Kr. 304. MoflMnentS'Bcdlnsungen: Abonnements- Preis prtnumcrand»! Lierteljährl. Z.3V Mk, Mona«. UO SW., wöchcnlllch 28 Pfg. frei WS Hau». Einzelne Nummer B Pfg. Eonntag». nummer mit illufirierier EonntagS. Beiloge.Die Neue Wein 10 Pfg. Post. Abonnement: l,t0 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitung». PrelSIiste. Unter»reuzband für Teutickland und Oesterreich. Ungarn 2,00 Marl, für da» übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Poftabonnemems Belgien. Dänemark, Oldldnt tlgilch. 30. Jahrg. und Berstunml „Kleine Mnzttgcn Vevlinev Volksblstk. Die Inferttons'GebObr beträgt für die sechSgefpaltene Kolonel- »eile oder deren Raum eo Pfg., für politische und gewerkschaftliche Verein?-, uungs-Anzeigen L0 Pfg. «gen", das fettgedrulkie Wort 20 Mg. fzuläsfig 2 fettgedrn-kie Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg Etellengefuche und Schlafstellenan. zeigen da« erste Wort 10 Pfg., jede» weitere Wort 5 Pfg. Worte über lö Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer niüsien bis 5 Uhr nachmittags in der Srpeditio» abgegeben werden. Die Expediiion ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Delegramin- Adresse: „S»Äl»lItM«llfi» kitlst»-. ZcntnAorgan der fozialdemokratt fehen Partei Deutfchlands. Redahtion: 6 Cd. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S8Z. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1981. Hircbenaustritt und Wircbcnzwang. .. Tas„K 0 mite e Ä 0 11 f e s s i 0 n s l 0 s"(n i ch t lvie in einigen bürgerlichen Blättern behauptet wird, die sozial- deniokratische Partei Berlins, denn als politische Partei fordert die Sozialdemokratie zwar die Erklärung der Religion zur Privatsache, das heißt die völlige Eni- staatlichung der Kirche, nicht aber den Austritt ihrer Mitglieder aus dieser) hatte zum Bußtag für Groß-Berlin zwölf Volksversammlungen zur Propagierung des Austrittes aus der Staatskirche einberufen, die jedoch sämtlich, wie bereits in der Sonntagsnummer des„Vorwärts" gemeldet wurde, von der Polizei auf Grund des§ 8 der vom 15. Mai dieses Jahres stammenden Polizciverordnung verboten worden sind, nach der am Karfreitag, am Bußtag und am Totensonntag nur solche öffentliche Versammlungen ab- gehalten werden dürfen, die gottesdienstlichen Zwecken dienen. Ein Gewaltstreich, der ebenso nutzlos wie naiv ist: denn die� Versammlungen werden deshalb doch stattfinden, wenn auch an einem anderen Tage. Ter Erfolg wird lediglich sein, daß sie infolge der polizeilichen Reklame viel stärker be- sucht werden, als wenn sie ungehindert am Bußtage statt- gefunden hätten. Wie verlautet, ist das Verbot nicht auf Veranlassung des Evangeliscksen Oberkirchenrates erfolgt', sondern auf Wunsch sogenannter„allerhöchster Kreise", vornehmlich der Kaiserin, die über die massenhaften Kirchenaustritte in ihrer Frömmig. keit sebr betrübt sein soll. Zugleich soll von der Regierung geplant sein, durch die Gesetzgebung dem Kirchenstreik ent- gegenzuwirken, in erster Linie durch eine wesentliche Er- höhung der Gerichtsgebühren für Kirchenaustritte. Während heute � diese Gebühr in Preußen mit Einschluß der Be- scheinigung über den erfolgten Austritt nur 3 M. 5l> Pf. bzw. i Mark beträgt, soll sie bis auf Illl) Mark erhöht tverden. Bestätigt sich diese Nachricht, so haben wir das schönste, handfesteste Mittelalter wieder mitten unter uns. Ter Bieder- mann Tetzel verkaufte im sechzehnten Jahrhundert mit päpstlicher Billigung gegen Bargeld Anweisungen auf des Himmels Gnade und ewiges Leben, und im zwanzigsten Jahrhundert will man versuchen, die mittellosen Massen durch einen schmerzhaften Druck auf die Geldbörse in den verödeten Hallen der Staatskirche festzuhalten. Tie sogenannte Landeskirche ist ja schon längst nichts mehr als eine reine Geldangelegenheit. Sie vermag nur noch durch die Ausnutzung staatlichen Zwanges und des Zwanges einer heuchlerischen öffentlichen Moral zu existieren. Wirklich überzeugte Anhänger hat die Kirche nur noch unter den Acrmsten der geistig Armen, denen ihre soziale Lage die Mittel selbständigen Erkennens versperrt. Tie wenigen, die in der„Aristokratie" und im Bürgertum noch wirklich durch innerliche Ueberzeugung mit der Staatskirche verbunden sind, zählen kaum. Die Ueberzahl der überhaupt noch religiös Empfindenden und Religionsbedürftigen drängen aus der Starrheit und Verknöcherung des religiösen Forinalismus hinaus und suchen neue Wege. Alle diese aber werden über- ragt von der Masse derer, die mit der Kirche innerlich auch nicht das geringste mehr zu tun haben, die sie auch nicht um- ändern, modernisieren, mit„neuem Geist" erfüllen»vollen: die Masse derer, denen die christliche Kirche so gleichgültig ist, wie etwa die Lehren des Konfutse oder die Tempelriten der alten Aegypter. Eine abgetane Kultur, die man in Gottesnamen studieren mag, um zu prüfen, ob der eine oder der andere ihrer Gedanken noch weiterleben kann. In dieser „kirchenlosen" Masse findet sich ein großer Teil des Bürger- tums, das aufgeklärte Proletariat, der größte Prozentsatz des gesainten Gelehrten- und Künstlertums und die Skeptiker der reichen und„aristokratischen" Schichten zusammen. Aber die Staatskirche lebt trotzdem recht auskömmlich weiter. Weshalb? Weil sie in aller Gemütsruhe das Geld nimmt von den Zahllosen, die nichts von ihr wissen wollen und erst recht nichts von ihr verlangen! Jeder anständige Mensch lvürde sich schämen, sich von Leuten, für die er nichts leistet, bezahlen zu lassen. Tie Kirche, die sich bekanntlich als die Hüterin der edelsten geistigen Triebe und Moral ausgibt, sagt:„Jlou olct"(Geld stinkt nicht) und streicht ruhig das Geld von Atheisten und Pantheisteu, von religiös Gleich- gültigen und religiös Urteilsunsähigen ein. Sowohl die evangelische»vic die katholische Kirche erhalten vom'Staate Zuschüsse, die aus den Einkiinften der allgemeinen Steuern genommen»Verden, zu denen also alle Steuerzahler, ohne Rücksicht auf ihre religiöse Stellung, beitragen müssen. Gegen diese Schätzung durch die Kirche kann man sich, so- lange die Kirche nicht, gemäß unserer Programmforderung, vom Staat getrennt und als private Einrichtung sich selb st überlassen»vird, nicht eininal durch den offiziellen Austritt aus der kirchlichen Gemeinschaft schützen. Außerdem aber erhebt die Kirche selbst ihre Steuer. Sie wird ihr vom Staate sanktioniert und meist obendrein noch vom Staat eingezogen. Und hier fängt der moralische Wider- spruch an, kompakt greifbar zu werden. Es ist nicht wahr, daß wir religiös frei sind und lediglich nach unserer Ueberzeugung leben dürfen. Man benutzt die» R»»dimente der sogenannten„öffentlichen Sittlichkeit", eines äußerlichen moralischen Brauches, um die persönliche Selbstbestimmung und Ehrlichkeit zu ver- gewaltigen. Ganze Berufe müssen in der Kirche bleiben, ob sie sie für notwendig halten oder nicht. Jeher, der Beamter ist oder dessen Kinder Beamte werden wollen, jeder, der selbst studieren oder seine Kinder studieren lassen »vill, muß getauft sein und seine Kinder taufen lassen. Er muß in der Kirche ausharren, wenn er nicht die schwersten beruflichen Schädigungen heraufbeschwören will. Es ge- hört— man kann nicht gut einen anderen Ausdruck finden— zuin„g uten To n", der Kirche anzugehören. Und wer diesen„guten Ton" nicht mitinachen will,»veil er zu ehrlich dazu ist, wird halboffiziell und„unterirdisch"»nit Nadel- stichen, oft auch»nit gröberein Handwerkszeug materiell drangsaliert und gehemmt. Der Minister, der selbst nichts mehr„glaubt", m u ß seine Beamten in der Kirche festhalten, der freigeistige Schuldirektor seine Lehrer. Und selbst in den„freien" Benifei» suchen die Mächtigen die Abhängigen durch»virtschaftliche Pression in der Kirche festzuhalten. Mit g e i st i g e n Waffen für ihre Sache zu kämpfen und zu»verben, hat die Kirche läng st aufgegeben. Sie ist beim Anrüchigsten angekommen. Diejenigen, die noch ain ehesten auf den„herkömmlichen guten Brauch" pfeifen können» die Aerzte etwa, die handarbeitenden Massen, die Rechts- anwälte, die Schriftsteller und Künstler, die kleinen Kaufleute — sie sollen jetzt ebenfalls durch den Verlust an barem Geld von der Betätigung ihrer Aufrichtigkeit abgeschreckt werden! Man rechnet offenbar»nit der Scheu der gering Bemittelten, auf eininal sauer verdientes bares Geld auszugeben, ohne in» Augenblick etwas davon zu haben. Christus sagte nach der Bibel:„Ihr, die ihr arin seid, kommt zu inir!" Seine„Jünger" von heute dekretieren: „Ihr wollt ztvar nicht bei uns bleiben, aber ihr m ü ß t, denn nur wer bezahlen kann, darf ehrlich sein!" Man weiß nicht, ob man lachen soll oder weinen über solche hohe kirchliche Moral. Sie feellsliung Carkins. Aus London wird uns geschrieben� Niemand jubelt lauter über die Freisetzung des irischen Streikführers als die Presse des englischen Liberalismus, dessen Vertrauensmänner den irischen Arbeiterführer ein- gestarrt hatten. Wer in den letzten Tagen die liberale Presse gelesen hat, konnte nicht umhin, in ein lautes Lachen aus- zu brechen. Tie furchtbare Angst, die die Regierungsmänner »vährend der Protestbeivegung der englischen Arbeiterschaft ausgestanden haben, ist durch einen Freudenausbruch abgelöst worden, der sie die amüsantesten Purzelbäume schlagen und das ungereimteste Zeug reden läßt. In einigen der Volks- tümlichsten liberalen Zeitungen wird der Inn Larkin geradezu verhimmelt und als ein ztveiter Heiland gepriesen. Wie heilsam das energische Auftreten der Arbeiterschaft bei den letzten Nachwahlen gelvirkt hat, erhellt recht gut aus dem Gebaren des S t a a t s s e k r et ä r s für Irland, der gestern zu einer Versammlung seiner Wähler in Bristrol sprach. Wohl noch nie hat ein Abgeordneter vor seinen Wählern eine drolligere Rolle gespielt. Kaum hatte sich der Minister erhoben, als ihm der Ruf entgegenschallte»„Erzählen Sic uns von den 100 000 hungernden Menschen in Dublin." Und der Minister mußte sich dazu bequemen, dieses Thema zu behandeln. So oft er nun in seiner Rede den Namen Larkin erwähnte, schrien seine Wähler Hurra! Ter Minister zog sich schließlich aus der Klemine, indem er im wesentliche»» der Versammlung recht gab. 'Doch die Regierung hat sich nur auf Kosten ihrer irischen Verbündeten von dein Alpdruck befreien können. Durch die Freilassung Larkins hat sie einen recht ruppigen Heckst in die stillen Gewässer des nationalistisch-klerikalen Karpfenteiches gesetzt. Tie Nationalisten iverden bei den kommenden Ge- mcindcratswahlen ihr blaues Wunder erleben. Kein Mann genießt zurzeit unter dein irischen Volke ein so hohes Ansehen »vie der Genosse Larkin, der Ueberwinder des Dubliner Schlosses, vor dem die ganze große liberale Partei Englands gezittert hat. Die Haltung der irischen Parlamentsinitglieder in diesem Kampfe ist die jäniinerlichste und feigste, die man sich denken kann. Keiner wagt den Mund aufzutun. Ties wird sich an ihnen bei den»rachsten Parlainents>vahlen bitter rächen. Es ist fraglich, ob es dann den irrichen Nationalisten gelingen»vird, die Mehrheit der sechs Dublincr Mandate gegenüber der irischen Arbeiterpartei zu behaupten. Ein weiteres Moment verdient in diesem Kampfe um die Freilassung des irische x Arbeiterführers besondere Beachtung. In früheren Jahren, als die englische Arbeiterschaft noch nicht über eine P r e s f e verfügte, hätte der Fall Larkin nur die Aufmerksamkeit der organisierten Sozialisten und einer Hand- voll Gewerkschafter auf sich gezogen. Die bürgerliche Presse hätte die Angelegenheit, wie es so häufig vorgekoinmen ist, einfach totgeschwiegen. Heute kann dieses Manöver nicht mehr angewendet werden. Man kann ruhig behaupten, daß ohne die englische Arbeiterpresse, die sich»nit aller Macht in die Agitation warf. Larkin noch heute im Gefängnis säße. Der- artige Vorgänge sollten jedein Arbeiter die Wichtigkeit der Presse in unserem Kampfe beweisen. Es kann auch nicht bestritten werden, daß es die Publizität, die die englische Arbeiterpresse in Vorgängen in Dublin gegeben hat, war, die den irische»» Arbeitern die großartige Sympathiekundgebung verschafft hat, die ihren greifbarsten Ausdruck in den mehr als l1/« Millionen Mark findet, die die englischen Ar- beiter schon für ihre irischen Brüder aufgebracht haben. So etwas ist in der Geschichte der englischen Arbciterbelvegung noch nie dagewesen. Und das liegt nicht etwa daran, daß die englischen Arbeiter heute freigebiger sind als früher, sondern es ist lediglich den» Umstand zuzuschreiben, daß früher die englischen Arbeiter von der die Zeitungswelt monopolisieren- den bürgerlichen Presse entweder falsch oder gar nicht von den Vorgängen in der proletarischen Welt anderer Länder iintcr richtet wurden.__ Ihehler ringsum. Hier und da hat man gewagt, unser tiefes Mißtrauen gegen die Rüstungskommission zu schelten. Nur Toren oder eisenstirntge Wahrheitsbeuger können sich dessen unterfangen. Welche Kräfte böchsten Einflusses am Werk« der Vertuschung und Verwirrung sind, zeigt die Haltung der Presse zum jüngsten Krupp-Prozeß. Von der Maas bis an die Memel, von einem großen Teil der volksparteilichen über die nationall iberalen und die Zentrums- zeitungen bis zur violetten und ganz blauen Presse sind sie all«, alle ein Herz und eine Seele im eifrigen Bemühen, die Rüstungs- korruption zu hehlen. Wir»vollen heut der Sippe noch einmal vor aller Welt das Brandinal ihrer Schande aufdrücken. Wir brauchen dazu kein eigenes Malwort. Der Panainisten Worte selbst sollen die Pana- misten kennzeichnen. Stach der„G e r m a n i a", die allerdings von der Vorgeschichte des Krupp-Prozcsscs so wenig weiß, daß sie meint, die Vorunter- suchung gegen die Kruppschen Beamten habe schon monatelang geschwebt, bevor Liebknecht eingriss, berichtet triumphierend:„So hat sich dieser Krupp-Prozeß zu einer glänzenden Rechtfertigung der Militär- und Marineverwaltung im Deutschen Reich gestaltet, während die Anklage des sozialdemokratischen Abgeordneten Lieb- knecht völlig versagte." Die„N a t i 0 n a l- Z ei t u n g" beteuert:„Es ist gewiß bei Krupp in Essen mancherlei vorgekommen, was besser unterblieben wäre. Der subalterne Uebereifer des Herrn Brandt war Herrn Direktor EcciuS bequem, allzu bequem," und bat gleich anderen Zeitungen die Kühnheit, zu behaupten, die Anklage Liebknechts, daß die Firnra Krupp, um der Konkurrenz vorzukommen, syste- matisch durch Bestechung zum Verrat militärischer Geheimnisse an- gestiftet habe, sei widerlegt. Dabei wissen dies« Schmocks ganz genau, daß sowohl nach dem kriegsgerichtlichen Urteil wie nach dem Urteil der Strafkammer militärische Geheimnisse, und zwar auch solche über Konstruktionen und Versuche durch Be- stechung erlangt sind. Sie»vissen, daß das Militärgericht auch »vegen Verrats militärischer Geheimnisse verurteilt hat, und daß idie Strafkammer»vegen dieses Teiles der Anklag» nur frei- gesprochen hat, weil die Mitteilung der Geheimnisse au die Firma Krupp keine Gefährdung der Sicherheit des Vaterlandes bedeute, eine Voraussetzung, deren»Richtigkeit nach der Art der Begründung des Urteils die Sache politisch für die Militär- und Marine- berlvaltung und die Firma Krupp nicht besser, sondern schlechter machen würde. In der„Täglichen Rundschau" heißt es:„Die Pein- liche Untersuchung hat nichts ergeben, wa? einen Makel auf sie(die Firma Krupp» wirft, und der Vorwurf, daß sie die Praktiken eines Unterbeamten nicht scharf genug überwachte, hat sie schwer und härter büßen müssen, als es irgendein anderes Institut hätte tun müssen." „Für diesmal hat er(Liebknecht) wenigstens erreicht, daß um einer Lappalie willen die Direktoren des größten vaterländischen Werkes wochenlang von ihrer Arbeit ferngehalten sind und aus dem Gerichtssaal aus schwerster Beschuldigung Mut zu neuen Unternehmungen schöpfen können." Die„Berliner Neuesten N a ch r i ch t e n" überkugeln sich förmlich durch folgendes Klownspäßchcn:„Sein(Liebknechts) Panama zerfloß ihm unter den.Händen."„Was sich letzten Endes ergeben hat, war ein Panaina der Motive, aller jener Motive, aus denen die Firma Krupp an den Pranger gestellt wurde. Wer in Wirklichkeit am Pranger steht, darüber kann heute wohl kein Zweifel mehr herrschen." Der göttliche Otto v. Gottberg schreibt:„Nachdem be- wiesen ist, daß der Handelsschild der Firma Krupp»veiterhin blank und glänzend in die Welt getragen werden darf..." und belehrt uns, daß die„preußische Artillerie mit ihrein Blute für die Krupp- Kanonen Reklameartikel unter den Titeln Düppel, Königgrätz und Gravclottc geschrieben hat". Der nationallibcralc„Deutsche Kurier" sucht nach be- »vährtem Muster die Krupp-Korruption durch die allgemeine kapita- listische Korruption zu decken und schivätzt:„Das Reich hat keinen Schaden erlitten dadurch, daß es Kornlvalzer gab; iin Gegenteil, da die Firma Krupp die Konkurrenzpreise erfuhr, lieferte sie billi- ger." Ganz schuldlos sei daruin die Leitung der Essener Firma nicht, schon deshalb,»veil— sie sich hätte sagen müssen, daß die Geschichte eines schönen Tages hätte herauskoinnicn können. Kurz- um: der Fehler der Firma ist, daß sie sich hat erwischen lassen. Aber„im Krupp-Prozeß gab es freilich keine Blößen zu enthüllen". „Der blanke Schild des... deutschen Beamtentums ist nicht- mit dem leisesten Stäubchen befleckt." Hey,»vaS begehrst du mehr! Die„P 0 st", das Organ von Stumms seligen Erben, denen die mit Krupp eng verfilzten Dillinger Werke das Leben versüßen, ergießt sich folgendermaßen:„Daß preußische Subaltcrnbcamte.., sich als bestechlich erwiesen Haben sollten, das hätten wir nicht ohne schmerzliches Bedauern wahrgenommen. Gerade in diesem wich- tigsten und entscheidendsten Punkte hat sich nun gezeigt, daß von einem organisierten Bestechungsbetriebe gar kein« Rede sein kann." Und weiter:„Mit Genugtuung dürfen wir zweierlei feststellen: daß unser preußisches Beamtentum völlig rein aus den Moabiter Verhandlungen hervorgeht, und daß die Firma Krupv an der itrbeitsart des Herrn Brandt keinen Anteil hat." Beweis: die Verurteilung des Direktors v. Eccius, die Nichtvereidigung von vier Krupp-Direktoren wegen Verdachts der Mittäterschaft bei den Bestechungen und die gerichtlich festgestellte Kenntnis des gesamten Direktoriums von Brandts Machenschaften. Das Panzerplatten- organ schließt mit poetischem Schwung:„Wenn erst der nasse Schmutzklumpen getrocknet sein wird, den«ine Hand gegen den Schild der Firma geschleudert hat. dann fällt der mürbe Staub von selber ab, dann wird wohl auch Herr Liebknecht inne werden, daß man Eisen nicht mit einem Drcckwurf durchlöchert." Tie„Berliner B ö r s e n z e i t u n g" schreibt:„Ter einzig Blamierte in dem Prozeß ist der Vaterlandsretter Liebknecht."„Man wird aus dem Verlauf des Prozesses die Lehre ziehen müssen, daß man allen Anklagen der Sozialdemokratie von jetzt ab mit noch größerem Mißtrauen gcgenübertreten muß." Tie„K r e u z ze i t u ng" grollt stirnrunzelnd, daß der Prozeß nicht notwendig gewesen sei; sie zeigt sich bereit, die Flüssigkeit der Grenzen sowohl des Begriffs Vorteil wie des Begriffs der Verletzung der Dienstpflicht anzuerkennen und damit die bisher, wenig- ftenS äußerlich anerkannten Grundlagen der offiziellen preußischen Berwaltungsmoral zu unterwühlen; sie belehrt den LberftaatS- anwalt, daß die Rechtspflege nach der„richtigen Auffassung"„nie- mal» Selbstzweck sein kann, sondern sich in den Dienst der Gesell- schafts- und Siaatszwecke zu stellen hat". Di«„Schlesische Zeitung" schreibt:„Ein Prozeß um Kleinigkeiten, kein« Spur von einem„Panama" und die>H a m- burger Nachrichten":„Das Haus Krupp geht makellos aus dem Handel hervor." In der„R h e i n i s ch- W e st s ä l i s ch c n Zeitung" heißt cs sachkundig:„Es wurde überhaupt nichts entdeckt, was nicht vor der bürgerlichen Moral mit Ehren bestehen könnte."„Tic Firma Krupp geht aus diesem Prozeß makellos und rein hervor."„Unan- fechtbar ist es, solche Preise durch Ausfragen der Kunden der Kon- kurrenzfirmen herauszubringen. Und mchr und Schlimmeres kann der Firma Krupp auch der ärgste Schmäher nicht nachsagen. Es gilt nicht etwa die Firma Krupp zu verteidigen... denn es gibt hier gar nichts zu verteidigen." Die„Leipziger Neue st en Nachrichten" spotten ihrer selbst:„Herr Liebknecht, der sich als ein Herkules fühlte und den Stall des Augias zu reinigen gedachte, hätte, wenn er sich des rechten Mittels bedient haben würde, kaum das Staubruch des Stubenmädchens gebraucht." Und nun noch der köstliche Artikel des- Geheimrats Witting, der die königlich preußische Justiz in militärischem Befehlston also anschnarrt:„Der Krnpp-Prozeß durfte nicht geführt werden! Er hat ergeben, daß eine strafrechtliche Haftung der Krupp-Direktoren ausgcschloffen ist und höchstens entschuldbare Fahrlässigkeit vor» liegt!" Schlußpunkt und Ausrusungszcichcn hinter all dem bildet aber das Vertrauensvotum, mit dem das Direktorium des Zen- tralverbandes Deutscher Industrieller seinem Vor- sitzenden, Herrn Roetger, tclegraphisch gehuldigt hat. Die„Deutsche Tageszeitung" bezeichnet cs— im trauten Verein mit der ge- samten konservativen und Scharfmacherpresse— ausdrücklich als ein wohlverdientes Vertrauensvotum; in der Tat bedeutet dieses Vertrauensvotum für einen vom Gericht wegen Verdachts der Beitechung unvemdct gelassenen Mann nur einen empörten Ausbruch großkapitalistischer Frondeure gegen einen schüchternen Versuch von Selbständigkeit der Staatsverwaltung, nur eine schroffe Parteinahme für die unlauteren Machenschaften der Rüstungs- industrie, ein Quo» ego! geschleudert vom Herrscherthron der Ka- pitalSallmacht gegen Staatsbeamte, die sich nicht bedingungslos als Kreaturen des Unternehmertums gefühlt und sich erdreistet hatten, unbotmäßig wider seinen Stachel zu locken. Man wird zugestehen müssen, daß die Abhängigkeit de» Staates und seiner Justiz von den Mächten des Großkapitals und die Pflicht zur Rechtsbeugung in deren Interesse noch nie so ungeniert ais kategorischer Imperativ der heutigen Gesellschaftsordnung ent- hüllt wurde wie in diesen Tagen des Krupp-Skandals, wo gemein- gefährliche Preß-Camorrisien, denen darum kein Härlein gekrümmt werden wird, von der Justiz Liebesdienste heischen, als sei sie die Metze skrupelloser Prositgier. Und man wird sich auf das Schlimmste an JrreführungS- und Schwindelmanövern gefaßt machen müssen. Die Rüstungskommission wird, wir wiederholen eS, nach dem Charakter ihrer Zusammensetzung, nach ihrem Arbeitsplan, nach der Haltung der Regierung gegen die sozialdemotratische Fraktion und nicht zuletzt nach der Stellungnahme der in der Kommission vertretenen bürgerlichen Parteien zum Krupp-Prozeß und zur Aus- Schließung Liebknechts aus der Kommission, nicht einmal den ernst- haften Willen haben, rücksichtslos durchzugreifen und bis an die Wurzel zu graben. Die als daS höchste und heiligste Gesetz der Staatsräson von allen bürgerlichen Parteien im schmetternden Chor verkündete Rücksicht auf die Interessen der„Industrie" wird ihr Leitmotiv und StrebenSziel sein! Die MeitMIglieit. In Stuttgart fand am Sonntag eine Volksversammlung statt, die sich mit der ArbettSlosenfrage beschäftigte. 1200 Besucher forderten von Reich, Staat und Gemeinde wirksame Maßnahmen gegen das ArbeitSlosenelend. Arbeitssosenuntrrstützung in Heidelberg. Ter Stadtrat von Heidelberg beschloß, eine Arbeitslosen- unter st ützung nach dem Mannheimer Muster einzu- führen, d. h. allen ein Jahr in Heidelberg ansässigen Arbeitern im Falle der Arbeitslosigkeit eine Unterstützung von 70 Pf. bis zu 1 M. pro Tag zukommen zu lassen. Für die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter wird die städtische Unterstützung durch die Gewerk- s ch a f t e n ausbezahlt, während die Nichtorganisierten die Unter- skützung auf dem städtischen Arbeitsamt abheben. Tic Nichtorgani- fierten brauchen Beiträge in eine städtische Aersicherungskasse nicht zu zahlen; dagegen sind für sie die statutarischen Bestimmungen zum Bezüge der Unterstützung in Rücksicht auf die schwierigere Kontroll- Möglichkeit schärfer abgefaßt als jene, die für die organisierten Ar- beiter matzgebend sind. Die Annahme dieser städtischen Vorlage im Bürgerausschuß hält man für gesichert. « In Mühlhausen i. Th. wurden aus Antrag der sozialdemo- kratischen Stadtverordnetenfraktion von der Stadt Erhebungen über den Umfang der Arbeitslosigkeit angestellt. Ter Oberbürger- meister berichtete in der letzten Stadtverordnetenversammlung, daß eine größere Arbeitslosigkeit vorläufig nicht bestehe. Die meisten Fabriken feien noch gut beschäftigt. Vorsorgchalber beantragten die Sozialdemokraten folgende Maßnahmen: Vorbereitung von Notstandsarbeiten während des Winters und Vorbereitung einer Arbeitslosenversicherung nach dem Gentcr Ghsteni. polltifcbe üebcrlicbt. Sie durften nicht zurückbleiben. Auch die sächsischen Nationalliberalen hohen sich für die Einführung eines Streikbrecherschutzgesetzes erklärt. Ter Vorstand des notionalliberalen Landesvercins für das König- reich Sachsen hat eine Resolution beschlossen, in der es heißt: „Der Vorstand des Nationaltiberalen Landesvercins für das Königreich Sackisen hält eine Verstärkung des Schutzes der Ar- beitswilligen sü r dringend nötig. Dieses Ziel wird zwar in erster Linie aus dem Wege der Selbsthilf«, besonders durch den Ausbau der Arbeitgeber- und der neutralen Arbeitnehmer- verbände anzustreben sein. Aber auch eine tatkräftige und rasche Anwendung der den öffentlichen Behörden zur Verfügung stehen- den Machtmittel muß gefordert werden. Namentlich ist zu ver- langen, daß die Polizeibehörden den Zuwiderhandlungen der Streikposten gegen Sicherheit, Ruhe und Bequemlichkeit des Straßenverkehrs mit Entschiedenheit entgegentreten." Außerdem wird ein Reichsgesetz gegen die Anwendung von Terrorismus nicht nur bei wirtschaftlichen, sondern auai bei politischen Kämpfen gefordert. Tie Nationaltiberalen wünschen aber kein Ausnahmegesetz, das neue Gesetz soll viel- mehr„paritätisch" sein. Namentlich Nötigung und Be- drohung müßten strengen Strafen unterworfen werden. Nachdem sich die Nationatliberalen in den verschiedensten Teilen des Reiches für ein Zuchihausgesetz erklärt haben, könnte die in Wiesbaden eingesetzte Kommission eigentlich ihre Arbeiten einstellen, denn einen anderen Vorschlag kann sie kaum noch machen. Tie Erziehung der Nationalliberalen durch die altnationalliberalen Scharfmacher hat schnelle Früchte ge- zeitigt. Tie Nationalliberalen haben es völlig verdient, daß ihnen ein Reaktionär, wie der Freiherr v. Zedlitz, in der „Post" volles Lob spendet.___ Zur Wackes-Affäre. AuS Straßburg wird gemeldet, daß Oberst b. Reutter, der Bor- gesetzte des Leutnants v. Forstner in Zaber», der kürzlich in Urlaub ging, nicht mehr als Oberst nach Zobern zurückkehren wird. Da- gegen tut der Leutnant v. Forstner, der Urheber der Zaberner IIn- ruhen, nach wie vor Dienst. Die„Köln. Zeitung" hat übrigens aus guter Quelle erfahren, daß an die militärischen Vorgesetzten in Elsaß strenge Anweisung ergangen sei, das Wort WackeS nicht mehr anzuwenden. Die Reform des Jrrenrechts wurde auf der sonntägigen Generalversammlung des Bundes für Jrrenrecht und Jrrenfüriorge in Berlin in verschiedenen Referaten und schließlich in einer Depesche an den Reichskanzler gefordert. Es wurde darauf hingewiesen, daß die in der Verfassung verkündete Sicherheit der persönlichen Freiheit durch verschiedene Jnter- nierungen— auch von inißliebig gewordenen und sich wehrenden Beamten— erschüttert worden sei. Prof. Lehmann- Hohenberg teilt« mit, daß in Weimar demnächst gegen zwei Aerzte vcrhandell wird, die die Ueberweisuug Lehmann-Hohenbergs an eine Irren- anstatt aufs schärfste kritisiert haben. Untersuchung gegen den Zentrnmsabgeordnetcu Suler. Die„Köln. Volkszeitung" teilt mit, daß der ProvinzialauSschutz der rheinischen Zentrumspartei das Wahlkreiskomitce von Saarburg- Merzig-Saarlouis beaustragt habe, den Fall Euler zu untersuchen, denn Euer war 1912 Vertreter dieses Wahlkreises im Reichstage. Das Ergebnis der Untersuchung soll dann der Zentrumsfraktion des preußischen Abgeordnetenhauses mitgeteilt werden. Zum letztenmal die Steuerdrückebcrger. Nicht mehr Steuerdrückeberger, sondern nur noch „Die Bilanzkünste der A.-G. Lindenhaus" betitelt jetzt die„Deutsche Tageszeitung" ihre Erwiderung auf unsere Notiz, wo- rin wir sie wegen ihrer Neugierde abfallen ließe». Die„D. Tgsztg." verlangt von der A.-G. Lindenhaus jetzt nur noch, daß sie„we- n ig sie nS über die im Gewinn- und Verlustkonto eingenommenen Mieten und verausgabten Zinsen und Berwaltungskosten Mitteilung mache." Wir können der Neugierde der„TgSztg." verraten, daß diese Mitteilungen und noch viele andere bereits erfolgt sind, natürlich nur für jene, die ein Recht haben, danach zu fragen, nämlich Aktionäre und Aufsichlsrat. Um die Neugierde der ,D. Tgsztg." und der„Post" und deren Hintermänner zu stillen, ist die Gründung der A.-G. Lindenhaus nicht erfolgt, es wird auch nicht darauf gerechnet, daß diese Herren Aktien erwerben oder ihren Kredit zur Bersügung stelleu— deshalb dürfen sie die Sorge um daS finanzielle Wohlergehen der A.-G. Lindenhaus, deren Gläubiger und Aktionärs ruhig diesen selbst überlassen. Die bezeigte Teil- nähme an diesen Sorgen verrät ja große Menschenliebe, aber ihre verdächtige Neugierde wird kaum Befriedigung finden. Ter Hansabund und seine Schleppenträger. Bekanntlich hat der Jndustrierat des Hansabundes vor einiger Zeit eine Entschließung gefaßt, die einen„verstärkten Schutz der Arbeitswilligen" verlangt. Er plädiert in seiner Resolution u. a. für eine energische Anwendung bestehender polizeilicher Bor- ichriften, Einführung eines beschleunigten Strafverfahrens, für Anwendung des Z 31 des Bürgerlichen Gesetzbuches(Haftung für zugefügten Schaden) auf die Gewerkschaften und für Verschärfung des Bedrohungs- und Nökigungsparagraphen des Strafgesetzbuchs. Wie stellen sich dazu die Angcstelltenverbändc, die dein Hansabunde entweder korporativ angeschlossen sind oder sonst in engerer Per- bindung mit ihm stehen? Bedeutet doch die Forderung eines er- höhten„Arbeitswilligenschutzes" nichts anderes, als die Beschrän- kung des an sich schon mangelhaften Koalitionsrechts, an dessen Erhaltung die Angestellten ein mindestens ebenso lebhaftes Interesse haben als die Arbeiter. Angesichts dieser Stellungnahme oes In- dustrierateS des Hansabundes sollte man von Angestellten- verbänden, die behaupten, die Interessen ihrer Mitglieder zu ver- treten, erwarten, daß sie mit aller Entschiedenheit Stellung nehmen gegen dos Berhaltcn des Hansabundcs. Nichts ist jedoch bisher von diesen Verbänden geschehen. Weder der Verein für Handlungs- kommis von 1858 noch der Verband Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig oder seine Anhängsel aus der sozialen ArbeilSgemein- schaft haben es bisher gewagt, irgend ein» Erklärung gegen das Recht der Arbeitnehmer zu bringen. Ter Zentralverband der Handlungsgehilfen wird in einer Ver- sammlung, die am Donnerstag, den 20. November, abends 8 Vi Uhr, in den„Arminhallen" in Berlin stattfindet, den Herren vom Leip- ziger Verband und vom Kommisverein von 1858 die Zunge lösen und ihnen Gelegenheit geben, ihr gehilfenfeindliches Verhalten vor der Oeffentlichkcit zu rechtfertigen. Reben dem Kolonialmilitarismus der Kolonial» marinismuS. Alle Anzeichen deuten darauf hin. daß nach der gewaltigen Rüstungsvorlage dieses Jahres dem deutschen Volke in nächster Zeit riesige Forderungen für die Kolonien Präsentiert werden. So schreibt die„Koloniale Korrespondenz": Die Notwendigkeit, das wachsende deutsche Kolonialreich an der Westküste Afrikas durch Schaffung eines stärkeren Flottenstützpunktes zu schützen, tritt mit der vermehrten deutschen KapitalSanlage daselbst mehr und mehr in den Border- grund. Dieser Ansicht scheint auch die Reichsregierung zu sein, und zwar ist anscheinend D u a l a. Kameruns Hauptstadt im innersten Winkel des Golfes von Guinea, als zukünftiger deutscher Flottenstützpunkt in Aussickt genommen. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" e n e n Partei aus dem Sattel zu heben. Die Volköpartei, die seinerzeit die Disziplinlosigletten im Lager der Sozialdemokratie jubelnd be- grüßte und als„Recht der Notwehr" verteidigte, hat nun alle Hände voll zu tun, um den Umtrieben im eigenen Lager zu steuern. Aus- einandersetzungen in der volksparteilichen Parteileitung werden in an« onymen Zirkularen gegen den«radikalen Flügel" der BolkSpartei aus- geschlachtet. Da' volksparteiliche Organ, das zunächst die national- liberalen Bnndesbriider im Verdacht der Urheberschast dieser Zirkulare und anonymen Schmähschriften hatte, mutzte sich belehren lassen, datz seine eigenen Parteifreunde die Macher sind. Nun wettert es: „�schmähliche und teilweise unwahre Verräterci" usw. Vor zwei Jahien las man s anders! Die Moral von der Geschichte aber ist: Aenderung des ProporzsysiemZ, Beseitigung der Mängel, die solche Dinge möglich machen. Die Lage in JVIexiko. Washington, 17. November. Obwohl die Regierung der ?)!einung ist, datz H u e r t a nachgeben mutz, so will sie doch e i n i g e T a g e die Wirkung des Drucks des Auslandes auf Hllerta abwarten. Erst dann iverden definitive Mahnahmen getroffen werden. Hucrta bleibt bei seiner Weigerung, Mexiko, 17. November. Wie versichert wird, hatte der amerika- nische Geschäslsträger O'Shaugnelsy eine Zusammenkunft mit H u e r t a, in der ihn» Huerta erklärte, datz er nicht zurück- treten werde und datz er nur solche Vorschläge anhören könne, die mit seiner Würde und derjenigen Mexikos vereinbar seien. Der R ü ck lr i t t des Ministers des Aeutzern Ald ap e wurde in einer Kabinettssitzung am Sonntagvonnitlag verlangt. Huerta wiederholte in dieser Sitzung den Ministern gegenüber seine Er- klärung, datz er nicht zurücktreten werde, datz es sich für ihn u m Leben und Tod handele, und datz er das Spiel zu Ende spielen werde. Der zurückgetretene Minister Aldape war der Führer der Gruppe von Mintstern, die überzeugt waren, datz es besser wäre, wenn Huerta wenigstens einen Teil der amerikanischen Forderungen, die sein völliges Ausscheiden aus der Leitung des Staates enthielten, erfüllte. Aldape war der einzige, der den Akut hatte, über die inter- nationale Lage offen mit Huerta zu sprechen, Oeftermeb. Lehrer für die passive Resistenz. Prag, 17. November. In Budweis fand gestern eine. Versamm- lung von über tausend deutschen und tschechischen Lehrern Süd- b ö h m e n s statt, in der die N o t I a g e der L e h r e r s ch a f t be- sprochcn wurde. Schlietzlich wurde von dem Vorsitzenden die Frage gestellt, ob die Lehrerschaft bereit sei, zur Erkämpfung einer Gehaltserhöhung zum Mittel der passiven R e i i st e n z im Schulunterricht zu greifen. Die Anfrage wurde einstimmig bejaht. franhreieb. Tie französische Wahlresorm. Paris, 17. November.(SB. T. B.) Die Kammer beriet heute über die SLahlreform und nahm mit 2gö gegen W1 Stimmen einen Zusatzantrag Maginot an, wonach die Zahl der Sitze nach der Ziffer der eingeschriebenen Wähler berechnet werden soll. Die Wahltommission hatte vorgeschlagen, die Zahl der Sitze nach der Zahl der Eintvohner zu berechnen und der Minister des Innern Klotz hatte in ziemlich bewegter Äammcrsitzung den Text der Kommission verteidigt. Eiu unerwünschter Besuch. Im Gemeinderat des KriegshascnS Brest, der ein« sozialistische Mehrheit hat, richtete der reaktionäre Gemeinderat Henry an den Bürgermeister, Genossen Masson, die Frage, ob nicht Brest nach dem Vorbild der Zkachbarstädle den Präsidenten Poincar« ein- laden werde. Brest könne nicht hinter ihnen in„republikanischer Loyalität" zurückstehen. Er beantragte die Entsendung einer Depu- tation nach Paris zur Einladung des Präsidenten der Republik, Worauf er sich eine entschiedene Absage gefallen lassen mutzte. Unter Bezugnahme auf die gleiche Haltung der sozialistischen Gemeinde- Verwaltungen und Gemeinderatsmitglieder in Limoges, Toulouse. Bordeaux, Marseille und Rheims erklärte Gen. M a s s o n, sich nicht zu den chauvinistischen Demonstrationen herzugeben, wie sie sich an die Präsidenlenrcisen anschlietzen.„Wenn die sozialkonservativen Parteien sich nicht der Person deS Präsidenten der Republik zum Borteil ihrer reaktionären Politik bedienten, kömrte meine Antwort ganz anders lauten. Ich lehne es unbedingt ab, zur Förderung deS Nationalismus in dieser Gegend beizutragen, um so mehr, als die geplante Reise am Vorabend der Wahlen erfolgen soll, in welcher Zeit die Herkunft des Präsidenten, der eigentlich über den Parteien stehen sollte, ge- eignet wäre, die Wähler zu beeinflussen. Im Verlaufe der Dis- kussion erklärte Genosse Philippot:„Um den Präsidenten als solchen handelt es sich nicht, Aber Poincars ist der Mann der Re- aklion allein. Sie setzt den Ruf: Hoch Poincars! an die Stelle deS Hoch die Republik!" Nach heftiger Debatte, in der Herr Henry die Mehrheit kräftig befchlmpfte, wurde die Einladung mit 18 gegen 11 Stimmen ab- gelehnt. Sülgarieti. Tanews Schuld. Sofia, 17. November. In der gestrigen öffentlichen Versamm- lung führte Minister des Acutzeren Ghenadiew über die U r- fachen des nationalen Unglücks folgendes aus: Slls im September 1912 die Türkei mobilisiert«, habe der Generalstab trotz der Mängel, welche die Armee zeigte, erklärt, er verbürge sich für den Sieg. Ter Krieg müsse aber kurz sein. Nachdem jedoch der Krieg ausgebrochen war, habe die Regierung dieser Warnung nicht geachtet, sondern die Friedensverhandlungen in London in die Länge gezogen. Die Türkei habe damals nur verlangt, datz sie im Besitze der Dardanellen und Konstantinopels belassen werde. Nach der Schlacht von Tschataldscha seien die Bedingungen schon weniger vorteilhaft, aber immer noch aus- gezeichnet gewesen, und der Frieden hätte geschlossen werden können. Damals sei er(Ghenadiew» im Lager von Tschataldscha gewesen und habe Tanew geraten, Frieden zu schliehen. indem er ihm die Gefahr eines'Angriffs von serbischer, griechischer und türkischer Seite vor Augen geführt habe. Die Regierung habe sich geweigert, Frieden zu schlietzen, und erst auf einen Bericht der Generale Sawow und Fitschew hin, die die Notwendig- keit eines Waffenstillstandes begründeten, sei ein Waffen- stillstand geschlossen worden. In diesem Augenblick habe das Unglück Bulgariens begonnen. Die Regie- rung habe aus der glänzenden Lage, welche die bulgarischen Siege geschaffen hätten, keinen Nutzen zu ziehen gewutzt, und es nicht verstanden, durch einen Friedensschlutz mit der Türkei die Kräfte des Landes intakt zu halten und so wei- tere Komplikationen zu vermeiden. Nichtsdestoweniger habe sich eine neue Chance geboten. Ter Bankier Kaltschew sei vom Haupt- quartier nach Konstantinopel gesandt worden und habe dort die Uebergabe Ädrianopels durchgesetzt. Darüber habe sich Minister« Präsident Geschow verletzt gezeigt und mit seiner Demission ge» droht, da er sich nicht allein mit der Türkei verständigen wollte. Beim Skbbruch der Londoner Verhandlung habe Bulgarien die Bor- teile eingebützt, die es vor Tschataldscha erlangt hatte. So habe Bulgarien den zweiten Krieg gegen die Türkei begonnen, obwohl die Generale davon abrieten. Nach dem Kalle Adrianopels hätie der Frieden sofort unterzeichnet werden iönncn. Tie Regierung bade sich jedoch durch Schachzüge der Serben uno der Griechen Hinhalten lassen, die Vorbehalte machten zu dem einzigen Zwecke, die Verhandlungen hinzuziehen und Bulgarien ,u erschöpfen. Ohne die Intervention GreyS hätten die Verhandlungen ewig dauern können. Ghenadiew schlotz: Der Krieg mit Serbien und Griechenland ist nicht die Ursache des Unglücks Bulgariens ge- Wesen. Das Unglück ist eine Folge der Art und Weise, wie der Krieg gegen die Türkei geführt wurde. Das Volk und die Armee Bulgariens haben ihre Pflicht getan. Seine Diplomatie war eS, die alle Fehler begangen hat. Em der parte!» Delitsch-aiucrikanische Rcichsvcrbandsmanicrc«. Genosse S ch e i d c in a n n befindet sich bekanntlich zurzeit auf einer Agilaiionsreiie in den Vereinigten Staaten. So begeisterte Ausnahme er in Arbeiterkreisen findet, so scheel und verärgert blicken die kapiialittifchen Kreise auf die Erfolge unseres Genossen. Vor allein die bürgerliche deulscb-omerikanislhe Presse �begleitet die Vor- träge Scheidemanns mit hämischen Glossen. So schrieb die in St. Louis erscheinende deutiche Zeitung„Amerika", ein Blatt »ach dein Muster unserer reichsdeutschcn„Germania", in ihrer Rummer vom 4. November: „... Scheidemann wurde bei seiner Ankunft von mehreren Berichterstattern„ausgeholt". H o e h n war der Dolmetscher. Eine der Nachmittagszeilungen bcrichtcr nun über das Interview u. a. wie nachstehend in Ueberseyung folgt: «Eine Kriegserklärung seitens England. Deutschland oder Frankreich gegen eine der beiden anderen Nationen würde zur Folge haben, datz die Arbeitervertreter dieser Länder Rat darüber halten würden, ob ein gerechter Grund für Krieg vorliege. Und es ist unmöglich, datz ein gerechter Grund für Krieg zwischen diesen drei Ländern bestehe." „Die Arbeiter Deutschlands würden nach meiner Ansicht so- gar nicht zögern, das Volk einer aiideren Nation gegen die Ränke ihres eigene",: Kaisers zu unterstützen. Sie werden für ihre eigenen Einrichlungen stets eintreten. Wenn zum Beispiel Kaiser Wilhelm von' Demschland der französischen Republik den Krieg erklären sollte, entweder um sie zu erobern(?), oder um sie iu eine Monarchie umzuwandeln(?). so würden die Sozialisten und die Arbeiterklasse Deutschlands, die mit der Republik sympathisiert, diese freie Republik Frankreich gegen ihren eigenen Kaiser unter- stützen. Wir Sozialisten würden sogar mit den Franzosen gegen den deutschen Kaiser kämpfen, da in diesem Falle Frankreichs Sache die unselige sein würde. Wir würden kämpfen, wenn ein Grund vor- läge, doch der einzige Grund der m Betracht käme, ist die drohende Zerstörung der Institutionen des Volkes." Also der sozialistische„deutsche" Abgeordnete in Amerika. Wie verhält sich dies, um nicht weiter darauf einzugehen, mit der Tat- fache, datz die Sozialisten vor noch nicht langer Zeit bedeutende Mehrforderungen für das deutsche Heer bewilligten?" Genosse Scheidemann sandte darauf dem Blatte folgendes Schreiben: An die Redaktion der„Amerika" St. Louis. Die Dienstagsnummer Ihrer Zeitung, die mir ein Zufall in die Hand spielte, bringt im Anschlutz an einen anfechtbaren Bericht über eine von mir zu St. Louis gehaltene Rede, die Uebersetzung eines Interviews, das in einem dortigen NachiniltagSblatt veröffentlicht worden sein soll. Da Sie das Blatt nicht nennen, bin ich leider nicht in der Lage, ihm eine Zurechtweisung direkt zuteil werden zu lassen. Ich bitte Sie aber, Ihren Lesern mitteilen zu wollen. datz ich mit niemand eine Aussprache gehabt habe, in der auch nur entfernt die Rede gewesen wäre von Dingen, wie sie nach Ihrer Uebersetzung berührt worden sein sollen. Hochachtungsvoll Philipp Scheidemann, M. d. R. In der Angelegenheit der P. P. S. hat der P a r t e i v o r st a n d ein Zirkular folgenden Inhalts ver- sandt: „Der Parteitag in Jena 1913 hat in der Angelegenheit der P. P. S.(Polnischen Sozialistischen Partei) folgender Resolution fast einstimmig zugestiimilt: „Der Parteitag verurteilt auf das scharffie die hakatistische Politik der preutzischen Regierung und der bürgerlichen Parteien. Unsere Genossen in den parlomentarischen Körperschaften werden diese Politik wie bisher mit aller Kraft bekämpfen. Wie die Erfahrung gelehrt hat. kann diese UpterdrückungS- Politik aber nur mit Erfolg bekämpft, wie überhaupt der Kampf zur Befreiung deS polnischen Volkes von politischer Unterdrückung und ivirtschaftlicherjAusbeutung nur wirksam geführt werden, wenn das polnische Proletariat sich ebenso wie in den Gewerkschaften auch in der sozialdemokratischen Partei einheitlich organisiert und mir dem unter dem gleichen Joch seufzenden deutschen Proletariat gemeinsam den BefteiungSkampi führt. Ter Parteitag hebt daher die Einigungsbedingungen von 1903 auf und spricht die Erwartung auS, datz alle polnischen Genossen innerhalb der deutschen Landesgrenzen sich der sozialdemokratischen Partei Deutschlands anschlietzen. In Landesteileu mit polnisch sprechender Bevölkerung haben die örtlichen Organiiätionen dafür Sorge zu tragen, datz die schriftliche und mündliche Agitation auch in polnisckier Sprawe betrieben wird." Wir haben darauf den Vorstand der P. P. S. ersucht, mit uns über die geeigneten Matznahmen zur Durchführung dieses Parteitags- beschlusies zu verhandeln. Er hat eS aber abgelehnt, darüber mit uns in Verhandlungen einzutreten. Gemeinsam mit der Konlroll- kommission der P. P. S. kündigt er für Weibnachten einen polnischen Parteitag an, der über das Verhältnis der P. P. S. zur Partei und den Gewerkschaften beschlietzen soll. Bis dabin sollen die Mitglieder der P. P. S. aus den Gewerffchasten nicht austreten; später hätten sie sich den Beschlüssen zu fügen. Das Organ der P. P. S..„Dziennik Robotniczy", fährt indes fort, unsere Partei in der gehässigsten Weise anzugreifen. So wurde kürzlich ein polnischer Genosse scharf getadelt, weil er bei der Nach- wähl in Hamburg für unseren Genossen Stolten eingetreten war. Das wird als unzulässig bezeichnet und erklärt: „Nach dem Jenenser Beschlutz ist es uns völlig gleichgültig. ob ein ausgesprochener Hakatist oder ein falscher Freund den Ab- geordnetensitz einnimmt." Dieses Porgehen des Vorstandes der P. P. D. läht erkennen, datz er nicht gewillt ist, mit uns gemeinsam die durch den Beschlutz des Jenaer Parteitages notwendig gewordene Neuregelung der Organisationsverhältnisie durchzuführen. Die Organisationen werden daher ersucht, alle polnischen Ge- nossen ihres Gebietes, die sich zu den Grundsätzen unseres Partei-' Programms bekennen, zum Beitritt in den Sozialdemokratischen Verein ihres Wohnortes aufzufordern. Siilbt durch das die Arbeiterbewegung schädigende Treiben der nationalistischen Organisationszersplitterer in dem Vorstand der P. P. S., nur durch den festen Zusammenschlutz aller klassenbewutzten Arbeiter in der Einheitsorganisation der Sozialdemokratie Deutschland« und in den gewerkschaftlichen Zentralverbänden kann der BefreiungS- kämpf der Arbeiterklasse erfolgreich geführt und auch daS polnische Volk von wirtschaftlicher Ausbeutung und politischer Schmach befreit werden. Für den Bezirk Lberschlesien stellen wir demnächst einen polnischen Sekretär an. Auch bereiten wir Agilationsmaterial in polnischer Sprache vor, das wir in den Bezirken zur Verfügung' stellen werden."_ Eine rote Woche in Holland. Ter Parteivorstand hat, als das beste Mittel, um die Partei aus einem etwaigen Gefühl der Verdrossenheit über den Verlust des dritten'Amsterdamer Wahlkreises wieder aufzurütteln und zu gleicher Zeit den bürgerlichen Parteien eine klingende Slntwort auf diesen Augriff ans unsere Partei und aus die Gewerkschaftsberve- gung zu geben, für die letzte Woche des Monats November eine all- gemeine„rote Woche" ausgeschrieben, in welcher insbesondere unter den Mitgliedern der Gewerkschaften durch das ganze Land Mitglieder für die Partei und A b o n- nenten für die Parteipresse zu sammeln find. Den ver- einten Gegnern soll damit gezeigt werden, doh unsere Energie un- gebrochen ist und die Partei ohne jede Rast anfängt, sich vorzu- bereiten zur Vergeltung für die erhaltene Schlappe. Kommunalwahlerfolge. Die Wahlen in den Gemeinden des oberen Kreises Solingen haben keine Aenderung im Besitzstande der Parteien gebracht. Besonders scharf war der Kampf in der Gemeinde Höh- scheid, wo die vereinigten bürgerlichen Interessengruppen aller Art geschlossen unseren- Genossen gegenüberstanden, mit dem aus- gesprochenen Zweck, die sozialdemokratische Mehrheit zu beseitigen. Trotzdem wurden die sozialdemokratischen Kandidaten in der dritten Abteilung fast einstimmig und in der zweiten Abteilung mit größerer Mehrheit wie vor zwei Jahren wiedergewählt. In der zweiten Ab- teiliing haben die Bürgerlichen noch ein Mandat im Besitz.— In Wald wurden vor zwei Jahren zwei Mandate der zweiten Abteilung den vereinigten bürgerlichen Gruppen in eineni Bezirk abgenommen, ein weiteres wäre in diesem Jahre gefolgt. Da hob der Bürgermeister die bisherige Bezirlseinleilung auf und gliederte den Arbeiterbezirk Manzenberg dem inneren Stadtbezirk an, wodurch eine sozialdemokratische Mehr- heit sür absehbare Zeit unmöglich gemacht wurde. Trotzdem brachten es unsere Genossen auf 109 Stimmen gegenüber 240 der vereinigten Gegner. In der dritten Abteilung erhöhte sich unser? Stimmenzahl von 940 auf 1082, während die der Christlichnationalen von IIS auf SS zurückging.— In Ohligs wurden in der dritten Abteilung unsere Kandidaten ohne Gegenlandidaten gewählt.— In Leichlingen(unterer Kreis) gelang es unS nicht, den vereinigten Schwarzblauen die letzten zwei Mandate in der dritten Abteilung abzunehmen. Auch hier hat man durch eine neue Bezirkseinteilung und Verlegung der Wahllokale in einen abgelegenen Stadtbezirk daS elende Dreiklasienwahlunrecht noch weiter verschlechtert. Die Bürger schaftswahlen im lübische« Land» gebiet haben am Freitag in der vierten Wählerklasse. der alle Bürger, die weniger als 3 Hektar eigenes Land beWirt- schaften oder«in Einkommen bis zu 2000 M. versteuern, angehören, mit einem glänzenden Erfolg der Sozialdemokratie geendet. Wie bereits telegraphisch gemeldet, erhielt Genosse Stelling 14S Stimmen, während auf die Gegner zusammen 24 Stimmen entfielen. Bei der letzten Wahl in diesem Bezirke, die vor sechs Jahren stattfand, brachte der sozialdemokratische Kandidat eS nur auf 41 Stimmen, während der Landbündler mit 70 Stimmen den Sieg davontrug. In dem enormen Wachstum unserer Stimmen und dem rapiden Stimmenrückgang der Gegner liegt das Bedeutungsvolle deS Wahl- ergebnisses. Auch in den rein ländlichen Gebieten dringt der sozial- demokratische Gedanke siegreiib vor. Bisher befanden sich alle länd- lichen Bezirke im Besitz des Bürgertums.— Die BürgerschaftSwahlen in den städtischen Bezirken Lübecks finden am Dienstag, den IS. No- vember, statt. pslireilicbes, Ccricbtlichcs ufw, Polizeischikaneu gibt'S nicht. Die Verlesung des Hauptmann scheu Jahrhundert- Festspiels im Breslauer Gewerkschaftshause war seinerzeit als politische Versammlung angemeldet worden und die Polizei hatte auch zwei Beamte entsandt, die der Rezitation von Anfang bis Ende beiwohnten. Nachträglich fiel ihr aber ein, datz sie den Veranstaltern doch noch eins am Zeuge flicken konnte. Auf eine Oberpräsidial- Verordnung stützt sie das Verlangen, datz die Veranstaltung als „Deklamatorischer Vortrag" härte angezeigt werden müssen, und da das nicht geschehen ist, sendet sie zwei Genossen ein Strafmandat von je IS M. Da die Polizei eine Anmeldung in der Hand hatte, da sie ferner genau mutzte, was zum Vortrag kam und die Per- sammlung auch überwachte, wird daS Gericht über ihre Strafbefehle entscheiden. Aus Versehen hatte die Expedition der„ V o I k S w a ch t" als BelagScxeinplar eine alle Zeitungsnuinmer gesandt, aber auf telephonischen Anruf sofort umgetauscht. DaS kleine Versehen, das auch der polizeiliche Abnahmebeamte nicht bemerkte, war Ursache zu einem Suafbefehl von 3 M. Das Schöffengericht konnte beim besten Wissen kein strafbares Vergehen in dem Irrtum entdecken und sprach den Schwerverbrecher frei. Aber Polizeischikanen gibt'S nicht! Em Industrie und Kandel. Konjunkturrückgang im Kohlenbergbau. DaS Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat berichtet über die Absatzverhältnisse im Monat Oktober: Das AbsatzergebniS des Be- richtsmonats ist gegen den Vormonat durchweg zurück» geblieben. Der Absatz weist im arbeitstäglichen Durchschnitt einen Rückgang von 6,89 Proz. auf. Er betrug nur noch 90 Proz. der Beteiligungsanteile der Mitglieder gegen 96 Proz. im Vor- monat. Jui Vergleich mit dem Oktober v. I. ist zwar in der Ge- samtmeng« nock» ein Mehr von 1,97 Proz. zu verzeichnen, dabei ist jedoch in Betracht zu ziehen, datz das Ergebnis des Vergleichsmonats im Vorjahre durch den damaligen Wagcnmangcl eine beträchtliche Einbuße erlitten hat. während im Berichtsmonate die Wagen- anforderungen der Zechen nahezu im vollen Umfange befriedigt worden sind. Der K o h I e n a b s a tz für Rechnung deS Syndikats ist gegen den'Vormonat in der Gesamtmenge um 7,71 Proz. gefallen, gegen Oktober 1912 um 8,34 Proz. gestiegen. Im Brikettabsatz für Rechnung des Syndikats konnten die im JnlandSabsatzgebiet er- Gachsenen Ausfälle durch Lieferungen an das Ausland ausgeglichen werden. Eine wesentlich ungünstigere Entwickelung weist der KokS» a b s a tz für Rechnung deS Syndikats auf. Der starke Rückgang des Koksabsatzes ist auf die Abschwächung des Verbrauches in Sieb» und Brcchkoks infolge der milden Witterung namentlich aber auf die starken Ausfälle zurückzuführen, die die Lieferungen an die Hoch» ofenwerke erlitten haben, d. h. auf den Rückgang der Konjunktur in der Eisenindustrie. Durch diese Mitteilungen bestätigt das Syn» dikai selbst die Kritik, die sich gegen die Beibehaltung der KokS- und Kohlcnpreise trotz der einsetzenden Konjunkturabschwächung richtete, Nacbrichtcn« Gärung in Indien. Bombao, 17.'November. Unter der indischen Bevöttermig herrscht große Aufregung über die grausame Behandlung, die den indischen Kulis in den Bergwerken Süd- a f r i k a s zuteil wird. Namentlich die letzten Nachrichten, nach denen die indischen Minenarbeiter wie die Sklaven gehalten und durch Prügelstrafen zur'Arbeit gezwungen werden, ja sogar einige Arbeiter, oie die Minen verlassen wollten, erschossen worden sind, hat die Erregung bis zur Siedehitze gesteigert. Es wird ver» langt, daß die britische Regierung energisch einschreite und Ab- Hilfe der grausamen Behandlung der indischen Arbeiter erzwinge, da die Inder sonst das englische Bürgerrecht micht mehr als eine Ehre ansehen könnten. In Durban ist ein Ausstand ausgebrochen, dem sich die Äuffcher, Boten, Köche, Kellner und andere angeschlossen haben. In den Zuckerplan tagen bei DUrban nimmt die Lage ein ernstes Aussehen an. Eine Anzahl von Indern, die den Versuch inachte, ihre Landslcute zu überreden, die Arbeit niederzulegen, leisteten der Polizei Widerstand und griffen zu Stöcken und Steinen. Ein Polizeibeamter und ungefähr dreißig Inder wurden ver- wundet. An verschiedenen Orten sollen die Inder versuchen, die Weitzen in Schrecken zu setzen und steckendaSZuckerrohrin Brand. An einer Stelle sind unter dem Jubel der anwesenden Inder ISO Acres in Flammen aufgegangen. 0 Todes-Anzeigen SozialdemokrattrWaMyerein L ISierLReieiistags-Vatilkfeis. Am 15. November verstarb unser Genosse, der Maler Robert vfössel Rykestraße 21. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 2'/- Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfeldc ans statt. Um rege Betefiigmig ersucht 232/10 Der Vorstand. Verkam! der Maler, Lackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, das; unser Kollege, der Maler Lodert vrosse! aui 15. November verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 18. d. M., nach- mittags 2'/, Uhr, von der Halle des Zentral-Friedhoses in Fried- richsjelde aus statt. 135/10 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach. richt, dag unser lieber Vater, der Kanfniann und srühcrc Privat- selrctär iInHus Dreybrodt im 71. Lebensjahre verschieden ist. Dies zeigqi allen Freunden des Entschlafenen an 9SA Die trauernden Hinterbliebenen Otto Dreybrodt u. Frau geb.Walter. Emil Dreybrodt it. Frau geb. Robra. Elisabeth Reimann geb. Dreybrodt. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 10. November, nach. mittags'l.ß Uhr, von der Leichen- Halle des' städtischen Friedhofes Lornitzstrafie lZugang Aisred- strnstc), aus statt. Sozialdemokratischer WalMerein Adlershof. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Genosse Enü? Bauer (Bezirkssührer des 8. Bezirks) am Sonntag, den 15. November, v er starb ei t ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den lg. November, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des hiesigen Gemeinde- Friedhofes aus statt. DieMitglieder treffen sich 2>/,Uhr Bismarckstr. 31(früher 11). Zahlreiche Beteiligung erwartet 203/5 Der Vorstand. Am lt. November verstarb nach langem, schtverm Leiden meine liebe Frau. Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Charlotte Eisenhauer geb. tzowey. Die Beerdigung findet am Büß- tag, nachmittags 3 Uhr. von der Kapelle des Freireligiösen Fried- hoseZ, Pappelallee 15, auS statt. Dies zeigt tiesbetrübt an, -Vldert Eisenhauer 5b nebst Kindern. Verh. d. Schneider, Schneiderinnen u. Wäschearbeiter Deutschlands. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß die Kollegin (Damenkonsektion) fron Charlotte Eisenhauer am 11. November im Alter von 55 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den IS. d. Mts., nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des Freireligiösen Friedhofes, Pappel- allee. atts statt. 165/1 Die Ortsverwaltung. Plötzlich und unerwartet ver- starb Sonntag früh unser Kollege und Freund Emb> Bauer im Alter von 13 Jahren. Wir verlieren in ihm einen auf- rechten und braven Mitarbeiter und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. November, nachmittags 3 Uhr, von dcrLeichen- balle des Gemcinde-Friedhoses in Adlershos aus statt. 6b Die Kollege» der OrtSkrankenkaffe der Mechaniker. Optiker und verwandten Gewerbe. .1 Verband der Dureaiianges teilten Deutschlands. Ortsgruppe Grofi-Berli». Den Mitgliedern zur gefälligen Kenntnis, daß unser Kollege Eirnit Bauer Kasscnangest.(O.-K.-K. d. Mechan.) am 16. Novbr. an Herzschlag ver- starben ist. 16/11 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch(Bußtagj, nachmittags 3 Uhr, auf dem Gememdesriedhos in A d l e r s h o f statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet _ Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher ESmit Bauer am 16. d. Mts. an Herzschlag gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch(Bußtag), den 19. No- uember, nachmittags 3 Uhr, von der Leicheiihalle des Gemeinde- Friedhofes in Adlershos aus statt. Rege Beteiligung erwartet 123/8 Die Drisverwaltung. Am 16. d. M. verstarb plötzlich und unerwartet unser Kassen- angestellter Herr 298/ l Emil Bauer. Wir verlieren in dem Ver- storbcnen einen pflichttreuen Mit- arbciter, dessen Slitdenkcn wir in Ehren halten werden. Berlin, den 17. November 1313. De? Vnrstand der Drtskranken- kasse der Mechaniker, Optiker und«erw. Gewerbe zu Derlin. I. A.: MaxGutsche, Vorsitzender. Zentrai-Rranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenhauer. (V. a.®.) Sitz Gotha. Nachruf. Am Freitag, den 11. November, starb unser langjähriges Mitglied im Aufsichtsrat Ulbert Busack. Wir verlieren in ihm einen treuen Freund und Berater und werden sein Andenken stets in Ehren halten. 259/6 Ter Aufsichtsrat. Allen Freunden, Kollegen und Bc- kannten, die uns beim Hinscheiden unseres lieben Vaters Iturl Kruse so viele Beweise ihrer Anhänglichkeit gegeben haöen, sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. 2gg7b Die trauernden Hinterbliebenen. Für die vielen Beiveise inniger Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters Verleih sagen wir allen Betciliglen, sowie dem Deutschen Metallarbeiteroerband, dem 6. Wahlkreis und sämtlichen Kollegen unseren herzlichsten Dank. 79A Blise Verleih und Kinder. Danksagung.# Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung niciner lieben Frau, unserer guten Mutter, Schwieger- und Großmutter �uxusie Knacke sagen wir allen Verwandten und Bekannten, insbesondere Herrn Wieloch für die troflreia en Worte am Sarge der Entschlasenen. dem Grustsänger- quartclt»Georg Berg", dem Gesang- verein„Lohengrin", sowie dem Rauch- klub..Osten" hiermit unseren innigsten Dank.' 9131 Mcnnann Knacke und Kiiibcr Samariterstr. 11. Berliner £»pezlalarzt Jirr. �yrtlcl) Hata Dr. Homeyer Kliiuittt- imi) luflujhiniifrfi m Roberl Meyer,' Jnh.; F. Golletz Viarianncustr. L. Tel.Mpl. 346. f. Haut-, Harn-, Frauenleide», nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata- Kuren in u.Co.konz. Laborat. s Blut- Untersuchung., Fäden l. Harn usw. Friedrichstr. 81, ÄS*. spr. 10— 2, 5—9,>sonitt. 11— 2. Honorar mäfiig, auch Teilzahl. Separates Tantenzimmer. Oskar Wollburg Trauer- Magazin Berlin N., BrunnenstraSe 56. Große Auswahl in schwarzer Konkeition; auch Binz. Röcke, Blusen, Hüte etc. Anfertigung nach MaB In 12 Stunden. Aenderungen sofort.* (Eingetragene Genossenschast mit be» schränkter Hastpflicht.) Am v. Dezember, abends 8>/z Uhr, Gerichtstr. JS3: Ordentliche General-Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Auf. jichtsrats, Vorlegung der Nlanz und Beschlußlassung ober dieselbe. 2. Entlastung des Vorstandes und Llufsichtsrates. 3. Neuwahlen. 1. Statutenänderungen. 5. Anträge und Verschiedenes. Die Bilanz liegt den Mitgliedern im Kontor, Gerichtstraße 23, zur Einsicht aus. Iter Torstand. A. Michaelis. P a u l L e n z. jStSmprlLattwil! Robert Hecht, Inh.:iltr. Schneller Berlin S. 42, Ritterstr. 116, liefert schnell und billig alle Arten Stempel tu bester Zlussührung. Achtung! Vorstenland Deckblatt, erste Länge Vollbtatt, Höcht, im Brand, Geschmack u. Deckkraft pro Pfund Al. 2.20. 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Verschiedenes. Ä. Wahlkreis. Hofjäger-Palast, Hasenheide SS/53. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Diskussion. 3. Bestätigung der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. Vortrag über„Die nächsten Aufgaben des Reichstages". Referent: Reichstagsabg. Kickarä Fischer. 3. Wahlkreis. Gewerkschaftshaus, Engclufer 14, 15. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes, Kassenbericht, Be- richt der Revisoren. Bestätigung der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. Vortrag des Stadtverordneten Genossen �doU Ritter über:„Die internationalen Verbindungen der modernen Arbeiter- bewegung." Treptow-Baumschulenweg. Rennbahn, Elseustr. 115/116. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Kommission. Stellungnahme zur Kreis- Generalversammlung und Generalversammlung Groß- Berlin. Wahl der Delegierten. 3. Verschiedenes. 197/10* Die Vorstände. Mitgliedsbuch resp. Delegierteukarte legitimieren. 4. Wahltreis. Urania, Wrangelstraffe 10/11. Tagesordnung: 1. Vorstands-, Kassen- und Revisionsbericht. 2. Anträge: a) Mitglieder, die im Zahlabend nicht erschienen und mit ihrem fälligen Monatsbeitrag im Rückstände sind, ist der Beittag aus der Wohnung abzuholen und das Mitglied zum Besuch des Zahlabends aufzufordern. b) Den Abteilungen sind zwecks Agita- tion jährlich 12 Mark zur Verfügung zu stellen. c) Antrag betreffs Berichterstattung. d; Der Arbeiter-Notizkalender hat ohne Annoncen zu erscheinen. 3. Wahlkreis. Brauerei Schweizergarten, am Königstor. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Fduard Bernstein über„Die Steuerpolitik der Sozialdemo- kratie".(Welche Steuern bewilligt die Sozialdemokratie: wem bewilligt die So- zialdemokratie Steuern und wann bewilligt sie solche.) 2. Diskusston. 3. Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes. 4. Diskussion. 5. Vereinsangelegenheitcn. 6. Wahlkreis. MoabiterGesellschaftshaus,Wiclefstr.S4. Tagesordnung: 1. Bestätigung der Delegierten zur Verbands» Generalversammlung. 2. Geschäfts- und Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Vortrag des Genossen Reichstagsabgeord. (ieorZ Ledebour. (Tut Bulie! nicht am Mittwoch, soudem am Donnerstag! Die 12 polizeilich verbotenen Bußtags Versammlungen zum„Massenstreik gegen die Staatskirche" finden Donnerstag, abends Uhr, statt. Näheres siehe Inserat Mittwoch früh und Anschlagsäulen. 231/16 Die Elnbernlep: Adols H a r n d t. Otto Lehma nn-Rußbüldt. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 9711, 1239, 1937, 185. Mittivoch lSußtag), 19. November, vormittogs OVa Uhr, im Lokal von Haberland, Linienstraße 73: Branchen- Vers ammlung der Kesselschmiede. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen A. Wnschlck über: „Arbeitskämpfc und Arbeikerbewcgung in der Gegenwart." 2. Disfnssio». 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. 129/17 Zahlreichen Besuch erwartet_ Die Ortsverwaltnng. H.& P. Uder, ItÄT: Tabak-tirroQliandlnng und Tabaktabpik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von Q.£. Kanewackcr, Qritnm a Triepel. - Stets Irisch zu den äußersten Engrospreisen.~. i Amt IV. 3014. Allgemeine Ortskrankenkaffe für den Stadtkreis Charlottenburg. Wir bringen hierniit zur Kenntnis der Vertreter im Ausschuß, daß am Donnerstag, den 11. Dezember 1913, abends von 8'/,—-10 Uhr, die Wahl von 8 den Arbeitnehmern angehörige» Vorstandsmitgliedern nebst 16 Stell- verlrelem und die Wahl von 4 den Arbeitgebern angehörigen Vorstands- Mitgliedern nebst 8 Stellvertretern stattfinden wird. Die Wahlen der Arbeit- »ebmcr und der Arbeitgeber geschehen in getrennter Wahlhandlung und werden bei den Arbeilnehmern von den Vertretern der Versicherten im Ausschuß, bei den Arbeilgebeni von den Vertretern der Arbeitgeber im AuSschug vorgenommen. Wir laden zu dem vorgedochten Termine und Zwecke die Vertreter im Ausschuß nach dem Bolfshauie in Eharlottenburg. Rosinciistraßc 3, ein und sordern die beiden Gruvpen von Vertretern hiermit aus, jede sür sich, uns jchristliche Vablvorjchlägc einzureichen, indem wir daraus aufmerksam machen, daß jeder Wahlvorschlag nicht mehr als die vorgenannlc Anzahl von Bc- Werbern(Arbeitnehmer 24. Arbeitgeber l2) benennen darf. Jeder Wahlvorjchlag muß von 10 Ausschußmitgliedern(bei den Arbeit- nebmern von 10 Arbcitnehmcrvertretcrn. bei den Arbeitgebern von 10 Ar- beitgcbervertrctern) unterzeichnet sein und es muß in jedem Wahlvorfchlag außerdem cm Vertreter des Wahlvorschlags und ein Stellvertreter sür ihn auS der Mille der Unterzeichner ersichtlich gemacht werden. In den Wahloorjchlägcn find die einzelnen Bewerber unter fortlausender Nummer auszuführen, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausdrückt und nach Zu- und Vornamen, Beruf und Wohnort zu bezeichnen. Mit den Bahlvorschlägcn der A r b e i t n e h m c r Vertreter ist ferner von jedem Bewerber eine Erklärring darüber vorzulegen, daß er zur An- nähme der Wahl bereit ist Die Wahlvorschläge müsse« bis spätestens zum Mittwoch, den 26. Ro« vember 1313, beim Kaffenvorstand eingereicht sein, um zugelassen zu werden: an die zugelaficnen Wahlvorschläge ist die Stimmabgabe bei der Wahl gc- Kunden, die Wahl anderer Kandidaten ist ungültig. Die zugelassenen Wahlvorschläge können von den Ausschußmitgliedern im Kassenbureau während der Dicnststunden eingesehen werden. Jeder Vertreter im Ausschuß erbält überdies gleichzeitig mit dieser Be- mg noch eine schriftliche Mitteilung über die Vornahme der Bor- kanntmachung standswablen. Charlottenburg, den l3. November lglll. Ter Kaffenvorstand. 260/20 Berichtigung- Bekanntmachung. Setrifft die Wahleu m Ausschuß der ueueu allgeultiueu Ortskrauhenhasse Kerlin-stchteuderg. In Absatz 2 muß es heißen: Die Wahlen auS dem Kreise der Bersichertcn finden ftatt am Frei. tag, den IS. Dezember, nachmttt.igS van S bis 8-/, Uhr, die Wahlen aus dem Kreise der lilrbeitgeber am l8onnabena, den 20. Dezember, nachmittags von 4 bis 7 Uhr(nicht Mittwoch, den 20. Dezember, wie es insolge eines Druckfehlers in Nr. 303 bekannt gemacht ist). K4ar,anncnnr. 2. sei.Mpi.34B. Amt IT. 3014.--* es mtotge eines Druckfehlers in Nr. 303 bekannt gemacht ist). Dtrants. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Jnseratente,! verantw.- TH.Gl»ckc.Berl'tl. Druck ll.VerIag:'VörwärtsBuchdr.a ScrwgKanfrÄ KaülSingera-Cö�BerlinZVV. Hierzu 2 Beilagen«.Hnterhaltungsbl. Nr. 304. 30. Jahrgang. 1. ßtilnp des Jormätls" Öttliner GewerkFcbaftUcbes. Die„JS�orddeutfche Allgemeine Zeitung" und ihr Dementi. Die„Norddeutsche Allgemeine" teilte am Tonnabend, den 8. Noüeinber, mit,„daß die christlichen Gewerkschaften unter dem Einfluß des nicht besonders günstigen Ergebnisses, das ihr letzter Jahresbericht darbot, sich bereit erklärten, mit den freien, also den sozioldenwkratischen Gewerkschaften aus frcnndnachbarlichen Fuß zu stellen". Diese Nachricht de- nicntiert nun das offiziöse Regieruugsorgan, indem es erklärt: „Die Annahme vom Sonnabend, den 8. o. M., über eine An- Näherung der Leitung der christlichen Gewerkschaften an die sozialdemokratischen beruhe aus irrtümlichen Annahmen. Wir bedauern, die Behauptung von vermeintlichen Anerbieten der christlichen Gewerkschaften an die sozialdemokratischen ohne nähere Prüfung einem anderen Blatte entnommen z» haben." Wer mag Jbd diesem Dementi die Hand im Tpiele gc- habt haben? Sollre es gar die Regierung, Herr Bethinann Hollweg, gewesen sein, welche der„Norddeutschen Allgemeinen" .klar machte, daß mau die Annäherungsversuche, die in Wirklichkeit stattgefnudcn haben, nicht ernst zu nehmen brauche, sondeni daß dies bei den..Christlichen" nur ein Mittelchen sein sollte, dem Rückgang ihrer Mitglieder zu steuern. Die Regierung kennt ihre Pappenheimer vom vor- jährigen Ruhrbcrgarbeiterstreik und von der Lohnbewegung in Saarbrücken. Tic weiß, daß es solchen Leute» nicht ernst ist niit dem Anerbieten der Arbeitsgemeinschaft, sondern dies nur einer der„christlichen" Tricks ist, von welchen die GeWerk- fchaftsbewegung schon manchmal Tchaden hatte. Deshalb ist ober das Dementi der„Norddeutschen Allgemeinen" noch lange nicht richtig, sondern ihr Artikel vom 8. November über die Annäherungsversuche entspricht voll und ganz der Wahr- heit. Um der Wahrheit aber zum Siege zu Helsen, sei der „Norddeutschen Allgcniiüncn" zu ihrem Nutz und Fromnien folgendes von den Anbiedernngs- und Annäherungsversuchen der„Christlichen" mitgeteilt: Am"2. September d. I. schrieben im Einverständnis mit dem Vorsitzenden des„christlichen" Gewerkvcreins sechs„christliche" Zinappschaftsalteste an den Vorstand des Bergarbeiter- Verbandes einen Brief, in welche m s i c A r b e i t g e m e i n s ch a f t a n b o t e n.. Am 12. Dktober fand in Gelsen ki rcke n eine Konferenz der Sicherheitsmänner statt, in dieser Konferenz sprachen der erste Vorsitzende des„christlichen" Gewerkvercins, Herr V o g e l s a n g, der Landtagsabgeordnete I m b u s ch, der Bergknappenredafteur R ü rup, alles„christliche" Koryphäen, und wurde am Schlüsse eine Resolution angenommen, in welcher unter anderem folgender Satz von der Arbeitsgemeinschaft steht: .Insbesondere können und müssen die Organisationen der Bergleute in der Forderung des Bcrgarbcitcrschuhes zusammen- arbeiten." Am 21. Oktober berichtet die„Westfälische Volkszcitung" (Bochnmer Zentrumsblatt und Pnblikalionsorgan der„Christ- lichen") von einer Versammlung in Höntrop. Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir annehmen, daß der Abgeordnete I ni b u s ch über sein Referat, das er in dem westfälisckicn Arbcitcrdorf Höntrop hielt, selbst berichtete. Hier lesen wir nun wörtlich folgendes: „sodann streifte Redner(Finlmkchi die vielbesprochene Arbeitsgemeinschaft und wies nach, wenn endlich etwas erreicht werden solle, diese Arbeitsgemeinschaft unbedingt notwendig sei. Die Werkbesitzer haben diese Arbeitsgemeinschaft gefürchtet und die Genossen sind daraus reingefallen." Am Schlüsse wurde eine Resolution angenommen, in welcher folgender Passus steht: �..Die Versammlung ist der Ansicht, daß die minimalen Zu- geständnissc der Wcrksherren denselben nicht abgerungen loordcn wären, ohne die Einigungsbcstrcbungen des Gcnicrkvcreins christlicher Bergarbeiter." . Fn all den Versammlungen, wo in letzter Zeit„christ- Iickie" Gewerkvereinsführer auftraten, sprachen sie für Ar- Kleines Feuilleton. Die dekorierte Leiche. � Vor kurzem wurde dem Würzburger Brauercidircttor Kommerzienral Heinrich Bock für feine Verdienste um den Flottenverein der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen. Der begnadete Kommerzienral war aber damals bereits seit Monaten eine Leiche. Es haben sich nun leider Journalisten gefunden, die— über diese bureaukratische Maßregel ironisierlen. Wir mochten uns aber in diesem Falle nicht aus die Seite der Spötter stellen, sondern vielmehr den großen Ernst des Vorganges enirollen. Wissen die Herren, die so unvorsichtig ihre Witze spielen lasten, denn gar nicht, daß die irdischen linterschiede auch im I e n s e i vs «ine bedeutende Rolle spielen? Ist e» ihnen völlig unbekannt, daß ein gewöhnlicher Christ, sei er auch noch so fromm gewesen, in der Ewigkeit bestenfalls selig werden kann? Daß aber ein Fürst, und habe er ein Luderleben geführt, regelmäßig h o ch s e l i g wird? Der verdienstvolle Hofprediger Dryander hat unseres Wissens sogar h ö ch st s e l i g e Monarchen konstruiert. Wenn die Tinge aber so liegen, wenn die irdischen Abstufungen zugleich die Grade der Seligkeit beftimckicii. war es eine überaus weise Maßregel, dem verstorbenen Kommerzienral seinen Roten Adler- orden vierter Güte noch ins Jenseits nachzuwerfen. Er hat jetzt im Himmel einen gesetzlich begründeten Anspruch aus die S e l i g k c i t der Dekorierten. Und mit derartigen Dingen soll man gewiß nicht leichtfertig umgehen. Selbst aber, wenn man von den schweren Folgen in der Ewig- keit absehen wollte: ist es im heutigen Deutschland nicht von großer sozialer Bedeutung, daß man der Hinterbliebene eines im Grabe dekorierten Kommerzienrates ist? Und dari man unter diesen Umständen der Familie eine Ehre rauben, die ihr rechtzeitig zugedacht war. nur daß sie nicht ganz rechtzeitig eintraf? Auch wir bekämpfen die Bureaukralie. Wo sie aber von ihrem Standpunkte aus ganz logisch handelt, ist sie unseres Schutzes sicher. Münchcncr Theater. In den Kammerspielen kam das viel- genannte Lustspiel:„Das europäische Konzert" zur Uraufführung. Dank geschickter Gebeimnistuerei des� anonymen Autors erwartete Publikus allenthalben eine an das Straf- gesetzbuch grenzende höchst aktuelle politische Satire. Herr Mar R o o s e n. der sich in letzter Stunde als Dirigent des europäischen Konzerts entpuppte, kam mit ein paar lustigen Akten ganz privater Natur. Vier stark typisch gefärbte Vertreter verschiedener Nationa» Ittäten treten zum dissonanzcnreichen Ouartettspiel au. Ter Ellbogen- Amerikanismus, das rasende Trusttum, der brutale Mehrwerlpoliliker rchne Manier rumpelt zusammen mit dem blasierten englischen Phlegma. Dieser Klischee-Engländer hält seinerseits dem Vertreter T\----- beitsgeineinschaft, das heißt für das Zusammengehen des „christlichen" Gewerkvereins mit dem Verband der Berg- arbeiter, also mit einem sozialdemokratischen Verbände, wie die„Norddeutsche Allgemeine" zu schreiben beliebte. Doch nicht allein für Zusammengehen, für Arbeitsgemeinschaft schwärmen heute die Führer des„christlichen" Gewerkvereiiis, sondern mit radikalen Tönen fordern sie zu einem energischen Kampf gegen das Unternehmertum auf. Das Organ der „Christlichen", der„Bergknappe", brachte schon am 23. August einen Artikel, überschrieben:„Gegner einer Ärbeitsgciueiii- schaft der verschiedenen Bergarbeitervcrbändc", worin es unter anderem heißt: „Es ist ganz natürlich, daß der Plan des Gcwerkvemns, eine Arbeitsgemeinschaft aller Brrgarbcitcrorganisatioiicn zu bilden, viele Gegner findet. Rächst den Unternehmern Vicht die geplante Arbeitsgemeinschaft auch vielen fanatischen Soziatdemo- traten nicht." Von da ab folgt Woche für Woche in dem„Bergknappen" irgendeine Notiz, die Stellung zur Arbeitsgemeinschaft nimmt und dazü auffordert. Jedes Kind in Rhcinland-West- falen kennt die Annäherungsversuche der„Christlichen" an die Freien. Nur die„Norddeutsche Allgemeine" weiß nichts mehr davon. Sic deinciitiert! verlin unck Qrngegcnck. Tic Kinooperatcure und der Heiligabend. Eine allgemeine Versammlung der Kinooperatcure beschäfiigtc sich in einer in der Nacht vom Sonnabend auf den Sonntag ab- gehaltenen Versammlung mit der. Freigabe des Heiligabends zu Weihnachlen. Der Obmann der im Deutschen Metallarbeiter- Verbände organisicrlcii Operateure. W e b n c r l, referierte über die Schritte, die in dieser Frage bisher unter- nommen worden sind. Bekanntlich steht diese Gruppe im Kampfe mit den freien Weihnachtsabend an erster Stelle. Sie hol bisher alle erdenklichen Schritte getan, um den Kiiioaugestellleii dieieu einzigen Abend im ganzen Jahre zu einem Ruheabend zu ge- stalten. Leider hat der Kampf bis jetzt noch nicht das gewünschte Resultat gezeitigt. Ter Veilretcr der„Frciclr Vereinigung der Kinoangesiellten" erklärte, daß die besseren Kinos jedenfalls am Heiligabend nicht spielen lassen werden. Diele Inhaber seien auch die intelligentesten, da am Heiligabend das Geschäfr doch nicht herauszureißen vermöge, was im Verlaus des Jahres nicht verdient werden konnte. Orth in a n u, vom Deuischen Transporlarbcitcrverband'dem die auf dem Boden der Freien Gewerlschaster stehenden Kino- angestellten sich angcichlosjcn Habens, sprach de» Operateuren m Kampfe um den freien Heiligabend die vollste Sympathie und lUnterstützung seiner Organisation aus. Das Resultat der Debatte war. daß e i n st i m m i g beschlossen wurde, demnächst eine Zusammenknnst der Vertreter sämtlicher Kino- angestellten zu veranstalten, in der entscheidende Beschlüsse gefaßt werden sollen. Es folgte dann noch eine längere Aussprache darüber, welche Organisationssorm für die Kinoangeftellten die geeignetste sei. W e h n e r l vertrat die Ansicht, daß für die Operateure der Deutsche Metallarbciterverband und für die übrigen Angestellten der Deutsche Transportarbeiterverband in Betrachi käme, schon aus dem Grunde, weil diese beiden Verbände leistungsfähig seien und imstande wären, die Interessen der im Kino Beschäftigten am wirksamsten zu vertreten. -sachs als Vertreter der„Freien Vereinigung der Kino- angeftellten" führte aus, daß dem nichts entgegenzusetzen wäre; der Plan hätte aber nur dann Aussicht auf Verwirklichung, wenn die genannten Verbände sich dazu herbeiließen, den im Kino Beschäftigten eigene, selbständige Sektionen zu gewähren. K» a a k vom Deutschen Mctallarbeitervcrband schloß sich den Ausführungen W e h n e r l s an und erklärte, daß die Freie Ver- einigung der Kinoangeftellten doch einmal erst den entschiedenen Willen bekunden sollten, den genannten Verbänden beizutreten, über die Bedingungen ließe sich dann schon reden,, O r l h m a n n führte aus, daß die vielen Gruppen, die seiner Organisation angehörten, durchaus zu ihrem Recht kämen, wenn also weiter nichrs vorliege, dann stehe dem Anschluß ja nichts mehr entgegen._ Achtung, Putzer! Die Sperre über den Neubau Lortzingstraße Ecke Swinemünder Straße, Warenhaus Löwenberg, ist aufgehoben. Deutscher Bauarbeirervcrband. Zweigverein Berlin. Seklion der Putzer. Deutschlands, dem Prof. Dr. Herrogensis. Bücherwurm im schlecht- sitzenden Bratenrock, ein Mensch mit Röllchen usw., ein Kolleg über die wahre Genllemenkultur. Roosen besorgt das mit Humor und Gesckmack, und nichi etwa im Otto-Ernst-Stil. Die Verbindmigs- brücke zwischen amerikanischem Jobbertum, englischem Fischblut und deutschem Gclehrtendünkel schlagen zwei Französinnen. Eine wohl- erhaltene Mutter, die Tochter ein sogenanntes Rasseweibchen. Bevor es zur Verlobung kommt, müssen natürlich die beiden Damen auch die Vorzüge und Schwächen ihrer Nation auf- und ausspielen. Französische Rasse und Temperament wird dabei ins sentimental Familienblattmäßige umgebogen. RoosenS sonst unparteiisch gemalter Völkerbilderbogen gefiel sehr. �1. Die Leimrute für Lüstlinge. In der Fricdrichslraße, zwischen Kochstraße und Bcsselstraße. ist in einem kleinen Buwladen der Roman„Die Verwirrungen des Zöglings Tvrlcß" von Musil ausgestellt, ein sehr tiefgehendes psychologisches Werk, das die Aus- einandersetzung eines jungen Menschen mit dem Erkenntnisproblem und mit der Realität des Lebens schildert. Das Buch, das dem verramschtem Wiener Verlag entstammt, ist in der Auslage mit der Etikette versehen:„Ein ausgezeichneter Roman für reife Männer, der daS Problem der Homosexualität behandelt." Das ist eine glatte Lüge. Das Sexualproblcm in der bekannten Jnternatsform, spielt in das Werk hinein, aber es hat nur eine nebensächliche Bedeutung im Ganzen der Dichtung und von Homosexualität läßt sich gar nichl reden. Natürlich ist diese Etikette ein Köder, wie er auch oft von Zeitungsvcrkäufern(Marke„Wahrheit") auf der Friedricbstraße ausgeworfen ivird. Ich kautre mir das Buch rmd niachte gleichzeitig den Händler darauf aufmerksam, daß er einem ernsten Werke einen üblen und falschen Geruch anhänge. Da erklärte mir der Mann: er habe ganze Stöße des Buches liegen gehabt, aber niemand habe es gekauft. Seit er's aber unier der Spitzmarke„homosexuell" im Fenster habe, fliege das Publikum darauf. Das ist bezeichnend! Der Mann kennt sein Publikum. Man kann nur den Dichter Musil bedauern, dessen Werk auf diese Weise in Galt weiß wie viele unsaubere Hände kommt. DaS Wcndendorf bei Hascnscldc. Das Märkiiche Museum konnte seine diesjährigen Ausgrabungen mit einem recht erfreulichen Er- folge beschließen. Dem Prähistorrker Dr. Kiekebusch ist es gelungen, in H a s e n s e l d e bei Fürstenwalde die Spuren eines ganzen Dorfes aus der früheren Wendenzeit aufzudecken. Zeh» Häuser sind bereits vollständig unlersucht worden. Aus der Frühzeil der wendischen Periode(etwa 7.— 9. Jahrhundert n. Ehr.) war bis jetzt überhaupl noch kein Dorf bekannt. Die einzelnen Häuser lagen auf zwei langgeslrecklen hügeligen Erhebungen rings um eine von drei kleineren Pfühlen ausgefüllte Niederung herum. Fast genau in der Mitte des Dorfess in der Senke zwischen den drei Wasserlöchenr waren auf dem Rücken einer ganz niedrigen Bodenwelle große Mengen von Brand, Tierknochen und Gefäßresten Dienstag. 18. November 1913. « Achtung, Musiker. Im Etablissement„Königsbank", Große Frank- furter Slr. 117, sind neuerdings wieder Lohn- usw. Differenzen mit den Musikern ausgebrochen, nachdem die vor etwa Jahresfrist aus ähnlichen Anlässeu entstandenen Differenzen mit vieler Mühe und nicht ohne Opfer für die betreffenden Musiker beigelegt worden waren. Am Mittwoch, den 3. d. Mls.. wurden dort unseren Kollegen je eine Mark abgezogen mit der unrichtigen Motivierung, sie hätten am Tage vorher je eiste Mark zuviel erhalten. In einer aus. diesem Anlaß mit Herrn Breuer gepflogenen Verhandlung trat offcir'Zlitage, daß hier die Musiker deswegen gestraft werden sollen, weil der Leiter der Kapelle einen anderen Wirt, einen Freund Breuers, wegen schwerer Beleidigung verklagt har. Inzwischen hat nun Herr Breuer von dem Leiter der Kapelle direlt verlangt, er solle die Klage zurück- nehmen. Da dieser ohne Revozierung seines Beleidigers sich daraus nicht einlassen wollte, wurde ihm gekündigt, obwohl die Klage mit der Beschäftigung bei Breuer nicht das allergeringste zu tun hat! Hoffentlich erkennen die Musiker das in einer solchen Behand- lung für den Sland liegende Verächtliche und lehnen es ab, sich als Stützen dieser Praktiken zur Verfügung zu stellen. Zcntralbcrband der Musiker Teutschlands. Ortsverwaltniig Berlin. Vcublcbes l�eicb. Keine neue Aussperrung im rheinisch westfälischen Malcrgewerdc? Die Geschäftsstelle des Uitteniehnietverbandes in Barmen dementiert die Mitteilung, die auch in der bürgerlichen Presse cnt- halten war, daß die Unternehmer in Rheinland-Westfalen eine neue Aussperrung bcabsichllglen. Sie läßt erklären, daß die Unternehmer, um ein friedliches Ver'hällniS zwischen Unternehmern und Arbeitern herzustellen, nxit den Arbeitern einen Tarif abschließen wollen, der, aus dem alten Tarif aufbauend, eine der historischen EntWickelung folgende Lohnerhöhung und außerdem für die großen Städte eine halbstündige Arbeitszeilverkürzung vorsieht. Die durch den SchiedS- spruch festgesetzten Löhne seien derarrig hoch, daß das Gewerbe sie bei der gegenwärtigen wirtschaftlich schlechten Lage unmöglich zahlen könne. Gleichzeitig müßte aber verlangt werden, daß die Meister die Herrschast im Betriebe behalten, die ihnen nach dem von sämtlichen 50 Ortsgruppen des Arbeitgeberberbandes mit 11",, Millionen Mark Lohnsumme abgelehnten Reichstarif Stück für Stück entrissen werden soll.— Weiter sagt die Zeitschrift des Unternehmcrverbandes: „Die Arbeitgeber verwahren sich z. B. dagegen, daß die Agitatoren der Gewerkschaften aus den Arbeitsplätzen ungehindert Propaganda machen. Bon den Agitatoren der Gewerkschaften wird natürlich diese Berechtigung auss äußerste verteidigt. Es steht jedoch zu erwarlen. daß mit den einsichtigen Gehilfen, die, der gewerkschaftlichsu Kämpfe überdrüssig, sich immer mehr zu nationale» Gehilfenverbändeir zusammenschließen, demnächst Tarif- benräge abgeschlossen werden, die nicht nur einen Waffensiillftand bedeuten, sondern das sind,»vas sie sein sollen, wirkliche Dokumente des Friedens zur Erzielung eines dauernden Einvernehmens zwischen beiden Kontrahenten." Wenn der Herr Syndikus des UnternehmervcrbandeS mit der AussperrungSandrohung den Mund voller genommen hat, als jetzt den Unlernehmern lieb ist. so mögen die Herren sich mit ihm aus- einairdcrsetzeu, ihre scharfmacherischen Allüren, die sie von jeher gc- zeigt haben, werden dadurch nicht verdeckt. Alles Drumhernmreden nützt nichls. Sie sollen einfach die Entscheidungen der Unparteiischen anerkennen und zur Durchtührung bringen, dann ist die Sache er« ledigt. Wenn das andere Unternehmer im Gewerbe und auch im selben Bezirk tun konnten, könne» sie es auch bei einigem guten Willen sicher auch. Der Anwurf wegen der Agitation auf den Arbeitsplätzen ist ebenso unrichtig wie die Hoffnung trügerisch, daß nationale Gehilfenverbände entstehen mögen, mit denen die Unternehmer dann wirkliche Friedensverträge schließen könnten. Durch beides soll jetzt nur die Oeffentlichkert über das tarifbrüchige Verhalten der Unternehmer irre geführt werden. Hirsch-Dunckersche Genieftreichc. Die Silbcrschlägerei, einst ein blühendes Gewerbe, das seinen Hauptsitz in Fürth und Schwabach hat, ist so zieinlich auf den Hund gekommen. Daß es so kam und daß eine Besserung der Verhältnisse hintertrieben wurde, ist das Verdienst der braven Hirsch-Dunckerianer. Das Gewerbe ist in eine Menge von Kleinbetrieben zersplitiert, die sich gegenseitig rmterboten, die einige Preisdrückerei schraubte auch die Löhne herab. Um die Verhältnisse sowohl für die Meister als auch für die Arbeiter wieder zu heben, griff vor einigen Jahren der Deutsche Metallarbeiter- verband ein; es gelang ihin, mit den Meistern und der Export- firma Spiegelberger in Fürth einen Vertrag abzuschließen, durch den die Firma Spiegelberger das Exportmonopol erhielt: alles produzierte Blattsilber mußte an sie abgeliefert werden. Dadurch zu beobachten. Die eingehende Untersuchung dieser Stelle im nächsten Jahre muß erst lehren, ob es sich uni den sakralen(Religionszwecken dienenden) Mittelpunkt der Siedlung oder um eine von allen Dorf- beivohnern zu profanen Zwecken gemeinsam benutzte Anlage handelt. Das Dorf ist ein Rundling im besten Sinne des Wortes. Die Art der Anlage ergibt sich naturgemäß aus dem geologischen Aufbau des Ge- läudes und aus der Norweudigkeit bequemer Wasserversorgung. Die Frage, ob Runddörfer wendischen oder germanischen Ursprungs sind, ist damit keineslvegs eutschieden, aber die wissenschaftlichen Erörterungen über diese Frage sind durch die Entdeckung eines so alten Rund- lings auf eine ganz andere Basis gestellt worden. Das Wendendorf bei Hasenfelde liegt zwischen zwei Gräben, die sich in der Nähe des heutigen Dorfes vereinigen. Etwa eine halbe Stunde abwärts erhebt sich an dein vereinigten Laufe der wendische Burgwall von Ahrensdorf und wieder eine halbe Stunde entfernt ragt auf Wilniersdorfer Gebiet ein zweiter wendischer Burgwall aus dem Sumpfe hervor. Die gut erhaltenen Spuren der Wallmauer dieses letzten BurgmalleS wurden ebenfalls freigelegt. Notizen. — H o f f m a n n S E n t w ü r f c fürs Opernhaus sollen nach ihrer Fertigstellung—„wie man hört"— den Landtags- abgeordneten vorgelegt werden. Nach einer anderen Quelle sollen sie zuvor öffentlich ausgestelll werden. Jedenfalls ist es nötig, daß die Oeffcntlichkeit die Pläne gründlich prüft, ehe sie gutgeheißen werden. Denn die Zustimmung von S. M. bedeutet ja für andere Leute, auch wenn sie zufällig mal einenr Tüchtigen zu teil wird, noch keine Erledigung deS Falles. — Die internationale Konferenz für Welt» natur ich u v. die von d er Schiveiz angeregt wurde, begann am Montag in Bern ihre Arbeiten. — Der unnütze Nobelpreis. Einer der Zeugen, die das Testament Alfred'Nobels unterschrreben haben, Direktor Leonard Hwaß rn Krefeld erklärte: Die Nobelpreise seien nach Nobels Willen nicht ausschließlich Ehrenpreise. Nobel verfolgte das praktische Ziel, daß der Preisnehmer durch die ihm zuerteilte Geldprämie in den Stand gesetzt werden solle, in höherem Grade als es sonst der Fall sein könnte, seine Ideen zur Ausführung zu bringen und, von allen Nahrungssorgen befreit, seine begonnenen Arbeiten fort- zusetzen. Deshalb sei es der Ansicht Nobels entgegen, wenn die Nobelpreise alten Männern oder solchen, die schön reich seien, erteilt würden. — A m u n V s e ii h.a t also gesprochen, er hat sogar dänisch gesprochen in Flensburg, und immer ist Nordschleswig, dessen Bewohner den kühnen Entdecker in ihrer Muttersprache hören konnten, noch deutsch. Entsetzlich zu melden: nicht einmal ein Zwischenfall trat ein. Wer wird da noch in Zukunft den alldeutschen Lügenmäulern und Hetzern glauben, wenn sie wieder schreien: das Vaterland ist in Gefahr. wurde sie iit den Stand gcfelsi, den Weltmarktpreis zu diktieren, so daß auch den Arbeitern und Meistern anständige und stabile Löhne geboten werden konnten. Nur zwei Meister, Jakob in Fürth und Schlüpfiirger in Schwabach, schlössen sich dem Vertrag nicht an. Dabei leisteten ihnen leider auch eine Anzahl Arbeiter Hilfe durch Aufnahme der Arbeit; sie wurden aus dem Deutschen Metallarbeiter- verbände ausgeschlossen, aber die Hirsche gaben ihnen freudigst Unterschlupf. Die Hirsche schlössen mit den beiden außerhalb des Vertrages stehenden Betrieben einen.Vertrag" ab und posaunten die Welt voll über ihre große Schläue und die Dummheit de? Deutschen Metallarbeiterverbandes. Um der Monopolfirma Konkurrenz zu bieten, ging die Preisdrückerei wieder los, die schließlich dazu führte, daß die in den Vertragsbetrieben beschäftigten Arbeiter teils zeitweilig ganz aussetzen, teils verkürzt arbeiten mußten, während die Hirsche bei Jakob u. Schlüpfinger zehn und mehr Stunden täglich schuften durften. Zuletzt sah sich die Firma Spiegelberger genötigt, den Monopolvertrag aufzuheben. Nun zeigte sich erst recht der richtige„Erfolg", den die Hirsche mit ihren Quertreibereien und ihrem schönen Vertrag errungen hatten. Die Preise für Blattsilber sanken auf dem Weltmarkte sofort beträchtlich und damit auch die Löhne. Die Hirsche mußten sich trotz ihres Vertrages Abzüge gefallen lassen. Bei Jakob in Fürth wollten sie eine angekündigte Lohnkürzung ab- loehren, waren aber, als nach einigen Wochen der Betrieb wieder geöffnet wurde, sehr froh, daß sie zu herabgesetzten Löhnen wieder arbeiten durften. Während des Streiks machten ihre Mitbrüder bei Schlüpfinger in Schwabach Ueberstunden über Ueberstunden, um da? Silber hervorzubringen, das nach Fürth geliefert wurde, damit, so hieß es, die dort streikenden Hirsche niedergerungen werden konnten. Kaum war dies geschehen, so ging es auch in Schwabach los; Schlüpfinger erklärte seinen Arbeitern: entweder billiger arbeiten oder ganz aufhören! Und die guten Hirsche klappten zusammen und arbeiten jetzt um mehrere Pfennige pro Buch Blattsilber billiger. Zhren schönen Vertrag können sie sich jetzt einrahmen laffen, wenn sie ihn nicht zu einem anderen sehr nützlichen Zwecke verwenden wollen. frznenkoirimn?. Dem in unserem Montagsblatt veröffentlichten kurzen Bericht über die Konferenz der agitatorisch tätigen Parteigenossinnen Ber- lins lassen wir die nachstehenden Ergänzungen folgen: Zum ersten Punkt der Tagesordnung: „Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Geburtenrückgangs" n-serierte Luise Zretz. Sie legte zunächst dar: Die Bevölkerungs- bcwegung, d. h. die Geburtenziffer und die Ziffer der Sterblichkeit der Bevölkerung, ist seit je von größter voltswirtschaftlicher Be- deutung für die menschliche Gesellschaft gewesen. Jedoch hat es nie ein immer und allgemein gültiges Bevölkerungsgesetz gegeben. Im Gegenteil. Wenn wir die Geschichte der Menschheil durchgehen, finden wir nicht nur während der verschiedenen Phasen der Eni- Wickelung, sondern auch innerhalb der einzelnen Phasen in der- schiedenen Ländern und Bevölkerungsschichten verschieden gültige Bevölkerungsgesetze. Außer den natürlichen Verhältnissen, w>e Fruchtbarkeit des Bodens, Wasserverhältnisse und Klima, sind es vor allem die EntWickelung der Technik, der Oekonomie und der Sitte, die hemmend oder fördernd auf die Bolksvermehrung Wirten. Die Nednerin belegte dies durch einzelne Beispiele und kennzeichnete dann die reaktionäre Tendenz des Malthusianismus und kam dann zu einer Erörterung der gegenwärtig in unseren Parteikreisen betriebenen Propagierung des sogenannten Gebär- ltreiks, die sie als ein Zurückgreifen auf die längst überlebten Ideen des Malthus bezeichnete, der das Elend der Arbeiterklasse auf ihre starke Vermehrung zurückführte.— Der., Gebärstreik" sei eine revolutionäre Waffe des Proletariats, denn er habe zur Folge, daß dem Staat keine Soldaten und dem Kapitalismus keine Arbeiter geliefert werden. So predigen Moses und die um Bernstein den Arbeiterinnen. Aber das ist falsch. Sollte ein Mangel an deut- scheu Arbeitern eintreten, so holt sich der Kapitalismus Arbeiter aus dem Auslande, au die wir mit unserer Agitation aus ver- schiedenen Gründen nicht herankommen. Diese fremden Arbeiter drücken das Kulturniveau der einheimischen Arbeiter und sind ein Hemmnis für unsere Bewegung. Dem etwaigen Mangel an Nekruten würde der Militarismus dadurch begegnen, daß die An- forderunaen an die Tauglichkeit der Mannschaften herabgesetzt, daß mehr Nerruten aus kleinbürgerlichen und bäuerlichen Kreisen heran- gezogen werden, daß die Dienstzeit verlängert wird und, wie das Beispiel Frankreichs lehrt, Rekruten aus den Kolonien eingeführt werden. Das würde eine Zusammensetzung des Heeres ergeben, wodurch es noch mehr als jetzt zu einem Instrument der Herrschen- den wird. Es kann gar keine Rede davon sein, daß die bewußte lüeburteneinschränkung eine Waffe gegen den Kapitalismus und Militarismus sei. In volkswirtschaftlicher Hinsicht kann der �Geburtenrückgang sogar zu einer Gefahr werden, besonders, loenn die Arbeiterschaft in seiner Bewertung so irregeleitet wird, daß sie in der großen Kinderzahl die Quelle von Not und Elend erblickt, anstatt die Ursache ihres Elends im Kapitalismus zu suchen.— Damit soll nicht gesagt sein, daß?S dem einzelnen verwehrt ist, aus persönlichen Gründen die Zahl der Geburten zu beschränken. Aber es ist zu bedenken: Mit dem Geburtenrückgang ist eS so, wie mit dem Sparen. Dem ein- zelnen kann es viel nützen, wenn er, selbst unter zeitweiliger Eni- behrung des Nötigsten einen Notgroschen zurücklegt. Würden das aber alle Arbeiter tun, so würde dadurch ihre Klassenlage nicht ver- bessert, sondern verschlechtert werden, denn durch die allgemeine Einschränkung des Konsums würde ein wirtschaftlicher Rückgang und in vielen Branchen große Arbeitslosigkeit eintreten.— Doch, die Geburteneinschränkung ist nicht allgemein zu verdammen, da ja ein Geburtenrückgang noch keineswegs ein Bevölkerungsrückgang zu sein braucht. Neben dem Geburtenrückgang haben wir eine un- geheure Säuglingssterblichkeit und eine große Sterblich- feit der Kinder, die das SäuglingSalter überschritten haben. Es ist gewiß ein ungeheurer Mißbrauch der Frauenkraft, wenn in manchen Familie» 10, IL und mehr Kinder geboren werden, von denen nur 2 bis 3 am Leben bleiben. Kraft, Gesundheit und Lebensmut hat solche zum Gebärapparat herabgedrückte Frau dran- gegeben, große finanzielle Opfer sind bei der Geburt und beim Begräbnis völlig nutzlos gebracht. Sie hätten besser für den Lebens- unterhalt der Familie verbraucht werden können. Zeit, Kraft und Energie der Frau, die nutzlos für Schwangerschaft und Geburt von Todeskandidaten verbraucht wurden, könnten ungemein segensreich wirken, wenn sie verwendet würden, um die Frau geistig weiter- zucntwickeln und fähig zu machen, die wirtschaftlichen und politi- schen Zusammenhänge zu verstehen, damit sie sich neben dem Manne am Klassenkampf beteiligen und ihre Kinder im Sinne des Sozia- lismuS erziehen kann. So geschult, würden die Frauen, die heut vielleicht in Muttersorgen unteraehen, mit uns kämpfen für Mutter- und SäuglingSichutz, für Kinder- und Arbeiterinnenschutz. - ES ist sicher, daß die Möglichkeit, die Frauen für unsere Bcwegung zu gewinnen, größer ist, wenn ihre Kinderschar nicht fo groß ist. Diese Möglichkeit wird jedoch sehr stark eingeschränkt, wenn daS Denken»nd Wollen der Arbeiterfrauen in eine ganz falsche Bahn gelenkt wird, wie es von Moses und Bernstein ge- schieht, indem sie predigen: Tie große Kinderschar sei die Ursache von Ikot und Elend und die Einschränkung der Geburten sei eine revolutionäre Waffe im Klassenkampf. Diese Art der Agitation und Argumentation von Moses und Bernstein halte ich für ein Verbrechen an unserer Parteibewegung. An Euch, Gc- nossinnen, ist es, daß Ihr Euch dagegen wendet.— Die gewollte Geburteneinschränkung in Arbeiterkreisen ist eine Parallel- crscheinung des Aufstiegs der Arbeiterklasse. Es ist das Sehnen der Arbeiter, teilzunehnien an der allgemeinen Kultur. Die Frauen wollen nicht mehr nur Arbeitstier, Gebärapparat und Kultur- dünger sein, sondern sie wollen an unserer Kulturentwicke- lung mitarbeiten. Das ist freudig zu begrüßen. Dies Sehnen und Drängen in die richtige Bahn, in den großen Strom der Arbeiterbewegung zu lenken, ist unsere Aufgabe. Wir müssen den Frauen sagen, daß die freiwillige Geburten ei nschrän- lung Privatsache jedes einzelnen ist, daß aber da- durch die Gesamtlage der Arbeiterklasse nicht gehoben wird und daß die Geburteneinschränkung kein revolutionäres Kampsmittel ist. Sorgen wir dafür, daß die Frauen über die Zusammenhänge des Wirtschaftslebens aufgeklärt und mit sozialistischem Geist, nicht mit Malthusschen Moralanschauungen erfüllt werden. Wenn wir so arbeiten, dann wird die durch den Geburtenrückgang freigewordene Kraft der Frau zu revolutionärer Energie im Kampfe fiir die Ver- wirklichung des Sozialismus werden.(Lebhafter Beifall.) Während des Vortrages wurden oft Zwischenrufe und lebhafte Kundgebungen, teils zustimmende, teils widersprechende laut. Auch die Diskussron war sehr lebhaft und eingehend. Wenn auch der Referentin in einzelnen Punkten widersprochen wurde, so stimmten doch alle Rednerinnen mit der Reserentin darin überein, daß die Geburteneinschränkung nicht als Waffe im Befreiungskampf der Arbeiterklasse angesehen werden kann. Das sei auch— sagte Genossin G ü l d n e r— von Moses und Bernstein gar nicht betont worden, sondern unsere Genossinnen hätten das erst in der Gegen- agitation hervorgehoben.— Der Geburtenrückgang— sagte Genossin B o h m-« ch u ch— mache sich aus wirtschaftlichen Gründen schon seit vielen Jahren bemerkbar, ehe die Agitation von Moses und Bernstein einsetzte. Nicht gegen diese Genossen, sondern gegen die Ursachen der Geburteneinschränkung, vor allem gegen die junkerliche. Politik der Lebensmittelteuerung sollten wir vorgehen. Daß Moses und Bernstein als Aerzte Mittel zur Geburtenein- schränkung angaben, sei zu begrüßen. Ohne die Versammlung in der„Neuen Welt" wäre diese Diskussion gar nicht entstanden.— Genossin Duncker betonte, daß scharf zu unterscheiden sei, ob die Geburteneinschränkung als ein wirtschaftliches Hilfsmittel des ein- zelnen oder als politisches Kampfmittel der Arbeiterklaffe empfohlen werde. Die Geburteneinschränkung ist eine Privatsache jedes ein- zelnen. Wenn sie als politisches Kampfmittel propagiert und von der Arbeiterschaft verlangt»verde, daß sie dies Mittel allgemein an- wende, dann müssen wir dem energisch entgegentreten, denn die logische Konsequenz der allgemeinen Anwendung der Geburten- Verhinderung wäre gleichbedeutend mit dem Selbstmord der Arbeiterklaffe.— Genosse D ü w e l l ist mit den Ausführungen der Genossin Duncker vollkommen einverstanden und hält die Partei- aktion gegen den aus wirtschaftlichen Gründen unaufhaltsamen, volkswirtschaftlich gar nicht bedenklichen Rückgang der Geburten für unnötig.— Genossin Wurm wies auS der Broschüre Bernsteins nach, daß er tatsächlich die Geburteneinschränkung als revolu- tionäre Waffe propagiert habe. Auch Moses habe das anfangs gc- tan. Erst als er auf Widerstand stieß, habe er gemeint, er orauche dies Argument nicht mehr zu benutzen, er könne auch ohnedem sagen, was er sagen wolle. Die Gcgenagitation sei notwenoig ge- Ivesen.— Genosse Ernst wies die Annahme zurück, daß durch die Versammlung in der„Neuen Welt" Verwirrung in die Massen ge- tragen sei. Jene Versammlung wäre nichr veranstaltet worden, wenn nicht mehrere Genossen die Geburteneinschränkung als revolu- tionäre Waffe bezeichnet hätten. Dieser Unsinn mutzte zurück- gewiesen werden.— Diese Ansicht vertrat auch Genossin Zieh im Schlußwort, wo sie im übrigen nochmals ihren Standpunkt unter lebhaftem Beifall präzisierte. Der zweite Punkt der Tagesordnung lautete: Die Gewinnung der weibliche» Jugend. Die Reserentin M a t i l d e Wurm wies hin aus die von der Regierung unterstützte Agitation der bürgerlichen Parteien gegen die proletarische Jugendbewegung. Diese Agitation erstreckt sich neuerdings auch aus die weibliche Jugend. Die Angst vor der Sozialdemokratie ist es. was die bürgerlichen Kreise veranlaßt, sich auf ihre Weise der schulentlassenen Jugend anzunehmen. Ter Kampf gegen die SozialSemokratie steht im Mittelpunkt der ganzen bürgerlichen Jugendfürsorge. Ja, eS bleibt kein Mittel unversucht, um die Jugend des Proletariats gegen die eigenen Eltern zu be- einflussen. Ten nationalen und konfessionellen Jugendvereinen steht nicht nur das Geld des staatlichen Jugendfonds zur Ver- fügung, sondern auch die»schule, die Gesetzgebung, die Mitarbeit der Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft, besonders auch der Lehrmeister und Arbeitgeber der jungen Leute. Ilm dem entgegen- zuwirken, müssen wir das Interesse unserer Kreise an der proleta- rischen Jugendbewegung, namentlich das Interesse der Mütter an ihren Töchtern stärker in Anspruch nehmen als es bis jetzt der Fall ist. Von den Tausenden von Kindern, die alljährlich in Berlin die Schule verlassen und sicher zu SV Proz. Arbeiterkinder sind, ist erst ein sehr kleiner Teil für unsere Jugendbewegung gewonnen. Es gibt noch eine große Zahl von sozialdemokratischen Eltern schul- entlassener Kinder, denen die„Arbeiterjugend" nicht ins Haus kommt. Wir haben zu fordern: Die„Arbeiterjugend" gehört ins Arbeiterhaus ebenso wie der„Vorwärts". Eine rege Agitation für den Vertrieb der„Arbeiterjugend" muß einsetzen. Als ein weiteres Mittel im Kampf gegen die Schundliteratur und für die Jugendbewegung ist die Benutzung unserer Jugendbiblio- t h e k e n zu empfehlen, von denen wir zurzeit fünf haben. Auch von den Ausleihbibliotheken, wo man gegen Hinterlegung des billigen Preises Bücher geliehen bekommt, ist Gebrauch zu machen. Es ist Pflicht der Eltern, sich darum zu kümmern, was ihre Kinder lesen, und dafür zu sorgen, daß sie keine schlechten Bücher in die Hände bekommen. Aber damit ist es nicht genug. Wir wollen auch, daß die jungen Leute zum Besuch der Arbeiterjugend- Heime angehalten werden. Sie werden von Mädchen zu wenig besucht. Viele Eltern glauben noch, das zwanglose Zusammensein der männlichen und weiblichen Jugend könne schlimme Folgen haben. Diesem Vorurteil müssen wir entgegentreten. Daß dies Vorurteil unbegründet ist, davon haben sich alle die Eltern über- zeugen können, die unsere Jugendheime besucht haben. Die ge. in e i n s a m e Erziehung der beide Geschlechter ist nicht eine Forderung unseres Programms, sondern aller einsichtigen Päda- gogen. Wir haben übrigens besondere Mädchenabende in den Jugendheimen und außerhalb derselben eingerichtet. Wir wünschen, daß alle Genossinnen und Mütter an dem Ausbau dieser Einrich- tung mittvirken. Zur Ausgestaltung der Jugendheime bedürfen wir des Beistandes und der Mitarbeit aller organisierten Genossen. An den Veranstaltungen unserer Jugendbewegung: Vorträge, Aus- flüge, beteiligen sich die Mädchen viel zu wenig. Das liegt nicht nur an mangelndem Interesse, sondern auch an der Belastung der Mädchen mit häuslichen Arbeiten, von denen sich die männliche Jugend fernhält. Auch hier gilt es, mit einem Vorurteil zu brechen. Die Arbeit muß gleichgewertet werden. Tie Brüder müssen die Schwestern unterstützen, damit diese mehr freie Zeit be- kommen, um an ihrer geistigen Fortbildung zu arbeiten. Wir dürfen die gegnerische Jugendbewegung nicht unterschätzen. Sie wächst. Unsere Aufgabe ist es, dieser Gefahr zu begegnen.— Wollen Sie Ihre Töchter dem Sozialismus gewinnen, dann lehren Sie sie, daß nur Gemeinsamkeit im Wollen und Handeln zum Ziele führt. Unterstützen Sie unsere Jugendbewegung, damit die Jugend neben ihrer wohlorganisierten Selbsthilfe auf die Mithilfe der Erwachsenen rechnen kann.(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion, an der sich Genosse Reimann sowie die Genossinnen B o h m- S ch u ch. Z i e tz und Bauermeister beteiligten, kam volles Einverständnis mit den Forderungen der Refe- rentin zum Ausdruck. Genossin Zieh empfahl ein Zusammen- arbeiten der Kinderschutzkommission mit der Jugendbewegung in der Weise, daß die Kinder, mit denen die Schntzkommission in Be- ziehung kommt, nach dem Austritt aus der Schule der Jugend- oewcgung zugeführt werden. Eine von der Referentin empfohlene Resolution wurde ein- stimmig angenommen. Sie lautet: „Die am 16. November 1913 im Gewerkschaftshaus zu Ber- lin tagende Bezirkskonferenz der Frauen von Groß-Bcrlin erklärt es als eine dringende Aufgabe der organisierten Arbeiter- schast, die weibliche Jugend der Freien Jugendbewegung zuzu- sübrc». damit die künstigen Mütter des Proletariats auch die klassenbewußten Gefährtinnen ihrer Männer, die klassenbewußten Erzieherinnen ihrer Kinder werden. Wie schon seit langer Zeit die Kirche, so sucht jetzt auch der Staat auf die jungen Proletarierinnen Einfluß zu gewinnen, um sie ihrer Klasse zu entfremden, ja, sie zu Feindinnen gegen diese zu erziehen. Dazu sollen neuerdings auch die Pslichtfortbildungs- schulen Helsen, welche seit 1. April 1913 durch Gemeindebeschluß hier in Berlin für Mädchen errichtet worden sind. Je mehr die herrschenden Klassen sich bemühen, alle Mittel des Klassenstaates, zu denen vor allen anderen die Schule gehört, zur Verfolgung ihrer arbeiterfeindlichen Zwecke auszunutzen, um so mehr ist es"auch hier Ausgabe der ausgeklärten Arbeiterschaft, den jungen Arbeiterinnen und ihren Müttern zu zeigen, wie wenig die heutige Schule den berechtigten Ansprüchen der gc- samten Arbeiterjugend auf Wissen und Fortbildung entspricht. Aber auch alle die anderen Maßnahmen des Staats und der Gemeinde zur körperlichen und geistigen EntWickelung der Weib» lichen Jugend sind ungenügend. Deshalb empfehlen wir: 1. Eifrige Verbreitung der„Arbeitcr-Jugend" als bestes Kampftnittel gegen die Schundliteratur. 2. Anregung der Jugendlichen, auch durch ihre Mütter, die vorhandenen Jugendbiblwtheken so viel wie möglich zu benutzen. 3. Erhöhte Teilnahme der weiblichen Jugend an den gemein» samen Veranstaltungen der„Freien Jugendbewegung". 4. Reger Besuch der Arbeiter-Jugendheime. 5. Eine umfassende freiwillige Mitarbeit der Genossinnen von Groß-Bcrlin innerhalb der proletarischen Jugend- bcwegung." Die Frage: „Wie gewinnen wir die unverheiratete Arbeiterin?" erörterte Martha Ärendsee in einem dritten Referat. Sie sagte unter anderem: Meistens sind es nur die Frauen unserer Genoffen, die der Parteiorganisation angehören. Die große Zahl der Jndusiriearbeiterinnen fehlt uns noch. Ich glaube, wir haben etwas gesündigt, indem sich unsere Frauenagitation zu sehr an die Frauen in ihrer Eigenschaft als Hausfrauen und Mütter gewandt hat. Wir müssen uns auch an ihre Eigenschaft als Arbeiterinnen wenden, um so niehr, als die Zahl der erwerbstätigen Frauen immer größer wird. Selbst in Industriezweigen, deren Arbeit früher nur von Männern verrichtet wurde, hat die Frauenarbeit Eingang gefunden und nimmt mehr und mehr zu. Frauen und Töchter unserer Parteigenossen sind es, die im Erwerbsleben stehen, aber die Genossen zeigen meist wenig oder gar kein Interesse, ihre weiblichen Angehörigen der Organisation zuzuführen. Sie wenden oft ein, die Berufsarbeit ihrer Töchter höre ja mit der Verheiratung auf. Demgegenüber müssen wir hervorheben, daß die weibliche Berufsarbeit keine vorübergehende Erscheinung ist, sondern auch meist nach der Ehe noch fortdauert. Wenn der bezeichnete Einwand gegen die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation er- Hoden wird, so kann er doch nicht gegen die politische Organisation der Frauen geltend gemacht werden. Wenn wir die Arbeiterinnen gewinnen, so lange sie noch unverheiratet und im Beruf tätig ist, dann iverden wir sie auch als Frau in der Organisation behalten. Wir haben die Leseabende der Frauen und sind dabei, eine solche Einrichtung auch für Mädchen von IL bis 21 Jahren zu schaffen. Taraus kann bei der Agitation hingewiesen werden. Um die Ar- beiterinnen zu gewinnen, müssen wir in erster Linie die Mahnung an die Genossen richten, in den Fabriken und Werkstätten unsere Ärbeiterlimenagüation zu unterstützen. Wer sich agitawrisch au seine männlichen Kollegen wendet, muß auch bei den Ärbeüerinneu seines Berufs oder Betriebes agitieren. Darauf muß auch an den Zahl- und Leseabcnden hingewiesen werden.— Unser Agitations- Material wendet sich zu sehr an die Hausftan und Mutter. �Ilatc- rial für die Agitation unter den ledigen Arbeiterinnen fehlt uns. Wenn wir es hätten, könnten wir in Fabriken und Werkstätten besser agitieren. Ich schlage vor. daß wir vor den Fabricken gc- eignete Flugblätter verteilen und im Anschluß daran Besprechungen abhalten. Diese Agitation muß in Angriff genommen werden. Das ist ein schweres Stück Arbeit, aber wir wissen, daß' eS unsere Pflicht ist, auch das weibliche Proletariat unserer Parteiorganisn- ticn zuzuführen. Tun Sie in diesem Sinne in Fabriken und Werk- statten Ihre Schuldigkeit.(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion bemerkte Genossin M a t s ch k e, wir müßten uns an die Mütter wenden, damit sie für Aufklärung und Organi- sierung ihrer Töchter sorgen, auch müßten wir rn der Agitation Hand in Hand mit den Gewerkschaften gehen.— Genossin Z i e d entgegnete der Reserentin, unser Agitationsmaterial wende sich nicht nur an die Hausfrauen und Mütter, sondern an die Proleta- rierinnen im allgemeinen. Ader ivenn spezielles Material gewünscht werde, dann werde der Parteivorstand solches beschaffen. Tie Forde- runaen der Referentin seien zu begrüßen. Eine in dieser Weise betriebene Agitation werde Erfolg haben. Tie nachstehende Resolution der Reserentin wurde einstimmig angenommen: „Aus der Erkenntnis, daß für den Kampf des Proletariats die Gewinnung der Arbeiterinnen unbedingt notwendig ist, fordert die Frauenkonferenz Groß-Berlins die Parteigenossen und-genossinnen auf, in Fabriken, Werkstätten und in der Familie mehr wie bisher in diesem Sinne tätig zu sein und alles daran zu setzen, die Arbeiterinnen den Parteiorganisa- tionen zuzuführen. Von den Parteiorganisationen erwartet die Frauenkonfe- renz, daß sie geeignete Maßnahmen zur Propaganda unter den Arbeiterinnen trifft." Damit war die Tagesordnung erledigt. Der Vorsitzende E r n st schloß die Verhandlungen mit anerkennenden Worten für die Ar» besten der Konferenz und einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Iifgeiicibewegiiiig. Patrioten gegen Patrioten. Der jüngst von einigen bürgerlichen Idealisten auf dem Hohen Meißner bei Kassel abgehaltene„Freideutsche Jugendlag" wird demnächst ein gerichtliches Nachspiel haben. Da die«Frei- deutschen" die von ihnen geleitete Jugendbewegung nicht ins Fahr« Wasser der militärischen„Ertüchtigung" lenken und sich auch nicht zur Bekämpfung der proletarischen Jugendbewegung mißbrauchen lassen wollen. haben sie sich den giftigen Haß mordspatriotischer Jugendbildner vom Schlage des bekannten Expädagogen Wil- Helm K o tz d e, der„Hamburger Nachrichten" und ähnlichen Or« ganeil der„nationalen" Jugendpflege zugezogen. Im letztgenannten Blatt erschien nun im Anschluß an das Fest auf dem Hohen Meißner ein Artikel, der die.Freideutschen" als verkappte Sozialdemokrateir behandelt und vom„Bortrupp", einer Hamburger Zeitschrift der Ireideuti'chlandbewegung, behauptet, sie habe den Patriotismus als etwas im tiefsten Kern unmoralisches verworfen. Neben» bei wurde ei» Redakteur des.Vortrupp". Herr Hein« rich Scharrelmann, als Sozialdemokrat bezeichnet. DaS wollen sich die ,.Vortrupp"-Leute, an deren Spitze der temperamentvolle Abstinentensührer Dr. Hermann P o p e r t, früher Amtsrichter in Hamburg, und Dr. Hans P a a s ch e. �Kapitän- leutnant a. D., stehen, natürlich nicht gefallen lassen. Sie haben gegen die.Hamb. Nachr." Privalklage wegen verleumderischer Beleidigung erboben und wollen beweise», daß keiner der gegen sie erbobencn Vorwürfe zutrifft. Herr Scharrelmann, der als Verfasser zahlreicher Jugendschriften weiteren Kreisen, auch der Arbeiterschaft, bekannt ist, hat bereits die Erklärung abgegeben, daß er mit der Sozialdemokratie nicht in Verbindung stehe. Die sonnigen Be- haüptungen sind, wie Dr. Popert im„Vortrupp" nachweist, teils gefälscht, teils direkt erlogen. Die Fälschungen sind in echter ReichSverbandSmanier verübt, es kann daher nicht Wunder nehmen, daß der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemo» kratie sie zuerst in seiner Korrespondenz Verbreiter hat. Für uns Sozialdemokraten nicht überrascdend, sonst aber durch- auS ckaralteristisch für die Äampfesweisc der Reichsverbandsleute ist die Fälschung, die mit der Bemerkung über den Patriotismus vor- genomnren ist. In einem Aufrufe des„Bortrupp" war gesagt, die deutsche Jugend müsse sich abwenden von senem billigen Pa- triotiSmuS, dessen vaterländische Gesinnung sich erschöpft in der Bekundung des Willen» zu äußerer Machtentfaltung und in der Zerreißung der Nation durch politische Ver- h e tz u n g. Daraus haben die ReichSverbändler gemacht, der Aufruf wende sich gegen den Willen zur äußeren Machtentfaltung. Da die Privatklage zunächst gegen die„Hamburger Nachrichten" angesirengt ist, wird dieser politische Prozeß, der neue» Licht über die Methoden des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozial- demokratio zu werfen verspricht, demnächst in Hamburg stattfinden. Ein Sühnetermin, der am Freitag stattfand, ist ergebnislos Verlaufen. Soziales. Macht ganze Arbeit! Ter Entwurf eines Gesetzes über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe mit seinen ganz unzulänglichen Bestim- mungen hat nicht nur in den Kreisen der Handlungsgehilsen enttäuscht. In der„Kölnischen Zeitung"(Nr. 1292) nimmt der Chef„eines großen rheinischeit Manufaktur- und Mode- Warengeschäfts" zu der Frage das Wort und nennt den Gesetz. entwurf eine halbe S a ch c. Er verlangt ein Gesetz, das entweder die völlige Sonntagsruhe vorschreibt oder doch eine für das ganze Reich einheitliche Regelung bringt. Wenn man den Verwaltungsbehörden die Befugnis gebe, weitere Stunden für den Verkauf freizugebemjo werde das Gesetz unwirksam. Tie Gegner der völligen Sonntags- ruhe fuhrt dieser Prinzipal wie folgt ab: Gegen eine vollständige Sonntagsruhe wird von verschie- denen Seiten viel Propaganda gemacht; das war auch der Fall, al» die heute bestehende Sonntagsruhe eingeführt wurde. Doch haben uns die Erfahrungen gezeigt, daß durch diese Ein- sührung der Gesamtumsatz nicht gelitten ha t. Einzelne Tage der Woche mit stillem Geschäftsverkehr haben sich durch Einführung der Sonntagsruhe belebt und würden sich noch weiter beleben, wenn die vollständige Sonntagsruhe ciuge- führt würde. Wenn nun Rücksicht aus die Landbevölkerung ge- nommcn werden soll, so genügen meines ErachlenS zwei Stunden Verkaufszeit vollständig. In diesen zwei Stunden wird derselbe Umsatz erreicht, wie früher in vier Stunden und den ganzen Tag. Diese zwei Stunden VerkaufSze.it brauchten auch nur in den Saisonmonaten, ungefähr von Mitte Juni, dann wieder vom 1. Oktober bis 25. Dezember freigegeben werden. In den übrigen sa i s o n l o sc n Monaten könnten die G e- s ch ä f t e ohne jede» schaden der Inhaber ge- schlössen bleib c n. Andere Länder haben schon jahrzehntelang die vollständige Sonntagsruhe eingeführt, weshalb sollte das nicht auch in Teutschland möglich sein, um nicht allein den An- gestellten, sondern auch den Prinzipalen einen wohlverdienten Ruhetag zu gönnen. Während des letzten Reichstagswahlkampfes haben alle bürgerlichen Parteien die Handelsangestellten besonders umworben. Nun können sie zeigen, ob ihre Wahlversprechungen mehr waren als Worte. Und weshalb sollen Bureauangestclltc, Techniker und andere Angestellte nicht auch Sonntagsruhe haben? Ucbcrjpannte Haftung. Ein Rollkutscher klagte gestern vor der 7. Kommer des Gewerbe- «crichts unter Vorsitz des Magistratsrats Dr. Gerth gegen die Firma Beck u. En. auf Auszahlung einer Rcstkaution in Höhe von 15 Mark. Ter Kläger hatte eine Fuhre Leder abzufahren. Als er um 8 Uhr abends zum Empfänger kam. war es zu spät zum Abladen. Ter beladenc Wagen mußte also während der Nacht auf dem Hose unter freiem Himmel bleiben. Ter Wagenplan reichte jedoch nicht aus, das Leder gegen Regen zu schützen, deshalb benutzte der Kutscher kurzerhand eine Decke mit dazu, die er. entsprechend dem Tarif, im Winterhalbjahr zum Schutz gegen Kälte mitbekommt. Er tat es, um seine Firma vor einem großen Schaden zu bc- wahren, der entstanden wäre, wenn das Lcder naß wurde, und auch. weil er damit rechnen mußte, daß ihm dieser Schaden aufgebürdet würde. Am nächsten Morgen war die Decke verschwunden und die Firma hielt sich an dem eingeklagten Äautionsbetrage schadlos. Die Decke hatte neu tS M. gekostet und war ca. 3 Jahre in Gebräu». �.cr Kutscher haftet tarifgemäß mit der Kaution für Abhanden- kommen der ihm übergebencn Decke. Obwohl der Kläger mit der secke einen größeren Schaden abwenden wollte, der Tarif also für diesen Fall nicht anwendbar war, riet das Gericht dringend zu einem Vergleich. Ein solcher kam schließlich zustande: die Beklagte zahlte 4 M. an den Kläger. GencKts-Teining. Ter Polizeihund im Frirdrichshain. Ohne Rücksicht aus die Person des Angeklagten, lediglich nach Maßgabe der zur Anklage gestellten Tat, soll ein Gericht urteilen. Das ist ein Grundsatz jeder objektiven Rechtsprechung oder sollte es wenigstens sein. Der Obertribunalorat Grolman erklärte in einein Urteil gegen Johann Jacobv von diesem Standpunkt aus: Je entfernter der eigene Standpunkt des Richters von dem des Angeklagten ist, desto mehr sollte er sich hüten, seine eigene politische Ansicht bei der Urteilsfindung mitsprechen zu lasse». Anders liegt die Praxis heute recht oft. Selbst in unpolitischen Dingen wird von der Polizei die vermeintliche politische Stellung des Angeklagten betont, und es finden sich Richter, die auf derlei nicht zur Sache gehörige Behauptungen ein Gewicht legen, ja selbst nach der politischen Stellung von Zeugen oder Sachverständigen inquirieren. Bei Gelegenheit der Reform der Strafprozeßordnung ist betont, daß ein Schutz hiergegen durch ein Verbot vonnüten sei, nach der politischen Stellung von Zeugen oder Sachverständigen zu forschen. Wie notwendig eine dahin gerichtete Vorschrift ist, zeigte eine Verhandlung, die sich gestern vor der Berufungsinstanz des Landgerichts I, Strafkammer 7, unter Vorsitz des Landgcrichts- direktors Schnitzkcr abspielte. Es handelte sich um die Polizeihundassäre, die sich am IS. Mai, abend» gegen MIO Uhr im Friedrichsüain abgespielt hatte. An- geklagt war der Lehrling Becker. Er hatte von der Polizei ein Strafmandat in Höhe von 4 M. erhalten, weil er sich der drei schweren Straftaten schuldig gemach: habe, durch Mitsingen ruhe- störenden Lärm erregt, an einem Auflauf teilgenommen und der Aufforderung eines Polizeibcamten. weiter zu gehen, nicht nach- gekommen zu sein. Das Jugendgericht hatte die ersten beiden An- schuldigungen fallen lassen, aber wegen des dritten Punktes auf eine Strafe von 10 Sil. erkannt. Ter Angeklagte stellte den Sachverhalt wie in erster Jmstanz dar. Die jungen Leute hatten den ihnen von der Parkverwaltung ausdrücklich zur Verfügung gestellten Spielplatz im Friedrichshain nach Beendigung ihrer Spiele unter Gesang verlassen und wurden dann, als sie am Rand des Hains, gegenüber der Wcrncuchcner Straße, noch plaudernd beisammenstanden und sich voneinander verabschieden wollten, von einem in Begleitung eines Polizeihunde» anrückenden Schutzmann Neumann in schneidiger Weise zum Weitergehen aufgefordert. Sein Uebereifer wirkte ansteckend auch auf den Hund, so daß dieser einen jungen Mann biß und nachher auch den Lehrling Becker, der den Schutzmann um Angabc seiner Nummer bat, attackierte und übel zurichtete. In der Verhandlung vor dein Landgericht stellte der Vorsitzende, LandgerichtSdirektor Schnitzker mit dem Angeklagten ein Verhör an, wie wenn die Friedrichshainspiele jener jungen Leute eine politische Angelegenheit seien. Vors.: Sie alle sind jugendliche Sozialdemokraten, Angchörige der sozialdemokratischen Partei? Angekl.: Da kommen allerhand hin.— Vors.: In den Akten steht aber etwas von der sozialdemokratischen Partei I Der Vorsitzende fragte auch, ob zwischen den Spielenden ein Zusammenhang, eine Art„Organisation" bestehe. Der Angeklagte verneinte das. Als dieser erzählte, wie der Polizeihund den jungen Mann angefallen habe und dann er, Becker, die Nummer des Schutzmannes habe fest- stellen wollen, fragte der Vorsitzende: Wie kommen Sic denn als löjähriger junger Mensch dazu, die Nummer zu fordern? Angekl.: Ter junge Mann konnte sich doch sonst nicht beschweren. Vors.: Da hatten Sie aber nicht nach der Nummer zu fragen. Da brauchten Sie doch bloß zur Polizei zu gehen und zu fragen, wie der Beamte heißt. Becker schilderte weiter, wie der Hund auch ihn gepackt habe, während der Schutzmann ihn, den Becker, festhielt. Zu Becker» Behauptung, der Beamte habe den Hund sogar gehetzt, sagte der Vorsitzende, das sei nicht wahr. Er erklärte, festgestellt sei, daß der Schutzmann sich richtig benommen habe. Nach der vorn Verteidiger Rechtsanwalt Kurt Rosenfeld be- antragtcn Verlesung de» Attestes über die erheblichen Verletzungen, die Becker bei der Polizeihundattackc davongetragen hatte, kam es zu neuen Fragen. Das Attest war nur mit„Dr. Wetzl" unter- zeichnet. Vors.: Ist Dr. Wehl praktischer Arzt? Angekl.: Jawohl. Vors.: Ist cS der Berliner Stadtverordnete? Vert.: Ich weiß nicht. was diese Frage soll. Vors.: Ja, absichtlich schneide ich sie an, weil er zu dem hingegangen ist, den ich als Mitglied einer bestimmten Partei kenne. Vert.: Ich beanstande diese Frage, eventuell bean- trage ich Gerichtsbeschluß darüber. Sie könnte den Eindruck er- wecken, daß die Parteizugehörigkeit des Arztes ausschlaggebend sei für die Beurteilung des Atteste?. Vorsitzender und Staats- anwalt wendeten ein, es handle sich doch nur um eine einfache Feststellung. Bert.: Ich möchte nicht der?lufsassung Raum geben, daß ein deutsches Gericht Wert lege auf die Feststellung, ob der Arzt ein s-zialdcmotratischer Stadwerordncter ist oder nicht. Das Gericht bcschlost, die Frage sei zulässig und erheblich. Taraus erklärte der Verteidiger: Nach der Strafprozeßordnung bat in diesem Stadium der Verhandlung der Angeklagte nicht mehr das Recht, den Gerichtshof wegen Befangenheit abzulehnen. Er würde es sonst noch jetzt tun, weil er nicht das nötige Vertrauen zu der Objektivität des Gerichtes hat. Vors.(unterbrechendl: Sic ivollen einen AblehnUngsantrag stellen?(Zu den Zuhörern): Der Zuhörerraum ist zu räumen! Vert.: Nicht doch, ich stelle ja gar keinen Ablehnungöantrag. Aber der Angeklagte hat das Geftihl, daß er vor einem Gcrichl-Hoi steht, zu dessen Objektivität er kein Ver- trauen hat. Es lzat sich auch gezeigt, daß der Vorsitzende schon ein bestimmtes Urteil hat. Denn er erklärte es vorhin für schon fest- gestellt, daß der Beamte richtig gehandelt habe. Der Angeklagte nimmt daher feine Berufung zurück. Hiermit war das Urteil reckstskräftig geworden und der Vor- sitzende schloß die Verhandlung. Vielleicht wäre an Stelle der ja begreiflichen Zurückziehung der Berufung die Durchsetzung einer Beweisaufnahme und eines UrtellS ratsamer gewesen. Dann hätte sich herausgestellt, welche sachliche Bedeutung die Parteizugehörigkeit des Angeklagten und des sachverständigen für die Beurteilung der Frage haben sollte, ob der Angeklagte befugt gewesen ist, die Feststellung der Rummer des Schutzmanns zu verlangen. Interessant wäre es auch gewesen, fest- zustellen, ob in der Tat das Gericht die weltfremde Ansicht teilte, die Persönlichkeit eines Schutzmanns ließe sich durch Nachfragen auf der Wache feststellen. Immerhin bietet auch so der Prozeß Material für die Gestaltung des Entwurfs eine? Gesetzes über das Verfahren gegen Jugendliche. �__ Die Gräfin als Angeklagte. Eine Anklage gegen die Frau Schisssosfizier� Elisabeth, Emilie, Gräfin Fischlcr von Trenberg, geb. Uhl beschäftigte gestern die 10. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des-.and- gerichtSrat Brieskorn. � r Die Angeklagte, die im Jahre 1871 in Offcnbach als die Tochter eines armen Schneiders geboren ist, hat c» bis zur Gräfin gebracht. Sic ist im Jahre 1802 in Frankfurt a. M. der sittcn- polizeilichen Aufsicht unterstellt gewesen. Sie trat in Franfftirt am Main auffallend elegant auf, nahm am Korso mit vierspän- nigem Gefährt teil, besuchte die Zirkuslogen, machte Reisen stach München, Bertin, London und Monte Carlo usw. Im Jahre 1807 wurde sie aus der sittenpolizeilichen Aussicht entlassen und siedelte nach Hamburg über. Dort heiratete sie, nachdem sie von einem Liebhaber eine Abfindung von 20 000 Mk. erhalten, einen Hotel» besitzcr. Dieser ließ sich bald von ihr scheiden. Anfang 1011 hei- ratete sie in England den Oberleutnant zur See a. D. Ernst Grafen Fischler von Treuberg; sie hatte diesem für die Heirat 25 000 Mt. versprochen, später aber ihr Berspreckwn nicht gehalten. Die Gräfin hat sich ein umfassendes Wirkungsfeld in Berlin ge- sucht und sich von den Geschenken, die sie von Verehrern erhielt, insbesondere aber von den hoben Provisionen, die sie für Vermitte« lung von Darlehen an„Kavaliere" bezog, ernährt. Sie steht jetzt unter Anklage de? wiederholten Betruges und des Wuchers. In einer umfangreichen Nachtragsauklage werden ihr noch 5 Fälle der Nötigung bezw. der versuchten Siötigung und der Beleidigung zur Last gelegt. Unter den Betrugssällen befindet sich ein Fall des Heiratsschwindels, wo einem Regierungsbaumeister eine Ehefrau mit mindestens 300 000 M. verschafft werden sollte.—' Auch mit den Geldgeschäften der Prinzessin Luise von Belgien stand die'Angeklagte in Verbindung und betrieb für diese die Kreditbeschaffung in eigentümlicher Weise.— Die Angeklagte hat, obgleich sie fortgesetzt Besuche von Gerichtsvollziehern zur Vor- nähme von Pfändungen erhielt, einen kolossalen Aufwand, nmnent- lich in Pelzen und Schmucksachen getrieben, bezog ihre Kleider von Paquin in Paris, besaß Brillantohrringe im Werte von 10 000 Mark, mehrere Pelzmäntel, darunter einen Opossumpclzmantel, fubr viel Automobil, spielte in Monte Earlo eine große Rolle und gab dort große Summen aus. Bei den Wncherfiille», die ihr zur Last gelegt ivcrden, handelt es sich zumeist um Darlehnsaeschafte mit Offizieren, cincin Le- gationssckretär, einem Fabrikbesitzer u. a. Die Anklage wird von SlaatSanwaltSasscffor Rusche vertreten, die Angeklagte wird von den Rechtsanwälten Dr. Klee, Bahn und Justizrat'Arthur Salomon verteidigt. Da viele Ättenstücke zu verlesen und zirka 50 Zeugen geladen sind, wird die Verhandlung etwa 10 Tage dauern. Beraubung von Güterwagen. Am 25. Oktober berichteten ivir über die vor der l. Straf- kammer de» Landgericht» III unter Vorsitz des Landgerichts- rirektor» Bahr gegen 24 Eisenbahnangejtellte verhandelte Straf- fache. 21 Rangierer in Fricdrchsfclde sollten Güterwagen beraubt haben. Stach langer Verhandlung wurde daS Urteil gefällt. TaS Gericht erkannte gegen Olschewski auf 7 Monate, gegen Jcrzig auf 1 Jahr 0 Monate, gegen Schwarz auf 9 Monate, gegen Betzin auf 2 Monate, gegen Suchland auf 7 Monate, gegen Rente auf 1 Jahr, gi�en Liobcnow auf 6 Wochen, ebenso gegen Kolbe und Krause; ge�cn Leski aus 4 Monat, gegen Schultz aus 3 Wochen, gegen Dam aus 1 Woche, gegen Thal, Schliewe, Fröhlich, Gienapv und Runge auf Freisprechung; gegen Funk aus 7 Wochen, gegen Strauch auf 4 Monate Gefängnis; gegen Jastrow und Saintcr auf Freipsrcchung, gegen Carow 1 Jahr Zuchthaus. Den vcrnr- teilten tAngctlagten wurden 7 bis 9 Monate auf die Untersuchung»- baft in Anrechnung gebracht. Der größte Teil der in Haft befind- lichen Angeklagten wurden aus der Untersuchungshaft entlassen. Den Angeklagten Thal�irnd Fröhlich sollen auch die Koste» bcx Verteidigung aus der Staatskasse ersetzt werden. Vom Hallcschcn Meineidsverein. Der Meincidsklub.Lfanonc", der seinerzeit unter Leitung des Arbeitswilligenagenten Maurermeisters William Pfeiffer gegründet worden ist, beschäftigte am letzten Sonnabend wiederum das Hallcsche Schwurgericht.?lngcklagt war der Flugapparatbaurr Fritz Becker, der zugunsten Pfeiffer» in einem Zivilprozetz für Entschädi- gung einen Meineid geleistet hat. Um Geschäftsleute zu betrügen, hatte erst Pfeiffer für Becker und nachher Becker für Pfeiffer ge- schworen. Man nannte solche» Verfahren im Klub—„Kanone machen". Im vorliegenden Falle verlangte ein Lieferant für den an Becker gelieferten Motor 6000 M.; Pf. und B. schlössen ein Schcingeschäft ab, um den Lieferanten zu prellen. Pfeiffer, die stolze Stütze des Unternehmertums und der Arbeitswilligen, wurde zur Verhandlung als Zuchthäusler, kurz geschoren und bartlos, in „Uniform" vorgeführt und gab nunmehr den mit Becker begangenen Schwindel zu. Die Folge davon war, daß Becker zu drei Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt wurde. Inzwischen werden zur nächsten Schwurgcrichtsperiode weitere MeineidSprozcsse des Pfcifferklubs vorbereitet. Es erfolgten toeitere Verhaftungen. Auch der Bureauvorsteher zweier Recht?- anwälte in Halle, jlrenzberg, der bei Scheinderträgen usw. mit- gewirkt haben soll, wurde wegen Meineids in Haft genommen, später aber wieder freigelassen. Versammlungen. Eine gutbesuchte ordentliche Geneealversammlnn« der 8er. waltungSstelle Berlin des Deutschen MetallarbeiterverdandeS tagte am Sonntag in der Brauerei Fri-drichshain. Der gedruckt vor- liegende Kassenbericht enthält in Einnähme und Ausgabe folgende Zahlen: In der Hauptkasse wurden vereinnahmt inkl. eines Kassen- bestände» von 170 867,70 M., 86692öch4 M. Unter den Ausgabe- Posten zu Lasten der tzauptkasse sind folgende Hanptposten ent- halten:'An Unterstützung für Arbeitslose 263 353,66 M., für Kranke 160 024,50 M., für Streiks 67 430— M., für Maßregelungen 17 303,20 M., Unterstützung in besonderen Notfällen 4420,— M., Hinterblicbencnuntcrstütziulg 6460.— M., für Reisegeld 8860,95 M., für Unterstützung beim Umzug 3038,00 M., an die Hauptkasse ein- gesandt 108 395,46 M. Die Lokatkasse zeigt inkl. eines Kassen- bcstandes am 1. Juli von 1 640 632,58 M. eine Einnahme von 1 772 865,38 M. Unter Ausgaben der Lokalkasse werden verzeichnet: Unterstützung bei Streiks 42 991,30 M., bei Maßregelungen 6100,60 Mark, in besonderen Notfällen 1857,— M. Der Kassenbestand der Lokalkassc betrug am 30. September dieses JähreS 1 581 731,52 M. Es Ivareir zur Generalversammlung eine ganze Reihe von An- trägen gestellt, von denen aber nur wenige die Zustimmung der Generalversammlung fanden. Beschlossen wurde, einem Antrag der Jugendkommission entsprechend, daß ein Mitglied freigestellt werden soll zu dem ausschließlichen Zweck, die Arbeite» der Jugend- abtcilung zu erledigen. Die Stelle wird ausgeschrieben, und wurde zum Zweck der Prüfung der einlaufenden Bewerbungen die im Ortsstatut vorgesehene Kommission sofort gewählt. Sodann wurde noch folgender'Antrag angenommen: „Die Wahl der angestellten Bezirksleiter geschieht in fol- gender Weise: Nachdem ein entsprechender Antrag an die Orts- Verwaltung gerichtet ist, wird die Frage der Anstellung von der Generalversammlung endgültig beschlossen. Die Wahl erfolgt in gleicher Weise wie bei sonstigen An- gestellten, d. h. durch Ausschreibung und Prüfung der einlaufen. den Bewerbungen durch ein Koni Mission von 16 Mitgliedern, ivovon 12 die Generalversammlung und 3 die Ortsverwaltung wählt. Die Vorschläge der.Kommission werden den Vertrauens- männern des betreffenden Bezirks vorgelegt und diese treffen die endgültige Wahl. Der angestellte Bezirksleiter hat alljährlich in einer Konfe- renz der Funktionäre feines Bezirks Bericht zu erstatten. Die Konferenz hat das Recht, bei der Ortsverwaltung zu beantragen, daß der angestellte Bezirksleiter von seinem Posten entfernt wird und auf einen anderen Posten zu setzen ist. Auch können die Kollegen des Bezirks die Kündigung des betreffenden Bezirks- IciterS bei der Ortsverwaltung beantragen. Die Einladungen zu den Jahreskonferenzen sowie zu den .Konserenzen, die die Wahl des angestellten Bezirksleiters vor-- zunehmen haben, geschehen vom Bureau der Verwaltung�- stelle aus." Damit war die Tagesordnung erschöpft, «Sag e rstandS�achrichte« der LandeSanftalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Beruncr Wctterbureau ______*-___________________-_____________________ i >)+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Unterpegel,—% höchster Wasserstand: 532 cor am 16. um 6 Uhr nachmittag?. Bncfkaftcn da* Redafctfoti. Sic iuriftifnt epreqftuude findet StndenftraScog, vor» die» ree»»e» — S n d r sl u Ii l wocheuttgUch von Iii dt» 7 Ii u»e»de»»?,«mmaveuv?, »on Hi»IS 6 Uhr adcndS statt. Zeder für den Brtefiaftru desttmmtrn»»feagc ist ei« Buchslade und eine Saht als Mertzetchen betzusügea. Brtefttche Antwaet wird»Ich» erteilt. Ausragen, denen reine Abonneme»>eSa»tUung deigefügt ist, derd-u»ich» beantwortet. Eilige geagea trage mau t» der SorechfUmdr vor. BS. 100. Eine Pflicht hierzu besteht nicht, andererseit? befleht auch kein Grund, die Fragen nicht zu beantworten. E. L. R. 44. Aus Empfehlung privater Firmen lasse» wir uns nicht ei». Siehe Berliner Adrcfzbuch II. Teil.— A. E. 65. 1. Nach Ablauf der vierwöchigen Frist kann der Geschäftsmann eine neuerliche Frist sestfetzen und nach'Ablauf dieser Frist die Versteigerung des Pfandes in die Wege leiten 2. Fragen Sie an in der Auslunftsstelle des Bunde» für Mutter« schütz: Frau LeSheim, Berlin. Schönhauser Allee 164(Sprechstunde 2—3). — B. 00. Der schlechte GeschästSgang ist kein ausreichender Grund zur Lösung deS Vertrages. Ist das Vorhandensein von Hausschwamm nach- weisbar, so würde da« allerdings einen Lösungsgrund darstellen. Wir raten, sich mit dem Polizeipräsidium in Verbindung zu setzen.— M. H.. Neukölln. Eine Eniziehmig oder Kürzung der Rente findet aus Anlah der Verheiratung nicht statt.— A. H. 40. 1. Nur dann besteht ein An- spruch. wenn zur Zeit oder in der Folgezeit weitere Söhne der Militärpflicht genügen. 2. An die Ortspolizeibehorde. 3. An die Betriebsverwaltung in Berlin, Köthener Str. 12.— F. No. 66. Ja.—«. 17. Falls Ihre Frau die Portierstelle� innehat, Ist deren Anmeldung erforderlich.-- 91. R. 100. Ihre Schwester kann sich nur an die Armenocrwaltung wenden.— H.®. 34. Solange die Kinder bei Ihrer Frau sind, sind eic auch zahlungspflichtig. Unter Zugrundelegung Ihres jetzigen Ver- dumstes würden oic etwa 20 Ät. pro Woche zu zahlen verpflichtet sein. Die Bestellung eines Pflegers ist offenbar nur zu dem Zweck geschehen, um die Uuterhallsansprüche gegen Sic geltend zu machen. Falls die Frau ohne gesetzlichen Grund getrennt lebt und sie nicht imstaiide ist, den Kindern eine angemessene Erziehung hier zu bieten, können Sie gegen Ihre Frau die «tage aus.Herausgabe der.Kinder durch einen Rechtsanwalt erheben lassen. — E. K. SO. 1. Sie können innerhalb des ersten Mouat? von Kenntnis Ut BefteSeit« bei Versicherungsvertrag-« abgerechnet, dieses Verfichcrungs- verhälwis lösen. 2. Stur dann, wenn Sie diesen Vertrag gelöst haben Im übrigen besteht bei der.Volksfürsorge", die Sic offenbar meinen, die Möglichkeit der Versicherung gegen Feuersgesahr nicht.— F. W. 7i. Ein solcher Vertrag wäre anfechtbar.—■».«)a. i. Ohne Kenntnis der Einkommens- und Vermögensverbältniise nicht zu beantworten. 2. Die Mutter kann sich ein Armenattest besorgen und damit znni Bericht gehen. — A. M. 9. Nur dann, loenn bei der Witwe Invalidität vorliegt. — Ff». III. Nein.— R. S. ä-l. Ihre Frau kann lveiterkleben. Die Karte muß vor Abiaus der zweijährigen Frist umgetauscht werden. — 8. 5J6. Es entsteht ein Slachteil zum mindesten bei der Bemessung der Höhe der Rente, unter Umständen sogar Verlust des Anspruchs. Wenn Sic eine versicherungspflichtige Beschästigung und die Verwertung der Marke» in der fraglichen Zeit nachweisen können, so beantragen sie. bei der Landesversicherung die Ausstellung eines Duplikats.— Ä. L. 177. Die gestellten Ansprüche erscheinen gesetzlich begründet. Wir raten zur Einigung wegen der Ansprüche. Abgesehen von den Alimenten kann die Lohn- beschlagnahme erfolgen, soweit sie mehr als 2S,8ö M. in der Woche verdienen. — Z.»>00. An das Polizeipräsidium.— F. A. 80. 1. Ja. schon nach einjährigem Aufenthalt. 2. Aus dem Kassenstatnt der zuständigen Orts- krankcnkasse ersichtlich. Falls einer Kasse nicht aligehörig. ü2 Pf. pro Woche. — H. S.!iO. 1. Schwiegereltern und Schwägerin können, sosern nicht eine anderwcite Abmachung getroffen ist, allmonatlich aus- kündigen. 2. Die Forderung der Gemeinde Lichtenberg ist begründet. — W. 390. 1. Nein, sosern die Amtsperiode nicht verstrichen ist.?. Das erscheint nicht ausreichend. Es kann Beschwerde beim Versicherungsaint geführt werden, insbesondere dann, wenn ein Kassenmitglied berechtigten Grund zur Beschwerde hat. 3. Unseres Erachtcns nein. 4. Wenden Sie sich an die Buchhandlung Vorwärts, dort sind billige Werke über die einzelnen Abschnitte der Reichsoersichcrungsordnnng erschienen. 5. Ja, so» fem die Witivc invalide im sinne des Gesetzes ist und der Mann nicht schon vor dem l. Januar l9l2 Invalidenrente bezogen hat.— F.(S. 79. Das Mädchen ist verpflichtet, das Jahr im Dienst zu verbleiben.— Elba 40. Nein.— 8. W. lOO. Die Forderung ist verjährt.— 100. Fritz. Falls die Ehelichkeitserklärung des Kindes erfolgt ist, hat die Mutter Icincir Anspruch am Herausgabe. —————— w* ! 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Ansang 6'/; Uhr. CinesNolleudorf'Theater.Bariele- Lichtspiele. Anfang VI, Uhr. Agl. Opernhaus. Boheme. «gl. Schauspielhaus. Ariadne auf Naros. Deutsches. Der blaue Bogel. Lesüng. Peer Gynt. ZirkuS Busch. Galavorstellung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Ansang 8 Ubr. Urania. Die Herstellung künstlicher Edelsteine. Hörsaal: Prof. Dr. C. Kästner: Wettervorhersage. Kammerspiele. Der verlorene Sohn. Königgrätzer Strafte. Die fünf Frankfurter. Theater am NoUendorfPlatz. Der Mikado. Theater des Westens. Polenblut. Berliner. Wie einst im Mai. Deutsches Künstler- Theater. Die Affäre. Deutsches Opernhaus. Der Waffenschmied. Deutsches Schauspielhaus. Die heitere Residenz. Thalia. Die Tangoprinzessin. Komödienhaus. Hinter Mauern. Montis Operetten. Die ideale Gattin. Schiller O. Rosenmoniag. Schiller Kharlottenburg. Jugend- freunde. Residenz. Hoheit— der Franz. Mctropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Kasino. Ferdinand der Tugendhafte. Kleines. Belinde. Suftfpiclhaus. Im grünen Rock. Trianon. Seine Geliebte. Herrnfetv. Was jagen Sic zu Leibusch? Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stctliner Sänger. Eines lilvollv-Theater. Variete- Lichtipicic. Eines Friedrich- Wilhelmstädt. Die Kinolönigm. Äniang S'f, Ubr. 9loic. Im meisten Röstl. Luise». Hopsenrats Erbe». Folies Cnprice. Mistgeburt. Das Zldoptivlind. Walhalla. Der Liebcsonkel. Aniang 8>/, Ubr. Neues Bolkstheater. Die Sieb- zehnjährigen. Niiiang 3 Uhr. CiuesNollendorf-Thcater.Variete- Lichtspiele. Admiralspalast. Die lustige Puppe. S• * Sternwarte, Jnvalidenstr. 67—62 Montis Operettentheater. Abends 8 Uhr: Lehär-Novität; Die ideule Gattin. Fritz l Massary. I. Epieimann a. G. Morg. u. folg. Tage: 0!e ideale Gattin. Mittwoch(Busttag) leine Porste llung. Verantwortlicher Redakteur: Schiller-Theater O.IS: Diensiag, abends 8 Uhr: Rolsenmontag;. Tonncislag. abends s Uhr: Zum ersten Male: Die goldene Ritierzeit. Freitag, abends 8 Ubr: Hose nmon tax. Schiller-Thealer c*z°T: Dienstag, abends 8 Uhr: Jngeadfreundc. Donnerstag, abends« Uhr: Die Jnngfran von Orlcan«. Freitag, abends 8 Uhr: daxendkreande. fheaier Inder KöDiiTäizer Sirale 8 Uhr: Zunl 450. Male: Die fünf Frankfurter. Mittwoch: Geschlossen. Komödienhaus. s uhr: fjintrr Wanern. Mittwoch: Geschlossen. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie eiast iai Mal. Mittwoch; Geschlossen. DcatiachcMSchaaapiclhaas 8 Ubr: Die heitere Residenz. Mittwoch, 8 Uhr: Gcistl. Bortrags- und Konzert-Zlbend. Theater des Westen». 8 Uhr: Polenblut. Mlitw.: Oratorium Judas Maccabäus". Anfang 8 Uhr. Tttr aiü §. 8 Uhr: Mikado. Miitw., 10. d., 8 Uhr: cinz. Vortrag: Meine Reise zum Südpol, ge- hallen von Zioald Ammidscn. .Z-Ruaiiluuü-Ilisalar». Hoheit— der Franz! Musikalische Groteske in 3 Akten von Artur Landsberger und Willi Woisf. Musik von Robert Wintcrbcrg. Morg. u. s. Tage: Hoheit— der Franzj Wieffliilt Theater 30-3t Chnusseestr. 30-31. Operetten- C*a»tsplel Die Kinokönigin Operette in 3 Akten von Georg Okonkowski u. Jul. Freund. Mn»!k von Jean Oilbcrt. Kassonoröffu. 7 I hr. Auf. 8 Uhr, deutsches jtüustlerttieater Sozietät. Nürnberger Straüo 70/71, am Zoo. Kasse: Nollend, 1383. Dienstag 8 Uhr: Die Affäre. Mittwoch: Geschlossen._ IOSE=THEÄTE URANIA r"',s", 8 Uhr: Geh. Keg.-Kat Professor • Dr. A. Sliethe: Die Herstellung künstlicher Edelsteine. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. C.Kaßner: Wettervorhersage. Lessing-Theater. Uhr: Peer Clynt von Ibsen. Munf von Gvieg. Mittwoch: Geschlossen. Reichshallen-Theater Stettiner Sänger Ziekenln kliostier- Igentiir. Ansang 8 Ubr. Nächste Nachm.- Vorstellung: Sonntag. den ZU. Nov. kSlk NIELSEH Bavaria-Haa» Friedrich-. Ecke Taubonstr. ASTA NIELSEN Unter den Linden 21 Zirkus Alb. Schumann. Dienstag, 18. November 1913, abends 7'/, Uhr: Cür. Sport- Vorstellung. Neu! MIS Mariettas Xeu! 5 dressierto Seelswen zu Pferde. Neu! Les Stars i3 Damen) Neu! Orig.-Jonglour-Akt..Im Mazim-, Neu! Mr. Ganja Neu! Der beste Dressur-Akt, best. aus Affen. Hunden u. Katzen. LM- Um Q'/j Ubr:-TfSß Tango vor Gericht! Pantomimische Burleske in 3 Akten mit Gesang u. Tanz Mittwoch(Bußtag); Keine Voratellang. Donnerstag, abends 7'/. Uhr; 4» rolle F.lltevorwtellnng, ASTA NIELSEN Weinbergsweg 16— 17 (2 Min, vom HoscnthalcrTor) ASTA NIELSEN Moritzplatz ASTA NIELSEN Hasenheide ASTA NIELSEN Reinickendorfer Str. 14 ASTANIELSEN tll Büß- und Bellag, Mittwoch, 19. November, sind sämtl. UT geschlossen. Zoo Palast am Täglich Anfang 6 Uhr. Sonntags 3 Ubr M a( 1 n e e. Komplettes Programm grosser| Variätg'Akte sowie unsere renommiertenLicbtspielc| Preise von 65 Pfennig an. Apollo-Theater| Marlin Kempinskl das urkomische Original uiowle unsere renommierten Lichtspiele Preise von 65 Pfennig an. Ununterbrochene Vorstellung von 6 Uhr an. Sonntags von 3 Uhr an Nollendorf-Tlieater Cleopatra Die Herrin des Nils Das FiSmuundcr der Welt [ Wochentags Anfang 61/- u. 9 Uhr Sonntags 4. ö1/, und 9 Uhr. Jugend-Vorstellung | Mittwoch und Sonnabend 4 Uhr xu halben Freisen. Willard der Mann, der wächst Grete Freund II Paul Beckers Operettendiva, v Komiker. Grispi und Ferren Exzentr. Tanz-Duo und eine Kette bervompilep Kunstkräfie! Rauchen gestattet! Folies Caprice. Zum 30b Male: (Ritter Baldrian 1 1 Anfang Das Adoptivkind 8/z Uhr am Bahnhos Baumichulenweg. Ober-Zchöneweide. Heute Dienstag abends 8 Uhr im„Wilheb minenhof": Mitgliederversammlung. Morgen Mittwoch, den 19. d., morgens 8 Uhr, treffen sich die Genossen in den Bezirkslokalen zur Flugblattverbreitung.* Die zum selben Tage anberaumte Versammlung ist von der Polizei verboten worden: dieselbe findet nunmehr am Donnerstag, den 20. d. M., abends 8 Uhr, im Wilhelminenhof statt. Näheres siehe Plakate. Friedenau. Heute Dienstag, abends 8Vz Uhr: Mitgliederversammlung deS Wahlvereins im kleinen Saale des„Kaiser-Wilhelm Garten", Rheinstr. 64. Teltow. Heute Dienstag: Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. Grünau. Morgen Bußtag: Wichtige Flugblattberbreitung. Treff Punkt morgens 8 Uhr in der„Grünen Ecke". Spandau. Morgen Mittwoch früh 7>/z Uhr: Flugblattverbreitung im 6. und 7. Kommunalwahlbezirk. Die Genossen der Bezirke 1—9 treffen sich hierzu bei Deetz, Kurstr. 22, und die Genossen der Be- zirke 10—17 bei Köpenick, Pichelsdorser Str. 39. Weißens«. Die für Mittwoch, den 19. d. Mt§. iBußtog) an- gesetzte Kalendervcrb reitung findet umständehalber voraus» sichtlich erst im Laufe deS Monats Dezember statt. Am Freitag, den 21, November, abends 7 Uhr, von den Gruppen- lokalen aus Handzettelverbreitung zu der Frauenver- sammlung am 25. d. Mts. Reinickendorf-Ost. Morgen sBußtag) früh von 8 Uhr ab findet zu der am Donnerstag, abends 8 Uhr, im Schützenhause stattfindenden öffentlichen Versammlung eine Flugblattverbreitung statt. Borsigwalde- Wittenau. Dienstag, den 18. November, abends 8 Uhr, in den Borsigwalder Festsälen: Dritter Vortragsabend über „Die wissenschaftlichen Grundlagen der modernen Arbeiterbewegung". Röntgental, Zepernick, Buch. Mittwoch, den 19. November, morgens 8 Uhr: Flugblattverbreitung und Arbeitslosenzählung. Material ist vom Genossen Buchholz. Kaiser-Wilhelm-Str. 50, in Empfang zu nehmen. Zu der Kinderausfübrung für unseren Märchen- abend werden diejenigen Genossen und Genossinnen, deren Kinder im Alter von 8 Jahren mitwirken wollen, gebeten, dieselben zur ersten Probe am Mittwoch, den 19. November, vormittags 10 Uhr, zu Pierend, Bärwolfstraßc, zu schicken. öerlmer I>sadmcbUm Ein nationales Jugendhaus. Jungdeutschland hat am Sonntag ein zweites Jugendhaus eingeweiht. Während das erste Heim in Tegel vornehmlich dem Spiel und Sport im Sommer dient, soll das am Sonntag eingeweihte, an der Rathenowcr, Ecke Seydlitzstraszc belegene Heim ein Sammelpunkt für alle vaterländische Jugendpflege treibenden Vereine des Nordens und Nordwestens werden. Der Charakter dieses Jugcndhauses kann nicht besser beleuchtet werden, als wenn wir den Festbericht abdrucken, der über die Einweihung erstattet wird. Wir lesen in einigen Blättern: „Zur Einweihung hallen sirb Generalfeldmarschall v. der Goltz, Generalleutnant v. Amman, Polizeipräsident v. Jagow init den Polizeipräftdenten von Lichtenberg und Schöneberg, Vertreter von RcicbS- und Staatsbehörden, zahlreichen Abordnungen verwandter Pereine eingefunden. Fanfaren leiteten die Feier ein. Nach dem Gesänge„Die Himmel rühmen" vollzog Prediger Wunderlich die Weihe des Hauses, das eine christliche und nationale Pflege- st ä t t c reiner Jugendsrcude, eine Pflanzstätte von Glaube und Gottesfurcht, ein Hort von Königstreuc, ein Brunnen der' Bolls gesund ung sein soll. Oberst v. Hülsen wies darauf bin, daß in einer haßerfüllten Zeit hier die Liebe zu Gott und dem Nächsten, die Liebe zu Heimat und Kaiser in den jungen Herzen gepflegt werden soll. Mit dem Rufe:„Mit Gott f ü r K ö n i g u n d P a t e rl a n d!" über- gab er als Vorsitzender der Jungdcutschlandgruppe Groß-Berlin das Haus an Generalleutnant z. D. v. Amman. Dieser wies darauf hin. daß hier die bürgerliche und militärische Jugend sich vereint. Mit einem Hoch auf den Kaiser, der für das Soldatenheim dieses Jugendhaus gewidmet hat, schloß die Ansprache. Feldmarschall v. der Goltz überblochle als erster Vorsitzender des Jungdeutschland-Bundes dessen Glück- wünsche der Gruppe Groß-Berlin. Er knüpfte daran die Hoff- nung, daß hier eine Jugend mit starkem Körper und starkem Geiste heranwachsen werde, eine tüchtige, patriotische, lönigstreue Jugend, die, wenn die ernste Stunde kommen wird, zu wahren versteht, was die Väter erwarben, deS Vater- landcS Größe und Glanz. Nach dein Festmarsch„Deutsche Jugendlnst" folgte eine Besichtigung des schmucken, zweigeschossigen JugendhauseS." Aus obigen Darlegungen geht deutlich herbor, welcher Geist in dem Jugendhause gepflegt werden lvird. Es ist Verrat an der eigenen Klasse, wenn Arbeiter ihre Kinder der Juitgdcntschlandbewcgung zuführen, anstatt sie der prolc- tarischen Jugendbewegung anzuschließen. Damit aber auch für unsere Jugend mehr getan werden kann, sollten unsere Ge- Nossen die Jugendheime mehr unterstützen. Das können sie am leichtesten, wenn sie Mitglieder des Vereins„Arbeiter- jugcndheim" werden.___ Tie Jrrenrechtsreform marschiert. �Dcr Bund für Irren recht und Jrrenfürsorge (Sitz Berlin) hielt am Sonntag in den Fürstenberg-Festsälen, Rosenthaler Str. 38, unter sehr starkem Zuspruch eingeladener Gäste seine diesjährige Hauptversammlung ab. Unter den Erschienene» bemerkte man unsere Reichstagsabgeordneten Thiele(Halle) und Davidsohn, ferner den Weimarer Professor Dr. Lehmann-Hohenberg. Kreisarzt Dr. Weißgerber, Pfarrer Stier, zahlreiche Rechtsanwälte und praktische Aerzte, auch eine ganze Anzahl von Irrenärzten. Letztere meldeten sich, obwohl wiederholt dazu aufgefordert, nicht zum Wort. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Bundes- Vorsitzenden Pfarrer Palm- Wilsleben erklärte Redakteur E l m e r von der Zeitschrift„Jrrenrechts-Reform" in scharfpointierten Aus- führungen, was der Bund sei und was er wolle. Er sei nicht, wie die Psychiatrie frivol verbreite, ein„Bund der Entmündigten" oder ein„Bund ehemaliger Geisteskranker", sondern setze sich zusammen aus sehr geistesgesunden Männern und Frauen, die in idealster Gesinnung für ein hohes Ziel arbeiten, für die Schaffung gesunder Rechtszustände in dem verfahrenen Irren- Wesen. Redner warnte vor verallgemeinerndem Schimpfen auf die Psychiater. Es gebe auch noch genug Irrenärzte, vor denen als Arzt wie als Mensch man Hochachtung haben müsse. Mit aller Energie müsse aber das Treiben unlauterer Elemente unter den Psy- chiatern, besonders der auf Geldverdienen bedachten Privatirrenärzte, bekämpft werden. Hier müsse man eine radikale Aenderung fordern, die gesctzlickie Beseitigung aller Privatanstalten, die eine Gefahr für die periönlickie Freiheit bedeuten, das Recbt und die Verfassung mit Füßen treten. Mit Nachdruck müsse der Kampf sich auch richten gegen jene Behörden, die init der Psyckiatrie gemeinsame Sache machen, um geisteSgesunde, aber unbequem gewordene Leute, selbst unbequeme Beamte, in die Irrenhäuser sperren oder sonstwie für„verrückt" crllären zu lassen. Endlich sei auch zu kämpfen gegen die Oeffentlichkeit, die leider noch immer in schwerem Vorurteil be- sangen sei gegen ehemalige JrrenanstaltSinsasien. Auf Meie Weise würden Taufende, die man mitleidslos von sich stoße und ächte, der grausigsten Not, dem Alkohol, dem Verbrechen und wieder dem Irren- hause in die Arme getrieben. Habe man Millionen übrig, um immer neue palastartige Irrenanstalten zu bauen, so müssen auch Hunderttausende da seiii, um für die soziale Wiedergeburt entlassener Jrrenanstaltsinsasien zu sorgen. Die moderne JrrenrechtS- Reform- bewegung, die sich nicht mehr verdrängen lasse, sei die„nie irrende Stimme des Volkes" und in diesem Zeichen werden wir siegen.(Leb- haste Zustimmung.) Der praktiiche Arzt Dr. Schacht aus Guben, der die Verbrüderung der Behörden mit den Irrenärzten am eigenen Leibe erfahren hat, hielt einen zweistündigen Vortrag über ärztliche Sünden im allgemeinen und psychiatrische Sünden im besonderen. Er nannte eS ein trauriges, beschämendes Zeichen der Zeit, den Gegner, der völlig geistig geiund sei, durch Verrückterklärnng zu beseitigen. RcichstagSabgeordneter Thiele gab unter großen? Beifall die Erklärung ab, daß er und feine Partei schon bei der aller« nächsten Gelegenheit die Jrrenrechtsreformfrage in breitester Form im Plenum des Reichstages zur Sprache bringen werdet». Andere Redner betonten. daß diese Frage keine Parteifrage sei; vielmehr seien alle Parteien darin einig, daß zur Beseitigung der schweren Mißstände etwas Durch- greifendes geschehen müsse. Rechtsanwalt Dr. Ehrenfried be- handelte das Gebiet in längerem juristischen Referat. Professor Dr. Lehmann-Hohenberg sprach über bevorstehende JrrenrechtS- Prozesse in Weimar. An den Reichskanzler wurde ein Telegramm gesandt des Inhalts, dafür zu sorgen, daß sobald als möglich durch ein Reichs- Jrrenrechlsgesctz die bedrohlichen Irrenhaus« und Enimündigungs- zustände beseitigt werden und dadurch der Verfassung, welche die persönliche Freiheit und Sicherheit des Staatsbürgers garantiert, Geltung verschafft wird._ Bessere Strolche. Dem s ch ä n d I i ch e n T r e i b e n zweier junger Männer, die seit einiger Zeit junge unerfahrene Rkädchen unter 16 Jahren in ihre Netze lockten, ist durch ihre Verhaftung ein Ende gemocht loorden. Ein 21 Jahre alter Moritz Gumpert hatte sich in der Rkagazinstraße ein Flurzimincr gemietet. Da nur morgens eine � Aufwartefrau kam, konnte er in dem Räume schalten und walten' wie er wollte. Er ging mit seinem Freunde, dem 26 Jahre alten Paul Rosenfeld, abends durch die Straßen, beide schlichen sich an junge Mädchen heran und überredeten sie, mit auf ihr Zimmer zu gehen. So haben sie es auch fertig gebracht, zwei Mädchen von 14)4 Jahren, Töchter sehr achtbarer Eltern, zu umgarnen, um sich schließlich in der schändlichsten Weise an den unerfahrenen, kaum den Kinderschuhen entwachsenen Mädchen zu vergehen. Erst in der Nacht um 3 Uhr schickten sie die Mißbrauchten auf die Straße. Die Eltern erstatteten Strafanzeige gegen sie und so kam die Kriminalpolizei dahinter, daß die Unholde, Söhne vermögen- der Eltern, schon wiederholt Mädchen in diesem Alter mit- genommen und die Hausbewohner oft gehört haben, wie diese jammervoll schrien. Nach diesen Feststellungen nahm die Polizei Rosenfeld sofort in Haft. Gumpert dagegen beließ sie vorläufig' auf freiem Fuß, weil er geistig minderwertig ist. Tie beiden Strolche konnten sich die Gemeinheiten leisten, weil ie Söhne vermögender Eltern waren, von denen sie das Geld hatten, um besondere Absteigequartiere zu mieten. Aus der städtischen Strastenrcinigung. Die Tacjesordillmg der am 15. November abgehaltenen Sitzung der Deputation für die städtische Straßenreinigung war eine um- angrcichc. Aus der Deputation Imirdc der Wunsch geäußert, wenn. möglich zu der früheren Gepflogenheit zliriickzukehrcn und regelmäßig nionatlich eine Sitzung abzuhalten. Damit würde am besten der Anhäufung des Beratnngsstofies vorgebeugt. Der Wunsch fand all- 'eitige Zustimmung. Eine Notiz des„Vorwärts" in Nr. 253 vom 30. September, Arbeiterentlastungen betr., bot der Diretkion Anlaß zur Monierung. Die Notiz aus die Berliner Verwaltung gemünzt, wäre unzutreffend gewesen. Wie sich jedoch nachträglich bei näherer Prüfung heraus- gestellt hat, bandelt es sich um eine Schilderung über Vorgänge in der Charlottenburger Verloaltung der Straßcnreinigung. Bei aufmerksamer Lektüre des„Vorwärts" hätte dieser Umstand der Direktion nicht entgehen können. Beschlossen wurde, die Lieferung von Bekleidungsstücken in beschränkter Submission zu vergeben. Zu- gestimmt lvurde der Erhöhung des MietspreiscS von Ringbahn- bogen von 660 auf 720 M. Desgleichen der Zahlung von Prämien an die Führer der Kraftfahrzeuge, die in der Behandlung ihrer Fahr- zeuge so dorsichtig sind, daß die JahreSreporaturkusten den Beirag von lSS» M. nicht übersteigen.— Berstöße gegen die Disziplin wurden in den Monaten April, Mai, Juni in SSs Fällen geahndet. — Für die Klötze der abgängig gewordenen Besen will ein Ab- nehmer 4ö M. für 1000 Stück zahlen.— Bewilligt wurde» Jahres- Unterstützungen an die Wärterin Crcmer mit 240 M. und an die Witwe Graw mit 270 Vi.— Lohnentschädigungen für beurlaubte Arbeiter wurden für 204 Tage 825 M. gezahlt. Zur Planierung und Bepflanzung der Kehrichtabladeplätze wurden 3000 M. bereitgestellt.— Dem Wunsche der Handwerler in den Depots, dahingehend, an den Sonnabenden vor den hohen Feiertagen eine Stunde früher ArbeitSschlufz eintreten zu lassen, wird entsprochen. Der Etatentwurf wird gutgeheißen. Eingesetzt wird eine Summe von 70 000 M., die erforderlich ist, den Eisenbahnanschluß- der eventuellen Anlagen am Rudolfplatz sicherzustellen. Die anderweiten Projekte der Verwaltung für eine Neuregelung der Sammlung und Abfuhr de? Straßenkehrichts sowie eine Neuordnung der Beauf- sichtigung des Betriebes wurden zurückgestellt für günstigere Zeiten. Der Einstellung eines Betriebsingenieurs wurde zugestimmt, da die Schaffung dieser Stelle in der Ausdehnung deS motorischen Betriebs und der maschinell betriebenen umfangreichen Reparaturwerkstätte ausreichend Begründung fand. Das überfüllte Hospital. Neberfüllt ist das städtische Hospital Berlins in Lichtenberg, und auch die Abteilung desselben in Reinickendorf und im städtischen Obdach Fröbelstraße läßt in dieser Beziehung nichts zu wünschen übrig. Im Kuratorium kam auch die Art der Belegung zur Sprache. ES sollen bekanntlich nur ,. vorbe st raste" Per- sonen dort hinauskommen; feit langer Zeit befinden sich aber auch Unbestrafte in großer Anzahl darunter, besonders solche, die sich in anderen Hospitälern in irgend einer Art„mißliebig" gemacht haben, sowie Leute, die in geschlossene Armenpflege genommen werden müssen. Mit Recht wurde vom Kuratorium der Standpunkt vertreten, daß B e st r a f u n g e n, die unter Umständen 10, 20, 80, ja 40 Jahre zurückliegen, doch einmal als gelöscht angesehen werden müßten und daß die unglaubliche Ueberfüllung endlich beseitigt werden muß. Das Kuratorium beschloß, eine Besichtigung vorzu- nehmen und daran anschließend über geeignete Maßnahmen zu be» schließen. Ein Antrag, den Herrn Oberbürgermeister zu dieser Be- sichtigung einzuladen, schien einigen Herren unangenehm zu sein; hoffentlich läßt sich derselbe dadurch nicht abhalten, daran teilzu- nehmen._ Ueber Massenerkrankungen in der Heimstätte Upstall gehen uns Nachrichten zu, die geeignet find, große Beunruhigung hervorzurufen. Wie uns mitgeteilt wird, sind in der genannten Heimstätte in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend unter den Kindern Erkrankungen eingetreten, die sich in starkem Erbrechen und im Durchfall äußerten. Die Kinder seien stark mitgenommen worden und Eltern, die am Sonntag ihre Kinder besuchten, seien geradezu erschrocken über das Befinden ihrer Lieblinge. Die Erkrankungen werden auf das Essen zurückgeführt, das am Freitagmittag verabfolgt worden sei. Es ist Aufgabe der Verwaltung der Heimstätte, durch Aufklärung der Sach- läge zur Beruhigung der Eltern beizutragen. Vom Eisenbahnzug überfahren wurde bor einigen Wochen ein Dienstmädchen Emma Schr. aus Berlin. Wir berichteten damals, daß die Vermißte bei Zeuthen auf der Görlitzer Bahn als zerstückelte Leiche aufgefunden worden war. Ob Selbstmord oder Unfall vorliegt, ist schwer zu entscheiden. Heute kommen wir auf die traurige Angelegenheit zurück, weil erst jetzt eine Beschwerde über das Verfahren bei Ermittelung der Angehörigen an uns gelangt ist. Ermittelt wurden sie mit Hilfe eines Pfandscheins, den die Verstorbene zufällig bei sich hatte, der aber dem Mann ihrer Schwester gehörte. Die frühere Wohnung des Mannes, der vor seiner Verheiratung bei seiner Mutter gewohnt hatte, ließ sich bei dem Pfandleiher feststellen. Zu der in Schöneberg wohnenenden Mutter kam dann ein Schutzmann und meldete, daß der Pfandschein bei einer Mädchenleiche aufgefunden, diese aber schon beerdigt worden sei. Dem sofort benachrichtigten Sohn blieb nur die Annahme, daß in der Toten die vermißte Schwägerin ermittelt sei.' Warum die Suche nach den Angehörigen nicht rascher zu einem Ergebnis geführt hat, ist unverständlich. Der Gedanke, bei dein Pfandleiher anzufragen, mußte das allererste sein. Im übrigen ist die Leiche ganz unnötig übereilt beerdigt worden, noch ehe die Angehörigen von der Auf- findung erfahren hatten. In Miersdorf, wo die Beerdigung statt« fand, gibts keine Leichenhalle— das soll der Grund dieser auffälligen Eile sein. Dabei wurde dann natürlich die Leiche so, wie man sie aufgefunden hatte, in den Sarg gelegt. Die Angehörigen bezweifelten, ob die Tote überhaupt Emma Schr. sei und forderten die Wieder- ausgrabung. Als diese nach zehn Tagen erfolgte, war der Schwager empört darüber, wie man die Leiche in dem Sarg ge- bettet hatte._ Für die arbeitende Fugend findet morgen, Bußtag, abends S Uhr, in der Stern- warte Treptow, ein Vortrag, verbunden mit kinematö. graphischen Vorführungen statt über das Thema »Scotts Reise zum Südpol und ein Blick ins Weltall". Ferner finden am Totensonntag, den 2 3. November 1913, nachmittags 2 Uhr, in den beiden Uniontheatern am W e i n b e r g s w e g 18/17 und am Moritzplatz kinematographische Vorführungen statt. Unter den Darbietungen seien u. a. erwähnt:„Scotts letzte Wege".»Die Beisetzungsfeierlichkeiten des Reichstagsabgeordnelen Bebel", ferner Landschaflsbilder, Naturaufnahmen usw. EintrirtS- karten für Jugendliche unter 18 Jahren 20 Pf., über 18 Jahren 30 Pf. Es wird hier der Versuch unternommen, der arbeitenden Jugend auf dem Gebiete der Kinematographie etwas Gutes und Einwandsfreies zu bieten. Es darf daher auf regen Besuch dieser Vor« führungen gerechnet werden. Zu dem Selbstmordversuch der Frau Elaviter in der Ramler- straße wird uns mitgeteilt, daß die Aermste im Krankcnbause schwer daniederliegt. Frau Claviter hatte schon vorher im Krankenhause gelegen und war schwer nervös und leiwt erregbar. Weil ihr Mann, der infolge des Besteigens eines falschen Straßenbahnwagens etwas später nach Hause kam als getvödulich, griff die bedauernswerte Frau in ihrer Erregung zu dem von uns berichteten Verzweiflungs- mittel. Die 12 polizeilich verbotenen Bußtagsversawmlungrn zum „Massenstreik gegen die Staatskirche" werden nunmehr Donnerstag, den 20. November, abends 8K Uhr, in nachstehenden Sälen statt- finden: 1. Konzert- und Festsäle. Koppenstr. 29; 2. PharuSsäle, Müllerstr. 142; 3. Patzenhoser Brauerei, Turmstr. 25/28; 4. Swine- münder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42; 5. Urania-Säle, Wrangelstr. 10/11; 6. Schweizergarten. Friedrichshain 29/30; 7. Charlottenburger BolksbauS. Rosinenstraße � 8. Reinickendorf-Ost, Schützenhaus, Nesidenzstr. 1; 9. Schöncberg, Schloßbrauerei. Haupt- straße 121; 10. Lichtenberg, Kronprinzeugarten, Frankfurter Chaussee 126; 11. Äöpenicker Stadttheater; 12. Ober-Schöneweide, Schloßpark, Wilhelminenhof. Der Sängrrchor Wedding, Chowreister Emil Thilo, M. d. D. A.-S.-B., Gau Berlin, veranstaltet am Mittwoch, den 19. d. M. (Bußtag), abends 7 Uhr, im großen Saal der Germania-Prachtsäle, Chausseestr. HO, ein großes Vokal- und Jnstrumentalkonzert, unter Mitwirkung deS Berliner Konzerthausorchesters, Kapellmeister Herr Fr. b. Blon und Herrn C. Burckhardt, Bariton. Eintrittskarte inkl. Liedertexte 60 Pf. erhältlich bei den Mitgliedern. Vorort-JNacbncbtem Lichtenberg. Bei der am Sonntag vorgenommenen Ersatzwahl zur Stadtver- ordnetenversammlung, die durch Verzug des Genosfen Düwell sich notwendig machte, gaben von 1103 eingeschriebenen Wählern 513 ihre Stimme ab, das sind 48,5 Proz. Da in diesem, dem 1. Stadt- bezirk, zum großen Teil die Beamten und Arbeiter der Eisenbahn- Hauptwerkstätten I und II wohnen, ist das Resultat der Wahl als ein außerordentlich gutes zu betrachten. Die 513 erschienenen Wähler stimmten sämtlich für unseren Genossen. Parteisekretär Paul Brühl ist somit gewählt. Eharlottenburg. Heute Dienstag, abends 8\U Uhr, findet im Volkshaus ein Lichtbilder- Vortrag statt:»Än den Ufern des Rheins." Ref.: Stadtv. Wilhelm Richter. Steglitz. „Blamierte Europäer" sjad es im weiteren Verlauf der letzte», Gemeindevertreterfitzung. yerr W i n ck l e r interpellierte aber- mals wegen der S t a d t w e r d n n g und dem Ausscheiden a u s d e m K r e i s e. Er verlangle ein energischeres Vorgehen, um endlich aus dem Kreise herauszukommen und eine städtislbc Ver- waltung zu erlangen, deren wir dringend bedürften. Der Bürger- meister erwiderte darauf, daß die Spezialkommission erst kürzlich gelagt und einstimmig beschlossen habe, vorläufig noch im Kreise zu bleiben. Herr Barsekow sprach seine Verwunderung über die Anfrage trotz des einstimmigen Beschlusses aus und bebauptete im übrigen, daß die wahren Freunde der Stadtwerdung stets in der angefeindeten Rechten des Hauses gesessen hätten; deshalb weise er alle Vorwürfe energisch zurück. Herr R a d t k e be- schuldigte trotzdem wieder die Rechte der Verschleppung. Herr Korthaus stimmte ihm zu und meinte, die Aus- führungen in der Kommission hätten nichts von einer Liebe für Stadtwerdung merken lasten, deshalb möge man auch öffentlich nicht davon reden. Herr Kirchner betonte, so lange der Landrat nicht wolle, würden wir nicht aus dem Kreise herauskommen. An ihm und seinen Freunden liege es nicht, denn die Rechte wolle in diesem Falle genau dasselbe wie die Linke. Herr G ä d k e meinte, daß die Furcht vor dem„König Landrat" unbegründet sei. Wenn die Rechte nur den ernsten Willen hätte, etwas zu erreichen, würde selbst der Landrat nicht auf die Dauer widerstehen können. Aus allen schönen Reden der Reckten höre man jedoch immer nur das„Nein" heraus. Hiergegen verwahrte sich Herr Barsekow nochmals ausdrücklich und erklärte, daß im bürgerlichen Leben das mit„unfair" bezeichnet würde, wenn man die Versicherung eines anderen anzweifle. War schon das Vorgehen der Herren Winckler und Korrhaus, die beide der Kommissron a n g e h ö r e n. und somit bei dem einfftimmigen Beschluß, die ganze Sache ruhen zu lassen, mitgewirkt haben, sehr merkwürdig, fo war es doch erst unserm Parteigenossen A tz in a n n vorbehalten, zu zeigen, wie die„wahren Freunde von Rechts und Links" in Wirklichkeit aus- sehen. Er bezweifelte, daß überhaupt die ernste Absicht bestehe, aus dem Kreiie auszuscheiden, und glaubte dafür stichhaltige Gründe zu haben. Als Anfang des JahreS die Wahl eines Kreisausschuß- Mitgliedes stattfinden sollte, wurde an die Kreistagsabgeordneten ein Flugblatt versandt, in dem für die Wahl unseres Bürgermeisters Buhrow Propaganda gemacht wurde. In diesem Flugblatt wird gelagt, daß Sieglitz seit zwölf Jahren bei den Kreisausschutz- Wahlen deshalb übergangen werde, weil nach Ansichl der Kreistagsabgeordnetcn eine Gemeinde, die aus dem Kreise ausscheiden wolle, keine Vertretung im KreiSauSschuß bean- spmchen könne. Ich zitiere nun wörtlich— fährt Aßmann fort— folgende Sätze:„Wenn auch Steglitz beinüht ist, die Grund- lagen seiner Auseinandersetzung mit dem Kreise festzustellen, so ist damit noch lange nicht gesagt, daß es aus dem Kreise auS- scheiden wolle. Ergibt die Abrechnung, daß daS Ans- scheiden— wie wahrscheinlich— nur mit erheblichen finanziellen Opfern erlaust werden kann, so wird voraussichtlich sich ein großer Teil, die maßgebenden Persönlichkeiten, für das Verbleiben im Kreise aussprechen.... Zudem fehlt Steglitz zurzeit die rechtliche Grundlage für sein Ausscheiden, die in der Verleibung der Stadtreckte besteht.... Wird Steglitz auch diesmal übergangen, so muß die natürliche Folge sein, daß die Agitation wegen Ausscheidung aus dem Kreise ganz erheblich gestärkt wird...." Unterzeichnet ist das Flugblatt von den Herren Gemeindeverlretern Barsekow, Kirchner, S t e i n t h a l und— Korthaus.— Ein schallendes Gelächter folgte den Worten Aßmanns und staunende Rufe:„Auch Sie, Herr Korthaus?" Dann übertönt die Stimme des Bürger» meisters den Lärm:„Es ist ein«chlußantrag eingegangen. Auf der Rednerliste stehen noch die Herren soundso. Wird der Schlußantrag unterstützt?" Und er wurde unterstützt, auch Herr Korthaus hob—'noch ganz verdutzt— die Hand. Darauf wurde der Schlußantrag mit' 11 gegen 9 Stimmen angenommen. Herr Körthaus halte sich schon so weit gesammelt— es war auch wirk- lich keine Gefahr der Ablehnung vorhanden— jetzt gegen den Schluß zu stimmen. In einer persönlichen Bemerkung führte er noch aus. daß sein Name ohne sein Zutun darunter gekommen sei, weil' er seinerzeit in Köln geweilt habe. Er sei sich jedoch nicht sicher, ob er seine Unterschrift v e r w e ig e r t hätte, wenn ihm pas Flugblatt vorgelegt worden wäre.— Es bleibt also dabei, daß er mit seinen„Freunden" von der Rechten deklamieren kann:„Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!" Weißensee. Aus der Gemeindevertretung. Das Ortsstatut betreffend das Kaufmannsgericht wurde auf Antrag der Beisitzer in verschiedenen Punkten einer Aenderung unterworfen; so soll z. B. der Vorsitzende anstatt, wie bisher nur einen fortan zwei Stellvertreter erhalten. Tie Vorsitzenden sollen nicht mehr alle drei Jähre, sondern nach einem Jahre neu gewählt werden. Die Vorschlagslisten sollen nicht mehr nach dem Eingange' numeriert werden, sondern durch Aus- losung. Ferner wurde ein neuer Paragraph geschaffen, wonach in Zukunft Wählerlisten ausgestellt werden, in der sich jeder Wähler eintrageil lassen mutz. Tie Verbände haben das Recht, selbständig Einzeichnungen vornehmen zu lassen. Auf dem Schnittergrundstück des Rieselgutes Birkholz waren vom Kreisarzt die Abort- und Jaucheanlagen beanstandes worden. Für die Beseitigung der un- haltbaren Zustände wurden 4300 M. bewilligt. Bei dieser Ge- legenheit wurde wiederum angeregt, die Schnitterkaserne überhaupt abzureißen und ein anderes Arbeiterwohnhans zu bauen, um die jetzt beschäftigten Russen durch einheimische Arbeiter zu ersetzen. Das Schweigen am Vorstandstisch bekundete, daß man zurzeit noch keine Lust verspürt, die.se billigen Arbeitskräste zu entfernen. Tie Debatte über die Einrichtung eines Fletschverkaufs ging verhält- nismäßig ruhig und schnell vonstatten. Die hiesige Schlächterinnung hat sich durch Beschlutz verpflichtet, inländisches Fleisch nach dem von der Stadt Wilmersdorf eingerichteten Fleischverkauf sowie den dort festgesetzten Preisen an die' Einwohnerschaft abzugeben. Die Gemeinde wird nunmehr mit den«chlächtern in Verbindung treten. die ausschließlich nur dieses Fleisch verkaufen sollen; diejenigen, die noch andere Oualitäten Fleisch nebenbei führen wollen, toerden für den Gemeindevertrieb nicht zugelaise». Der Verkauf. hat bereits am Montag begonnen. Zur Kontrolle und zur Entgegennahme von Beschwerden wurde eine Kommission ernannt, der auch'Genosse Taubmann angehört. Auf eine Anfrage, was geschehen soll, wenn sich zu diesen Bedingungen nicht genügend' Schlächter bereiterklären, erklärte der Vertreter der Schlächter, Gemeindevcrtreter Liesen, er garantiere dafür, daß dieser Fäll nicht eintritt. Pankow-Niederschönhause». Zu einer imposanten Feier gestaltete sich am Sonntag die Ein- weihung des Arbeiterjugendheims. Die Arbeiterschaft von Pankow-Niederschönhausen, besonders aber die Jugend hatte sich trotz des regnerischen Wetters zahlreich eingefunden. Die Feier wurde durch den Gesangsvortrag des Gesangvereins„Lieder- freund Pankow": Krönt den Tag! eingeleitet. Leider mußte die Einweihung infolge des zahlreichen Besuches getrennt werden, so daß erst die Erwachsenen die Besichtigung bornahmen, wobei der Vorsitzende, Genosse Fechner, die Eltern auf die Be« deutung eines Jugendheims hinwies und dieselben aufforderte, ihre Söhne und Töchter dem Jugendheim zuzuführen. Hierauf zogen die Jugendlichen in geschlossenem Zuge in ihr ueueS Heim ein, begleitet von dem Liede des Gesangvereins„Ich warte dein". Der Vorsitzende stellte sodann den Jugendlichen das Heim mit seinen Einrichtungen(Bibliothek, Zeitungsauslage, Spiele usw.) zur Ver. fügung. DaS Heim soll ein Sammelpunkt der Geselligkeit, der Kameradschaftlichkeit, der Unterhaltung und der Lektüre für die Pankow-Niederschönhauiener Jugend sein. Die Vertteter des Jugendausschusses wiesen die Jugendlichen ebenfalls auf die Be« deutung des Heims hin. Hoffen wir. daß der Zuspruch der Jugend- licken wie an diesem Abend auch fernerhin anhält, dann sind die Mühen und Opfer nicht umsonst gebracht. Geschloffen wurde die Feier mit dem Liede„Tord Foleson". Abends fand ein gemüt- lickeS Beisammensein, verbunden mit Gesang, Rezitationen, Musik usw., statt. Genosse Schönfelder sprach daselbst noch einen stimmungs« vollen Prolog. Das Heim befindet sich in Pankow, Maximilianstraße 43s, vorn parterre, und ist geöffnet wochentags abends von 8�—9�., Uhr. außer Montags, da dann der Mädchenabend stattfindet, Sonntag? von 4— 9% Uhr. Spanvau. Ter Boykott des„Roten Adlers" ist in ein neues Stadium ge- treten. Die bürgerlicheu Saal'besitzer, welche in dauernder Unruhe leben, entweder mit dem Militärbohkott oder mit dem Boykott der freien Gewerkschaften bedroht zu werden und sich daher jetzt ständig mit der Lösung der Spandauer Lokalfrage beschäftigen, haben eine Eingabe sowohl an den hiesigen Stadtkommandanten wie auch an den Kriegsminister gerichtet, wonach sie allen Parteien ihre Säle zur Verfügung stellen möchten, um endlich ans dieser Kalamität herauszukommen. Die Saalbesitzer wollen gerne am Tage der Ab- Haltung einer sozialdemokratischen Versammlung den Militärboykott über ihr Lokal auf sich nehmen und erklären sich sogar bereit, an diesen Tagen ein großes Plakat am Eingang zum Lokal anzubringen, daß den Soldaten der Eintritt verboten sei. Außer- dem berufen sich die Saalbesitzer darauf, daß man jetzt endlich auch im Kriegsministerium zu einer besseren Einsicht gekommen zu sein scheint, da der Militärbohkott über die Brauerei Pichelsdorf und über die Säle in Kassel aufgehoben sei, trotzdem diese Lokale allen Parteien zur Verfügung stehen. Die L->kalkommission wird nun in aller Ruhe die Entscheidung des Stadtkommandanten wie des Kriegsministers abwarten und die organisierte Arbeiterschaft wird nach wie vor den„Roten Adler" streng meiden. Die freie Arbeiter« schaft kann es nicht von dem guten Willen des KriegSmvaisters ab- hängig machen. Versammlungslokale zu erhalten, sondern mutz sich die Gleichberechtigung nötigenfalls erkämpfen. Wenn die Saal- besitzer Schaden dadurch haben, dann müssen sie sich beim Militär- fiskus bedanken. Teltow. Bei der Stadtvcrordnctenwahl, die gestern stattfand, wurden die beiden Sozialdemokraten gewählt. Auf die Gegner entfielen vier Stimmen. Sitzungstage vo« Stadt- und(Semeindevertrerungen. Neukölln. Donnerstag, den 20. November, nachmittags ö Uhr, im Rathause, Berliner Str. ö3, neuer Sitzungssaal, II. Tagiordnung n. a.: Antrag Dr. Fürst und Genossen bctrefiend die Einrichtung einer kommunalen Wohnungspslege und Einsetzung einer gemischten Kommission hierfür; Er- Weiterungsbau am Schulgebäude Marundorser Weg. Diese Sitzungen sind össentlich. Jeder Eemeindeangetzirige iß to rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Hub aller Welt. Red« des Reicbshanzlers beim feftmabl für Hohowzew. („Original" Bericht des»Vorwärts".) Berlin, 17. November. In den festlich und echtrussisch geschmückten Räumen der russischen Botschaft fand heute Montagabend ein Festmahl zu Ehren des hier weilen russischen Ministerpräsidenten Kokowzew statt. Nach dem dritten Gang erhob sich auf einen gnädigen Wink des Gefeierten der Reichskanzler und hielt folgende glückliche Ansprache: »Hohe Exzellenz. Erzellenzen. Väterchen und Ihr Bo- russen! Nur schwer entringen sich mir die Worte, denn ehrfurcht- gebietend und schier atemberaubend lastet auf uns die Anwesenbeit des von der Gnade Sr. Majestät des Selbstherrschers aller Reußen umstrahlten mächtigen Staatsmannes. der schon durch seine Stellung das Vorbild jedes von uns be- jcheidenen deutschen Staatsmännern ist.(Zustimmendes Murmeln.) Leider sind es nicht immer solch angenehme Untertanen Sr. Majestät des Kaisers Nikolaus, die Deutschlands Grenzen überschreiten. Wir haben es noch nicht soweit bringen können, die Schnorrer und Verschwörer völlig zu verbannen— ich bitte deshalb gehör- samst um Vergebung, unsere Gesetze find noch zu schlecht.(Zu- stimmung.) Eure hohe Exzellenz, wenn ich an diesen Gedanken an- knüpfen darf, kommen nicht als Schnorrer und nicht als Verschwörer zu uns— nein, Ihnen gilt es, das deutsche Kapital werbenden Zwecken in Rußland dienstbar zu machen und daß die» nicht auf dem großen Markte ausgemacht werden kann, sondern unter Schweigepflicht steht, wird im Lande der RüstungS- Prüfungskommission wohl begriffen werden.(Heiterkeit und Sehr gut!) Den hohen Wert der Heimlichkeit für eine wahr« hast monarchisch- patriotische StaatSkunst hat uns Rußland stets erkennen lassen und neidvoll hat mancher unter uns auf daS Meisterstück' geblickt, daS die zweite Duma zuerst von den Sozialdemokraten und dann von ihrer eigenen eben nur Volks. gewollten Existenz befreite.(Beifall bei den Russen.) Aber, daß russische Slaatskunst und Justiz auch die Oeffentlichkeit nicht fürchten. haben sie soeben glorreich in Kiew beweisen, wenn sich auch hier schließlich aufs neue die schweren Mängel der Geschworengerichte geoffenbart haben.(Zuruf: Geschworene schon unterwegs nach Transbaikalienl— Lebhafter Beifall.) Diese Raschheit sticht bewundernswert ab von unserer deutschen Schwerfälligkeit. Wir hoffen, daß e? mit gleicher Schnelligkeit Eurer hohen Exzellenz gelingen möge, den Zweck Ihrer Anwesen- heit zu erreichen und mit neuer Kraft neue Rüstungen gegen uns zu betreiben, auf daß wir neue Gründe zu neuen patriotischen Opfern erlangen.(Beifall bei den Deutschen.) In diesem Sinne, meine Herren, erheben wir unsere Gläser, gefüllt mit edlem Sekt und nicht, wie ein blödes Vorurteil den Russen nachsagt, mit Wutki und rufen: Da» heilige Rußland, sein Zar. seine Katorga. feint Kosaken, kurz seine ganze ideale Kultur— hurra! hurra! hurra I Hertking entschuldigt sich. Die recht kuriose Tatsache, daß die F ii r st e n f e i e r in Oelheim aus der Tasche eines Privatmannes bezahlt wurde, begründet die.Bayrische Staatszeilung" in einer osfiziösen Notiz auf folgende schnurrige Weise: „Freiberr v. Hertling hat im Finanzausschuß gelegentlich der Erörterung über die Lage der Z i v i l l i st e bemerkl, daß an die Veranstaltung der Kelheimcr Feier überhaupt nicht hätte heran- getreten werden können, wenn nicht ein patriotisch denkender Mann die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt hätte. Diese Feststellung ist von der- schiedenen Seiten als dem Ansehen der Krone abträglich bezeichnet worden. Eine derartige Kritik geht noch von einer irrigen Voraussetzung aus. Die Welheimer Jahrhunderlfeier ist n i ch t eine Veranstaltung des bayerischen Hofes gewesen, sondern eine vaterländische Gedächtnisfeier, an der Vertreter aller Volkskreise teilgenommen haben und der die Anwesenheit unseres Kaisers und der übrigen deutschen Bundessürsten einen besonderen Glanz verliehen hat. Es war keine höfische, sondern eine ausgeprägt politische Feier, die dartun sollte, daß Bayern sich mit freudigem und aufrichtigem Verständnis an den Ehrungen beteiligt, die im deutschen Vaterland dem Gedächtnis der Helden der Befreiungskriege gewidmet sind, die Kelheimer Feier hat gezeigt, wie lebendig in Bayern das Verständnis für die Bedeutung der Befreiungskriege ist. welche starke Wurzeln bei uns der Reichs- gedanke geschlagen hat und wie klar sich das bayerische Volk der hohen Güter bewußt ist, die die nationale Einigung auf der Grundlage der durch blutbeschworene Verträge befestigten RcichSverfassung uns ver- mittelt hat. Die Kelheimer Jahrhundertfeier hat ihrer ganzen An- läge und Bestimmung nach außerhalb des Rahmens einer höfischen Veranstaltung gestanden. Sie ist eine nationale und eine Volksseier gewesen. Wenn in Bayern sich ein Mann ge- funden hat. der für einen solchen edlen und im besten Sinne des Wortes vaterländischen Zweck die Mittel zur Verfügung stellte, s o gereicht dies ihm und unserem Vaterlande zur Ehre." SJit dieser Begründung hat Herr v. Hertling seinen Leuten einen Bärendienst erwiesen. Wenn es so dringend nötig war, daß Bayern seine Treue zu Deutschland durch eine nationale Feier betonen mußte, hätte man doch erst recht nicht sich in die Rolle deS Almosen- empfängerS drängen lassen dürfen. Aber wie die Praxis gezeigt hat, denkt ein Zentrumsminister anders wie andere Menschen. Löwenjagd in Paris. Eine Lölvenjagd versetzte am Sonntag den Boulevard Roche- chouart in Paris in Aufregung. Augenblicklich findet dorr ein Weihnachtsjahrmarkt statt, der von zahlreichen Personen besucht war. uuS einer der Jahrmarktsbuden gelang es einem jungen Löwen, der aber bereits vollkommen ausgewachsen war, zu entfliehen. DaS Erscheinen de- Tieres auf der Straße erregte nnlcr dein Publikum großes Entsetzen und es begann in wilder Hast zu flüchten. DaS Tier zeigte aber nicht die geringsten angreiferischen Absichten, sondern flüchtete ängstlich in den Hausflur eines Gymnasiums. Hier drückte es sich furchtsam in eine Ecke und ließ sich von dem rasch herbeigeeilten Bändiger mit einigcu Peitschenhieben ohne Widerstand in seinen Käslg zurücktreiben. Der Löwe kann zufrieden sein, daß er nicht in Leipzig auL- gerückt ist, da hätte man ein Sieb auS ihm gemacht! Kleine Notizen. Schwerer Betriebsunfall. Bei Neparatnrarbeiten an der Dampf- Heizung auf der Luisengrube in Z a b r z e wurde der<50 jährige Vorschlosser C z i u p k a von ausströmenden Dämpfen furchtbar verbrüht. Der Verunglückte starb kurz darauf. Ein eigenartiger Rekrut. Vor der Petersburger mili- tärischen Einberufungsbehörde erschien ein Einberufener, der in den Listen als ein Mann angegeben war, aber bei der ärztlichen Be- sichtigung sich eher als ein Mädchen als ein Mann erwies. Das Geschleckt des jungen Vaterlandsverteidigers konnte nicht genau f e st g e st e l l t werden und daher lvurde er ins Hospital zur wissenschaftlichen Untersuchung übergeführt. KulUagsveranftaltunAen. Wanderer. Deutscher Arbeiter-Vi-anderbund»Die Naturfreunde-'. Am Mittwoch, den 19. November(Bußtag) werden solgcndc Touren unter- mnnmen: Ortsgruppe Berlin I< Spandau— Blockbnickc— Marwitz— Hennigsdorf. Abfahrt Lehrter Fernbahnhos 8.09 Uhr vormittags. Ortsgruppe Berlin II: Rahnsdorj— Goscncr Berge— Eichwalde. Ab- sahrt Schlesischer Bahnhof 7.03 vormittags. Ortsgruppe Berlin III: Tegel— Schulzendorj—HermSdorf. Treffpunkt in Tegel( Endslaiion der Straßenbahn). 21), Uhr nachmittags. Ortsgruppe Berlin IV: Kindertour. Durch den Kaulsdorser Busch. Treffpunkt Dcrolina, Alexandcrplatz, s Uhr vormittags. Ortsgruppe Neukölln: Birkenwcrder— Grabowsec. Abfahrt Bahnhos Neukölln 6.05 Uhr morgens. Ortsgruppe Steglitz: Kartoffel- und HcringSpartic. Potsdam— Line- witziec— Michendorf(GelverlfchaftShauS). Abfahrt Potsdamer Fernbahnhof 5.40 Uhr vormittags. Arbeiter-Do uristeiiderein„Tie Naturfreunde-'. Ortsgruppe Berlin. Am 19. November fBußtag): I. Wanderung: Waiinfcc— Römerschanze— Potsdam. Abfahrt nach Wannfec Bahnhof Alexandcrplatz 6.11, Wannsce- Bahnhof 6.30 Uhr.— II.: Ecologifche Exkursion Nack, dem Rüdcrsdorser Kallsteinbruch. Abfahrt nach Erlner Bahnhof Alcranderplatz 6.15, Schief. Bahnhos 6.23 Uhr. Gäste stets willkommen. Schwimmer. Der Berliner Schwimmbercin„Welle" veraiislaltet am 19. No- vcmber(Bußtag) eine allgemeine Vereinspartie nach Rüdersdorf. Treff- puntt sämtlicher Mitglieder'/ß Uhr am Schlesischen Bahnhos. Männer abteilung über Fanglchlcufc nach Rüdersdorf; Tamcnabtciluiig über RahnS dors nach Rüdersdorf; Jugend- und Knabenabtcilung über Fricdrichshagcn nach Rüdersdorf. Zusammentreffen nachmittags 2 Uhr in Tasdorf, Restaurant W. Lange, Kaijcrstraßc. Mitglieder unter 18 Jahren erhalten freie Rückfahrt. Arbeiter- Schwiuimvercin„Delphin", Tegel(M. d. A.-S.-B.) veranstaltet am 19. November(Bußtag) eine Fußpartie nach Jinkenkrug. Treffpunkt für die Mäniierabteiliaiz morgens 7'/, Uhr im Nereinslokal. Für die Damenabteiluiig ist Treffpunkt vormittags 9 Uhr an der Normaluhr :» der Hauptstraße. » Ter Neuköllner Sportklub„Sperber 12"(M. d. A.-T.-B.) ver- auskallet am Mittwoch, den 19. November(Bußtag) aus dem TaSmania. Sportplatz, Neukölln, Grenzallce. ein Propaganda- Fnßballwettfpiel gegen E.P.-V.„Alt-Glienicke". Eintritt 20 Pf. Jugeudveranstaltungea. Reinickendorf< Ost. Am Bußtag: Ausslug der Jugendlichen nach Schönwalde. Treffpunkt früh 7 Uhr am Wasserturm. Fahrgeld zirka 70 Pf. Liederbücher nicht o.rgesscn!'_ eingegangene Druchfchnften. Die gute alte Zeit. Zeichnungen von K. Spitzweg. Pappband 6 M. — Das Stuttgarter HuNclmännlei». Bon E. Mörikc. Pappband 6 Ä, Holbeiu-Berlag, München. Sozialdemokratische Gcmcindcpolitik in Dresden, II. Bon H. Fleißncr. 1,50 M. Kaden u. Co., Dresden. Marktpreise von Berlin am IS. November llllZ. nach Ermittelungen des kgl. BokizeipräsidiumS. Mais(mixcd), gute Sorte 16.40—16,90, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00—00,00. Mais(runder), gute«orte 14,20—14,50. Richtstroh 5,00. Heu 6,20—7,20. Markthallenpreife. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochet, 34,00— 50,00. Speisebabnen. weiße 35,00—60,00. Linien 36,00— 70,00. Kartoffeln(Klemhdl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1.60—2.40. Rindfleisch, Bauchfleiich 1,30—1,80. Schweinefleisch 1,40—2.00. Kalbfleisch 1,40— 2,40. Hammelfleisch 1,50— 2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,40—6,60. 1 Kilogramm Karvscu 1,00—2,40. Aale 1,60—3,00. Zander 1,20—3,20. Hechte 1,20—2,60. Barsche 1,00—2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80-1,80. 60 Stück Krebse 1,00—24,00. WttteruugSüberiicht vom 17. November 1913. Wetterprognose für Dienstag, den 18. November 1913. EtivaS wärmer, veränderlich, vorwiegend trübe mit Rcgenfällcn und ehr lebhaften südwestlichen Winden. Berliner V e t t e r b u r e a u. Eine hochinteressante Weltreise sür nur 15 Ps. die Woche. ..' I...*".....••.v* r. /?.'. c. � v v /zy:. v � �.0. r 4. rf r ui„(Yi•, v.(4.„(4 � 4.-44- d».414 Was regt den Geist von neuem an, bringt Frohsinn und Schaffens- freude wieder-- i Reiselust und Reisen: Wir wollen erfahren, wie die Welt in Wirklichkeit mit all dem Reichtum ihrer Naturschönheiten aussieht, und wie die Menschen daraus leben. Wer Zeit und Geld hat, der reist. Aber wie viele können dieses überhaupt und sollen sie es sich ver- tagen? Nein!— Trete daher jeder mit uns getrost die Weltreise an und lerne die Macht der Natur, die Sitten und Gebräuche der verschiedene» Menschenrassen ohne Reisebcschwerden, teure Ausrüstungen und Reise- eider kennen. Er kann alles im gemütlichen Heim für nur lö Ps. pro Loche durch unsere illustrierte Zeitschrist„Durch alle Welt" genießen. Um der Reise besser folgen zu können, erhalten alle Aboime nten außerdem in Lieserungcn einen großen Universal-Handatlas gratis. Derselbe enthüll über 320 Boll- nnd Nebenkarten. Sobald Sie den Bestellschein auSgesüllt und eingesand! haben, wird die Reise angetreten. Bestellschein. Vw. An die Expedition von„Durch alle Welt", Berlin-Schöneberg. Am Park 11 Ich abonniere hiermit„Durch alle Welt" a 15 Ps. pro Hcst wöchentlich durch Boten srei iiis Haus. Name........................................... Ort, Straße....................................... 3. Preutzifch Süddeutsche (229. Köuigl. Prenß.) Klasseulottevie b. Klasse 9. Ziehungstag 17. Rooernber 1913 Vormittag äluf jede gezogene Stummer sind»wel gleich holie tüeniinn« gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Stummer in den beiden Adteilnugeu l u. II. Rur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigesügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 77 411 20 598 618 773 829 82 912 1116 31 344 89 661 809 26 86( 3000) 2044 180 247 370 74<3000( 428 696 636 49 67 700 68 946 8192 287 336 70 416 699 803 66 4087 193 194 (1000) 286(1000/ 315 462 69 576 867 994 8181 628 770 80 93 («'Ol 881 6218 1500) 409 600 28 88 707 23 36 885(600) 7206 307 453 698 702 84 831(600) 687 8179 90 209 88 480 86 696 603 847(3000) 69 91 913» 404 36 45 88 34 632(30o0) 62 846 93 »0012 27 232 66 331 47 403 61 6-3 741 868 602(1000) 23 11121 47 440 577 620 862 66 1 2112 45 394 461 84 629 60 719 20 838 967 84 1 3100 385(30O0) 460 572 87(10001 847(3000) 14 26 32 53 87 802 29 962 73 1 8179(3000) 387 408 35 62 678 38 739 810 72(600) 926 83(1000) 10044 207 40318(1000) 695 730(606) 47 933 39 78 1 7036 217 76 79 446(600) 846 938 18076 174 293 606 664 19 196 389 408 65 97 667 76 835 933 2 0065 166 244(1000) 63 60 406 603 60(30001 608 68 767 824(SOO) 78 21279 349 70 82 620 84 644 65 67 2 2(97(1000) 161 618 64 69 688 94 703(3000) 8 21 800(500) 68 972( 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480 623 6 3105 65 322 636 886 6 4034 304(1000) 16 402 33 660 76 91 703 15(1000) 60 928 79 6 5041 68 268 (1000) 92 341 84 621(1000) 94 937 76 6 6049 71 463 662 69 «56 5 7 071 191 216(600) 46 362 74£39 55 71 729 861 8 8049 328 649 849 5 9193 99 416(3000)67 668 92 779 90 903 8 0 42 210 17 50 54(3000) 304 83 580 814 61032 192 (1000) 323(1060) 63» 96 689 708 901 65(1000) 6 2015 29 205 14 600) 82 344 510(1000) 85(500) 628 92 734 67 800 92 930 64 83036 212 71 731«4110 271 1500) 361 633 99(600) 709 66(500) 77 879(1000) 87 924 41(1000) 64 6 5346 739(500) 66 837 978 6 6 204(3000) 625 80 819 76 910 6 7 039 112 51 «9 313 32 33 511 13 70 96 866« 6037 161 73 237 80 389 466 79�525 47 46 682(600) 706 38 999 6 6 034(1000) 449 81 621 7O034 130 60 06 234 691 93 856 912 71086 183 338 88 211 SU ,?24S? 317(3000) 69 9a 93 73'05 19 137 341 467 624 632£96 7 4057 156 213 369 6:a 64 8:6 61 90 949 78099 227 420 612 93 653(3000) 818 7 8 089 310 401 41 652 769 (1000) 946 7> 010 102 19 263 71 310 445 67 651 623 67 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Vreußtsch Suddeutsche (339. König!. Krenff.) Klassenlotterie 5. Klasse 0. ZiehungStag 17. Roveurber 1913 Nachmittag Stuf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe iöewliine gefallen, und zwar je liner auf die Lose gleicher Stummer in den beide» Abteilungen I u. 11. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 132 362 83(600) 97 89 478 686 716 665 888 1094 319 924 82( 600) 2131 348 86 666 77(600) 848 3391 436 662 66 864 4092 127 361 83 467(600) 533 45 925 86 5 004 310(600) 617 21 76 707 661 912 26 6070 186 69 354 448 664 7020 196 202 27(600) 41 669 83 618 786 830 8065 73 656 66 897 906 8129 70(600) 87 424 Sil 616 722 834 918 10090(1000) 124 249 86(1000) 481 84 831 37(600) 956 11284 408(500) 27 669(1000) 76 779 826 86»2004(500) 27 96 477(5000) 666 804 14 49 951 66 1 3042 70 78 108 30 225 300 4 662 85 93 713 803 991 14244(3000) 596 809 704 15014 34 122 33 42 94 238 393 428 76 634 61 714 927 48 66 1 8210 479 641 99 6-6 808 9» 7027 201 13 68 86(3000) 492 626 636 708 13 813 966 1 6064 87 117 63(3000) 227 336 39(1000) 426 48 630(1000) 49 876(3000) 19119 33 43 755 881 94 2 9016 72 236 316 459 649(600) 738 49 966 21088 199 211 90 534 BIO 903 8 2 2111 289 323 94 426 62 62 624 709 68 841(500) 81 2 3058 264 308 436 613(600) 65 721 35 911 2 4042 469 641 606 722 66 048 64 2 8247 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Mit ihm aber auch die Geschichte Flanderns unter Philipp II. und das Scheusal, die Inquisition, die über das blühende Land und seine Bewohner Tod und Verwesung �rächte und auch Eulenspiegel zur Bußfahrt nach Rom verurteilte. Eine Pilgerfahrt, die durch Italien und kreuz und quer durch Deutschland geht, und auf der Eulenspiegel, unerschöpflich in Listen und Streichen, seine belustigenden Tollheiten ausführt. Teppiche tieblcichofte) Gelegen- Seitälauf. Fabrilloger Maiierbofj, Große Aranliurterstraße S, Flurcin- gang.„Borwärts'lchem 10 Prozent Extrarabalt. Tteppdcckc» billigst Fabrik Große Frankftirterstraße 9 Gardincnhaus, Große Frank surterftraße S, Flureingang. 123Af ~(«jaSkrone». dreifiammig, komplett 7.50, Gasznglainpeir 6,00, Hänge- lichtpenoel 4,00. Gaslyren 2,40," Gas- wandanne 1,50. Kronenlager, Große Fratiksurterstraße 92, llicinickendorser- straße 120. �chonbam'er ülllce 121. Neukölln, Berlinerstraße 102. HOZK" In Freie» Z runde». Wochen- fchrist jiir das arbeitende Volk. 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Chauffeur, der am 8. Juni er, nachts gegen 3 Uhr, Lraniensttatze— unmittelbar Moritzplatz— einer Schlägerei beigewohnt und sich einem jungen Manne als Zeugen ange- boten, wird gebeten, seine Adresse an Auskunftei, Detektiv- usw. Institut .tcraemer, Martgrasenstraße 6 I, bekannt zu geben. Unkosten werden er- stattet. 3000b Für die Redaktion der„küo�taldeiuokrstlscltcn Partel- Korrcspondenz" wird ein auch in der Agitation erfahrener Redakteur zum baldigen Antritt gesucht. Bewerbungen find mit Gehalts- ansprüchen an W. Plannkuch. Berlin SW. OS, Lindenstr. 3, zu senden. 294/15* Achtung! Musiken Achtung! Im Gablisskmknt„Königsbank" Gr. Fraukftrter Str. 117, Jnh.: Bart Breuer bestehen Lohiidiffercnzcn. Auch ist dort der bisherige Leiter der Musik- kapelle unter Umständen gekündigt worden, die sehr stark an Mastregelung gemahnen. Wir bitten daher, Engagements sür dieses Etablissement strikte abgulehne«, solange die Differenzen nicht erledigt find. Zcntralverband der Zivilmufiker Teutschlands. 50/11* Ortsverwallung Berlin. Kunstttopferei Große Fraukiurter- straße 67._ 2399K* Pianos vermietet Pianohaus Krause, Ansbachersttaße 1.* >Votinungen. Möbliertes Zimmer im modernen Hause, dicht am Ringbabnhos, mit Warmwasser- Badebenutzung, an 1 auch 2 Herren oder Damen, 1. Dezember, Jäckel, Prenzlauer Allee 146, Gartenhaus I.-xl8* Limmer. Möbliertes Dorderzimmer, Bad, 18,00. Paulisch, Wich-rtsttaße 134. Eingang Dunkerstraße, 794* Möbliertes Zimmer, zweifenstrig. einen oder zwei Herren, Prinzessinnen- straße 12, III links,_ 29696 Möbliertes Erkerzimmer zu ver- mieten Baumschulenweg, Trojan- straße 6. II links, 2987b Grostes möbliertes Zimmer, zwei Herren, Preis 38,—. Taborstraße 6, vorn I, bei Just.-f-14* Schlafstellen. Freundliche möblierte Schlafstelle in sehr großem Zimmer vermietet Frau Schröter, Markusftraße 18. V. Aufgang II. 2b* Schlafstelle. 1, 2 Herren, 12.00, separat. 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