Ar. 399. flbonnemtntS'Bcdingungen: EEionncmmtä- Preis pränumerando: Pierteljährl. SL0 MI, rnonall. l,10 MI, wöchentlich W Pfg> frei ins Haus. Einzelne Nummer ö Pfg. Sonntaos. Nummer mit illustrierter Sonntags, Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Pos!- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Pojt-ZcitungS. PrelSIiste. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien. TVincmml. Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. CrldKlnt täglich. Verlinev Dollt�blnkk. Die TniertionS'Gebfllir beträgt für die sechsgespaltcnc Kolonel. zeile oder deren Raum KV Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins- und Versammlungs-Anzeigen:!0 Psg, „Aicine Ztnreigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort lv Plg, Stellengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ä Pfg. Worte über ISBuch- ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis k» Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: «SddlSllsfMollNlt Rtrlil". Zentralorgan der rozialdcmokratifchcn Partei Deutfcblands. Redaktion: 8Rl. 68, Lindcnstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplap, Nr. 1i>8Z. Donnerstag, den 13. November 1013. Expedition: 8Äl. 68» I.indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1384. Sie Neuregelung der Sonntags- ruhe im lhanäelsgelverbe. Dem Reichstag ist gestern der„Entwurf eines Gesetzes betr. Sonntagsruhe im Handelsgewerbe" zugegangen. Für den Gesetzentwurf ist nicht die Form einer Novelle zur Gelverbeordnung, sondern die eines selbständigen Gesetzes gewählt. Der wesentlichste Inhalt des aus 18 Paragraphen bestehenden Entwurfs ist folgender: Im Handelsgewerbe dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter, vorbehaltlich der nacktfolgenden Vorschriften, am ersten W e i h n a ch t s O st e r- und P f i n g st t a g e ü b e r b a u p t nicht, im übrigen an Sonn- und Festtagen nur wie folgt beschäftigt wer,den: Im Betriebe der offenen Verkaufsstellen ist eine Beschäftigung bis zu drei Stunden zulässig. Die höhere V e rwaltungsbehvrde kann sür Orte, in denen die Be- dülkcruiig aus der Umgegend an Sonn- und Festtagen die offenen Verkaufsstellen aufsucht, eine Beschäftigung bis zu vier Stunden zulassen. Die Gemeinde oder ein weiterer Kommunalverband kann durch statutarische Bestimmung die drei- stündige Beschäftigung für alle oder einzelne Gewerbezweige a u f kürzere Feit einschränken oder ganz untersagen. Die Polizeibehörde kann für jährlich sechs, mit Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde für weitere vier Sonn- und Festtage, an denen besondere Verhältnisse einen weiteren Geschäftsverkehr erforderlich machen, eine Beschäftigung bis zu zehn Stunden zulassen. Im übrigen Handelsgewerbe kann die höhere Ver- waliungsbehörde sowie durch statutarische Bestimmung die Gemeinde oder ein weilerer Kommunalverband eine Beschäftigung bis zu zwei Stunden zulassen. Für das Speditions- und das Schiffsmaklergewerbe sowie für andere Gewerbebetriebe, inso- weit in ihnen, Güterversendungen mit Seeschiffen vorgenommen werden, kann in gleicher Weise eine Beschäftigung bis zu fünf Stunden zugelassen werden. Die höhere Verwaltungsbehörde kann für jährlich höchstens sechsSonn- undFesttage, an denen besondere Verhältnisse einen weiteren Geschäftsverkehr er- forderlich machen, eine Beschäftigung bis zu vier Stunden zulassen. 1.) Die Stunden, während denen eine Beschäftigung stattfinden darf, werden, soweit statutarische Bestimmungen erlassen sind, durch diese, ii� übrigen von der Polizeibehörde so festgesetzt, dast der Besuch des öffentlichen Gottesdienstes freibleibt. Die Stunden können für verschiedene Gewerbe verschieden festgesetzt werden, sjj 2.) Gewerbetreibende, die den Betrieb ihres Handels- gewcrbcs am Sabbat und an den jüdischen Feier- tagen dauernd gänzlich ruhen lassen und der Orts- Polizeibehörde davon Anzeige gentacht haben, dürfen Gehilfen und Lehrlinge jüdischen Glaubens an Sonn- und Fest- tagen mit Ausnahme des ersten Weihnachts-, Oster- und Pfingst- tages bis zu fünf Stunden innerhalb ihrer Ge- schäftsräume mit der Matzgabe beschäftigen, datz diese für den allgemeinen Verkehr in den nicbt allen Geschäften freigegebenen Stunden geschlossen bleiben. Die Stunden, während deren eine Be- schäftigung an Sonn- und Festtagen stattfinden darf, werden durch die Ortspolizeibehörde festgesetzt.(§ 3.) Keine Anwendung findet die Beschränkung der Beschäftigung an Sonn- und Festtagen(wie nach§ tOS der Gewerbeordnung) auf Arbeiten 1. in Notfallen oder im öffentlichen Interesse, 2. zur Durchführung einer gesetzlich vorgeschriebenen Inventur, 3. zur Bewachung, Reinigung und Instandhaltung, 4. zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffen oder des Mitzlingens von Arbcitserzcugnisscn. 5. Zur Bcaufsichtigung des Betriebes. Nur für die zu 3 und 4 aufgeführten Ausnahmefälle ist vorgeschrieben, datz jeder Beschäftigte entweder an jedem dritten Sonntag volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag mindestens in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends von der Arbeit frei zu lassen ist. Und auch da darf die Ortspolizeibehörde noch Ausnahmen gestatten, falls eine 24stündige Ruhezeit an einem Wochentage ge- währt wird. sKZ 4 und 6.) Ferner kann Ausnahmen von den SonntagSruhcvorschriften die höhere Verwaltungsbehörde für solche G c w e r b c z w e i g e gestatten, deren vollständige oder reilweise Ausübung an Sonn- und Festtagen zur Befriedigung täglicher oder an diesen Tagen besonders hervortretender Bedürfnisse der Bevölkerung erforderlich ist. Der Bundesrat trifft über die Voraussetzungen und Bedingungen der Zulassung von Ausnahmen nähere Bestimmungen; diese sind dem Reichstage zur Kenntnisnahme mitzuteilen, fß 7.) Soweit nach dem Gesetze Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter an den Sonn- und Festtagen nicht beschäftigt werden dürfen, darf in offenen Verkaufsstellen ein Gewerbebetrieb an diesen Tagen nicht stattfinden.<§ 8.) Die Vorschriften des Gesetzes finden auf die Geschäftsbetriebe der Ver sicherungsunter nehm er einschlietzlich der Vereine zur Versicherung auf Gegenseitigkeit, der Versicherungsagenten und Makler. der Stellen-, Annoncen- und Auskuirftvermittler, der Sparkassen, der Konsumvereine und anderer Vereine, die nach Art des Handelsgewerbes ihre Geschäfte be- treiben, entsprechende Anwendung, ffj 13.) Keine Anwendung soll das Gesetz finden auf Bergwerke, Salinen, AufbereitungSanstalten, Gruben, Brüchen, Hüttenwerken, Fabriken und Werkstätten, Zimmerplätze und andere Bauhöfe. Werften und Ziegeleien, Bauten aller Art, auf das Gast- und Schankwirt- schafisgewerbe, Musikaufführungen, Schaustellungen, theatralische Borstellungcn. auf das Verkehrsgewerbe, auf den Marktverkehr, auf den Gewerbebetrieb im Umherziehen und auf den Verkauf von Arzneimitteln und Gegenständen der Krankenpflege in Apotheken. s§ 14.) Eine Reihe Strafvorschriften endlich soll die Beobachtung der Berbotsvorschristen sichern. Der Inhalt des Gesetzentwurfes ist völlig unzulänglich. Sr dringt nur ganz unerhebliche Besserungen des geltenden Gesetzes und bleibt weit hinter den Vorschriften zurück, die in England und auf Grund von Ortsstatutcn in einer Reihe Gemeinden Deutschlands heute schon gelten. Vis zum 1. April 1912 hatten 13 deutsche Städte völlige Sonntagsruhe durchgeführt. Sie haben gezeigt, daß sehr wohl ein völliges Verkaufsverbot mit der einzigen Ausnahme möglich ist, daß Lebensmittel, Fleisch, Backwaren, Milch und Eier in zwei Morgenstunden verkauft werden dürfen. Bis zum 1. April 1912 hat ferner eine Gemeinde die Verkaufszeit auf eine, sechs Ge- meinden haben sie auf 1'/,, 86 auf 2, 16 auf 2Vz Stunden durch Ortsstatut verkürzt. Eine große Reihe Gutachten hat sich für völlige Sonntagsruhe aus- gesprochen. Der Entwurf aber will als Regel eine Verkaufszeit von 3 Stunden zulassen, die nicht einmal am Morgen und auch nicht hintereinander zu liegen brauchen. Und diese unzulängliche Regelung soll gar noch zu Ungunsten der Handlungsgehilfen durch einen Haufen Ausnahme- Vorschriften durchlöchert werden können. Das Gesetz (ZK 3, 4, 14) schafft Ausnahmen. Außerdem soll die höhere Verwaltungsbehörde und endlich die Polizei noch Durch- brechungen von der Ruhezeit für ganze Gewerbezweige oder für alle Gewerbe oder für einzelne treffen können. Bei dem Tohuwabohu von Ausnahmemöglichkeiten würde der Ausnahmezustand nahezu zur Regel werden. Für Kontorarbeiten hatten bis zum 1. April 1912 bereits 27 Städte die Sonntagsarbeit völlig untersagt. Der Beirat für Arbciterstatistik hat am 5. Juli 1905 empfohlen, die Beschäftigung von Arbeitern, Gehilfen und Lehrlingen in Kontoren und nicht mit offenen Verkaufsstellen verbundenen kaufmännischen Betrieben an Sonn- und Festtagen völlig zu verbieten und nur durch statutarische Gemeinde- bcschlüsse eine Arbeitszeit bis höchstens zwei Stunden zu ge- statten. Zu derselben Forderung gelangte aus hygienischen Gründen das Reichsgesundheitsamt. Und doch schlägt der Entwurf als Regel für Kontorarbeiten zwei Stunden vor und läßt sogar eine Verlängerung bis zu vier lind fünf Stunden zu I Der Enttvurf beschränkt sein Anwendungsgebiet auf Handlungsgehilfen und läßt Techniker und andere Angestellte völlig unberücksichtigt. Statt völliger Sonntagsruhe gewährt der Entwurf also nur für drei Tage(Weihnachten, Ostern, Pfingsten) einen völlig freien Tag und läßt seine Riihevorschriften nur für Handlungsgehilfen gelten. Das klingt fast wie Hohn auf die so dringend notwendige Ruhezeit für Angestellte und Arbeiter jeder Art. Hoffentlich gestaltet der Reichstag den Entwurf völlig um, dehnt sein Anwendungsgebiet auf weitere Kreise aus und führt endlich völlige Ruhezeit ein. Wo Ausnahme- fälle nötig sind, mutz als Ersatz für einen nicht völlig freien Sonntag ein völlig freier Werktag treten. Diese Forderung ist durchführbar und im gesundheitlichen Interesse dringend erforderlich._ Die Klahlen zur badilchen Kreis- Versammlung. Mannheim, 12. November.(P r i v a t t e l e g r a m m des„Vorwärt s".) Bei der heute stattgefundeneu Wahl der Wahlmänner zur Kreisversammlung haben die Sozial- demokraten gut abgeschnitten. Es wurden im ganzen 6200 Stimmen abgegeben. Davon erhielten die Sozialdemokraten 5200 und die illationalliberalen 900 Stimmen. Es waren im ganzen 812 Wahlmänner zu wählen. Da- von erhielten die Sozialdeinokraten 719 und die Nationallibe- ralen 93 Wahlmänner. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 20 Prozent. Fortschrittler und Zentrum haben sich an der Wahl nicht beteiligt. Da für die Wahl der Abgeordneten das Proporzwahlsystem nicht besteht, so sollen uns sämtliche 23 Sitze der Stadt Mann hei in zu. In den Land- orten haben wir weniger gut abgeschnitten, da die Wahlzeit von 12 bis 2 Uhr mittags festgesetzt war. In W e i n h e i m erhielten war 18. die Nationallibe- ralen 36 Wahlmänner, in Schwetzingen 10. die Ratio- nalliberalen 21 Wahlmänner. Voraussichtlich werden wir in den Landorten noch einige Abgeordnete bekommen, so daß wir statt bisher mit 6 jeden- falls mit 25 Abgeordneten in der Kreisversammlung vertreten sein werden._ Die gute, alte Kruppsche flrt. Das enfant terriblc der Krupp-Hehler Otto v. Gottberg schreibt jetzt im„Lokal-Anzeiger": ..Ein Versuch, den Zeugen p. Metzen weißzuwaschen, würde mißlingen. Leichter ist es, die Ursache seiner Verbitterung und Erklärung für sein zweifelhaftes Geschäft in Italien zu finden. Als ein Mann von nicht geringem Verdienst um die Firma K r u p p hat er in Italien und Belgien durch her- vorragende Schießlei st un gen nicht nur große Ver- kaufe vorbereitet, sondern seinen Chefs auch für die fernere Zu- kunft große Absatzmöglichkeiten gewonnen. Es kam ein Augen- blick, in dem er die eigenen Berdienstmöglichkeiten allzusehr be- schnitten glaubte. So sehr fühlte er sich benachteiligt, daß der Bewährte und von der Firma Gerühmte ihr zu den ihm vorgc- schlagcnen Bedingungen nicht mehr dienen mochte. Jetzt schloß ' er das Geschäft mit Wingen ab. DerFehlerwar.daßer eS heimlich tat, denn mit Wissen der Firma� haben andere ihrer Vcrircter Anteil von ihrer Provision an Dritte gezahlt, wie Wingen tun sollt c." Das schreibt'heute derselbe Mann, der am 29. Oktober jenen berüchtigten terroristischen Frontangriff auf Staats- anwalt und Gericht unternahm, um zu verhindern, daß v. Metzen überhaupt zu Worte komme und sein schriftliches Material verwertet werde. Derselbe, der Gift und Galle gegen v. Metzen, diesen„Nach- und Klatschsüchtigen", spie und keinen guten Faden an ihm ließ. Was ist inzwischen vorgefallen? Wieviel gravierendes Mate- rial mutz v. Metzen noch in Händen haben! Welche Angst müsien die Krupp-Lcutc vor diesem Manne haben! So fragt man unwill- kürlich. Es fiel ja bereits während der Prozeßverhandlung auf, daß v. Metzen von den Kruppdirektoren zeitweilig so vorsichtig an- gefaßt wurde, wie man wohl eine geladene Bombe anfassen mag. Nachdem inzwischen das Gericht den Zeugen v. Metzen nicht schlecht- hin in die Wolfsschlucht der völligen llnglaubwürdigkeit geworfen, vielmehr seine Sachauffassung zu einem gewissen Teil auf die Aus- sage dieses Zeugen gestützt hat, ist äußerste Vorsicht für das böse Gewissen der Kornwalzer-Jutercssentcn besonders geboten. So danken wir Herrn v. Gottberg einen neuen, ganz unbezahlbaren Einblick in die Krupp-Psychologic, in die„gute, alte Kruppsche Art", wie Herr v. Gordon so wunderschön sagte. Eine Episode aus den letzten Verhandlungstagen des Krupp- Prozesses ist uicht genügend beachtet worden. Herr Löwensiein gab während seines Plädoyers in feinem und seines Klienten Brandt Namen die feierliche Versicherungob, daß Eccius und die übrigen Kruppdirektoren von den Bestechungen oder sonstigen strafbaren Handlungen des Brandt nichts gewußt hätten. Herr Löwenftcin erklärte dies, wie er ausdrücklich hervorhob, auf die Gefahr hin, daß eine derartige Versicherung seinem Schützling Brandt nach- teilig sein könne. Das war ganz ungewöhnlich. Aus dem Verteidiger Brandts wurde ein Verteidiger des Kruppdirektoriums. Wir erwähnen dies nicht, um mit Herrn Löwenstein über seine Pflichten oder seinen Geschmack zu streiten. Dazu verspüren wir wahrlich nicht die Spur einer Neigung. Nirgends trat aber die Tatsache, daß Brandts ganzes Bemühen auf Rettung der Firma Krupp gerichtet war, so augenfällig zutage. Und nun das Gegenstück: Herr v. Gordon, der Verteidiger von Eccius, betonte in seinem Plädoyer wiederum so feierlich wie mög- lich, daß die Firma Krupp Brandt nicht fallen lassen werde. Das sei„gute, alte Kruppsche Art�'. Der Austausch dieser beiden Erklärungen der Verteidiger glich dem Austausch zweier diplomatischer Noten über einen Streitfall. Es klang wie ein ckc> vi. des aus ihnen. Auch Brandt weiß ja. wie bereits gerichtlich erwiesen, noch gar manches. Auch er ist eine Bombe, die noch explodieren könnte. Wo könnte man besser, als bei der Firma Krupp verstehen, gefährliche Explosivstoffe durch ge- eignete Zusätze und Beimischungen unschädlich zu machen.«Gute, alte Kruppsche Art"! Und nun noch einmal zurück zu Herrn v. Gottberg. Heute teilt er der Oeffentlichkeit mit, daß bei Krupp Provisionsverträge a la v. Mctzcn-Wingen üblich seien. Gewiß auch ein Stück„guter, alter Kruppscher Art", v. Metzen hat nur, so hören wir, gefehlt durch die Heimlichkeit seines Tuns, die übrigens der Firma Krupp nicht geschadet hat und nicht schaden konnte. Damit rechtfertigt v. Gottberg heute im wesentlichen den Standpunkt v. Metzens in seinem Zivilstreit mit Krupp. Und was Herr v. Gottberg sagt, sagt er als Mundstück Krupps, der nach den letzten öffentlichen Fest- stellungen sein Dienstherr ist. Die Kruppdirektoren wußten all dies selbstverständlich auch, sie wußten es auch schon im April, als Herr v. Hugenbcrg seine köstliche Selbstbezichtigungserklärung mit ihrem scharfen Angriff gegen Metzen veröffentlichte. Sie wußten es und auch Herr Eccius wußte es. Aber kein Wort davon kam während des Prozesses über ihre Lippen. Herr v. Metzen wurde zerstampft. Von der Noblesse jener diplomatischen Erklärungen keine Spur.„Gute, alte Kruppsche Art", fürwahr! Angola, ein Zuhunftsland der deutlchen Kolonialpolitik. Seit dem Bagdadbahnabkommcn zwischen Deutschland und Eng- land wollen die Gerüchte nicht verstummen, die von. einer allge- meinen Auseinandersetzung der beiden kolonialpolitischen Rivalen zu erzählen wissen. Deutschland verlangt Kompensationen, weil es bisher bei der Teilung der Welt leer ausgegangen ist. Das ist zwar ein sehr dubioser Rcchtsgrund, aber am Ende nicht zweisel- hafter als irgend ein anderer kolonialer Eigentumstitel. Das Ge- schäft geht natürlich auf Rechnung eines Schwachen. Schon 1898 schloß England mit Deutschland einen Vertrag über das Schicksal der portugiesischen Kolonien, ohne daß Portugal um seine Wohl- Meinung gefragt worden wäre. Heute soll der Pakt— wie man erzählt— revidiert werden und Deutschland das Vorkaufsrecht auf die portugiesische Kolonie Angola zugestanden werden. Schon im August l. J. brachte das als gut unterrichtet geltende Brüffeler„Mouvemcnt Gongraphique" eine Mitteilung, daß der Nachfolger des südafrikanischen Diamanten- und Eisenbahnkönigs Cccil Nhodcs, Mr. Robert William, mit einem finanzkräftigen deutschen Syndikate wegen Fortführung der Lobito- eisenbahn von ihrem gegemvärtigen Endpunkt Huambo bis zum Anschluß an das Eisenbahnnetz des belgischen Kongo verhandele. Eine Bremer Gesellschaft läßt Schürfarbeiten nach Kupfer, Eist,** und Kohle vornehmen. Das Kälisyndikat hat eine Versuchspflanzychg von Zuckerrohr angelegt. Die deutschen kolonialfrcuudlichen Zeitungen leisten sich Stimmungsartikel, die entweder beweisen sollen, daß die portugiesische Verwaltung unfähig ist, ihre Aufgabe zu erfüllen und daß es eigentlich den Geboten der Humanität cnt- spricht, den deutschen Wachmeister an Stelle des portugiesischen Gcldschinders zu setzen. Dabei läßt man durchblicken, welche reiche und verheißungsvolle Zukunft dieses Angola in sich birgt, dessen Hafenstädte einst vermögend wurden, weil die Jagd der Sklaven- Halter auf Menschenwild besonders ergiebig war. Aber eben des- halb sind Land und Leute unbekannt, weil ihren Herrschern nur daran gelegen war, die Früchte ihres Raubbaues zu ernten. Man weiß von ihm, daß es mehr als doppelt so groß ist als da! Deutsche Reich. Schon die Zahl seiner Bewohner schwankt sehr beträchtlich.- zwischen 4 und 6 Millionen. Die Zahl der Weißen wird auf 30 000 angegeben, von denen die Hälfte Mischlinge sind. Von dem ge- waltigen Gebiete, das Angola bedeckt, ist aber höchstens Vu überhaupt und nur Vjs bei den bestehenden Verkehrswegen kultivierbar. Das relativ fruchtbare, von Weißen bewohnbare Hochland ist 300 bis 500 Kilometer von der Küste entfernt. Das dazwischen liegende Land ist Wüste oder verödet von einer der furchtbarsten aller Krank- Helten, der Schlafkrankheit. In den Hafenstädten grassiert die Malaria. Die Eingeborenen entziehen sich dem Wirkungskreis der Portu- giesen nach Möglichkeit. Wo sie trotzdem mit ihnen zusammen leben müssen, degenerieren sie und nehmen alle Laster an, die sich sonst in den schmutzigsten Vierteln europäischer Hafenstädte breit machen. Dort aber, wo die Engländer mit den Eingeborenen in Berührung treten, sind Unruhen und Streitigkeiten eine Seltenheit— ein Beweis, daß der Portugiese der Friedensstörer ist. Was die Portu- giesen nicht mit Verstand erreichen können, suchen sie durch Gesetze zu erreichen. Sie zwingen alle Eingeborenen, die keine eigene Hütte haben, in Privatdicnst zu treten und sie verdingen sogar die ausgc- hobenen schwarzen Soldaten bis auf eine Höchstdauer von sechs Monaten an Private. Trotzdem gelingt ei nicht, dem Arbeiter» mangel zu steuern und viele Plantagen können aus diesem Grunde ihre Anlagen nicht vollständig ausnützen. Das wichtigste Landesprodukt ist der Gummi, der aber Kon» junkturware ist und dessen Preis deshalb den heftigsten Schwan- knngen unterliegt. Seine Ausfuhr betrug 1910 95 030 000 M., 1911 12 385 000 M. Daneben ist von einiger Bedeutung die Ausfuhr von Kaffee, der hier wild gedeiht, und Wachs. Die Gesamteinfuhr betrug 1911 23 029 000 M.. 1910 23 684 000 M.; die GcsamtauSfuhr 1910 27170000 M. und 1911 23 648 000 M. Die Einfuhr besteht großenteils aus Textilfabrikaten. Der Handel ist fast ganz in den Händen der Portugiesen, die ihren Besitzstand mit allen Mitteln einer hochschutzzöllnerischen Handelspolitik verteidigen. Die Viehzucht kann nur auf dem Hochlande im Großen betrieben werden, weil eine verheerende Krankheit(Cauhania) die Viehbestände gefährdet, wenn die Futterplätze und Tränken nicht gewechselt werden können. Der Getreidebau wird bisher nicht im großen Umfange betrieben; Mais ist das Hauptprodukt. Da das Klima und seine Schwankungen, die Niederschläge und ihre Ver- teilung unbekannt sind, so läßt sich über seine zukünftigen Aus- sichten wenig oder nichts sagen. Man hofft den Baumwollbau zu entwickeln, aber von den vier angelegten Versuchsfarmen sind drei eingegangen und der Agronom Martiniano Pereirea wurde von seiner Regierung zurück. berufen. Tie Aussuhr von Baumwolle betrug 1911 ganze 175 000 Mark. Der Anbau von Zuckerrohr rentierte sich nur solange als man daraus Schnaps für die Eingeborenen erzeugen konnte. Als «der Fusel später besteuert und im Jahre 1911 ganz verboten wurde, wurden auch die Rohrpflanzungen vielfach aufgelassen. Eine eigent- Zuckerfabrikation konnte sich noch nicht einbürgern. Das Land ist also in einem desolaten Zustande, so recht ge- eignet. Hunderte von Millionen zu schlucken und dann lange nichts und in fernen Zeiten sehr wenig zu ergeben. Zu einem großen Getreide- und Viehlande kann es sich nicht entwickeln, weil die Kulturfläche zu klein ist, e» keine schiffbaren Flüsse gibt und die Eisenbahnen nur bei hohen Tarifen bestehen können, lieber seine mineralischen Reichtümer weiß man aber nichts und das ist ent- schieden zu wenig, um den Uebcrgang Angolas in deutsche Hände zu rechtfertigen. •• * Wie weit übrigens die Tinge schon gediehen sind, beweist sol» gende Meldung der»Kolonialen Korrespondenz": Bei der im Einverständnis niit der portugiesischen Regierung geplanten finanziellen Hilfsaktion D c u tsch l a n d S zugunsten der wirtschaftlichen Erschließung Angolas erweckt neben dem beschleunigten Ausbau der Lobito. Bahn nach den lupferreichen Minenbezirken Katangas die Her- stellung einer Bahnverbindung zwischen Deutsch�Südwestafrika und dem benachbarten Angola ein besonderes Interesse. Der gegenwärtig dem südwestafrikanischen Landesrate zur Beratung vorliegende Plan einer in Otjiwarongo von der Otavi-Bahn ab- zweigendcn Bahnlinie nach dem nördlichen Amboland bildet nur ein Teilstück eines größeren Projektes, durch welches der Norden von Deutsch-Südweftafrika über das fruchtbare Hochland des Huilla-Distrikts von Angola hinweg mit dem portugiesischen Hafen von MossamedeS verbunden werden soll. Die vom ReichSamt des Jnncrr herausgegebenen »Berichte über Handel und Industrie" schreiben über dieses Projekt: .Die MossamedeS�Bahn(Spurweite 60 Zentimeter) ist bis Kilometer 169 fertiggestellt. Die Bahn ist RegierungsbaHn, das Material ist von Koppel geliefert, lieber die Fortführung bis Lubango, der Hauptstadt des Distrikts Huilla, und weiter schweben Verhandlungen. Es scheint, daß das alte Projekt einer Bahn von Porto Alexandre über Humbe nach dem deut- schen Schutzgebiet hinter dem Plan, die' Mossamcdes-Bahn in dieser Richtung zu verlängern, zurückgetreten ist... Die Re- gierung hofft, daß mit Hilfe dieser Linie Deutsch-Südwestafrika einmal ein guter Abnehmer von im Huilla-Distrikt gebautem Getreide werden wird." Aus alledem geht hervor, daß dem Reichstage in nächster Zeit ganz erhebliche Kolonialforderungen vorgelegt werden. Denn neben den Angolaplänen der Regierung wird auch die Verwaltung Neukamerunz hohe Summen erfordern; und die Wünsche der anderen Kolonien nach neuen Bahnbauten und dergl. wollen auch nicht verstummen. politische(leberlicbt. Z« starker Tabak! Die.Hamb. Nachr." sind natürlich entzückt darüber, daß die Regierung an Stelle einer Kominission zur Untersuchnng des Krupp- Pananras, eine Kommission zur— Prüfung der Rüslungliefcrungen setzen will, der Vertreter aller möglichen und unmöglichen kapita- listischen Gebilde angehören sollen, nur nicht derjenige Abgeordnete, der sich durch Ausdeckung deS Kruppschen Bestechungssystems so außerordentliche Verdienste um das Bolkswohl erworben hat. .Liebknecht gehört nicht in die Kommission" erklärt daS Hamburger Scharfmacherblatt. Und warum nicht?»Die Kommission soll prüfen und untersuchen, waS das beste für den Bezug unserer Reichsrüstung ist, aber nicht von vornherein gegen den ersten und zuverlässigsten Lieferanten Stellung nehmen." Als ob Liebknecht identisch mit der ganzen Kommission wäre. als ob er die Haltung der Kommission bestimmen könnte, eS sei denn— daß er mit seinen Anklagen recht behielte I D a s ist es gerade, was man befürchtet: man will überhaupt keine Anklagen hören, man will gar nicht untersuchen lassen, man will dem Krupp- Panama weit aus dem Wege gehen und eben deshalb soll Liebknecht nicht in die Kommission hineinl Die Zumutung ist so unglaublich, daß selbst die„Hamb. Nachr." stärkste Zweifel hegen, ob sie von der Regierung im vollen Emste gemeint sein könnte. Schreibt doch das Blatt: „Die ganze Untersuchungskommission hat, da man sie über- Haupt dem Reichstag auf das Geheiß seiner Demokratie be- willigte, gar keinen Wert, wenn ihre Objektivität nicht über jeden Zweifel erhaben ist. Deshalb hat die Regierung durch- aus recht, wenn sie Dr. Liebknecht ablehnt. Indessen wird man nun auch auf diesem Rechts st andpunkt bleiben? Die Sozialdemokratie ist tief gekränkt. Wenn nur. da alle« versöhnt wird, da mit der Kommission ohnehin schon der Demokratie ein erkleckliches Zugeständnis gemacht worden ist, die Nerven widerstandsfähig genug sind, um den Groll der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu ertragen. * Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion tritt am Donners- tag zu einer außerordentlichen Fraktionssitzung zusammen, um zu dem Fall Stellung zu nehmen. Ein Sachverständiger aus der Rüstungskommisfion. Unter dem halben Scheffel.Sachverständiger" in der Kommission zur Prüfung der Rüstungslieferungen, mit deren Namen die Oeffent- lichkeit überrascht wurde, befindet sich auch ein Rittergutsbesitzer v. N ä h r i ch auf Puschkowa in Schlesien. Herr v. Nährich kann als ganz besonders geeignet für diese« Ehrenamt angesehen werden, wenn man die Auseinandersetzungen kennt, die dieser Herr mit der Stadt Breslau gehabt hat. Wegen Verbreiterung der Eifenbahnstrecke befindet sich die Kommune in der Zwangslage, neues Straßenland erwerben zu müsien, darunter auch solches, das Herrn v. Nährich gehört. Als die Verhandlungen mit allen Nachbaren bereits beendet waren, mußte der Magistrat von der Stadtverordnetenver- iammlung die Zustimmung zum EnteignungSver- fahren gegen Herrn v. Nährich nachsuchen, weil dieser Herr der Stadt so exorbitante Preise abnehmen wollte, daß eine Einigung unmöglich war. Die Besitzer von vier Nachbargrundstücken hatten 9 M. pro Quadratmeter erhallen. Herrn v. Nährich waren selbst 30 M. viel zu wenig! Die Einleitung des Enteignungsvcrfahrens wurde beschlossen und erst jetzt wurde der Rittergutsbesitzer nach« giebig. Die Abschätzungskommission hatte sehr gut geschätzt, nämlich 20 M., aber es war doch weniger als die Hälfte dessen, was Herr v. Nährich zuerst gefordert hatte I Als er jetzt auf das An- gebot einging, erfolgte von konservativen Parteifreunden im Stadt- parlamenr noch ein Vorstoß, ihm doch 25 M. für den Quadratmeter zu gebe». Im Verlaufe der Debatte fielen folgende Bemerkungen: Stadlverordncter L ö b e(Soz.): Herr v. Nährich hat früher ganz enorme Summen gefordert. Es handelt sich um einen der Fälle, wo Privatleute sich wie Blutegel an den Körper der Stadt ansetzen und ihre Zwangslage ausnützen. Im Grundeigentums- rnisschuß ist erklärt worden, daß 20 M. schon zu viel sind. Also lassen wir es lieber auf einen Prozeß ankommen. Stadtv. Bischofs(liberal): Ich möchte Sie bitten, bei 20 M. stehen zu bleiben. Ich sehe nicht ein, warum wir dem Herrn Rittergutsbesitzer, der mit Breslau sonst gar nichts zu tun hat, noch mehr geben sollen, als das Land bei sehr guter Schätzung wert ist! Herr v. Nährich steckte schließlich die 20 M. ein, da er mehr nicht kriegen konnte. Dieser Herr ist jetzt.Sachverständiger" in der Rüstungsprüfungskommission. Gewiß ist er sachverständig. In welcher Richtung sich aber der Reichstanzler seine Sachverständigen ausgesucht hat, das zeigte der Fall des Herrn v. Nährich zur Geniige. Die Steuerzahler können sich freuen. Eine Vertrauenskundgebung für Herrn Rötger. Herr Landrat a. D. v. Rötger ist im Krupp-Prozeß wegen Verdachts der Mittäterschaft nicht dercidigt worden. Herr v. Rötger war bekanntlich aufs äußerste empört darüber, daß man ihm derartig die„bürgerliche Ehre abzuschneiden" wage, und auch die„Kreuz-Ztg." entriistet sich furchtbar darüber, daß ein Gerichtshof sich erkühnt habe, auf einen Mann wie diesen ehemaligen.strupp-Dircktor und jetzigen Vorsitzenden des Zentralverbandes deutscher Industrieller den„Verdacht-des Meineides" zu werfen. Run ist Herrn v. Rötger ein kleiner Trost widerfahren. Das ganze Präsidium des Scharfmacherverbandes hat seinem Vorsitzenden sein unerschütterliches Vertrauen ausgesprochen. Komisch, daß die Herren das überhaupt für nötig hielten. Daß der Vorstand der großindustriellen Scharfmacher sich mit seinem schneidigen Präsidenten solidarisch fühlen werde, war doch als selbstverständlich anzunehmen! Immerhin, es war doch eine„Vcrtrauenö"-Kundgebung und zugleich ein Mißtrauensvotum gegen Staatsanwalt und Straf- kammcrl Hetzpatriotisches. Statt gegen die ungeheuerliche Beschimpfung Verwahrung einzulegen, die sich— wie auch die amtliche Darstellung zugibt— der Leutnant v. F o r st n e r gegenüber unseren elsaß-lothrtngischen Staatsbürgern herausgenommen, hetzt die „R h e i n i s ch- W e st f ä l i s ch e Z e i t u n g" folgendermaßen: »ES ist ja jammervoll und beleuchtet die Zustände im Reichs- land, die Ohnmacht der Heuligen Regierung, blitzartig hell, daß der Ausruhr in Zaber» nun schon den dritten Tag andauert und heute abend vielleicht aufs neue wieder feine Fortsetzung findet. Tort unten muß mit eisernem Besen ausgefegt werden und eine Militärdiktatur würde dort unten wohl eher angebracht sein als eine bundcSstaatliche Verfaffung; eine neue dreijährige Militär- diktatur wie von 1871—1874 würde dort unten Wunder wirken." Unser Rüstnngskapitalismus will eben keine Politik der Vernunft und der Aussöhnung! Er will Haß, Z w i e- tracht, Empörung aussäen, damit der Appell an die Kanonen und Bajonette ewig die ultünn ratio bleibt und das Rüstungskapital fette Profite einsackt! Wie lange wird sich daS Volk noch diese Verbrecherpolitik gefallen lassen? Die Weltverbesserer als Steuerdrückeberger. Die„Post" wiederholt heute in einer langen nichts- sagenden Erwiderung ihre Behauptungen und stützt sich aber- mals darauf „daß bei einer V o ll e i n b e z a h l u n g des Aktienkapitals die Gesellschaft mit Gewinn arbeiten würde, während sie jetzt — und das ist der Kernpunkt des Artikels gewesen— geflissentlich in eine Untcrbilanz hineingebracht worden ist." Der erste Teil dieses SatzeS beweist, daß der Artikel- schreiber ein I g n o r a n t ist— und mit einem solchen zu streiten, lohnt nicht; der zweite Teil ist eine niederträchtige Unterstellung, wie sie dem Eharakter des Organs der Panzer- Patrioten entspricht. DaS stellt man fest; dagegen zu kämpfen, lohnt sich ebenso wenig, weil man eS hier ja nicht mit einer ehrlichen Ucberzeugung zu tun hat. Wie liederlich die ganzen Anwürfe der„Post" sind, wurde schon in unserem letzten Artikel festgestellt, worin wir nach- wiesen, daß die„Post" entgegen der schwarz auf weiß vorliegenden vorjährigen Bilanz behauptete, daß„eine Dar- lehensschuld von wieder 926 590 M. aufgenommen worden ist". Heute bringt sie einen neuen Beweis ihrer liederlichen Leichtfertigkeit. Sie erklärt unsere Darstellung, daß der Ver- lust sich durch die Gründuugs- und Erwerbungskosten erkläre, frechhin für eine Finte, der Verlust„habe mit den Erwerbs- und Gründungskosten doch nichts mehr zu tun", denn am 30. Juni 1912. also„ mehrere Monate nach Grün- dung der Gesellschaft und nach dem Erwerb der Grundstücke", sei bereits ein Verlust von 68 069 M. dagewesen. Aber— die Grundstücke sind erst mit 1. Juli 1912 in Besitz der Gesellschaft gelangt! Und vielleicht sagt dem „Post-Esel" irgend ein Kundiger, daß auch der Aktien-Stempel zu 75 Proz. erst nach Jahresfrist der Gründung bezahlt zu werden braucht, also neben den Erwerbs- auch noch Gründungskosten im zweiten Geschäftsjahre erwachsen müssen. Die Behauptung der„Post", daß„die sozialdemokratische Lindenhaus-Gesellschaft durch eine zielbewußte Ueberschuldung in eine Unterbilanz hineingebracht worden ist"— erklären wir also noch einmal fiir eine nichtswürdige Verleumdung. Im übrigen: als Harden einmal sich gegen Vorwürfe verteidigte, meinte er zynisch:„Lump— ja! Esel— nein!" Der„Post-Esel" könnte das von sich nicht sagen. Fortschrittliche Scharfmacher. Die Fortschrittler in Sonneberg(Sachsen-Meiningen) nahmen nach einem Referat des Landtagsabgeordneten Kom- merzicnrat Crämer eine Resolution an, in der betont wird, daß das Streikpostenstehen den Anlaß bildet zu Menschenauf- laufen und zu Gewalttätigkeiten gegen die Arbeitswilligen. Der Terrorismus zeige sich bei solchen Gelegenheiten in der rohesten Weise und dem allein sei es zuzuschreiben, wenn das Verlangen nach schärferen Maßnahmen mebr und mehr hervortrete. Der Referent hatte besonders auf England hin- gewiesen, wo den Streikvergehen die Strafe auf dem Fuße folge und hat dann dieses System auch für Deutschland emp- fohlen._ Protest gegen de« Hansabund. Zur Zeit der Stcuerkämpfe geboren und als Protest gegen die Vorherrschaft des Agrariertums gedacht, ist der Hansabund in der letzten Zeit immer mehr nach rechts hinübergeschwenkt und ist jetzt glücklich im Fahrwasser der Scharfmacher angelangt. Ans seiner letzten Tagung schloß er sich dem Verlangen der Konscr- vativen nach einem größeren ArbeitSwilligenschntz an. Der Haiffa- bund hat auch versucht, die kaufmännischen Angestellten an sich zu ketten mit dem Versprechen, auch deren Interessen zu ver- treten. Ter dem Hansabund nahestehende Verein der Deutschen Kaufleute, eine Organisation fiir Handlungsgehilfen und-gehil- sinnen, hat nunmehr gegen den Beschluß des Hansabundes Protest erhoben, in welchem ausgeführt wird: »Der Beschlutz deS Jndustrierats des Hansabundes, durch Präsidium und Direktorium einen verstärkten Arbeitswilligen- schütz von Regierung und Reichstag zu verlangen, ist geeignet, nicht nur die Entrüstung der Arbeiter, sondern auch weiter Kreise der Angestellten hervorzurufen, da hierdurch der Hansabund den- selben Weg einschlagen würde, den der Zentralverband deutscher Industrieller in Gemeinschaft mit den übrigen Verbänden de? »Kartells der schaffenden Stände" und anderer Scharfmacher zu gehen beabsichtigt. DaS Verlangen nach einem verstärkten ArbeitSwilligenschntz ist um so weniger berechtigst als erst durch Vorgänge aus letzter Zeit der Nachweis dafür geführt ist, daß die gegenwärtigen Gesetze den Arbeitswilligen in weitgehender Weise schützend zur Seite stehen." Die Präsidentenwahl im sächsischen Landtage. ist so ausgefallen, wie wir es in dem Artikel über die Landtags- eröffnung in Sachsen vorausgesagt haben. Zum Präsidenten wurde der Nationalliberale Dr. Vogel wiedergewählt; da die Konservativen mit dem Verzicht auf den Präsidenten sich adge- fnnden hatten, stimmten auch sie fiir Dr. Vogel, während unsere Genossen, die schon wußten, daß man uns den im letzten Landtage inne gehabten Sitz eincS Vizepräsidenten nehmen würde, weiße Zettel abgaben. Bei der Wahl de? ersten V i z c p r ä i i- denken schlug die sozialdemokratische Fraktion durch den Ge- nassen Schulze den Genossen F r ä ß d o r f wieder vor. Darauf- hin erklärte der Vorsitzende der nationallibcralen Fraktion. Landgcrichtsdirektor H e t t n e r, seine Partei- freunde könnten nur dann für einen Sozialdemokraten stimmen, wenn dieser zuvor erkläre, alle mit diesem Posten zusammen- hängenden verfassungsmäßigen Pflichten übernehmen zu wollen. Da das aber nicht der Fall sei, könnten die Nationallibcralen Fräßdorf nicht unterstützen. Mit den verfassungsmäßigen Pflichten meinten die National- liberalen in erster Linie die Teilnahme an der sogenannten feier- lichen Eröffnung des Landtages durch den König im Schlosse. Unsere Genossen sind aber der Meinung, daß eine Verpflichtung zur Teilnahme an dieser mehr höfischen Zeremonie durch die Ver- fassung nicht vorgeschrieben ist. Genosse Lange wies den Herren auch aus dem Staatsrecht Professor Meiers nach, daß nach dessen Ansicht die feierliche Eröffnung keinerlei rechtsverbindliche Bc- deutung hat. Genosse S i n d e r m a n n betonte, daß die sozialdemokratische Fraktion nach ihrer Stärke Anspruch aus einen Vizch-cäsidenten habe und man alle parlamentarischen Gepflogenheiten mit Füßen trete und die erdrückende Mehrheit des sächsisll)cn Volke? brüskiere, wenn man den Sozialdemokraten den Vizepräsidenten versage. Diese B'o s h e i t s p o l i t i k wolle er vor dem Lande festnageln. Ter Präsident erteilt ihm erregt einen Ordnungsruf, gegen den unsere Genossen protestierten, während die Nationalliberalen durch Zurufe den Präsidenten bei seiner deplazierten Schneidigkeit zu stützen suchten, so daß es zu einem erregten Zusammenstoße kam. Ter Freisinnige Günther erklärte für seine Fraktion die Zustimmung Aur national- liberalen Haltung, obwohl die Forfichrittler vor zwei Jahren Fräßdorf gewählt hatten! Diesmal kam der Herr auch mit den verfassungsmäßigen Bedenken. Er desavouierte sich so selbst und dokumentierte zugleich, daß die Fortschrittler im Bündnis mit den Nationalliberalen und Kon- fervativen waren, soweit die Wahl eines Vizepräsidenten in Betracht kam. Der konservativ-nationalliberal-fortschrittliche Block funktionierte alsdann ganz gut. Der Konservative Opitz wurde mit 62 Stimmen von 89 zum 1. Vizepräsi- d e n t e n und der Fortschrittler Bär mit ungefähr der- selben Stimmenzahl zum 2. Vizepräsidenten gewählt. Bei den nun folgenden Wahlen der Sckretärc konnte man darauf gespannt sein, ob die Nationalliberalen vor den Kon- servativen, die ein sozialistenrcines Direktorium iorderten, völlig zu Kreuze kriechen würden. Es zeigte sich jedoch, daß sie einen Sozialdemokraten, und zwar wieder den Genossen Fleiß ner, neben dem Konservativen Dr. Schanz zum Sekretär vorschlugen. Unsere Genossen gaben, da sie entschlossen waren, den Gnadenbrocken eines Sekretärs nicht anzu- nehmen, nachdem man uns den Vizepräsidenten versagt hatte, weiße Zettel ab. Infolgedessen wurde lvohl der Konservative Dr. Schanz glatt gewählt, weil für ihn alle bürgerlichen Vertreter eintraten, aber nicht Genösse Fleißner, für den nur die Freisinnigen und die Mehrzahl der Nationalliberalen gestimmt hatten. Bei der engeren Wahl erlangte zwar Genosse Fleißner knapp eine Mcljrljeit, er erklärte jedoch unter dem lebbasten Beifall der So» zialdemokratcn, daß er mit Rücksicht auf die Brüskierung der sozialdemokratischen Vertreter J)ei der Bizepräsidentenwahl die Wahl zum Sekretär ablehnen müsse. Die Wationalliberalen haben sich so die Zufriedenheit der Konservativen erworben. Jedenfalls trachten die bürgerlichen Par- feien, das hat diese Wahl gezeigt, darauf hin, bei der ko m m e n- den Landtagswahl in ein blockbrüderliches Vcr- hältnis zu kommen, um geschlossen gegen die Sozialdemokratie marschieren zu können! Ter konservative Bettel um die sozialdemokratische Stichwahlhilfe soll künftighin vorsichtiger betrieben werden. Der engere Vor- stand der Dcutsch-konservativen Partei hat. wie die«Konservative Korrespondenz" amtlich mitteilt, in seiner Sitzung vom 8. November 19t3 die folgende Entsckiliegung angenommen: «Die gegnerische Presse hat den Umstand, daß vereinzelte Mit- glieder der Deutsch-konservativen Partei— wenn auch auf eigene ffanst und ohne jede vorgängige oder nachträgliche Billigung der örtlichen Instanzen oder der Parteileitung— in Verbandlungen mit Angedörigen der Sozialdemokratie zum Zwecke der Gewinnung von Wahlhilfe eingetreten sind, zu Angriffen auf die konservative Gesamtparlei benutzt. Der Vorstand der Deutschkonservativen Partei stellt wiederholt fest, daß er solche Machenschaften von Mitgliedern auf das ent- schiedenste verurteilt und daß er sie für unvereinbar mit der Zu- geHörigkeit zur Deutscbkonservativen Partei erklärt. ES muß daher, wenn in Zukunft wider Erwarten solche Per- irrungen vorkommen sollten, der Ausschluß der betreffenden Mit- glieder aus der Deulschkonservaliven Partei gemäß§ 13 unserer Satzungen unverzüglich eintreten." Die Resolution soll nur eine Sicherung gegen die Vorwürfe der Liberalen sein, in der Praxis wird sich nichts ändern, höchstens daß man als Vermittler künftig vielleicht Leute vorschickt, die man leichter von der konservativen Partei abschütteln kann. Aber die Wahlhilfc der Sozialdemokratie wird nach wie vor bei allen Parteien gleich heiß begehrt sein._ Nationaler Katzenjammer. Jetzt, wo wir das Jubeljahr glücklich hinter uns haben, be- ginnen auch denen die Haare zu Berge zu stehen, die sich durck das Schlaraffenjahr mit hindurchgetaselt haben. Die«Kölnische Volks- zeitung" sNr. 972) hebt in dieser Stimmung sogar zu einer regel- rechten Bußtagspredigt an: «Wir suchen zu viele Gelegenheiten auf, um zu feiern, und ernste Leute finden vielfach, daß das in zu großem Stile geschieht und daß wir es uns zuviel Geld kosten lassen. Wenn nun schon einmal gefeiert wird, dann geht bei vielen Leuten das vergnügte Temperament mit der rechnenden Sorge des Hausvaters durch, und man gibt zuviel aus. Das findet man in allen Ständen. Am besten ist es also, man verkürzt die Gelegenheiten und feiert nur solche Begeben- heilen, die wegen ihrer großen nationalen Bedeutung absolut gefeiert werden müssen. Aber in dieser Beziehung gilt das Wort Mirza Schaffys:«Nicht nur Gelegenheit macht Diebe, der Dieb auch schafft Gelegenheit." Das will in unserem Falle sagen: Man jubelt nicht nur zu lange und zu laut, Ivenn man Gelegenheit dazu hat, sondern man sucht auch nach Gelegenheit, um jubeln zu können und spürt nach einer„causa, bibendi"(Grund zum Sausen). Das verkaterte Zentrumsblatt meint, daß die„oiroousos" wenigstens aufhören sollten, wenn das„pauis"(Brot) knapp wird, und i» Berlin habe es schon im August SO OVO Arbeitslose ge- geben. Auch die Denkmalsseuche erregt daS Bedenken der«Kölnischen VolkSzeitung". Sie erinnert daran, wie sparsam die Stadt Berlin war, als im Jahre 1412 der erste Zoller als Markgraf in Berlin einzog: Die Chronik berichtet von der unerhörten Pracht dieses Ein- zugeS und meldet zugleich von der großen Munifizenz der Ber- liner:„Hat der Rath zu Berlin Markgrafen Churf. Friedrichen zu Zollern zu seiner Ankunft eine Tonne Bernau isch Bier verrechnet, so damals 17 gr. gekostet bat." Siebenzehn Groschen! Recht boshaft schließt daS Kölner Zentrumsblatt seinen Artikel mit den Worten: Wir müssen danach streben, die Leute, welche auf ein Denk- mal aspirieren Md keines verdienen, billiger abzufinden. O ffe- rieren wir ihnen eine Tonne Bernauisch Bierl Sehr schön. Wenn der Vorschlag akzeptiert wird, können die Kosten für das Bier dadurch gedeckt werden, daß man die marmornen Herrschasten der SiegeSallee in Berlin an den Meistbietenden los- Ichlägt._ Ein teures Domkapitel. Die«Kölnische.Volkszeitung"(Nr. 967) macht in einem Leit- artikel darauf aufmerksam, wie auch in Preußen Summen für nutz- lose Sinekuren verschwendet werden. Als Beispiel erwähnt das Zentrumsblatt das«Domkapitel' in Brandenburg, das aus Stiftungsvermögen eine Anzahl.Domherren" besoldet. Sie erzählt: «ES sind Sinekuren für hohe staatliche Würdenträger geworden, denen ohnehin schon in ihren Gehältern undPensionen ein sorglosesAlter gewährleistet ist. In Brandenburg z. B. beziehen die höchsten Einnahmen aus dem Domkapitel der Domdechant, kaiserlicher Admiral k la suite des Seeoffizierkorps Exzellenz v. Knorr, und der Domsenior, der ehemalige Reichskanzler Fürst v. Bülow. Dem Dom- dechante» fallen rund lOlWO M. zu, dem Domsenior etwa 8S0V M. Im ganzen beziehen die.Domherren' etwa 60099 M. jährlich aus dem Vermögen und Einkommen de« Domkapitels." Und wie werden diese großen Summen von den hohen Herren verdient? «Wenn man fragt, wofür denn die.hochwürdigen" Herren diese Sinekuren beziehen, so darf man natürlich an keinerlei kirchliche Funktionen und Entschädigungen dafür denken. Die Herren kommen jedes Jahr einmal am Sitz des Dom- kapitelS, also in Brandenburg, zusammen, ziehen in ihren seit- samen halbkiriblichen Aufmachungen zum Brandenburger Dom, nehmen an einem kurzen Gottesdienst, an einer kurzen Be- r a t u n g, sowie an einem etwas längeren Fe st mahl teil, quittieren über ihre 19 900 oder 8900 oder 6999 oder wenigstens 2590 M. und die Bürde des DomkapitularS ist damit getragen. Ihr Erscheinen zu dieser Feier ist übrigens keine Bedingung für die Sinekure." Die«Kölnische Volkszeitung" möchte die Summen, die jetzt von jenen hohen Herren eingesackt werden, für die nationale Jugend- pflege verwendet sehen. Da wirb sie lange warten können. Die Ultramontanen wissen übrigens ihre Kirchenfürsten auch.hochwürdig" zu bezahlen. So hat unseres Wissens der Kölner Erzbischof ein Einkommen von 49-— 59000 M. Zuzugeben ist allerdings, daß er dafür arbeiten muß, während manch««Domherren" schon durch die Anstrengungen eines Festmahles sich große Summe„verdienen". Die gnechirch-türhifcben fnedenaverhandlungcn. Einer Athener Tepesche zufolge ist der JText des Friedensvertrages paraphiert worden. Unterzeichnet werden kann aber, der„Köln. Ztg." zufolge, dieser Entwurf erst nach seiner tsienehmigung durch den türkischen Ministerrat. Hiernach bleibt immerhin noch die Möglichkeit einer w e i t e r e n V e r. zögerung. Allseitig wird aber angenommen, datz von türkischer Seite nunmehr weitere neue Forderungen nicht ge- stellt werden._ Der Vertragsabschluß wird erwartet. Konstantinopcl, 12. November.(Meldung des Wiener k. k. Tel.- Korr.-Bureaus.) Der Ministerrat ist heute nachmittag beim Groß- wesir zusammengetreten, um den paragraphierten Text des grie- chisch-türkischen Friedensvertrages zu erörtern. Man hält es für wahrscheinlich, daß der Ministerrat die türkischen Delegierten zur Unterzeichnung ermächtigen und daß der Vertrag morgen endgültig unterzeichnet werden wird. ßoUancl. Ein Mandatsverlust. Amsterdam, 12. November.(Privattelegramm des„V o r w ä r t s".) Die Stichwahl im dritten Amster- damcr Wahlkreise hat uns den Verlust dieses der Partei- orgauisation nach stärksten Kreises gebracht, für den einst Ge- nasse T r o e I st r a ins Parlament zog. Nach einer wütenden Wahlkampagne ist der Liberale Otto mit der offenen oder versteckten Hilfe der Klerikalen und der höhnischen Unter- stützung der Anarchisten gewählt. Zwar erhöhten wir aus eigener Kraft unsere Stimmcnzahl von 4500 auf 0082, die vereinigten Gegner aber kamen auf 0712. Die GeWerk- schaftszcntrale sieht also ihren heißen Wunsch, ihren Vor- sitzenden Oudeqnest ins Parlament zu bringen, nicht erfüllt. Das Ergebnis dieser Wahl wird voraussichtlich weitgehende Folgen für die ganze Gestaltung der Politik haben. Der über- aus scharfe Kamps, der jetzt zwischen Liberalen und Sozial- demokraten geführt wird, wird die taktische Gemein- s ch a ft dieser beiden Parteien für das allgemeine Wahlrecht vermutlich aufs schwerste erschüttern. Der reaktiv- näre Zug, der sich in der Wählerschaft offenbart, wird oben- drein den Widerstand des Senats gegen das allgemeine Wahlrecht sehr verstärken. Wir gehen voraussichtlich einer Periode der schärfsten politischen Gegensätze entgegen. EitgUuci. Eine Nachwahl. London, 11. November. Bei der heutigen durch die Ernennung BuckmasterS zum Solicitor General notwendig gewordenen Ersatz- wähl in Keighley wurde Buckmaster mit 4730 Stimmen wiedergewählt. Lascelles(Unionist) erhielt 3852, Bland (Ar beiterpartei) 3648 Stimmen. In der Stellung der Par- teien hat sich seit 1910 nichts geändert. KulZUmd. Die Duma gegen die staatsbürgerliche Gleichheit. Petersburg, 11. November. Reichsduma. In der heutigen Sitzung wurde über einen Antrag der Kadetten verhandelt, eine Kommission zu bilden zur Ausarbeitung eines Initiativantrages auf staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Schin- g a r c w(Mitglied der Kadettenpartei) wies darauf hin, daß das Fehlen der bürgerlichen Gleichberechtigung dem Staatsorganismus den größten Schaden zufüge; deshalb sei es notwendig, daß die Rechtsbeschränkung einzelner Nationalitäten aufhöre. Der jüdische Abgeordnete Fried mann begann die Beilisa ngelegenheit zu besprechen. Der Präsident bat ihn, das zu unterlassen, da die Sache noch nicht alle Instanzen passiert habe. Da der Abgeordnete sich nicht fügte, wurde ihm das Morl entzogen. Rod tische w(Kadett) gab in seiner Rede der Ansicht Ausdruck, daß Rußland ohne die Gleichberechtigung der Juden kein Rechtsstaat werden könne. Purischkewitsch (Aeutzerste Rechte) sagte unter anderem, heute dürfe man weniger denn je an eine Gleichstellung der Juden denken. Denn die Vergrößerung der Rechte der Juden würde unzählige Uebelftände hervorrrufen, bor allem den bäuerlichen Landbesitz vernichten. Die Juden beherrschten die Advokatur und die Presse und griffen die Orthodoxie an. Man könne die Gleichberechtigung der Juden nicht mit der Gleichberechtigung der übrigen fremden Völker verbinden. Geschähe dies, so würde es zum Untergang des Staates führen. Markow(Rechte) meinte, eine derartige Weltfrage werde gerade noch vor Sitzungsschluß eingebracht, um durch ein solches talmudisch- jüdisches Mittel der Duma einen Beschluß zu stehlen. Auch A n t o n o w(Oktobrist) vertrat die Ansicht, daß die Frage der Gleichberechtigung der Juden angesichts der Verschärfung des Nationalitätenstreites unzeitgemäß sei. Nachdem der Antrag der Kadetten mit 152 gegen 92 Stimmen abgelehnt worden war, wurde die Sitzung geschlossen China. Jüanschikais Diktatur. Mulden, 12. November. Die Zentralregierung hat einen Erlaß veröffentlicht, in dem jegliche Kritik des russisch- chinesischen Vertrages über die Mongolei sowie über die Handlung«- weise der Regierung den Nationali st en gegenüber vcr- boten wird. KlmeriKa. Die finanzielle Bohkottierung Hurrtas. Washington, 12. November. Die Regierung sucht die Mitwirkung der Mächte für eine Politik zu gewinnen, durch welche eine finanzielle Unterstützung der Re- gierung Huertas durch das Ausland behindert würde; man glaubt, daß finanzielle Isolierung in einigen Wochen den Rücktritt Huertas erzwingen würde. Hus der Partei. Die badischc Großblockpolitik und die Arveiter. AuS GewerkschaflSkreiien wird uns geschrieben: Man halte nach dem bedauerlichen Ausfall der badischen Land- tagSwahlen in den Kreisen der Partei angenommen, daß die leitenden Parteikreise in Baden zu der Eikenntnis kommen würden, daß die Ursache zu dem Stimmenverlust der Partei, wie zu dem Stimmengewinn der bürgerlichen Parteien, die Großblockpolitik ge- Wesen ist, die aufgegeben werden müsse. Das scheint aber bedauer- licherweise nicht der Fall zu sein. Auch heute noch hält es der «Bolksfreund" in Karlsruhe für unzutreffend, datz unsere Werbekraft in Zentrumskreisen infolge der Großblockpolitik abge- nommen habe. Der„Vorwärts" hat ja die Gründe, welche die Ansicht des«Volksfreund" stützen sollen, bereits treffend widerlegt. Aber angesichts der in Karlsruhe herrschenden Vogelstraußpolilik ist es doch notwendig, einige Einzelheiten hervorzuheben, um zu zeigen, was durch die Blockpolitik für Anlaß zur Berwirrung in der politischen Propaganda gegeben worden ist. Talsache ist, daß da? Bündnis der Partei mit den Liberalen, mit der Partei der Fabrikanten, von Ansang an in den Kreisen der Arbeiter mancher Bezirke, z. B. im Wiese ntal, widerwillig und mit Kopf- schütteln aufgenommen wurde. Denn man muß jene Fabrikanten kennen, muß wissen, mit welchem Terror sie gegen die Arbeiterschaft wüten, um zu verstehen, welche Belastungsprobe den Arbeitern zu- gemutet wurde, als es hieß, die Partei dieser Fabrikanten ist die Verbündete der Sozialdemokratie. Im vorderen Wiesental ge- noß unsere Partei bei der Arbeiterschaft sehr große Shmpalhie und wer vor 6—7 Jahren dort tätig war, konnte seine Freude haben an der lebhaften Tätigkeit, welche die Arbeiter entfalteten, um die Organisationen, politische wie gewerkschaftliche, auszubauen. Als die Unternehmer das Wachsen der Organisationen sahen, gingen sie mit den brutalsten Mitteln gegen die organisierten Arbeite» vor. Jeder Organisation, auch der christlichen, gingen sie an den Kragen. Am meisten tat sich hervor der Koinmerzienrat K ö ch l i n, der Direklor der Baumwollspinnerei und-Weberei Steinen. Die Firma hat einen Zweigbetrieb in Maulburg, wo eine sehr gut geleitete gewerkschaftliche Organisation entstanden war. Eines Tages setzten die Maßregelungen ein, die dann zurückgenommen wurden, unter der Bedingung, daß der Austritt aus der Organisation erfolge. Um den Druck zu erhöhen, griff mau sich besonders Leute aus den Fabritwohnungen, die zugleich mit dem Verlust der Arbeit den Verlust der Wohnung angekündigt bekamen. In kurzer Zeit war die nahe an 200 Mitglieder starke Organisation vollständig vernichtet. Und wie in Maulburg, so war es in Sieinen.Brombach, Lörrach, Schopfheim und anderen Orten. In Lörrach verbot man den Beitragssammlern der Gewerkschaften das Betreten der Fabrikwohnungen. In Brombach mietete die Firma alle leerwerdenden Privatwohnungen im Dorfe, um ihre Arbeiter willenlos in der Hand zu haben. Grauenhafte Wohnnugsverhältnisse bestanden da. Kinderreiche Familien waren oft in viel zu kleine Wohnungen gepfercht und nur sehr selten ge- lang es ihnen, bei der Firma durchzusetzen, daß sie eine größere Wohnung bekamen. Dazu kamen die niedrigen Löhne und die empörend schlechte Behandlung der Arbeiter durch viele Beamte. Bei Krankeakassenwahlen maßregelte man einfach die ae- wählten Vorstandsmitglieder, wenn sie, ihr Recht ausübend, für Aenderungen zugunsten der Mitglieder eintraten. Diese Situation vergegenwärtige man sich, als die Nachricht kam, die Sozialdemokratie habe mit der Partei dieser Volks- bedrücket ein Wahlbündnis abgeschlossen. Das machte die Arbeiter mißmutig; und was elwa noch fehlte dazu, das besorgte da? Zentrum. Sobald in einem Betriebe krasse Fälle von Willkür zu verzeichnen waren, liefen die in der christlichen Maske steckenden Zenlrumsagitatoren im ganzen badischen Oberland von Versammlung zu Versammlung, erzählten den jeweiligen Willkürakt und bemerkten dann:«Seht, das tu die Verbündeten der Roten I' So wurde allmählich die Situation geschaffen, aus der heraus das letzige Wablresultar erklärlich wird. Dem Zentrum lieferten wir durch das Bündnis mit der Unternchmerpartei vorzügliche Waffen zu ihrer demagogischen Kampfesweise und gegen die Liberalen hinderte uns das Blockabkommen, so scharf zu kämpfen, wie es ihr brutales Auftreten gegen die Arbeiter erfordert hätte. Das konnte zu nichts Gutem führen. Das sollten die leitenden Genossen in Baden aber endlich, einsehen. Es besteht gar kein Zweifel, daß der Aus- gang der letzten Wahl ein erheblich besserer gewesen sein würde, wenn im vorletzten Wahlkanipfe mit dem Programm der Partei, anstatt mit dem Programm des Großblocks gekämpft worden wäre und wenn man nicht in diesem Wahlkampfe wieder die Partei mit den Bleigewichten des Großblocks bepackt gehabt hätte. Wir hätten vielleicht bei der vorletzten Wahl einige Mandate weniger bekommen. Möglich auch, daß vielleicht das Zentrum damals hätte vorüber» gehend eine Mehrheit bekommen können. Für unsere Partei hätte das niemals ungünstig gewirkt. Denn das Zentrum hätte doch keine volksfreundliche, sondern es hätte volksfeindliche Politik getrieben, was die Wahlaussichten für unsere Partei bei der jetzigen Wahl so günstig gestaltet haben würde, daß die Zentrumsherrschaft wieder, und dann wohl für immer, beseitigt worden wäre. Dieser Erfolg wäre dann ein aus eigener Kraft errungener gewesen, der der Partei Ehre und Vertrauen eingebracht hätte. Es kann gar keine andere Losung geben, wie die:„Fort mit der Großblockpolitik l"_ Äommunalwahlsiege. Bei den Kommunaltvahlen in Eichlinghofen bei Dortmund machten die Bürgerlichen alle Anstrengungen, die Sozialdemokraten aus der zweiten und dritten Abteilung zu verdrängen. Unsere Genossen haben den Ansturm abgeschlagen und behaupten auch ferner die Mehrheit im Gemeindekolleglum. In Eving bei Dortmund haben unsere Genossen zwei Man» datc der dritten Abteilung mit Erfolg verteidigt. Die ganze dritte Abteilung bleibt im Besitz der Sozialdemokratie. Personalien. Als Lokalredakteur am Casseler«Volks- blatt" ist au Stelle des nach Halle übergesiedelten Genossen Kilian der Arbeitersekretär Genosse Häring in Schweinsurt ge» wählt worden. Letzte Nachriehten. Larkin soll freigelassen werden. London, 12. November.(Privattelegramm des „V o r w ä r t s".) Es verlautet, daß Larkin inwenigen Tagen freigelassen werden wird. Eine Kabinetts- sitzung befaßte sich gestern abend mit der Sache; es soll be- schlössen worden fein, von Dublin einen Bericht zu verlangen. Die Arbeiterpartei hat dem Premierminister eine Denkschrift eingereicht, in der die Verurteilung und Gefangenhaltung Larkins als zwei große Skandale bezeichnet werden. In Dublin importieren die Arbeitgeber fortgesetzt Streik- brccher aus England. Heute traten alle noch arbeiten- den Hafenarbeiter in den Streik, so daß der ganze Hafen stillgelegt ist. Eine»veiter« Ausdehnung des Kampfes ist zu erwarten._ Eine Verurteilung der„Rheinisch-Westfälischeu Zeitung". Kolmar i. Elf., 12. November. Das hiesige Schöffengericht der» urteilte heute den Verleger der„Rhcinisch-Wcstfälischen Zeitung", Dr. Reismann-Grone, wegen Beleidigung des Abgeordneten Wetterle zu 400 Mark Geldstrafe. Die erwähnte Zeitung hatte dem Abgeordneten Wetterle vorgeworfen, daß er ein französi- scher Agent sei und dafür sein Blatt„Nouvelliste" mit französischem Geld unterstützt werde. Der Lokomotivführer von Melun in Freiheit gesetzt. Mclun, 12. November.(W. T. B.) Der Lokomotivführer D u m a i u e, der bei dem Eisenbahnzusammenswh am 4. November das Haltesignal überfahren hatte und verhaftet loorden war, ist wegen seines Gesundheitszustandes vorläufig auf freien Fuß ge- setzt worden._ Absturz eines Fliegers. Labinskaja(Gouvernement Staivropol), 12. November. (W. T. B.) Der russische Flieger A r u t j o n o f f ist im Kuban- gebiet abgestürzt und dabei>chwer verletzt loorden. Das Erdbeben in Perw New Dorf, 12. November.(28. T. B.) Nach einem weitere« Telegramm aus Lima sind durch das Erdbeben vom Freitag zehn kleine Städte in der Provinz Ahmara zerstört worden. Man nimmt an, daß Hunderte von Toten unter den Trümmern liegen. Unter den Ueberlcbcndcn, die den Unbilden der Witterung aus» gesetzt sind, herrscht große Not. Die Regierung hat Hilfe abgesandt. Sonntags geschlossen! Sozialdemokratiseher Vahlverein 6. Berliner Reichstagswahlkreis für den 3 Mitglied er- Versammlungen am Donnerstag, den 13. November 1913, abends 8V2 Uhr, in folgenden Lokalen: 10. Abt.: Riedel. Hussitenstr. 40 18. Abt.: Franke. Badstr. 1« 19. Abt.:„Kastanienwäldchen", Jnh. Walter. Badstr. IS. Keiner Saal. Referenten: Piml Dupont, Wilh. Kubig, Georg Schmidt. Am Freitag, den 14. November 1913, abends 8% Uhr: 18 Mitglieder-Versammlungen 1. Abt. 2.„ 3.„ 4.„ 5... 6... &. 9-, 11., in folgenden Lokalen: Büttners Festsäle, Schwedter Str. 23, kl. Saal. Büttners Festsäle, Schwedter Str. 23, gr. Saal. „Berolina-Säle", Schönh. Allee 548, Mittelsaal. „Berolina-Säle". Schönh. Allee 548, ober. Saal. Gliesche, Kopenhagener Str. 74. Siistmilch, Bornholmcr Str. 7. „Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünder Str. 454. „Bornsfia-Säl�, Ackerstr.«/7. „Oranienburger Festsäle", Chauffcestr. IS. Tagesordnung in allen 12. Abt.:„ArtuShof", Perlebergcr Str. 2«. 13.„„Moabiter Bürgersäle", Beuffelstr. 9. 14. und 15. Abt.:„Moabiter Gesellschaftshaus", Wielefstr. 544. Funke, Triststr. KZ. „ Feibels Festsäle, Kolberger Str. 543. „„Kösliner Hof", Kösliner Str. 8. „„PHarussäle", Müllerstr. 1454. „ Sachon, Müllerstr. 13S. Versammlungen: 16. Abt. 17.„ 20.„ 21. oo 1. Wahl der Delegierten zur Verbands-Generalversammlung. 2. Stellungnahme zur Tagesordnung der Kreis-Generalversammlnng. 3. Vortrag: Die nächsten Aufgaben der politischen Organisation. Referenten: Osvnld Aysche, Max Barth, Paul Brühl, Otto Büchner, Karl Giebel, Emil Girbig, Kurt Heinig, Karl Hetzschold, Karl Jahn, Paul John, Joachim Klüß, Franz Marx, Albin Mohs, Wilhelm PStzel, Daniel Stücklen, Georg(Jcko, Emil Unger. In der 22. Abt.: Vortrag über Feuerbestattung. Referent: Direktor Pauli. �edlnnK! �el»1nnx! Wir machen unsere Mitglieder ganz besonders auf das am Sonntag, den 7. Dezember, abends 7'/z Uhr, im Konzertsaal der Brauerei Friedrichshain stattfindende �5 S? Beethoven-Konzert � aufmerksam und ersuchen, die Entnahme der Billetts rechtzeitig zu bewirken. Eintrittskarte« a 7v Pf. und Textbücher a 10 Pf. sind bei den Bezirksführern und in den mit Plakaten belegten Ecschästen zu haben. Zum Vortrag gelangt u. a.: Die neunte Sinfonie von Beethoven. __ Mitwirkende außer den Solisten: Das Blüthner-Orchester und der Berliner Bolkschor._ 332/5*___ Vevwtw. Redakt.: Alfred Wielrpp, Neukölln. Inseratenteil verantw.? Zd.GI»l!e. Bert'n. Druck u. Lerlag: Lorwärti Buchdr. u. SertagSanjtalt Kaül Singer 1: Co., Berlin LW. Hierzu 2 Beilagen u-Unterhaltuagedl. Allgemeine Ortskrankenkasse Neukölln. Einladung zu der am Arritag, den St. November tUtZ, abends 8 Uhr im Saale von A. Bartsch. Hermannstr. 49 stattfindenden OrdeMchtii GeiirralnklsWiiiliiiig Tagesordnung: Wahl eines Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung für 1913. Kenntnisnahme von dem mit dem hiesigen Acrzteverband abge- schloiscnen Vertrage. Beschlufisasjung über die nach den Vorschriften der RcichSvcrfiche» rungsordnung zu errichtende Krankenordnung. Veschlutzsaisung über die vom Kassenvorstand errichtete RuhegehaUs- ordnung sür die Kasienangestcllten. Bcschlusisassung über die Ausnahme eines Hypothekendarlehns aus da? Kaisengrundstück. VerschiedencS. 279/14 Neukölln, den 8. November 1913. rtvdtci., Vorsitzender. Zalewskl, Schnstsührer. Zur Beachtung t Die den Delegierten zugesandte Einladung gilt alS Legitimation und ist beim Eintritt in die Versammlung zur Eintragung in die Präsenzliste vorzuzeigen. Delegierte, welche die Wählbarkeit verloren haben, find aus der Generalversammlung ausgeschieden. ES wird ersucht. Anträge oder Beschwerden, bei denen die Einficht- nähme der Kassenaktcn erjorderlich ist, spätestens einen Tag vor der General- Versammlung mitzuteilen. 1. 2. 2. 4. 5. S. Im innr Verwaltung Kerlin. Die Zahlstelle 5454, bisher Sorauer Str. 17, wird verlegt und befindet sich von Sonnabend, den 15. November, ab im Lotale des Herrn Otto Strack, Lansitzer Platz 154. NIok«I|ionvrvr. Sonntag, den 1«. November, abends pünktlich S Uhr, im Englfoclien Garten, Alrxandcrstr. 37 c: Kranchen-Perjammlnng. Tagesordnung: V o r t r a g des Landtagsabgcordnctcn Genossen Velolt Hoffmann über:.Meine Reise»ach List'abon Reisceindrücte u. Sriunerunge»-. 8�* Na« dem Vortrag: tieniiittleven Kel>«an>nien«ieti> nna fan«.— Tie Kollegen werden ersucht, zahlreich mit ihren Frauen an obiger Versammlung teilzunehmen. 91/18 IHe OrtsverwaUnnc. Kapitän- Kautabak sgcsctzl. geschützt) Kapitän-Uauch-«. Schnupftabake A gänz hervorragend feine L.ualität so schnell beliebt geworden. Zu haben in den einschlägigen Geschästcn event. zu ersahren durch sm"»�s___ HC-::-.-«i.-«Teles.: Kgst. 3861.) Zu yaoen m ocn emiaiiaglgen>�ciwa»cn evcni. zu ei v. RScker, fitrlin,©tüntt Weg 119. w 8t 299. 30. IahrgiMg. t ßfilnjf des Jnmärts" Serlim loMIttt. Dovnttstag. 13. Nooembn 1918. Gcwerhfcbaftlicbea. Die amerikanischen Gewerhfd�aften im'Jahre 1912/ia. New Dort, 4. November 1913.(Cig. Ber.) Am Montag, den 10. Noveenber, tritt der Jahreskongreß der American Föderation of Labor(Amerikanischer Gewerkschaftsbund) zum 33 Male, und zwar in Eeattle(Staat Washington) im äußersten Nordwesten der Vereinigten Staaten zusammen. Der kleine Bund, dessen Delegierte im Jahre 1881 auf dem ersten in PittSburg ab- gehaltenen Gewerkschaftskongreß knapp 4000 Mitglieder vertraten, wuchs während eines Zeitraum« von 32 Jahren zu einer Organi- sation, welche am 30. September d. I. 2 054 526(im JahreS« durchschnitt vom 1. Oktober 1912 bis zum 30. September d. I. 1 996 004) Mitglieder zählte, während es im letzten Jahre deren 1 770 148 waren. Verhältnismäßig recht unbedeutend sind die Jahreseinahmen, die im Jahre 1881 nur 174 Dollar, im abgelaufenen Jahre 244 292,04 Dollar betrugen. Das Vermögen stellte sich am 30. September auf 105 063.05 Dollar. Dabei ist jedoch zu berück� sichtigen, daß der Zentralverband fast nur VerwaltungS- und Organisationsausgaben hat. Dementsprechend führen die Verbände und die solchen nicht angegliederten Gewerkschaften pro Monat und Mitglied nur einen Cent(4'/« Pf.) als Beitrag ab. Mit ganz anderen Summen arbeiten die größeren, zur American Föderation ok Labor gehörigen Verbände. So wurden von diesen im Berichtsjahre allein an Streikunterstützung 3 345 721,43 Dollar (1 Dollar----- 4,25 M.) ausbezahlt. Dabei sind die Aufwendungen der einzelnen, den Verbänden angehörigen Gewerkschaften nicht mitgerechnet. Die höchste Summe an Streikunterstützungen zahlten die beiden miteinander im Kartellverhältnis stehenden Ver- bände der Berg Werksarbeiter aus, und zwar die ümted Mine Workers of America(organisierte Arbeiter des Kohlenbergbaus) 1 200 796,93 Dollar und die Western Föderation of Miners(Erzgräber) 150 188,34 Dollar. Außerdem ließ sich die Western Föderation of Minors die Unterstützung der Streiks anderer Verbände 17 270,30 Dollar kosten. Nächst den Bergleuten hatte der Verband der Damenschneider die größten Aufwendungen für Lohnkäinpfe zu machen, nämlich 300 000 Dollar. Zehn Einzel» gewerkschaften, welche keinem Verband angehören, zahlten 18 792 Dollar an Streikunterstützung aus. Nur ein Teil der Verbände gewährt seinen Mitgliedern Sterbe-, ein noch geringerer Teil Krankengeld; Arbeitslosenunterstützung haben acht, Reiseunterstützung zwei Verbände eingefiihrt. Zur Auszahlung gelangten an Sterbegeld 1958 392,83 Dollar, an Krankengeld 58 420 Dollar, an Arbeitslosenunterstützug 96 445,70 Dollar und an Reiseunterstützung 33 693,10 Dollar. Acht kleinere Verbände ge- währen ihren Mitgliedern auch beim Tod der Ehefrau Sterbegeld: dadurch entstand ihnen im Berichtsjahr eine Gesamtausgabe von 58 420 Dollar. Die höchsten Summen an Sterbegeld für Mitglieder zahlten die Bau- und Möbelschreiner(307 069,11 Dollar), die Zigarrenmacher und Tabakarbeiter(273 352,04), sowie die Schriftsetzer(234 457,69 Dollar) aus. Reiseunterstützung zahlen die Zigarrenmacher und Tabakarbeiter<33 113,10 Dollar) und die Tunnelarbeiter(58 000 Dollar). Mit 204 775,61 Dollar stehen die Zigarrenmacher und Tabakarbeiter an der Spitze der Krankengeld zahlenden Verbände; auf sie folgen die Former, deren Arbeit gleichfalls sehr gesundheitsschädlich ist, mit 159 434 Dollar. Angegliedert find der American Föderation of Labor 20 046 Gewerkschaften, von denen 659 Einzelgewerischaften sind und direkt der American Föderation unterstehen, während die übrigen Ver- bänden angehören, die ihrerseits der American Föderation of Labor angeschlossen sind. Die American Föderation umfaßt nicht nur Gewerkschaften, die in den Vereinigten Staaten, sondern auch solche, die in Kanada bestehen. Iftcht zur American Föderation of Labor gehören die Verbände der Maurer und Steinhauer, der Lokomotivführer, der Lokomotiv- Heizer, der Eisenbahnzugführer sowie des übrigen Eisenbahn-Fahr- Personals. Konkurrenzverbänd« der American Föderation ok Labor sind die früher so mächtigen, aber zur Bedeutungslosigkeit herabgesunkenen Knigbts of Labor(Ritter der Arbeit) und die syndikalistischen Industrial Workers of tbe World(Industriearbeiter der Welt), die ihrerseits in zwei Richtungen gespalten und numerisch schwach sind- Berlin und Umgegend. Achtung, Bäcker! Die Bäckerinnung zu Berlin hat heute nachmittag die Wahlen zum Gesellenausschuß angeordnet, und zwar in der Zeit von 2 bis 5 Uhr» in dem Konkordia-Jnnungshause, Andreasstr. 64. Gleichzeitig finden auch die Wahlen zum JnnungSschiedSgericht statt. Seit vielen Jahren sind die Feinde der organisierten Bäcker vergebens bemüht, sowohl den Gesellenausschuß als auch die Bei- sitzer zum Jnnungsschiedsgericht mit Vertretern der Gelben zu besetzen, und man hat vor den verwerflichsten Mitteln nicht zurück- geschreckt, um dieses Ziel zu erreichen. Solange die Bäckermeister in Berlin zwei freie Innungen besaßen, wurde der Wahltermin kaum 24 Stunden vorher veröffentlicht, während die Gelben schon lange Zeit genau über den Tag der Wahl informiert waren, und ihre Vorbereitungen treffen konnten. In Hunderten von Fällen wurden auch die Mitglieder des Verbandes, denen man keine Wahl. legitimation zugestellt hatte, von der Wahl zurückgewiesen, obgleich sie gestempelte Arbeitsbescheinigungen von ihrem, der Innung ange- hörenden Meister vorzeigen konnten. Die Gelben dagegen erhielten, wenn sie für„zuverlässig" gehalten wurden, Legitimationskarten in beliebiger Menge, die sie an ihre Leute ausgiebig verteilten. Jetzt haben die Bäckermeister nur eine Zwangsinnung. Zum zweiten Male wird jetzt der Gesellenausschuß in der neuen Zwangs- Innung gewählt. Die Unart, die Wahl kaum 24 Stunden vorher öffentlich bekannt zu geben, scheint glücklich beseitigt zu sein; nicht aber verzichtet man auf die sonstigen Schiebungen. Da? zeigte die Wahl im Vorjahre zur Genüge. Damals brachten eS die Gelben, die kaum 6 Wochen früher, bei der Wahl der Krankenkassendele- gierten knapp 50 Stimmen aufbringen konnten, bei der Gesellen- auSschußwahl auf 341 Stimmen. Ein solche» Resultat war nur möglich, weil man aus ganz Berlin und allen seinen Vororten die Gelben zur Wahl schleppte, obwohl sie unmöglich wahlberechtigt sein konnten, und weil Geistesverwandte der Gellben, die nie eine Bäckerei von innen gesehen hatten, mit einem Male Bäckergesellen und wahlberechtigt wurden. Trotz dieser krampfhaften Anstrengung siegte die Lifte de» Ver- bandeS mit 763 Stimmen. Auch diesmal werden diese JnnungSliebediener ähnliche krampfhafte Versuche machen! Steht doch für die Innungen nicht nur in Berlin, sondern im ganzen Reiche zuviel auf dem Spiele. Wie schön wäre es, wenn man einen Gesellenausschuß bekäme, der sich freudig zu Mameluckendieniten hergeben würde, der die Gesetz- gebung um„Arbeitswilligenschutz" und Ablehnung jeden Arbeiter. schutzes anflehen würde! Aber auch dieses Jahr wird die Mühe der Herren vergebens sein! Die organisierten Bäckergesellen werden ihre Pflicht er- füllen, was ja jetzt, wo jeder Bäckermeister der Innung angehören muß, nicht mehr ganz so schwer ist, als zu Zeiten der zwei freten Innungen. An die Mitglieder des Verbandes der Bäcker aber ergeht die dringende Aufforderung, heute nachmittag in der Zeit von 2 bis 5 Uhr in den Konkordiafestfälen, Andreas- st r a ß e 6 4, zur Wahl zu erscheinen. Die Wahl findet in der Weise statt, daß zwei Wahlurnen— je eine für den GesellenauS- schuß und für die Beisitzer zum Jnnungsschiedsgericht— aufgestellt sind. Die Stimmzettel sind so eingerichtet, daß für die betreffende Wahl der dazu bestimmte Teil leicht abgetrennt und in die dafür bestimmte Urne abgegeben werden kann. Die Leitung des Zentralverbandes der Bäcker und Konditoren, Berlin. Ausgesperrte Bauarbeiter. Der in der Arbeiterbevölkerung des Nordens ziemlich bekannte Warenhausbesitzer Löwenberg führt in der Swinemünder Straße Ecke Lortzingstratze einen Neubau auf, auf dem die Arbeitsbedin- gungen manches zu wünschen übrig lasten. So hat der bauaus- führende Architekt Adam die Jnnenputzarbeiten nicht wie üblich den Putzern direkt vergeben, sondern einem unter diesen nicht gerade angesehenen Putzmeister L ü n o w. Da die Preise, die Lünow den Putzern zahlte, derart bemessen, daß sie auch bei an- gestrengtester Tätigkeit nicht in der Lage waren, auch nur an- nähernd ihren Lohn verdienen zu können, kam durch Verhand- lungen am Mittwoch voriger Woche eine Vereinbarung zustande, nach der neben einer Preiserhöhung ein Abschlagslohn von 8 M. versprochen wurde. Am Sonnabendabend erhielten die Putzer aber bei der Lohnzahlung einen neuen Vertrag ausgehändigt mit dem Bemerken, wer dafür nicht arbeiten will, habe Feieravend. Der Kolonnenführer erklärte hierzu, die Putzer würden am Montag wieder an der Arbeit sein. Als sie am Montag früh erschienen, wurden sie auf Veranlassung der Bauleitung durch Schutz- leute vom Bau befördert, zu gleicher Zeit erschienen eine Anzahl indifferenter Putzer von der sogenannten„Freien Vereinigung(Moabiter Blaue) und nahmen an Stelle der Hin- ausgeworfenen die Arbeit auf. Hierzu nahmen nun die Außen- Putzer Stellung und legten aus Solidarität für ihre Kollegen eben» falls die Arbeit nieder. Der Bau ruht also vorläufig. Der Kutscherstreik bei Th. Schmiedigen. Eine am Dienstag abgehaltene stark besuchte Versammlung der Bau- und Arbeitskutscher des Bezirks Wedding und Reinicken- dorf bekundete den Streikenden ihre vollste Solidarität und ließ keinen Zweifel darüber, daß die organisierten Kutscher sich die Maß- regelung ihres'Vertrauensmannes nicht gefallen lassen. Sie wer- den diesen Kampf mit aller Energie durchführen, denn eS handelt sich ihrer Usberzeugung nach um einen mit dem Willen der Unter. nehmerorganisation versuchten Vorstoß gegen die Organisation und den Tariftiertrag. Eine von Unternehmerseit« ausgesprochene Ver- dächtigung, ein Streikender habe Ausschreitungen gegen Arbeits- willige begangen, wurde entschieden zurückgewiesen. Dagegen wurde ein Fall angeführt, wo ein arbeitswilliger Kutscher, als ihn ein Streikposten ganz ruhig ansprach, vom Wagen sprang und mit roher Gewalt gegen den Streikposten vorging. Der Referent Franke betonte, daß selbst die zum Schutze der Interessen der Firma Schmiedigen aufgestellten Söbutzmannsposten die Ruhe und Be- sonnenheit der Streikposten anerkannt haben. Dagegen scheint es, als ob der eine oder andere Schutzmann seine Ruhe bereits verloren hat. Als nämlich einige Schutzleute die von Streikenden an einem Zaun angeklebten Versammlungsanzeigen abkratzten, machten sie zu einem Streikposten die Bemerkung:„Bis jetzt ging alles ruhig, aber wenn Ihr nicht bald ein Ende macht, werden wir ander? mit Euch verfahren!"— Man sieht also, daß in manchem Schutzmanns- köpf immer noch die falsche Meinung herrscht, es sei Aufgabe der Polizei, Streiks zu unterdrücken. Das wird ja nun sicher nicht gelingen und die Streikenden, die sich bisher muster- Haft verhalten haben, werden der Polizei auch ferner keinen Anlaß zum Einschreiten geben. Wenn sich Herr Schmiedigen nicht bald zu einer Verständigung mit der Streikleitung versteht, dann wird diese sich veranlaßt sehen, die Kutscher derjenigen Fuhrunternehmer, welche jetzt die Arbeit für Schmiedigen machen, zur Arbeitsnieder- lcgung zu bewegen. Es sind fast ausnahmslos nur die Fuhrwerks- besitzer selbst und deren Söhne, welche Rausreißerdienst für Schmiedigen verrichten. Die bei diesen Fuhrwerksbesitzern beschäf- tigten Kutscher haben die Streikarbeit abgelehnt. In den nächsten Tagen wird es sich entscheiden, ob der Streik auf die bezeichneten Betriebe ausgedehnt werden soll. Denbfcstes Reich. Die Sitzung des'Haupttarifamtes für da? Baugewerbe wieder vertagt! Der auf den 11. und 13. November angesetzte Termin für die Sitzung des Haupttarifamtes ist in letzter Stunde auf- gehoben worden. Die Ursache für die Terminsaufhebung ist zurückzuführen auf die Schlvierigkeiten, die sich bei der Vor- bearbeitung für die Erledigung einiger Streitfälle ergeben haben und die bis zu dem angesetzten Termin nicht behoben lverden konnte»,._ Eine Niederlage der Gelben. Die MaschinenfabrikAugSburg-Nürnberg.Werk Augsburg, gilt noch immer als eine Hochburg der Gelben. Im letzten Jahresbericht des gelben WerkvereinS wird die Mitgliederzahl auf rund 2600 angegeben. E« ist daher begreiflich, daß man den Wahlen zur Betriebskrankenkasse in diesem Betriebe ein ganz be- sonderes Interesse entgegenbrachte. DaS Ergebnis ist eine ganz kleines feuiUeron Wenn w>r nicht besser»värcn als die Gesetze. Das öster- rcichifche Bereinsgesetz veovictek den Frauen jede politische Ber- cinigung, aber 20 000 österreichische Arbeiterinnen haben sich bereits politisch organisiert. Viktor Adler gedachte dieser Tatsache in einer Rede und machte dabei die Bemerkung:„Ja,»venu wir nicht besser wären als unsere Gesetze...!"?ln dieses Wort knüpft Josef Luitpold im„Strom" an: „Wenn wir nicht besser wären als die Gesetze...!" Der Sitz ist knapp und stharf— der Wappcnsvruch alles revolutionären Höhenftrebens. Wer»var besser, Sokratcs oder die Gesetze, die ihn den Schirlingsbecher leere» ließen? In ihr Nichts sind diese Gesetze zerfallen, aber ewig in die Zeiten hinein strahlt die Hoheit des hellenischen Weisen. Und weiterhin der unabsehbare Zug der Unsterblichen, die Forscher, die Denker, die Künstler, die lebens- tüchtigen Menschen alle! Die Erde galt als Scheibe, sie»viesen die Kugelgestalt nach; sie steht stille, hieß es, sie riefen: Und sie bewegt sich doch! Als Lästerer und Ketzer»vurden Spinoza und Galilei, Comenius und Wagner von den Hütern der Gesetze ver- schrien. Aber sie waren besser als die Gesetze, und die Gesetze versanken vor ihnen wie die Schatten vor der Sonne im Zenit. Wenn nicht immer wieder Menschen kämen, die besser sind als die Gesetze, gäbe es keine Zukunft. Die Zukunft ist eigentlich völlig ungesetzlich. Sie stellt für den Kodex den Antichrist dar. Darum gibt es so viele Paragraphen, die den Fortschritt bei Strafe verbieten Der Paragraph müht sich redlich, die Entwickc- lung abzuschaffen, aber am Ende schafft die Enlwickelung den Paragraphen ab. Soll nicht alles beim alten bleiben, so müssen die Menschen besser sein als die Gesetze. In Oesterreich arbeiten 35 000 Kinder in der Nacht. Wenn sich die Gesetzgeber und die Richter dieses Landes zu Bette legen können, bleiben 70 000 magere Kinderhände regsam, spinnen und spulen, schleißen Federn und kitten schachteln schier bis in den fahlen Morgen. Stellt euch diese 70 000 blassen und verträntcn Wangen vor, die Stätte des grauenvollsten Schaffens. Es ist gesetzlich. Ungesetzlich ist� es, wenn wir empört aufschreien und den Kleinen zn ihrem Schlaf verhelfen wollen. Aber dieser Wille zur Ungesetzlichkeit, er sei geheiligt! Denn wenn»vir so schlecht blieben»vie unsere Gesetze, käme die Schlcchtig- keil niemals aus der Welt. Die Dircktorwahl der Neuen Freien Volksbühne. DaS eben er- schienenen zweite Heft des Bereinsblattes der Neuen Freien Volks- bühne bespricht die vor einiger Zeit geschehene Wahl Emil L e s s i n g S zum künstlerischen Leiter der Neuen Freien Volksbühne. Die Zeitungen hatten seinerzeit geschrieben. Lessing, der Oberregisseur Otto Brohms, habe anfangs unter den Bewerbern nur eine einzige Stimme für sich gehabt. DaS ist aber, wie man nun hört,„nie- «, in keinem Zeftpunkt, der Beratungen" der Fall gewesen, vor allem nicht in dem Sinne, daß die Kandidatur LesfingS irgendwann als gleichgültig betrachtet worden wäre. Das VereinSblatl schreibt: „In Wahrheit sind aus der großen Zahl der Bewerber von vornherein nur drei ernstlich in Frage gekommen, unter denen sich Lesfing befand. Von diesem Kleeblatt schied ein Bewerber sehr bald aus dem Kreise unserer Erwägungen aus, weil er sich wohl recht gut für ein intimes Theater, ein Kammerspielhaus etwa, geeignet hätte, nicht aber für eine Bühne großen Stils mit umfassendem Repertoire. Blieben also zwei, darunter immer noch Lessing. Er war mithin während der ganzen Beratung von A bis Z m der vordersten Kandidatenlinie." Anfangs sind die Mitglieder der Jury, wie das VereinSblatl zugibt, für Lessings Konkurrenten gewesen, aber schließlich bekannten sie sich doch in großer Mehrheit— mit 11 von 13 Stimmen— zu Lessing, weil sie, wie das Vereinsblatt betont, die Sache über die Person stellten. Sehr wohl: das nehmen wir als selbstverständlich an. Es hätte aber nichts geschadet, wenn da? Vereinsblatt sich nun über die Gesichtspunkte, die bei der Wahl des künstlerischen Leiters eine Rolle spielten und im Gange der Verhandlungen die Wendung und Entscheidung zu Lessings Gunsten herbeiführten, deutlicher, als jetzt geschehen ist, ausgelassen hätte. Martin Brandenburg. Im Künstlcrhause(Bellevuestr. 3) sind mehr als sechzig Arbeilen des Berliner Malers Martin Brandenburg zu sehen. Was man hier zu sehen bekommt, das ist der ganze Brandenburg. Ein Träumer, einer, der mit schillernden Seifenblasen spielt. Kein großer Maler, aber ein liebenswürdiger Ballett ineister. Er verkehrt mit Elfen und mit den turbulenten Geistern der Walpurgisnacht, mit den Wurzelmännlein, wie sie im deutschen Walde Hausen, und mit allen Luftgesellen, die im Winde schwimmen. Brandenburg ist ein Märchenerzähler. Nun wird das Märchen aber vom Volk gedichtet, von den vielen, die eine Zeit er- leiden und besiegen. Märchen entstehen wie Wolken. Wer sie auf Befehl erscheinen lassen will, muß notwendig ein wenig Theater machen. Das ist das Schicksal aller individualistischen Märchen- erzähler. Auch Brandenburg entgeht ihm nicht; und so kommt eS, daß die Naivität, die er begehrt, zuweilen zur spiritistischen Hysterie zu werden scheint. Ein Bild, das er„Sphären" heißt, ist für seine Art sehr charakteristisch; um eine leuchtende Scheibe, das Symbol der Erde wie der Sonne, fließt ein Strom von Menschenleibern. eine mystische Figur nebelnder Fleischlichkeit. Oder:„Die blaue Stunde"; Jünglinge und Jungfrauen schweben im Schlaf, langsam erwachend, sehnsüchtig, begehrend, lief erschauernd, schweben und fallen im Dunst, der dem Föhreuwald entströmt, in der Ilnbestimm- barkeit der Dämmerung. Es läßt sich begreifen, daß ein Künstler solcherlei zu gestalten versucht; es läßt sich aber nicht verkennen, daß Brandenburg den Gefahren der gemalten Literatur nicht zu entgehen vermochte. Brandenburg ist nicht elementar genug, um Gesichte zu schaffen, wie sie auf den Wänden buddhistischer Tempel sich gewaltig regen. Brandenburg ist etwas vie ein Präraffaelit der märkischen Heid«. Er sieht im Gebräu der Moornebel farbensprühende Reigen, er hört den Schmerz klagen und die Freude lachen. Aber alles in allem geht es ihm schließlich wie jenem Kindlein, baS den Erlkönig tanzen und werben sah: es stirbt der Künstler, wenn die erhitzte Phantasie mehr begehrt, als sein Handwerk zu leisten vermag. rbr. Notizen. — Der mißglückte Parsifalplan. Professor Rüdel von der kgl. Oper vermittelte daS Engagement von etwa 70 Bühnenkünstlern für die Dauer von drei Monaten zwecks Veranstaltung deutscher Parsifalaufführuitgeli in Paris. Nun ist aber daS Pariser Theater deS Champs-Elysees in finanzielle Schwierigkeiten geraten, die Proben wurden plötzlich abgebrochen und die Engagierten sehen sich in ihrem Vertrauen auf Professor Rüdel bitter getäuscht. Aus ein ander- weitiges Engagement ist jetzt nach Saisonbeginn für manchen kaum mehr zu rechnen. Die Verbände der Bühnenkünstler haben sich der Sache angenommen. — Vorträge, lieber Riesenschiffe hält am Freitag- abend 3'/, Uhr im Bürgersaal des Berliner Rathauses Herr Dr. M i ch a e l f e n, Assistent am Institut für Meereskunde, einen durch zahlreiche Lichtbilder erläuterten Vortrag. — Kaifer-Frßedrich-Mufeum. Von dem altnieder« ländischen Maler Pieter Breughel, dessen Werke neben ihrer hohen farbigen Eigenart einen reichen Inhalt an kulturgeschichtlichen Werten bergen, besaß die Berliner Galerie bisher kein Gemälde. Jetzt wurde eine„Darstellung der niederländischen Sprichwörter", ein szenenreiches Bild, das Breughel 1559 gemalt hat, aus englischem Besitz erworben und im Kaiser-Friedrich-Museum ausgestellt. Zu- nächst leihweise, aber hoffentlich dauernd. — Nobelpreise. Der Nobelpreis für Physik wurde dem Professor Kamerlingh OnneS verliehen, der in seinem Welt- berühmten KSItelabotatorium zu Leiden die Methoden der Ver- flüssigung der Gase ausbaute und dem u. a. die Verflüssigung des Heliums gelang. Der Preis für Chemie fiel an den Züricher Professor Alfred Werner, der als Schöpfer einer neuen Vor- stellung von der Bindung der Atome für die anorganische Chemie Bedeutendes geleistet hat. — Eine Tragödie von Lilh Braun wurde im Bremer Schauspielhause am Ostertor aufgeführt. Sie spielt in Florenz, im Ringen einer Zeit, in der mittelalterliche Weltflucht und Weltsreude der Renaissance gegeneinanderstehen. Eine fromme Mutter beschuldigt sich der Teufelsbuhlschaft, um durch ihren Opfer- tod dem der Ketzerei angeklagten Sohne das ewige Heil zu retten. Mutter Maria" ist das Drama betitelt. — Die Elektrisierung der Gotthardbahn, be- günstigt durch die getvaltigcn natürlichen Wasserkräfte der Schweiz, wird vermutlich binnen kurzem in Angriff genominen werden, zu- nächst die Strecke von Bellinzona nach Erstfcld. Die Elektrisierung der ganzen Bahn würde die 23 Minuten lange Durchfahrt ohne besonderen Kraftaufwand auf 14 Minuten verkürzen, empfindliche Niederlage der Gelben. Von 32SS gültigen Stimmen fielen auf die Liste des Metallarbeiterverbandes 1618, auf die Liste des gelben Werkvereins 1417 und auf die Liste der Christlichen 28S Stimmen. Die Freiorganisierten erhalten 19, die Gelben 17 und die Christlichen vier Vertreter. Die gelben Führer hatten un« geheuere Anstrengungen gemacht, um die im vorigen Jahre bei der Gewerbegerichtswahl erlittene Niederlage wieder wett zu machen, aber ohne Erfolg. Trotz der hohen Mtgliederzahl konnten sie nicht einmal die Mehrheit der Stimmen erzielen. )Zus Induftm und DandeL AusfichtsratSstcllcit. Die Verwaltung der Phönix Aktiengesellschaft für Bergbau und Hlittenbetrieb soll beschlossen haben, die Zahl der Aufsichtsrats« stellen zu vermindern. Nach dem Geschäftsbericht für 1912/13 fitzen im Aufsichtsrat des Phönix nicht weniger als 27 Personen. Dazu kommen noch 19 Direktoren, so daß also die Gesamtverwaltung der Gesellschaft 37 Personen umfaßt. Noch großartiger präsentiert sich der AufsichtSrat der Deutfch-Luxemburgifchen Berg Werks« und Hüttenaktiengesellfchaft. In ihm sitzen 42 Personen, also noch IS mehr als im Aussichtsrat de« Phönix. Die Deutsch-Luxemburgische Gesellschaft hat außerdem ebenfalls wie der Phönix 10 Direktoren, so daß also hier die Verwaltung aus 62 Mitgliedern besteht. Man bedenke, daß alle AufsichtS- ratsmitglieder Tantieme erhalten und zwar teilweise sehr hohe Tantieme. Man bedenke ferner, daß ein großer Teil der Aus- fichtsratSmitglieder an der Beaufsichtigung des Unternehmens so gut wie gar nicht teilnimmt, daß diese Herren vielmehr aus irgend welchen Gründen(meist denen der Repräsentation) in den AufsichtS rat gewählt wurden. Die Mitglieder eines solch riesigen Anssichts rotes haben natürlich so gut wie gar keine persönliche Verbindung mehr unter einander, sie unterhalten sich lediglich durch Rundschreiben und dergleichen, und wenn sie nicht gezwungen wären, ein- oder zweimal im Jahre sich am SitzungStisch zu sehen, so würden sich viele von ihnen wahrscheinlich niemals zu Gesicht bekommen. In den Sitzungen führen ein paar Leute, die fich mit der Geschäftsführung des Unternehmens wirklich befaßt haben, das Wort und die andern sagen nichts als ja und Amen. Man könnte noch so freigebig gestimmt sein, man wird doch zu dem Schluß kommen, daß eine solche Sprechanstrengung nicht 6009 M. oder 10 000 M. oder gar noch mehr im Jahre wert ist. Zu deir Gesellschaften mit ungeheuerem Aufsichtsrat gehört auch die G e l s e n k i r ch e n e r Bergwerks-Aktiengesellschaft, die nach dem letzten Geschäftsbericht 31 AufsichtsratSmitglieder hat. Hinzu kommen 14 Direktoren, also insgesamt 46 Personen, die mehr oder weniger aufmerksam über die Geschicke des Unternehmens wachen. In Wirklichkeit find eS natürlich einige matzgebende Banken und der Generaldirektor der Gesellschaft, die das Unternehmen bestimmen. Soziales. Nicht vereinbart« Dienste. Ein Kellner klagte gestern vor dem Gewervegericht unter Borfitz des MagistratSratS Flatow gegen den Gastwirt Baxmann auf Zahlung von 7 M. für den Entlassungstag. Dem Kläger war ein Teil des Lokals zur Bedienung zugeteilt. Obwohl Mittagsgäste anwesend waren, sollte er Essen über die Strotze bringen. Er weigerte sich, das zu tun. Das Gericht verurteilte den Beklagten dem Klageantrag entsprechend mit der zutreffenden Begründung: Wenn vom Kläger besondere, nach dem Vertrage ihn: nicht obliegende Arbeitsleistungen gefordert wurden, so brauchte er diese nicht zu leisten. Zur Leistung des nicht in die Verrichtungen eines Kellners fallenden AuStragenS wäre er nur verpflichtet gewesen, wenn er daS Austragen vorher vertraglich übernommen hätte._ Ein feiner Ausweg für unsere Frommen. Ein merkwürdiges Verfahren übt die Stadtgemeinde Lübbenau, um den Kirchensäckel zu füllen. Unsere Frommen in Groh-Berlin werden vor Neid bersten, wenn sie erfahren, auf wie einfache Art eS noch anderwärts möglich ist, der Geldnot der Kirchen abzuhelfen, ohne sich selber bemühen zu brauchen und ohne dabei in die Ver« legenheit zu kommen, aus Irrtum Heiden und Juden zu belästigen. Die Stadtgemeinde Lübbenau hat es nämlich fertig gebracht, die gesamten Gcldbedürfnisse der Kirchengemeinde auf den Etat der politischen Gemeinde zu übernehmen und diesen übernommenen Betrag durch Einrechnung in die Gemeindeeinkommensteuer von allen steuerpflichtigen Gemeindeangehörigen ersetzt zu verlangen. Nun gibt es aber sogar in unserem abgeschiedenen Spreewälder- städtchen schon gottlose Menschen, die von unserer Staatskirche nichts mehr wiffen wollen, deshalb ihren Austritt erklärt haben und sich deSlvegen nicht mehr für verpflichtet halten, den Kirchensäckel füllen zu helfen. Ein solcher Sünder vor dem Herrn beschwerte sich bei der Ge- meinde— erfolglos. Damit nicht zufrieden, wandte er sich an die zuständige Aufsichtsbehörde, den Regierungspräfidenten in Frank- furt a. O. Dieser antivortete nach nahezu dreiwöchentlicher Ueber- legung,..dah der Beschlutz der Stadtgemeinde Lübbenau, den sonst durch Kirchensteuern zu deckenden Bedarf der Kirchengemeinde auf ihren Bedarf zu übernehmen und somit zu einer durch Kommunal- abgaben zu deckenden Gemeindeausaabe zu machen, nicht gegen die gesetzlichen Vorschriften verstößt und auch nicht die.Befugnisse der städtischen Körperschaften überschreitet." Sogar der Herr Ober- Präsident, bei dem weitere Beschwerde erhoben wurde, erachtet den Bescheid des Regierungspräsidenten für zutreffend. Nun hat noch der Minister das Wort. Hoffentlich hat dieser Kenntnis von den in Frage kommenden Gesetzesbestimmungen. Sollte daS nicht der Fall sein, so wird gerichtliche Entscheidung provoziert werden müssen. DaS. Kirchenaustrittsgesetz(Reichsgesetz) vom 14. Mai 1873 befreit den auS der Kirchengemeinschaft Ausgeschiedenen von der Steuerpflicht der Kirchengemeinde gegenüber 1 und 3 des Ge- setzes). Nach§§, 1 und 33 des Kommunalabgabengesetzes find die politischen Gemeinden nur berechtigt, zur Deckung ihrer Ausgaben und Bedürfnisse direkte Gemeindeemkommensteuern zu erheben. Die Kirchensteuergesetze vom Mai und Juli 1906 und die dazu er- lassenen Ausführungsbestimmungen heben ebenfalls ausdrücklich hervor, daß das Ausscheiden aus der Landeskirche von der Kirchen- steuerpflicht befreit» ferner, datz die Kirchenbehörden selber die der Kirche Angehörigen zu veranlagen haben. AlleS klare, für jeden verständliche Gesetzesvorschriften, llnd da sagen preußische Regte- rimgsbehörden, die die Jnnehaltung der Gesetze beaufsichtigen sollen, daß ein Verfahren, welches eine Umgehung dieser GefetzeS- Vorschriften darstellt, nicht gegen die gesetzlichen Vorfchriften verstoße. In dem von Junkern und Pfaffen beherrschten Preußen ist eben alleS möglich, wenn eS sich um die Eskamotierung von Volks- rechten handelt.__ Gerichts- Zeitung Der Bater des„patriotischen" Kalenders verrückt? Der Prozeß gegen den Auitor des„patriotischen" Kalenders „Volksfreuntr und den Gründer der„Deutschen Kanzlei", den Schriftsteller Rudolf Lencer ullas Karl Rolf, der, wie berichtet, die 4. S/traftammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors H o f m e i st e r beschäftigt, fand gestern morgen ziemlich unerwartet einen Plötz- lichen Abschluß. Von dem Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Münk wurde mitgeteilt, daß er leider erst gestern von der Schwester erfahren habe, daß in der Fanlilie mehrere Fälle von Geisteskrankheiten vorge- kommen seien, u. a. habe der Vater vier Jahre av einem Gehirnleiden gelitten und sei an Gehirnerweichung gestorben.. ein Onkel sei nach jahrelawzem Aufenthalt in einer Irren- l anstalt in England gestorben usw. Der vom Gericht herbei- gerufene Medizinalrat Dr. H o f f m a n n, der den Angeklagten wiederholt im Untersuchungsgefängnis an Kopfschmerzen be- handelt hatte, erklärte sich außerstande, ohne längere Be- obachtung ein abschließendes Gutachten über den Geistes- zustand des Angeklagten abgeben zu können. DaS Gericht beschloß deshalb, die Sache zu vertagen und den Medi- zinalrat Dr. H o f f m a n n nach voriger Untersuchung des Angeklagten mit der Abfassung eines schriftlichen Gutachtens zu beauftragen. Die Strafprozeßordnung gestattet dem Gericht nicht, den medizinischen Sachverständigen auch mst der Erstattung eines Gutachtens über den Geisteszustand der Gesinnungsgenossen des„Rolf", insbesondere der Kalenderheiligen zu beaustragen, die von der Verbreitung des Kalenders eine Vernichtung der Sozialdemokratie erhoffen._ Abermals der lü00-Mark-Bertrag vor dem Reichsgericht. Der Arbeitslohn ist nur, soweit er 1600 M. jährlich überschreitet, pfändbar. 1600 Mark reichen oft zur Bestreitung des Haushalts nicht auS. Angestellte find auch nicht willenS, lediglich für ihre Gläubiger zu arbeiten und viele Arbeitgeber haben ein lebhaftes Interesse daran, daß ihre Angestellten nicht durch fortdauernde Zwangs- Vollstreckungsversuche ihrer Gläubiger zu einer die Familie der An- gestellten gefährdenden Lebenshaltung, zu neuen Schulden und zu einer' Vernachlässigung ihrer Unterhaltspflicht veranlaßt werden. Die Pflicht des Angestellten gegenüber seiner Familie steht dem An- gestellten und in der Regel auch seinem Arbeitgeber deshalb höher als der Wunsch von Gläubigern des Angestellten nach Bezahlung ihrer Forderungen, dementsprechend find seit einem Dutzend Jahre Verträge gang und gäbe, die als Entgelt für die Tätigkeit des Angestellten, 1600 M. an den Angestellten und ferner eine an die Ehefrau zahlbare Summe festsetzen. Solche Verträge entsprechen berechtigten wirtschaftlichen Interessen und find gültig, wenn sie ernstlich gemeint und nicht etwa die Ehefrau nur scheinbar in den Vertrag eintritt, während tatsächlich der Ehemann die Ber« fügungSgewalt hat. So hat auch ständig das Reichs- gericht entschieden. Diese den: Gesetz entsprechende Rechtsprechung haben in den letzten Jahren einige Kreise einer abfälligen Kritik unterzogen. Sie haben Verträge der vorerwähnten Art als„den guten Sitten" widerstreitend bezeichnet. Das Kammergericht ist in einigen Eni- scheidungen dieser den Begriff der guten Sitten verkennenden und die Logik mißhandelnden Kritik zum Opfer gefallen. Nicht aber das Reichsgericht. Dies hat noch jüngst, am Dienstag, seine alte Rechtsprechung aufrecht erhalten. Der Prozeß, in dem das Reichsgericht jetzt entschied, betraf folgenden Hergang: Ein Dr. F. war bei einer angesehenen Firma beschäftigt. Er trat wegen Ueberschuldung und fortgesetzten BollstreckungSversuchen dort aus. Als er vorübergehend für mehrere Firmen tätig war, erhielt er von der Firma C. u. A. Nachf., die seine Arbeitskraft erkannt hatte und hoch bewertete, die Offerte: bei ihr als Prokurist einzutreten und zwar gegen eine Entlohnung von 1600 Mark für ihn und 6700 bis 8000 Mark für feine Familie, die aus Frau und zwei Kindern von 14 und 16 Jahren bestand. Der Dr. F. nahm an. Eine Firma St. u. Co., die für den F. stüher einmal Bürgschaft übernommen und Geld eingebüßt hatte, hat jetzt als Gläubigertn des F. wegen dieses Lohnvertrages Schadenersatzklage gegen die Firma T. u. A. auf Grund deS§ 828 de? Bürgerlichen Gesetzbuches erhoben und behauptet, datz st« durch Abschluß dieses 1600-Mark-VertragiS in einer gegen die guten Sitten verftotzenden Weise geschädigt werde, weil der Zahlungsmodus nur deshalb ae- wählt sei, um das Gehalt de» Dr. F. ihren berechtigten Zugriffen zu entziehen. DaS Landgericht und Oberlandesgericht Stettin haben die Klag» abgewiesen. In den hierzu gegebenen EntscheidungS- gründen legt das Oberlandesgericht unter Bezugnahme auf die Tut- scheidungen deS Reichsgerichts dar, ein Berstotz gegen die guten Sitten würde nur dann vorliegen, wenn der durch den Vertrag Begünstigte das Geld nur für fich haben will, ohne eS für die Familie zu verwenden. Im gegenwärtigen Falle treffe diese Voraussetzung aber nicht zu, da der Bertragsgegner nur be- zweckt, das übrige Gehalt für den nötigen Unterhalt der Familie deS Dr. F. zu sichern. Wenn auch dadurch der Klägerin mit Wissen und Willen der Beklagten ein Schaden ansteht, so liegt darin doch kein Verstoß gegen die guten Sitten. Alles hängt nur davon ab, ob für die Familie mehr reserviert wird, als zum standeSgemätzen Unterhalt nötig ist. DaS ist, wie das Oberlandesgericht weiter festgestellt hat, hier nicht der Fall. Außerdem aber kommt noch in Betracht, daß die Beklagte den Vertrag nur so abgeschlossen hat, um den F. sorgenfrei zu stellen, und daß sie ihn s o n st gar nicht an- gestellt haben würde; die Klägerin würde mithin auch nicht besser gestellt fein, wenn der Bertrag unterblieben sein würde. DaS Reichsgericht hat dieses Urteil des OberlandeSgerichtS Stettin gebilligt und damit aufs neue zum Ausdruck gebracht, daß der 1600-Mark-Vertrag keineswegs stets gegen die guten Sitten verstößt.(Aktenzeichen: III 243/13.) Geschäftsmoral im Berliner Baugewerbe. Vor längerer Zeit erschien in der Tage»- und Fachpresse ein Artikel„Geschäftsmoral im Berliner Baugewerbe". In diesem wurde dem Sinne nach behauptet, daß die Herren Regierungsbau- meister Schinülling und Hofbaurat Wehe in einem Strafprozeß ein Gutachten dahin erstattet hätten, es sei Usance im Berliner Baugewerbe, daß Architekten und Bauleiter neben dem Hanorar sich noch Sondervorteile bei den Handwerkern und Lieferanten verschaffen dürften. Wegen dieses Artikels haben die genannten beiden Herren gegen den Verfasser des Artikels Privatklage erhoben. In der über diese Privatklage stattgehabten Hauptverhandlung vom 29. Oktober 1913 wurde zunächst von den Herren Schmülling und Wehe erklärt, daß sie ein Gutachten im vorgedachten Sinne nicht abgegeben, sondern im Gegenteil die Ausbedingung von Sondervorteilen durch Architekten und Bauleiter für unzulässig erachtet, und nur bekundet hätten, daß selbständige Bauunternehmer usancemätzig auf die Rechnungen ihrer Lieferanten Aufschläge als Unternehmergewinn(Aequivalent für ZinSverluste und Risiko) machten. Der beklagt« Verfasser erklärte hierauf, nicht mehr bestreiten zu wollen, daß das Gutachten diesen Inhalt gehabt habe._ Unterschlagungen bei einer BerufSgenosseoschsst. Von der Strafkammer in Gotha wurde am Dienstag der G e- schäftsführer der Z i e g e l e i b e r u f s g e n o s f e n f ch a ft, I. 33. Schulz, wegen Untreue, Betrug und Unterschlagung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte«ine Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis und Ab» erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren beantragt. Schulz, der seit 22 Jahren Angestellter der Berufsgenossenschaft ist und vor 4 Jahren von der Hauptverwaltting in Magdeburg nach Gotha versetzt wurde, hat insgesamt 14 60 M. unterschlagen, indem er Urkunden fälschte und bares Geld au? der Kasse nahm. Das Gericht sprach in einem Falle frei und beurteilte»mit Rücksicht auf die nervösen Krankheits- erscheinungen" die Angelegenheit milde. Marttpretse von Berlin am 11. November 1913, nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräfidiiuns. Mais(mixed), gute Sorte 16,40— 16,90, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00—00,00. Mais(runder), gute Sorte 14,20—14,50. Richtstroh 4,80—5,00. Heu 6,00— 7,80. Martthatlenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00—50,00. Sveisebobnen, weihe 36.00—60,00. Linien 36,00— 70,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 4,00— 7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2.40. Rindfleisch. Bauchfleisch 1,30—1.80. Schwewefieisch 1.60—2.00. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2.40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,40— 6,60. 1 Kilogramm Karpfen 1,00—2,40. Aale 1,60—8,20. Zander ILO— 3,20. Hechte 1LO-2.60. Barsche 1,00-2,40. Schleie 1,60-8,20. Bleie 0,80—1,80. 60 Stück Krebs« 1,00-30,00. WttternvgSüderflcht vom IX. November 191S. Swtnemde. Hamburg Berlin Franks. a.M München Wien »- 756 755 757 767 76t S SO s SW SO 762,SO 3 heiter wolienl wolkig lsRegen ZjwoINg INebel WS ** ff" M« Haparanda Petersburg Scillh Aberdeen Pari» 762 763 742 740 G 75» Ii S« s»SW A Wetterprognose für Donnerstag, be« 13. November ISIS. Mild imd tellweise ausklarend, jedoch vorwiegend trübe mit leichten Regensällen und lebhasten südwestlichen Winden. Berliner v«tterdnre«». WafferftandS-Nachrichte» der Sand«San stakt für Gewässerkunde, mttgetecki vom Bertwer Wetterbureau + bedeutet Wuchs.— Fall.— llnterpegel. SozlaldemolMÜscberWaiilTerelii l.dlBert.Reiehstags-WaNltrels. Am 11. November verstarb unser Genosse, der Dreher Alfred Absalon, Neue Hochstt. 32/34. Bezirk 663a. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung stndet am Freitag, nachmittag« 4 Uhr, von der Halle bei DankeS-Kirchhoss in Reinickendorf-West, Blankestratze, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Dfl? vorstand. Vert.d.SclUElder.SelinElderliineii ii. WäsebEarbEitEr DEutschlands. ■■ Filiale Beplln.■■ Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, datz der Herren- matzschnetder, Kollege Paul Klauclat am 10. November im Alter von 39 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 21/, Uhr, von der Hallt des Aujerslehungs- Kirchhoses w Weitzensee, Lichten- berger Straße, aus statt. 165/1_ Die Ortivarwaltuag. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unserer lieben Tochter Bort» Dietrich sagen wir allen Beteiligten, ins- besondererem Ches und dem Personal der Firma Georg Becker, sowie dem verband der Kürschner unseren innigsten Dank. 87a Die trauernden Hinterbliebene«. M. tl. Schneider, Schneiderinnen ii. WäsebEarbEitEr Deutschlands. <■ Filiale Berlin, i— Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, datz der Herren- Maßschneider, Kollege Hermann Ldmhe am 10. November im Alter von 67 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Freitag, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle de» Simeon-KirchhoscS in Britz, TempelhoferWeg, au» statt. 166/2 Die Ortsverwaltung. Uautleiden Flechten u. Ausschläge, trockene und nässende, SchuPPenflechte, Kopf- u. Bartflechte, guaivolles Hantjucken zc. verschwind, selbst noch in veralten Fällen durch Reichels Flechten-Spezialmittel 2.26 M. Fast 25 Jahre glänzend bewährt und garanttert unschädlich. 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Flaschenkellerarbeiter, Hof» arbeiter, Maschinen-, Kessel- und Kohlenarbetter, Handwerker und deren Hilfsarbeiter, Verschiedene, Fahrer, Mitfahrer, Reservefahrer, Lastchauffenre, Bremser und Stalleute. Kollegen, erscheint in Massen in dieser wichtigen Versammlung! Die Einberufer: Verband der Brauerei- u. Mühicuorbciter. Deutscher TranSi., tarbeiter-Berbaud. Verband der Maschiuiste» und Heizer. Deutscher Metallarbeiter-Berdand. Verband Uc Böttcher. Deutscher Holzarbeiter-Berdand. Verband der Maler und Lackierer. Berband der Kunst- ,ch«iede. Verband der Sattler. LUlgemeiner Dentscher Gärt« erverei«.(Lrisoerwattungen Berlin.) Wstck» G. Rann5 Festsäle Mher Nißle W. S7, Dennewitzstr. 13. Fernspr.: Kurs. 2994. Ter gemütlichste Ballsaal des Westens!— Heute:«i-oSei- Ball. Die Säle sind noch für Sonnabend, den S. und 18. Dezember zu günstigen Bedingungen frei!» Sophien-Säle Inhaber Joseph Heidrich, Sophienstr. 17-18 12 Säle in allen GrBBen mii Bühne zi asten Gelegenheiten passend. 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Nur die Gewinne über 240 M. sind in Klammern beigefügt. tOhne Gewähr A. St-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 173 SN 34 36 61 630 708 807 1120(1000) 416 flOOO) 1« «88 638 718 2036 68 288 421 639 70 756 09 860 3191(6f'0) 329 86 4086 89 107 277 400 13 590 668 96 737 938 58(1000) 8337 67 637 55 79 729 967 72 618 278 476 663 79 992 7013 (600) 223 62 93 644 8197 207(1000) 372 940 9162 60 90 201 «U 830 43 88 94 793 10084 142 50 20« 31 66 688(3000) 610 896(1000) 983 11002 4(1000) 138 212 33 338 441 608 57 650 67 810 70 1 2161 361 «4 461 76 667 807 8(30001 18120 23 303 628 88 808 43(600) T6G 77(1000) 961 76 1 4041 138(500) 92 368 70 76 541 90 639 T18 1 5047(3000) 64 283 364 800 87 10127 295 420 39(1000) «03 39 717 17877 87 729 849 66 86 943(1000) 69 18067 124 376 380 871(6001 784 88 91 843(1000) 18087 94 360 492 532 «26 708 69 928 65 9« 20 X36 98(1000) 132 308 438 848 21063 122 268 418 62 »37 812 34 37 60 2 2081(10001 348 88 406 60 71 541 670(600) 98020 324(1000) 447 615 20 767 66 98 843 62 92 2 4238 37 884 403 48 68 546(500) 614 47 726 804 38 93 940 2 8134 240 304 434 666 755 864 900 2 5 006 36 129 363 92 710 41(500) 981 2 7 036 86 186 212 413 88 927 32 68(600) 87 2 8187 261 69 604 668 606 92 723 894 960(3000) 2 8078 429 648 94 «01 785 924 80167 440 42 660 718 47(6000) 861 72 93 81096 217 386 447 93 678 82 714 870 952 79 3 2268 607 38 64 730 836 906 26 8 8202 34 671 796 829 43 967 68 88 3 4076 542 829 8 5 004 43 169 208 73 96 469 674 92 785 3 8177 223 66 431(1000) 666 668 61 748 867 8 7034 134 202 17 68 388 83 98 673 8 8160 71 383 91(600) 303 403«28 48 708 42 807 39 8 O063 186 92 93 882 84 322 93 434(3000) 868 97 830 77 909 40246(600) 88 367 667 613 69 704 863(600) 97 41093 861 99 427(1000) 4 2010 54 128 84 220 38 469 662 789 806 «09 4 8032(600) 35(600) 153 674 713 78 397 4 4 022(3000) 82 43 78 243 68 78 326 4 8160 08 327 446 89 777 96 968 40026 171 304 61 407 66 639 63 93«16 74« 67 880 47277 63« 38(600) 94 4 8013 37 314 468(1000) 537 658 68 731 68 87 869 991 94(600) 49279 300 63 70 78 423 682 96 682 768 «67(500) 6 0083 96 132 207 44 327 61 449(3000) 796 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Königl. Preuß.) Klassenlotterie 5. Klaffe 5. ZtchungStag 12. November 1913 Nachmittag Aus jede gezogene Nummer find zwei gleich beb« Gewinn« gefallen, nnd zwar je einer ans dl« Los« gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I n. IL Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachbruck Verbote«) 16 169 362 426 690 734 623 36(1000) 973(600) 996 1197 269 306 64>600) 76 430 41 60 612 629»6 822 43 73 2312 462 622 767 912(600) 3302(3000) 483 69(1000) 76 643 724 864 (1000) 69 73( 600) 4U7 42 63 225 428 67 670 732 33 812 78 5012 189 208 51 324(500) 72 436 668 6068 79 107 78 90 292 415(600) 92 668 764 847 62 63 90 966 87 7006 89 91 166 276 BS(500) 357 664 822 960 8044 102 214 68 327 94 468 714 28 866 9026 46 178 399 605 803 26(6001 872 10100 9 319(500) 97 814 1107« 234 86 97 316 667 12036 62 208 599 722 43 87 1 3169 308 90 795 836 46 1 4076(3000) 187(1000) 364 67 451 733 34 83(100O) 868 76(1000) 15075 (600) 209 81 361 432 616 70 645 904 94 1 8091 102 443 81 718 877 1 7048 128 90 348 62 406 634(15 0 00) 783 1 8024 271 898 670 90 849 86 998 1 9168 734 966 20326 39 638 830 21189 69 212 42(600) 847 996 22263 833( 500) 408(500) 61(600) 665(500) 768 82 2 3079 83 116 97 236 664 826 29 30 24090(30001 236 481(1000) 637 88 706 886 953 69(3000) 2 5016 46 260 367 4U 39 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64 73 200(600) 46 302 61(600) 401 678 2 0 7142 304 90 476 601 68 734 44 801(3000) 26 966 2 0 8049 65 103 542 646 50(5000) 881 940 209012 35 110(1000) 582 046 78 219097 101 10 216 71 362 456 656 719 211026(600) 201 99 491 92 699 683 665 80 919 27 21 2020 82 93 138 276 92 637 87 649(1000) 60 701 869 614(1000, 39 21 3566 712 42""l 964 21 4194 227 379 441 699 609 700 81 21 5003 26 485 87 677 731 216048 141 296 369 401 14 77 636(3000) 862 78 2 1 7010 62 193 311 49 86(1000, 406 96 656 835 948 95 21 8066 69 144 92 234 97 338 615 72 639 847 96(600) 21 9004 266 89 615 657 994(500) 220028 230 373 796 855(30001 910 38 221074 313 33 436 81«40 738 39 860 929 M 222001 279 4LJ 547 73 706 223117 67 346 620 941 224040 217 63 560(600) 740 908 79(5000) 2 2 8037 114 315 66(3000, 760 80 842 2 2 9163(1000) 671 89 615 70 763 801 69 63(1000) 2 2 7000 60 106(1000) 73 81 96 619 633»77 893 047 2 2 8206 324 41 86 96 460 631 903 16 91 2 2 9002 60 85 302 468 659(3000) 929(600) 23 9085 139(5001 31 61 424 61 609 821 707 810 60 991 231042 82 83 123 417 38 66 612 781 870 938(600) 232364 78 671 614 42 46 788 804 64(500) 929(600) 2 3 3129 331 419 706 807(600) 906(600) 79(1000) 3m®Mjtmirah« verblieb»,- 2 Prämien l« 300 000 M, 2il»er-7dealskB. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wenn der neneWeln bläht Freitag, abends 8 Uhr: Jnsendfrennde. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wenn der nene Wein bläht Sehiller-Thealer Chabr«?8tten Donnerstag, abends 8 Uhr: Rosenmontag. Freitag, abends 8 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Sonnabend, nachmittags 3 Uhr: Rätz von Bcrllchlngen. Sonnabend, abends 8 Uhr: _ Rosenmontag. Tiieaterin der Küniggrätzer StraBe VI, Uhr: Brand. Komödienhaus. »uhr: Hinter Mauern. SerlmeM'heslek'. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Theater des Vestens. « uhr: Polenblut. Sonntgnchm.3r/,u.: Der liebeAugustin. DentochezSchanzpielhana 8 Uhr: Die heitere Refidenz. & Residenz-Theater« Hoheit— der Franz! Musikalische Groteske in 3 Akten von Artur Landsberger und Willi Wölfs. Musit von Robert Winterberg. Morg. u.s.Tage: Hoheit— der Franz! Montis Operettentheater. Tägl. Lehär-Novität: Die Ideale Öattin. 8 Uhr. Fritz i Massary, I. Spielmann a. G. fdester m Hollentloriplatz S. Abends 8 Uhr. Der laehende Dreiband. Große Franksurier Str. 132. In, n-eiäen Röli'I. Lustspiel in 3 Akten von Blumenthal u. Kadelb urg. Abends 8-/. Uhr. Morgen: Im weißen R«ß'i. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Der gestiefelte Kater. Passsge-PainiiiWnim SO wilde Kongoweiber Männer nnd Kinder in einem eigens aul- gebanten Kongodorfe in ihren Sitten u. Gebräuchen, Und die anderen Attraktionen. Die gr. Kino-Variete-Vorstellung von 5(Sonntags 3) bis 11 Uhr. M»,»»»«»»», VPOQWHffi f Sonntag, den 23. November 1913(Totenfest), im großen Festsaale der„Neuen Welt", Hasenheide KONZERT Mitwirkende; Pania VV elnhanm(Gesang), Prof. Bernh. Dessan, kgl. Konzertmeister IVioline). Prof. Oskar Schubert, kgl. Kammervirtuose(Kl3rin.\ Max Wachsmann(Violine), Bernhard de Haas(Viola), Brich Schnitz(Cello). Anfang; 6 Uhr. Eint, 3 der unter 6 Jahren Kind Eintritt 60 Pf. Kinder 20 Pt. haben keinen Zutritt! FinfpiftcfrSPtosf s�nd 211 haben in den Zahlstellen des LIUII llloftfll Uli Vereins: Zigarrengeschäften G. Schulz, Kottbuser Tor; P. Kersch, Engelufer 15; Bergmannstr. 59; ., E. Schulz, Mitten- walder Str. 2; K. Schmer, Bergmannstr. 59; W. Seidel, Schenkendoristr.; M, Gölfert, Yorckstr. 40; M. Kämmerer, Elisabethufer 37; B. Böttger, Zössener Str. 30 und Skalitzer Straße 107; H. Koppe, Tilsiter Sti. 45; H. Parske, Büsching- straße 2; K. Bielefeld, Graefestr. 35; G. Kuhring, Jahnstr. 1; Neukölln: A. Abraham, Donaustr. 25; P. Opitz, Pflügerstraße 74; A. Rietdorf, Pannierstraße 40; Schöneberg: Ziem, am Eingbahnhof; Charlottenburg: Restaurant F. Mejrer, Hardenbergs tr. 15, Ecke Pasaüenstraße; Tagesrestaurant der Neuen Welt", sowie in den mit Plakaten belegten Handlangen. 60/11 Zirkns ilb. Schumann. Donnerst., 13. November 1913, abends 71/, Uhr: Gr. Sport- Vorstellung. U. a.: Boxende Hunde— Boxende Katzen Rollschuhlaufende Äfften The 2 Coenen in ihr. 15 Mtr. hob. Percheakt. Neu! MIß Zoe Neu! Venus der Lüfte und tO weitere Attraktionen. Um 9*/, Uhr: vor Gerici)!! Pantomimische Burleske Tango Metropol Tlieater Abends 7 Uhr 55 präzise: 1 Gr. Ausstattungsst. m. Ges. u. Tanz in 19 Bild. m. vollständ. sreier Benutzung d«S kules Verne'schett RomaneS von Julius Freund. Musik von Jean Gilbert. Fn Szene ges. v. Dir. Richard Schultz. lerl Baelunano. Joseph Giampietro. Guido Ihieiseher. üfred Sclunasow. Leopold Woil. Ludwig Woli. Helene Bailot. IdaRnsska. J. de Laude. BildungsausschuB der Arbeiterschaft Neuköllns. Sonnabend, den 15. Nov., in der Neuen Welt, Hasenbeide: Derbst-fest Berliner Konzerthaus-Drchester, Dirigent: Franz v. Bloa. Csllo-Solo: Herr Plan ort. Programm u. a.: Ouvertüre z. Op.„Rienzi"— Ritt der Walküren — Phantasie a.„Lohengrin"-- Ouvert. a.„Tannhäuser"(Wagner). Während des Konzerts bleiben die Saaltüren geschlossen und wird nur in den Pausen serviert. Rauchen verboten. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. Beginn des Konzerts präzise S1/, Uhr. Eintrittskarte 30 Pf. Nach dem Konzert: Ball. 238/15 Vereinigte Berliner Volksbühnen. Unisen-Theater. Donnerstag 81/, Uhr: Der Hättenbesltzer. Schauspiel in 4 Alten von G. Ohnet. Wal hai I a- Theater. Täglich: S'lj Uhr: Der I/lebeaonkel. Posse mit Gesang u. Tanz in 3 Akten. v.}>'■'•"" ,;.M, Palast am Zoo Täglich Anfang 6 Uhr. Soontags 3 Uhr Matinee. Komplettes Proprramm grosser Vari�Oä-Akte sowie unsere renommierten Lichtspiele Preise von 65 Pfennig an. Apollo-Theater KompTetlek Programm groKserVarl�tö-Akte sowie unsere renommierten Lichtspiele Preise von 65 Pfennig an. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 4 und 8 Uhr. Friedr.-Wilhelms!. Wir lassen uns scheiden In den Hauptrollen; Wanda Treumann und Vlggo Larscn sowie unsere weiteren renommierten Lichtspiele Ununterbrochene Vorstellung täglich von 4 Uhr an. Nor zwei Preise 35 PI. and 60 PI. Keine teureren Plätze« Nollemiorf- Theater Cleopatra Die Herrin des Nils Das Fllmwundcr der Welt Wochentags Anfang ö1/. u. 9 Uhr Sonntags 4, Üli9 und 9 Uhr. Jugend-Vorstellung Mittwoch und Sonnabend 4 Uhr zu halben Dreisen. S.l7� Mimisches Schauspiel aus der Aviatik mit ASTA NIELSEN in der Hauptrolle. Wann Premiere? Willard der Mann, der wächst Grete Ffeunii Paul Beckers Operettendiva. Komiker. Orplngton-Trio Handvoltigeure sowie eine Kette feeiwageoiler IttraktioDeB. SonntagJB. Nov.:—— Bachfflittags-|3vI|VorsteHiMg! Raxxchei» gentattet! Berliner Praler-Theater Kaftanien-Allee 7—9. Heute, den 13. November: Gastspiel des Voigt-Theaters. ässernenwst Schauspiel in 4 Akten von Stein und Söhngen. Kaffenerössnung 7 Uhr, Ans. 8'/, Uhr. PoIIbb Caprice. Zum 75a Male: Ritter Baldrian ..., Das Adoptivkind (Die Mißgeburt Anfang :: Berliner Konzerthaus — MauerstraBe 82.— ZimmerstraBe 90/91. Oroßes Doppel-Konzert!. Berlinep Konzerlhaus-Orchester ,nV4iinart�.ka1' Leitung: Komponist Erz. v. B 1 o n. Musikk. Kaiser-Alexander-Garde-Gren.-Regts. Dirig. Kgl. Musikdir. Brase. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Wochentagen: Gr.»aelimitlagS'Kouzerl b01EÄm OLYKWPIA Halle fUr Sport nnd Kttrperkaltnr Kurfürstendamm 151(fr. Rollschuhbahn) GroSer Internationaler Bingerwettsireit! 4 große Sensatlonakämpf e! Ritzler- Württemberg gegen Petitjean-Berlin. Sola-Wien gegen Apoilon-Brüssel Luppa-Oppeln gegen Stalling-Bremorhaven Der große Entscheidungskampf gegen Kasseneröffnung 7 Ubr. Beginn der Ringkämpfe 8'/s Uhr. Straßenbahnverbindungen: Linien 5, 8, 10, 76, 79. 91, A, W, Q. Stadtb.: Charlottenb. u. Halensee. üntergmndb.: Uhlandstraße. ODEON Vergrtägnngs-Palast ■ar- der lOOOO-Wv Potsdamer Str. 72 Rente: Gast-DirigierenA�� (Damen und Herren). Voller Betrieb! Freitag: Neu; Nummern suchen! n««! Anfang 7 Uhr. -Eintritt SOPf.' Trianon-Theater. Täglich obends 8 Uhr: Seine Geliebte. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Der neue Saison-Possen-Schlager Ferdiuaild der Tiigendhafie. Das droll. Stück seit Bestehen d. Theat. Vorher das erstkl. Spezialilät.-Progr. -Adniiralspalast. Eis- Arena.— Allabendlich das neue mit durchschlagendem Erfolg aufgeführte Eisballett Die lustige Puppe. Beginn der Vorstellung 81/. Ubr. Bis 6 Uhr nnd von 10*/, Uhr halbe Kassenpreise. Verantwortlicher Redaktenr: Alfrep Wielepp, Reulöll». Für bea AnseratenteU verantw.i Goncordia-Festsäle Inh.; M. Wendt u. A. Schütze 64 Andreas-Straße 64. Jeden Donnerstag und Sonntag: Soiree d. allgemein beliebten und bekannten Holtmanns Sänger mit vollständig neuem Programm. Anfang 8 Ubr. Nach der Soiree: — Frei-TiUME.— Vorzugskarten haben Gültigkeit. Kur Ben Inhalt Der �uierate nbemiramt Bit Redaktion Bern Pndlitum gegenüber keinerlei Beranrworrunq._ TH. Glocke. Berlin. Druck«. Lertag: Lorwärt» Suchdruckerei u. LeriagSanftait Baal Slager». Sa. Berlin ZK' Zirkus Busch.| Heute Donnerstag, d. 13. Novemb., s abends TU Uhr: Groste Gala-Vorftellnng. Mai, Moritz und Teddy! das lustige Menschen-Affen-Trio.[ Ferner: Gebr. Boston ©hmnaftif in höchster Vollendung.| Das Barnett-Trio kombiniert. Akt der Zahn-Athletik, I sowie das große Rovember-Progr. 1 Zum Schluß: �us unseren Kolonien. Reiehshatlen-Theater Stettiner Sänger Ziikenbeen's Äünitler. ageutur. Burk. v. Mehsel. Ansang 8 Uhr. Sonntag nachm. S Uhr zu ermäß. Preisen: Der Lompagnieball (Logen t M., Ballon 75 Ps.. Entree 3S Ps.) Orts- Krankenkasse sür das Bierbranergewerbe zu Berlin, Kaiser-WUHelm-Straße 29. Freitag, den 21. November er« abends 8 Ubr, in den Mufikersälen. Kaiser-Wilhelmstr. 21, kleiner Saal, Hos Part.: Ordentliche General-Versaminiiing der Delegierten. Tagesordnung: 1. Wahl der Revifionskommisfion zur Prüfung der Jahresrech- nung pro 1913(1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnebmer). 2. Allgemeines. 279/15 Anfragen und Beschwerden, zw welchen die Einficht in die Kasten- bücher oder Akten notwendig ist. müssen mündlich oder schristlich behufs Beantwortung derselben in der Generalversammlang bis spätestens 18. November er. dem Vorstände mitgeteilt werden. Als Legitimation dient die zu dieser Versammlung jedem Dele- gierten zugehende Einladuiigskarte. Um recht pünktliches und zahl» reiches Erscheinen wird gebeten. Ber> Toratand. Ott» Ullrich, Vorsitzender. Ortskrankonkasse der Gastwirte und verwandten Gewerbe »n Berlin. Ordentlieiie GetieralversnliiDg der gewählten Kasten Vertreter am Donnerstag, den 27. November 1913, nachm. 4 Uhr, im Lokale des Herrn Otto Schilling. Rosenthaler Str. 11/12, Rosenthaler Hos. Tagesordnung: 1. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechming für das Ge- schäftSjahr 1913. 2. Portrag über die zukünftige Ge» staltung der Krankenkassen. 3. Verschiedenes. Berlin, den 4. November 1913. st. poppe. 0. Schilling, Vorfitzender. SchriitsüHrer. eeaändeste; Der Kakao ist wegen seiner die Gesundheit fördernden Eigenschaften, seines Wohlgeschmacks und hohen Nährwertes Nährsalz-Bananen-Kakao Besonders für Blutarme, Genesende, Nervöse. Kinder und stillende Mütter. Nichtstopfend. 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In einer Zeit der grossen Finanznot, in welcher die Stadt sich befindet, wäre es unverantwortlich, die jetzige günstige Gelegenheit vorübergehen zu lassen, der Stadt Mittel zuzuführen, die heute in die Taschen der Aktionäre wandern. Dazu kommt, daß es nie wieder gut zu machen wäre, den jetzigen Zeitpunkt zu verpassen, die Lieferung von Kraft und Licht aus der Hand einer Monovol gesellschaft in die Hand der Gemeinde überzuführen. Hätte die Stadt früher bei der Strahenbahn zugegriffen, so stände es heute um Berlin um vieles besser. In der gestrigen Generalversammlung der B. E.-W. wurde eine Erklärung über den Standpunkt der Verwaltung in den VerHand lungen mit der Stadt Berlin abgegeben. Danach will die Ber- waltung der Stadt Berlin einen höheren Gewinn überlassen, wenn ihr ein langfristiger Vertrag gewährt würde, wobei zugleich an eine Herabsetzung der sehr hohen Tarife gedacht sein soll. Also die B. E.-W. wollen sich ihr Monopol möglichst dauernd sichern für ein der Stadt zu gebendes Linsengericht. Aus dem Rathause wird hierzu berichtet: „Städtischerseits wird eine öffentliche Gegenerklärung im jetzigen Zeitpunkt nicht als erwünscht erachtet mit Rücksicht darauf, dag eine grundiätzliche Entscheidung in dieser wichtigen Frage in allernächster Zeit wird erfolgen müssen. Bei dieser Entscheidung ist ausschlaggebend einmal die Rücksicht auf die Verbesserung der städtischen Finanzen; ferner aber und im besonderen Maße da? Bestreben, eine Verbilligung in der Her- stellung des elektrischen Stromes herbeizuführen, um eine erheb- liche Herabsetzung der gegenwärngen Tarife zu ermöglichen und da- mit der weiteren Verbreitung der elektrischen Sraflversorgung die Wege zu ebnen. Die Verwaltung der B. E.-W. glaubt diesen Erfolg am besten durch Errichtung einer Ueberlandzentrale im Birterfelder Braunkohlenrevier sichern zu können. indem sie durch Erzeugung der elektrischen Kraft an der Fundstelle der Kohlen und durch Ueberlragung an die Verbrauchsstellen auf elekirischem Wege gegenüber dem jetzt geübten Verfahren, das den Transport der Kohle nach den Berliner Zentralen erfordert, eine bedeutende Ersparnis zu erzielen hofft. Ob die erstrebte Ber- billigung auf diesem Wege oder besser auf andere Weise herbei- geführt werden kann, soll hier dahingestellt bleiben. Jedenfalls würde auch der Stadtgemeinde Berlin, falls sie sich für die lieber- nähme der Elektrizilätswerke entscheidet, die Möglichkeit gegeben sein, sich die Borteile einer elektrischen Fernversorgung dienstbar zu mache». Was aber die finanziellen Vorteile anlangt, welche der Stadt, sei es aus dem eigenen Betriebe oder aus einem Gemeinschafts- Verhältnis mit der Pcivatindustrie, erwachsen würden, so sind diese lediglich Gegenstand nüchternster Berechnung. Zweifel bestehen eben darüber, ob die bisherige Gesellschaft in der Lage ist, unter Aufrecht- erhaltung der für ihre Aktionäre notwendigen Dividende gleichzeitig den städtischen Finanzen diejenigen wesentlich erhöhten Bezüge. zu gewährleisten, auf welche nach Lage des städtischen Haushaltes unbe- dingt gerechnet werden muß. Erweist sich diese Vereinigung der beider seiligen Interessen nicht als möglich, so kann es nur zum allseitigen Nutzen gereichen, wenn der Betrieb der Werke selbst in die städtische Hand übergeht. Die sicherlich unentbehrliche Anlehnung an die Jfr duftrie würde damit nicht aufgegeben zu werden brauchen." Diese Erklärung aus dem Rathauie erscheint wenig befriedigend. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, dag die Stadt Berlin die B. E.-W. übernehmen muß und somit in den Besitz eines eigenen Elektrizitätswerks kommt, das eine Reihe Vorortgemeinden zum Segen ihrer eigenen Bevölkerung bereils besitzen. Bei einer solchen Uebernahme' entstehen die verschiedensten Perspektiven. Die Stadt Berlin baut eine eigene Untergrundbahn, zu deren Betrieb sie graste Mengen Kraft und Lickit braucht. Der Staat arbeitet an der Elek- trisierung der Stadtbahn, zu derem Betrieb ebenfalls groste Menge von Kraft benötigt werden. Austerdem besitzt die Stadt selber Gas- werke, die in Verbindung mit einem Elektrizitätswerk weitere groste Vorteile bringen können. Kurz und gut: Trotz aller Schwierigkeiten, die durch»besondere Erwerbungen der B. E.-W. der Uebernahme in städtische Regie gemacht worden sind, kann es nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, dast die Stadt die B. E.-W. übernehmen must. An den Köder darf die Stadt nicht beisten, dast die B. E.-W. in Zukunft der Stadt etwa 12 Millionen anstatt 7,9 Millionen Abgabe zahlen wollen. Es wäre unerhört von den städtischen Körpstichaften, wenn zu den vielen verpaßten Gelegenheilen in der Geschichte der Stadt Berlin eine neue kommen sollte!_ parte!- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. DaS MariuehauS, Brandenburger Ufer 1, und die Kammersäle, Teliowcr Slr. 1—4, sind für die organisierte Arbeiterschafl gesperrt. I» Rcinickendorf-West hat das Lokal Elchbornsäle. Eicbbornstr. 60, den Besitzer gewechselt. Der jetzige Inhaber Herr Schröder stellt das Lokal ebenfalls zur Verfügung. Die Lokalkommission. Zweiter Kreis, 5. Abteilung. Sonnabend, den 15. November. findet in den Kreuzberg-Fesisälen, Kreuzbergstraste 48, ein Unter- haltungsabend stall. Eintritt inkl. Tanz 30 Pf. Billetts sind bei den Bezirkssühreru zu haben.' Schiineberg. Freitag, abends 8V3 Uhr: Beginn des Vor« tragskursus über:«Unsere Klassiker". Referent: Genosse Däumig; Lokal: Neue RathauSsäle, Meiniuger Straße 8. Als Vortragsabende sind festgesetzt: 14., 21. und 28. November sowie S. Dezember d. I. Der Bildungsausschutz. Neukölln. Am Sonnabend, den 15. November, abends 8>/2Uhr. findet in der„Neuen Well" das diesjährige Herbstiest statt.' Das Konzert wird ausgeführt vom„Berliner Konzerihaus-Orchester" unter Leitung seines Dirigenten Fr. v. Bio». Wir verweisen auf das Inserat in heutiger Numnier und bitten um pünktliches Erscheinen. Der Bildungsausschust. Lichterfelde. Am Sonntag früh: Handzetlelverbreitung zu der am Dienstag bei Wahrendorf stattfindenden öffentlichen Ver- sammlung. Trmpclhof. Der Bildungsausschust ist noch im Besitz von Gut- scheinen für eine vom Bezirks-Bildungsausschust Groß-Bcrlin ver- anstaltete Vorstellung im„Deutschen Opernhaus", am Sonntag, de» 16. November d. I., nachmittags 3 Uhr. Gespielt werden:„Die lustigen Weiber von Windsor." Karlen a 1,30 M. (Zettel und Garderobe frei) sind zu haben beim Genossen Jrrgang, Dorfstr. 52. Bezirk Rüdersdorf. Am 15. November: Zahlabend. Für Kalk- b e r g e bei A. Jntrich, Stehbierhalle Köppen; Rüdersdorf bei S. Schaale, Kursürstenstraste; Schulzenhöhe bei W. Lange, Kaiserstraste; Tasdorf bei S. Gehrmann, Berliner Straße. Rcinickcndorf-Ost. Heute abend 8� Uhr findet im„Seebad", Residenzstr. 49, der 5. Vortragsabend des vom Genossen Eichhorn abgehaltenen Vortragszyklus„Einführung in die sozialistische Welt- anschauung" statt. Der hochentwickelte Kapitalismus und der Ueber- gang zum Sozialismus bilden das Thema des heuligen Vortrages. an dem teilzunehmen allen Genossen und Genossinnen dringend empfohlen wird. Bezirk Waidmanuslust. Sonnabend, den 15. November, abends 8>/z Uhr, findet in Hermsdorf im Restaurant„Bellevue", Inhaber A. Pfeffer, eine Generalversammlung des Wahlvcreins statt. Tages- ordnung: 1. Halbjahresbericht der Bezirksleitung. 2. Wahl eines Bezirkskassierers. 3. Vereinsangelegcnheiten und Verschiedenes. Bernau. Heute Donnerstag: Kombinierter Zahlabend bei Salz- mann. Verkündung des Wahiresultats. berliner Nachrichtem Ausgelitten. Der kalte Novemberwind streicht durch die schon stark entblätterten Bäume. Eilenden Schrittes ziehen die Arbeiter beim grauenden Morgen ihre Straffe den Arbeitsstätten zu. Einzelne Straffenbahnzüge unterbrechen zeitweise die gedrüÄe Herbstesstinlmung. Ich eile am Landwehrkanal entlang, um ja zu rechter Zeit im Geschäft zu sein; denn jedermann ist froh, bei dieser herrschenden Arbeitslosigkeit noch Beschäftigung zu haben. Zuspätkommen bedeutet in den meisten Fällen Entlassung. Auf meiner Wanderung stoße ich zeitweise auf Sicherheits- beamte, welche sich mit hochgeschlagenem Mantelkragen in irgendeiner Ecke des Hanfes vor dem leise, aber stetig herab- rieselnden Regen schützen wollen. Doch halt! Da geht ein Schutzmann in kurzen, abgebrochenen Schritten mitten auf dem Trottoir auf und ab; er entfernt sich nur wenig von einem beslinimten Punkt, den er zu beobachten scheint. Einige Passanten stehen in unmittelbarer Nähe und unterhalten sich flüsternd. Mein Weg führt an dieser Stelle vorüber und eilends will ich die kleine Gruppe der fröstelnden Personen passieren. Da fällt mein Blick auf den dunklen Punkt, dem sich alle zugewandt halten. Auf dem Nasen der Uferböschung liegt etlvas, was sich vorläufig noch meinen Blicken entzieht; es ist mit einem alten Stück Sackleinen zugedeckt. Kräftige Schritte hören wir hallen: es ist der kontrol- lierendc Polizcileutnant I— Der Schutzmann nimmt eine stramme Haltung ein, reicht das Kontrollbuch nebst Bleistift seinem Vorgesetzten und erstattet Meldung. Nach erfolgter Eintragung im Kontrollbuch reicht der Leutnant es zurück. Jetzt betreten die beiden Beamten die Rasenböschung und schreiten auf den zugedeckten Gegenstand zu. Der Schutzmann hebt die Umhüllung empor. Wir sehen in das abgehärmte Antlitz eines Toten. Er scheint den ärmsten Ständen anzugehören, denn seine Kleidung ist äußerst schlecht. Der ganze Eindruck deutet auf ein nun abgeschlossenes schweres Erdcndasein. In diesem Moment hat sich unsere kleine Gruppe Neugieriger um einen alten weiffbärtigen Arbeiter vermehrte(St' bleibt nicht stehen, nur im Vorbeigehen wirft er einen Blick auf die beiden Beamten und dann auf den Toten. Sein Mund öffnet sich; mit schwerer»stimme, die ein merkliches Zittern verrät, entringt sich seinen Lippen nur das eine Wort:„Ausgelitten". Mein Gesicht wendet sich dem Alten zu; ich glaube eine Träne seinen grauen Bart netzen zu sehen. Doch ruhig schreitet er weiter. Die Leiche wird zugedeckt; der Leutnant entfernt sich, doch der Polizeibeamte hält weiter die Totenwache. Die kleine Gruppe löst sich auf; Personen, die sich sonst fremd gegen überstehen, die aber das Mitleid hier zusammengeführt hat, sie gehen gemeinschaftlich, sich über das traurige Ereignis unterhaltend, ihren Weg. Ich eile davon. Bei dem Surren der Räder meiner Maschine suche ich den traurigen Eindruck, den ich empfangen, zu verwischen, doch es will mir nicht gelingen. Den ganzen Tag verfolgt mich das trübe Bild, llcberall sehe ich noch den abgemagerten Körper des Toten vor Augen und ständig klingt mir das eine Wort des alten Mannes in den Ohren wieder: „Ausgelitten"._ Angestelltenversicherung der städtischen Angestellten. Der Stadtverordnetcnausschuff zur Vorberatung der Magistratsvorlage über die Regelung der Angestellten- Versicherung der im Wege des Peivatdienstvertrages be- schäftigten städtischen Angestellten hat nach längerer ein- gehender Beratung die Magistratsvorlage nach Maßgabe folgenden Beschlusses angenomnien:„Die Stadtverordneten- Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß die städtischen Angestellten nach dem Angestelltenversicherungs- gesetz in der Weise zu. versichern sind, daß die Stadt die Ärbcitgeberbeiträgc übernimmt und den von dieser Versicherung Betroffenen eine Gehaltserhöhung in Höhe der von ihnen gezahlten Angestclltenbeiträge, rückivirkcnd vom 1. Januar d. I. ab, gewährt wird."_ Die Regelung der Straßenbahnanlagen auf dem Alexander- platz, die durch den Bau der Untergrundbahn in einen recht unerfreulichen Zustand versetzt worden waren, wird demnächst erfolgen. Der Verband Groß Berlin hat der beantragten Veränderung der gesamten Bahnanlagen ans dem Alexander- platz zugestimmt, die damit endgültig und in einer dem Ver- kehr mehr als bisher entsprechenden Weise reguliert werden. Auch die Bahnanlagen am Roseneck ini Grunewald, die zur besseren Bctriebsführung der dortigen Straßenbahnlinien um- gebaut werden, die Bahnanlagen in der Lothringer Straße und in der Prenzlauer Allee haben die Zustimmung des Verbandsausschusses Groß-Berlin gefunden. Um die Lustbarkeitssteuer. Die sozialdemokratische Fraktion der Stadtverordnetenversamm« lung hat folgenden Antrag eingebracht:„Die Stadtverordneten- Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, ihr in einer Vorlage zur Kenntnisnahme genaue Unterlagen über die bis- herigen Ergebnisse und Wirkungen der Lustbarkeitssteuer vom 8. März lg<3 mitzuteilen. Der Antrag wird voraussichtlich Donnerstag in acht Tagen zur Beratung kommen. „Nur etwas mehr Siegeszuversicht und besiere Organisation wird es auch in Berlin verhindern, daß der„Vorwärts" immer wieder von neuen Erfolgen berichten und dadurch die Arbeits« freudigkeit seiner Anhänger aufs neue anspornen kann. . Denn es ist ein törichter Glaube, den die Sozialdemokratie geflissentlich und mit großer Wirkung zu nähren sucht, als wenn alle Arbeiter zur Sozialdemokratie gehörten. Es waren fast durckweg Arbeiter, die gestern in den Heist umstrittenen Bezirken den Fortschrittlern ihre Stimme gaben, während Leute mit einer gewissen Behäbigkeit und Wohlhabenheit sich zur Sozialdemokratie bekannten." Ganz stimmen die Beobachtungen des Berichterstatters der„Frankfurter Zeitung" über die bürgerlichen Wähler nun nicht. Aber wir nehmen Akt davon, daß auch sie unsere Erfolge uns attestieren muß, wenn auch sehr ungern! Von den Stadtverordnetcnwahlen. Die„Frankfurter Zeitung" widmet unseren Erfolgen bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen einen wehmütigen Nach- ruf. in dem sie unter anderem schreibt: l Doppelmord in Neukölln. Verhaftung des Mörders. Das Haus Steinmetzstr. 87 in Neukölln war Dienstag abend der Schauplatz einer ungeheuerlichen Bluttat. Der 34 Jahre alte Kutscher Friedrich Bogan hat seine mit ihm zusammenwohnende Geliebte, die 40 Jahre alte Arbeiterfrau Johanna Prusseit, geborene Adomeit, und deren drei Jahre alte Tochter Erna erdrosselt und die 11 Jahre alte Tochter Klara so schwer verletzt, dast mit deren Ab- leben gerechnet werden must. Bogan wurde gestern nachmittag in der Glasowstraste von einer Frau erkannt, durch einen Schutzmann festgenommen und dem Präsidium in Neukölln eingeliefert. Bogan war seit längerer Zeit nur noch als Gelegenheitsarbeiter tätig und verdiente recht wenig. Frau Prusseit war seit Jahren krank und erwerbsunfähig. Ihre älteste, 19 Jahre alte, aus der ersten Ehe stammende Tochter Marie mußte ihren ganzen Verdienst hergeben, um zu dem Unterhalt ihrer Mutter, der Stiesgeschwister und des eigenen, erst sieben Wochen alten Kindes beizutragen. In der gemeinsamen Wohnung kam es zwischen Bogan, seiner Geliebten und deren Tochter häufig zu unliebsamen Auftritten, die für gewöhnlich mit schweren Misthandlungen endeten. Am letzten Sonnabend war es wieder einmal zu einer derartigen häuslichen Szene gekommen. Bogan hatte seine Arbeit eingestellt und den Lohn vertrunken. Am Dienstag wollte er Geld besorgen, liest sich aber bis Mittag nicht sehen. Am Abend um S'/� Uhr erschien er vor dem Fabrikgebäude in der Bergmannstrastc, in dem die Marie Prusseit beschäftigt war. Er trat ihr entgegen und sagte ihr, sie möge nicht nach Hause, sondern nach Britz zur Großmutter gehen. Dort sei auch ihre Mutter, mit der er Streit gehabt habe und die ihn darauf mit den Kindern verlassen habe. Das Mädchen wurde gleich stutzig, weil Bogan erst in der Nacht zum Sonntag versucht hatte, ihre Mutter im Schlafe zu erwürgen. Als es erklärte, dast eS unter allen Umständen erst nach Hause gehen werde, gab ihm Bogan 20 Ps. mit den Worten:„Mach was Du willst, wenn Du ober nach Hause kommst, dann wirst Du was Schönes sehen!" Jetzt eilte das Mädchen mit einer Freundin, die es begleitete, nach der Wohnung. Die Tür war verschlossen, die beiden Mädchen fanden aber den Schlüssel unter der Flurmatte liegen, wohin er in der Regel gelegt wurde, wenn Frau Prusseit ausging. In der Küche war nichts Auffallendes zu sehen. Das Mädchen erschrak aber, als es die Stubentür verschlossen fand. Es holte nun mit der Freundin Nachbarn und einen Schutzmann. Als diese jetzt'gewaltsam Psftletens� fayd�ma'n FraU'Prusseit�und ühr 3 Jahre altes Töchterchen erdrosselt auf einem Bette liegend bor. Aus einem zweiten Bette lag das 11 Jahre alte Töchterchen Klara schwer verletzt. ES gab noch Lebenszeichen von sich und wurde auf Anordnung der inzwischen erschienenen Kriminalpolizei in das Britzer Krankenhaus geschafft. Der Befund ergab, dast Bogan anscheinend mit einem schweren Werkzeug die Geliebte niedergeschlagen und hinterher erdrosselt hat. In dem einen Bett fand man einen Strick. Die beiden Leichen wurden beschlagnahmt und die Suche nach dem Mörder eingeleitet. Gestern vormittag erhielt Marie Prusseit von Bogan eine Postkarte und einen Brief, die morgens zwischen sechs und sieben Uhr auf dem Postamt 33 im Südosten abgestempelt sind. Ter eine Brief des Mörders ist an seine Mutter gerichtet und lautet:„Ich sage Dir besten Dank für die Aufnahme, die Du mir immer gewährt hast, sonst wäre es zu diesem Ziele nicht gekommen. So nimm mich das nicht übel. Die Zeit ist vorbei. Ich habe das Leben sat gehabt. Nun lebe wohl bis an Dein TodeSende. ES ist mir sehr schwer gefallen. Nun Adieu." An die Schwester schrieb Bogan:„Diese Frau hat mir so viel zugesetzt, dast es soweit gekommen ist. Alle sind mir sehr schwer von Herzen gegangen. Sie haben sich alle drei sehr gesträubt. Die Frau sagte noch, jetzt ist es genug, aber ich mußte es tun. Nnn leb' wohl, ich konnte nicht anders." Wie weiter mitgeteilt wird, ist das Befinden der elfjährigen Klara, die ein Kind des Bogan aus erster Ehe ist, günstig. Sie dürfte nach Ansicht der Aerzte mit dem Leben davonkommen. Bei seiner Vernehmung auf dem Polizeipräsidium gab Bogan an, dast Frau Prusseit, als er am Montagnachmittag nach Hause gekommen sei, mit dem dreijährigen Töchterchen Erna auf dem Fuß« boden gelegen habe und dabei gewesen sei, es zu erdrosseln. Er habe sie davon zurückgehalten und sei nun mit ihr wegen der Miete in einen Streit geraten, habe sich dann aber wieder mit ihr versöhnt. Nach einigen Minuten habe die Frau ihn jedoch wieder beleidigt, und dadurch sei er in eine solche Wut geraten, dast er zn einem gerade zur Hand liegenden Hammer gegriffen und sie auf den Kops geschlagen habe. Sie sei daraufhin tot zusammengebrochen. Nun habe er be« merkt, dast auch das Kind tot gewesen sei. Er bestreitet ganz ent« schieden, dast er der Mörder des Kindes ist, behauptet vielmehr, dast Frau Prusseit eS umgebracht habe. Als er nun die beiden Leichen aus das Bett gelegt habe, sei die 11jährige Klara gerade aus der Schule nach Hause gekommen. Nun habe er sich gesagt, daß auch sie nicht weiter zu leben brauche, wo beide tot waren und habe sie gepackt und gedrosselt, bis sie die Besinnung verloren habe. Er glaubte, dast sie tot gewesen sei und legte sie dann zu der Frau und dein kleinen Kinde auf das Bett. Die Vernehmung wurde bald abgebrochen, um später fortgesetzt zu werden. Bei seiner zweiten Vernehmung über den ErdroffclungSversuch der 11jährigen Erna gab er weiter an, daß er zu ihr bei ihrer Heim. kehr gesagt habe:„Mutter ist tot, Erna ist tot, jetzt mußt Du auch sterben." Dann habe er einen Strick genommen, ihr diesen von hinten um den Kopf geworfen und sie dann mehreremal in die Höhe gehoben. Die Obduktion der beiden Leichen hat ergeben, dast so- wohl bei der Frau wie bei dem Kinde der Tod durch Ersticken ein« getreten ist. Dast Bogan die Tat vorsätzlich ausgeführt hatte, geht aus fünf Schreiben hervor, die er im ganzen geschrieben hat. In seiner Tasche fand man noch einen Brief, der an scüicn Schwager gerichtet war. Auch darin bezichtigt er sich des Mordes. Austerdem hat er vorher zn einein Arbeitskollegen geäußert, daß er alle drei totschicstcn werde. Am Schlüsse des Verhörs sollte die überlebende 19 Jahr alte Tochter Marie dem Mörder gegenübergestellt werden. Sie brach jedoch bei seiner Ansicht in Schreikrämpfe aus und konnte nicht weiter befragt werden. Bogan ist di« Nacht hindurch im Schle fischen Busch umhergeirrt und wollte jetzt zu einem befreundeten Gastwirt nach Johannisthal gehen, um sich Mittagessen geben zu lassen, da er nicht mehr bezahlen konnte. Bei seiner Verhaftung fand man nur noch 5 Pf. bei ihm. Ausserdem noch einen Strick, mit dem er sich, wie er sagte, erhängen wollte. Ueberfahren und getötet. Tödlich verunglückt ist Dienstagabend der 60 Jahre alte Kauf- mann und Hauseigentümer Edmund Apel aus der Frankfurter Allee 50. Apel wollte kurz vor 9 Uhr unter, der Ueberführung der Stadlbahn am Alexanderplatz, unter der jetzt zur Verstärkung des Belags für den elektrischen Betrieb Baugerüste errichtet sind, einen Strassenbahnwagen besteigen. Er glitt vnm Trittbrett ob und kam so unglücklich zu Fall, doss er überfahren tpurde. Der Verunglückte blieb bewußtlos liegen und starb schon auf dem Wege nach der nahe- gelegenen Unfallstation in der Keibelstrasse. Das Opfer des Potsdamer Automobilunfalls und der Prinz. Dieser Tage berichteten wir, daß in Potsdam die bierjährige Elli Kirsch von einem Automobil des Prinzen Friedrich Leopold überfahren und getötet wurde. Das.Berliner Tageblatt* brachte gestern abend folgende lakonische Notiz:„Der Prinz hat am Sarge des Kindes zwei Kränze durch seinen Adjutanten niederlegen lassen und wird bei der Beerdigung durch den Hosinarschall vertreten sein. In Potsdam gibt sich grosse Teilnahme für die Eltern des ge- töteten Kindes kund. Die Familie ist durch die Beerdigungs- kosten in finanzielle Schwierigkeiten geraten, da der Prinz nur für die Stellung dys Leichenwagens Sorge getragen hat.* Gewöhnlich heißt eS: Noblesse obligel(Adel verpflichtet.) Im vorliegenden Falle scheint man davon wenig zu merken, obwohl eine Verpflichtung des Prinzen über die Haftung vorliegt. Dabei wollen eine Anzahl Augenzeugen bekunden, daß das prinzliche Automobil am Tage des Unfalls mit einer für den Stadtverkehr unzulässigen Schnelligkeit gefahren sein soll._ Verloren. Auf dem Wege zur Arbeit von der Waldenserstr. 18 bis zur Turbincnfabrik Huttenstrasse ist ein Portemonnaie mit zirka 21 M. in bar und einem Trauring. M. Janz 12. 5. 13 gezeichnet. verloren gegangen. Der Verlust trifft den Verlierer besonders hart, da er erst seit 14 Tagen wieder arbeilen kann, vorher aber 16 Wochen krank war. Der ehrliche Finder wird gebeten, den Fund bei A. Ziminer, Waldenserstr. 13 IV, abzugeben. Vorort- Z�ackmcdtem Charlottenburg. Ein Klagelied über den Durchfall des liberalen Arbeiterführers Friedrich im 6. Wahlbezirl stimmt ein liberaler Wahlhelfer in Nr. 266 der„Neuen Zeit" an. Trotz Auto, Rohrpost und Telephon sei es nicht möglich gewesen, das besser situierte Bürgertum für diese Kandidatur zu erwärmen. Es habe versagt. Man sei im Bürgertum achselzuckend über die Kandidatur eines„nur Arbeiter* hinweg- gegangen. Die liberale Gleichberechtigung hat also doch nicht fest gesessen. Die Probe auf das Exempel ist jämmerlich ausgefallen. Das Bürgertum, das uns den Klassenstandpunkt zum großen Vor- Wurf macht, hat in diesem Falle selbst seine Klasse nicht verleugnen können. Im übrigen haben die Charlottenburger Arbeiter zu er- kennen gegeben, wie sie die Kandidatur Friedrichs bewerten. Die sogenannten liberalen Arbeiter— vielfach entspringt ihre Zugehörig- ieit zum liberalen Arbeiterverein rein materiellen Gründen— sollten aber aus dem Wahlausfall ersehen, daß die schönen Reden von liberaler Gleichberechtigung eitel Dunst sind und daß sie nur gut tun, wenn sie sich ihren klassenbewußten Arbeitskollegen anschließen, Schöneberg. Dirnstbotenversicherung in Schöneberg. Die Satzungen der All- gemeinen Ortskranlenkasse sind genehmigt. Der Jahresbeitrag be- trägt 32,76 M. für alle Dienstboten mit einem Barlohn bis 36 M. monatlich. ES sind alle Dienstboten versicherungspflichtig und müssen auch dann angemeldet werden, wenn Befreiung beantragt wird. Die Befreiungsanträge sind bei jedem neuen Dienstboten von neuem zu stellen. Die Anmeldungen können zugleich mit den polizeilichen Anmeldungen auf jedem Polizeirevier erfolgen. Bei Erkrankungen ist daS persönliche Erscheinen des Dienstboten nicht erforderlich. Bei Krankenhauseinweisungen verzichtet die Krankenkasse auf vorherige Genehmigung. Versicherungspflichtig sind auch die Portiers. Die erstmaligen Meldungen sind an die Kasse direkt zn richten und werden schon jetzt(Grunewaldstr. 30) mit Wirksamkeit vom 1. Ja- nuar 1914 entgegengenommen. Formulare und Merkblätter werden unentgeltlich abgegeben. Sie liegen aus in allen Zeitungskiosken, auf der Kasse sowie auf dem VersicherungSamt. Steglitz» An erster Stelle der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung am Freitag, den 14. d. M., abends 6 Uhr steht ein von den Sozial- demokraten gestellter Antrag, der schon zu der Oktobersitzung ein- gebracht war, aber damals vertagt wurde. Der Antrag lautet:„Um der in immer wachsendem Umfange hervortretenden Arbeitslosigkeit und dem sich hieraus ergebenden Notstande der Arbeiter nach Mög- lichkeit zu steuern, beschließt die Gemeindevertretung: 1. alle Arbeiten für daS Hoch- und Tiefbauamt, für welche Mittel bewilligt sind, mit größter Beschleunigung in Angriff zunehmen; 2. den Gemeindevorstand zu beauftragen.eine Vorlage einzubringen, um Arbeitslosenunterstützung aus Gemeindemilteln aus Grundlage des Genter Systems zur Aus- zahlung zu bringen.". Es wird sich bei dieser Gelegenheit zeigen, ob die sozialpolitische Einsicht des Gemeindevorstandes und der bürgerlichen Vertreter mit der Zeit Fortschritte gemacht hat. oder ob man auch diesmal wieder die berechtigten und dringenden For- derungen der Arbeiter mit den abgedroschensten Redensarten be- kämpfen wird, wie dies in früheren Jahren geschah. Unseren Partei- genossen empfehlen wir den Besuch dieser Sitzung, um das Wirken der Gemeindevertretung in Arbeiterfragen an der Quelle zu studieren, Auch die zu erwartende Aussprache in der Frage der Stadt- werdung, sowie die abermalige Beratung des Zweckverbands- antrageS betr. Anlage des Breite nbachplatzeS dürfte unsere Genossen interessieren. Weißensee. A«S der Gemeindevertretung. Ein Antrag: die OrtSkrankenkasie der Kürschner zu Berliir wegen Ersatz von Krankenhauspflegekosten zu verklagen, wurde angenommen. Zur Errichtung einer Lesehalle für Jugendliche ist der Gemeinde eine Büchersammlung von über 1660 Bänden und zur Einrichtung der Lesehalle eine Summe von 2000 M. als Teschenk angeboten worden. Die Bücher sollen jedem Kind im Alter von 8—10, 10—14 und 14—16 Jahren zur Ver- fügung stehen. Die Lesehalle wird auf dem PumpstationSgrundstück untergebracht. Die Regierung verlangt, daß die Gemeinde bestimmte Bezirke des Orts so einteilt, daß diese nur mit villenartigen Häusern bebaut werden, um dadurch mehr Grünflächen zu schaffen. Da der Grundbesitz sich hierdurch geschädigt glaubt, war man ängstlich be- müht, nicht allzu große Teile diesem Zwecke dienstbar zu machen. Das reservierte Gelände liegt an der Grenze von Hohen-Schön- Hausen und ist zum größten Teil in, Besitz der Gemeinde. In der geheimen Sitzung wurde dann noch ein Markthallenprojekt besprochen. Trevtow-Baumschulenweg. Der Seefischverkauf. der Gemeinde ist im Ortsteil Baumschulen- Weg aufgegeben, doch find dort allwöchentlich frische Seefische in der Verkaufsstelle des Konsumvereins zu haben. Im Berliner OrtSteil bleibt der Verkeuf wie bisher geregelt. Kopemck. Am Bußtag findet am Ort eine wichtige öffentliche Versammlung statt. Der Vorstand deS Wahlvereins ersucht die Arbeitervereine. dies bei geplanten Herrenpartien zu berücksichtigen. Bernau. Heut« Donnerstag, den 13. November, finden von mittags 12 Uhr bis abends 7 Uhr die Sladtverordnetenwahlen für die dritte Abteilung im„Elystum", Hussttenstraße 6 statt. Unsere Kandidaten sind die Genossen Bruno Schneider und Max R o s e n o w. Zur Wahl zugelassen wird nur, wer noch bis 7 Uhr im Wahllokal ist. Die Wahl für die zweite Abteilung findet morgen Freitag, den 14. November, vormittags von 9 bis 1 Uhr im Magistratssitzungszimmer statt. Unsere Kandidaten'sind die Genossen Emil Wünsche, Ludwig S t o ck l ö w und Max R o s e n o w. Die Genossen wollen sich zu den Wahlarbeiten möglichst zahlreich zur Verfügung stellen. Desgleichen wird die Berliner Arbeiterschaft, soweit dieselbe mit Bernauer Wahlberechtigten zusammen arbeitet, ersucht, dieselben auf ihre Wahlpflicht aufmerksam zu machen. Pankow. Zur Aufstellung der Kandidaten zum Ausschuß der Krankenkasse wird am Freitag, den 14. November, abends 6 Uhr, eine von der Gewerkschaftskommission nach dem Lokal von Roczycki, Kreuzstr. 8—4, einberufene öffentliche Versammlung der Mitglieder der OrlSkranken- kasse Pankow Stellung nehmen. Außerdem steht noch ein Vortrag des Genossen Nitschke über die Volksfürsorge auf der Tages- ordnung. Potsdam. Erfahrungen und Ergebnisse des vorjährigen städtischen Fleisch- Verkaufes. Gleichzeitig mit dem Beschlutz der gemischten Kommission zur Beratung der Teuerungsmatznahmen, die beschlossen hat, in Anbetracht der erheblichen Arbeitslosigkeit und der zunehmenden Notlage den weniger bemittelten Bevölkerungsschichten billiges Fleisch zu verschaffen, unterbreitet der Magistrat der Stadtver- ordnetenversammlung einen Bericht über den vorjährigen städtischen Fleischverkauf, zu dem durch Beschlutz vom 4. Oktober 1912 1600 M: zur Verfügung gestellt wurden. In dem Bericht heißt es: Da die Fleischer m ei st er eS verstanden, den Verkauf des Fleisches für die Stadt sehr ungünstig zu ge st alten und sich weigerten, ausländisches Fleisch auf eigenes Risiko zu ver- kaufen, so übernahm der Magistrat mit Zustimmung der Stadt- verordnetenversammlung den Fleischverkauf in eigene Regie, und zwar mit bestem Erfolge. Sodann wird in dem amtlichen Bericht erwähnt, daß ein dänischer Grotzimporteur erstklassiges dänisches Rindfleisch lieferte und im Laden in der Brauer- stratze am 14. November der Verkauf eröffnet wurde.„Das vor- treffliche Fleisch fand bei den billigen Preisen eine reißende Ab- nähme." Interessant war auch bei diesem Verkauf die Feststellung, daß weitaus der größte Teil des kaufenden Publikums den weniger bemittelten Ständen angehörte. Dies wurde dadurch bewiesen, datz 70 Proz. der Verkaufsbons Beträge bis zu 2'M., nur 18 Proz. Beträge von 2— 3 M. und 12 Proz. Beträge über 3 M. aufwiesen. Hierbei sei bemerkt, daß schon der erste Fleischverkauf dieselbe Erscheinung gezeigt hatte. Der Zudrang zu der Verkaufsstelle war zeitweise derart stark, datz der Laden zugeschlossen werden mutzte, bis die darin befindlichen Kunden abgefertigt waren. Des weiteren erwähnt der Magistrat, datz er auf Bitten der Fleischermeister, denen er einen Verdienst von 60 M. pro Rind und 20 M. pro Schwein gewährleistete, am 30. November 1912 den städtischen Laden schloß, nachdem durch Unterschrift 35 Fleischer- meister die Bedingungen des Magistrats anerkannten.„Der größte Teil der Fleischermeister hielt sich jedoch in der Folge an sein durch Unterschrift gegebenes An- erkenntnis nicht für gebunden." Weil nun die Stadt gegenüber Berlin durch eine dreiwöchige Kündigungsfrist gebunden war und befürchtete, große Fleischmengen geliefert zu erhalten, ohne genügende und sichere Verkäufer zu haben, schloß sie mit neun Schlächtermeistern einen gerichtlich klagbaren Vertrag, in dem alle Beteiligten als Gesamtschuldner für die Abnahme und den Vertrieb hafteten.* Dieser Vertrag, der allen Wünschen der Schlächtermeister in weitgehendster Weise entgegenkam und eine vierwöchige Kündigungsfrist vorsah, wurde bereits beim ersten Kündigungstermin von den Schlächtermeistern gekündigt. Ter Magistrat sah sich daher genötigt, auch seinerseits der Stadt Berlin den Bezug russischen Fleisches zu kündigen und den Verkauf aus- ländischen Fleisches vorläufig einzustellen. Vom 12. November bis 17. Januar 1912 wurden verkauft: 8465 Kilogramm dänisches Rindfleisch, 7963 Pfund russisches Rindfleisch, 19 443 Pfund russisches Schweinefleisch. Bei dem Verkauf durch die Schlächtermeister auf Risiko der Stadt ist ein Defizit von 681,77 M. entstanden, dagegen hat der Fleischverkauf in eigener Regie nach Abzug sämtlicher Un- kosten einen Ueberschutz von 480,69 M. gebracht, so datz nur ein Fehlbetrag von 101,18 M. zu decken bleibt.„Wäre der Fleischverkauf nicht so schnell durch die Kündigung der Schlächter- meister beendet worden, dann hätte man auch dieses geringe Defizit noch decken können* Der Magistrat stellt dem Stadtparlament an- heim, über eine Wiederaufnahme des Verkaufes von russischem Fleisch in eigener Regie Beschlutz zu fassen. Retnickend ork. Der Männerchor Reinickendorf lMitglied des D. A.-S.-B.) ver- anstältet am Sonnabend, den 16. November, abends 9 Uhr, in den Hubertussälen, Provinzstraße, ein Herbstkonzert. Als Mitwirkende sind gewonnen: Cellistin Frl. Marie Hahn vom Kutschka-Ouartett, sowie Konzertsänger Herr Jul. Gutmann. Die Arbeiterschaft wird um eine rege Beteiligung gebeten. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Spandau. Heute.Donnerstag, nachmittags 4'/. Uhr, im Sitzungs- saal des neuen Rathauses. Weihensee. Freitag, nachmittags 5 Uhr, im Rathause. U, a.: Be- sprechung über die Errichtung eines Fleischverkauss, Diese Sitzungen find Sffenllich. Jeder GemeindeangehSrige II be- rechtigt, ihnen als ZuhSrer beizuwohnen. Hub aller Welt. Em internationaler Konflikt. Auf Island ist ein Konflikt mit dem„diplomatischen KorpS' entstanden, der schwerwiegende Erschütterungen der inter- nationalen— Lachmuskeln nach sich ziehen dürste. Am 1. Juli dieses Jahres trat ein Beschlutz deS Parlaments in Kraft, der die Einfuhr von alkoholischen Getränken verbietet. Seitdem müffen die Isländer auf den„guren Tropfen* verzichten. Auch die Vertreter der ausländischen Mächte natürlich. Die Konsuln Norwegens und Frankreichs aber konnten ohne die Alkoholseuche nicht auskommen, und sie erhielten auch die Erlaubnis der hohen Obrigkeit, jährlich je 800 Liter Wein zum eigenen Gebrauch einzuführen, Darob große Entrüstung bei den Konsuln der anderen Länder, die sich benachteiligt fühlen. Auch ihnen ist der Genuß von Wein kein Greuel und sie wollen sich nicht damit zu- frieden geben, datz nur ihre Kollegen aus Norwegen und Frank- reich 890 Liter Wein„zum eigenen Gebrauch* einkellern können; sie fordern vielmehr Gerechtigkeit und gleiches Quantum für alle! Wie aus Reyhavik der Kopenhagener Presse gemeldet wird. j haben die anderen Konsuln sich beschwerdeführend an ihre Regierungen gewandt. Es wird also eine internationale Diplomatenkonferenz zusammen- treten müssen, um das alkoholische Gleichgewicht der ausländischen Konsuln auf Island wieder herzustellen. Greuel des ZkriegeS. Beim Austausch der Gefangenen des zweiten Balkan- krieges wurde eine größere Anzahl bulgarischer Sol- baten, die in griechische Gefangenschaft geraten waren, vermißt. Wie jetzt das offiziöse Bulgarische Tele- grapbenbureau meldet, sei festgestellt worden, dasi 8V gefesselte Soldaten, die ans dem griechischen Dampfer „Pelope" nach Saloniki eingeschifft worden waren, um angeb- lich in Quarantäne gelegt zu werden, auf Befehl des Kapitäns, eines gewissen Lebebeis, ins Meer geworfen worden und. Elf andere Soldaten, ebenfalls G e- f a n g e n e, die sich an Bord des gleichen Dampfers be- fanden, sind nach den schrecklichsten Martern ge- tötet worden. Die Vorgänge sollen vor den Augen einiger Passagiere geschehen sein._ Die Schneestürme in den Bereinigten Staaten. Die Schneewehen und Schneestürme, die seit Sonntag im ganzen Osten der Vereinigten Staaten mit unverminderter Kraft wüten, haben in dem schwer heimgesuchten Lande Zustände geschaffen, die dem Unglück der großen Ueberschwemmungen im Frühjahr nicht weit nachstehen. Besonders die Stadt C l e v e l a n d(Ohio) ist von dem Unwetter schwer heimgesucht worden. Ganz Ohio liegt unter einer 62 Zentimeter hohen Schneedecke. Die Wege sind mit zahllosen Telegraphen- und Telephon- drähten übersät, die durch daS Gewicht des Schnees gerissen sind. Der Verkehr ist vollkommen lahmgelegt und den Bewohnern droht die Gefahr des Verhungern S. Drei Personen sind unterwegs im Schnee begraben worden und getötet. Von vielen anderen ist man ohne Nachricht, von denen man an- nimmt, daß sie unter der Schneedecke liegen und erfroren sind. Der Schneefall dauert ununterbrochen fort. Der Schaden, der bis jetzt entstanden ist. beläuft sich auf Millionen Dollar. Da? Unglück würde unabsehbar werden, falls Schneeschmelze eintreten sollte, die eine furchtbare Uebcr- schwemmung mit sich bringen würde. Es ist nicht möglich, den Wagenverkehr selbst innerhalb der Straßen der Stadt Cleveland aufrecht zu erhalten, so daß nicht ein« mal die Beerdigung der Leichen vor sich gehen kann. Brot, Milch und andere Nahrungsmittel sind selb st für hohe Summen nicht aufzutreiben. Auf den Seen sind zahlreiche Schiffe in Gefahr gekommen. Auf dem Erie-See ist der Dampfer„Ig Garmer* in der Nähe von Lorain Harbour aufgelaufen. Da der furchtbare Schneesturm jeden Rettungsversuch unmöglich macht, wird für die 2 0 Man» st a r k e Besatzung das Schlimmste befürchtet. Ein Leuchtschiff auf dem Erie-See ist ebenfalls infolge des Sturmes gesunken. Die 19 Mann starke Besatzung scheint verloren. Auf dem Huron- See scheiterte ein Lastdampfer und seine 40 Mann Besatzung dürfte umgekommen sein. Auch in anderen Staar-» hat der Schneesturm furchtbar gewütet. Bisher sind 18 Todesfälle infolge Erfrierens gemeldet worden. Erdbebenkatastrophe in Peru. Die„New Jork Times" bringt eine Depesche, nach welche» laut amtlicher Meldung am Freitag ein Erdbeben die Stadt Albancay, Provinz Apurimac, Peru, zerstört hat; man zählt mehr als zweihundert Tote; tausend Menschen sind obdachlos._ Kleine Notizen. Ein Offizier wegen Mordversuchs angeklagt. Gegen den Leutnant Tiegs vom Fußartillerieregiment 16 in D i e d e n h o f e n ist An« klage wegen Mordversuchs erhoben worden. In seinem Zimmer war bekanntlich vor einiger Zeit der Fähnrich Förster durch eine Revolverkugel schwer verletzt aufgefunden worden. Die Haupwerhandlimg findet am 26. November statt. Untergang eines italienischen Segelschiffes. Wie aus Sao Theotonio bei Odemira gemeldet wird, ist der italienische Dreimaster„Elvo*, der eine Holzladung führte, an der portugiesischen Küste gescheitert. Elf Mann werden v e rm i ß t, Arbeiterrisik». Wie aus Pau gemeldet wird, explodierte im Tunnel von Eygun der im Bau begriffenen Bahn vorzeitig eine Dynamitpatrone, Zwei spanische Arbeiter wurden ge- tötet, ein dritter wurde lebensgefährlich verletzt.— In einem Schieferbruch bei Angers wurden drei Arbeiter durch einen Felssturz getötet," zwei schwer verwundet. Absturz eine? französischen Militärfliegers. Der Militärflieger Hauptmann L a g a r d e geriet am Mittwoch in Villacroublay kurz vor der Landung fünf Meter über dem Erdboden in Böen und st ü r z t e ab. Der Flieger kam unter den Motor und wurde auf der Stelle getötet. Schwere Schlagwetterexplosion. Auf der fünften Sohle von Schacht 3 der Gewerkschaft„Deutscher Koiser" in Bruckhausen er« eignete sich eine Explosion schlagender Wetter. In einem Bremsbergaufbau hatten sich Wetter entwickelt, die sich an der Lampe eines Bergmannes entzündeten. Drei Bergleute verbrannten, einer erlitt lebensgefährliche Brandwunden. Auch das Befinden der beiden übrigen Verletzten gibt zu Bedenken Anlaß._ Veranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 17, November, abends 8'/, Uhr, in Keller» Neuer Philharmonie. Köpe- nicker Str. 9(3197, Vortrag:„Die Frau in der neuen Literatur*. Rcserentim Frau Wally Zepler. Gaste willkommen. Jugendveranstalttmge». Britz Buckow. Donverstag: 3, Bortrag des naturwissenschaftlichen Zyklus: Die Abstammung des Menschen, SerrFarwiz. Somitag: Besuch des Museums sür deutsche Volkstrachten. Tresspunkti Vormittag Iv'fl Uhr Ecke Germamapromenade. Vrlefkasten der Redaktion. Sie lurtstttaie spreaiftundc findet Ltudenftratze 6», vorn wer Src»»e» — i? n I) t ft n 6 l—, wochcntagli» von bis 7H Udr abend», eonnadend», «on iV, bis 6 Uhr abend» statt. Jeder für drn Brieslasie» bestimmten Änsrag« ist ein Buchstabe und eine Saht-l» Merkzeichen betznfügrn. vrtefttche Antwott wirb nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abanuemenisiinittnng beigefügt ist, ,crd-n nicht bcanttvortci. Eilige Fragen trag» man in drr Sprechftnndr dar. St. R. Friedrich-Wilbelms-Anstalt für arbeitsame Berliner Rathaus, Zimmer 99.— F. E. 60. Verein der Hausangestellten, Berlin, Engel- user 2t,— G. F. 109. Uns leider nicht bekannt. Schlagen sie im Berliner Adrcgbuch, II, Teil nach,— P. G. Neukölln. Ist uns nicht mehr möglich s-stzustellen.— G. H. 20. Die sicherste AuSkunst erhalten Sie im SluslunstSbureau, Bahnhos Alexanderplatz.— I. W. 14. 1. Richter, ja, 2. nein.— R. R. 33. Mit einem welchen Lavpen trocken abreiben,— K. S. 1., P E. 2. Wetten entscheiden wir nicht. Wo ist die Quittung?— 87 W. Kann nur der Arzt beraten.— Selma 1890. Auch Sie müssen einen Arzt zu Rate ziehen.— C. E. 37. Berlin, Gollriowstr. 46.— N. 666. Arb-Schachliub, Vors. Rich, Seier, Berlin, Rüllerstr, 163, Hos III. Alles Nähere crsahren Sie dort.— M. D. 40. Fragen Sie bei der Stislungsdcputation des Magistrats, Berlin, Post- Ivane 16 an.— Jülow Hauspflegeverein, Königgrätzer Str. 97. — G. 30. Pros, Dr. A, Blaschko, Berlin. Wtlhelmstr, 48.- N. 101. F. 0. 1. Durch das Gtnwohncr.Meldeamt in Hannover und Weiterverfolguna der von dort erhaltenen Ansklmst. 2. Für Schweidnitz-Striegan t.(vchl.— Hus der Frauenbewegung. Die ßlaublultgen. Durch die rapide Steigerung des Geschäftslebens hat wie alle anderen Verkehrsmittel auch der Fernsprechbetrieb eine kolossale Steigerung erfahren� Um nun diesem gesteigerten Verkehr zu genügen, ist man, wie in allen größeren Fabrikbetrieben, so auch bei der Behörde zur Einführung neuer Methoden übergegangen, die die Ausnutzung der menschlichen Arbeitskraft erheblich steigern. Man hat nach amerikanischem Muster den Dienstleitungsbetrieb eingeführt. Aber was in amerikanischen Verhältnissen vielleicht noch erträglich ist, wird in einem behördlichen Betriebe zu unentrinnbarer Fessel. Der Fernsprechbelrieb ist in Amerika in privaten Händen, und wenn damit auch nicht gesagt sein soll, datz die Arbeiterinnen dadurch genügend entlohnt werden, so besitzen sie doch das Koalitionsrecht, und können für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Man hat im deutschen Ferusprechbetrieb ein ganz famoseS System, sich billige Arbeitskräfte zu sichern, das sich nach Einführung des Dienstleitungsbetriebes noch ganz besonders bewähren wird Die jungen Beamtinnen werden hier mindestens neun Jahre mit diätarischer Besoldung beschäftigt, und jeder Tag, den sie fehlen, wird ihnen vom Gehalt abgezogen. So wird die ganze Kraft daran gesetzt, während dieser Zeit ja nicht krank zu werden, denn das Krankengeld ist auch nicht hoch, und bei kürzerer Krankheitsdauer bleiben die ersten drei Tage unersetzt. So kommt es, dast in diesen neun Jahren mit der Nervenkrast direkt Raubbau getrieben wird. Waren nun bei der bisherigen Betriebsart noch Aussichten vorhanden, das Anstellungsalter einigermaßen leistungsfähig zu erreichen, so wird eS wohl in Zukunft ein seltener Fall sein, daß eine Beamtin die neunjährige Tortur aushält, bis ihr mit der Anstellung etwas mehr Gehalt und die Pensionsberechtigung zufällt. Noch läßt sich kein endgültiges Urteil fällen, wie verheerend der Dienstleitungsbetrieb in den Reihen der Telegraphengehilfinnen wütet, denn noch ist er in Großberlin nicht allgemein durchgeführt. Nur in einigen BermittelungSämtern, die außerhalb der eigentlichen Ge schästssphäre liegen, ist er voll in Aufnahme gekommen. Aber in nicht zu langer Zeit wird man ihn allgemein haben, denn es wird eifrig daran gearbeitet, den Betrieb allerorts einheitlich zu gestalten. Selbst in diesen vom stärksten Geschäftsverkehr abseits liegenden Aemtern ist die Arbeitsleistung einer Beamtin um das Drei» bis Vierfache gestiegen. Wie statistisch festgestellt wurde, war bei der bis herigen Einrichtung eine Anzahl von 200 Verbindungen in der ' Stunde kaum zu überschreiten möglich, während jetzt die Arbeitsleistung bis auf 900 Verbindungen sich steigert. Die Einrichtung im Dienstleitungsbetrieb ist derartig, daß sämtliche weiterzugebenden Verbindungen innerhalb eines oder nach anderen Aemtern auf einem Platz geschaltet werden können. Und diese Möglichkeit wird natürlich bis ins äußerste ausgenutzt. Es werden immer weniger Arbeitsplätze in den Betrieb eingestellt, so daß die Beamtinnen, welche diese Plätze bedienen, bis zum Rest ihrer Leistungsfähigkeit ausgenutzt werden. Es sind bereits Fälle vor gekommen, daß diese Beamtinnen vor Erschöpfung hinausgeführt werden mußten. Es ist dieS auch kein Wunder, wenn man die komplizierte Gehirntätigkeit der Telephonistinnen verbunden mit körperlicher Anstrengung in Betracht zieht. Während die Beamtin damit beschäftigt ist, mit einer ihr genannten Nummer zu ver» binden, muß sie eine andere Zahl, die Dienstleitung, an- sagen; zu gleicher Zeit werden ihr schon neue Nummern angegeben. Wenn dann bis SlB Verbindungen in einer Stunde hergestellt und getrennt werden, so kann man sich leicht vorstellen, in welchem Tempo dies vor sich geht. Aber auch während der belriebsschwächeren Zeit, in den Mittags» und Abendstunden, tritt für sie keine nennenswerte Erleichterung ein. denn sie muß stets aufnahmefähig sein, und dieses Verharren in derselben Spannung, ohne daß diese Spannung ausgenutzt wird, ist nicht weniger nerven» zerrüttend. ES ist gewiß einleuchtend, daß kaum ein Mensch eine solche Tätigkeit neun Jahre' lang täglich 6—8 Stunden hindurch ausüben kann, ohne seine Nervenkraft schwer geschädigt zu haben. Es ist fast zur Regel geworden, daß die Beamtinnen, wenn sie die Anstellung endlich erreicht haben, einen wochenlangen Krankheits- urlaub nehmen müssen, um durch Ruhe den Nerven etwas von ihrer vergeudeten Leistungsfähigkeit wiederzugeben. Aber sobald die Beamtin in den Dienst zurückkehrt, ist sie nach kurzer Zeit wieder überarbeitet. Unter diesen Umständen ist es verständlich, daß Beamtinnen, die in Stellen kommen, wo sie dem anstrengenden Schrank- dienst enthoben sind, diesen Posten mit allen Mitteln zu beHallen suchen. Die AufsichtSbeamtinnen sind angewiesen, soviel Anzeigen als irgend möglich einzubringen; und so geschieht es leider sehr häufig— ein schlimme? Zeichen für den Mangel an Solidaritätsgefühl unter der weiblichen Beamtenschaft— daß manch eine ftr solchem Posten aus übergroßer Aengstlichkeit, oder auch, um als tüchtige, diensteifrige Beamtin zu erscheinen, der Schrecken ihrer Kolleginnen wird. Der Behörde steht das Recht zu, selbst bei den kleinsten Vergehen gegen die kleinlich strenge Dienstordnung Geldstrafen zu verhängen, wovon auch oft genug Gebrauch gemacht wird. Ist eine Beamtin den Anstrengungen des Dienstes nicht gewachsen und muß sie längere Zeit fehlen, so wird sie ohne alle Entschädigung entlassen, selbst wenn sie kurz vor der Anstellung steht und trotzdem naheliegend ist. daß sie sich die Krankheit in Ausübung ihres Dienstes zugezogen hat. Dienstunfälle, die einen Anspruch aus Entschädigung geben, sind bei dem jetzigen Betrieb fast aus- geschlossen, oder vielmehr wird dies von den Behörden und den Vertrauensärzten für auSgeschlosien erklärt; aber desto verheerender find die sonstigen Wirkungen dieser Arbeit. Trotz dieser Zustände herrscht eine eigentüniliche Gleichgültigkeit in den Reihen der Beamtinnen gegenüber solchem System. Es wird das erklärlich, wenn man bedenkt, daß fast das gesamte Personal aus dem sozialen Milieu des Mittelstandes, dem kleinen Beamtentum hervorgeht. Dann sind die Telephonistinnen auch völlig rechtlos gegenüber dem Staate. Der Staat als Arbeitgeber steigert zwar ihre Arbeitsleistung ins Ungemesiene, verweigert ihnen aber das Koalitionsrecht und das Recht auf Ehe und Mutter- schaft. Zwar hat sich vor etwa sechs Jahren ein Verein gebildet. der aber m"' unter solchen Bedingungen die behördliche Genehmi- gung erhielt, daß er zur Bedeutungslosigkeit verurteilt ist. Er darf nicht einmal Petitionen einreichen. Der Verein bat die„Hebung des Standesbewußtseins" als Hauptsache auf seine Fahne geschrieben und fordert noch die Absichten der Behörde, das Eindringen aus anderen Schichten der Bevölkerung, die das Ducken unter die Knute bereits verlernt haben, zu verhindern. Und so ertragen die Telephonistinnen resigniert die Entrechtung ihrer Persönlichkeit. Diejenigen Frauen, die ihre Arbeitskraft dem Staate verkaufen, unterwerfen sich damit dem Zölibat. Statt ihr Streben darauf zu richten, diesen unwür- digcn Zustand zu beseitigen, sehen sie al» Angehörige einer sozialen Schicht, die keine soziale Zukunft hat. in der ihnen von ferne zu- winkenden Pension das Ziel ihres Strebens. Trotz der Ersparnisse, die die Behörde an Personal durch die Einführung des DienstleitungsbetriebeS macht, wird die Armee der im »Vorwärts" Nr. 299.— Donnerstag, den 13. November 1913. Dienste des Staates stehenden Frauen größer und größer, und all diesen Tausenden von Frauen versagt der Staat die einfachsten Menschenrechte, das Recht auf Mutterschaft und Koalition. Wenn Vertreter diese« Staates über Geburtenrückgang zetern, so sollen sie nur daran denken, wie vielen Frauen es genommen ist, vollwertiges Glied der menschlichen Gesellschaft zu sein. Nur von der Sozial- demokratie haben auch diese Arbeiterinnen eine energische Vertretung ihrer Interessen zu erwarten, und gerade durch die gesteigerte Aus» beutung sollte auch in diesen Kreisen der Wille in Herz und Hirn gehämmert werden, sich dem Befreiungskampfe des Proletariats an- zuschließen. SpitsenauskteUung. Von Zeit zu Zeit spüren die Damen der Aristokratie und des höheren Bürgertums den Drang, der Oeffentlichkeit davon Kennt- nis zu geben, in wie selbstloser Weise sie sich um die armen Ar- beiterinnen bemühen. Diesem Drang verdankt die„Ausstellung von deutschen Heimarbeiterinnen gefertigter Spitzen" im Abgeord- netenhause ihre Entstehung. Der Zweck der Ausstellung war weniger der zu zeigen, was Arbeiterinnen leisten, noch weniger der, zu zeigen, was sie bei dieser mühevollen Kunst verdienen, sondern lediglich der, die Erzeugnisse der in den Schulen des.„Vereins zur Förderung deutscher Spitzenkunst" beschäftigten Arbeiterinnen zu verkaufen. Die Ausstellung dauerte auch nur wenige Tage, da der Vorrat nicht groß war, doch wurden Bestellungen auf weitere Her- stellung von den zum Verkauf ausgestellten Waren angenommen. Seit einigen Jahren haben es einige Damen unternommen, der alten Spitzenkunst zu neuem Lehen zu verhelfen. Sie grün- deten den genannten Verein, dessen Leiterin immer eine adelige Dame war(gegenwärtig Exzellenz von Hausmann). Von aus- gebildeten Lehrerinnen werden meist in ländlichen Bezirken Frauen in der Spitzcnherstellung unterrichtet. Neben den Schulen der Fürstin Pleß in Hirschberg(Schlesien) bestehen solche in Ober- schlesien, Sachsen, Harz, Thüringen, Holstein, Eifel, Trier und Bayern. Neben Klöppel- und Nadelspitzen waren auch in Metall auSge- führte Strickspitzen ausgestellt, ferner mit Fischgräten' gestrickte Garnspitzen, Filetarbeiten und die in Unterfranken hergestellten Leinendurchzugarbeiten mit Stopfmustern und Stickereien. Die Ausstellung war nur klein, sie zeigte aber neben den meterweise zu erstehenden groben und feinen Spitzen in allen Preislagen auch wunderfeine Arbeiten, die von der Handfertigkeit der Herstellerinnen hohes Zeugnis ablegen. Wer einigermaßen mit der Herstellungsart vertraut ist und weiß, daß die zirka 860 Arbeiterinnen, die der Verein angeblich beschäftigt, meist auf dem Lande leben, geht ge- Witz nicht fehl in der Annahme, daß die feinen Gebilde, die eine hohe Kunstfertigkeit verraten, von den Lehrerinnen der Spitzenschulen, die groben Spitzen von den Schülerinnen hergestellt wurden. Käufe- rinnen und Verkäuferinnen waren Damen der hohen und höchsten Gesellschaftskreise, die jedenfalls ganz unter sich zu sein glaubten. Sonst würden sie den Käuferinnen nicht in so unverblümter Weise ihre Ansicht über die ausgestellten Erzeugnisse vermittelt haben. So äußerte eine dieser Verkäuferinnen:„Die Sachen seien ja noch lange nicht so wie sie sein sollen, und man habe viele Mühe, bis man die Leute so weit habe, daß sie das leisten, was ausgestellt ist. Aber man verkauft es eben." Und gekauft wurde in der Tat recht viel. Mit Brillanten überreich beladene Hände wühlen in den Spitzenvorräten, brillantengeschmückte Hände stellen die Kassenzettel aus. Daß sich auch einmal eine Arbeiterin unter die feudalen Besucher verirren könnte, schien den Damen ganz fern zu liegen. Auf die Frage nach der Arbeitszeit eines Gegenstandes wußte die Verkäuferin nichts weiter zu sagen, als ein erstauntes:„Arbeits- zeit, Arbeitszeit? Nein, davon weiß ich nichts." ES hätte nur noch der Zusatz:„Das geht uns nichts an!" gefehlt. Wie nicht anders üblich, wurde den staunenden Besuchern die Technik des Klöppelns durch eine Thüringerin in ihrer Heimattracht vorgeführt. Eine Besucherin, die dem Aussehen nach nicht zu den „niederen" Volksschichten gehörte, ließ sich dahin auS:„Wer sich schon einmal damit befaßt hat, weiß, daß man sich bei der Arbeit solcher Sachen sein Brot nicht verdienen kann. Das sind Arbeiten zum Zeitvertreib, aber nicht zum Gelderwerb." Das war ein ge- rades, aber zutreffendes Wort. Die Auferweckung einer alten Kunst in einer technisch hochentwickelten Zeit, in der die Maschine ebenfalls wunderzarte Gebilde liefert, ist ein müßiges Beginnen. Die EntWickelung läßt sich auch nicht von Damen des Adels und des Bürgertums aufhalten. Sie geht ihren ehernen Gang. Und diese Entivickelung bringt eS eben mit sich, daß Erzeugnisse der Hand- fertigkeit zu teuer in der Herstellung werden, um auf Absatz rechnen zu können. Und wenn sie Absatz finden sollen, so geschieht eS auf Kosten der Arbeitenden. Die Künstlerinnen des Volkes müssen bei ihrer mühevollen Arbeit hungern, die Damen der Gesellschaft, die die Erzeugnisse, laut und lärmend bewundern und sie zum Schmuck ihrer Garderobe verwenden, zahlen, zahlen sogar hohe Preise, ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob der hoch scheinende Preis auch nur annähernd im Verhältnis zur Arbeitsleistung steht. Und doch sind unter den Künstlerinnen des Volkes diejenigen schon sehr hoch bezahlt, die bei ihrer Arbeit einen Jahresverdienst von 380—400 M. erzielen. Weiß man ferner, daß ein Lehrkursus der Spitzenkunst 4—8 Wochen dauern soll und daß neben einem Einschreibegeld von b M. 40 M. Honorar dafür zu zahlen sind, so kann man nur die Armen bedauern, die vielleicht ihr letztes Scherflein opfern in der Hoffnung, einen lohnenden Erwerb zu finden. Um vor bitteren Enttäuschungen bewahrt zu werden, mögen Frauen und Mädchen der unteren Volksschichten solche brotlosen Künste denen überlassen, die sie zum Zeitvertreib ausüben können. Aber gut wäre es, wenn solche Ausstellungen auch von Arbeiterinnen besucht würden, sei es auch nur, um zu lernen, daß Arbeiterinneninteressen niemals durch die Damen des Adels und des Bürgertums vertreten werden können, sondern immer nur durch die Arbeiterinnen selbst. M. H. frauenberufe. Die Volksschullehrerin. In allen deutschen Staaten, mit Ausnahme von Lippe-Detmold, unterrichten Volksschullehrerinnen neben Volksschullehrcrn. Sie waren die ersten Beamtinnen, die der moderne Staat in seinen Dienst nahm. Ausschlaggebend war dabei zum großen Teil die „Billigkeit" der weiblichen Lehrkräfte. Der Staat ist ja jederzeit bereit, von der Frau die gleichen Pflichten wie vom Mann zu ver» langen, aber er billigt ihr nur selten und ungern die gleichen Rechte zu. DaS Streben der Volksschullehrerinnen geht natürlich dahin, den Lehrern, sowohl was Stellung als auch was Gehalt anbetrifft, gleich zu werden. Erforderlich ist dazu die gleiche Ausbildung, die wohl aber erst dann wirklich ermöglicht wird, wenn wir keine spezifisch männliche und keine spezifisch weibliche Bildung mehr haben, sondern eine allgemein menschliche. In allen Ländern außer in Mecklenburg müssen die Lehrer vor ihrer ständigen staatlichen Anstellung ein zweites Examen ab- legen. Dagegen wird dieses zweite Examen von den Lehrerinnen nicht allgemein verlangt, auch in Preußen nicht. Dort werden aber jetzt die Volksschullehrerinnen zum Rektoratsexamen zugelassen, das sie zur Leitung von Mädchen-, Volks- und Fortbildungsschulen be- rechtigt. In allen anderen Bundesstaaten sind die Lehrerinnen von diesem Posten ausgeschlossen. In Baden, Mecklenburg und Elsaß-Lothringcn können sie als Hauptlehrerinnen kleinere und von Mädchen besuchte Anstalten leiten. �. Die geringe Anzahl von Lehrerinncn-Seminaren, die nur 11 Proz. aller Ausbiltknngsanstalten ausmachen, bedingen natür- lich, daß viel weniger Stellen mit Lehrerinnen als mit Lehrern besetzt werden können. Selbst die beschränkte Zahl der ständigen Lehrerinnenstellen kann nicht immer von Lehrerinnen besetzt wer- den. Weil aber die Zahl beschränkt ist, gelangen die Lehrerinnen später als die Lehrer und zum Teil nie zur ständigen Anstellung. Sie sind z. B. in Württemberg zur Ablegung des zweiten Examens genötigt, ohne daß ihnen die Anwartschast auf eine ständige An» stellung wie den Lehrern gesichert ist. Trotz der so ziemlich gleichen Anforderung an Pslichtstundcn sind die Lehrerinnen, sowohl was Gehalt wie Wohnungsentschädi- gung, Ortszulagen, Pensionsberechtigung anbelangt, den Lehrern gegenüber im Nachteil. Dabei loben die jungen Volksschullehre- rinnen besonders auf dem Lande unter den gleichen Bedingungen in bezug auf Wohnung. Kleidung, Nahrung und Fortbildung wie die Lehrer. Nur einige Staaten gewähren Lehrern und Lehrerinnen das gleiche Ansangsgehalt. Tie meisten Staaten machen von An- fang an einen Unterschied zwischen Lehrern und Lehrerinnen. In Preußen z. B. erhalten Lehrer 1400 M. und eine Mietentschädi- gung von 330 bis 800 M. Lehrerinnen erhalten dagegen 1200 M. und 280 bis 860 M. Mietentschädigung. Mit der Verheiratung der Volksschullehrerinnen er- löschen ihre Gehaltsansprüche, auch wenn sie noch so viele Dienst- jähre hinter sich haben. Einige Staaten stellen verheiratete Lehre- rinnen auf Widerruf an. Ansprüche auf ständige Anstellung haben sie aber nicht mehr. Die deutschen Volksschullehrerinnen sind also zum Zölibat verurteilt. Sie stehen dadurch unter einem Ausnahme- gesetz. Wie die Vergleichsstatistik zeigt, besteht stellenweise ein großer Unterschied zwischen der Lage der männlichen und weiblichen Lehr- kräfte an den Volksschulen. Trotzdem ist der Unterschied in den geforderten Leistungen ganz gering. Die Zahl der Pflichtstundcn ist so ziemlich die gleiche. Dazu kommen die Korrekturen zu Hause, die Vorbereitungen für den Unterricht. Kein Wunder, daß bei den jungen Lehrerinnen, die mit Freude und Eifer ihr Amt antreten, bald Ueberreizung und Erschöpfung eintreten. Auch die überfüllten Schulklassen wirken darauf hin. Eine Lehrerin hat oft zwischen 80 bis 120 Kinder zu unterrichten. Wie eine Vergleichsstatistik zeigt, besteht fast überall ein großer Hebung des Lehrerstandes im allgemeinen, so kämpft sie auch dafür, daß die Lehrerinnen nicht als Menschen zweiter Klasse, nicht als geistig minderwertig betrachtet werden. Zu dieser Erkenntnis müssen sich aber vor allem die Volksschullehrerinnen selbst durcb- ringen, wenn sie eine Verbesserung ihrer Lage wünschen. A. B. Ein weiblicher Professor. Die Assistentin an der Kgl. Ehariti in Berlin, Fräulein Dr. med. Rahel Hirsch hat vor einigen Tagen den Professortitel erhalten. kinäerlllgen, Kleine Kinder lügen oft aus mangelhaftem Gedächtnis. Was hast Du getan? fragt man sie. Es ist vor zwei Stunden geschehen, und das Kind denkt nicht so weit zurück. Da das Kind die Hand- lung für gleichgültig hielt, hat eS sie sich nicht gemerkt. Darum können kleine Kinder lügen, ohne e« zu wissen. Darauf mutz man achten. Sie können auch aus Notwehr lügen. Sie wissen, daß sie bei einem Nein frei ausgehen und daß sie bei einem Ja Schläge bekommen. Sie können auch lügen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. ES ist eine der ersten Entdeckungen des erwachenden Verstandes, daß ein glücklich angebrachtes Ja oder Nein recht nützlich sein kann. Das hätzlichste ist, wenn sie sich gegenseitig beschuldigen. Sie wissen, der Fehltritt wird bestraft werden, einerlei an wem. ES kommt also darauf an, einen Sündenbock zu finden. Da hat die Erziehung schuld. Diese Strafe ist reine Rache. Der Fehltritt soll nicht bestraft werden, denn das heißt, noch einen Fehler begehen. Der Uebelläter soll gebessert werden, belehrt werden, um seiner selbst willen den Fehltritt nicht wieder zu begehen. Diese Gewißheit, daß der Fehltritt bestraft wird, ruft nur Furcht beim Kinde hervor, daß es für den Schuldigen gehalten wird; dann schwebt das Kind in be- ständiger Furcht, nian würde irgend einen Fehltritt entdecken.(AuS StrindbergS Selbstbiographie„Der Sohn einer Magd".) Litcrarircbes. Die Säuglingssterblichkeit in Altbayern und deren Bekämpfung. Von Dr. Johann Bapt. Roetzer.(Verlag von Duncker u. Humblot. München und Leipzig 1913. 82 Seiten. 2 M.) Bayern hat von allen deutschen Bundesstaaten die höchste Säuglingssterblichkeit. Unter den europäischen Ländern folgt es unmittelbar hinter Ruß- land, das nach der Höhe der Säuglingssterblichkeit den ersten Platz einnimmt. Würde man aber die rheinpfälzischen und fränkischen Gebietsteile ausscheiden, so würde Bayern auch in ganz Europa an erster Stelle stehen! Insbesondere Ober- und Niederbayern und Oberpfalz können als das typische Säuglingssterblichkeits- gebiet bezeichnet werden. In ganz Bayern haben nicht weniger als 16 Kreise(Bezirksämter) eine Säuglingssterblichkeit von 30 Proz. und darüber, also doppelt so hoch als im Reichsdurch- schnitt mit 16,2 Proz. 18 dieser Kreise entfallen davon auf Alt- Hähern. Dieser soziale Tiefstand wird weiter dadurch illustriert, daß zahlreiche Bezirksämter eine gleich hohe Säuglingssterblichkeit aufweisen wie im Jahre 1878, während z. B. die Ziffer für München von 35 auf 17 gefallen ist. Ter Bezirk Regen in Niederbayern zeigte sogar eine Zunahme der Säuglingssterblichkeit von 29 auf 32 in den Jahren 1878 bis 1910. Für diese ausfälligen und beschämenden Tatsachen gilt eS eine Ursache zu finden. Roetzer sieht sie hauptsächlich in der notgezwungencn Frauenarbeit der kleinbäuerlichen Bevölkerung. Dem Klima schreibt er eine nur untergeordnete Bedeutung zu, obgleich in einzelnen Gegenden der Hochebene der Wassermangel mit von Einfluß sein mag. Die entscheidende Ursache sucht er mit Recht in der ErnährungSart der Kinder, die infolge der Berufsarbeit der Frau vernachlässigt wird. Gerade die Bezirke der Klein- und Mittelbetriebe, wo die Bäuerin mitarbeiten muß, haben eine große Säuglingssterblichkeit. Bei der Untersuchung, inwiefern die Einkommens- und Wohnungs- Verhältnisse und die Unehelichkeit von Einfluß sind, fehlt es dem Verfasser leider an ausreichendem statistischen Material. Der Vergleich von Sterblichkeit und Zahl der Armenunterstlltzten ist, wie Roetzer selbst einsehen mutz, für diese Fragen völlig unzureichend. Ein letzter Abschnitt der Studie beschäftigt sich mit den gesetzlichen und privatenMatznahmen im Interesse des Mutter- und Säuglingsschutzes. Roetzer verzichtet aber vollständig auf eine Kritik der Unzuläng- lichkeit der bisherigen Maßnahmen, wie sie ja durch die erschreckend Hohen Sterblichkeitsziffern für Bayern bewiesen wiro. Das Schlußwort kommt sogar zu einer durch nichts gerechtfertigten Lob- preisung, daß„Vieles und Großes bereits in verhältnismäßig kurzer Zeit geleistet worden ist". Mutterschaft oder Emanzipation? Von Dr. med. Adam Ander. (Verlag Paul Nitschmann, Berlin. 180 Seiten. 3 M.) Die Schrift des in Amerika lebenden Arztes ist typisch für die schwan- kende Stellung vieler unserer modernen Rassenbiologen. Einerseits sucht Ander nachzuweisen, daß die Aufgabe der Frau von der Natur fest umgrenzt ist; die Mutterschaft sei der ausschließliche Beruf der Frau und jede andere Arbeit der Frau müsse ihr und der Ge- sellschaft Schaden bringen. Andererseits muß er zugeben, daß gesellschaftliche Verhältnisse rein natürliche Entwickclungstendenzcn durchhrechen.'Ander erklärt z. B-, daß die Einrichtung des per» sönlichen Eigentums zur Schädigung der Rasse führen muß. Ein» mal angenommen, daß das Ziel von der Ausschaltung der Frauen- berufsarbeit schlechtweg wirklich erstrebenswert ist— so müßte Ander sich doch der Bekämpfung der Ursache, nämlich dem Kampf gegen das Privateigentum, zuwenden. Er schließt seine Arbeit aber mit dem„Losungswort", die Naturwissenschaft auf den Schild zu heben, obgleich doch nur die Sozialwisscnschaft und der soziale Befreiungskampf brauchbare Mittel zur Beseitigung deS Privateigentums sind. SINGER Familien- Nähmaschinen sind die vollkommensten! Neue Spezial-Apparate für den Hausgebrauch. SINGER CO. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin, Leipziger Str. 92. Läden in den verschiedenen Stadtteilen. Ein Arbeiter spart,»renn er seinen Bedarf an Schubwerk im Seliulivertrtol» Prlnzenatr. 1Ä, Hof Part,, deckt. Einzel-Vertaus zum Engrospreis, OO Passen Ihre Gläser? Utucre'Erfafanzn; i» dar Aayen. 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Salomonis, Alexandrinenstr, 135/36. Kosmos, Kurfürstenstr. 146/47. 71/11 Die Ortsverwaltung. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den iZnieratenlelt oeranlw.: Th Ätocke-iverltn. Druck u. Vertag: Vvrwan» Puchoruckerei u. Pe ctagsanpatt Paut Singer u.Co., Berlin