Nr. 7. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Big. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit tauftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Einger:. in der Post Beitunas Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für di fünfgespaltene Betttzeile oder deres Raum 40 Bfg., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Ervedition abgegeben werden. Die Ervedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vor: mittags geöffnet. Fernspredjer: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. LandwirthschaftsKammern. Mittwoch, den 10. Januar 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. zweier Gefeßentwürfe über die Errichtung von Berufs- sorgt die Werth- Ermittelung der betreffenden Liegenschaft und genossenschaften der Landwirthe und Errichtung von Renten- berichtet darüber an die Landesgenossenschaft. Diese nimmt gütern. Beide Entwürfe stehen in engem Zusammenhange. eine Ueberprüfung vor und ist nun, sobald das Objekt Und da unlängst ein anscheinend offiziöser Artikel der" Post" nicht über den zwanzigfachen Katastral- Reinertrag hinaus Jm vorigen Jahrhundert waren die„ Rettungen" der ausdrücklich auf das österreichische Vorbild hinwies, belastet ist, verpflichtet, an der Feilbietung sich alten Dichter und Schriftsteller an der Tagesordnung, in wollen auch wir etwas näher auf dasselbe eingehen. zu betheiligen. Will sie die Betheiligung ablehnen, den sechziger Jahren begann Adolf Stahr seine Rein- Nach dem österreichischen Entwurfe wird in jedem Ge- so muß sie erst die Zustimmung des Ackerbauwaschungs- und Aufschminkungsversuche an den Bildern richtsbezirke eine Berufsgenossenschaft der Landwirthe für Ministeriums einholen. Das erstandene Gut wird in ein jener Scheusale, Troddel und gemeingefährlichen Narren, diesen Bezirk und in jedem Lande( z. B. Böhmen, Mähren, Rentengut umgewandelt, und der Kaufpreis durch Renten welche in der Geschichte als römische Kaiser bekannt sind, Steiermark 2c.) eine solche für den Bereich des Landes er briefe gedeckt, welche von der Landesgenossenschaft aus das Sozialistengesetz sollte die heutige Gesellschaft vor der richtet. Der Beitritt ist ein obligatorischer, zwangsweiser, und gegeben werden. Außerdem kann auch jeder Besizer freiSozialdemokratie retten. Der Versuch mißlang, troßdem wird erstreckt sich auf die Eigenthümer der in dem Gerichtsbezirk willig sein Gut durch die Landesgenossenschaft in ein weiter darauflos gerettet, was nur das Zeug hält. Für gelegenen, dem Betriebe der Land- oder Forstwirthschaft Rentengut umwandeln lassen, falls dieser die Belastung als die öffentliche Sittlichkeit und die Börse, für das Hand- oder eines Zweiges derselben gewidmeten Liegenschaften. nicht zu hoch erscheint. Zur Deckung der mit der Er werk und den Mittelstand im allgemeinen haben sich schon Mitglieder der Landesgenossenschaft sind die sämmtlichen richtung der Bezirks- und Landesgenossenschaften verbundenen patentirte Heilkünstler gemeldet; jetzt ist die Reihe, gerettet Mitglieder der im Lande bestehenden Bezirksgenossenschaften. ersten Auslagen zahlen die Genossenschafter je 1 pCt. von zu werden, an die Landwirthschaft gekommen. Jede Bezirksgenossenschaft wählt einen Ausschuß, und aus der staatlichen Grundsteuer; die regelmäßigen jährlichen In den letzten Tagen des abgelaufenen Jahres hat das den Obmännern der Bezirksgenossenschaften geht der Aus- Beiträge, welche als Zuschläge zu der Grundsteuer von den preußische Staatsministerium in einer langen, langen schuß der Landesgenossenschaft durch Wahl hervor. Der Gemeinden eingehoben und an die Genossenschaften abgeSigung den Beschluß gefaßt, einen Gesetzesentwurf be- allgemeine Zweck dieser Berufsgenossenschaften soll bestehen führt werden, sollen in der Regel bei den Bezirks- Genossentreffend die obligatorische Errichtung von Landwirthschafts- in der Verbesserung der sittlichen und materiellen Verhält- schaften 4 pCt. und bei der Landesgenossenschaft 1 pCt. der Kammern ausarbeiten und dem Landtage zugehen zu lassen. nisse der Landwirthe durch Pflege des Gemeingeistes, gegen Grundsteuer nicht überschreiten. Für die Zahlung der Die Ausführung dieses Beschlusses wird nicht lange auf seitige Belehrung und Unterstützung, Erhaltung und Hebung Rentenbrief- Zinsen haftet der Staat oder das betreffende fich warten lassen. Sizt doch einer der Hauptbefürworter des Standesbewußtseins unter den Genossen dieses Land, und beide gewähren unter Umständen unverzinsliche dieser Art von Rettungsmeierei, der geheime Ober- Wort ist ausdrücklich in der Vorlage gebraucht sowie Vorschüsse an die Landesgenossenschaft. Regierungsrath Thiel, als Dezernent im preußischen durch Förderung der wirthschaftlichen Interessen derselben. So der österreichische Entwurf. Es ist wohl nicht anMinisterium für Landwirthschaft; und im Jahrgang 1892 Jm besonderen fallen den Genossenschaften folgende Auf- zunehmen und aus verschiedenen Gründen auch nicht wahrseiner landwirthschaftlichen Jahrbücher ist bereits ein von gaben zu: Errichtung von genossenschaftlichen Lagerhäusern scheinlich, daß er in seiner Ganzheit nach Deutschland herübereinem Handelskammer- Sekretär ausgearbeiteter derartiger und Magazinen; Verkauf der landwirthschaftlichen Produkte, genommen wird, aber etwas Aehnliches wird, nach dem bis Gesetzesvorschlag enthalten. Bereits vor zwei Jahren hat welche von den Genossenschaftern an die Genossenschaft ab- herigen Gegacker zu schließen, wohl herauskommen. Thiel sich der landwirthschaftliche Zentralverein der Proving geliefert worden sind.( Deckung des Heeresbedarfes 2c.); will eine Landwirthschafts- Kammer für je eine Provinz, Sachsen für die die Errichtung pon landwirthschaft Ankauf von Sämereien, Dungmitteln, Maschinen; Grün- der Verfasser des Entwurfes in den Jahrbüchern wünscht lichen Zwangsorganisationen ausgesprochen, fand aber dung neuer und Vereinigung bestehender Darlehnskassen, eine solche für jeden Regierungsbezirk. Minister Miquel, damals bei den übrigen fünfzehn preußischen Zentral- insbesonders solcher nach dem System Raiffeisen; Ver- der seine Jugendfünden bereut, an die Brust geklopft und sich vereinen und dem aus den Delegirten dieser Vereine be- mittelung der Kranken-, Jnvaliden- und Altersversorgung zu einem wahren Agrariervater emporentwickelt hat, meint, stehenden Landes Dekonomiekollegium keine Gegenliebe. der landwirthschaftlichen Dienstboten und Arbeiter; Er- die neue Organisation werde eine Vereinigung der Inter Das war auch ganz natürlich. Wer führt denn in diesen richtung von Kranken- und Verpflegungshäusern und die essen der Groß- und Kleingrundbefizer herbeiführen. Diese Zentralvereinen das große Wort, wer erhebt hier Beschwer Vermittlung genossenschaftlicher Naturalverpflegung; die Ansicht ist sehr rosig, entspricht aber nicht den Thatsachen. So den, formulirt Wünsche und Forderungen, bringt sie direkt Arbeits- Nachweisung und-Vermittlung; die Fürsorge für lange der Reinertrag eines Hektar bei einem Gute von 131 Hektar oder durch Delegirte zu den Ohren der Regierung? Die die Durchführung der Samentontrolle; die Vermittlung 25,36 M., bei einem anderen von 16,5 hektar aber nur Großgrundbesitzer, Oberförster, Verwalter und dergleichen und Agentur behufs Abschließung von Feuer, Hagel- und 15,46 M. beträgt, der Großgrundbesißer, wie es z. B. in Leute. Eine Zwangsorganisation würde den landwirth Vieh Versicherungsverträgen; Gründung und Förderung Saleske der Fall ist, von einem Hektar 40 Zentner Weizen schaftlichen Vereinen zum größten Theil das Lebenslicht von Viehzucht Genossenschaften; die Besorgung der und 36 Zentner Roggen erntet, während der Kleinbefizer ausblasen und den kleinen Grundbesizern wenigstens in Genossenschaftsstatistik; die Vermittlung des Rechts- mit 28 resp. 24 Zentnern zufrieden sein muß, werden die etwas die Zungen lösen, während sie heute, wenn sie nicht beistan des für die Genossenschafter. Wie man sieht, Interessen beider nicht zusammenfallen. Auch die Landin allen Stücken nach der Pfeife der Herren tanzen wollen, ist die Liste recht lang und wohlgerathen. Aber damit ist wirthschafts- Kammern werden in dieser Beziehung keine einfach hinaus gegrault werden. das Arbeitsfeld der Genossenschaften noch nicht erschöpft. Veränderung bringen. Sie werden im schlechtesten Falle Nach dem preußischen Rentengüter- Gesetz ist die Errichtung nicht viel schaden und im günstigsten Falle nicht viel nüßen; dem Bund derartiger Güter Sache der freien Vereinbarung der beiden nur Einem werden sie das Genick brechen kontraktschließenden Theile. Der österreichische Entwurf be- der Landwirthe. Ihm werden sie mit einem Schlage die stimmt, daß die Errichtung von Rentengütern durch die mittleren und kleineren Besitzer entfremden und ihn für landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften zu erfolgen hat. Alle kenntlich als das erscheinen lassen, was er eigentlich Kommt eine in eine landwirthschaftliche Berufsgenossen- schon heute ist: eine Vereinigung zur Interessenvertretung schaft einbezogene Liegenschaft zur gerichtlichen Feilbietung der Großgrundbesizer. so hat das Gericht die Bezirks- und Landesgenossenschaft rechtzeitig zu verständigen. Die Bezirksgenossenschaft beDer preußische Landwirthschaftsminister hörte diesmal nicht auf die Stimmen der Großgrundbesizer, sondern schloß sich der Meinung seines Hauptmitarbeiters, des schon genannten Dr. Thiel an. Mit beigetragen zu dieser Stellungnahme hat jedenfalls der Umstand, daß man auch im Nach barreiche Desterreich gegenwärtig eine Organisation des Grundbesizes anstrebt und die Vorarbeiten bereits getroffen hat. Eine der letzten Regierungshandlungen des so plöglich aufgeflogenen Ministeriums Taaffe war die Einbringung Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. ( Alle Rechte vorbehalten. Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. VII. [ 12 Es war ein Sonntagsmorgen, an dem Lene's Hochzeit stattfinden sollte. Bei den Röder's war frühe Alles in Bewegung. Frau Ebner, die mit zur Kirche wollte, hatte ihr schwarzes Seidenkleid angelegt und gedachte hinüber zu gehen, um zu helfen, wo es nöthig wäre. Jetzt stand sie vor dem Spiegel und probirte einen Strohhut an, den sie für diese Gelegenheit mit neuen Bändern geputzt hatte und der geradezu brillant wirkte. N gehen?" fragte sie in dem schmeichelnden aber vorsichtigen Ton, der ein letzter Versuch ist, einen Eigensinnigen umzuftimmen. Ihr Sohn machte eine ungeduldig abwehrende Be wegung. Geh', thu's mir zu lieb," bat sie eindringlich. " Ich kann nicht, Du weißt es." " Ich weiß gar nichts." " Ich habe eine Versammlung." " Du mit Deinen ewigen Versammlungen, das ist auch gar nicht so nöthig." „ Und Lazar Temsky, der heute Morgen hier einziehen will-" Der muß grad heute kommen, an einem Sonntag? So eine verrückte Jdeemun ja, ein Russe ich hätte nicht Ja sagen sollen wie kann man sich auch einen Ruffen auf's Zimmer nehmen." " Was hast Du gegen die Russen?" Sehr viel. Erstens sind sie unsauber, zweitens sind sie Revolutionäre das eine ist so unangenehm wie das Die große behagliche Stube war bereits vollständig aufgeräumt. Die Fenster waren geöffnet und reichlich mit Blumen besetzt. Die Morgensonne sandte einen schrägen Strahl in das Zimmer, und streifte Konrad der andere." in Hemdärmeln an dem Fenstertisch stand, beschäftigt," So spricht die Mutter eines Revolutionärs? eine Anzahl eingelaufener Broschüren zu sortiren und auf Schäme Dich." zuschneiden. " Du könntest die Rollvorhänge herunterlassen", sagte die Mutter zu ihrem Sohne, oder hast Du es gerne, wenn Dir die Sonne so warm auf den Buckel scheint" „ Ein Bischen Sonne thut gut, Mutter sagte er, ohne aufzuschauen. Sie blinzelte von der Seite zu ihm hinüber, dann kam sie heran und legte ihm die Hand auf die Schulter. Magst Du wirklich nicht mit in die Kirche " Ja, wenn sie alle so wären wie Du," sagte sie, ihn mit den Augen liebkosend. " Ich sehe schon, Mutter, Du hast noch gar kein Verständniß; ich muß Dich erst für unsere gute Sache erziehen." Er lachte. Es war nicht das frohe, herzliche Lachen, daß sie so gerne hörte, es flang gepreßt, und sie hatte plötzlich den großen Jungen um den Hals genommen und füßte ihn mit fast leidenschaftlicher Heftigkeit auf die Wange. Einen Augenblick drückte er sie an sich, seiner Empfindung nach gebend, dann wehrte er sie ab und sagte mürrisch und spöttisch zugleich: Wozu jetzt solche Sachen- Du verdrückst Dir Deinen schönen Hut, und das hat doch keinen Zweck." Sie wollte etwas erwidern. Aber sie verschluckte das Wort, that einen kleinen Seufzer, nahm ihren Hut vom Kopfe, legte ihn auf's Bett und verließ die Stube. Er hatte das Papiermesser wieder ergriffen und über die Zeitungen und Broschüren gebeugt, fuhr er fort, dies selben aufzuschneiden. Sonst pflegte er raschen Auges die Titel zu überfliegen; er naschte auch hier und da von dem Inhalt, und wenn ein Artikel ihn lebhafter anzog, verschlang er ihn gleich auf der Stelle, heute hantirte er ganz mechanisch. Die Augen blickten wie abwesend auf die weißen Blätter und auf die Teise sich bewegenden Schatten, welche die am Fenster stehenden Blumen darauf warfen. Er sah erst auf, als die Thür abermals ging. Die Mutter kam hastig herein. Sie sah sehr aufgeregt aus. " Was ist's?" fragte er und blickte sie an. Ach nichts, eine dumme Geschichte..., es ist zu tindisch, jezt möchte sie auf einmal nicht." ,, Sie will nicht?" schrie er so laut, daß er über den Klang seiner Stimme betroffen war. " Das heißt, sie will heute nicht," forrigirte die Mutter, morgen ja, oder meinetwegen übermorgen," wie sie sagte. Mair Aber man wird sie doch nicht zwingen? soll sie nicht zwingen!" rief er entschlossen. Er warf das IT Politische Iteberlicht. Berlin, den 9. Januar. Aus dem Reichstage. oft nach fünf bis sechs verschiedenen Orten versandt, wo die 21 " Jund vier Stückzusendungen bezieht ein mäßiges Quantum für I wissen, deren vier-, daß diese Leute plöhlich verhaftet ein derartiges Institut hat für die acht Frachtbriefe à 20 Pig. worden waren wegen einer Beschwerdeschrift, die sie an die bezo. 10 Pfg. pro Frachtbrief, monatlich 36 M. zu entrichten. Redaktion der Sächsischen Arbeiter Beitung" gerichtet Hierzu tritt der Quittungsstempel mit 10 Pfg. für 240 FrachtBier Duhend Reichsboten, briefe für den Monat. Die Mühle wird also 60 m. monatlich hatten, welche Beschwerdeschrift verschiedene Mißstände darunter drei Viertel in Berlin wohnhaft, hatten es der Stempelgebühren zu zahlen haben, was einer foloffalen beim Militär fritisirte. Leider scheint es der Fall zu sein, Mühe werth gefunden, sich heute zur Wiedereröffnung des Erhöhung der Gewerbesteuer gleich tom mnt. daß dieses Schriftstück, welches durch die plötzliche VerReichstags einzufinden. Im umgekehrten Verhältniß zur Die Fabritation wird vertheuert werden; haftung Gradnauer's in die Hände der Militärbehörde Präsenz stand dagegen die Redelust der anwesenden Ab eine besondere Belastung werden die Rohprodukte und halb fiel, von den betreffenden Leuten während ihrer Reservegeordneten. fertigen Waaren erfahren. Nach der gegenwärtigen Lage der Uebungszeit geschrieben worden ist, sodaß nun aus den Auf der Tagesordnung stand ein Antrag der Ab- und demselben Orte statt. Vielmehr wird unter Berücksichtigung worden ist. Es kam hinzu, daß derjenige, welcher das Fabrikation findet der Erzeugungsprozeß nicht immer an ein darin enthaltenen Beschwerden ein Monstreprozeß gemacht geordneten Gröber und Genessen und ein Regierungsantrag, örtlicher Konjunkturen das Rohprodukt und die halbfertige Waare Schriftstück verfaßt haben soll, namens Krumbholz, auch beide die Abänderung der Konkursordnung bezweckend. An der Debatte betheiligten sich, mit Ausnahme unseres Waare die verschiedenen Stadien der Herstellung bis zu ihrer noch mehrere Nummern der Sächsischen Arbeiter Zeitung" Genossen Singer, nur Juristen, was es erklärlich macht, Bollendung durchläuft. Es ist klar, daß der Frachtbrief- Stempel sowie des Wahren Jakob" in der Kaserne verbreitet haben daß die Verhandlungen sich bis 346 Uhr hinzogen. berartige Sendungen, welche nur auf grund schärfster Kalkulation soll. Dieser Krumbholz ist von der Militärjustiz zu einer möglich sind, stark beeinträchtigen wird. Gefängnißftrafe von 3 Jahren verurtheilt worden. mehreren Drten findet aber nicht nur in einem Fabrikbetriebe unterschrieben hatten, erhielten: Seifert 8 Monate, Bentel Die konstante Versendung ein und derselben Waare nach Die anderen drei Reservisten, welche das Schriftstück mit statt, sondern ist auch im Verkehr zwischen Grossisten und 6 Monate, Thielemann 6 Wochen 1 Tag Gefängniß, wobei Detailisten nothwendig und üblich. Daß die Waare durch den wiederholt zu entrichtenden Frachtbriefstempel eine fühlbare die Untersuchungshaft von 9 Wochen in Anrechnung geSchädigung dieser Geschäfte erleidet, bedarf demnach keiner bracht wurde. Welche Vergehen eigentlich diesen Männern weiteren Grörterung. zur Last gelegt worden sind, läßt sich bei der Sendungen auf turze Entfernung werden ganz Heimlichkeit des Militär Gerichtsverfahrens nicht in Erbesonders empfindlich durch den Frachtbriefstempel getroffen fahrung bringen. Wahrscheinlich hat man Ungehorsam, werden. Diese Belastung bedeutet für dieselben eine Ver- Erregung von Mißvergnügen zc. herausinterpretirt. Das theuerung bis zu 10 Pozent des Frachtbetrage 3. Schriftstick selbst war vom sozialdemokratischen Standpunkt die über 20 Mart Fracht kosten, denn diese sollem außer dem einer Veröffentlichung nur ganz Weniges und Unbedeutendes Gine Doppelbelastung aber tritt ein bei Sendungen, aus herzlich nichtssagend, so daß aus seinen Angaben zu Frachtbrief Stempel nochmals dem Quittungsitempel unterliegen. G3 findet also eine doppelte geeignet erschien. Schädigung des Verkehrs statt, welche nur zur Einschränkung desselben führen kann. Die Zentrumsanträge zielen darauf ab, die Maschen, welche bei der heutigen Rechtslage dem böswilligen und betrügerischen Bankrottirer das Entwischen gar so leicht machen, etwas enger zu ziehen. Außerdem Der langt die Regierung und Artikel 1 des Zentrumsantrages, daß das Retentionsrecht der Hauswirthe an die Konkurs maffe auf die laufende und die rückständige Miethe des letzten Jahres beschränkt werde. Für diese Forderungen trat auch unser Redner ein. Weiter verlangte er Bevorrechtung der Forderungen der Bauhandwerker und sprach er sich gegen das Retentions recht der Hauswirthe aus, nach welchem dieser für Miethschulden zurückbehalten kann, was nach den Bestimmungen der Zivilprozeßordnung nicht gepfändet werden darf. Der Antrag Gröber mit Ausnahme des Artikel I wurde schließlich einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen, während Artikel I und die Regierungsvorlage ohne A Kommissionsberathung zur zweiten Lesung gelangen. Reichstags Abgeordneter Pflüger, Mitglied der deutschen Volkspartei, soll plöglich geistestrant geworden sein. Zur angeblichen Reichskanzler Krisis. Die Bossische Zeitung" dementirt selbst ihre auch von uns mitgetheilte Nachricht über die Reichskanzler- Krisis und den sie angeblich verursachenden Anlaß. Die Norddeutsche Allgemeine Beitung" druckt das Dementi ab, ohne etwas hinzuzubemerken. Nach der„ Kreuz- Zeitung" scheint aber die ursprüngliche Meldung der„ Bossischen Btg." begründet zu sein. Bundesrath. In der heute stattgehabten Plenar fizung des Bundesraths wurde der Bericht der BörsenEnquetekommission über das Ergebniß ihrer Thätigkeit zur Kenntniß genommen. Die Vorlagen, betreffend den Gesetzentwurf wegen Feststellung des Landeshaushalts- Etats von Elsaß- Lothringen für 1894/95 und betreffend das Handelsprovisorium zwischen dem Reich und Spanien wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Zur Börsenenquete schreibt der Reichsanzeiger". Nachdem vor kurzem der Bericht der Börsenenquete- Kommission dem Bundesrath und dem Reichstag vom Reichs tanzler vorgelegt worden war, ist der letztere nunmehr mit den Regierungen der Bundesstaaten, in welchen Börsen institute sich befinden, in Verbindung getreten, um deren Anschauungen über das Ergebniß der Enquete kennen zu lernen. Es werden hierbei die einzelnen von der Kommission vorgeschlagenen reichs- und Landesgesetzlichen sowie administrativen Bestimmungen einer Erörterung unterzogen werden. Wer trägt den Frachtbrief- Stempel? Aus Spediteur freifen ging uns schon vor einigen Tagen eine Buschrift zu, aus der wir Raummangels wegen erst heute das folgende entnehmen können: Ist die Steuer eine gerechte? Nicht der Umfa wird durch die neue Steuer getroffen, sondern nur die Orts veränderung der Waare. Viele Betriebe vertreiben ihre Erzeugnisse ausschließlich an dem Fabrikationsort, bleiben also verschont. Lediglich die auf den Vertrieb nach außerhalb angewiesenen Betriebe werden also geschädigt. Die kapitalfräftigen Firmen werden sich vielleicht hiermit abfinden; die kleineren Geschäfts inhaber aber, die ohnehin nur schwer gegen den Strom schwimmen, werden ein Hemmniß mehr in dem Kampfe um das Dasein finden. Gewiß muß es als unbedachtsam und gewagt bezeichnet werden, während der Uebungszeit etwas Schriftliches über Grport nach Rußland, ringt seit Jahren mit der Konkurrenz der Der Export und besonders der ehemals so blühende deutsche dieselbe abzufassen, der Postbeförderung und ihren ZuExport nach Rußland, ringt seit Jahren mit der Konkurrenz der fälligkeiten anzuvertrauen und desgleichen sozialdemo Fabrikanten dieses Landes, welche ihn immer mehr von ihren fratische Zeitungen in der Kaserne zu verbreiten vorausGrenzen zurückdrängen. Sache der Finanzpolitit des Reiches sollte es sein, den Export zu heben, statt ihm durch Erhöhung gesetzt, daß die Verurtheilten dies wirklich gethan haben. der Frachtraten mittels neuer Steuern die Lebensadern künstlich Andererseits aber erkennen wir an diesem traurigen zu unterbinden. Besonders hart werden auch die aus Rußland Vorkommniß aufs Neue, wie fürchterlich die Militärjustiz nach Deutschland übertretenden Waaren getroffen. Dieselben mit den Söhnen unseres Voltes zu verfahren fich werden in Rußland bereits mit einem Frachtstempel von 10 Rop. herausnehmen darf. Plöglich dem bürgerlichen Beruf entbesteuert und sollen nun auch in Deutschland 30 Pf. Frachtbrief- rissen, ohne Rechtsbestand gelassen, auf grund von Paraund Quittungsstempel zahlen. Bei Massentransporten, als Getreide 2c. bedeutet dies eine außerordentliche Belastung und Er- graphen angeklagt, von deren Existenz sie faum je etwas gehört, vor Richter gestellt, die zumeist Vorgesetzte sind und schwerung des Verkehrs. Die Belästigung des Verkehrs erscheint sehr be- denen jegliche geringste freiheitliche Regung, die nach bürgerdentlich neben der Belastung desselben. Die Versender des lichem Rechte durchaus erlaubt, verhaßt ist werden Frachtguts sind nicht immer im Tarifwesen so versirte Leute, um solche unglückliche Menschen auf Monate und Jahre in die im Voraus zu wissen, wieviel die Fracht betragen wird. Das Höllenpein des Militärgefängnisses geschleudert! Das sind felbe gilt insbesondere auch von den Aufliefern der nach dem Zustände, die eines zivilisirten Staatswesens durchaus unBoranschlag als steuerpflichtig erachteten 3 Millionen Postpackete. würdig sind und gegen die unser Bolt mit aller Energie Oft besorgen Frauen und Kinder die Auflieferungen dieser Sendungen. Wer kennt in den Kreisen der fleinen Gewerbe- vorgehen muß, bis dieselben aus der Welt geräumt sind. Wenn die Militärjustiz vermeint, durch solche drakonische treibenden alle einschlägigen Fracht- und Steuertarife? Gine weitgehende kostspielige Vermehrung der Auf- Verurtheilung wegen einer Unbedachtsamkeit den SozialisDurchführung dieser Verordnungen, denn jeder Fehler soll hart sich sehr. Ein wirklicher und kluger Sozialdemokrat wird lichtsbeamten wird nothwendig sein zur Kontrolle der mus von der Armee fernhalten zu können, so täuscht sie geahndet werden. sich vor solchen Unbedachtsamkeiten hüten und die Ideen Die Kongreskommission der Tabakarbeiter des Sozialismus halten ihren Einzug in die Armee, ohne Deutschlands hat soeben eine sehr interessante Schrift daß irgend eine noch so verfolgungssüchtige Militärjustiz sie veröffentlicht: Die soziale Lage der Tabafarbeiter Deutsch aufzufinden im stande ist. Geheime Urtheile aber, wie das lands, zusammengestellt nach den Ergebnissen bes gegen den bedauernswerthen Krumbholz gefällte, werden Kongresses der Tabakarbeiter, abgehalten in Berlin nur dazu beitragen, den Volkszorn gegen die Militärjuftiz vom 19.- 21. November 1893". Auf 120 Seiten und in noch mehr zu entflammen und den ganzen Militarismus in zahreichen Tabellen wird ein ebenso wahres wie düsteres immer weiteren Volkskreisen verhaßt zu machen!" Gemälde von der Lage der Tabakarbeiter entworfen. Keine Aufhebung der Diftatur in Elsaß Berebter konnten die deutschen Tabakarbeiter den Reichstag Lothringen. Einige Andeutungen, die schon vor einiger nicht vor Annahme der Tabaksteuer Vorlage warnen. Beit durch die Presse gingen, werden jetzt in der Magdeb. Sämmtlichen Reichstags- Mitgliedern ging diese Denkschrift Beitung" wie folgt zusammengefaßt: Es wird hier ziem zu, auf die wir noch zurückkommen werden. lich allgemein angenommen, daß der Statthalter bei seiner jüngsten Anwesenheit in Berlin die im Reichstage von der Elsässer Gruppe" beantragte Beseitigung des DiktaturBaragraphen für zur Zeit noch unannehmbar erklärt, dagegen die Ansicht ausgesprochen habe, der Einführung der deutschen Preßgesetzgebung ständen zur Zeit zwingende Gründe nicht mehr im Wege. Wenn ich gut unterrichtet bin, entspricht diese Annahme der wirklichen Sachlage." Das Fortbestehen des Diktatur- Paragraphen wird der Sozialdemokratie in Elsaß- Lothringen weitere Anhänger schaaren zuführen. Militärjustiz. Die Sächsische Arbeiter Zeitung" schreibt:" Endlich sind wir in der Lage, in eine Angelegenbeit, welche feit Wochen in den bürgerlichen Zeitungen unter allerlei Entstellungen besprochen wurde, etwas Licht zu bringen, welches allerdings das Dunkel der Militärjustiz nur ein wenig zu erhellen vermag. Es ist das eine traurige Geschichte, die im Zusammenhang steht mit der Verhaftung des Genossen Gradnauer. Der Militärjustiz, welche diesen aus ihren Händen entschlüpfen lassen mußte, ist es durch ihr blindes Darauflosverhaften leider gelungen, an anderen ihre Kunst zu erproben. Es wurde seiner Zeit von uns Arbeitslosen Statistik. Die Nothwendigkeit antmitgetheilt, daß mehrere junge Männer, die zu einer Reserve Uebung im vorigen Oktober bei der hiesigen licher Erhebungen über den Umfang der Arbeitslosigkeit beArtillerie eingezogen waren es waren, wie wir jetzt tout nun auch die Kölnische Volts- Zeitung". Papiermesser fort und sprang nach dem Schragen, wo sein Gesicht schien eckiger zu werden und seine Stirnbuckeln traten Rock hing, um ihn anzuziehen. noch mehr hervor. Wie einschneidend die Steuer wirken wird, mag folgendes Beispiel zeigen: Eine Mühle, die täglich vier Wagenladungen Die Mutter faßte ihn erschreckt am Arme. Was willst Du denn thun Konrad!" „ Ich will mit Röder sprechen noch ist es Zeit." Bist Du toll?! Dem Röder kämst Du gerade recht, der ist ohnedies so nervös... Mit ihm sprechen. Der weiß schon, was er zu thun hat... Er hat sie ja nicht gezwungen, sie hatte selbst gewollt... Ach Gott, das ist nichts als eine Mädchenlaune." was fällt Dir ein, Mutter. Konrad fuhr in die Aermel seines Rockes, ohne zu antworten. M „ Es hätte auch keinen Sinn gehabt," entgegnete die Heirathen hättest Du sie doch nicht können, auf was denn? Ihr habt Beide nichts na, und ein langer Brautstand dabei kommt auch nichts Gutes heraus. Den Röder's ist es zu gönnen, daß sie ihr Mädel glänzend versorgen was sollten sie auch sonst mit ihr anfangen? Und wenn Du es so sicher weißt, daß die Lene für Dich nichts empfunden hat, dann ist der Andere der Erste, und dann ist er auch der Richtige, und es braucht sich niemand ihretwegen den Kopf abzureißen." Sie hatte entschieden, fast hart gesprochen, während es Das wohlgefärbte Gesicht der Ebner erblaßte und ihr weich und wehe um's Herz war; sie hätte ihren Jungen mit einer Entschiedenheit, die man ihr ihrem Sohne an sich ziehen mögen und unterließ es, weil sie fühlte, daß gegenüber nicht zugetraut hätte, stellte sie sich vor ihn hin. er das allein mit sich abmachen mußte, und daß ihre Zärt Tu gehst nicht, ich will's nicht. Deine Einmischung lichkeit und ihr Mitleid hier nicht am Plate waren. braucht niemand, niemand verlangt sie, und sie war die Sie nahm ihren reichbebänderten Hut in die Hand und erste, die sie zurückwies, denn sie will ihren Erich und richtete an ihm mit zitternden Fingern. feinen Anderen, und ob sie ihn heute nimmt oder morgen, Es blieb still in der Stube, von der sich die Sonne das ist ihre Sache und darüber kann sich der Vater er- allmälig zurückzog und nur mehr die Blumen beschien, die eifern oder der Bräutigam, aber nicht Du Dich gehts stärker dufteten, so daß die Stube von dem Geruch der nichts an also sei vernünftig und gieb Dich zufrieden." Rosen und Levkojen erfüllt war. Er steckte die Hände in die Taschen und setzte sich an Da raffelte ein Wagen heran und hielt plöglich, fuapp den Tisch, biß die Zähne aufeinander und blickte finster und vor dem Hause. gewitterhaft vor sich hin. Sie machte sich mit Diesem und Jenem zu schaffen, um ihre Erregung zu meistern, als sie aber von der Seite nach ihm blickte und sein verstörtes Gesicht sah, hielt sie nicht länger an sich. " Jett tommt er damit heraus, hinterdrein," rief fie in fummervollem Zorn.„ Warum haft denn Alles geschehen lassen und haft Dein Maul gehalten, wenn Du sie gerne haft?" Er hatte ein kurzes, tampfhaftes Lachen. „ Und weil sie mir gefallen hat, lieb wie sie ist, ists damit ausgemacht, daß ein Kerl, wie ich bin, auch ihr gefallen muß? Nein, die Lene hat nichts für mich gefühlt, das weiß ich." Er erhob sich. Jede Kante in diesem jungen schmale n Man hörte den Wagenschlag öffnen und wieder zu schlagen. Der Bräutigam," dachte Frau Ebner. Sie richtete sich auf. Es war ihr lieb, über das, was unwiderruflich war, rasch hinwegzukommen. Jest tam ein zweiter Wagen heran und hielt ebenfalls vor dem Hause. 31 916 Hamis Adieu, Mutter," sagte er freundlich; er schien ganz ruhig geworden zu sein. Ich gehe mit Dir hinaus, ich werde nach Dir abschließen." Bei der Thüre füßte er sie auf die Stirne, mit einem Scherz über ihr wunderbar nobles Aussehen. Als er zurückkam und allein war, begann er in der Stube auf und nieder zu gehen, bis er sich ermattet in einen Stuhl sinken ließ. Die Zähne übereinander gebissen, starrte er vor sich hin, dann plötzlich, wie von Schmerz überwältigt, warf er die Arme über den Tisch, legte den Kopf darauf und brach in ein leidenschaftliches Schluchzen aus. Er weinte wie ein Kind, laut, unaushaltsam, nicht im stande, sich zu beruhigen. Da wurde die Glocke kräftig gezogen. mek Er schnellte empor, fuhr sich mit der Hand über die Augen, über den Mund und rang nach Fassung. Da erscholl die Glocke in rasch aufeinander folgenden Schlägen zum zweiten Male. " Dodutoff," murmelte er. Er stellte sich stramm aufrecht und schüttelte sich, als föune er damit alles von sich werfen, und nachdem er sich nochmals die Augen gewischt hatte und seinen Schnurrbart zurecht gestrichen, ging er hinaus, um zu öffnen. Gleich darauf fehrte er mit einem jungen Manne zurück, der eine Reisetasche in der Hand trug. Nur da herein," sagte Konrad. 21 umsehend. Sind wir allein?" fragte der Russe, sich in der Stube ,, Ganz allein," versicherte Konrad, aber ist das alles, was Du mitbringst?" ,, Vorläufig genügt es. Ich habe mein bisheriges Logis nicht aufgegeben, zwei Domizile find gerade genug für mich. Dort werde ich schlafen hier arbeiten dort bin ich gemeldet hier er verbeugte sich leicht vor Konradwerde ich nur als Dein Gast fungiren." Falsch gemeldet?" fragte Konrad, sich zu einem Lächeln Ei," sagte sie und versuchte zu lächeln, die kommen ja viel zu früh. Die Braut ist mit ihrer Toilette noch nicht fertig, und die Mutter schon gar nicht. Da muß ich ihnen wohl zu Hilfe kommen..... Ich werde Hut und Handschuhe gleich mitnehmen, da brauch ich nicht wieder herüber zu springen." Sie fam auf Konrad zu streckte ihm die Hand entgegen, fast zaghaft; Adieu, zwingend. Konrad." Er erhob sich. und Der Ruffe machte eine unnachahmlich nachlässige Be wegung mit den Schultern. ( Fortsetzung folgt.) Teutschland hat als Gerichtsvollzieher RußTands Bulgarien den Schuldschein präsentirt. er= dieser Beziehung zu wetteifern? Und solange die Arbeiter macht habe. Tantchen Voß ist nämlich der Ansicht, durch aller Länder nicht erkennen, daß fie alle zusammen Crispi sei der Dreibund gerettet worden. Dheilige eine einzige Nation von Geknechteten sind, denen als gemein Einfalt! samer Erbfeind das Herrenthum aller Länder gegenübersteht, Die Wiener Neue Freie Presse" meldet hierüber aus Petersburg: Vor einigen Tagen ist von hier, wie dies schon wiederholt geschah, durch das deutsche Konsulat in Sofia profitablen Nationalitätenhaß unter den Arbeitern zu entzünden, ein Miliz- System nach dem Muster der wird es diesem nur allzu leicht gelingen, den seinen Interessen so Das Miliz- System in Italien. talien muß die Aufforderung an die bulgarische Regi erung gangen, die russische Forderung aus den Zeiten des sobald die Arbeiter sich einmal zu organisiren beginnen und sei Bankrott vorzubeugen." und zwar um so leichter, je weniger diese organisirt sind; denn Schweiz erhalten, um dem endgiltigen Krieges zu begleichen. Die bulgarische Regierung macht es anfangs auch nur, um blos der Willkür des einen oder andern führlichen Ziffernmaterials wird nachgewiesen, daß die An der Hand ausjedoch bekanntlich eine Gegenforderung geltend, die übrigens Unternehmers dieses oder jenen Gewerbes an diesem oder jenem führlichen Ziffernmaterials wird nachgewiesen, daß die feine nennenswerthe Höhe erreicht, und will, ehe diese nicht Orte nicht ganz widerstandslos gegenüberzustehen, dann reift in finanzielle und wirthschaftliche Misere des Landes zum anerkannt wird, zu einer Begleichung der Schuld an Ruß ihnen gar bald die Erkenntniß, daß, sollen ihre Emanzipations- großen Theil den ins riesenhafte gestiegenen Ausgaben für land nicht schreiten. bestrebungen nicht erfolglos fein, es bei dem heutigen Stande Militär und Marine zuzuschreiben sei. Ein Milizheer Wir bedauern, daß Deutschland sich zu derartigen oder selbst national zu organisiren, sondern daß ihre Verbindung wirksamer schützen als das jetzige stehende Heer. Wer der Weltwirthschaft nicht mehr genügt, fich blog lokal, regional würde Italien vor jedem feindlichen Angriffe besser und unwürdigen Diensten hergiebt. eine internationale sein muß, daß über ihrem Interesse argumentirt so? Kein gottverdammter Sozialdemokrat, Die französische Bourgeois- Republik verschlechtert als Arbeiter eines bestimmten Berufes und bestimmten Landes sondern ein bürgerlicher National- Dekonom, Paul Leroyfich immer mehr. Die herrschende Klasse hat, seit sie ihre ihr Interesse als Lohnarbeiter steht und daß, wollen sie nicht Beaulieu, Mitglied der französischen Akademie, in einer der politischen Ideale preisgegeben hat, fein Juteresse mehr an ewig Lohnftlaven bleiben, sie sich überall als Klasse zu organisiren jüngsten Nummern seines unter beschnittenen wie uns und gemeinsam zu kämpfen haben. der Erhaltung gewisser idealer Einrichtungen, die sogar der Reaktion und Korruption des Kaiserreichs siegreich wider standen hatten. So wurden die politischen" Gefangenen bisher in Frankreich mit einer Noblesse behandelt, die eigentlich selbstverständlich sein sollte ist der politische Gefangene doch eine Art Kriegsgefangener. Das hat nun aufgehört. Wie wir einer Mittheilung der Justice" entnehmen, ist die bekannte Agitatorin Paula Mind, die wegen Aufreizung" während des letzten Kohlenarbeiter streits zu 8 Tagen Gefängniß verurtheilt wurde, in das Frauenzuchthaus gesperrt worden, das sonst nur Dirnen und Diebinnen beherbergt. Pfui! " Jede, auch die unbedeutendste Organisation von Arbeitern, beschnittenen Börsenjuden und volkswirthschaftlichen" welchen Berufes immer, ist darum als ein Zeichen der erwachen- Journalisten gleich angesehenen„ Economiste Français". den Klaffenerkenntniß und damit gleichzeitig als ein Kultur- Paul Leroy- Beaulieu spielt für Frankreich etwa fortschritt zu begrüßen. Hätten die Salinenarbeiter von Aigues- dieselbe Rolle wie etwa Herr Eugen Richter oder Professor Mortes ein Syndikat( Gewerkschaft) gebildet, dann hätte höchstens Julius Wolff- Zürich für die Länder des deutschen Sprachs die Salinenverwaltung so manchen Strauß mit ihnen auszufechten gebietes: alle paar Wochen einmal wird die Sozialgehabt, aber es wäre sicherlich zu keiner Mehelei unter den demokratie von ihm todtgeschlagen, mauſetodt. Etivas Arbeitern gekommen. So aber besteht in ganz Aigues- Mortes fein einziges Syndikat, wie denn auch das ganze Gard- Departe fauerer als Eugen freilich läßt sich's der französische Gement, au welchem Aigues- Mortes gehört, mit Ausnahme von lehrte immerhin werden, aber die Sozialdemokratie in Nimes, das eine Arbeitsbörse besigt, blos 5 Arbeitersyndikate Frankreich lebt doch noch und wenn Leroy- Beaulieu, der zu zählt, von welchen überdies nur ein einziges, das Gruben- den republikanischen Monarchisten(„ Ralliirten") in FrankArbeiter- Gewerkschaft von Rocheſſadoule, über 100 Mitglieder reich gehört, nicht bei den letzten Wahlen durchgefallen zählt, während die vier übrigen Gewerkschaften zusammen taum wäre, so würden wir das Schauspiel erleben, daß er dem Conft und jetzt. Heute schreibt ein französisches 200 Mitglieder zählen. Bei der Art, wie Unternehmer, Regie: Antrage der französischen Sozialdemokraten auf Einführung Chauvinistenblatt:" Es ist wahr, Frankreich ist eine Re- rung und Behörden mit den Arbeiter- Gewerkschaften umspringen, des Milizsystems an stelle des stehenden Heeres in Frankpublik, und Rußland eine absolute Monarchie das ist ist dies auch faum zu verwundern. Von dem Momente an, wo reich aufs schrofffte entgegentritt. gewiß ein Gegensatz aber die beiden Völker sind ein- eine Gewerkschaft in Aktion tritt und damit zum Greuel der Unter- reich aufs schrofffte entgegentritt. ander ähnlich die Franzosen und Russen sind ritternehmer wird, die sich in ihrer Selbstherrlichkeit bedroht sehen, Frankreich, das unendlich reicher ist als Jtalien, kann I ich( chevaleresques)". Und vor 60 Jahren schrieb ist es das erste, was diese thun: die thätigsten Gewerkschafts- nämlich den Militärmoloch noch einige Zeit lang füttern, Custine, Sohn des Revolutionsgenerals Custine, der Mitglieder, d. i. diejenigen, die an der Spize der ihnen feind während Italien bereits an das Ende seines Lateins Mainz eroberte, und Gesandter Louis Philippe's in Peters- Arbeiter nur selten am selben Orte in einer gleichartigen Unter- außer Acht gelassen, daß selbst die reichsten Hilfsquellen lichen Organisation stehen, an die Luft zu setzen. Da solche angekommen ist. Aber hat der Herr Akademiker denn ganz burg:" Für„ Ehre" giebt es kein Wort in der russischen nehmung Beschäftigung finden, sind sie, wenn ihnen die versiegen müssen, wenn der Aussaugung nicht endlich einSprache. Und ein hoher Beamter, mit dem ich über die Gewerkschaft nur halbwegs am Herzen liegt und Unredlichkeit und Spitzbübereien der ganzen russischen nicht den Wanderftab ergreifen wollen, wohl oder übel gezwungen, und Frankreich pfeift aus demselben Loche wie jetzt Italien. fie mal ein Ende gemacht wird? Wie lange wird's dauern Etaatsverwaltung Sprach, sagte mir achselzuckend:„ honneur eine andere Beschäftigung zu suchen. Da kommen aber dann die Und nicht Frankreich allein, alle vom Militarismus be Ehre ist ein französisches Wort." Wir schwärmen Behörden und schleppen die Betreffenden vor die Richter, welche zwar auch nicht für das, was die heutige Gesellschaft unter fie wie dies erst jüngst in Bordeaux und anderwärts geglückten Kultur" Staaten müssen schließlich unter der Last " Ehre" versteht, aber Spizbüberei und Bestechlichkeit halten organisation anzugehören, deren Beruf sie nicht mehr ausüben! Recht, wenn er ausführt, daß Italien einen äußeren Feind schehen- verurtheilen, weil sie sich anmaßen, einer Berufs: der Gut und Blutsteuer zusammenknicken. Er hat ganz wir doch auch nicht für ritterlich." Dabei sprechen noch mildernde Umstände" mit, wenn mit der eigentlich gar nicht habe. Das stehende Heer wird aber Berurtheilung nicht auch gleichzeitig die Auflösung der betreffen- weit weniger gegen den äußeren Feind, als vielmehr gegen den Gewerkschaften ausgesprochen wird. Ausländische Arbeiter das Proletariat im Innern gehalten. Was Jtalien ans dürfen an der Leitung von Gewerkschaften überhaupt nicht theilnehmen und bethätigen sie sich sonstwie lebhaft an dem Kampfe geht, so ließe sich vielleicht noch geltend machen, daß der ihrer Arbeitsgenossen, dann werden sie auf die Denunziation des in Rom residirende Papst den Bestand des geeinigten ersten besten Unternehmers hin über die Grenze gewiesen. So Italiens gefährden könnte. Zugegeben nun, daß es noch trägt alles dazu bei, die Organisation der Arbeiterklasse zu hin- ein paar Tausend rückständiger Bauernschädel in der dern und das zu ihrer Emanzipation so nothwendige gute Gin Romagna giebt, welche eine Gefahr für Italien bilden vernehmen zwischen den Proletariern aller Länder hintanzuhalten. Könnten: eine freie Presse, Freiheit der Wissenschaft, FreiDies soll aber, zum Merger aller Mordspatrioten und ihrer heit der Lehre würde diesen wenigen Rückschrittlern bald Sintermänner nur ein Sporn mehr zur Organisirung der Arbeiter ihre Gefährlichkeit nehmen, ohne daß es dazu kostspieliger wie zur Pflege des Internationalismus sein. Militärinstitutionen bedarf. Aber die bürgerliche GesellZur Affäre von Aigues- Mortes wird uns aus Paris unter'm 5. Januar geschrieben: Das Verdikt der Geschworenen von Angoulême wird voraussichtlich überall, besonders aber in Italien böses Blut machen, da es den Mordspatrioten eine zu günstige Gelegenheit giebt, den von ihnen gepflegten Nationalitätenhaß zu schüren, als daß fie es nicht für ihre völkerverhegenden Pläne ausnützen sollten. " Folchetto" rust schon, daß nach diesem Verdikte Frankreich feine Freunde mehr in Italien zähle und daß niemand mehr zu behaupten wagen werde, daß Italien Freunde in Frankreich zähle. Taffelbe Blatt schlägt gleichzeitig vor, eine Nationalsubstription zur Entschädigung der Opfer der französischen Justiz zu eröffnen, was natürlich nur Del ins Feuer gießen heißt. Aehnlich verfährt die ,, Opinione", wenn sie erklärt, daß dieses Verdikt eine neue Lektion, Die Nachrichten aus Italien sind noch nicht zu entschaft muß zum Schutze des kapitalistischen Ausbeutesei, deren ein Theil der Italiener noch bedurft zu haben scheine. wirren. Es liegen seit gestern fast keine Telegramme vor systems das stehende Heer haben; was hat sie denn Die anderen Bourgeoisblätter, und zwar nicht nur die italienischen und daraus können wir mit Fug und Recht den Schluß außer der rohen Gewalt sonst noch für eine allein, ergehen sich in ähnlichen Ergüffen. Scheint doch u. a. ziehen, daß Nachrichten zurück gehalten werden. Und auch das Berl. Tagebl." das Verdikt als einen willkommenen Aulaß zur Bölkerverheßung aufgegriffen zu haben, da es den nur ungünstige Nachrichten pflegt man zurückzuhalten. verliegenden Berichten zufolge schreibt: Deutschland hat keine Daß Crispi sich das Monopol des Telegraphs zu sichern Ursache, mit den Geschworenen von Angouleme unzufrieden zu sucht, ist in einer offiziellen Depesche verrathen worden, die fein. Frankreich habe aufs neue die ihm von Italien entgegen- uns mittheilte, daß die Regierung den unterseeischen Telegestreckte Hand zurückgewiesen und dessen Entgegenkommen mit graph zwischen Sizilien und dem Festlande be wache. Be einem Fußtritt beantwortet. wachen heißt hier natürlich auch über wachen. Wir erfahren von keinen neuen Zusammenstößen in Sizilien; es wird im Gegentheil fortwährend versichert, die Verkündigung des Belagerungszustandes habe bei der Masse der Bevölkerung den besten Eindruck gemacht und durchaus beruhigend gewirkt; die Zahl der Aufrührer" sei nur eine geringe. " Angesichts dieser mordspatriotischen Auslassungen wird es den Sozialisten zur doppelten Pflicht, diesen Soldschreibern ber herrschenden Klaſſen auf ihre verruchten Finger zu klopfen, auf daß es ihnen unmöglich werde, die Bölker auf einander zu bezen und den Tod der sechs italienischen Arbeiter zur höheren Ehre der Bourgeoisherrschaft diesseits wie jenseits der Alpen durch den Tod Taufender und Abertausender von Proletariern im Waffenrock zu rächen. Wenn einer die Blutthat von Aigues- Aber das ist entschieden falsch und wird durch Mortes aufs tiefste zu beklagen hat, so ist es das Proletariat, die früheren Depeschen der Regierung selbst und wenn es eine Sühne dafür giebt, so ist es der Sturz des auf's schlagendste widerlegt. Oder wurde uns darin Regimes, das sie herbeigeführt hat, des Bourgoisregimes. Alles nicht die Bevölkerung ganzer gesagt, daß es in diefer Affäre, von der Arbeitermetelei von Aigues- Mortes Ortschaften und vieler Ortschaften war, welche die Abbis zum Freispruch von Angouleme ist nichts als ein Ver. Dammungsurtheil der Bourgeoisherrschaft. Hätten die Arbeiter, schaffung der Gemeindefteuern forderte? Wurde uns nicht die über ihre italienischen Genossen so mörderisch herfielen, gesagt, daß die Rebellen" in manchen Orten den König auch nur Miene gemacht, sich gegen einen der An hochleben ließen- also sicherlich nicht von„ Revolutionären" wender ber italienischen Arbeiter oder gegen einen aufgehetzt waren? Unternehmer zu fehren, dann wäre sicherlich gleich eine genügende Schuhmannschaft an Ort und Stelle gewesen, um jeden Ueberfall zu verhindern, weil der Verfuch allein schon mit Waffengewalt niedergehalten worden wäre. Ja, wäre unter den bei der Salzgewinnung beschäftigen Arbeitern selbst nur von einem Streif die Rede gewesen, dann würde es sicherlich noch Wie wenig zuverlässig die offizielle Berichterstattung vor Ausbruch desselben mehr Gendarmen und Soldaten als Salz ist, erhellt u. a. auch aus dem Umstand, daß vorgestern und arbeiter in Aigues- Mortes gegeben haben. Und würden in einem gestern telegraphirt wurde, in dem festländischen Italien sei solchen Falle irgend welche Arbeiter als Angeklagte vor einem es nur an drei oder vier Orten zu geringfügigen Schwurgericht gestanden haben, dann wäre sicherlich kein einziger Demonstrationen gekommen. Heute wissen wir, daß die von ihnen, und wären ihre Angriffe auch nur wörtliche und Demonstrationen nicht vereinzelt und daß sie sehr ernstteine thätlichen gewesen, freigesprochen worden. So handelte es sich aber nur um Tootschlag von Arbeitern und noch dazu von solchen, deren Landesfürst zum Dreibunde zählt. Welcher Mordspatriot wird in einem solchen Falle nicht Milde üben und Gnade für Recht ergehen lassen? Und wenn die Organe des Herrn Crispi behaupten, die Hungertrawalle seien von Cipriani und der deutschen Sozialdemokratie angestiftet, so sind das Lügen, die durch ihre eigene Albernheit widerlegt werden. hafter Natur waren. Wer bürgt uns dafür, daß nicht morgen sehr ernste Ereignisse gemeldet werden, die gestern und heute stattfanden, und die der Regierungstelegraph heute noch todt8 die der Reg schweigt? Jedenfalls ist die Krise nicht vorüber. Und daß Sizilien beruhigt" sei, wagt sogar der Regierungstelegraph Uebrigens tommt es ja bei der Beurtheilung der ganzen Affäre weniger auf das Berdikt der Geschworenen von Angoulême als auf die Mezelei von Aigues- Mortes an, die zu diesem Prozeß führte. Und geht man derselben auf den Grund, dann nicht zu sagen. findet man, daß die eigentlich Schuldigen sich gauz wo anders Uebrigens selbst wenn es nicht zu einem allgemeinen als auf der Antlagebant befanden und daß die Arbeiter in und Ausbruche kommt, ist die Lage des Königreichs Italien um den Salzwerken von Aigues- Mortes die reinsten Engel ober eine äußerst gefährliche. Die Ereignisse auf Sizilien hätten was bei den nun heulmeiernden Mordspatrioten natürlich nur mit einem geringſchäßenden Achselzucken aufgenommen werden dann wenigstens den Beweis geliefert, daß nicht nur keine tann echte Sozialisten hätten sein müssen, wenn es nicht früher Erhöhung der Staatslasten möglich, sondern sogar eine oder später zu Thätlichkeiten zwischen ihnen hätte tommen Verminderung derselben nothwendig ist und das bedingt sollen. Angreifer wie Angegriffene find gleichmäßig bedauernswerthe den Bruch mit der bisherigen DreibundsOpfer der herrschenden Ordnung". Die italienischen Arbeiter, die und Militärpolitit. von Noth und Glend getrieben ihr kümmerliches Brot in fremden Nachdem vorstehendes geschrieben, erhalten wir die Nach Lande zu suchen gezwungen sind, die französischen, die dank der richt, daß in Rom gestern eine große Bahl von VerProfitwuth des Ausbeuterthums zusehen müssen, wie fremdländische Arbeiter ihnen das Brot vom Munde nehmen. Ge- haftungen" vorgenommen wurde. Und weiter erfahren wir, trennt und mit verschiedenen Sitten und Bedürfnissen lebend, daß die italienische Kammer sich auf Antrag des Depumuß es da nothwendigerweise zu Reibungen und wo der tirten Cavalotti mit der Verhaftung de Felice's, der AbNationalitätenhaß sich hinzugefellt, zu blutigen Zusammenstößen geordneter ist, beschäftigen wird. affe gegen den siegreichen Ansturm der Sozialdemokratie? Brasilien. Aus Rio Janeiro richtiger aus Paris wird wieder einmal die Demission des Präsidenten Peixoto gemeldet. Ob es jetzt wahr ist? Jedenfalls haben wir keinen Grund, uns den Kopf der Brasilianer zu zerbrechen. Ueber die Finanz- und Zollpolitik in den Ver einigten Staaten schreibt die" Kölnische Zeitung": Die demokratischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses in Washington beschäftigen sich mit Vorschlägen zur Erhöhung der Bundeseinnahmen in der Voraussicht der Verminderung der Zolleinnahmen, die sich nach der Annahme des Tarifgesetzes ergeben wird. Im Finanzausschuß des Hauses beantragen sie die Einführung einer Bundes- Einkommensteuer von 2 pet. auf alle persönlichen Einkommen über 4000 Dollars, sowie auf den Reingewinn der Gesellschaften. Daneben wünschen sie eine Abgabe von 10 Gents auf jede Gallone( 3,8 Liter) geistiger Getränke, eine Abgabe von 2 Cents anf jedes Spiel Karten und eine solche von 1,50 Dollars für 1000 Cigaretten. Weitere Steuern und Abgaben auf Erbschaften, Geheimmittel und Parfumeriegegenstände sind aufgegeben worden. Am Freitag Abend, am 5. d. M., soll die demokratische Fraktion sich über diese Vorschläge verständigen. Die Aussichten des Staatsschazes für das am 1. Juli begonnene Etatsjahr sind keine günstigen; die Einnahmen haben blos 151,7 Millionen Dollars betragen, die Ausgaben aber 189,4 Millionen, so daß sich ein Fehlbetrag von über 37 Mill. ergiebt. Die Einnahmen sind um 42/2 Millionen geringer als im Vorjahre. Man berechnet für Januar allein den Fehlbetrag auf 12 Millionen und für das ganze Etatsjahr auf 75 Millionen. Bei solchen Aussichten geht in amtlichen Kreisen bereits die Rede von einer Anleihe vor der Verabschiedung des Tarifgesetzes. Da die Gegner des letztern die Verhandlungen in die Länge ziehen werden, ist eine Inkraftsetzung vor dem 1. Juli faum möglich. Inzwischen aber ist das Geschäft in manchen Fabriken durch die Unsicherheit der Zollverhältnisse völlig brachgelegt. Um nur ein Beispiel herauszugreifen, so haben gegenwärtig die Teppichfabriken auf ihren Rohstoff, die Wolle, die sie unter allen Umständen aus dem Auslande bea ziehen müssen, einen Zoll von 32 pet. vom Werthe zu entrichten. Sie können so lange feine Wolle einlagern, bis sie sich über die tünftigen Zollverhältnisse im Klaren sind. der Monarchie durch amerikanische Republikaner, in Gestalt In Hawai( Sandwich- Inseln) ist die Wiederherstellung von Schiffssoldaten, erfolgt. Die Weltgeschichte muß in unserer ernsten Zeit auch einmal einen Wiz machen. Parlamentarisches. der Tabaksteuer- Vorlage erfolgen. Man rechnet, daß die erſte Im Reichstag wird am Donnerstag die erste Berathung Lesung die lezten drei Tage dieser Woche ausfüllen wird. Die Börsensteuer- Kommiffion wird ihre erste Sigung nach den Ferien nächsten Montag abhalten. tommen. Und wo ist das Land, dessen herrschende Klasse nicht Auch gegen de Felice's Freund, Garibaldi Bosco, der je nach ihrem Bedarf den Haß gegen die eine oder andere mit ihm an der Spitze der Arbeiterverbände steht, ist ein fremde Nation als die höchste vaterländische Tugend preisen Haftbefehl erlassen, der jedoch noch nicht vollstreckt werden uns ebenfalls zwei Monate aufzuhalsen. und den Internationalismus hingegen nicht zum Landesverrath fonnte. stempeln würde? Sind denn die italienischen Mordspatrioten, Briefkaffen der Redaktion. Nachtwächter. Wir sind leider nicht in der Stimmung, Bir sind tei Zwei Wettende. Wir sind über den Schornsteinfegerdie wegen des Verdikts von Angouleme ganz außer Rand und Die Boffische Zeitung", deren römischer Korrespondent brauch nicht unterrichtet. Griebenowstr. Es ist uns unerfindlich, wie Ihnen in Band gerathen, in dieser Beziehung besser als die französischen, unter dem heutigen Tage eine erhöhte Erbitterung der dieser Sache behördlicherseits Unannehmlichkeiten erwachsen ober diese besser als die deutschen oder sonstige Mords. Sozialisten" feststellt, klopft Crispi auf die Schulter und be- tönnen. Zeigen Sie den betrügerischen Kaufmann der Bepatrioten? Suchen benn nicht alle Nationen und Nationchen in glaubigt ihm, daß er sich ums Vaterland wohl verdient ge- hörde art. Angali- B Für den Inhalt des Inierate über. nimmt die Redaktion dem Vublikum Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Theater. Mittwoch, den 10. Januar. Opernhaus. Die Hochzeit des Figaro. Schauspielhaus. Schiller Zyklus. 0 Fiesco, oder: Die Verschwörung zu Genua. Deutsches Theater. Göz von Berlichingen. Berliner Theater. Aus eignem Recht. Lessing- Theater. Ein Falliſſement. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Residenz- Theater. Der Mustergatte. Neues Theater. Jugend. Central- Theater. fall. Berlin 1893. Ein toller Eins Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplak Theater. lustigen Weiber von Berlin. Die Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert. Nen! Neu! Neu! Ein Stiergefecht in Cadix. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und sämmtlichem TheaterPersonal.. Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. Anfang: National- Theater. Der Teufel in Sanssouci", Berlin. Theater Unter den Linden. Kottbuserstr. 4a. Die Gondoliere. Hierauf: Brahma. Jeden Sonntag und Donnerstag: American- Theater. Die Gründung Roms in der Möckernstraße, oder: Die Rache des Gänserichs. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. = Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenKaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Sensationelle Novität! Stettiner Sänger Anf. Donnerstags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf 40 Pf. ( siehe Plakate). Neu! Berlin's Lieblinge. Große Instrumentalszene. Freitag: Viktoria- Brauerei. Circus Renz, Der Teufel in Berlin. Sente, Mittwoch, den 10. Januar, Burleste Posse in 3 Akten von Eugen Prudens. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Rasseneröffnung 6/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstraße 80. Bum 5. Male: Ein toller Einfall. Schwank in 4 Akten von Carl Laufs. Si erauf zum Berlin 1893. Revue in 2 Abth. von 2. Leipziger. Anfang der Vorstellung 71/2, der Revue 9/4 Uhr. 18. Male: Morgen: Dieselbe Vorstellung. Abends 714 Uhr: Gala- Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Schulquadrille, geritten von 8 Herren mit 8 der bestdressirten Schulpferde, angeführt vom Direttor Franz Renz. 6 trakehner Rapphengste, vorgef. v. Herrn R. Renz. Hierauf ein Karoussel von 80 Pferden, großes equestrisches Arrangement. Auftreten der Schulreiterin Frl. Oceana Renz. Auftreten der Amerikaner Zalva, Espana und Alvar. Der dressirte Esel Pipifay, vor geführt v. d. Klown Merkel. Auftreten der hervorragendsten ReitkünstIerinnen und Reitfünstler, sowie Auftreten sämmtlicher Klowns und dem August, Mr. Lavater Lee. Zum Schluß: Ein Künstlerfest. American- Theater. Bollständig neue und glänzende AusTäglich: Große Vorstellung. Neu! Wieder- Auftreten Neu! stattung und Einlagen mit überraschenden Licht- und Wassereffekten. Ballet von 100 Damen.Kinderorchester. Großer Blumen- Korso. Morgen, Donnerstag, Abends 74 Uhr: Ein Künstlerfest. des urkomischen Bendix. Sonntag 2 Borstellungen, Nachm. Neu!! Auftreten des Neu!! besten Bauchredners d. Jchtzeit H. Blank. Ferner: Die Gründung Roms 4 Uhr( 1 Kind frei) und Abend 71/2 Uhr. Der Circus ist gut geheizt. Fr. Renz, Direktor. Den Mitgliedern des Wahlvereins für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis die traurige Mittheilung, daß am Sonntag, den 7. Januar, das Mitglied Julius Schnürle Memelerstr. 57, nach langjährigem Krantenlager verschieden ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. Januar, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle in Wilhelmsberg aus statt. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Danksagung. Den Genossen und Genossinnen des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises, den Freunden und Freundinnen d. Markthalle 13, den Kollegen der ZentralGroße öffentliche Versammlung fämmtlicher Droschkenkutscher u. Arbeiter Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 10. Januar 1893, Abends 9 Uhr, im ,, Eisfeller", Chauffeestraße 88. Tagesordnung: 1. Der Streif als Abwehr- bezw. Angriffsmittel gegen tapitalistische Ausbeutungen. Referent: Reichstags- Abgeordneter Legien. 2. Der Stand des Ausstandes der Tarameter- Droschkentutscher. 3. Diskussion. Jedem Kollegen und Arbeiter, dem es darum zu thun ist, daß unser Streit siegreich für uns beendet wird, ist es Ehrenpflicht, in dieser Versamm lung zu erscheinen und werden daher freundlichst eingeladen. Das Agitations- Comité der Droschkenkutscher Berlins und Umgegend. Im Auftrage: Stiller. 143/5 Arbeiter- Radfahrer- Verein„ Berlin"" Morgen, Donnerstag, den 11. Januar, Abends 8½ Uhr, im Restaurant ,, Bur Gleichheit", Andreasstr. 26: General- Dersammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassirers. 3. Neuwahl des Markthalle für die überaus reichen, Vorstandes. 4. Verschiedenes. fostbaren Kranzspenden, meinem Freunde Das Erscheinen eines jeden Mitgliedes ist Pflicht. Gäste sehr willGustav Buchholz für seinen thatträftigen tommen. Aufnahme neuer Mitglieder findet statt. Beistand, dem Gesangverein Vorwärts 462/17 Der Vorstand. für den schönen Gesang am Grabe meinen tiefgefühlten Dank. ( 1171b meines mir unvergeßlichen Mannes Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Filiale Moabit. Donnerstag, den 11. Jannar, Abends 8% Uhr, bei Hermerschmidt, Perlebergerstraße 28: Wittwe Erdmann. Danksagung. Für die vielen Beweise der Theilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unserer guten Mutter Grosse Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Fräulein Wabnitz über: Die Thätigkeit des Gehirns sage ich hiermit allen Freunden und und der fünf Sinne. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. VerBekannten, sowie meinen Gesangsschiedenes. freunden meinen tiefgefühlten Dank. 460/2 Herm. Hahn nebst Kindern. 1166b Etablissement Morig Play. Moritz Play. Buggenhagen. Täglich Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- n. Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Neu! Neu! Taxameter 208 oder: Der Weißlackirte. Lokalscherz von Max Larsen. ( Größter Lacherfolg der Saison). Grosses Variété- Programm. Spree- Nixen. E Entree 15 Pf. R. Winkler. PassagePanopticum. Der Deutsche Mann mit dem Steinkopf. Ohne Extra- Entree. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Präuscher's Museum. Circus G. Schumann, Taufende von anatomischen Präparaten. Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Mittwoch, den 10. Januar cr., Abends 7/2 Uhr: Große Schuhkanal durch fünf Körper. Gladiatoren- Kampf. Wunder d. Ceroplastik u.Mechanik. Täglich von 9 früh bis 10 Abends oder: Die Rache des Gänserichs. Gala- und Sports- Vorstellung. Dienstag und Freitag: Damentag. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. In Vorbereitung: Die Obdachlosen, oder: Lumpen- Susanne. Parod.- real. Traumstück von Oscar Wagner. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 62 Uhr. ratweil' G sche Bierhallen Besonders hervorzuheben: Grand Quadrille Noblesse, geritten mit zwölf Schulpferden von 6 Damen u. 6 Herren, W. Noack's arrangirt von Herrn Max Schumann. Concert- und Gesellschafts- Säle, Batoude americais, Salto- u. DoppelSaltomortales über eine Anzahl Bjerde. fleurs, ger. Brunnenstrasse No. 16. Täglich: Vorstellung. Jeben Sonntag und Donnerstag Nach der Borstellung: Lanz- Kränzchen. Avis! Empfehle meine hocheleganten Säle mit elektr. Beleucht. f. Vereine und Privatfestlichkeiten zu den koulant. Bed. Pas de deux, Frl. Emma Rohde und Gr. Theater- u. SpezialitätenHerr Ad. Schumann. Promenade des v. Frls. Lecusson. Rom. Entree des beliebten Klowns Little Fred. Doppelte hohe Schule, ohne Zügel und Baum, ger. v. Frl. Eugene Lecusson. Fidibus, Springpferd vor. geführt vom Direktor. 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Cabet als Politiker. Cabet als Kommunist. Die Reise nach Jkarien. Die ita rische Bewegung.- Jkarien verwirklicht.Gründung der Die Jfarier in Streit und Der Ausgang St. Louis und Die Majorität. Kolonie. ihrem Heim. Trennung. Ikariens. Cheltenham. -Neu- Jkarien. JungJtarien. Ikaria Speranza. -Schlußbemerkungen.- Anbang: Kommunistisches Glaubensbekenntniß. Literatur. Dem Werke ist ein sehr schönes Porträt Cabet's vorgeheftet. ReichstagswahlStatistik ist soeben erschienen unter dem Titel: Die Parteien des Deutschen Reichstages, ihre Programme, Entwicklung u. Stärke. Von Dr. Adolf Braun. 40 S. Großoktav. Preis 40 Pf. Bei den früheren Ausgaben der Reichstagswahl- Statistik wurde es, besonders seitens der agitatorisch thätigen Genossen, als eine bedauerliche Lücke empfunden, daß die Programme der verschiedenen politischen Parteien, die bei den Wahlen werbend auftreten, nicht ihrem Wortlaute nach beigefügt waren. Diesem Mangel ist in der neuesten Ausgabe ab geholfen und nicht blos das, sondern durch fritische Vorbemerkungen und Gegenüberstellung der früheren Programme, ziffernmäßige Darstellung der Stärke der Parteien, Wachsthum oder Abnehmen der Parteien, ist der Werth dieser neuen Ausgabe wesent lich gesteigert worden, so daß eigentlich jeder politisch thätige Staatsbürger im Besize dieses historisch statistischen Nachschlageheftes sein sollte. Buchhandlung des ,, Vorwärts". Die Bevollmächtigte. Orts- Krankenkasse des Töpfergewerbes zu Berlin. Donnerstag, den 18. Januar 1894, Abends 6 Uhr: Außerordentliche General- Versammlung der Delegirten der Orts- Krankenkasse des Töpfergewerbes zu Berlin im Gartensaale d. Hrn.A.Keller, Bergstr.68. Tagesordnung: 1. Statutenänderung der§§ 28 und 29 nach§ 48a des Kranken- Versiche rungsgesetzes. 2. Anträge. 3. Ber schiedenes( nach§ 47 des Statuts). Nur Delegirte haben Zutritt. Berlin, den 7. Januar 1894. Der Vorstand. Gustav Erbe, 1. Vorsitzender. Spandau, Gr. Wall in der Havel. Rud. Balke, Schriftführer, MadaiStraße 9, 8 r. 827/8 Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin C. Mitglieder- Versammlung am Donnerstag, den 11. Januar, Abends 81/2 Uhr. Tagesordnung: 1. Stichwahl zur Generalversamms lung zwischen Krüger und Sparfeld. 302/7 2. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Für Berlin und Umgegend. Empfehle mich den Herren Gast wirthen und Privaten zum Hausschlachten und Wurstmachen. 1164b Langer, Birtenstr. 57 part. Oranienstr. 55, am Morigplay, J. Semmel, pr. Zahn- Arzt. Spr. 8-6. Sonnt. 9-1. asten- Theater- Garderobe Mas Don Otto Runge, jest Gr. Frankfurterstr. 75, empfiehlt eine Auswahl von 2000 Kostümen. Große Ausw. von Aufzügen. Lebende Bilder. Vereinen 15 Prozent Preisermäßigung. 10986 Charlottenburg. Frisches Leinöl stets zu haben bei Kröcher, Pestalozziftr. 67 v. pt.[ 1165b Don Schinkestraße 10-11 fleine und Mittel- Wohnungen 60 Thaler an sogleich und später zu vermiethen. 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Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, von Marschall, Graf Lerchenfeld, Nieberding u. A. Gingegangen ist eine Deklaration zum Handelsprovisorium mit Spanien wegen Verlängerung desselben bis zum 31. Ja Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des auf der internationalen Sanitätstonferenz zu Dresden am 15. April 1893 unterzeichneten Uebereinkommens nebst Beitritts- Protokoll. Abg. Höffel( Rp., Elsasser): Die Sanitätskonferenz zu Dresden ist nicht die erste, es sind schon mehrere vorausgegangen, die aber feine bleibende Nachwirkung hinterlassen haben, während man jetzt zur Vereinbarung übereinstimmender Grundsätze gekommen ist über die Abwehrmaßregeln. Es würde zu wünschen sein, daß eine einheitliche oberste Sanitäts Ueberwachungsbehörde geschaffen würde. Aber die Hauptsache bleibt, daß die Sanitätsmaßregeln auch wirklich getroffen werden. Es bestehen auch in Deutschland, nicht bloß in den großen Städten, sondern auch auf dem Lande Uebelstände im Wohnungswesen. Gerade die letzten Erscheinungen der Cholera haben gezeigt, wie nothwendig es wäre, daß wir eine einheitliche deutsche Bau Ordnung bekämen. Die Gesundheitspolizei zählt zu den Kompetenzen des Reiches und es sollte die Reichsregierung bald eine Vorlage zur Regelung derselben einbringen. Jede Seuche bringt einen großen Verlust an Menschenleben, deshalb sind die Fragen der Gesundheitspolizei nicht blos vom humanitären Standpunkt aus zu beurtheilen. Abg. Dr. Kruje( natl.) spricht ebenfalls seine Befriedigung darüber aus, daß die Vorlage eine einheitliche Regelung der internationalen Maßregeln zur Abwehr von Seuchen herbeiführt, daß nur der Waarenverkehr aus den verseuchten Gegenden einer Kontrolle unterworfen werde, sei durchaus zu billigen. Bedauerlich sei es, daß die Anzeigepflicht nicht überall obligatorisch sei; hoffentlich würden die damit noch ausstehenden Staaten bald nachfolgen, sobald sie anderwärts die günstigen Wirkungen der Anzeigepflicht fähen. In bezug auf die Schaffung einer einheitlichen internationalen Gesundheitsbehörde stimmt Redner mit dem Vorredner überein. = Mittwoch, den 10. Jaunar 1894. 11. Jahrg. Konkursordnung, der sich außer auf den oben bezeichneten Punkt Kontrakt fälligen Miethe. Hoffentlich erfährt diese Frage in der auch noch auf verschiedene einzelne Punkte des Konkursverfahrens, Kommission eine befriedigende Lösung. Ferner hätte die Regie3. B. auf die Einſegung des Gläubigerausschusses, auf die Berung einer Frage näher treten sollen, die auf einem großen Theil strafung der Ueberschuldung 2c. bezieht und den Zwangsvergleich der Bevölkerung noch erheblich schwerer lastet, das ist das unter 25 pCt. der Masse für unzulässig erklärt. Retentionsrecht des Vermiethers überhaupt, welches demselben Abg. Rintelen( 3.) beantragt die Verweisung beider Vor- das Recht einräumt, demjenigen, der nicht in der Lage lagen an eine Kommission und weist noch darauf hin, daß für ist, Miethe bezahlen zu können, die unentbehrlichsten die Vermiether vielleicht noch dadurch gesorgt werden könne, daß Sachen einzubehalten, ihn auf die Straße zu sehen, ihm unihnen für zwei Quartale nach erfolgter Auffündigung seitens möglich zu machen, sich und seine Familie weiter zu ernähren, des Konkursverwalters die Miethe noch gewährleistet wird; weil ihm die Arbeitsmittel entzogen werden. Dieses Retentionsferner müsse man, wenn sich Häuser in der Konkursmaffe befinden, recht des Vermiethers, welches in vielen Fällen in geradezu un= vielleicht den Bauhandwerkern ein Vorrecht einräumen. Der glaublich unmenschlicher Härte angewendet wird. E lastet Antrag habe weniger eine juristische als eine volkswirthschaftliche besonders auf der Arbeiterklasse, den fleinen Gewerbetreibenden Bedeutung im Interesse der kleinen Leute. Die jetzige Konkurs- und Handwerkern in einer Weise, die eine schnelle gesetzliche Abordnung erleichtere den Leuten das Konkursmachen und gebe änderung erforderlich macht. Es ist nicht nöthig, auf das Zusogar die Möglichkeit eines Profits dabei, so daß die Leute aus standekommen des bürgerlichen Gesetzbuchs zu warten. Aus einem mehrmaligen Konkurse als reiche Leute hervorgehen. Das meinen Erfahrungen in der Kommunalverwaltung fann ich sei nicht beabsichtigt, aber es sei eine thatsächliche Folge der mittheilen, daß die Stadtverwaltung in einer Weise Konkursordnung und gereiche dem Handelsstande nicht gerade durch diesen Umstand belastet ist, die auf die Dauer zum Ruhme. selbst einer so fapitalfräftigen Stadt wie Berlin recht unbequem Abg. v. Buchka( dk.) hält die Konkursordnung für das beste werden kann. Es müssen jährlich ganz bedeutende Summen den der Reichs- Justizgesetze, glaubt aber, daß die Vorlage der Re- Hausbesitzern bezahlt werden, nur um die Leute, die exmittirt gierung doch eine Verbesserung mit sich bringe; er hält aber worden sind, nicht der öffentlichen Armenpflege anheim fallen dafür, daß noch weitere Aenderungen nothwendig seien bezüglich zu lassen. Dem Gedanken kann ich voll zustimmen, daß versucht des Verhältnisses zwischen Verpächter und Bächter. werden soll, auch die Bauhandwerker als bevorrechtigt mit ihren Staatssekretär im Reichs- Justizamt Nieberding bedauert, Forderungen anzuerkennen. Es ist eine der besten Folgen der daß die Vorlage der Regierung dadurch beeinträchtigt werde, Gewerbegerichte, daß sie in der Lage waren, die geradezu niederdaß sie in die Gesellschaft einer stattlichen Anzahl von anderen trächtige Art, mit der die Bauhandwerker oft um den Ertrag Anträgen gerathen sei. In bezug auf das Vorrecht des Ver- ihrer Arbeit von den Bauspekulanten gebracht werden, flar zu miethers habe die Regierung ihren früheren Standpunkt aus legen, und sie haben dafür gesorgt, daß diesem Schwindel nach volkswirthschaftlichen Gründen aufgeben müssen. Die Anträge Möglichkeit ein Riegel vorgeschoben wird. Es wird das wesent des Zentrums würden in der vorliegenden Form schwerlich auf lich dazu beitragen, die Reelität und die Sicherheit auf diesem Ge= die Zustimmung der Regierung rechnen können; aber die biete wieder zu stärken. Hoffentlich geschieht in der Kommission noch einzelnen angeregten Punkte werden Beachtung finden können mehr für diese Sache, um den zügellosen Gelüsten der Bauund müssen, wenn die Regierung auf grund der bisher ge- spekulanten ein Ende zu machen. Bedenken habe ich gegen die fammelten Erfahrungen an eine Verbesserung der bestehenden Hineinbringung des neuen Begriffs, daß ein Konkurs gestattet Gesetze gehen wird. Deshalb wäre es unzweckmäßig, die Vorlage sein soll, wenn ein Gläubiger glaubhaft machen kann, daß eine der Regierung zu verquicken mit den Anträgen; sie würden beffer Ueberschuldung vorhanden ist. Das wäre doch gewissermaßen gesondert behandelt werden. eine bürgerliche Degradation für die Betroffenen und bringt ein Abg. Singer( Soz.): Meine Wünsche in bezug auf die Vor- Moment in die Geschäftsführung, das Sie doch gewiß nicht lage treffen mit den eben geäußerten Ansichten vollkommen zu wollen, nämlich das der Denunziation. Wie wollen Sie denn fammen. Auch ich bin der Meinung, daß die Frage, die in der überhaupt beurtheilen, ob Ueberschuldung vorhanden ist, und Regierungsvorlage behandelt wird, im Interesse der Gesammt damit das Gericht veranlassen, auf die Mittheilung eines Gläubigers heit eine schnelle Erledigung erfordert, während die Anträge hin, die Bücher sich vorlegen zu lassen. Ehre und Reputation des Rintelen und Genossen, abgesehen davon, daß sie einer längeren Handelsstandes wird dadurch nicht gestüht, im Gegentheil wird und durchgreifenden Berathung bedürfen, trot mancher sehr be- er damit unter Polizeiaufsicht gestellt und vogelfrei für jede achtenswerthen Anregung doch in ihrem gesetzgeberischen Lebens- Denunziation gemacht. Namentlich wird dies der Fall sein, Staatssekretär v. Bötticher: Der Vorredner hat den lauf noch mit einer Reihe von Schwierigkeiten zu kämpfen haben wenn man an dem Grundsatz festhält, daß für 75 pCt. der Zweck der Konvention vollständig richtig dargestellt. Ich möchte werden. Es wird sich in der Kommission ermöglichen lassen, in diesem Forderungen Deckung vorhanden sein muß, widrigenfalls der bemerken, daß ein Reichs- Seuchen- Gesetz nicht zu stande kommen Sinne vorzugehen und die Antragsteller können damit zufrieden sein, Konkurs eröffnet wird. Sie, die Sie sich immer als Vertreter wird, wenn auf die verschiedenen hygienischen Fragen hier ein weil ein Theil ihrer Vorschläge sich mit der Regierungsvorlage deckt. des Mittelstandes hinstellen, scheinen doch über die wirthschaftgegangen werden soll. Dieselben werden je nach den Landes- Daß der Antrag Rintelen uns in dieser Session nochmals be- lichen Verhältnisse dieser Klassen nicht übermäßig informirt zu verhältnissen verschieden beurtheilt werden müssen; es wird z. B. schäftigt, liegt wohl kaum an der Beschlußunfähigkeit der vor sein, sonst müßten Sie wissen, daß neun Behntel aller in Deutschauch nicht leicht fein, zu einem allgemeinen gleichen Leichenschau- jährigen Kommission. Ich bedaure, daß die Regierungsvorlage land bestehenden Geschäfte sich in einer Lage befinden, in der sie Gesez für das Reich zu kommen. in ihren Forderungen nicht weiter gegangen ist. Den Hinweis überhaupt nur noch vom Kredit zu leben im stande sind. Die Abg. Kruse( ntl.) frägt, ob auch Waaren aus einem nicht auf das Zustandekommen des bürgerlichen Gesetzbuches fann ich Konkursmacherei sehen auch wir in der That als einen Krebsverseuchten Orte einer Untersuchung unterzogen werden können, nicht für durchschlagend erachten; die großen Uebelstände, die schaden unserer heutigen Zeit an, die Frage ist nur, ob Sie wenn sie einen verseuchten Ort passirt haben. weit über das hinausgehen, was die Regierung mittheilt, be- durch dieses Gesetz dem Uebelstande völlig Abhilfe schaffen. Staatssekretär v. Bötticher: Eigentlich sollen nur solche dürfen einer schleunigen Abhilfe. Die Bevorrechtung des Ver: Der leichtsinnige Kreditgeber ist übrigens in vielen Fällen ebenso Waaren untersucht werden, die aus einem verseuchten Orte miethers in bezug auf die eingebrachten Sachen des Miethers zu verurtheilen wie der leichtsinnige Kreditnehmer. Die Bestammen. Aber daß sie untersucht werden können, wenn sie einen ist ein Ueberbleibsel aus der Zeit, in der man überhaupt den stimmungen über die Erschwerungen des Affords sind mir außer verseuchten Ort paffirt haben, tann natürlich nicht ausgeschlossen Hausbesitz als das einzig legitime Anrecht auf alle staatlichen ordentlich sympathisch. In gewisser Weise ist ein Zwangs werden. Rechte ansah. Es ist hohe Zeit, daß mit dieser feudalen vergleich auch im Interesse der Gläubigerschaft wünschenswerth. Einrichtung ein Ende gemacht Warum man in Es muß aber durch die Gesetzgebung der Grundsay sireng auf dieser Beziehung nicht weiter gehen fann, ist mir aus der recht erhalten werden, daß nur demjenigen Konkursifer die WohlBegründung nicht klar geworden und ich sehe auch kein Hinderniß. that eines Vergleichs zu Theil wird, der sich durch seine ganze Dabei ist zu berücksichtigen, daß das Objekt, welches der Ver- Handlungsweise nicht dem berechtigten Vorwurf des Schwindels und miether in die Masse bringt, in den meisten Fällen eine Betruges ausgesetzt hat. Wer nicht aus Unkenntniß und ge anderweitige Verwendung finden kann, der Vermiether kann die geschäftlichem Unglück das Konkursverfahren herbeigeführt hat, Wohnung, den Laden, welchen die Masse räumt, anderweitig sondern durch absichtliche bewußte Schädigung auf Kosten der vergeben, wenn auch mit etwas Berlust. Durch Vermiethung auf Gläubiger weiter existiren will, muß auch nach Beendigung des eine Reihe von Jahren hinaus wird die Gläubigerschaft auf eine Konkursverfahrens seinen Gläubigern haftbar bleiben. Auf ganz erhebliche Weise geschädigt, weil der ganze Bestand zum diesem Gebiet kann die Solidität und Reellität des Handelsgrößten Theil aufgezehrt wird durch die Zahlung der nach dem standes wirklich gehoben werden, wenn als unweigerliche, von Abg. Langerhans( Frf. Vp.) weist darauf hin, daß die Vorlage nicht die Abwehr der Cholera betreffe, sondern nur die Abwehr unzweckmäßiger den Verkehr belästigender polizeilicher Gegenmaßregeln gegen dieselbe; die Bewahrung des Verkehrs vor ganz überflüssigen Absperrungen. Damit schließt die erste Lesung; in zweiter Lesung wird das Uebereinkommen in seinen einzelnen Theilen ohne Debatte genehmigt. Es folgt die erste Berathung des Gesehentwurfs betr. die Abänderung des§ 41 der Konkursordnung, wonach der Vermiether in Ansehung der eingebrachten Sachen das Recht auf Vorausbefriedigung im Konkurse nur wegen des laufenden und des für das lehte Jahr vor der Konkurseröffnung rückständigen Zinses hat. In Verbindung damit wird in erster Lesung berathen der Antrag des Zentrums( Rintelen u. Gen.) wegen enderung der Nachbarschaftsgilden. I. Der fortschreitenden Erkenntniß von der Nothwendigkeit einer gründlichen Gesellschaftserneuerung sind allerhand Bersuche zuzuschreiben, die von wohlmeinenden Leuten bald mit der Gründung von Kolonien auf einer neuen gemeinwirthschaftlichen Grundlage, bald mit neuen gesellschaftlichen Einrichtungen in einem der alten Kulturstaaten gemacht werden. Die überschwänglichen Hoffnungen der Begründer dieser Einrichtungen können sich allerdings nicht verwirklichen, wohl aber lassen sich diese Versuche in mancher Hinsicht für die große proletarische Bewegung nußbar machen, sei es auch nur, um Anregungen für deren eigene Unternehmungen daraus zu schöpfen. Ein solcher in mancher Hinsicht lehrreicher Versuch sind die Nachbarschaftsgilden, die der Engländer Stanton Coit in NewYork und London ins Leben gerufen hat und für die er in einer jetzt in deutscher Uebersetzung erschienenen Schrift*) Propaganda macht. Leider hat der Verfasser in der vorliegenden Schrift die Darstellung dessen, was er bereits erreicht hat, nicht flar getrennt von der Ausmalung dessen, was er für die Zukunft plant. Man muß deshalb bei einer fritischen Betrachtung feines Werkes eine solche Sonderung selbst vornehmen. = ausDie in New- York ins Leben getretene Gilde fand in einigen über mit Erfolg entgegengewirkt habe, und daß die anderen amerikanischen Städten und im Jahre 1891 auch in Leighton Hall- Gilde grundsäßlich jedes Mitglied London in dem nördlichen Kirchspiel Kentish Town Nachahmung. schließt, daß irgend wie Klassendünkel merfen läßt. Stanton Coit gründete dort eine Gilde, die nach dem von ihr Mitglieder der Gilde find indeß nur besser gestellte Arbeiter und oftupirten Hause die Leighton- Hall- Gilde" genannt wird. Seine kleine Geschäftsleute. Das mag durch die Umstände bedingt Einzelmittheilungen beziehen sich meist auf diese Gilde. Nach werden; es widerstreitet aber dem Gildeprinzip, die gesammte Ansicht des Gründers sollten die einzelnen Klubs der Gilde je Nachbarschaft zu einer großen Gemeinschaft zusammen zu 20-40 Perionen und höchstens 70 umfassen. Sie bilden ge- fchließen. Ja, in einer Hinsicht kann sogar die Versuchsgilde in schlossene Vereine für sich. Zur Aufnahme neuer Mitglieder Leighton Hall auch nicht einmal für die besser gestellte Arbeiterbedarf es eines besonderen Vereinsbeschlusses. Eine größere schaft als maßgebend betrachtet werden. Coit macht nämlich Mitgliederzahl gilt für unrathsam, da sie zu einer Lockerung der über die jungen Mädchen der Gilde die folgenden interessanten persönlichen Beziehungen aller Mitglieder untereinander führt. Mittheilungen:" Die jungen Mädchen arbeiten alle in den ver Im ganzen besteht die Leighton- Hall- Gilde jetzt aus 230 Mitgliedern, schiedenen Fabriken ihres Stadttheils, oder sind Näherinnen. die etwa 100 Familien angehören. Das von der Gilde gemiethete Haus Bei einem Wochenlohn von 5 bis 10 Schilling arbeiten sie zehn enthält eine Bibliothek; Sonntags Nachmittags findet ein Konzert Stunden; sie leben im Elternhause und bilden jene Klasse, ftatt, am Sonntag Abend Vortrag, am Sonnabend ist Tanzkränzchen, die den ganz auf sich selbst gestellten. Frauen größeren an einem anderen Abend Gesangsübung und außerdem giebt es Abbruch thut, als irgend eine andere; denn da sie zum 15-20 technische und literarische Lehrkurse. Theil von den anderen Familienmitgliedern unterhalten werden, begnügen sie sich mit einem Lohn, von dem sie nicht leben können. im Sie gehören nicht zu den Fabrikmädchen" eigentlichen Sinne; die scheint es in Kentish Town überhaupt nicht zu geben." " Diese Mittheilungen werfen ein höchst interessantes Streiflicht auf die Gestaltung der Frauenarbeit in London. Sie zeigen, daß die verschämte" Frauenarbeit nicht nur aus den Kreisen der Beamtenfamilien, sondern auch aus fleinbürgerlichen Familien Zuzug erhält und die Löhne drückt. Sie rechtfertigen auch die Annahme, daß die Eltern jener Mädchen unmöglich klassenbewußte Arbeiter sein können, da sie sonst doch nicht dulden tönnten, daß ihre Töchter anderen Arbeiterinnen Schmuhkonkurrenz machen. Zunächst fällt bei dieser ganzen Organisation ins Auge, daß sie bedeutender Geldmittel bedarf. Coit meint, um eine solche Gilde ins Leben zu rufen, brauche man 2000 Litr.( 40 000 m.), nach 5 Jahren aber könne sie aus eigenen Mitteln bestehen. Er macht weiterhin eine spezialisirte Rechnung auf und glaubt von Herr Stanton Coit hat nach vollendetem Studium auf eng- den Mitgliedern auf einen Wochenbeitrag von 3 Pence( 25 Pf.) lischen und deutschen Universitäten seit einigen Jahren sich mit rechnen zu können. Die Knaben und Mädchen von 12-17 Jahren praktischer Sozialpolitik befaßt. Er trat zunächst im Jahre 1888 follen 2 Pence zahlen. Mit Zuhilfenahme einiger Ronzertabgaben in einem der ärmsten Stadttheile New- York's mit einer Anzahl glaubt er dann bei 340 Mitgliedern die Einnahmen der Gilde junger Arbeiter der Nachbarschaft in Verbindung und veranlaßte bis auf 270 Lstr.( 5400 M.) jährlich steigern zu können. sie, auch ihre Eltern und sonstige Verwandten und Bekannten Obgleich es bei der Fülle des Gebotenen möglich erscheint, die für sein Unternehmen zu interessiren. Mit diesen Leuten gründete Gildegenossen zu so beträchtlichen Beitragszahlungen heraner nun eine Reihe von Klubs nach Lebensalter und Geschlecht zuziehen, so wird es doch immer nur ein seltener Ausnahmefall gesondert, die alle miteinander in enger Verbindung stehen und sein, daß zur Begründung einer Gilde 40 000 Mark zu beschaffen Herr Coit erwähnt an anderer Stelle mit einem gewissen insgesammt die Nachbarschaftsgilde" bilden. Zunächst ist da ein sind. Nach einem solchen System läßt sich für die Gesammtheit Hochgefühl, daß die Gilde fich eine moralische Einwirkung auf Knabenklub, Knaben im Alter von 12-17 Jahren umfassend, eine Rette gleichartiger Einrichtungen nicht ins Leben rufen. ihre Mitglieder angelegen sein lasse. Sie veranstaltet sogar dann ein gleichaltriger Mädchenklub. Die zweite Stufe bilden Eine zweite Eigenart des Coit'schen Unternehmens ist die Rügegerichte, die über die Schuldigen allerhand Strafen, vom ein Klub von Jünglingen im Alter von 18-25 Jahren und ein Rolle, die der Gründer und sonstige Berather dabei spielen. Coit Verweis bis zur zeitweiligen oder vollständigen Ausschließung entsprechender Klub gleichaltriger junger Mädchen. Alle älteren erwähnt, daß die Hälfte der Zimmer des Gildehauses von der Mitglieder aus der Gilde verhängen. Allerhand salbungsGildengenossen treten dann in zwei Klubs für Männer und akademisch gebildeten Leuten bewohnt wird, die dem Unternehmen volle Betrachtungen lassen darauf schließen, daß die Liebschaften Frauen zusammen. Die Thätigkeit dieser Klubs bezieht sich auf ihre Mußestunden widmen. Aus den sonstigen Ausführungen der jungen Leute mit Argusaugen fontrollirt werden. Auch fagt alle möglichen Interessen. Nach Auffassung Stanton Coit's soll geht hervor, daß diese Berather nicht Mitglieder des Klubs oder Coif an einer Stelle mit einem Stoßseufzer:„ Ich denke mit die Gilde eine Erweiterung der Familie, auf die ganze Nachbar- der Gilde sind, sondern den Gildegen offen nur als Lehrer zur Seite Schrecken daran, was aus einigen jungen Mädchen geworden schaft ausgedehnt, sein. Sie soll die gesammte Bevölkerung einer stehen. Stun liegt es auf der Hand, daß Persönlichkeiten, die gleichzeitig wäre, wenn sie, wie es der Mädchenklub einer der Gilden wollte, Nachbarschaft ohne Rücksicht auf deren Glauben und politische gewillt und befähigt zu einer solchen Thätigkeit sind, und die für immer ausgeschlossen worden wären, hätte sich nicht die Bes Anschauung umfassen und eine Reihe von Vereinen bilden, auch die erforderliche Muße dazu haben, sich nicht in beträcht- ratherin des Klubs für sie verwandt." welche auf eigene Hand oder in Verbindung mit anderen Ver- licher Anzahl werden beschaffen lassen, sicherlich nicht mehrere Mit solch einer moralisirenden Kontrolle, die augenscheineinen alle Reformen zur Ausführung bringen sollen, die das für eine Gilde, wie es in Kentisch- Town der Fall gewesen ist. lich völlig fritiklos den verknöcherten Moralkoder der heutigen Reformen im Hauswesen, in der Ersoziale Jdeal verlangt, Die Coit'sche Gilde trägt aber noch einen andern Wider Gesellschaft sich zur Richtschnur macht, ist die Gilde ziehung, im Gewerbe, in der Sorge für die Zukunft oder in der spruch in sich. Jim Prinzip will sie die Gesammtheit der Be- jedenfalls in ganz falsche Bahnen gerathen. Wie die Mitglieder Art der Erholung". wohner eines kleinen Bezirkes, also die gesammte Nachbarschaft ihre intimeren Lebensziehungen gestalten wollen, das sollte man umfassen. In Wirklichkeit ist es aber eine mehr oder minder ihnen füglich als freie Menschen selbst überlassen. Wollen Herr *) Nachbarschaftsgilden. Ein Werkzeug sozialer Reform. Von ausgewählte Gesellschaft. Coit berichtet zwar, daß er den Coit und seine Freunde für die Sittlichkeit wirken, so hätten sie Stanton Coit. Berlin 1893. Bei Robert Oppenheim. Klassendünkel der Handlungsgehien dem Arbeiter gegen die jungen Mädchen auftlären sollen über die Werderblichkeit Parteinachrichten. " Bolizeiliches, Gerichtliches 2c. " am Gefängniß Die Don uns als " wenn dieselben von den alten erfahrenen und erprobten Kutschern geführt werden. Beachte diese Mahnung ein jeder, der sein Leben und seine Gesundheit ganz unerfahrenen Leuten nicht so ohne weiteres preisgeben will! dem Kaufmannsstande als Ehrengesetz zu betrachtende Ginrichtung hingestellt wird, solltest du im geschäftlichen Leben Malheur haben, so kannst du verlangen, daß dir die Sache nicht unnöthig erschwert wird, aber du bist nicht in der Lage, auf Bestimmungen hin, die dich in deiner unsoliden Geschäftsführung - Das Reichsgericht hat heute die Revision des früheren Hinsichtlich des Droschkenkutscher- Streiks suchen arbeiterfördern oder unterſtüßen, zu sündigen. Durch die vorgeschlagenen Reichstags- Abgeordneten Kunert- Breslau der vom LandStrafbestimmungen werden sich diejenigen, die aus dem Konkurs gericht Breslau 19. September vorigen Jahres wegen feindliche Blätter des Langen und Breiten zu beweisen, daß die machen ein Geschäft machen, auch nicht zurückschrecken lassen. Ander Entwendung friegsgerichtlicher Erkenntnisse aus der König- Kutscher sich mit Unrecht gegen die weißlacirten Hüte zur Wehr seits sind wir ja gewohnt, unsere Gefeße mit Strafbestimmungen lichen Gefängnißanstalt in Breslau wegen Unterschlagung zu setzen, da diese sie dem Publikum viel leichter als sonst fenntlich auszustatten, und so wird nichts im Wege stehen auch die Ver- sechs Monat Gefängniß verurtheilt war, sowie die Revision machen würden. Als ob bei dem Zarameterstreit nur ein einfaches Rechenfehlungen gegen dieses Gesez unter bestimmte Strafen zu stecken. des ehemaligen Pofigehilfen Witzke, der wegen derselben Anneun Monat un- exempel und nicht auch ein Motiv von hoher sittlicher BeIch habe allerdings das Gefühl, daß man im Einzelnen über gelegenheit anläßlich der das Ziel hinausgeschossen hat. Der§ 210 hat eine verzweifelte begründet verworfen. Das giebt einem jeden Arbeiterausstand ja Aehnlichkeit mit dem Groben- Unfug- Paragraphen: man fann mit urtheilung vor dem Breslauer Gerichtshof f. 3. ausgesprochene Frage fame. diefem Paragraphen jeden Kaufmann aufhängen und jeden Hoffnung, daß das Reichsgericht die geradezu horrende Ver- gerabe seinen hohen ethischen Gehalt, daß durch ihn immer Konfurfifier laufen lassen. Besonders hart ist die Bestimmung, urtheilung Kunert's, die um so schwerer trifft, als das Ber- ein gutes Stüd Untergrabung bisher bestandener autoritärer Andaß wer bereits einmal wegen Bankrotts bestraft ist, im Wieder: brechen" als ein gemeines" gilt, aufheben werde, hat sich dem maßung geübt wird, daß die Arbeiter den Unternehmer zu zwingen holungsfall mit nicht unter drei Jahren Zuchthaus bestraft nach als eine trügliche erwiesen. Sechs Monate für die Untersuchen, in Angelegenheiten, in denen er bisher kraft seiner werden soll. Man müßte sein eigenes Verschulden und wirthschlagung" eines Bogens Papier, der faum einen Pfennig patriarchalischen Almacht souverän verfügt hat, hinfort auch dieUnterschlagung der Atten", die im allgemeinen, jenigen gefälligit anzuhören, deren Wohl und Wehe von den beschaftliche Ursachen auseinanderhalten. Wir würden uns freuen, werth iſt. wenn der in unserem Sinne amenbirte Gefeßentwurf demnächst öffentlichen Interesse verwandt worden sind nicht etwa in treffenden Anordnungen zumeist in hohem Maße abhängt. Gerade bei den Zarameterkutschern ist der Kampf von ganz begewinnbringender Absicht das ist das ganze, was von der zur Verabschiedung gelangte. Abg. Träger( Frf. Bp.) will nichts gegen eine Ueberweisung Anklage gegen Runert bekanntlich übrig blieb, nachdem man fonderer fittlicher Bedeutung, weil er nicht allein gegen die Unteran eine Kommission einwenden. Der Vorredner hat die Hand: die Anklage der Verleitung zum Diebstahl" hatte fallen lassen nehmer, sondern auch gegen die Machtstüße aller heutigen Autoritäten, habung des Retentionsrechtes der Hausbesitzer angeregt, die im müssen. Und dafür glaubt man fechs Monate Gefängniß die mit dem Unternehmerthum verbündete Polizeigewalt gerichtet Widerspruch steht mit der Vorschrift der Zivilprozeßordnung, perhängen zu müssen, damit das Verbrechen hinreichend geist. Die Kutscher wollen in diesem Kampf der Polizei bedeuten, daß sie, wenn sie Utase erläßt, die von einschneidender pekuniärer was ein unwürdiger und beschämender Zustand sei. Eine nicht fühnt" sei. zu zaghafte Jurisprudenz könnte schon an der Hand der gegen idealer Konfurreng" mit grobem Unfug wurde der Genoffe die Güte haben soll, diese Betheiligten hinfort auch um ihre Wegen vorsäglicher Sachbeschädigung in Wirkung auf den mageren Geldbeutel der Betheiligten sind, auch wärtigen Gefeggebung hier Befferung schaffen. Aber unsere Zivilgerichte find leider in dieser Beziehung zu zaghaft. Die Paul Rühn in Breslau am 25. Oftober v. J. vom Meinung zu befragen und sich nach dieser Meinung ebenfalls ein Anregung des Herrn Singer, diese Frage hier bei dieser Gelegen- dortigen Schöffengericht zu 51 m. verurtheilt. Von der Be- wenig zu richten. heit geregelt zu sehen, wird wohl undurchführbar sein. Gerade aus diesen Gründen muß jeder Ehrenmann, der die Man rufungsinstanz, welche die Sache vor einigen Tagen verhandelte, fagt, der Hauswirth werde befriedigt, aber die anderen armen wurde das Urtheil bestätigt. Die Sachbeschädigung" hat während Laster der Demuth und Unterthänigkeit nicht für die höchsten Gläubiger fallen aus. Jedermann ist doch dieses Pfandrecht der Reichstagswahl stattgefunden und soll darin bestanden aller Tugenden hält, aus vollem Herzen wünschen, daß der bekannt und die Gläubiger sind nicht immer so bejammerns- haben, daß Rühn an mehrere Häuser mit Pinsel und Farbe an- Rutscherstreit den ihm zukommenden siegreichen Verlauf nehme. werth, wie man es darstellt. Sie sind häufig die intellektuellenes Bertheidigers, daß durch die entstandenen Säuberungskosten Personen gegen die Unbill der Witterung zu treffen, hat das geschrieben hatte: Wählt Schoenlant! Die Einwendungen lim weitere Maßnahmen zum Schutze von obdachlosen Urheber des Konkurses. Ein Fabrikant fagte einmal: Für 30 Thaler Waare gegen baar verkaufe ich nicht, aber für höchstens eine Vermögensschädigung vorliege, eine Magistratskollegium in seiner gestrigen außerordentlichen Sigung 300 Thaler auf Kredit fann man immer haben. Das ist die Sach beschädigung, da das Haus dadurch im Werthe nicht folgende Beschlüsse gefaßt: Zunächst soll von nun an ein erGrundlage der ungünstigen Verhältnisse. Durch Aenderung der gesunken sei, nicht gefunden werden könne, ließ der Gerichtshof heblicher Theil des aus 40 Baracken bestehenden nächtlichen ObGesetze werde man das Konkursmachen nicht aus der Welt nicht gelten, sondern verkündete sein Urtheil dahin, daß in dachs auch am Tage den Obdachlosen zugänglich gemacht werden schaffen und wenn Konkurse gemacht werden, muß man die da diesem Beschmieren" der Häuser mindestens eine vorübergehende und zwar etwa von 10 Uhr Vormittags ab, nachdem die Räume mit zusammenhängenden Mißstände mit in Rauf nehmen. Sachbeschädigung vorliege. Es hätte ja jemand die Absicht der Anstalt nach Verlassen der dort nächtigenden Personen werAbg. Baffermann( utl.) hält die Vorlage der Regierung haben können, das Haus zu kaufen, der dann an der Beden gereinigt, gelüftet und geheizt sein. Ferner sollen unverzüg für nothwendig. Die Beschränkung des Retentionsrechts des schmutzung Anstand genommen und dadurch hätte dem Besitzer lich mit dem Verein für Errichtung von Wärmehallen Verhand Hauswirths auf die nicht pfändbaren Sachen, welche der Abg. wohl ein zeitiveiliger" Schaden zugefügt werden können. Die lungen angefnüpft werden behuss Erweiterung und Bermehrung Singer angeregt hat, ist bei uns durch die Rechtsprechung bereits Berufung wurde dann verworfen und das erstinstanzliche Urtheil gegenwärtig eröffneten Wärmehallen gegen eine städtische Beihilfe. durchgeführt. Das Vorrecht der Bauhandwerker halten auch wir aufrecht erhalten. Die strengere Handhabung des gemeinen Lebhafte Klagen, die nach angestellten Ermittelungen vollfür nothwendig, weil durch die Arbeit der Handwerker die Häuser Rechts" nach Gulenburg scheint bei den sächsischen Behörden auf berechtigt sind, werden seitens vieler Frauen unausgesetzt verbessert werden und die Bauhandwerker müssen deshalb ge= So hat die über das Verhalten der Gesellschaft für öffentliche Bedürfnißfichert werden. Gegen die Anträge des Zentrums haben wir ein gutes Verständniß gefunden zu haben. dagegen manche praktische Bedenken. Daß für die Konturs. Glauchauer Amtshauptmannschaft dem Vorstand des Ge- Anstalten für Männer und Frauen" laut. von der Presse auf die Nothwendig verwalter eine Gebührenordnung eingeführt werden fönne, fei fangvereins zu Thurm angezeigt, daß der Verein dem Vereins- Jahre lang von zugegeben, aber bedenklich sei die Einführung eines obligatorischen geseh vom 22. November 1850 unterstellt fei. Diese Maßregel feit hingewiesen, an den öffentlichen Bedürfniß Anstalten für Gläubigerausschusses, weil hierdurch, wenn die Gläubiger zerstreut wird damit motivirt, daß die Erörterungen ergeben haben, der Männer und Frauen eine Einrichtung zu treffen, welche unwohnen, eine Berzögerung und Vertheuerung entsteht. Verein beschränke sich nicht bloß auf die Pflege des Gesangs, bemittelten Frauen und Mädchen ermöglicht, ihre Bedürfnisse unentgeltlich verrichten zu können. Diese Wünsche find Zwangsvergleiche von 10 pCt. und weniger sind nach dem sondern bringe an feinen Unterhaltungsabenden auch Vorträge zu allgeineinen Gefühl unmoralisch. Bezüglich der Strasbestimmungen Gehör, die politische Fragen zum Gegenstand haben. Da bekanntlich so lange unberücksichtigt geblieben, bis auf das mit öffentlichen An- Drängen unserer Vertreter im rothen Hause", welche die Ueberwird sich in der Kommission vielleicht eine Einigung herbeiführen nach beschäftige sich der Verein mit und lassen. Es wird sich ermöglichen lassen, in vielen Fällen gesetz- gelegenheiten" gesetzl falle somit unter das Vereinsgesetz. nahme auch dieser Anstalten in städtische Regie verlangten, der geberische Reformen einzuführen, die nicht nur vom Standpunkt Als äußere Veranlassung betrachten die dortigen Genossen einen Magistrat sich herbeilafsen mußte, bei erneuter Verlängerung der des Juristen, sondern auch des Sozialreformers mit Freuden be- Familienabend, bei dem einige fräftige, von revolutionärem Konzession der Gesellschaft zur Pflicht zu machen, eine bestimmte Angrüßt werden.( Beifall bei den Nationalliberalen.) Geiste befeclte Deklamationen zum Vortrage famen. Beschwerde zahl dieser Gebäude mit der verlangten Einrichtung zu versehen. Abg. Munckel( Freis. Vg.): Ich bin der Regierungsvorlage wird zwar eingereicht werden, aber sie wird voraussichtlich Ginige dieser Baulichkeiten befizen nun seit mehreren Monaten diese nicht so abgeneigt, wie mein Parteigenosse, weil ich glaube, daß fruchtlos sein, denn nach dem sächsischen Vereinsgesetz ist es von für eine Großstadt durchaus nothwendige Einrichtung, allerdings in die Gläubiger die Miethstontratte ihres Schuldners namentlich vorn herein nicht unzulässig, einen Gesangverein unter das einer völlig unzweckmäßigen Art und Weise. Die Räume, auf die Dauer derfelben nicht prüfen fönnen. Die weitergehen Vereinsgesetz zu stellen. Die Folge davon wird sein, daß der direkt von der Straße aus, also ohne Doppelthür, zugänglich den Anregungen des Herrn Singer in bezug auf das Retentions- Verein unzähligen Scheerereien ausgesetzt ist, wenn die Behörden und sehr eng, werden von Frauen und Mädchen deshalb vielrecht der Vermiether tönnten hier höchstens in bezug auf den aber glauben, mit derartigen Kleinlichen Chikanen die Arbeiter fach gemieden. Die innere Einrichtung ist sehr primitiv; die Konturs geregelt werden, aber nicht allgemein und damit würde bewegung auch nur im geringsten zu hemmen, dann werden sie wenigsten Räume sind nicht mit einem wirklichen Kloset versehen, imeist bald um eine Täuschung reicher sein. ist nur ein Trichter vorhanden, der dann allerdings nur ein doch wohl Herr Singer nicht zufrieden sein. ,, tleines Geschäft" ermöglicht. Damit schließt die erste Berathung. Abg. Gröber( 3.) spricht sich in seinem Schlußworte dagegen aus, daß die Regierunsvorlage nicht in Verbindung mit dem Antrag, fondern abgesondert erledigt werden soll. Die Regierungsvorlage wird nicht der Kommission über wiesen, sondern nur der Antrag Rintelen geht an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Schluß 6 Uhr. Nächste Sizung Mittwoch 1 Uhr( Fort sehung der Anträge über die Invalidenversicherung und des Antrages des Zentrums, betreffend die Konsum vereine. Am Donnerstag erste Berathung der TabaksteuerBorlage. Tokales. Wer " M Jedoch die meisten Klagen unbemittelter Frauen richten sich gegen das eigenthümliche Verhalten der Gesellschaft, die Freiplate" soviel wie möglich verschlossen zu halten, um na um einige Nickel mehr Einnahme zu erzielen, da die meisten Frauen, wenn sie längere Zeit vergeblich vor den verschlossenen Thüren gewartet haben, oft den legten Fünfpfenniger hervor suchen und die Anstalt von der anderen Seite betreten. rächt. Sache der Stadtverwaltung ist es, darüber eine Kontrolle ausüben zu lassen, daß die ohnehin an Bahl geringen Räume zur unentgeltlichen Benuhung", namentlich jetzt bei der strengen Kälte ununterbrochen geöffnet und selbstverständlich auch gereinigt find. Alle Tage hat ein genauer Beobachter Gelegenheit wahrzunehmen, daß man die Freipläße" gewöhnlich verfchloffen hält. Hoffentlich genügen diese Beilen, daß geeigneten Orts eine durch greifende Berbefferung verfügt wird. an Folgen des Streiks der Tagameter- Droschkenkutscher. Wie immer bei solchen Gelegenheiten, wenn es sich um Einstellung der Arbeit in irgend welcher Gewerkschaft oder in einem Betriebe handelt, sorgen die Unternehmer dafür, daß den Aus ftändigen dieser Kampf so schwer als nur irgend möglich gemacht wird. Sie suchen dies meistens dadurch zu erreichen, daß sie andere Arbeitskräfte zu engagiren versuchen. Und werden solche dann wirklich gewonnen, so werden sie von den im Streit Befindlichen mit der Bezeichnung Streifbrecher" belegt. Auch die Tarameter- Droschtenbesitzer haben sich dieses Experiments bedient. Schon seit Beginn des Streifs, den 1. Januar d. J., kann man sie schaarenweise am Polizei- Präsidium, in der Straße an der Stadtbahn hin- und herwvogen und jeden dort SerumstehenDiese Arbeiter! Zweihundertachtzig brave Schweine sind den anreden sehen." Haben Sie keine Arbeit?" lautet ge- jüngst auf einer großen Mastanstalt in der Umgegend Berlins jener von ihnen betriebenen Schmutzkonkurrenz, durch die andere wöhnlich die Frage, und wenn der Gefragte mit„ Nein" ant durch die Schuld der Arbeiter eines- Honigkuchen- Fabrinicht von ihrer Familie theilweise erhaltene junge Mädchen wortet, folgt die fernere Frage: wollen Sie Droschte fahren?" fanten nicht etwa durch die Schuld des Fabrikanter selber durch Erschwerung des Lebenserwerbs dauernder Noth über der gegebenen Antwort auf dem Fuße. Und wenn man bedenkt, elendiglich zu Tode vergiftet worden. Die Sache liegt, wie antwortet und schließlich zu dem letzten Verzweiflungsschritt, dem daß dort, in der allernächsten Nähe, die Wärmehalle" für meini bürgerliche Blätter berichten, nämlich so, daß ein bekannter Verkauf ihres Leibes getrieben werden. Herr Coit redet obdachlose arme Arbeiter sich befindet, so wird man sich gewiß hiesiger Fabrikant das Unglück gehabt hat, daß seine Leute zwar viel von der Nothwendigkeit sozialer Reformen; ein Bild machen können, welch eine Unmenge von Fragen und ohne Genehmigung und Vorwissen des Prinzipals die oberen durch das, was er gethan, wie durch das, was er unterlassen Antworten dort gestellt, bezw. gegeben werden. Und diese Flächen der Kuchen mit Anilinfarben bemalt hatten. Die bat, zeigt er, daß ihm der richtige Blick für den Zusammenhang Fragen werden nicht selten in bejahendem Sinne beantwortet; derart verdorbene Waare, die durch diese frivole Manipulation aller gesellschaftlichen Erscheinungen, für den Zusammenhang benn man muß sich vergegenwärtigen, wie groß der Arbeits der Arbeiter selbst zur Weihnachtsbescheerung an arme Kinder von Wirthschaftsordnung und Sittlichkeit abgeht. Seine Ideale mangel und wie viel größer die Nachfrage nach Arbeit untauglich geworden war, hat das mit idige Fabrikantenherz find Bourgeoisideale, nicht die einer freien Gesellschaft, wie wir gerade jetzt ist. von diesen Leuten nun schon schließlich an die betr. Mastanstalt verkauft, damit sie als Perlen fie erstreben. einmal einem Fuhrherrn„ durchs Haus gelaufen" ist, vor die Säue geworfen werden sollte. Aber die Schweine fre Trot solcher Fehlgriffe haben die Nachbarschaftsgilden nun wird am Kragen gepackt oder bei der Hand genommen und der pirten nach diesem Schmaus und die ganze furchtbare Schuld doch manches Anerkennenswerthe geleistet, wo sie dem Droschkentutscher, Anreißer" verschwindet mit ihm in denjenigen dieses zweihundertachtzigfachen Giftmordes fällt jetzt auf die Bildungsdrange der Mitglieder entgegenkommen. Ueber das Zimmern des Polizeipräsidiums, in welchem die Abtheilung für gewiffenlosen Arbeiter, die wahrscheinlich wie zum Spaß sich auf Bildungsbedürfniß und die Bildungsmöglichkeit der Arbeiter das öffentliche Fuhrwesen untergebracht ist. Hier wird er dem dem Wege zur Fabrik für Geld, das sie auf andere Weife spricht Coit Gedanken aus, die gang mit Anschauungen zusammen diensthabenden Polizeiwachtmeister als ein alter Bekannter vor- nicht los zu werden wußten, lebensgefährliche Anstreicherfarbe wieder rein zum Spaß ftimmen, die auch in unseren Reihen getheilt werden und bereits gestellt, der mit den Verhältnissen Berlins vollständig vertraut ist gekauft haben und mit dieser wiederholt zu Bildungsbestrebungen aller Art geführt haben. und der auch insbesondere alle Eigenschaften eines tüchtigen einem bisher dem Späherauge des Fabrikanten leider verborgen Bon den jungen Arbeitern, die von der Sehnsucht nach einer Droschtenkutschers besitzt und dem es jetzt lediglich darum zu thun gebliebenen Winkel seiner eigenen Fabrik die schönen Honigkuchen höheren Bildung ergriffen, im Verkehr mit Gleichgesinnten sich sei, recht schnell in den Besitz eines Fahrscheines zu gelangen. verrätherischerweise überpinselten. Denn da die Verantwortlichweiter zu entwickeln suchen, sagt er:„ Die Schule hat sie denken Tagtäglich fommt es nun vor, daß unter solchen Um- feit, die ein Fabrikant von Genußmitteln gegenüber seinen Mit gelehrt, aber ein flares und gesundes Denken ist nur durch ständen in ein bezw. zwei Tagen Leute zum Droschken- menschen hat, es doch nicht zulassen kann, daß sich überhaupt geiftige Wechselwirkung möglich. Daher verfallen Leute, die ihr tutscher gemacht die weder eine ausreichende giftige Farben in seinen Fabrikräumlichkeiten zum Gebrauch be Wissen nur aus Büchern und formalem Unterricht haben, auf Renntniß im Fahren, in der Wartung und Pflege der Pferde, finden, so muß die Sache doch schon so liegen, wie wir ver verschrobene Vorstellungen. Durch Bücher, durch Schulweisheit wie der Bestimmungen über den Fahrverkehr im Allgemeinen, muthen. allein tann feine wahre Bildung, fein richtiges Gefühl für die noch ausreichende Lokalkenntnisse besigen. Eine Prüfung der Verhältnisse der Dinge, kein Zusammenstimmen und Gleichmaß Leute auf diese Fähigkeiten hin, findet seitens der Behörde garder Gedanken erreicht werden. Ein beständiger, täg- nicht statt und wenn eine solche stattfindet, so ist dieselbe derart, Sitzschemel für Pferdebahukutscher. Der Pferdebahnlicher Gedankenaustausch muß die übliche systematische daß daraus eine Gewähr für die von einem Droschkenkutscher futscher, so schreibt Genosse Ledebour im„ Sozialpolitischen Erziehung ergänzen... Die Gilde strebt nun in ihrem Er- sonst erforderte Umficht absolut nicht gefunden werden kann. Zentralblatt", hat die ganze Dienstzeit hindurch zu stehen, oft ziehungswerke ebenso sehr danach, ihren Mitgliedern die geistige Und dies ist doch gerade die Hauptsache. Das Droschten be- 12 Stunden und mehr an einem Tage, mit geringfügigen Pausen, Atmosphäre eines gebildeten Hauses zu bieten, als ihnen Ge- nutzende Bublifum ist daran gewöhnt, daß es sich getrost in eine um die Mahlzeiten einzunehmen. Wer das einen Tag lang aus. legenheit zu verschaffen, die einzelnen Wissenschaften zu studiren, Dröschte sezen faun, ohne die Beendigung der Fahrt ängstlich ab- halten muß auf dem rüttelnden Perron, der wird's in den die die Beziehungen der Menschen untereinander behandeln warten zu brauchen, weil es weiß, daß der Kutscher Gliedern fühlen, Boll für Zoll, oder wird sie vielleicht vor lauter ( Ethit, Recht, Volkswirthschaft 2c.). gut und sicher fährt. Diese Voraussetzungen treffen Schmerz nicht mehr fühlen, wie man zu sagen pflegt. Aber mit Juwieweit die Goit'schen Nachbarschaftsgilden den hier aber bei allen denjenigen Leuten, die jetzt auf die oben der Muskelüberreizung infolge einmaliger Leberanstrengung ist ausgesprochenen Gedanken verwirklicht haben, läßt sich aller- geschilderte Art zum Droschkentutscher gemacht werden und die es nicht gethan. Wenn Woche für Woche, Jahr aus, Jahr ein dings aus dem Buche nicht ersehen; es finden sich aber ver- nur als Streifbrecher dienen, weil sie auf die Taxameter die Beinmuskeln in der nämlichen Weise überreizt werden, da heraus, die schiedene Andeutungen, daß der Meinungsaustausch unter den Droschten gesetzt werden und diese jest fahren müssen, leider bilden sich schwere, chronische Leiden Siechthum für Lebenszeit Mitgliedern rege gepflegt wird. Und mag nun auch der Fort- nicht, oder doch nur in ganz geringem Maße zu. Es liegen heilbares zur Folge haben werden, nachdem fie bildungsunterricht, den Goit und seine Freunde ertheilen, viel bereits mehrere Borkommnisse, wie starke Rarambolagen und fönnen. Viele Pferdebahnkutscher fach mit verknöcherten Bourgeoisanschauungen versett sein, be- Busammenstöße mit anderen Fuhrwerken vor, die unsere Behaup einige Jahre hindurch in dieser gesundheitsmörderischen sonders was die Ethik anbetrifft, von der wir vorhin ein Beistungen vollauf bestätigen. Nachdem bewiesen, daß die Behörde solche Weise ihre Thätigkeit ausüben mußten, von allerhand Beinspiel gegeben haben, so ist doch der beständige Meinungsaustausch Bustände nicht nur nicht duldet, sondern sie vielmehr, wie es scheint, schäden befallen; es bilden sich Krampfadern aus, sogar offene an sich ein unschäzbares Mittel der geistigen Fortentwicklung. im polizeilichen Verkehrsinteresse" für nöthig hält und sie Wunden an den Unterschenkeln und Füßen. Eine Zeit lang In wie weit für unsere Bewegung sich aus diesem englifchen felbst schafft, fo wird es jetzt an dem Droschken benußenden furirt der Unglückliche an seinem Leiden herum, versteht seinen Beispiel Naten ziehen läßt, muß einer besonderen Betrachtung Publikum liegen, diefelben zu beseitigen dadurch, daß es die Dienst so lange es gehen will, und wenn er schließlich zusammenvorenthalten bleiben. Tarameter Droschten meidet und sie erst dann wieder benutzt, bricht, erhält er seinen Abschied. Günstigen Falls wird ihm bei werden, Nein, diese frivolen Arbeiter und dieses unschuldsweiße Fabrikantenlämmlein. n Umfange zu ermöglichen, ist der Stadtverordneten- Versammlung Um den Betrieb der Uraniasäulen in seinem früheren folgender von 15 Mitgliedern unterzeichneter Antrag zugegangen: Die Versammlung möge beschließen, den Magistrat aufzufordern, " Schritte zu thun, daß der Betrieb der instruktiven Einrichtungen der Uraniasäulen wieder in Thätigkeit tritt, mit dem Ersuchen, eine entsprechende Position in den Etat einzusehen." Vakanzen irgend ein Posten im Stalldienst übergeben. Ver- die Zivilgerichte ihm nir to seggen hätten, der Rechtsweg sei Rommission für klassifizirte Einkommensteuer diese Gratifikationen pflichtet hält sich aber die Gesellschaft nicht, für sein weiteres unzulässig. Diesen von dem Gedanken aus, daß Militär steuerpflichtig sind und bei der Selbsteinschätzung jährlich mit Fortkommen zu sorgen. und Zivil zwei ganz verschiedene Klassen darstellen, von denen aufgenommen werden müssen. Manche Pferdebahn- Kutscher halten die Geschichte ja aus, die Zivilklaffe das Maul zu halten, Steuern zu zahlen und die Intendantur der tönigl. Schauspiele. also muß, so argumentirt die Gesellschaft, es doch wohl Militärklasse zu füttern habe, durchaus verständlichen Einwand Graf v. Hochberg. an einer fonftitutionellen Schwäche an einer besonderen mußte das Amtsgericht auf grund der vom ,, obersten Kriegs- D, heiliger Baare, wärest Du doch auch jederzeit so streng Veranlagung einzelner Personen liegen, wenn sie der herrn" publizirten Gesetze als total hinfällig verwerfen. Der das an Treu und Redlichkeit gemahnt worden! artigen Leiden verfallen; sie waren eben zu schwach Gericht vertretende( Reservelieutenant? und) Assessor schloß sich Eine große Feuersbruust wüthete in der Nacht zum dazu, dafür kann der Unternehmer doch nichts. Sie werden aber der juristisch- militärischen vollkommen verfehlten Intervielleicht mit ein paar hundert Mark abgefunden und können pretation der Kassenstatuten an und wies den kranken Erwerbs- Dienstag wiederum auf dem Fabrikgrundstück der Firma Fr. Ges dann sehen, wie sie sich weiterhelfen durch's Leben. Es giebt unfähigen mit seinem Anspruch auf Bahlung von 180 m. nebst etwa 14 Tagen ein großer Brand das Hintergebäude theilweise ja noch Arbeitsverhältnisse genug, bei denen man nicht den 3insen ab. In der Berufungsinstanz führte das Landgericht in eingeäschert hatte. Das Feuer wüthete diesmal in dem an der ganzen Tag über auf dem rüttelnden Vorderperron eines Pferde- feinem Urtheile vom 3. März 1892 aus, daß zweifellos der Straße belegenen Hauptfabrikgebäude. Die Berliner Feuerwehr bahnwagens das Gleichgewicht zu halten hat. Rechtsweg zulässig und ebenso zweifellos der Anspruch des erschien ebenfalls auf dem Plaze und konnte erst um 4 Uhr Für die meisten Stellen, für die der Mann durch seine Aus- Klägers ein an fich durchaus berechtigter ist. heimkehren. Im Konzerthaus brach am Dienstag um 2 Uhr bildung und seinen Entwickelungsgang befähigt war, ist er Gegenüber der Entscheidung des Kriegsministeriums führt es Morgens Feuer aus, und zwar in der sogenannten Manuskriptendurch die Pferdebahnkutscher- Krankheit ein für alle Mal ver- unter anderem folgendes aus: Der Kläger war bei Gintritt fammer, das in Anbetracht der werthvollen dort aufgespeicherten borben. Die Sache ist schlimm genug an sich und regt die feiner Krankheit und Erwerbsunfähigkeit in der Gewehrfabrik Notenschäße sehr gefahrdrohend erschien. Die Feuerwehr konnte Erwägung an, ob die Pferdebahn- Gesellschaften nicht haftbar zu Spandau beschäftigt und daher Mitglied ihrer Krankenkasse. jedoch in kurzer Zeit den Brand löschen. gemacht werden können für alle Leiden, die ihre Kutscher sich G3 fand auf ihn demgemäß der§6 des Statuts Anwendung, jedoch in kurzer Zeit den Brand löschen. durch das tagelange Stehen auf dem Pferdebahnperron zugezogen nach welchem den in der Gewehr- und Munitionsfabrik be Kaufmann Mag Lewskowski, der einen Rechtsanwalt haben; ob sich für die Kutscher nicht eine lebenslängliche, je nach fchäftigten Mitgliedern Krankenunterstüßung für die Dauer ihrer um 35 M. geschädigt hatte, war am Montag im Moabiter der Schwere des Leidens zu bemessende Invalidenpension erwirken Krankheit, jedoch höchstens bis zum Ablauf eines Jahres nach Gerichtsgebäude dem Richter vorgeführt worden und klagte nach läßt. Aber schlimm an sich, wird die Sache noch schlimmer da- Beginn der Krankheit gewährt wird. Dieser Anspruch dem Verhöre über Krämpfe im Beine, sodaß er nicht gehen durch, daß diese ganze Quälerei, das ganze daraus entstehende war mit dem Eintritt des Krankheitsfalls erworben tönne. Er wurde daher vorläufig in ein anderes Gewahrsam Siechthum zu vermeiden ist. Es braucht blos für den Pferde- und konnte durch spätere Ereignisse, insbesondere durch gebracht. Als er später ins Gefängniß zurückkehren sollte, warf bahnfutscher ein dreifüßiger hoher Scheinel mit einem Sigbrett die Entlassung des Klägers aus der Fabrit nicht ge er dem Gerichtsdiener Schnupftabat ins Gesicht und suchte zu in Sattelform, oder dem Längsschnitt einer Birne gleichend, be- fchmälert werden. Andernfalls hätte die Direktion der letzteren, entspringen. Der Beamte eilte ihm hilferufend nach, zwei andere schafft zu werden, dann kann der Kutscher halb fizend, halb welche mit dem Vorstand der beklagten Kasse in den engsten Angestellte vertraten diesem den Weg und fingen ihn noch im stehend, oder abwechselnd sizend und stehend seine Pferde lenken. Beziehungen steht vergleiche§ 28 des Statuts es in der Gebäude wieder ein. In der Ausübung seiner Thätigkeit hindert ihn ein solcher Sitz Hand, durch Entlassung franter Arbeiter deren Ansprüche an nicht im geringsten. Daraus tann also fein Grund gegen die die Kaffe herabzumindern. Eine solche Annahme, die Beschaffung eines Schemels hergenommen werden. Auch über mit den grundlegenden Bestimmungen des die Beschaffungskosten brauchen wir kein Wort zu verlieren; sie Krankenkassen- Gesetzes- vergl.§§ 5, 20, 26, 27, 63, 64 das.in Widerspruch stehen würde, ist aus betragen wenige Mark für jeden Wagen. Es handelt sich hier um die Gesundheit von mehreren geschlossen." Das Gericht seht dann auseinander, daß eine hundert Personen, die durch die gegenwärtigen Zustände alle derartige Auslegung sich auch nicht durch das Statut rechtfertige geschädigt, viele von ihnen unheilbarem Siechthum überliefert und fährt dann fort:„ Wenn auch der Klagewerden, und da haben die Menschlichkeit und das Gemeinwohl Anspruch hiernach materiell begründet ist, Die Diebstähle auf dem städtischen Schlachthof, die das entscheidende Wort zu sprechen. Um übrigens etwaigem so mußte demselben doch aus formellen Gründen dort in großem Umfange verübt zu werden scheinen, dürften Widerspruch im Voraus auch durch den Hinweis auf Präzedenz: die Anerkennung versagt werden." Das Gericht legt nun Anlaß zur gerichtlichen Entscheidung der Frage geben, ob die fälle zu begegnen, wollen wir erwähnen, daß der Kutscherschemel dar, daß nach der damaligen Bestimmung die Klage innerhalb städtischen Behörden und besonders der Magistrat als Eigenauf den Pferdebahnen in Wien, in Hamburg, in Amsterdam, 14 Tagen dem Gegner hätte zugestellt, nicht nur dem Gericht thümer des Schlachthofes für dort verübte Diebstähle aufvielleicht auch in andern Großstädten bereits eingeführt ist. Da vorgetragen sein müssen, und verwirft lediglich aus zukommen hat, d. h. die Bestohlenen schadlos halten muß. Einem wirklich nicht der allergeringste Grund vorliegt, daß Berlin noch diesem formellen Grunde die Berufung des Klägers. hiesigen Großschlächter sind dort neun Schweine gestohlen wor länger mit dieser Neuerung zurückbleibt, sprechen wir die Hoff Nun, wenn lediglich infolge der Bauernfang Bestimmung des den. Sein Gesuch um Schadertersatz ist von den städtischen Benung aus, daß diese öffentliche Anregung genügt, um die Pferde- Gesetzes der Kläger abgewiesen war, so hat doch die Spandauer hörden nicht berücksichtigt worden. Da es sich nun bei dem bahngesellschaften im Interesse ihrer Angestellten zur Beschaffung Königliche Musterfabrik und das Kriegsministerium sich beeilt, Schlachthofe um eine öffentliche Einrichtung handelt, die gewiffe von Rutscherschemeln zu veranlassen. nachträglich die von Rechtswegen dem Kläger zukommenden Gewerbetreibende zu benutzen gezwungen sind, so soll hieraus die 180 M. zuzusprechen, zumal ja zur Zeit des Erlaffes des Urtheils Rechtspflicht des Magistrats hergeleitet werden, für Schäden aufalle Parteien und selbst die Regierung die Bauernfang- Natur zukommen, die innerhalb der Anstalt durch Diebstahl und derjener erbärmlich kurzen Frist erkannt und auf 4 Wochen vergleichen einzelnen Personen zugefügt werden. Tängert hatten? Keinen Schimmer! Der friegerische Fiskus hat rund 50 M. seinen Anwälten gezahlt, seine Grüntischarbeit Polizeibericht. Am 8. d. M. Nachmittags wurde in der durch die betreffenden folossalen. Positionen des Militäretats Spree, gegenüber dem Grundstück Neu- Kölln am Wasser 26, die mehr als vergütet erhalten der Franke Arbeiter hat nicht nur Abend sammelten sich vor der Wärmehalle in der Nähe des Leiche einer etwa 50 Jahre alten Frau angeschwemmt.- Gegen feinen Pfennig von den ihm zustehenden 180 M. erhalten, er hat im Gegentheil durch den Prozeß eine Schuldenlast von über Alexanderplates, welche behufs Vertheilung von Suppen150 M.( Anwalts- und Gerichtskosten) sich aufgebürdet. Freimarken vorübergehend geschlossen war, etwa 200 Ber die lärmend Einlaß und begehrten, Bur Beit versucht er durch klage gegen seinen Anwalt fonen an, Erstattung dieser Kosten und zuerkennung der 180 m. trümmert wurden. Die Ruheftörer wurden vertrieben und ver deren Mitte durch Steinwürfe drei Fensterscheiben zervon den ihm infolge Fristversäumniß aberkannten 180 M. zu erhalten. Ob er mit diesem Anspruch durchbringen wird, ist sehr suchten dann, in einzelnen Trupps durch die Neue Königstraße zweifelhaft. Allgemein ist man in Gerichtskreisen aber darüber nach dem Asyl für Obdachlose zu ziehen, wurden jedoch durch Zwei obdachlose Arbeiter, verwundert, weshalb die staatliche Musteranstalt der nach dem Schuhmänner ohne weiteres zerstreut. Gerichtserkenntniß ihr mehr als moralisch obliegenden Verbind- welche die Menge aufzureizen versuchten, wurden verhaftet. lichkeit aus dem Statut noch nicht nachgekommen ist. Vielleicht In der Nacht zum 9. d. M. wurde vor dem Hause Liebenwalderwird die Militärverwaltung bei der Etatsberathung nähere Aus- ftraße 5 ein Arbeiter mit einer bedeutenden, anscheinend von funft ertheilen. Oder will der Herr Kriegsminister schon jetzt einem Falle herrührenden Verletzung am Kopfe aufgefunden und Im Laufe des Tages fanden antworten? Her damit! Vor der Wärmehalle am Alexanderplaß ist es am Montag Abend wieder zu Ausschreitungen gekommen, die diesmal von der Schutzmannschaft mit blanker Waffe unterdrückt worden find. Zu Verhaftungen scheint der Tumult nicht geführt zu haben, da die Menge, wie gemeldet wird, beim Anblick der Waffen gruppenweise nach dem städtischen Asyl für Obdachlose abzog. Wie am Sonnabend, so soll auch am Montag der Raummangel der Wärmehalle, die auch nicht entfernt die frierende und hungernde Menge der Obdachlosen faffen konnte, die wesentliche Ursache der Aus schreitungen gewesen sein. Frost und Hunger machen ungeduldig und so erhob sich denn in noch stärkerem Maße als am Sonnabend ein Tumult und ein Drängen, dem wiederum Thür füllungen und Fensterscheiben zum Opfer fielen. Uebrigens wird uns berichtet, daß auch die Art, wie die Vertheilung der ein gegangenen Gaben bisher vor sich ging, mit besonderem Groll vermerkt worden ist. Es wird uns erzählt, daß es beim Erbaschen der Speisemarken, die gratis vertheilt wurden, wesentlich auf die Körperkraft und die Gewandtheit der zu Be scheerenden angekommen sein soll; wer sich bei solchen Gelegenheiten vorzudrängen verstand, fonnte mit einiger Leichtigkeit zuweilen in den Besitz von sechs bis sieben Marken gelangen, der Schüchterne und Schwächliche indessen ging leer Die Direktion der Urania- Säulen Gesellschaft schreibt aus. Auf der Straße sollen dann diejenigen, die einen Raub uns, daß sie in letzter Zeit vielfach anonyme Anfragen über die gemacht hatten, einen förmlichen Handel mit den unbenutzt ge- Abänderung der Einrichtungen an den Urania- Säulen erhalten blicbenen Speisemarten getrieben haben. Sehr wahrscheinlich hat. Sie ersucht uns, im öffentlichen Interesse und in Beanthätten sich derartige Abscheulichkeiten bei zweckmäßigerer Handhabung des Bertheilungsmodus vermeiden lassen und es wäre dann, wie anzunehmen, nicht zu dem bedauerlichen Krawall der Hungernden und Frierenden gekommen. Die Wärmehalle am Alexanderplaßt bleibt seit gestern bis 10 Uhr Abends geöffnet. Personen, welche tein Obdach haben oder finden, können des Nachts in den Wärmebögen bleiben und auf den Bänken schlafen; diese Nachtgäste müssen jedoch Morgens um 6 Uhr, nachdem sie Kaffee und zwei Schrippen er halten haben, die Halle verlassen. Täglich, Morgens und Abends, wird jetzt Suppe vertheilt; am Sonntag wurden ca 2000, gestern ca. 8000 Portionen umsonst ausgegeben. nach der Charitee gebracht. 14 Brände statt. Gerichts- Beitung. Das Urtheil lautete auf 1000 m. Geldstrafe. aus wortung der vorerwähnten Fragen folgendes mitzutheilen: Wie In der Berliner Morgen- Zeitung" vom 28. Juni v. J. durch die Erklärung des Herrn Professor Förster im Reichs- erschien ein Artikel, welcher dem Redakteur der Zeitung, Ludwig Anzeiger" bereits bekannt gegeben, sind die an den Urania- Müller, eine Anklage wegen Beleidigung eintrug, die geſtern Säulen bisher im gemeinnüßigen Interesse frei vor der dritten Straffammer des Landgerichts I verhandelt willig durchgeführten Einrichtungen in Wegfall gekommen, wurde. Der Artikel stammte aus Karstädt und schilderte einen während die im Vertrage mit der Stadtgemeinde unglücksfall, der sich wenige Tage zuvor auf dem Gute des be dungenen Leistungen voll aufrecht erhalten werden. Weg- Amtsvorstehers Metz bei Karstädt zugetragen hatte, in bes gefallen sind demnach: leidigender Weije. Dem Manne wurde vorgeworfen, eine seiner Bei den Uhren die selbstthätige Verhüllung im Falle einer Arbeiterinnen, die beim Heueinfahren verunglückt war, in rohester Betriebsstörung und die Erleuchtung je eines Bifferblattes, bei Weise vernachläffigt zu haben. Diese Darstellung des Unglücksden meteorologischen Instrumenten die selbstthätige Aufzeichnung falles entsprach nicht der Wahrheit. Durch die Beweisaufnahme der Wetterfurven; ferner die Wetterkarten und Prognosen, die wurde festgestellt, daß der Gutsherr sich der Berunglückten nach Eisenbahnfahrpläne, Post- und Telegraphennachrichten 2c. Da Kräften angenommen hatte. Der Angeklagte gab zu, daß dem Ein Beitrag über die Fürsorge insbesondere gegen ist die Zuverlässigkeit der noch gebotenen Amtsvorsteher Metz Unrecht geschehen sei. Die Notiz stamme für erkrankte Arbeiter feitens staatlicher Angaben durchaus die gleiche geblieben, da nach wie vor von einem Korrespondenten, der sich bisher als zuverlässig erMusteranstalten". Aus den Aften des Landgerichts eine selbstthätige Kontrolle der Uhren in der Betriebskontrolle wiesen habe, und deshalb sei sie im guten Glauben aufgenommen Berlin II( Spandauer Aktenzeichen C. 1204 de 91) ergiebt fich stattfindet und die meteorologischen Instrumente, wie bisher, worden. Nach wenigen Tagen habe der Angeklagte auch eine folgender Thatbestand, der klar zeigt, wie unendlich schwierig aspirirt und damit den störenden Einflüssen der Umgebung ent- Berichtigung gebracht. die bestehende Gesellschaftsordnung es einem Arbeiter macht, 30gen werden. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnißstrafe von selbst zu dem vom Gericht anerkannten Häppchen Recht Das akademische Viertel, gegen welches der neue Stell- vier Monaten, während der Vertheidiger, Rechtsanwalt zu gelangen und wie leicht es Musteranstalten" ist, sich von vertreter des Stadtverordneten Borsteher so energisch Front Mosse, darauf hinwies, wie unendlich schwer es für einen ihrer durch das Gericht anerkannten Verpflichtung macht, hat sich zum Leidwesen vieler Leute auch in mehreren Redakteur sei, alle ihm zugehende Nachrichten erst auf ihre Wahrzu drücken. Der Gewehrfabrik- Arbeiter Limprecht trat am Voltstüchen eingebürgert, deren Lokalitäten sich in den leb- heit in allen Punkten zu prüfen. Er bitte, es bei einer Geld14. August 1890 als Schäfter in die vom Schweiße der Steuer- hastesten Verkehrsstraßen befinden. Besonders in der Kurstraße strafe zu belassen. zabler zehrende Gewehr- und Munitionsfabrit zu Spandau ein. und der Rosenthalerstraße sammeln sich des Abends viele frierende Am 15. Oftober 1890 erfraufte er an synostotischer Spinalparalyse. und hungrige Einlaßsuchende an, die ihren Unmuth in der Man hüte sich vor unüberlegten Worten. Diese Während der Krankheit, am 29. Oftober, wurde er lautesten Weise äußern. aus der Fabrit entlassen. Bis zum 31. Mai 1891 Warum werden die Volksküchen nicht präzise geöffnet? Mahnung können wir den Genossen gar nicht oft genug wieder holen. Wie leicht Jemand wegen einer unbedachten Aeußerung zahlte die Fabrik die frankenkassenstatutmäßige Unterstüßung Wieder ein Ueberfall in einem Redaktionsbureau. wegen Majestätsbeleidigung unter Anklage gestellt werden kann, von wöchentlich Mark bem völlig erwerbsunfähigen, Gestern Abend gegen 7 Uhr betrat ein unbekannter Mann, der beweist so recht folgender Fall, welcher am 3. Januar vor der während seiner Krankheit aus der Königlichen Fabrit infolge der Krankheit entlassenen Arbeiter. Der Fabrik mag die sich später für den Maler Max Klinger ansgab, das Redaktions- Strastammer in Bielefeld verhandelt wurde. Der Weber Heinrich infolge der Krankheit entlassenen Arbeiter. Der Fabrik mag die bureau des„ Berliner Tageblatts", unter dem Vorwande, den Namen Mente war wegen rückständiger Lohnforderung, deren AusKrankheit zu lange gedauert haben wie kann auch ein ehemals des Verfassers eines Artikels zu eruiren, der am Abend vorher zahlung zweifelhaft sein mochte, mit einem Aufseher der mechanitöniglicher Arbeiter sich erbreiſten zu erkranten!- turz, mit im Feuilleton dieses Blattes über das Verhältniß des Malers schen Weberei in Streit gerathen, woran sich mehrere andere dem 31. 5. 1891 ftellte sie die Leistung des statutenmäßigen Stauffer- Bern zu Klinger erschienen war. Obwohl an der Spize Personen betheiligt hatten. Mit einem Male sprang der Krankengeldes von wöchentlich 9 M. ein, wiewohl der Arbeiter, wie das Landgericht im Urtheil vom 8. 3. 1892 feststellte, selbst dieses Artikels ausdrücklich Herr Prof. Binswanger in Konstanz Tischler Becker von hier, der zu den politischen Gegnern als der Verfasser angegeben war, aus dessen bereits in des Webers gehört, mit dem Rufe:" Auf die Sozialnoch im März 1892 noch nicht geheilt und erwerbsunfähig war. Fleischers Revue" veröffentlichten Studie jener Artikel nur ein demokraten!" vor den Angeklagten, hielt demselben seine Nach dem Statut hat die Kaffe den in der Fabrik beschäftigten Bitat enthiett, obwohl wir ferner in loyaler Weise die Be- Pfeife vor, an dessen Kopfe sich das Bildniß des Mitgliedern eine Krankenunterſtüßung auf die Zeit von höchstens rechtigung des Binswangerſchen Angriffs auf Klinger in Frage feßigen Kaifers befand, und äußerte:„ Das ist mein Kaiser, dem einem Jahre zu gewähren. Der im Dienste der Fabrik erkrankte, stellten durch den Busay:" Die Anklage gegen Klinger ist schwer: habe ich drei Jahre gedient." Der Angeklagte entgegnete:„ Da erwerbsunfähige Arbeiter wendete sich nun dem Statut ent- wie weit sie begründet ist, wird noch weiterer Aufhellung be- sch... ich was drauf." Nun war die Sache fertig und Ansprechend an das preußische Kriegsministerium als dürfen"- verlangte der Eindringling in überaus aufgeregter flage wegen Majestätsbeleidigung wurde erhoben. Der PfeifenAufsichtsbehörde. Von dort wurde ihm ein ablehnender Bescheid zu theil, da ja das Statut besage, daß die Kranken- Weise doch noch den Namen des Autors. Als der anwesende halter weiß über die Motive, die ihm zum Pfeifenhinhalten verRedakteur, wie natürlich, jede weitere Auskunft verweigerte, schlug anlaßt, nichts anzugeben. Der Leser wird's leicht errathen. Der unterstützung„ den in der Gewehr- und Munitionsfabrit beber Fragesteller hinterrücks auf den ruhig dasigenden Redakteur, Gerichtshof sprach den Angeklagten frei, indem er annahm, es schäftigten Mitgliedern auf die Zeitdauer von höchstens verwundete ihn, so daß derselbe sofort mit Blut überströmt war. fei nicht festgestellt, ob sich die in Rede stehenden Worte auf das einem Jahre zu gewähren sei", der erkrankte aber seit Darauf demolirte er die Beleuchtungskörper und suchte in der Bild des Kaisers bezogen hätten; es sei nicht ausgeschloffen, ob seiner Erkrankung, zum mindesten seit seiner Entlassung, so entstandenen Dunkelheit ins Nebenzimmer zu entkommen. Der Angeklagte nicht die dreijährige Dienstzeit oder sogar nur ( die infolge und während der Krankheit in christlicher Barm herzigkeit ausgesprochen war) nicht mehr als in der Fabrik hier wurde er von den herbeigeeilten Mitgliedern festgehalten, die ganze hingehaltene Pfeife als solche gemeint habe. beschäftigt" gelten fönne!! Gegen diesen Bescheid stand dem griff auch diese mit einem schweren Stocke an und erhielt darauf ,, Anton v. Werner und die Berliner Hof- Malerei". eine gehörige Tracht Prügel. Ein herbeigeholter Schuhmann der Statuten die Erhebung einer Klage im ordentlichen Verfahren That als Maler und Radirer Max Klinger aus Leipzig, zur Zeit die von dem Freiherrn Friedrich v. Khainach aus München ver Erkrankten nach§ 58 des Krankenkassen- Gesetzes und nach§ 33 stellte die Persönlichkeit des Attentäters feft, der sich dabei in der Unter diesem Titel erschien im Herbst des vorigen Jahres in dem Verlagsmagazin von J. Schablih in Zürich eine Broschüre, gu. Jedoch mußte die Klage nach denselben Bestimmungen in Berlin, Mittelstr. 95/96 wohnhaft, erwies. innerhalb zwei Wochen( seit dem 1. Januar 1893 beträgt die faßt war. Die Druckschrift sollte Beleidigungen des deutschen Frist vier Wochen) beim ordentlichen Gericht erhoben sein. Ein Steuerfiskus und Theater- Intendantur fordern Arm in Kaisers enthalten, weshalb die Staatsanwaltschaft einschritt. erwerbsunfähiger Kranter soll diese Frist wahren fönnen! Doch Arm die gute Gesinnung der Theaterangestellten durch folgenden Bei drei hiesigen Buchhändlern wurden Exemplare gefunden der Kranke sette es durch, daß noch innerhalb dieser kurzen Bühnenanschlag in die Schranken: beschlagnahmt, da dieselben aber glaubhaft ver. fie Den Mitgliedern der Königl. Theater, welche alljährlich zu sicherten, daß den Heuterssrist ihm das Armenrecht bewilligt und ein Anwalt beber Inhalt Broschüre nicht hatten, wurde Don Vers stellt wurde. Der betreffende Beschluß ging aber erst nach Ablauf Weihnachten eine Gratifikation erhalten, wird hierdurch mit gefannt einer ftrafrechtlichen der 14 Tage dem Anwalt zu. Vor dem Amtsgericht zu Spandau getheilt, daß nach einer Entscheidung des königl. Ober- Berfolgung Abstand genommen. Den Verfasser konnte bie erhob nun der arme Militärfiskus zunächst den Einwand, daß ivaltungsgericht und nach Anordnung der Einschätzungs- Anklagebehörde nicht erlangen, weil derselbe flüglicherweise der und Beutschen Preßfreiheit Balet gesagt hatte und ins Ausland gegangen ist. So blieb nur die eine Maßregel übrig, die gerichtliche Beschlagnahme der Broschüre in allen vorhandenen Eremplaren, sowie der zu ihrer Herstellung gebrauchten Formen und Platten zu verfügen. Dies geschah gestern durch Erkenntniß der Dierten Straffammer des Landgerichts 1, nachdem der Gerichtshof ebenfalls gefunden hatte, daß die Broschüre Beleidigungen des deutschen Kaisers enthält. " Vermischtes. Notariatsarchive und das Kasino„ Union" an, zerstörten die Straßenbahngeleise und zerschnitten die Telegraphendrähte. Als sie die Kaserne angriffen, gaben die in derselben stationirten Die elektrische Abstimmungsmaschine. Man schreibt der Gendarmen Feuer. Neunzehn Personen wurden verhaftet. Mit Frf. 3tg." aus Paris: Die Arbeit des Abstimmens und des dem Eintreffen von Truppen aus Bari wurde die Ruhe wiederStimmenzählens durch mechanische Vorrichtungen zu beschleunigen, hergestellt. zu erleichtern und zu überwachen, ist ein Problem, dessen Lösung sich Palermo, 9. Januar. Abgesehen von einigen Störungen schon viele geschickte Ingenieure als Ziel vorgesteckt haben. Bereits in Delio und San Vito verlief der gestrige Tag auf ganz Sizilien vor einigen Jahren wurde hier ein besonders für die parlamen- in vollkommener Ruhe. In fünfter Instanz verhandelte heute der Straffenat des tarischen Abstimmungen sehr zweckmäßiger Apparat eines TeleKammergerichts über die für den Gaft und Schankwirthsbetrieb graphenbeamten Legozaion patentirt. Gegenwärtig ist auf der fehr wichtige Frage, ob der Bierverkauf der Wirthe über die Ausstellung des Fortschritts" im Industriepalast eine Straße während der Zeit des Sonn- oder Festtagsgottesdienstes Abstimmungsmaschine Briefkasten der Redaktion. ชิน sehen, welche in erster Linie unter das Schankgewerbe oder unter das Handelsgewerbe falle. zum Einsammeln und Registriren der Wahlstimmen Albert B., Küstrin. 1. Zu der polizeilichen Vernehmung Also ob dieser Wirthschaftsbetrieb straflos oder strafbar einer Gemeinde dienen soll. Diese Maschine hat Aehnlich- rathen wir Ihnen zu gehen, schon um zu erfahren, was man sei. Zwei Gastwirthe in Barmen waren wegen Verkaufes über feit mit einer großen Personenwaage. Die Wähler treten Ihnen zur Last legt. 2. Wenn die Vereinssigungen in einem die Straße angeklagt, aber sowohl vom Schöffengericht zu nacheinander auf das Brett, eine elektrische Klingel ertönt abgesonderten, nicht jedermann zugänglichen Raume stattfinden, Barmen, wie in der Berufungsinstanz von der Strafkammer jedesmal und ruht erst, wenn der vorgetretene Wähler seine Ab- fallen sie nicht unter die Polizeiſtunde und Sie können auch zu Elberfeld freigesprochen worden. Auf die Revision der ftimmung vollzogen hat. Dies thut er, indem er an dem schänken. Wenn aber die Vereinssitungen nicht geschlossen Staatsanwaltschaft hatte das Rammergericht am 6. Juni Tableau des Automaten auf denjenigen Knopf drückt, der sind, sondern jeder beliebige Gaft Zutritt hat, dürften Sie die Vorentscheidung aufgehoben und die Sache in die dem Namen seines Kandidaten entspricht. Der Zählapparat dies Recht nicht haben. 3. Solch ein Buch kennen wir nicht. Borinfianz zurückgewiesen, damit dort festgestellt werde, registrirt den Wahlakt zu den vorangegangenen auf den Die entsprechende Gesetzesbestimmung ist in§ 365 Strafgesetzob den Angeklagten damals das Bewußtsein innegewohnt habe, Scheiben der Einheiten, Zehner, Hunderter u. s. w., so daß, buchs und in den für die einzelnen Provinzen und Polizeibezirke mit jenem Verkauf ein Schank- oder ein Handelsgewerbe befobald der letzte Wähler das Trittbrett verlassen hat, jedes Kind erlassenen Verordnungen über die Polizeistunde enthalten. Von trieben zu haben. Die Strafkammer stellte nun fest, daß sich am Tableau ablesen kann, wie viele Stimmen für jeden Kan- welchem Datum die in Küstrin giltigen sind, können wir hier die Angeklagten auf dem Boden der ersteren Alternative didaten abgegeben worden sind. Etwaige doppelte Abstimmung nicht feststellen. Bitte, den Fragen teine Briefmarke beizufügen, und damit in' Uebereinstimmung mit der Ansicht sämmtlicher eines Wählers ist unmöglich, denn der Apparat funttionirt nur wir antworten nicht brieflich. Gastwirthe der dortigen Gegend befunden hätten. Es einmal, so lange der Wähler auf dem Trittbrett steht. Der Erwurde deshalb wiederum auf Freisprechung erkannt. Hiergegen finder des Apparates heißt Gratien Moreau. legte der Staatsanwalt Revision ein, unter der Ausführung, daß der angebliche gute Glaube schon, weil er auf einem Irrthum beruhe, die Angeklagten nicht straflos machen könne. Die Oberstaatsanwaltschaft stellte indessen in Rücksicht auf die thatsächliche Fest stellung die Zurückweisung der Revision anheim, auf welche dann auch der Senat unter folgender Ausführung erkannte: Irrthümer auf zivilrechtlichem Gebiete sind nicht strafrechtlich gegen Angeklagte zu verwenden. So fage auch das Reichsgericht in einer Entscheidung vom 23. September 1891: Es entspricht allen vom Reichsgericht festgestellten Grundsätzen, nicht nur Irrthümer des bürgerlichen Rechts, sondern überhaupt alle außerhalb der eigentlichen strafrechtlichen Sagungen sich bewegenden Irrthümer dem § 59 Str.-G.-B. zu unterstellen. Insbesondere ist die Unkenntniß öffentlich- rechtlicher Normen fortgesetzt als Schuldausschließungsgrund anerkannt worden. Versammlungen. Sozialdemokratischer Agitationsverein für die Kreise Wittenberg, Torgau u. s. w. Mittwoch, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, Versammlung bel Lehmann, Neue Grünstr. 14. In dieser Versammlung müssen Anträge zur Generalversammlung gestellt werden. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 10. Januar, Abends 8% Uhr, im Kommandanten- Garten, Kommandantenstraße 10-11. General- Versammlung. Tagesordnung: Aufnahme. Abrechnung. Wahl eines Kassirers. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein für Berlin und Umgegend: Mittwoch, den 10. Januar, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: General Bersammlung. Tagesordnung: Bortrag des Herrn Dr. Heymann. Achtung! Große öffentliche Chikago, 9. Januar. Gestern Abend brach im Kasino: gebäude des Ausstellungs- Palastes Feuer aus, welches das Gebäude bald vernichtete. Die Flammen griffen schnell um sich, zerstörten den Säuleneingang zum Musitsaal und ergriffen das große Gebäude der Freien Künste. Um Mitternacht gelang es, das Feuer zu lokalisiren. Bei dem Brande fanden zwei Feuerwehrleute ihren Tod. Der in der Abtheilung der Freien Künste entstandene Schadrn, welcher größtentheils durch Wasser angerichtet wurde, dürfte 100 000 Dollars nicht übersteigen. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Burean.) Prag, 9. Januar. Heute tamen hier Ausschreitungen vor anläßlich des Leichenbegängnisses des Soldaten Matauschet, welcher im Kampfe mit einem Polizeiwachtmann, gegen dessen dienstliches Eingreifen er sich zur Wehr gesetzt hatte, getödtet worden war. Die angesammelten Volksmassen drängten vom Boric gegen den Pulverthurm, sodaß die Polizeiwache von dem Säbel Gebrauch machen mußte. Drei Personen wurden verhaftet. Prrr. Klage gegen den Wirth ist nicht zu rathen und gegen die Aufseherin der Garderobe nur, sofern Sie durch Beugen beweisen können, daß Sie ihr die Sachen übergeben haben und ihr gesagt haben, wohin sie sie thun sollte. Dann ließe sich nämlich die Klage darauf stützen, daß die Sachen nur dadurch weggekommen sein können, daß sie aus Versehen zu einer falschen Nummer gebracht worden sind. P. J. 75. 1. Ja, wenn der Austrag sich ohne das nicht aus. führen läßt. Sonst wäre es eine Verlegung der Amtsverschwiegenheit. 2. Er muß die Dienstmüße tragen. 3. Er muß Ihnen Abschrift des Pfändungsprotokolls gegen Erstattung der Schreibgebühren geben. Geben Sie zu diesem Zwecke in fein Bureau. 4. Ja. Portopflichtige Dienstsache. Richter Eugen. Peus war Kandidat der Theologie. Amberg. Wir kennen die betreffenden Firmen nicht, doch rathen wir Ihnen zur äußersten Vorsicht. 5. Dur. Ihre Einschätzung zur Einkommensteuer bildet auch die Grundlage für Ihre Veranlagung zur Kirchensteuer. Knitter. Ja. E. 100. 1. Ja. 2. Mahnung ist keine Beleidigung. J. T. 6. Beantragen Sie im Termin den Beklagten zur Zahlung der Kosten zu verurtheilen. Th. 1866. Sie haben sich strafbar gemacht, wenn Sie aus den gesammten Vorgängen entnehmen konnten, daß der Hauswirth sein Pfandrecht an Ihren Sachen geltend machen und die Räumung der Wohnung vor Zahlung des Miethzinses nicht gestatten wollte. Die von Ihnen angeführten Vorgänge Rom, 9. Januar. Nach einer Meldung der Agenzia Stefani" aus Bari haben gestern in Ruvo di Puglia ernste Unruhen stattgefunden. Die Meuterer zündeten die Oftroiwächter häuschen, das Zolleinnahmegebäude, die Steueragentur, die sprechen dagegen. Achtung! Gewerkschafts- Bersammlung Berlins am Mittwoch, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, in Joël's Festsälen, Andreas- Straße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Gewerkschaften Berlins zu dem Verhalten des Reichstags Abgeordneten Bock- Gotha den ausgesperrten Schuhmachern Berlins gegenüber? 2. Diskussion. Es ist Pflicht eines jeden organisirten Arbeiters in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Agitations- Kommission. J. A.: Albert Jainsch. Große öffentliche Volks- Versammlung am Mittwoch, den 10. Jannar, Abends 82 Uhr, im„ Gesellschaftshans", Swinemünderstraße Nr. 35. Tages Ordnung: = 1. Vortrag der Frau Alma Palm über den Nutzen der Konsum- Vereine. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Frauen, besonders die Mitglieder von Konsum- Vereinen, werden um zahlreiches Erscheinen gebeten. 1182b R. Gallin, Cöslinerstr. 10. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 10. Januar, Abends 8½ Uhr, im Colberger Salon, Colbergerstraße Nr. 23: Vertrauensmänner- Versammlung für den Bezirk Wedding- Gesundbrunnen. Montag, 15. Jannar, Abends 81/2 Uhr, bei Keller, Bergstr. 68: Versammlung für den Norden. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vorschläge zu Werkstatt- Kontrolleuren. 4. Verschiedenes. 481/16 Um zahlreiche Betheiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins. Donnerstag, den 11. Januar, Abends 8 Uhr, in Brochnow's Salon, Sebastianstraße Nr. 39: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Abrechnung vom 4. Quartal 1893. 3. Unser diesjähriger Maskenball. 4. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Kollegen! Der reichhaltigen und wichtigen Tagesordnung halber wird die Versammlung Punkt 8 Uhr eröffnet. 476/2 Der Vorstand. Freie Volksbühne. Dienstag, den 16. Januar, Abends 8% Uhr: Ordentliche General- Versammlung in den Konkordia- Festsälen, Andreasstraße 64. Tages Ordnung: 1. Verwaltungs- und Kassenbericht. 2. Bewilligung von Mankogeldern an die Inhaber der Zahlstellen. 3. Bericht der Kommission zur Veranstaltung eines Konzerts. 4. Verschiedenes. Zu dieser General- Versammlung werden die Mitglieder dringend eingeladen. Am Sonntag ist im Lessing- Theater ein Granaten- Armband verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, dasselbe beim Unterzeichneten abzugeben. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, SW. Solmsstr. 24. G. Feuerstein Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuth- Straße 2. Soeben ist erschienen und durch uns zu beziehen: Der Märkide Landbote Volks- Kalender für 1894. Eine Bgitations Broschüre für die Land- Bevölkerung. Preis 10 fg. Dieser Kalender enthält Monat für Monat in kurzen Abschnitten und in leicht verständlicher Sprache eine treffliche Kritik der heutigen wirthschaftlichen Verhältnisse unter besonderer Berücksichtigung der Lage der fleinen Landwirthe und der kleinen Handwerksmeister. Nach außerhalb gegen Einsendung von 13 Pfg. franko. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplat größtes Lager Berlins. 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Es ist nun kein Wunder, daß die Bergarbeiter, wenn forische Gewerkschafts- Kommission in Wien, welche auch den allgemeinen Wahlrechtes erwartet und sich mit dem Gedanken ausgefallen; fie verzeichnet 136 Vereine mit 31 522 Mitgliedern. vertraut macht, ihn vorzubereiten, den Anspruch erheben müssen, Natürlich machte sich die bürgerliche Presse darüber her und Wie alljährlich wurden die Weihnachts- Feiertage zu einer daß dasselbe Mittel auch für ihre für sie wichtigste Forderung suchte die unbedeutenheit der Bewegung zu zeigen, komischer Anzahl von Kongressen benutzt, deren wichtigste der Partei- zur Anwendung kommen müsse, und daß sie andernfalls den Weise zur selben Zeit, wo sie versuchte, die Gewerkschaften gegen tag der czechischen Sozialdemokraten und der Vorwurf erheben, die wirthschaftlichen Forderungen würden von die Sozialdemokratie auszuspielen. Aber so wenig ihr dies lettere österreichische Gemertschafts- Rongreß sind. der Sozialdemokratie hinter die politischen zurückgestellt. Hier ist gelungen ist, ebenso wenig hat sie Ursache zum ersteren. Die Unsere czechischen Genossen haben in mancher Beziehung eine auch der Punkt, wo natürlich alle Gegner der Sozialdemo- Gewerkschafts- Bewegung ist eine weit bedeutendere als in dieser weit schwerere Aufgabe, als die deutschen Sozialdemokraten in fratie einsetzen, sowohl die bürgerliche Preffe als auch die Biffer ausgedrückt ist, und dafür mag die eine Thatsache zeugen, Desterreich, und ihre Lage ist momentan eine beifle. Unleugbar" Unabhängigen", von welch letzteren viele, soweit man bei der daß jene Statistik nur fünf Bergarbeiter- Vereine anführt mit ist, daß die czechischen Arbeiter in dem Momente, wo sie aus fleinen Gruppe überhaupt von vielen reden kann, sehr dringend zusammen zirka 700 Mitgliedern, daß es aber allein 40 in der den zentralen Theilen Böhmens, die noch vorwiegend landwirth irgend eines Agitationsmaterials bedürfen. Es ist begreiflich, Statistik nicht erwähnte czechische Bergarbeiter- Vereine giebt mit schaftlich sind, in die Industriebezirke gezogen werden, zunächst daß dabei übersehen wird, daß es Situationen giebt, wo die eine über 10 000 Mitgliedern. Wir meinen, das genügt. eine weit niedrigere Lebenshaltung haben, als die deutschen Ar- Forderung leichter durchzusehen ist, als die andere, daß die In bezug auf die Organisation wurde beschlossen, möglichst beiter, daß sie deshalb als Lohndrücker von den Industriellen in Durchsehung des Wahlrechts von ganz anderen Bedingungen ab- den Busammenschluß der einzelnen Fachvereine und Gewerk deutsche Bezirke gerufen werden, und daß deshalb ihre Organi- bängig ist, als die Durchsehung des Achtstundentages, daß eine schaften zu Verbänden, welche ganze Industriegruppen fation ebenso wichtig als schwer ist. Andererseits muß fon- parlamentarische Vertretung der Arbeiterschaft in allererster umfassen, zu fördern. Der Kongreß wählte ferner als Organ statirt werden, daß die czechische Bewegung über eine geradezu Linie dem Ausbau des Arbeiterschutzes zu gute käme, daß die der Exekution und Vermittlung eine Gewerkschaftsbewundernswerthe Energie verfügt, daß sie, obwohl vielleicht Partei überhaupt nicht in der Lage ist, ihre Tattik frei zu be- Kommission, deren Sitz in Wien ist. Jede Organisation noch größeren Berfolgungen ausgefeht als die deutsche in Dester- stimmen, sondern sie den augenblicklichen politischen Verhältnissen hat per Monat an die Gewerkschafts- Kommission den Beitrag reich, denselben mit Muth und Zähigkeit begegnet, und daß ihre jeder Zeit anpassen muß und am Besten thut, die jeweiligen von einem Kreuzer pro Mitglied zu leisten, vierteljählich Fortschritte ganz außerordentlich find. schwächsten Punkte der Gegner zum Hauptangriffspunkt zu über die gemeinsame Aufgabe der Arbeitslosen- und Reise- UnterEine zweite Schwierigkeit, und sie ist es, welche die Lage machen. Es war nun zwischen den czechischen Bergarbeiter- stüßung, Rechtsschuß und Arbeitsvermittlungswesen einen Bericht unferer czechischen Genossen zu einer heiteln gestaltet, ist, daß die Organisationen, welche über eine Mitgliederzahl von über einzusenden und über etwaige Streits an die Kommission zu bes Jungczechen, während weder bei den Deutschen, noch bei den 10 000 verfügen, und der politischen Organisation zu Miß- richten. Sämmtliche Verbände treten in bezug auf ihre AufBolen eine nennenswerthe demokratische Partei vorhanden ist, verständnissen gekommen, welche auf dem Parteitage einer ausgaben in ein Gegenseitigkeitsverhältniß. Um den auch in Desterwelche wenigstens in politischer Beziehung mit der Sozialdemokratie führlichen Besprechung und einer Klärung zugeführt wurden. reich vielfach ohne Vorbereitung durchgeführten und leider sehr rivalisiren würde, das Löwenfell der Demokratie derzeit Die Rivalität zwischen der Forderung des Achtstundentages und häufig verunglückten Arbeitseinstellungen vorzubeugen, wurde benoch mit einiger Anständigkeit tragen, und ihnen ihre Operationen der des Wahlrechts wurde ausgeglichen und die Vertreter der schlossen, daß nur jenen Streits die Unterstüßung von der Geauch mit jener blinden Verfolgungswuth gelohnt werden, welche Bergarbeiter erklärten schließlich, ihr Mißtrauen fallen zu lassen sammtheit zugesichert wird, welche vorher bei der Gewerkschaftsdie önerreichischen Polizisten von jeher ausgezeichnet hat. Es und in den Nahmen der sozialdemokratischen Organisation fommission oder mindestens bei der Provinzialvertretung( Kronist also selbstverständlich, daß die jungezechische Partei einen ge- einzutreten. Die praktischen Fragen der Taktik wurden dem ge- lands- Bentralleitung) angemeldet wurden. wissen Grad von Anziehung auch auf die Arbeiterschaft ausüben sammtösterreichischen Parteitage, welcher voraussichtlich zu Ostern Bei allen diesen Dingen sind es nur Ansätze, aber Ansätze, muß und daß ihr angestrengtes Bemühen, die Arbeiterschaft in zusammentreten wird, überlassen, und fast einstimmig folgender die viel versprechen und die um so sicherer Erfolge mit sich ihr Lager zu ziehen, wobei auch Geld keineswegs gespart wird, Beschluß gefaßt: führen werden, als die ganze gewerkschaftliche Organi von vornherein mehr Aussicht auf Erfolg haben muß, als bei Als wichtigstes Agitations- und Organisationsmittel, als fation von sozialdemokratischem Geifte getragen ist. den anderen Boltsstämmen. Den internationalen Standpunkt ersten Schritt zur praktischen Anerkennung der Menschenrechte in Analogie des bekannten Antrages Arons auf dem der Sozialdemokratie- geltend zu machen, zu einer Zeit, wo die der arbeitenden Klassen verlangen wir das allgemeine, Kölner Parteitage vorgeschlagen wurde, nur jener Arbeiter sei offizielle Politit vom Nationalitätenftreit widerhallt, wo die gleiche und direkte Wahlrecht in politischer Hinsicht als Parteigenoffe anzusehen, der auch der Gewerkschaft seiner parlamentarischen Wortführer der Szechen über nationale Unter- und die Verkürzung der Arbeitszeit auf acht Branche angehöre, fonnte ein Mitglied der Parteivertretung drückung klagen und unzweifelhaft eine sehr heftige czechisch- Stunden täglich in wirthschaftlicher Hinsicht. Wir erkennen diesen Antrag ohne weiteres als annehmbar erklären, da in nationale Bewegung im Lande herrscht, ist immerhin nichts an, daß der ökonomische Kampf ohne die politischen Hilfsmittel Desterreich ein Zwiespalt zwischen politischer und gewerkschaftLeichtes. nicht ausgefämpft werden kann. Zur Erlangung dieser für jett licher Bewegung nicht existire und neben der Forderung, daß Der letzte czechische Parteitag hat nun gezeigt, daß die sozial wichtigsten zwei Forderungen und vorläufig nächsten Biele der alle Sozialdemokraten sich gewerkschaftlich organisiren müssen, demokratische Bewegung über alles Erwarten träftige Fort- Arbeiterbewegung werden wir alle zweckdienlichen Mittel in An- auch jene anerkannt werde, daß jeder Gewerkschaftler Sozialschritte macht, daß die Organisation beginnt eine geordnete wendung bringen und werden wenn nöthig zum allgemeinen demokrat sein müsse. Alle Hoffnungen, welche unsere Gegner an und zusammenhängende zu werden, und daß weiter eine Streit greifen, um der Gesellschaft, die unsere Rechte nicht an- eine Zersplitterung unserer Kräfte, an Zwiftigkeiten und Eiferjede Gefahr einer Ausbeutung der ezechischen Arbeiter erkennt, auch zu zeigen, daß wir auch die auferlegten Pflichten süchteleien zwischen gewerkschaftlichen und politischen Organi bewegung durch die Jungczechen weniger zu fürchten ist als zu tragen nicht gewillt sind. Wir müssen diesen Schritt unter- fationen knüpfen, können uns nur heiter stimmen. Es ist richtig, jemals. Man darf darf dabei nicht vergessen, daß die nehmen, nicht nur aus Rücksicht auf unsere Selbſterhaltung, was der Vorwärts" in einem seiner letzten Artikel ausführte, Junczechen flug genug operiren, um als einzige Partei im fondern auch aus Rücksicht auf die Erhaltung der mensch daß das Geheimniß der Sache Theilung der Arbeit" sei; aber Reichsrath mit voller Bestimmtheit das allgemeine, gleiche und lichen Gesellschaft überhaupt, aus moralischen und physischen in Desterreich besteht nicht einmal noch diese Theilung der Arbeit, direkte Wahlrecht auf ihr Programm zu schreiben, und daß sie Gründen. da es, so scharf dem Vereinsgesetz zu Liebe die Trennung dadurch eine gewisse Kooperation, mindestens mit der Sozial- Der Parteitag der czecho- slavischen Sozialdemokratie spricht zwischen politischer und gewerkschaftlicher Organisation sein demokratie geradezu herausfordern. Aber der Liebe Mühe war den Wunsch aus, es möge am ganzösterreichischen Parteitage der muß, nicht einen einzigen thätigen Genossen giebt, welcher nicht vollständig umsonst. Wie wenig die„ czechisch- nationale Partei", allgemeine Streit zu gunsten des allgemeinen, gleichen und in ganz gleicher Weise in beiben Richtungen arbeiten müßte. wie sich die Jungezechen nennen, irgend einen Erfolg erwartet, direkten Wahlrechtes und des Achtstundentages ernstlich in Er- Es ist gegenüber dem Gefafel der Unternehmerpresse als sehr be geht schon daraus hervor, daß unter den gegen den Parteitag wägung gezogen und darüber ein endgiltiger Beschluß gefaßt zeichnend hervorzuheben, daß der Gewerkschafts- Rongres direkt schriftlich Protestirenden nicht nur, wie natürlich, die czechischen werden. ein Vertrauensvotum für die sozialdemokratische Parteivertretung Anarchisten in London", die czechischen Chriftlich- Sozialen", der In mancher Beziehung ähnliche Erscheinungen bot der er ste beschloß, welches mit allen gegen eine Stimme angenommen politische Klub der katholischen Arbeiter in Böhmen" waren, österreichische Gewerkschafts- Kongreß. Auch hier wurde. sondern auch die Obrana Praze" war, das Organ der„ natio- mußte sich die Frage der Wahlrechts- Aktion, ohne Die österreichische Sozialdemokratie hat eine höchst wichtige nalen Szialisten", eines kleinen Häufleins von Leuten, welche die deren Besprechung irgend eine Zusammenkunft von Phase ihrer Entwickelung hinter sich, und ihre nächsten Aufgaben Jungczechen mit viel Aufwand von Geld und Reklame zu seiner Arbeitern in Desterreich ganz undenkbar ift, natur- werden ihre ganze Kraft in Anspruch nehmen. Sie fann an sie Partei aufzubauschen suchen. gemäß aufdrängen. Auch hier waren es insbesonders Ver- mit dem Bewußtsein herantreten, daß sie geeinigt dasteht, daß treter der czechischen Bergarbeiter, welche neben dem Wahlrecht ihre Organisation sich täglich mehr festigt und ihre Macht wächst. die Forderung des Achtstundentages geltend machten, und auch Der nächste Parteitag wird zeigen, daß sie auch ebenso weit ents von anderer Seite wurde gewünscht, daß der Generalstreit, wenn fernt ist von irgend welchen Anwandlungen von Schwäche, als er überhaupt in Angriff genommen werde, beiden Forderungen von übereilten Beschlüssen. Das vereinigte Prozenthum, das dienen folle. Es ist im höchsten Grade erfreulich, daß bei dieser seinen politischen Ausdruck in der Koalition gefunden hat, wird Gelegenheit alle Schattirungen der Ansichten, die auf dem ge- erfennen müssen, daß es weder auf Feigheit, noch auf phanmeinsamen Boden des Parteiprogramms und der gemeinsamen tastische Ueberschwänglichkeiten der Arbeiterschaft seine Hoffnungen Tattit bestehen, offen ausgesprochen wurden. Aus dieser Dis- feßen tann, es wird erkennen, daß das organisirte Proletariat tuffton schöpft natürlich die Bourgeois presse den Anlaß, über seiner Aufgabe gewachsen ist. eine tiefgehende Spaltung zwischen der sozialdemokratischen und der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung zu fabuliren. Wir fönnen damit ganz zufrieden sein, wenn sich die Herren in den eigenen Sad hinein lügen. Gerade der Verlauf des Kongresses hat gezeigt, daß selbst diejenigen Parteigenossen, die geneigt sind, am meisten die gewerkschaftliche Form der Organtiation zu überschäßen und die politische Form zu unterschäßen, daß selbst diese die gesammte gewerkschaftliche Bewegung als einen Sebel der Sozialdemokratie auffaffen und benützen wollen. Es war für alle jene, die von der psychologischen Thatsache daß jeder geneigt ist, die Wichtigkeit seiner Speziellen Thätigkeit zu überschätzen, die Gefahr eines Konfliktes Für den Umfang der Bewegung giebt das Anwachsen der fürchteten, im höchsten Grade erfreulich, konstatiren zu können, czechischen Preise den besten Maßstab. Dieselbe leidet allerdings daß der Gewerkschafts- Kongreß durchaus ein Kongreß von So noch zum Theil unter dem alten Uebel, daß zu viel Blätter existiren, zialdemokraten war. Einer der Delegirten hatte den wenig er so daß die einzelnen noch nicht die wünschenswerthe finanzielle Siches prießlichen Einfall, eine Rangordnung zwischen den nächsten rung haben. Aber es ist höchst erfreulich, daß seit dem letzten Partei- Forderungen der Partei aufstellen zu wollen, und rangirte dabei tag vor zwei Jahren die Zahl der Abnehmer der czechischen Presse das Wahlrecht in die dritte Linie. Eine große Zahl von Ervon 23 000 auf 64 000 gestiegen ist, sich also beinahe verdreifacht widerungen mußte ihn darüber belehren, daß er damit kein Glück Achtung! Holzbildhauer, Modelleure, Steinbildhauer? hat. Es bestehen heute 24 czechische Parteiblätter, 9 politische, gehabt habe, und daß auch die gewerkschaftlich organisirten Kollegen! Die unterzeichnete Kommission macht Euch noch= 11 gewerkschaftliche, 3 humoristische, 1 freireligiöses und ein Barteigenossen durchaus der Meinung sind, daß jedesmal die- mals auf die Ausfüllung der Situationsberichte aufmerksam und Frauenblatt(„ Die Bensté Listy" in Brünn mit 2700 Ab- jenige Forderung in erster Linie steht, welche im Augenblick am fordert Guch auf, den Bericht für Monat Dezember spätestens meisten Aussicht hat, durchgefeht zu werden. Die Frage des bis zum Sonnabend, den 12. Januar, an die Kommission bei Neben den Fragen der Organisation war der wichtigste Generalstreits wurde schließlich naturgemäß dem Parteitag über Ehrenberg, Annenstr. 16, abzuliefern, woselbst auch alle Dienstag Programmpunkt, wie natürlich, die Taktik und Stellungnahme laffen, der allein kompetent ist, die politische Taktik des organi- und Sonnabend neue Formulare ausgegeben werden. Kollegen! der Partei zur Wahlreform und zum Achtstundentag. Es war sirten Proletariats zu bestimmen. Wir erinnern an die Beschlüsse der Werkstattdelegirten- Versammsehr nothwendig, daß gerade diese Frage von einem czechischen Der Gewerkschafts- Kongreß, dessen große Bedeutung durch lung, die bestimmen, daß für jeden Monat ein Bericht gemacht Parteitag gründlich durchgesprochen wurde. Die Wahlrechts- die Beschickung desselben von Seite der deutschen Gewerkschaften werden soll, und zu Ende eines jeden Monats an die Koramission Bewegung hat nicht nur praktische Erfolge gehabt, denn die( Gen. Legien) und der schweizerischen Organisationen( Gen. abzuliefern set. Wir ersuchen Euch nun, Obenstehendes nach Durchsetzung des allgemeinen Wahlrechts in irgend einer, wenn eh) anerkannt wurde, hatte aber viel wichtigere Aufgaben Kräften zu verbreiten und die Beschlüsse hoch zu halten. auch noch so schlechten Form, ist heute bereits sicher, sondern sie zu lösen und faßte eine Reihe von Beschlüssen, die allerdings in Die Werkstattdelegirten Kommission. hat auch für die Partei selbst sehr gute Früchte getragen und der Presse nicht so viel Lärm machten, als jene Diskussion, dafür aber J. A.: P. Brachwih. uns ganze Schichten des arbeitenden Volkes zum ersten Male von weit eingreifenden Folgen sein werden. Zum ersten Male eröffnet. Aber daneben hat eine wegen ihrer großen Energie war es in Desterreich möglich, einen Ueberblick über den Umfang Der Streit der Porzellanarbeiter in Annaburg dauert uns nothwendige einseitige Aftion auch manche Gefahr für die Partei, der gewerkschaftlichen Organisation zu bekommen, zum ersten verändert fort. Alle Hebel werden in Bewegung gefeßt, um Streifwelche vor allem darin besteht, daß die eigenen Genossen ver Male fonnte der Versuch gemacht werden, sie zusammen zu fassen brecher herbeizuschaffen. Aber nicht minder wird auch von den leitet werden, eine einzelne Forderung in der Praxis als das und ihr eine einheitliche Richtung und Gestalt zu geben. Die Ausständigen, meistens organisirten Drehern und Malern, dem entUm und Auf des Parteiprogramms anzusehen und andere Fragen Leser des Vorwärts" sind darüber unterrichtet, in welcher gegengearbeitet, und so ist es denn gelungen, bis jetzt den Zuzug cu den Hintergrund zu stellen. niederträchtigen Weise die Behörden in Desterreich jeder Organi- fernzuhalten. Wir richten deshalb an alle Genoffen und Gewerk" Der Kongreß hatte wesentlich den Zweck, die Organisation der Partei neu zu ordnen, eine Sache, die gerade für unsere czechischen Genossen teine geringen Schwierigkeiten macht, denn fie sind in vier Kronländern, Böhmen, Mähren, Schlesien und Niederösterreich, zerstreut und bedürfen einer vollen Selbständigfeit in der Organisation, sowie sich das ja ganz analog bei den polnischen Genossen in Deutschland herausgestellt hat. Das Berhältniß wurde in folgender Weise festgestellt: die czechischflavische Sozialdemokratie steht auf dem Boden des Hainfelder Programms; das Parteiprogramm tann nur von einem gesammt österreichischen Parteitage geändert werden. Die Tattit wird mit der gesammtönerreichischen Partei vereinbart, indem jeder der österreichischen Parteitage offiziell beschickt wird. In bezug auf die Organisation aber und nach außen( auch bei den inter nationalen Kongreffen) tritt die czecho- slavische Partei selbständig auf. Auf diese Weise ist die Einheit der österreichischen Sozial demokratie und zugleich die Autonomie der czechischen Genossen gewährleistet, deren unbedingte Nothwendigkeit sich aus den prattischen Verhältnissen ergiebt. Die deutschen wie die czechischen Genossen in Desterreich sind mit dieser Ordnung vollständig einverstanden. nehmerinnen). Soziale Ueberlicht: Au die Arbeiter Berlins! Die Berliner GewerkschaftsRommission ersucht die Vorstände sämmtlicher Drts- Krankenkassen sowie die Gewerkschaften, am Schlusse eines jeden Monats bie Bahl der Arbeitslosen nach Möglichkeit in ihrem Gewerbe festzustellen und dem Gewerkschafts Bureau davon Mittheilung zu machen. Gleichzeitig wird es den Delegirten der GewerkschaftsKommission zur dringenden Pflicht gemacht, für die Durchführung des Obigen Sorge zu tragen und ersuchen wir ferner, uns die Berichte über die Zahl der Arbeitslosen für die Zeit vom 1. Dezember bis 81. Dezember 1893 anzugeben. Die Berliner Gewerkschafts- Rommission. C., Rosenstr. 28. Daraus ergiebt sich nun besonders in Desterreich, dem fation entgegentreten, wie sie die gewerkschaftlichen ebenso verschaften( der Streit entstand infolge einer Lohnreduktion von Klassischen Boden des Konflikts zwischen der wirthschaftlichen und folgen wie die politischen, und wie schwer es noch heute ist, in 10-25 pet.) das Ersuchen, den Streifenden Gure Unterpolitischen Seite der Arbeiterbewegung die weitere Gefahr, daß gewissen Provinzen Vereine überhaupt nur zu gründen. Je stützung zu gewähren, damit die Kräfte nicht vorzeitig die einseitigen Uebertreibungen Einzelner als eine Verirrung der weiter vom Zentrum des Reiches entfernt, umfomehr wächst die erlahmen, denn wir müssen den Nichtorganisirten Rechnung Gesammtpartei, als ein Verlassen des Bodens ihres Programmes, Despotie der Behörden, welche nur einen Herrn über sich ertragen. Die Durchführung dieses Streits setzt die Erringung als ein Sichverlieren in eine rein demokratische Attion dar- tennen, den am Orte mächtigsten Ausbeuter, und für die das eines festen Bodens für die Sozialdemokratie in Annaburg in gestellt werden, und daß dagegen eine vermeintlich nothwendige Vereinsgesetz einfach nicht existirt. Wenn es nach der voll- Aussicht, und würde auch den Saalabtreibereien und SaalReaktion erfolgt. Am größten ist diese Gefahr bei den Berg- ftändigen Lahmlegung der gewerkschaftlichen Bewegung in der verweigerungen ein Ende machen. Die Durchführung dieses arbeitern, deren kompakte Massen in Böhmen und Mähren zum Mitte der 80er Jahre neuerdings wieder gelungen ist, eine Streiks bedeutet aber auch eine leitende Bentralstelle zur Agigroßen Theil czechischer Nationalität find. Man darf nicht ver- immerhin respektable Organisation aufzubauen, so muß das tation auf dem flachen Lande. Den Streitenden gewährt man gessen, daß die internationalen Bergarbeiter- Songreffe den inter- umfomehr anerkannt werden, als an der Gründung des fleinsten ja ein Versammlungslokal, aber mit dem ausdrücklichen Bernationalen Generalstreit zur Durchfezung des Achtstundentages Vereins ein bitterer Kampf für das gesetzlich gewährleistete mert, daß in den Versammlungen fein Maurer Zutritt hat. erörtert haben, und daß diese Attion mangels nothwendiger Recht gegen die mit den Unternehmern verbündeten Behörden hängt.Nun, Genoffen, zeigt auch Gure Solidarität durch thatkräftige moralische und materielle Unterstügung, denn unser Sieg ist auch der Eurige. Sendungen nimmt entgegen Richard Krause, Maler, Annaburg. Postbezirk Halle. Der Vorstand des Arbeiter- Bildungsvereins Annaburg. J. A.: Herrnsdorf. Glasarbeiter, Achtung! Auf der Glasfabrik Johannes berg bei Annen in Westfalen drohen Differenzen zwischen der Firma und den Arbeitern auszubrechen, und bitten wir den Zuzug nach dort streng fernzuhalten. Der Verband der Glasarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands ( Sitz Bergedorf.) J. A.: A. Gebel. Internationale Auskunftsbureaus. Die General- Rommission ersucht alle diejenigen Gewerkschaften, welche ein interaationales Auskunftsbureau errichtet haben, ihr die betreffenden Adressen zugehen zu lassen, damit dieselben im ,, Korrespondenzblatt" Veröffentlichung finden können. Für die Metallarbeiter besteht ein derartiges Institut bereits seit einigen Wochen( ein anderes ist noch nicht bekannt). Die Adresse ist: Internationales Informationsbureau der Metallarbeiter. Hotel Helvetia, Winterthur( Schweiz). Sekretär: Gottfried Muggli. : Jauch sie von der heutigen Gesellschaft nichts zu erwarten haben, mögen auch fie das ihrige beitragen, dieser Gesellschaft den Garaus zu machen. Eine Illustration zu unserem Reichs- Versicherungsgesetze. Am 23. Februar 1891 verunglückte der Schlosser K., welcher bei der Firma Gruson in Magdeburg beschäftigt war beim beiden Hilfsarbeiter das Geschütz zu früh entgleiten ließen, und Montiren eines preußischen Panzerthurms dadurch, indem die K. eine Quetschung erlitt. Nachdem der Unfall in Kraft trat, konstatirte der Unfallarzt Dr. Fischer in Magdeburg, daß K. nicht arbeisfähig sei, und bewilligte die volle Rente auf Grund folgender Fehler: Lungen, Herz, Nieren- und Nervenleiden infolge des Unfalles." Die volle Rente bezog K. bis Oktober 1892. Dann wurde dieselbe auf 50 pCt. reduzirt, und wurde diese Kürzung dadurch motivtrt, das K. zum Theile arbeitsfähig sei. Auf Einspruch K. wurde selber neuerdings untersucht, und schloß sich der mit der Untersuchung betraute Professor Untericht dem Gutachten des Unfallarztes an, nur mit dem Bemerken, daß das Lungenleiden schon von früher herrühre und nicht vom Unfalle. = Nun ging K. zum Reichs- Versicherungsamte, wurde auf Beschluß dieses abermals untersucht, jedoch auf grund der ärzt lichen Gutachten abgewiesen. Da K. von der Rente von 36 M. seine Familie nicht ferhalten konnte, schrieb er an das Grusonwerk, in welchem er verunglückte, und bat um Beschäftigung in welcher Art. Der Fachverein der Photographen hielt am 6. Januar feine Mitgliederversammlung ab. Nach einem beifällig aufgenommenen Vortrag des Herrn Fritz Hansen wurde die Wahl der Stellenvermittelungs- Kommission, sowie der Kontrolleure vorgenommen. Unter" Verschiedenem" wurde die in Aussicht genommene Statistik und Vereinsangelegenheiten besprochen. Der Verein, welcher der einzige Interessenverein der Photographen hält seine Sigungen jeden Sonnabend im Restaurant Knoblauch, ist, der auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht, Kommandantenstr. 15, ab. Die Steinarbeiter hatten am 7. Januar eine Versamme lung, in welcher folgende Abrechnung vom Generalfonds der Marmor- und Granitarbeiter gegeben wurde: Bestand vont zweiten Quartal 1893 141,16 M., Einnahme 252,76 M., Aus gabe 76,45 M. Es ist also( mit einer nachträglichen Einnahme von 7,50 M.) ein Bestand von 183,81 m. geblieben. Die Richtigs feit dieser Abrechnung bestätigen die Revisoren. Der zweite Punkt, Stellungnahme zum Tarif, zeitigte eine lebhafte Debatte, in welcher der Tarif von verschiedenen Seiten als abänderungsbedürftig bezeichnet wurde. Alike und Wudra hielten an Stelle der vielen einzelnen Positionen, welche die Kommission aufgestellt hat, einen Minimallohn für zweckentsprechender. Schließlich wurde der Tarif an die Kommission zurückverwiesen, welche die gemachten Ausstellungen bei der Umarbeitung berücksichtigen soll. Die Frage der Unterstüßung des Bauhandwerker" wurde von der Tagesordnung abgefeßt. Kollege Buchmann gab noch betannt, daß die Karten zur Aufnahme einer Lohnstatistik bei ihm erhältlich sind. Jeder Kollege sollte es sich zur Pflicht machen, daran mitzuarbeiten, damit die Statistik eine möglichst vollständige Zur Stempelstener- Vorlage. Wie ungeheuer durch die geplante Stempelsteuer- Vorlage gerade die kleinen und mittleren Betriebe belastet werden, wird erst durch Erhebungen, welche gegenwärtig in den betheiligten Kreisen angestellt werden, recht verlangte die Fabriks- Krankenkasse eine nochmalige Untersuchung wird. Die Direktion versprach ihm selbe, stellte ihn auch ein, doch ersichtlich. Sehr lehrreich hierfür sind auch die in der Frankf. Zeitung" mitgetheilten Zahlen aus der Hanauer Handelskammer. konstatirte, daß K. nicht arbeitsfähig sei, und war Der mit der Untersuchung betraute Kaffenarzt Dr. Encke In einer öffentlichen Schneiderversammlung, die am Dieselbe hat in ihrem Bezirk Erhebungen angestellt, die sich auf Dr. Ende derselbe Arzt, welcher St. einige Jahre früher bei der 8. d. Mts. tagte, gab im Auftrage der Agitations- Stommiffion 40, den verschiedensten Branchen angehörende fleine, mittlere Aufnahme als gesund erklärte. Desgleichen beſigt St. mehrere Kollege Timm den Rechenschaftsbericht über die Thätigkeit im und größere Betriebe erstreckt haben. Hierbei ist denn, trotzdem Atteste von anderen Kassenärzten, welche alle ihn für gesund er- verflossenen Jahre. Nach einem Ueberblick über die Zahl der nur die vorsichtigsten Schätzungen zur Anwendung gebracht klärten vor seinem Unfalle. Versammlungen und Sigungen behandelt Redner ausführlich die find, zahlenmäßig zu Tage getreten, daß die Einführung der Quittungs- und Frachtpapier éteuer im Durchschnitt irgend welches Krankengeld, war 3 Jahre Golbat ohne jemals den Streit im vorigen Frühjahr dahin, daß im Großen und K. war vor seinem Unfalle niemals frank, bezog niemals Agitation zu den Gewerbegerichts- Wahlen und resumirt sich über eine Erhöhung der Gewerbesteuer um 149,46 pt. bedeuten frank gewesen zu sein, und doch wollten die Aerzte seinen Lungen- Ganzen die Lohnbewegung von Erfolg gekrönt sei. Auch die würde. Für die einzelnen Branchen ist die neue Belastung dabei fehler nicht mit dem Unfall in Ginklang bringen, und wurde Organisation ist gekräftigt, wenn es auch scharf gerügt werden außerordentlich ungleichmäßig. Die Quittungssteuer allein würde seine Rente von 50 pet. abermals und zwar um 25 pCt. gekürzt. müsse, daß entgegen den verschiedenen Beschlüſſen einzelner von den 40 Betrieben einzelne mit einer Abgabe bis zu 2700 M. St. erhob Widerspruch und wurde vom Reichs- Versicherungsamt, Berufsgruppen die Militärschneider und Konfektionsarbeiter pro Jahr und bis zu 726 pCt. der Gewerbesteuer, die Fracht- welches den Termin am 16. Dezember ansette, abermals ab- an ihren fleinen unzulänglichen Organisationen festhalten. Die papiersteuer bis zu 1067 und bis zu 340 pCt. der Gewerbesteuer gewiesen. neue Kommission findet ein reiches Arbeitsfeld, möge die belegen. Beide Stempelabgaben zusammen würden für einzelne Kollegenschaft dieselbe nach jeder Richtung hin unterstützen. Geschäfte eine Mehrbelastung bis zu 3601 M. und bis zu 968 pet. Die Gewerkschafts- Kommiffion Mannheim 3 hat, da( Beifall.) Wiesemann bestreitet den Nugen des Gewerbeihrer jebigen Gewerbesteuer ergeben. Diese enorme prozentuale der Magistrat den Antrag, den Nothstandsarbeitern einen gerichts, ohne allerdings etwas Beweiskräftiges anzuführen Mehrbelastung bezieht sich nicht etwa auf Großbetriebe, sondern Normaltagelohn von 2,30 M. festzusehen, abgelehnt hat, ihrer- und verbreitet sich in bekannter Langathmiger Manier vorzugsweise auf mittlere Geschäfte mit einer jährlichen Gewerbe- feits jede weitere Mitwirkung bei der Lösung dieser Frage ver über einige Fehler, welche beim Streit gemacht sein Steuer von 72 M., 88 M., 96 M., 108 M. u. s. w. weigert. In derselben Sitzung wurde beschlossen, eine Statistit sollen. A d. Schulz und Jung nahmen die Kommission gegen Die interessanten Erhebungen sollen durch Druck den be- über Arbeiterwohnungen aufzunehmen. Zu diesem die Unterstellung, als ob dieselbe irgend etwas vernachlässigt theiligten Kreisen, insbesondere auch der Reichstags- Kommission Zweck find 2000 Fragebogen in Umlauf gesetzt worden. Das habe, in Schuh, während Kollege Täterow eingehend klarlegt, zur Kenntniß gebracht werden. Dieselben beziehen sich allerdings Formular enthält 31 Fragen. daß der Ueberschuß, den die Abrechnung des letzten Streits ernur auf 40 mittlere, fleinere und größere Betriebe, fie zeigen aber ebenso die Höhe der neuen Steuer, wie ihre ungleiche Wirkung. schreibt die„ Fraffurter Zeitung": Als der Ausschuß für Volks- Arbeiterschaft erzielt sei. Jetzt rügen das die Herren Individua Die Arbeiter und die Museen. Unter dieser Spigmarke geben habe, durch die dankenswerthe Unterstüßung der gesammten Lehrreich ist die Nebeneinanderstellung der Gewerbesteuer. Würde vorlesungen in Frankfurt die Forderung erhob, daß die liſten, welches Halloh hätten sie aber erhoben, wenn die eine Erhöhung der Gewerbesteuer um das 3, 7- oder 91/2 fache Museen auch Sonntags geöffnet sein müßten, hatten die Museums Agitationskommiffion mit einem Defizit abgeſchloſſen hätte! vorgeschlagen, so würde ein solcher Vorschlag sicher keine Aus- verwaltungen vielfach die Antwort zur Hand, den Arbeitern Die Debatte über diesen Puntt, an der sich noch Danzig, ficht auf Annahme haben; der Versuch, eine derartige Erhöhung mangele ja doch das Interesse an dieser Sache. Daß eine solche ulit und 3ihmann betheiligen, zieht sich bis nach Mitterauf dem Umwege der Bestempelung einzuführen, sollte ver Auffassung irrt, wird durch nachstehenden, am Mittwoch nacht hin und werden die übrigen Gegenstände der Tagesordnung nünftigerweise ebenso aussichtslos sein. Empfindlich erschwert gefaßten Beschluß der hiesigen Gruppe des Deutschen einer späteren Versammlung überwiesen. Am Montag, den würde auch der Genossenschaftsbetrieb, sowohl jener der Produktiv, Schneiderverbandes bewiesen:" In Erwägung, daß es bisher 15. Januar, finden zwei Versammlungen für den Norden statt, wie jener der Kreditgenossenschaften. Für die letzteren liegt jetzt den Arbeitern durch die lange Arbeitszeit einerseits und zwar für Lieferungsschneider bei Fey, Brunnenstraße, für gleichfalls eine Statistik vor, wonach z. B. die Frank- und durch die einseitige Verwaltung der Kunst- die Mäntelkonfektion im Berliner Prater. furter Gewerbefasse 1893 12 557 Quittungen und 38 701 Checks institute andererseits zur Unmöglichkeit gemacht wurde, zählte; die Darmstädter Volksbank würde jährlich mindestens die Institute zu besuchen, und ferner, daß Kunst und 28 000 Quittungen und Checks zu versteuern haben; die Münchener Wissenschaft, wenn sie der Gesammtheit zum Nutzen dienen Industriebank hatte im letzten Jahre 11 679 Checks und 7786 sollen, fein Monopol der Besitzenden sein können und dürfen, Quittungen, die Karlsruher Vereinsbank 30 000 Quittungen über fordert die Versammlung des Verbandes Deutscher Schneider 20 M. und 20 000 Chects über 20 M., der Bankverein Offen- und Schneiderinnen und verwandter Berufsgenossen die unbach 8500 Quittungen und 7000 Checks u. s. w. Die Mehrzahl entgeltliche Deffnung aller öffentlichen Kunstinstitute und Museen Die Redaktion stellt die Benuzung des Sprechjaal gelegenheiten allgemeinen dieser Geschäfte wurde abgeschlossen mit Handwerkern, Land- während der Stunden, an denen es den Arbeitern auch mög- Interesses zur Verfügung: sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit den wirthen, fleineren und mittleren Kaufleuten 2c., also mit Perlich ist, die Institute zu besuchen, und zwar Sonntags NachInhalt desselben identifizirt zu werden. sonen, die zum Mittelstande gehören. Aus alle dem geht her: mittags bis 4 Uhr. Ferner fordert die Versammlung die An Auf welche Weise die Kapitalisten die Arbeitslosigkeit abzuvor, doß hier wiederum, wie dies ja bei allen indirekten Steuern schaffung einfacher und billiger Kataloge, und um ein allgemeines helfen gedenken, mögen folgende Fälle darthun. der Fall ist, die Kleinen am härtesten davon betroffen würden. Interesse zu wecken, hält sie es für nothwendig, die Adressen der So hilft die Regierung, die sonst nicht müde wird sich als Institute in allen öffentlichen Lokalen aufzuhängen. Ein bekannter Inhaber eines Bazars läßt sich in der Freund des Mittelstandes auszuspielen, selbst mit diesen zu Oranienstraße dicht am Morigplay ein palastähnliches Gebäude vernichten. Der Militarismns saugt die besten Volkskräfte aus, ver- bauen. Die Aufführung desselben ist dem Jnnungs- Maurer hindert die Ausdehnung der allgemeinen Volksbildung in meister J. Fränkel übertragen, der die Aufgabe hat, den Bau so Die Proletarier des Geistes haben in unserer besten Desterreich so gut wie in Deutschland. Nach der amt- schnell wie möglich fertig zu stellen. Anstatt daß nun der Herr der Welten" ein ebenso schlimmes, unter Umständen ein lichen Statistit giebt es in Desterreich 17 177 Volksschulen und Innungsmeister recht viele Arbeitslose von der Straße nimmt schlimmeres Loos zu erwarten, als die der Hand. Sind Sie 442 Bürgerschulen. Von diesen Schulen sind 8636 einklassige, und in Arbeit stellt, läßt er eine ganz geringe Anzahl Leute den stellenlos, bricht der ganze Jammer der längeren Arbeitslosigkeit b. b. die Hälfte; 4071 Schulen haben je zwei Klaffen und nur Tag über bis spät in die Nacht, bei elektrischer Beleuchtung, über sie herein, so sind sie noch viel hilfloser als jene. Jhr 1677 haben mehr als vier Klassen. In einzelnen Ländern be- sowie auch jeden Sonntag arbeiten. Dünkel, noch mehr aber auch ihre törperliche Untauglichkeit zu stehen folgende Verhältnisse: In Steiermark sind von 819 Schulen Was gehen denn auch dem Millionär Fränkel die hungernden schwereren Arbeiten, muß sie auf manche Arbeitsgelegenheit ver- 309 einklassige, 213 zweiflaffige und 74 zählen mehr als vier Arbeiter an?! Herr Fränkel war stets ein feiner Geschäftsmann. zichten machen, durch welche Handarbeiter sich hier und da noch klaffen. In Salzburg sind von 158 Schulen 83 einklassige, Niedrige Löhne, lange Arbeitszeit und einen Stamm williger, etwas über Wasser zu halten im stande sind. Wie tief Leute 43 zwei- und 32 mehrklassige. In Oberösterreich zählt man vom Egoismus beſeelter Maurer war die Signatur dieses Bauaus den sogenannten besseren Etänden", sobald ihnen nicht die 504 Schulen, wovon 172 ein- und 158 mehrklassige. Bon geschäfts. Nicht einer der Fränkel'schen Maurer hat bisher das Gnadensonne von oben lacht, unter Umständen sinken können, 353 Schulen Kärnthens sind 294 ein- resp. zweiklassig und nur Bedürfniß gefühlt, sich gewerkschaftlich oder politisch zu organi geht aus einem Echreiben hervor, welches türzlich unser 13 Schulen haben mehr als zwei klassen. Krain befigt unter firen, deshalb die wahrhaft Stumm'schen Musterarbeiter. Solinger Parteiorgan zugesandt erhielt. Der Absender des 322 Echulen 201 einklassige und nur 4 Echulen, welche mehr als Aehnlich wie hier liegen die Verhältnisse beim Ausbau der Briefes schrieb: vier Klassen haben. Das dunkle Land Tirol zählt unter Marienkirche auf dem Neuen Markt. Als vor nicht langer Zeit Von Beruf bin ich Lehrer; das Seminar zu Odenkirchen 1673 Echulen 1145 ein- und 387 zweiflaffige; 104 zählen drei von den sozialdemokratischen Stadtverordneten im Rathhause oesuchte ich in den Jahren 1882-85. Anhaltende Differenzen und vier und 37 mehr als vier Klassen. Bei solchen Schul- die Arbeitslosenfrage zur Debatte gestellt war, gaben sich einige mit dem Lokal- Schulinspektor, Pfarrer M. zu Benn, verleideten verhältnissen, die überdies noch stark unter pfäffischem Einfluß Baubehörden den Anschein der Arbeiterfreundlichkeit. So wurden mir meine Amtsführung und fündigte ich dem Schulvorstande stehen, kann es mit der Volksbildung in Desterreich allerdings an der Marienkirche ca. 20 Maurer angestellt, natürlich am 1. Oftober 1887. Während der halbjährigen Kündigungs- nicht weit her sein. nur um die Zahl der Arbeitslosen zu ver frist hoffte ich anderweitige Stellung zu finden, war auch zu mindern. Jedoch der Pferdefuß kommt hinterher zum VorSprecisaal: abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Neuß und Crefeld in der engeren Wahl, fiel aber jedes Mal Versicherungswesen. Gegen Krankheit sind jetzt schein. Nach Verlauf von 2 Wochen sind so ziemlich sämmtdurch infolge des nicht genügenden Leumundszeugnisses von 71/2 Millionen, gegen Invalidität 11 Millionen und gegen liche neu Eingestellten wieder nach und nach entlassen, Seiten des Pfarrers M. Ich stellte mich der Regierung zur Unfall 18 Millionen Deutsche versichert; durch die Novelle zum während die fogenannten alten Leute( Onkel Felisch Berfügung; diese eröffnete mir jedoch, sie hätte in erster Linie Unfallversicherungs- Gefeß, wonach auch alle selbständigen Hand- nennt sie die tüchtigen friedliebenden Arbeiter") pro Tag für die Seminar- Abiturienten zu sorgen. Jest widmete ich mich werker gegen Unfall versichert werden sollen, dürfte die Zahl 13 Stunden, also pro Woche 78 Stunden arbeiten. Also felbft dem Zeichnerfache und fand auch alsbald Anstellung beim der gegen Unfall versicherten Personen auf 20 Millionen steigen. die firchlichen Baubehörden fönnen ihre geistige Verwandtschaft Steuerinspektor D. in Aachen als Katasterzeichner. Hier verblieb ich bis Anfang Januar vorigen Jahres. Ein längeres Nierenleiden veranlaßte meine Aufnahme ins Hospital. Wegen ser drängenden Grundbuchsachen sah Herr D. sich veranlaßt, meine innegehabte Etellung neu zu besetzen. Da meine Bemühungen, irgend welche Beschäftigung event. praktische Arbeit zu erlangen, erfolglos blieben, begab ich mich nach Elfenroth in die Freiwillige Arbeiterkolonie, konnte daselbst jedoch wegen Ueberfüllung feine Aufnahme finden. Versammlungen. mit dem privatkapitalistischen Ausbeuter nicht verleugnen. Man möchte gern den Schein der Arbeiterfreundlichkeit wahren, aber die eigenen Interessen wiegen zu schwer. Der Maurermeister dieses Baues heißt Seeger, der Polier Stenzel, beide sind alte Bekannte vom Streit 1885. Damals hatten sie die Schule in Da ich nach meiner Genesung nicht sofort eine ähnliche Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt der Demminerstraße im Bau und wurden durch die Bausperre Stellung erhalten fonnte, folgte ich einer Offerte des Kirchen- am 6. Januar bei Keller, Bergstr. 68, eine Versammlung ab. zur Anerkennung unserer Forderung gezwungen. Heute laffen rendanten von Düsseldorf. Durch sehr niedriges Ge- Der erste Gegenstand wird von der Tagesordnung abgesetzt. Die Herren einmal wieder gründlich ihrer Willkür die Zügel halt 2 M. pro Arbeitstag ließ ich mich zu einer Unter Vereinsangelegenheiten erläuterte der Vorsitzende, Kollege schießen. So wurden dem einen Arbeiter wegen Faulheit, wie fleinen Unterschlagung verleiten. Nicht niedrige Gewinn Scholz, warum die Kollegen wieder den Fachverein ins Leben man angab, mehrere Stunden Lohn abgezogen. Dem Andern sucht, sondern wahre Verlegenheit trieb mich zu diesem Schritte. gerufen haben und bezeichnete als Haupzweck des Vereins sein soll im Auftrage des Steuererhebers die rückständige Steuer Wohl hatte ich ein kleines Ersparniß baar angelegt, tonnte aber Streben, die indifferenten Kollegen zur Organisation heran- von seinem vielleicht seit vielen Wochen zum ersten Mal ver ohne Kündigung nicht darüber verfügen. Wie Sie nun aus bei zuziehen, da es sich herausgestellt hat, daß seit Auflösung des dienten färglichen Lohn abgezogen werden, ob die Kinder dieses lizgender Anlage ersehen mögen, habe ich alles nebst 40,05 Mark vormaligen Fachvereins viele Kollegen unorganisirt geblieben Aermsten Nahrung, Kleidung oder warme Wohnung haben, daUnkosten ersetzt. find. nach fragt niemand. Die bitterlichen Thränen der darbenden Es wurde dann von einem Kollegen darauf aufmerksam ge- und frierenden Kinder bleiben ja an den Mauern nicht ſizen macht, daß in der Harmonikafabrit von Pietschmann eine Lohn- und nach einem Jahr tönt von der Kanzel herab der salbungsreduktion von 25 pet. angekündigt sei. Der betreffende volle Ruf des Pastors Friede auf Erden und dem Menschen Fabrikant hat in Bernau eine Fabrit eingerichtet und glaubt ein Wohlgefallen." Allerdings arbeiten dort auch friedliebende, Müde, hungrig und gänzlich mittellos appellire ich an Ihre dadurch einen Druck ausüben zu können, um seine Arbeit noch fügsame Maurer. Da sind zum Beispiel 5 oder 6 augenblicklich Güte. ( Unterschrift.) billiger hergestellt zu bekommen. Redner verlangt, daß diese ausrangirte Maurerpoliere. Diese fühlen sich außerordentlich Der Inhalt obigen Briefes spricht ganze Bände von dem Sache öffentlich bekannt gemacht wird und vor Zuzug, haupt wohl und wünschen sich immer solche Arbeit, wo sie bis elenden Dasein eines Mannes, der von Grund aus doch gewiß sächlich aus dem sächsischen Voigtlande, nach dieser Filial- Fabrit 10 oder 11 Uhr Abends können. Das ist der Segen der Organis fein schlechter", sondern selbst nach den heute herrschenden gewarnt wird. Der Abzug soll erst am 18. Februar in Kraft fationslosigkeit, solche trasse Mißstände könnten selbst unter den Moralbegriffen jedenfalls ein sittlich und moralisch unantastbarer treten, infolge dessen wurde beschlossen, diese Sache auf die schlechtesten ökonomischen Verhältnissen nicht zu Tage treten, wenn Charakter gewesen sein mag. Die Noth trieb ihn dazu, eine Tagesordnung der nächsten Versammlung zu sehen, welche am die Berliner Maurer sich, wie es unsre sozialen Verhältnisse heut fleine Unterschlagung zu begehen, die Arbeiterkolonie hat feinen 27. Januar d. J. ebendaselbst stattfindet. Der Borsitzende gieot verlangen, organisiren würden. Hoffen wir, daß das Versäumte Plaz für ihn. Was geschieht nun weiter? Hilflos von der noch bekannt, daß von seiten des Vereins am 4. Februar die im neuen Jahr wieder nachgeholt wird, das ist unser NeujahrsGesellschaft dem Glend Preis gegeben, wird er an derselben Urania besucht wird und am 13. Februar der diesjährige wunsch. Gesellschaft zum Verbrecher werden müssen. Mögen die Kauf- Maskenball im Elysium stattfindet; Billets zur Urania wie zum Der Vorstand des Vereins zur Wahrung der Interessen leute, die Schreiber, die niederen Beamten aus diesem Beispiel, Maskenball find beim Vorfizenden und im Restaurant Rohr abder Maurer Berlins und Umgegend. da 3 um Dußende vermehrt werden könnte, erkennen lernen, daß zuheben. J. A.: Blaurock. Verantwortlicher Rebatteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2,