PrSSS. flbonnfmcnU'Bcdingungcn; ■Soiincmcittä• 5ätciä präniunerando: Lierteljährl. S,30 Mk, monatl. 1,10 Mk, wöchciitüch Ä Big, frei ins Haus. Sinzeins Nununcr ö Pfg. Soimtags- nu miner mil Mustrierler Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Lbonnement: 1,10 Mar! pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Brelslistc. Unter Kreuzband stir Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2chO Mar!, für das übrige Ausland « Mar! pro Monat. Postabonnenients nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, himnänien. Schweden und die Schweiz. 30. Iahrß. Sie snsei'tions-eeoühl' S-trSg! fSr die sechsgcspalteuc Kolonel. zeile oder deren Raum 00 Pfg.. für politische und aewcrlschaftliche Bcrcll's. ~ � w| villi r i. n.u',v Wortcl. jedes loeiiere Wort 10 Pia. f«TT rtfi? rli„i«. V. �-1. r � r.___ ff -.——— ö Pfg. staden zählen für zwei Borte. Anferale für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expediiian abgegeben werden. Die Erpedinou ij; bis T Uhr abends geöffnet. kifcheint fzgllch. Vevlinev Volksblatk. Zcntralorgancti Partei Deutlchlande. Telcgraiivn- Adresse: SdziaidcBwfcrat Berii#1*, Redaktton: öd. 68. Ltndcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt MoriNplah, Nr. 1983. Sonntag, den 7» Dezember 191B. Expedition: öd. 68» Lindcnstraasc 69. Fernsprecher: Amt Atoristplai!, Nr. 1981. Massen heraus! Auf zum Protest gegen die Säbelherrschaft! Nieder mit der Militärdiktatur! Fordert Sühne für die Volksverhöhnung durch Militär und Bnreankratie! Reine Verwirrung! Seraäe tiurch! Der Stand der Zabcrner Affäre ist zurzeit ungeklärter und unbefriedigender denn je. Die gestrige Zltelduug, daß Oberst Reuttcr und Leutnant Forstner„erledigt" sein sollten, wird heute mit aller Entschiedenheit widerrufen. Die Ver- breitung dieser Nachricht in parlamentarischen Kreisen War vom U n t e r st a a t s s e k r c t ä r W ah nf ch n ff e ausge- gangen. Offiziös wird nun erklärt, daß es Wahnschaffe gar nicht eingefallen sei, eine solche Mitteilung zn machen, die er auch gar nicht habe machen können. Es steht also noch durch- aus dahin, ob die beiden Hauptvcrantwortlichen für die mili- tärischcn Ausschreitungen wirklich eine gebührende Strafe erhalten werden. Fest steht nur, daß die beiden Bataillone des 99. Regiments Zobern verlassen haben. Das ist jedoch eine höchst zweifelhafte Genugtuung, die von den Zabernern selbst mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen wird. Ihre höchste Befriedigung zeigen nur die Scharf- m a ch e r b l ä t t e r, die sich darüber freuen, daß dergestalt der aufrührerischen Stadt ein schwerer materieller Schaden zugefügt werde. Wenn man dem Triumphgehenl der reaktiv- nären Presse glauben darf, hat trotz alledem der Militär- absolutismus einen glänzenden Sieg davon- getragen, und Reichstag und die Volksvertretung sind die blamorcnen Europäer. Daß die Parlaments- Mehrheit schmählich geäfft sein Wird, wenn sie nicht schleunigst mit der gebotenen Energie weiter durchgreift, die nötigen Verfassungsgarantien schafft und vor allen Dingen auch den Eintritt in die Etatsberatung von einer bedingungslosen Genugtuung abhängig macht, haben wir ja schon wiederholt betont und müssen wir heute doppelt stark unter- streichen! Es ist geradezu ungeheuerlich und streift schon nahe ans Tollhäuslerischc, Wie man das deutsche Volk und seine Volks- Vertretung zu narren wagt. Am Freitag bemühte sich der UnterstaatSsekrctär Wahnschaffe bei den bürgerlichen Parteien für die Regierung um gut Wetter zu bitten. Er erzählte allerlei über eine Indisposition des Kanzlers, die ihm das Konzept seiner Rede verdorben habe und vor allen Dingen auch habe vergessen lassen, gerade die wichtigsten Mit- teilnngen über das Vorgehen deS Kaisers zu machen. Auch der Kriegsminister habe leider ganz anders gesprochen, als er habe sprechen sollen. Doch müsse man ihm als Neuling im Parlament einiges zu gute halten. Dieser Versuch der Abschtvächuug des bösen Eindruckes der Reden von Bethmann Hollwog und Falkenhahn War bemerkenswert wegen seiner Ungeschicklichkeit, bemerkenswerter aber noch durch die mehr als klägliche Rolle, in der er die beiden„Entschuldigten" zeigte. Denn daß der Kanzler nicht schlechter disponiert lvar als gewöhnlich, darüber dürfte im Reichstage nur eine Stimme sein. Tie Un- zulänglichkeit seiner Rede war auf nichts anderes zurückzuführen als aus feine staatsmännische Unzulänglichkeit überhaupt. Tiefe Unzulänglichkeit hinderte ihn aber natürlich nicht, Reichstag und Volk bewußte P r 0 v 0 k a- t i 0 n e n cntgegenzuschlcudern. Daß er sich am anderen Tage mit den skandalösen Erklärungen des Kricasmiiiisters ans- drücklich identifizierte, beseitigte den letzten Zweifel der b c- wußten Brüskierung der Volksrechte. Und darüber, daß Herr v. Falkenhahn trotz seiner parlamcniarifchen Un- Erfahrenheit ganz genau wußte, welch blutigsten Hohn er der Volksvertretung und der Nation selbst durch die Proklamierung des unerhörtesten Militärabsolutismus antat, braucht erst recht kein W�rt verloren zu werden. Wenn der Unterstaatssekretär die Empörung des Parlaments dadurch abzuschwächen suchte, daß er cS so darstellte, als hätten Kanzler und Kriegsminister in einer Art polizeiwidriger Tapsigkeit ungefähr das Gegenteil von dem gesagt, was sie hätten sagen wollen und sollen, so muß man in den Regierungskrcisen wenigstens einen Tag lang das ernst- liche Bedürfnis gefühlt haben, dem so ungestüm bekundeten Volkswillen Rechnung zu tragen. Aber merkwürdig. Am Sonnabend war es schon Wieder ganz anders! Der Unterstaatssekretär wird in aller Form desavouiert. Alles, Was er über die Reden Bethmanns und Falkenhahns gesagt haben soll, sei nicht Ivahr. Der Kanzler habe in seiner Rede die kaiserlichen Verfügungen ja gar nicht verschwiegen, verkündet das offiziöse Depeschenbureau. Das ist natürlich völlig unrichtig. Er hat nur von der Entsendung des Generals Kühne nach Zabern gesprochen, nicht aber auch von den sonstigen Befehlen des Kaisers an den Statthalter und den kommandierenden General. Der Kanzler hat ins- besondere v e r s ch>0 i e g e n, was heute die„Norddeutsche Allgem. Zeitung" meldet, daß der Kaiser dem kommandierenden General„ausdrücklich aufgegeben hat, darüber zu W a ch e n. daß das Militär unbedingt innerhalb der gesetzlichen Grenzen bleibe". Herr v. Bethmann hat diese wichtigste Tatsache nicht nur unterschlagen, sondern im Gegenteil sogar die ungesetzlichen Handlungen des Militärs immer wieder beschönigt, ja als u n v e r m e i d l i ch hingestellt! Wenn jetzt also die Erklärungen Wahnschaffes abge- leugnet werden, nud wenn man nun wieder offiziös die Reden des Kanzlers und des Kriegsministers als durchaus einwand frei hinstellt, so bedeutet das nichts anderes, als eine er- neute Brüskierung des Reichstags und des Volkes! Für den Reichstag ist die Affäre deshalb nicht nur nicht erledigt, sondern im Gegenteil in ein neues kritischeresStadium getreten. Bleibt die Volks Vertretung die gewichtige Antwort auf die neue Unverfroren heit schuldig, so kann der Militärabsolutismus noch höhnischer triumphieren, als er das ohnehin in den Blättern der Schars macher und Junker tut! Spricht doch die„P 0 st" bereits von der„bitteren Ent- täuschung", die jene Parteien erleben würden,„die schon die Morgenröte einer parlamentarr s che u Zeit heraus- gekommcu sahen, die schon glaubten, aus dem K a i s c r h e e r ein P a r l a m e n t s h c c r macheu zu können". Denn die einzige Maßregel, die als ein Erfolg des Reichstages auf- gefaßt werden könne, die Verlegung der Garnison von Zobern, sei viel eber eine Strafe für die Zaberner, als eine Genug- tuung. Für olle Geschäftsleute, Handwerker, Ladeninhaber und Wirte usw. bedeute die Ausquartierung des Regiments eine schwere Strafe. Auch der obstinente Gemeinde- r a t könne sich jetzt den Schaden besehen? Bor allen Umständen entspreche die Verlegung der Garnison nur dem Rat- schlag, den die„P 0 st" s e l b st vor einigen Tagen gegeben habe, um die Zaberner Bürger am w i r k sa m st c 11 z u züchtigen! So höhnt aber nicht nur die„Post", sondern auch die „Deutsche Tageszeitung". Sic ist der Zuversicht, daß die Verlegung der Mannschaften keineswegs als Zugeständnis an die Bevölkerung in Zabern zu betrachten sei. Sic freut sich darüber, daß die Verlegung der Truppen„aus tvirt- schastlichen Gründen der Bürgerschaft keine reine Freude bereiten" werde. Außerdem aber werde durch die Entfernung der Garnison auch das„ungestörte Funktionieren der Truppe am wirksamsten sichergestellt", das heißt also verhindert, daß neue U n g e h ö r i g k e i t e 11 ü In F 0 r st»er z u r Kenntnis der O e f f e n t li chk e i t gelangen könnten! Aber nicht nur das Oertelblatt, sondern auch die„K r e 11 z- zeitung" bewegt sich ganz in diesen Gedankengängen: „Statt des Kanzlerwechsels nur eine Regiments- Verlegung. Das wird sicher nicht nach dem Geschmack jener lauten Schreier sein, und die Volksseele wird von neuem ins Sieden gebracht iverden." Die Hauptsache aber sei, daß die Verlegung der Neunundneunziger nicht als ein Nachgeben der Heeresverwaltung auf- gefaßt werde. Als was sonst, das sagen mit zynischer Offen- heit die„Berliner Neuesten Nachrichten":„Das Militär kann die Touaueschinger Entscheidung dahin interpretieren, die Stadt habe b e st r a f t werden sollen, indem man ihr durch die Versetzung des Regiments den Brotkorb höher hängt e." Man sieht, die Sühne für die an Hochverrat grenzenden militärischen Exzesse ist keine Sühne, kann vielmehr von den Verherrlichern des Militärabsolutismus als Prämie für ihre Exzesse aufgefaßt werden! Und das deutsche Volk sollte sich das gefallen lassen? Es sollte durch seine Schlappheit den militärischen und junker- lichen Absolutisten das Recht geben, ihm Grimassen zu schneiden und bei der nächstbesten Gelegenheit wieder ä in Zabern mit der Klinge den Rücken zu fuchteln? Tie tolle Komödie, durch die mau die Volksvertretung zu narren wagt, wird noch toller durch folgeiche Erwägung. Man nahm allgemein an, daß die Brüskierung des Reichstages durch die Reden der Falkenhayn und Bethmann nur das Echo von Donaneschingen seien. Nach den Erklärungen Wahnschafses und den bereits erwähnten Verfügungen des Kaisers jedoch hat es den Anschein, als ob die militaristischen Absolutisten im Heere, die Junkerkamarilla nud ihre Hmchlanger in der Regierung nicht nur dem Volkswillen, sondern a u ch d e n Wünschen W i l h c l m s II. Trotz geboten hätten! Denn entweder ist die in der„Norddeutschen All- gemeinen Zeitung" gegebene Darstellung von der Haltung Wilhelms II. unrichtig oder die Oberst Reutter, General Deimling, Kriegsminister Falkenhayn und Herr v. Beftmiann Hollweg haben auf eigene Faust eine Politik der Volt: berhöhiiniig.inid der Gesetzc�verachtilng getrieben, die selbst die Absichten des„allerhöchsten Kriegsherrn" durchkreuzte. Ob diese Annahme zutrifft, ist natürlich nicht festzustellen. Unsere ganze Politik ist so direktionslos, die Zügel schleifen nicht nur in Zabern derart am Boden und eine offiziöse Er- kläriing schlägt der anderen derart ins Gesicht, daß es un« möglich ist, sich in den wirren C h a 0 s zurecht zu finden. Das ist aber auch nebensächlich. Daß ein solches Chaos m ö g- lich ist, legt dem Reichstage vollends die Pflicht auf, klare und geordnete Zustände zu schaffen. Die Verfassung muß so gestaltet werden, daß auch der Militarismus bedingungslos den Gesetzen unterworfen ist und in jedem Fälle der Gesetze» Verletzung sofort von der Volksvertretung zur Ordnung gr- rufen und zur Rechenschaft gezogen werden kann! Ebenso gebietet es dem Reichstag die Pflicht der Selbstachtung, jedes Z u s a m m e n a r b e i t c n mit einem Kanzler und eine in K r i e g s m i n i st e r a b z u l e h n c n, die heute der Volksvertretung die blutigsten Insulten entgegem schleudern, morgen durch Regierungsvertretcr um Pardon betteln lassen, und übermorgen wieder in dreistem Uebermnt das Parlament zu äffen wagen! Sie Uoniewativen gegen die Kranken- Versicherung. Am 1. Januar kommenden' Jahres treten die neuen Be- stimmungen über die Krankeiibersichcrung nach der Rcichsversiche- rungsordnung in Kraft. Damit wird endlich die Lkranken- dersichernugspflicht auf alle landwirtschaftlichen Arbeiter und Dienstboten ansgodelmt. Tie Agrarier wollen sich aber durchaus nicht mit dieser neuen „Belastung" zufrieden geben. Daher haben die Konservativen noch im letzten Augenblick versucht, die Durchführung der neuen Gesetze zu verhindern. Sie fragten also den Reichskanzler, ob es nicht auch ihm wünschenswert erscheine, daß die neuen Besiimnumgen vor- läufig nicht in Kraft treten. Tic Interpellation. begründete gesrer» im Reichstage der Abg. Graf v. Westarp. Offenbar haben seine Parteifreunde gerade ihn hierzu auserwühtt, weil er eine besondere Befähigung dazu hat, jede agrarische Forderung zu begründen. Aber in diesem Falle fiel scllfft ihm die Aufgabe sehr schwer. Was er an.Gründen" vorbrachte, widersprach so sehr den tatsächlichen Verhältnissen, daß sie der Staatssekretär im Reichsamt des Innern, Herr Dr. Delbrück, mit wenigen Worten abtun konnte. Tic Konservativen hatten für ihre Zwecke den angekündigten Streik der Nerztezünstö gegen die Krankenkassen auszunutzen gc- sucht. Sie beriefen sich in ihrer Anfrage darauf, daß insbesondere die ärztliche Versorgung der Landkrankenkasscn auf„groß- praktische Schwierigkeiten" stößt! Graf v. Westarp zog die Forde- rung, daß die neuen Versichcrungeii nicht vor der Verständigung der Krankenkassen mit den Aerzten durchgeführt werden sollen, worauf der Staatssekretär ganz richtig antwortete, daß eine Ver- ständigimg der Kassen mit de» Aerzten dann erst recht nicht zu er- reichen sein werde. Und nicht mehr Glück hatte der konservative Grqf, mit seiner Berufung aus die Abneigung der bürgerlichen HanZsraucn gegen die Dicnstbotenversicheruiig. Zum Schlus; verstieg sich der Graf in seinem agrarischen Eifer zu der Behauptung, der Reichstag und die Regierungen seien mit dem Ausbau der Arbeiterversichcrung zu voreilig gc- Wesen, eine Behauptung, die wie der reine Hohn klingt angesichts der ganz ungenügenden Fortschritte auf diesem Gebiete. Ter Staatssekretär war dann auch arg empört über einen so ungerechten Vorwurf. Allerdings hütete er sich, gerade in der jetzigen für ihn so bedeutungsvollen Zeit gegen die Kon- scrvativen heftig zu werden. Cr blieb ruhig und liebenswürdig, aber wehrte sich doch entschiedener als sonst. Er erinnerte die Konservativen daran, daß sich die Erwägungen über die Ausdehnung der Krankenversicherung auf die landwirtschaftlichen Arbeiter und die Dienstboten länger als zehn Jahre hingezogen hätten und schließlich selbst beim besten Willen nicht weiter hingezogen werden konnten. Und er vergaß auch nicht, den Herren unter die Nase zu reiben, daß sie bei der Beratung der Reichsversicherungsordnung mit nur zu großem Erfolge die Versicherung in jeder Beziehung zu verschlechtern bemüht gewesen sind. Daher � können an den neuen Bestimmungen auch die Konservativen nichts mehr ver- schlcchtern. Was sie beanstanden, bezieht sich durchweg auf die Vorarbeiten für die Durchführung des Gesetzes. Auch hierfür war genügend Zeit gegeben, nämlich nicht weniger als IVt Jahre. Wenn trotzdem die Vorarbeiten so schlecht ausgeführt worden sind, wie die Konservativen behaupten, dann können sich die Herren bei ihren Parteifreunden im Lande dafür bedanken, namentlich bei so manechm der beteiligten Landräte in Preußen. Hoffentlich, so fügte der Staatssekretär mit etwas boshafter Freundlichkeit hinzu, werden die jetzt vorgebrachten Beschwerden die, die es angeht, ver- anlassen, das Versäumte noch bis zum I. Januar nachzuholen. Demgemäß habe der Reichskanzler keinen Grund, dem Wunsche der Konservativen nach- zugeben und das Inkrafttreten der neuen Be- stimmungen noch länger hinauszuschieben. Aber noch mehr. Zu der von den Konservativen verlangten Verschlsppung bedarf es, wie der sozialdemokratische Redner, Ge- Nosse Giebel, nachwies und der Zentrumsredner bestätigte, eines neuen Gesetzes, also auch der Zustimmung des Reichstages. � Da aber außer dem Redner der Sozialdemokraten auch der Abgeordnete Becker(Arnsberg) vom Zentrum die Forderung der Konserva- tiven bekämpfte, so steht es fest, daß dafür eine Mehrheit im Reichs- tage nicht vorhanden ist. Genosse Giebel wies treffend nach, daß die neuen Bestimmungen nicht zu verschlechtern, sondern zu ver- bessern seien. Die Konservativen hätten mit ihrem Vorstoße gegen die Krankenversicherung der landwirtschaftlichen Arbeiter und der Dienstboten nur das eine gezeigt, wie verhaßt ihnen jeder sozial- politische Fortschritt sei. * Zu Beginn der Sitzung machte Abg. Dr. Haegh(Elf.) einige allgemeine Bemerkungen über die Arbeitslosenfürsorge. Ihm folgte der Antisemit Mumm mit ähnlichen Ausführungen, wobei er selbstverständlich auch den bei ihm üblichen Unsinn über die Sozial- demokratie vorlas. Dann beendete Genosse Brandes mit einer sehr wirkungsvollen Rede die Aussprache über die Arbeitslosen- fürsorgc, indeni er die Einwendungen, die die Gegner, insbesondere der Staatssekretär, am Tage vorher gemacht hatten, treffend widerlegte.— guo-.Da Montag katholischer Feiertag ist, beginnt die Etatsdebatte erst am Dienstag._ Sie iiiinlfterMe in srankrckl). Aus Paris wird uns geschrieben: Wer ist gestürzt, ein Kabinett oder ein System? Ist Frankreich in eine nur politische, ans dem Wesen der Parla- mentsregierungen entspringende und durch die Konstituierung eines neuen Ministeriums in ein paar Tagen überwundene Krise eingetreten oder in eine revolutionäre Epoche, die ein veraltetes, den Bedürfnissen der Gesellschaft nicht mehr ge- nügcndes staatliches Gefüge zum Einsturz bringt? Die Stimmen der Besiegten tönen von tragischem Zorn. Als nach der Ver- kündigung des Abstimniungsergebnisses über die Rentensteuer Genosse Vaillant die Empfindungen des Augenblicks im Ruf:„Nieder mit der dreijährigen Dienstzeit" ausdrückte, antwortete Barthou:„Es lebe Frankreich!" und die Ritter des unverkürzten Kupons wiederholten diesen Ruf, als gelte es, unter den zusammenbrechenden Säulen des nationalen Heiligtums den: Vaterlande märtyrerhaft die Treue zu be- wahren. Die Wutgebärden mancher Protestler hatten freilich so gar nichts von pathetischer Größe und er- innerten eher an die Gesten, worin sich an wilden Börsenlagen die Verzweiflung über unglückliche Engagements äußert. Mit furchtbaren Flüchen spart auch die reaktionäre Presse nicht. Der öffentliche Kredit, die Armee, die Nation oder gleich die Gesellschaft überhaupt soll gestern freventlich verletzt worden sein. Das alles, weil die Rentenbesitzer nicht für alle Ewigkeit steuerfrei bleiben sollen. Indes auch auf der äußersten Linken vernehmen wir das Urteil, daß die Krise weisere Meise ziehen müsse. In der„Huiuanfts" schrieb Jaures; .Halten wir uns nicht bei den Vermutungen möglicher Kabinettsbildungen auf!„Man vergesse nicht, daß wir in eine re- volutionäre Periode eingetreten sind! Die Schwierigkeiten des Budgets, die Verschärfung der Steuern werden durch die wachsende Teuerung einen sozialen Widerhall finden. Die Arbeiterklasse, mit ihrer knappen Existenz, ihrer Zwangsarbeit, ihren Arbeits- losigkeitskrisen und mit ihrem Wohmingselend spürt die Last des Kapitalismus und des Militarismus über sich. Der Geist der ■ Revolte wächst in der Welt, die nahen Konflikte von Arbeit und Kapital werden durch alle diese Gärstoffe der Unzufriedenheit und des ZorneS verschärst. Darum werden wirkliche Staats- männer nur die sein, die Männer des Volkes zu sein verstehen werden nur diejenigen, die mit Kraft und Ausdauer im Interesse des Proletariats und des Friedens zu wirken wissen werden." Während Jaures so aus dein Lärm der Krise die Toten- glocke der bürgerlichen Gesellschaft heraushört, glaubt Gustav H e r v 6 immerhin nnr den Vorboten der Präsidentenkrise und der neuen Blockära, die ihm jetzt zunächst am Herzen liegt, zu vernehmen. Er nähert sich damit de» Sanguinikern unter den Bourgcoistädikalen, die indes zu ihrem größeren Teil den Kreis ihrer Erwartungen bescheiden umzäunen. Manche Radikale scheinen sogar ob ihres Sieges einigermaßen ver- schüchtert und des Segens, der ihnen in den Schoß gefallen ist, nicht allzufroh. �....... Die Erbschäst, die das kommende Mmstenum zu über- nehmen hat, ist in der Tat nicht angenehm. Ob es durch eine külme Initiative auf dem Feld politischer und fiskalischer Reformen dieser Verdrossenheit und überhaupt der Parlaments- feindlichen Stimmungen Herr werden könnte, ist fraglich. km Parlament scheint der Boden für eine entschlossene Politik der Linken so ungünstig wie möglich. Die Ver- cinheitlichung der radikalen Partei, die der Kongreß in Pau beschlossen hatte, ist im Senat garnicht begonnen worden, in der Deputiertenkammer ziemlich mißglückt. Tie rund IK) Mann zählende Fraktion hat manche unsicheren Kantonisten zu Mitgliedern, andererseits sind ihr angesehene Persönlichkeiten des Radikalismus ferngeblieben oder haben ihr Ivieder den Rücken gekehrt, weil sie nicht die Pflicht strenger Abstimmungsdisziplin auf sich nehmen wollten. Gegen die Führerschaft C a i l l a u x ist bei den alten Combistcn eine unverkennbare Abneigung lebendig. Die„demokratische" Linke hätte wohl nichts gegen eine Zusammenarbeit mit den Radikalen, aber nur wenn diese einer Majoritätsbildung mit Aus- schluß der Sozialisten zustimmen, die wieder nur mit Kon- Zessionen an die gemäßigten Gruppen möglich ist. Und der rechte Flügel der Radikalen wird von den Agenten Briands beeinflußt. Die einzige Kraft, die die parlamentarischen Gegen- sätze und Intrigen überwinden könnte, wäre eine starke, ans den V o l k s ni a s s e n strömende Bewegung, wie sie in der Dreyfuskrise hervorbrach und das Zögern der Parlamentarier besiegte. Aber diese Bewegung fehlt. Es gehört der unheilbare Doktrinarismus des alten C l e- m e n c e a u dazu, täglich den„Republikanern" zu predigen, „sie selbst" zu sein, ohne Appell an die klerikale Reaktion oder die sozialistische Arbeiterschaft. Die Klassenentlvickelung hat die Demokratie so gründlich zersetzt, daß es einfach kindisch ist, eine Politik„auf der anderen Seite der Barrikade" zu treiben, ohne mit der Anpassung der Kirche an die kapita- listische Gesellschaft zu rechnen oder eine Linkspolitik, die nicht sowohl den sozialen Nöten, wie dem Antimilitarismus des Proletariats Rechnung tragt. Die jetzige Stagnation in den Massen bedeutet aber in einem Volk mit so starker Impulsivität keine dauernde Starre. Es wäre durchaus, möglich, daß die Weiterentwickelung der Elemente, die die jetzige Krise bedingt haben, zu revolutionären Schlägen hintreibt.' Sicher nicht die Frage der Couponsteuer, die überhaupt gar nicht den Sturz des Ministeriums herbei- geführt hätte, wenn sich Barthou nicht blindlings von der großen Börsenpresse, vor allem dem„Temps" hätte vorantreiben lassen, die den Schivindelpatriotismus, den sie zur Durchsetzung der dreijährigen Dienstzeit erzeugt hatte, für genug tragfähig hielt, um darauf auch die Leiche der Einkommensteuer abzuladen. Ohne die herausfordernde Zu- niutung� an die Deputierten, diese Steuer, die das alte Schmuckstück ihrer Wahlprogramme war, öffentlich zu verraten und ein ewiges Privilegium just für das ohne Arbeit er- wordene Einkommen zu errichten, hätte Barthou die Anleihe unter Dach gebracht. Es wird sich jetzt wohl eine Formel finden lassen, die dem demokratischen Sittenkodex der bürgerlichen Linken Genugtuung gibt und den Bänken das erwartete Geschäft nicht ganz> verdirbt. Man kann das Bedauern, die Frage so überspitzt zu haben, auch zwischen den Zeilen mancher Leitartikel der großen Presse herauslesen. Un- lösbar ist die Frage des Defizits. Um sie kommt keine Regierung herum, mag sie Politik mehr nach links oder nach rechts machen. Das Defizit beträgt heute— soweit es ein- gestanden ist— 800 Millionen. Es kann nicht anders als wachsen, wenn die imperialistische Auslandspolitik mit ihrem unentbehrlichen militärischen Requisit fortdauert. Eine Fort- setzung der Anlcihewirtschaft ist aber unmöglich, ohne den Staatskredit; zu erschüttern. Doch auch eine Umgestaltung des Steuerwesens bringt den Staat in die Gefahr einer großen' sozialen � Krise. Daß Gewicht einxr Steuerreform, die dem wachsenden Budget deS Militarismus genügen wollte, müßte namentlich auf die breite Schicht der mittleren und kleineren Besitzer fallen, die in Frankreich durchaus keine zum Dulden geneigte, vor dem Nimbus der Staatsautorität er- zitternde Klasse sind. Die heutige Krise ist ein Produkt des inneren Widerspruchs zwischen dem Imperialismus der Groß- kapitalisten und der sozialen Struktur des modernen Frankreich. In den an Ilmfang und Tiefe wachsenden Konflikten, die sich aus diesem Gegensatz entwickeln müssen, kann eine organisierte und zu sozialistischem Bewußtsein gelangte Ar- beiterllasse zu entscheidenden Taten berufen sein und durch ihr Eingreifen den Kampf über die Ziele der Kämpfer empor- reißen. Fortdauer der Krise. Paris, 6. Dezember. Gleich Riboi hat auch Senator Jean D u p u y bei seinen Bemühungen, ein linksrepublikanisches M i n i st e r i u m zu bilden, ernsten Schwierigkeiten begegnet. Wie verlautet, weigerten sich die Geeinigten Radikalen, dem der demokratischen Vereinigung des Senats angehörenden D u p u h ihren Beistand zu gewähren, weil sie der Ansicht seien, daß der künftige Ministerpräsident ihrer Partei entnommen werden müsse. Deshalb hat es Dupuy schließlich abgelehnt, die Kabinettsbildung zu übernehmen. Präsident P o i n c a r ö hat darauf D o u m e r g u e die Minister- Präsidentschaft angeboten. Doumergue wird morgen seine Antwort geben._ Meitslossglieit. Kommunen und Arbeitslosenfürsorge. Eine stadträtliche Vorlage auf Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung nach dem Muster der Mannheimer Arbeitslosensür- sorge löste im Heidelberger Bürgerausschuß heftige Debatten aus.. Alle Unternehmerorganisationen und Mittelstandsvereini- gungen hatten in Eingaben und Protcstversammlungen den Bürger- ausschuh bestürmt, doch ja die Vorlage ablehnen zu wollen. In der Abstimmung fielen 24 Stimmen für und 54 Stimmen gegen die Borlage. Ter Bürgermeister hatte den Stichentscheid zu geben, der die Vorlage votierte und diese damit rettete. In Bayreuth hatten Gewerkschaftskartell und Sozialdemo- kratischer Wahlvcrein gemeinsam beim Magistrat den Antrag ge- stellt, Mittel für Rofftandsarbeiten bereitzustellen und eine Arbeits- losenversicherung einzufiihren. Der Magistratsrefcrcnt erklärte sich „außerstande", irgendwelche Vorschläge machen zu können. Mit der Arbeitslosenversicherung könne die Gemeinde nicht bahnbrechend vorgehen, solange der Staat die Taschen zuhalte. Zuletzt verwies er daraus, daß die Stadt 2500 M. für Speisung armer Schulkinder ausgeworfen habe, die doch auch den ärmeren Schichten zugute kämen. Die liberalen Stadtväter konnten es sich natürlich bei dieser Gelegenheit nicht verkneifen, ihrem Haß gegen die Arbeiter- schafi Luft zu machen. So meinte Steingräber, der berühmte Pianofortefabrikant, die Arbeiter sollten ihre„Lebsucht" und„Ver- gnützungssucht" einschränken. Eine Kommission soll die Fragen prüfen— das war das einzige Ergebnis der Debatten. Mit ganz besonderer Rücksichtslosigkeit ist die Königs- bcrgcr Stadlverwaltung über die Not der Arbeitslosen hinweg- gegangen. Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion forderte die Einsetzung einer Kommission, die über die Frage der Arbeitslosenversicherung beraten sollte. Doch davon wollte man nichts wissen. ES wurde erklärt, die Arbeitslosenversicherung müsse vom Reich geschaffen werden. Tic kommunale Arbeitslosenversiche- rung hätte sich bisher nirgends bewährt. In Königsberg gebe es überhaupt keine große Arbeitslosigkeit und es. sei auch auf Jahre hinaus keine zu erwarten? polmleke(leberlicbr. Eine Folge der Borgänge in Zaber»? Eine politische Korrespondenz meldet: Um die Beschwerde- und Disziplinar- Strafordnung für das Heer miteinander völlig in Einklang zu bringen und jede falsche Auslegung zu ver- hindern, soll der 2. Absatz des§ 53 der Disziplinar- Straf- ordnung nachfolgende Fassung erhalten: „Sind Beschwerden als unbegründet zurückzuweisen, so wird, soweit nicht§ 152 des Militär-Strafgesetzbuches(handelt über leichtfertige und aus falsche Behauptungen gestützte Be- schlvcrden) Anwendung findet, im Einzelfalle zu erwägen sein, ob die Aufrechterhaltung der Disziplin ein Einschreiten gegen den Beschwerdeführer erfordert. Eine unrichtige dienstliche An- schauung ist an sich nicht strafbar." Kardinal Oreglia. Wie aus Rom gemeldet wird, ist dort der Kardinal Ludwig Oreglia di Santo Stefano, der Dekan des Kollegiums der Kar- dinäle im Alter von 35 Jahren an einer Lungenentzündung ge- storben. Kardinal Oreglia gehörte der diplomatischen Schule des Vatikans an. Er hat seine Laufbahn als päpstlicher Gesandter an ver- schicdcnen Höfen begonnen. 1873 wurde ihm von Pius IX. die Würde eines Kardinaldiakons verliehen. 1884 wurde er Kardinal- bischof, 1885 Camerlengo, 1896 Kardinaldekan. Außerdem bekleidete er noch das Amt eines Erzkanzlers der Römischen Universilät, eines Präfekten der Zeremonienkongregation, eines Protektors des Prä- monstratenserordens der katholischen Organisation Italiens usw. und war Mitglied der bedeutendsten römischen Kongregationen. Die Fraktionen des Reichstages. Nach dem soeben ausgegebenen FraklionSverzeichniS des Reichs- tages haben die Fraktionen zurzeit folgende Stärke: Sozialdemo- traten 119, Zentrum 88, Nationalliberale 46, Konservative und Fort- schrittliche Voltspartei je 43, Polen 18, Reichspartei 12, Elsaß- Lothringer 9. Wirtschaftliche Vereinigung 7, Deulsch-Hannoveraner 5, Deutsche Resormpartei 3. Fraklionslos sind 8 Mitglieder. Erledigt sind 5 Mandate und zwar 2 de? Zentrums(Klose, Kuckboff) und je eins der Sozialdemokraten(Haupt), der Nationalliberalen(Koelsch) und der Reichspartei(Zürn)._ Das nennt man bedeutsame Errungenschaften! Als die letzte riesige Hecresvermehrung zur Beratung stand, haben die Vertreter des Zentrums mit großem Auswand, von Lungenkraft versichert, das; den ärmeren Volksmassen als Ausgleich für die großen persönlichen Opfer Entschädigungen gewährt werden müßten. Mit dem Erreichten haben die Zentrumsagita- toren sich dann stark gebrüstet. Noch aber hat kein Mensch von den angeblich„bedeutsamen" E r r un g e n s ch a f t e n, die durchgesetzt sein sollen, etwas gespürt. Im Volke herrscht denn auch noch.viel Unklarheit, darüber, welcher Art diese. Errungenschaften sind, wie zahlreiche Anfragen bei den Zeitungsredaktionen beweisen. Drei Titel des Etats für 1914 weisen Beträge auf, die aus Anlaß der Heeresvermehrung eingestellt worden sind.- Davon kommt ein Titel den gemeinen Soldaten selbst zugute. Im Kapitel 34 Titel 3 des Militäretats sind 3 200 009 M. angesetzt„zu freien Urlaubsreisen der Unteroffiziere und Gemeinen i n d i e H e i m a t". In den Erläuterungen heißt es:„Der Betrag ist so berechnet, daß Unteroffiziere und Gemeine jährlich ein- m a l freie Hin- und Rückfahrt in die Heimat erhalten können." Einen Rechtsanspruch auf jährlichen Heimaturlaub erhalten die Soldaten jedoch dadurch nicht. Wie bisher ist die Geivährung von Urlaub ganz in das Belieben der Vorgesetzten gestellt. Im Kapitel 29 des Militäretats(Medizinalwesen) können weiter aus einem für Reisekosten bestimmten Titel Kosten gedeckt werden,„die durch den Besuch erkrankter Unter- offiziere und Gemeine von feiten ihrer Ange- hörigen entstehe n". Das ist aber keineswegs so zu ver- stehen, daß ein im Lazarett daniederliegender Soldat etwa seine Angehörigen herbeirufen kann, die dann bei der Regimentskasse chre Reisekosten erheben können. Detaillierte Bestimmungen dar- über, wann solche Reisekosten zu zahlen sind, wurden noch nicht bekanntgegeben; aber soviel steht fest, daß Angehörige schwer er- krankter Soldaten zu warten haben, bis sie durch das Regiment an das Krankenbett gerufen werden, wenn sie auf Erstattung der Reisekosten rechnen. Der wichtigste neue Ausgabeposten, der im Interesse der ärmeren Bevölkerung aus Anlaß der Heeresvermehrung beschlossen wurde, ist im Etat des Reichsamtes des Innern in 5tapitel 7» Titel 17a zu finden. Der Wortlaut jenes Etatstitels lautet: „489999 M. z u Aufwandsentschädigungen an solche Familien, von denen bereits drei Söhne ihrergesetzlichenzwci-oderdreijährigenDienst- zeit iin Reichsheer oder in der Marine als Unter- offizier oder Ge in eine genügt haben oder noch genügen, und zwar in Höhe von 249 M. für das Jahr tvährend der gleichen gesetzlichen Dienstzeit eines jeden Sohnes in denselben Dienstgraden." Schon im Etat für das Jahr 1913 waren für diesen Zweck 249 999 M. eingestellt, denn die Verpflichtung des Reiches zu dieser Zahlung begann mit dem 1. Oktober 1913, d. h. mit dem Jnkrast- treten der neuen Wehrvorlage. Bisher ist aber noch nicht ein Pfennig zur Auszahlung gelangt; denn der Bundes- rat hat die Ausführungsbestimmungen noch nicht erlassen, nach denen bei der Gewährung dieser Aufwandsentschädigung zu ver- fahren ist. In seiner Etatsrede hat nun Schatzsekretär Kühn da- von gesprochen, daß noch Erörterungen über diesen Etatstitel bevor- stehen, weil man erkannt habe, daß die Zahl der Familien, die Anspruch auf die Entschädigung geltend machen können,, sehr viel größer sei, als man bei der Fassung des Beschlusses angenommen habe. Man will daher versuchen, einen neuen Beschluß des Reichs- tags herbeizuführen, durch den die Zahl der Empfänger sehr er» heblich eingeschränkt wird, um die Ausgabe geringer zu gestalten. Die..Magdeburgischc Zeitung" bringt bereits eine offenbar offiziöse Notiz, wonach der Bundesrat nächstens besondere Ausführungsbestimmungen erlassen wird. Das Blatt fährt dann fort: „Um einen Maßstab zu gewinnen für die Gewährung dieser Unterstützungen wird man sich zunächst darüber zu verstandigen haben, ob sie im Interesse der Eltern oder der dienstpflichtigen Söhne gezahlt werden sollen. Es wird sich also wagen, ob sie solchen Familien zu gewähren sind, die durch die Dienstzeit der Söhne eine Einbuße an Arbeltsrrast erleiden, oder solchen Familien, die durch die Unteritutzung ihrer Söhne wäh- rend der Dienstzeit besondere Aufwendungen zu machen haben. Daß Familien eine solche Aufwandsentschädigung erhalten, bei denen die militärpflichtigen Söhne in keinem Wirtschaft- l i ch e n Zusammenhang mit der Familie mehr stehen, dürste kaum ini Sinne des Reichstagsbeschlusscs liegen, durch den der Fonds geschaffen wurde." Als das Zentrum seinen Antrag einbrachte, wiesen unsere Genossen sofort darauf hin, dass der Antrag in dieser Form viel zu unbestimmt sei. Sie sind dafür in der Zcntrumspresse in der schärfsten Weise angegriffen worden, weil sie angeblich den linder- reichen Eltern diese Wohltat nicht zukommen lassen wollten. Ob- gleich bei der zweiten Lesung der Antrag keine wesentliche Aende- rung erfahren hat, von der Regierung auch keinerlei Unterlagen geliefert worden waren, stimmten unsere Genossen dann schließ- lich ooch dem Antrag zu. Wie recht aber unsere Abgeordneten mit ihrer Kritik hatten, zeigt die Interpretation, die jetzt in der „Magdeburgischen Zeitung" dem Antrag gegeben wird. S i e widerspricht direkt dem Sinn des Beschlusses. Nach dieser Interpretation würde diese Unterstützung in der Haupt- fache nur Landwirten zugutekommen, am wenigsten Arbeiterfamilien, deren Söhne für die Familie nicht als notwendige Ar- beitskräftc in Betracht kommen. Aufivendungcn für den Sohn, der beim Militär steht, mutz zwar auch die Arbeiterfamilie machen, man wird aber bestreiten, daß das notwendige Aus- gaben sind. Es wird also dafür gesorgt werden müssen, daß diese Unterstützung nicht etwa zu einer Art Liebesgabe für die Landwirtschast wird. Der Vorgang zeigt wieder, wie die Wohltaten in Wirklichkeit aussehen, die das Zentrum, dem Volke„erkämpft" hat. Tie Opposition der Christen gegen die Zcharfmachcr. Auffallend radikale Töne, wie sie seit langen Jahren in der katholischen Presse nicht gehört wurden, schlägt die klerikale »Westdeutsche Arbeiter-Zeitung" in ihrer jüngsten Nummer an. Sie schreibt: „Zwar behauptet man bei der Großindustrie, den Mittel- standskceise» und den Agrariern, der Kampf gelte der Sozial- demokratie, aber unsere industriellen und agrarischen Scharfmacher bezeichnen jede Arbeiterbewegung, die bessere Lohn- und Arbeits- bedingungen anstrebt, als sozialistisch. Wer ihnen an die Geld- börse geht, wird als Sozialist und Staatsfeind gebrandmarkt." Dann heißt es weiter: „Es ist in den nächsten Jahren mit einer Verschärfung der sozialen und politischen Kämpfe zu rechnen. Die christlich organi- sierte Arbeiterschaft wird auch in Zukunft bei der Vertretung ihrer Interessen die gemeinsamen Bolksintereffen im Auge behalten. Für die nächste Zukunft wird man der Ansicht sein, daß das Volks- interesse dann am besten gewahrt wird, wenn die Arbeiterschaft ihre Interessen entschieden betont und mit allen erlaubten Mitteln energisch durchzusetzen versucht." Es ist im Augenblick nicht erkennbar, welche Taktik sich hinter diesen Worten verbirgt. Jedenfalls muß dieses Bekenntnis zum ver- schärften Klassenkampf festgenagelt werden, das all die früheren schönen Redensarten von der allgemeinen Harmonie unter dem Banner der Kirche verleugnet.___ Aus Ostelbien. Dieser Tage teilten wir mit, daß nach einem Bericht der „Jnsterburger Allgemeinen Zeitung" ein Gemeindevorsteher, wie er sagte, auf Veranlassung des Landrats vom Postboten und Post- agenten seines Ortes dje Abonnenten der Blätter zu wissen. ver- langte. Demgegenüber erklärt nun Landrat Overweg in Jnsterburg, daß weder von ihm, noch von seinem Bureau jemals ein derartiger Auftrag an einen Gemeindevorsteher ergangen ist. Die„Jnster- burger Allgemeine Zeitung" teilt jetzt mit. Landrat Overweg sei an dem Gclellschaftsverlrag des.Ostpreußischen Tageblattes" mit 15 000 M. beteiligt. Die»Jnsterburger Allgemeine Zeitung" fordert auf Grund der von ihr angegebenen Tatsachen von den Behörden, daß sie sofort die eingehendste Disziplinaruntersuchung einleiten, bevor eine Verdunkelung des Tatbestandes möglich ist. Soldatenmisthandlungen. Vor dem Kriegsgericht der Garde-Kavallerie-Division in Berlin wurde wieder ein umfangreicher Soldatenschinderprozeß behandelt. Angeklagt war der Unlcrosstzier Hoffniann vom Garde-Train- Bataillon. Nicht weniger als 81 Fälle von Mißhaildhmgen, vorschriftswidriger Bebandlung und Beleidigung von Unter- gebeneu werden ihm zum Vorwurf gemacht. Die Anklage erzählt, daß er sich in mindestens gl Fällen der MißHand- lung� in 42 Fällen der vorschriftswidrigen Behandlung und in 5 Fällen der Beleidigung schuldig gemacht habe. Der Angeklagte hatte es durchweg auf Rekruten abgesehen, deren Hilf- losigkeit ihm bei seinen Brutalitäten außerordentlich zustatten kam. Beschimpfungen, wie etwa:»Hornochse, ich spuck Dich ins Gesicht"; »Bist Du AaS denn noch nicht aus dem Stall?";„Altes Schwein, willst Du wohl die Fresse zumachen!" usw. usw. waren an der Tagesordnung. Nebenher schlug er die Rekruten niil einem Rohrstock, mir der Fahrerpeitsche oder dem Reilstock, trat fie inS Gefäß, einen auch in den Leib, so daß er längere Zeit krank lag. teilte Ohrfeigen aus und versetzte ihnen Faustschläge. Zur Strafe ließ er die Rekruten nicht selten Kniebeuge machen mit einem gefüllten Mistkasten in den ausgestreckten Armen, oder er hetzte sie im Stall herum, oder ließ die Mäntel an- und ausziehen, bis die Mann- schaften in Schweiß gebadet waren. Alle diese Mißbandlungen wurden vor Gericht von 30 miß- handelten Rekruten bezeugt. Der Angeklagte erklärte, er könne sich bei der Fülle von Mißhandlungen aus die einzelnen Fälle über- Haupt nicht besinnen, gebe aber im großen und ganzen zu, was da behauptet worden sei. Der Anklagevertreter beantragte neun Monate Gefängnis und Degradation. Das Kriegsgericht nahm 26 Fälle voli Mißhandluitgen und llr Fälle von Vorschriflslvidriger Behandlung und 4 Fälle von Beleidigung als erwiesen an. Es sah von einer Degradation ab und verurteilte den Angeklagten zu nur sechs Monaten Gefängnis. Die Mißhandlungen eines Rekruten, der wegen Krankheil am Ericheinen vor Gericht verhindert war, sollen später noch abgeurteilt werden. Italien. Die Sozialdemokraten gegen die Regierung. Rom, 5. Dezember. In der Kammer kritisierte der sozialistische Abgeordnete R a i m o n d o die Politik Giolittis und sprach die Befürchtung auS, daß eines Tages die klerikale Partei den Lohn für ihre Unterstützung verlangen werde. Almondo bat die Regierung, ihren Standpunkt zu den verschiedenen Fragen der Religioaspolitik zu präzisieren. Die Rede Raimondos fand sehr , lebhaften Beifall ans der äußersten Linken. Abgeordnete aller Parteien der Kanuner beglückwünschten den Redner. Der sozia- listische Abgeordnete Modigliani tadelte die Einmischung der Regierung in die Wahlen nnd trat lebhaft ein für eine proportionelle Vertretung und für daS System der Listenwahl. Ctriua. Ei« neuer Aufstand. » n 6- Dezember. Wie verlautet, hat sich in der Provinz Q,,,irlrt„. ntra Maanliang. ein Mohammedaner, gegen die ■Ie.tun9 erhoben. Er verfügt über 20000 Mann Truppen uno openert gemeinsam mit Schengyun. l Hm der Partei. Polizcilicbes, öcrichtliches ufw. Wie man mit Sozialdemokraten umspringt. Genosse Heinrich Fuhrmann in Waldenburg �Schlesien) wurde Dienstag morgen durch einen Polizeibeamtcn verhaftet und dem Gerichts-gefängnis zugeführt. Wegen Bcleidi- gung des Glashüttenbesitzers Weihrauch in Weißstein hatte ihn die Waldenburgcr Strafkammer letztes Frühjahr zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Beleidigung sollte Fuhrmann in einem Flugblatte, das an die Arbeiter der Glashütte verteilt worden war, begangen haben. Genosse Fuhrmann ist schon seit längerer Zeit krank. Bereits vor einem Jahre mutzte er sich in Breslau einer Operation unterziehen. Auch in diesem Jahre befand er sich wieder längere Zeit in Breslau, wo ihm die schmerzliche Mit- ieilung gemacht wurde, daß außer den übrigen Gebrechen auch sein Augenleiden unheilbar sei und deshalb das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, nach einigen Jahren zu befürchten sei. Genosse Fuhrmann stand auch gegenwärtig noch in ärztlicher Bc- Handlung. Bereits als er sich in Breslau befand, hatte er die Auf- sorderung zum Strafantritt bekommen. Wegen seiner Krankheit war dieser verschoben worden. Aus eine neue Aufforderung des Staatsanwalts, die Strafe anzutreten, hatte Fuhrmann geant- wartet, daß er dazu unter der Bedingung bereit sei, wenn er Lazarettbehandlung erhalte. Statt einer Antwort, aus die er glaubte warte» zu müssen, erfolgte die Verhaftung. Wenn man doch auch so mit dem„kranken" Grafen Philipp Eulenburg versahren würde. Soziales- Unentgeltlichkcit der Geburtshilfe in Gemeinden. Der Stadtmagistrat in Nürnberg hat eine Umfrage über die in anderen Gemeinden bestehenden Einrichtungen zur Gewährung unentgeltlicher Geburtshilfe und deren Kosten veranstaltet, um dadurch Unterlagen für die Beratung eines sozialdemokratischen Antrags zu gewinnen, der die Schaffung einer solchen Einrichtung auch für Nürnberg fordert. Dabei hat sich ergeben, daß unentgelt- liche Geburtshilfe außerhalb des Rahmens der Armenpflege nur in einer deutschen Stadt, nämlich in Ofsenbach a. M.» gewährt wird. Dagegen ist die Schweiz in dieser Hinsicht weit voran. So- weit in Erfahrung gebracht wurde, besteht die Einrichtung in Basel, Aarau, Zürich, Zofingcn und Grafstall. In Basel ist die Form einer Versicherung gewählt, zu der Bei- träge zu leisten sind. Bei armen Wöchnerinnen wird die Eni- schädigung an die Hsbamme, die 22 Fr. für die Geburt beträgt, auf Staatskosten vergütet. Solche Entschädigungen wurden im Jahre 1911 in 491 Fällen bei einer Gesamtzahl von 3261 Geburten ausbezahlt. Poliklinikberechtigt, d. h. solche, die vermöge ihres ge- ringen Einkommens Anspruch auf unentgeltliche ärztliche BeHand- lung und unentgeltliche Verabreichung von Medikamenten durch die allgemeine Poliklinik erheben können, haben außerdem Anspruch auf unentgeltliche ärztliche Geburtshilfe und unentgeltliche Ver- pflegung und Behandlung im Frauenhospital. Poliklinikberechtigt sind zurzeit 1. Einzelpersonen(ledige, verwitwete und geschiedene ohne Kinder) bis zu einem Jahreseinkommen von 1200 Fr.; 2. Familien(Ehegatten, Verwitwete und Geschiedene mit Kindern) bis zu einem Jahreseinkommen von 1200 Fr. und höher, wenn nach Abzug von 100 Fr. für jedes erwachsene Kind der Rest des Jahreseinkommens unter 1200 Fr. sinkt. Poliklinikberechtigt sind nach einer Zählung von 1900 über 43 000 Personen. Bei den Ledigen betrögt die Zahl der wirklichen Benützer nur etwa 10 Proz., bei den Verwitweten und Geschiedenen ohne Kinder 28 Proz., da- gegen bei den Familien(Ehegatten, Verwitwete und Geschiedene mit Kindern) 95 Proz. der Berechtigten. Die Kotten werden aus- gebracht durch BundeÄbeiträge, kantonale Beiträge und Beiträge der Versicherten. Zurzeit schweben Verhandlungen wegen Er- Weiterung der Unterstützungen. In Aarau ist die Geburtshilfe für alle Frauen,, die mehr als ein Jahr in Aarau ansässig sind, in dem Sinne unentgeltlich, daß das Wartegeld der Hebammen aus der Polizeikasse bezahlt wird. Zu den Kosten für ärztliche oder anderweitige Hilfe wird keinerlei Beitrag geleistet. Die Wahl der Hebamme ist frei, doch erhalten das Wartegeld nur in Aarau ansässige Hebammen. Für jede auf Kosten der Gemeinde besorgte Geburt wird an die Hsbamme ein Wartegeld von 25 Fr. bezahlt. Bei einer Einwohnerzahl von 10 000 betrug in den letzten Jahren der für unentgeltliche Geburts- Hilfe aufgewendete Gesamtbetrag 3250 Fr. jährlich. In Zürich besteht eine provisorische Verordnung, wonach An- sprach auf unentgeltliche Geburtshilfe haben Schwangere, Ge- bärende und Wöchnerinnen, sowie narb dem fünften Schwanger- schaftsmonat Fehl- oder Frühgebärende, wenn sie sich seit min- bestens einem Jahre ununterbrochen in der Stadt aufgehalten haben und vermögenslos sind oder nicht mehr als 1000 Fr. Jahres- einkommen haben. Ausnahmsweise kann die Unentgeltlichkeit auch in solchen Fällen gewährt werden, wo ein höheres Einkommen oder ein geringes Vermögen vorhanden ist, aber besondere Umstände (zahlreiche Kinder, unverschuldete längere Arbeitslosigkeit und dgl.) cS rechtfertigen. Für Hausgeburten zahlt die Stadt die Hebammen« kosten mit 25 Fr., bei pathologischen Geburten auch die Arzt- und Arzneikosten. In Zofingen besteht seit 1911 eine Verordnung über unent- geltliche Geburtshilfe. Die Polizeikasse bezahlt für die in Zofingen wohnenden Wöchnerinnen die Hebammenkosten mit 25 Fr. für jede Geburt, 30 Fr. für Zwillingsgeburten. Die Wahl der Hebamme ist frei, es werden jedoch nur die von der Gemeinde angestellten Hebammen eirtschädigt; jede angestellte Hebamme erhält ein jähr- licheS Wartegeld von 250 Fr. Wöchnerinnen, die in der Gebär- anstalt entbinden, erhalten einen Gemeindsbeitrag von 20 Fr, Grafstall, eine Gemeinde von zirka 900 Einwohnern, hat seit Mitte 1903 die unentgeltliche Geburtshilfe allgemein eingeführt. Sie wird allen dort niedergelassenen Frauen aller Kreise gewährt. Für jeden Fall werden an die Hebammen 25 Fr. entrichtet. Wenn ein Arzt zugezogen werden mutz, werden nochmals 15 Fr. vergütet. Ungültigkeitserklärung einer Konkurrenzklausel. � Die 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts hat wiederum eme Konkurrenzklausel für ungültig erklären müssen. Der Zeitschriftenverleger Richard Salimi in Berlin hatte einen Reisenden unter Festsetzung cintt Konventionalstrafe von 2000 M. für den Fall des Zuwiderhandelns bervflichtet. sich zwei Jahre nach Austritt aus dem Verlage ,eglicher Konkurrenztätiak-'t inner- hcklb der Mark Brandenburg, und. sofern das nicht gerichtlich an- erkannt werden sollte, mindestens in Berlin zu enthalten. Der Reisende arbeitete nun nach Ausscheiden für ei» Tapezierer-Fach- bsatt. Er hielt sich da-tu für bere-btigt. da das Blatt seines früheren Prinzipals ein Möbel-Fackblatt ist, und außerdem reiste er nicht innerhalb der für ihn gesperrten Zone, sondern außer- halb der Mark Brandenburg. Da S. die Konventionalstrafe für versallen ansah und die 2000 M. Strafe auf Forderungen des Reisenden verrechnen wollte, so klagte der Reisende auf richterliche Entscheidung in bezug auf die Rechtsgültiakeit der Konkurrenz- klausel. Ter Beklagte S. wollte den Begriff der Konkurrenzsperre innerhalb der Mark Brandenburg so ausgefaßt wissen, daß der Sitz des Verlages sick nicht in her Mark Brandenburg oder wenigstens nicht in Groß-Berlin befinden dürfe. Die„Tapezierer- Zeitung" sei darum als Konkurrenz anzusehen weil der Kläger die- selben Kunden, nämlich Möbelfabrikanten, die er auch schon für- ihn besucht habe, jetzt für das andere Verlagsunternehmen bc- arbeite. Der Vorsitzende des Kaufmannsgcrichts bezeichnete eine der- artige Fesselung eines Reisenden auf zwei Jahre als„ungeheuer- lich", und die Kammer erklärte durch Nrteil die Konlurrenzklauscl für aufgehoben. Einen Reisenden für ciw derartig großes Ver- lagsgebiet auf längere Zeit hin völlig lahmzulegen, gehe nicht an, denn es bedeute eine unbillige Erschwerung seines Fortkommens. Hm Industrie und Kandel. Auflösung der Diamantenregie. Am gestrigen Sonnabend tvar eine Generalversammlung der Diamantenregie, der Manopolverkaufsgesellschaft für deutsch-siid- westafrikanische Diamanten, einberufen worden, um über die Auf- lösung der Regie Beschluß zu fassen. Der Aufsichtsratsvorsitzenve Fürstenberg überraschte die erschienenen Aktionäre durch die Mit- teilung, daß der Fiskus bereits von seinem Recht Gebrauch gemacht habe, Anteile der Regie zu erwerben, weil die Auflösung der Regie beabsichtigt sei. Damit sei eine Abstimmung über die Auf- lösung nach den Satzungen der Regie überflüssig und die Ver- st a a t l i ch u n g vo l l z o g e n. In der Sitzung war der Fiskus auch bereits mit mehr als einer Million Kapital vertreten(das Gesamtlapital der Regie beträgt zwei Millionen Mark). Die- jenigen Aktionäre, die zu den Diamanten p r o d u k t i o n s gesell- schaften gehören/protestierten vergeblich gegen diese„Ueberrumpe- lung". Ein Teil von ihnen hatte die Absicht gehabt, gegen die Auf- lösung und Verstaatlichung zu stimmen, um die vom Fiskus ge» plante Förderungseinschränkung zu hindern. Dadurch wäre die Auflösung unmöglich geworden, denn nach den Regiestatuten muß für einen solchen Beschluß eine Dreiviertelmajorität vorhanden sein. Um die Opposition zu brechen, hatten die Aktionäre, die den Großbanken angehören und für die Kontingentierung der Diamanten stimmen wollten, ihre Anteilscheine dem Fiskus zur Verfügung gestellt. Der Fiskus hält sich nach einem Paragraphen der Satzungen für befugt, auch vor der formell vollzogenen Auf- lösung, sobald sie nur beabsichtigt ist, die Verstaatlichung zu voll- ziehen. Pläne über die weitere Regelung des Diamantenbergbaues in Südwestasrika teilte die Regierung in der gestrigen General- Versammlung noch nicht mit.__ Rückgang, der Eisenproduktion. Nach den Ermittelungen des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller betrug die Roh- eisencrzeugung in Deutschland und Luxemburg während des Mo- nats November 1913 insgesamt 1,59 gegen 1,65 Millionen Tonnen im Oktober 1913. Die tägliche Erzeugung belief sich auf 52 910 Tonnen im Monat November 1913 gegen 53 272 Tonnen im Oktober 1913 und 51 240 Tonnen im November 1912. Letzte Nachrichten. Ein Wcchselschwindel. Gestern nachmittag erschien in der Hauptkasse der Dresdner Bank ein junger Mann, der einen Wechsel über 20009 M. präsen- ticrte, welcher unterzeichnet war von den beiden Bu rgermeister der Stadt Köpenick und dem dorti» gen Stadtbaurat. Dem Kassenbeamten kam die Sache ver- däächtig vor. Er telephonierte die Köpenicker Stadtverwaltung an, die auf seine Anfrage erwiderte, daß hier ein Schwindel vorliegen müsse. Der junge Mann wurde daraufhin festgehalten �und der Polizei übergeben. Es handelt sich um den 19jährrgen Schreiber Ernst Wegen er. der bis vor einiger Zeit bei der Post bc- schäftigt war. Er gab bei seiner Vernehmung an, daß er diesen Schwindel mit dem 13jährigcn Herbert Haack.der früher beim Magistrat in Köpenick gearbeitet hatte, in Szene gesetzt habe. Haack wurde ebenfalls, und zwar in Köpenick, festgenommen. Beide wurden der hiesigen Kriminalpolizei übergeben. Ein Protest gegen die Säbelherrfcha't. Stuttgart, 6. Dezember.(Privattelegrammdes „V o r w ä r t s".) In Stuttgart hat heute eine von über 3000 Personen besuchte Protestbersammlung gegen die Säbel- Herrschaft in Zobern und im Reich stattgefunden. Der Re» ferent, Reichstagsobgeordneter P e i r o t e s, kennzeichnete in schärfster Weise das probokotorische Vorgehen des Kriegs- Ministers Falkenhayn und die jämmerliche Kapitulation des Reichskanzlers vor der Militärgewalt. Genosse Crispien begründete sodann eine Re- s o l u t i o n, in der die Vorgänge in Zabern aufs schärfste verurteilt, während vom Reichstag verlangt wird, dahin zu wirken, daß die Verantwortlichkeit des Reichs- kanzlers verfassungsrechtlich festgelegt wird und der Reichskanzler zu entlassen ist, wenn es der Reichstag verlangt. Ferner wird die Demokratisierung des Heeres gefordert. Zur Unterstützung dieser Forderung erwartet die Versammlung von der Sozialdemokratie eine offensive, kon- sequente Taktik, die das Schwergewicht des Kampfes bewußt in die Massen legt. Die Resolution wurde unter brausender Zustimmung e i n st i m m i g angenommen. Landtagsersatzwahl in Tuttlingen. Stuttgart, 6. Dezember.(Privattelegramm des„Vor- wärt S".) Die heute stattgefundene LandtagSerfatzwahl in Tutt- lingen ergab folgendes Resultat: Genosse S ch w a l d 2216 Stimmen, Volkspartei 2489, Zentrum 1282 und Konservative 358 Stimmen. Es findet ein zweiter Wahlgang statt, in dem das Zentrum den Ausschlag gibt. Die Zustäude in Mexiko Mexiko, 6. Dezember.(W. T. B.) Hier ist heute seit Monaten der erste Zug aus Monterey mit Hunderten von Flüchtlingen ein- getroffen. Wie sie berichten, sind die Zustände in Monte- reh seit Montag verzweifelt und die Lebens» mittel knapp. Die Rebelleu drohen täglich die Stadt anzu- greifen. Eiu Dampfer gesunken. Helsingborg, 6. Dezember.(W. T. B.) Heute nachmittag lief der Stockholmer Dampfer„Thai" den hiesigen Hafen cm, um elf Mann von der Besatzung des Dampfers„W i s m a r", der in der Nordsee gesunken war, an Land zu setzen. Der„Thai" hatte die Mannschaft im offenen Boote treibend angetroffen. Die „Wismar", die mit einer Ladung Kohlen von Methil nach Wismar unterwegs war, tvar während des Orkans in der Stacht vom Mitt- woch zum Donnerstag wrack geworden und die 20 Mann starke Besatzung des Schiffes mutzte sich in die Rettungsboote flüchten, das eine der Rettungsboote, das neun Mann aufge- nommen hatte, kenterte jedoch bald darauf und die Insassen ertränke, i; die übrigen wurden nach 18stün- digen Leiden vom Dampfer„Thai" gerettet. Räuberwesen im Kaukasus. Jekaterinodar, 6. Dezember.(W. T. B.) Zlvanzig berittene Räuber haben die Besitzung des Statthalters im Kaukasus bei Kawkaskaja geplündert, dabei kam es zu einem Kampfe, in dessen Verlauf elf Personen getötet und sechs ver- wuiwet wurden. In dieser Woche! Vorlemisll« Angebole •fr In dieser Woche! KleiderstoDe Blusenflanelle, Baumwolle, bedruckt........... Meter Hauskleiderstoüe doppeltbreit......... Meter Phantasie-Kleiderstoffe doppeltbreit......... Meter Reinwollener Cheviot doppeltbreit......... 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In einem Artikel mit der Spitzmarke„Merkwürdige Ehrlichkeitsbegriffe" wirft sie die Frage auf:„Mit wem!>" Und antwortet selbst: „Doch wohl nur mit den anderen roten Gewerkschastsverbänden. Jede andere Verwaltung wird einen solchen Vergleich als Be- leidigung empfinden." Mit Verlaub. Keine Verwaltung ist vor Veruntreuungen geschützt. Die„Kreuz-Ztg." selbst muß in ihrem lokalen oder vermischten Teile immer wieder einmal vermelden, daß bei irgend einer Kassenverwaltung, einer Sparkasse, einer Bank, bei der Post oder in der Steuerverwaltung(auch in der kirchlicher Behörden) Unterschlagungen vorkommen, deren Einzelbetrag manchmal die Höhe der gesamten Veruntreuungen übertrifft, die seit Existenz des Holzarbeiter-Verbandes dort vorgekommen sind. Wie kann man aber herkommen und dem Bestohlcnen die Vorhaltungen machen, die dem Spitzbuben zukommen! Den Vorwurf der Korruption könnte man gegen eine Verwaltung nur dann erheben, wenn man ihr nachwiese, daß sie die Veruntreuungen geduldet oder gar begünstigt habe. Solche Vorwürfe zu erheben, hat aber zu allerletzt die„Kreuz- Zeitung" ein Recht, das Blatt jener Elique, die den verstorbenen Herrn v. H a m m e r stein trotz Kenntnis seiner Versehlungen weiter Chef-Rcdakteur dieses ehrenwerten Blattes sein ließ. Man sollte sich denn doch hüten, im Hause des Gehenkten vom Strick zu reden! Die„Kreuz-Zeitung" freilich geniert sich nach keiner Richtung hin. Sie schreibt: „Allerdings ist die Ehrenerklärung des„Vorwärts" spitz- findig, fic bezieht sich auf die Ehrlichkeit der Kassenverwaltung, die dadurch bewiesen zu sein scheint, daß die zahlreichen Unter- schlagungen gewissenhaft gebucht und den Mitgliedern zur Last geschrieben worden sind. Aber sonst sieht er doch um die Ehrlich- keit in diesem Verbände, dessen Verwaltung durch sieben Jahre Unterschlagungen über Unterschlagungen geduldet hat, nicht gerade rühmlich aus." Das„geduldet� haben lvir im Satz sperren lassen, um an diesem einem Wort die ganze Kreuz-Zeitungs-Frechheit zu kennzeichnen. Wir haben nachgewiesen, daß die Verwaltung die Unterschlagungen nicht duldete, sondern gegen die Schuldigen vorging. Die„Kreuz-Zeitung" behauptet keck das Gegenteil. Höher gchts lvirklich nicht. Berlin und Umgegend. Der Revolver des Arbeitswilligen spielt jetzt auch im Betriebe der Firma Hugo Härtung Akt.-Ges. Lichtenberg, wo sich die Former, Kernmacher und Gießcrciarbeiter seit üb Wochen im e-treik definden, eine Rolle zur„Aufrcchterhaltung der Ordnung". Diesmal ist jedoch der von der Kugel des schußbereiten nützlichen Elements Getroffene ebenfalls ein Arbeitswilliger. Spielte sich da am Donnerstag voriger Woche folgendes niedliche Vorkommnis ab: Zwei Arbeitswillige geraten im Anklcrdcrauiii in Streit, in dessen Verlauf der eine, ein Former, plötzlich sein Schießeisen— ohne dieses geht es nun einmal bei diesen Herren nicht— hervorholt und weil„wir Arbeitswilligen einen totschießen dürfen", seinen Gegner, wenn auch nicht tot-, so doch lahmschießt, indem er ihm das Bein durchlöchert. Da diesmal der Getroffene kein Streikender war, wird wohl die Behörde dafür sorgen müssen, daß die staatserhal- tenden nützlichen Elemente nicht auf diese Weise verringert werden. Es ist dieses unbedingt notwendig, da die Firma Härtung einen größeren Austrag in Arbeit hat, und weil nach einem Ausspruch des Herrn Direktor Gilles die Firma ja jetzt schon nicht lieferungs- sähig ist, trotz ihres„vollwertigen" Ersatzes. Manchem der im Beiriebe befindlichen ArbcitAvilligen ist schon das Verwerfliche seines Handelns klar geworden; diese haben den Betrieb wieder verlassen. Andere suchen unter dem Deckmantel der Anonymität ihre Meinung dahin kundzugeben,>daß sie ans den Ab- orten anschreiben:„Jeder Streikbrecher ist ein Lump, Ver- brecher" usw. Für diese Schreibereien macht nun die Firma ihre Lehrlinge aus der Formerei verantwortlich! Alle Lehrlinge werden nach dem Bureau geholt, um durch Schriftproben festzu- stellen, wer der Uebeltäter sein könnte. Da nichts festgestellt wird, erscheint am anderen Tage ein Kriminalbeamter, der weitere Schriftproben vornimmt. Als auch diese kein Resultat ergeben, werden die Lehrlinge nach dem Polizeirevier beordert und hier in einem leeren Raum, welcher nur eine Holzbank enthält, vier bis fünf Stunden festgehalten. Dann mußten sämtliche Lehrlinge ein Schriftstück unterzeichnen, welches besagt, daß sie an dem fraglid)en Tage den stillen Ort nicht besucht, nichts angeschrieben, auch von ihren Eltern zu derartigen Schreibereien nicht angehalten sind. Darauf erst wurden sie entlassen mit dem Bemerken, daß die Sache jetzt dem Gericht übergeben werde. Möge die Polizei fortfahren, aus einfache Aufforderung eines Unternehmers die jungen Leute so zu behandeln; an der Ernte dieser Saat wird sie keine Freude haben. Aber eine Frage, werte Behörde! Mit welchen Rcckts- grundsätzcn will und kann man es begründen, die jungen Leute stundenlang festgehalten zu haben? Obgleich der Streik schon Wochen dauert, stehen die Sirei- kenden»ach wie vor einig zusammen und denken nicht daran, den Streik zu beenden. Die Firma, welche die zwischen dem Verbände Berliner Melall-Jndustriellcr und dem Deutschen Metallarbeiter- Verbände im Jahre 1911 getroffenen Abmachungen gebrochen hat, möge sich selbst für ihren Schaden verantworllich mache». Ter Be- trieb ist nach wie vor für alle Metallarbeiter streng gesperrt. Ortsvcrwaltung Berlin dcs Deutschen Meiallarbeitcr-Verbaudes. Die Getreidespeichern- und Hafenarbeiter nahmen in einer gutbesuchten Versammlung abermals Stellung zu der Lohnfrage der Arbeiter im st ä d t i s ch e n O st h a f e n. Bekanntlich hatten die Speichereiarbeiter in einer vorausgegangenen Versammlung bc- schloffen, sich der Verhältnisse im Lsthasen wegen durch ihren Ver- band mit einer Eingabe an die Hasendcputation zu wendest.?1uf die durch den Transportarbeitcr-Verband an die Deputation ein- gereichte Eingabe ist inzwischen ein Bescheid eingegangen, welchen Uthcß bei der Erörterung dieser Angelegenheit zur Kenntnis der Anwesenden brachte. In dem Bescheide wird mitgeteilt,„daß allen Boden- und Speicherarbeitern im städtischen Osthascn der Lohnsatz von öö Pfennig pro stunde bezahlt wird". Die Kranführer, welche probeweise beschäftigt werden, erhalten bei neunstündiger Arbeitszeit einen Tagelohn von 4,59 M. Nach Ablauf der Probe- zeit erhalten dieselben ö M. pro Tag. Ein erfahrener Kranführer erhalte jetzt schon einen Tagclohn von 6 M. Alle Kranführer wer- den erst, nachdem sie durch den Maschinenmeister geprüft sind, zur selbständigen Bedienung eines Kranes zugelaffcn. Soweit auf dem Hafen Personen mit geringerer Entlohnung, wie angegeben sind, be- schäftigt sind, handele es sich nicht um Boden- und Speichcrarbeitcr." Nach diesem Bescheide ergebe sich, daß die Hafenbetricbsverwaltung die Boden- und Speicherarbeiter als eine von den übrigen Arbeitern gesonderte Gruppe betrachtet, für welche der in Privatspeichern bc- stehende Tariflohn von 55 Pf. pro Stunde auch in den städtischen Hasenbeirieben zu zahlen ist. Ter Einwand einiger Privatspeicheroi- bcsiycr, daß sie infolge der teilweise niedrigeren Löhne, welche die Ardeiter in den städtischen Hasen erhalten, sowie der ihr ohnehin durch diesen Betrieb erioachsendcn Konkurrenz nicht auf die Dauer in der Lage seien, die tariflichen Löhne zahlen zu können, ist da- durch gegenstandslos geworden. In der Diskussion wurde es für wünschenswert erachtet, da« auch die Kranführer im Osthafen mit ihren Löhnen von vornherein mit den Boden- und Speicherarbeitern gleichgestellt würden, wie dies auch auf einigen Privatspeichern geschehe. Ferner müsse auch denjenigen Arbeitern, die sonst nicht als Boden- und Speicher- arbeiter in Betracht kommen und deswegen eventuell einen niedri- geren Lohnsatz erhalten, für die Zeit, in der sie zu Arbeiten ans dem Mehl und Getreidespeicher herangezogen werden, ebenfalls die Stunde 55 Pf. gezahlt lverdcn. Zum Schlüsse stimmte die Ver- sammlung folgender Resolution zu:_ „Die heutige Versammlung der Getreide- und Speicher- arbeiter Berlins nimmt von dem Bescheid der Hasendcputation Kenntnis. Tie in dem Bescheid enthaltene Mitteilung, daß allen Boden- und Speicherarbeitern in den Betrieben der städtischen Hafenanlagen der Lohnsatz von 55 Pf. bezahlt wird, erachten die Versammelten als eine den Wünschen der Speicherarbeiter Bcr- lins befriedigende Zusage, Ivelchc dahin zu betrachten ist, daß bei der städtischen Hafeuverwaliung der Wille besteht, die in Frage kommenden Arbeiter auch in Zukunft entsprechend den in Privat- speichern bestehenden tariflichen Lohnsätzen zu beschäftigen. Die Versammelten erklären deshalb, daß sie alle Versuche, die etwa von Privatspeichereibelricbeit dennoch unternommen werden sollten, die bisherigen tariflichen Lohnsätze herabzn- mindern, mit Nachdruck abzuwehren gewillt sind und zu diesem Zwecke ihre Organisation, den Transportarbeitcr-Verband, mit allen Kräften hochhalten." Die Tariffrage bei den Töpfern. Seit dein 1. Juli besteht ein beiderseitig abgeschlossener Tarif im Töpfcrgewerbe Berlins nicht. Die vor dem 1. Juli stattgc- habten Verhandlungen wegen Abschluß eines neuen Tarifs ver- liefen ergebnislos, weil die Unternehmer eine Verschlechterung dcs bis dahin bestandenen Tarifs verlangten und keine Garantien für die allgemeine Jnnchaltung eines Tarifs bieten wollten. Tie Unternehmer stellten dann einseitig einen Tarif ans, der sich mit den von ihnen bei den Verhandlungen vor dem 1. Juli gemachten Vorschlägen deckt und der von den Jnnungsmitgliedern bezahlt werden sollte. Aber dieser Meister- oder Junungstarif, wie er gc- nannt wird, ist in vielen Fällen von den Unternehmern nicht innegehalten worden. Unter dem Druck langer Arbeitslosigkeit fanden sich verschiedene Töpfer bereit, bis zu 50 Proz. unter dem Junungstarif zu arbeiten. Die Unternehmer, welche solche Lohn- drückerei den Arbeitern gegenüber betrieben, machten auch ihren eigenen Kollegen durch Preisunterbietungen eine empfindliche Kon- kurrenz. So hat sich also gezeigt, daß die tariflose Zeit für beide Teile ungünstige Wirkungen bat, die besonders von einem Teil der Unternehiner unangenehm empfunden wird. Vor allein ver- missen sie jede Grundlage für die Kalkulation bei Abgabe ihrer Kostenanschläge. Das scheint der Gniiid gewesen zu sei», weshalb seitens der Innung durch den Gcsclleuausschuß erneute Verband- lungen mit dem Töpservcrband angebahnt wurden. Jiisolgcdeffcii trat eine aus zwei Jnnungs- und zwei Verbandsvertretern ge- bildete Kommission zusammen. lieber den Verlauf der Koin- missiousverhandlungen erstattete der Filialvorsitzende S e g a w e am Freitag einer Mitgliederversammlung des Töpfervcrbandes Bericht. Die Berbandsvertreicr forderten den Abschluß eines neuen Tarifs mit durchgreifenden Verbesserungen und gegen-. scitiger Garantie der Jnnehaltung. Diese Forderungen fanden bei den llnternchmervertretern heftigen Widerstand. Sic ivollten an dem Jnnnngstarif festhalten. Schließlich erklärten sich die Berbandsvertreicr bereit, einen neuen Tarif aus ein Jahr abzu- schließen, wobei der Jnnungstaris als Grundlage dienen, in den Nebenpositionen aber erhöbt werden solle. Eine allgemeine Löhn- erhöhung von 5 Proz. solle am 1. Januar und am 1. Juli ein- ireien. Mit diesen Vorschlägen erklärten sich die Vertreter der Untcrnchmer eiiiverstaitden mit Ausnahme der Lohnerhöhung am 1. Juli. Mit diesem Ergebnis ging die Kommission anseinander. Inzwischen bat sich hcrausgestellt. daß sich der Jnnungsvorftgnd nicht auf den Standpunkt feiner Vertreter in der Kommission ge- stellt hat. Die Verbandsleitung hat am November ein Schrei- den vom Jnnungsvorstand erhalten, welches in der Haitpisache besagt, che weitere Verhandlungen stattfinden, müsse der Jnnungs- taris durch Unterschrift der Verbandsleitung bis 1. Oktober 1911 anerkannt werden.. Werde die Unterschrift verweigert, so könne keine Garantie für die Jnnehaltung dcs Jnnuugstarifs geboten werden. Der Fitialvorstand und die Funktionäre haben sich mit der Angelegenheit beschäftigt und empfehlen' der Versammlung, das Ansinnen des Jnnungsvorstandes abzulehnen. Die' Gründe, wclckie den Verband am 1. Juli veranlaßien, den Jnnungstaris nicht anzuerkennen, bestehen auch jetzt noch; der Jnnungstaris kann deshalb nicht unterschrieben werden. Tie Vorschläge der Koni- Mission sind das mindeste, Ivas für den Abschluß eines neuen Tarifs gefordert wird. Tic Versammlung erklärte sich fast einstimmig mit dem Vorschlage dcs Vorstandes und der Funktionäre einverstanden. kleines feuiUeron Ter süße Lützow. Es gibt viele Leute, die da meinen, daß wir uns an der getrüffelten Fülle der Erinnerungen an 1813— serviert ä la byzantine, mit Schmockturilesuppe— nachgerade den Magen verdorben haben. Es hilft nichts: noch ivird weiter„erinnert", weiter geschmacklos gefeiert, weiter gesalbadert. Der Arm wird müd', der all dieser loval frisierten„Geschichte", die da über- all verzapft wird, die künstlichen Locken aus dem Gesicht hauen sollte. Weiter fließt der Rcdcschlcim, weiter trieft die Phrase. Und bis dies Jahr herum ist,— heiliger Metternich, Ivo wird es noch irgendeinen teutschcn Mann geben, dem im Bierdunst der Bankette nicht die selige Gewißheit ward—: daß jener König... wirklich gerufen hatte, daß Luise ein Engel gewesen— und so weiter? >-?ogar die Zuckerbäcker joder ist dieses„sogar" deplaciert — müssen nun nicht gerade sie...?), also auch die Zuckerbäcker fangen jetzt an, zu erinnern. Wer am Potsdamer Platz vorbei- geht in diesen Tagen, erlebt's. Aus dem Schaufenster einer Kon- ditorei„grüßt ihn" ein Lützowdenkmal. Aus M a r z i p a n, einen halben Meter hoch. Alles ist da: der Freischärler aus dem sprengenden Roß; Adler, Wappen, Fahnen am Sockel; und schließ- lich gewundene Wege und Treppchen, die um das Denkmal kriechen. Nichts fehlt, und alles ist— wie gesagt— aus Marzipan. Man möchte(zuerst) mit einer Grimasse für die Geschmack- losigkcit des künstlerisch-empsindsamen Konditors quittieren. Akkurat auch noch den Lützow in der süßen Masse zu modellieren, die von den Haremsdamen erfunden sein soll...!— Aber dann tut man's doch nicht, sondern freut sich. Freut sich über die herrliche Satire, die dem Marzipauplastiker— unabsichtlich— ae- glückt ist. Ist er denn mit seiner Kunst nicht streng im Stil unserer Zeit geblieben?— Sind doch unsere Festredner mit so heiligem Eifer dabei, jene Helden zu Puppen aus widerlich-sützlichem, patrio- tischem Marzipanteig zu kneten; die Adler-, Wappen- und Fahnen- industrie floriert in diesem Jahr, wie nie; und in scheußlich gc- wundencn Pfaden kriecht die Zeitungsphrase um alles herum. Ganz gewiß: der Lützow aus Marzipan ist ein selten passen- des Denkmal— unserer Zeit. Ich hatte darum gern bean- tragt, daß er hinaus in die Siegesalle verpflanzt würde—— wenn mir nicht just zur rechten Zeit noch eingefallen wäre, daß so in- subordinierte Leute, wie der Lützow einer war, da draußen nichts zu suchen haben. Verschmitzte Todesarten. Die Speisekarte, die der Tod dem modernen Menschen hinhält, zeichnet sich durch eine ungewöhnlich reiche Auswahl aus. Wollen Sie bon einem Automobil überfahren lverden? Oder sagt Ihnen in diesem Fall ein Straßenbahnwagen mehr zu? Wenn Sie ein Freund von geräuschvollen Effekten sind, können Sie selbst- verständlich auch in einem donnernden Zusamnrenprall zweier v-Züge aus dem Leben scheiden.' Es hat sicher nie ein Geschlecht gelebt, das so viele Katastrophen erlebt hat wie das unsrige. D,e Technik hat die Maschine zu emer.Großmacht des modernen Lebens werden lassen, und die Maschinen haben es leider so an sich) daß sie gelegentlich versagen oder mit einem ungeheuren Krach in die Luft geben. Indem die inrderne Wissenschaft es uns ermöglichte, in einem Boor unter dem Wasser zu leben, ermöglichte sie uns zugleich unter dem Wasser zu sterben. Mit jeder neuen Lebensmöglichkeit war ganz von selber eine neue Möglichkeit des Sterbens verbunden, und so kam der moderne Mensch zu einer Reihe von technischen Todesartcn, auf die unsere biederen Altvordern verzichten mutzten. Man sollte inüer diesen Umständen im Grunde meinen, daß wir mit den vorhandenen Möglichkeiten des Untergangs auskommen könnten. In Amerika aber, wo die Leute in technischer Beziehung so schrecklich anspruchsvoll sind, scheint man anderer Meinung zu sein. Es genügte offenbar nicht mehr, daß ein Eiscnbahnzug mit einem anderen Eisenbahiizug zusammenremteü konnte. Auf dem Gleise der Louisvillc-Nashvillc-Eisenbahn ist kürzlich ein Eisen- bahnzug in' einen Dampfer hineingerannt. Der Ohio hatte weite Strecken überflutet und ein flachgehender Ohiodampfer war aus Versehen auf ein überschwemmtes Schienengleise geraten, auf dem eben eine Lokomotive hcransanstc, die mit ihrer hochliegenden Feuerkiste gegen das Wasser unempfindlich war. Wenn diese neue Methode aus zwei bekannten technischen Untergangsmöglichkeiien eine dritte zu kombinieren, erst gründlich durchgebildet ist, dürfte man selbst den verwöhntesten Ansprüchen genügen können. Schiffe, die nicht untergehen. Von Schiffen, die nicht sinken können, war in der letzten Zeit vielfach die Rede; e? scheint aber, wie die Tatsachen beweisen, daß alle neueren Versuche, unsinkbare Schiffe zu bauen, nur Mißerfolge waren. Ein amerikanischer Ingenieur Wotbcrspoon. tritt nun mit einer neuen Erfindung hervor, die die omerikanisckie Flotte erprobe» soll. Der neue Panzerkreuzer „Nortb Carolina" ist nach den Borschriften Wotherspoons unsinkbar gemacbt worden. Nach den vorliegenden Berichten bedient sich der amerikaniiche Erfinder der Preßluft, um Fahrzeuge, die unier der Wasserlinie verletzt worden sind— er denkt sogar an große Verletzungen— wie sie durch Torvedoschllsse gerissen werden— dauernd über Wasser zu halten. Das ganze Schiff soll unterbalb der Wasserlinie von Rohrleituugeit durchzogen sein, die in die ein- zeliien. durch Schotten abgedichteten Abieilungeit die Preßlust führen. Sobald Wasser in eine dieser Kammern eindringt, wird die Preß- luft eingelassen, und die Folge ist. daß das eindringende Wasser durch die Luft verdrängt wird und das Fahrzeug nichts von seiner Tragfähigkeit einbüßt. Humor und Satire. Das Sicherste. Ich weiß nicht, ob der Bethmann geh» wird, Noch was das sauste Kriegsgericht, Vor dem der Leutnant F o r st n e r stehn wird, Beschließen mag— ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, wo S. M. sich aufhält, Noch, ob der Deimling sich verspricht, Daß er zuletzt die Treppe raufsällt, Run, wie gesagt, ich weiß das nicht. Ich weiß nicht, ob nicht mit der Plempe— Zu wahren die„Autorität"— Der Falkenhayn, der forsche Kämpe, Dem Reichstag straks zu Leibe geht. Doch eines glaube ich zu wissen Und setz' es mit Berlraun hierher, Ich würde direkt was vermissen, Wenn» wirklich einmal anders war': Jedoch als wohlerfahrner Kenner Weissag' ich heut dem Publikum: Die Zentrums- und die B a s s e r m ä n n e r Sie fallen prompt und sicher um! K n a x. Notizen. — Das Museum für Meereskunde, das durch Hinzu- nähme der früher von der königlichen Bibliothek benutzten Räume erheblich erweitert worden ist, wurde am Sonnabend wieder eröffnei. Die Schausammlung weist einen bedeutenden Zuwachs auf, besonders in der Abteilung für Schiffsmaschinen n»d Schiffbau. Natürlich>oll die nützliche und interessante Sammlung auch der Flotteupropaganda dienen, wofür sich aber niemand einfangen zu lassen braucht. — B ü h n e n ch r o n i k. In der Neueinstudierung des„Kauf- mann von Venedig", die das Deutsche Theater vorbereitei, wird B a s s e r m ä n n den Shylock spielen. Später wechselt Schild- kraut, der frühere Inhaber der Rolle, mit ihm. Vorträge. Am Dienstag behandeil in der Reihe der Gelehrtenvorträge in der Urania Pcosesior Z u n tz das Thema: „Physiologisches über Leibesübungen und Sport!"— Am 11. Dez. wiederholt Roald Amundsen zum letzte» Mal seinen Vortrag über die Entdeckung des Südpols, und zwar diesmal in der Sing- akademie. — M u s i k ch r o n i k. Das zweite S i n f o n i e k o n z e r t des BlüthncrorchesterS, das am Montag unter Leitung Haus- eggers im Bliiihneriaal stattfindet, bringt unter anderem eine Sinfonie von Nielsen und das F-moll-Klavierkouzert von Schar- wenla(vorgetragen vom Komponisten). — Schachnachrichten. Am Dienstag, den 9. Dezember, nachmittags ö Uhr, iprichr Dr. Emanuel L a s l e r im Banieiiiaale des Rheingold über sein Spiel LaSca. Der Eintritt dazu ist frei. Am Abend um 1/39 Uhr desselben Tages hält er einen Vortrag zum Tbcina D i e'W e l t m e i st e r s ch a st und veranstaltet sodann eine Simultanvorstellung.(Eintritt 1 M.) — Im Museum für Naturkunde, Jnvalidcnstraße 43, finden wieder Vorträge und Führungen für weitere Kreise SomitagS von 101/. bis 12 Uhr statt. Und zwar am 7. Dezember von Pro- fessor Stremme(Vulkanismus) und Professor Belowsly (Porzellanerde).— Am 14. Dezember von Professor Stremme (Geologie des SpreetaleS). Professor Belowsly(Radio- aktive Mineralien) und Dr. Ramme(Die Tierwelt der deutschen Kolonien). Karten siir 30 Pf. beim Pförtner. Tarifbewegung der Tabakarbeiter. Die Berliner Tabakarbeiter beschäftigten sich am Freitag in einer Bersammlung mit dem Stand nnd der Fortführung ihrer Tarifbewegung. Gauleiter H e n tz s ch e l referierte. Eine Reform der bisher abgeschlossenen Tarife sei notwendig zum Zwecke einer durchgreifenden wirksamen Kontrolle der Tarifdnrchführung. Die Kontrolle mittels der bekannetn grünen Plakate habe sich auch nicht als ausreichend erwiesen, da damit bielfach Unfug getrieben worden sei. Die Verbandsleitung hat darum beschlossen, diese grünen Pla- täte mit der Unterschrift Alwin Schulze für ungültig zu er- Hären und einzuziehen. Es müsse von jetzt an einzig und allein der Grundsatz zur Geltung kommen: Kauft nur bei tariftreuen Firmen I An Stelle der grünen Plakate sollen andere ausgegeben werden. Diese sollen aber nur solche Firmen erhalten, welche mit dem Verband einen Tarif abgeschlossen haben und denselben auch einhalten. Die großen Tariflisten nützen nichts, wenn nur ein Teil der daraufstehenden Firmen den Tarif einhält. Durch diese Revision der Tarife wird eine gesunde Grundlage des Tarifwesens eintreten und der jetzige Zustand einer Gesundung entgegengcführt. In der Diskussion wurde zum Ausdruck gebracht, daß man zur Durchführung der Kontrolle mehr als bisher sich auf die Ar- beiterkonsumenten stützen müsse- Andererseits sei es aber auch Pflicht der Tabakarbeiter, sich intensiver in der Arbeiterbewegung zu betätigen. Ferner lvurde erklärt, daß eine schärfere Kontrolle der Zigarrenhändler stattfinden müsse, von denen wohl kaum einer noch zur Aushängung des Plakats berechtigt sei. Es wurde auch bedauert, daß keine Instanz da sei, die die Einhaltung des Tarifs überwache. Folgende Anträge fanden einstimmige Annahme: l. Die grünen Plakate mit der Unterschrift Alwin Schulze sind für u n g ü l t ig zu erklären. Es sind an deren Stelle neue Plakate mit der Unterschrift Wilh. Tschenschner herauszu- geben. Der Ablauf der Tarife ist möglichst auf den 1. September zu verlegen. 2. Die Plakate sollen in Zukunft nur an Tariffabrikanten abgegeben werden, » Als drifter Bevollmächtigter wurde von der Versammlung das Mitglied Walter gewählt. Tann wurde noch die Ausgabe von Sammellisten für die Arbeitslosen beschlossen und 200 M. aus der ltokalkasse für die Weihnachtsunterstützung bewilligt. Die alljähr- liche Weihnachtsunterstützung(tO M. pro Mitglied) bleibt davon unberührt. Achtung, DestillationSgehilfen! Die Großdestillation von Hermann Schulz. Beusselstr. 44, ist für organisierte Gehilfen gesperrt. Verband der Gastwirtsgehilfen, Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Schuhmacher! Wie bereits gemeldet wurde, sind die Kollegen und Kolleginnen der Firma L a in g a in Strausberg luegen horrender Lohnabzüge in den Ausstand getreten. Da wir in Erfahrung gebracht haben, daß die Firma mit allen Kräften lon auswärts, besonders aber aus Berlin, Arbeitskräfte heranzu- siechen sucht, bftten wir die Kollegenschaft, für Fernhaltung des Zu- zugeS Sorge zu tragen. Zentralverband der Schuhmacher. Ortsverwaltung Berlin. Serkbts- Rettung. Stettioer Streikjustiz. Die Stettiner Justiz wird es doch noch dahin bringen, ö sie sich unter der Justiz im ganzen Reiche einen beson- wrxn Ramen macht. Einen vielversprechenden Anfang hat sie nit dem F r e i s p r u ch des Arbeitswilligen und Messerhelden Brandenburg gemacht. Am Mittwoch fällte die Straf- kammer ein Urteil, das sicher wieder allgemeines Aufsehen erregen wird. Aus dem Uniersuchungsgefängnis wurden die Arbeiter Grabow ski, Gott schall und Ga- jewski vorgeführt, wo sie seit dem 17. Oktober in Haft waren. Sie wurden beschuldigt, am Abend des 8. Oktober Arbeitswillige mißhandelt zu haben. Einige Arbeiter erhielten Fanstschläge, der Arbeiter Kirchner einen tiefen Messerstich in den Rücken. Die Täter waren ent- flohen, und da es bereits dunkel war, entkamen sie unerkannt. Die bürgerliche Presse bauschte die ganze Angelegenheit natürlich entsprechend auf. Die drei Angeklagten wurden verhaftet. Der gestochene Kirchner glaubte, in ihnen die Arbeiter wieder zu erkennen, die ihn mißhandelt haben. Die übrigen Zeugen sagten aus, es sei dunkel gewesen, so daß mau niemand erkennen konnte. Die Vernehmung der Angeklagten ergab, daß Gott- schall und Gajcwski an dem fraglichen Tage gar nicht am Grabower Freistaden waren, wo der Vorfall passierte. Die hierüber befragten Zeugen bestätigten das ganz ein- wandfrei. Gottschalk arbeitete den Tag über in der Zucker- fabrik und des Abends hielt er sich in einem bestimmten Lokal auf, Gajewski war auf einem Dampfer beschäftigt. Die An- gaben der Angeklagten und Zeugen Ivaren dem Gericht höchst überraschend. Wäre die Voruntersuchung besser geführt worden, dann hätte das, was vor Gericht festgestellt wurde, schon vorher festgestellt werden können, und die lange Unter- suchungshaft wäre überflüssig gewesen. Es blieb noch Grabowski übrig, der angab, daß er wohl in der fraglichen Zeit am Freistaden gewesen sei, daß er sich aber nicht beteiligt habe. Das Gegenteil konnte keiner der Zeugen nachweisen. Somit verblieb nur die Vermutung des verletzten Kirchner. Das Gericht sprach die Angeklagten Gottschalk und Gajewski frei und v e r- urteilte Grabowski zu einem Jahr sechs Mo- naten Gefängnis._ Nachklänge zur Ptzrmonter Reichstagswahl. Bei der Reichstagsnachwahl in Pyrmont ging bei der Stichwahl der Freisinnige Dr. Naumann als Sieger über, den Antisemiten Dr. Vietmeyer hervor. Die Freunde des unterlegenen Kandidaten beschuldigten nun den Buchhalter Karl Schäfer aus Oesdorf bei Pyrmont des SttmmenkaufS. Es wurde darauf auch Anklage er- hoben, 4 Wähler durch Stimmenkaus zur Wahl Naumanns veran- laßt zu haben. Am Freitag verhandelte die Strafkammer II Hannover über diese Anklage. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte lediglich im Auftrage der Fortschrittlichen Volkspartei 4 säumige Wähler im Auto zur Wahl abgeholt hatte und daß die Autofahrer auf der Fahrt zur Wahl Station gemacht und sich zur Wahl durch ein GlaS Bier gestärkt und nach der Wahl Freudendier getrunken hatten. Der Staatsanwalt beantragte selbst Freisprechung. Der Verteidiger, Justizrat Lenzberg, verlangte, darüber hinauszugehen und der Staatskasse auch die dem Angeklagten erwachsenen not- wendigen Auslagen, einschließlich der Berteidigungskosten, aufzu- legen. TaS Gericht erhob den durch die Verteidigung geltend ge- machten Anspruch zum Urteil._ Die Gräfin als Angeklagte. In der Verhandlung gegen die Gräfin Fischlcr von Treuberg wurden gestern einige weitere angebliche Wuchcrsallc behandelt, die ein besonderes Interesse nicht darbieten. Tie Prinzeftin Alexander zu Ns-nburg-Büdingen ist nach Auskunft der Munchener Polizei unauffindbar. Der Staatsanwalt beantragt deshalb den Fall, zu dem die Prinzessin als Zeugin vernommen werden soll, abzutrennen. Gegen Schluck der Verhandlung trug der Staats- � anwaltassessor Rusche einige Zahlen aus den Sieuerakten des Geld Verleihers Pariser vor. Es geht daraus u. a. hervor, daß P. 1880 kein Vermögen hatte, und seine Einnahmen als aus einem Leder- geschäft und aus Vermittlungsgeschäften herrührend, bezeichnet hatte. Für 1805/96 war er schon mit einem Vermögen von 1 088 646 M. veranlagt, welches, nachdem er seinerzeit unter An- tlage gestellt worden war, nach und nach bis auf 650 066 M. her- abgegangen ist. Seine JahreScinnahmen waren 1892/93 mit 22 000 M. angegeben, sie stiege» 1894/93 auf 33 000 M., 1904 auf 42 000 M., später auf etwa 60 000 M.— Rechtsanwalt Bahn protestiert dagegen, daß die Steuerakten zum Gegenstand der Vcr- Handlung gemacht werden, da dies nach Lage der Sache unzu- lässig sei.— Da auch der Vorsitzende Bedenken äußert, wird der Gegenstand verlassen. Die Sitzung wird hierauf auf Montag vertagt. Es sollen am Montag einige unwesentliche Punkte erledigt werden, am Diens- tag muß eine kommissarische Vernehmung eines Zeugen in Halle statsinden, dann soll ain nächsten Freitag— wenn nichts dazwischen kommt— mit den Plaidoycrs begonnen werden können. Schuldig des Meineids? In den Kampf des Opernsängers Max Garrison um seine Rehabilitation spielt eine Meineidsaffäre hinein, die gestern den Gegenstand einer Verhandlung vor der 6. Strafkammer des Land- gerichts I bildete. Unter der Anklage des fahrlässigen Meineids steht die 27jährige Kontoristin Hedwig Kunze. Vor drei Jahren ist der k. k. Hofopern- sänger Max Garrison wegen versuchter Verleitung zum Meineide zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Er hat diese Strafe— wie er behauptet— unschuldig verbüßt. Er betreibt ein Wiederaufnahme- verfahren. Diesem Verfahren und der jetzigen Anklage ist ein Rattenkönig von Prozessen vorangegangen. Der im Juli 1910 verstorbene Kaufmann Ball hatte im Jahre 1906 in Gemeinschaft mit dem im Juli ds I. im Jrrcnhause verstorbenen Leutnant a. T. Richard Schramm die„Berliner Ausstellungsgalerie G. m. b. H." gegründet. Schramm fühlte sich betrogen und schied in Feindschaft mit Ball aus der Gesellschaft aus. Es kam nun zu einem Kampf zwischen den beiden Feinden, in den auch der Opernsänger Garri- son hineingezogen wurde, der damals mit Schramm wegen Ueber- nähme des Lortzing-Theaters in Verbindung stand. Die Ueber- nähme kam auch zustande, führte aber, als oas Unternehmen mit einem finanziellen Fiasko endete, zu einem Bruch zwischen Schramm und Garrison. Garrison trat dann, nachdem die Differenzen bei- gelegt waren, wieder mit Ball in Verbindung, der damals die Um- Gestaltung der städtischen Markthalle in der Zimmerstraße(Clou) in ein Konzerthaus projektierte. Garrison hatte von Ball den Auf- trag erhalten, die sämtlichen Geschäfte zu führen. Zu dieser Zeit schwebte ein Beleidigungsprozeß, den Schramm gegen Garrison angestrengt hatte. Garrison wurde wegen seiner Aeußerung, Schramm sei ein„Lump und Betrüger" zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt. Am Tage vor der Verhandlung erschien die bei Schramm an- gestellt gewesene Frau Magiera, die in den sämtlichen Ball-Prozessen eine Rolle spielte, in dem Bureau des Ball und erzählte dort in Gegenwart des Garrison, daß Schramm ihr 150 M. gezahlt habe, um sie zu veranlassen, in einem Verfahren gegen Ball einen Mein- eid zu leisten, um Ball damit hineinzulegen. Am Tage nach dem Termin erzählte die Frau Magiera dann wiederum dem Schramm, Ball und Garrison hätten versucht, sie dazu zu verleiten, auszu- saßen, ihr Mann habe die 130 M. nicht für die Anlage einer elek- irischen Leitung, sondern dafür erhalten, daß sie gegen Schramm ungünstig aussage. Auf die von Schramm erstattete Anzeige gegen Garrison wurde gegen diesen Anklage wegen versuchter Verlettung zum Meineide erhoben. Die Verhandlung fand am 12. Oktober 1910 vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I statt. Zu dieser Verhandlung war die jetzige Angeklagte Kunze als Zeugin geladen. Sie bekundete unter ihrem Eide, daß sie bei einem Teil des Ge- sprächs zwischen Ball und Garrison und der Frau Magiera zu- gegen gewesen sei. Sie habe deutlich gehört, daß Frau M. dabei die Worte:„Tas kann ich nicht, das kann ich nicht, man würde mir ja sofort die Unwahrheit nachweisen!" gebraucht habe. Diese Aus- sage der Kunze spielte insofern eine ausschlaggebende Rolle, als der damalige Vorsitzende in der Urteilsbegründung zum Ausdruck brachte, daß das Gericht aus die Aussage der Frau Magiera allein nichts gegeben hätte, diese Aussage werde aber im wesentlichen durch die Aussage der Kunze unterstützt. Garrison wurde darauf- hin zu 1 Jahr Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt Rawitsch betrieb Garrison das Wiederaufnahmeverfahren. Unter anderem wendete er sich an den Detektiv Graeger. Diesem legte am 3. Juni d. IS. die Kunze in Gegenwart von Zeugen unter Tränen ein Geständnis ab, in welchem sie erklärte, daß Garrison unschuldig im Zucht- Hause gesessen habe, sie habe in der Verhandlung gegen G. einen Meineid geleistet. Bei dieser Slngabe blieb sie auch in ihren Per- nehmungen vor dem Untersuchungsrichter. DaS anfänglich auf wissentlichen Meineid lautende Ermittelungsverfahren wurde wie- der eingestellt, nachdem ein Gutachten des Medizinalrats Dr. Hoff- mann erklärt hatte, daß die Angeklagte eine hochgradig hysterische Person sei, die von dem Wesen des Eides überhaupt keine klare Vorstellung habe. Es wurde deshalb nur Anklage wegen fahr- lässigen Falscheides erhoben. In der gestrigen Verhandlung wiederholte die Angeklagte ihr Geständnis. In der Beweisaufnahme bekundete u. a. eine Schneiderin Lenz, daß ihr die Angeklagte Kunze am Tage des Termins gegen Garri- son erklärt hatte, Garrison sei unschuldig verurteilt worden, sie habe vorGericht etwas Falsches ausgesagt.— DerDetektiv Graeger, der in Gemeinschaft mit dem seinerzeit bei ihm beschäftigten De- tektiv Hoffmann für Garrison tätig war, bekundete u. a., er habe den Eindruck gehabt, daß die K. von Gewissensbissen geplagt das Geständnis abgelegt habe, nachdem sie eingesehen hatte, welch furchtbares Unglück sie über Garrison gebracht habe. Aus eine Frage des Landaerichtsdirektors Goebel gibt der Zeuge zu, daß er durch den Detektiv Hoffmann während des Wiederaufnahmeverfahrens für den Lebensunterhalt der Kunze gesorgt und sie sogar verborgen gehalten habe, um sie nicht wieder den Einflüssen des, wie behauptet wird, durch Selbstmord im Jrrenhausc geendeten Leutnants a. D. Richard Schramm auszusetzen. Einblicke in die Tätigkeit gewisser Detektive gestattete die Ver- nehmung des Detektivs Ernst Hoffmann. Der Zeuge hatte sich in der Rolle des schüchternen Liebhabers an die Portierfrau des Hauses herangemacht, in dem die Kunze wohnte. Der Detektiv knüpfte dann mit der K. ein Liebesverhältnis cm und versprach ihr, um sie ganz sicher zu machen, auch die Ehe. Er mietete sie dann in der Dennewitzstraße ein und veranlaßte seine Ehefrau, das nebenan gelegene Zimmer zu mieten und sich mit der K. an- zufreunden. Wie die Zeugin L. bekundete, habe ihr die Kunze unter Tränen eingestanden, daß sie einen Meineid geleistet habe, und zwar auf Anstiften des Schramm. Die Zeugin sei dann auf Veranlassung des Graeger mit der Kunze nach Erkner auf Sommerfrische gefahren und hier habe die K. auch dem G. gegen- über das Geständnis wiederholt und es sogar selbst schriftlich niedergeschrieben.- Auf eine Frage des Vorsitzenden an den Zeugen Graeger, ob er sich denn nicht gescheut habe, derartige Mittel, wie z. B. das Eheversprechen anzuwenden, erklärte der Zeuge, daß er nur ge- ringe Bedenken gehabt habe, da ihm aus seiner früheren Tätigkeit als Kriminalbcamter bekannt fei, daß z. B. bei der politischen Po- lizei noch ganz andere Finessen angewendet würden. Der Zeuge Hoffmann erklärte, daß er überhaupt keine Bedenken gehabt habe. Tie Zeugin Hoffmann bekundete noch, die Kunze habe ihr erzählt, sie sei im Gerichtssaale erst schwankend gewesen, als Schramm sie scharf angeschcn habe, habe sie im Interesse ihres Kindes, für welches Schramm sorgen wollte, den Meineid geleistet.— Medi- zinalrat Dr. Hoffmann bezeichnete die Angeklagte als eine nervöse, hysterische Person, die sehr leicht beeinflußbar sei. Nach einer kurzen Beratung des Gerichts, brachte der Vor- sitzende zum Ausdruck, daß eine weitere Beweisaufnahme zwecklos sei, da das Gericht zu der Ansicht gelangt sei, duZ die Strafkammer unzuständig sei. Gegen den Widerspruch des Staatsanwalts Dr. Falk und des Rechtsanwalts Dr. Schwindt erklärte sich die Straf- kammer für unzuständig und verwies die Sache an das Schwur- gericht, da die Angeklagte des wissentlichen Meineids hinreichend verdächtig sei. Ob die Angeklagte überhaupt zurechnungsfähig war. und ob das jetzige, unter dem Einfluß der verwerflichen Mittel derJBe- tektivs abgelegte Geständnis oder ihre frühere, unter Beeinflussung durch den Leutnant Schramm gemachte Aussage der Wahrheit ent- spricht, wird nunmehr das Schwurgericht zu untersuchen haben. yliarktpreise von Berlin am 5. Dezember liUZ, nach Ermittelungen des tgl. Polizeitzräiidiums. Mais(mixeb), gute Sorte 00,00— 00,00, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00—00,00. MaiS(runder), gute Sötte 14,70—15,00. Richtstroh 0,00. Heu 6,20—7,80. Marlthailenvreiji. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00—50.00. Sveisebobnen. weitze 35.00-— 60,00. Linien 36,00— 80,00. Kartoffeln(Kleuibdl.) 4,00— 7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2.40. Rindfleiich, Bauchfleilch 1,30—1.80. Schweinefleisch 1,40—2,00. Kalbfleisch 1.40—2,40. Hammelfleisch 1,50— 2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,60— 7.20. 1 Kilogramm Karpien 1,00—2,40. Aale 1,60—3,20. Zander 1.40—3,20. 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Sa, LerltüSWI ms®«.»ta.. 2 Jtildjt i>es Jotniiirts" ßftliiirt MIiölilill llilttwocbaknd: parte!- Zlngelegenkeiten. Zur Lokalliste. In Rcinickcnbirf-Lst steht uns das Lokal„Diana-Säle", Inhaber Herr Cranz. Provinzstrahe 74/76, zu allen Veranstaltun- gen zur Verfügung. In Alt-Mönchwinkcl, N.-B., ist daS Lokal von Lenz zu streichen und als gesperrt zu betrachten. In Velten, P.-L.-H., ist das Lokal von Tübbecke von der Lokalliste zu streichen und als gesperrt zu betrachten. _ Die Lokalkommission. Zweiter Wahlkreis, 6. Abteilung. Mittwoch, den 16. d. M., bei Lörich, Markgrafenstratze 72: Gemeinschaftlicher Zahlabend der Bezirke 24, 25, 26, 27 und 28. Vortrag des Genossen Fritz Zubeil. Lichterfelde. Am Mittwoch, den 16. d. M., abends 8 Uhr, bei Richter, Chaussecstratze 164: Oeffentliche Versammlung. Thema: Hie Militarismus, hie Volk. Referent: Reichstagsabg. Cohen- Reuß.— Zu dieser Versammlung heute Handzettelverbreitung. Die für heute geplante Besichtigung des Krematoriums in Treptow findet eingetretener Umstände wegen nicht statt. Stcglitz-Friedenau. Die in unserem Arbeitsplan für den 7. Dezember angekündigte Ausstellung von Jugendschriften und Wandschmuck sindet erst am 14. Dezember im„Albrechtshof" statt. Eröffnung um 2 Uhr nachmittags. Von 4— 6 Uhr finden in einem dem Ausstcllungssaal benachbarten Räume Märchenvorlesungen statt. Am 14. Dezember wird dem„Vorwärts" ein Flugblatt bei- liegen, das alle näheren Angaben enthält. Der Bildungs- und Jugendausschutz. Friedrichsfclde- Reu- Lichtenberg. Unsere Protestver- s a m m l u n g findet am Dienstag, den 6. d. M., abends 8% Uhr, bei Bürger, Prinzenallee 36, statt. Montag abend: Hand- zettelverbreitung. Grünau. Dienstag, den 6. Dezember, abends S Uhr, im Lokal .Wpenicker Straße 88: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Vortrag des Genossen M. Schütte über„Friedrich Wilhelm II., König von Preußen". Tcmpelhof. Zu der vom Bczirks-Bildungsausschutz Groß- Berlin veranstalteten Vorstellung im„Deutschen Opernhaus", Char- lottenburg, am Sonntag, den 14. Dezember, nachmittags 3 Uhr, sind noch Karten� k 1,36 M. zu haben bei A. Jrrgang, Dorfstratze 52. — Heute, Sonntag, den 7. Dezember, nachmittags von 2 Uhr ab, im„Wilhelmsgarten", Berliner Straße 49, I u g c n d s ch r i f t e n- und Wand sch muckaus stellung. Im großen Saal: Märchenvorlesung mit Lichtbildern. Eintritt frei. Nowawrs. Mittwoch, den ID. Dezember, abends 814 Uhr, im Lokal Wolfgramm, Wilhelmftraße 41/43, kleiner Saal: Verfamm- lung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Be- sprechung kommunaler Angelegenheiten. 3. Bericht von der Ver- bandsgcneralversammlung Groß-Berlin. 4. Verschiedenes. Mit- gliedsbuch legilimiert. Wir verweisen nochmals auf die heute nach- mittag um 3 Uhr in Schmidts Festsälen(Jnh. Wolfgramm), Wil- helmstr. 41/43, stattfindende Volksversammlung, in der gegen die Säbelherrschaft des Militarismus Protest erhoben werden soll. Maricndorf, Tcmpelhof. Dienstag, den 9. Dezember, abends 814 Uhr, in Laars Gescllschaftshaus, Chausscestratze 365: Oeffent- liche Versammlung. Tagesordnung: Gegen Militärdiktatur und Säbelregiment.— Am Mittwoch, den 16. Dezember, in Marien- dorf: Gemeinsamer Zahlabend aller Bezirke bei Preuß, Kurfürsten- straße 44. y Reinickcndoff-West. Die Genossen beteiligen sich an den Protestversammlungen in Berlin. Treffpunkt im Lokal von Schulz, Scharnweberstraße 23. Riederschönhausen. Die Genossen nehmen heute an der Ver- sammlung in Pankow teil. Hohenschönhausen. Die Genossen treffen sich heute vormittag 11 Uhr bei Krause, um gemeinschaftlich an der Proicstvcrsammlung in Lichtenberg teilzunehmen. ße!iner Nachrichten Der hungernde Bankier. Im Moabit« UnlersuchungsgefängniS sitzt ein Bankier, der hungert. Cr hungert schon volle achtzehn Tage und magert ständig ab. Früher mag der Bankier Hunger nichr gekannt haben; jetzt will er hungern. Der Mann brauch! das nickt; er könnte essen, brauchte sogar nicht schlecht zu essen, denn er sitzt in UntersuchungS- hast, wo er au? die GesangniSkosi nicht angewiesen ist, wenn er Geld hat. Die Aerzie zerbrechen sich den Kopf über den hungernden Mann und überlegen, ob sie ihn nicht gcivaltsam ernähren wollen Sie find sich aber nicht ganz einig, denn der Banlier erklärt, unter keinen Umständen sich gewaltsam füttern zu lassen;« verfüge selber über seinen Köiper. Juristen erörtern die Frage der zwangsweisen Ernährung. Maiiche meinen, die Zwangsernährung ließe sich recktserligen von dem Gesichtspunkte aus, der Bankier könne sich ionft einer eventuellen Strafvollstreckung entziehen- während wieder andere erklären, eö ser dock gar nickt ausgemacht ob der Bankier verurteilt werde; es könne ebenso gut Freisprechung'erfolgen Und so laßt man dem Bankier einstweilen den Willen Die Hb� magerung des Körpers ninimt zu, die Aerzte passen aber auf um schließlich doch noch einzugreifen. Der Zweck der Hungerkur ish die Aufbebung der Untersuchungshast zu erreichen. Wir wissen nicht ob dieie Maßregel gerechtfertigt ist, ob wirklich zu befürchten steht,' der Bankier könnte ausreißen. Immerhin ist aber bemerkenswert, daß ein Bankier sich einer Hungerkur unterzieht, der sonst sicher eher zu viel als zu wenig gegessen haben dürste. Aus der Elendsstatistik. Am 1. Dezember 1913 befanden sich im städtischen Familienobdach 214 Personen, und zwar 16 Familien mit zusammen 66 Köpfen(darunter 22 Kinder und 10 Säuglinge, und 148 Einzelpersonen. Der Gesamtbestand betrug am 1. November 8 Personen weniger. Das nächtliche Obdach ivurde während des No- dembcr von 97 641 Männern und 1092 Frauen besucht. Der Tag des geringsten Besuches war der 1. November mit 2614 Personen, der des stärksten Besuches der 26. November mit 3775 Personen. Gebadet haben in den Brausebädern täglich durchschnittlich 6�6 Personen. Wannenbäder wurden während des ganzen Monats an 813 Männer und 484 Frauen der- abreicht. Diese Zahlen illustrieren unsere heutige Wirtschastsord- nung auf das schärfste.__ Steine statt Brot. 2*« Fürsorge für geisteskranle Unfallverletzte scheint den Be- »fsgenossenschaften ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Ein in allen artiges Stücklein hat sich in dieser Beziehung die Sektion I der Nordöstlichen Baugewerksberufsgenossenschaft geleistet. Seit dem Jahre 1888, also seit einem Vierteljahrhundert, bezog der Unfall- verletzte Paul H. wegen einer Handverletzung durch Entscheidung des Reichsversicherungsamis 9,56 M. monatliche Unfallrente. Von 1968 bis Oktober 1913 befand sich der Rentenempfänger wegen Alkoholismus in der Irrenanstalt Dalldorf. Durch die Jnter- nicrung kam die Berufsgenosienschaft auf die Idee, dem Unfallver- letzten die Rente zu schmälern oder am besten ganz zu entziehen. Sie war wohl der Meinung, daß der Rentenempfänger nun gut ver- sorgt sei und keine Rente nötig habe. Daher schickte die Sektion nach der Irrenanstalt ihren Vertrauens- a r z t, der aber zu dem Patienten nicht zugelassen wurde. Viel- mehr stellte der behandelnde Stationsarzt ein Gutachten aus, daß die Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Unfallversicherungsgesetzes noch in dem bisherigen Grade bestehe. Infolgedessen mußte die Be- rufsgenossenschast vorläufig von weiteren Maßnahmen Abstand nehmen. Kaum war aber H. am 19. Oktober 1913 auS der Irrenanstalt entlassen, so wurde er zum berufsgenossenschaftlichen Ver- trauensarzt beordert, der die Wiedererlangung'der völligen Er- werbsfähigkeit annahm, worauf die Rentenzahlung völlig eingestellt worden ist. Wir haben es also hier mit der bedauerlichen Er- scheinung zu tun, daß gerade in demselben Augenblick, in dem der auS der Irrenanstalt entlassene Patient der öffentlichen Fürsorge am meisten bedurfte, ihm die einzige Einnahme, auf die er mit Sicherheit für den Lebensunterhalt rechnen zu dürfen glaubte, ent- zogen wurde. Bei der BerufSgenosscnschaft hat offenbar auch die Absicht mitgesprochen, diese Fürsorge aus die Siadt Berlin abzu- wälzen und so aus der gesetzlichen Unfallsürsorge eine Armen- sürsorge zu machen. Die Angelegenheit wird weiter verfolgt. Das Zellerhaus, Rettungsheim für Trinkerkinder, ist selig entschlafen. Vor sieben Jahren gegründet aus der vorzüg- lichen Idee, den Kindern trinksüchtiger Eltern eine geordnete Pflege und Erziehung zu sichern, entwickelte sich das Heim bald so gut, daß ihm auch behördlicherseits zahlreiche Kinder, die sonst in die Waisenhäuser und in die Fürsorgcerziehungsanstalten gesteckt worden wären, anvertraut wurden. Zeitweise waren in der Quitzowstratzc, wo das Zellerhaus trotz beschränkter Räume seine Blütezeit erlebte, mehr als 86 gut gedeihender Kinder unter- gebracht. Unter diesen erfreulichen Umständen beschloß die Ber- lincr Stadtverordnetenversammlung, dem Heim eine namhafte jährliche Gcldbeihilfe zu gewähren. Das Blatt wendete sich, als die frühere Geschäftsleitung unter dem bekannten Magistrats- sekretär Schmidtke sich verzweifelte Mühe gab, hochgestellte Per- sonen an die Spitze des RettungsHeiinS zu bringen. Die Lakaien- presse wußte es nicht wenig zu rühmen, daß die Frau Reichskanzler v. Bethmann Hollweg den Vorsitz übernahm und einen ihrer Ver- wandten, den Baron v. Flemming, dazu veranlatzte, dem Zeller. haus vertragsmäßig auf 28 Jahre das Schloß Buckow in der mär- fischen Schweiz zur Verfügung zu stellen. DaS früher unabhängige Heim geriet durch schlechte Ratgeber völlig in die Abhängigkeit von Personen, die für den Zweck der Sache kein Verständnis hatten und nach berühmten Mustern lediglich Wohltätigkeitssport be- trieben. Dazu kamen fortwährende Zänkereien unter den führen- den Personen, auch bedenklich« Mißstände in der Pflege und Be- Handlung der Kinder, so daß sich die Behörden genötigt sahen, die von ihnen dem Zellerhaus überwiesenen Kinder zurückzufordern. Besonders ungünstig wirkte der der Oberin Zeller aufgehalste Ver- trag, welcher recht unvorteilhaft war und zu schweren finanziellen Schädigungen führte. Damit war das Schicksal des Heims be- siegelt. Es hat das Schloß Buckow endgültig räumen müssen; die Oberin Zell« hat sich mit einigen wenigen privatim verpflegten Kindern, für deren Unterhaltung ein paar Diakoniffinnen in ganz Deutschland hausbetteln gehen, in einen kleinen Teil der alten Räume in der Ouitzowstraße zurückgezogen. Das Zellerhaus ist das Opfer widerlicher Strebereien nach oben und von oben geworden. Der verhaftete Schildkraut. Eine vorübergehende Verhaftung Rudolf Schildkrauts, des bekannten Mitgliedes des Deutschen Theaters, hatte den Künstler ebenso wie die Direktion des Deut- schen Theaters in arge Verlegenheit gebracht, glücklicherweise aller- dings nur für kurze Zeit. Tie Affäre, die der Verhaftung zugrunde lag, liegt drei Jahre zurück. Damals hatte der temperamentvolle Künstler in den Bureauräumen des Deutschen Theaters seinem Unmut in etwas gewaltsamer Weise Luft gemacht, wobei der an- wesende Rendant und das Mobiliar in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein dieserhalb von Amts wegen eingeleitetes Strafver- fahren mußte insolge der Abwesenheit des Künstlers ruhen, bis jetzt Anklage erhoben wurde. Zu einer vor kurzem angesetzten Hauptverhandlung war der Künstler, der der Sache offenbar keinen großen Ernst beimaß, nicht erschienen, worauf von dem Gericht, das keinen Spaß verstand, ein Haftbefehl erlassen wurde. Die Ver- Haftung wurde Freitag vormittag ausgeführt. Beamte der Schöne- berger Kriminalpolizei brachten den Künstler zunächst nach dem Polizeipräsidium in Schöneberg und von dort nach kurzem Verhör in das Untersuchungsgefängnis Moabit. Die sofort alarmierte Direktion des Deutschen Theiters, dessen Abendvorstellung durch die Verhaftung vereitelt worden wäre, sandte ihre Vertreter nach Moabit. Ten vereinten Bemühungen der Direktion und ihres Spndikus, Rechtsanwalt Dr. Lubszynskl, gelang es, nach einigen Stunden durch Verfügung des aufsichtssührenden Amtsgerichtsrats Dr. Liepmann die Entlassung des Künstlers herbeizuführen, so daß er seine Rolle im„Verlorenen Sohn" wieder spielen konnte. Mordversuch. 506 Mark Belohnung. Ein Mordversuch wurde Freitag abend gegen 8 Uhr in dem Hause Georgenkirchslraße 37s auf das 24 Jahre alte Straßen- mädchcn Marianne W. verübt. Di« W. geht regelmäßig abends auS, um Herrcnbekanntschaften zu machen. Freitag abend wurde sie von einem Manne, den vorher schon andere Mädchen abgewiesen hatten, angesprochen. Ter Mann fragte sie, ob sie allein wohne oder bei einer Vermieterin. Sie erwiderte, daß sie durchaus unge- stört sein würden, und der Mann begleitete sie daraufhin nach ihrer Wohnung. Als sie nun in dem bisher dunklen Zimmer ahnungslos die Lampe anzündete, warf ihr der Besucher plötzlich von hinten her eine Schlinge, die er mitgebracht hatte, um den Hals und zog sie zu. Tie Ueberfallen« hatlc gerade noch Zeit, ein einziges Mal um Hilfe zu rufen. Tann verlor sie die Besinming und fiel hin. Als sie sich nach kurzer Zeit wieder erholte, war der Besucher verschwunden. Er hatte dem Mädchcn aus der Handtasche 5 M. geraubt und damit die Flucht ergriffen. Tie Beraubte schlug nun von neuem Lärm, und sie und mehrere Hausgenossen eilten hinter dem Täter, der mit der Beute gleich die Treppe herunter- Groß--Berlins. gelaufen war, her. Man verfolgte den Räuber, der aber bald den Blicken der Verfolger entschwand. Es ergab sich, daß er in das Haus Landsberger Straße 58, das auch nach dem Georgenkirchplatz einen Ausgang hat, hineingelaufen war. Der Flüchtende war dort in die Werkstatt eines Handwerkers gelaufen. Sehr aufgeregt klagte er diesem, daß er von Leuten auf der Straße verfolgt und ge- schlagen worden sei. Er bat den Mann, ihm doch Unterschlupf zu gewähren vor seinen Verfolgern und ihn dann nach dem Georgen- kirchplatz hinauszulassen. Der Handwerker, der von den wirklichen Vorgängen keine Ahnung hatte, entsprach dieser Bitte und ließ den Räuber durch den zweiten Ausgang hinaus. Auf diese Weis« entkam er. Bis jetzt hat man seine Spur nicht wiedergesunden. Zu der Schlinge, die er vorher eigens mitgebracht hatte, benutzte er einen groben Bindfaden. Diese Schnur ist im Lichthof des Polizei- Präsidiums ausgestellt. Zu dem Fund der Leickwnteilc im Stadtschleusenkanal ist noch zu melden: Der ausgefundene Unterkörper der ermordeten Prosti- tuierten Frieda Gerhardt war völlig unbekleidet. ES ist daher an- zunehmen, daß der Täter die fehlenden Bekleidungsstücke, falls er dieselben nicht noch im Besitz hat, verbrannt, fortgeworfen, verkauft, vielleicht auch verschenkt hat. Die Kleidungsstücke sind: ein kleiner schwarzer Hut, mit Bandgarnitur, ein halblanges zweireihiges dunkles Tuchjackett, ein silbergrauer Rock, mit Knöpfen garniert, ein Unterrock und Hosen, schwarze Strümpfe, hohe schwarze Schnür- schuhe, kleine schwarze Handtasche. Betont sei außerdem, daß der- artige Nachrichten nur im Zimmer 87 des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz entgegengenommen werden, und daß aussagenden Personen unbedingt strengste Verschwiegenheit über ihre Person zugesichert wird. Arbeiter-BUdungsschulr. Heute abend 7 Uhr im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr 72: Vortrag der Genossin Klara Böhm- Schlich über:„Sexuelle Aufklärung des Kindes". Vorort- Nachrichten Friedenau. Den Gebärstreik gegen die Tienstbotenvcrsicherung proklamiert im„Friedenauer Lokalanzeiger" eine Amazone des Mittelstandes. „Wird trotz des Protestes der Dienstherrschaften dieses Gesetz am 1. Januar in Kraft treten, dann, deutsche Hausfrau, wehre Dich gegen die Mutterschaft und überlaß den Dienstboten, denen man in Form der Schwangerenunterstützung geradezu eine Prämie auf die Untsiitlichkeit gewährt, die Aufgabe, für den Nachwuchs der Nation zu sorgen." Arme deutsche Sittlichkeit! Für dich ist nach dem 1. Januar unter den Dienstboten keine Stätte mehr; Kinder ohne Zahl werden sie gebären, nur um in den Genuß der Schwangeren. Unterstützung zu gelangen.„Die Herrschaft wird vor nächtlichen Belsuchen in der Kammer des Dienstmädchens nicht mehr sicher sein." Und für all diese Greuel mutz die bessere deutsche Hausfrau obendrein noch, wie es in dem Erguß heißt,„das für die Kinder treu zusammengehaltene Geld gewissenlosen Frauenzimmern opfern". Wir gehen schrecklichen Zeiten entgegen! Ein anderer Leser des BlättchenS untersucht die Gründe, di« für die Errichtung einer Landkrankenkasse ausschlaggebend waren. Er äußert sich wie folgt: Bei dem Streit: hie OrtSkrankenkasse, hie Landkrankenkasse, will ich nicht unterlassen, folgendes zu de» merken.„ES ist traurig, daß als Publikationsorgan der Orts» krankcnkassc der„Vorwärts" gewählt ist, ein Blatt, das das-bös» artigste Hetzblatt ist, den Klassenkampf schürt und die Autorität dcS Staates untergräbt. Unwillkürlich wird dem Blatt eine besondere Bedeutung gegeben auf Kosten von Blättern anderer Parteien. Wir haben doch hier einen großen Teil der Arbeiterbevälkerung, besonders der Angestellten, die nicht Sozialdemokraten sind. Ja, es gibt sogar noch Konservative darunter(da staunt selbst der Friedenauer Mudicke), und doch verlangen diese nicht, daß für sie auch ein konservatives Parteiblatt gewählt wird. Darum hätie man sich in diesem Fall damit begnügen können, den„Friedenauer Lokalanzeiger" allein zu wählen, an dieser Zeitung nimmt niemand Anstoß, und die OrtSkrankenkasse spart eine Masse Geld." Auch für diesen Einsender geslaliet sich der Ausblick in die Zukunft trostlos, da die in der Kasse versicherten Arbeiter zu dem bösartigen Hetzblatt mehr Vertrauen haben als zum Lokal- und anderen Anzeiger. Neukölln. Sammellisten zur WeihnachtSbeschernn» für die Arbeitslosen und deren Kinder in Groß-Berlin, sind für Neukölln beim Obmann der Unterlommtssion, Genossen Hendrischkc, Thomasstr. 26, gegen Legitimation in Empfang zu nehmen. Steglitz. Unentgeltliche Seefischkochkurse will unsere Gemeindeverwaltung auch in diesem Winter Wied« veranstalten, und zwar in der Haus- Haltungsküche der Gemeindeschule V am Markusplatz. Die Kurse beginnen abends 6 Uhr und dauern 3 Stunden. Der Gemeindevor- stand ersucht um sofortige Anmeldung. Mündliche Mcl- düngen werden im Zimmer 46 des Hauses Schloßstr. 36(neben dem Rathausc) entgegengenommen. Der Kursus besteht aus einem theo» retischen und einem praktischen Teil. Nach einem einleitenden Bor» trag findet unter Mitarbeit der Teilnehmerinnen ein Lehrkockcn statt, dessen Fortsetzung das V«speisen der hergestellten Gericht« bildet. Lichtenberg. An den Ausfall der Stadtratswahlen knüpft das„Lichten. bcrger Tageblatt" Betrachtungen, die auf eine grenzenlose Be- stürzung schließen lassen. Die Tatsache, daß zwei Sozialdemokraten in den Magistrat gewählt wurden, läßt daS Blättchen selbst vor dem verwerflichsten aller Kampfmittel, der Denunziation, nicht zurück- schrecken. An einer Stelle des mit„Ntr." unterzeichneten Sermons heißt es in F e t t d r u ck:„... so bleibt kein anderer Schluß übrig, als die Tatsache, daß die Mittelstandsgruppe unter Führung des Herrn Stadtv. Oberlehrer Aigte die Wahl der beiden sozialdemo- lratischen Stadträte herbeigeführt hat!" Und an anderer Stelle steht:„... Der Eindruck des unerwarteten Ergebnisses auf die bürgerliche Vereinigung war unverkennbar, weil es als n n e r- Hjjrt empfunden werden muß, daß eine Gruppe bürgerlicher Stadtverordneter, der mehrere Beamte angehören, sich zur Schleppenträgerin der Sozialdemokratie hat bereit finden lassen." Diese hinterhältige und feige Denunziation ist nichts anderes als die Methode eines reaktionären Klüngels, dem es lediglich darauf ankommt, die ganze städtische Verwaltung in den Dienst ihrer egoistischen und volksfeindlichen Zwecke zu stellen. Durch diese Tenunziatlon sowie durch die daran geknüpfte Drohun- gen will dieser Klüngel offenbar ereichen, daß die„Enlwegten" bei einer später zu erwartenden Nichtbestätigung..mannhast" umfallen. Und mit solch einem Gelichter müssen sich unsere Vertreter herum- schlagen. Mariendorf. In der Generalversammlung des Wahlvereiiis hielt zunächst Genosse Freund einen mit großem Interesse aufgenommenen Vor- trag über Feuerbestathrng. Alsdann erstattete der Borsitzende, G«» nosse Huhn, den letzten Halbjahresbericht. Der Redner streifte die Erfolge bei der letzten Landtagswahl am Ort. Die Zahl der Mit- glieder des Wahlvereins stieg von 381 männlichen und 98 weiblichen aus 399 männliche und 111 weibliche. Die Einnahmen beliefen sich für das erste Vierteljahr auf 436,22 M., im zweiten auf 4ä3 M. Diesen stehen eine Ausgabe von 443,21 M. gegenüber. An den Kreis wurden für beide Quartale S96,14 M. abgeliefert. Der Bibliothek des Wahlveveins wurden 247 Bücher entliehen. Zur Neuaufnahme hatten sich 4 Mitglieder gemeldet. Hierauf gab Genosse Huhn noch einen kurzen Bericht über die letzte Verbandsgeneralversammlung, in wecher er besonders auf die Frage der Nrbeitslchenversicherung einging. Der nächste Zahl- abend wird sich des näheren mit dieser Angelegenheit befassen. Alsdann stand folgender Antrag des Genossen Reichardt zur Dis- kussion: „Die heutige am 2. Dezeniber tagende Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins Mariendorf protestiert ganz ent- schieden gegen die persönlichen, gröblichen und beleidigenden Aus- führungen des Genossen Dr. Moses, die dieser in seinem Vor- trage über den Geburtenrückgang im 1. Dezember in der öffent- lichen Versammlung des Hausarztvereins bei Laar, Mariendors, Chaussoestrasse 3<1S, gegen die Genossinnen Klara Zetkin, Luise Zietz und Rosa Luxemburg gebraucht hat. Die Generalversammlung beschließt, den Verbandsvorstand Groß-Berlin zu ersuchen, dahin zu wirken, daß solche gehässigen Ausführungen in Zukunft zu unter- lassen find, weil dadurch unserer Agitationsarbeit geschadet wird." Dieser Antrag wurde von fast allen Diskussionsrednern unter- stützt und alsdann einstimmig angenommen. Köpenick. Der Bildungsausschuß veranstaltet vom Sonntag, den 7. Dezem- ber, bis einschließlich Sonntag, den 14. Dezember, im Stadttheater eine reichhaltige Ausstellung empfehlenswerter Jugendschristen, verbunden mit Ausstellung von Unterhaltungsspielen und künst- lerischem Wandschmuck. Die Ausstellung ist geöffnet: Sonntag, den 7. und 14. Dezember, von 3 Uhr nachmittags bis 19 Uhr abends, wochentags von 7 bis 19 Uhr abends. Eintritt frei. Da diese Ausstellung sich gegen die Schundliteratur richtet, so bitten wir alle Arbeitereltern sowie auch Jugendliche, dieselbe zu besuchen. Bestellungen auf Schriften und Bücher werden in der Ausstellung entgegengenommen, Zehlendorf(WannseebahnZ. Gegen die Schundliteratur. Heute, Sonntag, nachmittags von 2 bis 7 Uhr findet in Miecks Gesellschaftshaus, Karlstraße 12, die Jugendschriften- und Wandschmuckausstellung des Bildungs- ausschusses statt. Der Besuch der überaus reichhaltigen Ausstellung, die auch eine Abteilung für Beschäftigungsspiele und Partei- literatur enthält, ist jedem dringend zu empfehlen. Der Eintritt ist frei. Britz-Bnckow. Ueber die mutige Tat des hiesigen Polizeisergeanten Hold wußte kürzlich das Neuköllner Tageblatt zu berichten. Danach sollte der Beamte eine Lebensmüde, die von der Schuleniburgbrücke in den Teltowkanal gesprungen war, nach Entledigung seiner Kleidungsstücke unter Einsetzung eigener Lebensgefahr aus dem Wasser herausgeholt haben. Wie uns nachträglich hierzu mitgeteilt wird, hat der Polizeibeamte die Landung der Lebensmüden mittels eines Brettes bewirkt. Nach vorgenommenen Wiederbelebungs- versuchen sei dann die Ueberführung der Geretteten nach dem Kreiskrankenhause erfolgt. Dort starb sie jedoch bald nach ihrer Einlieferung.— Augenzeugen glauben, daß die Wiederbelebungs- versuche vielleicht noch von Erfolg gewesen wären, wenn die Lebens- müde nicht so lange mit nassen Kleidern auf der Straße gelegen jMitte. Der Arbeiterbilbungsausschuß veranstaltet am Sonnabend, den 13. Dezember, in Beckers Gesellschaftshans, Chäusseestraße 97, einen Märchenabend, verbunden mit eiiwr Bücher- und Wandschmuck- 'Ausstellung. Ansang 7 Uhr. Diese Veranstaltung wird für jung und alt sicher einen recht erhebenden Eindruck hervorrufen, weil hier die Kinder ihre Märchenstudien dramatisch aufführen. Die Fortsetzung der Bücher- und Wandschmuckausstellnng ist im Lokale von Wehchta, Bürgerstratze 4, für Sonntag, den 14. Dezember, von 3—19 Uhr, und Montag, den 16. Dezember, vmi 7— 19 Uhr vorgesehen. Die Arbeiterschaft sollte es als Pflicht erachten, diese Ausstellung zu besuchen. Rosenthal. A»S der Gemeinbevertretersitzung. Die Jahresrechnung von 1912 schließt mit einem Ueberschuß von 37 999 M. ab. Von dieser Summe werden 17 999 M. dem Straßenbahnfonds überwiesen. Das Zyasserwerk schließt mit einem Ueberschuß von 12 999 M. ab, der als Reservefonds übertragen wird.— Für den Schulhausneubau wurden die einzelnen Positionen vergeben, und zwar die Klempnerarbeiten der Firma Karney-Berlin für 3499 M. und der Firma Krüger für 6400 M.; die Kunststeinpflasterarbeiten den Berliner Kunststeinwerken Roßberg u. Co. für 2211 M.; die Zimmererarbeiten dem hiesigen Zimmerer Jden für 16 699,93 M. Unsere Genossen Milbrodt und Gahl hatten stets davor ge- warnt, dem billigsten Angebot den Zuschlag zu erteilen, und wie recht sie mit diesen Warnungen hatten, sollte der nächste Punkt der Tagesordnung bestätigen. In der vorletzten Sitzung wurde der billigsten Firma der Zuschlag zur Pflasterung des Kaiserwegs er- teilt, trotzdem unsere Vertreter Bedenken hiergegen äußerten. Der Preisunterschied betrug rund 17 999 M, und das, obwohl die Arbeits- löhne fast überall dieselben sind, so daß am Material die Preis- differenz herausgeholt werden muß. Diese geäußerten Bedenken wurden sowohl vom Gemeindevorsteher wie auch vom Regierungs- baumeister bekämpft, da es sich hier um eine„beschränkte" Sub- Mission und um erstklassige Firmen handle. Als jedoch die erste Fuhre Steine ankam und dieselben von der Baukommission geprüft wurden, stellte sich heraus, daß kleinere und minderwertige Steine geliefert wurden, als die Firma zur Probe eingesandt hatte, die Annahme wurde natürlich verweigert und bei der zweiten Liefe- rnng wurden auch noch etwa 26 Proz. minderwertige Steine mit- geliefert. Entschuldigte sich die Firma bei der ersten Fuhre, daß ein Versehen vorliege, so tat der Chef bei der zweiten Lieferung den charakteristischen Ausspruch, daß Spandau mit diesen Steinen gepflastert sei und dieselben dann doch wohl auch für Rosenthal gut genug seien. Die Baukommission verweigerte jedoch die Abnahme und die Firma war nicht in der Lage, die Arbeit in der verlangten Weise zu der von ihr geforderten Summe zu leisten. Gemeinde- Vorsteher Dr. Kruse mußte selbst zugeben, daß die von den Ge- nossen Milbrodt und Gahl geäußerten Bedenken leider voll und ganz berechtigt gewesen seien; das gelieferte Material sei selbst von ihm, obwohl er keine große Kenntnisse auf diesem Gebiete besitze, als minderwertig erkannt worden. Genosse Milbrodt stellte den Antrag, die Arbeiten nochmals neu auszuschreiben. Dieser sowie ein Antrag des Herrn Nieder, die Straße aus 6 Meter Breite, statt wie bisher auf 4 Meter, mit Berliner Reihensteinen 3. Klasse(nach Magistratsvarschrift) zu pflastern, wurde angenommen. Für die Armen am Orte wurden 699 M. zum Weihnachtsfeste bewilligt.— Des ferneren stimmte die Gemeinde einem eventuellen Vergleich zur Beilegung der Streitangelegenheiten zwischen dem Tiefbau- Unternehmer Exncr und der Gemeinde zu. Spanva«. Die Stadtverordnetenversammlung trat zunächst in die Be- ratung der Vorlage betr. Genehmigung des zwischen dem Ver- bände Groß-Berlin und der Großen Berliner Straßenbahn abzu- schließenden Vertrages über einen Gemeinschastsbetrieb. Stadt- verordneter Bender berichtete über die Zugeständnisse, die der Ausschuß von Ler Großen Berliner Straßenbahn erlangt hat und die darin bestehen, daß der Umsteigeverkehr in Spandau und Char- lottenburg bestehen bleibt, die hier infolge der Betriebsein- schränkung zur Entlassung kommenden Angestellten vorzugsweise von der Berlin- Charlottenburger Gesellschaft eingestellt und an den Renntagen in Ruhleben genügend Einsetzwagen zur Verfügung gestellt iverden. Die Gesamtkosten, die für den Umbau am Span- dauer Bock und für die Gleisänderungen aufzubringen sind, seien vom Ausschuß auf 99 999 M. berechnet worden; der hiesige Straßen- bahndirektor habe nach einer neu aufgestellten Rechnung die Kosten mit 169 999 M. berechnet, während der Direktor der Großen Ber- liner Straßenbahn 99 999 M. herausrechnete. Im Umsteigever- kehr sei eine Verschlechterung eingetreten, da die Große Berliner die zugestandene Umsteigeberechtigung auf den Linien Pichelsdorf und Hakenfelde zurückgenommen habe. Trotzdem ersuchte Redner um Annahme der Vorläge, da er sich von dem Gemeinschastsbetrieb eine Steigerung der Einnahme verspreche. Die Gegner der Vor- läge hielten eine SchneMahnverbindung mit Berlin für praktischer und rentabler. Weiter sei zu befürchten, daß Spandan mit der Annahme des Vertrages sich in die Hände des Zweckverbandes be- gebe. Stadtv. Dr. Kvntorowicz kritisierte scharf die hiesige Straßenbahn, die er als unmodern und rückständig bezeichnete. Anscheinend sei der Straßenbahndirektor nur darauf bedacht, die Tarife zu erhöhen und Verkehrsverschlechterungen einzuführen. Am Hauptbahnhof, wo sich früher immer einige Wagen befunden hätten, sei jetzt nie ein Wagen zu sehen. Angenommen wurde ein Antrag Prager auf Ueberweisung der Vorlage an eine ge- mischte Kommission zur nochmaligen gründlichen Durchberatung. Hierauf hatte sich die Versammlung mit der Errichtung einer Landkrankenkasse zu beschäftigen, da eine wiederholte Magistrats- Vorlage Genehmigung des Statuts nach nochmaliger Kommissions- beratung verlangte. Gleichzeitig mit dieser Vorlage wurde ein Antrag Prager verhandelt, den Gemeindebeschluß zur Errichtung einer Landkrankenkasse aufzuheben und von der Errichtung der- selben Abstand zu nehmen. Stadtv. Weber begründete diesen An« trag damit, daß sich inzwischen herausgestellt habe, daß der Mit- gliederkreis nur sebr gering sein werde. Es liege auck nicht im Interesse der Versicherten, eine Kasse zu errichten, die neben niedrigen Beiträgen auch niedrige Leistungen vorsehe. Der„Ar- beitervertreter" Kirch trat für die Errichtung einer Landkranlcn- lasse ein, die sowohl im Interesse der Herrschaften wie auch der Dienstmädchen liege. Genosse Pieck plädierte für Ablehnung der Kasse aus dem Grunde, weil eine großzügige Krankenkasse wie die Allgemeine Ortskrankenkasse, die vorzüglich verwaltet werde, doch viel mehr leisten könne, wie eine kleine Kasse. Oberbürger- meister Koeltze hielt an der Errichtung der Kasse schon aus dem Grunde fest, weil der Magistrat einen großen Einfluß auf die Verwaltung der Kasse habe. Im übrigen werde der Magistrat auch versuchen, die Kasse leistungsfähig zu gestalten. Stadtv. Weber betonte in seinem Schlußwort noch, daß wohl noch andere Gründe als die angeführten vorzuliegen scheinen, um die Errichtung der Kasse zu beschließen. Dem Oberbürgermeister hielt Redner ent- gegen, daß ja die Errichtung der Kasse gerade aus dem Grunde abgelehnt werden solle, weil die Arbeitgeber ebenso wie die Ver- sicherten keinen Einfluß auf die Verlvalwng der Kasse haben. Nachdem ein Antrug Bender, die Allgemeine Ortskrankenkafse zu ersuchen, die fteie Arztwahl einzuführen, abgelehnt worden war, wurde der Beschluß gefaßt, von der Errichtung einer Landkranken- lasse abzusehen. Den Bericht des Ausschusses betr. Regelung deS SnbmissionS- wesens über die Beratungen: 1. neuer Submisswnsbedingungen, 2. eines Ortsstatuts über die Zusammensetzung der Verwaltungs- deputationen und der Ausführung und Vergebung von städtischen Arbeiten und Lieferungen erstattete Stadtv. Neusch. Genosse Pieck betonte hierzu, daß die Kommission volle fünf Jahre gebraucht habe, um dieses Machwerk fertig zu bringen. In den Bietungs- bedingungen heiße es u. a.:„Bei einem Ausstand oder einer Bau- sperre der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber kann seitens der Verwaltung die Bauzeit und die Dauer des Ausstandes oder der Sperre verlängert werden, gleichviel, oh dieselben einen gänzlichen oder teilweisen Stillstand der übernommenen Arbeiten herbeige- führt haben." Diese Streikklausel müsse unbedingt abgelehnt werden. Weiter stellte Redner den Antrag, daß Magistratsmit- glieder und Stadtverordnete keine städtischen Arbeiten übernebmen dürfen. Genosse Pieper forderte, daß nach Möglichkeit hiesigen Unternehmern städtische Arbeiten übertragen werden, die sich aber verpflichten müssen, hiesige Arbeiter zu tarifmäßigen Löhnen gd beschäftigen. In den Vertragsbedingungen müsse die Bestimmung aufgenommen werden, daß städtische Bauten bei Streiks und Aus- sperrungen nicht liegen bleiben dürfen. Nachdem noch mehrere Redner sich für die Vorlage ausgesprochen hatten, wurde die Ge- neraldebätte geschlossen und die Spezialdebätte bis zur nächsten Sitzung vertagt. Eine Vorlage verlangte Einverständnis damit, daß die Stadt- gemeinde für eine bei der Landesversicherungsanstalt Brandenburg zum Bau von etwa 139 Kleinwohnungen an der Hamburger Straße aufzunehmende Hypothek von 769 999 M. die Ausbietungsgarantie in Höhe von 269 999 M. für die Aktiengesellschaft für Kleinhaus- bau zu Spandau übernimmt. Genosse Pieck sah in dem Bau von kleinen Wohnungen einen Fortschritt, beantragte aber, daß die Stadt die Bauten nicht den Spekulanten überlasse, sondern in eigene Regie übernehme. Die Vorlage wurde einer gemischten Kommission überwiesen. Zum Schluß der Sitzung hatten sich die Stadtverordneten noch mit dem geplanten Bau des Stadttheaters zu beschästigen. Eine Vorlage verlangte Zustimmung dazu, daß an dem Vertrage vom 29. Juni 1912 festgehälten wird und die Abänderungsvorschläge der Stadttheater Spandau G. m. b. H. abgelehnt werden. Nachdem Stadtv. Berlin geschildert hatte, wie viele Wandlungen das Theater- Projekt schon durchgemacht habe und auf wie schwachen Füßen die Gesellschaften zu stehen scheine, wurde die Vorlage angenoimnen. MocKen-Spielplan der Berliner Cbcater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Zauberflöte.(Ansang llL U5r.) Montag: Salome.(Ansang 8 Ubr) Dienstag: Die lustigen Weiber von Windsor.(Ansang Tl, Uhr.) Mittwoch: Elektra.(Ansang 8 Ubr.) Donnerstag: Tristan und Isolde. lAnfang 7 Uhr.) Freitag: Der Rosenkavalier. Sonnabend: Margarete.(Ansang T/, Uhr. Sonntag: Lohengrin. fllnsang 7 Ubr. Montag: Mgnon.(Ansang 7'l- Ubr.) Königl. Schauspielhaus Sonntag: Wallensteins Tod.(Ansang 7'/. Uhr.) Montag: Freund Fritz.(Ansang 8 Uhr.) Dienstag: König Richard II. Mittwoch: Die Neuvermählten. Die zärtlichen Verwandten. Donnerstag und Freitqg: Gras Ebrensricd. Sonnabend: Der gehörnte Siegsried. Sicgsrieds Tod. Sonntag: Ariadne aus Naxos. Montag: Kriemhtlds Rache.(Ansang 7'/. Uhr.) Neues Qpernthcatcr(Kroll). Sonntagnachmittag 31/, Uhr: Doktor Klaus. Allabendlich: Fidclio.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Viel Lärm um nichts. Montag: Ein Sommernachtstraum. Dienstag: Viel Lärm um nichts.(Ansang 71/, Uhr.) Mittwoch: Ein Sommernachtstraum.(Ansang 8 Uhr.) Donners- tag: Hamlet. Freitag: Ein Sommeniachtstraum.(Ansang 71/s Uhr.) Sonnabend: Viel Lärm, um nichts.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag: Hamlet. (Ansang 7'/, Uhr.) Montag: Der Kaufmann von Venedig.(Ansang 7 Uhr.) Kammerspiele. Sonntag: Androklus und der Löwe. Montag: Der verlorene Sohn. Dienstag: Androllus und der Löwe.(Ansang 8 Ubr.) Mittwoch: Wetterleuchte».(Ansang 7'/, Uhr. Donnerstag: Androklus und der Löwe. Freitag: Wettcrleuchten. Sonnabend: Androklus und der Löwe. Sonntag: Wetterleuchten. Montag: Der verlorene Sohn.(An- sang 8 Uhr.) Lessinq-Tbeater. eonntagnachmittag 3 Ubr: Professor Bernhard!. Abends 8 Uhr: Pygmalion. Montag und Donnerstag: Peer Gynt.(An- fangest, Uhr.) Dienstag. Mittwoch. Freitag, Sonnabend, Sonntag und Montag: Pygmalion.(Ansang 8 Uhr). Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bummelftudcnten. Allabendlich: Wie einst im Mai.(Ansang 8 Uhr,) Mittwoch- und Sonn- abcndnachmittag 3 Uhr: Ein Volksseind. Theater in der Königqräher Strafte. Sonntag, Dienstag, Donners« tag, Sonnabend und Sonntag: Tie Kronbraut. Montag und Freitag: Die füns Frankfurter.(Ansang 8 Uhr.) Mittwoch: Macbeth. Montag: Brand. sAittang Tl, Uhr.) Deutsches Künstler-Theater. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Das Prinzip. Abends: Rose Bernd. Montag: Der Biberpelz. Dienstag: Hanneies Himmelfahrt. Der zerbrochene Krug. Mittwoch: Rose Bernd. (Ansang 8 Uhr.) DormcrStag: Schirm und Gertraude.(Ansang 7st, Uhr.) Freitag, Sonnabend und Sonntag': Schirin und Gertraude. Montag: Rose Bernd.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Allabendlich: Die beitere Residenz.(Ansang 3 Uhr.) Sonn- abendnachmiltag 3 Uhr: Petcrchens Mondfahrt. Deutsches Opernhaus. �Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Fresschütz. Abends: Die Königin von Saba. Montag: Zar und Zimmermann. Dienstag: Das Nothemd. Mittwoch: Manon Lescaut. Donnerstag: Die Jüdin. Freitag: Manon Lescaut. Sonnabend: Die Königin von Saba. Sonntag: Der Troubadour. Montag: Undine.(Ansang 8 Uhr.) KoinödienhauS. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Fllmzauber. Mlabend- lich: Hinter Mauern.(Ansang 8 Uhr.) Luftspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Majolika. Allabendlich: Die spanische Fliege.(Ansang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntagnachmfttag S'l, Uhr: Der liebe Anguslin. Mittwoch- und Sonnabendnachmittag: Das tapfere«chneiderlem. Allabendlich: Polcnblut.(Ansang 8 Uhr.) Thalia- Theater. Allabendlich: Die Tangoprinzesfin.(Ansang 3 Uhr.) Mittwoch- und Sonnabendnachmittag: Aschenbrödel. Refidenz-Theater. sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Allabendlich: Hoheit— der Franz.(Ansang 8 Uhr.) Trianon-Theater." Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Liebe wacht. Allabendlich: Seine Geliebte.(Ansang 8 Uhr.) Schtller-Theater O. Sonntagnavmittag 3 Uhr: Freiwild. Abends: Heimgssunden. Montag: Hcimg'funden. Dienstag: Rolenmontag. Mittwoch: Heimg'sunden. Donnerstag: Hasemanns Töchter. Freitag: Heimg'sunden. Sonnabend: Kygcs und sein Ring. Sonntag: Rosenmontag. Montag: Die Grossstadtlust.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchseid. Abends und Montag: Die goldene Rittcrzeit. Dienstag: Hedda Gabler. Mittwochnachmittag 3 Uhr: Götz von Berlichingen. Abends: Was ihr wollt. Donnerstag: Die Jungsrau von Orleans. Freitag: Was ihr wollt. Sonnabend: Die goldene Ritterzeit. Sonnlag: Was ihr wollt. Montag: Jugendsrcunde.(Ansang 8 Uhr.) Luisen-Theater. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Der Hllttenbefitzer. Abends, Montag, Dienstag, Mittwoch Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Kasernenlust. Sonntag: Preciosa. Montag: Unbestimmt.(Ansang Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Belinde. Allabendlich; Die Sippe.(Ansang 8 Uhr.) NcucS VolkStheatcr.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntagnach- mittag 3 Uhr: Muddcr Mews. Abends: Mudder Mews. Montag: Der ledige Hos Dienstag: Die Siebzehnjährigen. Mittwoch: Mutter Mews. Donnerstag und Freitag: Der ledige Hos. Sonnabend, Sonntag und Montag: Der Gras von Charolais.(Ansang 81/» Uhr.) Walhalla-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Käthchen von Hcilbronn. Abends: Kasernenlust. Montag und Dienstag: Geschlossen. Mittwoch: Vercinsvorstellung. Donnerstag, Freilag, Sonnabend: Wolken- bummler. Sonntag: Preciosa.(Ansang 8'/« Uhr.) Montis Operetten-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Allabendlich: Die ideale Gattin.(Ansang 8 Uhr.) Rose-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Dors und Stadt. Abends, Donnerstag und Sonnabend: Berlm, wie es weint und lacht. Montag, Atittwoch und Freitag: Der Mcineidbauer. Dienstag, Sonntag und Montag: Der«ittcnapoitel.(Ansang 8 Uhr.) Theater am Nolle ndorfplan. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die schöne Helena. Mittwoch- und Sonnabendnachmittag: Frau Holle. All» abendlich: Der Mikado.(Ansang 8 Uhr.) Urania-Theater. Sonntag, Montag, Mttwoch, Donnerstag. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Mit dem Imperator nach New Jork. Dienstag: Physiologisches über Leibesübungen. Montag: Unbestimmt.(Ansang 8 Uhr.) Gebr. Herrnfeld-Theater. Allabendlich: Was sage» Sie m Leibusch?(Anfang 8 Uhr.) Kasino-Tlieater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Mutterliebe. All- abendlich: Ferdinand der Tugendhafte.(Anfan 8 Uhr.) Folies Caprice. Allabendlich: Der Kuluck. Manöverschwtndel. Di« Samuels.(Ansang 89« Uhr.) Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater. Sonntagnachmittag 8 llhrt Die Räuber. Allabendlich: Di- Kinokönigin.(Anfang 8 Uyr.) Metropol. Sonntagnachmittag 3 Uhr:'s Nullerl. Allabendlich: Die Reise um die Well in 49 Tagen.(Ansang 7. SS Uhr.) Wintergarten. Allabendlich Spezialitäten.(Ansang 8 llhr.) Reichshallen-Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger.(Ausana 3 Uhr. Sonntags 79, Uhr.) Zirkus Busch. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr und allabendlich 79, Uhr: Galavorstellung.•; Zirkus Schumann. Sonntagnachmittag 39, Uhr und allabendlich 79, Uhr: Galavorstellung. Admiralspalaft. Eisballett: Die luftige Puppe.(Ansang S llhr.) Berliner Eispalast. Eissport.(Ansang 9 Uhr.) Eines Palast am Zoo. Barietö-Lichtspiele. Täglich: 6 Uhr. Eines Nollendorf-Theater. Varietö-Lichtspiele. Täglich: 6»/, und 9 Uhr. Jiiis aller Aelt. Die Tragödie des Arbeitslosen. Eine furchtbare Illustration zu dem Delbrück scheu Worte, daß man sich bei dem Problem der Arbeitslosen- Versicherung nicht überstürzen dürfe, bietet ein Familien- drama, das sich in der hessischen Ortschaft Isenburg ab- gespielt hat. Als die Frau des Schuhmachers Wesler am Freitagabend von einem Besuch in ihre Wohnung in Isenburg zurückkam, fand sie die Tür verschlossen. Sie ließ die Woh- nung gewaltsam öffnen und fand ihre beiden Kinder. ein Zwillingspaar von 18 Monaten, tot im Bette vor. Das Zimmer war mit Gas gefüllt. Der Mann war ver- s ch w u n d e n. Wie festgestellt werden konnte, hat er die Tat aus Verzweiflung über Arbeitslosigkeit be- g a n g e n. Man nimmt an, daß sich der Mann ebenfalls das Leben genommen hat. Nur nicht überstürzen, Herr Staatssekretär! Ucbcrschwemmung in Texas. Nach einem Telegramm aus Dallas(Texas) ist gegenüber von Bryan(Texas) der Deich des Flusses Brazos gebrochen, der ein Gebiet von 55 900 Acres schützen soll. Hunderte von Schwarzen und Farmern wurden vom Wasser überrascht und mutzten sich auf Bäume und Dächer flüchten. Fünfzig Wen- s ch e n, in der Mehrzahl Rege r/sind in den Fluten umgekommen; viele andere befinden sich noch in großer Gefahr. In-der Umgegend sind etwa 1999 Personen durch das Wasser vom Ver- kehr abgeschnitten. Auf eine Entfernung von 59 Meilen treibt der Fluß in einer Breite von drei bis fünf Meilen reißend dahin. Der Sachschaden wird auf vier bis fünf Millionen Dollar geschätzt. Salomo Ii. In Wiener Gesellschaftskreisen— so schreibt man der Frkf. Ztg.— wird eine bisher unbekannte Geschichte von König Ferdinand von Bulgarien erzählt, die sich während seines Wiener Aufenthaltes im Sommer 1912 zugetragen hat und eines eigenartigen Reizes nicht entbehrt. Bei seiner leidenschaftlichen Neigung für das Theater besuchte der König fast allabendlich Opern- oder Schauspielhäuser, und so konnte man ihn auch eines Abends in der„Burg" sehen, wo er dem vielgegebcnen Stücke„Die Sprache der Vögel" beiwohnen wollte, in dem Herr ReimerS die Rolle des Salomo spielte. König Ferdinand verfolgte das Auftreten des Künstlers mit großem Interesse, und als er ihn wahrend eines Zwischenaktes persönlich zu der.vortrerslichen Verkörperung des alttestamentlichen Herrschers beglückwünschte, bat er ihn zugleich, ihm die königliche Kleidung Salomos für kurze Zeit zu leihen, da er eine photographische Aufnahme von sich als.Salomo" machen lassen wolle. Herr Reimers ging bereitwilligst auf den Wunsch des Königs ein. und ein Wiener Photograph tat in tiefster Verschwiegenheit das Weitere. Diese Bilder, die auf den ausdrück- lichen Befehl König Ferdinands niemals in die Oeffent- lichkeit gebracht werden dürfen, befinden sich»Kbst der Originalplatte in seinem Schloß in Softa. Beim Regieren kommt man doch auf allerhand Verrücktheit». Kleine Notizen. Durch eine Granat? getötet. Auf dem Truppenübungsplatz bei Wesel fand ein achtjähriger Knabe ein nicht krepiertes Artilleriegeschotz. Er spielte-damit und plötzlich explodierte das Geschoß, wodurch das Kind so schwere Verletzungen erlitt, daß der Tod sofort eintrat. Wenn der Winter naht. Am Sonnabend früh wurden in Paris auf einem am Kai Henri quatre liegenden Kahn ein Schiffer, feine Frau und zwei Töchter durch Kohlen- dunst, der dem Ofen entströmt war, erstickt aufgefunden.. Eisenbahnunglück in Rumänien. Ein Personenzug stieß Freitag abend um S Uhr in-dee Nähe von G o l e st i mit einem Güterzug zusammen. Vier Reisende wurden dabei getötet, zahlreiche Personen verletzt. Suffragcttengrühe. Ein großes Gebäude auf der G l a s- S o!w e r Ausstellung ist durch eine Feuersbrun st zer- stört worden. Der Schaden wird auf 12 000 Pfund Sterling geschätzt. An Ort und Stelle wurden Schriften der Anhängerinnen des Frauenstimmrechts gefunden und eine an Asquith gerichtete Notiz mit den Worten: Dies ist der W i l l i o m m e n sg r u ß für Sie in Manchester und' Oldham. Explosion schlagender Wetter.� Auf der Zeche„Jcheru" bei Mengede entzündeten sich am Sonnabend plötzlich aus noch un- aufgeklärter Weise bei einem vorzeitig losgegangenen Spreng- schütz schlagende Wetter, wodurch fünf Bergleute Per- brennungen erlitten, darunter auch der Schießmeister. Einer wurde sehr schwer verletzt. Eine Stadt im Schnee begraben. Ungeheure Schneemassen fallen seit Tagen ohne Unterbrechung auf die Stadt Denver in Kolo- rado nieder. Die Schneedecke erreicht die Höhe von 1 0 F u tz. 40 Personen werden vermißt. Die Landstraßen und Eisenbahnstrecken sind fast vollkommen unterbrochen und es beginnt sich in der Stadt bereits Mangel an Lebensmitteln und der not- wendigsten Gebrauchsgegenstände bemerkbar zu machen. Sitzungstage von Stadt- und lScmeindevertretungen. Nieder- Schönhausen. Dienstag, den 9. Dezember, nachmittags I Uhr, Sitzung im Rathause. Diese Sitzungen find Sfsentlich. Jeder Gcmeindeangehirtg« iß be- rechttgt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. frauen-Lcfeabendc. Friedenau. Montag 8»/, Uhr bei Klube, Handjerystraße. Genossin Käte Duncker spricht über: Die Entwickelung des modernen Proletariats. Rosenthal. Dienstag, den 9. Dezember, im Lokal des Genossen Milbrodt, Walderseestr. 5. Genossin Ottllie Bader setzt ihren Vortrag.Die Schule"(2. Abend) fort. Schöneberg. Montag S'/z Uhr: Gemeinsamer Leseabend in den neuen Rnihaussälcn, Meininger Str. 8. Vortrag der Genossin Bohm-Schuch über: ErzichungSsragcn. Der Dezember-Lcseabend sällt aus. Jugendveranstaltunge». Tempcihof-Mariendorf. Die jungen Arbeiterinnen und Arbeiter seien aus solgende Veranstaltungen aufmerksam gemacht: Sonntag, den 7. Dezember: Besichtigung der Bücher- und Wandschmuck- Ausstellung in Tempelhos, Wilhelmsgarten, Berliner Str. 49. Treffpunkt bis 2 Uhr im Jugendheim. Von 4 Uhr ab im Jugendheim: Unterhaltungsabend. Mon» tag, den 8. Dezember: Werkunterricht. Dienstag, den 9. Dezember: Mädchenabend. Mittwoch, den 10. Dezember: Gesangsabcnd. Donnerstag, den 11. Dezember: Lescabend. Freitag, den 12. Dezember: Werkunterricht. Sonntag, den 14. Dezember: Führung durch das Märiis-re Museum. Trefipunkt bis 9 Uhr im Jugendheim. Abends 6 Uhr: Elternabend im Jugendheim. Lichtbildervortrag:.Die Eroberung der Lust". Referent: Herr Robert Gritjchkc._ Bmfhaften der Kedahtion. Die luiiftKUt epre«stunde findet LtndenftraeeKS, vor» vier TrePpen — Fahrstuhl—, wochentägliq von 4V* bis IV-, Uhr abends, ExunadendS, »an 4V* bis 6 Uhr abend» statt. Jeder für den Brtrftaften bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen deiznfügcn. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonnrmentSgniiwng beigefügt ist. ocrden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sbrechstnude bor. I. R. ISO. Beide Fragen kann Ihnen nur der Arzt beantworten.— K.»K. Im Berliner Adreßbuch ist eine solche Gesellschaft nicht zu ermitteln. — A. W. 3. Wenn es sich um ein Tanzvergnügen handelt, steuerfrei.— — Zl.@. B. 24. Ihre Sachdarstellung reicht nicht aus. Kommen Sie in die Sprechstunde.— Benno 43. Die Zession ist zulässig. Der Zessionar wäre zur Klage im eigenen Namen berechtigt.— H. W. 31. l. Nach erhaltener Musterungsaussorderung. jedoch spätestens im Musterungstermin. 9. Das können Sie selber tun, zweckmäßig ist es, daß Ihre Mutter sich an- schließt. 3. Das erscheint zweifelhast. 4. Aus Aufforderung ja.— R. Z. 1893. Stellen Sic Strafantrag bei der Staatsanwallschaft in Ham- bürg. Eine Zivllklage, die Ihr Vater beim Amtsgericht Ham- bürg erbeben müßte, erscheint wenigstens zunächst aussichtslos, da die Beweisführung schwierig erscheint.— C. W. 99. Nein. — R. K. 999. Ja.— Pech. Kommt aus den Inhalt der Statuten an. — A. 199. Kommt aus den Inhalt der Statuten an.— E. 87. Etwa 18 bezw. etwa 25 M.— Alter Abonnent 2. 1. Läßt sich zurzeit nach nicht sagen. 2. Die formelle Berechttgwig hat die Armenverwalwng. Die Beschlagnahme ist aber nicht zu erwarten.— B. 19. 1. Innerhalb drei Monaten. 2. Nein. 3. Geld- oder Gefängnisstrafe. 4. Ja.— M. G., Zwickau. 1. Ja, falls deutscher Rcichsangehöriger. 2. Für die Kinder ist der geschiedene Mann unterhaltspflichtig, ganz gleich, wer der schuldige Teil ist. Für die geschiedene Ehefrau jedoch nur dann, wenn der Mann sür allein schuldig erklärt worden ist.— X, D. Ja. TSasierstandS-Rachrichte« der Landesanstall sür Gewässerkunde, mitgetellt oom Berliner Wetterbureau Wasserstand M c m e t, Tilsit P r e g e I, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor' , Massen , Franliurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby , Magdeburg ')+ bedeutet >— Fall.—•) Unterpegel. BSttterungsüberficht vom 9. Dezember 1913. etakloneo Swinemdc. Samburg crlin Franks. a.M München Wien ö£ ~£ f« 6t B)=H = H Bf 750 WNW 752WSW Gettn oll i? wS> 74SSW 753NW 75628 754© —6 2 11 -4. 8 3 bedeckt 3ha Iß bd. 751)88 4bcdcckt 757)SW 2 Dunst 758 W S.bcdeckt 755)W| chheiter Wetterprognose kür Sonntag, den 7. Dezember 1913. Kühl, zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe mit wiederholten Niederschlägen und ziemlich frischen veränderlichen Winden. Berliner Wetterbnreau. Stationen HZ B« Havaranda) 740INNW Petersburg Scilly Abcrdecn Paris (Satter bedeckt 4 bedeckt L wolkig 2wollenl 2 Regen, s-* Ü äk IL Esders& Dyckiioff Ssrtraudtsnstr. 8—9(Pefrlklrche) Preiswerfes�eiiac�sAngeBof IQ Ulstern und Paletots t n ni 11 m Sakko- Anzügen Schlafröcken Mk. 12.°°— 19.°° Morgenjoppen Mk. lOso-isoo Samt-Sakkos Mk. 23.L0-30.oo WeiDmelsterstraße 2 Neukölln tlumtralleSZ BnDpIatzG fir.FraDlffDrlerltr.1W HfjiM [tionograi Hauptgeschäft: DlrcksensttaBe ZO am Bahnhof fllexanößrplatz - Kömgstadt 12 561 und 3727.- Auf jeden Apparat 2 Jahre schriftliche Garantie. Aufklärung! Nur der stete IfadelweohseX bei einer Sprechmaschine bietet Garantie für tadellose Wiedergabe! Lassen Sie sich durch marktschreierische Anpreisung auswärtiger Versandhäuser nicht beirren. Meine Preise und Zah I u n gs vergü n stigu ngen sind so gestellt, daß Sie nicht nötig haben, von auswärtigen Versandhäusern zu beziehen. 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Streiks korrigieren gewissermaßen unsere heutige kapitalistische Anarchie. Sollte eS den Scharfmachern, was ja wohl ausgeschlossen ist. gelingen, das Koalitioiiörecht der Gewerkschaften zu vernichten, so würde das den Niedergang der Industrie bedeuten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Herren, die sich gegen den Produktionsausfall durch Streiks wenden, reden kein Wort über die Summen, die verloren gehen durch die b r»r t a l e U ir l e r n e h in e r w i l l k ü r bei der A u s- fperrung ganz unbeteiligter Arbeiter.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Graf Eramer fragte, warum wir nicht auch die Unterstützung für die kleinen Selbständigen verlangen. Aber gerade die Konservativen haben es seinerzeit ab- gelehnt, auch diesen die Wohltat der ReiKsversichcrungsgesetz- gebung zukommen zu lassen(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), tvähre'nd wir dazu bereit waren. Dann meirne er, die jungen Leute ziehen in die Großstadt, weil sie mehr Freiheit dort haben, und aus Vergnügungssucht. Das Streben nach Freiheit ist sehr zu begrüßen. Daß die Junker davon nichts wissen wollen, ist begreiflich. Ihr Wunsch ist die Beschränkung der Freizügigkeit, die Wiederherstellung der Leibeigenschaft. Die Landflucht bedauern auch wir. In der Art der Arbeit liegt die Ursache nicht, denn viele Industriearbeiter verrichten sehr gern Gartenarbeit auf ihrem kleinen Besitz. Schuld an der Landflucht ist der Militarismus, der jedes Jahr eine Masse Leute vom Lande in die Stadt holt, die nur zu einem Bruchteil zurückkehren, dann der Kapitalismus, der durch allerlei Versprechungeir von Agenten die Leute veranlaßt, in die Industriegebiete zu ziehen, wo sie nur gebraucht tverden, um die Löhne zu drücken.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Sucht nach Vergnügen ist eS wahrlich nicht, was die Leute in die Stadt zieht, sondern die miserable Bezahlung und Behandlung auf dem Lande, und die jammervollen Wohnungsverhältnisse. Ich habe hier einige Kulturbilder zur Stelle, die ich auf den Tisch des Hauses niederlege und die einen kleinen Begriff geben, woher die Landflucht kommt. So ist hier ein Bild von dem Ritter- gut des Kammerherrn v. Veltheim aus dem Kreise Niederbarnim, auf dem im Sommer 1012 eine große Anzahl Leute bis zum Herbst genötigt waren, im Freien zu übernachten, weil sie in dem ihnen zur Verfügung gestellten Raum eS nicht vor II n g e z i e s c r aushalten konnten(Hört! Hört!).~ Dann hat man von der inneren Kolonisation gesprochen. Wenn die aber betrieben wird wie in Sachsen, wo man den Leuten nur zwei bis drei Morgen gibt, dient sie nur dazu, den Großgrundbesitzern billige Tagelöhner zu ver- schaffen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Anreguna der Urbarmachung von Oedland stammt voir Bebel, aber man darf diese gute Idee nicht benützen, um sich bor der sozialen Pflicht der Arbeitslosenversicherung zu drücken. Erhebungen in verschiedenen Städten haben gezeigt, daß die Arbeitslosen zum großen Teil seit Jahren in der Gemeinde ansässig gewesen sind. Sie sind also keine Vagabunden. Den Opfern, die die Industrie sür die Sozialversicherung bringt und mir Be- rumng, auf die man jetzt erklärt, daß sie weitere Opfer nicht auf sich nehmen könne, flehen wahrhaftig weit größere Opfer der Arbeiterschaft gegenüber. Die gewaltige Vcnnögensstcigerung beweistj' daß die Kapitalisten bequem noch weitere Laste» tragen köiinc». Sind doch die Vermögen in Preußen von 1908 bis 1911 jährlich um 4100 Millionen Mart gestiegen. Da sollten die lumpigen Millionen sür die Arbeitslosenversicherung nicht aufgebracht tverden können? Und wie sind die Dividenden der Aktien gesell- schaften gestiegen! Bei Krupp beträgt sie zurzeit 14 Proz., bei Siemens u. HalSle 12 Proz., bei der Gute Hoffnungshütte 20 Proz. und bei der Kontiiicntalkompagnie 45 Proz. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) � Dieselben Leute aber, die die Gewerkschaften in der häßlichsten Weise und mit den elendesten Mitteln bekämpfen, verlangen von ihnen, daß sie die Pflichten über- nehmen sollen, die die bürgerliche Gesellschaft gegenüber ihren Opfern zu erfüllen hätte. Der Staatssekretär bezeichnete eS als einen Nachteil des Gcnter Systems, daß es die Gelder der Gewerk- schaften für Strcikzwecke frei machen würde. An sich ist das nicht richlig, aber wenn selbst wann sind den Arbeitern je», als Lohnerhöhungen gurwillig und ohne Kampf gegeben lv o r d e n? �(Sehr wahr I bei den Sozial- demokraten.) Der sächsische Minister des Innern hat sogar erklärt, daß die dclllschcn Gewerkschaften doch erst ihr Vermögen von 60 �Millionen Mark aufbrauchen sollen, che sie sich an den Staat wenden. Nun, dann hätte man kogischcrweise all den Fürsten, die sich die Zivi lliste in den letzten Jahren erhöhen ließen, auch sagen müssen, daß sie zu- nächst einmal erst ihr Vermögen aufzehren sollten!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Will man etwa die positiven Leistungen der Gewerkschaften für die Arbeitslosen anzweifeln? Der Deutsche Melallarbeiter-Vcrband hat seit 1899 dafür 20 Millionen Mark aus- gegeben, seine BerwaltungSstelle Berlin allein 1912 061 140 M. und in den ersten Dreibierteljahren von 1913 bereits 728 000 M.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), was auf eine Zahl von mehr als 7000 arbeitslosen freicrganisierten Metallarbeitern in Berlin schließen läßt. Dabei hat man gerade in Berlin den Unternehmern nahe- gelegt, bei Beschäftigungsmangel lieber Feierschichten einzulegen und dadnrcki das Risiko ans alle Arbeiter zu verteilen. Hoffentlich ge- schieht dieS in größerem Umfange.(Zustimmung links.) Im schärfsten Gegensatz zu der Hallung der deutschen Regierung stehen die Ausfübrungen, mit denen der englische Schatzkanzler die Arbeitslosenversicherung begründet hat. Er hat da der Meinung Ausdruck gegeben, daß von seinen Zuhörern wohl kaum je einer Armut am eigenen Leibe gespürt habe; er hat ihnen zu- gerufen, daß ste dann ihrem Schöpfer danken sollen und daß, wenn sie je andere darunter leiden gesehen haben, Gott um Vergebung bitten sollen, wenn sie ihnen nicht nach besten Kräften geholfen haben. Er hat das furchtbare Los des Arbeitslosen geschildert, der auf der Suche nach Arbeit den ganzen Tag von Fabrik zu Fabrik geht und der abends mit leeren Händen nach Hause kommt, begrüßt von bleichen Gesichtern, aus denen der Hunger sieht. Und zum Schluß hat er ausgernsen, daß der Tag kommen werde, an dem England schaudern wird, daß es solche Zustände geduldet habe, während sich ein Teil der Bewohner im Golde wälzte. (Stürmisches Hört! hört! und Sehr wahr! bei den Sozialdemokr.) Das trifft in vollem Umfange auch für Deutschland zu. nur daß die deutsche Regierung n i ch t S tun will und daß sich die Parteien mit platonischen Liebeserklärungen begnügt baben, von denen die Hungrigen nicht satt werden. Die nächsten Monate werden zeigen, wie unerläßlich das Eingreifen des Reiches � ist. Mir dem elenden Fangball- spiel von heute, daß Reich, Staat und Gemeinden sich diese Ausgabe gcgenseilig zuschieben, muß ein Ende gemacht loerden in diesem Deutschland, dessen besitzende Klassen sich gleichfalls im Golde wälzen.!aS Tomende von Millionen für den Militarismus und unkultnrdle Zwecke zur Verfügung hat und daS in der Lage sein mutz, die Opfer Herren-, Jünglings- und Knaben-Kleidung fferren-A nötige Cheviot» u, Kammgomarten Ä r' Herren- Anasilge mödeme Formen......... Herren-Ulster neueste Farben........... Herren-Ulster Flausch und Cheviot...... CP'cP-— Herren-Paletots � rnarengo Cheviot.........«s» Herren-Joppen warm getQtterf..... IS.— 12.— O?. 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VeiKensee, Schloß Weisteusee, Wtäratiarehie statt Verfassungsreeht Abgeordneter Otto Braun Bnol� Dresden Br. Oskar Cohn S�mll Eichhorn, Redakteur Richard Fischer „ Konrad Haenlsch 197/13* Referenten: Abgeordneter Adolf Hoifmann Oeorg Ledebour Br. Karl liiehknecht Herm. Müller, Parteivorstand Wilhelm Pfannknch Br. ß�nessel-Darmstadt Abgeordneter Robert Schmidt „ Arthnr Stadthagen „ Heinrich Ströbel „ Herm. Molkenbnhr „ Fritz Znbell Der Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstr. i. Täuemrien Strasse 20 König-Slrasse M Leipziger St fasse 65 Ordnien-Slrassc t7a Müller-Sflasse 5a Oranien Slrassc 34 Moabit, Turmstr. 50 Friedenau. Rheinsf. If Neukol Ui�ßerg s fii7/& Theater und Vergnügungen (Siehe Wocheu-Spielplan.j Neue Freie Bolksbühue. Sonntag, 7. Dezember, nachm. 21/, Uhr: Kammershieie: Die Einnahm« von Brrg-oP-Zoom. Nachm. S Uhr: Deutsche? Opernhaus Charlottenburg: Der Freischütz. Deutsches Künstlertheater: Das Prinzip. Schiller Theater O: Freiwild. Lejsing-Theater: Professor Bernhard!. Theater am Nollendorsplatz: Die schöne Helena. Metropol-Theater:'S Nullerl. Berliner Theater: Bummelstudenien. MontiS Operetten» Theater: Die Fledermaus. Tnan aanon-Theater: Die Liebe wacht. Theater in der Königgrätzerstratze: Daö LebenSsest. Nachm. S'/j Uhr: Blllthnersaal: Sinfonie-Konzert. abends 8 Uhr: NmeS LollS-Theater: Mudder MewS. Abends 8'/, Uhr: Neues Bolls- Theater: Montag: Donnerstag und Freitag: Der ledige Hos. Dienstag: Die Sieb- zehnjährigen. Mittwoch: Mudder Mews. Sonnabend: Der Gras von CharolaiS._ Schiller-Theater 0. (W allner-Theater). Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Freiwild. Sonntag, abends 8 Uhr: Helmg'fnnden. Montag, abends 8 Uhr: Helmg'fanden. Sehiller-Thealer ChabrÜTn- Sonntag, vlittags 12 Uhr: Karamermasik. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld Sonntag, abends 8 Uhr: Die goldene Ritterzelt. Montag, abends 8 Uhr: Die goldene Ritterzelt. 8 Uhr: Die Kronbraut Komödieahaus. -Uhr: Hmttt MaUtNt. Leriiner�rdealö!'. 8 Uhr: >Vie einst im Mai. DeatnchesSchaaspielbana Nachm. 3 Uhr: Romeo und Julia. 8 Uhr: Die heitere Residenz. Theater am Nollemiorlplatz S. Nachmittag? 3 Uhr: Die«chtfne Helena. Abends 8 Uhr: JfUkadO« Theater des Westens. 8 Uhr: Polenblnt. Mittwoch u. Sonnabendnachin. 4 Uhr: Das tapfere Schneiderlein. Sonnt. Nm. 3'/. U.: Derliebe Auguslin. Lessing-Theater. Nachm. 3 Uhr: Professor Bernhardi. Abends 8 Uhr: Pygmalion. Lustspiel von Bernard Shaw. MzcKk Jtönstlertheater Sozietht. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse; Nollendorf 1383. Sonntag 12 Uhr: Dnncan- Schnle. Tänze und Reigen. Sonntag 3 Uhr: Das Prinzip. 3 Uhr: Rose Rernd. 8 Residenz-Theater 8 Uhr Uhr. Hoheit— der Fra«z! Musikalische Groteske in 3 Akten von Artur Landsberger und Willi Wolst. Musik von Robert Winterberg. Allabendl. 8 Uhr: Hobelt— der Franz! Friedrieb-Vilhelmstäilt Theater 30-31 Chausseestr. 30-31. Operetten- Gastspiel Zum 241. Male: Die Kinokonigin Operette in 3 Akten von Georg Okonloivsli u. Jul. Freund. Musik von Jean Gilbert. Kassenerössn. 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Heute nachm. 3 Uhr: Die Räuder. lzosc-inc�i Grosie Urantiurirr Str. 132. Nachmittags 3 Uhr: Dorf nnd Mtadt. Abends 8 Uhr: Berlin, wie es weint und lacht. Montag: Der Meineidbaucr. Dienstag z. l.M.: Der Sittenapostel. Reiehshallen-Theater Stettiner tüiingcr Heute nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: Der Kompagnieball und das Weih- Nachtsprogramm. (Logen 1 M., Balkon 75 Ps., Entrce 39 Ps.) Abends 8 Uhr: Ziobenbeens Künstler agentur. URANIA TaubenstraQe 48/49. Sonntag und Montag 8 Uhr; Mit dem„Imperator" nach New York. ZOOLOG ischer Garten Täglich ab 4 Uhr: Militär'Konzert. .Eintrittspreise hente: ZOO: Aquarium: ÄS Pf. 5W" Kind. d. Hälfte. Ulen! Xen! AQUARIUM 10 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. FriedrlchstraBe 218 Vornehmstes Variete Costantino Bernardi 4 Schwestern Romanos Salerno, Athos u. Read und ein weiteres großes Programm der besten Varlettikünstler. Rauchen überall gestattet Beginn 8 Uhr. Ab 7-/- Uhr: KOAZERT. Sonntag nachm. 3'/, Uhr: Das vollst. Abend-Programm zn kleinen Preisen. Heute 2 Vorstellungen 2 Nm. 31/, Uhr: Kleine Preise. Abends 8 Ehr. mit Rita Saechetto Robert Steitll�-Serene Roril und den von Publikum und Presse glänzend beurteilten Dezember-Attraktionen! Ranchcn gestattet! Kurfürstendamm 236. Unwiderruflich die letzten Tage! Große Neuabschlüsse machen eine weitereProlongation unmöglieb! DBF" Heute HS zum 214. Male;! „Die blaue Maus" mit Madge Lessing. Regle: MAX MACK Vorstellungen: 3, 3/«5, V, 3/Ä VJO Uhr. E m i I I □ Sozialdemokratischer Wahiverein für den 6. Berliner Reichstags-Wahlkreis. Sonntag, den 7. Dezember 1913: Beethoven-Konzert im großen Konzertsaal der Brauerei PriedricbsHaln� am Königstor. Mitwirkende: Frau Schaner-Bergmann(Breslau), Sopran. Fräulein Haenisch, Sopran. Fräulein Sfapelieldt, Alt. Herr Ludwig Hess, Tenor. Herr Dr. Guttmann, Tenor. Herr van Eweyck, Baß. Am Klavier: Herr LUtschg. Oer Berliner Volkschor, das BIQthner-Orchester. Dirigent: Herr Dr. Ernst Zander. I' 1. Eeonorcn-Onvcrtürc Ar. 3. Yortragsfolge{ 2. Phantasie für Klavier, Orchester nnd Chor. t 3. Die neunte Sinfonie. 232/17* Saalöffnung 6 Uhr. Konzertbeginn pünktlich 7'/, Uhr. Eintrittskarten u 70 Pf. sowie Textbücher a 10 Pf. sind bei den Bezirksführem und in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.— Rauchen nicht gestattet. Der BildnngsansschaB. ü Vereinigte Berliner Volksbühnen. Ealscn-Tbcater. 3 Uhr(zu kleinen Preisen): Der Hlittcnbesltzer. 8'/, Uhr: Kasernenlnft. Passage-Raniipliiiim 50 vilde Kongo weiber Männer und Kinder in einem eigens aufgebauten Kongodorfe. Der Froscbsehlueker. Die gr. Kino-Vapiete-Vorstellung von 5(Sonntags 3) bis 11 Uhr. Metropol-Theater. Nadjmittagä>s Dj�llSNl. Abends präzise 7 Uhr SS: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Walhalla-Theater. 3 Uhr(zu ileinen Preisen): Das Kätbcheu von Heilbronn. 8'/t Uhr: Der Elebesonkel. Zlrkns IIb. Schumann. Heute Sonntag, 7. Dezember; 2gr. Vorstellungen Q naebm.3'/jU.abds.7l/jU.~ In beiden Vorstellungen: 5 ilress. Seelöwen zu Pferde! Mr. Ganjas Hunde-, Affen- und Katzen-Dressur-Akt. The 3 Arley» Orig.-Perche- Balance- Akrob. und die übrigen Dezember- Attraktionen. UnfG1/, Uhr; Tango vor Geriebt! Zur Nachmittags- VorsteUung hat jeder Erwachsene 1 Kind unter 10 Jahren frei auf allen Sitzplätzen. Cafe]f[eyer Dresdener Str. 128/129. Kaffee 10u. 15, Bier, hellu.duul lOPs. ca. 60 Zeitungen; Billard Std. 80 Ps. Zahlstelle der Freien Velksbühne. Nollendorf-Theater Zum 174. Male Cleopatra Die Herrin des Nils Das Filmwunder der Welt! S. M. dem Deutschen Kaiser am 12. Novbr. vorgeführt n. mit gros- semBeltall autffenommen Wochentaga 6';. nnd 9 Uhr Sonntags 4, G'/, nnd.9 Uhr Jugend.Vorstellung! Sonnabend 4 Ubr zu halben Preisen. Palast am Zoo Schimpanse Fuma der darwlnistlsche M cd seb e i< af t e Simmsu.Simms „Du bist nicht böte11 Musik- Komödie M ar f a Sketch aus den Eissteppen Sibiriens. sowie ein weiteres komplettes erstklasstges Varl�t6- und Llchtsplcl-Programm Täglich ununterbrochene Vorstellung: von 6 übr an. Sonntags 3 Uhr: Matinee. Preise von 65 Pf« an inkl. GarderobeJProgrammo. Steuer :: Berliner Konzerthaus »Clou« ■ MauerstraSe 82.— ZimmerstraSe 90/91. Crroßes Doppel- lionzert! Musikkorps Kaiser-Franz-Garde-Grenad.-Regts. Dlrig Oberm. A. Becker Musikkorps des 1. Garde-Dragoner-Regiments. Dirig.: Oberm. Baarz. Anfang 4-'/, Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 4,1/, Uhr. Morgen: Crroßes Konzert der Berllnep Lledepfreunde, voreinigt mit dem Moabltep Elcderkrnn®(gegr. 1861). Chormeister: Panl Thomas. Brauerei Friedrichshain. Donnerstag, den II. Dezember 1013: Populäres Konzert des Sängerchors Vorwärts- Süd> Ost Direktion: Otto Kowalski TJ Blüthner-Orchesters. �,sbeVg.° Billetts im Vorverkauf 30 Pf., an der Kasse 76 Pf., bei den Vorwärts-Spoditeuren, Zucht, Immanuelkirchstraße 12, und Hanisch, Ackerstr. 174. G. Rapps Festsäle rruher W. 57, Dennewltzstr. 13. Fernlpr.: Kurf..'994. Der gemütlichste Ballsaal des Westens!— Heute: Broiler Ball. • Die Säle sind noch für Sonnabend, den 27. Dezember zu günstigen Bedingungen frei!__* [ EtabUssement Kloster garten| PliStzcnscc, Am neuen Jungfemsteg. ::: Stile zn Versammlungen und Festlichkeiten Sonntag ab 4, Uhr, Freitag ab 8 Uhr: ♦«roßer Ball, VorzOgl. Küche. Helle u. dunkle Biere, Malzbier. Kaffee auch in Kannen. Fernsprecher: Wilhelm 5069. P WO«««««««««««WO1 •— k lall, k nnen. k UT Fnion-Palast Kurfürstendamm 26 Bavarla-Hans ; Priedrich-EokeTaubenstr. Unter den Linden 21 Moritzplata Hasenheide Weinbergsweg 16-17 (2 Min. v.RosenthalerTor) Eeinickendorferstr. 14 ASTA NIELSEN in der Hauptrolle des mimischen Schauspiels A>ie Film-Primadonna' von URBAN Q AD j Schöneberg, Hauptstr. 49 j Protea Phantastisches Schauspiel in 4 Akten. In allen F. T.-Eichtspiclen: TANQO= FIEBER Filmburleske von Edmund Edel und Karl Wilhelm. Die Sensation des Tages! Anfang in allen Theatern: 3 Uhr. 292/4 ODGON Vergnügung«-Palast OV der lOOOO-*2 Potsdamer Str. 72 bSÄ" \ n r noch harze Zelt! Die Hölle im Odeon. 10 Uhr: Preisgekrönte Tango-Tllnzer. ,lill U.: Brüder X iagara, TurraseiUäufer. Eintritt 30 Pf. Anfang 4 Uhr. Kalte und warme Küche. Zirkus Busch. Heute Sonntag, den 7. Dezember: 2 Große Gala-Mliicgen 2 nachm. S'/j Uhr, abends 7*/, Uhr. Nachm. hat jeder Erwachsene ein angchäriges Kind unter 10 Jahren aus allen Sitzplätzen frei. Jedes weitere Sind unter 10 Jahren zahlt die Hälfte auf den Sitzplätzen. Zum ersten Male nachmittags: Die grohe Ausstattungs- Pantomime Hgz MW Um. Vorher Austreten der grotzenDezember- Attraktionen. Abend« 7'/, Ohr: „Pompeji" Trianon-Theater. Täglich abends 8 Übt: Seine Oellebte. Sonntagnachm. 3 U.: Die Liebe wacht EdenPalast Koftbuser Damm 1 II. 2, Berliner Straße 1 u, 2. Heute und folgende Tage Das phänomenale Schlagerprogramm 3 Elite- Schlager: DerSehatten des Zveifels Ein Drama aus der Gesellschaft. Sein Sohn Eine nervenerschütternde Tragödie Die Krone der Kaiserin von Indien Das beste vieraktige Detektivdrama aller Zeiten. Regie: Willi Zeyn. Eine weitere Verlängerung der Spielzeit dieses an Ueberraschungen, Spannungen und Sensationen so überreichen Dramas kann nicht stattfinden. Beginn der Vorstellungen Sonntags. 8 Uhr Wochentags 6 Uhr Eintrittspreise von 30 Pf. an aufwärts. Voigt- Tlieater Babstraste 38. Sonntag, den 7. Dezember: Nachm.3Uhr: Der verlorene Sohn« Abends 7 Uhr: Der deutsche Wichel. Volfsstück m. Gesang msNkt.o.fineiseL Kassenerössn. 10 Uhr, Ans. 3 u. 7 Uhr. CasinosTheater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Das glänzende Tezember-Fest-Progr. Gastspiel der Amerikanischen Sensation »Im Bulldogg-Dingel-Tangel.« Dazu seit Oktober total ausverkauft: Ferdinaud der Tugendhafte. Sonntagnachm. 4 Uhr: Mutterliebe. Aämirslspslsst Eis- Arena. Heute Sonntag 2 Vorstellungen 2 Nachmittags und abends Die lustige Puppe. Großes Ballett auf dem Eise. Beg; d. Xachm.-Vorst(b. halb. Preisen) um-P/j Uhr. Beginn der Abend- Vorstellung S'/sUhr. Ab lO3/. Uhr halbe Preise. Wein- und Bier- Abteilung. Auch während der Vorstellung . kann gespeist werden. Folies Gaprice. Anfang 8'/. Uhr Der Kuckuck. Jlanttrerscbwindel. Die Samnels. teBendlx Oranlenstraßc 68. Martin u. Paul Bendix. Neu- Die GespeösterDaelit. Berliner Prater-Theater jraktanien-Allee 7—9. Sheriock Holmes Detcktiokomödie i. 4 Akt. v Reislingen. 'Ansang 8 Uhr. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. derMniS'?rseKt8aIe\ N., Chausseestr. 110. KarlRichter.fc Jeden f Sonntag: Panlliantlieysi lustige Sänger Anfang 61/, Uhr. Nachdem: Familien-Kränzchen. Im weißen Saale von 5 Uhr ab Grofier Ball."912 Morgen Montag: Hoflninnns Sänger. J Voikstiieater Neukölln. Heriiiannstrasze 20. Sonntag, den 7. Dezember. 7>/, Uhr: Eolni�cbe Wii tschaft. vaudevilleposse in 3'Akten von Kraatz und Okonkowski. lllontag, den 8. Dezember, 8'/, Uhr: Itairie«. Detektivkom. in 4 Akten von Sachse. coneo?Äia''?k8t''SW »lodev LoliQtsx: 'NllllSr-Ztre�li-lionxert Goos Hoffnianiis Sünger Anfang 6 Uhr. Im oberen Saal«on 5 Uhr ab; Grosser Ball= Alhambra Wallner-Dtieater-Strahe 15. Jeden Sonntag: Grones Orchester. Ansang Sonntags 5 Uhr. A. Kamcitat. Großer Ball. City- Park am Bahnhof Fricdrichstiassa Größte Volksschau Berlins 50 Schaugeschäfte Sehenswertll die neuen Attraktionen. Ein Vergnügen für Jung und Altl Geöffnet täglich nachmitt. 4 Uhr Sonn- u Feiert nachmitt. 3 Uhr b« 11 Uhr abends— Eintritt Irci Ilrmin Wrangelstr. 11. Urdllia,— Ne» eröffnet!— Sonnabends Vartetä-Tbeater. Eintritt 20 Ps. Nach Schtun Freitanz. Sönniags li Uhr: Kinder- Bor- ftellnnq. S Uhr:<4ra»d Ball ohne Tnnznachzahtung. Bühnen- saat auch Svnnadends kastenlrei vergeben._ 1916u Elysinin Landsberger Allee 40. Jeden To»»lag u. Tonnerstag: A�Dameuireitan�IZY Ansang 5 Uhr.* Entree srei Siegels Festsäle Gr. Franktnrter Str. 80. Empsehle den Gewerkichasten und Bereinen Säle mit Thenterbühne, Leo, 200 und 100 Personen fassend, »u Versammlungen sowie Festlich« leiten aller Art.* Arbeiter-Bildungsschule. Sonntag, den 7. Dezember abends 7 Uhr, im„Königstadt- Kasino", Holzmarktstr. 72: Vortrag der Genossin Klara BohmsSchuch überr Sexuelle Aufklärung der Kinder. Eintritt 20 Pfennig. 6/14* Garderobe frei. Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Vertvaltang Berlin Montag, den 8. Dezember, abends 5'/z Uhr: I�itglledcr-Verfatniiilung sür den Bezirk Süden bei G r a st h o f, Admiralstraste I.80. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen R Leopold über: „Gewerbliche Rechtsprechung in der Holzindustrie." 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbandsangelegenheiten. Montag, den 8. Dezember 19:13, abends 6 Uhr: Versammlung der Laden- und Kontormöbel- Branche im Luiseustädtische« Kasino, Oranienstr. 180. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbands« angelegenheiteit HB. Die Kollegen werden erneut gebeten, die von dem Koll. Nitschke entnommenen großen Fragebogen im Bureau abzugeben. 92/19_ Die Ortsvcrwaltnng. tscler iiMer- vkMliltllUgsktllt Kerlin. N 54, FimenSr. 88—85. Telephon: Amt Norden 185, 1239. 1987, 9714. Acht»»»! Klempner! Achtimg: Dienstag, den 9. Dezember, abends 8 Uhr findet in den Ändreas-Festsälen, Andreasstratze 21, die Wahl des Geskßen-Aussihiijseg zur Klempner-Jnnnng statt. Wir ersuchen unsere Vertrauensleute, für den Besuch dieser Versammlung recht rege zu agitieren, damit die Wahl im Interesse der Kollegen ausfällt. Sammellisten zur WrihlUldlföllf fthrrHlllJ für die Arbeitslosen und deren Kinder sind bei uns im Bureau, Linienstr. 83/85, Zimmer 12, sowie bei allen Bezirkskassierern zu haben. Wir ersuchen die Kollegen, sich rege an den Sammlungen zu beteiligen. 131/4_ Die Ortsverwaltnng. deutscher Transportarbeiter-Verband. Engelufer 1415. Bezirk Groß-Berlin. Tel.: Mpl. 2382«. 4747. Verbandsfuuktionäre! öttnkbsverlrliuknsltnte, Kranchetlleittr, Uerniltltungs- Mitglieder, Distrikts-, Agitations-Kommisstonsmitglieder und Obleute. Montag, den 8. Dezember, abends Sll3 Uhr, im Gewerkschafls- hans, Engelufer 14/15(großer Saal): Ungemeine Funlttionär«Vtrfammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Albert liebn über:„Tie Kranken- Versicherung In ihrer neuen Fassung ad 1. Januar 1014*. 2. Dis« kussion. 3. Das Ergebnis der Ausschußwahlen zur Allgemeinen OriS- krankenkasie Berlin. 4. Diskussion und eventuell Beschlußfassung. Mitgliedsbuch und grüne Legitimatlonskartr sind mitzubringen und am Eingang des Saales zwecks Abstempelung vorzulegen. Bei der sür alle Funktionäre besonders interessanten Tagesordnung erwartet einen wirklich zahlreichen Besuch 75/i I. A: A. Werner. Steinarbeiter. Freitag, den 158. Dezember, vormittags 10 Uhr, findet im Gewerkschaftshaus(Saal 3) eine Arbeitslosenzählnng statt. Dieselbe macht sich notwendia zur Feststellung der Be- teiligung unserer Kollegen an der allgemeine» Unterstiivung Arbeitsloser und der Weihnachtsbescherung ihrer Kinder. Zu demselben Zweck haben sich diejenigen in Arbeit stehenden Kollegen im Verbandsbureau zu melden. welche in der Zeit vom 1. September bis 30. November länger als sechs Wochen arbeitslos gewesen sind. 172/5* Die Drtavern-altnng. Logen-Restauranl"T; islslr.14 Rosenthaler Tor Inhaber: Richard Menget I Vereinszirnrnor S Kegelbahnen Säle tiir Versammlungen Oes ellschaften und Vereine. 3 Vorzügliche Küche| Auch Sonnabends noch frei. | Pkekferberg-Blere| Nieder mit den Schwindelkassenl Hoch die proletarische Selbsthilfe durch den Verband d. thausarzt-üercine Zentrale Organisation für Volksgesnndheitspftege. Wir gewähren sür den geringen Beiirag von zirka 25 Ptg. pro Woche, der monatlich durch Hau?« kasfierer abgeholt wird, den Familienangehörigen unserer Mitglieder ohne Ansehen der Zahl und Dauer der Krankheiten, ohne lästige Formalitäten, wie Krankmeldung oder dergleichen, zu jeder Zeit, selbst bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung frviv ärztliche Behandlung(auch durch Spezialärzte), freie Medizin bei akuten Erkrankungen.— Außerdem frei: Verhendsteffe, Diphtherie-Serum, Atteste, Totenscheine. Wissenschaftliche Monatszeitung mit Kinderbeilage Kinder-Spielplähe. Wissenschaftliche Borträge. Dem Verbände kann jede Familie beitreten, deren Ernährer krankenversicherungspflichtiz ist oder ein Ein- kommen von nicht über 2500 M. hat, desgleichen Witwen oder alleinstehende Personen.— Aufnahmegebühr 30 Ps. Berleihung von Badewannen. 10 u. 20 Pf. pro Woche. Ferner zu Selbstkostenpreisen: NährprSparalo, Stärkungsmittel, Krankenbedarfsarlikol usw. Nähere Auslunst erteilen— sür Berlin: NW. Moabit: W. Bodin. Rollocker Str. 36. „ Dullin, Turmstr. 58. Norden: O. Wölke, Brunn enstr. 100. . Ci. I.ange, Malinöer Str. 12. „ H. Meyer, Swinemünder Str. 97. , H. MUncbow, Lüderitzstr. 3. Nord-Ost: P. Berger, Naugarder Str. 44. Osten: K. Röbel, Nomintcncr Str. 48. Süd-Ost:« Schnitz, Adalbertstr. 64. Westen: M. Krdmann, Katzlerstr. 18. Süd-West: H. D»U. Tcltowcr Str. 32. „ Pr. Vieth, Fidicinstr. 42. Silden: M. Thurm, BöckHilr. 37. „ A. Stcinhancr, Prinz enstr. 18. Für Vororte: Adleesbof: A. Ktamer, Bismarckstr. 11. gaumscbulenweg: R. Kranse, Kiesholzstr. 185a. Boisigwalde(siehe Tegel). Britz: A. Tiepke, Bürgerstr. 29. Charlottenburg: O. L-cnpold, Krummestr. 7. Friedenau(siehe Wllmersdors). Fürstenwalde: R. Flicke, Holzstr. 3. GroB-Lichterfelde: W. W agner, Mariannenstr. 31. Nermsdorf: P. Schnlzc,«chulzcndorser Str. 71. Lankwitz(siehe Südende). Mariendorf: M. Herbst, Schwerinsir. 75. Marienfelde: K. Kallnowskl, Berliner Str. 116. Neukölln: A. Kuhnert, Slultgarter Str. 54. , Q. Röse, Wissmannltr. 26. M. Israel, Emser Str. III. Nieder-Schönhausen: E. Hcllrlch, Kaiser-Wilhelm- Straße 49. Pankow: Tb. OcBner, Nordbahnstr. 8. Reinickendorf-Ost: K. Irmer, Rütlistr. 14. . O. Janke, Heppestr. 20/21. Roinickendorf-West(siehe Wittenau).' Schöneberg; Ewert, Ebersstr. 33. Spandau:«. Ruhnke, Weißcnburger Str. 21. Steglitz: A. Damm, Zimmermannstr. 18. SUdende: 6. Thiele. Halslestr. 3. Tempelhof: R. Pechal, Friedrich-Wllhelm-Str. 7. Tegel: A. Becker, Brunowstr. 16. Treptow: A. Mltzky, Krllllsstr. 4. Waidmannslust: füchlenker, Oranienburger Chaussee 12. WelBensee: P. Borger, Naugarder Str. 44. Wilhelmsruh: M. Kretke, Keplerstr. 26. Wilmersdorf: R. Becker, WilhelmSaue 133. Wittenau: W. L-ctamann, Charlottenburger Str. 47. AuS nichtverzeichneten Orten wende man sich an den Zentralvorsißende«. Zcntralvorsihender: t». Aaeab, Berlin NW 81, Emdener Straße 45(Tel.: Mb. Iläl)._ 293/10 Verband der Capezierer. Filiale Berlin. Am Montag, den 8. Tezember, abends 8 Uhr, in den„Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59: AußcmhrMlhk Nrchmmlmig. Tagesordnung: 1. Beschluhfaffung über de« Antrag deS Geschäftsführenden Ausschusses auf eine Notftandsunterftützung a« die Arbeitslose«. 2. Diskulfion. Es ist Pflicht aller Arbeitslosen und jede» anderen Mitgliedes, in der Versammlung zu sein. Mitgliedsbuch oder ArbcitSlosenkartr legitimiert! 178/16_ Die Ortsverwaltnng, r mim Filiale Berlin. Tonnerstag, den 11. Dezember, abends 8'/« Uhr, i« den Arminhallen, Kommandantenstr. 38/89(groster Saal): Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: 1. Abrechnung für das dritte Quartal 1913. 2. Vortrag deS Kollegen Kunze über:»Die Rechte und Pflichten der Mitglieder nach Ein- führung der Rcichsverfichcruugsordnung ab 1. Januar 1914.« 3. Diskussion. 4. Wahl der gesamten Ortsverwaltung. S. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Da ein Teil unserer Mitglieder zu den Versammlungen am 26. November wegen Ueberfüllung der Säle keinen Eintritt erlangte, haben wir den Punkt 2 nochmals aus die Tagesordnung dieser Versammlung gesetzt. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt! Um zahlreichen Besuch ersucht 165/6 Tip Ortsverwaltnng. Gemeinsame Ortskrankenkaffe für Berlin-Lichterfelde. Aus Grund der unterm 13. November 1913 ausgeschriebenen Wahl- austorderung sind von den Versicherten zwei Wahlvorschläge eingereicht worden, welche der Vorstand als gültig anerkannt hat. Der erste Wahl- Vorschlag, eingereicht von den freien Gewerkichasten durch Herrn Ernst Hübner, beginnend mit dem Namen Franz Schulze, endigend mit dem Namen Hans Loesert. erhielt die Bezeichnung f Liste 1. Der zweite Wahlvorlchlag, eingereicht durch Herrn Friedrich Müller, beginnend mit dem Namen Joieph Hahn, endigend mit dem Namen Max JorgaS. erhielt die Bezeichnung: Lifte 2. Die Wahlvorschläge können im Kassenloial. Chausseestr. 103, in der Zeit von vormittags 9 Ubr bis nachmittags 2 Uhr eingesehen werden. Die Wahl findet, wie bereits bekannt gemacht, am Dienstag, den IS. Dezember 1913, nachmittags in der Zeit von 4—9 Uhr, in Berlin- Lichicrfrlde. Restaurant Wabrcndori, Bäkestr. 7. statt. Von den Arbeitgebern ist nur ein gültiger Wablvorschlag eingegangen, und zwar emgereichl vom Verein der Handwerker und Gewerbetreibenden durch Herrn Hans Mischer, beginnend mit dem Namen Max Lengen- seid, endigend mit dem Namen Heinrich Schulze jun.(lausende Nr. 1 bis 6o). Die in dieser Liste benannten 60 Arbeitgeber gellen als gewählt und findet daher die Wahl am 15. Dezember 1913 gemäß§ 9 der Wahlordnung nicht statt. Einsprüche gegen die Gültigkeit der Wahl sind inner- balb einer Woche nach Bekanntgabe beim Kassenvorstand oder beim Vcr- sichcrungsamt des Kreises Teltow einzureichen. Berlin-Lichterfelde. 6. Dezember 1913. Der Borstand. Max r-engenkeld, Vorsitzender. 301/6 Gemeinsame Orts-Krankenkafse für Knlin-MilnitMlisrs und Umgegend. betr. Wahlen deS SlnSschuffeS. Aus den Reihen SZrKassenmitglieder ist nur ein gültiger Wahlvorschlag durch Herrn Fritz Pieper, Berlin- Wilmersdori, Berliner Str. 46, ein- gereicht worden.— Da dieser Wahl- Vorschlag nach de» Dorschristen des § 7 die genügende Anzahl von Be- Werbern enthält, so findet die zum 17. Dezember d. I. anberaumte Wahl der Kaffeninitglieder ge- maß ß 9 der Wahlordnung nicht statt. Die Bewerber dieses Wahl- Vorschlages gelten somit als gewählt. — Die Liste beginnt mit dem Namen .Graßmey' und endet mltdem Namen .Bredel'. Aus den Reihen der Arbeitgeber sind zwei güllige Wahlvorschläge und zwar Liste I durch Herrn Buchdruckereibesitzer Hans Heenemann, Bcrlin-WilmerSdorf, Uhlandstr. 102, und Liste II durch Herrn Kausmanu Otto Lübscn, Berlin- Wilmersdors, Waghäuselerstr. 18, eingereicht wordem Die Wahl der Arbtitgtber findet daher am 17. Dezember d. I. von nachmittags 4 bis abends 8 Uhr im GesellschastShaus, Wilmersdors, Wilhclmsane 112, statt. Wir verweisen noch besonders aus die Bekanntmachung vom 15. Nv- vember d. I. hin. 301/5 Die Wahlvorschläge können täglich in den Kassenslnndcn von 8>/. bis 1 Uhr im Kassenlokal, Kaiserallee 173a, im Zimmer des GeschäslssührerS ein- gesehen werden. Etwaige Einsprüche sind beim Vorstand schristlich einzureichen. Berlin-WilmerSdorf, den 6. Dezember 1918. Der Verstand. Lübsen, Hertel, Vorsitzender. Schristsührer. ohne Anzahlung Spiegel, Bilder, Decken, Pertieren, Teppiche. Gardinen, Stores, Ferner mit kl. Anzahlnng(I M. wöchentlich) Herren-, Damen-, Klndcr-Gardcrobe. 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Ktilllge hts„Nsmillts" Kerlilltt NilldsdlM. s-"..s.7.?.MttM3. Mrtlchsfflicher Nocheodericht. (Braten, Getreidepreise und Getreideausfuhr. Di« Ernte dieses Jahres hat der deutschen Landwirtschaft Er- träge gebracht. die weit über die der Vorjahre hinausgehen. Reben Brotgetreide, Kartoffeln, Hafer und Gerste haben auch Klee, Heu und andere Futtermittel eine Mehrernte gehabt. Nach einer Zu- sammenstellung der Kaiserlich Statistischen Amtes betrugen die Ernte« mengen(in Millionen Tonnen): Zum Teil ist diese Steigerung durch eine Vermehrung der An- bauflächen bedingt. Bei Roggen, Weizen. Gerste und Kartoffeln ist aber auch der Durchschnittsertrag vom Hektar größer als jemals in einem Jahre vorher. Die Steigerung in der Intensität der Be- wirtschaftung tritt in diesen Zahlen zutage, weun man von den Einzclschwankungen infolge der klimatischen Verhältniffe absieht. Trotzdem darf die Bedeutung dieser Mehrerträgnisie für die Er- nährung der deutschen Bevölkerung nicht überschätzt werden, weil auch die Einwohnerzahl Deutschlands rasch gestiegen ist. Aus der starken Einsuhr einzelner Getreidearten ergibt sich denn auch, daß die deutsche Landwirtschaft den Bedarf nicht voll zu decken vermag. Infolge der günstigen Ernte sind die Preise im Herbst dieses Jahres heruntergegangen. Im Oktober zahlte man durch- schnitllich für 1000 Kilogramm in Mark: 1913' 1912 Roggen.... 158 180 Weizen.... 186 212 Hafer..... 158 187 Gerste..... 165 210 Kartoffeln... 38 45 Luch die Roggen- und Weizenmehlpreise find im Großhandel gesunken, während die Preise im Kleinhandel nur eine ganz geringe Ermäßigung gegenüber dem Vorjahre zeigen. Entsprechend den deutschen Ernteergebniffen, die dazu noch mit einer guten Welternte zusammenfallen, müßten die Preisermäßigungen noch größer sein. Die Wirkung der Welternte wird aber durch die Zollmauern ab- geschwächt und die günstigen Getreideresultat« im Jnlande können infolge des famosen Einfuhrscheinsystems nur wenig den heimi- schen Konsumenten zugute kommen. Bei der Ausfuhr von Getreide und Futtermitteln wird dem Exporteur ein Bestätigungsschein übergeben, der zur Begleichung deS Einfuhrzolls auf Getreide und Futtermittel in Zahlung genommen wird. Da der Exporteur diese Scheine an einen Importeur verkaufen kann erhält er dadurch eine Ausfuhrprämie in Höhe deS Zolles. Der roduzent kann also selbst auf den ausländischen Märkten billig lonkurrieren, wo die Preise niedriger stehen als in Deutichland, da der Erlös des EinfnhrscheineS ihn für geringere Preise im Auslande entschädigt. Dieses System muß notwendig zu einer gewaltigen Steigerung der Getreideausfuhr führen. Je größer die Ernte ist und je billiger die Preise sein müßten, um so mehr besteht der Anreiz und die Möglichkeit für den deutschen Produzenten, die Ausfuhr zu forcieren. Die beiden letzten Jahre mit ihren großen Ernten haben daher zu einer besonders starken Ausfuhr Deutschlands geführt. In den Monaten Januar bis Oktober 1913 stieg diese Ausfuhr gegen die gleichen Monate des Vorjahres noch bei Roggen von 6,2 auf 7,5 Millionen Doppelzenter, bei Weizen von 2,5 auf 4,1, bei Hafer von 3,1 auf 5,2 Millionen Doppelzentner. Besonders auf- fällig ist die AuSfuhrsteigerung nach Frankreich, in der die gleichen Patrioten, die die Ausfuhr durch das von ihnen beschlossene Einfuhrsystem erst möglich machen, plötzlich eine nattonale Gefahr erblicken, weil Frankreich angeblich eine KriegSverproviantierung vor- nimmt. In der Tat wird unser Einfuhrscheinsystem durch nichts bester beleuchtet, alS daß Frankreich, das Weizenland, in den ersten neun Monaten dieses JahreS aus Deutschland 1,9 Millionen Doppel- zemner Weizen gegen eine halbe Million im Jahre 1912 ein- geführt hat. Die Wirkungen diese? Systems find auch für die Reichskoste einschneidende. In den Monaten Januar bis Oktober wurden aa Zöllen mittels Einfuhrschein beglichen 1911: 80,82 Millionen Mark, 1912: 95,51 Millionen Mark, 1913: 123,73 Millionen Mark. Diese Steigerung beweist zunächst, daß die Herabsetzung der Geltungsdauer der Einstthrscheine ebenso wenig zur Milderung des Systems bei- getragen hat wie die Bestimmung, daß der Zoll für Kaffee und Petroleum nicht mehr durch Einfuhrscheine erstattet werden dürfe. Run kann man zwar jene Summen nicht ohne weiteres und in voller Höhe als einen Raub an der Reichskaffe bezeichnen. Rur soweit die Einfuhr die Ausfuhr einer Getreideart übersteigt und die Zölle durch Einfuhrscheine beglichen werden, erleidet die Reichs- laste einen Verlust. Bei der Einfuhr von Gerste, Buchweizen, Hülsenfrüchten. RapS, Rübsen, früher auch Kaffee und Petroleum— wo der Einfuhr keine oder nur eine geringe Ausfuhr gegenüber- steht— ist der Ausfall für die Reichskaffe am größten. Die schlimmste Wirkung des EinfuhrscheinsYstemS für die Konsumenten besteht aber darin, daß eS die volle Ausnutzung deS SchntzzolleS ermöglicht. Der Getreideproduzent Ostdeutschlands ist nicht mehr gezwungen, seine Produkte nach dem Westen zu verfrachten, er kann sie jetzt über die russische Grenze verkaufen, trotzdem das Getreide in Rußland wesentlich billiger ist. Der Erlös des Ein- fuhrscheinS bietet ihm genügende Entschädigung. Die Möglichkeit der Ausfuhr und die Verringerung des Angebots im Jnlande er- laubt ihm aber wieder, die Preise im Jnlande hoch zu halten, da der Schutzzoll die Einfuhr vom ausländischen Getreide hindert. Der Produzent hat es aber in der Hand, je nach der Marktlage, die Ausfuhr einzuschränken oder zu vergrößern, je nachdem ihm der Vertauf im Inland« oder im Auslande rentabler erscheint. Der Benachteiligte ist immer der heimische Konsument. Wenn in diesem Jahr« die Getreidepreise gesunken sind, so ist das nicht unmittelbar eine Folge der günstigen Ernte in Deutschland, son- dern der sinkenden Preise auf dem Weltmarkt. Der deutsche Konsument mutz auch jetzt noch um so viel teurer sein Brot he- zahlen, als der Zoll den Weltmarktpreis überragt. Versammlungen. Die Arbeiter der Küchenmöbelbranche beschäftigten sich in einer Versammlung mit der derzeitigen Geschäftslage. Peters referierte und schilderte die Konjunktur in der Branche der- Küchenmöbelindustrie, die eine äußerst ungünstige sei und in der Hauptsache durch die Einfuhr aus der Provinz hervor- gerufen worden ist. Während vor 1907 nur sehr wenig Waren eingeführt wurden und die Arbeitslosigkeit eine ganz geringe war, sind die Unternehmer in letzter Zeit immer mehr dazu über» gegangen. Küchenmöbel einzuführen. Redner erklärte, daß sich der Kamps nicht unbedingt gegen- die auswärtige Arbeit wende, aber festgestellt müsse werden, woher sie komme und unter welchen Lohn- und Arbeitsbedingungen die Waren außerhalb hergestellt werden. Ueber die einschlägigen Verhältniffe in den Berliner Betrieben ist eine Umfrage veranstaltet worden. Es hat sich ergeben, daß die Industrie der Küchenmöbel in den letzten drei Jahren sich stark vermindert hat und zwar um 10 Betriebe und um 80 Tischler und 20 Maschinenarbeiter. Es ist auch festgestellt, daß ein großer Teil der eingeführten Küchenmöbel reparaturbedürftig ist und in einigen Berliner Be- trieben einzelne Arbeiter nur diese Reparaturarbeiten verrichten. Die auswärtigen Arbeiten kommen in erster Linie aus Kloster- felde, Oenhausen, außerdem auS Sachsen, aus dem Erzgebirge usw. So bezieht G u n k c l, Neue Äönigstraße, täglich zirka 15 bis 26 vollständige Küchen; Lange u. Hilberg, Weißensee, u. a. 100 Schränke pro Woche; Weltenberg. Fürstenberger Straße, 30 Küchen im Monat usw. Daß die Einfuhr groß ist. zeigt sich, daß, soweit festgestellt werden konnte, pro Monat 1020 Küchen eingeführt werden, die vielen Einzelküchen nicht ein-» gerechnet. Für weit über 100 Arbeiter wäre Arbeit vorhanden, wenn die Arbeit in Berlin hergestellt würde. Die Unternehmer be- nutzen diese Einfuhr, um die Berliner Arbeitslöhne zu reduzieren. Es muffe darum alles getan werden, um diesen Zuständen ent» gegenzuarbeiten. Der letzte Mann müsse der Organisation zu- geführt werden. Die Diskussion ergab noch mancherlei Momente, die die AuS» führungen ergänzten und bestätigten. Ein Redner schilderte die Verhältnisse in Klosterselde, die auch nichts weniger als rosig seien und gab eine lUbersicht von dem Umfange der dort hergestellten Arbeiten. Es herrsche oort trotz allem eine groß« Arbeitslosigkeit in der Branche. Zum Teil beständen daselbst sehr niedrige Löhne. Nur eine straffe Organisation könne helfen. Nicht einmal ein Lokal stehe dort den Arbeitern zur Verfügung. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: »Die heutige Versammlung für alle in der Küchenmöbel- industrie beschäftigten Holzarbeiter Groß-BcrlinS stellt fest, daß durch die riesige Einfuhr von Küchenmöbeln die Arbeitsgelegen- heit der Branche teils vermindert und dadurch die Arbeitslosig- keit in der Branche ganz enorm zugenommen hat. Die Versammelten wünschen, daß die Branchenleiteng die Einberufung einer gemeinsamen Konferenz der Vertreter zener Ortschaften, wo Küchenmöbel angefertigt werden, bewirke. Sie beauftragten den Obmann, die entsprechenden Anträge zu der im Frühjahr stattfindenden Gaukonferenz zu stellen." Hilsskafle der Graveure, Ziseleure uud verw. Berufsgeuoflen iu Berlin tagt jeden zweiten Montag im Monat, abends von 3—10 Uhr, im Restaurant Lmienujer 1. % Moderne Kleidungsstücke als FestgeschenKe! Gibt es etwas Schöneres, Praktischeres, Dankbareres? Und besonders bei unseren fabelhaft billigen Preisen wird es Ihnen sicher ein leichtes sein, für wenig Geld ein Geschenk zu machen, das den Beschenkten noch lange des Gebers dankbar gedenken lassen wird! Besonders empleblen wir für diesen Zweck* Unsere einfarbigen Ulster Astrachan- u. Samt-Mäntel 6.50 8.75 10.50 12.50 14.75 18.50 22.75 26.75 U. 8. W.*• W* Blusen, Röcke u. Kindermäntel in unendlicher Auswahl! C«-A Königstrasse 33 Chausseestr. 113 •m Bahnhof Alexanderplatz beim Stettiner Bahnhof Sonntag« geschlossen. brenninkmeyer cm bh Paul Tätzler feteec lieben Braut G Berta Neufeld « dt» herzlichsten Glückwünsche A wrc Vermahln««. 2226 vs) Die Parteigenossen da« 514. n. 515. Bezirks d. 6. Wahlkreises. [| Todes-Anzeigen� � Sozialileiitokrati'SEhepWahlyeFein (.llBepLHeielistags-Walilkreis. Bezirk 133. Wm 6. b. MtS. verstarb nnter Mitglied, der Tischler Ideoäor �eatmaoa Dieffenbachstr. SS. Die Beerdigung findet DienS- tag, de» S. d. MtZ., nachmittags 3 Uhr, van der Halle des ThomaS- Kirchhos«, Neukölln, Hermann- stlatz«, an» statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. ltartAdep lolMfbeitervertanil. Zahlstelle Berlin. De» vittgliederu zur Nachricht, datz miser Kolleg«, der Tischler l'lieoäor I�entmsnn Dil SS Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den S. Dezember, nachmittag« 3 Uhr, von der Halle des ThomaS-ZtlrchhoseS in Neu- kölln, Hermannstraße, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. lieffenbachftr. 3g, im Alter von i Jahre» gestorben ist. 32/20 Sozialdefflokratischer M\m\n Kreis Riederbarnini. Bezirk Friedrichsfelde. Am Mittwoch verstarb nach schwerer Krankheit im Alter von 26 Jahren unsere Genossin Nedwx Liebreich. Ehre ihrem Andenken l Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, aus deni Friedhose an der TreSkowallee statt. 241/12 Die Bezirksleitung. midemeKradsei'-erMiifereii! Kreis liederbanitoL Beu. Ober-Schöne weide Den Genossen zur Nachricht, datz unser Mitglied Franz Weber Wilhelminenhosstr. 35 verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 7. Dezember, nach- mittags 2'/, Uhr, vom Gemeinde- Friedhof aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 241/14 Der Borstand. Verband der KabriKarbeiter Deutschlands. Zahlstelle GroB-Berlin. Unser Mitglied Franz Weber ist gestorben. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 2'/. Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhoses Lberschöncweidc auS statt. 57/16 Rege Beteiligung erwartet Die vrtsvenraltiiag. SHTeTEeTSte Anstreicher usw. Filiale Berlin. De» Kollegen zur Nachricht, datz unser Mtglied, der Lackierer ihranz Oertli (Sektion der Lackierer) am 5. Dezember verstorben ist. Ehre seinem'Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 8. d. Mts., nachmittags 3 Ukr, von der Halle des HedwigS-Kirchhoses in Reinicken- dors aus statt. 133/5 Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag, den 4. d. M., starb nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau und unsere herzensgute Mutter Adolfine Schmidt im 46. Lebensjahre. Georg Schmidt und Söhne, Neukölln, Hermannstratze 138. Die Beerdigung findet Montag, den 8. d. M., nachmittags 3 Uhr, aus dem Neuköllner Friedhos am Mariendorfer Weg statt. 4521 Deutscher Transportarbeiter- Maul Bezirksrerwaltnng GroS-Berile. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Haus- diener Rudolf Lendel am 5. d. MtS., im Sllter von 17 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 8. Dezember, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen. balle des neuen Jerusalcmer FriedhoseS, Sieukölln, Hermannstratze, auS statt. 75/5 Bie Bezirksverwaltung. Verband IGemeinde-nStaatsarb. Filiale GroB-Berlln. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, datz der Kollege .Josef Finge! welcher im Betriebe der städtischen Gaswerke(Danziger Stratze) be- schästigt war, verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestatwng findet am Montag, den 8. Dezember, nach- mittags l'l4 Uhr, von der Leichen. halle des Gemeinde-Friedhoscs in der Müllerstratze, Ecke Seestratze, aus statt, 36/5 Bie Ortsverwaltung. Verband der Ireien Gast- nnd Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege Julius Luckow Möckernftratze 131, Bezirk 5 verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 8. d. M., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle«er Lukasgemeinde tn Britz, Tempclhoser Weg, auS statt. Ilm rege Beteiligung ersucht 74/5 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden, Bekannten und Vcrwaudteu die traurige Nach- richt, datz unser lieber Vater, Schwager und Onkel, der Nestau- rateur Friedrich Klos nach längcrem Krankenlager am Freitag im 48. Lebensjahre ver- Itorben ist. 22lb Um stille Teilnahme bitten Oie trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenballe deS Georgen- lirchhojS, Landsberger?lllee, aus statt. � Fahrradhans„Frisch auf" � 1 »v Offenbach a. Main Brnnnenstr. 35 X Beasselstr. 18 Kottbnaer Damm 22. Als Weihnachtsgeschenke empfehlen wir: 108/12* („Frisch auf 44- Fahrräder für Knaben M. 53.—, für Mädchen 60.— mit und ohne Patent-Kapselgetriebe von 75 bis 145 M. Frisch auf 44- Nähmaschinen für alle Gewerbe von 62 bis 120 M. Wrings u. Waschmaschinen. Sprechmaschinen u. Platten Nene Aufnahmen, doppelseitig, pr. Stück 2 M. 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