht durch Franz Schulze, Berlin-Mariendorf, enthaltend 30 Vertreter und 60 Ersatzmänner, beginnend mit: Friedrich Greulich, Maurer. Berliu-Martenfelde, Kaiser Allee 20. die Nr. I. 2. Wahlvorschlag de»»Verbandes deutscher Gewerkvereinc (H.-T.)'. eingereicht durch Johannes Hein, Berlin-Mariendorf, enthaltend 30 Bewerber, beginnend mit: Hugo Pollex, Berlin-Mariendorf. Rtchterftraste 46. die Nr. II. Die Wahl findet am 47. November 4V13. von morgens 10 Uhr bis abends 8 Uhr, im Restaurant Heubletn, Berlin-Mariendorf, Dorf- strasse 1, statt. Wir fordern die mahlberechtigten Versicherungspflichtigen noch. mals auf. sich bis zum Wahltage zur Eintragung in die Wählerliste und Empsangnahme der Wahlkarten im Kassenlolal, Marieudorf, Etzaussee- straste 44, an den Werktagen bis abend» 7 Uhr, Sonntag» von 10 bis 12 Ubr, zu melden. Bte Wahlkarten gelten als Ausweis der Wahl- hercchtignng am Tage der Wahl. Für die wahlberechtigten Vorschlag eingegangen, enthaltend Ib�Verireter gerecht durch Karl Vaeck'~" flta' Karl Bacchler. Arbeitgeber ist nur ein gültiger Wahl- d 15 Vertreter und 30 Ersatzmänner, ein« Karl" Baechler, Berlin-Mariendorf. beginnend mit: f. Schlossermeifter. Berltn-Maricudorf, Schöueberger Strafte 07. Sämtliche Vertreter und Ersatzmänner gelten gemäss§ 9 der Wahlordnimg ui» gewählt und füllt die für den 18. November anberaumte Wahl der fffrbritgebcrvertroter aus. Sämtliche Dahlvorschläge können an den Werllagen von 8 bis 1 Uhr im Kassenlokal von den Wahlberechtigten eingesehen werden. Berlin-Mariendorf, den 8. November 1913. 279/8 Aug. Bei?» Schristführrr. J. Barde» Vorsitzender. Die herzlichsten Glückwünsche unserem Genossen kemWAMMftzi! zur Silberhochzeit. Di« Genossen des Bezirks 764a Kdlnncrchor „Fiehte-Georginial879" Montag 81/» Uhr:..Märkischer Bot". Admiralstr. 18c. 60/9 Todes-Anzeigen Sozialdemokratischer Waiilverein l. d. 6. Kerl. Reichstagswahlkreis Am 7. d. M. verstarb unser Genosse, der Schneider Gustav Frenz Ctrelitzer Str. 37. Bez. 615. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle de» Elisabctb-Kirchhofes, Prinzen-Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 232/2 Der Vorstaud. Am 6. November verstarb unsere Genossin, Frau kmma>Vgrsckinl(e BurgSdorssstr. 2. Bez. 748. Ehre ihrem Andenken I Die Beerdigung findet am Montag, nachmittag» 2'/, Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes Müllerstrasse, Ecke See- strasse, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Am 7. November verstarb unser Genosse, der Tapezierer �lex Schmidt Willdenowstr. 7. Bezirk 750. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Sebasttans-Kirch- hoss in Reinickendors-West, Hum- boldtstrasse, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht ver Vorstaud. Verband der Tapezierer Filiale Berlin. 178/14 De» Mitgliedern zur Nachricht, dass unser Kollege, der Tapezierer Alex Schmidt am Freitag, den 7. d. MiS., nach langer Krankheit gestorben ist. Ehre feinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, nachmittag» 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Sebastian- Kirchhofes i» Reinickendorf- Ost, Humboldtstrabe, au« stait. Um rege Beteiligung ersucht Die Drisverwalfong. Sozialdemokratischer Wahlvereii Kreis tiiederbaroini. Bezirk Lichtenberg. Den Mitgliedern zur Ziachricht, dass unser Genosse, der Arbeiter Paul �arkxrak Wühlischstr. 56(Gruppe 52) im Alter von 32 Jahren ver- storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 10. d. M., nachm. 4 Uhr, von der Halle de» Ge» meindc-FriedhosS Lückstr. aus statt. Rege Beteiligung erwartet 241/11 Tie Bezirksleitung. ileiitscher Texliiarbeiterverband. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dass am 6. Nov. unsere Kollegin Unse Wewersky im Alter von 52 Jahren an Herzschwäche gestorben ist. Ehre ihrem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den 10. November, nach- mittags 2 Uhr. von der Halle des städtischen Friedhofs in Friedrichs- sclde aus statt. 195/19 Die LrtSverwattung. Nach langem, schwerem Leiden verschied am Freitag mein lieber Sohn, unser guter Bruder, der Mechaniker 2316b Ernst Schelle. Dies zeigen tiesbctrübt an Witwe Marie Schelle nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittags 31/, Uhr. aus dem neuen Gemeinde-Fricdhos in Baumschulenweg statt. Deutscher Tabakarbeiter-Yerband Zahlstelle Berlin. Nachruf. Am 3. November starb nach langem Leiden unser Mitglied, der Redakteur >Vllkelm 8ckrül!er. Ehre seinem Aitdenken! Die Ortsbcrwaltung. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Einäscherung meines liebe» Mannes, unseres lieben VaterS Franz Schlüter sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen der Firma Pintsch, sowie dem Trans- portarbciierverband unseren innigsten Dank. Hulda Schlüter nebst Kindern. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und LaterS sage ich allen Verwandten und Bekannten, ins- besondere dem Sozialdemokratischen Wnhlvcrein des Frankfurter Viertels, Bezirk 384 I, dem Zetilralvcrband der Maschinisten, Bezirk Osten, sowie den Stammgästen des Lokals Poerschle meinen herzlichsten Dank. Dorothea Hriuel nebst Sohn und Tochter. Lögvb IGOMarK. „Flamme' rWJnsHI-üf- fürErd- u.FEuerbestartunq Manfeuffelsrp. 111. Ausführliche Brosthüre qrafls. WUl fernspe Morilzpl. 5582.(pd Sdn U Fertig am Lager: OehroUzi!9eL0;«;36u. WiD�Dz&!ielS,�40u ICutawayo. Weste BeiBkleider Fertige»chwaree Kieldung fUr Knaben und Jünglinge :: in grüßter Auswahl:: Feine Maß» A nfertlgung :: in ca. 10 Stunde«;; Baer Sohn Kleider- Werke Berlin. Gegr. 1891. Chauisoottraße 29— SV. 11. BrUckenslrcße 11. Gr. Frankfurier Str 20. Schönebers, tlaupistr. 10. Kranzspenden sowie Mmtliche• ßlumenarrangemeuts liefert schnell und billig Paul Gros«. Lindonstr.69, TeI.MpI.7203. 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Norcniber 1013 Vormittag Auf„de gezogen« Nummer find zwei gleich hohe «ewtune gefalleu, nnd zwar je einer auf die Lvfe «leicher Nummer in den»eiden Sibteiluugeu Ii u. II. Nur die Gewinne über 210 M. ssnd in Klauimern beigefügt (Ohne Gewiihr A> St-A. f. Z.)(Nachdrllck verboten) 2*9 488 624 769 68(500) 76 92 815:41(1000) 93 933 1073 229 48 62 89 487(1000) 607 81 91 635 48 701 827 38 99 935 2082 173 282 367 446 71 803(16 OOO) 727 65 847 S222 43 379 95( 500) 792 4080 188(1C001 224 90 843 957 5197(10"0) 365 515 610 8283(1000) 312 98 414 613 47 635 777 853 929 7103 57 214 86 98 339 460 94 600 857 88 913 83 0199 609 43 89 606(1000) 763 841 8015 194 347 73 420 639 73 609 715 804 85 10081 106 303 493(3000) 652 654 750 840 11133 282(600) 396 611 22 671 748 880 12107 468 592 790 994 1 3067192 293 447 610 617 20 64 940 1 4150 81 333 407 21 629 63 611 723 15025 182 84 215 82 84 98 99 410(600) 525 782 910 1 6012 75 60 209 69 334 48 406 16 92(500) 761 823 28 52 62( 600! 974 17228 398 425 705 77 907 85 1 8103 69 311 651 642 66 67 734 95( 500) 874 923(10001 19019 319 538 633 782 832 977 90 20' 76 211 95 39�432 641 67 783 836 66 21434 93 516 868 2 2041 71 287 364 412 693 760 80 2 3041 171 76 93 206 326 69 422 653 847 932 2 4 007 166 218 498 744 94 966 71 25162(6001 220 366 75 490 590(600) 620 835 981(600) 84 28168 222 328 87 8 4 608 36 60 689 99 825 2 7 040 107 346 736 61(600) 876(1000) 945 61 28111 41 201 303 54 59(1000) 429(1000) 37 60 605(3000) 79 997 2 8023 64 154 86 279 610 61 702 24 68(1000) 87 878 906 56 8 0230(500) 67 338 91 584 819(1500) 22 906 31230 66 420 63 88 627 780 824 3 2164 217 44 467(600) 93 686(500) 918 37 33015 186 84 204 39 340 44 88 460 507 633 733 67 819 34137 602 647 805 963 3 5124 466 620 69(600) 667 894 99 973 3 3113 >600) 321 612(600) 22 762 933 3 7 032 230 54 665 716 868 69 88 964 3 8073 112 64 284 S34(1000) 565 676 745 901 3 9 014 30 147(1000) 270 382 666 86 616 40277 307 416 69 666 864 41003 200 47 77 353 639 724 29 09 849 8-' 42001 325(500) 4 3 054 120 36 340 6)3 504 (1000) 720 863 60 961 44007 15 97 198 488(3000)>,23 44 49(3000) 91 94 760 608 15 55 955 4 5262 435 SSO 60(600) 716 608(600) 52 920(500) 48149 368 409(3000) 89 672(3000) 4 7009 144 382 522 664 716(3000) 68 335(600) 925(1000) 4 8025 107 267 529 36 623 4 9003 322 414 16 66(500) 663 739 71 849(3000) 5 0062 81(600) 92 320 44 432 681 854 70 90 51057 137 396 458 512 18(500) 624 97 706 34 844 5 3023 125 36 50 205 21 320 510 49 73 705 99 027 5 3080 369 81 601(1000) 61 81 606 712 61 831 956 5 4111 66 273 76 95 480 697 623 832 5 5 033 120 82 277 307 683 604 861 5 8006 146 96 283 315 878 6 7 092 266 429 663 5 3042 193 358 660 726 68 92 8 9012 101 242 573 86 951(500) 8 0018(1000) 31 144 253 266 591 661 789(3000) 834 937 61016 36 187 202 303 431 662 810 26(603) 60 934 6 9060 222 416 47 72 614 742 52 78 847 86 902(500) 50'600) 6 8253 68 69 387 407 94(680) 95 041 64 732(508) 803 943 80 6 4045 167 264 329(600) 411 39 643 68(500) 78 92 768 829 6 5 000 316 479 895 785 917 66(3000) 6 3 003 83 119 219 39 384 421 659 643, 600) 69 728 61 62(3 0 000) 6 7 024 102 66 241 808 8 0007 168 205 388 602 854 72 920 6 9217 33 318(600) 421 668 738 70137 65 231 64 89 382 698 983 71106 85 238 84 96 362 65 93 808 973(3000) 72138 263(1000) 603 92 770 910 7 3 273 429 695 711 39 84 913 60 7 4113 25 57 293 303 679 861 912 7 6161 217 33 318 416 736 820 7 6330 554 64(500) .07 29 49 928 7 7 216 22 300 28 74 433 74 568 81 746(500) 69 925 7 8 065 163 66 223 322 54 37 544 C63 715 54 916 7 9575 886( 600) 931 89006 141 216 96 368(1000) 96 51246 75 77 93(600) 803 29 987 81047 165(1000) 605.44 613 855 8 2137 215 348(500) 473 628 47 665 862 8 3000 6 74 181 248 83 94 395 626(1ÜC0) 41 68 793 910 84119(1000) 61 314 632 52 792 8 5131 410 66 741 66 866 97 913 8 8006 634 823(1000) 958(600) 87149 (500) 239 319 600(600) 50(600) 826 930 62 8 0 163 234(1000) 60 343 49 80 609 700 835 959 79 8 9 040 112? 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Vreustisch Suddentfche (»S9. König!. Vreuß.) Klnssenlsttcrie ö. Klasse 2. ZiehungSiag 8. November 1S1Z Nachmittag Anf jede gezogene Nummer find zwei gleich hob« Gewinn« gefalleu. and zwar je einer anf die Soft gleicher Nummer in deu beiden Slbtcilungeu I n. II. Nur die Gewinne über 240 M. sind in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. s. Z.)(Nachdruck verboten) 9 247 319 88 91(600) 416 70 724 31 863(500) 946(600) 1034 462 83(1000) 636 759 73 877 93(600) 944(1000) 2429 543 62 966 3095 162 366 583(3000) 632 83 702 4021 170(500) 263 322 67 429 65 510 666 780(500) 873 966 5124 230 439 667 646 804 10 60 920 56(3000) 6222(600) 89 7206 84 427 38 66 718 967 8138 49(600) 78 241 386 479 613 80 868(10001 9032 42 124 48 89 93 298 406 48(3000) 83(1000) 607 701 8 942 10245 46 368 419 584 607 808 61(600) 907 77 11167 322 65(1000) 92 687 98(1000) 629 788 837(600) 12150(1000) 304 649(3000) 66 681 712 949(500) 76 1 3 190 222 30 483 86 630 80 687 876 943( 600) 14078 636 818 1 5159( 500) 269 77(3000) 414 787 97 803 1 6048 200 98(1000) 355(3000) 673 1 7003 139 235 341(1000) 600 63 33(600) 722 55 65(1000) 76 1 8)11 26 45 262 344 75 464 626 664 866 938 10080 247 333 639 763807 (1000) 36010 106(3000) 302 796(3000) 903 65 21084 160292 368 78 699(500) 719(1000) 74 89 866(500) 966 2 2006 40 167 251 468 608 641 710 85 864 939 2ai)02 10 72 219 21(1000) 310 474 632 774 86 812 91 968 90 24128 60 60 312 734 2 5 005 26 69 96 237 652 834 2 6006 29-62 101(600) 234 368 80 466 94 894 947 2 7029 97(1000) 310 471 556 69 847 64 57 84 2 8166 654 648 777 814 66(690) 2 0 037(600) 85 126 258(1000) 603 36 86 744 897 968(1000) 3 0201(600) 331 61 62 64 94 628 813 26 973(1000) 31002 33 46(3000) 94 226 429 66(1000) 608 3 2036 368 600 673 826 3 3 029 249 609 834 961 34065 131 288 351(600) 663 842 62 933 3 8150(1000) 294 338 564(600- 69 637 737 79 818 922 33 (5000) 95 36337 632 602 93929(1000) 41(10 000) 67 37036 60 259 66(3000) 616 628 89 930(3000) 45 38003(600) 340 760 919 23 33 43 3 6 047 67 214 233(500) COS 73E 49 62 861 994 46269 91 426 692 659 767 942 69 41083(600) 136 90 220 79 435 04 603 16 54 772 819 20 41 947 4 2219 597 745 74 845 48366 611 733 993 99 4 4155 81 91 727 841 91(6000) 4 3 041 71 162 329(5001 78 90 363(3000) 653 69 795 870 4 6015 210 77 381(600) 647 787 922 4 7337 52 459 8 7 617 23 89 791 896 900 48110(ICOO) 26 297 671 617 877 89 49197 644 60-160 76 171 330(500) 506(500) 629 838 51-04 281 408 38 67 949 5 2066(6O00) 107 375 466 68 756 671 954 98 5 3034 118 201 18 460(600) 97 668 603 96 784 819 907 74 64121 73 76 96 103 10 19 95 213 94 329 60 495 637 96 711 16 72 982 6 5163 97 319 455 684 732 33 59 876(1000) 900 66016 36 96 IIS 23 321(1000) 473 540 5 7 366 72 409 649 78 773 017 59 911 85 5 8100 230 37 541 663 99 719 867 6 0035 44 268 324 792 823 60034 606 811(1000) 73 976 61028 116 40 47 62 257 300 93 513 45 761 E37 934 5 2 066 210 92 409 632»0 99 817 68093 130 263 317 463 648 708 833 89(3000) 04035 114 217 314 54 479 662 618 69 736( 6001 925 44 6 5234(3000)451(600) 68206 328 460 88 592 862 66 972 6 7-89 204 89 374 442 50 504 47 708(1000) 66 77 893 944 68139 274 338 696(500) 767 671 6 0041 76 100 372 622(600) 767 7 0033(,00) 88 160 63 290 96 387 467 710 43 67 809 34 77 97 71008 92(3000) 124 9- 314(1000) 413 694 931 7 2326 453 509 44 604 46 67 82 874(3000) 990 96 7 3 233 307 90(500) 435 50(500) 636 7 4001 16 138 49 234 321 866 7u7 870 922 7 5071 115 38 460 747(60-0) 917(1000) 76165 278(3000) 463 ,000! 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' Lerautwortl icher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: TS. Glocke. Berlin. Druck u-Beriag: Borwärt» Buchdruckere» u. BerlagSanstalt Paul Singer u. To.. Berlin Hr. 295. 30.I.N..8. Z. JfÜUJJf �0 JfltlÄ" Sttlllttt WlKsllllltt. S.nntaj, 9. Storni 1913. Soziales* Die Erziehung zur Hörigkeit. Eine Leutenot auf dem Lande besteht zweifei- los. S-Z ist im Sommer so groß, daß ein erheblicher Teil des deutschen Heeres in den Dienst der Agtaricr gestellt wird. Die Junker wenden auch allerlei Mittel an, um die Leutenot zu lindern i sie verteilen Ehrendiplome, sorgen für land- wirtschaftlichen Unterricht im Heere, beschäftigen Gefangene, treiben Wohlfahrt- und Heimatpflege, siedeln Landarbeiter an und holen hunderttausende ausländischer Lohndrücker herein. Nur an das Wichtigste denken sie n i ch t, an die V e r b e s s e- rung der Lohn- und Arbeits- sowie Woh- nungsverhältnisse der Landarbeiter. Als neues Mittel, der Leutcnot abzuhelfen, empfiehlt man jetzt, den landwirtschaftlichen Arbeitsunterricht für Schulkinder einzuführen. Den Kindern der Land- arbeiter soll der„Reiz der landwirtschaftlichen. Arbeiten zum Bewußtsein gebracht" werden, und zwar ist es kein Agrarier, sondern ein Schulmann, der das fordert. Regierungs- und Schulrat Liz. Kabisch-Tüsseldorf wünscht, daß auf dem Lande und in den Landstädten, wo es Bauerngüter oder Pachtgrundbesitzer gibt, sämtliche Knaben der drei letzten Schuljahre in Gruppen zu 8 bis 10 geteilt werden. Jede Gruppe wird einem praktischen Landwirt übergeben, d e r sie einen Nachmittag in der Woche von 3 bis 7 Uhr in seinen Dienst stellt. Der Unterricht fällt an diesem Tage aus. Der Jugendfreund glaubt, daß die Landwirte sich der ihnen zugewiesenen Aufgabe gern unterziehen würden, da sie ja jede Woche zwanzig Hände auf einige Stunden in die Wirtschaft bekommen sollen. Das sei ein billiges Entgelt für die Erziehungsarbeit. Der Widerstand der Eltern lasse sich durch den preußischen Staat leicht überwinden, der ja„schon manche Torheiten der Eltern überwunden" habe. Selbstverständlich stößt dieser menschenfreundliche Plan auf den entschiedenen Widerstand der Lehrerschaft. So schreibt die Korrespondenz des deutschen Lehrervereins, es handele sich hier um einen öffentlichen Frondienst d e r I u g e n d, wie ihn das Mittelalter kaum gekannt habe. Und das im Interesse eines Standes, der keine Not kenne, und der auch an einer Leutenot nicht leiden würde, ivenn er etwas sozialer empfände und den l a n d w i r t- schaftlichen Arbeitern ein menschenwürdi- ges Dasein ermöglichte, wozu er sehr Wohl in der Lage sei. Durch den landwirtschaftlichen Unterricht soll das Kind zum Knecht herangebildet werden. Kein Kind sei geboren, um Höriger des Landwirts zu werden. Es ist natürlich Aufgabe der Sozialdemokratie, diesen verwerflichen Plan auf das schärfste zu bekämpfen. Schon jetzt ist die Kinderarbeit auf dem Lande üblich. Die Aus- beutung der Kinder würde erheblich größer werden, wenn dieser Plan verwirklicht werden sollte. Geheime Konkurrenztlaufeln. Der zwölften Kommission de? Reichstages wird von der„Deut- lchen Jndustriebeamten-Zeitung" folgender Briefwechsel zum Studium empfohlen: Borbecker Maschinenfabrik, Bergeborbeck. Bergeborbeck, den..... 1913 Kreis Essen(Ruhr). Herrn N. N. Zwischen den Firmen Werner u. Psleiderer, Cannstatt-Stuttgart, Borbecker Maschinenfabrik, Bergeborbeck, üoriter Dampfbackofen-Jndustrie, Düsseldorf, H. Bertram, Halle, Senkingwerke, HildeSheim, Ponclet, Düsseldorf, ist eine Vereinbarung getroffen, dahinzielend, daß die der Ver» einbarung Beitretenden sich gegenseitig verpflichten, nicht gegen- einander Angestellte und Monteure fortzuengagieren, oder etwaige an sie ergehende Anerbieten von Angestellten einer ver- tragschließenden Firma zu berücksichtigen. Wir sind beauftragt worden, bei Ihnen anzuftagen, ob auch Sie sich einer derartigen Vereinbarung mit anschließen würden. Es wird auch noch versucht, andere Firmen zu dieser Ver- einbarung zu gewinnen! Hochachtungsvoll! gez. ppa. Borbecker Maschinenfabrik u. Gießerei Th. Kade. lind die Antwort: Borbecker Maschinenfabrik u. Gießerei Bergeborbeck. Von einer Reise zurückgekehrt, gebe ich Ihnen heute Nach- richt auf Ihre gefl. Zuschrift und teile Ihnen daraufhin höflichst mit, daß ich mich erst dann zur Sache selbst äußern kann, wenn Sie mir mitteilen, wer bis heute definitiv seinen Beitritt zu- gesagt hat und wer eventuell auf Ihre Anfrage hin ablehnend antwortete. Ich selbst stehe der Sache zwar sympathisch gegen- über, doch möchte ich vor definitiver Entschließung hierüber noch Ihre nähere Nachricht in Empfang nehmen. Inzwischen zeichne ich hochachtungvoll N. N.» Diese Unterbindung der Freizügigkeit der Angestellten ist scharf zu verurteilen. Einzelne Firmen sind Lieferanten für die deutsche Armee und Marine, andere für die Konsumgenossenschaften, die gewiß an solchen Vorgängen nicht achtlos vorübergehen. Kiudermord in Bayern. Mit vielem Eifer und regem Bemühen versuchen die ultra- montanen Organe der Regierung klarzumachen, daß nur durch Förderung des Klerikalismus aus allen Gebieten die gewünschte Förderung in der Volksvermehrung erreicht werden könne. Daher entbehrt es nicht einer Pikanterie, wenn der„Reichsanzeiger"— Nr. 261— in einer Besprechung der Bevölkerungsbewegung in Bayern im Jahre 1912 u.«. bemerkt:„... Die Säuglingssterb- lichkeit, die in manchen Gegenden Bayerns noch heut eine sonst nirgends im Deutschen Reich beobachtete Höhe erreicht(bis zu einem Drittel der lebendgeborenen Kinder stirbt im ersten Lebens- jähr), dezimiert die Schar der neugeborenen Kinder oft derart, daß Bezirke mit weit geringerer Fruchtbarkeit durch rationelle Pflege der Aufzucht(z. B. durch Stillen der Kinder an der Mutter- brüst) einen größeren Aufwuchs erzielen, als Bezirke mit starker Fruchtbarkeit. Umgekehrt haben Bezirke mit der größten Frucht- barkeitsziffer keineswegs den größten tatsächlichen BevölkerungS- zuwachs. Wohl halten sich die AufwuchSziffern jener Bezirke über dem Landesdurchschnitt, aber sie stelzen infolge der besonders großen Säuglingssterblichkeit zu deren Fruchtbarkeitsziffern nicht in entsprechendem Verhältnis..." Nach dieser Belehrung durch den„Reichsanzeiger" bequemen sich die Pfarrer und Kaplän« hoffentlich dazu, ihre schätzenswerten Kräfte, die sie bisher so eifrig für die Vermehrung der Geburten in den Dienst des öffentlichen Wohles stellten, nun endlich zur Bekämpfung des grausigen Kindermordes im frommen Bayern, im Herrschgebiet des katholischen Klerus und des Zentrums auf- zusparen und anzuwenden. Im Reichstag hatte gelegentlich der Beratung der Reichs- Versicherungsordnung unser Genosse Bebel auf die ungeheure Sterblichkeit der Säuglinge gerade in bayerischen Bezirken hin- gewiesen. ES half nichts— die Konservativen und daS Zentrum stimmten die Anträge auf Fürsorge für Säuglinge nieder. Hu s aller Alelt. Von Gottes Gnaden. Ein kleines Mensche nalter geschahen in Bayern alle Re- gierungsmatznahmen im Namen des Königs Otto. Jedes Ge- richtsurteil wurde gefällt: Im Namen des Königs. Der geistige Zustand des Mannes, mit dessen Namen die ganze bayerische Politik der letzten Jahrzehnte gedeckt wurde, sieht nach dem zweiten Gut- achten der UntersuchungSkommission, die den armen geisteskranken Menschen im Schloß Fürstenried besuchte, also aus: „Der Sinn für Reinhaltung und Pflege des Körpers ist völlig abhanden gekommen und fast mit jeder Stuhl- entleerung und mit jeder Urinentleerung ist eine Verunreinigung des Körpers, der Kleider, des Zimmers und nicht selten auch des Bettes verbunden. Unter dem Einfluß einer krankhaften Berührungsfurcht suchte Majestät schon als Prinz und bei Beginn der Krankheit Stuhlentleerung und Urin- entleerung möglichst lang zurückzuhalten oder die Dejektionen in Schränke und Schubläden zu entleeren, und seit vielen Jahren vermeidet Majestät jede Berührung eines Klosetts oder eines entsprechenden! Gefäßes. In dieser Beziehung nur kurze Zeit sich selbst überlassen, würde Majestät alsbald verwildern, und doch setzt Majestät den Reinigungsmanipulationen und der Anwendung von Bädern fast jedesmal heftigen Wider» stand entgegen." Ist das nicht der blutigste Hohn auf das Gottesgnadentum und beweist der geistige Zustand des nun abgesetzten Königs nicht, wie überflüssig die Monarchen von Gottes Gnaden in der Staats- Maschinerie sind? In Bayern ist 27 Jahre der Beweis erbracht, daß es auch ohne Gottesgnaden. Fürsten geht. Konscquenterweise hätte man eigentlich gleich zur Republik übergehen solen. Väterchen bleibt konsequent. Die russische Regierung hat der amerikanischen offiziell mitgeteilt, daß der Zar keinerlei Petitionen ent- gegennehmen wird, die sich auf den K i e w e r Ritualmordprozeß beziehen. Dieser Beschluß richtet sich offenbar gegen eine Petition, die von den Bischöfen sämtlicher anglikanischer Bistümer der Ver- einigten Staaten unterzeichnet worden ist und die dem Zaren auf diplomatischem Wege durch den amerikanischen Bot- schafter in Petersburg übermittelt werden sollte. Inkonsequenzen läßt sich Väterchen Zar nicht zuschulden kommen. Was hätten denn auch alle die Anstrengungen ge- nutzt, die die schwarzen Hunderte gemacht haben, um einen Ritualmordprozeß zu inszenieren, wenn ihr oberster Herr und Gebieter plötzlich sentimentalen Anwandlungen erliegen sollte. Es muß schon dabei bleiben:„Der Jude wird verbrannt!" Denn ohne den„erwiesenen" Ritualmord fehlen ja alle Voraussetzungen für den jn diesen schlechten Zeiten so dringend nötigen Pogrom. Revolverattentat eines Realschüler?. In der Oberrealschule in Mainz feuerte am Sonnabend ein sechzehnjähriger Schüler der Untersekunda auf einen Oberlehrer, der ihn wegen Nichtablieferung eines Straf- zettels zur Rede stellte, drei Revolverschüsse ab. Der Lehrer, der das Vorhaben bemerkte, gab dem Schüler einen Schlag auf die Hand, so daß der erste Schuß in die Decke ging; der zweit« ging gleichfalls fehl; der dritte traf auf bisher nicht auf- geklärte Weise den Schüler in den Kopf. Die Kugel konnte durch Operation entfernt werden. Aus Mikoschs Heimatsland. In Großwardein macht die folgende eigenartige Skandal- affäre Aufsehen. Der ehemalige Abgeordnete E r s e h war von verschiedenen Landwirten angeklagt worden, sie um Hundert- taufende von Kronen betrogen zu haben. Die Gutsbesitzer wurden von dem Advokaten Dr. B e I l e r vertreten. Als nun Dr. Beller gestern zur Verhandlung erschien, wurde er auf dem Korridor von dem früheren Abgeordneten und jetzigen Angeklagten überfallen und geohrfeigt. Dr. Beller, ein Riese an Gestalt und Kraft, packte Ersey und trug ihn in ein un- benutztes Verhandlungszimmer, wo er ihn jämmerlich zerschlug. Dann sperrte er ihn in eine dort stehende große K i st e, die er z u r i e g e I t e. AIS es zur Ver. Handlung kam, wurde gegen den früheren Abgeordneten ein Ver» säumniSurteil erwirkt. Später wurde Ersey durch ein paar Gerichtsdiener aus seinem unfreiwilligen Gefängnis befreit. Er will gegen Bcller klagbar werden. Kleine Notizen. Der Tod in der Grube. Jn der G u i d o g r u b e bei Z a b r z e stürzten große Gesteinsmassen zusammen und begruben mehrere Bergleute unter sich. Eine Leiche und zwei Schwcrver» letzte konnten geborgen werden. Durch Wasserschierling vergiftet. Aus Unvorsichtigkeit wurde in der Familie des Gärtnereibesitzers Müller in Westerfeld bei Wattenscheid statt Petersilie giftiger Wasserschierling für eine Fleischsuppe gebraucht. Infolge des Genusses erkrankten die Frau, acht Kinder und zwei Lehrlinge. Ein neun- jähriges Mädchen ist bereits g e st o r b e n. Von den übrigen Per- sonen schweben mehrere in Lebensgefahr. Der giftige Hochzeitsschmaus. Aus Choket wird gemeldet, daß von den öll unter Vergiftungserscheinungen erkrankten Hoch- zeitsgästen bereits sechs gestorben sind und daß der Zustand von sieben weiteren hoffnungslos ist. Einem Ge- rücht zufolge soll es sich um einen verbrecherischen Anschlag handeln. Fünf Personen verbrannt. Wie aus Petersburg gemeldet wird, sind bei einer großen Feuersbrunst an der Kawalergardskaja fünf Personen verbrannt. Ein Feuerwehrmann wurde von einem herabstürzenden Gesims getroffen und auf der Stelle getötet. Jn Seenot. Der englische Dampfer„Alfeld" ist mit 9 0 9 in- bischen Mekkapilgern an Bord unweit Hamawars im Golf von Aden auf Grund geraten. Die Lage des Schiffe? soll verzweifelt sein. Der Dampfer„Koweit" ist zur Hilfe- leistung an die U n g l ü ck s st e l I e abgegangen. Nähere Einzel-» heiten stehen zur Stunde noch aus. Jugendveranstaltunge«. Schöueberg. Heute Sonntag, abends 8 Uhr, in den„Neuen RalhauS- (ölen", Meinniugcr Str. 8. Vortrag des Herrn Redakteur Georg Schmidt über„Jugendschlitz'._ Veranstaltungen. Bohnsdorf. Am Montag, den 10. November, 8 Uhr, findet in der Villa Kahl(grover Saal) ein Vortrag statt. Genosse Pieck erläutert den Teil des Parteiprogramms über Fraucnsrage, Religion und Erziehmio»« wescn. Um pünltticheS und zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Der Be» such ist sür die Genossinnen unentgeltlich. HilfSkasse der Graveure, Ziseleure und verw. Berufsgenosse» in Berti» tagt jeden zlvciten Montag im Monat, abends von 8—10 Uhr, im Restaurant Lulscnuser 1.' Bercin der Ztzreidenker für Feuerbestattung. Montag, de» 10. November, abends 8 Uhr, öffentliche Versammlung in den PharuSsälcn, Müllerstr. 142. Vorträge: 1. lieber Kirchen austritt. 2. Ueber Feuerbestattung. 3. DiSlussion. 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Ns, Uhr: Bltlthnersaal: Einsonielonzert. Abends S Uhr: Neue« VoltS-Theater: Mudder MewS. Abend» S'l, Uhr: Neue« vollS-Theater: Montag und Donnerstag: Die Siebzehnjährigen. Simwoch, Freitag: Der Dienstag, ledige Hos. Mews. Sonnabend: Mudder Zetlittef-Idesler O.IS: Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Freiwild. Sonntag, abends 8 Uhr: Jngendfreande. Montag, abends 8 Uhn Zwei Wappen. Schiller-Theater 12 Uhr: Kammcrmnitlk. Sonnlag, nachmittags 3 Uhr: Der Pfarrer von Klrehfeld Sonntag, abends 8 Uhr: Bogenniontasr. Montag, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Die dnnxlran von Orleans. Thealer des" Westens. 8 Uhr: Polenblut. Theater am Nollenöorfplatz§. .Mn. 3 U: Orpheus i. d. Unterwelt. Abends 8 Uhr. Der lachende Dreihund. DeatsctaesSchanapielhaus Nachm.S'/« U.: D. Stützen o. Gesellsch. 8 Uhr: Die heitere Residenz. I�essinx-Ikeatef. Nachm. 3 Uhr: Professor Bernhardi. 8 Uhr: Pygmalion. Theater in öerKönSigrlltzer Straße 8 Uhr: Die Kronbraut. Komödienhaus. 8 Uhr: Hinter Mauern. Derllner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Deutsches Kimstlertheater Sozlctlit. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Nachm. 3 Uhr: Der Biberpelz. Abd. 8 Uhr: iianneles Himmelfahrt. Der zerbrochene Krug. 8 Uhr Residenz-Theater 5t Uhr. Hoheit— der Franz! Musilalische kyroresle in 3 Alten von Art u r Landsberger und Willi Wolsf. Musik von Robert Winterbcrg. Morg. u.s. Tage: Hoheit— der Pranz! Montis Operettentheater. Tägl. LehSr-Novitat: Die Ideale Oattln. 8 Ubr. Fritz i Massary, I. Spiclmann a. G. Badstrahe 38. Sonntag, den 9. November; stv:. Vom Thron zum Sehaiott. 76ufe: Mein Leopold. Bolksslück m.Ges. i. 3 Alt. v.L'Arronge. klassenerössn. 10 Uhr, Ans. 3 u. 7 Uhr. �Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Seine Geliebte. 10SE=THEATE Grotze Franfsuricr Str. 132. Rachmittags Z Uhr: Der 11 tiller und.ein Kind. Abends 8'/. Uhr. URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Mit d.„Imperator" nach New York. Montag 8 Uhr: Walter MaoClintock, Pittsburg: 15 Jahre bei den Schwarr,- fnü-Indlanern 1. den Hocky- Bonntal», von Bontana. Hörsaal> 7,-hr: Konstr.-I-ftg. A. Keßner: Walzwerke. □ □□ DÖQ □□□ SS® iocischer- GARTEN Hcntc Sonntag: Eintritt§0 Pf. .>, Aquarium SO Pf. Kinder unt. 10 Jahren die Hälfte. Ab nachm. 4 Uhr: GroBes BillUlr-Konzori. (3 Kapellen). Täglich: Mililär-Doppel-Konzert. Passage-Panoplikum SO wilde Kongoveiber Männer und Kinder In einem elgrena anf- gebanten Kongodorfe in ihren Sitten u. Gebräuchen. Und die anderen Attraktionen. Die gr. Kino-Yariete-Vorsleiliing von 5(Sonntags 3) bis 11 Uhr. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. i Heute Sonntag, den 9. November 1913, bei Obiglo(früher Keller), Koppenstraße 29 Theatervorstellung Zur Aufführung gelangt; Der Probekandidat.- Drama in 4 Aufzügen von Max Dreyen In Szene gesetzt von Fritz Witte-Wild. Einlaß 6 Uhr. Kinder haben keinen Zutritt. Anfang 7l/9 Uhr. Nach der Vorstellung; Ball bis 2 Uhr. Eintrittskarten a 60 Pf. inkl. Tanz sind bei den Gastwirten Greive, Eunge- straße 30, nnd Obiglo, Koppenstraße 29, zu haben. Der Blldangsaa.schnB. Metropol-Theater Nachmittags 3 Uhr: 's Nullerl. Abends 7 Uhr 55 präzise: Gr. Ausstattungsst. m. Gel. u. Tanz in 19 Bild. m. vollständ. freier Benutzung des lules Vorne'jchc:: Romanes von Jnlins Freund. Musif von Jean Ollbert. In Szene ges. v. Dir. Richard Schultz. Karl Bactimann. Joseph Giampietro. Guido Thielsclier. Altred Sciimasow. Leopold Woll. Ludwig Voll. BeleneBalloi. idaüusska. J.de Lande. Konzerte der kartellierten Freien Volksbühnen. Lichtspiele Weinbergs weg 16-17 (2 Minuten v. Eosenthalor Tor) Eeinickendorfer Str. 14 Der Spuk im Schloß. Farbenprächt, Detektiv-Film. Anfang 3 Uhr. Moritzplatz Hasenheide Der Liebe Zaubermacht Eomantische Erzählung. Kolorierter Film. Anfang 3 Uhr. Im weißen KtfB'l. Morgen: Im weißen Iis«« 1. Reichhaltiges humoristisches Programm mit Tom Prince John Bnnny und Bnbl. Sonntag, den 23. November 1913, abends 8 Uhr im BIQthner-Saal: III. Rammermusik-ibeiid. Werke von Saint-Saens, Grieg, Tschaikowski und Strauss. Mitwirkende: Tilly Koenen und das Kestenberg-Trio. Einlaßkarten ä SO Pf. in den bekannten Zahlstellen. Montag, den 1. Dezember 1913, abends 8'/, Uhr in der Neuen Welt, großer Saal: --------------- Zweites großes------------- Chor-Konzert. Beethoven: Die IX. Sinfonie Leonoren- Ouvertüre und Chorphantasie. Mitwirkende: Leitung: Oskar Fried Blüthner-Orchester::: Berliner Volks-Chor. Einführungsabend Sonntag, den 16. November, 2'/, Uhr im„Deutschen Hof", Luckauer Straße 15. Vortrag: Professor Sternfels. - Bntree 20 Pf__ 245/16 B23 Vereinigte Berliner Volksbühnen. Unlsen-Thcater. I Walhalla-Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr: I Sonntag nachm. 3 Uhr: Die AHwSrden«. I Die llÄuber. 81/, Uhv: Hopfenraths Krbcn.| 8-/, Uhr: Der Ucbesonkel. :: Berliner:: Konzerthaus J?„CM« ■■-- Mauerstraße 82.—. Qroßes Doppel-Konzert! Zimmerstraße 90/91. Oirig. Oberm. A. Becker. Oirig.: Oberm. Baarz. Anfang 4-/, Uhr. Gr. Naehmittags-Konzerl beiEinrtrittm Musikkorps Kaiser-Franz-Garde-Gronad.-Regts. Musikkorps des 1. Garde-Dragoner-Regiments. Anfang J'/i Uhr. Eintritt SO Pf. An allen Wochentagen: Bertins neuesteTamart im L�oulette de öanse. BesTelstr.| ♦|«axcxxxzxxxx;�»�> 4 M f in« T Mitg-l. d. Deutsch. Ärb.-Säng.-Bd. Chormstr. Franz Botho. Totensonntag 23. November, im Konzertsaale der Brauerei Friedrichshain: KONZERT Mitwirkende: Das Berliner Konzerthaus-Orchester, Dirigent Fr.*. Bio»(40 Musiker). Eröffnung 6 Dhr. Anfang prüz. 7 Uhr. Kindern unter zehn Jahren ist der Zutritt untersagt! Billetts im"Vorverkauf 60 Pfennig, SO. Zigarrengesohäft Dorsch, Engelufer 15(Gewerkschaftshaus). S. Eestaurant Beruh. Pingel, Böckhstr. 7. SW. Rest. Paul Walter, Zimmerstr. 12. 8W. Rest. Weck- werth, Bergmannstraße. NO. Rest. Max Höhne, Am Priedriehshain(Ecke Greifswalder Straße). Neukölln. Restaurant Kutzki, Hermann str. 75. 60/8* Gdansvcrcin„Ileu-Lwacht" M. d. D. A.-S.-B. 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