Mr. S. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Einger:. in der Poft Zeitunas Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Vetitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins: und Beriammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächte Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Grpedition abgegeben werden. Die Grvedition it an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Donnerstag, den 11. Januar 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. neueffe Juftigreform. ftellt. Der gesunde Verſtand vermag nicht einzusehen, wes- Schon bei den Berliner Februar- Krawallen wurden auf fönnen auch einen Unschuldigen zeitweilig seiner Entlastungs-| immer die politisch gefärbten, etwa bei Streiks, Krawallen beweise berauben, während sich später seine Unschuld heraus- und dergl., die Gerichte zu nöthigen, mit Hochdruck zu arbeiten. halb in solchen Fällen formelle Vorschriften es erschweren besondere höhere Veranlassung die Anklagen mit außergewöhnUeber die Einführung der Berufung gegen Urtheile der sollen, ein geschehenes Unrecht wieder gut zu machen. Hinter lichr Beschleunigung betrieben. Mag das damals den Strafkammern dringen Nachrichten in die Deffentlichkeit, der Abneigung der Fachjuristen gegen die Wiederaufnahme Angeklagten insofern zu gute gekommen sein, als es auch welche gerechtfertigtes Mißtrauen gegen den Werth der ge- des Verfahrens scheint uns in erster Reihe etwas juristischer ihre Untersuchungshaft abkürzte, so kann man andererseits planten Maßregel hervorrufen müssen. Offiziöse Blätter Unfehlbarkeitsdünkel zu stecken. Die Fälle, in denen sich nie wissen, wie weit sich die augenblickliche Aufregung der berichten folgendes: nachträglich die Unschuld eines Verurtheilten herausstellt, Richter bei einer solchen Sache in einem außergewöhnlichen Die Zulassung der Berufung und die Entschädigung un- find zwar im Vergleich mit der Gesammtzahl der Ver- Strafmaße äußert. Ruhiges Blut und möglichst gleichfchuldig Berurtheilter sollen eine Revision der Bestimmung über urtheilungen gering, aber sie erregen jedes Mal gerechtes mäßige sorgfältige Bearbeitung aller Sachen ist die Vordas Wiederaufnahme- Verfahren ermöglichen, und zwar dahin, Aufsehen, und das möchte man gern abschneiden. Der bedingung gerechter Rechtsprechung. Die Befugniß der daß die Voraussetzungen, unter welchen eine Wiederaufnahme frühere Justizminister Dr. Friedberg erklärte ja einmal im vorgesetzten Behörden, außergewöhnliche Behandlung ge des Verfahrens eingeleitet werden darf, schärfer gefaßt werden. Reichstag in einer gewissen ingrimmigen Stimmung, er wisser Anklagen durchzusetzen, kann nur schädlich wirken. Endlich handelt es sich noch um eine größere Anzahl von Einzeländerungen des bestehenden Gerichtsverfassungs- und glaube überhaupt nicht an das Märchen von den unschuldig Und dabei haben die Staatsanwaltschaft und die GeStrafprozeßrechts, Aenderungen, die überwiegend den Zweck Verurtheilten. Wer im Wiederaufnahme- Verfahren frei- richte jetzt thatsächlich schon die unbeschränkte Möglichkeit, verfolgen, eine größere Beschleunigung und Energie in der gesprochen werde, dem habe sich einfach nach längerer Zeit einzelne Sachen besonders zu beschleunigen. Es bedürfte Leitung und Durchführung des Strafverfahrens, namentlich seine Schuld nicht mehr beweisen lassen. hierzu feiner Aenderung des Gesetzes, also ist für solche Fälle herbeizuführen, in denen nach der Natur der Wieweit bei der nun geplanten Erschwerung der offenbar noch eine andere Absicht vorhanden, und Bergehen eine rasche und kräftige Sühne seitens des Wiederaufnahme des Verfahrens die Rücksicht auf die wohin diese geht, erräth man aus der offiziösen Bemerkung, Strafrichters bisher oft vermißt worden ist. Die Langsamkeit gleichzeitig beabsichtigte Entschädigung unschuldig das heutige Vorverfahren litte an der Erhebung völlig des Borverfahrens, die endlosen Verschleppungen, die über Berurtheilter mitwirkt, wollen wir dahingestellt sein lassen. überflüssiger Beweise". Also auf eine noch weitere Bermäßige Erhebung verhältnißmäßig unwesentlicher Beweise haben im Gegensatz zur Rechtsprechung anderer Länder, Jedenfalls wird der Werth der Entschädigung gleich Null, ich lechterung des Vorverfahrens, d. h. der namentlich Frankreichs und Belgiens, unser Strafverfahren als wenn durch eine Erschwerung der Wiederaufnahme es so Vorbereitung der Anklage und Vertheidigung läuft es ein dringend der Besserung bedürftiges erkennen lassen." gut wie unmöglich gemacht wird, daß jemand den Nach- hinaus! Heute schon leidet das Vorverfahren nicht an Wenn man diese Ankündigungen aus dem Offiziösen weis führt, er sei unschuldig verurtheilt worden. That- der Erhebung zu vieler, sondern zu weniger Beweise, oder, ins Deutsche überfest, ergiebt sich folgender Sinn: Die sächlich kommt diese Einschränkung der Wiederaufnahme was dasselbe ist, an zu ungenauer und unzuverlässiger Wiederaufnahme des Verfahrens zu gunsten eines rechts- direkt dem Fiskus zu gute. Beweiserhebung. Nur in den allerwenigsten Fällen findet kräftig verurtheilten Angeklagten soll noch mehr erschwert Aber viel schlimmer sind noch die anderen in Aussicht wirklich eine gerichtliche Boruntersuchung statt, bei weitem werden, als sie heut schon ist, was praktisch auf ihre ganz genommenen Menderungen, die auf größere Energie und in den meisten wird die Anklage geftüßt auf polizeiliche liche Ausschließung hinausläuft. Mit welchen Schwierig Beschleunigung der Strafverfolgung" hinauslaufen, und Vernehmungen und Ermittelungen von höchst zweifelhaftem teiten schon heute die Wiederaufnahme verknüpft ist, beweist zwar für Fälle, die eine/ rasche und kräftige Sühne er Werthe. Unzählige Anklagen würden gar nicht erst erder vielbesprochene Fall des Dr. Moll. Die meisten Sach- heischen". hoben werden, wenn jeder eine Voruntersuchung mit richterfundigen waren der Ueberzeugung, daß das Schwurgericht sich Wir hätten nichts dagegen, wenn das Strafverfahren licher Vernehmung aller Zeugen vorhergehen müßte, und geirrt habe oder mindestens, daß sein Spruch auf sehr an- im Allgemeinen schneller ginge. Gerade sozialdemokratische Ber- wein die Deffentlichkeit der Voruntersuchung, wie fechtbaren Grundlagen beruhte. Die vom Landgericht angeord- sammlungsredner, in deren Worten irgend eine Gefahr für den sie in England besteht, den Angeklagten in die neten weiteren Ermittelungen fielen so günstig aus, daß ein neues Staat erblickt worden ist, haben regelmäßig darunter zu leiden, Lage versetzte, rechtzeitig für seine Entlastung Sorge Verfahren beschlossen wurde. Nach allem, was man von daß bis zur Verhandlung viele Monate vergehen, sodaß tragen zu fönnen. Eine Verbesserung des Vorgut unterrichteter Seite hört, hat auch der Strafsenat des tein Entlastungszeuge fich mehr des Wortlauts oder Sinns verfahrens wäre deshalb auch viel mehr werth, als Kammergerichts sich keineswegs gegen die Bedeutung der recht zu erinnern vermag, während die Polizeibeamten ihre die Einführung der Berufung, aber eine Verschlechterung des für Moll sprechenden Thatumstände verschließen wollen, Notizen über ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Borverfahrens wäre ein Unglück, das durch die Zulassung dies Gericht hat vielmehr geglaubt, die Wiederaufnahme Worte vorlegen und auf grund dieser eine positive Be- der Berufung nie gut gemacht werden könnte. aus einem zwingenden formalen Grunde ablehnen zu tundung abzugeben im stande sind. Aber daß darin Wandel Die Einführung der Berufung gegen Strafkammermüssen. Dieser Fall mit seinem traurigen Ausgange sollte geschaffen werden sollte, meint der Offiziosus nicht. Es Urtheile ist eine sehr populäre Forderung. Deshalb müssen also für eine Erleichterung, nicht für eine noch weitere Er- liegt auch gar nicht an Mängeln des Verfahrens, wenn wir aber doppelt sorgfältig prüfen, ob man sie uns nicht schwerung des Wiederaufnahmeverfahrens sprechen. heute die Strafprozesse so endlose Zeit brauchen, sondern unter Bedingungen bietet, mit denen wir sie nicht annehmen Die Möglichkeit, ein rechtskräftiges Strafurtheil im an der völlig unzureichenden Zahl der Richter und Staats- können. Man vergesse folgendes nicht: Die StrafprozeßWege der Wiederaufnahme nochmals zu revidiren, ist für anwälte, und der Ueberlastung dieser Beamten mit Arbeit. Ordnung, wie wir sie haben, ist nicht viel werth, aber sie das Rechtsbewußtsein des Volkes ein nothwendiges Er- Wenn hier abgeholfen werden sollte, wäre einfach ein stammt immer aus einer Zeit, da die Mehrzahl der Beamten forderniß einer gesunden Rechtspflege. Irrthümer und Ver- tüchtiger Griff in den Geldbeutel nöthig, dazu wird sich und die Majorität der herrschenden Klasse mit heute verurtheilungen Unschuldiger werden immer vorkommen können, aber die Regierung nicht entschließen können, denn das Geld glichen liberal war. Wenn heut Bureaukratie und Bourauch die Berufung vermag daran nichts zu ändern. Die muß für den Militäretat verwendet werden. Die Andeutungen geoisie an dem Strafverfahren etwas ändern wollen, so Aussagen meineidiger Zeugen können auch den tüchtigsten der offiziösen Blätter verrathen vielmehr offenbar die Ab- kann man hundert gegen eins wetten, daß eine reaktionäre Richter unter Umständen täuschen und unglückliche Zufälle ficht, bei besonderen Anlässen, und das sind Maßregel mindestens als Beigabe beabsichtigt ist. Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. " Wär's auch nur, um uns dort hängen zu lassen", setzte er mit einem Lächeln hinzu. Er sprach von der Emigration und erwähnte Lawrow's, [ Alle Rechte vorbehalten. des bedeutenden Publizisten, der in Paris lebe. Er stehe [ 18 mit ihm in regelmäßiger Korrespondenz. Lawrow würde seine Briefe nun hierher adressiren. In ungezwungener Weise hatte er sich an das Fenster gesezt und schlürfte mit sichtlichem Behagen den Duft der Rosen und Levkojen, den die wehende Luft über ihn hinströmte. und jener melancholische Zug, der den Russen im Eril eigenthümlich ist, trat in sein Gesicht, dann sagte er leise, wie zu sich selbst: " Alle zarten und zärtlichen Gefühle sind nichts für uns, werden zu Fesseln." sie Konrad hatte eine Bewegung der Ungeduld. Es ärgerte ihn, sich durchschaut zu wissen. auf Lazar legte ihm, gleichsam beschwichtigend, die Hand die Schulter: Weißt Du was Netschajem sagt: Je mehr ein Re volutionär einem Klotze gleicht, um so näher der Vollkommenheit." ,, Und Du glaubst, daß man sich mit 25 Jahren zu einer solchen Vollkommenheit emporschwingen könne?" gab Konrad gereizt zurück. Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Ich werde ja sehen, wie lange ich mich als Herr Tempsky, Studirender der Medizin, zu behaupten vermag." Er hatte seinen Hut bei Seite geworfen und strich mit der Hand die rothblonden Haare zurück, die ihm in die Eine Bewegung, die auf der Straße entstanden war, Stirne gefallen waren. Es war eine fein aristokratische lenkte seine raschen Augen dahin. Hand, mit der seine Gestalt nicht ganz in Uebereinstimmung Die daselbst aufgestellten Wagen begannen der Reihe war. Lazar Alexandrowitsch Dodukoff war nicht über nach vorzufahren. Mittelgröße, gedrungen und muskulös. Auf dem weißen Ein junges Mädchen, ganz in Weiß gekleidet, mit fräftigen Halse saß ein ausdrucksvoller Kopf, der durch das Myrthen im Haar, war am Arme eines sehr distinguirt dichte Haar vielleicht gar zu mächtig wirkte. aussehenden jungen Manues aus dem Hausthor getreten Es lockte sich an der Stirne: am Hinterkopf war es und wartete, bis eine ältere Dame vor ihr in den furz geschnitten und träuselte sich trozdem tief in den Wagen stieg. Nacken hinab. Auch sein Bart, den noch kein Messer in Ihr habt eine Hochzeit im Hause?" fragte Lazar, seiner jugendlichen Ueberwucherung gestört hatte, war ge- aber diese Braut ist der leibhaftige Frühling wirklich lockt, Alles an ihm strohend von Kraft und Gesundheit. wer ist das Mädchen?" Er hielt noch immer die Tasche in der Linken, während" Fräulein Röder," sagte Konrad, bemüht, seiner Stimme wühlenden Schmerz entreißend und zu anderen Gedanken die rasch umherschweifenden Augen die Umgebung mit der einige Festigkeit zu geben. Genauigkeit eines Polizeispions musterten. Da wohnen Mutter und ich", erklärte Konrad, und hier ist Deine Stube- wenn es Dir gefällig wäre" Die Beiden begaben sich in dieselbe. Als sie wieder heraus traten, waren sie in ein lebhaftes Gespräch verwickell. Lazar sprach das Deutsch korrekt und fließend, wenn auch mit weichem slawischem Akzent. Mit der Lebendigkeit eines Südländers erzählte er von seiner nordischen Heimath und wie jeder von ihnen doch nur daran denke, baldmöglichst dahin zurückzukehren. reizend Wie? Röder's Tochter? Und das sagst Du mir erst jetzt." " Sie heirathet einen Bourgeois," stieß Konrad zwischen den Zähnen hervor. Lazar wandte sich um. Der junge Arbeiter stand aufrecht hinter ihm, blaß, mit gerunzelten Brauen, den Kopf wie in Erschöpfung gegen das Fenster gelehnt, ohne hinaus zu schauen. In dem Augenblick hörte man das Geraffel der Wagen, die im raschesten Tempo die Straße hinabfuhren, sie nahmen den Weg zur Kirche. Lazar errieth Alles. Er schloß die Augen zur Hälfte Lazar zuckte die Achseln. Man muß eben suchen, rasch älter zu werden." Seine Lippen fräuselten sich und wie in' Selbstverspottung fügte er hinzu: Sieh, es erscheint mir als etwas Längftvergangenes und ist doch erst ein Jahr, daß auch ich mit meiner Braut zur Kirche gefahren bin." " Konrad starrte ihn an. Dann sich gewaltsam dem zwingend, segte er sich dem Freunde gegenüber:" Du bist verheirathet?" " Ja." Und wo lebt Deine Frau?" " In Moskau. Sie studirt Medizin." Eine Studentin?" " Zugleich eines der thätigsten Mitglieder unserer Propaganda- ein wackeres Mädchen." " Ein Mädchen nennst Du sie?" " Ich kann sie auch eine muthige Frau nennen, eine treue Gesinnungsgenossin weiter ist sie mir nichts gewesen." Politische Leberlicht. Berlin, den 10. Januar. Aus dem Reichstag. Der heutige Tag brachte die Fortsetzung der Debatte über die Anträge des Zentrums und der Konservativen auf Abänderung des Alters- und Invalidengesetzes. Die Anträge standen bereits am 9. Dezember v. J. auf der Tagesordning, die Debatte mußte aber abgebrochen werden. Die Verhandlungen nahmen heute einen recht schleppen: den Verlauf. Von den gewaltigen Tiraden gegen das Rlebegeset", wie man sie in konservativen Versammlungen zu hören bekommt, ist im Reichstage nichts zu spüren gewesen. Die Herren Agrarier haben zwar starke Neigung, die Kosten für die Versicherung ihrer Arbeiter von sich ab und auf die übrigen Steuerzahler zu wälzen, aber vorTäufig ist keine Aussicht, diesen netten Plan durchzusetzen. Da auf Seiten der Regierung nicht die geringste Neigung besteht, zur Beit an eine Abänderung des Gesetzes heranzutreten, von den Antragstellern selbst aber keiner weiß, was er will, so mußte die ganze Debatte schließlich auf ein allgemeines Durcheinander hinauskommen. Den Standpunkt unserer Partei vertraten die Abgeordneten Singer und Ulrich in sehr energischer Weise. Die gestellten Anträge wurden schließlich bei äußerst schwach beseztem Hausees mochten noch etwa 40 Mann anwesend sein angenommen. beamten theilnahmen. Im Verlaufe eines Gespräches Abg. Pichler den Umfall bereits in sichere Aussicht gestellt und äußerte fich Dr. Miquel dahin, daß mit dem gegenwärtigen von vornherein zu entschuldigen gesucht, ganz abgesehen daReichstage auf die Dauer nicht auszukommen sein werde. Der von, daß es beim Centrum Usus ist, daß immer der nöthige Finanzminister bezweifelt, daß der russische Handelsvertrag im ,, Bruchtheil" so stimmt, wie es die Regierung wünscht Reichstag eine Mehrheit finden werde. Wenn der Reichstag und braucht. Ist dann die Kuh aus dem Stall wie den Wein und das Bier nicht besteuern wolle, so solle man doch gewöhnlich, so ist das Zentrum um den Schwindel nie verlegen, den es braucht, um den gutmüthigen Wählern den Branntwein heranziehen. Von der Inseratensteuer und der Besteuerung des Kunstweins hält Dr. Miquel nichts, denn die den nöthigen blauen Dunst vorzumachen, daß sie sich vom ausgiebige Besteuerung des Kunstweins täme einer Unter- Zentrum nicht abwenden", sondern den schmählichen Umfall drückung der Kunstwein- Fabrikation gleich und über die für entschuldbar" halten, wie es immer gewesen. Juferatensteuer würden die Zeitungen eine derartige Preß- Eines ist sicher, daß auf die Zentrumsstimmen absolut fampagne einleiten, daß die Steuer gewiß nicht durchgehen kein Verlaß ist, daß sie leicht von der Regierung gewonnen würde. Gegen eine Besteuerung der Tabale nach dem Gewicht werden können. Das Zentrum gehört zu den unverläßsprach sich der Minister energisch aus, indem indem dies lichsten Parteien, denen ein momentanes Interesse höher den Ruin der Tabakbauern bedeute. Letztere könnten sich schon steht, als der unzweideutig ausgedrückte Wille des Volkes. jest kaum erhalten. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" beantwortete Die Führer des Zentrums schaufeln rüftig an ihrem Grabe, sie haben nicht erstaunt zu sein, wenn ihre Bedeutung bald diese Meldung mit folgender hochoffiziöser Aeußerung: große Einbuße an Sigen und Einfluß erleiden wird. Das Depeschenbureau„ Herold" verbreitet unterm Gestrigen eine Nachricht über ein beim Finanzminister stattgefundenes Tödtliche Soldatenmißhandlung. Wie der MiliDiner und läßt Herrn Dr. Miquel Aeußerungen über die Aus- tarismus überall, wo er herrscht, zu Soldatenmißhandlungen fichten des russischen Handelsvertrages im Reichstag thun, die führt, ergiebt der folgende in einer wissenschaftlichen Zeitden Steinpel der Erfindung an der Stirn tragen. Wir sind schrift, der„ Zeitschrift für Ohrenheilkunde", Bd. XXIV in der Lage, zu versichern, daß ebenso die Angaben des genannten Bureaus über die Theilnahme an dem Diner als auch S. 178, von einem Warschauer Arzt, Dr. Th. Heimann feine Mittheilungen über das, was der Herr Finanzminister mitgetheilte Fall. gesagt haben soll, total falsch sind. ErVme; Ein 23 jähriger, bisher völlig gesunder Soldat erhält von seinem Hauptmann() mehrere Ohrfeigen. Unmittelbar nach den Schlägen fließt etwas Blut aus dem Ohr- Trommelfellzerreißung und es stellt sich leichter Schwindel ein. Nach 36 Stunden blutig- eitriger, später eitriger Ausfluß, schwerer Schwindel, kleiner Puls, später Erbrechen. Am 8. Zage ist der Soldat eine Leiche! Hierauf erwidert das Bureau Herold: Berlin, 10. Januar. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt heute Abend in offiziösem Druck ein Dementi unferer gestrigen Mittheilung über ein Gespräch des Finanz ministers Dr. Miquel. Demgegenüber müssen wir unsere Mit theilung als absolut authentisch aufrecht halten und können heute Bundesrath. In der am 9. d. M. unter dem Vorsitz noch ergänzend hinzufügen, daß der Herr Finanzminister des Bizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs das Gespräch über die Echwierigkeiten mit dem Reichstage des Junern Dr. von Bötticher, abgehaltenen Plenarsizung betreffs der Deckungsfrage damit schloß, daß er sagte: Jeyt Dwelche Lust, Soldat zu sein! des Bundesraths wurde der Deklaration vom 30. Tezember heißt es eben: Tua res agitur!"( Um Dein[ des Reichstags] Der Klimbim"-Hauptmann! Im vorigen Jahr vor. Js., betreffend das Handelsprovisorium mit Spanien, nachträglich die Zustimmung ertheilt, und eine AbändeEs ist nicht ausgeschlossen, daß das in der letzten Zeit erreichte ein geheimes Birkular, das wir veröffentlichten, rung des Regulatios der Kommission für öfters zur Verbreitung offiziöser Nachrichten gebrauchte den Gipfel des Lächerlichen, von dem auch ein Abglanz auf Arbeiterstatistik genehmigt. Von dem Bericht der Herold- Bureau richtig berichtet hat, und daß nachher in den kühnen Helden fiel, der den Kriegsruf gegen unsere Börsen Enquete- Kommission über das Ergebniß ihrer Thätig- Miquel gedrungen wurde, seine Aeußerungen in Abrede stellen Parteigenossen losgelassen hatte. Ein Hauptmann a. D. feit wurde Kenntniß genommen. Endlich wurden Eingaben zu lassen. Beruht die Meldung des„ Herold"-Bureaus auf Strack hatte seinen Parteikollegen empfohlen, bei den vorgelegt. Wahrheit, so ist es ein charakteristisches Zeichen für die Unsicherheit der inneren Lage. Als müßige Erfindungen" bezeichnet heute die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" die Nachrichten von einem Entlassungsgesuch des Reichskanzlers; die" Berliner Beitung" behauptet aber, daß ihr von sonst gut unterrichteter Seite die Nachricht von einer Reichskanzlerkrisis zur Zeit der Jahreswende bestätigt wird. In der Abendausgabe der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" findet sich endlich die folgende durch den gesperrten Satz als offiziös gekennzeichnete Notiz: In den letzten Wochen sind allerlei Krisengerüchte bald da, bald dort durch die Blätter zu verbreiten versucht worden. Das eine Mal wurden aus einer längeren Sihung des peußischen Staatsministeriums rein willkürliche Schlüsse gezogen, das andere Mal wurde ein Konflikt wegen der Finanzvorlagen ersonnen, welche die verbündeten Regierungen dem Reichstage gemacht haben, und endlich wurde zuverläffig" und von gut unterrichteter Eeite" ein absolut erfundenes, angeblich mit den Kolonialverhältnissen zusammenhängendes Entlassungsgesuch bes Reichskanzlers aufgebracht. Haben einzelne Räthe der Krone mit einander oder nach einander Vorträge bei Sr. Majeftät, so fehlt es nicht an Zeichendeutern, die darin ein Symptom sür unsichere Zustände in der Regierung erkennen wollen. An diesem ebenso thörichten wie verwerflichen Treiben waren nicht nur untergeordnete Geister der Journalistik betheiligt, auch ganz ernsthafte Blätter ließen sich in die Täuschung verwickeln. Ob das Motiv der Urheber für die Fabrikation von Krisengerichten mehr in Böswilligkeit oder in niedriger Sensationsfucht besteht, bleibe dahingestellt. Wer die Presse des Auslands, und leider auch des uns befreundeten, verfolgt, fann über die Wirkung nicht im Unklaren sein. Um so mehr erscheint der Rath zur Vorsicht gegenüber derartigen leichtfertigen Ausstreuungen am Plate." Angebliche Aeußerung Miquel's über die Lage. Das Depeschen Bureau Herold versandte heute Morgen folgende Notiz: Berlin, 9. Januar. Beim Finanzminister Dr. Miquel fand heute Abend ein großes Diner statt, an welchem der Reichskanzler, die Staatsminister und die obersten Reichs" Du hast sie nicht geliebt." ich liebe eine " Nein, und ich werde sie nie lieben Andere." Er sagte es ganz ruhig, aber mit großer Bestimmtheit. Ronrad schenkte ihm einen Blick sympathischen Mitleids. " Ich verstehe, und diese andere ist Dir nun für immer verloren." Lazar schüttelte seine rothen Locken und seine Brust hob sich höher in stolzer Zuversicht. $ 1 " Schicksal handelt es sich.)] Das Zentrum und die Steuervorlagen. Die Deutsche Reichs- Zeitung" schreibt: " Es ist eigenthümlich, daß eine ganze Anzahl Beitungen in mehr oder weniger langer Ausführung die Notiz bringt, die Deutsche Reichs- Zeitung" habe die Nachricht mitgetheilt, daß die Mehrheit des Sentrums für die Miquel'schen Steuerpläne stimmen werde. U. a. wird diese Notiz verbreitet von der Breslauer Zeitung"," Saale- Zeitung" in Halle, Elberfelder Beitung", Berliner Börsen- Beitung" und" Vorwärts". Wir müssen diesen Zeitungen gegenüber noch einmal betonen, daß wir von einer Mehrheit des Zentrums nie gesprochen haben. Wir haben nur von einem Theile des Zentrum 3 geredet, der für die Miquel'schen Steuerpläne mit Verbesserungen zu haben sei. Und dabei bleiben wir auch heute noch Wir aber wiederholen unsere Aufforderung an die Zens trumswähler, sich direkt an die Abgeordneten zu wenden. Man wird dann wenigstens erkennen, welche Streise ein ungerechtes Steuergesetz verwerfen, selbst dann, wenn der betreffende Kreis aus diesem ungerechten Steuergeseß einen kleinen Vortheil ziehen zu können glaubt. Das Vaterland" bringt eine Sammlung von Stimmen der Zentrumspresse über die Haltung der ultramontanen Partei zu den Reichs Steuervorlagen; wir theilen einen Theil dieser Notizen hier mit: Der Bad. Beob." schreibt:„ Wir wollen und können es nicht glauben, daß die Zentrumsfraktion oder auch nur ein erheblicher Bruchtheil derselben sich dazu versteht, den verhaßten und unheilvollen Steuerprojekten zur Annnahme zu verhelfen. Damit hätte sie ein für allemal den Anspruch, als eine wahrhafte Bolkspartei zu gelten, verwirkt und weite Wählerkreise würden sich, wenn die Fraktion feierlich gegebene Versprechungen so leichten Herzens zu brechen sich entschließen könnte, sofort vom Zentrum abwenden, und zwar mit vollem Recht." Lepteres ist auch unsere Ansicht; daß aber der heute schon umfallbereite " Bruchtheil" sich durch diese Rücksicht vom Umfall ab halten laffen werde, glauben wir die nächsten 14 Tage noch nicht. Im Gegentheil! Hat doch z. B. die" Donau- 8tg." des Auch hier ist einem Menschen über einen anderen eine ungeheure, unnatürliche Machtfülle verliehen, die geradeaus zum Wahnsinn führt. So Einer will Gebieter sein über jeden Gedanken, über jede Regung des Herzens, und Nervenäußerungen, über die wir selbst teine Macht haben, sollen noch seiner Disziplin unterliegen. Es wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Weinen wäre! Sofia Alexandrowna, meine Frau," fügte er erläuternd mit einem feinen Lächeln hinzu, war die Tochtec Das will ich nicht hoffen, wir sind einander sicher. eines kleinrussischen Edelmannes. Im Kreise seiner BeFür mich und für das Mädchen, das ich liebe und das tannten galt er als ein beschränkter Kopf, über den man mich wieder liebt, existiren keine Sagungen, die uns fich luftig machte; im Hause war sein Wille das oberste trennen könnten, weder staatliche noch kirchliche, wir Gesek. spotten ihrer- aber wir schieben die Erfüllung unserer Er hatte seiner Tochter Lehrer und Gouvernanten geWünsche freiwillig hinaus; wir können nicht glücklich sein, halten, nicht damit sie etwas lerne, ein solcher Ehrgeiz so lange unser Baterland unter dem entsetzlichen Drucke lag ihm ferne, sondern aus Eitelkeit und weil es so schmachtet." Aber was bewog Dich denn, eine Ehe mit einer Anderen einzugehen? Das war eine bewußte Lüge." Lazar lachte höhnisch auf. Moralisirst Du auch über diese Institution? Wir werden sie erst wieder zu einer moralischen machen, wir werden sie wieder herstellen in ihrer Heiligkeit. Wlode war. Aus demselben Grunde schickte er sie nach Petersburg, nachdem ihre Mutter gestorben war; sie sollte in eine höhere Bildungsanstalt eintreten. R Reichstagswahlen die Kriegervereine zur Agitation zu benugen, indem dieselben mit Musik in die Dörfer ziehen sollten und dann bei patriotischen Neden und ähnlichem Klimbim" Stimmung für" patriotische" Wahlen ges macht werden soll. Derselbe Hauptmann a. D. Strad ist es auch, der das von rücksichtslosester Verfolgung sozialdemokratischer Arbeiter zeugende Birkular verfaßt hat, das Genosse Singer in der Mittwoch Sigung des Reichstags zur Verlesung brachte. Dasselbe hat folgenden Wortlaut: Bertraulich ft. An Herrn Grube Jlse, den 7. Juli 1893. Anbei übersende ich Ihnen ganz ergebenst ein Verzeichniß der sämmtlichen, von den Betrieben der Umgegend um Senftenberg wegen fozialistischer Umtriebe entlassenen Arbeiter zur gefälligen Kenntnißnahme unter dem gleichzeitigen Bemerken, daß die Kündigung der Arbeiter Ifde. Nr. 11, 12, 18 und 62(.. P. 3...., und....) zwar auf ihr inständiges Bitten zurückgenommen worden ist, daß diefelben aber verdächtig bleiben, wenn sie in den nächsten Monaten zur Entlassung kommen sollten, weshalb ich fie in der Liste beließ. Gleichzeitig bitte ich, aur Vermeidung von Verwechselungen fünftigbin bei solchen Angaben stets den Geburtstag und Ort der Entlassenen mit anführen zu wollen. Ferner theile ich Ihnen noch mit, daß die Formulare su den laut Absatz 4 des Protokolles vom 19. Juni cr. zu ertheilenden Führungszeugnissen Ihnen in den nächsten Tagen zugehen werden. Bei fernerem Bedarf wollen Sie sich an Herrn Buchdruckereibes. Heinemann in Senftenberg wenden, welcher die erste Auflage herstellte. Diejenigen Herren, welche noch mit Mittheilungen über entlassene Sozialdemokraten im Rückstande sind, bitte ich, die selben bald bewirten zu wollen, ebenso mir zur Mittheilung an die übrigen Herren von nachträglich erfolgenden Entlassungen baldigit Kunde zu geben. Noch erinnere ich an den Beschluß, daß niemand, der auf einem Werte hiesiger Gegend um Arbeit nachfragt, anzunehmen ist, ohne daß er ein 8eugniß bringt, respettive ohne daß bei seinem früheren Werte über seine etwaige Betheili gung an sozialdemokratischen Agitationen angefragt ist. Die Beachtung deffen erscheint nöthig, weil nicht alle Werke in der Lage sind, über Verviel fältigungs- Apparate zu verfügen, also den übrigen genügend schnell Mittheilung zu machen. Zur Orientirung bemerke ich noch, daß die im hiesigen Amtsbezirk erfolgten Entlassungen unter der Arbeiterschaft der Ilfe und der Grube Victoria einen durchschlagenden Erfolg gehabt haben. Die Beleg. schaften find, nachdem fie Ernst sehen, willfährigst und vermeiden offenbar ängstlich alles, was zu Zadel Veranlassung geben tönnte. Es sind sogar mehrfach von tüchtigen alten Arbeitern vom Wert selbst nicht gleich erkante Agitatoren an. gegeben worden. Hochachtend! Strad, Hauptmann a. D. Das Birkular wird seine volle Wirkung erft jetzt äußern, wo wir es aus der geheimen kapitalistischen Giftfüche in die große Deffentlichkeit bringen. Die Arbeiter aller Drts werden dafür sorgen, daß diese infame schwarze Liste gebührend an den Pranger gestellt wird. Unsere Partei wird große Massen neuer Anhänger gewinnen! Anarchie und Anarchismus. Die nationalliberale Es war die Zeit, wo die hervorragendsten Gelehrten Denunziantenfippe hat ausgeschnüffelt, daß Sozialdemokraten und die angesehenſten Adelsfamilien sich für das Frauen sich wiederholt für„ Anarchie" erklärt haben. Ei gewiß! studium interessirten, und es regnete Petitionen an den Hundert und tausendmal. Wenn nämlich das Wort in Weshalb ich geheirathet habe? Nun, man heirathet Baren, wegen Errichtung einer Frauen Universität für dem wörtlichen Sinne genommen wird, d. h. Abwesen doch heute aus den verschiedensten Motiven: aus Habsucht, Medizin." heit der Herrschaft, Herrschaftslosigkeit aus Feigheit, aus Geilheit, aus Rache selbst, jedes per- Und das zurückgebliebene, autokratische Rußland hat so ist jeder Sozialdemokrat für Anarchie", denn, sönliche Intereffe ist da ein giltiger Vorwand, warum sie bewilligt," warf Konrad lebhaft ein, es bleibt etwas wir wollen keine Herren und Knechte", also keine Herrsoll man nicht einmal aus Parteiinteresse einem Mädchen Unerklärliches." Lazar zuckte die Achseln. schaft". Die Herrschaftslosigkeit in diesem Sinn, die Abdie Hand reichen?" schaffung jeder Regierung, soweit diese eine selbständige Macht gegenüber dem Volk bildet, und Ersehung der Regierung durch eine bloße Verwaltung ist beiläufig das Ziel jeder Demokratie, auch der bürgerlichen, soweit In Amerika ist dieses Biel bereits eine solche noch möglich. erreicht, nur daß an die Stelle einer despotisch bureaufratischen Regierung nach europäischem Muster die brutalste Klassenherrschaft getreten ist. " Du dürftest in Rußland leicht Ünerklärlicheres finden, mein Freund. Die Regierung war zu diesem Fortschritt gezwungen, wie sie zu jedem Fortschritt gezwungen wird durch eine absolute Nothwendigkeit. Aus Partei- Jnteresse? wie denn?" fragte Konrad, der plötzlich ganz bei der Sache war. Lazar strich mit der Hand über seinen röthlichen Bart; er schwieg eine Weile, und wieder legte sich jener melan Der Gesundheitszustand in Rußland war schlecht und cholische Zug wie ein Schatten über sein Antlig. es fehlte an Aerzten. Selbst in den Städten waren sie nicht " Wir kämpfen in Rußland nicht allein gegen den hinreichend vertreten, das Landvolk aber entbehrte jeder Despotismus des Zaren, wir kämpfen auch gegen den medizinischen Hilfe. Wollten sich die Frauen dieser mühDespotismus in der Familie. Auch hier waltet den samen Pflicht unterziehen und zu den Bauern auf die Echwachen gegenüber ein rohes, unbarmherziges Regiment. Dörfer gehen, um so besser. Eine Tochter ist so lange Eigenthum des Baters, bis sie Dieses Samariteramt, und nur als solches haben sie Eigenthum des Gatten wird. es in ihrer Beschränktheit aufgefaßt, konnte dem Staate sehr nüglich, aber niemals gefährlich werden. Sie gehört dem Vater mit Leib und Seele an- mit Haut und Haar er kann sie verkaufen oder ver schenken- er fann-- ja tödten tann er sie, wenn er will, sobald sie ihm ungehorsam gewesen ist. Auch Sofia Alexandrowna hatte die väterliche Er laubuiß erhalten, die Universität zu besuchen. ( Fortsetzung folgt.) S Aus dem Haß gegen das despotisch- bureaukratische Regierungssystem, das in Frankreich unter allen Staatsformen auf die Spike getrieben worden ist, ent wickelte sich der Anarchismus Proudhon's, der sich ursprünglich nur gegen die Polizei- und Präfektenwirthschaft mit ihrer Einmischung in alles und ihrer den Lammfrommsten erbitternden Maßregelei und Schuhriegelei richtete. So verrückt und-tros revolutionärer Um 群 = hüllung-so kleinbürgerlich beschränkt die Schlußfolgerungen| meinde-, Generals oder Bezirksräthen kaum je von den Senats-| Opposition, die man als kleinbürgerlich titulirt, weil sie die Wandfind, die Proudhon zieht, so glänzend, wahrhaft klassisch ist wahlen gesprochen wird, die überdies nicht selten ein lungen des Nieuwenhuis nicht mitgemacht, auszuschließen und nimmt seine Kritik des französischen Regierungssystems und des Jahr und noch später nach den stattgehabten Abgeordneten, darum lieber eine Resolution an, von deren Falschheit man im Dielregiererischen Bolizeistaates überhaupt. Gemeinderaths Wahlen zc. stattfinden. Doch gleichgiltig, so hätte die ganze Bemerkung des Corneliffen feinen Sinn. Die Doch gleichgiltig, Innern selbst überzeugt ist. Wäre dies lettere nicht der Fall, Die nationalliberalen Denunzianten wissen aber sehr ob man dieses Wahlrecht als ein äußerst beschränktes oder Redaktion der Justice", die bisher mit der Nieuwenhuis'schen wohl, daß diese Anarchie" und das, was man heutzutage ein indirektes bezeichnet, in jedem Falle ist es ein antidemo- hierbei gute Freundschaft gehalten, fann denn auch nicht umhin, unter" Anarchie" und" Anarchismus“ versteht, nichts fratisches und kann somit nur der Reaktion dienen. Wenn in einer Fußnote ganz trocken ihr Bedauern über diesen und die mit einander gemein haben, und indem sie sich die Sozialisten nun dennoch an den gestrigen Wahlen gleichartigen Beschlüsse der Nieuwenhuis'schen Mehrheit auszu beides zusammenwerfen, machen sie sich einer bewußten betheiligten, indem sie in drei Departements Randidaten zusprechen. Justice" ist eben schließlich ein sozialdemokratisches Fälschung, und indem sie durch diese Verwechselung aufstellten, so war dies natürlich alles, nur feine, auch nicht Blatt. Beitung" geschrieben: Bei allen Bergarbeiter- Ausständen des Senat, in diese Hochburg der kapitalistischen Reaktion, Bresche Betrage von 144 Millionen Pfund Sterlingeine politische Partei mit Spigbuben und Mördern eins indirekte Anerkennung des Senats. Nachdem sie bereits Gladstone muß sich sehr schwach fühlen er ist in erklären, einer niederträchtigen Denunziation von einem Theil der Stadthäuser Besiz ergriffen haben seinen alten Tagen Chauvinist, oder wie man es in Engschuldig. und in einer nicht unbedeutenden Zahl in die Kammer land nennt Jingo", geworden, und hat, um die Opposition Aus dem Ruhrkohlen- Revier wird der„ Frankfurter eingedrungen sind, wollen sie nämlich nun auch in den zu entwaffnen, in eine folossale Verstärkung der Marine ge Das englische Flottenbudget das vorjährige, schießen, um sie desto leichter zu zu bringen. Ist ihnen dies im d. i. sogenannten Ueberschichten, d. h. der Meberarbeit, regelmäßig auch gestern noch nicht gelungen, so ist der Kampf damit noch 285 Millionen Mart noch beträchtlich über= wieder und immer suchten dann die Organe der Grubenbefizer feineswegs aufgegeben. Wenn die Sozialisten nur dort den steigen, und außerdem sollen für die nächsten 5 Jahre das Unnöthige dieser Forderung geltend zu wachen; es sei ja, Rampf aufnehmen würden, wo sie des Erfolges sicher find, jährlich 90 Millionen Mart, also zusammen 450 Millionen so führten fie aus, fein Bergmann gezwungen, Ueberschichten zu oder gleich beim ersten zurückgeschlagenen Ansturm den mark für den außerordentlichen Neubau von Schiffen verfahren. Dies mag ja insofern richtig fein, als ein diretter Kampf aufgeben wollten, dann bildeten fie feine revolutionäre verwandt werden. Zweck dieser riesigen Mehrbelastung ist, Zwang thatsächlich nicht ausgeübt wird, wie man aber indirett Bartei. Uebrigens war der Kampf fein ganz vergeblicher, daß die englische Flotte stärter sein soll, als die frans die Bergleute zwingt, den Wünschen der Betriebsleiter nach war Ueberschichten nachzukommen, zeigt eine Notiz des Allgemeinen weil dadurch zum erstenmal von Sozialismus und sozia- zösische und russische zusammengenommen. Also Beobachters". Dieses Blatt schreibt über die Beche Vereinigte listischen Forderungen bei Senatswahlen gesprochen wurde, der Caprivi'sche Phantom- Krieg mit zwei Fronten" Pörtingssiepen":" Troß des vielen Nullens angeblich wegen die Presse davon Notiz zu nehmen hatte und dadurch, soweit zur See. unreiner Kohle oder Mindermaß, trotz der großen Wagen, die, sie kapitalistisch ist, wider Willen sozialistische Propaganda Die eine auf genau ausgemessen, über 121/2 Scheffel fassen, werden dem Berg- machte. Die Bourgeoispreffe hat darum durchaus keine In Italien steht es sehr kritisch für Crispi und mann auch noch 5 pet. für Füllfohlen abgehalten. Allem die Ursache, sich über den Ausgang der gestrigen Wahlen, der die herrschende Ordnung der Dinge. Nicht nur dauert der Krone jest jedoch ein fürzlich erfolgter Anschlag auf. Da ja wurde den Berglenten die Mittheilung gemacht, daß diejenigen a vorauszusehen war, gar so sehr zu freuen und daß sie Aufstand auf Sizilien fort, es ist auch an verschiedenen Arbeiter, die in der Nacht vom 21. zum 22. November, also dazu das nächſtemal noch weniger Ursache findet, dafür Punkten des italienischen Festlandes zu Aufstandsversuchen gekommen, welche den Zusammenhang mit den Vorkomm in der Nacht vor dem Buß- und Bettag, sowie diejenigen, werden sicher die Sozialisten forgen. niffen auf Sizilien beweisen. Da die von der Regierung die in der Nacht vom 2. bis zum B. Dezember, also in der Nacht vor dem Sonntag gefeiert, bei event. eintretenEine Bestie in Menschengestalt. Wir erzählten zensirten Telegramme die zunehmende Erregung eingestehen, dem Arbeitsmangel zuerst entlaffen werden würden." In beiden neulich die Heldenthat, durch welche der neuernannte Divi so müssen wir die Möglichkeit annehmen, daß die ver Nächten wurde fogenannte Ueberschicht, also Arbeit geleistet, zu fionsgeneral Garcin sich den Dank der besitzenden Klaffen einzelten Ausbrüche der legten Tage die Vorläufer welcher die Bergleute fontraftlich nicht verpflichtet sind, und die erworben hat. Wir haben unseren damaligen Bericht in einer allgemeinen Erhebung sind. Die ReBergleute, die sich weigerten, diese Mehrarbeit zu leisten, sind einem Punkt zu ergänzen. Der„ boshafte Zwerg" Thiers gierung selbst hält die Lage für äußerst gefährlich. Das nun der Gefahr ausgesetzt, über turz oder lang entlassen zu hat, wie wir mittheilten, den Befehl zur summarischen Er- erhellt aus der Emberufung eines neuen Truppenjahrgangs werden. Jeder sucht diese Gefahr zu vermeiden und unterliegt schießung Millière's gegeben. Thiers wurde hierzu- und und die Mobilifirung eines Theiles der Armee. infolge dessen unverkennbar einem 3wange. Zutreffend bemerkt das ist es, was nicht unerwähnt bleiben darf wesentlich 50 000 Mann, die nach Sizilien geschickt wurden, reichen das Verbandsorgan der Bergarbeiter: Gin Recht, Ueberschichten zu verlangen, hat man nicht, aber ein Recht, Entlassungen vor- durch Jules Favre, seinen Kollegen in der provisorischen nicht aus, und auf dem italienischen Festland werden zunehmen, wann und wo man will. Regierung, gedrängt. Gegen diesen sentimentalen Schuft", überall Truppen gebraucht. So muß die Armee zur wie einer seiner ehemaligen Freunde ihn genannt hat, war Hälfte auf den Kriegsfuß gebracht werden Bourgeois: Heuchelei. Kein Mensch verkennt oder von Millière in der Marseillaise"- vor der Kommune eine Maßregel, die unter Der Bevölkerung bestreitet mehr die unerträgliche Lage der niedersten Klaffen eine Reihe von Artikeln veröffentlicht worden, die, an Banit hervorgerufen hat, meil man daraus Siziliens," so leitartikelt heute die Bossische Zeitung", um der Hand unwiderleglicher Beweisstücke, Jules Favre als einen bevorstehenden Krieg schloß. Und was tostet hinterher gleich dem ärgften Buttkamer'schen Reptil gegen einen gemeinen Lump und Verbrecher tenn eine solche, wenn auch nur theilweise Mobilmachung! Alle die Sozialisten und die italienischen Arbeiterbunde zu hetzen. zeichneten, der obendrein in den schmutzigsten Familien- Berechnungen des Ministeriums Crispi behufs Deckung des Das Schlimmste, was sie gegen die Forderungen der Ar- verhältnissen lebte. Diese Artikel würden Jules Favre Defizits find dadurch über den Haufen gestürzt, und die beiterbunde zu sagen weiß, besteht darin, daß diese Forde auch in der bürgerlichen Welt unmöglich gemacht haben, italienischen Finanzen zerrütteter als je. rungen den Widerstand der bürgerlichen Welt heraus- wenn nicht die Kommune- Erhebung gekommen wäre, und Bemerkenswerth ist, daß die gesammte Crispi'sche fordern", derselben bürgerlichen Welt, die eben die uner- in der gemeinsamen Angst vor dem Proletariat alle Sünden Presse und der Theil der deutschen Presse, die mit ihr trägliche" Lage der sizilianischen Bevölkerung geschaffen hat. der Gesellschafts- Stüßen und-Retter begraben hätte. Jules in ein Horn bläft, z. B. die Bossische Zeitung"- die Tie bürgerliche Gesellschaft muß mit der Bossischen 8tg." Favre aber faßte einen glühenden Haß gegen den Wann, Schuld des Aufstandes auf die sizilianischen Arihren Bankrott selbst eingestehen und jetzt rechnet das der ihm die Heuchlermaske vom Antlig gerissen; Thiers, beiter organisationen wälzen will. Es zeigt sich Bourgeoisblatt es den Arbeiterbunden zum Verbrechen an, der ebenfalls von Millière hat angegriffen war, half ihm, da der ganze Haß der Bourgeoisie gegen alle Bestrebungen daß sie dieser bankerotten bürgerlichen Gesellschaft nicht die und am 26. Mai 1871 hatten sie ihre Rache. der Arbeiter, sich eine Klassenorganisation zu geben. Es Liquidation der Konkursmasse anvertrauen, sondern sie selbst wird ausgesprengt, die Fasci" hätten einen förmlichen in die Hand nehmen wollen. Die schamlose Heuchelei diejer Insurrektionsplan entworfen, und diesem gemäß die Bourgeois- Entrüstung wird nur von ihrer Dummheit über Tumulte und Zusammenstöße der letzten Wochen künstlich troffen. Die Gründe für die Gewaltmaßregeln des Generals hervorgerufen und in Szene gesetzt. Das ist infam gelogen; Morra di Lavriano gegen die Vorstandsmitglieder der ArHerr Crispi ist eben am Ende seines Lateins, und gleich beiterbunde, welche er verhaften ließ, erklärt die Vossische anderen Leuten, die politisch bankrott sind, flüchtet er sich Zeitung" nicht zu fennen, aber sie billigt sie. Welch ebles hinter das rothe Gespenst. Bourgeois- Gemüth! " Aus der bayerischen Kammer der Abgeordneten. Bei der fortgesetzten Berathung des Etats des Ministeriums des Innern erklärte der Minister des Innern. Freiherr v. Feilitsch auf eine Anfrage des Abg. Grillenberger, die bayerische Regierung sehe kein Bedürfniß zum Erlaß eines Reichs- Seuchengesetes; fie habe Bedenken gegen den vorliegenden Entwurf und werde im Bundesrathe Modifikationen beantragen. Gelegentlich werden wir uns mit den von Millière ans Tageslicht gezogenen Echurkereien Jules F vre's be schäftigen, und unseren Lesern zeigen, wie ein Hauptvertreter ber moralischen Bourgeoisie- Gesellschaft aussieht. " Depeschen. nabelW ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Wolders' Freisprechung ward von uns schon telegraphisch gemeldet. Jetzt liegt der sehr interessante Prozeßbericht vor. Die Anklage war auf grund eines Leitartikels erfolgt, in welchem Bolders erklärt hatte, daß die kapita- Ein Mittel gegen die Beschlußunfähigkeit der liftische Gesellschaft mit allen Mitteln" beseitigt Parlamente hat man in Amerika entdeckt. Das Präwerden müsse. Da der Artikel 8 Tage nach der Pariser fidium des Repräsentantenhauses in Washington hat Kammertopf- Explosion erschien und der Anarchistenschreck vierzig schwänzende Abgeordnete, die durch ihre Abden Herren Bourgeois in den Knochen lag, witterte die wesenheit eine Beschlußfassung unmöglich machen wollten, Regierung unter den allen Mitteln" auch Dynamit- und einfach verhaften und zwangsweise zwar nicht auf den sonstige Sprengstoffe. Und mit der fliegenden Haft, die Tisch des Hauses niederlegen, aber doch in den Saal schaffen wir beschrieben haben, wurde die Auflage gegen Bolders lassen. Eine Kur ift's aber eine Pferdekur. Wir be beschlossen, der den Artikel nicht blos gezeichnet, sondern merken übrigens, daß im Gegensatze zum Deutschen ReichsIn Prag tam es bei der Beerdigung eines Soldaten, sich auch dem Gericht gegenüber direkt als Verfasser bekannt tage im nordamerikanischen Repräsentantenhause Diäten welcher von einem Polizisten erstochen worden war, zu hatte. Die Gerichtsverhandlung( vorgestern) gestaltete sich und zwar fehr hohe gezahlt werden, was diese Zwangsgrößeren Ausschreitungen. Die aufgeregte Menge hatte es zu einem Triumph für unseren Freund, dessen außerordent maßregeln in anderem Lichte erscheinen läßt. offenbar auf das deutsche Kasino abgesehen, vor welchem liche Popularität nicht blos bei den Arbeitern, sondern bis die nach Tausenden zählende Volksmenge ganz besonders tief in die Bourgeoisklasse hinein bei dieser Gelegenheit lärmte. Die in bedeutender Verstärkung erschienene sich glänzend bekundete. Er erhielt seitens vieler Beugen, 3 Bolizei trieb aber das Volk wiederholt auseinander. zum Theil aus angesehenen bürgerlichen Stellungen, den denkbar Paris, 10. Januar. Zur heutigen Verhandlung gegen Auf dem Wenzelsplaze schritt die Polizeiwache ganz günstigsten, sein ganzes Borleben umfassenden Leumund, energisch ein und drängte die Boltsmassen mit und der Präsident des Schwurgerichts begeguete ihm mit Baillant vor dem Schwurgericht waren sowohl außerhalb als blanker Waffe in die Seitengassen. Die Wache begegnete einer fast ritterlichen Hochachtung, die von dem frivolen auch innerhalb des Justizpalanes die umfassendsten Sicherheitsward dafür maßregeln getroffen. Die Thüren zu dem Geschworenensaal wurden hier dem größten Widerstande seitens der Menge und Tone des Echablonen Staatsanwalts, strengstens überwacht. In den Wandelgängen waren nur wenige mußte viele Personen arretiren, welche wiederholt der übrigens nach Berdienst gezüchtigt, vortheilhaft abftach. Personen zugegen, in dem Saal war dagegen der Zubrang des Wache wieder entrissen wurden. Nur mit größter Mühe, Volders legte in einer musterhaften Rede die Grundsäße Bublikums ziemlich stark. Gustav v. Rothschild, einer der und nachdem die Polizei erhebliche Verstärkungen erhalten, und die Taftik der Sozialdemokratie dar, und zeigte tlar Geschworenen, fehlte. Baillant gab bei seinem Eintritt in den gelang es schließlich, die Nuhe wieder herzustellen. Auch den prinzipiellen Unterschied zwischen Sozialdemokratie und Gaal einem der Anwesenden ein Beichen; feine Haltung war eine Frucht des Belagerungszustandes! Anarchismus, die nichts mit einander gemein haben und energisch und entschlossen. Der Berlefung der Antlage hörte in bezug auf die ganze Auffassung, auf Mittel und Ziel voll- Vaillant aufmerksam zu. Bei dem Verhör durch den Präsidenten ständige Gegensätze sind. Die Plaidoyers des Staats- antwortete er in feſtem Ton. anwalts und der drei Bertheidiger füllten den Nachmittag. Gerüchtweise verlautet, es sei in dem Eingang des JuftizDie Geschworenen sprachen nach kurzer Berathung das palaites eine Bombe gefunden worden, deren Bünder erloschen Nichtschuldig und unter dem Jubel des Publikums Paris, 10. Januar. Prozeß Vaillant. Vaillant leugnet, Zu den französischen Senatswahlen. Aus Baris im Gaal, und be der Zehntausende auf der Straße Geld zur Vorbereitung seines Attentates erhalten zu haben. habe ihm wird uns unterm 8. Januar geschrieben: Gestern fanden begab unser Freund am Arme seiner Frau und in Be- Madame Paul Réclus 20 Frants gegeben, in 34 Departemente die Wahlen zum Senat statt, der sich gleitung seiner Kinder sich nach Hause. Abends wurde ein aber einzig und allein nur, um ihm aufzuhelfen; feine Absicht sei nicht gewesen, die Zuschauer auf der Tribüne, alle drei Jahre zu einem Drittel erneuert und ein wahres Fest im Boltshause" improvifirt. weil er letztere für Versorgungshaus invalid gewordener Politiker ist, die sich Auch die gegnerische Presse gesteht, daß dieser Prozeß, sondern die Deputirten zu treffen, Elends halte. Vaillant zum Hort Frankreichs aufwerfen, aber nur der Hort der der einen der bravsten Vorkämpfer der Sozialdemokratie die Haupturheber des sozialen kapitalistischen Reaktion find. Wenn in irgend einem vernichten, wenigstens auf längere Zeit dem politischen Leben leugnet alsdann, daß er nach dem Attentat habe fliehen wollen und leugnet ferner überhaupt die Absicht, jemand zu tödten, denn Industriestaate Europas die Arbeiterschutz- Gesetzgebung fast entreißen sollte, zu einem großen Sieg der Sozialdemokratie sonst hätte er die Bombe nicht mit Nägeln, sondern mit Patronen alles zu wünschen übrig läßt, so ist es sicherlich Frankreich; geworden ist. gefüllt. Als der Präsident Vaillant entgegenhielt, daß er so und forscht man nach der Ursache, dann stößt man auf den Ueber den Kongreß der holländischen Sozialdemokraten spreche, um sein Leben zu retten, proteftirte derselbe energisch Senat, der jedes von der Kammer votirte Gesetz, das nur bringt die Londoner" Justice" eine aus dem Grunde sehr lesens dagegen. Hierauf wurde das Verhör abgebrochen. ( Depeichen des Bureau Herold.) halbwegs arbeiterfreundlich ist, entweder ganz zurückweist, werthe Korrespondenz, weil sie aus der Feder von Nieuwenhuis' Venedig, 10. Januar. Wie heutige Meldungen aus Pugliest oder es nach jahrelangen Berschleppungen so verhungt, getreuem Adlatus ftammend, ein bezeichnendes Licht wirft auf daß es alles, nur teinen sozialpolitischen Fortschritt bedeutet die Manöver des auf den internationalen Kongreffen als Apostel besagen, sind die Unruhen daselbst von tieferer politischer Beund blos die Hartnäckigkeit bekundet, mit welcher der Senat der Toleranz auftretenden Nieuwenhuis und feiner Freunde. deutung, als man offiziell anerkennen will. Zwischen der Menge selbst die wurmstichigst gewordenen Privilegien aufrecht zu und 14 Enthaltungen befchloffen, unter teinen Umständen, stürmte die Gefängniffe, zerstörte die Telegraphenleitungen und Der Groninger Kongreß hat befanntlich mit 47 gegen 40 Stimmen und der Polizeibehörde fanden sehr ernste Grzeffe statt. Man warf Brandjackeln in die Wohnungen städtischer Beamten. Die erhalten sucht. Aus einem äußerst beschränkten Wahlrecht auch nicht zu agitatorischen Zwecken, an Wahlen theilzunehmen. warf Brandjackeln in die Wohnungen städtischer Beamten. Die ädtischer Beam hervorgehend, ist dies auch nicht anders denkbar. Wähler will man wissen, warum die Führer diese Resolution aus- Aufregung ist eine ungeheure. find nämlich nur die Delegirten der Gemeinderäthe, die sich beckten? Corneliffen plaubert es offen aus.„ Es find gewöhnlich gegenseitig felber wählen, die General- und Bevor allem", schreibt er, die Agitationen einiger parla welche die Majorität der in Briefkaffen der Redaktion. zirksräthe, sowie die Abgeordneten der betreffenden Departe- mentarischer Sozialisten, F. D. 5. Die Hebamme ist unseres Erachtens mit ihren ments. Da die Abgeordneten, Gemeinderäthe 2c. aus dem Groningen vertretenen Sektionen zur Annahme dieser Resowird gewünscht, die klein- Forderungen formell im Recht. Wenden Sie fich in der allgemeinen direkten Wahlrecht hervorgehen, nennt man darum auch das Wahlrecht zum Senat ein indirektes, was bürgerlichen Sozialisten zum Austritt aus der Partei zu zwingen, zweiten Frage an Herrn Dr. Zadet, Unnenſtr. 46. In der und wenn die Urabstimmung, diese Refolutionen angenommen, Stadtverordneten- Versammlung find 17 Sozialdemokraten. Ja. werden sich wahrscheinlich einige wenige Sektionen vor der 1877 wurde Fritsche gewählt. Partei trennen, und von anderen in denselben Lotalitäten erfett werden." Vaillant wurde, wie das Bureau Herold" meldet, in der heutigen Schwurgerichtssigung zum Tode verurtheilt. Die Telegramme über den Gang der Verhandlung finden die Leser unter„ Depeschen". aber unseres Erachtens ganz falsch ist, weil in diesem Falle die Abgeordneten, Gemeinderäthe 2c. direkt blos zu dem Zwecke der Senatswahlen gewählt werden müßten, was aber durchaus nicht der Fall ist, wie denn auch bei Wahlen zu Gee lution veranlaßt bat. Das heißt mit anderen Worten, man ist zu feige, die unbequeme gewesen sei. H. W. G. Soweit uns bekannt, nein. Zwei Streitende. In Rahna besteht eine Hundezüchteret. S. G. Gignet sich nicht für uns. Für den Inhalt der Inierate über. nimmt die Redaktion dem Wublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 11. Januar. Opernhaus. Margarethe. Schauspielhaus. Ein Sommernachtstraum. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Berliner Theater. Julius Cäsar. Leffing Theater. Der ungläubige Thomas. Ein Millionär a. D. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Rehdenz- Theater. Der Mustergatte. Neues Theater. Sappho. Central- Theater. fall. Berlin 1893. Ein toller EinAdolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Borher: Die Bajazzi. Viktoria- Theater. Kapitän Grant. Die Kinder des Alexanderplat- Theater. Die Iuftigen Weiber von Berlin. National- Theater. Der Teufel in Berlin. Theater Unter den Linden. Salon Pihelberger. Hierauf: Brahma. American- Theater. Die Gründung Roms in der Möckernstraße, oder: Die Rache des Gänserichs. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Sensationelle Novität! Der Teufel in Berlin. Burleste Posse in 3 Atten von Eugen Prudens. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Rasseneröffnung 6/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Novitäten! Zum ersten Male: Charley's Tante. Große parodistische Posse mit Gefang und Tanz. Vorher: Der Teufel in Berlin. Große Bosse in 3 Atten von Prudens. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Zum 6. Male: Ein toller Einfall. Schwank in 4 Atten von Carl Laufs. Sierauf zum Berlin 1893. 19. Male: Revue in 2 Abth. von L. Leipziger. Anfang der Vorstellung 7/2, der Revue 9/4 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Vorher: und daß meine innig geliebte Frau Amalie Poschag, geb. Henning, im Versammlung Adolph Ernst- Theater. Bekannten die traurige Nachricht, Bund der ges. Arbeitervereine Berlins und Umg. Charley's Tante. Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gefang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten Vorstellung Men! und Konzert. Neu! Neu! Ein Stiergefecht in Cadix Große Ausstattungs- Parodie. Bantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und sämmtlichem TheaterPersonal. Sonntags 6 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Entree Wochentags 50 Pf. Passage28. Lebensjahre nach schwerem Leiden am Sonntag, den 21. Januar, Vormittags pünktlich 10 Uhr, bei sanft entschlafen ist. Die Beerdigung Ehrenberg( Louisenstädtisches Klubhaus), Annenstraße 16. findet am Freitag, den 12. d. M., Nachm. 22 Uhr, vom Trauerhause in neuer Vereine. 3. Bundesangelegenheiten und Fragetasten. 1. Vortrag des Gen. Köster über: Astronomie". 2. Aufnahme Rigdorf, Prinz Handjernstraße 42, Das 3. Stiftungsfest des Bundes findet Sonnabend, 14. April, statt. aus statt. 1181b Dies zeigt an der trauernde Gatte Paul Posdiag. Kranken- und Sterbe172 19 Freie Vereinigung der Lohgerber und Lederzurichter Berlins. Versammlung Unterſtüßungskasse d. Berliner am Sonntag, den 14. Januar, Vormittags 10% Uhr, im Lokale Hausdiener. Den Mitgliedern hierdurch die trau rige Nachricht, daß unser Kollege August Heise am Dienstag, den 9. Januar 1894 an Lungenkatarrh verstorben ist. Nachmittag 2 Uhr auf dem AndreasDie Beerdigung findet am Freitag Kirchhof( Wilhelmsberg) statt. 1180b Der Vorstand. des Herrn Feind, Weinstraße Nr. 11. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung vom 4. Quartal 1893, 2. Wahl eines 2. Vorsitzenden. 3. Abrechnung vom Wiener Streit. 4. Abrechnung von den stattgehabten Sammlungen. 5. Geschäftliches. 206/8 Der Vorstand. Achtung! Maurer und Putzer. Große öffentliche Versammlung am Freitag, den 12. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Joël, Andreasstr. 21. Tagesordnung: Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer und Berufsgenossen 1. Ernste Lehren der gegenwärtigen wirthschaftlichen Lage. Referent Berlins und Umgegend. Reichstags- Abgeordneter C. Frohme. 2. Die haltlosen Zustände im Gewerbe. Kollegen, da uns die Natur ein Halt im Kampfe um unser Den Mitgliedern zur Nachricht, daß täglich Brot geboten, erwarten wir, daß Ihr recht zahlreich erscheinen werdet, unfer Kollege Fritz Scheidner um endlich Stellung zu nehmen gegen die miserablen Zustände im Beruje. am Dienstag am Herzschlag plötzlich Alle Bauhandwerker sind zu dieser Versammlung eingeladen. gestorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 12. 5. M., Nachmittags Panopticum.hr, vom Trauerhause in Rixdorf, Der Deutsche Mann Bergstraße 141, aus statt. 470/5 Der Vorstand. Danksagung. Allen Freunden und Verwandten meines lieben Mannes, insbesondere mit dem Steinkopf. feinen Kollegen von der Firma AttienOhne Extra- Entree. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Etablissement Moriz Moriz Plaz. Buggenhagen. Die Vertrauensmänner: 445,5 H. Schiegolski, Schwedterstr. 27. F. Gräschke, Staligerstr. 54. Achtung! Schöneberg. Achtung! Sonntag, den 14. Januar 1894, Vormittags 11 Uhr, in Jacob's Salon, Grunewaldstraße 110: Gr. öffentl. Studateur- Versammlung für Schöneberg und Umgeg. Gesellschaft H. F. Eckert für die er wiesene Theilnahme bei der Beerdigung meinen tiefgefühltesten Dank. Die trauernde Wittwe Frau Friederike Werkmann, 1. Die offene Koakskorb- Frage und mit welchen Mitteln beseitigen wir geb. Scherf. 11836 diefelbe. Referent Regierungs- Baumeister a. D. Kessler. 2. Distussion. 3. Die wirthschaftliche Lage in unserm Beruf. 4. Verschiedenes. Danksagung. Play. Täglich Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch.nahme bei der Beerdigung meiner lieben Für die vielen Beweise der TheilSpezial- Ausschank von Pahenhofer Frau und unserer guten Mutter, sage Lagerbier, hell und dunkel. ich hiermit allen Verwandten und BeAn den Wochentagen findet das kannten, dem Personal der Fabrik von Konzert in den unteren Reſtaurations- Peartrée u. Co., sowie den Sängern räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in meinen tiefgefühlten Dant. 1178b dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Neu! Neu! Taxameter 208 oder: Der Weißlackirte. Lofalscherz von Max Larsen. ( Größter Lacherfolg der Saison). Grosses Variété- Programm. ENF Spree- Nixen. Entree 15 Pf. R. Winkler. American- Theater. Präuscher's Museum. Neu! Täglich: Große Vorstellung. Wieder- Auftreten Neu! des urkomischen Bendix. Neu!! Auftreten des Neu!! Jetzeit besten Bauchreduers d. Jetzeit H. Blank. Ferner: Die Gründung Roms Tausende von anatomischen Präparaten. Schuhkanal durch fünf Körper. Gladiatoren- Kampf. Wunder d. Ceroplastik u.Mechanik. Täglich von 9 früh bis 10 Abends für erwachsene Herren. Dienstag und Freitag: Damentag. Circus Renz. ( Karlstraße.) F. Kowald nebst Kindern. , Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Jeden Sonntag und Donnerstag: Stettiner Sänger Anf. Donnerstags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf 40 Pf. ( siehe Plakate). Neu! Berlin's Lieblinge. Große Instrumentalszene. Freitag: Viktoria- Brauerei. W. Noack's Concert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstrasse No. 16. Täglich: Gr. Theater- u. SpezialitätenVorstellung. Jeden Sonntag und Donnerstag Nach der Borstellung: Tanz- Kränzchell. Avis! Empfehle meine hocheleganten Donnerstag, den 11. Jannar 1894, Säle mit elettr. Beleucht. f. Vereine und Abends 74 Uhr: Tages- Ordnung: Bur Deckung der Unkosten Entree 10 Pf. Sämmtliche Bauhandwerker sind zu der Versammlung eingeladen. 436/9 Der Vertrauensmann der Stuckateure Schönebergs: R. Eichhorn. Buchhandlung des„ Vorwärts" 2. Beuth- Straße. Berlin SW. Beuth- Straße 2. Soeben ist erschienen: Zweite vermehrte und verbesserte Auflage Die Prostitution, ihre Ursachen, ihre Folgen und ihre Bekämpfung 40 Seiten u. Umschlag. Don Dr. S. Lux. Preis 20 Pfennig. Nach außerhalb gegen Einsendung des Betrages von 25 Pfg. franko. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplaz Kinderwagen, größtes Lager Berlins. Musterbücher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. F. Metzner. Zentral- Kranken- u. Sterbefasse der Tischler u. s. 10. Oertliche Verwaltung Berlin C. Mitglieder- Versammlung Privatfestlichkeiten zu den foulant. Beb. am Donnerstag, den 11. Januar, Abends 81/2 Uhr, Gr. equeftr. Gala- Vorstellung. Circus G. Schumann, oder: Die Rache des Gänserichs. Tableau von 60 der edelsten FreiheitsBesonders hervorzuheben: Monstre- Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. pferde, vorgeführt v. Herrn R. Renz. Donnerstag, den 11. Januar cr., Vorher: Blondel, ostpreußischer Hengst, Die Post mit In Vorbereitung: Die Obdachlosen, Driginal Dressur, oder: Lumpen- Susanne. Parod.- real. 12 Pferden( Füchse), geritten von Mr. Traumstück von Oscar Wagner. Anfang Wochentags 72 Uhr, Sonntags 62 Uhr. G ratweil' sche Abends 71/2 Uhr: Große Gustav. Great Hurdle- Race, geritten Gala- und Sports- Vorstellung. M von Damen und Herren mit 20 Boll- Besonders hervorzuheben: Grand blut Springpferden. Maestoso, oft Quadrille Noblesse, geritten mit zwölf preußischer Rapphengit, in allen Gang- Schulpferden von 6 Damen u. 6 Herren, arten der hohen Schule geritten von arrangirt von Herrn Max Schumann. Frl. Oceana Renz. Hierauf der Steiger Batoude americais, Salto- u. 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Saeger. 65/6 Den Mitgliedern der Krankenkaffen mit freier Arztwahl zur Nachricht, daß meine Wohnung sich nicht, wie in den Aerzteverzeichnissen steht, Dranienstraße 51, sondern Oranienstrasse 55 am Moritzplatz befindet. 54912* für Stehkragen, Umlegekragen, Mans schetten verl. Gebrüder Borchardt, 11176* Neue Königstr. 19. Auf Knaben- Stoffanzügel geübte Arbeiterinnen finden dauernd lohnende Arbeit. 67/18 G. Michaelis, Chausseestr. 123. Ein tüchtiger, im Zeitungswesen und Buchhandel erfahrener Buchhalter wird als Geschäftsführer per bald oder später gesucht. Off. mit Gehaltsansprüchen unter die Exped. d. Vorwärts" unter H. W. zu richten. 54162 Zahnarzt Semmel. Angabe näherer Berhältnisse sind an Spr. 8-6. Sonntags 9-1. erantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner VolNlatt. Nr. 8. Donnerstag, den 11. Januar 1894. 11. Jahrg. VÄvlQmenksvevichke. Deutscher ReichStag. 22. Sitzung vom 10. I a n u a r 1894. 1 U Hr. Am Bundesrathstische: v. Bottich er. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Berathung der Anträge des Zentrums(Aichmchler u. Gen.) und der Deutsch- konservativen(v. Slaudy u. Gen.) wegen Revision der Alters- und Invalidenversicherung. Die Be- ralhung hat am 9. Dezember v. I. begonnen und ist. nachdem die Antragsteller Aichbichler und v. Staudy, der Staatssekretär v. Bötlicher und der bayrische Ministerialrath Landmann, ferner die Abgg. Sigl und Gamp gesprochen hatten, vertagt worden. Abg Singer: Wenn ich für meine politischen Freunde und für mich mit der Erklärung beginne, daß wir gegen Punkt 1 der Anträge Aichbichler und Staudy stimmen werden, so ioll das nicht bedeuten, daß wir mit dem jetzigen Alters- und Jnvaliditäts- gesctz zufrieden sind. � Wir haben, als dieses Gesetz zur Berathung stand, gegen das Gesctz gestimmt, weil es uns für die Arbeiter- klasse viel zu wenig bot, weil wir der Meinung waren, daß dieses Gesetz, welches man damals mit dem stolzen Namen der „Krönung der Sozialreform" belegte, nichts weiter ist als eine Verschiebung der öffentlichen Armenpflege Wir können nicht zugeben, daß die Bettclgelder, die man aus Grund dieses Gesetzes zahlt, den Ansprüchen, die man an ein solches Gesetz zu stellen hat, genügen. Wir sind der Meinung, daß die ganze Organisation des Gesetzes, namentlich auch die, nach welcher die Landes-Vcrsichcrungs- anstalten eingerichtet sind, eine durchaus verkehrte ist. Wir wollen die Organisation der Versicherungsanstalten nur dem Reich übertragen, wie wir überhaupt der Meinung sind, daß das ganze Vcrsicherungsgeschäft einer Zentralstelle zu übertragen sei. Sowohl die gegen Krankheit als gegen Unfall, als gegen Alter und Invalidität Versicherten sind nach unserer Meinung bester aufgehoben in den Händen einer vom Reiche ressortirenden Zentralstelle. Wir haben gegen das Gesctz gestimmt, weil die ganze Organisation eine derartige ist, die nach unserer Meinung keinen Vortheil für die Arbeiterklasse in sich birgt, abgesehen von den außerordentlich niedrigen Renten, die gegeben werden aus Mitteln, zu denen die Arbeiter selbst wesentlich beilragen müssen, und aus Reicks- Zuschüssen, an denen die Arbeiter infolge der indirekten Be- steuerung am stärksten betheiligt sind. Tie Umstände, die uns veranlaßt haben, gegen das Gesetz zu stimmen, haben auch heule noch in vollstem Maße Geltung. Es scheint mir wunderbar, daß die Klagen über das Gesetz aus Kreisen kommen, für die das Gesetz gar nicht geschaffen ist. Naturgemäß legt ein solches Gesetz in unseren Gesellschaftsverhältnissen dem Unternehmerthum Lasten auf. Daß jetzt Klagen über das Gesetz namentlich aus dem industriellen und landwirthschaftlichcn Unternebnierstand kommen, beweist deutlich, daß diese Kreise von dem Gedanken des Gesetzes noch nicht genügend durchdrungen sind. Durch die Klagen über die Belästigungen des Gesetzes zieht sich wie ein rother Faden die Beschwerde der Unlernehmerkreise, daß ihnen durch dieses Gesetz Lasten auferlegt sind, die Industrie und Landwirthschaft nicht zu tragen im stände seien. Wenn abgeseben von den Rentenempfängern irgend eine Kategorie der Bevölkerung Nutzen aus dem Gesetz hat, ist es gerade die Landwirthschaft, weil die ländlichen Gemeinden in demselben Maße, wie aus grund des Alters- und Jnvalidengesetzes Renten gezahlt werden, in ihrer Armenpflege entlastet werden. Diejenigen Ar- beiter, die auf grund des Alters von 70 Jahren Rentenempfänger werden, sind vorwiegend zu finden in ländlichen Bezirken. Die Leistungen auf grund des Alters- und Jnvaliditätsgesctzes sind vollkommen uligenügcnd. Weil entfernt davon, diese Leistungen irgendwie einschränken zu wollen, sind wir im Gcgenthcil der Meinung, daß es Pflicht des Reichstages ist, dafür zu sorgen, daß der Gedanke des Gesetzes, nämlich für tcnjcnige» einzutreten, der aus dem Schlachtfelde der Industrie arbeits- und erwerbsunfähig geworden ist, der durch hohes Aller nicht mehr in der Lage ist, bei seiner abgenutzten Arbeitskraft für sich und die Seinigen den Lebensunterhalt zu erwerben, weiter ausgedehnt wird. Während die Abgeordneten Aich- bichler und Genossen den Kreis der Versicherlen einschränke» vollen, sind wir bestrebt, den Kreis der Versicherten zu erweitern und den Versicherlen höhere Bezüge zu gewähren. Dieser An- ficht sind wir seit dem Bestehen des Gesetzes treu geblieben. Abg. v. Staudy hat übrigens in seiner Rede vor den Ferien einen Gedanken ausgesprochen, dem ich nur zustimmen kann. Er wollte das Markeulleben beseitigen und stellte den Grundsatz auf, daß man von jedem, der erwerbsunfähig sei und ein hohes Alter erreicht habe, annehmen sollte, der Mann hätte im Lause seines Lebens gearbeitet und sie infolge dessen berechtigt, Rente zu bekommen. Dem gegenüber sprach sich Abg. Gamp für Ouittungsbücher an Stelle des Kartensystems aus. Das gäbe nach unserer Meinung zu ernsten Be- denken Anlaß. Die Einführung von Quittungsbüchern gäbe es dem Unternehmerthum in die Hand, den Einfluß, den die Herren jetzt schon in bezug auf die Anfertigung von schwarzen Listen und Verrufserklärungcn haben, noch zu erweitern. Die Gefahren nach dieser Richtung hin sind durch Einführung der Quitlungskarten, wenn auch nicht gänzlich vermieden, so doch sehr eingeschränkt, weil nach Verlauf einer bestimmten Zeit neue Quitlungskarten ausgestellt werden. Auch der Auffassung des Abg. Staudy, dem Unternehmerthum und den Gemeindebehörden große Arbeiten zu erspare», kann man beipflichten, wenn sich dabei Vortheile für die Versicherten herausstellen. Der Staatssekretär des Innern hat freilich der Ausfassung, daß man die Quittungskarten abschaffen solle, widersprochen, indem er meinte, es sei nothivendig, vor allem dafür zu sorgen, daß derjenige, der die Wohlthaten der Renten für sich in Anspruch nehme, den Beweis liefere, daß er sein Leben hindurch ein fleißiger Arbeiter gewesen sei; denn das Gesetz sei nicht gemacht, um faulen Ar- deitern eine Sinekure zu schaffen, sondern dem fleißigen Arbeiter für die Erfüllung seiner Pflicht der Gesellschaft gegenüber zu belohnen. Dieser Grundsatz schlägt den Thatsachen so sehr ins Gesicht, daß ich ihn nicht unwidersprochen lassen kann. Alle diejenigen, die nicht den Nachweis führen können, daß siel eine bestimnite Zeit gearbeitet haben, wirft er in das Sammelbecken der faulen Ar- beiter, ohne zu überlegen, ob die„faulen Arbeiter" blos nicht arbeiten, weil sie arbeitsscheu sind und glauben nicht arbeiten zu brauchen, oder weil sie keine Ar» beit finden können. Kraft der ökonomischen Verhältnisse und der technischen Erfindungen werden die„faulen Arbeiter" zu Arbeitslosen; jede neue Maschine wirft eine Anzahl von Arbeitern auf die Straße. Diese Enl- wickelung ist dafür verantwortlich, daß so viele arbeitslos sind. Das ist ein Zustand, der auf dem Wege der Gesetzgebung nicht geändert werden kann, sondern nur aus dem Wege, den die Sozialdemokratie verlangt. Das Unlernehnierthum selbst, welches in bezug auf die Arbeitsbedingungen seinen kapitalistischen Interessen folgt, schafft diese Arbeitslosigkeit; so hat z. B. das Vorgehen der Bergbehörde in dem Bergarbeiter- Streik im Saarrevirr Tausende von Arbeitern auf die Straße geworfen. Ich brauche nur zu erinnern an den Verband der Metall- industriellen und an die Verhandlungen, die wir hier darüber geführt haben, in denen wir nachgewiesen baben, daß das Polizeipräsidium von dem Vorsitzenden des Verbandes ein Ge- schenk angenommen hat für Gratifikationen an die Polizei- beamten, weil diese dafür gesorgt hatten, daß die Streikenden im Zaume geHallen wurden. Glauben Sie ferner nicht, daß die 50 bis 60 Tausend Arbeiter, welche durch die neue Tabak- Fabrikalsteuer brotlos werde», nicht auch die Reihen der„faulen Arbeiter" vermehren werden? Was in bezug auf schwarze Listen und auf Verrufserklärungen seitens des Unternehmerthums geschieht, davon habe ich wieder einmal einen deutlichen Beweis. Ich habe hier ein Schriftstück, durch welches viele Arbeiter brotlos gemacht werden, die ihre politische Ueberzeugung nicht gleichzeitig mit ihrer Arbeit haben verkaufen wollen. Dasselbe ist mit dem Vermerk„Vertraulichst" von dem Vorstand der Grube„Ilse" unter dem 7. Juli 1893 erlassen in Senstenberg und Umgegend— es ist dies der Wahlkreis des Abg. v. Manteuffel. Der Grubendireklor macht an alle Unternehmer des dortigen Kreises die Mittheilung, daß 70 namentlich genannte Arbeiter wegen sozialdemokratischer Agitation entlassen worden seien. Zwei Arbeiter seien ans ihr dringendes Bitten hin noch behalten worden, aber auch sie seien verdächtig und würden beobachtet, um eventuell in den nächsten Monaten sofort entlassen zu werde». Den Namen des Direktors werde ich dem Reichstag natürlich nicht vorenthalten, denn er verdient es, verewigt zu werden. Dann bittet der Direktor noch zur Vermeidung von Verwechslungen bei künstigen Namensangaben auch Geburtstag und Geburtsort anzugeben. Also auch infolge von Verwechslungen sind Arbeiter auf die Straße geworfen worden. Ferner soll kein Arbeiter angenommen werden, bevor nicht bei seinem früheren Werke über seine Betheiligung an sozialdemokratischen Agitationen angefragt ist. Präsident v. Lcbetzow ruft den Redner zur Sache. Abg. Singer: Ich habe nur noch eine Zeile zu lesen; ich will nachweisen, auf welche Weise Arbeiter nicht zum Renten- beznge kommen, weil nicht genügende Arbeitsgelegenheit geschaffen wird. Ter Schluß des Schriftstücks ist, daß der Di- rektor zur Orientirung bemerkt, daß die im Amtsbezirk erfolgte» Entlassungen auf die Arbeiterschaft durchschlagend gewirkt haben. Die Belegschaft sei willfährig und unterlasse alles, was zum Tadel Veranlassung geben könnte. Präsident v. Lcvctzow: Sind Sie nun mit der einen Zeile zu Ende?(Heiterkeit.) Abg. Singer: Ter Name dieses Menschenfreundes ist Strack.und nebenbei ist er noch Hauptmann a. D. Für ein solches Vorgehen kann ich nur ein durchaus verächtliches Pmi haben. Auch infolge der Konzentration unserer Betriebe und der sogenannten Saison- arbeiten nnissen zahlreiche Arbeiter vorübergehend feiern, während welcher Zeit ihre Rentenansprüche ruhen. Heber den Vorschlag, statt dessen einfach jedem Arbeiter, der 70 Jahre alt ist oder der erwerbsunfähig geworden ist, das Zutrauen zu schenken, daß er gearbeitet hat— wovon hätte er denn sonst gelebt?— und nicht mehr den Beweis der Arbeit zu verlangen, ließe sich reden. Der Staatssekretär wies das scharf zurück, weil das die reine Armenfürsorge sei. Weiter ist es auch jetzt nichts. Das Gesetz hat nur die Armenpflege von den dazu verpflichteten Gemeinden auf die Beiträge der Arbeiter und der Arbeitgeber und den Reichszuschuß verschoben. In vielen Fällen bleiben die hier gewährten Summen sogar noch hinter der Armenpflege zurück. Ein konservativer Redner bezeichnete die Rentenleistung als eine Liebesgabe. Es lohnt sich aber garnicht, über die Höhe der Renten irgend welches Aufheben zu machen. Vorläufig haben wir nur Liebesgaben für Reiche, für den Großgrundbesitz in Form der Getreidezölle, der Spiritusprämie, der Zucker- prämie und der neuen Prämie, die der Reichskanzler den Konser- vativen, um mit ihnen zum Friede» zu kommen, in Aussicht ge- stellt hat durch die Aufhebung des Identitätsnachweises, die auch nur eine Aussuhrprämie bedeutet. Die soziale Gesetz- gebnng legt allerdings den Gemeinden und dem Unter- nehmerthum einige Arbeit auf, aber überlastet sind die Gemeinden nicht. Herr Aichbichler empfahl statt der Zwangsversicherung die freiwillige Versicherung, die Landwirthe würden ihr Gesinde selbst darin einkaufen. Die freiwillige Versicherung möchte ich sehen, wo die Unternehmer bereit sind, alle Lasten aus Huinanitäl zu gunsten ihrer Arbeiter zu tragen. Dieser Vorschlag wird auch in der bayrischen Land- wirlhschaft kaum Boden finden. Leider muß bei uns alles im Interesse der arbeitenden Bevölkerung mit außerordentlichen An- strengungen den Vertretern der Besitzenden im Parlament erst mühsain abgerungen werden. Der Reichskanzler wollte alle Ge- setzesvorlagen daraus prüfe», wie sie auf die Sozialdemokratie wirken. Ebenso kann ich sagen, die ganze soziale Gesetzgebung ist nur durch die Furcht vor der Sozialdemokratie veranlaßt. Herr Dr. Sigl nieinte, das Gesetz müßte abgeschafft werden, weil das Zentrum so schlechte Erfahrungen damit gemacht hätte, daß sämmtliche Aristokraten nicht wiedergewählt worden seien. Wäre dies wahr, so ivürde ich von meinem Standpunkt nur wünschen können, daß schleunigst noch ein solches Gesetz gemacht würde, dannt die Herren nicht wieder ins Zentrum hineinkämen.(Heiter- keil.) Bei'den Etalsberathungen werden wir noch eingehender auf diese Materie zurückkommen und namentlich aus die Nothwendigkeit einer einheitlichen Rechtsprechung aus dem Gebiete des Per- sicherungswesens hinweisen. Der Erlaß einheitlicher. für alle Betheiligten geltenden Vorschriften ist vor allein in bezug auf die Festsetzung der Renten nothivendig. Den Ansturm Süd- deutschlands gegen dieses Gesetz haben wir nicht mitgemacht. Wir sind die Allerletzten, die Ursache haben, mit diesem Gesetz zufrieden zu sein, wir sind aber auch die Letzten, die Ursache haben, die mühsam errungenen Anfänge auf diesem Ge- biete wieder preiszugeben, weil sie angeblich eine zu starke Belastung des Unlernehmerthums, der Industrie, der land- wirthschaftlichen Unternehmer mit sich führen. Wir bestreiten das letztere. Es muß im Gegentheil eine Vermehrung der Leistungen der Alters- und Jnvaliditätsversicherung geschaffen werden, eine einheitlichere, gerechlere Organisation. Dem Einfluß der Ar- beiler auf die Verivaltung muß größerer Raum gegeben, mit einem Wort, das Gesetz ausgebaut und erweitert werden. Die Unzufriedenheit des Unlernehmerthums kann uns nicht ver- anlassen, ein Gesetz zu beseitigen, das wir nicht im Interesse der Unternehmer, sondern der arbeitenden Klasse geschaffen haben. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Böttcher(ntl.): Nachdem die Regierung selbst eine Novelle zum Unfallversicherungs-Gesetz in Aussicht gestellt, brauchen wir uns mit diesem Theile des Aichbichler'schen An- träges angesichts unserer Geschäftslage nicht mehr zu befaffen. Bezüglich der Invalidenversicherung haben wir gewußt, daß wir den Sprung ins Dunkle thalen und wußten auch voraus, daß die Klagen über das Gesetz schließlich zu den schärfsten Ver- dammungsurtheilen für uns werden würden. Wenn man den großen Entrüstungssturm gegen das Gesetz erlebt hat, dann muß man sich über die Ruhe der heutigen Berathung wundern, es scheint doch, daß das Interesse an der Frage nicht mehr brennend ist(Heiterkeit). Herr Aichbichler wollte die Landwirthschaft aus dem Gesetze herausnehmen und dafür eine freiwillige Versicherung einführen. Gegen das Gesetz an sich hat er sich also nicht ausgesprochen. Gegen das Gesetz selbst hat auch Herr von Staudy nichts vor- gebracht, sondern nur von Mißstimmungen über die einzelnen Punkte gesprochen. Mißstimmungen sind vorhanden und eine offene Aussprache darüber ist durchaus am Platze. Hauptsächlich fühlt sich die Landwirthschaft belästigt, namentlich wegen ihrer ohnehin schwierigen Lage. Aber man wird doch nicht daraus hinauskommen wollen, den landivirlhschafllichen Arbeitern die Vortheile der Versicherung zu versagen. Hätte man im Wege der freiwilligen Versicherung die Vorlage durchführen können, dann brauchte man den Zwang nicht einzusühre». Aber der Zwang hatte sich als nothivendig herausgestellt und es ist mir überaus zweifelhaft, daß die landwirthschaftlichcn Arbeiter leichten Herzens diese Versicherung aufgebe» würden. Würde die Landwirthschaft ausgeschlossen von der Versicherung, so würden die Arbeiter noch mehr als bisher in die Städte ivandern. Der Reichszuschuß kommt wesentlich den ländlichen Kreisen zu gute, weil er bei den niedrigeren Renten der ländlichen Arbeiter einen größeren Theil ausmacht, als bei den höheren Renten der industri- ellen Arbeiter Diese Fürsorge für die Arbeiter entsprangnicht einem Drängen der Sozialdemokratie, sondern einem Gefühl der Pflicht. Die Sozialdemokratie hat allerdings durch ihre Agitation auf die Schäden, welche vorhanden waren, aufmerksam gemacht. Was Herr v. Staudy im Auge hatte, daß die Reicheren zu den Lasten' der Invalidenversicherung beitragen müßten, ist vollständig erfüllt durch den Reichszuschuß. Was Herr v. Staudy vorge- bracht hat gegenüber der Beitragszahlung seitens der Arbeiter und Arbeitgeber, das ist eine Grundlage des Gesetzes, die un- erschüttert bleiben muß; denn die Beitragszahlung wahrt den Versicherungscharakter gegenüber der bloßen Staatshilfe, die sonst eintreten würde. Die Einführung der Lohnklassen war ein weiterer Schritt zur Wahrung des Charakters der Versicherung durch Berücksichtigung der verschiedenartigen Lohnbezüge. Die Einführung einer einheitlichen Lohnklasse und einer einheitlichen Rente, wie sie Herr Gamp vorgeschlagen, können wir durchaus nicht billigen. Daß die angesammelten Kapitalien die Summen übersteigen, welche man vorher berechnet hat, ist richtig; man wird erwägen müssen, ob man_ die Beiträge herabsetzt oder die Renten erhöht. Ich hoffe, daß man sich in der Gesammtheit der deutschen Be- völkernng bald mit diesem Gesetz versöhnen wird; Anzeichen dafür sind schon vorhanden. Man sagt: Ihr schafft alle diese Lasten, die der Industrie die Konkurrenz erschweren; aber wo werden sie euch gedankt? Dank können wir nicht erwarten. Es wird hier ein Rechtsanspruch für die Arbeiter geschaffen. Die Mitläufer der Sozialdemokraten gehen, wenn es ernst wird, durch die Lappen.(Abg. Liebknecht: Das sivd keine National- Die Arbeiter werden schließlich erkennen, welche das Gesetz hat. Aus Furcht vor der Sozial- haben wir das Gesctz nicht geschassen. So sind die Sozialdemokraten nicht; sie scheinen sich selber zu fürchten, als die Welt sich (Heiterkeit.) Wir haben das Gesetz ein- liberalen!) Wirkungen demokratie fürchterlich vielmehr vor sich vor ihnen fürchtet. geführt, aus dem Bewußtsein der Pflicht des Staates, welcher ans der Basis christlicher Anschauung steht, und wir werden an diesem Bewußtsein der Pflicht festhalten; und wenn der Zu- sannnenbruch der Gesellschaft kommen sollte, dann können wir ihn in dem Gefühl der erfüllten Pflicht erwarten.(Zustimmung bei den Nationalliberalen; Widerspruch bei den Sozialdemo- kraten.) Abg. Nösicke(wildliberal): Trotz aller Klagen ist wohl niemand der Meinung, daß das Gesetz im ganzen ab- geschafft werden soll; es kann sich immer nur um die Abschaffung einzelner Mißstände handeln. Bei den Klagen um das Gesetz handelt es sich um zwei Dinge: Der eine Theil will nicht zahlen, der andere Theil bekommt nicht genug. Beides zusammen läßt sich aber schwer vereinige». Die Klagen kommen meist aus den landwirthschafilichen Kreisen, i» den seltensten Fällen aus den Kreisen der Industrie. Herr v. Slaudy findet es ungerechtfertigt, daß die Bauern mehr bezahlen müssen als der Millionär. Das ist richtig; aber findet man das nicht in anderen Verhältnissen ebenso, z. B. bei den indirekten Steuern oder bei der Unfall» Versicherung. Ein Fuhrmann z.B. muß für seinen Kutscher UM. Unfallbeiträge zahlen, während der Inhaber einer großen Spinnerei vielleicht nur 2 M. für jeden Arbeiter entrichtet. Es wird manches in dieser Beziehung übertrieben. Ich habe erst neulich in den„Neuesten Nachrichten" einen Artikel gelesen von einem Landwirlh, der sich über die Lasten der Jnvalidenversiche- rung ausläßt und über die ungerechte Verlheilung der Lasten klagt, ein Gutsbesitzer sollte 1500 pCt. seiner Einkommensteuer für Marken ausgeben. Der Herr wird wohl in der Einkommen- steuer viel zu gering eingeschätzt sein.(Zuruf: Verschuldet!) Im übrigen sind die Verwaltungskosteu sehr gering, sie können kaum verringert werden, namentlich nicht"ourch die Einrichtung einer Reicks-Versicherungsanstalt, welche doch eine Dezentrali- sation nach unten haben müßte. Das Markenkleben wird wohl nicht zu umgehen sein; aber die Einführung von Marken für längere Zeiträume wäre um so mehr zu empfehlen, als eme Quittungskarte für mehrere Jahre ausreichen würde. Be- züglich der Novelle zum Unfall- Versichernngsgesetze ist ja eine Vorlage dem Bundesrath gemacht worden. Es hat mich gefreut, daß nian jetzt dem Unfall-Versicherungsgesetze so großes Lob zollt, früher>var der Ton ein anderer. Vielleicht wird das auch bezüglich der Invalidenversicherung anders werden. Ich freue mich, daß die Regierung dem Andrängen, die berufsgenossenschaftliche Organisation abzuschaffen, nicht nackgegeben hat. Wenn die Industrie damit zufrieden ist, so sollte doch niemand anders etwas an den Berufsgenossenschaften auszusetzen haben. I» Oesterreich ist man mit der dort beliebten territorialen Organisation nicht zufrieden, sondern wünscht die berufsgenossen- schaftliche Organisation nach deutschem Muster. Ein Zusammen- werfen aller Versicherungen würde bezüglich der Kranken- versickerung gar nicht möglich sein, bezüglich der beiden anderen Versicherungen würde es aber jedenfalls nicht nothwendig sein; man könnte höchstens fragen, ob nicht für die Unfall- und für die Invalidenversicherung der Landwirthschaft die Schiedsgerichte einheitlich gestaltet werden könnten. Die Kosten werden dadurch nicht erheblich vernnndert werden. Zu klagen haben die Arbeiter vielleicht in einem Punkte, nämlich bezüglich des§ öS des Unfall- versicherungs-Gesctzes, wenn eine Rente wegen veränderter Um- stände geändert werden soll. Die Arbeiter können mit Recht darüber klagen, daß diejenigen, welche die Zahlung zu leisten haben, auch gleichzeitig die Entscheidung treffen sollen. Würde aber die Entscheidung dem Reichs-Versickerungsamt übertragen, so ivürde sich herausstellen, daß die Urtheile nicht so gut für die Arbeiter ausfallen. Denn in den bureaukratischen Kreisen würde man nicht so leicht geneigt sein, das Gefühl der Humanität mit- sprechen zu lassen. Im übrigen kann man die von der Regierung in Aussicht gestellte Novelle abwarten. Abg. Richert(Frs. Vg.): Ich bin durch die ganze Debatte nicht klüger geworden und werde deshalb gegen alle Resolutionen stimmen. Herr v. Bötticher hat mich privatim über die Ver- Minderung der Armenlasten auf die Schrift von Freund ver- wiesen, wonach festgestellt ist, daß in Berlin die Armenpflege- kosten sich nicht vermindert haben. Die Behauptung der Regie- rung, daß wirklich eine Erleichterung der Armenlast eintreten würde, ist also nicht erwiesen. Herr Böttcher ist erfreut, daß Niemand die Aushebung des ganzen Gesetzes beantragt hat. Das ist doch wirklich naiv. Wir haben doch jetzt etwas anderes zu tbun, als die Aufhebung dieses Gesetzes zu verlangen. Der Entrüstungssturm gegen die Invalidenversicherung ist nicht von = Die Anträge Aichbichler und v. Staudy werden angenommen, der erstere von den Konservativen, dem Zentrum, der Mehrzahl der Freifinnigen und einigen Nationalliberalen, der zweite von den Konservativen, dem Zentrum und den Nationalliberalen. Schluß nach 6 Uhr. Parlamentarisches. irgend einer Partei- Organisation gemacht worden. Eine Aenderung alle diese Opfer vergeblich gewesen. Die Sozialdemo-| fein Mensch gehabt. Hätte die Regierung das Vorbild der des Gesetzes ist nicht gut möglich, wenn man die Grundlagen fratie trete im Reichstage mit einer Unverföhnlichkeit, Knappschaftstassen nachgeahmt, dann wäre die ganze Unzufriedenhe derfelben nicht ändern will. Man möchte die Lasten auf andere ja Frechheit auf, wie sie früher faum erreicht worden sei. Mert nicht entstanden. Dann hätte man alle die Gebäude nicht auszuführen Echultern wälzen. Herr v. Plötz nicht dazu verständnißvoll. würdig, wie die Ansichten auseinandergehen. Einmal sollen wir brauchen, in welchen jezt die Quittungstarten aufbewahrt werden Die Regierung wird jeht wohl noch nicht einem Vorschlage zu zahmgewordene Revolutionäre geworden sein, dann die personi müssen. Nicht der hochgelohnte Arbeiter müßte die höchste Rente stimmen, der dem Wunsche des Herrn v. Staudy entspricht. Wir fizirte Frechheit. Wir haben nicht solche Mitläufer. wie die bekommen; er fann sich etwas zurücklegen; sondern die niedrigst wollten von vornherein von diesen bedenklichen Konsequenzen Herren Nationalliberalen. Die große Maffe der Arbeiter, die gelohnten müßten zuerst berücksichtigt werden. Die einzige Ver nichts wissen. Herr v. Staudy hat sich am 9. Dezember dagegen lassenbewußten Arbeiter haben eingesehen, daß das Heil nur aus besserung, welche der Reichstag herbeigeführt hat, ist die Einerklärt, daß die Konservativen verantwortlich gemacht werden für dem Kampf der eigenen Klaffe zu holen ist. Die National führung des Deckungs-, anstelle des Umlageverfahrens. Wenn Dhe atau dieses Gesetz. Ich wundere mich, daß Sie( die Konservativen) liberalen gleichen einem wogenden Meere, in wenigen Stunden sich bis jetzt eine Wirkung der Invalidenversicherung nicht gezeigt sich jetzt zurückziehen von der Verantwortung. Wir würden uns find fie Antisemiten und dann Konservative, daß es eine Freude hat, so liegt das daran, daß noch für die alten Invaliden unserer Mitwirkung nicht scheuen. Jetzt wird gegen das Gesez ist. Unsere Arbeiter wissen was sie wollen. Lösen Sie doch den gesorgt werden muß und schon im Voraus für die zukünftigen. gefämpft und man hat es sogar so darzustellen gesucht, als ob Reichstag auf und Sie werden dann erleben, daß wir in viel Diese doppelte Belastung wird natürlich unangenehm empfunden. wir, die linke Seite des Hauses, an diesem Geseze schuld find. stärkerer Anzahl hier einziehen. Gewiß, irgend etwas, wie Redner erklärt sich schließlich für die Anträge. Sehen Sie wohl, meine Herren, das gefällt mir nicht an Ihrer Herr Böttcher sagt, taugt dieses Gesetz und wir wollen es darum Abg. Enneccerus( natl.) erkennt an, daß in manchen LandesPolitik. Herr v. Manteuffel ist einer der Haupträger des Ge- verbessern und erweitern. Nicht blos das Sozialistengeset, auch die theilen eine erhebliche Unzufriedenheit besteht, daher sei es nöthig, dankens gewesen, er war der Referent über das Gefeß. Die Sozialreform sollte zur Bekämpfung der Sozialdemokratie zu untersuchen, ob durch irgend welche Veränderungen eine Konservativen haben mit 9 Ausnahmen für das Geses gestimmt; dienen. Mit dem Sozialistengejez wollte man unsere Partei todt. Besserung herbeigeführt werden könne. Deshalb schließt Redner Herr v. Staudy hat ohne Entschuldigung gefehlt; er war im schlagen, mit der Sozialreform die Arbeiter einfangen: Bucker fich dem Antrage v. Staudy an. Der Antrag Michbichler ist so Hause anwesend, um eventuell gegen das Gesetz zu stimmen. brot und Peitsche. Was bietet man den Arbeitern mit diesen zu verstehen, als ob er eine allmälige Abbröckelung des Gesetzes Herr v. Hammerstein hat damals große Bedenken gegen das Geses Gesetzen? Nur eine veränderte Form der Armenpflege. Wir herbeiführen will. Deshalb will Redner gegen den Antrag geltend gemacht; er hat vorausgesehen, daß es unzufriedenheit aber wollen nicht blos an die Verunglückten, an die Invaliden fimmen. Ein Theil seiner Freunde faßt den Antrag anders erregen wird und trotzdem dafür gestimmt. Das nennt und Kranten denken, sondern eine Sozialgesetzgebung, die auf und wird für denselben stimmen in dem Sinne, daß nicht man fonservative Politit. Wenn die Unzufriedenheit nachher es den Gesunden ermöglicht, anständig leben zu können. Eine eine Einschränkung des Gefeßes, sondern nur eine Verbesserung vorhanden ist, dann macht man Tivoli und bringt dem Urheber Rückwärtsrevidirung des Alters- und Invaliditätsgesetzes wollen eintreten solle. der Unzufriedenheit ein Hurrah, und Graf Caprivi macht man wir nicht, sondern eine Erweiterung und Verbesserung zum Abg. Ulrich( S.) mendet sich in einer mehr persönlichen zur Zielscheibe der Angriffe. So schwer das Geschüß der Herren Besten des arbeitenden Volkes. Bemerkung gegen den Abg. von Stumm und weist darauf hin, von Hammerstein u. f. m. außerhalb des Hauses war, angesichts Abg. v. Manteuffel: Die Gefeße sind nicht nur angeblich, daß die Invalidenversicherung zuerst von dem Präsidenten des der Verhandlungen über das Invaliden Versicherungsgesetz bin sondern in Wirklichkeit für die Urbeiter gemacht. Die Sozial Allgemeinen Arbeitervereins v. Schweizer angeregt ist und ich der Meinung, wenn die Regierung Ernst macht, werden demokraten reden immer von der Fürsorge für die Arbeiter und Arbeiterschußgefeße wurden in allen Arbeiter- und Wolksversammdie Konservativen den Handelsverträgen zustimmen.( Unruhe stimmen gegen alle Gefeße, welche für dieselben gemacht werden lungen schon verlangt, als er( Redner) noch ein ganz junger rechts.) ( Sehr richtig! rechts). Wenn die Zahl der sozialdemokratischen Bursche war. Daß nur die Furcht vor der Sozialdemokratie die Abg. Richter( freis. Vp.) spricht seine Verwunderung dar. Stimmen sich vermehrt, so liegt das an der Agitation der sozialpolitische Gesezgebung peranlaßt hat, dafür ist Fürst Bisüber aus, daß gerade die bayerischen Bentrumsmitglieder diese Sozialdemokraten, nicht an den Leistungen derfelben. Herr marc Zeuge, welcher dies in den achtziger Jahren ausdrücklich Frage angeregt haben, während die bayerischen Mitglieder des Singer hat auf Vorgänge in meinem Wahlkreise hin: anerkannt hat. In den sechziger Jahren hat Fürst Bismarck die Bentrums damals die Annahme des Gefeßes herbeigeführt gewiesen, 100 Arbeiterentlassungen stattgefunden haben. Sozialdemokratie gegen die bürgerliche Gesellschaft ausgespielt, haben und während der Widerspruch gegen das Gesetz haupt- Die entlassenen Arbeiter hatten sich sozialdemokratischer um die letztere in die Arme der Regierung zu bringen. Daß sächlich von den Freisinnigen in Bayern ausgegangen ist. Die Agitationen schuldig gemacht und jeder Arbeitgeber hat das jedem Arbeitsunfähigen eine Rente gewährt werden soll, sei eine Nachtheile des Gesetzes, welche in der Entziehung der Kapi- Recht, Agitatoren aus seinem Betriebe zu entfernen Man weiß dee des fozialdemokratischen Zukunftsstaates, meint Herr talien durch die Ansammlung der Nefervefonds liegen, werden ja nicht, ob es nicht vielleicht anarchistische Agitationen gewesen von Bötticher. Für dieses Zeugniß sind wir ihm sehr dankbar fich von Jahr zu Jahr steigern. Die Einführung des Umlage: find.( Widerspruch links.) Aber diese Arbeiterentlassungen wären Abg. v. Stumm: Daß Herr v. Schweizer einmal von der verfahrens würde nicht möglich sein, weil dadurch die Lasten auch vorgekommen, wenn das Invaliden- Versicherungsgesetz nicht Versorgung der Arbeiter gesprochen hat, ist möglich, aber er hat nur auf die Zukunft abgewälzt würden. Man stellt es so bar, erlassen worden wäre. Diese Dinge gehören also zur Leutigen hier feinen Antrag gestellt mit praktischen Vorschlägen. Ich als ob das Martensystem etwas Zufälliges wäre. Das Marten Verhandlung nicht. Herr Rickert hat den Konservativen die babe hier einen Vorschlag gemacht. Uebrigens handelt es sich system ist einfach die Form, in welcher die Leistung und Gegen Verantwortung für dieses Gesetz zugeschoben und behauptet, daß hier um die Unfall- und Invalidenversicherung, nicht um Arbeiterleistung zum Ausdrud tommt. Ich fann mir gar nicht denten, wir dieselbe ablehnen. Das ist durchaus nicht der Fall. Wir schutz- Gesetze; gegen die ersteren beiden haben die Sozialdemo wie die Sache anders eingerichtet werden soll, wenn man eine haben nur erklärt, daß dieses Gesetz ein sehr verbesserungsfähiges traten gestimmt. richtige Kontrolle will. Man will den Rentenanspruch nur dann sei und daß hauptsächlich das Martensystem verbesserungs Abg. Ulrich: Das haben wir gethan, weil die beiden Geabweisen, wenn der Beweis dafür vorhanden ist, daß jemand bedürftig ist. Bei der dritten Lesung habe ich damals gesagt, feße nicht das erfüllten, was die Arbeiter verlangen konnten. im Buchthause gesessen oder vagabundirt hat. Es handelt sich daß man erst in der Praxis Erfahrungen machen müsse, um Damit schließt die Debatte. Das Schlußwort erhält von aber doch darum, daß jemand als Arbeitnehmer gearbeitet hat, nach einigen Jahren Verbesserungen zu machen. Ich brauche feiten des Bentrums der Abg. Aichbichler, welcher sich in nicht als Arbeitgeber. Biele Personen, die versicherungspflichtig kein Wort von dem, was ich gesagt habe, zurückzunehmen. In längerer Rede gegen die sozialdemokratischen Reden wendet, find, sind ja beides zugleich. Die Marke ist der Beweis und zu einzelnen Theilen des Landes ist das Gesetz ein unpopuläres und von Seiten der Deutschkonservativen der Abg. p. Staudy, gleich die Form der Erhebung der Beiträge. Es tommt schließlich( Buruf verhaßtes), meinetwegen auch verhaßtes Gesetz. Im welcher gegen das Markensystem spricht und die Regierung bittet, alles darauf hinaus, daß das Reich oder der Staat mehr zahlen Stönigreich Sachsen wird so gut wie gar feine Klage ge fich durch die Berichte des einen Direktors nicht beeinflussen zu soll. Das würde bedeuten, daß der Beitrag, der ein Theil des Arbeits- führt, sondern das Gesetz mit großer Sympathie aufgenommen, laffen, andere Direktoren von Versicherungsanstalten würden sich lohnes ist, aus der Reichstasse bezahlt wird. Das würde dasselbe Abg. Beckh( freis. Vp.) weist darauf hin, daß der Petitions: gegen das Martensystem erklären. bedeuten, wie ein Zuschuß zur Grundrente durch die Getreidezölle sturm gegen die Invalidenversicherung nicht einer Agitation oder ein Zuschuß zur Schuldentilgung durch Münzverschlechterung. feinen Ursprung verdanke, sondern lediglich eine Folge der prat Wenn man den Reichszuschuß erhöht, warum denn nur für die tischen Handhabung des Gesetzes gewesen sei; die Betheiligung Arbeitnehmer? Man begreift es schon jest nicht, warum die war in der Stadt und auf dem Lande und auf Seite aller Bar Arbeitgeber, welche viel schlechter fteben als teien gleichmäßig. Die Mißstimmung gegen das Wapperlgeses die Arbeiter, an dieser Versicherung keinen Theil haben entstamint in Bayern hauptsächlich dem Markensystem. Die sollen. Wenn man so weit geht, dann fann man schließlich auch Sozialdemokraten sind für die Au rechterhaltung und Erweiterung Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr.( Handelsprovisorium die Wittwen und Waisen versorgen von Reichswegen, und auch des Gesetzes, welches ihren Tendenzen Vorschub leistet. Deshalb mit Spanien und erste Berathung der Tabaksteuer.) die Kindererziehung fann man auf den Staat übernehmen. Dann tann den Anträgen, welche eine Verbesserung und damit eine fommen wir über den vulgären Staatssozialismus sehr bald Erhaltung des Gesetzes wünschen, nicht zugestimmt werden. hinaus, Herr Grillenberger sagte schon bei der Berathung des Durch die Entwickelung der Gesetzgebung ist das Sparen außer Gesetzes: Das Gefeß ist kein sozialistisches, aber schon ein Gebrauch gekommen( Lachen bei den Sozialdemokraten); in sozial sozialistelndes. Und Herr v. Staudy ist schon sehr weit darüber demokratischen Versammlungen ist immer ausgeführt worden, Die Budget- Kommiffion, welche heut ihre erste Sigung binausgegangen. Man tann nicht einfach dekretiren:„ bas Gefeß man folle nicht sparen, der Staat müsse für die Arbeiter sorgen. ift aufgehoben", sondern es müssen Uebergangsbestimmungen ge- Das Gesetz belastet nicht blos die Arbeitgeber, sondern auch die hielt, begann mit der Berathung des Etats des Reichsamts des troffen werden. Ich habe den Vorschlag des Herrn Aichbichler Arbeiter, nicht blos die Landwirthschaft, sondern auch die In Junern. Der Referent bemängelte die Forderung der Regierung, von der freiwilligen Versicherung als einen solchen Uebergangs- dustrie. Als verbesserungsfähig fann das Gesetz durchaus nicht welche eine Stellenvermehrung verlangt. Es sollen ein Direktor vorschlag aufgefaßt. Diejenigen Personen, welche versicherungs- bezeichnet werden; das Gesez würde troß aller Aufbesserei nur und ein vortragender Rath eingestellt werden, weil die Arbeitspflichtig geworden sind, müßten in der Lage sein, freiwillig die Flick und Stückwerk bleiben. Helfen tann man nicht; das fräfte zur Bewältigung des Arbeitspenfums nicht ausreichen. Selfen Der Referent Abg. Graf von Limburg- Stirum verlangte aus Bersicherung fortzufeßen. Je früher man einen Anfang mit der Einzige ist: Fort mit dem Gesetz! Einschränkung der Versicherungspflicht macht, desto besser wäre Staatssekretär v. Bötticher: Das Urtheil des Vorredners Sparsamteitsrücksichten die Streichung einer Stelle, während der es. In diesem Sinne würde ich für den Antrag des Zentrums wird doch in weiten Kreisen der Nation nicht getheilt. Herr Korreferent Abg. Singer fich für die Vermehrung der Arbeitsftimmen. v. Manteuffel hat schon gejagt, daß man in ganzen Landstrichen fräfte im Reichsamt des Innern aussprach, weil namentlich die Abg. Ulrich( Soz.): Auf den ersten Blick scheinen die An- durchaus mit dem Gefeß einverstanden ist. Seit der Diskussion soziale Gefeßgebung und deren Ueberwachung vom Reichsamt träge ber Abgg. Richbichler und v. Staudy ganz annehmbar zu vom 9. Dezember sind bei mir Direktoren der verschiedenen Verbes Innern besorgt werde, und durch Mangel an Arbeitskräften fein, sobald man aber diefelben insbesondere deren Begründung sicherungsanstalten gewesen und haben mich dringend gebeten, nicht lahmgelegt werden dürfe. Nach eingehender Diskussion, an der sich alle Parteien begenauer ins Auge faßt, kommt der Pferdefuß so deutlich heraus, mich durch die abfälligen Urtheile nicht beeinflussen zu lassen. daß man dagegen stimmen muß. Wir sehen in den Anträgen Es sind autoritative Auslassungen bekannt geworden, die sehr theiligten, wurde die Stelle des Direktors mit 10 gegen nur den Versuch, die bisherige Größe der Versicherungspflicht viel günstiger urtheilen als der Vorredner. Schon bezüglich der 9 Stimmen abgelehnt, die Stelle des vortragenden Raths dagegen einzufchränken und auf diesem Wege eine Verschlechterung des großen Zahl der Unterschriften habe ich gejagt: Wer von den einstimmig bewilligt. Die übrigen der Budget- Kommission überwiesenen Titel bisherigen Modus herbeizuführen. So verstehe ich es auch, daß Unterzeichnern ist denn im stande zu beurtheilen, ob das Gesetz Abg. Nichter fich für einen Theil der Anträge erwärmt; er fich bewährt hat oder verbesserungsfähig ist. Ich bestreite, daß des Etats des Reichsamts des Innern wurden ohne Diskuffion fieht darin einen Schuß in die Mauer der Versicherungspflicht. die Unzufriedenheit sich darauf zurückführen läßt, daß das Gesez genehmigt. Aus dem Die Kommiffion ging darauf über zur Berathung des Etats Das hätte auch denjenigen Vertretern des Zentrums, die sich eine unzweckmäßige Organisation eingeführt hat. mit Vorliebe als besonders arbeiterfreundlich zu zeigen gesucht Bericht einer Versicherungsanstalt, der mir vorliegt, geht hervor, des Reichs- Gesundheitsamts. Auch hier wird die Schaffung von haben, bedenklich sein müssen. Der Abg. Röfide bat entgegen daß das Gefeß sich immer mehr einlebt und nach und nach all 2 Mitgliederstellen verlangt. Der Direktor B. Köhler, welcher den Ausführungen der Abgg. Aichbichler und von Plög gefagt, gemeine Anerkennung findet. Eine Abneigung mache sich nur diese Regierungsforderung begründete, gab eine umfaffende Dardie Klagen feitens der Unternehmer über die Beschwerden des bemerlbar unter den ländlichen Arbeitgebern der Gegenden, legung der dem Reichs- Gesundheitsamt obliegenden Aufgaben, Gefeßes feien teineswegs bei den industriellen so start, wie bei denen die Vortheile des Gesetzes zugute gekommen find( Buruf welches neben statistischen, gutachtlichen und experimentalen Urden landwirthschaftlichen. Die Industriellen sollen vielmehr mit Altersvente!), nicht blos Altersrente, sondern auch die beiten auch vielfach Reisen zur Untersuchung sanitärer und ganz besonderer Freude die Beiträge zahlen. Ich weiß qus Invalidenrente. Bon hundert Altersrentnern entfallen zweiundhygienischer Uebelstände zu leisten habe. Die Forderung auf Vermehrung der dem Reichs- Gesundmeiner eigenen Erfahrung, daß bei den Unternehmern in der fünfzig, von hundert Invalidenrentenempfängern entfallen fün Industrie die Abneigung gegen das Gesetz genau so start ist, undfünfzig auf das Land. Auch über das Martensystem sind beitsamt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte fand die Ge wie bei den landwirthschaftlichen. Ich habe hier eine kleine unberechtigte Klagen erhoben worden, während nach dem nehmigung der Kommission, welche wegen des Beginns der Broschüre Mittheilungen aus dem Zentralverband deutscher In Berichte, den ich zitivt habe, diese Art der Quittungs: Plenarsizung ihre Berathung abbrechen mußte und dieselbe dustrieller". Wenn der Abg. Nösicke diese zur Hand nehmen leistungen für Beiträge die bequemfte Form ist; jede Morgen Donnerstag Vormittag weiterführen wird. würde mehr Umstände machen. wollte, fo würde er ganze Seiten in derselben finden, die wesent- andere Bescheinigung lich mit Klagen darüber ausgefüllt sind, wie die Herren Unter- Das Hebungsverfahren, wie es in Altona und Hildesheim einnehm er in die Tasche greifen müssen, um die Kosten der Sozial- geführt ist, würde für die betreffende Anstalt 75 000 M. Mehr gefeßgebung zu tragen. Weiter möchte ich den Ausführungen ausgate verlangen und nicht eine so gute Kontrolle gewähren, des Abgeordneten Rösicke entgegentreten, daß gerade die Ich bin bereit, bazu mitzuwirken, daß die Durchführung des Arbeiter ein außerordentlich lebhaftes Intereffe hätten an der Geseges erleichtert wird und ich habe den Gedanken erwogen, ob Behn Tage Gefängniß soll der Vorsitzende des Aufrechterhaltung dieser fozialen Gefeßgebung, die angeblich in es fich nicht empfehlen würde, Marken für längere Zeiträume Arbeitervereins in Dohna( Sachsen) abfigen, weil er sich gegen ihrem Interesse gemacht ist. Ich bleibe dabei, daß die ganze einzuführen. Auch der Gedanke ist nicht zurückzuweisen, an die das Vereinsgefeh vergangen haben follte. Diese Strafe war ihm Berwaltungseinrichtung ein Schlag gegen die Selbständigkeit der Stelle der Quittungstarten das Quittungsbuch einzuführen, einfach durch amtsrichterlichen Strafbefehl zudittirt worden. Die arbeitenden Klaffe ist. Der Abg. Nöside meint, bei einer Ber- wie die Regierungsvorlage es wollte; es werden sich Rautelen ganze Strafthat" bestand darin, daß er auf dem Platat eine einigung aller Bersicherungen in eine Bentrale würden die Ar- fchaffen lassen, um einen Mißbrauch des Quittungsbuches zu andere und zwar frühere Stunde für Anfang der Versammlung beiter weit schlechter fortkommen, denn die Berufsgenossenschaften verhindern. Ernstlich sollte man aber an diesem Gesetz nicht rütteln. angegeben hatte, als in der polizeilichen Anmeldung. Außerdem ließen sich häufig bei der Abmessung der Invalidität mehr von Es ist leicht ausgesprochen, jedem invaliden Arbeiter eine Rente zu war die Wanderversammlung des Vereins durch Plakate als eine der Humanität leiten als von ihrer pflichtmäßigen Uebergeben, die durch indirekte oder direkte Steuern aufgebracht wird. öffentliche bekannt gemacht worden. Da fich aber in dem zeugung. Ich weiß nicht, woher der Abg, Röfice sein Material Aber wird denn das nicht erst recht die perhorreszirte Armen betreffenden Nachbarorte, wo die Versammlung tagen follte, geschöpft hat; schon ein Blick auf die unzähligen schiedsgericht Unterfügung werden? Und welche Summen müßten aufgebracht ein Einberufer nicht fand( was nach fächsischem Vereinsgefeb lichen Entscheidungen beweist deutlich, daß das, was Herr werden, wenn für jeden Deutschen, ohne Rüdficht darauf, ob nöthig ist), so überklebte man nachträglich die Blafate und machte Möside fagt nicht die Regel, sondern die Ausnahme ist, Arbeiter oder Arbeitgeber, eine Rente gezahlt werden müßte. eine Vereinsversammlung daraus. Einige Platate nur waren daß die Regel die Hintansehung aller Humanität ist. Ich hoffe, daß die heutige Debatte das Bolt aufklären und die nicht überklebt worden und so mußte auch dies mit gerochen Interessant sind die Fälle, in denen den Rentenbezugsberechtigten Freunde des Gesezes vermehren wird. Den letzten Borredner werden. Hoffentlich hat der Genosse gerichtlichen Entscheid bes ein Theil des Lohnes abgezogen wird. Das Eisenbahn- Betriebs muß ich um so bringender bitten, sich mit dem Gefeße zu beantragt, denn die Polizei fann wohl taum das Recht haben, die amt Berlin- Salle beschäftigt zwei Arbeiter, beide 71 Jahre alt. ichäftigen und dem Bolte nachzuweisen, welche Vortheile den Art und die Zeit der Einladung zu bemängeln, fondern, wenn Der eine hat 18, ter andere gar 40 Jahre bei der betr. Bahn Nachtheilen gegenüberstehen. Dann wird er mehr Segen stiften die Versammlung bei der Behörde als Vereinsversammlung gearbeitet. Sie erhalten seit kurzem die Altersrente. Man hat als durch seine heutige Rede. angemeldet war, so batte sie wohl nur darüber zu wachen, daß ihnen nun gekündigt und ihnen erklärt, wenn Ihr statt für 2,90 Abg. v. Stumm( Rp.): Ich bin der Meinung, daß das sie feitens der Einberufer auch als solche und nicht als öffentfür 2,50 M. für die Folge arbeiten wollt, dann wollen wir Euch Markentleben das beste und einzige Beweismittel ist; denn die liche behandelt wurde. weiter beschäftigen( hört! hört! bei den Sozialdemokraten). Knappschaftstaffen und die sonstigen besonderen VerficherungsSchlechte Beispiele verderben gute Gitten und bei den Privaten anhalten führen den Beweis für die Beitragszahlung anders. Daß die ist es nicht anders als bei diesem Staatsinftitut. Es ist heute Wohlthaten für die Arbeiter erft der Industrie hätte abgerungen von nationalliberaler Seite bestritten worden, daß man aus werden müffen, ist eine seltsame Behauptung der Sozialdemokratie, Furcht vor den Sozialdemokraten diefe foziale Gefeßgebung ein- die gegen alles stimmt, was vorgeschlagen wird. Wer hat denn geführt habe. Herrn Böttcher's Freund, Bued, hat aber in einem Unfallversicherung angeregi? Das Zentrum. Die Invaliden Merte offen zugegeben, daß alle diese Bestimmungen der sozialen versicherung nach dem Muster der Knappschaftskaffen habe ich Gesetzgebung wesentlich deshalb eingeführt wurden, um damit beantragt, als von Sozialdemokraten noch wenig hier die Nede die sozialen Gegensäge zu versöhnen. Leider feien aber war. Furcht vor der Sozialdemokratie hat jedenfalls damals . " 1 " Parteinachrichten. Volizeiliches, Gerichtliches 2c. - Genosse Jean Martin, ehemaliger Redakteur der Elsaß- Lothring. Sta.", ist wegen eines Artikels, durch welchen die Bolizeidirektion in Straßburg beleidigt sein soll, zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden, welche Strafe mit der am 19. Oktober v. J. gegen Martin erkannten viermonatlichen Gefängnißftrafe in eine solche von fünf Monaten umgewandelt worden. Genosse Otto Friedrich, Redakteur der Breslauer VoIts wacht", wurde zu einem Monat Gefängniß ver " " " " in Bur Nothstands- Aktion in Berlin. jegung der Arbeitszeit nicht ben Zweck habe, mehr Urbeiter zu Jahrbuch" weist auch nach, daß die aus der Sterblichkeitstafet " urtheilt, weil er den Gefängniß- Inspektor beleidigt haben soll. Idem stehe neben ftebe neben jeder Arbeitszeitverkürzung der Streif Die Gefundheitsverhältniffe Berlins sollen sich nach der Die Beleidigung wurde gefunden in einem Briefe, den Frie- und schon beut sei kein Arbeitgeber im stande, zu verhindern. Boffischen Zeitung"( Nr. 9 vom Sonnabend Abend) drich während seines mehrmonatlichen Aufenthalts im daß die Arbeiter nach ihrem Belieben aufhören zu arbeiten feit einer Reihe von Jahren fortgesetzt verbessert haben. Als Breslauer Gefängniß an feine Braut gefchrieben hatte und Ihm, dem Magiftratsredner, sei es lieb, daß die öffentlichen Beweis dafür führt das Blatt an, daß die Sterbeziffer für Berlin in welchem er sich bitter über die ihm zu Theil werdende Be- Arbeitspläge von der Polizei überwacht werden. Damit die immer weiter gefunken sei und im Jahre 1892 sogar den handlung im Gefängniß beklagte. Die Selbstbeföftigung, die ihm revidirenden Baubeamten wenn nöthig Schutz vor den niedrigsten Stand dieses Jahrhunderts erreicht habe. Wir haben vorher zugebilligt gewesen war, wurde ihm plöglich, und zwar widerspenstigen und auffäffigen und zu Ge- diese Erscheinung bereits in Nr. 296 vom 17. Dezember vorigen um jenen Zeitpunkt entzogen, als die Aftenentwendung" Runert's waltthätigteiten geneigten Arbeitern fänden Jabres besprochen.( Definitive Angaben lagen damals erst bis bekannt geworden. In besagtem Briese hatte er die Be. Eine mit rother Tinte oder- wie der Redner bemerkte gar zum Jahre 1891 vor.) Die Vossische Zeitung" erblickt die handlung eine„ chicanöfe" genannt und behauptet, alles das mit Blut gefchriebene Bostkarte, welche Drohungen gegen hauptsächlichste Ursache des Sintens der Sterbeziffer gefchehe nur aus Parteilichkeit gegen ihn als Sozialdemokrat. einen Aufseher enthielt. diente dem Herrn Baurath als Beweis der Ausführung der Kanalisation. Daß diese einen günstigen Der Brief wurde zurückgehalten und Anklage erhoben. In einer für seine diesbezüglichen Ausführungen Einfluß auf die gesundheitlichen Verhältnisse Berlins ausgeübt früher stattgefundenen Verhandlung hatte der Gefängnißarzt Der Stadtv. Singer hielt es für überflüssig, die letzten Be- hat, ist richtig. Aber der Artikelschreiber der Boss, 3tg." irrt, Dr. Gräbich die Behauptung des Angeklagten, daß der Gemertungen bezm die Drohkarte zu widerlegen. Ueber folche wenn er die Kanalisation für die Hauptursache des Sinkens fängnißbirektor ihm( dem Arzt) mitgetheilt habe, es geschehe alles interlißchen tönne man doch unmöglich ernsthaft diskutiren der Sterbeziffer hält. Wir haben in unserem oben erwähnten dies auf grund einer Ministerialverordnung, in welcher gesagt Was den Streif anlangt. so sei derselbe ein unter Umständen Artikel ausgeführt, daß die Sterblichkeit in Berlin wesentlich fei, allen im Gefängniß fizenden sozialdemokratischen Redakteuren sehr wirkfames und vor allem berechtigtes Kampimittel. man durch die Höhe der Kindersterblichkeit bedingt wird, und daß das sei die Selbstbeköstigung zu entziehen, als der Wahrheit ent- brauche fich also über die Anwendung deffelben nicht zu wundern weitere Sinten der Sterbeziffer sich zum großen Theil aus dem sprechend bestätigt und beeidet Zur Vernehmung des Gefängniß- Die Herabfezung der Arbeitszeit auf acht Stunden sei das unmittelbar vorhergegangenen weiteren Sinken der Geburtendirektors, der mittlerweile versezi worden, war der neue Termin beste Mittel, um Beschäftigungslosen Arbeit zu schaffen und sie giffer erklärt, deren Stand 3. B im Jahre 1890 ebenfalls zu anberaumt. Der Gefängnißarzt hatte mittlerweile das Zeitliche vor der bürgerlich degradirenden Armenunteritügung zu bewahren. den tiefften dieses Jahrhunderts gehörte. Wenn verhältnißmäßig gefegnet; es wurde von Sachverständigen bezeugt, daß er die Der Redner machte auf die literarischen Arbeiten über den Acht- immer weniger Kinder geboren werden, müssen natürlich auch legte Zeit an Gedächtnißschwäche gelitten habe, fein früher ab- stundentag aufmerksam, legte dem Ausschuß einen Bericht über die verhältnißmäßig immer weniger Kinder sterben, wodurch gegebenes Beugniß verworfen und Friedrich somit ver: Berhältnisse einer Anzahl von englischen Städten in diefer Beziehung selbstverständlich die Zahl aller Sterbefälle vortheilhaft urtheilt. Es bleibt doch zum mindesten auffallend, daß ein vor und wies auf die in allerneuester Zeit gemachten Mittheilungen beeinflußt und deren Verhältniß zur Bevölkerungsziffer immer gedächtnißschwacher Mann in einem so verantwortungsvollen des englischen Kriegsministers hin, wonach in den feiner Leitung günstiger gestaltet wird. Darauf weist auch das Statistische Amte, wie es das eines Gefängnißarztes ist, belassen wurde. unterftehenden Betrieben die achtstündige Arbeitszeit eingeführt Jahrbuch der Stadt Berlin" in seinem neuesten Jahrgange, Todtenliste der Partei. Der Genosse Phil Brähmer, und dadurch für etwa 20 000 Menschen Arbeit geschaffen wird ebenso wie in mehreren früheren, ausdrücklich hin, und selbst der Zigarrenmacher in Echwedt a. D., ist am 7. Januar verstorben. Alles dies beweise hinlänglich, daß sein Antrag durchführbar sonst von Lob und Preis unferer Musterstadt" Berlin überDer Genosse Josef Leyenbeder, Maing, ist am sei, und von den erwünschtesten Folgen begleitet sein würde, fließende Bericht über die Gemeinde- Verwaltung in den Jahren Montag unter zahlreicher Betheiligung der dortigen Partei- weshalb er im Interesse einer wirksamen Bekämpfung des aus 1882-88" giebt( auf Seite 130 des 1. Theiles) zu, daß das genossen beerdigt worden. Arbeitslosigkeit refultirenden Nothstandes um Annahme desselben Herabgehen der Sterbeziffer in diesem Zeitraum nicht nur übererjuche. wiegend der noch weiter fortgeschrittenen Verbesserung der hygienischen Verhältnisse" zuzuschreiben sei, sondern auch gewiß zum Theil mit der Abnahme der Geburtenziffer zusammenhänge". Das abgeleitete Sterblichkeit sich für Berlin thatsächlich höher stellt, als es den Anschein hat, und daß bei Berücksichtigung des Sinkens der Geburtenziffer sich ergiebt, daß das Sinken der Sterbeziffer zum mindesten immer mehr nach läßt. In dem Artikel der Bossischen Zeitung" ist alles das mit feinem Worte erwähnt. Wir wagen nicht anzunehmen, daß die Erwähnung mit Abficht unterlassen worden ist. Aber selbst wenn es sich nicht um Unehrlichkeit, sondern nur um Unwissenheit handelt, bleibt der Artikel immer noch ein starkes Stück. Wir empfehlen dem Verfasser, in dem neuesten Jahrgange des Jahrbuches" nachzulesen, was dort( z. B. auf Seite 65 und 68) wiederholt über die oberflächliche Art der Behandlung statistischer Daten" gesagt ift. Mit den falschen Voraussetzungen des Artikels fällt natürlich auch ein Theil seiner Schlußfolgerungen in nichts zusammen, Bauarbeiter, richtet euch für einige Jahre auss Hungern und die Behauptung, daß sich der Gesundheitszustand Berlins ein! Wie bürgerliche Blätter allgemein berichten, wird die im so außerordentlich gebeffert habe, erleidet zum mindesten eine tommenden Frühjahre bevorstehende Bauthätigkeit gering bleiben, starke Abschwächung. Die Vossische Zeitung" hat an dieses aus wenn sie sich nach den bestehenden Verhältnissen richtet, denn die unverstandenem Zahlenmaterial herausbewiefene Ergebniß diesBahl der leerstehenden Wohnungen betrug am 1. Oktober noch mal nicht, wie sonst wohl in solchen Fällen, die Schlußfolgerung über 31 000, ohne die eng mit Berlin zusammenhängenden Vororte. geknüpft, daß die Gemeindeverwaltung Berlins eine MusterUebrigens hat die Bauthätigkeit in Berlin ohne Vororte verwaltung" fei, fondern nur, daß der Gesundheitszustand Ber feit 1890 stetig abgenommen. Auch die Zunahme der Bevölkerung lins weniger durch eine strenge Bauordnung als durch eine ist seit 1890 ftetig zurückgegangen: 1890 betrug dieselbe 49 000, 1891 gute Ranalisation gefördert werde; denn der Gesundheitszustand 47 000, 1892 38 000, 1893 32 000 Seelen. Eine noch geringere habe sich ja gerabe bei gleichzeitiger rapider Zunahme Aussicht, als das Baugeschäft dürfte in der bevorstehenden Bau der Miethskafernen so gebessert. Der Artikelschreiber meint periode das Terraingeschäft haben. fogar, daß der Erlaß von Bauordnungen auf den Gesundheitszustand der Berliner Bevölkerung überhaupt keinen erkennbaren Einfluß gehabt habe. Das mag sein; aber das liegt am Ende daran, daß die Bauordnungen noch zu milde waren, und auch user Brehgesek, das, wie alle" Errungenschaften" im fein mußten, wenn anders sie nicht der mit der kapitalistischen Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte, nichts an reaktio- Gesellschaftsordnung unzertrennlich verknüpften Ausbeutungsnärem Inhalt zu wünschen übrig läßt, hat dennoch einen Para freiheit wenigstens auf diesem einen Gebiete kapitalistischer graphen, in dem sich die persönliche Freiheit nach Gebühr und Unternehmungslust und Profitwuth den Todesstoß versetzen über Gebühr austoben kann. Es ist dies der berüchtigte§ 11, wollten. der Berichtigungsparagraph, der denn auch amtlich und nicht zurüd kommen, um uns mit der Tante Voß etwas eingehender Wir werden auf dieses Thema nächstens noch einmal amtlich fleißig in Anspruch genommen wird. Ueber die private barüber zu unterhalten, ob der Einfluß der Miethskasernen auf Benukung dieses Paragraphen bringt die„ Boff. 3tg." einen sehr den Gesundheitszustand der Berliner Bevölkerung wirklich so bezeichnenden Beleg. IV. Der Nothstandsausschuß der Stadtverordneten- Bersammlung setzte am Dienstag Abend die Berathung des Antrages Singer und Genoffen fort. Der Magistratsvertreter gab eine Uebersicht über die Leistungen der Armenkommissionen und über die Etatslage der Armenverwaltung. Aus der Darlegung geht hervor, daß eine Etatsüberschreitung von etwa 250000 M. für die Zwecke der Armenverwaltung in Aussicht steht. Der Stadtv. Singer beantragt in Rücksicht hierauf für den Fall der Ablehnung seines Antrages( Erhöhung der Almosen und Pflegegelder) dem Magistrat 500000 Wt. zu außerordentlichen Untertüßungen zur Verfügung zu stellen Die Magistratsvertreter ftellten eine Vorlage über Nachbewilligung der bis. zum Schlusse des Etatsjahres erforderlichen Summen in Aussicht. Alsdann gab der in diefer Sigung erschienene Vertreter des Magistrats für die Hochbau- Abtheilung eine Uebersicht über die Arbeiten, die innerhalb seiner Verwaltung vorliegen, und erflärte, daß alle genehmigten Projekte in Angriff genommen seien und, foweit dies im Winter möglich, fortgeführt werden. Nach Ansicht des Magistratskommissars tann die Hochbau Ber waltung nicht viel zur Beschäftigung Arbeitslofer bei tragen. Ein ordentlicher Schneefall gebe mehr Arbeitslosen Beschuftigung und Berdienst, als die Bauverwaltung in Wochen fchaffen fönne. M Große Bauten hätten im lehten Jahre nicht stattgefunden und was etwa noch an Arbeiten in Angriff genommen werden fönne, fei wegen der dadurch erfolgenden Vertheuerung nicht im Winter zu beginnen. Stadtv. Singer wies darauf hin, daß die zur Erbauung eines städtischen Krankenhauses bewilligten Mittel für Vorarbeiten zur Einebnung des Terrains feine Verwendung gefunden haben und daß es wohl möglich wäre, im Winter, wenn auch nicht die Außenarbeiten, so doch die Arbeiten im Innern Gebäude fortzuführen und dadurch nach Möglichkeit Arbeit ชิน fchaffen. Dadurch, daß ein Magistrats: mitglied auf eine das Submissionswesen betreffende Aeußerung aus der vorigen Sigung zurückgriff, entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Frage, ob die Stadt ihre Arbeiten im Submissionswege verdingen oder in eigner Regie ausführen folle. Bon mehreren Seiten des Ausschusses wurde den vorgetragenen Ansichten widersprochen und ausgeführt, daß die Herab: beschäftigen, sondern den Arbeitern eine kürzere Arbeitszeit zu schaffen. Außerdem könne die Stadt keine außerhalb der herrschenden Maxime liegenden Arbeitsbedingungen gewähren und folle die Privatindustrie nicht dadurch schädigen, daß städtische Arbeiter in bezug auf Arbeitszeit besser gestellt werden, als die in Privatbetrieben beschäftigten Personen Da die Zeit zu vorgerückt war, um die Abstimmungen noch vorzunehmen, so wird der Ausschuß erst am nächsten Dienstag über den Antrag Singer Beschluß fassen und demgemäß an die Stadtverordneten- Bersammlung berichten. Tokales. Also, den Hungerriemen angespannt, Bauarbeiter; aber auf jeden Fall Steuern weiter gezahlt. In dem ihr zugegangenen Briefe eines auswärtigen chemi- gering ist. fchen Laboratoriums wird zunächst aufgefordert, keine ungünstigen Der Kirchhoffpektakel, den der berühmte Rabirer Mar Artikel gegen das voll dem Laboratorium vertriebene Klinger am Dienstag Abend in der Redaktion des„ Berliner Fabrikat aufzunehmen. Die Folge wäre selbstverständlich Ent- Tageblatt" aufgeführt hat, wird nach den eigenen Angaben des ziehung der Anzeigen. Dann heißt es weiter:" Grscheinen folche Künstlers wie folgt dargestellt: feindseligen Artikel in Beitungen, in denen wir nicht inseriren, so ist uns dies nicht gleichgiltig, fondern fogar angenehm; wir laffen dann solchen Artikeln unter dem Schuße des Preßgefezes einfach eine Berichtigung folgen. Dadurch wird für unser Odol eine Reklame gemacht, die nichts foftet" Die Magistratsvertreter treten energisch dafür ein, daß Ersteres geschehe und betonten, daß die Verträge, welche die " Der Ueberfall sei nicht hinterrüds geschehen, sondern Etadt mit den Unternehmern schließt, vielfach zu Verlust für Klinger hat die Schläge in das Geficht des Gegners verabfolgt. diefelben führen, weil die Unternehmer fich gegenfeitig unter: Ferner verwahre sich Klinger dagegen, daß er die Dunkelheit, die bieten und die Stadt dadurch finanzielle Vortheile habe. Dieser durch das unbeabsichtigte Bertrümmern der elektrischen Lampen Weg entspreche den finanziellen Interessen der Gemeinde und ein hervorgerufen wurde, hat zur Flucht benutzen wollen. Klinger Verlaffen deffelben zu gunsten städtischer Regie- Arbeiten sei nicht Befäße die deutsche Presse neben ihrer Inseratengier auch erklärt zur Sache Stauffer- Welti: Brahm habe in seinem Staufferempfehlenswerth. Der Antragsteller Singer wandte sich gegen ein bischen Respekt vor sich selber, so hätte sie die Pflicht, An Buch seinem Verhältniß zu Stauffer und Frau Welti ein entdas herrschende Submissionswesen und betonte, daß, wie die zeigen von Leuten, die mit derartigen Mitteln operiren, über stelltes Aussehen gegeben. Ich habe", so äußert Klinger, bereits Vorgänge in London und anderen englischen Städten bewiesen, baupt zurückzuweisen. Aber Chrgefühl und sechs bis acht anderthalb Jahre vor Stauffer's Tod ihm die Thür gewiesen, die Gemeinden, trotzdem sie den von ihr direkt beschäftigten Ar- Annoncenbeilagen find zwei Dinge, die verteufelt schlecht zu ein- und zwar in dem Augenblick, als er eines Morgens mein Atelier beitern höheren Lohn und fürzere Arbeitszeit bewilligen als ander passen. in Rom mit der Bemerkung betrat, daß er Frau Welti entführt die Privatunternehmer, Regie Arbeiten billiger herstellen als wenn fie diese Arbeiten Die Direktion der Stadtbahn hat sich unglaublich, aber habe. Abgesehen von der Entrüstung über die Perfidie Stauffer's an Submittenten vergeben. anscheinend wahr bestrebt gezeigt, den andern Berliner Ver- gegen seinen Wohlthäter, sah ich, daß ich von ihm in der ver Die Stadt, tönne aber auch dadurch schon viel helfen, febrsgesellschaften ein gutes Beispiel in der Fürsorge für die werflichsten Weise zu Zwecken mißbraucht war, die ich erst daß fie ihren Unternehmern die Verpflichtung auferlege, Sicherheit des Publikums und in zweiter Linie für die Gesund später durchschaute. Am Dienstag Abend fiel mir durch Zufall den Arbeitern bestimmte Lohn- und Arbeitsbedingungen zu ge- heit der Beamten zu geben. Angesichts der strengen Kälte der der Artikel des Berliner Tageblattes" in die Hand, in währen. Dadurch würde der Konkurrenz der Unternehmer unter- letzten Tage hat sie verfügt, daß, sobald das Thermometer unter dem Professor Binswanger in der fraglichen Angelegenheit über einander, soweit dieselbe auf der Ausbeutung der Arbeiter bafire, 10 Grad Kälte sinken sollte, auf dem Bahnsteig die Beamten mich ben Stab bricht. Da nun der Berner Korrespondent des ein Riegel vorgeschoben, weil dann alle Unternehmer die gleichen Stündlich abgelöst werden sollen, damit sie dann in einem tüchtig B. Tagebl." angezogen war, so eilte ich in einiger Aufregung Herstellungskosten in Ansatz zu bringen hätten. Was in England und auch zum Theil schon in deutschen sich die Verwaltungen der Privat Verkehrsinstitute an dieser Namen seines Berner Korrespondenten zu befragen. Als mir durchheizten Zimmer eine Viertelstunde pausiren tönnen. Ob in die diedaktion des Blattes, um den Redakteur nach dem Städten geschehe, sei auch in Berlin durchführbar, und nach dem überraschenden Verfügung ein Beispiel nehmen werden, bleibt immer wieder vorgehalten wurde, daß derartige Auskünfte im Spruch:" Wo der Wille iſt, findet sich auch der Beg", könne abzuwarten. Lebendes Menschenfleisch ist ja billig and trepirt Interesse des Redaktionsgeheimnisses nicht ertheilt werden könnten, man die Schäden des Submissionswesens zu gunsten der Arbeiter ein Arbeiter infolge übermäßiger Anstrengungen, so melden sich übermannte mich die Wuth, und ich schlug mit dem Stock nach Jin weiteren Verlauf der Diskussion äußerte derselbe gleich zehn andere zur Verrichtung der gesundheitsschädlichen Arbeit. Engel. Ich bin dann nach der Wache des 39. Polizeireviers zur Feststellung meiner Persönlichkeit durch einen herbeigerufenen Magistrats- Kommissar Stadtbaurathansolle Also, wozu da" human" sein? Schutzmann gebracht worden." beseitigen. = H sich hüten, einen Nothstand öffentlich anzuer- Zur Wärmehallenfrage wird uns von zuständiger Seite Wie dem auch sei, so geben wir Herrn Klinger doch zu betennen, weil dadurch nur die Arbeitsscheu und geschrieben: denken, daß ihn seine Ehre als Künstler und Mensch davor hätte die Begehrlichkeit gesteigert werde. Seine lang In bezug auf die in der letzten Nummer des Vorwärts" schützen sollen, zu den Praktiken mordspatriotischer Radauhelden jährigen Erfahrungen fo meinte der Herr Baurathsprächen berührte unzweckmäßige Art der Vertheilung der eingegangenen zu greifen. Ein Mann von Ehre überläßt den Gebrauch des dafür, daß das Niveau der Menschen im Allgemeinen und der Gaben in der Wärmehalle ist zu bemerken, daß die Vertheilung Senüppels und des Schießprügels besser Leuten, die gewohnheitsArbeiter speziell herabfintt, wenn sich eine übermäßige Hilfs- feitens der Verwaltung mit größter Sorgialt und Ge- gemäß ihre Ehre" nur durch blutige Radauhändel wieder in bereitschaft gegenüber Arbeitslosigkeit u. f. w. geltend macht. wiffenhaftigkeit gefchieht. Vor Eingang der in aller Façon bringen können, und deren Ehre daher auch nicht mehr Ter Stadtv. Singer entgegnete, daß man durch Ableugnen letter Beit zugefloffenen reichen Gaben fonnten unter Be- als ein Schuß Pulver werth ist. Leute von Anstand und wirklich des Nothstandes diefen nicht aus der Welt schaffe, daß es eine rücksichtigung der durch den Ausbau und die Einrichtung des ehrenhafter Gesinnung sollten daher selbst im Affekt nie zu solcher Vogel Strauß- Politif sei, wenn man die thatsächlichen Verhältnisse neu hinzugetretenen Stadtbahnbogen verursachten Kosten, die mit erbärmlichen Tiefe der Gesinnung herabsinken, wie sie von pronicht sehen wolle und statt alle möglichen und gangbaren Ver- der Miethe für denselben ca. 7000 m. betragen, nur die Be- fessionellen Praktikern des Militarismus zur Schande des Volkes, suche zur Milderung des Nothstandes zu machen, sich der Kon- dürftigsten berücksichtigt werden, wobei jeder einzelne Fall der dem diese Helden leider angehören, in den erwähnten Schießsequenzen wegen dagegen firaube, den Nothstand anzuerkennen. Zustimmung beider Inspektoren unterlag. Danach haben nun prügel- und Louisknüppel Affären fundgegeben wird. Das Von einer Seite wurde über die unserem Submissionswefen die allgemeinen Bertheilungen stattgefunden, wobei die Thüren fehlte noch, daß Männer, die durch künstlerisches Können sich an haftenden Mängel Klage geführt und empfohlen bei der Ver- geschlossen gehalten werden, um die ordnungsmäßige Vertheilung einen Play erobert haben, Arm in Arm mit der Quintessenz gebung der Arbeiten die Berliner Unternehmer mehr zu be an jeden Ginzelnen zu ermöglichen. Darüber vergehen 1 bis aller Pöbelhaftigteit, dem Geist des modernen Militarismus, ihr rüdfichtigen. Ein anderes Ausschußmitglied wiederholte die 11/2 Stunden, während welcher Zeit, besonders des Nach Jahrhundert in die Schranten fordern. Selage über die Einwanderung fremder Arbeiter, welche es er mittags, die draußen auf Einlaß Wartenden sich anhäufen. schwert, die einheimischen Arbeitslosen mit Beschäftigung zu ver: Allerdings troz des an der Kaffe, 100 die Speise Kapitalistische Harmonieklänge! Die Bossische Zeitung" forgen. Von dritter Seite wurde beantragt, dem Antrage auf marken verkauft werden, befindlichen Plakats, trog aller wehtlagt darüber, daß wir in unserer Besprechung der Freunds Inangriffrahme und Förderung der im Etat genehmigten Ar- dagegen auch mündlich gemachten Borstellungen tommt schen Vorschläge das Kind beim rechten Namen genannt und beiten einen Zusatz zu geben, wonach namentlich ortsangehörige der Fall vor, daß von den zahlreichen die Wärmehalle befuchen- flipp und flar bargelegt haben, was es mit der„ Unparteilichkeit" Arbeiter bei Einstellung berücksichtigt werden sollen. den Wohlthätern Einzelne es sich durchaus nicht nehmen lassen in der Führung eines Arbeitsnachweises für einen Haken bat. Ler Ausschuß wandte sich nunmehr zu dem Punkte des An- wollen, persönlich Speisemarken auszutheilen. Dann ist die Man sollte doch bedenken, theuchelt das fortschrittliche Philiftertrages, welcher die Herabfeßung der Arbeitszeit auf 8 Stunden Ordnung nicht aufrecht zu erhalten. Alles stürzt von den Bänken und Kapitalistenblatt, daß gerade die Mitwirkung der Arbeits verlangt, um entsprechend mehr Arbeiter einstellen zu können. auf den Betreffenden, wobei es vorkommt, daß Einzelne eine geber für die Existenz des Arbeitsnachweises von ausschlag größere Zahl von Marten erhaschen. gebender(!) Bedeutung ist, daß aber die Arbeitgeber nur Die Verwaltung ist ängstlich bemüht, das große ihr aus eine unparteiisch organisirte und geleitete Einrichtung unterallen Schichten der Gesellschaft entgegengebrachte Vertrauen zu stützen können und werden. Die Bossin spottet mit diesen Worten rechtfertigen. Besuche, um sich von dem Gesagten persönlich zu ihrer selbst und weiß nicht wie. Hat sie schon einmal von zwei sich überzeugen, wobei nicht unterlassen werden follte, die gereichten bis aufs Blut bekämpfenden Gegnern eine Waffe unparteiisch führen Speisen und Getränke in der Küche zu prüfen, find stets sehr sehen und der öffentliche Arbeitsnachweis, wie sie selbst zu giebt, ist eine Waffe, die in Besitz zu nehmen, vorausgesett, daß Ein Magistratskommissar hatte schon vorher die Ansicht ausgesprochen, daß die Herabfezung der Arbeitszeit auf acht Stunden unthunlich sei, weil erstens die Arbeit dadurch vertheuert werde und zweitens die Stadt kein Recht habe, die Arbeiter zu fürzerer Arbeitszeit zu zwingen. Der deutsche Arbeiter fei ein freier Mann( du himmelblauer See) dem niemand Vorfchriften machen dürfe, wie lange Zeit er arbeiten folle. Außer willommen. Gehilfen, Zweigverein Berlin( Filiale Süd- Ost). Versammlung ant Verband deutscher Barbier, Friseur- und PerrückenmacherDonnerstag, den 11. Januar, Abends 10 Uhr, bet Herschleb, Adalbertstraße 4. Tagesordnung: Unſere Organiſation und die Gelbſtändigen. Generalversammlung im Restaurant" Zur Gleichheit", Andreasstr. 26. PünktArbeiter- Radfahrer- Verein Berlin". Donnerstag, den 11. Januar, liches Erscheinen aller Mitglieder um 8% Uhr ist erforderlich. Schule, Müllerstr. 179a; Unterricht in Deutsch( unt.) Dit- Schule, Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8%-10% Uhr: NordMartusstr. 31: Unterricht in Gesundheitslehre. Südost Schule, Reichen= bergerir. 133: Unterricht in Kaufmännischem Rechnen, Korrespondenz und die Freund'schen Vorschläge zu entsprechender Bedeutung ge- Schöffengericht faßte die Sache ernst auf, es verurtheilte 18% Uhr, bei Bolk, Alte Jakobstr. 75, Lehr- und Uebungsstunde unter Leitung langten, sich die natürlichen Feinde der Arbeiter, die Unter- Voigt zu vierzehn Tagen Gefängniß. Im gestrigen des praft. Arztes Herrn Dr. Christeller. nehmer kraft ihrer heutigen Machtstellung schon angelegen sein Termine vor der zweiten Instanz führte der Vertheidiger, Rechtslaffen werden. Daß die Sache einmal so liegt, erkennt auch die anwalt Leopold Meyer aus, daß sich das erste Erkenntniß unBerliner Arbeiterschaft mit klaren Augen und daher wird, trok möglich würde aufrecht erhalten lassen. Nach verschiedenen des außerordentlichen Bedauerns ihrer verehrten Gegnerin, der Reichsgerichts- Entscheidungen müsse ein Angeklagter sogar straffrei Dom Vorwärts" vertretene Standpunkt auch der der Berliner ausgeben, selbst wenn er wissentlich falsche Thatsachen behaupte, Arbeiter sein. Die Arbeiterschaft müßte einfach zur fosfilen um die Glaubwürdigkeit eines Belastungszeugen zu erschüttern. Harmonieduselei zurückkehren, wenn sie anders handelte. Es würde eine arge Beschränkung der Vertheidigung sein, wenn eine solche Aeußerung, wie die in Rede stehende, strafbar sein solle. eines Belastungszeugen zu kritisiren, da er sich in einem BuEin Angeklagter müsse doch das Recht haben, die Bekundungen stande befinde, der ihn gewissermaßen zur Abwehr eines seiner Meinung nach unberechtigten Angriffs nöthige. Die Direktion der städtischen Straßenreinigung in Berlin sorgt mit dem redlichen Eifer, der den Beamten unseres manchesterlichen Magistrats zufommt, neuerdings, zur vermuth lichen Freude dieses Magistrats dafür, daß die Frage der Einstellung von Arbeitskräften im städtischen Regime nicht außer Fluß kommt und auch im magistratlichen Sinne gelöst wird. Wohl um den Ansichten von der Freiheit des deutschen Arbeiters in betreff der Arbeitszeit, die der in der letzten Stadtverordneten Ausschußßigung so fehr berühmt gewordene Magistratskommissar zum Besten gab, eine thatsächliche Unterlage zu geben, hat diese Direktion in einzelnen Arbeiterabtheilungen die tägliche Ar beitszeit um eine halbe Stunde erhöht. Die Arbeitszeit, die früher von Morgens 3/46 bis Abends 1/26 Uhr gedauert hat, ist plöhlich bis 6 Uhr verlängert worden. Wir denken, daß diese Probe städtischer Fürsorge für das Wohl und die Freiheit" der Arbeiter dem Berliner Proletariat genügen wird. Nur immer weiter so, die Sache wird schon schief gehen. " Geschichte( alt). im Laufe des Semeſters, eintreten. 1 1 Frohsinn 2, FriedrichsTreu und Fest, Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jeßt Sefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dietgen, Abends 8% Uhr, bei Schröder, Wiesenstr. 39.- Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei Gieshoit. Süd- Ost, bei Zoltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecke. Der Gerichtshof war ebenfalls der Ansicht, daß der An- klub der Freunde bei Gnadt, Swinemünderstraße 120. geklagte sich in Wahrnehmung berechtigter Interessen befunden af enclever, Abends 8 Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg habe und deshalb straffrei sei. Das erste Urtheil wurde des- Treptow.- Sosialistischer Sefe und Distuttrtlub Abends 8 Uhr, Reichenbergerstr. 157, Gigung. Diskutirklub, Beitgeist" jeden halb aufgehoben und ein freisprechendes Erkenntniß gefällt. Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Zempel, Langestr. 65, Abends Der Mann des Gesetzes. Schwere Unbill hat wegen des hr. Brüderlichkeit Abends 9 Uhr, im Restaurant Krüger, Hirtenstr. 10. Diskutirklub„ Gleichheit"( Weißensee) bei Klebs, CharMißgriffs eines Nachtwächters der Kutscher Pahlke erdulden lottenburger- und Roelfestraßen- Ecke, Abends 8½ Uhr.- August Geib müssen, der heute vor dem Schwurgerichte am Amtsgericht II Abends 9 Uhr im Reſtaurant Zubeit. stand. Derselbe ist verbauen, gefesselt, verhaftet Bereinstalenber sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Menderungen im und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. worden und mußte froh sein, daß er nicht am Ende noch St. Urban, Annenstr. 9, bei Broß.- ornblume, Blumenftr. 54, bei verurtheilt wurde. Der Angeklagte steht als Kutscher im Dienst Wuttke.-- Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner.- Brebeli luß, Annenftr. 16, bet Ehrenberg.-Weiße Rose, Reinickendorf, Seeschlößchen bet des Bauunternehmers Gädecke in Neu- Weißensee. Der heute Böttcher.- morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friefecte. als Zeuge vernommene Dienstherr bekundete unter seinem Dorf glödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguftstr.- Ecke bei Schulz. Eine fernere Folge des Streiks der Taxameter- Gide:" Ich war am 2. Pfingstfeiertage mit meinem Gespann aus- Ginigteit( Sutmacher), Bappel- Allee 3/4. b. A. Meinhardt. Harmonie, Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth.- Ost- und Westpreußischer MännerDroschkenkutscher ist, daß bis jest zwei Droschtenbesitzer, gefahren und kam erst gegen 11 Uhr nach Hause. Mein Kutscher, Gesangverein, Neue Königstr. 73, bet Hahn.-Edelweiß 2, Potsdam der überaus pflichttreu ist welche im ganzen zirka 40 Droschfen im Betriebe haben und von ich habe nämlich noch niemals Brandenburger Kommunikation 16 bei Glafer. Boray, Grünauerstr. 16 bei Trüggemüller. Freie Sänger, Krautstraße 6, bei Rudolf. denen 15 ungefähr mit einem Taxameter" versehen waren, die einen so tüchtigen, ruhigen und nüchternen Kutscher gehabt, wie 8utunft 3, Welten, bei W. Grunow. Kreuzberger Har lekteren von ihren Droschken haben entfernen lassen. Sie haben diesen hatte auf meine Rückkehr gewartet, Wagen und Pferd monte, Hafenhaide 52-53, Kurth's Salon.-Morgengrauen,( Bäder), diese Droschken dann dem Kommissar für das öffentliche Fuhr nach dem auf einem sonst unbebauten Grundstücke-5 Uhr Nachm, Gipsstr 3 bei Pyrtec. Steinfeger Gängerchor aftanien Allee Nr. 28 bet Maiwald. mefen wieder als einfache Droschken I. Klasse vorgestellt und auch Nach einer Stunde ist er wieder nach dem Stalle gegangen, ftraße 5 bei Behrendt. das Pferd gefüttert. straße Nr. 145-146 bei Brandt. befindlichen Stalle gebracht und Liedes Echo, Reichenberger Liedertafel Westend, Blumenthaldie diese geltenden Tarife wieder erhalten. Dieselben befinden Vorwärts 9, Charlottenburg, Bismarck= sich seit vorgestern bereits wieder im Betriebe und werden von um dem Pferde noch einmal Wasser zu geben, da ist der Nacht- ftraße 80. Abendroth in Deutsch Wilmersdorf bei Mölter. den alten Kutschern auch gefahren. Wenn die Bekanntmachung wächter Härtel von dem Grundstücke gekommen. Mein Kutscher Gesangverein der Studa teure Berlins und Umgegend, Seydelftr. 30 bei Preußer. Arbeiter- Gesangverein Spandau Lynarstraße Restaurant Rieters. über die Einführung Des weißen Hutes nicht bald hat ihn gefragt, was er auf dem verschlossenen Grundstücke zu Vorwärts 2 Schönhauser Allee 28 bei Kuhlmen. Lyra 2, Char= aufgehoben wird, so steht zu erwarten, daß die weniger suchen hätte und in der That, der Wächter hatte nichts da zu bet Seehausen. bemittelten Droschtenbesitzer diesem Beispiele sehr bald fuchen, ich habe ihm keinen Auftrag dazu gegeben. Bald darauf folgen werden. Der Taxameter wird dann ebenso schnell tam Härtel zu mir und sagte mir, er hätte meinen Kutscher wieder aus Berlin verschwinden, als er gekommen ist. Im Falle verhaftet. Am nächsten Morgen ging ich zum Wächter, um nun also die qu. Bekanntmachung des Polizei- Präsidiums vom die dem Kutscher abgenommenen Schlüssel zum Stalle zu 10. November v. J. nicht aufgehoben wird, soll über diejenigen holen. Der Wächter wußte gar nicht, wo er die Schlüssel Droschtenbetriebe, deren Besitzer sich weigern, den Zayameter aus gelassen hätte und fand sie endlich in seinen Hosentaschen." Aus ihren Droschten wieder zu entfernen, die Sperre verhängt der übrigen Beweisaufnahme ergab sich, daß der Kutscher that werden. Selbstverständlich sind dann alle in dem betreffenden sächlich dem Nachtwächter Borhaltungen gemacht hatte, was er unbefugter Weise in das verschlossene Grundstück eindringe. Betriebe vorhandenen Droschten dieser Sperre unterworfen. Darauf hat der Wächter Härtel den im Nachbarrevier angestellten Im christlichen Hospiz zu Potsdam erschien am Sonn- Nachtwächter Hartwich herangeholt. Beide haben gewartet, Beide haben gewartet, abend der Gerichtsvollzieher Harnisch, um das gesammte In- bis der Kutscher wieder vom Grundstück kam. Alsdann ventar abzupfänden und fortschaffen zu lassen. Dieses christliche hat Härtel denselben nach Namen und Geburtsort gefragt. Hospiz, das seit etwa 6 Jahren dort in der Alten Louisenstraße Der Kutscher nannte zwar den Namen, nicht aber den Geburts: bestand, hatte schon öfter von sich reden gemacht, u. A. durch ort, worauf er angefaßt und als Arrestant erklärt wurde. Der eine Gerichtsverhandlung, die zu Tage förderte, daß in dem Kutscher widersetzte sich der Abführung, indem er einen Baum Hospiz nach Feierabend recht luftige Szenen sich abspielten. Das umflammerte. Ein dritter Mann kam den Wächtern zu Hilfe, Hospiz nebst Grundstück gehörte einem ehemaligen Magistrats: dieser schlug den Kutscher so lange in das nuntius Rosenberger, welcher es, selbst mittellos, ver- Gesicht, bis er den Baum losließ. Die Wächter standen die hatte, fich thatkräftige Hilfe der Geist duldeten dies nicht allein, sondern legten nun lichen der Friedenstirche und einiger adeliger Damen zu auch dem Arrestanten Fesseln an, daß dieser verschaffen. Im Laufe der Jahre hat Rosenberger aber diese blutige Striemen an den Handgelenken davon Gunst verloren und so tam es, daß er nunmehr von der Gräfin trug. Am anderen Zage wurde der Kutscher wieder aus der Blumenthal, einer Mitbegründerin des Hospizes verklagt wurde, Haft entlassen, doch kam er statt des Wächters Härtel auf die wodurch schließlich am Sonnabend die Auspfändung erfolgte. Antlagebant. Das Schöffengericht war aber mit dem VerDas Fortschaffen der Möbel u. s. w. aus den Fremdenzimmern theidiger, Rechtsanwalt Dr. Ludwig Flatau, der Ansicht, daß die dauerte den ganzen Tag. In einigen Zimmern wohnten beiden Wächter nicht in rechtmäßiger Ausübung ihres Pensionäre und Fremde, u. a. auch die Schwiegermutter eines Amtes waren, es liege daher ein Widerstand nicht vor, weshalb Generals a. D., welche die Miethen schon im Voraus gezahlt auf Freisprechung zu erkennen sei. hatten, was aber nicht daran hinderte, das auch aus deren Zimmern die Mobilien entfernt wurden. Auch die Utensilien aus dem Betfaal ließ der unheilige Gerichtsvollzieher fortbringen, so daß am Sonntag der fromme Stadtmissionär feine Sonntags: schule halten konnte. Am Montag wurde das Grundstück gerichtlich verkauft. Berschmettern wollte am Dienstag Nachmittag ein Mann auf der Eisbahn an der Köpenicker Chaussee alle Leute, die ihm in den Weg traten und nicht auf dem Bauche vor ihm rutschen wollten. Es stellte sich heraus, daß der sonderbare Schlittschuhläufer an Größenwahn litt und man mußte ihn daher an einen ficheren Ort bringen. Mit einiger Schwierigkeit gelang es auch endlich, den gemeingefährlich Verrückten dahin zu schaffen, wohin er gehörte. Was geschieht jetzt dem Wächter? vor Amts: lottenburg, Wallstr. 54. Gesangverein der Kür schner, Landsbergerstr. 31 sänger runde, sottouferſtr. 6 bei Braun. Glodenrein( gemischter Chor) Kastanien- Allee 95/96. berg= Lichtenberg, Frankfurter Chauffee bei Müller. 2ebuserstr. 5 bet Nemiß.- Brüderschaft Stallschreiberstraße 29"" Bum eichenen Stab". Freundestreue( gem. Chor), Landsbergerstr. 31 bei Seehausen. Eintracht 2, Neu- Glienice, Rubowerstraße bet Hasdorf. Waldesgrün( gem. Chor) Böchstr. 8 bet A. Moewes. Arbeiter- GesangFeld verein Oranienburger Borstadt, Hochstraße 32a bei Bite. blume Lübbenerstr. 30 bei Wilhelm Meyer. Liberté 1, Cuvrystr. 24, bei Zhielsch.-löter fcher Gefangverein, Roppenſtr. 43 c bet gorenz. Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bet Düball. Zitania, Cuvryir. 48 bet Zielsch. Morgenroth 4 in Köpenick, Müggelheimerftraße 4 bei Held. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Ber= alle zuschristen den Bund betreffend find zu richten an: Bentel, Bergmannstr. 14, Hof 2 Tr. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruders bund, Andreasstr. 3 bet Noll. Rauchflub Graue Wolte, Krautstr. 48. Musikverein Osiris, Adalbert Straße 21. 1 Verein Grüne Eiche( vor dem Halle'schen Thor), Solmsstr. 1 bei Razorte. gnügungsverein Jugendlust, Ohmgaffe 2 bei Krebs. Rauchklub Krautstraße 36 bei Infinger.- Rauchtlub Erholung, Wienerstr. 13 bei Frisch auf, Roppenfir. 43 bei Lorenz. Rauchtlub Dezimalwaage, Drieschner. Rauchklub Elvira, Abends 9 Uhr bei Bringborn, Madat fraße Nr. 12. Humuristischer Klub Univerfum, Beteranenstr. 18, bet Schulz. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerktag. Gesangverein Alt: Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Männer Gefangverein bet Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Gefangverein Glodenrein, gemischter Chor, Abends von 9 bis 11 Uhr bei Knapp, Kastanien- Allee 95/96. Männer straße 99 bei Martini.- Theater- Verein Bultanta 2" 9½ Uhr, Vorstädtisches Theaterverein Fideler Geist 2, Abends 9 Uhr, Große Frankfurter: kasino, Ackerstr. 144. Theaterverein Freundestrets 9 Uhr im Restau rant Bräuer, Solmsstr. 47. – Theaterverein Crescendo bei maigner, Gartenstr. 162. Theaterverein Maiglödchen, Englischer Hof, Neue Roßstr. 3.- Theater- Gesellschaft harmonie, Donnerstag Abends 9% Uhr, Chorinerstr. 55. Geselliger Klub Blau Beilchen, Abends 9 Uhr, bei Schönwälder, Mit welcher Gewissenlosigkeit bei dem Verkauf von Oranienstr. 135. Verein ehem. 22. Gemeindeschüler, puntr Nahrungsmitteln zuweilen Leben und Gesundheit des ärmeren 9 Uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. Pfropfenverein Wedding, Abends Bublifums in Gefahr gesetzt wird, lehrte eine Anklage wegen abends im Restaurant Göy, Oranienſtr. 153. 8% Uhr, bei Selterhoff, Antonſtr. 5. Vergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, Bergehens gegen das Nahrungsmittel- Gesetz( Verkauf verdorbener( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Gesangverein Proletariat Möwes, Böckhstr. 8. Nahrungsmittel), welche vor einigen Tagen die Frau Schlächter Geselliger Verein univerfum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr Emilie meister Marie Brunzelt, Gefelliger Borträge, Fidelitas. geborene Gerbermann, bei Sagemann, Lothringerstraße 81. Verein univerfum, Cigung Abends 9% Uhr, tm Restaurant Neumann, aus Friedrichsberg, das Schöffengericht am Linienftr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüthlichkeit und klub gericht II führte. Die Angeklagte hat am 31. Mai Humor, Abends s½ Uhr, Lothringerstr. 105: Geselliges Beisammensein mit, Männergesangverein Sangesfreunde, vorigen Jahres an die Arbeiterfrauen Vogler und Leissau je ein Damen, Fidelitas und Tanz. Abends 9-11 Uhr, Pazenhofer Ausschant, Landsbergerstr. 82. Berein Pfund Schweinefleisch mit dem Bemerken verkauft, das Fleisch Die alten Mola biter feden Donnerstag, Abends 8 Uhr und jeden sei nicht mehr ganz frisch, aber zum Essen gehe es noch. Mit Donnerstag nach dem 15. d. Mts. mit Damen bei Schirmer, Emdenerstr. 47. Geselliger Verein Hertha", Donnecftag, Sigung bet Noll, Adalbertstr. 21, Rücksicht auf die Quantität des Fleisches hat sich die Angeklagte Abends 9 Uhr. Verein Wanderklub( Norden), Sigung jeden auch nur 10 Pfennige pro Pfund bezahlen lassen. Die Donnerstag von 9 Uhr Abends im Restaurant C. Baatsch, Hennigsdorferfir. 24.Käuferinnen erklärten auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie sich Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. an dem niedrigen Preise nicht gestoßen hätten, sie hätten ge- Bitbertiub Gleichheit, 9 Uhr abends, bei 5. Reimann, Alte Schönhauserstr. 42. Geselliger Club der Alten Moabiter: Jeden Donnerstag glaubt, das Fleisch werde schon noch genießbar fein, wenn es abend von 9-10 und jeden Donnerstag nach dem 15. Sigung mit Damen in auch etwas anrüchig sei. Arme Leute dürften nicht so penibe! der Emdenerstr. 47 bet Schirmer. sein( freilich nicht, sonst würde man ja an manchen Orten auf der Freibant fein Fleisch franker Thiere öffentlich verkaufen. a. Gaspar, Reichenbergerstr. 113a. ftraße 78. Rauchtlub Waldesgrün, Abends 8½ Uhr, Restaurant D. R.). Da das Fleisch daheim aber die ganze Wohnung ver- br, bei Jakob, Boechstr. 21. Rauchklub Kernspize, Abends peftete, wanderte es zum Amtsvorsteher und von diesem zum Gerichts- 8½ Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. chemiker Dr. Bein. Dieser gab vor dem Schöffengericht sein Gutachten Abends 9 Uhr Springstubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. Abends 9 Uhr, b. Reftaurateur Schröder, Stephanstr. 45. Klub Dhnestreit, dahin ab, daß ihn die grau- grüne Farbe des Fleisches sofort veranlaßte, Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonftr. 23 bei Flict. Rauchklub Brüder: Rauch= nach dem Vorhandensein von Gift zu forschen. Mit Leichtigkeit ich teit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernac, Bucklerstraße 49. vermochte er das faulige Gift festzustellen, wie man es in mensch-&. Heinide, Friedrich Karlstraße 11, Friedrichsberg. flub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bet Rauchflub Su= lichen und thierischen Leichen, in verdorbenen Fischen und Austern matra, Abends 8 Uhr, im Restaurant Krause, Gitschinerftr. 98. Rauch findet. Wäre das Fleisch genossen worden, so lub Fidelio, Abends 8 Uhr im Restaurant Seine, Eisenbahnftr. 28. Die Frage, wie weit das Vertheidigungsrecht eines wäre sicher schwere Erkrankung, wahrschein- hautub Pfeifendedet, Sigung Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, Lange Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelstr. 84. Angeklagten zu begrenzen ist, beschäftigte gestern die siebente licher noch der Tod die Folge gewesen. Die AnBerufungs- Straffammer des Landgerichts I. Der Schankwirth| geklagte vermochte nur anzugeben, daß sie das Fleisch am Tage Boigt war polizeilicherseits wegen einer Gewerbeübertretung in zuvor in gutem Zustande von einem Engrosschlächter auf dem Strafe genommen worden. Er beantragte richterliche Ent- städtischen Viehhofe gekauft und daß es höchstens unter der Hitze scheidung, hatte aber keinen Erfolg. Die zweite Instanz wurde gelitten haben könne. Das Urtheil des Schöffengerichts lautete mit demselben Mißerfolge in Anspruch genommen. Im Termine auf 40 Mark Geldstrafe. trat der Kriminalbeamte Grosse als Belastungszeuge auf. Nach Schluß der Beweisaufnahme wurde dem Angeklagten das letzte Wort gestattet. Er bat um seine Freisprechung und gebrauchte mit bezug auf die Bekundung des Belastungszeugen die Aeußerung:„ Es ist doch meistens nicht wahr, was die Kriminalbeamten sagen." Wegen dieser Bemerkung stellte der Zeuge Große den Strafantrag wegen Beleidigung. Das Polizeibericht. In der Nacht zum 9. d. M. wurde eine gefunden. Am 9. d. M. Vormittags wurde in der Lindenstraße vor der Markthalle II eine Frau durch einen Pferdebahnwagen umgestoßen und eine Strecke weit mitgeschleift; sie erlitt anscheinend innere Verletzungen, so daß ihre Ueberführung nach dem Krankenhause erforderlich wurde. Mittags erschoß sich ein Handlungsgehilfe in seiner Wohnung, in der Schönhauser Allee. Im Laufe des Tages fanden 10 Brände statt. Gerichts- Beitung. Achtung! Verlammlungen. Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Hermann Rohr, Naunyn Rauchflub Ohnesorge, Abends Rauchflub Arabi Pafcha, Rauchklub 24. State - Stats flub Rüdwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt alisadenstr. 47. Schießtlub Tell, Abends 8 Uhr bet Nagel, Schwedterstr. 23. lub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. Tambour- Verein Ginigkeit bei Haupt, Staligerstr. 102. Um 9 Uhr Uebungsstunde, nach derselben Sigung. Aufnahme neuer Mitglieder. Briefkaffen der Redaktion. 275 2. 1. Haben Sie die Räume ausdrücklich zum BeNaturheil- Verein 2. Donnerstag, den 11. Januar, Abends 8 Uhr, triebe der Schankwirthschaft gemiethet, so muß Sie der Vermiether Kommandantenstr. 20( Arminhallen) Vortrag des Herrn Sperling über: nach Versagung der Konzession von dem Vertrage entbinden. Anwendungsformen des Naturheilverfahrens. Sehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten 2. Nein, wenn nicht der Vermiether für die Ertheilung der Konsitie bei unglüdsfällen. Donnerstag, den 11. Januar, Abends zession Gewähr übernommen hat. Achtung! 37 13 anerkannt reelle und Sehr wichtig für Hausfrauen! Großer billiger Fleischverkauf. 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Es sind also gegangenen Arbeitslosigkeit, nach den Einzelheiten der Wohnungs- kaum 25 Lehrer vorhanden, deren Gehalt ein gutes genannt Arbeitsverhältnisse der Kellner verhältnisse, nach den Strafgeldern u. s. w. einfach abgelehnt. werden darf, ein weiterer kleiner Bruchtheil ist knapp im stande, ist mittels schriftlicher, von der Polizei vertheilter Fragebogen In der Schönmalerei der Kellner- und Kellnerinnenverhältnisse sich mit einer Familie zu erhalten, während der weitaus größere über Weihnachten im ganzen Deutschen Reiche veranstaltet worden. that sich besonders der Zentrums- Abgeordnete Biehl als Kom- Theil mit einem wahrhaften Hungerlohn abgefunden wird. Jetzt mögen die Antworten wieder alle eingesammelt fein und zu betonen ist, weil sich die Chriftlich Sozialen neuer sogenannten Kulturstaat. miffionsmitglied hervor, was gerade hier ganz nüßlich Gerade das geringe Gehalt der Lehrer ist bezeichnend für unseren wir haben bis zu diesem Augenblick mit unserer Besprechung bings besondere Mühe um das Kellnerpersonal geben und gewartet, um nicht das Wenige, was bei der Sache herauskommen dasselbe in mehreren Städten thatsächlich für fromme Vereinigungen Welche Anstrengungen seitens der Unternehmer gemacht haben. werden, um dem Arbeiter sein geringes Recht zu verkümmern, G3 verdient ja auch Anerkennung, daß man sich auf das lang: Genoffen Molkenbuhr geschilderten Schlafstellenmißstände der geht wieder recht deutlich aus nachstehendem Fall hervor: Im jährige Drängen der Kellnerbewegung hin wenigstens jetzt noch Kellner und Kellnerinnen sehr hartnäckig; er behauptete, die Jahre 1890 entließ die Hessische Ludwigsbahn den Weichenwärter entſchloſſen hat, solche amtliche Feitstellungen der unbeschreiblichen große Sterblichkeit der Kellner sei eine Folge ihres unregel- Schmitt aus Bodenheim, welcher ſeit 1860 in ihrem Dienſte ge Mißstände zu versuchen, unter denen das gesammte Wirthschafts- mäßigen Lebens und gab dabei halb, zu verstehen, baran seien standen und weigerte sich, ihm Pension zu zahlen, weil or fich sie selbst schuld. Daß die Kellner im Interesse des Arbeiterstatistik, in der wir durch Genossen Molkenbuhr ver Ausgaben machen müßten( für Zeitungen und Aehnl.), tommt der Bahn zugezogen, operiren zu lassen. Durch Dr. Jourdan treten sind, hat die Sache etwas gefördert. Aber damit ist auch nach seinen Erfahrungen nur ganz vereinzelt" vor. Die Lage flagte Schmitt gegen die Bahn auf Pensionszahlung, so ziemlich alles Lob erschöpft, bas man dieser Reichsenquete ber Kellnerinnen dürfe in Süddeutschland nicht als eine be- bie Operation, welche der Kläger nicht machen laffen vor Gericht erklärten verschiedene Aerzte zeugeneiblich, zollen fann; immer wieder der alte bureaukratische Stiefel! In sonders ungünstige bezeichnet werden", denn manche" hätten Ginzelpunkten hat unsere Kritik gefruchtet; der Geist der neuen sich durch Fleiß und Sparsamkeit" soviel Geld erworben, daß würde den Kläger wieder diensttauglich gemacht haben. Das wolle, sei leicht und nicht gefährlich, die Operation Enquete ist aber derselbe, wie derjenige der verfehlten früheren. fie später einen anderen Lebensberuf ergreifen konnten, und was Das kann jetzt um so offener ausgesprochen werden, als sich der Schönfärberei noch mehr war. Die mitgetheilten Proben Landgericht Mainz und das Oberlandesgericht Darmstadt wiesen Genosse Molkenbuhr bei den Vorbereitungen der Erhebung die mögen die Kellner über ihre christlich- sozialen„ Freunde" auf- nun die Klage ab, da sich der Kläger nach früher ergangenen erdenklichste Mühe gegeben hat, zu retten, was zu retten war. flären! Entscheidungen des Reichsgerichts der angesonnenen Operation Tie bei C. Heymann in Berlin erschienenen Protokolle der Reichskommission für Arbeiterſtatiſtit"( Juni Juli 1893, 3 Stück) man nach den Erfahrungen bei den früheren Enqueten heute verlustig gegangen. Das Reichsgericht erklärte dieses Urtheil für Was somit bei der ganzen Eache herauskommen wird, kann habe unterziehen müssen, durch seine Weigerung sei er der Pension bringen den urkundlichen Beweis dafür. Der Reichskommission für Arbeiterstatistik war eine Dent schon voraussagen. Diese erste bureaukratische Erhebung wird unrichtig und verwies es an das Oberlandesgericht zurück. Die schrift des Reichskanzlers vom 15. Juni 1893 zugegangen, welche schäftigt find, an der Oberfläche ſtreisen, sie wird im Statistischen Klagen auf Schadenersatz ergangen, in diesem Falle handele es all' das Elend der Proletarier, die im Wirthschaftsgewerbe be- von den anderen Gerichten angeführten Entscheidungen seien bei die Kommission aufforderte, sich über eine Kellnerenquete gut. Bureau des Deutschen Reiches fein sauber bearbeitet werden und sich um Klage auf Erfüllung vertragsmäßiger Verpflichtungen. achtlich zn äußern. Der Vorsitzende und andere Mitglieder er- ergeben, daß„ einerseits allerdings„ manche" Mißstände vor- Das Oberlandesgericht verurtheilte nunmehr die Ludwigsbalz wähnen dieselbe in den Protokollen, mitgetheilt wird sie aber handen sind, daß aber andererseits" ſehr vieles von den dem Klageantrag entsprechend zur Pensionszahlung. Und dies vor beileibe nicht. Jedenfalls sollten nach dieser Denkschrift die Er-+++ Sozialdemokraten übertrieben" worden ist und daß die Ver von Rechtswegen! hebungen wieder durch Vermittlung der Polizeibehörden erfolgen. hältnisse lange nicht so arg liegen, als sie von dieser Seite" ge Der beste der Staaten. Die neueste Vakanzenliste für Hiergegen wandte sich Genosse Molkenbuhr ganz richtig schildert worden sind. Das wird uns natürlich nicht abhalten, Militäranwärter bringt wieder eine reiche Zahl von fetten au allererst. Er betonte, daß bei diesem Verfahren das immer wieder auf unsere Forderungen zurückzukommen, sowohl Stellen. Man sollte es nicht für möglich halten, aber es steht sich ergebende Bild keinen Anspruch auf besondere zu- im Interesse des Wirthschaftspersonals wie anderer Arbeiter- thatsächlich in der Liste: für die Stadt Limburg an der Lahn verlässigkeit haben könnte; es müsse eine andere Art der schichten, deren Verhältnisse untersucht" werden. Man wird wird ein Schuldiener für ein Jahresgehalt von 250 Mark ge Enquete ausfindig gemacht werden. Das veröffentlichte Protokoll dann Zusatzerhebungen veranstalten, hier kleistern und dort fleben fucht! Alle Achtung, das nennen wir nobel. Viele hohe Staatsift viel zu lakonisch; Genosse Molkenbuhr wird den Herren schon bis man gründlich dazu mitgeholfen hat, daß alles beamte bekommen ebenso viel Tausend und haben dafür nur gefagt haben, daß Polizisten teine Leute sind, die Arbeiter- arbeitende Volt, auch die Kellner, als gewaltige unwiderstehliche einen krummen Buckel zu machen. Aber auch in anderer Hinsicht verhältnisse richtig beurtheilen können, daß die Ausfüllung schrift: Wacht in unserem Lager ist. Und dann machen wir die ist die Liste sehr lehrreich. Da wird gesucht: ein Stadt. licher Fragebogen eine ganz unpraktische Sache ist, und daß die Enqueten! E QUE Polizeibehörden, da sie gewohnheitsmäßig teine Berufsorganisation darum fragen, taum diejenigen Betriebe finden dürften, deren Verhältnisse vor allem der Aufklärung bedürften. Als die Erhebung bereits im Gange war, also hübsch nach der Entscheidung über diese wichtigen Vorfragen, hat sich ja sogar ein bürgerliches Blatt zu einer scharfen Kritik dieser Dinge aufgerafft. Die Münchener Allgem. 3tg." schrieb damals: " " " " Der Mann arbeitete und verdiente sich 1892 im:' Januar 1851/4 Std. à 23 41,61 Soziale Leberlicht. Arbeiterbudget. Eins der besten Mittel, der herrschenden Klasse den Nachweis zu erbringen, wie erbärmlich die Verhält " In diesen Tagen findet die von Reichswegen angeordnete nisse der Arbeiter im allgemeinen sind, muß seitens der Arbeiter statistische Erhebung über die Verhältnisse der im Kellnerberufe darin gesucht werden, daß sie ihre Ausgabe und Einnahme genau beschäftigten Personen statt und eine Wolfe von amtlichen Frage- buchen. Ein Tagelöhner, welcher 2 Jahre lang in einer Eisenbegen hat sich über jenen, dem Deutschen theuren Stätten, wo gießerei in Nürnberg gearbeitet bat, stellt der Münchner Bacchus und Gambrinus walten, entladen. Die Fragebogen Post" seine Aufzeichnungen zur Verfügung. enthalten 25 Fragen( viel mehr, mindestens 70 mit allen Unterfragen! Red.)... Alles dies ist recht gut und hübsch ausgedacht, glücklich ist die Form( resp. das Formular) gefüllt"; aber wirds auch schön zu Tage tommen, daß es Fleiß und Kunst vergilt?" Nach dem Plan des Reichsamtes sollen die Fragebogen für einen Theil der Betriebe von den Prinzipalen, für einen anderen von den Kellnern oder Kellnerinnen schriftlich beantwortet werden. Die armen Kellne rinnen! Wir fürchten, daß manche Hebe, gewohnt, den Bierkrug, nicht die Feder zu führen, bei dem Anblick der 25( 70) Fragen eine der tödtlichen Schrecken bekommen, manches minder zart angelegte Wesen über die neugierige Fragerei" in cinen hellen Zorn gerathen wird. Und doch befleißigt sich das Reichsamt einer anerkennenswerthen Diskretion; es fragt nur nach den persönlichen Verhältnissen, nicht nach den sonstigen Pf. Februar März 2261/2 240 23 52,10 " " " 23 55,20 " n April 2028/4 28 46,63 # " Mai 293 23 67,39 " " Juni 240 231/2 56,40 " " " Juli 297 231/2 69,78 " " August 240 231/2 " " " 231/2 56,87 " " " 3061/2 231/2 72,03 " " " 231/2 55,46 " " 1073/4 " " " " 231/2= 25,32 28163/4 Std. September 242 Oktober November 236 Dezember 56,40 655,19 M. Im November und Dezember mußte der Mann einige Male Das Jahr 1893 gestaltete sich für den Mann folgenderM. 175 30 Januar 192 Std. à 281/2 fg. Februar 282 240 März April 2773/4 Mai 2073/4 Juni Juli - 45,12 281/2 " " W 231/2 " " " 231/2 " " #F " 281/2 = 54,52 56,40 65,27 48,82 n " " 231/2 26 " " " 41,22 = 7,80 August 239 September 120 Oftober November 202 Dezember 104 26 = " 26 " " 142 25 " " 195 25 = 48,75 " " " 25 " " " 25 62,14 66,70 wachtmeister für 480 m., für Crone an der Brahe ein Magistratebote und Vollziehungsbeamter für 360 M. Dafür muß der Mann auch noch polnisch sprechen können. Bei dem Gesuche nach einem Hausdiener für das Landgericht I in Berlin heißt es: Die Behörde hat das Recht der sofortigen Angenommene hat dagegen 14 Tage Entlassung, der vorher zu fündigen. Natürlich! Gegen eine Zahlung von 108 m. läßt sich das Amtsgericht auch herbei, be fagtem Hausbiener eine standesgemäße Dienstwohnung zu überlassen, für 27 m. liefert sie ihm sogar sein Brennmaterial und zahlen. Ob er für die Benutzung eines Klosets und für das für die Benutzung der Wasserleitung muß er jährlich 5 M. Recht, einen Hausschlüssel führen zu dürfen, auch noch seinen Beitrag abladen muß, steht nicht dabei. Für einen Sicherheitsbeamten für Rebdorf leistet sich der Staat monatlich 46,50 M. Im Falle der Würdigkeit"( so steht da) erhält der Mann nach 3, 6, 9 und 15 Jahren Gehaltszulagen! Ein Nachtwächter für Thorn soll 39 M. monatlich, ein Nachtwächter für Rappeln 30 und ein Lohnschreiber für ein Amtsgericht 20 und 30 m. erhalten. des Kranten Versicherungsgesehes, vorbehaltlich der Höhe des Krankengeldes, genügen, ist folgenden Krankenkassen ertheilt worden: der Zentral- Kranken- und Sterbefasse der Tapezierer und verwandten Berufsgenossen Deutschlands in Hamburg( E. H.), der Kranken- und Sterbekaffe der Tischler und im Tischlerfach beschäftigten Arbeiter für Hamburg und Umgegend( E. H.) in Hamburg, der Kranken- und Begräbnißkasse des Gewerkvereins der deutschen Schneider und verwandten Berufsgenossen( E. H.) zu Potsdam, der Kaufmännischen Krankenkasse von 1884 in Altona( E. H.). Sechs Kulis hat man in Dortmund, wie unser dortiges Bruderorgan mittheilt, von seiten der Stadtverwaltung zuni Straßenreinigen angestellt. Fehlt es dort an weißen Arbeitslosen oder soll bei den Schwarzen der Anfang gemacht werden mit der Fürsorge für alle Erwerbslofe? Die Opfer der heutigen Wirthschaftsordnung haben gewiß alle gleicherVerhältnissen" der Labung spendenden Damen, auch nicht nach aussehen, verdiente aber beim Eiseinfahren 14,50 M. und hatte genügend Grund zu bezweifeln, daß die Stadtverwaltung sich maßen Anspruch auf Berücksichtigung. Wir haben indeß leider von diesem Gesichtspunkt leiten sie wird vielmehr die zweckmäßiger gewesen wäre, die Erhebung durch Vertrauens- einen Jahresverdienst von 669,69 M. Hiervon gehen ab für billigere Arbeitskraft gesucht und berücksichtigt haben. personen Männer und eventuell Frauen-, welche sich in den Kranken-, Alters- und Invalidenversicherung 14,56 M., für größeren Städten hätten finden lassen, oder durch persönliche Miethe 90 m., verbleiben 565,13 M. oder in 365 Theile pro Die Bescheinigung, daß sie den Anforderungen des§ 75 Einnahme der Betheiligten zu bewirken, lassen wir dahingestellt; Tag 1,55 m. zur Bestreitung sämmtlicher Lebensbedürfniffe, für bei diesem Anlaß hätte auch eines der wichtigsten Momente, einen Mann, Frau und zwei kleine Kinder. Die Frau hatte bei diesem Anlaß hätte auch eines der wichtigsten Momente, die Wohnungsverhältnisse der Wirthshaus- Bediensteten, näher feinen Verdienst, weshalb das Budget für den Kopf der Familie geprüft und durch Augenschein festgestellt werden können." pro Tag und Kopf 38 Pfg. betrug. Ein 3/2 Jahre altes Wenn man von dem schnoddrigen und findischen Ton dieser Kind starb, was eine Extra- Ausgabe von etwa 15 m. verAuslaffung absicht( bürgerliche Blätter fönnen ja nun einmal ursachte. Arbeiterfragen nicht ernst nehmen!), so wird hier von der Bourgeoisfeite genau derfelbe Zweifel und Tadel erhoben, der maßen: von jeher für uns das Erste und Letzte diesen verfehlten Enqueten gegenüber war. Aber man will es nicht besser machen! Obgleich der badische Fabrikinspektor in der Sigung der ReichsDie Opfer des Bergbaues. Der soeben veröffentlichte fonimiffion vom 3. Juli mittheilte, daß sich bei der ähnlichen Bericht des Allgemeinen Knappschaftsvereins über Müllerenquete in Baden nicht weniger als 60 Prozent der schriftden Bezirk Dortmund weist uns in Zahlen nach, wie unlichen Fragebogen als ungenügend beantwortet" herausgestellt geheuer groß die Opfer sind, welche alljährlich von der Arbeit hätten( ein Wunder!), ein Argument, das von Dr. Wörishoffer der Bergbau- Jndustrie gebracht werden. Der Ober- Bergamtsfeltsamerweise für das schriftliche Verfahren gebraucht wurde, Bezirk Dortmund umfaßte im Jahre 1893 213 Betriebe gegen blieb man hübsch auf der platten Straße der Bureaukratie, ftatt sy 210 im Vorjahre. Es gelangten im ganzen 15 726 Unfälle endlich einmal die einzig richtige, lebendige mündliche Befragung zur Anmeldung, 1831 mehr, als im Jahre 1892. Unter von vornherein zu beschließen, redete die Zeit unnütz todt mit diesen hatten 451 tödtlichen Ausgang und 2338 waren schwere Betrachtungen über die Benutzung der Post und geschlossener Verlegungen, gegen 379 bezw. 2164 im Jahre 1892. Die Zahl Umschläge für die Fragebogen und lehnte den Antrag Molfender Todesfälle durch Wetterexplosionen hat um buhr, ein anderes Verfahren als die polizeiliche Vertheilung genommen. Die Zahl der Todesfälle hat sich erheblich gesteigert schriftlicher Fragebogen zu beschließen, einfach ab. Dem Küchen- y) midag 23461/2 Std. infolge der drei großen Schlagwetter- Explosionen am 1. Februar personal ging es ebenso wie dem mündlichen Verfahren. Es Für Miethe zahlte der Mann 1893 nur noch 60 m., für auf Zeche" General Blumenthal" mit 20 Todten, 7 schwer und wurde beiseite geschoben, weil man dann noch mehr Fragebogen Kranken-, Alters- und Invalidenversicherung 15,60 M., so daß 10 leicht verlegten, am 18. August auf 3eche„ König Ludwig" hätte ausgeben müssen, obgleich sich einige Kommissions: eine Jahreseinnahme von 497 Mark 54 Pfennige verblieb mit 10 Todten, 8 schwer und 2 leicht Verlegten, und jener großen mitglieder beinahe lieber für diese Papierfluthen ent- oder in 365 Theile pro Tag 1,35 M. oder pro Kopf und Tag Katastrophe auf Schacht Kaiserstuhl" der Beche Westfalia", bei schloffen hätten, als für ein kontradiktorisches Verhör 34 Pf. Von dieser Summe soll nun Nahrung, Kleidung, Heizung, welcher 62 Bergleute getödtet, 7 schwer und 8 leicht verletzt nach englischem Muster, das allen Fragebogen- Ver- Steuern u. f. w. bezahlt werden. wurden. Für eine Zeitung, ein Auch im allgelaufenen Jahre war die Zahl der legenheiten ein Ende gemacht hätte. Als einziges Ergebniß Buch wird kaum etwas übrig bleiben. Bricht dann Rentenansprüche wegen angeblich durch Betriebsunfall ent der Molkenbuhr'schen Anregungen ist zu verzeichnen, daß den ein unvorhergesehener Unglücksfall über die Arbeiterfamilie standener Bruchleiden noch erheblich. Von 109 Fällen wurden Betheiligten die Zusicherung geworden ist, es solle polizeilicher- herein, eine Krankheit, ein Todesfall, wird der Mann arbeitslos, 108 als nicht entschädigungspflichtig zurückgewiesen und nur seits aus der durch den Inhalt der Fragebogen etwa erlangten dann tritt an Stelle des langsamen Verhungerns die akute ein Fall als rentenberechtigt anerkannt. Die Verwaltungskosten Kenntniß von Ueberschreitungen der Polizeistunde kein Anlaß zu Hungersnoth, und zwar vom ersten Tag der Arbeitslosigkeit an, beliefen sich auf 168 411,29 M., gegen 175 054,23 M. im Vorstrafrechtlichem Einschreiten genommen werden. Was das helfen benn der Verdienst hat immer nur gerade hingereicht, den Hunger jahre. Die Aufwendungen für das Heilverfahren betrugen wird! In Berlin hat man nun nach polizeilichem Befinden gauze zu stillen. Aber selbst, wenn der Mann weiter in Arbeit bleibt, 235 328,33 m. gegen 157 326,67 M. im Jahre 1892. Die Gehundert, in Leipzig anscheinend noch weniger, in Breslau in sechs, so bedeutet das Leben der Nermiten doch weiter nichts als ein fammtsumme der gezahlten Unfallentschädigungen läßt sich vor in Frankfurt a. M. nur in zwei Polizeirevieren, in München nach Begetiren. Wie das alte Jahr beendet, so beginnt für sie das Abrechnung mit der Post noch nicht ziffernmäßig feststellen. Zur einer Linie(!!), die man mit dem Lineal auf dem Stadtplan zog, neue, aus einem Jahre hungern sie sich hinüber in das andere. Anweisung gelangten 2 543 777,75 m. gegen 2 116 151,22 M. im Fragebogen vertheilt, und in den kleineren Orten mag es Das sind die Aussichten eines heutigen Lohnftlaven. Jahre 1892, also etwa 20,2 pet. im abgelaufenen Jahre mehr. noch schöner hergegangen sein. In Berlin und Leipzig haben die Die Gesamintumlage einschließlich Verwaltungskosten und EinReliner bereits eingesehen, daß sie beinahe so weit sind als vor- Zur Lage der Volksschullehrer. Die Lehrergehälter im lage zum Reservefonds beläuft sich auf 3 729 700,14 W. gegen her, und sie haben infolge dessen vollständigere Erhebungen durch Großherzogthum Oldenburg sind nach Angabe des Schul- 3 349 322,55 M. im Jahre 1892, also 380 377,59. oder etwa die eigenen Organisationen beschlossen. Es ist eine Lust, Sozial- blatt" so dürftige, daß man verwundert fragen muß, wie es 11 pt. mehr. An 136 Wittwen wurde eine Gesammt- Abfindungsstatistit zu treiben mit der Reichskommission für Arbeiterstatistit! möglich ist, daß für derartige Stellen sich überhaupt noch Lehr- summe von 91 043,47 M. oder im Durchschnitt für jede wiederWas sodann den vom Reichsamt des Innern entworfenen fräfte finden. Nebenlehrerſtellen II. Klasse sind 128 vorhanden, verheirathete Wittwe 669,48 m. gezahlt, 1892 betrug die Zahl Fragebogen selbst anbetrifft, so mußte er in der Kommission sehr davon gewähren 53 ein Baargehalt von 95 M., 75 ein Baar- der abgefundenen Wittwen 122 mit einer Abfindungssumme von e: heblich abgeändert werden. Beispielsweise handelte er, obgleich gehalt von 315 M. Nebenlehrerſtellen I. Klaffe find 48 vor: 78 902,88 W., auf jede entfiel somit im Durchschnitt 646,72 M. derselbe Jehler schon bei der Handelsenquete gemacht worden war, handen. Auf der Geeft sind 103 Hauptlebrerstellen, die theils Ferner wurden 10 Ausländer mit 6186,77 M., im Durchschnitt uriprünglich nur von der regelmäßigen Arbeitszeit, nicht von der 700 oder 750 m., theils 800 oder 870. bringen, höchstens jeder mit 618,67 M. abgefunden, gegen 1892 18 Ausländer mit dem eberarbeit; die Lohnabzüge waren nur sehr unvollständig be aber 900 W. baar, vorhanden; in der Marsch 99 Hauptlehrer Gesammtbetrag von 12 654,04 m. und durchschnittlich 974,16 M. ridfichtigt u. f. w. Das wurde wesentlich auf Betreiben des stellen mit 1000-1200 m. 83 Organistenstellen sind da welche Rentenberechtigt waren am Schluffe des Jahres 1898 1081 50,50 = 26, 573,14 M. " " 75 zu · gezogen. Spredilaal. Inhalt desselben identifizirt zu werden. Mittwen, 3822 Waisen und 119 Aszendenten und 5565 Berlekte, hohe Pferd sehen. Nicht die Agitation der Kaufleute, sondern insgesammt 10 587 Personen gegen 9059 Rentenberechtigte im die wirthschaftlichen Verhältnisse haben den Wählern die Augen Jahre 1892. Von dem bedeutenden Geschäftsumfange giebt ein geöffnet und unserer Partei zugeführt. Apelt fonstatirte, daß Die Redaktion ftellt die Benugung des Sprechiaals, soweit der Raum dafür Bild die zur Absendung gelangten Schriftfäße, nämlich 121 631 dem Wahlverein sehr wenig Kaufleute angehören. Köster, abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Stück oder täglich durchschnittlich 405 Stück gegen 1892 103 898 obgleich selbst Kaufmann, ersieht aus dem Artikel Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem oder täglich 346 Stück. In dieser Hinsicht hat sich somit der Borchardt's, daß die Kaufleute leider noch sehr viel Geschäftsverkehr um 17 pet. gesteigert. Es fanden 58 Nach- Düntel zu besitzen scheinen. Borchardt bestritt, daß aus Zum Boytott der Philharmonie. Genossen und untersuchungstermine statt, in welchen 2457 Rentenempfänger feinem Artitel irgend welche Ueberhebung hervorleuchtet. Er Kollegen! Seit einigen Jahren ist der Boykott über die Philzur Vorstellung gelangten. Der Erfolg dieser Untersuchungen wollte damit lediglich seinem Kollegen Türk zu Hilfe kommen, harmonie verhängt und auch mit Erfolg aufrecht erhalten worden, ergab eine Rentenerſparniß an Jahresrenten von 134 367,50 m. der auf dem Kölner Parteitag bei der Agitation besondere Rück denn keine Gewerkschaft, welche auf dem Boden der modernen Das Schiedsgericht der Sektion II hielt 112 Sigungen ab, in fichtnahme auf das kaufmännische Proletariat verlangte und halte Arbeiterbewegung steht, hält dort ihre Feste ab. Nur der welchen 975 Entscheidungen gefällt wurden; unter diesen fielen das in der„ Neuen Zeit" behauptete aufrecht. Köster äußerte Verein Berliner Hausdiener hält es für nothwendig, 135 gegen die Sektion aus. Rekurse wurden im ganzen 294 noch, das Wissen vom Sozialismus sei leider beim Kaufmann am Sonnabend, den 27. Januar, in diesem Lokal seinen Maskeneingelegt gegen Schiedsgerichts- Urtheile; aus 1892 übernommen geringer als beim ersten besten Fabritarbeiter. Die Neuwahl ball abzuhalten, trotzdem besagter Verein schon zu wiederholten 130. Von diesen 424 wurden 246 zu Gunsten, 83 zu Ungunsten des Vorstandes ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Kräker, Malen behauptet hat, er stände auf dem Boden der modernen der Sektion entschieden, 3 wurden vor der Verhandlung zurück- 2. Vorsitzender Ladewig; 1. Kassirer G. Schulz, 2. Kassirer erklärte, nicht mehr gesperrte 2Lokale zu benußen, hat der beArbeiterbewegung, und der Berliner Lokalkommission gegenüber Georgy; 1. Schriftführer Köster, 2. Schriftführer Mahle; Welche Riesenprofite die modernen Industrie- Kartelle Robi hardt und Albo Idt gewählt. Nach längerer Diskussion im gesperrten Keller'schen Lokal, Köpnickerſtraße, und jetzt wieder, Beisitzer Wartenberg. Zu Revisoren wurden as check, treffende Verein es doch nicht unterlassen, im September v. J. Kohlhardt ihren Mitgliedern in die Kaffen und Truhen werfen, zeigt wurde beschlossen, gegen Nachzahlung von 20 Pfennig das wie oben angeführt, nach der Philharmonie zu gehen, the offen folgendes Beispiel. geschlossenen Zuckerraffinerien Desterreich- Ungarns stellte sich der Mitglieder zur Vertheilung zu bringen. Für die durch ein Kartell zusammen: Protokoll des Kölner Parteitages durch die Zahlstellen an die und Kollegen! Wir meinen, es muß hier thatkräftig vors Ferner gelangte gegangen werden, und zwar so, daß jeder zielbewußte Arbeiter Nuzen für Regie und Gewinn im Jahre 1890 auf 5,85 Gulden, folgender Antrag Schweizer's zur Annahme:„ Die General in dem Lokal wo er verkehrt, vom Wirth verlangt, daß Plakate zc., 1891 auf 6,58 Gulden, 1892 auf 8,25 Gulden und 1893 im versammlung beschließt: Bei vorkommenden Differenzen zwischen welche Anzeigen von der Philharmonie enthalten, entfernt Oktober auf 10,02 Gulden für den Doppelzentner. Der Rein- Mitgliedern, wenn ein Antrag auf Untersuchung oder Schlichtung werden, widrigenfalls man solches Lokal einfach vermeidet und gewinn, den die Fabriken allein durch Ausnutzung des Kartells der Streitigkeiten gestellt ist, haben diese sich nur an den Vor- dort nicht weiter verkehrt, wir bitten die Genossen und Kollegen, erzielten, betrug im letzten Jahre rund 4 Gulden. In Desterreich stand zu wenden. Sollte hier das Urtheil nicht zur Zufriedenheit in ihrem Kreise dafür zu agitiren, daß niemand die Philharmonie Ungarn werden jährlich 2,8 Millionen Doppelzentner Zucker ver- ausfallen, dann steht ihnen der Weg zur Generalversammlung welche in diesem Lokale stattfinden, besucht, aber jeder dafür braucht; 11,2 Millionen Gulden also beträgt die jährliche Steuer, ausfallen, dann steht ihnen der Weg zur Generalversammlung resp. die Feſte des Vereins Berliner Hausdiener, braucht; 11,2 Millionen Gulden also beträgt die jährliche Steuer, offen. Unter teinen Umständen dürfen derartige Erörterungen Sorge trägt, daß den betreffenden Leuten der Besuch boykottirter welche das Kartell den Konsumenten auferlegt. Aber auch das in öffentlichen Mitglieder- Versammlungen stattfinden." Von genügt dem Nimmersatt noch nicht. Es könnte ja eine neue Raffinerie erstehen und die Kreise des stören. Es soll deshalb noch eine neue Vereinigung gefchaffen werden. Die Rohzucker Fabriken in ihrer Gesammt geschaffen werden. Die Rohzucker Fabriken in ihrer Gesammt zahl sollen sich verpflichten, ihre Produkte entweder für den Export oder für eine der Kartell Raffinerien zu liefern; als Gegenleistung zahlt dafür das Kartell aus eigener Tasche an den Staat die Nachtragsteuer, welche bisher die Rohzucker Fabriken Gelingt der Plan- und ein Plener hindert ihn sicherlich nicht dann ist die Neuerrichtung einer Zuckerraffinerie in Desterreich auf Jahre hinaus unmöglich gemacht, und die Preissteigerung des Zuckers fann luftig ihren Fortgang nehmen. entrichten müssen. . # Hoch wurde bekannt gegeben, daß die in der vorigen General Lofale ein für allemal verleidet wird. Kartells versammlung von Pielide gegen Heinrich erhobene BeAlso Genossen und Kollegen, beweist am 27. Januar, daß schuldigung nach genauer Untersuchung sich als unwahr man Beschlüsse der organisirten Arbeiterschaft nicht ungestraft herausgestellt hat. Zum Schluß wird bekannt gegeben, daß verlegt. das Stiftungsfest des Vereins am 14. Januar in der Ressource der Haus- und Geschäftsdiener Deutschlands. Die Agitationstommission stattfindet. Eingelaufene Druckschriften. Wahlkreis hielt am 9. Januar seine Generalversammlung ab, Der sozialdemokratische Wahlverein für den vierten zu der sich die Mitglieder zahlreich eingefunden hatten. Die felben ehrten in der üblichen Weise das Andenken der ver- In dem Nachlak Friedrich Albert Lange's haben sich storbenen Mitglieder, Genossen Karl Hoppe und Schnürle. Ge- wissenschaftliche Auffäße über Erziehung und Erziehungsgeschichte noffe Lock verlas dann folgenden Kassenbericht für die Monate vorgefunden, die beweisen, wie eingehend sich der berühmte Oktober, November und Dezember 1893: Einnahme 772,90 M., Philosoph auch mit diesen Gegenständen beschäftigt hat. Der erste Zur Pflege ihrer Rekonvaleszenten haben die Wiener dazu Bestand vom vorigen Quartal 375,21 M., zusammen bezügliche Aufsatz ist vor kurzem in den Monatsheften der ComeniusGenossenschafts- Krankenkassen, welche in einem Verband ver- 1148,11 M. Die Ausgabe betrug 993,19 m., so daß Gesellschaft" veröffentlicht worden; weitere Beiträge werden einigt sind, kürzlich einen Betrag von 40 000 Gulden bewilligt. in das neue Jahr 154,92 m. Bestand übernommen folgen. Im Märzhest des kommenden Jahrganges wird Der Verband hat für diesen Zweck ein Haus mit Garten- und sind. Der Vorsigende berichtete hierauf, daß im letzten D. A. Elissen, der Biograph Lange's, zum Theil gestüzt auf die Wiesenland um den Preis von 23 000 Gulden angekauft; das halben Jahre 9 Versammlungen abgehalten und 3 Bro- neuen Beiträge, die Bedeutung des Verstorbenen für die ErGrundstück befindet sich in sehr günstiger Lage, sodaß es für seine schüren an die Mitglieder vertheilt sind. Ein Mitglied, den ziehungslehre darlegen, die bisher nicht genügend beachtet 3wecke sehr geeignet wird. Die Einrichtungs- und Adaptirungs- Tischler Choinadi, schloß der Vorstand aus, weil er er- worden ist. fosten sind mit 1500 fl. veranschlagt; die laufenden Jahresaus wiesenermaßen im Dienste der Polizei stand. Genosse Böhm Die Waffen nieder. Das neueste Heft( 12) der unter der Regaben wurden, wie folgt, berechnet: Verwaltungskosten 3650 fl., bedauerte im Vorstands bericht des weiteren die geringe Bedaktion von Bertha von Suttner im Verlag von E. Pierson Ausgaben für Arzt und Medikamente 420 fl., Verpflegung 6300 fl., theiligung der Genossen an den Wahlvereinen; von 151 000 bei in Dresden erscheinenden Zeitschrift hat wiederum einen in Summa also 10 370 fl. der letzten Reichstagswahl in Berlin für uns abgegebenen Stimmen mannigfaltigen und reichhaltigen Juhalt. Wir heben Die 48 Stundenwoche, welche, wie wir bereits mit- find in den Wahlvereinen nur etwa 5000 Witglieder. In den aus demselben Nachstehendes hervor: Dr. Robert Plöhn: International und Anti- National. theilten, fortan in den Armeewerkstätten Englands die Wahlvereinen Hamburgs, das 70 000 sozialdemokratische A. G. von Suttner: Die Soldaten der Zukunft. übliche Arbeitszeit bilden soll und zwar ohne Verkürzung der Stimmen hatte, find dagegen 17 000 Genossen. Eine Diskussion Eine Frage. Moriz Löhne, bedeutet einen großen Sieg der Verfechter des 8 Stunden- knüpfte sich an diesen Bericht nicht. Es tam vielmehr sofort der Adler: Das Ei des Kolumbus. M. Roda- Roda: Ein Husar. Joseph Leroux: Euere Nationalitäten. Karl tages. Ueber 20 000 Arbeiter werden von dieser Maßnahme be- Antrag Baumgarten auf Theilung des Vereins in zwei Vereine, troffen. Wichtig ist das Eingeständniß des Kriegsministers, daß einen für den Osten und einen für den Südosten, zur BerhandGraf Coronini: Völkerfrieden.-" Beitschau."-„ Für die angestellten Versuche ergeben haben, daß durch die Ver- lung. Genosse Wengels begründete denselben und wies den Verden Krieg." Gegen den Krieg."" Vermischtes." fürzung der Arbeitszeit um eine Stunde pro Tag die Qualität gleich mit Hamburg zurück. In Flugblattvertheilung, AufRorrespondenz."- Literarisches. Literarisches."-Briefkasten" u. f. w. der Arbeit sich ganz wesentlich verbessert habe, die Quantität aber bringung von Parteigeldern und Erzielung hoher Stimmenzahlen nur in unmertlichem Grade verringert worden sei. Mit der bei den Wahlen ständen die Berliner Genossen den Hamburgern Einführung dieser Reform dürfte aber auch mit dem nicht im geringsten nach. Das Experiment des s. 3. im„ Vorbem nicht im geringsten nach. Das Experiment des f. 3. im BorSystem der Ueberzeit- Arbeit endgiltig gebrochen sein, wärts" veröffentlichten Reorganisationsplanes sei nicht nöthig, so daß allmälig auch eine größere Zahl Arbeiter in diefen Staats: da die Berliner Genossen in tausend Vereinen organisirt sind, werkstätten Beschäftigung wird finden können. Dem Borgehen was in Hamburg nicht der Fall sein werde. Man solle lieber zu des Kriegsministers wird sich sein Kollege in der Admiralität der früheren Form zurückgreifen, wie es der vorliegende Antrag wohl nothgedrungen anschließen müssen, und bei der durch die wolle, dann könne das Reorganisations Experiment ja in dem beabsichtigte Verstärkung der Flotten bevorstehenden regeren Verein für den Südosten versucht werden, und wenn es dort Thätigkeit in den Schiffswerften eröffnen sich darum günstigere Erfolg bringe, so werde selbstverständlich der Verein für den Aussichten für mehrere Tausende jetzt zur Unthätigkeit gezwungener sten nicht zögern, sich ein Beispiel daran zu nehmen. Genosse Böhm bekämpfte den Antrag Baumgarten und hob hervor, daß Hände. Eine solche Reform läßt man sich eher gefallen, als die unter war Flugblatt- Vertheilung und Aufbringen von Geldern Hauptder Firma„ Sozialreform" in Deutschland übliche. Ist die Maß sachen, aber doch nicht die einzigen seien. Unter der jetzigen nahme aber einmal in den Staatswertstätten eingebürgert Form biete der Wahlverein zu wenig, nicht einmal eine Bibliothek und hat sie sich bewährt, so dürfte die Regierung auch der For- Hauptzweck der Wahlvereine. Um Referenten bestehe große habe er; dabei sei doch Aufklärung, Verbreitung von Wissen der derung der Arbeiter, den Achtstundentag gefeßlich festzulegen, geneigter sein, so daß dies Gesez nur noch eine Frage der Beit Noth, hervorragende Kräfte seien kaum zu haben, und sein fann in England. Eine Kohlenkrisis herrscht gegenwärtig in Rußland, hervorgerufen durch Arbeitermangel in den Kohlengruben. Die Lage der Kohlengräber in Rußland ist nämlich eine solch erbärmliche, daß selbst die anspruchslosen russischen Arbeiter nur vorübergehend sich zu dieser Arbeit herbeilassen. Der Mangel an Rohlen ist so groß, daß verschiedene Eisenbahnen bereits ihre Mobilisationsvorräthe angreifen mußten. Bei jeder der regelmäßig wiederkehrenden Kohlenkrisen erinnert sich der Staat seiner Pflicht und das Ministerium erläßt dann regelmäßig Warnungen und Anregungen" an die Kohlenindustriellen, für ihre Arbeiter etwas zu thun, Wohnungen und Schulen zu bauen, was den Kohlenbaronen natürlich niemals einfällt. " $ Bei reichem Juhalt fosten„ Die Waffen nieder" jährlich nur 6 M. bei vorzüglicher Ausstattung. Die gefiederte Welt. Wochenschrift für Vogel Liebhaber, Von Dr. Karl Ruß, Magdeburg. Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinrich Braun( Karl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die foeben erschienene Nr. 15 hat folgenden Inhalt: Der Gefeßentwurf betreffend die Abzahlungsgeschäfte. Von Amtsgerichtsrath Hermann Jastrow. Intensifitation der Arbeit und Verkürzung der Arbeitszeit. Von Carl Hirsch. Gefeßentwurf gegen Güterschlächterei. Abnahme der Lands bevölkerung in Mecklenburg.- Arbeitsnachweis in Rußland. Die Affumulation des Besizes in Amerika. Der Ab schluß der Erhebungen über die Arbeitsverhältnisse in deutschen Ladengeschäften. Von May Quard.- Aenderungen der ortsüblichen Tagelöhne. Kindliche und jugendliche Arbeiter in der deutschen Industrie. Ländliche Arbeitsverhältnisse in Jrland. Schußkartell der braunschweigischen Kaliwerte. -Schutz der Arbeiter in Töpfereien. Die Größe der Unfallgefahren in der Industrie.- Sizschemel für Pferdebahnfutscher. Von Georg Ledebour.- Universitäts- Ausdehnung in England. Chantanqua. Neue Revue. Wiener Literatur- Zeitung, Herausgeber: H. Often, Dr. Ed. Wengraf. Wien I. Verlag Ballnerstraße 9. Fürs Ausland vierteljährlich 3 M. 50 Pf.( Erscheint wöchentlich.) deshalb bleiben die Versammlungen des Vereins im Allgemeinen spärlich besucht. Daher empfehle er Reorganisation, Wie die russischen Bauern leben. Jn ,, Free Russia die sich im 6. Wahlkreis und in Hamburg bereits bewähre. ( Frei Rußland) finden wir bie Berechnung eines russischen Genosse Mattutat stimmt ihm bei und macht gegen die Theilung Statistikers, nach welcher eine Bauernfamilie von 8 Mitgliedern, das Bedenken geltend, daß sie nachtheilig, zersplitternd auf die wovon zwei voll arbeiten, in Rußland das Jahr durchschnittlich Agitation wirken werde. Die Genossen Karl Scholz, Baum108 M. braucht( 5 Pfd. St. 7 Shillinge 8 Pence) oder nicht garten, Vogt und Stein sprachen für die Theilung, die Genossen ganz 9 M. den Monat! Die größere Hälfte dieser Summe ist Dr. Heymann, Glocke und Zubeil dagegen. Genosse Gadegast für Instandhaltung der Hütte und des Landes, die kleinere trat für Beibehaltung des jeßigen Zustandes ein und brachte 522 M.- für Nahrung, Kleidung und Steuern, mit Miethe 2c. einen entsprechenden Antrag ein. Genosse Zubeil erklärte, eine Letztere Rubrik nimmt fast die Hälfte der Summe in Anspruch: Spaltung des Wahlvereins wäre tief zu bedauern. Er wendet sich Briefkaffen der Redaktion. 241/3 M. Von den übrig bleibenden 28/6 M. hat die Familie auch gegen den Antrag Mattutat und meint, wenigstens sollte man sich das zum Leben Nöthige zu kaufen, Kleidung und Viehfutter, noch mit der Reorganisation abwarten, wie sich die Sache im sechsten Conrad M. in Schfeudig. Das Buch enthält werthvolle, soweit das bischen Land es nicht liefert, eingeschlossen. Nimmt Wahlkreis bewährt. Legteren Vorschlag formulirte Redner als aber kritisch zu lesende Materialien zur Geschichte des Soziaman nun auch an, daß die Lebensmittel- Preise im ganzen um Antrag. Genosse Baumgarten zog schließlich seinen Antrag lismus, aber feine zusammenhängende Geschichte. Es ist keinesein Drittel bis die Hälfte niedriger find, als bei uns, so erhellt zurück und die Versaminlung lehnte den Eintritt in die Debatte wegs vollständig, soweit es sich nach den bisher erschienenen aus diesen Ziffern doch, in welch erbärmlicher Lage der russische über den Reorganisationsvorschlag der Genossen Böhm, Ledebo..r Lieferungen beurtheilen läßt. Uebrigens hat der Vorwärts" Bauer sich befindet. und Mattutat ab. Sie vollzog vielmehr sofort die Vorstands- schon vor 4-5 Monaten eine Besprechung des Buches gebracht. B. T. 97. Ist die Dauer des Miethsvertrags auf 1 Jahr wahl und bestimmte die Genossen Dr. Heymann zum Vorsitzenden, Hermann Vogt zum Stellvertreter, Babel zum ersten und Franz bis 1. April 1894 mit Ründigung 3 Monate vor Ablauf des Lehmann zum zweiten Raffirer, Runge zum ersten, Uebscher zum Vertrags vereinbart, so muß die Kündigung spätestens am 31. Dezember in den Händen des Vermiether 3 sein. Gelangt zweiten Schriftführer. die am 31. Dezember zur Post gegebene eingeschriebene Kündigung Der sozialdemokratische Wahlverein für den sechsten durch eine Verzögerung im Postbetriebe erst am 1. Januar in Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 9. d. M. im die Hände des Vermiethers, so muß der Miether diesen Zufall Rolberger Salon seine erfie diesjährige recht zahlreich besuchte tragen. Wird aber der eingeschriebene Brief dem Vermiether Mitglieder Versammlung ab. Die Versammlung ehrte das An- durch dessen Verschulden, dadurch z. B., daß er am 31. Dedenken der verstorbenen Vereinsmitglieder Rebhun und zember nicht zu Hause war, erst am 1. Januar bestellt, so ist die Erdmann in üblicher Weise und hörte sodann einen Vortrag Kündigung trotzdem rechtzeitig. des Genossen Hoffmann über die Frage: Wann beginnt die Ab. K. 1. Wenn ein Miethsvertrag nicht innerhalb 14 Tagen Revolution?" Redner zeigte, daß der Tag der friedlichen" nach dessen Abschluß gestempelt wird, so unterliegen Vermiether Revolution nicht erst anbrechen brauche, daß wir vielmehr und Miether der Stempelstrafe. bereits inmitten dieser stehen. Die blutige" Revolution 2. Der ursprünglich auf 1 Jahr oder für eine jährliche wünsche die Sozialdemokratie nicht, aber fürchte sie auch Miethe auf einen längeren Zeitraum geschlossene schriftliche nicht. Ein eventueller Ausbruch einer blutigen Revolution Miethsvertrag hat sich dadurch, daß Sie nach Ablauf der MiethsDer sozialdemokratische Wahlverein für den dritten bänge der Gestaltung der Verhältnisse ab. Dem zeit wohnen blieben, frillschweigend auf ein Jahr verlängert und Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 9. Januar Vortrage folgte eine rege Diskussion. An die Mitglieder erging verlängert sich jedesmal auf ein weiteres Jahr, wenn Sie bei feine vierteljährliche Generalversammlung ab. In der üblichen nochmals die dringende Aufforderung zur Abgabe ihrer genauen Ablauf des betr. Jahres nicht ausziehen. Daß Sie feinen neuen Weise ehrte die Versammlung zunächst das Andenken des kürzlich Adressen beim Hauptkassirer oder in den Zahlstellen behuss schriftlichen Vertrag erhalten haben, ist gleichgiltig. an der Proletarierkrankheit verstorbenen Genossen Knötschke. schnellerer Vertreibung der Protokolle vom Kölner Parteitage. Der Empfänger der Neujahrstarte tann wegen Der Vorsitzende Pielide gab hierauf einen furzen Bericht über Gine längere Erörterung fand die Kellnerfrage in dem Pape schen Beleidigung Privatklage erheben. Die Erhebung der öffentlichen die Thätigkeit des Vorstandes bezw. des Vereins im verflossenen Lokale. Wie behauptet wurde, zahle Herr Bape mit die niedrigsten Klage wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften oder Abbildungen Jahr. Der Vorstand habe das Bewußtsein, im vollsten Maße Kellnerlöhne. Auch sollen die beiden bei ihm arbeitenden Kellner ist, wenn die Neujahrstarte dem Adressaten unter verschlossenem feine Schuldigkeit gethan zu haben, leider könne dasselbe nicht vom Arbeitsnachweis der organisirten Gastwirthsgehilfen, Rouvert geschickt wurde, äußerst unwahrscheinlich. allen Vereinsmitgliedern von behauptet werden. sondern von einem Kommissionär bezogen worden sein, welcher Karl Prochnow. 1. Konsumvereine dürfen nur an MitFrizz pflichtete legterem bei und ermahnte die Genoffen, für eine Stelle 10 M. gefordert und 8 M. erhalten habe. Diese glieder verkaufen. 2. Tabatarbeiter Genossenschaft Hamburg. im neuen Jahre vollzähliger am Plage zu sein, Angelegenheit soll durch die Delegirten der Kellner der Gewerk- Eimsbüttel, Schäferstr. 19. Denn der Ruf bei Flugblattverbreitung 2c. an sie ergehe. Weiter schaftskommission unterbreitet werden. D. M. Die Frage ist zweifelhaft. Sprechen Sie Dienstag, wendete sich Frig gegen einen in der„ Neuen Zeit" enthaltenen Der Verband der Sattler und Tapezirer tagte am 6. d. Mittwoch oder Donnerstag Abend zwischen 71/2 und 81/2 Uhr in Artikel des Genossen Borchardt, worin derselbe die glänzen- Die Bersammlung beschäftigte sich zunächst mit dem Jahresbericht. der Redaktion vor. den Erfolge bei der Reichstagswahl namentlich im 3. und Nach einer Uebersicht über die Zahl der Versammlungen und B. S. 49. 1. In Berlin ist das Gewerbe wegen der 5. Kreis der eifrigen Agitation der Kaufleute zuschreibt. Die äußerst Sigungen gab der Kassirer den Kassenbericht für das 3. Quartal, Gewerbesteuer bei der Direktion für die Verwaltung der direkten geringe Betheiligung der Kaufleute bei den Kommunalwahlen- der in Einnahme 186,38 M. aufweist, dem eine Ausgabe von Steuern, wegen der Unfallversicherung beim Polizeipräsidium ansammen in den drei Bezirken des 3. Kreises haben von 2252 154,30 M. gegenübersteht. Die Neuwahl des Vorstandes ergab zumelden. 2. Einmalige Meldung genügt. 3. Fragen Sie die eingeschriebenen faufmännischen Wählern bei den letzten Stadt- folgendes Resultat: Vorsitzender Blum; Raffirer Matschulet; genannten Behörden. verordnetenwahlen 593 freifinnig und nur 60 sozialdemokratisch Schriftführer Förster; Beisiger Pfeffer und Lange; Re- 6000. Sch. 2. S. Ja, zulässig ist der Vermerk. Ob er gewählt rechtfertige diese Behauptung keineswegs. Schweiger visoren Standte und Stör und als Bibliothekare Bongrah rechtliche Wirkung hat, werden Sie aus der Entscheidung des Gerichts erfahren. billigte gleichfalls nicht, daß sich die Kaufleute derartig aufs und Sikirsti. nicht Versammlungen. gu= von " 21. G. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. =