Kr. 308. kdonnemenk-keSinglingen: ESonnemcntä- Preis pränumerando: Pierteijährl. S£0 SR!, monaü. 1,10 SRI, Ivöchemlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntag?. Beilage.Die Neue Well' 10 Pfg. Post- Wonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Unoarn 2.60 Mark, für das übrige Ausland . Mar! pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemark Holland, Italien, Luxemburg. Portugal, nänien. Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. Vie Insertion;-Ledllhi' keirägt für die sechsgefpaltene Koloiicl. zeilc oder deren Raum m Pfg, für fr-fto f f v»S rt rf\ f.r; in____• Crfchrint tZgst«. Nerlinev VolksblAtk. Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), iedos weitere Wort 10 Pfg Stellengesuche und Schlafstellenall- zeigen das erste«ort 10 Pfg, jedes weitere Worts Pfg. Worte über 16 Buch. ltaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müsien bi- 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Ervedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adreffe: „SwrialtieiMitfZt Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchcn Partei Deutfcblands. Redaktion: 8Äl. 68» Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. IN8S. Sonntag, den Ä3. November 1013. expedition: SQ3. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritiplntz, Nr. 1984» Her mit Äer Arbeitslosen' Versicherung! Kaum hat die?lrbeiterschaft von neuem die Forderung auf ausreichende Arbeitslosenfürsorge erhoben, als auch bc- rcits das Unternehmertum vom kleinen selbständigen Hand- tverker bis zum Großindustriellen der Schwerindustrie seine Stimme gegen die Einführung dieses Zweiges sozialer Für- sorge erhebt. Aber während die Theorie der Arbeitslosen- Versicherung seit dem ersten Auftauchen dieser Forde- rung ausgebaut und gefestigt worden ist und zahl- reiche Kommunen und Staaten praktische Erfahrungen über die Durchführbarkeit dieser Versicherung gc- sammelt haben, bringt das Unternehmertum noch immer die alten, längst durch Theorie und Praxis Wider- legten Einwände vor. Auch die Regierung will sich bei Beantwortung der von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion angekündigten Interpellation nach bisher unwidersprochenen offiziösen Meldungen den ablehnenden Standpunkt der Unter- nehmer zu cigeif' machen und höchstens in eine Diskussion der Argumente für und wider die Arbeitslosenversicherung ein- lassen. Wie wenig die Einwände der Regierung ihr selbst ernst sind, geht schon daraus hervor, daß sie sich weigert, auch nur Mittel für Versuche zu be- willigen, für Versuche, die angeblich die Voraussetzung für die Einführung einer Reichsarbeitslosenversicherung bilden müssen. Aber wie die unten abgedruckte Veröffentlichung des Deutschen Städtetazes erklärt, hat die Regierung mit der bei ihr üblichen Nichtachtung der Kommunen nicht einmal Ein- gaben des Deutschen Städtetages beantwortet, geschweige denn Zuschüsse zu kommunalen ArbcitSlosenkassen gewährt oder die Ermächttgung zur Einfühnuig kommunaler Zwangs- kassen erteilt.> So lange jedoch die Reichsregicrung nicht die Mindesten Schritte unternimmt, uni, die Frage, die angeblich ein noch ungelöstes Problem darstellt, zu fördern, kann sie nicht den Anspruch erheben, daß sie den Willen zur Minderung der Arbeitslosennot hat. Für die Förderung der Viehzucht oder landwirtschaftlicher Interessenten- Organi- sationen wendet der preußische Staat alljährlich zahlreiche Millionen auf— aber wenn Hunderttausende von Arbeitern ohne Verschulden brotlos sind, Hunderttausende von Familien mit dem arbeitslosen Ernährer hungern und Tausende körpcr- lichem Siechtum und geistiger Gefahr verfallen, hat derselbe Staat keinen Groschen übrig. Gerade aus Preußens Stimme konimt es auch bei der Reichsarbeitslosenversicherung an. Bayern hat be- reits eine Sumnie für Unterstützung kommunaler Arbeitslosenkassen ausgeworfen. Andere süd- und norddeutsche Staaten haben sich in Denkschriften gleichfalls der Frage freundlich gegen- übergestellt und werden im Bundesrat für eine Reichs- arbcitslosenversicherung zu haben sein. Nur Preußen weigert sich schroff, dessen Zustinimung sofort die Versicherung aus dem Reich bloßer Erwägungen in die Wirklichkeit versetzen würde. Daß eine Arbeitslosenversicherung durchführbar ist. da- von könnte sich' Herr v. Bethmanu Hollweg von seinen Ministerkollegen in England, Belgien, Norwegen und Däne- mark überzeugen lassen. Gerade der unifassendsten und kost- spieligsten Versicherung, der in England, rühmt man auch in bürgerlichen Kreisen die beste Wirkung und den zweckmäßigsten Aufbau nach. Und wenn Herrn v. Bethmann Hollweg diese ausländischen Stimmen verdächtig erscheinen, mag er sich bei den Mitarbeitern der statistischen Aemter erkundigen. Erst im September d. I. hat der Vertreter des kaiserlich Sta- tistischen Amts, Dr. Zacher, auf der Internationalen Konferenz zur Bekäinpfung der Arbeitslosigkeit in Genf er- klärt:„M an müsse die Auffassung zerstreuen, führbar s e i." Auch vom verficherungstschnischen Stand- Punkt aus liegen keinerlei Schivierigkeiten vor. wie etwa die Berechnung des Risikos, die größer als bei vielen Zweigen der Privatversicherung oder gar unüberwindbar wären. Mit deir Einzeleinwänden der Unternehmer steht es nicht besser. Gerade von denen, die sich gegen das Genter System wenden, hat vor einiger Zeit der Direktor einer Privatver- sicherungsgesellschaft mit vollem Recht gesagt:„Sie unter- suchen, heißt sie widerlegen." Daß durch die Zuschüsse von Staat und Gemeinden an die Gewerkschaften Mittel dieser Gewerkschaften für Parteizwecke frei werden, ist sthon deshalb unwahr, weil ja nur ein Zuschuß, aber kein Ersatz der gewerk- schaftlichen Unterstützung geboten wird. Tie Erfahrung hat vielmehr gelehrt, daß die eigenen Unterstützungsausgaben der mit öffentlichen Mitteln unterstützten Gewerkschaften mit der Einführung des Genter Systems größer werden. Zudeni wer- den die nicht freigewerkschaftlichen Organisationen ebenfalls unterstützt, so daß von einer angeblichen Stärkun g allein l frage der Kampfgewerkschaften keine Rede sein kann. Viele Ge- werkschaften werden überhaupt erst in die Lage kommen, eigene Aufwendungen für die Arbeitslosen zu machen, wenn sie einen Zuschuß erhalten. Bisher sind ihre Mittel so gering, daß eine von ihnen allein bewilligte Unterstützung den Arbeits- losen überhaupt keine Linderung brächte. Damit wird auch ein Einwand widerlegt, den die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" in ihrer gestrigen, wie üblich mit Schere und Kleister zusammengestellten Wochenschau aufwirft. Die„ungeheuren Mittel" der Gewerkschaften genügen bei der Fülle der Aufgaben, die durch die wirtschaftliche Entwickelung und den sozialpolitischen Stillstand den Gewerkschaften aufgedrängt werden, eben nicht zur Unterstützung der Arbeitslosen. Seit dein zweiten Gewerkschaftskongreß zu Berlin 1896 betrachten es die Gewerkschaften Wohl als eigene dringende Aufgabe, Arbeitslosenunterstiitzungen einzuführen. Aber die Selbsthilfe reicht nicht aus, und um so mehr sind Unternehmer und Reich verpflichtet, zur Linderung der Not unverschuldeter Arbeits- losigkeit init beizutragen. Wenn die„Norddeutsche" es weiter bezweifelt, daß eine Trennung zwischen Schuld und Nichtver- schulden, zwischen Arbeitslosigkeit infolge Streik und Alis- sperrung von der Saison- und Krisenarbeitslosigkcit möglich ist, so beweist sie nur ihre Unkenntnis der praktischen Lösungen im In. und Auslände. Würde sich die Regienmg zu der Einführung des englischen Systems der Arbeitslosenversicherung entschließen, so wäre der Einwand von der Unterstützung der„Kampfgewerk- schaften" völlig hinfällig, denn nur gegenüber dem Genter System hat er halbwegs einen Sinn. Zugleich würde auch das Argument nichtig sein, daß nur die qualifizierten und besser situierten Arbeiter von einer Arbeitslosenversicherung profitieren könnten. Gewiß ist es richtig, daß die Unter- stützung nach dem Genter System öfters deni relativ gehobenen Arbeiter zugute kommt, weil dieser häufiger organi- siert ist. Aber eine Zwangsversicherung für alle Arbeiter, einschließlich der Unorganisierten und Ungelernten, könnte diese Schranke sofort beseitigen. Doch das hindert die Ar beiterschaft- natürlich nicht, solange kein besseres kompli zierteres System eingeführt ist, die Forderung auf Einfiih' rung des einfacheren Genter Systems aufrecht zu erhalten. Auf den besonders im Kleinbürgertum kolportierten Einwand, daß jeder ehrlich strebende Arbeiter auch Arbeitsgelegenheit fände, und daß der größte Teil der Arbeitslosen aus Arbeits' scheuen bestände, soll hier gar nicht weiter eingegangen werden Wer nicht begreifen kann oder will, daß die Ärbeitslosig keit im kapitalistischen Zeitalter eine soziale und Klassem erscheinuug geworden ist, scheidet für jede- ernsthafte Tis' kussion überhaupt' aus. Von den Unternehmern wird aber ähnlicheswehauptet, wenn sie den Umfang der Arbeitslosigkeit möglichst gering darzustellen suchen. Sie übersehen dabei daß sitz damit ihren eigenen Einwand widerlegen, die Arbeits loienversichernng sei zu kostspielig, ein Beitrag der Unter nebmer dazu unerschwinglich. Gewiß, die Arbeitslosigkeit ist groß und nach Schätzungen von bürgerlicher und sozialisti scher Seite würde eine Reichsversicherung jährlich etwa 399 Millionen beanspruchen. Bei gleicher Verteilung der Kosten an Reich, Unternehmer und Arbeiter fielen auf die Unten nehmer rund 199 Millionen— ein lächerlich geringer Betrag angesichts der ungeheuren Steigerung von Einkommen und Vermögen der Kapitalisten. Bei den Debatten anläßlich- eines Versicherungsgesetzes hat Bismarck einmal ausgeführt, daß er ein Recht auf Arbeit anerkenne und er berief sich darauf, daß dieses Recht jedem Arbeiter bereits in dem Allgemeinen Preußischen Landrccht garantiert sei. Die Versicherungsgesetze haben dieses Recht, das in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung überhaupt nicht durchführbar ist, natürlich nicht gebracht. Aber es ist bezeichnend, daß heute die Regierung auch so die Linderung des Unrechts der Arbeitslosigkeit ablehnt. Sie fühlt sich offenbar mehr denn je als Vertreter der Kapitalisten, in deren Interesse es ja liegt, eine Reservearmee zu erhalten und ihr Los möglichst traurig zu gestalten, um die Arbeits bedingungen der gesamten Arbeiterschaft herabdrücken zu können. Lieber nehmen Unternehmer und Staat die vielleicht an sich kostspieligeren Lasten der Annenpflege und des Straf Vollzuges als Folgen der Arbeitslosigkeit auf sich, als einen Schutz zu gewähren, der die ganze Klassenlage des Proletariats heben würde. So bleibt der Arbeiterschaft nichts iibrig, als diesen Schutz zu erkämpfen. Wenn am Dienstag der Reichs- tag zusammentritt, der als eine der dringendsten und vor- nehmsten Aufgaben die Reichsarbeitslosenversicherung zu be- raten haben wird, werden die zahllosen Scharen der Berliner Arbeitslosen in Versammlungen zusammenstehen, um den Forderungen der sozialdemokratischen Fraktion den Nach- druck der Masse zu verleihen. Ueberall ini Reich werden die Forderungen dieser Versammlungen Nachhall finden und nicht verschwinden, bis ihre Erfüllung durchgesetzt ist. ** * Die deutschen Städte zur Arbeitslosenfragc. Der Vorstand des Deutschen Städtetazes hat sich in seiner Sitzung vom 22. d. M. eingehend mit der Frage der Arbeitslosen!- Versicherung beschäftigt und dabei an den Thesen der Hauptver- sammlung des Deutschen Städtetages in Posen 1911 festgehalten. Folgende Tatsachen sind als besonders bedeutungsvoll festgestellt worden: Die in großem Umfange von den Städten veranstalteten Notstandsarbeiten stellen eine allgemeine Lösung der Arbeitslosen- ebensowenig dar wie die jetzt von verschiedenen deutschen Städten durchgeführten Versuche, eine städtische Arbeitslosenver- sicherung einzurichten. Tie Arbeitslosenversicherung ist nur als R e i ch s s a ch e möglich. Aus einen Antrag des Vorstandes des Deutschen Städtetages vom 25. September 1911, der Bundesrat wolle ein Gesetz zur Regelung der Arbeitslosenversicherung in den Wcttersaisongewerben einbringen, ist leider seitens der Reichs- regierung eine Antwort nicht erteilt worden. Auch Reichs� oder Staa tsz u schösse zu städtischen Anstalten sind nicht gewährt worden. Ebensowenig ist dem Wunsche einzelner Städte nach Ermächtigung zur Einführung einer ZwangSversiche- rung durch die Reichsregierung entsprochen worden. Dagegen sind gemeinnützige Arbeitsnachweise, die zur Vermeidung der Arbeitslosigkeit sehr wirksam beitragen, von Städten in steigendem Maße ausgebaut oder durch Unterstützungen gefördert worden. So gab es beispielsweise in den jetzt 123 preußischen Städten mit über 25 999 Einwohnern an städtischen oder städtisch unterstützten Ar- beitsnachweisen 85 im Jahre 1919, 94 Anfang 1911, 19ö Anfang 1912 und 115 Anfang 1913. Bek Reichsetat für 1914. In einer Sonderausgabe veröffentlicht die ,,N 0 r d- deutsche Allgemeine Zeitung" den„Entwurf für den Reichshaushalt und für den Haushalt der Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr 1914". Der ordentli-che Etat schließt in Einnahme und Ausgabe mit 3 493 911671 M. ab. Das sind 174 387 944 M. weniger als im vorjährigen Entwurf. Für die Durchführung der Wehrvorlage sind eingesetzt: 132 782119 M. an dauernden und 268 829 871 M. an ein- maligen Ausgaben, in Summa also 421692 999 M. Zur Deckung dient zunächst der fällige Teil des Wehrbeitrages im Betrage von 393 829 871 M. Die Zölle, Steuern und Ge- bühren sollen einen Mehrbetrag liefern von 12 582937 M.: an Ueberschüssen sind veranschlagt: Reichspost 199 321931 M. (weniger gegen 1913 12 313 185 M.): Reichsdruckerei 3 324 223 Mark(mehr 143 369 M.); Reichseisenbahnen 39 212 969 M. (weniger 1 179 829 M.); Bankwesen 18 271999 M.(mehr 1 971 999 M.). Die Matrikularbeiträge bringen— 89 Pf. pro Kopf— 31 949 794 M. Hier wird den Einzelstaaten ein kleines Geschenk gemacht, denn für die Bemessung dieser Bei- träge ist der Stand der Bevölkerung im Jahre 1919 zu- gründe gelegt. Zur Schuldentilgung werden bereitgestellt bei der Reichs- Post 4 411196 M., Eisenbahnverwaltung 742 766 M., Schutzgebiet Togo 54 969 M., Südwestafrika 261 992 M., aus allgemeinen Reichsmitteln 63 414 366 M. Die Reichsschiilden beliefen sich am 31. März 1913 auf ..... 4 805 796 200 M. .Diese Schuldenlast kann, wenn alle noch offenen Kredite begeben werden, bis zum 31. März 1914 steigen, auf 5 200 000 000 M. Die hauptsächlichsten Einnahmequellen sind, abgesehen von der Reichspost und der Eisenbahnverwaltung, von welchen beiden nur die Ueberschüsse der Reichskasse zufließen: Zölle.......... 712 980 000 M. Tabaksteuer....... 10 876 000, Zigarettensteuer...... 39202000„ Zuckersteuer....... 163 252 000# Salzsteuer........ 61 144 000„ Branntweinsteuer..... 193 995 000. Brausteuer........ 128 950 000 r Leuchtmittelsteuer..... 15 866 000„ Zündwarensteuer..... 21 035 000, Essigsäure-Verbrauchsabgabe. 825 000, Schaumweinsteuer..... 9 970 000„ Spielkarten- und Wechselstempel 21 132 950, Reichs-Stempelabgaben... 250 085 000. Erbschaftssteuer...... 50 000 000„ Wchrbeitrag....... 893 820 871, An der Spitze der fortdauernden Ausgaben steht die Verwaltung des ReichSheereS mit 871 806 739 M. Verwaltung der Marine. 221062 617, Allgemeiner PensionSfondS, 145 276 920, Die fortdauernden Ausgaben betragen 1 238 145 326 M. Dazu kommen einmalige Ausgaben: Verwaltung des ReichshecreS. 344 823 048 SB. Verwaltung der Marine... 237479 550, In Summa also..... 582 302 598 At Für die Marine stehen dann noch im außerordentlichen Etat 29 419 999 M., so daß die RüstnngsauSgaben insgesamt betragen 1 84» 855 924 M. Nicht berücksichtigt sind hierbei die Kosten für das Reichs- Militärgericht und diverse andere Ausgaben. Die anderen Ausgaben des Reichs verschwinden fast diesen Riesensummen gegenüber. Es erfordern insgesamt: Reichsamt des Innern... 119 968 174 M. Reichsjustizverwaltung.... 2 607 306„ Auswärtiges Amt. �. 21 065 337„ Reichsschatzamt...... 47 904 343, Reichs-Kolonialamt..... 26 832 483, Der ordentliche Etat der Schutzgebiete beziffert sich in Einnahmen und Ausgaben auf..... 110 123 298 M. Der außerordentliche Etat auf..... 67 014 477, Die Schutzgebietsschuld auf...... 10529 363. Der gesamte Etat der Schutzgebiete beträgt 177 667 138, Die Reichszuschüsse an die Schutzgebiete belaufen sich im komnienden Etatsjahr auf 39 795 642 M. Das Auswärtiqe Amt schafft einiqe neue Konsulate im Ausland, wandelt niedrigere Stellen in höhere um und spendet den Botschaftern eine kleine Liebesgabe. Es werden nämlich 639 999 M. neu gefordert und damit begründet: „Die von den Botschaftern bisher getragenen Kosten für Heizung, Beleuchtung. Wasserversorgung usw. der Go- fchästs- und Gesellschaftsräume sind auf die Reichskasse übe», nonimen worden." Mit den Botschaftern fängt man an, im nächsten Jahre kommen dann die Gesandten, dann die Ministerresidenten, Generalkonsuln usw.. so daß diese Ausgabe mit der Zeit recht erheblich werden dürfte. Das Reichsamt des Innern fordert eine Anzahl von neuen Beamten, eine Forderung, die mit dem Anwachsen der Geschäfte begründet wird. Eine geradezu unübersehbare Liste von Forderungen hat aber das Kriegsministerium auf- gestellt. Darunter befinden sich: Einrichtung eines besonderen Preßreferats in der Ministerialabteilung, einer 9. Abteilung im Allgemeinen Kriegsdepartement und einer Auskunftsstelle über Zivilversorgung der Offiziere im preußischen Kriegs- Ministerium, Erhöhung des festen Bestandteiles des Be- köstignngsgeldes, Gewährung eines besonderen Verpflegungs- zuschusses an die ain Standort auf Selbstbeschaffung der Ver- pflegung angewiesenen Unteroffiziere und Mannschaften, Er- lwhung des Löhnnngszuschusses für Soldatenfamilien bei dienstlicher Abwesenheit der Männer, Gewährung des Be-- köstigungsgeldes der Unteroffiziere an sämtliche Kapitulanten während eines Urlaubs, Verbesserung der Beleuchtung in dcir Maimschaftsstuben und Kasernenkrankenstuben durch Ver- mehrung der Petroleumlampen und Erhöhuna der Zahl der Brennstunden, Erhöhung der Dienstprämie für Unter- osfiziere nach zwölfjähriger aktiver Dienstzeit und Verzinsung der Dienstprämie. Neuregelung des Stall- und Geschäfts- zimmerservises, Schaffung eines besonderen Fonds zu Wohl- fahrtszwecken für Arbeiter und Arbeiterinnen. Eine Menge neuer Stellen werden gefordert, in die man Offiziere aus der Front abschieben kann. Sie bleiben dort, bis sie zum Bezüge einer höheren Pension berechtigt sind, dann iverdcn stfe pensioniert, um anderen Platz zu machen. Dazu Kasernen- bauten, Dicnstgebäude, für Mörchingen sogar der Bau eines eigenen Wohngebäudes für zwei Hauptleute. Das Reichsmarineamt unterbreitet einen Forderungs- zettel, der sich auch sehen lassen kann. Hier stehen hauptsächlich die Schiffsbauten im Vordergrund. Daneben ist geplant: die Neuregelung der Bordabzüge, deren Abstufung der Höhe des Gehaltes angepaßt werden soll, die Vereinheitlichung der Ab- findungsgrundsätze der im Interesse ihrer Zivilversorgung vom Marineteil abwesenden Militäranwnrtcr: die Erhöhung der Tienstprämie für Unteroffiziere! die Erhöhung des Tafel» geldes für die Teilnehmer an den Fähnrichs-, Seekadetten-, Aspiranten- und Deckoffiziermessen: die Verbesserung der Ver- pflegungsverhältnisse fiir an Land befindliche Mannschaften: die Erhöhung der Kleiderausrüstungsbeihilfen und Kleider- geldzuschüsse für Feldwebel, Wachtmeister, Vizefeldwebel, Ingenieur- und Zahlmeisterapplikanten: die Gewährung von Kleiderausrüstungsbeihilfen und Kleidergeldzuschüssen an Unteroffiziere von mindestens ILjähriger Dienstzeit. Die Zinsen für die Reichsschuld betragen 184 19k 847 M. Angesichts dieser ungeheuren Summen, die für unpro- duktive Zwecke ausgegeben werden, ist die Frage berechtigt: wo bleibt die Fortführung rrnd Weiter- bildung der Sozialpolitik? Nicht einmal die Mittel für die Herabsetzung der Altersgrenze für den Bezug der Altersrente auf 65 Jahre ist vorgesehen. Für solche Zwecke hat das Reich, das Milliarden für Rüstungszwecke ausgibt, keine Mittel zur Verfügring. Zur Unterstützung der Opfer der Arbeitslosigkeit ist nicht ein Pfennig in den Etat eingesetzt. Die Fürsorge für das Volk muß der Fürsorge für die Rüstungsinteressen weick)en. bis dem Volke endlich einmal die Möglichkeit geboten ist, aus dem Militärstaat einen freien Volksstaat zu machen. Der Vollständigkeit halber fügen wir noch die Etats der werbenden Anstalten des Reiches an. Tie Ausgaben der Reichspost belaufen sich im ordentlichen Etat auf 756 677 248 Mark: im außerordentlicheir Etat auf 36 287 321 M. Die Einnahmen betragen 881 286 566 M. Tie fortdauernden Aus- gaben der Reichseisenbahnverwaltung beziffern sich auf 114 516 866 M., die einmaligen Ausgaben auf 17 517 671 M. Die Einnahmen sind veranschlagt mit 162 246 666 M. Von dieser Summe bleiben nur die bereits oben angeführten Ueberschüsse in der Reichskasse. ßerchtoMz Rede. Aus Wien wird uns vom 22. geschrieben: Die österreich-ungarischen Delegationen sind wieder ein- mal zusammengetreten. Das Delegationsinstitut besteht nun an die 45 Jahre, aber der darin verkörperte Stumpfsinn er- schüttelt immer aufs neue. Die Delegationen sind bekanntlich Abordnungen der beiden Parlamente, des österreichischen Reichsrates und des ungarischen Reichstages, denen die Be- willigung des genieinsamen Voranschlages, also der Kosten für die auswärtigen Angelegenheiten und für den Militarisnius obliegt. Sie treten nur einmal im Jahre zusammen: es ist also über den Stand der auswärtigen Dinge und über mili- tärische Sachen nur einmal im Jahre Auskunft zu erhalten! Ein ganzes Jahr stand Oesterreich-Ungarn im Mittel- Punkte der europäischen Sorgen und bildete die eigentliche Kriegsgefahr. Während aber inzwischen in anderen Staaten die für die auswärtigen. Angelegenheiten verantwortlichen Leute schon oft das Wort ergriffen und Aufklärungen gegeben hatten, hat der österreichisch-ungarische Minister des Aeußern seit einem Jahre nicht den Mund aufgemacht, die besorgten Völker nicht mit einem Wort aufzuklären und zu beruhigen gesucht! Diese Delegationen sind auch sonst das reine Kinder- theater. Sie setzen sich aus 46 Abgeordneten(die im öfter- mchischen Abgeordnetenhause aber nicht nach Parteien aus dem Plenum gewählt werden, vielmehr auf die siebzehn Länder verteilt sind!) und 26 Mitgliedern des Herrenhauses zu- sammen. Da die Herrenhäusler natürlich für jede noch so wahnsinnige Forderung parat stehen, so braucht die Regierung nur noch zehn Abgeordnete, um bereits eins biegsame Mehr- heit zur Verfügung zu haben: diese zehn sind natürlich immer zusammenzuklauben: schon deshalb, weil man die Nationen iinmer noch gegeneinander ausspielen kann. Also verwandelt sich in Sachen der Gesamtheit des Militarismus und der aus- wärtigen Politik die„Demokratie des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes" dahin, daß die Entscheidung darüber von irgendwelchen zehn Abgeordneten abhängt, die überdies abstimmen können, ohne sich jemals verantworten zu müssen. Man hat hier ein(allerdings übermäßig drastisches) Beispiel, wie in der Verzwicktheit des parlamentarischen Mechamsmils die ursprünglichen Gedanken des Parlamentarismus ganz untergehen, daß also das Mechanische kraft seines Schwer- aewichts triumphiert. So sind die Delegationen heute nur ein Markt der Eitelkeiten: der Ort, wo die Plebeier vom Abgeordnetenhause mit den Grafen und Fürsten vom Herren- bause. mit hohen Militärs, ja sogar mit dem Kaiser zu- folronenkommen und sich glücklich fühlen, in einer so erlauchten Umgebung weilen zu können. Für einen gesunden Magen ist dieses alljährliche Delegationstreiben einfach ekelhaft. Zu den Kostbarkeiten der Delegationen gehört auch dos sogenannte E x p o s 6, das der Minister des Aeußern über die äußeren Ereignisse des abgelaufenen Jahres erstattet. Es ist also eine„Jahresrückschau" von der Art und dem Tiefsinn, wie sie in kleinen Provinzblättern noch gepflegt wird. Der an größere Verhältnisse gewöhnte Europäer wird nun vielleicht meinen, es vollziehe sich das so, daß der Vor- anschlag(Etat) zur ersten Lesung gelangt, wobei der Minister das Wort nimmt und seine politische Rede hält. Weit gefehlt, so logisch wickeln sich die Dinge in der Delegation nicht ab. sondern das„Erposä" wird dem Ausschuß vorgelegt! Die Sache ist nämlich die, daß in der ungarischen Delegation nur magyarisch gesprochen werden kann, Magyarisch aber von den drei„Gemeinsamen"(dem Minister des Aeußeren, dem gemein- sauren Kriegsminister und dem gemeinsamen Finanzminister) höchstens einer versteht; jetzt übrigens keiner recht. Also dürfen die Minister in der ungarischen Delegation nicht reden, weshalb eben alle entscheidenden Debatten in die Ausschüsse verlegt werden nnissen, wo das Deutschsprechen noch erlaubt ist. Das Erposs ist also, richtig angesehen, keine Rede, sondern ist ein Ausfsatz, der den Delegierten(und den Zeitungen) gedruckt zugeschickt wird! In solche Komik mündet„die Kontrolle" der auswärtigen Politik durch die Delegationen aus! Was die Delegierten dann an das Exposä als„Debatte" knüpfen, steht, mit wenigen Ausnahmen, auf der Höhe der Politik, die der Spießbürger an der Bier- bank betreibt. Ueber das„Expos6" des Grafen Berchtold ernst zu sprechen, ist schlechthin umnöglich. Wir können den reichs- deutschen Genossen den Grafen Berchtold nur dadurch näher bringen, daß wir ihnen versichern, an Berchtold gemessen erscheine der Bethinann Hollweg als ein Mann von sprühen- dem Geist, genialein Tiefsinn, von feurigem Temperament und beriickeilder Lebendigkeit— und so erscheint der gute Reichskanzler Wohl sonst nicht. Politisch angesehen ist der Graf Berchtold ein hilfloser Dilletant: intellektuell betrachtet ist er der Typus der österreichischen Grafen, deren Stolz und Ruhm ihre„guten Manieren" sind, die mit dem leeren Kopf so harmonisch übereinstimmen. In dein Expose erzählt der Graf Berchtold nur, was alle Welt schon gewußt: von irgendwelchen ernsten Aufklärungen ist natürlich keine Rede. So begnügen wir uns. nur als ein Exenipel diesen hohlen Diplomaten- jargon zu kennzeichnen. Es wird darin von einer geheimnis- vollen„Resistenzkraft" gesprochen, die so groß ist. daß selbst bei einer„erschütternden Eguilibrierung" die„europäische Gruppierung"„Kollisionen vitaler Interessen"� und„Kon- flagrationen" nicht zu befürchten haben.... Serenissiimls- Stil!_ politische Qcberficht. Dem Verdienste seine Krone. Der Herr Leutnant Freiherr v. Forstner in Zabern ist ein schneidiger Offizier, der dem Ideal der ostelbischen Junker in jeder Beziehung entspricht. Er hat seinem ersten Debüt, um seine glänzende Befähigung für das Fach der Rekruten- erziehung zu erweisen, alsbald einen zweiten„Fall F o r st n e r" folgen lassen. Nach den Angaben elsässischer Rekruten hat er in einer Jnstruktionsstunde gesagt:„Auf die französische Fahne könnt Ihr meinetwegen sch— ßen!" Er selbst behauptet allerdings, nur gesagt zu haben:„Auf den französischen Dienst könnt Ihr sch— ßen!" Auch schon eine ganz geschmackvolle Leistung! In den Blättern vom Kaliber der„Deutschen Tageszeitung", der „Post" usw. findet er dafür große Anerkennung. Nur nicht zimperlich: die Krautjunker und Rennstallbesitzer gebrauchen oft noch viel drastischere Ausdrücke und sind, wie Herr Oertel bezeugen wird, doch die schönste Blüte der deutschen Nation. Etwas kritischer betrachten manche liberale Blätter die Lei- stungen des Herrn v. Forstner auf dem Gebiet des Offiziers- tons. Sogar die„Köln. Ztg." meint, trotz ihrer Vorliebe für den edlen„Geist unseres Offizierskorps": „Der Zaberner Jnfanterieleutnant, der erst jüngst so un» liebsames Aufsehen erregte, und dessen Name jetzt schon wieder eine nicht gerade rühmliche Nunde durch die Presse macht, hat alle, die in unserer Wcstmark auf der Wacht stehen, damit das Deutschtum nicht Schaden leide, vor allem aber seine eigenen Kameraden, in eine peinliche Lage gebracht. Als der junge Mann damals in der Jnstruktionsstunde sagte, ein Soldat, der, wenn er von einem„Wackes" angegriffen werde, blank ziehe und den Kerl niedersteche, erhalte von ihm noch zehn Mark Be- lohnung, da glaubten wir diese Aeußerung damit erklären und entschuldigen zu körinen,, daß wir meinten, der Offizier habe seinen Rekruten recht drastisch dartun wollen, daß den Soldaten keine Strafe erwartet, wenn er in der Notwehr von der Waffe Gebrauch macht. Daß derselbe Offizier jetzt schon wieder durch eine Aeußerung in der Jnstruktionsstunde die Augen auf sich lenkt, zeigt indes, daß ihm das Matz von Einsicht, Reife und Selbstzucht abgeht, das man auch von dem Offizier seines Grades im Interesse der Allgemeinheit ver- langen muh. Ter Herr soll jetzt, wie er selbst zugibt, die fran- zösische Fremdenlegion, oder, wie offenbar seine Rekruten draußen erzählt haben, die französische Fahne mit einem Ausdruck belegt haben, der so niedrig im Umgangskurse steht, daß anständige Menschen ihn weder in den Mund noch in die Feder nehmen. Wenn daher der Offizier in anständiger Gesellschaft— und in solcher ist. er mit seinen Soldaten— ein solches Wort gebraucht, so verstößt er gegen die Achtung, die er seinen Untergebenen, seiner Stellung und seinem Stande schuldig ist, und vergißt, daß er unserer Jugend in dem wichtigsten Ab- schnitt ihrer Entwickelung als Lehrer und Erzieher bestellt ist. Es heißt, den Offizieren sei kürzlich untersagt worden, in Uni. form Tango zu tanzen. Das mag in der Ordnung sein; aber not täte auch das lehrt der neueste Fall in Zabern—, daß man den Offizieren zur Wahrung der vaterländischen Jnter- essen, die sie zu vertreten haben, klar machte, daß U n a n st ä n- digkeiten und Schimpfwörter ihrem Stande nicht ziemlich sind." Vielleicht hat die„Köln. Ztg." mit dieser Charakters- sierung der Auffassung des Herrn Leutnants nicht ganz un- recht. Unsere hohe Regierung hat jedoch wesentlich andereBegriffe über„Unanständigkeiten und Schimpf- Wörter": denn bisher fungiert Herr v. Forstner noch immer als Rekrutenerzieher in Zabern. Es wurde zwar berichtet, er sei versetzt worden; aber diese Nachricht hat bislang keine Bestätigung gefunden. Dagegen sind der Feldwebel Baillet und neun elsässische Rekruten der 5. Konipagnie des Infanterieregiments Nr. 99 in Zabern verhastet worden. Wie es heißt deshalb, weil sie im Verdacht stehen, Mitteilungen über die schwebende Angelegenheit nach irgend einer Seite weiter- gegeben zu haben, von wo sie dann in die Presse gelangt sind. Die betreffenden Soldaten sollen dadurch ihren Fahneneid verletzt haben. Das ist die erste Folge der Zaberner Affäre; aber damit ist die Sache noch lange nicht zu Ende. Wie verlautet, werden einige hohe Verwaltungsbeamte des Elsaß ihrenAbschied erhalten, da sie nicht energisch und r ü ck s i ch t s> los genug den Tumult der Zaberner„Wackes" unterdrückt haben, und infolgedessen das Ansehen Preußens in den Reichslanden gelitten hätte. Es fehlt jetzt nur noch, daß der General v. Deimling einen hohen Orden für seine Verdienste erhält, und der Leut- nant v. Forstner von diesem General öffentlich gelobt wird. Warum auch nicht? Im Kulturstaat Preußen ist alles möglich!_ Die Annahme der bayerischen Zivillifte. Freitag abend Z�IO Uhr ist die Zibillistenfrage im Bayerischen Landtag erledigt worden. Unter dem Beifallsgeschrei des Zentrums verkündete der Präsident, daß die Erhöhung der Ziv�liste ange- twmmen sei. Allerdings ein verzweifelter Sieg: 110 gegen 50 Stimmen. Seit Tagen zählten sowohl die Regierung wie auch das Zentrum nur noch Stimmen. Am Freitag wuchs die Besorgnis zusehends, nachdem man sich überzeugen mutzte, daß sich die große Mehrheit der Liberalen aufrechter hielt, als man zunächst ange- nommen hatte. Die Entscheidung führte schließlich der Umfall der Baucrnbündler herbei, denen sich einige Liberale würdig anschlössen. Mit diesem bauernbündlerischcii Umfall ist es nicht sonderlich ehren- voll zugegangen. Es ist kein Geheimnis, womit die Regierungö- agenten diese Gruppe schließlich gewannen, die noch vor wenigen Tagen entschieden die Ablehnung der Regierungsforderung ver- sprochen hatte. Als Freitagabend Genosse Haller mit erhobener Stimme den Mimsterpräsidenten und den Finanzminister fragte, welche Kompensationen sie den ursprünglich gegen die Regierungs- forderung gestimmten Abgeordneten versprochen hätten, z. B. wegen der Forstrechte, senkte man verlegen die Köpfe und schwieg. Trotz der Bewilligung der Zivilliste ist es also kein glücklicher Anfang, mit dem das neue Königtum in Bayern beginnt; denn nur unter dem äußersten Druck und unter Anwendung zweifelhafter Mittel ist dieser Erfolg errungen worden. Wie die wirUiche Stirn- mung außerhalb des auf die Regierung eingeschworenen Zentrums war, lehrt die Abstimmung über den Antrag Müller-Hof, der 600 000 M. streichen wollte. Auf ihrr vereinigten sich 3g Liberale und Bauernbündler. Rechnet man diesen Stimmen die der Sozial- demokraten hinzu, die rmr aus grundsätzlichen Erwägungen auch gegen diesen Antrag stimmten, so würde sich bei weitem keine Zweidrittelmehrheit für die Regierungsforderung gefunden haben. wenn nicht eben ein Teil der Anhänger des Kompromißautrages bei der entscheidenden Abstimmung gegen sich selbst gestimmt hätte. Tie Verhandlungen selbst gehörten zu den interessantesten und bewegtesten Parlamentsdebatten, die seit langer Zeit erlebt wor- den sind. Auf die Höhe führten sie die Reden unserer Genossen Adolf Müller und v. Haller, gegen die um so kläglicher die frei- willigen und die unfreiwilligen Fürsprecher der Regierung mit ihrem schlechten Gewissen und Schmierenpathos wirkten. Der falsche Libe» ralismus, der in der Person Caffelmanns den Nothelfer des Mini- steriums Hertling spielte, ist bei dieser Gelegenheit traurig zu- sammengebrochen. Zum Arbeitswilligengesetz. Die Hauptversammlung der„Gesellschaft für soziale Reform" tagte am Freitag und Sonnabend in Düsseldorf. Sie beschäftigte sich hauptsächlich mit Fragen des Tarifvertragsrechts und der Frage eines Reichseinigungsamts. Im Anschluß an die Hauptversammlung fand eine Sitzung des Ausschusses statt, in der zur Frage des Arbeitswilligen- schütze s folgende Resolution angenommen wurde: „Mit Rücksicht aus die gegenwärtig immer lauter werdenden Forderungen nach Verstärkung des sogenannten Arbeitswilligen- schutzcs erklärt der Ausschuß der zur 6. Hauptversammlung in Düsseldorf versammelten„Gesellschaft für soziale Reform"": Er erwartet von �er Reichsrcgicrung und von den gesetzgebenden Körperschaften, daß sie allen Versuchen einer neuen verschärften Gesetzgebung auf diesem Gebiet entschieden entgegentreten. Die ,. Gesellschaft für soziale Reform" verwirft selbstverständlich nach wie vor jede Anwendung von Gewalt bei ArbeitZkämpfen, aber sie betont mit allem Nachdruck, daß die bestehenden Gesetze völlig ausreichen, um Vergehen dieser Art wirksam zu sühnen. Neue Polizeigesetze können nur erbitternd wirken und die gesunde, für die soziale Verständigung unbedingt notwendige Entfaltung deS gewerblichen Organisationslebens beeinträchtigen." Not tut. wie wir wiederholt darlegten, ein Gesetz zum Schutz gegen Lahmlegung der Arbeitskraft durch schtvarze Listen, Aus- sperrungen und dergleichen und zum Schutz des AoalitionSrechtS der Arbeiter.'_ Das Kartell der schaffenden Arbeit und das Zentrum. Auf dem Parteitage der westfälischen Zentrumspartei hielt der Zentrumsabgeordnete Herold eine Rede, in der er laut der„Köln. Volkzeitung" ausführte: Wenn große Erwerbsgruppen zur Erreichung eines ersirebens« werten Zieles zu einem Kartell der schassenden Arbeit zusammentreten, so ist an sich dagegen nichts einzuwenden, ohne die Heranziehung der großen Gruppe der christlichnationalen Arbeiter ist diese? Ziel aber nicht zu erreichen. Wenn ein solches Kartell eine Be« scbränkung der Koalitionsfreiheit,'eine Hintanstellung oder gar Rückwärisrevidierung unserer Sozialpolitik bezwecken wollte, so würde es auf diesem Wege das Zentrum als Gegner finden. Das Zentrum hat die erste Anregung zur Sozialpolitik gegeben und es wird auch hier seiner Tradition getreu bleiben. Das klingt reckt energisch, darf aber kaum ernst genommen werden. Wie Herr Martin Spahn neulich in Köln, so spielt auch Herr Herold mit dem Gedanken, die christlichen Gewerksckaften könnten in das Kartell eintreten, ohne ihre Interessen zu schädigen Die scharfmacherischen und junkerlichen Gründer des Kartells brauchen nur die beruhigende Erklärung abzugeben, daß sie die Sozialpolitik und das KoatiuonSrecht gnädigst dulden wollen, und die Zentrums- arbefter sind mit von der Partie. „Germania" und Bankangestellte. Die Eingriffe der Deutschen Bank in das Koalitionsrecht ihrer Angestellten hol auck die„Germania", das bekannte Zentrums- organ, auf den Plan gerufen. Die„Germania" hat, so wird man denken, bei ihrer notorisch„arbeftersreundlichen" Hallung. die Sache der Bankangestellten zu ihrer eigenen gemacht und dielet alles auf, ihren Einfluß zugunsten des gefährdeten KoalftlonZrechteS zur Geltung zu bringen. Aber nein, da« tut die liebe„Ger- mania" nicht. Im Gegenteil, sie zetert darüber, daß daS orga- nisierte Proletariat seine Macht auch den Banken gegenüber geltend machen will. Sie sälbadert ein langes und breites darüber, daß die Sozialdemokratie selbst eine Kapitalsmacht geworden fei. Denn die Drohung der Gewerkschaften, ihre Einlagen bei der Deutschen Bank zu kündigen, benutzt sie zu allerhand hämischen und albernen Bemerkungen über die Macht, die die hungernden Proletari« selbst den Banken gegenüber zur Geltung zu bringe» vermöchte». Und einen„peinlichen Eindruck" macht eZ auf sie, daß eine' Anzahl Großbanken sich erboten haben sollen, auf die geforderten Zugeständnisse zur Sicherung de« Koalitionsrechts gegenüber ihren Angestellten einzugehen, wenn die Gewerkschaften ihnen ihre Depo- sitengelder zuführen. Das Zentrum hat hier wieder«imnal sein wahres Gesicht gezeigt. Daß die Gewerkschaften große Fonds ansammeln müssen. wenn sie nicht ohne weiteres dem Unternehmertum in Lohnkämpfen wehrlos preisgegeben sein wollen, ja, um auch nur den statutarisch festgelegten Versicherungsaufgaben gerecht werden zu können, weiß das Zentrumsblatt natürlich ganz genau. Und daß es im höchsten Grade eü| Verbrechen gegen ihre eigenen Tendenzen wäre, wenn die Gewerlschäften ihre Gelder in solchen Banken niederlegen wollten, die sich zum brutalen Arbeitertrutz bekennen, sollte auch einem Zentrumsorgan ohne weiteres einleuchten. Und dennoch die gehässigen und hämischen Glossen des führenden ZentrumLorgans gegen die Sozialdemokratie als „Kapitalsmacht"! Ob durch diesen Sukkurs der ftommen„Germania" die Deutsche Bank sich zur größeren Halsstarrigkeit angeregt fühlt, mag dahin- gestellt sein. Vielleicht kommt ja das Zentrum der Deutschen Bank dadurch zu Hilfe, daß es die Schätze der„toten Hand" als Einlage bei ihr hinterlegt. Kennzeichnend aber für die ebenso stupide wie brutale Arbeiterfeindlichkeit des Zentrums ist es, daß die„Ger- mania" in einem Leitartikel sich solche Unverfrorenheiten über- Haupt zu leisten wagt.' Das Kölner Polizeipräsidium in Nöten. In Köln bereitet sich, wie wir schon neulich meldeten, eine Abrechnung mit dem preußischen Polizeishstem vor. Im Anschluß an einem Prozeß gegen den Kriminalkommissar Hannemann hatte die„Rheinische Zeitung" das Ergebnis dieses Prozesses in einem „B a ck s ch i sch" überschriebenen Artikel dahin zusammengefaßt, daß in Köln niedere, mittlere und hohe Polizcibeamte Geschenke annehmen. Darob drei Tage lang große Entrüstung im Polizeipräsidium zu Köln und Haussuchung von sieben Kriminal- bcamten in der Redaktion der„Rheinischen Zeitung" sowie in der Wohnung des Genossen Sollmann. Resultat gleich Rull. Genosse Sollmann wurde vernommen, Resultat wieder gleich Null. Ob- wohl nun in Köln stadtbekannt ist, daß die Kritik unseres Parteiblattes berechtigt ist, wurde die Untersuchung gegen den Re- dakteur fortgesetzt. Es spielt dabei unter anderem die Art, wie Wirtschaftskonzessionen erteilt werden, eine gewisse Rolle. Es sind denn auch mehrere angesehene Brauereibesitzer und Wirte vernommen Ivorden. Die Kriminalbeamten, die zum Untersuchungsrichter geladen wurden, haben auf die Frage, ob sie Geschenke ange» nommen b�aben, fast durchweg ihre Aussage ver- weigert,«chon dadurch ist indirekt der Wahrheitsbeweis ge- liefert. Und bisher sind die Hauptschuldigen noch nicht ver- nommen, die sich auch heute noch teils in Köln, teils außerhalb im Amte befinden! Inzwischen ist das Wort ,',B a ck s ch i s ch" in Köln zu einem Schlagwort geworden, und man erwartet allgemein mit Spannung, wie sich die hohe Königliche Polizei aus der Schlinge ziehen will, die sie sich voreilig selbst gelegt hat. Die Akten liegen zurzeit der Staatsanwaltschaft vor. Es wird sich zeigen, ob sie es wagen wird, die Anklage gegen den Genossen Sollmann zu erheben. Man beeilt sich jedenfalls nicht. Am 3. Oktober ist der„Backschisch"-Artikel erschienen und jetzt— 6 Wochen später— steht die Anklage immer noch aus. Die„Rheinische Zeitung" veröffentlichte inzwischen weitere Artikel, aus denen hervorgeht, daß sie manchen Blick in das Innere des Polizeigetriebes getan hat. So weist sie in einem Aufsatze nach, daß die unteren Kriminalbeamten-geradezu auf Ge» schenke angewiesen seien. Diese unteren Kriminalbeamten erhalten nämlich sogenannte„Vigtlantcngelder" von 10 M. im Monat, gleich 33 Pf. pro Tag. Damit sollen sie ihre Auslagen und die Spitzeldienstc bezahlen. Tolles vom preußischen Kommunaltvahlrecht. Welche wundersame Folgeerscheinungen daS Dreiklassenwahlrecht zu den Stadtverordnetenversammlungen zeitigt, dafür nur einige Beispiele aus dem Bezirk Halle. In Mansfeld, der Kreis- Hauptstadt des vom Reichsparteiler Arendt vertretenen reichstreuen Mansfelder Landes, übten von rund 400 Wählern der dritten Ab- teilung ganze fünf Mann ihr Wahlrecht auS. Drei der Stimmen stammren obendrein noch von den sich selbst wählenden Kandidaten. Trotzdem die Kandidaten persönlich Hausagitation betrieben, waren die gelben Mansfelder Bergleute, ja nicht einmal die Beamteg und Lehrer zur'öffentlichen Stimmabgabe zu bewegen. Hätte sich ein Arbeiter auch nur als Kandidat für die Sozialdemokratie aufstellen lassen, er halte auf der Stelle sein Bündel schnüren müssen. So wirkt das Schandwahlrecht in einem Wahlkreise, der bei der letzten ReichStagSwahl an die 14000 sozialdemokratische Stimmen aufbrachte. — In S ch l i e b e n im Wahlkreise Wittenberg übten in der dritten Abteilung lö. in der zweiien ganze 7 Wähler ihr Wahlrecht aus. während von den 19 Wahlberechtigten der ersten Abteilung gar nur ein Mann zur Wahl erschien und e i n stimmig die ausscheidenden zwei Stadtverordneten wieder„wählte". Ein noch tolleres Stücklein trug sich bei der Wahl in L a n d S» Berg bei Halle zu. Als alleiniger Wähler ist dort in der ersten Abteilung eine Lktienmalzfabrik eingetragen, für die der Direktor das Stimmrecht ausübte, und einstimmig einen stock- konservativen Agrarier zum Stadtverordneten ernannte. Dann ging er hin und wählte in der zweiten Abteilung sich selbst zum Stadt- verordneten. Die zahlreichen Arbeiter der Fabrik waren gezwungen, gegen ihre Ueberzeugung nur den einer wohllöblichen Direkten ge- nehmen Ordnungskandidaten zu wählen. Treffender kann daS brutale Schandwahlrecht zu den„Selbstverwaltungskörpern der preußischen Städte" nicht gekennzeichnet werden. Unteroffiziere gegen Vorgesetzte. Der Unterosfizier Duderstadt der 1. Kompagnie des Garde- Pionier-BataillonS und der Ilnterofsizier Casteeli der 4. Kompagnie des Pionier- Bataillons Nr. 3 bekamen in einer Nacht auf der Straße in Berlin einen Streit mit dem Studenten Zechlin, der in Tätlichkeiten ausariete. Beide Unteroffiziere wurden durch Schutzleute zur Feststellung ihrer Personalien auf die Kasernen- wache des Regiments Kaiser Alexander gebracht. Hier benahmen sie sich, wie wir einer Korrespondenz entnehmen, weiter derart, daß sie durch den Wachihabenden festgenommen werden mußten. Inzwischen wurde der Vizefeldwebel Riesenkamp als Kasernendiensthabender herbeigerufen. Als dieser mit den festgenommenen Unteroffizieren ein Verhör vornahm, wurden sie gegen den Vorgesetzten Hand- greiflich und widersetzten sich ihrer Festnahme. Als nun der Bizefeldwebel ihre Verbringung in die Arrestzelle anordnete, zog der Unteroffizier Casteeli sein Seitengewehr und versetzte dem Vor- gesetzten, Vizefeldwebel Riesenkamp, über den Kopf einen schweren Hieb, welcher eine größere Wunde verursachte und die Ueberführung des Vizefeldwebels in das Garnison- lazarett nötig machte. Die beiden festgenommenen Unteroffiziere wurden in die nördliche Arrestanstalt eingeliefert. Die gerichtliche Untersuchung wird für die beiden beteiligten Unteroffiziere ein sehr ernstes Nachspiel haben. Allem Anschein nach sind die Unteroffiziere der Meinung ge- Wesen, etliche„WackeS" vor fich zu haben. Die Lage in JMexiho. London, 22. November.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Aus Mexiko wird gemeldet: Der Präsident des gestern zusammengetretenen Kongresses erklärte, nach- dem die Namen aufgerufen worden waren, das Haus wäre nicht beschlußfähig, trotzdem es deutlich war. daß ge- nügend Mitglieder anwesend waren. Da von niemandem Einspruch erhoben wurde, wurde der Kongreß auf heute ver- tagt. Einige erblicken in der Vertagung die Absicht, dem Kongreß ein Ende zu machen, da nach dem Gesetz drei aufeinanderfolgende Vertagungen, die wegen Beschluß» »Unfähigkeit des Hauses infolge des Fehlens von Mitgliedern erfolgen, automatisch die Auflösung der Kammer herbeiführen. frznhnidh. Paris, 22. November. Der Bergarbeiter streik zeigt weitere Ausdehnung. Die Zahl der Ausständigen wird bereits auf 5t) lXXZ—llX) ÄX> geschätzt. Zwischenfälle haben sich heute nicht ereignet. Die Bewegung greift jetzt auch auf das Loiregebiet über. Ein Tendenzprozeß. Pari?, 20. November.(Eig. Ber.) Vor der achten Pariser Strafkammer hat gestern die Verhandlung gegen die 18 G e w e r k- schaftler begonnen, die als angebliche Anstifter der Solda- tendemonftrationen gegen die dreijährige Dienstzeit eingekerkert worden sind. Man erinnert sich noch der näheren Umstände. Die Kundgebungen in den Kasernen brachen in den verschiedensten Teilen des Landes mit Heftigkeit hervor, es kam zu öffentlichen Umzügen und Versammlungen der Demon- stranten, und die Regierung, die durch die patriotische Presse die Begeisterung der Nation für die Verlängerung der Dienstzeit hatte beteuern lassen, verlor den Kopf. Sie warf sich wütend auf die Gewerkschaften, ließ in Hunderten Privatwohnungen, Arbeits- börsen und Redaktionen Durchsuchungen vornehmen und steckte etliche Organisationsleiter ins Gefängnis. Natürlich sollte nun das Publikum zum Glauben an eine„Verschwörung" gebracht werden, da es ja beim Antimilitarismus der mit dem dritten Jahr bedrohten Wehrmänner nicht mit rechten Dingen zugehen'konnte. Literarische Bediente halfen der Polizei bei der Sammlung von „Material". Sogar die„vornehme"„Revue de Deux Mondes" be- teiligte sich daran. Indes, mit der Auflösung der ArbeitSkonfödc- ration und der Zertrümmerung der Gewerkschaften, die die kapi- talistische Presse diesmal der ersehnten Verwirklichung nahe glaubte, wurde eS wiederum nichts. Die statSanwaltliche Findigkeit ver- mochte nichts, gar nichts zu entdecken, als— den„Sou du Soldat", die seit Jahren bestehende, öffentlich funktionierende Unterftützungs- lasse, die die verschiedenen Gewerkschaften für ihre zum Militär eingezogenen Mitglieder eingerichtet haben. Aber für den Augen- blick genügte das. Der„Sou du Soldat" wurde dem Publikum als da? von den Revolutionären gefundene Mittel, die Vaterlands- Verteidiger„aufzuhetzen", vorgeführt. Und damit die Sache ein besseres Gesicht bekomme, wurden außer den Organisationsbeamten, die mit der Versendung der Anweisungen und Begleitschreiben an die Soldaten mehr oder minder zu tun gehabt hatten, der Sekretär V v elo t und der Kassierer M a r ck von der Arbeitskonföderation eingelocht. Der erste wohl darum, weil er als alter„AntiPatriot" und Verfasser eines viclverbreiteten„Soldatenhandbuchs" als „Oberhaupt" der Verschwörung präsentiert werden konnte, und Marck vielleicht, weil man das Publikum glauben machen wollte, die Arbeitskonföderation habe die demonstrierenden Soldaten „bezahlt". Fast fünf Monate lang haben die Verhafteten sitzen müssen und was ist herausgekommen? Eine vorsichtigerweise auf das Anarchistengesetz von 1894— die berüchtigte„loi scelerate" (das verbrecherische Gesetz)— gestützte und auf diese Art dem Schwurgericht entzogene Anklage wegen„Aufreizung" von Soldaten zum militärischen Ungehorsam. Gegen diesen Kniff hat sich die Verteidigung zur Wehr gesetzt. Sie beantragte, daß sich das Gericht unzuständig erkläre. Denn was die Angeklagten getan hätten, hätten sie in der vollen Oeffent- lichkeit getan, und ihre Handlungen seien entweder als Preßdelikte vor das Schwurgericht oder als Hochverrat vor den Staatsgerichts- Hof zu bringen. Die ersten zwei Tage waren durch die Zeugenaussagen und PlaidoyerS zu dieser Kompetenzfrage ausgefüllt. Genosse Depu- tierter Lauche, der Sekretär der Konföderation I o u h a u x und viele andere Zeugen, Revolutionärssyndikalisten wie Reformisten, bestätigten übereinstimmend die volle Unabhängigkeit des«Sou du Soldat" von der Zentralorganisation der Gewerkschaften und von der antimilitaristischen Propaganda der C. G. T.— Der Prozeß wird etwa zehn Tage dauern. Aus Anlaß seiner Eröffnung hatte der Gewerkschaftsverband zu einer großen Straßenkundgebung mit nachfolgender Massen- Versammlung aufgefordert. Der Versammlung wohnten mindestens 9000 Arbeiter bei. Die Straßendemonstration kam infolge eines riesigen Polizeiaufgebots sticht recht zur Entfaltung. An der gleich- falls propagierten Halbtagsruhe— die ehedem allzu leicht ge- brauchte pompöse Bezeichnung„Generalstreik" wurde diesmal nicht angewandt— haben sich hauptsächlich Bau- und Erdarbeiter be- teiligt. Holland. Die Anarchisten als Wahlhelfer der Liberalen. Der Führer der Anarchisten, Herr Domela N i e u w e n- h u i s, hat in einer von seinen Leuten zur Besprechung der sozialdemokratischen Niederlage im dritten Amsterdamer Wahl- kreis einberufenen öffentlichen Volksversammlung zugestanden, daß die Anarchisten dem liberalen Kandidaten Otto ihre Stimme gegeben haben, um damit den Sozialdemokraten zu Fall zu bringen. Er teilte dabei mit. daß, wenn er in diesem Wahlkreis gewohnt hätte, er guch liberal gestimmt hätte. Dann sagte er, wir wissen, wer Oudequest, der sozial- demokratische Kandidat ist, nämlich ein scharfer Gegner des Anarchismus, wir wissen aber noch nicht, wer Herr Otto ist. Dieser anarchistische Verrat an der Klassenehre des Proletariats ist umso schändlicher, als der liberale Kandidat sehr konservativ gefärbt ist. und sich bisher nur dadurch bekannt gemacht hat. daß er als Schulrektor die auf» strebende Lehrerbewegung immer in der giftigsten Weise be- kämpfte. Dänemark« Von der Verfassungsreform. Der Kampf um die Verfassungsvorlage dürfte nach den neue- sten Vorgängen mit unverminderter Schärfe bis zum endlichen Siege der einen oder anderen Richtung durchgekämpft werden müssen. Die Aussichten auf ein Kompromiß nach den vom Minister- Präsidenten Zahle angegebenen Gesichtspunkten sind zurzeit sehr geringfügig. Die Konservativen haben in der Kommission der Ersten Kammer einige Abänderungsanträge betreffend die Wahl der Zweiten klammer eingebracht, ihre früheren Anträge betreffend die Erste klammer aber nicht mehr hervorgeholt. Dabei sind doch diese ihre Wünsche entscheidend, denn sie richten sich gegen das ganze Prinzip der Regierungsvorlage hinsichtlich der Zu- sammensetzung der Ersten Kammer. Tie Vorlage will diese Kammer so zusammengesetzt haben, daß sie der veränderten Zusammen- setzung der Zweiten Kammer mehr entspricht. Nur auf diesem Wege können künftige verfassungsrechtliche Krisen dem Lande er- spart bleiben. Tie Konservativen dagegen wollen die Erste Kammer so gestalten, daß sie nach loie vor der reaktionäre Klotz am Bein der verfassungsmäßigen Demokratie der Zweiten Kammer bleibt. Und trotz dieser bereits im Parlament bei der ersten Behandlung der Vorlage-letzten Winter ausgesprochenen und in Anträgen doku- mentierte Uuffaffung, wurden jetzt die Anträge nicht wiederholt. Dagegen wurden Anträge betreffend die Zweite Kammer ein- gebracht. Danach soll die Altersgrenze für das Wahlrecht 30 Jahre bleiben, die Frauen und das Gesinde erhalten das Wahlrecht und die Wahlen erfolgen nach einem noch zu bestimmenden Proporrio- nalwahlshstem. Mit diesen Anträgen hat sich inzwischen auch eine Konferenz der konservativen Partei einverstanden erklärt. Damit ist die einstweilige Stellung der Konservativeif gegeben. Sie werden auf dieser Grundlage verhandeln, lvobei nichts zustande- kommt und die Auflösung der Ersten Kammer erfolgen mutz. Hier hoffen die Herrschaften dann noch einen Sieg erringen zu können. Aber das kann auch anders kommen. Jedenfalls wird die Ent- scheidung jetzt nicht mehr lange auf fich warten lassen. Diese Politik ist ztvar recht dauernschlau, aber doch zu durch- sichtig, als daß man nicht den Pferdefuß des rechtsliberalen Führers Christensen hindurchschimmern sehen könnte. Dadurch, daß man die Vorlage an den Anträgen über die Zweite Kammer scheitern läßt, hat man sich den Anschein gegeben, als ob man die Reform der Ersten Kammer gutheißen würde, wenn die Linke ein klein wenig Entgegenkommen hinsichtlich der Zweiten Kammer zeigen würde. Damit Will man nachher die Wähler ködern, wenn eS zur Auflösung kommt. Die Wachsamkeit der Verfassungsrcforman- Hänger, insbesondere der Sozialdemokratie, wird den sauberen Plan zunichte machen. SUclafrika. Der Streik der Inder. Turban, 22. November. Der Ausstand der Inder in Turban ist augenscheinlich vorüber und auch in den ländlichen Distrikten herrscht v ö l l i g e R u h e. Starke Regenfälle, die gestern eingesetzt haben, haben die durch die großen Brände auf Zucker. Plantagen entstandene Gefahr bedeutend vermindert. Bus der Partei. Dem Andenken an Hector Tonis. Man meldet uns auS Brüssel: Gestern veranstaltete die Arhetterpartet im Volkshaus eine Totenfeier für Hector Denis, die ganz beseelt war vom Geist der Liebe und Dankbarkeit, die das Proletariat und seine Vertreter dem verstorbenen Gelehrten und Arbeiterfreund über daS Grab hinaus bewahren. Händel, Gluck, Schumann und Mozart gaben der Gedächtnisfeier den Weiheklang.— Das Arbertswerk des Soziologen, feine sittliche und menschliche Größe, fem ttefeS weiche» Empfinden und seinen reinen Idealismus brachten Demblon, Roy er und Vand ervelde in gedankenreichen, vom höheren Sinn der Stunde beschwingten Reden in Erinnerung. Denn die Ehruno und Anerkennung für das Persönliche und das Wirken des einzelnen rührte auch hier den Geist der Redner zum Allgemeinen und zur Vielheit, zu den Zielen und Kämpfen aller, die idte Welt des Sozialismus umspannt. Simeon Sawaria«. Ein schweres Unglück hat vor kurzem die armenische Partei„D a s ch n a k z u t tu n" betroffen: in Konstanti» n o p e l ist das angesehenste Mitglied derselben, Genosse S l m e on Tawarian, als er ins Parteibureau ging, auf dem Taximplatz an Herzschlag gestorben..„,. m Genosse Sawarian war im Kaukasus, Gouvernement Ttfli». im Jahre 1866 geboren. In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, nachdem er die Realschule in TifliS absolviert hatte. trat er als Student in die Moskauer landwirtschaftliche..Petrowsch« Akademie" ein, wo die Ideen der russischen sozialrevolutionaren Partei„Narodnaja Wolja" noch lebendig waren. Im Jahre 1889 absolvierte Sawarian die Akademie und lehrte nach TifliS zurück. Aus Moskau brachte er die sozialistischen Ansichten mit. die er dem Programm der von ihm und einigen armenischen Intellektuellen im giviide�cgn.s�in� Kat Grosse Sawarian einer der tüch- tigsten Führer der Partei, die sich in kurzer Zeit in den armenischen Volksmassen stark verbreitete.„ Scwaiion war einer der wenigen, die der Schrecken de» lhami. dischen Regimes nicht achteten und nach Türkisch-Armenien gingen, um die barbarischen Zustände an Ort und Stelle kennen zu lernen und das schwere Los des unglücklichen Volkes möglichst zu erleich- tern. Bald jedoch mußte Sawarian das türkische Gebiet verlassen und nach Tiflis kommen. russischen Regierung war Genosse Sawarian auch sehr verhaßt. Er hat mehrere Male die Annehmlichkeiten der zarischen Gesängnisse genießen müssen. Nach der Einführung der türkischen Konstitution kam er nach Konstantinopel. Von dort ging er nach Armenien, wo er fast drei Jahre unter dem Volke arbeitete. Er konnte nicht mehr nach der Heimat gehen, weil kurz darauf die russische Regierung begann, die Mitglieder der„Daschnakzutiun' zu verhaften und auch der Name Sawarians stand in der Pro- skriptionsliste._ Selten hat Konsiantinopel eine Beisetzung wie dte Sawarian» gesehen; dem Sarge folgte eine Volksmenge von etwa 20000 Mann. Letzt* IHacbrichtcn« Die mexikanischen Revolutionäre im Besitz wichtiger Petrvleumquellen. New Jork, 22. November.(H. B.) Die Revolutionäre resp. Konstitutionalisten haben sich der größten Petroleumguellr von Taxpan bemächtigt. Auch die Quelle El Potrert. die größte der Welt, befindet sich in ihren Händen. Die Konsti- tutionalisten stellen nun dem englischen Syndikat, dem die Quellen gehören, schwere Bedingungen für deren Rückgabe und drohen- im Falle einer Ablehnung ihrer Forderungen, der National Rail Road von Mexiko die Brennswffzufuhr abzuschneiden. Die Lokomotive« der mexikanischen Eisenbahnen werden bekanntlich mit Petroleum geheizt._ �_ Schreckenstat eines Wahnsinnigen. Rom, 22. November.(P. E.) Ein schreckliches Drama hat sich an Bord des Dampfers„Catterina" abgespielt. Die„Catterina" beförderte italienische Soldaten nach Tripolis. Plötzlich wurde ei» Infanterist des 17. Regiments wahnsinnig, ver, barrikadierte sich in einer Kabine und schoß auf seine Kameraden. Einer von diesen wurde getötet, fünf anders wurden schwer verletzt. Ter Wahnsinnige mußte förmlich be, lagert werden, ehe es gelang, sich seiner durch List zu bemächtigen. Als er gefesselt werden sollte, entriß er einem der Soldaten das Seitengewehr und schlug damit wild um sich. Nachdem er noch mehrere Personen verletzt hatte, stießer sichdieWaffein» Herz und brach tot zusammen. % Frledrichstrasse 110-112(Passase-MaiifiiaNS) Waltmljausmr Qelsnkpuppe mit Schlafaugen und Haarwimpern und langer genähter Perücke, 74 cm groß 5.75 Loreleyperücke, 78 cm groß.. 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Sehr zum Leidwesen der Scharfmacher, die ihre Hetzereien auch während der Daner der Ausstellung fort- setzten. Man hat bisher angenommen, daß der in den Spalten einiger Scharfmacherorgane entfachte Sturm wirkungslos ge- blieben wäre. Jetzt teilt jedoch die„Holzarbeiter- Zeitung" mit, daß die Scharfmacher tatsächlich einen Er- folg erzielt haben: der Deutsche Holzarbeiterverband ist ge- nötigt worden, ein Plakat mit nachstehender Aufschrift aus der Ausstellung zi: entfernen: „Im Nameu der Hinterblicbeucu unserer Berufs- kolleren, die von der Masch ne erschlagen sind, der Tausende Kollegen, denen die gesunden Glieder zer- malmt, im Namen sämtlicher Arbeiter an Holz- bearbeitungsmaschinrn erheben wir unsere Forderung!" Als Rufer im Streit war die„D e u t s ch e B a u h ü t t e" in Hannover, das Organ des Zentralvcrbandes für die deutsche Bauindustrie, aufgetreten. Zu dem Angriff, den dieses Blatt gegen die Leitung der Ausstellung wegen der Zulassung der Gewerkschaften richtete, war es ganz besonders legitimiert: der Verlag der„Bauhiitte" hatte nämlich gegen die Tirettion der Baufach-Ausstellung einen Prozeß wegen eines entgangenen Geschästsgewinnes angestrengt. Der frag- liche Artikel der„Bauhütte", der natürlich in vielen Unter- itehmerorganen zustimmend abgedruckt wurde, wird am besten durch seine Schlußsätze charakterisiert. Dort heißt es: „Wie kommt die Ausstcllungslcitung dazu, unter den Augen der Behörden und im Angesicht der Industrie, welche die Ausstellung bezahlt, einer derartigen Agitation eine Freistätte zu bieten? Es scheint wahrlich nötig, daß der Geschäftsführung der Ausstellung die Korrektur dieser peinlich auffallenden Entgleisung nahegelegt wird." Der Notschrei der Unternehmer ist bei der sächsischen Regierung, die bekanntlich ein sehr feines Empfinden für die Schmerzen der Scharfmacher hat, nicht ungehört ver- hallt. Die Direktion der Baufachausstellung wurde veranlaßt, auf die Entfernung des Plakats zu dringen, desseil Wortlaut als besonders anstößig in dem Artikel der„Bauhütte" zitiert worden war. Die Direktion der Ausstellung befand sich an- gesichts des Verlangens der Regierung in einer Zwangslage. Als sie, gestützt auf den Wortlaut der Ausstellungs- bedingungen, im August' die Entfernung des anstößigen Plakate forderte, desavouierte sie sich dainit selbst. Vor der Eröffnung der Ausstellung hatte sie alle Ausstellungsobjette der Gewerkschaften besichtigt und alles einwandfrei gefunden. Nun, mehr als drei Monate später, mußte sie auf höheren Wunsch die Entdeckung machen, daß durch das schlimme Plakat die Ausstellung einen„tendenziösen Charakter" Kleines feuilleton. Die Kultur im modernen Deutschland. Einer unserer Zeit- genossen hat im verflossenen Sommer einen Ausflug gemacht, um die Wunderwelt der Berge zu genießen. Er kletterte dabei auch auf einen Gipfel hinauf und sühlic sich während der Wanderung von der Schönheit der Natur förmlich berauscht. Oben auf dem Gipfel lag ein Gasthof, der die mehr auf da§ Materielle gerichteten Gelüste be- friedigen sollte. Soweit ist alles in der schönsten Ordnung. Nun aber kommt's. Zum Gasthos gehörten zwei Erfrischungshallen, eine geschlossene und eine offene, die durch einen schmalen Gang miteinander ver- stunden waren. Der Durchgang war etwas eng. dafür aber genoß nian durch Fensteröfsnungen nach beiden Seiten die herrlichste Fern- ficht in den Felsengarten hinaus. In diesem engen Gang nun, der etwa 10 Meter lang war, standen nicht weniger als neun Mutoskopapparate der deutschen Rutoikop- und Biographiegesellschast in Berlin. Und was war in diesen Apparaten zu sehen? Ein Repertoire dieser Gattung: .„Eine kitzlige Ehrensache!" .Bater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr." „Ein unpassendes B a d e k o st n m. Vorzüglich I Pikant! Nur für Herren!" „Der verhängnisvolle Kuß. Tipp. Topp!" „FurchtbarerSlurz." Neber diesen Spielplan ärgerte sich unser guter Zeitgenosse. Er meinte offenbar, daß man nicht in einen Guckkasten zu sehen braucht, wenn ringsumher die Berge ihre Wunder ausbreiten. Vor allem aber nicht in einen Guckkasten, in dem man den ganzen Dreck der Großstadt wiederfindet, den man soeben glücklich hinter sich ge- lassen hat. Was soll man nur dazu sagen? Der Mann hat ja in einer Weise ganz recht. Er vergißt aber doch, daß wir im Zeitaller des Kinos leben. Wie soll die im Kino erzogene Menschheit an einer gewöhnlichen toten Berglandschaft Gefallen finden, wenn sie an Berge mit den furchtbarsten Abstürzen und Katastrophen gewöhnt ist? Und wie selten hat man das Glück, daß sich in den Bergen jemand den Hals bricht, während man gerade als Zuschauer zugegen ist! Bon einem veralteten Standpunkt au» hat unser Zeitgenosse also recht, von einem modernen Standpunkt aus fordert indesien die Entwickelung ganz logisch die.kitzliche Ehrensache" und das „unpassende Badekostüm". Der Widersacher der Rcnaiffance. Ueber da« Verhältnis des modernen Deuijchen zu Italien sprach Karl Schesfler als zweiter Redner in der Reihe der„Kunst- und Künstler"-Vorträge. Scheffler, der seit Jahren die Wahrheit der lebendigen Kunst zu er- jagen sucht, und der niit kühlem Fanatismus das Allgemeinmenschliche in der Kunst, ihre höchsten, beseelten und beseligenden Werte von dem artistischen Handgeschick und dem Nur-Geschmackvollen zu sondern trachtet, war jetzt, als ein Vierzigjähriger, zum ersten Male in Italien. Er hat über dies Erlebnis ein Buch geschrieben; es erschien im Jnselverlag. Es ist ein Buch, ganz erfüllt von der tiefgrabenden, oft grüblerischen Gedanklichkeit, von der der Vortrag am Freitag eine ergreifende Probe gab. Scheffler teilt die Kunst, erhalte und zu„agitatorischen Zwecken verwertet" werde. Der Vorstand des Deutsckien Holzarbeiterverbandes hatte Verständnis für die fatale Situation, in welche die Direktion der Ausstellung geraten war. Er verzichtete des- halb darauf, aus der Maßregelung die naheliegende Konsequenz zu ziehen: er machte aber auch von dem Anerbieten, das„anstößige" Plakat durch ein anderes, mit ähnlichem Wortlaut zu ersetzen, keinen Gebrauch. Die Blamierten bei dl!r Aktion sind die Scharf- ni a ch e r, welche die Hetze veranstaltet haben, und ihre dienstwilligen Helfer. Der„agitatorische Charakter" der Ausstellung ist nämlich in keinem Objekt weniger zum Aus- druck gelangt, als in dem unschuldigen Plakat, das als Opfer fiel. Der Holzarbeiterverband hatte neben Schutz- Vorrichtungen an im Betriebe vorgeführten Maschinen vor- nehmlich die„klagenden Hände" ausgestellt; Photo- graphien von zum Teil schrecklich verstümmelten Händen, die in stummer, aber doch so beredter Sprache Kunde gaben von den Mängeln des Unfallschutzes. An den Wänden der Ausstellungsräume hingen unter anderem eine Anzahl Plakate, auf welchen die Mitglieder- und Verinögensentwicke- lung des Verbandes, seine Einnahmen und die Leistungen an seine Mitglieder, die Lohnkämpfe, die er geführt, die Erfolge, die er hierbei errungen und anderes mehr verzeichnet war. Das war in Wirklichkeit Agitationsmaterial fiir den Verband. Aber ausgerechnet das im Format kleinste und in seinem Inhalt harmloseste Plakat fiel der Zensur zum Opfer! Und um die Blamage vollständig zu machen, wurde schließlich die Kollektivausstellung der Gewerkschaften, in welcher die Abteilung des Holzarbeiterverbandes in hervor- ragendem Maße die Aufmerksamkeit auf sich lenkte, trotz ihres„tendenziösen Charakters" uub trotzdem sie„agitatori- scheu Zwecken" diente, von einem unparteiischen Preisrichter- kollegium mit der goldenen Medaille dekoriert. Nach dem Vorausgegangene» mag diese Auszeichnung der Aus- stellung der Gewerkschaften den Scharfmachern ganz besonders schmerzlich gewesen fein. Lerlin und Umgegend. Der Streik der Former, Kernmacher und Gicsicrciarbeitcr bei der Firma Hugo Härtung Akt.- Ges., Berliner Guß- stahlfabrik und Eisengießerei, Lichtenberg. Herzberg- straße 122— 124, dauert fort. Der Betrieb ist für alle Metall- arbeiter streng gesperrt. Alle Arbeitsangebote der Firma sind zurückzuweisen. Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Der Streik der Kutscher und Mitfahrer bei der Dcutsch-Ameri- kanischen Petroleum-Gesellschaft ist am Sonnabend früh beendet worden. Nachdem die Verhandlungen am Donnerstagabend mit der hiesigen Geschäftsleitung resultatlos verlaufe» waren, ließ dieselbe am nächsten Tage die Lohnkommission der Kutscher nach- nüttags um 5 Uhr zu erneuter Verhandlung nochmals nach dem Kontor, Schiffbauerdamm, rufen; jedoch wünschte sie, daß die Ver- bondsvertrcter an der Verhandlung offiziell nicht teilnehmen möchten. Es wurde der Kommission zugestanden, daß dieselbe nicht sogleich bei der Verhandlung ihre Zustimmung zu de Zugeständnissen geben brauche, wie dies am Tage zuvor verlangt wurde, son- dern sich über die Annahme derselben mit den Vertretern des Ver- bandes und den übrigen Streikenden nach der Verhandlung beraten solle. Tie Direktion hat nunmehr bei dieser Verhandlung folgende Zugeständnisie gemacht: Die monatliche Lohnzahlung wird in eine wöchentliche umgewandelt..Der Anfangslohn beträgt von jetzt ab bis 1. Januar 1914: 28,50 M., von da ab 29 M. pro Woche. Nach dreimonatiger Beschäftigung steigt der Lohn auf 30 M., nach 1 Jahr aus 31 M., nach 3 Jahren auf 32,50 M. Die Mitfahrer sollen in Zukunft beim Eintritt erhalten: vom 1. Januar 1914 ab die es in Italien zu sehen gibt, in drei große Kreiie: in die antikisch- römische Periode, in die frühchristliche und in die Periode der Renaissance. Die Römer stehen uns nahe, ein Volk der Weltwirtschaft und der großgearteten Zweck- Mäßigkeit; ihre Viadukte, ihre Zirkusse sind aus dem gleichen Geist wie die bedeutendsten der modernen Betonbauten. Die Primitivität der frühen Christen ist von rührender Naivität und von einer köst- lichcn Innerlichkeit. Die Renaissance aber ist für Scheffler kalt, verlogen und verspielt. Er haßt die Renaissance. Vom Pantheon sichren direkte Wege zu den machtvollsten Hallenbauten und den größten technischen Konstruktionen der Gegenwart. Daß Italien und besonders das Italien der Renaissance den höchsten Grad der Kunst aufweise, ist ein Aberglaube, der zerstört werden muß. Aber man wird sich hüten müssen, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Theater. Deutsches Theater. Der zweite Abend des Shakespeare- Zyklus brachte die Komödie:„Viel Lärm um nichts" in der Form, die ihr vor annähernd zwei Jahren gegeben wurde. Rein- Hardt hat die Dichtung bei der Stimmung gepackt, aus der Shake- speare sie empfing. Sie gehört jener glücklichsten Zeit des Dichters an, die sein Schaffen zur höchsten Lust, höchsten Freiheit, höchsten Ueberlegenheit erhob. Das diftierte der Regie Ziel und Plan. Es gab ihr ein Recht, alle Bewegung, Farbe, Tönung energisch ins Lichte emporzutreiben, und so brachte sie nun auch die bleiernen An- hängscl eines barbarischen Geschmacks gut beiseite, die Shakespeare aus der alten italienischen Erzählung, die seinem Spiel zugrunde liegt, unbedenklich übernahm und von denen wir uns, so weit das überhaupt möglich ist. ebenso unbedenklich befreien dürfen. Ganz wegschneiden lassen sie sich nicht, aber ihr Gewicht läßt sich mindern. Denn sie sind genau besehen unwesentlich. Das wichtige, das ge- staltet werden muß. ist die von ollem Dunklen und Rauhen befreite Freude am Leben, die in vollen Quellen hervorbricht. Zu einem„königlichen Feste" hat Reinhardt die Komödie her- gerichtet, zu einem Spiel der großen Heiterkeit, die von allen Sorgen losgebunden ist. Der Rausch des frohen UeberinntS geht in farbigen Gewändern mit Masken und Musik über die Bühne, formt und färbt alles nach seinem Gesetz um. so sieghaft, daß daS Häßliche ohnmächtig wird, bloß nebenhertrotten kann und wider Willen als ein Element des Komisäien an der Steigerung des Hellen mitichaffen muß. Was Shakespeare in den Schöpferstunden dieses Werkes war, ist vor allem in zwei herrliche Gefäße gegossen, in die Gestalten Beatrice und Benedikt, diese zwei, die mit soviel Witz und Spott den Sprung unters Ehejoch verlawen und die nun, listig bei dem Stolz ihrer Widerspruchslust gefaßt und von versteckt in ihnen lauernder Neigung mitgetrieben, dem allgemeinen Lose von Weib und Man» mit so komisch ergreifender Frohwilligkeit erliegen. In Spiel, Nebenspiel, Widerspiel, bis ins Burleske hin, läßt Reinhardt, was der Dichter reicht, zu der Welt werden, die diese zwei Vollmenschen tragen und wie ein Unterbau erhöhen kann; in begleitenden Relief» knldern stimmt er es nach ihrer Art ab. Alles Schwere muß sich dem Soimigleichten fügen, es wird isoliert beiseite gedrückt, wird zum Schatten, der flüchtig auftaucht und entschwindet, und deni keine ernstliche Gewalt gelassen Wied. Alles Sonnige wird aufgesteigert ins Sonnigste.„Ich bin unter einem tanzenden Stern geboren", sagt Beatrice, und daS wurde für alles Innen und Außen des Spiels zum leitenden Wort der Regie. Sie ging darauf aus, das Jrdisch-Menschliche in befreitem Leuchten und Bewegen zu geben. Zwischen entschlossenem Glücknehmen und beglücktestem Glückgönnen. das dem verärgerten Glückneiden nur in kurzem Straucheln ins 17 M., dann 18 M., 19 M. bis zum Höchstlohn von 29 M. Für sie ist gegenüber der früheren Entlohnung der Lohn um 1 M. pro Woche erhöht worden. Bei den Kutschern ist der Anfangslohn gegen früher um 83 Pf. pro Woche und die übrigen Staffellöhne sind um 1 M. ab 1. Januar erhöht worden. Jeden dritten Sonntag soll der Reihe nach jeder Kutscher völlig dienstfrei bleiben. Für das Füttern der Pferde am Sonntagnachmittag sollen die jourhabenden Kutscher 1,50 M. erhalten. Ebenfalls soll den Arbeitnehmern je nach dem Diensnklter ein Sommerurlaub von je 4, 7 bis 10 Tagen gewährt Iverde». Wenn durch diese Zugeständnisse die Löhne auch noch nicht die Höhe erreichen wie diejenigen bei anderen Betrieben dieser Art, so haben sich die Kutscher und Mitfahrer in einer am Freitagabend abgehaltenen Versammlung beschlossen, die Vorschläge der Ge» schästsleitung in Anbetracht der liebermacht des Polizeiaufgebots anzunehmen. Die Streikenden gelangen nach und nach wieder zur Einstellung. Die Mehrzahl der Streikenden wurde bereits am Sonnabend früh wieder eingestellt. Wir machen hierbei noch dar- auf aufmerksam, daß die organisierten Petroleumkutscher Berlins sich im Besitze einer grauen Legitimationskarte befinden, welche allmonatlich einmal abgestempelt wird. Wir bitten die Arbeiter- schaft, hierauf achten zu wollen. DeutTebes Reich. Eine Reichskonferenz der Bürsten- und Pinselmacher. Zu den Gewerbezweigen, die ihre Arbeiter am schlechtesten cnt- lohnen, gehört die Bürsten- und Pinselindustrie. Das wird begreif- lich, wenn man berücksichtigt, daß in diesem Beruf die Franc»- und Kinderarbeit und besonders die Hausindustrie noch eine be- deutende Rolle spielt. Das Herstellen von Bürstcnwaren in der Hausindustrie und ihr Vertrieb auf dem Wege des Hausierens war lange Zeit hindurch die übliche Methode der Befriedigung des Kon- sums. Zwei Zentren gibt es in Deutschland, in welchen sich, unab- hängig voneinander die Bürsten-Hausiiidustrie in großem Ilmfange entwickelt hat. Das eine dieser Gebiete liegt im sächsischen Erzgebirge mit Schön Heide als Mittelpunkt, in dem anderen, im badischen Schwarzwald, ist Todtnau der Hauptort. In beiden Gebieten besteht anch heute noch eint ausgedehnte Hausindllstrie, die aber gegen die inzwischen ausgekommenen Großbetriebe einen berzwciselten Kampf um die Existenz führt. In den Großbetrieben, aber auch in der Heimindustrie ist eine weitgehende Arbeitsteilung durchgeführt. Die Verwendung kostspieliger Spezialmaschinen mit großer Leistungsfähigkeit sichert den Großbetrieben die Ueberlegen- heit; sie können auch bei der Fabrikation in größerem Umfange weibliche und ungelernte Arbeiter verwenden. Alles Momente, welche den Fortschritt der gewerkschaftlichen Organisation crschiveren und demgemäß anch der Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedin- gungen große Hinderniffe in den Weg legen. Etwas günstiger liegen die Verhältniffe in der Pinsel« f a b r i k a t i o n, die ihren Hauptsitz in Nürnberg hat. Einige kleinere Fabriken bestehen daneben noch in Dinkelsbühl und Na- vensburg. Die deutsche, hauptsächlich die Nürnberger Pinselindustric nimmt eine weltbeherrschende Stellung ein und ihre Arbeiter, die über eine straffe Organisation verfügen, haben es verstanden, den Unternehmern mancherlei Zugeständnisse abzuringen, doch sind auch die Löhne der Pinselmacher keineswegs als glänzend zu be- zeichnen. Erst kürzlich haben die Arbeiter der Nürnberger Pinsel- Industrie einen 20wöchigen Streik erfolgreich beendet, der besonders dadurch bemerkenswert war, daß das Gros der Streikenden A r- beitcrinnen war. Neben etwa 600 Arbeitern standen 1150 Arbeiterinnen, darunter 150 Heimarbeiterinnen, im Kampf, den sie in musterhafter Weise durchführten. Ueber die Arbeitsverhältnisse in der Bürsten- und Pinselindustrie gibt eine vom Deutschen Holzarbeiterverband auf- genommene Erhebung Aufschluß, deren Ergebnisse kürzlich ver- öffentlicht wurden. Hiernach beträgt im Reichsdurchschnitt dir wöchentliche Arbeitszeit 57,1 Stunden und der durchschnittliche Wochenverdienst 22,18 Mk. Im Jahre 1893 hatte die durchschnitt- liche Arbeitszeit 02,1 Stunden und der Durchschnittslohn 15,78 Ml. betragen. In den einzelnen Orten weisen die Arbeitsverhältnisse natürlich erheblicheUnterschiedc aus. JnBerlin wurden 30Betriebe mit 176 Beschäftigten, darunter 16 weiblichen und 3 jugendlichen Netz fallen kann, zwischen sreisprühender Sinnlichkeit und scheu zurückhaltender Liebeslust, überlegenstem Witz und schnurrig-heiligster Einfalt spannt sich die Welt des Spiels, und sie erfüllt entzückend, waS die Bühne soll und kann: hinaufreißen in die Lebensstimmung, die den Dichter in schöpferischem Hervorquellen beseelte. Solche Ziele kann man mit Albert Basser mann und Else Heims— Benedikt und Beatrice— wagen. Ihre Kunst hat die große Kraft, die der rciche.Humor Shakespeares fordert. Sie geben das Leben dnrchsichtig-plastisch, so daß Ernst und Komik zu- gleich wirken: ergreifend und erheiternd im selben Augenblick. Und neben ihnen die rem komischenGestalten: die eine, die es durch die Dar- stellung wurde: Paul VienSseldtS giftgalliger Sauertopf Do» Juan, und dann daS überwältigend burleske Polizistenpaar Holz- apfel und Schleewein, von Hans Waßmann und Viktor Arnold gezeichnet, als ob Wilhelm Busch mit Rat und Tat geholfen hätte. Man spürt wohl, daß da« Spiel dieser beiden sich dann und wann zu breit ergeht, aber man läßt sie ohne viel Gegenwehr gewähren. Schwächen hatte die Aufführung nur in der Besetzung des Prinzen und Claudios, die volleres Leben geben müßten. Der Abend schloß mit Beifallsstürmen._ frd. Notizen. — Zusammenkunft der Arbeiterbibliothekare. Die erste Zusammenkunft im beginnenden Winterhalbjahr findet am Montag, den 1. Dezember, im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15, statt. Anfang Punkt 9 Uhr. Tagesordnung: 1. Kleine Anfragen. 2. Ein Ausleihsysiem(mit Demonstrationenj. Referent Genosse Waclawiak.— Die Groh-Berliner Arbeiterbiblio- thekare, auch die, welche ihren Posten im Nebenamt versehen, werden um ihr Erscheinen gebeten. — Theaterchronik. Im Kleinen Theater findet die Uraufführung von Ludwig Thomas neuestem Schauspiel„Die Sippe" am nächsten Sonnabend statt.— Ein K ü n st l e r- Theater für 600 Personen nach den Plänen Henry van de Veldes wird auf der Deutschen Werkbund-Ausstellung Köln 1914 errichtet. Es soll die Lösung des künstlerischen TheaterproblemS, wie es sich seit- her entwickelt hat. entscheidend weiterführen. — Vorträge: Ueber den MoniSmuS im Kampfe der Weltanschauungen spricht Privatdozent Dr. phil. M. Frischeisen- Köhler am Sonntag, den 30. November, mittag» 12 Uhr, in der Alten Bauakademie am Schinkelplatz 6(nahe der Schloßbrückej.— Im Wissenschaftlichen Theater der Urania spricht Herr Jh. Chiba aus Tokio am Montag, abends 8 Uhr, über„Japan und die Japaner" und am Donnerstag, abends 8 Uhr über„Das Leben der Japaner". — Kunstchronik. Das Kupferstichkabinett der kgl. Museen schließt heute die AuSstelluug der Zeichnungen Pteter BruegelS und stellt vom letzten November ab Radierungen Rembrandt« aus. — Die deutschen Städte und die WeltauSstel- lung. Der Vorstand des Deutschen Städtetagcö hat zur Weltaus- stellung in St. Francisco sich grundsätzlich bereit erklärt, seinerseits eine einheitliche deutsche Städle-Abtcilung zu organisieren, wenn von Reichs wegen genügend Mittel zur Verfügung gestellt werden. — Wagner-Fund. Die von Richard Wagner eigenhändig geschriebene Ociginal-Partitur deS unvollendeten Jugendwerkes„Die Hochzeit", die 1838 in Würzburg unter mißlichen äußeren Umstände« aufgesetzt wurde, hat sich im Nachlaß Felix MottlS gefunden. gezählte Die durKschnittliche Arbeitszeit wurde hier seit 1893 von 53,5 auf 54,6 Stunden verkürzt, in der gleichen Zeit stieg der Durch- schnittsverdienst von 26 M. auf 27,68 M. Ist auch ein Fortschritt unverkennbar, so ist doch ein Durchschnittsvcrdienst von der ange gebenen Höhe für Berliner Verhältnisse sehr bescheiden. Aller Vings ist auch die Organisation der Berliner Bürstenmacher noch recht mangelhaft, nur 66 von ihnen gehören dem Verband an. Die zuständige Organisation für die Bürsten- und Pinselmachcr ist der Deutsche Holzarbeiter verband, dem die bis dahin bestandene selbständige Zentralorganisat-on der Bürsten- und Pinselmacher bei seiner Gründung im Jahre 1833 mit 338 Mit- gliedern beitrat. Am Schluß des Jahres 1312 gehörten dem Deut- scheu Holzarbeiterverband 4443 Bürsten- und Pinselmacher an, ' darunter 148l weibliche. Nach der Berufs- und Gewerbezählung vom Jahre 1307 gab es in Deutschland 5555 Betriebe(darunter 2351 Älleinbetriebe) mit 26 383 Berusstätigen, vifti denen 18 750 Arbeiter waren. Nach Abzug der Lehrlinge und der berufsfremden Arbeiter dürsten etwa 16 006 Organisationsfähige verbleiben, von denen demnach erst ein verhältnismäßig kleiner Teil der Organi- sation angehört. Zur Belebung der Agitation unter den Bürsten- und Pinselmachern und zur Beratung von Fragen, welche die Be- russangehörigen speziell interessieren, hat der Vorstand des Deut schen Holzarbeiterverbandes eine Reichskonseren z der Bür- st e n- und P i n s e l m a ch e r berufen, welche am heutigen Sonn tag in Berlin zusammentritt. Die Kartonnagenarbeitcr und-Arbeiterinnen der Oberrheinr schen Kartonagenfabrik Hirschland u. Schiettinger in Mann heim stehen seit 14 Tagen im Streik. Alle Versuche, in Manw heim und Umgegend Arbeitswillige zu bekommen, schlugen fehl. Als Retter in der Not erstand der Firnia nun in der Person des Agenten Boy, Berlin, ein Helfer, der in Berlin und Frankfurt a. Main zirka 15 Arbeiter und Arbeiterinnen zusammentrommelte, doch alles Leute, die. noch nie eine Kartonnagensabrik von innen gesshen haben. Sie erhalten 14 Mk. Lohn bei freier Station, nach 14 Tagen noch 10 M. Extraprämien. Da die Firma genau weiß, daß sie mit den Arbeitswilligen den Betrieb nicht aufrechterhalten kann, so ist der Agent noch auf der Suche nach branchekundigen Arbeitswilligen. Es wird deshalb dringend vor Annahme von Ar- beit nach Mannheim gewarnt. Em InduFtm und Dandd. Die Pläne der B. E. W. Während die Berliner E l e k t r i z i t ä t s- W e r k e sich über ihre Pläne auf Errichtung einer Kraftzentrale im Bitter- selber Kohlenrevier ausschiveigen, vermag die sächsische Provinz- presse über allerlei Einze�eiten zu berichten. Authentische Mit- tetlungen der B. E. W. wären um so nötiger, als die Uebernahmc der Werke durch die Stadt Berlin durch die Errichtung einer Zentrale in Bitterfeld wesentlich berührt wird. Ueber die technische Seite des geplanten Baues entnehmen wir dem„Wittenberger Tageblatt" vom 21. d. M. folgende Schilderung: Der Kohlenreichtum des Bitterfelder Muldebeckens, der den Staat zum Bau des Kraftwerkes Muldenstein für die Elektrisierung der Strecke Magdeburg— Leipzig— Halle veranlaßte, ist durch sorg- fältige Bohrungen nach einer derartigen Ausdehnung hin er- schlössen worden, wie selbst der Fachmann nicht ahnen konnte. Man hat festgestellt, daß das ganze Gebiet zwischen Bitterfeld und Gräfenhainichen einem riesigen Kohlenblock, gleicht. Ein Konsortrum der ,?Berliner Elektrizitätswerke", das dieses ganze Gebiet an- gekauft hat, trat in seiner Generalversammlung zum erstenmal an die Ocffentlichkeit mit einem großzügigen Projekte, dessen Verwirk- lichung mit der Einrichtung einiger Gruben schon seinen Anfang genommen hat. Ursprünglich hatte die genannte Gesellschaft nur die Abficht, das Weichbild Berlins mit Elektrizität zu versorgen. Sie will den Strom in die Berliner Zentralen leiten, und zwar zu einem Preise, der unter dem Berliner Selbstkostenpreise liegt. Tic Verhandlungen zwischen Gesellschaft und Magistrat schweben noch. Aber die Berliner Elektrizitätswerke werden b e st i m m t in Bitter- selb eine Riesenkraftstation bauen— ganz gleich, ob der Vertrag zustande kommt oder nicht; denn das Kohlengebiet ist von einer solchen Mächtigieit, daß es allen Anforderungen, selbst wenn der Bedarf um ein Mehrfaches steigt, einem Zeitabschnitt von über 80 Jahren genügen würde. Der Betrieb wird dem Stand unserer heutigen Technik völlig entsprechen. Die Kohlen iverden direkt ans den Gruben, von riesigen Elevatoren getragen, unter die dazu geeigneten Dampfkessel befördert, ohne mit der Menschen- Hand in Berührung zu kommen. Die Hauptbedeutung dieser großen Fernzentrale ist aber in dem Umstand zu sehen, daß sie eine Elektrizitätsquelle für ganz Mitteldeutschland werden wird. Die Ausführungen der Gesellschaft gehen dahin, daß das Stromnetz einem Kreis gleichkonimt, den man auf der Landkarte schlägt, mit dem Radius Bitterfeld— Berlin und dem Mittelpunkt Bitterfeld. Das ist ein Gebiet, in das nicht nur das gesamte sächsisch« Industriegebiet und ein Teil der thüringischen Staaten bis Erfurt fällt, sondern in den auch der Harz und größere Städte, wie Salle, Magdeburg, Dessau, Eilenburg, Torgau eingeschlossen sind. Fo�iaieg. Tic Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechts- krantheitcn veranstaltet am Montag, den 24. November, abends 8 Uhr, in den Auguste-Viktoria-Sälen, Lutherstr. 31/32. einen öffentlichen Vor- iragsabend. Frau Henriette Fürth ans Frankfurt a. M. wird über„Prostitution und Wirtschaftsleben" sprechen. Der Eintritt ist frei, Gästen ist der Zutritt gestattet. Tie„frivole" Aussperrung der Spandaucr Malergchilfen. Wegen Beleidigung von 15 Malermeistern anläßlich der Aus- sperrung im Frühjahr d. I. hatte sich der damalige Spandauer Streikleiter, Genosse Zmyslowski, am Freitag vor dem dortigen Schöffengericht zu verantworten. Z. sollte die Beleidigung dadurch begangen haben, weil er in einem Inserat in der„Spandauer Zeitung" die Einwohnerschaft um Unterstützung durch Zuwendung von Arbeiten an die Streikenden in der von den Malermeistern frivol verhängten Aussperrung bat. Weiter war in dem Inserat die Bemerkung enthalten, daß die an der Aussperrung beteiligten Meister in den meisten Fällen die Arbeiten von minderwertigen Leuten ausführen lassen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Heine- Berlin, legte in längeren Ausführungen dar, daß hier tatsächlich von einer frivolen Aussperrung gesprochen werden müsse. Außer- dem werde durch das Wort„frivol" nur zum Ausdruck gebracht, daß es sich um eine leichtfertige Aussperrung gehandelt habe.' Ter Ver- treter der Kläger sah in dem Wort frivol eine schwere Beleidigung und verlangte Bestrafung des Angeklagten. Das Gericht konnte in dem Wort„frivol" eine Beleidigung nicht finden, zumal das Wort von einem Arbeiter gebraucht worden �ei, der oft nicht jedes Wort reiflich überlege, und erkannte aus diesem Grunde auf Frei- sprcchung. Die Kosten wurden den Klägern auferlegt. Stinius in Berlin. Mau schreibt uns: Im Anschluß an Ihre gestrige Notiz „Kapitalistische Umklammerung von Gemeinden", dürfte es Sie interessieren, daß in der letzten Zeit von Stinncs lebhafte An- strengungen gemacht worden sind, auch die Berliner Gaswerke von sich abhängig zu machen. Auch hier wurden äußerst günstige Be- dingungen gestellt, die bei oberflächlicher Behandlung sehr verlockend erschienen. Als es ausgeschlossen erschien, die Gaserzeugung in die Hände zu bekommen, wurde wenigstens versucht, die Koks- Produktion der Gaswerke in eine Abhängigkeit von Stinnes�zu bringen. Es ist möglich gewesen, diese Versuche zurückzuweisen, ohne daß sich die Oesfentlichkeit damit zu beschäftigen brauchte. Jedenfalls werden aber diese Versuche nicht die letzten gewesen sein. Tie südwestafrikanische Fleischverwertung. Der Direktor des Hamburger Schlachthofes, Dr. Neumann, weilt seit einiger Zeit in Südwcstafrika. Seinem Bericht über die Frage der südwestafrikanischen Fleischverwcrtung entnehmen wir folgende Angaben; Im Jahre 1912 wurden in unserem«schußgebiet dort 172 006 Rinder gezählt. Als Hauptschlachtware für die Ausfuhr jommen in erster Linie Ochsen in Betracht, von diesen Wird aber der weitaus größte Teil zu Arbeitszwecken benutzt. An Klein- Vieh wurden 1912 gezählt: 433 200 Fleischschafe und. 448 300 Ziegen. Ahs Schlachtware kommen hier 73 600 Hammel und 59 500 Kapitaler in Betracht. Die Qualität der Hammel ist eine sehr gute, deshalb würden sich dieselben nach der Ansicht Dr. Neumanns sehr wohl für den Export eignen. Dabei ist aber zu beachten, daß das Kleinvieh für die Ernährung der Eingeborenen und der Farmer von sehr großer Bedeutung ist. Dr. Neumann� befürwortet daher vor allem die Zucht von Kleinvieh. Er hat festgestellt, daß der Rinderbestand in Südwest um 18 bis 19 Proz. jährlich zunimmt, und nimmt dementsprechend an, daß 1917 etwa eine halbe Million Rinder zur Verfügung stehen wird. Die heute zur Verfügung stehenden Rinder genügen in keiner Weis� für eine Versorgung des europäischen Marktes. Die Ausfuhr von lqbendcn Tieren würde sich der hohen Kosten für Fracht wegen nicht empfehlen. Dagegen wäre die Ausfuhr von Gefrierfleisch»ach Hamburg sehr wohl möglich. Dr. Neümann empfieblt weiter, die Frage zu prüfen, ob ein Absatz von Dörrfleisch in den fleifcharmen afrikanischen Küstengebieten möglick wäre. Die Fabrikanlagen für die Ge- iviiinung von Fleischextrakt sind sehr kostspielig, ihre Errichtung empfiehlt sich erst, wenn soviel Schlacknvieh im Lande vorhanden ist, daß der Betrieb das ganze Jahr über aufrechterhalten werden kann. Diese Zeit ist für Südwest aber noch nicht gekommen. Wie das Reichsvcrsicherungsamt mit dem Gesetz umspringt. Wiederholt mußten wir daraus hinweisen, daß das Reichsver- sicherungsamt im Gegensatz zur Rechtsprechung durch diese Behörde unter Vorsitz des Dr. Bocdiker und auch zu der des Reichsgerichts in Zivilsachen immer antisozialer urteilt. Jetzt wird uns ein Urteil des Reichsversicherungsamls vom 9. September 1913 übermittelt. das eine Auslegnngskunft offenbart, wie wir sie trotz alledem beim Reichsversicherungsami nicht für möglich gehalten hätten. Natür- lieh richtet sich diese Auslegungskunst gegen die Verletzten. Im§ 584 der R.V.O. ist vorgeschrieben, daß ein Verletzter so- lange völlig erwerbsunfähig gilt, als ihm die Krankenkasse für eine Zeit Krankengeld oder Krankenhauspflege gewährt, in der die Be- rufsgenossenschaft entschädigungspflichtig ist, aber die Fürsorge für den Verletzten noch nicht übernommen hat. Was macht das Reichsversicherungsamt aus der klaren Vor- schrift des§ 584? Das gerade Gegenteil. In dem Prozeß handelte es sich um einen Verletzten, der in einer Zeit, in der an sich die Berufsgenossenschaft hätte für ihn eintreten müssen, von der Krankenkasse unterstützt war. Er selbst hielt sich für er'werbs- unfähig. Der behandelnde Arzt erklärte diese Ansicht für zu- treffend. Die Berufsgenosienschaft gab für die ganze iit Betracht kommende Zeit aber nur eine Rente von 20 Proz. Das hat das Reichsversicherungsamt gebilligt! Natürlich geht das Reichsversicherungsamt nicht an dem Wort- laut des§ 584 uiid seiner Entstehungsgeschichte vorbei. Diese Vor- chrift steht in einem Abschnitt der Reichsversicherungsordnung, der überschrieben ist:„Gegenstand und Art der Versicherung", und der 'ast ausschließlich die Art und den Umfang der Ansprüche der Ver- icherten regelt. Sie verdankt einem Beschlüsse der Reichstags- kommission ihre Entstehung. Nach der Begründung, die der An- reger dieser Vorschrift bei den Verhandlungen der Kommission ge- geben hat, war bezweckt, durch 8 084 die Streitigkeiten aus der Welt zu schaffen, ob in Fällen dieser Art die Berufsgenossenschaft ddm Verletzten für die Zeit, in der er nach dem Urteil des Kassen- arztes arbeitsunfähig ist, ohne weiteres die Bollrente zahlen müsse. Das sei sicher angemessen, da ja der Verletzte während dieser Zeit tntsächlich erwerbslos gewesen sei. Diese Begründung ist dem Reichsversicherungsamt nicht eni gangen. Das Urteil gibt' sie wieder, aber sucht dann aus 18 langen Seiten darzulegen, daß der§ 584— der in dem Abschnitt„Gegen- stand der Versicherung" steht— sich nur aus die Ersatzansprüche der Krankenkassen gegenüber der Berufsgenossenschaft beziehe, und daß das Motiv des Gesetzgebers nach Ansicht des Reichsversicherungs- amts ein gesetzgeberisch falsches sei. Kaum glaublich. Und dennoch heißt es im Urteil im Anschluß an die richtig wiedergegebene Be- gründung des zum Gesetz erhobenen Antrages in der Kommission im Urteil wörtlich: „Demgegenüber ist zunächst zu bemerken, daß nach den Er- fahrungen der Praxis Streitigkeiten darüber, ob der Unfall- verletzte in Zeiten des Bezuges des Krankengeldes als völlig er- werbsunfähig zu gelten und Anspruch auf die Vollrente haben solle, zwischen dem Verletzten und der Berufsgenossenschaft nur verhältnismäßig selten, in bedeutsamer Zahl vielmehr nur zwischen Kranlenkassen und Berufsgenossenschaften entstanden bezw. zur Kenntnis gelangt sind. Das ist auch ganz natürlich, denn der Verletzte hatte beim Bezüge des Krankengeldes neben einer mehr oder weniger hohen Unsallrente und den Kosten des Heilverfahrens regelmäßig soviel erhalten, daß er mindestens an- nähernd den Betrag seiner Einnahme aus Arbeitsverdienst in gesunden Tagen, unter Umständen sogar mehr erreichte und vor Not geschützt war, während die Krankenkasse im Hinblick auf die Höhe ihres Ersatzanspruches für ihre Aufwendungen ein lebhaftes Interesse daran hatte, den Betrag der Unfallrente möglichst hoch festgestellt zu sehen." Der Urteilsverfasser hat offenbar jedes Augenmaß für seine Aufgabe verloren. Aufgabe des Richters ist es nicht, zu kritisieren, ob der Gesetzgeber ein Gesetz aus Erwägungen heraus gegeben hat, di? der Richter für zutrefserw hält, sondern das gegebene Gesetz an- zuwenden. Ankämpfen aegen eine Gesetzesvorschrift, die einem nicht paßt, darf auch der Ürteilsverfasser, aber nicht im Urteil, son- dern in seiner Betätigung als Staatsbürger. Nicht das Gericht erläßt die Gesetze, sondern der Gesetzgeber. Fizx den Richter mutz das Gesetz die Richtschnur bei der Urteilsfällung sein, gleichviel, ob er das Gesetz für gerecht oder ungerecht hält. Die 18 Seiten lange Urteilsbegründung quält sich damit ab, die wiedergegebene soziale und politische Auffassung des Richters als zutreffend hinzustellen. Für besonders beachtenswert hält das Reichsversicherungsamt, daß es ungerecht sei, die Berufsgenossenschaft zur Vollrente zu ver- urteilen, weil sie dann von der„einseitigen Stellungnahme der Krankenkasse" abhängig sei. Souverän setzt sich das Reichsversicherungsamt über den klaren Wortlaut und den klar.zum Ausdruck gebrachten Willen des Gesetz- gebers hinweg, weil seinem sozialen Empfinden ein Erkenntnis fern liegt, weshalb der Gesetzgeber dem Verletzten die Vollrente sichern wollte. Und doch ist die Erkenntnis hierfür nicht gar so schwer. Ein Verletzter, der vom behandelnden Arzt für völlig arbeitsunfähig erklärt wird, soll eben grundsätzlich die Vollrenie fordern können» auch wenn später irgendein anderer Arzt sagt, er habe zum Teil doch noch seinem Erwerbe nachgehen können. Das ist keine sachliche Ungerechtigkeit, die der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann, sondern das ist eine vom Gesetzgeber gewollte, von allen Formalien losgelöste innere Gerechtigkeit. Demgegenüber von der ungünstigen Lage der Berufsgenossenschaft zu sprechen, zeigt. wie sehr sich das Reichsversicherungsamt als Sachverwalter der Be- rufsgenossenschaften fühlt. Das Urteil ist geradezu ein Schul- beispiel für das Bestreben des Rcichsversicherungsamts, alles zu- gunsten der Berufsgenossenschaften zu deuten. Gewendet und ge- reckt wird das Recht, bis daß ein Ergebnis herausspringt, das das Gesetz in sein Gegenteil verkehrt. Der Reichstag wird sicher zu diesen Jnterprciationskünsten ein gewichtiges Wörtchen sprechen müssen Muß er diese Gesetzesaus- legung doch geradezu als einen Faustschlag empfinden. Er will, daß die Arbeiter, die vom behandelnden Arzt für voll erwerbs- unfähig erklärt sind, wenigstens in dem Fall des§ 584 auch ihre Vollrente erhalten. Das Reichsversicherungsamt erklärt aber: so kanns der Gesetzgeber nicht gemeint haben, weil das nach Ansicht des R.B.A. eine Ungerechtigkeit gegen die Berufsgenossenschasten wäre. Eine willkürlichere Interpretation ist kaum denkbar. Tie ■18 Seiten lange Urteilsbegründung zeigt Seite auf Seite, wie der Richter anstelle des Gesetzes die Ansicht setzt, die nach Ansicht des R.V.A. der Gesetzgeber hätte haben sollen. Ein derartiges Urteil wäre schwerlich unter der Präsidentschaft des Dr. Bocdiker möglich gewesen. SericbtZ- Zeitung** Ein Tauerprozeft. Nach 114 Tagen Verhandlung ist gestern, wie ein Tele- gramm meldet, in Tortmund ein Strafprozeß in erster Instanz erledigt. Es handelte sich um den Zusammenbruch der Niederdeutschen Bank. Hauptangeklagter mar der B a n k i e r O h ni. Es handelt sich uni unübersichtliche, irre- führende Buchführung und andere unlautere Geschäfts- Manöver, die den Zusammenbruch der Bank verschuldet und viele kleine Leute um ihr Erspartes gebracht haben. Bankier Ohm erhielt sieben Jahre Gesang- nis und 3300 M. Geldstrafe; zwei Jahre acht Monate werden durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet. ücherrevisor Hartwig wurde zu drei Jahren Ge- fängnis unter Anrechnung von einem Jahr neun Monaten und 20100 M. Geldstrafe verurteilt. Die übrigen An- geklagten erhielten Gefängnisstrafen von vier bis sechs Monaten und 130—13 500 M. Geldstrafe. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Die Begründung des Urteils nahm 3'/z Stunden in Anspruch._ Die Mordtat eines Unternehmerschützlings. Ein Roheitsaki, der ein Menschenleben zum Opfer gefordert hat, beschäftigte gestern das Schwurgericht am Landgericht Berlin II. Unter der Anklage des Totschlages stand der 34 Jahre alte Aroeiter Bruno Bengsch aus Neukölln. Er ist beschuldigt, am 19. August seine Geliebte, die geschiedene Frau Klara Adam getötrt zu haben. Bengsch lebte mit der?ldam, die im Hause Hermannplatz 6 wohnte, in wilder Ehe. Er war viel ohne Arbeit und dem Alkohol ergeben. Es kam, da der Angeklagte wieder und wieder Geld von der Zldain verlangte, zu sehr hätzlichen Szenen zwischen beiden, bei denen gelegentlich auch Mißhandlungen unterliefen. Auch am 19. August kam es zu einem heftigen Auftritt. B. batte von der Adam deren letztes Zehnmarkstück erhalten, um nach Potsdam zu fahren und sich dort Arbeit zu suchen. Als er wieder unverrichteter Sache heimkehrte und die gemeinschaftliche Wohnung betrat, empfing ihn die Adam mit heftigen Vorwürfen über seinen liederlichen Lebens- wandet und reizte ihn durch Worte wie„Tagedieb",„Zuhälter" und dergl. Der Angeklagte wurde darüber so aufgeregt, daß er auf sie losstürzte, sie auf ein Bett warf und ihr mit beiden Händen die Kehle zudrückte. Als er losließ, will er zu seinem Entsetzen bemerkt haben, daß die A. kein Lebenszeichen mehr gab. In seiner Angst habe er aus der Küche Wasser geholt und die Stirne der Frau gekühlt, die Wiederbelebungsversuche seien jedoch ohne Erfolg geblieben. Er hat dann die Leiche auf dem Bett aufgebahrt und die Wohnung verlasseru In etwas angetrnntenem Zustande erschien er in der Schantwirtschast von Schmidtbauer am Hermannplatz und teilte dort weinend mit, daß er soeben seine Geliebte ermordet habe. Man glaubte ihm zunächst nicht, als er jedoch dabei verblieb, schickte man zur Polizei, und diese fand die Adam als Leiche in ihrer Wohnung vor. Auf Grund des Geständnisses und der Ergebnisse der Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt das Schuldig des Totschlags unter Ausschluß mildernder Umstände. Ter Ver- teidigcr Rechtsanwalt Sprenkman» beantragte, nur die Schuld- frage nach Körperverletzung mit tödlichem Erfolge zu bejahen uni ihm mildernde Umstände zuzubilligen, da er durch die Beschimpfuu- gen der A. zur Tat gereizt' worden sei. Da der Angeklagte sich bei' seiner Vcrbaftung widersetzt hatte, so bejahten die Geschworenen außer der Frage wegen Körperverletzung mit Todcserfolg auch die Frage wegen Widerstandes und versagte» mildernde Umstände. Ter Staatsanwalt beantragte 3 Jahre 6 Monate und 1 Woche Zucht- liauS. Das Gericht erkannte ans 4 Ihre und 1 Bjochc Gefängnis und rechnete 2 Monate und 1 Woche auf die Untersuchungshaft an. Der Verurteilte gehört zu jenen„nützlichen" Elementen, die immer nur dann Lust zur Arbeit verspüren, wenn sie anderen, um ihre wirtschaftliche Besserstellung kämpfenden Arbeitern in den Rücken fallen können. Zur Zeit der Mordtat gefiel sich Bengsch ebenfalls in der Rolle eines Streikbrechers; er arbeitete damals in der Klaviaturfabrik von Wernecke, Hobrechtstr. 65, wo die Ar- beiter seit Wochen streikten. Vorher hatte er schon bei verschiedenen anderen Firmen Arbeitswilligendienste verrichtet. Und für diest Sorte Manschen schreien sich die Scharfmacher aller Schattierungen die Kehlen heiser und schreiben sich die Fingern wund, um ein Ausnahmegesetz gegen die anständigen, um ihr Recht ausübenden Arbeiter zu erlangen! Wo bleibt die Scham bei diesen Leuten?! Versammlungen. Geiieraloersanimlung der Holzarbeiter. Genosse Glocke gab den Geschäftsbericht, der trotz daniederliegender Konjunltur ein Bild regster Agitations- und Organisationsarbeit darbot. In der Berichtszei�aben 20 Streiks stattgefunden, darunter 5 An- griffs- und 15 Abwehrstreiks, an denen 458 Kollegen beteiligt toarcn. Mit Erfolg wurden 9, durch Vergleich 5, ohne Erfolg 3 Bewe- gungen beendet, während 3 noch fckweben. Auch eine charakteristische Erscheinung ungünstiger Geschäftslage ist zu verzeichnen, nämlich eine Häufung der Fälle, die vor die Schlichtungskommission kamen. Anstatt 146 Fälle in der gleichen Zeit des Vorjahres kamen 48� Fälle, die 31 l Verhandlungen nötig machten, zur Verhandlung. Die Zahl der Arbeitslosen ist zu Beginn des Herbstes zwar etwas kleiner geworden, hat aber bereits die Ziffer 4200 wieder» über- schritten. Diesem Ilmstande sei es wohl auch zuzusckreiben, wenn die Mitgliederzahl ein wenig zurückgegangen ist. Tns sei zedoch durchaus kein Grund, trübe in die Zukunft zu blicken. Genosse Micke gab im Anschluß einige Erläuterungen zu dem gedruckt vorliegenden Kassenbericht. Während bei den früheren Berichten die Abrechnung des III. Quartals ein günstigeres Ergebnis zeigte als die der anderen Quartale, sei dies in diesem Jahre nickt der Fall. Es konnte die Mehrausgabe der ersten Vierteljahre nicht ausgeglichen werden, sondern ne erhöhte lich noch, Die Hauptkasse schließt ab mit 189 763 M- Einnahme und 293 567 M. Ausgabe, so daß die Lokalkasse ein Guthaben von 103- 94 M. hat. Die Lokalkassc weist an Einnahme 210 235 M. auf und an Ausgabe 238 934 M.; also auch hier eine Mehrausgabe in Hohe von 28 698 M. Die gewaltigsten Aufwendungen erfordern natürlich die Unter- stützu ngseinrichtungen. ES wurden im III. Quartal gezahlt: Hauptkasfe Lolalkasse Reiseunterstützung....... 1 396 Ml.— Mk. Arbeitslosenunterstützung.... 84 252„ 93 014„ Krankenunterstützung 42 986„ 29 174„ Gemaßregeltenunterstützung... 12 116„ 4 390„ Streikunterstützung...... 12 299„ 8 017„ Extraunterstützuug an Ausgesteuerte—„_ 17 489, 154 049 Mk. 152 084 Mk. Kollege Meier gab den Bericht Nachweis. Fiir� das 3. Biertcljahr Betracht: Eingeschrieben Bautischler... 1712 Möbeltischler... 3832 Ladentischler.., 1333 Einsetzer.... 403 Stellmacher.,, 616 Stockarbeiter.,, 197 Drechsler...» 200 Modelltischler.,. 403 Möbelpolierer.. 1698 Maschinenarbeiter. 573 Kistenmacher... 156 Pom paritätischen Arbeits- kamen folgende Zahlen in Stellen gemeldet besetzt 483 3185 1354 132 262 183 128 305 1612 468 142 436 2996 1204 III 237 157 120 270 1449 413 130 Jnsgesaml 11123 8254 7421 Die Zahlen beweisen, wie groß zurzeit die Arbeitslosigkeit gerade auf der Holzindustrie lastet. Nach der Berichterstattung schritt die Versammlung zur Ersatz- Wahl für den Posten des zweiten Kassierers. Von der Kommission wurden die bereits- angestellten Kollegen L a n g h a m m c r und Rennau in Vorschlag gebracht und gleichzeitig empfohlen, I a c ck als Hilfsarbeiter anzustellen. Nach kurzer aber lebhafter Aus- spräche wurde Lang Hamm er zum. zweiten Kassierer gewählt mit 529/232 Stimmen und Jaeck per Akklamation zum Hilfsarbeiter. Nun kamen die vorliegenden Anträge zur Verhandlung. Ein Antrag fordert die Zusammenfassung der wichtigsten Vcrhaltungs- maßregeln und statutarischen Bestimmungen in ein Regulativ, das den Mitgliedsbüchern beigeheftet werden soll. Der Antrag fand Annahme. Ein weiterer Antrag verlangt, alle angestellten Kollegen sollen einer Wcrkstattkontrollkommission zugeteilt werden, um mit den arbeitenden Kollegen in ständiger Fühlung zu bleiben. Das wurde abgelehnt. Brunneckcr begründet folgenden Antrag: 1. Die Generalversammlung wolle beschließen, vom Vor- stand des Holzarbeiterverbandes Auskunft zu verlangen, wober das Geld stammt, das zur-Einweihung des Verbandshauses im Ratskeller ausgegeben wurde. 2. Ob es nicht möglich war, dieses Geld für die Ausgesteuerten zu verwenden und statt dem Festmahl eine würdige Versamm- lung der Gesamtkollegcnschaft Berlins abzuhalten. Der Antragsteller hält die Aufklärung durch die Verbands- zeitung für ungenügend. Wenn die dort als Gcldspender bezeichnete „dritte" Seite die Bauunternehmer seien, müsse er doch sagen, daß er dieses Verfahren nicht billigen könne. Im weiteren Verlauf der Debatte vertrat G.ü t h die Auffassung, daß die Angelegenheit die Varbandsgeneralversammlung beschäftigen würde, während andere Redner meinten, um einer Gerüchtbildung und Verbands- derdrosienheit entgegenzuwirken, sei es angebracht, daß der Vorstand offen Farhe bekenne. Eine recht geringe Rücksichtnahme«uf die Arbeitslosen aber sei es, in einer solchen Zeit Gelder zu derartigen Zwecken zu verwenden; erfreulicherweise hätten die Angestellten der Berliner Zahlstelle nicht daran teilgenommen. Nach Verlesung der schriftlichen Aufklärung des Hauptvorstandes wird der Antrag fast einstimmig angcnonimew. Ein Antrag Heinrich lautet: In Anbetracht der jahrelangen Aushilfe auf den Bureaus stelle ich folgenden Antrag: 1. Die Aushilfe nicht auf ständige einzelne Personen zu be- lassen, sondern auch auf jedes andere Verwaltungsmitglied aus- zudehnen. 2. Der Generalversammlung anheimzugeben, weitere Stellen so viel wie nötig sind, auszuschreihen, weil Aushilfen ebenso teuer, eventuell noch teurer sind, als lvenn Angestellte in deren Stellen sind. Er wird nach kurzer Begründung durch den Antragsteller und nach eingebender Entgegnung Glockcs, der den Nachweis führte, daß in der Praxis schon seither dem ersten Teil des Antrages gemäß gehandelt werde, und daß die Anstellung weiterer ständiger Arbeitskräfte allerdings dringend nötig sei, im ersten Teil zum Beschluß erhoben. Ein Zusatz, die Aushilfe soll nicht länger als 8 Wochen währen, wird gleichfalls angenommen. Der zweite Teil wurde der nächsten Generalversammlung und der letzte Antrag: Bezirk Süden: In all den Werkstätten, in denen wegen Ar- bcitsmangel Entlassungen von Kollegen stattfinden oder'tn Aus»- ficht stehen, haben die Werkstattausschüsse Verhandlungen zwecks Verkürzung der Arbeitszeit für den ganzen Betrieb mit dem Unternehmer einzuleiten, lieber das Ergebnis ist der Verwaltung Bericht zu erstatten, der Verwaltung zur Erledigung überwiesen. )Zus aller Welt. Aus Seenot gerettet. Der Paketdampfer„La Plata" bemerkte am Freitag auf der Fahrt von Gibraltar nach Marseille, in der Nähe von Kap Creus einen D r c i m a st e r, der die,N o t s i g n a l e gehißt hatte. Die „La Plata" sandte ein Rettungsboot an Bord des Dreimasters. Der Kapitän des Schiffes erklärte, daß ihn das schlechte Wetter ge- zwungen hätte. 16 Tage im Mittelmeer zu kreuzen. Der Proviant des Schiffes sei völlig erschöpft und Mannschaft und Offiziere hätten seit drei Tagen nichts genossen. Der Kapitän der„La Plata" ließ nun die nötigen Lebensmittel an Bord des Dreimasters schaffen. Es handelt sich um ein anscheinend deutsches Schiff, die Brigg„Marie Alfred". Die Mannschaft der„Marie Alfred" verdankt ihre Rettung nur dem Umstand, daß die„La Plata" zufällig diese selten befahrene Route einschlug. Sie wäre sonst aller Wahrscheinlichkeit noch Hungers gestorben. Aushebung einer Spielhölle. Komische Szenen spielten sich am Freitagabend beim un- vermuteten Eindringen d?r Polizei in einer der elegantesten Pariser Spielhöllen ab. Die Spieler waren derartig in das Spiel vertieft, daß der Polizeikommissar mit seinen Leuten in der Milte des Spielsaales stehen bleiben und eine ganze Weile zu- sehen konnte, wie dem Bakkarat gehuldigt wurde, Plötzlich kam einer der Angestellten des Klubs herbeigestürzt und rief:„Rette sich, wer kann!" Es entstand eine allgemeine Verwirrung und in demselben Augenblick war das Licht im Saale erloschen. Als es dem Polizeikommisiar endlich gelungen war, die elektrische Leitung zu finden, bemerkte er zu seinem nicht geringen ErWunen, daß alle Spieler wie mit einemSchlage verschwunden waren. Bei der Durchsuchung des Haufes entdeckte er eine Anzahl von ihnen unter mir großen Teppichen belegten Tischen, andere im Keller und wieder andere auf dem Boden. Am übelsten kamen drei Croupiers davon, die sich i n d e n S ch o r n st e i n d e s H a u s e s geflüchtet hatten. Sie wurden von den Polizeibeamten in jämmerlichem Zustande heruntergeholt, Gesicht und die eleganten Fracks und die Hände waren über und über mit Ruß bedeckt. 25 000 Franken bares Geld sowie eine Anzahl von Spielmarken wurden beschlagnahmt. Eine Anzahl der Anwesenden, darunter Träger bekannter Namen derPariserGesellschaft, wurden mangels an Ausweisen in Haft behalten. Ein ungarisches Knlturbild. In S z e g e d sieht man einen früheren Lehrer als Straßenkehrer. Er verdient nur 180 Heller(1.53 M.), aber er fühlt sich glücklich gegen früher, wo er teils keine B e s ch ä f t i- g u n g,.teils kein Gehalt für seine Arbeit.erhielt. So wird geistige Arbeitskraft vergeudet. Dabeiist ein Drittel der Ein- wohner Ungarns des Leseys und Schreibens unkundig. Für Kanonen und diebische Beziehungen hat es dort noch nie an Geld gefehlt. Kleine Notizen. Ein brutaler Vatermörder. Aus Bclfort wird gemeldet: In der Nacht zum Sonnabend verletzte der Tagelöhner Prenat in Villars-le-Sec seinen Vater infolge eines Skreites durch drei Messer st ich e. Als Gendarmen herbeikamen, um Prenat zu verhaften, verbarrikadierte sich dieser in seinem Hause und erklärte, daß er seinen Pater töten würde, falls die Gendarmen auf ihn schießen sollten. Einer der Getidarinen gab darauf einen blinden Schuß ab, um Prenat zu erschrecken. In-diesem Augenblick spaltete Prenat seinem Vater mit einerHackedenKopf und ließ sich sodann verhaften. Durch eine Bombe getötet. In L i s s a b o n stieß auf einem Grundstück in der Vorstadt Graca ein Bauer mit dem Spaten auf eine eingegrabene Bombe, die explodierte und ihn tödlich verletzte. Ein Kriegsschiff gestrandetz Der Panzerkreuzer„San Giorgio" ist bei der Ausfahrt� aus der Straße von Messina nach Neapel zu an der Küste von«anta Agata bei Messina aus Grund geraten. Die in der Nähe befindlichen Kriegsschiffe sind zur Hilfe herbei- gerufen worden. Die Strandung ist wahrscheinlich durch eine Per- wechselung der Leuchttürme hervorgerufen. Einige wasserdichte Abteilungen des Borschisses stehe» teilweise unter Wasser. Ter Unfall kann nicht als leicht bezeichnet werden, doch ist die Lage des Schiffes noch nicht gefährlich. Jngendveranstaltunge». Bohnsdorf. Die Vorträge des Genossen E. Neumann über vatcr- ländische Geschichte und Kultur beginnen am Mittwoch, den LS. d. M., abends 8 Uhr, im Jugendheim. Tempelhof-Ntariendorf. Sonntag, den 23. November: Teilnahme an der Kinovorstellung der Groß-Bcrtiner Arbeiterjugend. Trefspunll für die Teilnehmer bis 1 Uhr im Jugendheim. Von 5 llhr nachmittags an findet im Jugendheim ein UnterhaUungsabcnd statt. Montag, den 24. No- vember: Handwerksabend für die männliche Jugend. Dienstag, den 25. November: Handarbcitsabend jür die weibliche Jugend. Mittwoch, den LS. November: Vortrag:„Die Schundliteratur und die arbeitende Jckßend". Referent: Herr Robert Gritschke. Donnerstag, den 27. November: Dis- kussionsabend. Sonnabend, den 23. November, 8 Uhr: Besuch der Bücher- und Wandschmuckausstcllung des Bildungsausschusses im Lokal von Loewcn- Hägen, Maricrivors, Königstraßc, Ecke Rathausstraße. ZLttterungsübersicht vom SS. November 1918. Eiaflonen LS 1! II Swinemde. Hamburg Berlin Franks. a.M München e| Wien 7kl SW 7S1WSW 7K3S 7KS Still 770 SW i770W g Wen er e § 4 wolkig 5 Regen tzwolkig Dunst Lhalb bd. Ijhetter --ü rill 1? «s> Ctattonen " E O W=1 il ef öaparanda 746 Still Petersburg 751SW S Scilly Aberdeen Paris 770'NNW 7641® 7SS'Still Brün Nebel 2 Regen Lhalb bd. 4wolkenl> Regen ** il £ —5 7 8 t 10 Wetterprognose für Sonntag, den 28. November 1918. Etwas kühler, zeitweise heiter, aber veränderlich bei ziemlich srische« westlichen Winden; leine erheblichen Niederschläge. «MM hat sieh U der einfarbige Ulster als der moderne Mantel behauptet und damit seine Schwester, den Phantasiepaletot, als„vorjährig" gestempelt! Und wir glauben die einzigen zu sein, die Ihnen diesen modernen Genre in wirKlich erschöpfender Auswahl und MannigfaltigKeit bieten Können. Zu Preisen, eher noch billiger, als Sie sonst für Phantasiepaletots zahlen müssen. Vtyw Sonntags geschlossen! Königstrasse 33 Am Bahnh. Alexanderplatz Chausseestr. 113 Beim Stettiner Bahnhof 7-< 1 A.Weriheün® Leipziger Strasse König�Strasse Versand- Abteilang'Berlin W. 66. Weihnachts-Vreisliste kostenlos Rosenthaler Str. 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Die Enkeltöchter, die zum Katholizismus übergetreten waren, verlangten die Feststellnng der Nicktigkeit dieser Bestimmung als den guten Sitten widersprechend. Das Oberlandesgericht Breslau hat dem Antrage stattgegeben und folgendes ausgeführt: „Es widerspricht gröblich der Auffassung sittlich ernst denkender Bolkskreise, in religiösen Dingen auf die Freiheit der Entschließung eines anderen, die nur Sache eigener innerster Ueberzeugung sein darf, durch Jnaussichtstellen von äußeren BermögenSvorteilcn oder -Nachteilen einzuwirken." Das Reichsgericht hat sich diesem Urteile angeschlossen mit dem Bemerken: „Ein solcher Zwang, zumal wenn er mit äußerlichen Vorteilen oder Nachteilen in Verbindung gebracht wird, widerstreitet dem sittlichen Gefühl ernstdenkend er Menschen". (Aktenzeichen 200/13 IV.) Es dürfte den Dunkelmännern und ihren Protektoren höchst fatal sein, daß die höchsten deutschen Gerichte ihnen bescheinigen, daß ihr Tun gröblich der Auffassung sittlich ernst denkender Volkskreise und dem sittlichen Gefühl ernst denkender Menschen wider- streitet. Es hieße unsere höchsten Gerichte auf das ärgste beleidigen, wollte man annehmen, daß dieselben anders entscheiden würden, wenn statt des Bekenntnisses zum Katholizismus das Bekenntnis zu einte freien Weltanschauung durch Stockschläge auf den Magen ver- hindert werden soll! II. Inwieweit haftet der Ehemann für die Kirchensteuer der Ehefrau? Zahlreiche Zuschriften ergeben, daß über die Frage der Be- sieuerung des aus der Kirche ausgetretenen Ehemannes für die Kirchensteuer seiner Frau lebhafte Zweifel bestehen. Die Rechtslage ist folgende: Das Oberverwaltungsgericht hat im Urteil vom 14. Mai 1912 (Aktenzeichen VIII, A. 61. 11) anerkannt:„Die Heranziehung des nicht evangelischen Teils einer gemischten Ehe zur evangelischen Kirchensteuer ist dem Äirchengesetz unbekannt und deshalb un berech- t i g t Aehnlich ist vom Oberverwaltungsgericht am 30. April 1907 (Entsch. Bd. 50, S. 197, 203), Urteil vom 29. September 1908 und 29. Januar 1909(„Deutsche Juristenzeitung" 1909, S. 326 u. 646) entschieden, daß nur der evangelische Teil in die Heberolle auf- zunehmen ist". Aus dem katholischen Kirchensteuergesetz vom 14. Juli 1905 folgen die gleichen Grundsätze. Danach ist also die evangelische(oder katholische) Kirche nicht berechtigt, einen aus der Kirche ausgetretenen Ehemann wegen der Kirchensteuer seiner Frau zu veranlagen. ES entsteht die weitere Frage: Ist die Ehefrau berechtigt, von ihrem Manne Bezahlung der Steuer zu verlangen? Diese Frage ist nach§ 1385 B. G.-B. zu bejahen, falls nicht der Ehemann auf das ihm zustehende Nießbrauchs- und Verwaltungsrecht durch Ehevertrag verzichtet hat. Kann nun die Kirchenbehörde sich das Recht der Ehefrau auf Zahlung der Steuer gegen ihren Mamr überweisen lassen? Diese Frage wird auf Grund de-s Z 1388 B. G.-B. bejaht. Läßt sich die Kirchenbehörde dies Recht überweisen, so kann sie gegen den Mann auf Zahlung klagen. Veranlagt werden zur Kirchensteuer darf er aber nicht. Sind die Eheleute darüber einig, daß das Verbleiben in der Kirche nicht die Kirchensteuer wort ist und wollen sie davon befreit sein, so bleibt nur übrig, daß beide Eheleute aus der Landeskirche ausscheiden. Nach dem Kirchenaustrittsgesetz erlischt die Stcuerzahlungspfficht mit dem Ende desjenigen Kalenderjahres, das demjenigen folgt, in welchem der Kirchensteuerpflichlige ausscheidet. Da zwischen An- meidung und Austritt eine mindest vierwöchige Zeitdauer liegen muß, ist jetzt der äußerste Zeitpunkt zür Absendung der Anmeldungscrklärung, falls man von der Kirchensteuerpflicht mit Ende Kalenderjahr 1914 befreit sein will. Vor dem 31. Dezember muß alsdann die Erklärung beim Amts- gericht persönlich wiederholt werden. parte!- Angelegenheiten. An die Bildungsausschüsse und Organisationsleitungen. Die Karten für die im„Leitfaden für die Bildungs- arbeit" angekündigten Theatervorstellungen ain 1 6. N o- veiuber, 14 Dezember und 1. März s i n d v e r- griffen. Wir machen nun erneut aufmerksam auf die Vorstellungen am 25. Dezember im Herrnfeld-Theater (Holz und Schlaf:„Die Familie Selick e"), am 28. Dezember im Deutschen Opernhaus(L o r tz i n g:„Zar und Z i m m e r m a n n") und am 1. Januar 1914 im Herrnfeld-Theater(R ö ß l e r„Hinter,» Z a u n"). Karten sind noch zu haben. Im Januar, Februar, März 1914 wird der Bezirksbildungsausschuß eine Reihe von Führungen durch das neue Aquarium am Zoologischen Garten veranstalten. Die Führungen finden an jedem Sonntag statt, beginnen if>9 Uhr vormittags und dauern etwa 2 Stunden; an jeder Führung können 39 Personen teilnehmen. Die Teil- nehmerkarte kostet 49 Pf., während der Eintritts- preis für das Aquarium sonst 59 Pf. beträgt. Organisationen, die für ihre Mitglieder eine oder mehrere Führungen be- legen wollen, mögen uns davon Mitteilung machen. Tie Organisationen haben für jede Führung 12 M. an den Bezirksbildungsausschus; zu- zahlen, wofür sie 39 Teil- nehmerkarten erhalten, durch deren Verkauf die 12 M. v o l l wieder eingenommen werden. Das Honorar für den wissenschaftlich geschulten Führer zahlt dann der Bezirks- bildungsausfchuß. Die erste Führung findet am Sonntag, den 18. Januar 1914, statt. Wir machen sodann noch einmal auf die Lichtbilder- zentrale des Zentralbildungsausschusses aufmerksam und er- suchen die Genossen, sich bei der Veranstaltung von Licht- bildervorträgen dieser Einrichtung zu bedienen. Die Firma Ibach bittet uns, an unsere Vereine das Er- suchen zu richten, der Firma von jedem Konzert, für das sie den Flügel stellt, eine E i n t r i t s k a r t e für das Archiv zu senden. Wir bitten die Genossen, diesem Wunsche der Firma zu entsprechen. Ferner möchten wir den Organi- Nationen empfehlen, stets dafür zu sorgen, daß ein Flügel, der an einem Sonnabend oder Sonntag für ein Konzert ge- braucht wird, schon am Sonnabend aufgestellt und am Montag wieder abgeholt werden kann. Durch eine Rücksprache mit dem Inhaber des Lokals läßt sich das wohl möglich machen. Diese Maßnahme empfehlen wir, weil ein Transport am Sonntag wesentlich teurer ist als der bekannte übliche Satz. Der Bezirks-Bildungsausschnß Groß-Berlin. Die Organisation in Groß-Berlin. Das Parteisekretariat Nordwest schreibt uns: In der Nr. 305 (3. Beilage) des„Vorwärts" ist unter dem Titel„Die Organisation in Groß-Berlin" eine Zusammenstellung der Wahlkreise und ihr prozentuales Verhältnis zu den Wahlberechtigten erfolgt. Bezüglich des angegebenen Prozentsatzes für Bremen liegt ein Irrtum vor, Der Verfasser hat in der Rubrik„Parteimitglieder" nur die Mit- glieder der Stadt Bremen, in der Rubrik„Wahlberechtigte" aber diese vom ganzen Wahlkreis berechnet. Bremen hat 64113 Wahl- berechtigte, 13 857 Parteimitglieder, als auf 100 Wahlberechtigte 21,6 Parteimitglieder und nicht 18,6, wie in dem Artikel von W. D. angegeben. Der Wahlkreis, zu dem die Städte Bremerhaven und Vegesack gehören, hat allerdings 74 449 Wahlberechtigte bei der letzten Wahl gehabt. Bremerhaven hat nach dem� letzten Jahres- bericht 1509 und Vegesack 154 Mitglieder der Partei; zählt man alle drei Ortsvereine zusammen, so waren 15 520 Mitglieder vorhanden, was bei Berechnung der 74 449 Wahlberechtigten 20,3 Proz. ergibt. Vegesack hatte 1042, Bremerhaven 9274 Wahlberechtigte— 10 316. Zur Lokalliste. Im 6. Kreis steht uns das Lokal von Emil Johann, Acker- straße 123, zu allen Veranstaltungen zur Verfügung. In Schmargendorf I. 6. ist das Lokal Lindenbaum, Spandauer Straße 40(jetzt Rathaus-Restaurant genannt) nicht mehr frei. Es ist von der Lokalliste zu streichen und als gesperrt zu betrachten. In Lankwitz werden in den Lokalen Heynes Festsäle, � Jnh. Feunel, Kaiser-Wilhelm-Stratze 29, und„Zur Linde", Hauptstraße, welche der Partei nicht zur Verfügung stehen, von Vereinen Ver- gnügungen veranstaltet, auch wird versucht, in Arbeiterkreisen Billetts umzusetzen. Wir ersuchen, die angebotenen Billetts zurückzuweisen und die Lokalliste streng zu beachten. XL. In Lokalangelegenheiteu für den Kreis Potsdam-Spandau- Osthavelland bitten wir, Mitteilungen an den Genoffen Emil Stahl, Spandau, Marschallstr. 3, zu richten. _ Die Lokalkommission. Neukölln. Am Dienstag, den 25. November, abends 81h Uhr, findet bei Bartsch, Hcrmannstr. 49, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht: Geschäfts- und Kassenbericht vom 1. Halbjahr 1913/14 und Ausstellung von Stadt- verordneten-Kandidaten. Schöneberg. Am Dienstag, den 25. d. M., abends 8 Uhr, in den Neuen Rathaussälen, Meininger Straße 8, Wahlvereinsvcr- sammlung. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Dr. Schütte über: August Bebel. Geschäftsbericht. Verschiedenes. Der Vorstand. Lichterfcldc. Dienstag, den 25. November, abends pünktlich 8lh Uhr, bei Wahreudorf, Bäke st r. 7, Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen Kaliski:„Der kapitalistische Magnetberg, Lehren des Ärupp-Prozesses." Bericht von der Generalversamm- lung Groß-Berlins. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Zchlcndorf(Wannsrevahn). Am Dienstag, den 25. November, abends 8l/„ Uhr. bei Mick, Karlstr. 12: Mitgliederversammlung deS Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vortrag des Gen. Dr. Südekum: Warum wählen wir Sozialdemokraten in die Gemeindevertretung? 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenhciten. 4. Verschiedenes. Lankwitz. Der nächste Vortragsabend der Genossin Käthe Dunckcr findet iiicbt am Donnerstag, sondern am Mittwoch, den 26. November, bei Schulz, Mühlenstraße, statt. Der BildungSausschuß. Königs-Wusterhausen. Der Bezirk Wildau hält am Mittwoch, den 26. November, abeuds 8 Uhr, bei Kodanek seinen Extrazahlabend, Pankow. Am Dienstag, den 25. November, abends 8l/3 Uhr, bei Rozycki, Kreuzsir. 3/4: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Rechtsanwalt Dr. Siegfried Wein- b e r g über: S t r e i k j u st i z. 2. Bericht von der Verbandsgenerab Versammlung. 3. Ortsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Nicder-Schönhausen-Nordend. Am Dienstag, abends 8% Uhr, Mitgliederversammlung im Lokale von C. Manke, Charlottenstraße, Ecke Beuthstraßc. Tagesordnung: 1. Die Arbeitslosenfürsorge. Referent Gemeindeverireter Genosse H e l l r i ch. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Bercinsangelcgenheiten. 4,' Vcr schiedenes. Reinickendors-Ost. Dienstag, den 25. November, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung im„Seebad", Residenzstr. 49. Tagesord- nung: 1. Vortrag der Genossin Rüben über:„Jugeftdfchriften und Wandschmuck im proletarischen Heim." 2. Bericht der Bezirks- leituug. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Des Allgemein- interesscs wegen können dem Vortrage auch NichtMitglieder bei- wohnen. Röntgental, Zepernick, Buch. Die Jugcndschriften- und Wand« schmuckauSstellung findet heute im Lokal von Marx, Röntgentak, Bärwolfstr. 12 in der Zeit von 12—6 Uhr statt. Abends 7 Uhr im selbigen Lokal: Lichtbildervortrag.„Eine Phantasiereise durch die Sternenivelt." Vortragender: Genosse Rautenberg-Neukölln. Billetts 20 Pf.— Die Probe der Kinder zu dem Märcheiiabend findet nach- mittags 2 Uhr im Lokal von Pierau, Bärwolfstratze, statt. Borsigwalde-Wittenau. Donnerstag, den 27. November, abends 3Vz Uhr, in den Borsigwalder-Festsälen: Generalversammlung des Wahlvereins. Zu dieser Versammlung findet Dienstag, den 26. November, abends 7 Uhr, von den bekannten Stellen aus, eine Flugblattver- breitung statt.____ ßerliner Nadmcbten, Toteuopfer. Schwarz von Menschen sind die Straßen, die zu den Fried- Höfen führen. Hunderttausende wallfahrten zur Walstatt des des großen Gleichmachers. Ist das Massensuggestion? Hat man sich gewöhnt an diesen Tag, der den Toten gewidmet sein soll? Gehört es nur zur guten Sitte, weit vor die Tore hinauszupilgern und sein Blumenscherflein dem dar- zubringen, was nimmermehr zurückkehrt ins Leben? Ganz gewiß nicht. Wo die irdische Oual ihre harten Runen meißelte, zeigt sich die Trauer am herbsten. Wer vom Leben nichts hatte als Disteln und Dornen, dem gilt der Tod als Blume der Er- lösung. Ernst, stumm, ergriffen stehen die Angehöngen am niedrigen, mit dem einfachen Zeichen wahrer Liebe geschmückten Hügel. Denken sie nach, was ihnen selbst das Leben be- schert? Und daß auch sie einst die Opfer mehren werden, die das Leben säet ohne Zahl? Hunderttausende dort unter dem grünen Rasen haben die Freude kaum gekannt. Denkt nach, ihr Trauernden, wie sie zugrunde gingen. War es wirklich nur der Tod, der niemanden verschont? Konnten alle diese Hingemähten nicht auf Jahre und Jahrzehnte hinaus dem Leben noch erhalten bleiben? Was zu uns spricht aus ungezählten Hügeln, aus Gedenksteinen und Inschriften, das ist weit mehr als verlorenes Leben. Es ist die stumme Klage der Toten, daß die Welt sie erbarmungslos in den Tod jagte. Was zer- malmt wurde unter ratternden Maschinen im Dienste des Kapitalismus, was frühzeitig in den Staub sank durch ererbte oder in der Fron zugezogene körperliche Leiden, was freiwillig das Leben von sich warf, weil es schier unerträglich schien, ... dort unter den Erdschollen liegt es begraben als ein ge- wattiger modernder Knochenhaufen, aus dem Millionen von Anklagen warnend zur Höhe des Lebens steigen. Denkt nach, ihr Trauernden, was der Massentod der Eni- erbten des Glücks euch lehren soll. Eine Mahnung, schon im Leben dem Menschen zu geben, was des Menschen ist. Jeder einzelne kann säen, kann der Sense in den Arm fallen und die Zahl der frühen Lebensopfer verringern, wenn er im Leben dem Kämpferheere seiner um bessere Lebenstage wir- kenden Klassengenossen sich anschließt. Die Ortskrankenkasse Niederbarnim. Zu den Anfragen über den Stand der Vorarbeiten für die Allgemeine Ortskrankenkasse Niederbarnim erfahren wir folgendes: „Die Satzung für die Allgemeine Ortskrankenkasse Niederbarnim ist vom Oberversicherungsamt unter bestimmten Bedingungen, über die noch verhandelt werden mußte, ge- nehmigt worden und die Genehmigung vor wenigen Tagen beim Versicherungsamt eingegangen. Schon vor Eingang der Genehmigung waren seitens des Versicherungsamtes alle nötigen Vorbereitungen getroffen, um unmittelbar nach Ein- gang der Satzung die Wahlen für den Krankenkassenansschuß in Gang zu bringen. Bereits in der nächsten Woche wird die Ernennung der Wahlausschüsse, die Festsetzung des Wahl- termins usw. durch amtliche Veröffentlichung im Kreisblatt bekannt gemacht werden. Daneben sind die Vorbereitungen für die Organisation der Kasse im vollsten Gange; es sind Verhandlungen mit Aerzten, Apothekern u. a. angeknüpft, die Zahl- und Meldestellen bereits zum größten Teil fest- gelegt und auch die innere Organisation der Kasse ist soweit gefördert, daß die neue Ortskrankenkasse am 1. Januar ihre Tätigkeit aufnehmen kann." Der Direktor der Charit« schreibt uns:„Die in dem Artikel „Leichen aus dem Arbcitshause" in der 2. Beilage des„Vorwärts"� vom 21. d. M.— Nr. 306— gemachten Angaben sind, soweit die Charit« in Frage kommt, unzutreffend. Die Charit« erhält keine Leichen aus dem Arbeitshaus oder Hospital." Es handelt sich, wie wir feststellen wollen, um die K ö n i g I i ch e Anatoniic, die mit der Charitö in Verbindung gebracht wurde, Opfer der Krise. Wegen Arbeitslosigkeit in den Tod gegangen ist der 37 Fahre alte Kellner Hugo Schreyer aus der Gartcnstr. 97. Der Mann er- hängte sich. Er hatte seit vier Wochen keine Beschäftigung mehr und dürste, weil er keine neue Arbeit finden konnte, Hand an sich gelegt haben. Die Leiche überwies die Polizei dem Schauhaufe. Ein Ki'ndesmord ist aufgedeckt worden. Die kleine Leiche wurde gestern nachmittag in der Nähe des Alten EierhäuschenS aus der Spree gelandet und nach dem Friedhof in Treptow gebracht. Um den Hals des Kindes war noch die Schnur gewickelt, mit der es er« drosselt worden ist. Verkohlte Stellen an der Leiche ließen erkennen, daß versucht worden ist, sie durch Verbrennen beiseite zu schaffen. Die Tat kann erst kurz vor Auffindung des Pakets begangen worden sein, da dieses nur wenige Stunden im Wasser gelegen hatte. Die Leiche war zuerst in einen schwarzen Unterrock mit weißen Streifen eingeschlagen und dann sin eine viereckige, blecherne, chinesische Tee- büchse gepackt worden. Der Konflikt im Berliner Lehrerverein ist wieder beigelegt. In seiner außerordentlichen Hauptversammlung wählte der Berliner Lehrerverein den bisherigen Vorstand wieder. An Stelle des vorher ausgeschiedenen Herrn Reiche wurde Herr G. Menzel in den Vor- stand gewählt. In der Vereinsvcrsammlung, die der Hauptversammlung un- mittelbar folgte, wurde nach einem Referat von G. Menzel und einem Korreferat von H. R o f i n nachstehende E i n i g u n g S- forme! mit überwältigender Majorität angenommen: 1. Der Berliner Lehrerverein fordert mit dem Deutschen Lehrerverein, daß das Diensteinkommen aller VvIkSschullehrer dem der akademisch gebildeten Lehrer in weit höherem Maße als jetzt anzunähern ist. 2. Für alle Volksschullehrcr Preußens fordert cr zunächst ein Diensteinkommen, das nach Höhe und Art des An- Wachsens mindestens dem der Sekretäre der allgemeinen Staats- veavaltung entspricht. 3. Er stimmt dem Antrag Schleswig-Holstein zu, daß die Worte„nach Art der Besoldung der Lehrer.an höheren Schulen" aus der Forderung des Preußischen Lehrer- Vereins fortfallen sollen. Tie„Taktlosigkeit" der Busitagsversammlungc« des Komitees „Konfessionslos". Das Komitee„Konfessionslos" bittet uns um Aufnahme nachstehender Erklärung: Durch eine Reihe von Zei- tungcn geht eine Notiz, daß das Komitee„Konfessionslos" mit der Ansehung der 12 Bußtagsversammlungen fiir den Kirchenaustriit eine Taktlosigkeit„begangen" habe. Ueberall wird dazu eine Aeuße- rung deS„Berliner Tageblattes" zitiert, das schrieb:„Indem sich das Komitee anschickte, am Bußtag für den Austritt aus der Kirche öffentlich und in auffallender Form Propaganda zu machen, geriet es in der Tat in die Gefahr, das religiöse Gefühl derjenigen zu verletzen, die aus innerer Ueberzeugung den Bußtag feiern und zur Kirche halten." Demgegenüber stellen wir fest: 1. daß in früheren Jahren, so auch im vorigen Jahre in Berlin und anderen Orten öffentliche Versammlungen für den Kirchcnaustritt am Bnßtäg tattgefunden haben; 2. daß in 5 Vororten von Berlin die Vcr- 'ammlungcn auch diesmal genehmigt waren und erst nachträglich verboten wurden, nachdem der Berliner Polizeipräsident sich eines anderen besann; 3. daß in Berlin am Bußtag mehrere öffentliche Versammlungen stattfanden, die sich ebenfalls nicht niit religiösen Fragen beschäftigten, so daß die offizielle Erklärung des Polizei- Präsidenten ganz unverständlich wird; 4. in Breslau haben am selben Bußtag 2 Kirchenaustrittsversammlungen stattgessmden mit 49 utib 110 Kirchenaustrittcn' 5. in Münster i. wo ebenfalls der norddentfche Bußtag gilt, fand eine öffentliche politische Ver- sammlung des Zentrums statt. 0. Was aber besonders die Takt- frage angeht, so haben die Bußtagsversammlungen das volle Gegen- teil erwiesen. Nach dem Erfolge vom 28. Oktober entschloß sich das Komitee zu einer verstärkten Fortsetzung der Aktion. Um nicht bei der großen Zahl der Versammlungen mit anderen Versammlungen zu kollidieren, sollte ein Sonntag genommen werden. Der Toten- sonntag wurde ausdrücklich vermieden, um nicht die Bevölkerung, auch die nichtkonfessionelle, am Tage des Gedenkens der Toten zu stören. Wir glaubten, am Bußtag abends alle Säle frei zu finden, was an Wochentagen sehr schwierig ist. Es stellte sich heraus, daß am Bußtag in allen Sälen in der Form von Vereinsfestlichkeiten getanzt wird. Danach konnten wir nicht mehr auf den Gedanken kommen, daß wjr am Bußtag irgendwen anders verletzen, als die Mucker, die allerdings schon durch unser Dasein verletzt sind. Wes- balb sollten wir den Bußtag respektieren, da es die großstädtische Be- völkerung zu 90 Proz. am allerwenigsten tut. Kinematographischc Vorstellungen für die Arbeiter- Jugend. Die für heute, Sonntag, Nachmittag angesetzten kinomato- graphischen Vorstellungen in den beiden Union-Theatern Weinbergs- weg 16/17 und Moritzplatz, beginnen pünktlich 2 Uhr. Eintrittskarlen (für Jugendliche unter 18 Jahren 20 Pf. über 18 Jahren 30 Pf.) sind in beiden Theatern am Eingang noch zu haben. Die arbeitende Jugend wird zu regem Besuche dieser Veran- staltungen eingeladen. Eltern und Freunde der Jugend sind will- kommen I_ Gemeinsam in den Tod. Erschosien aufgefunden wurden in einer Wohnung Fransecki- straße 4 die Leichen des Hausdieners Albert Passarge und seiner Ge- liebten Frida Kumbier. Sie hatten Briefe hinterlassen, in denen sie darlegen, daß sie gemeinsam in den Tod gegangen seien, weil sie nicht hätten zusammenkommen können. Das Problem der Arbeitslosigkeit wird infolge der angekün- digten Interpellation binnen kurzem den Reichstag beschäftigen. Alle Parteien werden zu dieser bedeutsamen sozialpolitischen Ange- legenheit erneut Stellung nehmen müssen, und auch die Oeffent- lichkeit wird sich eingehend mit dieser Frage befassen, da alle An zeichen daraus hindeuten, daß die gegenwärtige Wirtschaftskrise eine ungewöhnlich große Ausdehnung annehmen wird. Die Ausgaben, die die Versorgung der mehr und mehr anschwellenden Massen von Arbeitslosen an Reich, Staat und Gemeinde stellt, sind in einer Reihe von Schriften über Arbeitslosenversicherung, Arbeitövermitt- lung, Notstandsarbeiten und verwandte Gebiete behand>.'t, die Interessenten in der Oeffentlichen Bibliothek und Lesehalle, SO., Ädalbertstr. 41, kostenfrei zur Verfügung stehen. Die Aus- leihstunden sind abends von 514— 9% Uhr und Sonntags von 9-4 llhr. Der Lesesaal des Instituts mit 618 Zeitungen und Zeit- schristen sowie einer großen Handbibliothek ist während derselben Stunden und Sonntags nachmittags auch von 3—6 Uhr geöffnet. Ein Portemonnaie mit Inhalt ist am Bußtag in der„Neuen Welt" beim Lichtbildervortrag des Arbeiter-RadfahrcrbundeS„Soli- darität", Ortsgruppe Berlin, gefunden worden. Der Eigentümer kann dasselbe bei Karl Prescher, Jahnstr. 10. vorn HI, abholen. Zeugen gesucht. Personen, die gesehen haben, wie eine Frau am 10. d. M. aus dem Rummelsburger Wochenmarkt vormittags zwischen 9 bis 10 Uhr an der Bude Katz Stoffreste vom Erdboden aufhob, werden um Angabe ihrer Adresse gebeten nach Andreas- straße 4, Rechtsbureau. Zeugen gesucht. Diejenigen Personen, die am Sonnabendabend gesehen haben, wie ein radfahrender Arbeiter Ecke Flottwell- und Lützowstraße unter die städtische Straßenbahn gekommen ist, werden "gebeten, ihre Adresse an den Verunglückten: Jakob Hansa, Char- lottenburg, Steifensandstr. 9, abzugeben. Vorort-I�acK richten. Lichtenberg. Bedenkliches Schweigen des Oberbürgermeisters. In der letzten Stadtverordnetenversammlung spielte sich ein die bürgerlichen Stadtverordneten sowohl wie auch den Magistrat recht eigentüm- lich charakterisierender Vorgang ab. Unser Genosse John hatte als Berichterstatter des Rechnungsausschusses � der Stadtverord- ucienversammlimg den Revisionsbericht über die Rechnungslegung der städtischen Werke für das Fahr 1911 zu erstatten und gleich- zeitig die Anträge des Rechuungsausschusses dazu zu begründen. Nach dem Revisionsbericht hatte John bei der Prüfung eer Rechnungslegung festgestellt, dah die Rechnungslegung der Werke nicht mit den hierfür maßgebenden Etatbeschlüssen übereinstimmte. Die Prüfung hatte ergeben, daß die Tilgungsbeträge, welche mich den Etatbcschlüssen aus den Gewinnen zu decken sind, nicht den Gewinnen entnommen waren, sondern den Vermögenswerten ent- zogen worden sind. Durch dieses Bilanzmanöver ist ein um den Betrag der Till- gungssumme höherer Reingewinn herausgerechnet worden und auch an die Stadtkasse zur Abführung gekommen. Für das Rech- ilungsjahr 1911 macht dies einen Betrag von 199 822,27 M. aus, welcher entgegen den Beschlüssen der Stadtverordnctenversamm- lung den Werken entzogen worden ist. Weiter ist festgestellt worden, daß dieses Bilanzmanöver bereits seit dem Jahre 1908 im Schwange ist; es ergab sich, daß seit dieser Zeit den städtischen Werken ein Mehr von 838 178,50 M. entnommen worden lvar als dies nach den Beschlüssen der Stadtverordneten i Etatvoranschlag der Werke) zulässig gewesen ist. Ter Rechnungsausschuß hatte sich in drei Sitzungen mit dieiein Vorkommnis zu befassen. In der ersten Sitzung wurde die falsche Rechnungslegung rundweg bestritten, in der zweiten Sitzung wurde sie vom Direktor der Werke mit der Entschuldigung zugegeben, daß er bei seinem Dienstantritt(1909) diese Art der Rechnungslegung vorgefunden und dadurch übersehen habe, daß dieselbe nicht den Etatbeschlüssen entspricht. Da sich in dieser Sitzung eine Einigung darüber nicht erzielen ließ, wie dieses unangenehme Vorkommnis aus der Welt zu schaffen sei,-so muhte noch eine dritte Sitzung stattfinden; in dieser Sitzung waren außer den Mitgliedern des Rechuungsausschusses Ober- bürgermeistcr Ziethen, Bürgermeister Dr. Unger als Kämmerer und der Direktor der Werke zugegen. Unter Zustimmung dieser drei Herren beschloß der Rechnungsausschuß einstimmig, daß die den Werken für das Jahr 1911 entgegen den Etatbeschlüssen, zuviel entzogene Summe von 199 822,27 M. den Werken in den nächsten Fahren durch Vornahme von besonderen außerordentlichen Ab- schreibungen in dieser Höhe wieder zugeführt werden muß. Die Behandlung des Antrages des Rechnungsausschusses in der Stadtverordnetenversammlung ließ einen tiefen und lehr- reichen Einblick tun, wie man auf bürgerlicher Seite Moral, Recht und Gerechtigkeit bewertet, wenn es diesen Herren nicht in den Kram paßt. Nachdem Genosse John den Revisionsbcricht erstattet hatte. trat der Führer der bürgerlichen Parteien in der Stadtverordneten- Versammlung, Justizrat Schachtel, dem Antrage des Rcchnungs- ausschusseS entgegen. Er bedaure, daß einige Herren fehlen, die gewiß besser als er selbst den Ausführungen des Stadtverordneten John mit der nötigen Sachkenntnis hätten entgegentreten können, er könne nur erklären, daß sich der Rechnungsausschuß unsterb- lich blamiert habe, indem er sich vom Stadtverordneten John habe aufs Glatteis führen lassen. Daß die Tilgungsbeträge tatsächlich ans den Gewinnen entnommen seien, ergebe sich doch auf Seite 15 des Etats, denn dort seien die Tilgungsbeträge als Einnahmen zu finden. Im übrigen werde ja durch die Abstimmung seiner Fraktion bewiesen werden, daß die lliechnungslegung ordnungs- gemäß und entsprechend dem Etat erfolgt ist. Stadtverordneten- Vorsteher Bantdircktor Plonz, der auch zur Sache das Wort nahm, machte so unklare Ausführungen, daß eigentlich niemand recht wußte, was er damit sagen wollte; es schien so, als ob der Bank- direktor gar nicht wußte, um was es sich denn eigentlich drehte. Einmal gab er unserem Genossen John recht, das anderemal er- klärte er wieder, die Stadt habe doch keinen Schaden dabei er- litten, mithin bleibe sich im Effekt die Sache gleich. Genosse John betonte demgegenüber, daß sich der Oberbürgermeister wie der zweite Bürgermeister und auch der Direktor Tremus von ihm (John) haben aufs Glatteis führen lassen, sei äußerst bezeichne!� für die Ausfaffung des Stadtverordneten Schachtel über die In- tolligenz dieser drei Herren. Nachdem Job» noch den Ausführungen von Schachtel und Plonz in sachlicher Beziehung entgegnet hatte, forderte er den Oberbürgermeister Ziethen aus, nunmehr in klarer und unzweideutiger Weise der Stadtverordnetenversammlung gegenüber zu erklären, ob die Rechnungslegung der Werke eine richtige ist, oder ob in der Tat 199 822,27 M. mehr Reingewinn von den Werken abgeführt worden ist als tatsächlich vorhanden war? Rote Köpfe, sonst aber tiefes Schweigen, war der ganze Erfolg der Aufforderung unseres Genossen. Man hätte nun eigentlich von Stadtverordneten, die es ehrlich mit ihrer Ansicht meinen, er- warten müssen, daß sie den Magistrat nun zu einer Erklärung drängen würden. Wenn ihnen aber hierzu die Courage fehlte, so hätten sie sich sagen müssen, daß, wenn der Oberbürgermeister trotz direkter Aufforderung bei einer für den Magistrat so bla- mahlen Angelegenheit schweigt, daß dann doch wohl die Sache nicht recht stimmen kann, so daß ein Antrag, die Sache an eine be- sondere Kommission zur nochmaligen Prüfung zu überweisen, doch wohl das mindeste gewesen wäre, was hätte verlangt werden müssen. Was machen nun aber die bürgerlichen Stadtverordneten von Lichtenberg? Sie beschließen schleunigst Ablehnung des Antrages des Rechnungsäusschusses und entgegen dem Beschluß des Rech- nungsausschusses die Erteilung der Dechargc. Daß hiermit nun die Sache einfach aus der Welt geschafft ist, ist wohl kaum anzunehmen. Es wird nunmehr Sache unserer Vertreter sein, den Magistrat zu einer öffentlichen, unzweideutigen Erklärung zu zwingen. Die Einwohnerschaft von Lichtenberg hat unseres Erachtens ein Recht, zu wissen, ob die Geschäftsführung des Magistrats eine einwandsfrcic ist. Die von den bürgerlichen Parteien allem Anscheine nach be- zweckte Vertuschung kann und darf eine sozialdemokratische Ver- tretung nicht mitmachen. Fricdrichshagen. Ueber das Verbot des Preczangschen Festspiels„Die neue Macht" durch den hiesigen Bürgermeister haben wir am Freitag schon be- richtet. Aber was ist die Ursache dieser plötzlich überschneidigen Amtsführung? Sollte Herr Dr. Stiller etwa den Ehrgeiz bekommen haben, gleich einigen seiner Amtsvorgänger in der Literatur ver- ewigt zu werden? Lassen ihn die ruhmvollen Taten des Amts- Vorstehers„Swinegel" seligen Angedenkens nicht schlafen, den Bruno Wille soeben in seinen„Friedrichshagener Erinnerungen" so lustig abkonterfeit und der seinerzeit im Hause KampfmeierS eingemachte Tomaten konfiszierte, weil er sie für anarchistische Dhnamitbomben hielt? Wenn es nicht ein solcher Ehrgeiz ist, der unser gegen- wärtiges Ortsoberhaupt plagt, so wird man wohl die Jahrhundert- frier für das Verbot verantwortlich machen müssen. Dazu halten die hiesigen Patrioten in überschäumender Begeisterung einen Kommers vorbereitet und, als sinnreiche Anspielung an die große, opferreiche Zeit, die Kosten dafür aus dem Gc- meindesäckel verlangt. Diese vaterländische Unverfrorenheit ging aber selbst einigen bürgerlichen Gemcindeverlretern zu weit und so wurde der Antrag mit Stimmengleichheit abgelehnt. Der Bürgermeister hatte sich dabei der Stimme enthalten und darüber gerieten die Patrioten in ein geradezu gemeingefährliches Stadium nationaler Wildheit. Der sogenannte Bürgervcrein— ein konservativer Siebenmännerklub zur Pflege des Eisbeinessens— triefte vor Entrüstung über den„roten Bürgermeister". Der Haus- und Grundbesitzerverein ließ ein Flugblatt gegen das unerhörte Ver- halten der Gemeindevertretung vom Stapel und berief gleichfalls eine Protestversammlung ein, in der der Vorsitzende C r e n zi e n in unfreiwilliger Groteskkomit sich selbst überbot— und das ist gewiß eine Leistung! Schließlich setzten sich die nationalen Helden auf die Hosen und schrieben in einer anonymen Denunziation an die vorgesetzte Behörde des Bürgermeisters, daß dieser ein verkappter Sozialdemokrat wäre. Nach diesen Vorgängen wird man den neuerlichen nationalen Eifer des Bürgermeisters leicht verstehen. Schon in der letzten Gemeindevertretersitzung begann die reumütige Buße. Erstens wurde ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Jahrhundertfeier bewilligt (ein schwacher Trost für die Patrioten, die ihren Kommers aus eigener Tasche bezahlen müssen). Zweitens erhielt die dem Gym- nasium angegliederte Realschule den Namen„König-Friedrich-Real- schule". Drittens gab der Bürgermeister mit bewegter Stimme eine Erklärung ab, daß sotane beide Beschlüsse ein so untrüglicher Beweis untadeliger nationaler Gesinnung seien, daß alle gegenteiligen Aus- streuungen über seine Person Verleumdungen seien. Viertens das Verbot des Preczangschen Festspiels— Fünftens— Sechstens Siebentens--? DaS wird nun wohl ganz von der Gnade des Eisbeinklubs und des Herrn Crenzien abhängen, inwieweit sie die Buße für ausreichend erachten. Anderenfalls sollte eS uns nicht wundern, wenn der Geist„Swinegels" noch weiter umgeht. Spandan. Auf zur Stadtverordneten-Stichwahl! Morgen Montag, vormittags von 10—1 Uhr und nachmittags von 4—8�.2 Uhr, finden die Stichwahlen für den 0. und 7. Kommunalwahlbezirk statt. Der 6. Bezirk(Neustadt) wählt im Restaurant Schuster, Lynarstr. 2a, der 7. Bezirk(Wilhelm- stadt) im Restaurant Thunert, Pichelsdorfer Str. 38. Im 0. Bezirk, der 1200 Wähler umfaßt, steht Genosse Gustav Borchardt, der bei der Hauptwahl 173 Stimmen erhielt, dem Stadlverordneten Thomas(K. V.) gegenüber, der 204 Stimmen auf sich vereinigte- Im 7. Bezirk, der rund 2900 Wähler umfaßt, stehen die Genossen Gustav Borchardt und Robert P i e s e r. die bei der Hauptwahl je 337 Stimmen auf sich vereinigten, den beiden Kandidaten der Kommunalen Vereinigung, die 374 bezw. 383 Stimmen erhielten, gegenüber. Das Schlepplokal für den 6. Bezirk ist bei D e r tz, Kurstr. 22(Fernsprecher 599); für den 7. Bezirk befindet sich das Schlepplokal bei Koepnick, Pichelsdorfer Str. 39(Fernspr. 53). Die Kommunale Vereinigung, welche in einer liberalen Wähler- Versammlung als Asyl für Obdachlose bezeichnet wurde, da sich in ihr Reaktionäre aller Schattierungen zusammengefunden haben, und die durch ihr Bündnis mit den Gelben und dem Reichsverband sich die Sympathien der arbeitenden Bevölkerung verscherzt hat, macht noch in letzter Stunde gewaltige Anstrengungen, um am Montag den Sieg zu erringen. Da das Heer der NichtWähler sehr groß ist, werden die Parteigenossen ihre ganze Kraft einsetzen müssen, um unseren Kandidaten zum Siege zu verhelfen. Alle Genossen werden dringend ersucht, sich am Montag in den beiden obengenannten Schlepplokalen zur Wahlarbeit einzufinden. Da es auf jede Stimme ankommt, wird auch an diejenigen Arbeiter, die im Oktober vorigen Jahres im 6. oder 7. Bezirk gewohnt haben, inzwischen aber nach Berlin verzogen sind, die Aufforderung gerichtet, sich an der Wahl zu beteiligen. Neukölln. Kamuiermustkabeild. Der zweite von der Stadtgemeinde mit der Berliner Trio-Vereinigung(Professor Mayer-Mahr, Professor Bern- hard Dessau, Professor Heinrich Griinfeld) veranstalteten Kammer- musikabende findet am Donnerstag, den 27. November, abends 81/« Uhr, in der Aula der Realschule in der Boddinstraße statt. Das Programm enthält die D-Dur-Sonate op. 12 von Beethoven; Andante und Gavotte von Mozart; Spanischer Tanz von Popper; Polonäse Nr. 2 von Liszt; Legende von Wieniawsky; Scherzo von Dessau und das Trio ox. 101 von Brahms. Eintrittskarten zu 50 Pf. (Saal numeriert) und 30 Pf.(Balkon numeriert) sind in den Ge- schäflen von Bergwald, Berliner Str. 56; Seidler, Bergstr. 42; Bluhm, Kaiser-Friedrich-Str. 207; Juhl, Kaiser-Friedrich-Str. 247/248; Prochnow, Hermannsir. 69; sowie an der Abendkasse erhältlich. Zchlcndoxf(Wannseebahn). Die letzte Gcmeindcvcrtretcrsitzung beschäftigte sich u. a. mit der Anstellung eines zweiten Fortbildungsschullehrers im Haupt- amt. Der Vorstand der gewerblichen Fortbildungsschule wünschte, daß ein Lehrer angestellt werde, der den Kursus des Fortbildungs- schullehrerseminars absolviert habe; den dort ausgebildeten Herren sei eine hervorragend fachwissenschaftliche Ausbildung zuteil ge- worden, welche den anderen Lehrern ermangele. Da einige Ge- meindevertreter der Ansicht waren, daß die hiesigen Lehrer erst einmal berücksichtigt werden müßten, so wurde die Vorlage an einen gemischten Ausschuß zurückverwiesen. Besonders er- wähnenswert sind die Ausführungen des Gemeindevertreters Herrn Lattrc-Hertel hierzu, der betonte, daß mit dem Fortbildungs- schulunterrichi manchmal Unfug getrieben werde, da derselbe vor- mittags von 8— 11 Uhr stattfinde; dadurch würden die jungen Leute ihrem Berufe so lange entzogen. Hieraus wurde bcschlosten, in der neuen Gemcindeschule 14 Brausczellen einzurichten. Zur Kenntnis gelangte sodann die Mitteilung des Gemeindevorstandes, daß er beschlossen habe, von der Errichtung einer Landkrankentasse abzusehen. Eine interessante Debatte entspann sich noch über eine Anfrage betreffs Einrichtung von Arbeiterausschüssen. Der Bürger- meister bemerkte hierzu, daß für die Zehlendorfer Verhältnisse- kein Bedürfnis vorliege; die Beziehungen zwischen Arbeitern und Bc- Hörde seien außerordentlich gute, und Arbeiterausschüsse würden nur eine Störung dieser guten Beziehungen bedeuten. Demgegen- über muß man sich die Frage vorlegen, weshalb die Arbeiter wiederholt die Einsetzung von Arbeiterausschüssca gewünscht haben? Ober-Schöncweide. Heute, Totensonntag, nachmittags 4 Uhr, findet im„Wil- helminenhos" ein Lichtbildervortrag für Kinder statt. Zur Aus- führung kommt der mit 110 farbigen Lichtbildern ausgestattete Vor- trag„Max und Moritz" von W. Busch. Eintritt für Kinder und Erwachsene 10 Pf. Abends 8 Uhr gelangt im selben Lokal der Lichtbildervortrag:„Die Gewinnung der Steinkohle und die damit verbundenen Gefahren im Bergwerk" zur Aufführung. Eintritt hierzu 30 Ps. Billetts im Vorverkauf 25 Pf. Ichönebcrg. Ter Gesangverein„Schoucbergcr Männcrchor"(M. d. A. S. B.) veranstaltet heute(Totensonntag) im Saale der Schloß- brauerei, Hauptstr. 122, ein Konzert. Die gesangliche Leitung liegt in den Händen des Chormeisters Herrn B. Stempel, während der musikalische Teil von Herrn Kapellmeister W. Rosenthal geleitet wird. Ter Gesangverein stellt sich bei allen Arbeiterfestlich- keilen stets zur Verfügung, so daß der organisierten Arbeiterschaft der Besuch des Konzerts nur empfohlen werden kann. Potsdam. Ein städtischer Arbeiter, der betteln gehen mußte. Der ortsübliche Tagelohn beträgt in Potsdam für Arbeiter über 16 Jahre 3.25 M.. vom 1. Januar 1914 soll er für Personen über 21 Jahre auf 3,30 festgesetzt werden. Mit diesem Verdienst kann sich heute ein Arbeiter kaum selbst, geschweige noch eine Familie er- nähren. Dem Potsdamer Magistrat scheinen die ortsüblichen Tage- löhne zu hoch zu sein, denn er beschäftigt jetzt noch eine Anzahl Arbeiter, die diesen ortsüblichen Tagelohn bei weitem nicht erreichen. Diese Leute sind natürlich nebenbei noch auf die Mildtätigkeit der Menschen angewiesen. Der Fall, daß ein städtischer Arbeiter sogar betteln gehen mußte, ist kürzlich in Potsdam vorgekommen und der Betreffende stand wegen dieses Vergehens dieser Tage vor dem hiesigen Schöffengericht, das ihn in richtiger ErkennmiS seiner Notlage freisprach. Der Arbeiter hatte schon verschiedentlich in einem hiesigen Stift zu seiner MittagSstulle, denn warmes Mittagbrot war bei ihm eine Seltenheit, etwas warmen Kaffee erhalten. Im September, als es eines Tages recht kalt war und er wieder die Absicht hatte, zu seiner Stulle sich etwas Kaffee zu erbeten, hatte ihn der Geruch einer Suppe derart gefangen ge- nommen, daß er die leitende Schwester bat, sie möge ihm doch etwas von dem Mittagbrot geben. Er erhielt es auch. Die Schwester hatte dann nachträglich sich bei einem Schutzmann darüber beschwert, daß in letzter Zeit soviel Bettler kämen und daß dieser Tage sogar ein städtischer Arbeiter um Mittagbrot angesprochen habe. Hierauf war die Anzeige erfolgt. Der Mann führte nun zu seiner Entschuldigung an, daß er als städtischer Arbeiter nur 2.85 M. pro Tag verdiene und damit ließe sich keine Familie er- nähren. Außerdem sei er 17 Wochen krank gewesen und seine Tochter habe vor der Einsegnung gestanden. Seine Frau müsse mit- verdienen und seine Kinder kämen erst mittags um 1 Uhr aus der Schule, so daß er kein warmes Mittagsbrot bekäme. Weil ihn an diesem Tage sehr fror und man ihm schon öfter einmal eine Tasse Kaffee gegeben habe, habe er um etwas Mittagbrot, das bei ihm eine Seltenheit war, gebeten. Eine Stadt wie Potsdam hätte es wirklich nicht notwendig, ihre Arbeiter betteln gehen zu lasten. Dieser Fall zeigt wieder einmal mit aller Deutlichkeit, wie es um die städtischen Arbeiter in einer Komniune bestellt ist, wenn die Sozialdemokratie noch keinen Einfluß erlangt hat. ES ist höchste Zeit, daß die Bevölkerung sich bei der Wahl am Montag und Diens- tag zusammenrafft und Sozialdemokraten ins Rathaus wählt, die die Interessen der werktätigen Bevölkerung besser zu würdigen wissen._ Auf zur Stadtverordnetenwahl! Die Wahlen zum Stadt« verordnetenparlament finden morgen Montag und Dienstag. von 1 Uhr mittags bis 8 Uhr abends statt. Gehe jeder Wähler rechtzeitig zur Wahl und sorge dafür, daß auch seine Freunds und Bekannten erscheinen, damit endlich in Potsdam Vertreter der Sozialdemokratie in das Rathaus gewählt werden. Abends ö Uhr wollen sich die Genossen in den bekannten Bezirkslokalen einfinden und sich an der Schlepparbeit beteiligen. Besonders aber werden die Genossen und Arbeiter, die in der letzten Zeit aus Potsdam verzogen find, und zwar meistens nach NowaweS, ersucht, ihrer Wahlpflicht zu genügen. Wer noch keine Legitimation hat, begebe sich unter Vorlegung seines Stenerzettels auf da? Rathaus nach Zimmer 28. Britz. In der letzten Gcmeindcvertretersitzung wurde zunächst über den in der Finanzkommission vorberatenen Antrag unserer Genossen, den Notstand betreffend, verhandelt. Eine Rundfrage hat ergeben, daß 14 Schulkinder entweder kein warmes Mittagessen oder früh Kasse erhalten. Es wurde beschlossen, diesen Bedürftigen warmes Essen in der Kinderschule zu verabreichen. Von unseren Genossen wurde bemängelt, daß die Rundfrage kein richtiges Resultat er- geben habe, sonst wäre wohl eine größere Zahl bedürftiger Kinder herausgekommen. Die Gemeindevertretung konnte sich ruhig diese Ausgabe leisten, denn in der Kleinkinderschule wird von den Eltern für das Mittagessen 15 Pf. bezahlt. Setzt man den gleichen Preis für das Frühstück voraus und weiter, daß es alle Kinder bekommen, so würde das pro Tag 4,20 M. ausmachen. Den Winter über wird der Betrag so gering sein, das; dadurch die Finanzen der Gemeinde nicht ins Wanken geraten. Auch der Säuglingssürsorge soll mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Ter Fischverkauf wird wieder an der alten Verkaufsstelle eingerichtet. Vom Verkauf russischen Fleisches' soll abgesehen werden. Des weiteren sollen Notstands- arbeiten in Angriff genommen werden, und zwar der Turnplatz am Beseburger Ufer, eine Promenade am Kanal zwischen Raugius- und Rudower Straße u. a.- Bei dem Antrag, KXX) M. zur Unterstützung für Arbeitslose zu bewilligen und einen Arbeitsnachweis einzurichten, entspann sich eine sehr lebhafte Debatte, die im großen und ganzen sachlich ver- lief. Nur bei der Arbeitslosenversicherung äußerte sich der Ge- meindevertreter Herr Bauunternehmer Tiedt dahin, daß die Ver- sicherten auch dort in Arbeit treten mühten, wo ein Streik aus- gebrochen sei. Unsere Genossen protestierten lebhaft gegen diese Zumutung. Eine die ganze Materie zusammenfassende iliesolution fand schließlich Annahme. Dabei passierte dem Bürgermeister das Versehen, daß er den Passus, der die 1000 M. für Arbeitslose cnt- hielt, nicht mit zur Abstimmung brachte. Auf Anfrage des Genossen Gutbschmidt wurde dieser noch einmal der Kommission überwiesen, die baldigst in einer neuen Sitzung darüber Bericht erstatten soll. Die übrigen Punkte betrafen Pachtverträge. Reinilkendorf-Ost. Tic diesjährige Ausstellung guter Jugcndschriften und Beschäfti- gungsspiele sowie künstlerischen Wandschmucks findet vom Dienstag, den 25., bis Freitag, den 28. November, täglich abends von 5 bis 0 Uhr, im„Seebad", Nesidenzstr. 49, statt. Der Zutritt ist voll- ständig frei, Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen, nicht nur selbst zahlreich zu erscheinen, sondern auch bei allen Bekannten für den Besuch der Ausstellung rege zu werben. Der Bildungsausschuß. L'!t-Landsberg. Tic stattgefundeue Ersatzwahl brachte uns leider nicht den ge- wünschten Erfolg. Die außerordentlich ungünstige Wahlzeit, vor- mittags von V2O bis 10 Uhr, machte einem großen Teil der Arbeiter- schaft, die sowieso durch den Bußtag schon einen Tag Lohnausfall batte, die Ausübung des Wahlrechts nicht möglich. Trotzdem brachten wir noch 67 Stimmen auf, während auf die Gegner 91 entfielen. In der sehr gut besuchten Mitgliederversammlung referierte der Genosse P. Brühl- Lichtenberg über:„Die Aufgaben der Partei- organisation". In der Debatte kam der feste Wille zum Ausdruck, sich durch die erlittene Niederlage nicht den Mut nehmen zu lassen, sondern nun noch mehr wie bisher für den Ausbau der Organisation durch erhöhte Agitation tätig zu sein. Beim nächsten Ansturm nmß es endlich gelingen, in das Stadtparlament von Alt-Landsberg Bresche zu legen. Pankow-Niederschönhausen. Im neu eröffneten Jugendheim findet am Montag, den 24. November, der erste Mädchenabend statt. Die Arbeitereltern werden ersucht, ihre der Schule entwachsenen Töchter auf diesen Abend hinzuweisen. Das Heim befindet sich in Pankow, Maxi- milianstr. 43-r, vorn parterre. An den anderen Abenden ist das Heim für die Jugend beiderlei' Geschlechts geöffnet, und zwar wochentags von 0% bis 9lh Uhr und Sonntags von 4 bis 94h Uhr abends. Nicder-Ichönhausen, Nordend. Heute �(Sonirtagt veranstaltet der Gesangverein„Zukunft" (M. d. A. S. B.) in den Gesamträumen des Etablissements„Sans- � souci" einen ftonzcrtabend. Da das Programm ein sehr reichhal- ' tigeö ist und obiger Verein bei Parteiveranstaltungen stets mitwirkt, � werden die Genossen ersucht, für regen Besuch des Konzerts Sorge tragen zu wollen. Tie Uebungsstunden des Vereins finden jeden Montag im Lokal von Gapa, Eichenstraße Ecke Waldstraße, statt. Hohen- Schönhausen. Der von der Gemeinde eingeführte Berkauf russischen Fleisches hat bei der Bevölkerung eine sehr gute Aufnahme gefunden, wofür der steigende Absatz der beste Beweis ist. Beschwerden sind bisher nicht vernommen worden. Das Verkaufslokal befindet sich jetzt Wriezener Str. 1. Adlcrshof. Die Jugendschriften- und Wandschmuckausstellung im Jugend- heim, Bismarckstr. 31 ist geöffnet in der Zeit vom 29. November bis 1. Dezember, Sonntags von 3— 9 Uhr, wertags von 6— 9 Uhr. Ausgestellt ist eine reichhaltige Auswahl guter und billiger Jugend- schriften sowie künstlerischer Wandschmuck für das Arbeiterheim und Beschäftigungsspiele für Kinder. Jeder Arbeiter, der seiner Familie zum Wcihnachtsfeste eine Freude bereiten will, besuche die Ausstellung. NowaweS. Die Kaiser-Wilhclm-Straße, die als Verbindungsweg mit der Nachbarstadt Potsdam erklärlicherweise einen starken Verkehr auf- zuweisen hat, läßt nicht nur bezüglich der Beschaffenheit des Straßendammes, sondern auch hinsichtlich des Bürgersteiges viel zu wünschen übrig. Durch die auf ihm stehenden Straßenlaternen und die Leitungsmasten der elektrischen Straßenbahn wird der Fußgängerverkehr derart behindert, daß eine baldige Abänderung dieses Zustandcs dringend notwendig erscheint. Durch Versetzung der Maitcn und Laternen an den linken Rand des Bürgcrstcigcs ließe sich wohl Abhilfe schaffen. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Pankow. Dienstag, den 25. d. M., abends 5 Uhr, im Rathause. Lichterfelde. Montag, dcu 24. November, nachmittags 6 Uhr, im Rathaussaal, Schiller-, Ecke Berliner Straße. Diese Sitzungen sind SffenUich. Jeder Gemeindeangehörige iß de- rcchtigi, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. frauen-L-eleabencle. Erster Kreis. 1.— 4. Abteilung bei Weihnacht, Grünstr. 2l, Vortrag des Genossen Zubcil über Versassungssragen.— 5. Abteilung bei Dreßler, Slltonacr Str. 20. Vortrag der Genossin Dr. Toni Sußmann: Die Mutter als Erzieherin.. Zweiter Kreis. Montag, den 24. November, in folgenden Lokalen: Wicmers, Bülowstraße 58. Vortrag des Genossen Elajus:„Lohnarbeit und Kapital-(Fortsetzung).— Saß, Hornstr. 2. Vortrag d:s Genossen Wendel: „England, Land und Leute".— Fröhlich, Blücherstr. 56, Ecke Fontane- Promenade. Vortrag der Genossin Baader.— Lörisch, Markgrasenstraße 73. Vortrag:„Das kommunisliiche Manifest"(Fortsetzung). Alle Genossinnen werden ersucht, die Fragebogen in den Leseabend mitzubringen. Dritter Kreis. Montag, den 24. d. M. 1., 2. und 5. Abt. bei Tinius, Ritterstr. 123. Reser. Genosse E. Brückner:„Die Krankenversicherung nach der neuen Rcichsversicherungsordnung vom 1. Januar 1914".— 3., 4., 6. und 7. Abt. bei Henning, Alcxandrinenstr. 44. Reser. Genosse Hannig: „Eine moderne Wasie des Proletariats im Bejrciungskamps".— 8.," 9. und 10. Abt. bei Jsnrer(Spreehos-Kantine), Wustcrhauscncr Str. 16. Reserentin Genossin Knappe:„Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenjürsorge". Bohnsdorf. Montag, den 24. d. M., abends 8stz Uhr, Villa Kahl. Berichterstattung von der Frauenkonfcrenz Grotz-Berlin. Borsigwalde. Wegen des Vorwagskursus findet der Frauen-Leseabend acht Tage später statt. Brttz-Buckow. Mittwoch, den 26. November, 1/,9 Uhr, bei Becker, Chausseeslr. 97. Vorwag der Genossin Fr. Siede! über„Bebel und die Frauen". Charlottenburg. In diesem Monat ist der Leseabend ein gemein- iamer für alle Gruppen und wird im tlcinen Saale des Volkshauses, Rostnenstr. 3, abgehaitcn. Genosie Diiwcll spricht über„Die Frau im Hause und in der Gemeinde". Köpenick. Der Frauen-Leseabend fällt diesmal wegen des Theater- abends aus. Hermsdorf. Mittwoch, den 2(5. d. M., abends st.,9 Uhr, bei Eggebrecht, Albrcchtstr. I. Vortrag des Genossen Kubig über:'Die Markgenossen- schast der Germanen". Lichtenberg. Montag, den 24. d. M., in den bekannten Lokalen. Im 1. Viertel spricht Genosse Glöckner über„Nawrivissenschast".— 2. und 5. Viertel. Bericht von der Frauenkonscrcnz in Berlin.— 8. u. 4. Viertel: Gemeinsam in Tempels Lokel, Hauptslr. 2. Genossin Hanna spricht über „Sozialpolitik und die Frauen".— Im 0. Viertel spricht Genosse Müller über„Amerikanische Kulturverhältnijse". Neukölln. Montag, den 24. d. M., Thema: Die Grundlagen des Staates(VerfafsungSwesen). 1. Bezirk bei Reugcbauer, Sanderstr.lt(Res.: Heinrich Späthc). 2. Bezirk bei Kokegey, Rcutersw. 62(Res.: Wilhelm Härder). 3. Bezirk bei Aleitzel, Pannierstr. 59(Ref.: Ernst Klar. 4. Bezirk bei Krämer, Wcserstr. 31(Res.: Karl Wermuth). 5. Bezirk im Fdeal-Kasino, Weichsclstr. 8(Ref.: Fritz Carl). 6. und 7. Bezirk bei Schwengel, Elbestr. 8 (Res.: Emil Barth). 80. und w. Bezirk bei Kaiser, Wildcnbruchstr. 86(Res.: Fritz Faaß). 9. und 10. Bezirk bei Schulz, Richardstr. 35(Res.: Hermann Kunze). 11. Bezirk bei Prill, Böhmische Str. 44(Ref.: August Heitmann). 12. Bezirk bei Müller, Thüringer Str. 5(Res.: Richard Krille). 13. Bezirk bei Laube, Bendaslr. 20(Ref.: Fritz Brinkmann). 14a.. und b. Bezirk bei Feisch, Kncscbeckstr. 48149(Ref.: Anna Dictz). 15. und 17. Bezirk bei Schröder, Bodest. 27(Ref.: Richard NowakowSki). 16g.. und b. Bezirk bei Miehlig, Okerstr. 8/9(Ref.: Fritz Preuß). 18. und 19. Bezirk bei Weigclt, Steinmetz- slraße 93 tRes.: Karl Franke). 20. und 21. Bezirk bei Bartsch, Hermann- straßc 49(Ref.: Erich LezinSki). 22. nnd 24. Bezirk im Karlsgarten, Karls- gartenstraße(Ref.: Rudolf Schulz). 23. Bezirk bei Müller. Mainzer Straße, Ecke Bicbrichslraßc(Res.: Wilhelm Pactzel).— Da dieser Vortrag der zweite ist zur Erörterung unseres Parteiprogramms, ist es Pflicht aller Genossinnen, regelmäßig zu erscheinen. Nicder-Schönewcide. Dienstag, den 25. d. M., abend? 8'/, Ahr, bei Bengsch, Britzer Str. 17. Obcr-Schöneweide. Montag, den 24. d. M., abends 8'/, Uhr, bei Rabe, Wilbclminenhosstraße 43. Reinickcndorf-Oft. Der Leseabend findet erst am nächsten Montag (1. Dezember) statt. Reinickeiidorf-Wcst. Dienstag, den 23. d. M., abends 8st, Uhr, spricht Dr. Moses über„Gebärstreik". gkosenthal. Der Frauen-Leseabend findet in diesem Monat am DienS- tag, den 25. d. M., im Lokal des Genossen Gust. Milbrodt, Walderfeesw. 5, statt. Genossin Ottilie Baader hält einen Vortrag über„Die schule".— Die Genossinnen werden gebeten, pünktlich 8>/z Uhr zu erscheinen. Die Frauen derjenigen Genössest welche noch nicht der Partei angehören, werden hierdurch herzlichst eingeladen, an diesem Abend sich zu beteiligen. Tegel. Montag, den 24. d. M., abends 8st„ Uhr, im Jugendheim, Bahnhofslr. 15: Bericht von der Bczirks-Frauenkonserenz und Kinderschutz- kommission. Trcptow-Bautnschulenweg. Montag, den 24. d. M., abends Sst, Uhr, im Restaurant von Scholze, Gractzslr. 49: Vortrag des Genossen Behrenbeck über:„Muß cS Arbeitslose geben?"— Im Reslaurant von Erbe, Baum- schulenitraße. Ecke Ernststraße: Vorwag des Genossen Dr. Max Schütte über: „Das Zeitalter der Resormatton". Waidmannslust. Mittwoch, den 26. d. M., im Schweizerhaus, Diana- straßc: Vortrag der Genossin Bohm-Schuch über:„Die sexuelle Aujklärung der Jugend". Weisteusee. Hierdurch weisen wir aus die am Di en S t a g, den 25. d.M., abends Uhr, im Wintersaal deS Schloßrestaurants ftattsindende ö s s c n t l i'ch c F r a u c n v c r s a m m l u n g ganz besonders hin. Die Tagesordnung lautet:„Die ErlösungderFrau durch den Sozialismus". Es mu!, alles daran gesetzt werden, um die proletarischen Frauen für den Besuch dieser Versammlung zu gewinnen. Wittenau. Montags den 24. d. M., abends 8'/� Uhr, im Lokal von Wittchow, Oranienburger Swaße 99/100. Eingegangene DrucKscKntten. Neue Wege der Gewerbefördernug. Von Dr. I. Wilden. Geh. 2 M.— Taö österreichische Staatsschuld enweken von seinen Au- fä ngen bis zur Jetztzeit. Von Dr. M. Rcinitz. Geh. 5 M.— Theorie und Praxis des Syndikalismus. Von Dr. K. A. Gerlach. Geh. 60 Ps. — Bankpolitischc Aufsätze. Von Prof. Dr. K. Adler. Geh. 1 M. Verlag von Dunckcr u. Humblot, München und Leipzig. Der jüngste Tag. Gedichte. Bd. 7— 12. 80 Ps., geb. 1,50 M.— I. Sebastian Bachs Kirchcnkantaten. Von L. Wolfs. 3,50 M., geb. 5 M.— Kriminalsonette. Von F. Eisenlohr, Livingstone Hahn und L. Rubiner. 2 M., geb. 3 M. Verlag: K. Wolfs, Leipzig. LriefKakten der Expedition. Patienten in Beelitz, Buch und anderen Heilstätten. Diejenigen unserer Abonnenten, die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heilstätte bleiben, wollen ihren: bisherigen Spediteur wegen der Ueberweifung von Frei- czemplarcn sofort ihre Adresse einsenden, da bei verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen Monats von der Post nicht geliefert werden. Alle Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. .'Bsdi Reinerz Winterkur Dr. Stern. D ?elz- waren Fabrik und Lager von Stoias, Krawatten, Pelzhülen, Pelzjacken, Muffen, Pelzen, Kinder- garnilnren usw. Nur reelle Ware, jvon der einfachsten bis zur elegantesten. Tausende Sachen auf Lager. Auch Einzelverkauf zu billigen Preisen. Sonntags geöffnet. F. 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November erjolgie Vsr- mäblung zeigen hierdurch an ftvb Hr. Wilhelm Grumach und grau Margarete gew. Kaschewski. Berlin, Friüwichitr. 221._ Todes-Anzeigen I SoziaidemokratiseberWalihereio {J.2.fieri.Reicbstagswatilkreis. Bezirk 84. X a c h r u f. Den Genossen zur Nachricht, dad unser Mitglied Robert Gräbert Hagelb ergerstr. 5 am 16. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! 194/1 Der Vorstand. mim Allen Bei wandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach- richt, daß mein lieber, guter Mann, der Gürtler Paul Franke am Freitag, den 21. November, nach langem schweren Leiden sonst entschlafen ist. Dies zeigt, um stille Teilnahme bittend, tiesbetrübt an Ww/6, Anna Frankages. schuize Die Beerdigung findet am Montag, den 24. November, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des Neuköllner Frtedhoscs, Maricndorier Weg, aus statt. SozialdeniokrattseberWablvereiD Neukölln. Am 21. November verstarb unser Parteigenosse Paul Franke Thomasstraße 6/7, 17. Bezirk. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 24. November, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Neuköllner Gemeinde- sriedhoses, Mariendorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 218/11 Ter Vorstand. IleufcebezMaMi'-Vtfbanil Verwaltungsstelle Berlin, Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Paul Frsnke gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 24. November, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorser Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 13(1/4 Die Ortsverwaltung. Zentrafrerband derSehubmaeber Deutseiiiands. Zahlstelle»erlitt. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unserKollege.derSchuhmacher Paul Babuke am 16. d. M. plötzlich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Luther- Kirchhofes w Lankwitz aus statt. Rege Beteiligung erwartet 169/18 Der Vorstand. Verband der Haler. 1-ackierer. AnÄreieber usw. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser Kollege, der Lackierer Franz Steinwachs am 20. November verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 24. d. Mts., nach- mittags 2'/, Ubr, von der Leichen- halle des ThomaS- Kirchhofes, Hermannstraie, an« statt. Tie Ortsverwaltung. Deutseber Baoarbeitenerband. Zweigvcrein Berl««. 8Jm 21. November starb unser Mitglied, der Bauarbeiter Wilhelm Dräger (Bezirk Moabit). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung swdet am Montag, den Ä. November, nach- «ittags 3>,, Uhr. aus dem An- slalts�riedhose w Dalldorf statt. 116/14 ver Vorstavck- -wir v Dantsaguna. oima w Scüna6nte bei der Beerdi- STull«« lieben Manne« spreche blermit tü-r,Dani>ten und Bekannten herzlichsten Dank aus. O. Bauer. Freie YerEinipng der Tapezierer. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Kollege >Vilkelm Ldiulx am Donnerstag, den 20. d. M., gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 24. d. M., nach- mittags 3 Uhr, vom Städtischen Friedhos in Schöneberg, Max- straße, aus statt. Wir ersuchen um rege Beteiligung. 82b Der Vorstand. Verband IGemeinde- n. Staatsarb. Filiale Grofi-Berlln. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Hermsim Bieder (Berliner Parkverwaltun g,Schiller- park) im Alter von 51 Jahren ver- starben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Montag, den 24. November, nach- mittags'Iß Uhr, aus dem Ge- meinde-Fnedhos in der Müller- straße, Ecke Seestraße, aus statt. 36/3_ Die Ortsverwaltung. Deutseber Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeits- kutscher Wilhelm Drawiti am 20. November im Alter von 55 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 23. November, nach- mittags l1/, Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Gemeinde- Friedhoje« in Neukölln, Mariendorser Weg, aus statt. Um rege Betelligung ersucht 69/17 Die Bezirksverwaltung, Für die Vielen Beweise herz- licher Teilnahme sowie für die retchen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Sohnes Paul Erzgräber sagen wir allen Beteiligten, ins- besondere den Kollegen und Kolleginnen der Zigarettenfabrik „Manolt- unseren herzlichsten Dank. 235/7 Witve M* Erzgräber und Kinder. Hiermit die traurige Nachricht, daß am Freitagmorgen 1'/, Uhr unsere gute Mutter, Schwteger- und Großmutter, die Verwitwete Frau Schornsteinsegermeisterin Ernnia Eberl s�. Greiser verstorben ist. Dies zeigen betrübt an Aäelt Klintzsch, Anna Klintzsch geb. Ebert, Schreincrstr. 6. Die Beerdigung findet am Diensiag, den 25. d. M., nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des Zentral-Friedhoses in Friedrichs. jelde au« statt. 94a iermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter /Vima Maschetzke geb. Heldera am 19. d. M. verstorben ist. Richai-d Maschetzke nebst Kindern i Beerdigung Sonnlagnachmittag 3 Uhr von der Halle des kathol. �Kirchhose« in Reinickendors, Hum- boldtitraße, aus. 44A Allen Freunden und Bekannten, die uns beim Hinscheiden meines lieben Mannes Meinridi Hammel soviel Beweise ihrer Anhänglichkeit gegeben haben, sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. 92a _ Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme sowie die zahlreichen Kranzspenden bei der Beeroigung meines Mannes, des Tischlers Fi-n»t Meyer, sagen wir allen Verwandten und Bekannten, dem Deutschen Holzarbeilerverband� insbesondere dem Wahlverein Lichten- berg sowie sür den schönen Grabgesang unseren besten Dank. 8lb Frau Auguste Meyer nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tellnahme sowie die reichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Sohnes, unseres guten Bruders und Schwagers Max sagen wir allen BeteUigten, insbesondere Herrn Harndt sür seine trostreichen Worte sowie dem Zentralverband der Kauf- leute unseren herzlichsten Dank. 61b Frau Emilie Belalng. Ortskrankenkaffe der Handschuhmacher und verwandten Gewerbe. Montag, de» 1. Dezember 1918, abends 8Y, Uhr: General-Temnunlimg der Delegierten bei Haberland, Lintenstraße 78. Tagesordnung: 1. Wahl von drei Revisoren sür das abgelaufene Geschäftsjahr. 2. Verschiedenes. 298/15 Der Borstand. G. Schmidt, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse für das Käcker- u. Konditorgetottbe zu Berlin. Die 298/13 Ordentliche General-Versammlung findet Mittwoch, den 26. Nov., abends 7 Uhr, Engelufer 14/1S, Saal 11. statt, zu welcher die Generalversammlungsvertreter hier- mit eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorsitzenden. 2. Wahl von drei Kassenprüfern zur Abnahme der Jahresabrech- nung für daS Jahr 1918. 3. Kaffeiiangelegenheite». Oer Verstand der Ortskrankenkasse für das Bäcker- und Konditorgewerbe zu Berlin. I. A.: Karl Hetzschold, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse der Dachdecker Berlins. Am Mitttvoch. den 2K. Ro- vember 1918, abends 8 Uhr, im Lokal von Weber, Skalitzer Straße 147, Ecke Elisabeth ufer: Generalversammlung der Delegierten. 298/14 Tagesordnung: 1. Wahl de« Ausschusses zur Prüfung der JahreSrechnung 1813. 2. Verschiedenes. Delegiertenkarte legitimiert l Der Ferntand. I. A.: I. Hornemann, 1. Vorfitzender Orts-Krankenkasse der Tischler zu Spandau. Am 1. Dezember 1913, abends 8 Uhr, bei H. Dertz, Kurstr. 22: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl einer RechnungsprllfungS- kommission. 2. Verschiedenes. 298/8 Oer Veratand. Karl Zeibel, Vorsitzender. MohrenstnJfa Kolonneaerv QrfrankfurterjtrttS Trauer- Magazin Kle�rHüte� Aufteritefrelx-m* fsrdige KonfeKrion in gröfitem Maßstäbe zu M ligaten -Preisen— Westmann Spezialarzt für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Mäßige Preise.* Dr. med. Wocbentnfi, Frledrlchstr. 126(Oranienb. Tor) Sprechet, v. 8— 8. Sonntags 8—10. MM Ferilff am Lmcer: Gehrodt-flDzüflBMfiM MlDS'ilDZÜiEKiOM ICutswayu. Weste 18. 15. 12. 10, dtinkielder Fertige robwute K.eldung IDr Knaben und JUngllnce :t In größter Auswahl i: Feine 11 aB- Anterdgnng :: in ea. 10 Stunden:: Baer Sohn Kleider- Werke Berlin. Gegr. 1891. Chauueestiafio 29->30. 11. BrüokenttraBe 11. 6r, Frankfurter Str 20. lohüneberg. 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Sminfiij, 23, Ksimber MB, Her mit de? Sonntsgzruhe! In drei Kundgebungen protestierten am Freitag, den 21. d. M„ Handlungsgebilfen und Haudelhilfsarbeiter gegen den Regierungs- entwurf zur Sonntagsruhe. Die Entrüstung über den geradezu unglaublichen Entwurf— der noch eine Verschlechterung des bisherigen Austandes bedeutet— war allgemein. Tie Rcferemen ernteten daher mit ihren Aus- führungen, die den Gesetzentwurf— dessen Inhalt unseren Lesern bekannt ist— der verdienten Kritik unterzogen, lebhaften Beifall. Die Parteien, die immer da sind, wenn die bürgerlichem Vcr- bände irgendwelche Versammlungen veranstalten, glänzten dies- mal, da die Versammlungen vom Zentralverband der Handlungsgehilfen und vom Deutschen Trans- portarbeiterverband einberufen waren, durch AbWesen- heit. Die Herren scheinen von der Aussichtslosigkeit, in diesen Kreisen Proselyten machen zu können, vollkommen durchdrungen zu sein. Lebhafte Zustimmung erwechte in den Versammlungen die Mit- teilung, daß sowohl die Sozialdemokratie als auch die freien Ge- werkschaften alles aufbieten werden, um den Handelsangestellten zu einem wirklich freien Sonntag zu verhelfen. Von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion sprach Genosse Dr. S ü d e k u m, die Frauen waren durch die Genossin Luise 'Zieh vertreten. Von den Stadtverordneten sprachen die Genossen Bruns und Leid sowie Genosse P a e tz e l- Neukölln. Auch Genosse S t r ö b e l gab als Vertreter der Landtagsfraktion neben den Rednern der direkt beteiligten Verbände der Stimmung der Angestellten beredten Ausdruck. Lebhaften Protest führten die Versammlungen auch gegen die Verfügung des Polizeipräsidenten, die den Ge- schäftsinhabern gestattet, an den beiden Sonntagen vor Weihnachten die Geschäfte 10 Stunden geöffnet zu halten. Folgende Entschließungen fanden einmütige Annahme: Die heute tagende Versammlung von Handelsangestcllten er- hebt auf das entschiedenste Protest gegen die völlig unzureichende Art, in der die Reichsrcgierung durch ihren Gesetzentwurf die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe zu regeln gedenkt. Die Vcr- sammelten nehmen mit Befremden Kenntnis von der Tatsache, daß die Regierung sich zur Einführung der vollständigen Sonn- tagsruhe im Handelsgewerbe nicht entschließen kann, vielmehr auch jetzt wieber die Ausdehnung der Sonntagsruhe den Ge- meinden übertragen will, die während der mehr als zwanzig- jährigen Geltung der gegenwärtigen Sonntagsruhebestimmungen gezeigt haben, daß sie nur in einer Minderzahl von Fällen den Erwartungen entsprochen haben, die man in ihre Tätigkeit ge- setzt hatte. Die Versammelten bedauern weiter lebhaft die überaus zahlreichen Ausnahmebestimmungen, die der Gesetzentwurf vor- sieht und die geeignet sind, die Sonntagsruhe der Angestellte� weiter zu beschränken. Ferner erregt cS Beftemden, daß für die Verkaufsgeschäfte eine Arbeitszeit bis zu 4 Stunden zugelassen werden soll, die außerdem noch aus verschiedene Tageszeiten ver- teilt werden kann. Sie sind der Meinung, daß dieser Gesetzent- Wurf so ziemlich alle? zu wünschen übrig läßt, was die Handels- angestellten mit Recht verlangen können. Soweit die Gemeinden von dem Recht, die Sonntagsruhe vollständig zu gestalten. Gebrauch gemacht haben, hat sich gezeigt, daß diese Maßnahme dem Handel an diesen Plätzen in keiner Weise geschadet hat. und man hätte darum erwarten können, daß die Regierung sich in ihrem Gesetzentwurf an diese fortschrittlichen Vorbilder gehalten hätte. Statt dessen erhalten wir einen Gesetzentwurf, der mit der großen Zahl von Ausnahmebestimmungen geeignet ist, die Sach- läge nur noch zu komplizieren, ohne den Handclsangestellten wesentliche Vorteile zu bringen. Die Versammelten fordern daher: BSstiges Verbot der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe durch Reichsgesetz. AlZ einzige Ausnahme soll für die Dauer von zwei zu» sammenhängenden Vormittagsstunden in der Zeit von 7— l> Uhr der Verkauf von Backwaren, Milch, Fleisch und Eis zugelassen werden. Die Versammelten richten an den Reichstag und Bundesrat das Ersuchen, den vorgelegten.Gesetzentwurf im Sinne dieser Forderung zu gestalten und damit endlich auch den Handels- angestellten den so dringend notwendigen und seit mehreren Jahrzehnten geforderten freien Sonntag zu gewähren. Die zweite Resolution lautet: Die Versammelten erheben energisch Protest gegen die will- kürliche�Festsetzung einer zehnstündigen Verkaufszeit an den beiden Sonntagen vor Weihnachten. Diese Anordnung geht weit über das hinaus, was die Verhältnisse erfordern. Wir gehen in Berlin rückwärts statt vorwärts. Noch vor zwei Jahren waren nach dem Ermessen des Herrn.Polizeipräsidenten 6 Stunden ge- »ug. Im vorigen Jahre mutzten es schon 10 Stunden sein. Trotzdem im vorigen Jahre von beteiligten Prinzipalskreisen dem Polizeipräsidenten die Ansicht geäußert wurde, daß die Vor- Mittagsstunden für den Verkauf gar kein«, Wert haben, so wer- den in diesem Jahre wiederum von dem Herrn Polizeipräsidenten zwei Vormittagsstunden für den Verkauf angesetzt. Tie Versammelten sind der Meinung, wenn überhaupt eine Ausnahme«r Weihnachten erforderlich ist, die Freigabe eines Sonntags, and zwar für die Zeit von 12— 4 Uhr, vollauf genügen würde, um den Verhältrusseu Rechnung zu: vagen. Tne Fes». Kchung einer länger«, VvrkaufZM muß rn-w« Ist der höckfftsu Anspannun« der Arbeitskräfte, alö für die Gesundheit der An- gestellten schwer schädigend. ve«vorfen wert>«i. Auf jede Person, die in den Räumen mit der Herstellung von Zigarren beschäftigt ist, müssen mindestens 10 Kubikmeter Luft- räum entfallen. Für ausschließliche Arbeitsräume genügt ein Luft- raun, von 7 Kubikmeter n. In Schlafräumcu dürfen derartige Arbeiten nicht vorgc- uommcn werden. Auch das Lagern von Tabak und Zigarren ist dort verboten. In Wohnräumen, Küchen'und Arbeitsräumen darf Tabak nur in angefeuchtetem Zustand gemischt werden. Tabak oder Halbfabrikate dürfen in diesen Räumen nur in der durch- schnittlich für eine Tagesarbeit oder bei Aufbewahrung in sich ver- schlossenen Behältnissen nur in der durchschnittlich für eine Wochen- arbeit erforderlichen Menge gelagert werden. Für die Beschäftigung von Kindern und jungen Leuten gelten folgende Vorschriften: Eigene Kinder dürfen erst nach Vollendung des 12. Lebens jahres und für Tritte überhaupt nicht beschäftigt werden, ebenso- wenig zur Familie gehörige fremde.Kinder. Nichlschulpflichtige Kinder und junge Leute bis zum 16. Jahre dürfen nicht in der Zeit zwischen 8 Uhr abends und 8 Uhr morgens tätig sein. Eine min bestens zweistündige Mittagspause ist vorgeschrieben. Die Landes- zentralbehöroen können anordnen, daß die einschließlich der Pause zwölf st ündige Arbeitszeit zu einer früheren Stunde, aber nicht vor 6 Uhr morgens, beginnen darf. Personen, die mit einer abschreckenden Krankheit behaftet sind. dürfen mit der Herstellung von Zigarren in der Hausarbeit nicht beschäftigt werden. Auch die Bearbeitung von Zigarren mit dem Munde oder die Anfeuchtung der Geräte mit Speichel ist verboten. Ausnahmen können die höheren Verwaltungsbehörden in be- zug auf die Anforderungen an die Arbeitsräume nach Höhe und Luftraum zulassen, wenn die Bestimmungen nach der Beschaffenheit der vorhandenen Gebäude ohne unverhältnismäßige Härten nicht durchführbar sein würden. Für die Zeit bis zum 1. Januar 1019 können für die gegen wärtig vorhandenen Werkstätten von den unteren Verwaltungs- behörden auf Antrag gewisse Ausnahmen zugelassen werden. Soll in der Hausarbeit die Herstellung von Zigarren vorgenommen werden, so hat dies derjenige, der das Verfügungsrccht über die als Werkstatt in Aussicht genommenen Räume hat, vorher schrift- lich der Ortspolizcibehörde anzuzeigen. Auch die Beschäftigung von Kindern und jungen Leuten muß angezeigt werden. Die erteilte Erlaubnis der Ortspolizeibehördc ist dem Gewerbeaufsichtsbeamten zur Einsicht vorzulegen. Gewerbetreibende, welche die Herstellung von Zigarren in der Hansarbeit vornehmen lassen, dürfen die Arbeit nur in solcke Werkstätten vergeben, für die ihnen der Aus- weis der behördlichen Genehmigung vorgelegt wird. Das sind recht unzulängliche Vorschriften, wiewohl sich der Bundesrat reichlich Zeit genommen hat, bis er von der ihm durch § 10 des Hausarbeitsgesetzes vom 20. Dezember 1011 eingeräumten Befugnis überhaupt Gebrauch gemacht hat. Bundesratsvorschriften Qber Hausarbeit in der tababinduftrie. Der soeben erschienene„Reichsanzeiger" veröffentlicht unter dem 17. November auk Grund des Hausarbeitsgesetzes erlassene Bestimmungen über die Herstellung und daS Sortieren von Zigarren sowie über das Abrippen von Tabak. Der wesentlichste Inhalt der Vorschriften ist folgender: Die Bestimmungen finden Anwendung auf Werkstätten, in denen zur Herstellung von Zigarren erforderliche Verrichtungen vorgenommen werden, wenn in ihnen jemand ausschließlich zu feiner Familie gehörige Personen mit solchen Arbeiten beschäftigt oder eine oder mehrere Personen solche Arbeiten verrichten, ohne von einem den Werkschaftöbetrieb leitenden Arbeitgeber beschäftigt Mark Schulden. Als er nun wieder viel Geld brauchte, setzte er sich zu sein. Als Werkstätten gelten auch Räume, die zum Schlafen, mit der Angeklagien wegen Beschaffung von Geld in Verbindung. Die Gräfin als angeklagte. Bei der gestrigen Verhandlung in dem Prozeß gegen die Gräfin Fischler v. Treuberg erörterte der Vorsitzende, Landgerichts- rat BrieSkorn, zunächst weiter den tags zuvor schon angeschnittenen Fall des SteinbruchSbcsitzers Kirchhoff, der als junger Mann hierher gekommen war, an dem Berliner Nachtleben Vergnügen fand und Stammgast in der seltsamen Tafelrunde der früheren Weinstube Excelsior wurde, wo er mit der Frau Just und auch mit der Angeklagten bekannt wurde. In leichtsinnigster Weise bat er Gelder aufgenommen und sich in Wechselverbindlichkeiten gestürzt, bei denen ihm 180 Proz. Zinsen und mehr aufgebürdet wurden. Es wird behauptet, daß die Angeklagte bei diesen Finanzgeschäften berechtigter- und unberechtigterweife hohe Provisionen eingesackt habe. Der junge Mann ist in ausgezeichneter finanzieller Situa- tion nach Berlin gekommen und hat nach seiner eigenen Angabe etwa 1000 M. monatliche Einnahme gehabt. Er ist Besitzer eines Steinbruchs im Werte von zirka 200 000 M. und Besitzer eines kleinen Hauses in seinem Heimatsorte gewesen. Das Endergebnis seines überaus flotten Lebens in Berlin ist, daß er sein ganzes Bermögen losgeworden ist und auch von dem Erbteil seiner Mutter nSchts mehr für ihn übrig bleibt. Der Zeuge K. Unll nicht behaupten, daß die Angeklagte ihn zu dem flotten Leben und den großen Ausgaben verleitet habe. In Verlauf verschiedener Geschäfte, zu denen sich K. hatte verleiten lassen, kam er sogar in den Verdacht'des Kreditbetruges. Das gegen ihn eingeleitete Straf verfahren führte, da er nach Monte Carlo geflüchtet war. zu einer nennuionatigcn Untersuchungshaft, endete aber mit feiner Frei- sprcchung.— Die Anklage behauptet, daß die Angeklagte, als K. sich weigerte, ihr für eins der eigenartigen Finanzgeschäste Pro- Vision zu zahlen, ihm gedroht habe,„sie würde ihm schon einmal etwas in den Weg legen, wenn er die verlangte Provision nicht zahle". K. soll die Sache so aufgefaßt Häven, als ob ihvt die An- geklagte mit einer Anzeige aus§ 175 des Strafgesetzbuchs drohte und unter diesem Druck soll K. der Angeklagte» einen Teil der von ihm geforderten Summe von 500 M. gezahlt haben.— Auch hier bestreitet die Angeklagte, die mit dem Zeugen auf dem Duzfuße stand, jede Schuld und betont, daß der Zeuge durch die Geschäfte, die er mit ihr gemacht, sicher nicht sein Vermögen verloren habe.— Ter Zeuge gibt dies zu. ebenso auf Befragen der Verteidiger, daß sein BermSgcnsverlust in erster Reihe darauf zurückzuführen sei, daß während seiner Untersuchungshaft dir Schuldtitel gegen ihn geltend gemacht wurden und er nicht in der Lage gewesen sei, sich zu wehren. Die finanziellen Transaktionen, die der junge Mann unternommen hat. ohne die Sache durchschauen zu können, waren nach den Ergebnissen der Verhandlung ganz horrende. Der Zeuge bleibt, ungeachtet des Widerspruchs der Angeklagten, dabei, daß die Angeklagte ibm bei der Forderung einer Provision gedroht habe, eventuell an die Auskunftsbureaus zu schreiben und ihm seinen geschäftlichen.Kredit zu verderben. Durch gewisse Drohungen bei Angeklagten will der Zeug? auch bewogen worden sein, ein Auto- mobil fiir 8000 M. zu kaufen, lediglich damit es im Notfalle sofort versah, werden und txutzü pc die Provision einstreichen könne. Ter Zeuge hatte zu jener Zeit, als er schon tief im finanziellen Druck saß, doch noch immer ein Fuhrwerk im Besitz. Er hat auf das Auto 2000 M. angezahlt und nach einigen Wochen das Automobil wieder zurückgegeben. Er erklärt weiter: sein SteiiubruchSanteil habe verkauft werden müssen, fein Haus sei gepfändet von einen, gewissen Reincrt, den er durch die Angeklagte kennengelernt habe. Dieser habe eine Hypothek von 40 000 M. auf dem Hause, welches am 1. Dezember zur Zwangsversteigerung komme. Er habe tat- sächlich sein ganzes Vermögen verloren und noch etwa 50 000 M. Schulden zu tilgen. Ein alsdann verhandelter Wuchcrfall betrifft den verstorbenen Negierungsrcfcrcndar Tr. Henning v. Alten. Dieser befand sich infolge leichtsinnigen Lebenswandels im Frühjahr 1010 in großer Geldverlegenheit. Sein. Vater hatte schon einmal im Jabre 1008 durch Aufbringung von 500 000 M. und gegen Verzicht aus die Erbrechte seines Sohnes ihn rangierte. Er hatte damals 1 Million Wohnön öder Kochen dienen, wenn darin die obenbezeichneten Arbeiten ausgeführt werden. Die Arbeitsräume für die Herstellung und das Sortieren von Zigarren müssen folgenden An- Forderungen entsprechen: Tie dürfen mit ihrem Fußboden höchstens einen halben Meter unter dem Erdboden liegen und müssen, wenn sie unmittelbar unter dem Dach tiegen, verschalt sein. Tie Räume sollen eine «°he von mindestens 2!4 Meter und festen und dichten Fußboden yaveiu Fenster, die ins Freie führen, muffen nach Zahl und Größe genügen, um für alle Teile der Räume Lust und Licht in aus- Mutze zu gewähren. D'e Angeklagte soll ihm geraten haben, sich das gewünschte Dar lehen von 75 000 M. von dem Geldvcrleiher Pariser geben und sich bei diesem durch den Wechselagenten Tomarus einführen zu lassen. v. A. versprach diesem und der Angeklagten eine Provision von sc 5000 M. Pariser soll sich bei den weiteren Verhandlungen nur bereit erklärt haben, 37 000 M. Darlehen gegen einen mit drei Unterschriften versehenen Dreimonatswcchsel über 40 000 M. zu leihen. Ten Wechsel stellte ein Freund des v. A., ein Herr von Stechow, aus; das geforderte Jndossement verschaffte sich v. A., der den Wechsel akzeptierte, durch einen Freund von Bennigsen, den er nachts auf seinem Schlosse in Hülchreth aufsuchte und ihn I unter der Versicherung, daß er aus dem Wechsel nie in Anspruch i genommen werden würde, zum Jndossement bestimmte. Pariser > soll dann 37 000 M. gegeben haben, wovon Domarus und die An» �geklagte je 5000 M. Provision erhalten haben sollten, v. A., der Rcscrvcosfizier war und bei einer Militärübung einen Armbruch � erlitten hatte, hat sich im November 1010 erschossen, v, Bennigsen ist schließlich auf Zahlung der 40 000 M. verklagt worden.— Die Angeklagte soll sich nach der Ansicht des Staatsanwalts der Beihilfe zum Wucher schuldig gemacht haben. Das bestreitet sie entschieden. Ihr habe sich Herr v. A. als Sohn eines vielfachen Millionärs vorgestellt, der selbst sehr reich sei, eine große Erbschaft zu erwarten habe und sich nur in augenblicklicher Geldverlegenheit befinde. Sie habe mit Pariser nie etwas zu tun gehabt, ebenso nicht mit Doma- rus; sie sei in die Details der Geschäfte, die diese abgeschlossen, nicht eingeweiht gewesen. Hervorgehoben wurde, daß die Geldgeber, trotz aller Giranten, die aus de», aus dem Jahre 1010 datierenden Wechsel standen, bis heute noch nicht einen Pfennig bekommen haben. Die Verhandlung wird hierauf auf Montag dH Uhr vertagt. Mocken-Spielplan cler Berliner Cheater. König!. Opernhaus. Sonntag: tüavalleri» rnstioana. Bajazzi. Montag: Götterdämmerung.(Ansang 6'/, Uhr.) Dienstag: Marie, die Tochter des Regiments, Die Puppensee. Mittwoch: Stnsonie-Konzert. Donnerstag: Die Meistersinger von Nürnberg.(Ansang 7 Uhr.) Freitag: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonnabend: Mignon, Sonntag: Der fliegende Holländer. Montag: Carmen.(Ansang 7'/, Uhr.) Äönigl. Schauspielhaus, Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg, Montag: Die Rabensteinerin, Dienstag: Schwanenweiß. Mittwoch: Hans Lange. Donnerstag: 1812, Freitag: Die Ouitzows, Sonnabend: Don Carlos,(Ansang 7 Uhr,) Sonntag: Die Neuvermählten. Die zärtlichen Verwandten, Montag: Die Journalisten,(Ansang 7>/, Uhr.) Neues Qpcrntheater(Kroll). Sonntag: Rigoletto. Sonntag, den 30. November: Der Freischütz.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Emiiia Galotti, Montag: Viel Lärm um nichts. Dienstag: Faust 1. Teil. Mittwoch: Ein Sommernachts- träum, Donnerstag: Torquato Tasso. Freitag: Ein Sonnnernachtstramn. Sonnabend: Viel Lärm um nichls, Sonnwg: Der lebende Leichnam. Montag: Hamlet.(Ansang 7'/, Uhr.) Kammerspiele. Sonntag: Der verlorene Sohn, Montag: Frühlings Erwachen, Dienstag: Androklns und der Löwe, Mittwoch: Der verlorene Sohn, Donnerstag: Androllus und der Löwe, Freitag: Maria Magdalenc. Sonnabend: Der verlorene Sohn, Sonntag: Androklus und der Löwe. Montag: Schöne Frauen.(Ansang 8 Uhr.) Lessing-Tbeatcr. Sonntag: Peer Gynt,(Ansang 71/, Uhr.) Montag, Dienstag: Pugmalion. Miltiooch: Peer Gynt,(Ansang 71/, Uhr,) Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag: Pygmalion.(Anfang 8 Uhr). Montag: Peer Gynt,(Anfang 7'/, Uhr,) Berliner Theater. Sonnlag: DaS vierte Gebot. Von Montag ab allabendlich: Wie einst im Mai,(Ansang 8 Uhr,) Mittwochnachmittag und Lonnabendnachmittag: Ein Boltsscind, Theater in der Königgräher Straße. Sonntag und Montag: Die Kronbraut. Dienstag: Die süns Frankfurter, Mittwoch bis Sonntag: Die Kronbraul,(Anfang 8 Uhr,) Montag: Brand.(Ansang 7'/, Uhr.) Küustter-Thcater. Sonntag und Montag: HanncleS Himmelfahrt. Der zerbrochene Krug. Dienstag: Die Afiäre. Mittwoch: Hanneics Himmclsahrt, Der zerbrochene Krug. Donnerstag: Die Affäre. Freitag: Der Biberpelz. Sonnabend: Hanncles Himinelsahrt. Der zerbrochene Krug, Sonntag: Die Affäre, Montag: Unbesttmmt.(Ansang 3 Uhr.) Deutsches Schauspielhaus. Sonntag: Der gute Ruf(Ansang 7'/, Uhr,) Von Montag ab allabendlich: Die heitere Residenz,(Ansang 8 Uhr,) Deutsches Opernhaus. Sonntag: Die Jüdin. Montag: Undinc. Dienstag: Der Troubadour. Mittwoch: Die Jüdin. Donnerstag: Das NotHcmd. Freitag; Undinc, Sonnabend; Die Jüdin. Sonntag: Undine. Montag: Manon LeScaut,(Ansang 8 Uhr.) KömödieuhauS. Allabendlich: Hinter Mauern,(Ansang 8 Uhr,) Lnstspielhaus. Sonntag: DaS große Geheimnis, Montag: 777: 10. Von Dienstag ab bis auf iveiteres allabendlich: Die spanische Fliege. (Ansang 8 Uhr,) Theater des Westens. Allabendlich: Polenblut. �Aiisang�8 Uhr,) Sonnabciidnachmittag: Das tapfere Schneiderlein. Nächsten Sonntag, nachmittags 3'/, Uhr: Der liebe Augusttn. Tlialia-Thearer. Sonntag: Heimat. Von Montag ab allabendlich: Tie Tangoprinzcifin,(Ansang 8 Uhr.) Mtiwoch- und Sonnabendnach» mittag: Aschenbrödel, Ncfidrnz-Theatcr. Sonntag: Die Waise aus Lowood Von Montag ab allabendlich: Hoheit— der Franz.(Ansang 8 Uhr.) Trianon-Theater. Sonntag: Untreu. Von Monta ab allabend- lich: Seine Geliebte,(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Tyeatcr v. Sonntag: Die Stützen der Gesellschaft. Man- tag: Rosenmoittag, Dienstag: Die goldene Ritterzeit. Mittwoch: Rosen- montag, Donnerstag; Die goldene Ritterzeit. Freitag: Rosenmontag. Sonnabend: Hcimg'sunden, Somitag: Die goldene Ritterzeit. Montag: Hetmg'sunden.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Dhratcr Eharlotteuburg. Sonntag: Roscnmontag, Mon- tag: Jugcndjrcundc, Dienstag: Moral. Mittwoch: Jugendsreundc. Donncisräg: Am Tage des Gerichts. Freitag: Hascmanns Töchter. Sonnabendnackmttttag 3 Uhr: Zops und Schwert. Mends: Hedda Gabler. Sonntag: Die Jungsrau von Orleans. Montag: Die goldene Ritterzeit. (Ansang 8 Uhr.) Luisen. Theater. Sonntag nnd Montag: Kasernenlust. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: HopsenratS Erben. Freitag, Sonnabend, Sonntag und Montag: Kasernenlust.(Ansang S'/, Uhr) Kleines Theater. Sonntag bis Freitag: Belindc. Sonnabend bis Montag: Die Sippe:(Ansang 8 Uhr.) Neues Bolksthenter.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntag und Montag: lltaulch, Dienstag, Mittwoch: Der ledige Hos Donnerstag, ~' Muddcr MewZ. Sonntag: Freitag: Die Siebzehnjährigen. Sonnabend: Muddcr MewZ. Rausch, Montag: Die Siebzehnjährigen,(Ansang 8>/, UhrJ Walhalla-Theater. Sonntag: Der Hüttenbcsitzer. Bon Montag ab allabendlich: Der Liebesonkel,(Ansang 81/, Uhr.) Moutis Operetten-Theater. Allabendlich: Die ideale Gattin. (Ansang L Uhr,) Rose-Tdeater. Sonntag: Der Mcineidbauer. Montag: Berlin, wie eS weint und lacht, Dienstag: Der Meineidbauer. Mittwoch: Im weißen Rößl,(Ansang 8'/, Uhr.) Donnerstag: Der Meineldbauer. Freitag: Dorf und Etadi, Sonnabend: Der Mcineidbauer. Sonnlag, Montag: Berlin, wie es weint und lacht,(Ansang 8 Uhr.) Tbearcr am NoUrndorfplat». Sonntag: Liebelei, Von Montag ab allabendlich: Der Mikado.(Ansang 8 Uhr.) Sonnabcntnachmiliag: Frau Holle, Ilrania-Theater. Sonntag: Mt dem.Imperator» nach New sffvrk. Montag: Japan und die Japaner. Dienstag: Mit dem Imperator nach New Kork. Mittwoch: Geschmack und Geruch bei den Tieren. Donners- tag: Das Leben der Japaner, Freitag: Werden und Vergehen der Alpe». Sonnabend und Sonnlag: Mit dem Imperator nach New Jork. Montag unbestimmt,(Ansang 8 Uhr,) Gedr. Herrn, eld. Theater. Sonntag: Hausierer Jockel«. Die letzte Ehre, Von Montag ab allabendlich: WaS sagen Sie zu Leibusch?(An- sang 8 Uhr,) Kasino-Theater. Sonntag: Ein Weib aus dem Volke. Montag und allabendlich: Ferdinand der Tugeiidbaste.(Ansang 8 Uhr.) Falles Eaprice. Sonntag: Der Dorsmusikant. Komiker Schnitzel. (Ansang 8 Uhr,) Von Montag ab allabendlich: Mißgeburt. Adopttvkind. Ritter Baldrian.(Ansang 8>,. Uhr.) Friedrich-Wilhclmstädtischcs Theater. Sonntag: Die Waise aus Lowood. Von Montag ab allabendlich: Die Kinokönigw.(Anfang 8 Uhr.) Metropol. Sooniag:'S Nullcrl. Von Montag ab allabendlich: Die Reise um die Welt in 40 Tagen,(Ansang 8 Uhr,) Wintergarten.'Allabendlich Evezialitäten.(Ansang 8 Uhr,) RcittiSyallen-Tbcater.'Allabendlich: Stetttner Sänger.(Ansang 8 Uhr, Sonniags 7'/, Nbr) Zirkus Büsch. Allabendlich: Galavolitelluilg,(Ansang 7»/, Uhr,) Zirkus Schumanu. Allabendlich: Galavorstellung,(Ansang 7>/. Uhr.) Admiralcpalast. Eisbollelt: Die lustige Puppe.('Ansang 3 Uhr,) Marktpreise von Berlin am Ll. November litiZ. nach Ermittelungen des tgl, PolizcivräsidiuinS. Mais(nuxcd), gute Sorte 16,40—16,90, mittel 00,00— 00,00, geringe 00,00—00,00. Mais(.runder), gute Sorte 14,40—14,60. Richtstroh 0,00. Heu 6,20—7,60, Martlhatlenvreis«. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00— 50,00. Svcisebobnen. weiße 35,00—60,00. Linien 36,00—70,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 4,00— 7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60— 2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30—1,80. Schweinefleisch 1,40—2,00. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2,40, Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,40— 7,00. 1 Kilogramm Karpsc» 1,00— 2,10. Aale 1,60—3,90. Zander 1,20—3,20. Hechle 1,20—2,60. Barsche 1,00—2,40. Schleie 1,60—8,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stück Krebse 1,00-88,00. Arbeiter-Biidungssehule. Sonntag, den 30. November, abends �.7 Uhr, im Schullokal, Grenadierstr. 37: Senegal- Versammlung. Tagesordnung: I. Vortrag des Genossen Paul Schulz über„Wesen und Ursprung des Bogelzuges«.» 8. Bericht des Vorstandes und der Revisioren. 8. Schulangelegenheiten und Anträge. 4. Neuwahl des Vorstandes und zweier Revisoren. 6. Verschiedenes. 6/13* ===== Mitgliedsbuch legitimiert.===== Nückständige Beiträge sind zu bezahlen._ Verband der Sattier u. Portefeuiller ■. m■- Ortsvepwaltnnjj; Berlin. traueusleute; d) auf Entschädigung der Bertrauensmännersitzunge». 8. Autrag der Verwaltung � auf Gewährung einer Weihnachts- Unterftntmng an die arbeitslosen Kollegen. >. Der Kartellvertrag mit den Tapezierern. 158/11 4. Verschiedenes. Wegen der vorzunehmenden wichtigen Abstimmungen können [ J nur solche Kollegen und Kolleginnen Zutritt erhalten, die sich durch Vorzeigung ihres'Mitgliedsbuches legitimieren. _ Ple Ort w ver waltung. Steinarbeiter. Mittwoch, den 29. November 1913, abends 8'/� Uhr, ------ im Englischen Hos, Alexanderstr. 27c:= Marmmbkjttt-NtchmmtW. T a gesordnung: Stellungnahme zum Tarifablauf. Jeder in der Marmorbranche beschäftigte Kollege ist ver> pfllchtet. die Versammlung zu besuchen. Sif** s. t Die Zahlstelle von Weißensee befindet sich . jitzt bei Bern». Brttxer, Berliner �.llee Katt (Prälaten).____ Die Ortsvcrwaltung Acht»»!,! Arbeitslose. Achw»g! Iienzlag. den LS. Xovemder 1313. nsedmittagz l llbr: wtr Sechs grobe"Vi jlrbeitslosenuersammlungen in folgenden Lokalen: Kliems Feftsäle, Hafenheide 14/13. IMusiker-Bereittshaus,Kalstr-Wi!helm-Ztr.18in Gewerkschaftshaus, Engelufer 13. Brauerei Königstadt, Schönhaustr Allee tl)/ll. Konzert- und Festsäle, Koppenstr. Ä9�Germania-Säle, Chausseestr. 110. Tagesordnung: Die Forderungen der Ardeitslosen an Reich» Staat und Kommune! Referenten: Reichstagsabgeordnete Gustav Sauer» Otto Suchuer» Karl Giebel. Landtagsabgeordnete Konrad Kaeuisch» Paul Hirsch» Heinrich Ströbel. Sämtliche Arbeitslosen Berlins und der Vororte sind zu diesen Versammlungen eingeladen! Die Ein berufer: Verband der soMdemokratischen Wahlvereine GelnerkschastskommWon Serlins Kerlins und Vlvgkgend. und Umgegend. 137/11* I. A.: E u g enEr n st._ I. A.: A. K ö r st e n. VerrrnltniiK Berlin. Montag, den 24,. November, abends 3'/? Uhr: Mitglieder-Versammlungen für.folgende Bezirke und Branchen: Tagesordnung: Kericht von der Gknernlversammlnng. Verbandsangelegenheiten. Tischler. Bestrk SN dosten I: im Lokal„Südost*. Waldemarsir. 75. ,, Südosten 11: im Reicheiiberger Hof, Reichenberger Straße 147. Besirk Oestllche Tororte: in der Riebeck- Brauerei, Frank- surter Allee 53. Bentrk Bosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Büttuer, Schwedter Str. 23. Vortrag über„Gewerbliche Rechtsprechung in der Holzindustrie*. Referent: Kollege Leopold. Der Betrieb von Lüdtke. Pankow, Heinstr. 21, ist besond erS eingeladen. Bezirk Schöneberg: abends 8'/, Uhr, in den Reuen Rathans- säle«, Martin-Luther-Str. 69. Vortrag über„Das Jnvalidenvcrfichernngsgesetz*. Branche der Vergolder. LbendS VI. Uhr, tat Gewerkschaftshaus, Saal 1. Vortrag„Die Zwangsinnung der Bergoldrr*.— Die Aerkstatt-Fragezettel find mitzubringen._ Drechsler. Abends 8>/zUhr, im Königstadt-Kasino. Solzwarktstr. 72. Vortrag über „Die Neugestaltung der Krantenversicherung.* Referent: Kollege Kttzing. Bürsten- und Pinselmacher. Abends 81/, Uhr, tm GewerkschaftShaus, Engeluser 15, Saal 5. 1.„Die technische EntWickelung in der Bürsten- und Piuselinduftrte.* Referent: Kolleg« RichardS-Schönheide. 2. Diskussion. Schirmmacher. Lbeuds 6>/, Uhr, int Lokal von Knörig, An der Stralauer Brücke 3. Rahmenmacher. Dienstag, den Ä5. November, abends 6 Uhr» im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Branchen-Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung. 2. Branchen- und VerbandSangelegenhetten. Kisten- und Koffermacher. Dienstag, den 25. November, abends 8 Uhr, in den Nudrcas-Festsälen, Andreasstr. 2t. Tagesordnung: Vortrag des Kollegen Becker über„Lehren und warnende Bei- spiele aus der englischen Arbeiterbewegung". = Mitgliedsbuch legitimiert.===== 92/6__ Die Ortsverwaltung. Kranzspenden sowie sämtliche* ßlumcnarrangeniciits liefert schnell und billig Paul Bros«. Lindenstr. 69, 2*1.34)1.7203. 3« Steten stnnnen Die Wochenschrist für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 pf. Bekanntmachung der Ketriebskraukenkaffe der Stadtgemeinde Kerlin. Einladung zur Ordentiiehen General-Versammlung der BetriebSkrankenkaffc der Stadtgemeindc Berlin am Mittwoch, 3. Dezember ISiZ, abends K Udr, im Bürgersaale des Rathauses, Berlin, Königstraße 15—18. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über den Vor- anschlag für 1314. 2. Verschiedenes. 3. Wahl des Rcchnungsausschusses zur Prüjung der Iabresrechnung sür 1913.[298/5 Berlin, den 15. November 1913. Der Borstand der Betriebskrankcn lasse der Stadtgemeindc Berlin. v. Schulz. Voriianck der Haler, Laelnerer, Anstreicher Bureau: Melchiorftraßc 28, Part. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. Male Serlin. nsw. Arbeitsnachweis: Rückerstraße S Fernsprecher: Amt Norden Ortskrankenkaffe der Posamentiere, Seiler, Seidenknopf- und Bandmacher. Ordentiiehe General-Yersammlunn am Montag, den 1. Dezember 1913, abends 8'/, Uhr, in der Neue» Philharmonie, Köpenicker Straße 96/97. Tagesordnung: 1. Kassenbericht pro I., II. und III. Quartal 1313. 2. Wahl der Kass enrevssoren, 1 Arbeitgeber, 2 Ar- beilnehmer. 3. Antrag des Bor- standes betr. Bewilligung einer Gra- tifikation sür den Vorsitzenden. 4. Et- waige Anträge nach§ 52 Abs. 7 deS Statuts. 5. Verschiedenes in Kassen- anaelegenhciten. Um vollzähliges Erscheinen der Vertreter bittet Oer Torstand. .I. A.: Lernt). Herzer. Vorsitzender, 37b Georgenlirchstr. 53. ehsrlotteiidukg. Maiirerskstllkn- Kmllkulllissc zu Charlottenburg. XI. Veroiclierungsverein a, G. Sonntag, den 21. Dezember 1913. vormittags 10 Uhr, im Kassenlokal, Sprcestr. 17: Mitglieder-Versammltlug. Tagesordnung: � 1. Kassenbericht vom 3. Vierteljahr. 2. Wabl deS Vorstandes, dcrRechnungs- Prüfer und des Schiedsgerichts. 3. Acnderung des Z 6. Abs. 9 und des ß 27. 4. Kassensachen. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Mit- glieder. Der Vorstaad. 295/4 Willi. Reudorf. Montag, den A4 November, abends 8V5» Uhr: Mitglieder=yersaniinlung im Gewerkschaftshause, Engelnfer 13. Tagesordnung: Fortsetzung der Tagesordnung vom 4. November. *=- Nur Mitgliedsbuch legitimiert.■ Ble Versammlung wird pünktlich erUttnet. Zahlreichen Besuch erwarte? 133/1*__ Die Qrtsverwaltitng._ Oerband d. Issausarzt-ümtoe Zentrale Organisation für BolksKesnndheitspstege. Wir gewähren sür den geringen Beitrag von zirka Äo Pfg. pro Woche, der monatlich durch Haus- kassicrer abgeholt wird, den Famiücnangehörigcii unserer Mitglieder ohne Ansehen der Zahl und Dauer der Krankheilen, ohne lästige Formalitäten, wie Krankmeldung oder dergleichen, zu jeder Zeit, selbst bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung -fnoiv ärztliche Behandlung(auch durch Spezialärzte), fnaia Medizin bei akuten Erkrankungen.— Außerdem frei: Vanhandatotta, Diphtherie-Serum, Atteste. Totenscheine. Dem Verbände kann jede Familie beitreten, deren Ernährer krankenversicherungspslichtig ist oder ein Ein- kommen von nicht über 2500 M. hat, desgleichen Witwen oder alleinstehende Personen.— Aufnahmegebühr 39 Pf. Wissenschaftliche Monatszeitung mit KindcrbeUage Kindcr-Spielpläbc. Wissenschaftliche Borträge. Verleihung von Badewannen, 10 u. 20 Ps. pro Woche. Ferner zu Selbstkostenpreisen: HäbrprSparate. Llkrtcungemittel, Krankenbedarfsartikel usw. Nähere Auskunft erteilen— sür Berlin: NW. Moabit: W. Bodin, Rostocker Str. 38. „„ Bullin, Turmstr. 58. Norden: O. Wölke, Brunnensir. 100. ,votlick.,wo nicht, durch Otto Reichel, Berlin 43, Eltsnkehnstr.e. P I Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenslr. 41. 10— 2. 5— 7. Sonntag-s 10— 12. � Gneisen austraße iO.d � S. Ctran, billigste u. beste k IRflzuo'RnnftllA fflr• � SpeMlMtU.Scberwn" Iedcn Mittwoch: Die berühmten Grützwürftchen. Jeden Sonnabend i frische Blut-„»d Leberwurst.» �urffmeijtr, Krunnenstr. 6. Mim meide Nachahmungen! Husten, Heiserheit {rauhen Hals| | bcfciliflen Reichel' Garbat für i i Qualiiafsraucher Berliner Sebneiderei-Genossensetiaft(E.C.in.h.i.) gegründet von organisierten Schneidergehlifen Berlin N. Brniislr, 185 lam Beseialer Ter). Großes Lager _ fertiger Anzüge Herbst- u. Winterpaletots Sport-Anzüge, Loden-Pelerinen und Arbelter-Berufskleidnng. Elegante Maßanfertigung. Lieferant der Konsum-Genossenschaft und de£ Arbeiter-Radfahrer-Bundes. Sonntags von 1%— S Uhr geOlfnet. Tel. 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Z.)(Nachdruck verboten) W 129 13 92 280 379 hl 813 707 863 1243 370(600) 84 (3000) 85 430 684 81 732 866 66 79 969 8091 260 441 639 74 740( 3000) 806 3027 368 426 61 518 67 631 783 846(1000) 932 66 67 4049 78(3000) 181 206 38 76 490(1000) 500 640 729 67 92 864 8008 99 III 227 43 97 433 600 756 94 806 28 68 997 6032 188(600) 272 49 82 437 96 621 29(1000) 701 812 30 46 89 961 7362 664 739 67 91 918 8125(3000) 265 423 67 619 804 16»136 226 49 431 60 92 636 77 889 10024 80 139 57 77 259 431 606 71 866 952 11126 235 43 7» 351(500) 413 18 30 90 690 734 803 71 12119 28 232 360 96 482 500 89 642 918 1 3068 196 320 415 697 894 1 4029 360 (lOoO) 466 608 67- 665 1 6105(600) 87 206 69 76(1000) 315415 634 7 8 622 929 47 1 6028 130 67 374 656 956 1 7236 59 311 662 611 24 38 901 6 1 8120(500) 329 509 774 866 970 1 9002 330 302 81 464 55 696 745 830 930 2»063 85 III 90 216 337 604 97 603 33 762 816 902 21113 42 65 61 275 95 782 877 2 2079 221(800) 489 806 73 921 23211(600) 23(3000) 44 315(1000) 43 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VrenMch'Snddeutrche (339. KLnigt. Vrentz.) Klassenlotterie 5. Klasse 13. Ziehungstag 22. November 1913 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I n. H. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 1 21 156 98 206 518 794 97 802 920 1046 84 336 476(600)90 618 697 2219 310 31 66 466(1000) 829 3088 135 46 241 560 704 72 912 4081 268 468 669 86 812 943 91 6417 503 32 682 6072 260 69(5C0) 760 686 7102 63 68 240(1000) 385(1000) 449 616 30 603 39 8045 106 280 358 436 87 630 51 671 95 (3000) 952(500) 57»003 171 211 359 477 86 879 IO042 223(3000) 94 305 66(1000) 438 74 78 617(500) 47 " 11167(1000) 436 613 1 2168 241 812 61 942 64 1 3034 79028(500) 82 210 328(1000) 60 iC 249 752' 881 86 906 1 4006 223 309 62(506) 483 613 80 854 1 9531 688 870 922 1 6108 81(1000) 364 632(1000) 71 634 767 66(600) 924 1 7321 46 607 665 760 996(3000) 97 18031 109 67 438 668 937 96 1 9412 24 583 600 65 832 44(600) 20183 205 429 54 861 931 21131 32831000) 479 637 (3000) 892 917 2 2141 430 98 604 43 80 733 67 815 67 968 2 8296 364 459(3000) 691(3000) 669 96 801 70 2 4132 200 609 669 97(600) 798 801 60 94 936 44 2 6 037 75 77 113 19 (600) 21(600) 317 27 630 78(1000) 28086 116 32 250 358 77 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699 646 72(600) 732 810(1000) 145106 238 482 516 728 32 61 884 1 46294 400 627 624(1000) 706 820 60(600) 70 147)35 377 472 610 71 99 762(500) 806 21(600) 72(IOOO) 79 987 1 48073 665 634 700 47 844 60 979 14 9096 311 509 66 67 715(500) 959 ,5 0522 70 736 60 66 846 1 51041 200(1000) 310 63 94 602 604 90(1000, 854 937 1 62170 694(600) 781 946 1 5 3 052 242 66 376 79 467 647 53(1000) 906(500) 15 4 062 79 873 742 996 1 6 3020 43 284 566 605 736 864(1000) 15 8039 73 270 341 626 641 61 68 959 1 67095 588 96 BIO 158367 412(500) 669(3000) 927 1 6 8002(1000) 87 224 327 36 476 695(500) 796 815 66„ 18 0024 213 348 687 707 40 41 850 161054 231 488 677 796 817 162171 416 90 656 846(600) 69 1 63139 448(1000) 16 4031 119 207(3000) 412 36 46 69 516 719 66 1 3 6 224 437 (1000)60017 779 834 1 86034 130 386 87 847 969 76(600) 167100 226(3000) 379 409 78 674 706 816 902 41(1000) 168)33 201 459 669 1 6 9077 117 282(600) 360 416 668 61 706 367 87 946 170118 42 466 68 632 636 76 766(3000) 934 1 71004 487 620 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7 021 74 173 79 631 922 96(600) 198)27 52 274 460 636 867 92 985 198098 124(1000) 74(600) 89 369 98 669 797 99 200003 52 148 271 400 569 847 934 87 201076 188 213 315 413 613.763 75 89 829 990 2 0 2035(1000) 222 644 621 799 882 2 0 3011 137 42 242 343 447 636 80 93 746(500! 891 913 2 0 4177 333 590 716 62 63 990(500) 2 0 5164(10001 379 630 44 43 725 2 0 8149(1000) 216 546 85 672 723 2 0 7 064 (3000) 215 469 641 77 802 968 84(IOOO) 208188 273 436 79 761 923 200195(1000) 144 60 202 495 613 762 888 907 21 0062(1000) 180 599 654 719 20 29 33 93 211029 142 48 257 79 350 487 600 29 608 88 720 862 970 2 1 2, 39 123 33 339 406 19 548 79 634 743(500) 68 213068 416 664 761(506) 76 639 2 1 4344 434 522 623(1000) 860 21 5097 306(1000, 93 513 98 663 728 218002 384(1000) 448 609 29(500) 84 700 830 900 23 2 1 7013 23» 72(50001 308 48 630 32 21 8225 497 500 21 894 2 1 8090 350 464 74 97 524 51 62 606 735 220656 215(500, 406 84 36 957 221104 336 92 450 572 (500) 618 643 902 33 48 2 2 2071 108 289 �4V) 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Jahrgang. 5. Srikgc des JurimutD" Strlintr KIKsM Sonntag, 23. Noomber 1913. Bncfhaften der Rcdahtton. Xte JuttStfas edtfJifmnbt fluict Lindenstraße 69, imih«I» Sttwen — Fahrstuhl—, wochcntä glich von 4Vi bis TW Uhr abrnds, EonuatendS, von tlh bis 6 Uhr adendL statt. Jeder für den Bricflasteu bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eise Zahl als Merkzeichen belznfügen. Briefliche Antwart wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Adonnementsquittnng beigefügt ist. ecrd-u nicht beantwartct. Eilige Fragen trage man in der Sbrrchftnnde vor. G. SS. Die Verpflichtmigserkläruna seitens der Frau halten wir für ungültig. Eine gegen diese gerichtete Klage würde vorauSfichllich ab-, gewiesen werden. Erfolgt Verurteilung und ist die Vollstreckung fruchtlos. so kann auch die Frau zum Offenbarungseid geladen werden.— P. W. 34. Bei Ihrem IluStrittsversahren würden nur 3,50 M. erhoben werden Wenn vier Wochen verstrichen find, gehen Sie zum Amtsgericht, ohne ein, Vorladung abzuwarten.— G. M. 101. Kommen Sie mit den in Frage kommenden Schriststücken in die Sprechstunde.— I. 1. Ein solches Gesuche das an den Kustizminister gerichtet sein müßte, erscheint aussichtslos. — E. F. 34. Ter Vater des Kindes hastet sür allen Schaden und sür alle Kosten aus Anlaß der Schwangerschast und Entbindung, außerdem sür die Alimente. Kosten sür Kleidung und Wäsche des Kindes sind allerdings in dem Alimentensatz einbegriffen.— W. B. Der Mann hastet sür die Kirchensteuer, sosern das Meßbrauchs- und Verwaltungsrecht noch nicht aus- geschlossen ist.— E. B. N. 1. Nein. 2. Unter Glaubhaftmachung des Eigentumsrechts den Gläubiger zur Freigabe aussordern. Erfolgt Frei- gäbe innerhalb einer zu setzenden Frist nicht, so muß recht- zeitig vor dem Versteigerungstermin Einstellung der Zwangsvoll- streckuug beantragt und die Widerspruchsklage erhoben werden. — R. S. 73. Es ist ratsamer, mit dem Austritt zu Marlen, bis Sie im Besitz der Naturalisationsurkunde, sind.— H. 13. Läßt sich nur nach Einsichtnahme in den Mietsvertrag beurteilen.— R. F. 50. Im sosern nicht einem Antrage aus Stundung, den Sie bei der Steuerbehörde zu stellen haben, stattgegeben wird.— P. R. 10. Eine Verpflichtung besteht nicht. Versuchen Sie es jedoch.— Stempel 18. Ein Recht, den Stempel zurückzufordern, besteht nicht. Die Zurückzahlung kann jedoch aus Billigkeits- gründen erfolgen. Richten«te ein Gesuch an das Hauptzollamt.— Stro. 100. Auch Ihr Schwager hastet sür die Kirchensteuer, sosern das Nießbrauchs- und Vcrwaltungsrecht nicht ausgeschlossen ist.— L. La. — C. S. 05. Verein der Freidenker sür Feuerbestattung, Urbanstr. 6, bei Jerwin. Alles Nähere erfahren Sie dort.— L. K. 6. 1. Private Institute empfehlen wir nicht. 2. Fragen Sie einen Arzt.— F. ft. 08. Slistungs- dcputation des Magistrats Berlin, Poststr. 16.— Jahre bestanden hatte, sührte Papst Gregor VIII. iin Jahre 15b2 eine genauere Zeitrechnung ein, die man den Gregomnischen Kalender nennt. Die Russen haben den alten Kalender beibehalten und sind daher hinter den übrigen Europäern seit 1703 um 11, seit 1300 um 12 und seit 1900 um 13 Tage zurück.— H. R. 1000. In diesen Angelegenheiten müssen Sie sich an die Flugplatzgesellschast, Johannisthal wenden.— W.70. Es bestanden solche, vor denen wir aber warnen mußten.— G. T. 83. Bis zu 50 Meter. — Kaution. Eine Verpfändung in der von Ihnen dargestellten Weise würde nutzlos sein. Es muß eine Uebereignung der Sachen ersolgen. Der Vertrag wird am zweckmäßigsten beim Notar oder Rechtsanwalt gemawi — P. A. 35. Nur dann, wenn seitens des Mädchens ohne ausreichenden Grmid oder durch Verschulden desselben das Verlöbnis gelöst ist.— Kamclliaatr- Schuhe find rar Groß u. Klein die jdealffe Fuß» Bekleidung fürs Haus Beflter ScHufac gegen JwJT Sfiefel mif Doppelfohlen u. Korkzwifchenfohlen Gefüfferfe- Sfieiel GUMMISCHUHE Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). 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Für da? Arbeitersekretariat Bremen wird ein Arbeiter sekretär gesucht. Reflektiert wird nur aus tüchtige Kraft. Bewerber, die auf eine mehrjährige Tätigkeit in gleichem Amte zurückblicken, erhalten den Vorzug. Bedingungen des BercinS Arbeiterprcsic- Diensljahre werden angerechnet. 295/3 Bewerbungen sind unter Angabe der bisherigen Tätigkeit in der Arbeiterbewegung bis zum 12. Dezember zu richten an B. Khei« Bremen, Fanlenstr. 58/60. Schlafstelle, Herren oder Damen, vermietet Hering, Mariannenstr. 21. Möblierte Schlafstelle jür Herrn vermietet Kitta, Kommandanten» sttaße 55. 65b Möblierte Schlasstelle, Herrn, vermietet Dresdenerstraße 10718, vorn II links. � 189/14 Schlafstelle für einen oder zwei Herren sofvrt. Wegncr, Brandenburg» straße 5-1, vorn III 58b Schlafstelle allein, zwei Herren, Woche 3,— Dragonersttaßc 18. Möblierte Schlasstelle Alte/ hnrisersiraßc 59, 4 Treppen. 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