Ur. 310. Abonnemcnts-Bedinsungen: MonnementS- PrciZ pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Ml, mono«. 1,10 Ml, wöchentlich 28 Pfg. frei Üi3 Haus. Emzelnc Nummer S Pfg. Sonntags- niunmer mit illustrierter Sonntags. Beilage.Die Neue Well" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband sür Dcutlchiand und Oesterreich. Ungarn 2,50 Mark, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Aumänien. Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. Osch ii dl laglich. Verlinev VolkesblAkk. Die Tnferfions--6ebül)r beträgt sür die sechsgcspaltcnc klolonel- zeile oder deren Rann,«i Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins» und Bersamniliings-Anzcigcn no Pfg. „Nleine Anreisen", das seltgedrinlic Wart 20 Psg. l zulässig 2 settgednukte Worte), jedes weitere Wort lv Pjg. Stellengesuche und Schlafftellenan. zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weilerc Wort 5 Pfg. Worte über lüBnrli- slaven zählen für zwei Warle. Inserate kür die nächste Nimniicr inüisen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telcgranim- Adresse: „S»!li»lliml»lkiit Berlin". ZentraUmyan der foztaldemokratifcben Partei Deutfchlands. Hcdahtion: 8M. 68, Jlindciistrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplan, Nr. IttSst. Dienstag, den 25. November 1913. I Sxpedttion: 8Ll. 68, Lfndcnstraeac 69. Fernsprecher: Amt Moristplitti, Nr. tti»8ll. ver Reichstag. Unter eigenartigen Umständen tritt der Reichstag zn- sammen. Eine schleichende Krise erfaßt einen Industriezlveig nach dem anderen, die Arbeitslosigkeit wächst und eine tiefe Unzufriedenheit grollt in den Massen. Die Teuerung hält an, der Winter steht vor der Tür, aber Feierschichten und vcr- kürzte Arbeitszeit mindern auch das Einkommen derer, die noch so glücklich sind, Beschäftigung zu haben. Es wäre die dringendste Aufgabe des Reichs- tagcs, mit aller Kraft und aller Eile daran zu gehen, das Verhängnis, das wieder einmal über die Lohnarbeiterschaft hereingebrochen ist, wenigstens einigermaßen zu mildern und den Arbeitslosen endlich jene Hilfe zu gewähren, auf die sie, die von den Elenientarmächten der kapitalistischen Wirtschafts- Unordnung betroffen werden, denselben Anspruch haben wie Landwirte, die von den Elementarmächten der Natur, von Hagelschlag oder Ucberschlvemmung geschädigt werden. Es wäre die u 11 a b w c i s l i ch e P s l i ch t des Reichs- tags, gerade auf dem Gebiete der Arbeitslosenfürsorgc endlich einen Anfang zu machen und der deutschen Arbeiterklasse zu geben, was die englische, die von keinen Wuchcrzöllcn ans- geplündert, durch keinen llllilitärdienst belastet ist, bereits bc- sitzt. Denn die Majorität des Reichstags hat ja die Wirt- schaftskrise noch verschärft, indem sie die unproduktiven Militärausgaben so niigehcnerlich gesteigert hat. Daß den neuen Lasten endlich einmal ein Fortschritt in der Sozialpolitik folge, das erscheint der Arbeiterklasse Deutschlands als eine nur allzu billige Forderung. Und ihre Erfüllung wäre schließlich zugleich die Voll- ziehung des Gebots der politischen Vernunft. Wirkt doch nichts aufreizender und aufpeitschender auch auf den ittdifferenkesten Arbeiter als die Arbeitslosigkeit, diese fürchterliche Tatsache, daß einer, der arbeiten, der die nütz- lichcn Gegenstände herstellen will, deren er und seine Klassen- genossen bedürfen, von Fabrik zu Fabrik wandern muß, vergeblich und erfolglos, tagaus, tagein. Diese Massen- Aussperrung der Krise, die von niemandem gewollt ist, die nur Schaden und Not bringt, aber die unentrinnbare Folge des kapitalistischen Systems ist, dieser Wahnwitz ist es. der mehr als alles andere daS Proletariat zuni Todfeind dieser Gesellschaftsordnung macht und machen muß. Deshalb ist alles, was die Not der Arbeitslosigkeit mildert, im Grunde genommen eine Maßnahme, die die bürgerliche Gesellschaft in ihrem eigenen Interesse treffen müßte, wenn sie zu großzügiger Reformpolitik noch fähig wäre. Aber diese Fähigkeit hat sie je länger je mehr eingebüßt. Sie hat die Hoffnung verloren, daß die Arbeiterklasse sich um das Linsengericht einzelner Reformen ihr Erstgeburtsrecht auf den Sozialismus abkaufen lassen werde. Und statt an Reformen denkt sie an neue Unterdrückung. Selten noch ist der Klassengegensatz, der die Arbeiterschaft von der bürgerlichen Welt scheidet, so plastisch in Erscheinung getreten wie eben jetzt, da der Reichstag zusammentritt. Während die Arbeiter unter dem Druck der Krise leidenschaftlicher als je die Fortführung der Sozialpolitik fordern, haben sich die anderen zu einem Attentat auf das wichtigste Grundrecht der Arbeiterklasse gesammelt. Nicht Arbeitslosenfürsorge, sondern Knebelung der Arbeitenden, ist der Schlachtruf, mit denen jene den Zusammentritt des Reichstages begrüßen. Die Feinde der Arbeiterklasse bereiten einen neuen H u- griff auf das Koalitionsrecht vor. Tic Konservativen haben die 5kampagne mit dem Stich- wort des Schutzes der Arbeitswilligen geführt. Sic haben mit größter Zähigkeit und Ausdauer gearbeitet. Sie haben Agrarier, großindustrielle Scharfmacher und reaktionäre Mittelständler zu dem„Kartell der schaffenden Stände", das heißt zu einem Kartell der ständigen Scharfmacher vereinigt, unaufhörlich die Regierung bearbeitet und sie dürfen sich sagen, nicht umsonst geschuftet zu haben. Bis in die Reihen der Fortschrittlcr hinein hat diese Hetze Widerhall gefunden. Ans den ersten Blick könnte es beinahe merkwürdig scheinen, daß ausgerechnet die Junker an die Tete der Koalitionerechtsfeindc sich gesetzt haben und mit einer Be- geisterung kämpfen, die sonst nur durch eine Erhöhung der Wucherzölle in ihnen ausgelöst wird. Denn den Arbeitern, die die Junker ausbeuten, ist ja das Koalitionsrccht geraubt und ein großer Teil steht unter dem schmach- vollen Ausnahmerecht der Gesindeordnungcn. Aber die Konservativen wissen, was sie tun. Indem sie sich aufs neue als zuverlässigste und skrupelloseste Prätoriancrgarde des scharf- machcrischen Großkapitals bewähren, hoffen sie den National- liberalen das Wasser abzugraben und die reichen Wahl- subsidien der Großindustrie in die eigenen Kassen zu lenken. Indem sie an die antisozialen gewcrkschaftsfeindlichen Instinkte der Kleinmeister und Kleinkapitalisten appellieren, hoffen sie, in diesen städtischen Schichten neue Hilsstruppen für ihre agrarischen Raubziele zu lvcrben. Und indem sie sich au Wählerschichten der liberalen Parteien heranmachen, dürfen sie hoffen, diese Parteien selbst � einzuschüchtern und in ihnen Werkzeuge für ihre Pläne zu finden. Ist es ihnen erst gelungen, die Nationalliberalen für einen neuen Vorstoß gegen die Arbeiterklasse zu gewinnen, dann sind diese ihnen wieder ganz verfallen. Hat Herr Baffermanir sein Wahlversprechen, soziale und liberale Politik treiben zu wollen. erst vollends verraten, zeigen er und seine Leute erst wieder ganz ihre wahre Natur als politische Hausknechte des Scharfmachertums, haben sich die Fortschrittler erst wieder einmal als unsichere Kantonisten aufs neue konipromiitiert, dann ist die Wahlniederlage weit- gemacht, dann sind die Konservativen wieder die Herren des Reichstages, tvenn es zur Beratung der Zoll Politik kommt und können trotz Teuerung und Flcischnot der Erneuerung der Handelsverträge beruhigt cutgegensehcn. So bedeutet die Entscheidung für und gegen den„Arbeits- Willigenschutz" für die Liberalen zugleich die Entscheidung über ihre politische Zukunft. Aber der Zähigkeit und Energie der Konservativen haben die Liberalen nichts Gleiches entgegenzusetzen. Haltlosigkeit und Feigheit regiert wieder einnial ihre � Reihen. Die Nationaliiberaleu sind schon halb um- gefallen und haben eine Kommission eingesetzt, in deren Dunkel die reaktionären Altliberalen sehr gut zu nmnkelu wissen werden. Der Jndustrierat des Hansabundes hat mehr getan als die Konservativen gehofft hatten und eine Resolution gefaßt, die Geist vom Geist der Scharsmacher atmet. Und kaum hatten diese Herren, unter denen auch ein- flußreiche Fortschrittler sich befinden, solche Töne auf der kon- servativen Flöte geblasen, als Herr Kops ch diese Geräusche recht melodisch fand. Man sieht, die Konservativen kenneu ihre Pappenheimer. Aber auch wir kennen die Herren, und wissen, daß das Koalitionsrccht der Arbeiter, die Grundbedingung der gcwerk- schaftlichen Organisation, von deren Stärke die Lebenshaltung der Arbeiterschaft unmittelbar abhängt, den Unternehmern allen, den fortschrittliche» und nationallibcralen ebenso wie den konservativen und klerikalen, bis in den Tod verhaßt ist. Wir wissen, daß jeder Versuch, eS anzutasten, au den Lebensnerv der Aufstiegbewegung des Proletariats geht und deshalb ein solcher Angriff auch nur einen unbedingten und zuverlässigen Gegner hat, die Arbeiterschaft selbst. Aber so ernst wir einen jeden solchen Angriff auch nehmen, so wenig wir den Erfolg, den der konservative Vorstoß schon jetzt erzielt hat, unter schätzen, so klar wir die Regierung als ein gefügiges Werkzeug in- den Händen der Junker und Großkapitalistcn erkannt haben, der neueste Attöntatsplan unserer Gegner schreckt uns nicht. Der Reichstag der Hundertels Sozialdemokraten ist kein sehr taugliches Mittel für Scharfmacherpläne und in einem Kampf um das Koalitionsrecht stünden hinter den III die Millionen draußen, bereit, mit aller Macht, die dem Proletariat zur Verfügung steht. zur Unterstützung der Fraktion einzugreifen. Wenn selbst die zahmsten Harmouieverbände von Angestellten, wenn selbst die christlichen Gewerkschaften, die im Ruhrstreik gezeigt haben, welchen Arbciterverrats sie fähig sind, energisch gegen den geplanten Koalitionsraub protestieren, dann mögen sich die Gegner mitsamt ihrer Regierung doch mal erst die Frage vor legen, wie wohl die Aktion der sozialdemokratischen Arbeiter- schaft ausfallen würde! Aber wenn die Herren über das Koalitionsrecht verhandeln wollen, dann sind wir allerdings sehr gern bereit. Auch wir halten dies für bringend nötig. Das K 0 a l i t i 0 n s- recht bedarf dringend der Ausgestaltung. Der Schutz der Arbeiter vor dem Arbeitswilligeugesindrl wird nachgerade inimer nötiger: die Gesindeordnungeu und das Koalitionsvcrbot für Landarbeiter müssen beseitigt werden; die Ausnahmebestimmung der Gcsindeorduung über Nötigung muß fallen, die schmähliche Anwendung des Erpressungsparagraphen unmöglich gemacht werden, um nur die dringendsten Reformen zu nennen. Gegenüber dem Vorgehen der Gegner darf nicht bei der Abwehr stehen geblieben werden; zum Kampf f ü r S ch u tz u n d A u s b a u des Koalitionsrechts muß die Arbeiterklasse Deutschlands aufgerufen werden! Gegenüber den Grundproblcmen der Sozialpolitik, wie sie die Arbeitslosenversichernug und das Koalitionsrccht darstellen, treten die anderen Aufgaben des Reichstags zurück. Das Gesetz über die Sonntagsruhe bedarf einer gründlichen Ausgestaltung, uni den Forderungen der Augestellten und Ar- bester halbwegs zu genügen; aus dem Spionagegesetz muß vor allem die Bedrohung der Preßfreihcit entfernt werden; das Znstandekommen des Rcichspetroleum monoPols wird in erster Linie davon abhängen, ob die Garantien gegen eine Preissteigerung ausreichend sein werden. Zu Beginn seiner Tagung wird der Reichstag auch in einer wichtigen politischen Frage Stellung nehmen müssen. Indem die Regierung sich trotz ihres Versprechens weigerte, den Vorschlag unserer Frakrion auszuführen und Genossen Liebknecht in die Rüstungskommission zu berufen, hat sie sich eine Verletzung der Rechte des Parlaments gestattet, die energischer Zurückweisung bedarf. Es wird sich zeigen, ob die bürgerlichen Parteien den Anlaß, den unsere Interpellation bietet, zur Wahrung der Würde des Reichstags benützen oder ob sie diese Aufgabe unserer Fraktion allein überlassen werden. Die deutsche Arbeiterklasse sieht ohne große Erwartungen, aber erst recht ohne Unruhe oder gar Mutlosigkeit der koni- mendcu Tagung und ihren Kämpfen entgegen. Sic ist zu sehr geschult, um sich Illusionen hinzugeben und sie weiß, daß auch die stärkste sozial demokrattsche Fraktion nicht Wunder verrichten kann. Hat sie doch gelernt, wie klein innerhalb des Kapitalismus infolge des Widerstandes der herrschenden Klassen 1 der Spielraum für die Verbesserung ihrer Lage ist. Sie weiß, daß gerade ihre wachsende Stärke die Vereinigung der Be- sitzenden gegen die Arbeiterklasse beschleunigt. Sie kämpft mit ihrer ganzen Kraft, um der jeweiligen Situation die größten„positiven Erfolge" abzuringen. Aber sie ist nicht enttäuscht, wenn einmal der steinige Boden des bürgerlichen Parlamentarismus auch spärliche Ernte versagt. Denn die sozialdemokratischen Arbeiter kennen das Wort von Marx: „Das eigentliche Resultat ihrer Kämpfe ist nicht der unmittelbare Erfolg, sondern die immer weiter um sich greifende Vereinigung der Arbeiter." Ob der Reichstag uns unmittelbare Erfolge bringen wird, steht dahin und steht nicht in unserer Hand allein. Daß er uns Schaden zufügen wird, das wird unsere Stärke zu ver- hindern wissen, Aber was ganz bei uns steht, ist, die„Vcr- cinigung der Arbeiter" mächtig zu fördern. Die bevorstehenden sozialpolitischen Kämpfe werden in klarster Anschaulichkeit die Klassengegensätze zwischen Bourgeoisie und Proletariat zur Erscheinung bringen. Nützen wir die Stunde, um ausdauernd und hartnäckig die Indifferenten aufzuklären, neue A r- b e i t e r m a s s e n in unseren Organisationen zu vereinigen! Dann leisten wir gute Arbeit, dann mehren wir unsere Macht, dann sichern wir uns den dauerndsten Er- folg, dann nützen wir den Parlamentarismus und schaffen die Vorbedingungen für künstige größere Kämpfe und Siegel Sie SchliläentVittichsN des Reiches. Am 30. September 1913 hatte das Reich Anleihen begeben in Höhe von 4 897 229 300 M. Bon dieser ungeheuren Summe entfällt der Löwenanteil auf Heer und Marine und zwar komm: ans daS Heer 1 982 931 390 M., auf die Aiarine 1 280 064 481 M- In der Summe für das Heer ist ein Betrag von 309 821 428,79 M- enthalten, der für den Bau solcher Eisenbahnen verivendct wurde' die im Interesse der LandeSvcrteidigniig als notwendig erachtet tvurden. Für die Reichseisenbahnverwaltung wurden außerdem von der Schuldsumme des Reiche» 349 914 899 M. verwendet. Die Er« Werbung der Reichsdruckerei hat 4 872 600 M. gekostet. Der Kaiser- Wilbelm-Kanal 196 000 000 M., davon hat Preußen gedeckt 49 099999,84 M.. sodaß au» Anleihemisteln 106 Millionen zu decken waren. Preußen war dem Reich gegenüber sogar splendid, denn eS hat 90 Million?» Mark bezahlt, also 16 Pfennig zuviel und diese 16 Pfennig find dann auch sorgfältig als ein besonderer Posten in den DecknngSmitteln des Reiches angeführt! Der 5trieg gegen die Herero hat dem Reich zu einer Schulden« last von 330 607 490 M. verholfen. Lange nach Abschluß dieses glorreichen Krieges kamen noch Aachsorderungen in Höhe von 23 700 000 M., sodaß sich die gesamten Kosten auf 404 307 490 M. belaufen. Südwestafrika erhielt außerdem ein Darlehen zu Eisen- bahnbauten von 19 000 000 M. DaS Reich, das selbst borgen muß, konnte dieses Darlehen natürlich nicht au» eigenen Mitteln geben, sondern be» stritt eS aus den Anleihen. Gleichfalls ans den Anleihen erhielt Spanien 16 790 000 M. als Entschädigung dafür, daß es uns die Karolinen-, Mariannen- und Palua-Jnseln abgetreten hat. Togo hat vom Reich ein Darleben von 7 800 000 M. erhalten und eine Expedition in das ostafrikanische Gebiet verschlang 1 793 187 M, der Boxerkrieg in Asien kostete dem Reich 369 Millionen, davon gingen auf Anleihe 289 697 468 M. In den ersten Jahren des neuen Fährhunderts sind sogar Schulden gemacht worden zur Deckung der Ausgaben des ordentlichen Etats, die berühmten Z u s ch n ß a n l e i h c». 1908 bis 1904 wurden für diese Zwecke aufgenommen 81 729 619 M.. von 1909 bis 1909 dann noch 168 487 379 SR Vom Jahre 1996 ab sind dann den Einzelstaaten Matrikularbeiträge gestundet ivorden, in der Hoffnung, daß die Finanzen des Slieiches sich bessern würden. DieseHoffnnng hat sich natiixlich als trügerisch erwiesen. Diele gestundeten Matrikularbeiträge beliefcn sich bis zum Jahre 1909 auf 149 878 976 M. und konnten nun von den Einzelstaaten erst recht nicht mehr bezahlt Ivcrden. Die Summe wurde deshalb auf Anleihe genommen, und um die Finanzen der Einzclstaaten nicht allzusehr zu zerrütten, tvurden die Matrikularbeiträge auf 80 Pf. pro Kopf der Bevölkerung festgesetzt. Schulden eines Gemeinwesens sind nicht schlimm, wen» sie sür werbende Zwecke gemacht werden. Solche Schulden bat das Reich allerdings nicht viel, es können hierfür nur in Frage kommen— in der Hauptsache wenigstens— die Anleihebeträge für die Reichs« post mit 428 746 000 M. und die Ausgaben zur Förderung zur Her- stellung geeigneter Kleinwohnungen für Arbeiter und llnterbeamte, in Höhe von 29 094 094 M. Man darf dabei aber nicht übersehen, daß auch die 4000 Millionen Mark an? der französischen KnegSentschndi- gung zum größten Teil für militärische Zwecke ausgegeben worden sind. Eine weitere sprunghafte Erhöhung der Schuldenlast des Reiche» durch die neue Militärvorlagc ist zwar durch den Wehr« beitrag vermieden worden, die Entwicklung des Militarismus und des MarinismnS bringt es aber mit sich, daß die Schulden des Reiches immer weiter steigen, bis daS Volk, das die Zinsen mit aufbringen muß, einmal in der Lage ist, dieser tollem Wirtschaft ein Ende zu machen. Mentenracbe. Auf die Kennzeichnung seiner Entwickelung vom radikalisierenden Boulevard-Feuilletonisten zum Interviewer de» zarischcn Minister- Präsidenten hat Herr Theodor Wolfs fein still geschwiegen, so wenig sonst bescheidenes Schweigen die Art dieses Mannes ist. Gestern aber, in: Montagsblatt, ereilt uns die Rache. E» ist ein schöner Artikel, zwar nicht über reisende Minister- Präfidenten, sondern nur über geringere Reisende, über die »Wa»deri>ögel" nämlich. Und es ist eine schöne Gesinnung. Herr Th. Wolfs hotrberfterkt, dag verschiedene Kräfte am Werke sind, um in diese bürgerlichen Jugendvercine den Antisemitismus zu tragen. Der Ausschlug jüdischer Kinder wird da gefordert, die alldeutsche Tendenz macht sich immer mehr breit und mit groger Wärme erhebt Herr Theodor Wolff gegen solche Verderbnis der ftatutengemäg un- politischen Wandervereine Protest. Doch ach! Eine unangenehme Gedankenassoziation hat Herrn Th. Wolff während der Abfassung des so herzenswarm geschriebenen Artikels belästigt. Ter edel Gesinnte, der zuverlässige Feind anti- semitischer Roheit und Rückständigkeit ward plötzlich von Gewissens- skrupeln gepackt. Er sah sich in einem vornehm ausgestatteten Gemach und vor ihm jenen bewunderten Weltmann, Herrn Kokowzew, de» Ministerpräsidenten deS Beilis-ProzesseS, den selbst Herr Witte» ivie im„B. T.' zn lesen war, unverhohlen als den Hauptschuldigen dieser Infamie beschuldigt hatte. Er sah sich im Geiste wieder vor dein Schntzherrn der Pogromisien, dem der blut- und schmutz- triefendste Antisemitismus ein notwendiges Requisit im Arsenal seiner Ilnterdriicknngspolitik ist, und erinnerte sich, dag er damals nicht vor edler Entrüstung flammte, sondern aufmerksam lauschend als Welt- mang, AllerweltSmann vor dem andern stand. Diese Gedankenverbindung hielt Herrn Wolff eine Zeitlang in Bann. Könnte der Leser nicht am Ende auch an Kokowzew und Beilis denken, während er die schöne Entrüstung zur Abwehr des Antisemitismus bei den Wandervögeln in sich hineinschlürft? Herr Wolff muffte sich auf jeden Fall von solchen Gedanken befreie». ES gelang. Mitten im Artikel— fast hätte unsere Flüchtigkeit eS über sehen— findet sich noch eine Klage über die zunehmende Plattheit deS politischen Kampfes(Herr Wolff ist ja jetzt für Weltgewandtheit) und nun kommtS:»da auch ein hervorragender Teil der sozial- demokratischen Presse in den Händen- stumpfsinniger Krakeeler ist. Da haben wir also unsere lange Nase weg, die Herr Wolff hinter unserem Rücken hernracht... Aber wir können ihn lausen lassen. Hat er doch seine Strafe schon weg und die einzig richtige dazu: muffte er sich selbst ja schon die verdietiten.Ohrfeigen applizieren. Mit behaglichenr Schmunzeln konnten wir in dem Blatte der Herren Wolff und Kokowzew am Sonntag ein Telegramm ans Petersburg genieffe», in dem zu lesen war, dag sogar Herrn Gutschkow, dem Führer der reaktionären Oktobristenpartei, die Auffassungen Herrn WolffS zu reaktionär sind. Halte Herr Wolff Herrn Kokowzew bescheinigt, dag er durchaus kein schlimmer Bureaukrat sei, hatte er ihm gläubig nacherzählt, dag er für eine ehrliche Verwaltung wirke und so einer künftigen ' Revolution vorbeuge, so erklärt der frühere Dumapräsident, ' der eher rechts als links vom Freiherrn v. Zedlitz steht, ,dic gesamte Bureaukratie RufflandS für korrumpiert, ihre Auffassung von der inneren Lage Ruglands für offenen Hohn und für- eine Her aus forde rung und versicherte, daff die ' gegenwärtige innere Verwaltung Ruglands einer schweren .inneren K a t a st r o p h e entgegentreibe. So ist in seinem eigenen Blatte Herr Wolff abgeführt worden. Mehr können auch wir nicht verlangen, lind damit adieu, Herr Theodor!__ Die flrbeitsloFIgkelt. ms-.ii. Iu Erfurt hatten die Gewerkschaften am 2ö. August d. I. eine Eingabe an den Magistrat gerichtet, in der Vorschläge zur Milderung der Arbeitslosennot geniacht wurden. Endlich am lö. November, nachdem noch einnial schriftlich daran erinnert worden war und das Gctverkschaftskartell gegen diese Art der Behandlung der Arbeiter- schaft öffentlich protestiert hatte, traf Antlvort ein, die teils ablehnend. teils ausweichend lautete. Am Sonuabend fand nun eine von über .tausend Personen besuchte öffentliche Volksversammlung statt, die sich mit den Aufgaben des Reiches und der Stadtverwaltung in der Arbeitslosenfrage beschäftigte. Am 15. November wurden in Erfurt von 31 Gewerkschaften 434 Arbeitslose gezählt, im Laufe der Woche wurden 147 neue Eni- lässungen angekündigt. Aufferdem wurden 433 unorganisierte arbeitS- lose Arbeiter gezählt, so dag eS jetzt schon in Erfurt über tausend arbeitslose Berufsarbeiter gibt. Viele Hunderte andere arbeiten mit verkürzter Arbeitszeit. Vorschläge zur Arbeitslosenfürsorge hat die Ortsgruppe Berlin des Reichsvereins liberaler Arbeiter und Angestellten sämtlichen Groff- Berliner Gemeindeverwaltungen in einer Entschließung zustellen lassen, in der folgende praktische Magnahmen vorgeschlagen werden: 1. So- fortige Inangriffnahme aller in Aussicht genommenen öffentlichen Arbeiten der Gemeinden. 2. Vornahme von Notstandsarbeiten zur Beschästigung von geeigneten Arbeitslosen unter Zahlung der für ähnliche Arbeit ortSgebräuchlichen Zeitlöhne. Die Gemeinden sollen besonders die Arbeitslosen deS Baugewerbes mit der Herstellung von Kleinwohnungen beschäftigen. 3. Sofortige Einrichtung von A r b e i s l o s e n h i l s S k a s s e n, die an alle seit acht Monaten in der Gemeinde wohnende Arbeitslose eine tägliche Unterstützung von einer Mark zahlen. Für die organisierten Arbeitslosen geschieht die Auszahlung dieser Unterstützungen und die Kon- trolle durch ihren Berufsverein, für die übrigen Arbeitslosen durch den öffentlichen Albeitsnachweiü oder die Gemeinde- kasse. 4. Die Gemeinden richten an die königliche StaatSregierung das Ersuchen, daff den Gemeinden, die Arbeitslosenfürsorge ein- geführt haben, aus Staatsmitteln Zuschüsse geleistet werden, ähnlich wie dies in Bayern eingeführt ist. 5. In den Gemeindebetrieben und Bureaus sind Arbeiter- und Angestellten-Entlassungen bei dem jetzt herrschenden wirtschaftlichen Niedergang nach Möglichkeit zu vermeiden. Außer diesen sofortigen Maßnahmen machen wir für den Zweck- verband Groß-Berlin folgenden Vorschlag: Die Vertreter der Ge- mcinden wirken in dein Zweckverbaud dahin, daß bei der königlichen Staatsregierung beantragt wird, das Arbeitsgebiet deS Z w e S v e r b a n d e S auf die Arbeitslosenfürsorge und den Arbeits- Nachweis auszudehnen.___ für die politischen Gefangenen Mlands! Wir tverden um die Veröffentlichung des nachfolgenden Protestes gegen die Gefängnisgreuel des zarischen Rußlands ersucht. Ter Aufruf ist von einer großen Anzahl der hervorragendsten Politiker, Schriftsteller und Künstler Deutschlands und des Auslandes unterzeichnet. Er lautet: Seit der Verkündung der verfassungsmäßigen Freiheit im Ol- tober 1S0S sind über bierzigtausend Personen Ivegen politischer Bergehen in Rußland verurteilt worden. Davon wurden über dreitausend hingerichtet, über Hehn tau send in den Totenhäusern der.Katorga' eingekerkert. Die- Mehrzahl dieser Verurteilungen erfolgte durch Stand- g e r i ch t e. Die jüngste Amnestie aus Anlaß des RegierungSjubiläumS der Romanotos hat die politischen Gefangenen kaum berücksichtigt, ihre entsetzlichen Leiden hat sie meist völlig unverändert bestehen lasse» Die Freiheitsstrafen werden bei den gegenwärtigen Zuständen in Rußland zur unerträglichen Marter. Untereriiährung bis zum buchstäblichen Verhungern, lleberfüllung der Gefängnisse bis zur Unmöglichkeit, auch nur den nackten Fußboden als Lagerstätte zu benutzen, und eine alles menschliche Gefühl verhöhnende Behandlung der Gefangenen lassen die Gefängnisse zur wahren Hölle werden. Zehn Kopeken, das sind 21'/, Pf., wirft die Verwaltung für die Beköstigung des Gefangenen im Durchschnitt auf den Tag aus; da- von wird aber noch ein großer Teil durch Willkür und durch Untreue der Beamten seinem Zweck entzogen. .. Zusammengepfercht in überfüllten Räumen, die den elementarsten Anforderungen der Hygiene und Sauberkeit ins Gesicht schlagen. werden die elend verpflegten Gefangenen fast ohne jede ärztliche Hilfe verheerenden Epidennen ausgeliefert. Skorbut, Typhus und Tuberkulose dezimieren ihre Reihen. In manchen Gefängnissen ist die jährliche Sterblichkeitsziffer auf 12 Proz. gestiegen. Die Gefängnisse werden oft zu Krankheitsherden für die ganze Umgebung. Gefangene mit langjährigen Freiheitsstrafen, und das sind die meisten„Politischen", sind unentrinnbar zur grausamsteil Todesstrafe, zu„langsamenr Sterben" verurteilt. Furchtbar ist die persönliche Behandlung der Gefangenen, im Untersuchungsgefängnis nicht minder als im Slrafgesängnis. Folter nn gen bei den Verhören, schwere Mißhandlungen und Durchpeitsch ungen von Männern und Frauen sind. in Prozessen festgestellt, jedeS Jahr in der Reichsduma erörtert worden. Eine wahre S e l b st m o r d e p i d e mi e ist unter den Gefan- genen entstandenen. Die Unglücklichen sehen im Selbstmord die einzige Erlösung; viele von ihnen geben sich hierbei der Hoffnung hin, daß ihr freiwilliger Tod die Oeffentlichkeit aufrütteln und so eine Verbesserung' der unerträglichen Lage ihrer Leidensgefährten herbeiführen werde. Von erschütternder Tragik ist auch das Los der ungezählten Taufende von politischen Verbannten, von denen die Mehrzahl ihrem Schicksal ohne Richterspruch, durch administrative Willkür ausgeantwortet ist. Zumeist in eisigen Gebieten und ohne die Möglichkeit auch nur der notdürftigen Ernährung. Bekleidung und Unterkunft siechen sie rettungslos dahin. Schon die Schilderungen George KennanS haben einen Sturm der Entrüstung in Westeuropa entfesselt; jetzt, nach einem Viertel- jahrhundert stehen wir noch vor viel entsetzlicheren Zuständen. Heute wie damals handelt es sich keineswegs um eine ausschließlich inner- russische Angelegenheit! DieseZustände rufen vielmehr über alle politischen Meinungsverschiedenheiten das Gewisien aller Kulturvölker auf. Seit einigen Jahren regt sich in Westeuropa eine Bewegung gegen diese Greuel. Im Jahre lvW veröffentlichte ein englisches Komitee von Parlamentariern verschiedener Parteien, von Vertretern deS Journalismus, der Kirche und der Universitäten eine Schrift mit dem Titel»The Terror in Russia' als„Appell an die britische Nation". Auch in Frankreich hat die„Liga der Menschen- und Bürgerrechte" eine Protestbewegung ins Leben gerufen. Durch den Anschluß anderer Länder ist diese Bewegung zur Sache der gesamten Kulturwelt geworden. Die Unterzeichneten haben sich zusammengeschlossen, mn die Tatsachen zu sammeln und zu veröffemlichen, die allen Freunden der Gerechtigkeit und Menschlichkeit, ohne Unterschied der Partei, ein gesichertes Urteil über die grauenvollen Zustände ermöglichen. ES gilt, das Gewissen der Menschheit gegen die Mißhandlung und Ver- nichtung von vielen taufenden Menschen wachzurufen. ES gilt, durch moralische und materielle Unterstützung zu zeigen, daß auch die Unglücklichen in den russischen Gefängnissen und in den sibirischen Einöden von menschlichem Mitgefühl umfaßt werden. * Aus den etwa 300 Namen des In- und Auslandes, die unter dem Aufruf stehen, wollen wir einige wiedergeben. Deutschland: Albert Bassermann, Dr. Gertrud Bäumer, August Bebel f, Eduard Bernstein, Rosa Bertens, Prof. Dr. Lujo Brentano, Minna Caucr, Prof. Dr. Hermann Cohen, Lovis Corinth, Richard Dehmcl. Ed. David, Hedwig Dohm, Herbert Eulenberg. Gertrud Evsoldt, Helene Fehdmcr. Prof. Dr. Wilhelm Foerster, Prof. Dr. Karl Frenze!, Ludwig Fulda. August Gaul, H. v. Gerlncb. Georg Gothcin, Ernst Haeckel, Prof. Dr. Martin Hartmann, Gerhart Hauptmann. Conrad Haußmann, Walsgang Heine, Engelbert Humperdink, Prof. Dr. I. Jastrow, Dr. G. M. Kerschenstciiicr, Käthe Kollwitz, Max Lieberinainr, Prof. Dr. Walter Latz, Prof. Dr. Bruno Meyer, Prof. Dr. P. Natorp, Dr. Friedrich Naumann, Emil Orlik, Prof. Dr. Wilhelm Ostwald, Gabriele Reuter, Olaf Gulbraussou. Th. Th. Seine, Wilh. Schulz, E. Thöny, Ludwig Thoma, Max Slevogt. Franz von Stuck. Prof. Dr. Ferdinand Tönnics. Clara Viebig. Prof. Dr. Alfred Weber, Frank Wcdetind, Felix Wcingartner, Dr. Bruno Wille. Von hervorragenden Persönlichkeiten des Auslandes nennen wir: Aus Oesterreich: Viktor Adler, Herman Bahr, Heinrich Friedjung, Arthur Schnitzler, die Profcfforcn Jodl, Mach, Ma- saryk usw. Aus Frankreich: Augagncur, Comperc-Morcl, Gucsde, Jaures, Vaillant, Paul Adam, Claude Dcbussy, Anatole France, Paul Marguerite, Octave Mirbeau, Ch. Andler, E. Dürkheim, Paul Reclus, Francis de Pressense, Percin usw. Aus England: Conan Doyle. Laurencc Irving, Jeroine K. Jerome, H. G. Wells, G. M. Trevclyan, Ramsay Macdonald, Jojiah C. Wedgxwood usw. Aus Holland: Dr. H. Gocman Borgcsius, Baron C. M. von der Feltz, van Helden, Dr. P. C. T. Hooft, van Kol, Abg. Troclstra, Prof. Hugo de Vrics, H. Heyermans, Henriette Rolaud-Holst u. a. Aus der Schweiz: Dr. Affolter. A. Gobat, Greulich, Dr. A. Rikli, Schcrrcr-Füllemann, Prof. Erismann, Prof. H. Sicvc- king, Prof. Tb. Vetter, Otto Lang, Heinrich Wytz u. a. " Aus den skandinavische» Ländern: Ellen Key, Sclma Lagcrlöf. Peter Nansen. Martin Andersen-Ncxö, Gustav Wied, Prof. Harald Höffdiug, Dr. Gustav Bang, Ch. Christiansen, Th. Stauning.____ poUtifebe CUberßcbt. Die Nevifion gegen das Erfurter Kriegsgerichtsurteil zurückgezogen. Am Dienstag, den 25. d. M.. sollte bekanntlich vor dem Rcichsmilitärgericht über die Revision des kommandierenden Generals deS 11. Armeekorps in Kassel, General v. Scheffer- Loyadeln gegen das Erfurter Lberkriegsgerichtsurteil ver- handelt werden. Der General hatte das Urteil in seinem ganzen Wort- laute angefochten und insbesondere darin eine Verletzung des 'Militärstrafgesetzbuches erblickt, daß den Angeklagten die Er- regung zugute gehalten wurde. Der General führte aus, daß diese Erregung nur auf Trunkenheit zurückzuführen gewesen sei, und daß sie deshalb als mildernd nicht angesehen werden durfte. Außerdem wendete die Revision sich dagegen, daß der Angeklagte Hagemeier nicht auch lvegen Betätigung sozial- demokratischer Gesinnungen verurteilt worden ist. Die Verhandlung vor dem Reichsmilitärgericht findet nun- mehr nicht statt, da die Revision zurückgezogen wurde. Mit der Zurücknahme der Revision durch den Gerichts- Herrn ist das Urteil des Oberkriegsgerichts rechtskräftig geworden, da gesetzlich keine Handhabe mehr für ein neues Aufrollen des Prozesses gegeben ist. Die Strafen, die die zweite Instanz über die Angeklagten fällte, waren erheblich niedriger als diejenigen der Vorinstanz. Das OberkriegS- gericht war nach Annahme des Notgefetzes durch den Reichs- tag nicht mehr an die§<5 10(i und 107 des Militärstrafgesctz- buches, das Gefängnis- beziehungsweise Zuchthaus- strafen nicht unter fünf Jahren für alle diejenigen androhen, die sich an einem Aufruhr beteiligen, gebunden. Es wurde auf Gefängnisstrafen von vier Monaten bis zu zwei Jahren und einem Monat erkannt. Auf Anraten ihres Verteidigers nahmen die Angeklagten davon Abstand, Revision einzulegen; sie beruhigten sich bei dem Urteil. Zum Teil geschah das in der Hoffnung, nach einiger Zeit begnadigt zu werden. Uebrigens haben bereits zivei der sieben Ver- urteilten, die Reservisten Robte und Langhelm, die sich bereits bei dem ersten Urteil beruhigt hatten, vor einigen Wochen ihre Strafe in Torgau angetreten. Kleinstaatliche Volksschulreformen. Die Regierung de« Fürstentums Lippe hat„ihrem" Landtage vor einem halben Jahre den Entwurf eines neuen Volksickmlgesctzes zugehen lassen. Ter Landtag gab den Entwurf an eine Kommission weiter, die je zur Hälfle aus Konservativen und Liberalen bestand, und deren Beschlüsse ohne Zweifel für da-Z Plenum maßgebend sein werden. Die Kommissionsanträge liegen jetzt vor, und die liberale Kleinstaatpresse scheint sich zu beeilen, unter Berufung auf diese Beschlüsse von einem Schulgesetz zu sprechen, auf das der lippiiche Staat stolz sein könne. DaS heißt, den Mund recht voll genommen. Bisher war die Volksschule der kirchlichen Oberbehörde unter- stellt, jetzt soll sie von der Regierung als Oberschulbehörde verwaltet werden— eine tatsächliche Aenderung wird kaum eintreten. An die Stelle der geistlichen OrtSschulinspektoren treten fachlich gebildete Kreisschulinspektoren. Die Höchstsckiülerzahl. die aus einen Lehrer kommen kann, wird von 120 auf 100(in Worten: hundert!) herabgesetzt. Die Schulpflicht dauert 8 Jahre(bis- her 7), und die S-branke, die bisher weibliche Lehrkräfte hinderte, in Lippe der Volksschule zu dienen, fällt weg.(Lippe war der einzige deutsche Staat, der Volksschullehrerinnen nicht kannte.) Die Beziehung der Kirche zur Volksschule�»oll sich auf die Kontrolle des Religionsunterrichts beschränken, der als erster und hauptsächlichster llntmichtsgegenftand beibehalten worden ist. Das Schulgeld wird aufgehoben, womit allerdings nur der Zustand wieder hergestellt ist, der bereits vor SO Jahren, nach Erlaß deS„revolutionären" Schulgesetzes von 184g bestanden hat. Ob Regierung und LandtagSmehrheit mitmachen werden, ist frei« lich noch fragwürdig. Der Zeichenunterricht soll obligatorisches Fach, auch in den Landschulen, werden. Bestehen bleibt das Recht der Lehrer zur körperlichen Züchtigung, dessen Betätigung erst in letzter Zeit eine Reihe von Lehrern aus die Anklagebank geführt hat; bestehen bleibt auch das D r eikl ä ssenw a h lsy st e m für die Bildung der Schnl- körperschaften. wodurch der Arbeiterschaft eine Mitwirkung in den maßgebenden Instanzen versagt ist. Es bleibt ferner bestehen die skandalöse Ueberfüllung der Klassen, die einzelne Lehrer jetzt zwingt, 120 Kinder zu unterrichten. Von einer ocgani- satorischen Ausgestaltung der Volksschule zur Einheitsschule, oder wenigstens zu dem, was den Anfang dazu bilden könnte, ist nicht die lflede und damit auch nicht von dem, was die Arbeiterschaft im Interesse der Hebung deS Volksbildungswesens erstrebt. Lernmittelfreiheit, d. h. kostenlose Lieferung, bleibt im lippischen Volks- 'chulwesen weiter ein fremder Begriff. Tu sollst nicht stehlen. Die„Westdeutsche Arbeiter-Zeitunq", das Organ der katholischen Arbeitervereine und Lcibblatt des Abg. Giesbens, schmäht fast in eder Nummer die Sozialdemokratie. Insbesondere die sozialbemo- kratische Presse wird den braven katholischen Arbeitern als Teufels- werk hinaestellt. Dieser frommen katholischen Arbeilerzcilung ist nun ein arges Mißgeschick passiert: sie bringt einen Artikel über die Arbeits» losigkeit, in dem gaiize Partien aus der„Rhein. Zeitung" in Köln abgeschrieben sind. Man prüfe selbst: „Rheinische Zeitung", Nr. 249 vom 2ö. Oktober: Arbeitslosigkeit: den ganzen Jammer des Wortes ermißt nur der. der sie am eigenen Leibe ver- 'pürt und ihre Oualen selber ge» kostet bat. Da wird der Beste um sein Menschentum gebracht, da er- lischt allgemach die menschliche Würde und macht dem rein tier- hasten Trieb der bloßen Selbst- erhaltung Platz, das Gefühl so- zialer Gemeinschaft tritt völlig zurück gegen den alles beHerr- Ichenden Gedanken: nur de» Hunger zu stillen und die aller- notwendigsten Existenzmittel zu be- kommen. Der Arbeitslose ist eine Gefahr für die Kultur des Volkes, für ihn zu sorgen ist eine Pflicht der Gesamtheit. „Westdeutsche Arbcitcr-Zcitung", Nr. 47 vom 22. November: Arbeitslosigkeit: den ganzen Jammer des Wortes ermißt nur der, der sie am eigenen Leibe ver- spürt und ihre Oualen selber ge- kostet hat. Da wird der Beste um sein Menschentum gebracht, da er- lischt allgemach die menschliche Würde und macht dem rein tier- haften Trieb der bloßen Selbst- erhaltung Platz, das Gefühl sozialer Gemeinschaft tritt völlig zurück gegen den alles beHerr- schendeil Gedanken: nur den Hunger zu stillen und die aller- nötigsten Existenzmitiel zu be- kommen. Der Arbeitslose ist eine Gefahr für die Kultur des Volkes für ihn zu iorgen ist eine Pflicht der Gesamtheit. Der Artikel war eine Originalarbeit der„Rheinischen Zeitung". Die Angabe dieser Quelle schenkt sich natürlich das klerikale Blatt. Immerhin ist es recht erfreulich, daß der„Arbeiter-Zeilung" die özialdemokratische Beurteilung der Arbeitslosigkeit so geiällt. Hoffentlich zieht Herr GieSbertS im Reichslage daraus die Kon« sequenzen und findet dort bei der Beratung der sozialdemokratischen Interpellation ähnliche wanne Worte. Konservative und Christlichsozialc. In einer Auseinandersetzung mit dem Zentrum setzt die„Kreuz- Zeitung" den Christlichsozialen energisch den Stuhl vor die Tür: Nack Lage der Dinge möchten wir glauben, daß die Christlich. sozialen die Möglichkeit größerer Wirksamkeit in der industriellen Arbeiterschaft haben, wenn sie das Odium. mit dem die demolransche Agitation heute die konservative Partei zu belasten weiß, nicht mitzutragen haben.... Ein demo- kratischer Flügel ist in der konservativen Partei nicht denkbar. Nun liegt es uns zwar fern, die Christlichsozialen einfach als Demo- lralen zn bezeichnen. Aber einstweilen steht die industrielle Ar- beiterschait noch so sehr im Banne s 0 z' a l d em 0 k r a t i s ch e r klasseirkäinpferischer Moralanichauungeii und der von der Sozialdemokratie gepflegten demokratischen Phrase, daß. wer dorr Anhänger werben will, nur zu leicht dazu kommt, in dieser Richtung Zuge st ändnisse zu machen, die mit konservatwen Anschammgen nicht vereinbar find. Der Widerstand der christlichen Gewerkschaften Gegen eine so grundlegende Forderung der Staatsautorität wie den wirksamen A r b e i r S w i l l i g- n s ch u tz ist in dieser Hinsicht nicht minder bezeichnend, wie ihre erst jüngst noch bekundete Nei- Diing, mit der Sozialdemokratie gemeinsame Sache gegen die Unternehmer zu macheu. S o l a u g e in diesen B e r h ä l t u i s s e n nicht ein gründlicher Wandel eintritt, wie es z. L. durch die weitere günstige Entloickeltmg der wir tschaft S- friedlichen Arbeiterbewegung möglich wäre, wird es sehr schwer sein, industrielle Arbeiter in größeren Massen für die konservative Partei zu gewinnen.* Die Christlichsozialen werden von dieser ebenso energischen wie klaren Absage wenig erbaut sein t die Arbeiter aber können dem konservativen Blatt' für seine Offenheit nur danken. Arbeiter gehören nicht in die konservative Partei, daS ist schon oft gesagt worden; jetzt, wo die Konservativen selbst den Wunsch aussprechen, von den Arbeitern nicht behelligt zu werden, werden wohl auch die christlichen Arbeiter, soweit sie Ehrgefühl besitzen, zu dieser Einficht kommen._ Ullstein übernimmt die„Vossische Zeitung". Bereits in den letzten Wochen wurde in der Presse die Nachricht verbreitet, daß die..Vossische Zeitung* an den Verlag Ullstein u. Co. übergehen solle. Diese Verhandlungen sind nunmehr zum Abschluß gekommen: die Firma Ullstein u. Co. wird vom 1. Januar kommen- den Jahres an den Verlag der..Vossischen Zeitung* übernehmen. We die„Lossischc Zeitung* mitteilt, wird an den alten Traditionen und der Tendenz der„Vossischen Zeitung" durch diesen Besitz- Wechsel nichts geändert. Wie wir weiter erfahren, wird die„Vos- fische Zeitung" vorläufig noch in der alten Druckerei hergestellt werden, bis der geplante Anbau bei Ullstein fertig sein wird. Mehr Schutz für Seeleute und Passagiere! Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat am 3. März lNO in einer Resolution mehr Schutz für die Seeleute verlangt und zu diesem Zweck auch gefordert, den gesamten Schiffs- betrieb einer staatlichen Aufsicht unter Mit wir- kung von Personen aus dem Sc e m a n n sb e r u f zu unterstellen. Wie notwendig eö ist, diese Forderung zu erfüllen, ergab eine Verhandlung vor dem Königsberger Seeamt. Als die„Titanic*- Katastrophe passierte, hieß es, in Deutschland sei die Aufsicht über den Schiffahrtsbetricb ein« sehr streng«. Hier beständen die um- fassendsten Konirollvorschriften. Wie unzureichend aber auch bei uns die behördlich« Aufsicht ist, beweisen die ganz ungeheuerlichen Mißstände, die vor dem Königsbergcr Seeamt ausgedeckt wurden. Am 30. Juli d. I. strandete der für 175 Personen eingerich- tetc Passagierdampfer„Jaroslawna" an der Frischen Nehrung, un- weit Pillau, Mannschaften und Passagiere konnten aber gerettet werden. Dieser Tage wurde über den Unfall vor dem Seeamt ver- handelt.. Tie Zeugenaussagen ergaben, daß die Ausrüstung des Schiffes recht mangelhaft und das Personal un geschult gewesen ist. Ein Zeuge erklärte: ihm sei es vorgekommen, als ob der Kapitän seiner Sache nicht gewachsen gc- Wesen- wäre. Raketen seien nicht an Bord gewesen, und auch die Rettungswesten, die man den Passagieren zuerst gegeben hätte, seien unbrauchbar gewesen. Um die Notflagge zu hissen, habe man die Schürzenbänder der Küchen mädchen zusauimenknüpfen müssen, da kein Band an Bord ge- Wesen wäre. In den Rettungsbooten seien Löcher gewesen, damit der Argen ablaufeu.Lonyte. Wurden sie zur Benutzung genommen, so wußten zunächst die Löcher mit einem daneben festgemachten Stopfen verschlossen werden. Das hätte man aber nach der Siran- dt,ng nicht getan. Die Bulläugen des Schiffes hätten ursprünglich Blenden aus Messing zum Verschluß gehabt. Diese Blenden seien jedoch in diesem Jahre entfernt worden. Dann habe es an den Stöpseln für die Bullaugen gefehlt, um sie zu verschließen, falls das GlaS durch hohen Seegang eingedrückt werden sollte. Die Matrosen wären ungeübte Leute gewesen, und des- halb wäre auch das Rettungsboot umgeschlagen. Die Mannschaft habe über schlechte Verpflegung und Bezahlung geklagt. Drei Heizer, die vor dem Sceamt vernommen wurden, fuhren zum ersten Male auf See. Der RcichSkommissar erklärte, die Dinge, die zur Sprache gekommen feien, würfen ein ziemlich trübes Licht auf die ganze Angelegenheit. Er sprach von mangelhaftem Personal. Ein Steuermann hätte unmöglich zwei Maschinen be- dienen können. Ter Schiffsführer hätte zur Reederei gesagt, sie solle ihm einen vernünftigen Menschen ans Ruder geben und da habe er eine» Matrosen bekommen, der zum ersten Male auf See gefahren sei. Die ganze Besatzung hätte aus ganz jungen Leuten bestanden uno wäre bis auf einen einzigen Mann- noch nie auf offener See gefahren. Auch daS-secennt erklärte in seinem Urteil, daß die Reederei für ein geschultes Personal hätte sorgen müssen, und daß die Aus- stattung des Schisses mit Rcttungsmittclii sich als mangelhaft er- wiesen hätte. Das ist ein vernichtendes Urteil für die Reederei. Aber wir fragen: Wo war hier die behördliche Aufsicht? Die Secmannsordnung weiß man sehr streng gegen Seeleute anzu- wenden. Kapitaliftische Betriebe aber sind in der Lage, seeun- tüchtige Schiffe auf See zu schicken. Hier, wo es' sich oft um das Leben vieler Personen handelt, sollte man mit aller Rück- sichislosigkeit einschreiten. Wäre der obige Unfall auf offener See passiert, so wäre der Dampfer mit Mann und Maus unter- gegangen. Tie Christlichen siegen den erweiterten Arbeits- Willigenschutz. Das Hauptorgan der christliche» Gewerkschaften nimmt Stellung zn den gegenwärtig im Vordergrund sieheiiden Bestrebungen zwecks geletzlicher Maßnah, neu zum Schutze der Arbeitswilligen. Die von der Großindustrie, dem Mittelstand und neuerdings auch von, Hansa- buud. vertretenen Forderungen werden von den christlichen GeWerk- schasicir mit aller Enischiederiheit abgelehnt. Unter Aniührung aller einschlägigen Gesetzesbestimmungen wird der Nachweis geführt, daß die jetzigen Geietze für den Schutz der Arbeitswilligen mehr als genügten. Zim, Schluß erhebt das Zentralblatt bezüglich einer Reform des KoalltionSrcchts folgende Forderungen: die Klage- Möglichkeit eine Sicherheit des Streik- und Boliköltpostenrechis vor Polizeiwillkür, Sicherung vor schwarzen Listen>md ähnlichen Eni- richtungen deS Unternehmertlims. Aufhebung dcS§153 der Gewerbeordnung als eines Ausnahmegesetzes und eineS ungerechten Gesetzes. In der Regelung dieser Aiigelegenheiteii sieht daS Zeniralorgan der christlichnationalen Gewerk, chansbewegung eine der wichtigsten dem- nächstigen Aufgaben deS Reichstages. Antisemitische ReichStagskandidatur. Die Antisemiten haben für den Wahlkreis Hombera-Ziegenhain den AiniSgerichtSrat Lattmann yls Kandidaten für die nächste Jleichstagswahl aufgestellt. Dieicn Wahlkreis hat der verstorbene �levermann v. Sonnenberg lange Jahre im Reichstag vertreten. Bei ."'J'�-en Wahlen stellten die Antisemiten ihren„Generalselretär*. einen gewissen H e n'n i n g se n aus Hamburg auf, der in der Stich- wayt gegen den Bauernbündler H estermann unterlag. Latt- mann hat mit der Annahme dieser Kandidatur seinen früheren Wahl- kreis Kassel endgültig, als für den Antisemitismus ver» l o r e n, aufgegeben. Seine Aussichten in Homberg-Ziegenbain sind nicht ungünstig, wenn die Bauernbündler an dem jetzigen Abg. Hesternrann festhalten, der eS an reaktionärer Gesinnung getrost mit den Antisemiterichen aufnehmen kann und deshalb kaum wieder auf die Hilfe der Fortschrittler rechnen darf. l�eformlsten im itaUernlcden Senat. Rom, 24. November.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Die Liste der neuernannten Senatoren enthält die Namen dreier Reformisten. Diese Ernennung, wo- durch zum erstenmal frühere Parteigenossen in den Senat ein- treten, bedeutet zweifellos eine Orientierung des Kabinetts nach links und den Versuch, durch Konzessionen an einzelne Personen noch einmal die äußerste Linke als Teil einer Re- gicrungsmehrheit auszunützen und die'Spaltung in der Ar- beiterklasse zu vertiefen._ Die Lage in JMexifeo. Mexiko, 24. November. Die Gerüchte, daß der Kon- gretz sich sofort wieder auflösen werde, haben sich als falsch herausgestellt. Der Kongreß scheint vielmehr in eine lange Tagung eingetreten zu sein. Die Lebensmittelpreise sind ge- stiegen und die Kaufleute befürchten noch eine neue Steigerung. Die f i n a n z i e l l e L a g e ist außerordentlich ernst. Das Geld ist knapp. Man fürchtet, daß die Ausgabe von Ein- und Zweipesoscheinen das Vertrauen auf die Banken nicht luicderherstellen wird. Die Aushebungen für die Armee haben große Bestürzung bei den unteren Klassen hervorgerufen. Man hat sogar Frauen als „ S o l d a d e r ä s" ausgehoben. Die Lage der Ausländer. Mexiko, 24. November. Den hiesigen Deutschen ist ein Rundschreiben zugegangen, welches die Einzelheiten für die O r g a- n i s a t i o n ihrer Verteidigung entwickelt. Deutsche, die in der Armee gedient haben, stehen an der Spitze der Organisation. Waffen und Munition sind reichlich vorhanden, darunter zwei Maschinengewehre.— Die österreichische Gesandtschaft hat die ö st erreicki scheu Staatsangehörigen dringend auf- gefordert, mit der deutschen und den andern europäischen Kolonien zur Organisierung ihrer Verteidigung zusammen zu arbeiten. Die Gesandtschaft erklärt, die mexikanischen Truppen seien so schwach und die Wahrscheinlichkeit von Aufständen so groß, daß sie es für weise halte, Verteidigungsmaßregeln zu treffen. Sifgland. Die Juder in Natal. London, 22. November.(Eig. Ber.) Die indische. Bevölkerung Natals, die sich zu einer so großartigen Protestbewegung aufgerafft hat, besteht fast ausschließlich aus importierten unfreien Arbeitern oder deren Nachkommen. Die ersten indischen Stulis wurden im Jahre 1860 eingesührt. Sie sollten al§ sogenannte„indentured" oder kontraktlich verpflichtete Arbeiter, wie man diese � Sklaven beschönigend nannte, auf den Plantagen arbeiten. Mit den Kaffern hatte man schlechte Erfahrungen gemacht. Der Kaffer hat Krieger- blut in seinen Adern und läßt sich nicht leicht als minderwertiger Mensch behandeln. Die Erschließung der Bergwerke hatte dem 51affer auch Gelegenheit gegeben, das Geld, da? er brauchte. iüusmal leichter zu verdienet!, als bei den Plantagenbesiyern. Zwischen 1830 und 1836 führte man 6300 Inder ein, die fünf Jahre als gebundene und zehn Jahre als freie Arbeiter dienen sollten. Am Ende dieser Zeit sollten sie entweder freie Rückfahrt nach Indien oder ein Stück Land erhalten. Ein großer Teil der jetzigen indischen Bevölkerung stammt von diesen ersten An- kömmlingen ab. Viele dieser indischen Arbeiter, deren Nach- kommen heute in Natal so mißhandelt werden, hatten als SipahiS den Engländern geholfen, den indischen Aufstand niederzuwerfen. Bis zum Jahre 1874 wurden dann infolge des chaotischen ZustandeS des Landes keine weiteren Inder eingeführt. Doch in dem letzt- genannten Jahre setzte der Strom aus Indien wieder ein. Die indischen Kulis wurden nun unter folgenden Bedingungen ein- geführt: sie mußten fünf Jahre als gebundene Arbeiter und weitere fünf Jahre als freie Arbeiter arbeiten; am Ende der zehn Jahre erhielten sie dann entweder freie Rückfahrt oder die Erlaubnis, im Lande zu bleiben. Aber nur wenige kehrten nach ihrer Heimat zurück. Die meisten blieben in Natal, wurden Händler und Handwerker und machten den Weißen eine unangenehme Konkurrenz. Im Jahre 1905 führte Natal ein Gesetz ein, nach dem die Inder, wenn ihre Zeit als gebundene Arbeiter vorüber ist, genötigt werden, entweder sich wieder zu binden, das Land zu verlassen oder eine jährliche Kopfsteuer in der Höhe von 30 Schilling zu zahlen. Das Gesetz bezieht sich auf alle Inder, ob sie nun nach Natal gebracht worden oder in Natal geboren sind. Um die Schwere dieser Kopfsteuer ermessen zu können, sei erwähnt, daß sie etwa die Hälfte des jährlichen Geldeinkommens eines indischen Plantagen- arbeiters ausmacht. Genossin M o n t e f i o r e, die das indische Problem in Natal studiert bat, erzählt, daß sich viele indische Frauen prostituieren müssen, um die Kopf- steuer zu verdienen. Als Herrscher hat man große, muskulöse Kaffernpolizisten über die Kulis gesetzt. Sie verachten die Inder, weil diese mit Fischen handeln und Fische essen, ein Nahrungsmittel. das der Kaffer verabscheut. Nichts tun diese Polizisten lieber, schreibt Genossin Montcfiore, als einen kleinen Kuli beim Kragen zn packen und ihn halb zu erwürgen. Die Südafrikanische Union hat auch den Indern verboten, von einem Staate der Union zum anderen zu wandern. Es heißt, daß in Natal selbst, viele Weiße für die Auf- bebung der Kopssteuer sind. Doch wie der einflußreichste Teil der Weißen Natals darüber denkt, erhellt aus einer Resolution, die im Monat September dieses Jahres auf einer Konferenz der nataler Plantagenbcsitzer angenommen wurde und die folgenden Wortlaut bat:„Diese Konferenz ist der Ansicht, daß die Abschaffuitg der Lizenz von 3 Pfund für Inder in Natal, die ihre Zeit gedient haben, für die Arbeiterzüfuhr der Provinz schädlich sein und gegen die Interessen Südafrikas verstoßen würde.* Die Bedeutung der Resolution wurde von ihrem Begründer Sir Thomas Hyslop alio erklärt:„Der Zweck der Lizenz ist, die Inder daran zu hindern, sich im Lande niederzulassen. Sie ist jetzt auf Inder, die in den Kolonien geboren sind, ausgedehnt worden, und wenn die Lizenz abgeschafft würde, hätten die Inder die Wahl, als freie Männer im Lande zu bleiben. Wir brauchen Inder als gebundene Arbeiter und nicht als freie Männer.*— Knapper, als es im letzten Satze geschehen, ließe sich der Standpunkt der nataler Ausbeuter wohl kaum fassen. WaS kümmert es diesen Ueberpatrioten, die sich stets als die englischsten aller Südafrikaner hinstellen, wenn sie durch ihre Sklavenhalterei das englische Reich in Indien ins Wanken bringen, wo die Vorgänge in Natal zu mächtigen Kundgebungen führen! Freilich, wo der Prosit in Frage kommt, da hört überall bei den Kapitalisten die Gemütlichkeit upd der Patriotis- mus auf. China. Die Diktatur Jüauichikats. London, 24. November. In Peking ist eine offizielle Liste der Namen derjenigen Parlamentsmitglieder, deren Mandat am 4. November kassiert wurde, veröffentlicht worden. Es sind'08 Senatoren und 252 A n t c r h a n s m i tg l i e d c r. Außerdem sind noch 34 Senatoren und 54 Unterhausmitglieder aus Peking geflohen, die gefürchtet hatten, daß sie dasselbe Schicksal ereilen könnte. Im ganzen weilen also 132 Senatoren und 306 Mitglieder des Parlaments von Peking fern, und da zu einer Beschlußfassung mindestens die..Hälfte beider Häuser zugegen sein tnüßtc, so dürste eine Sitzung irgend eines der beiden Parlaittente unmöglich gelvorden sein. I ii a n s ch i k a i scheint immer noch mit der Absicht umzugehen, einen zentralen Vcrwaltungö- a u s s ch u ß zu schaffen, der sich jedoch, wie es heißt, nur tnit der inneren Politik'beschäftigen soll und vor allem mit den Beziehungen zwischen Peking und den Provinzen, über deren Verhältnis überhaupt noch wenig Klarheit herrscht. Durch ein Dekret Jüanschikais wurde das seit der Revolution in Peking bestehende Stadt recht auf- gehoben. Die Polizei wurde ersucht, die größte Wachsam- keit zu entfalten.____ Hus der parteu . Kounuuualwahlerfolg. Schönebeck a. Elbe, 24. November.(Privattelegramm des„Vorwärts"). Bei der beute stattgefundenen Stadl- verordnetenwahl ist es der Sozialdemokratie gelungen, ein Mandat zu behaupten und zwei neue zu gewinnen. Es wurden 516 sozial- demokratische Stimmen abgegeben, auf die Gegner entfielen 488 Stimmen. Die Wahl ist unter außerordentlich erschwerlichen Umständen vor sich gegangen, da nur wahlberechtigt war, wer im Besitze des Bürgerrechts war, für das eine Gebühr von 9 Mark er- hoben wurde. In Zeitz eroberten die Sozialdemokraten vor zwei Jahren die letzten drei Sitze in der dritten Abteilung. Bei der am Freitag und Sonnabend vorgenommenen Ersatzwahl verteidigten sie erfolgreich vier Sitze. Die iozialdemokratstchen Kandidaten erhielten 1757 Stimmen, während cS die vereinigten Gegner auf 1290 Stimmen brachten.___ Wahlsieg in der Schweiz. Der zweite Wahlgang in Lausanne(Kanton Waadt) hat unserer Partei einen überraschend glänzenden Wahlsieg gebracht. War ihr Stimmenerfolg im etsteu Wahlgang schon ein ganz un- erwartet großer, so steigerte ihn der zweite Wahlgang noch in ganz ungeahntem Maße. Die Stimmenzahl unserer Parter stieg nämlich weiter von 2137 bis 2580 im ersten Wahlgang auf 3259 bis 3738 im zweiten Wahlgang, womit sie unter allen Parteien an die erste Stelle rückte und ihre sämtlichen 30 K a n d i d ate n gewählt wurden. Die Bürgerlichen erhielten 70 Mandate. Unsere Partei hatte bisher gar keine Vertretung im Gemeinde« rat, da die Radikalen der Gruppe der Auch- und Salonsozialisten (Gruppe Rapin) gnädigst eine„sozialdemokratische Vertretung* ge- währt hatten. Diese Gruppe hat im Gcmeinderat keine Vertretung mehr. Als überwunden darf nian auch den Anarchosyndikalismus halten,'der jahrelang in Lausanne sein Hauptquartier hatte und unsere ganze Bewegung lähmte. polieeilicbeki, Oerichtliches ulw, Ei» sonderbares Urteil. Bei der Beerdigung einer Genossin in Eisen beteiligte sich der Frauen- und Mädchenchor unter Mitnahme einer umflorten Fahi�. Weil die Polizei in der Mitnabme der Fahne das Merkmal für ein „außergewöhnliches Leichenbegängnis* sah, eriolgte Anklage, die vor dem Schöffengericht mit Freisprechung endete. Äui die eingelegte Berufung vertagte die Slraskammer den ersten Termin, um im zweiten die Fahne auf ihre Staatsgefährlichleit in Augenschein zu nehmen. Da diese Inaugenscheinnahme nichts Belastendes ergab, weil auch am Grabe keine Reden gehalten wurden, war mit dem „außergewöhnlichen Leichenbegängnis* nichts zu machen. Da aber die umflorte Fahne auf dem Rückweg den Mildlicdern voran- getragen wurde, sah das Gericht in diesem Rückmarsch einen nicht genehmigten Aufzug und verhängte eine Strafe von drei Mark. Letzt* Nachrichten. Mord und Selbstmord. Gestern abend durchschwirrtc unsere Schwestergemeinde Neu» külln von neuem das Gerücht von einer grausigen Mordtat. In dem Hause Hcrmannstraste 149 wohnte in der dritten Etage die Witwe K e r g c r, die auch an Schlafburschen vermietet. Vor einigen Wochen war nun ein Czcchc namens S ch l c z a k zu ihr ge- zogen. Als die Frau gestern abend um%.10 Uhr an ihrer Näh- Maschine saß und arbeitete, schlich sich der neue Mieter von hinten an sie heran und zertrümmerte ihr mit einem bereitgehaltcnen Beil den Schädel. Darauf bedeckte er die Leiche mit einer Decke, drehte dann sämtliche GaShähne in der Küche auf, setzte sich auf die Leiche und durchschnitt sich die Pulsadern an beiden Händen und den Hals. Durch den aus der Wohnung strömenden Gasgeruch wurden die übrigen Hausbewohner stutzig. Als die Wohnung dann gewaltsam geöffnet wurde, fand tnan beide Personen tot am Boden liegen. Was den Mann zu der schrecklichen Tat getrieben hat, entzieht sich noch der Kenntnis. Unfruchtbares Bemühen. Straßburg, 24. November.(W. T. 85.) Wie von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, befindet sich auch der Feldwebel Peillot von der 5. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 99 in Zabern, der nebst mehreren Soldaten verhaftet worden war, weil er im Ver- dacht stand, die bekannten Vorgänge cm die Oeffentlichkeit gebracht zu haben, wieder auf freiem Fuße. Tödlicher Absturz im Gebirge. Montreux, 24. November.(W. T. B.) Am Sonntag stürzte am Rocher de Nahe der 1894 geborene Student der Rechte an der Universität Lausanne Walter Friemel ab. Friemel, der Sohn eines Obersten in Metz, hatte den Aufstieg mit 3 Kameraden unter- nommen, alle in städtischer Kleidung und mit vollständig ungc- nügendem Schuhwerk. Trotz Warnung vollführten sie den Aufstieg über den Fußweg von Recourbes. Dabei glitt'Friemel auf vereistem Schnee aus, kollerte 80 Meter weit den Abhang hinunter und stieß mit dem Kopf ans einen Felsen auf, so daß ihm der Schädel zer- schmettert wurde. Der Tod trat sofort ein. Die Leiche ist geborgen. Das endgültige Urteil im Beilisprozeß. Kiew, 24. November.(W. T. B.) Das Urteil im Ritualmord- Prozeß wurde heute in endgültiger Form bekannt gegeben. Nach Wiedergabe der Fragen und Antworten der Geschworenen wurden folgende vier Punkte des Urteilsspruches verlesen: 1. Bei Iis wird freigesprochen, 2. die Gerichtskosten übernimmt der Staat, 3. die Zivilforderung der Mutter Jutschschinskys bleibt un- beachtet, 4. über die corpora delicti wird das Gericht noch besonders . beschließen. Beilis war bei der Verlesung nicht anwesend. Achtima! Acht»«»! Mute ZMZtsg, den 25. Mvember 1913, naehuiittags 1 Uhr: Sechs große-*s jlrbeitslosenversammlunnen in folgenden Lokalen: Kliems Feftsäle, Hnsenheide 1�/1». IMusiker-Bereittshaus,Lmstr-WhtIm-Str.18ln Gewerkschaftshaus, Eugelufer IS. Brauerei Königstadt, Zchönhauser Allee w/ll. Konzert- und Festsäle, Koppeustr. ÄA.�Germania-Säle, Chausseestr. 11V. Tagesordnung: Die Forderungen der Arbeitslosen an Reich, Staat und Kommune! Referenten: Reichstagsabgeordnete Gultav Kauer, Ott» Küchner, Karl Giebel. Landtagsabgeordnete Konrad Kaenisch, Vaul Kirsch» Heinrich Ströbel. Sämtliche Arbeitslosen Berlins und der Vororte sind zu diesen Versammlungen eingeladen! Die Einberuser: Verband der sonaldemobratischeu Wahlvereiue CeVerbschaftskommission Lerlins Kerlins und Umgegend. und Umgegend. W7/11« I. A.: Eugen Er n st.___ I. 31.: A. Körfte n. tNorxeo tNjttHvoeb, 26, d. M., abends 8>/z Uhr, in Kellers Festsälen(inh. Obi-io) Koppenstr. 29: Sr.Volksversammlunj Humoristisch- satirischer Vortrag von Karl �clineidt. a■ Seitrag: zu den Kosten 10 Pf.——— <ß* f; m ii Verwaltung Berlin. MitgUeder-Uersammlunge« für folgende Bezirke und Branchen: Tagesordnung: Stricht von der Generalversammlung. VerbandSangelegcnhciten. Musikinstrumenarbeiier. Mittwoch, de» ÄS. November, abends 8 Uhr, in der Urania, Wrangelftr. 11. Die Aussperrung in der Pianomechanikfabrik von Köhler. Kamm- u. Haarschmuckbranche. Mittwoch» den S/„ Uhr, in den Corona- Prachtsälcn, Kommandautenstr.' 72: Versammlung der Oravenre und Ziseleure. Tagesordnung: Geschäftliches. Vortrag. Diskussion. Mittwoch, den 26. November ISIS, abends 6 Uhr: Versammlung aller in der chirurgischen Brauche be- schäftigten Kollegen und Kolleginnen im Roseuthaler Hof, Roseuthaler Str. 11/12. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Brückner über:„Das Menschcnschlachthans". 2. Verbands- und Branchcnangclegenhciten. 3. Verschiedenes.__ Mittwoch, de» 26. November 101?, abends 8'/« Uhr: Mitglieder-Versammlung aller Gold- und Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen im Dresdener Garten, Dresdener Str. 13. Tagesordnung: l. Bottrag des Genossen Klütz über:„Religion und Naturerkenutnis". 2. Neuwahl der Branchenkominiffion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. — Mitgliedsbuch legitimiert.- Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht der Kollegen, zahl- reich zu erscheinen._ Mittwoch, den 26. November 161:1, abends 8'/., Uhr: Versammlung Tagesordnung: 1.„Der Gcbärstreik." Referent 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet___ Die Ortsverwaltung Genosse Dr. Böses. 160/49 aller in den Innungsbetneben beschiistigten Schmiede in Bokers �estsälen, Webcrstr, 17. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Bohkott in der Mulaltstrastr. 2. Zlusstellung der Kandidaten zum AuSschnsz der Jnnmigolranlcnkaflc. 3. Branchen- angelegenhcite». Kollegen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es dringend not- wendig, dah alle in den Jimungsbctriebc» beschäftigten Kollegen in der Versammlung erscheinen. Tie Drtsvcrwaltung. Metallarbetter-Notiztalender 1614, Stück 60 Pf., find im Bureau und bei den BezirkSkassierern zu haben. 130/6 N.& P. Uder, ISÄ1?. Tabak-Großhandlnng und Tabakfabrik. AM- Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten.-W Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche be- SiMawAssAM zu Orlglnalprclsen. kannten Marken ÄlVdvBelCW Amt 4, 8014, aMMten Aufarbeiten von Betten und Bettfedern WUMWM»� 1 BettHFederiv] Fabrik mit elektrischem Betriebe| Berlin 877, Prinzenstrasse 46 und 47 Bis Weihnachten Metallbettslellen zu besonderen Ausnahme- Preisen solange Vorrat reicht Kinfier- Bettstells mit doppelt. Spiralboden, 1 abklapp baren Seitenteil, verstellbarer Kopf- erhöhungu Rollen weiss lackiert, 140 x 70 cm 12 M. mit doppeltem Spiralboden, 2 abklappbaren Seitenteilen, verstellbarer Kopferhöhung und Rollen, weiss lackiert, 140 x 70 cm 16 M. mit doppeltem Spiralboden. 2 abklappbaren Seltenteilen, Messing- knöpfen und Messing- Stange im Fussteil, verstellbarer Kopierhöhung und Rollen, weiss lackiert, 140 x 70 cm 17 50 IW. mit einem abklappbaren Seitenteil u. Kopf- und Fussteil Bogen- 4 A- form 8 M. /n fo'\ Metall-Bettstelle «WS-V» Zugfeder- Matratze 25 mm Pfosten, Messing-Bin e Im Kopf u. Fussteil schwarz lackiert 190X80 cm 16" 190x90 cm 17? weis» lackiert 50 Pf, mehr. Daunen-Steppdecken von cremefarb., daunendichtem Perkai mit dH�*50 IO M. v.Seidenglanz-Daunen.Satin,m. federfreien— federfreien Daunen, Schnittgrösse 140 x 20Ö om Daunen In 30 Farben, Schnittgrösse 160X210 cm M. Seidene Daunen-Decken eine Seite reine Seide, and. Seite la Seidenglanz-_ Daunen&atji.all.gangb. Färb., Schnittgr.160 X210 gAJff m. Ueberiaken mit Handstickerei 775 reiches Muster, 160x260 cm..... m. Passende Kissen«4x84«m............ 3" DebenchlusinKen, Kissen und Plumenus mit Stickerei, Klöppel und Hohlsaum in einfacher u eleganter Ausführung zu billigen Preisen Die Ausnahmeprelse nur gegen Vorzeigung des Inserats Dmmttt). Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.- Uh. Glocke. Bert'». Druck u. Vertag: vorwärts Buchvr.u, Verlagsanstau Maul S,nger& Go..Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltung»» » 3.0 3o.»w i. Killige des Jmrts" Krliner isllislillilt ßcwcrhrcbaftlicbea. Die Gcwerhfcbaften und die Deutfche Bank. Die Mitteilung, daß die Generalkommission der deutschen Gewerkschaften mit der Direktion der Deutschen Bank in Ver- bindung treten will, um den Bankangestellten das Äoalitions- recht zu wahren, hat die Scharfmacherpresse mobil gemacht. So schreiben die„Hamburger Nachrichten": „Die sozialdemokratischen Gewerkschaften werden zweifellos, wenn sie jetzt die Bürgschaften für daS Koalitionsrecht, wie sie es verstehen, erhalten sollten, in kurzem wiederkommen und über Eni- lassungen oder Maßregelungen oder Gehälter Rechenschaft fordern. Und die Angestellten der Deutschen Bank würden künstig darauf pochen, daß sie sich nur hinter die Gewerk- schasten zu stecken brauchen, um zu erlangen, was sie wünschen. Einstweilen und so lange die Direktion der Deutscheu Bank nicht selbst sich geäußert hat, glauben wir darum nicht, daß sie sich auf Verhandlungen mit den sozialdemokratischen Gewerk- schasten einläßt. Was heute der Deutschen Bank, kann morgen einer anderen Bank zugemutet werden. Und darum glauben wir auch nicht an die Prahlereien des„Vorwärts", daß Beauftragte anderer Banken sich bereits bei den Gewerkschaften um die Depo- siten bemühen, die der Deutschen Bank genommen werden sollen. Jedenfalls werden das nicht unsere großen Bankinstitute sein. Denn sie alle müssen sich doch sagen, daß sie auf Gnade und Ungnade dem Uebermut und der Arroganz der Sozialdemokratie aus- geliefert sind, wenn sie sich jetzt demütig den Gewerkschaften unter- werfen. Das Bild stellt sich ganz anders dar. Die großen Banken, alle, die für Kapitalsanlagen Sicherheit bieten, sind an diesem Vorstoß der Sozialdemokratie beteiligt und bilden eine selbstver- ständliche Interessengemeinschaft gegen die Anmaßung, die in ihren inneren Betrieb eingreifen will. Ziehen die Gewerkschaften ihre Millionen von der Deutschen Bank zurück, so mögen sie sehen, wo sie wieder eine gleich gute und sichere Anlagestätte finden. Keine große Bank wird diese Gelder nehmen wollen, die demütigende Bedingungen, ja die Aufwiegelung der Angestellten ins Haus schleppen und so unstät sind, daß man jeden Augenblick auf ihre Zurückziehung gefaßt sein muß. Schon wurde mit einer eigenen Gewerkschaftsbank gefuchtelt. Die Sozialdemokraten mögen den Versuch machen. Welch größere Bank würde mit einer solchen unter den obwaltenden Umständen aus Grimm gegründeten Bank Geschäfte machen? Die Gewerkschaftsbank stände bald allein. In der Tal ist die Stellung der Deutschen Bank so günstig wie möglich, wenn sämtliche nan, haften Banken richtig erkennen, worum sichs hier handelt und ihr zur Seite treten. Sie sind iu der Lage, der Herrschsucht der Sozialdemokratie einen festen Damm entgegen zu stellen, besser und auf festerem Boden als die Industrie." Wenn dem Verfasser dieser Notiz nicht böswillige Absicht die Feder geführt hat, so verrät er zum mindesten totale Un- kenntnis in gewerkschaftlichen Dingen. Es ist nicht Aufgabe der Generalkommission, sich gemeinhin um einzelne Ent- lassungen, Maßregelungen und Gehälter von Angestellten oder Arbeitern zu kümmern; sie hätte damit gar sehr viel zu tun. Zu diesen Interessenvertretungen der Arbeiter- und Angestellten- gruppen sind deren Organisationen da. In diesem konkreten Falle, bei der Entlassung in der Deutscheu Bank, handelt es sich um mehr. Nicht die einfache Entlassung irgend- eines Angestellten aus eineni untergeordneten Grunde gab der Sache eine Bedeutung über das Alltägliche hinaus, fondern die damit verbundene Verletzung d e s Koalitionsrechtes der Angestellten. Und in dieser Zeit, in der von allen Seiten der Versuch gemacht wird, den Arbeitern und Angestellten das Koalitionsrecht zu schmälern, erwuchs der Generalkontmission die doppelte Pflicht, hier helfend eilt- zugreifen. Wozu noch konimt, daß unsere Gewerkschaften aus Gründen der Selbstachtung und bei ihrer täglichen schlveren Verteidigung des Koalitionsrechts mit einem Institut keine ' geschäftlichen Verbindungen aufrechterhalten können, das Ar- beitern oder Angestellten das für sie wichtigste Staatsbürgerrecht streitig machen will. Vielleicht begreift das— Kleines Feuilleton. Der Aphorismenscgen. Aphorismiker steigen wie Pilze aus der Erde. Sie gedeihen ani besten auf dem modrigen Boden sogenaniltcr Familienblätter. Faule Witze werden zu Unrecht verlästert. Denn der Faulheit ist sich der Witzbold sehr bewußt, dadurch wirkt er komisch. Aber die Aphoristiker wollen Weisheit verzapfen,— tatsächlich! Sic stecken den Leser mit dem Kopf in eine so schleimige Weisheit, daß ihm die Puste vergeht. Im Konversationslexikon steht:„Aphorismen, abgerissene Sätze, welche allgemein menschliche Wahrheiten enthalten..." Aber das„allgemein menschlich Wahre" ist so allgemein unmenschlich ge- logen...! ES gibt ein Rezept für den. der Aphorismen schreiben will. ES heißt: �.U m kehren, weitn und aber..." Heute liegt wieder die Nummer eines aphorismcnverliebten Organs vor mir. 2S geisistrotzcnde Aphorismen vom Rädelsführer der Aphorismiker, von Oskar Blumenthal..., o Oskar!... finde ich darinnen. Probieren wir mal unser Rezept:„Wir verabschieden uns von der Jugend.— aber dabei verabschiedet sich die Jugend von uns..." Hm � wie niedlich!„Ja, ja...," denkt der biedere Leser,„es stimmt.... es ist gerade umgekehrt, als man denkt!" Dann ans der Weun-Älasse:„Der Reisende schwärmt für die Natur, wenn einer dabei ist...." sOskar weiß es!)„Einer verliert eine schöne Frau aus den Augen, wenn er sie heiratet...." (Weißt du es auch ganz bestimmt, Oskar t...) „Er spricht wie ein Luch... aber nicht lvie ein gutes... (Aber, Oskar!) Aber alle Sünden seieir dir verziehen, Oskar, denn du erkennst dich selbst! Wenn du einen Witz anbringen kannst(und was für einen...!), dann verleugnest du allen Stolz,... nun ja, für seine Gaben kann man ja nicht.... Darum sagst du:„Wir bleiben minderjährig bis zum Sterbebett, und das Alter ist unsere letzte Kinderkrankheit...." Na ano. Oskar.... Die Brahmaputrafällc— eine Legende. Aus Kalkutta meldet der Diahr die Ankunft der beiden englischen Forschungsreisenden, Kapitän Bailey und MorsHead, die soeben von einer Durchquerung Tibets und des Himalajagebirges glücklich zurückgekommen sind. Das Hauptergebnis ihrer Reise ist die Feststellung, daß die sogenannten Brahmaputrasälle, die beständig in den Köpfen der Geologen und « den Lehrbückiern gespult haben, eine Mythe find. Die Annahme der Brahmaputrafälle ergab sich aus allgemeinen geographischen Betrachtungen. Wie überwindet der Brahmaputra die enorme Höhendifferenz von ungefähr 2600 Metern bis zu 130 Meter auf einer kurzen Strecke? Dies kann nur auf zwei Wegen geschehen. Entweder wirft sich der Fluß in kühnem Sprunge oder in einer Unzahl kleinerer Fälle rasch hinunter, oder er hat tbm ander« bedeutend weiter« Lauf, als bisher angenommen da es ja nicht sonderlich hohe Anforderungen an das Begriffsvermögen stellt— auch der Notizschreiber eines Scharf- macherblattes. Die von ihm gezogenen Schlußfolgerungen aus dem Vorgehen der Generalkommission sind daher ebenso albern wie seine Scharfmachcreicn der Banken offensichtlich sind. Auch die Banken vergeben sich durchaus nichts, wenn sie ihren Angestellten das gewährleisten, was jeder verständige Unternehmer tut und ivozu bockbeinige Unternehmer durch die Arbeiterorganisationen erzogen werden mußten. Zum lieber- fluß sei dem Herrn versichert, daß es sich bei der Mitteilung über die Bemühungen anderer Banken, die Depositen der Gewerkschaften zu bekommen, nicht um Prahlereien und auch nicht um kleine Banken handelt, sondern um tatsächliche Vorgänge. Daß das Vorgehen der Generalkommission in weiteren Kreisen Sympathien findet, beweist die Erklärung des Ver- tretcrs der Internationalen Artistenloge, wonach auch diese ihre bei der Deutschen Bank hinterlegten-100 000 M. kündigen würde, und die Tatsache, daß eine Breslaucr Ortsgruppe der Hirsch-Dunckcrschen Gcwerkvcrcine dem Zentralrat den Auf- trag erteilte, eventuell die Löschung der Depots bei der Deutschen Bank zu veranlassen. Em Vorgehen, das wir von jeder Angestellten- und Arbeiterorganisation für selbstverständ- lich halten, wenn die Deutsche Bank in ihren: koalitionsfeindlichen Verhalten beharren sollte. I5ci-lin und Umgegend. Tarifbewcgung der Brauer und Hilfsarbeiter. In einer am Sonntag abgehaltenen Versammlung referierte H o d a p p. Die lvesenilichsten Forderungen sind: Für Brauer und die an deren Stelle beschäftigten Arbeiter soll der gleiche Lohn bezahlt werden. Der Achtstundentag ist sobald wie möglich durch- zuführen. Besonders in einzelnen BetriegSzweigen, lvie in Sud- Häusern usw. muß eine achtstündige Arbeitszeit durchgeführt werden. Die Verhältnisse zeigen, daß diese Forderung durchführbar ist. Ab- schaffung des Haustrunkes, Ausbezahlung des Betrages für das nichtgetrunkene Bier.— ES folgte eine lange Diskussion, in der im allgemeinen die Vorschläge gutgeheißen wurden: außerdem kam eine Reihe von Sonderwünschen zum Ausdruck. Sodaun wurde die Wahl der Lohnkommission vorgenommen. Au S dem Flcischcrgewerbe. Die Differenz bei der Finna Ernst M i e r s ch. Koloniestr. 38, ist beigelegt. Herr Miersch hat den von der Fleischerorganisation eingereichten Tarisvenrag unterschriftlich anerkannt. DaS Gerücht, es hätten die Gesellen der Firma Miersch unter 13 M. Wochenlohn erhalten, trifft nicht zu. Die Einwohner- schaft möge hiervon Kenntnis nehmen. Deutsches Reich. In Scharfmachers Fusttapfeu. Ein Thcaterdirektor Oskar Lange in Hildesheim, der den üppigen Titel König!. K om missionsrat führt, hat an Gustav R i ck e l t, den gewerkschaftlichen Führer der Schauspieler, einen offenen Brief gerichtet, der in klassischer Weise die Seele eines gereizten 5zapitalisten enthüllt. Man prüfe folgende Stellen: „Ich kann mir denken, welch indianisches Frcudengeheul Sie ausgestoßen haben, und wie Sie, trotz Ihrer Leibesfülle, versucht haben, einen Luftsprung zu machen" usw. Und die andere: „Hier muß eben gearbeitet und kann nicht g e f a u- lenzt werden. Es ist den hier engagierten Mitgliedern leider nicht vergönnt, sich zu mästen, den Wams zu pflegen, Kaffee- Häuser zu besuchen, täglich ein größeres Quantum Alkohol zu vertilgen, dramatischen Unterricht zu erteilen, dann noch Zeter und Mordio über die„Konkurrenz" zu schreien und den Staat zu bitten, diese Konkurrenz, zun: eigenen Vorteil, einzudämmen." Das Quantum Alkohol wird an einer anderen Stelle ans„min- bestens sechs bis sieben Glas Bier" angegeben. Im übrigen wird worden ist. Es niüßte sich also, wenn dies der Fall sein sollte, eine überraschende geographische Entdeckung ergeben. Man hat gelegentlich den märchenhaften S a n- P o in Tibet >nii dem Brahmaputra identifiziert; dieser ivare also nichts anderes als der Unterlauf des Tibetflusies. Denn wenn er es nicht wäre, so stände man vor der schwierigen Frage, lvoher er denn seine riesigen Wassermassen bezöge, und ferner, was aus dem San-Po werde. Tie stühere Ansicht, daß der San-Po vielleicht der Ober- lauf des Jrawadis fei, ist schon längst abgewiesen, und so blieb also nichts anderes übrig, als die Brahmaputrahhpothese. da man doch nicht annehmen wollte, daß der große Fluß plötzlich spurlos in der Erde verschwinde. Den genauen Angaben der beiden englischen Forscher sieht man in geographischen Kreisen mit großer Spannung entgegen, da hier endlich ein Jahrhunderte alte» Rätsel gelöst worden ist. v.'infit. Arbeitcrkonzertc am Totensonntag. Ilm einen ungefähren Begriff vom stetigen Wachstum des Interesses der Ber- liner Arbeiter an den künstlerischen Bestrebungen zu bekommen, ge- nügt eö wohl, auf die Konzerte vom letzten Totensonntag hinzu- iveisen. Es ist gewiß nicht übertrieben, die Zahl der Teilnehmer auf annähernd Zehntausend zu veranschlagen: denn die meisten großen Säle, in denen Musikveranstaltungen von und für Arbeiter stattfanden, waren überfüllt. Und allemal handelte es sich ernsthaft um Musik! Das zlveite Nachmiitagskouzsrt des Verein s für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse(ini„Blüthner-Saai") galt Beelhoven. Zwei seiner zeitlich anseinandcrliegenden Streichquartette sollten des damals noch jungen Werkschöpfers Entwicklung von der mehr äußeren Musikform zur Darstellung seiner liefen Ideenwelt offenbaren. DaS H e tz- Q n a r t e t t hatte die Wiedergabe über- nommen; und sie trug den Stempel reifer Künstlerschast. Gleichsam als Ueberleitung von dem einen Kammerstück zum anderen diente der 181b, also erheblich später entstandene LiederkreiS„An die ferne Geliebte", den Anton SiftermanS mit inniger Wärme und ganz auf seine, jedwede Affektiertheit verschmähende meisterliche Vortragskunst gestellt sang. Gerade das Schlußlied, in das Beethoven all den Wohllaut einer schmerzlich süße» Entsagung ergoß, sie durch die Klavierbegleitung gleichsam verklärend, griff ans Herz. Gleichfalls im Älüthner-Saal gab das Kartell der Freien Volks- bübnen den dritten Kammermusik-Abend. Es kamen Trios moderner Komponisten und zwar von Saint-SaönS und Tschaikowsky sowie einige Lieder von Eduard Grieg und Richard Strauß zu Gebör. Vortragende waren diesmal das Kestenberg-Trio und Tilly K o e n e n. Als Veranstalter aller anderen Abendkonzerte kommen ver- schiedene Arbeitersänger-Ehöre in Betracht. Immer ist man bemüht, die eigenen Gesänge unter Hinzuziehung namhafter Instrumental- musiker und Vokalisten künstlerisch zu unirahinen. Je sorgfältiger inan bei Aufstellung der Programme die im„Leitfaden für die Bildmigsarbeit in Groß-Berlm"(Herausgegeben vom hiesigen Bezirks- bildungsausschnß) niedergelegten Borschlage und Anregungen praktisch Rickelt in eingehender Begründung als„Schwindler",„Hetzer", „Lügner",„unglaubwürdiger Mensch",„Verleumder",„niederträchtiger Mensch, der über Leichen geht",„ungezählte Schanspielerexi- stenzen auf seinem Gewissen hat"— mit einem Wqpt:„als minderwertiges Individuum" charakterisiert. Selbst- verständlich benutzt N i ck e l t auch die von den„armen hungernden Mitgliedern" zusammengebrachten Gelder zur„Tilgung einer pri- vaten Ranküne". Run ist es zwar an und für sich sehr hübsch, eine private Ranküne zu tilgen. Da der Herr Kommissionsrat in seinem vorbildlichen Deutsch aber offenbar befriedigen meinst wird Rickelts Lage dadurch auch nicht besser.- Die Arbeiter aber iverden sich mit einigem Vergnügen sagen: Wir kennen die Weise, Wir kennen den Text, Wir kennen auch die' Verfasser! Die gewerkschaftlichen Arbeiterführer, die„von deb sauer er- sparten Arbeitergroschen„prassen", leben in der gewerkschaftlichen Bewegung der Schauspieler wieder auf. Sic bleiben sich immer gleich, die gereizten Herren Kapitalisten. Im besonderen, wenn es an den Geldbeutel geht. Scharfmachcreicn an allen Ecken und Enden. Die nordwesideuische Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustricllen hielt in vergangener Woche i» Düsseldorf ihre Hauptversammlung ab. Aach dem Bericht, den die„Deutsche Bergwerks-Zeiiung" über die Verhandlungen bringt, zählte der Verband rnn 30. Juni d. I. 110 Wiiglieder, die 177 110 Arbeiter mit einer Gesaintlohnsmmne von 291281318 M. bcschäftigien. Mit Genugtuung ist iin Gcschäfisbeiicht die Verräterrolle erwähnt worden, die die christlichen Gewerkschaften auch im Düsseldorfer Bezirk bei verschiedenen Gelegenheiten gespielt haben. Ebenso hat man sich gefreut, ein Zunehmen der gelben Gewerkschaften registrieren zu können. Nachdem dann des langen und breiten über den Stand der Verhandlungen lvegen des Zusammenschlusses von„Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände" mit dem„Verein deutscher Arbeit- geberverbäitde" und der Speisung des„Bueckschen JuliuSturmS" berichtet worden, wurde die Aufmerksamkeit der Versammlung auf den Anschluß von Arbeitgeberverbänden de» Handwerks gclcnki. „Der Gefahr, daß der Zusammenschluß so unterschiedlicher Elemente eine feste Geschlossenheit verhindert, hat mau in den Satzungen durch Einführung einer Gruppenbildung vorgebeugt", heißt es wörtlich in dem Bericht der„Deutschen Bergwerks- Zeitung". Und weiter:„Behufs Stellnngnahme zu grundsätzlichen Fragen können innerhalb der Vereinigung besondere Gruppen von' Verbänden gebildet werden, die über ihnen zugewiesene Fragen eine selbständige Entschließung zu fassen haben. Die Be- schlüsse der Gruppen bedürfen der Bestätigung der Vereinigung. Sie sind aber im Falle der Bestätigung nur für die Gruppen- Mitglieder verbindlich." So gedenken sich also die Herren die Haudwerilicheu Arbeitgeberverbände dienstbar und gefügig zu machen zum Zwecke gemeinsamen Vorgehens gegen die Arbeiterorganisationen. Nach einer ellenlangen Auszählung aller sozialpolitischen „Wohltaten", die den Arbeitern bisher ioährend der Regierung Wilhelms II. zuteil geworden, wird im Geschäftsbericht unter An- rufung der Bernhard, Ehrenberg, Stier-Somlo und KaustnalM als Zeugen für die unerlvünschten Folgen' der Arbciterversicherung eine' Ruhepause in der Sozialpolitik verlangt. Und weiter wird gegen „die dem Bergbau aufgezwungenen obligatorischen ArbeiterauSschüsse und Sicherheitsinänner als einem Herd politischer Umtriebe" los- gezogen. Die von den Sozialideologen geforderten Arbeltskainmern würdeil in gleicher Weise wirken. Selbst die auf der süngstcn mternatioimlen Arbeiterschutzkonferenz erhobciic Forderung des Verbots der Nachtarbeit für jugendliche Arbeiter unter 18 Jahren fand keine Gnade vor den Herren. Sie erklärten diese Maßnahme für ebenso schädlich wie die obligatorische Arbeitslosen- Versicherung. Das letzte Problein sei eines der schwierigsten Probleme, weil— sich nicht oder nur schwer feststellen lasse, ob die Arbeits- losiglm selbst ver»chuldel. eine gewollte sei. oder ob Arbeitsscheu vorliege! Als Beispiel einer überhasteten Gesetzgebung wurde aus die Angestelltenversicherung hingewiesen und zum Schluß— lvie wäre es anders zu erwarten— energisch das Verbot des Sircik- posteusteHenS gefordert. nützen wird, desto vorteilhafter wird man fahren. Gute Ausätze hierfür sind ja bereits vorhanden. Es wird also, eS in n sz aber auch besser lverden. Wenn wir nun, uns den gesanglichen Leistungen im einzelnen zulvendend, vom VolkSchor absehen, so steht ivöhl die T y p o- g r a p h i a an der Spitze aller Berliner Arbeitcrsängerchöre. Das dreiteilige Programm ihres im großen Saale der Neuen Welt ge- gebenen'Konzerts Ivar so gehallvoil als fein erwogen und gegliedert. Unter drei Ehorliedern, die ich anhören konnte, stach eilte Ballade „Die Ablösung" von Kann durch ihre Melodiefiihrung, Verwertung eigenartiger Klangfarben und dramatische Prägnanz besonders her- vor. Sie wurde einzig gut vorgetragen. Die Typographia leistet Hervorragendes in jedem Falle,«ie kann auch Volkslieder tvirklich zu Perlen schleifen, wie der wundervolle Vortrag des Schwäbischen „Dort unten im Tale" lehrte. Ferner ivär es ein Hochgenuß, da» Ouinteti für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Ecllo von Mozart im prachtvollen Zusammenspiei der Herren Prof, Bernhard Dessau, Prof. Oskar Schub c r t, Max Wachs- m nun, Bernhard de H a a S und Erich S ch n I tz zu hören. ES schien gleichsam, als tanzten geflügelte Amoretten de» seligen RokokozeiiaUerS nuS Mozarts Tönen durch den Raum!— Auf andere Teile de? Programms gebt eine Kritik em, die der Redakliou von ihrenxJI.-Miiarbeiter zugeht. Sie sagt: Das Stimmaterial des Vereins Ivar bedeutend genug, mchi nur im Forte, sondern auch im Piano den Riesenrainn. der„Reuen Welt" zu füllen. Der Ehor, der lebenden und toten Komponisten gleicher- weife gerecht wurde, sang ganz besonders schön das wundervolle „Ritomell" von Schumann, eines der schwersten Werke für Männerchor, und in„Des Schiffer-- Traum" von Abr fand das Vereinsmitglied, Herr Pape, Gelegenheit, sich als Solist vorzüglich zu beioähren. Sein angenehmer Bariton, vom Ehor sehr diskret begleitet, füllte den Raum vollkommen aus, In Frau Paula W e i u b a u m, der hervorragenden Altistin, einer der besten in Berlin, hatte die„Typographia" sich eine vortrefflich- Gesangssolistin gesichert. In den„Volkslicdent" kam ihre prachtvolle, von außerordentlicher Gesangskunst unterstützte Stimme zu vollster Geltung und riß da» Publikum zu stürmischen Ovationen hin. Herr Weinbaum begleitete seine Gattin als vollendeter Pianist und Musiker. Der instrumentale Teil stand gegen den gesanglichen etwas zurück. In einem anderen Arbeiterkouzert wurden wir an eine Kvrrcklur der Polizeizensur gemahnt. Dem Lichten berger Männerchor nämlich wurde nicht gestattet, neben der Charlottenburger Liedertafel zu siqurieren— obgleich beide Chöre unter einem Dirigenten stehen. Eine merkwürdige Fürsorge iin Zweckverband Groß-Berlin. Erkläret mir, Graf Oerindurl DaS Konzert im ge- räumigen und gut akustischen Apollosaal des„Deutschen HofeS" in der Luckauer Straße wies ein recht passables Programm auf. das sich nebstbei auch durch zeitktche Gemessenheit empfahl. Der Verein hat sich an sehr schwierig gesetzte Ehöre von Lachner und besonders von Hegar herangeinachi. Teuöre und Bässe hat er ja und wa-5 er leistet, ist schon erfreulich. ES wird nun noch vor allein aus Ver- feinerung sowohl de» Stinnnkörpers an sich als insbesondere des Vortrages zu achten sein. Tie richtige Schattierung gelingt noch nicht in jedem Falle, Pianissimo wird oft wie Pinn». Mezzo- AirtkchsWcher Vochevberlcht. Jahresadschlüffe der Hüttenwerke.— Preisermäßigung des Kohlensyndikats. Bekanntlich behaupten die Unternehmer immer wieder, daß es ihnen unmöglich wäre, die Lasten einer Arbeitslosenversicherung auf sich zu nehmen. Um so mehr verdienen die Abschlußziffern der Schwerindustrie Beachtung, die gerade jetzt von der„Deutschen Bergwerks-Zeitung" in einer Zusammenfassung veröffentlicht werden. Es sind ungeheure Summen und Gewinnsteigerungen gegenüber dem Vorjahr,' die allein von dem 1>/z Dutzend der großen deutscken Hüttenwerke im letzten Geschäftsjahr 1912/13 erzielt wurden. Bereits ein Vergleich der R o h g e w i n n e des Jahres 1912/13 mit denen des Jahres 1911/12, das doch auch bereits ein Jahr der Ho konjunktur war, gibt ein Bild davon; eS erzielten(in Millionen Mary- Rohgewinn Dividende 1911/12 1912/13 1912/13 m0/o Phönix........ 37,38 42.03 18 Gute Hoffnullgshlltte... 1ö, 14 18,53 20 Bochumer Verein.... 6,8 8,62 14 HoesÄ........ 10,31 13,10 24 Rheinische Stahlwerke... 8,48 11,58 10 Hasper Eisen- u. Stahlwerke 2,67 3,63 12 van d. Zhpen..... 3,01 4,4 12 Georgs-Marienhütte... 3,75 4,66 7 Ver. Königs- u. Laurahütte 9,18 11,25 8 Rombacher Hütt«.... 12,08 12,33 10 Deutsch-Luxemburg... 21,66 28,89 10 Aumetz-Friede..... 12,29 14,13 12 MaximitianShütte.... 7,2 7,89 30,3 Burbach-Eich-Dudelingen. 11,85 15,65 30 Gelsenkirchen...... 30,57 41,34 10 Oberschl. Jriedenshütte.. 5,98 7,53 6 Jlseder Hütte...... 6,03 6,73 26 Insgesamt ergibt sich eine Steigerung des Rohgewinns um 48,3 Millionen von 204,33 auf 252,67 Millionen Mark oder um 24 Proz. Gleichzeitig konnten die Abschreibungen um 38 Proz. und die Rück- lagen um 11 Proz. erhöht werden. Diese Mehrgewinne sind im wesentlichen durch die stärkere Ausbeutung der Arbeiterschaft erzielt worden. Denn die werbenden Kapitalien(Aktienkapital, Anleihen und Reserven) stiegen in der gleichen Zeit nur um 3 Proz. und die Betriebsanlagen zur Eisen- und Kohlengewinnung dem Werte nach nur um 7 Proz. Geht man auf die Mehrproduktion bei den vierzehn genannten Werken im einzelnen ein, so zeigt die Kohlen- Produktion— nicht alle der genannten Werke besitzen Kohlen- zechen— die geringste Steigerung(8,4 Proz,) Die Roheisen- erzeugung wuchs dagegen um 13 Proz., die Stahlerzeugung um 15 Proz. Den größten Vorteil haben also die gemischten Werke gehabt, die Kohlen und Eisen produzieren. Unter den Eisenwerken hatten die größere Steigerung wieder diejenigen, die nicht nur Roh- eisen produzieren, sondern auch Roheisen und Stahl weiter zu Walz- fabrikaten verarbeiten. Wie schon die Steigerung der Abschreibungen um 38 Prozent zeigt, sind die Mehrgewinne vornehmlich zur inneren Festigung der Unternehmen verwandt worden. Die Dividendenziffern geben daher diesmal noch weniger als sonst einen verläßlichen Matzstab für die Gewinnsteigerung. Mit Rücksicht auf die Krise, die sich bereits im vergangenen Winter ankündigte, haben sich alle Werke bei der Ausschüttung der Dividende Zurückhaltung auserlegt. Ihre Dividende erhöht haben nur drei Werke: Burbach-Eich-Düde- singen um 6 Proz., Hösch und die Bereinigte Königs- und Laura- lütte um 2 Proz. Deutsch-Luxemburg und die Jlseder Hütte er- mäßigten sogar ihre Dividenden um 1 bezw. 10 Proz. Trotzdem bringen die Dividenden, deren Höhe sich zwischen 6 und 30 Proz. bewegt, den Aktionären reichlich hohe Erträgnisse. Reben der Mehrerzeugung ist die Steigerung der Gewinne durch die Preissteigerungen der Produkte hervorgerufen worden. Kohle und Koks erfuhren noch im April dieses JahreS durch das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat eine Preiserhöhung, obgleich die Kon- unktur bereits eine rückläufige Tendenz zeigte. Die Preise für wrte wie Forte oder gar Fortissimo genommen. Gelingt eS dem rührigen Dirigenten, hier die Ttärkegrade sinngemäß gegeneinander sich abheben zu lassen, so dürsten bald tüchtige Leistungen geboten werden. Der Männerchor Olympia, der sich im Saale der Brauerei iönigstadt hören ließ, schein: mir aber sein Können noch zu über- schätzen. Chöre, wie Mozarts Weihe des Gesanges, Uthmanns Tord Foleson, zumal Gustav Webers ziemlich knifflicheS Waldweben, liegen .hm wohl noch zu fern. Zwei kleinere Sachen wie Waldruf(Schauß) und Mozarts graziöses Lied.Vom Raschen" für eine Sopranstimme. dessen Verarbeitung zu einem Männerckor ein Mißgriff ist, gelangen weit besser. Manche Rauheit der Bässe und schrille Uebernommen- heit des ersten Tenors wird noch gründlich zu polieren sein.— Zum Schluß noch eine Anregung, von der sehr zu wünschen wäre, daß sie nicht zu Boden falle: Möchten lünstigbin doch die an einem und demselben Abend konzertierenden Sängerchöre sich immer zuvor über die Anordnung ihrer Programme inS Einvernehmen setze» und auch pünktlich beginuen, damit sie bei der Beurteilung nicht zu kurz kommen. elr. Notizen. — Theaterchronik. Im Deutschen Theater geht in einer Nachmittagsvorstellung am Sonnabend, den 6. Dezember das Märchcnspiel.Der blaue Vogel" von Maeterlinck mit der Musik von Humperdinck in Szene. Der Borverlauf zu dieser Vorstellung beginnt heute. — K u n st a b e n d. Heute DienStag, abends 8 Uhr, findet in der Singakademie der S t rind der g- Abend von Irene Triesch statt. — Vorträge, lieber die Bedeutung der radro- aktive ri Forschung für die Wissenschaft und dos praktische Leben wird Dr. W. Block im.Verein von Freunden der Treptow-Slernwarte" Miliwoch, den 26. November, abends 8 Uhr, im große» Vortragssaal der Sternwarle unter Vor- sührung zahlreicher Lichibilder sprechen.— Fritz Stahl hält heute zum Besten des Bundes für Mutterschutz, abends 8 Uhr, im „KünstlerhauS" einen Lichtbildervortrag über„Mutter und Kind in der bildenden Kunst." — Musikchronik. Raoul v. KoczalSkiS Chopin» Abend findet Donnerstag, abends 8 Uhr, im Saale der königl. Hochschule für Musik statt. —„ D i e l a n g e I u l e'. Im Hamburger Deutschen Schau- spielhaus gelangte ein neues fünsakuges Drama von Karl Hauptmann.Die lange Jule" zur Ura»ffiihrn»g. Die lange Jule ist ein robustes, geradsinnige« Weib ans allem, schlesischem Bauerngeschlecht. Sie kämpst einen haltnäckigeii Kampf um das Batergut, um das sie sich betrogen glaubi. Mn einer unheimlichen, brulaleki Energie, die aus dem starren»nd ungeheuren Geiüht des Rechts herauswächst, schieitet sie ihren Weg. Alles peuöiiUche Glück. ihr BarmherzigteiiSgefühl und ihren guten Ruf gibt sie preis, um ihr Ziel zu erreichen. — Ein Alb um wort der Louise Michel. Die Sanges- incisterin Malhilde Marchesi, die in London, 87 Jahre alt gestorben ist, kannte die französische Revolutionärin Louise Michel, die sehr musikalisch war und auch zu Zeiten selbst Musikunterricht erteilte. Die Michel schrieb in das Album der Sängerin:„An jemand, der mir sympathisch ist. ohne daß ich wüßte warum." Eisenfabrikate gerieten schon Ende vorigen Jahres ins Weichen und erst seit dem Herbst dieses Jahres geben auch die Roheisen- und Rohstahlpreise nach, die bis dahin durch den Roheisenverband und den Stahlwerksverband künstlich gehalten wurden. Die Syndikate haben zugunsten ihrer Mitglieder ohne Rücksicht aus den Konjunktur- Verlauf an den hohen Preisen des Vorjahres festgehalten. Wäh rend die weiterverarbeitenden Werke unter dieser Verteuerung der Roh stoffe Kohle und Eilen stark litten, zogen die großen gemischten Werke gerade daraus Vorteil. Sie verkauften die Rohstoffe teuer an die Fertigfabrikat-Jndustrie, wähxend sie die gleichen Fabrikate mit den im eigenen Betriebe gewonnenen Rohstoffen billiger produzieren konnten. Der Vorsprung, den die großen gemischten Werke vor der weiterverarbeitenden Industrie schon hatten, ist dadurch noch größer geworden. Man mutz sich das hohe Preisniveau der letzten zwölf Monate vergegenwärtigen, wenn man die in der ver- gangenen Woche beschlossenen Preisermäßigungen des Kohlen- syndikatS nicht überschätzen will. Für HochosenkolS und Koks- kohle sollen die Ermäßigungen 1,50 beziehungsweise 1 M. pro Tonne, für die übrigen KokSsorten 0,75 bis 2 M., für Kohlen 0,50 M. bis 1 M., für Briketts 0,50 bis 0,75 M. pro Tonne betragen. Aber diese Ermäßigungen treten erst im April 1914 in Kraft mit Aus- nähme für Kokskohle und Hochofenkols, wo sie am 1. Januar 1914 Geltung haben sollen. Da die Preise für Eisensabrikate schon seit Ende v. I. herunlcrgingen, kommen die Kohlen- und KokSpreisermäßi- gungen ein volles Jahr zu spät, zumal noch im April d. I. die Preise vom Kohlensyndikat erhöbt wurden. Die Eisenindustrie hat also infolge der Syndikatspolitik bei steigenden Erstehungskosten zu niedrigeren Verkaufspreisen produzieren müssen. Für das Kohlensyndikat war die Preisherabsetzung durch die jetzt auch in der Kohlenindustrie unverkennbare Konjunktur- abschwächung geboten. Der Kohlcnabsatz ist zurückgegangen und die Aussichten sind weiter so schlecht, daß das Syndikat seinen Mit- gliedern für den Dezember eine größere Produklionseinschränkung auferlegt hat. Während die Berg- und Hüttenunternehmer dieser Entwickelung ruhig entgegensehen können, wird die Arbeiterschaft davon mit voller Schwere getroffen. Die Be- legschaftSziffer im Steinkohlenbergbau zeigte im dritten Vierteljahr eine Steigerung, die wesentlich geringer war als in den vorher- gehenden Ouarialen. Bei einzelnen Zechen ist bereits«ine absolute Abnahme gegenüber dem Vorjahr eingetreten. Die Arbeiter- cntlassungen mehren sich, ebenso die Einlegung von Feierschichten und-tagen. Auch die Löhne, die während der letzten Konjunktur- Periode überhaupt nur eine geringe Erhöhung erfuhren, sind zum Teil bereits reduziert worden. Reben der bereit« bestehenden Arbeits- losigleit in den großen Städten, die durch die Lage des Baugewerbes und den Beschäftigungsrückgang in der Holz-, Maschinen- und Eleklrizitätsindustrie bedingt ist. wird also im Winter auch eine Abnahme der Arbeitsgelegenheit in den Zentren der Schwer- industrie eintreten. Die feiernde» Berg- und Hüttenarbeiter haben dabei nicht wie die Kohlen- und Eisenmagnaten für die Zukunft Ersparnisse machen können. Für sie bringt die Arbeits- losigkeit Hunger und Elend, während sich die Aktionäre mit dem Versprechen trösten, daß die Verwaltungen auf Grund der früheren Gewinne die Dividenden in der alten Höhe werden aufrecht- erhalten können. Hus Induftric und Handel. Japanische Kohle. Die Nachfrage nach japanischen Kohlen hat seit Mitte 1912 im In- und Ausland eine so starke Zunahme erfahren, daß die Kohlenproduktion trotz erheblich gesteigerter Produktionsziffern den Anforderungen des Marktes zurzeit nur noch mit Mühe und Not gerecht zu werden vermag und daher von einer drohenden K o h- l e n n o t die Rede ist. Die Gründe für den gesteigerten Bedarf liegen teils darin, daß mit der zunehmenden Industrialisierung des Laiches und dem Ausbau seiner Verkehrsmittel(Eisenbahnen und Dampfschiffahrt) der einheimische Kohlenkonsum erheblich ge- stiegen ist, teils in der außerordentlich günstigen Entwicklung der Absatzverhältnisse für japanische Kohlen im Ausland. Was den Absatz der japanischen Kohle im Ausland anlangt, so betrugen die Ausfuhrziffern für die ersten acht Monate des Jahres 1913 bereits 2,5 Millionen Tonnen gegen 2,2 Millionen Tonnen und 2 Millionen Tonnen(12 Millionen Den) der gleichen Periode der beiden vorangegangenen Jahre. Rechnet man noch die in der Statistik nicht mitenthaltene Aussuhr nach Korea im Be- trage von ruich 80 000 Tonnen hinzu, so dürfte bis Ende dieses Jahres die Ausfuhr auf nahezu 4 Millionen-Tonnen anwachsen. Dieses starke Anwachsen der Ausfuhrziffer ist auf die in letzter Zeit sich bemerkbar machende starke Ausbreitung des Marktes für japa- nische Kohle zurückzuführen. Letztere konkurriert bekanntlich auf den ostasiatischen Kohlenmärkten mit englischer, indischer, ausira- lischer und chinesischer Kohle, die je nach Lage der Verhältnisse ihre besonderen Absatzgebiete haben. Die japanische Kohle hat auch in Vorderindien(Bombay, Calcutta und Ceylon) zunehmenden Absatz gefunden. Dazu kamen dann noch die Nachwirkungen des australi- schen Kohlenstreiks, der zu einer größeren Ausfuhr japanischer Kohle nach den Philippinen führte, sowie der diesjährige Kohlen- streik in Kanada, der einerseits zur Folge hatte, daß australische Kohle weniger nach Ostasien als nach Südamerika verschifft wurde. anderseits die Ausfuhr japanischer Kohle nach Hawaii und Amerika günstig beeinflußte. Die Kohlenausfuhr nach Britisch-Jndicn betrug während der ersten zwei Drittel des lausenden Jahres allein das Vierfache der- jenigen des Jahres 1911, während der Export nach den Philippinen um 100 000 Tonnen, nach den Stroits Settlements um 40 000, nach den Vereinigten Staaten von Amerila und Hawaii um zirka 25 000 Tonnen gegen das ganze Jahr 1910 zugenommen hat. Mit einer derartigen Steigerung der Nachfrage, wie sie das Wachsen des einheimischen Konsums und der Ausfuhr zur Folge gehabt haben, hat die japanische Kohlengewinnung nicht gleichen Schritt zu halten vermocht. Zwar waren die Kohlenproduzenten in den letzten Jahren besonders eifrig bestrebt, die Ausbeute durch Einführung moderner Abbaumethoden nach Möglichkeit zu steigern, wie nachstehende Produktioiiszisiern ersehen lassen: 1904: 10,7 Millionen Tonnen, 1912: 19,8 Millionen Tonnen. Indessen sind diesen Bestrebungen dadurch gewisse natürliche Grenzen gezogen. daß die bestehenden Betriebsmethoden, mit dem Maßstäbe moderner Technik gemessen, noch zum überwiegenden Teile als veraltet be- zeichnet werden müssen._ Rückgang der Zuckerproduktion. Nacki einer Umfrage der Internationalen Vereinigung für Zuckerstalistik ist das Ergebnis der diesjährigen Zuckerprodukiion in Europa etwas geringer (um 2.9 Prozent) olS im Vorjahre. Es ergibt sick für DruisÄland ein Minus von 5 Prozent, für Oenerreilti- Ungarn von 11 Prozent, für Frankreicv von 21 Prozenl. für iämiliche Länder, die der Biüsseler Zuckeikonvennon angehören, ein MmuS von 4.7 Proz. Rußland, das nicht der Konvention angehört, hat seine Produtlio» um 26 Proz. steigern können. Die rentabelsten Gewerbezweige. Von den im lausenden Jahre verössenilichten Bilanzen deutickier Aktiengrsellscbaflen weisen fast durchweg jene Gewerbe die höchste Dividendenquole auf, in denen die schlechtesten Lohnveihälliiisse herrschen. Bon den verschiedenen Zweigen der gewerblichen Waren- Herstellung erfreuen sich der höchsten Rentabilität die cbeini- schen Fabriken, die Gummiindustrie, die Glasfabriken, Hüttenwerke, der Kohlen» und Erzbau, die Porzellanfabriken und die Gasanstalten. ES ist bekannt, daß in fast all diesen Gewerben die Höhe des Lohn- Niveaus in keinem Verhältnis zu den Anstrengungen und gesundheit» lichen Gefahren der Arbeit steht. Daß bei einer Verteilung des ProduktionSerlrages zugunsten der Arbeitcrlöhne die Kapitals- reute immer noch groß genug bliebe, zeigen folgende Ergebnisse der ReutabilitätSstatistik: Dividende Zahl d. Ges. in Proz. 1911/12 1912/13 Chemische Industrie... III 16,5 17,3 Gummisabriken.... 25 13,4 13,7 Glasfabriken..... 31 12.2 13,0 Steinkohlenbergbau... 32 10,1 12,4 Braunkohlenbergbau,. 33 10,2 10,9 Erzbergbau...... 8 11,1 11,3 Porzellaufabriken... 29 9,5 10,5 Gasgesellichoften.... 63 9,8 10,1 Hütten, gemischte Betriebe 37 10.2 11,1 Eisen, Metalle.... 169 9,3 10,1 Wer die L o h n v e r h 2 l t n i s s e in diesen Gewerbezweigen kennt, wird wissen, daß fast durchweg die Höhe der Löhne im um- gekehrten Verhältnis zur Dividendenquote sieht. Es ist besonders bemerkenswert, daß i» all diese» Gruppen die Profitrate des Kapitals noch in kräftigem Steigen� ist. während die Löhne schon seit geraumer Zeit infolge der Ungunst der Arbeitsmarktlage allgemein zurück- gehen._ Die Gräfin als Hngehlagte. In dem Prozeß gegen die Gräfin Fischler b. Treuberg wurde gestern zunächst noch die vermeintliche Beteiligung der Angeklagten an dem Wucherfall behandelt, der den verstorbenen Regierungs- referendar v. Alten betraf. Kriminalkommissar Dr. Schnellrak bekundet zu der Annahme, daß eine Beteiligung an Wuchergeschäften vorliege, für die die Angeklagte Provision beziehe, habe die Be- schlagnahme von Provisionsscheincn und Notizbüchern der Ange- klagten geführt. Ter Zeuge führt eine Reihe von klangvollen Namen an. Die Angeklagte bestreitet in Verbindung mit diesen Leuten zu stehen, sie habe die Namen nur aufgeführt, als sie sie gelegentlich yehört habe. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob denn die Leute mit klangvollen Namen, die Geld suchten, nur Liebhaber gewesen seien? antwortete sie: vielleicht ja. Als Zeuge wird dann der Geldgeber Pariser, der vor Jahren mit zwei Jahren Gefängnis wegen Wuchers bestraft ist, vernommen. Er erklärt, er habe gegen ein dreimonatiges Wcchsclakzept über 40 000 M. etwa 37 000 M. gegeben. Vermittelt habe Donarus. Davon, daß die Angeklagte mit der Vcrmittelung zu tun habe, wisse er nichts. Wäre ihm das gesagt worden, so hätte er das Geschäft abgelehnt, weil er eine Aversion gegen weibliche Agenten habe. Herr v. Alten habe ihn betrogen, denn er habe verschwiegen, daß er schon auf sein väterliches Erbteil verzichtet hatte, und daß er nichts besah. Falsch sei die Behauptung, daß sich v. Alten wegen dieses Geld- geschäfts erschossen habe. Er habe sich erschossen, weil ein Ver- fahren auf Grund des§ 175 gegen ihn schwebte. Der Staatsanwalt fragt den Zeugen, ob er das Geld nicht bloß deshalb gegeben habe, weil der Vater des Herrn v. Alten sehr reich und der junge v. Alten ein Leibbursche des Kronprinzen gewesen sei? Auf die Bemerkung des Verteidigers, daß der Staatsanwalt Material zu einem Wucher- Prozeß gegen den Zeugen sammeln zu wollen scheine, lehnt der Zeuge die Beantwortung der vom Staatsanwalt gestellten Fragen ab. Der Staatsanwalt beantragt den Zeugen nicht zu vereidigen, da er des Wuchers verdächtig sei. Die Verteidigung bestreitet, daß Wucher vorgelegen habe und verlangt die Vereidigung. TaS Ge- richt beschlieht die Vereidigung. Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde ein Wucher- fall verhandelt, der den Burggrafen Alfred zu Dohna-Schlodien, Fideikommihherr aus Mallwiv bei Sprottnu betrifft. Dieser be- fand sich Ende 1908 in Geldverlegenheit. Er wandte sich an den Verlagsbuchhändler Emil Jacoby in Charlottenburg, der sich in der Hauptsache mit DarlehnSgeschäften befaßt. Durch Jacoby wurde der Graf D. mit der Angeklagten bekannt und durch diese wurde wieder Graf D. mit dem inzwischen ins Ausland geflüchte- ten Teppichfabrikanten Guido Röder in Ansbach bekannt. Röder bot dem Grafen D. zunächst ein Darlehn von 25 000 M. in der Form eines Teppichvcrkauss an, dieser lehnte aber ein solches Ge- schüft ohne weiteres ab. Nun überredete Röder den Grafen, eine dem R. gehörige Villa am Tegernsee zu kaufen. Diese Villa hatte im Jahre 1910 in der Zwangsversteigerung ein Meistgebot von 92 000 M. erzielt. Es waren Hypotheken von 160 000 M. einge- tragen. Diese Hypotheken übernahm Graf D., unterwarf sich noch in Höhe von 40 000 M. der sofortigen Zwangsvollstreckung und er- hielt diese Schuld von 40 000 M. gegen 4'i- Proz. Zinsen bis zum 1. Januar 1910 gestundet. Der Graf gab außerdem noch Wechsel über 100 000 M. Für seine Verpflichtungen mußte der Gras als Sicherheit den jährlich 32 990 M. betragenden Jagdpachtzins seiner ?NajoratsherrfKast verpfänden. Unter dieser Bedingung erklärte sich Röder bereit, dem Grafen gegen Hingabe seines Drcimonats- Wechsels über 25 000 M. ein Tarlehn von 25 000 M. zu geben. Diese ganze Finanzgebarung endete damit, daß Graf D. des Majorats verlustig ging, und der nächstbcrechtigte Bruder des Grafen den Besitz antrat.— Rechtsanwalt Bahn stellt durch Befragen des Grafen D. fest, dah dieser Schlußeffekt wohl nicht auf dieses Geld- geschäft zurückzuführen sei, sondern daß schon vorher Schulde» in Höhe von 599 999 M. vorhanden gewesen seien. Die Angeklagte, die beschuldigt wird, für dieses Geschäft sich eine große Provision habe versprechen zu lassen, behauptete, daß sie lediglich zur Ver- Mittelung des Villenkaufcs angegangen worden sei. Ihr sei gesagt worden, daß Graf D. eine Villa am Tegernsee für sein Verhältnis kaufen wolle; sie habe die Provision für diesen Villenkauf von Herrn Röder zugesagt erhalten.— Zu der Frage des Wertes der Villa gab der Sachverständige für Grundstücke, Soffmann, ein Gutachten dahin ab, daß der Wert des Gesamtgrundstücks und der Gebäude etwa auf 119 990 M. zu schätzen sei. Wie hoch der Lieb- haberwert zu schätzen sei, könne nicht gesagt werden. Der nächste Wucherfall betrifft den gtittergutZbessher früheren Leutnant a. D. Hans Henning von Stcchow auf Kotzen(Wcsthavel- land). Dieser befand sich in Geldverlegenheit und wandte sich an die ihm bekannte Angeklagte und diese führte ihn zu dem Grund- stücksmakler Ernst Flöricke, der ihm einige große Lelbilder gegen 30 000 M. Wechsel verkaufte. Die(tzenialde sollen nach dem Gut- achten des Kunsthändlers Wachlcr nur einen Handelswert von 9800 M. haben, darüber hinaus aber keinen Liebhaber- oder Sam- mclwcrt. Das Geschäft soll gar nicht bis zu einem Darlehn ge- diehcn sein, die Angeklagte soll sich aber eine Provision von 1590 Mark dafür haben versprechen lassen. Die Angeklagte bestreitet dies und behauptet, daß sie mit der Sache nichts zu tun gehabt habe. Das bestätigt der Zeuge Flöricke. Der zu diesem Fall vorgeladene Zeuge v. St. hatte sich unbefugt vom Gerichtsgebäude entfernt. Das Gericht beschloß, ihn zu heute vorführen zu lassen. Rechtsanwalt Bahn gibt anHeim, ob es nicht zweckmäßig sei, auch gegen die Prinzessin Asenburg-Büdingen einen Vorführungsbesehl zu erlassen, denn was dem einen recht sei. sei doch dem anderen billig. Ter Staatsanwalt wies darauf hin. daß die Prinzessin brieflich gebeten hatte, in München vernommen zu werden. Er werde noch einmal zunächst die Prinzessin> besonders dringlicher Form hierher laden lassen. Die Sitzung wurde hierauf auf heute 9'� Uhr vertagt. Serickts- Leitung« Amtsunterschlagung. Unter der Anklage der schweren Urkundenfälschung und deS Amtsverbrechens stand gestern der Magistratsdiätar Walter Kreuz vor dem Schwurgericht des Landgerichts II. Er soll das Vermögen der Stadt Neukölln um 484 M., 1338 M. und 680 M. geschädigt haben. Der Angeklagte war nach dem Tode seiner Eltern Eigen- liimet der Hälfte des Hauses Dankclmannstr. l8 in Charlotienburg geworden. Das Haus ist stark belastet. Er diente als Einjährig- Freiwilliger in Spandau. Nach Beendigung seiner Dienstzeit� im Oktober 1907 wurde er als Supernumerar beini Magistrat in llleu- kölln beschäftigt. Seit dem 1. Januar 1911 ist er Tiätar. zuletzt hatte er ein monatliches Gehalt von 141 M. Mit diesen Bezügen kam er nicht aus, zumal er Reserveoffizier geworden war und als solcher glaubte„standesgemäß" auftreten zu müssen. Er geriet in Schulden bis zu L000 M. und griff nun, um sich Geld zu der- schaffen, zu folgendem Mittel: Er ließ durch ein Mädchen eine Rechnung eines angeblichen Fuhrhalters Schumacher aus Tempel- Hof für den Magistrat Neukölln ausstellen, die über geleistete Ge- spanne zum Kirchhof am Mariendorfer Weg im Gesamtbeträge von 680 M. lautete. Diese Rechnung versah er mit dem Stempel der Firma Schuhmacher, den er sich hatte anfertigen lassen. Unter die Rechnung setzte er den Stempelabdruck„Geprüft und richtig be- runden" und fertigte darunter die Unterschrift des Bureauassistenten Tietz an. Ferner versah er die Rechnung mit der Bescheinigung „Für die Richtigkeit. Neukölln, 8. Februar 1913" und der gc- fälschten Unterschrift des Oberstadtsekrctärs Map. Darunter setzte er den Eingangsstempel„Reckmungsbureau 17, Neukölln" und den Stempel„Nachgeprüft und richtig befunden". Auf die Rückseite setzte er den Vermerk:„Zu zahlen mit 680 M. und zu verausgaben bei Kapitel IV Titel 4 Nr. 16 des Ordinariums. Ter Betrag ist portopflichtig abzusenden. Neukölln, 15. Februar 1913. Der Mo- gistrat." Diese Anweisung an die Kasse versah er mit dcni Namen des zuständigen Dezernenten, des Stadtrats Marggraff. Er füllte darauf eine gedruckte, mit dem Stempel des Magistrais der Stadt Neukölln versehene, vom Rechnungsbureau ausgestellte Karte aus, in der der angebliche Schuhmacher aufgefordert wurde, gegen Vor- legung einer von ihm vollzogenen Quittung und der Karte, die als Legitimation dienen sollte, den Betrag seiner Rechnung auf der Stadthauptkasse abzuheben. Diese Karte versah er mit seiner eigenen Unterschrist. Damit die Karte von der Post abgestempelt würde, steckte er sie in einen gleich großen Umschlag, bei dem der Platz der Marke ausgeschnitten war und schickte sie in diesem Umschlag durch die Post an seine Adresse. Tarauf ließ er eine mit dem Stempel und der Unterschrift des Wilhelm Schuhmacher versehene Quittung von dem Mädchen anfertigen und begab sich mit dieser Ausrüstung zur Kasse der Stadt Neukölln. Er hatte sich durch einen falschen Bart, einen Gummimantel und eine Mütze unkenntlich gemacht. Der Betrag wurde ihm anstandslos ausgc- händigt. Dasselbe Manöver führte er mit einer gefälschten Rechnung eines„Emil Mahnhold" um 484 M. für Epheu aus und wieder» holte es mit der Rechnung eines angeblichen„Otto Meinert" in Britz über 1338 M. Da er aber auf der Zahlungsanweisung an die Kasse die in Werten ausgeschriebene Summe nicht ganz vor- schriftsmäßig hingeschrieben hatte, so wurde zunächst die Aus- zahlung verweigert. Als er wiederkam und den Mangel ausge- bessert hatte, erhielt er die 1338 M., wurde aber sofort fest- genommen. Denn die Beamten hatten bemerkt, daß der Schnurr- bart, der sich verschoben hatte, ein falscher war und so mißglückte dem Angeklagten der letzte Streich. Ter Angeklagte war sofort geständig. Der Staatsanwalt be- antragte das Schuldig im vollen Umfange der Anklage.— Der Verteidiger, Rechtsanwalt Bever, führte aus, die Urkunden seien als Privaturkunden anzusprechen. Der Angeklagte sei milder zu be- urteilen, da er nur durch sein Hinaufrücken in die Stellung eines Reserveoffiziers zu größeren Ausgaben veranlaßt und in Schulden geraten sei.— Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage wegen Fälschung von Privaturkunden in Tateinheit mit Betrug unter Zubilligung mildernder Umstände. Das Gericht verurteilte den An- geklagten zu 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft und sprach dem Angeklagten auf L Jahre die Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Aemter ab. Gerichts-Leitung. Der Zusammenbruch des Warenhauses Greiscnhagcn Nachf. bildet den Gegenstand eines umfangreichen Prozesses, welcher gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Gorbcl begann. Unter der Anklage des betrügerischen Bankerotts bczw. Beihilfe hatten sich der frühere Warenhausbesitzcr Julius Fränkel und dessen Ehefrau Jenny F. geb. Plaut vor den Gcschworenen zu verantworten. Dem Angeklagten Fränkel, der im 54. Lebensjahre steht, wird zur Last gelegt, als Schuldner, über dessen Vermögen das Konkurs- oerfahren eröffnet worden ist, in der Absicht seine Gläubiger zu benachteiligen, Vermögensstücke beiseite geschafft, sowie Schulden und Rechtsgeschäfte aufgestellt und anerkannt zu haben, die ganz oder teilweise fingiert waren; hierzu soll ihm seine Ehefrau Bei- Hilfe geleistet haben.— Der Angeklagte Fränkel hat seine Lehrzeit in dem Manufakturwarengeschäft seines Onkels in Königsberg ab- solviert. Nachdem er in mehreren Geschäften gleicher Branche als Handlungsgehilfe tätig gewesen war, irat er mit Hilfe eines ihm von seiner Frau als Mitgift eingebrachten Kapitals st, die Ware,:- Hausfirma I. Jesser u. Co. in Stettin ein. Nach fünfjähriger Tätigkeit wurde er im Jahre 18c>S Mitinhaber und schließlich, nach- dem er die bisherigen Inhaber abgefunden hatte, alleiniger Inhaber, Das zu dem Geschäft gehörige Grundslück, welches mit 450 009 M. Hypotheken belastet war, verkaufte er einige Jahre später an die „Norddeutsche Crcditanstalt" zum Preise von 580 000 M. Der Ver- dienst von 130 000 M. wurde ihm jedoch von der Creditanstalt nicht ausgezahlt, sondern diese eröffnete ihm einen Kredit in Höhe dieser Summe. Da F. in der Breitenstraße in Stettin bald darauf ein anderes Grundstück kaufte und kostspielige Umbauten daran vor- nahm, war der Kredit bald erschöpft. Da auch das in dem Hause eröffnete Geschäft nicht gut ging, erhielt F. bei dem Verkauf nur 50 000 M. ausgezahlt. Im August 1910 kam F. dann nach Berlin und trat hier unter dem 1. September 1910 in den Vertrag des Kaufmanns Eduard Morris ein, der das Warenhaus G r e i f e n h a g c n für den Preis von 313 000 Mark käuflich erworben hatte. Unter seiner Leitung nahm das Unternehmen einen kolossalen Aufschwung, denn sein Vermögen, welches nach der Eröffnungsbilanz zirka 235 000 M. betrug, belief sich in der Bilanz vom 31. Dezember desselben Jahres schon auf zirka 321 000 M. Da- gegen arbeitete F. im Jahre 1911 schon mit Verlust, denn die Bilanz vom 31. Dezember 1911 wies nur noch ein Vermögen von 185 000 Mark auf. Wie die Anklage behauptet, soll nun Fränkel, als er sah, daß das Geschäft immer mehr und mehr rückwärts ging, in Gemein- schaft mit seiner Ehefrau, mit der er in Gütertrennung lebte, Schritte untcriwmmen haben, um daS von ihm bezw. seiner Ehe- frau in das Geschäft hineingesteckte Geld nicht zu verlieren. Schon am 19. Februar 1912 ließ Frau F. durch den Justizrat Dr. Fried- länder an die Firma Greifcnhagen Nachf. ein Schreiben richten, in welchem sie mitteilte, daß sie nach und nach in das Geschäft ihres Ehemannes ein Tarlchn von 200 000 M.�gegeben habe. Sie müsse die Firma nunmehr auffordern, diese Summe bis zum 31. De- zembcr 1912 ratenweise an sie zurückzuzahlen. Bald darauf zedierte Frau F. diese Forderung an die Firma Greifenhagen Nachf. an den Kaufmann Friedrich Träger in London, der von nun an die Bei- treibung der Summe:n Raten betrieb. Wie die Anklage weiter behauptet, sollen die Angeklagten, um dieser erdichteten Forderung einen ernsthasten und völlig unausfälligen Anstrich zu geben, eine EhescheidungSkomödie inszeniert haben. Frau Fränkel erhob näm- lich zu gleicher Zeit die Ehescheidungsklage gegen ihren Ehemann. In dem ersten Sühnetermin am 28. Juni 1912 verzieh sie ihrem Manne und es kam ein Ausgleich nach der Richtung hin zustande, daß Frau F. ihm Verzeihung gewährte, loährend dieser anerkannte, daß er seiner Frau insgesamt 255 000 M. schulde. Er verpflichtete sich, die 200 000 M. an den Zessionar Träger in London zu zahlen, «nd zahlte außerdem sofort an seine Frau 55 000 M., die diese ihm «« üjrer Ritgift und Erbschaften angeblich zur Verfügung gestellt hatte. Die Anklage nimmt an, daß die von. der Mitangeklagten Ehefrau aufgestellten Forderungen sämtlich fingiert seien und daß auch die Ehescheidung nur ein zwischen den Eheleuten verabredetes Manöver sei, um die aufgestellten Forderungen glaubhaft erscheinen zu lassen. Nachdem etwa 100 000 M. an den Zessionär Träger von der Firma Greifenhagen gezahlt worden waren, wurde eine weitere Beisciteschafsung von Vermögensstückcn durch den von Morris ge- stellten Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens inhibiert. Wie der Konkursverwalter Brinkmeher seinerzeit feststellte, standen zirka 1 Million Passiven nur zirka 390 000 M. Aktiven gegenüber. Als besonders belastend hebt die Anklage hervor, daß die Frau Fränkel nach Ausweis der Bücher bisher niemals als Gläubigerin der Firma beziv. ihrem Mann gegenüber aufgetreten war und daß sich diesbezügliche Eintragungen erst von dem Zeitpunkt ab, als daS Geschäft schlecht ging, in den Büchern befinden. Sehr auffällig sei auch, daß die Auszahlung des zedierten Kapitals im Auslände er- folgt sei. Bon den Angeklagten, die jede betrügerische Manipulation zum Schaden der Gläubiger mit aller Entschiedenheit in Abrede stellen, ist durch Rechtsanwalt Fritz Grünspach der Beweis dafür angeboten worden, daß die von der Ehefrau geltend gemachten Forderungen völlig zu Recht bestehen. Da es sich in der Beweisaufnahme um die Erörterung ziemlich kompliziert liegender bilanztechnischer und anderer kaufmännischer Fragen handelt, sind von dem Vorsitzenden drei Sitzungstage in Aussicht genommen worden. Wir werden über das Ergebnis dieses Prozesses berichten. Hus aller tflelt. Der geangelte Bandwurm. Wenn man den italienischen Zeitungen Glauben schenken darf, so beherbergt das Krankenhaus in Bride bei Trient einen höchst merkwürdigen Patienten in der Person eines jungen Bauern namens Destcrncs. Der Mann ist das Opfer einer Angelkur geworden, die er seinen! Bandwurm auf den Rat eines guten Freundes hat angedeihen lassen. Besagter Freund hatte ihm empfohlen, an einen Angelhaken ein Stück Speck zu befestigen und dieses samt der Schnur herunter zu schlucken. Der gutgläubige Bauer befolgte auch getreulich den Rat. und als er in der Magengegend einen starken Schmerz verspürte, zog er, in der Annahme, daß der Bandwurm angebissen habe, stark an der Schnur, mit dem Erfolg, daß die Schnur riß und der Angelhaken, der sich im Magen eingebohrt, sitzen blieb. Die Durchleuchtung mit X-Strahlen erbrachte den Beivcis, daß die Erzählung des Bandivurmanglcrs durchaus auf Wahrheit beruhe. Er mußte sofort einer Operation unterzogen werden, um ihn von der Angel zu befreien. Die Operation hatte auch den gewünschten Erfolg. Den Angelhaken ist er zwar wieder los, aber den Bandwurm hat er behalten. Tie Pest in Rustland. Die Pest hat im Ural- und Dongegebiet eine gefährliche Aus- dehnung angenommen. Unter den in Erdhütten lebenden Kirgisen sind zahlreiche Erkrankungen zu verzeichnen und die Seuche wird immer weiter von Ort zu Ort verschleppe, da es unmöglich ist. die noch unaufgckläiten Bailern zu isolieren. So wurde in, Dongebiet das gesamte Aerztepcrsonal des Semstwo- Hoipital« angesteckt. Ein Feldscher, der beim Leichenschmaus bei einem Bauern, dessen Frau an der Seuche gestorben war, infiziert wurde, halte die gefährliche Krankheit in das Hospital geschleppt. An allen Bahnstationen wurden Maueranschtäge angebracht, wonach all« Flück-llinge aus dem Dongrbiet aufgefordert werden, sich der Pestquarantäue zu unterzicbcn. Alle, die diese Aufforderung um- geheil. können eventuell nrn dem Tode bestraft werden. Sei, Aus- brück der Seuche sind 198 Personen daran erkrankt. Davon sind 141 Person en gestorben.# Ter ermordete Millionär. Der geheimnisvolle Tod eines reicken Chikagoer Kaufmanns, der seinerzeit große« Aufsehen erregte, scheint nunmehr seine Auf- klärung gefunden zu haben. Im Jahre 1905 wurde ein gewisser Marschall Field John in einem Hotel mit einer Sckußwuiide sterbend ausgefunden. Vor seinem Tode erklärte er. daß er sich die tödliche Verletzung selbst bei- gebracht habe. Die Polizei ichenkle damals den Angaben des Sterbenden keinen Glauben, sah sich aber genötigt, wegen mangels an Beweisen, die Untersuchung einzustellen. Gestern wurde in La« Angeles(Kali- fornien) eine sehr bekannte Schauspielerin namens Scott wegen Unterschlagungen vcrbaflet. Bei ihrer Vernehmung erklärte sie dem UnteriuchungSrichter, daß sie seinerzeit den Mord an Field begangen habe und mackte genaue Angaben über den Hergang der Tat. die durchaus glaubwürdig scheine». Sie wurde zur weiteren Unter- luchung der Angelegenheit nack Ebikago gebracht. Kleine Notizen. Mord und Selbstmordversuch. Ii, Königshütte erschoß der Kutscker Pylichek die 17 jährige Tochter des Fuhrhaliers Zajonc, von deren Vater feine Werbung um das Mädchen wegen desien Jugend zurückgewiesen worden war. Hierauf gab er auf sich selber einen Schuß ab und verletzte sich lebensgefährlich. Schlininic Folgen einer Explosion. In einer Sagofabrik zu Ludwigshafen ain Rhein explodierte ein Acclylenappaiat. Dabei wurde dem 16 Jahre alten Lehrling Büchter der Kopf abgerissen. Zu einem schwcrc» Straßcncxzeß kam«S Sonnobendnackt in Mannheim n, der Jungbu'ckstraße zlvifcken von ihrem Klublokal heimkehrenden Sludeiilcn der Ingenieurschule und jungen Burschen. Trei Sliidcnten wurden schwer mißhandelt. Der 21 Jahre alle Sludeni Paul Ernst Appenbnrg Ivurde laut„Neuer Badrscher Landes- zcilung" durck Mcsieisnehc in das rcckle Auge, in de» Rücken und c>ie Hände lebensgefäbrlick verletz!. Drei der Exzedenten tonnten ver- haftet werden Schwerer Aulomobilunsall. Aus Reims wird gemeldet: Am Soiinlagabeiid gegen 6 Uhr verließ der Kaplan Kolhcn die Ortickaft Tillertc nn Antornobil. In dem Wagen befanden sich außerdem feine Mutter, seine verheiratete Schwester und drei Kinder der tetziercn. Während der Fahrt am Kanal entlang erblickte der Kaplan plötzlich zwei Lichter, die er für d>c Laternen eines entgegen- tommenden Auiomolsils hicli; in Wirklichkeit bandelie es sich um die Lalernen eines Bootes, das de» Kanal berühr. Beim Aus- iveichen s»hr der Krafiwagc» direkt i» das Wasser hinein. Dem Kaplan gelang es nach vieler Mühe, fick und seine Mutter zu retten; die Sckivestcr und die drei Kinder ertranken. Tödliche Flicgcrunfälle. Aus C h a n t i l l y wird gemeldet. daß der Flieger C o r b o n, der auf dem Flugfelde von Lavidamee mir einem Eindecker aufgestiegen>var, abstürzte und auf der Stelle tot war.— In San Diego sKnlifornien) sind die LcntiiantS Ellington und Kelly von der Fliegerableilung bei einem Abnurz tödlick verunglückt. Ai bei er Slbliii ei ieil-Bui'd. Qvte-r uppc Berlin-West. Morgen Millwoch.»bendS b'lt lllir: Vermninming im Edailotlenburger Volk»bau«. ?>o inenlir. 3. Voilrag der(Semisin Ii. Prager über.Erziehungssiagen" Zugcnvverannairuuge» Ebarlottendurg. Für die Arbeiteesugend CharloitenbingS finden in dieser Wocbe jolgcndc BeranstaltuNgen statt: Am DicnStag, den 25. Nov., im Jugendheim: Liederabend>m Donnerstag, den 27. Nov., im Jugend- � beim: Vortrag deS Herrn Köster:„WaS wissen wir von dem Enlilchen � und Bergehe» des Weltalls?' Am Sonntag, den 30. Nov.: Spiclpartic| nach der Jungsernhcidc. Abmarsch früh 8 Uhr Wilhelmsplatz. Abends im i Heim: Unterhalt» ngSabend. DaS Arbciierjugcndhetm besindel sich Rosinen- slraßc 3. Seilenflügel Part., und ist täglich von 7—'/»10 Uhr geöffnet. Freitags: Mädchenabend. 1 Briefkasten der Bedaktion. Tie iueisiische SpecAstundc findet Ltndcnfteaßc 6», vor« vier Treppen — Fahr l««dl—, wochcntägirch von 4'� bis T,i Uhr adendS, Sonnabends, do» ttS 6 Uhr adends statt. Jeder für den Brtestafte» bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzrtchen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen tetnr AbonnementSguittung beigefügt ist, ocrd-n nicht beantwortet. Eilige Frage» trage man tu der Sprechsianbe bar. E. P. 30. Ja.— A. P. 81. 1. Die Beschlagnahme ist zu weil' gehend. ES müssen Ihnen 25—27 M. belassen werden. 2. Beschwerde bei dein Amtsgericht, welches den PfändUligS« und UeberweifungSbeschluß er- lassen hat.— A. Tch. 10. 1. und 2. Gültig, sosern es der Form cnt- spricht.— BS. F. 28. Die Uiiterstülzuilg beträgt für die Frau 30 Proz. des ortsüblichen Tagelohns. Da für Nieder-Schönhausen ein ortsüblicher Tagclohn von 2,50 M. in Frage kommt, ist der Betrag richtig berechnet. ZI. H. Z. 1. und 2. Ihre Angaben reichen zur Bcanlwortmig nicht aus."3. Vier Jahre.— E. 8. 2002. 1. Je nach den Umständen des FalleS. Da Sic nähere Angaben nicht machen, nicht zu beantworten. 2. Ja, Jbr Mann würde jedvch daS Pflichiteilsrecht haben.— O. I. 150. Die Taufe würde ooraussichtlich ersolgcn.— Eheverbot. An das groß- bcrzoglich hessische Ministerium.— Dohrer, Eftarlottenbnrg. 32 Pf.— 31. F. 34. Unter Beifügung einet cidcSstattlichcn Versicherung von Ver« wandten muß feiteiis Ihrer Schwiegermutter zur Freigabe aufgefordert werden. — B. X. 12. Nein.— ft. B. 96. Die Wirtschafterin muß interveuieren. — R. Z. 1. 1. Nein. 2. Ja, soweit und sofern Sic mehr wie 28,85 M. in der Woche verdienen.— E. S. 20. 1. Die Frage der Abfindung kann erst angeregt werden, wenn das Verfahren erledigt ist. 2. Nein. — 6). R. 20. Nur dann, wenn er für volljährig erklärt ist. 2. Nach Vollendung des 21. Lebensjahres nicht erforderlich. ZLttteruugSübernckt vom 24. November 4913. !Ll K Unionen Swlnemdc. 7(i9 SD Hamburg 767 OSO Berlin 7S8SO Franks. a.M 1 763 NO München 1763'ffl Wien j 760 SSO! Wetterprognose für Dienstag, de» 23. November 1913. Ein wenig lvärmer, vorwiegend nebelig oder wollig bei frischen südöst- lichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. >B Weller Nebel 2wolkig 4 halb bd. Sbcdeclt 1 bedeckt u M -u — 0 8 !)- 7 Briefkasten der Expedition. Patienten in Bccliü, Buch und anderen Heilstätten. Dieienigen unserer Aboiineiiicn, die noch während des ganzen nächsten Monals in der Heilstätte bleiben, wollen ihrem bisherigen Spediteur wegen der Ucberweisung don Frei- exenwlären sofort ihre Adresse cinseiiden, da bei verspätclcr Bestellung die ersten Nummern deS neuen Monais von der Post nicht geliefert werden. Alle Adressen inüficn jeden Monat neu eingesandt werden. Marttvrelse von Berlin am 22. November 1913, nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. Mais(mixcd), gute Sorte 16,40—16,90. mittel 00,00—00,00, geringe 00,00—00,00. Mais runder), gute Sorte 14,60—14,80. Richistroh 0,00. Heu 6,20—7,69. Martlbaltenvreife. 100 Kilogr. Erbien, gelbe, zum Kochen 34,00— 50,00, Sveisebohneii. weiße 35,00—60,00. Linien 36,00— 70,00. Kartoffeln fKleinlidl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindsieisch, von der Keule t.60— 2.40, Jinibrleiich, Bauchfleilch 1,30—1,80.«chweineffeisch 1,40—2,00. Kalbfleisch 1,40— 2,40. Hainmelsieisch 1,50— 2.40. Bulter 2.40—3,00. 60 Stück Eier 4.40—7.00. 1 Kilogramm Karvien 1.00—2,40. Aale 1,60-3,00. Zander 1,20-3,20. Hechte 1,20—2,60. Barsche 1,00—2,40. Schleie t. 60— 3,20. Bleie 0.80-1.40 60 Stück Krcbie 1.00—36.00 | Todes-Anzeigen| Deutscher tSetallarbeiter-Verbaiiö Verwaltungstielle Berlin. fjj Den Kollegen zur Nachrichl, daß unser Mitglied, der Former Bock lOldenbmgcr Str. 2) am 22. November an Blinddarm- leiden gestorben ist. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 26. November, nach- miitagS 3 Uhr, von der Leichen- halle des El. Scbuslian-ilirchhoscS »i Zieiiiickcndorf, Hümboldtstraße, au« statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schlosser ZViUi Chowanitz iSolmsflr. 45) am 21. November an Gehirnschlag. Die Beerdigung fiiidel heute Dienstag, den 25. November, nach- mitla SV/, Uhr, von der Leichen- halle des Heiltg-Kreuz-Klrchhofes in Martendorf aus statt. Ehre ihrem Andeuten k Rege Beteiligung erwartet 130/5 vi« Orieverwailung. VepbandderS8ttlerD.P(irleIeulUer| Orlsuerwalluiig Berti». Den Kollegen dicrmil zur Nach- richl, daß unser Mitglied, dcr j Porteseuiller �Viax Kutschan Werislalt C. Wünsch verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Tie Beerdigung findet am I Miiiwoch, den 26. November, nach- mittags 4 Uhr. von der Leichen- Halle des städtische» Friedhofes in I Frledrichsfclde aus statt. Zahlreiche Bcleiligung erwarte! 158/12 Die Ortsvcrwaltung.| iiiiiwui in iw■ ii 1 1»»m in m im i Am Freitag, den 21. d. MtS., nachmittags 5 Uhr, verstarb in- lölgc eines ÄbilurzcS von 30Metcr Höhe im Beruf in Kolberg.>crn von der Heimat, auf Montage unser lieber Sobn, guter Bruder und Schwager, der Klempner tlberl Sölleder im 26. Lebensjahie. Dies zeigt ticsbclrübt an liüttchcF, Köpenicker Str. 10. Die Beerdigung findet am Mitt- woch. den 26 d. Ml«., nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des St. Thomas-Kirchhojes, Neukölln, Hermannstraße, aus statt. 105A Zentral-Kranken- u. Sterhekasse der deutschen Wagenbauer. (S. a. G.) Berlin, Bezirk 8. Nsckrai. Am Freitag, den 21. d. MtS., verstarb unser langjähriges Mit- glicd Hermann Bieder Wiefcnstr. 29. Ehre seinem Audeuken! 259/8 Tie OrtSverwnltung. I Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilmig, daß meine liebe Frau Johanna Gramm nach langem schweren Leiden am Freitag, de» 21. November, ver- storbcn ist. Karl Gramm nebst Kindern. Die Einäscherung findet am Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium, Gcrichtstraße 37. statt. 71A Am Sonnabend verstarb nach langem, schwerem Leiden unser innigstgclicbtes JKätliclieii im Aller von 10 Jahren. Die tiefbelrüblen Eltern ?ui>i Springer nebst Frau und Tochter. Fam. iPiotnseii. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachm. 2>/, Uhr, von der Halle des Zentral-FriedhofS in Friedrichsfcldc aus statt. 8.8b Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung »icincS lieben Mannes, des Tapezierers �ercHnand Zimmer jagen wir allen Verwandten und Be- kannten, dem Verband der Tapezierer, insbesondere den Kollegen der Firmen GroschwS und Dittmar für die große Hilsc, dem Schäscrschen Gesangverein und allen Saiigessreunden unseren herzlichsten Dank. 4A Zlvlii, mit allom ZubehSr u. Gebühren ISO Mark. Beerdignngs- Institut PauB Conrad Hauptgcsch.: NeueKöiiigstr. 38 lam Alexanderplatz). Fernsprecher: Königstadt 3202� Bestimmungen und Formulare zur letztwillig. Verfügung gratis. » •••••••• 1 I Hark wütheatliciM Teilzahlung liefere elegante Herren Moden! fertig und nach Mag! : Julius jFabian: � Schneidermeister • 6r. Frankfurter Str. 37, 1.• » Turmstr. 18, 1, kein Laden � • Kottbuser Strasse 14, nur• 2. Etage.* Dp. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenslr. 41, ää 10— 2. 5—7. Sonntags 10— 12. M Voneiger dieser Annonce O orhilt 3 Prozent • Rabatt: /T5loijn*wö4n' unnatütl. Bluträte des Gesichts, Blut- Sderchen, Pusteln usw. werden beseitigt durch..Rzruhiii". Wissenschast- lich erprobt und von absoluter Wirk- samkeit. Durchgreisende.über 2<>jährigc Ersolge. Kein oberflächl. Bleichmittel I Garantiert unschädlich! Zahlreiche An- ertennungen! Dose nebstSeife M 2.50. Otto Reichel, Berlin43, Eisenbahnstr. 4. Ö Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehalter, Irrigaleure, Spritzen etc., Suspensorien, sowie alle Artikel z. Krankenpflege empfiehlt* Fabrikant Pollmann, jetzt Berlin N., lothringer Str. 60. Eigene Werkstatt Lieferant für Krankeniass. Fachgem. Bedienung. 3. Vr-uMch-KLddeatfche <229. König!. Prenß.) Klassenlotterie 5. Klasse 14. ZiehungStag 24. November ISIS Lormittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich bohr Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer i» den beiden Abteilungen I u. II. f. Haut-, Harn-, Frauenleiden. nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata> Kuren in vi. Homeyes-V Untersuchung., Fädeu i. Harn usw. fiiilllitdtli. öl, Spi. 10— 2, 5— 9, Sonnt. 11—2. Honorar mähig, auch Teilzahl. Separates Tamcnzimmer. Ortskrankenkasse lei'll.sekvzülll xra Berlin. der Delegierten am Montag, d. 1. Dezember 1S1Z, abends 8'/, Uhr, in den„Musihor-SSion", Kaiser Wilhelm-Str. 31. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung des Jahresabschiusses. 3. Mitteilungen über die Schließung unserer Kasse. Um pünktliches Erscheinen wird dringend ersucht— Die zugesandte Einladung legitimiert, ohne dieselbe kein Einlaß. Der Borftand. 298/17 C. Fritze, Vorsitzender. Leheniehs Sierhalten Kosentbaler Tor(Ecke Weinbergsweg). Tägiic, Große Bayerische Bierfeste Täguch Humor Stimmnng GroBer bürgerlicher Mittagstisch Riesenaaswabl. Kleine Preise. &nU it gehf„>, Wlden�toäfig in edlen Apo fhehenunaDroaert�-Ppeis der OrigtnalOTad�tel.Ml Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammem beigefügt (600) 806 92014 167 348 615 47 930 76 99084 68 158 363 518 642 73 723 894 930 9 4075 378 618 627 31 83 828 67 73 95226(500) 602 766 96236 90 363 61 432 694 786 89 823 93 9 7146 231 45 88 440 75 643 681(600) 94 726 79 823 98002(600) 76 76(3000) 289 470 631 63(3000) 99062 64(600) 177 476 96 98 627 872 931 11)0132 99 215 356 84 600 680(500) 717 962 89 1 01144 « 388 654 91 609 702 76 914 87 1 02181(500) 306 567 86 «78 874 97 939(500) 103185 91 228 363 486 635 51(600> 712 27 862 922 1 0 4079 290 302 469 662 620 850 65 930 1 06084 164 244 420 872 904 12 42 43 1 06333 35 681 716 800 20 55 «9 7041 45 231 35 307 426 540 750 73 039 108148 212 702 S7(1000) 905 43(08118 69 77(500) 363 423 44 602 63 776 8UJ1COO) 60 824 110041 267 482 667 HI046 228 326(XOUU)(SU«50 70 0,4 (600) 63 86(1000) 616 785(500) 976 112319 688 616(600) 740 60(3000) 929 118214 372 669(1000) 00 726 813 938 114071 267 489(500) 663 83(1000) 707 63(1000) 920 72 115069 85 (3000) 367(1000) 403 679 732 92(3000) 928 118035 61(600) 111 riOOO) 348 398 432 501 fc2 76 96 823 117002 15 80 293 (500) 433 513(1000) 684 714 74 118161 343 493 762 88 832 908 119283 336 413 610 31 704 12 80 809 39 40 87 98 120041 179 240 82 702 3 823 91 969 121160 73 89 595 (1000 1 717 88 91838 122137 61 70 99 234 338 70 427 627 86 727 1 23120 209 46 76 411 12 533 618 714 22 931 73 124101 (3000) 466 651 62 816(500) 981 12 5026 37 77 136 247 W144 60728910(6001 128216(500) 44 331 63 86(500) 603 66 607 84 (600) 744 898 1 2 7 017 99 121 218 530 766 634 901 46 1 28035 170 408 21 664 969 1 28286 348 66 491 5S4 799 929 35 129006 47(600) 154 73 2X3 487 636 65 727 828 131027 71 111 264 441 568 699 718(1000) 80 847 132122 28 342(1000) 414 646 765 871 133032(1000) 66 73 663 731(lOOO) 320 74 93 134181 223 397 736 846(600) 60 90 950 1 86128 98 639 695 701<8 840 964 SS 138068 91 156 390(600) 676 692 137018 65 169 394 469 541 61 73 659 903 60(600) 188143 437 139119 320 431 616(3000) 89 91 886 149006 458 611(600) 20(600) 94 660 67 73 902 30 141062 84 104 60(3000) 268 468 622 64 634 36(3000) 847 902 67 14 2098 82(600) 107 94 277 300 44(600) 471 632 693 731 99 861 906 61 61 143143 240 402 32 782 940 63 66 1 44206 46 46 306(3000) 568 81 965 145117 24 207 30 69 149065 391 94 506 19 61 59 616(1000) 800 80 961(1000) 147150 67 231 408 46 680 770 959 1 4 9097 151 64 201 307 70 86 416 697 663 703 806 940 1 49113 412 60 696 872 900 169000 139 223 71(1000) 363 525 677 714 1 61038 370 (1000) 676(1000) 86 697 719 70 820 76 906 80 1 6 2204 332 499 702 45 76 073 1 5 3004 277 310 16 664 84 854 1 6 4020 (1000) 78 SS(3000) 107 218 84 473 773 827 932 1 6 5094 193 359 625 90 602 719(1000) 34 393(600) 159032 53 469(600) 749(3000) 67 99 867(19 000) 934 167016 82 315 69 683 647 740 832 992 169069(600) 240 49 89 423 42 67(1000) 619 844 169069 219 319 403 66 642 646 190191 453 626(600) 161124 301 412 611 775 959(1000) 192021 229 419 636 39(1000) 731 66 86 902 163054 54 (3000) 181 277 764 887 939 194044 102 216 344 94(600) 408 (1000) 25(600) 46 601 698(3000) 980 1S60S9 133 406 691 709 57 878 1 90046 299 381 817 641 82 708(6001 992(600) 18 7014 276 90(1000) 327 677 86 610 30 32 188044 96 166 84 400 (500) 35 624 628 786 904(3000) 189296 330 89 402 21 69 792 17 0069 139 206 13 310(1000) 92 425 82 546 748(3000) 840 919(3000) 31 71 171043 148 232 77 88(1000) 320 436 643 628 760 172i70 392 469(1000) 936 51(1000) 65 1 7 6007 143 76 290(500) 398(1000) 421 66 614 89 698 772 94(600) 807 80 93 944 1 7 40)5 125 393 97 620 32 785 851 966 87 1 7 8053 234 612 703 62(1000) 61 880 83 1 7 8006 41 62 112 11000) 27 269 427 46 604 76 771 17 7060 90 129(58 212 83 626 821 928 1 7 0231 460 670 663 784 1 7«035 44 616 702 38 46 100)08 33 338 443 68 570 829(600) 60 919(600) 41 101008 90 166(3000) 247 601 30 66 666 666 90 1 0 2287(1000) 603 (6001 66 74 708 23 866 80(1000) 186023 46 82 193 204 34 77 607(600) 67 65 736 836 45 53 75 I840IS(600) 18 93 176 202 6 304 632 663 920 46 186131 76 100225 402 26 93 667 863 912 63 77 187122 494 694 724 817 180760 813 100007 103 11 89 97 268 93 327 91 646 621 61 784 967 78 34 190108 297 966 191020 147 207 673(600) 930 102151 68 211 311 93 542 89 780 850(3000) 954 99 1 9 8003 28 480 661 634 793 808 24 69 SO 917 104665 843(1000) 19 6 276 467 520 71(3000) 602 50(600) 798(500) 889 926 81(3000) 87 (600) 196003 69 133 46 336 401 46 6t 71 619 629 63 197038 154 244 84 303 358296 441681 108C83 108 2o3 309 4SI 626 37 778(500) 811 199094(6000)399 598 651(1000) 86 906 3 72 84 200006 119 67 442 878 201024(600) 185 224(3000) 460 79 896(500) 962 202001 42 322 620 46 6X(1000) 818 924 84 203007 29 116 382 321 430 82 551 602 8 974 204283 381 480 567 86 634 702 41 891(1000) 92 208037 3)2 464 767 996 208104 84 92 309 18(10001 600 23 tel 847 925 66 207132 40 264 330 668 76 661 749 884 971 200238 307 96 463 578 709 63 983 88 200349 66 609 665 767 848 94 210)03 26 82(600) 206 91 328 444 624 8« 714 850 211072 126 44 271 36943466460484590905 212025(600) 69 131 289(500) 396 SU 91 603 37 705(1000) 76 850 989 213128 70 232 444 733 21 4153 217 397 534 61 710(3000) 907 21 5187 (1000) 607 918 46 66 21 6036 133 78 334 49 80 479 656 741 980(1000) 92 21 7163(3000) 70 224 345 403 606 21 91 743 906 218002 19 32 169 483(1000) 777 815 907 90 210002 49 218 83 610 747 893 220174 271 317 632 46 SOS 919 66 221051 133 675 916 222292(1C00) 95 411 39 737 918 91 2 2 3049 257 729 820 991 98 224000 SS 68 185 242 870 84 933 69 2 2 5 078(3000) 261 447 861(3000) 632 ll« 000) 713 84 829(500) 40 220920 (1000) 132 223 73 319 440 633 698 762 822 SS 976(1000) 227065 67 SS 77 SS 263 S73 704<600) 938 2 2 0048 347 421 34 88 590 312 75 981 22 0021 28(1000) 118 323(3000) 443 62 654 774 907 230024 39 U7 240 99(1000) 322 69 621 84 603 231067 299(1000) 352(500) 78 616 47 677 734(1000) 69 880 900 232446 632 30 753 360 233135 243 420 47 654 843 Nur Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag für Loden- Joppen und Einige Beispiele: Winter~Loden~ Joppen mr Herren Ausnahmepreise: 405 V20 Q— IO60 1350 2Q20 1090 2,430 Winter~lsOd.~JoppenftIr JUngllnge Ausnahmepreise; 360 475 585 Ö75 Ö35 Q45 IO&O 12®° Winter~lsOd."Joppen für Knaben Ausnahmepreise: 313 3®° 3Ö3 405 565 7_ 790 Q45 Lod.~Pelerlnen für Herren u. Damen Ausnahmepreise: ö75 IO60 12,15 1350 1020 1500 20� 2,160 Lod.~Pelerinen f. Knaben u.Mädlelaen Ausnahmepreise; 403 450 540 qzo 720 QIO g._ QOO Pelzjoppen In allen Fellarien zSonntcig vom- 12.-� qeöttne-t Spezialhaus aröftten KaB.tabes!Or Herren- und Knaben-Kleidung ClsaulTeelXraOe 2.9-30 Or. FrcmKAirler Str. 20 Berlin Gegr. 1691 11 BrUckeiariraae 11 Schoneberg, HauplOr. IO Hauptkatalog Kr.<6(Heuelle Moden 1913(14) kostenfrei 3. Preußisch Suddeittsche (229. Königl. Preuß.) Klasseulotterle 6. Klasse 14. ZiehungStag 24. November 1913 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer flud zwei gleich böte Gcwiune gefallen, und zwar je riuer auf die Los« gleicher Nummer in den beiden Bbteiluugeu I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find m Klammem beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdmck verboten) 162 337 80 483 89(3000) 616 61 812 942 63 63 70 60 92 1074 142 303 34 60 447(500) 76 542(1000) 607 22 77 746 99 844 59 920 2086 317 49 76 678 733 977 86 3109 223 66 303 4 17 54 415 630 98 722 91 860(3000) 908 4197 345 72 73 445 49 551 606 16 45 70 87 800 22 5003 166 313 413 57 510 686 961(1000) 65 6046 61 94 191 227 363 463 697 730 85 322 80 7081 477(3000) 573 78 98 995 8498(1000) 0123(3000) 330 466 508 22(600) 738(6'-0l 978 10034 41 70 77 146 92 763 926 11052 138 93 226 341 519 729 900 1 2021(1000) 156(3000) 204 40 349(1000) 669 715600 919(500) 13367 646(600) 68 657(600) 705 6 60 71(600) 914 41 I4U0 64 3)0 48 49 408 49 683 744 954 60 1 5036 83 401 617 641 723 829 47 950 93 10070 201 445 649 67 763 1 7069 119 25 46 346 401(600) 15(500) 616 709(600) 10006 119 43 76(600) 337 600 21 66 663 870 985 1 0318 608 49 700 25 68 69 817 26 932„. 20013 41 104 269 98 351 631 99 887 926(3000) 27 21013 66 74 138 210 56 506 11 37 71(3000) 81 607 795 861 2 2062 147 299 306 92 648 766 900 2 3071 108(6001 24 78 267 336 461 605(500) 37(1000) 790 984 2 4023 33 330 39 636 80 617 892 26234 377 474 563 359 20069 96 200 46 776 933 27048 (600) 605 72 79 2 8 088 242 31 517 795 975 2 8024 204 324 32 422 81 680 626(600) 733(3000) 64(500) 883 904 96__ SO<02 14 75 211 413 43 73 517(600) 678 763 97#11 31100 76 2«ü 4-0 41 82(1000) 619 82(600) 744 946 3 2060 166 223 (600) 74 307 86 454 659 76 698 799 929(3000) 3 3018 10) 18 66 210 407 685(500) 92 877 97 943 72 3 4022 43 133 209 60 376 660 764(500) 71(10001 922 86 8 8 007 141 97 201 26 313 719 905 62 36032(1000) 392 405(1000) 642 94 603 725 33 3 7 098 116 25 49 311 403(1000) 10 12(1C00) 51 638 77 724 824 906 72 80090 190 220 391 631 49 81 869 62 97 30188 363 686 803 40294 572 6)4 721(1000) 93 871 962 41029(1000) 331 61 611(1000) 78. 28 898 4 2021 367 401 61 618 876 4 8106 34 448 642 49 9(0 33 4 4005 91 361 64 416 98 505(600) 48 94 6-.S 736 63 837 956 4 6037(3000) 288 341 662 744 908 67(1000) 48000 296 406 96 511 62 96 47132 505 678 736 910 40177 261 70 405 649 67 750 61 4 9040 124 38 267(600) 327 32 443 637(1000) 714(1000) 72 802 915 5 0018 43 65 143 96(1000) 242 303 80(600) 683 669 888 (50C0I 01114 31 216 91(600) 618 768(3000) 812 21 B2072 479 507 673 81 98 793 815 992 5 8120 88 246 476 82 683 98 669 717 29 912 17 6 4054 151 68 97 262 356 72 606 876 731(500) 997 6 5314 636(3000) 616 92(500) 768 84 8 6290 388 625 (1000) 79 755 863 64 68(3000) 943 6 7125 50 72 201 529 44 83 476 637 87 857 5 0080 204 432(600) 37 586 662 903(500) 20 40(1000) 45 6 0090 121 280 84 322 72 463 92 661 97 709 887 00X79 246 77 81 407 57 658 764 906 65 61024 143 287 326 32(3000) 674 864 80 0 2252( 600) 389 97 417 36 84 551 906 03049(1000) 117 61 336 421 537 99 669 782 04147 3U i3000) 455 723 963 97 0 6056 66 98 455 613(500) 91 736 10001 44 136 60 632 64 749 929 07028(3000) 97 127 209 (1000) 23 46(500) 452 62 606 19 606 6 0066 192 346 425 609 875 69021 48 264 440 612 30 92 806 16 56 62 70167 78 303 658 731 862 71062 226 319 38 63 408 502 (500) 56 613 828 913 66 7 2070 121 229 65 79(3000) 90 313 20 40 47 602 7BO 832 70032 83 92 138 400 624 846 74273 499 682 709 76 83(5000) 306 927 75080 97 307 35 77 637 44 80 641(3000) 720 960 7 0048 79 682 600 769 7/ 020 141 78 83 390 4)0 47 612 640 30 7 0032 132 203 33 431 664 96 782 832 7 0063 229 430 68 673 726 337 00 66 S22 51 676 751 81134 42(1000) 470 690 603 736 eis 86 82163 74£60 407 12 75 621 601 89 99 764 73 96 8 3097 116 43 301(1000) 15 48 ,600) 77 666(3000) 680(500) 876 80 86 974 F 4030(3000) 164 98(600) 245 70(1000) 337 40 6J7«1 703 6 5032>9 114 610 6 0 726(600) 77 821 94 00171 243 384 85 513(1000) 617 7-3 889 97 8 7 043 106 253 81 322 38 66 442 661 742(600) 1.0081 358 71 725 96 00)28 203 4 40 652(1000) 688 62 65 71 746 824 00105 loOO) 6 652 747(600) 846 943 93 01193 303 662 750(üOO) 818 8 2187 294 327 465 728 807 936 0 3091 118 200 876 610 716 823 29 66 9 4073 404 638 47 787 91 839 968 0 8420 31 657(6001 63 798 900 0 0035 115 379 979 0 7074 203 30 601 821 58 98039 117 203 33 66 91 317(3000) 39 87 643 66 656 0 9093 124(£0001 205 545 773 100 93 323 86 456 69 770(500) 861 76 966 101230 329 525 35 47 1 02107 249 307 635 48 702 88(1000) 837 921(500) 36 1 03187 243 66 362 681 772 859 900 10 4045 336 543 664 (1000) 105230 365 761 883 970 96 106016 76 riOOO) 80 1X8 83 291 660 641 727 854 107314 689 607 722 996 100318 480 624(1000) 833 100163 460 67 68 606 89 737 63 867 97» 110057 319(1000) 28 82 95(1000) 98 684 829 906 11107» 83 128(600) 91 281 92(6») 338 87 457 93 637 47 69 71 7/0 958 95 112033 129 55 243 66 403 64 669 609 23 782(500) 82« 118083 311 424 603 707 81 93 858 78 967(600) 1141C0 262 (5000) 69 76 302 819 878(1000) 116048 108 36 428(1000) 64« 723 914 110106 27 67 216 26 505 621 911 117055 151 70 2-« 375 431 610 644 48 706 29(1000) 938(3000) 67 91 110004 192 210 71 325 62 546 669 740 841 110016 94 226(600) 70 s»3 65 470 11000) 559 692 713 29 873 003 120153 230 52 374 430 672 818 911 6« 121003 104(1000) 303 34 527 670(3000) 904 10 52 11000) 12 2374 624 656 729 61 821 42 70 905 1 2 8062 176 217 699 872 922 41 124491 (1000) 542 53 73 658 930 54(3000) I2S 029 233 584 606(1000) 24 717 69 874(600) 979 93 98(500) 120229 403 98 667 87 763 816 41 967 1 27131 214 53 421 692 785 819 91484 1 2 0336 40 441 664 801 42 1 2 0030 173 211 521 70 84 737 86 868 130138 91 312 527 39 69 623 63 831 941 131365 444 60« 993 1 8 2421 588 92 726 839 958 1 38046 185 373(600) 63« 706 75 837 960 184283 534 89 723 68 78 875 96 135260 383 649 879 918 1 36120(500) 303 696(500) 892 137177 271 /9 385 490 680 664 821 229 48(1900) 133025 168 293 359 74#4 419 631 60 651 89(1000) 865 70(600) 977 1 3002« 407 6.5 907 11 76 99 140012 101 39 58 71 81 279 364 421 30 790 877 1 41037 204 65 886 1 42211 46(1000) 67 356 84 500 67 647 015(600) 80 990 94(500) 148026 63 122 48 277 349 641 644 701 61 974(600, 144014 30 35 270 401 616 63 747 939 1 46115 45» 666 647 783 1 40059 97 149 93 234 72 330 600 27(3000) 8» 825 93 147 064(1000) 139 202 49(500) 391 530 608 797 031(3000) 140171 34 309 406 15(500) 687 602 11 16(3000) 45 61 140013 90 166(3000) 220 66 486 604 33 62 619 793 661(600) 955 87 16 0022 23 47 190 407 606 82(1000) 920 79(1000) 151001 (600) 6 47(1000, 121 313 605 616 786 806 907 1 62163 278 329(3000) 98(600) 406 717 58 888 996 1 53154 219 316 91 (1000, 476 634 707 838 1 54106 343 471 76(500) 637 841 938 15 5098 126(3000) 222 636 601 920 1 5 6001 230«37 UOOO) 650(3000) 631 86 797 1 5 7 068 154 351 679 668 80 150061 325 72 96 419 636 811 930 66 1 6 0623 82 6/2(«00) 86 814 97(1000).... 100051 65 180 206 423 643 54 818(3000) 71(MO) 1®'�3 374 506 658 87 858 1 82177 290 422 544 720 27 829 1|3-/9 669 89 742 80 1 04321 25 60 430 M£« 682 70« 957»05040 (500) 193 417 86 750 906 24 27 1 88«� 87 140 469«3 818 00 1 0 7051 75 139 676 934 61 100061 167 475(3000) 692(500) 709 46 84 11111219 434 646 56 714 87 86-3 81 9S3 170291 323£39 75(500) 862 1 71193 221 28 30 62 469 842 (600) 95 Sil 33 17 2060 101 334(500) 467 77(600) 671 781 957 173672(600) 706 9 994 174X32 286 406 88(3000) 617 48 63 74 81(IO») TM 8M 175272 304 96 454 510 43 78 621 83 33 988 1 7 6046 47 158 276 325 424 513 669 736 44 815(3000, 17 7 072 431 541(600) 95 1 7 0031 66 336(3000) 526 884 992 170013 107 30(10001 206 676 629 853 180,'< 123 66 532 67(500) 689(1000) 847 101086 236 (500) 323 68 98 462 648 609 75 798 842 63 182283(1000) 303 15 404 624 970 183133 363 78 404 677 1 8 4008 40 80 322 35 186044 178 84 366 66 345 67(500) 430 977 1 55031 145 247 346«41(500) 48 86 561 64 85 86 635 82 725 833 962(5000) 18 7209 452 790 840 66 95 935 188268 73(600, 605 67 630 100069 75 369 73 674(3000, 808 100315 34 467 83 1 91194 240 391 442 43 586 772 843 960 96 1 02173 70 234 651 743 876 937 97 1 9 3333 613 776 194105 244 318 66(600) 438 653 712 21 863 195022 41£00 14 389(500) 818 941 190164 213 16 77 410 46 680 600 798 197152 438 552 88 660 371 992 100032 112 263 441 625 32 41(1000) 47 63 73 1 9 9064 M 3o3 78 421 61j677 33 707 17 90033 200177 337 90 420 753 811 67 971 201314 458 621 37 669 771 202114 46 252 65 434 70 71 608 33(500) 716 208(83 100 62 387 468 638 78 87 613 964 204133 72 96 (600) 216 346 64 433 621 86 780 887 093 2 0 5005(>000) 136 224 618 663 71 81 777 826 29 206033 207 357 643 67 207306(600) 49 667 678 726 993 208176 214 66 B«7 768 818(1000) 006 93 2 00133 545 98 674 731 867... 21 0025 64 126 298 417 606(1000) 60(3000) ,6f 45(!««» 211127 339(1000) 40 67(1000) 494 792.«22 81 �3 (600) 39 212043 SS 295 644(500) 21303« 201 IS«> ftOIW 346 611 752 67 78 82 851 991(600) 99 21 4>27 t80®} 220®8 376 427 712 48 811(1000) 13(1000) 51 69 215384 412 767 926 44 65(500) 81 210159 463 626 29 803 914 38 217031 34 128 64 295 835 942 66 21 0001 m(500) 12 82(600, 227 669 769 807 66(3000) 932 37 2 10029 756 99 9+« 81 220003 432 641 77(icOO) 221067 152 796(600) 93» 2 2 2317 20, 600) 446 47 532 742 74 896(«� 912 228070(600) 373 94 424 529 604 26(10001 730 877 2 2 4049 1Ö0 360 425»1 658 875(1000) 963 226189(1000) 386 228003 83 235 39 69 66 311 606 74 929(3000) 40 227024 66 132 63 320 97 727 822 49 22 8X0 51 66 348 87 468 64» 793 99» 220030 184 202 310 83 620 44 60 85 619 21 68 757 996(600) 230065 332 626 774 873 83 M8 PM) 231063 10» 30 653 613 60 92-3 29 65 96 232U3» 384 85«66 602 701 883 906(1000) 233U5 649(500) 004 818 941 Im Sewimired««erbv-b«: 8 M NOOOO>f., 2 0«. Wim,«:ix 100000 S».. 2 j" 6®0<"1* L SL 10 zu 30 000 12 su 16000»*«00 1086 zu 3000#1., 2386 u 1000 SL 3352 K 500 St -�nAZrKch«Aed2teLr: Mrlepp, Neukölln. Für fc« Sujerateuteil vermuw.: Deuck u.«erlag-Lorwart»»uchdruckerct u. ffiecIcftSanjtaüg�©»0««.So, Sedü] »-»»>«-.» z. KtilM Ks.Fswirls" Dlllim NslksM ,.»>»« Clfenbabnungliick bei Sadowa. Ein folgenschwerer Unfall hat sich Vtontagvormittag gegen Kfilt Uhr in der Nähe der kleinen Station Sadowa ereignet. Etwa einen Kilometer vor dem Bahnhof wurden acht Arbeiter, die mit Reparaturarbeiten an den Ferngleisen beschäftigt waren, von einem von Berlin komnienden nach Erkner fahrenden Probezuge angefahren. Sechs Mann wurde» ans der Stelle getötet, während zwei schwer verlcht wurden. Neber den Vorfall erfahren wir folgende Einzelheiten: Etwa einen Kilometer vor der kleinen inmitten des Waldes ge- legenen Statioir Sadowa werden zurzeit durch die Firma Möller, Äantstr. iiliö in Charloltcnburg. Reparaturarbeiten ausgeführt. An jener Stelle liegen vier Schienenstränge nebeneinander, zwei sür den Vorort- und zwei für den Fernverkehr. Die Ferngleise sind vor einiger Zeit verlegt worden und dabei waren Ausbesserungs- arbeiten notwendig geworden, die gegenwärtig ausgesührt werden. Die Leute arbeiteten unter der Aussicht eines Schachtmeisters Smantuch, der in Charlottenburg in der Knobelsdorfstraxe wohnt. Gemäß der Vorschrift war ein Posten ausgestellt, der die Arbeiter beim Herannahen von Zügen durch ein Hornsignal zu warnen hatte. Am gestrigen Montag vormittag um tl),12 Uhr war von Berlin der fahrplanmäßige Vorortzug nach Fürsienwalde abgelassen worden. Durch den scharfen von der Seite kommenden Wind wurden die von der Maschine ausgestoßenen Dampfwolken dicht auf die Erde nieder- gedrückt, so daß die ganze Breite des Bahnkörpers und sogar ein Teil des daneben gelegenen Feldes vollständig in graue Wolken gehüllt war und jede Beobachtung erschwerte. Dicht hinter dem Vorortzug fuhr auf der Fernstreckc der Probezug 8353. Dieser Zug war vom Schlesischen Bahnhof abgelassen worden: er dient zur Erprobung neuer Wagenthpen. Der Probezug suhr etwa 30 Meter hinter dem Borortzug, dessen Maschine durch die Rauchentwickelung den Fernzug unsichtbar machte. Aus das Signal, das der aufgestellte Posten beim Herannahen des Borortzuges gab, traten die Arbeiter vom vierten Gleis auf den äußeren Rand des Bahndammes, um den Zug vorber- zulasfen. Sie konnten den Probczug, der auf dem äußersten Gleis folgte, nicht sehen und wurden sämtlich von der Lokomotive ersaßt und überfahren. Sechs der Arbeiter erlitten Schädelbrüche und andere schwere Kopf- Verletzungen, die ihren sofortigen Tod herbeiführten. Ein siebenter Mann wurde in schwer verletztem Zustande nach dem Dbcr-Schöne- weidcr Krankenhause gebracht, verstarb jedoch anf dem Transport. Der Schachtmeisier Smantuch kam wunderbarcrweise mit einem Schlüssel- beinbruch und einigen unerheblichen Duelschungen davon; er fand im Ober-Schöneweider Krankenhause Ausnahme. Der Lokomotiv- führer des Probezuges ließ den Traiir sofort halten und die Strecke absuchen. Den Bahnbeamten kamen in der Nähe befindliche Gendarmen sowie eine in dem Gelände übende Kompagnie des 3. Gardcrcgimcnts z. F. zu Hilfe, ihre Hilfe konnte sich leider nur darauf beschränken, daß sie zunächst die beiden Verletzten zu einem Arzte brachten. Die Unfallstelle liegt etwa einen Kilomeier vor dem Bahnhof Sadowa inmitten eines kleinen Feldes. Rechts und links von den Gleisen zieht sich in etwa 30 Meter Entfernung ein Kiefernwald hin. Der scharfe Rordost-Wind, der gestern vormittag herrschte, trieb nun den Rauch der Maschine des Vorortzuges direkt über die fämt- lichen Gleise hinweg und man konnte bei später die Strecke passierenden Zügen beobachten, daß durch die dichten Rauchwolken, die sich ettva 10—12 Sekunden über einer Stelle hielten, absolut nichts zu sehen war. Die Toten lagen noch in derselben Stellung neben den Gleisen, in welcher sie von dem Bahndamni herabgestürzt waren. Die meisten von ihnen sind offenbar nicht mehr zur Besinnung gekommen, sondern sofort bei dem Anprall betäubt worden und dann die niedrige Böschung herabgestürzt. Die Verletzungen sind durchweg so schtver, daß der Tod bei sechs Arbeitern auf der Stelle eingetreten sein muß. Gegen Mittag fanden sich an der Unfallstelle, die durch Gendarmen und Polizcibeamle abgesperrt war, zahlreiche Neugierige ein. Tie Staatsanwaltschaft des Landgerichts III nahm im Laufe des gestrigen Nachmittags den Tatbestand an Lrt und Stelle auf. Die Leichen der Arbeiter wurden im Laufe deS gestrigen Nach- mittags nach dem Dber-SckiöneweiderKrankcnhause gebracht und in der dortigen Leichenhalle aufgebahrt. Amtliche Meldung. Montagvormittag 10 Uhr 15 Minuten fuhr der Probczug 8353 zwischen Karlshorst und Sadowa in die Arbeiterrotte des Unter- nehmers Möller, die mit Arbeiten am Stoatsbahngleise beschäftigt war. Es wurden hierbei getötet sechs Arbeiter und schwer verletzt zwei, von denen der eine aus dein Transport nach dem Kranken- Hause verstarb. Ter Unfall ist dadurch herbeigeführt worden, daß der Probezug durch den Lokomotivdampf eines dicht vor ihm auf dem Vorortgleise in gleicher Richtung verkehrenden Vorortzuges verdeckt wurde und daß die Arbeiter das mit dem Horn gegebene Warnungs- fignal nicht beachteten. Die Schuldfrage ist noch nicht ganz geklärt. Die amtliche Meldung besagt, daß die Arbeiter das Warnungssignal nicht beachtet hätten. Das ist irach Lage der Sache offenbar unrichtig. In Wirklichkeit wird hierüber gemeldet: „Während die Arbeiter einem Vorortzug auswichen gerieten sie unter einen Leerzug und wurden zer- malmt. Es scheint, daß das trübe, nebelige Wetter eine ver- hängnisvolle Rolle dabei gespielt hat. auch insofern, als es den Ab- dampf der Maschine und den Ranch zusammenballte und so die Strecke noch mehr unsichtig machte." Ist das letztere richtig, daß die Strecke infolge des Nebels und deS Abdampfes der Maschine unsichtig. war. so hätten die Arbeiten eingestellt werden müssen. Niemals aber durften viele Menschen- leben aufs Spiel gesetzt werden. Immer wenn ein Unfall geschehen ist, will niemand die Verantwortung tragen. Jeder drückt sich. Nur wenn es gilt. Profit einzusacken, will jeder dabei sein.! Tic Totcnliste. Die Namen der ums Leben gekonimcncu Arbeiter sind im Laufe des gestrigen Nachmittags durch Vernehmung des gleichfalls ver- letzten Vorarbeiters Smantuch festgestellt worden. ES sind dieS: die Arbeiter Ernst Marschall, Madaistratze 10. Karl Limberg, Reinickendors. Antonienstraße«2. Julius Binder, Lichtenberg. Frankfurter Chausiee 74, Joseph Wieza, Mühlenstraße 33. A»ton Jarich. Köpenick, Friedrichshagener Straße l. Paul Franko, Lichtenberg, Pfarrstraße 14. und �arl Budack, Friedrichskelde, Schloßstraße 3. wohnhaft. Außer Marschall sind sämtliche Arbeiter verheiratet und Familie?.- Bei der Vernehmung des Vorarbeiters haben fich neue Momente bezüglich der Schuldsrage nicht ergeben. Smantuch behauptet in Uebereinstimmung mit anderen Arbeitern, die bei der Katastrophe zugegen waren, daß infolge der Rauchentwickelung und des starken Geräusches die Katastrophe sich ereignet habe. Mehrere höhere Beamte des Eisenbahmninisteriums und der königlichen Eisenbahn- direktion Berlin weilten ini Läufe des gestrigen Nachmittags an der Unfallstelle. Die Vertreter der Staatsanwaltschaft werden am heutigen Tage erwartet. Partei- Hngclegcnbeitcn. Wilmersdorf. Am Sonnabend, den 6. Dezember, abends 7 Uhr, im großen Saale des Vikloriagartens, Wilhelmsaue: Märchen- Vorlesung und K i n d c r a u f s ü b r u n g e n. Daraus qe- sclligeS Beisammensein und Tanz. Eintritt für Erwachsene 20 Ps., Kinder frei. Billetts sind zu haben bei den Funktionären, in der „Vorwärts"-Erpedition, Wilhelmsaue 27, bei R. Becker, Wilhelms- aue l33, und in der Verkaufsstelle der Konsumgenossenschaft, Augusta- straße 3. Die öffentliche Protestversammluiig, in der Reichstagsabgeordneier Wolfgang Heine referiert, findet entgegen der Voranzeige bereits an, nächsten Montag, d e n 1. D e z e in b e r, abends S1!* Uhr, im Stadt park, Kaiserallee 51/52, statt. Steglitz. Heute Dieustaa, abends Vzg Uhr, bei Schellhase, Ahornstr. 15e: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tages- ordnung: 1. Bericht von der Berbandsgeneralversammlung. 2. Bibliothekfragcn. 3. Wahlen. 4. Geldbewilligung zur Weihnachtsfeier. 5. Tie Umänderung der Organisationsformcn in Steglitz. Obcr-Schöncwcidc. Dientag, abends 8'/z Uhr, im Wilhelminen- bos: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Tie Notwendigkeit der Arbeitslosenversicherung. Referent Genosse Georg Schmidt, Redakteur.— Die Behandlung der Frage der Arbeitslosen- Versicherung in unserem Gemeindeparlameitt. Referent Genosse Muth, Gemeindevertreter.— Diskussion. Tcmpelhof. Mittwoch, den 26. d. Mts., abends 8>/, Uhr, im Wilhelmsgarteu. Berliner Straße: Mitgliederversammlung. Tages- orduuug: 1. Vortrag der Genossin Luise Z i e tz. 2. Bericht von der Frauenkonfercnz. 3. Bericht von der Generalversammlung Groß- Berlins. 4. Verschiedenes. Die Parteigenossen werden ersucht, auch ihre Frauen auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Tcmpelhof-Mariendorf. Heute Dienstag, abends 8>/z Uhr, findet bei Becker in Tcmpelhof, Berliner Straße 86 lfrüher 41/42), Mit- gliederversammlung des Vereins Arbeitcrjugendheim statt. Vortrag über Wert und Aufgaben der Jugendheime. Johannisthal. Mittwoch, den 26. November, abends'/ä9 Uhr: Mitgliederversammlung des Wahlvereins im„Arbeiterheim". 1. Vortrag über„Arbeitslosenfürsorge". Referent Genosse Wilhelm Richter-Charlottenburg. 2. Bericht von der Verbandsgeneral- Versammlung. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedene?.— Die Bibliothek ist um 8 Uhr geöffnet. öerlmer I�acbricbten. Moloch Hunger. Von meinem Fenster aus konnte ich hinüber nach den Fabrikanlagen sehen, die bis zum Kreuzpunkt der Straße sich hinzogen. Ueber die langgestreckten Wcrkgebäude reckten riesige Schornsteine ihr dunkles Haupt und aus ihrem Schlund quoll immer schwarzer Rauch wie ein dicker, fetter, endloser Wurm. Fünf waren es. Alle gleich hoch und russig, mit ewig qualmendem Munde. Selbst an heiligen Ruhe- tagen kroch ihr stinkender, häßlicher Odem— als Weihrauch des Kapitals— zum Himmel hinauf. Es war ein kontinuier- licher Betrieb, der gleichmütig und grausam seineu endlosen Profitsaden spann. Und wenn das Tagesgestirn seinen Kreislauf beendete. und die Nacht auf weichen Kotzenpfoten geschlichen kam, flamnile in den trüben Fenstern der Backsteinbauten ein Widerschein von tausend Glühlichtern auf, und das Auge sah in ein tolles Herenwerk von Maschinen und Rädern, an denen viele Menschen, klein wie die Zwerge, emsig hantierten. Tie Räder aber sangen von früh bis spät und wieder bis früh eine seltsam grausige, zynische Melodie— das Lied der Fron. Ri— i— t— t— ru— u— u— u— ra— ra— ra— ra! Es schnitt wie Glas in die Seele, peitschte das Hirn und trieb das Blut aus dem Herzen, daß eine kalte, eisige Leere hinterblieb. Es klang am Tage und in der Nacht, am Werktag und Sabbat. Es war das Lied der Hölle, und ich haßte es, haßte es glühend. Eines Tages sangen die Räder leiser, matter, wie mit kranker Brust. Ich sah hinüber zu den Wahrzeichen des In- dustriegottes, den starren, hochragenden Schornsteinen— nicht mehr quoll der dicke, fette, schwarze Ruß als Opsergabe zu den Wolken empor, nur eine dünne, kümmerliche Rauch- schwade kroch müde und gequält aus dem Schlünde des einen Riei'en, und wehte und flatterte, hilflos und kläglich, einer zersetzten, zerschossenen Regimentssahnc qleich. im Winde hin und her. Tie andern aber standen wie leblos im grauen Morgenucbel. Am Abend, da die Schalten der Nacht kamen, und die Fabrikhallen in ein schwarzes Tuch hüllten, glotzten die Fenster nicht rotglühend in die Tunkclheit hinaus, sondern blieben kalt und tot. Keine Leuchtkugel flammte auf. nur auf dem Hofe schwankte hier und da ein Flämmchen wie ein Irrlicht hin und kämpfte verzweifelt gegen die Finsternis an. Schars zeichneten sich die Umrisse der Fabrikgebäude und Schornsteine vom nächtliche», silberflimmernden Himmel ab. Ich atmete aus. Wenigstens des Nachts würde ich die mörderische Weise nicht mehr hören müssen, würde in meinem Ohre nicht mehr der nerventötende Rhythmus der Maschinen widerklingen— doch ich wurde des Schlafens nicht froh. Wilde, gräßliche Träume schreckten die schlummernde Seele. Ein Gesicht tauchte vor mir auf. voll Schweiß und Ruß. worin tief und unvergänglich der Daseinskampf seine Runen ge- gegraben hatte. Ein Gesicht, schreckhaft bleich und hager, mit wirrem Haar und flackerndem, wildem Blick, Und hinter ihm ein zweites, ei» drittes u»d so fort. Es nahm kein Ende, Eine Prozession der Arbeitslosen, der Zermürbten, der Hungernden! Eine Kette von tausend Gliedern, eine wandelnde Galerie des Grausens, des Entsetzens. Verzerrt waren die Züge, entstellt, zerwühlt, von zottigen. langen Barten umrahmt. Und innner weiter zogen sie an meinem Lager vorüber und fletschten und grinsten und riefen mit gurgelnder heiserer Stimme im Chorus: Hunger! Hunger! Hunger! Tann folgten Frauen, alte und junge, welke, verbrauchte und kindlich-zarte. Und sie sangen mit und grinsten und fleischten und wallten vorbei wie der ewige Strom.-- Erst als die Sterne am Himmel verblichen und die Wintersonne frostig lächelnd durch das Nebeimeer blickte, hatte der gräßliche Spuk sein Ende erreicht. Ich war erwacht. Als die Morgenblätter kamen, berichteten sie, daß eines der größten Werke der Metallindustrie am Orte, die große Aktiengesellschaft„Vereinigte Stahlwerke" ihren Betrieb er- hcblich habe einschränken müssen und bis anf weiteres nur noch einschichtig arbeiten lasse, da weit über den Bedarf hinaus produziert worden sei. der Absatz aber infolge der allgemei- neu schlechten Geschäftslage überall stocke. Damit sei das Heer der Arbeitslosen um etwa tausend Arbeiter vermehrt. To wußte ich genug. Jetzt fiel mir auch die bedrückende Stille auf der Straße auf, ich vermißte das gewohnte Ge- trappel von vielen, vielen Füßen. Gegen Abend sah ich eine kleine Schar Männer schleppenden Schrittes und stumm aus dem Tore der Fabrik kommen.... Städtische Wohnungstommifsiouen. 743 ehrenamtlich tätige und über 20 besoldete Mitglieder sind sür das neue städtische Wohnungsamt, das am t. Januar n. I. seine Tätigkeit über ganz Berlin ausdehnen wird, und für die einzelnen Wohnungskommissionen zu wählen bezw. anzustellen. Der Magistrat hat nun der Stadtverordnetenversammlung vorgeschlagen, 118 Armen- ärzte, 1l8 Armenkommissionsmitglieder, 118 Bezirksvorsteher oder -Stellvertreter, mindestens 118 Frauen und 271 Bürger in die 118 neuen Wohnungskommissionen zu wählen. Jede Kommission soll 4—12 Mitglieder umfassen. Das rusfische Fleisch. Ter' Umsatz von russischem Fleisch betrug in der der- gaugcnen Woche 1826 Zentner, davon waren 794 Zentner Rind- und 1632 Zentner Schweinefleisch. Die Oualität des Fleisches ist gut, und die Höhe des Umsatzes beiveist, daß sie den Anforderungen des Publikums durchaus entspricht. Die kürzlich in einer Fachzeitung aufgestellte Behauptung, daß das zur Ausgabe au die Verkäufer gelangte russische Fleisch mit„dicker Schmiere" überzogen und zum Ver- kauf ungeeignet gewesen wäre, entspricht, wie hier festgestellt werden mag, nicht den Tatsachen. Eine große Anzahl der Verkäufer des russischen Fleisches, darunter auch viele Laden- schlächter, haben der Verwaltung unterschriftlich bestätigt, daß sie niemals schmieriges oder zum Verkauf ungeeignetes Fleisch empfangen haben. Der Verkauf des russischen Fleisches wird jetzt von 30 Ladenschlächteru und in den Markthallen durch 1 1 Standinhaber in 108 Ständen, in denen nur russisches Fleisch verkaust wird, bewerkstelligt. Außerdem verkaufen noch 23 Mit- glieder der Fleifcherinnung in ihren Läden neben hiesigem auch russisches Fleisch._ Die Berliner Pflichtfortbildungsschnleu für Jünglinge haben im Schuljahr 1912/13 wieder eine Mehrung ihrer Schülerzahl gehabt. Tie Bcsuchsziffer war im Sommer 1911 33 393, im Winter 1911/12 31319, dagegen im Sommer Iii 12 33 197, im Winter 1912/13 33 612. Von den 35 612 Schülern des Winters 1912/13 gehörten zur Unterstufe 13 337, zur Mittelstufe 12 612, zur Oberstufe 9613. Das be- deutet eine weitere Besserung gegenüber dem Winter 1911/12, wo zur lluterstufe 13 342 Schüler, zur Mittelstufe erst 11973, zur Oberstufe erst 9002 gehörten. An der in 1912/13 eingetretenen Zunahme der Gesamt- zahl find mehrere Berufe erheblich beteiligt, während in 1911/12 die damalige Zunahme gegenüber 1910/11 besonders durch eine Mehrung der Ungelernten zu- stände gekommen war. Andererseits zeigen diesmal wieder einige Berufe keine Zunahme, sondern Abnahme. Vom Winter 1911/12 zum Winter 1912/13 mehrten oder minderten sich die einzelnen Gruppen so: Baugewerbe von 1638 auf nur noch 1483, Metallarbeiter von 6936 auf 7530, Kunstgewerbe von 2577 auf 2517, Bekleibnngsgewerbe von 1317 auf 1446, Nahrungsmittelgcwerbe von 1309 auf 1282, Barbiere und Friseure von 469 auf 418, Kauflcute von 3738 auf 6060, im- gelernte Arbeiter von 13 723 auf 14 228, sonstige Gewerbe von 390 auf 616. Tie Ziffer für das Baugewerbe ist schon seit einer Reihe von Jahren in ununterbrochenem Rück- gang begriffen. Sic war im Winter 1907/08 noch 3089 und sank in den fünf Jahren bis zum Winter 1912/13 auf 1483, das ist nicht mehr die Hälfte jener Ziffer. Ueber die U n t e r r i ch t s e r f o l g c der Pflicht-Fort- bildungsschule schweigt der neueste Verwaltungsbericht der Fortbildungsschuldeputatiou vollständig. Frühere Berichte klagten über mancherlei Hemmungen, mit denen die Pflicht- Fortbildungsschule zu kämpfen hatte. Dazu gehörten auch die Schwierigkeiten, die bei Aufstellung der Stundenpläne und Festsetzung der Unterrichtszeiten aus einer weitgehenden Rücksichtnahme auf die Wünsche der Arbeitgeber entstanden. Auch heute noch sind diese Wünsche von stärkerem Einfluß als die pädagogischen Erwägungen, aber die Fortbildungs- schuldcputation scheint das jetzt als etwas Unabänderliches hinzunehmen.__" Tie Hilfeleistung einer Rettungsstelle. Man begegnet oft der Ansicht, daß die Rettungsstellen, die von der Stadt Berlin unterhalten werden, ihre Hilfe unentgeltlich ge- währen. Das trifft nicht zu. vielmehr berechnen die Rettung?- stellen ganz ansehnliche Gebühren, aus deren Eintreibung höchstens dann verzichtet wird, wenn osfensichtlichd Bedürftigkeit vorliegt. Wer einfach die Zahlung verweigern zu dürfen glaubt, der kann es erleben, daß der M a g i st r a t die Gebühren einklagt und ihm noch Gerichtskosten aufpacken läßt. Kürzlich ist das einem Schmiedegesellen S. passiert, dessen noch schulpflichtige Tochter nach einem Unfall zu einer Rettungsstelle gebracht worden war und dort die erste Hilfe erhalten hatte, wofür hinterher 10 Mark eingefordert wurden. Der Rettungsstelle und mit ihr den, Magistrat galten 10 M. als ein angemessener und der Arztgebührcnordnung entsprechender Mindestsatz, weil der Arzt einen A r m b r u ch angenommen und daher eine erhebliche Hilfeleistung sür nötig gehalten hatte, die in Einrichtung des Armes nebst Schicncnverband bestand. Ter Vater aber verweigerte die Zahlung, weil die Zuführung des Kindes zur Reitungsstelle ohne sein Wiste ii durch einen Fremden bewirkt worden war(was ihn freilich nicht schon von der Zahlungöpflicht entbindet), und auch, weil er meinte, daß die Rettungsstelle sich eine tatsächlich unnötige Arbeit gemacht habe, deren Kosten doch nicht ihm aufgebürdet wer» den könnten. Tic Hilfeleistung des Arztes der Rettungsstelle wurde nämlich am nächsten Tage durch einen privaten Arzt besichtigt, bei dem die Mutter des Kindes«ine Stellung als Aufwärterin hatte. Ter ließ wieder durck einen anderen Arzt den„A r m b r u ch" mit Röntgenstrahlen untersuchen, wobei dieser dritte Arzt— so verstand die Mutier die ihr nachher gegebene Auskunft — zu der Ueberzeugung gelangt fein soll, daß es sich nur um eine leichte Verstauchung handle. Daß tatsächlich kein Armbruch vorgelegen, haben dürfte,.äst.zu schließen aus der Leichtigkeit und Schnelligkeit der Heilung, die— nachdem' der Arzt"den schweren Gipsverband sofort durch einen leichten ersetzt und diesen einige Male erneuert hatte— schon nach acht Tagen eintrat. Leider unter- ließen es die Eltern, die von der Annahme jener Rettungsstelle ab- weichende Beurteilung des Unfalles dem Kuratorium für das Rettungswefen mitzuteilen. Sie hielten es für ausreichend, dem die Gebührenforderung überbringenden und dann noch mehrfach mit einer� Mahnung kommenden Boten immer wieder zu erklären, sie könnten nicht zahlen und brauchten es auch gar nicht, da es sich ja gar nicht um einen Armbruch gehandelt habe. In ihrer Meinung, daß sie nicht zu zahlen brauchten, wurden sie übrigens bestärkt durch einen der privaten Aerzte, der wegen der besonderen Umstände dieses Falles die Zahlungspflicht bezweifeln zu l sollen glaubte. Schließlich reichte der Magistrat gegen den Vater eine Klage auf Z a h l u n g der 10 Mark ein. Tie Eheleute S. gingen am Tage vor deni Gerichtstermin zum Bureau des Kura- tormms für das Rettungswefen, trugen dort den Sachverhalt vor und baten um Rücknahme der Klage. Man antwortete ihnen, das lasse, sich nicht mehr machen, und so kam die Sache zur VerHand- lung.vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte. S. sagte dem Richter, er halte sich nicht für zahlungspflichtig, weil der Unfall kein Arm- bcuch gewesen sei, der Arzt also auch nicht diese umständliche Hilfe- leistung nötig gehabt hätte. Das sei, wurde ihm erklärt, ganz gleich- gültig. Die Rettungsstelle habe doch die Hilfe geleistet, mithin .müsse er zahlen, wenn nicht der Magistrat eine an ihn zu richtende Litte um Erlag der Gebühren.erfüllen»volle. S. fürchtete, daß er nur noch mehr Kosten haben würde, und zog es daher vor, d i e Forderung anzuerkennen. Er hat sich dann sofort mit einem Gesuch umGebühren er laß an das Kuratorium für das Rettungswesen gewendet, indem er den Sachverhalt so darlegte, wie er ihn nach dem Urteil des privaten Arztes als richtig an- nehmen muß. Das Kuratorium wird mui zu prüfen haben, ob der„Arm- bruch" wirklich ein Armbruch war oder nicht. War's nur eine leichte Verstauchung, so wird man doch wohl nicht als Vergütung für die in solchem Fall nötige Hilfeleistung 10 M. fordern wollen. Hoffent- lich wendet der Magistrat nicht ein, er habe bei der Auswahl der Aerzte des Rettungswesens die erforderliche Sorgfalt beobachtet und müsse daher dem Vater überlassen, sich mit Ersatzansprüchen an den Arzt zu halten. Im übrigen sollte-der Magistrat schon mit Rücksicht auf das bescheidene Einkommen der Familie sich ohne weiteres entschließen, die Gebühren v o l l st ä n d i g z u er- lassen und auch die entstandenen Gcrichtskosten zu übernehmen. Straßenbahnvcrbindung Schöneberg— Gesundbrunne»— Nieder- Schötthmiscn. Eine durchgehende Straßenbahnverbindung von Schöneberg, dem Westen, Brandenburger Tor, Moabit. Weddiug und Gesundbrunnen nach Reinickendorf-Schönholz and Nieder-Schön- Hausen richtet die Große Berliner Straßenbahn in Gemeinschaft mit der Südlichen Vorortbahn am nächsten Donnerstag, den 27. No- vember, ein. Sie kommt dadurch zustande, daß die Linie 20, die von der Golhenstraße in Schönebörg kommt, von der Badstraße durch die Kolonie-, Drontheimer, Provinz-, Germanen- und Bismarckstraße bis zunr Friedensplatz in Nieder-Schönhausen verlängert wird. Der Fahrpreis für die ganze Strecke beträgt 10 Pf. Werktags beginnt der Betrieb von der Uferstraße nach dem Leipziger Platz S.4S, nach Schöneberg ö S4, vom Friedcnsplatz 7.09, vom Leipziger Platz nach Nieder-Schönhausen 6.27, von Schönebcrg 6.51. Die letzten Wagen gehen von der Uferstraße nach Schönebcrg 11.21, vom Friedensplatz 11.00, wou.. Schöneberg nach Niedtt-Schönhaüsen lO.öl, nach.der Uferstraße 12.21. Sonntags gehen die letzten Wagen von. der Ufer- straße nach. Schöneberg 11.55, von Nieder-Schönhauien 11.10, von ASchstneberg nach Nieder-Schönhausen 11.57, nach ider Uferstraße 12.57. Glitzernde Ranhreifbildungcn brächte der Montagmorgon. Die dicken Nebel des Totensonntags, die schon um die Mittags- stunde einsetzten, waren von dem leichten Nachtfrost zu glitzernden Eisbehängen an Baum und Strauch, an Draht- zäunen und Lattenwerk umgewandelt worden. Als der Tag am Montag sich erhob und sein erstes Licht über die Erde schickte, glänzte und glitzerte es an Aesten und Zweigen. Noch immer war der Nebel nicht ganz verflogen. Um so prächtiger machte sich der Eisschmuck der Bäume in der milchigen Luft. Der Winter, der diesmal so lange auf sich warten ließ, scheint nach diesem für die kalte Jahreszeit charakteristischen Rauhreif nun doch endlich im Anzüge zu sein! Ein bedauerlicher Unglücksfall, durah den einem Schüler eine gefäbrliche Augxnverletzung beigebracht wurde, hat sich vor einigen Tagen in einer Gemeindeschule durch eine zurzeit bei den Kindern verbreitete gefährliche Spielerei ereignet. Die Kinder benutzen zum Schleudern mit Gummibändern neuerdings kleine Metallhaken, die sie in Eisenwarenhandlungen kaufen. Die städtische Schuldcputation hat deshalb die Leiter der Gemeindeschulen angewiesen, die Schul- linder über die Gefahr derartiger Spielzeuge zu belehren und sie Vor deren Verwendung eindringlichst zu warnen. Die Schulbehörde hat sich auch an den Polizeipräsidenten mit der Bitte gewandt, die Eisenwarenhändler über den von den Kindern getriebenen Unfug zu informieren und geeignete Maßregeln dagegen zu treffen. Opfer des Wetteufels. Ein Opfer der Weit- und Spielleidenschaft ist schon wieder ein junger Mann geworden. Ein Handlungsgehilfe Erich H. kam am I.No- vember v. Js. von Magdeburg hierher und fand Stellung als Expedient bei einer Schiffahrtsgesellschaft am Kronprinzenufer. Er war ein eifriger Rennweüer und Kartenspieler, hatte aber niemals Glück. Weil er mehr verlor, als er an Gehalt verdiente, so suchte « sich zunächst durch Fälschung von Warenanweisungen aus den Schulden herauszuhelfen. Er geriet aber immer tiefer hinein und fand endlich keinen Halt mehr. Nachdem er nach und nach etwa 6000 M. veruntreut hatte, nahm er vor kurzem noch 1000 M. bareS Geld aus der Kasse und verschwand damit. Jetzt suchte ihn die Kriminalpolizei/ JnMtschen hat sich der junge Mann, der nur bis zur holländischen Grenze gekommen war und dort das letzte Geld verjubelt hatte, der Polizeibehörde in Emmerich freiwillig gestellt DaS ist das Ende dieser Wetterei. Der Leichensund an der Wäisenbrücke beschäftigt noch Unausgesetzt die Kriminalpolizei, ohne daß. es bisher gelingen wollte, ihn weiter aufzuklären, haben sich nachträglich»och einige Zeugen ge- meldet, die die erstochene Gerhardt noch nach dem fraglichen Montag gesehen haben wollen. Diese Angaben müssen jedoch noch alle genau nachgeprüft werden. Es liegt der Kriminalpolizei sehr daran, wenn weitere Personen, die daS Mädchen» das allem Anscheine nach auch nocki länger gelebt, gesehen haben, sich im Zimmer 86 deS hiesigen Polizei- Präsidiums melden. Opfer der Arbeit. Ein Berliner Arbeiter, der 26jShrige Klempner Albert Böttwer, hat in Kolberg, wo er seit mehreren Monaten in Arbeit stand, durch einen Unfall den Tod gefunden. Von dem Neubau eines Speichers, den am Hafen die Berliner Firma Weiß u. Freitag aufführte, stürzte Böttcher aus beträchtlicher Höhe äb, so daß er sofort starb. ,Die Leiche ist auf Wunsch der Eltern nach Berlin übergeführt, worden und soll am Mittwoch hier beerdigt werden. Albert Böltcher war, so lange er seinen Wohnsitz in Berlin hatte, Mitglied des sozialdemokratischen Wahlvereins für den vierten Kreis und hat im Dienst der Partei stets seine Pflicht getan. Zirkus Busch. Das patriotische Spektakelstück:„Aus unseren Kolonien" ist endlich vom Programm des Zirkus verschwunden. Eine neue Pantomime ist an die Stelle getreten.„Pompeji", die alte Römerstadt, ist der Schauplatz des Ausstattungsstückes. ES gibt Gelegenheit, Pracht und Glanz in ganzem Umfange zu entfallen. Und das ist diesmal auch der Zweck des Stückes. Ein färben- prächtiges Bild entwickelt sich vor unserem Auge. Glänzende Kostüme und feenhafte Lichteffekte blenden den Zuschauer. In der Kampfarena erscheinen unter Fanfarenklängen Gladiatoren, Speerwerfer, Schwertsechter, Keulenschwinger und so weiter. Den Höhepunkt erreicht die Pantomime im Schlußakt, der einen Ausbruch des Vesuvs und den Untergang der schönen Stadt bringt. Eine Lavawelle wälzt sich über die blühende Stadt, alles Leben vernichiend. Glühender Aschenregen bedeckt die Stadt. Die Szenerie ist großartig. Nur manchen Zuschauern wird Angst und Bange ob dieses Zischens und Brausens, und in Wasserdampi gehüllt verlassen wir die Stätte dieses prunkvollen Ausstattungsstückes. Vorort- NaeKricKtev. Neukölln. Das amtliche Wahlergebnis der letzten Landtagswahlen liegt jetzt vor; es ergibt das nachfolgende Bild:/„( 4 466) HI. Abt. 44 216= 69,71%(35 891) 26 665= 60,3 0/0(21 122) 63 405(44 428) 38 785(26 318) Die durchschnittliche Wahlbeteiligung betnig diesmal 61,2 Proz. (59,2 Proz.). Der Vergleich der eingetragenen Wähler von 1913 mit denen von 1908 zeigt, daß bei der letzten Wahl durch das Anziehen der Steuerschraube die oberen Abteilungen einen erheblichen Zuwachs bekommen haben. So hat die I. Abteilung die Wählerzahl fast verdreifacht, die II. verdoppelt und in der Hl. ist die Zahl um ein Viertel in die Höhe gegangen. ES waren diesmal 155(103) Urwohlbezirke gebildet, die in jeder Klasse je 2 Wahlmänner, also 930 Wahlmänner, zu wählen hatten. In der ersten Abteilung kam in sieben Bezirken eine Wabl nicht zustande, so daß 923 Wahlmänner gewählt wurden. Diese ver- teilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Parteien: Bürgerl Freis. Soz. (Mier)(Matuschka) Hue Wahlm. Stimmen Wahlm. Stimmen Wahlm. Stimmen I.Abt. 160 810 12 43 129 2110 2.„ 25 329 4 144 281 15 848 810 51239 inSges. 185 1139 16 187 720 69197 Außerdem wurden noch für die 2 Wahlmänner des konservativen Kandidaten Pastor Lange 12 Stimmen abgegeben. In diesem Jahre sind also in den beiden ersten Abteilungen 203 bürgerliche Wahlmänner und 720 sozialdemokratische Wahlmänner gewählt worden. 1908 wurden noch in den beiden ersten Abteilungen 216 bürgerliche Wahlmänner und 396 sozialdemokratische Wahlmänner gewählt. Während sich also in fünf Jahren die Zahl der Wahlmänner um'/z erhöht hat, von 614 auf 930, ist die Zahl der bürgerlichen Wahlmänner gegen 1908 von 216 auf 203 zurückgegangen, die Zahl der sozialdemokratischen Wahlmänner stieg jedoch von 896 auf 720. Leider gibt das Reiultat keinen genauen Aufschluß über die abstimmenden Wähler nach ihrer Parteizugehörigkeit. Der Magistrat hat bei der Feststellung die von jedem Wähler abgegebene Stimmen- zahl festgestellt und dadurch ergeben sich ganz enorme Differenzen, die auch noch dadurch entstanden sein dürften, daß man Haupt» und Stichwahlstimmen zusammengezählt hat. ES haben gewählt: Wähler Abgegebene Stimmen I. Abt.. 1999 2 975 U... 10 121 16 321 III... 26 665 51 239 Da in jedem Bezirk in jeder Klosse je zwei Wahlmänner zu wählen waren, so mußte jeder Wähler zwei Stimmen abgeben. Wenn auch einzelne Wähler nur eine Stimme abgegeben haben, so kann doch niemals die Differenz so groß sein, als oben angeführt. Es ist also nur möglich, daß man die Wähler, welche zur Stichwahl wählten, und dann oftmals nur einen Wahlmann, zweimal zählte, obwohl dieselben im ganzen nur 3 Stimmen abgaben. Interessant ist die steuerliche Abgrenzung der einzelnen Abteilungen noch besonders dadurch, daß man einen Vergleich mit der Stadt- verordnetenwählerliste heranzieht, da die Differenz zwischen der Auf- stellung der beiden Listen nur 1li Jahr beträgt. LandtagSwahl 1913. Wähler Steuersumme f£t6fat5 L Abt... 3 386 1 522 507,31 M. 449.65 M. II Abt... 15 823 1 468 758,25 M. 92.89 M. Hl. Abt... 44 216 1 457 571,13 M. 32,96 M. 63 425 4 448 836,69 M. Stadtverordneten wähl 1913. Wähler Steuersumme �Ssatz I. Kl... 618 1 560 676,92 M. 2525,36 M. II Kl... 11 072 1 559 679.40 M. 140.36 M. III Kl.,.37 122 1659 631,53 M. 42,01 M. 48 812 4 679 987,85 M. Also zirka 15 000 mehr Landtagswähler haben noch zirka 200 000 M. Steuern weniger aufzubringen, als die Wähler bei der Stadiverordnetenwahl. Daraus geht hervor, in wie reaktionärer Weise noch das elende LandtagSwahlrecht verschlechtert worden wäre, wenn der Borschlag der Nationalliberalen Gesetz geworden wäre, die Drittelung nach Urwahlbezirkcn aufzuheben und dieselbe über die ganze Stadt an- zuwenden.__ Schöneberg. Für Zahlungsunfähigkeit das Arbeitshaus? Der Schlosser W., den der Magistrat der Stadt Schöneberg in ein Arbeitshaus gesteckt hatte, weil W. mit der Zahlung des ge- forderten BeilragS zu den Kosten der Verpflegung seiner in einer Irrenanstalt untergebrachten Ehefrau im Rückstand geblieben war ivergl.„Vorwärts" Nr. 301 und Nr. 305). hat inzwischen seine Freiheit wiedererlangt. Freigegeben wurde er. nachdem er 37 Mark bezahlt hatte, die in der Eile von Verwandten zusammengebracht und hergegeben worden waren. W. teilt uns mit, daß er nach seiner Feit» nähme schon vom Polizeipräsidium aus, wo er zunächst acht Stunden hindurch in einer Zelle sitzen mußte, seine Freilassung zu erwirken versucht habe, indem er sofortige Zahlung deS noch für November geschuldeten ResteS in Höhe von 5 M. anbot. Auf telephonische An- frage nach dem RathauS sei dem betreffenden Polizeibeamten eine ablehnende Antwort gegeben worden, so daß W. dann tatsächlich dem Arbeitshaus Strausberg zugeführt werden mußte. Verwandte boten zwei Tage darauf auf dem Rathaus nochmals die bis November restiercnden 5 M. und auch schon für:. Dezember im voraus 10 M. an, aber die Armendirektion forderte sofortige Zahlung aller Reste seit Mai d. I.. die sich auf zusammen 37 Mark beliefen. Auch den Ersatz der Kosten des Transports zum Arbeitshaus zu übernehmen, mutzten die Verwandten stch durch Unterschrift verpflichten. W., der dann endlich freigelassen wurde, hat sofort erneute Ueberweisung in- Arbeitshaus zu erwarlen, wenn er aufs neue mit der Kostenzahlung zurückbleibt. Das kann leider in jedem Augenblick eintreten, da SB., der seit einem Unfall als kleiner Gewerbetreibender sich durch selbständige Uebernabme kleiner Arbeilen zu ernähren sucht, nur unregelmäßige Einnahmen hat. Glaubt der Schöneberger Magistrat, daß er auf dieses sein„sorscheS" Vorgehen stolz sein kann!_ Charlottenburg. Zur Stadtratswahl. Um die durch die Pensionierung des Stadtrats Samter für den 1. Januar 1914 frei gewordene Stadt- ratsstelle sind 121 Bewerbungen eingegangen, die dem für die Wahl zuständigen Ausschuß zur Prüfung übergeben worden sind. Die Generalversammlung des Vereins Arbeiterjugcndheim findet am Freitag, den 28. November, Sl/3 Uhr abends, im Volkshause statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Jugendheimleilers A. F i s ch e r: „Aus der Praxis der Jugendbewegung". 2. Geschästliches. Alle Mit- glieder werden dringend um ihr Erscheinen ersucht. Bau einer neuen Schnle. Der Magistrat hat dem von der Hoch- baudeputation vorgelegten Bauentwurf für die Sophie- Chariotten- Schule mit Lyzeum und Oberlyzeum(Frauenschule) auf dem früher Oppenheimschen Terrain zugestimmt. Die Kosten' sind auf 950000 M. veranschlagt. Mariendorf. In der letzten Gemeindevertretersitzung machte der Gemeinde- Vorsteher zunächst Mitteilung über den Stand der Angelegenheit btreffend Errichtung und Benutzung eines gemeinschaftlichen Kre- matoriums durch die Stadt Schöneberg und die Nachbargemeinden. Danach ist leider in absehbarer Zeit an eine Vevwirklichung dieses Projektes nicht zu denken.— Schöffe Pöhmer berichtete über die Rauch- und Nußplage im Ort, die durch die in den alten niedrigen Häusern befindlichen Bäckereien verursacht wird; infolge eines er- teilten Dispenses können dieselben einstweilen noch fortbestehen. Da die Gemeinde in ihrem Hause in der Chausseestraße selbst noch eine solche veraltete Bäckerei an einen Meister vermietet hat, wurde noch Befürwortung und unter Zustimmung unserer Genossen bc- schlössen, diesem Meister per 1. April 1914 die Räume zu kündigen und so mit gutem Beispiel voranzugehen. Der unvermeidliche Herr Sauer plädierte hierbei für einen höheren Schornstein am ge- nannten Hause, trotzdem ein solcher dort schon errichtet ist.. Hierauf folgte die Beratung und Feststellung des Sonderetats Nr. 2:„An- legung eines Volksparks" für das Rechnungsjahr 1919. Bon bür- gerlicher Seite wurde beantragt, die Verzinsung in Höhe von 44 000 M. nicht aus Anleihe-, sondern aus den ordentlichen Mitteln zu entnehmen. Mit Recht betonte Genosse Reichardt, daß es bald so aussehe, als ob der Einwohnerschaft dieses Projekt verleidet wer- den solle, indem Stimmung für.einen hAheren Kommunälsteuer- Zuschlag gemacht werde, sobald durch Inanspruchnahme der hierfür erforderlichen Mittel die Gemeinde nicht mehr, mit 110 Proz'. aus- kommen sollte. Der Antrag wurde gegen 6 Stimmen abgelehnt und der Sonderetat im Ordinarium mit insgesamt 49 100 M. und Extraordinarium mit insgesamt 320 010 M. bewilligt.— lieber den stattgefundenen russischen Fleischvertaus durch die Gemeinde wurde berichtet, daß der an die Stadt Berlin zu zahlende Unkostenanteil für 34 457 M. bezogenes Fleisch 441,49 M. betrage. Das Defizit bei dem Berkauf beträgt rund 2000 M. Im Anschluß hieran wendete sich Genosse Reichardt entschieden gegen den Gemeindevor- sicher, der diese und manche andere Gegenstände nur zur Kenntnis der Gemeindevertretung bringe," aber cifie Debatte oder'eine.An- regung nicht zulassen wolle. Ter Gemeindevorsteher versprach Peer- bei die Einbringung einer GeschästsordnungSvorlage. Weiflettsee. lieber die Lage der Wcißcuscer Bank wurde am vergangenen Freitag in einer stürmisch verlaufenen Generalversammlung der Ge- nossenschaftsmitglieder berichtet. Aus den Darlegungen war zu ent- nehmen, daß aus den Trümmern nur schwer etwas zu retten sei, wenn die Genossenschaftler sich nicht zu weiteren Leistungen ver- stehen. Die Bank habe keine Einnahmen, sondern nur Zahlungen zu leisten. Der GerickitSvollzieher sei zurzeit ständiger Gast der Bank. Die Sparer bätten ein Guthaben vpn über 1 Million Mark tägliches Geld, ebe> o schulde die Bank über 3ii Millionen Marl Scheckgelder. Man beabsichtigte, die Sparer mit 5 und 10 Proz. ab- zutun, eS ließen sich jedoch viele nicht darauf ein. sie verklagten die Bank, die nun aus de» Pfändungen nicht herauskomme. Drei Kon- kurse ständen in Aussicht, an der die Bank mit 760 000 M. beteiligt sei. Von dem Personal sei der größte Teil entlassen; trotz aller Sparsamkeit und Tag- und Nachtarbeit seien alle Mühen umsonst gewesen. Eine einzusetzende Kommission solle noamals mit den Sparern über die Weiterführung der Bank verhandeln. Von den meisten Rednern wurde der Beschluß vom 11. Juli beanstandet, der unter falschen Voraussetzungen gefaßt sei; die Genossenschafter hätten ihre Anteile nur dann aus 2500 M. erhöht, wenn die Gemeinde weiter helfend eingriffe; letzteres sei nicht geschehen und deshalb sei der Beschluß antastbar. Die Klagen gegen die Genvsienschafis» Mitglieder, die ihre Anteile noch nicht erhöhl haben, sollen zurück- gezogen werden. Gegen die früheren AufsichrSraiSmiiglieder müsse Sirafantrag gestellt werden; der frühere Vorsitzende habe eine falsche Bilanz unterschrieben. Man verlangte weiter Amllärung über die Sicherheiten, die die Gemeinde im Besitze habe. ES wurde behauptet, daß die Gemeinde für die Hergabe von 1600 000 M. Werte von 1 960 475 M., außerdem Wechsel in, Betrage von 55 200 M. und den Anspruch auf Herausgabe der Effekten, die bei den Großbanken liegen, im Besitz habe. Laute Protcstrufe ertönten, als man erklärte, daß kein Privatmann und kein Fmanzinstitul so gebändelt hätte wie die Gemeindeveiwattung. Die Wahl eines vierten Vorstandsmitgliedes mußte von der Tages- ordnung obgeieyl werden, da sich niemand zur Annahme des Amts bereit fand. Zum Schluß sollte noch eine neue Betriebsgesellichafl ge- gründet werden, die als Treuhandgesellschaft für die Weißensecr Bank dienen solle. Die Sparer sollen lür den Betrag ihier Forderungen Anteilscheine bekommen. Diese Gründung kam jedoch nicht zustande, weil alles auseinanderlief. In 14 Tagen findet die nächste General« Versammlung statt, um den Faden weiter zu spinnen. Klein-Tchöncbetk-Fichteqau. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung gegen die Stimmen unserer Genossen, dem chiesigen Geflügelzüchterverein eine Beihilfe zu den Kosten seiner Ausstellung zu gewähren, weil diese angeblich von eminent erzieherischem Weri sein soll. Tg. die Vertretung die Warnung unsercr Genossen, einen derartigen Weg zu beschreiten, in den Wind schlug, kündigte Genosse Tobias an, daß die Arbeiterschaft aus diesem Beschluß die Konsequenzen ziehen und die Gemeindevertretung um einen Zuschuß zu den Kosten, einer demnächst stattfindendeit Ausstellung zur Bekämpfung der Schund- literatur, die zweifellos einen viel größeren erzieherischen Wert in sich birgt, angehen werde. Zu einer lebhaften Auseinander- setzung zwischen dem Gemeindeverireter Schramm und dem Ge- meindevorsteher kam es dann darüber, ob der von Jansen aus- geführte generelle Fluchtlinienplan, dessen weitere Ausarbeitung der Gemeindevorsteher eigenmächtig Herrn Marx-Weißensee über- tragen haben soll, verbessert oder verschlechtert sei. Herr Schramm behauptete zudem, daß die Arbeit des Herrn Marx eine völlig selb- ständige wäre, daß die Gemeinde daher zwei Fluchtliuienplänc. be- sitz« und der Jansensche Plan, der 4O0O M. gekostet habe und seines Erachtens der bessere sei, anscheinend dem Papierkorb überant- wartet werden solle. Nachdem sich der Gemeindevorsteher gegen diese Äeschuldigungen gewehrt, bcschlog die Vertretung, das ge- samte Material einzufordern und dem LandeSbaurat Goecke zur Begutachtung vorzulegen. Einem wohl infolge der in letzter Zeit in den bürgerlichen Vereinen und dem Lokalblättchen an dem Vor- anschlug der Gemeindefinanzen geübten Kritik entstandenen An- trag kam der Gemeindevorsteher durch einen kurzen Bericht über die Gcmerndefinanzen sofort nach. Danach weist zwar die Grund- wertsteuer ein Minus von lOOOV M. auf, doch wird dieser Ausfall durch die noch ausstehenden Reste der Wertzuwachsstever in Höhe von 17 OOO M. ausgeglichen. Die übrigen Steucrarten erreichen das für sie angesetzte Steuersoll. Ein berechligter Anlaß zu Bc- fürchiungen ist deshalb nicht vorhanden. Adlersvof. Ei» Straßenbahnzusammensioß ereignete sich am Sonntagnach- mittag gegen L'/g Uhr auf der Chaussee zwischen' Adlershof und Alt- Glienüke. Ein" von Alt-GIienicke kommender Straßenbahnwagen hatte das Ueberbolungsgleis überfahre» und stieß deshalb mit einem von Adlershos kommenden und wegen des Nebels nicht bemerk- baren Straßenbahnwagen zusammen. Beide Wagen wurden stark beschädigt. Einige Passagiere erlitten durch Glassplitter Ver- letzungen. Dem Schaffner Hamm wurden durch Glas drei Finger zerschnitten. P etershageu-Fredcrsdorf. Die Gründung eines Arbeiter- Turnvereins für PeterShagen- Fredersdori und Umgegend bezweckt eine am Freitag, den 28. No- vember, abends 8'/, Uhr, ini Lokal von Kirchner>a. Die Tanaoprinzelsin. Komödienhaus. Hinter Mauern. Vionti» Operetten. Die ideale Gatli». Schiller t». Di« goldene Ritterzeil. Schiller Eharlotleudurg. Moral. Residenz. Hoheit— der Franz. Mctropol. Die Reffe um die Welt in 40 Tagen. Kasino. Ferdinand der Tugend- haste. mcMcs. Belinde. Lustipielbaus. Die spanische Fliege. Drianon. Seine Geliebte. Hcrrnfel». Was lagen Sie zu üeibujch V Reichsliallen. Stettiner Sanger. Wintergarten. Spezialitäten. Eines Apollo-Theater..Varietö- Lichtipielr. Eines Friedrich- Wilhelwstädt. Die Kinolönigin. Aniang ti'i, Ubr. Rose. Der Meineidsbauer. Luisen. HopstnrathS Erben. Folie: E avrice. Ritter Baldrian. Mißgeburt. Das Adoptivlind. Walhalla. Der Liebcsonlel. Ainang O'li llbr. Reue« Bottstveater. Der ledige Hof. .aniang 9 lldi Admiraispalaft. Die lustige Puppe. Einci-NoUendorf-Theater.Varielö- 'Lichtipietc. • �» Sternwarte, Fnoattdenilr. 67— 62 Schiller-Theater 0. (Wallner-Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Bie goldene Ritternclt. Mltlwoch, abends 8 Uhr: RoscnniontAg. Donnerstag, abends s Uhr: Bie goldene Blttcritelt. Schiller-Thealer Cfanriotienbars. Dienitaa. abends 8 Uhr: Roral. Mittwoch, abends 8 Uhr: Jagendtrennde. Donnerstag, abend» 8 Uhr: Am Tage de« Uerlchtn. BeatacbesdiehaaapielliaaB 8 Uhr: Die heitere Residenz. 8 Uhr: Die stuf Frankfurter. Komoäienksus. «Uhr- Mer Mauern. kerliner Idester. Mal 8 Uhr: Wie einst im Theater des Westens. 8 Uhr: Polenblnt. Sonnab. 411.: Das tapf. Schneiderlein. Lessing-Theater. s uhr: Pygmalion. Lustspiel von Bernhard Shaw. Tlieater m Nollendorlplatz S. Abends 8 Uhr: MikadO. Mittwoch, 26. Nov., nachm. 4 Uhr: Frau Molle. Weihnachtskomödie. Deutsches Künstlertheater Sozictiit. Nfirnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollend. 1383. Dienstag 8 Uhr: Bie Affüre. Millwoch 8 Uhr: Maaaelei, Himmelfahrt. Ber zerbrochene Krug. Frieörieh-Wielmstäill Theater' 30-31 Chausseestr. 30-31. Operetten- Oaotaplel Zum 229. Male: Die Kinokönigin Operette in 3 Allen von Georg Okonkowski u. Zul. Freund. Musik von Jean Gilbert. Kasseneröffn. 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Montis Operettentheater. Abends 8 Uhr: Lehär-No*ität: Bie Ideale Gattin. Fritz i Maffary, I. Spielmann a. G. Morg. u. folg. Tage: Die ideale llallin. »Residenz-Theater» Hoheit— der Frattz! Musikalische Groteske in 3 Allen von Artur Landsberger und Wim Wolff. Musik von Robert Wintcrberg. Allabcndl. 8 Uhr:«oho»— der R-anr! IOSE=THEATEI Grone.eraiillurier Sn 132. Ber ZIelaeldbaner. Bolls stück in 4 Allen von Ludwig Slnzcn gruber. ---------- Ansang 8 Ubr. Mitiwoch: Im svelUen UOft'l. Sonnab. nachm. 4: Das»ereanb. Schloß Passage-Panoplikum 50 wilde Kongoweiber MSnner und Kinder In einem eigen» anf- gebanten Kongodorfc in ihren Sitten u. Gebräuchen. Und die anderen Attraktionen. Die gr. Kino-Vaplete-Vorstellmig von 5(Sonntags 3) bis U Uhr. Kartell der Freien VolksMnen. Montag, den 1. Dezember 1913, abends 8'/z Uhr, im großen Saal der Neuen Welt; II. Großes Chor»Konzert Beethoven: Leonoren-Ouvertüre, Chor-Fantasie u. IX. Sinfonie. Mitwirkende; Berliner Tolkschor und BlUthner-Orcheeter. vir. Oskar Fried.— Hartha Schauer- Bergmann(Sopran.)— X-ncle Haonlsch(Sopran.)— Martha Zlotnlcka(Alt.) I-ndwlg Heß(Tenor).— Alfred Gnttmann(Tenor.) Artnr van Eweyrk(Baß.) Waldemar I-Ötechg(Klavier)- PinlnRlrncfpri«£0 Pf sina den Zahlstellen beider CHliaUKarien d Ou rl. Vereine zuhaben.(An der Abend- Dexthiieher am Eingang des Saales a 10 PI. URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr Mit dem„Imperator" nach New York. UT Lichtspiele Weinbergsweg 16-17 (2 Minuten v. Rosenthalor Tor) Reinickendorfer Str. 14 Der Liebe Zaubermachi Romantische Erzählung. Kolorierter Film. . Anfang 6 Uhr. c Hasenheide J Die Waisen der Ansiediung Eine Episode aus dem Westen Die Herzogin von Folies Bergeres Lustspiel in 3 Akten. Anfang 6 Ubr. Vereinigte Uerliner Volksbühnen. liiilsen-Thcater. I Walhalla-Theater. SV. Uhr: Täglich 8'/. Uhr. Bopfenraths Erben. I Ber X-lebcsonhel. Voilsstück mit Ges. u. Tanz in 5 Akten.| Posse mit Gesang u. Tanz in 3 Akten. Ä-Clou" — Mauerstrafie 82.— Zi :: Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82.— Zimmerstraße 90/91. Oroßes Doppel-Konzert! Berliner Konserthana- Orchesters. Leitung: Komponist Frans v. Blon, als Gastdirigent Hofkapellmeister Professor Trangott Ochs. Musikkorps Kaiser-Franz-Garde-Grenad.-Regts. Dlrlg. Obarm. A. Becker. Anfang 8 Ubr. Eintritt 50 PL Anfang 8 Ubr. An allen Wochentagen Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: 8olne(«ellcbte. Sonntagnachm. 3 U.: Die Liebe wacht , Gr. HaehmiUags-Konzert beySm Palast am Zoo _ Täglich Anfang 6 Uhr. lp Sonntags,.3 Uhr: Matinee Komplettes Programm grosser Varf6t6>Akle sowie unsere renommierten Lichtspiele Preise von 65 Pfennig an. Nollencorf-Tneater Cleopatra Die Herrin de» NM» üas Filmwunder der Welt Tvnrdc mit großem Reifa Das BacchuSsest.— Das große Amphitheater— Daspompej.Bad. Der Ausbruch des Vesuv. Letzte Woche: Ausw. der Menschen- asten Max, Moritz und Deddh. Wochentags ermäßigte Preise _ ohne Steuer._ Casino- Theater Lothringer Sir. 37. Täglich 8 Uhr. Der neue Saison-Possen-Schlagtr Ferdivaud der Tngeudhaste« Das droll. Stück seil Bestehen d. Theat. Vorher das erstti. Spezialität.-Progr. Sonntagnachm. 4Ubr: Mutterliebe. Reiehshallen-Tbeater Stettiner Sänger Ziekenbeens Könstler- Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr zu ermäß. Preisen: Der Kompagniedall VoVzxt- Tlieater Badstraffe 58. Morgen, Mittwoch, 28. Rooeinb»! Der verlorene Sohn, Lebensbild mit Gesang in 3 Akten von Berg it Jacobson. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Ans. S'ft Uhr. Admiralspalast. Eis- Arena.— AXlabcndllcli das neue mit durchschlagendem Erfolg aufgeiührte Eisballett Die lustige Stoppe» Beginn der Vorstellung 8'/. Uhr. Bis 6 Uhr und von lO*/« Uh Jhr halbe Kassenpreise. Aar Ben JnOatt Der Jniernte nbcrnimini die Revaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwnrtuna. gut. Reparaturen schnell, billigst. ile zu Weile Spezialhaus für Pelzwaren Berlin S., 110 Dresilener Str. 119 am Oranienplatz. 1000 Pelzstolas Sehals, Colliers, Muifen o/feriei-e ich infolge günstiger Abschlüsse zu hervorragend billigen Preisen. Echt Skunks-Stola.. von 35 m. an Kerzmuritiel-Slola von 13.50 m. an mit Köpfen nncl Schweifen. Älaska-Fuebs-Iniitation... 150 m. Marder, Nerz, Persianer, Oppossum, Biber, Iltis etc. in allen moderneu Formen stets am Lager.* _ genau auf die Firma, SMS Site zu Weile Dresdener Str. 1 19 zu achten. Jedermann erhält die im Fenster ausgestellten Gegenstände sofort für den bezeichneten Preis. Sonntags 13— S geöffnet. Ainilkil- und ßniiiilmihfm noit Robert Meyer,* Jnh.: P.(Solletz Marinniirnstr. 3. Tel. Mpl. 346. �afe JfJeyer Dresdener Str. 128/129. Kaffee 10 u. 15, Bier, hellu. dunflOPs. ca. SO Zeitungen; Billard Std. 60 Pf. Zahlstelle der Freien Volkshiihne. Dameniuciie 7». gehwart u. färb. Mtr. w•o Umstoffe neueste englische/ Muster p. Meter Ton"&n SeidenpiQscb. v Velour duNordf80cm Fi*a-' breit... per Meter V an Engl.Secl �17 per Meter...*n flstraclwn12�0? breit.,. per Meter W c. PELZ Kottbuser Sir. 5 H.Pfau, Mglsl Jircksenslraße 20 zwischen Babnboj Alc�anderplatz und Polizeipräfidium.— Antt Kst. 3208. Für Damen Frauen-Bedienung.' Siejerant für alle Kraukenkasfcn. Passauer Gänse bratfertig, mit Fctt u. Innerem, 4—6 Kilo schwer, Per Pfd. 8ö— 90 Pf., inkl. granfate u. Verpackung geg.?!nch- nähme in nur frischer Ware. 231/7- Joh. Hagers Wwe. Paffau(Layern). MMMWMMMMB■■■■■■■■* „ADLER"-! DAUERWÄSCHE halt abwaschbar trägt diesen Stempel zum Schutze gegen Täuschung. Zentrale: Berlin A. 14,Dresdeners(r.S0/51 Spezial-Verkaufsstellen; Berlin S: Dresdener Str. 50 51. „ C: Alte SchSnhauser Str. 41. ,, N; Chaussee-Str. 100. „ N: Behm-Str. 39. „ D: Frankfurier Allee 18. Schöneberg; Akazien- Str. 8. Charlottenb: Wilmersdorf. Sfr.143. Lichterfelde W; Knesebeck-Str.11. Brandenburg a. H.: Haupt-Str. 33. Plüschmäntel Maulwurfimitation, Velours-du-Nord- u. Astrachanmäntel. Verk. an Private zu Engrospreisen direkt a. d. Fabrik, Koiiimandantenstr.51, ITr. Teilzahlung Wochenrate von 1 M. an Vornehme Herren-Ulster Paletots, Anz&ge fertig und nach Mass J. Rurztes Mass-Schneiderei Rosenthaler Str. 36 Frankfurter Allee 104 Reinickendorfer Str. 4 Wo ist der schönste Ausflugsort? � Immer noch PichelsWerder, " Freunb. an der neuen Heerftrafte slsdes Woft Iv Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pf«,(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Ptg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN für die nächsteNummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis I L'hr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Lindenstrasse 09, bis 5 Uhr angenommen. Tevviche(seblethafte)(Belegen. .citSIaui. Fabrillager Plauerhof). Große granflurlerstratze S. Uureln- gang.„VorwäriS'lesern 1D Prozent S�lcarabatt.________ �Zteppdecken billigst Fabrik Grotze Fcanfsitrlerstratze 9, Flureingang. " Gärbinenhans. Grotze Front- furterstratze 9. Flureingang. 1233K' �Killberwuge», Teilzahlung, Woche 1—. Puppenwagen. Aiieseuauswahl I Richards, Warschauerstratze 80.' Taschenbuch für Gartenfreunde >jin Zlaigeber für die Pflege und s.ichgemötze Bewirtschaftung de» häuslichen Zier-, Gemüse- und Obst- garkenS von Max Hesdörjer. Zweite oermehrte Auflage. Mit 137 Text- r.bbildungen. Preis 3.50 Mark. Expc- dition Vorwärts. Lmdenflr. 59. TiepPich-ThomaS�Oramenslr. 41 .arbtehlerhaste Teppiche spottbillig; Gardinen, Steppdecken, Tischdecken lialben Preis. PorwärtSlesernSProzent Extrarabatt. 785S1* �Betten stand 9,—. Brunnen» tvafee 70, im Keller. 1200�* Gardinen: Steppdecken! Portieren! Tischdeden'. autzergewöhnlich billig! PorwärtSlefer 5 Prosent Rabatt rrra! Gardinenhaus Brün», Hacke- cher Markt 4(Bahnhof Börse). Sonntags geöffnet.__* Vorsitdrige eleganteHerrenanzüge und PaletolS au« ieinsten Magflofsen 2b— GO Marl, Hosen 6—18 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21.' Teppiche!(sehlerhafte) in allen Grötzen, fast für die Hälfte des Wertes. Teppichlager Brümi,.Hacke- scher Markt 4, Bahnhos Börse.(Leser des„Vorwärts" erhallen 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet Pfandleihbnns Hermannplab 6. Spottbilliger Bettenverfaus. Wäsche- verlaus. Gardinenverkaus. Teppich- verlaus. Goldwarenlager. Riesen- auswahl Herrengarderobe. Sonntags- verkauf ebenfalls._,* Bcttcnverkanf! Prachtteppiche! Russteuerwäsche! Gardinenauswahl! Piüschportieren! Tischdecken! Stepp- decken! Schmucksachen! Uhrenverkans! Bflderverkauf I Spottbillig! Leihhaus Wärschauerstratze 7. 17l6K' ' Pelzstolas! Pelzgarnituren! Winterpaletots I Winternlster! Winter- foppen l Herrenanzüge! Staunen- erregend billig 1 Leihhaus Warschauer- striche Teilzahlung. Uhren, Goldwaren, Trauringe. Woche 1 Mark. Turm- strahe 16. 17O8K' Leihhaus Moribplat! 38»! tauie» Sie spottbillig von Kavalieren wenig getragene sowie im Versatz ge- we-ene Iackettanzuge, Rockanziige, Palelots. Serie 1: 10— 18, Serie II: 20—30 Mark, grötztenteils aus Seide. Eelegenbeitskäuse in neuer Matz- garderobe, enorm billig. Riesenposten Kleider, Kostüme, Plüschmäntel, ans Seide, früher bis ISO, jetzt 20— 35 Mark Große Posten Pelzstolas in Skunks, Marder, Nerz, Füchsen, früher bis 200, jetzt 20— 75 Mark. Große Auswahl in tzerrem Gebpelzen, Gelegen- heil in Damen-, Reise-. Tagenpeizen. Extra-Angebot in Lombard gewesener Teppiche, Gardinen,. Portieren, Bellen. Wäsche, Uhren, Brillanten, Goldwaren enorm billig nur Morix- platz 58a I. 19-tK� GaSkroue», dreiflammig, komplett 7,50, Gaszuglampen 6,00, Hänze- lichtpendel 4,00, Gasiqren 2,40," Gaswandarme 1,50. Kronenlager, Grotze Franksurterstratze 92, Retnickendorfer- stratze 120, Schönhauser Allee 121, Neukölln, Berlinerstratze 102. UOSitz* Weihuachtsangebot! Detail- verkaus von Kinder-, Backsisch- und Damenmänteln bis Größe 44, zn billigsten Fabrikpreisen,-scharren- stratze 11/13, III. Etage. 33b» Bcttenverkaufl nagelneu, Aus- stelierbetlen, Spottpreise, Winler- paletotS, Herrenanzüge, Teppichver- fani, Gardinenverka us, Plüschporckieren, Uhrenverkauf, Goldsachen. Leihhaus, Große Franksurterstratze 17.__ � ' Pelzstolas l nagelneu. Pracht- eremplare, staunenerregend. Leih- Haus, Große Franksurterstratze 17, Bahnhaltestelle Koppenstratze. f1664� Zinktuaschfäfsev, Zober, Sitz- toannen, Bapeioannen. Spczialsavrrk Reichenbergerstratze 47. Lesern 5 Proz. Geld: Geldk Sparen--.ie, wenn Sie im Leihhaus„Rosenthaler Tor", Linienstratze 203/4, Ecke Rosenthaler- stratze, nur 1 Treppe, lein Laden I taufen. Anzüge 9,—, Ulster, Pale- tots 5,—, Silberuhren 3,—, gol- dene Damcnuhren 8,—, Goldwaren. Brillanten, Pelzstolas, Betten. Gar- dinen, Tevpiche, Freischwinger, Fahrräder. Alles enorm billig. Sonn- tags geöffnet.__ 1578K* GaSkronen, Teilzahlung. Box- hazenerstratze 32, Kollbuserdamm 4l Hermannplatz). IlllllK" Wringmaschinen und Wasch- Maschinen billig, auch aus Teilzahlung. Bellmann, Gollnowftratze 26.[296JI* Ulster. Plüschmäntel, schwarze Frckuenmäntel, Kinderpaletots, Ko- slüme, Blusen, Röcke, Gesellschasls- kleider, Ballkleider, diretl aus Ar- beitSstiiben, spottbillig. Meyer, Blucherslratze 13, 1. Etage.„Vor- wärts"Ieser 5 Prozent Ermätzigung. Sonntags geöffnet._ 1722»* Echte Plüschteppiche mit kleinen Webesehlern, prima Qualität. 130/200 14,25, 160/230 20,75, 200/300 33,50 Teppichhaus Emil Lesövre, nur Oranienstratze 158. Nirgends Filiale». Teilzahlung, 0,50 wöchentlich: Gardinen, Portieren, Teppiche, Stepp- decken, Tischdecken, Möbel, Bilder, Herren-, Damen-, Kindergarderobe usw. Kreditbaus Luisenstadt, Köpe- nickerstratze 77/78, Ecke Brückenslratze, am Bahnhof Iannowitzbräcke� 1557K Bobbtnriindschiff billig, Bonbon- geschäst, Friedelstratze 54(Hermann- platz). 23S/l8 Tingermaschine 12,00 Prinzen- stratze 31, Seitenflügel I. 237/5 QescdäktsverkSuke. Gcfrestauration verkaust Koppen- hagenerstratze 70__ i66 Herzletdcnde Frau inui; zehnjähriges Koloiffalwaren-, Obst-, Ge- müse«, Feuerung-, Rolle, Konserven, Handwagen. Wert 2500,— sür 1500,— verlausen. Adresse„Langseid", Amroneenbureau Holzwarktftra>ze 73. kttSdel. Möbelhsrrdlung Mariannen« stratze 25, billige Preise. Teilzahlung gestattet.„Borwärts"Ieser 3 Prozent Rabatt. 890K* Möbel- Gelegenheitskaushaus Brückenslratze 6. Grotze Auswahl neuer gediegener Möbel zu Spott- prellen._ 64b* Nustbaum- Wirtschaften unglaui- lich billig. Moderne Schränke mit Bußenscheiben 60.—. Bettstellen mit Matratze!! 35.—, bildschöne Küchen- einrichtung 60.—. Enorm grotze Aus- wähl. Hans Lennerts Möbelspeicher. Lolhringerstratze 55, Rosenthaler Platz. 1630» Uinbausofa, Chaiselongues 18,00, englische Bettstellen 25,00. Tapezierer Walter, Stargarderstratze 18. 1677K KamcrlingS Möbelspeicher, Fehr- bellinerstratze 17, 18, 21a, Verkauf nni die Ecke, Kastanren-Allee 56, enorme Auswahl, Gelegenheitskäufe, Spottpreise. Name, Hausnummer be- achten._ 63b* Geldheirat nicht mehr nötig. Ich liesere zu Kassenpreisen bei geringster Anzahlung und kleinsten Raten nach Vorschlag der Käufer komplette Wob- nuligseiiirrchtungen sowie Einzelmöbel unter langjähriger Garantie. Stube und Küche ISO,— an, zwei Stuben und Küche 230,— an. Gebrauchte und zurückgesetzte Möbel, fast neu. besonders billig. Bei Krankheit. Arbeitslosigkeit, Äussperwmig. Streik selbstverständliche Rücksicht. Lieserung und Ausstellung frei Wohnung. Nicht- gefallendes Umtausch gestattet. Julius Gabberr, Zniblermeiiier, Acker- stratze 54. Kein Warenkreditgeschäst.* Ttepvdriken! Similiicidene 3.85, 1 4.85. 6,00 bis 15.00. Tiiabcttdecken 2,50 bis 9,75, zwerbettige 475. WolsS Teppichhaus, DreSdcnerstr. 8 (Kottbuiertor). Abonnenten 10 Proz. Rabatt. � 1674K Gehe zu mir, ich borge Dir Möbel für Stube und Küche, mit 10 Mark Anzahlung und allerkleinsten Wochenraten. Einzelne Möbel 3 Mark Anzahlung. In allen Stadtteilen Berkausslager. Osten: Tanirerrzapf, Blumerrstratze 2, Neukölln und Südosten: Möbelkonsum. Kottbuser- stratzc 14, Norden und Zentrum: Alte �-chönhauseritratze 32. t5S5K* Osioedet- Vordet, Cmntcn stratze(Moritzvlatz) 58, Fabrikgebäude, liefert als Svezialiiäl: Ein- und Zweizimmer-Einrichtungen. Grötzte Auswahl. 9 Etagen in 2 Fabrik� gebäuden. Billigste Preise. Ein Zimmer und Küche 230,—, 335.—, 407,—, 475,—, 496,-, 537,—, 574—, 609,-, 651,— bis 1000,—. Zwei Zimmer und Küche 445, 536,-, 640.—, 690—, 756,—, 893,—, 939,— 1035—, 1105,— bis 2000,—. Schlaszimmer 189, 262,—, echt Eiche 343,—, 371,—, 434,—, Wohnzimmer, modern 215,—, 268,—, 306,—, 341,—, Speisezimmer, echt Eiche, 341.—, 414,—, 475.- 562,—, Herrenzimmer 334,—, 424, englische Bettstelle mit Matratze 40,—, Trumean, geschliffen 36,—, Pliiichsosa 58,—, Umbau 50,—. Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. Frins Jahre Garantie. Eventuell Zahluugserlerchterunge». Geömret 8—8. Sonntags 12-2. Kein Laden. Berkauj im Fabrikgebäude. 19K' Möbeltausch. Aeltcre unmoderne Möbel nehme ich in Zahlung und liesere mcwerne Möbel dasür. Differenz in bequemen Wachen raten. Postlager- karte 3. Postamt 22. 1536K* Möbel ohne Geld! Bei kleiner Anzahlung geben Wirtichatlen und einzelne Stucke aus Kredit unter äutzerfler Prersriotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Olren lausr bei uns. Kretschmann u. Co., Kovven- strape 4.(Schtesiicher Bahndoj.)* Möbel k Für Braulleure günstigst. Geiegenbeil, fich Möber anzmchafien Mit lierniter Anzahlung gebe schon Stube und Küche. An jedem Slück dernlilver Preis. Uebervorterlung daoer auSgeiibioffeli. Bei Kranldeits- fällen und ArbeilSIofigleit anerlannl grötzte Räcksich!. Möbelgeschäst M. Goldstaub, Zoffenerstratze 38, Ecke Gneisenauslratze. 2901 K* Mödel-Teilzahlnng bei Messing, Dresdenersrratze 124, am Kottdusertor. Auf Kredit und bar. Stube und Külve, Anzablung von 15 Marl an. Be° amlen ohne Anzahlung. Liefere auch auswäits. Vorzeiger dieses erhält 5 M. gutgeschrieben. Sonntags von 12—2 geöffnet._ 1MK* Moderne Zlrbeitermöbel in zeit- gemätzer Zlussühnnig, in Eiche(alle Farben) und Nutzbaum, unerreichte Auswahl, zndeii allerbilligsten Preisen, in solider'Arbeit, direkt vom Tischler- meisler Julius Apelt, Adalbertsrratze 6, am Katibujerlor. löslK* Kleine Wirtschast Spottpreis(ge- werblich). Händler zwecklos. Glas, Rosenthalerstratze 57, vorn Hl. Möbel-Gvhn, 1. Geschäft! tttrotze Franksurterstrage 58, 2. Geschäft: Grüner Weg 109. Wobnungs- Einrrchtungen aus bequeme Teil- zahlring. Stube und Küche An- zablung von 15 Mark an. Einzelne Möbelstücke Anzablung von 5 Marl an. Moderne Schiaszimmer. Sveise- zimmer, Herrenzimmer. In bunten Küchen riesengrotze Auswahl. Liesere auch nach auswärts. Abzahlung wöchentlich, monatlich, ganz nach Wunsch. Grötzte Rückstcht bei Krank- heit und Arbeitslofigkeit. Borzeiger dieses Inserats erbält beim Kauf Mark gutgeschrieben. Sonntags 12— 2 geöffnet. 915K* KrcdithauS„Frankfurter Tat", Grotze Franksurterstratze 1, liefert bei denkbar kleinsten An- nnd Abzahlungen ganze Wohnung«- Einrichtungen, Stube und Küche schon bei Mark 15.— Anzahlung an, einzelne Möbelstücke schon bei Mark 5,— Anzahlung an. Riesengrotze Auswahl in bunten Küchen und aller Arten Möbel. Abzahlung ganz nach Wunsch des Käufers. Be- kannte Kulanz und Rücksicht. Sonntags 12— 2 geöffnet. Vorzeiger dieses erhält beim Kauf 5 Mk. gutgeschrieben, Bitte genau aus Hausnummer Nr. 1 zu achten. 4201 K* Konkurrenzlos billig kaufen Sie Ihre Möbel auch bei ganz ge- ringer Anzahlung und kleinster Raten- tilaung nur in meinem Kassageschäft. Ich stelle streng reelle Kaffapreise mit reeller Zinsberechnung. Zahlungssrist bei Streik, Krankheit usw. Große Auswahl in sims Etagen. Hanvträch- lich Ein- und Zweizimmer-Einrich- tuirgen sowie Einzelmöbel. S christliche Garantie bürgt für gediegene Qualität. Kein Abzahlinrgsgelchäst, keine Kassierer. Lieferung kostenlos. Nichtkonvenrerendes wird umgetauscht. Tischlermeister Rejewskc, Badstratze 66, zwei Minuten vom Bahiihos Gesund- brumrerr. Reklameaugebot l Herrliches Schlafzimmer, Eiche, innen Mabagom, Ankleideschrank 1 80 Zentimeter, Wasch- kornode 110 Zentimeter, beste Kristall- gläser. komplett mit Bettunrbau und Patentmattatzen, nur 550,—! Erst- klassige Arbeit! 10 Jahre Garantie! Möbelkaushaus M. Hirschowitz, Ska- litzerstratze 25. 1729K Brautfenten verkaufe spottbillig Wirtschaften, bildschöne Stube, Herr- liche Kücheneinrichwng. Plüschsosa, Wandbilder, Sosaumbau, Bauer, Grotze Frankfurter Stratze 35, eine Treppe. 237/3 tUusildnstriimente. Piaiiinos, Harmoniums, Flügel jeder Preislage, gebrauchte 120,00 an, Teilzahlung. Scherer, Cbaussee- stratze 105._ 53451*. Krause-Pianos und Flügel, erst- Nassiges Fabrikat, auch gebrauchte, Kaus. Tausch, Miete, Teilzahlung, Ansbacherslratze 1.» iKuffbanmPiano. vorzüglich, billig Ernst, Klaviermacher, Zorndorser- stratze 3._( 50 Saloiigramuiopho» 15,—, viele Platten. Brandt, Große Franisurter- stratze 122. 237/6* Bilder. 3000 Bilder nnd Cclgcmälie muffen bis 1. Januar spottbillig verkauft sein. Bilder-Bogdan, Rosen- thalerstratze 11/12 und Weinmeister- stratze 2. 1593K* psdrrSder. Fahrradvertried„Groß. Berlin" reelle und billige Bezugsquelle, Re- varawren jefflisseubaji und schnellstens Neue Schönbausersiratze 9, Brun- nenstraxe 143, Badstratze 9, Müllerstratze 13, Turmstratze 25, Charlottenburg, Spandauerberg 29. Kanf�esuche. ■AUniinabfäUc, alte Goldsachen, Bruch gold, Silber, Gebiffe, alte Uhren, Kebrgold, Goldwatten, Quecksilber, Stanniol sowie sämtliche Gold-, Silber-, blatinbaltigen Rückstände lauft Broh, Edelmelallslbmetze, Berlin, Kövenick erstratze 29. Telephon Moritz- platz 3476.___ 58051* Goldfchmclze tauft höchstzahlend Zahngebisse, alle Metalle. Witwe Nieper, nur Kövenickerstratze 157. Plariiiabialle. Gramm 5.60. Air. gold, Silber, Zabngebisse. Stanniol. Quecksilber taust höchstzablend Blümel, Schmelzerei, Zlugustirratze 13 Iii.__ Zahngebisse, Goibfachen, Silber- fachen, Platinabsälle, sämiliche Metalle höchstzahlend. Schmeizerer Ehristionat, Kövenickerrrratze 20&(gegenüber Mairieusselsrratze). 111/1 Zahngebiffe, Zahn bis 1,30('Ab- holung), Plattnabsälle 5,65, Gold- lachen. Silberiachetr, Kehrgold, Gold- walten, Quecksilber, Stanniolvavrer, Zinn 3,40. Kupfer, Rotguß. Messing, Blei, höchslzahlend. Evelmelall- Eintaulsbureau Webersttatze� 31. Telephon.___ 1654K* Zahngebiffe. Gold, Silder, Tressen. Plaiina laust böchstzahlend Blumen- reich. Brunnenstratze 3, Rasentvaler Tor. 69K* Kupier, Messing, Zink, Zinn. Blei. Stanniolpapier, Flascherrkapseln, Goldsachen, Silbersacherr, Platin, Zahngebisse,„Metallschmelze" Cohn. Brnniienstratze 25. b' Platinabfälle. Zahngebisse.?Ur- gold, Silbersacheir, Quecksilber, Slanniolpapier, höchstzablend Schnrel- zerei Müller, Tcltowerslr. 10. 23b* lMerncftt. Ghauffeur-Ausbildung erstllasfig und jtellringSficher. Verschiedene 4-Zylinder-Systeme. Honorar 100 MI., auch Abendlurse. Kostenlose Empseb- lung. Große Reparattirwerlslalt. Köpenickerftratze 116.����� 731A* Muttersprache! Muftergülnges Deutsch in Wort und Schrift lehrt billig(auch abends) erfahrener Speziallehrer. Zlnsragen unter „Postlagerfarte 658", Briesdoslamt Berlin. � i37* Parteisekretär sür den 17. Hannoverschen Wahlkreis mit dem Sitz in Harburg a. E. gesucht. Refleftiert wird aus eine tüchtige Kraft. Anstellung nach den Bedingungen des Vereins Arbeilerpreffc. Drenstjahre kommen zur An- rechnnng. Bewerbungen werden bis 1. Dezember 1913 an den Ilnferzeichneten erbeten. 295/2* Ztuhalvorkaud des 17. Haunoverschen Ulahlkreises. I. A.: A. Uttllcr. Arbeikerstkretär. Harburg(Elbe), Gr. Schippsee 18. � Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fortgeschrittene. einzeln oder im Zirlel, wird englischer Unlerrichl erleilt. Auch werden Uebersetzungen an- gesertigk. G. Swierrly- Liebknecht Charloltenburg. Sluttgarterplatz 9 Gartenbaus III. 44K* Ghauffeur-Ausbildung mir großer Reparatur- Werfstätte. Ingenieur Schapiro, Wilmersdorf. Berliner- stratze 16. Honorar 50.—, Ziaterr- Zahlung. Stellung-ZnachweiS. 173851* Parenlanwalt itrage 94». Weisel. Gittchiner- Paroiiranwalr Müller. Gstschrner strane 16 Kunststopferei Große Frantrurler- stratze 67.——_ 2399K' Pianos vermietet Piano hau s Sh'Quse, Ansbacherslratze 1.* Lereinszimmer, großes, täglich zu vergeben. Chleg, Kaiierinauguita- allee 70. 237/4 Groffer Bühnensaal täglich um- sonst zu vergeben. Urania, Wrangcl- stratze.___ 86b» Schneiderin aus Prinzetztleider empfiehlt sich. Fr. Glowackr, Gu- benerstratze 55, Seitenflügel IV. Vermietungen. Zimmer. Möbliertes Zimmer, zweifenstrig, einen oder zwei Serren, Prinzessinnen- stratze 12. III links._ 29696 Möbliertes Zimmer, 18,00, Wal- demarstratze 31, III._ 236; 16 Möbliertes sauberes Zimmer vermietet Jander, MuSkauerstratze 36. Möbliertes Zimmer, ein oder zwei Herren. Frau Bernhardt, Wal- demarilratze 65.'(3 Stellensnxedofs. Versilberer', tüchtig, jüngerer, auch Versilberin, sofort nach München sür dauernd gesucht. Tausbezahlung, Reiseoergütung gewährt. I. Wolf, Goldlciitensabril, München, Auerscld- stratze 6. 89b* Lehrlinge, nur kleine Figuren, 14 bis 15 Jahre, zur Gbmirastik am Theater. Meidung abends. Brack. Sanrariterstratze 5 III � 236/19 SroUenaiigebote aller Art Lesehalle, Koltbuserdamm 83/65. 233/9 Händler. Hühnerbrühe, Bouillon- Würfel, billigste EinlausSquelle. Geb. hard, Halleschestratze 23. 173751* Acliiung! Hoizarlieiter. Wege» Streik oder Loh»- differe»ze» find gesperrt: Für die Holzlcistcn-Branche der Betrieb von.Ajig. König, Teltower Str. 48,4:9. Für Tischler: Werdau i. S. DaS Wcrlincr«rbettswilligeu- verniittelungsburcau d. gelben „Handwerkerichunverbandes*. Arbeitsnachweis d. Stellmacher- iniimtg und der Wageniavri- kanten, Karser-Franz-cSrenavier. Platz. 89/14* Zuzug ist streng sernzuhaUen. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverban des f>p.rmiirmölafe) loclSt Platz ain«.giiuuici-iwi-.-------- �--- �- �— Verantwortlicher Redakteur: Älfttd Witlepp. Neukölln. Für den�LiU�I�üverantw.: Td- Glocke. Berlin. Druckt..«erlag: Lorwnrt, tvuchvruckere. n. Berlagsanstalt Paul Smger u. Co.. Lerlm ».sie 30.3.11««,. 3. öeilllgt iicö Jorniüttö" fictlinct PoHisWött. wÄ.g.zz.N«mdet'»l3. Hirankenverlicherungspflicht. Am 1. Januar tritt der Abscknitt der Reichsversicherungsordnung 'ir Gellung. der von der Krankenversicherung handelt. Das neue Gesetz schafft eine Reihe erheblicher Aendcrungen— vielfach Verschlechterungen— gegenüber dem bestehenden Zustande. In nach- folgendem soll eine Uebersicht über die am 1. Januar in Kraft tretenden Vorschriften gegeben werden. Aus den Darlegungen kann der Arbeiter ersehen: Wer ist krankenversicherungspflichtig? Wie steht es mit der Versicherungsberechtigung? Wie wird man Mit- glied der Kasse? Welche Art Krankenkassen gibt es? Wie werden die Mittel für die Kassen ausgebracht? Welches sind die Leistungen der Kaste? Wie steht es mit der Organisation der Kassen? Wie werden die Ansprüche aus der Versicherung geltend gemacht? End- lich werden einige gegen landwirtschaftliche Arbeiter. Dienstboten und andere Berufszweige bestehenden Ausnahmevorschriften noch besonders hervorgeboben. Der Arbeiter wird auf Grund dieser Darlegungen in den Stand gesetzt, einen Ueberblick über die künftige Krankenversicherung zu erhalten und seine Rechte geltend zu machen. Wer ist krankenversicherungSpflichtig? Während die Jnvolidenversicherungspflicht ohne Rücksicht auf das Alter erst mit Bollendung des 16. Lebensjahres beginnt, ist die Krankenvcrsicherungspflichi nicht an die Vollendung eines bestimmten Lebensalters geknüpft. Das Gesetz zählt bestimmte Kreise von Per- sonen auf. die versicherungs p f l i ch t i g find, lägt aber einige B e- frei» n gen von dieser Bersicherungspflicht zu und gibt einem größeren n i ch l versicherungs p fl i ch t i g en Personenireis das Reckt, sich freiwillig zu versichern. Versicherungs p s l i ch t i g sind: 1. Ohne Rücksicht, ob und in welcher Höhe ein Entgelt ge- zahlt wird: Lehrlinge sauch Handlungslehrlinge und Lehrlinge in Apotheken) und Hausgewerbetreibende. _ 2. O dne Rücksicht auf die Höhe des Entgelts: Arbeiter, Gc- Hilfen. Gesellen, Dienstboten sowie die Besatzung von Fahrzeugen der Binnenschiffahrt oder deutscher Seefahrzeuge �ausschließlich der Schiffer— siehe Nr. 36). 3. Wenn ihr regelmäßiger Jahresarbeitsverdienst 2600 Mark an Entgelt nicht übersteigt: a> Belriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte in ge- hobener Stellung, sämtlich, falls diese Beschäftigung ihren Haupt- beruf bildet, b) Handlungsgehilfen, Gehilfen in Apotheken, Lehrer und Erzieher, o) Bühnen- und Orchestermitglieder ohne Rücksicht auf den Kunsiwert der Leistungen, ä) Schiffer(Kapitäne). Im Gegensatz zum herrschenden Gesetz unterliegen vom t. Januar 1014 ab demnach von den bislang nicht versicherungspflichtigen Personen der Krankenversicherung insbesondere: die land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter, die Dien st boten. die im Wandergewerbe Beschäftigten, die un- ständigen(für weniger als eine Woche beichäftigten) Arbeiter, Apothekergehilfen undApothekerlehrlinge, Haus- gewerbetreibende, ohne Entgelt beschäftigte Lehr- I i n g e. Als Entgelt wird auch freier Unterhalt und jeder Sach- bezug gerechnet. Die ohne Entgelt beschäftigten Lehrlinge erhalten kein Krankengeld. Der Kreis dieser versicherungspflichtigen Personen wird durch mehrere Ausnahmen durchbrochen. Die ReichsverficherungSordnung kennt zwei Arten von Ausnahmen, solche, die das Gesetz(oder der Bundesrat auf Grund des Gesetzes) anordnet und solche, die das Gesetz auf Antrag zuläßt. Es sind nämlich von der Krankenversicheiungspflicht durch Gesetz befreit: t. die Schiffsbesatzung deutscher Seefahrzeugc, soweit nach Z§ 59—62 der Seemannsordnung oder nach 53—536 des Handelsgesetzbuches Fürsorge für Krankheitsfälle für die Schiffs- besatzung vorgeschrieben ist, 2. Lehrer und Erzieher an öffentlicheir Schulen und Anstalten, wenn ihnen aus dem Dienstvertrage ein Anspruch ntindcstenS ent- weder auf Krankcnhilfe in Höhe und Dauer der Regellcisiungen der Krankenkassen oder für die gleiche Zeit auf Gehalt. Ruhegeld, Wartegeld oder ähnliche Bezüge im anderthalbfachen Betrage des Krankengelde» gewährleistet ist 3. die in Betrieben oder in, Dienst des Reiches eines Bundes- staatcs, eine» Gemcindeverbandes, einer Gemeinde oder eines Ver- sichcrungsträgers Beschäftigten unter der zu 2 gesetzten Bedingung, 4. Beamte des Reiches, der Bundesstaaten, der Gemeinde- verbände, der Gemeinden und der Versicherungsträger, Lehrer und Erzieher an öffentlichen Schulen und Anstalten, solange sie lediglich für ihren Berus ausgebildet werden, ferner Personen des SoldatenstandeS, die eine sonst versicherungs- Pflichtige Beschäftigung im Dienst oder während der Vorbereitung zu einer bürgerlichen Beschäsiigung im Sinne der Ziffer 3 ausüben, ferner Personen, die während der wissenschaftlichen Ausbildung für ihren zukünftigen Beruf gegen Entgelt unterrichten, ferner Mitglieder geistlicher Genossenschaften, Diakonissen, Schul- schwestcrn und ähnliche Personen, wenn sie sich auS religiösen oder sittlichen Beweggründen mit Krankenpflege, Unterricht oder anderen gemeinnützigen Tätigkeiten beschäftigen und als Entgell nicht mehr als den freien Unterhalt bezichen. 6. wer nur in geringem Umfang, insbesondere gelegentlich oder nebenher, beschäffigt ist. Von der Versicherungspflicht können auf Antrag der Arbeitgeber befreit werden insbesondere: 1. im Dienst öffentlicher Verbände oder Körperschaften oder in Betrieben oder iin Dienst nichtöffentlicher Korporationen oder als Lehrer und Erzieher an nicht öffentlichen Schulen oder Anstalten beschäftigte Per)onen, 2. Lehrlinge, solange sie im Betrieb ihrer Eltern beschäftigt sind, 3. Personen, die bei Arbeitslosigkeit in Arbeiterkolonien oder ähnlichen Wohllätigkeilsanstalten vorübergehend beschäftigt werden, 4. in Land- und Forstwirtschaftlichen Betrieben Beschäftigte und Dienstboten, wenn der Arbeitgeber ihnen aus eigenen Mitteln eine gleichwertige Krankenunterstützung gewährleistet und die Leistung»- sähigkeit des Arbeitgebers sicher ist. Die Anträge auf Befreiung sind im Fall der Ziffer 1 an die höhere VenvaltungSbehörde, iin Fall der Ziffern 2 und 3 an den Kasicnvorstand zu richten. Lehnt dieser ab, so entscheidet auf Bc- schwcrde das VersicherungSamt endgültig. Tie Befreiung wirkt vom Eingang des Antrages ab. Auf eigenen Antrag befreit von der KrankenversicherungSpfljchl wird vom Kassenvorstand, wer auf die Dauer nur zu einem geringen Teile arbeitsfähig ist, solange der vorläufig unterstützungspflichtige Armenverband einverstanden ist. Berficheruugsberechtigung. Das Gesetz unterscheidet zwischen einer Verstcherungsberechtigung »ml Personen, die aus einer krankenverficherungspflichtrgen Beschästi- «ung austreten und ihre Versicherung fortsetzen, und solchen, die freiwillig in eine Versicherung eintreten, der sie zuvor nicht unterworfen waren. Zum freiwilligen Beitritt einer Krankenversicherung sind berechtigt: 1. wer aus irgend einenr Grunde nicht versicherungspflichtig ist, wiewohl er zu dem Kreise der an sich versicherungspflichtigen Per- fönen gehört, 2. Familienangehörige des Arbeitgebers, die in dessen Betrieb ohne eigentliche» Arbeitsverhältnis und ohne Entgelt tälig sind; 3. Gewerbetreibende und andere Betriebs- Unternehmer mit hoch sie n» zwei Lohnarbeitern. Voraussetzung für den freiwilligen Beitritt isi, daß das jährliche Gesaimeinkommen 2600 M.(bisher 2000 M.) nicht übersteigt. Ist der Beitritt aber einmal eriolgt, so crli'cht die Versickerungsberechti- gung erst, wenn das Eiiikommen über 4000 M. steigt. Eine Altersgrenze für den Beilritt schreibt das Gesetz nicht vor. Die Krankenlassen können eine solche aber durch ihre Satzung festsetzen; sie können auch den Gesundheitszustand der Beitretenden prüfen und Erkrankte zurückweisen. Freiwillige Fortsetzung der Versicherung ist jedem Versicherten nach Ausscheiden aus der Versicherungspflicht gestattet, sosern er in dem Jahre vorher 26 Wochen oder unmittelbar vorher 6 Wochen versichert war. Dabei darf die freiwillige Fort- fetzung der Versicherung weder von einem bestimmten Lebensalter noch von dem Nachweis der Gesundheit abhängig gemacht werden. Auch hier erlischt aber die Versicherungsberechtigung, wenn das jähr- liche Einkommen 4000 M. übersteigt. Wer aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ausscheidet und die Krankenversicherung freilvillig fortsetzen will, hat dies innerhalb spätestens drei Wochen nach dem Ausscheiden au» der versicherungs- Pflichtigen Beschäftigung der Kasse anzuzeigen. Es empfiehlt sich jedoch, spätestens in der e r st e n Woche nach dem Ausscheiden die Anzeige zu machen. Denn sonst steht ihm, fall» er in der zweiten oder dritten Woche erkrankt, für diese Krankheit kein Recht auf die Äasienleistungen zu. Als Anzeige genügt ein Schreiben etwa fol- genden Inhalts: An die Allgemeine Krankenkasse in R. Hiermit zeige ich an, daß ich die Krankenversicherung frei- willig fortsetze. N. N. Der Anzeige fleht die volle Zahlung der satzungsmäßigen Bei- träge gleich. Es mutz darauf gesehen werden, daß stets pünktlich die Beiträge gezahlt werden. Denn die Mitgliedschaft Ver- sicherungsberechtigter erlischt, wenn sie zwei- mal nach einander am Zahltage die Beiträge nicht entrichten und seit dem ersten dieser Tage mindestens vier Wochen verstrichen sind. Versicherung Erwerbsloser. Scheidet ein Versicherter wegen Erwerbslosigkeit aus, der in den vorangegangenen 12 Monaten mindestens 26 Wochen oder unmittel- bar mindestens 6 Wochen versichert war, so verbleibt ihm der An- spruch auf die Regelleistungen der Kasse, wenn der Versicherungs- fall während der Erwerbslosigkeit und binnen drei Wochen nach dem Ausscheiden eintritt. Sterbegeld wird auch nach Ablauf der drei Wochen gewährt, wenn die Krankenhilfe bi» zum Tode geleistet worden ist. Endlich wäre hier die Versicherung Familienait gehöriger anzuführen. Diese hängt nicht von dem Belieben des Versicherten oder der Familienangebörigen ab. Vielmehr gestattet das Gesetz nur, daß eine Krankenkasse durch ihre Satzung Krankenpflege für die versicherungsfreien Familienmitglieder der Versicherten, Wochen- Hilfe für ihre Ehefrauen und Sterbegeld beim Tode des Ehegatten oder eines Kindes eines Versicherten zubilligt. Sie kann für diese Leistungen von Versicherten mit Familienaitgehorigeli besondere Zusatzbeilräge erheben. Wie wird man Mitglied der Kasse? Eine versicherungs Pflichtige Person wird kraft Gesetzes in- folge der Beschäftigung Mitglied. Auch ein zu Unrecht nicht an- gemeldeter Arbeiter hat da§ volle Recht der Krankenkasse gegenüber. Nur bei den unständig Beschäftigten und den Hausgewerbe- treibenden beginnt die Mitgliedschaft ausnahmsweise erst mit der Eintragung in ein von der Kasse geführtes Verzeichnis. Versicherungs- berechtigte erlangen ihr Recht erst durch ihre Beitrittserklärung. Welche Art Kassen gibtS? Es gibt: allgemvine Ortskrankenkassen, Landkrankcnkassen, be- sondere Ortskrankcnkassen. Bclriebskrankcnkassen, JnnungSkrankenkassen. Daneben gibt e» lnappschaftliche Krankenkassen und Ersatzkassen. Die Versicherten sind nämlich in Krankenkassen zusammen- gefaßt, die teils auf örtlicher, teils auf beruflicher Grundlage errichtet sind. Die Versicherung erfolgt in der Regel bei allgemeinen Orts- und Landkrankenkassen. Die Ortskrankcnkassen sind hauptsächlich für gewerblich Beschäftigte, die L a n d k r a n k e n k a s s e n für land- und forstwirtschaftlich Be- schäftigte, Dienstboten, Wandergewerbetreibende und die hauSgewerb- lichen Versicherungspflichtigen bestimmt. B e s oll d e r e Ortskrankeilkassen sind die für einzelne oder mehrere ErwerbSzweige oder Berufsarten oder Versicherle eines Ge- schlechts bereits vor dem 1. Januar 1914 errichtete, fortbestehende Kassen. B e t r i e b S k r a n k e n k a s s e ii sind solche, die die in einem oder mehreren Betrieben eines Arbeitgeber» beschäftigten Personen um- fassen. Ihre Errichtung erfolgt nach freiem Belieben der Arbeit- geber, nur für vorübergehende größere Baubetriebe kann die Er- richtung von Betriebskranlenkajstn erzwungen werden, solche Betriebskrankenkassen sind für landwirtschaftliche und Binnen- «chiffahrtSbetriebe bereit» bei 60, sonst bei mindestens 150 versicherungspflichtigen Personen zulässig. Noch zwergartigere Gebilde können JnnungS kranken- lassen sein. Sie können von Innungen für die in den Betrieben ihrer Mitglieder beschäftigten Personen errichtet werden. Für Bergwerksbetriebe sind knappschaftliche Kranken- lassen errichtet. Ihre Verhältnisse sind iin wesentlichen landesgesetzlich geregelt. Die Zugehörigkeit zu Bersicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit befreit in der Regel nicht mehr von der Zugehörigkeit zur reichSgesetzlichen Versicherung. Es können jedoch die früheren eingeschriebenen Hilsskassen als E r s a tz k a i s e n zugelassen werden. I» der Regel darf das nur erfolgen, wenn sie dauernd mehr als 1000 Mitglieder zählen. Aber auch dann sind diese Kassen keine Ersatzkassen für die in der Landwirtschaft Be- schäftiglen(mit Ausnahme der Gärtner und der vorübergehend in der Landwirtschaft beschäftigten gewerblichen Arbeiter). Das Mit- glied einer Eriatzkasse bleibt jedoch formell Mitglied der Pflicht- lrankenkaffe: es ruhen jedoch auf seinen Antrag seine Rechte und Pflichten, insbesondere seine Beitragspflichlen(W 519, 520). Der Arbeitgeber hat jedoch seinen eigenen Beitragsanteil an die Pflicht- krankenkasfe abzuführen. Diese hat unter besmnmten Voraussetzungen (§ 513) dieser Beiträge an die Ersatzkasse abzuführen. Wie werde« die Mittel für die Staffen aufgebracht? Eintrittsgelder fallen vom 1. Januar ab fort. Die Mittel für die Krankenversicherung werden durch Beiträge aufgebracht, welche die Arbeitgeber zu Iii, die Verfichcrungs- pslichtigen zu%, die freiwillig Versicherten a I l e l n tragen. Die Beiträge werden in der Regel nach dem Grundlohn al'gestuft; die Satzung kann sie aber auck nach Erwerbszweigen und Betriebsarten bemessen und für einzelne Betriebe mit erheb- lich gesteigerter Erkrankungsgefahr eine Erhöhung des Arbeitgeber- anteils zulasse». Eine Abstufung der Beiträge für die einzelnen Mitglieder nach ihrem Gesundheitszustande, Geschlecht oder Alter ist unzulässig. Die Beiträge find so zu berechnen, daß sie die zulässigen Aus- gaben der Kasse decken. 45- Proz. des Grundlohns dürfen sie nur dann übersteigen, wenn es zur Deckung der Regelleistungen er- forderlich ist, oder wenn es die Arbeitgeber und die Versicherten ini Ausschuß übereinstimmend beschließen. Eine Erhöhung über 6 Proz. ist nur bei Ortskrankenkassen und auch bei ihnen nur auf übereinstimmenden Beschlutz der Arbeitgeber und Versicherten im Ausschuß zulässig. Kommt ein solcher Beschluß nicht zustande, so wird die Kasse mit anderen Ortskrankcnkassen vereinigt. Ist das nicht möglich oder reichen trotz der Vereinigung die Beiträge für die Regelleistungen nicht aus, so hat der Gemeindeverband einzutreten. Reichen bei Land-, Betriebs- oder JnnungSkrankenkassen 6 Proz. nicht aus, so treten bei Landkrankenkassen der Gemeindeverband, bei Betriebskrankenkassen der Arbeitgeber und bei JnnungSkrankcn- kassen die Innung ein. Die Zahlung der Beiträge geschieht in der Weise, daß der Arbeitgeber an bestimmten Zahltageii die gesamten Beiträge einzahlt und den Versicherungspflichtigen ihren Anteil bei der Lohn- -ahlung vom Barlohn abzieht. Unterbliebene Abzüge dürfen nur bei der nächsten Lobnzahlung nachgeholt werden. Zur leichteren Ueberwachung haben die Arbeitgeber ihre Ver- sicherungspslichtigen bei der Kasse an- und abzumelden und dabei zugleich die für die Erhebung der Beiträge erforderlichen Angaben zu machen. Unterlassen sie es, so kann ihnen, abgesehen von Strafe und Nachzablung, die Zahlung des Ein- bis Fünffachen der rückständigen Beiträge auferlegt werden. Die unterlassene An- Meldung hat aber für den Versicherten keinen Nachteil: die Kasse muß ihm die satzungsmäßigen Leistungen gewähren, da er ja nicht durch Anmeldung, fondern durch die Beschäftigung kraft Gesetzes Mitglied der Kasse geworden ist. Streitigkeiten über die Beitrag»leistung entscheiden das VersicherungSamt und Oberversicherungsamt. Besonder» geregelt ist die B e i t r a g s l e i st u n g für u n- ständig Beschäftigte und Hausgewerbetreibende. Bei den unständig Beschäftigten zahlt der Gemeindevcn» band vierteljährlich der.Kasse die gesamten Beitragsteile für die Arbeitgeber und kann sie dann auf die Einwohner des Kassenbezirks umlegen. Bei den Hausgewerbetreibenden leisten die Auftraggeber Zuschüsse, die nach der Höhe des gezahlten Arbeits- entgelts für das ganze Reich einheitlich bemessen werden. Zurzeit betragen sie 2 Proz. des Arbeitsentgelts. Leistungen. Welche Leistungen ein« Kasse ihren Mitgliedern zu gewähren hat. ergibt die Satzung der Kasse. Das Gesetz nennt Regel- leistungen diejenigen Leistungen, die jede Kasse gewähren muß, und Mehr leistungen diejenigen, die sie nach dem Gesetz durch ihre Satzung darüber hinaus festlegen kann. In Betracht kommt Krankenhilfe, Wochenhilfe bei Niederkunft und Sterbegeld. Die R e g e l l e i st u n g e n bei Krankheit(Krankcnhilfe) sind Krankenpflege und Krankengeld. Die Krankenpflege beginnt mit der Erkrankung. Sie I umfaßt ftir alle Versicherten gleichmäßig die erforderliche Behand- Iniig durch die von der Kasse bestimmten staatlich anerkannten I Acrzte und Versorgung mit Arznei, Brillen, Bruchbändern und anderen kleineren Heilmitteln. Die Satzung der Kasse kann auch einen Zuschuß für größere Hcilniitten einführen und noch andere als kleine Heilmittel, hauptsächlich Krankenkost sowie Hilf». mittel gegen Verkrüppelung, z. B. Krücken, zubilligen. Das Krankengeld wird regelmäßig erst vom vierten Krankheitstag an gezahlt. Es wird nur bei Arbeitsunfähigkeit und nur für Arbeitstage gewährt. Die Satzung kann es aber auch für Sonn- und Feiertage zubilligen. Die Satzung kann ferner da? Krankengeld schon am ersten Tage der Arbeitsunfähigkeit an zu- billigen, jedoch nur bei Krankheiten, die länger als eine Woche dauern, zum Tode führen oder durch Betriebsunfall verursacht sind oder bei Zustimmung des Oberversicherungsamts auch bei anderen Krankheiten. Die Höhe des Krankengeldes bemißt sich nach einem Grundlohn, den die Satzung festsetzt. Die Satzung kann zur Be- stimmung des Grundlohns cnüveder die Versicherten in Klassen. einteile» und als Grundlohn für die einzelnen Klaffen ihren durch- schnittlichen Tagesentgelt bis zu 5 M. festsetzen, oder sie kann den Grundlohn nach der Lohnhöhe der Versicherten bis zu 6 M. abstufen, oder schließlich den ivirklichen Arbeitsverdienst der einzelnen Versicherten bis zu 6 M. als Grundlohn bestimmen. Das Kranken- geld hat regelmäßig nur die Höhe des halben Grundlohns; es kann aber durcki die Satzung stis auf dieses Betrags erhöht werden. Für etwaige» weiteren Schaden kann sich der Versicherte durch Privawersicheriing decke». In diesem Falle hat die Kasse jedoch ihre eigene Leistung so weit zu kürzen, daß das gesamte Kranken- geld den Durchschnittsbetrag de» täglichen Arbeitsverdienste» nicht übersteigt,, An Stelle der Krankenpflege und deS Krankengeldes kann die Krankenkasse nach freiem Ermessen Kur und Verpflegung in einem van ihr zu bestimmenden Kranken- hause gewähren. Hat der Kranke einen eigenen Haushalt oder ist er Mitglied des Haushaltes seiner Familie, so ist hierzu regel- mäßig seine Zustimmung erforderlich. Neben der Krankenbaux- pflege erhalten Versicherte, die bisher Angehörige ganz oder über- wiegend unterhalten haben, ew Hausgeld, dos dem halben Krankengelde gleichkommt, aber durch die Satzung bis auf dessen vollen Betrag erhöht werden kann. Ist die Krankenhauspflege nicht durchführbar, so kann die Kasse den Versicherten auch durch Stellung von Krankenpflegern. Krankenschwestern und anderen Pflegern unterstützen und dafür, wenn es die Satzung gestattet, bis zu Vt, des Krankengeldes abziehen. Die Krankenhilfe dauert regelmäßig ein halbes Jahr. Diese Frist beginnt aber erst mit dem Bezüge des Krankengeldes. Außerdem werden Zeiten, in denen nur Krankenpflege gewährt wird, auf die llnterstützungsdauer bis zu 13 Wochen nicht angerechnet. Tic Satzung kann die Dauer der Krankenhilfe bis auf ein Jahr verlängern und außerdem Fürsorge für Genesende. namentlich durch Unterbringung in Genesungsheimen, bis zur Dauer eines Jahres nach Ablauf der Kronkenhilfe gestatten. Eine Herabsetzung der Unterstützungsdauer bis auf 13 Wochen ist nur tür solche Versicherte zulässig, die binnen 12 Monaten bereits für 26 Wochen Krankengeld bezogen haben und im Laufe der nächsten 12 Monate an der gleichen nicht gehobenen sttankheitsursachc er, kranken. Auhcr der Krankenhilfe gewahren die Krankenkassen ihren Weib» lichen Mitgliedern im Falle der Niederkunft Wochen- Hilfe, und zwar als Regelleistung ein Wochengeld. Tie Gewährung dieser Leistung ist davon abhängig gemacht, daß die Wöchnerin in dem letzten Jahre vor der Niederkunft mindestens ö Monate gegen Krankheit versichert lvar. Tas Wochengeld hat die Höhe des Krankengeldes und wird für 8 Wochen lbei Land krankenkassen aber nur für-1 bis 8 Wochen) gewährt, fällt aber bei Bezug von Krankengeld weg. An Stelle des Wochengeldes kann mit Zustimmung der Wöchnerin Kur und Verpflegung in einem Wöchnerinnenheim oder Hilfe und Wartung durch Haus- Pflegerinneu treten. Außerdem kann die Satzung bestimmte freiwillige Leistungen an W o ch c n h i l s e einführen, namentlich ein Tchivangerengeld, ärztliche Behandlung von Schwan- gerschaitsbeschwerden, Hebammendienstc, ärztliche Geburtshilfe und ein Ttillgeld bis zur Höhe des halben Krankengeldes und bis zu 12 Wochen nach der Niederkunft, solange die Wöchnerinnen ihre Neugeborenen stillen. Beim Tode eines Versicherten gewähren alle Krankenkassen ein Sterbegeld, das zur Deckung der Begräbniskosten bestimmt ist. Es hat regelmäßig die Höhe des zwanzigsachcn Grundlohns. Die Satzung kann es bis zum vierzigfachen Grundlohn erhöhen und den Mindestbetrag auf SO M. festsetzen. Organisation der Kassen. Die Krankenkassen werden auf Grund einer Satzung durch Vorstand und Ausschuß verwaltet. Tics« bestehen entsprechend der Verteilung der Beitragslast zu sh aus Vertretern der Arbeit- geber und zu% aus Vertretern der Versicherten. Bei Jnnungs- krankenkassen kann die Satzung ausnahmsweise bestimmen, daß die Arbeitgeber und die Versicherten je die Hälfte der Beiträge zu tragen haben. Alsdann stellt jede Gruppe auch die Hälfte der Aus- schuß- und Vorstandsmitglieder. Die Ausschutzmitglieder werden don den Arbeitgebern und Versickerten selbst, die Vorstandsmit- glieder vom Ausschuß nach den Grundsätzen der Verhältniswahl auf je 4 Jahre gewählt. Sie sind ehrenamtlich tätig. Bei den Landkrankenkassen liegt die Vornahme der WahlcndcrVertretungdesGe mein deverbandes o b. Der Gcmeindeverband ernennt mithin hier die Vorstands- Mitglieder, während bei den Ortskrankcnkasscn die beteiligten voll- jährigen Versicherten und Arbeitgeber ihre Vertreter aus ihrer Mitte wählen. JBei Landkrankeniassen setzt der Gcmcindever- band ferner die Statuten fest. Die Landarbeiter sind also in der Selbstverwaltung noch mehr wie die anderen Arbeiter bc- schränkt. Bei den Betriebskrankenkassen gehört der Arbeitgeber den Organen ohne weiteres mit'A der Stimmen an, trägt aber die Kosten der Kassenberwaltung. Die Rcichsvcrsicherungsordnung hat eine Reihe die Selbstver- waltung der Arbeiter erheblich beschränkender oder ganz aufheben- der Vorschriften getroffen. Wie werden die Ansprüche aus der Berfichernng geltend gemacht'{ Die Leistungen aus der Krankenversicherung werden nur auf Antrag gewährt. Der Versichere meldet sich bei der GeickäflS- stelle seiner Krankenkasse krank oder läßt sich durch eine andere Perion krank melden und erhebt seinen Anspruch aus der Kasse. Er erhält dann nach näherer Maßgabe der Satzungen eincik Krankenschein und die statutarischen Leistungen. Entsteht über die Frage, ob Kranlenunterstützung zu leisten ist oder über die Höhe der Leistungen Streit, so wendet sich der Ver- sicherte gegen einen ablehnenden Bescheid des Kassenvorstandes an da« VersickerungSamt. Der Antrag kann innerhalb der Verjährungsfrist von zwei Jahren gestellt werden. Zuständig ist das VeisicherungSamt, in dessen Bezirk der Versicherte wobnt oder de- schäftigl ist. Minderjährige, die das IS. Lebensjahr vollendet haben, können selbständig den Antrag stellen. Ter Vorsitzende de§ Ver- sicherungSamts kann eine Vorentscheidung treffen. Ergeht eine solche, so bat sowohl die Krankenkasse wie der Versicherte das Recht, innerhalb eines illlonatS nach der Zustellung entweder den Antrag auf mündliche Berhandluiig zu stellen oder Be- rufunz einzulegen. Erfolgt mündliche Verhandlung vor dem Versicherungsamt. so wird die Entscheidung allein von dem Vorsitzenden des Versicherungs- aiittS gefällt, wenn es sich um rechnerische Feststellung der Dauer und Höhe der Krankenhilfe oder um Geivährung der Krankenhauspflege oder um Sterbegeld oder um Leistungeu im Gcsamiwerte von weniger als 80 M. handelt. In allen anderen Fällen entscheidet der Spruchausschuß des Versicherungsamts. Dieser besteht aus dem Vorsitzenden und je einem Arbeitgeber und Versicherte». Durch den Termin erwachsene bare Auslagen und Zeitverlust könneu auf Antrag erstattet werden. Tie mündliche Vmhandlung vor dem Versicherungsamt endet mit einem Urteil. Gegen dieses Urteil ist innerhalb eines Monats nach Zustellung Berufung einzulegen. Die Ein- legung erfolgt beim Versicherungsamt, kann aber auch zu Protokoll j e d e r inländischen Behörde szum Beispiel Polizei) oder beim Kasienvorstond erfolgen. Das VersichernilgSamt sendet innerhalb längstens zwei Wochen die Akten an das OberversicherungS- a m t zur Entscheidung über die Berufung. Der Vorsitzende deS Oberversicherungeamts kann eine Vorentscheidung treffen. Dagegen kann binnen einer im Bescheid zu stellenden Frist Antrag auf mündliche Verhandlung gestellt werden. Dann entscheidet die Spruchkammer des Oberversicherungsamts. Diese besteht aus dem Vorsitzenden und je 2 Vertretern der Versicherten imd der Arbeitgeber. Das Urteil deS Oberver sicherungSamts ist endgültig. wenn es sich handelt: um die Hohe deS Krankenhaus- oder Sterbegeldes oder um Unterstlltzuiigssälle, in denen der Kranke nicht oder weniger als acht Wocken arbcltsunfähig war, oder um Wochen- hilie, oder um Familienhilse, oder um Abfindung, oder um die Kosten des Verfahrens. I» den übrigen Fällen ist Revision an das Reichsversichernngsamt zulässig, jedoch kann sie nur darauf gestützt werden, daß das angefochtene Urteil aus der Nicht- anwendung oder aus der unrichtigen Anwendung des Gesetzes oder auf einem Verstoße wider den klaren Inhalt der Akten beruht, oder daß das Verfahren an wesentlichen Mängeln leidet. Eine Beweis- aufnahine über die Art und W>rkung der Krankheit ist also in der Regel ausgeschloffen. Die Revision ist innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils bei dem Reichsversichernngsamt einzulegen. Die Frist gilt aber auch dann als gewahrt, wen» die Einlegung innerhalb der Frist bei irgend einer inländischen Behörde oder bei der Kasse eingegangen ist. Ueber die Revision entscheidet ein Spruchsenat des ReichsversichcrungsamleS. Ausnahmen für einige BerufSzweige. Für einige Bersichertenkreise sind besondere, ungünstiger« Vor- schristcn getroffen. Sie beziehen sich insbesondere auf die länd- lichen Arbeiter und die Dien st boten. Die wesent« lichsten Sondervorschriften sind folgende: 1. Lü nd l i ch e Ar b ei t e r. Tie Satzung einer Landkrankenkasse kann mit Zustimmung des Oberversicherungsamtes bestimme», daß die Versicherten keine Barlei st ungen sabgesehen vom Sterbegeld) erhalten, wenn sie auf Grund der Reichsversicherung eine dauernde jährliche Rente im mindestens drcihundcrlsachen Betrage des satznngs- mäßigen täglichen Krankengeldes beziehen. Ferner kann das Ober- versicherungsamt zulassen, daß durch Statut das Krankengeld oder Hausgeld für die Zeit vom I.Oktober bis zu»! S I.März herabgesetzt wird. ES ist danach möglich, durch Statut den ländlichen Arbeiter gerade für die Zeil, wo er am dringendsten der Hilfe bedarf, mit 28 Proz. des Ortslobns als Kranken- geld abzuspeisen. Durch Satzung der Landkrankcnkasse kann ferner die K r a n k e n h a u s p f l e g e als R e g e l l e i st u n g auf alle mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Krankheitsfälle ausgedehnt und an Stelle der Krankenpflege und des Krankengeldes gewährt werden. Die Satzung kann das Sterbegeld auf einen Höchslbetrag von dreißig Mark festsetzen. Der arbeitsunfähig Erkrankte braucht nicht in eine Heilanstalt gebracht zu werden, wenn die Heilung nach ärztlichem Gutachten hierdurch nicht gefördert würde. Beachtet man ferner, daß die Satzung vom Gemeinde- verband, nicht von den Bersichertc» diese brauchen nur an- gehört zu werden— festgelegt wird und daß der Gemeindeverband den Vorstand erncnnt, so liegt die Benachteiligung der ländlichen Arbeiter auch aus diesem Gebiete klar zutage. 2. Dienstboten. Auf Antrag des Dienstberechligten oder des Versicherten ist von der Unterbringung in einer Heilanstalt abzu- sehen, wenn sie nach ärztlichem Gutachten nicht notwendig ist. Die Dienstherrschaft kann das Krankengeld aus den Lohn anrechnen, den sie dem Dienstboten während der Krankheit zu zahlen hätte. Auf Antrag der Herrschaft oder des Dienstboten ist Krankenhauspflege zu gewähren, wenn die Krankheit ansteckend ist oder wenn der Er- tränkte in der häuslichen Genieinschaft nicht oder nur unter erbeb- sicher Belästigung der Dienstherrschaft behandelt oder verpflegt werden kann. Bei Streit zwischen der Dienstherrschaft und der Kasse über diese Art der Verpflichtung entscheidet das BeriicherungS- amt endgültig. Dienstboten, die auch gewerbliche Arbeit ver- richien, zum Beispiel in einer Gastwirtschaft, das Gastzimmer reinige», Speisen ab- und zutragen, sind wie gewerbliche Arbeiter zu versichern. 3. U n st ä n d i g Beschäftigte. Eine Beschäftiguilg, die auf weniger als eine Woche entweder nach.der Natur der Sacke oder im voraus durch den Arbeitsvertrag beschränkt ist, wird un- ständige Beschäftigung genannt. Die unständig Beschäfligten werden bei der Allgemeinen Ortsirankcnkaffe oder, wenn sie übertmegend landwirtschaftlich beschäftigt sind. bei der Landkrankenkasie ihres Wohnorts versichert. Der Versicherungspflichtige soll sich selbst zur Eiutragung i» das Mitgliederverzeichnis, das die Kasse zu sühren hat, anmelden. Indes soll, sobald die Kasse Kenntnis erhält, daß ein unständig Beschäftigter in ihrem Bezirk keiner Krankenkasse angehört, sie ihn ohne weiteren Antrag in das Verzeichnis eintragen. Die Mitgliedschaft bei der Kaffe beginnt mit der Eintragung in das Verzeichnis. Die Versicherung bleibt auch während der Zeit bestehen, in der der Versicherte vorübergehend nicht gegen Entgelt beschäftigt wird. Der Versicherte wird aus seine Abmeldung im Verzeichnis gelöscht, wenn er einer anderen Kasse beitritt. Die unständig Beschäfligten habe» ihren BeitragSteil selbst einzuzahlen. Die Satzung kann bestimmen, daß für unständig Beschäftigte der Anspruch aus Kasienleistungen erst nach einer Wartezeit von sechs Wochen in Kraft tritt. 4. Wandergewerbe. Der Arbeitgeber, der eine? Wander- gewerbeicheineS bedarf, hat die in seinem Wanderbetrieb Be- ickäftigten ihrer Zahl nach bei der Landlrankenlaffe des Ortes anzumelden, bei dessen Polizei der Wandergewerbeschein nachgesucht worden ist. Bei der Anmeldung find die Beiträge im voraus iür die Zeit bis zum Ablaut de« Wandergewerbescheins zu entrichten, wenn der Kasi'euvorstand nicht mit der Beitragsleistung für eine kürzere Zeit einverstanden ist. Der Arbeitgeber kann bei Lohnzahlung den Versicherten für Zeiten, die höchstens einen Monat zurückliegen� zwei Drittel der von ihm für diese Zeit gezahlten Bei- träge vom Lohn abziehen. Für Streitigkeiten über Abzüge ist das Versicherungsamt des Aufenthaltsorts zuständig. Die Versicherten erhalle», falls die Satzung nicht ausnahmsweise darüber hinausgeht, nur die Regelleisiung. 8. Hausgewerbe. Hausgewerbetreibende werden ohne Rück sichi aus den BetriebSsitz ihrer Auftraggeber bei der Landkrankenkasie »ersichert, in deren Bezirk sie iht« eigene Betriebsstätte haben. Be- steht dort keine Landkrankenkasie, so fallen sie der Orwkrankenlasie zu. Bei der gleichen Kasie werden ihre hauSgewcrb sich Beschäftigten versickert. Die hausgewerblichen Bersicke rungSpflichtigcn werden regelmäßig in ein Mitgliederverzeichnis eingetragen und insofern ebenio behandelt, wie unständig Beschäftigte, auch in bezug auf die Mitgliedichafr. Die Mittels für die Kranken- Versicherung werden teils durch Zuschüsse der Personeil aufgebracht, in deren Auftrag und für deren Rechnung hausgewerblich ge arbeitet wird sAuftraggeberzuschüsse), teils von den Hausgewerbetreibenden selbst und ihren hausgewerblich Beschäftigten. Als Krankenhilfe wird neben der Krankenpflege ein besonders berechnetes Krankengeld gewährt. Seine Höhe richtet sich nach dem Betrage der den Versicherten gut- geschriebenen Zuschüsse der Auftraggeber. Auch bei den HauS- gewerbetreibenden kann, wie bei der Landwirtschaft, erweiterte Krankenpflege eingeführt werden iind wie bei der unständigen Beschäftigung eine Wartezeit von höchstens sechs Wochen eingeführt werden. Der Gemeindeverband kann durch Statut die baiisgewerblich VersicheruiigSpflichtigen von der BeitrogSpfl cht be freien und selbst die Kosten übernehmen, sofern die Zuschüsie der Auftraggeber zur Deckung nicht ausreichen. �um Eionfllfu Zwilchen Herzten und Kranhenlsaiien. Für den Fall, daß ein Ausgleich zwischen Aerzten und Kranken tassen vor dem 1. Januar 1S14 nicht erreicht wird, haben unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Innern die Vertreter der Bundes. regicrungcn darüber beraten, ob und wie der§ 370 der Reichsver- sicherungSordnung Anwendung finden soll. Dieser Paragraph be- sagt, daß das Oberversicheruiigsamt(Beschlußkammer) die Kranken. kassen widerruflich ermächtigen kann, statt der Krankenpflege oder sonst erforderlicher Behandlung eine bare Leistung bis zu zwei Drittel des Durchschnittsbetragcs ihres gesetz- lichen Krankengeldes zu gewähren, wenn die Kassen keinen Vertrag zu angemessenen Bedingungen mit einer ausreichenden Zahl von Aerzten abschließen können. Tie„Nordd. Allg. Ztg." veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom Sonnabend folgende Grundsätze, unter welch«» der§ 370 der ReichsversicherungSordnung Anwendung finden kann: „1. Voraussetzung für den Ersatz der Naturalleistungen der Kasse an Krankenftirsorge durch ein erhöhtes Krankengeld ist eine ernstliche Gefährdung der ärzilichen Versorgung dadurch, daß die Kasse keinen Vertrag zu angemessenen Bedingungen mit einer aus- reichenden Zahl von Aerzten schließen kann. Daher kann der Kasse die Ermächtigung aus Z 370 nur erteilt werden, wenn die Gefähr- dung der ärztlichen Versorgung im Verhalten der Aerzte ihren Grund hat. Liegt der Grund in dem Verhalten de: Kasse, so ist die Ermächtigung zu versagen. Dabei ist grundsätzlich daran festzu- halten, daß§ 370 nicht dazu bestimmt ist, in den Streit zwischen Aerzten und Kassen über das Arztsystem zugunsten der einen oder der anderen Partei einzugreisen, sondern die ärztliche Versorgung der Kassenmitgliedcr für die Dauer eines vertragslosen Zustandes sicherzustellen. 2. Das Oberversicherungsamt darf nicht von amtswegcn, son- der» nur auf Antrag der Kasse eingreifen. Bei Regelung der Angelegenheit wird nach den bisherigen Er- fahrungen eine Vermittelung der Versichcrungsämtcr in manchen Fällen zweckmäßig sein. 3. Tie auf Grund der Ermächtigung gewährte Barleistung bietet den Ersatz für die Krankenpflege, die nach§ 182 Nr. 1 der ReichsversicherungSordnung ärztliche Behandlung und Versorgung mit Arznei sowie Brillen. Bruchbändern und kleineren Heilmitteln umfaßt, und für die sonst erforderliche ärztliche Behandlung(ärzt- liche Geburtshilfe, ärztliche Schwangercnhilfe, ärztliche Hilfe an die Familienangehörigen, soweit sie satzungSgcmäß zu gewähren sind). Den Krankenkassen bleibt im Bedarfssalle zur Herstellung des Gleichgewichts zwischen Einnahmen und Ausgaben der Weg offen, durch ihre Satzungen etwaige Mehrleistungen, insbesondere die Familienhilfe, abzuschaffen oder einzuschränken oder die Beiträge zu erhöhen.. 4. Die Höhe der Barleistung geht bis zu zwei Dritteln des Turchschnittöbetrages des gesetzlichen Krankengeldes der Kasse. Das gesetzliche Krankengeld beträgt die Hälfte des Grundlohnes 482 Nr. 2 der ReichsversichcrnngSordnung). Der Durchschnitlsbetrag ist in der Weise zu ermitteln, daß die Zahlen der in jeder Lohnftufc oder Klasse vorhandenen Versicherten mit den Grundlöhnen vervielfältigt, diese Summen zusammcnge- zählt und durch die Gesamtzahl der Versicherten geteilt werden. Ist als Grundlohn der wirkliche Arbeitsverdienst festgesetzt, so sind die Grundlöhne aller Versicherten zusammenzuzählen und ihre Summe ist durch die Anzahl der Versicherten zu teilen. Es ist jedoch auch eine summarische Berechnung des durch- schnittlichen Grundlohnes etwa in folgender Weise zulässig: Hat eine Kasse vier Klassen Versicherter mit 1,80 M., 2,50 M., 3,50 M. und 4,50 M. Grundlohn, so würde der Durchschnitt des Grund- lohneS 12: 4= 8 M. betragen. Tas gesetzliche Krankengeld würde hiernach 1,50 M. und der Höchstbetrag der Barleistung nach§ 370 der Reichsversicherungsordnung 1 M. für den Arbeitstag betragen. Grundsätzlich soll die Barleistung den tatsächlich von den Ver- sicherten für Heilbehandlung»nd Heilmittel gezahlten oder zu zahlenden Betrag nicht übersteigen. Es bleibt den Kassen überlassen, wie sie sich die Ueberzeugung davon verschassen, welchen Betrag der Versicherte tatsächlich aufge- wendet hat. 5. Das Oberversicherungsamt kann die Ermächtigung auch auf Teile des Bezirks einer Kasse beschränken, falls die Kasse für die übrigen Teile ihres Bezirkes mit den Aerzten einig geworden ist. 6. Der Kasse bleibt überlassen, wie weit sie Krankenpflege usw. in natura gewähren will. Ein Rechtsanspruch auf die Barleistung besteht nur, soweit die Kasse keine Krankenpflege usw. gewährt. 7. Soweit die 5iasse nicht durch eigene Aerzte oder Einrichtung einer Art Poliklinik die erforderlichen Bescheinigungen erhält, können Bescheinigungen von Kasseniontrolleuren, Gemeinde- und Gutsvorstchern, Arbeitgebern, Hebammen, Schwestern oder anderen Personen von hinreichender Zuverlässigkeit und Sachkunde, endlich Augenschein des Kassenvorstandes in Frage kommen. Schließlich bleibt bei Streit Vernehmung des Arztes als Zeuge oder Sachvcr- ständigen vor Versicherungsamt oder Gericht." Vergeblich hat sich das sächsische Ministerium des Innern be- müht, eine Einigung zwischen den Krankenkassen und den Aerzten herbeizuführen. Nach den vorliegenden Meldungen ist nur in einigen Punkten eine Verständigung erzielt worden. Irgendwelche Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Man einigte sich schließlich dahin, das ReichSamt des Innern anzurufen, wenn von beiden Seiten weitere Verhandlungen gewünscht werden sollten, da die Aerzte nur zentral verhandeln wollen. Der von den Aerzten den Kassen aufgedrängte Streit bedroht die ärztliche Versorgung der Micglieder aufs ärgste. Nachdem die SlondeSorganisationen der Aerzte in dem Kampfe gegen die Kassen Stellung genommen haben, ist ein Noigesctz dringend er- forderlich, da? den Behandlungszwang einführt und die ärztlichen Kosten auf Reichsmittel übernimmt. Es ist ein Unding, eine Ver- sicherungs pflicht zweck« ärztlicher Behandlung rinzufiihren, aber die Mittel zur Durchführung der Pflicht zu versage». . 1* , l : 1'- ag. »►Ö-6- 5�2*=" uii*;§ in 31"H, ft"£; 3£ J® 2urOckgllbJ°*er Täglich unentbehrlich und außergewöhnlieh preiswert für jeden Leserl"■ Der zuverlässigste und praktischste Hsilisapzt und Ratgeber in allen Krankheitsfällen ist Dr. Bocks Buch vom gesunden und kranken Menschen. Unter Mitwirkung einer Reihe hervorragender Professoren und Spezialärzte wie Prof Dr. FciU Hlr.chfeld, Berlin, Dr. e. Honig mann, Wiesbaden, K, K. Universitäfcsprofessor» n. 4. Kl seil, M.irienöad und Prag, Frau Or. Grete Schiller Helblng, Berlin, Prof. Dr. Albert Alba, Berlin. K. K. Hof rat Pro:,»r. W. Wlntarnitii. Wien u. a vollständig neu bearbeitet von Dr. P. v. Haar, Oberstabsarzt a. D. und Dr. I-. Katz. Berlin. Mit 295 tgochinteressanten Original-Abbildungen. Dleec« berühmte populäre Buch macht es sich zur Aufgabe, dem gesunden Menschen Inder Hennchnng u. Krüftignng —"•*--- In gleicher Ausführlichkeit bebandelt es Ursachen. Kntatehnng und des menschlichen Körpers zur Erlangung der Genesung. In jedes Haus, seiner Gesundheit ein'zuverlftsKigep Wegweiser zu sein. In Hellung aller erdenklichen Krankheiten und Gebrechen——...----------.---_ ob arm oder reich, geh Vit als erprobter und bekannter Famihenfreund Dr. Bocks Buch vom gesunden una kranken Menschen. Freis nur 3 Mark für das ganze Werk. Der Bestellöohein ist einzuseudon an Willibald Wende's Verlan:, Berlin W-, Lützowstr. 31.