Ur. 398. flbonnementS'Redinaungen: Skmmcmcnt-Z. Preis pränumerando! Lierteljöhrl. S,Z0 Mk, monatl. 1,10 fttf, wöchentlich 28 Pfg. frei in? Haus. Smzelne Nummer 5 Pfg. Sonnlogs- nummer mit illustrierter Smtntags. Beilage.Die Neue Welt' 10 Pixr Poll- «bonnemenl: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitung?. treisliste. Unter Kreuzband iür eutlchlond und Oesterreich, Ungarn llcho Mark, für das übrige Ausland « Mark pro Monat. Postabonnemcnts nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. PorNigal. «umänicir, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. vie fnseMon5-<-edllh? beträgt für die scchsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 60 Pfg.. für Wort 20 Pig. szuliissig 2 fettgedrulkte Wotte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstelle, wt!- zeigen das erste Wort lO Pfg,, jede» weuere Wort ö Psg. Worte über loBuch- ä laben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Nummer müssen bis i Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Cridielnt täglich. Verlinev Dolli�blnkk. Zcntralorgan der rozialdcmokratifchen Partei Deutfchlands. Telegramm- Adresse: „Sozialdemokrat Rerlla", Redaktion: 8Tl. 68, Lindcnstraeac 69. Fernsprecher: Amt Morikplast, Rr. 1983. Mitttvoch, de» 13. November 1913. Expedition: 8Rl. 68» I.indenst?asse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplast, Nr. 1981. Sie Zaberner Kevolte. In dem idyllischen Vogesenstädtchen Zabern herrscht, was der friedliche Spietzbürger zähneklappernd eine Revolte nennt: oufgeregteMenschenntassen auf den Straßen, Polizei, Gendarnten, Feuerwehr, der die Spritzcnschläuche dltrchschititten werden, Be- rittene attackierend, Militärposten mit geladener Flinte und auf- gepflanztem Seitengewehr— außer dem Geläut der Sturm- glocken ist alles da, was zu den Requisiten einer leibhaftigen Revolte gehört. Und der Grund? Mau kennt ihit. Ein Jnfanterieleut- nant mit freihcrrlichem Namen— v. F 0 r st n c r heißt der Edle— hat bei der Rekruteuausbildung sich auch die Straf- listen seiner Untergebenen angesehen und dabei einem Messer- Helden, dem die Gerichte zwei Monate Gefängnis aufge- brummt hatten, bedeutet, wenn er einen„Elsässer Wackes" ersteche, so werde solch mutige Mannestat von ihm, dein Leutnant, mit zehn Mark honoriert werden. Die„Elsässer Wackes" sind nun keine so schafsgeduldigen Untertanen wie etwa ostelbische Kossäthen, die sich willig unter den Reitstiesel der angestammten Gutshcrrschaft beugen, sondern recht muntere Burschen, die mindestens seit dem Revolutionsjahre 1789 kein Gefühl mehr dafür haben, daß auf die Erlegung von Menschen Prämien ausgesetzt tverdcn, und diese ihre Sinnes- ort l>aben sie dem Herrn Leutnant mit den überpreußischen Begriffen deutlich kundgetan. Das ist nicht etwa, wie staats- erhaltende Blätter stirnrunzelud versichern, eine„Kraukheits- erscheinung", sondern ganz im Gegenteil ein Symptom bürgerlicher Kraft und Gesundheit, und es wäre nur in der Ordnung und zu begrüßen, wettu allenthalben die Bürger auf den Schimpf, der ihnen von hochgeborenen und hockimiitigen Landsknechten angetan wird, so energisch reagierten wie die „Wackes" in Zabern im Elsaß. Aber wenn man so will, ist das Auftreten des preußischen Leutnants um so sicherer eine Krankheitserscheinung, als sie keineswegs ein Einzelfall, sondern der Ausfluß eines bedenk- lichen Systems ist. Vor etwa einem Vierteljahr haben wir an dieser Stelle einen ähnlichen Fall besprochen. In Metz war ein Kaufmann, ein Alldeutscher noch dazu und Unteroffizier der Landwehr, ohne seine Schuld in eine marschierende SoU datenabteilung hineingeraten, von einem Kommißstiefel halb zu Boden getreten und, als er sich beschwerdeführend an den Sergeanten gewandt, von diesem„Stellvertreter Gottes" mit den Schimpfworten:„Wackes" und„verfluchter Schangel" sowie mit Faustschlägen rcgaliert worden. Nicht nur kamen bei dieser das Blut aufpeitschenden Angelegenheit der hauende Sergeant und der tretende Musketier mit einer lächerlich winzigen Strafe davon, sondern in der Kriegsgerichtsverhand- lung wurde auch festgestellt, daß der Hauptntann bei der Untersuchung die Soldaten der Abteilung schlappe Kerle ge- nannt hatte, weil sie nicht sofort das Seitengewehr gezogen und den Kaufmann ohne weiteres zusammengestochen hätten. Der Fall wurde damals in der Presse des Reichslandes erregt besprochen, aber matt hat nichts davon gehört, daß dem schneidigen Herrn Hauptmann auch nur ein Haar gekrümmt worden wäre. Das muß natürlich edlen Seelen, wie es der Leutnant Freiherr v. Forstner eine ist, Mut zu ähnlichen Ausschreitungen machen. x Das System steckt aber auch darin, daß man Elsaß- Lothringen durch die Soldateska gewissermaßen„germani- sieren" will. Jede herrsckiende Klasse behandelt ein erobertes Land, wie sie es am besten versteht. Mit der rohen Gewalt der Waffen nahm sich die britische Bourgeoisie vor einem Dutzend von Jahren die beiden südafrikanischen Burenrepu- bliken, aber dann schmiedete sie durch freigebigste Gewährung staatsbürgerlicher Rechte die Bewohner der früheren Frei- staaten so fest an das Mutterland, daß sich heute niemand mit mehr Stolz englischer Bürger nennt als der Bur, der vor nicht langem noch jedem Briten als dem Erbfeind mit der Büchse entgegentrat. Mit der rohen Gewalt der Waffen haben die Preußen auch vor hundertundvierzig Jahren polnisches Land, vor vier Jahrzehnten Elsaß uitd Lothringen genommen, aber noch heute vermag der Pole die Segnungen der preußi- schen Knute nicht einzusehen und der Elsässer und Lothringer schlägt noch imnier nicht freudestrahlend die Hacken zusam- nieu, wenn er von einem Kommißbrotbaron mit der Anrede „Wackes" geehrt wird. Der Pole wie der Elsässer lockt noch heute gegen den preußischen Stachel, weil eben die Erziehung zum Deutschtum mit dem Stachel so brutal wie dumm ist. Im Grunde will man aber den Polen und Elsässer gar nicht verdeutschen, sondern nur verprcußen oder, mit Karl M a r x zu reden, verpoinmern, und zur Verpommerung allerdings bedarf es nicht der Gewährung staatsbürgerlicher Freiheiten, sondern dazu genügt der preußische Landrat, der preußische Leutnant und der preußische Unteroffizier. Darum herrrscht auch die Soldateska im Reichsland nach unumschränkter als in dem übrigen Deutschland. Tie Herren, die säbel- und sporenklirrend und mit der Scherbe im Auge durch die Straßen von Metz und Straßburg stolzieren, fühlen sich als die eigentlichen Herren des' Landes. Was Parla- ment! Was Verfassung! Wir geben den Ton an, Und das Zivilistenpack hat zu kuschen! Und so können sitz alles, so dürfen sie alles, so ist ihnen alles erlaubt. Was Friedensfreunde mühsam zuwege bringen an Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich, es stürzt zusammen. sobald ein Gamaschenknopf von Korps- oder Divisionskomman- deur— wie neulich der Herr v. D e i m l i n g— eine drohende Rede voll Blut und Eisen vom Stapel läßt. Was das wirk- liche kulturelle Deutschtum, nicht das schnauzbärtige, schwadro. nierende an Boden in den�annektierten Provinzen gewonnen hat. es geht mit einem Schlag wieder verloren, sobald ein beliebiges Leutnantchen— wie jetzt der Herr v. F 0 r st n e r — aus seinem Herzen keine Mördergrube niacht und die Auffassung der Herrschenden von den Einheimischen offenbart. Im inneren Wesen dieser Verpreußungsmethodc liegt es ja, daß sie Schiffbruch auf Schiffbruch erleiden muß. Wenn die nationalistische Strömung in Elsaß-Lothringcn wieder über die Ufer tritt, dann, ihr eifrigen Germanisierungs- apostel, beklagt euch bei der Soldateska, die sich im Reichs- land breit macht! Und noch eins! Seit Wochen, seit Monden wird in Deutschland eine eifrige Kampagne gegen die Fremdenlegion geführt, immer wieder will man dunklen Machenschaften ge- heimnisvoller Werber auf der Spur sein, und als der„Vor- w ä r t s" die Dinge auf ihr richtiges Maß zurückführte, erdreistete sich die„patriotische" Presse, der Sozialdemokratie vorzuwerfen, sie betreibe mit solchen Artikeln Werbearbeit für die Freindenlegiou. Nun, der Zaberner Fall zeigt, wer die wirkliche Werbearbeit für die Legion leistet. Wenn die Elsässer auf Schritt und Tritt hören, daß sie in der Armee nicht anders denn„Wackes" tituliert werden, und wenn sie jetzt vernehmen, daß preußische Leutnants auf ihren Kopf gewissermaßen jüne Prämie von zehn Mark aussetzen, wie muß das ihre Sehnsucht nach den preußischen Kasernenhöfen steigern! Wie mancher junge Bursche, der die Zaberner Geschichte init ihrem Trum und Tran erfährt, wird sich eines schönen Tages über die Grenze schleichen und auf dein ersten besten Bureau de Recrutement Handgeld nehmen, nur um unter den preußischen Fahnen nicht als„Wackes" beschimpft und verächtlich behandelt zu werden. Militärische„Germanisatoren" von der unbezweiselbaren Schneidigkcit des Leutnants v. F 0 r st n c r, das sind die wirklichen Werber für die französische Fremdenlegion! „vie Neltverdeiierer alz Stctierdriickcbcrgcr". Unter diesem Titel hat die„Post" einen Artikel veröffentlicht, welcher von der bei der„Post" gewohnten ehrenwerten Absicht ausgeht, die Aktiengesellschaft Lindenhaus der Steuerhinterziehung zu beschuldigen. Die Redaktion der„Post" scheint wieder einmal das Fell zu jucken. In ihrem Schmerz über den Ausgang des Krupp- Prozesses scheint sie ganz vergessen zu haben, daß sie erst vor wenigen Jahren in ihrem eigenen Blatt— am 22. Dezember 1908— das Urteil veröffentlichen mußte, wonach ihr Redakteur wegen verleumderischer Beleidigung des Geschäftsführecs der Vorwärts- druckerei, R. Fischer, mit 200 M. Geldstrafe, im NichtbeitreibungS- falle mit 20 Tagen Haft und zu den Kosten deS Verfahrens ver- urteilt worden ist. Derselbe Gewährsmann, der ihr damals die ver- lcumderischen Behauptungen zugetragen hat, scheint heule wieder am Werke zu sein. Als damals der Herr Oberstaatsanwalt Jsenbiel die Einleitung der Klage gegen den„Pvst"-Redakteur im ö f f e n t- lichen Interesse ablehnte, aber ausdrücklich beifügte, daß „seine«ingehenden Ermittelungen keinen Anhaltspunkt dafür ergeben haben, daß an der von der„Post" aufgestellten Behauptung etwa? Wahres sei", da ruhmredete die Redaktion der„Post" großmäulig, daß sie in einer etwaigen Hauptverhandlung den vollen Wahrheitsbeweis er- bringen werde. Im Urteil vom 29. Oktober 1908 aber steht: „Der Beweis der Wahrheit, der in großem Maßstäbe an- getreten ist, ist völlig mißlungen. Di« Beweisaufnahme hat nicht nur ergeben, daß der erhobene Vorwurf nicht zu erweisen war, sondern dem Gerichtshof die Ueberzeugung verschafft, daß dem Privatkläger keinerlei Vorwurf in der angedeuteten Beziehung zu macheu ist." Und der damalige Chefredakteur KronSbein entzog sich allen Versuche», ihn als Zeugen an die Gerichtsstelle zu bekommen, durch Krankheitsatteste. In der Form ist die„Post" nun diesmal vorsichtiger geworden: Weder erhebt sie gegen eine bestimmte Person einen bestimmten Vorwurf, noch hat sie Mut, die Rtchtigkeit des im„Reichs-Anzeiger" veröffentlichten Jahresabschlusses deS A.-G. Lindenhaus zu bezweifeln. Es kommt ihr nur darauf an, in allgemeinen Redensarten den Vor- wurf der Steuerhinterziehung gegen die Aktiengesellschaft Lindenhaus speziell und die sozialdemokratischen Geschäfte im allgemeinen zu erheben. Demgegenüber wollen wir einfach feststellen: Die Gründung der Aktiengesellschaft Lindenhaus ist i n den v 0 m G e s e tz bor- geschriebenen Formen vorgenommen worden. Jahresabschluß und Bilanzrechnung sind von den Revisoren geprüft und in der von einem Notar beurkundeten Generalversammlung ge- nehmigt worden. Warum die Aktionäre der Aktiengesellschaft Linden- hauS ihr Aktienkapital nicht voll eingezahlt haben, geht die„Post" und ibre neugierigen Hintermänner gar nichts an. Es ist eine der gewohnten„Post- Ei'eleien", au" dieser Nichtvolleinzahlung des Aktienkapitals den Vorwurf der Steuerhinterziehung zu erheben. Aber der„Post-Esel" scheint gerade aus dieser Tatsache die Steuer- hiuterziehungSabsicht erweisen zu wollen, während für jeden einiger- maßen Sachkundigen von vornherein klar ist, daß diese Tatsache auf die Frage von Gewinn nnd Verlust völlig einflußlos ist. Hätten die Aktionäre au? eigenen Mitteln die Aktien voll eingezahlt, so hätten s i e die für diese Mittel in Frage kommenden Steuern zahlen müssen. Jetzt müssen selbstverständlich diejenigen Personen oder Institute, die der Aktiengesellschaft Lindenhaus Darlehen gegeben haben, diese ihre Vermögensobjekte versteuern. Für den Staat ist es aber gleichgültig, wer die Steuer bezahlt; Hauptsache ist, daß sie bezahlt wird. Wer diese Darlehen der Aktiengesellschaft Lindenhaus zur Ver- siigung gestellt hat, geht die„Post" und ihre Hintermänner wiederum nichts an. Mit allem Nachdruck wollen w i r aber erklären, daß kein Pfennig davon von irgend einer gewerkschaft- lichen Organisation zur Verfügung gestellt worden ist. Die denunzia- torische Behauptung der„Post";„Die Darlehnsschulden werden sich wohl lediglich aus Mitteln der sozialdemokratischen Gewerkschaften zusammensetzen", verrät ganz deutlich, hinter welchem Busche mau den Hintermann der„Post" zu suchen hat. Litstig ist nur, daß die„Post" jetzt plötzlich den Erwerb oder Besitz von Grundstücken ldernt die Aktiengesellschaft Lindenhaus hat statutengemäß nur den Zweck des HauserwerbeS) als ein besonders gewinnreiches Ilnteruehmen hinstellt, während sie sonst doch nicht genug über die Not der armen Hausagrarier zu klagen weiß. Die Aktiengesellschaft Lindenhaus hätte aber ihre Bilanz fälschen müssen, wenn sie ein anderes Resultat als das angeblich so Verlust- reiche hätte feststellen wollen. Daß die Verluste aber einfach aus den Erwerbs- und Griindungskosten sich erklären, braucht ei» „Post"-Esel nicht zu wissen. Die Fürsorge der„Post" siir die armen Aktionäre der Aktien- gesellschaft Lindenhaus riecht etwas nach Tartüff. Die Aktien sind nämlich nicht auf den Markt gebracht, sondern in festen Händen, und die Aktionäre sind auch in ihren Erwartungen gar nicht getäuscht worden. Die Aktien befinden sich noch in denselben Händen wie bei der Gründung und werden auch trotz der Sorge der„Post" um das finanzielle Ergebnis der Aktiengesellschaft Lindenhaus kaum in den Besitz der„Post"-Redakteure oder ihrer Hintermänner gelangen. Auf welch liederlicher Grundlage der ganze„Post"-Anwurf be- ruht, geht daraus hervor, daß der„Post"-Redalteur sich nicht einmal die Mühe genommen hat, die Bilanz richtig zu lesen. Er verwechselt den vorjährigen Verlust mit dem diesmaligen und behauptet entgegen der Wahrheit, daß„wieder eine Darlehensschuld von 926 390,— M. aufgenommen worden ist". Aber der„Post" war's auch gar nicht um die Wahrheit zu tun— sie hatte nur den Anwurf zu bringen. Sie Krupptaler rollen. Die Krupp-Presse weiß, was sie der reichen Firma Krupp schuldig ist. Sie hat alles aufzubieten, den unangenehmen Eindruck zu verwischen, den die Verurteilung der Kcuppangestellten wegen Be- stechung gemacht hat. lind wer das am besten versteht, wird der Sympathie der Firma Krupp sicher sein. Was kommt es bei Krupp auf das Geld att, wo die Bearbeitung der Presse ein Zweig des Geschäftsbetriebes ist, werden doch keine„Mühen nnd Ausgaben" ge« scheut werden, daS etwas fleckig gewordene Renomme wieder blank zu scheuern. Und fast hat es den Anschein, als sei die Regierung selbst mit an dieser Windmacherei beteiligt, wenigstens reißen die offiziösen Organe den Mund am weitesten auf. Die„Berliner Politischen Nachrichten" des Herrn Viktor Schweinburg widmen dem Krupp-Prozeß einen ganzen Leitartikel, aus dem zur Charakteristik seiner Tendenz nur folgender Satz mitgeteilt sei. „Denn— und darin liegt der eigentliche Wert des Prozesses gegen Eccüis und Brandt— alle Welt hat sich auf Grund einer ohne jede Schonung geführten Gerichtsverhandlung überzeugen können, daß die von sozialdemokratischer Seite gegen die Finna Krupp erhobene Anklage in der ungeheuerlichsten Weise aufgebauscht war, daß aber in Wirklichkeit nichts geschehen ist, was Veranlassung geben könnte, da? Ansehen d e r F i r m a K r u p p zu schmälern oder ihr da? fast durch ein Jahrhundert entgegengebrachte Vertrauen zu entziehen. Und ziveitens: Alle Welt hat sich überzeugen können, daß die Firnia Krupp von den b esten A bs i ch te n beseelt war, denn ihr ist es einzig und allein darum zu tun gewesen, den vielen Hundert- taufenden von Menschen, deren Existenz mit dem Gedeihen der Firma Krupp aufs engste verbunden ist, regelmäßigen und aus- lvmmlichen Erwerb zu sichern. Wohl hat sich, um diesen Zweck zu erreichen, der ausführende Beamte in der Wahl der Mittel vergriffen, aber die Leitung der Firma Krupp kann, ivenn man die Motive ihres Handelns unbefangen und loyal beurteilt, keinerlei Vorwurf treffen...." Weiter kann die Verdrehung aller Rcchtsgrundsätze nicht gehen, als sie hier zur höheren Ehre Krupps betrieben wird. Ob Viktor Schweinburg einen hungernden Arbeiter, der sich ein Brot stiehlt, wohl auch die„besten Absichten" nachsagen nnd ihn dainit ent- schuldigen wird, daß er sich nur in der„Wahl der Mittel ver- griffen" habe? Den gleichen Faden wie Schweinburg spinnt der Wirkliche Ge- Heime Rat Dr. Romen im S ch e r I s ch e n„Tag". Romen, der Mann, der der Sozialdemokratie vorwarf, daß sie leichtfertig mit dem Eide umgehe, sucht der Welt dadurch, daß er das Wort Krupp- Prozeß in Anführungsstrichen setzt, weiszibnachen, daß überhaupt von einem Krupp-Prozeß kein Rede sein könne. Er will die Affäre auf eine„Schmiergeldergeschichte gewöhnlichster Art" hinausspielen, an der die Firma Llrupp selbst ganz unschuldig sei. Um das zu beweisen, zitiert er nicht etwa daS Urteil oder die Ergebnisse der Gerichtsverhandlung, sondern die Rede, die der frühere Kriegs- minister V. Hceringen im Reichstag zum Fall Krupp gehalten hat. Heftiges Gepolter gegen die Sozialdemokratie muß bei allen diesen Krupp-Verteidigungeu die Schwäche der Position verdecken. Ver- gebliche Mühe I Der Kundige weiß diese Mühe um die Firma Krupp ganz richtig zu taxieren. Die„Juristischen Tagesfragcn" haben sich übrigens da« Ver- dienst erworben, die Wirkung der Krupptaler an einem Beispiel uäher zu beleuchten. Es handelt sich um den„Berliner Lokal-An- zeiger", der bekanntlich noch während der Verhandlung versuchte, den Staatsanwalt einzuschüchtern und auf diese Weise die Firma Krupp vor unbequemen Fragen und Zeugenaussagen zu bewahren. Die„Juristischen Tagesfragen* schrieben zu den Scherlschen An- griffen auf den Staatsanwalt: .Doppelt peinlich müssen sie aber gerade in diesem Blatte wirken. Denn heute ist es doch wirklich für keinen Kundigen mehr ■ ein Geheimnis, daß die unter den Auspizien deS Landwirtsckiasts- ministerS glücklich beendete Aktion zur finanziellen Ent- lastung des Begründers des„Berliner Lokal-AnzeigerS* ohne die äußerst tatkräftige Mitwirkung der Schwer- und W a f f e n i n d u st r i e, an deren Spitze die Firma Krupp steht, nicht ausführbar gewesen wäre.... Aber die Pflicht des Verlages war es, in diesem delikaten Falle einzugreifen und der Redaktion die äußerste Zurückhaltung aufzuerlegen. Unter keinen Umständen durfte er den Wohltäter des Hauses eher rechtfertige» und koben lassen, als bis der Gerechtigkeit Genüge geschehen war. Er hätte damit nicht nur dem eigenen Unternehmen, sondern der ganzen Presse einen Dienst erwiesen.*' Sütlpol, Mich und Rahm. Aus der Nordmark wird uns geschrieben: Südpol, Milch und Nahm— drei Dinge, die nicht besser zu ein- ander passen als Hering mit Schlagsahne und Himbeeren, wo sollten die zusammenkommen? Wo? In Preußen natürlich, dem Lande der unbegrenzten reaktionären Möglichkeiten! ES weht wieder ein scharfer Wind in der sogenannten Nord- mark. Als im Januar 1S07 der Optantenvertrag die Verhältnisse jener heimatlosen Kinder regelte, die nach 1893 von dänischen Eltern in Schleswig-Holstein geboren waren und also weder die preußische noch die dänische Staatsangehörigkeit besaßen, sah man das als den Beginn einer neuen milderen Aera an, und in der Tat blies der Oberpräsident der Provinz, von B ü l o w, bei einem Festmahl einige Töne auf der Friedensschalmeü Aber wer an die Politik des Seidenhandschuhes geglaubt hatte, den erschreckte bald wieder die ge- panzerte Faust, denn die„Heimatlosen", die vor 1898 zur Welt gekommen waren und deshalb die Wohltat des Optanten- Vertrages nicht genossen, wurden bald auf das rücksichtsloseste ge« knufft und gepufft— der Abgeordnete Haussen wußte bei der Beratung des StaatsangehörigkeitSgesetzeZ im Reichstage Schauer- dinge davon zu erzählen, die auf fast allen Seiten des Hauses Ent- setzen erregten: selbst die Vertreter der Gewaltpolitik gegen die preußischen Staatsbürger dänischer Zunge, s o hatten sie sich die Wirkung dieser Politik doch nicht vorgestellt. Aber in der Provinz selber schivoll dieser scharfe Wind immer mehr und mehr an, und erst dieser Tage hat der Regierungspräsident ll h e r t in einer Fest- rede gegen die„zügellose Agitation von dänischer Seite*„die not- wendigen Gegenmaßregeln* angedroht. Eine neue„Aera Koller* kündigt sich allem Anschein nach für Schleswig-Holstein an, und der Fall A m u n d s e n ist nur die Visitenkarte, mit der sie sich an- meldet. Der„Deutsche Verein* kann sich also ins Fäustchen lachen. Es ist das eine Hetzorganisation, die zur Vergiftung des Nationalitäten- kampfeS in Schleswig-Holstein unendlich viel beiträgt und die politisch auf derselben Höhe steht und mit demselben Terrorismus arbeitet wie der Ostmarkenverein oder der Reichsverband. Die erste Geige spielen in diesem Verein natürlich Beamte, die ihre sub« alternen Uebermenscheninstinkte mit der Brutalisierung Hann- loser Dänen befriedigen können und noch nebenbei rasch Sprossen der buxcaukratischen Leiter heraufsteigen wollen. Und sie steigen rasch! Dr. Hahn, der lauteste Heerrufer im Streit gegen die Dänen, wurde mit dreiundvierzig Jahren Land- gerichtspräsident.in Kiel und das Essen, auf dem Regierungspräsident Uhert seine Scharfmacherrede hielt, galt dem Abschied de- Land- rats von Hadersleben, Dryander, der stets als der Schlimmste der Schlimmen genannt wurde und den man jetzt, in Anerkennung seiner„Verdienste*, in das Ministerium des Innern berufen. Aber selbstverständlich wird die ontidänische Gewaltpolitik nicht von den Beamten allein inspiriert und geführt, sondern sie haben ihren Rückhalt an einer mächtigen Partei, und zloar sind die Konservativen genau so divStützen der sogenannten Nordmarkenpolitik, wie sich die Nationalliberalen als Helfershelfer der sogenannten Ostmarkenpolitik geben. Begreiflich ist eS ja, daß die ostelbischen Junker Dänemark mit dem dumpfen Haß hassen, den Barbaren einem wirklichen Kultur- staat entgegenbringen. Denn diesen ehrenden Titel verdient Däne- morki Sesn Jahresbudget weist für Kulturzwecke im Verhältnis un- gleich höhere Summen auf als die and:rer Staaten. Die all- � gemeine Volksbildung ist denn auch in Dänemark mit seinen zahl« reichen Volkshochschulen so entwickelt wie in keinem, anderen Lande, und auch das muß die Junker zu Grimm und Groll aufreizen, da ' sie in der Dummheit und Unwissenheit der Massen den festesten Stützpfeiler ihrer Macht sehen. In der Tat schrieb die„Kreuz- Zeitung* vor einigen Jahren: Gerade das Veiipiel Dänemarks ist ein schlagender Bc- Iveis dafür, was bei dieser Treibhausarbeit der Ver- breitung von Volksbildung herauskommt. Die äußerste Linke, die sich von der Sozialdemokratie mir dem Namen nach unterscheidet, regiert dort jetzt unumschränkt. Wer ist so kurzsichtig, hier nicht die Finger der unermüdlichen Bildungs- Wüteriche zu sehen, die es endlich so weit gebracht haben, daß . die demokratische Strömung das ganze Land überflutet und einen weiten See daraus macht, aus dem nichts mehr hervorragt. Ein wildes Land wahrhaftig! Es lebe die Dummheit! Aber die Wut der Junker gegen Dänemark und ihre Sehnsucht nach der Politik der knallenden Peitsche in Schleswig-Holstein ent- springt mehr noch als ihrem Kuliurabscheu und ihrem Bildungshaß ihrem unersättlichen Profithunger. Dänemark nämlich ist,.auch ohne Schutzzölle, ein Bauernland, ein Agrarstaat allerersten Ranges. In den letzten vier Jahren, deren Ziffern des„Statistische Jahrbuch für daS Deutsche Reich* mitteilt, hat sich nun die Einfuhr von dänischen Kühen und dänischem Rmd- und Kalbfleisch nach Deutschland ver« doppelt, und ebenso verhält es. sich mit der Einsuhr von Milch und Rahm. Im Jahre 1911 führten wir für 6 Millionen Mark Milch ein, davon für 2 Millionen aus Dänemark, und von den Millionen Mark, die Deutschland im gleichen Jahre für die Ein- fuhr von Rahm zahlte, entfielen gar 22 Millionen auf Dänemark. Nun schreien sich unsere Junker seit langem die Kehlen heiser nach einem Milch- und Rahmzoll, der natürlich die handelspolitischen Be- ziehuugen zu Dänemark noch mehr trüben müßte, als sie xs schon heute sind. Diese ostelbischen Milch- und Rahm- Produzenten haben also ein brennendes Interesse daran, daß die allgemeinen politischen Beziehungen zwischen Deutsch- land und Dänemark so schlecht ivie nur möglich sind, denn von jeder Besserung der politischen Verhältnisse befürchten sie wirtschaftliche Zugeständniffe der deutschen Regierung an Däne- mark. Wenn sich aber Berlin und Kopenhagen wie Hund und Katze gegenüberstehen, dann ist auch. Aussicht auf wirtschaftliche Zurück» dräugung der Dänen, dann kann die Quarantäneschikane an der dänischen Grenze bei der Einfuhr lebenden VieheS noch schikanöser ausgestaltet werden, und verlockend taucht der Milch- und Rahmzoll vor den begehrlichen Blicken unserer Ostelbier auf. Und daS beste Mittel, die Spannung zwischen Berlin und Kopenhagen aufrechtzn- erhalte»; ist die niederträchtige Drangsalierung der dänisch sprechenden SchleSwig-Holsteiner I• Hier liegt der Hund begraben! Darum ist den Junkern die schroffste„Nordmarkenpolitik' noch lange nicht schroff genug, und so schlägt agrarischer Eigennutz die Brücke von Milch und Rahm zum Südpol und zu dem Verbot, daS zur Schande des deutschen Namens seinen Entdecker traf. Diese Schande aber ist mit dem notgedrungenen Rückzug der Regierung in diesem einen Falle noch lange nicht aus- gelöscht. Die Schmach brennt fort, so lange diese scheußliche Nord- markenpolitik dauert. polirilcbe deberlicbt. Tie„Wackes" von Zaber«. Noch immer fehlen zuverlässige, genaue Nachrichten über den Krawall in Zabern: doch muß hervorgehoben werden, daß die elsässische Presse die Vorgänge wesentlich anders dar- stellt, als der offiziöse Wölfische Bericht. So berichtet z. B. der„Elsässer" unter der Ueberschrift„Die Folgen der Heraus- forderung": „Unser gutes altes Zabern, da? seit seiner Erbauung schon manchen Sturm in seinen Mauern erlebte, wird heute die Krone alles deffen gesehen haben, was in„ftiedlicden Zeiten* nur irgendwie denkbar ist. Wer heute gegen 6 und 6 Uhr nachmittags seine Schritte in das sonst so friedliche Städtchen lenkte, glaubte sich in frühere Zeiten zurückversetzt, in denen dem fteien Bürger jedes persönliche Recht genommen und er nur einer„feudalen* Herrschaft Untertan war. Soldaten mit schußbereiten Gewehren, Polizisten, Gendarmen, Feldhüter und Feuerwehrleute in allen Gaffen in der Mitte der Stadt. Der reine Belagerungszustand! Der Grund ein freiherrlicher Leutnant von Forstner, der seine ihm unterstellten elsäfiischen Rekruten in unerhörter Weise beleidigte. Man hätte erwarten sollen, daß der Regimentskom- mandeur Oberst v. Rcutter, ein sehr ritterlicher Offizier, diesen jungen Leutnant, der nicht einmal die nötigen Jahre besitzt, die ihn zu einer öffentlichen Meinungskundgebung berechtigen, sofort seiner dienstlichen Funktionen entheben würde, doch nichts davon. Wie einen Schlag ins Gesicht mutzte man es empfinden, daß der Leut- nant Freiherr von Forstner nach wie vor seinen Dienst ausübte undheute, Sonntag, sogar denOrtsdien st hatte. Gestern abend kam es vor der Weinwirtschaft„Zum Karpfen*. in der sich der Freiherr mit einigen Kameraden befand, zu einer großen Demonstration, und nur dem Platzkommandcur, Oberst v. Reuttcr, der selbst unter der zu Hunderten angewachsenen Volksmenge erschien, eine Ansprache hielt und dann mit einem andern Offizier den Leutnant v. Forstner in die Schloßiaserne führte, ist es zu danken, daß keine verhängnisvollen Zusammen- stöße sich ereigneten. Schon da wäre es einsichtig gewesen, wenn den Herren Offizieren der Befehl geworden wqrc, sich so wenig wie möglich unter der erregten Volksmenge zu bewegen. Statt dessen promenierten einige der jüngsten Leutnants in heraus- fordernder Weise, die Hand am Säbelkopf, unter der erregten Menge." Ucbrigens soll bereits in früheren Fällen der Leutnant v. Forstner, dessen Patent erst vom 18. August vorigen Jahres datiert, sich sehr herausfordernd benommen haben. So weiß die klerikale„Germania" zu berichten: „Zur Charakteristik des Herrn v. Forstner noch folgendes: Dieser Leutnant rief in der Jnstruktionsftunde die Elsäffer nicht anders, als mit der Bezeichnung:„Du Wackes" auf. Der be- schuldigte Unteroffizier Höflich sandte die Elsässer einzeln zu dem Leutnant v. Forstner, wo sie sich mit den Worten melden mußten:„Ich bin ein WackeS." Mit der schönen offiziellen Versicherung, daß Leutnant v. Forstner mit den„W a ck e s" nicht die einheimische Be- völkerung, sondern lediglich die„Strolche" und „R o w d i e s" gemeint habe, stimint diese Meldung schlecht überein, nian müßte denn annehmen, Herr v. Forstner be- trachte alle Elsässer als Rowdies. Am Montagabend ist es in Zabern zu neuen Tumulten gekommen. Die„Franks. Ztg." berichtet darüber: „In Zabern ist es auch heute wieder zu großen Straßen- demonstratio»«» gekommen. Zunächst sammelte sich die Schul- jugend an, die dem Obersten des 99, Infanterieregiments bei einem Versuch, eine Beschwichtigungsrede auf der Straße zu halten, denselben Empfang bereitete wie gestern. Von 7 Uhr an sammelte sich eine hundertköpfige Menge am Eingang der Straße, in der v. Forstner wohnt, und wartete auf den Moment, in dem er sich aus der Kaserne nach Hause begeben würde. Die Menge wuchs gegen 9 Uhr immer mehr an, verhielt sich aber ruhig, von einigen Pfiffen, Schreien und abgebrannten Raketen abgesehen. Ganz unerwartet und ohne jeden ersichtlichen Grund tauchten mit einem Male berittene Gendarmen auf, die rücksichts- los in die Menge hineinritten. Das Bild, das sich in kurzer Zeit entwickelte, gehört zu den denkbar be- schämend st en. Als ob es gelte, die schlimmste Revolution niederzudrücken, jagten die immer aufgeregter werdenden Polt- zisten über die Fahrdämme und Bürgersteige. Ueber eine Stunde lang trieben die Gendarmen die Menge etwa 209 Meter die Straße auf und ab, ein Bemühen, das infolge de? Nebels und der örtlichen Verhältnisse seinen Zweck vollkommen verfehlte. Vereinzelt wurden Steine geworfen und Verhaftungen vorgenommen. Einmal wurde aus der Menge heraus ein Schuß in die Luft abgegeben. Fünf Schritte vor mir wurde ein Mann verhastet, der der Aufforderung, weiter zu gehen, nicht in dem- selben Momente Folge leistete, in dem sie erging. Fünf Schutz- leute bemühten sich um ihn, und als die Menge gegen sie vor- ging, kamen überdies noch drei Berittene hinzu. Die ganze Aktion der Polizei ließ große Aufregung und Hilf- losigkeit erkennen. Um 19�> Uhr etwa schien die Polizei endlich das Zwecklose und Fruchtlose ihrer Bemühungen einzu- sehen und zog sich kurz darauf zurück. Vielleicht noch eine halbe Stunde johlte und pfiff die Menge, und um 11)4 Uhr lag der Schloßplatz verhältnismäßig ruhig da." Die Präsidentenwahl im sächsischen Landtage. Die nationalliberale Fraktion scheint sich den Befehlen der Konservativen fügen und dafür sorgen zu wollen, daß kein Sozialdemokrat in das Präsidium des sächsischen Landtages gewählt wird. In der„Sächsischen nationallibcralen Korre- spondenz" veröffentlicht der Vorsitzende der nationalliberalen Fraktion, der Abg. Hettner, einen Artikel, in welchem er dar- legt, daß die nationallibcrale Fraktion an dem Standpunkt festhalte, den sie bereits in der vorigen Session des Landtages zur Präsidentenwahl eingenommen habe. Sie werde also auch dicsnial nicht für einen Sozialdemokraten stimmen. Wenn auch eine Einigung über die Besetzung des bisher von den Sozialdemokraten innegehabten Schriftführerpostens noch nicht erzielt ist, so sei doch zu hoffen, daß unter den bürger- lichen Parteien eine Einigung herbeigeführt werden könne. Die Konservativen wollen also sowohl gegen den Genossen Fräßdorf als Vizepräsidenten, wie auch gegen den Genossen Meißner als Schriftführer des Landtags stimmen und damit den Wünschen der Konservativen Rechnung tragen, die ihrerseits wieder darauf verzichten, Ansprüche auf den Posten des ersten Präsidenten zu erheben. Herr Euler und die Zentrumspreffe. Der größte Teil der Zentrumspresse ignoriert kurzweg die gegen den Zentrumsabgeordneten Euler erhobenen Anschuldigungen; die wenigen klerikalen Blätter aber, die meinen aus irgendwelchen Gründen an der übel duftenden Kloake nicht vorübergehen zu dürfen, stellen die eigenartigen Praktiken des frommen Herrn als reine Privatangelegenheit hin, welche die Oeffentlichkeit nichts angeht. Zuerst hat sich, soweit wir zu ersehen vermögen, die„Wekif. Volksztg." in Bochum mit Herrn Eulers geschäftlicher Ausnutzung seiner Stellung als frommer Zentrumsabgcordneter beschäftigt. Das Blatt meint:„Wenn die Z e n t r u m s p r e s s e sich zu der An- gelegenheit bisher nicht geäußert hat, so lag das daran, weil man zunächst Aufklärung seitens des Angegriffenen erwartete." Man wisse ja.„daß die Sozialdemokratie, wenn es gilt, dem Gegner einen Hieb zu versetzen, es mit der Wahrheit für gewöhnlich nicht sehr genau nimmt." Das Blatt verheimlicht natürlich seinen Lesern, daß die ganzen Anklagen sich nur auf dokumentarisches Material, näm« lich auf von Euler selbst geschriebene, im Worilaut ver« öffentlichte Briefe, stützen. Die„Mülheimer Volkszeitung* in M ü l h e i m a. R h e in, in deren nächster Nachbarschaft Euler wohnt, nennt EulerS Briefwechsel „nicht immer sehr erbaulich*; sie hält„eS auch nicht für unbedeiik« lich, daß ein Abgeordneter in dieser Weise unter Benutzung seines Emflusses, den er durch seine parlamentarischen Mandate erhalten hat, für eine Bersicherungsgesellschaft tätig ist: aber Unehren- hast war die Tätigkeit des Abgeordneten Euler. wie sie sich aus dem Briefwechsel ergibt, nicht.' Ueber Geschmack läßt sich mit einem Blatt von den Oualitäien deS Mülbeimer Zentrumsorgans nicht streiten. Bei der Bewertung des Treibens des klerikalen Parlamentariers wird man andere Sach- verständige hören müssen. Und da sei darauf hingewiesen, daß bei- spielsweise die„Frankfurter Zeitung* Enlers Vorgehen als„eine politische und parlamentarische Korruption* be- zeichnet; die öffentliche Meinung müsse„einen so schweren Miß- brauch auf daS schärfste verurteilen". Am Sonnabend brachte auch die„Germania* ihre erste LebenSäußerung im Fall Euler, und die Dortmunder„Tremonia* vom letzten Montag enthält die gleiche Notiz, die anscheinend aus einem Korrespondenzbureau stammt. ES wird getagt, daß die Borwürfe gegen Euler von seiner Betätigung„als früherer Reichstagsabgeordneter* herrührten. Diese Fassung mutz die Leser irre führen, denn Eulers Treiben, das sich auf einen Zeitraum von acht Jahren erstreckt, spielt sich vom Anfang bis zum Ende während des Besitzes seines ReichStagsmandalS ab. Weiter meint die„Germania", es handle„sich zunächst um eine Privatangelegenheit schäfte zu machen und den politischen Gegner zu verdächtigen. Die Beweisführung wurde zwar abgelehnt, im Plaidoyer jedoch der Ab- geordnete Welterlä als derjenige bezeichnet, der zuerst den Namen Grumbach in Verbindung mit dem Wort politischer Spitzel nannte. Jugendbewegung. Die kaiserliche Gnadensonne. Am Sonntag wurde auf Fort Spitzberg der Festung Silberberg i.Gchl. ein Erhotungs- und UebernachtungSheim für den Jungdeutschlandbund eingeweiht, da« der Kaiser ge- stiftet ha». Interessant ist, datz die bürgerliche Presse über das Heim selbst und seine Räume kein Sterbenswörtchen bringt, dagegen führt sie alle die hohen Herrschaften auf, die dem Häuschen die rechte Weihe verleihen sollten. Da waren erschienen: Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen mit Gemahlin, Oberpräsident der Provinz Schlesien V. Guenther, Generalfeldmarschall Freiherr v. d. Goltz, General der Kavallerie z. D. Freiherr». Spisfing, General der Infanterie z. D. v. Wohrsch, Vertreter der Militär- und Zivilbehörden und der Stadt Breslau, die Mitglieder des Präsidiums des Jungdeutschlandbundes u. a._ Nach katholischen und evangelischen Predigten durch die Orlsgeistlichen sprach der Vorsitzende deS Provinzialverbandes der Provinz Schlesien des Jung« deutschlandbundes. General Freiherr v. Seckendorff, dem Kaiser den Dank für die Stiftung aus. Oberpräsident v. Guenther teilte bei der Gelegenheit mit, datz der Kaiser einer Anzahl Personen, die sicd um die Jungdeuffchlandbewegung in der Provinz Schlesien verdient gemacht haben, Orden verliehen hat. Eine BezirkS-Jugendkonferenz für SchlcSwig-Holstein und Lübeck tagte am Sonntag, den 9. November in Neumünster. Die Konferenz war besucht von 59 Personen, darunter 43 Vertretern der örtlichen JugendauSschüsie. Zurzeit bestehen in der Provinz 15 örtliche Jugendausschüsse, bei denen 1953 Jugendliche gemeldet sind. Dazu kommen noch 654 Jugendliche in fünf schleswig-holsteinischen Orten, die der Hamburger Jugendbewegung angeschlossen sind. Die Konferenz beschlotz ein Statut des BezirkS-JugendausschusseS. Genosse B i l l i a n- Kiel sprach in eingehendem anregendem Vortrage über MldungSarbeit bei der Jugend im allgemeinen. Genosse W i ltzcl m- Kiel gab eine Reihe von praktischen Vorschlägen für die Erziehung und Unterhaltung in den Jugendheimen. Genosse R i st a u- Kiel besprach die Hindernisse, die unserer Jugendarbeit entgegenstehen und machte Vorschläge, wie ihnen zu begegnen ist. Die Arbeit für die Jugendbewegung im nächsten Jabre skizzierte Genosse Adler- Kiel. Der Bezirks-Jugendausschutz wurde von der Konferenz ermächtigt, zur Beschaffung eines LichtbilderapparateS und wegen gemeinsamen Be- iorgenS von Referenten und Künstlern mit der Bezirksbildungskommission Hand in Hand zu arbeiten. Weiter wurde beschlossen, eine Bezirlsleih- bibliothek zu schaffen, deren Bestünde benutzt werden sollen, um den einzelnen Jugendausschüsscn fortwährend geeignetes Material zum Vor- lesen zu sichern. Der Bezirksausschutz soll die BildungSkommissioncn der einzelnen Orte zu Vorträgen für Jugendliche über achtzehn Jahre veranlassen. Auch soll der Bezirksausschuß fortlaufend statistische Er- Hebungen über die Jugendbewegung und ihre Arbeiten im Bezirk und in den einzelnen Orten veranstalten. Der Beitrag der örtlichen Jugendausschüsse wurde auf 5 Proz. der jährlichen Einnahme fest- gesetzt. Als Sitz des Bezirksjugendausschusses wurde wieder Kiel, als Vorsitzender Genosse Adler- Kiel und als Kassierer Genosse Billion- Kiel wiedergewählt. Mit d« Konferenz waren vier recht lehrreiche Ausstellungen verbunden, in welchen die Schund- literatur, die gute Jugendliteratur, Spiel- und Wandergeräte und die Gefahren des Alkoholismus veranschaulicht wurden. Arbeiterjugend vor Gericht. Das Vorgehen des Bayreuther Stadtmagistrats gegen die Ar- beiterjugendbewegung hatte ein Nachspiel vor dem dortigen Schöffen- gericht. Schon vor zwei Jahren wurde ein Jugendverein gc- gründet, der aber von der Polizei unmöglich gemacht wurde, weil es ein„politischer" Verein sein sollte. Im vergangenen Sommer wurde neuerdings der Versuch gemacht, die proletarische Jugend- betvegung zu sammeln und weiter zu bilden; dabei wurde, um der Behörde jeden Anlaß zum Eingreifen zu nehmen, von der Grün- dung einer besonderen Organisation abgesehen, es sollten nur ge- meinschaftliche Spiele, Vorlesungen, Vorträge und dergleichen ver- anstaltet werden. Als Jugendheim wurde ein Lokal im Anwesen der„Fränkischen Volkstribüne" zur Verfügung gestellt. Die Schul- bchörde verbot jedoch den Fortbildungsschülern den Besuch dieser Veranstaltungen, selbst die Teilnahme an Ausflügen in Gesellschaft Erwachsener, indem sie ohne jeden Beweis das Vorhandensein eines politischen Vereins behauptete. Diese Verfügung löste unter den Eltern große Empörung aus, der die„Fränkische Volkstribüne" in mehreren Artikeln Ausdruck verlieh. Dabei wurden die Urheber dieses Vorgehens, der Schulrat Kesselring und der Rechtsrat Keller, schärf angegriffen, ivorauf beide zum Kadi liefen. Die Anklage stützte sich in der Hauptsache auf eine Wendung eines Artikels: „Mit einem Ausnahmegesetz kann jeder Esel regieren," In der Verhandlung wurde erwiesen, datz weder'ein Verein bestand, noch im Jugendheim Politik getrieben wurde, womit also das Ungesctz- liche der Maßnahme dargetan ist. Der angeklagte Redakteur, Ge- nasse Puchta. wurde im Falle Kesselring zu 60 M., im Falle Keller zu 120 M. Geldstrafe verurteilt. I*ctzU IHadirichten. Die Untersuchung der„Wackes"-Affäre. Um die öffentliche Meinung zu beruhigen, ist schneller, als sonst zu geschehen pflegt, von der vorgesetzten Behörde des Leutnants Freiherrn von Forstner eine Untersuchung an- geordnet worden. Wolffs Telegraphisches Bureau verbreitet darüber folgende Darstellung: Strasburg, 11. November. Das Generalkommando hat eine Untersuchung über die in der Presse besprochenen Vorfälle beim Jlffanterie-Regiment Nr. 99 in Zabcrn angeordnet, bei der samt- liche Zeugen gerichtlich vernommen sind. Die Untersuchung hat ergeben, datz Leutnant Freiherr von Forstner beim Exerzieren am 28. Oktober dieses Jahres einen wegen unerlaubten Waffentragcns und groben Unfugs vor seinem Diensteintritt bestraften Rekruten in Gegenwart der Korporalschaft ermahnt hat, Streitigkeiten mit Zivilpersonen und Schlägereien zu vermeiden. Dabei sagte er ihm folgendes:„Nehmen Sie sich in acht, wenn Sie jetzt allein in die Stadt gehen, Sie scheinen zu Schlägereien zu neigen und können in Zabern leicht zu einer solchen kommen. Hemmen Sie also Ihren Tatendrang." Hieran knüpfte er eine Belehrung, wie der Rekrut sich dagegen zu verhalten habe, wenn er angegriffen wird, und sagte ihm:„Wenn Sie aber angegriffen werden, dann machen Sie von Ihrer Waffe Gebrauch; wenn S'c dabei so eine« Wackes niederstechen, dann bekommen Sie von mir noch 16 Marl." Der Korporalschaftsführer fügte hinzu:„Und von mir außerdem noch 3 Mark." Aus diesem Zusammenhang geht hervor, datz e» aus- geschlossen ist, daß der Leutnant mit dem gebrauchten Ausdrucke die elsäffische Bevölkerung allgemein bezeichnet, datz er vielmehr mit dem Ausdruck„so einen Wackes" nur streitsüchtige Persdnlichkeite» und Raufbolde gemeint hat. Die Untersuchung hat also selbst nach dieser offiziösen Darstellung einwandsfrei ergeben, daß Leutnant v. Forstner sich genau so geäußert hat, wie vs allgemein dargestellt wurde. Nu? versucht man auch jetzt noch, deni Sinn dieser Worte eine andere Deutung zu geben. Nicht die elsässische Bevölkerung im allgenieinen, sondern nur„streitsüchtige'Persönlichkeiten und Raufbolde" sollten mit dem Ausdruck„Wackes" getroffen werden. Selbst wenn man dieser Aussage Glauben schenken wollte, läge doch noch in der Ankündigung einer Belohnung für einen eventuellen Totschlag eine Frivolität ohnegleichen. Ter elsässischen Bevölkerung wird man es aber nicht verübeln können, wenn sie den Ausspruch allgemein auf sich bezieht, deim der Ausdruck„Wackes" ist besonders gern von den preußischen„Germanisatoren" als Spottname gebraucht worden, und nicht nur nüt Bezug auf radauluftige Elemente. Siegreiche Stadtverordnetenwahlen. Forst(Lausitz), 11. November.(Privattelegramm des „V o r w ä r t s".) Bei der heute stattgeftindenen Stadtverordneten- Wahl wurden im ganzen 2900 Stimmen abgegeben. Davon er- hielten unsere Kandidaten 1900 Stimmen. Sämtliche fünf Kan- didaten wurden gewählt» und ist die Sozialdemokratie einschließlich der bereits gewählten sieben Stadtverordneten nunmehr im «efitz der ganzen dritten Klasse. | Todes-Anzeigen j Sozialdemokratischer Watilverein F. d. 6. Beri. Reiehsiagswahlkreis Am 8. d. M. verstarb unser Genosse, der Maurer Xuxust Tresckolvstr. 5i, Ehre seinem Zlndenkc»! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags S Uhr, vom Trauerhausc aus nach dein Maricnkirchhos, Prenzlauer Allee?. statt. 232/3 Um rege Beteiligung ersucht Ter«orstaiid. Deutscher Transiiortarheiter- Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, das! unser Kollege, der Droschen- kutscher kriedricd Freund am 9. d. Mts. im Alter von «0 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung sindct am Mittwoch, den 12. d. MtS., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- alle des MarkussricdhojeZ, Wil- elmsbcrg, aus statt. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Kohlen- arbeitcr Ferdinand IKiede am 9. d. MtS. im Alter von •16 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Miltwoch� den 12. d. MtS.. nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle deS Lichtenbergcr Fried- hoseS, Lückstrafie, aus statt. Ehre ihrem Andenken l 69/12 Hie Bezirksverwal tung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Montag, den 1it frei von schädlichen iVIIIU Substanzen r�SIr» der beste Schnupstabak der «»VVIUF Gegenwart und Zukunft IUISIm wird nach altbewähricni »»IIIT? UVsähr. Rezept hergestellt IKilO kostet die Dose 19 Ps. durch den Zigarrenhandel � beziehen lleDSsFll-WM liir Detilseiilzgd 5. Hunil Ilggssen- lilill leheh- Kenelel-itgenllilen Boi-IIa 87. TeI.Moabit»1S7. MohrenstcSI Kolonnauerv Qr rronKfurfentr 115 Trauer Magazin Kleia?r,(1iite öc 3»" AuUer5tePrti3«"«c .. farbige KonfeKfion in gröfMem Maßstäbe Zu bfl llgsten -Preisen-- Westmann ftrifeg, hm 14. NMNlhcr, ihciihs 8'/= Jt|t, ünb™ 2 offentl. Versammlungen in ber Niebeck Brauerei, Frankfurter Allee 53/S5, und im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, statt. Tagesordnung: Jlassenstreikproblerae". Referenten sind die Genossen ÜÜQ RCUtCF und ÄU[[llSt NCUtUdDH. Parteigenossen! Gewerkschaftler! Männer und Frauen! Beweist durch Massenbesuch, daß ihr Interesse für diese wichtige Frage habt! 291/5 Der Cinberufer: Otto Berg, Westend. Königin Elisabcth-Straße 53. ------ m frelrcliglofe Gemeinde. Freitag, den 11. November, abends S1/, Uhr. in ,Alt-Berlin", Blumenstraste 10: Bcfchllcßcnclc Vcrfammtung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Internationalen Freldcnkcr-Kongreß zu Lissabon. 2. Beschlußfassung über den Austritt ans dem Bunde sreireligiöser Gemeinden. 3. Wichtige Miticiluligen des Vor- stände?. 4. Verschiedenes. � 55/18 Die Mitgliedskarte ist vorzuzeigen. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norde» 185, 1239, 1987, 9714. Donnerstag, den 13. November 1913, abends 8'/, Uhr, im Volkshaus, Charlottenburg, Rosinenstr. 3: Sk!irhs«ttsWmiii»g für EHirliiteiihvrg. Tagesordnung: Fortsetzung der Beratung der Anträge zur Generalversammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.. Donnerstag, den 13. November 1913, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaftshaus» Engelufer 13, Saal 1: « Versammlung sämtlicher Metallarbeiter der Wagen- und Karofseriefabriken. Tagesordnung: Stellungnahme zum Darifvertrag. DaS Erscheinen aller Kollegen ist dringend erforderlich. 129/19 Metallarbeiter-Notigkalender 1914, Stück 99 Pf., find i» Bureau und dei den Bezirktkasfierer» zu habe». Die Ortsverwaltnng. Teri Ifir nalnrpiie Ute- M Heilveise --------- Neukölln.---------- Freitag, de« 14. November ISIS,«dend»»>/, Uhr,-MW in den.Vürgersitlen', Bergstrnhe 117: Groüc Vcrfammlung. Tagesordnung: 294/7 Vortrag des Herrn Kr»«»«?. Naturheilkundiger: Welche Vor- teile dirtet die naturgemSste Heilweike gegenüdee der«tedizin? Hierzu find die Herren Aerzte der Medizin schriftlich eingeladen und haben freien Eintriit. Mitglieder haben gegen Vorzeigung der Karte freien Eintritt. Gäste zahlen 19 Pf._ RctKeran. Zahlxtrlle Berlin. Tonnerstag, den 13. November, abends 8 Uhr, im grasten Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 38/33: General- Versammlung Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht vom 3. Quartal.— 2. Abänderung des OrlSstaiuts. Vorschläge zum Sauvorstimd.— 3. VcrbandSangelegenheiten. 1. Verschiedenes. Sttr" mtglleAckbneh leffltlmlert.-MW Die Versammlung wird pünltlich'/-S Uhr eröffnet. Zahlreichen Deluch erwartet 25/5 Bio OrtaTerwaltnnc. Die Wahl deS Beisitzers zum VerbandSvorsland findet TonneeStag, de» IS. November 1913. in den Arminhallen, Kommandanten- straste 58;5ft, von 5—19 Ufcr abends statt. Vorgeschlagen sind die Kollegen Bölke, Herzog. Krüger, B i n k e l imd die Kollegin Frau F r i t s ch e. Zu wählen Ist ein Beisitzer. vi« reellsten nnd billigsten Möbel und Polnterwaren erhilt man ra Kase-preisen in ä«r seit 85 Jahren bestehenden Möbelfabrik von A. Schnlz, Reichenborger StraSe 6. Größte Auswahl in allen Holz- nnd Seilarten mit zehnjähriger Garantie.<5 Proz. Kassaskonto. i Ev. auf Ratenzahlung in geringer Menge dem Wasch wasser zugesetzt, gibt ein erprobtes Haarwasser, das in seiner Wirkung die teuren Spezialitäten weit übertrifft. Grüne Flaschen in weißer Hülle von 85 Pf. an. Griskrankettlmsse der Maschineubau-Ardeittr und vemundtkn Gewerbe zu Berlin. Die ordentliche General-Versammlung der Verlreier der Arbeitgeber und Arbeitnehmer findet am TicnStag. d. 25. November d. I., abends 8'/, Uhr, int Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. stalt. Tagesordnung: 1. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Jahresrcchnung für das Jahr 1913. 2. Bericht des Vorstandes über die Nichtzulassung der Kasse und da» Ergebnis der Beschwerde beim Herrn Minister für' Handel und Gewerbe. 3. Verschiedenes. Ansragen und Bcichwerden, zu welche» die Einsicht in dicKassenbüchcr notwendig ist. müssen mündlich oder schriftlich behuss Beantwortung derselben in der Generalversammlung bis zum 33. November dem Vorstände mitgeteilt werden. Da dies die letzte Generaloecsamm- lung ist, werden die Herren Vertreter ersucht, zahlreich und pünktlich zu er- scheinen. Das Mandat legitimiert. Berlin, den lt. November 19t3. Bei1 Topntand. Frz. Schuld! H. Kurrle Vorsitzender. 2932b Schriftführer. Orts- Krankenkasse der GÜrtlkl i» ÖCtlil Zu der am Dienstag. den 18. d. MtS., abends 6 Uhr, im Märtische» Hof, Admiralstr. 18o, stattfindenden sußeronientlicken GensralTersammlung werden die Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Kassenmitglieder hiermit crgebcnst eingeladen. Tagesordnung: In getrennter Veriaminlung: 1. Wahl von 2 Mitgliedern deS Vorstandes auS den Reihen der Arbcitiichmcr. In gemeinsamer Versammlung: 2. Bcichlußsassung über die vom Oberversichcrungsaint gemachten Ab» önderungen des Statuts.— 3. Bc. schlußsaisung über den Beitritt der Kasse zum Gewcrtskrantcnvcrein.— 4. Wahl der Prüfungskommission zur Abnahme der Jahresrcchnung 1913. — 5. Verschiedenes. Anfragen und Beschwerden, zu denen die Einficht der Geschäftsbücher erforderlich ist, sind dem Vorstande bis zum 15. d. MtS. schriftlich zu unierbreiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Eine Vertretung ist unzulässig. Berlin, den lt. November 1913. Bpp Vopatand. E w. L i e s a ck, Vorsitzender. ArkeiternM Die Muslerwohnung int GeWerk- schajtsbausc ist geschlossen. ES können die Möbel aber an jedem Wochentage bis 7 Uhr abends in der Fabrik 20 Zeughofstrafie 20 besichtigt werden.• Sonntags nur nach vorheriger Anmeldung. Teilzahlungen werden zu den bekannten Bedingungen ge- währt. Verantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantm. Uh. Glocke. Deri-n. Druck».«erlaa.VorwärtSBukhsr ,»«erlagSanstaH WaulTtngerVEo..LerlinSW. H.erzu Z vetlogrn u.Unicrhaltuvasbk Nr. 298. 30. Jahrgang. t KeilM des Jotnörts" Setlinet Wldsdlsll MMoch, 12. November 1913. GewerkfcbaftUcbca. Die Canfverträge im Rolzgewcrbe. Bei der großen Tarifbcwegung im Hvlzgewcrbe im der- flosienen Frühjahr ist durch die Vermittelung eines Unparteiischen, des Frhr. v. Berlepsch, der Kampf dadurch vermieden worden, daß über die grundsätzliche Frage der Vertragsgrnppierung ein Kompromiß herbeigeführt wurde. Während es bisher im Holzgcwerbc bei vierjähriger Vertrags- dauer vier Vertragsgruppen gab, soll es deren in Zukunft nur noch zwei geben. Der Schiedsspruch des Frhrn. v. B c r l e p s ch besagt darüber: � Tie Vertragsdauer der jetzt zur Verhandlung stehenden Städte läufl bis zum 15. Februar 1917. Die Zusammenlegung der Gruppen von 1914, 13 und 16 auf 1916 erfolgt unter folgenden Bedingungen: 1. Die Verträge des Jahres 1914 werden beiderseits nicht gc- kündigt und laufen somit vis 15. Februar 1915 weiter. 2. Es wird allen Lertragsarbeilern dieser Orte am 15. Februar 1914 eine Lohnerhöhung von 2 Pf. pro Stunde resp. eine dem- entsprechende Erhöhung der bestehenden Alkordpreise und Akkord- tarife gewährt. 3. Die Verträge des Jahres 1916 werden im Jahre 1913 mit zur Verhandlung gestellt. 4. Im Jahre 1915 werden alsdann für alle diese Orte neue Verträge mit dem gemeinsamen AblaufSicrinin am 15. Februar 1919 abgeschlossen. 3. Die so geschaffene Zweiteilung der Vertragsgruppen mit je vierjähriger Vertragsdauer wird als rechtmäßiger Zustand beiderseits anerkannt." Die Verträge des Jahres 1911, von denen unter 1. die Rede ist. hätten, wenn nicht der Schiedsspruch anders be- stimmte, am 16. November d. I. zum IL. Februar 1911 gc- kündigt werden können. ES känicn hierbei 12 Orte mit 7006 Arbeitern in Betracht, und zwar Altenbnrg, Angernründc, Augsburg, Bahrcuth, Dessau, Eisenberg. Okra, Göppingen, Greiz, Ingolstadt, Kaiserslauterir, Königsberg, Landsbcrg a. W., Lassan, Mellenbach, Mühlhausen i. Thür., Nanniburg, Plauen, Quedlinburg, Rcgensburg, Rostock, Staßfurt. stcmh'cim a. M., Stendal, Stuttgart, Trebbin, Tilsit, Ulm und Wittenberge. Bevor der Kündigungstermin herankam, mußte der Vor- stand dcS Holzarbeiter-Verbandes von der Unternehmer- Organisation Garantien dafür verlangen, daß auch die Unter- nehmer aller Orte die Verpflichtung anerkennen, aiu 13. Fv- bruar die 2 Pf. Lohnerhöhung usw. zu bezahlen, andernfalls die Arbeiter sich zu überlegen hatten, ob sie die Verträge kündigen wollten oder nicht. Tic Zcntralvorslände beider Organisationen kamen überein, den beteiligten Ortsvcrbänden einen Nachtragsvertrag zur Unterschrift vorzulegen, in welchem die Anerkennung des Schiedsspruches in unzweideutiger Weise zum Ausdruck kommt. In den meisten Orten sind diese Unterschriften bereits geleistet worden, nur in einigen Orten möchten die Unternehmer sich an den festgelegten Bedingungen vorbeidrückcn. Dem Vorstand des Unternchmerverbandes ist wiederholt von dieser Tatsache Kenntnis gegeben worden mit dem deutlichen Hinweis auf die daraus resultierenden Konsequenzen. Es muß anerkannt werden, daß von ihm alles geschehen ist und noch geschieht, um den getroffenen Vereinbarungen Geltung zu verschaffen und es ist daher zu erwarten, daß sich auch die bis jetzt noch sträubenden Unicruchiner den Beschlüssen ihrer Organisationen fügen werden. Uni jedes Mißverständnis auszuschließen, ist folgendes schriftlich festgelegt: Vereinbarung der Zentralvorstände. Nachdem die beiderseitigen Vecüände dem Schiedsspruch des Freihsrrn v. Berlepsch voni 8. Februar 1913 ihre Zustimmung ge« geben haben, sind sämtliche Bestimmungen desselben für die Mit- gliedcr und Ortsverbände beider Organisationen als bindendes Recht zu betrachten. Es gilt demnach insbesondere, daß alle Per- träge, die zwischen den beiderseitigen Körperschaften bi' zum Jahre 1914 abgeschlossen waren, bis zum 15. Februar 1915 weiter- laufen, und daß allen Vertragsarbeitern dieser Orte am 13. Fe- bruar 1914 eine Lohnerhöhung von zwei Pfennig pro Stunde, resp. eine demcntsprcchcnde Erhöhung der bestehenden Akkordpreise und Akkokdtarise zu gewähren ist Diese Bestimmungen haben für alle diese Orte genau so wie der übrige Inhalt der Perträge volle RechtSlvirksamkeir und sind in gleicher Äeise wie die Verträge selbst durchzuführen. Die beiderseitigen Zcntralvorsiände verpflichten sich gegenseitig, ihren Mitgliedern in allen Orten— auch sotveit vorläufig die Unter- schrift der Nachträge»och nicht vollzogen ist— die strikte Erfüllung der in dem Schiedsspruch festgelegten Bedingungen zur unabweiSlichen Verpflichtung zu machen. Diesenigcu örtlichen Verbände, welche die Nachträge noch nicht unterzeichnet und an die Vorstände zurückgeschickt haben, werden nochmals ausgefordert, dies nunmehr unverzüglich nach- zuholen. Berlin, den 8. November 1913. Für die Zentralvorstände: gez. E. Rahardt, gez. A. Neu m a u n. In gleichem Sinne hat der Vorstand des Schutzvcrbandcs in der neuesten Nummer der„Fachzeitung" eine Bekannt- machung an die Unternehmer erlassen, in der unter Bezug- nähme auf die statutarischen Bestimmungen und General vcrsammlungsbeschlüsse des Schutzvcrbandcs konstatiert ivird: „Es kann hiernach keinem Zweifel unterliegen, daß die Einzel- m-tgliedcr und Bczirksverbändc an die obigen Bestiinmungeil(des SchiedSivruchs) gebunden find, ohne Rücksicht darauf, ob sie ihr Einverständnis hiermit durch NamenSunterschrift zum Ausdruck bringen oder nicht. Die Unterschrift Hai lediglich eine formale sanklionicreude Bedeutung." Somit konnte die Frage der cventuellclt Vertragskündigung in diesem Jahre auf sich beruhen bleiben. Die Arbeiter erhalten ohne weiteres am 13. Februar 1911 ihre 2 Pf. Lohn- erhöhung. Unter Berücksichtigung der allgemeinen geschäftlichen Situation wird man dieser Seite gewerkschaftlicher Aktion die Anerkennung nicht versagen können. Boi-Un und Umgegend. Mißstände im Ofthafcn. In einer äußerst startbesuchten Versammlung der Speichcrei- und Hafenarbeiter führte II t h e ß vom Transportarbeiterverbande aus, daß in dem neu eröffneten Berliner Osthafen Arbeiter unter dem in anderen privaten Speichercibetrieben geltenden Tariflohn von 33 Pf. pro Stunde bezahlt wurden. Im Osthafen würden zurzeit Arbeiter nach kurzer UiiterrickilSerteiluug als Kranführer gegen einen Stundenlohn von 45 Pf. beschäftigt. In den genannten Speicherei- betrieben �sowic auch in größeren industriellen Werken werden für diese immerhin verantwortliche Arbeitsleistung nickt allein nur eine längere Ausbildung der Kranführer benötigt, sondern die Bezahlung sei auch eine weit bessere. In den privaten Speichereibetriebcn er- halten die Kranführer den tariflichen Lohn von 55 Pf. pro Stunde. Der Redner gab der Befürchtung Ausdruck, daß schließlich die Be- triebssicherheit durch dieses System Schaden erleiden könne. Tie Tatsache, daß in dem Betriebe Les Osthafens billigere Arbeitskräfte zur Einstellung gelangten, hätte weiter dazu geführt, daß sich die übrigen Spcichcreibefitzer bereits an die Vertvaltnug des Verbandes gewandt hätten mit der Erklärung, daß mit Rücksicht auf diese Tat- fache und mit Erwägung der geschäftlichen Koiikurcnz. welche ihnen durch de» Osthafen entstehe, auch sie nicht mehr in der Lage seien, künftig die tariflichen ilohnsätze innezuhalten. Tie Betriebsleitung des Osthafens beziv. der Magistrat von Berlin müsse deshalb seitens der Spcrcherarbeiter Berlins veranlaßt werden, iir den städtischen Hafenbetrieben den beschäftigten Arbeitern die tariflichen Löhne zu zahlen. Andernfalls würde der Magistrat dazu beitragen, daß die 2cbeit?lage der Speicherarbeiter hernbgedrnckl würde. Als sienerzahlcnde Bürger müßten sie nichr nur allein gegen die Maßnahme der Hasenverwaltung protestieren, ioiidern auch durch einmütigen und festen Zusammenhalt an den Transportarbeiter- Verband sich energisch gegen eine Verschlechterung ihrer Lebenslage zur Wehr setzen. In der Diskussion wurde den Ausführungen des Redners nicht nur beigepflichtet, sondern sie wurden noch in vielen Punkten ergänzt. In einer zum Schlüsse einstimmig zur Annahme gelangien Resolution sprechen die Versammelten ihr lebhaftes Bedauern darüber aus. daß die HafenbetricbSvcrwalrung in der jetzigen Zeit der großen Arbeitt- losigkeit unter den üblichen' Tariflöhnen einstellr und fordern, daß die Verbandsverwaltung Schritte bot dem Magistrat uiiternimmi, wodurch der Gefahr der Herabsetzung der Löhne entgegen- getreten wird. �_ Zum Streit der Van- und ArbeitStutscher der Firma Theodor T ch in i e d i g e u ist zu berichten, daß derselbe unverändert weiter besteht. Die Arbeitswilligen, welche jetzt RauSreißcrdicnste leisten. sind keine Arbeiter und Kutscher, welche die streikenden ersetzen können. Daß sick dieselben bewußt sind, welche Rolle sie als Arbeits- willige spielen, beweist die Tatsache, daß sie HaitSmitbewohnern und Arbeitern, mit welchen sie zusammenkomme», da? Märchen erzählen, der Streik fei mit vollem Erfolg für die Kutscher und Arbeiter be- endet. Wie wir oben mitgeteilt haben, ist daS nickt der Fall, son- der» die Streikenden haben mit Herrn Th. Schmiedigen einen sehr harten Kampf zu führen, und der Arbeitgeber setzt alles daran, Fuhrherrn zu bekommen, welche die Streikarbeit fahren. Wir lassen die Liste der arbeitswilligen Arbeitgeber folgen: Karl K a c d i n g. Berlin, Eulerstr. 2; Adolf K e i t e l. Berlin, Emdener Str. 49 Adolf Valentin, Berlin, Prinzcn-Allec 53: Ernst W i l d e n h a i n, Berlin, Müllersir. 49- Gustav F i u k e, Reinickendorf, Walderseestr.flL: Ferdinand H e i n tz e, Reinickendorf, Grüner Weg 1; E. I. K a c z o« rowSki, Reinickendorf. Walderiecsir. 19; Hermann M e i n e k e, Plötzeniee, Am Spandauer SchifiahrtSkanal; Wilhelm Peters, Plötzensee, Am Spandaucr Schiffahrtskanal und Adolf Brehme, Reinickendorf, Marlftr.' 33/34. Es sei noch ganz besonders darauf hingewiesen, daß den Kutschern, Ivelche für die P a r k V e r w a l t u n g gefahren haben, 1 M. pro Tag unter dem Tarif bezahlt wurde. Herr Th. Schmiedigen wurde hier- über betragt und gab die Antwort, die Stadt Berlin bezahle zu wenig für die in Frage konmiendan Gespanne und er könne ans seiner Tasche nichts zulegen. Was sagt die Stadt Berlin hierzu? Die Streikenden haben beschlossen, fest zusammen zu halten, bis sie ihr Recht erlangt haben und der Herrenstandpunit des Herrn Th. S ch m i e d i g e n gebrochen ist. Achtung, Tapezierer! Die Differenzen bei der Firma L. Groß. Friedrichstr. 24, sind beigelegt. Die Sperre ist hiermit aufarböbcn. Die Schlichtuiigsiommission. kleines feuiUeton» Gummischuhe und Filzpantoffeln. Dieser Tage redete Herr R a u m a ii n in Franlsurl a. M. über 1813. Unter anderem kam er dabei auch auf die Leipziger Jahrhundertfeier zu sprechen. Er nannte sie.eine großartige Feier, bei der auch nichts Unvorsichtiges gesprochen wurde, von keiner Seite". Welch ein FreibeitSheld, dieser Träger der schwarz-rot-goldenen Standarte von Anno dazumal! Er weiß zwar, was es wirklich mit 1813 snr�inc Bewandtnis hatte, und jagt eS auch, aber auf der anderen Seite ist seine Seele bräutlichcn Entzückens voll, weil vor dem Leipziger Steinkoloß nichts„Unvorsichtiges" gesprochen wurde. Wie schrecklich, wenn der Festredner alle Vorsickt zum Teufel geschickt und betont hätte, daß die Bewegung 1813 vom Volke, nur vom Volke und allein vom Volke ausgegangen ist, ohne Zutun der Fürsten, ja, wider die Fürsten! Wie entsetzlich, wenn dann die Potentaten mit ihrem Schweis von Generalen und Ministern entrüstet abgezogen wäre» und dem Volke den Plan überlassen hätten! Wie unausdenkbar für einen Fortschrittler von anno 1913! Und Herr Naumann ist ein Fortschrittler von anno 1913, klug und weise, immer bedach!,«jicht anzuecken, kein Aergernis zu geben, in Harmonie zu sinipcln, kurz: vorsichtig in jeder Lebenslage! Vorsickt nämlich ist die Mutler der Porzellankiste und die Tugend des Fortschrittlcrs. Theater. Charlottenburger Schillertheater: DieJung- frau von Orleans, romantische Tragödie von Sckillcr. Majestät und Größe der Erscheinung galten in früheren Zeiten als unerläßliche Vorbedingung für die Darstellerin der Schillerschen Johanna. Vor ein paar Jahren sah man dann auf der Bühne des Nollendorflheaterö die zierlick-weibliche Gestalt Irene Trieschs in dieser Rolle. Das war ein Bruch mit aller Tradition, der viel kopfschütielndes Bedenken und ebenso lobpreisende Bewunderung fand. Tie Ausführung des SckillertheaterS brachte ein noch un- gleich seltsameres Experiment. Das begable Fräulein Lia Rosen von, llieinhardtcnsemble. die kleinste der Schauspielerinnen, nickt über Kindcswuchs hinaus gediehen, gab die Heldin, die Frankreichs Volk zum Äampfe wider die englischen Eroberer führt. Und doch: so sehr die Künstlerin, die das Schlachtschioert kaum in den Händen halten konnte, dem L�ild der Jungfrau widersprach, verstand sie'S doch, im ersten Teil des Dramas die Phantasie eindringlich stark zu suggerieren, das Mystische der Dichtung im Medium ihrer individuellen Eigenart neu und ergreifend auszuprägen. Ihre Schlicklhcit, Einfall und hindurchschimmernde Jnnerlichkeil gemabinen an Figuren Uhde'cher Gemälde. In dem schmucktos tristen Grau ihres Hirtengewandes, das sie auch auf dem Schiachtfelde und bei dem Pymp des KrömmgSzugcs trug, dem btasscn starren, von pech- schwarzem Haar umrahmten Antlitz« dem RhyihnruS ihrer Rede, die nur ErlapschieS nachzusprechen schien, machte sie ganz den Eindruck eineS von magischen Gewalten beseelien und willenlos gelenkten Werkzeuges. Hierin, in der sozusagen nainralislischen Ausgestaltung und Ueberietzung des visionären ErundzugS, lag oaS Eigen-Bedcut- same der Leistung. Am tiefsten rührte die Künstlerin, als sie. vor den Hof geführt, nachtwandlerisch-sicher den: Könige den Jnhair seiner heimlichen Gebeie wiedergibt und, kindlich lächelnd in der Erinnerung an die liebe Heimar. die Sendung kündet, die dort an sie ergangen. Indes dem Tone, nachdem man sich einmal hineingehörl, gebrach'S im weiteren Verlaus an lebensvoll sich nuancierender Entwicklung. Dieselben Handbewegungen, der gleiche einförmig langgezogene Klang der Worte kehrte immer wieder und was zuerst als planvolle Sonst der Charakterisierung anzog, schien dann ein Notbehelf, in dem ei» Unvermögen zu reichereu Modulationen sich verriet. Der große Monolog des vierten Aktes, der Höhepunkt der�Tragödie, ent Vehrte der rechten Nesonnanz. Und vollends ohne Stimmung Isar die Begegnung mit den Schwestern beim Krönungszug, der Sturz, die Kerkerszen'e und Apotheose der sterbenden Siegerin. Da brach das Mißverhältnis zwischen den schauspielerischen Mitteln und dem Schwung der Dichtung, so interessant das Experiment begonnen hatte, peinlich störend vor. Aus der sonstigen Besetzung, die neben Zureichendem manch schlimme Unzulänglichkeiten auswies sz. B. in der Darstellung deS Königs) ragte P a e s cd k e S vorzüglich echter LnnoiS hervor. DaS Publikum spendete rauschenden Beifall. clt. DaS Marionettentheater Müncheucr Künstler spielt jetzt zwei Sachen, die beide— freilich jedes in ganz anderer Weise die Vorzüge und Möglichkeilen dieser Bühnenart besonders inS Licht rücken. Maeterlincks mystisches Spiel:„Der Tod des TintagileS" verlangt durchaus dieses Theater der zweiten Potciiz, das den Abstand von der Wirklichkeit doppelt betont und der Welt der Phantasie den freiesten Spielraum schafft. Dieses Drama dunkler Mächte und dumpfer Gefühle verträgt wie alle diese Werke ans des Dichters Anfängen nicht die große Bühne. Oberflächlich betrachtet arbeilet dieses Schicksalsspiel, das des Menschen Ohnmacht so eindringlich predigt, mit den herkömmlichen Hilfsmitteln der Romanlik, die diese dem Schatz naiven volkSiümlichen Fabu- lierenS entlehnte. Aber welch eine raffinierte Kunst bohrender Seelenanalyse und welche starke dramatische Potenz ist hier tätig! Schaudernd muß man die Äengste und Oualen des armen Kindes und hoffnungslos die Verzweifellen Befreiungsversuche seiner Schwester miterleben. Der Eindruck de« Lastenden und Unentrinnbaren war denn auch so übermächtig, daß der ästhetische Genuß darunter litt. Dabei hotte die Regie im letzten Aufzuge nicht einmal alles auf- geboten, um uns vor der unheimlichen Schicksalspfortc gruseln zu machen. Davon abgesehen, waren die Sprache wie die Puppenlenker alles Lobes wert. Das Leichte, das Spielerische, das Ausgelassene und Barocke, dem sich daS Marionettentheater mit gleichem Erfolg widmen kann, wurde in Adams komischer Oper:„Die Nürnberger Puppe" wirksam. Diese nette Harmlosigkeit des Komponisten des PostillonS von Sonjumeou" scheint wirklich für das kleine Orchester und die Miiiialurbühne geschaffen zu sein. In diesem Rahmen kann das Spieloperchen alles ttiebenswürdige hergeben. Die leise Parodie, die das Singen und Hüpfen der Marionetten umspielt, erhöht noch den Reiz. Die drückende Schwere, die Maeterlinck ans die Hörer gesenkt hatte, wich der fröhlichsten Heiterkeil und der Freude an der Anmut dieser kleinen auch von Schicksalsstngern gelenkten Welt.— r. Nivstk. Unter den letzlwöchigcn Konzerten ist ein von Theodore S p i e r i ii g mit dem Philharmonischen O r ch e st e r im �aale der Philharmonie bereiteter Sinfonicabcnd wegen einiger Neuheiten bemerkenswert. Zu Max Negers„Konzert im alten Stil" ein wärmeres Verhältnis zu gewinnen, hält allerdings schwer, wenn auck mit noch so vollendeten Kunstmitteln auch das Kolorit einer halb synagogcnhaft. halb heidnischen, fast mochte man sagen assyrischen Musik mit siegeSfesitichem Ansklang getroffen scheint. Das Violin- 'olo dazu finde eigenartig und kurzweilig wer mag. Sieginund v. HauseggerS„Dionysische Phantasie" kann schon mitreißen durch ihre prunkvolle und dem Wesen einer dionysischen— nicht appolli- nischcn— Ausgelassenheit angeschlqssen« Orcheslration. Frederik Telins'„In a summer garden" dokumentiert sich als eine in musik- techilischer Hinsicht wirksam aufgefangene Impression von sommer- lichcn Naturlauten nichts mehr. Vor lauter Malerei nimmt man schwerlich etwas sürS Herz imt._ Wie ganz anders mutete gegen da» alle» doch Schumanns L-clnr-Sinsonie Nr. 2 Op. 61 den Hörer an! Da breitet ein Poet seiner innigsten Gedanken und Empfindungen unsagbaren Zauber in Tönen aus. Von positiver Musitleistung zu einer Art experimenteller Musik- macherci mit pädagogischem Beigeschmack ist allerdings ein sonderbarer Tiefsprung. lind diesen Eindruck vermittelte der Kompositeur August Ludwigs mit seinem„ C up h o n i o n"- Vortrag im Saal Duhsen. Ludwigs will mit seinem System„Eupbonion" sd. i. soviel als Wohlklang, Wohllaut) die ganze moderne Kouipositionstechnik, die er als„Kakophonie", als„phantastisch übelklingende Papiennusik" charalterisiert, rücksichtslos„nusmcrzeii". In diesem Bestreben unter- nahm er es, die kanonische und fugische Musik von Bach ans durch- zilrepidieren. Da fand er denn, daß die älteren Meister schon zu- weilen ein Motiv als Kanon oder Fuge impassend bearbeitet hätten. Nach seiner Meinung besäße die Fuge„von innen heraus keine Be- rechtigung als Knnstform"; er vermag nickt einzusehen,„warum dir Ouintthema in Ouartform antwortet". Daß eine für Klavier be' arbeitete Orgelfugc eine Geschmacklosigkeit sei, das zu erfahren war nicht eben neu. Ludwigs will nun den Satz vereinfachen. Der drei- stimmige, noch besser der zweistimmige Satz sei der„euphomstischste". Der Komponist erging sich am Klavier in mannigfachen Bcispicten, die seine Methode erhärten sollen. Wenn wir auch der Ansicht sind. daß alle bedeutenden Meister lediglich ihren schöpferischen Ein- gebungen gefolgt sind und immer folgen werden, ohne viel nach akademischen Beckmessern zu fragen, so möchten wir doch dem .Euphonion"-System einigen Wert fiir klävieristische Unterrichts- zwecke beimessen. Zum Schluß trug der Virtuose Mark Güuz- bürg 16 Variaiioncn aus dem„Euphonion" vor. Allerdings ge- wann man dabei nicht viel mehr als die Empfindung, daß«in ein- ziges mageres Motiv zu schwindelnd technischen Schwierigkeiten hinanfgestcigert wird.____ ek. Notizen. — Musikchronik. Berliner Volkschor: Unter Mit- Wirkung deS Blüthner-Orchesters Dienstag, den 18. November, gl/2 Uhr, im großen Saale der Neuen Welt, Hasenheide, Beethoven- Abend: Leonorcn-Ouverture, Chorphantasic, Rennte Sinfonie. Einlaßkarten 65 Pf., an der Abendkasse 1 M. — Thcatcrchronik. Strindbergs historische Dramen sind bisher von den deutschen Bühnen noch nicht erobert worden. Jetzt bereitet das Deutsche Künstlertbcater Sozietät für die kommende Spielzeit einen großen Zyklus von Aufführungen dieser Werke vor. Auch die Dramen„Karl XII.". „ G n st a v W a s a" und vor allem„Die Nachtiqal von Wittenberg" werden in Szene gehen.— Im Friedrich- Wilhelm st ädtis che» Theater beginnt am Sonnabend ein Lperettengastspiel„Die Kinokönigin" von Julius Freund und Lkonkowski. Musik von Jean Gilbert. Für die Titelrolle ist die Wiener Operettcnsängerin Helene M a r b i 0 l a verpflichtet worden. — Die Ausführung von Georg Büchners Wozzek und Leonce und LenaimLessing-Theater soll Anfang Dezember stattfindcii. — Lorträge. Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur. Domierstag, den 13. November, im Humbserbräu, Tauentzienstr. 7, abends 80� Uhr: Energischer und kategorischer Im- p e r a t i V. Kant kontra O st w a l d. Referent: Dr. Buchenau. Diskussion. — Die Funde von Tell-el-Amarna sind jetzt im Sänlenhof des Aegypiischen Museums(Neuen Museum) läglich (außer Montags) von 19—3, Sonntags von 12— 3 Uhr, unentgeltlich zu besichtigen. — HanS P a a a y- E h r u n g. Das Deutsche Theater bat sein hervorragendes Mitglied Hans Pagay. der gestern den 70. Geburtstag beging, in die Ehrcninitgliedschast gesetzt. — Der zweigeteilte Genosse. Die Wiener„Neue Freie Presse" läßt sich aus Madrid die Wahl zweier Sozialisten in den Gemeinderat telegraphieren und nennt sie sogar mit Nomen: Pablo und JglesiaS! / Dcutfches Reich» T�r BuchdruikerverKiind hatte im zweiten Ouarial einen Zu- wachs von 26liS neuen Mitoliedern, der wohl fast auSschlieblich auS 'em gewerblichen Nachwuchs, durch Beitrittserklärungen der Ans« (clcritten, kam. Der Verband zählte am 1. Juli 6g 047 Mitglieder. 3ei einer Gesamtzahl von rund 75 000 im Gewerbe überhaupt Be- chäftigten ein sehr erfreuliches Organisationsverhältnis. Die Guten- bergbündler, ursprünglich die Zusammenfassung der Hlreikprecher aus dem Neunstundenkampf der Buchdnicker, mustern mit ihrer in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz inühsum zusammengelesenen Schar 3394 Mitglieder. Tic Rhcinisch-Westfälischen Brauereien und die nächste Lohnbewegung. Im nächsten Jahre läuft der Bezirkstarif für die Brauereien des Bofiiottschutzverlxrndes Rheinisch-Wcstfälischcr Brauereien ab. lhs gehören diesem 144 meistens Grohbraucreien an. Dieser Boy- kottschuhverband nimmt dieselbe Stellung in der deutschen Brau- industrie ein, wie die Icharfineicher aus dem Industriegebiet in den anderen JndustrisKiveigen, wenn auch nicht in wirtschaftlicher Bc- ziehung, so doch in bczng auf soziale Rückständigkeit. Im Jahre liitta hatte der Brauereiarbeiterverband den ersten großen Kampf mit dieser Unternehmergruppe auszufcchteii. Die Wbsicht der Unter- nehm er, tue Arbeiterorganimtion zu vernichten, die vorhandenen Tarifverträge z>l beseitigen und den Drang nach Gleichberechtigung und Mitbeslimmungsrocht im Lohn- und Arbeitsverhältnis auf lange Zeit hinaus zu ersticken, was ausgesprochene Absicht der lluternehmerorganisation und ihres Syndikus war, mißlang; die bisher be'tandeiien Tarife blieben weiter in Geltung, neue kamen hinzu, und im Jnbre lvtO erfuhr der Tarifgedanke weitere Aus- breitung in dem Abschluß eines Äczirkstarifs für das ganz« Ge- biet des Bohkottschubverbandeö Rheinisch-Westfälifcher Brauereien. Somit war wohl das Mitbestimmungsrecht der Arbeiterorga- mfation anerkannt und die Absicht der Unternehmer vereitelt, die der Stuidiln» nach der Aussperrung im Jahre 1905 i» die Worte kleidete:.Wenn»vir Tarife abschließe» wollten- brauchten wir ja nicht auszusperren," aber die soziale Rückständigkeit der Unter- nchmerorganisation blieb ungeschwächt und fand ihre Förderung in einem sogenannten Feststellungsgusschuß, aus Direktoren und Brauercibesitzern bestehend, dessen Meinung in allen Differenz- i ragen ausschlaggebend war und der i» der Regel zuungunsten der Arbeiter entschied. Und was dieser Feststellungsausschnß entschied, galt, sofern die Organisation der Brnucrejarbeiter a» dem jeweili- gen Orte nicht stark genug war, sich ihr Siecht zu erkämpfen. Für die soziale Rnckständigkeit bietet auch wieder Beweis der Geschäftsbericht dieses Boykottschutzverbandes für 1912/13. Es wird dort fast ausschließlich über Beschwerden des Brgucreiarbeiterver- band es berichtet und über sein« Bestrebungen und Maßnahme» im Interesse der Braucreiarbeiter. Und hierbei ist man recht offen- herzig gewesen in der Hervorkehrung des rückständigsten Unter- nohmerstandpunktes. Um nur ein Beispiel zu geben: Es wird be- richtet, daß verhältnismäßig seltener im Flaschenkellerbctrieb Arbeitskräfte über 16 bis 17 Jahre beschäftigt werden; die meisten dieser Arbeiter sind 14 bis 16 Jahre qlt, weil„diese jungen Arbeits» krätte in sehr großer Zahl den Brauereien zur Verfügung stehen". Selbshperständlich werbe» diese jugendlichen Arbeiter entsprechend niedrig entlohnt. Als nun der Brauereiarbeiterverband kräftig mit der Agitation nntex diesen Arbeitern cinseptc und Forderungen für sie einreichte, lehnten die Brauereien hen Äbschluh eines Tarifs für die jugendlichen Arbeiter unter 16 Jahren ab, und der Fest- stellungsanSschuß gab noch dem Bericht semer Meinung dahin Ausdruck,„daß auch für die Zukunft jugendliche Arbeiter m den Tarif nichs hineingezogen werden dürfen". TaS heißt, man will die jugendlichen Arbeiter nach wie por nach Belieben entlohnen, sich des unbehinderten AusbeutungSrechtö versichern. Noch ein anderer Kummer drückt die Unternehmer in der Frage: S e fürchte»,„daß nach Tätigung eines Tarifs für jugendliche Flaschenkcllerarbeiter die Leute gerade dadurch in die Arme der Organifation getrieben werden", und daß auch der Brauerciavbeiterverband Mahrege- lungen jugendlicher Arbeiter nicht so ohne weiteres hinnehmen würde,, Diese hier angeführten Tatsachen und die Darstellung des Standpunktes der Unternehmerorganisation nach ihrem eigenen Geschäftsbericht genügen wohl zum Beweise für ihre soziale Rück- ständigkeit. Am 26. September bat nun diese Unternehmerorganisatton in einer.Vollversam-mlung der Mitglieder des Boykottschutzverbandes" Stellung genommen zur nächstjährigen Lohnbewegung. In dem einleitenden Vortrag des Syndikus Dr. Sunder erklärte dieser, dah die Brauereien den Forderungen des Brauereiarbeiterver- üandeS auf Verkürzung der Arbeitszeit entgegentreten müssen, daß für die Brauereien eigentlich auch kein Anlaß vorliegt, ,.bei der nächsten Tartferneuernng neuen Lohnforderungen nachzugeben, Iveim man die Lohnzulage nicht als eine Versicherungsprämie gegen gewerkschaftliche Streitigkeiten ansehen will". Gewisse Konzessionen, meint Dr. Sunder, werden die Brau«- reien wohl machen müssen, aber man müsse überlegen, wie man am besten und ans billigste Weise zu einem Tarifoertrage kommt. Und daS Mittel hierzu empfiehlt er in folgendem:„Hauplfnch; ist, daß di« 144 Brauereien des Bohkottschuhverbandes auch toeiterhiu zusammenbleiben." Die Versammlung der Unternehmer war mit dem Vortrag einverstanden, denn die Äcichäftsführung wurde beauftragt, schnellstens eine Verlängerung de» Boyiottschuyvertragc» aus mindestens fünf Jahre in die Wege zu leiten, damit vor Be- ginn der demnächstigen Lohntarifycrhairdlungen der Bohkottschutz- vertrag wieder fest geschlossen ist. Di« Brauerciindustric gehört zu de» Institutionen, in denen di« technisch« EntWickelung riesig vorwärts schreitet und immer mehr Arbeitskräfte im Verhältnis zur Produktion ausschaltet, die wachsenden Lasten und die zunehmende Teuerung erheische» namentlich im westfälischen Industriegebiet dringende Erhöhung der Löhne: aber dt« Brauereiunternehmer halten eine Verkürzung der Arbeitszeit sowohl wie eine Lohnerhöhung für überflüssig. Und sie stützen sich aus ihre Einigkeit, sie sind gerüstet. Um so mehr müssen nun die Braucreiarbeiter rüsten und die Lücken ihrer Omonisation füllen, um bei der nächsten Tarifbewegung ihren be- rechtigten Wünschen Geltung verschaffen zu können. Daß sie ohne eine gemigend gekräftigte Organisation wenig zu hoffen haben, das Ann«» sie an dem Standpunkt der Unternehmer und ihrer Borbe- reitung zur Lohnbewegung ermessen. Der Vater de; patriotisches „OoliisfreiiDd" vor Gericht. Kn Nr. 278 und 296 des„Vorwärts" hatten wir dargelegt, daß ein„nationales Komitee" zwecks Herausgabe eine? �.Kalenders" sich gebildet habe, der in 3 Millionen Eremplaren gegen die Sozialdemokratie losgelassen werden und diese der' nichten sollte. Diesem nationalen Komitee gehören unter an- dercm rwn-oethmann Hollweg, der Nationalliberale Fuhrmann, der ZentrumSabgeordnete Mathias Erzbcrger und der Freikonservative Oktavio v. Zedlitz an. �n Nr. 296 legten wir dar. daß der Vater der Kalendcridee, mit der das„natio- nale Komitee" schwanger ging, ein gewisser L e n c e r ge- nannt Rolf ist und daß gegen diesen mit Zuchthaus vor- bestraftm Patrioten ein Strafverfahren schwebt. Die Ver- Handlung in diesem Strafprozeß gegen den Vater der Idee des„nationalen Komitees" begann gestern vor der 4. Straf- kammer des Landgerichts I. Die Basis dieses Strafprozesses bildet ebenfalls ei» Unternehmen, das„vaterländischen Zwecken" dienen sollte. Uebcr die Verhandlung orientiert der nachfolgende Bericht: Angeklagt war der in Untersuchungshast befindliche, seinerzeit flüchtig gewordene Schriststeller Rudolf Leueer, der jahrelang unter dem Namen Karl Rolf eine gewisse Rolle in dem politischen und publizistischen Lebe» gespielt hatte.— Den Vorsitz im Gerichtshof führt Landgerichtsdirektor Hofmeister. Tie Anklage gegen Lencer- Rolf lautet aus Betrug in mehreren Fällen, intellektuelle Fälschung öffentlicher Urkunden, fahrlässigen Falscheid, Diebstahl und Untreue. Ter jetzt 47jährige Angeklagte, der«sich seit dem 17. Dezember 1912 in UntersuchungSbaft befindet, hat eine sehr abenteuerliche Vergangenheit hinter sich. Er wurde zum ersten Male im Jahr« 1890 in Weimar wegen Urkundenfälschung zu 6 Wochen OlesfingniS verurteilt: in demselben Jahre erfolgte in Berlin eine zweite Ver- urteilung wegen schweren Tirbstahls und Unterschlagung zu drei Jahren lind 9 Monaten Gefängnis. Hierauf wurde er in Bern nochmals wegen Diebstahls zu 2 Jahren Zuchthaus und Verlust der Bürgerrechte und schließlich in München wegen Betrugs und Ur- kundenfälschung zu 8 Jahren Zuchthaus und 19 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte ist der Sohn eines Realschuldirektors und hat sich schon al» junger Gymnasiast auf„patriotischem" Gebiete schrift- stellcrisch betätigt. Als Student der Rechte trat er mit Personen, die auf dem Gebiete des Kolonialivesens tätig waren in Beziehung und trat wiederholt mit seiner Tätigkeit für die nationale Sache in die Oeffcntlichkeit. Im Jahre 1897 übernahm er u. a. auch die Leitung des Prcssebureaus der Münchener Ausstellung. Zu gleicher Zeit beschäftigte er sich mit dem Gedanken, in Dar es c-oalam eine Kolonialzeiiung zu gründen. Dieser Plan scheiterte jedoch, da, wie der Angeklagte behauptete, die Deutsch-Ostafrikanisch- Gesellschaft erklärt hatte, sie würde die Geldgeber warnen. Wie er weiter behauptet, sei schon damals seine ehrliche Absicht, den„nationalen Interessen" zu dienen, durch die MiniSrarbeit persönlicher Gegner zunichte gemacht. Ter Angeklagte erlitt dann die oben erwähnten schweren Strafen. Nach seiner ersten Entlassung aus dem Zucht- Hause war er unter dem Namen„Rolf" für eine Reihe süddeutscher konservativer und Zentrumsorgane schriftstellerisch tätig. Auch als er die zweit« Zuchlhauisirase erlitt, betätigte er sich im Zuchthause alS Schriftsteller, indem er unter Mitwirkung eines Gesongenenaussehers und de- Änstaltslehrcrs die Manuskripte aus der Strafanstalt heraus- schmuggelte und an süddeutsche Blätter schicken ließ. Während seines Aufenthalts in der Strafanstalt saßte cr den Plan, ein neues Untcrnebmcn zu gründen, welches„patriotischen Zwecken" dienen sollte. Dieses Unternehmen sollte den Namen „Deutsche Kanzlei" erhalten und war von ihm als eine„Zentral- stelle für vaterländische Arbeit", bezw. als eine Agentur zur Be- soraung von Geschäften, die„deutsch-nationale" Zwecke fördern sollten, gedacht. Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause in Ebrach in Bayern im Mai 1910 arbeitete er ständig an diesem Plan, knapp ein halbes Jahr später tauchte Lencer, der sich jeyt ständig „Karl Rolf" nannte, in Berlin aus. Am 18. April 1911 wurde dann die„Deutsche Kanzlei" in Form einer offenen Handelsgesellschaft gegründet und in das Berliner Handelsregister eingetragen. Das Bureau der„Deka" war«rst am Hafenplatz 9 und dann in der Bernburger Straße 15/16. Im engsten Zusammenhange mit der „Deka" standen zwei Nebengründungen,„Ter Vaterländische Schriftenverband" und di«„Vaterländische Bolköbüchvrei". An letzterer waren der Prof. Dr. Brünner und Dr. von Hause mit größerem Kapital beteiligt. Nachdem die erforderlichen Vorarbeiten, Ankündigungen in der Presse usw. erledigt waren, gab der Angeklagte das Prvgramm der „Deutschen Kanzlei" bekannt. Diese sollte sich mit folgenden Dinge» befassen: Auskunftei über dcutsch-vatcrländische Vereins- und Zeitungsangelegenheiten, Vermittlung von Rednern und Vorträgen, Wcrbestoffen für deutsche Kundgebungen, Schaffung und Erhaltung eine? Archivs für deutsch-nationale Bestrebungen, Förderung von Reisen und Wanderungen nach den bedrohten deutschen Landen lElsaß-Lvthrinsen, Rordschleswi,, Ostmarke«, Deutsch-Oesterreich, Schweiz und auch nach den germanischen Ländern Skandinavien, Holland und Belgien), Herausgabe eines„Deutschen Taschenbuchs für das gesamte deutsche Vereins- und Zeitungswesen", Förderung der deutschen Presse im ÄuSIastde, Vertrieb von Wehrschatzmarken, patriotischen Werbeschriften, Vereins, und Verbandsubzeichen, Post- karten, Kalendern usw., Uebernahme des buchhandlertschen Vcr. triebs vaterländischer Werke, Geschäftsstelle für vaterlänoische Veranstaltungen usw. Für 1911 wurde in Aussicht genommen, die Herausgabe eines Deutschen Taschenbuches, die Schaffung der Zcntralsammelstelle für die„Felix Dahn-Spende" zugunsten der Schlagscrtigkeit des Deutschtums in Nieder-Öeslerreich, Errichtung eines Kolonialdenk- mals in Deutschland in der Form einer Nachbildung der Kolonial- feste in Papua. Im Februar 19t 1 hatte die konstituierende Ver- sammlung in«inem Lokal in der Potsdamer Straße stattgefunden. Der Angeklagte erklärte schon hier, wie die Anklage behauptet, wahr- hcitswidrig, daß ihm vorläufig 20 009 M. bar zur Verfügung stan- den. Er betonte auch seinerzeit besonders, daß die„Deutsche Kanzlei" kein Verein, sondern«in kaufmännisches Unternehmen sein sollte, auf welches die nationalen Vereine Einfluß haben sollten, außerdem solle ein AufsichtSrat aus den Leitern der vaterländischen Verbände gebildet werden. lieber den Verlauf dieser Versammlung erstattete„Rolf" dem Auswärtigen Amt einen ausführlichen Bericht.— Schon zu dieser Zeit hatte sich der Angeklagte strafbar gemacht, indem er bei dem vor dem Notar Dr. Hahn und dem Justizrat Engelbert de Ridde in Köln aufge» nommenen Notariateakten sich als„Rolf" ausgab und dadurch b«- wirkte, daß dieser Name in das öffentliche Handelsregister ge- langte. Als Betrug sieht die Anklage folgende Fälle an: Der Angeklagte schloß mit dem Kaufmann Ferdinand von Lrdebour einen Vertrag ab, nach welchem dieser gegen 150 M. Gehalt und 50 Proz. de» Reingewinnes als Geschäftsführer der Verkaufsabteilung der „Deka" angestellt wurde, v. Ledebour gab eine Einlage von 5000 Mark bar her, nachdem er, wie die Anklage behauptet, durch die wissentlich falschen Angaben de? Angeklagten zu dem Glauben ge- bracht war, daß es sich um«in autfundierte» Unternehmen handele. Der Angeklagte hatte u. a. erklärt, daß ihm von dem Majorats- besitzer Graf Bär-Wendelin, Generaldirektor Kayser u. a. größer« Summen in Aussicht gestellt seien.— Beide haben dies später eidlich bestritten. Ferner behauptete„Rolf", daß zwischen der„Deka" und dem Ausschuß zur Errichtung eine» Bismarckdenkmals auf der Elisen- höhe bei Bingen ein Vertrag geschlossen sei, nach welchem der erstercn das Vertriebsrecht von 1 Million Postkarten übertragen sei. Er verschwieg dabei, daß in dem Vertrage die ausdrückliche Genehmi- gung des Kunstausschusses vorbehalten war. Tatsächlich hat der Angeklagte auch diese Genehmigung nicht erhalten.— In dem zweiten BetrugSfalle war der Verlagsbuchhändler Menarski auf Grund guter Auskünfte über den Angeklagten mit diesem in Ver- bindung getreten und hatte gegen Zahlung einer Einlage von 2600 M. die„selbständige Leitung der buchhändlerischen Abteilung" übernommen. Diese Verbindung führte zu Differenzen und dann zu einem Zivilprozetz, in welchem Lencer unter dem Namen„Rolf" eine Aussage machte und beschwor. Da der Angeklagte bezüglich diese» Punkte» geltend machte, daß er geglaubt Hobe, seinen Schriftstellernamen Rolf führen zu dürfen, ist nur Anklage wegen sährläsfigen Falscheides erhoben worden. In dem Diebstahlsfall hatte der Angeklagte von der Ehefrau des Lehrers und Schriftstellers Föllmer ein Darlehn von 1500 M. erbeten und von ihr, da sie sich in der Sommerfrische befand, die WohnungS- und Geldschrankschlüssel erhalten mit dem Auftrage, aus dem Geldschrank Wertpapiere in Höhe von 1500 M. zu ent- nehmen. Der Angeklagte nahm, wie er behauptet, versehentlich, auch noch ein Wertpapier über weitere 1999 M. mit und lombar» dierte die Papiere bei der Nationalbank gegen ein Darlehn von 2200 M. Einen breiten Raum in der Anklage nehmen die Fälle von Untreue ein. bei denen es sich um Geldbeträge handelt, welche bei der„Deutschen Kanzlei" als Sammelstelle eingelaufen waren. Der Reichsratsabgevrdnete Dr. Pollauf hatte als Präsident des„Bundes der Deutschen Nieder-Ocsterreichs" die Sammlung der Beträge für \ die„Felix-Dahn-Spende" der„Deka" übertragen. Wie die An» klage behauptet, soll Lencer hiervon die Summe von zirka 2900 M. für seine Zwecke verwendet haben. Im September 1911 tourde Lencer Geschäftsführer der „Trutsch-Ostasrikanischen Zeitung" auf Grund eines zwischen ihm und dem Vorsitzende» des Aussichtsrats der„Ostafrikantschcu Ge» sellschaft", Rechtsanwalt Dr. Will: Hahn, abgeschlossenen Vertrages. Von den eingehenden Geldbeträgen, die zumeist von einem Dr. Zint- gross in Dar es Salam gesandt wurden und etwa 19 000 M. be» trugen, verwandte Lencer fast die volle Summe für sich bzw. die „Deka". In dem letzten Fall der Anklage handelt es sich um die Grün» dung der„Deutsche» Schrcibmaschiuen-Lertricbsgesellschaft", welche die Ausnutzung eines Patentes des Oberstadtsekretärs Gebhardt in Düsseldorf betreiben sollte. Es handelte sich dabei um eine Schreib« Maschine, welche statt der üblichen lateinischen die deutsche Druck- schrift wiedergeben sollte. Von den Anteilschcineii über je 500 M. erwarben zahlreiche bekannte Personen, u. a. der Fürst von Hohen- lohe, mehrere Stücke. Von den insgesamt eingegangenen 12 990 Mark verwandte der Angeklagte, wie die Anklage behauptet, 6590 Mark für sich. Schon zu einer Zeit, als Lencer inmitten der Gründung der „Deutschen Kanzlei" stand, wäre beinahe eine Entdeckung seines Treibens erfolgt, denn in einer Versammlung wurde er von einem früheren Bekannten wiedererkannt und mit seinem richtige» Namen angesprochen:„Rolf" verschwand daraufhin aus der Versammlung. bis die Luft wieder rei» war. Als er dann im Herbst v. I. er- kannte, daß sein ganzes aus falsche Angaben erbautes Gebäude zu- sammenstürzen würde, ergriff er die Flucht. Er fuhr erst nach Paris und dann nach London, wo er am 17. Oktober v. I. ver- hastet wurde. Er wurde dann von England a» die deutschen Bc- Hörden ausgeliefert. Bor Gericht bestreitet der Airgeklogte mit aller Entschiedenheit, sich nach irgendeiner Richtung hin strafbar gemacht zu haben. Pom Rechtsanwalt Münk sind BeweiSanträge gestellt worden, aus denen sich ergebe» syst, daß der Angeklagte der festen Ucberzeugung sein konnte, daß es sich um ein gewinnbringendes Unternehmen hyn- delte, welches allerdings im Anfang größere Mittel erfordert habe. Neben de» Bücherrevisoren Ehlert und Götze sind zirka 49 Zeugen geladen. Da die tclephonische Ladung dcS Rcichsratsabgeordneten Dr. Pollauf iu Wien veranlaßt werben soll und ferner auch die Labung weiterer Zeugen in Aussicht steht, wird die Verhandlung mehrere Tage dauern. Wir werden über den Verlauf berichten. Soziales, Aus dem Gewerbegericht. 1. Ucberarbeit. Ein Buchdruckerei-Hilfsarbeiter llagle gestern por dem G e- Werbegericht unter Vorsitz des MagistratSratS Schulz gegen den Inhaber der Buchdruckere» Falk auf Zahlung von 16 M. Lohn für eine Woche wegen kündigungsloser Entlassung. Die Firma mußte, um einen Lieferungstermin einhalten zu köimcn. Ucberstunden machen lassen. Der Kläger Hot sich an, für eine» Kollegen, der abends 1liiO Uhr die Arbeu verlassen wollte, die Ueberslunden zu leisten. Nachdem er bis'/jl Uhr, das beißt 19 Stunden gearbeitet halte— der 16 Jahre alte Kläger hatte bereits an den vorhergebenden Tagen 2 und 4 ileherstunden geleistet— fühlte er sich außerstande, weiterzuarbeiten. Darin erblickec die Firma eine Arbeitsverweigerung und entließ de» Kläger am nächste» Tage, DaS Gericht kam zur Verurteilung des Beklagten. ES nahm an, daß der Kläger in der Tat physisch nicht in der Lage war. weiterzuarbeiten. Die beklagte Firma hätte für ein« geeignete Hilfskraft sorgen müssen und dürft« dem eben über das Schutzaleer elwachsencn Kläger insbesondere nach der vorgängigen Uebcrarbeit nicht zumuten, so überlange Zeit tätig zu sein. Die Verurteilung wäre auch dann gerechtfertigt, wenn Kläger überhaupt abgelehnt hätte, irgendipelche lieberstunden zu leisten. Z 123 Ziffer 3 der Gewerbeordnung räumt dem Arbeitgeber für den Fall das Recht der lündigungSloien Entlassung ein. wenn der Arbeiter„die Arbeit unbefugt verläßt oder sonst den nach dem Arbeitsvertrag ihm obliegenden Verpflichtungen nach« zukommen beharrlich verweigert". Ueberslunden sind keine nach dem Arbeitsvertrag dem Arbeiter obliegenden Ver- pflichtungen: er ist zu Ueberstunden nicht verpflichtet. Es ist eine kündigungslose Entlassung wegen verweigerter Ucbcr- stunden deshalb n i e ein Entlaisiingsgrund. Ferner geht aus den «usdrücken„beharrlich" und„verweigern" bervor. daß nur wieder» holte böswillige Ablehnung von Verpflichtungen einen EnilassungS» grund bilden. Hervorgehoben mag noch werden, daß g 120a der Gewerbeordnung und g 618 de« Bürgerliwen Gesetzbuwk ouSdrücktuh vorschreiben, der Arbeitgeber hat die Dienstleistungen so einzurichten, daß Leben und Gesundbeil des Arbeiters geschützt sind. Eine Arbeits- zeit von 10 Stunden ist eine gciundhensgefährdende. Eine solch« anzuordnen, verstößt gegen das Geietz. Der Vorfall zeigt wieder, wie dringend eine gesetzliche Maximal« arbeilSzeit auch für erwachsene männliche Arbeiter ist. 2.„Bluscnlehrdamen". Gegen de» Blusenkonfeftionär Brade, Große Frankfurter Str. 129, klagten vor der Kammer II unter Vorfip dcS MagistratSratS Maguhn drei Näherinnen auf Rückzahlung von je 10 Mark Lehrgeld. Die Klägerinnen führten aus: Der Beklagte suche dauernd durch Inserat»r der.Morgenpost"„Blusenlehrdomen". Auf ihre Mel« duilg hin seien von ihnen für eine achttägige Lehr» zeit 10 M. Lehrgeld abgefordert worden. Zugleich erhielten sie d a u e r n de Beschäftigung nach beendeter Lehrzeit zugesichert. Zunächst hätten sie auch 20 Blusen für n1� Pf. pro Stück zu nahen erhalten. Dann aber seien sie wegen Weiter» beschästigung verlröstet und schließlich brüsk abgewiesen worden. Sie schließen daraus, daß eS dem Beklagten lediglich um die 10 Mark Lehrgeld z u t u n g e w e s e n sei. Der Beklagt« wendete ein. für das Lehrgeld habe er den Klägerinnen die erforder» liehe Unterweisung erteilt. Deshalb sei er zur Rückzahlung nicht ver» pflichtet. Arbeit sei ihnen nur zugesichert„soweit möglich". Die Klägerinnen führen an, der Beklagte müsse doch noch Arbeit gehabt haben, da er sortgesetzt weiter nach Lehrdamen inserierie.j Auf Anraten des Vorsitzenden änderten sie ihren Klageanspruch auf Lohnentlchädigung für 14 Tage um und erzielten ein ob» siegende« Urteil. Da« Gericht sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Beklagte die Klägerinnen nicht weiter be« s ch ä s t i g e n wollte. Der Beklagte war übrigens nach§ 6l5 B. G.-B. auch dann zu verurteilen gewesen, wenn er die Klage» rinnen ohne sein Verschulden nicht tveiter beschäftigt hätte. Den Frauen ist von der Polizei der Rat erteilt, Strafanzeige wegen Betrugs zu erstatten. Das mag in Fällen wie diesem und dem kürzlich über die Firma Sperlich u. Greulich. Kaiier- strafe« 6-7. berichteten, auch am Platz sein. Gleichviel aber, ob eine strafrechtlich versolgbare Handlung vorliegt: auf jeden Fall ist. wie wir schön neulich hervorhoben, ein solches Treiben ver« werflich in der Zeit großer Arbeitslosigkeit arbeitsuchenden Mädchen und Frauen eine sichere Arbeitsgelegenheit vorzuspiegeln, während sicher nur die Erletchteruiig um 10 M.„Lehrgeld" ist. Wer solche Inserate skrupellos aufnimmt, beteiligt sich an der verwerflichen, vielleicht strafbaren Handlung. Der„Vorwärts" hat feit je grund« täglich derartigen Inseraten die Aufnahme verweigert. Rm Induftnc und Kandel. Zur Konjunktur im Berg- uud Huttenbau. In der Generalversammlung der Phönix Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb führte der Generaldirektor über die Geschäftslage ans, daß der Bestand an Aufträgen mit 430 900 Tonne» am 1. November 1913 um L99V0 Tonnen geringer sei«l< der am 1. November fec5 Vorjahres. Hinsichtlich der Beschäftigung und der Absatzmöglichkeiten seien die Verhältnisse noch leidlich gut. wenn auch die Erzeugnisse nur zu niedrigen Preisen verkäuflich seien. Der BeiriebSüberschuh in den Monaten Juli bi-Z einschließlich September 1313 ist um 1,3 Millionen geringer als im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Dabei sei aber zu berücksichtigen, daß einsnvcilen noch auf Grund der früheren, immer noch guten Abschlüsse gclieferr werde. Pom Monat Dezember und erst recht von, Januar ab sei allerdings mit einem ganz beträchtlichen Rückgange de§ Betriebsüberschusses zu rechiitn. Die verschiedentlich ausgesprochene Hoffnung, daß die Phönix-Gesellschast auch bei schlechten Zeiten 18 Prozent Dividende verteUen könne, sei bei dem scharfen Rück- gange der Preise für Fertigerzeugnisse ganz unberechtigt. Die Börse quittierte diese pessimistischen Mitteilungen mit einen, allgemeinen Kursrückgang, der für Phönix-Aktien vier Prozent betrug. Die indische Baukkrisis. lieber die Ursocheu der indischen BankkrisiZ berichtet da? Kaiser- liche Konsulat aus Bombay: In der ersten Oktoberwoche haben in Indien einige sogenannte .Swadesbibanlen'� ihre Zahlungen eingestellt. Während die .Exchangebanken', die sich mit der Diskontierung von Uebcrsee- wechseln und der Finanzierung von Export und Import befassen, sämtlich unter der tteitung von Nichlindem stehen, sind die .Swadesbibanken' Gründungen, die von indischen Kapitalisten nuS- gehen und die ihr« Tätigkeit auf Indien beschränken. In den letzte» Jahren sind eine ganze Anzahl solcher Banken ins Leben gerufen worden, häufig von Leuten, die im Bankgeschäft gar keine Erfahrung hatten. Das eingezahlte Kapital der Banken ist verhältnismäßig klein, sie arbeiten vielmehr hauptsächlich mit Depositen und erhallen diele von den kleinen Sparern dadurch, daß sie einen Verhältnis- mäßig hohen Zinsfuß anbieten. Das Geld wird dann in allerhand Gründungen gesteckt, an denen oft die Direktoren der Bank selbst beteiligt sind, und die eine unsichere, schwer realisierbore und dabei meist nicht einmal lukrative Anlage darstellen. Alle etwaigen Ge- Winne werden möglichst schnell als Dividende ansgeschütter, während der Reservefonds nur schwach dotiert wird. Es ist llar. daß der- artige Geldinslitule nur bestehen können, solange die wirtschaftliche Lage gut ist, daß sie aber nicht imstande sind, auch nur die kleinste Krise zu überdauern. Um diesen Ucbclständen abzuhelfen, wird vorgeschlagen, ein be- sondereS Bankgesetz sür Indien zu erlassen, da« Bestimmungen ent- hatten müßte darüber, welche Geldinstitute sich als«Bank' be- zeichnen dürfen, wi« groß das Kapital mindestens sein und ivi-viel von dem Gewinn in de» Reservefonds gehen muß, tvelch? Geschäfte eine Bank betreiben, insbesondere, wie sie ihr Geld anlegen darf und schließlich, wie über die Anlage des Geldes Rechenschaft gelegt werden soll. � Die„Ezchangebanken' sind an der KnsiS. wie gesagt, nicht be- teilige, so daß die Einfuhr und Ausfuhr durch sie direkt nicht berührt wird. Indirekt ist die Schädigung des JmportgeschästS insofern nicht unbcdemend, als viele eingeborene Großhändler an den Swadeshi- danken interessiert sind. Zur amertkauische» Zolltarifreform. Wie ein Telegramm ans Washington meldet, ist die fünf» prozenlige Zollvergünstigung für Einfuhr aus amerikanischen Schiffen nunmehr durch eine veriügung des GeneralsioatSanwaliS und des Schatzamts völlig außer Kraft gesetzt worden. Die Zollvergünstigung habe sich als unausführbar erwiesen wegen der Bestimmung des Zolltarifgesetzes, daß die Vergünstigung nur für den Fall einlreleii soll, daß sie den internationalen Verträgen nicht widerspricht. Sericdts- Geltung. Ter schiefe Blick— 14 Tage Gefängnis. „Führt Eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen." So lautete ein Passus der Ansprache, die der dcutsclic Kaiser am 27. Juli 1300 in Bremerhaven an die nach Ostasien ab- gehenden Truppen richtete. An diese Mahnung mag ein Schutzmann in Breslau gedacht haben. Ein Photograph soll diesem Schutzmann, während er aus Posten stand, schiefe und verächtliche Blicke zugeworfen haben. Tarauf tvurde Straf- antrag ivcgen Beleidigung gestellt und die Klage im öffentlichen Interesse erhoben. Der Photograph behauptete, er sei früher von dem Schutzmann schikanös behandelt worden. Ter Amisanwalt hielt di? niedrigste Strafe— 3 M.— für ausreichend zur Reparatur der durch die Blicke ramponier» ten Beamtenehrc. Das Schöffengericht in Bres- lau meinte jedoch, die Blicke seien frivol gewesen und hätten ein so tiefes, schwer reparierbares Loch in die Ehre des könig- lich preußischen Schutzmannes gerissen, daß auf eine Ge- fängnissirafc erkannt werden müsse. Es warf 14 Tage Gefängnis gegen den Photographen init dem frivolen schiefen Blick aus. Wie hoch wäre die Strafe wohl gewesen, wenn ein Chinese den Schutzmann„scheel" angeblickt hätte, und wie hoch, wenn ein Schutzmann den Photographen schief angesehen hätte? Die Berufungsinstanz wird sich mit dem schiefen Blick gegen Schutzmannsmajestät noch zu befassen haben. Meistee nutz Geselle. Beim Amtsgericht Berlin-Schöucbcrg klagte gegen einen Bäcker- meister Giesemann wegen vorsätzlicher Körperverletzung ein Bäcker- geselle Jörger. Der Kläger war durch Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht vertreten. Zwischen Meister und Gesellen Ivar es eines Morgens wegen der Arbeit zu Streitigkeilen gekommen, die dazu führten, daß der Geselle seine Papiere forderte- Als ihm am Mittag der Lohn ausgezahlt und dabei ein unerwarteter Abzug gemacht wurde, entstand neuer Streit, und schließlich wies der Meister dem Gesellen die Tür. Obwohl Jörger gehen wollte, hielt Giesemann sür nötig, ihn eigenhändig hinauSzubringe». Hierbei wurde Jörger gegen ein Regal gestoßen und erlitt eine erhebliche Kopfverletzung, die seine Aufnahme in ein Krankenhaus nötig machte. Vor Ge- richt gab der Meister zu, daß er schon bei dem ersten Streit den Gesellen gevhrfeigt habe. Bei dem versuch, ihn hinaus- zubringen, habe der Geselle sich tviderletzt, und da sei er gegen da« Regal geraten. Eine Zeugin bekundete, daß Giesemann den Gesellen, der sich bereits zum Gehen wandte, sogleich am Kragen gepackt habe. Die eigene Frau habe ihm zugerufen, er solle auf- hören, und ein zufällig anioeseuder Geschäftsreisender habe diese Mahnung wiederHoll. Das Gericht sprach den Angeklagten schuldig. Bei Bemessung des Strafmaßes wurde die Erregung des Mefficrö über den plötzlichen Austritt des Gesellen ihm zugute gehalten. Auf 1V M. Gcldstrase wurde erkannt. Versammlungen. TranSportarbeiterverband. In der am Montag abgehaltenen Generalversammlung des Bezirks Berlin gab der Vorsitzende Werner den Geschäftsbericht für das dritte Onar- ta l. Er sagte u. a.: Die Verhältnisse sind im allgemeinen nicht als besonders günstig anzusehen, weis diese Zeit im Zeichen der Arbeitslosigkeit steht. In den Sonimermonaten hat sich die Ar- beitslosigZeit bei den Transportarbeitern noch nicht so stark bemerk- bar acinacht wie in anderen Bernsen. Jetzt aber ist die Arbeits- losigieit auch bei den Mitglicderu des TranöportqrbeiterverbandcS stärker als bisher. Sie ist erheblich größer als im dritten Quartal des vorigen Jahres. 2'ch bis 3 Proz. der Mitglieder sind gegen- wältig arbeitslos. Besonders fällt aus, daß in allen Berufen die Dauer der Arbeitslosigkeit eine viel längere ist, als es in früheren Perioden der Geschäftssiockung der Fall Ivar. Eine Arbeitslosigkeit von 3 bis 4 Monaten für den Einzelnen ist leine Seltenheit. ES ist deshalb dringend notwendig, daß nicht nur NytstandSarbeitcn durch die Behörden vergeben, sondern auch Arbeitslosenunterstützung aus ösfentlichen Mitteln gewährt wird. Trotz der durch die große Arbeitslosigkeit verursachten mißlichen Verhältnisse hat hie Organisation Fortschritte gemacht sowohl hinsichtlich der Einnahmen, aiS auch der Mitgliederzahl. Diese ist gegen daS borige Quartals um 404 gestiegen. Ter Bezirk hatte am Quartalsschluß 48138 mann- liche, 3034 weibliche, 1383 jugendliche Mitglieder.— Die Lohn- bewegungen im dritten Quartal waren nicht sehr zahlreich, weil keine Tarife abgelaufen sind. Aber die Bewegungen, die geführt wurden, brachten olle Erfolg. Bei 13 Firmen mit 738 Beschäftigten wurden Forderungen eingereicht. Bei 10 Firmen erzielten 7.<> Mitglieder Lohnerhöhungen von dnrchschmttlich etwa IchO M. pro Woche. Bei 3 Firme» mit 42 Beteiligten kam es zum Streik, der mit Erfolg beendet werden konnte, indem 20 Mitglieder eine Lohn- erhöhnng von durchschnittlich 4 M. wöchentlich erhielten. Außerdem wurde für b Mitglieder cinc Verkürzung der wöchentlichen Arbeits- zeit von durchschnittlich 3»/.. Stunden erreicht. Durch Abwehrstreiks wurde bei einer Kirma eine Lohnherabsetzung zurückgewiesen, in einem airdcren Betriebe wurde die Einführung von Strafgeldern abgewehrt und in einem dritten Betriebe die Maß-regelung von zwei Mitgliedern rückgängig gemacht, Dem Kassenbericht, den Stein icke erstattete, ist zu entnehmen, daß lö 190 Wochenbeiträge mehr geleistet wurden wie im vorigen Quartal. Für Unterstützungen wurden ausgegeben an Arbeitslose 55 879 M., an Kranke»8 31« M., an Strebende 134« Mark, an Gemaßregelte 2374 M., sonstige Unterstützungen 7616 M, Die Statistik des Arbeitsnachweises gibt ein Bild von der Steigerung der Arbeitslosigkeit. Wäljrertd im dritten Quartal des vorigen Jahres 3978 Stellen gemeldet wurden, liefen im dritten Quartal dieses Jahres nur 6834 Meldungen ein, also 3084 weniger. Besetzt ivurden im abgelaufenen Quartal 6826 Stellen, nämlich 1687 feste und 413g Auöhilfsstellen. Am Schluß des Quartals waren 1312 Arbeitslose eingeschrieben. 2708 Mit« glieder erhielten Arbeitslosenunterstützung für 40 497 Tage. Nachdem die Versammlung den Geschäftsbericht entgegen- genommen batte. beschäftigte sie sich mit den vorliegenden Anträgen. Eine Anzahl derselben bezogen sich aus Einrichtungen im Lokal des Arbeitsnachweises. Angenommen wurde ein auch von der Ver- waltung befürworteter Antrag, welcher besagt, daß sich die Ver» waltung mit dem Vorstände in Verbindung setzen soll, um den aus- gesteuerten Arbeitslosen in den Monaten Januar, Februar und Marz eine besondere Unterstützung zu gewähren. Bnefkaften der Redaktion« Sch. 55. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrank« hcitcn, Pros. A. Blaschko, Verlin, Wilhetmstr. 48.— R. T. 777« Heizer- fuifc, Berlin, Lesstngstr. 34, lNaherc AuSkunst im Berliner Polizeipräsidium.!— F. N. N. 58. Uni Privatoerhältntsse kümmern wir unS iücht.— Gerliard S. Fragen Sie bei der Zentralkommisston der Kranken- kästen, Berlin, Ällcxanderftr. 33,40 an.— C. B. 40. KottbuS, Am Amts« teich IS.— I. M. 001. Ausnahme nach drei Jahren Borich uThesuch, also in der Regel nach Vollendung des neunten Lebensjahres. Realschulen haben leine Vorschule. Gcmcindcichüter können die notwendige Ausnahme- prüsung nach vier Jahren Gcmeindeschulbesuch bestehen. ReligwnSimterricht wird auch in Realschulen erteilt. v>asterstnnt...Ra«t,rtchtou der LandeSanNalt sür Gewässerkunde, mitgetellt vom Berliner Wetterbum» fl+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Unterpegel. Dr. Simmel Spwial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41,.tlÄ 10—2. 5—7. Sonataxt 10—13, Pe«z waren Ingro«— Expört S.Schiisingsr Neue K5nl|7%f P.B» (Oriionn&nshaus) EinxeSvarkauf wie alljAhrlieb sa bliUgi'an Preisen Paizsiolas» Hüffen Beparatursn prompt and pAuber Bitte ffenau auf J* w �T| HanstacsmerLl achton Li| owtHf vee— t Ukr o«8ffntt U Donnerstag: SocflSChQ« SeheiiflSCil Per Pfd.... 30 Pf. Kabliau Ohne Kopf, per Pfd. 27„ Seelaelis,..„„ 24„ See-Aa!.»... 30„ Goldbarsch SS 28 Pf. RotzoDgen»„ 26„ Schollen„„ 22„ Rnnrrbalm,* 28„ Freitag und Sonnabend: Hülmer O Fasanen G Cprilnse � lieh O Hirsch. Täglich: Frisch© Häncherwaren. Aeptel, Heftige, Rot-, Weiß Mohrrühen D- Kohlrüben. In allen Verkaufsstellen: Milch' ÄMst per Liter 20 Pf, Kanluchcn u. w irslngkohl Ich Soll Z)o1.18 « Feh- •»fnttcr M 150 ßSO Meter Tuehlager Koch 4b Seeland G. m. b. H. »Is-i-vis dei Pelriklroh. 108/1 Ab 83. November beginnt die An�asahlmiff der Rückvergütung."H Kfcheros in den Verkaufsstellen. I>cr Vorafnnd. an. LicW qehf /r taufe lUßtien Kindpp. Hervonagend bewlhrle nanrung Nahrung. lictni wsiy Di6Kin[lsrgerf8jhen .., vorzüglich dsdei Kranken- u.loiden nicht an kost. Verdauunssslörung. MaehanÄrv A5ofi5 Mober JR» � V _______ l Gertrantetr. M ,""i-vi!der Berlin N-WSlThurmstraße 34. Kichel-Brlket-KohienhandiuQy G. m. b. B. Tel. 1610 STrakOlin, KiieHebeckstrnBc 148 Tel, 16! ■ Ermäßigte Preise bis 31. Dezember 1013■ 1000 Stück KI.«. Hslb.tclae M. 0.80, Steinkohlen M. 1.75, CiaaUok« dl 1.75 Alles frei Gelaß jeder Etage. Sorgfältige Bedienung. 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IdaEusska. J. de Lande. ] Der Liebe Zaubermacht Bomantiscbe Erzählung. Kolorierter Film. Anfang 6 Ubr. �FerneHtnaUei�LJCj Reichhaltiges humoristisches Programm mit Tom Prlnce John Bunny und BnM. Heute 4 Uhr überall außer Ü.T. Friedrich- 1 Straße u. U. T. Unt. d. Linden Jug;en(U Vorstellung:. Willard der Mann, der wächst. Grete Freund r Paul Beckers Operettendiva. 1 Komiker. Orpington-Trlo Handvoltigeure sowie eine Kette hervorragender Attrakflonen! Hauchen gestattet! Germania- PFaelilsale N., Chausseestr.llO. K. Richter. Jeden Mittwoch: Paul Mantheys lustige ASänger. Anfang 8 Uhr Eintritt 30 Pf. Nachdem Freitanz. — Vorzugslartcn gelten.— Jeden Donnerstag: Großes Militar-Streieh-Konzert anfchl. Familienkränzchen. URANIA Taubenstraßs 48 49. 8 Ubr: Direktor Franz Goerke: Mit d.„Imperator" nach New York. Hörsaal S Uhr; Dr. W. Berndt: Darwins Eehre. Zirkus Busch. Heute Mittwoch, d. 12. Roycmber, abends Tl, Uhr: ttzrolie Gala-Horftellung. |Hai, Moritz und keddy das lustige Meiisehen-Affen-Trie. Ferner: Gebr. Boston Gymnastik in höchster Vollendung. Das Barnett-Trio kombiniert. Akt der Zahn-Athletik, sowie daS große Novembcr-Progr. Zum Schluß: Aus unseren Kolonien. Original'Pantom. b. Zirkus Bulch. Palast am Zoo Täglich Anfang 6 Uhr. Soootags 3 Ubr Matinee. Komplettes Programm grosser Variötö-Akle sowie unsere renonimiertonLichtspiele Preise von 65 Pfennig an. Apollo-Theater Komplettes Programm 0rosscrVarI€t€-Akte sowie unsere renommierten Lichtspiele Preise von 65 Pfennig: an. Wochenfags 8 Uhr. Sonntags 4 und 8 Ubr. Friedr.-Willielmsi. Wir lassen uns scheiden In den Hauptrollen: Wanaa Treumann und Vlggo Larscn sowie unsere weiteren renummierteo Lichtspiele Ununterbrochene Vorstellung tSglicb von 4 Lhr an. Nur zwei Prel.e 35 Pf. und 60 Pf. Keine teureren Platze. NoKenüorf-Theater Cleopatra Die Herrin des Nils »a. Fllmwnnder der Welt Wocbent.ffs XnfADg 6;/. u. 9 Uhr Sonntags 4, 61. und 9 Uhr. Jugend-Vorstellung Mittwoch und Sonnabend 4 Ubr zu halben Preisen. fUesK Heute abend 8-/, üiir lÄs-Moi-tezer! Unions-Brauerei. SolistiD: Barg. König. Leitung: Kapellmeister Erich Ochs. Eintritt 30 Pf. Eintritt 30 Pf. Zirkus ilb. Schumann. Mittwoch, 12. November 1913, abends 71/, Uhr: AM" EIlfe-Abend.-MG Das groBc Novembers Programm. U. a.: Enlkleidungs-Szene i d. Luft All« Zoe. The 2 Coenen in ihren neuesten Kreationen, sowie d. übrigen Attraktionen. 3V Um 9'/, Uhr:-MG Tango vor Gericht! Pantomimische Burleske Berliner Prater-Theater Kastanien Allee 7—9. Jeden Mittwoch: Heutiges Programm ftauucnSm. Anlang 8V4 Uhr. Eintritt 39 Pj. Räch der Vorstellung: Freitanz. PassagsPaniyiljkiiin SO wilde Kongoweiber Männer und Kinder In rinrm eigen« aufgebauten Kongodorfc in ihren Sitten u. Gebräuchen. Und die anderen Attraktionen. Die gr. Kino-Yariete-Vorstellung von 5(Sonntags 3) bis 11 Uhr. Voigt- Theater Badftrafte 58. Mittwoch, den 12. November: Kasernenluft Schauspiel in 4 Akten von Stein und Söhngen. llassencröffnung 7 Uhr, Ans. 8'/, Uhr. Rekliuerlllk-Trlu Adxj Neukölln l,Ahnatr.74L Reichshallen-Theater Stettiner Sänger Zickenbecn S Kunitler« agcutur. Burbv. Meysel. Ansang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr zu ermaß. Preisen: Ter Kompagnichall (Logen 1 M., Balton 75 Pf.. Gutree 59 Pf.) Caprice. Anfang SV. Uhr Ritter Baldrian Das Adoptivkind Die Mißgehurt H-—— Berliner——— umar-Buertett W.WntikjWli iOdecbernerStrJO 'Süaufwortliche- Redakteur: Alfred Wielepp, Neutölln. Für den Qnscratuiteti verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck«.Verlag: LörwarrD Suchdruckere» u. LerlagSanstalt«avl Smaer u-Ca� Berti» P'ichslswveißse.»«stesg. 10. vovbp.-. unbekanntes Wurst- und Wellfteisch-Sssen alte Freund •— MOMtl ia- Berlin ZM wozu alle Bekannten einladet � Oee alt« Frennd.< m j....i,™ 2. Stiligt!>» Jomirtü" Stllilitl Oolliülilatt Heute Iflittwocbabeud Der Stand der Meitslofenfrage in Gr«ß-ßerlin. Vor acht Jahren wurde auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion in der Rcichshauptstadt eine gemischte Deputation eingesetzt, um sich mit der Arbcitsloscnsragc weiter zu befassen, als es gemeinhin geschieht. � Sei es durch Förderung städtischer Bauten oder sonstiger städtischer Arbeiten, sei es durch Hinweis auf die?trmenunterstützung der Stadt, private Wohltätigkcits- anstalten, Armenspeisungcn oder sonst dergleichen. TaS Trängen unserer Genossen ging stets dahin, Vorbeugungs maßnahmen zu treffen uno nicht immer erst dann einzugreifen, wenn eine neue Wirtschaftskrise in vollem Umfange ausgebrochen ist. Die vorige Krise wurde durch einige Jahre der Hochkonjunktur abgelöst und in der Zeit geschah nichts in der ArbeitSlosenfragc. Das Feuer brannte ja nicht auf den Nägeln. Anfangs dieses Jahres zeigten sich die Vorboten einer neuen Krise uno sofort hielten es unsere Genossen im Roten Hause für ihre Pflicht, den Arbeitsmarkt genau zu verfolgen, um bei drängen- der Notlage wiederum mit besonderen Anträgen an oie städtischen Körperschaften heranzutreten. Und wie in Berlin, so in den Vor- orten, wo unsere Genossen vertreten sind, wo das nicht der Fall, geschieht überhaupt nichts für die Arbeitslosen. Daß der Berliner Magistrat Anordnungen getroffen hat, durch Inangriffnahme städtischer Bauten Arbeitsmöglichkeit zu schaffen, ist erfreulich, aber eS ist das nur ein Dropsen auf den heißen Stein, die über- große Mehrzahl der Arbeitslosen hängt von der Konjunktur in der Privatindustrie ab. Und darauf hat allerdings die städtische Verwaltung keinen Einfluß. Darum müssen andere Maßnahmen getroffen werden, wie sie von unseren Genossen in allen Gc- meindevertretungen Groß-Berlins in Form einer spezialisierten Vorlage betr. kommunaler Arbeitslosenunterstützung, die nicht als Armenunterstützung anzusehen ist, vorgeschlagen woröen sind. Diese Vorlage harrt noch der Erledigung in der gemischten Deputation zu Berlin. In Schöneberg ist das schon seit einigen Jahren in die Praris umgesetzt worden, in Charlottenburg, Neukölln und Weitzensee hat man den Entwurf einer ernsthaften Prüfung unterzogen. Von Neukölln kam die Anregung, die Angelegenheit dem Zweckverband zu überweisen, da die Gemcinoen Groß-Berlins als einheitliches Wirtschaftsgebilde nach einem einheitlichen Plane einer kommunalen Arbeitslosenversicherung näher treten könnten. Da der Zweckverband nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht zu- ständig, wurde eine besondere Tagung von Vertretern Groß- Berlins und der zwei in Betracht kommenden Landkreise veran- staltet, die aber, wie vorauszusehen war, sich demgegenüber ab- lehnend verhielt, sich aber für eine Petition an den Reichstag um Einführung einer Reichsarbeitslosen- Per- s i ch e r u n g erklärte. Wieviele Petitionen sind nun schon in dieser Frage dem Deutschen Reichstage zugegangen! Aber der will auch nichts tun. Gab der bayerische Minister des Innern, von Soden, unlängst im bayerischen Landtage, bei der Beratung der ArbeitSlosenfragc, die Stimmung des Bundesrats richtig wieder, als er erklärte: An eine ReickiSarbettslosenversichernng sei in absehbarer Zeit nicht zu denken! Die preußische Staalsregierung, und die spielt ja die erste Geige im Bundesrat, hat sich bisher völlig ablehnend dieser Frage gegenüber verhalten. Und das preußische Dreiklassenparlament ist in seiner Mehrheit auch kein Mahner und Dränger bei so ernsten sozialpolitischen Dingen. Darum ist es mehr denn je Pflicht der Kommunen, tiefer zu schürfen und dem Problem einer kommu- nalcn Arbeitslosenversicherung ernsthaft näherzutreten. Auf Trängen unserer Genossen im Berliner Stadtparlament wurde nach mehr als l �jähriger Pause vor zirka sechs Wochen die gemischte Deputation einberufen, es wurde dort wieder mal stundenlang hin- und hcrgercoet, schließlich überwies man alle eingebrachten Anträge, darunter den Antrag unserer Genossen, sofort 500 000 M. zur Verfügung zu stellen zur Unterstützung der Arbeitslosen, die zur Zeit weder von ihrer Berufsorgani- sation, noch von sonst woher Unterstützung erhalten, einem Aus- schuß, bestehend aus vier Stadtverordneten und drei Magistrats- mtgliedern. Dieser Ausschuß lehnte zunächst obigen Antrag ab mit der Erklärung, wichtiger sei es, einer dauernden Ein- richtung näherzutreten, und darunter kann nur verstanden werden eine kommunale Arbeitslosenversicherung bezw.«Unterstützung nach dem Genter oder einem anderen System. Die Hauptsache ist, daß man endlich einmal prüft, welches System das geeignetste für die Gemeinden Groß-Berlins ist. Die neueste Art bei Polemik von feiten ocr Magistratsver- tretcr ist die, das Genter System zu verdächtigen, daß es gerade da versage, wo die Not am größten: bei denen, die keine Unter- stützung von ihren Berufsvcereinigungen erhallen, tlnd daß die Unorganisierten völlig dabei ausgeschaltet seien. Aber auch das ist in dem sozialdemokratischen Entwurf vorgesehen, allem An- scheine nach haben die Magistratsvertreter in der gemischten Depu- tation das überhaupt noch nicht gelesen. Und dann kam schließlich noch der Einwand, daß sich kleine Orte, wie Schöneberg, einen solchen„Luxuö" leisten könnten, Berlin würde damit nur einen enormen Zuzug von steucrschwachen Elementen herbeiführen. Diese Uebertreilmng wurde gebührend zurückgewiesen, aber je mehr die Herrschaften bedrängt werden, um so verlegener werden sie in ihren Ausflüchten. Das Genter System hat in Südoeutschland sich weiteren Boden erobert, darunter große Städte wie München, Mannheim und Stuttgart. Auch diese Städte müßten doch den Zuzug von„Ele- menten" fürchten, die dem Stadtsäckel Geld kosten, aber nichts ein- bringen! Aber noch immer nicht können sich die bürgerlichen Ber- treter davon freimachen, daß es sich um.Vagabunden" handelt, die als Arbeitsscheue vom Bettel leben, unbekümmert darum, ob das Geld aus dem Stadtsäckel oder sonst woher kommt. In Wirklichkeit sind die Arbeitslosen, die wir meinen, Bürger der Stadt, wie andere Steuerzahler auch, oie nicht zum.Vagabunden" herabsinken, nicht vom Bettel leben wollen, ja auf Armenunter- stützung in Form von Almosen verzichten, um in ihren so spär- lichen politischen Rechten nicht noch weiter beschnitten zu werden. Diejenigen bürgerlichen Vertreter, die darin mit unseren Genossen einer Meinung, sind— im Berliner Stadtparlamcnt uno wohl auch in anderen VorortSgemeindcn— in der Minderheit, und oar- um ist der Kampf in der Arbeitslosenfrage ein so unerquicklicher. ES ist das natürlich für die sehnsuchtsvoll auf Hilfe wartenden Arbeitslosen e. magerer Trost. : Zahlabend in allen 18 Aber die Sozialdemokratie hat schon andere Wjdcrstände über- wunden und so Ivcrdcn unsere Vertreter in den kommunalen Körperschaften Groß-Berlins auch in dieser Frage nicht erlahmen, sondern für erweiterten Ar b c i t e r s ch u tz— und das ist 0cr Kernpunkt der Zlrbeitslosenfürsorge— nach wie vor ein- treten. Solange bis durch Reichsgesetz nicht nur Kranke, Invalide und alte Erwerbsunfähige, sondern auch von unverschuldeter Arbeitslosigkeit Betroffene geschützt werden, und solange in Preußen an eine staatliche Arbeitsloscnfürsorge, wie sie in Bayern durch Zuschuß an die Gemeinden, die eine kommunale Arbcitslosenver- sicherung eingeführt haben, nicht zu denken ist, müssen wir immer wieder an die Kommune herantreten, nicht engherzig burcau- kratisch. sondern sozialpolitisch weitsichtig sich mit der Arbeitslosen- frage zu befassen. Die Oeffentlichkeit verlangt ein endgültiges Urteil der zu dem Zweck eingesetzten Körperschaft, aber nicht erst, wenn die Krise Voruber und diese Frage wieder völlig von der Tagesordnung verschwindet. Das ist natürlich ein Trugschluß der bürgerlichen Mehrheit, die Frage verschwindet erst dann, wenn sie in der einen oder anderen Form gelöst ist. Und dazu beizu- tragen ist eine der vornehmsten Aufgaben der Sozialdemokratie. Iliankt nicht am Sonntag! Bedenket, daß die Handelsangestcllten in den Laden- geschäften gezwungen sind, alle Sonntage zu arbeiten, weil ein großer Teil der Arbeiterschaft immer noch seine Einkäufe des Sonntags erledigt. Tretet überall dafür ein, daß aus Euren Kreisen niemand dck. Sonntags kauft. Verringert da- durch den Umsatz der Geschäfte am Sonntag derartig, daß diese der Forderung der Handelsangestcllten nachgeben und Tausende von diesen ihren freien Tonntag erhalten. Also: Kauft nicht am Sonntag! Partei- Hfiöfelecfenbeiten. Zweiter Wahlkreis, Friedrichstadt föstliche Hälfte). Zahl- abend: am Miuwoch, den 12. November, pünktlicki>/zg Uhr, bei Wwe. Augustin, Oranienstr. 103. Vortrag des Genossen Dr. Willi Pleßner:.Unsere Nerven". Z a b l n a ch t: 12 Uhr nachts. Zahlmorgen: Donnerstag früh ö Uhr. Guten Besuch erwartet Der Vorstand. Charlollenburg. Eintrittskarten für di« am 28. Dezember statt- findende Opernvorstellung.Zar und Zimmermann" sOpern- hauS Charlottenburg) sind von heute ab bei Scharrnberg, Sesen- heimerstr. 1 und im Voltshause. Rosinenstr. 3 erhältlich. Es steht nur eine geringe Anzahl Billetts zur Verfügung, die Genossen weeden also gebeten, sich baldigst zu melden. Der Preis beträgt 1,30 91. pro Karte. Britz. Gemeinschaftlicher Zahlabend für ganz Britz im Lokale von Schoeinbeeg, Rudower Str. 60. Schmnrgendarf. Heute, Mittwoch, abends 8'/. Uhr, im Cafv Türk, HubertuSbadei-str. 8. Mitgliederversammlung.' U. a. Vortrag über die Notwendigkett der Konsumgenossenschaft. Friedlich shagen. Heute abend finden in den bekannten Lokalen auZnahmSweiie Einzelzahlabende statt. Morgen Donnerstag, abends 8>/z Uhr, im Jugendheim, Friedrich- straße 60. dritter Vortragsabend über die deutschen Gewerkschaften. Zeuthen-Miersdorf. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet heute bei Robert Barnack statt. Biesdorf. Heute Mittwoch, abends'/zg Uhr: Zahlabend bei Haack, Marzahner Str. 31. Sichwalde. Heute abend pünktlich 8>/z Uhr bei Witte: Wahl- vereinSversammlung. Räntgental, Zepernick, Such. Der Zahlabend für Röntgental. Zepernick findet anstatt am Donnerstag, am Eonnabend und der für Buch anstatt am Freitag gleichfalls am Sonnabend, den IS. November, statt, und zwar für Röntgental bei Lange, für Zepernick bei Adomeit und flle Binb bei Voldung fReftaurant zur Tanne).— Am Donnerstag, den 13. November, abends pünktlich 8>/, Uhr, bei Lange, SiemenSste. 10; Dritter vvrtragSabend über:»Die wirtschaftlichen Gmndlagen der modernen Arbeiterbewegung". Kerlimr IVacbricbtcn. Ter verkannte Kriminalkommissar. Spreeauswärts grenzt an Berlin die Gemeinde Treptow, die so gern zu Berlin möchte und der sich auch dort offene Arme entgegenstrecken. Tort draußen hat Berlin seinen Plänterwald und seinen großen Park init den schönen Spiel- Plätzen, dorthin gehen Sonntags die Berliner zum Luftschnappen. zum Kaffeekochen und zum Tanzen. Treptow ist berühmt geworden durch eine Gcwerbeausstellung. eine Radrenn- bahn, eine Sternwarte und nicht zum mindesten durch die Attacken, die einmal die Gendarmerie und Iagows Polizei gegen eine Volksversammlung ritt, die nicht hier, sondern im Tiergarten stattfand. Und dann gab es im selben Treptower Park einige Male wirkliche Massenversammlungen. An all diese rühmlichen Erinnerungen hat sich nun in der Geschichte Treptows eine neue gereiht: der Hauptmann von Köpenick hat hier sein Gegenstück gefunden, einen richtiggehenden Kriminalkommissar, der einen richtiggehenden polizeilichen Auftrag auszurichten hatte und ihn nicht ausrichten konnte, weil ihn ein ebenso richtiggehender Gendarm daran binderte. Und das kam also: Wollte da im Mai dieses Jahres Nikolaus, der Herrscher aller Reußen, aus dem Lande der Knute den Berlinern einen unerwünschten Bestich abstatten. Da dieser sich nun aber der Liebe seiner getreuen Nachbarn doch nicht ganz sicher war. mußten weit und breit um Berlin die Behörden schauen, ow nicht etoa doch eine Gefahr dräuete. So hatte denn auch ein Landgendarm. der in Treptow stationiert war, von Nihilisten und Anarchisten gehört, die es auf das geheiligte Leben des Blutzaren abgesehen hätten und heute nicht mehr so wie ehemals mit Dolch und Petroleum- kanne umherliefen. Damals hatten es die Sicherheitswächter bester als beute, wo man nickst weiß, ob der Elegant auf der Straße nicht solch ein Anarchist ist. der einen geheiinen Auf- trag seiner Mitverschworenen gerade in Treptow aus- führen will. Und siehe da, an einem schönen Tag im Maien, als unser Gendarm vor einem Kaffeegarten über die Sicherheit des Staates brütete, kam richtig ein solcher Mann mit einem ge- Heimen Auftrage wegen des Zaren nach Treptow. Sein Miß- Groß-Berlins. gcschick führte ihn auch schnurstracks in die Arme des Sicher- heitsniannes, denen er am besten zu entrinnen glaubte, wenn er ihn nach der gegenüberliegenden Wohnung des Amtsvor- stehers fragte. Doch das sollte sein Verhängnis werden. Der Gendarm fragte dctt Neugierigen auf den Kopf nach seinem Begehr. Damit wollte der Gefragte natürlich nicht raus- rücken. Was wunder! So behauptete er denn dreist und kühn, er sei Kriminalkommissar Baumann aus Lichtenberg. und zeigte dein Gendarm sogar eine Erkennungsmarke, med- lich und rund, wie sie Kriininalbeamte zu tragen pflegen. Aber damit konnte er dem Wachtmeister nicht iurponieren. Da könnte jeder kommen, und er hatte schon eitmial einen falschen Kriminalkommissar entdeckt. Und mm erst dieser da. So wurde denn der„falsche" Kriminalkoiniiiissar arretiert und unten im Rathaus in die Wachtstube des Gendarmen ge- sperrt, wo eben das angebliche Ziel feiner Wünsche, der Herr Amtsvorsteher, thronte. Dann ging's ans Verhör, das hock> notpeinliche: ob er Kinder habe, der Schwerverbrecher, und wieviel, ob er viele Zimmer bewohne und welche und noch manches mehr. Dann wurde in Lichtenberg angerufen. Und in all der schönen Zeit gingen oben im Rathaus die Amts- stunden zu Ende und nach ihnen die höchsten Vertreter der Polizcylcwalt zum Tor hinaus. Unten aber schinachtete hoffnungslos der„falsche" Kriminalkommissar, bis sich eine mitleidige Seele eines Ortspolizisten seiner annahm und ihn durch eine Hintertür entweichen ließ. Tic Nemesis aber ruht nicht. Und so erfuhr denn die große Aktion vom Mai jetzt ein Nachspiel vor dem Oberkriegs- gerichts des Gouvernements Berlin, wo sich schließlich doch noch alles in Woblgefallen auflösen sollte. Angeklagt war der Gendarineriewachtincister aus Treptow wegen Beleidigung und vorschriftswidriger Behandlung: denn der glücklich erwischte falsche Kriminalkommissar war echt, und crjmtte damals auch wirklich eine geheime Mission in Sa ch e n d es Zaren. Er sollte nämlich mit dem Amtsvorsteher über die Sicherung der Straßen bei der Anwesenheit des Zaren in Berlin verhandeln und war nun durch jenes Mißgeschick ver- hindert worden, seinen dienstlichen Auftrag an jenein Tage noch auszuführen. Das Kriegsgericht�der zweiten Gardedivisioit, vor dem die Sache bereits Ende September einmal anstand, hatte sogar über Freiheitsberaubung und Trunkenheit im Dienste verhandelt, weil der so wenig freundlich behandelte Kommissar glaubte, bei dem Gendarmen Alkoholgeruch wahr- genommen zu haben. Das Urteil, das die letzteren Delikte ver- neinte, lautete damals auf 16 Tage gelinden Arrest. Das Oberkriegsgericht aber hatte für das Weh des Wachtmeisters viel mehr Verständnis. Dieser erzählte ihm, daß vor der An- kunft des Zaren sich oft gefährliche Leute, sogar Anarchisten. einfinden, und der doch nicht wußte/ ob er es in dem angeblichm Kommissar mit solch einem gefährlichen Menschen zu tun habe. Dazu hat er diesem auch später Abbitte geleistet. Der öffcnt- liche Ankläger plädierte für drei Tage gelinden Arrest. Das Gericht aber ließ. Milde walten und schloß sich dem Vcrteidichr an, der da meinte, daß dem Gendarmen das Bewußtsein der Rcchtswidrigkcit gefehlt habe, da er ktrotz der Erkennungs- marke des Kriminalbeamten) zu der Annahme berechtigt sein konnte, es mit einem falschen Kriminalkommissar zu tun zu haben. So kam der Herr Wachtmeister zu seiner Freisprechung und der Ort der Kaffeegärten, der Berliner Polizeiattacken und der GeWerbeausstellung zu einer neuen Berühmtheit. Wenn aber künftig irgendwo in Preußen ein richtiger Anarchist an der Echtheit einer Gendarmerienitiforin zweifelt, wird mau auch ihm das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit absprechen? Die Wahlen der ersten Abteilung führten zu der Er- ncnnung der aufgestellten Kandidaten, unter denen sich auch der bisherige Stadtrat Düring befindet. In der zweiten Abteilung sind für den Genossen Hugo Heimann insgesamt 202 Stimmen abgegeben Ivordcn. Die ganze Ungerechtigkeit des Dreiklastenwahlrechts trat gestern besonders kraß in die Erscheinung. Während bei den Wahlen zur dritten Abteilung am Sonntag die Kandidaten mit etwa 3000 Stimmen gewählt wurden, wurden bei den Wahlen der ersten Abteilung für die einzelnen Kandidaten 9 bis 34 Stimmen abgegeben. Um einen Reftaurationsgarten. Wer schon einmal duech die in Moabit belegene Turmstraße gegangen ist, dürfte bemerkt haben, daß vor dem Hause Nr. 7, gegenüber deni Landgericht, ein Refiaurationsgarten liegt. Dieser Vorgarten ist der einzige, der von den gesamten Vorgärten der Turmstraße übrig geblieben ist. Die Besitzer der übrigen Vorgärten haben das Straßenland an die Stadtgemeinde zum Zwecke einer in Aussicht genommenen Verbreiterung der Straße aufgelassen. Es fehlt nun doch, daß der Besitzer des Vorgartens des Hauses Nr. 7 zurückrückt. Der Inhaber deS SiestaurationSgartenS, ein Herr Kozower, hat sich auch im Jahre 1010 bereit" unteeschriftlich verpflichtet, am 1. Oktober 1013 zurückzunicken. Die Nachbarn dieses HauseS haben sich schon seit Jahr und Tag darüber beklagt, daß es nicht richtig sei, diesem einen Manne in der Turmstraße einen besonderen Borzug vor ihnen zu geben, wodurch sie sich übrigens auch materiell benachteiligt fühlten. Diesen Beschwerdeführern ist geantwortet worden, sie möchten sich geduldeit, denn am 1. Oktober 1913 laufe ohnehin die Frist ab. wo der Inhaber deS Vorgartens zurückellcken müßte. Damit beruhigten sich die anderen Interessenten nicht; sie wandten sich an den Oberbürgermeister und schließlich an den Ober- Präsidenten, aber überall erhielten sie die Antwort, am I.Oktober 1913 sei ja die Frist zu Ende. Der 1. Okioder 10l3 ist vorüber, der 1. November auch, aber der Vorgarten steht nach wie vor im gleichen Ilmfange Auf derselben Stelle. Mancher wird erstannt fragen: Wie kommt daS? Diese Frage wollen wir hier zu beantworten versuchen. In dem zu deni genannten Vorgarten gehörigen Restaurant verkehrt gut bürgerliches Publikum. Und unter diesem Publikum befinden sich Leute, die in der städtischen Verwaltung«ine Rolle spielen. Diese Leute hatten Interesse für die Privat- angelegenheiten deS Besitzers und sie bemühten sich um die Erhaltung des Vorgarten". Stadtverordnete und Stadträte bestürmten die Tieibauverwaltung, sie möchte dem Besitzer K. doch den Vor- garten weiter belassen. In der Sitzung der Tiefbaudeputation wurde allen Ernstes als Begründung angegeben, daß hier sehr anständiges, besser situiertes Publikum verkehre, es sei ein hübsches Lokal, wo es sich angenehm sitze und da solle man den Lokalbefitzer noch weiter bevorzugen gegen die übrige» Nachbarn. Es wurde ein- gewendet, eS sei doch ungeheuerlich, so offen fiir Privatinteressen einer bestimmten Person einzutreten, lediglich besonderer Gäste wegen, maßgebend könne doch nur das Allgemeininteresse sein. Und das dulde eine längere Bevorzugung einer emzelncn Person nicht. Dazu komme eine eventuelle Geltendmachung von Schaden- ersatzansprüchen anderer Besitzer an die Stadt im Hinblick auf die bisher erteilten Bescheide. Alles half nichts. Die Mehrheit der Tiefbaudeputation beschloß, von einer erneuten Aufforderung zur Beseitigung des genannten Lorgartens zurzeit abzusehen� Also lediglich der in dem genannten Lokale berkehrenden Moabiter Stadtverordneten wegen soll von der Wahrnehmung des Allgemein interesses abgesehen werden. Jetzt wird sich noch der Magistrat mit der Sache beschäftigen müssen, er kann gar nicht anders, als die schon laugst beschloffene Zurückverlegung des Borgartens durchzu führen trotz diverser Stadtverordneten und Stadträte wegen. Ob diese Leute sich auch so bemüht hätten, wenn es sich um ein Arbeiterlokal gehandelt hätte? Von unseren Genosien in der Ticfbaukommission wurde diese Günstlingswirtschaft gehörig gewürdigt. DaS Kuratorium deS Vieh- und Schlachthofes beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung unter Vorsitz deS Stadtrat» Fischbeck u. mit einer Reihe von Erweiterungsbauten. Insbesondere wurde die Errichtung eines neuen Schlachthauses beschlossen, das dem Mangel an Schlachtgelegenheit für die S ch w e i n c s ch l ä ch t e r Abhilfe bringen soll. An der Errichtung eines städtischen P f e r d e s ch l a ch t- Hauses soll festgehalten werden, doch sollen wegen deS Bauplatzes noch weitere Prüfungen stattfinden. Die Anträge des ArbeiterausschuffeS auf Besserstellung und Regelung des Urlaubs wurden gegen die Stimmen der Sozial- demokraten abgelehnt. Die Forderung, eine besondere Kohlen- auslade-Kolonne zu schaffen, wurde abermals abgelehnt. Daß bei dieser Arbeit zeitweise 80--SO Mann beschäftigt würden sei unwahr. Die höchste Zahl in dem billigen Kohlenmonat April sei 68 gewesen, im Mai nur 26. Schließlich wurden einem Teil der Weiblichen Arbeiter 20 Pf. zugelegt und die Anstreicher erhielten nach energischem Eintreten der sozialdemokratischen Mitglieder des Kuratoriums Mäntel bewilligt. Einer der Herren Bürgerlichen hatte gemeint.„daS wäre unnötig, denn die Än st reicher erhielten alte Kleidungs st ücke genug geschenkt und erst der Hinweis, daß sich doch die Stadt Berlin schämen müßte, ihre Arbeiter auf geschenkte alte Kleidungsstücke zu ver- weisen, schien sie zur Besinnung geführt zu haben. Die freifinnige Mehrbeit sorgt nach wie vor.väterlich' für ihre Angestellten! Es gibt eben verschiedene Arten von Vätern! „Nur für Minderbemittelte". Die Krankenkasse.Medizinalverein für Berlin und Umgegend' will Mndcrbemittelten als Hilfskasse dienen. Daß sie nicht für Wohlhabende bestimmt ist, darüber wurde kürzlich ein Mitglied auf sehr sonderbare Weise durch einen Arzt der Kaffe be lehrt. Die Frau eines Schankwirts gehört mit ihrem Enkelkind dem Medizinalverein an. Als daS Kind sich eine Erkältungskrankheit zu zog. brachte die Großmutter es zu dem im Aerztevcrzeichnis der Kasse aufgeführten Dr. Goldschmidt, Warschauer Str. 16. Der Arzt sagte ihr, daß bei einer eintretenden Verschlimmerung er auch nach der Wohnung kommen würde. Nach etwa zwei Wochen ließ sie durch einen Boten ihn bitten, einen Besuch in der Wohnung zu machen, weil ihr der Zustand des Kindes verschlimmert scheine. Am nächsten Tage kam der Herr Doktor, aber er zeigte sich jetzt plötzlich sehr ungehalten. Er erklärte sogleich bei seinem Eintritt:.Ich be- handele hier überhaupt nicht, auch nicht mehr in Meiner Sprech .stunde; solch großartige Nestaurgteure gebären nicht in eine Krankenkasse'. Leider hat der Nestau- rateur im Hinblick auf den bescheidenen Ertrag, seiner kleinen Schankwirtschaft wirklich keinen Anlaß, sich besonders.groß artig' vorzukommen. Der Kassenarzt aber meint, es bester zu wissen. Als ihm erwidert wurde, warum er denn das nicht vor- her gesagt habe, wurde er erregt und wandte sich zum Gehen. Man solle, sagte er dem auf das kranke Enkelkind hinweisenden Großvater, sich an den nächstwohnenden Arzt des Medizinalvereins wenden. Beiin Medizinalverein ist es Brauch, daß WohnungS besuche nur von dem nächstwohnenden Arzt gemacht werden. Dr. Goldschmidts Wohnung liegt der Wohnung des RestaurateurS so nahe, daß man ihn irrtümlich für den nächstwohnenden Arzt hielt, tatsächlich wohnt aber ein anderer noch näher. Der Herr Doktor soll noch geäußert haben, ein Maurergeselle werde ja bester bezahlt alS er. Vielleicht macht er sich von dem Einkommen eines Maurergesellen eine ähnlich übertriebene Vorstellung wie von dem jeneS.großartigen' RestaurateurS. Explosion auf einem Güterboden. Gestern Dienstag, früh gegen 6� Uhr, lvurde die Feuerwehr nach der GüterabfertigungSstcllc der Hamburg-Lehrter Bahn in der Heidest. 2/10 gerufen. Dort war auf einem Güterboden eine Kiste mit Metallpatronen ex- plädiert und die Stichflammen hatten einige Säcke, die in der Nähe lagen, in Brand gesetzt. Die Feuerivehr gab sofort mit einem Rohr Master und beseitigte in lvenigen Minuten jede Gefahr. Die Reste der explodierten Sendung wurden beschlagnahmt. Von der Eiienbahnverwaltung ist eine genaue Untersuchung eingeleitet worden, um den Absender der Kiste festzustellen. Auch an die Eisenbahn- direktion Berlin ist Bericht erstattet worden. Personen sind bei der Explosion nicht zu Schaden gekommen. Der Gesangverein„Neu erwacht"(M. d. A.-S.-B.) veranstaltet am 10. November fBußtag) ein Konzert im Konzertsaal der Brauerei Friedrickshain. Mitwirkende: das Blüthner- Orchester, Dir. Herr Bruno WeyerSberg, Herr Gustav Franz fBariton), Frau Betti Schot fSopran). Zur Aufführung gelangt unter anderem: Meeresstille und glückliche Fahrt lPodbertSky), Frühlingsnacht(M. Filkel und Steirische Hochlandklänge(R. Wagner). Eintrittskarlen a 75 Pf. sind bei den Mitgliedern zu haben, da offene Kasse nicht stattfinden darf. Der Berliner Sängerchor— diese allerjüngste Vereinigung drei kleinerer Chöre zu einem— veranstaltete unter ihrem Dirigenten Franz B o t h e am Sonntag im großen Saal der Brauerei Friedrichs- Hain ihr erstes Herbstkonzert. Die kurze Zeitspanne seit jener Ver- schmelzung bringt eS mit sich, daß wohl im ganzen Annehmbares, jedoch im einzelnen noch keine einwandfreie Gesangsleistung hervor- trat. Neben liebevoll Ansgearbeireles drängte sich noch manches Unfertige. Mit Webers Jägerchor z. B. hätte man noch gut auf sich warten lasten sollen; desgleichen mit KuhlauS herrlichem, doch nicht eben leichtem Wanderers Nachtlied, das unsagbare Zartheit verlangt. Kuhlau hat sich bei der zweiten Zeile eine kleine textliche Acnderung erlaubt fkeinen, statt„kaum einen' Hauch). Ihr möchte ich aus rhythmischer' Notwendigkeit das Wort reden; desgleichen der anderen in Zeile vier(statt»du auch'— a u ch du), weil das dunklere, sprachlich ktäftigere„Du" einen bestimmten Abschluß gewähr- leistet, sowohl. den Sängern, als für die Hörer. Aennchen von Tharau gelang diesmal noch nickt. Volkslieder sinnfällig vortragen ?u können, ist keine so leichte Aufgabe. Auch bei Jugend, Morgenlied m Walde und KannS.Lebenslied' bleibt noch manches im RhylbmuS wie in der Vortragsweise gegensätzlicher, charakteristischer heraus- zuarbeiten. Hingegen gelang wieder manche Partie ganz vorzüg- lich, am besten in LebenSlied des alten aufrechten Ernst Moritz Arndt kernige Forderung: Doch lauf nicht nach! Die prononcierte Betonung des.Es' in Frieds.Erntelied" ist grundfalsch. Vom fortreißenden Sturm in der Schlußstrophe muß mehr Leidenschaft und Kraft vorauszusetzen sein. In diesem Liede wie in dem auf ähnliche Bahn gestellten.Sieg der Freude', Chor mit Orchester- begleitung von Büttner ist.offenes' Singen am Platze. Nur achte der Dirigent darauf, daß nicht etwa die Tenöre„offen', die Bäste mit.gedeckter' Stimme singen. Vor allem wird ratsam sein, doch genau den Inhalt der Liedtexte durchzugehen und hiernach die Vortragsweise zu bemessen, weil ja die musikalischen Vortrags- zeichen, schon ihrer Unvollkommcnheit wegen, nicht allemal aus- zureichen vermögen. Da nun sowohl der Sängerchor wie auch ihr Leiter mit ersichtlicher Begeisterung. Frische und Energie bei der Sache sind, so wird Gutes sehr bald erreicht werden können Das unter Hmn Fr. von B lon stehende Berliner Konzert hauSorchester bestritt— nicht immer musterhaft!— den instrumentalen Teil des Programms. Wagners.Pilgerchor' war zu rasch im Tempo gehalten. Fromme Pilgerzüge gehen bedächtig, feierlich langsam— nicht im hurtigen soldatischen Marschtempo. In der Ouvertüre zu„Rienzi' machte sich der Mangel an Streichern allzu fühlbar; sie imirden hier— und meist immer— von den Bläsern erdrückt. Mit der Exaktheit haperte es zuweilen auch. Ein Orchester kann anderwärts reichlich zu Dank spielen. In Arbeiten konzerten soll es einfach hinsichtlich künstlerischer Darbietungen un- tadelig sein.— Noch ein Wunsch: Möchte künftig doch die Vor führung von Geschästsreklonien auf dem Podium während der Pausen verhindert werden. Das ist eine Geschmacklosigkeit. Vorort- Nachrichten. Lankwitz. Die letzte Sitzung der Gemeindevertretung stand im Zeichen eines GenieindewappenS, das Lankwitz von nun an führen wird. Ein blaues Wappenschild mit einem Löwen und drei Nehren war im Sitzungssaals aufgestellt. Die bürgerlichen Vertreter gaben schweigend ihre Zustimmung zu demselben. Genosse Radike lehnte das Deko rationsstück ah, das nur unnötige Kosten verursache und sonst keinen Zweck habe.— Für die Armenverwaltung wurde die Nachbewilligung von 400 M. verlangt, da in Anbetracht' der bevorstehenden Not im Winter die im Etat vorgesehenen Mittel nicht ausreichen werden. Genosse Radike verlangte u. a., baß die Not der Arbeitslosen nicht etwa durch die Armenverwaltung geregelt werde, sondern daß die Gemeindeverwaltung gleich anderen Groß-Berliner Gemeinden der Ein führung der Arbeitslosenversicherung näher trete. Auch der Verkauf von Fleisch durch die Gemeinde könne ebensogut wie der Seefischverkauf eingerichtet werden. Auch habe der Gemeindevor stand noch nichts über die Verabfolgung von Frühstück an bedürftige Schulkinder, der nach Anregung bei der letzten Etatsberatung näher getreten werden sollte, verlauten losten. Schöffe Bruchwitz verwies die Pflicht der Unterstützung der Arbeitslosen an daS Reich. Der Verkauf von russischem Fleisch verursache für die Gemeinden, die ihn einrichten, zu hohe Kosten durch Schaffung der Berkaufseinrich- tungen. Für die Speisung der Schulkinder liege zurzeit kein Be dürfnis vor, da im vorigen Winter nur zwei(?) von 1041 Kindern ohne Frühstück in die Schule gekommen seien. Genosse Radike wies diese fadenscheinigen Ablehnungsgründe als nicht zutreffend zurück. Die bürgerlichen Vertreter schwiegen sich aus.— Das neue Lyzeum wurde in das Ortsstatut zum Schutze der Gebäude mit künstlerischer Bedeutung aufgenommen. Gemeindevcrtreter Krohn regte sich darüber auf, daß der Punkt„Bebauungsplan für den Platz J.- K. auf der nichtöffentlichen Tagesordnung stehe, seine Energie reichte indesten nicht so weit, den Antrag zu stellen, daß die Sache öffent lich verhandelt werde. Lebhaft bedauert wurde, daß nach dem Bebauungsplan die Marienstraße hinter dem Lyzeum kassiert worden sei, trotzdem sie jetzt schon weiter angelegt sei und einen guten Baumbestand aufweise. Spandan. Die Wahlen der 2. Abteilung, die unter reger Beteiligung statt- fanden, von 4207 Wahlberechtigten wählten 1700, brachten der Kommunalen Vereinigung eine Niederlage. Gewählt wurde» Mathias und Schmidt(bürgert. Vereine) und Bender(Kommpn. Verein.). In Stichwahl stehen je drei Kandidaten von beiden Parteien, wobei die 108 Wähler, die für unsere Kandidaten stimmten, den Ausschlag geben. Die Kommunale Vereinigung brachte es oui 647 bis 940 Stimmen, während auf die Liste der vereinigten bürgerlichen Vereine 762 bis 913 Stimmen entfielen. Bei der vorigen Wahl brachte die Kommunale Vereinigung 1445 bis 1459 Stimmen auf und eroberte gleich bei der Hauptwahl sämtliche sechs Mandate. während damals die Liste der bürgerlichen Vereine nur 652 bis 799 Stimmen auf sich vereinigte. Weihetisee. Noch kein billiges Fleisch? Der Dringlichkeitsantrag der Wohl- fahrtslommission sollte in der letzten Gemeindevertretersitzung noch nicht zur Verhandlung kommen, weil der Borsitzende. Bürgermeister Dr. Woelck, die Akten noch nickt durchgesehen halte. Unsere Genossen verlangten jedoch ganz energisch die sofortige Erledigung der An- gelegenheit, da die Berttttung nur die Miitel nur zu be- ivilligcn habe, alles andere in der Kommission zur Durchführung kommen könne. Daß die Angelegenheit verschleppt werden sollte, bestritt der Bürgermeister, da die Kommiision doch immer- während getagt hätte. Auf den Hinweis, daß noch Mittel im Be- trage von 2590 M. vorhanden fein müßten, da von den im vorigen phre bewilligten 3000 M. nur 500 M. verausgabt seien, bekam ienoste Taubmann die Antwort:.Da wissen Sie mehr als ich'. Nachdem unsere Genoffen immer wieder die Forderung stellten, die Verhandlungen aufzunehmen, wurde der Punkt in die ge- Heime Sitzung verlegt. Aber auch hier kam es zu keinem Resultat und zwar deshalb, weil man die hiesigen Schlächter nicht ausschalten wollte. In der Errichtung ein« offenen Verkaufshalle erblicken die bürgerlichen Herren eine Schädigung der Geschäftsleute. Ebenso hatten sie eine Abneigung gegen das russische Fleisch, man sollte versuchen, inländisches Fleisch zu beziehen. Nach tundenlanger Debatte wurde beschlossen, nochmals Verhandlungen mit der hiesigen Schlächterinnung anzustreben, die aber so gefördert werden sollen, daß am kommenden Freitag die Gemeindevertretung beschließen kann. Bei der ganzen Debatte tat sich besonder? der Schöffe MeweS hervor, der gegen unsere Genossen den Borwurf erhob, sie schreien in dieser Debatte nur zum Fenster hinaus, um außerhalb den Anschein zu erwecken, die bürgerliche Mehrheit iei im Prinzip dagegen, für die ärmere Bevölkerung«twaS zu tun. Unsere Genossen erteilten dem Herrn die ihm gebührende Antwort. Mit Recht wurde darauf hingewiesen, wie schnell seinerzeit die Gemeinde- veriretung den Bedrängten der Weißenieer Bank mit Hunderttausenden geHolsen habe, während sie sich bei einer Hilfsaktion für die ärmere Bevölkerung monatelang Zeit läßt. Ober-Schönerneide. Die Arbeiterschaft von Oberschönewcidc, Niederschöneweide, Johannisthal, Treptow-Baumschulenwrg, Köpenick, Adlershof» Karls- Horst, Friedrichsfrlde usw. wird darauf aufmerksam gemacht, daß von Sonntag, den 16. November ab, regelmäßig Sonntags im Ober- 'chöneweider Jugendheim, Klarastr. 2, vormittags ö Uhr, Frei- religiöse Jugendvorlesunaen abgehalten werden, die denen in Berlin und anderen Orten gleichwertig sind. Nähere Auskunft wird dort erteilt. Rege Beteiligung ist erwünscht. Alt-Glienikke. Heraus aus der Landeskirche. Ueber dieses Thema referierte in einer gut besuchten Volksversammlung im Lokal von Rodenbusch Genosse U n g e r. Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag meldeten sich 20 Anwesende, die ihren Austritt aus der Landeskirche zu vollziehen bereit sind. Nowawe4. Gegen die Bettelei, die in letzter Zeit nanientlich Sonntags überhand genommen hat, sollen jetzt Polizeibeamte in Zivil ein- chreilen. An Sonntagen sollen alle diejenigen, die von der Not zum Betteln gezwungen, unter strenge Kontrolle gestellt werden. Mag sein, daß jenes Heer der Bettler namentlich in der gegen- wärtigen Wirtschaftskrise lästig wird. Aber durch ein Aufgebot von Polizeibeamten wird den von der sozialen Not Betroffenen der Hunger nicht gestillt. Und solcher, die daS Betteln nicht zum Spaß betreiben, sondern mit bitterer Miene von Tür zu Tür gehen, gibt's heute sehr viele. Ihnen Erwerbsgelegenheit schaffen, sie und ihre Familienangehörigen zu nähren und Neiden, ist eine weit dringendere Mission, als sie die Faust des Polizeibeamten spüren zu lassen. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertrewngen. Lichtenberg. Donnerstag, den 13. November, abends 6 Uhr. im Rathause, Möllendorfsstrahe 6. Martendorf. Donner Stag, den 13. November, nachmittags 5 Uhr. im Rathaus-, Kaiserstraße. NowaweS. Heute Mittwoch, nachmittags S Uhr, im Rathause. Diese Titziingen find Ssfcnllich. Jeder Gemeindeangehörige ig if rechtigt, ihnen»lS Zuhörer beizuwohnen. Mus aller MeU. Tie Vergiftungen in Westenfeld. Nach den neueren Feststellungen sollen die Erkrankungen und Todesfälle in der Familie des Gärtners Müller in W e st e n f e I d nicht auf Vergiftung durch Wasserschierling, sondern wahrscheinlich auf Fleischvergiftung zurück- zuführen sein. In mehreren anderen Familien des Ortes und der Umgegend sind in den letzten Tagen E r k r a n. kungen mit ganz ähnlichen Erscheinungen vorgekommen. Die Hoffnung, daß die in der Müllerschen Familie Erkrankten auf dem Wege der Besserung seien, hat sich leider nicht erfüllt. Am Dienstag ist der Vergiftung ein drittes Opfer, ein 13jähriges Mädchen erlegen. Auch der Zustand der übrigen Familienmitglieder gibt zu s ch w e- reu Besorgnissen Anlaß. Schneestürme in Schwere Schneestürme New Dork niedergegangen. den Vereinigten Staaten. sind am Montag im ganzen Staate Nach einigen Tagen sonnigen Herbst- Wetters traten ganz unerwartet außerordentlich schwere Schneestürme auf, so daß der Eisenbahnverkehr im Staate New Dork große Ver» spätungen erleidet. Mehrere Züge sind im Schnee stecken ge- blieben und die Pastagiere befinden sich in verzweifelter Lage. Die Telegraphenleitungen sind auf große Strecken z e r» st ö r t, so daß den eingewebten Zügen nicht rechtzeitig Hilfe geschickt werden kann. So ist der berühmte Expreß de« 20. Jahrhunderts. auf dessen Pünktlichkeit jeder Amerikaner stolz ist und der die schnellste Verbindung zwischen New Dork und Chicago darstellt, um sieben Stunden später angekommen. In der Nähe von Washington ist ein Zug mit 300 Pastagieren seit Sonntagabend in einem Schnee>o all begraben. Die Passagiere haben seit 24 Stunden nicht» gegessen, und eS wird noch geraume Zeit dauern, bis der abgesandte Hilfszug sich an sie herangearbeitet hat. Besonders verheerend hat der Schneesturm in Cleve land und P i t t S b u r g gewütet. Beide Städte find vollkommen von der Atzßenwelt abgeschnitten, da sowohl die Telephon- wie Telegraphenleitungen unbrauchbar g«� worden sind. Auch aus anderen Teilen Nordamerika»� aus Chicago und West-Pennsylvanien werden bedeutende Schneefälle gemeldet. In einer Anzahl von Städten sind die elek- irischen Kraftwerle und die Zuleitungen beschädigt worden, so daß die S tr�a tz e n b ele u ch tu n g versagte. In Piltsburg fiel innerhalb weniger Stunden 14 Zoll Schnee und die Temperatur sank von.ßl aus 23 Grad Fahrenheit. In Nebraska hat ein Schneesturm unter den Biehherden verheerend gewirkt. Zahlreiche Herden sind im Gebirge in Felsschluchten gestürzt und viele CowboySkamenumsLeben. Ein« mysteriöse Angelegenheit. Seit einiger Zeit beickästigt sich die Pariser Polizei mit einer sehr mysteriösen Affäre. Am 22. Oktober nm 10 40 Uhr vor- mittags wurde das Telephon Nr. 6465 in der Rue Mirdel A»ge Nr. 2 angeläutet. Die Haushälterin begab sich zum Telephon und hörte: Zu Hilfe I Kommen sie heran, aber sehr rasch, man ermordet mich! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Es waren gerade verschiedene Leute anwesend, welche eine Wohnung in dem Hause ansehen wollten. Auch diese hörten die Rufe. Tie Haushälterin lief nunmehr auf die Straße und rief den ersten Polizisten. Dieser legte den Hörer an« Ohr und Höne ebenfalls die Hilferuf e. Er antwortete, daß er Polizist sei und man möge die Adresse geben, damit er zu Hilfe � kommen könne. Daraufhin hörte er nur noch ein Röcheln und den Fall eines Körpers. Aus seine Anfrage auf dem Telephonamt, mit welcher Nummer er denn eigenllich verbunden gewesen sei, wurde ihm nach einigen Minuten geantwortet, daß man dies nicht fest- teilen könne. Die Polizei ist nun mit der Aufklärung dieser An» gelegenheit beschäftigt. Alle Nachforschungen, von wo die Hilie» rufe gekommen sind, sind bis jetzt vergeblich gewesen: ebenso die bisherigen Ermittelungen nach einem am 22. Oktober verübte« Morde._ Kleine Notizen. Der Gefangene als Totschläger. Am Dienstagvormittag ver- suchte in Breslau der, wegen Beleidigung und groben Unfugs zu zwei Wochen Gefängnis und drei Wochen Haft verurteilte Fahrstuhl- ührer Bienock sich beim Wegführen von dem ihn begleitenden Gerichtsdiener König loszureißen. Bienock versetzte dem Beamten einen Schlag, daß dieser zu Boden fiel und bewußtlos liegen blieb. Ans ver Flucht konnte Bienock von anderen Gericktsdienern estgenommen werden. König hatte eine Schädelverletzung davongetragen und starb nach kurzer Zeit im Ecridns» gebäude. Automobilkatastrophe. Ein schwerer Automobilunfall hat sich am Montag zwischen Milau und Saim-Privat zugetragen. Der bekannte Pariser Advokai Ca sie l na u verunglückte mit icinem Automobil, in dem sich außer ihm seine Gattin und mehrere Freund« befanden. Der Chauffeur und eineDame waren auf der Stelle tot, während Castelnau, seine Gattin und zwei weitere Insassen ebenSgefährlich verletzt wurden. Jngendveranstaltunge». Reukölln, Jugendheim 11, Rogatstr. IS. Mittwoch, den 12. November: 5. Vortrag des Herrn Pieck über:.Geschichte de« neunzehnten Jahrhunderts'._ iLitteru««»iibrrsicht vom 11. November 1913. ktaNone» II h Swinemde. amburg i erlin Franks. a.M München Wien 763 758 762 H 1 SS SO SO 759 SO 762® 765OSO Sell er 6avoMg 4ded-ckt Zchalbbd. 2zRegen 3lNeb-I t wolkenl -»» c«. Haparanda Petersburg Scilly Werdeen Paris 757 N 759 744 74« 753' Zs Bf Btttn >5 c ü «S» SSO Still S lollenl tlRegen 4jwolkig legen bedeckt — 1 12 » tt Wetterprognose für Mittwoch, den 1». Rvvember 1913. Etwas wärmer, ziemlich trübe mit leichten Regeasällcn und sehr kt- hasten südlichen Winden. Berliner Wettert»«»««. Erscheint 2 mal wftchentlieh. | BegugsqueHen�Vergeichnisn| Untensteliende Geiohäfte empfehlen sieh b.Elnkäuf. l�llgerneijHjerjM Orunow's Kaffce-Vcrsd. Dresdnersl.TO CUinnh Lindenstr. 105 , illuull Speck- andSchinkeutlxerei. l�lhofiollreieBetranhe iPr anz JL br aham HÄfflfc.Measina-u.Römertrank-Kell. C.25 Bartelitr. 8», Fernap. Kgat.13708 Keiner, Otto, Geriehtstne« SS. Partiewarene,, Tegel, Brsnowil.lt F. Zillat, Waldemarstr. 64a. Ldto-Fahrfchuie Gentr. Aato Technikum Norden Prinzen-Allee 42/43 Chaaffearschale Tages- und Abend-Kursus EiBtrrtl jedemit. Frocpekts grati». gad�Aniw Arkona-Bad, Anklamer-Str. 14. BaHüt-MoaiiitlOU'rlSk.Ä. Landibergen tr. 107 OSLCX Oollnow.tr. 41. Mil-M An�Ä"rr.«. IBad Frankfurt, Gr.FrkIt.Str.136. Lieferant aamtl. Krankenkassen iScher- u. conditoreien Bäckerei Könscher Kastanien-Allee 57 P. Lamla, Immanuelkirchstr. 20 Ew. Liesegang, Danzigerstr. 42 Adolf Linde, Liclitiibg.,Wruhclnutr.75 Carl Lindenberg, Lychenentr. 4. Fritz Lungwitz, Hohenlohestr. 8. W. Luaemann, O..GabrielMaxst.2 W. Megow, Lichtenbg., Gärtnerst 5 R. Mark worth, Pflügerstr. 11. RoMascbler. Liebteabera. Odentr 37 p AntonMeiynar,Landsbergerst.l7 Alfred Metzner, Fuldastr. 55/6 Mfihlsteff, Spandau, Bismarckstr. 5. G. Mosler, Weißenburgerstr. 42 E. Muhle. Mantcuffelstr. 87 Max Muth, Falkensteinstr. 37 Roman Nowak, Wienerstr. 8. Carl Neuendorff, Sickingerstr. 76 Wilhelm Niklan, Malplaquotst. 6. Gustav Nlelson, Lindowerstr. 9 Fritz Otto, Warachauerstr. 60, Paul Otto, Danzigerstr. 81 Robert Pöt8chke,Sprengelstr.4/S. J.H.Popp, Amendistr.lOt, Reiniekcnd.-Ost Herrn. Prager, Gr.Frankfurter8t.2 Richard Rausch, Weichselstr. 64 FritzRichter Jr.,Liebenwalderst.l8 Dnh Diorini Rekordbrotbäckerei im mm Schulzendorferst.QS G. RlewejBanmichlnv., Bsnmschalnst.87 C.Rci8ch,Bäcker.,Hera»nMtr.l«.!lkölln. AlfredRost, Reichenbergerst.135 Osw. Rauhut. GQrtelstr. 27 Oust. Rautenberg, Metzerstr. 11 Kurt Reinecke, Franzstr. 13 P.ReinhoIz,TreptowKiefholzstl7 RlchardRieger,Triftit.55, Sparrßt.29 OttoReetwisch, SimonDachstr.l. Bad Priedrldi8bain,UB4ib JÜle«! S J Bad Hufeiand, Hufelandstr. 45. K als er-Frledrichs-Bad, Ch&rl.s.Bk. linHDnhai!Llld#,l,tr- 109 LJHUcIIÜQÜ Frledrichst 8. Lief. a.Kaii. National-Bad, Brunnonstr. 9. Bad Ostend»Ä»7 Orl�lnnl Lohtannin Bad VsII.tr. 70 71 früh. Müiu.I Sinti. Bäder�nach. f. Krankenk. Passage- Bad gSSÄ Reform-Bad, Wiener Str. 66. geforni-Bad WelBenM«, L'ldtrsl IOt Silesia Bad a> WS DD WW Schlesische Str. 31. nandagen, Bümmiwaren R Bauke, Stralauer Str. 56. Berkholz, Köpeiilckerstr. 70. A. E. Lange, Brunnenstr. 166 Liepe, SehSneberg, Gnjnewsldatr.JO. Mever,P.,FkIin.,BsriinSrstr.4S— 50 HoNeusdi, Breitest. 24, Spandau. J. Ch. Pollmann, Uthrbigentr. 60. M. Spranger. Reinickend. Str. 11. nücHer- d. Konditoreien A.AIbat,Marktst.l2 13,Reinickendorl Albrecfat, E., Fruchtstr. 29. Landbrotbäcker. Herrn. Albrecfat P. Anderscfa, Zionskirchstr. 17. R. Anderson, Thüringers tr. 82 Asmus, Wilh., Uecksroaidentr. 11. K. Aust, Drontheimer Str. 40. Wilh. Bagge, Wiclefstr. 65/6. Willy Bär, Stromstr. 48. Paul Berger, Mirbacbstr. 29 J�sef Brefka, Kirchhof str. 46/47 Ei Beyer, Tjiornerstr. 6. . EltingerstraBe 33. Otto Billepp, KuUiiei-ill.. 21 o. It Reinh. Blenkle, wie.en.tr. 19«. Alw. B. Smer, Romintenerstr. 40 Brotfabrik Helnendorfer Mühle F. Bodienkamp, Camphaus enet.6 PaulBochnlg,Fi«k.w,GSr.chstr.ll Rudolf Brechlln,Ockorst. 3 NklU. F. Breitkopf, Exerrier.tr. 19«. Hermann BuS, Grünauer. tr. 12. Ewald Budü.r, Weserstr. 47. Emst Buller, Brüsseler. tr. 43, Oust. Böhm, Gubenerslr. 26 ü. Büchner, Nordhanaener.tr. 39 Alb. Dachwig, Kamernnerstr. 16. Paul Delly, Markus. traßo 15. Albert veukewltz, J.bl.siki.tr. 14 Max Dick, Stephanatr. 7. Dollwa, Ferdinand ToroUetr. Otto Donath, Stolpiuhestr. 22 H. Donaer, Schömließeretr. 2 Rud.Dundier, Pankow, MQkl.a.L?! Fritz Eichler, Bastianatr. 18. W. Emst, Pfieklentr. 42. Franz Faul wetter, H.oteiiff.Iilr.tT. Carl Feist, Friedeu.tr. 101. Frledr.Flemmlng, B.it»jf»eritr.27. Paul Freitag, Stnttgarterstr. 13. E. Freyer, Siua.Mtr. 7t, IMirksutr. R.FrIe(!rlck, Marienburgeratr. 3*. HeInrldiFrister,r»kt«,Flora.t.50 F. George, Wili.lB.UrtMntr. II. B. Glerazewakl, Walden.er.tr. 9. Fritz Glauner, Cbausieeatr. 80. Ounmior, H. Poeener.tr. 16. Wilb. Godt, Emdener.tr. 59. B. Gonzier, Treptow. Oritz.tr. 65. O.Görfc,VlHri.tr.SI,>M.r'4u Uz. Große-Rhode Eeinickendorfcrst. 96 Uroß-Bickerei„Bereltna" i.West PanlOHaard, Pankow, Floraatr.lO. Paul Gärtner, Treskowatr. 44 A. Günther, Gr- Frankfurterst 76 F.ll.nk«,Vtrtr.W.llrt»«ll.ri.nb.r|.r.t.7 KariHeldenrelch,llflnchencr9t.44 Franz HcIlmanng.Sebili.ndoTr.nt. 14 Karl Hennig, Steinmetz.tr. 74 Onst. Heintadiel, Barelb. rgerilr. 18 O.Heaalng, Scbmidutr, 8a. Job. Hildebrandt, Rykc.tr. 32 Paul Hoppe, Herrn. dorferstr. 8 Hr�rpe»Se»bf.ltram.rek,Adalb.rt.(.96 P.huagen, Uerfortb-.I.UrbienrKlerrt. f., Ihlc, Oericiits.tr. 63. tzfaz Jacob, Pflügerstr, 70-1. Bernh. Jahn, Realdeuz. t 75, T.583 Reinickendorf� Hau.er.tr. 8. Paul Jarrasch, Sprengel.tr. 33 Jendrsyko, Immanuelkirebatr. 10 Fr. Jeadreyko, Ohmatr. 9. Max Jesae, Bandelstr. 27. O. Jeske, Libaueratr. 1 B. Kanthak, Liebten bergoratr. 31 Georg Kappe, Wllbalzubarenentr. 3. A. Kelb, RostockerBtr. 31. F. Kleaewetter, ScblT.lb.ln.ratr. II. Frledr. KUndor, Uirbachatr. 37 R. Klinke. Weiß»»«., Lobderat.120. kKlndi, 7tedld#nzst.l65, Raiaick.nd. . Kleiner. Sehulatr. 102 I Baidtlatr. 41. Mnx Kniffort, Landab. Allee 29. Friedrich Knep, Bode.tr. 31 Paul Köbernlck, Wilh.Stolzestr.35 A. Kozubeck, fipnrrrtr. 4 Josef Kreil, Woserstr. 179 Max Kahl« Triftstr. 9 Felix Kyaast,». F. Risleben, Samariterstr. 11. Paul Riebenstaal, Pettenksfentr. 38 WUly Rohde, Zellestr. 11 Hubert Rösner, Triftstr. 4 F.Sandmann, TreptovtGrätzstr.25. Wilhelm Sauter, Oideoarderatr. 36. R. Schade,? aliss-St.S Fil. O u.NO Emil Scfaaller, Schreinerstr. 52. P. Scfaiuauer, Anklamerstr. 15. Carl Schleich, O.. Wühlischst. 3 Wilhelm Schmidt, Emserstr. 103 Willi. ScfamidtyLiebenwalderst. 10 Paul Schmoll, Amsterdamers tr.9. Willy Schneider, Melanehtosatr. 13. Gustav SchÖfisch, Dolzigerstr. 31 Paul Scfaön, Kopenhagenerstr. 74. EberhardSchönwiese, LQderitzitr.& Paul Schräder, Heimersdorfentr. 27 E. Scfaön, Kniproderstr. 8 W. Schön wiese, Romintenerst. 54 Carl Schulz, Neukölln, Ilsestr.26 Paul Schulz, Hufelandstr. 2 Paul Schuncrt, Stolpischestr. 85, Adolf Schulz, Florastr. 78 Pank. Paul Schflrer, Tilsiterstr. 12. Re inhoS(h urwaxiz tu ies- Allesiä Karl Schwarz, Thaerstr. 21 P. Schwarzbedc, Wiclefstr. 27. Bruno Schwarz, Andreasplatz 8. Schwenckc, Herrn. Rykestr. 23 E. Seeländer, Lenaustr. 7. 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Krause, Kais.Priedr.St.TöScliweinesch'. MafeeLTreptowerst.llScbweineschl Fr. Panneck, Bergst. 135, Lederw. E. SciiGler,nertrberg?l. Pesamentierw. wertend Bterdi30og9-Ii9t.Sti*'nio*>Sp»Bil.Beig.2 O. Kammer, SpMd. Berg! 1, 01)st,Geiiiiis.. K.Zarthe, Rae jelerst. Uc.Obät n. Gemüse. G.KesseI,nire»ii.GeIä*.,i,tiielielfir C. Klopfer, Möbelhandlung. 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Vr-Nß.) Klassenlott-rie ». Klasse 4. ZiehungStag II. November 1913 Nachmittag «uf jede gelegene Nummer find zwei gleich hulie Gewinne gefallen, und«war je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilnuge» I u. II. Nur die Gewinne über 240 ZN. sind in Klammem beigefügt. lvhne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Naihdmck verboten) 91 Ml 478 513 644 739 69 80 90 9S 1110 80 209 10 427 617 27 813 49 902 39 2113 218 378 643 731 44 60 82 843 904 44»033 73(6''Ol 138 63>3000) 64 253(1000) 401 3 12 667 878 976 4038 169 228 481(500)698 604 TO« 808 940 68»098 234 45 368 400(3000) 41 77 552 67 60 669 722 60 77 833»179 246 644 677 717 37(30001 019 7261 303 70 571 747 49 892«361 664 M00) 787»159 62 231 324 33(10 0 00) 469 669 78 340 10097 99 198 381 460 639 798 832(500) 11307 18(1000) 68 566 936 1 2101 64 439 662 732 310 966( 500) 1313943 2u9 18 50 365(800) 64(1000) 614 29 1 4103 13 204 303 79 623 43 69 97 776 1 8304 9 60 73 371 93 969 10559 85 693 793 848 ».4226 380 416 6 7 545 683 939 1 8160 306 30 53 84(3000 1 686 (600) 619 965 82(5000) 19003 186 263 96 668 644 7« 932 .«0368 428(3000) 610 61 759(500) 833 88 21033 314 74 (1000) 406 614 744 86 98 814 23 974 2 2136 240 324 40 45 88 425 679 663 722 2 8136 242 562 74 964 88 2 4325 436 42 876 2 8 261 432 69 500 29 S 650 75 828 83 922 2 8038 267 84(500) 615 809 76 913 31 34 2 7 041 409 642 718 95( 600) 861 70 28063 217 M 71 77 317 43 439(600) 76 600 919 2 9188 91 273(500) 472 90 640 620 63 912 30' »«001(30001 407 712 940»1050 69 294 669 616 762 3 2317 38 64 66 449(1000) 604 26 93 639»*096(60001 137 77 327 446 876(600) 602 785 805 951 34028 124 240 654 675 871 969 3 8 236 56 319 20 409 607(3000) Tu 77 98 363 959 74 3 0173 278 602 39 827 32 49 H000)»7043 77 106 220 387 447 83 709 1?'?»8034 41 63 100(500) 69(500) 305 47 79 401 671 62 653 (10001 707 74 79 302 63(1000) 68*«171 313 76 61 413 40077 465(3000) 738 832 55 69 94(3000) 41073 125 207 76 376 418 81«2* 763 617(1000) 42143 72 258 528 65 722 43161 225 63(3000) 359 469 646 764( 600) 616 18 31 922 44435 970 4 8 003 19 43 60(500) 165 245 63 86 338 4M(1000) 749 913 44 4 0012 71 124 248 414 37 607 64 62 920 4 7333 504(500) 810 18(1000) 4 8066 176 211 431 677 726 45 61 951 40018 03 73 236 359 471(600) 617 728 81 810 32 74 997(600) 60068 IS 68(3000) 306 407 609 91009 442 544 680(1000) 712 877 929(500) 33 8 2108 68 60 84 425 28 641 642 781 862 902 6 3096 199 236(600) 335 491 743 880 6 4014 318 42(1000) «54 636(1000) SM 824 5 6 094 118 64(3000) 294(3000) 678 (500) 633 834 8 8021 46 139(3000) 491 861 906 34 5 7 013 (1000) 241 88(1000) 320 64 84 BS 600 799 805(500) 904 .6 0088(500) 226 80 366 79 663 677 976(600) 5 8062 265 397 409 594 SOS 706 947 0 0249(3000) 478 675 716 64 01010 141 658 712 57 895 057(500) 62149 537 617 812 34 915 92 6 3 012(600) 164 62 318 49(500) 805 618 69 710 811 0 4363 S3(500) 625 87 760 8M(1000) 974 79 8 5027 71 306 21 469(500) 742 869 926 O8038 126. 6001 333 660 763 814 942 90« 7040( 3000) 157 608 845 038« 0041 418 77 564 631 60 60139 244 47 309 45 451 65 644 604 977(1000) 63 70228 423 662 94 716(3000) 49 66 869 71171 404 682 637(3000) 712 03 863 91 72142 99 346 62 64 499 617 64 71 720 30 7 3 038 366 363 67 33 618 669 97(600) 718 807 82 (1000) 930 40 7 4099 100 354 327«9 80 640 52 765 928 33 62 7»064 75 196 97 240 68 4M 36 59 6 950 7 6169(1000) 280 632 796 803 38 77 969 7 7 014 IS 299 337 451 639 652 767 603 973 93(3000) 7«073 105 99 417 660 62(500' 643 711 SS 020 7 9044(600) 361 434 61 689 645 805 17 40 913 00386 482 88 SIS 94(1000) 648 300»1074 130 92 94 210 27 98 330 662 71 764 8 2002 301 620 682 879 O»209 393 «82(1000) 624 70« 73 83Ö 907 42 8 4001 22 144 219 41 310 26 414 654(500) 618 723 900(5001 62 8 5066 247 63 500 682 749 980 8 0068 196 288 369 509 60 620 31 76 79 803 925 31 (1000) 87136 361 416 691 604 69(500) 87 818 918 48 S8130 368 471 627 67 92 608 94 720 93 838 61 81«9137 42 234 352 72(1000) 633 643( 500) 721 894 •»017 38(500) 101 37(800) 670 Kg 787 S1 992(600) ■1001 101 268(3000) 376 411 619 757 884«3186 264 481 93(600) 582 820 739 835«»019 43 69 198 212(1000) M 42(1000) 315 428 622 91»4168 72(500) 75( 500) 76 278 467 68 70 661 62 770««074 279 308 634 58 700 816«8099 475 837 78 605 801 21 29(500) 61 93« 7)25 352 556 646 739 41»0026 IS 86 221 373 666 703 83 845( 600) 684 8 0137 218(5001 80 437 842(1000) 679 825 04 81 89 932(10001 100009 131 MI 419 668 878 1 01063(1000) 178 477 740 683 32 1 02112 82 88 254 303 65 457 616 632 749 839 64 IOB352( 500) 687 614 915 48 68 1 0 4063 96 154 83 230 396 511 28 88«27 76 734 66(600) I«»06S 184 245 461 646 65 637 99 817 64 940 I081T2 259 368 625 36 606 10 744 66 89 990 10 7034 119 257 370 ,'1000) 492 505 827 29 100 053 116 (3000) 213 M 371 822 903 32 81« 52 I0«U3 207 379 95(1000) 653 77 790 503 936(500) 94 110034 65 90 129 96 611 44 734 KS 60 111005 13 88 129 74 SO 239 353 77 419(1000; 658 54 95 702 12 870 979 112001 204 74 303 39 793 803 37 68 953 113010 22 49 652 665 860 88 964 74 114256(SM) 420 69 653(1000) 722(500) 840(1000) 115266 310 4M 63 835 954 1l«i62 241 71 533 41 61 657 71 662 940 117031 116(600) 96 681 630 750 812 66(3000) 118033 123 242(1000) 445 694 674 730 963 110042 47 154 39 213 40 510 660 762 949 91 12 0004 167 303 476(500) 667 815 1 21124 295 340 44 12 2 034 172(1000) 606 45(SOO) 747 95 963 96 1 2 3 015 164 458 75 719 72 1 24047 62 66 136 411 69 582 695 97 998 1 25133 64 82 206 79 354 571 812 918 26 43 1 28174 260 87 349 639 69 83(600) 601 707 820 63 906 57 1 2 7 016 23 132 266 467 607 876 95 936 1 28127(600) 86 231 386 414 524 760 908(600) 47 120203 29 56 73 470 519 22 518 91 795 13 0321 92 790 833 I3I013 E3 63 64 203 15 614 47 743 SO 807 1 3 2040 248(1000) 63 396 406(5001 606 96 650 910 28 13301« 34 412(1000) 645 53(600) 70 71 693 790 862 1 34113 21« 301 21 41 67 82 883 905 1 3 6 010 64 78 IM 67 93 671 13 6201 330 418 903 1 3 7 013 24 62 166(3000) 412 53 698 619 815(1000) 67 65 13 8030 496(1000) 693>3000) 879(3000) 97 13 9374 481 733 82 835(500) 901 14 97 I4O037(1000) 86 241 300 71 77£06 88 90 604 T2S 60 828 72 81 67 1 41032 182 223 695 843 943 1 42024(600) 262 319 417 68 538 604 794 14 3 36 54 74 230(1000) 306 401 18 692 815 76 86 991 144049 243 78 396 404 54 70 623 744 1 45002 35 121 82 857 910 16(600) 19(600) 14 6211 60 65(500) 498 693 626 824 1 4 7 033 76 116 248 63 319 679 729 928 1 48214 397 438(600) 690 760 140142 86 284(500) 337 519 89 81* 60 �150194 91 249 67 416(3000) 617(500) 603 66 843 80 901 161027 370 861 747 91 152156 201 471 616 725 40 955 71 (600) 153 024 132 211 82 547 90 96 604 904 87 1 5 4054 83 188 355 400 90 693 756 99 819 1 5 5035 57 203(500) 12 379 98 418 602 21 32 84 699 049 1 50169 203 24 368 71 406 529 782 862 1 67169 217 623 24(600) IBO044 147 233 423 501 714 63 945 1 5«031 168 226 76 482 522 46 612 722 23 78 819 914 30 16 0475 35 745 1 61109 373 501 41 94 1 83006 637 98 SSI . 726 78(1000) 16 3207 314 677 763 899 1 6 4028 226 67 689 607(600) 43 81 739 69 871 16 5 03« 57 412 65 556(500) 75 613 32 (600) 831 46 626 1 6 8062( 500) 202«13 1 0 7 017 196 423(3000) 722 699 912 83 1 60189 89 283 845 864 87 985 1O02OO 73 (500) 358(1006) 496 670 836 58 17 0242 405 27 661 94 684 781 845(500) 967 1 71)26 80 365 575 603 47 736 76 871 987 1 72131 299 358 69 665 765 173172 1600) SM 795 860 1 7 4035 316 4« 77 615 98 642 715 17 5 016 35 232£20 86 694 916 1 7 8044 202 652 62«22 899 940 83 1 77112 63 379 91 495 689 823 45(1000) 47(500) 703 42 963 1 70109 76 311 54 643(600) 17 0029 45 105 79 405 707 977(1000) IBUU76 253 91(500) 769 71 101137 205 8 305 73 701 38 44 874 965 1 0 2053 90 216 638 79 88 1 0 20S9 78 232 73 310 605 71(1000) SO 743 97 801(1000) 959 104005 122 37 64 490 639 42 83 74) 806 1 8 5347 966 1*0141 63(600) 79 204 21 368 646 767 854(1000) 929 61 187104(600) 6«(1000) 290 365 509 639 78 763(3000) 869 1 8*063 121 93 333 620 1**137 28« 366 90 421 83 87 98 662 98 814 915 1*0353 697 606 710 872 82 917 1 01101 67 363 65 612 20 708 1 9 2080 102 219(1000) 22 390 460 91 755 SS 103021 62 264 654 77(1000) 710 68 920( 600) 184119 483 671 837 90 19 5450 90 648 748 832 1 8 6073 189 472 832 49 74 624 34 746 803 42 68 1 0 7 045 86 232 484(600) 621 46 668 963 36 108002 22 246 96 313 62 440 640 838 S 13 9604 716 65»09 200106 75 78 323 40» 580 883(1000) 2OI064 112 7* 213 9s(3000)<26 527«91 833 915 2 8 2043 99 228 506(600) 7 810 16(1000) 900 50 2B3119 206 6««89 567 95 612(500) 2 0 4192 227 640 68 818 903( 3000) 70 2«»U1 IT 245 65 671 619 802 43 67(1000) 2QO078(600) 100 2(1000) 73 231 421 69 827 02 728 922 61 2 0 7 054 136 251 629 754 2BSS34 629 57 767 834 998 2 0 9076 274 341 60 570 881 9S3 1600) 98 21OJ40 172 439 690 763 946 97 211105 224 90 302 470 86 676 611 763 966 21 2145 479 734 95(1000) 815(SO) 923 213017 40 255 455 84 627 SS 99(600) 696 830 46 993 2140SS 61 207 315 26 443 653 658 768 21 5186 91(1000) 345 595 750 875 21 0000(1000) 314(1000) 96 400 10 65 609 708(500) 27 996 21 7083 135 617 617 727(600) 979 21 8247 435 721 2 1 9010 100 80 86 327 488 92« 47 2 2 0134(10001 330 32 613(1000) 62 888 TO 984 221261 83 327 463 607(600) 602 26 740 630 957 92 2 2 2180 264 67 315 42 655 612 732 883 86 977(1000) 2 23026 162 361(500) 76 548 97 607 63 823 2 2 4136 49 279 89(1000) 379 475 539 731 877 09 929 2 2 5 201 306 26 62 652 739 81 836 56 220038 171 229 94 323 622 39 737 846 2 2 7123 90(500) 494 561 643 711 50 69 905 220054 89»46«11 49 M 601 613 229006 14 102 272 306 27 55(600) 400 613 36 66 90 056 23 0009 193 431(500) 640 80 691 712 78 91 83« 95« 231049 193 688 611 48 841 67(3000) 903(1000) 2 3 208a (600) 243 379(1000) 429 629 57 713 46 2 3 3093 263 326 429 73(1000) 532 48 677 795 893 913 Im Sewimired« uerBIi.Ben: 2 Btätnien jn 300 000 Dl., 2 che. Winne ju 600000 DI, 2 ju 150000 TO., 2 zu 100000 TO. 2 z« 60 000 M.. 4 zu 50 000 TO. 2 zu«0 000 Di.. 20 zu 30 000 TO, 34 zu 15 000 TO., 88 jtt 10 000 TO.. 208 ,ll 6000 TO.. 2658 zu 3009 SU-, 6352 zu 1000 TO, 724« zu 500 TO. Ein vierzigjähriger Katarrh geheilt. „Ich litt vierzig Jahre an einem hartnäckigen Luiiröhren- und Lungentatarrb, gebraucht englische JnhalationSgläser, die mir nichts halfen, und eine Maiie Arzneien, die ebensoviel bewirkt» und mir einen Magen« und Darmkatarrh zuzogen. Vor kur- zem liev ich mir einen Tancl�schen Inhalator kom- men, und bald war mein altes Leiden vollständig geheilt. Äuch das Asthma, das ich mir infolge des mihaltenden Hustens zugezogen hatte, ist fast voll- bändig verschwunden. Ich bin deshalb ganz be- geistert von dem Tancrvschen Heilverfahren und kann ähnlich Leidende* nur den Rat geben, sich sobald als möglich den vorzüglichen Tancrüschen Inhalator anzuschaffen. Ich habe diese Auer- tennung freiwillig(ohne Aufforderung) ausgestellt und mit meinem Namen unierzeichnet. Nachschrift. Ich habe obige Anerkennung ani 22. Februar 1010 geschrieben und mich seitdem durch beständige Anwendung der Tancrsschen Ein- amiungen von meinem böse* Asthma befreit. Rastatt. H. D ü ch l e r. Realschulvorstand. ES liegen über 10 000 ähnlicher Anerkennungen vor, welche durch einen vereidigten Bücherrevisor und polizeilich beglaubigt sind. TancröS Jnhala- tor, der bereits von vielen Aerzten wegen seiner oftmals überraschenden Wirkungen bei Kaiarrhen der Lustweg« in Gebrauch genommen wurde und der in seinem letzthin herausgebrachten, neuen Modell B. noch sehr erhebliche Verbesierungen auf- weist, darf nicht mit Jnhaiaioren allerer Kon- struktion verwechselt werden,«ein Hauptvorzug besteht in einer viel größeren Tiefenwirkung. Nicht nur bei Luftröhren- und Lungenkatarrh leistet Tancrös Inhalator so schätzbare Dienste, wie aus dem obigen Zeugnis des Herrn Büchier(Ra- statt) hervorgeht, sondern auch andere akute und chronische Katarrhe, wie Rachenkatarrh, Siock- schnupfen, Keblkopskatarrh, Mittelohrentzündung ic, werden durch den kleinen Apparat sehr günstig be- einflustt, was aus dem nachfolgenden AnerkennungS- schreibe« deS Herrn Professors Dr. Reuther, Ober- lehrer am Königl. Lehrerseminar, Auerbach i. Voigt- laud, hervorgeht. „Daß ich heute das achte Exemplar Ihres In- halatorS bestelle, dürfte für die Brauchbarkeit deS- selben wohl das beste Zeugnis sein. Indessen muß ich auf Grund der gemachten Erfahrungen noch beson- ders hervorheben, wie die Anwendung JhreS Appa- rateS nicht nur hartnäckigen Stockschnupfen und chronische Kararrhe der sonstigen Lusiwege(Rachen- höhle, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien) beseitigt hat, sondern daß in einem Falle sogar eine Mitlelohr- entziindung mit veibinideiier Schwerhörigkeit und in einem anderen Falle eine Stirnhölileiivereiieriing zu weichen beginnen. Auch empsichit sich die An« wendung JhreS Apparaies zur Pflege und Kräfii- gung der Sprechwerkzeuge für� Lehrer, Pastoren, überdaupt für Redner und Sänger. Ich danke Ihnen deshalb zugleich in Veriretung meiner Auf- traggeber herzlich für Ihre Erfindung.' Der mäßige Preis ermöglicht jedem Leidenden die Anschaffung. Man gibt schticßlich während eines längere Zeit dauernden Katarrhs auch für andere, häufig unwirksame Mittel viel Geld aus, und weit mehr büßt man durch ein solches Leiden an Verdienst ein. ielbst wenn man dabei seinem Berufe noch nachgehen kann. Die Gefahr, sich durch einen veralteten Katarrh ein dauerndes Brust- oder Halsleiden zuzuziehen, läßt sich überhaupt nicht mit Geld abschätzen. Hier erhält man dagegen einen wissenschaftlich erprobten, viele Jahre in der Familie verwendbaren Apparat, den jeder Arzt, der ihn erprobt hat, als da? vollkommenste anerkennen wird, was es aus dem Gebiete der Katarrhbekämpfung gibt, und gerade in der Uebergangszeit, wo man sich, wenn man ihn noch nicht hat, täglich einen Katarrh holen kann, sollte jeder, der zu solchen Erkrankungen neigt, unbedingt sofort kostenfreie Aufklärung verlangen. An minderbemittelte. vertrauenswürdige Personen wird der Apparat auch gegen bequeme Ratenzahlung ohne PreiSaufichlag abgegeben. Nähere Auskunft über Tancrös Inhalator wird von der Firma Carl A. Tancrö, Wiesbaden F b9, gerne kostenlos und ohne Kaufzwang erteilt. Firma Carl A. Taner<, Wiesbaden? 5g. Ich wünsche genaue Aufklärung über Ihr neues Jnhalationssystcm. ES dürfen mir jedoch keine Kosten hierdurch entstehen. Name u. Stand:.................. Dohnort:...................... Genaue Adresse:.................. Im offenen Briefumschlag mit 3 Pfg. frankieren. Lerantwortlicher Redakteur: Alfred Wieletzp. Neukölln. Für den SnieraienteU verantw. Tb Glocke. Berlin. Druck u.Veriaa Vorwart» Buchoruckerei w V.-laasanitali Vaui Smaei u Co.. Berlin S' Kr. 298 39. ZahrMy. I ßtilatjf des.Wmsrls" Sttlinrr Dollislilntt. Mittwoch. t2 November l9l3. Zchmkerilchei' lo�ialilemoliesliicher psrteitzg. Aorau, g. November. Trittcr LerhandsungStag. Vormittags sitzung. Tic Verljanblungen beginnen mit dem Antrag der„Eintracht" in Zürich auf Unzulässigkeitserklärung der Zugehörigkeit zu einem bürgerlichen Frauen siimmrechtsverein, da sie gegen den klaren Sinn der Parteibeschlüsse vom Parteitag in Neuenbürg verstößt und mit der Mitgliedschaft in der soziaU demokratischen Partei unvereinbar ist. Den Antrag begründet kurz Genossin Frau B o l l a g- Zürich und empfiehlt ihn zur Annahme. Die Parteileitung beantragt Ablehnung des Antrages. Der Antrag wird mit ll3 gegen 43 stimmen abgelehnt. Es folgt der Antrag der Sozialdemokratischen Ar- veiterinncnvercine Basel. Winterthur und Oer- I i t o n betreffend die Schaffung einer Frauen-LgitationSkiimmissio» von T Mitgliedern am Sitze der Parteileitung, wogegen sich dann der bestehende Arbeitcrinnenvcrband auflösen würde. Diese Auf- lösung sollte hauptsachlich aus materiellen Gründen erfolge», da die Vereine bzw. Mitglieder mit Beiträgen an die Sektionen, den Ver- band, Arbciterunionen und Partei zu schwer belastet sind. Tie Parteileitung sollte der zu schaffenden Frauenkommission den nötigen Kredit gewähren. Tie Mehrheit der Parteileitung lehnt den Antrag ab, die Minderheit ist damit einverstanden. Nach langer Debatte wird der Antrag der Parteileitung zu weiterer Verfolgung überwiesen. Nachmittags sitzung. Endlich kommt der Generalstreik zur Behandlung. Platten erinnert einleitend an Massen- oder Generalstreiks der Vergangenheit, so auch an die Chartistenbewegung. Die Er- fahrungen, die damit gemacht wurden, sind verschiedenartig, aber je nach eiiitreleiiden Situationen wird darüber nicht erst weitläufig philosophiert. Allgemein ist der Massenstreik in der Partei grund sätzlich als Kampfcswaffe anerkannt. Ter Resolution der Partei leitung ist der Vorwurf gemacht worden, daß sie nicht präzis genug ist. Aber sie ist dabei von der Voraussetzung ausgegangen, daß die Anwendbarkeit des Massenstreiks keine Streitfrage in unserer Parlei mehr sei. JnJBiirich wurde schon im Jahre 1901 dazu in ivmpathischem Sinne Stellung genommen, und seither haben sich die Verhältnisse noch mehr zu seinen Gunsten gewandelt. Und so hat sich auch der-Gewerkschaftskongreß mit der Annahme der bezüglichen Vereinbarung mit der Parteileitung dafür erklärt, nachdem 1912 der GcwertschascsauSschuß nachträglich den Züricher Generalstreik anerkannt hat. Aber in Zukunft dürfte kein Generalstreik mehr ohne Einverständnis mit Partei und Gewerkschaft stattfinden, um so weniger, als derartige Streiks in Zukunft länger als 24 Stunden dauern dürften. Der Massenstreik ist kein normales Kampfmittel, londcrn ein solches nur für außerordentliche Situationen. In Zürich ist er hauptsächlich durch das Streikpostcnvcrbor provoziert worden. Auch Kautski, vertritt in der„Neuen Zeit" den Stand- Punkt, daß der Massenstreik nur ein außerordentliches Kampfmittel sei und nicht den Erfolg als gewiß sichert. Wären in Zürich vor dem Generalstreik die politischen und gewerkschaftlichen Führer ver- haftet worden, würde sein Verlauf wohl noch ein anderer gewesen sein. Die Voraussetzungen sind wesentlich, wie auch wieder KautSky sagt. Von ihnen hängt es ab. ob der Ausgang der Aktion die Kampfeslust des Proletariats stärken oder Entmutigung zur Folge haben werde. Das Gelingen des Züricher GcneralstrcillS ist der vollständigen Stillegung des ganzen Getriebes zu verdanken, und darum auch die große Wut und die maßlose Rachsucht der Gegner. Die vorliegende Vereinbarung vertritt er mit der Ueberzcugung. die gewissenhaft und überlegt das Nötige ausspricht und inSbc sondere betont, daß der Massenstreik nur als letztes Kampfmittel in Betracht kommen kann. Tie Situation ist in dieser Beziehung stark verschärft loorden im Kanton Zürich durch das Antistreikgesetz von 1908 und durch gleiche Gesetze in anderen Kantonen, wodurch die Ausführung von Streiks sehr erschwert oder unmöglich ge- worden ist. Dazu soll im Kanton Zürich nun noch ein von den echt russischen Leuten gefordertes gesetzliches glattes Streikpoitenverbot kommen. Platten wendet sich nun zu der Berncr Gegenresolution und beschäftigt sich mit den bezüglichen Verhandlungen in der Berner Parteiversammlung. speziell mit der Stellungnahme einzelner Genossen. Der Referent bebt sodann auch die abweichende Auffassung der Sbndikalisten vom Generalstreik hervor. Und sodann untersucht er das Verhältnis der organisierten zu den unorganisierten Arbeitern in Deutschland und der Schweiz, das dort viel günstiger ist für uns als hier, was uns zur Vorsicht mahnen mutz. In politischer Beziehung werden unsere Vertreter in den Be- Hörden, speziell in den Parlamenten, so scharfe Klassenkämpfer werden müssen, wie eS heute schon die Gegner sind, und wenn auch da- nichts nützt, dann werden wir unsere äußersten Kampfmittel anwenden müssen, um den herrschenden Klassen zu zeigen, daß ihre Macht eine Grenze hat.(Lebhafter Beifall.) G r a b e r redet dazu in französischer Sprache und empfiehlt folgende Resolution zur Annahme: 4. Als Generalstreiks gelten solche, die sämtliche föderierten Berufsorganisationen eines Ortes oder eines Bezirkes umfassen. 2. Die sozialdemokratische Partei und der Gewerkschaftsbund widersetzen sich den Generalstreiks, indem sie diese nicht als nor- male Mittel des Emanzipationskampfcs anerkennen. 3. Sie werden zu diesem Mittel nur greifen— und zwar stets gemeinsam—, wenn die Lebensinteressen des Proletariats gefährder erscheinen und dabcr dessen Anwendung sich der Ar- beiterschaft aufzwingt. 4. Wenn außer solchen Fällen sogenannte revolutionäre Gcnerolstreit» versucht werden sollten, werden die beiden Or- ganisationen ihre Vertrauensmänner verpflichten, diesen Ver- luchen offen entgegen zu treten. 5. Tie Partei und der Gewerkschastsbund, in Anerkennung der Tatsache, daß die wirksame Verteidigung der politischen und ökonomischen Interessen des Proletariats vom Wert seiner Or- ganisationcn abhängig ist, werden der Stärkung und Entwickc- lung dieser Organisation ihre Kraft widmen. Grimm begründet die Berner Gegenresolution. Die Frag« ist, ob der Massenstreik notwendig ist und diese Frage bejaht die Vereinbarung und müssen wir alle bejahen. Die weitere Frage ist die Anwendung desselben. Tie Vereinbarung stellt gewisse Hemm- wisse für den Massenstreik auf und der Gewerkschaftskongreß hat eine erhebliche Minderheit dagegen gezeigt. Tic Vereinbarung ent- hält keine Thesen als Schlußfolgerungen früherer Erwägungen. Die Kämpfe werden immer größer und schärfer und wir besitzen nicht die politische Macht, die Ergebnisse der Gewerkschaftsbewegung gesetzlich festzulegen, wobei die Ausländerfrage ein wichtiges Moment ist. Die ausländischen Arbeiter können ihre wirtschaftliche Macht für sich ausnutzen, aber sie haben bei ihrer Rechtlosigkeit nicht die polstischc Macht, auch auf politischem Gebiete für ihre Interessen zu smrken. Dieser Zustand ist ein barbarischer und erinnert an das bekannte Sprichwort:„Wenn man den Russen kratzt, kommt der Barbar zum Vorschein." Aus jeden Fall wird dadurch die Ar beiterschaft an ihrem notwendigen Aufstieg gehindert. Wenn wir hier von der Notwendigkeit des historisch notwendigen Massenstreiks reden, müssen wir auch der Arbeiterschaft sagen warum er notwendig ist. Das sagt unsere Resolution. Der Massen streik soll aber nur ein weiteres Kampfmittel sein- und. nicht das Kampfmittel. Das mutz besonders gegenüber den>shndika listen gesagt werden. Und wir beionen auch und zwar immer wieder die weitere Stärkung der Gewerkschaften und die politische Betätigung. Wenn unsere Resolution dennoch keine Beschränkung nach jener Seite enthält, so darum, weil jene Feststellungen gemacht werden. Im übrigen müssen wir den feshirdikalislnuS bekämpfen und nur mit seiner Zurückdrängung werden auch syndikalistische Generalstreiks verunvröglicht werden. Mit der vorliegenden Ver cinbarung allein läßt sich das nicht erreichen. Notwendig ist sodann die Organisation des Massenstreiks, die die notwendigen Vor bedingungen desselben voraussetzt. Es könne die Vereinbarung und die Berner Resolution angenommen werden, da jene von der Anwendung des Generalstreiks und diese von seinen VorauSsetzun gen redet. Auf jeden Fall handelt es sich beute für uns um den politischen Massenstreik. Das hat auch der Jenaer Parteitag von 1905 erklärt. Di: im letzten Augenblick von Gräber eingebrachte Resolution kann nichl angenommen werden. Er beantragt, sie an die Geschäftsleitung zu überweisen. Grimm empfiehlt schließlich die Berner Resolution zur Annahme.(Lebhafter Beifall.) Greulich beleuchtet insbesondere die Vereinbarung out dem Gewerkschaftsbund. Sodann wendet er sich der Berner Resolution zu, die ihm mit der Anwendung bczw. Zulässigkeit und Anerkcw nung zu weit geht. Jude» beantragt er nicht direkt die Ablehnung der Berncr Resolution, dagegen die Annahme der Vereinbarung P f l u g c r empfiehlt die Annahme der Vereinbarung und die Ablehnung der Berncr Resolution. Bock- Basel unterstützt die Berner Resolution. Platten und Grimm halten in ihre» Schlußworten ihre Standpunkte fest. Also Empfehlung der Ver einbarung bezw. der Berncr Resolution zur Annahme. Grimm bemerkt noch, daß seine Resolution gar nicht im Gegensatz zur Ver- einbarung steht, sondern nur eine Erläuterung derselben bedeutet. In der Abstimmung wurden überraschenderweise alle drei Rc solutionen angenommen: Die Vereinbarung mit 89 gegen 17 Die Berner Resolution mit 85 gegen SV und die Graöerscbe mit 63 gegen 50 Stimmen. Nun wird aus Antrag Seidels eine nochmalige Abstimmung vorgenommen und der Berncr Antrag mit 66 gegen 55 Stimmen, die die Resolution Graber erhielt, festgehalten. Der Antrag der Berner Genossen betreffend Lotterie- unsug, der wenigstens eingeschränkt werden soll, wird von der Gcschäftsleftung entgegengenommen. Lang beantragt eine Kundgebung zugunsten der russischen Freiheitskämpfer. Der Antrag wird an- geitonunen. Nachdem noch G r i m ni eingeladen hat. wegen der LandcsauS steifung und des neuen Volkshauscs den nächsten Parteitag in Bern abzuhalten, wird der Parteitag mit einem dreifachen begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Die Vereinbarung und die Bcrner Resolution lauten: I. 1. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund und die Sozial demokratische Partei der cschweiz lehnen den fogcnanntcn revo lutionären Generalstreik ab; da? heißt sie widersetzen sich der Inszenierung von Generalstreiks, die nicht im Punkte 3 vorgc- sehen sind. Der Generalstreik kann die bisherigen normalen ge wcrkschaftlichen Aktionen nicht ersetzen. Sollte wider Erwarten in der«chwciz irgendwo eine derartige Streikaktion propagiert oder inszeniert werden, dann be trachten cS die GewerkschaftSverbändc als ihre Pflicht, in Ver bindung mit den Vertrauensmännern der politischen Arbeiter organisation, solchen Versuchen entgegcnzutrctcu und nötigenfalls die organisierten Arbeiter direkt aufzufordern, sich an diesen anarcho-shnhikalistischen Erpcrimenten in keiner Weise zu bc- tciligcn. 2. Allgemeine Berufsstreiks, oder Svmpafhie- oder Solida ritätsstreiks, die zum vorneherein auf wenige, von einander ab- hängige Berufsgruppcn beschränkt werden, oder sich nicht über das Gebiet einer Industrie hinaus ausdehnen, gelten nicht als Gcncralitreiks. 3. Massenstreiks als Notwehr- und Protcstakkion können von den Gewcrkschaflsvcrbänden erst dann unteritützt wevdcn. wenn cs sich darum handelt, Maßnahmen der Behörden, durch die ge- ineinsame Lcbensinteressen oder unentbehrliche Rechte und Frei heilen der Arbeiterklasse ernstlich bedroht werden, zu verhindern, und in solchen Fällen, wo die Arbeiterklasse in ihrem Ehrgefühl derart verletzt wurde, daß das Ansehen der Organisation durch kein anderes Protestmittel besser gewahrt werden kann, als durch einen Massenstreik. Auf Unterstützung einer solchen Streikaktion durch die Ge- werkschastsvcrbände und den Gewerkschaftshund kann nur ge- rechnet werden, wenn die zwischen Bundeskomitee und Komitee der Sozialdemokratischen Partei der«chweiz vereinbarten Be dingungcn für die Unterstützung eines Massenstreiks erfüllt sind. 4. Massenstreiks alz Mittel zur Eroberung politischer Rechte erscheinen für die Schweiz nicht empfehlenswert. Wenn die Sozialdemokratische Partei der Schweiz dieses Mittel als Waffe zur Verteidigung verfassungsmäßiger Rechte in Anwendung dringen will, muß der Gewerkschastsbund zur Beratung und Bc- schlußfassung zugezogen werden. 5. Die Partei und der Gewerkschastsbund sind der Ueber- zeugung, daß die Arbeiterklasse in der Schweiz sich für ihre Wirt- schastlichen und politischen Interessen erst dann wirtsam wehren kann, wenn sie möglichst vollzählig organisiert ist. Der Beitritt möglichst aller Arbeiter und Arbeiterinnen zur Gewerkschaft und Partei und die ständige Mitarbeit jedes einzelnen am Ausbau der Organisation, bei der wirtschaftlichen und politischen Bcwe- gung, wo sich hierzu Gelegenheit bietet, werden zur Wabrung der genfcinsamcn und der besonderen Interessen der Arbeiter oller Industrie- und Berufsgruppen mehr beitragen, als selbst der berechtigstc und bcstvorbcrcitctc Generalstreik. II. Der Parteitag konstatiert, daß die in seiner Resolution be- treffend die Beziehungen zwischen Partei und Gewerkschaften niedergelegten Anschauungen über die sortwäbrende Erweiterung des proletarischen Kampfgebietes und die daraus entstehende Verschärfung der gewerkschaftlichen und politischen Kämpfe durch die Erfahrungstatsachen bestätigt werden. Mit der Verschärfung dieser Kämpfe tritt der Klassen- charakter dcS Staates immer unverbüllter in Erscheinung. Er äußert sich insbesondere in der Erschwerung des Gebrauchs des VcreiuSrcchtS, in den polizeilichen, richterlichen und militärischen Matznahmen, womit die gemeinsamen Lebensinteressen und die der Arbeiterklasse unentbehrlichen Rechte und Freiheiten bedroht werden. Dieser Mißbrauch der Staatsgewalt durch die herrschende Klasse wird begünstigt infolge der politischen Rechtlosigkeit großer Arbeitermassen, die zwar imstande sind, ihre Macht auf dem Ge- biete des GewerkschastskampfsS zur Geltung zu bringen, aber keinen direkten Anteil nehmen können an der Gestaltung des Staatslebens. Dieser Zustand und die noch in weiten Schichten anzu- treffende Gleichgültigkeit vieler Arbeiter, die ihre staatsbürger- lichen Rechte entweder gar nicht oder in einem ihren Interessen zuwiderlaufenden Sinne ausüben, führen dazu, daß der parla- mentarische Kampf der Arbeiterklasse gegen die brutalen Ueber- griffe der Staatsgewalt den gewollten Zweck oft nicht erreicht. Erstes Erfordernis ist es daher, die systematische Aufklärungs- arbeit unter den indifferenten Massen mit aller Energie weiter zu betretbeu und ihnen namentlich die Bedeutung und die Not- wendigkeit der politischen Macht für die erfolgreiche Durchführung wirtschaftlicher Kämpfe zum Bewußtsein zu bringen. Als ein weiteres Mittel, den Protest gegen dte Anschläge der - St»atsgcwalt aus die der Arbeiterklasse unentbehrlichen Rechte und Freiheiten nachhaltiger zu gestalten und als Notwehr gegen gemeinsame LebenSinteresscn der Arbeiterklasse bedrohende Maß- nahmen der Behörden betrachtet dr Parteitag gegebenenfalls die Anwendung des Massenstreiks. Ter Massenstreik ist indessen nicht geeignet, irgendeines der bisherigen Kampfmittel des Proletariats zu ersetzen. Er kann nur wirksam werden als Ergänzung der übrigen Kampfmittel und auf der Grundlage der griisiimöglichsten Ausdehnung der politischen und gewerkschaftliche» Organisation der Arbeiterklasse und ihres einmütigen Zusammenwirkens. Je einheitlicher, ge- schlosiencr und umfassender die proletarischen Organisationen, um so größer die Kraft der Masscnarveitscinstellung. Daraus er- Ivächst für alle Parteigenossen die Pflicht, unermüdlich für den Ausbau der Organisationen und die Verbreitung der Partei- und Gewcrkschaftspresse tätig zu sein. Die Vorbereitung und Durchführung eines Massenstreiks als Protest- und Abwehraktion.gegen die Ausschreitungen der Staats- gewalt kann nicht einseitig von einer Organisation beschlossen locrden; cS ist hierzu vielmehr die Erfüllung der im Ueberein- kommen betreffend die einheitliche Regelung der Beziehung zwischen Partei und Gewerkschaften aufgestellten Vorschriften notwendig._ Quittung über Beiträge zum Bebel-Fouds. Anschläger F. S.. Äeißenscc ö,—. Von den Schneidern der Firma Griiiwisch 19,—. G. Riemailli. Gr. Hamburger-&tr, 18/19 25,25. Personal der Firma Strube 8.35. Maschinenictzer im„Vorwärts" 50,—. Funktionäre, 2. Kreis. 3. Abi. 7,50. H. Krumm, Lichtenberg 5,—. Von den Kollegen der Finna Pähl, Charlottenstr. 58 15.—. H. V. 3,—. Dr. M. L. Zürich 5,—. Von den Kolleginnen und Kollegen der Werrstättc Stock u. Co„ Roscnlhalcr Str. 40/41 15,30. Aon den Kollegen der Ago-Flugzeugwerke 10,—. Von d. organisierten Kollegen d. Firma A. Wcrthcim, Oranienstr. 10,—. Von den organistcrteii Fabrstuhlsührern u. Dienern des Kaush. d. lücslcnS 8,40. Von den organisierten Tr-gnSportarbeilern der Finna Rotophot 20,—. Rcsercnlin Frau Wurm, 3.10. 3,—. Von den RoiationShilsSnrbcitcrn der „Vorwärts"-Buchdruckcrei 15,—. Touristcnvcrein Naturjrcunde, Ortsgruppe Berlin 10,—. Rod. Macut, Düsseldorf 10,—. Personal der Buchdruckcret Sittcnjcld, II. Rate 22,60. 6. K. 78—.20. Männer der Gießerei Auer- gesellschast 10,—. Frciorganisiertc Arbeiter des Alexanderwerls '20,—. Möbelsabrik GroschkuS 16,30. Rcinhold Schmolt, Neukölln 7,—. Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen de! Schiicllpressensaals Ullilein u. Co. 10,—. Kollegen der Finna Rauschenberger 10.—. Kollegen der Finna Segsarth u. Oelschläger 20,—. Kollegen der Näh- maschinensabrik(?. Böttcher 5,—. 1. Kreis, 3. Wt., aus der Sechser- kasse 10,—. Kollegen der Tischlerei Sicbcrt u. Lehmanu 20,—. Kollegen der Firma Guggenheim, Kronlcuchterfabrik. Ritterstr. 25 5,—. Groschen- lasse der Schieiser u. Galvaniseure der Firma Eiektomechanische Jnduilric durch Benz 10,—. HauSiraueu, Bergseide 20,—> Rauchklub Grüne Eiche, Neukölln. M. d. A. R.-B. 10.—. Mitglieder des Verbandes der deutschen Buch- drucker im„Vorwärts" 10,—. Die organis. Hausdiener Peel u. Cloppenburg 20,—. Sin ungenannter, viel cnttäu'chter Bcbelverehrcr 1,—. Von den Werkstattarbeitern der Finna Benedikt. Königgrätzer Str. 37 25,75. AuS der Groschenkassc von den Kollegen der Firma Karl Reiß, Warschauer Straße 10,—. Autofahrer der Firma Paul Gicke, 1. Rate 5,—. Gesammelt in der Werkstattsitzung der Damenschneider der Finna S. Adam 5,—. Aus der Icchierkassc der Maschinensetzer der Firma Tyvographia, G. in. b. H., Huttenslr. 17/20 2,50. Aus der«echserkassc der Firma Müller, Alte Jakob- jlraße 78 15,—. Zurückgezahlte Kranzspende von den Arbeitern der Firma Bester 10,10. Der Alte, Bergseide, durch F. 6,—, Gustav Loose. Rcinicken- dors 8,15. Vom Personal der Buchdruckerci Paß u. Garleb. G. m. h. H. 30,—. Von den Kollegen der Finna Gossen, Oielnickeiidors 30,—. Tellersammlungcn der am 12. Oktober stattgesundcncn Vcrsammlutigcn dcS KartellvcrbandeS für Sport und Körperpflege Groß-Bcrlin 225,— Die Ge- nassen der Heilstätte Beelitz 4,35. Fr. R. Stolle, Neukölln 8.—. Kranz- Überschuß von den?lrbcitcrn der Kroncnsabrik Gebrüder Israel 31,75, 5. K r e i Z. 1. Abt.. von der Abtciltmgskassc Extrabeitrag 10,—. Sammellisten. Abt. I, Huhnflcifch 80,10. Sammellisten, Abt. Ia, Bliun 40,05. Sammellisten, Abt. Ib, Chmüewski 51,25. Sammellisten, Slbt. 5, Stindt 17,85. Sammellisten, Abt. 6, Hacker 9,60. Dr. O.&t. 50,—. Groschenkasse der Dreher der M.-W. Kabelwerk Obcrspree 10,—. Rest der Sechserkasse der Finita LicZkc u. Wols 3,10. skatklub Rainichbrüder. Gleimsir. 36 3.—. Streckende Kollegen» Kolleginnen d. Fa. Otis, Wittenau 20,35. P. G., M, 14,65. Maßschneider der Firma Peel u. Cloppenburg, Grünstraßc 15,—. Ge sammelt von den TranSporiarbeiicni und Handwerkent der Konstun- gcnosscnschast. Zentrale 89,63. Gesangverein Gejundbrunncr Harmonie 20,—. schadcnetsatzsachc durch Brückner 3,—. R. M., Bornbolmcr Sir. 19 4,80. A. G. 200,—. Zimmer, Winterthur 5,—. B. 59 1,—. Schwedler, Bonn 1,50. Willi 0,30. B____ r, Berlin 18,70. Bon den Kollegen der Modell- tischleret L. Löwe n. Co.. NW, Huttem'tr. 17 20.—. Von den Kollegen und Kolleginnen der Finita Lorchardt L. Simon 6,50. Ucberschuß der Lichtstrahlen 1,80. 3luS der Groschenkassc der Abteilung Stein(Firma Bergmann, Rosenthal> 20,—. 2. Kreis, Bezirk 105 10,—. Bezirk 136» 10,—. Sechserkasse der Goldlcistcusabrik C. Bartels 5,—. Hojkassc der Droschlensahrcr der A. B. A. G, Fcniistr. 31 50.—. Drei Neuköllner KirchenauStriltS- Versammlungen am 12. 9, 24,—, von Jenaer Versammlung am 19. 9. 96,65, durch eine Be- sucherin 3,35 124,—. Organisierte HandelShilsSarbeiter der Firma F. Lands 10,—. Bon den Kollegen der Firma Hinz, Ablellung Buchbinderei 5,—. Bcbeisonds durch Kiesow. 4. Ablcilmig 10,—. Merten!0,—. Dr. Kurt Rosenseid 6,—. Sammelliste der Kollegen der Brotsabrik Maroit, Steglii-, Bergstraße 93 12,50. Alexander Ewert, Grünthalcr Straße 6 3,45. 3. KreiS 10. Abt. 1436,05 M.(darunter: Schultheiß, Brauerei 100,—. Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. 50.—. Brauerei Julius Bötzow 50,—. Brauerei Patzenhoser 40,—. Böhmisches Brauhaus 40,—. Berliner Bock- braucrci 20.—. Brauerei F. Happoldt 20,—. Berliner llnionS-Brauerei 20,—. Aktienbrauerei Friedrichshaiu 20,—. Brauerei Königstadt 20,—. Berliner Kindl-Brauerci 30,—. Bergschloß-Braucrei 25,—. Bürgerl Brauhaus Gebr. Wanuinger 20,—. Brauerei Oswald Berliner 20,—. Löwen- Brauerei 30,—. Riebeck-Btauerci Berlin 30,—. Schloß-Brauerei Schöne« Bei g 40,—. Münchener Brauhaus 20,—. Spandauerberg-Braucrei 20,—.Habeis Brauerei 20,—. Bikioria-Brauerei 20,—. Berliner viadtbrauerei 20,—. Deutsche Bierbrauerei 20,—. Brauerei Pfesserbcrg 20,—. 6. Brcithaupt 10,—. Aklicu-Gescllschaft C. L andre 10,—. LI. Landrö, Stralauer Straße 10,—. Borussia-Brauerei 10,—. GenossenschastS-Brauerci Groß-Berlin 10,—. Brauerei Julius Urbach 10,—. Berliner Bierbraucrei-Gcsellschast 10,—. Malzbtcr-Braucrei Groiersan n. Co. 10,—. Gabriel u. Richter 10,—. Ver- einSbraucrei Teutonia 10,—. Berliner Weißbter-Brauerci Willner, Pankow, 10,—. Bauer u. Hippel, Groß-Destillation 25,—. Erste>6cnossenschostS- Brauerei der Gastwirte von Berlin n. llmg.. Friedrichshagcn 50,—. Erste Beri. Weißbier-Brauerei der Gast- u. Schankivirie. Berlin, Andreasftr. 7/9 2,—.) 4. Kreis. Uebechchuß v. d. Kranzsvendc Neumann 6,15. Ueberschuß»oni Jubiläum der Kutscher der Vikloriahrauerci 5,50. Bon den Bauarbeitern deS Konsumbaues Lichtenberg durch A. Heider 42,20. Uaberschuß der 2. Abteilung vom Lussenthcater 25,—. Scchserkassc des 197 III 5,—. Bezirk 304 IT. Abteilung 2t 5,—. Ueberschuß vom Leseabend deS Köpcnickcr Viertels 7,25. Modelltischler Deutsche RileS-Werke, Oberschöneweide, auf Lifte 4299 11,80. Arbeiter der Firma Arou, Charlottenburg, Ablellung Stieber, auf Lift« 5014 7,90. Von den Arbeitern der Firma Sommerfeld aus Liste 3970 7.70. 6. K r e i z: Auf Listen a konta 584,40. Berichtigung. In der Quittung vom 8. Oktober heißt eß, auf den Listen 4024 und 4025 22,50 M. E» muß heißen:„Gesammelt vom Innen- und Fahrpersonal der Brauerei Gabriel u. Richter 22,50 M. Ferner muß cS heißeu:„Nachruf sür Bebel in der„Arbeiterjugend" v. A. G. 20,—." Weitere Beiträge sind zu richten an Emil Bocske, Berlin SW. 68, Liubcnstraße S I._ MarktpreEe von Berlin an: 16. November LSlS, nach Ermittelungen des lgl. Polizeipräsidiums. Mais(mixed), gute Sorte 16,40—16,90, mittel 00,00—00,00. geringe 00,00—00.00. Mais zrunder), gute Sorte 14,80—14,60. Richtstroh 0,00. Heu 0,00— 0,00. Martthalftenprelje. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00—50,00. Sveisebobnen. weiße 35,00—60,00. Linsen 36,00—70,00. Kartoffeln(KIcinhdl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30—1.80. Schweinefleisch 1,50—2,00. Kalbfleisch 1.40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,40—6,60. 1 Kilogramm Karpfen 1,00—2,40. Aale 1,60—3,20. Zander 1,20-3,20. Hechte 1.20-8,60.«arfche 1.00-2.40. Schleie 1,60— 3,20, vleie 0,80-1,80. 80 Stück Krebs« 1,00-30 ,0a Garbäi Jedes Wort 10 Pfennig. D«s fettgedruckte Wort 20 Pfg.{zulässig 2(enge druckte Wort»), Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 0 PfO-! das erste Wort(fettgedruckt) 10 pfg. 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