Nr. 6. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingers. in der Poft Zeitunas Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Bfg.. für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Mummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Ervedition abgegeben werden. Die Ervedition in an Wochen: tagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Fefitagen bis 9 1hr Vor: mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Quittung. Dienstag, den 9. Januar 1894. 133,30. Aufklärung der Dummen 2,85. Kontobuch Arbeiter, 2000, = Für den Parteivorstand A. Gerisch, Razbachstr. 9, I. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Gewährung und Annahme von Geschenken in der Absicht, Aeußerungen in der Presse zu Gunsten oder zum Nachtheil gewisser Unternehmungen herbeizuführen oder zu unterdrücken. durch R. 5,50. Hildesheim, 10. hannöv. Wahlkreis 100, Kiel, Geburtstagsfeier eines rothen Modelltischlers 3,11. Kirchberg i. S., Uebersch. v. Christbaum 10,43. Lübeck, v. Referenten Bei der Parteitasse gingen im Monat Dezember folgende einer öffentlichen Böttcherversammlung 4,80. Limmer b. Hannover, Beiträge ein: rothe Spieler 6,-. Loschwih, v. Kegelklub Neu- Loschwitz durch Der Bericht leitet die Begründung seines Vorschlages Aachen 178,60. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 3. Kreis. St. 3,-. Lauenburg a. d. Elbe, die Rothen vom Liederkranz, wie folgt ein:" War auch die Mehrheit der Kommission 250,-. 4. Kreis( Oft) 1000,-( darunter Bierprozente von den Sylvesterabend 3,- Luxemburg, 2. 200,- Mylau, rother auf Grund der Darlegungen der Sachverständigen der AnTischlern Koppenstr. 31 5,-. Bierprozente Belling und Hirsch Geburtstag 1,20. Desgleichen, Weihnachtsgeschenk v. einem rothen ficht, daß es eine größere Bahl von Breßorganen giebt, die 8,-. Berndt, Grüner Weg, 3,-) 4. Kreis( Südost) 400,- Genossen 5,-. Minden- Lübbecke, aus dem Wahlkreise durch der Bestechung nicht zugänglich sind, so mußte andererseits ( darnnter Statklub Tourné, Wrangelstr. 84, 2. Buße 5,-. Lausißer d. Vertrauensm. 20,-. Neustadt( Herzg. Cob.) 5,-. Neudamm, Rindtaufe 75. Gefellenheim Alexandrinenstr. 1,50.) 6. Streis: von zielbewußten Genossen 4,-. Nürnberg 300,- Ohlau 10,-. doch angenommen werden, daß eine Reihe von Blättern Oranienburger Vorstadt, Wedding und Gesundbrunnen 350,- Offenbach- Dieburg, Wahlfr. 50,-. Ober- Langenbielau, amerit. mehr oder minder regelmäßig Zuwendungen von größeren ( darunter amerik. Auktion Geburtstagsfeier bei Haferland 3,-. Att. 3,-. Reichenau i. S., gef. auf einer rothen Hochzeit 2,-. Bankhäusern erhalten, die dazu führen müssen, sie in eine Uebersch. v. W. Jakob" durch Lenzner 4,-. Durch Lasetti ges. Rostock, Durch M. G. 100,-. Reichenbach i. Schl., gewisse Abhängigkeit von denselben zu bringen." 3,75. Amerit. Auktion v. ein paar Hosenträgern, Chausseestr. 70 Ueberschuß V. Vergnügen 10,-. Steundorf b. Pirna, Ter Bourgeoispresse, um die es sich hier einzig und 3,03). 6. Kr. Schönh. Borstadt 203,-( darunter ges. auf einer rothe Hochzeit 4,20. Schwiebus 10,05. Sebniz i. S., gef. auf allein handelt, wird hier von Sachkundigen ein Zeugniß Geburtstagsfeier d. Krause 3,-. Berlin div, Beiträge A. B. einer Kindtaufe 2,47. Spandau, gemüthliche Rindtaufe 2,20. Spandau, gemüthliche Kindtaufe 2,20. 50,-. P. 6. 50,-. Dr. 2. A. 20,-. Drei v. Frege'sche grüne Teltower Kreis durch W. zurück 400,-( barunter von Kövenid ausgestellt, dessen Bedeutung nicht zu unterschäßen ist. Jungens aus Moabit 3,-. J. G., gemüthliche Stammkneipe 4,25. 100,-, von Rigdorf 100,-, vom internationalen Brisenverein Welch ein schwacher Troft für die berufenen Vorfämpfer Gutenberg 100,-. Amerikanische Auktion von drei noch un- Köpenick- Adlershof 20,-). Thorn, amerikan. Auktion Geburts- von Sittlichkeit, Ordnung, Glaube und Eigenthum, daß versteuerten Bigarren 3,-. Bellealliancestr. 79 1,60. Vom auf- tagsfeier Kirchhofstr. 5,10. Begefact, gef. auf einer Geburtstags- doch wenigstens eine größere Bahl" von Organen vorhanden gelösten Leseklub„ Empor" durch H. 4,55. Möbelfabrik von feier von grünen Jungens mit Vollbärten 2,35. Wiltau i. S., sei, die sich nicht bestechen ließen! Doch der Trost erscheint Barth, Fruchtstr. 20,- Gürtler der Firma Calm u. Bender amer. Auktion einer Stange Meerrettig 1,55. Waaren, von noch um vieles hinfälliger, wenn wir die Vernehmungen 6,50. Amerikan. Auft. eines Regenschirins Blumenstr. 5 2,30. katholischen Arbeitern aus der Zuckerfabrit 4,26. der Sachverständigen prüfen. Am neunten Verhandlungss Rothes Veilchen 10,-. Gastwirthsgehilfen, Ueberschuß vom In der Quittung vom 10. Dezember 1893 Nr. 290 des tage, am 20. Mai 1892 wird ein Wissender verhört, der Vergnügen 50,-. Tugendbund 4,-. Sammelgelder und Bier- Vorwärts" muß es heißen statt Oberlinghausen: Derlinghausen, Generalkonsul Russell, Geschäftsinhaber der Distonto prozente der Bronzewaarenfabrit v. Mottau, Ritterstr., durch J. Statt Hamburg II. Wahlkreis: Hamburg III. Wahlkreis Gesellschaft. Er erklärt zwar leider haben unsere deutRochstraße 5,- Gießerei Oranienstr. 9, mit einer Ausnahme Berlin, den 8. Januar 1894. schen Enquetekommissionen nicht das Recht der eidlichen 4,70. Rothe Buchbinder aus der Grünstraße 5,-. R. Schulze, Vernehmung, aus eigener Kenntniß habe er nichts Bigarrenfabrit, Friedrichsfelderstr. 21, 7,50. Von Bigarren darüber mitzutheilen. Aber er fährt dann fort( Protokolle durch Grau 20,-. Von Arbeitern und Arbeiterinnen der G. 578): Deutschen Hutfabrit 60,-. Pfeiffer's Brodbäckerei 1,20. 2. G. G. 8,80. Bierprozente d. H. v. W. Pollack 3,-. E. 1. in Ch. d. d. 30,-. Reinickendorfer Sepperbund von Herrn Dertel 2,65. Budifer, Breitestraße 3,-. Geburtstag der Schneider bei Röllig, 16. Dezember 5,-. Von der rothen Geburtstagsfeier beim Genossen Hüne, Lock, gesammelt d. Preus 4,10. Wanderklub Norden" 2,-. Gesammelt von mehreren Gästen beim musikalischen Paul, Königsbergerstraße 1,80. Stralsunder Statklub 5,-. 5 Schaftöpfe B. Harfeld- Berlin, 4. Klasse 2,05. Amerit. Auktion b. Bernice, Prinzen- Allee 5,31. Bonn a. Rh. 30,-. Buckau, statt Schnaps 1,-. Barmbed Hamburg, Tellersammlung bei einer Mahlzeit des Sparklub Weihnachten 5.-. Barmbeck, Sparklub Achtstundentag 3, Brambach i. V., rothe Rindtaufe 1,50. Conradsthal 1,50. Chemnitz, 16. sächs. Reichstags- Wahlkreis 2000,-. Gaffel, von einem alten Genossen 5,-. Düsseldorf, gesammelt auf einer rothen Hochzeit in Ripphaus bei Heiden: 5,-. Dresden, Ueberschuß der Jakob" lesenden Bigarrenarbeiter durch geschäftlichen Entwicklung zulassen. Wir behalten uns vor, Th. 13,-. Elberfeld 300,-. Glauchau, amerikanische Auktion beim Tannenbaum- Vergnügen des Volksvereins 22,55. Gera( Reuß), von Genossen 50,-. Hamburg, Zigarrenfabrit Ladegast 12 Hohenstein- Ernstthal 10,- Desgl., Prozente vom Produkten- Vertheilungs- Verein 6,-. Hamburg- Eppendorf, Uebersch. v. Bau Eppendorfer Bürgergarten 24,20. Samburg, die Alten vom 3. Wahlkreise 870,16. Desgl., Sparklub 3. f. Wafferthurm, Vierländerstr. 30, 10,-. Degleichen Ueberschuß vom 81. Bezirk des II. Wahlkreises 8,65. Desgl., Ersparnisse von Scheffler's Bau, letzte Rate 31,90. Desgl., Böhling und Muhle 20,55. Halbe, unter Genossen gesammelt Absatz 2 verzeichnet: Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. Die Börse, die bürgerliche Presse und die Sachverständigen. Der Bericht der Börsen- Enquete- Kommission, der begleitet von einer stattlichen Reihe Denkschriften, stenographischer Verhandlungsprotokolle und anderer Anlagen dem Reichstage zugegangen ist, verdient es, eingehend auch in diesen Blättern behandelt zu werden. Es versteht sich, daß für uns die Ergebnisse der Erhebung nur insoweit von besonderer Bedeutung sind, als sie einen sozialpolitischen Charakter haben. Einzelfragen, Angelegenheiten der Börsentechnik tommen für uns nur dann in Betracht, wenn und sofern sie einen Schluß auf den Gang der wirthschaftsnach und nach die wichtigsten Abschnitte der Enquete zu besprechen. Heute beschränken wir uns auf das in dem Bericht( S. 21, 23, 24, 25) erörterte Verhältniß von Börse und bürgerlicher Presse. Die Kommission, die sich aus Regierungsbeamten, Universitätsökonomen, Agrariern und Großbanfiers zusammensetzte, hat den Gesetzgebern u. a. auch die Errichtung eines Börsendisziplinarhofs empfohlen. Unter den von diefem Disziplinarhof zu ahndenden Handlungen ist im Jim Allgemeinen müssen wir mit der Thatsache rechnen: das Preß gewerbe ist an erster Stelle heute ein Gewerbe, ein faufmännisches Unternehmen für den Unternehmer der Preffe. Der Eigenthümer der Zeitung will aus der Zeitung einen Ueberschuß erzielen; er wird demzufolge regelmäßig darauf angewiesen sein, sich umfangreiche, namentlich gut bezahlte Inserate zu beschaffen. Das Bestreben, diese Inserate zu bekommen, ist ein berechtigtes und geht ausnahmslos wohl durch die ganze Presse, durch diejenige Presse, die sich häufig der Börse am feindlichsten zeigt, ganz in dem gleichen Grade. Es ist oft gar nicht zu sagen, welchen Bestürmungen durch Agenten wir regelmäßig zur Zeit von öffentlichen Emissionen irgend welcher Art ausgesetzt werden, und ich fann wiederum nur sagen, daß in sehr vielen Fällen, wenn man der betreffenden Zeitung das Inserat nicht giebt, dann am folgenden Tage ein ungünstiger Artikel über die betreffende Emission in der Zeitung steht, oder falls die Zeitung nach der Richtung hin vielleicht etwas vorsichtig ist, sonst ein mißliebiger Artikel. Das gilt nicht für alle Zeitungen, aber es ist naturgemäß, daß... hiernach durch die Presse geradezu ein gewisser Druck auf die Emissions- Institute geübt wird, ihnen die Inserate in einem weiteren Umfange zuzuwenden, als es die Emissionsinstitute sonst vielleicht thun würden. Db und wie weit nun im einzelnen Falle den 3eitungsredakteuren oder sonstigen Per fönlichkeiten es brauchen ja nicht immer Beitungsredakteure zu sein Vergütungen dafür bezahlt werden, daß dieselben Artikel veröffentlichen, die auf denkt an nichts; sie hat sich nie darum gekümmert, woher Gabe und Lene lachte voll Glück und Entzücken und wir's nehmen, und daß das Leben immer schwieriger wird, wehrte es nicht, als er sie sofort in ihre kleinen Ohren ( Alle Rechte vorbehalten. ie größer die Kinder werden. Freilich, ihr hat's an nichts befestigte. Sie begriff, daß nun auch das Uebrige dazu je gefehlt, aber nun werden die Buben auch einmal etwas stimmen müsse, und als sie von Mama hergerichtet, nach brauchen aber das weiß der liebe Gott, woher wir's dem letzten Journal gekleidet, vor ihm stand, in dem lichten, nehmen sollen, so lange sie nicht versorgt ist." ihre Formen fest umhüllenden Kleide, erschien sie holdselig [ 11 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Als er fort war, begann die Mutter ihr Vorwürfe zu machen über ihr albernes, unverantwortliches Betragen. Lene, die noch immer erregt, runzelte die Brauen. Wie kann ich denn seine Sachen tragen," rief sie mit einigem Ungestüm sich gegen die Mutter wendend, und gefeßt, wenn wir aufeinander bös würden und uns nicht mehr heirathen wollten, wie sollte ich sie ihm dann zurück geben?" " Nicht heirathen?" rief die Mutter, die förmlich in sich zusammenfant, wie kannst Du daran nur denken." Das wäre Euch wohl sehr unangenehm?" fragte Lene, die selber nicht wußte, warum die jammervolle Miene der Mutter sie empörte. " " Unangenehm? Das wäre wohl für uns etwas mehr als unangenehm." " Für Euch?" schoß es unbedacht über Lenes geschwungene Lippen, das geht doch nur mich an." Sie sprach nicht weiter. Der Vater gebot der erregten Frau zu schweigen. Er in ihrem Erröthen und der eitlen Freude, sich so schön zu wolle solche Reden nicht hören, er treibe seine Tochter nicht sehen und von ihrem Liebsten bewundert. aus dem Hause.„ Aber aufbringen sollst Du ihn auch Die Tage vergingen in jener stillen Langeweile, die nicht durch albernen Eigensinn," wendete er sich an Lene, spießbürgerliche Brautschaften stets umgiebt. versöhne ihn lieber so rasch als möglich es wird Erich lachte über sich selbst. Wie ein Anfänger in Dir nicht schwer fallen," und leiser, mit einem zärtlichen der Liebe tam er sich vor, genügsam, ungeschickt und geBlingeln, das sein strenges Geficht ungewöhnlich erhellte, duldig. Aber das mußte eben getragen und überwunden er ist ja verliebt in Dich bis über die Ohren-- und werden. te ber Du in ihn." " Froh werde ich sein, wenn ich diese Brautschaft überLene sagte kein Wort. Stumm beugte sie ihr Haupt, standen habe," gestand er sich, das ist ein schrecklicher als fühle sie zum ersten Male das Joch, das sie nicht abschütteln dürfe, ohne Schaden für sich und die Ihrigen. Aber es würde ihr nicht schwer fallen, hatte der Vater gesagt, denn sie liebe ihn. Zustand". Aber wenn er die Tage und schließlich die Stunden zählte, die ihn vom Beginn seiner Herrschaft noch trennten, suchte das junge Wesen, das sich selbst noch nicht kannte, diesen Zeitpunkt, der es in eine neue Umgebung, in durchaus veränderte Verhältnisse bringen würde, in seinen Vorstellungen möglichst hinauszuschieben. Es war, als hätte sie erst dieser väterlichen Bestätigung bedurft, um sich ihrer Liebe völlig bewußt zu werden. Sie war nun voll Ungeduld und Sehnsucht, ihn wiederzusehen, und als er nun am nächsten Tage zur festgesetzten Stunde Sie bekam Herzklopfen, so oft sie nur daran dachte, daß nicht erschien, tan eine quälende Angst über sie, die die sie mit diesem fremden Manne das Elternhaus verlassen ftummen Seufzer der Mutter und die aufgeregten Schritte würde, um nie wieder dahin zurückzukehren, und darum des Vaters, der in seiner Stube unaufhörlich auf und nieder dachte sie so wenig wie möglich daran. ging, bis zur Unerträglichkeit steigerten. Für einen jugendlichen Menschen sind Wochen eine Bater Röder war aus der Thür getreten. Er hatte sie in den letzten Tagen oft so hoffnungsfreudig angelächelt, jetzt sah er ernst und unzufrieden aus. Dich geht es an, Dich allein, aber darum sollst Du Als Erich nun endlich erschien, flog fie ihm mit einem lange Zeit, und das Bängliche, das sich schon binnen wenigen auch nicht die schwere Verantwortung auf Dich laden, Dein Freudenschrei an den Hals und ließ sich von ihm tüffen Tagen vollziehen soll, taun er noch als etwas weit Ab= Glück leichtsinnig verscherzt zu haben. Was Dir Erich nach Herzenslust. Auch er hatte daran gedacht, sie zu ver- liegendes betrachten, mit dem er sich nicht zu beschäftigen bietet, kommt Dir im Leben nicht wieder, nie, aber ich söhnen und übergab ihr ein Etui mit herrlichen Brillanten- braucht. glaube gar nicht, daß Du so unbedacht handeln könntest." boutons. So machte es Lene; sie versuchte alles in die Ferne zu ,, sie ist alles im stande," jammerte die Mutter, sie Mama Röder war hingerissen von dieser fürstlichen rücken und befand sich trotzdem in immerwährender Unruhe einem mehr oder weniger sorgfältigen Studium, auf gewissen Blättern, und namentlich zu einzelnen anständigen Regierungsvorlagen zustimmen mußte, weil sie eine kleine ftatistischen oder finanspolitischen Arbeiten beruhen oder nicht, und angesehenen Blättern in einer gewissen Be Erleichterung der schweren Volkslasten zur Folge haben das entzieht sich im Einzelnen meiner Kenntniß und meiner ziehung steht." In der That, es liegt in der Natur der werden, wird jetzt die sozialdemokratische Partei den großen Mittheilung. Ich habe allen Grunt anzunehmen, daß auch dieses stattfindet. Ich finde darin, wenn es in den Sache, daß solche„ anständigen" und angesehenen Organe" Steuervorlagen der Reichsregierung die schroffste Opposition Grenzen einer ehrlichen und ordentlichen Leistung ihre Börsenpolitik nicht entgegen dem Interesse des be machen müssen, einerseits weil sie gegen jede Stärkung des Miliund Gegenleistung stattfindet, auch nichts Bedentliche 3. freundeten Emissionshauses einrichten. Beitungs- und tarismus protestirt und weil auch die vorgeschlagenen Steuern Herr Russell, Leiter einer der ersten deutschen Gründungsgeschwister gehen einträchtig Hand in Hand die breiten Massen des Volkes zu Gunsten der Reichsten schwer Emissions- und Spekulationsbanken, ist ein Eingeweihter, beim Scheeren der Schafe. belastet. Bei der schwankenden Haltung der Zentrumspartei, bei der mit erfreulicher Unbefangenheit das Wesen des den Schachergeschäften, die mit Römlingen und Polen heutigen Zeitungsgewerbes enthüllt und deffen kapitalistivielleicht schon recht weit gediehen sind, bei der Abhängig schen Charakter gründlich bloßlegt. In der That, die keit der meisten Konservativen von der Regierung, die erst bürgerliche Preffe ist nahezu durchgängig spekulative Unterunlängst durch Erneuerung des Erlasses vom Jahre 1882 nehmung zum Zwecke der Plusmacherei. Der Profit, nicht das deutlich den rebellischen" Junkern in's Gedächtniß gerufen Prinzip giebt den Ausschlag. Go erklärt fich das stete, wurde, läßt sich das Böseste: die Annahme der Steuerinnige Schachergeschäft zwischen Börse und$ resse. Die vorlagen, befürchten. Aber entschieden ist noch nichts. Ein Preßkapitalisten fordern und erhalten ihren Antheil an der Beute, die die Bankkönige und Jobber auf ihren Kriegszügen gegen Groß und Klein einheimsen. Wird der Beute antheil verweigert, dann fnackt der Revolver. Die Blätter, die Russell in seiner Aussage kennzeichnet, werden zum weitaus größten Theil vor sittlicher Entrüftung über die plumpen fleinen Preß- Erpreffer im Stile des Frei müthigen" oder des Apollo" überschäumen. Thatsächlich sind sie alle selbst Revolver blätter schlimmster Art unter dem schäbigen Deckmantel bürgerlicher Respektabilität. Ein Kabinetsstück aber ist die Schilderung der Artifelschreiber, mögen sie nun Redakteure oder andere Persönlichkeiten" sein. Die kindlich- frommen Seelen, die bisher gemeint haben, der Redakteur schreibe als Redakteur, der Mitarbeiter als solcher seine Artikel, erfahren mun, daß diese Ehrenmänner für ihre Artikel nicht blos durch Gehalt oder Honorar vom Ver leger, sondern auch von dem interessirten Emissionshause entschädigt werden. Und Herr Russell findet darin ,, nichts Bedenkliches", so lange nur eine Hand„ ehrlich" und ,, ordentlich" die andere wäscht. So wahrt die Presse das ,, öffentliche Interesse". Herr Russell stellte dann( S. 579) des Weiteren fest, daß die Redakteure dieses oder jenes Blattes zu einem oder dem anderen Bankinstitut oder Bankier gewisse Beziehungen in der Weise haben, daß dieselben ihre Zeitungsredakteure oder ihre Reporter zu dem Bankier schicken, um fich Mittheilungen machen zu lassen". Er selbst, versichert Herr Ruffell, werde sehr häufig in Anspruch genommen, bald von diesem, bald von jenem, empfange aber nur den Redakteur eines anständigen Blattes." Russell kennt seine Pappenheimer, wenn er die Anfrage des Vorsitzenden, ob man nicht der Korporation, die den Prospekt genehmige, die Auswahl der zur Jnsertion zu be uugenden Blätter überlasse, energisch verneint. Natürlich! Der Sachverständige Rammergerichtsrath Reyßner ( S. 581) führt aus, daß unbedingt ein Zusammenhang zwischen Emissionshäusern und Presse bestehe. Er erklärt: Je besser die Eache, desto minder die Freundschaftsbewerbung, aber immerhin wird eine Freundschaftsbewerburg stattfinden. Wie nun die Mittel gerade sind, um diese Freundschaft zu erhalten, daß tommt auf das Emissionshaus an, und das Emissionshaus fann ein sehr großes sein, sogar fo groß, daß es den Anschein eines staatlichen Gebäudes hat ( Tistontogesellschaft z. B. 1 Red.), und selbst in diesem Falle wird eine Freundschaftsbewerbung nicht ganz ausgeschlossen sein... Die Mittel gehen da hinunter bis auf das klingende Zum Schlusse sei aus der Vernehmung eines Dr. Müller, der den Handelstheil der Kreuz- 3tg. redigirt, Einiges mitgetheilt.( S. 1864 ff.). Müller erzählt: Ich bin vor etwa drei Jahren an die Börse gekommen als Bertreter des Reichsboten; sehr bald bekam ich ein ein geschriebenes Rouvert gefchickt mit einigen hundert Mark und der Visitenkarte eines Bantiers. Darauf stand: Anbei Ihre Betheiligung an der und der Emission.( Heiterkeit.) Ich schickte Geld und Visitenkarte fofort zurück. Ich erkundigte großes Fragezeichen ist vorerst das Symbol der deutschen mich unter Kollegen, wessen Fürsorge ich es zu verdanken Politik der nächsten Monate. Wie ist das Schicksal der Steuerhätte, daß der Bantier meine Adresse erfahren habe. Da jagte mir vorlagen? Antwort ungewiß. Welche Aussichten hat der Einer: Das fonnte der dumme Mensch auch wissen, daß Sie das deutsch- russische Handelsvertrag? Antwort ungewiß. Was Geld so nicht annehmen würden. Es konnte ja jemand dabei wird aus dem Reichstage, wenn er die Steuervorlagen sein, während Sie das Kouvert öffneten. So muß es nicht ablehnt? Antwort ungewiß. Was wird aus ihm, wenn er gemacht werden.( Seiterfeit.) Ich will ihm fagen, daß er den deutsch- russischen Handelsvertrag ablehnt? Autwort Ihnen ein Konto eröffnen und Ihnen mittheilen soll, daß er " einem Hierzu bemerkt die Freisinnige Zeitung": Wenn diese Nachricht sich bewahrheitet, würde der Grund zu dem Entlassungsgesuch also in den kolonialen Mißerfolgen der letzten Zeit zu suchen sein, der Meuterei in Kamerun und den ungewissen Verhältnissen in Südwestafrika, welche allseitig Anlaß zu einer scharfen Kritik an der deutschen Kolonialpolitit sowohl vom Standpunkt der Gegner dieser Kolonialpolitik wie auch vom Standpunkt der Anhänger derselben gegeben hatten. Ihnen so und so viel Aktien zugetheilt hat." Ich sagte:„ Bitte, ungewiß. Was macht dann Caprivi, was Miquel, was laffen Sie das, der Fall ist erledigt." Diese Austunft" flärte Gulenburg? Und Dußende ähnliche Fragen lassen sich aus mich darüber auf, unter welchen Vorsichtsmaßregeln die so- Anlaß des Zusammentrittes des Reichstages aufwerfen, auf genannten Preßbetheiligungen an den Mann gebracht die die gleiche Antwort gegeben werden muß. werden.... Später tam taum eine größere Emission Eines blos ist sicher: die sozialdemokratische Fraktion vor, ohne daß nicht der eine oder der oder der andere von wird mit angespannter Kraft die Interessen des arbeitenden einen und Kollegen zu mir gekommen wäre mir Volkes wahren und kein Fußbreit von der ihr vorgesteckten gefagt hätte:„ Saben die Sie schon Betheiligung Bahn abschwenken. diesen Tagen giebt die und bie Bant ihre Halbjahrġgratifitationen an die preffe aus, Eine Kanzlerkrisis hat sich, wie die„ Boff. Ztg." erSie stehen doch auch auf der Liste?"-" Nein, ich vermeide fährt, kurz nach Neujahr abgespielt. Dieselbe soll aber es sogar so viel wie möglich, den Herren bekannt zu werden. feinen Busammenhang mit den inneren Streitigkeiten, vor Es ist gar nichts dabei, thun es ja fast alle, allem auch nicht mit den schwebenden Handelsvertragsund es handelt sich jährlich 11111 viele Tausende von Mark; fommen Sie her, ich stelle Sie vor." Verhandlungen mit Rußland gehabt haben, sondern mit den Ich habe, um mich zu unterrichten, das Anerbieten, Rolonialverhältnissen zusammenhängen. Caprivi hatte dem mich den betr. Bankdirektoren vorstellen zu laffen, einige Male Kaiser sein Entlassungsgesuch eingereicht, das von diesem angenommen, aus Händedruck und Augenzwinkern entnahm aber abgelehnt worden ist. ich, daß man mir Muth machen wollte, es entspann sich ein fleines Gespräch, das ich im richtigen Augenblicke abbrach, um die Herren darüber nicht in Zweifel zu lassen, daß ich die Bekanntschaft nicht zu fruftifiziren gedächte. Später wurde mir einmal gesagt: Wenn Sie Ihre Visitenkarte nicht abgeben oder Ihre Adresse nicht nennen wollen, so lassen Sie boch privatim verlauten, bei welcher Bank Sie ein Depofitenfonto haben. Dann wird Ihnen regelmäßig Ihre Betheiligung dorthin anonym übersandt, oder geben Sie eine Deckadresse an. Es giebt der Mittel genug, um die Sache so heimlich zu ,, Schreien" hilft in Deutschland, aber Besitzende machen, daß keine Gefahr mehr damit verbunden ist. Ich bin allmälig in das ganze System der Be- müssen es sein, die da schreien. Am 21. Dezember richtete ste chungen eingeweiht worden und finde hierin eines der der Ausschuß des ostpreußischen konservativen Vereins an wirksamsten Mittel der Großfinanz, ihre einzelnen den Reichskanzler ein Schreiben, in welchem er indirekt um Operationen mit Erfolg durchzuführen und sich im all die Aufhebung des Identitätsnachweises beim Getreidegemeinen ein glänzendes Renommee zu verschaffen. Ein export ersuchte. Echon am 5. Januar 1894 erhielten die Redakteur, der regelmäßige Gratifitationen von jährlich Grafen, Barone und Freiherren, welche diesen Ausschuß mehreren tausend Mark von jeder großen Bank oder doch den meisten bezieht, kann von diesen Instituten und bilden, die Antwort, in welcher der Reichskanzler für den Firmen immer nur mit der Devotion eines Angestellten Fall eines Zustandekommens eines Handelsvertrages mit schreiben, und da weitaus die Mehrzahl aller von Rußland die Aufhebung des Identitätsnachweises für die wohlhabenden Publikum gelesenen östlichen Provinzen Preußens in Aussicht stellte. Kurz und 3eitungen unter diesem Banne steht, so sind die Banten, auf gut Deutsch ausgedrückt heißt das: die oftelbischen die das Börsengeschäft beherrschen, jeder wirksamen Kritit ent Großgrundbefizer erhalten abermals eine Zuwendung aus zogen." Staatsmitteln. Seit Einführung der Getreidezölle mußte Geld, und ich möchte sagen, wenn nun die Emissionen minder vierzehn Tagen die Vernehmung fand am 2. Juli 1892 erlegen, gleichgiltig, ob das Getreide in DeutschHerr Tr. Müller führt dann noch aus, er habe vor jeder Händler, welcher Getreide importirte, den Zoll gut find,( Portugiesen, Griechen, Megifaner, Argentinier, Northern Pacific u. f. w.! Red.), dann werden diese Mittel durch au 3 in statt die Sache an die große Glocke gehängt, ohne daß land zum Verbrauch kam oder nicht. Ronnte er aber flingenbem Gelde bestehen, denn andere Mittel irgend ein Echo darüber in anderen Beitungen ent- nachweisen, daß er dasselbe Getreide, welches er nach stehen nicht zu Gebote. Je schlechter nun die standen wäre". Je schlechter nun die standen wäre". Das mag stimmen für die Bour Deutschland eingeführt, auch wieder ausgeführt, es also Blätter find, desto unreiner werden auch die Mittel, die geoispresse. Der Vorwärts aber hat die Sache durch Deutschland blos durchgeführt hatte, so erhielt er Anklang finden." Justizrath Winterfeldt, Geschäftsinhaber der Ber- daß auch die Kreuz- Zeitung, deren Handels- Künftig soll nun diese Beschränkung wegfallen. Jeder, der aufgegriffen und dabei u. a. den Nachweis erbracht, beim Export den bereits gezahlten Zoll wieder rückvergütet. liner Handelsgesellschaft, ist der Ansicht er ist redakteur Dr. Müller ist, dieselben Inserate aus den östlichen Provinzen Preußens Getreide nach dem ja Leiter eines großen Emissionshauses, daß ein und dem Sinne nach die gleichen Wasch- Auslande ausführt, erhält den giltigen Bollfaz ausbezahlt, großes Emissionshaus, das hinsichtlich der Deffent- ettel zu gunsten gewiffer fauler Emissionen gebracht hat, gleichgiltig, ob er früher nach Deutschland Getreide einlichkeit auch ein großes Interesse hat, auch zu einzelnen wie Berliner Börsenblätter vom reinsten Wasser. Auf geführt hat oder nicht. Es ist richtig, daß der Staat durch das„ Echo" der Kreuz- Zeitung auf diesen unseren Ruf die Aufhebung des Identitätsnachweises an Böllen nichts und Spannung, die ihre Nerven angriff und ihr Aussehen in den junkerlich antisemitischen Blätterwald warten wir verlieren wird. Deutschland muß jährlich so und so zu verändern begann. heute noch viel Getreide einführen, weil seine eigene Produktion Der Börsenredakteur der Frankfurter Zeitung, ein Herr den Bedarf nicht befriedigen tann. Wird nun ans Cohnstädt, brach gegenüber Dr. Müller eine Lanze für Deutschland selbst Getreide exportirt, so muß sich die anständigen Berliner Blätter". Auch ihm sei der Ver- die Einfuhr um ebenso viel steigern, die Rolleingänge jucher genaht, aber er habe ihn( S. 1866/67) mit Ent- bleiben dieselben. Der Getreidepreis aber wird steigen. schiedenheit zurückgewiesen. Als früherer Bankbeamter wisse Wenn die ostelbischen Großgrundbefizer heute ihr Getreide er, daß es wohl vorgekommen ist, daß manche Emissions- verkaufen, so werden ihnen die, trotz der Staffeltarife, häuser gewisse Blätter in dieser( von Müller geschilderten immerhin bedeutenden Eisenbahn Frachtsäge in Rechnung Red.) Weise beeinflußt haben, aber das waren immer nur gestellt. Der künftige Export wird hauptsächlich auf dem untergeordnete Organe". Herr Cohnstädt scheint nichts Seewege vor sich gehen, die Frachtfäge sind hier bedeutend von den fröhlichen, feligen Zeiten der Schwindelperiode zu niedriger. Der Unterschied zwischen Bahn- und Seefracht wiffen, die uns anfangs der fiebenziger Jahre blühte, nichts fällt also den Verkäufern und Händlern in die Tasche. von der„ Betheiligung" der Handelsblatt Redakteure Der Umstand, daß auch die großen Getreidehäuser in großer Blätter, er kennt offenbar den Namen Bernhard Königsberg, Danzig und Stettin dabei ihren Schnitt machen Doctor nicht, und weiß auch nichts von gewissen Kon- werden, ist die Ursache, weshalb die liberale und freisinnige fortialbetheiligungen" gewisser großer Beitungsverleger. Presse der bevorstehenden Maßregel sofort einstimmig ihren Herr Dr. Müller sagt:" Wenn ich bedenke, wie so Beifall gespendet hat.- Fällt der Identitätsnachweis weg, so mancher von meinen Kollegen mit 75 Mart monatlich an- wird auch der Getreidepreis im allgemeinen steigen. Je mehr gestellt ist und dafür den ganzen Tag zu arbeiten und keinen Getreide aus Deutschland ausgeführt wird, desto größer Nebenverdienst hat, so kann ich mir erklären, wie er der muß die Nachfrage nach fremdem Getreide werden und damit Bersuchung nicht hat widerstehen können." Er weist die die Steigerung des Preises. Wie man sieht, wird auch hier Schuld an der Korruption der Presse der Hochfinanz zu. wieder, wie fast in allen anderen Fällen, das arbeitende Die Tintenkulis der Börse sind eben nothwendige Begleit Bolt für die Kosten der preislichen Regierungsthat auferscheinungen der Ausbeuter Gesellschaft, die Kunst und kommen müssen. Das ist aber noch nicht Alles. Auch der Wissenschaft, Litteratur und Politik, Preffe und öffentliches ostelbische Landarbeiter wird speziell in Mitleidenschaft geLeben ihrer Profitwuth dienstbar macht. zogen werden. Je leichter und theurer der Großgrundbesiger sein Getreide anbringen kann, desto mehr wird er verkaufen, oft mehr, als er wirklich abzugeben hat, das heißt auch einen großen Theil des De putats, den er seinen Tagelöhnern, Instleuten und Einliegern zu geben verpflichtet ist. Natürlich muß er dann wieder fremdes Getreide zukaufen. Daß er das bei versuchen wird, abermals ein Profitchen zu machen, daß er also für seine Leute nur die schlechtesten und billigsten Sorten antaufen wird, davon ist jeder überzeugt, der die Wirthschaft dieser großen Herren, Staatsstüßen und Gentlemen einmal aus der Nähe angesehen. wird ja heute schon auf vielen Gütern alle Butter verkauft und das Gesinde mit ranziger Margarine abgespeist, und selbst in einem Butterlande wie Altbayern erhält der Dienstbote jahraus, jahrein fast nichts anderes mehr als billiges, mit Baumwollfamen- Del verfälschtes amerikanisches Schweineschmalz. Sie wurde blaß, magerte ab und ihr zartes Gesichtchen hatte oft einen Ausdruck völliger Erschöpfung. Der Bräutigam fonnte sein Mißvergnügen darüber nicht verhehlen, aber Röder tröstete ihn, daß das bei Bräuten gewöhnlich sei. „ Ei, weil man auch ihre Liebessehnsucht auf die Folter spannt", versicherte Erich und er türzte abermals den Termin ihrer Vermählung um einige Tage. Am Abend vor derselben suchte Röber den Bräutigam in seiner Junggesellenwohnung auf. Sie wollen alfo wirklich gleich nach der Trauung mit Lene nach dem Bahnhof fahren?" fragte der Vater. " Ich werde sie doch nicht hierher in meine Garçonwohnung bringen. Das soll überhaupt eine terra incognita für sie bleiben", setzte er lächelnd hinzu... Das wird Alles aufgelassen abgeschlossen für immer." Das hoffe ich", bemerkte Röder, während er mit einem Stirnrunzeln die vielen weiblichen Aquarelle und Photographien betrachtete, die die Wände bedeckten, am Schreibtisch aufgestellt waren und Schalen und Albums füllten. Sie hatten wohl viele Damenbekanntschaften?" fragte ez zögerud. " Erich lachte. Aber Sie sind sehr naiv, lieber Röder, wenn man in der Welt lebt, kommt das Einem so zu geflogen, man weiß nicht wie, und Photographien kann Jeder haben." = M Der Kapitalismus herrscht auch im Zeitungswesen, dessen " Ja, wir Kleinbürger sind noch recht naiv," versetzte Fäulniß nur ein Symptom der Bersetzung ist der Bourgeoisie. Röder nicht ohne Bitterkeit, dann mit einem verlegenen Wo die Verdenbniß alles ergriffen hat, was dem Lächeln ihm näher tretend: Meinen Sie nicht, Hartmann, Mammon dient, warum sollten die feilen Soldschreiber der daß es gut wäre, Lene über ihre neuen Pflichten ein wenig herrschenden Klasse in dem Reigen fehlen, der sich um das aufzuklären, fie ist ganz unwissend ganz ahuungslos, ich goldene Kalb dreht? versichere Sie und ich möchte"-" Hartmann wandte sich rasch nach ihm um. Sie möchten- was fällt Ihnen ein, das paßte mir gar nicht." " Das Rind thut mir leid; sie hat mich in den letzten Tagen oft so fragend angeblickt, flehend fast, als erwarte sie von dem Vater, daß er ihr etwas sagen werde-" Nein, nein," entgegnete Hartmann rasch, faft heftig, wer wird auch einem Mädchen die Liebe theoretisch ertlären, das muß praktisch erläutert werden." Er flopfte dem Vater lachend auf die Schulter, Unbesorgt, lieber Söder, überlassen Sie das nur mir. Ihre Erziehung werde ich vollenden und sie braucht gar nichts zu wissen, als daß sie mir gehört und daß ich sie liebe." ( Fortsetzung folgt.) Wie der Herr, so der Diener. Wie sagt doch Herr Russell? Das Preßgewerbe ist an erster Stelle heute ein Gewerbe, ein taufmännisches Unternehmen für den Unternehmer der Presse." Wo der süße Handel mit Produkten und Effekten gedeiht, da blüht auch der Schacher mit politischer Gesinnung, mit öffentlicher Meinung." Nix zu hundeln", das ist die Losung. mobles thin Politische Leberlicht. Berlin, den 8. Januar. Durch die Begünstigung des deutschen Getreide- Exportes Der Reichstag wird morgen um 2 Uhr zusammen- wird Deutschland in seiner Brotversorgung immer abtreten. Die Steuervorlagen werden dem jezt beginnenden hängiger vom Auslande werden. Doch wollen wir uns Sessionsabschnitte das Gepräge geben. Ein Szenenwechsel darüber nicht den Kopf zerbrechen; das ist Sache des wird stattfinden. Während bis jetzt unsere Partei einigen Militarismus. Freilich, es hat schier den Anschein, als fassung müßten, sobald die Interessen des vaterländischen Groß-| geschieht, müßte es als der Ausdruck des Volkswillens be- Memoiren" thatsächlich vor kurzem eine halbe Million grundbesizes in Frage kommen, auch des Molochs Flöten trachtet werden. Auch Ersparnißrücksichten können nicht bezahlt. Umsonst hat er nie etwas gethan; und da die schweigen.- hotelbisik geltend gemacht werden. Im Weiteren tommt in Betracht, Seeschlangen- Memoiren erst nach seinem Tod veröffentlicht Bei dem Feldzug der Zentrumspartei gegen den daß den Mitgliedern der Kammer untersagt ist, für ihre werden sollen, hat er sogar das Sprüchwort zu Schanden Buchhandel wird es sogar den ergebenften ultramontanen Abstimmung Justruftionen anzunehmen: durch die Ge- gemacht: Buchhandel wird es sogar den ergebenften ultramontanen Abstimmung Justruftionen anzunehmen: durch die Ge- gemacht: Umsonst ist der Tod". Auch das Sterben Beitungen unbehaglich zu Muthe, die„ Kölnische Bolts- währung freier Fahrt auf sämmtlichen Bahnen des Groß- läßt er sich zahlen. Beitung", die von jeher durch eine freiere politische Auf- herzogthunis ist der Abgeordnete in der Lage, seine Ab- Die Heiligkeit der Ehe ist das werthvollste Inventars vor dem verknöcherten Berliner Organ der Stimmung, durch rasche und billige Gelegenheit, nöthigenfalls stück der von den immer höher steigenden Wogen des SoZentrumspartei, der„ Germania", sich auszeichnete, sucht in durch Augenschein, nach eigenster Üleberzeugung einzuzialismus bedrohten fapitalistischen Wirthschafts- Ordnung. einer längeren Betrachtung den Gröber'schen Antrag ab- richten. Mit allen Forderungen des Sozialismus fönnten sich angeb zuschwächen. Man kann sagen, daß sie ihn völlig preis Aus der bayerischen Kammer der Abgeordneten. lich die augenverdreherischen Verfechter des Kapitalismus giebt, da fie in zwei der wesentlichsten Punkte seine Gefähr- Aus München wird telegraphirt: befreunden, wenn wir nicht angeblich die freie Liebe lichkeit für das Geistesleben anerkennt. Das Blatt giebt Das Haus nahm sodann nach längeren Debatten über anstrebten. Sehen wir nun einmal zu, wie es in dieser so zu, daß die Beschränkung des Kolportagevertriebs auf zahlreiche Anträge der Bauernbündler, des Zentrums und der sittlichen, so ehegetreuen Gesellschaft aussieht! Ein Bericht solche Lieferungswerke, bei denen die Lieferungszahl im Sozialdemokraten, betreffend die Sozial- und Agrarreformen, eines der nach dem Geschmacke der Bourgeoisie best ges Voraus genau angegeben wird, auch wissenschaftliche und zunächst die Anträge des Zentrums an, die Regierung machten Blattes Berlins liefert uns ein solches Bild bei möge im Bundesrathe auf entsprechende was für das ultramontane Blatt besonders bedrückend auf entsprechende Erweite Echilderung eines Balles im Theater Unter den Linden, wo nur rung der landwirthschaftlichen Unfallverbie beste" Gesellschaft verkehrt, die für eine Tasse Kaffee ist, religionswissenschaftliche Werte treffen kann. Ein Rest ficherung und auf eine durchgreifende 1 Mark, für eine Flasche Wein 15 Mart, für etwas Wurst demokratischen Gefühls, den das Blatt aus der Zeit des Verbesserung der Alters- und Invaliditäts: Kulturkampfes fich bewahrt hat, läßt ihm auch die Neber- Versicherung binwirken, sowie aufs Nachdrücklichste 7 Mark bezahlen kann. Ein Absatz aus diesem Berichte tragung diskretionärer Befugnisse un die Verwaltungs- den schädlichen Auswüchsen der Geld-, Frucht- und Waaren lautet: börse entgegentreten, ferner die Anträge auf Einführung behörden, die Zulassung von Kolporteuren betreffend, höchſt obligatorischer Innungen und des Befäbigungsnachweiſes, bedenklich erscheinen. Das Blatt stimmt ganz mit unserem eigenen Urtheil überein, wenn es schreibt: Bei dieser Bestimmung könnte es vorkommen, und es würde zweifellos vorkommen, daß die Behörde, etwa ein Landrath, die Ausstellung eines Wander- Gewerbescheines einfach deshalb verweigerte, weil ihr die zu vertreibenden Bücher nicht gefielen, ctwa ihrer politischen oder religiösen Haltung wegen, oder aus einem andern persönlichen Grunde." Wenn das Blatt schließlich die Hoffnung ausspricht, die Erörterung des Antrages möge in ein rubigeres Fahrwasser einlenten und zu einer Verständigung führen, so will es durch diese Wendung doch wohl nur den Urhebern des Antrages den Schmerz besänftigen, daß sie ein todtgeborenes Kind in die Welt gesetzt haben. unter Einschränkung des Haufirhandels, der Wanderlager, des Detailreifens und der Filial- Verkaufsmagazine nebst Regelung der Abzahlungsgeschäfte. Zahlreiche weitere agrarische Anträge wurden den Ausschüssen überwiesen und die sofortige Einrichtung eines bayerischen Grundbuchamtes wegen Der fünftigen reichtsgesetzlichen Gesammtregelung dieser Frage abgelehnt. Wir kommen auf diese Debatten und Beschlüsse noch zurück. F " Vom Rechtsanwalt Heider in Mez weiß die Presse In gewissen Kreisen von Berlin West ist es Sitte geworden, daß der Bräutigam, um den schneidigen Schweres nöther zu marfiren, seiner Braut als besonderen Reiz der Ghe außer dem Besuch des Residenztheaters auch einen öffentlichen Maskenbali in Aussicht stellt. Scheinbar geht er nur zögernd auf seinen eigenen Vorschlag ein. Was soll die Gattin denken, wenn sie sieht, wie der Herr Gemahl von den schönsten Damen umringt, mit dem Vornamen angeredet und sein Verschwinden von dem Schauplaze vergangenen Ruhms allgemein herzlich bedauert wird? Nichtsdestoweniger ist der Erfolg der Spekulation ficher. Die Gattin hat ihre Freude als alleinige Die Majestätsbeleidigungs Prozesse, und deren standesamtlich eingetragene Eigenthümerin Mißbrauch zu politischen und persönlichen Zwecken werden des ehemaligen Schmetterlings, und der Ehemann ver bekanntlich von Tacitus in seinen unsterblichen Annalen" geht vor Gitelteit, auf die Frage der Freunde und als ein hervorstechendes Symptom der politischen und ges Freundinnen nach Namen und Art der schneidigen Begleiterin mis sellschaftlichen Fäulniß hingestellt. Und sicherlich mit Recht. einem selbstgefälligen Achselzucken antworten zu können. Solcher Einen recht werthvollen Beitrag zum Verständniß der In Deutschland sind durch Bismarck und sein System die Ehepaare waren am vorigen Sonnabend gar hat der Leipziger Buchhändler, Freiherr v. Bieder- Majestätsbeleidigungs- Prozesse förmlich gezüchtet worden. viele versammelt, und gar manche sah ich unter ihnen, mann in seiner Schrift:" Preßfreiheit und Ge- Und die neue Auflage des alten Kurses hat diese Institution welche häufig dassele Manöver wiederholen, ohne daß die Gattin merkt, daß sich die Schaar der theilnehmenwerbe Ordnung" geliefert. Wir tragen daraus, in auch getreulich beibehalten. Vorige Woche erregte ein den Fragerinnen alljährlich beträchtlich vers Ergänzung unserer Mittheilung, daß nur noch etwa 6 pCt. Majestätsbeleidigungs Prozeß allgemeines Aufsehen er größert. des gesammten Rolportage- Bertriebs auf die Rolportage- galt einem Arbeiter, der vom cigenen Großvater denunzirt Wenn man diese reizende Schilderung liest und die Romane entfallen, die Thatsache nach, daß zu der Zeit, als war. In diesem Fall erfolgte Freisprechung. Wir wollen zynische Freude des Berichterstatters sich vorstellt, so bes die Kolportage fich auszubreiten begann, die Schundliteratur aber nicht unterlassen zu bemerken, daß fast alle Majestäts- greift man, daß diese Gesellschaft den Sozialismus verab nicht weniger als 90 pCt. ihres Umfates ausmachte. Es beleidigungs- Prozesse auf die schuftigste Denunziation scheut, denn derartige Vergnügungen wären in der Gesellist das der deutlichste Beweis dafür, daß der Buchhandel, zurückzuführen sind, und zwar auf Denunziation unter Be- schaft der freien Liebe" unmöglich. ären in ber je freier er sich bewegen kann, um so kräftiger für die Ge- kannten und Familiengliedern. Die chauvinistische Erziehung fundung des Geisteslebens der Nation wirkt. Wenn aus zur Servilität trägt einen großen Theil der Schuld- sie eigener Kraft die bessere Literatur die schlechtere auf ein ist ja auch ein Hauptheil des Systems. Das Denunziren mitzutheilen, daß er von der sozialdemokratischen zur antisolches Mindermaß zurückdrängen kann, dann ver wird noch heute unserer Jugend als eine Art patriotische semitischen Partei übergetreten ist. Heider war nie Sozialschwindet jeder Schein für die Berechtigung der Be- Pflicht hingestellt, während es in den Augen jedes ehren- demokrat. hörden, sich in diesen Entwicklungsprozeß einzumischen. haften Menschen eine Schufterei ist. Diese Schufterei wird Das Urtheil über den Anarchismus, das wir in Weiter erwähnt Herr v. Biedermann, daß der selbst in den höchsten Kreisen geübt, und es wird lange unserer letzten Nummer abdruckten, rührt vom Genossen Minister v. Puttkamer die Ausführungsbestimmungen dauern, ehe dieser Krebsschaden entfernt sein wird. Ein Bebel her. Durch ein Versehen in der Druckerei fiel der zu den Gesetz vom 1. Juli 1883 erst am 29. Dezember 1883 großes Verdienst würden die Richter sich erwerben, wenn Name aus. erlassen habe, und zwar wohl absichtlich so spät, damit sie alle Denunzianten ohne Ausnahme, wenn sie nicht Der Grütlianer", das Organ des schweizerischen die Gewerbetreibenden nicht in der Lage waren, vor Gin- a mtlich zum Denunziren verpflichtet sind, ins Buchthaus Grütlivereins, erscheint seit Neujahr in beträchtlich vers tritt der Gesezeskraft rechtzeitig Maßregeln zu ergreifen. schickten, und alle Angeklagten freisprächen. Das können größertem Format und verbesserter Ausstattung, der auch Diese Verfügung sprach obendrein nicht vom Feilbieten im fie mit gutem Gewissen, thun, wenn sie dem allgemeinen der Inhalt des von unserem bewährten Genoffen Mettier Umherziehen, sondern vom Kolportiven und gab damit von Urtheil gemäß, jeden Denunzianten für einen Schuft halten. redigirten Blattes entspricht. Dasselbe hat jetzt 14 000 vornherein dem Gesetz eine Auslegung, wie sie sein Wort Was ein Schuft sagt, ist unglaubwürdig. Eine gesunde Abonnenten. Ueberhaupt befundet die schweizerische Arbeiterlaut garnicht gestattet". Widerrechtlich also haben die Be Rechtsprechung torrigirt schlechte Gesetze.presse einen Aufschwung, welcher die Fortschritte der Sozial hörden allerhand Bestimmungen des Gesezes, die nur auf den Hausirhandel gemünzt waren, thatsächlich auch auf den Er will fich drücken. Der Chefredakteur der„ Ham- demokratie in erfreulichster Weise zum Ausdruck bringt. Kolportage- Buchhandel angewandt. Es ist das ein neuer burger Nachrichten" läßt durch sein Reptilienbureau folgende Auch die Berner Tagwacht", deren Redaktion sich seit Neujahr in den Händen des auch von der deutschen Beweis dafür, wie vorsichtig man bei Abfassung von Ge- Notiz verbreiten: sehen verfahren sollte, um nicht den Behörden Spielraum zur willkürlichen Ausdehnung ihrer Machtbefugnisse zu laffen. Bei den Polizeibehörden hat sich ferner die Auffassung eingebürgert, daß die von ihnen wegen religiöser und sittlicher Bedenken" zum Feilbieten und Umherziehen ausgeschlossenen Werke überhaupt als ver boten angesehen werden müßten. Es sind solche Werke, die von Reisenden oder Boten der Buchhändler deren Kunden auf Bestellung überbracht wurden, durch Polizeibeamte schlankweg konfiszirt worden. Und wenn auch durch ein langwieriges Prozeßverfahren derartige Eigenmächtigfeiten redressirt werden konnten, so haben sie doch im Buchhandel eine höchst schädliche Beunruhigung erzeugt. Wie sollte das nun erst werden, wenn die Gröber'sche Anregung den Polizeibehörden Vollmacht giebt, die Zahl der Kolporteure nach Bedürfniß, d. h. nach ihrem eigenen persönlichen Gutbefinden und ihrer politischen Boreingenommenheit festzusetzen. Anstatt dieser Anregung Folge zu geben, sollte der Reichstag ein Uebriges thun und den Buchhandel von den Fesseln befreien, die ihm in der Aera Bismarck- Puttkamer ganz überflüssiger Weise angelegt wurden. 150 Güterzertrümmerung. Eine Absicht, der preußischen Regierung einen Gesezentwurf, vorzulegen, von der wir nach anderen Blättern berichteten, soll, wie gegen die Güters zertrümmerung jetzt offiziös geschrieben wird, nicht bestehen. Das Güterausschlachten bleibt also weiter ein einträgliches und unbehindertes Gewerbe. " der Art des Wählens für diese zopfige Körperschaft vorauszusehen war. Die Zusammenfeßung des Senats ist durch das Ergebniß der Wahl in keiner Weise verändert worden. Fürst Bismarck ist, wie wir aus bester Quelle erfahren, Sozialdemokratie erprobten Genossen Mohr befindet, hat über die Publikation Dr. Hans Blum's" Das Deutsche Reich ihren Leserkreis so erweitert, daß der Plan gefaßt ist, sie zur Zeit Bismarc's" sehr wenig erfreut. Davon, daß die in ein Tageblatt zu erweitern. Mittheilungen Dr. Blum's in diesem Buche in direktem oder indirektem Busammenhang mit dem Fürsten stehen, oder daß der Bei der gestrigen Senatorenwahl in Franks letztere gar als der eigentliche Autor dieses Werkes zu betrachten reich haben unsere Genossen teine Sige erobert, was bei fei, tann gar keine Rede sein. Im Gegentheil hat Fürst Bis. march bereits mehrfach Gelegenheit genommen, Ginzelheiten des Buches mit aller Entschiedenheit zu desavouiren. Wie es mit der angeblichen„ Durchsicht" der Druckbogen solcher Werke im Allgemeinen steht, dafür ein kleines, wohlverbürgtes Beispiel. Der Verfasser des Werkes Bismarck und seine Leute", Busch, Aus Paris schreibt uns unterm 5. b. M. ein Freund: der dem Fürsten bekanntlich persönlich sehr nahe stand, sandte Daß kein Advokat so unehrenhaft war, die Vertheidigung auch die Druckbogen dem Fürsten zu, mit der Bitte, die Vaillants für heute( Freitag) und morgen zu übernehmen, Stellen, die er nicht veröffentlicht sehen wollte, blau anzu ist für Herrn Casimir Perier eine arge Enttäuschung. Er streichen. Der Fürst durchstrich fämmtliche Druckbogen von hatte fest darauf gerechnet, der Kammer, die am Dienstag oben bis unten und fandte sie dem Verfasser zurück. Trotzdem( den 9. d.) wieder zusammenkommt, einen gruseligen Anerschien das Buch unter dem Nimbus der Inspiration durch archistenprozeß zu präsentiren- das wäre so ein schöner den Fürsten! Was speziell die Arnim- Frage anlangt, so hört Anfang nach den Ferien gewesen. Nun ist der hübsche man, daß der Fürst bei einer Fortsetzung der Polemik das Plan ins Wasser gefallen und die Kammer findet bei ihrer große ihm zur Verfügung stehende Material über den Grafen Harry Rückkehr nichts anderes vor, als die paar Zentner MakuArnim veröffentlichen will. Der Kampf zwischen dem Fürsten Bismard und dem ehemaligen deutschen Botschafter in Paris latur, welche die Polizei bei den Massenhaussuchungen als wird sich voraussichtlich bei dieser Gelegenheit intr als eine einzige Trophäen nach Hause gebracht hat. Das Jahr 1894 Episode in dem jahrelangen erbitterten Kriege herausstellen, fängt für Herrn Casimir Perier nicht so gut an, wie das den gewisse Hoffreise gegen den damaligen Reichskanzler ge- Jahr 1893 geendet hat. Der Prozeß Vaillant ist auf den führt haben. Daß der Fürst dem jungen Arnim eine dirette 10. d. M. nächsten Mittwoch anberaumt. Antwort nicht ertheilen wird, dürfte wohl in dem Ton des Schreibens an den Fürsten eine ausreichende Begründung haben. Natürlich von A bis 8 eine Lüge. Daß Hans Blum so wenig wie das" Busch'chen" ihren Klatsch vom„ Chef" bittirt bekommen, versteht sich von selbst; ebenso gewiß ist aber, daß jede Zeile, die sie schrieben, mit Billigung, wo nicht im Auftrag des„ Chefs" geschrieben und daß keine Beile von ihnen veröffentlicht wurde, die nicht dessen Billigung meldet, heute vom Brüffeler Gerichte freigesprochen. ste ange Genoffe Volders wurde, wie uns eine Privatdepesche " Waffen! In Nr. 306 des Vorwärts" schrieben wir eine Notiz mit den Schlagworten: Arme holländische Zur Diätenfrage wird uns aus Darmstadt geProletarier: Wohin hat euch die phrasenreiche Taktik ber schrieben: In der hessischen Ständekammer erhalten nur Nieuwenhuis und Kompagnie geführt! Ohne Wehr und diejenigen Abgeordneten 9 M. Diäten täglich, welche minWaffen liefert sie euch der Polizistenbande in die Hände!" destens 1/2 Stunde vom Orte der Tagung der Versammlung Das Nieuwenhuis'sche Organ nennt diese Behauptung eine wohnen. Es haben deshalb die sozialdemokratischen Ab- erhalten hätte. schmußige unwahrheit, denn gerade N. und Kompagnie geordneten Cremer und Müller beantragt, dem Artikel 54 Die Eigenschaft des Erkanzlers, sich wo irgend etwas haben den Arbeitslosen immer gesagt, nicht unbewaffnet des Gesetzes vom 17. Juni 1874, die landständische Geschäfts- schief geht, vorsichtig zu drücken und auf Andere die durch die Straßen zu ziehen. Das ist allerdings war; man ordnung betreffend, folgenden Wortlaut zu geben: Schuld zu wälzen, ist bekannt. Die Affäre mit Arnim ist hat den Leuten gerathen, ein anderes Mal die Geräthe mit" Die Mitglieder der Ständeversammlung erhalten ihm nun aus den von uns angegebenen Gründen doppelt zunehmen, und die offiziellen Parteiorgane nehmen noch während der Tagung der Ständeversammlung täglich 10 M. fatal, weil er einen Gegner vor sich hat, den er per- immer die Inserate auf, in welchen den sozialistischen und wird sämmtlichen Mitgliedern von der Eröffnung bis fönlich haftbar ist. Mädchen anempfohlen wird, Revolver für ihre Geliebten zur Vertagung resp. Auflösung( Artifel 57) freie Fahrt auf Was die in Aussicht gestellte Veröffentlichung von zu kaufen, die in der Redaktion des Recht voor Allen" 2c. allen Bahnen des Großherzogthums gewährt. Die Berech Material" gegen den alten Arnim betrifft, so ist das zu haben sind.- Aber solche Waffen haben wir nicht tigung der freien Fahrt beginnt acht Tage vor der Ein Schwindel. Das Material" ist aus dem Prozeß be- gemeint. Wir sprachen von den Amsterdamer Krawallen berufung und endet acht Tage nach der Vertagung resp. fannt, und es läßt feinen Zweifel zu, daß der von als Gegenstück zum Groninger Kongreß, wo auf die AnAuflösung der Kammer." niederster Eifersucht diftirte Prozeß Arnim eine der größten wendung der politischen Waffe verzichtet wurde. Und wer Begründung: Die Abgeordneten sind Vertreter des Niederträchtigkeiten ist, die der Chef" in seinem an der lesen kann und will, hat den Zusammenhang ganz gut verLandes und sind verpflichtet als solche nur das allgemeine artigen Episoden" so reichen Leben verübt hat. standen. Wir meinen, daß dem unmenschlichen Auftreten Wohl nach bester eigenfter Ueberzeugung zu berathen. Um dies Wir sprachen oben von einem Bismarc'schen Reptilien- der Amsterdamer Polizei nur Einhalt gethan werden kann, zu ermöglichen bedarf es eingehender Studien, die vielfach mit bureau. Wie wir schon früher mittheilten, besteht ein wenn in der zweiten Rammer von Parteigenossen ein kräftiger materiellen Opfern verknüpft sind. Die Tagung der Stände folches. Die Gelder liefert das agrarisch schuß Protest erhoben wird, und die Regierung gezwungen wird, versammlung erfordert auch für die in Darmstadt ansässigen zöllnerisch schienenflickerische Konsortium das die die betreffenden Beamten zur Verantwortung zu ziehen. Abgeordneten mancherlei Ausgaben und Verluste und es Bismarck'sche Millionär Züchtungsära wieder herzustellen Die Vertretung im Parlament, das ist die fann nicht im Sinne des Gesetzgebers gelegen haben, bemüht ist und die Fronde" gegen Caprivi leitet. Dieses Waffe, womit man solchen Wegeleien vorbeugen kann; den hierwohnenden Abgeordneten diese Opfer aufzuerlegen. Konsortium, dem die Hamburger Nachrichten", die wer dieser Waffe, entsagt, liefert das Proletariat ohne Der Einwand, daß, wenn für sämmtliche Abgeordnete Diäten be- Münchener Allgemeine Beitung", die Harden'sche Bu- Wehr und Waffe in die Hände der Polizeibande. zahlt würden, eine zu starke Vertretung des städtischen Ele- funft" u. s. w. angehören, und das in zahlreiche andere Uebrigens theilen, wir mit, daß nicht Genosse van Kol die ments die Folge sein würde, ist nicht zutreffend, wo es aber doch Blätter seine Reptilieneier legt, hat dem Chef" für seine betreffende Notiz geschrieben hat. " " 14jh Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 9. Januar. Opernhaus. Tristan und Isolde.. Schauspielhaus. Minna von Barnhelm, oder: Das Soldatenglück. Deutsches Theater. Der Senator. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee. Jeden Dienstag: Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf 40 Pf. ( siehe Platate). Neu! Herr Berlin's Lieblinge. Große Instrumentalszene. Donnerstag: Sanssouci. Moriz Play. Moriz Play. Berliner Theater. Uriel Acasta. Lessing- Theater. Der ungläubige Thomas. Ein Millionär a. D. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Residenz- Theater. Der Mustergatte. Neues Theater. Sappho. Central- Theater. Ein toller Ein: fall. Berlin 1893. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplat- Theater. Die luftigen Weiber von Berlin. National- Theater. Der Teufel in Berlin. Theater Unter den Linden. Die Kosatin. Hier auf: Brahma. American- Theater. Die Gründung Roms in der Möckernstraße, oder: Die Rache des Gänserichs. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Sensationelle Novität! Der Teufel in Berlin. Burleske Posse in Aften von Eugen Prudens. Musik v: Adolph Wiedecke. Regie: May Sam st. Kaffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Zum 4. Male: Ein toller Einfall. Schwant in 4 Atten von Carl Laufs. Sierauf zum Berlin 1893. 18. Male: Revue in 2 Abth. von L. Leipziger. Anfang der Vorstellung 71/2, der Revue 9/4 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Akt von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Täglich: Große Vorstellung. New! Wieder- Auftreten Nou! des urkomischen Bendix. Neu!! Auftreten des Neu!! besten Bauchredners d. Jektzeit H. Blank. Ferner: Die Gründung Roms Etablissement Buggenhagen. Täglich Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säle für Bersammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung Men! und Konzert. Neu! Neu! Ein Stiergefecht in Cadig. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und sämmtlichem TheaterPersonal. Sonntags 6 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. 2 PassagePanopticum. Der Deutsche Mann mit dem Steinkopf. Ohne Extra- Entree. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Danksagung. Allen Genossen und Freunden meines Sozialdemokratischer Wahlverein lieben Mannes, insbesondere ſeinen für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Kollegen von der Firma S. Marcus, sowie dem Chef derselben, ferner dem Gesangverein für die bewiesene Theilnahme bei der Beerdigung meinen tiefgefühltesten Dank. General- Versammlung 1162b am Dienstag, den 9. Januar, Abends 8½ Uhr, bei Joel, Anna Tesfa geb. Eckert. Danksagung. Andreas str. 21. Zages Drdnung: 1. Kassenbericht und Bericht des Vorstandes. 2. Neuwahl desselben. Allen Genossen, Freunden und Be- 3. a) Antrag Mattutat und Genossen, betreffend die Reorganisation des fannten, welche meiner lieben Frau Wahlvereins. b) Antrag Baumgarten: Theilung des Vereins für den Osten und guten Tante die letzte Ehre erund Südosten Berlins. wiesen haben, sagen ihren tiefgefühltesten Dant 54842 Friedrich Kuhlmey und Nichte Bertha Piezow. Nachruf! Allen Denen, die meinen vielgeliebten Bruder und unseren Schwager, den Gelbgießer Wilhelm Scheel zu seiner letzten Ruhestätte geleiteten und seinen Sarg so reich mit Kränzen schmückten, insbeson dere den beiden Gesangvereinen, sagen ihren tiefgefühlten Dant, sein tiefbetrübter Bruder Emil Scheel und Familie. Güstrow in Mecklenburg. Präuscher's Museum. Tausende von anatomischen Präparaten. Schußkanal durch fünf Körper. Gladiatoren- Kampf. Wunder d. Ceroplastik u.Medjanik. Täglich von 9 früh bis 10 Abends für erwachsene Herren. Dienstag und Freitag: Damentag. W. Noack's Concert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstrasse No. 16. Täglich: 377/18 Mitgliedsbuch legitimirt.. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, 9. Januar, Abends 8 Uhr, im Kolberger Salon, Rolbergerstr. 23: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wann beginnt die Revolution? Referent: Reichstags- Abgeordneter August Hoffmann. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Der Vorstand. 241/17 Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 9. Januar, Abends 82 Uhr, im Saale des Herrn Ehrenberg, Aunenstraße Nr. 16: General- Versammlung. Tagesordnung: Geschäftliches, Entgegennahme der Rechenschaftsberichte, Wahl des Vorstandes und der Kommissionen, Verschiedenes. 148/5 Franen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. General- Versammlung am Mittwoch, den 10. Januar 1894, im Lokale der Armin- Hallen, Sommandantenstraße 20. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann über:„ Die Nervenfchwäche des Menschen und die moderne Wirthschaftsordnung. 2. Diskussion. 3. AufGr. Theater- u. Spezialitäten- nahme neuer Mitglieder. 4. Ersahwahl des Vorstandes. 5. Kassenbericht. 6. Verschiedenes( Abrechnung von Stiftungsfest). 460/1 Vorstellung. Jeden Sonntag und Donnerstag Nach der Tanz- Kränzchen. Achtung! Der Vorstand. es Achtung! Avial empfehle meine bedeleganten Oeffentliche Arbeitslosen- Versammlung Säle mit Beleucht. Vereine Privatfestlichkeiten zu den foulant. Beb. aller im Tapezier- Gewerbe beschäftigten Personen Circus Renz, ( Karlstraße.) Dienstag, den 9. Januar cr., Abends 74 Uhr: Ein Künstlerfest. Vollständig neue und glänzende Ausftattung Neue u. A. Signorina Varotti, die kleinste Solotänzerin der Welt. Kinderorchester. Ueberraschende Wasser- und Lichteffekte. Außerdem: Blondel und ratweil sche Ginlagen; Bierhallen GE ( Gehilfen, Näherinnen 2c.) am Donnerstag, den 11. Januar, Vormittags 10 Uhr, bei Boltz, Alte Jakobstraße Nr. 75( aberer Saal). Tagesordnung: 1158b 1. Vortrag über:" Die Arbeitslosigkeit und deren Ursachen". 2. Dis tuffion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Arbeitslosen ersucht Die Agitationskommission der Tapezirer Berlins und Umgegend. Freie Volksbühne. Um den dringenden Wünschen der Mitglieder, die durch den Monstre- Tableau von 60 Pferden, vor außerordentlichen Besuch der lehten Extravorstellung der Weber Kommandantenstr.77-79. geführt v. Dir. Fr. Renz. Prinz, deutlich gekennzeichnet wurde, nachzukommen, findet am nächsten Welt. u. größt. Etablissem. Berl. ger. von Herrn Fr. Renz. Cromwell Sonntag, den 14. Jannar, Nachmittags 22 Uhr, im NationalNeues Programm. und der Steiger Alep ger. v. Fräulein Theater noch eine Extravorstellung statt. Zur Aufführung gelangt: Oceana Renz. Die Akrobaten auf dem Täglich von 122 Uhr ab bei Telephondraht, Zalva, Espana und Gebr. Frediani. Die Rect fünstlerinnen Geschw. Hoffmann 2c. von 6/2 Uhr ab: freiem Entree Matinee u. Abends Alvar. National- Konzert Breise wie gewöhnlich. D. Obenlandler in National- Tracht und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Anf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 30 Bf. Anf. Sonntags 5 Uhr Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versammlungen. 3 Regelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf. Spieler zahlen kein Entree. Carl Koch. Circus G. Schumann, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Dienstag, den 9. Januar cr., Abends 71/2 Uhr: Gr. Extra- Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Damen oder: Die Rache des Gäuserichs. Hurdle- race, ger. v. 14 Damen mit Mittwoch: Ein Künstlerfest. Fr. Renz, Direktor. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreastraße 64. Donnerstag, den 11. Januar: Grosse Soirée der Norddeutsch.Sänger. Auserwähltes Programm. Nachdem: Familien- Kränzchen. Familien- Billets und Passepartouts behalten Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. 65/6 C. Saeger. Orts- Krankenkasse der Maler u. verw. Gewerbe. Freitag, den 12. Januar, Abends 8 Uhr: Außerord. Generalversammlung Auftr. sämmtl. Spezialitäten. engl. Salbe und Bollblutpferden. Auf in den Gratweil'schen Bierhallen, treten des Little der Delegirten Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: In Borbereitung: Die Obdachlosen, Fred. Rarouffel mit 25 Pferden, oder: Lumpen- Susanne. Parod.- real. Original- Dressur des Herrn Max 1. Neuwahl der Revisoren für das Traumstück von Oscar Wagner. Schumann. Luft- Potpourri der Geschw. Jahr 1894. 2. Bestätigung der Bureau Anfang Wochentags 72 Uhr, Lecusson. ,, Albert" in der hohen beamten. 3. Statutenänderung auf VerSonntags 62 Uhr. Schule ger, von Frl. Adele Schumann. fügung des Ober- Präsidenten vom 20./12. Komisches Entree des Originalflowns 1893 laut§ 48a des Kranten- Versich.W. Olschansky. Schulpferd Albion, Gesetzes. 4. Verschiedenes. ger. v. Herrn Ad. Schumann. Auftr. 1156b der rühmlichst bekannten musikalischen Klowns Paul und William. ApportirAlcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Nen! Neu! Taxameter 208 oder: Der Weißlackirte. Lokalscherz von Max Låssen. Gottlieb im Harem, SpreeNixen u. sämmtl. Spezialitäten. Wochentags Anfang 17 Uhr. Entree 15 Bf. Sonntags Anfang 51/2 Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. Der Vorstand. pferd Said, vorgeführt von Herrn Max Zentral- Kranken- u. Sterbekase #der Maler.( Filiale Süd.) Schumann. Zum Schluß der Vorstellung: Cancan vor Gericht. Ballet Burleske in 2 Tableaux. M 1. Tabl.: Ein Maskenball im Bal mabile. 2. Zabl.: Vor Gericht. Serpentintanz von 4 Damen. Morgen: Große Borstellung mit neuem Programm. Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. Mittwoch, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, bei Wienecke, Alte Jakobstraße 83: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Rassenbericht pro 4. Quartal 1893. 2. Wahl der örtlichen Verwaltung. 3. Verschiedenes. 1163b Der Bevollmächtigte. Die Weber. Schauspiel aus den vierziger Jahren von Gerhart Hauptmann. Beginn des Verkaufs der Extrafarten 1 Uhr. Am selben Tage findet für die zweite Abtheilung im Lessing- Theater eine Vorstellung statt. Zur Aufführung gelangt: Das Fallissement. Bon Björnstjerne Björnson. Es können noch Mitglieder für die 4. Abtheilung aufgenommen werden. Die betreffenden Ausweise, die zur Aufnahme nothwendig sind, sind beim Unterzeichneten zu haben. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. SW., Solmsstr. 24. 397/3 Ethische Gesellschaft. Am Mittwoch, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstraße 33: General- Versammlung. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorland. Buchhandlung des„ Vorwärts" 2. Beuth- Straße. Berlin SW. Beuth- Straße 2. Soeben ist erschienen: Zweite vermehrte und verbesserte Auflage Die Prostitution, ihre Ursachen, ihre Folgen und ihre Bekämpfung Don 40 Seiten u. Umschlag. Dr. S. Lux. Preis 20 Pfennig. Nach außerhalb gegen Einsendung des Betrages von 25 Pfg. franko. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. 5768L* Grosse Berliner Schneider- Akademie. Berlin C., Rothes Schloß Nr. 1. Größte und einzige Fachschule, welche nach der verbesserten und vervollkommneten Methode des verstorbenen Herrn Direktors Kuhn unterrichtet. 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Der Aufstand in Sizilien dauert fort daran ist fein Zweifel, trotz der Versicherung der italienischen Regierungsdepeschen, daß die Maßregeln Crispi's „ be= ruhigend" gewirkt, und überall in Sizilien den besten Eindruck gemacht hätten. Thatsache ist, daß es seit Verkündung des Belagerungszustandes an verschiedenen Punkten zu blutigen Rämpfen gekommen ist. Das steht fest. Aus dem Gewirre von mehr oder weniger entstellten Einzeln heiten, die über die verschiedenen Zusammenstöße gemeldet werden, wird man aber nicht flug, weil die verschiedenen Zusammenstöße einander so ähnlich sind, daß sie sich schwer und aus der Entfernung gar nicht-, unterscheiden lassen. Typisch ist, daß Volkshaufen den Bürgermeistereien und Steuergebäuden sich ver- fämen, die alten Mönche, die diese Trinkreime sangen, welche Wie glücklich sie doch wären, wenn sie auf die Erde zurückversammeln und die Abschaffung der Gemeinde wir in den Klöstern Deutschlands, Schottlands, Frankreichs und steuern verlangen. Wo nachgegeben wird, verläuft die anderer Länder gefunden haben. Wein giebt's dieses Jahr im Eache ruhig; wo nicht, kommt es zur Zerstörung der Ueberfluß in solchem Ueberfluß, daß man nicht weiß, wo ihn Steuergebäude und zu Thätlichkeiten gegen die Beamten; unterbringen, und daß der Preis der Fässer sich verdoppelt und und wo Militär ist, zu Blutvergießen. Die Zahl der Ge- verdreifacht hat. tödten muß schon sehr groß sein. Die Weinernte war heuer außerordentlich gut; das ErDie wichtigste Frage ist jetzt: wird der Aufgebniß ist rund 50 Millionen Hektoliter; es überschreitet den stand auf Sizilien beschränkt bleiben? Durchschnittsertrag der vorhergehenden 10 Jahre um 21 Millionen Hektoliter. Der Hektar Land, der im Jahre 1892 Oder wird auch das übrige talien sich durchschnittlich 16 hektoliter gab, lieferte 1893 deren 28- ein erheben? Im ersteren Fall wird der Aufstand aller Mehr von 75 pCt. Wahrscheinlichkeit gewaltsam niedergeworfen. Im anderen Falle wäre die italienische Monarchie schwer gefährdet und die Niederlage des herrschenden Systems gewiß. Demonstrationen in Neapel, Rom, Mailand und Antona scheinen für die Verbreitung des Aufstandes nach dem italienischen Festlande Depesche aus Modena sei vou sozialistischen Abgeord: neten und Führern ein Aufruf erlassen worden, jetzt blos zu protestiren und von hoffnnngslosen Putschversuchen abzusehen indessen ist diese Nachricht zunächst mit kritischem Auge zu betrachten. Der Crispi'sche Telegraph lügt kolossal. Die Regierungspreise giebt sich Mühe, den sizilianischen Aufstand auf anarchistische und ausländische Intriguen zurückzuführen. Das„ anarchistische" Karnickel ist Cipriani, der nie Anarchist war, und das ausländische" die deutsche Sozialdemokratie, weil sie jüngst den verhungernden fizilianischen Arbeitern etliche hundert Mark schickte! Jeden falls taxirt Herr Crispi sich und seine Macht sehr niedrig, wenn er vor diesen paar Mark Angst hat, von denen wir blos wünschten, es wären ebenso viele Hunderttausend! Ein sehr bedenkliches Eymptom sind die zahlreichen Verhaftungen in Rom und anderen Städten Italiens. Und unter den Verhafteten ist ein Priester und sind mehrere Unteroffiziere was für die Volksthümlichkeit und weite Verzweigung der Aufstandsbewegung spricht. Der Aufruf der sizilianischen Arbeiterorganisationen ( der Fasci) liegt jetzt vor. Er lautet: 1 zu sprechen. Nach einer Die Weinernte in Algerien war noch großartiger; sie erhebt sich auf 36 Hektoliter der Hektar und auf 4 Millionen Heltoliter bei 118 000 mit Reben bepflanzten Hektaren. Und dieses Jahr ist der Wein gut. er hat unter seiner Saft die Aeste der Apfelbäume bis Der Apfel hat nicht hinter der Rebe zurückbleiben wollen: Last zum brechen gebeugt. Die Giber)-Ernte beträgt 311/2 Millionen Bettoliter; niemals ist diese Biffer erreicht worden. Die frucht: barsten Jahre bisher: 1848 und 1883, hatten blos 22 und 23 Millionen geliefert. Die Franzosen haben also dieses Jahr 83 Millionen Hetto. liter des föstlichsten Getränkes zu verzehren, wobei noch das Bier gar nicht gerechnet ist. Es ist genug da, und mehr als genug für Jedermann und Alle. Jede Familie von 5 Köpfen hätte für ihren Jahresgebrauch beinahe 12 Hektoliter. fastes, dieses Geschenkes der Sonne, der leuchtenden Gottheit. Gewiß stimmt man Jubellieder an zu Ehren des RebenDie Freude muß überschäumen in den sonnenbegnadeten Gauen, welche den Wein hervorbringen. 11. Jahrg. Der Wein, der ihre Keller bis zum Ueberlaufen füllt, wird sie dann zwingen, ihr Land für einen Schleuderpreis zu verkaufen. Sie haben gut sich auf einem Kongreß vereinigen, ihre unerfüllbaren Forderungen stellen und Drohungen ausstoßen nichts wird sie aus ihrer Verlegenheit ziehen. Erdrückt von ihrem Reichthume, müssen sie dem Elend verfallen. Freilich ein Rettungsmittel bleibt ihnen es ist aber ein heroisches: sie müssen den Holländern nachahmen, die im 17. Jahrhundert die Gewürze verbrannten, um den Preis in die Höhe zu treiben. Sie müssen die Hälfte ihrer Ernte in die Flüsse und Bäche gießen, um die andere Hälfte zu verkaufen. Seitdem die Naturforscher die Lebensgewohnheiten und Lebensbedingungen der Austern studirt und ihre innersten Geheimnisse ergründet haben, tann man diese töstliche Muschel im leberfluß hervorbringen. Dieser Ueberfluß bringt die Austernzüchter in Verzweiflung; der franzöfifchen Austernzucht, zerstört man jährlich eine beträchtsie haben Hilfe geschafft: in Arcachon, dem großen Mittelpunkt liche Anzahl junger Austern, denn würden sie alle aufgezogen, so tönnte man sie nicht zu einem lohnenden Preise verkaufen. 3erstören, um zu verkaufen, das ist das legte Wort der tapitalistischen Weisheit. Gallus. Parteinachrichten. Ans New- York schreibt man uns unterm 26. Dezember v. J.: Ueber die Verhandlungen auf der Konvention der„ Federation of Labor" sind noch einige Nachträge zu machen, welche zur Beurtheilung der Situation von Interesse sind. Zunächst muß ich aber auf einen Umstand hinweisen, der zur Erklärung des im politischen Aktion dient. Es sei daran erinnert, daß die Federation vorigen Briefe mitgetheilten Beschlusses bezüglich der selbständigen nicht gegründet wurde, um die Emanzipation der amerikanischen Arbeiter vom Lohnsystem zu vollbringen; ihr Strebensziel beschränkte sich auf die Hebung der Lage der Arbeiter unter dem heutigen, dem fapitalistischen System. Mehr erwarteten die Arbeiter von dieser Organisation nicht. Daß sie nicht eine Kritik einschlug, welche darauf berechnet war, die Arden Augen der Masse der Arbeiter kein Fehler. Denn bisher beiter für den Emanzipationskampf vorzubereiten, das war in begriffen diefelben die Nothwendigkeit der Beseitigung des Lohnwork- ein anständiger Lohn für eine anständige Tagessystems nicht, sie waren damit zufrieden, sich unter diesem System arbeit) zu sichern. So lange sie das für möglich hielten, ge eine menschenwürdige Existenz( a fair wage for a fair day's Aber nein! Im Gegentheil, es herrscht dort Verzweiflung. glaubten, daß ihnen die Federation höhere Löhne und fürzere nügte ihnen die gewerkschaftliche Bewegung. So lange fie Statt Liedern der Luft ertönen Klagen und werden Drohungen Arbeitszeit sichern würde, hatten sie zutrauen zu derselben. ausgestoßen. anstalten Drts- und Kreisversammlungen in denen sie fich die Die Weinbergbesitzer aller Departements des Südens ver: Seit einem halben Jahrzehnt ungefähr nun hat die Federation Haare ausraufen; in denen sie jammern, daß sie zu viel geerntet großen Organisationen, welche ihr angehörten, sind die Arbeiter anstalten Orts- und Kreisversammlungen in denen sie sich die diese Aufgabe nicht mehr erfüllt. In den Kämpfen derjenigen haben, daß sie den Wein nicht verkaufen können; in denen sie ftetig unterlegen, die Löhne sanken in allen betreffenden Industrieseufzen, daß sie zu 20 und 15 Franks das Hettoliter feinen weigen, theilweise um ein Bedeutendes, und die Folge war, daß Käufer für Weine finden, die sich sonst für 50 Franks verkaufen. iene Organisationen entweder an Mitgliederzahl zusammenWas man seit 1848, feit der Erfindung der Eisenbahnen nicht schmolzen oder wie der Verband der Schriftseter mehr erlebt hat: der Wein für 2 und 3 Sous( 8-12 Pf.!) das aus Furcht vor der Einführung von Segmaschinen vor sich ängstlich Liter ist wieder Wahrheit geworden. neuen Kämpfen scheuten, fie die Hoffnungslosigkeit derselben einsahen, wenn sie das auch wüthende Krise legte alle gewerkschaftlichen Organisationen vollnicht öffentlich eingestehen wollten. Die im Herbst hereingebrochene und heute noch ungeschwächt ständig lahm, und die Leser wissen, wie seitdem das„ Lohnreduktionsfieber" grassirt hat! da drängen, daß der gewerkschaftliche Kampf für höhere Löhne und Es mußte sich schließlich den Führern die Ueberzeugung auffürzere Arbeitszeit, oder auch nur für Anfrechterhaltung des status quo und Verhinderung des weiteren Niedergangs unter den obwaltenmehr den Glauben an die Macht der Organisation verlieren würden. den Umständen ein hoffnungsloser sei und die Arbeitermassen immer Diejenigen unter diesen Führern, welche die gewerkschaftlichen Organisationen in erster Linie als Operationsfeld für ihre Thätigfeit als politische Drahtzieher der herrschenden Parteien beArbeiter Siziliens! Unsere Insel färbt sich roth vom Blute der Genossen, welche in ihrer Verzweiflung und Noth Viertausend Weinbergbesizer, in Narbonne versammelt, Wohlfahrt, nicht Freiheit geben wird. Eure Erregung ist und man bedenke, 4000 Südlinge machen mehr Lärm als 50000 ein Eystem verurtheilten, das Euch nicht Gerechtigkeit, nicht donnern gegen das Elend und den Nothstand der guten Ernte eine harte Folge eines unnachsichtig verdammten gesellschaft- Nordfranzosen. Man bestürmt, man bedroht die Regierung, lichen Zuflandes. Die Bürgerschaft hat keine Wahl. Sie muß man macht sie für die Lage verantwortlich; man bedeutet ihr, entweder den Geist der neuen Zeit erkennen oder zu thierischer wenn sie nicht Heilung schafft, würden alle Wahlkörperschaften Gewaltthätigkeit Zuflucht nehmen. In diesem feierlichen Augen- des Departements am 1. Februar ihre Entlassung einreichen, und biicke stellen wir ihre heuchlerischen humanitären Ergüsse auf würde man keine Steuern bezahlen. die Probe. Wir fordern in Eurem Namen: 1. Auflassung der Die Weinbergsbesitzer von Roussillon schreiben an den Acker Verbrauchssteuern auf Mehl und Getreide; 2. strenge Unter- bauminister, er solle die Herstellung von Rosinen- Wein( die Hersuchung aller öffentlichen Verwaltungen Siziliens unter der stellung von Wein aus getrockneten Trauben) und den Verkauf Aufsicht und Mitwirkung der Bünde; 3. zwangsweise Ein- alles Weines mit Wasserzusay**) verbieten, er solle den Einfuhrführung des im Rongreffe von Corleone beschlossenen Halb- 3oll auf ausländische Weine erhöhen und das städtische Dktroi partsystems; 4. zwangsweise Durchführung der von den Schwefel- abschaffen, das 10 bis 20 Centimes( 8-16 Pfg.) auf das Liter häusern in Grotte gefaßten Beschlüsse, betreffend die Kinderarbeit, der eingeführten Weine beträgt. die Lohnfäße, die Arbeitszeit, die Gründung von follet- Herr Vigier, der Ackerbauminifter, ist ganz aus dem Häuschen; trachten, konnten auf der Konvention den Argumenten der für tivistischen Produktions- Genossenschaften; 5. Gründung von er antwortet den Herren, daß der Ackerbauminister nicht das selbständige politische Aktion eintretenden Delegirten so wenig landwirthschaftlichen und industriellen Genossenschaften auf Recht und nicht die Macht hat, die Freiheit der Industrie auf- entgegen treten, wie sie es auf den früheren Konventionen( der grund einer Vertheilung der unbebauten Privatgüter der Ge- zuheben; daß jedermann das Recht hat, Wein aus getrockneten letzten Jahre) gefonnt; aber sie wagten es diesmal auch nicht, meinden, Staats- und Kirchendomänen und zwangsweisen Trauben zu verfertigen, und daß jeder Weinwirth Wein mit wie früher, die betreffenden Anträge stillschweigend niederEnteignung des Großgrundbesizes, wobei den Enteigneten bis Wasserzusatz verkaufen darf, wenn er es öffentlich anzeigt; und zustimmen. Die Wucht der Thatsachen zwang fie, nach= auf weiteres eine auf den Schähungswerth der Grundstücke daß der Ackerbauminister das städtische Oftroi nicht mit einem zugeben. Von diesem Gesichtspunkt aus muß man den Beschluß berechnete, höchstens dreiprozentige Jahresrente zu bewilligen Federstrich beseitigen kann. bezüglich der selbständigen politischen Aktion betrachten, wenn sei; 6. Vergebung aller öffentlichen Arbeiten der Gemeinden All' diese Gründe sind den hißigen Männern des Südens man sich später ein klares Urtheil über die weiteren Vorgänge und des Staates an die Bünde ohne Kautionserlag; 7. Sozial- feinen Pfifferling werth. Die Handelskammer von Perpignan in der hiesigen Arbeiterbewegung bilden will. gesehgebung auf grund von Minimallohnsägen und Gin- tritt zusammen, um von der Antwort des Ackerbauministers Zur Jllustrirung dessen, daß die Majorität die Konvention " = bald führung eines Normal Arbeitstages; 8. Ginstellung von Kenntniß zu nehmen; und beschließt eine motwirte Tages- mit jenem Beschluß nicht dokumentirt, rückhaltlos in die Bahnen 20 Millionen Lire in das Staatsbudget behufs Ausführung ordnung, die dem armen Minister brühheiß zugeschickt wird. Es der modernen Arbeiterbewegung einzutreten, mögen zwei weitere aller dieser Pläne, behufs Anschaffung von Arbeitswerkzeugen heißt darin:" Die Unzufriedenheit wächst mit jedem Tag; überall Beschlüsse dienen, von denen der eine dahin geht, daß der für die Genossenschaften und Vorstreckung der nothwendigen hört man dumpfes Grollen; die Noth ist eine schlechte Rath- Bundeskongreß an die einzelnen Staaten 500 Millionen Dollars Arbeiter! Setzt Eure organisatorische Arbeit fort und kehrt zur Folge hätte, und die sich gegen unsere Regierenden richten andere die freie Silberprägung zur Rate von 1-16 verlangt. Nahrungsmittel und Geldmittel an die Mitglieder derselben. geberin. Fürchterlich wäre die Revolte( la révolte), die sie in Schaamtsnoten vertheilen möge zwecks Inangriffnahme von Straßenbauten bei einem Minimallohn von 1,30 Doll., der indessen zur Ruhe zurück; vereinzelte Er würde." hebungen führen nicht zum Ziele. Warten Diese guten Bürger werden wüthende Anarchisten Durch Ausführung der ersteren Forderung hofft man, wieder wir ab, was die Regierung thun wird; unsere werden fie Dynamit reden. Luft für die gewerkschaftliche Bewegung zu machen durch BeAktion wird sich danach richten. Die überreiche Ernte wälzt alles um, sie entfacht hellen feitigung des erbrückenden Alps der Reserve- Armee überflüssiger Und dieser Aufruf, der in den unzweideutigsten Worten Streit zwischen den Weinbergsbesitzern des Südens und den Hände; die zweite Forderung zeigt, daß die Leute den Wahn noch nicht los sind, die gegenwärtigen Zustände hätten ihren die Arbeiter auffordert, zur Ruhe zurückzukehren" und jenigen der Mitte und des Oftens. Son vereinzelten Erhebungen" abmahnt, hat den Anlaß gegen die bestehenden Zolltarife, welche die Handelsverbindungen richten des Schazamts die Umlaufsmittel am 1. Dezember d. J. Der Süden beansprucht neue Zölle, der Osten protestirt Grund im Mangel an" Kleingeld", während doch nach den Bezur Verhaftung de Felice's abgegeben! dieses Attenstück gelesen, finden wir unsere erste Ver- die den Ackerbau und die Industrie Frankreichs schützen sollten, vorigen Jahres. Nachdem wir mit der Schweiz abgebrochen haben. The diese Tarife bestanden, um 112 404 947 Doll. größer waren, als um dieselbe Zeit des muthung voll bestätigt, und halten es für feststehend, daß wurde für den in die Schweiz eingeführten Wein nur 3 Frts. Es sei noch mitgetheilt, daß die Entsendung eines Delegirten Crispi den Aufstand angezettelt hat, um 50 Gts. das Hektoliter Boll bezahlt. Heute bezahlt man 30 Frts. um internationalen Kongreß in London beschlossen wurde; jich als Staatsretter aufzuspielen und da- Die Weinbergsbesitzer des Ostens find genöthigt, ihre Weine zu Führers der Knights, die Wahl von drei Delegaten zu einem im ferner auf eine Zuschrist Sovereign's, des jetzigen obersten durch seine Stellung zu befestigen. nächsten Jahre abzuhaltenden allgemeinen amerikanischen Arbeiterfongreß. Ein Antrag, Burns und Bebel zu einer Agitationstour einzuladen, wurde der Exekutive überwiesen. Als Ruriofum sei erwähnt, daß der anarchistisch gewerkschaftliche ladung Bebel's protestirte, weil derselbe ein Gegner der Gewerk Redakteur der Bäcker Zeitung", Weißmann, gegen die EinDie, Weinbergbesitzer des Südens verlangen von den Gifen- fchaften sei und die Arbeiterbewegung dadurch schädige und bahnen, daß sie die Frachtpreise herabsetzen. Die Weinbergbesitzer zurückhalte. Ein unverschämteres Individuum, wie dieser Ignodes Ostens und der Mitte zittern bei dem Gedanken, daß die rant, ist mir im Leben noch nicht vorgekommen! südlichen Weine zu einem billigeren Preise ankommen, und sie Interesse ist noch, daß Mc. Guire, Sekretär der„ Brotherhood schreiben an den Minister, er solle ja nicht in die Herabsetzung of Carpenters und Joiners", der bisher mit Gompers an einem der Eisenbahn- Tarife willigen. Strange zog, denselben in rücksichtslosester Weise angriff und erNoch niemals hat eine schlechte Ernte eine so unheilvolle flärte, die Federation bedürfe neues Blut, Energie und Kraft, Wirkung gehabt, als diese wunderbar gute Ernte. man sei der alten Flausen müde 2c. Mc. Guire wurde als Die Krisis hat erst angefangen. Die Weinbauern haben noch erster Vicepräsident gewählt da sind also schlechte Aussichten Indessen, beißen einiges Geld und können ihre ablaufenden Wechsel noch er- auf harmonisches Zusammenwirten"! neuern; wenn sie aber ihren Kredit erschöpft haben, dann erwartet werden sich die Beiden nicht! sie der Ruin. Die Noth des Ueberflusses. Paris, 5. Januar 1894. Mit noch größerer Jubrunst als das Lob Gottes, sangen die lustigen Mönche des Mittelalters das Lob des Weines: Vinum bonum et suave Mundana laetitia Ave placens in colore Ave fragrans in odore Ave sapidum in ore Dulce linguae vinculum Felix venter, quam intrabis, Felix lingua, quam rigabis, Felix os, quod ta lavabis Et beata labia Supplicamus, hic abunda i behalten und sie selbst zu trinken. Und sie finden, daß es ein Unglück ist, so guten Wein zu trinken, statt ihn zu verkaufen. Nicht nur ist den ausländischen Weinzüchtern der Krieg erflärt; die einheimischen Weinzüchter sind auch unter sich im Krieg. Paris und die Departements des Nordens, die feine Reben pflanzen, find die großen Absatzgebiete für die französischen Weine. *) cidre, franz.( fibbr), engl. cider( seider) Aepfelwein. **) Letzteres wäre gewiß nicht übel! 9 Von Eine Parteikonferenz für das östliche Westfalen ist für den 14. Januar nach Bielefeld einberufen. Als Tagesordnung find folgende Punkte festgesetzt: 1. Agitation und Organisation. 2. Wahl eines Agitations Zur Nothstands- Aktion in Berlin. A III. Entsprechend seinem früheren Beschluß, trat der Ausschuß nunmehr in die Fortsetzung der Berathung des Antrages Singer und Genossen ein und beschäftigte sich mit dem Punkt, der für den Winter die Erhöhung der Almosen und Pflegegelder vorschlägt. M 3 Bescheid. Das junge Mädchen blickte erstaunt zu ihrer Gönnerin durch Hilfskräfte ausführen laffen würde. " mir beschäftigt. Tomitees. 3. Festsetzung der Befugnisse derselben und Bestimmung| Stundengeberin haben wollte, wohnte an einer Station der für den Magistrat beschäftigen und damit oft noch so viel hinzu des Ortes, wo das Komitee seinen Siz zu nehmen hat. 4. Presse. Wannseebahn in einer vornehmen Villa. Nachdem die Lehrerin verdienen, als ihr Gehalt beträgt. Es wäre doch ein Gebot ein 5. Festsetzung des Wahlmodus für die zufünftigen Konferenzen. durch verschiedene prächtig ausgestatte Apartements geführt fachster Menschlichkeit, diesen Verdienst den Aeristen zukommen 6. Verschiedenes. war, hatte sie die Ehre, fich der Dame des Hauses vorstellen zu zu laffen, die ohne Beschäftigung sind und darben und frieren Anfragen und Anträge sind zu richten an Bruno Schu- dürfen und es ging foweit alles vortrefflich, da der Befähigungs- müssen. Der Magistrat hat beschlossen, die Wärmehallen zu vermann, Schulstr. 20, Bielefeld. nachweis bald erbracht werden konnte. Es handelte sich nur mehren; eine noch größere Freude würde er aber den stellungum den nervus rerum, auf den die schon halb Engagirte zum lofen geistigen Proletariern" bereiten, wenn er wenigstens den Schluß bescheiden anspielte. Wir geben ein Diner", lautete der beffer befoldeten Beamten die Nebenarbeiten verbieten und sie empor und fragte, ob sie recht verstanden worden sei, sie habe Zur Frage der Wärmehallen. Bei der jeht herrschenden auf das Honorar hingedeutet." Sie hörten doch, wir geben ein ftrengen Kälte erweisen sich die Wärmehallen am Alexanderplatz Im Anschluß an unseren legten kurzen Bericht tragen wir fenntniß deutscher Sitten empfahl sich die Französin mit der abgeholfen werden, wenn auch in der Peripherie der Stadt, wo Diner für die Unterrichtsstunde!" In ihrer bedauerlichen Unais durchaus ungenügend. Dem Uebelstand könnte doch sehr leicht nach, daß der Nothstands Ausschuß der Stadtverordneten Ver: empört hingenommenen Bemerkung, daß sie aus Sparsamkeits: doch das Glend am größten ist. Wärmehallen errichtet werden. fammlung bei Beginn feiner legten Sigung einen eingehenden gründen denn doch lieber vorziehe, sich in Berlin ein Mittagessen An den Kohlenplätzen des Görliher Bahnhofes und wohl auch Bericht über die Arbeitsthätigkeit der Tiefbau Abtheilung des für 60 Pf. zu faufen, anstatt sich dasselbe für eine Unterrichts an den übeigen Bahnhöfen stehen arme Leute, welche irgend eine Etatsjahres erhielt, aus dem hervorging, daß die von den stunde und 40 Pf. Bahngeld einzutauschen! städtischen Behörden beschlossenen Arbeiten auf diesem Gebiete stunde und 40 Pf. Bahngeld einzutauschen! Arbeilsgelegenheit zu erspähen suchen, Stunden und halbe Tage sämmtlich in Angriff genommen und nach Möglichkeit gefördert Daß es in Berlin keinen Nothstand giebt, wird seitens lang in Wind und Wetter, indeß die frühere Emmaustapelle worden sind. Auch bei den Hafenanlagen am Urban fonnten der städtischen Armenkommission aus dem Ümstande gefolgert, vollständig leer und ohne jeden Zweck nach wie vor den Laufizer nach Ansicht des Magistratsvertreters nicht mehr Arbeiter be- daß die Armenkommissions: Vorsteher die Suppenmarken nicht Platz verunzirt. Mit geringen Kosten ließe sich dieses Gebäude schäftigt werden. los werden können. Wie bei Erstattung des Jahresberichtes sehr leicht zu einer Wärmehalle herrichten, die sehr gut bis Der Bericht, der eine zablenmäßige Darstellung der im Etats- hervorgehoben wurde, sei ein Fünftel der Suppenmarken unbenutzt 500 Personen aufnehmen könnte. Hier ist den maßgebenden jahre für die Zwecke der Tiefbau Verwaltung aufgewendeten geblieben. Die ständigen Kunden der Armendirektion, so wird Faktoren Gelegenheit gegeben, ihre chriftliche Nächstenliebe zu Mittel enthielt, soll dem Ausschußprotokoll beigefügt werden. Der Berliner Morgen- Zeitung" mitgetheilt, namentlich die so- bethätigen. Ob der Gemeindevorstand auf diesen Vorschlag einDa es dem Ausschuß wünschenswerth erschien, auch über die genannten professionellen Armen, sollen sich vor Suppenmarken gehen wird? Thätigkeit der Hochbau- Abtheilung genaue Kenntniß zu erhalten, bedanken und lieber baares Geld nehmen. Wenn hier von Ebenso befindet sich in der Köpniderstraße am Schlesischen aber ein Magistratsvertreter für diese Verwaltung nicht an- ständigen Kunden" der Armendirektion und von„ professionellen Thor eine leerstehende frühere Schule, auch diese könnte der wefend war, beschließt der Ausschuß für die nächste Sigung Armen" gesprochen wird, so ist wohl jedem flar, um was für Magistrat mit leichter Mühe in ein Asyl verwandeln. Am die Anwesenheit eines Magistratskommissars für die Hochbau Leutchen es sich handelt, einfach um Personen, die aus dem Lehrter Bahnhof sind noch viele leere Stadtbahnbogen vorhanden Abtheilung zu erbitten. arm fein" ein Gewerbe machen. Daß diese Kunden" lieber und auch in jeder anderen Gegend fänden sich derartige Räume. baares Geld nehmen, als Suppenmarken, wollen wir gerne Worauf also warten? Es ist die Pflicht des Magistrats, Vorglauben. Diese Art Leute leiden feinen Hunger; sie leben vom fehrungen zu treffen, die eine Ueberfüllung der unzureichenden Fechten und Schnorren besser als mancher Arbeiter von dem Asyle und Wärmehallen unmöglich machen. Lohne für schwere Arbeit." Auffallen tönnte höchstens, daß Die Rotunden- Frauen. Zu dem kürzlich von uns verein Fünftel der Suppenmarken unbenutzt geblieben ist. öffentlichten Artikel über das Loos der in den Rotunden anDer Antragsteller begründete die Forderung mit den niedrigen Man sollte meinen, daß es der Armendirektion ein leichtes fein gestellten Wartefrauen sendet uns Herr Subdirektor Rudolf Proß, diesbezüglichen Geldzuwendungen als auch mit den durch die müsse, Abnehmer für die Suppenmarken zu finden. Kälte erforderlichen Mehraufwendungen und schließlich mit der doch nicht der Fall zu sein scheint, so muß dies doch seinen rügten Uebelstände in seinem Revier, nördlich der Spree, Wenn dies Auguststr. 6, eine Ergänzung, in der er erklärt, daß die ge= Thatsache, daß die herrschende Arbeitslosigkeit auch den Almosen Grund haben und dieser ist, wie das gedachte Blatt ganz richtig Leipziger- und Potsdamerstraße, nicht vorhanden seien. und Pflegegeldempfängern die Möglichkeit eines durch Arbeit zu andeutet, wohl mit Recht in dem Umstande zu suchen, daß diese Herr Rudolf Protz schreibt: Die meisten meiner Wärteerzielenden Nebenverdienstes sehr erschwere. Suppen als Armensuppen" gekennzeichnet sind und ihnen damit rinnen sind über bei zehn Jahre Die Armenkommissionen sollten nach Ansicht des Antrag jener Stempel aufgedrängt ist, welchen die heutige Gesellschaft und fühlen sich recht wohl; ich zahle ihnen neben dem Lohne ftellers angewiefen werden, in Rücksicht auf den herrschenden der Armuth als gewissermaßen Unebrenhaftes aufzudrücken für von 1,40 m. täglich noch Heizgelder, Handtücher- Waschlohn, Nothstand den Gesuchen um Unterstüßung gegenüber will gut hält. Die Verwaltung der Stadt Berlin unterhält eine ferner die Beträge, die für besondere Handtücher, Seife, Ramm fähriger zu fein und auf dem Wege der Almosen und Reihe von Küchen, Armenküchen", in denen die Armensuppen" und Bürsten gezahlt werden, so daß sich die Frauen auf durchPflegegeld Erhöhung und wenn nöthig durch Extra: gefocht werden. Es ist nun nicht Jedermann's Sache, sich aus schnittlich 2,50 m. täglich Lohn stehen. Außerdem bekommt jede unterstützung den Nothstand nach Kräften beseitigen und mildern Armenküchen"" Armensuppen" zu holen. Tragen schon Viele Frau alle 14 Tage einen freien Tag und stelle ich die Berhelfen. Bedenken, sich trotz aller Noth um Unterstützung an die Armen tretung auf meine Kosten und habe zu Weihnachten an GratiVon anderer Seite wurde mit Energie betont, daß die direktion zu wenden, um wie viel mehr werden sie sich scheuen, fitationen 420 m. gezahlt. Armenkommiffionen von der Befugniß Extra Unterstüßungen zu den Gang in die Armenküche zu machen. So erklärt geben, sehr reichlich Gebrauch machen und daß die Thätigkeit sich wohl der auffällige Umstand, daß Armensuppen- Ein großer Tumult entstand am Sonnabend Abend der städtischen Verwaltung auf diesem Gebiet zu keinen berech marken" zurückgewiesen oder mindestens nicht verlangt werden 5/2 Uhr vor der verschlossenen Eingangsthüre zur Wärmehalle. tigten Klagen Anlaß gebe. Die Stadt verwende sehr bedeutende und daß ein Fünftel unbenutt bleiben konnte. Die städtischen Bereits um 4 Uhr war die Halle geschlossen und erst um 6 Uhr Mittel für Armen- und Unterstützungszwecke und es sei in diesem Armenküchen" erweisen fich heute als ein leberbleibsel aus Abends wegen angeblicher Ueberfüllung wieder geöffnet worden. Jahr wieder eine bedeutende Etatsüberschreitung zu erwarten. alter Zeit, das möglichst schnell zu beseitigen wäre. Die beson: Es harrten über 500 Personen frierend 11/2 Stunden vergeblich Namentlich der Magistratsvertreter war diesem Theile des deren Armenküchen" sind überflüssig geworden, seitdem die Lina um Einlaß. Einige von diesen Personen stießen anfänglich leise Nothstandsantrages gegenüber sehr kurz angebunden und sprach Morgenstern'schen Volksküchen" ihre fegensreiche" Wirksamkeit mit den Stiefelabfäßen gegen die Thür und da dies nicht fruchtete, von dem grassirenden Humanitätsfieber, was dem Antragsteller entfaltet haben. Ebenso wie andere Wohlthäter" sich dieser setzten sie mit der Zeit das Klopfen derartig fort, daß die untere Veranlassung gab, zu bemerken, daß ein derartiges Fieber immer noch Anstalten bedienen, fönnte es auch die Ärmendirektion thun und Thürfüllung in tausend Stücken zersprang. Nun war der Radau sympathischer sei, als verknöcherter Bureaukratismus. Ein Ausschuß Speisemarken zu den Volksküchen vertheilen. Diese würden im Gange. Unter lauten Hurrahrufen verschafften sich einige mitglied wollte nicht so generell wie der Antragsteller die Erhöhung bereitwilligere Abnahme finden, als die Suppenmarfen für die durch die Deffnung Ein- und Ausgang. Bald erschien der der Armen- und Pflegegelder eintreten lasjen, erkannte jedoch die Armenküchen", denn die Volksküchen" sind doch nicht in dem 2. Inspektor auf der Bildfläche, ging auf den vor dem PolizeiNothwendigkeit, in Rücksicht auf die herrschenden Verhältnisse außer Maße abschreckend, wie die direkten Armenküchen". Ist es Präsidium poftirten Schuhmann zu und sagte in barschem ordentliche Maßregeln zu ergreifen, vollkommen an, und stellte gleich eine Gepflogenheit der herrschenden Klassen, die Armuth Tone:„ Wenn Sie die Blase nicht zerstreuen fönnen, dann werde den Antrag, dem Magistrat eine größere Summe zu außer zu brandmarfen, so sollte die liberale" Stadtverwaltung dies ich mich über Sie beschweren." Der Beamte entgegnete, daß er ordentlichen Unterstützungen zur Verfügung zu stellen. doch nach Möglichkeit vermeiden und baldmöglichst den voll- allein nicht interveniren tönne, überdies ständen die Leute lange Bon mehreren Seiten wurde diese Ansicht lebhaft unter ständig überflüssigen und entwürdigenden Apparat der Armen- genug frierend vor der Thüre. Der Inspektor äußerte hierauf: stützt und der Magistratsvertreter aufgefordert, dem Ausfüchen" zur Bereitung von„ Armensuppen" beseitigen. „ Um 6 Uhr wird die Halle geschlossen und wenn die Blase nicht schuß in seiner nächsten Sitzung einen Bericht über die Etatelage der städtischen Armenverwaltung zu geben, damit er- Zum Nothstand in Berlin. Obwohl offiziell von den schienen mehrere Schuyleute und auf deren vernünftiges gehen will, dann schlagen Sie einfach dazwischen." Jeßt erwogen werden könne, wie hoch der Etat im laufenden Jahr über- staatlichen und städtischen Behörden abgeleugnet, ist er dennoch Bureden begab sich die Menge frierend und hungernd nach dem schritten werde, und welche Mittel noch für den gedachten Zweck vorhanden, und deuten auch verschiedene Anzeichen darauf hin, städtischen Obdach, nachdem die Beamten sich überzeugt hatten, bereit gestellt werden müssen. Ueber die beantragte Einrichtung daß die Behörden sehr gut von seiner Existenz unterrichtet sind. daß die Inspektion der Wärmehalle an dem Radau insoweit die von Wärmehallen in verschiedenen Gegenden und den diesbezüg In der Nähe einiger Kasernen und Krankenhäuser hat man Schuld trägt, da sie mindestens alle 1/2 Stunde für Platz Sorge lichen Beschluß des Ausschusses haben wir bereits berichtet. Der täglich um die Mittagszeit Gelegenheit, wahrzunehmen, daß tragen soll. letzte Gegenstand der Berathung der Ausschußsizung vom Freitag Männer, Frauen und Kinder zu Dutzenden stundenlang vor den bildete die eingehende Begründung der neuen Anträge des Stadtv. Thüren andächtig warten, bis alle Jusassen genannter Anstalten Notiz durch die Presse: Der in der Friedrichstr. 47 wohnhafte Ueber einen antisemitischen Wütherich läuft folgende Singer wegen Schaffung einer Organisation zum Zweck Beschäf gespeist haben, da alsdann die Ueberrefte der Küche zur Vertheilung Notiz durch die Presse: Der in der Friedrichstr. 47 wohnhafte Beschäf- gespeist tigung Arbeitelofer und Aufnahme einer Arbeitslosenstatiitit. gelangen. Nicht jeder, der zufällig sich da einfindet, erhält seine Stempelfabrikant Theodor Kaiser betreibt durch Anfertigung von Die Verhandlung hierüber wird sich noch im Plenum der Mittagsmahlzeit. Um an der Speisung theilnehmen zu können, haftes Geschäft. Dieser Herr verbreitet Rundschreiben, in denen Stempeln und sogenannter Kaiserportemonnaies ein schwungBersammlung wiederholen müssen, da der Ausschuß sich nicht bedarf Ausweises des zuständigen Polizeiüber Führung und Bedürftigkeit für befugt erachtete, diese Anträge weiter zu verhandeln. Der reviers der betreffener sich zur Anfertigung antisemitischer Stempel empfiehlt, die Antragsteller hatte barauf hingewiesen, daß es Aufgabe der Ge- den Person oder Personen. Fällt derfelbe günstig aus, so wohl das Mergite enthalten, was bisher auf diesem Gebiete meinde sei, sich bei der Beschaffung und Vermittelung von Beöffnet ein Passierschein des betreffenden Truppen- Kommandos die geleistet ist. Aus den mehr als fiebengig empfohlenen schäftigung ihrer arbeitslosen Mitbürger nach Möglichkeit zu be- forgjam bewachten Thore der Kaserne und dem Glücklichen antisemitischen Stempeln seien nachfolgende hervorgehoben: thätigen und daß die Voraussetzung einer wirkungsvollen Thätig winft, soweit der Vorrath reicht, ein leidliches Mittagessen, daß Wollt ihr den Juden erfolgreich taufen, Laßt ihn im Wasser leit auf diesem Gebiet die Feststellung der thatsächlichen Verhält- an Nährgehalt die Bettelsuppen der 13 städtischen Suppenküchen eine Quittung über richtigen Empfang aus."-Was der Jude gleich erfaufen." Gott erhalte die Juden, stelle uns aber niffe sei. Redner fonnte sich auf die Beispiele einer ganzen Anzahl wohl um ein Bedeutendes übertreffen dürfte. Häufig aber stehen denkt, ist einerlei. In der Raffe liegt die Schweinerei." Der deutscher und ausländischer Städte beziehen und forderte den Ausschuß die armen Leute stundenlang und erhalten nichts, nichts, In auf, mit dafür zu sorgen, daß Berlin nicht länger zögere, Gin verschiedenen Kasernen, wie beispielsweise in der des 3. Garde Jude ist auf der Menschheit Rücken, was auf dem Hund Floh, richtungen zu treffen, die im Zuge der Zeit liegend, der Stadt Regiments, des Kaiser- Franz- Grenadier- Regiments, des 1. Garde Wang' und Mücken." Der Jube hat den Betrug nicht ge lernt, er ist ihm angeboren."" Hoch die Juden doch früher oder später abgerungen eventuell gefeßlich auferlegt Dragoner- Regiments wird jedes derartige Gesuch rundweg abge- Meter am Galgen, daß die Raben und Krähen um die Knochen fünf da genannte werten würden. Auch die Herabsetzung der Arbeitszeit auf acht schlagen, Regimenter wie viele andere an Molkereibesitzer verkaufen. Eine Stunden in städtischen Betrieben wurde von dem Antragsteller ihre Küchenüberreste Eine fich balgen. das Garde Pionir- Batallion, Das ist eine Sprache, die wirklich nichts an Deutlichkeit zu eingehend begründet. Auf diesem Gebiet müsse die Stadt Berlin Ausnahme machen das das mit gutem Beispiel vorangehen. Eine verkürzte Arbeitszeit Garde Füsilir- Regiment, zweite Garde Dragoner- wünschen übrig läßt und zu der andere Leute, wenn ihnen die bedeute für den einzelnen Arbeiter feine Lohnerhöhung und eine Regiment u. f. w. Von Krankenhäusern ist außer anderen Be- nöthige Portion Geschmacklosigkeit zuzutrauen wäre, sich gratuetwa eintretende Bertheuerung des Produktes müñe die Stadt in den thanien" zu nennen, welches in dieser Weise die Noth" der liren können, daß sie sie nicht angewandt haben. Mit der PreßRauf nehmen, wenn dadurs eine der schlimmsten Wirkungen Wermsten der Armen etwas zu lindern sucht. Allerdings ist freiheit ist es wirklich nicht so arg bestellt, wie wir sozialdemo diefes alles unzugänglich. Wir bleiben dabei: Die Kommunetratischen Nörgler denken." des herrschenden Wirthschaftssystems gemildert werde. Die Berathung über diesen Theil des Antrages mußte der und Staatsbehörden haben die Pflicht Arbeitsgelegenheit zu bevorgerückten Zeit wegen vertagt werden. Dieselbe findet in der schaffen. nächsten Eizung statt, in welcher der Ausschuß voraussichtlich feine Arbeiten beenden wird. Tokales. 25 M. " " es eines V " " Selbstmord eines 83jährigen Greises. Seinem Leben hat am Sonntag Nachmittag gegen 3 Uhr der in der LinienDer Erlaß des Ministers des Jnnern, den wir neulich traße 243 wohnende frühere Kaufmann Levin freiwillig ein im Vorwärts" veröffentlichten, scheint, wie die vielen Ende gemacht. Der alte Mann, welcher bis auf die letzten Polizeiplackereien zeigen, namentlich in den Vororten Berlins Monate stets gesund und geistig rüftig gewesen, war in diesem von den unteren Behörden mit ganz eigenthümlicher Forsche be- Winter von rheumatischen Schmerzen befallen worden, die folgt zu werden. Der Amtsvorsteher von Friedrichsfelde erklärte namentlich in der letzten Woche so start auftraten, daß der da kürzlich, als der dortige Verein Vorwärts III" zum 13. No- von Gepeinigte, welcher von seiner gleichfalls schon bejahrten Weibliches Bildungsproletariat und Bourgeoisnoblesse.vember ein Vergnügen bei ihm anmelden wollte, diesen Gesang Tochter gepflegt wurde, zwei Mal den Versuch machte, aus dem Das Organ des König Stumm,„ Die Post", bringt, vielleicht um verein für unbekannt, obgleich der Verein schon seit 1890 be- Fenster seiner in der dritten Etage belegenen Wohnung zu zu beweisen, daß der Bourgeois gleiches Recht für Alle will und steht und bereits verschiedene Vergnügen angemeldet bat. Das Springen, woran er jedoch durch die Wachsamkeit seiner Tochter feine Filzigkeit teineswegs auf die von vornherein zum Hungern betreffende Bergnügen wurde, als man es troß der behördlichen verhindert wurde. Heute sollte Herr 2., der besseren Pflege halber, nach dem städtischen Siechenhause in der Prenzlauer verdammten Arbeiter beschränkt, zu diesem Kapitel folgenden Renntnißlosigkeit beging, durch Gendarmen aufgelöst. Dem Arbeiter- Bildungsverein in Friedrichsfelde wurde Allee überführt werden, und dies scheint den Greis nochmals Beitrag: Herr R. verlangt eine Erzieherin für seine beiden Dom Amtsvorsteher die Bescheinigung über die er veranlaßt zu haben, den Tod zu suchen. Als seine treue Kinder. Die betreffende Dame soll die Lehrbefähigung für höhere folgte Anmeldung einer vorgenommenen Statutenänderung Pflegerin, am gestrigen Nachmittag für wenige Augenblicke das Mädchenschulen besigen und wochentäglich von 12-11/ 2 und mit dem Motiv verweigert, daß er, der Amts: Bett des Waters verließ und ins Nebenzimmer ging, richtete der von 3-7 hr Nachmittags unterrichten. Für diese fünf vorsteher, nicht jedesmal eine Bescheinigung schreiben werde, Greis fich auf und erhängte sich mittelst seines Taschentuches an Stunden täglich glaubt Herr 9. oder noch nicht 1 M. täglich, anbieten zu können. Wenn noch wenn der Verein etwas anmelde. Erst nachdem der Arbeiter der Thürklinke. Der Tod trat wenige Minuten darauf ein. in Betracht gezogen wird, daß die Dame der weiten Entfernung Bildungsverein eine Beschwerde beim Landrath eingereicht hatte, Das Opfer eines Raubmordes ist anscheinend ein Drehvon ihrer Wohnung bis zu der des Herrn N.'s wegen unter aus wurde bie verlangte Bescheinigung ausgestellt. Als Nicht Kuriosum sei noch erwähnt, daß der Wirth dessen beraubte Leiche am Sonnabend Morgen auf dem Wege orgelspieler aus dem benachbarten Briß geworden. Man fand giebigfter Benutzung der Pferdebahn fast eine Stunde gebraucht, Madowsti in Friedrichsfelde, der sein Lokal, das er zu Arbeiter- zwischen Buckow und Rudom mit zertrümmertem Schädel und baß fie alfo in der Zwischenzeit von 1/ 2-3 Uhr nicht nach versammlungen hergiebt, am Sylvesterabend Bunkt 10 Uhr anderen schweren Verletzungen auf, welche auf einen Mord Hause gehen fann, um zu essen, und daß fie fonach 8 Stunden schließen mußte; den übrigen Wirthen am Ort wurde gestattet, schließen lassen. Die polizeilichen Recherchen find im vollen außer ihrer Behausung ist, so fällt einem selbst nach langer bis 1 Uhr Nachts ihre Gäfte zu bewirthen. Ueberlegung nicht die richtige Bezeichnung für eine Offerte ein, Gange. bei der als Einsatz eine 5stündige Lehrzeit, 31/2 Stunde Beit Zum Kapitel der Arbeitslosigkeit. Viele Leute, die mit Lebendig verbrannt sind am Sonnabend Morgen zwei verlust und 50 Pfg. Bahngeld zu leisten sind, bei der der Gewinn der Feder umzugehen wissen, aber keine Stellung finden können, Kinder. Der Schiffer Dinkler aus dem Kreise Soldin liegt mit aber 1 M. beträgt. wenden sich in ihrer großen Noth an den Magistrat mit der seinem Fahrzeug hart an der Sandauer und Charlottenburger Solche Unverschämtheit steht durchaus nicht vereinzelt da. Bitte, als Hilfsarbeiter vorübergehend beschäftigt zu werden. Grenze auf der Spree. An Bord hatte er außer der Ehefrau Uns ist ein Fall bekannt, daß eine in Berlin wohnende Fran- Die Bittsteller erhalten jedoch nach furzer Zeit in einem Litho- feinen achtjährigen Sohn Franz und seine vier Jahre alte Tochter zöfin von gleichfalls hoher Bildung fich in einem hiesigen Blatt graphirten Briefe, für den sie 10 Pfennige Porto zu zahlen Emilie. Am Sonnabend Morgen hatte sich der Vater entfernt, zum Ertheilen von Unterricht in der französischen Sprache haben vorausgeseßt, daß sie noch so viel Geld besitzen. ben um beim Eisfahren zu helfen und die Mutter holte Trinkwasser empfahl. Die Inferentin hatte offenbar einiges Glück, denn es Bescheid, daß Hilfskräfte nicht eingestellt werden können. Nun vom Lande. Als sie zurückkehrte, stand die Kajüte in Flammen. liefen auf die Annonce verschiedene Zuschriften ein und wurde ist es aber eine ganz bekannte Thatsache, daß die im städtischen Die Feuerwehr konnte die Kinder nicht mehr retten, deren Leichen denn von der Lehrerin die anscheinend diftinguirteste Adresse zu Dienſt ſtehenden Beamten, auch solche mit sehr gutem Gehalte, später verkohlt zum Vorschein kamen. Die Ursache des Brandes erst ausgesucht. Die Dame, die für ihre Kinder eine französische fast das ganze Jahr hindurch sich zu Hause mit Ueberarbeiten ist noch nicht klar gelegt. Es giebt doch noch einzelne Berufe, die sich nicht über letzteren Jahre werden scheinbar als Erfolge und Ruhmesthaten furt am Main, der angeklagt war, gegen obige Verordnung vers Arbeitslosigkeit zu beklagen haben. Zu diesem gehört der der des Reichskanzlers aufgezählt und dessen Anspruch auf ein Dent- stoßen zu haben, in höchster Instanz entschieden worden. Bevor Steuererheber. Die Zahl derfelben, die in Berlin erst kürzlich mal dargelegt. Die Anklage hebt u. 2. folgende Stellen als be- wir das Urtheil folgen laffen, wollen wir den Fall, um den es um sechzig vermehrt ist, soll dem Vernehmen nach zum April leidigend hervor:„ Die Blahfrage hat mir manches Bedenken erregt; fich handelt, kurz schildern. Schneider K., der im Jahre 1891 um weitere fechzig vermehrt werden. Und da flage Einer noch zuerst dachte ich an eine Insel mitten im Ententeich mit der Aussicht als Vorfizender des damaligen sozialdemokratischen Wahlüber schlechte Zeiten. auf das Schloß und die Börse und das könnte zu ärgerlichen Miß- fomitees zur Wahl des Gewerbegerichts es unterlassen hatte, Ueberschwemmungen in den Wohnungen haben gestern in deutungen Anlaß geben." Dann heißt es:„ Auf der Fauft könnte diese Sigungen anzumelden, wurde wegen Bergehens gegen die zahlreichen Fällen durch das Aufthauen eingefrorener Wasser- erstatt des wieder modern gewordenen Falken den zierlichen Verordnung vom 11. März 1850 von der Polizei mit einem leitungen stattgefunden, welche durch Rohrbrüche hervorgerufen Kanarienvogel halten, den er, wie gefällige Zeitungen melden, Strafmandat von 30 M. bedacht. K., der gegen diese Strafe find. Da derartige Fälle sich täglich während der strengen Kälte so gern um sich sieht, zum Unterschied von dem grausamen bei dem zuständigen Gericht die Entscheidung beantragte, wurde wiederholen, so machen wir unsere Leser darauf aufmerksam, werden dann weiter in satyrischer Weise beschrieben. Als be- mit diesem Urtheil nicht zufrieden, legte Berufung ein. Aber Freund wüthiger Doggen." Die Einzelheiten des Dentmals auch vom Schöffengericht freigesprochen. Der Staatsanwalt, daß, sobald die Wasserleitung eingefroren und Aufthauungs- leidigend wird ferner hervorgehoben, daß vorgeschlagen wird, auch bei der dritten Straftammer des Landgerichts zu Frankarbeiten vorgenommen werden, der Wasserhahn aufzudrehen ist, das Denkmal in leuchtendem Gips" herzustellen- als gipsernes furt a. M. wurde der Angeklagte freigesprochen und das erste und zwar so weit, daß eine derartige Menge Wasser hindurch Symbol einer mit minderwerthigem Material mühsam unter Urtheil bestätigt. Nunmehr beantragte der Staatsanwalt die gelassen werden kann, wie eine solche durch den Ausguß hin- Keuchen und Aengsten sich abarbeitenden Zeit. Der Angeklagte Revision bei der Straffammer in Berlin, die denn auch dem Andurchfließen kann. Auf diese Weise ersparen sich unsere Haus- hatte schon früher einmal bei den Reichstagsdebatten über die finnen des Staatsanwalts insoweit entgegentam, indem die frauen die Hilfe des Rohrlegers und es werden vor allem Rohr- Ausschmüdung des Reichstagshauses mit echtem oder unechtem Sache wegen nicht präziser Ausführungen über einige Rechtsbrüche vermieden. Material an anderer Stelle ausgeführt: Charakteristisch läßt begriffe nochmals an die Vorinstanz zurückverwiesen wurde. sich des neuen Deutschen Reiches Geist nur in Gips ausdrücken" Aber auch bei der zweiten Verhandlung, die am 16. Juni 1893 und was jetzt im Anzuge ist, kann nicht anderes mehr sein, als erfolgte, wurde der Angeklagte, nachdem das Landgericht zu den das Gipszeitalter." In demselben Artikel wird der Reichstanzler, angefochtenen Stellen des ersten Urtheils ganz präzise Stellung der Verfasser der Wiener Erlasse" als„ Schreiber der Urias genommen, freigesprochen. Der Herr Staatsanwalt, dem die Urias- genommen, briefe" bezeichnet. Sache von großer prinzipieller Bedeutung zu sein schien, legte nochmals Berufung ein und beantragte zugleich die Berweisung noche on Bebeuttaatsanwalt, dem die an das Oberlandesgericht zu Wiesbaden, worauf nachstehendes Urtheil des Straffenats des töniglichen Kammergerichts zu Berlin erfolgt ist. Abschrift. Das sorgenvolle Dasein eines reichen Mannes wird dem neidischen Proletarier so recht augenscheinlich durch einen Selbstmordverfuch zu Gemüthe geführt, den vor kurzem ein im Südosten der Stadt wohnender Rentier, ehemaliger Landwirth begangen hat. Die Ursachen des Lebensüberdrusses bei dem fchon bejahrten Mann haben sich nachträglich herausgestellt. Der zweite unter Antlage gestellte Artikel, Die Bilanz des Derselbe war nach Berlin gekommen, um hier von den Binsen neuen Kurses" unterzieht die Wirthschaftspolitik und namentlich feines Vermögens zu leben; er fand aber bedauerlicher Weise die Handelsverträge einer abfälligen Kritik. Es heißt in feine Gelegenheit, einen Binsfuß bei sicherer Kapitalanlage zu dem Artikel u. A.:" Heute berühmt sich ein in den erhalten, der feinen Wünschen und, wie er meinte, seinen noth- Anschaungen des Frontdienstes aufgewachsener Exekutivwendigen Bedürfnissen entsprach. Von einigen Bekannten war beamter seiner Intereffenlosigkeit und seines Mangels an Im Namen des Königs! In der Straffache gegen den ihm nun empfohlen worden, bei einer hiesigen Genossenschafts- irdischer yabe und der ganze Unterschied zwischen einst und Schneider Friedrich Knoop zu Frankfurt a. M. wegen Uebertank Wechsel zu kaufen; er bekomme da einen leidlich hohen jetzt besteht darin, daß früher gut geschulte und im engen Kreise tretung der Verordnung betreffend das Versammlungs- und Binéfaz und auch nach furzen Zeiträumen immer ihrer papierenen Erfahrungen wenigstens wohl bewanderte Vereinigungsrecht vom 11. März 1850, hat auf die von der das Kapital wieder. Der alte Herr folgte diesem Bureaukraten die Geschäfte besorgten, während man nun hinter fönigl. Staatsanwaltschaft gegen das Urtheil der dritten StrafRathe und obwohl die Bant sich erbot, die den bureaukratischen Scheuklappen die strebsamen Blicke selbst- tammer des tönigl. Landgerichts zu Frankfurt a. M. vom 16. Juni von dem Rentier getauften Wechsel für diesen am Verfalltage gefälliger Dilettanten und biegsamer Binsenpolitiker erkennt." 1893 eingelegte Revision der Straffenat des königl. Kammerpräsentiren und faffiren, nöthigenfalls aber die erforderlichen Daß alle Spitzen dieses Artikels sich gegen den Grafen Caprivi gerichts zu Berlin, in der Sigung vom 16. Oktober 1893, an Förmlichkeiten besorgen zu lassen, lehnte der etwas mißtrauische richteten, folgerte die Anklage daraus, daß wiederholt vom welcher theilgenommen haben( es folgen die Namen der Richter), Ex- Agrarier dies ab, nahm die Wechsel mit sich nach Hause und Herrn der Huber und der Göring" gesprochen und gesagt für Recht erkannt: ließ fie ruhig in seinem Schreibtisch liegen, ba er von Wechsel- wird, daß diesem die Politik durch die Schulfreundschaft Daß die Revision der Königl. Staatsanwaltschaft gegen geschäften nichts verstand. Als etwa 8 Tage nach der Fälligkeit foufflirt werde. Dies soll auf die ehemalige Schulfameradschaft das Urtheil der dritten Straffammer des königl. Landgerichts das Geld nicht einging, lief er wieder zur Bant, wo man ihm des Wirklichen Geheimen Regierungsraths Göring mit dem zu Frankfurt a. M. vom 16. Juni 1893 zurückzuweisen und erklärte, daß wegen unterlassenen Protestes die Bank ihrer Ver- Reichskanzler bezug gehabt haben. Ferner wird in dem Artikel die Kosten des Rechtsmittels der Staatstaffe aufzuerlegen seien. bindlichkeiten enthoben sei; als dem hierüber aufgeregten Manne gesprochen von den Militärreden des Grafen Caprivi, die mit Von Rechts wegen. von einem Rechtsanwalte das Gleiche gesagt wurde, versuchte wenig Taft und viel Behagen einen Krieg mit Rußland in jener Selbstmord, weil er das in den Wechseln angelegte Ber: Sicht stellten". Die Kritik über die Wirthschaftspolitik spißt sich mögen für verloren hielt; in Wirklichkeit ist dies aber gar nicht dahin zu:„ Wenn den Aktionären eines Unternehmens eine solche zu besorgen, da die Bezogenen zahlungsfähige Leute sind und Bilanz vorgelegt würde, dann würden sie sehr energisch auf die fich schon längst gewundert haben, daß die Wechsel nicht zur Entfernung der leitenden Männer drängen: die Bürger des Vorlegung gelangten. Der nothleidende Landwirth hat sich aber Deutschen Reiches sollen aber in geduldiger Ruhe zusehen, wie trotzdem vorgenommen, Wechselgeschäfte nie wieder zu machen. die Unfähigkeit der gut besoldeten Volksdienstboten hilflos umbertaumelt und mühsam ersparte Schäße müßig verthut. Wegen dieser beiden Artikel ist vom Reichskanzler der Strafantrag unter dem 30. September gestellt und dem Staatsanwalt durch Resfript des Justizminister vom 4. Oktober übersendet worden. Außerdem hat der Reichsfanzler wegen des Artikels Das Caprivi Denkmal" bereits am 19. Juli Strafantrag gestellt. Vor Hunger und Entkräftung zusammengebrochen ist vorgestern in der Demminerstraße ein arbeitsloser Maurer. Arbeiter nahmen sich des Ohnmächtigen an und brachten ihn in ein Lokal, wo er sich wieder erholte. Gründe. Die Revision der töniglichen Staatsanwalschaft, welche Verlegung des§ 1 der Verordnung, betreffend das Verfammlungs- und Vereinigungsrecht vom 11. März 1850, durch Nichtanwendung rügt, ist nicht begründet. Wie in dem Revisionsurtheil vom 16. Februar 1893 aus geführt ist, ist der Begriff einer Versammlung, im Sinne des § 1 der Verordnung vom 11. März 1850, dahin zu bestimmen, daß eine nicht zu klein an Zahl bemessene, äußerlich irgendwie vereinigte Personenmehrheit örtlich zusammentritt, die Frage jedoch, ob die Zahl der Theilnehmer eine so geringe sei, daß der Busammenkunft aus diesem Grunde der Charakter einer Berfammlung abzusprechen, sei eine thatsächliche. 0 Urtheil thatfachlich fest, daß die Zahl der Theilnehmer an der Der Vorderrichter stellt nun aber in dem angefochtenen Zwei hiesige„ Auktionatoren", die Kaufleute Aron 2. und Herbert W., die in leerstehenden Läden gewerbsmäßig unter Buhilfenahme von sogenannten" Drückern" SchwindelDer Angeklagte bestritt, sich einer Beleidigung schuldig ge fraglichen Zusammenkunft eine so geringe gewesen sei( die Zahl versteigerungen veranstalten, bei denen" unerfahrene Käufer arg macht zu haben. Der Artikel richte sich nicht gegen den Reichs- des Komitees bestand aus sieben Personen), daß ihr der Charakter gerupst werden, sind gestern Vormittag auf Beschluß des Unter fangler Grafen Caprivi, gegen deffen persönliche Ehrenhaftigkeit einer Versammlung nicht beigelegt werden tönne. Die thatfäch suchungsrichters wegen wiederholten Betruges in Untersuchungs- sich absolut nichts einwenden lasse, sondern gegen die geschmackliche Grivägung, auf welcher die Entscheidung des Vorderrichtes haft genommen worden. Die Beschuldigten haben zur Weih- lose Werherrlichung desselben auf Kosten feines Borgängers. beruht, ist aber als solche nach§ 376 der Straf- Prozeßordnung nachtszeit in einem Geschäftslokal der Friedrichsstadt einen Hand- Er habe vielfach ausgeführt, daß es ja ganz selbstverständlich der Nachprüfung des Revisionsgerichts entzogen. werksmeister aus Carom bei Stettin unter Vorspiegelung falscher sei, daß Graf Caprivi vom allerbesten Willen beseelt sei, und Die Revision war demnach zurückzuweisen. Thatsachen( indem sie Doublee: Goldsachen für massiv echt ver- beantragte die Verlesung eines diesbezüglichen früheren Artikels. Die Entscheidung über den Kostenpuntt beruht auf§§ 499, fauften) um etwa 400 m. geprellt. Rechtsanwalt Friedmann fügte den Antrag auf Ver- 505 der Straf- Prozeßordnung. lesung eines anderen Artikels hinzu, der beweisen solle, daß der Nach dieser Entscheidung bedarf es der Anmeldung von Die Leiche eines anscheinend den befizenden Klassen an- Angeklagte seiner Zeit auch diejenigen, die sich an den Fürsten Kommissionssizungen für Preußen nicht. Aus dem Verlauf dieses gehörenden 60 jährigen Mannes wurde am Sonntag Morgen Bismarck herandrängten, mit heftiger Satyre bedacht habe. Prozesses ist deutlich zu ersehen, wie sehr es der Staatsanwalt. nahe der Rousseau- Insel im Thiergarten aufgefunden. Der Erster Staatsanwalt Drescher beantragte dann seiner schait resp. der Polizei, die ja gewöhnlich die Triebfeder folcher beacht habe. Brozeſſes iſt deutlich zu ersehen, wie sehr es der Staatsanwalt Unbekannte hatte sich durch einen Schuß in die Schläfe getödtet. feits die Verlesung noch eines Artikels, welcher be: Prozesse ist, darum zu thun war, ein obsiegendes Urtheil zu er Genossen und Genossinnen! Ein neues Jahr hat beweisen solle, daß der Angeklagte immer und immer belangen, um ja bis in die kleinsten Sigungen die Arbeiterbewegung gonnen und ruft uns zu erneuter Thätigkeit, zu neuem Gifer für strebt sei, das Charakterbild des Grafen von Caprivi beobachten zu können. den Kampf, den wir seit einer Reihe von Jahren führen. Es in tendenziöser Weise herabzufegen, immer die großen " Bismarc Soziale Ueberlicht. ist dies der Kampf gegen die Unwiffenheit, die Gleichgiltigkeit Erfolge des Fürsten Bismarck hervorzuheben, und die kläglichen und Stumpfheit; der Kampf gegen eine Gesellschaftsordnung, in Mißerfolge des Grafen Caprivi gegenüberzustellen und die der es nicht gleiches Recht giebt für Alle, sondern nur Bevor- staatsmännische Fähigkeit des letzteren zu bestreiten. Der Angerechtete und Rechtlose. Um diesen Kampf wirksamer als bisher flagte meinte, daß nicht er, sondean die Ereignisse selbst den Aus dem Reiche des Ministers Thielen mehren sich führen zu können, müssen alle Kräfte sich vereinigen. Zu diesem Grafen Caprivi in tendenziöfen Gegensatz zum Fürsten die Zeichen, welche uns die Ueberzeugung aufdrängen, daß auch 3wed veranstaltet die Frauen- Agitationsfommission am 15. d. M. bringen. Der die in den Musterbetrieben" des Staates mehr und mehr in den Germania- Festsälen ihre erste diesjährige Versammlung. Berlesung der sämmtlichen in Frage stehenden Artikel. Arbeiter unseren Ideen gewonnen werden. Infolge der drakonischen 16 Männer wie Frauen, namentlich aber die letzteren, machen Nach der Verlesung führte Griter Staatsanwalt Drescher Bestimmungen, durch welche bei den Arbeitern in unseren Staatswir ganz besonders darauf aufmerksam, da da sie leider Folgendes aus: Die beiden inkriminirten Artikel feien beleidigend, betrieben jede freie Regung unterdrückt wird, nicht als Folge noch nicht auf der Suche noch nicht auf der Stufe der Entwickelung stehen, die selbst wenn diese nur die Uebertreibungen der dem Grafen liebe- unserer Agitation, die in jene Kreise nur noch wenig hineinreicht, zur Förderung unserer Sache wünschenswerth wäre. Die dienerischen Presse geißeln sollten. Der Angeklagte habe die sondern vielmehr durch die eiserne Fuchtel der Verwaltung, so wichtigen Aufklärungen über unsere Rechte und unsere Person des Reichskanzler in ehrenrühiger, beleidigender Weise durch die drückende Arbeitslast, die ihnen auferlegt wird, und Pflichten sollen nun in einem Referat in jener Versammlung ge- in den Kreis seiner Betrachtungen gezogen und seine Angriffe durch die geringe Entlohnung verzweifeln immer mehr die unteren get en werden. Wir ersuchen daher Männer wie Frauen, recht richteten sich zweifellos gegen die Presse und den Reichskanzler. Bahnbeamten an der Arbeiterfreundlichkeit" unferes fozialzahlreich zu erscheinen und zu diesem Zwecke in ihren Kreisen Der zweite Artikel zeige ganz deutlich, daß die darin enthaltenen reformatorischen" Staates. Das geht wieder zur Genüge lebhaft zu agitiren. Beleidigungen sich nur gegen den Reichskanzler beziehen. Wenn aus Mittheilungen hervor, die uns aus Aachen über An die gesinnungsverwandten Vereine richten wir die Bitte, man auch das Recht der Satyre und des Epottes anerkennen wolle, so die Vertheilung der sogenannten Weihnachts- Remuneration zuauf diese unsere Versammlung Rücksicht zu nehmen und möglichst höre dieses doch auf, wenn es lediglich eine Verhöhnung zum Zweck habe. gehen. Bon diesen Fonds sollen, wie man im Allgemeinen erfährt, leine anderen Versammlungen an diesem Tage einzuberufen. Der Staatsanwalt beantragt gegen den Angeflagten 7 Monate die Herren Direktoren, Bau- und Regierungsräthe die Summen von Lie Tagesordnung wird noch durch Inserat im Vorwärt3" Gefängniß, Publikationsbefugniß für den Beleidigten und 600-1800 m. erhalten haben und sie sollen damit zufrieden gebekannt gegeben werden. Unbrauchbarmachung der Platten und Formen. wesen sein, was in Anbetracht einer täglichen Dienstleistung von Die Frauen Agitationstommission. Rechtsanwalt Dr. Friedmann wehrte sich gegen den 6-8 Stunden gewiß als recht bescheiden anerkannt werden muß. Gedanken, als ob nun jeder, der plöblich in ein hohes Amt be- Dagegen sind die unteren Beamten, wie Bahnwärter, WeichenPolizeibericht. Am 6. d. M. Vormittags fiel ein Raufrufen werde, nun eo ipso mit diesem Augenblick auch Verstand, steller, Bremser, Heizer, Lokomotivführer u. s. w. nur spärlich mann, als er in der Friedrichstraße einen in der Fahrt befind- Taft und politische Befähigung habe. Die Aufsäte haben keinen bedacht werden; wahrscheinlich ließ man sich von der richtigen lichen Pferdebahnwagen besteigen wollte, rückwärts zur Erde tendenziösen, beleidigenden Charakter, vielmehr vertrete der An- Ueberzeugung leiten, daß größere Gaben nur die Begehrlich und verlegte sich nicht unerheblich am Kopfe. Gegen Mittag geklagte die Ansicht, daß es ein nationales Unglück gewesen, daß keit der Wassen wecken. Diejenigen, welche im Laufe des Jahres erhängte sich ein Mann in seiner Wohnung, in der Linien- Fürst Bismarck seinen Posten verlassen mußte. Seine andere Gehaltszulage oder Unterstützung erhalten haben, sollten zu Weihstraße. An der Ecke der Jäger- und Oberwallstraße stürzte Ansicht gehe dahin, daß man am Ende des 19. Jahrhunderts, nachten nichts erhalten. Dieses Prinzip der„ ausgleichenden gegen Abend das Pferd eines Schlächterwagens. Der wo die schwierigsten wirthschaftlichen, fozialen und agrarischen Gerechtigkeit" soll sich nach oben immer mehr abgeschächt haben. Stutsder wurde dabei vom Bock geschleudert und brach Fragen herandrängen, nicht einen Mann zum Leiter des Ganzen So soll zum Beispiel ein Stationsvorsteher in Aachen, den linken Arm. Abends fiel in der Invalidenstraße ein auswählen sollte, der neben seinem guten Willen nichts trozdem er im Besiz von 240 M. Stellenzulage sein soll, doch Arbeiter infolge von Trunkenheit vom Vorderraum eines Pferde- befize, als seine Erfahrungen an der Spitze eines Armeekorps. noch 100-150. Remuneration erhalten haben. Von den bahnwagens und wurde durch ein Rad desselben an der Bruft Der Angeklagte stehe auf dem Standpunkte, daß eine Kritik in achtzehn dort stationirten Lokomotivführern haben aber nur start gequetscht und anscheinend auch innerlich verlegt. Am politischer Beziehung nicht einmal vor dem Träger der Gewalt sieben je 30 M. erhalten, während von den Heizern feiner etwas 7. d. M. Morgens wurde im Thiergarten, bei der Rousseau auf dem Throne Halt zu machen habe, sondern berechtigt sei, auch Infel, ein etwa 60 jähriger Mann mit einer Schußwunde am die Thätigkeit eines Fürsten darauf zu kontrolliren, ob sie dem Die Lokomotivführer scheinen überhaupt in recht drückenden Kopfe todt aufgefunden. Es liegt augenscheinlich Selbstmord Volke dienlich sei. Taß ein Träger der Politik sich in Bezug Verhältnissen zu leben. Die Avancements sind so geregelt, daß Dor. Am 6. und 7. b. M. wurde die Feuerwehr 21 Mal auf die Handelspolitik irren tönne und dieser Irrthum dem die Beförderungen nur ganz langsam vor sich gehen, so daß ein alarmirt. Mit Ausnahme eines größeren Brandes handelte es Lande Geld fofte, werde sich bis in alle Zukunft nicht ver- Lokomotivführer meist ein recht respektables Alter erreicht, ehe er sich nur um unbedeutende Feuer. meiden lassen und daß man eine Handlung eines hohen Beamten ein austömmliches Leben führen kann. Der Staat sucht solange für wenig taktvoll" halte, fönne unmöglich als Beleidigung ver- als möglich die Beförderung in eine höhere Beamtentlaffe folgt werden. Der Vertheidiger sucht im Einzelnen die Anklage hinauszuschieben, um Geld zu sparen. are der indie in eine Dabei werden die punkte zu widerlegen und beantragte die Freisprechung des An- Nebenverdienste, die den Lokomotivjührern durch Kilometers geflagten. Letterer schloß sich in längerer Ausführung diesem gelder, Materialprämien aufließen, mehr und mehr gekürzt. Wegen Beleidigung des Reichskanzlers Grafen Caprivi Antrage an. Er halte den Grafen Caprivi für einen durch- Im Aachener Direktionsbezirt soll es nicht selten vorkommen wurde heute vor der 1. Straffammer des Landgerichts I eine aus ehrlichen Mann mit dem allerbesten Willen, aber und wir bezweifeln, daß es sich in anderen Bezirken anders verAntlage gegen den Redakteur der Wochenschrift Die Zukunit", er stehe auf dem Standpunkte, daß der Graf Caprivi hält, daß Lokomotivführer im Dienste zu viel Maximilian Harden, verhandelt. Den Vorsiß führt Land- als alter Soldat weder die nöthige wissenschaftliche Grundlage, brauchte Schmier- Dele und Brennmaterialien bezahlen müssen. gerichts. Direktor Riect, die Anklagebehörde vertrat der Erste noch die praktische Erfahrung, noch das Geschick befize, das junge Auch über die empfindlichen Geldstrafen, welche oft bei der ge Staatsanwalt Drescher, die Wertheidigung führte Rechts- Deutsche Reich durch die klippen hindurchzusteuern. Wenn der ringften Unregelmäßigkeit verhangen werden, beklagen sich die anwalt Tr. Frizz Friedmann. Unter Anklage gestellt sind Ausdruck dieser Ueberzeugung, in vornehmer literarischer Form Lokomotivführer. Die Arbeitszeit ist für die zwei Artikel in den Nummern vom 8. Juli und 5. Auguft. Der gehalten, strafbar sein sollte, dann müßten neun Behntel des antwortungsreiche Stellung eines Lokomotivführers eine viel erste Artikel führt die Ueberschrift„ Das Caprivi Bolles strafbar sein. zu lange. Auf einzelnen Strecken soll es vorkommen, daß ein Denkmal", der zweite ist betitelt Die Bilanz des Der Gerichtshof beschloß, zur Verkündigung des Urtheils Lokomotivführer bei 30 stündiger Dienstzeit nur 5-6 Stunden aux des bei 30 neuen Kurses". Der erste Artikel ist in Form der Satyre einen Termin auf den 13. d. M., Mittags 12 Uhr, anzusehen. Pause hat. Es ist das eine unerhörte Zumuthung an die Kraft gekleidet und stellt einen Vergleich zwischen dem Fürsten Bismarck Um 52 Uhr war die Verhandlung zu Ende. eines Menschen. Welch' namenloses Unglück fann herbeigeführt und feinem Nachfolger an. Nach Auffassung der Anflage werden, wenn der Lokomotivführer in der oben bezeichneten Weise behörde verfolgt der Artikel ben Zweck, die Amtsthätigkeit des Zur Auslegung des preußischen Vereins- und Ver- abgearbeitet ist. Der Führer der Lokomotive, in dessen Hände Grafen Caprivi in verböhnender Form einer beleidigenden Kritit fammlungsgesetzes. Sind Kommissionen oder Komiteesitzungen hunderte, ja tausende von Menschenleben gegeben sind, sollte nicht zu unterziehen, indem dem Fürsten Bismarck ironischer Tadel, als Bersammlungen im Sinne der Verordnung vom 11. März allein einer der bestgestelltesten Beamten sein, sodaß er durch bem Grafen Caprivi aber scheinbare Lobeserhebungen dargebracht 1850, das Vereins- und Versammlungsrecht betreffend, anzu keinerlei Nahrungssorgen bedrückt ist, sein Ginkommen dürfte er werden. Die Ereig... ffe der äußeren und inneren Politit der sehen? Diese Frage ist gegen den Schneider Knoop zu Frant auch nicht durch Sparen am Material" erst erzielen müssen. Gerichts- Beitung. " bekam. vers ver Rann nicht eine schlecht geschmierte Schraube oder Rab das entseglichste Unglück herbeiführen? Seine Arbeitszeit müßte eine inöglichst beschränkte sein; er, der während er auf der Maschine steht, feine Sekunde die Aufmerksamkeit verlieren, den feinen Augenblick die Geistesgegenwart verlassen darf, der sämmtliche Ventile zu bewachen hat, dessen Auge der Dahinfaufenden Maschine vorausblicken muß, ob nicht etwa eine Gefahr für den Zug vorhanden ist, ist dermaßen angestrengt, daß eine Arbeitszeit von 8 Stunden schon als ein Uebermaß bezeichnet werden muß. Wie viele Unglücksfälle mögen schon durch die Abspannung, in welche die Lokomotivführer durch die furchtbare Ausbeutung gerathen, herbeigeführt worden sein. Danach fragt aber ebensowenig der kapitalistische Staat, als der Privatkapitalist; der einzige Zweck der Staatsinstitute ist Profite abzuwerfen für den Militärmolech. Und so werden auch die Lokomotivführer, wie andere Unterbeamte auch, die richtige Würdigung ihrer verantwortungsvollen Thätigkeit erst erfahren, wenn die gegenwärtige Gesellschaftsordnung einer besseren Platz gemacht haben wird. Versammlungen. Gauverein Berliner Bildhauer. Siehe Inserat. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8-10% Uhr. NordSchule, Müllerstraße 179a: Unterricht in: Rauf Rechnen. Korrespondenz. Oft Schule, Markusstraße 31: Unterricht in: Deutsch( unt.). Südost Schule, Reichenbergerstraße 133. Unterricht in: Mathematit. Bei allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jezt, im Laufe des Semesters, eintreten. ftraße 191 bei Boge. Vorwärts 3, Friedrichsfelde, Wilhelmstraße 10 bei Momber. Gesangverein Rothe Nelte 2, bei Rabe, Ruppiner- und Schönholzerstraßen- Ecke. bei Silpert. -Saneeglöckchen 1, Rigdorf, Karlsgartenstraße Gesangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, Restaurant Streitler, Grünauerstr. Mohr'fches Doppelquartett, Neue Königstr. 73 bet Werner. 1 " 1 bet Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) bei Hahn.- Gesangverein Frohsinn in Stralau, Gräfl. Reischach'sche Brauerei. München, 8. Januar. Kammer der Abgeordneten. In der Friedrichshagen, Blant's Restaurant.- Epheu, Gerichtsstr. 10 bei Gebrandt. Deutsche Liedertafel, Grüner Weg 29 bei Säger. Sängergruß, Abendsizung wurde über den sozialistischen Antrag, die ArmenGesangverein Echo 2 9 Uhr Abends Nebungsstunde bei Reimann, Alle Schön- pflege auf die Kreise zu übertragen, sowie über die Gegenanträge hauferstr.42. verhandelt. Während der lebhaften Debatte erklärte der Gesangverein Gerechtigteit Westen, Bülowstr. 56 Beughofstr. 8 bei Behlendorf. Gefang und Theaterverein" cacte"( gemisch. Chor). Minister des Innern, Freiherr von Feilitsch: Bayern hat Arbeiter- Gefangverein Freiheit 2, Adlers: so weitgehende Bestimmungen im Armenwesen, wie fein bof, Restaurant Ruble. Freies Lied 1, Friedrichsberg, FriedrichRaritraße 11 bet Heinecke. 1 Wacht auf Schwedterstraße 23 anderes Land der Welt. Die Armenpflege seitens der Kreise Nagels. Blumenlese, Sebastianstr. 3, bei Meier.. Bernau, im Schüßenhaus. Freiheit 3, würde theurer und nicht besser sein, als jetzt diejenige Frete Gloden, Mariannenstraße 31-32 seitens der Gemeinden. Dem Abgeordneten Rahinger gegenüber bei Doberstein. Senefelder, Landsbergerstr. 31 bei Seehaufen. cho 3, bezeichnete der Minister die Zentralisirung der gesammten Bantow, Wollantstr. 115 bei Hermann Sonntag.- Männergesangverein Eichen Münchener Armenpflege als unthunlich für die Verhältnisse der Zehlendorf, Karlstraße bei Regler. Männergesangverein, a ch' Auf", tran 3", Brenziau, im Kaifergarten.- Männergesangverein, ott buferar: Großstadt. Sämmtliche Anträge betreffs der Armenpflege und monie", rafeitr. 8 bei Schonheim.- Webbinger Garmonte, er des Heimathrechtes wurden einem Sonderausschusse von 14 MitGiemensitr. 17 bet 2. Biet.- Männerchor Nord- Ost, Landsberger- Allee gliedern überwiesen. Straße 7.- Gesangverein der Klempner und Berufsgenossen bet Ferb. Krause. Harmonie Rigdorf, Bergstr. 120 bei Bartha( Deutsches Palermo, 8. Januar. Durch ein heute in Kraft getretenes Wirthshaus).-Heimathtlänge, Röpenick, Rosenstraße bei Troppenz. Almenrausch, Manteuffelstraße 9 bei Nowac. Sängerfreiheit Dekret des Generals Morra werden in Palermo, Messina und Naunynstr. 86 bei Zubeil. Arion, Wittenberge, Thurmftr. 23, Bentral Caltanisetta Gerichtshöfe errichtet. Die Militärkommandanten halle. Siedesfreiheit 2, Strausberg, Wilhelmstraße, Weber's Kaffee: find befugt, ein außerordentliches Kriegsgericht einzuberufen, haus. Froh Hoffnung( B. W.) Kulmitr. 36 bet Raumann. Bu= funit 1, Stegliz, Ahornstr. im Gambrinus. Edelweiß 1, im Restau- wenn sie im Interesse der Disziplin und der Ruhe es für unerläßlich halten, jeden Versuch einer einer Ruheftörung Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienkag. Gefangverein fofort zu unterdrücken. Die für Kriegszeiten bestehenden BeAnatreon, Abends 9-11 Uhr, bei Regner, Annenstraße 16.- Musikvereinstimmungen sind auch anf die in der Miliz dienenden Ausländer Nord 8-11 Uhr, Wriezenerstr. 6, bei Sendte. Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von anzuwenden, wenn sie sich der im Militär- Strafgesetzbuche mit 8-10 Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10. Berliner Turngenossenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden bezug auf öffentliche Kundgebungen, Tumulte und Aufstände vorDienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenftr. 63 a. gesehenen Delifte schuldig machen. Diese Delitte werden durch Die Kriegsgerichte abgeurtheilt. Die Kriegsgerichte haben ferner über jene Strafthaten abzuurtheilen, welche im Zivil- Strafgesetzbuche bezüglich der Unterstützung oder Anstiftung des Verbrechens der Aufreizung zum Bürgerkriege, der Bildung bewaffneter Scharen und der Einschüchterung der Bevölkerung vorgesehen sind. ( Depeichen des Bureau Herold.) rant Kasch, Oranieustr. 190. Venedig, 8. Januar. Bei den seitens der Polizei vorgenommenen Haussuchungen bei Anarchisten wurden verschiedene Manifestationen, die im höchsten Grade gemeingefährlich gehalten waren, mit Beschlag belegt. Entgegen dem polizeilichen Verbot haben die Sozialisten beschlossen, eine große Bersammlung unter freiem Himmel abzuhalten. Theater- Verein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenfir. 13-14. Brivat- Theater- Gesellschaft Berliner humor, Abends 9 Uhr, Röpnider Straße 158 bei Buchs. Privattheaterverein Grescendo. Abends, bei Nicolay, Elisabethtirchstr. 14.-Theaterverein Bultania, Abends 9% uhr, bet Schütte, Alte Schönhauserstr. 23-24, Sigung mit anschließendem Tanz. Theaterverein Bultania 2. Abends 9 Uhr. Ackerstr. 144, Vorstädtisches Rasino. Theaterverein Freundesfreis", Sigung 9 Uhr, Restaurant Kazorte, Solnisstr. 1. Bergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bei Schönnagel, Barnimftr. 47. Bergnügungsverein Nordwacht, Abends 9 Uhr, im Lotale bet HermerSchmidt, Berlebergerstraße 28. Geselliger Verein Brüderschaft, Abends 9 Uhr, im Restaurant Dittmann, Berlebergerstr. 9. Bergnügungsverein Saturnalia, Abend 9 Uhr, Andreasstr. 3, Sigung. Bergnügungsverein Fidelio, Abends Uhr Sigung mit Damen bei Seifert, Oranienstraße 21.- Geselliger Berein Mehr Licht", Abends 9 Uhr Große Frantfurterstr. 133 bei Golds. Touristenklub Wander= Iuft", Abends 9 Uhr, Franseckistr. und Schönhauser- Allee- Ece. Gefelliger Arbeiterverein Hoffnung. Vereinslotal bei Bittler, Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage Dienstags, Abends 8 Uhr. Geselliger Verein Regina Sigung mit Damen Oranienstr. 163 bei Schönwalder. Vergnügungsverein una. Sigung bei Haberecht, Große Frankfurterstraße 30, Brüssel, 8. Januar. Der Prozeß gegen den Arbeiterführer Fidelitas. Männerchor Waldesrauschen im Restaurant Hohen- Bolders endete, wie wir bereits an anderer Stelle bemerkten, zollern", Seydelstraße. Bergnügungsverein Berolina Abends 9 Uhr mit der Freisprechung des Angeklagten. Beim Verlassen des im Restaurant Proz, Annenstr. 9. Geselliger Verein unter uns", Abends 8 Uhr, bei C. Fischer, Beusselstr. 66, Moabit. Arbeiter- Bitherverein Gerichtsgebäudes wurde Volders von der Menge mit enthusiasti Ginigteit 2 Einigkeit, Abends 8 Uhr Uebungsstunde bei Gründel, Dresdenerstr. 116. schen Rufen begrüßt und im Triumph durch die Stadt geleitet. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften, den Bund betreffend, find zu richten an B. Hentet, Bergmannstraße 14, Hof 2 Tr. Dienstag. Louisenstädtischer Theaterverein Frohsinn bei Möhring, Admiralstr. 18c. Musikverein Hoffnung, bei Dreßler, Eisenbahnstraße 6. Geselliger Mufitoilettanten- Berein Münstermann, bei Wilke, Hochstr. 32a. Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Theaterverein Freundschaft, Abends 9 Uhr beim Anhaltiner, Tempelhofer Ufer. Theater- Gesellschaft Liberte, Rottbuser Damm 103 bei Meier. Theaterverein Freie Kunst, Blumenstraße Nr. 46 bei Went, 8% Uhr. Schüßenverein Freifugel, Staligerstr. 34 bei Hente Gefangverein Alpenrose Abends 9 Uhr bei Tschentscher, Schönlein. ftraße 25. Rauchtlub Gut gesinnte Freunde, Abends 9 Uhr, bet Müller, Georgenkirchstr. 65. Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Umg. Alle Menderungen im Bereinsfalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Abds. 9 Uhr, Nebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.-Freundschaft, bei Oswald Berliner, Brunnenstr. 114. Olympia, Adalbertstr. 8 bei Sauermann. Schildhorn, Usedomstr. 33 bei Mielte. Allegro, Wrangelfir. 141, bei Schmidt.- Alpenglode, Grüner Weg 29, bei Saeger. Bruderherz, Andreasfir. 26 bei Wilke Ihn'scher Humor, Straußbergerstraße 3 bei Birt. Unverzagt 2, Moabit, Jagowstr. 20 bei Linke. Waldtapelle, Reichenbergerstr. 19 bei Roscher. Arbeiter Mat bund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner. Gängertette, Rottbufer Damm 74 bei A. Silte. Kreuzberg, Lichterfelderstr. 7-8 bei Winter. Alte Linde, Mariannenstraße 48 bei Gütler. Vorwärts 4, Rathenow, Restaurant zur Erholung bet W. Friesede. Weinstraße 11 bei Feind. Gesangverein der Böttcher Steineiche Jüdenftr. 55 bei Trieschmann. Vorwärts 8, Marwig, bei Wilhelm Nölte. Silaria, Frantfurterstr. 30 bei Haberecht.- wieder ball, KöpenickerBuchhandlung der„ Vorwärts" Berlin SW., Beuth Straße 2. Als neue Agitations- Broschüre empfehlen wir den Genossen: Begen den Militarismus und gegen die neuen Steuern. Zwei Reichstags- Reden von N. Bebel und W. Liebknecht gehalten bei der Berathung des Reichshaushalts- Etats am 27. und 30. November 1893. 56 Seiten Großoktav mit Umschlag. Preis einzeln 10 Pfg., für Colporteure 6 Pfg. franko. Die Schrift eignet sich vorzüglich für den Massenvertrieb namentlich auf dem Lande; die beiden Reden enthalten nicht blos die rückhaltlose Verurtheilung der neuen Steuervorlagen, sondern zugleich auch die schärfste Kritik der gesammten RegierungsPolitit, die gegenüber den Anforderungen des Militarismus die hauptsächlichsten Kulturaufgaben vernachlässigt. Zahlreichen Aufträgen sieht entgegen Buchhandlung des Vorwärts" 99 Berlin SW., Beuth- Straße 2. !! Arbeiter!! Erhaltet Eure Kräfte, sie sind der einzige Reichthum, den Ihr besitzt. Trinket daher nur gute, der Gesundheit zuträgliche Branntweine. Der beste Magenbitter der Welt ist " Old Jack" !! Probiret und überzeugt Euch!! B Ueberall zu haben, wo Blafat vorhanden. 54858* Engros ausschließlich allein bei der French- Cognac- Brandy- Distillery Berlin N., Oranienburgerstr. 17. Fernsprecher Amt III Nr. 34. 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Arbeitsnachweis. von sid werden, so wird damit keineswegs eine Verbindung der Frequenz sein. beiden Einrichtungen, Gewerbegericht und Arbeitsnachweis be- c) Zuschüsse der Stadtgemeinde. Der Zuschuß der Stadtabsichtigt. Eine derartige organische Verbindung, wie sie das gemeinde zu der Arbeitsnachweis- Einrichtung beträgt zur Beit Stuttgarter Programm vorsieht, erscheint keineswegs zweckmäßig. jährlich 3000 M. Dieser Zuschuß müßte erheblich erhöht werden, Die Gewerbegerichts- Beisitzer sollen nur als Wahlkörper benutzt insbesondere für das nächste Jahr, in welches event. die Kosten werden; sie gehen aus allgemeinen direkten Wahlen der Arbeit für die Erweiterung der Lokalitäten fallen. Es würde genügen, geber und Arbeitnehmer hervor, somit tann angenommen werden, wenn im Etat, abgesehen von der bisherigen Subvention, welche daß sie das Vertrauen der Mehrheit besigen und sie erscheinen unbedingt zur Auszahlung gelangt, die Summe von 20 000 m. auszuwählen. Für jeden Vertreter wird ein erster und zweiter Verfügung zu stellen wäre. daher ganz besonders dazu befähigt, die Vertreter für den Ausschuß bereit gestellt würde, welche nach Bedürfniß dem Verein zur Ersazmann zu wählen sein. Kommt die Wahl nicht zu d) Sonstige Zuwendungen. Schon gegenwärtig erhält Zu diesem Projekt bedarf es noch folgender Erläuterungen: Stande oder verweigern die Gewählten die Annahme, so wird der Zentralverein den Aeltesten der Kaufmannschaft eine Subvention. Ebenso hat wiederholt der Zentralverein ad I. betr. Organisation. Die Realisirung des Projekts hat das Wahlrecht auf den Gesammtvorstand übergehen müſſen. zur Voraussetzung die Zustimmung des Zentralvereins für Die Beamten des Arbeitsnachweises werden eine sehr ver für das Wohl der arbeitenden Klassen einen Zuschuß gewährt. Mit Rücksicht auf die jahrelangen Beantwortungsvolle Stellung einnehmen; ihre Auswahl muß mit Für die projektirte erweiterte Einrichtung fämen Bu strebungen des Vereins, welche sich in gleicher Richtung bewegen, ganz besonderer Sorgfalt geschehen, insbesondere werden sie eine wendungen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- Verbänden in wird anzunehmen sein, daß das Projekt in seinen Grundzügen genügende Kenntniß der Berliner gewerblichen Verhältnisse be- Betracht. Die Verbände, welche durch Aufgeben ihrer Arbeitsfeitens des Vereins mit Sympathie behandelt werden wird. figen müssen. Die Forderung in dem Antrage der Gewerkschafts- nachweis Einrichtung und Anschluß an den Zentral- ArbeitsDie dem Ausschuß der Arbeitgeber und Arbeitnehmer an- kommission, daß diese Beamten lediglich von den Arbeitern zu nachweis wesentliche Ersparnisse machen, dürften wohl geneigt gehörigen Unparteiischen werden häufig die sehr schwierige Auf- wählen sind, erscheint unbegründet. Die Auswahl wird vielmehr sein, einen Theil dieser Ersparnisse der neuen Einrichtung zuzugabe haben, bei auftauchenden Gegensägen vermittelnd zwischen unter gleichem Einfluß von Arbeitgebern und Arbeitnehmern von dem wenden. beiden Vertretungen zu wirken. Der Ausschuß wird die Geschäfts- Ausschusse zu bewirken, die Austellung demnächst durch den Gesammtführung des Arbeitsnachweises fortdauernd durch Delegirte aus seiner vorstand zu vollziehen sein. Dagegen steht nichts im Wege, bei der Ob es gelingen wird, das vorstehend entwickelte Projekt zu Mitte, welche etwa jede Woche abwechseln, fontrolliren, Beschwerden Auswahl der Beamten auch die Arbeiterkreise ganz besonders verwirklichen, steht dahin. Es wird alles von dem guten Willen seitens der Arbeitgeber oder der Arbeitsuchenden, welche nicht zu berücksichtigen, weil sich in diesen Kreisen die gewünschte der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerschaft abhängen, Man wird fofort beigelegt werden können, müssen im Ausschuß zur Er Kenntniß der gewerblichen Verhältnisse findet. So hat auch mit den einzelnen Gewerben bezw. den etwa vorhandenen Arbeitlebigung fommen. Ueber gewisse prinzipiell wichtige Punkte 3. B. die Invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalt Berlin geber- und Arbeitnehmerverbänden über den Anschluß an den wird sich freilich der Ausschuß vorab verständigen müssen, so die sehr verantwortlichen Stellungen ihrer Kontrollbeamten fast Bentral Arbeitsnachweis verhandeln und hierbei besonderen unter anderem namentlich über die Stellungnahme des Arbeits- ausschließlich mit Arbeitern besetzt und hierbei durchaus gute Wünschen für das betreffende Gewerbe möglichst entgegentommen müssen. nachweises bei Arbeitseinstellungen. Soll der Arbeitsnachweis Erfahrungen gemacht. Daß es zur vollen Berwirklichung des lebensfähig bleiben, so wird er sich Arbeitseinstellungen gegen ad II betreffend Lokalitäten. Der Zentralverein hat zur Projektes selbst bei günftiger Entwickelung viele Jahre über ftreng unpartetisch verhalten müssen, wie denn überhaupt Beit für feinen Arbeitsnachweis( für männliche Personen) brauchen wird, erscheint felbstverständlich. Es ist zu hoffen, daß der Grundfaz festgehalten werden muß, daß der Arbeitsnachweis zwei Stadtbahnbögen inne. In dem einen Bogen befinden sich selbst anfänglich widerstrebende Elemente bei guter Ausgestaltung fich von jeder auch nur scheinbaren Einwirkung auf Lohnfämpfe das Bureau, die Kantine und die Wohnung des Inspektors, und Funktionirung der neuen Einrichtung mit der Zeit zum Anoder sonstige die Arbeitsbedingungen betreffenden Streitigkeiten der zweite Bogen bildet einen großen Wartesaal( vergl. oben) schlusse an dieselbe gelangen werden. Unmittelbar an diesen Wartesaal zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerschaft fern halten für ca. 500 Personen. Möge dann das Berliner Beispiel im Reiche Nachahmung muß. Daß der Arbeitsnachweis bei Arbeitseinstellungen stoßen drei Stadtbahnbögen, welche gleichfalls zu Sälen bereits finden. Der Zentralverein ist bereits nach dieser Richtung hin eine für den Gegner gefährliche Waffe ift, liegt auf ausgebaut sind und sich im Besize des Zentralvereins befinden. thätig gewesen und wird diese Bestrebungen eifrigst fortjeßen der Hand. Ein Arbeitsnachweis, welcher es sich zum Prinzip Diese drei Bögen werden z. B. den Winter über( vom 15. No- müssen. Nur wenn sich über das ganze Reich ein Nez von einmachen muß, die gänzlich unparteiische Vermittelung zwischen vember bis 1. April) als Wärmehallen benutzt. Es wäre nun beitlich organisirten Arbeitsnachweisen ausspannt, welche sich au Angebot und Nachfrage zu überwachen, darf bei Arbeits. möglich, schon vom 1. April nächsten Jahres ab diese drei Bögen einem Verbande zusammenschließen, wird es möglich sein, die einstellungen teine parteiische Stellung einnehmen. Die Ein- für den Arbeitsnachweis zu verwenden und für die Wärmehallen Arbeitsnachweisfrage zur Lösung zu bringen. ftellung der Thätigkeit des Arbeitsnachweises für die im Aus- andere Bögen auszubauen. Der Arbeitsnachweis würde dann Demgemäß beantrage ich: stand befindliche Branche wäre teine unparteiische Maßregel, über genügende Räumlichkeiten für Wartesäle und Bureaus versondern würde sich gegen die Arbeitgeber richten. Der Arbeits. fügen. nachweis muß während des Ausstandes ruhig weiter funktioniren Diese Einrichtung foll nur eine provisorische fein. Glückt und nach wie vor Angebot und Nachfrage entgegennehmen; wenn der Versuch und bewährt sich die Einrichtung, so kann die Granheimzugeben, sich mit dem Zentralverein für Arbeitssich die Arbeiter der betr. Branche während des Ausstandes vom werden. In einem solchen Gebäude könnte dann auch eine richtung eines eigenen Gebäudes in Aussicht genommen Arbeitsnachweis fernhalten, hört von selbst die Vermittelungs. Arbeiterherberge und eine größere Arbeiter- Speiseanstalt unterThätigkeit auf. Es ist nothwendig, daß über diesen Punkt völlige Klarheit herrscht und ein unzveideutiges Einverständniß erzielt gebracht werden. Bezüglich der Speiseanstalt wäre ein Ginvernehmens auszusprechen, wird, denn sonst geht die ganze Einrichtung bei der ersten größeren nehmen mit der Bolts- Kaffee- und Speisehallen Gesellschaft, welche Arbeitseinstellung auseinander. Etwas Anderes wäre es, ob der bereits in eigenen Gebäuden mehrere Speise- Anstalten mit großem Ausschuß bei drohenden Arbeitseinstellungen die Vermittelung zur Erfolge eingerichtet hat, zu erzielen. Beilegung der Zwiftigkeiten versuchen wollte. do 2 Eine zweite wichtige Frage ist die, ob und inwieweit der a) Beiträge der Mitglieder. Der Zentralverein zählt gegen Arbeitsnachweis in eine Prüfung der Persönlichkeit der Arbeit wärtig zirka 600 Mitglieder. Die jährlichen Einnahmen aus 600 Die au fnchenden insbesondere nach der Richtung der Führung und Be- den Beiträgen belaufen fich auf zirka 4000 Mart, bei einem fähigung eintreten soll. Auch hier wird der Arbeitsnachweis Mindestbeitrag von 4 Mark. Falls die Arbeitsnachweis Eindie Rolle des unparteiischen Vermittlers streng bewahren müssen. richtung die geplante Ausdehnung gewinnt, so dürfte es nicht Die Einschreibung in die Listen wird zunächst beschiver sein, eine bedeutend höhere Mitgliederzahl zu dingungslos zu erfolgen haben; dagegen wird in Intereffe erzielen. In erster Linie würden hier die Arbeitgeber in betracht ber Arbeitsuchenden auf Beibringung der nothwendigen fommen, welchen ftatutenmäßig die Mitgliedschaft das Recht zur Papiere, als Krankenkassenbuch, Quittungskarte ev. Arbeitsbuch unentgeltlichen Benutzung des Arbeitsnachweises gewährt. Es und Beschäftigungs- Atteste, hinzuwirken sein. Im Uebrigen würde natürlich nichts im Wege stehen, den Arbeitern dasselbe wird, wie das schon oben hervorgehoben wurde, auf besondere Recht unter denselben Bedingungen zu gewähren. Wie die Arbeiter sein müssen, um sich die Anerkennung Wünsche der Arbeitgeber möglichst Rücksicht zu nehmen sein. b. Einschreibegebühren der Arbeitnehmer. Werden solche Wünsche nicht geäußert, so wird man, gleiche einer mäßigen Einschreibegebühr ist durchaus zu empfehlen. Der beschreibt ein Einsender, wahrscheinlich ein Geistlicher, des Qualifikation vorausgesetzt, bei der Auswahl unter den fich Zentralverein erhebt gegenwärtig eine solche Gebühr in Höhe Gliterthal- Bote", einem obsturen Blättchen Thüringens. Der meldenden Arbeitern gewisse äußere Verhältnisse in Betracht von 20 Pf. Gegen Zahlung derselben erhält der Arbeitsuchende Biedere erzählt dort, daß die Gebirgsbewohner Thüringens in ziehen dürfen; insbesondere werden hier die Familienverhältnisse einen Legitimationsschein, welcher ihn zum Eintritt in den Warte den Gegenden der Spielwaaren- Industrie die fleißigsten und zu-ob Ernährer anderer Personen die Dauer der Arbeits- saal und zur Benukung fämmtlicher Nebeneinrichtungen berechtigt. gleich anspruchslosesten Menschen seien. Arbeitssaal Bei ihrer Arbeit legt losigkeit, die Eigenschaft als Einheimischer oder zu Der Echein hat 3 Monate Giltigkeit. Es fann füglich nicht davon sich die ganze Familie ins Beug, sie bringen es aber nur zu einer gezogener Berücksichtigung erfahren tönnen. Daß auch die Rede sein, daß eine solch mäßige Gebühr für den Arbeiter Gesammtjahreseinnahme von 300, höchstens 500 M. Ist es auch nur der Verdacht einer Bevorzugung oder Burück drückend it; auf der anderen Seite kann die Erhebung der ein färgliches Brot", sagt dieser fromme Pharifäer, das ihnen be fegung wegen der Zugehörigkeit zu einer politischen Gebühr auf den Arbeiter moralisch nur günstig wirken, da auf scheert ist, so find sie doch, wie alle gebirgischen Leut", immer Partei oder zu bestimmten Arbeitervereinigungen vollständig diese Weise ein Verhältniß von Leistung und Gegenleistung her. glücklich und zufrieden und verlieren die gute Laune nie. Von ausgeschloffen fein muß, bedarf eigentlich feiner Erwähnung. gestellt wird, daß den Anschein der Wohlthätigkeitsleistung aus Brot im wörtlichen Sinne ist bei ihnen nicht viel die Nebe. Bei genügendem Angebot wird es empfehlenswerth sein, dem schließt. Die Arbeiter tragen durch die Gebühr bedeutend zur Ihre Hauptnahrung besteht in Kartoffeln, die schon am Arbeitgeber mehrere Arbeiter zur Auswahl zu stellen eine Unterhaltung des Instituts bei, ohne daß der Einzelne über Morgen mit Cichorienkaffee und Salz, felten mit Leinöl oder Maßregel, welche fich in langjähriger Praxis des Zentralvereins mäßig belastet ist. Laß in besonderen Fällen gänzlich Unbe- gar mit Butter, auf dem Tische als erstes Frühstück dampien sehr gut bewährt hat. mittelten, durch Stundung der Gebühr geholfen werden kann, und zum Mittage und Abendbrot wieder." Trozdem find Die Erörterung soll sich auf diese beiden Fragen, als die erscheint selbstverständlich. Der Zentralverein brauchte in den sie Der Zentralverein brauchte in den sie keine Sozialdemokraten, meint diefer pfiffige Kenner wichtigsten, beschränken; sie werden mit zahlreichen anderen langen Jahren seines Bestehens nur selten dieses Benefizium zu der Menschenseele, der sich hüten wird, auch nur vier Wochen Punkten in einem besonderen Regulativ festgelegt werden müssen. gewähren. Die jährlichen Gebühren Einnahmen des Zentral lang Morgens, Mittags und Abends Kartoffeln mit CichorienWenn bestimmt wird, daß die dem Ausschuß angehörigen Arbeit vereins betragen rund 2500 W. Eine wesentliche Steigerung brühe zu speisen. So sehen also die Lebewesen die armen -mad that lomnis gill heater. bisig „ Ein Fallissement" spielt in einer kleinen norwegischen Stadt in einer Gesellschaftsschicht, der die meisten Mitglieder der Freien Wolfsbühne" sehr ferne stehen. Der Autor betrachtet diese Gesellschaftsschicht in seinem Schauspiel auch von einem ganz an 1 ad III. betr. Aufbringung der Mittel F die besten Darbietungen dramatischer Kunst dem arbeitenden Volte zu vermitteln und zum Verständniß zu bringen, bereits erreicht hat. Die Gewerbe- Deputation wolle dem Magistrat empfehlen a) unter Ablehnung der vorliegenden Anträge auf Einrich tung eines nädtischen Arbeitsnachweises den Antragstellern nachweis zwecks Einrichtung eines Bentral Arbeitsnachweises in Verbindung zu setzen und hierbei gleichzeitig seine Bereitwilligkeit zur finanziellen Unterstüßung des Unterb) dem Zentralverein für Arbeitsnachweis von dem Bescheide an die Antragsteller Kenntniß zu geben und den Berein gleichzeitig zu ersuchen, das geplante Unternehmen nach Möglichkeit zu fördern, unter Zusicherung einer Beihilje bis zum Betrage von 20 000 m., du " 1909 c) in dem Etat pro 1894,95 einen weiteren Zuschuß an den Zentralverein für Arbeitsnachweis in Höhe von 20000 r. in Bereitschaft zu stellen. Berlin, den 18. Dezember 1893. Dr. Freund. Soziale Leberlicht. und auch die Bourgeoistöchter, welche der Walburg nacheifern, wird man mit der Laterne suchen müssen. Die Aufführung war eine hervorragende, ganz vorzügliche Leistung. Ostar Söder bot im Großhändler Tjälde eine außerordentlich lebenswahre, ftets fesselnde und im letzten Afte rührende Gestalt. Gustav Kober gab den Advokaten Berent mit vollendeter Meisterschaft. Von den übrigen Darstellern wurden Heinrich Prechtler als treuberziger Prokurist Sannäs und Frida Wagen als die reizende, fleine Signe Sannasund durch besonderen Beifall ausgezeichnet. Br. deren Gesichtspunkte aus, als es die Arbeiterklasse thut. Das dann eine dauernde Stüße des alten Mannes zu werden. die Zimmer seines Onkelstedizin, den tollen" Rath giebt, hat doch nicht gehindert, daß das Schauspiel einen starken Eindruck auf die Freie Boltsbühne" gemacht und figuren, den bankrottirenden Großhändler Tjärg Die Haupt: fulanten zum Freie Volksbühne. ie Freie Wolfsbühne" hat Das Fallissement" behandelt den Bankrott des Großhändlers Björnstjerne Björnson, das am Sonntag Nachmittag Tjälde. Drei Jahre hat der als reich geltende und darum in im Lessingtheater" zur Aufführung gelangte, ihrem der fleinen Stadt allgemein geachtete Mann gegen den Ruin Spielplan eine Darbietung eingefügt, die gewiß viele ungern feines weitverzweigten Geschäfts angekämpft. Ein legter Versuch, darin vermißt hätten. Neben Ibsen, von dem die Freie das Aeußerste abzuwenden und seinen Kredit aufs neue zu sichern, Voltsbühne" bereits mehrere Stücke gebracht hat, gehörte mißlingt. Infolge der gefchickten Schachzüge des Advokaten See utereffen bertan Björnson, von dem wir wünschen möchten, daß er auf dieser Berent, der die Juteressen der Gläubiger vertritt und flug Bühne ebenfalls noch öfter zu Worte kommt. zu wahren weiß, sieht sich Tjälde gezwungen, sich noch bei Zeiten zahlungsunfähig zu erklären. Man nimmt ihm alles, was er Central Theater. Ein toller Einfall." Schwant in vier vorher sein eigen nannte. Aber sein Prokurist Sannäs hilft Akten von Karl Laufs. Ein toller Einfall ist es in der That, ihm mit seinen bescheidenen Ersparnissen eine neue Existenz den Birnstiel, der Wichster des Korps Hassia hat, indem er Ernst gründen und wird zu guterlegt noch sein Schwiegersohn, um Lüders, einem Studenten der der auf lange Zeit verreist ist, Mit dem Tage, wo Tjälde vom Großkapitalisten und Spe- einzeln zu vermiethen. Infolge dessen entsteht dann ein wirres selbst arbeitenden Kleinkaufmann herabsant, Durcheinander, über das man aber doch die Hauptsachen nicht er und seine hat auch ein neues inneres Leben begonnen. Der aus den Augen verliert. Eine Menge der köstlichsten Szenen, Familie lebhafte Theilnahme erweckt hat. Das war natürlich zu Kampf gegen seinen wirthschaftlichen Ruin hat ihn von seiner der komischsten Vorfälle und der lustigsten Situationen erhalten erwarten und eigentlich selbstverständlich. Aber es fällt uns nur Familie, selbst von seiner treuen Frau innerlich losgerissen, hat das Zwerchfell der Zuschauer in dauernder Erschütterung. deshalb auf, und wir heben es auch nur aus dem Grunde besonders ihn zum Lügner, zum Betrüger und zuletzt beinahe zum Ber. Kurzum, es ist ein Stück voll zündenden Humors und mit hervor, weil gewisse Kreise der bürgerlichen Klasse sich von der brecher gemacht. Als er sich trotzdem jeden Ausweg verlegt sieht, reicher Hand ausgestreuten Wizes. Es wurde denn auch während " Freien Boltsbühne“ die Vorstellung gebildet haben, daß dort bricht er kraftlos zusammen. Aber er geht geläutert aus dem des ganzen Spieles viel und herzlich gelacht, wovon auch wir nur mit Beifall aufgenommen wird, was in die sozialdemokra Sturz feines Hauses hervor. Der Advokat, der ihn nieder uns feineswegs ausgeschloffen haben. Auf eine nähere Kritik tische Parteifchablone" hineinpaßt. Die Befürchtung, daß die geworfen bat, hebt ihn auch wieder empor. Er steht ihm mit dürfen wir verzichten, da der Schwank schon eine große Anzahl Leitung der Freien Wolfsbühne" durch vermeintliche Einseitig seinem Rath, wie Sannäs mit der That, zur Seite, als es gilt, von Aufführungen im Wallner Theater erlebt hat und wir somit feit" des Spielplans die Mitglieder verbilden" und ihnen ein neues fleineres Geschäft auf ehrlicherer Grundlage zu be- auf unsere damaligen Ausführungen verweisen können. Nur schließlich die Fähigkeit, ein Kunstwerk noch als Kunfiwert zu gründen und so weit emporzubringen, daß es nicht nur die soviel wollen wir noch bemerken, daß sich ein Toller Einfall" genießen, vollständig rauben werde, wartet immer noch auf ihre Familie ernährt, sondern auch noch Ueberschuß genug abwirft, der Posse, die jezt im Adolph- Ernst- Theater so oft aufgeführt Erfüllung. Die Aufführung des Fallissement" war uns wieder um die durch den Konkurs geschädigten Gläubiger befriedigen zu worden ist,„ Charley's Tante", würdig zur Seite stellt. Gespielt einmal ein Beweis, daß vorläufig das gerade Gegentheil tönnen. Und für die Familie, vor allem für die Töchter Signe wurde durchweg vorzüglich, besonders heben wir Richard Schulz der Fall ist. Die beisällige Aufnahme der beiden ersten und Walburg ist der Sturz von der Höhe des Reichthums( Ernst Lüders) hervor. Die Lachluit des Publikums erregten Atte, Die auf ein nur stofflich genießendes Publis und Wohllebens herab gleichfalls ein Anlaß zu einer Läuterung. vornehmlich Edmund Schmasow( Birnstiel), Georg Werlitzsch tum ziemlich wenig wirken tönnen, diefer Sie lernen jetzt die versitilichende Kraft der Arbeit fennen, wie sie( Musikdirektor Krönlein), Friz Helmerding( Adalbert Bender) Beziehung echt lehrreich. An ihnen tonnte geprüft werden, vorher die entsittlichende Kraft des Müssiganges erfahren haben, und Johanna Walter- Trost( Veronika Bender). Wir glauben was die Freie Boltsbühne“ in ihrem unermüdlichen und Leider sind der banfrott gewordenen Kapitalisten, die dem fest, daß der Schwant unter so tüchtiger Leitung, wie der des burch die Betrittelungen der Feinde und einer unbeirrten Streben, geläuterten Tjälde nacheifern, im Leben nur wenige zu finden, Direktors Schulz, eine große Bugkraft ausüben wird. war " " 1 Woche. Der Lohn beträgt An Unter Die Teufel mögen und den Ausdruck verzeihen aus, die von neue für Nachmittag 8 Uhr in denselben Räumen haben und zweifelte nicht, daß die Berliner Arbeiterschaft ihr unsrer herrschenden Sippe so sehr belobigt werden, weil angemeldet. Die betreffende Versammlung war gut besucht. Solidaritätsgefühl durch entsprechende Unterstützung beweisen fie menschliche Bedürfnisse so gut wie gar nicht fennen. Nather nahm einleitend seines Vortrages Gelegenheit, die werde. Die Ausführungen des Redners wurden mit Jubel auf Ganz anders, so jammert der Erzpfaff weiter, sieht es in unsern Machinationen der Direktion sowohl, als auch das Verhalten genommen. Tischler Belling äußerte sich in demselben Sinne Städten aus, da reicht der Verdienst den Arbeitern nimmer aus. des Komptoirpersonals in der letzten Versammlung gehörig zu fenn- wie Obst und sagte ebenfalls Unterstügung der Kutscher in ihrem Und nun folgt ein langes Verdammniß der Vergnügungssucht zeichnen. Erfreulich sei es, daß sich die Arbeiter und Arbeite- Kampfe gegen den Kapitalismus zu. Die Situation ist nach der Arbeiter. Der Schreiber endigt schließlich seinen Artikel mit rinnen so unerwartet zahlreich eingefunden hätten und ein dem Berichte der Agitationskommission eine unverändert günstige. einer Entschuldigung seiner Unfähigkeit, indem er schreibt:„ Man Beweis dafür, daß sie willens sind, geeignete Schritte zur Er Auf Wunsch vieler Kutscher, welche bei Tage zu fahren gezwungen fagt, unsere Geistlichen seien volksfremd und verständen nicht, ringung besserer Arbeitsverhältnisse zu unternehmen. Redner sind, wird an einem der nächsten Abende eine öffentliche Ber das Herz des Volkes zu rühren. Wenn selbst Engel vom Himmel erwähnt auch einen Zwischenfall, der recht bezeichnend für unsere sammlung stattfinden, zu welcher die Berliner Arbeiterschaft tämen und predigten eindringlich das Evangelium, sie würden heutigen Zustände ist. Als der Einberufer die Versammlung wiederum eingeladen ist. Nähere Bekanntgabe erfolgt durch den trotzdem diesen bösen Geist nicht bannen können." Mit diesem anmelden wollte, welche am Vormittag tagen sollte, wurde ihm" Borwärts". Nach einem zündenden Schlußworte des Referenten „ bösen Geiſt“ ist der Geist der fortschreitenden Aufklärung ge- auf dem Polizeipräsidium erklärt: fie werde ihm nicht bescheinigt, wurde bekannt gegeben, daß von Montag Mittag ab die Untermeint und daß dieser durch die Pfaffen nicht mehr aufzuhalten da um dieselbe Zeit die von der Direktion einberufene Versamm ſtüßungen gezahlt werden und daß die Hamburger Kollegen ift, das glauben auch wir. Dieses Eingeständniß seiner Ohnmacht lung der Gasglühlicht- Arbeiter stattfinde. Ein Kommentar hierzu 100 m. zum Streitfonds gezahlt haben. Mit einem Hoch auf ist das einzig Richtige, was der Stribent in seinem Artikel an- sei wohl überflüssig. Uebrigens habe sich diese Fürsorge als verfehlt er die allgemeine Arbeiterbewegung schloß die von etwa 800 Pergeführt. wiesen, da der Einberufer sofort den in diesem Falle recht vernünftigen sonen besuchte Versammlung. Bum Rückgang" der Sozialdemokratie. Mit der Bilanz Ausweg fand und die Versammlung für den Nachmittag beDer Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsder sozialdemokratischen Partei beschäftigt sich die gesammte scheinigt verlangte.( Bravo.) Der Referent reproduzirte hierauf bürgerliche Preffe. Sie kommt zu folgendem Ergebniß: Bei der alle die in der Versammlung am 17. Dezember( Bericht in Nr. 298 genoffen hielt am 3. Januar eine Generalversammlung ab. Reichstagswahl hat die Partei ihre Stimmenzahl unt 350 000 des Vorwärts") gemachten Ausführungen betreff3 der überlangen, Bunächst theilte der Vorsitzende mit, daß am 18. Januar in den Konkordia- Festfälen der erste diesjährige Mastenball, am unregelmäßigen Arbeitszeit, der elenden Löhne, der rigorosen vermehrt, ihre Mandate um 9, sie ist zum ersten Male im Arbeitsordnung, der mit den geringen Löhnen in gar feinem 6. Februar der erste gesellige Abend stattfindet. Den Jahresvorigen Jahre in den bayerischen Landtag eingezogen, hat nennenswerthe Erfolge( Vermehrung der Mandate) bei den vernünftigen Verhältniß stehenden Strafen u. s. w., die bekannt- bericht gab der Kassirer Kollege Grauer. Darnach beträgt die Ergänzungswahlen im Königreich Sachsen gehabt, schnitt immer- lich in der betreffenden Verrsammlung von dem Vertreter der Einnahme 11 905,54 M. und die gesammte Ausgabe 9037,90 M.; bleibt mithin ein Ueberschuß von 2867,64 M. Gesellschaft, dem Ingenieur Herrn Tasch, nicht bestritten hin nicht schlecht ab bei denjenigen in den Großherzogthümern werden konnten. Einzelnen Arbeitern, die wie es leider häufig stüßungen wurden gezahlt 2075,05 m., 600 m. mehr als im Baden und Hessen. Bei den Stadtverordneten- Wahlen in Berlin errang sie nicht unbedeutende Erfolge( Vermehrung der auch anderwärts noch geschieht, so auch bei dieser Gesellschaft vergangenen Jahr. Die Mitgliederzahl hat sich in den legten Monaten bedeutend vermehrt, so daß ein Wachsen des Verbandes sich durch Liebedienerei und Denunziation ihrer Arbeitsbrüder Mandate um drei), zog zum ersten Male ein in die Stadt dauernde Stellung zu erringen suchen, führte der Vortragende zu verzeichnen ist. Der Bericht des Arbeitsnachweises ergiebt Folgendes: verordnetensäle Gemeldet waren 478 Stellen; besetzt wurden zahl bei den Stadtverordnetenwahlen in Zeipzig vermehrte sich das Verwerfliche ihrer Handlungsweise drastisch vor Augen. 304 Stellen; zur Aushilfe 24 Stellen. Bei Vesehung der Stellen nicht ganz unbeträchtlich; in Halle tam sie zum ersten Mal in Der Redner gab dann in kurzen Zügen ein Bild unferes heutigen find 16 mit kost und Wohnung vergeben; bei diesen betrug der die Stichwahl, in der fie freilich unterlag; nur in Bremen erlitt verkehrten Wirthschaftssystems und richtete zum Schluß einen Durchschnittslohn 16-28 M., bei den Uebrigen 17,10 M. pro fie eine Niederlage. Nach sozialdemokratischer Rechnung hat sie energischen Appell an die Versammlung, sich zu organisiren, um in vorigem Jahre in 80-90 kleineren Kommunen ihren Einzug bei guter Konjunktur dem Kapital gegenüber gerüstet dazustehen. 11 Kollegen haben nur vollständige Sonntagsruhe, während die gehalten. Ihr Siegeslauf bei den Gewerbegerichtswahlen dauert( Lebhafter Beifall.) In der Diskussion nahm zunächst Monteur anderen am Sonntag 3-7 Stunden arbeiten müssen. fort; es giebt eine ganze Anzahl Gewerbegerichte, die rein fozial- iese das Wort. Direktor Krüger habe in der Vormittag tägliche Arbeitszeit beträgt 10-17 Stunden, im Durchschnitt demokratisch zusammengesetzt sind( München u. s. w.). Prüft man Bersammlung seine Verwunderung ausgesprochen, daß seine 13/4 Stunden. Bei einigen wurde bemerkt, daß es Weihnachten objektiv diese Bilanz, so kann man doch von einem Rückgang der Arbeiter so wenig zutrauen zu ihm haben und ihre Beschwerden und Kolligelber nicht gebe. Charakteristisch für die Arbeiternicht bei ihm anbrachten. Er( Redner) töune aber fonstatiren, freundlichkeit gewisser Leute ist folgender Fall: Sozialdemokratie nicht reden." Stimmt. daß sich Herr Krüger dieses direkt verbeten habe und die freundlichkeit gewiffer Leute ist folgender Fall: Einen ungeheizten Viehwagen- als geeignetes Trans Wahl einer Delegation von 4 Personen wünschte, welche alle fuchte kurz vor Weihnachten einen Hausdiener, der zugleich den Der Inhaber des christlich- deutschen Bazars am Spittelmarkt portmittel für einen Schwerkranken, das ist das Neueste auf Beschwerden entgegennehmen und ihm unterbreiten sollte. Zu Verkauf auf der Straße mit zu besorgen hat, der in Aussicht fozialreformatorischem Gebiete. In Nidda( Hessen) war ein diesem Amt habe sich aber kein Arbeiter, da jeder die zarten gestellte Lohn betrug 13 M.; als dem Arbeitgeber entgegengehalten Tischlergeselle an Diphtheritis schwer erkrantt. Ein Krankenhaus Umgangsformen des Direktors fennt, hergeben wollen. ist am Orte nicht vorhanden, der verfügliche Play wird noth- Als Beispiel führte er an, Krüger habe drei junge Leute in wurde, daß der ortsübliche Lohn mindestens 15-18 m. betrage, meinte er:„ Er könne nicht so viel geben, da er billiger arbeiten weil sie ihm den schuldigen Respekt müsse, wie die Juden." Kollege Rein giebt nun den Bericht über unnüße Dinge, wie Krankenhäuser, in Deutschland nicht so verweigerten, indem sie bei seinem Rundgang durch die Arbeits- die Thätigkeit des Vorstandes. Hierauf folgte der Bibliothekleicht vergeudet wird, ist für einen Militärstaat nicht mehr räume während der Vesperpause sitzen blieben. Strafen gebe es bericht. Ein Antrag des Vorstandes, die Unterstützungen im denn Recht. Der betreffende Kranke mußte denn nach Gießen für alle nur mögliche Versehen. Einem Burschen, dem unter der britten Vereinsjahre, wie gewesen beizubehalten, gelangt zur Angebracht werden, um in der Klinik Aufnahme zu finden. Auf Hand die Hälfte eines Glühkörpers im Werthe von 90 Pf. zer- nahme, dagegen wird ein Antrag Kaiser, die Sterbe- Unterſtügung die Anfrage betreffs der Beförderung stellte die Direktion der brach, wurden 3 M. dafür abgezogen und er entlassen. Ein auf Kinder unter ein Jahr alt auszudehnen, abgelehnt. Gin Oberhessischen Eisenbahn einen ungeheizten Biehwagen zur Bursche hatte in der Wärmehalle auf dem Fußboden Tinte ver: Antrag Schuhmann, auch nichthausdiener im Verbande aufzu Verfügung! Mittags um 1 Uhr am 18. November ging der schüttet und wurde wegen Sachbeschädigung" entlassen. Ein Hauswirth, einen Stuhl auf dem Rücken( 1) und den Kranken zur anderer Bursche hatte ebendort Wasser verschüttet und konnte feine Ein weiterer Antrag des Vorstandes, nur neun Vorstandsnehmen, wurde bis zur nächsten Generalversammlung vertagt. Seite, zum Bahnhof. In den Warteraum durften sie nicht hinein; ebenfalls ausgesprochene Entlassung nur durch inständigstes Bitten mitglieder zu wählen, wird abgelehnt. Dem Rassirer Grauer so blieben sie im Freien, bis der talte Viehwagen sie den und dem feierlichen Gelöbniß, sich bessern zu wollen, abwenden. wurden 50 M. Mankogeld bewilligt. Die Vorstandswahl ergab neugierigen Blicken der Anwesenden entzog. Für diese herrliche Ein Monteur, der sich mit dem Diener eines Kunden aus irgend folgendes Resultat: 1. Borsigender Otto Plath, 2. Vorsitzender Fahrt berechnete die Bahn 17,40 M. und noch weitere 10 M. einem Grunde gezantt hatte, mußte, ohne sich vertheidigen zu Schuhmann, 1. Schriftführer Hoffmann, Kassirer Oswald Grauer. für die Desinfektion; mit dem Billet zur Rückfahrt des Be- können, 5 M. Strafe zahlen. Als Unifum theilte er Als Vertreter für den Norden bestimmt die Versammlung gleiters betrug aber der Bahntransport allein 28 M. und 80 Pf. noch mit, daß zur Ueberwachung respektive Kontrolle Wieh, Streitner und Göhlke; für den Osten Fraude, Blies und Das hat nun allerdings die Orts- Krankenkasse zu tragen. Aber der Monteure und Burschen junge Leute mit 9 Mart Brüschte; für den Südosten Kleinke, Gutsche und Zoeubreuk; die menschenunwürdige, aller Kultur hohnsprechende Quälerei Wochenlohn aber mit dem Charakter als" Beamte" angestellt zu Revisoren die Kollegen Fuchs, Kleemann und Uthes. Das einer solchen Verschickung hatte der Krante zu tragen. Daß der seien und daß thatsächlich ein Monteur wegen Bedrohung eines Amt des Arbeitsvermittlers übertrug man wiederum demi Kollegen fast dreistündige Aufenthalt im Freien feine Krankheit bedeutend Beamten" entlassen worden sei, weil er einem diefer jungen Grauer. verschlimmern und sein Leben gefährden mußte, ist selbstverständ- Burschen auf eine schnodderige Bemerkung hin eine Ohrfeige in lich. Aber was gilt denn Leid und Leben eines armen Tischler Aussicht stellte.( Stürmische Heiterkeit.) Weiter führte Giese Die Korbmacher hatten am Sonntag, den 7. Januar, eine gesellen in der heutigen Gesellschaft! noch an, daß ebenso wenig, wie es einen Nachweis über den öffentliche Versammlung bei Bolt, in welcher der Genoffe HoffAuswüchse des Submissionswesens. Für die Arbeiten Merbleib ber breiden Girafelder sebe, ebi Direktion auch man seinen Vortrag über die zehn Gebote und die befizende ihr arrangirten Klaffe hielt. Die Fortsetzung des mit lebhaften Beifallseines Brückenbaues über die Nidda bei Bonames stand bei der nicht für nöthig gehalten habe, über Landesdirektion in Wiesbaden am 15. Dezember v. Js. Sub- Mastenball und eine Dampferparthie eine Abrechnung zu geben, bezeugungen aufgenommenen Vortrages findet in einer zweiten missionstermin an. Es waren Offerten von verschiedenen Firmen obgleich jeder Betheiligte feine Billets sehr theuer bezahlen öffentlichen Versammlung am nächsten Sonntag statt. in Frankfurt, Darmstadt und Krefeld eingelaujen, mußte, Buruf: Eehr richtig!) Rach seiner Meinung müssen Steller forderte im Anschluß hieran die Anwesenden auf, zu die zwischen 82 413 M. und 147 242 M. schwankten. Der Unter- namhafte Ueberschüsse erzielt worden sein. Ferner haben die dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen, hauptsächlich schied zwischen dem höchsten und niedrigsten Angebot betrug also Aktionäre der Gesellschaft 3000 M. für Weihnachts- Gratifitation gelte diefes für die Frauen. Nach Schluß der Bersammlung 64 827 M. Gefeßt nun den Fall, der Mindenfordernde erhält an ihre Arbeiter ausgeworfen, dieselben haben jedoch das folgte ein gemüthliches Beifammenfein. den Zuschlag, wie mag es dann mit den die Arbeit aus. von nichts gefehen, es müßte denn sein, daß die Beführenden Arbeitern stehen. Der Unternehmer wird den Ausfall zahlung der zwei Feiertage als solche gelten solle, die an Verdienst keineswegs decken wollen, am Material wird, da sie aber durch Neberanstrengung in den übrigen Tagen dieser ja bekanntlich geflicte Schienen" überall mit unterlaufen, wohl Woche sich ehrlich verdient hätten.( Bustimmung.) Im Uebrigen es Vermischtes. Kollege ein Theil gespart, der größte Theil jedoch muß aus den Arbeitern verwahrte er sich gegen die Unterstellungen des Jugenieurs Philistersorgen. Hier und da auf der Welt giebt es noch herausgeschunden werden. Aus ihrem Fell werden die Profit- Tasch in der vorigen Versammlung.( Beifall) Die Monteure eine eigene Spezies fojfiler Ueberbleibsel aus vorsintfluthlicher raten geschnitten. Lohndrückerei und lange Arbeitszeit sind die nobis, Schiesing, Tugendreich und weitere Redner Beit. Die guten Leutchen nennen sich Schützenbrüder und sie Mittel hierzu. Für die Arbeiter muß das Losungswort heißen: pflichteten Giese's Ausführungen bei und ermahnten ihre versammeln sich, mit Erlaubniß einer hohen Polizei, einen alten Fort mit dem Submissionswesen, und der Staat und die Kollegen zum Anschluß an den Wietallarbeiter- Verband. Papte Schießprügel auf dem Buckel tragend, gewöhnlich einmal alljähr= Kommune als Arbeitgeber haben am ehesten die Pflicht, von bemerkte, daß seit der vorigen Versammlung kleine Lohnlich an einem abgelegenen Ort, lassen dort den Landesfürsten erhöhungen und einige anerkennenswerthe Aenderungen in der hochleben und besaufen sich dann nach altem Zunftbrauch. Letzt diesem Modus der Auftragsertheilung Abstand zu nehmen. Behandlung seitens des Komptoir- Personals eingetreten feien. bin ist den puzigen Kerlchen aber krabbelig zu Muthe geworden Welche Zunahme die Verwendung der Dampf Jedoch sprach er sich mißbilligend über die Errichtung einer und sie wollen, damit man absolut von ihnen reden soll, die maschinen in Sachsen gefunden hat, ergiebt sich aus folgenden Betriebs- Krankenkasse aus. Die Beschlußiaffung habe in der Aufmerksamkeit der Leute durch einen für sie patentirten Gruß Bahlen. Es fanden sich bei den amtlichen Erhebungen in unserem Vormittag- Versammlung stattgefunden, noch ehe der größere auf sich lenken. Zwei Parteien unter ihnen streiten sich, ob man Lande seistehende Dampfmaschinen 1846: 196, 1856: 550, 1861: Theil der Arbeiter zur Stelle war.( Zustimmung.) Frau sich schneller durch das Wort„ Halt fest" oder durch Gut Ziel" 1003, 1878: 4548, 1885: 6244, 1891: 8073. Von den amts- Drews ermahnte die männlichen Kollegen, sich die Auf- nor der Welt lächerlich macht." Unschlüssig riefen sie endlich die hauptmarnschaftlichen Bezirken wies Anfang 1891 Zwickau die flärung der Arbeiterinnen recht angelegen sein zu lassen, Gelehrtenwelt zum Schiedsrichter an und fanden auch ein paar meisten( 1211) und Dippoldiswalde die wenigsten( 41) feststehen und forderte lettere zum Beitritt in den Verein gewerblicher Professoren zur Beilegung des Froschmäusetriegs, nämlich den den Dampfmaschinen auf. Unter den Städten des Landes besaß Hilssarbeiter und Arbeiterinnen auf. Vom Komptoirpersonal alten Daniel Sanders, dem wir Besseres zugetraut hätten und Chemnitz die meisten, nämlich 450 Dampfmaschinen. Trotz der meldete sich Niemand zum Wort. In seinem Schlußwort er den allzeitbereiten Hohenzollern- Dichter Felix Dahn. Diese haben außerordentlich großen Zunahme in der Verwendung der Dampfläuterte Nät her nochmals den Zweck der Organisation und sich unter eingehender Begründung für Gt Biel" erklärt und fraft ist doch der Bedarf der Menschenkraft fortwährend im die Vortheile, welche den Arbeitern beiderlei Geschlechts aus so wird denn der Kampf, der schon zu einem Kompromiß ausWachsen geblieben und die Zahl der beschäftigten Arbeiter hat ihrer Zugehörigkeit zu derselben erwachsen. Zum Schluß gezuarten drohte, hoffentlich durch die Autorität zweier deutscher fich dementsprechend vermehrt, während man früher von der langte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: Die Ar- enter beigelegt werden. Sollte man also zufällig einmal mit dem Vermehrung der Maschinen eine Verminderung der Arbeiterzahl beiter und Arbeiterinnen der Gas- Glühlicht- Aktiengesellschaft er Gruß Gut Biel" überrumpelt werden, so denke man nicht gleich befürchtete. klären sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden an Talldorf, sondern erinnere sich, daß zwei deutsche Professoren Tie Kosten des Kriegszustande, der gegenwärtig auf und verpflichten sich erstere, dein Berliner Metallarbeiter- Verband ihren Segen zu dieser Narrethei gegeben haben. zollpolitischem Gebiete zwischen Rußland und Deutschland und legtere dem Verein gewerblicher Hilfsarbeiter und Hilfs ausgefochten wird, bezahlt natürlich das Bolt. An einem Bei- arbeiterinnen sich anzuschließen." all. Ein neuer Truft wird aus Amerifa signalisirt, und zwar für Geilereiwaaren. Die Gesellschaft, welche in der Bildung begriffen ist, repräsentirt ein Kapital von 5 Millionen Dollar. " " Literarisches. Verlag) ist soeben das 14. Heft des 12. Jahrgangs er. schienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Aus dem fogenannten Rechtsstaate.- Die" Red Van"-Agitation in England. Von G. Hugo. Aus unserem modernen Kunstleben. Von Frizz Kunert.( Schluß.) Parcelsus. Notizen: Die Arbeitsinspektion in Fabriken und Werkstätten. Von A. Bebel. Ein amerikanischer Gouverneur über die Behandlung der Arbeitslosen von 2. D. Lewelling, Gouverneur. Zur Entwicklung der Presse. Feuilleton: Deutsche Geschichte. Von F. Mehring. I. spiel, das noch zu Dutzenden zu erbringen wäre, sei dies nach-„ Ist der Streik der Tagameter Droschkenkutscher ge gewiesen. Bremerhaven war bisher Stapelplatz für die russischen Baumwolliniporteure in 2003; 120 000 Ballen tamen rechtfertigt und wie stellt sich die Berliner Arbeiterschaft zu demselben?" lautete die Tagesordnung der von der Agi= in jeder Saison dort an. Diese Zufuhr fällt also dies Jahr rationskommission der Droschkentutscher zum 7. d. M. nach den Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' aus, d. h. es kommen in diesem Winter etwa 20 Dampfer weniger Konkordia- Sälen einberufenen öffentlichen Versammlung für ArDas bedeutet einen großen Ausfall an Steuern für den beiter und Droschfenkutscher. Herr W. Schütte veranschaulichte Staat und an Verdienst für die betheiligten Geschäftsleute und in erschöpfender Weise die einschlägigen Verhältnisse im TayaArbeiter. Für die Leyteren namentlich macht sich der Ausfall meter- Droschfenfuhrgewerbe und die Ursachen, welche zum Ausumsomehr fühlbar, als die Arbeitslosigkeit im Winter schon so stande der Tayameter Droschtentutscher geführt haben. Er hob cine große ist. hervor, daß der Kampf den ärmsten der armen Proletarier von aufgezwungen worden sei und sprach den Kapitalisten aufgezwungen die Hoffnung aus, daß die von den Kutschern gehegten die Berliner daß Arbeiterschaft sie in Erwartungen, ihrem Kampfe unterstützen werde, nicht getäuscht werden würden.( Beifall.) In der Diskussion nahmen viele Droschken futscher und„ Einspänner" das Wort und sprachen sich alle für Weiterführung des Ausstandes und energischer Durchführung desselben bis zum endgiltigen Siege aus, wenn auch die Führ Sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie das herren alles daran setzen, um den Erfolg auf ihre Seite zu Romtoir Personal und die Direktion der deut bringen. Auch wurde sowohl vom Referenten wie von vielen schen Gasglühlicht Attiengesellschaft( Molten Diskussionsrednern betont, daß die Kutscher und Kleinbesiger am martt 5) waren am Sonntag, den 7.8 M., Vormittags zu einer besten ihre Interessen wahren, wenn sie mit der sozialistischen öffentlichen Versammlung nach den Armin- Hallen" eingeladen, Arbeiterschaft sich solidarisch erklären. Schütte feinerseits be in der Uhrmacher Nät her über„ Kapitaleinkommen und Arbeits- dauerte, daß der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommiffion löhne" der genannten Gesellschaft referirte. Um diese Versamm in der Versammlung unvertreten sei und fertigte das Sprachrohr lung zu vereiteln, hatte die Direktion es für gut befunden, um der Taxameter- Gesellschaft, den Fuhrhalter", wegen dessen Ausdieselbe Zeit ebenfalls eine Versammlung ihrer sämmtlichen An- laffungen über den Ausstand in gebührender Weise ab. feine vollste gestellten in den Fabrikräumen abzuhalten, wo ihnen der Plan 3immerer Obst sprach Sympathie mit zur Errichtung einer Betriebs- Krankenkasse unterbreitet wurde. der Bewegung der Droschtentutscher aus, ermahnte diefelben Rettzeitig hatte der Einberufer der öffentlichen Versammlung zum festen Zusammenhalten und sich klar zu werden darüber, Wintheilung erhalten, diese Versammlung ab und eine daß fie Hand in Hand mit der übrigen Arbeiterschaft zu gehen Versammlungen. Eingelaufene Druckschriften. Kritik und materielle Grundlagen des Sozialismus. Von Georg v. Görne. Berlin.( Im Selbstverlag.) Königgrägerfraße 41. Balkskunst, Handfleiß und Handindustrie. Von Alois Riegl. Berlin. Verlag von Georg Siemens. Ueber Land und Meer. Deutsche Illustrirte Zeitung. Auss gabe für Desterreich- Ungarn. Natur und Haus. Jlluftrirte Zeitschrift für alle Liebhabereien im Steiche der Natur. Herausgegeben von Dr. Ludwig Staby und May Hesdörffer. Berlin. Verlag von Robert Oppenheim.( Gustav Schmidt.) 2. Jahrgang. 5., 6. und 7. Heft. Preis vierteljährlich( 6 Hefte) 1 W. 50 Pf. Einzeln à 25 Pf. Streiflichter auf unfere politische und( wirthschaftliche Lage. Von Alfr. Deez. Groß- Lichterfelde. Verlag des Verfassers. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.