Ar. 813. fl benncmentS'Bcdingu«gen: SBonncment»• Preis xranumeranda: Pierteljährl. Z.Zll Mk., monatl. 1,10 Mk., wöchenUich 28 Psg. frei ins HauS. Einzelne Nummer ö Psg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Well" 10 Psg. Post. Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zcitungs- Preisliste. Unter Kreuzband süc Teutschland und Oesterreich> Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonnemems nehmen hin Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. «nlcheilit täglich. Verlinev VolkSblertk. Di« TnferfionS'Gebüfjr Bcfrägl für die scchSgcsSaltenc Kolonel- zcile oder deren Raum 00 Psg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versnmmiungs-Anzcigen Lll Pfg. „kleine Anreizen", das fellgcdrucktc Wort 20 Pfg. lzulässig 2 scltgcdrulktc Worte), iedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellcnan. zeigen das erste Wort Iv Psg., jedes weitere Worts Psg. Worte über ISBuch- ftaben.zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ii» bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „Soziaidcmolirat Rcrli#-. Zcntralorgan cier rozialdcmokratirchcn Partei Deutfcblands. Redaktion: 8W. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz- Nr. 1983. Freitag, den£8. November 1918. Expedition: SÖQ. 68, Lindenstrasac 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1981. Th Ifdliiarden lilitärausgaben. Als wir vor einigen Tagen schätzungsweise die gesamten militärischen Ausgaben des Reiches für das Jahr 1914 auf 2 189 VLOlslX) Mark veranschlagten- bemerkten wir- daß wir eher zu niedrig als zu hoch geschätzt haben dürften. Daß wir in der Tat zu niedrig geschätzt haben, ergibt die nach- stehende genaue Berechnung, die wir auf Grund der inzwischen dem Reichstag zugegangenen Spezialetats aufgemacht haben. Ergibt sich danach doch, und zwar nach Abzug aller mili- taristischen Einnahmen, eine Rüstungsausgabc für das Jahr 1914 von annähernd 21/4 Milliarden Mark. Eine geradezu ungeheuerliche Summe, die zeigt, wie rettungslos das Deutsche Reich dem Rüstungswahnsinn verfallen ist! Unter den Einnahmen des Militarismus spielen die Ner- zinsungs- und Tilgungsraten der chinesischen Ltriegsentschädigung sowie der Erlös aus verlausten FestungSgrundstücken und Uebungsplätzcn(Tempclhofer Feld) die Hauptrolle. Unter den Einnahmen haben wir natürlich die 393 Millionen aus dem Wehrbeitrag nicht mitgerechnet. Handelt es sich hier doch um keine Einnahmen aus eigentlichen Vermögcnsobjekten des Militarismus, sondern nur um eine einmalige Steuer. Ebensowenig konnten die im Etat des Reichsschatzamtes auf- geführten Schuldentilgungen unter die Einnahmen gestellt werden, weil ja diese Tilgungen nach Absatz 2 des§ 2 des Etatsgesctzes nur dann erfolgen können, wenn die Anleihe um den gleichen Betrag erhöht wird. Auch hier handelt es sich also keineswegs um Ivirkliche Einnahmen des Mi- litarisnius. Zu den Ausgaben sei bemerkt, daß wir von der Schuldenverzinsung nur den Betrag von laO Millionen als militärische Ausgabe in Anschlag gebracht haben. Bon den 15 000 000 für den Kaiser-Wilhelm-Kanal haben wir in den Ausgaben nur 10000000 in Ansatz gebracht, weil der Kanal auch der Privatschiffahrt dient. Ebenso haben wir von dem Kaiserlichen Gnadenfonds in Höhe von 3 Millionen nur t'/, Millionen für die militärischen Ausgaben in Anspruch genommen, sicher eher zu wenig als zu viel. Einnahmen und Ausgaben setzen sich folgendermaßen zusammen: Einnahmen: Eiseilbahnvcrwaltuug ' OrdenNicher Elal Erlös aus Mililärfohrkarten.......... 840 000 Verwaltung des Reichshccrcs Lrdenlli»er Elal Einnahmen tiir die Gemeinschaft ohne Bayern... 14 253 131 .„. Gesamtgemeinschast...... 6 260 766 Reichsmilitärgericht............. 394 Marineverwaltung Außerordentlicher Etat........ 1 094 367 AuS dem Erlös von FestungSgrundstücken..... 3 873 522 Rcichskolonialamt Verschiedene Einnahmen............ 1 465 299 Etats der Rrichsschuld Ordentlicher Erat Verzinsnng der chinesischen Kriegsentschädigung... 10 504 662 Zinsen des RcichsdarlchnS aus Togo....... 246 501 „„*„ Südwestafrika.... 1 404 410 Autzerordentlichcr Etat Kriegsentschädigung an China usw........ 1 747 919 Rückerstattung auf Vorschüsse.......... 500 000 Allgemeiner PensionSfonds........ 10 776 Allgemeine Finanzverwaltung....... 1692 658 Aus dem Hinterbliebenenversicherungsfonds.... 2 591 500 Gesamtsumme aller Einnahmen 45 04s sos Ausgaben: Auswärtiges Amt Für militärische Auslandsbevollmächtigte...... 213 460 Geheime Ausgaben............. 1000 000 Rcichsamt des Innern Unterstützung der Familien d. z, Friedenübung, Eingezog. 6 046 000 -..„. 480 000 Kaiser-Wilhelms-Kanal............ 10 000 000 Verwaltung des Reichshccrcs 871 805789 ReichSmilnärgericht............. 538 711 Verwaltung der Marine......... 220 902 043 Zentralverwaltung für Kiautschou........ 160 574 Reichsschatzamt Kaiserlicher Gnadenfonds........... 1 500 000 Pensionszuschüsse............... 64 000 Unterstützungen für Invaliden......... 1 500 000 Beihilscn an unterstützungsbedürftige Kriegsteilnehmer 39 000 000 Zuschuß zu den K-lonirn......... 30000 000 Reichsschuld.............. 150 000 000 Ausgaben des Allgemeinen Pcnsionsfvnds..... 97 317 248 für das Reichsmilitürgerich:...... 129 655 .. die Reichsmanne......... 12 125 290 -.. Echutzirupve........ 30 982 Au» der Expedition nach Ostasien für das Heer... 2 397 900 •.,» die Marine.. 1 817 800 vnjetne Kreuz-Ehrenzulagen•••.-..... 13 528 Für ehemalige französische Militärpersonen..... 343 000 .............. 336 456 wtUllarsiche VeriorgungSgebührnifle....... 25 978 400 Allgemeine Finanzverwaltung Quote an Bayern.............. 120203207 Rayonentschädigungsrenten.......... 1 374 877 Einmalige Ausgaben: Quote an Bayern.............. 32 418 720 Rayonentschädigungen............ 3 122 520 Eisenbahnbauten im Interesse der Landesverteidigung. �250 qoo Militärctat Einmalige Ausgaben für das ReichSheer...... 344 823 048 „ die Marine....... 237 479 550 Allgemeine Finanzverwaltung Zuschuß zu den einmaligen MarineauSgaben... 29 4lO 000 Gcsammtsumme der Ausgaben....... 2248 498 678 Davon ab Einnahmen......... 45 645 905 Höhe der militärische» Ausgaben...... 2 202 852 773 st1/« Milliarden kostet uns also im Jahre 1914 unser Land-, Wasser-, Kolonial- und Luftmilitarismus, 2202,8 Mill. Mark! Welche Unsummen sozialer und kultureller Leistungen könnten für diese ungeheuerlichen Beträge vollbracht werden. Da diese fabelhaften Summen aber für den knlturwidrigcn Militarismus verausgabt lvcrden, bleibt natürlich für Aus- gaben im Interesse der sozialen Wohlfahrt und des Kultur- fortschrittes nichts übrig. Nicht einmal lumpige paar Dutzend Millionen hat nach Ansicht unserer herrschenden Klassen das glorreiche Deutsche Reich übrig, um durch eine Reichs- arbeitslosenversichcrung auch nur das allergröbste Elend zu mildern, das unsere kapitalistische Wirtschafts- anarchic über die Acrmsten der Armen gebracht hat! Soll doch nach der unwidersprochen gebliebenen Meldung einer halboffiziösen Korrespondenz auch die Reichsregierung den Standpunkt vertreten, daß„zurzeit" die soziale Fürsorge ihren „Höhepunkt" erreicht habe, der nicht überschritten werden dürfe. Für die Rnstungsstcigcrung hat man durch eine einzige neue Wehrvorlagc vor wenigen Monaten ohne die geringsten Bedenken 1300 Millionen bewilligt; aber für eine Arbeits- losenversicherung auch nur den fünfzigsten Teil dieser Summe aufzuwenden, gilt unseren kapitalistischen Gesetzgebern als ganz unmögliches Zugeständnis an die grenzenlose Begehrlichkeit der Arbeiterklasse, deren„Kompottschüssel" nun für absehbare Zeit gefüllt sein soll! Dabei muß noch berücksichtigt werden, daß die wirklichen Aufwendungen des deutschen Volkes für den Militarismus noch viel höher sind, als sie selbst die Summe von 2'/« Milliarden darstellt. Rechnet man nun noch den Verlust an Arbeitsverdienst für die mehr als 800 000 Mann Soldaten mit 1000 M. pro Kopf hinzu, so kommt man schon ans weit über 3 Milliarden Jahresausgabc für unseren herrlichen Militarismus. Was tut's? Leiden auch die Kulturaufgabcn, so blüht doch der Weizen der Rüstungstäpitalisten um so üppiger. Konnte doch allein die Firma Krupp 43 Millionen Jahres- gewinn buchen und 14 Proz. Dividende an die Aktionäre der Kanonenfirma, das heißt die Familie Krupp, verteilen! Der Finanzhonflikt. Paris, 25. November.(Eig. Ber.) In seinem Leitartikel im„Vorwärts" vom 1. Mai dieses Jahres schrieb I a u r ä s, daß den Genossen im französischen Parlament nach dem Kampf gegen die Verlängerung der Dienstzeit eine zweite große Schlacht bevorstehe: die um die finanzielle Deckung der neuen Ausgaben. Die Regierung werde gezwungen sein, eine Anleihe von über einer Milliarde und 400 Millionen neuer Steuern zu bc- antragen. Die Sozialisten würden sich bemühen, in dieser Finanz- krise die vollständige Umgestaltung des ganzen Steuersystems zu erringen. Die Krise ist nun da, in größeren Dimensjpnen, als man er- wartet hatte. Und die Regierung, statt eine Lösung vorzuschlagen, die wenigstens durch eine stärkere Inanspruchnahme der besitzenden Klassen der Staatswirtschaft dauernd Lust schaffen würde, kommt mit Projekten, die auf eine eines Bankerottcurs würdige Schiebung hinauslaufen und auch bei den Bürgerlich-Radikalen wie bei den nicht mit der Großfinanz versippten Konservativen entschiedenen Widerstand hervorgerufen haben. So scheint aus der finanziellen Krise eine politische zu erwachsen. Das Abenteuer der Herren B a r t h 0 u und D u m 0 n t spielt sich auf zwei Feldern ab: auf dem des Budgets und dem der Anleihe. Und die Minister wollen um jeden Preis verhindern, daß der Zaun, den sie zwischen beiden aufgerichtet haben, nieder- gerissen werde. Ihre rechte Hand weiß sehr gut, was die linke tut, aber das Publikum soll nicht wissen, daß die beiden Hände einander bei Taschenspielcrstücken beistehen. Als die Sozialisten während des großen patriotischen Rummels im Sommer die Frage auswarfen, ob die besitzenden Klassen wenig- stens die Kosten des dritten Dienstjahrcs aus sich nehmen würden, wie die des Deutschen Reichs die Kosten der Hceresvermehrung, erklärte Barthou feierlich, daß die Regierung sie entsprechend dem j größeren Interesse an der Landesverteidigung, das ihnen ihre Situation gebe, in Anspruch nehmen würde. Das sah wie das. Versprechen einer progressiven Besitz st euer aus— denn die Einkommen st euer, die noch immer im Schoß des Senats daS Tageslicht erwartet, soll nur die bisherigen direkten Steuern ersetzen. Das angekündigte patriotische Opfer aber nahm die Form einer Anleihe an, die der Staat bei den Massen der � kleinen Sparer in Stadt und Land aufnehmen will. Eine Rente von 1300 Millionen soll aufgelegt werden, die Kleinbürger und Bauern werden ihre Sparbüchsen und Sparstrümpfc öffnen, die Großbanken und die Börsenwelt bei der Emission schön verdienen und der Staat seine Kassen füllen. Und das Opfer der Besitzenden? Nun— sie sollen die Zinse n und die Amortisationsquoicn der in 30 Jahren rückzahlbaren Anleihe aufbringen. Die Regierung schlägt eine Erbschaftssteuer vor, die 70 Millionen jährlich ein- bringen soll. Der Gedanke ist großartig. Was haben die Pro- letarier noch zu maulen? Die Deckungsfrage geht sie jetzt nichts mehr an. Tic Besitzenden machen das ganze Geschäft in sich. Heine sagt:„Wahre Dichter aus Genieland zahlen bar, was sie vcr- zehrt." Die Barthou und Dumont betveisen ihre Genialität um- gekehrt dadurch, daß sie das, was sie verzehren, gratis aus der Luft holen. Es ist ein modernes„Tischlein, deck dich". Aber das Tischlein hat noch einige Geheimfächer. In dem einen könnte die Erbschaftssteuer verschwinden. Tic Regierung verbürgt nämlich gar nicht, daß diese Steuer wirklich zur Verzinsung und Amortisation verwendet werden würde. Einerseits wäre es möglich, daß der Staat die 70 Millionen zn anderen Zwecken braucht, andererseits, daß sich die kapitalistischen Parlamentarier, sobald sie erst einmal die Anleihe unter Dach haben, die ganze Geschichte mit dem patriotischen Opfer— auch in der Miniatur- ausgäbe— überlegen. Die Verbindung von Anleihe und Erb- schaftsstcucr im Gesetz festzulegen, lehnt die Regierung entrüstet ab. Frankreich ist doch nicht die Türkei, daß es das Vertrauen zu seinem Kredit durch Steuerpfänder sichern sollte! Die ganze Börscnprcsse wiederholt dieses Schwindelargumcnt im Chor. Als ob es sich darum handelte, den Gläubigern eine Sicherheit zu bieten und nicht der schuldenden Ration— darüber, daß die Zinsen nicht aus den Taschen der Aermsten genommen werden. Aber die Regierung hat aus der Loslösuug der parlamentarischen Erledigung der Anleihe von der der Erbschaftssteuer eine Vertrauens- frage gemacht. Die erste ist dringend, die zweite kann warten. Die Budgetkommisfion ist nicht dieser Meinung. Sie widersetzt sich der Regierung noch in einem wichtigeren Punkt. Sic will nämlich eine Anleihe von nur 900 Millionen gewähren, statt der geforderten 1300. Warum will die Regierung gerade 1300? Die Erklärung stellt an die Phantasie der Bürger keine geringeren Ansprüche als an ihre Leichtgläubigkeit. Auch nach den Grundsätzen der bürgerlich-solidcu Staatswirtschaft sollen durch Anleihen nur außerordentliche Ausgaben gc- deckt werden, ordentliche, sich wiederholende dagegen durch die budgctärcn Einkünfte. Außerordentliche Ausgaben aber waren durch die Vorlagen vom 27. Februar und 19. Mai 1913 bc- gründet worden. Die erste forderte Rüftungsverstärkungen im Betrag von 420 Millionen, die zweite die durch Zurückbchaltung des dritten Jährganges notwendigen Ausgaben, Kascrnenbanten und-restauriernngen, Bekleidung der Soldaten, Pferdckäuse usw. inbegriffen— im ganzen 440 Millionen. Von diesen 440 Millionen wurden 234 bewilligt und ausgegeben. Der Kriegsminister aber bekennt jetzt, daß er mit den übrigen 206 sein Auskommen nicht finden kann. Die verschiedenen Militärlieferanten haben nämlich die Verwaltung ganz schamlos übers Ohr gehauen. Die Patrioten sagen freilich, an den Mehrkosten seien die Sozialisten und ihre Bundesgenossen im Kampf gegen die dreijährige Dienstzeit schuld, namentlich weil sie die Annahme des Gesetzes verzögert hätten. Der Kriegsminister fordert 44b Millionen mehr. Das wären also im ganzen 585 Millionen, und mit den 420 für die Verstärkung und Beschleunigung der Rüstung ergäbe das einen außerordentlichen Auswand von über einer Milliarde. Beziffert die Kriegsverwaltung ihre— im Lauf von 1913 und 1914— zu liquidierenden Ausgaben für das dritte Dienstjahr mit 583 Millionen, ist sie dafür merkwürdigerweise mit ihrem Anspruch für die Rüstungsverstärkung von 420 auf 300 Millionen zurück- gegangen. Das darf man nun nicht etwa so auffassen, als ob wirklich um 120 Millionen weniger für Kanonen, Festungsbauten usw. ausgegeben werden sollten. Im Gegenteil, eS werden ganz sicher bedeutend mehr verpulvert werden. Vermutlich ein paar hundert Millionen und die Marine wird sich auch melden. Aber der Kriegsminister will die Dosen so abmessen, daß sie den Patienten nicht gleich umbringen. Deshalb sollen bis 1914 nur 300 Millionen ausgegeben werden. Das ergäbe also— wenigstens nach der zweifelhasten Budget- machematik— rund 900 Millionen außerordentlicher, durch die An- leihe zu deckender Ausgaben. Wie kommt die Regierung nun zur Forderung von 1300 Millionen? Hier bekommt die Phantasie ihre Aufgabe. Es wird ihr nämlich zugemutet, sich vorzustellen, daß 400 Millionen, die in Marokko ausgegeben worden sind, e r st aus- gegeben werden müßten. Das Parlament soll sie be» willigen und die Regierung wird sie in. ein„Vorratskonto" tun — eine total erschöpfte Kasse, die dazu gedient hat, das Defizit zu verschleiern. Man bewundere nun das Finanzgenie der Bartheu und Dumont! Mittels der Anleihe bezahlt. man die„Schuld" des Staates an das Vorratskonto und das Vorratskonto kann in Zu- kunft wieder dem„ordentlichen" Budget aufhckscn. Fünf Minuten, bevor die 400 Millionen in das Vorraiskonio gelegt werden, sind sie ein„außerordentliches" Marokkobudget. Einmal drinnen, wer- den sie ein„ordentlicher" disponibler Fonds. Es ist einfach die Verwirklichung der Alchimistcnträume— die VcAvändlung der Elemente. Der Finanzkünstler MepHistöpHeles ist überlrofscn. Man muß schon an einen Scherz des alten Glasbrenner denken— an die Geschichte der Berliner Schulze und Lehmann, die nach dem Paradefeld wandern, um dort einen gemeinsamen Schnapshandcl aufzutun, unterdes aber unablässig einer dem an- deren ein Gläschen verkaufen und schließlich entdecken, daß sie keinen Schnaps mehr und nur einen Groschen haben. Das Mysterium ist indes nicht allzuschwcr zu ergründen. Für das nächste Finanzjahr ist ein Defizit von rund 800 Mil- t i o n c n Frank vorausgesehen. Die Regierung aber hat nur -WO Millionen neuer Steuern vorausgesehen, darunter die Erb- schaflssteucr als die einzige, direkt auf die besitzenden Klassen ge- legte. Tic fehlenden 40V Millionen sollen aus dem Vorratskonto, d. h. aus der Anleihe gedeckt werden, um weitere Steuern, d. h. vor allem die Kapitalsteuer, z,u verhindern! Eine solche Auleihewirtschaft kann allerdings nicht fortgesetzt werden, ohne selbst einen finanziell so gut fundierten Staat wie Frankreich dem Bankerott zuzutreiben. Aber immerhin— bis zu den Wahlen würde der Glanz eines ohne Belastung des„Bürgerfleitzes" zu- standegckommenen Budgets vorhalten! Tie Budgetkommission will jedoch auch dieses Kunststück nicht' approbieren und schlägt nur WO Millionen vor. Auch hier ent- scheidet die Antwort der Kammer über das Leben des Ministeriums. Eine dritte Vertrauensfrage bezieht sich auf die Formel, die der neuen Rente aufgedrückt werden soll. Die Großsinanz und die Regierung möchten nämlich, daß darin die Steuerfreiheit der Rente für die Zukunft verbürgt werden soll. Die Mehrheit der Budgctkommisfion aber will verhindern, daß auf diese Art das Einkommensteuergesetz, noch che es fertig geworden ist, durchlöchert luerden soll. Die Börsenpresse hat für die Steuerfreiheit der Kuponschneidcr sogar den Geist des grohen Mirabeau be- schworen, der einmal in der Nationalversammlung auch die der- äußerlichen Rcntierrechte verteidigt hat. Herr Barthou hat vor einigen Monaten ein elegantes Buch über Mirabeau erscheinen lassen. Die Zärtlichkeit für den Rcntnerprofit ist das, was in ihm vonr Geist des Bolkstribunen lebendig geblieben ist. Die Kammerdebatte. Paris, 27. November.(Privattclegramm des„Bor- wärt s".) Den sozialistischen dringlichen Beschlutzantrag begrün- dcte Jaures in cinstünoigcr, stellenweise von der ganzen Linken applaudierten Rede. Die angeblich für frühere marokkanische Aus- gaben geforderten 400 Millionen seien tatsächlich fiir die Deckung dcS künstigen Defizits bestimmt, aber das im Budget mit 800 Millionen bezifferte Defizit übersteigt in Wirklichkeit eine Milliarde. Die reaktionäre Behauptung, daß die soziale Ge- sctzgebung diese Defizite verschulde, sei unwahr. Die wahre Ur- sache ist das Militärbudget, das in fünf Jahren von 1314 auf 2121 Millionen stieg. Alle Sozialgesetze kosten nicht 200 Millionen. Die Fortdauer der jetzigen Politik bedroht alle Staaten und vereitelt die friedliche Lösung der sozialen Frage. Frankreich solle getreu seiner revolutionären Tradition für Frieden und Freiheit borangehen. Barthou erwiderte, die Vertagung der Anleihe bedeute ihre Vereitelung. Ein auch für nationale Ehrenfragen obligatorisches Schiedsgericht sei unannehmbar. Die Mlehnung der Schieds- gerichte im Haag kam nicht von den Ententemächten, sondern von Deutschland. Barrhous Rede wurde kühl aufgenommen. Für den sozialistischen Antrag, der mit 449 gegen 148 Stimmen abge- lehnt wurde, stimmten 70 Linksradikalc. Sie MeitZloligKeit. Kommunale Maßnahmen. Ter Züricher Stadtrat hat dem Großen Stadtrat eine Vor- läge betreffend die Einführung der Arbeitslosenversicherung zugchen lassen, nach der die Stadt Zürich die Arbeitslosenversicherung ein- führen und den Gewerkschaften mit Arbeitslosenunterstützung� einen Beitrag gewähren will, welches Verfahren nach dem Genter System sich z. B. in Basel, wie der Stadtrat in der dem VerordnungScntwurf bcigcgcbenen Begründung ausdrücklich konstatiert, sehr gut be- währt hat. Hilfe für die hungernden Arbeitslosen in Breslau verlangte eine am Mittwochvormittag von über zweitausend Arbeitslosen besuchte Versammlung. In einer einstimmig an- genominencn Resolution wurde auf die autzerordentlich große Zahl der Arbeitslosen und deren Notlage hingewiesen. Der Magistrat wurde ersucht, allen seit einein Jahre in Breslau wohnenden Arbeits- losen, die seit dem 1. Dezember und früher arbeitslos sind, eine ein» inalige Unterstützung von 10 M. zu gewähren, die Ende Dezember zur Auszahlung kommen soll. AlS Armenuntcrstützung darf diese Unterstützung nicht angesehen tverden. Ferner wurde vom Magistrat die Einführung einer städtischen Arbeitslosenunterstützung und die so- fortige Inangriffnahme von Notstandsarbeiten gefordert. Die Polizei hatte, weil sie eine Demonstration der Hungernden befürchtete, umfangreiche„Vorkehrungen" getroffen. Alle nur ver- sügbaren Schutzleute standen rebolverumgürtet stundenlang vergeblich in Bereitschaft. Seit zwei Jahren besteht in Breslau auf Antrag unserer Stadt- verordnetenftaltion eine Studiumkommisfion zur städtischen Arbeits- losenunterstützung, die jetzt glücklich so weit gekommen ist, datz am l. Dezember eine Zählung der Arbeitslosen durch das statistische Amt der Stadt Breslau vorgenommen wird. Wenn es sich um Stratzenausschmückungen bei Fürstenbesuchen handelt, kennt man ein solches Schneckentempo nicht. Freikarten für Arbeitslose. Man schreibt uns: Die Zahl der Arbeitslosen vermehrt sich zusehends. In den Großstädten ist die Not am größten. Hier sind die Wirkungen der Konjunkturschwankungen am krasiesten, hier strömen die zusammen, die auf kleineren Arbeitsmärkten keinen Ver- dienst fanden. Ilmgekehrt ist der Abfluß der Arbeitslosen aus den Großstädten schwer. Der, der nicht Geld genug fiirs tägliche Brot hat, dürfte noch weniger Geld haben, um für sich und seine Familie die sehr erheblichen Reisekosten zu decken. Unter diesen Umständen ist es ein Gebot der Billigkeit und Humanität, daß die Bahnverwaltungen denen, die arbeitslos sind und die arbeiten wollen, Begünstigungen gewähren, wie sie in Not- standszeiten der Industrie und Landwirtschaft und wie flc dauernd Militärpersonen zugestanden werden. Man hat die Verstaatlichung der Bahnen— und mit Recht— damit begründet, daß die Eisenbahnen viel eher als Privatunter- nehmungen zur Anpassung an öffentliche und soziale Bedürfnisse gezwungen werden können. Nun wohl, man hat Gelegenheit, die Probe aufs Exempel zu machen. Wie dringend die Gewährung von Freikarten an Arbeitslose ist, geht schlagend aus einer Arbeitslosen- statff'tik der Sächsischen Regierung hervor. Danach sind von je 100 Arbeitslosen beschäftigungslos geworden: männlich am Zählort außerhalb des Zählortes unbekannt 1911..... 67,2 31,2 1.6 1912••••• 07,7 32,1 1.- weiblich am Zählort außerhalb des Zählortes unbekannt 1911. i. 73.4 25,6 1 1912..... 72 28— Danach hätten über 30 Proz. der männlichen und 25—30 Proz. der weiblichen Arbeitslosen ihren Aufenthaltsort nach Beginn der Arbeitslosigkeit gewechselt, ohne daß sie bis zum Zählungstagc wieder Arbeit gefunden hätken. Dabei handelt es sich keineswegs um fluktuierende Elemente» Landstreicher und Vagabunden, wie eine gewisse Presse ihrem ver- ehrlichen Publikum glauben machen will. Im Gegenteil! Nach der- selben amtlichen Statistik warenPö Proz. der Männer und 07 Proz. der Frauen über zwei Jahre am Zählorte anwesend, ctlva 11 bezw. 9 Proz. über sechs Monate bis zu zwei Jahren und nur etlva 22 Proz. aller Arbeitslosen waren weniger als sechs Monate am Zählorte anwesend. Was die Bahnen der deutschen Bundesstaaten mit ihren enormen Ueberschüssen noch nicht gewährt haben, das haben die österreichischen, die bekanntlich finanziell bei weitem un- günstiger gestellt sind, und die S ü d b a h n, also eine Privat- g e s e l l s ch a f t, schon längst getan. Gehilfe», die nicht im Jahres- oder Monatslohn stehcu, Fabrik- arbeitcr, Lehrlinge, land- und forstwirtschaftliche Arbeiter, Berg- arbcitcr und Tagelöhner, denen durch eine von der Bahn aner- kannte öffentliche oder gemeinnützige ArLeitsvermittclungsstelle ein auswärtiger Arbeitsplatz vermittelt worden ist, werden bei Fahrten auf Entfernungen über 50 Kilometer in der 3. Klasse der Personen- und gemischten Züge zum halben tarifmäßigen Fahrpreise be- fördert. Bei kleineren Entfernungen werden halbe Fahrkarten der Prciszone 51—00 Kilometer ausgefolgt, sobald sich ihr Preis billiger stellt als der volle Tarif für die im Ausweis angeführte Entfer- nung. Die Ausfolgung der Fahrkarte erfolgt gegen Vorweisung eines von der Arbeitsvermittelungsstelle ausgefolgten stempelsrcien Ausweises, iu dem die. Person, des Arbeitssuchenden, die zu be- fahrende Strecke, der Reisetag, sowie Namen und Ort des Arbeit- gcbcrs angegeben sein müssen. Zur Ausfertigung des. Nachweises sind befugt die öffentlichen und gemeinnützigen Lermittelungsstellen; zu diesen gehören auch die Arbeitgeber- und Arbeiterfachvereine. Der Schluß ist unschwer zu ziehen: was die in ewigen finan- ziellen Kalamitäten schwebenden österreichischen Staatsbahnen den Arbeitslosen gewähren' könnten, dazu werden sich auch die deutschen Bundesstaaten verstehen können, wenn in ihnen der aufrichtige Wunsch lebt, zu helfen und schwerste Not zu lindern. polirilcke Clcbcrlicbt. Zeugcngebuhrcn, Kolonialgerichtshof und Wanderlager. Der Reichstag erledigte am Donnerstag einige Ge. setzentwürfe in erster Lesung. Die Vorlage zur Aenderung der Gebührenordnung fiir Zeugen und Sachverständige wurde vom Genossen Dr. C o h n einer Kritik unterzogen, die sich be- sonders dagegen richtete, daß nur die Sachvcrständigenge- bühren, nicht aber auch die der Zeugen erhöht werden, wie das längst vom Reichstag gewünscht worden ist. Unser Redner machte auch darauf aufmerksam, daß die vorgeschlagenen Be- stimmnngen über die Honorierung der Sachverständigen in ihrer jetzigen Form sehr leicht zu einer schlimmen Benach- teiligung unbeinittelter Parteien im Zivilprozeß führen können. Tie Redner der bürgerli-chen Parteien schlössen sich dein Wunsch nach Erhöhung der Zeugengebührcn an. wenn auch nrit sehr geringer Energie. Hoffentlich gelingt es in der Kommission, zu erreichen, daß die Erfüllung der staats- bürgerlichen Zeugenpflicht nicht mehr durch eine— Geldstrafe in Gestalt nncntschädigten Bcrdienstentganges und Zeitver» lustes belohnt werde. Die Vorlage auf Errichtung eines KolonialgerichtshofS in Berlin gab deni Mandatsnachfolger Bebels, unserem Genosseil S t o l t e n- Hainburg. Gelegenheit, zum ersten Male das Wort zu ergreifen. Er hatte au sich gegen den Entwurf nichts einzuwenden, wenn auch eine Mitwirkung des Laienelements an der Rechtsprechung wünschenswert sein würde: aber mit allem! Rachdruck trat Genosse Stolteu— und natürlich nicht etwa ans Lokalpatriotismus— dafür ein. daß der Kolonial- gerichtshof nicht nach Berlin komme, wo das ganze Milieu nicht gerade dazu angetan ist, die volle Unabhängigkeit und Unbeeinflußbarkeit dieses höchsten Gerichtshofs zu sichern. Hamburg mit feinen starken koloinaleii Beziehungen würde dann als geeignetster Sitz für den Kolonialgerichtshof an. zusehen sein. In der Debatte wurde zumeist über die Frage Hanlbnrg oder Berlin gestritten, es fanden sich aber auch Für- sprecher einer Augliederung des Kolonialgerichtshofs an das Reichsgericht in Leipzig. Staatssekretär Dr. S o l s bat um rasche Verabschiedung dieses Gesetzes, das ebenfalls an eine Kommission ging. Schließlich wurde noch die Beratung der Gewerbenovellc begonnen, die die Wanderlager einschränken will. Genosse Brey wandte sich gegen eine weitere unbearündete Verfol- gung des Hausierhandels und zeigte die Unsinnigkeit der Ar- gumentation, die den Rückgang der Geburtenzahl durch Er- schwerung des Handels mit empsänanisverhütenden Mitteln erreichen zu können glaubt, was allerdings nicht hinderte, daß der konservative Graf C a r m e r- Zieserwitz krästia in diesem Sinne lospaukte. Gleich ihm sprachen auch der Zentrums- mann I r l und der Reichsparteiler Hegenscheidt für weitere Einschränkung des Hausierhandels, während der Volks- parteiler v. P a y e r darauf hinwies, daß der Hausierhandel schon von selbst zurückgehe. Die Weiterberatung wurde auf morgen, Freitag, vertagt. Vorher kurze Anfragen und Wahlprüfungen. Preußischer Landtag. Die Einberufung des preußischen Landtages ist auf den 13. Januar 19M festgesetzt ivordcn. Dem Landtage wird im Jahre 1914 noch keine Vorlage zur Elektrisierung der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen zugehen. Wandlungen der„Germania". In seiner jüngsten Nummer zieht das„Katbolische Deutschland" scharf gegen die klerikale Berliner„Germania" zu Felde. Seit dem 1. Oktober hat die„Germania" einen neuen Chestedakeur erhalten, einen gewissen Dr. Hommerich, der bis dahin das bachemiiische„Düsseldorfer Tageblatt" leitete. Seitdem sei die„Germania" völlig in das Fahrwasser der Kölner Richtung gekommen. Gegen den Herausgeber des„Katholischen Deutschland". Pfarrer Dr. NiebörowSki. habe die„Germania" ein „unsäglich erbärmliches Verfahren" anläßlich dessen Verurteilung wegen Beleidigung der evangelischen Kirche ange- wendet, obwohl daS Urteil noch nicht rechtskräftig sei: bandle eS sich ober um einen Krupp- oder Kniltelprozeß, daim heiße es. man dürfe nicht in einen noch nicht entschiedenen Prozeß ein- greif#!:. Ueber den Wechsel in d e r L e i t u n g der„Germania" macht das„Katholische Deutschland" folgende Angaben: „Redakteur Dr. Reimeringer von der„Germania" war diesen. GeisteSstreitern" längst ein' Stein des Anstoße»: Die er- quickende Sprach-, der große Freimut, mit der dieser Priester nach dem Herzen Gottes die Sache des Apostolischen Stuhles ver- focht, drohte das ganze interkonfessionelle„Kölner" Karten- haus umzustürzen. Dr. Reimeringer mußte unschädlich gemacht werden, und daS geschah in der Weise, daß man der Redaktion der„Germania" in der Person des Doktor „rer. pol. Hommerich vom„Düsseld. Tagebl." vorn 1. Ottober ad einen Aufsichtsredakteur beigab. Die Firma Julius und Karl Bachem kann triumphieren. Der Inhalt der„Germania" ist seit dem 1. Oktober farblos, fad,„wirtschaftlich" und— lang- weilig. denn Dr. R. war nicht nur ein papsttreuer Katholik und Priester, sondern auch ein gewandter, tüchtiger Redakteur. Doch die„Berlner" lassen sich kein„X" für ein„H" machen. Sie werden wahrscheinlich das Blatt möglichst zahlreich abbestellen und damit rückt der Augenblick näher, wo die Herausgabe eines unabhängigen katholische n Tageblatts zur dringen- den Notwendigkeit wird. Ueberall, wo an einer Korrespondenz oder Zeitung oder Bereinigung eine Stelle zu besetzen ist, da zieht ein Kölner Gesinnungsgenosse ein und wenn es ihm noch so sehr an der Befähigung mangelt. Wer kein steifes Rückgrat befitzt oder wer materiell abhängig ist, dem wird der Brotkorb höher gehängt, und siehe, es gelingt. Auf diese Weise haben die an Ideen schwachen, im Organisieren starken„Kölner" die gesamte Zentrumspresse sich dienstbar gemacht, einen Zeitungstrust der schlimmsten Art geschafft.. Gegenüber diesem Treiben spricht das„Kath. Deutschland' von einem„un geheue rlichenTerrorismuS der angeblich„für Wahrheit und Recht" streitenden Kämpen". Neuwahl in Offenburg-Kehl. Der Reichstagsabgeordnete Leopold Kölsch, Vertreter des Wahl- ireiseS Offenburg-Kehl, hat sein Mandat niedergelegt, da feine Wahl schon Ende vorigen Jahres von der Wahlprüfungskommission für ungültig erklärt worden ist und morgen zweifellos daS Plenum des Reichstages sich dieser Entscheidung angeschlossen hätte. Bei der letzten Wahl erhielt Kölsch im ersten Gange 8902, der Zentrumskandidat 11 015, der Sozialdemokrat 3703 Stimmen. Im zweiten Gange siegte Kölsch mit 12 712 über den Zentrumsmann, der nur acht Stimmen lveniger erhielr. Das Mandat ist für die Nattonalliberalen also äußerst gefährdet. Aus dem sächsischen Landtage. Am zweiten Tage der Etatsdebatte im sächsischen Landtage stohlockte der Führer der Konservativen, Geheimrat O b i s, daß in Sachsen noch immer konservativ regiert werde, obwohl man sich einbilde, die Konservativen verdrängt zu haben. Die neuen Besitz st eucrn im Reiche seien sozialdemokratischen Ursprungs, deswegen habe seine Partei davon nichts wissen wissen wollen. Die Konservativen erblickten darin auch eine schwere Gefährdung der Interessen der Einzelstaatcn und würden jede Gelegenheit freudig ergreifen, diese Steuern wieder zu beseitigen. Die von den Sozialdemokraten geforderte Arbeits- losenunterstützung sei nicht opportun, so lange der Arbeitermangel auf dem Lande bestehe. Schließlich forderte der konservative Wortführer unter dem Beifall seiner Freunde die bürgcr- lichen Parteien zum festen Zusammenschluß gegen die Sozialdemokratie auf. Was bei der Präsidentenwahl bereits begonnen worden sei, solle gefestigt werden, dann werde man einer Zeit entgegengehen, wo die„Ordnung" herrsche. Auch der sächsische Finanzminister erklärte von neuem, die sächsische Regierung werde direkte Reichs st euern immer mit aller Entschiedenheit ablehnen. Genosse Stndermann polemisierte scharf und gewandt gegen einige bürgerliche Redner und zerpflückte besonders die Reichssteuer- Politik der Regierung und der Konservativen. Er tchilderle die Arbeitslosennot, wies auf den Rückgang des Fleischverbrauchs hin und geißelte das Verhalten der Regierung, dje die Sozialdemolratie dadurch für minderen Rechts erkläre, daß man alle zu Gemeindevorstehern oder Gemeindeältesten gewählten Sozial- demokraten nicht b e st ä t i g e. Der Minister des Innern entgegnete, daß es für die Regierung ausgeschlossen sei, Sozialdemokraten als Ge- meindevorsteher zu bestätigen, weil die sozial- demokratische Partei � dje Grundlagen der Verfassung zerstören wolle. Er polemisierte weiter gegen die Sozialdemokratie, die die sozialpolitischen Gesetze ignoriere und bemerkte zum Schluß, er wünsche, daß auch in Sachsen, wie es in Baden schon geschehen sei die Sozialdemokratie bald zurückgedrängt und die Zeit nicht mehr feru sei. wo. das sozialdemokratische Programm in der Abteilung für tote Literatur in der deutschen �Büchxrei in Leipzig aufbewahrt werde! Die übrige Debatte, war nicht von Belang. Freitag wird sie fortgesetzt.___ Eint wichtige Verkehrsfrage. Aus Kiel wird uns geschrieben: Von Deutschland.nach Kopenhagen führen drei Verkehrslinien: Berlin— Warnemünde— Gjedser, Hamburg— Kiel— Korsör und Ham- bürg— Vansdrup. Seit einigen Jahren sind Bestrebungen im Gange, eine neue Verbindung des deutschen Westens mit den nordiiwen Reichen zu schaffen durch eine neue Verkehrslinie Hamburg— �.ubeck— Fehmarn— Laaland— Kopenhagen. Hinter dieiem Plane flecken zweifellos privotkopitalistticke Interessen, namentlich wohl die Aktionäre der Lübeck-Büchener Eisenbahn. Die Berwirkttaiimg dieies Planes würde ohne Zweifel eine schwere wirtschaftliche Schädigung eines großen Teiles der Provinz Schleswig- Holstein und besonders der Stadt Kiel bedeuten, dem, die neue Fehmarn- linie würde, weil auf ihr Kopenhagen bedeutend schneller zu erreichen wäre, als auf der verkehrStechnisch nicht auf der Höhe stehenden Linie Hamburg— Kiel— Korsör. den Verkehr auf der letzteren Linie vollständig lahm legen. Ferner hat der Eiienbahnministcr im Frühjahr dieses Jahres im Abgeordnetenhause erklärt, daß er Gegner der Fehmarnlinie fei,' doch hat das der Agitation für sie keinen Abbruch getan.'Jetzt hat sich aber eine Anzahl von Stadtmagistraten, die Handelskammern und die Landwirtichaftskainmern in Schleswig- Holstein geregt, um für das Interesse der Provinz einzutreten. Die städtischen Kollegien in Kiel haben in einer Sitzung am Dienstag- abend einen weitgehenden Beschluß gefaßt. Sie haben ein- stimmig beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, mit Nachdruck für die Erhaltung und zeitgemäße Ausgestaltung und Verbesserung der Linie Hamburg— Altona— Neumünster— Kiel— Kopenhagen ein- zutreten. Zugleich haben sie den Magistrat ermächtigt, die grund- sätzliche Bereitwilligkeit der Stadt zu einer, ihrer LeistungSsätiigkeit entsprechenden materiellen Unterstützung zu erklären. Gedacht ist eine gradlinige Bahn von Altona nach Neumünster, zu welchem Projekt der Minister schon d,e Vorarbeiten angeordnet haben toll und die Einstellung von schnellen modernen Dampfern aus der Seestrecke Kiel— Korsör oder Kiel— Nödby. Dadurch wurde die Fahrtdauer von Hamburg nach Kopenhagen aus. resp. 0«/« Stunden heruntergedrückt, während die auf der prosettierten Fehmarnlinie. errechnet-. kürzeste Fahrtdauer QlU Stunden betragen soll. Diese halbe Stunde würde keine wesentliche Rolle mehr spielen. Die sozialdemokratische Fraktion hat für den An- trag gestimmt. Sie hat allerdings die Erklärung abgegeben, daß für Löi'ung von Verkehrsfragen, die ganzen Bezirken zugute kommen, auch, die Allgenieinheit, hier der Staat, d,e Kosten tragen sollte, hat ober doch angesichts der schweren wtrtlchastlichen Ge- fahren, die der Stadtgemeinde drohen und angesichts der Tatsache, daß heute leider die Kommunen vom Staate zur Tragung solcher Kosten herangezogen werden, viele Kommunalverwaltungen sich so- gar in solchen Fällen dazu drängen, dem Antrage zugestimmt. ,„Terrorismus"? Scharfmacherbläiter veröffentlichen die Geschichte eines sozial- demokranschen Terrorismus, die sich in AscherSleben abgespielt haben soll und von ihnen anscheinend als besonders fetter Happen in ihrenr„Kampfe� um Verstärkren ArbeitSwilligenschutz angesehen wird. Auf der Ascherslebener Maschinenfabrik streiken seit Wochen die Metallarbeiter. Eines Tages veröffentlichte die Direktion eine Erklärung, in der sie behauptete, daß der Former Grabe sich zur Aufnahme von Arbeit gemeldet, aber die Arbeit nicht an- getreten habe, weil er daran durch den Druck seiner Kollegen gehindert worden sei. Hierauf antwortete Grabe mit einer Gegenerklärung, in der er die Angaben der Firma bestritt und erklärte, daß ihm gelegentlich deS AbholenS eines LohnresteS von einem Meister Arbeit angeboten worden fei, er jedoch auf dieses Angebot nicht eingegangen sei. Etwa drei Wochen später fing Grabe trotz deS Streiks in der Maschinenfabrik wieder zu arbeiten an. Siach wenigen Tagen erschien nun eine zweite Erklärung Grabes in einem Lokalblatte. In einem Rieseninserat erklärte ör diesmal, daß seine erste Erklärung u n w a h r gewesen sei, dagegen die Angaben der Maschinenfabrik vollständig der Wahrheit entsprochen hätten. Zwei Kollegen hätten ihm Vorwürfe gemacht, daß er sich um Wieder- aufnähme von Arbeit beworben hätte und ihn bestimmt, die Arbeit nicht aufzunehmen: „Als eine Woche später die Mitteilung von der Maschinen- fabrik im„Anzeiger" erschienen war, veranlaßten mich mehrere Kollegen, mit zur Ortsverwaltung zu kommen. Trotzdem die Kollegen und auch Herr Greiner.. Nach dem Bortrag: Gemütliches Beisammensein. ver zxcs«!»«U«!>»t»k»t«ItireN«. laASsoräniinx: mr � böcbftc Zeit! Kaehtversammlnng für Straßenbahner, Droschkenkutscher, Kellner, Chauffeure usw. Treitag c-mn Sonnabend) MtternseM 12 Uhr; Fests a I e, Koppenstr. 29. £edner: Schriftstoller II u n h IjcuB. Ad. HolTmann(M. d. A.). Es lebe der Freibeitskampf von 1913! DM" Für Unkosten 10 Pf."9$ 295/7 Die Kinbernfcr: Adolf Harndt. Otto Lehmann-RuBbQldt. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Sonntag» den 30. November 1913, vormittags 10 Uhr: Kranchen Versammlung der Eise«-, Metall- u. Revolverdreher sowie Rundschleifer in Obiglos Festsäle»(früher Keller) gr. Saal, Koppenstr. 29. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Die Lage der Unternehmer— Die Ausiichten der Ardeiter. Referent: Schriftsteller Genosse Kurt Heinig.— 2. Dis- fussion.— 3. Branchenangelcgenheiten und Verschiedenes. t Mitgliedsbuch legitimiert.— Werte Solleginucu und Kollegen: Tie Zahl der Arbeitslosen ist in letzter Zeit gestiegen. Die Unternehmer machen sich das zu- «utze. Ucberatt werden Verschlechterungen der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse durchzuführen versucht, deshalb ist es Pflicht eines jede« Llollegen, fich um die Organisation zu kümmern und in der Versammlung zu erscheinen. Sonntag, den 30. November 1013, vormittags 9>/z Uhr: Gruppen- Versammlung der Scharfschleifer im Lokal von Riedel, Hussitenstraße 40. Tagesordnung: 1. Vortrag über die„Bolkssürsorge". Referent: Kollege Paul Sasisfe.— 2. Kruppcnangetegenheiien.— 3. Verschiedenes. Büttners Fcstsülc, Schwcdter Strasse 33, abends HoraeD. s-/, Uhr. NOrdeD I Frankes Festsüle, Badstr. 19, abends 8'/- Uhr. MOablt I Prachtsfile Sordwcst, Wiclefstr. 24, abends S'/, Uhr. Vortrag: Reue Arbeitsmethoden. Referent: Koll. Hans Böckler. Charlottenburg I Volkshaus. Rosinenstr. 3, abends 8'i, Uhr. »raaal- HVnhllahrts Festsfile, Reinickendorf-West. Eichborn- l egßl. ftraste 18, abends 6 Uhr. Westen und Schönelierg; 0St6D* CorneniassUle, Memeler Str. 67, abends S1/, Uhr. I lAktAnkauM• Kestanrant Knrkowski, Pfarrstrasze 74, LieDieUDcry. abends 8'/, Uhr. Stralau-Rummelsliarg: leißensee: SÄ""""""''»--»-«»»-- Beratung des Antrags der LcrtrauenSlcutc betr. Hauslasfierung im Sßdendeilrie: SÄ"—""- N8UkÖllD* Festsfile, Hermannstr. 48/49. abends Hnmor in der Literatur. Referent: Genosse Davidsohn. Slegiilzl Albrechtshof, Albrechtstr. la, abends 8'/a Uhr. Köpenick n. Fpledrichsliagen: fÄrsKÄ" bogen. Friedrichstr. 73, abends 81/, Uhr. Vortrag über: Feuer- bestattung. Oberseböneveide, Niederseböneveide, lobannls- tlaal n Nraaa» IVlikeliuineafi«!, Wilhelminenhofftrasze. mal ll. vmg.. abends 8'/, Uhr. Spandau I schulae, gen. Kühne, Neumeisterftr. 5. abends 8'/, Uhr. Tagesordnung in alten Versammlungen: Berichterstattulkg von der General- Versammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet. 130/ 19 IHe Ortsverwaltnng. Metallarbeiter-Notizkalender 1944, Stück 60 Pf.» find im Bureau und bei den BezirkSkasfiereru zu Hadem_ Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41,«örn-A»»- 10_ 2 5— 7. Sonntags 10— 1- t/U-lxci'it/r-' cltito 5�� � Verwaltung Berlin MitgliederUersammlnugen Einsetzer. Sonntag, den 3V. November, vormittags 19 Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engelujer 15, Saal HI. Tagesordnung: 1. Vortrag:«Aus der ReichS-Versicherungsordnung."(Kranken« Versicherung.) Referent: Arbeitersekrelär Eugen Brückner. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. VerbandSangelcgenheiten. Die Kollegen aus Grosz-Lichterfelde und Steglitz sind besonders eingeladen. Tischbranche. Sonntag, den 39. November, vormittags 19 Uhr, in den»Eomenius-Feftsälen�, Memeler Str. 57. Tagesordnung: 1. Bericht über die Statistik. 2. Bericht"on der Generalversammlung. 3. VerbandSangelegenheitcn. =i Versammlung für alle in der Küchenmöbelindustrie beschästigteu Holzarbeiter. Sonntag, den 39. November, vormittags 19 Uhr, im.Englischen Hof«, Alexanderstr. 27o 1.»Die Lage in der Berliner Küchenmöbei-Jndnstrie und die Einfuhr von auswärts.« Referent: Kollege Peters. 2. Dislusfion. Jeder Kollege erscheine, Kontrolle findet nicht statt. Bezirk Nordosten. Montag, den I.Dezember, abends S>/, Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung. 2. Verbandsangelegenheiten. Donnerstag, den 11. Dezember, nachmittags 4 Uhr, bei Obiglo(früher Keller), Koppenstr. 29: MärebenTortrag mit Lichtbildern IM" für Kinder. Einlast 3'/, Uhr. Anfang 4 Uhr. Einlaftkarten a 19 Pf. für Kinder und deren Begleiter sind aus allen Zahlstellen, beim Gastwirt Kollegen Greivc, Rungestr. 30 und im Bureau zu haben. 92/11__ Die Ortsverwaltmag. Mmg! IWskigm, öoois-' AMmz! unö Äeiittlkuic! Heim nnb Muslhiniße«! Sonntag, den 30. November 1913, nachmittags 4 Uhr, im Lokale von Kottke, Berlin, Fischerstraste 25, in der Nähe der Mühlendammschlcuse, an der Fischerbrüde: Grotze öfseutliche Schiffer-Verlammlung. Tagesordnung: Am Nsrilliknli neiler Kämpft s Zollturif. Rcserent: Redakteur Emil Eichhorn. Freie Aussprache. 197/12 Der Eiuberufer: lltebard»erbst, Berlin. Lettestrage 7. w Bureau: Engcluser 15. Geöffnet v. 9-1 u 4-3 Uhr. Tel.?l. Moritzplatz 11443 Achtung! Achlang! Sonntag, den 30. November, vormittags von 10 bis 1 Uhr: ss Urabstimmung!™ Wegen des Ausbaues der Arbeitslosen-Unterstiitzuug auf lokaler Grundlage(höhere und längere Unterstützung) findet in nachstehenden Lokalen eine Urabstimmung statt. Jedes an der Abstimmung teilnehmende Mitglied hat die Verbands- legitimotion mitzubringen und darf nicht mehr als acht Wochen rück- ständig sein. Jugendliche und weibliche Mitglieder, die den 30-Ps.-Beitrag zahlen, können nicht abstimmen.(Alle? Nähere siehe Flugblätter.) AbstimmungseLokale. Bezirk Korden Döhling, Brunnenstr. 79. Hoffmann, Pasewalker Str. 3. Thiel, Rückerstr. 7. Bezirk Sekttnkanser Vorstadt: Glieiche, Kopenhagener Str. 74. Bezirk Nordwest: Bürgersäle. Beusselstr. 9. Schröder, Stromsir. 36. Bezirk Osten: Rott. Stragmannstr. 29. Schmidt. Gubener Str. 13. Tanke. Winsstr. 12. Bezirk Sfidost>>. Süden: Schulze, Forstcrstr. 17 Weiffe. Wassertorstr. 67. Kleinkc, atrnötitr. 35 Werner. Friedrichsfelde, Wilhelmstr. 86. Bezirk Bnnimelsdnrg. F-levtenverg: Ritter, Sch'llersir. 26. Bezirk Odersekfineweide; Raabo, Wilhelminenhosftr. 43. Bezirk Johannisthal; Gobi», Roonstr. 2. Bezirk Xenkölln: Weigelt. St-inmetzslr. 93. Schmidt. Reuterstr. 23. Bezirk Charl Ottenburg; VolkshauS. Rosinenstr. 3. 57/14* Bezirk Weißensee: Paulisch, Lehderstr. 5. Bezirk Tegel: Sorrer, Schlieperstr. 80. Schulze, Borsigwalde, Schubart- straffe 39. Schwcizerhaus, Waidmanuslust, Dianattraffe. Bezirk Boiniekendorl: Lüwüug, Scharnweberstr. 37. Bezirk 8pandan: Röhr. Wröhmännerstr. 11. Wind. Pichelsd-rser«tr. 3. Bezirk BSpeniek: Müller. Aller Marli 8. Schröder, Fricdrichshageu, See- straffe 103. Bezirk Vdiershol: Tempel, Kronprmzenstr. 46. Dürre. Alt-Glieutcke, Köp-nnker Straffe 6. Bezirk»ehfineherg: Hacudcl, Vorbergstr. 9. Bezirk Xiederlehnae: Koch. Nicdcrlchme, Jägersruh. Kuorr, Zernsdorf. Bezirk Teiton': Bonow, Betliner Str. 16. - Bezirk Biankenleide: Staad, Blankenfelde. Bezirk Erker: Degebrodts GesellschastshanS. Die Ortsverwaltnng. Bilanz am 31. August 1913. Aktiva. Grundstücke................ Gebäude und Kellereien........... Wege- und Eisenbahn-Anlagen......... Brunnen-Anlagen.............. Kanalisations-Anlagen............ Lagerfässer und Bottiche........... Maschinen und Utensilien........... Inventar.................. Inventar und Einrichtung der Ausschanklokale.. Lokal„Zum Schultheiss" am Wannsee...... Eisenbahnwagen............... Pferde, Wagen und Motorwagen........ Absatztonnen................ Inventar und Einrichtung der auswärt. Niederlagen Kasse................... Wechsel......•........... Effekten.................. Bankguthaben................ Hypotheken und Darlehen.......... Sonstige Debitoren............. Fällige Zinsen............... Vorausbezahlte Mieten............ Vorausbezahlte Steuern............ Warenbestände in. den Hauptbetrieben...... Warenbestände in den auswärtigen Niederlagen.. Verschiedene Vorräte(Abgänge, Futter usw.)... Ausstehende Forderungen........... Passiva. Aktien-Kapital................ Prioritäts-Obligationen............ Hypotheken................. Nicht abgehobene Prioritätszinseu und Dividende. Prioritätszinsen per Juli/August........ Wohlfahrtsfonds............... Eicbard Koesicke Beamten-Pensionskasse.... Sparkasse der Angestellten und Arbeitnehmer.. Depositen-Guthaben der Kunden und Angestellten Kautionen................. Kreditoren................. Gestundete Brausteuer und Gemeinde-Biorsteuer. Delkredere................. Reservefonds................ Gewinn................ 46 919 274 54 Berlin, den 5. November 1913. Geprüft und richtig befunden. Der Vorstand. Die Rechnungsrevisoren: Boehme. Scheibel. Sautner. G. Kraner. Alexander Jacoby. Funke. Gerdun. Führ. Die Auszahlung der Dividende von 16 Proz. für das Geschäftsjahr 1012/13 erfolgt vom 29. November d. J. ab in den gewöhnlichen Geschäftsstunden an der Couponskasse der Deutschen Bank in Berlin W, Kanonierstr. 29/30. Berlin, den 27. November 1913. Schultheiss' Brauerei Actien-Gesellschaft. L. Boehme. Scheibel. M. Pf. 6 760 338 43 18 607 888 93 100— 100!— 100 1— l-ffll 4SI 1 217 990 1 447 086 559 103 355 319 64 959 784 579 244 984 228 996 292 069 110 3 361 847 4 477 291 3 394 407 624 400 28 036 44 524 92 443 2 287 103 138 987 43 011 622 011 sä 14 68 91 35 23 82 40 32 10 43 32 03 95 78 47 87 83 65 28 67 46 919 274| 54 SchükrfeAnneesoMe hergestellt aus reiner hydrophiler Baumwolle. Aerztl. anerkannter bester Schutz gegen Kälte und Schweiss. Kein Wundlaufen t Keine Erkältung) Keine harte Haut! Keine Blasen I Für ältere Leute unentbehrlich Schont Schuhe u. Strümpfe Fibriktm: Oiwald Schubert, Harthau t:i Chemnitz. mit Brut vernichtet raditsl H»d«mach«rf fioldB-ial, Kes.gescti. Nr. 75198. Geruch- n. farblos. Reinigt die Kopfhaut v. Schuppen, tefhrd.d. Haarwuchs, verhau Zuzug vou Parasiten.- Wichtig fttrSchuU Inder. Tausende v. Anerkennungen. H. a 0.50 u. UX) M. in Apotheken und Drogerien. Man weise Nachahmungen zurück u. achte genau auf d. Namen: Goldgeist! Verkaufsstelle: Fritz Kratz, Berlin N. 39, Reinickendorfer Str. 119. Engrosniederlage: A. Neumann, W. 57. Potsdamer Str. 65. Ausen aull Beim Einkauf Ihrer Herrengarderobe elegante Winter- Ulster, Paletots, Anzüge aus guten Stoffen, selbst angefertigt, für jede Figur passend, anf Lager. Unsere Preise sind unerreicht billig.——-- 14.—, 18.-,«4.— usw. „ ID.—, 15.—, 20.—. 12.-. 1«.-, 22— ""»».- Winter-IHzter Hcrren-Palftots Jackett- Anzüge Ochrock-AnzUec JUnglingH-Anzfige ] Heppen-Mosen Gummi-Mäntel von M. 10. - an. Winter-Joppen von M. 5.— an , 25—, SO.-,«-• . 12..1S. , 2—, 3.— bisS-- Wetter-Polorlnen von M. 8.— an. Institut für Verleihung„ eleganter Gesellschalts* Anzüge Garderobenhaus Hauptgeschäft: GfOßS FtönkfUftöf Stfäßß 116 AndreasstraBe 2. Geschäft: SGllöntiauser Allee 101. W�tt�Ke�khs�mäi'Wislevv. R-tcköll«. Snseratentetl verantw. Etz. Glocke. Berf.n. Druck u. lüeriua: Vorwärts Busor. u. Verlag-austaU»auIS.ngerAEo..B-ri.nSW. �"'agea U-Unterhaltungsbä Nr. 818. 30. Jahrgang. 1 ßtilnjt Ks Lmirls" ßftlintt WIKsM Freitag, 28. November 1013. Gewcrhrcbaftlicbcs. Die Bauarbeiter und die Hrbeitslofen- unterftützung. Zum dritten Male kommen in dieseni Jahre die Vertreter des Teutschen Bauarbeiterverbandes zu einem Verbandstage zusammen. Im Januar eröffnete der Bauarbeiterverband den Reigen der diesjährigen GewerkfchaftStagungen und anfangs Tezember schließt er die Serie dieser Kongresse, die in diesem Jahre besonders zahlreich waren. Es ist eine außerordentliche Tagung der Bau- arbeiter, die am Montag, den 1. Dezember, im Hamburger Gewerkschaftshause beginnt. Sie hat sich nur mit der Ein- führung der Arbeitslosenunter st ützung zu be- fassen und dürfte ihre Arbeiten in zwei Tagen erledigt haben. Mit der Einführung der Arbeitslosenunterstützung haben sich die Bauarbeiter, der frühere Verband der Maurer sowohl wie der der Bauhilfsarbeiter wiederholt beschäftigt. Bei den Bauhilfsarbeitern fanden dahinzielende Vorschläge größere Sympathie als bei den Maurern. Bei diesen dürfte der Stand- Punkt Bömelburgs �der gegen die Einführung war. oft ausschlaggebend für die Stellung des Verbandes gewesen fein. Auf dem Verbandstage der Maurer 1905 in Braunschweig wurden die ersten Anträge auf Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung gestellt. Sie kamen aber nicht einmal zur Dis- kussion: der Lerbandstag erklärte sie für erledigt, da er keine Erweiterung der Unterstützungseinrichtungen vornehmen wollte. Auf dem nächsten Verbandstage, 1907 in Köln, waren derartige Anträge schon zahlreicher, ihre Abweisung aber zieiillich schroff: der Verbandstag trat gar nicht in die Er- örterung der Anträge ein. Ten: außerordentlichen Verbands- tage in Hannover, im Jahre 1908. lag ein Antrag vor, der den Vorstand beauftragen wollte, eine Statistik auszunehmen, um Material zur Beurteilung der Möglichkeit der Arbeits- loscnunterstützung zu gewinne». Dem nächsten Verbandstage sollte eine Vorlage unterbreitet werden. Die Generalver- samlillung erklärte sich aber gegen zwei Stimmen gegen die Einführung der Arbeitslosenunterstützung. Der Vorstand wurde lediglich beauftragt, Erhebungen über den Umfang der Arbeitslosigkeit vorzunehmen. Auf der Verschmelzungstagung 1910 lagen ja wieder derartige Anträge vor. aber auch diese fanden keine Unterstützung. Unterdessen hatten zahlreiche andere Gewerkschaften die Arbeitslosenunterstützung eingeführt und mit ihr gute Ersah- rungen gemacht. Dadurch wuchs auch die Stimmung der Bau- arbeiter für diese Unterstützung. Dies veranlaßte den Vor- stand, dem diesjährigen ersten Verbandstage der geeinten Or- ganisation in Jena einen Entwurf für die Einführung der Arbeitslosenunterstützung vorzulegen. Die Krankenunterstütz- ung und das Reisegeld sollten zur Erwerbslosenunterstützung erweitert werden. August W i u n i g hielt das einleitende Referat, in dem er in vorzügliä�er Weise die allgemeinen Ge- sichtspunkte für die Arbeitslosenunterstützung darlegte. Er fand Anerkennung und Beifall bei Befürwortern und Gegnern der Einführung dieser Unterstützung. In der Debatte kamen aber meist Gegner der Einführung zum Wort, deren Haupt- argument war, die gegenwärtige Zeit— man stand vor der 'Lohnbewegung— wäre für die Einführung nicht geeignet. Heftigen Widerspruch fand auch der Vorstandsvorschlag, die Arbeitslosenunterstützung in den Wintermonaten Januar und Februar nicht zu gewähre». Das sei ein Stückwerk, wurde gesagt, die Unterstützung müsse das ganze Jahr gewährt wer- den. Verbandsvorsitzender P a e p l o w erklärte aber darauf, bei Ausdehnung auf das ganze Jahr müßten für diesen Unter- stützungszweig 3�> bis 4 Millionen Mark mehr aufgewendet werden als veranschlagt: anstatt 2�2 etwa 6V2 Millionen Mark. Das könne man aber für diese Unterstützung nicht ausgeben. Bei der Abstimmung erklärte sich der Verbandstag mit Ml gegen 97 Stimmen im Prinzip für die Einführung der Arbeitslosenunterstützung: er beschloß aber, daß erst nach Ab- schluß hpr Lohnbewegung ein außerordentlicher Verbandstag endgültig über Form und Inhalt des Statuts beschließen solle. Später wurde noch eine Kommission eingesetzt, die den Auftrag bekam, eine Vorlage auszuarbeiten. Auf dem Verbandstage, der im Mai dieses Jahres in Berlin zu dem Ergebnis der Tarifverhand lungen Stellung nahm, gab dann diese Kommission ihren Bericht. Ihre Vor- läge schloß sich im wesentlichen der des Vorstandes in Jena an. Die Kommission hatte aber die Karenzzeit von zwei auf ein Jahr herabgesetzt und auch noch sonstigen Wünschen Rech- nung getragen. Der Forderung aus Ausdehnung der Unter- stützung auf das ganze Jahr kam sie jedoch nicht nach. Der Berichterstatter der Kommission betrachtete es für selbstver- ständlich, daß mit der Zeit die Unterstützung aus das ganze Jahr ausgedehnt werde. In der Diskussion wandten sich ja einzelne Redner gegen die Vorlage, es kam aber doch über- raschend. als die Äbstinnnung die Ablehnring der Arbeitslosen- Unterstützung ergab. Für die Einführung hatten 237, dagegen 154 Delegierte gestimmt; die notwendige Zweidrittelmehrheit war also nicht erreicht. Später, als sich zeigte, daß niemand mit diesem Ergebnis zufrieden war, nahm der Verbandstag einen Antrag an, der den Vorstand beauftragte, die Vorlage zu veröffentlichen und eine Ahstimmnng darüber herbeizuführen: ..Spricht sich ein Viertel der Zwcigvereinc, die mindestens die Hälfte aller Mitglieder umfassen, für die Einführung der Arbeitslosenunterstützung aus. so soll der Borstand beauftragt sein, zur Erledigung dieser Frage einen außerordentlichen Ver- bandstag einzuberufen." Die Voraussetzungen dieses Antrages wurden erfüllt. Bis Ende September hatten sich 500 Zweigvereine mit etwa 200 000 Mitgliedern(von zirka 330 000) s ü r die Einführung der Ar- beitSlosenunterstützung und für die Vorlage der Kommission ausgesprochen. Verbandsvorstand und Beirat beschlossen dar- auf, den geforderten außerordentlichen Verbandstag cinzube- rufen. Der Vorstand unterbreitet dieser Tagung die von der Kommission ausgearbeitete Vorlage. Nach dieser Vorlage können die Mitglieder nach einjähriger ununterbrochener Mit- gliedschaft und Leistung von mindestens 44 Wochenbeiträgen Kranken- und Arbeitslosenunterstützung beziehen. Die Ar- heitslosenunterstützung am Orte wird im Verlaufe eines Jahres bis zur Höchstdauer von 8 Wochen(48 Tagen) gezahlt. In den Monaten Januar und Februar wird keine Arbeits- losenunterstützung gewährt. Die Höhe der Unterstützung richtet sich nach der Beitragsklasse und der Dauer der Mitgliedschaft. Sie steigt von 45 Pf. bis zu 1,30 M. in der 1. Beitragsklasse und von 1 M. bis zu 2 M. in der 6. Klasse. � Die Beiträge müssen natürlich bei Einführung der Ar- beitSlosenunterstützung eine Erhöhung finden. Sie betragen zurzeit je nach dem Stundenlohn in der 1. Klasse bei 35 Pf. Lohn 40 Pf., dann um je 10 Pf. steigend bis zu 90 Pf. in der 6. Klasse hei einem Stundenlohn von über 75 Pf. Von diesen Beiträgen verblieb bisher ein Fünftel der Lokalkasse. Nun sollen diese Beiträge ganz an die HSuptkasse abgeführt werden Die Lokalkassen müssen dann einen Zuschlagbeitrag erheben, der in den drei untersten Klassen nicht weniger als 20 Proz und in den drei obersten nicht weniger als 25 Proz. des Vcw bandsbeitrages betragen darf. Die Beiträge sollen für 44 Wochen(bisher 40) erhoben werden. Als Termin für die Einführung der Arbeitslosenunter stützung schlägt der Vorstand den l. Juli 1914 vor. Eine ganze Reihe Zahlstellen, daruirter die größten, wie Berlin, Hamburg, München, beantragt, den 1. März zu nehmen. Zu der Vorlage sind nicht allzu viel Abänderungsanträge gestellt. Verlangt wird natürlich wieder die Ausdehnung der Arbeits losenunterstützung auf das ganze Jahr. Diese Frage dürste aus dem Verbandstage wieder den breitesten Raum in der Debatte einnehmen. Es ist aber nicht anzunehmen, daß der Verbandstag wesentliche Aenderungen an der Vorlage vor nimmt. Nach der Stimmung in den Mitgliederkreisen zu schließen, wird die Einführung der Arbeitslosenunterstiitzung diesmal sicher beschlossen. BerUn und Ömgegcnd. Ter Staatsanwalt als Retter der Victoria! Das Vermögen der Victoria ist in Gefahr! Um 180 M. ist das rund eine Milliarde— 1 000 000 000 M.— betragende Vermögen dieser Gesellschaft durch Maßnohmen, bei denen„alle Momenie des kriminellen Betruges gegeben sind", letzthin geschädigt worden. Ein Angestellter der Victoria hat es gewagl, die Dienste der Gesellschaft kurzerhand zu verlassen und eine bessere Stellung anzunehmen, ohne ein von der Victoria ihm gewährtes Darlehen von 183 M., auf das er»ach und nach bereits S3 M. zurückgezahlt hatte, sofort zurück- zuzahlen. Doch nein, sprechen wir zunächst im Jargon der Victoria. Da heißen diese Darlehen Vorschüsse, obtvohl sie den Betrag eines Monatsgehalts meist und auch ig diesem Falle bedeutend übersteigen und„nach dem Inhalte der Lorschußquittungen waren wir sdie Victoria) berechtigt, wenn der Angeschuldigte vor der Tilgung des Vorschusses aus irgendwelcben Gründen aus unseren Diensten scheiden sollte, den vorhandenen Restbetrag von dem letzten Gehalt zu kürzen". Weiter„die Ausübung dieses Rechts hat der Angeschuldigte zu vereiteln gewußt".(Nie sah die Welt gleich frevelhafte Tal!j Er hat ain Tage nach der Gehaltszahlung"(enisetzlich!)„scinc sofortige Entlassung beantragt", und als diese abgelehnt lvurde(so mancher Victoria-Beamter bat sie. schon o.h n e Antrag erhalten)„hat der Angeschuldigte seinen Dienstvertrag mit uns gebrochen, sich un- entschuldigt von Bertin entfernt imd seine neue Stellung bei der Volks- füriorge(daher jene Tränen) angetreten. Dadurch, daß der An- geschuldigte nicht ordnungsgemäß gekündigt hat, vielmehr ohne einen Hinweis darauf, daß er abgehen wollte, am 29. August sein Gehalt abhob, hat er durch Unterdrückung wahrer Tatsachen in uns einen Irrtum erregt und unterhalten",„hat er unser Vermögen um 130 M. geschädigt",„in der ausgesprochenen Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil in gleicher Hohe zu verschaffen". „Alle Momente des kriminellen Betruges find gegeben". Dies� ein Auszug der Denunziation, die die Victoria bei der Staatsanwaltschaft eingereicht hat. Alle Momente! Ztvar wird das Recht, derartige Darlehen am Gehalt zu kürzen, unter Be- rufung auf§ 394 des Bürgerlichen Gesetzbuches von durchaus rechts- kundigen Leuten entschieden bestritten. Teilte der„Angeschuldigte" diese Ansicht, so fehlte zunächst der Dolus, der schließlich einem Gerücht zufolge auch zu den Momenten des kriminellen Betruges gehört. Zwar hat der„Angeschuldigte" seine Absicht, die Victoria nicht um 130 M. zu schädigen, durch Leistung von der Victoria akzeptierter Abzahlnngsraten bereits nachgewiesen; aber wer kümmert sich um solche Spinnfäden, wenn es gilt, vom Vermögen der Victoria einen so erheblichen, wenn auch bisher nur möglichen noch nicht wirklichen Verlust abzuwehren. Doch im Ernst gesprochen. Ist es nicht empörend, wie frevel- Haft leichtfertig diese Riesengesellschaft mit dem guten Ruf der bei ihr einmal angestellt gewesenen Beamten umgeht? Wir möchten die Victoria sehen, wenn einer ihrer früheren Angestellten aus einer Buchungsversügung der Victoria-Direktion den Vorwurf der Bilanzfälschnng folgern und demgemäß eine Denunziation einreichen würde, wie sie da sofort das leichtfertige Umgehen mit den, guten Ruf der Gesellschaft geißeln würde. Aber für ihre eigenen Angestellten gelten solche Rücksichten natürlich nicht, das sollen Kulis sein und sollen es bleiben, wenn sie sich auch ihrer Macht zu c»t- ziehen suchen. Man kann aber hoffen, daß diese 5kundgebung der Victoria bei ihren Angestellten doch als eine Mahnung, sich auf ihre Menschenwürde zu besinnen, wirken wird. Diese Mahnung wird am besten befolgt durch Anschluß an die gewerkschaftliche Organisation, an den Zentralverband der Handlungsgehilfen. Verschärfung des Boykotts in der Jnnungsherberge der Schmiede. Bereits kurze Zeit nachdem der jetzige Wirt Blum die JnnungS» Herberge der Schmiede in der Mulackstraße übernommen hatte, sahen sich die Schmiede gezwungen, gegen diesen JÖiann Stellung zu nehmen, weil er sich den bei ihm verkehrenden Schmieden gegenüber in durchaus ungehöriger Weise benahm. Damals wurde beschlossen, den Konsuln von Speisen und Getränken bei dem notwendigen Verkehr auf der Herberge zu vermeiden. Der Wirt ließ sich aber durchaus nicht eines Besseren belehren, sondern glaubte, gestützt auf die Innung, noch mehr auftrumpfen zu sollen. Das bot der Branchenkommission Veranlassung, Beschwerde bei der Gewerbe- dcputation über da- Verhalten des Herbergswirts zu führen. Leider nützte dies lvenig und deshalb schlug die Kommission vor, den Boykott noch schärfer durchzuführen. Sämtliche Diskussionsredner vertraten den gleichen Standpunkt. Dementsprechend wurde ein- mütig abgestimmt. Kleines feuilleron. Heldcnlyrit.„Deutsche Ruhmesschilder und Ehrentafeln" heißt ein Buch, das in einem Heidelberger Verlag erschienen ist.„Eine Galerie deutscher Männer in Reimen, ein wunderbarer Weiser deutschen Leben-.' In Wirklichkeit ein Lachkabinett. Ein Jahrmarkts- museum grotesker Hurrapathetik. Eine Renommierbude, in der eS von falschem Glanz und ledernem Schwulste strotzt. Ein» von den knalligen RuhmeSichildern soll hier niedriger gehängt werden. Es kniet:... Deutschland, wenn deine Feinde dräuen, ström' an die Gruft deines toten Leuen und hol' ibn du zu Friedrichsruh aus der Totenruh' und setze, mit Helm und Harnisch bewehrt, Bismarck auf ein gepanzertes Pferd und führ' ihn in die Feldschlacht mit, wie die Spanier den Leichnam des großen Cid I Wenn sie die buschigen Augenbrauen, die siachlichlen, unter dem Stahlhelm schauen, scheucht Entsetzen und Grauen ihr stiebend Heer hinter sich in das Nordermeer... Bleibt nur die bange Frage: ob der tote Leu die Knochen, die nur mehr von ihm da siii\ für seine großmäuligen Nachsahren zu Markte reuen würde. Doch Scherz beiseile. Der Vorschlag ist ernst- hast und zeitgemäß. Woiu noch länger rüsten gegen Feinde, die der Anblick eines schon toten Löwen in panisch entsetzte Raserei hinein- Kew- als ob Leipziger Schutzmannshelme auf ihren Scheiteln witzplen? Es ist zum Brüllen! (sin Rat für Taufende. Im„Roland", der Monatsschrift für freiheitliche Erziehung in Haus und Schule(Alfred Janssen Verlag, Hamburg! teilt Heinrich Scharrelmann folgenden Elternbrief mit: Gestern ist der Junge wieder fürchterlich verhauen worden. Er' hatte da- ganze Gesäß voll blauer Striemen. Fast in jeder ZBoAc kommt sowas vor. Was soll ich machen?— Ich glaube sicher daß der Jung« in der Schule gar nicht verstanden wird. Schlufr-mfeiien begeht er nicht, dann würde ich auch nichts davon sagen" iL mi ja oft träumerisch und versonnen, das will ich zu- geben und glaub«, auch wohl, daß das dem Lehrer nicht lieb ist. Aber �Schar�lnmnn? Antwort lautet: Sehr geehrter Herr! Wenn Sie die gros,, �„zahl Briefe sähen, die alle ähnl'chen Inhalts sind wie der Jhriae aus dem ich hier ein Stücklcin abdrucke, dann würden Sie beardfen daß derartige Klagen der Eltern über eme falsche oder ungerechte Behandlung ihrer Kinder in der Schule häufig sind wie Sand am Meere. Das einzige, was ich Ihnen raten kann, ist zum Lehrer Ihres ck«ngen zu gehen und sich zunächst genau zu orientieren, warum diese Prügelstrafen über das Kind verhängt worden sind. Wahr- scheinlich patzt Ihr Sohn während des Unterrichts nicht auf, spielt oder macht irgendwelche anderen Dummheiten. Daß ich es für ganz verkehrt halte, Kinder lvegen derartiger Veranlagungen zu schlagen, brauche ich Ihnen wohl kaum zu betonen. Wenn der Junge nichts Schwereres auf dem Äerbholze hat, dann würde ich mir eine derartige Behandlung ganz energisch verbitten. Der be- treffende Lehrer mutz ein elender Stümper sein, wenn er keine anderen Mittel weiß, um träumerische oder spielerische Kinder zu erziehen. Schläge nützen in solchen Fällen gar nichts; im Gegenteil, sie vcrstockcn das Kind nur noch mehr und machen es schließlich verschlossen und einsiedlerisch. Nützt Ihr Besuch beim Lehrer nichts, wenden Sic sich getrost an die Leitung der Schule. Schlimmstenfalls können Sie ja de» Jungen in eine andere Schule schicken. Ich weiß wohl, daß es für Eltern sehr schwierig ist, gegen die Schute oder einen ihrer Lehrer Sturm zu laufen. Es liegt ja fast ausnahmslos nur an der Unfähigkeil der Lehrer, auf andere und bessere Weise das Interesse der Kinder für den Unterricht zu wecken. In allen diesen Fällen mutz das Haus büßen, was der Staat in der Bor- bildung der Lehrer für ihr Amt gesündigt hat. Ein Druckfehler. Alexander III. von Rußland pflegte bekannt« sich zu sagen, in seinem Reiche stehle alles, mit Ausnahme des Zaren. Was den Zaren anging, war Alexander III. bei diesem Urteil Partei. Aber man wird an jenes Wort erinnert durch eine Notiz folgenden Wortlauts, die durch die bürgerliche Presse läuft: Der russische Kriegsminister General Suckomlinow hat bei der Durchreise durch Wilna«in peinliches Abenteuer erlebt. Während des zweistündigen Aufenthalts in der Stadt besichtigte er das alte Duchowkloster. O b g l e i ch sich j» seiner Begleitung die Generalität und die Polizei befand, wurde dem Kriegsminister sein Portemonnaie mit fünfhundert Mark gestohlen. Der Dieb ist nickt ermittelt worden. Natürlich ist die Notiz durch einen Druckfehler gröblich, ganz gröblich entstellt worden, denn es muß. wie feder Leser ganz von selbst berichtigt, heißen: Weil sich in seiner Begleitung die Generalität und die Polizei befand.... Namentlich die Polizei! Fürsten als Aussichtsräte. In einem Inserat der„Boss. Zeitung' wird einem älteren inaktiven Offizier oder einem Fürsten eine Stellung als Aufsichtsrat in einer ersten Jndustriegesellschaft angeboten. Das Inserat spricht in diesem Fall nur von einem inaktiven Offtzler, liu�t aber von inaktiven Fürsten. In den Zeitungen der Zukunft werden sich vielleicht Annoncen finden, in denen inaktive Fürsten sich um industrielle Stellungen bewerben. Wir halten es wenigstens für sehr möglich, daß die geschichtliche Entwickelung mehr als einen Fürsten in den unfreiwilligen Ruhestand versetzen wird. Die Frage ist nun. ob die Herren für da« Kapital dann»och den Dekorationswert besitzen, der sie heute gelegentlich zu einer sehr begehrten Ware macht. Am Ende würde die schnöde Geschäftswelt gar auf den korrupten Gedanken kommen, wirkliche Leistungen von ihnen zu verlangen.- Und dann blickten wir sehr trübe in die stustliche Zukunft. Notizen. — Deutsche Arbeitersängerfahrt»a ch Paris. Der Arbeitergefangverein„Freiheit" zu Düsseldorf(Mitglied des deutschen Arbeitersängerbundes) veranstaltet Ostern 1914 eine Sänger- fahrt nach Paris. Die Pariser deutsch-sozialistischen Korporationen und der französische Partcivorstand bemühen sich um das Unternehmen und laden zn zahlreicher Teilnahme ein, die jedem Genossen freisteht. Außerordeniliche Ermäßigungen der Kosten sind gesichert. Der Aufenthalt in Paris soll vier Tage dauern. Das Programm wird gegen Einsendung von 10 Pf. in Briefmarken von Düsseldorf, Kölner Str. 84, aus zugeschickt. — Kun st abend. Die Neue freie Volksbuhne veranstaltet am Sonntag, den 30. November, in der Aula des Friedrichsgymnasium einen Richard-Dehmel-Abend zur Feier des 80. Geburtstages des Dichters, bei dem Julius Bab, Ludwig Hartan und Marie Fuchs mitwirken werden. — Ein Bund derBuchkünstler. In München haben sich die namhaftesten'dort ansässigen Buchkünstlcr zu einem Bund Mün- chener Buchkünstler zusammengeschloffen. Dem Bund gehören bis jetzt an: F. H. Ehmcke, Thomas Theodor Heine, Otto Hupp, Dr. Emil Preetorius, Paul Renner. Auch der eben verstorbene Ignatius Taschner wollte dazu gehören. — DerParlamentsschläfer. Eswarsti einer Sitzung des englischen Parlaments, so erzählt eine Londoner Wochenschrift in der Lord North, sonst als Schläfer berühmt, einmal nicht schlief. Ein langatmiger Redner griff ihn heftig an und rief ihm zu:„Auch jetzt, wo so laute Stimmen des Protestes gegen ihn er- hoben werden, macht der edle Lord sein Schläfchen!"„Beim Himmel, ich wünschte, es wäre so!" erwiderte Lord North. — Vorträge. Ueber die Entwickelung d e r g r a p h i« schen Künste und des Buchgewerbes und über die Jnter- nationale Buchgewerbeausstellung Leipzig 1914 wird am Sonnabend. den 29. November, abends 8'/a Uhr. im Papierhaus der technische Direktor der Ausstellung. Baurat Dr. Nicolaus, einen Lichtbilder- Vortrag halten. Eintritt frei. - D e r S e e l e n s ch m e r z d e r D e v 0 t e n. Die Zeitschrift „Automobilwelt~ Flugwelt" vermerkt mit Grimm, daß Pegoud in Frankfurt a. M. in der Unterhaltung mit sürstlichen Personen mit den Händen in den Hoientaschen und der Zigarette im Munde da- gestanden habe, und kreidet es besagten Fürstlichkeiten an. daß sie lich s ruhig gefallen'ließen. Sie fragt, was sie wohl gesagt hoben würden, wenn das ein Deutscher gemacht härte. Welch überflüssige Frage l Dergleichen könnte ihm niemals passieren. Er würde viel» mehr nicht nur ine Hände, sonder»«uch das Rückgrat«««t un- naturliche Haltung versetzen. Keine Lohn- und Teuerungszulage bei der Große» Berliuer Straßenbahn. Am Mittwoch tagte im Verwaltungsgebände der„Großen Berliner" die diesjährige Herbstkonferenz der Direktion mit den Ver trauensmännern der Angestellten. Im Vordergrund der Verhand- lungen stand das Verlangen nach Regelung der Lohnverhältnisse. Die dahinzielenden Wünsche erscheinen im Angesicht der Wirtschaft« lichen Lage und der bestehenden Teuerung wohl gerechtfertigt. Die Forderungen mußten bis zum 22. des Monats schriftlich bei der Direktion eingereicht werden. Sie hatten, soweit dieselben von den organisierten Vertrauensleuten vertreten wurden, folgenden Wortlaut: Betrifft Wünsche des Fahrpersonals. 1. Regelung de» Lohnes. Anfangslohn.... 110,— M. pro Monat Im 2. Jahr.... 115—„, „ 3,„.... 117,50„„„ „ 1.„.... 120,„ ,,„ , 5.„.... 122,50„„„ „ 6,„.... 125,„„„ „ 7,„.«•. 127,50„„„ q lari_ ff V.„•••• ff„ ff „ 9,„.•«■ 132,50„„„ „ 10,„•••. 135,„„„ „ 11.„.... 137,50,„„ ,12...... 140-„. „13.„.... 142,50„„„ „ 14,„•••• 145,„„„ , 15.„.... 147,50„,„ „ 16,„.... 150,„„„ 8. Die Fahrzulage beträgt für alle Fahrer 80 Pf. pro Tag. 3. Heberst unden werden mit 75 Pf. bezahlt. 4. Das Ersatzpersonal erhält drei bezahlte freie Tage im Monat. Aehnliche Wünsche wurden auch von den Vertrauensmännern des Augestelltenvereins vertreten. Die Direktion lehnte alle diese Wünsche, soweit es sich um eine Erhöhung der Bezüge handelte, glatt weg ab mit der Begründung, die Fleisch« und Getreide- preise seien bei einer Anzahl von Sorten seit dem Jahre 1911 be- deutend gefallen. Die Direktion erklärte ferner, daß die Angestellten Löhne bezögen, mit denen sie auskommen könnten. Es sei deshalb jede Debatte überflüssig! Ebenso erging es dem Antrag um Erhöhung der Weihnackts- gratifikation. Es wurde beantragt, daß dieselbe in derselben Höbe wie im Vorjahr bewilligt würde. Aber auch hierzu liegt nach der Ansicht der Direktion kein Anlaß vor und die Vertreter des Personals konnten um eine Enttäuschung reicher abziehen. Was sonst noch behandelt wurde, war belanglos. Wo Abhilfe zugesagt wurde, handell es sich lediglich um Form- fachen und die Zusage kostet die Verwaltung keinen Pfennig. Hoffentlich werden die Straßenbahner aus diesem Vorgang die nötigen Lehren ziehen._ Die Marmorarbeiter beschloffen av> Mittwoch, den am 1. März 1914 ablaufenden Tarif zu kündigen. Es soll versucht werden, die Löhne zu erhöhen und die Arbeitszeit zu verkürzen, damit eine Gleichmäßigkeit in den Lohn- und Arbeitsverhälmiffen der Marmor- arbeiter und der Sandsteinarbeiter erzielt werde. Der Mindestlohn der Sandsteinmetzen beträgt 90 Pf. pro Stunde, während der Mindest- lohn der Marmorsteinmetzen sich nur auf 80 Pf. beläuft. Auch die Arbeitszeit ist verschieden. Auf manchen Arbeitsstellen herrscht schon der Achtstundentag, Dem will man allgemein näherzukommen suchen. Auch hinsichtlich der Fahrgeldvergütung sollen Verbesserungen erzielt werden. Bei den Forderungen sollen nicht nur die Arbeits- verhältniffe der Steinmetzen, sondem auch die der Schleifer berück- sichtigt werden. Man rechnet mit der Möglichkeit, daß sich bis zum Frühjahr die Konjunktur derart gebessert haben kann, daß die Tarifbewegung Aussicht auf Erfolg bietet. Derrtlcbes Reich. Ohne Zuchthausgesetz! Wegen der Sireikkrawa.lle, die während des 32 wöchigen Streiks der Bauarbeiter in Stolp i. Pommern sich ereigneten, sind im ganzen 45 Streikende in 62 Fällen angeklagt worden. Bisher wurden 61 Fälle vor den Gerichten erledigt, bei denen über die Beteiligten zwei Jahre Zuchthaus, sieben Jahre und elf Monate Gefängnis, drei Jahre Ehrverlust und 336 Mark Geldstrafe verhängt worden sind. So arbeitet die Justiz in unserem Klassenstaat l Die Urteile in ihrem Gesamtergebnis reizen ganz besonders zu Vergleichen mit Gerichtsverhandlungen an, in denen arbeitswillige Totschläger die Angeklagten bildeten. Diese, die ohne sichtliche Veranlassung ein Menschenleben vernichteten, werden— wie in dem Stettiner Fall— freigesprochen, Streikende werden, wenn es sich nur um eine Körper- Verletzung handelt, ins Zuchthaus gesteckt. Das find die„vollendeten Rechtsgarantien", unter denen die Arbeiter in Deutschland leben und die dadurch erweitert werden sollen, daß den Arbeitern ein neues Zuchthausgesetz beschieden werden soll, zum Schutze der arbeitswilligen Staatsstützen. Di« Feitsterpuber von Saarbrücken befinden sich in einer Lohnbewegung. Die Unternehmer versuchen schon jetzt, von überall- her Streikbrecher zu bekommen. Ein Kampf ist nicht ausgeschlossen. Der Zuzug ist streng fernzuhalten. Tarifbewegung der Fabrikschuhwacher. In München haben die Schuhmachergehilfen die im Jahre 1910 mit den Schuhfabriken sim Ring und außerhalb des Ringes stehende Fabrikanten) ab- geschlossenen Tarifverträge gekündigt. Die zuständige Organi- satton, der Verband deutscher Schuhmacher, hat die von einer Ver- sammlung ausgestellten Forderungen den Unternehmern bereits unterbreitet.___ Stadtverordneten■ Versammlung. 3 4. Sitzung vom Donnerstag, den 27. November 1913, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Michelet eröffnet die Verhandlungen nach 5% Uhr. Ueber die Maaiftratsvorschläge wegen Regelung der Ä n g c- st e l lte n v er s i ch er u n g der im Wege des Privatdienst- Vertrages beschäftigten städtischen Angestellten hat am 11. d. M. ein Ausschuß beraten. Der Magistratsantrag ging dahin, die ge- nannte Angestelltentategorie nach dein Reichsgesetz mtt der Maß- oabe zu versichern, daß die Stadt nur die ihr gesetzlich obliegende �ablunasverpflichtung der Hälfte der Beiträge übernimmt. Ein Antrag Arons u. Gen.(Soz.). die gesamten Versicherungsbeiträge nur die' Stadtgemeinde zu übernehmen, war dem Ausschüsse mit überwiesen worden. Petittonen gleichen Inhalts sind inzwischen von der Vereinigung stadtlscher Architekten, Jiigemeure und Tech- nifpr und vom Verein der Angeitellten der amtlrchen Mikrosko vischen Trichinenschau eingegangen. Der Ausschuß hat den Antrag AronZ gegen 4 Stimmen abgelehnt, dagegen mit 7 gegen 5 Stimmen SrXrjo anaenommen, wonach die Stadt d,e Arbeitgeber- ASn nnb den betr. Angestellten-ine Gehalts- Wng w Kst der von ihnen Angeftelltenbetträge rückioirkend vom 1. Januar 1913 gewähren soll. Berichterstatter ist der Stadtv. Bamberg(A. L.). Der Vorsteher bringt ein Schreiben des Magistrats zur Kenntnis der Versammlung, wonach die bezügliche Vorlage zurückgezogen wird. Die Beratung über den Gegenstand entfällt damit. Mit dem Magistratsborschlag, von der A. E. G. die Anlage eines Untergrundbahnhofes in der Neuen Frie- d�r i ch st r a ß e an der Kreuzung mit der S t r a l a u e r Straße zu verlangen, falls der wegen Verbreiterung der Neu eu F r i ed r i ch st r a ß c und Durchlcgung der Vol- tairestraße abgeschlossene Vertrag betr. den Erwerb von Straßenland von den Grundstücken Neue Friedrichstraße 5— 11 die Genehmigung des Finanzministers findet, hat sich der eingesetzte Sonderausschuß einverstanden erklärt. In einer Resolution soll daneben der dringende Wunsch ausgesprochen werden, daß die beiden zu beiden Seiten der neuen Voltairestraße befind- lichen Quergebäude der alten Kaserne, Neue Friedrichstr. 5— 8, die in hygienischer und sozialer Beziehittig zu den schwer st en Bedenken Anlaß geben, möglich st bald vom Fiskus beseitigt werden. Nachdem Referent Stadtv. I a c o b i(A. L.) die Ausschußvor- schlage empfohlen hat, gelangen diese ohne Diskussion zur An- nähme. Am 11. November ist von den Stadtvv. Dr. Arons u. Gen. (Soz.) der Antrag eingebracht worden: „Den Magistrat zu ersuchen, der Versammlung in einer Vorlage zur Kenntnisnahme genaue Unterlagen über die bisherigen Ergebnisse und Wirkungen der Lustbarkeitsstcuer vom 8. März 1913 mitzuteilen." Stadtv. Heimann(Soz.): Unser Antrag bedarf keiner näheren Begründung; er spricht für sich selbst. Zu Beginn des Jahres ist nach langen Kämpfen eine Steuerordnung beschlossen worden, welche im Gegensatz zu ihrem bescheidenen Titel eine allgemeine Lustbarkeitssteuer ist, weil sie nur die Theater und Konzerte nicht trifft, die man aus den bekannten Gründen herauslassen mußte. Der Magistrat und die Mehrheit haben sich von dem Grundsatz leiten lassen: wir nehmen da Geld, wo wir es kriegen, und man beschloß noch_ im letzten Augenblick Steuersätze von ganz exorbitanter Höhe. Wir haben unablässig vor einer solchen Steuer gewarnt. Die Abwälzungsmöglichkeit, die der Magistrat für ge- geben ansah, ist von uns stets bestritten worden, und die Erfahrung scheint uns durchaus recht zu geben. Dasselbe gilt von der Auf- fassung, daß die Steuer ohne Beeiitträchtigung der Rentabilität von den Unternehmern toerde getragen werden können. Auch meine Iveitcren damaligen Voraussagungen sind eingetroffen: das„Herrn- feld-Theater", die„Folics Caprice" und das„Mctropol-Theater" sind völlig ans der Steuer heraus: dagegen soll nun eine große Anzahl anderer Unternehmungen, die sich der Steuer nicht ent- ziehen konnten, in ihrer Existenzfähigkeit gefährdet und bedroht sein. Die großen Zirkusunternehmungen, auf die Berlin stolz zu sein allen Grund hätte, sollen sich mit der Absicht tragen, Berlin entweder ganz zu meiden oder sich gänzlich umzugestalten. Schließ- lich hatten wir damals gebeten, die Steuer wenigstens nicht sofort in Kraft zu setzen, sondern den Unternehmern eine angemessene Frist zu gewähren, damit sie sich darauf einrichten könnten. Aber nichts davon; die Mehrheit ist in einer Weise verfahren, die ich nicht kennzeichnen möchte, weil ich mir nicht gern einen Ordnungs- ruf vom Vorsteher zuziehe. Viele Unternehmer und ihre Angestellten werden nicht nur in ihrer Existenz gefährdet, sondern es werden auch die breiten, unbemittelten Massen der Berliner Bc- volkerung in Mitleidenschaft gezogen. Diese bedürfen bei der Un- rast des heutigen Lebens gelegentlich einer kleiilen Zerstreuung und Ausspannung, und dieses notwendige Lebensbedürfnis wird ihnen durch die Steuer ganz bedeutend verkümmert. Als ich seiner- zeit darauf hinwies, daß schgn die bloße Absicht des Erlasses einer solchen Steuer eine ganz ungewöhnliche Erregung hervorgerufen habe, meinte man, die Wogen würden sich schon glätten, wenn die Steuer nur erst einige Monate in Kraft sei. Sie ist jetzt sieben Monate in Kraft, und die Wogen haben sich nicht geglättet; die Erregung wächst, und zwar in den Kreisen, die der bürgerlichen Mehrheit weit näher stehen als uns; die bürgerliche Presse ist voll von Zuschriften und Erörterungen dieser Art. Die Versammlung hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, sich tunlichst schnell über die Wirkungen einer kommunalen Maßnahme zu orientieren, und so haben wir geglaubt, mit der Einbringung des Antrages nicht länger zögern zu sollen. Wir verlangen authentisches Material über die bisherigen Ergebnisse und Wirkungen dieser Steuer, ein Material, an dem den Freunden der Steuer so viel gelegen sein muß wie uns. Ueber die daraus zu ziehenden Schlüsse werden wir uns ein andermal zu unterhalten haben. Die beteiligten Minister des Innern und der Finanzen haben die Steuerordnung zunächst nur für zwei Jahre genehmigt; geht die Erregung weiter, dann ist es-durchaus nicht ausgeschlossen, daß nachher die Ver- längerung der Genehmigung versagt wird. Wir möchten der Stadt- gemeinde die Möglichkeit ersparen, daß eventuell die Minister als Retter der Bürgerschaft vor ihr nachteiligen städtischen Maßnahmen erscheinen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Kämmerer Dr. Büß: Ich widerstehe der Versuchung, den zum �.eil weitgehenden Uebertreibungen des Vorredners entgegenzutreten.(Unruhe bei den Sozialdemokraten. Stadtv. Hoff- m a n n: Sie sind doch hier nicht bei den Schöneberger Bauern! Große Heiterkeit.) Aber ich will mitteilen,>»as sich aus der bis- herigen Praxis ergeben hat. Ein Teil der Unternehmungen, die der Kino st euer unterliegen, zeigt in der Tat einen Rückgang in seinen Besuchsziffern, der aber, wenn überhaupt, nur zum ge- ringen Teil auf die Einführung der Steuer zu schieben ist. Viel- mehr ist als allgemeine Ursache.die rückläufige Konp junktur unseres Wirtschaftslebens anzusprechen. die zufällig gerade vom April d. I. besonders deutlich in die Er- scheinung getreten ist. Auf die Kinos hat das von der Polizei ausgegangene Verbot des Besuchs durch Kinder unter 6 Jahren und die Einschränkung für Personen von 6 bis 16 Jahren an- scheinend eine recht nachteilige Wirkung gehabi. Ganz besonders aber hat die unbekümmert um die Steuer steigende Konkurrenz eine Rolle gespielt. 7 große Kinotheater sind seit April d. I. er� öffnet worden, außerdem 16 mittlere und kleine. Ein- gegangen sind 33, von denen aber 20 überhaupt nicht steuerpflichtig waren. Das Angebot der Plätze ist um rund 4000 gestiegen; 11000 sind eingegangen, 15 000 neu entstanden. Wir haben entschieden eine Ueberproduktion an Äinotheater», übrigens nicht nur in Berlin, sondern auch in den Vororten. Obendrein zeigt sich beim Publikum schon eine gewisse Kinomüdigkeit, welche durch die zum Teil hohen Eintrittspreise gefördert wird und in steigendem Maße den Spiellheatern zugute kommt. Von einer nachteiligen Wirkung der neuen Steuer kann bei den Kinematho- graphentheatern. soweit man heute ein Urteil haben kann, gar keine Rede sein.(Der Vorsteher ersucht wiederholt, die Unterbrechungen zu unterlassen.) Auf die Varietes hat neben dem allgemeinen wirtschaftlichen Rückgang die Konkurrenz der Kinos ungünstig eingewirkt. Bei einem bedeutenden Variete hat außerdem eine durch einen Umbau und andere Verhältnisse der-, anlaßtc starke Erhöhung der Eintrittspreise einen nachteiligen Einfluß ausgeübt. Es ist aber möglich, daß die für die teuren Plätze allerdings fühlbare Steuer bei den Varietes mit beigetragen hat zu den weniger günstigen Geschäftsergebnissen dieser Unter- nehmungen in der letzten Zeit. Ob diese vielleicht zu beobachtende Wirkung von Dauer sein wird, ist eine andere Frage, die heule niemand beantworten kann. Der Besuch der Zirkusse läßt nach, ob infolge der Kinosteuer, ist mehr als zweifelhaft. Tie Zirkusse haben offenbar ganz besonders unter dem Wettbewerb der Kinos zu leiden. Hierzu kommen aber beim Zirkus Busch besondere Maßnahmen, die das Publikum als Praiserhöhungen empfindet Auch beim Zirkus kann eS sein, daß die teueren Plätze eine Abwanderung erkennen lassen. Auch hier aber weiß man nicht wie lange sie andauern wird. Die Tanzbelustigungen gedeihen trotz der Steuer weiter, solveit sie nicht auch durch den Rückgang des Wirtschaftslebens in Mitleidenschaft gezogen werden. Ebenso die Kabaretts. Eine Reihe von Betrieben hat es verstanden, sich der Steuer borläufig zu entziehen. Ter Magistrat wird zu geeigneter Zeit prüfen, wie dem entgegenzutreten ist. Der Ertrag scheint trotzdem nicht ungünstig werden zu wollen, wenn er auch vielleicht oder wahrscheinlich nicht alle Hoff» n u n g e n erfüllen wird. Es ist aber, das betone ich, nicht angängig, nach sechs- bis siebennionatigem Bestehen einer Steuer überhaupt ernsthaft von ihren Ergebnissen und Wirkungen zu reden. Stadtv. Sonnenfcld(A. L.): Nach diesen Ausführungen sind die Antragsteller vielleicht befriedigt.(Stadtv. Hoffmann: Den Witz haben Sie schon vorgestern beraten! Borsteher Michelet: Herr Hoffmann, ich muß Sie bitten, die Zwischenrufe zu unter- lassen. Stadtv. Hoffmann: Herr Vorsteher, regen Sie sich doch nicht aus, Zwischenrufe sind doch parlamentarisch immer zu- lässig. Vorsteher: Ich muß mir diesen freundlichen Rat ent- schieden verbitten.) Ihre(zu den Sozialdemokraten) Aufregung trat schon vorhin zutage, als es der Kämmerer wagte, Herrn Hei- mann Uebertreibungen vorzuwerfen.(Große Unruhe bei den Sozialdemokraten. Rufe: Offizialverteidiger!) Die Behauptung des Kollegen Heimann, daß das Verhalten der Mehrheit sich parla- mentarisch überhaupt nicht kennzeichnen lasse, hätte eine viel energischere Zurückweisung verdient. Eine Seite, die es fertig bringt, Zwischenrufe zu machen wie:„Sie sind doch hier nicht bei den Schöneberger Bauern!", hat kein Recht, sich über die ihr zuteil werdende Behandlung zu beklagen. Dieser Zuruf bedeutet nichls als eine Herabsetzung des Parlamentes, aus dem der Kämmerer Böß hergekommen ist.(Der Vorsteher rügt diese Bemerkung.) Ich bin ganz der Meinung des Vorstehers, daß sich Herr Hofsmann gar nichts dabei gedacht hat.— Bei der Lustbar- keitssteuer handelt es sich um eine Saisonsteuer, und die Saison dafür hat eben erst begonnen. Das Reichsballen-Theater hat seine Jahrespacht von 80 000 M. auf 180 000 M. erhöht; ist das ein Beweis für Steuerschwäche oder für Steuerkraft? Der Zirkus Busch und das Reichshallen-Theater haben ihre billigsten Plätze zum Teil ganz erheblich verteuert; hat dann eine Abwanderung stattgefunden, so soll man nicht die Steuer dafür verantwortlich machen. Erst etwa nach Jahresfrist wird eine Uebersicht, wie sie der Antrag verlangt, zu geben sein. Der Antrag kann die Unruhe und Erregung in der Bevölkerung nur künstlich vermehren; wir lehnen ihn daher einstimmig ab. Stadtv. Feuerstein(N. L.): Die Erregung ist vor- Händen und braucht nicht im geringsten künstlich geschürt zu werden. Die Steuer hat sich als eine große Ungerechtigkeit er- wiesen. Der Kämmerer verweist aus die Zunahme der Plätze; ja sind denn diese Plätze auch alle besetzt? Warum begnügt man sich nicht mit 10, 15 und 20 Pf., w« in München? Hoffentlich erfahren wir wenigstens nach Jahresfrist die Wahrheit über den Stand der Dinge. Stadtv. Mommsen(Fr. Fr.): Der richtige Zeitpunkt sür den Antrag fft in der Tat noch nicht gekommen; eine gewisse Probezeit hat jede neue Steuer nötig. Für die gegebenen Daten müssen wir dem Kämmerer dankbar sein. Festgestellt ist bereits, daß auch hier die Unternehmer die Steuer zu einer erheblichen Verteuerung ihrer Preise benutzt haben, ein bekanntes Manöver, das nur dazu führen kann, von dieser Seite ausgehende Petitionen einfach in den Papierkorb zu werfen. Der Antrag ist höchstens dazu angetan, bei den Interessenten falsche Hoffnungen zu erwecken; wir lehnen ihn einfach ab. Stadtv. Max Schulz(N. L.): Dem Antrag Arons gegenüber sei viel Lärm um nichts gemacht worden, denn dieser Antrag sei doch ganz objektiv und neutral. Der Oberbürgermeister habe sich in den Konferenzen mit den Interessenten auch auf den Stand- puntt des Antrages gestM; fast einstimmig werde ihn die Neue Linke annehmen. Stadtv. Zudeil(Soz.): Ei, ei, Herr Kämmerer, jetzt soll es also die rückläufige Konjunktur sein! Bei der Arbeits- losenfrage ist sie es nach Ihrer Meinung nicht, da liegt es in den Verhältnissen! Selbstverständlich läßt bei wirtschaftlichem Niedergang der Fremdenzufluß nach; um sö schlimmer aber ist es, in solchen Zeiten neue Steuern zu be- schließen. Neue Steuern bedingen Einschränkungen der Kon- sumenten, auf der anderen Seite werden Preiserhöhungen ver- sucht, das ist ein ganz gewöhnlicher Vorgang. Was dieser Kämme- rer, den wir jetzt haben, erst einmal zwischen seinen Zähnen hat, wird so leicht nicht wieder freigegeben; wie es den Steuerzahlern dabei geht, ist ihm so gleichgültig wie möglich. Herr Sonnenfeld, sozialpolitisch der Rückständigsten einer in dieser Versammlung, führte die Pacht st eigerung für das Reichshallen- Theater an; diese Steigerung ist vor Zustandekommen der Steuer erfolgt. An die Angestellten dieser Unternehmungen denken die Herren Böß und Sonnenfeld überhaupt nicht. Es wird hier gehen lote mjt der Fahrkartensteuer, mit der der Fiskus auch sehr trübselige Erfahrungen gemacht hat. Auch an die von Ihnen be- schlossene Biersteuer hat sich bereits ein wahrer Rattenkönig von Prozessen angeschlossen; und Ihre(zu der Mehrheit) Wähler aus den davon betroffenen Kreisen sind diesmal entweder der Wahl ferngeblieben oder haben gegen Sie gewählt. Wir werden gegen diese Steuer anzugehen nicht müde werden; da werden Sie uns nun einmal nicht bes. Stadtv. Heimann: Heute habe ich wieder gesehen, was wir für unverbesserliche Optimisten sind.(Unruhe.) Ich hätte nicht sür möglich gehalten, daß dieser objektive Antrag, den ich so objektiv wie irgend möglich begründet habe, hier eine derartige Aufnahme finden würde. Ich habe keine einzige positive Behauptung aus- gestellt, sondern immer hypothetisch und bedingt erklärt:„Wir hören, es soll so sein." Darum verlange ich Informationen; darum muß ich auch der Behauptung des Kämmerers, ich hätte übertrieben, aufs entschiedenste entgegentreten. In weiten Kreisen der Be- völkerung. zumal den bürgerlichen Kreisen, herrscht eine große Er- regung über diese Steuer; diese Behauptung habe ich mir auch nur in bedingter Form zu eigen gemacht; aber ich konstatiere die Tat- fache, daß diese ganze Steuer von etwa 6— 8 Unternehmern getragen wird. Das wäre eine Sondersteuer, die überhaupt nicht zulässig ist; darum haben wir das Material verlangt. Die Theorie der„rückläufigen Konjunktur" hat schon Zubcil treffend zurück- gewiesen. Wenn aber Kollege Mommsen sagt, die Erregung sei durch unseren Antrag hervorgerufen worden, so ist�das doch wirklich eine starke Uebertreibung. Der Antrag ist zehn Tage alt, die Er- regung aber schon Monate und Monate. Zwei der grötzlen Unter- nehmer pflegen sehr ernsthast Erwägungen, ihre Unternehmungen anderen Zwecken dienstbar zu machen und in die Vororte zu gehen. Der Magistrat bat Material, ich weiß d, glaube ich, würden sich eine derartige Behandlung nicht haben gefallen lassen. Vorsteher Michrlet: Von einem unzulänglichen Verhalten oder Verfahren des Kämmerers habe ich absolut nichts gehört und muß diese�Bchmiptung auf das Entschiedenste zurückweisen. «tadtv. Zubeil: Ich lehne es ab, mit Herrn Sonnenfeld in Konturrenz zu treten.(Gelächter bei der Mehrheit.) In namentlicher Abstimmung wird der Antrag Arons mit 60 gegen öl Stimmen abgelehnt. Schluß der öffentlichen Sitzung 9L8 Uhr. Soziales. Aus dem Gewcrbegericht. Kammer 5. Kammer ö, Vors.: Magistratsrat Dr. Wölbling. 1. Gehilfe oder Werkmeister? Ein Werkmeister Dräger forderte gestern von der Firma Krüger u. Friedeberg Lohnentschädigung für 6 Wochen in Höhe von 138 M. wegen plötzlicher Entlassung. Kläger war ursprünglich als Monteur auf Stücklohn eingestellt. Später bekam er festen Wochenlohn, hatte die Arbeiter seiner Ab- tcilung zu beaufsichtigen, mußte Arbeiten ausgeben und abnehmen, Arbeiter unterweisen, Lohnbücher führen und lchte auch in einigen Fällen Arbeiter eingestellt bezw. entlasse». Während eines Wech- sels in der Betriebsleitung ivar er, wie der Chef zugab, der ein- zige, aus den sich der Ehef stützen konnte. Der Kläger war mithin allmählich in die Funktion eines Werkmeisters hineingewachsen. Ter neue Betriebsleiter bezeichnete ihn auch als solchen, obwohl eine förmliche Vorstellung unterblieb. Demnach lvar der Anspruch aus eine sechswöchige Künoigungsfrift an sich berechtigt gewesen. Die- vom Chef als Gründe zur sofortigen Entlassung auf- gestellten Behauptungen wurden durch die Beweisaufnahme lvider- legt. Leider ließ er sich bewegen, einen Vergleich in Höhe von nur 30 M. einzugehen. Charakteristisch ist bei derartigen, mehrfach schon verhandelten Meisterklagen, oaß sich die Firmen sehr gern die erhöhten Lei- Hungen ihrer befähigten Angestellten gefallen lassen, wenn es aber an das Zahlen geht, alles aufbieten, die völlige llnbraucki barkeit des Betreffenden darzutun. 2. Stmulationsriecherei. Ein Zeichner der Firma Flohr forderte für 9 Krankheitstagc Bezahlung mit. 37,50 M. _35cnt Kläger war gekündigt. Er erkrankte an Schtvindel- anfüllen und Kopfschmerz, blieb von der Arbeit weg und teilte der Firma den Gruna mit. Drei Tage später erhielt er einen Medizin- schein zugesendet. Inzwischen hatte sich sein Zustand soweit ge- bessert, daß er hoffen durfte, in den nächsten Tagen wieder arbeitsfähig zu sein. Deshalb unterließ er es, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Es trat jedoch ein Rückfall ein; erst nach 9 Tagen konnte er zur Arbeit erscheinen. Seine Logislvirtin bestätigte, daß er während der 9 Tage zu Bett gelegen hat. Der Vertreter der Beklagten bezweifelte dennoch das Vorliegen einer Krankheit und meinte, wozu zahlt denn der Unternehmer die Krankenkassenbciträge, wenn er auch in Krankheitsfällen den Lohn weiterzahlen soll? Das Gericht kam zu einer Verurteilung dem Klageantrag cnt- sprechend. Es sei nicht zu verlangen, daß einer wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt laufe. Kläger habe sich zudem entschuldigt. Wurden Zweifel in seine Krankheit gesetzt, Dann mußte ihm das zu verstehen gegeben werden, damit er noch während seiner Krankheit von einem Arzt eine Bescheinigung erhalten tonnte. Lohnaufrechnung. Das Reichsgericht hat in einer neuerdings veröffentlichten Eni- scheidung wiederum, dem Wortlaut und Sinn des Gesetzes cnt- sprechend, entschieden, daß in der angeblichen Geltendmachung eines Zurückbehaltungsrechts wegen einer fälligen Geldforderung gegen- über einer fälligen Lohnforderung in Wahrheit regelmäßig eine Aufrechnungserklärung liegt, die den Beschränkungen der Aufrech- nung, insbesondere dem 8 394 des Bürgerlichen Gesetzbuches, unter- liegt.(Entscheidung vom 30. September 1913.) Es ist demnach die Aufrcchnug nur so weit zulässig, als der Arbeitsverdienst 1500 Dkark jährlich übersteigt; ein Zurückbehaltungsrecht ist gegenüber dem Aufrcchnungsverbot unzulässig. Gerichts-Zeitung. Die Gräfin alS Angeklagte. In der gestrigen Sitzung kamen zwei neue Wuchersälle zur Verhandlung, die die Angeklagte gegen Provision.vermittelt haben soll. In dem einen handelt es sich um den früheren Leutnant im 11. Ulanenregiment in Saarburg, Christian v. Metz. Wegen seines leichtsinnigen Lebenswandels hat er den Dienst quittieren müssen und wurde wegen Verschiveichung entmündigt. Im September hat er sich im Bodensee ertränkt. Bei dem Tarlehnsgeschäft han- delte es sich um 50 000 M. In dieser Höhe sollen Schmucksachen gekaus. und dann für 10 000 M. verpfändet worden sein. Tie Angeklagte behauptet, von einer Entmündigung des Leutnants sei bekannt gewesen, dieser sei mit der Bitte um Rat wegen Anickaffung eines Schmucks für seine Braut an sie herangetreten. i fS,"rf?clte es sich um den Leutnant a. D. HorloHe. Er Ivll durch Vermittelung der Angeklagten gegen ein Dreimonatsakzept über 10 000 M. 8500 M. erhalten haben Der als Zeuge vernommene Bewucherte bestätigt die Frage eines Ver- teioigers. ob im Internationalen Klub zu Baden-Baden sich die allerreichsten Leute, wenn sie im Spiel augenblicklich mal klamm geworden sind, von dem Klubkassierer, Herrn Roque, Geld zu Spielzwecken geben lassen und Daß Herr Roque für je 1000 M 10 M. pro Tag erhält sowie daß diesen hohen Prozentsatz auch ganz reiche Leute, vielfache Millionäre, zahlen. Angeklagte Gedichte. Vor der 2. Strafkammer des Landgerichts III hatten sich gestern der Herausgeber� des.Pan", Schriftsteller Dr. Alfred Kerr lKemvtncri, der Student Alfred Henschke aus München und der Student Karl Decke aus Stralsund wegen Verbreitung einer un- züchtigen Schrift bezw. wegen Beihilfe und Begünstigung zu vor- antworten. Als Sachverständiger loar Schriftsteller Richard Dehmel ßcloben Es' Handelt sich um drei Gedichte, die der Angeklagte Henschke unter dem Namen Klabundt dem„Pan" zugesandt hatte und die dort veröffentlicht worden waren. Ueber den literarischen Wert der Gedicht« bezw die Frage, ob sie unzüchtig zu bewerten sind, haben bw Verteidiger Rechtsanwalt Grünspach und Dr. Klee Gutachten von Frank Wcbekind Dr Max Halbe, Karl Hcnkell, Erich Mühsam und Dheodor Etzel eingeholt und zu den Aktcii gegeben. W'lngeklagtc Kerr ist der Herausgeber und Eigentümer oer Wochenschrist Van' Er opfert sur diqe Schrift, wie er er- nicht unbedeutende Zuschüsse. Die Tendenz des.Pan" � dah,n. Renerschenmngen auf dem allgemeinen Kulturgebiet zu erörtern und für oder gegen Stellung zu nehmen, ferner die „fortgeschrittene Lyrik" zu Pflegen, die Lyrik junger Talente zu fördern usw. Ehe zur Verlesung der Gedichte geschritten wurde, beantragte der Staatsanwalt den Ausschluß der Oeffentlichkeit, während die Verteidiger die Zulassung einiger anwesender Vertreter der Presse beantragten. Das Gericht beschloß, die Oeffentlichkeit auszuschließen und nur dem anwesenden Vorsitzenden des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller, Ulrich Rauscher, zu gestatten, der Verhandlung bei- zuwohncn. Der Staatsanwalt beantragte, da nach seiner Ansicht zwei der veröffentlichten Gedichte des Klabundt das Scham- und Sittlichkeitsgefühl gröblich verletzend seien, gegen Kerr 100 M., gegen Decke wegen Begünstigung 20 M. Geldstrafe. Das Gericht kam nach längeren Ausführungen der Rechtsanwälte Grünspach und Dr. Klee zur Freisprechung. Nach Ansicht des Gerichts seien die beiden Ge- dichte objektiv als unzüchtig zu erachten. Es könne sich nur darum handeln, ob der Angeklagte Kerr den unzüchtigen Charakter erkannt und trotzdem die Gedichte veröffentlicht hat. Das Gericht hat in dieser Hinsicht Zweifel gehabt und sich dem zugunsten des An- geklagten ausgefallenen Gutachten des Sachverständigen Dr. Dehmel angeschlossen. Gegen den zweiten eingeklagten ist ein Schuldbeweis nicht erbracht worden. Das Gericht hch schließlich im objektiven Verfahren die Unbrauchbarmachung der inkriminierten Gedichte und der vorfindlichcn Exemplare der Nr. 21 des„Pan" angeordnet. Die feindlichen Gemeindevorsteher. Ein hitziger Streit, der im Anschluß an den Bau der sog. Uferbahn Grünau— Schmöckwitz zu öffentlichen Proöestversamm- lungen, Verteilung von Flugblättern usw. geführt hatte, bildete den Gegenstand eines Beleidigungsprozesses, der gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Langer die 5. Strafiammcr des Landgerichts II beschäftigte.?lls Kläger und Widerbeklagtcr trat der frühere Gemeindevorsteher von Schmöckwitz, der Rentier Ernst Moll, gegen den jetzigen Gemeindevorsteher Max Schünemann und den Fabrikanten Hermann Zielte auf. Dieser Prozeß hat schon einmal das Schöffengericht Köpenick beschäftigt. Unter Schüne- mann ist durch die Gemeinde Schmöckwitz die Anlage einer Ver- bindungsbahn zustande gekommen, welche längs des Dahmeufers entlang führend eine bessere Verbindung mit Grünau bezw. Köpenick schafft. Hierbei soll die Gemeinde um 63 000 bis 70 000 M geschädigt worden sein. Der jetzige Kläger Moll spielt als Vorsitzender des Grund- besitzervercins in Schmöckwitz eine führende Rolle. In einer der Versammlungen des Grundbcsitzcrvereins brachte Moll u. a. zur Sprache, daß ihm bekannt geworden sei, daß der Amtsvorsteher Schünemann von der„Continentalcn Eisenbahnbetriebsgesellschaft" eine Standuhr geschenkt erhalten habe, außerdem beziehe er von der Gesellschaft eine„Vonifikation" von 1 Proz. der lÄnnahmen aus dem Bahnbetrieb. Tiefe Mitteilungen des M. riefen in der Versammlung allgemeines Erstaunen hervor. Einige Tage später wurde von Anhängern des Gemeindevorstehers Schünemann eine Protestversammlung einberufen, i» welcher dieser selbst und auch der Mitangeklagte Zielke die von Moll erhobenen Beschuldigungen mit aller Schärfe zurückwiesen. Es sielen dabei Ausdrücke wie: „infame Wühlerei",„unverschämt erbärmlich",„bewußte Unwahr- heit" usw. gegen Moll. Dieser erhob deshalb gegen Schünemann und Zielte die Beleidigungsklage. Dieser Weg zum Kadi hatte für den Kläger sehr üble Folgen. Denn das Schöffengericht Köpenick sprach die beiden Angeklagten frei, der Kläger, der frühere Gemeindevorsteher Moll, wurde aber auf die Widerklage der An- geklagten hin wegen seiner Behauptungen zu einem Monat Ge- fängnis verurteilt- Auf die Berufung hin hob die Strafkammer da« erste Urteil, welches wegen verleumderischer Beleidigung er- gangen war, auf und verurteilte Moll stur wegen übler Nachrede im Sinne des§ 186 zu 300 M. Geldstrafe. Das Gericht nahm an, daß der Wahrheitsbeiveis, daß sich der Amtsvorsteher Schüne- mann der Bestechung schuldig gemacht bezw. daß er Schmiergelder angenommen habe, völlig mißlungen sei. Dagegen habe das Gericht angenommen, daß der Angeklagte seinerzeit jene Behauptung nicht wider besseres Wissen ausgestellt habe; jedenfalls sei er aber über das im Rahmen des 8 193(Wahrnehmung berechtigter Interessen) Zulässige weit hinausgegangen.— Bezüglich der von Moll an- gestrengten Beleidigungklage gegen Schünemann und Zielte sei das Gericht der Ansicht, daß es sich hier um eine zur Abwehr unberechtigter Angriffe vorgebrachte Kritik handele, die allerdings im Affekt in etwas zu scharfen Worten gehalten sei. Das Gericht habe sich deshalb dem aus Freispruch lautenden ersten Urteil aw geschlossen._ Zuchthaus gegen einen Fürsorgezögling. Anfang Juli d. J.>«lch in den Warsower Fürsorgeanstalte« eine große Revolte aus. Bon den dort untergebrachten 110 Zog- lingen entwichen nicht weniger als 76. Das Aussichtspersonal floh vor den jungen Leuten in den nahen Wald. Aus Stettin wurde Polizei zur Hilfeleistung requiriert, die in Automobilen anrückte. Im Laufe der nächsten Tage gelang es. die meisten der Entflohenen wieder einzufangen. Eine Anzahl stellte sich auch freiwillig, und nur wenigen war es vergönnt, sich länger der goldenen Freiheit zu erfreuen. Zu ihnen gehörte einer der Rädelsführer bei jener Re- Volte, Franz Grajrwski. Er trieb sich unerkannt in Stettin herum und machte hier die Bekanntschaft eines schon mit Zuchthaus vor. bestraften Mannes, Röglin, mit dem zusammen er Wirtschaften niederen Ranges besuchte. Eines Tages kam es in einer solchen zu� einem Streit, wobei Röglin einen Gast derartig mißhandelte, daß er besinnungslos zu Bode» fiel. Röglin sollte daher von einem herbeigeeilten Polizisten verhaftet werden, widersetzte' sich aber seiner Sistierung, wobei ihm Grajewski behilflich war. Als der Polizist den Festgenommenen mit Gewalt mitnehmen wollte, gab Grajewski auf den Beamten zwei Schüsse ab, die diesen schwer verwundeten. Erst mit Hilfe anderer Beamten konnten die Beiden festgenommen werden. Sie hatten sich vor der Stettiner Straf- kammer wegen Kvrperberlctzung und gemeinschaftlichen Wider- standes zu verantworten. Der Gerichtshof verurteilte Grajewski, der kaum 18 Jahre alt geworden war, zu vier Jahren Zuchthaus, Röglin zu einem Jähre Gefängnis. Lag kein Anlaß zu der Revolte in der Art des Fürsorgeanstalts- systems vor? Eine Aufklärung hierüber wäre sachdienlicher ge- Wesen als die Verurteilung des jungen Mannes. £ius aller CQelt. Die J�achhommen Ludwig XVII. Eine Erinnerung an die Zeiten der großen französischen Revo- lution wurde dieser Tage vor der Pariser Zivilkammer auf- gefrischt. Nach der glücklichen Beseitigung Ludwig XVI. wurde der Thronnachfolger Karl Ludwig zu einem Schuhmacher in die Lehre gegeben. Kurze Zeil danach soll Ludwig gestorben sein. Später tauchien dann wieder Lerne auf, die behaupteten, daß sie der nur angeblich gestorbene Thronfolger seien. Au» der früher in Spandau lebende Uhrmacher Naundorf behauptete, mit Ludwig XVII. identisch zu sein. Um die Behauptung, Nachkommen der Bourboncn zu sein, haben die Naundorfs viele Prozesse geführt. darunter auch einen jahrelangen Beleidigungsprozeß gegen Henri R o ch e f o r t und die Leitung der Zeitung Patrie". In diesem Beleidigungsprozeß hat nun die 9. Pariser Zivilkammer ihr Urteil gefällt; die„Patrie" wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, und den Nachkommen Naundorfs istdasRecht zuaesprochenworden, sich„Bourbon" zu nennen. Explosion in einer Pulverfabrik. Eine schwer« Explosion ereignete sich am Donnerstagnachmirtag in den Werken der rheinisch-anhaltinischen Sprengstoff- Aktiengesellschaft bei Reinsdorf. Aus bisher un- bekannter Ursache entzündete sich in einem Trockenhause«ine Quantität Pulver, wobei zwei Trockenhäuser in die Lust gespreng wurden. Zwei Arbeiter sind tot, ob unter den Trümmern noch mehr Opfer liegen, ist noch nicht festgestellt worden. Auch ein Grund zum Selbstmord. Aus Höchst wird uns geschrieben: Im benachbarten H o f h e i m hat der Arbeiter Schär mann aus einem eigenartigen Grunde Selbstmord begangen. Sckärmann beschäftigte sich in seinen Frei- stunden mit einer rationellen Kaninchenzucht und hatte darin sehr schöne Erfolge aufzuweisen, so daß ihm auf verschiedenen Aus- stellungen, die er beschickte, eine ganze Reihe von Auszeichnungen zugefallen war. Als er vor kurzem wiederum einige seiner schönsten Tiere zu einer Kaninchenschau sandte, wurde ihm Mitgeteilt, daß die Preisrichter keines seiner Ausstellungsobjekte prämiiert hätten. Diese Nachricht nahm sich der ehrgeizige Züchter so sehr zu Herzen, daß er keine Freude mehr am Leben fand. Er begab sich in den Kaninchcnstall und erhängte sich inmitten seiner Lieblinge. Kleine Notizen. Wieder einer. Direktor Weber von der Höhscheider Vereinsbrauerei-Aktiengesellschafl wurde auf Grund eines richter- lichen Haftbefehls je st genommen und dem Solinger Gerichts- gefängnis zugeführt. Die Verhaftung erfolgte wegen Unter- ; ch I a g u n g e n und Untreue zum Nackteile der Vereinsbraucrei. Im Kampfe mit Wilderern. Im Großborsteler Gehölz, in der Nähe der Hamburger Schießstände, hat der Jagdaufseher Sorgen- frei in der Nacht zum Donnerstag zwei Wilderer überrascht, die auf Fasanen geschossen hatten. Der Zimmermann Wentdorf- Ottensen wurde durch den Beamten im Handgemenge erschossen und der andere Wilderer, der 24jährige Gärtnereiarbeiter R e h b o ck verhaftet. Ein zwölfjähriger Mörder. In A b b e v i l l e(Departement Somme) wurde ein zwölfeinhalbjähriger Schulknabe namens Magne verhastet, der beschuldigt wird, am 12. d. M. in Ca y eux mit seiner Schwester einen Mordversuch an einer 70jährigen Rentnerin verübt zu haben. Der Präsident im Koffer. Der ehemalige Präsident von Skikaragua, Zelaya, wurde in St e w Kork im Hause eines Freundes, in das er in einem Koffer eingeschmuggelt worden war, aus dem Bett heraus verhaftet. Zelaya wird ange- schuldigt, während seiner Präsidentschaft ungerechterwcise den Befehl zur Hinrichtung zweier Amerikaner in Nikaragua ge- geben zu haben. Panik in einem Kinematographenthcatcr. In dem französischen Orte Mauguio enistand am Mittwochabend in einem Kino ein Brand. Die Besucher sahen plötzlich eine gewaltige Stichflamme aus dem Innern des Operationsraumes hcrvorschlagen. In dem darauf eutstehenden Gedränge wurden sieben Frauen und zehn Kinder schwer verletzt. Der Operateur und der Besitzer des Theaters erlitten leichtere Brandwunden. Eine Tigerjagd nach Leipziger Muster hat sich am Donnerstag in dem französischen Städtchen D o u e unweit Saumur abgespielt. Es sollte dort ein historischer Film aufgenommen werden, in dem auch ein Tiger„in Freiheit" vorgeführt wird» Man brachte das Tier in einen mit Palisaden umsteckten kleinen Wald. Es gelang jedoch dem Tiger, über die mehrere Meter hohe Um- z ä u n u n g hinwegzusetzen, worauf das Tier sehr bald im Walde verschwand. Man alarmierte sofort die ganze Gen- d a r m e r i e der Umgegend, die sich bis an die Zähne bc- Ivasfnet auf die Suche nach dem Raubtier machte. Zum größten Schrecken der umliegenden Dörfer hat man bisher noch keine Spur von dem Raubtier fmden können. Wahrscheinlich werden heute noch die Garnisonen der umliegenden Grenzstädte alarmiert werden müssen, damit das Tier nicht noch ein Stubalp- Schreck wird.— Man sollte eine Abordnung Leipziger Schutzleute dorthin schicken. Der Erfolg, daß der Tiger cingefangcn— pardon! zur Strecke gebracht wird, ist garantiert. Jugendveranstaltunge«. Pankow. Nievcr-Schönhciusen. Di« Arbeiterjugend veranstaltet am Sonntag, den 30. November, vorm. 10 Uhr, eine ReichstagSbesichtigung unter Fuhrung cincS RcichStagsabgeordneten. Treffpunkt'/.S Uhr Pankow, Kirche. Fahrgeld 20 Pf.(mit der Straßenbahn 57). Auch Erwachsene sind hierzu eingeladen. Schönrderg. Sonnabend, den 2S. November, abends 8*/, Uhr: Nnter- haltungSSGend, bestehend aus Konzert, gesanglichen Vorträgen, Rezitationen und turnerischen Aufführungen mit daraussolgendcm Tanz. Einlrittspreis 30 Pf, Jugendliche 15 Ps. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Ps. nach. Einlaßkarten sind nur durch die bekannten stellen zu beziehen. Eingegangene vruckfckritten. Von der„Renen Zeit" ist soeben Das 9, Hest des 32, Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des HesleS hebe» wir hervor: Die Christlich- nationalen und das Koalitionsrecht. Von I Meerscld.— Der Durchbruch deS Deichs. Von Tb. Rothstein.— Die Bcilis-Affärc. Aon N. Trotzky.— Sozialdemokratische»Flagqe und anarchistische Ware. Ein Beitrag zur Parteigc schichte. Von N. Njasanoff.(Fortsetzung.)— Nochmals die badischen Landlagswahlen. Bon G. A. Lebmann.— Literarische Rundschau: Gustave Heros La conqufite de l'annee. Von Gerog Stiekloff. Werner Som- bart Die deutsche VulkSlvirtschast tm 19. Jahrhurdcrt. Von gp. Wester- mann Dr F, Die Emwickdung des gewerblichen FortbUdungSschullvescnS in Deutschland. Kühne, Dr. Alfred. Die Fortbildungsschule. Bon Leo Arons— Notizen: Nochmals: Unorganisierte und Massenaktionen. Von Geora ltzev tHagen). Wink sür die Organisation. Von 91. Stoib. Die Elektrizität in der Landwirtschast. Von Lp.— Zeitschristcnschau. Von 0.?. Die„Reue Zeit- erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Poslanstallen und Kolporleurc zum Preise von S,ÄS M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft lostet 25 Pf. Von der„Gleichheit�, Zeitschrist sür die Interessen der 9lrbeiterinncn. ist uns soeben Nr. 5 des 24. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Eine wichtige Aufgabe.— Die Tätigkeit der Frau in der Gemeinde. X. Von Anna Bios.— Die 5. sozialistische Fraucnr cichslonscrcnz in Oesterreich. Von a. x.— Die Frau im Versahren vor den VcrficherungsbchSrden. Von F. Kl.— Arbeitende Mütter. I. Von Iah. Ferch.— Sozialtsttsche Frauenlonserenz fiir Groß-Berlin. Bon x, Die.Gleichheit- erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf, durch die Post bezogen bewägt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps.: unter Kreuzband 85 Ps. Jahresabonnement 2,60 M. Vom„Wahre» Jacobe ist soeben die 25. Nummer de» 30. Jahr» ganges im Umfange von 20 Seiten erschienen und bringt u. a. aus Anlaß des 100. Geburtstages des Dichters Hermann Kurz ein sehr gutes Bild von ihm«ach einem im Besitz des SchMer-Museums in Marba« befindlichen Original und eine biographisch-Iiterarische Würdigung de» Dichters aus der Feder von John Schitowski. Der Preis der Nummer ist 10 Ps. Probenummern sind jederzeit durch den Verlag I. H. W. Dietz Nachs. G. m. b. H. in Stuttgart sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu beziehen. Eingegangene Oruchkchfiften. Das Fraucubuch. Bd. II: Die Frau als Gattin, HauSftau und Muttir. Herausgegeben von Eugenic von Soden. Geb. 6 M. Stuttgart, Franckhschc Verlagshandlung. Secmanns-Kalender für das Jahr 1914. Herausgegeben vom Deutschen TranSporlarbeiterverband. Bearbeitet von P. Müller. 252 s. Vcrlagsanstalt.Courier-, Berlin 30 16. BrUfhaftcn der Redaktion. _tö. P. 100. Nein.— B. 501. Nur dann, wen» Volljährigkeits» Erklärung erfolgt ist.— C. 8. 49. Sosern und soweit er mehr als 28.85 M. pro Woche verdient.— N. W. 1500. 1. bis 3. Ja.— St. 18. Die Fragen lassen sich nur nach Einsichtnahme und nach Prüfung Sie einen neuen Anlrag stellen.— Neukölln 50/110. Unseres Er- achtens ja. Antrag an die Ortspolizeibehörde.— H. K. 5. Polizei. Präsidium. Kosten etwa 300 M.— Z.«. 15. Unseres Erachten» ne«. — Jl. P. 25. Bete. ft 711 Li* ftjcwte klllioe U.Wmmm jcamtsmrnel FleiscK Obst und Gemüse Wurstwaren Butteru.Käse FiscBe Pa. Schmorfleisch.... Pfd. 1.00 AmeriKan. Aepfel.... Ptd.25Pt.«otvarst...... Pfd 55. 75 PI Koch- and BacKbntter Pfd. 1. 10. 1.18 Kabeljau O.K., i. gz Fisch. Pld. 16 Pf. FriirJi, SchinHen l Ganz. Pfd. 85 Pi. Kochäpfel...... Pfd. 13, 16 Pt. Landleberwurs..... Pfd. 90 Pf. Titchbatter....... Pfd. 1.25 Seelachs o. K., i. gz. Fisch. Pfd. 16 Pf. SchweineKoteleUes...Pfd. 1.05 Graue Reinetten...Pfd 15, 20 Pf Pasteten-Leberwurst.. Pfd. 1.15 Tafelbutter Pia 1.36,'/oPfd.-Pak. 68 Pt. Schellfisch....... Pfd. 18 Pf. Schwelneilamin u. Schaft Pfd. 95 PI. Grosse Kochbirnen...Pfd. 15 Pf. Jagdwurst........ Pfd 1.10 Schmalz........ Pfd. 68 Pf Schollen..... Pfd. 16 u 25 Pf. RttcKenfett Pfd. 65, Liesen Pfd. 70 PP Essbirnen...... Pfd. 18, 25 Pf. Teewurst........ Pfd, 1.30 Marmelade leicht gefärbt Pfd. 33 Pf. Goldbarse....... Pfd. 18 Pf. .«asseUr Rippespeer Pfd. 85 Pf. b. 1.00 Ananas....... Pfd. 68, 75 Pf. Bauernmettwurst.... Pfd. 1.25 EmmenthalerUäse.... Pfd. 1.10 Steinbutt........ Pfd. 80 Pf. „ Anjtralischti Hammet/Uisch Almeria-Trauben.. Pfund 45 Pf. Zervelat- u. Salamiwurst Pfd. 1.35 SchweizerKäse..... Pfd. 88 Pf Zander......... Pfd. 75 Pf. 5*uie ln? Ganzen... Pfd. 80 Pf. BlumenKohl... Kopf 15, 20, 25 Pt.- Holländer Käse..... Pfd. 75 Pf Tafellachs m ganz. Fisch. Pfd. 55 Pf. suchen ira Ganzen... Pfd. 65 Pf Rosenhohl...... 2 Pfd. 25 Pf. Gänse...... Pfd 55, 68, 75 Pf. Romatour-Käse.... Stück 28 Pt Lebende Karpfen.. Pfd 85, 95 Pf. DicHe Rippe Pfd. 7°, Dunnung 55 Pt. Schwarzwurzeln.... Pfd 10 Pf, Cänse-RUmpte.... 2.75 bis 3.75 Limburger Käse..... Pfd. 45 Pf. Leb. Schleie...... Pfund 1.15 -tarhe Basen gestreift von 3.50 an Märhische RUbchen.. 2 Pfd. 15 Pt. Warthebrucher Fettgänse Pfd. 75 Pf. Brie-Käse vollfett... Pfd 80 Pf Leb. Krebse... Mdl. 25 Pf. b. 4.00 ....... von 4.50 an Mohrrüben...... 5 Pfd. 15 Pf. Enten...... Stück 1.95 bis 3.50 Kuh- und Undhäse 2 Stück 35 Pf. yar Leipziger Str.: Rehblätter....... von 1.50 an Franz. Hopfsalat.. 2 Köpfe 15 Pf. Suppen- u. Brathühner 1.40 bis 2.60 Speise-QuarK.... Stück lOPf. Leb. Forellen i bis| Pfd. schw.. 1.90 II Verkauf nur Im Fabrikgebäude! MSie sparen Geld! Obel I Wenn Sie I direkt in der Möbelfabrik H Jalteru.:Willi Maaß,!ss 35 I' Tel.: A. III. 5157'S. kaufen. Verkauf nur im Fabrikgebäude— eigene Tischlerei and Polsteret.— AufWunsch Teilzahlung. 5 Hl Permanente Musterzimmer-Ausstellung, im 35 I / % | III. Etage""! Reiisemuister Ulster;s Paletots Anzüge s s Hosen gebe an Private zu Fabrikpreisen ab % Herrenkleiderfabrik J. Co per � Alexanderstr. 55, III(neb. d. Alexander-Kaserne) % Geöffnet b. 7 Uhr abends.:: Sonntags v.!2— 2 Uhr. Ziaarrengekbäfte mache ich aufmerksam aus meine Kautabak- Spezialitäten: Skandia-Skraa und SolidaritätssT abak Max Ziegenhals, 70 Sämtliche eingeführte Fabrikate in Zigaretten, Tabaken, Zigarren zu billigsten Preisen.' � 1 Ubeater. Freitag, 28. November 1913. Ansang 6 Uhr. Eines Palast am Zoo. Variete. Llchfspiefi. Anfang 6'/, USr. EiuesRollenborf-Z�rater.Varieiä' Lichtspiele. Ansang VI, Uhr. ftgl. Opernhaus. Die lustigen Weiber von Windfor. 5kgl. Schauspielbans. Die OuitzoivS. Deutsches. Em Eommernachis- träum. ZirkuS Busch. Galavorflellmm. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Anfang 8 übt. Urania. Werden und Vergehe» der Alpen. Hörsaal 8 Uhr: Prosessor Dr. P. Schwahn: Die Bewegungen der Himmelsförpet�(VonKeplers Zeit bis zur Gegenwart.) Kammerspiele. Maria Magdalene. Letnug. Pygmalion. «öniggräver Strasse. Die Krön- braut. Theater am Nollendorsplatz. Der Mikado. Theater des Westens. Polenblut. Berliner. Wie einst im Mai. Deutsches Künstler- Theater. Der Biberpelz. Deutsches Opernhaus. Undme. Deutsches Schauspielhaus. Die heilere Residenz. Tbaiia. Die Tangoprinzelstn. Komödienhaus. Hinter Mauern. Montis Operetten. Die ideale Gaffin. Schiller v. Rosenmoniag. Schiller Eharlot»enburg. Hase- manns Töchter. Residenz. Hoheit— der Franz. Metropol. Die Reise um die Well in 40 Tagen. Kasiua. Ferdinand der Tugendhaft«. Kleines. Belinde. Rose. Dors und Stadt. Luftspielhaus. Die spanische Fliege. Trianon. Seine Gelieble. Wintergarten. Spezialitäten. Eines Apollo-Theater. Variete- Lichtspiele. Ciiies Friedrich- Wilhelmstädt. Die Kinofönigin. Anfang 8'/, Ubr. Luisen. Kasernenlust. Fofies Capriee. Der Kuckuck. Mafföverschwindel. Die Samuels. Walhalla. Der Liebesonlel. Ansang 8'/, Ubr. Neues Bolkstheater. Die Sieb- zehnjährigen. Anfang 9 Ubr. Admiralspalaft. Die lustige Puppe. CinesNollendorf-Theater.Variefe' Lichtspiele. Sternworte, Invaliden itr. 57— 62 Sehiller-TheaierOÄ«. Freitag, abends 8 Uhr: Rosenmontag. Sonnabend, abends v Uhr: Reiing'fnnden. Sonntag, nachmiffags 3 Uhr: Freiwild. Sonntag, abends 8 Uhr: RIe goldene JRitterxeit. ehiller-Theaier Freitag, abends 8 Ubr: Hasemannn Töchter. Sonnabend, nachmiffags 3'/, Uhr: • Zopf und Schwert. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hedda«ahler. Sonntag, nachmiffags 3 Uhr: »er Pfarrer von Kirchreld Sonntag, abends 8 Übt: >le Jnngfran von Orleans. (getan toDttlilcher Redakteur: 31 DentschesSchaaspielhaaa 8 Uhr: Die heitere Die 8 Uhr: Kronbraut. Komödienhaus. «uhr: Hinter Uaueru. Lerliuei' fdeatei'. 8 Uhr: Wie einst im IWau Lessing-Theater. s Uhr: Pygmalion. Lustspiel von Bernard Shaw, am Nollendoilplatz 8. Abends 3 Uhr: MKadO. Morgen Sonnabend, nachm. 4 Ubr: Fran Holle. Weihnachlsfomödie. Theater des Westens. 8 Uhr: Poleublnt. Sonuab. 4 U.: Das tapf. Sahneiderlein. Deutsches Jtünstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse; Neilend. 1383. Freitag 8 Uhr: Zum 200. Male: Der Biberpelz. Sonnabend 8 Uhr: HannelcM Himmelfahrt. Der zerbrochene Krng. Montis Operettentheater. Abends 8 Uhr: Lehdr-Novität: Die ideale«attin. Fritzi Masiary, I. Spielfffann a. G. Morg. u. solg. Tage: Die ideale Gattin. Frieilrieh-ffiltielmstäilt Theater 30-31 Chausseestr. 30-31. Operetten-«aHtsplei Zum 232. Mate: Die Kinokonigin Operette in 3 Alten von Georg Okonfowski u.(tul. Freund. Musik von Jean Gilbert. Kassenerössn. 7 Ubr. Ans. 8 Uhr. -sonnfagnachm. 3,Uhr: Die Räuber. UKAXIA Taubensiraße 48/49. 8 Ohr: Prof. Dr. A. Penck; Werden und Vergehen der Alpen. Hörsaal 8 Uhr; Prof. Dr. P. Schwahn:„Die Bewegungen der Himmelskörper".(Von Keplers Zeit bis zur Gegenwart) OSE=THEATE Groye Frankfurter Str. 132. Dorf und Stadt. Schauspiel in 2 Abt. u. 5 Akt. von Charlotte Birch. Pfeiffer. Ansang 8 Uhr. Sonnab. nachm. 4: Das verzaild.Gehloß 8 Uhr: Der Helneidbauer. Sonntag 3 Uhr: Im weißen Röß'l. 8 Uhr: Berlin, wie es weint und lacht. Folies Capriee. Heute Freitag, den 28. November: Premiere. Der Kncknek. Hanö verschwinde« Die Samuels. Letzte Woche! Willard der Mann, der wächst. Grete Freund II Paul Beckers Operettendiva.> Komiker. Crispi und Farren Exzentr. Gesangs-Duo und eine Kette hervorragender Kunstkräfte! Sonntag, den 30. November: Nachmittags-(3'/, ü.) Vorstellung. Kleine Preise! Iftanchcn_gcstatibc�!-— CasinosTheater Lothringer alt. 37. Täglich 8 Uhr. Der neue Saison-Posseu-Schlager Ferdinand der Tugendhafte. Dns droll. Stück seit Bestehen d. Theat. Vorher das erslkl. Spezialität.-Progr. Sonntagnachm. 4 Ubr: Mutterliebe. Vereinigt« Berliner Volksbühnen. Qnlsicn-Tbcatcr. I Walhalla-Theater. S'/. Uhr: KaMcrnenlnft. I 81/. Uhr: Der Uebcsonkcl. Schauspiel in 4 Akten, von Stein I Posse mit Gesang u. Tanz in 3 Akten und Söhngen. I flbitzfcPcrdes-MUo und Frey. J?„Wou" ■W m M-- Mauerstraße 82.—, 8 Uhr 8 Uhr. Hoheit— der Franz! Musikalische Groteske in 3 Akten von Artur Landsberger und Willi Wolff. Musik von Robert Winterberg. Allabendl. 8 Ubr: Hoheit— der Franz! ODEON Vergnügung«-Palast der 10 000'Vft Potsdamer Str. 72 SSÄ Heute und folgende Tage; Die Hölle im Odeon. Feenhafte Beleuchtung des Biesenraumes. Mephisto masque.— Großer Korso der Teufel u. Hexen. Höllen-Kabarett. Einzug in die Hölle. Prämiierung der schönsten Teufelin! Ocbr. Xlagara zu Pferde auf d. Drahtseil. Anf. T'/TtJhn Eintritt 3(j~Pf. Weinbergsweg 16-17(2 Min. v. i Kosenth. Tor) Moritzplatz Beinicken» dorfer Straße 14 Hasenheide Lichtspiele Heute zum erstenmal: Das phantastische Schauspiel Protea. Außerdem: Aktnalitätcn, Humoresken, Xaturbllder. Anfang 6 Uhr. Schöneberg Hanptstr. 49 1 Das glänzende Eröflnungsprogramm mit Tasgofieber der Krankheit der Saison! EröSnung: abends 8 Uhr. :: Berliner:: Konzerthaus - Gf. Hachinitlags-Konzerl beE�ttm Zirkus Alb. Schumann. Heute Freitag. 28. November, abends 71/, Uhr: CSr. Gala- Vorstellung U. a.: § ilress. Seelöwen zu Plerile! vorgeführt von Miß Marietta. 4 Römische Grazien(4 Damen). The 2 Coenen in ihren phänomenalen Perche und Leiter-Akt. und die übrigen November- Attraktionen. Um 91/, Uhr:"VS Tango vor Geriebt! Pantomimische Burleske in 3 Akten mit Gesang u. Tanz Die CINES Mauerstraße 82.— Zimmerstrafie 90,91. Oroßes JDoppel- Konzert! Berliner Konzerthan»- Orchester. Leitung: Komponist Franz v. Kilon, als Gastdirigent Hofkapalhueister Professor Traugott Ochs. Musikkorps des t. Garde-Oragoner-Regiments. Oirig.; Oberm. Baarz. Anfang 8 Uhr. Eintritt SO Ff. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen Palast am Zoo Täglich Anfang 6 Uhr. Sonntags, 3 Uhr: Matinee Komplettes Programm grossei Vari£t6-Akte sowie unsere renommierten Lichtspiele Preise von 65 Pfennig an. Nollenüorf-Ttieater Cleopatra Die Herrin des Nils Das filmwunder der Welt wurde mit groiiem Beifall aiifvenoinmen Wochentags Anfang ßh. n. 8 Ubr Sonntags 4, Kh. und 9 Ubr. Jugend-Vorsteliunfl Mittwoch und Sonnabend 4 Uhr an halben Prelnen. { Olympia Mpstentlainni 151 Heute Freitag: Vier große Sensations- aingUampfe! Unter Leitung und Kontrolle des Jnternation. Ringerverbandes. Ha)'kowlcz gegen Hlntzc Serbien Berlin Lturm.>Veder Cbailoffenbg. Köln Reckling. Barkowskl Hamburg Berlin Hein. Cl. de Angers Berlin Paris Zirkus- Busch. I Heute Freitag, den 23. November, abends 7'/, Ubr: PompejL Die bisber größte und prunkvollste Ausstattungspantomime d. Zirkus Busch in 5 glänzenden Affen. Borher: Das grosie Gala-Progr U. a.: Nur noch einige Tage: Austreten der Menschenaffen Max, Moritz und Teddp. Voranzeige! Sonntag: 2 gr. Gaia- Varstellungen. Nm. 3ll, u. abends i'l, Ubr. Nachm. ein Äind unter 10 Jabren ans allen Sitzpl. s-ei. gelwsiol-Iliestss. Abends präzise 7 Uhr 55: j0 Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Voigt- Theater Badftratze 58. Freitag, den 28. November: Der verlorene Sohn. Lebensbild mit Gesang in 3 Akten von Berg u. Jacobson. Kaffencrössnunz 7 Ubr. Ans. 8'/. Uhr. Admiralspalast. Eis-Arena.— Allabendlich das neue mit durchschlagendem Erfolg aufgeführte Eisballelf Nie lustige?uppe. Beginn der VorsteUung 8'/, Uhr. Bis 6 Uhr und von lOff. Uhr halbe Kassenpreisi�____ Passaae-Panoplikum 50 wilde Kougoweiber Männer imd Kinder in einem eigens aufgebauten Kongodorfe in ihren Sitten u. Gebräuchen. Und die anderen Attraktionen. Die gr. Kino-Variete-Vorstellung von 5(Sonntags 3) bis 11 Uhr. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Ubr: Seine Glellebte. Sonntagnachm. 3 U.: Die Ueoe wacht Reichshatlen-Ttieat Stettiner Säue Zlckcnbecn Künstleragcn Aniang 8 Ubr. Sonntag na 3 Uhr zu er Preiien: 7 Komvagnic (Logen 1! Bafton 75 Entree ttst spur den Zubatt der Jiveratr Mvrruttumt Sic Redaktton dem Vublikum gegenüber keiuerfri Beranttvortun». red Wielepp, Neukölln. Für den Jnjeratentetl oerantw.: Td. Glocke. L-rlin. Druck u. Verlag: BorwärtO Suchdruckeret u. VerlagSanftalt Baul Singer u. Ca. Berli» Nr. 313. 30 Jahrgang. ZKeilU des Jotrtrts" öttlinrt Jlolbiilall Freitag. 28. November 1913. Partei- Hncfele�cnbeiten* Zur Lokalliste. Folgende Lokale werden der Partei zu Versammlungen hartnäckig verweigert, sie sind daher für die organisierte Arbeiter- schaft gesperrt: Das Marinehaus, Brandenburger Ufer; die Kammersälc, Teliower Str. 1/4; das Lchrer-VcrcinshauS, am Alexanderplatz. In Charlottcnburg veranstaltet am Sonnabend, den 13. Dezember, der Sparvercin„Weihnachtsfreude' in den Germaniasälen, Spree- strasie 13. sein Weihnachtsvergnügen. Die Mitglieder obigen Vereins, größtenteils aus Chauffeuren bestehend, versuchen, in diesen Kreisen Billetts umzusetzen. Wir machen daher darauf aufmerksam, daß uns obiges Lokal nicht zur Verfügung steht und daher zu meiden ist. In Neukölln hat der Inhaber des Lolals Feldschlößchen, Elsen- straße 7S. den Besitzer gewechselt; der jetzige Inhaber Herr May stellt dasselbe nach wie vor zur Verfügung. _ Die Lolalkommission. Vierter Wahltreis. Die erste Vorlesung mit Lichtbildern findet statt am Donnerstag, den 4. Dezember, nachmittags 5 Uhr. im Lokale von Boeker, Weberstraße 17. Billetts zu 10 Pf. sind zu haben bei Köbbel, Büschingstraße 27. Wilmersdorf. Heute Freitag, abends von 8 Uhr ab, findet von den Bezirlslokalcn aus eine wichtige Handzettel- Verbreitung statt. Maricndorf. Der Bildungsausschuß veranstaltet am Sonnabend, den 20. November, abends von 7—10 Uhr, und Sonntag, den den 30. November, von 3— 10 Uhr, eine Wandschmuck- und Bücher ousstcllung>m Restaurant Ratskeller, Jnh. G. Löwenhagen. König- straße. Ecke Rathausstraße. Ober-Schonewcidc. Sonntag, den 30. d. Mts., von morgens 8 Uhr ab: Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Die geplante öffentliche Versammlung am DienStag. den 2. Dezember, finde? nicht statt. Tcmpelhof. Morgen Sonnabend, abends von 7 Uhr ab, wichtige Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Mühlcnieck(Bez. Niederschönbausen). Am Sonnlag, den 30. No- dembcr, nachmittags ill2 Uhr, findet im Gasthof zur.Sonne" tInh. A. 4Särtch), für die Orte Mllhlenbeck, Summt, Schönfließ, Schildow und Blankenfelde eine öffentliche Versammlung statt, in welcher die Genossin Martha Demmning über.Die Frau in»hrer wirtschaftlichen Stellung einst und jetzt" referieren wird. Die Niederschönhauicr Genossen treffen sich bei Bratvogel, Nordend; Abmarsch 2'/j Uhr(mit Sängern). Berliner Nacbricbten. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Die Erregung über die vor mehreren Monaten erfolgte Einführung der L u st b a r k e i t s st c u e r für Berlin wächst von Tag zu Tag. Immer fühlbarer werden die Verhängnis- vollen Wirkungen der Steuer denen, die von ihr betroffen worden sind. Aber auch weit hinaus über den Kreis der Be- sitzer und Pächter von Kinos, Varietäs usw. ist in der Bevölke- rung der Unwille über dieie Steuerpolitik des Berliner Frei- sinns-groß. MitLiecht wollte di« s o z i a l-do.iu.ak�.ai i,s ch c Fraktion durch einen von ihr cingcbrächten A U t r a g den Magistrat ausfordern, der Stadtverordnetenversammlung in einer Vorlage Kenntnis zu geben von den bisherigen E r- g e b n i s s e u und Wirkungen der Lustbarkeilssteuer. Wer hätte etwas hiergegen einwenden sollen? Sachlich und ruhig begründete Genosse H e i m a n n diesen Antrag, der einer Begründung kaum noch bedurfte. Im Anschluß an die Wiedergab? der Überall laut gewordenen bitteren Klagen über die von unseren Genossen im Rathaus vorausgesagten Folgen solcher Besteuerung von Kinos usw., über die schwere S ch ä d i- gung der An gestellten wiederUnter itehmer, über die empfindliche Beeinträchtigung auch des erholung suchen den Publikums, richtete Hei- mann an die freisinnige Mehrheit die Mahnung, nicht wieder zu warten, bis erst die Regierung dazwißchenfahren müsse. Einstweilen handelt es sich zwar noch gar nicht um Beseitigung der Steuer, sondern nur um Beschaffung amtlichen Materials zu ihrer Beurteilung. Aber selbst das schien der freisinnigen Mehrheil und ihrem Kämmerer B ö ß schon bedenklich, wohl in der Voraussicht, daß die Beurteilung mit einer V e r- urteilung enden würde. Herr Böß bestritt, daß die Steuer bisher schädigend gewirkt habe, und empfahl, mit dem Urteil über sie zu warten, bisji«: sich—„eingelebt" haben werde. Für den größten Teil der Freisinnigen äußerten sich in demselben Sinne die Stadtverordneten Sonnenfeld und M o m m s e n, die keck behaupteten, der Antrag vermehre nur noch die„Beunruhigung". Für eine kleine Freisinns- gruppe unterstützten die istadtverordneten Feuerstein und Max Schulz den Antrag. Den Ausführungen des Kämmerers, der zur Erklärung des schlechten Geschäftsganges der von der Steuer betroffenen Vergnügungsstätten die sonst so oft abgestrittene„rückläufige Konjunktur im Wirtschaftsleben" herangezogen hatte, sowie dem anniaßendcn Gerede des Herrn Sonnenfeld traten unsere Genossen Zu- b e i l und H e i in a n n scharf entgegen. Wegen eines Zwischenrufes des Genossen Hoffmann, der die heraus- fordernden Manieren des Kämmerers hatte treffen wollen, kam es noch zu einem Schlußgeplänkel. In namentlicher Ab- stimniung wurde der Antrag mir 60 Stimmen gegen 51 abgelehnt. Ten ersten Versuch, Klarheit über die Sachlage zu schaffen, hatte der Freisinn glücklich vereitelt. „Wir kommen wieder!" versprach einer der sozial- demokratischen Redner. Ter Exerzierplatz an der einsamen Pappel, also das von ihm noch dem Militärfieckus verbliebene Stück an der Ebers- walder und Schwedter Straße wird jetzt mit einer Mauer umgeben. Dadurch wird zwischen dem Militär und dem im neuen städtischen Volkspark an der Schönhauser Allee spielen- den Volk eine reinliche Scheidung herbeigeführt. Das ist ganz gut, weil der Staub aus dem verwilderten Resttcil des Exerzierplatzes den Wert des neuen städtischen Parkgeländcs stark beeinträchtigt hätte. Die Mauer ist ein Zeichen, daß der Militärfiskns vorläufig nicht daran denkt, auch den ihm vcr- blicbenen Teil des Exerzierplatzes zu veräußern. Ter Bock als Gärtner. Einem Schlächtermeister in Lichtenberg fiel es seit längerer Zeit auf. daß er einen stillen Kompagnon haben müffe; er merkte das an seinem Fleisch, und.Wurstbestand. Um der Sache auf den Grund z« gehen, legte er sich nachts auf die Lauer. Die Mühe sollte sich lohnen. In der Stube seines Gesellen bemerkte er einen zweiten Mann, der große Pakete erhielt, um sie fortzuschaffen. Als der beladene Mann das HauS verließ, verfolgte ihn der Schlächlermeister. Der Verfolgte merkte das, warf die Pakete von sich und gab Fersen- geld. Er wurde aber eingeholt und als Spitzbube einem Schutz- mann übergeben. Der fesselte den Mann, um ihn zur Wache zu bringen, und nahm auch keine Rücksicht auf die dringende Bitte de» Delinquenten, ihn doch laufen zu lassen. Aus der Wache wurde der Spitzbube festgestellt als ein Berliner Schutzmann, welcher der Schwager des Schlächtcrgesellen war. Weitere Ermittelungen sollen ergeben haben, daß dieser Spitzbube auch schon stiller Komgagnon früherer Meister seines Schwagers ge- wesen sein soll. Nun ist der SicherheilSmann erwischt worden. Er dürfte Wohl kaum mehr in die Lage kommen, Sicherheitsdienst ausüben zu können._ Das gewaltige Anwachsen der Kirchdnaustritts- erklärungen hat einen entsprechenden Andrang bei den Amtsgerichten Groß- Berlins zur Folge. Besonders wird das Amtsgericht Berlin-Mitte stark in Anspruch genommen. Die letzten Versammlungen, die in Berlin und Vororten am Tage nach Bußtag unter dem Zeichen„Los von der Kirche" abgehalten wurden, halten bekanntlich allein nicht weniger als 4200 Austritiserklärungen gebracht. Dazu kommen noch in jeder Woche einige Hundert unabhängig von öffentlichen Versammlungen. Infolgedessen sind jetzt vor dem Kirchenaustritts- bureau des Amtsgerichts Berlin-Mitte in der Neuen Friedrichsiraße die Wartehalle 9 und' die angrenzenden Korridore häufig von Menschen überfüllt. Obwohl zunächst eine einfache schriftliche Erklärung, daß man aus der Landeskirche austreten wolle, völlig genügt, finden sich Hunderte beim Gericht ein, um die Auslrittserklärung persönlich zu Protokoll zu geben. Sie werden dann, da sie gewöhnlich nicht die erforderlichen LegitimationSpapicre(Taufschein) bei sich haben, ebenso wie die sich schrifilich Meldenden nochmals vorgeladen (innerhalb 4—0 Wochen) und müssen mündlich eine Erklärung ab- geben und unterzeichnen, womit der Austritt erst vollzogen ist. Als letzter Akt folgt die schriftliche Aufforderung, an die GericktSkasse 3,50 M. zu zahlen. Wenn nun auch unter dem Ansturm der Taufende von Austrittserklärungen nur aus letzterer Zeit das Beamtenpersonal durch eine größerer Anzahl von Aktuaren verstärkt worden ist, so scheint doch nicht die richtige Ein- teilung zu bestehen. Es könnte sonst nicht vorkommen, daß beispiels- weise am vorigen Montag die betreffenden Gerichtsräume überfüllt waren und selbst noch auf der Straße sich Gruppen bildeten, die über den Kirchen austritt diskutierten, während am gestrigen Donnerstag sich nur wenige Personen einfanden. Am Montag waren sogar mehrere Schutzleute requiriert worden, um die Gruppen auf der Straße zu zerstreuen Das Amtsgericht Berlin-Mitte tut leider nichts, um dem Publikum die entsprechende Aufklärung zu geben. Ein Anschlag in der Warte- halle 0 würde geeignet sein, die Beamten zu entlasten und starke Ansammlungen zu vermeiden._ Neber die Benuhbnrkeit der Fahrkarten ist eine neue Bestimmung in die Berliner Personen-Befördcrungs-Vorschriften aufgenommen worden; dieselbe lautet:„Die Fahrkarten des Fernverkehrs be- rechtigten innerhalb ihre? Geltungsbereiches auch zur Benutzung der Stadt-.ml d-.L ox otiz ü ge. auf deu Strecken,, die. in die Fern- bahnhöfe, für die die Karlen gelten, oder in die tziestn entsprechenden Vorortbahnhösc oder— im Verkehr mit der Stadtbahn— in letztere einmünden. Fahrkarten des Fernverkehrs, die für die Stadt- bahn gültig sind, können bei Antritt der Reise in der Richtung nach der Bestimmungsstation und bei der Fahrt nach Berlin in der Richtung zur Stadtbahn-Endstation auch von und nach Stadtbahn- stationen benutzt werden.— Die Fahrkarten IV. Klasse gelten in den Vorort- und Stadtbahnzügen zur Benutzung der III. Klasse ohne Nachzahlung." Die Zugabfertigung der Ringbahnzüge, welche versuchsweise den Zugführern übertragen worden war, wird vom 15. Dezember ab wieder durch die Stationsbeamten erfolgen. Das Verfahren scheint sich nicht bewährt zu haben, weshalb der„Befehlsstab" wieder auf die Fahrdienstleiter bezw. deren Vertreter übergehl. Das Zugführer- abteil. welches bei der versuchsweise eingeführten Zugabferttgung sich in dem der Lokomotive folgenden Wagen befand, wird mit dem 15. künftigen Monats wieder in den Schlußwagen verlegt werden. Ein schwerer Betriebsunfall. Ein entsetzlicher Betriebsunfall hat sich gestern vormittag in der Fabrik von Beyer. Britzer Str. 7, ereignet. Der 20 Jahre alte Ar- beiter Hermann Müller, Admiralstr. 0 wohnhaft, hatte an der Fräse- maichme zu tun, als plötzlich ein eiserner Reifen von der Maschine absprang und den Arbeiter so unglücklich traf, daß ihm der Unter- leib fast vollständig durchgeschnitten wurde. Die inneren Teile und die Gedärme wurden dem Bedauernswerten förmlich zersägt. Noch lebend brachte man den Schwerverletzten nach dem Krankenhause am Urban, doch ist an ein Aufkommen nicht zu denken. Uebcrfüllung der städtischen Hospitäler. Diese Frage stand abermals in der letzten Kuiatoriumssiyung des städtischen Arbeits- Hauses in Lichtenberg zur Debatte und zwar nach einer eingehenden Prüfung der Verhältnisse an Ort und Stelle. Dabei stellte sich heraus, daß die einzelnen Säle bis zur Unerträglichkeit überfüllt waren(Säle mit 40, 45. 53 und 05 Betten). Zieht man in Be- trachr, daß die alten Leute mehr von Husten und sonstigen Krank- heitcn behaftet sind, wie jüngere, so muß gesagt werden, daß von einer wirklichen Nachtruhe kaum die Rede sein kann. Aber das Allerschlimmste ist, daß sich eine räumliche Trennung deS Hospitals von dem Arbeitshause gar nicht bewerkstelligen ließ, sondern beide Kategorien fortwährend in den Höfen usw. durcheinanderlausen; so daß der Schnapshandel und andere Schiebereien unmöglich end- gültig beseitigt werden können. Da» Kuratorium beschloß, den Magistrat zu ersuchen, schleunigst durch einen Neubau diesem un- daltbaic» Zustand ein Ende zu mache», insbesondere da ein großer Teil der Räume vom Arbeitshaus dringend gebraucht werden, Gleichsalls ersucht das Kuratorium den Magistrat, ihm eine Verwattmig abzunehmen, die nicht seine, sondern Aufgabe des Hoiplialkuratorium» ist. Dieser Beschluß wurde in Gegenwart de» neuen Herrn Medizinalrais e i n sr i m m i g gefaßt. Hoffentlich setzt sich nun der Magistrat etwas lebhafter in Bewegung. Schwerer Betriebsunfall aus dem Bahnhof Frankfurter Allee. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestcrir niorgen auf dem Güter- bahnhof Frankfurter Allee zugetragen. Der Bahnarbeiter Paul Krüger. Pettenkofersir. 11 wohnhaft, war bei dem Rangieren von Güterwagen beschäftigt. Als zwei Waggons zusammengefahren wurden, hatte K. das Unglück, auszurutschen und auf die Schienen, auf denen gerade die Rangierlokomotive nahte, zu stürzen. Noch ehe die Maschine zum Halten gebracht iverden konnte, waren die Vorderräder über den Verunglückten hinwegegangen und hatten ihm den rechten Ann glatt abgcfahien. Auch Verstümmelungen ini Gc- ficht und am Kopf trug K. davon. In fast hoffnungslosem Zustand wurde er nach dem Kraukenhauie Am Friedrichshain gebracht. Ein Berliner Liebespaar versuchte sich in der Mittwochnacht in Cöpcnick das Leben zu nehmen. Ein lOjähriges Mädchen Lina K. aus der Nostizstraße lernte vor einem Jahr den 22 Jahre alten Handlungsgehilfen Fritz G. aus der Uorckstraßc kennen. Di« beiden verliebten sich ineinander, hatten aber keine Aussicht auh eine eheliche Verbindung. Die jungen Leute kamen zu dem Entschluß, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Mittivoch früh tat das Mädchen so, als wenn es nach der Arbeitsstelle gegangen wäre, in Wirklichkeit ging es mit dem Geliebten nach Grünau, wo beide ins Wasser springen wollten. Nachdem sie diesen Plan durch einen Brief an die Schwester G.s schon mitgeteilt hatten, verließen sie ihn wieder und gingen nach Cöpenick, um sich die Pulsadern zu öffnen. Das ließen sie um neun Uhr abends durch den Fern- sprecher dem Vater des Mädchens in seiner Stammkneipe mit- teilen. Während die Eltern sich nun sofort aufmachten, um den Grünauer Forst, in dem die beiden nach dem Telephongcspräch ihren zweiten Plan ausführen wollten, abzusuchen, kamen die Lebensmüden endlich auf den Gedanken, sich zu vergiften. Davon teilten sie aber nichts mehr mit. Während die Eltern vergeblich in der Forst suchten, gingen sie nach Cöpenick, begaben sich dort auf den Flur des Hauses Grünauer Straße 32 und nahmen Salz- säure. Erst gestern früh fand man sie dort auf und brachte beide nach dem Kreiskrankcnhause in Britz. Dort liegt der junge Mann schwer danieder, mehr an seinem Herzleiden als an der Wirkung des Giftes. Er wird schwerlich mit dem Leben davonkommen. Das Mädchen ist bereits außer jeder Lebensgefahr. Beraubt. Im Tiergarten beraubt wurde die Gattin eines Hofiutveliers aus dem Westen der Stadt. Als sie gegen SVi Uhr durch die Tiergartenstraße ging, um die Gesellschaft der Freunde in der Potsdamer Straße zu besuchen, fühlte sie vor dem Grundstück Nr. 0, daß ihr von hinten jemand an der Handtasche zerrte. Sie glaubte erst, daß ihr Enkel ihr heimlich gefolgt sei und einen Scherz mache. Als sie sich aber umwandte, sab sie zu ihrem Schrecken einen wildfremden Menschen. Dieser riß ihr, bevor sie noch ein Wort sagen konnte, die Tasche aus der Hand, lief mit der Beute in da» Gehölz hinein und verschwand in der Dunkelheit. Tie geraubte Tasche ist eine schwarze Autolacktaschc, die an einer schwarzen Seidenschnur getragen wurde. Sie enthielt u. a. eine kleine Börse aus Goldgeflecht mit einem Zwanzigmarkstück und Silbcrgeld, eine Bonbonierc aus einem Rosastern mit goldener Ein- fassung und einem kleinen Saphir als Schnapper, einen silbernen Teelöffel und zwei Kneifer. Alles zusammen ist etwa 300 M. wert. Der entkommene Räuber ist mittelgroß und trug einen dunklen Anzug und einen schwarzen, steifen Hut. Ein Dievesspezialist eigener Art ist der 39 Jahre alte Maler Karl R. aus der Schönleinstraßc, der als Geisteskranker schon wiederholt im Irrenhaus war und jetzt wieder einmal fest- genommen wurde. R. ging auf die Klingelfahrt nur zu dem Zweck, messingene Ofentüren zu stehlen. Traf er in einer Wohnung, an den Oefcn und versck.oand wieder. Etwas anderes nahm er nicht. Gestern wurde c: in der Bergstraße auf frischer Tat ertappt und nach der Wache gebracht. Nach Feststellung seiner Persönlich- keit und Vergangenheit wurde er wieber in die Irrenanstalt gebracht. Strasicnunfälle! Am Großen Stern fuhr Mittwochnachmittag gegen 5 Uhr der 17jährige Hansdiener Karl Hanschmann mit einem Geschäftsdrcirade gegen einen Straßenbahnwagen der Linie 3. Infolge des heftigen Anpralles stürzte H. vom. Rade hettckr und erlitt eine schwere Kopfverletzung. In besinnungslosem Zustande wurde der Verunglückte nach dem Krankenhause' Moabit gebracht.— Ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen ereignete sich Mittwochabend gegen 9 Uhr an der Ecke der Charlotten- und Zimmerstraße. Dort fuhr ein Zug der Linie 69 gegen den Beiwagen eines die Kreuzung an jener Stelle passierenden Zuges der Linie 90E. Infolge des Anpralles entgleiste der Mokorwaggon des Zuges der Linie 59. Zwei Fahrgäste meldeten sich als vcr- letzt; sie brauchten ärztliche Hilfe nicht in Anspruch zu nehmen und setzten ihren Weg fort. Im DLmeritzscc ertrunken. Während einer kurzen Kahnfahrt fand der Arbeiter Paul Friedrich aus Berlin in den Fluten des Dämeritzsees den Tod. F. war auf denr Baggerdampfcr„Müggcl" beschäftigt. Der Bagger liegt gegenwärtig auf dem Dämeritzsce wegen Baggerarbeiten vor Anker. Gestern benutzte F. einen Hand- kahn, um von dem Dampfer ans Ufer zu fahren und in ErKicr Einkäufe zu besorgen. Auf dem Wasser kam das Fahrzeug jedoch stark ins Schwanken, so daß F. über den Rand hinwcgstürztc und in der Tiefe verschwand. Da er des Schwimmens unkundig war, so mußte er hilflos ertrinken. Das leere Fahrzeug wurde später aus User getrieben, doch konnte die Leiche des Ertrunkenen noch nicht geborgen werden. Das Berliner Aquarium hat in diesen TaAn aus Nordamerika zwei überaus eigenartige, riesige Süßwasscrschildkröten bekommen, die durch ihr erschreckendes Aussehen auch dem Unkundigen sofort auffallen. Es find Geiers childkröten, so genannt nach ihrem mächtigen Hakenschnabel, mit dem sie fürchterliche Bisse bei- bringen können. An den mächtigen Geschöpfen, die in einem ge- heizten Süßwasserbecken des Erdgeschosses untergebracht sind, ist alles von geradezu bizarrer Häßlichkeit. Der unverhältnismäßig große Kopf mit den merkwürdigen, von Warzen umgebenen Augen, die auf einer Kappe an der Schnauzenspitzc sitzenden Nasenlöcher, die stacheligen Hautanhänge am Halse, da» gefurchte, Verhältnis- mäßig kleine Rückenschild, die mächtigen Beine mit den großen. starken Krallen und der sehr lange Schwanz stempeln diese Riese« unter ihren Verwandten zu den absonderlichsten Geschöpfen, Arbcitergcsaiig. Am Sonntag, den 30. November, veranstaltet der Männer- und Frauenchor Neukölln im großen Saale der Neuen Welt, Hasenheide, sein zweites gemeinschaftliches Konzert. Als Mit- wirkende sind Frl. Elsa Laube, Konzertsängerin, sowie die Trio- Vereinigung der Herren Mahlke, Liebcrmann und Vieth verpflichtet. E» gelangen außer Liedern von Uthmann, Schubert und Kremser neben Einzelchören auch gemischte Chöre zum Vortrag. Das Konzert beginnt pnnkilich 7 Uhr. Saalöffnung 5stz Uhr. Der Eintrittspreis beträgt inklusive Liedertext und Tanz 60 Pf. Im wissenschaftlichen Theater der Urania findet am Sonnabend- abend 8 Ubr die 100. Wiederholung des Vortrage»„Mit dem „Imperator" nach New Dort" statt; Herr Direktor Goerke wird an viesem Abend seinen Vortrag persönlich halten. Am Nachmittag findet noch eine Wiederholung des Vortrags„16 Jahre bei den Schwarzfuß-Jndianern" von Walter Mac Clintock zu kleinen Preisen statt; Mr. Clintock wird an der Hand farbiger Lichtbilder, kincmato- graphischer Vorführungen und Gesänge Leben, Bräuche und Legenden der Schwarzfuß-Jndianer in den Rocky Mountains von Montana schildern.___ Vorort- JSadmchtem Wilmersdorf. Stadtverordnetensitzung. Nach Einführung de» wiedergewählten Stadtrats Dr. Beyschlag wurde über Petitionen verhandelt. Bei der Petition der Fleischerinnung um Abstandnahme vom Vertrieb in- ländischen Fleisches suchte Stadtverordneter Lehmann nach dem ab- lehnenden Antrag de» Berichterstatters die ganze Fleiscbversorgungs« frage aufzurollen. Als er sich anschickte, die Not der Fleischer au»- zmnalen. ersuchte ihn der Vorsitzende, bei der Sache zu bleiben und to lehnte man die Petition der„notleidenden" Fleischer ad. Die Gast- und Schankwirte waren beunruhigt durch eine Annonce der öffentlichen Speiseanstalt: man will ihnen Entgegenkommen be weisen, indem der gefährliche Zusatz„unter Aufsicht der Stadt" in Zukunft wegbleiben soll. Die Petition betreffend Umbau der Schmargendorfer Bahnbrücke wurde dem Magistrat empfehlend als Material überwiesen. Lebhafter wurde es im Saal bei der Wahl des ersten Vorsitzenden der Landkrankenkassc; es wurde» abgegeben 27 Zettel auf Stadtv. Dr. Leidig und 27 auf Stadtv. Ehnemann. 2 weiße. Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte wurde Ehnemann durchs Los gewählt. Zunr zweiten Vorsitzenden Stadtv. Droesc, die übrigen Vorstands- und Ausschußmitglieder nach einer vorgeschlagenen Liste. Der Vorentwurf der Sparkasse für 1S14 wurde in der ersten und zweiten Lesung genehmigt. Der Berichterstatter wies darauf hin, daß das Bemühen Berlins, durch Erhöhung des Zinsfußes die verlorenen Sparer wieder heranzuziehen, verfehlt sei. da die Borort gemeinden dann sofort folgen würden. Der Fehler liege vielmehr an der schwerfälligen Buchführung, bei der das Publikum stunden- lang warten müsse. Darin sei Wilmersdorf Berlin aber voraus. Für die Verlegung des Lyceums i nach der Gcmeindeschule? wurden die erforderlichen Kosten bewilligt. Auch bei der Auswahl der zu asphaltierenden Straßen schloß man sich der Magistratsvorlage an, nach- dem einzelne Vertreter pflichtgemäß die Souderinteressen ihrer Bezirke betont hatten. Bei der Berichterstattung über die anderweitige Ein- teilung des HohenzollerndammS wendete sich der Berichterstatter Dr. Heese gegen die Magistratsvorlage, er wünschte Verlegung der Straßenbahngleise aus dem Asphalt in den grünen Rasenteil, im Interesse der Ruhe der Bevölkerung. Die Versammlung überwies die Vorlage darum nochmals an den Finanzausschuß. Eine kleine sozialpolitische Debatte gab es bei der Vorlage über eine Pflicht- fortbildungsschule für gewerblich und kaufmännisch beschäftigte Mädchen. Die deutschnali analen Handlungsgehilfen haben dazu eine Eingabe gemacht, in der sie ihre bewährte Fähigkeit zur Vertretung von Angestellteniniereffen mal wieder neu bewähren. Am liebsten wollen sie gar keine Schule; wenn sie schon nicht zu vermeiden, dann soll sie wenigstens in erster Linie Handelsunterricht geben! Die Konkurrenz des weiblichen Geschlechts soll vermieden werden. Stadtv. Heinrich sah in der Vorlage wieder nur ein neues Stück von der schrecklichen Sozialpolitik. Der Unternehmer leidet darunter! Die Vorlage wurde in erster Lesung angenommen. Der letzte Punkt, Errichtung einer städtischen Anstalt zur Unterstützung der zweiten Hypotheken, litt unter der vorgerückten Stunde! daß man mit ganzer Seele dabei war, konnte man fteilich deutlich sehen; in allen Ton- arten wurde das hohe Lied des Haus- und Grundbesitzerstandes als der Säule der Gemeinde und natürlich auch des Staats gesungen. ES sollen für die Beleihung notleidender Hausagrarier 5 Millionen bereitgestellt werden. Die Sache ging zur schleunigen Erledi- gung an den Finanzausschuß, denn es ist die höchste Zeit, daß mehr Dampf dahinter gebracht wird. Zur Haltung der hiesigen Stadtverwaltung in der Arbeitslosen- frage wird uns aus Bauarbciterkreisen folgendes geschrieben: Die Wilmersdorser Bauarbeiter reichten am 5. September d. I. dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung eine Petition ein, worin fie unter Beifügung von Material ersuchten, der furchtbaren Arbeitslosigkeit zu steuenr. In der darausfolgenden Antwort vom 27. September versprach der Magistrat, alle Forderungen— soweit dies nicht schon geschehen— zu erfüllen. Die von den städtischen Körperschaften beschlossenen Neubauten sollten sofort in Angriff ge- nommen und im Winter fortgesetzt werden. An diesen Arbeiten sollten nur die in Groß-Berlin wohnenden und ansässigen Bauarbeiter nach den tariflichen Bestimmungen beschäftigt werden. Herr Stadtbaurat Herrnring, der den Vorstand der Bauarbeiter zu sich ge- beten hatte, meinte sogar, daß doch in der Stadt Wilmersdorf nickt viele Arbeiter wohnten und es infolgedessen eine Leichtigkeit sein müsse, zunäckst einmal die Wilmersdorfer Arbeitslosen unterzubringen. Bis jetzt Haben aber die Arbeitslosen noch nichts davon bemerkt. Bielmehr glauben die Bauarbeiter, daß die ihnen gewordene Antwort nicht ernst gemeint war. Sie vermuten, daß die gegebenen Versprechungen der Stadtverordnetenversammlung ihren Niederschlag in dem jetzigen Beschluß der Armendirekrion gefunden haben, wonach die um Unter- stützung Nachsuchenden geprüft werden sollen, ob nicht etwa Arbeits- scheu vorliegt. Dieser Beschluß soll wahrscheinlich nur die lästigen Anfragen um Arbeit und Unterstützung verhindern. Um sich nun gegen den Verdacht der Arbeitsscheu zu wehren, haben die Bauarbeiter von Wilmersdorf zum Sonntag, den liv. November, mittags 1 Uhr, nach dem Viktoriagarten, WilhelmSaue 114. eine Versammlung einberufen, zu welcher der Magistrat schriftlich eingeladen ist. In dieser Versammlung wird Genosse Rudolf Breitscheid über: Maßnahmen nicht für— sonSern gegen die Arbeitslosen referieren. Die Frauen der Mitglieder sowie Gäste sind hierzu eingeladen. Aus dem Fenster des dritten Stockwerkes herabgestürzt hat sich gestern morgen die in der Babelsberger Str. 5 wohnhafte Frau Zabel. Wie gemeldet wird, soll der Ehemann auf seine Eheftau eingedrungen sein, um sie zu mißhandeln Hierauf habe die Un- glückliche sich schließlich vor den Augen ihres Mannes ans dem dritten Stockwerk in die Tiefe gestürzt. Mit zerbrochenen Gliedern blieb sie auf dem gepflasterten Hof liegen. Sie wurde schleunigst nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht, doch ist ihr Zu- stand so gut wie hoffnungslos. Charlottenburg. Erhöhung des SparkasseuzinssaßeS. Der Vorstand der Spar- lasse der Stadt Charlottenburg hat einstimmig beschlossen, den städtischen Körperschaften die Erhöhung des Zinsfuße« für Spar- einlagen von 3 Prozent auf 8Vz Prozent vom 1. Januar 1914 zu empfehlen, für den Fall, daß der gleiche Beschluß des Berliner Magistrats die Zustimmung der Stadtverordneten von Berlin finden sollte. RotstandZarbeitru. Nach einem Beschluß des Magisttats soll die einmalige Reinigung eingezäunten und nicht eingezäunten un- bebauten Geländes unter die Nofftandsarbeiten aufgenommen werden. Damit wird zugleich den in der Stadtverordnetenversammlung nach einem besseren Zustande jener Grundstücke geäußerten Wünschen Rech- uung getragen. Ein Merkblatt mit den wichtigsten Bestimmungen über die Krankenversicherung der Dienstboten ist kürzlich vom Bersicherungsamt der Stadt Eharloiteuburg herausgegeben worden. Exemplare dieses Merkblattes werden kostenlos abgegeben in der Magistrats-Geschäfts- stelle VI sRathaus Zimmer 212») sowie in den Frauenabteilungen deS städtischen Arbeitsnachweises, Berliner Str. 81. Eingang Wilmers- dorfer Straße, serner AugSburger Str. 13, Ecke Bayreuthcr Straße, und Kanfftr. 69. Eltcrnverein für freie Erziehung. Montag, den 1. Dezember. abends 8 Uhr. im Volkshause, Rosinenstr. 3, öffentlicher Vortrags- abend. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadlverordneten August Gebert:»Sind unsere Volksschulen ändeningSbedürftig V 2. Freie Aussprache. Sonntag, den 7. Dezember, findei unter Leitung des Herrn Dr Brunner eine Besichtigung der Sammlung für deutsche Volks- künde statt. Treffpunkt morgen» 8V3 Uhr pünktlich. Straßenbahnbaltestelle am Wilhelmsplatz. Für Nachzügler bis&SU Uhr vor dem Museum, Klosterstr. 36. Jedes Kind har 20 Pf. Fahrgeld mitzu- lninaen Nichrmitglicder und deren Kinder sind des Raummangels wegen von der Besichtigung ausgeschlossen. Kinder unter 10 Jahren �°MittwoÄ � den 10. Dezember, im BolkShause. Rosinenstr. 3, oroüer Saal:' Große Märchenaufführung. Zur Aufführung gelangt: sms Märcken vom Fischer un sine Fru." Märchensplel m vler Mdern mit Gesang und Reigen nach einer älteren Fabel von Bert- hold Schröder, gespielt von 50 Kindern der Mitglieder.?lnfang 3 Uhr. Eintritt für Erwachsene 30 Pf., für Kinder 10 Pf. Billetts sind zu haben bei Busse, Sophie-Charlotten-Str. 21, Basier, Portier, Stuttgarter Platz 20, Grätz. Spreestr. ö6, Harnecker, Zigarren- geschäft, Helmholtzstr. 34, Konsumniederlage, Wallstr. 23.„Vorwärts"- Spedition, Sesenbeimer Str. 1 und im Bolkshause, Rosinenstr. 3, Stehbierhalle. Offene Kasse findet nicht statt. Neukölln. Eine große Kirchenaustrittsversammlung findet am Sonntag, den 30. November, nachnnttags IV2 Uhr. in der Neuen Welt statt. Wie wenig gerade die Neuköllner Bevölkerung Veranlassung hat, den Säckel der Kirche füllen zu helfen, zeigt ein Einblick in den Etat der Kirche. Danach bezifferten sich die Einnahmen der evangelischen Kirchengemeinde im Jahre 1912 auf 657 641,04 M. Von dieser Summe sind 1150 M. an bedürftige Gemeindemitglieder und 1846,50 M. an Unterstützungen, zusammen also nur 2996.50 M. verausgabt worden. Daneben sind noch 5700 M. als Wohltätigkeitsgelder angeführt, in denen die Beiträge an den evangelischen Bund. Gustad-Adolsverein usw. enthalten sind. Trotzdem die vorhandenen Kirchen Sonntags nur einen geringen Besuch aufweisen, legt die Kirchengemeinde 33 400 M. für neue Kirchenbauten zurück. Wieviel Not und Elend könnte die Kirche mit dieser Summe lindern, wenn sie wahrhaft christlichen Grundsätzen folgend, den ernsten Willen hierzu bekundete. Die soziale Hilfsbereitschaft kommt eben bei der christlichen Kirche genau so wie bei der Stadt Neukölln, die nur 16 000 M. für die große Zahl Arbeitsloser aufwendet, in letzter Reihe. In der Versammlung am Sonntag bietet sich die beste Ge- legenheit fiir die Bevölkerung, ihre Meinung über den wahren Charakter der Kirche zunr Ausdruck zu bringen. Sonntag, den 30. November, findet ein von der Spielkommission veranstalteter Besuch de? Flugplatzes in Jobannislhal statt. Eintritt für Kinder 10 Pf., Erwachsene 25 Pf. Außerdem sind 20 Pf. Fahr- geld(Kinder mtter 10 Jahren 10 Pf.), sowie für Kaffee 10 Pf. und eiwas gemahlener Kaffee»nitzubringen. Die Bezirke 1—4 treffen sich bis 1 Uhr an der Grünauer Brücke. Die übrigen Bezirke eben- falls bis 1 Uhr am Bahnhof Neukölln. Mittwoch, den 3. Dezember: Märchenvorlesung bei Bartsck. Hermannslr. 49. Eirttritt frei. Anfang 5 Uhr. Nur schulpflichnge Kinder haben Zutritt. Der gestern veröffentlichte Bericht über die Generalversammlung deS Wahlvereins enthält insofern einen Irrtum, als sich Genoffe eiker in Sachen Michaelis nicht gegen sondern für den Bor- standsantrag ausgesprochen hat. Schöneberg. Vorträge über„Unsere Klassiker" hat der VildungSausschuß in den„Neuen Raihaussälen", Meininger Str. 8, veranstaltet. Jeder Bortrag bildet in sich ein geschlossenes Ganze, deshalb können sick nachträglick Teilnehmer zum dritten und vierten Vortrage am 28. November und 6. Dezember nock anschließen. Rege Benutzung dieser Arrangements liegt im Interesse der Arbeiterbewegung wie des Einzelnen. Zehlendorf(Wannseebahn). Das Gewerkschaftskartell veranstaltet am Sonnabend, 29. Ro- vember in W. Miecks Gesellschafts Haus, Karlstr. 12, ein Gewerkschafts- fest. Anfang abends 8llt Uhr. Eintritt 50 Pf. Lichterfelde. Die Gemeindevertretung wählte in ihrer letzten Sitzung an Stelle des bisherigen Gemeindevorstehers Schulz den Schössen S p e r l e zum Kreistagsabgeordneten. Hierauf erstattete der Ge- meindevertreter Dietrich sein Referat über die Unterrichtsbedürs- nisse der Gemeindeschulen und höheren Lehranstalten pro 1914. Seine Ausführungen warfen ein grelles Schlaglicht auf die Verhält- niffe der Volksschulen in den Gemeinden des vornehmen Westens; obwohl der Referent offensichtlich demüht gewesen ist, die Tatsachen nicht zu kraß in die Erscheinung treten zu lassen. Nach seiner Mci- nung sei bei einer Erweiterung der jetzt siebenklasfigen Gemeinde- schulen in achtklassige kein Mehrbedarf an Lehrkräften usw. für den östlichen OrtSteil notwendig, da die Klassen zumeist schon geteilt seien. Anders ständen die Verhältnisse im Westen, wo bereits jetzt ohne Berücksichtigung des zu erwartenden Zuzuges die Teilung einer Anzahl Klassen zur Notwendigkeit geworden sei. Die ersten fünf Klassen der Gemeindeschulen im Westen haben eine durchschnittliche Schülerzahl von 59, in der sechsten Klasse sogar 68, und in der siebenten wieder 59. Das ist eine Klasienfrequenz, die beinahe an ostelbische Zustände erinnert und die es begreiflich erscheinen läßt, daß die hiesigen Lehrer an den Gemeinoeschulen über maßlose Ausnützung ihrer Arbeitskraft sich beschweren. Daß bei einer solchen M a s s e n srequenz von einem gedeihlichen Unterricht keine Rede sein kann, das weiß auch der Referent, der selbst Schulmann ist, ganz genau. Dieser Misere in den westlichen Gemeindeschulen soll nun in der Weise wenigstens einigermaßen abgeholfen werden, daß im Osten einige Klassen zusammengelegt, die Schülerzahl dort also erhöht.und die auf diese Weise„frei" werdenden Lehrkräfte nach dem Westen versetzt werden. Weiter sollen zwei Lehrer und zwei Lehrerinnen angestellt werden, was eine jahrliche Ausgabe von zirka 10 000 M. verursacht. In der anschließenden Diskussion brachten es die Gemeindevertreter Stadtrat a. D. B l e l l und R a u p e r t fertig,„im Hinblick auf die schlechten Finanzen der Ge- meinde" vorzuschlagen, eine Lehrkraft weniger anzustellen. Man müsse, meinte er, in Schulsachen— natürlich nur bei den Gemeinde- schulen— genau sein. Man dürfe sich ja aus die Schulbehörde ver- lassen; sie würde wohl der Gemeinde keine Schwierigkeiten machen. Trotz seiner»Pädagogischen Bedenken" stimmte der Referent Dietrich diesem unglaublichen Antrag zu. aber, wie er sonder- barerweise erklärte,„nur als Gemeindeverordneter"!— Die Ge- meindevertretung stellte sich jedoch aus den Standpunkt der Kom- Mission und beschloß die Anstellung von vier Lehrkräften. Bei den höheren Lehranstalten eindeckte derselbe Referent seine wirkliche pädagogische Befähigung. Hier verlangte er bereits bei 30 bezw. 40 Schülern eine Teilung der Klassen; bei einer solchen Schuler- zahl könne von einem gründlichen Unterricht keine Rede sein, �hne die geringste Opposition wurde allen Forderungen von insgeiamt zirka 20 000 P. zugestimmt. Gelegentlich der zweiten Lesung sur den Erweiterungsbau des Rathauses brachte Schösse L e n g n e r Bedenken zum Ausdruck wegen des ungünstigen Eindruckes des zu- nächst beschlossenen Teilbaues und wünschte die Ausführung des Gesamtprojekts; es wurde jedoch an dem bisherigen Beichlutz fest- gehalten und die weiteren Anregungen Lengners den Kom- Missionen überwiesen. Die abgeänderte Vorlage betr. die Gemeinde- Umsatzsteuer wurde genehmigt, ebenso wurde die neue Ge,chafts- ordnung der Gemeindevertretung en bloc angenommen. Am Schlüsse der Sitzung gab der stellvertretende Gemeindevorsteher be- kannt, daß aus der Arbeiterschaft ein Antrag eingegangen se, auj Schaffung von Arbeitsgelegenheit und Arbeitslosenversicherung durch die Gemeinde. Der Gemeindevorstand werde sich mit den zustan- digen Kommissionen in Verbindung setzen und eventuell der Ge- meindevertretung geeignete Vorschläge unterbreiten. Ober-Schöneweide. Eine gut besuchte öffentliche Versammlung beschäftigte sich am Dienstag mit der Frage der Arbeitslosenversicherung. Nock einem inhaltsreichen Referat des Genossen Georg S ck m i d t- Karlshorst hierüber besprach unier Gemeindevertreter Genosse M u t h die Be- Handlung unseres Antrages auf Einführung einer gemeindlichen Arbeitslosenunterstützung in der Gemeindevertretung. Die bürger- licken Vertreter seien zwar zum größten Teil im Prinzip für die Unterstützung, jedoch glaubten sie, die Gemeinde könne die Kosten nicht tragen. Man habe jedoch eine Summe von 3000 M. zur Ver- fügung gestellt, um würdigen und unverschuldet arbeitslos ge- wordenen Einwohnern zinsfreie Darlehen zu gewähren. Der Anttag unserer Vertreter auf Einführung einer Arbeitslosenunterstützung sei gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt worden. Ein Antrag. einen Arbeitsnachweis für den Kreis Niederbarnim zu schaffen, sei angenommen worden. Ob der Kreislag demselben ebenfalls zu- stimmen werde, fei bei der Zusammensetzung dieser Körperschaft un- wahrscheinlich. Wesentlich sei schon, daß die Angelegenheit überhaupt besprochen wurde. In der Diskussion erläuterte Genosse Bode die Arbeitsverhältnisse aus dem Lande, er zeigte, wie auch dort durch Einführung der Maschinen die Arbeitskräfte überflüssig werden. Mit einem anfeuernden Schlußwort des Genossen Schwarzburger hatte die Versammlung ihr Ende. Eine bcsoildcrs reichhaltige Ausstellung von Büchern, Wand- schmuck und Spielsachen findet vom l. bis 6. Dezember in den Parterreräumen des Hause« Edisonstr. 52(ftühere Merkersche Konditorei) statt: sie ist geöffnet von nachmittags i1/� bis 9 Uhr. Der Besuch der Ausstellung ist unentgeltlich. Der VildungSausschuß bittet die Arbeitereltern, die Ausstellung wie im Borjahre, so auch in diesem Jahre durch recht regen Besuch unterstützen zu wollen. Die öffentliche Versammlung am Dienstag, den 2. Dezember, findet nicht statt. Johannistbal. Tie Jugendschriftenausstellung des Bildungsausschusses findet vom 30. November bis 2. Dezember im Lokal von Otto Senftleben, Fnedrichsiratze 48(kleiner Saal) statt. Dieselbe ist geöffnet am Sonntag, den 30. November, nachmittags 4—9 Uhr; Montag, den 1. Dezember, nachmittags 7—10 Uhr; Dienstag, den 2. Dezember, nachmittags 7—10 Uhr. In diesem Jahre sind zugleich künst- lerischer Wandschmuck und Kinderbeschäftigungsspiele ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Kein Arbeiter und keine Arbeiterin versäume, diese Ausstellung zu besuchen. Hohcn-Schönhausen. Todessturz von der Treppe. MS vorgestern abend nach 10 Uhr der böjährige Gärtnereibesitzer Akrut seine Wohnung aussuchte, trat er im Dunkeln auf der Treppe fehl und stürzte einige Stufen hinab. Bei dem Fall? schlug er so heftig mit dem Kopfe aus eine Stufen- kante auf. daß er einen schweren Schädelbruch erlitt. Erst nach einiger Zeit wurde der Verunglückte von Hausbewohnern aus- gefunden und nach dem Krankenhame in Weißensee geschafft. Hier ist er gestern früh seinen Verletzungen erlegen. Pankow. Ueder Strcikjustiz referierte in der Mitgliederversammlung des Wahlvereins Genosse Dr. Siegftied Weinberg. Die Versammelten folgten den Ausführungen des Redners, der die aufreizenden Urteile wegen angeblicher Stteilvergehen einer vernichtenden Kritik unterzog und andererseits die ganz andere Beurteilung von schweren Vergehen der Streikbrecher zum Vergleich heranzog, mit größter Aufmerksam- keit. An der dem Vonrag folgenden Diskussion beteiligte sich Ge- nosse Bethke. Den Bericht von der Verbandsversammlung Groß- Berlin« erstattete die Genossin Könkow. Aus Antrag der Funkttonär- konferenz wurde die Genossin Hintzmaim in die Kinderschutzkommii'sion gewählt. Die Geschäfte der Lokalkommission am Orte werden den Genosicn Junge und Schischke übertragen. Die Mitglieder- versanimluiig im Dezember soll ausfallen. Ein Antrag der Gruppe 1, eine Besichtigung des Krematoriums in Treptow- Baumschulenweg vorzunehmen, wurde dem BildungsauSschuß überwiesen. Nowawe». Die Wahlen der Lertteter zum Ausschuß der Allgemeinen Orts- krankenkasse am 22. und 24. d. M. hatten folgendes Ergebnis: Arbeitnehmerwahlen: Insgesamt wurden abgegeben 1694 Stimmen, von denen 23 ungültig waren. Vou den verbleibenden 1671 Stimmen enlfielen auf die vom GcwerkschaflSkartell aufgestellte Liste I 1422, auf die Liste II(Hirsch-Dunckerscher Gewerk- verein) 249 Stimmen. ES sind demnach gewählt: von Liste I 26 Vertreter(L.-Nr. 1—26) und 52 Ersatzmänner(L.-Nr. 27—78), von Liste II 4 Vertreteree— Kleln-Glienickc— Nikolskoc— Wannscc. Weglängc ca. 19 Ktlometcr..lbsahrt 7.30 Dannser» bahnbos. Gäste willkommen."_ Arbeiter. Touristenverci«..OilS grinse B«®» Sonntag, dm 30. November: Wanderungen. L«v mgS-Vusteich«ff«»- Päd—(8r.;ft5ttä. Wjahrt nach Königs-Wusterhausen Görlitzer Bhs. ß.ZV Schlesischcr Phs. 5.51.— II. Jüterbog— Kloster Zinna— Luckenwalde. Ab-; sahrt nach Jüterbog Anhalter Bhf. 5.15. Gäste stets willkommen. * Köpenick. Montag, den 1. Dezember, abends'/,9 Uhr, findet im Kaiserhos, oberer Saal, eine Versammlung aller Ardeiter-Sport- n e r c i ii e statt zwecks Gründung eines„Arbester-SportkartellS". Die Vereine werden ersucht, sich vollzählig an dieser Versammlung zu beteiligen. I.?l.- M. John. * Arbeiter-Zamariterbund, Kreis Brandenburg. Berlin: Nächste Monatsversammlung am Freitag, den 28. November, abends 8'/, Uhr, im Restaurant Haberlandt, Neue Fried richstr. 35. Taschen, die noch nicht numeriert, sind mitzubringen. V.Abt.: Sonntag. den 30. November: Besuch des Pathologischen Instituts, Alexanderuscr. Trestvunkt vorm. 11 Uhr dortselbst. Lehrabend haben in dieser Woche(Beginn 8�/. Uhr): Berlin, 4. Abt. Donnerstag. 1. Dez., Lichtenberg, Scharnweber- jtratze 60, bei Pickenhagen. Be r Ii», 6, Abt. Montag, 1. Dez., Nene Friedrichstr. 35, bei Haber. laud. Berlin, V. Abt. Freitag, den 28. Nov., Charlottcnburg, Bismarck-, Ecke Scscnheiiner S trade, bei Wernicke. Köpenick. Dienstag, 2. Dez., Schönerlinder Str. 5, bei Stippclohl. Friedrichshagen. Donnerstag. 4. Dez., Friedrichstr. 60, 2. Hos, parterre. Mariendors. Mittwoch, 3. Dez., Chausseestr. 27 bei Benschel. N o w a w c s. Montag, 1. Dez., Wilhelm-, Ecke Friedrichstrabe, bei Schmidt. N o w a w e s(Abt. Potsdam). Mittwoch, 3. Dez., Kaiser-Wilhelm- Straße, bei Glaser. Ober« Schöneweide. Montag, 1. Dez., SiemenZstraße 12, bei Schu'z Spandau. Mittwoch, 3. Dez., PichcISdorser Straße 5, bei Dannc- berg. Berlin:«ornitag, 30, Rov.. vorm. 9—11 Uhr: Sonderkursu» bei Haberlandt, Reue Friedrichstr. 35. Marktpreise van Berlin am ÄS. November 1913. nach Ermittelungen des tgl. Volizeipräsidiums. Mais(mtred), gute Sorte 16,50—16,90. mittel 00,00— 00.00, geringe 00,00—00,00. Mais(runder), gute Sorte 14,70—15,00. Richtstroh 5,10. Heil 6,00—7,80. Markthalle«preise. 100 Kilogr. Erbse», gelbe, zum Kochen 34,00—50,00. Sveisebobnen. weiße 85,00— 60,00. Linien 36,00— 70,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule l. 60— 2.40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30—1,80. Schweinefleisch 1.40—2,00. Kalbfleisch 1.40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2.40. Butter 2.40-3,00. 60 Stück Eier 4,40—7,20. 1 Kilogramm Karpsen 1,00—2,40, Aale 1,60-3.00. Zander 1.20—3,80. Hechte 1.20—2.60 Barsche 1,00—2.00. Schleie 1.60—3.20. Bleie 0.80-1.40. 60 Stück Krebi« 1.00—21.00. Todes-Anzeigen �lsIlieivvki'MMMverein !. 1 6. üeii. HeiclisiagswaWkreis Am 21. d. M. verstarb unser Genosse, der Arbeiter Karl Reddies Ecrichtstr. 8. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freilag, den 23. November, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des DanleS-KirchhojeS in Reinickcndorj-West, LIankestraße, aus statt. Um rege Betelliguug ersucht Ter Borstand. Heulsedei' TFansportartieiler-Verlianii. Bezirksverwaltung GroS-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, I daß unser Kollege, der Eisen- I industrie-Arbeiter 69/19 ÜCarl Reddies J am 21. November im Alter von > 36 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken t Tie Beerdigung findet heute I Freitag, den 2s. November, nach- I mittags 3 Uhr, von der Leichen- I Halle des Dankes-KirchhofeS in 1 Reinickcndorj. Blankcstraße, aus > statt Bio Bezirksverwaltung, Am Mittwoch, den 26, d. M,, starb unser lieber Kollege und Mitarbeiter, der Maschinensetzer Ernst Klingbeil. Sein stetes Eintreten für die Interessen seiner Kollegen sichern ihm ein ehrendes Andenken auch über das Grab hinaus. 117b Das Persona! der Buchdruckerei Paß u. Garleb G. m, b. H. iZoü'alöei'.iiZld'allAiieFVadjseFelii fÜF Tempelhof. Den Mitgliedern zur Nachricht, ! daß am Mittwochmittag der | Genosse, Schriftsetzer Ernst Klingbeil Friedrich-Wilhelm-Straße 27 nach langem, schwerem Leiden an Muskelschwund im 37. Lebens- jähre verschieden ist. Ehre seinem Andenken I _ Die Beerdigung findet am Sonntag, 30. November, nachm. 4 Uhr, von der Leichenballe des KirchboseS an der Gcrmaniaftragc, Ecke Gottlieb-Dunkelstr., aus statt Um rege Beteiligung ersucht 203/17 Ter Borstand. öFaBiM. HascliinsnsEtzeFfeFeln V. d. D. B. Sitz Berlin. Am 26. November verschied nach langem, schwerem Leiden unser braves Mitglied, der Maschinen- setzer Ernst Klingbeil im 38. Lebensjahre an Muskelschwund. Der Verstorbene gc- Hörle seit 1902 unserem Verein an und war lange Jahre Vor- ilandSmitglied, bis ihn sein Leiden zum Rückiritt zwang. Er war ein grader, offener Charaltcr und treuer Anhänger und Förderer seiner Berufsorganisation. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet statt am Sanntag, den 30, November, nachmittags 1 Uhr, aus dem«e.' mcir.dc-Kirchhos in Tcmpclhos, Germania-, Ecke Gottlieb-Dunkel- Straße. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. 8gzjaIi!Elllll>iFaliZEl,EFVaiiIi'EFEiii Krtiz WEFdmiig. Bezirk Friedrichsfelde. Am Dienstag verstarb nach langein Leiden unsere tongstchrige Genossin au'U Marie Ehre ihrem Andenke« -s 5:c Beerdigung findet WN Freitag, nachmittags Vr* von her Leichcnballe deS Fried- H°,«S an der TrcSlowallce aus �je Be»irttl»it«n hm ülEilEFliaFiiiin. t Bezirk l-lcbtenbers. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied �rtnr Heydendorf Kronprinzenstr. 4 im Alter von 32 Jahren der- starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Swmabend. den 29. d, M.. nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle deS Friedhofs in Marzahn aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 13/1 Die Bezirksleitung. , ll MllRpSgEililiED •k Groß-Bertin. ZBDtrai*EFb, Bezirk Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unlcr Kollege Ärtur Beydendorf (Bez. Lichtenberg) nach längerer Krankheit ver- starben ist. 295/11 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, nachm. 3 Uhr, von der Halle des Lichtenberger städt. FriedhoscS in Marzahn aus statt, Abfahrt ab Schles. Bahnhof (Wriez, Bstg,) 2.32 Uhr nachm. Um rege Beteiligung ersucht _ Die OrtSverwaltung. DEUisehErSEtaUaFtiEilEF-Vepliaiiil Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schmelzer August Köthke gestorben ist. Ehre feinem Andenke» k Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 29. November. nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des FriedenS-HimmelsahrtS- Kirchhoscs in Nordend, Blanken- seider Straße 6, aus statt. Rege Beteiligmig erwartet Bie Ortsvorwaltung. Lichtenberger Männerchor. M. d. D. A.-S.-B. Den Mtgliedcrn zur Nachricht. daß unser Sangesbruder Xrtnr Heydendorf Kronprinzenstr. 4, nach langer Krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet Sonn« abend, den 29. November, nach- mittags 3 Ubr. von der Leichen- halle des Friedhofs m Marzahn aus statt. 60/19 Rege Beteiligung erwartet I>er Vorstand. Am 25. November verschied unser früherer Kassen-Rendant Efubert im Alter von 76 Jahren. Rastloser Pflichteifer sicher» dem- selben ein dauerndes Andenken. Der Borstand«. die Angestellten der JnnungS- Kraulenkasse der Tischler zu Berlin. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. Noobr., nach. mittags 3 Ubr, von dem neuen Gemeinde- Friedhoi Treptow- Baumschulen weg, Kiesholzstraße. anS statt. 299/7 SozialdemokratisetierWalilfeFsiii BoiinsdorL Am Dienstag, de»» 25. No- vcmber 1918, verstarb nach kltrzem schweren Leiden unsere Genolsi» Fr°u«grids Greolicb im blühenden Atter von 25 Jahren. Ehre ihrem Andenken! Die Bestattung erfolgt am Sonntag, den 30. November, nach« mittags 3 Uhr, aus dem Gcmeii:dc- sriedhos in Bohnsdorf bei Grünau. Zahlreiche Beleiligung erwartet 203/6 Ter Borstand. Am Dienstag, den 25. Novem- der, abends 8'/, Uhr, verschied nach längerem Leiden»mser lieber Vater, Schwieger- und Großvater, der langjährige Kaffenrendant August Hubert im 77. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Bie trauernden Kinder. Die Beerdigung findet So»mtag 3 Uhr von der Leichenhalle deS neuen Gemeindeftiedhojes Baum- schulenweg, Kiefholzstraße au» statt. Am Dienstag, den 25. Novem- ber, entschlief plötzlich meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Frau Lmma Lohse geb. liolTiuann. Dies zeigen tiesbetrübt an �rtur Lohse nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. November 1913, nachmittags'/,3 Uhr, von der Leichenhalle des Steglitzer Ge> meinde-FriedhofeS, Bergstraße, aus statt. 233/2 1 Allen Freunden und Bekannten z»rr Nachricht, daß unsere liebe, gute Tochter und Schwester RlarMRa nach kurzem, schwerem Leiden am Dienstag verschieden ist. .Anitas Haupt nebst Frau Willy Haupt Krna Hanpt. 1166 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. Noveinber, nach- mittags 3 Uhr. aus dem Gc»i»«md«- Friedhof in BohnSdors statt. Weiche ein mit Henkels Bleich-Soda. m Vörräti Ken und der Das größte Abonnementshaus feinster Herren-Moden J. Stock Jt Co. vorkaoft semo Monats-Garderobe direkt an Private. Anzüge»ind Paietots von 10 M. an. 4 FriedrichstF. 108 ßpn * vis-ä-vis der KarUtraOe. Stoffe Orts-Ktrankenkafse für eleg �letOtS Meter ZL.§, 7, g Xostum- und insterstoffeMtr3d.3,M Persianer imit. Plüsche 130 ÄJC.?50� Seiden-Seal prima-9ual Meter M« tatterV aSOfiSO Astrachan, tattert i5oR Meter 4'»«» V Tuehlager Koch& Seeland G. m. b. H1 Gertrauiltenstr. 20/21 pmIV Enorm billlyer Wäscheverkauf bis 60% unter Prejs im früheren Lokal von Zl. Hrcllcnbnscn b'acbl., Hmnncnutr. 17. ffrnffnilltll Sonnabend, d. 29. Nov., gippung nachmittag» 3 Uhr. für das Goldschmiedsgewerbe ja Berlin. Sotmctbcnb, den 6. Dezember 1913, abends S1/, Uhr, im(SewerkschastS hauje, Sngcluser 15, Saal 10: keneFgl-VeFsammlmig samtlicher Delegierte«. Tagesordnung: 1. Wahl einer Kommisston zur Prüfung der Jahresrechnmig für 1313. 2. Bericht über Organisation, Bei- träge und Leistungen der Zill- gemeinen Ortskrankenkaff«. 3. Verschiedene». vor Vorstand. A. Wille. H. Her Borsthenber. schnsi Spvaisisnzrt für Syphilis, Har«.«. Frauenleiden— EhrHch-Hata-Kor(Dauer 12 Tage). Blutuntere>i ohung. Schnelle, eichere schmerzlose Heilung ehue Berate Störung. MUige Preise. I>r. med. WockeafuB, Friedrichstr. 125(Oranieab.Tor) Sprechat. v, 8—8, Sonntage 8— 10. Hank» Für bie Bielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reiche» Kranz- spenden bei der Beerdigung unseres lieben Käthchcns lagen wir allen Verwandten, Freunden und Be- kannten, insbesondere der Genossin Frau Fahrenwald sür die trostreichen Worte unseren besten Dank. f105 Panl Springer nebst Frau und Tochter. Familie Klotaacb. atentanwalt Prlliwitzia Allgemeine Orts- Krankenkasse Berlin- Weißensee. Wir bringen hiermit zur Kenntnis !>er Vertreter im Ausschuft, daß am Tonnadeud, den 20. Dezember er., abend» 8— lv tlhr. im Restaurant„Prälaten-' Hierselbst. Lchderstraßc 122, die Wahl von sechs den Arbeitnehmern augehörigen Vorstandsmitgliedern nebst 12 Stell- Vertretern und die Wahl von 3 den Arbeitgebern angehöriaen Vorstands- Mitgliedern nebst 6 Stellvertretern stattfinde» wird. Die Wahlen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber geschehen in getrennter Wahlhandlung und werden bei dm Arbeitnehmern von den Vertretern der Versicherten im Ausschuß bei den Arbeitgebern von den Vertretern der Arbeilgeber im Ausschuß vorgenommen. Es sollen wählen die Arbeitnehmer in der Zeit von 7—9 Ubr und die Arbeitgeber von 9—10 Uhr abends. Wir laden zu diesen Wahltermmcn die Vertreter im Ausschuß ein und iordem die beiden Gruppen von Vertretern hiermit auf, jede sür sich und schristliche Wahlvorschläge ein- zureichen, mdem wir daraus aus- merksam machen, daß jeder Wahl- Vorschlag nicht mehr als die vor- genalmte Anzahl von Bewerber»» (Arbeitnehmer 12.' Arbeitgeber 6) Benennen dars. Jeder Wahlvorschlag muß voi» 3 Auss chußmttgliederii(bei den Arbeit- nehmern von 3 Arbeitnehmer- Vertretern, bei den Arbeitgebern von 3 Slrbeitgebervertretern) unterzeichnet win und es mutz 8i jedem Wahl-' Vorschlag außerdem ein Vertreter de» Wahworschlags und ein Stellvertreter für ihn aus der Mtte der Unter- zeichner ersichtlich gemacht werden. In den Wahworschlägen sind die einzelnen Bewerber unter jortlauseuder Nummer aujzusühren, welche die Reihenfolge ihrer Benennung aus- drückt und nach Zu- und Vornamen. Berus und Wohnung zu bezeichnen. Mit de« Vorschlägen der Arbeii- nehmervertreter ist serner von jedem Bewerber eine Erklärung darzulegen. daß er zur Annahme der Wahl bereit ist. 233/6 Die Wahlvorschläge müssen bis spätestens Sonnabend, den 13. Dc- zember 1312, beim Kassenvorstand eingereicht werden, um zugelassen zu werden. An die zugelassenen Wahl- Vorschläge ist die �limmabgabc bei der Wahl gebunden, die Wahl an- derer Kandidaten ist ungültig. Die zugelassenen Wahworschlage können von den Ausschußmitgliedern m unserem Kassenbnreau, hier, Pistorwsstr. 17. während der Dienst. stunde» von 8—1 Uhr vormittags ein- gesehen werden. � �. Jeder Vertreter im Ausschuß er- hält überdies gleichzeitig mit dieser Bekanntumchung noch eine schristliche Mittellung über die Bernahme der VorftandSwahlen. Berltn-Weißensee. den 27. Rov. 1312. Her Vonstand. St. Fuhrmann. Vorsitzender. SÄ Knabenanzflge Ulster, Paletots, rruzelncHosrn I am vrctSwe riefte« » i r e t t in der F a b r i» Bertha Prfiatel 50,««dreavftr. 50, I. Etage. Kein Laden. fg: Nur ein Preis! 33 Frffche, fette. j»mg«,i7-15 Pfd. schwere Gänfe s 72« pro Pst- Rur allererste Qualität! Gänscrümpse.»/z Gänse,'/«Gänse, Supperchühner. Brathühner, Tauben empfiehlt» P. Wegner, Berlin SO. DM- nur Marianncnstr. 34. vonnvuvRaniß elsr VMZlKWlllbbl!! Elrztiilnngen ans dem Prole- tarierleben von M. Andersen Nexfi. Preis gut gebunden 1 Hark. Buchhandlung Vorwärts — Lindenstr. 69, Laden------ durch alle, Vorwärts ■oagabestellen xa beziehen.* & Empfindliche 11«�� Wir bringen wunderbar bequeme Gpezialformen Schnallenstiefel f. Chroml-d-r, Inesfutter, mollig warm, für Haus u. Straße 690&50 Herren...(I Damen... Schnürstiefel für Dam°n, o 90 Doxhorse, Sealskinfutter........ Qß Schnüsstlefes„Zrma"£75 echt Chevreau, bequeme breite Form ünser(5ondor-paient- Kerren- Schnürstiefel ohne zu schnüren— ideal bequem echt Doxkalf, Ooppelsohlen, � �69 oder Chevreau........... Ji. ait Echte Kamelhaar-Schuhe und-Stiefel vech Vorschrift von Professor Dr. Zaeger Schuhfabrik Eonrad Tack& Eie. A-G., Burg i37 Verkaufsstellen im Reich, davon 21 in Berlin u. Umgegend: C, Spitttlmarkt IS C, Zioseachaler etrafa 14 W, Potsdamer etra(ie 50 W, vchiMmhe 16 NW. Turmstraße 11 NW. Wilsnacker Str. ZZ ------ 29 127 NW,»euNelstrabe: N, Zriedrichflrafe t N, 3Hü(lenTra>e 3 N, Heimtf cndorf er Str. 23 N. Drunnenstraße nur 37 N. Lonzizer Straß« 1 O, Andreasstraß« nur 50 O, Sranlturter AN«« 125 SO, Oranienstraß« 2 a SO. Cronlenstroß« 32 SO, Wranzelstraße 49 SW, Kriedrichstr. 240-241 Sharlottenbura: nur 2Bil' mersdott«« Str. 122-123 bei Magdeburg TteuföRn: Sergstraßc 30-31 Potsdam: Srandenburger Str. 54 3. Vv-nMch-Siidd-nkfche (ÄÄ9. H'änigl. Vreufi.) Kkassenkotterie S.INaqi 17. Aietiuugstllg 27. Novimbl« 1S1Z Vormittag Zl»s jede ge»vge»« Nummer find»Met gleich Hove tttewinn« gefalle», und»war je einer auf dt« Los« gleicher Sfummer in den beide» Zlbtctlungeu I n. U. Nur die Gewinne über 240 M. sind in Ulammern beigesügt. lOhne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 28 136 287 300 543 658 740 043 1001 11 259 316 437 612 33 729 90 851 998 2090 338 96 443 43 721 918 24 8067 91 (3000) 693 911 76 4237(600) 42 61 60 66 661 720 832 6199 (500) 237 369 693 845 87 8066 128 671(1000) 91(6"0) 7037 187(1000) 332 432 42 645 673 8193 264 427 97 722 95 978 0027(500) 65 456 639 49 812 91(3000) 92 1O0CI 29(500) 352 409 64 507(3000) 74 632(1000) 69 920 (1000) 11000(16 0 00) 68 172 236 40(1000) 384 454 639 660 73(600) 802 62 57 916(3000) 31 12024 272331 604703 1 3172 623 66 93 783 810 1 4047 193(1000) 206 37 354 98(500) 453 63 542 63 621(600) 807(1000) 44 972 1 8119 258 603 66 63 691 18007 49 68 61 72 88 613 80 772 1 7061 10069 501 867 18184 288 331(500) 645(500) 707 826 93(3000) 915 31 19104( 3000) 235 74 450 791 917 86 20024 116 369 95(600) 957 21694 633 826 961 22031 73 233(500) 334 465 91 666 613 808 2 3048 130 49 269 395 637 45 76 625 27 719 983 2 4019 210 329 446 643 44 018 85 2 5090 120 221 724 860 930 57(1000) 28042 192 346 71 464 90£46 634 44 758 831 63 997 2 7131 64 492 684 343 920(600) 28294(3000) 390 401 606 60 96 787(500) 28267 30? 40 400 (1000) 7 16 80 686 804 71 73 800 936(600) 91 30138 63 272 96(1000) 300 24 78 648 620 37 738 807 62 917 96 31290 346(10001 684 3 2030 179 501 47 657 61 745 63 84 982 3 3043 68 342 95 467 695(500) 878 927 34 34029 42 63 157 76 300(1000) 448 99 630 770 977 85(800) 3 5 671 843 83 844 71 36082 92(500) 130 202 426 621(3000) 33 630 05 909 30 3 7062 87 154 255 292 90 413(3000) 26 594 656 75 780 3 8002 10 166 236 80 642 771 819 84 915 3 0053(3000) 102 (11)00) 60 403 18(30001 710 18 864 913 98 40025(3000) 87(1000) 362 68( 500) 81 446 837 39 62 41165 226 438 68 668(1000) 691 799 895(600) 42112 212 40 76 363 414 676 638 902 4 8063 73(500) 229 61 72 395(500) 425 664 602 8(600) 44 932(500) 69 44105 68 692 739 63 82 834 4 5040 62 140 377(3000) 669 74 746 842 993 43010(500) 94 203 33 434 557 610(1000) 76 794 830 4 7188 204 407 4 8046 260 325(600) 33 434 5-12 093 066 4 8090 117(3000) 46 78 234 92 376 843 50047 74 82 154 289 443 85(3000) 559 615(1000) 398 905 44 61060 124 45(1000) 93 284 610 31 40 717 8 2099 366 454(500) 653 708 69 73 859(500) 63000 60 654 721 74 99 865 91 932 54131 230 443 67 834(600) 98(600) 961 85063 £27 624 5 3118 24 217(1000) 416 675 666 852 85 6 7 048 184 263 469 622 691 703 804 6 30 62 934 63 78 SO 68418 644 99 771(600) 802 U 41(3000) 69048 66 107 67(1000) 364 68 443 547 635 6 0097 149 299 334 81 413 27 664 888 96 81161 228 472 (600) 305 614 808 965 76 6 2081 303(500) 650 860 07 907 63057 143 761 68 857 964 73 98 84266 386 629 639 738 602 64 6S04S 113 63 242 621 61(3000) 804 937(600) 68 6 83(0 65(1000) 419 26 616 639 94 701 72 980 6 7 218 464 30 607 29 6 8028 166 283 317 79 421 669 704 32 42 815 930 6 8099 220(600) 394 431 99 531 69 609 20 838 94 930 70-MS 82 860 930(500) 71032 54 293 490 601 805 917 7 2050 98 163 67 85 226 510 79 623 49 784 072(500) 7 3616 68 85 745 817 976 7 4033 75 431 39(600) 674 83(5001 917 (1000) 7 5007 218(600) 310 29 81 442 690 615 28 930(1000) 76002 49 112 382 421 602(1000) 77195 279 038 946 78020 (5000) 27£87(500) 454 623 735 05 605(600) 78162 233 375 606 68 710 77 80004 41(3000) 137 539 742 81109 63 91 360 419 709 12 25(6000) 919 76 8 2006 59 167 284 9 5 367 434 41 380 3310« 207 88 328 453 620 658 769 844(10001 93(1000) 84056 430 514 764 818 44 86(600) 86078>500) 86 619 615 06068 76(1000) 181 360 467 540 767 74 877(3000) 84 8 7 206 305 88 SO 631 684 773 804 12(1000) 53 925 88U1 225 75 96 361 439 89005 63 72 743 98 830( 500) 921 62 90164 209 302 30 489(1000) 713 18 810 94(1000) 81100 10 34 41 352 454 65 69 667 831 919(3000) 92016 30 54 110 98 333 407 977(1000)»3015(500) 30 61(1000) 96(600) 183(30007 448 79 86 671 778 857 94107 292 461(600) 98 (3000) 623 63'C00) 066 703 985 80» 5161 61 65(600) 430 36 749 947 9k i< jJS 49 421 625 749 954» 7305(500)-C« 76 621»8105 237 633 52 793 812 84 8 9002 2)5 305 442 66 675 652 740 96 100019 113(1000) 429 62 677 607 33 817 914 65 1 81036 161 421 689 874 925 39 1 0 2071 199 406 676 833 72 1 03)24 403(1000) 725 79 1 04026 117 99 220 77(500) 425 82 627(500) 65 04 647 96(3000) 98 721(lOOO) 878 106034 59 189 365 64 78 432 84 643_( 3000) 726 43(1000)(08086 165 299 466(3900) 80 747 327 107030 13$ 200 315 22 630 32 57 66 021 617 64 74 76 1 08009 63 64 125(3000) 326 07 447 717 829 1 08 051 lioois 83 iS# M33OT 03 614 643 111CT3 � 613 Kl 80�2 476 aoä2ll 0» 114 17 ll 86 338 53 416 blO 137" 3 12.16p 387 704 lieie4 290 334 93 411 97 518 824 117 144 62(500) 431 687 723 998 118140 83(530) 375 418 573 89 763 69 934 110033(500) 164 516(10001 98 647 983 87 120562 70 734 814 36 43 76(1000) 981 121161 223 70 348 550 650 989 97(3000) 935 80 1 2 2043 128 89 203 27(3000) 92 633 709 66 886 961 123177 97 239 325 49 480 666 633 124054 306 61 497 676 874 914 1 2 5046 70 73 89 96 111 21 (600) 30 224 70 309 426 78 845 912 1 2 6 401 6 691 92 95 862 938 1 27163 405 43 693 626 765 822 63 1 2 8042 169(600) 253 327 91 603 91 987 1 2 9054 85 152 279 366 566 13 0040 43 83 421 674 626 66 925 1 31021 412(600) 78 677 87 97(600) 671 826 45 1 8 2054 246 68 323 761 67(500) 847 912 1 33223 305 9 454 616 66 900 79(600) 134104 8 363 605 24 63 693(600) 845 47 957(600) 13 5203 338 647 61 617 779 842 63 63 966(BOO) 18 6064 77 148 401 96 697 639 715 43 823 38 95(600) 967 1 3 7 057 69 354 422 656 693 911 75 138)32 59 87(10 0 0 0) 232 376 622(3000) 65 667 707 36 696 1 3 8071 112 67(1000) 73 391 97 456 88 637 93 655 838 68 140007 13 16 64 133 66 574 966 141033 40 109 466 849 68(1000) 648 93 722 73(1000) 91 848 66 14 2036 164 253 367 422 43 624 91 610(3000) 17 866 949 143107 320 409 47 73 683 605 700(1000) 22 64 144283 417 528 39 748 823 93 14 6036 174(1000) 84 242 746 60 840 986 148100 77 300 66 472 676 619 936 14 7 097 190 216 666 81 731 65 72 970 148074 186 274 310 93 560 733(3000) 83( 600) 908 149064 63 727 66 833 150116 45 62(3000) 629 649 791 151148 246(18000) 663 652 66 782 849 982 1 6 2072 75 121 64 254 80 430(600) 680 624 822 68 1 5 3003 210 81 311(500) 601 15 663 786 164139 279 82(6000) 338 699 647 83 1 6 6297 372 83 92 441 82 511 12 30 647 969 86 99 1 6 6215 54 324(1000) 665 652 61 760 980 1 57107 62 66 95 228(3000) 67 363 78 471 632 64 75 98 99 644 772 865(1000) 16 8260 358 719 98 827 66 918(600) 69 1 6 9027 183 202 378 464 79 664 663 92 791 883 965 180134 1 81076(6001 83 113 203 24 1 6 2 029 65 69 277 88 330(1000) 463 944 1 6 3274 376(600) 521 607 27 807 30 986 18 4005 18 58(1000) 473 640(500) 33 632 48(600) 751 62 603 916 31 18 5036 218(600) 336 624 777 1 66034 77 252 323 99 (1000) 430 699(1000) 864 1 67109 441 558 683 745 50 78 960 16 8086 199 389 408 29 607€03 730(600) 168 047 163 319 61 660 63 639 63 708 829 941 17 0093 177 92 207 34 356 497 98 730 884 1 71092 387 494 (5000) 663 710 28 803 82 927 1 72164 67 669(1000) 710 1 7 3397 442 64 547 63 734 815 174081 141 99 336 485 609 93 743(1000) 827(500) 945 79 1 75111 80(600) 226 363 640 90 666 717 21 896 1 7 6034 224 29(600) 70 85 361(600) 413 41 86 606 53 90 688 707(10001 74 809 1 7 7 000 172(3000) 240 88 410(3000) 591 663 791 841 Ol 178165 445 674 793 820 1 79102 265 435 682 737 18 0065 455 964 1 01173 78 218 372 791 18 2012 202 70 506 6X9 1 33280 399 452 628 608 31 75 93 852 046 1 8 4251 316 667 89 797 1 8 5013 216 74(1000) 737 47 869 1 8 6020 172 208 40 334 430 46 699 630 41 762 64 1 8 7 039 4SI 632 168025 68 70 123 CO 260 92 300 681(600) 638 49 67 879 939 1 85034 135 98 364 409 605 761(1000) 62 863 902 7 24(500) 38 196059 141 209(500) 37 60 488 500 24 67 927 41 191215 39 52 91 804(1000) 20(600) 959 192025 37 139 52( 3000) 370 411 670 674 1 93141 384 555 632 58 743 95(1000) 825 45 (10 3 0 0) 194072 123 47 84 471(1000) 89 663 668 723(1000) 987 88 1 9 5 062 80 178 90 254 415 529 982 1 9 6061 165 314 43 65 439 648 985 1 9 7 029 212 82 391 98 430 634(500) 84 710 1 9 8037 106 67 248 3X2 66 453 599 629 711(509) 833 54 19 3037 40 170 745 833 20 0088 113 207 607 731 814 48 937 49 201005 66 223 375 432 619 702 83 890 989 97 2 0 2264 347 437 75 627 894 906 19 2 0 3259 368 467 579 871 2 0 4242 330 735 614 83 2 0 5 039(3000) 64 254 365 697 660 958 2 O 8000 123 24 62 413 71(3000) 749 2 0 7018 382 444 664 754 828 2 0 8052 70 116 43 92 350 650 762 65 823 2 0 3520 737 38 828 36 922(3000) 2IO050 00 223 59 447 678 83 977 211076 188 310 60 614 (500) 43 45 60 656 69 94 21 2022 126 224 4-1(600) 464 612 709 29 73 844 935 213013 138 220 27 621 29 602 714 97 813 65 980 21 4034 196 210 310 29 61 912 21 6055 195(3000) 334 36 729 970 21 6050(600) 97(600) 225 364 93 710(1000) 85 21 7199(600) 233 318 412 29 563 823 60 925 45 218029 130 (600) 284 383 601 63 93 702 23 85 911 69 21 0082 117 62 83 344 937 59 69(3000) 22 0021(1000) 40 214 83 393 614 840 72(6000) 90 221070 93 104 661 932 2 2 2100 215(1000) 353 444 860 911(1000) 94(500) 2 2 3054 78 178 229 37 309 87 510(3000199 621(1000) 38 69 700 37 45 78 851 83 967(500) 2 2 4022(500) 99 173 271 652 831 4* 2 2 5123 99 270 93 304 414 71(3000) 629 625 750 86 912 2 26131 271 90 353(600) 81 453 679 971 2 2 7036 78 146 65 228 349 64 80 403 566 792 816 926(3000) 2 2 8100(1000) 623 64 795(500) 811 14(600) 936 86 2 2 3 051 146 52 64(500) 214 40 43 362 96 439 617 49 837 2 30109 64 497 617 87 613 16 63 822 61 905 44 231032 128 35 282 340(1000) 97 465 82 672 720 867 232326 62 420 33 652 815 2 33181 93 250 395 93 531 43 45(1000) 695 343 908(1000) 3. VrenMch-Süddentsche (329. gSttigt. Preith.) K)«issei>t»tter)e 5. atasie 17. Ziehungstag 27. Novemder 1013 Nachmittag Auf jede geiogeitr Nummer sind»tu«, gleich hol)« lKetoi»»- gefallen, und zwar je einer ans die Lose gleicher Nummer tu den beiden Abteiluuge» I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. sind tn klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 4 62 94 122(500) 76 218 46 316 466 617 64 664(600) 1013 133 (600) 216 318 ,1000) 82(1000) 61 73 634 70 959 90 2161 232 341 418 95 663 611 703 24 3127 61(6"Ol 309(1000) 72 575 679 7)4 888 959 98 4150 391 433 93 648(10 0 0 0) 06 59 78 736 62 83 814 76 6030 80 157 207 74 384 680 97 0028 319 83 611 81 7220 60(500) 81 391 94 402 943 68 66 8017 30 46 69 ,1000) 320 42 492 711 876 9089 206 62 308 616 19 56 (1000)84 10268 357 449 767 99 861 11003(1000) 33(3000) 438 897 948 1 2033 480 621 91) 13408 626 88 816(1000) 63 978 1 4494 (3000) 509 664 716 1 6017 61 204(1006) 14 391 ,3000) 94 628 786 964 1 8142 342 44 927 I70T2 330 71 510 98 601 96 080 18292 368 62 457 634 311 808 1 9067 83 175 340 627 49 88 (1000) 810 43 842 20106 108 73 376 895 931 64 21320 93 630 818 926 67 2 2030 120 26 234 328 664 914 2 8116 278 333 57 433 92 507 760 915 46 94 24169 220 76 316 423 67(600) 76 93 709 828 963 2 6509 60 80 85 621 840 942 2 6 064 123 51 77 312 451 75 92 540 78 785(1000) 27132 92(1000) 21.2 24 56 323 682 639 710 908 37 78 28142 327 30 93 485 97 557 774 910 96(6000) 29297 372 88 462 7C0 23 ,8066) 40(600) 858 97.8 30 054 81 105 260(600) 453 664 631 721 937 44 31198'.25 35 374 425 614 616 856(600) 3 2022(1000) 68 197 242 380 466 79 582 628 761 879 3 3153 320(600) 77 715 873 954(3000) 3-4016 31 121 71 420 517 665 76) 803 19 47 60 3 6041 61 81 386 91(600) 521 48> 500) 866 76 968 79 3 8110 293 660(3000) 639 826 i3ÜOU) 87 901 37175 277 4)4 28 727 821(3000) 69(30001 3 8085 209 407 34=28 70 773 894(600) 993 3 8069 223 378 602 800 40l(,6 67 232 855 85 365 645(3000) 867 41104 82(1000) 467 80 626 691 964 4 2039 166 263 314(500) 449 561 018 8 01 (600) 34 4 8064(500) 307 74 412 517 66 680 44193 228 348 417 674 98 012 953 48105(1000) 402 621 64 838 914 22(1000) 90 4 8 040 141 90 98 353(500) 610 766 893 917 4 7051(1000) 146(500) 230 326 618 96 675 694 927 90 4 8024 70 94 411 72 593 98 648 713 43(600) 807 933(500) 95 49180 333 664 670 765 808 6 0204 79 484 608 74 87 708 74 96 829 84 962 61105 74 603 644 774 866 6 2066 367 410 29 61 62 636 945 81 6 3214 49 64 316 13 23(1000) 72 472 80 526 49(1000) 646 75 789 879(1000) 54143 50 87£61(1000) 65 358 6K) 62(1000) 606 704 56)00 270(3000) 492(10 000) 746 844 5.8048 62 64 133 200 49, 500) 605 9 609 82, 600) 710 17 948 68 5 7 396 467, 600) 75 631 761 91 68119 370 672(600) 76 876 68 8 9045 141 63(£00) 217 82 303 67 99 679 827 946 BOOK 296 377 513 37(3000) 660 700 10(500) 921 61227 80 639 50 725 6 2050 114 64 366 444 623 69 6 3003 14 22 122 98 247 91 375 690 640 60 863 65 0 4031 61 2)6 305 714 69 816 929 68 70 6 8290 335£6( 500) 540 93 614 61 736 801 29 32 34 6S249 322 40 643 58 65 664 65 1500) 734 92 844 938 6 7017 534 88 602 21 833 6 8 006(600) 94 197 262 82 346 64 420 49 64(1000) 96■ 92 681 929 93 6 9 037(500) 157 (600) 202 339 65£09 81 602 43 719 45 872 7 0048 86 89( 500) 123 34 325€97 787 71355 454£29 709 838 72160 443 63o 6 3 56 835 73«01 600) IIS(3000) 202 94 323 77 432 55 77 580 50 7 775 993 7 4152 201 335 407 630(10(1 00.!) 32(£00) 07 653 92 723 96 872 973 7 5017 1C7 554 66 75 681 9-6 39 7 6)97 2-6 366 656 7 7 066 160 84 465 786 817 22 7 8045 139 323 479(6000) 768 648 939 85 70112 82 404 510 833 63 80)43 263 77 438 62 66 613 48 762 81033 277 322 34 65 661 600 ,500) 49 56 889 969 8 2 082(500) 136 84 227 397 405 14 62 83 616 26 637 94(3000) 711 14 56 ,1000) 062 8 3043 125 224(3000) 460 05 608 71 99 789 8 4073 102 6 253 62 355 492 503 43 672(1000) 06007 100(1000) 222 76 467 981 8 6007 il&Oü) 115 60 74 213 32 93 98 616(600) 621 8 7003 167 216 477(1000) 606 618 700 I(1000) 937 53 8 8047 82 109 305 494 616 722 29 8 9113(600) 63 443 637 40 OO30S 844(1000) 62 98 947»1040 165 328 65 626 649 788 803 985 9 2005 15 125 431 559 63 619(1000) 872 905 93 000 28 254 646 62 635 39 862 66 84)62(1000) 401 23 77 694 558 94(600) 751 89 803 17»8318 413 78 662 652 70 »8184 3a 287 308 607 51 T' 71 680 925 92 9 7 035 169 72 98 372 63 412(1000) 44 93 620 715 19 882 917 36» 8100 258 367 72 658(1000) 875 936 68»»077 775 823 88 910 18 80 100034 184 228 36 731 32 62 97 920 44 97 1 01286 418 84 695 760 847 64 102218 334 42 69 472 608 618 737 827 994 103004 103 68 466(3000) 517 39 74 604(5 0 0 00) 63 937 104166 426 669 713(500) 810 19 053 1 0 5013 290 96 634 (3000) 706 77 810 79(600) 913 1 08123(3000) 47 75 240 (3000) 64 379 85 421 512 79 662.10 7080 112 218 455 77 87 £94 707 18 833 42 099 103166 339 49 626 62 664 60 98 764 (3000) 813(600) 42(1000) 48 906(1000) IO901S 178 411 658 729(600) 859 ttC 12 63 138 88 342 69 65 639 64 601 720 803 929 111012 29 163 348 61(600) 417 80 666 608 047 53 88 112007 138 80 (3000) 220 438 615 34 838 992 93 113066 125 42 77 243 SO (1000) 319 itODO) 465 601 38'24 963 114085 233 329 444 6)2 79 852 115161 73 375 566 674 96 740 93 813 60 66 84 913 116193 705 117051 390 601 712 861(500) 960 70 110166 383 549 816 63 977 81 119281 315 408 28 534 90 810 120118 48(3000) 334 452 668 625 65 716 26 28 85 1 21168 430 643 767 863 1 2 2220 359 537 63 637 708 11 74 1 2 3076 291(3000> 449 623 1 24008 166-276 325 66 423 73 603 89 601 73 861 125162(1000) 78 353 476(500) 661 BS 773 8:9(500< 923 72 1 2 6059 191 256 641 903(1000) 32 37 1 2 7 260 329 404 662 ilOOO, 712 888 1 28119 66 88 276 306 18 32 83 471 617 733 1 20120 41 61 241 323 417(600) 511 742 924 72 130121 62 81 342 542 1 31169 426 689 669 848 961 82 97 132142 97 611 13 718 20 74 832 133109 65(10 000) 220(600) 65 594 672 805 67 954 1 3 4227(600) 419 609 81 13 5400 86(1000) 698 605 825 910 1 30166 249(3000) 74 306 60 472 658 98 649 1 3 7 036 44 317 ,600) 487<33125 250 354 63 422 810 39(10 000) 82 633 738 139168 201 13 325 423 618(600) 635 722 28 898(3000) 942 43 140248 612 718 64 141265 338 637 93 620 63 700 908 88 142032 168 86 88 89 426(600) 654 55 753 971 143168 84 91 274 76(3000) 304 24 466 675 810 933 1 4 4267 685(600) 745 66 148163(1000) 89 236 346 53 454 640 62 661 76(1000) 718 47 804 1 40038(600) 52 179 374(600) 612 73(1000) 685( 500) 706 63 839 147018 III 94 234 486 697 713 1 48003 193 244 337 605 64 672 715 48 53 822 933(3000) 14 9436 635 771 946 18 0029 136 715(600) 49 822 1 81026 72 217(1000) 69 63 311 31 35 64 945( 500) 15 2033 141 696 658 845 1 5 3487 628 87 617 65 1 64200 408 600(600) 33 601(1000) 81 717 30 40 806 28 77 928 1 5 5233 429 639 810 1 5 6274 393( 5#0) 453 733 41 816 997 1 6 7 386(3000) 694 767 901 168068 105 90 208 403 34 650 729 803 946 1 8 8023 131 63 227 73 94 641(600) 629 70 728 77(1000 876 94) 160069 102 69 277 386 483 969 87 96 1 01009 281 102161 221 462 669 630 31 736 949(500) 98 1 6 3039 227 91 398 437 (1000) 641 651 747(600) 104269 3C4 710 63 803 932 78 16 5048 196 267 444 92 631 60 802 930 44 106003 117 37 (600) 276 345 79 547(1000) 947 1 67140 67 287 495 636 36 612 871 958 1 68054 163 206 27 338 803 22 33 810 978 92 180)79 88 254 363(1000) 84 86 429 64 71 561 666 746(1000) 817 86 92 17 0072(1000) 80 130 81 222 96 322 37 46 67 79 97 534 €02 92 8=9 1 71123 95 309 ,1000) 29 446 775 951 17 2052 71 62 210 462 644 760 354 977 1 7 3068 93 99 660 727 865 71 913 76 17 4062 107 328 429 42 630 90 860 78 1 76176 645 634 753(500) 17 6077 96 97 168 412 88 858 74 1 7 7011 66 119 217 364 84 472 ,3000- 87 608(5001 17 8004 41 137 201 341 17 8004 52 88 169 612 61 604 858(600) lt,z,L-ou 99£01 0 XI 14 71(500) 450 627 712 29 88 1 81040 86 160(600) 542 638 882 953 1 8 2083 110 319(1000) 436 62 81 613 76» 845 86 10 3392 674(1000) 710 61(1000) 66 914 104020 370 442 79 616 684 911(3000) 13 1 85145 90 462 641 (500) 67 865 1 00137 237 340 424 645(600) 659 731 66 70 957 187127 245 74 319 591 849 1 08109(1000) 96 216(500) 425 695 703 843 916 34 189033 186 679 712 63 885 925 190005 171 236 47 435 563 605 58 783 1 91062 189£08 374(500) 418 668 722 89(1000) 864 1 0 2216 379 604 33 72 629 836£92 1 93036 129 326 642 617 38 766 855 69 935 134050 662 634 735(1000) 44 48 60 67 836 I9S011 95 161 351 661 633 776(500) 955 1 96052 233 84 85 393 701 22 815 197140 322 81 473 640(500) 872 1 9 8285 338 437 1 9 8 048 62 211 49 440£58(500) 606 31 733 802 63 70 20 0019 135 274 96 310 81 465 517(1000) 28 729 819 37 973 201267 368 71 774(500) 843(600) 202411 12 541 647 762 84 804(500) 64 69 944 94 2 0 3065 130 87(1000) 356 93 416 601(600) 767 827 2 0 4 016 66 101(1000) 374 669 791 979 20 5036 73 239 320 67 472(1000) 604 80 796 838 2 O600S 116 10 218 334 409 20 762 965 2 0 7 067 277 386 93 463=95 (1000) 772 92(1000) 2 0 8 009 42 243 664(500) 81 006 25 903 20 0060 221 85 690 616 84 720 887 930 35 21 0019 282 375 76 82 423(3000) 43 676 621 66(600) 878(600) 211025 419 610 752 932 60 212006 17(1000) 116 57 314 24 (3000) 36 620 781 817 213029 160 66 358 487(500) 01 608 43 724 70 21 4028 184(3000) 222 40 888 993 21 5239(3000) 339 482 693 795 849 963 21 6329 621 32-04 626 217065 249 54 (600) 391 442 92(3000) 611 728(1000) 85 675 88(500) 210220 22 39 495 651 57 80 710 992 21 9160 Ol 208 928 220265 622 342 221045 62 100 402(3000) 899 222126 99 387 638 88 625(1000) 2 2 3006 346 68 97 430(600) 67(£00! 622 648 854 76 927 2 2 4116 607(600) 661 71 714 2 2 5060 358 95 553 729 98 941 2 2 0119 2<8 98 508 52 649 80 7U 992 96 2 2 7 032 163(500) 93 226 478 927 64 61 97 2 2 8226 327 97 660 738 879 99 965 229033 III 70 247 52 70 354(1000) 70 418 689€33 818 51 230160 341 487 93 630 802(1000) 929 231013 65 265 327 606 2 3 2027(1000) 162 268 300 66 404 510 91 690 834 924(3000) 2 2 3029 99 210 23 99 327 431 37 90(1000) 720 955 88 Zm Crtoinnrab» verblieben: 2 Prämien zu 300000 21., 2 che» Winne PI 60 000 M.. 6 zu 30000 N.. 8 ,ll 16000 2». 16 ,, 10 000 M-. 52 zu 5000 St.. 656 zu 3000 St., 1492|u 1000 SU 2114 zu 600 SS. •— Verantwortlicher Redaiteut: tllsred Wielevv. Äeutölln. Für den Änieraientetl oerankw.: Tb- Glocke. GerUn. Druck u.Äerwg: Lorwarl»«ucddru-leret u.«erlagsanftali«aulSmaet n.(£o, iJetltu M18 50.1.� 3. Keillige des Lmmrts" Kerltner Wlksblatt. Freitag. 38. November 1913. R.eickstag. 176. Sitzung. Donnerstag, den 27. November 1913 nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratstisch: Dr. L i s c o, K ü h n. Der Abg. Kölsch- Baden(natl.) hat sein Mandat nieder gelegt. Aenderung der Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige. Abg. Dr. Cohn(Soz.): Die Erhöhung dieser Gebühren ist ein alter Wunsch aller Parteien. Freilich haben sich die Parteien die Erfüllung wesent lich anders gedacht, als geschehen ist. Man kann dieses Gesetz nur unrichtigerweise ein Gesetz für Zeugen und Sachver ständige nennen, da es in Wahrheit nur für die S a ch verständigen eine Verbesserung bringt. Die Begründung spricht von dem steigenden Wert an Zeit und Arbeitskraft, dies und auch die Teuerung der Lebenshaltung trifft aber in gleicher Weise, wie für die Sachverständigen, auch für die Zeugen zu. Der Satz von 10 Pf. bis 1 M. Zeilverlustentschädigung pro Stunde an die Zeugen, den die Vorlage beibehalten will, stamnit schon aus der Mitte des 19. Jahrhunderts? Nach Z la kann in Zivilprozessen den Sachverständigen ein vorher vereinbarter Satz gezahlt werden, wenn ein entsprechender Vorschuß hinterlegt ist. Soll dieser Vorschub bei armen Parteien zu den Gerichtskoslen ge� hören, von denen sie befreit find? In zahlreichen Fällen, wenn zwei arme Parteien miteinander oder eine arme Partei mit einer reichen streitet, ohne daß das Armenrecht bewilligt ist, kann diese Bestimmung zu außerordentlichen Härten führen, weil die arme Partei dann schließlich nicht den von ihr gewünschten wertvollen Sachverständigen bekommen könnte. Schließlich enthält der Entwurf eine starke Ungerechtigkeit gegen die Beamten der meinden und anderer Selbstverwaltungskörper. Sie sollen eme Entschädigung für Tagegelder und Reisekosten nur dann erhalten. wenn eine allgemeine Anordnung der höchsten Verwaltungsbehörde Bestimmungen über die Höbe der Tagegelder und Reisekosten ge troffen hat. Das ist eigentlich ein Eingriff in die Selb st � vor Wallung; ob die Verwaltungsbehörde eine solche Anordnung erläßt, kann man nicht wissen und noch viel weniger, ob hier nicht wieder eine Schlechterstellung der Gemeindebeamten stattfindet. Wir beantragen die Ueberweiiung der Vorlage an eine Kommission von 11 Mitgliedern. sBeisall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Werr(Z.): Meine Freunde begrüßen die Borlage, die uns geeignet erscheint, die bisherigen Unzulräglichkeiten auf diesem Gebieie zu beseitigen Der Kommisfionsberalung stimmen wir zu. Doch bedarf die vorge- sehene Mindesleutühädigung für Zeugen von 19 Pf. pro Stunde der Erhöhung.(Sehr richtig!) Abg. List(natl.): Auch wir begrüßen die Vorlage als eine Verbesserung. Die Zcugengebühren sollten erhöht werden, doch werden wir daran den Entwurf nicht scheitern lassen. Jedenfalls aber darf diese Ev höhung nur aufgeschoben, nicht aufgehoben sein. Wichtiger ist jeden falls die Erböhung der Sachverständigengebühren. Bedenklich erscheint es uns. die Vereinbarung über diese Gebühren nur den Parteien ganz ohne Mitwirkung des Gerichts zu überlassen, wie das 8 1a vorsieht. Den Satz von 2 M. pro Stunde, der eintreten soll. wenn keine Vereinbarung vorliegt, halten wir für zu niedrig. Wünschenswert wäre auch, daß die Gerichte mehr Rücksicht auf die Zeit der Zeugen nehmen.(Zustimmung.! Abg. Dr. Haas(Vp.): In be�ug auf§ 4a schtiehe ich mich dem Vorredner an. Die Zeugen sollten voll für den Zeitverlust entschädigt werden, wobei die Grenze in das Ermessen des Richters zu stellen wäre. Eine Unsitte fast aller Gerichte in Deutschland ist es, mehrere Fälle auf dieselbe Zeit zu legen und 20—30 Zeugen daher zur selben Zeit zu laden, so daß die meisten stundenlang zu warten haben. Gestern sah ich eine Vorladung eines Berliner Gerichts, die von dem Geladenen verlangt, sich vom 10. November an 1 Wochen lang zur Verfügung des Gerichts zu hallen. Also vier Wochen Slubenarrest, weil man zufällig etwas von einer Gaunerei weiß.(Heiterkeit.) Diese Praxis zu ändern, ist noch wichtiger wie die alleidings auch notwendige Reform. Abg. Dr. Giese(k.) schließt sich im wesentlichen den Vorrednern an; bei der Höbe der Zeugengebübren müsse man doch auch bedenken, daß das Geld heute einen weit geringeren Wert hat als im Jahre 1878, aus dem die Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige stammt. Abg. Wcrner-Hersfeld(Ant.) klagt ebenfalls über die Rücksichtslosigkeit, mit der die Gerichte mit der Zeit der Zeugen verfahren und wünscht, daß die Kommission die Zeugengebühren erhöht. Abg. Warmuth(wild) findet, daß die Gebühre» für Sachverständige in dem Entwurf in zufriedenstellender Werse geregelt sind; dagegen sollten die Zeugen besser entschädigt werden. Der Enlwurs wird einer Kommission von 11 Mitgliedern überwiesen. Der Entwurf betreffend die Beschäftigung von Hilfsrichtern beim Reichsgericht wird in erster und zweiler Lesung debattelos an- genommen. Errichtung eineSKolonialgerichtShoses inBerlin. Der Entwurf sieht einen aus mindestens zehn Mitgliedern be- stehenden Gerichtshof vor, der in der Besetzung von fünf Richtern entscheidet. Nur Nichter können Mitglieder sein, eventuell auch im Nebenamt. Sie werden auf Lebenszeil oder für die Dauer des Hauptamtes ernannt. Es gelten die gleichen Disziplinarvorschriften wie für die Reichsgenchlsröte. Außer der Staatsanwaltschaft soll gegebenenialls ein Vertrete deS Reiches intervenieren. Alle deutschen Rechisanwälte sind zugelassen, von den Kolonialen nur die zum Richleramt Befähigten. Der Gerichtshof ist zuständig für die Revision gegen SchutzgebictsgerichtSuneile. Abg. Stalten(Soz.): Die gegenwärtige Vorlage entspricht in manchen Punkten den bei der früheren Vorloge geäußerten Wünschen des Reichstages, aber die Ausschließung von der Konsulaigerichtsbarkeit von der Kompetenz des Kolonialgerichtshofes ist keine Verbesserung gegenüber der früheren Vorlage, wir wünschen, daß dem neuen Kolonial- gerichlshof die gesamten Rechtsbeziehungen, die bei den Kolonien in Frage kommen, unterstellt werden. Diese Frage kann im Plenum nicht gut erörtert weiden und schon deshalb wünschen wir die Ueberweiiung der Vorlage an eine Kommission von 14 Mitgliedern. Auch andere Fragen bedürien noch einer Erörterung in der Kommission, darunter vor allem die Frage, wo der neue Kolonialgerichtshof seinen Sitz haben soll. Bei der früheren Vor- läge hatte die Mehrheit der Kommission sich zunächst für Hamburg entschieden, und erst als die Regierung dies für unannehmbar er- klärte, wurde Berlin gewählt. Die sachliche» Gründe sprechen also für Hamburg. Wenn ich als Hamburger dafür plädiere, so tue ich es nicht aus lokalpatriotischen oder partikularistischen Gründen. Wir Sozialdemokraten gelten bei Ihnen ja überhaupt nicht als Patrioten. Aber in bezug auf wirklichen Patriotismus sind wir besser als unser Ruf.(Sehr richtig I bei den Soz.) Und gerade deshalb wollen wir uns nicht des Lokalvntriotismus schuldig machen, der zur jämmerlichsten Kirchturmpolitik führen muß. Wir sind auch nicht Partikularisten, wie viele der Herren rechts, die überall die preußische Eigenart haben wollen. Wir sind aber Gegner einer übertriebenen Zentralisation und wünschen nickt, daß alles unter den Einfluß der spezifischen Berliner Luft kommt. Gegen eine so übertriebene Zentralisation wie in Frankreich, wo Paris alles, die Provinz nichts ist, sind wir einigermaßen geschützt durch die überkommene Vielftaalerei. Ein einheitliches Staatswesen wäre uns lieber, aber nur, wenn es sich auf freiheitlicher Grundlage aufbauen würde, eine Einheitlichkeit auf dem Boden preußischer R ü ck st ä n d i g k e i t halten wir für eine große Gefahr, der gegen- über ist die Vielgestaltigkeit unseres Staatswesens immer noch ein Vorteil, denn da gibt es doch noch hie und da eine freiheitliche Eni- Wickelung, die auf das reaktionäre Preußen eine Einwirkung aus- üben kann. Dem speziell preußischen Geist treten wir mit größtem Mißtrauen entgegen. Aber dies Mißtrauen ist nicht der einzige Grund, weshalb wir den Kolonialgerichtshof nicht in Berlin wünschen. Hamburg ist die erste deutsche Handelsstadt, die weitreichende koloniale Beziehungen hat, es hat Gerichte, die sich mit Fragxn des überseeischen Rechts und des über- seeischen Handelsverkehrs sehr oft zu befassen haben und deshalb gehört an diesen Platz das oberste Gericht, das sür koloniale und überseeische Streitigkeit geschaffen werden soll. Unseie Richter leben dort unter dem Einfluß von Meltau fsassungen, die etwas weiter reichen, als der Horizont manches binnenländischen Richters. Vor allem verlangen wir auch, was in der Vorlage noch nicht ent- halten ist, daß das Laienelement zu diesem Gericht mit heran- gezogen wird; ein geeignetes Laienelement würde sich aber gerade in Hamburg finden. In Berlin würde der Gerichtshof zwar nicht unmittelbar von der Regierung beeinflußt werden, aber doch unter den Einfluß des ganzen von ihr ausgehenden Milieus geraten. Um die Unabhängigkeit und Sachlichkeit des Gerichts zu wahren, wünschen wir. daß es seinen Sitz in Hamburg bekommt, und bitten auch Sie, dafür einzutreten. In erster Linie aber wünschen wir, daß Sie für die Kommissionsberatung stimmen.(Beifall bei den Sozialdemo- traten.) Abg. Dr. Belzer(Z.): Das beste wäre, koloniale Streitigkeiten einem besonderen Senat des Reichsgerichts zu überweisen. Ohne zwingenden Grund sollte kein neues Ausnahmegericht eingesetzt werden. Die im Eni Wurf vorgesehene Institution eines„procureur du roi", eine s Ver treters des Reiches lehnen wir als überflüssig, ja unter Umständen gefährlich, von vornherein ab. Im übrigen sind wir bereit, die Einzelheiten des Entwurfs, insbesondere auch die Frage des Sitzes des neuen Gerichtshofs, in der Kommission zu prüfen. Abg. Dr. Paasche(natl.): Wir stimmen den Grundlagen des Entwurfs zu. Auch dem in K 9 vorgesehenen Vertreter des Reiches stehen wir sympathisch gegen über. Der Gedanke, diesen Gerichlshof dem Reichsgerich anzugliedern, erscheint mir erwägenswert. Jedenfalls würden dann widersprechende Urteile über dieselbe Materie vermieden. Allerdings ist das Reichsgericht überlastet. Darüber müßte uns in der Kam Mission genaue Auskunft gegeben werden. Was den Ort anlangt, so würden wir l i e b e r f ü r H a m b u r g als für Berlin stimmen. Wir beantragen eine Kommission von 21 Mitgliedern. Abg. Dr. Giese(k.); Auch uns wäre es am sympathischsten, wenn die Lkolonialsacken dem Reichsgericht überwiesen würden. Bleibt es bei dem be- sonderen Kolonialgerichtshof, so sind meine Freunde in der Frage, ob Berlin oder Hamburg dafür der geeignetste Ort ist, v e r- schiedener Ansicht. Wir hoffen, daß die Vorlage im Interesse der Kolonien so rasch wie möglich verabschiedet wird. Abg. Dave(Vp.): Viel wichtiger als die Frage des Sitzes des Gerichtshofes ist, daß der Wunsch des Reichstages erfüllt würde und der Gerichtshof nur aus Richtern besteben soll; der eine Verwaltungsbeamte als Vertreter des Reichskanzlers ist auch überflüssig. Ich bin für Berlin— ein anderer aus einer Vorstadl von Hamburg stammender Fortschrittler(Lebhafte Heiterkeit; gemeint ist Abg. W a l d st e i n) wird dann mit dem ganzen Fanatismus des Hamburgers für Hamburg kämpfen und Kollege Junck mit Leipziger Löwenmut für Leipzig.(Heiterkeit.) Die Unabhängigkeit der Richter hängt von anderen Umständen ab als vom Sitz, des Gerichts. Wenn das Reichsgericht nach Leipzig kam, so deshalb, weil das seinerzeitige Obertribunal durch die Hilfsrichter in üblen Ruf kam. Aber es ist raglich, od alle, die damals für Leipzig waren, auch heute noch ür Leipzig sein würden. Die Lokalsrage ist also eine untergeordnete. (Zustimmung.) Abg. Warmuth(wild-k.) ist für Berlin, wo alle kolonialen Institutionen seien. Abg. Dr. Junck(natl.) tritt für die Angliederung deS Kolonialgerichtshofes an das Reichs- gericht ein. Abg. Dr. Waldstein(Vp.): Das Reichsgericht ist so überlastet, immer klagen wir hier dar- über, und nun sollten wir ihin noch niehr aufhalsen? Die Aufgaben sind auch ganz verschieden, denn das Reichsgerichl prüft Straf- oder Zivilkammerurleile, während der Kolonialgerichtshof die Urteile eines Richters und von vier Laienbeisitzern auch tatsächlich nachzuprüfen haben soll. Es handelt sich also nicht um eine eigentliche Revisions- instanz wie beim ReichSgerilvt.— Die sonst niemals einigen Ko- lonien verlangen einmütig den Kolonialgerichtshof nach Hamburg. Kolomalstaatssi'kretär Dr. Solf: Der Entwurf ist aus fleißiger gemeinsamer Arbeit deS vorigen Reichlages mit den Verbündeten Regierungen hervorgegangen. Leider 'cheint es jetzt, als ob unseie Landsleute in den Kolonien doch noch länger auf die Privilegien werden warten müssen, die wir hier schon lange genießen. Es ist ein nobiis oküoium, den Kolonien das oberste Gerichl schnell zu geben.(Beifall.) Die Vorlage geht an eine 21er-Kommission. Es folgt die Verhandlung der Gcwerbenovelle betreffend die Wanderlager. Ministerialdirektor Dr. Caspar: Der Enlwurs will von dem Gewerbebetrieb im Umherziehen gewisse Dinge, wie otohbernstein, Piandscheine, Gegenstände zur Verhütung der Empfängnis oder zur Beseitigung der Schwanger- 'chafr, ausschließen und will ferner die Errichtung von Wanderlagern von der Erlaubnis der zuständigen Behörde abhängig machen. ES ist dringend wünschenswert, daß' er baldigst verabschiedet wird. Abg. Brey(Soz.): Ohne zwingenden Grund sollte man neuen Einschränkungen des schon heute schwer bedrängten Hausierhandels nicht zustimmen. Der Hausierhandel wird als Landplage hingestellt. Davon kann keine Rede sein. Die Moral der Hausierer ist unter Umständen ge- ünder als die Moral, wie sie in gewissen großkapitalistischen Kreisen anzutreffen ist. Es handelt sich hier um eine Beschränkung der Gewerbefreiheit, durch die man die Käufer vor Ueber- vorteilung schützen will. Das werden diese aber selbst besorgen, und diejenigen, die nicht alle werden, kann man durch keine Gesetzes- Paragraphen schützen; Belehrung ist hier wichtiger als der Schutz durch die Gendarmen. Indem der Entwurf den Hausierhandel mit Mitteln zur Verhütung der Empfängnis verbieten will, wandert er Wege zu einem Ziel, das mit dem Kurpfulchergeietz nicht erreicht werden konnte. Der Entwurf will in die Regulierung des Geburtenrückganges eingreifen, er tut das aber in so ungeschickter Weise, daß man an das Wirken eines gewissen Tieres im Porzellanladen erinnert wird. Die besitzenden Kreise sind längst zum Zweikindersystem gelangt, manche reiche Frau wendet Mittel zur Verhütung der Empfängnis an, um sich ihre gute Figur nicht zu verderben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Furcht vor einer Entvölkerung entsprang der mißlungene Versuch eines Kurpfuschergefetzes, und nun will die Regierung der Entvölkerung durch diesen � Entwurf entgegentreten. Aber der auch von uns nicht gewünschte Geburten- rückgang wird weit wirksamer durch soziale Maßnahmen, durch eine gesunde Wohnung S Politik bekämpft.(Zu- stimmung bei den Sozialdeinolraten,) Bei dem ganz mechanischen Verbot des Vertriebes zerier Mittel läßt man ihre hygienische Be- deutung völlig außer acht. Wir sind bereit, mitzuralen und mit- zuraten, um in einer Kommission, die wir in einer Stärke von 11 Mitgliedern beantragen, das, was an dem Entwurf nützlich ist, in Gesetzesform zu bringen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Irl(Z.): Der Entwurf entspricht unseren Erwartungen durchaus nicht. Das Kleingewerbe müßte weit mehr gegen den Hausierhandel ge- schützt werden. Notwendig wären noch schärfere Maßnahmen gegen die Verwendung von Kindern beim Hausierhandel. Viel- fach genießen solche Kinder keinen geordneten Schulunterricht, da sie alle paar Wochen die Schule wechseln. In Bayern werden die Hausierer und insbesondere die Hausicrerinnen in der Tat vielfach als Landplage empfunden.(Sehr wahr! im Zentrum.) Auch der Ver- trieb von Schundliteratur durch Hausierer müßte verboten werden. Sehr zu begrüßen ist das Verbot des Vertriebs von Mitteln zur Verhütung der Empfängnis. Un- genügend erscheinen uns auch die Bestimmungen des Entwurfs über Wanderlager. Das richtigste wäre, diese überhaupt zu- v e r b i e t e n. (Sehr richtig! im Zentium.) Wir iverden uns bemühen, in der Kommission Bestimmungen in den Entwurf zu bringen, die den wirklichen Bedürfnissen der Praxis entsprechen. Wir beantragen eine Kommission von 28 Mitgliedern. Abg. Böttger(natl.): Wir stimmen der Einsetzung einer Kommission zu, halten aber eine solche von 11 Mitgliedern für genügend. Was hier zur Ein- schränkung des Hausierhandels vorgeschlagen wird, ist gewiß gerecht« fertigt. Darüber hinaus sollte auch der Handel mit Margarine verboten werden können. Auch deni Hausierhandel, der mir Pferd und Wagen von den größeren Städten aus auf dem Land betrieben wird, sollte entgegengetreten werden.— Weiter beschäftigt sich der Entwurf mit der unerfreulichen Erscheinung der Wanderlager. Aber die Bestinmrungen, mit denen der Entwurf sie bekämpfen will, be- dürfen einer klareren und schärferen Fassung. Abg. v. Payer(Vp.): Wir treten an diesen Entwurf mit großer Borsicht heran, und wünschen für die Beratung eine Kommission von 21 Mit- gliedern. Wir können die Hausierer nicht einfach für vogelfrei er- klären, sehr viele betreiben ihr Gewerbe in durchaus einwandfreier Weise. Man muß bedenken, daß manche Gemeinden und Stände auf das Hausieren angewiesen sind, zunr Beispiel infolge Nichtbestehens einer Industrie oder aus ver Natur der Artikel heraus, wie bei Gemüse- und Blumeniamen. Das Vertrauensverhältnis zwischen den Käufern und gewissen Hausierern läßt sich nicht leugnen. Abg. Graf Carmer-Zieserwitz(k.) ist für Einschränkung des Hausierhandels, der das Publikum Bd- lästige und nienn er mit Bernstein betrieben wird, eine Konkurrenz zegen die staatlichen Werke bedeute. Zudem sind die Hausierer viel- ach Ausländer. Die Zustände im deutschen Volk erfordern mindestens das vorgeschlagene Verbot des HaufiervertriebS der Mittel gegen die Empfängnis. Es ist unerläßlich zur Einschränkung des Geburtenrückgangs, der durch den Neu- Malthusianismus und andere Agitationen gefördert wird. In öffent- lichen Versammlungen treten Sozialdemokraten und Sozial- demokratinnen dafür ein und das empfohlene Verhalten wird sogar in Lichtbildern vorgeführt.(Heiterkeit.) Das ist ein schlimmer Schaden für Wehrkraft und Moral.(Zu- timmung rechts. Zurufe bei den Sozialdemokraten: Und Ihre Kreise?) Die Wanderlager sollten ganz verboten werden. An meine Arbeiter find auf solche Weise nicht weniger als fünf Gram- mophone verlauft worden. Derdn Konkurrenz am Sonntag zu hören, ist wirklich eine Qual.(Heiterkeit.) Dem reellen Kleinhandel machen diese Warenlager unlautere Konkurrenz. Abg. Dr. Hegenschridt(Rp.) Vorredners an. Die Weiterberatung wird vertagt auf Freitag Kurze Anfragen und Wahlprüfungen). Schluß 6'/« Uhr._ schließt sich den Ausführungen des 1 Uhr(vorher Allgemeine Kranken- und Sterbekafie der Metallarbeiter« . a. G.) zu Hamburg. Filiale Baumschulen weg. Sonn- abend, den 2g. November, abends 8'/, Uhr: Mitgllederverfa mmlung im Lokal von Boche, Baumlchulenstr. 67. Vorwag über die ReichSverficherungZ- Ordnung._ WitterungSiiberficht vom 27. November 1918. Claftonai II E«, ii Swinemde. amburg lerltn Franks. a.M München Wien ii i? 761 W 76�WNW 763W 770, NW 770SW 766jW (Bettn wolkig Äwolkig 4, bedeckt l'bedeckt öRegen Sjwolkig ä* » II i* w5> «tattonen Hadaranda Petersburg Scilly Aberdeen Paris Wetterprognose kür Freitag, de« 28. November 191». Zunächst etwas kühler, zeitweise heiter bei ziemlich srtlchen westUche» Winden; später wieder zunehmende Erwärmung, Trübuog und leichter Regen. Berliner Wetterbarea«. Wasser, tandS-Nachrichte« der LandeSanktalt sür Gewässeriunde. mitgeleUl vom verllner Wetterbureau Wasserstand M e m e l. Tilsit P r e g e l, Jnslerburg Weichsel, Thorn i O d e r, Ratibor !. Krassen I, Frankiurt Warthe, Ichrnnm . Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden s, Bardo s. Magdeburg ff- bedeutet WuchS,— Fall.— Unterpegel. Zur großen Fabrik BERLIN C Kaiser- Wilhelm-Strasse 55 > Ecke Spandauer Strasse- Sei? mlellkfledMekt Ulster 26*- 30.- 37.- 45- 52.- 60- 70- 80- Poletots 19.-24.-30.-37.-45.- 55.-65.-75.-85.-95.- ------------------------------------------ i Heieste Modelle md Bessins i 1 in alles Grosses mi reicher i .............. Äiswahl------------- Ol. hervorragenden Eigenschaften meiner Konfektion sind folgende; Erstklassige Verarbeitung Prima Stoffe und Zutaten Tadelloser� eleganter Sitz Reelle billige Preise Mim äcftuApnby Ueberau zu haben in großen Dosen ä 20 Pf. Fabrik: Chemische Werke Lubszynski& Co* Akt.-Qcs., Berlin-Lichtenberg. Ohne Anzahlung Spiegel, Bilder, Decken, Portieren. Teppiche, Gardinen, Stores, Ferner mit kl. Anzaiilanfj(1 M. wöchentlich) Herren-, Damen-, Kinder-Garderobe, Pelzwaren, Bett- u. Leibwäsche, Betten, Gaskronen. Bitte Besuch od. Postkarte. Komplette Wohnungs-Einrichtungen und einzelne Möbel in großer Auswahl. Moderne Schlaf-, Speise- und Wohnzimmer, bunte Küchen hei kleiner An- u. Abzahlung. I. Antel Brfichenstr. 2 nahe Jannowitzbrücke. Stahe und Küche schon von 15 M. Anzahlung an. Kleinste Abzahlg. Bei Arbeitslosigkeit u.Krankn. gröOte Rücksicht. Liefere auch auswärts Allgemeiuc Ortskrankenkafse für Nowawes und Umgegend. Auf Grund des K U ff. der Wahl» erdnuug wurde vom Verstand da» Ergebnis der am 22. und 24, November stattgesundenen Zlusschuff- wahlen wie folgt festgestellt: Arbeitnehmerwahlen: Insgesamt sind ab- gegeben......... 1634 Stimmen davon wurden als ungültig erllärt.... 2Z_ Von den verbleibenden 1671 Stimmen entfielen auf Liste I(Gewerkschafts- karteli Nowawes).. 1422„ Lifte II(H.-D. Gewsrk- verein)........ 249, Es sind danach gewählt von Liste I: 26 Vertreter, und zwar Nr. 1—26. und 52 Ersatzmänner. und zwar Nr. 27—78; von Liste II: 4 Vertreter, und zwar Nr. 1—4. und 8 Ersatzmänner, und zar Nr. 5—12. Arbeitgeberwahlen: Insgesamt sind ab- gegeben......... 190 Stimme» davon ivurde als un- gültig erklärt..... 1, Von den verbleibenden 183 Stimmen entfielen aus Liste I(Gewerkschaftskartell Nowawes).. 30„ List- II(Verein für Handel u. Gewerbe) 159. Es sind demnach gewählt von Liste I: 2 Vertreter, und zwar Nr. 1— 2, und 4 Ersatzmänner, und zwar Nr. 3—6; von Lifte II: 13 Vertreter, und zwar Nr. 1—13, und 26 Ersatzmänner, und zwar Nr. 14—33. Die Gültigkeit der Wahlen kann bis zum 12. Dezember 1913 beim Vorstand oder beim Vcrsicherungs. amt des Zkreises Teltow angefochten werden. 293/4 Nowawes, den 27. November 1313.- Ter Vorstand. W. Kersten. Die Kranken- n. Kegräbniskasse d.Nereiusd.deutsch.ßutscher n. verw. BerufgenoHHen, Eingeschriebene Hilfskasse No. 33, Berlin, ist laut Beschlug der Generalversamm- lung vom 3. November 1913 am 31. Dezember 1313 aufgelöst. Etwaige Forderungen sind biS zum 31. März 1914 im Kaffenlokal, Weber- strafte 6, einzureichen. 299/8* Der Torstand. Verkäufe. Teppirt, Thomas, Oranieimr. 44 sarbsehlerhaste Teppiche spottbillig; Gardinen, Steppdecken. Tischdecken halben Preis. VorwärtslejernbProzent Extrarabatt. 785K* Bettenständ 9.—. straffe 70, im Keller. Brunnen- 1200K* Gardineu: Steppdecken! Portieren! Tischdecken! auffergewöbnlich billig! Vorwärtsleier 5 Prozent Rabatt ertra! Gardinenbaus Brünn, Hacke- scher Markt 4(Bahnhoj Börse). Sonntags geöfinet._________* Boriährige eteganieHerrenanzüge und Paletots aus tetnile« Magirofien 25— 60 Mari, Hosen 6— 18 Marl. Veriandbaus Germania. Unter den Linden 21.__'_* Teppiche!(sehlerhaste) in allen Gräften, säst sür die Halste des Wertes. Teppichlager Brünn, Hacke- scher Marli 4, Bahnhos Börse.(Leser des.Vorwärts" erhalten 5 Prozent Rabatt.) sonntags geöffnet!_* Pfandleihhaus Hermannplatz 6- Spottbilliger Bettenverlaus. Wäsche. verkauf. Gardwenverkaus. Teppich. verkauf. Goldwarenlager. Riesen- auswahl Herrengarderobe. Sonntags- verkauf eöensalls._* Lhne Anzahlung, 50 Pfennig Wochenrate an, liefere BUder, Wand- Uhren, Teppiche, Gardine», Portieren, Tischdecken, Steppdecken. Strengste Diskretion zugesichert. Auf Wunsch Auswahlsendung. Bestellungen erbitte .Postlagertarte 3", Postamt 102.* 'Monatsanzüge und Winter- Paletots von 5 Mark sowie Hosen von 1,50,«ebrockanzüge von 12.00. Fracks von 2.50, sowie iür korvuiente Figuren. Neue Garderobe zu stauneud dilligen Preisen, aus Piandleiben ver- fallen- Sachen iautr man am billigsten bei Raff, Mulacksrraffe 14.___» Teppidio, Farbensehler, spottbillige Riesenposten, Portieren, Gardinen, Plüschtischdecken, Diwandecken, Möbel- stoffe, Läuserstoste, Felloorlägcn. Pols. damerstr. 109. Conrad Fischer. Vor- 4vSrtsleser Extrarabatl._ 1189K �Stähmaschine», gebrauchte, in allen Systemen billigst, schon von 10 Mark an. Bellmann, Gollnow- straffe 26._ 298Ä_* ~ Papageie«, Harzer Kanarien- bähne. Kommandantenstraffe 52. Restaurant._ I666K' TaickenbnÄ für Garlenireunde Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemätze Bewirtschaftung des Hans. lichen Zier-, Gemüse- und Obst. gariens von Max yesdorie. Zweite n-iinrbrte Auflage. Mit 137-rext- abbildungen. �eis �SOMgrl. Expe- dition Vorwärts. Lmdenstr. 6S._ Kinkwafchfäffer» Zober,«ih» wannen. Badewannen. �v-Z-allabr-k Reich enbergerstrap.e 47. Leiern o Vroz Kinderwage», Teilzahlung, Woche 1,—. Puppenwagen. Riejenauswahll Richard!, Warschauerstrafte 80. Tüll-Bettdecke», Erbstüll, reich- gestickt, mit Volant 3,35, Englisch Tüll 1,65, Tüllbettrückwände 6,50. Teppichhaus Emil Lessvre, Oranien- straffe 158. 1647K* Geld! Geld! Sparen«te, wenn sie im Leihbaus.Rosentbaler Tor*, Linienstraffe 203/4, Ecke Roientbaler- straffe, nur 1 Treppe, kein Laden I taufen. Anzüge 9.—, Ulster, Pale- tots 5,—,«ilbcruhren 3,—, goldene Damenuhren 8,—, Goldwaren, Brillanten, PelzstolaS, Betten. Gar- dincn. Teppiche, Freilchwinger, Fahr- räder. Alles enorm billig. Sonn- tags geöffnet._ 1S78K* Leibbaus Moriüplau ä8al kauien Sie spottbillig von Kavalieren wenig getragene sowie im Versatz ge- we cne Iackettanzüge, Rockanzüge, Paletots. Serie 1: 10—18, Serie IT: 20—30 Mark, gröfftenleils aus Seide. Gelegenbcitskäuse in neuer Maff- garderobe, enorm billig. Riesenposten Kleider. Kostüme. Plüschmäntel, auf Seide, srüber bis 150, jetzl 20— 35 Mark Grohe Posten Pelzstolas in Skunks. Marder. Nerz. Füchsen, srüber bis 200, jetzt 20— 75 Mark. Grohe Aus- Wahl in Herren-Gebvelzen, Gelegen- bcit in Damen-, Reise-, Wagenpelzen. Extra-Angedot in Lombard gewesener Tcppiche, Gardinen, Portieren, Betten. Wäsche. Nbren, Brillanten, Goldwaren enonn billig nur Moria- Vlax 58a L 194K* Gaskronen, dreiflammig, komplett 7.50, Gaszuglampen 6,00, Hänge- lichlpendel 4,00, Gaslhren 2,40, Gas- wandarme 1,50. Kronenlager. Groffe Frantsurterstraffe 32, Reinickendorser- straffe 120, Schönhauser Allee 121. Neukölln, Berlinerftraffe 102. 1103K* Teilznhl«»g0,50 wöchentlich: Kar dinen, Portieren. Decken, Teppiche, Bilder, Uhren, Spiegel, Gasfronen, Möbel, Letten. Wäsche, Kinderwagen. Serrengardcrobe, Damengarderobe. ende Vertreter. Meiseis, Andreas- straffe 4(schlesischer Babnhos). Zufallsache. Schlaizimmer 150 Mark an, Speisezimmer. Herren- zimmer, einzelne Sosas, Kleider- schränke mit und ohne Spiegel 30 Mark an, dreiteilig mit Spiegel 85 Mark an, Bilder 2,25 bis 60.00. Portteren, Gardinen. Stores, Tiich- und Steppdecken, Teppiche, Gas- krönen. Für Brautleute sehr geeignet. Webers Möbelspeiqer, Neue König- straffe 36._ 1622R Tameuhemden mit gestickter Passe 1,15, Herrenhemden 1,15, Normal- wäscht, Arbeitcrhemdcn sowie ein- zclne Musiersachen spottbillig. Wäsche- sabril Salomonsiy, Dircksenstraffc 21 iAIexanderplatz)._____ 113b Federbette», 1T50 zwei Stand, Blücherstraffe 61 III. 114b Hobelbänke, Werkzeug, Markus- straffe 48. Keller.__ 238/5 Teppiche(Farbensehler) spott- billig. Fabriklager Mauerhoff, Groffe Franksurierstraffe 9, parterre..Vor- wärts"-Leser zehn Prozent Extra- rabatt! l236K* SSeutg getragene aus vornehmen Häusern stammende fast neue Herren- Ulster, WinlerpaletotS, Jackettanzüge, Cutaway mit Beste und gestreifter Hose, Marengoanzüge, Smoking- anzüg«, Gehrockanzüge, sür jede Figur paffend, verkauft billig. Rosenthalerftraffc 41, kein Laden. Q tl S kt» v efKL nke. Eckreftauraut wegen Krankheit der Frau, gut gehend, sofort ver- läuflich. Waldstraffe 10._ 30b* Restauration, 30 Halbe, schnell. Stirb«, Ltebeiiwalderstraffe 43, rechier Seitenflügel II._ flll Restauration zu verlausen, er- forderlich 1000. Schwedenstraffe 13c. Restauratiou wegen Todessall sofort zu verlausen. Koloniestraffe 137. Gcklokal sofort billig zu vertausen. Lichtenberg, Prinz-Atberlstrahe 24. Möbel. Gehe zu mir, ich borge Dir Möbel sür Stube und Küche, mit 10 Mark Anzahlung und allerkleinstcn Wochenraten. Einzelne Möoel 3 Mark Anzahlung. In allen Stadtteilen Verlausslager. Osten: Tannenzaps, Blumenslraffe 2, Neukölln und Südosten: ÄiLbelkonsum, Kottbuser- straffe 14, Norden und Zentrum: Alte Schönhauserstrahe 32. l535K* Bollständige Wobnungseinrich- tung dringend verläuflich. Glas, Rosenthalerstraffc 57, vorn III. (Gewerblich). Händler verbeten.' Ruffbaum-Bettstellen 14,00. Klei- derschrank, Küchenmöbcl, Plüschsofa 40,00, Trumeou 29,00. Tapezierer Walter, Slargarderstr'affe 18.* Möbelhnndlung Mariannen. straffe 25, billige Preise. Teilzahlung gestattet.„Vorwärts'Ieser 3 Prozent Rabatt. Kredithaus„Frankfurter Tor*. Groffe Frantsurterstraffe 1. liefert bei denkbar kleinsten An- und Abzahlungen ganze Wohnung«. Einrichtungen. Stube und Küche schon bei Mark 15— Anzablung an einzelne Möbelstücke schon bei Mark 5,— Anzahlung an. Riesen. groffe Auswahl in bunten Küchen und aller Arten Möbel. Abzahlung ganz nach Wunsch des Käufers. Be- kannte Kulanz und Rücklicht, sonn- tags 12—2 geöffnet. Borzeiger dieses erhält beim Kauf 5 Mk. gutgeschrieben, Bitte genau aus Hausnummer Nr. 1 zu achten._______ �>K* Mödeltausch. Aeltere unmoderne »rft irr ttnhlurtrt mrX Möbel nehme ich in Zahlung und liefere moderne Möbel dafür. Differenz m bequemen Wochenraten. Postlager- karte 3, Postamt 22. 1536K* Model obne Geld! Bei kleiner Anzablung aeben Wirtichailen mid einzelne Stücke aui Kredit unier äufferfler Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten kaust bei uns. Kretichniann u. Ca.. Kovoen- straffe 4.(Schienicker Babnboi.�* � Geldheirat nicht mcbr nöttg. Ich liesere zu Kajsenprcisen bei geringster Anzahlung und tleinften Raten nach Vorschlag der Käufer komplette Woh- nungseinrichtungen sowie Einzelmöbel unter langjähriger Garantie. Stube und Küche 180,— an, zwei Stuben und Küche 230.— an. Gebrauchte und zurückgesetzte Möbel, sast neu, besonders billig. Bei ftranldeit. Arbeitslosigkeit, Aussperrung. Streik selbstverständliche Rückficht. Lieserung und Ausstellung srei Wohnung. Nicht- gefallendes Umlausch gestattet. Julius Gabberl, Tiichlermcistei, Acker- straffe 54. Kein Warenkreditgeschäsk.* Konrurrenzlos billig laufen Sie Ihre Möbci auch bei ganz ge- ringer Anzahlung und kleinster Raten. tllgung nur in meinem Kassageschäft. Ich stelle streng reelle Kassapreise mit reeller Zinsberechnung. Zahlungssrift bei Streik, Krankheit usw. Groffe Auswahl in süns Etagen. Hauvtsäch- lich Ein- und Zweizimmer-Einrich- tungen sowie Einzelmöbel Schrift- liche Garantie bürgt sür gediegene Qualität. Kein Abzahlungsgeschäft, keine Kassierer. Lieserung kostenlos. 238/9 Kinderdrahtbctt, Puppenwagen, Joachim, Franksurtcr Allee 128,111. Rnffbanmdüfett, Henenschreib- tisch, Plüschumbausofa. Trumeau. Englischbeiten, Bierzugttsch, Pracht- volle Kücheneinrichtung, Spiegel- vertilo, Gaszugampel, gcwerlich. Liese, Löwestrafte 16 I. Bekanntmachung l 80 nur modernster Küchen. farbig und lasiert, zu auffergewöbnlich billigen Preisen l 10 Jahre Ganmne I Möbelbous M. Hirschowitz, nur S la litzerstraffe 25._ I"32K Bilder. 3000 BUder und Oelgemälde müssen bis 1. Januar spottbillig ver- kaust sein. Bilder-Bogdan, Roten- thaierstraffe 11/12 und Wemmeiiler. straffe 2.» 15S3K* ?sdrrsder. Fahrradvcrtried„Groff- Berlin* reelle und billige Bezugsquelle, Re- paraturen gewiffenhas! und ichnell- ftens Neue Schönhauierstraffe 9, Brun- nenslraye 145, Badstraffe 9, Müller- straffe 13, Turmstraffe 25, Charlotten- bürg, Spandauerberg 29. .Itaisiidnstriimeiue. Bandonion, 104 tastig, verlauft Ncumanowski, Wittstockerslraffe 4. Pianino. Hoflteferant Biese, braunes 100,—. Hänel, Alexander- straffe 14c(Jannowitzbrücke). 223/8* Kaufgesuche. Zahngebisse, Goldsacken. Silber- iaäicn.Plalinabiälle, sämtliche Metalle höchstzahlend. Schmeizerei Christionat, Köocnicker-flraffc 20 a(gegenüber Mameunelstraffe). 111/1* Platinabfälle, alle Goldlachen, Bruchgold, Silber, Gebisse, alte Uhren, Kebrgold. Goldwatten, Quecksilber, Stanniol sowie sämtliche Gold-, Silber-, plaiinbaltigen Rückstände tauit Broh, Edelmctallsckmelze, Berlin, Kövenickernraffe 29. Telephon Moritz- platz 3476. 580K* Goldschmelze kaust böchstzahlcnd Zahngebisse, alle Metalle. Witwe Nieper, nur Köpenickerstraffe 157. Plail»abfälle, Gramm 5,60, Alt- gotd, Silber, Zabngebisie. Stamnol. Quecksilber taust höchftzablend Biümei, Sckmeizerci. Auguststraffe 19 III. Kupfer, Messing, Zink, Zinn, Blei, Stanniolpapier. Flaschenkapseln, Goldsachen. Silbersachen, Platin, Zahngebisse,„Metallschmelze* Cohn. Brunncniiraffe 25. 7b* Fahrrad. auch dcscttes, kaust öchrader, Weberilraffe 42. 238/8* Kupfer. Messing, Zinn, Stanniol, Blei, Zink und alle Arten Metalle kauft zu[mifenben Tagespreisen Melier, Elisabeihstraffe 56, König. nadt 13 976. 238/4 Verschiedenes. Patenranwalt Müller, Gittchiner strafte 16 Paientanwalt Beisel. Gil'ckiner» strafte 34» Waichanftalt, neu erösinet. wälchl sauber. Max Seiler, Köpenick, Albrecht- straffe 5. Abholung sofort. 115b Gimmel*. Möbliertes Zimmer, zweifenstrig, einen oder zwei Herren, Prinzessinnen- straffe 12. III linls. 2969b Kleines möbliertes Zimmer, 12,00, vermietet Graeber, Skalitzerstraffe 101, vorn III f3 Möbliertes Zimmer, eventuell zwei Herren. Bontzel, Lychenerftr. 8. Möbliertes Zimmer, Warm- Wasser. Badbenutzung, foforl. Jäckel, Prenzlauer Allee 146. Gartenhaus I. Möbliertes Zimmer. Herrn, 11 Mark. Prinzenstraffe 107, vorn I V. Winter. Illb* Möbliertes Zimmer, separat. Klaus. Linienstraffe 79 III, Rosen- thalerplah. fss Möblierte Stube vermietet Fran Schulze. Fruchtstraffe 72, vorn III. Lieklskstellen. Schlafstelle bei Ernst, Bernauer» straffe 14 III. 133* Möblierte Schlafstelle, Schäferstraffe 3/10, Schulz. Verrn, 112b* Möblierte �ch lasstelle. Herrn, separat, Grünerweg 76, vorn I, rechts._______________ 1131» Möblierte freundliche Schlafstelle, DreSdenerstraffe 107/8, vorn II, links. 238/2* Alleinige möblierte Schlasiielle, Oranienstraffe 1, vorn III Fran Nfcher. 13 Möblierte Schlafstelle vermietet billig Härtung, Laufitzerstraffe 3, vorn I, Ecke Wienerstraffe. s-z Möblierte Schlafstelle 1 oder 2Herren, Ponto, Skalitzerstraffe 46b. 13 Möblierte Schlafstelle bei Timnü Manteusielstraffe 60. Ouergebäude IV. ««ständiges Mädchen kann ein- wobnen, Christburgerftraffe 15, 2. Ein- gang, vorn IV rechts. 1136 �rheitsmarkt. Gefunden u. verloren Berlore» beim StislnngSsest des Turnvereins„Fichte* am Totensonn- tag im Gewerkschaflshaus Trauring, gezeichnet Q. L. 25. 8. 12. Abzugeben bei F. Kiffner, Neukölln, Weichsel- straffe 49, Hos III rechts. uop Vermietungen. Alfred Wielepp. Reukölln. Für d«« Lnseratente.I oerantw.: Th.Gl.cke, Berlin. Druck».«erlag:«orwärt« �Votinunzen. Bnttmaunftraste 15, schöne Woh nungen im Hinterhause, mit Gas. neu renoviert, preiswert zu ver- mieten. Nähere« beim Wirt. 1743K_.._ «uchdruckeret u. Berlagsanftali Paul Singer u. Sa. Berit» 8M.' Ltellenxesuetie- «lavierftimmer. Faft-rblindeier Genosse emvsielflt sich?Is«lavier. stimmer. Hasselbach. Neukölln,.(lemetz. straffe 10. knhrixe Arbeiter können äurod Provision»- welaen» erkaaf unserer Holerouleans an ihre Kollegen lohnenden Nebenverdienst finden. .„»tadella" O. m. b. H., Weiler Allgäu, Bayern. gsh