Pr. 80«. HboniKmentS'DCdi n�u ngen: Mormfmntlä• Preis ptänumetanba: SZierteljährl. LL0 Mk. monall. I.Ill M!, wöchenllich 28 Psg. frei inS HailZ. Einzelne Nummer b PIg> EonntagZ- nuuimer mit illustrierter Sonntags- BcUage.Die Neue Welt' lll Pfg. Post- Abonnement: l.Ill Mark vro Monat. Eingetragen in die Post. ZeitunaZ, Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich> Ungarn 2,50 Mark, für das übrige Ausland 4 Mark dro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz, so. Jahrg. ättittnt kZgklch. Berliner Volksblnkk. Vit InferNonz.eebiih, beträgt für die fechSgefpaltene Kolonel- geile oder deren Raum W Pia,, für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versnmmlungs-Anzcigen M Psg „kleine Hnztigtn", das fettaedrulkie Wort 20 Psg, szulässig Ssetlgcdruckle Worte), icdeS weitere Wort 10 Psg Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen da- erste Wort 10 Pfg„ jedes weiter- Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch. flaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müsten bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abeichS geöffnet, Telegramm. Adresse! „Soslslllimolikzt Btrlln". Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte» Deutfchlands. Redaktion: 850. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morinplatz, Nr. 1983. I Freitag, de« 31. November 1913. Sxpedition: 850. 68, Ltndenstrasse 69* Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Str. 1981. lhervi und. LlialZ-cothringen. In einem Leitartikel seiner„Guerre sociale" wendet sich Genosse Gustave HervS gegen die Ausführungen, mit denen wir in zwei Artikeln der Nummern 287 und 288 zu seinem Buch über die elsah-lothringische Frage Stellung ge- nommen haben. Da er es für eine Pflicht der Loyalität' hält, daß wir seine ganze Entgegnung unseren Lesern, unterbreiten. wollen wir nicht so illoyal sein, diesem Wunsche nicht nach- zukommen. Hier also steht, was H e r v ä über die Aufnahme feiner Vorschläge in der deutschen Sozialdemokratie zu sagen, zu klagen hat: Der„Vorwärts" perwirst meine Schluhfolgerungen, meine Marimallvsung, die Rückgabe Elsah-Lothringens gegen ungcheure Kolonialgebiete ebenso wie meine Minimallöiung, die Elsay-Loth- ringen oliroyierte republikanische Autonomie im Rahmen des deutschen Staatenbundes im Austausch für die Zulassung deutscher Werlpopierc an der Pariser Böse. Wen» ich ein nervöser Wüterich wie A n d l e r wäre, pfiffe ich von allen Dächern, daß die deutschen Sozialdemolraten verschämte Nationalisten sind, und würfe die Flinte ins Korn. Ich habe aber keine so schlechte Meinung von unseren Freunden auf der andern Seil« des Rheins. Wenn sie Teutschland lieben wie ich Frankreich liebe, bin ich sicher, daß sie. was nicht wenig heißen will, ebenso überzeugte Internationalisten sind wie ich selbst. Nur ist unser Hirn anoerS gebaut. Kein Deutscher, der einen Fettfleck aus dem Rock hat, studiert Chemie, um den Fleck zu entfernen. Kein Franzose entfernt zuerst den Fleck und nachher, wenn's ihm liegt, studiert er Chemie. Unsere Freunde vom„Vorwärts" lesen mir wegen de» blutigen Fleckens, den Deutschland seil 43 Jahren aus seinem Kleide trägt, einen ganzen Kursus politischer, ökonomischer und sozialer Chemie. Dieser Kursus enthält ober, mögen sie eS auch glauben, nichts Neues für m.ch. Ich weiß wie sie, daß die elsatz-lolhringische Frage nicht die einzige Ursache für den gegenwärtigen Zustand Europas ist. Ich verkenne weder den wirtschaftlichen Widerstreit zwischen den Kapitalisientlassen Englands und Deutschlands noch den Zweikampf zwischen Germanen und Slawen, der in dem Augenblick Europa mit Blut überschwemmen wird, wenn die slawischen Nationen Oesterreich- Ungarns gegen Wien ausführen, was die Balkanslawen gegen die Türkei ausgeführt haben. Aber ich weiß auch, daß sich Frankreich nur wegen der Ereignisie von 70 in die Arme Rußland? und Englands geworfen hat, nicht um mit den Waffen Vergeltung zu üben, sondern aus Furcht bor einer neuen Amputation. Aber icv weiß auch, daß es sich von dem Bündnis mit Rußland und England, wodurch eS in einen europäischen Krieg geschleudert werden kann, nur trennen wird, wenn die eliaß-lothringische Frage stiedlich und nicht wie in Frankfurt, das Knie deS Siegers auf der Brust des Besiegten, gelöst ist. Ich kenne die drei eiternden Geschwüre, die den Leib Europas vergiften. Weil mein Heilmittel nur auf eins von ihnen, aus das elsaß-lothringische Geschwür, anwendbar ist. weigern sich unsere deutschen Genossen. eS zu prüfen. Ich stage mich da wahrhaftig, wer auf dem Kopf steht, ste oder ich. Auch bin ich nicht in den mir zugeschriebenen Illusionen über die deutschen Radikalen und noch weniger über die Nationalliberalen befangen. Aber ich weiß, daß für die Nationalliberalen ein un- geheuere» Kolonialreich ein lockender Anreiz fein kann selbst für eine Rückgabe Elsaß-LothringenS. Die deutschen Fortschrittler aber be- trachte ich, seit ich in Bern Konrad Haußmann in ihrem Namen habe sprechen hören als Leute, mit denen man über Elsaß- Lothringen und die deutsch-französische Verständigung ohne Furcht vor einem Zerwürfnis reden kann. Die deutschen Fort- schrittler sind in einem wenig st enS den deutschen Sozialdemokraten überlegen: sie werfen einem nicht heilige Evangelische an den Kopf, in denen, im Namen eine? unverrückbaren Dogmas, die srucht- barsten neuen Anregungen als Ketzereien und Ab- irrungen verdammt werden. Auch braucht man nicht die Miene eines Gelehrten anzunehmen, um mir beizubringen— was ich feit langem weiß—. daß die Rück- kehr Eliaß-LoihringenS an Frankreich das Wirtschaftsleben deS jetzigen Reichslandes ebenso in Verwirrung stützen würde wie seine Neutralisation, wie auch, daß die Entwickelung der Welt nicht auf die Verkrümelung in kleine Nationen, sondern auf die Bildung um- fangrcicher Staatsgebiete abzielt. Aber hat etwa die wirtschaftliche Umwälzung, die der Annexion und der Verlegung der Zollgrenze vom Rheut an die Vogeien folgte. Elsaß-Loihringen ökonomisch zu- gründe gerichtet? Hat eS sich nicht nach einer augenblicklichen Krise den neuen Bedingnngen des Wirtschaftslebens angepaßt? Wenn das Land eine neue Verrückung der Grenzlinie dorthin scheut, wo sie 187 l war. habe ich nicht ausdrücklich vorgesehen, daß Elsaß- Lothringen nach seiner Rückgabe an Frankreich oder nach seiner Neu- tralisation wie Luxemburg oder ein Schweizer Kanton zum deutschen Zollverein gehören könnte? Muß uns eine Lösung abstoßen, weil sie nicht einfach ist? Ich scheine auch einen Verstoß gegen den Sozialismus begangen zu haben, indem ich den Gedanken eines KolonientauscheS ins Auge faßte. Schon einer unserer Doktrinäre hat mir auf dem Partei- tag zu Brest die hochheiligen Prinzipien an der hohen Menschen« würde der Eingeborenen am Kongo und anderwärts zwischen die Beine geworfen, die ich als ein moderner Sklavenhändler verschachern wollte. Aber eher soll die Welt zu Grunde gehen al« ein Prinzipl Eher sollen Deutschland und Frankreich in einem Zusammenstoß vernichtet werden, der ein Schandmal des � Menschengeschlechts wäre, ehe die Sozialdemokraten ihre Prinzipien verletzten, indem sie die Madagasien oder Kongoneger aus der Herr- schaft der französischen unter die Herrschaft der deuischen Kapitalisten übergeben lassen! j Was ich einzig und allein von der Antwort unserer deutschen Genossen annehme, was ste einzig und allein an Ernsthastem und Ihrhen sie noch einen gewaltigen Schnitzer. Sie scheinen zu glauben, daß die elsaß-lothringische Frage seit dem Frankfurter Vertrag eine >,:ein deutsche Frage ist. Wenn alldeutsche Menschenfresser das behaupten, hat es nichts Verwunderliches, aber es über- rascht bei Sozialdemokraten, selbst bei solchen, die mit Doktrinarismus vollgepfropft sind. Die elsaß-lothringische Frage ist aber weder eine rein deutsche noch eine rein elsaß-lothringische Frage, was auch gewisse Elsaß-Lothringer darüber sagen mögen. Sie ist auch nach 43 Jahren noch eine zum Teil französische Frage. Und wenn selbst, nur durch die Tätigkeit der deutschen Sozial- demokratie, Elsaß-Lothringen im Rahmen des deutschen Staaten- bundes die gewünschte republikanische Autonomie erhielte, für die deutsch-französifche Annäherung ist damit nichts oder fast nichts ge- tan, wenn der Erlaß dieser Autonomie von Deutschland nicht im Hinblick aus Frankreich geschieht, mit der Geberde des Siegers, der dem Besiegten Genugtuung gibt, wenn es sich nicht um eine vom Sieger gewährte Milderung der Härten des Frankfurter Ver- träges handelt. Das ist die Wahrheit, wie sie jedem Franzosen einleuchtet, bei dem nicht der sozialistische Doktrinarismus jeden Sinn für Psycho- logie getötet hat, die Wahrheit, von der es entschuldbar, ist, daß unsere deutschen sozialistischen Freunde sie nicht auf den ersten Schlag ergriffen haben, aber die sie schließlich verstehen werden, wenn'meine sozialistischen Freunde in Frankreich mich nicht ganz allein diesen Nagel einschlagen lassen. Die deutsche Sozialdemokratie ist schwer zu erschüttern, aber sie ist voll guten Willens und wenn sie einmal ihre sozialistische Pflicht begriffen hat. ist sie wohl sähig, die schweren Ketten der Doktrin abzustreifen und von den Höhen der Metaphysik herabzusteigen, auf denen sich ihr Rassengenius so wohlgefällt. Als wir ihr auf dem Stuttgarter Internationalen Kon- greß von 1907, im Angesicht von Kriegsdrohungen, den Vorschlag machten, auf beiden Seiten der Grenze den Aufstand gegen die Herrschenden zu proklamieren, wenn sie das Verbrechen begehen sollten, uns wegen Marokkos in einen Krieg zu treiben, hat die deutsche Sozialdemokratie auch uns zuerst brutal geaniwortet, wir ständen auf dem Kopf, aber schließlich hat sie begriffen, daß wir nicht so utopistisch waren, wie es den Anschein hatte und ohne den Plan der Insurrektion für den Mobilmachungstag zu akzeptieren, bat sie doch ihrem Kaiser zu verstehen gegeben, daß. ehe sie die Waffen wieder ablieferten, die deutschen Sozialdemokraten ihre Rechnung mit ihm inS Reine bringen würden. Und als unser Genosse A l l e m a n e vor zwanzig Jahren zu ihr vom Generalstreik sprach, fand die deutsche Partei ebenfalls, daß er auf dem Kopf stünde. Sie pflegte zu sagen:„Generalstreik ist Generalunsinn!" Aber auf dem letzten Parteitag zu Jena mußte sie zugestehen, daß der Gedanke des Generalstreiks weniger dumm ist, al« er ihr anfangs erschien. Auf unserem nächsten internationalen Kongreß in Wien, im August 1914, werden wir schließlich Miseren Freunden vom„Vorwärts"— im Gegensatz zu dem, was sie- jetzt sagen— das Zugeständnis abringen, daß die sozialistische Partei ausdrücklich dazu da und eigens auf die Welt gekommen ist, um die Geschichte zu revidieren. Wir geben der Entgegnung HervöS in all ihrer Ausführlichkeit um so lieber Raum, als ihr Abdruck uns einer weiteren längeren Erörterung mit dem französischen Genossen überhebt. Unsere Leser können sich nämlich derart selber überzeugen, wie er ans dem Kopf steht und mit den Beinen strampelt, denn nichts als eine hilflose Strampelei ist seine Erwiderung. Vermutlich weil er außer stände ist, unsere fach- lichen Ausstellungen an seinen utopischen Vorschlägen sachlich zu widerlegen, unterschiebt er uns Dinge, die wir nie gesagt haben und schlägt auf Gründe los, die wir nie beigebracht haben. Es ist uns nicht eingefallen, sein„Heilmittel" der elsaß-lothringischen Frage„nicht zu prüfen", weil es sich nur auf eines der drei eiternden Geschwüre am Leibe Europas bezieht, sondern wir h a b e n es geprüft und dann zurück- gewiesen, weil das„Heilmittel" sich in der Prüfung als eine bare Quacksalberei entpuppte. Auf alle unsere Feststellungen, daß seine Vorschläge phantastisch, undurchführbar und zum Teil im höchsten Maße unsozialistisch sind. weiß H e r v 6 nichts Stichhaltiges zu erwidern. Wir hatten darauf hingewiesen, daß keine der großen bürgerlichen Parteien Deutschlands den Gedanken einer Abtretung Elsaß- Lothringens an Frankreich überhaupt des Erörterns für wert halten wird. Herne antwortet leichthin. er habe Konrad Haußmann in Bern gehört und sei darum'anderer Ansicht. Punktum! Basta! Wir hatten be- tont, daß die Vcrschacherung ganzer Völker allen sozialistischen Anschauungen und Prinzipien ins Gesicht schlage. Hervö fragt erstaunt, was man denn mit Prinzipien wolle, und seine Darlegungen laufen darauf hinaus, daß er uns verhöhnt als die armen schwerfälligen Deutschen, die sich in ihren Prinzipien und Doktrinen mühsam dahinschleppen wie Schildkröten in ihrem Panzer, während er selbst, unbeschwert von Prinzipien und Doktrinen, seine lustigen Purzelbäume schlägt, �n diesem Zusammenhang erwacht auch seine Sympathie für die, jawohl! ausgerechnet für die deutsche Fortschrittspartei, die ihre politischen Häuser aus rinnenden Flugsand baut. Armer Hervö! Arme deutsche Fortschrittspartei! Trotzdem uns aber Hervö in väterlich nachsichtigem Tone des Gegenteils �versichert, wird die deutsche Sozial- demokratie so wenig bei ihm wie bei Herrn Ä 0 n r a d Haußmann in die Schule gehen, sondern auf dem festen Boden ihrer Prinzipien die zielklare und entschlossene Politik weiter treiben, die sie dorthin gebracht hat, wo sie heute steht. Auch die Internationale in Wien wird dem Genossen Hervö so wenig aus den Bahnen seiner NegerverschacherungSpolitik folgen, wie sie ihm früher auf den Bahnen seines putschistischen Antimilitarismus gefolgt ist, sondern nur in ihm sehen, was den Mann, der mit der entwickelung. Herr Theodor Wolfs, der leitende Feuillctonist des„Berliner Tageblatts" ist nun endlich ans Ende der schiefen Ebene gelangt, wo ihn Herr H 0 l z b 0 ck vom„Lokal-Anzeiger" schon lange er- wartete. Die Begrüßung war recht herzlich und dem kräftigen Hände- druck folgte nach der Bruderschmatz. Mit regem Jnteresie hatte man in den letzten Wochen in der Redakiion des„Lokal-Anzcigers" die Entwickelung deS erfolgreichen Konkurrenten verfolgt. Werden sie uns auch darin schlagen, fragten sich die Herren immer wieder. Und sie haben unS geschlagen, entschied neidlos und bewundernd am Mittwochmorgen als Sach« verständigster Herr Holzbock. Sie hatten� schon erwartet. Der Bericht über den Leipziger Denkmalrummel hatte eS bereits ahnen lassen, die begeisterte Schilderung der Braunschwciger Krönungsfeier gab beinahe Gewiß- heit. Aber die Frage war doch noch offen, ob die pflegliche Be- Handlung des byzantinischen Stumpfsinns»och gewisse ästhetische Schranken innehalten werde. DaS„B. T." beeilte sich, jeden Zweifel zu zerstören. Mit einem Aufwand von sittlichem Pathos und zorn- bebender Entrüstung wehrte eS sich gegen die Vorwürfe, die ein paar Witzbolde erfunden hatten, als wären seine Leistungen noch nicht byzantinisch genug. Mit dem liberalsten Brustlon der Ueber- zeugung erklärten die„Tageblatt"-Hcrren, daß sie immerdar den Rekord auf diesem Gebiete halten werden. Und selbst die Skeptiker der Konkurrenz fühlten, daß sie nicht mehr zweifeln könnten. Da kam der Hauptschlag. Herr Wolff selbst führte ihn. Byzantinern vor gekrönten Häuptern des In- und Auslandes, daS ist dieses Landes ja der Brauch und der Beweis, daß das ,B. T." dem„L. A." darin nicht nachzustehen brauche, war schließlich nicht so schwer zu führen. Herrn Wolff trieb höherer Ehrgeiz. Wenn der deutsche Liberalismus auch im Jnlande längst jeden Halt verloren hat, für das Ausland liebte er noch seine Ideale bereitzuhalten. Und gerade jetzt hatte ja die BeiliS-Jnfamie der liberalen Presse so herrliche Gelegenheit gegeben, für Menschenrechte zu streiten und uns die Gräßlichkeit des konterrevolutionären Zarenregiments wieder vor Augen zu führen. So war jetzt oder nie für Herm Wolff die Ge« legenheit gegeben, die unwiderlegliche Probe für feine Holzbock- eignung abzulegen. Er erwirkte ein Interview beim Minister- Präsidenten des blutigen Zaren, bei dem Häuptling des bureau- lratischen Banditismus und entzückt verkündet an der Spitze der BußtagsauSgabe das„B. T." diese Begnadung feines Leiter?. Und Herr Kokowzew kann mit dem liberalen Herrn zufrieden fein. Nichts mehr von BeiliS-Entrüstung, nicht? mehr von den un- veräußerlichen Menschenrechten— aber Herr Kokowzew, der Träger und nebst dem Zaren der Repräsentant deS fluchwürdigsten, grausamsten und perfidesten Unterdrückungssystems, ist ein Mann aller Bewundc- rung wert, bureaukratifche Kurzsichtigkeit ist ihm fern und bor feiner klugen Weltgewandtheit beugt Herr Theodor Wolff gern fein Haupt. Und der Weltgewandte sprach mit dem Gewandten und Gewandelten und sagte ihm über auswärtige Politik sogar etwa?, daS nicht zur Veröffentlichung bestimmt ist. Kokowzew und Wolff, Wolff und Kokowzew wisien es jetzt allein und Herrn v. Bethmann Hollweg wird nicbtS übrig bleiben, als bei Herrn Wolff vorzusprechen, ob er nicht doch— an seiner nationalen Gesinnung ist nach dieser echt- russischen Berührung doch kein Zweifel mehr möglich—- ein Ein- sehen haben und ihm sein Geheimnis eröffnen wolle... Herr Holz« bock ist geschlagen. Mit diesem Interview hat die Entwickelung der liberalen Bedientenseele ihren Abschluß erreicht und Herr Theodor Wolff darf sich rühmen, diese Entwickelung klassisch zu repräsentieren. Der Stolz, der ihn erfüllt, spricht auch auS jeder Zeile deS Berichts. Man sieht ordentlich den Feuilletonisten vor sich, wie er mit hoch- geröteten Wangen vor dem Träger des Zarismus steht, wie er sich als den bedeutenden Staatsmann fühlt, dem der andere seine wichtigsten Ideen mitteilt. Stolz erhobenen Haupte? verläßt er das Zimmer und nie würde eS ihm einfallen, daß der andere drinnen höhnisch die Lippe rümpft über den— düpierten Domestiken. u.xvtlJlUC, M/MV 1 IC UUU UUCUI MU»O-l II|IUU| Itlil UUW w �« rt IfA. Gutem enthält, ist ihre Velsilberung. daß ste. und zwar seit langem, damals war und heute noey lst. entichlosien für die repubtikaniiche Autonomie Elsaß-LothringenS in Wtange im Nevei herumfayrt. dem Rahmen des Deutschen Reiches eintreten: Aber auch da b«-f Cngland und feine Indischen Untertanen. London, 18. November.(Eig. Bei.) Ter indische Kuli ist in der ganzen Welt als daS friedlichste, geduldigste Lasttier bekannt, der ohne Murren die Befehle des schlimmsten Sklaventreibers ausführt. Die Ereignisse, die sich zur- zeit in Natal abspielen, scheinen aber zu beweisen, daß selbst die Geduld dieser geknechteten Arbeiter seine Grenze hat. In Natal, wo nach der letzten Statistik 133 000 indische Kulis auf den Zucker- Plantagen und in den Fabriken und Bergwerken arbeiten, hat die Resistenzbewegung der Inder gegen die von der Regierung einge» führte Kopfsteuer von 3 Pfund zu einem Generalstreik der indischen Arbeiter geführt. Durban, die Hauptstadt Natals, ist das Zentrum der Bewegung, die sich nach den letzten Berichten immer weiter bis nach Transvaal hinein ausdehnt. Die Streikenden gehen nach dem Muster der europäischen Arbeiter vor: sie organisieren sich und stellen Streikposten auf. Der Ausstand schein» in Natal ziemlich allgemein zu sein; den Arbeitern in den Bergwerken. Fabriken und auf den Plantagen haben sich die Kutscher, Boten, Köche und Kellner angeschlossen. Die Regierung geht in der üblichen brutalen Weise gegen„die farbigen britischen Mitbürger" vor. Sie hat die aus Kasfern bestehende Polizei und weisse Kavallerie auf die Inder losgelassen. Bei einem Zusammenstoß auf den Plantagen auf Mount Edgecombe sind 30 Inder und ein Polizist verwundet worden. Ein indischer Arbeiter soll im Sterben liegen. Nach einer Meldung der„Taily Mail" streiken auch die An- gestellten der Eisenbahn, der Post und der städtischen Behörden. Der Korrespondent dieser Londoner Zeitung meldet aus Durban: „Tie indischen Kulis werden immer kampflustiger. Mit Messern, mit denen das Zuckerrohr geschnitten wird, und mit Keulen be- Waffnet, leisten sie überall der Polizei Widerstand... Tie Zuckerplantagen gleichen militärischen Lagern und sind mit Ausrüstungs- gegenständen und Gewehrpyramiden besät." Tasselbe Blatt meldet auZ Kapstadt:„Samstag besuchte General Lukin die Plantagen an der Nordküste und versprach den Indern angemessenen Schutz, wenn Versuche gemacht werden sollten, sie einzuschüchtern. Er gab ihnen fünf Minuten Bedenkzeit, in der sie sich entschließen sollten, die Arbeit fortzusetzen. Keiner der Inder rührte sich. Einer ihrer Rädelsführer erklärte, daß sie in Anbetracht der Er- Mahnungen des Herrn Ghandi nicht beabsichtigten, zu arbeiten. Die Polizei könne sie niederschießen, wenn sie wolle, aber sie wür- den nicht arbeiten." Herr Ghandi ist der Führer der Inder in Südafrika und wurde vor kurzem wegen seiner propagandistischen Tätigkeit zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Die lückenhaften Berichte, die aus Südafrika einlaufen, werden durch Meldungen aus Indien ergänzt, wo die Behandlung der Inder in den englischen Tochterstaaten die größte Entrüstung bei den Hindus wie bei den Mohammedanern hervorgerufen hat. Herr Gokhale, der Führer der indischen Fortschrittler, hat aus Natal ein Telegramm erhalten, nach dem die nataler Regierung die ein- gezäunten Kolonien der farbigen Bergarbeiter sdie sogenannten „Compounds") als Gefängnisse benützt. Leute, die sich weigern, zu arbeiten, werden zu Zwangsarbeit verurteilt und gezwungen, in den Bergwerken zu arbeiten. Wer sich weigert, wird aus- gepeitscht' oder mit dem Hungertod bedroht, und wenn sich jemand vermessen sollte, zu entfliehen, um sich bei dem Magistrat zu be- klagen, setzt er sich der Gefahr auS, als flüchtiger Gefangener er- schössen zu werden. Die schändliche Behandlung der Inder in den englischen Tochterstaaten, die die Bewegung verursacht hat, bildet schon seit Jahren den Gegenstand heftiger Proteste seitens der indischen Be- völkerung. Fast alle dieser Staaten haben Gesetze gegen die Ein- Wanderung oder gegen die Freiheit der einwandernden Inder er- lassen. Transvaal läßt überhaupt � keine indische Einwanderung mehr zu und die ansässigen Inder, ob Kulis oder Gelehrte, müssen sich die schwersten Demütigungen gefallen lassen. Kein Wunder, wenn ein indisches Blatt schreibt, daß jeder sich selbst achtende Inder gerechtfertigt sein wird, das britische Bürgerrecht als etwas Entehrendes zu betrachten, wenn die Lage in Natal, nachdem die Reichsregierung davon Kenntnis genommen, auch noch einen Tag länger andauert. Freilich, die Reichsregierung möchte die Ange- legenheit schon gern aus der Welt schaffen, wenn sie könnte. Die Unterdrückung der Inder in den Tochterstaaten bildet den Zement. der Hindus und Mohammedaner zusammenfügen kann, und die Auseinanderhetzung dieser beiden wichtigsten Elemente des indi- schen Volkes war bisher eines der Hauptmittel zur Aufrechterhaltung der englischen Herrschaft in Indien. Aber die ReichSregierung kann es nicht wagen, in die Angelegenheit der Tochterstaaten einzu- greifen; sie würde sofort auf den wütenden Widerstand der Weihen stoßen, die von der Arbeit ihrer farbigen„Mitbürger" leben. Der „eivis britannicus" ist außerbalb England? nur eine Sage. Und die einzigen, die dem stolzen Namen nicht nur Lippendienste leisten, sind die englischen Arbeiter, die jahrelang einen Inder als Ver- trcter eines Londoner Arbeiterwahlkreises ins Parlament schickten Da! Schweizer tßilizlyitem und der ssmerilianssche Bürgerhricg.*) Von Karl B l e i b t r eu. l. In der Schweizer Republik machen sich jetzt, besonders nach dem Besuch Willielms II., Strömungen geltend, die ein ernstes Aufmerken erfordern. Anläßlich der bekannten GehorsamSverweige- rung der Bündener Bataillone am Flüelapass, sich durch skandalös unfähige Vorgesetzte ernsten Krankheitsschädigungen aüssetzen zu lassen, gebärdet sich die tonangebende„preußische" Schule im Schweizer Offizierkorps wie toll und läßt es an erftischender Offenherzigkeit nicht fehlen. Der sattsam bekannte Oberst Gertsch triuuiphiert in einem bürgerlichen Temokratenblatt. der„Zürcher Post", daß„die Schweizer Miliz nur noch der Geschichte angehört". „TaS Prinzip des Milizsystems haben wir tatsächlich verlassen." Denn man sorgt jetzt dafür, daß der Kasernen-Kadavergehorsam aus Preußens heiligen Hallen herverpflanzt wird. Wie die sozial- demokratische„Neue Freie Zeitung" richtig sagt: man hat„einer Clique von Berufsmilitärs Machtbefugnisse gegeben, die langsam jeden Rest von Bolksfrciheit zu ersticken droht." Natürlich schüttet der brave Gertsch über alle ausländischen Verfechter der Miliz- idee lieblichen Spott auS. So herausgefordert, wären wir lüstern. ein Wort mit diesem Geist zu reden, der sich auch ergötzlich in der verlegenen Aufnahme meines Werkes„Vor fünfzig Jahren" über den Amerikanischen Bürgerkrieg fühlbar machte. Diesen dokumen- tären Nachlveis, daß Volksausgebote unter Umständen Größeres leisten als jede Regulärarmee, überhäufte man zwar sonst mit Lobsprüchen, suchte aber die daraus gezogenen Lehren durch allerlei nichtssagende Redensarten zu entkräften. UebrigenS schrieb mir damals der eigentliche Chef der Schweizer Militärpartei, seine besondere Hochachtung möge ich daraus erkennen, daß er mein Buch allseitig loben lasse, obschon er davon den verderblichsten Ein- fluß auf das Schweizerheer erivartel Jüngst kam sogar in der „Schw. MonatSschr. für Offiziere", die mir sonst nahesteht, urplötz- lich ein Anonymus nachgehinkt, der nach der früheren Anerkennung zu nörgeln anfängt: ihm scheine der Amerikanische Bürgerkrieg wenig geeignet, als Empfehlung für Milizsysteme zu dienen. Da nun dieS von allgemeiner Bedeutung scheint, möchte ich kurz be- leuchten, mit welchen stumpfen Waffen oder Fälschungen der Mili- tariSmuS überall polemische Klohffcchterei betreibt, wobei ich frühere Behauptungen meiner wohlmeinenden Kritiker mit heran. ziehe. Zugestanden, die amerikanischen Milizen haben Ueberraschen- de? geleistet, aber nur, weil sie allmählich in ihre Aufgabe hinein. wuchsen, d. h. aufhörten, Milizen zu sein. Beweis: in der ersten Kriegshandlung bei Bull Run sei die Nordstaatlermiliz„von den regulären Truppen der Südstaaten jämmerlich geschlagen ») Wir geben die Ausführungen des bekannten Militärschrift- stellerS hier wieder, weil sie interessante Beiträge zur kriegS- geschichtlichen Beurteilung deS Milizproblems liefern. Die s o z i a. listische Milizidee hat natürlich ausser der kriegSgcschichtlichen auch noch sehr wichtige ökonomische, politische und soziale Seiten, bei deren Beurteilung wir einen anderen Standpunft einnehmen, als e» Herr Bleibtreu tut. Di« Red. d.„B.", und erst bor einigen Tagen wieder einen Mulatten zum Bürger- meister der Londoner Vorstadt Baterfea machten. Herrn Dr. Dustberg! Mittel zur Verhütung von Kindbettfieber. Zu der von uns am Mittwoch niedriger gehängten Mitteilung aus der Praxis des Sachverständigen in der Nüstungskommission v. Duisberg, wird uns von fachmännischer Seile geschrieben: Die Vorstände der chemischen Fabriten suchen mit allen Mitteln der Reklame immer größere Verwendung der von ibnen hergestellten Fabrikate und Präparate zu erreichen. Wie die Fabrikanten von Sprengmunilion überall hin ihre toispendenden Zündstoffe abzusetzen streben, so suchen sie auch das Absatzgebiet ihrer anderen Fabrikate möglichst zu erweitern. Da hat sich ein von der Elberfelder Farbenfabrik seit einigen Fahren hergestelltes Präparat als sehr wirksam zur Vernichtung der eitererregenden Bazillen lLtrextococous pyogenes) erwiesen. Aber der Kreis seiner Anwendung bleibt ein kleiner. DaS Mittel zersetzt sich nämlich außerordentlich schnell schon während seiner Auflösung. Die Lösung muß in kaltem, sterilisiertem, destilliertem Wasser in einem schwarzen Glase möglichst imDunkeln in derWeisehergestelllwerden.daß man sür jeden einzelnen Fall das Sopholpulvcr in das möglichst abgekühlte Wasser schüttet, mit einem sterilisierten GlaSstabe um- rührt und die so erhaltene Lösung durch ein sterilisiertes F'lter filtriert und die Lösung dann sofort auf die betreffenden Körperteile auftrögt. Bei syphilitischen Erkranlungcn hat sich die Anwendung einer solchen sorgfältig und frisch hergestellten Sophollösnng als lehr wirksam zur Vernichtung der Eitcrbazillen erwiesen, und sie wird von einigen gewandten Praktikern in solchen Fällen mit gutem Er- folge angewendet. Aber groß ist der Kreis ihrer Anwender eigent- lich nicht geworden, weil eben die Anwendung eine umständliche und nur in sehr geschickten Händen erfolgreiche ist. Aber das war dem Direttor der Elberfelder Farbwerke, Herrn Dr. Duisberg. kein Hindernis. Warum, frägt er sich, soll nicht Sopbol auch die Eiterbazillen des Kindbettfiebers beseitigen können, unter deren unheilvoller Einwirkung auch heute noch so viele junge Mütter hinsterben müssen? Er läßt den Herren Prof. v. Herst und Döderlein in München reichlich Material mit der Bitte zustellen, doch feststellen zu wollen, ob das Sophol nicht auch in Fällen von Kindbeltfieber nützlich ist, indem es da auch die Eiter« bazillen abtötet. Man könne dann da« Mittel den Hebammen zur Anwendung bei jeder Entbindung in die Hand geben. Ja in den geschickten und mit solchen Arbeiten vertrauten Händen der Herren Professoren Dr. v. Herff und Döderlein und ihrer Assistenten dürfte wohl Sophol auch gegen Kindbettfieber den gewünschten Erfolg haben. Aber eine andere Frage ist es, ob auch in den ungeübten, manchmal auch nickt hinreichend sterilisietten Händen jeder Dorf- Hebamme da? Sohpol seine so leicht versagende Wirkung behalten wird. Hierzu möchten trotz der Empfehlung des Herrn Dr. Duis« berg die vorhandenen Einrichtungen wie die persönlichen Fähigkeiten der Hebammen ganz unzureichend sein. «» • Zu unserem Artikel„Der gute Griff" in der Mittwochnummer ersucht uns Sanilätsrat Dr. E. Falk um Aufnahme des nach- vlgenden: „Ich habe weder für das von mir in die Praxis eingeführte Hhdrasttnin noch für das später von den Elberfetder Farbwerken hergestellte Hydrastmin. noch für meine in Birckows Archiv und in den gynäkologischen Zeitichriften erschienene Arbeit über Hydra- stinin und Etyptici» von Merck oder von den Elberfelder Färb- werken irgendeinen pekuniären Vorteil direkt oder indirekt gehabt. ich bin bei Merck weder bei Slhpticin noch bei Hydrastinin pekuniär beteiligt, daher nickt„an Merck gekettet". Im Gegenteil habe ich worden"! Das schreibt man unverfroren, trotzdem mein Werk, dessen Verläßlichkeit obige Kritik selber empfiehlt, mit dieser Legende aufräumte. Die Nordstaatler wurden erstens nicht jämmerlich geschlagen, zweitens focht von den wenigen Regulär- truppen nicht ein Mann gegen die Union, drittens standen tatsächlich 2 Bataillone, 4 Batterien bei Bull Run als Reguläre, aber wohlgemerkt in den Reihen der Nordstaatler, viertens bestanden die Südstaatler durchweg aus eben ausgehobener Miliz. Beide Parteien fochten mit gleicher Bravheit, die Unionistcn brachten lange den Feind in Bedrängnis, ihr Bor- und Aufmarsch an und über dem Fluß und Erstürmen jenseitiger Höhen erfolgte mit staunenswerter Gewandtheit. Neben dieser vollständig«grünen" Landwehr ließ sich von irgendwelchem Vorrang der anwesenden Regulären ebensowenig spüren, als jemals im ganzen Kriege. In keiner Schlacht taten die Regulären der Nordstaaten etwas Besonderes, wohl aber unzählige Male schlichte Milizregi- mcnter. Gleich der erste Zusammenstoß zeugte also dafür, daß ein gänzlich ungedrilltes Volksaufgebot, wenn entschlossen geführt, sogar schon zu Anbeginn da? Nämliche leistet wie eine Kascrnentruppe. Wer„Bull Run" genau überlegt, wird die Frage, ob Reguläre dort bei Angriff und Verteidigung besser abgeschnitten hätten, rund- weg verneinen. Die Panik beim Rückzug verursachte ein verstopftes Brückendefilee; viel unbegründetere und schmachvollere Paniken kamen unzählige Male bei Regulärtruppcn vor. Völlig aus der Luft gegriffen ist die immer noch aufgewärmte Legende, das frühere BerufsoffizierkorpS der Union sei größtenteils auf südstaatlicher Seite gewesen. Das genaue Gegenteil trifft zu: nicht mal alle geborenen Südstaatler unter den Offizieren folgten dem Ruf ihrer Heimat, sondern blieben aus materiellem Interesse auf feiten der Bundesregierung. Doch die Beihilfe der Berufs- offiziere nützte den Nordstaaten nichts, ihre Generale wurden damit nicht besser, sintemal man das Führertalent nicht im„Dienst" er- wirbt. So leisteten schon bei Bull Run hüben der aktive Militär D!c Dowell und drüben zwei aktive Rangälteste als Südstaatler- generale sehr wenig, dagegen machten sich hüben Eisenbahnfinanzer Sherman und drüben Professor Jackson bemerkbar. Diese waren zwar in ihrer Jugend Offiziere gewesen, ähnlich wie Lcderhändler Grant, der damals im Westen gleich anfangs hervortrat. Nur Verblendung kann aber wähnen, daß militärische Gepflogenheiten hier nach so langem ausschließlichem Zivilleben noch festwurzelten. Freilich, Jackson, Professor der Naturwissenschaften, studierte priva. tim Napoleons Feldzüge; das hätte er genau so getan, wenn er nie den Degen getragen hätte, weil ihn eben sein angeborenes Feld- herrntum dazu trieb. Alle Militärs studieren auf der Kriegsschule Napoleons Feldzüge und lernen nichts boföus, Professor Jackson aber erwies sich schon in seinem ersten Schenandoah-Feldzug als Meister. Wenn also beiderseits die meisten höheren Kommando- stellen mit BerufSmilitärS besetzt waren, waS lehrt das Ergebnis? „Durch und durch Militär" nannte sich der unglaubliche Pope, und die große Mehrzahl der Dankeegenerale war gleichen Schlage?: Haudegen und Heerverderber. Die beiden Einzigen, die scheinbar höher standen, waren Ingenieure: Mc Clellan und Meade; auch sie aber erwiesen sich als mittelmäßig, mit allen Schwächen der Berufsvorurteil« behaftet. Der relativ beste Unionsgeneral im Westen, RosecranS, käme sogar noch bei mir zu gut weg, schrieb mir ein Amerikaner; sein Benehmen bei Chicamauga soll geradezu unwürdig gewesen sein. Bei den Südstaatlern wie Bragg und Hood selbst die für meine Versuche notwendigen, von Merck bezogenen Drogen aus eigenen Mitteln bezahlt. Die bezüglichen Bemerkungen in Nr. 805 des„Vorwärts" sind daher unwahr."' Die Darlegungen des Herrn Sanitätsrats wenden sich gegen das von uns w'.edergegebene Protokoll über die von den Herren der Elbcrfelder Farbwerke im April 1911 abgehaltene Betriebskonferenz. Danach trifft also unsere Mutmaßung voll zu, daß das im Protokoll zum Ausdruck gelangte Mißtrauen gegen den Arzl ein durchaus haftloses ist. Um so gravierender ist das Protokoll für die Auf- fassung der Teilnehmer der BelriebSkonscrenz, von denen jetzt Geheimrat Professor Dr. Duisburg als Sackver» ständiger zur Beurteilung von etwaigen Skrupellosigkeilen berufen ist, die in der Rüstungsindustrie vorkommen. Fürwahr: ein guter Grifft politiscde deberlicdt. Um die bayerische ZiviUiste. Der Ministerpräsident d. Hertling ist über Nacht sehr kleinlaut geworden. Er ist ganz Gemüt und Kummer. Er ruft das allge- mein menschliche Mitleid an. Herr v. Hertling hatte erfahren, daß die Bewilligung der Zivilliste doch nicht ganz ohne Schwierigkeit vonstatten geht. Als in der achten Stunde die Abstimmung im Finanzausschuß erfolgte, stellte es sich heraus, daß hier keine Zwei- drittelmehrhcit vorhanden sei. Das beweist zwar nichts für die endliche Abstimmung im Plenum, aber es ist ein StimmungS- zeichen. Nur das Zentrum stimmte geschlossen sür die Millionen- erhöhung der Zivilliste. Die Liberalen waren gespalten. Zwei Mitglieder, die Herren Casselmann und Hammerschmidt, stimmten dafür. Der letztere aber behielt sich ausdrücklich die endgültige Ab- stimmung vor. Die andere liberale Richtung vertrat Herr Müller- Hof, der nur(300 000 M. bewilligen wollte und sich deshalb der Stimme enthielt. Er wird diesen Antrag erst im Plenum ein- bringen. Der Vertreter der Freien Vereinigung, in der die bäuer- lichen Gruppen aller politischen Färbungen zusammengefaßt sind, der Konservative Gebhardt, enthielt sich gleichfalls der Stimme. Die drei Sozialdemokraten stimmten dagegen. So waren von 15 Mitgliedern nur 10 für die geforderte Erhöhung der Zivilliste, eine Stimme weniger als die Zweidrittelmehrheit. Die Verhandlungen waren recht interessant. Zunächst wurde der Ausschuß durch die Vorlage einer neuen Zusammenstellung der Hofetatsziffern überrascht. Die frühere Aufstellung stimmte nicht. sicher wird auch die revidierte rioch nicht stimmen. Dann versuchte Herr v. Hertling bewegt die Herzen für die Notlage der Königs- familie zu gewinnen. Er wiederholte die famose Rechnung, daß der König trotz der Apanagen weniger habe, denn als Regent. Politische Beweggründe drohten in dieser Frage ausschlaggebend zu werden. Das hätten die letzten Tage, namentlich auch in der Presse, gezeigt. Er fürchte den Kampf nicht, aber zu solchen parteipolitischen Auseinandersetzungen sei im Laufe der Session noch Gelegenheit genug. Jetzt handele eS sich um das Ansehen deS Königtums. Das Zentrum schickte seinen radikalen Demagogen Held vor, der die Notwendigkeit der Erhöhung der Zivilliste haarklein bewies und sogar die Regierung noch übertrumpfte, indem er ausrechnete, daß der König eine Million Ivcniger zur Verfügung hätte als der Regent. Der liberale Casselmann begründete seine persönliche Zu- stimmung genau so, wie sein intimster Gegner, der Abg. Held. Die ganze Fraktion behandele die Frag» nicht als politische Angelogen. heit, aber die Meinung sei unter den Liberalen nur geteilt über die Höhe des Erforderlichen. Er für seine Person sei überzeugt, daß die Wittelsbacher nicht billiger regieren können. Der Fortschrittler Müller- Hof(Meiningen) vertrat den Kompromißstandpunkt. stand es nicht viel besser. Wenn also zufällig der größte Feldherr seit Napoleon auS ihrer Mitte hervorging, so wird Lee seine vor- bildliche Strategie und Taktik wohl nicht„gelernt" haben, weil er ausgerechnet Jngcnieuroberst war! Das wäre, als ob Ingenieur» Hauptmann Carnot sein Organisationsgenie irgendwo im Militär- Wesen hätte lernen können oder gar später Zivilingenieur Frehcinet und Advokat Gambettal Lee bot wie Jackson den äußersten Gegen- satz zu schneidigem Militarismus; er unterschied sich persönlich in nichts von seinem Großvater, dem Zivilmilizgeneral Washington?. Daß er überhaupt Militär wurde, hing mit sozialen Verhältnissen zusammen, und er wurde nach dem Kriege mit gleicher Würde — Gymnasialdirektor I Womöglich noch drastischer wird aber der Einwurf, woher denn ander» als an„ausgebildetem Truppenmaterial im Frieden" die Führer ihre Praxis lernen sollten, durch die Erscheinung widerlegt, daß die zwei größten Kavalleriespezialisten hier sozusagen über Nacht auftauchten. Wo lernte denn Rittmeister Stuart das Hand- haben von 10 000 Reitern? Wo vollends der schlichte Viehhändler Forrest, der sich sein Lebtag nicht mit Militärischem abgab, als Mannschaftserzieher ein unerhörtes Phänomen, als kavalleristischer Fachmann ohnegleichen? Die Auslegung, als ob die Milizführer, seien sie Bcrufsleute oder Zivilisten, nur durch den Krieg selber langsam erzogen wären, zerrinnt in nichts. Denn die Bedeutenden waren sofort bedeutend beim allerersten Austreten, die Unbedeutcn- den lernten nie etwas hinzu. Halbtalente blieben von Anfang bis Ende die gleichen. Höhnte doch Friedrich der Große treffend, daß Maultiere, die alle Feldzüge mitmachten, auch so„kriegserfahren" seien wie die KommißmilitärS"). UebrigenS bestanden die unteren Chargen bis zum Brigadechef beiderseits fast durchweg aus Zivi- listen, besonders in der zweiten Hälfte deS Krieges. Es ist daher lächerliche Unterstellung, daß die Volksheere infolge der langen Kriegsdauer ihren Milizcharakter verloren. Im Gegenteil treten wegen der ungeheuren Verluste immer wieder Neulinge ein. die weder Kascrnenstaub noch Pulver rochen. Wie komisch, von L«S „Veteranen" zu reden, da man sich an den Fingern abzählen kann, daß von den ursprünglichen Kämpfern Lccs nachher nur noch winzige Bruchteile vorhanden waren und die furchtbaren Blutbäder deS letzten KriegSjahreS ausschließlich vom Rekrutenlandsturm er- duldet wurden, der auch in LeeS Hungerlagern die gleiche Helden- hafte Hingebung bewies! Bei den Unionistcn verbot obendrein die gesetzliche dreimonatliche Ablösung der Milizaushebung jede wirk- liche Kriegsausbildung: nur Massen von Freiwilligen füllten die Lücken. Bis zum Schluß setzten sich die Heere überwiegend aus Neulingen zusammen, die. wohlgcmerkt, noch lange nicht eine Schweizer Dienstzeit hinter sich hatten. Es zeigte sich aber nicht der geringste Unterschied zu früheren„Veteranen", wie denn Friedrichs unauSgebildete Kanwntrekruten geradeso brav bei Kunersdorf und Torgau fochten, wie seine Drillveteranen bei Prag und Leuthen. oder Napoleons Dolksheere 1813/14 womöglich noch todesmutiger als feine Veteranen 1805/00. #) Natürlich besagt unsere Nichtachtung der BerufSmilitärS nicht, daß streberhafte Zivilisten wie Butler. BankS. Frimont, Hollack (letzterer lange oberster Stabschef der UnionSheere) Besseres leisteten, doch auch nichts Schlechteres, wie man un« einreden möchte. Vielmehr mcimten 5darl Schurtz und der uberschätzte Sigl immer noch eine gute Mgur neben so manchem aktiven Bramarba». Genosse Haller gab eine gründliche fimtnzlritische Unter» suchung. Wo bleibe die Deckung im Etat für den noch nicht vor- gesehenen Apanagenrest von 384 OVO M.? Da im Etatentwurf eine Deckung dieses Mehrs nicht möglich sei, so werde man das Defizit schlietzlich durch Steuererhöhung ausgleichen müssen. Darum wolle man eben schon vor der Erledigung des anderen Budgets die Zivilliste im voraus beschließen, wie denn der König seine ändert- halb Millionen mehr bereits vom 1. Januar 1914 beziehen solle, während die Lehrer ihre winzige Aufbesserung erst vom Oktober ab erhalten würden. Haller geht dann näher auf das Testament Luitpolds ein, über das der Finanzministcr in der vorigen Sitzung des Ausschusses höchst sonderbare Angaben gemacht hatte. Er erklärt diese Mitteilung für unrichtig.(Dieser Teil der Debatte aber ist für vertraulich erklärt, entzieht sich also der öffentlichen Bericht- erstattung.) Auch der jetzige König habe Vermögen, sei also nicht auf die Zivilliste allein angewiesen Die Zivilliste könne nicht ohne Verbindung mit den Apanagen betrachtet werden. Noch fehle der Aufschluß über die Gründe der Sperrung des Vermögens Ottos. Der vorgelegte Hofctat sei undurchsichtig und gäbe keine Aufklärung. Tie Unterlagen seien ungenügend. Tie Sozialdemokratie lehne deshalb die Forderung ab. Der F i n a n z m i n i st e r wies schließlich auf die Er- höhung der Fleischpreise und Getreidepceise hin. die sich also nur bei Hofe, nicht beim Arbeiter und Landlehrer fühlbar macht. -» Nach einer Münchener Meldung des..Berliner Lokal-Anzeigers" wollen von 28 Liberalen noch nicht 6 für die Regierungsvorlage stimmen. Auch das Zentrum wird wahrscheinlich nicht alle Fraktionsmitgliedcr zur Abstimmung heranbringen. Für die Er- höhung der Zivilliste ist aber eine Zweidrittelmehrheit bei einer Anwesenheit von mindestens drei Vierteln aller Abgeordneten not- wendig. Da eine solche Mehrheit immer zweifelhafter wird, soll die Regierung bereits entschlossen sein, sich auf den liberalen Kom- Promißvorschlag, die Zivillifte nur um SOOOOV M. zu er- höhen, zurückzuziehen. Eiuer nach dem andren. Die Lohnbewegung der Fürsten nimmt recht bedenkliche Dimen- sionen an. Auch die sächsische Regierung beabsichtigt eine Erhöhung der löniglichen Zivillifte zu fordern. Im nächsten Jahre vollenden der Kroichrinz und sein Bruder das 21. Lebensjahr. AuS diesem Anlaß sind ihnen aus der Staatskasse sogenannte Etablierungs- beitrüge von 77 983 M. bezw. 30 833 M. zu zahlen. Außerdem sind ihnen nach dem Hausgesetz von 1837 Apanagen zu gewähren, die sich für den Kronprinzen auf 92 500 M. und für seftren Bruder aus 81666 M. belaufen. Jetzt beantragt die Regierung nicht nur die Bewilligung dieser Summe, sondern sie beruft sich darauf, daß daher eine Erhöhung der Apanagen um rund ein Drittel geboren sei. Es wird daher beantragt, die Apanage des Krön- Prinzen auf 123 000 M. und die seines Bruders auf 35 000 M. jährlich zu erhöhen._ Tie Erfurter Reservisten vor dem Reichsmilitärgericht. Die Revisionsverhandlung gegen die fünf Erfurter Reservisten ist auf den 25. November, vormittags 10 Uhr, anberaumt und wird vor dem ersten Senat des Reichsmilitärgerichts in der Witzleben. straße unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Thielmann vor sich gehen. Vertreter der Reichsmilitäranwaltschaft ist Reichsmilitär- anwalt Daudt, die Verteidigung liegt auch hier in den Händen des Berliner Rechtsanwalts Dr. Hermann Barnau. ___ Tie vom Gerichtsherrn, dem kommandierenden General deS XL Armeekorps, General der Infanterie Freiherrn von Scheffcr- Bohadel, am 10. September 1913 mündlich gegen das am 4. Sep- tember 1913 verkündete Urteil eingelegte Revision ficht das Urteil des. LberkriegSgerichtS in materiell-rechllicher Beziehung wegen seines ganzen Inhalts an und macht insbesondere drei prozessuale Rügen geltend; die wichtigste ist die letzte. In der Revisionsschrift, die den einzelnen Angeklagten zugestellt worden ist, heißt eS: TaS Urteil des QberkriegsgerichtS wird in materiell-recht- Aicher Beziehung wegen seines ganzen Inhaltes angefochten. In- sonderhcit wird in der Annahme eines minder schweren Falles bezüglich des von den Angeklagten See, Schirmcr, Georges und Hagcmeier begangenen militärischen Aufruhr? eine Verletzung des Z 49 Absatz 2 deS Militärstrafges etzbucheS erblickt. Zur Be- gründung der Annahme eines minder schweren Falles ist die Erregung der Angeklagten angeführt worden. ES ist ferner her- dorgehoben, daß die Angeklagten betrunken waren. Da nach der ganzen Sachlage die Erregung der Angeklagten ausschließlich durchs die selbstverschuldete Trunkenheit entstanden sein kann, so ist offenbar indirekt die Trunkenheit zur Annahme eines minder schweren Falles mitbestimmend gewesen.— Bei der Widersetzung der Angeklagten Hagemeier und GorgeS und dem Aufruhr der. selben Angeklagten ist im rechllichen Zusammenflusse Beleidigung des Vorgesetzten, des Gendarmen Stock festgestellt. Im Tenor ist aber eine Verurteilung aus§ 91 des Militärstrafgesetzbuches nicht ersichtlich gemacht.— Bezüglich des Angeklagten Hagemeier sind Aeutzcrungen bei Begehung der Widersetzung und Beleidigung eine- Boilgesctzten festgestellt, die eine Betätigung sozialdemo- kratischer Gesinnung enthalten. ES hätte eine Verurteilung aus 8s 92, 93 deS Militärstrafgesetzbuches eintreten müssen, da sich das Verbot, eine sozialdemokratische Gesinnung zu betätigen. auch auf Personen des BcurlaubtenstandeS bis zum Ablauf des TageS der Kontrollversammlung erstreckt.(Vergl. K. M. vom 7. 5. 95 Nr. 22.395. E 3 u. 28. 2. 1907 Nr. 571/2. 07. C 3. (2 Unterschriften.) Tie Angeklagten Ropte und Langhelm hatten sich bei ihrer im erstinstanzlichen Termin vom 27. Juni 1913 erfolgten Ver- urteilung zu 7 bzw. 12 Monaten Gefängnis beruhigt. Es war ein Gerücht aufgetaucht, ihre Akten befänden sich beim Militärkabinett und sie sollten begnadigt werden. Auf Anfrage deS Verteidigers, ob eine Begnadigungsabsicht bestehe, kam unterm 4. November vom Gericht der 38. Division der Bescheid,„daß die Reservisten Ropte und Langhelm sich zur Strafverbützung im FestungSgefängniS Torgau befinden. Eine Begnadigung ist nicht in Aussicht genommen/_ Reichsverein der liberalen Arbeiter gegen den Hausabund. Der Hauptvorstand deS Reichsverein« der liberalen Arveiter und Angestellten bat zur Frage deS.ArbeitSwilligenschutzeS' eine Resolution gefaßt, in der e« beißt: .Dieser ArbeilSwilligenschutz ist nicht das, was er zu sein vorgibt. E« bandelt sich hier um den bewußten Versuch, erneut wieder von oben die Biandfackel de» Klassenkampfes zwischen Bürgertum und Arbeiterschaft zu schleudern. DaS Ziel ist nicht der Schuy der Arbeitswilligen, sondern die Ncuerrichtung der wankenden Herrschast der Scharfmacher und der Großagrarier. Das liberale Bürgenum bat keinen Anlaß, der schärfsten Reaktion wieder in den Sattel zu helfen.... Der.ArbeilSwilligenschutz''st für d,e gesunde Fortentwickelung unserer wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse nutzlos. Kein Streik wird weniger geführt werden. Der soziale Kamps wird nur ein paar Hunderl Märtyrer jedes Jahr mehr schaffen, wird den Haß verschärfen, wird den UeberradikaliSmuS ttärken und zu- '/�"Anschweißen. Außerdem beweisen zahlreiche Gerichtsurteil«. daß vergehen gegen.Arbeitswillige' schon heute mit unmäßiger eng« fahndet werden.... Da« Bürgertum hat die Kosten der früheren Ausnahmegesetz« gebung bezahlt, eS hat seinen Einfluß in der Politik und im öffentlichen Leben dadurch verloren. Wir erwarten daher besonders von den sortschrittlichen Mitgliedern des Hansabund-DirektoriumS die Ablehnung des Arbeitswilligenschutzes. Namens der liberalen und nationalen Arbeiter und Angestellten Deulidilands erklären wir uns als entschiedenste Gegner des „Arbeilswilligenschutzes' und aller Verbände, die sich zu ihm be- kennen... Noch ein Protest gegen den Arbeitswilligenschntz deS Hansabuudes. Der geschäftsführende Vorstand des Bundes der Festbesoldeten hat am Bußtag in einer außerordentlichen Sitzung eine Resolution gefaßt, in der der Beschluß des iJndustrierats des Hansabundes als eine starke Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit aller Berufs- ovganisationen bezeichnet wird. .Schon die eine Forderung deS Jndustrierates auf Ausdehnung des 8 31 des Bürgerlichen Gesetzbuchs auf die Berufs- vereine, ohne das Zugeständnis der Rechtsfähigkeit, bringt unab- sebbare Eesahren für die Weiterentwickelung auch der Beamten- und Angesiellreiwerbändc mit sich. Im Zeitalter der staatlichen und privaten Großbetriebe können neben der breiten Masse der Arbeiter auch die Angestellten und Beamten allein durch Zusammenfassen der Einzelkräfte in Berufsorganisationen zu einer gesicherten und freieren Daseins- führung aufsteigen. Ter Aufstieg aller Bürger festigt aber die Grundlagen de- Staates und gewährleistet den stetigen gesunden Fortschritt. Aus diesen Erwägungen heraus spricht der geschäftsführende Vorstand des Bunde» der Festbesoldeten sein lebhaftes Bedauern über die Beicklüsse deS Jndustrierates im Hansabunde aus, zumal die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen für einen wirk- samen Schutz der Arbeitswilligen nach seiner Auffassung durchaus genügen. Vor allem bedauert er den darin zutage tretenden Mangel an Verständnis für die Bedeutung zielbewußter Arbeit der Berufsorganisationen in kultureller und staatspolitischer Hinsicht." Tas„Berliner Tageblatt" meldet übrigens, daß bereits eine lebhafte Bewegung für den Austritt aus dem Hansabundc im Gange ist._ Oefterrtich. Lesterreichisch-unliarischc Teleflationen. Ten Telegationen ist das Heeresbudget unterbreitet worden. Es ergibt sich daraus, daß die Balkanpolitik des Grafen Berchhold- bisher nicht weniger als 361 Millionen Kronen gekostet hat. Die eigentliche Mobilisierung kostet nur III Millionen. Ter Rest von 203 Millionen ist für alle mög- lichen von dem Parlament noch nicht bewilligten und noch nicht einmal veranlagten Anschaffungen, Festungsbauten usw. verwendet worden. Die Delegationen sind zusammengetreten und mit einer Thronrede eröffnet worden. Graf B e r ch o l d t hat dann ver- sucht, in einem langamtigen Erpos6 seine Politik, vor allem seine Balkanpolitik, zu rechtfertigen. firatihrelch. Die Taktik der Dolchstiche. Paris, 18. November.(Eig. Ber.) Die Gegner des Proporzes in der Deputiertenkammcr rüsten nicht ab. Haben sie bei der Abstimmung über den Quotienten eine schwere Niederlage erlitten, so bemühen sie sich, in die weiteren Artikel des Gesetzes Bestimmungen hinemzuflicken, die es für seine repuhlitanischen Anhänger möglichst entwerten. Gestern ist ihnen ein solcher Anschlag geglückt. Es wurde nänilich das Amendement Maginot angenommen, das im Gegensatz zum Kommissionsentivurf bestimmt, daß die Zahl der jedem Departement zustehenden Mandate nicht nach der Bevölkerungszahl, sondern nach der Zahl der eingeschriebenen Wähler be- stimmt wird. Die Wirkung dieser Bestimmung ist klar: die großen Städte werden zugunsten der sich entvölkernden agrarischen Bezirke benachteiligt. Das soziologische Argument, daß die Städte in der modernen Gesellschaft auch die Zentren der geistigen und politischen Kultur sind, blieb ebenso un- berückstchtigt, wie das vom Sprecher der Regierung, Herrn Kloy geltend gemachte staatsrechtliche Prinzip, daß der Abgeordnete nicht nur die Wähler, sondern die ganze Bevölkerung seines Wahlkreises vertritt. Die Bevor- zugung der ländlichen Bezirke ist weder eine republikanische Tradition, noch würde sie den Radikalen zugute kommen. Denn bekäme auch die radikale Bauernschaft eine Anzahl von Ver- tretern mehr, den Hauptgewinn würden die Klerikalen und Monarchisten haben, die ja ohnehin durch den Proporz zu stärkerer Vertretung kämen. Die ganze Frivolität und Un- redlichkeit der radikalen Obstruktionspolitik tritt in dieser Taktik zutage. Die Clemenceau, Breton usw. klagen die Sozialisten init komödiantischer Tragik an, durch den Proporz die„Republik" zu zerstören und der Reaktion in die Hände zu arbeiten, sie selbst �aber bieten den konservativen Parteien die Möglichkeit, ihre Situation noch zu verstärken. Vielleicht hoffen sie auf diese Art, das Ganze schließlich für die republi- konischen Proporzler doch noch ungenießbar zu machen. Aber sie könnten sich ins eigene Fleisch schneiden. Denn die Re- gierung scheint jetzt entschlossen zu sein, ihre schwankende Haltung aufzugeben und sich im Senat für die Reform mit ganzer Kraft einzusetzen.— Die Kammer hat die Wählerziffer, auf die ein Mandat entfällt, mit 22 3(0 bestimmt. Das liefe auf eine Ver- Minderung der Deputiertenzahl um etwa 70 hinaus. Da» gegen scheint auf den ersten Blick nicht viel einzuwenden zu sein, denn das Parlament mit seinen fast 680 Mitgliedern ist ein sehr schwerfälliger Apparat und das Proporzsystem gc- stattet den Parteien auch, ihre Kandidaten besser auszuwählen, als das heutige, die Bezirkspolitik begünstigende Wahlrecht. Indes ist die Verminderung der Mandate nicht nur eine sonst gar nicht in der Linie der radikalen Politik liegende Konzession an die antiparlamentarische Demagogie in der Bourgeoisie, sondern auch eine weitere Erschwerung einer republikanischen Mehrheitsbildung. Der Radikalismus aber hat jetzt keine anderen Rezepte als die des Doktor Eisenbart. Protest eine« sozialistischen Bürgermeisters. Paris, 20. November. Wie aus Lille gemeldet wird, hat der sozialistische Deputierte und Bürgermeister von 2 e n S B a S l y dem Präfekten erklärt, daß er es ablehne, für die Unterkunft der nach dem Streikgebiet entsandten Truppen zu sorgen. Da diese Weigerung keine Beachtung fand, erhob BaSlv in einer Depesche an den Ministerpräsidenten Einspruch gegen die Entsendung der Truppen, die eine überflüssige Herausforderung bilde, weil die Ausständigen die größte Zluhe beobachtet hätten. Italien. Die vatikanische Heerschar in der Kammer. Rom, 18. November.(Eig. Ber.) In ein rechtes Wespenn-st hat die in Rom erscheinende„Jdea democratica" gestochen, indem sie eine Liste von 867 Namen beröffentlichi, die die Kandidaten bezeichnen sollen, die nach Unterschrift des Pakts Gentiloni die Wahlunterstützung der Klerikalen genossen haben. Von diesen unterstützten Kandidaten sind 230 gewählt worden und die anderen unterlegen. Die Liste, über die es natürlich fast unmöglich ist, eine Kontrolle auszuüben, wird nun durch dutzendweise Dementis von den aufgeführten Personen bestritten. Viele von denen, die heute entrüstet die Unterzeichnung deS Paktes in Abrede stellen, haben ihn tatsächlich nicht unterzeichnet, aber meist aus dem einfachen Grunde, daß sie als klerikal bis auf die Knochen schon von vorn- herein bekannt waren und jede Unterzeichnung eines Paktes als überflüssig erschien. Es liegt übrigens auf der Hand, daß man nicht immer dem Kandidaten einen Vorwurf daraus machen kann, wenn zu deinen Gunsten das„non expedit" zurückgezogen wurde. Unter Umständen mag das auch ohne sein Drängen, lediglich auS Abneigung gegen den Gegner geschehen sein. Diese Affäre der dem Vatikan verpfändeten Abgeordneten hat' die öffentliche Meinung nunmehr so lange und anhaltend beschäftigt, daß unbedingt ein Nachspiel in der Kammer erfolgen wird. In irgendeiner Form dürfte man die Regierung über die Stellung befragen, die sie der Tatsache gegenüber einnimmt, daß fast die Hälfte der Mitglieder der Kammer durch einen Pakt, dessen Klauseln geheim gehalten werden, in ihrer Handlungsfreiheit gehemmt sind. England. Ein außerordentlicher Gewerkschaftskongreß. London, 20. November.(Privattelegramm betz „Vorwärts".) Nach zweitägiger Beratung kam das par- lamentarische Komitee des Gewerkschaftskongresses. nachdem es den Bericht einer Delegation des Dubliner Gewerkschafts- kartells entgegengenommen hatte, gestern abend zu dem Be- schluß, einen besonderen Gewerkschaftskongreß für den 9. Dezember 1913 nach London einzuberufen, der sich mit der D u b I i n e r Angelegenheit be- fassen soll. Wie verlautet, fanden in den Komiteesitzungen lange Auseinandersetzungen zwischen denen. die das sofortige Ein- greifen der englischen Gewerkschaften zur Lahmlegung der ge- samten Dubliner Transportindustrie verlangen und den An- hängcrn einer gemäßigteren Taktik statt. Nach Schluß der Sitzung fand in der zirka 12000 Personen fassenden„Albert Hall" eine enthusiastische Versammlung statt. Der Andrang war so stark, daß die Veranstalter den gewaltigen Saal mehr als dreimal hätten füllen können. Die Bekanntmachung, daß der Gewerkschaftskongreß erst in drei Wochen einberufen werden soll, erregte bei der Menge erst lauten Unwillen. Aber die Genoffen Williams und Ben T i l l e t wiesen darauf hin, daß der Beschluß des Komitees wirklich eine revolutionäre Tat sei. Nie zuvor habe man wegen eineS wirtschaftlichen Kampfes einen besonderen Kongreß einberufen. Genosse L a r k i n erklärte sich mit dem Beschlüsse deS Komitees einverstanden und sagte, er erkenne an, daß die englischen Gewerkschaftsführer eine große Verantwortlichkeit übernommen hätten. Die Dubliner würden den Kampf weiter führen, bis die englischen Führer bereit seien. 500 Londoner Studenten versuchten die Versammlung zu sprengen. Einigen gelang es, in den Saal einzudringen. Sie mußten ihr Vorhaben aber büßen, denn sie wurden übel zu- gerichtet. Draußen trieb dann die Polizei die RowdieS aus- einander. Nach den letzten Nachrichten aus Dublin haben die- Arbeiter beschlossen, nach dem Muster UlsterS eine eigene Bürgerwehr zu organisieren, um so ein Gegengewicht' gegen die Organisation der Ulsterleute und Nationalisten zu schaffen und ihre Bürgerrechte zu verteidigen. Hauptmann White, der sich im Felde ausgezeichnet, der Sohn des Ver- tcidigers von Ladysmith, hat gemeinsam mit noch anderen Offizieren die Organisation der Arbeiterbürgerwehr über- nommen. stlexiko. Eine Niederlage Hucrtas. New York, 19. November. Nach einem Telegramm aus Brown?» ville(Texas) hat der Jnsurgentenführer Gonzales die Stadt Victoria nach zweitägigen Straßenkämpfen am Dienstagabend emgenommen. Die Garnison wurde bis auf den letzten Mann niedergemetzelt. Die Schlacht tvar die blutigste der ganzen Revolu- tion. Hunderte von BundeSsoldatcn sind gefallen. Der Hof und die Hallen deS RegierungSpalafteS waren mit Leichen dicht bedeckt. Viele Gebäude in den Hauptstraßen, die dem Gcschützfeuer rnt- gangen waren, wurden niedergebrannt. Die Stadt �gleicht einem Trümmerhaufen. Infolge der Niederlage der mexikanischen Bundestruppen bei Victoria wartet jetzt der deutsche Kreuzer„Bremen" in Tampico, dem- nächsten Hafen, um deutsche Flüchtlinge an Bord zu nehmen. — Der deutsche Kreuzer„Nürnberg" ist nach San-BlaS entsandt worden, um dort die Deutschen aufzunehmen, die auS Tepic ge» flohen sind, ehe die Stadt von den Insurgenten eingenommen wurde._ Bcrteidigungsmaßregeln der Fremden. Mexik«, 20. November. Die Mitglieder der fremden Kolonien in der Hauptstadt treffen Vorbereitungen zur Verteidigung für den Fall von Unruhen. Der englische Gesandte Carden hat den briti- schen Staatsangehörigen geraten, für Verteidigungszwecke eine Organisation zu schaffen. Die Amerikaner planen VerteidigungS» maßregeln, ohne dahingehende Ratschläge von ihrem Geschäft«- träger erhalten zu haben. ES ist möglich, daß eine allgemeine Ver« teidigungSorganisation geschaffen wird, welch« die deutschen, britischen und österreichisch-ungarischcn Staatsangehörigen um- fassen würde. Letzte Nachrichten. ErPräsident Taft warnt vor einer Einmischung in Mexiko. New Jork, 20. November.(28. T. B.) Der frühere Präsident Taft warnte in einer heute hier gehaltenen Rede den Präsidenten Wilson vor dem Wagnis einer Intervention in Mexiko; er meinte, sie würde mehr Geld und Blut kosten, als die Er- oberung der Philippinen. Ein Scharmützel zwischen Albanesen und Montenegrinern. Cetinje, 20. November.(W.T.B.) Gestern abend griffen einige Albanesenbanden montenegrinische Vorposten in der Nähe von Tuzi an. Die Montenegriner, die in dem Scharmützel mehrere Verwundete hatten, trieben die Albanesen zurück, deren Verluste unbekannt sind. Bier Erdarbeiter verschüttet. Frankfurt a. O.» 20. November. Bei Erdarbeiten in der Nähe der Stadt wurden heute nachmittag vier Arbeiter verschüttet. Zwei von diesen wurden tot und zwei schwer verletzt geborgen. Fleisch Fa. Ochsen-Schmorfleisch Pfd. 1.00 BoastbeetPid. 1.00, o.Knoch.Ptd 1.50 Ochsenbrast and Kamm Pfd. 95 Pf. PöKelzange....... Pfd. 1.25 Oaerrippe........ Pfd. 70Pf, Frisch. SchinBen i. Ganz. Pfd. 85 Pf. SchweineKamm a. Schaft Pfd. 90 Pf. Schweinehotelettes... Pfd. 1.05 RUcKenfett Pfd. 65, Liesen Pfd. 75 Pf Kasseler Rippespeer Pfd. 85 Pf. b 1.00 HanunelriicKen i. Ganzen Pfd. 80 Pf. HammelrticKen geteilt. Pfd. 85 Pf. StarKe Hasen gestreift von 3.50 au Obst und Gemüse AmeriKan. Aepfel. Pfd 20 u. 25 Pf. Kochäpfel...... Pfd 12, 16 Pf. Grane Reinetten.... 2 Pfd 35 Pf. Grosse Kochbirnen... Pfd. 15 Pf. Essbirnen...... Pfd. 15, 18 Pf. Granbirnen...... 2 Pfd. 25 Pf, WeissKohs....... Pfd 3 Pf. Rot- a. WirsingKohl.. Pfd. 4 Pf. Spinat 2Pfd. 10, GrUnttohliPldlOPf, Seiler ie-HnolIen.,.. 4, 8, 12 Pf. HohrrUben...... 4 Pfd. 10 Pf Schsvarzsvarzein.... Pfd 10 Pf. HärKische Rübchen.. 2 Pfd. 15 Pf. Wurstwaren Feine Leberwarst.... Pfd. 1.20 Pasteten-Leberwarst.. Pfd. 1.20 Jagd warst Pfd. 1.10, Teewarst 1.30 Rot warst...... Pfd 55, 75 Pf Bauernmettworst.... Pfd 1.25 Zervelat« n. Salamiwarst Pfd. 1.35 RollschinKen ca. 6—8 Pfd. Pfd. 1.55 Gänse...... Pfd 55, 65, 75 Pf. Gänse-Rümpfe.... 2.25 bis 4.00 Cänsehlein......... 78 Pf. Enten...... Stück 2.25 bis 3.50 Paten......... Pfd 78 Pf. Hühner..... Stück 1.15 bis 2.60 K Butteru.Käse Koch- and BacKbatter Pfd. 1.08, 1.18 T.schbattei?fd 1.28,'/jPfd-Pak.64Pf. Taf elbotter PH 1.36.'/oPf d-Pa k. 68 Pf. Schmalz......'. Pfd. 68 Pf. Pflaamenmas..... Pfd. 25 Pf. Marmelade....... Pfd. 33 Pf. Echter EmmenthalerKäse Pfd. 1.10 Schweiz eriläse..... Pfd. 88 Pf Holländer Käse..... Pfd. 15 Pf. Romatoar-Käse.... Stück 26 Pf ■ LimbnrgerKäse..... Pfd. 45 Pf. Brie-Käse vollfett,.. Pfd 80 Pf. Faast and SpitzKäse 3 Stück 20 Pf. Fische Kabeljau i.ganz. Fi�ch. Pfd. 1 1, 16 Pf. Seeiacns o. K., i. gz.Fisch. Pfd. 18 Pf. Schellfisch 2—4 Pfd schw. Pfd. 16 Pf. Rotzangen....... Pfd 20 Pf. Bratschollen...... Pfd. 18 Pf. Hellbatten....... Pfd. 38 Pf. Steinbatten....... Pfd 78 Pf. Lachs in ganzen Fischen Pfd. 55 Pf. Frische Plötzen... Pfund 25 Pf. Leb. Hechte über 6 Pfd. Pfd 78 Pf. Lebende Karpfen.. Pfd 85, 95 Pf. Leb. Krebse... Mdl. 25 Pf. b. 4.00 Seemuscfaeln... 100 Stück 30 Pf. K Das größte Abonnementshaus feinster Herren-Moden J. Stock& Co. verkauft seine Monats-Garderobe direkt an Prirate. Anzüge und Paletots von 10 an.* Friedrichsir. 108 vis-ä-vis der Karlstraße. 'Sassen Sie sieh> outdi Mä�trlqe ffitfaljrunfien nftSi abfallen, noch einen Versuch mit „ AJcolor" zu machen, u. 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Deutsches Schauspielhaus. Die heitere Residenz. Thalia. Die Tangoprinzelfin. Komödienhaus. Hinter Mauern. Montis Operetten. Die ideale Gattin. Schiller O. Rosenmontag. Schiller GHarlottenburg. Jugend- freunde. Residenz. Hoheit— der Franz. Metropot. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Kasino. Ferdinand der Tugend- haste. Kleines. Belinde. Luitspielbaus. Im grünen Rock. Trianon. Seine Geliebte. Herruielb. Was sagen Sie zu Leibusch? Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettin« Sänger. eines Apollo-Theater. Varicts- Llchtlpiele. Eines Friedrich- Wilhelmftädt. Di« Kinokönigin. Aniana Udr. Rote. Der Meincidbauer. Luiien. tzopsenials Erben. Folies(kavrice. Mitzgeburt. Das Adoptivkind. Walhalla. Der LiebeSonkel. Rdmtralspalast. Die lustige Puppe. Aniang 8'/, Ubr. NrueS VolkStheater. Mudder Meto». Aniang 9 tlhr. EineSNollendorf-Theater.Varietö- Lichtspiele. Sternwarte, Invalidenstr. S7— 62 TiieateriiiilerKöiiigiifützerStrafiE 8 Uhr; Die Kronbraut. Kornödienhaus. s uhr: Hinter Manrnl. BerlineTTheater. 8 Ubr: Wie einst im Mai. XbeutachesSchaaitpielbaa* 8 Ubr: Die heitere Residenz. 5ehll!er-Thealer0.A°� Freitag, abends 8 Uhr: Roeieniiiontag. Sonnabend, abends 8 Ubr: Die goldene Ritterzelt. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Stützen der Gesetlschaft. Sehlller-Theaier"VC Freitag, abends 8 Uhr: Jngcndfrennde. Sonnabend, nachmitlags 8" Uhr: Gütz von Berllchingen. Sonnabend, abends s Ubr: Die Jungfrau von Orleans. Sonntag, mittags 12 Udr: Kammcrmnslk. Sonntag, abends 8 Uhr: _ Rosenmontng. Theater des Westens. s uhr- Polenblut. Tbeater am dolleniiorlplatz 8. Allabendlich 8 Uhr: Mikado. Sonnabend nachm. 4 Uhr: FVan Rolle. Weihnachtslomödie von Stoß. Sachs. Lessing-Theater. 8 ubr: Pygmalion. Lustspiel von Bernhard Shaw. ' kesidenpTheetes* Uhr Uhr. HoHeit— der Fram! Musikalische Groteske in 3 Akten von Artur Landsberger und Willi Wolss. Musik von Robert Winterberg. Allabendl. 8 Uhr: höhest— der Franz! Totensonntag 8 Uhr: Die Waise ans Lowood. fneM-MlmM Theater 30-31 Chausseesir. 30-3!. Operetten- Gastspiel Zum 190. Male: Ose Kinokönigin Operette in 3 Akten von Georg Okonkowski u. Jul. Freund. Musik von Jean Gilbert. Kasseneröffn. 7 Chr. Anf. 8 Uhr. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Deutsches WMertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71. am Zoo. Kasse: Nollend. 1383. F>eltag 8, Ubr: Der Biberpelz. Sonnabend 8 Uhr: Die-Aflfire. Montis Operettentheater. Abends 8 Uhr: Lehär-Novität: Die ideale Gattin. Fritz i Masiary. I. Spielmann a. G. Morg. u. folg. Tage: Die ideale Gattin. 0SE=THEATE Graste Franiturler Str. 132. Der Melneldbaner. Volksstück in 3 Akten von Lndw. Anzengruber. Ansang 8'/, Uhr. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Prinzessin Edelti'ant. 8 Uhr: Der Melneldbaner Folies Caprice. Zum 82a Male: Änffln0(Ritter Baldrian Uhr Das Adoptivkind 8 J'[Die Mißgeburt X-nisen-Theater. irreitag 81/, Uhr; lopfenraths Erben. tück r Hopfenratb's D olksslück mit Ges. u. Tanz in 5 Akten. Wnlballa-Vbenter. Freitag 8'/. Uhr: Der Uebesonkel. Posse mit Gesang u. Tanz in 3 Akten. :: kerlmer:: Konxertkaus J?„cw — Mauerstraße 82.— Zimmerstraße 90/91. Heute: Großes Konzert des Unterolfizler-Sängercbors des Gardekorps Dirigent: Karl Schwarznieier— unter Mitwirkung des Berliner Konzerthans-Orchesters. Dirigent: Komponist Franz v. Ulon, als Gastdirigent Hokkapellmeister Professor Trangott Ochs. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 ühr. Oehs'sehes Konzert- Orchester Leitung: Kapellmeister Erich Ochs. Volkskonzert Brauerei Königstadt. Heute abend 81/, Uhr. Palast am Zoo TAgUch AofanE« Uhr. Tutrnanantsg getcbloss«. Komplettes Procramm groise Vari6t6-Akte sowie unsere reBommlertenLIcbtsplele Preise von 65 Pfennig: an. Nollendorf-Theater Cleopatra Die Herrin des Nils Das Filmu'under der Well 8. M. tiem Deutschen Kaiser am)2. November vor«etiihri ond mit jjrossem Beilall anlBenommen. Woehensgs Anfangs1- u tüht Sonntagt 4. 61- und 9 Uhr. Jugond-Vorltollung Hlttwoeb und Sonnabend 4 Uhr in balhen Preisen. Zirkus ilb. Schumann. Freitag, den 21. November, abends 71/, Uhr: Gr. Gala- Tor.tellnng mit dem phänomenalen November- Programm. U. a.: Neu! Einzig dastehend! Otto Nebels 5 dress. Seelöwen zu Pferde u. das übrige Glanzprogramm. 3W Um ll'/j Uhr:"WS Tango vor Gericht! Pantomimische Burleske in 3 Akten mit Gesang n. Tanz 'arfürstendamm 236. ,Die blatte Maus' mit Madge Lessing Hegie: Max Mack Vorstellungen 5, 7, O Uhr 1 V olgt- Theater Bavstrasie 58. Freitag, den 21. Nocember 1913: Gas Bechl einer Muller. Schauspiel in 4 Akten v. W. Schmidt- Häßler. Kasieneröffnung 7 Uhr. Ans. 81/. Uhr Weinben 10-17(2 Min. v. Rosenth. Tor) Boihagen- Rummelsbnrg. Standplatz: Senme. u. Grhphiusftraße. Zfnr kurze Xelt! Circus Barum* Täglich abeudS S'i, Uhr: Das wunderbare Prosranun! Sennabend, p. 22. Siovhr.. nachmittags 4 Uhr: L.efzfe Naelioiittags-Vorsteiliiog zu f leinen Preisen für Erwachsene u. Rinder. Metropol-Theater, AbendS 7 Uhr 55 präzise: Die Heise um die Erde in 40 Tagen. Totensenntaa. d. 23. er., abends 8 Uhr: 's Hullerl. Trianon-Theater. Freitag und Sonnabend 8 Uhr: 8elae Gellebte. Totensonntag 8 Uhr: Entren. Reinickendorfer Straße 14 Der Liebe Zaubermacht. Romantische Erzählung— Kolorierter Film. Moritzplatz Hasenheide Die Waisen der Ansiedlung Episode aus dem wilden Westen. Die Herzogin von Folies Berg�res Lustspiel in 8 Akten. Willard der Mann, der wächst. Grete Frennd;; Paul Beckers Operettendiva.•' Komiker. Crispi und Fara Exzentr. Tanz-Duo und eine Kette bervorraptler MM\b\ Rancben gestattet! URANIA TaÄtr- 8 Uhr: Mit dem„Imperator" nach New York. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. P. Sohwahn:„Die Bewegungen der Himmeiskirper".(Von Ptolemäus bis Kepler.) Zirkus Busch. Heute, Freitag, d. 21. November, abends 7'/, Ubr: Da» glänzende Program«! Der ZtrkuS hat beichlosien, an Wochentagen vom Publikum zu fordern, in der Voraussicht. daß Sie Behörde nach den vor- genommenen Prüfungen die Steuererhebung in jetziger Höhe selbst als unhaltbar anerkennen und die Steuer in aller Kürze wesentlich reduzieren oder ganz sollen lassen wird. Es treten demnach von heule ab wochentags die atten wieder in Kraft. essino-l'keÄtsl' Lothringer Str. 37. Täglich S Uhr. Der neue«aison-Poffen- Schlager Ferdinand der Tugendhafte. DaS droll. Stück seit Bestehen d. Thect. Vorher das erslkl. Spezialität.-Progr. Sonntag, den 23. er., abends 8 Uhr: .Ein Weib ans dem Polte«. pässag�PaMjwi™ 50 wilde Kongoweiber Männer und Kinder In einem eigems aufgebauten Kongudorto in ihren S itten u. Gebräuchen. Und die anderen Attraktionen. Die gr. Kino-Yariete-Vorslelluiig von 5(Sonntags 3) bis 11 Uhr. Admiralspalast. Eltt- Arena.— Aliabeudllcfa das neue mit durchschlagendem Erfolg aufgeführte Eisballett Die lustige SHtppe. Beginn der Vorstellung 8'/. Uhr. Bis 6 Uhr und von lO*/, Uhr _ halbe Kassenpreise. Reichshalien-ThealeF Stetüner Sänger MMin Klliistier- Ansang 8 Uhr. Näch'te Nachm.- Vorltrllang: Sonntag. - den tili. Ron. jpnt»en luüor.»er A» rrnre aerrtummi»ie HcDaftun dem Uubliftim gegenüber teinertri P rnniwaer»!,, Perantw. Redaft. Alfred Wielepp. i'kölln. Inseraienteii verontw Etz miocke.Bert'n. Druck u.Verlaa BorworisBuckior. u Vertogoannau Gaul e'uget tz üo.iberlin ij�. v-kc-ia 3 Beilagen» llaterhaltnugSR Kr. 806. 80. Iahrgavg. 1. Itilip des Jorfflärts" Kcrlim Bnlblilatt. Irritag, 21. 1913, ßcr mit dtr Sonntagsruhe! Der Kampf um.die Sonntagsruhe im Handesgcwerbe ist auf der ganzen Linie entbrannt. Bereits vor einigen Wochen hat der Zentralver-band der Handlungsgehilfen in Gemeinschaft mit dem Deutschen Transportarberterverband in Kellers„Neuer Phil- Harmonie" eine große Versammlung zugunsten der vollständigen Sonntagsruhe veranstaltet. Am Freitag, den 21. November, sollen weitere drei Kundgebungen für den freien Sonntag der Handels- angestellten stattfinden. Inzwischen ist der Deutschnationale Handlungsgehilfenvcrbcurd aufgewacht und hat die übrigen Handlungsgehilfenverbände aus dem Schlummer geweckt, um sie zu einer gemeinsamen Vcranstal- tung für die Sonntagsruhe einzuladen. Den Zentralvcrband der Handlungsgehilfen haben die Deutschnationalen mit Absicht von dieser Besprechung der anderen Handlungsgehilfen ferngehalten, und erst nach Festsetzung des Programms der geplanten Veranstaltung, die man als eine solche aller Handlungsgchilfenverbände in der Presse angezeigt hatte, ließ man auf Beschluß der Vertreter anderer Verbände den Zentralverbqnd auch zu einer Besprechung einladen, damit dieser sich dem Abkommen anschließe. Hier ein Teil des Wortlauts des Ginladungsschreibens: „2. Zu diesem Zwecke soll eine Versammlung stattfinden, zu der Männer der Wissenschaft, die Geistlichkeit, Kaufleute, eine Hausfrau und ein Arbeiter als Redner gewonnen wer- den sollen. Di« Vertreter haben in ihrer überwiegenden Mehr- heit beschlossen, um eine vollständige einheitliche Kundgebung zustande zu bringen, auch an Sic heranzutreten und Sie einzuladen, sich an dieser gemeinsamen Kundgebung zu be- teiligen. Gleichzeitig wurde gewünscht, daß Sie Ihre Be- Ziehungen ausnützen und versuchen möchten, einen im p r a k- tischen Leben stehenden Ardeiter zu gewinnen, um in einer kurzen Ansprache den Standpunkt der Arbeiterschaft darzulegen. Zufolge des Beschlusses der Vertreterversammlung bitten wir Sie, an dieser nächsten Sitzung teilzunehmen und Ihren Vertreter zu bevollmächtigen, dem Abkommen beizutreten." Nachdem man also über die Art der Veranstaltung alles fest- gelegt hatte, wollte man dem Zentralvcrband der Handlungsgehil- fen gnädigst gestatten, an der Veranstaltung teilzunehmen und einen Arbeiter zu besorgen, der in einer kurzen Ansprache den Stand- Punkt der Arbeiterschaft vertritt. Der Arbeiter ist zwar sonst bei den Hero» Deutschnationalen kein« vollwertige Person, aber dies- mal wollte man ihm doch gnädigst gestatten, eine kurze Ansprache zu halten. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen hatte aber bereits lange vor den Herren Deutschnationalen und ihrer Gefolgschaft er- kannt, daß für die vollständige Sonntagsruhe etwas geschehen müsse. Er veranstaltet deshalb heute, Freitag, den 21. Novem- ber, abends 8% Uhr, gemeinsam mit dem Deutschen Trans- Portarbeiterverband eine große Kundgebung zugunsten der vollständigen Sonntagsruhe, bei der Vertreter der Generalkom- Mission der Gewerkschaften, Reichstags- und Landtagsabgeordnete sowie Mitglieder der Berliner Stadtverordnetenversammlung und einige Frauen das Wort ergreifen werden, um für die vollständig« SonntagSuhe der Handelsangestellten einzutreten. Die Arbeiterschaft wird gut tun, auch ihrerseits durch rege Anteilnahme an der Veranstaltung zu zeigen, daß sie mit den Bestrebungen der Handelsangestellten sympathisiert. Die Ver- sammlungen am heutigen Freitag müssen sich durch Massen- besuch auszeichnen. Sie finden statt in den„Germania. Fest sälen", Chausseestr. 110;„H ohen sta uf e n sä le n", Kottbuser Tamm, und„K ö n i g s b a n k". Große Frankfurter Straße 117. Auf in die Versammlungen! Auf zum Kampf für die voll- ständige Sonntagsruhe der Handelsangestellten! SewerKleKaftUcKes. Differenzen im Berliner Zentralarbeitenacbweis. Vor längerer Zeit hatte Dr. Freund, der Vorsitzende des Zentralarbeitsnachweises, d»e Absicht, in die Geschäftsordnung der dem Zentralarbeitsnachweise angeschlossenen paritätischen Arbeitsnachweise für Facharbeiter Bestiinmungen hinein- zubringen, die den gewerkschaftlichen Grundsätzen der Arbeits- vermittelung widersprachen. Tie dem Kuratorium des Zentralarbeitsnachweises angehörenden Gewerkschaftsvertreter traten den Absichten Dr. Freunds energisch entgegen. Es kam damals, vor etwa einem halben Jahre, zu einer Ver- ständigung. Unter Zustimmung von Dr. Freund wurde eine Geschäftsordnung beschlossen, die folgenden Satz enthält: „Für Arbeitsnachweise, welche von Tarifgemeinschaften ins Leben gerufen und verwaltet werden, gelten lediglich die von der Tarifgemeinschaft getroffenen Bestimmungen." Durch die Aufnahme dieser Bestimmung, mit der sich auch die Gewerkschaftsvertreter einverstanden erklärten, waren die Differenzen beigelegt. Jetzt hat Dr. Freund neue Differenzen herausbeschworen. Er greift wieder auf seine früher bekundeten Absichten zurück, indem er die Streichung des angeführten Satzes beantragt. Ferner will Dr. Freund folgende Bestimmung in die Ge- schäftsordnung aufgenommen wissen: „Die Arbeitsvermittelung'hat durch sachverständige Beamte zu erfolgen, welche vom Vor stände des Zentralvcr- eins nach Anhörung des betreffenden Kuratoriums a n- g e st e l l t und besoldet werden." Es würde den gewerkschaftlichen Grundsätzen der Arbeits- vermittelung ins Gesicht schlagen, wenn die Anträge Dr. Freunds Annahme fänden. Da der Zentralarbeitsnach- weis aus städtischen Mitteln subventioniert wird, so hat sich eine Abordnung der Berliner Gewerkschaftskommission zum Oberbürgermeister Mermuth begeben, um ihn zu einem ver- mittelnden Eingreifen zu veranlassen. Wie wir hören, soll sich die städtische Deputation für den Arbeitsnachweis mit der Angelegenheit beschäftigen. verlin und Qmgegcnd. Zum Streik der Kutscher und Mitfahrer bei der Deutsch- Amerikanischen Petroleum-Gesrllschaft ist zu berichten, daß es der Gesellschaft gelungen ist, durch Säulenanschlag einige Arbeitswillige anzuwerben. Die überaus große Mehrzahl stellungsloser Arbeiter, welche sich gestern ftüh auf diese Anzeige an den Plakatsäulen hin am Schiffbauerdamm, wo sich das Kontor der Firma befindet, einge- funden hatte, machte wieder Kehrt, als die Leute erfuhren, daß der Betrieb bestreikt ist. Vereinzelte Arbeitswillige, die dennoch vor- stellig wurden, gelangten nicht zur Annahme, da sie nicht in der Lage waren. 8 M. Kaution, die von jedem zur Einstellung ge- langenden Kutscher gefordert werden, stellen zu können. Die wenigen Leute, welche angeworben, wurden unter polizeilichem Schutz in Begleitung der Stadtreisenden der Firma in Automobilen zu den Arbeitsstätten gebracht. Dennoch konnte der Betrieb nicht vollständig in Gang kommen. Nur einige Gespanne verließen am gestrigen Vormittag die Lagerhöfe. Unter den Arbeitswilligen befanden sich Futtermeister, Schmiede und Klempner, die sonst nur innere Betriebsarbeiten verrichten. Außerdem fungierten die Herren Stadtreisenden als Mitfahrer auf den von den Arbeitswilligen ge- führten Gespannen. Die Polizeibehörde hat sich, wie immer, auch bei diesem Wirt- schaftskampf auf die Seite Unternehmertums gestellt. Ein großes Polizeiaufgebot hält vre Zufahrtstraßen zu den Lager- Höfen am Teltow- und Spandauer Schiffahrtskanal besetzt. Darunter Kriminalbeamte mit Polizeihunden. Die hiesige Betriebsleitung hat der Streikleitung, wie wir hörten, noch am gestrigen Nachmittag von dritter Seite die Mitteilung zugehen lassen, daß sie gewillt sei. wenn sich die Direktion in Hamburg damit einverstanden erklärt, mit einer Kommission der Kutscher und Vertretern der Organisation in Verhandlungen einzutreten. Die Streikenden haben darauf hin sofort durch eine Abordnung der Betriebsleitung münd- lieh mitteilen lassen, daß sie zu jeder Zeit bereit sind, die Verhandlungen vor sich gehen zu lassen. Darauf hin wurden tele- phonisch die Verbandsvertreter um d Uhr abends nach dem Kontor ain Schiffbaucrdamm berufen. Einer der Herren Betriebsleiter,* Herr Trill, erklärte daraus bei der Aussprache, daß sie nur gewillt seien, einen Teil der ausständigen Kutscher wieder einzustellen, und zwar zu den von der Direktion in Aussicht gcnomnrenen Be- dingungen. Als die Vcrbandsvertrcter hieraus das Wort nehmen wollten, wurde diesen erklärt, daß sie sich eine Einmischung der Verbandsvertrctcr in die Verhandlung entschieden verbitten müßten, diese betrachten sie nur als Zuhörer. Als die Kommission der Kutscher erklärte, nicht so ohne weiteres ihre Zustimmung zu dem Vorschlag der Betriebsleitung geben zu können, ohne mit den übrigen Kutschern gesprochen zu haben, und weiter, daß sie es als eine Mißachtung ihres Verbandes betrachten, wenn ihre Vertreter nicht zu Worte kämen, erklärten die Herren die Verhandlung für erledigt. Der Streik besteht also weiter, und wird die Arbeiter- schaft gebeten, den Streikenden die größte Solidarität entgegen- zubringen. Infolge dieses Streiks sind bei einigen anderen größeren Petroleumfirmen den Kutschern, deren Verdienste ohnehin bessere sind als diejenigen bei der D. A. P.-G. bereits freiwillige Lohn- aufbefferungen zugestanden worden. Tarifbcwcgung im Berliner Photographcngewerbe. In den„Arminhallen" nahmen am Dienstag mehrere Hundert Photographengehilfen und Gehilfinnen nach einem einleitenden Referat des Verbandssekretärs Haß Stellung zu einer Tarif- bewegung in den photographischcn Ateliers. Eine Verhandlung mit der Organisation hatte der Vorstand der Photographen-Zwangs- innung abgelehnt. Der Tarif sieht eine 8>/-stündige Arbeitszeit, einen Mindestlohn im ersten Halbjahr von 22 M., im' zweiten Halb- jähr von 23 M. und nach einem Gehilfenjahr von 24 M. vor. Heim- arbeit ist möglichst zu vermeiden. Ueberstunden sind bis 10 Uhr abends mit 25 Proz., nach 10 Uhr abends mit 50 Proz. Zuschlag zu bezahlen. Ferner werden Lehrlingswesen und Arbeitsnachweis ge- regelt. Der Referent Haß betonte, daß man bei weiterer Weigerung der Innung auch vor einem Boykott der uicht bewilligenden Firmen nicht zurückschrecken würde. Der Zentralkommissions-Vorsitzende H ä n I e i n behandelte die bisherige Gepflogenheil des Jnnungsvoritandes, der die bei Ein- fübrung des paritätischen Arbeitsnachweises gemachten Versprechen keineswegs zu erfüllen versuchte, sondern sich stets ablehnend ver- hielt, obwohl der Jnnungsvorstand seinerzelt an die Organisation herangetreten war. Ebenso wie der Referent auf die allgemeinen Praktiken der Innungen hingewiesen hatte, konnte Hänlein bezüglich der Photographeninnung feststellen, daß sie durch die Mindest« Preisfestsetzung die kleinen Firmen schädige und auch sonst sich die bekannten Auswüchse, zu eigen mache. In einer einstimmig angenommenen Resolution wurde die ablehnende Haltung des JnnungSvorstandeS verurteilt. Der Gehilfenausschuß der Innung hat sich im Auftrage der Organisation um Einleitung von Verhandlungen an den Jnnungsvorstand gewandt. Sollte auch dieser Weg, der allerding» nur unter Hinzuziehung von Organisationsvertretern möglich ist, ab- gelehnt werden, dürfte sich der Kampf kaum vermeiden lassen. Der Bau- und Arbeitskutscherstreik bei Th. Schmiedigen. Herr Schmiedigen und der Fouragehändler I. Steilin g, Liebenivalder Str. 45, begaben sich am Montag zu dem Streik- brccheragenten K e i l i n g, Schulzendorfer Str. 18, um mit dem- selben über eine Lieferung von Hintzegardisten zu verhandeln. Am Dienstag erschien nun im Arbeitsnachweis der„Berliner Morgenpost" nachfolgendes Inserat: Unorganisierte Kutscher verlangt, 6,50 M. Tagelohn, Keiling, Schulzendorfer Str. 18. Kutscher, welche sich bei Herrn Keiling meldete», teilten dem Transportarbeiterverband mit, daß sie für die Firma T h. S ch m i e- kleines feuilleton. Beethovens Neunte im Bolkschor..Trösten Sie sich, e« wird nicht viel dergleichen gemacht werden." Dies Wort, da» Hector Berlioz einst nach einer Aufführung der Fünften Sinfonie Beethovens seinem Lehrer LeSneur auf dessen hilflose Aeußerung: daß man solche Musik doch nicht machen dürfe, zurief, es paßt noch weit mehr auf die„Neunte". Sie bleibt, trotz Gustav Möhlers achter Riesensinfonie, bestehen als ein Gebirgsmassiv, zu dessen gigantischen Gipfeln die Menschheit immerdar in ehrfürchtigem Schauder empor« schauen wird. Daß das Werk lange Zeit hindurch gerade von vielen professionellen Musikern gründlich mißverstanden werden konnte, ob- gleich eS aus der dritten, großartigsten Schaffensperiode Beethovens stammt, muß heute absonderlich phäakenhaft anmuten. Freilich, das Publikum hatte schon anläßlich der Erstaufführung(7. Mai 1824) in Wien dem persönlich dirigierenden Meister zugejauchzt, während vom österreichischen Hof auch nicht einer anwesend war. geschweige einen Groschen beigesteuert hatte,„welches doch bei den allergewöhn- lichsten Benefizianten zu geschehen pflegte". Und da obenein das ganze„vornehme" Wien, al» Logen-Abonnenten, für seine Plätze keinen Heller bezahlte, so mußte dem Werkschöpfer das magere materielle Ergebnis, nämlich etwa 120 M. Reingewinn, seine Freude am künstlerischen Erfolge arg verbittern. Erst Richard Wagner brach dem Werke, das seit 1832 dank mannigfacher Aufführungen in den Pariser Konservatoriumskonzerten allerdings an der Seine bekannter als in Deutschland war, die ihm gebührende Bahn. Es soll aber an die ungeheuren Widerstände, die Wagner 1340 zu überwinden hatte, doch erinnert werden. Intrigierte ja sogar sein Dresdener Hofkapellmeisterkollege Reissiger gegen die geplante Aufführung der „Neunten" als eine„bedauernswerte Verirrung Beethovens". Und noch später, nachdem Wagner die Sinfonie alljährlich jeden Palm- sonntag wiederholen mußte, entsetzte sich ein biederer Dresdener Spießbürger dermaßen, daß er die sächsiscbe Regierung gegen die von Freiheitsgefühl und Freude berauschte, höchst„revolutionäre Musik' warnen zu sollen glaubte... Die Aufführung durch den Berliner Volkschor ließ trotz des großen Eindrucks, den sie machte, doch einiges zu wünschen übrig. Der Chor ließ jene klangliche Wucht vermissen, die notwendig ist, um all den tosenden Menschheitsjubel ins Grandiose zu steigern. Am meisten versagte der Sopran. Vielleicht lag es auch zu einem Teil an der wenig vorteilhaften Akustik des Saales und zum andern an der Gruppierung des großen Musikkörpers. Es mag hierbei auf ein Arrangement von prinzipieller Wichtigkeit hingewiesen sein. Wagner hatte dos Orchester inmitten deö rundem in amphilheatralisch auf- steigenden Sitzen untergebrachten Chors konzentriert, wodurch denn der Gesang zu größerer Wirkung gelangte und alle Töne sich inniger vermischten. Nun, an Mühewaltnng hat es Dr. Ernst Zander wirklich nicht fehlen lassen. Beweis hierfür erbrachte die feine Ausarbeitung des ein- zelnen. So war z.B. der Adagiosatz sehr schön; während der das ganze Werk abschließende Prestissimosatz ein rascheres Tempo sehr wohl verlragen hätte. Voraus ging der„Neunten" die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3, die wir allerdings schon großartiger hören konnten. Ihr folgten Rezitativ und Am aus Fidelio, die mit übermäßig trompetender, in der Arie aber dock> auch von innigem Gefüblsausdruck beseelter Stimme von Martha Stapelfe ldt gesungen wurden. Die„Chorphantasie' leitete dann als formverwandies Musikwerk über zu der Neunten Sinfonie. Den Klavierpart spielte Waldemar L ä t s ch g von pia- nistischem Standpunkt sehr sauber. Dagegen mochten die solistiichen Gesangsleistungen weniger befriedigen. Alles in allem aber bestand dieser Beethoven-Abend des Volkschors in Ehren. slr. Die Hohr Dame als Filmdichtcrin und die„höhere Gewalt". Der Ruhm der Luise von Sachsen ließ auch die Gräsin Larisch nicht schlafen und sie weckte mit der Herausgabe ihrer Selbst- biographie das Interesse der„gesamten zivilisierten Welt". Wegen der besonderen Beziehungen, die sie zu der Tragödie von Mcyerling hatte, stand sie in dem Geruch einer Begnadeten. Aber als sie ihn preisgab, war er so übel, daß er einer Berliner Filmgesellschaft ernstlich zu Kopf stieg. Sie bestürmte die Gräfin, ihre Biographie zu einem Filmdrama zu verarbeiten, bestürmte sie und zerstreute lächelnd ihre Bedenken, daß ein solcher Film auf Zensurschwierigkeiten stoßen könnte. Der Widerstand der Aristokratin war glücklich gebrochen, und nun ging sie daran, das Filmstück zu verbrechen. Die hohe Dame stieg herab und dichtete einen Hintertreppenfilm. Sie preßte ihre tiefften Geheimnisse in einen flachen Reißer, sie erlag, die Frau aus altem Adelsgeschlecht, den Lockungen der jüngsten„Kunst". Manchmal will cS das Glück, daß eine Schandtat, die mit Schwefel vernichtet werden müßte, vom Pech getroffen wird. Man spekulierte mit einem gefundenen Fressen, aber man hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Zensur hat den Film nicht genehmigt und die'Filmgesellschaft weigert sich nun, der Frau Gräfin das ausbedungene Honorar zu bezahlen. Aber die hohe Frau will auf das hohe Honorar nickt verzichten und besteht auf Ver- trogSerfüllung. Die Filmgesellschaft erhebt jedoch den Einspruch, daß sie an der Erfüllung ihres Vertrages durch„höhere Ge- w a l t" verhindert worden sei. Die hohe Frau will sich vor der„höheren Gewalt" nicht beugen, sie hat gegen die geriebenen Schöpfer der stummen Kunst den Richter angerufen, und der bat das letzte Wort. Ein Künstler und ein Kämpfer. Man weiß schon lange, daß der französische Maler C o u r b e t ein großer Künstler und ein ganzer Mann gewesen ist. Sein Kampf als revolutionärer sin der Technik wie in der Anschauung) Künstler und schließlich seine Beteiligung an der Kommune, die ihn für den Rest seines Lebens die Vcrfemung einbrachte, sind schöne Zeugnisse dafür. Briefe von ihm, die jetzt i» einem Nizzaer Blatt veröffentlicht werden, zeigen seine Wesensart, die für jeden jungen Künstler ein Vorbild sein könnte, deutlich. „Ja, lieber Freund," schreibt Courbet an den Kunstfreund A. Bruyas.„ich hoffe Zeit meines Lebens noch ein großes Wunder zu verwirklichen: ich hoffe mein ganzes Leben lang von meiner Kunst zu leben, ohne je auch nur um Haaresbreite von meinen Grundsätzen abzugeben; ohne— und sei es für einen Augenblick nur— je gegen meine Ueberzeugung zu handeln; ohne meine Kunst jemals herabzu- würdigen um Verkäufe zu erzielen oder gefällig zu sein. Ich habe stets zu meinen Freunden(die sich über meinen Mut entsetzten und ftir mich fürchteten) gesagt: fürchtet nichts; und wenn ich bis ans Ende der Welt gehen müßte, ich bin völlig gewiß. Menschen zu finden, die mich verstehen, und fände ich schließlich auch nur fünf oder sechs, so habe tch doch immerhin nicht umsonst gelebt... � Was hat man doch, lieber Freund, im Leben für Mühe, einzig um sich zu behaupten? in unserem schönen Frankreich insbesondere erkämpft man seine Siege noch immer wie der griechische Krieger: man erkämpft sie, aber— dann ist man auch tot. Da es jedoch. wie die wahrhast Weisen sagen, ewig etwas Neues unter der Sonne gibt, so wollen wir beide ihnen einmal zwei Kämpfer vorführen, die nicht sterben wollen..." Sonnenflccken und Wirbelstürme. Der Leiter des Observatoriums Montferrat auf der Insel Kuba, der Jesuitenpater Sarasola, hat die Beobachtungen längerer Zeit verglichen, um eine Beziehung zwischen dem Grad der Sonnentärigkeit, wie sie in den Sonnenflecken sich ausprägt, und dem Auftreten von Wirbelftürmen im Gebiet von Westindien zu ermitteln. Er ist in der Tat zu dem Schluß gelangt, daß beide Erscheinungen in einem Zusammenhang mit einander stehen, aber nur insofern, als während der letzten vier Minima der Sonnenflecken auch die Wirbelstürme eine besonders geringe Häufig- keit und Entwickclung gezeigt haben. Für das Höchstmaß beider Phänomene hat sich eine Uebercinstimmung nicht mit derselben Sicberheit ergeben, doch scheinen die Stürme zurzeit einer starken Feckentätigkeil der Sonne im allgemeinen häufig und heftig zu sein. Notizen. — M u s i k ch r o n i k. Die Konzerte des Ochs' schen Orchester» finden in dieser Woche am Freitag in der Brauerei Königstadt, Spnn- abend in den Happoldsälen statt.— P u c c r n i s lyrisches Drama ., M a n o n L e s c a u t ist die nächste Novität des Deutschen Opernhauses, die Anfang Dezember unter Leitung Jgnaz Wag- Halters stattfinden soll. — K u n st a b e n d. Im Gewerkschaftshause am Engelufer ver- anstaltet am Sonnabend, abends 8 Uhr, der Rezitator Albert Heinrich Burger einen heiteren Abend. Er trägt nur Sachen von Ludwig Thoma vor: Erzählungen, satirische Gedichte, den Schwank Erster Klasse. sEintritt 35 Pf.) — Der„moral'lose Bußtag. In Jena wollte der Bildungsausschuß am Bußtage Ludwig Thomas Komödie „Moral" aufführen. Ein Verbot des Bezirksdirektors verhinderte dieses Vorhaben. Offenbar aus der Borstellung heraus, daß dieses satirische Drama für die Welt des Herrschers und Besitzers sehr wohl geeignet ist, Bußstimnuxngen zu erwecken— aber für Arbeiter weniger. — Die Pariser Parsifalaufführung, die Gabriel Astone� plante, ist definitiv gescheitert. Zahlreiche deutsche Kräfte, die dafür in Aussicht genommen waren, sind dadurch benachteiligt. I in Pariser H e r b st s a l o n haben sicki heuer die K u b i st e n verdreifacht. Die Mehrzahl dieser angeblichen„Er- neuerer" sind aber nur krasse Stümper, ohne jegliches Talent, die es lediglich auf SensalionSmacherei abgesehen haben. Die Pariser Kritik scheut sich denn auch nicht, Stumpfsinn zu nennen, was diesen Titel verdient. -—Briefe Garibaldis auf dem Misthaufen. In Alghero, einem kleinen_ Städtchen Sardiniens, wo noch ziemlich primitive Zustände herrschen, hat man an der Abladungsstelle de» Straßenkehrichls zahlreiche Briefe Cavours und Garibaldis unter dem Kehricht gefunden. Es sind darunter Dokumente von geschicht- lichem Interesse. — Radium ver st aatlichu n g s n Rußland. Eine Gruppe von russischen Abgeordneten der Reichsduma brachte einen Gesetzentwurf ein, der die Schaffung eines Staatsmonopols für Radium sowie die Gewährung von Mitteln zur Erforschung der Radiumvorräte Rußlands vorsieht. d i g e n, Hochstr. 3, angeworben werden sollten. In der Wohnung des Streikbrecheragenten Keiling lag auf dem Küchentisch, an welchenr die Arbeilsuchenden abgefertigt wurde», ein 50 Zentimeter langes scharfes Dolchmesser. Revolver undTolchmesser gehören ja bekannt» lich zum Werkzeug der Streikbrecheragenten.' Ehe die'Arbeitsuchenden in der Schulzendorfer Strafee erschienen, hatte auch die Polizei bereits Schutzposten für den Streikbrecherogenten Keiling ausgestellt.� Der Streikbrccheragent begab sich unter dem Schutz der Polizei zu Herrn Th. S ch m i e d i g e n, und die Arbeitsuchenden begleitelen den Agenten. Aus der Menge, die den Transport umgab, wurde ein Arbeiter herausgegriffen und zur Polizeiwache gebracht. Der Mann hatte Pech auf der Wache, wie folgendes ärztliche Zeugnis bestätigen mag: Den Arbeiter E. Sch. habe ich am heutigen Tage ärztlich untersucht und folgende Verletzungen festgestelll: An der Schien- beinkante des rechten Unterschenkels fanden sich in der Länge von 20 Zentimeter ausgedehnte Hautabschlürfungen, im Bereich des rechien Schenkelbeins fand sich eine 4Zentimeler lange Kratzwunde. Die Haut in der Umgebung derselben war stark gerötet und ge- schwollen, die Gegend des linken Schläfenbeines war gleichfalls stark geröiet, geschwollen und druckempsindlich. Der Untersuchte klagte schließlich über heftiges Sausen und Stiche im linken Obr. das linke Trommelfell war gerötet. Obige Verletzungen sollen von Mißhandlungen herrühren, was wohl möglich ist. Am Bußtag vormittag wollte der Streikbrecheragent Keiling seinem Handwerk wieder nachgehen. Einwohner der Gegend er- kannten ihn als denjenigen, der am Vorabend mit Revolver und Dolchmesser die Passanten bedroht hatte. Darüber zur Rede gestellt, wollte er sein Dolchmesser ziehen. Der Bedrohte war aber flinker als der Streikbrecheragent und so konnte nur ein blutiges Ver- brechen verhütet werden, indem ihm das Dolchmesser abgenommen wurde. Keiling rühmte sich der Menge gegenüber, er habe Polizeigewalt. Auch rühmte sich der Streikbrecher- azent, bei einem anderen Streik, wo er tätig loar, zwei Streikende totgeschossen zu haben und es sei nicht« darnach ge- kommen. Auf Geheiß de« Streikbrecherogenten nahin die Polizei latsächlich einige Streikende fest, welch« nicht einmal etwas mit den geschitderlen Vorgängen zu tun hatten. Herr Th. Tchmiedigen i/ilte den Vertretern des Transportarbeiterverbandes in einer früheren Verhandlimg mit, daß er solche Elemente wie Hintze- gordisten und Katzmarell«- Brüder in seinem Betriebe nicht S'»rauchen könne. Nun greift er doch dazu. Ist das der te Rettungsanker'< Weiler will Herr Schmiedigen jedem Arbeitswilligen pro Tag 6.50 M. zahlen. Warum hat er seinen bei ihm lange Jahre hindurch beschäftigten tüchtigen und anständigen Kutslbern nicht den Lohn gezahlt, welchen er durch seine Unterschrist unter dem Tarifvertrag anerkannt hat. Dieser Lohn beträgt pro Tag S.2S M. für Kutscher, welch« leichtere« Fuhrwerk fahren. No-h in einer Ver- handln ug, welche ain Bußtag statlfand, hat der Arbeitgeber der Streikleitung erklärt, die Stadt Berlin zahle ihm für die Fuhrwerke. welwe er zur Verfügung stelle,«inen zu niedrigen Preis, so daß er den Kutschern nur 4,2S M. pro Tag zahlen könne. Der Arbeitgeber war einer vemünftigen Einigung nicht zugängig und nun beschlossen die Streikenden den Streik einmütig weiterzuführen. Di« Arbeiter der Trrppengeländerbranche beschäftigten sich am Monlag mit den letzten Vorkommnissen in der Branche. In Zeiten der Krise, wie sie besonder« jetzt i», Byufach besteht, denken manche Untertttbmer, daß für sie der Vertrag keine Gültigkeit hat und sie »ach Belieben schalte« und walten können. In dieser Hinsicht tut sich Herr Geisler besonders hervor. Mehrere Treppenaeländerarbeitcr hatten ein« Arbeit beim Kosernenbau in Wünsdorf bei Zossen aus- «usühren. Der Tarif besggt:.Bei Bezug von Nachtguarlier sind täglich 8,50 M. zu zahlen". Herr G e i S l e r verlangte nun. die Arbeiter sollten frühmorgens um ö Uhr schon vom Anhalter Bahn- Hof und abends um 6 Uhr von Wünsdorf zurückfahren. Dadurch entstand für die Beteiligten eine ArbeilS- und Fahrzeit von 13 bis 15 Stunden, statt der üblichen Arbeitszeit von täglich S'/z Stunden. Tie Arbeiter verlangteii rn» Fahr- und Wartezeit bezahlt, während Herr G e i s l e r glaubte, sie mit einer Stunde abspeisen zu können. Die Schtichtungslommission erkannte die Forderung der Arbeiter an. Der ttntcrnehnier mußle sich aber erst vom JmlungSfcbiedSgericht dazu zwingen lassen, die berechtigten Forderungen der Arbeiter zu erfüllen. Die Sache schwebte noch, da suchte Herr Geisler schon wieder Vorteile für sich auf Kosten der Arbeiter heraus- ichlagen. Er übergab zwei Leuten eine Albeit in -tlkord und sagte: Sie sollten sich nur ranhalten, sie könnten auch etwas dabei verdienen. Nach Fertigstellung der Arbeit wollte er dieselbe jedoch nur in Lohn bezahlen. Die Arbeiter hatten dadurw einen Minderverdienst von 55 M. Sie protestierten dagegen und wurden daraus entlassen. Bei der Verhandlung gab Herr Geisler glänzende Proben von Unternehmerbildung zum besten. Auch in diese»» Falle sind die davon betroffenen Organisationsvertreter ent- schlösse», ihr gutes Recht zu wahre». Tie Erbitterung der Treppen- geländerarbeiter ist diesem Unternehmer gegenüber besonders groß, iveil er infolge seiner Anerkennung des Vertrages die Arbeiten im VeröandshauS der Holzarbeiter übertragen erhielt. Den Gewin» daraus steckte er in seine Tasche und nun behandelt er die Arbeiter derselben Organisation in der geschilderten Weise. Zur Bewegung der Fleischer. Bei der Firma E. Mi er sch, Fleischerei, Koloniestr. 38, sind Differenzen ausgebrochen. Der Zeutralverband der Fleischer hat bei der Firma, die zwei organi- sierte Fleischergesellen beschäftigt, einen Tarifvertrag eingereicht. Die Organisation versuchte durch Verhandlungen eine friedliche Regelung herbeizusühren. Herr Miersch erklärt jedock, den Tarisverttag nicht anzuerkennen. Dem Erstgesellen kündigte Herr Mierich, angeblich wegen LrbeitSmangel. Die beiden organisierten Fleischergesellen haben nun die Arbeit niedergelegt. Die Organisation hat über die Firma Miersch die Sperre verhängt. Die beiden Firmen: Schlägel. Fleischerei, Thüringerstr. 38, und Ka sch unke, Fleischerei, Hobrechtstr. 42. in Reulölln, haben sich bi« heute noch zu keiner Einigung herbeigelassen. Die Sperre bleibt über die beiden Firmen weiter verhängt. Die Tariflommission. Deutfcbcs Reich. Veilegung der Differenzen zwischen der Groffeinkanfs- geuoffenschnft und den Tabakarbcitern. Das Schiedsgericht zur Beilegung der Streitigkeiten tagte am 17. November in Hamburg und wurde gebildet durch die Herren Fresemann. Runge und Robert Schmidt als Vertreter der Gewerk- schasten und die Herren v. Elm, Arnhold und Dr. Müller als Ber- treter der Genossenschaften. In der Einigungsverhandlung vom 8. November waren dem Schiedsgericht die folgenden drei Fragen zur Entscheidung über» wiesen worden: 1. Bedeutet die Rahmenablieserung der fertigen Zigarren � eine Mehrarbeit, die entsprechend zu vergüten ist? 2. Ist die GroßeinkausSgesellschoil berechtigt, auf Grund der bestehenden Arbeitsordnung eine halbstündige Vesperpause anzu- ordnen? 3. Welches ist der Instanzenweg beim Ausbruch von Diffe- renzen? Das Schiedsgericht fällte folgende Entscheidung: 1. Bei den Erörterungen über diesen Punkt hielten die ver- treter der Arbeiter daran fest, daß die Rahnienablieserung für sie «ine Mehrarbeit bedeute, während von der GeschäftSleirung der Großeinkaussgesellschast betont wurde, daß die gleiche Arbeit in anderen privaten Betrieben in Frankenberg und Umgebung bei erheblich geringeren Löhnen ausgeführt wird. Das Schiedsgericht kam zu dem Ergebnis, daß. wenn eine Mehrarbeit vorliegt, sie nicht von erheblicher Art sein kann. Indes ist zu berücksichtigen, daß die Arbeiter für diese Arbeitsmethode nicht die nötige Uebung besitzen. Mit Rücksicht darauf erachtet es da» Schiedsgericht für angemessen, wenn eine Entschädigung von 10 Ps. pro Tausend gewährt wird. 2. Da« Schiedsgericht empfiehlt der Großeinkaussgesellschast. dem Wunsche der Arbeiter auf Wegfall der Nachmittagspause im'osern zu entsprechen, als sie zunächst versuchsweise die Vesper- pause in Wegfall kommen läßt. Sollte sich herausstellen, daß trotzdem während der Arbeitszeit Speisen eingenommen werden, io ist nach Meinung deö Schiedsgerichts die Großeinkaufsgesell- schaft berechtigt, die von ihr in Aussicht genommene Pause ein- zuführen. Das Berbot der Geschäflsleilung der Großeinkaufs- gesellschaft, in ihren Tabakfabriken an den Arbeitsplätzen Essen einzunehmen, kann vom Standpunkte der Sozialpolitik und Hygiene und im Interesse der Zigarrenkonsumenien nur gebilligt werden. 3. WaS die Streitfrage anbetrifft, ob nicht vor Ausbruch des Konflikts ein Schiedsgericht o?er der Zeniralvorstand des Deutschen Tobakarbeiterverbandes zur Schlichtung der Streitig- leiten anzurufen war, so ist das Schiedsgericht der Meinung. daß die Arbeiter übereilt i» diesem Konflikt gehandelt haben. Sicher wäre es bei einem rechtzeitigen Jilnrufen des Vorstandes des TabalarbeiterverbandeS oder eines Schiedsgerichts zu einem Ausgleich der Differenzen gekommen. Bedauerlich erscheint es dem Schiedsgericht, daß in dem Tarif- vertrage des Deutschen TabakarbeilerverbandeS mit der Groß- einkausSgesellschaft ein Schiedsgerichtsverfahren nicht vorgesehen ist. Im Hinblick auf den Konflikt glaubt das Schiedsgericht den Be- teiligten den Rat erteilen zu müssen, diese Lücke im Bertrage recht bald auszusüllen und dem Beispiele anderer Berufe folgend, diesen Tarif der Rechtsprechung des gewerkschaftlichen und genossenschast- lichcn Tarifomles zu unterstellen. Bis zur Entscheidung einer solchen SchiedSinstanz dürfen weder Ausstände noch Aussperrungen erfolgen. Die Entscheidung des Schiedsgerichts wurde einstimmig gefällt. Hrnüeniiig Arbeitswilliger. Essen, 18. November.(Eig. Ber.) Vor der 8. Zivilkammer des'hiesigen Landgerichts wurde heute eine Klage verhandelt, die an den im Jahre ISO!) vom Deutschen Bergarbeiterverband gegen den Zechenverband geführten Schwarze- Listen-Prozeß erinnert. Damals erzielte der Bergarbeiteroerband bekanntlich zum Teil ein obsiegendes Urteil. Der Zechenverband hatte eine Anzahl Bergarbeiter auf die fogenanmen schwarzen Listen gesetzt. Diese Listen wurden den im Zechenverband zu- sammengrfchlossenc» Verlxindszcchen zugestellt. Tie Folge davon war, daß die auf diese Listen gesetzten Bergarbeiter, die in ihren alten Stellungen kontraktbrüchig geworden waren, 6 Monate lang von keiner VerbandSzeche eingestellt wurden. Die Essener Zivil- kammer hat damals die Klage, die die ausgesperrten Bergleute durch den Deutschen Bergarbeiterverband anaestrengt hatten, dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt. DichcS Anerkenntnis der damaligen Klage enthielt allerdings die Einschränkung, daß der Zechenverband für den Schaden, der durch eine Aussperrung über 5 Wochen nach dem Kontrattbruch hinaus entstanden sei, den Klägern hafte. Das LberlaadeSgericht hat sich dieser Auffassung angeschlossen und ebenfalls eine Aussperrung wegen Kontraktbruchs über 5 Wochen hinaus für unzulässig erklärt. In der gegenwärtigen Klage erheben 253 Bergleute Schaben- ersavansprüche in Höhe von 58 000 Mark gegen den Zechenverband. Tie Kläger, die im Deutschen Bergarbeiterverband organisiert sind, wurden durch Rechtsanwalt Dr. Herzfeld in Essen, der auch die Klage im Schwarze, l-Liflen-Prozeh vertrat, vertreten. Der beklagte Zechenverband hatte den Rechtsanwalt Dr. Niemeycr-Essen betraut. Die Klage stützt sich auf§ 826 de« Bürgerlichen Gesetz- buchs iVerstoß gegen die guten Sitten). Di« Kläger hatten sich sämtlich dem Bergarbeiterstreik von 1912 angeschlossen. Nach Be. cndigung des Streiks haben sie sich nach ihrer Darstellung ver- geben? um Arbeit bei ihrer alten Zeche bemüht. Sie wurden nicht wieder angelegt, und ihre Bemühungen, auf anderen Zechen vor dem 1. Juli 1912 Arbeit zu finden, blieben nach ihrer Angabe ebenfalls erfolglos. Zur Begründung der Klage führt« der Ver- treter der Kläger, Rechtsanwalt Dr. Herzfeld, folgendes aiis: Dem Zechenverband gehöre» fast alle Kohlenzechen des rheinifch-west- fälifcheii Jndustriebezirk« an. Der Z 8 dek Statut» legt den »vcrbandsiverkeii die Verpflichyng auf, während der Dauer eines Ausstandes auf einem Vcrbandswerie und während drei Monate nach Beendigung des AuSt'tandes keinen Arbeiter deS vom Aus- itande betroffenen Verbandswerks» anzunehmen. Die Ziffer 2 desselben Paragraphen bestimmt für die Verbandswerke folgendes: ..Arbeiter, die vereinzelt unter Vertragsbruch die Arbeit auf einem Verbandswerke niedergelegt haben, dürfen während 6 Monaten von eine», anderen VerbandStverke nicht angenommen werden." Sämtliche Kläger haben sich an dem im März 1912 auSgebrochenen Bergarbeiterstreik beteiligt und es ist ihnen hierfür auch der Lohn für 3 Schichten lvegen Kontraktbruchs einbehalten worden. Tie Kläger haben sich nach Beendigung deS Streiks wieder zur Arbeit bei ihren alten Zechen gemeldet, sind jedoch nicht wieder angelegt tvorden: trotz aller Bcniii Hungen bei ihren früheren oder anderen Zechen des rheinifch-westsälischen Industriegebietes Arbeit zu finde,>, ist ihnen dies bis zum I. Jul 1912»cht gelungen. Die Kläger haben aus diesen Tatsachen den Schluß gezogen, daß sie bis zum l. Juli ausgesperrt gewesen seien, und daß eS den Verbands- werken verboten gewesen sei, sie früher anzulegen: der Zechenverband habe offenbar auf Grund der Satzungen die Aussperrung der Kläger verfügt. Zur Befolgung dieser Verfügung sind die VerbandSzechen nach dem Statut verpflichtet. Tic Ursache für die Aussperrung der Kläger ist offenbar die Verfügung des Zechen- Verbandes. Vergleicht man nun die Verpflichtungen, die der Zechenverband seinen Mitgliedern im K 8 Abs. 1 und 2 auferlegt, so ergibt sich, dah der Zechenverband eine Beteiligung an einem Ausstand im Verhältnis zum Vertragsbruch des einzelnen Arbeiter» wie 1 zu 2 wertet. Die Beteiligung an«inem Ausstand tverde mit 3 Monaten, der Vertragsbruch des einzelnen mit 6 Monaten bestrafi. Gewiß sei der Vertragsbruch de» einzelne» eine schwerere Verfehlung als die Teilnahme an«inem großen Streik. Die Be- teiligung eine» organisierten Arbeiters an einem von seiner Lr- ganisation zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beschlossenen Streik sei nicht strafwürdig, und wenn dabei die Kündigungsfrist nicht eingehalten werde, so sei der auch hier in Vollzug gesetzte Abzug des Lohnes für sechs Schichte» eine ausgleichende Ahndung dieses Vertragsbruchs. Darüber hinaus«ine Aussperrung zu veranlasse», überschreite die rechtlich erlaubten Grenzen. Noch dazu hätten sich die Kläger in keiner Weise als Streiksührer betätigt oder gar au Exzessen beteiligt, und darum sei es eine unerlaubte Härte und Willlür, sie herauszugreifen, um durch Vernichtung oder schwere Schädigung ihrer wirtschasilichen Existenz elu Exempel zu statuiere». In dem Schtvarze-Listeir-Prozeß von 1969 wurde der 8. 2 des Statuts als gesetzwidrig, sowohl vom Landgericht wie vom Oberlandesgericht erklärt und den Klägern Schadenersatz für die Aussperrung über 6 Wochen hinaus zugesprochen. Der jetzige Fall liege aber für die Kläger noch günstiger, weil sich selbst nach dem Maßstab des Zechenverbandes die Aussperrung der Kläger nur kür 3 Wochen nach Beendigung des Streik» rechtfertigen ließe. Der Vertreter de» beklagten Zechenverband«», Justizrat Tr. Niemener, erklärt«, daß der Zechenverband de»§ 8,2 schon vor Erlaß des Urteil» de« Oberlandesgerichts von 1969 gestrichen habe, und«S bestehe jetzt nur die DiSziplinarmaßregel einer Ntägigen Aussperrung wegen Kontraktbruchs. Eine solche aber sei nach dem Ausspruch de» OberlandeSgericht» gerechtfertigt. Zur Her. stellung der nötigen Reparaturarbeiten seien die mit dem Bergwerk vertraute,, Arbeiter am besten zu gebrauchen, und ß 8, 1 wolle nur den Arbeiterwechsel verhindern, der sonst nach dem Streik«intreten würde und eine direkte Gefahr bedeute. Auch soll dies« Bestim- uiung einer Boykottierung der' Zeche durch die Arbeiter vorbeugen. Daß von etwa 296 600 Streikenden sich nur 255 durch die ongedlich moralwidrige Behandlung des Zechenverbandeö betroffen fühlten, beweise die Irrigkeit der Behauptung, daß die Maßregel ein Straf- mittel bedeute. Der Zechenverband Hab« zur Durchführung der vermeintlichen Maßregel selbst gar nicht? getan. 1909 sei eine Aussperrung namentlich bezeichneter Bergleute erfolgt, jetzt aber handele e» sich lediglich um«ine Nichtwiedereinstellung der Kläger. Der Prozeß endete nach mehreren ergebnislosen Terminen mit der tostenpflichtigen Abweisung der Klage. Die von beiden Parteien angebotenen Beweise wurden nichl erhoben und ein« mündliche Begründung des Urteils nicht gegeben. Auf die„Gründe" der Abweisung darf man gespannt sein. Das Schwarze-Linen-System ist etwas an strafbare Handlungen mindestens Streifendes, stets aber Moralwidriges. Gegen die Lahmlegung der Arbeitskraft des Arbeiters durch schwarze Listen, Vereinbarungen. Aussperrungen und Konkurrenzklauscln ist auch ein strafrechtlicher Schutz dringend erforderlich. Der Reichstag wird ja bei der Beratung der unter dem Vorwand. Arbeitswillige zu schützen, geplanten Versuche, das Koalitionsrccht der Arbeiter zu vernichten, siw mit der Frage dieses wirklichen ArbeiterschutzeS bald zu beschäftigen-haben. Eue der Partei. Die Lübecker Bürgerschaftswahlen wurden am 18. November in den städtischen Bezirken vorgenommen. I n der zweiten Wählerklasse siegten die sozial» demokratischen Kandidaten mit großer Mehr. h e i t. Gewählt wurden die Genossen Geschäftsführer H e ri z e mit 1909 Stimiiie», GewerkfchaftSbeamter Rodden mit 1428, Geschäftsführer Böger mit 961, Bauunternehmer Möller mit 829 Stimmen. Auf die Gegner entfielen 236, 196, 281 und 239 Stimmen. Die Wahlen selbst werden in vier Bezirken vorge- nommen. Besonder» erfreulich an diesem Resultat ist, daß die sozialdemokratischen Stimmen sich um 246 ver- mehrten, während die Gegner einen Verlust von 109 Stimmen zu verzeichnen hatten. In der ersten Wählerklasse, die alle Bürger umfaßt, welche drei Jahre hintereinander mehr als 2060 M. Einkommen versteuern, erhielt die bürgerliche Liste die Mehrheit. Auf die sozioldemokralischen Kandidaten entfielen 281 Stimmen. Das bedeutet einen Stimmenzuwachs von fast 50 Proz. Die Lübecker Genossen können in Anbetracht des schlechten Wahlr-chts mit dem Ausfall der Bürgerfchaftswahlen durchaus zufrieden fein. Insgesamt werden der Lübecker Bürgerschaft in Zukunft 13 statt bisher 12 sozialdemokratische Mitglieder angc- hören.____ Kommunalwahlerfolge. Tie ganze vorige Woche fanden in Chemnitz die Wahlen, diese Woche die Stichwahlen für Klasse.42 statt. Von 27 726 Wahl- berechtigten gingen 19 945 zur Wahl. Auf bürgerliche Kandidaten fielen 16 766, auf sozialdemokratische 9185 Stimmen. Es war der Sozialdemokratie nur in Klaffe L(Arbeiterstand) möglich, ihr« Kandidaten durchzubringen. Hier erhielt sie 7967 Stimmen, in den anderen Klaffen insgesamt 1696. Mehr als 9 von den 57 Stadt« verordnetensitz-n kann sie bei diesem beispiellos ungerechten Wahl- gesetz nicht erhalten. Bei den Stadtverordncienwvhlen in H a h n a u(Schlesien) wurden in der dritten Abteilung fünf Sozialdemokraten gewählt. Damit sind nun alle Mandate der dritten Abteilung in sozialdemo- kratifchem Besitz.__ Wahlniederlage in Jena. Bei der Gemeinderatswahl in Jena siegte die bürger-iche Liste. Die Sozialdemokratie verliert 7 Sitze. Der bisherige Stadwer- ordnelenvorsitzende. Fortschrittler Brauck mann, unterlag gleichfalls. Gegen ihn war eine besondere Hetze veranstaltet worden, weil er geleg-ntlich einer Festrede auch deS Todes Bebels gedacht hatte.. Sur Spaltung in der sozialdemokratischen Tumasraktion. Wie wir erfahren, hat die Genossin Rosa Luxemburg dem Jnter- natioiialen Sozialistischen Bureau im Auftrage der Sozialdemo- kratie Polens und Litauen», die sie im Bureau vertritt, am 14. d. M. den folgenden Antrag unterbreitet: „Wir beantragen, auf die Tagesordnung der Sißung de» Internationalen Sozialiftifchen Bureaus am IL Dezember kx I. in London zu setzen: die Frage der Wiederherstellung der Einig- keitderSozialdemotratischenArveiterpartei Rußlands. Die Dringlichkeit dieser Frage erscheint begründet nicht bloß durch das Chaos und den FrattionSkampf, der die seit zwei Jahren kräftig erwachte Massenbewegung in Rußland schwer zu kompromittieren und zu schädigen geeignel ist, sondern auch durch folgende Tatsachen: sj die soeben in frivoler Weise herbeigeführte Spaltung der sozialdeniokratischeit Tumasraktion, die das letzte Organ der sozialdemokratischen Einigkeit in Rußlands war, b) das systematische Schüren der Spaltung seitens der Leninschen Gruppe auch in den Reiben anderer sozialdemo- kratischcr Organisationen, wie in der Sozialdemokratie Russisch- Polens und Litauens, c) die Unregelmäßigkeit der russischen Vertretung im Jnter- nationalen Bureau, die darauf beruht, daß beide sozialdemokrati- schen Vertreter im Jahre 1910 durch das Zentralkomitee der einigen Partei gewählt worden waren, uin die Einigkeit der Partei zu vertreten, Ivährend tatsächlich einer dieser Vertreter seit 1912 bloß tine von ihm ins Leben gerufene Eonderorgani- sation vertritt. Wir beantragen, daß da» Internationale Bureau zu diesen Fragen Stellung nimmt und gleichzeitig Schritte unternimmt. welche die Herbeiführung der Einigkeit beschleunigen könnten. Sollten diese Schritte erfolglos bleiben, so wäre die Frage der sozialdemokratischen Einigkeit in Rußland auf die TageSoronuttg des Jntcrnationaten Kongresses in Wien zu stellen, analog zu der Behandlung der französischen Einigkeit auf dem Amsterdamer Kongreß."__ Parteiliteratur. Tie Organisatio» de» Generalstreiks in Belgien. Unter diesem Titel gibt die Buchhandlung Vorwärts eine 3 Bogen starke und reich illustrierte Broschüre heraus, in der der Genosse V a n d e r s»> i s s c„ eine eingehende Darstellung deS belgischen Generalstreiks gibt. ES bandelt sich in der Hauptsache um das Material, da« die Genossen Vanderfmiffen und HuySmanS iit der seinerzeit von der Berliner Parteiorganisation geplante,, Versammlung über den velgischcn Massenstreik verwerten wollten. Der Berliner Polizeipräsident verbot bekanntlich den beiden bei- gischen Genossen, in Berlin zu spreche». Nun haben die Genossen ihr Referat noch mit einer ganzen Anzahl hübscher photographischer Ausnahmen von Borgängen au» dem Massenstreik geschmückt, und die Buchhandlung Vorwärt« hat e». so erweitert, in einer Broschüre zu dem billigen Preis von 25 Pf. herausgebracht.— Die Broschüre ,st in allen Buchhandlungen zu haben. Sozialdemokratische Gemeindepolitik in Dresden, II. Bon H e r m a n n g l e i ß n e r. 144 Seiten 8». Preis 1.50 M Verlag von Kaden u. Co.. Dresden. Dem ersten Hefte dieser Abhand. lungen, da» vor vier Jahren erschien, folgt nun das zweite. Die vorliegende Schrift sucht die wichtigsten iommunalpolttischen Vor. gänge der sächsischen Hauptstadt zu erklären und zu würbigen. Eine Reihe wichtiger Fragen ist an der Hand bestimmter Vorgänge eingehend erörtert. So die Bürger, und WahlrechtSfrag«, Wohnungswesen. Steuerpolitik, Arbeiterfragen, Verkehrswesen, Schulpolitik und andere mehr._ Jugendbewegung. Ein„t5rtuchtigung»"hetd. Vor einigen Monaten erregte es in D a n z i g viel Aufsehe«. als der Vorsitzende der Gruppe Langfuhr de» Jungdeutschland» Hundes, der frühere Landwirt Schlücker, unter der Beschuldigung de» Sittlichkeitsverbrechen» verhaftet wurde. Run hat vor der Tanziger Strafkammer die Verhandlung gegen den Verhaftete« stattgefunden. Sie ergab, daß Schlucker in seiner Eigenschaft alt Gruppenführer sich während de« Baden« an zweien seiner Zöglinge. Knaben unter 1-l Jahren, sittlich verging. Ein als Sachverständiger zugezogener Nervenarzt hielt den Angeklagten für geistig minder- wertig. indes für seine Taten strafrechtlich voll verantwortlich. Das Gericht verhängte gegen Schlücker acht Monate Gcfängn l unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft. Induftric und ftandeL Arbeitsmarkt in Berlin und der Provinz Brandenburg. Die Lage des ArbeitSmarktcs war im Oktober in keiner Weise befriedigend. Die im September gemeldete geringe Arbeitsvermeh- rung, die fast lediglich durch die Umzugsarbeiten hervorgerufen war, hat wieder aufgehört. Um das Baugewerbe« insbesondere in Grotz-Berlin, steht es» sehr schlecht; Aussicht auf Besserung für die nahe Zukunft scheint hier ausgeschlossen. Nur wenige Orte der Provinz, wie Brandenburg a. d. H.. Wittenberge, Sarau, berichten über normalen Geschäftsgang. Vereinzelt wird über die Konkurrenz ausländischer Arbeiter geklagt, die besonders an den wenigen größeren Bauten und Ausschachtungsarbelten beschäftigt werden sollen. Unbefriedigend war die Beschäftigung der Gipsarbeiter. Holz- und Steinbildhauer, günstiger für Betonarbeiter. Töpfer wurden, soweit Reparaturarbeiten in Frage kommen, in den ersten zwei Dritteln des Monats weiter stark verlangt, im letzten Drittel ist eine starke Verschlechterung der Arbeitsgelegenheit eingetreten. Tie Bauarbeit liegt gänzlich still. Auch für Maler und Anstreicher war in der ersten Hälfte des Monats infolge der NenovierungSarbeiten noch reichlich Arbeit vorhanden, später herrschte ArbeitSmangcl. Bei den Lackierern war fortdauernd starkes Ueberangebot von Arbeitskräften vorhanden. Schlecht be- schäftigt war die Holzindustrie. Die Zahl der Arbeitslosen betrug gegen Ende des Berichtsmonats 37W(gegen 2827 im Vormonat). Die bisber noch relativ günstigeren Berichte für die weitere Provinz sind vorüber, auch hier beginnt mehr und mehr eine sehr stille Geschäftszeit einzusetzen. In der Metall Industrie war die Beschäftigung noch ausreichend, die im Vor- «uinat lebhafte Nachfrage nach Rohrlegern hat sehr nachgelassen. Gesucht werden zeitweise Maschinisten und Heizer. Kupferschmiede, Schlosser und Anschläger waren im Ueberfluß vorhanden. Nicht ungünstig war die Arbeitsmarktlage in der E l e k t r i z i t ä t e- i n d u st r i e, besonders Monteure für Hochdruckleitungen wurden zahlreich in Berlin und in der Provinz verlangt. Unverändert schlecht ist die Lage der Beltener Kachelofenindustrie; trotz der zahlreichen Arbeitsuchenden sollen, wie berichtet wird, ausländische Arbeiter in einzelnen Betrieben eingestellt wor den sein. In der Bekleidungsindustrie war lediglich die Wäsche. brauche gut beschäftigt; in der Herren, und Damenkonfektioü wird sehr über schlechten Geschäftsgang geklagt. Für Schuhmacher war sowohl im Handwerk wie in der Industrie die Lage befriedigend. Fast vollständig nachgelassen hat die Nachfrage nach Arbeitskräften bei den Sattlern, auch in' der Militärbranche, die bisher noch stets gut beschäftigt war. Papier- und Lederindustrie waren weiter nor- mal beschäftigt, nachgelassen hat indessen die Nachfrage nach weib. lichen Kräften. Im Lithographengewerbe waren Steindrucker gut, Kupferdrucker sogar sehr gut beschäftigt, Chemigraphen wurden in» dessen weniger gesucht. Die optische Industrie in Rathenow war befriedigend beschäftigt. In der Nahrung», und Genuhmittel» brauche war die Arbeitsgelegenheit gering. Die Textilindustrie stand weiter im Zeichen des Niederganges. Die Berichte au» Forst, Finsterwalde, Kottbu», Luckenwalde lassen keinerlei Anzeichen einer durchgreifenden Besserung erkennen. Flau war auch der Geschäfts gang in der Hutindustrie(Guben, Luckenwalde. Berlin). Großen Ueberfluh an Arbeit»kräften hatten wie im Vormonat das Gaftwirtsgewerbe. doS Transportgewerbe und der Lohnfuhr werksbctrieb aufzuweisen. Der Arbeilsmarkt für ungelernte Ar beiler war gleichfalls nicht günstig. Auf dem weiblichen Arbeitsmarkte machte sich eine starke Abnahme der Dienstbotcnstcllen und eine nicht' geringe Zu. nähme der Meldungen von Aufwärterinnen bemerkbar. Die Nach- frage nach jugendlichen gewerblichen Arbeitern ist stark zurück- gegangen, besonders für Buchdruckereihilfspersonal und Arbeitern der Metallbranche. Lediglich bei den Dampfwäschereien erfolgten vermehrte Einstellungen, insbesondere wurden Plätterinnen stark verlangt. In der Landwirtschaft hat gegen Ende de» Monat» die Nach frage nach Arbeitskräften entsprechend der Jahreszeit merklich nach gelassen. Gärtner waren weiter im Ueberfluh vorhanden; nur zeitweise wurden Kranzbinder beiderlei Geschlechts aus Anlaß des Totenfestes sehr gesucht. 8o2ia!es. Zum Solinger Krankcnkasscnsumpf. In welcher Wdise eine Zentrumspresse mit der Wahrheit umspringt, zeigt eine Auslassung der Dortmunder„Tremonia". Sie schreibt in Nr. 315 u. a.: .Zunächst.Obergenosse* Rendant Reinhardt. Bor neun Jahren wählte ihn der s o z i a l d e m o kr a t i s ch e K a s s e n- vorstand, damit er die Gelder gut verwalte. Sein Gehalt stieg sehr schnell von 280V auf 4400 M. Hiermit konnte er aber nichl auskommen. Nach seiner Auffassung gehörte zum standeS gemäßen Ailstreten eine« Rendanten einer sozialdemokratisch ge leiteten Kasse auch noch etwas mehr als essen, trinken und arbeilen. Er hatte die Freundschaft der Bardamen von Elber- feld nötig....' Wirklichkeit war Reinhardt ein Gegner der Sozialdemokratie; er war bei Wahlen für die Liberalen tätig. Er ist auch nicht vom Kassenvorstand gewählt worden, sondern dieser ehemalige Beamte des LandratSamtS und nachmalige Beamte der Solinger Polizei wurde der Kasse mit Hilfe der A u f s i ch t s- behörde aufgedrängt. Aus diesem Gegner der Sozialdemokratie macht das Blatt des Herrn Lensing einen „Obcrgenossen". Das ist denn doch der Gipfel der Ver- logenhcit. UebrtgcnS aber hat die„Tremonia* gar kein Recht, sich über diesen Wüstling und sein Tretben in Weiberkncipen aufzuhalten. Im Zentrumslager hat er seine Vorläufer gehabt. Es sei nur an den Katholikentags- redner. Zentrumsführer und Kirchenvorstand V. aus dem Aachener Bezirk erinnert, der gerichtlich bestraft wurde. weil er fchivere Eingriffe in die Rirchenkasse gemacht hatte, um daS Geld bei einer Prostituierten zu verjubeln. Es sei auch auf den erst kürzlich zu vier Jahren Gefängnis verurteilten Pfarrer M ü n st« r e r hingcivicsen. Ueber diesen schrieb die Zentrumsprcsse. er verdiene„mehr Mitleid als Verachtung"(„Bayr. Kurier" Nr. 243), obwohl er zehn Jahre lang die ihm anvertrauten Kassen um Hunderttausende geplündert und selbst das Geld von Witivcn und Waisen ge- stöhlen hatte. Damals hat man vergebens nach Entrüstungs- tönen in der nämlichen Presse gesucht, die jetzt fälschlich die Sozialdemokratie für den Solinger Krankcntassensumpf ver- antwortlich machen möchte. Den Erguß der..Tremonia" druckt das„Düsseldorfer Tageblatt" nach. Dies Schindludertreiben mit der Wahrheit gefällt unter anderen Blättern der„Märkischen Volkszeitung" und der„Kreuz-Zettung" so gut, daß auch sie den Schwindel unter der Ueberschrift „Ein rotes Panama" ihren Lesern vorsetzen und die gegen die Sozialdemokratie konstruierte Verleumdung mit dem schamlosen Zusatz versehen:„Diesen Schandfleck wäscht die Sozial deniokratie nicht so leicht ab". Etwas Erbärmlicheres gibt es kaum, als dem politischen Gegner erst Dreck andichten und dann pharisäisch in die Hände klatschen:„Diesen Schandfleck wäscht die Sozialdemokratie nicht so leicht ab". Gegenüber diesen Schmutzfinken kann Herr von Hammerstein noch als Ehrenmann bezeichnet werden. Aus dem Gewcrbegericht, Kammer 8. Bvrsiveuder Magistrat»!«« Schultz. Sitzung vom 20. November. 1. Prämicnfvslem und Ausgleichsquittung. Ein Kalanderführer klagte gegen die Chemische Fabrik Schering auf Zahlung einer Prämie in Höhe von 16,25 M. Bei der Firma besteht folgendes Prämienshstem: pro 1000 ivleier fertiggestellten photographischen Papiers werden 1,80 M Prämie gezahlt, die in verschiedeneii Aiiicileii zur Auszahlung ge langt. Der Meister und der Vorarbeiter erhalten je 2, die Kalander führer und Arbeiter an der Barytmaschine je 2 Anteile und die übrigen an der Fabrikation beteiligten Arbeiter je 1 Anteil. Diese Prämie wird an jeden gezahlt, der 8 Monate im Betrieb tätig ist, aber unier dem Vorbehalt, daß Reklamationen innerhalb Jahres- frist nicht einlaufen. Bei Reklamationen wird der fünffache Prämienbetrag in Abzug gebracht. Die Prämienzahlung erfolgt in der Regel nack Ablauf jeden Monates. Im vorliegenden Falle wurde die Auszahlung der Prämie für den letzten Monat bei Be� endigung des Arbeitsverhältnisses verweigert; ste sollte nach Ablau eines Jahre« erfolgen. Die Firma führte au« der Praxis Fälle von einjähriger HinauSfchicbung der Prämienzahlung aus dem Arbeitsverhältnis Ausgeschiedener an, konnte jedoch nicht bestreiten, daß keinem Arbeiter gesagt wurde, es werde die letzte Prämie ein Jahr einbchalten. Der Kläger hat die Unvorsichtigkeit begangen, über den erhaltenen Lohn selbst eine AuSgleichSquittung zu geben, will dabei die Prämie nicht als Teil des Lohnes angesehen haben. Das Gericht kam zur Verurteilung der Firma Schering. Der den PrämicnquiUungen vorgedruckte Stempel berechtige die Firma wohl, Abzüge zu machen, wciin innerhalb Jahresfrist Reklamationen komme», enthalte jedoch keinen Hinweis, daß die Prämien auch erst nach Jahresfrist fällig sind. Es fei auch den Arbeitern sonst cur keine Weise vor beenoigiem Arbeitsverhältnis mitgeteilt, daß eine derartige Absicht bestehe. Deshalb müsse die Zahlung bereits jetzt erfolgen. 2. Nichtübcrnommene Arbeit. Ein Buchdrucker klagte gegen die Firma Wagner u. Co. au einen Lohnrest von 2,74 M. und Entschädigung für 4 Tage wegen vorzeitiger Entlassung in Höhe von 28 M. Der Kläger stand in Kündiauwg. Er sollte neben einer Zwei tourenmaschine eine Sckmellpresse beauflichtigen. Dessen weigerte er sich. Er hatte zwar früher neben der SpezialMaschine eine kleine Maschin« mitbedieiit, obwohl das nach§78' des Tarifs nicht fein soll, und führt jetzt als Grund seiner Weigerung an, daß ihm der Chef gedroht habe, ihn für die Arbeit eventuell regreßpflichtig machen zu wollen. Di« Weigerung nahm der Firmeninhaber zum Grund sofortiger Entlassung. Die 2,74 M. fordert der Kläger für Uebernunden. Er mußte vormittags 1412 Uhr antreten und bis 0 Uhr abends tälig fein. Die Zeit von 146 Uhr bis Ende sah er als Ueberarbeit an und verlangt dafür den tariflichen Zuschlag. Dieser war ihm bislang gezahlt worden, wurde aber für die Kündigungstag« verweigert Das Gericht verurteilte die Firma dem Klageanspruch cnt< sprechend. Ter Kläger lvar tariflich nicht verpflichtet, neben seiner Spezialmaschili««ine andere mit zu bedienen. Daran sei nichts geändert, daß er es einigemal getan hat. Der bisher gewährte Ueberstundenzufchlag mußte auch weitergezahlt werden. Gerichts-Zeitung. Die Gräfin als Angeklagte. In dem Prozeh gegen die Frau Schiffsoffizier GlAfin Fifchler von Treuberg, geb. Uhl, wurde gestern die Verhandlung fortgesetzt. Kurz erledigt wurde ein Anklagefall. der sich auf die Beleidigung einer Telephonistin bezieht. Die Angeklagte soll einer Telephonistin zugeruken haben:„Freches Frauenzimmer". Ferner kam ein Fall des Wucher« zur Verhandlung, bei welchem ein junger Mann namens Lütke, der Sohn eines reichen Mannes, interessiert ist Ter junge, damal» 19 Jahre alte Mann diente 1909/1910 als Ein, lährig.Freiwilliger bei dem Leib.Garde-Husarcn.Regiment. Er hatte von einem Freunde ein Tarlehn von 700 M. erhallen und wollte diese Summe gern zurückzahlen. Der damals 19jährige junge Mann wandte sich auf ein Zeitungsinferat an den Geldverleiber Fuchs, der ihn zur Angeklagten führte. Diese erklärte, daß sie ihm bareS Geld nicht geben könne, sondern nur Brillanten und Perlen, die angeblich einen Wert von 4000 M. haben sollten. Die Angeklagte brachte ihn mit dem Juwelewhändler Stern aus Amsterdani zu- ammen, und dieser verkaufte ihn gegen drei Wechsel über in»- gesamt 4000 M. Schmucksachen. Die Angeklagte soll von Stern 5 Proz. Provision mit 200 M. erhallen haben, ssie hat dann sofort durch ihr Diewsimädchen die gekauften Schmucksachen verpfänden lassen; et wurden jedoch nur 800 M. erzielt. Davon zog sich die Angeklagte 300 M. für liebenswürdige Behandlung ab. so daß dem ungen Mann nur noch 200 M. verblieben und dafür seine Wechsel in Höhe von 4000 M. schwammen. Der junge Mann enddeckte seine traurige Lage seinem Vater, der die Sache in die Hand nahm und auf gütlichem Wege aus der Welt schaffte. Die Bcrteidiguiig wie» darauf hin, die Angellagte sei ja gar nicht als Agentin für irgend- einen Wucherer, sondern als Agentin für den Tarlehnssucher tätig gewesen und habe das möglichste Interesse gehabt, daß dieser mög. lichst qute Bedingungen erhielt. Einen breiten Raum nimmt die Frage des Aufwände« der An- geklagten ein. Die Anklage steht aus dem Staiidvunkt. daß die Angeklagte seit mindesicnS 1910 fällige Schulden nicht in ord- nungSmäßiaer Weis« reguliert, also ihre Zahlungen ciilgestellt und auf der anderen Seite durch Aufwand übermäßige Summen ver- braucht oder schuldig geblieben sei. Die Angeklagte bestreitet die!. Ter Vorsitzende stellt fest, daß die Angeklagte früher am Krön- Prinzenufer, später in der Beetbovenstraßc eine sünszimmerige, luxuriös eingerichtete Wohnung zum Jahrespreise von 1900 M. bewohnt habe. Sie habe Reisen nach Frankfurt a. M„ London, Baden-Baden und Monte Carlo unternommen. In Monte Carlo ist sie in einem Jahre sogar zweimal gewesen und soll dort 10 000 bi» 20 000 M. ausgegeben haben. Die Angeklagt« meinte: schon daraus gebe hervor, daß sie Geld genug gehabt bab«, um allen ihren Verbindlichkeiten nachkommen zu können. Tie Reisen, die sie unter» nommen, hätten zumeist geschäftlich« Zwecke verfolgt. � Nach der Anklage soll die Angeklagte ihre Bedürfnisse in den vornehmsten Geschäften Berlins, wie Hermann Hoffmann. Siegard u. Belgavd, I. Gerson-Prager, Hausdorsf, Hofjuwelier I. N. Werner ustv., ge- deckt haben. Tie Angeklagte behauptete, daß sie fast alles bezahlt hebe; ihre Schulden könnten sich höchstens auf 1000 bis 1200 M. belausen, und daS sei doch für eine Frau, die im öffentlichen Leben stehe, nicht viel.— Stach den weiteren Vorhaltungen deS Vor- itzenden hat die Angeklagte in den Jahren 1907 und 1908 für Be- lcuchtung, Möbel, Korridoreinrichtung, Salonmöbel. Bilder usw. 7720 M. vo» Lieferaiitcli bezogen und nur zum Teil bezahlt. An älteren Schulden bestanden und bestehen 675 M. Pelzwaren von August Stiller, 153 M. Toiletten von Gerson-Prager. Die Auge- klagte hat an Toiletten aufgewendet: im Jahre 1901: ein Kostüm von Hermann Hofsmann für 300 M. und einen Mantel für ISO M. Die Angeklagte behauptet, daß die», wie in vielen anderen Fällen, die Provision der betreffenden Firmen für ihnen zugewiesene neue Kunden darstelle.— Bei der Firma Henneberg hat fie IS Paar seidene Strümpfe für 48 M. bezogen.— Zu den Austvandsposten rechnet die Anklage ferner: zwei Hüte Von HauSdorff für 268 M., eine 1 Meter lange und zirka Vj Meter breite Pleureuse für 210 Mark, eine Golökette für 117 M., Brillantohrringe von Koch für 2500 M., die allerdings nach einem Jahre zurückgegeben worden sind. Die Angeklagte behauptet, daß der Kammerherx des Prinzen Leopold durch ihre Vermittlung zum Kauf eines Brillantdiadems. das er seiner Frau schenken wollte, an den Hofjuwelier Kock in Frankfurt a. M. gekommen sei. Die Ohrringe hätten die Pro- Vision dargestellt, sie habe sie schließlich zurückgegeben und bares Geld dafür crbkten. Der Staatsanwalt glaubte annehmen zu dürfen, daß dies wohl den Brautschmuck bei der Eheschließung der Angeklagten darstellen sollte.— In der vom Staatsanwalt zu- sammengestellten Aufwandslrste figurieren u. a. iioch: ein seidenes Gesellschastskleio von Siegard u. Belgard für 220 M., ferner ein englisches Kostüm für 250 M., ein weißes Tuchkleid mit Pelzbesatz für 375 M., ein schwarzweißes Chiffonkostüm für 325 M. Einem Friseur schuldet sie allein für Bedienung im Jahre 1909 116 M. Die Angeklagte erklärt, daß sie diese Sachen zum Teil bezahlt und zum andern Teil als Provision erhalten habe.— Zu der Frage des Aufwandes wurde der frühere Stcindruchsbesitzcr Kirchhofs ver» nommen, der später noch als Belastungszeuge in einem als Er- Pressung bewerteten Anklagefall vernommen werden muß. Er hat die Angeklagte in der Weinbar„Excelsior" kennen gelernt und ist in nähere Beziehungen zu ihr getreten. Er bekundet, daß sie in Toiletten, Pelzen und Schmucksachen einen großen Aufwand ge- trieben habe, weiß auch von ihren Reisen nach Monte Carlo usw. — Ein anderer Zeuge, der jetzige Techniker Rödel, war bis 21. September 1911 Oberleutnant und bis zum Frühjahr 1911 nach Berlin kommandiert. Er lernte durch einen Kameraden die Angeklagte lennen, trat in nähere Beziehungen zu ihr und ver- kehrte mit ihr n der Nollendorf�Bar. der Excelsior-Weinstube und anderen Lokalen. Auch dieser Zeuge ist noch Belastungszeuge in einem zur Ank�ge stehenden Erpressungssall. Auch er schildert die Apgeklagte als eine elegant auftretende Frau, die in teuren Lo» kalen verkehrte, eine sehr schön eingerichtete Wohnung besaß, sehr gute Toiletten trug usw. Der Zeuge hat mit der Angeklagten und deren Tochter drei Monate lang in Monte Carlo gelebt. Hierauf wurde die Verhandlung auf Freitag, 9f4 Uhr, vertagt. Beraubung von Gütertvagen. Der Wilsnacker Straße 9 wohnhafte Mechaniker Carl Aschttoski ersucht uns um Mitteilung, daß er mit dem wegen Be- raubung von Güterwagen verurteilten Rangierer Aschowk-ki nicht identisch ist. Wir kommen diesem Wunsche hiermit nach. Hus aller Gleit. Schiffsbrand auf hoher See. Auf dem Glasgower Dampfer„SeottSdyk* brach in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag Feuer au«, al« sich das Schiff in der Nähe der Jnsek Wighr befand. Der„Scottsdyl", ein Schiff von 2600 Tonnen, war mit Espactogras auf der Heimreise nach dein Mittelmeer. DaS Feuer brach in dem Lagerraum im vorderen Teil des Schiffes aus und griff mit großer Geschwindigkeit um sich. Die Löschversuche mußten bald aufgegeben werden, da der Spritzen» schlauch vom Feuer zerstört wurde. Die Boote waren bi« auf zwei verbrannt, und von diesen war nur eines bei dem hohen Seegange brauchbar. Der neue englische Ueberdreadnought „Iran Duke*, von dem man da« Feuer gesichtet hatte, nahm die Mannschaft und die zwei Passagiere des„Scottsdyl*, im ganzen 26 Perjonen, an Bord. Der Glasgower Dampfer ist bi» auf die Wasserlinie abgebrannt_ Meuterei im Jrrenhaufe. Eine schwere Meuterei ist Mittwoch abend im Irrenhaus« von Ponterson, im französischen Departement Manche, ausgebrochen. Di« Insassen der Anstalt sind in der Hauptsache jugendliche Verbrecher, die der Anstalt zur Feststellung ihrer Zurechnungsfähigkeit über» wiesen worden sind. Acht Insassen forderten von einem Aufseher SchnapS. der ihnen verweigert wurde. Darauf stürzien sie sich auf den Wärter und schlugen ihn nieder. Auch drei andere Aufseher, die ihrein bedrängten Kameraden zu Hilfe eilten, hallen dasselbe Schicksal. Die Meuterer öffneten da» Tor und waren gerade im Begriffe zu flüchten, als die telephonisch alarmierte Feuerwehr herbeieilte und sie in das Hau« mit einem starken Wasserstrahl zurücktrieb Die Meuterer haben sich in der Anstalt verschanzt. Da« Gebäude ist von der Gendarmerie der um- liegenden Ortschaften umzingelt und eS wird wahrscheinlich nichts anderes übrig bleiben, als die Insassen auszuhungern, da sie sich mit allen nur erreichbaren Gegenständen bewaffnet haben und drohen, jeden niederzuschlagen, der sich ihnen nähert. Zwei Wärter sind nicht unerheblich verletzt. Unter der Bevölkerung des Orte» herrscht große Aufregung.__ Jndiancraufstand in Neu-Mexiko. Die Zeiten Buffalo Bills und der Kämpfe mit den Rothäuten scheinen wiederzukehren. Während lange Zeit in den Indianer» Reservationen Ruhe herrschte, hat jetzt ein Stamm der Rothäute da« Kriegsbeil ausgegraben und sich auf den KriegSpsad begeben. Der 700 Mann starke Stamm der N a v a j o S hat die ihm zugewiesenen Gebiete verlassen und sich auf einem hohen Berge verschanzt. Die Indianer«veigern sich, mit den Agenten der Bunde«- regierung in Verhandlungen zu treten. Sie führen Beschwerde darüber, daß sie bei der Lieferung der Wimervorräte über- vorteilt worden sind. Man habe ihnen gemischte« Mehl, schlecht« Decken und minderwertige« Fleisch geliefert. Sie drohen, die Ansiedelungen der Weißen in Neumexiko anzugreifen und haben bereit« vereinzelt dastehende Farmen an» gegriffen und au»geraubt. Zwölf Schwadronen Kavalleri» und eine Batterie Maschinengewehre sind vom Fort Robinson aus dem Marsche, um die Aufrührer wieder zur Ruhe zu bringen. Kleine Notizen. Von französische» Werber» entführt? Wie au» Rastatt ge» meldel wird, ist der Student Tropf, der im letzten Herbst sein Abiturientenexamen gemacht hatte, in Heidelberg Werbern der iranzöstschen Fremdenlegion in die Hände gefallen. Sie haben ihn zuerst betrunken gemacht und sind dann im Automobil mit hm über die Grenze gefahren. Vom Schlachtfeld der Arbeit. Auf der Zech« Friedrich-Auaust- Hütte* stürzte von einem Hochofen ein mächliger Eilendcckel auf ein mit Arbeitern besetzte« Gerüst. Diese« brach und die Arbeiter kürzten in die Tiefe. Zwei waren tot. zwei schwer verletzt. Maffcnvcrgiftung. In der kleinen französischen Ortschaft M o u r i e«(Dcp. BoucheS-du-Rhone) sind 25 Personen unter 'chweren VergiftungSerschetii ungen erkrankt. Man nimmt an. daß die Vergiftungen entweder auf den Genuß ch l e ch l e r W u r it w a r e n oder verdorbenen Trink» Wasser« zurückzuführen sind. Mehrere der vergifteten Personen 'chweben in L e b e n S a e f a b r. (sin rigenartiger Automobilunfall. Der Jtzehocr Schiff»reed«r und Kohlenhändler Willi, sitahde geriet am Donnerstagabend»i i t einem Automobil in den Kaiser-Wilhelm» Kanal und e r t r a n k. Seine Leiche wurde, noch am©teuer itzend. mit dein Fahrzeug geborgen. Ächmmr Unfall bei Sprengarbeiten. Bei den Hafenerweite- rungSarbciten wurden Donnerstag mittag durch vorzeitiges Los- gehen eines S)?rengschusscZ der Leichtmatrose Trewe« getötet und der Kapitän Lübbe vom Nordischen Beraungtverein schwer verletzt. Ein weiterer Matrose erlitt leichtere Verletzungen. Soweit Torrat Spittelmarkt Belle-Alliancestr. Gr. Frankfurterstr. Bronnenstr. Kottbaser Damm Bis Sonnabend den 22. November Verlangen Sie bei einkaufen Rabattmarken. '■Verkauf nicht an 'Wiederverkauf er bietet diesmal eine ganz besonders IN Elnkiraß-eelejailielt Zlgarrengcfcl)äfte mache ich aufmerksam auf meine Kautabak-Spezialitäten: Skandia�Skraa 1 und SolidaritätssT abak Max Ziegenhals,»°u°L°F'N 70 Sämtliche eingeführte Fabrikate in Zigaretten. Tabake». Zigarren zu billigste» Preisen. # # j III. Etage"") Reisemnster Ulster:: Paletots Anzüge:: Hosen A, H- % gebe an Private zu Fabrikpreisen ab Hcrrenklelderfabrik J. Coper ( Afeianderstr. 55, III(neb. d. 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Marie Kasper, Räumer- straße 21.__ 189/3 Die Beleidigung, die ich dem Zu- schneider Ernst Berg« zugefügt habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre denselben sür einen Ehrenmann. O. Wcndt, Neukölln, Ziethenstraße 84. vom I._+102 Für die Redaktion der„ffta�Ialdemobrattacbvn Partei- Korrespondenz" wird ein auch in der Agitation erfahrener Redakteur zum baldigen Antritt gesucht. Bewerbungen find mit Gehalts- ansprüchen an W, Plnnnkuch. Berlin SW. 68, Sindenftr. 3, zu senden._____ 294/15* Gefunden u. verloren Trauring Bußtag verloren, ZionS- kirchhof Nordend, 20 Mark Belohnung. Finder bitte Adresse angeben unter Äks. R. 865 an Rudolf Masse, Wilmers- darf, Uhlandstraße 98/99 189/4 Vermietunxen. Limmer. Möbliertes Zimmer, zweifenstrig, einen oder zweiHerrcn, Prinzefsinnen- straße 12, III links._ 29696 Möbliertes Erkerzimmer zu ver« mieten Baumschulenweg, Trojan- straße 6, II links.__ 2987b Möbliertes Vorderzimmer, Bad 18,00. Paulisch, Wicherlstraße 134, Eingang Dunckcrstraße. scblskstellen. 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Gcbalt nach Uebcreinkunft. Privatpraxis gestattet. Bewerbungen sind beim Vorsitzenden ti. Sebonlt, Zerbst, Breite 59, bis zum 1. Dezember einzureichen. Buchhändler gesucht Wir suchen für unsere Parteibuchhcindlung tüchtigen, parteigenössischen Buchhändler. Antritt I. Januar, spätestens 1. Februar 1914. Bewerbungen mit Gehaltsansprüchen an H. Ricke u. Co., Braunschtveig, Schlotzstr..2, erbeten. Kegelradhobler, welcher mit Bilgram- und Kleason-Hobelmaschinen bestens vertraut ist, bei hohem Lohn gesucht. Friedrich Steinrück, Zahn- räderfabrik, Urbanstraße 116. f141 Achtiino! Holzarbeiter. TSege» Streik oder Lohn- dinerenzen sind gesperrt: Für die Holzleisteu-Branche der Betrieb von Aug. König, Teltower Str. 48/49. Für Tischler: Werdan i. S. DaS Berliner Arbettswilligeu- vermittelungsdureau d. gelbe» .Handiverkerichuvverbaitdes'. Arbeitsnachweis d. Stellmacher- iunung und der BSagenfabri- kaute», Kaijer-Franz-Grenadier. Platz.. 89/14' Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltnnx Berlin des Deutseben Holzarbeiterverbandes Weräntwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Tb- Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: vorwärts Buchdruckerei u. Ve clagSanftalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW* Ar. 806. 30 Jahrgang. 2. jicilM des Amiirls" Kerlim vsidsM AMg. A. Zwratn IZlZ. Zw Organliatlon von Groß-Bcrlin. Uns wird geschrieben: Der Versuch, in dem Artikel.Die Organisation in Grov-Berlin' in der Mittwoch-Nummer des„Vorwärts" die Verhältnisse zu er- fassen, entspringt dem dankenswerten Bemühen, durch genauere Be- trachiung der Organisationsziffern Klarheit zu schaffen. Aber er beruht in einigen Punkten aus Irrtum. So Übersicht er, daß zur ReichstagSwahl in Niederbarnim Berliner Stadtbezirke mit 15 703 Wahlberechtigten gehören, von denen 13 126 ihr Wahlrecht, und zwar 11 189 durch einen sozioldemokratischen Stimmzettel ausgeübt haben. Diese Berliner Sladtbezirke sind tatsächlich im Wahlkreis Berlin IV, nicht in Niederbarnim, organisiert. Berücksichtigt man dies, so ver« schieben sich die für Berlin IV und Niederbarnim angegebenen Zahlen erheblich. Zu ermitteln wäre, wieviel organisierte Genossen diese zum Reichstagswahlkreis Niederbarnim gehörigen Stadtbezirke anfweisen. Ferner wäre sestzustellen, in welcher Weise die Anzahl der Parteimitglieder ermittelt ist. Es scheint die buchmäßig an einem bestimmte Tage organisierte Zahl zugrunde gelegt zu sein Die wirkliche Zahl der Organisierten dürste aber nur genau dadurch zu erfasien sein, daß die Zahl der für ein Jahr verwendeten Bei- tragSmarken durch 10 oder 12 dividiert wird. Partei- J�ngelegenKeiten. Zweiter Wahlkreis(1. und 2. Abteilung). Morgen Sonnabend, abends 8Vz Uhr. in Rapps Festsälen(früher Zühlke), Dennewitzstr. 13 Untcrhallungsbend, bestehend in Konzert, Vorträgendes Berliner Ulk-Trios, lurnerischen Aufführungen, Tanz, Bücherverlosung Eintritt einschließlich Tanz 30 Pf., Garderobe 10 Pi. Das Komitee. Vierter Wahlkreis. Heute Freitag, abends 8'/, Uhr, im Lokal von Boeker. Weberstr. 17, findet der Kursus für Stadneil Osten stall über:„Die Entstehung des wissenschaftlichen Sozialismus"(Marx und Engels). Schöneberg. Der Bildungsausschuß hat für die nächsten drei Freitage(21. und 28. November und b. Dezember) einen Vortrags zykluS des Genossen D ä u m i g über:„Unsere Klassiker" veranstaltet. Die Vorträge finden statt in den„Neuen Rathaus- sälen" und beginnen abends 81-. Uhr. Da es sich auch für den Ar- , beiter lbhnt, sein Wissen in der schöngeistigen Literatur zu ver tiefen, empfiehlt eZ sich, daß die Genossen und Genossinnen recht rege an diesen Vorträgen teilnehmen. Heute abend findet der erste Vortrag statt. Lichtenberg. Sonntag, den 23. November, morgens 8 Uhr: Wichtige Flugblattverbreiiung von den bekannten Stellen aus in folgenden Abteilungen und Gruppen: 8. und 20. Abteilung. 35., 43., 44., 45., 46. und 88. Gruppe. Lichterfclde. Der Lichterfelder Männerchor(M. d. D. A.-S.-B.) ver- anstaltei am Sonntag, den 23. November(Totensonntag), einen Bunten Abend unter Mitwirkung der Frau Marg. Waltott« und de» Konzertmeisters Herrn Erwin Feustel. Eintritt 40 Pf. Da der Verein sich zu allen Veranstaltungen dem Wahlverein zur Verfügung stellt, so ist rege Teilnahme der Genossen erwünscht. Alt-Glienicke. Sonnabend, den 22. d. M.: Mitgliederversammlung im Restaurant von Goltlieb Schäfer, Schirnerstraße. Tagesordnung: 1. Vortrag de« Genossen Kaufmann über:.Die kulturelle End Wicklung der Technik. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Partcv angelegenheiten und Verschiedenes. Rudow. Am Sonntag, den 23. November, nachmittags 5 Uhr. im Lokal von Palm: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Schmargendorf. Sonntag, den 23. November, abends'/J3 Uhr: Flugblattverdreitung vom Cafs Türke, Hubertusbader Str. 8, aus. Gleichzeitig werden die Genossen ersucht, sich an der am Sonnabend- abend 9 Uhr stattfindenden Versammlung bei Goetsch, Warnemünder Str. 14/15, zu beteiligen. Thema: Jugendschriflen und Wandschmuck im Arbeiterheim. Die Ausstellung findet im gleichen Lokal statt und ist geöffnet am Sonnabend, den 22. d. M., von 8—10 Uhr abends und Sonntag, den 23. d. M., von 3— 10 Uhr. Bezirk Waidmannslust. Sonnabend, den 22. November, abend« S1/» Uhr, findet in Hermsdors im Restaurant.Bellevue", Jnh. Pfeffer, ein Lichtbildervortrag des Genossen Roth statt. Thema:.Die deutsche Revolution". Da der Eintritt gänzlich frei ist, wird auf eine rege Beteiligung gerechnet._ Berliner Naebriebtem Totenblumen. Zwischen Bußtag und Totensonntag bietet die Umgegend der Großstadtfriedhöfe ein eigenartiges Bild. Der graue Novembertag hüllt die Eintönigkeit der Mietskasernen in seine nebligen Schleier. Sandige Baugründe, hier und da von ver welktem Gras bestanden, ziehen sich in der Runde. Denn die Friedhöfe sind meist an der Peripherie der Großstadt gelegen, wo die Vororte sich noch nicht stadtartig ausgebaut haben. Dort winken in diesen Tagen die Kranzbuden zahlreicher, denn sonst. Und Frauen und Kinder bieten weißen Papier blumenschmuck für die Gräber feil, der tagelang vorher in emsiger Heimarbeit fertiggestellt worden ist. In diesem durch übergroße Arbeitslosigkeit ausgezeichneten Spätherbst mischen sich häufig auch Männer unter die Scharen dieser Gelegenheitshändler. Fröstelnd, mit hochgeschlagenem Rockkragen umringen halbwüchsige Jungens die Haltestellen und Endpunkte der Elektrischen. Am Friedhofseingang haben die Frauen und Mädchen Posta gefaßt. Die Männer lehnen an den Brettern der Budenwände oder an den»vindschiefen Drahtzäunen der unbebauten Grundstücke. Groß angepriesen werden die Blumenfabrikate dieser primitiven Heimindustrie nicht. Die großen, bittenden Augen, die verhärmten, eingefallenen Wangen, die zitternden, fleisch- losen Finger, die verwehten, zerschlissenen Kleider sprechen ja deutlich genug I Man soll den Toten geben, um den Lebenden zu Helsen! Im kalten Lufthauch rascheln die papierenen Ge- bilde leicht auf, daß eS wie ein klagendes Seufzen klingt. Mancher kauft; viele gehen achtlos vorüber. Die Großstadt, die so reich an Elend ist, stumpft den Blick dafür ab und verhärtet die Regungen weicherer Gefühle. Dann steigt ein wahres Staunen in den Augen der Feilbietenden auf und flattert den Davonziehenden still-anklagend nach.... Und die Stunden rinnen. Der Tag ist kurz. Der Dämmerung des Morgens folgt rasch die des Abends. Immer dichter quirlt der Nodembcrnebcl um die Umrisse der Großstadthäuier. Grau in grau liegt die Welt. Früh schließen die Friedhöfe ihre Pforten. Mit gesentten Häuptern stehen die Totensrsihändler da. Die weißen Blumen rascheln in den frostigen Händen. Eine große Kälte hat die Glieder der dürftig Gekleideten durchttochen. die den ganzen Tag hindurch nichts Warmes in den Leib bekommen haben. In feinen, katten Tropfen sprüht der Nebel herab, legt sich aus. Haut und Haare, durchfeuchtet Kleidung und Schuhwerk. Und die Augen starren immer größer, immer müder, immer hoffnungsloser aus den fahlen Gesichtern, deren Blässe nur noch überboten wird von dem papierenen Weiß der in der zitternden Hand gehaltenen Totenblumen.... Tie Ergebnisse der Stadtverordnetenwahlrn für Berlin sind diesmal vom Magistrat mit größter Beschleunigung schon am 16. November in der auf die Wahlen folgenden näcbsten Nummer des„Gemeindeblatt" veröffentlicht worden. Erfreulich ist die Ausführlichkeit, mit der jetzt das Wahlbureau des Magistrats für alle Wahlkandidaten, auch für die unterlegenen, die Stünmcnzahlen gibt und eine Gesamtübersicht nach Parteien sowie eine prozentuale Berechnung beifügt. Im„Vorwärts" war früher wiederholt gerügt worden, daß die Berichterstattung des Magistrats über die Zahlenergebnisse der Stadtverordnetentvahlen sehr dürftig war. oft erst spät erfolgte und manchmal sogar ganz ausblieb. Wir stellen mit Beftiedigung fest, daß das in neuerer Zeit ander« geworden ist. Bei dieser Gelegenheit wollen wir darauf hinweisen, daß im neuesten Band des vom Berliner Statistischen Amt herausgegebenen „Statistischen Jahrbuchs der Stadt Berlin", der über die Jahre 1908 bis 1911 berichtet, der Abschnitt„Stadt- verordnetcnwablen" fehlt. Man darf wohl erwarten, daß der nächste Band die bisher noch fehlenden Ergebnisse der Stadt- verordnetenwahlen von 1909 und von 1911 nachliefert. Für die Stadtverordnetenwahlen von 1909 existiert, soviel wir wissen, noch heute, nach vier Jahren überhaupt keine amtliche Ber« öffentlichung der Zahlenergebnisse. Un» ist damals im„Gemeinde- blatt" keine derartige Veröffentlichung vrzr Augen gekommen, ebenso hat der das Jahr 1909 behandelnde Jahresbericht über die Allgemeine Verwaltung de« Magistrats keine Bekanntgabe der Zahlen gebracht, und nun hat auch da« erst in 1913 erschienene Statistische Jahrbuch der Jahre 1908 bis 1911, wie schon gesagt, diese Lücke nicht ergänzt. lieber die jetzt im„Gemeindeblatt" so rasch und so ausführlich veröffentlichten Ergebnisse der Stadtverordnetenwahlen von 1913 haben wir nicht viel Neue« zu melden. Die amtlichen Zahlen für die dritte Klasse decken sich in manchen Bezirken genau mit den durch unsere Agitationsbureaus am 9. November ermittelten und im „Vorwärts" vom 10. November veröffentlichten Ergebnissen, bei den übrigen Bezirken aber sind die Abweichungen so gering, daß wir die Differenzen eigentlich auf sich beruhen lassen könnten. Nur der Vollständigkeit wegen wollen wir die amtlichen Zahlen hier noch mitteilen unter Beiseitelasiung der zersplitterten Stimmen. In der dritten Klasse wurden Stimmen abgegeben für die Kandidaten der Sozialdemokratie und für die sich„allen bürgerlichen Wählern" an- bietenden Kandidaten des Freisinns: Bezirk 7 mit 6972 Wählern: von 2246 Stimmen 1743 soz., 503 fteis. . 8„ 7685.. 3819„ 3237„ 581. . 9. 7038„„ 3394, 3371„ . 16. 8147„„ 3297, 3280. „ 22. 8613.„ 3325, 3307„ , 26, 7491„, 3654, 1945„ 1681. „ 27„ 7875,„ 3435, 3417„ „ 29. 8528„, 3803, 3785„ , 30. 6721„, 3002, 2988. , 31, 7767,, 3618„ 3610„ „ 32„ 7139„■„ 3241„ 3229, „ 38„ 6764„„ 3725". 3720„ „ 34, 8002„, 3845. 3329, , 37, 7186„„ 2909, 1532„ 1374„ , 38„ 7645,„ 3202„ 974„ 2215„ „ 41„ 7763., 3446, 2208„ 1283„ , 44, 6495„. 3111. 3108, Im ganzen wurden in 17 Bezirken der 3. Klasse mit zu- sammen 126 830 Wählern 56 572 Stimmen abgegeben, darunter 48 783 für dir Sozialdemokratie, nur? 587 für den Freisinn(und 202 zersplitterte), von allen abgegebenen Stimmen fielen nur 13,4 Proz. auf die Freisinnskandidaten, aber. 86,2 Proz. auf die Kandidaten der Sozialdemokratie(und 0,4 Proz. waren zer« splittert). Hätte der Freisinn auch in den sämtlichen übrigen, für ihn völlig aussichtslosen Bezirken noch Kandidaten aufgestellt, so wären vielleicht noch tausend Stimmen mehr zusammengekommen. Die gesamte Ausbeute aus der 3. Klasse hätte sich dann für den Freisinn auf ganze 15 Proz. belaufen können. In der 3. Klasse hat der Berliner Stadtfreifwn abgewirtschaftet, aber sein Trost sind die 2. und die 1. Klasse. Die 2. Klasse brachte bei 32 236 Wählern und 9029 Stimmen dem Freisinn 8717, der Sozialdemokratie 203, der hier noch mit eigenen Kandidaten austretenden konservativen Bürgerpartei" nur 86(dazu 23 zersplitterte). In der 1. K l a s s e mit nur 807 Wählern fielen von 331 Stimmen auf den Freisinn 824, auf die Sozialdemokratie 1, auf die„Bürgerpartei" 6. Von der Wahlbeteiligung haben wir für die 3. Klasse das wichtigste bereit« am 11. November mitgeteilt. Zu bemerken wäre noch, daß diesmal die 3. Klasse im ganzen eine stärkere Wahl- beteiligung hatte als die 2. und die 1. Klasse. Di« Wahlbeteiligung war für die 3. Klasse 44,6 Proz.(in den einzelnen Bezirken zwischen 32,2 Proz. und 56,6 Proz.), für die 2. Klasse nur 28,0 Proz. (zwischen 18,5 Proz. und 42,1 Proz.), für die 1. Klasse 41,0 Proz. (zwischen 25,8 Proz. und 64,9 Proz.). Das Ledigenheim in Weistensee. Mitte Oktober d. I. wurde im Nachbarort Weißensee ein Projekt seiner Bestimmung übergeben, da« in den rückständigen Kreisen des Bürgertums zuzeiten sehr viel Staub aufwirbelte. Gegen dieses Projett wurde eingewendet, daß e» einen großen Verlust der Schlaf« stellenvermieter bringen und nur eine Stätte für fahrendes Volk schaffen würde. Das Ledigenheim ist aus Gemeindemitteln erbaut und steht unter Kontrolle der Gemeindeverwaltung. Die im ersten Stockwerk liegende Frauenabreilung hat 11 Zimmer mit je einem Bett und 1 Zimmer mit zwei Betten. Die nach vorn liegenden 9 Zimmer hoben«ine Größe von 2,05 X 4,10 Meter, die himeren 2.00 X 3.16 Meter, das Doppelzimmer 3.90 X 4.25 Meter. Der gleichfalls im ersten Stock liegende TageSraum für Frauen ist 3.35 X 6,65 Meter groß. Im zweiten und dritten Stock befindet sich die Männerabteilung, die insgesamt 31 Einzelzimmer und zwei Doppelzimmer ausweist. Die Größen der Einzelzimmer sind die gleichen wie im ersten Stock, nur die Doppelzimmer haben eine Größe von 3,25 X 4,50 Meter. Die Zimmer sind sämtlich in Oelfarbe gestrichen und haben alle die gleiche Ausstattung: für jede Person ein Bett, ein Schrank, ein Tisch und einen Stuhl. Alle Räume find mit Heizung und elek- tri'cher Beleuchtung verschen. Auf jeder Etage sind je zwei Klosett«. bei den Männern außerdem ein Pissoir vorgesehen. Das Reinigen der Sachen erfolgt in einem besonderen Geräteraum, der noch einen nach dem Hofe zu gelegenen Balkon aufweist. Im Kellergeschoß befindet sich die Riederdruck- tampfheizungS- sowie die WarmwasserbereitungSanlage. Die Beheizung der Räume erfolgt teils durch Radiatorheizkörper, in den Ledigenzimmern durch schmiede- eiserne, wagerecht liegende Heizschlangen. In der im Keller befind- lichen Badeanstalt find fünf Wannen, tawt Brausezellen und zehn Fußbäder vorhanden. Im Dachgeschoß befinden fich die Wäiche- und Ausbewahrungskammern sowie eine Waschküche. Links vom Haupleingang im Erdgeschoß liegt die Inspektoren» Wohnung. Für die Erledigung der Dienstgeschäfte des Inspektors ist ein besonderes Geschäftszimmer vorgesehen, von dem jeder Ein» tretende sofort beobachtet iverden kann. Die Aufgänge zu den Abteilungen für Männer und Frauen sind getrennt. Rechts vom Haupleingang liegen zwei Tagesräume, je eins für Männer und Frauen. Diese stehen in Verbindung mit dem Lokal. Letzteres um« faßt den Sctianlroiini mit VereinSzimmer, die Küche mit Speisekammer »nd einen Raum für das Personal. Die Toiletten befinden sich im Keller, die gesamten Ledigenheimräume und die Tagesräume liegen in dem Flügel an der Schulstraße gegenüber der Gemeindetucnhalle und dem Swwanentsich. In dem Flügel an der Pistoriusstraße ist daS Ledigenheimlokal und ein weiterer Laden mit Kontor untergebracht. Die übrigen Stockwerke sind von der Ortskrankenkasse belegt. ES befindet sich im erstpn Stock die Krankenabfertigung, ein AmbulationS- zimmer und in einem Vorbau über dem Bürgerstcig das Vorstands- zimmer. Im zweiten Stockwerk liegen die Kaste. Kanzlei, Melde- abteilung und Buchhalter«!, außerdem noch ein Aerzlezimmer sowie ein Warteraum. Im dritten Stockwerk befindet sich die Badeanstalt, in der sämtliche Bäder, außer russisch-römischen, abgegeben werden. Es baden dort täglich, außer Sonntags, die männlichen und weib- lichen Mitglieder abwechselnd entweder vormittags oder nachmittags unter sackgemäßer Aufsicht geprüften Personals. Auch dieses Gebäude ist Eigentum der Gemeinde, jedoch hat die Ortskrankenkasse da« Borkaufsrecht erworben._ Leichen aus dem Arbeitshause. UnS wird geschrieben:„Bei Beratung deS Etats deS Arbeitt- Hauses im Kuratorium kamen wieder einmal beim Titel B e g r ä b- n i S k o st e n die sonderbarsten Dinge zur Sprache. Die Stadt schafft mit Aufwendung großer Kosten die Leichen verstorbener Insassen des Arbeitshauses und Hospitals nach dem städtischen Friedhofe in Buch, zwecks Beerdigung, Hier wird nun ein Teil dieser Leichen nicht beerdigt, sondern auf Grund einer ehrwürdigen Minisienalverordnung aus der Zeit deS„Alten Fritz"(1740), von der Eharitö zu Studienzwecken gefordett und wieder nach Berlin transportiert. Also im wahren Sinne des Wortes machen die Verstorbenen eine Landpartie nach Buch und von da zurück nach der Berliner Charitö. Da» Kuratorium beschloß einstimmig: erstens, die Rechts- gültigkeit der Ministerialverordnung ist zu prüfen; zweites, wenn dieselbe als heute»och zu recht bestehend respektiert werden muß. der Charit« aufzugeben, sich die Leichen abholen zu lassen und sie nicht erst auf Kosten der Stadt spazieren zu fahren; drittens bei der Charit« anzufragen, was aus den Särgen der bisher von der Chariis exhumierten Leichen geworden ist! Zu dieser Angelegenheit möchten wir bemerken, daß sämtliche Leichen, die auf Kosken der Stadt beerdigt werden, nach dem An- stallSfriedhof in Buch geschafft werden. Erst hier werden die Leichen zu Anatomiezwccken ausgesucht. Es sollen nur solche Leichen her- gegeben werden, für die Angehörige nicht vorhanden sind oder sich nicht melden. Die Anatomie muß diese Leichen auf eigene Kosten abholen. Soweit uns bekannt, werden die Leichenteile»ach Ge- brauch in den Sarg gelegt und Leichenteile und Sarg in der Diestelmeyerstraße verbrannt. Die Leichen aus dem Arbeitshaus direkt der Charitö überweisen, könnte zur Uebcrweisung von Leichen führen, für die noch Angehörige vorhanden sind. Dann würden die Härten noch größer werden, als sie bisher schon sind. Etwas anderes ist e«, ob die Stadt ein Recht hat. Leichen ohne weiteres der Eharile zu Studienzweckcn zu überweisen. Gesetzliche Bestimmungen bestehen unseres Wissens hierüber nicht. Dann aber hat die Stadt auch kein Recht, ohne Zustimmung Leichen der Charits zu überweisen._ Eine Steuerklage des Prinzen Friedrich Leopold. In der letzten Sitzung des Potsdamer Bezirksausschusses wurde eine Streitsache verhandelt, in der Prinz Friedrich Leopold von Preußen gegen seine Veranlagung zur Wert- zuwachssteuer klagte. Der Prinz hatte von seinem Fidei- kommiß Düppel-Dreilinden ein am Kronprinzessinnenweg in Neu-Zchlendorf gelegenes Terrain peräußert und war infolge- dessen vom Gemeindevorstand zu einer Wertzuwachssteuer von 140 205 M. veranlagt worden, weil hier das Vorliegen eines Zwischengeschäftes angenommen lvurdc. Hiergegen erhob der Prinz Einspruch. In der vom Prinzen beantragten münd- lichen Verhandlung vor dem Potsdamer Bezirksausschuß wurde der Prinz zur Zahlung der Zuwachssteuer in Höhe von 110 868 M. verurteilt._ Ans der Deputation für die Kanalisationswerke und Güter Berlins. Die auf den Gütern der Stadt Berlin beschäftigten Arbeiter sind die Stiefkinder der Gemeindeverwaltung. Trotzdem sie die niedrigsten Löhne beziehen, wurden alle Gesuche um Aufbesierung derselben in den letzten drei Jahren abschlägig beschieden. Mit Ausnahme einer den Tagelöhnern und Arbeiterinnen vor zwei Jahren zugestandenen geringen Lohnerhöhung sind alle Arbeiter stet; leer ausgegangen. Außer einem allen Arbeitern zustehenden Deputat im Wette von 300 M., für Arbeiterinnen 200 M., erhielten die Tagelöhner im Sommer 1,80 M.. im Winter 1,40 M. pro Tag. Dieser Lohn ist ab 1. April 1912 auf 2 M. bezw. 1,50 M. erhöht worden. Der Lohn der Arbei'.erinnen erreichte vordem die schwindelnde Höhe von 1,20 M. im Sommer und 80 Pf. im Winter. Hier wurde nur der Winterlobn um 20 Pf. erhöht. Den Sommerlohn zu erhöhen, hielt man nicht für notwendig, da nach Angabe des Güter- direttorS die meisten der Arbeiterinnen im Sommer im Akkord be- schäfligt werden und dabei einen bedeutend höheren Lohn erreichten. Daß aber außerdem noch eine Anzahl Frauen im Tagelohn, auch im Sommer, beschäftigt und mit 1,20 M. entlohnt werden, dürfte auch der Dueklion bekannt sein. Die im Wochenlohn beslväftipten Arbeiter erhalten den fürst- lichen Lohn von 13 M. pro Woche außer dem oben erwähnten Depuiat. Eine andere Klaffe bilden die Riesclwärter. Sie erhalten neben einem Deputat im Werte von 30 M. jährlich einen Tagelohn von 2,75 M., steigciid nach 5 Jahren auf 8 M. und nach weiteren 5 Jahren auf 3,25 M. Die Anträge auf Lohnerhöhung wurden auch in diesem Jahre abgelehnt, da in diesen, Etalsjahr" wegen einer Reihe notwendiger hoher Ausgaben nicht daran zn denken sei. Uebrigens würden jetzt die in die Woche fallenden Feiertage milbezahlt, eine Ausgabe von zirka 2l 000 M. im Jahre, daS wäre doch auch eine Lohnerhöhung. Dann dürfe man auck nicht vergessen, daß der Wert des Deputats doch auch mit den Jnhren infolge der Verteuerung allet Levens« mittel gestiegen sei und somit auch eine Lohner höbung darstelle. DaS ist allerdings so ziemlich das stärkste, was an Verhöhnung der Arbeiter geboten werden kann. Nach dieser Logik kommt man ichließlich dazu, den durch die Wirtichasislage gesteigetten Wett deS Deputats vom Barlohn in Abzug zu dringen. Auf die Bezahlung der»i die Woche fallenden Feiertage darf die Verwaliung nicht stolz sein, denn ganz abgesehen davon, daß sie nicht ouS Eigenem dazu gekommen ist, sondern nur einer Verfügung des Maßistrate nachkommt, vezahlt jeder Wlrgerliche Unternehmer seinen lm Wochenlohn beschäfligten Arbeitern die in die Woche fallenden Feiertage schon längst, und wenn er eS nicht tut. kann er durch Klage beim Gewerbegericht dazu gezwungen werden. Wa» tm bürgerlichen Leben längst allgemeiner Brauch ist, daS versucht man hier als Wohltat hinzustellen. Zum Trutz fügt man den Hohn. Der Herr Direktor gibt seiner Verwunderung Ausdruck, datz sich noch kein Arbeiter bei ihn, beklagt hat und die er selbst be- fragte, ob sie mit ihrer Lage zufrieden wären, oder warum sie die Petition unterschrieben hätten, hätten sich stets zufrieden erklärt und gesagt, unterschrieben hätten sie nur, weil eS von anderen verlangt worden sei und man ihnen Versprechungen gemacht hätte. Er schließt daraus, daß die Leute von Außenstehenden aufgehetzt würden. Ist der Herr Direktor so naiv zu glauben, daß ein Arbeiter ihm eine andere Antwort j�eben, also sich beklagen werde? Dieser Arbeiter müßte doch gewärtigen, daß er als Störenfried, Aufwiegler, als eins der unzufriedenen Elemente angesehen wird, dessen man sich so schnell als möglich entledigen würde. Also die Furcht vor Eni. lassung, mindestens aber vor Nachteilen ist es, die dem Arbeiter es ratsam erscheinen lasten, bei Beantwortung solcher Fragen eines Vorgesetzten vorsichtig zu sein. Weil der einzelne' Arbeiter sich nicht getraut und wohl auch nicht wagen darf, seine Wünsche und Beschwerden vorzubringen, fordern die Guts- arbeiter schon seit Jahren: Bildung von Arbeiterausschüsten, denen sie ihre Klagen anvertrauen und die dann mit der Verwaltung ver- handeln können. Leider wurde auch diese Forderung stets ab- gelehnt. WaS in anderen städtischen Betrieben möglich ist und sich be- währt hat, mutz auch für die Güter möglich sein, wenn dafür auch keine Gesetzesvorschrift besteht; denn die Gulsbetriebe unterstehen leider der Gewerbeordnung nicht. Die Stadt Berlin ist es aber ihrer Stellung, ihrem Ansehen und ihrer Würde schuldig, nicht zu warten, bis sie durch die Gesetz- gebung zur Einführung von Arbeiterausschüsten auch auf den Gütern gezwungen wird, sondern mit gutem Beispiel voran- zugehen._ Für stotternde Schulkinder. Im Schuljahr 19l2/1S sind von der städtischen Schuldeputation 2V Heilkurse für stotternde Gemeindeschulkinder eingerichtet worden. die von 8öS Schülern(190 Knaben und 169 Mädchen) besucht wurden. Im Vorjahre waren in 29 Kursen 378 Schüler, so daß die durchschnittliche Besetzung der Kurse 13 betrug. Sie ist in diesem Jahre mit 12.5 noch etwas günstiger als 1912. Die Arbeit der KuriuSleiter war mit ganz geringen Ausnahmen, bei denen an Ort und Stelle die notwendigen Hinweise erfolgt sind, sachgemäß und erfolgreich. Die Abschlußprüfungen fanden vom 28. Fe- bruar bis 8. März unter Teilnahme der Schulinspektoren, Schulärzte, Rektoren und nicht selten unter Teilnahme der Lehrer oder Lehrerinnen der stotternden Kinder statt. Es wnrden nur die Kinder als geheilt bezeichnet, deren Sprache sich in jeder Be- ziehung als einwandfrei erwies. Insgesamt wurden von den 359 behandelten Kindern 337 geprüft, 22 fehlten, teils wegen Er- krankung, teils entschuldigt aus anderen Gründen, einige waren in den letzten Wochen verzogen. Als geheilt konnten von 337 geprüften Kindern 221 bezeichnet werden, das sind 66 Prozent. In den vorher- gehenden Jahren lauteten die entsprechenden Ziffern 62 Prozent und 62 Prozent. Drei Kinder mußten als ungebestert bezeichnet werden. Die übrigen Kinder waren gebessert, d. h. die Mitbewegungen an den Armen und Beinen und am Gesicht waren geschwunden, ihre Sprache war meist fließend, doch noch nicht ganz ohne Tadel. Von ihnen sind eine ganze Reihe durch den Nachkursus noch völlig geheilt worden.'Vv Das Interesse an dem Heilunterricht sprawgebrcchlicher Schul- kinder ist erfreulicherweise bei den Lehrern und Eltern der in Be- Handlung befindlichen Kinder im Wachsen. Viele Leiter wenden sich bald nach Beginn des Kursus schriftlich an die Eltern und Lehrer und erbitten sich deren Interesse und Unterstützung für die heil- pädagogische Arbeit in den künftigen Monaten. Bei den Eltern haben sich in gewissen Fällen auch Hausbesuche als wirksam er- wiesen. Von' Zeit zu Zeit werden dann Berichte über die in Schule und Familie etwa sichtbar werdenden Erfolge erbeten. So werden nach und nach die wünschenswerten Wechselbeziehungen zwischen KursuSbehandlung einerseits und Schulunterricht bezw. Familienerziehung andererseits hergestellt. ES wäre wünschenswert, wenn dieses Verfahren allgemein ge- übt würde. In der Generalversammlung des 4. Kreises vom Dienstag ist ein Schirm stehen geblieben. Derselbe ist im Bureau Am Stralauer Platz abzuholen. Selbstmord eines Liebespaares. Tot aufgefunden wurden gestern morgen in dem Hause 139 in der Landsberger Allee der Kaufmann Hellmut Weiser und seine Geliebte, die Verkäuferin Margarete Richert. Beide hallen sich mit Leuchtgas vergiftet, lieber das Motiv des Doppelselbstmordes ist nichts Näheres bekannt. Die Leichen wurden nach dem Schauhause gebracht. Ein schweres Unglück im Straßenverkehr wurde in der vergangenen Nacht von einem AuiomobilomnibuS in der Blücherstrahe angerichtet. Er überfuhr ein Ehepaar, tötete den Mann und verletzte die Frau schwer. Der 25 Jahre alte Arbeiter August GörS aus der Bodestraße 29,30 in Neukölln hatte mit seiner Frau Anna geborene Helfreter Bekannte besucht. Um 1 Uhr nschtS trat daS Ehepaar den Heimweg an und wartete vor dem Hause Blücherstraße 16 an der Haltestelle, um die Straßenbahn zu benutzen. Als es den Wagen besteigen wollte, ergab sich, daß er schon besetzt war. Während sie nun umkehrten, um sich wieder nach dem Bürger- steig zu begeben, kam der Kraftwagen Nr. lu 635 der Linie 4, um in derselben Richtung wie der Straßenbahnzug nach Neukölln zu fahren. So geschah daS Unglück. Bevor der Führer jetzt halten konnte, lag das Ehepaar unter seinem Wagen. Der Mann wurde zermalmt und auf der Stelle getötet. Die Frau war im letzten Augenblick noch etwas auf die Seite gesprungen. Sa rettete sie wenigstens ihr Leben. Sie geriet aber doch mit einem Bein unter die Räder und mußte schwer verletzt mit einem Kraftwagen nach dem Krankenhaus am Urban gebracht werden. Die Leiche des Mannes wurde nach dem Schauhause gebracht. Zu dem»ersuchten Schwindel gegen Arbeitslose, über den schon berichtet wurde, wird jetzt von anderer Seite mitgeteilt, eS sei dem Schwindler gelungen, im ganzen 8000 M. zu erbeuten. Davon habe er 1200 M. verwandt, um zwei Extrazüge zu bezahlen. Nach den Ermittelungen der hiesigen Kriminalpolizei sind jedoch diese Mitteilungen sowie auch andere über bereits erfolgte Zusammen- stellung der Sonderzüge, über Telegramme des Reichskanzlers als Ausweis u. a. m. nicht richtig. Der Gauner, wahrscheinlich wohl ein Geisteskranker, hat nichts erbeutet, niemand geschädigt. Sein ganzer Plan wurde vereitelt durch die Vorsicht der Eisenbahn- Verwaltung, bei der er wegen Gestellung von Sonderzügen vor« gesprochen hatte. Die Verwaltung fragte an der richtigen Stelle an und so kam es erst gar nicht dazu. Züge auch nur zusammen- zustellen. Der Kriminalpolizei ist es noch nicht gelungen, fest- zustellen, mit wem man es bei diesem seltsamen Schwindelmanöver zu tun hat. Aus versehen erschossen hat sich gestern vorunttag der 34 Jahre alte Bäckermeister Max Saunus aus der Allensteiner Straße 26. Der Mann trug stets einen scharfgeladenen Revolver bei sich. Er hatte ihn in der Hosentasche, in der er auch sein Portemonnaie trug. Wenn er nach der Nachtarbeit schlafen ging, so legte er beides unter das Kopfkisten. Gestern morgen war er wieder bis 9 Uhr in der Backstube gewesen. Dann rief er seiner Frau, die im Laden zu tun hatte, gute Nacht zu und wollte suh hinlegen. Plötz- lich kam er gleich darauf aus dem Schlafzimmer wieder heraus- gelaufen und stürzte mit dem Ruf:„Ich habe mich aus Versehen geschossen", nach dem Laden. In diesem Augenblick brach er auch schon zusammen. Seine Frau fing ihn mit ihren Armen auf, bettete ihn und ließ einen Arzt holen. Als dieser kam, war Saunus schon tot. Er selber hatte nicht näher mehr angeben können, wie sich daS Unglück zutrug. Bei einem Herausnehmen der Waffe anS der Hosentasche muß irgendein Versehen vorgekommen sein. Ein Schutz war losgegangen und die Kugel dem Unglücklichen in das Herz gegangen. Zu be« Massenerkrankungen in der Heimstätte Upstall wird amtlich mitgeteilt, daß die in der Nacht vom 14. zum 15. d. M. beim Personal und bei den Pfleglingen der Heimstätte Upstall an Magen- darmkatarrh aufgetretenen Erkrankungen in den folgenden beiden Tagen bereits eine fortschreitende Besserung gezeigt hatten. Am 17. d. M. waren Personal und Schwestern bereits völlig gesund, während von den Pfleglingen nur noch 3 ganz leichte ErkrankungS- erscheinungen darboten. Da die bakieriologische Untersuchung noch nicht abgeschlossen ift, läßt sich die Ursache der Erkrankungen noch nicht mit Bestimmtheit angeben. Einer auSbanrrnden Parteitätigkett kann sich der im vierten Kreise bekannte Genofle Karl Schmidt rühmen, der heute 70 Jahre alt wird. Schmidt von Beruf Maurer, war sein Leben lang uner- müdlich für unsere Partei tätig. Mit Zähigkeit und Ausdauer übte er unterm Ausnahmegesetz seine Pflicht aus. Noch bei der letzten ReichStagSwahl ließ unser Veteran es sich nicht nehmen, trotz seines hohen Alters und trotz grimmiger Kälte im Wahlkreise Königs- berg i. Neumark als Stimmzettelverteiler tälig zu sein. Die jüngeren Genossen sollen sich den alten Siebzigjährigen als Vorbild dunen lassen. Der Schachwcttkampf, welcher am Bußtag stattfand, ergab fol- gendeS Resultat: Rot gewann 15, Blau gewann 21 Partien, die übrigen waren unentschieden. Am Sonntag, den 21. November, vormittags 10 Uhr, findet in den„Königsälen', Neue Königstt. 26, ein Turnier statt, woran sich jedermann beteiligen kann. Die Beteiligung ist kostenlos. Für de« EigeatumSübergang der Herrschaft Lanke auf die Stadtgemeinde Berlin zum 1. Oktober nächsten JahreS sind nun- mehr alle formellen Voraussetzungen geschaffen. Da Lanke zum Fideikommiß des Grafen Redern gehört, bodurste der die Veräuße. rung aussprechende Familienbeschluß der Bestätigung durch das Kammergericht als Fideikommißbehörde. Diese Bestätigung ist jetzt beim Magistrat eingegangen, so daß de Auslassung des Besitzes .zum vereinbarten Termin erfolgen wivd. Ter Gesangverein„Neu-Erwacht" gab am Bußtag im Eta- blissement Brauerei Friedrichshain unter Leitung seines Chor- Meisters Heinz B l e i l sein erstes Konzert. An der Spitze aller dargebrachten, nicht eben hoch zu bewertenden Chöre stand ent- schieden des Münchener Theodor Podbertsky frisch und kernig gehaltener Männerchor mit Orchester:„Meeresstille und glückliche Fahrt". Neben ihm behauptet sich der balladeSle»Fahlmann" von Sturm. Man darf sich hier eines Vereins erfreuen, der, von seinem Dirigenten straff-energisch zusammengehalten, Tüchtiges leistet, namentlich in bezug auf Präzision und dynamische Klangwirkung; so wurde beispielsweise der Refrain in Th. Krauses„Im Grase taui's" mit. lyrischer Zartheit, gegeben. Othegravens. scherzhafte Kleinigkeit»Der Obendrauf" und der Zyklus„Steirische Hochlands- klänge.'. uon. R. Wagner(aber nicht R i ch a.r d. Wagner, was wohl auseinanderzuhalten ist!) gaben dem Chor außerdem Gelegenheit, volkstümlich, derben Humor zu entfalten. Die Aussprache, des steirisch-ösierreichischen Dialekts müßte noch deutlicher und flüssiger werden.— Zwei in Arbeitersängerkonzerten oft gehörte Gesangs- solisten, nämlich der Bariton Gustav Franz und die Sopranistin Frau Betsv Schot ließen sich in Gesängen aus Opern von Richard Wagner(Tanirhäuser und Meisterfinger) und Lortzing (Waffenschmied) vernehmen. Vorzüglich klang das Duett aus letzterem zusammen. DaS B l ü t h n e r- O r ch e st e r(Dirigent: Bruno Weyersberg) brachte außer Liszts sehr bekannter Ungarischer Rhapsodie eine selten zu hörende Ouver.üre zum Vortrag, die MendelSsohn-Bartholdy einst als präsumptiver Gene- ralissimuS.der Berliner Hofoper im Auftrage Friedrich Wil- Helms IV. zu deS Franzosen Racine Tragödie„Athalia" geschrieben hat. Weltberühmt ist auch daS reizende Menuett von Luigi Boccherini(1743— 1805). Tann wurde, wohl als Manustript, eine hübsch gesetzte Romanze„Sternennacht" für Streichorchester von Heinz B l e i l sowie eine Suite aus einem Märchenspiel„Ilse" von C. Rorich gespielt. ES war aber doch etwas viel„Zuckerbrot" in dem Programm, sowohl an Vokal- als Jnsttumentalsachen. Feuer im ErdmannShof. In der Jndustriestätte„ErdmannS- Hof" am Kottbuser Ufer 39/40 brach gestern(Donnerstag) nach. mittag gegen 4 Uhr in dem Kontor des Kinohedarfsartikelgeschäst und FilmverleihinsiitutS von Bernhard Tann ein gefährlicher Brand aus. Die Flammen erfaßten die Einrichtung und mehrere Films, die dort untergebracht waren, und in wenigen Augenblicken brannte der'ganze Raum lichterloh. Ein Arbeiter konnte sich nur durch'schleunige Flucht in Sicherheit bringen. DaS Feuer drohte auch auf andere Räume überzuspringen, wurde aber von der Feuer. wehr durch kräftiges Wassergeben bald eingedämmt. Der Kontor- räum ist zedoch vollständig zerstört worden. Der. Schaden beträgt mehrere tausend Mark. Die Ursache des Feuers konnte noch nicht ermittelt werden. Vorort- Nachrichten. Wilmersdorf. Bilmersdorfer Eigenart. Wie die»wahrhaften Patrioten" sich ihr altes reaktionäres Preußen erhalten wollen, so will der herrschende Kommunaltlüngel in Wilmersdorf den traurigen Ruhm bewahren, an volksfeindlichen Maßnahmen sich von keiner anderen Kommune Grotz-BerlinS über- treffen zu lassen. Bekanntlich sind bereits seit längerer Zeit die Mandate des nach Hamburg verzogenen Genosien Riedel und eines durch die Sozialdemokratie gewählten Demokraten unbesetzt. Nun ist mit dem verstorbenen Genoffen Wilhelm Schröder der letzte sozialdemokratische Vertreter aus dem Stadtparlament ausgeschieden. In jeder anderen Kommune würde es einfach als eine Anstands- Pflicht gelten, in diesem Falle Ersatzwahlen umgehend auszuschreiben und nicht damit bis zum nächsten Herbst, also ein volles Jahr, zu warten. Denn der Skandal ist wahrlich groß genug, daß eine Partei wie die Sozialdemokratie, die auch in dem»berühmten vornehmsten Vorort' mtt nahezu 10 000 Reichstagswählerstimmen an der Spitze aller Bar- teien marschiert, dank der öffentlichen Klassenwahl mit all ihren Schändlichkeiten bisher nur zwei Vertreter in dem Stadt- Parlament befaß. Um so schlimmer, wenn jetzt sogar versucht wird die arbeitende Bevölkerung völlig zu entrechten um ohne die lästige sozialdemokratische Kontrolle eine engherzige Interessen« und KirchturmSpolitik ungestört betreiben zu können. Dieses Verhalten der maßgebenden Körperschaften, für die der Wille einiger Bezirksvereine Trumpf ist, reiht sich würdig den rückständigen Ansichten an, die gegenübet allen sozialpolitischen Anregungen sich geltend machen. UnS kann auch die illoyale Handlungsweise, die vom Rotkoller diktiert wird, schließlich nur recht sein; denn sie öffnet den breitesten Schichten der Wählermassen die Augen über den Geist, der heute noch in der Wilmersdorfer Stadtvertretung herrscht. Auf- geschoben ist nicht aufgehoben, um so gründlicher wird die nachfolgende Abrechnung sein._ Neukölln. Im Zeichen rückläufiger Konjunktur erscheint der Halbjahrs- b e r i ch t des Slatisiischen Amtes. Die Bevölkerungszunahme ist gegen frühere Jahre erheblich zurückgeblieben; 4500 gegen 6484(1912), 7333(1911), 7014(1910). Die ortsanwesende Bevölkerung betrug am 30. Juni 1913 271 027. Tie verschlechterte Konjunktur spiegelt sich besonders in den Mitgliederzahlen der Krankenkosicn. Wohl ist bei den weiblichen Mitgliedern noch eine geringfügige Steigerung von 8999 auf 9030 zu verzeichnen, dagegen macht sich bei den männ- lichen Mitgliedern eine beträchtliche Abnahme der Arbeitsgelegenheit bemerkbar. Es waren versichert 15 078 gegen 15825 im 1. Halb- jähr 1912. Die Begleuericheinungen der Arbeitslosigkeit machen sich auch in einem Zurückgehen der Eheschließungen bemerkbar. Bemerkenswert ist auch die Feststellung eines wetteren Geburten- rückganges. Die Zahl der Lebendgeborenen war mit 2972(1912 3104) bezw. 22,28(24,37) pro Mille wiederum niedriger. Der Konjunktur- rückgang macht sich auch im Geschäftsbericht der Sparkasie bemerk- dar. Die Einzahlungen betrugen 6 629 587 M.<1912 6 716 125), die Rückzahlungen 5 509 247 M.(1912 4 715 379). Mitbin eine Ver» schlechterung von etwa 900 000 M. Im Gegensatz hierzu stieg die Zahl der Pfänder im städtischen Leihamt von 6067 (1912) auf 7317. Als Kehrseite der verscdlechterten Verbälinffse macht sich wiederum eine Steigerung der Lebensmittel, besonders der Fleischpreise, bemerkbar.— Im Vergleich zum Vorjahre sind die durchschnittlichen Laden- bezw. Marktpreise gestiegen. Für Rindflciich um 3 bezw. 9 Proz.. für Kalbfleisch um 5 bezw. 12 Proz., für Hammelfleisch um 8 bezw. 16 Proz. und sür Schweinefleisch um 12 bezw. 17. Proz. Niedriger waren die Preise für Gemüse und Kartoffeln. Geflügel, Eßbutler, Sivmalz waren dagegen wieder höher. Der Konsum von Pierdeflcisch ist wieder beträchtlich gestiegen. 1912: 744; 1913: 829 Pferdeschlachlungen. Arbeitslosigkeit und Verteuerung der Lebenshaltung sind die Zeichen der Zeit. Die verschlechterten Verhältnisse machen sich auch in einer Steigerung der baren Unter- stützungen der Armenverwaltung bemerkbar. 118138 M. gegen 96 491 1912. Die Summe im Vergleich zur Bevölkerungszahl ergibt aller- ding? ein trauriges Bild der Armensürsorge in Neukölln. Der Rück-. gang der Bautätigkeit zeigt sich in folgenden Angaben. ES wurden 1913 64 gegen 130 in 1912 Gebäude fertiggestellt. Die Zahl der Ein- bezw. Zweizimmerwohnungen in diesen Gebäuden betrug 159 oder 25 Proz. bezw. 357 oder 57 Proz., zusammen 82 Proz. Eine erfleuliche Steigerung ihrer Produktion hotten die städtischen Werke zu verzeichnen. Die Gasproduktion stieg von 11 519 130 Kubik- Metern auf 12 685 120 Kubikmeter, um zirka 10 Proz. Die Strom- erzeugung im Elektrizitätswerk von 2 450200 Kilowatt auf 3 691776 t Kilowatt, um zirka 50 Proz. Sonntag, den 23. November, findet in sämtlichen Räumen deS .Karlsgarteus" ein Elternabend statt, bestehend in Liedern jjur Laute, Konzert, Rezitationen. Aufführungen. Anfang 5 Uhr. Eintritt 15 Pf. Garderobe 10 Pf. Kinder in Begleimng der An- gehörigen frei. Eine Abendkaste findet nicht statt. ES wird daher ersucht, sich rechtzeitig mit Billetts zu versehen. Der Vorverkauf ist im Sekretariat, Neckarstr. 3; bei Bartsch, Hermannstt. 49(im Restaurant Lietich) Wildenbruchstr. 86; Butenschön, Weisest?. 6; Ventz, Lichtenrader Str. 40; Schneider, Weisestr. 64; Borrmann, Liberdastr. 15; Franke, Pflügerstr. 6; Wurbs, Steinmetzstr. 99. Mittwoch, den 26. d. MtS.: Märchenvorleiung bei Bartsch, Hermannstr. 49. Anfang 5 Uhr. Eintritt frei. Nur schulpflichtige Kinder haben Zutritt. Donnerstag, den 27. November, findet die vierte Aufführung des Märchen S:»DaS Binsenmännchen und der Binsenmichel" statt. Billetts sind in den oben angegebenen Ver- kauiSstellen zu haben. Eintritt Kinder 10 Pf. Erwachsene 20 P». Anfang 6>/„, Ende SVj Uhr. Um rege Beteiligung«flucht die Kommission." Im Bolkskindcrgarten deS freiwilligen Erziehungsbeirats sind durch den Oklober-Umzug einige Plätze frei geworden, die neu be- fetzt werden können. Aufgenommen werden Kinder im Alter von 3—6 Jahren. Der Kindergarten ist im Winter von 8—6 Uhr ge- öffnet. Das Schulgeld beträgt pro Woche 40 Pf., bei Geschwistern tritt eine Ermäßigung ein. Für Mittagbrot sind 10 Pf., für l/. Liter Milch 5 Pf. zu zahlen. Anmeldungen werden von der Leiterin im Kindergarten, Kirchgaffe 3, Ecke Richardstraße, entgegen» genommen. Friedrichshagen. Der hiesige AmtSvorsteher hat die öffentliche Aufführung von Ernst Preczan«s Festspiel»Die neue Macht", daS am Sonnabend, den 15. November, der Zentralverband der Zimmerer Deutschlands, Zahlstelle Friedrichshagen, aufführen wollte, verboten. Dieses Stück ist anläßlich des Ldzährigen Bestehen« des Zentralverbandes der Zimmerer von Preczang verfaßt und auch seinerzeit in der Neuen Welt in Berlin aufgeführt worden. Am Tage der Aufführung er- hielt der Vorsitzende der Friedrichshagener Zahlstelle vom AmtS- Vorsteher folgendes Schreiben: Die in LercheS Bürgersälen. Friedrichstraße 112, heute abend von Ihnen geplante Aufführung des FestipielS.Die neue Macht", wird hiermit im Interesse der öffentlichen Ordnung unter- sagt. Stiller, Bürgermeister. Trotzdem noch der Vorsitzende Siebert und der Gauvorsitzende Knüpfer bei dem AmtSvorsteher persönlich vorstellig wurden, um die Zurücknahme des Verbots zu erreichen, gelang ihnen dies nicht; eS mußte demzufolge die Aufführung unterbleiben.— Wenn nun auch der AmtSvorsteher die Aufführung für den Augenblick verhindert hat, so ist Vorsorge getroffen, daß das Festspiel dennoch in Friedrichs- Hagen zur Aufführung gelangt. Im übrigen wird wegen deS«er- boteS Beschwerde beim Landrat erhoben werden. Charlotteuburg. Elteraverei« für freie Erziehung. Sonntag, den 23. d. MtS. (Totensonntag), findet ein großer Familienausflug nach dem Restaurant Waldkaier(Inhaber Fritz Schön), Tegler Weg 40, statt. Daselbst Schlachtefest und Wurstessen mit gemütlichem Beisammensein, auch Ni-Vtmitglicder und deren Familien können daran teilnehmen. Treff- punkt 3 Uhr nachmittag im Waldkater. Grünau. Eine Ausstellung von Jugendschriftcn, Spielen und künstlerischem Wandschmuck veransialtet der hiesige BildungSauSichuß am kommenden Sonntag. Die Ausstellung findet im großen Saale de« Restaurants Bellevue statt, sie ist bei freiem Eintritt von 2-5 Uhr zu besichtigen. Im gleichen Saale findet um 6 Uhr ein Wilhelm-Buich-Sbend mit Lichtbildern statt. Zum Vortrog gelangt u. a..Die fromme Helene" und mehrere auserwählte Kopiiel vvn.Julchen". Freunde einer guten Unterhaltung sollten beide Veranstaltungen besuchen. Zossen. Die Stadtverordnetenwahlen sür die dritte Abteilung wurden in der letzten Stadtverordnetensitzung nach Erledigung einiger un- wesentlicher Punkte für ungültig erklärt. Gewählt waren zwei Mieter, es mußten jedoch je ein Vertreter der Mieter und Hau?- besitzer gewählt werden. Beide Kandidaten hatten gleiche Stimmenzahl.' Schönwalde Schönerliude. Ueber die Bedeutung der gewerkschaftliche» Organisation für die Landarbeiter referierte in einem gemeinschaftlichen Zahlabend beider Orte bei Schulz in Schönwalde Genosse G ur s ch«R»inickendorf. Die zu diesem Abend geladenen Landarbeiter waren in stattlicher Anzahl der Einladung gefolgt. Das treffliche Referat des G«noff»u (Zürich Saite den Erfolg, daß die anwesenden Landarbeiter dem Ver- Sande Beitraten. Somit ist der langgehegte Wunsch Wahrheit ge- worden; eine Zahlstelle des Landarbeiterverbandes für Schönwalde- Schönerlinde i,t ins Leben getreten. Ist auch die Zahl noch klein, so wird doch die unermüdliche Werbearbeit der Parteigenossen dafür Sorge tragen, daß mehr und mehr Landproletarier der Organisation zugeführt werden. Petersdorf iKreis Beeskow). In einer öffentlichen, trotz de? schlechten Wetters gutbesuchten Versammlung referierte Genosse Thielike über das Thema t Wirtschaftliche Krisen, deren Ursachen und Folgen. Die Versammelten belohnten die trefflichen Ausführungen mit lebbattem Beifall. Bor und nach der Versammlung brachte der' Gesangverein Freie Sänger-Äetschendorf einige stimmungsvolle Lieder zu Gehör der Versammelten. Tegel. Die letzte Sitzung der Gemeindevertretung gestaltete sich zu einer Abrechnung mit dem selbstherrlichen Verwaltungsshstem, das unter dem verstoffeuen Bürgermeister Weigert und später unter dem Schöffen Reichelt anderthalb Jahre lang weiter praktiziert worden ist. Einleitend erläuterte der Bürgermeister Stritte, wie er die Behandlung der Gemeindeangelegenhetten in öffentlichen Sitzungen zu handhaben gedenke; soweit nicht persönliche Angelegenheiten von Gemeindemitgliedern und Beamten in Frage ständen, erklärte er sich für öffentliche Erörterung derGemeindeangelegenheiten. Diese programmatische Kundgabe seines Willens bat Herr Stritte auch die Vertreter zu beachten, davon könnte das Gemeinwesen nur Borteil haben. Im Anschluß daran gab Genosse Halses im Namen unserer Fraktion eine Erklärung ab, daß deren Fernbleiben in der vorletzten Sitzung keineswegs als eine Demonstration gegen den neuen Bürgermeister autgefaßt werden dürfe, wie dies von einer bestimmten Seite dar- gestellt worden sei; es seien lediglich Krankheit und persönliche Ver- Hältnisse Anlaß zum Fernbleiben gewesen. Die Inanspruchnahme der Dienstwohnung des Bürgermeisters im Amtshause Veitslraße hat dort Verlegungen von Bureauräumlichkeiten und kostspielige Nenovierungskosten verursacht, besonders auch in der Wohnung des Bürgermeisters, die mit elektrischem Licht ausgestattet wurde. Des- halb wurde über die Bewilligung von Mitteln für die baulichen Aenderungen im Rathause lebhaft debattiert, die. ohne die Ver- tretung erst vorher zu befragen, in Höhe von 8 3 0 0 Mark aufgewendet sind. Herr Stritte betonte selbst das unbestrittene Recht der Gemeindevertretung auf bor- herige Befragung und Bewilligung von Mitteln. Der Ge- meindebaumeister Fischer gab noch eine detaillierte Auf« stellung aller Unkosten, die durch Verlegung von Bureaus usw. ent- standen waren. Die Anlage des elektrischen Lichtes sei jetzt schon erfolgt in Rücksicht auf die besonders günstigen Verhältnisse(durch allgemeine Elektrisierung der Gemeinde). Genoffe Halses ging zunächst auf die Verhandlungen ei», ob der neue Amtsvorsteher die bisherigen Diensträume haben lvollte oder ob ihm die Gemeinde eine Privaiwchnung stellen sollte. Dies hätte der Gesamtvertretung erst vorgelegt werden müssen und er sei der Meinung, daß auch nicht ein Bruchteil von ihr dem zugestimmt haben würde in Rücksicht auf die nun präsentierten hohen Kosten. Er verlange, daß in Zukunft solche durchgreifende Veränderungen der Vertretung zur Genehmigung der Kosten vorgelegt werden. Schöffe R e i ch e ltt suchte sein Verhalten mit der Notwendigkeit der baulichen Umänderungen ztt rechtfertigen, unter anderem auch damit, weil für Polizeizwecke weitere Räume nötig geworden wären. Er habe nicht allein gehandelt, sondern die Sache mit den diversen Bureauvorstehern vorher durchgesprochen. Herrn Stritte waren eine Reche Angriffe auf Herrn Reichelt sichtlich recht unangenehm, was er auch zum Ausdruck brachte. Er betonte aber, daß er sich unter ollen Umständen für die Dienst- Wohnung enischieden haben würde, da er bei dem großen Umfang der Amtsgeschäfte alles ohne Zeitverlust zu regeln gedenke, was eben nur durch sein Verbleiben im Ratbause geschehen könne. Eine Privatwohnung würde der Gemeinde jährlich lSOO M. mehr kosten, auch hoffe er mit den jetzigen Räumen noch eine geraume Zeit aus- zukommen. Gemeindevertreter Schäfer wandte sich darauf mit äußerster Schärfe gegen den bisherigen Vorsteher Reichelt. Unter der neuen Leitung mache es ihm ein Vergnügen, mal recht offen über die bisherigen Mißständereden zu könne», was bislang selten möglich war; er sei nicht gesonnen, die letzten Amtshandlungen ReicheltS, so wie ihnen zugemutet, hinzunehmen und erverlange, ihn und seine Getreuen der Gemeinde gegenüber regreßpflichtig zu machen. Herr Schäfer griff u. a. zurück auf den früheren Bürgermeister Weigert, der noch kurz vor seinem unfreiwilligen Abgang sich den besonderen Standesbeamten bewilligen ließ, auch die Behauptung aufgestellt hätte, ein Dokument in Händen zu haben, um die Gemeinde noch heranzukriegen. Er, Schäfer, laste diese Selbstherrlichkeit der Herren Reichelt und Genossen nicht durchgehen. Nachdem Genosse Halses nochmal das Recht der Gemeindevertreter scharf hervorgehoben, wurden die 88(X> M. bewilligt.— Aus dem Verkauf des russischen Fleisches sind der Gemeinde 1125,77 M. Ver- I u st entstanden. Der Betrag wurde bewilligt und im Anschluß hieran über einen ferneren Bezug russischen Fleisches des längeren beraten. Der Gemeindevorstand hat aus sogenannten technischen Gründen abgelehnt, den weiteren Verkauf aufzunehmen, auch weil der Bezug auf eine längere Dauer(über den 1. Januar 1911) hinaus nicht an- gängig ericheine. Wollte man dennoch wieder mit dem Verkauf be- ginnen, so würden die Unkosten noch größer wie int vorigen Jahre. Sie auf den Preis zu schlagen, würde für die Käufer, gerade für die unbemittelte Bevölkerung, keinen Vorteil bedeuten. Genosse Halses betonte die Notwendigkeit des Weiterverkaufs trotz eines abermaligen Defizits in Rücksicht auf die allgemeine Notlage der Bevölkerung; ein Laden mit zum Aufbewahren geeignetem Kellet könne nachgewiesen werden. Tie maßgebenden Stellen dürften die Notwendigkeit der Verlängerung der Einfuhr über den 1. Januar 1911 hinaus wohl noch einsehen und sie gestatten. Dr. H e n n i ck e will erst noch die VerlängerungSfrist abwarten, dann möge der Gemeindevorstand weiteres unternehmen. Direktor Uno er vom Borsigwerk wendete sich gegen Halses, der dos tschreckgefpenst deS Hungers und der Arbeitslosigkeit hervorgehoben; er könne für Tegel eine Arbeitslosigkeit mit ernsteren Bedenken nildt wahrnehmen, und er wundere sich, daß die Konsumgenossenschaft sich ebenfalls ab lehnend verhalte, da sie doch über genügende Mittel verfüge. Ihn und noch einige andere Gegner belehrte HalfeS über die angebliche Ablehnung und ihre Gründe, ohne indes Verständnis zu finden. Er betonte nochmals mit Nachdruck, daß die Kommunen gegen Arbeits- losigkeit und ihre Begleiterscheinungen helfend eingreifen müßten. Sein Antrag auf sofortige Wiederaufnahme des Verkaufs wurde abgelehnt und der Gemeinde vorstand ermächtigt, bei Verlängerung der Einfuhrfrist der Sache naherzutreten.— Die Errichtung eines Bootshauses für die Humboldt- Oberrealschule wünschte deren Kuratorium; der Gemeindevorstand empfiehlt Ablehnung bis zur nächsten Etatsberatungi da die Gemeinde jetzt keine 19 000 M. übrig habe. Hierbei kam Genosse Halses auf seine wiederholten Anträge, auch den Arbeiter-Schwimmerbund zu berücksichtigen, zurück; ihm scheine, als ob man hier mit zweierlei Maß messe. Berücksichtigung sei wohl versprochen, aber nie gehalten. Die Sache wurde aus ein Jahr vertagt. AlSdann wurde der Einführung des N a ch t d i e» st e s i m F e r n- sprechwesen zugestimmt unter der von der Post verlangten Garantiesumme von 2 Uhr: Alt-Lands- berg(Brater). Start: Pankow, Märllplatz. Arbeiter-Radfahrerverein Grosj-Vertt«. Sonntag, den 23. No- vember, nachmittags t Uhr: Kartoffel- und HeringStour nach Eichwald e (Sanssouci, am Bahnhof). Anschlußstatt; Bahnhof Treptow. Wanderer. Deutscher Arbeiter-TSauderbund»Die Naturfreunde«. Am Sonntag, den 23. November werden folgende Touren unternommen: Ortsgruppe Berlin I: Eichwalde— Gosen— Hessenwinkel— Erkner. Ab- fahrt Görlitzer Bahnhos 6.10, Schlesischer Bahnhos 5,51 Uhr vormittags. (Johannisthal umsteigen.) Ottsgruppe Berlin II: Wildpark— Ferch— Michendorf. Absahrk Potsdamer Fernbahnhos 6.45 Uhr vormittags. Ortsgruppe Berlin III: Köpenick—Müggelberge— Friedrichshagen. Treffpunkt: Bahnhos Köpenick 2 Uhr nachmittags. Zur Beachtung sür die Führer: Die Museumsführung findet nicht um 10 Ubr, sondern um 1 Uhr statt. Ortsgruppe Neukölln: Potsdam— Lienewltzsee— Michendorf. Abfahrt Bahnhos Neukölln 5 58 Uhr morgens. Arbeiter- Wauderverein Berlin. Sonntag, den 23. November (Totensonntag) findet keine Tour statt. .Im Reiche des Lichts" betitelt sich der Lichtbildervottrag, den der Arbciter-Wanderverein Berlin am Sonnabend, den 6. Dez-mber, für seine Mitglieder und Freunde des Vereins halten läßt. Das Referat hat Genosse Ferdinand Krause übernommen. Der Vortrag wird von zirka t00 sarbenprächtigen Kunstlichtbildern begleitet; außerdem hat sich der Berliner Sängerchor bereit erktärt, den Vortrag durch Gcsanzseinlagen zu unter- stützen. Im übrigen verweisen wir aus das Inserat. Arbelter-Tonrksteiiveretn»Die Naturfreunde«. Ortsgruppe Berlin. Sonntag, den 23. November: Wanderungen. 1.: Gr.-Köris— Prieros— Storkow. Abfahrt nach Kr.-Köris: Echtes. Bahnhos 6.24, Görlitzer Bahnhos 6.55.— II.: Birkeuwerder— Briese— Birkenwerder. Abfahrt nach Birkenwerder: Stetiiner Bahnhos 5.18.— Gäste stets willkommen. Turner. VeransialwnzeN des Turnvereins»Fichte« am Sonntag, 23. November: 8. Mäunerabteilung: Am kommenden Sonntag veranüaltet die Wanderriege folgende Tour: Wcrbcllinsee- Grimnitzsce— Glambecker Mühle —Angermünde. Fahrpreis 2,80 M. Treffpunkt 5.10, Absahtt 6.63 Slelttner Haupibabnhos. 15. Männerabteilung: Abs. früh 7 Uhr vom Lehrter Hauptbahnhos bis Nauen— Funlenstation— Forsthaus Jäglitz— Leittackbrücke— Naucner Stadisorst— Knuppelberge— Finkenkrug. Weglänge zirka LS KUomeier. Gäste herzlich willkommen. Futzball. Märkische Spielvereiukgung. Bez. Groß-Berlin. Am kommenden Sonntag finden sotgende Spiele statt: Boiuifia-Rumineisburg in Wittenau, Rödcrallce; Fichte III- Spandau auf dem Tempelhoser Felde; Vorwärts. Weißensee w Friedttchsbagen, Gcmcindesporlplatz; Viktoria-Chmloltenburg in Charlettenburg, Rüstern- und Eschenallce; Fichte XI— Liberias in Weißensee. Rennbahnstx. 10; Verein für Bewegungsspiele. Fichte XII tn Friedrichshagen, V. f. B.-Platz. Beginn der Spiele 2 15 Uhr. Die Fustballabteilung von NowaweS-Drewltz spielt am Sonnlag gegen Turn- und Sportvereinigung Schmargendorf in Drewitz. » Arbeiter-Iamariterbund, Kreis Brandenburg. Berlin: Nächste Monatsversammlung am Freitag, den 28. November, abends Sil, Uhr, im Siefiourant Haberlandt, Neue Friedrichstr. 35. Taschen, die nach nicht revidiert und numeriert sind, s i n d m rt z u b r in g e n.> Leseabend haben in dieser Woche(Begiim 8'/, Uhr): Berlin. 1. Abi. Montag, den 21. Nov., Kommandantenstr. 62 bei Becker, Tunnel. Berlin, 2. Abt. Montag, 24. Nov., im Swinemünder TesellschastZ. haus, Swinemünder Straße 42. Berlin. 3. Abt. Donnerstag, 27. Nov., Schöneberg, Vorlergstr. 9, Restaurant Haendel. Berlin, 5. Abt. Freitag, 21. Nov., Jdealkasino, Neukölln, Wcichsel- straße 8. Berlin: Sonnlag. 30. Nov.. vorm. 9—11 Uhr: SonderkursnS bei Haberlandt, Neue Friedrichstr. 35. Friedrichshagen. Donnerstag, 87. Nov., Friedrichstr. 60, 8. Hos, vatterre. N o w a w e ö. Montag, 24. November, Wilhelm-, Ecke Fttedttchstraße, bei Schmidt. N o w a w e S(Abt. Potsdam). Mittwoch, 26. November, Kaiser Withetm-Straße, bei Glaser. Ober-Schöneweide. Montag, 24. November, Siemensstr. 12, bei Schutz. Wilhelmsruh. Montag. 24. Nov.. Reinickendorf-Ost, Refidenzstr. 6 bei Hirsch.— Donnerstag. 27. Nov., Häuptstr. 44 bei Paul Anders. Uebungsabend sür alle Mitglieder._ Allgemeine Kranken, und Sterbekasse der Metallarbeiter. (B. a. G.) zu Hamburg. Filiale Friedrichshagen. Sonn- abend, den 22. Noocmber, abends 8'/, Uhr: Außerordentliche Geueral- ..—........ 53: ff HM■"" Versammlung bei TinIuS, Wiihelmstr. Wahl des Kassierers. Eititjegangem Druchrchnftei». Von der„Neuen Zeit« ist soeben das 8. Hest des 32. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Hesics heben wir hervor: Die Gefahren des Reformismus. Von Otto Bauer(Wien).— Ter gegcnwüttige Stand der Darwinschen Lebre. Von Dr. C. Tiiesing.— Sozialdemokratische Flagge und anarchistische Ware. Ein Beitrckg zur Partcigeschichte. Bon N. Rjasalioff. (Fortsetzung.)— Gustav Adots als Vorläuser des Imperialismus. Von Anna Schlesinger beitslosensürsorge ffingcr.— Epwäguugen statt Brot! Von Gustav Hock.— Ar- und Arbeitslosenversicherung. Bon Paul Umbreii.— Reichsgesetziiche Regelung der Wandersursorge. Von Emil Rabold.— Jugend und Partei. Von Max Peters.— Literarische Rundschau.— Notizen: Die Jndusirialisierung der Landwirtschast. Von G. E. Die»Neue Zeit" ericheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- bandlungen, Poslairstalieii und Kolporteure zum Preise von 3, LS. M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniett werden. Das einzelne Hest kostet LS Pf. Muj der Riese. Ein Abenteurermärchen von R. Grötzsch. Geb. 2 M ihrigen Bestehens des 1868-1S1S. Bestehens des Photo Bon F. Hansen. Deutsch-öflerr. Verlag Feftfchrtft zur Frier des 5vjähri graphischen BercinS zu Berlin. 93 S. Selbstverlag. Erde. Roman von A. Pctzold.' 2,50 M., g-b. 3,50 M. Verlag. Wien und Leipzig. »Diskussion.« Nr. 6. Herausgeber H. Ostwald. 50 Pf. Berlin W 10. Elisabeth Diakonoff. Tagebuch einer russischen Frau. Deutsch von Eharlotte Pingoud. 3 M., geb. 1 M. Greruer u. Pfeiffer, Stuttgart. »Roland.« Hest 11. Monatsschrist sür freiheitliche Erziehung in Haus und Schule. Herausgegeben von H. scharrelmann. 40 Pf. A. Janssen, Hamburg. Philosophie des Unbewuhten. Bd. 1 und 2. Von E. v. Hartmann. Einzelband 1,20 M. A. Kröticr, Leipzig. Zo seid Ihr! Apborismci, von O. Weiß. 3 M., geb. 4 M. Stutt- gatt, Deutsche VerlagSanstait. Marktpreise von Berlin am 17. November ISIS, nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Mais(mixed), gute Sötte 16,40—16,90, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00—00,00. Mais(.ntndtr), gute Sorte 14,20—11,50. Richtstroh 1.60. Heu 6,00-7,20. Martthailendreisr. 100 Kllogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00—50,00. Sveisebobnen. weiße 35.00—60,00. Linien 36,00—70,00. Kartoffeln(Kleinbdi.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1.60—2(10. Rindfleiich, Bauchfleisch 1,30—1,80. Schweinefleisch 1,40—2,00. Kalbfleisch 1,40—2,10. Hammelfleisch 1,50—2.40. Butter 2,40-3,00. 60 Stück Eier 4,40—6,60. 1 Kilogramm Karpse» 1,00— 2,40. Aale 1.60—3,00. Zander 1,20-3,20. Hechte 1,20—2,60. Barsche 1,00-2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80-1.40. 60 Stück Krebse 1,00—30,00. WitterungSuberficht vom 20. November 1913. Stationen 1, Swmemde. tamburg 766)53® erlin 769;®® !. a.M 773(S® ünchen 776,3 Wien 775® ? SeUer -Regen bedeckt Zhedeckt a« B* »n i? m£> I 7 t tattonen taparanda etersburg Scilly Aberdeen Paris »2 — j© Ii 747 SO 744,»N» 7671®®® 7483® 77ÄSSO Wetter ** c« »I k ISchnee Uedecki ffwolkig 5rvolienl l'woileni 1 Nebel Iheiier ijheitet Wetterprognose für Freitag, den LI. November Etwas wärmer, veränderlich, vorberrschend wolkig mit Regeiisällen und ziemlich starken südwestlichen Winden. Berliner W e kk erb ur e a u. -4 4 11 10 11 1913. wiederholten WaflerftaudS-Nackrichten der Landcsanstall für Eewäsiettunde, miigcteUt vom Berliner Wetterbureau ')-ff bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Nnierpegel. Dr.Simmel S�ezlal-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41, ÄÄ 10— 2. 5—7. Sonntags 10—-12. Spezialarzt für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrllch-Hata-Kur(Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Sehnelle, sichere schmerzlosa Heilung ohne Berufs- Störung. MäBige Preise.* Dr. med.'H'ockenrnfi, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor) Sprechet, y. 8— 8, Sonntags 8—10. i, B e rl ei h.J n st i t u t /" l flfU*■ Borchardt, Friedrichst.llS, ®VHmOfan6.Sor. Tel. Nrd. 10654, Verl. Frack-, smoling-, Gehrockanzüge in oerschied. Preislag. bis z. elegaiitcft. Genre. sehr groue Ausw. Maß. Preise. Maulwurfimitatlon, Velcurs-du-Hord- u. Astrachanmäntel. Verk. an Private zu Engrospreisen direkt a. d. Fabrik, Kommandantenstr. 51, 1 Tr. Nur ein Nms! 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Gefiurläfage. H Die Genossen des 191. Bezirks qj 4. Kreis. Todes-Anzeigen iSoziaMemDkraliseliErWalilverein Ltk.6.BepI. Reiclistags- Wahlkreis. üftsi 18. November verstarb unser Genosse, der Lackierer �lfreä Triststr. 52, Bezirk 757. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Freitag, nachmittags 31/, Uhr. von der Halle des städtiichen Friedhofes, Müllerstraße(Ecke Seestrafie) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 232/12 Dm» Vorstand. Verhand der Maler, Lackierer, Aaslre�cfaer usw. Filiale. Berlin. Den Mitgliedarn zur Nachricht, datz unser Kollege, der Lackierer Alfred Arndt (Sektion der Lackierer) am 18. November verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 21. d. M., nach« mittags'U'i Ubr, von der Halle des städtischen Friedhoses in der Seestrape, aus statt. 135/20 Rege Beteiligung erwartet . Die crtsverwaltnnz. Deutscher TraDSiioptarheiter-Verbanl Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Ddn Mitgliedern zur Nachricht, dasj unser Kollege, der Autosührer tteinrick Lehmann im Alter von 33 Jahren ver- starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. d. Mts., nachmittags 3 Uhr. von der Leichen- balle des FriedhosS der Gnaden- lirchc, Bargusstrafie, auS statt. vg/ 1 6 vie Bezirksverwallun� Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Gastwirt Neinrkh Przybyl nach kurzer Ehe nach kurzem. schweren» Leiden am 18. d. M. anst entschlafen ist. Um stille Teilnahme bittet ties- betrübt 36b Berta Prisybyl geb. Kudzuz, Charlottenburg. Fürstenbrunn. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. d. M., nach- mittags 3 Uhr, von der Halle der Herz-Jesu-Kirche in Staaken aus statt._ Yerhand der Ireien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Charlottenburg. Am Dienstag, den 18. November, verstarb unser Kollege Heinrich Przybyl. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des katholischen Kirch- hoseS in Staaken aus statt. 74/8 Die Ortsverwaltnng. Zentralverhand der Handiungs- gehilien. Bezirk Grofi-Berli». De» Mitgliedern zur Nachricht. daß am Dienstag unser lieber Kollege Oskar Zclmartz (Bcrsicherungs-Sekfion) nach langer Krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Dse Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 3'/. Uhr, von der Halle deS Gemeinde- Friedhofes"Lichtenberg, Bornih- srraße, auS statt. Ilm rege Beteiligung ersucht 294-20 Die Ortsverwaitung. Am 18. November starb infolge einer Operation meine liebe Frau, uniere gute Mutter und Schwieger- mutier, Frau Anna Fache geb. Hentschel im 46. Lebensjahre. 2Sb Um stilles Beileid bitten Max paede nebst Kindern, Laubenkolonie Sandkrug. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. d. M., nach- mittags 3'/i Uhr, von der Leichen- halle des Sophien- Kirchhoses, Freienwalder Straße aus statt. Deutscher Dauarheiterverhand. Zweigverein Berlin. Am 18. November starb unser Mitglied, der Zementierer Faul Lempke (Bezirk Osten II). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. November, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Friedhoses in Ahrensjelde aus statt. 146/13 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter-Yerband Verwaltungsstelle Berlin. a c Ii r n f. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Heiser Rob. Graebert Hagelbergerstraße 5, am 10. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 130/1 Die Drtsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Bruders und Schwagers �lnxnst Barge! sagen wir allen Verwandten und Be- kannten, dem Wahlverein sür den 6. Berliner ReichStagswahikreiS, Be- zir! 767,- dem Verband der Sattler und Porteseuiller Deutschlands, dem Lotterieverein„Goldene Platten", so- wie den Kollegen der Firma Wieder- mann und dem Gesangverein unsern herzlichsten Dank. 7921 A. Hawellek und Frau nebst Geschwistern. D»nhs»FuiiA. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die reichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage ich allen Beteiligten, insbesondere Herrn H.irievt sür seine trostreichen Wörle meinen herzlichsten Dank. 35b Ulbert Eisenhaner nebst Kindern. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie sür. die reichen Kranzipenden bei der Beerdigung meines lieben Sohnes und Bruders Cinstav Bonin sagen wir allen Beteiligten, insbesondere der Firma Schütte unsern herzlichsten Dank. 34b Die trauernden Hinterbliebenen 2125 Stimmen Bekanntmachung. betreffend das Ergebnis der Wahl der Vertreter und Ersatz- männer der Berficherten der Allgemeinen Orts-Krankenkaffe für ökklni-Wiirikildiirf und Umgegend. Aus Grund deS§ 14 ff. der Wahlordnung wurde vom Vorstande das Ergebnis der am l7. November 1913 statigeiundenen Wahl wie solgt sest- gestellt: Insgesamt sind ab- gegeben... davon wurden als ungültig ertlä! t 5, Von den verb>ei- benden.... 2120 Stimmen entfielen aus: Wahlvorschlag Nr. I.Freie Gewerkschaften" 100! Stimmen. Wahlvorschlag Nr. II,.Ber- band deutscher Gewerkver- eine" H.-D. 159 Stimmen. ES sind demnach gewählt: Von Wahlvorschlag Nr. 1: 28 Ver- Ireter, und zwar Nr. 1 biS 28, 56 Ersatzmänner, und zwa: Nr. 29 bi« 84. Von Wahlvorschlag Nr. II: 2 Ver- tteter, und zwar Nr. 1 und 2, 4 Ersatzmänner, und zwar Nr. 3 bis 6. Die Gültigkeit der Wahl kann bis zum 5. Dezember 1913 beim Vor- stand oder Verflchenmgsamt Teltow angefochten werden; mit dem gleichen Tage läuft die Frist zur Anfechtung des als gewählt erklärten Wahwor- schlages der Arbeitgeber ab. Berlin-Mariendors, den 18. No- vember 1913. 293/8 Der Vorstand. Aug. Leih, I. Marek, Schrifisührer. Vorsitzender. SchlsWktzs Neuen dreiiar- iqo senden gratis bigenKatal.No.*'0 und trank» R.iaekei's Patent-Möbelfabrik, Berlin S W., Markgrafenstr. 20. mit Henkels Bleich-Soda. » | Heute Freitag, 21. November, abends in folgenden Lokalen: 9,Germania«Prachtsäle6S Chausseestraße 110, „Königsbank", Große Frankfurter Str. 117, flohenstaufen=Festsäle, Kottbuser Damm 76. Thema: Der Regierungs- Entwurf— eine Verschlechterung der Sonntagsruhe. Redner sind: Die Abgeordneten: Heinrich Ströbel, Dr. Albert Südekutn. Die Stadtverordneten: Bernhard Bruns, Karl Leid, Wilheim Pätzel» Als Vertreterin der organisierten Frauen: Frau Luise Zietz(Mitglied des Sozialdemokrat. Parteivorstandes). Ferner die Kollegen; Paul Lange, Paul Müller, Georg Ucko. Außerdem sind eingeladen: Die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, die politischen Parteien aller Richtungen, die Presse u. a, Analle Handelsangestellten, Verkäufer, Verkäuferinnen, Hausdiener, Packer und Packerinnen, Cinkassierer, Fahr» Stuhlführer usw. ergeht hiermit der Ruf, gegen den Sonntagsruhe- Entwurf der Regierung durch Massenbesuch dieser Kundgebungen zu protestieren. Auch das kaufende Publikum wird zum zahlreichen Besuch eingeladen. Die Geschäftsinhaber— Sonntags- ruhefreunde und-Feinde— sind gleichfalls eingeladen. 69 /15 ZEntraiverband der Handlungsgehiiten. Deutscher Transportarbeiter-Verband. MfcrimMafe der Vergotderv.Ktrufsgkllossev. Einladung zu der am Donnerstag, de» ■47. November 1913, abend« 8 Uhr, stattfindenden General-Yersammlang in Wilkes Festsälen. Sebastian- straße 39. Tagesordnung: 1. Wahl von drei Ausschußmitgliedern zur Prüsung der Jahresrechnung 1913. 2. Bericht über die Gestaltung der Allgemeinen Ortskrankentasie der Stadt Berlin. 3. Verschiedenes. 298/9 Der Borftand. Stoffe eieg Kapanzüge, faletOtS Meter X.5, 7,9 Kostüm- und Ulsterstoffe Mtr.)U,4,5 Persianer mit. Plüsche 130ZtberrJd.750950 Seiden-Seal primaar)Ä.15 Kstraehan�tferv.«.a«, Meter /"•» 0 Tuchlager Koch& Seeland G. m. b. H. Gertraudtenstr. 20/21 Petrikirohe. N 54, Linienstr. Telephon: Amt Norden 9714, 1239, 1987, 185. Achtung! Achtung! Rohrleger und Helfer! Sonntag, den S3. November 1913, vormittags 10 Uhr: B r a n ch c n- V c r f a tn tn I ii ii 4? im großen Saale des Gewerkfchaftshaufes, Engelufer 13. Tagesordnung: 1. Vortrag de« Kollegen H. Gries Aber: ,DaS Unfall-«nd JnvaliditätSgesetz". 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchen angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 129/20 1» müssen dem General-Versammlung bekannt- G. Die Kollegen folgender Firme» find besonders eingeladen: Albrechl& Ziep, Berner& Co., ich. Bourblel, Brandt, �riedeneau, Otto Conrad, Georg Degen, Kursürftenstraße. Ortaverwaltnng. MlUHiciiptasse der Wer zu ßcrlli, Achtung! S. 72, Wassertorstraße 10/11, t. I. fflctallarbcilcr! Säsai Montag, den 84. November 191S, abends 6 Uhr: General'Versammlung in den Arminhallen, Uommandantenstr. 57/89. Tagesordnung: 1. Wahl bei ersten Vorsitzenden und zweier Beifitzer. 2. Wahl einer Kommisfion zur Prüsung der Rechnungen und Bücher des Jahres 1913. 4. Festsetzung der Höbe der Rente sür das Jahr 1914. 5. Verschiedenes. IPF" Es haben nur Mitglieder Zutritt.-MG Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 298/6 Gustav Wolf, stellvertretender Vorsitzender. (ntiinra» das zu Berlin« Ordentliche General- Ver Sammlung am Sonntag;, den 30. November 1913 vormittags pünktlich 10 Uhr, im großen Saale der Arminhallen Koutmandantenstr. 58/59. Tagesordnnng: Beschlußfassung über die vom KönigL Oberversicherungsamt Groß-Berlin abgeänderte Aassensatzung. Berlin, den 18. November 1913. 298/7 Der Vorstand. Johannes Blens, Otto W'onltskl, Onskrankenkasse des Maurer- geverbes zu Berlin. C. 54, Sophienftraste& Einladung zu der am Freitag, de»««. November 1913, abend« 8 Uhr. im GewerkschaftShanse. Engelusrr 15(Saal 5) stattfindenden General- Versammlung der Vertreter der Kaffenmitglieder«nd Arbeitgeber. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Kaffenvorstandes. 2. Wahl de» RechnungS-PrüsungS-AuSschuffeS für 1918. 3. Verschiedene Mitteilungen. (Etwaige Beschwerden, welche Erledigung finden sollen, Borstand der Kasse drei Tage vor d: � gegeben werden.) Berlin, den 19. November 1913. Oer Vorstand der OrtsUranllenkasse des nanrergerverbes v.n Berlin. 9. Lehmpfuhl. Schriftführer._ A. Daehve, Borfitzender. Bepichtigung. Bekanntmachung betr. die Wahlen der Vertreter»nd Ersahmönner jrnn Ausschuß der Allgeuitillell Ortskrauheukafft Serlin-Wilmersdorf. In Absatz 3 von unten im Inserat der Nr. 301 vom 15. November er. muß es heißen: Die Stimmzettel sollen von weißer Farbe und 19 X 15 genttmeter (nicht 10 X 8 Zenttmeter) groß sein; Stimmzettel, die von diesen ve- ftimmungeu abweichen, sind ungültig, wenn das Abweichen die Abficht einer Kennzeichnung wahrscheinlich macht. Vorsitzender. Lchriktkührer. Kur«cht m» ScbuUauxki Sehornetolnleges «���ber�Iableffen dazu qeefcmetdteunan» genehmen nungen deSRauchenb zu fei Sindvorräfiqin allen Ado toienunaDpogerten'Preis __ der Ortqtnateax�&-l*Q Würzburger Hühneraugenmittel von Dr. H. Cnger.— Gegen 30 Pfennig auf l0 Ps. Anweisung frei Ohne Zweifel die bequemste ii.wirksamsteHilfe. Der Schmerz ist in 5Min. ort. Das Hühnerauge selbst in 3 Tage».(Enthält Salicylsäure u. indische« H-nsextratt) Dr# H< Unger ln WÜrZbUfg. verlin(20 Vf.): Salomen- Apotheke, Charlottenstraße 54— Geeli- Apetheke, Barnimslr. 33.— Wo nicht, zu haben: Reeen-Apotbeke, WQrzbure. SdiüMsAnncesoWe hergestellt aus reiner hydrophiler Baumwolle. Aerztl. anerkannter bester Schutz gegen Kälte und Schweiss. Kein WundUufenl Keine Erkältung! Keine harte Haut! Keine Blasen i Für ältere Leute unentbehrlich. Schont Schuhe u. Strumpfe. «•Sv o J CS«• •5•«ü £„ Uhr abend». Sonnabends, von bi» 6 Übe abtnb» Rate. Jeder fite den Brietlailea beftimmten Aufrage ist ein Bnchsiabe und etile Aabi als Merkjeilbea beizufügen. Briefliche«atwori wirb nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbonnemeneSgutttang beigefügt ist, Verden»ich« beanttvvriet. Eilige Fragen trag« man in der Sprechstunde par. C. M. 1. Keiner. 2. Nein.— M.®. 72. Die Fragen lassen sich nur nach Einsichtnahme in den MietSoertrag beantworten.—!K. R. 777. t. Nach Zurücktegung eines SluSbildungtkursus, der etwa 300 M. kostet. Meldung beim Polizeipräsidium. 2. Nach vorheriger behördlicher Genehmi- gung ja.— E. D. 49. 1. Nein, selbst wenn die Trennung noch länger andauert. In solchen Fällen muß eine Klage auf Wiederherstellung der ebelichen Gemeinschaft vorangehen. Erst dann, wenn ein Urteil aus Wieder- S. Vr-»k!fch SSddentfche <2SV. König!. Vreuft.) Klass-nl-tterke «.«laffe U. Ziehmlgstag 20. November 1913 Vormittag «Bf t«d» gezogen« Nummer find zwei gleich hohe gewinn» gefallen, und zwar je einer auf die Los« gleicher Nummer tu den beiden Abteilungen I o. U. Nur die Bewtime llber 240 M. find In Klammern beigefügt. 43 126 203 12 20(600) 406 17 62 608 602 709 802 24 2 28169 330 421 648 SO(3000) 707 33 8)6 66 942 2 3 8 093 361(3000) 88 499 510 91 700 5 18 43 2 31020 92 291 337 61 407 628(800) 92 2 3 2009 77 201 38 46 65» 731 43-652 2 3 3339(3000) 562 606 55 761 668 S. VreitMch.Sttddeuts'che (SSS. König!. Kreutz.) Klassenlatterie b. Klasse II. ZiehungStag 20. November 1913 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hoste Sewlun« gefallen, und zwar f« einer auf die Los« gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find w Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. Gt.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 26 31 210 464 620 603 743 63 1027 162 366 330 671 90 847 98(1000) 978 89 SO 2021 314 97 687 648 778 902 7 63 3086 194 464 611 729 68 831 977 4066 72(600) 188 360 653 603 72(lOOOi 916 33»442 47 896 867 6253(1000) 95 435 658 643(1000) 759 72 097 7162 86 217 463 642 745(600) 862 97 947 8461 96 731(1000) 927 76 96»164(3000) 208 46 96 323 nOOOl 82 93 l60( 418 614 27 9' 700.82 97 860 10026 660 94 608 794 97 838 11311 78 379 95 628 1 2086 KO 27 37 44 81 409 516 38 688 97 792 321 13234 619 53 735 42(1000) 44 7o 822(60O) 911 86 14391 400 o7Ö(600) 742 49 63«61 61 804 1B290(3000) 419(600) 734 99 816 967 1 6258 (600> 651(600) 736 878 79 936 70 1 7064(600) 316 400 2 4 680 631 918 28 61 64 1 8617 803(600) 68(lOOOl 918 1»124 733 20 4 36 10324 434 682 764 84 841 21058123 240 83(500)310 17 66(600) 88 691 629 808 893 2 2092 138 208 369 749 829 98 23199 536 636 803 36 67 861 24 014 600 6 99 661 848 992 2 5072 485 686 804 28106 213 429 63 622 773 2 7 008 32 417 903 28 2 8007(6001 130 94 381 98 422 96 677 748 89 824 933 2 9005 129 64 73 311 49 99 62» 71 630 61 73 940 30988 308 60 68 428 64 631 98 682 823»1027 188 673 807 6» 3 2066 613 36 84(3000) 600 64 866(3000) 86 914 68 3 8100 28 46 64 441 816 970 3 4 091 344 71 613 13 93 3 6 217 31 49 669 90 762 914(600) 86302 8 41 428 83 7C1 13(1000) 813 »7017 66 92 95 281 499 559(5 0 0 0 0) 606 46 736 938 (30 000) 88026(3000) 186 226 368 710 13 19»40 30082 210 364 417 886 4 0039 162 694 668 783 680 41047 83 112 53 222 460 661' (3000) 801 4 2087 310 603 735 877 980 43123 277 380 429 42 673 697 842 4 4069 122 307 43(3000) 46 634 41 67 647 4 5347 641 883 4 8070 193 99 209 352 674 631 752 804(1000) 87 908 47099 161 361(600) 405(600) 699(3000) 721 95 814 928 40 85 4 8116 272 616 36 93(1000) 920 4 8063 240 387 89 633 681(600) 925 60137 301 2 438 74 618(600) 704(1000) 11 46 931 63 81014(1000) 71(1000) 72 97 143 276 483 616 684(600) 713 91 847»2266 323 61 650(600) 76 723(600) 48 64»»061 148 87 370 543 681 709 804 16 5 4066 139 62 316(1000) 38(1000) 46 88 468 670 602 878 914» 6007 39 472 661 642 95 869 980 92(8000)»8018 214 28 344 492 680 808 17 970 6 7118 33 1800) 78(3000) 81(600) 407 648 621(600) 715 65»»IIS 40 43 47 72 202 20 333(1000) 71(1000) 436 763 086(1000) 927 »»037 43 J22 44 86 448 647 728 9S3 »0053 163 98 600) 306 23 497 733»1026 266 666 99 635 »2019 126 204 17 49 71 310 32 33 601 23(3000) 94 638(500) 962 6 8101 249(600) 97 684 706 27 810 905 40 97 6 4326 (1000) 61 76 441 667 68 696 8 6248 47 338 666 72(1000) 94 (500) 631 72 972 86 6 6030 66 90(1000) 257 300(600) 76 482 709 36 60(3000) 818 926 8 7066 98 107 74 338 400 44 516 74 650 78 81 789 812 6 8178 413 616(1000) 771 832 6 9107 33 249 337 433 62 660 61 1500) 665 79 709 89 993 7 0052 225 36 80 643 67 872(1000) 906 94 71127 68 583 648 747 62 839 931 72166 82 368 64 434 524 613 69 715 39 1500) 48 Sil 45(3000) 88(1000) 73125 35 473(3000) 517 640 (500) 871 74 7 4 066 131 66 220(600) 85 91(500) 441(600) 534 713 20 69 64 847 966 7 8 014 67 IIS 77 311 718 36 960 8« 7 6084 133 74 691 839(1000) 961(1000) 78 7 7088 131 322 403 68 670(1000) 948 7 8091 148 64 223 370 430 62 647 709 7 8032 S-S 448 63 650 836 900 60 8 0076 303 431 623 30(1000) 769 807 938»1020 04 827 60 718 23 13000) 27 836 53 86 82018 44 394 5® 675 76 797 816 95(3000) 931 53 8 3 025 345 644 90(10®) 660»4021 106 304 91 412 680 623 49 813» 5012 98 154 3»8 817 9® 882® 19 37 316 92 15®) 665 673 757 8 7128 324 674 7® 887 008 20 90» 8017 23(500) 34 48 107(30®, 227 476 601 779 811 24 978«»ISO 341 76 683 752 008 92 976 80075 176 SO 408 88 616 64 78 93 828 43 944 40 stpO) • 1088 116 494 669 833 971»2028 III 39 84 89 218 27 347(5®) 428(6®) 638 98«44«9 888 968 93439 819 943 940® 63 (10 JO) 4® 748(1000) 986»»014 1® 284 311 77 619 92 629 716 22 60 840» 8033 72 80 276 422 34 668 7®»7024 49 56 75 97 242 78 642(600) 74 80 89 16®) 802 738 84 130001 »»307 454 697 693(30®) 862 904 13000) so»8294«8 717 801 31 10 0013 104 265 495 614 24 781 818 99 954 1 01257 471 88 697 766 867 69 941 102219 383'10®) 470 793(10®) 940 Cl(ja076 198 404 723 1 0 4 233(15 0 0 0) 686 918 86 097(10 000) 606 68 83 97 688(10®) 8® 9® 72 I08®1 135 38 63 68 342 84«6 92 426 76(s®> 618 34 754 987 1 07117 24 62 249(10®) 376 832 812 928 1 0B®2 252 70 389 410 18 719 9® 100197 26» 307 46 462 85 58° 83 608(30®) 676 »18 81 110091«4 213 76 77 331 431» 882 7» 111163(30®) Herstellung der ehelichen Gemeinschaft vorliegt und ein Jähr verstrichen ist, ohne daß der veimteiUe Ehegatte zurückkehrt, ist der Scheidungsgrund des böswilligen Verlassens gegeben. 2. Wohnsitz deS Mannes. Sofern der Auf- enthalt nicht zu ermitteln, der zuletzt bekannte im Jnlande liegende Wohnsitz. ES muß alsdann öffentliche Zustellung beantragt werden. Für die Klage ist das betreffende Landgericht zuständig.— W. M. 313. 1. und 2. Ja. — Bebel 1913. 1. u. 2. Sie löimen in der angegebenen Zeit die Näh- arbeit verliebten, obne Gefahr zu lausen, cynittiert zu werden. Vielleicht legen Sic unter die Maschine noch etwas stärkere schalldämpfende Platten. S. Ja, in derselben Zeil. 4, Nein.— C. II. 41. t. Ja. 2. u. 3. ES müssen mindestens die Hälfte der Bezüge an die Familie gezahlt werden. 4. Hängt von den statutarischen Bestimmungen ab.—®. P. 100. DaS ist zuiäsiig, sofern eine ministerielle Genehmigung aus Befreiung von der Vorschrifl des Alters erreicht wird. Dem Antrag ans Befreiung wird am zweckmäßigsten ein amtsärztliches Zeugnis beigefügt. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt etwa 75 M.— tT. W. 10Ö. Die Elnwilligungs. crllärung ist nur bis zum vollendeten Lt. Lebensjahre erforderlich. Nach Zurücklegung dieses Alters kann die Tochter heiraten ohne elterliche Genehmianng.— C. W. Unseres Erachleus nein.— L. 100. Nein. — Fr. M. H. Fragen Sie bei der Offenbacher Fraueiilasse SS. Hinz, Berlin, Prinzenstr. 66, direkt an.— O. B.»5. Wir raten entschieden ab. --(f. Z. 91. 1. Adressemzerlag schustermann, Berlin, Nungestr. 22. 2. Betrifft feine Stellung als obersler Kriegsoerr. 3. Buchhandlung Vor- wärtS, Berlin SW. 68, Lindenflr. 69.— B. 05. 4. Fragen Sie de» Lotteriekollelteur.—- Kinticher. Ist uns nicht bekannt.— A. 323. 15. Fragen Sie bei der Landesversicheruiigsanstalt Berlin. Am Köllnilchea Park 2, an.—(f. R. 100. Vokale: a, c. i. o. u. Alle übrigen Buch« itaben sind Konsonanten.— R. R. 33. Freireligiöse Gemeinde, Berlin, Pavpelallee tS/t7.— Lamotte. Gehören der Klaffe 4 an. 12— 17(X> M. Meldungen an die zuständige Verwaltung. Militäranwärter werden bevorzugt. — I. R. 1001. 1. Auf die Hälfte des Nachlasses, sosern aus der zweiten Ehe leine Kinder vorhanden find. Die Haushaltungsgegenstände gehören jedoch dem überlebenden Ehegatten allein. 2. Ohne nähere Darstellung nicht zu beurteilen.— L. P. 40. Keiner von beiden ist baflbar.— Richard 15. Wilmersdorf.— A. Z. 23.*1. und 2. Die Steuerpflicht endigt mit Dezember 1913. Sie können also wegen der Veranlagung jür das erste Ouarlal 1914 reklamieren. 0. Nein. Für das Dreivierieljahr können 3,68 M. verlangt werden.— I. A. 03. Die Entlassung ist zulässig bei Jnnehaltung der gesetzlichen oder vereinbarten Kündigungsfrüt. Falls Kündigungsausschluß vereinbart ist, per sofort. Eine EinslellungSpflicht besteht für keinen Arbeitgeber.— C. B. 77. Ein Erbrecht des un» ehelichen Kindes nach dem Erzeuger besteht nicht.— 91. I. 99. Nein. — Klara 0263. ES kann Ersatz der Unkosten und eine lausende Rente biansprncht werden. Außerdem besteht Anspruch aus Schmerzensgeld, so« fern sich der Begriff des Verschuldens dartun und nachweisen lpßt. Wir raten, sich ein Armutszeugnis zu beschaffen und alsdann beim Landgericht I den Antrag aus Bewilligung des ArmeurechtS und Beiordnung eines Rechls- anwaltS zu stellen.>— Otto 1913. 1. und 2. Ja.— H. K. 18. Ja. — E. H. 100. Zur Zahlung der 60 Pf. find Sie verpflichtet. Dieser Betrag stellt eine Steuer aus Anlaß der Wehrvorlage dar.— 32. R. D. t. Nein. 2. Die Bestimmung findet nur auf Staats- und Kommunaibeamte Anwendung. 3. Ob die Bestrebungen auf Erhöhung der Pfändungsgrenze Erfolg haben werden und wann, läßt sich jetzt noch nicht sagen. 4. Ja. 25.'Wegen des Unterhalts des vorehelichen Kindes können Sie jetzt nicht mehr Ersatz verlangen. Das eingebrachte Gut und das von der Frau selber während der Ehe erworbene ist ihr bei der Auseinandersetzung aus« zuzahlen. Die AuseinandersetzungSpflicht besteht erst, wenn die Ehe ge- schieden ist, Anspruch aus Erteilung eines ArmenatteftcS haben Sie nicht. — K. D. 150. 1. Es genügt eigenhändige Niederschrift mit Ortsbezeich- nung, Datum und Unterschrist versehen. Eine Stempelung ist zurzeit nicht erforderlich. Nach dem Ableben des Erblassers muß das Testament beim Amtsgericht eingereicht werden. Alsdann wird es verstempelt. 2. Bei der Polizeibehörde. Stempelkosten 3 M. 3. Persönlich.— P. 137. 1. Ja. 2. Ohne nähere Kenntnis des Sachoerhalts nicht zu beurteilen.— 40. B 3. I. Nein. 2. Unsere« Erachtens ja. Kündigungssrist sechs Wochen zum Quartal. Kranken, und Jnvalidenversicherungspflicht besteht nach unierer Auffassung ebenfalls, sosern«ie nur für die eine Firma tätig find. 3. Nein. — H. R. 101. 1. u. 2. Die Ansprüche sind unseres ErachtenS unbegründet. —«. P. 08. 1. TranSportarbeiteroerband, Engeluser 15. 2. Heizerkurse, Berlin, Lesflngstr. 34. Nähere Auskunft Polizeipräsidium.— W. L. 100. Aschc�— Zeugen gesucht. Ist uns isicht bekannt.— P. Za. 96. 1. Wen« den sie sich mit Angabe des Nationale und ungefähr der Zeit, zu welcher der Betreffende dort gewohnt hat, an das Wilmersdorfer Einwohner- Meldeamt. 2. Ja.— W.». 33. 1. Ja. 2. Siemensbahn. 3. Nein.— P. 77. Bersicherungsanstalt Koblenz. 394 837 838»39 1120® 144 954 307 60 98(SÖo) 474 767 021 68(10®' 69 113041(6®) 242 466 86 80(10®) 698739 41 823 (5®) 82'<10®, 114116 25 264 331 432 72 540 888 77 957 11506« 244 340 514 63 630 903 36 46 11S0S4 123 82 212 22 (10®) 635 66 7® 81 86 914 41 117288 623 39 892 904< 500> 118022 233 46 333 4® 618 626 7X6 119129 91 213 317(30®) 58 438(6®) 88 645 120048 49 216 338 66(5®) 4® 68 512 75 637 964(10®) 121285 343 466 888 90 821(6®) 22(6®) 122036 143 233 47 64 378 677 6® 74 802 066 1 2»088 74 184 6® 7 48 769 934 88 124168(10®) 95 208 93 4-9 517® 40 84 845 763 939 125169® 379 414(8®) 623 643 47 826 126034 116 63 665 66 127318(6®1 68 4® 74 623 768(6®) 878 803|6®) 77 12 8247 7 8 304(800) 6® 863 76 1 29133 225 426(6®) 864 87 668 723 IS®) 63 813 73 110268 485 738 1 81085 178 361 482 663 627 877 947 182059(10®) 193 298 821 80 476 724 94 884 921 13 3380 83 ® 409 24 62 628 885 774 1 3 4236 80 390 732 97 801 31 61 93 135040 137(6®) 381 470 645 704 8® 930 58 71 13 6021 888 817 736 67 897 1 3 7066 1®(5®) 291 879 460 823 70 1 3 8293 371 694 883 97 1 391® 16 341 44 451 818 28 729 31 77 SS 97(600) 140078 144 2®(10®) 363 618 707(10®) 67 14131? 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''Keräntwortlicher'Redalt-ur: Alfreh Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil veremtw.: Th.Gl,cke. Berlin. Druck u.«erlag:«orwärt«»uchdruckerei n. VerlagSanstatt Pank Singer u. C®. Berlin LMt"